Morgenavsgabe � � 4S. Jahrgang MtzchestÜch 8VPf� monaMch 5,60 M. ' im voraus zahlbar, Poftbe�vg 4�2 V- einschließlich 6t) V�. Posrzeuunos- unü 72 vf.'Postbestellgebühren. A»i»land�- abonr»emeni 6�- M. oro Monat; fiir LLnd« mit ermäßigtem Drucksachen» porto 6,— TL 2tor �vorwärts" erscheint wochentäglich zwein�at. Sonntags und Montags einmal, hie Äbendausgab« für Derlm und im Handel mit dem?tt«!»Der ; Äbenb" Illustriert« Verla ge»Volk und Zeit". Ferne?»Frauenstimme", �Technit",.Klick in bh Bücherwelt". »I»gend,B orrvSNs" u..TtadtbeUoge" Berliner VolSsbiatt Gonniag 4. Januar 1951 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Dte einspaltig« Nonpareivez«!!« 80 Pfennig. Re?lam«teile S,— Reichs« wart.„Meine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulSssig zwei fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort lS Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile SO Pfennig. Famillenanzelgen Zeile �0 Pfennig. 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Kein Wunder, dah der Schrei nach Vergeltung der ungezählten Bluttaten immer lauter ertönt. Aber vergessen wir nicht, daß Rache nehmen nicht etwa heißt, Sinnlosigkeit mit Sinn- losigkeit zu erwidern� Wie wir gegen eine Justiz kämpfen, die sich in ihren Vergeltungsmaßnahmen auf eine Stufe mit dem Mörder stellt, so wollen auch wir uns durch alle Roheit der gegnerischen Kampfniethoden nicht auf das geistige Niveau vertierter Hatenkrcuzhorden herabzerren lassen. Jeder, der nach Bergellnng ruft, soll sich einmal über- legen, ob er denn das Seine getan Hai, den wohlfeilen Ruf in eine nützliche Handlung umzusetzen. Es ist leicht, »Rache" zu rufen. Schwerer, aber auch wirksamer, ist es, wenn feher im Sinne des Neujahrsaufrufes der Partei einen zweiten Parteigenossen wirbt. Er verdoppelt damit unser« Abwehrfront.;;: • Wer lediglich auf die Nazis schimpft, tut ihnen nicht weh. Selbst die Abwehr eines körperlichen Angriffes durch einen wohlgeziolten Hieb macht auf derlei Leute nur vorübergehend Eindruck. Wichtig und wesentlich ist es, diesen Söldnerbanden ihren Nährboden ju entziehen, d. h. die U n a u f g e w e ck t» he it. und U na u fg e k l ärt h e it weiter Arbeiterkrerse, auch ihre Unintercssiertheit an wirklichen politischen Problemen zu besestigen. Denn nur auf dieser Grundloga breitet sich die Hakenkreuzpest aus. Deshalb schädigen wir diese Gesellschaft durch nichts nachhalliger, als daß wir sie bei jeder Gelegenheit brandmarken als die Unter- n e h m e r k n c ch t e. die sie in Wahrheit sind. Unter der Maske von'„Sozialisten" haben sie sich an die Arbeiterschaft herangeschlichen. Nun wohl— wieviel Arbeiter wissen denn, daß das Programm dieser„Sozialisten" die Aufrechierhaltung und den staatlichen Schutz des Privateigentums, den Schutz und die Äusrechterhaltung des privaten Unternehmertums. den Kmnpf gegen die Wirtschafts- d e m o k r a t i e und gegen die Sozialpolitik enthält, daß weiter dieses von Herrn Gottfried Feder entworfene Programm lediglich für verschuldete Mittelständler einen Kampf gegen den Zinswucher vorsieht, daß es aber die Be- lastung des Arbeiters durch Lohn wucher, durch M i e t- wucher, durch Z o l l w u ch e r, durch Händlsrwucher anerkennt und gutheißt?! Wenn wir hierüber den Arbeitern allenthalben• die Augen öffnen, wenn mir aus den schwammigen Phrasen der nationalsonalisttschen Propaganda diese harten Tatlachen herausschälen— dann wird solche Aufklärungsarbeit für die nationalsozialistische Bewegung viel abträglicher und schäd- licher werden als die primitive Befriedigung von Rache- gelüsten. Aber diese Aufklärungsarbeit muß auch wirk- lich geleistet w?rden— von einem jeden! Hat hier schon ein jeder seine Pflicht erfüllt? Hat ein jeder für die Verbrettung unserer Aufklärungsschriften, besonders auch für die Verbreitung unserer Presse, alles in seinen Kräften Stehende getan? Ehe wir unsere ermordeten Genossen zur letzten Ruhe geleiten, wollen wir Totenwacht für sie halten. Wir wollen dies tun, indem wir nicht nur selbst wachen, sondern vnsere Kameraden und Kollegen geistig erwecken. Wenn wir so unsere Aufgabe erfassen, so finden wir leicht die Stel- lung zu den scheinheiligen kommunistischen Bündnisange- boten, wie sie jetzt die„Rote Fahne" macht, und die natür- lich darin gipfeln, daß die sozialdemokratischen Arbeiter ihre Führer verjagen und in der Kommunistischen Partei den Kampf gegen die Nasis aufnehmen sollen. Das Ist die alte Phrase, die alte Leimrute! Das ist kein Bündnisangebot, sondern das Ansinnen an die Sozialdemo- tratte, sich selber aufzugeben. Und was bietet die Kommunistische Partei als Gegenleistung?— Daß bei Prü- geleien ihre Anhänger den von Nationalsozialisten ange- Heute 11 Uhr Saalbau Friedrichshain griffenen sozialdemokratischen Arbeitern Beistand leisten sollen. Wir kennen das aus der Praxis. Als der Rote Front- kämpferbund noch existierte, haben sich unsere Genossen und Reichsbannerkomeraden mindestens ebensooft gegen kommu- nistische Angriffe wie gegen Naziübcrfälle körperlich zur Wehr setzen müssen. Die Zahl der von Kommunisten getöteten Sozialdemokraten ist kaum geringer als die Zahl der von den Hakenkreuzlern Gemeuchelten— wir erinnern nur an die Ermordung des Genossen Paris in Glauchau.£. Sehen wir aber das kommunistische Bündnisangebot politisch an, was ergibt sich dann? Dann wäre natürlich die erste Bedingung, die die KPD. den sozialdemokratischen Arbeuern stellen würde: Heraus aus der Preußenkoalition und damit Auslieferung der preußischen Po- l i z e i a n H i t I e r I Mit anderen Worten: die Kommunisten bieten uns gütigst ihre- Unterstützung bei Straßenkämpfen an, nachdem sie dafür gesorgt hätten, daß in solchem Falle die gesamte Polizei- und Staatsmacht auf feiten der Nazis kämpfen- würde..Ein wirtlich höchst„wertvolles" Angebot!.-'.. Wenn es den Kommunisten mit einer gemeinsamen Bekämpfung der faschistischen Gefahr ernst ist, so müssen sie dies tn erster Linie dadurch zeigen, daß sie endlich aufhören, aus blindem Haß gegen die Sozialdemokratie allenthalben und zumal in Preußen die Steigbügelhalter der R e a k t i o n zu machen. Immerhin beginnt ja auch in kom- muntstischen Kreisen eine gewisse Erkenntnis sich Bahn zu brechen, daß die Arbeiterklasse in und mit der heutigen Stäatsform einiges zu verlieren hat, daß sie in und mit der heutigen Staatsform wichtige Positionen und Rechte verteidigt, daß zwischen der demokratische» Republik und dem Faschismus ein Unterschied ist wie zwischen Tag und Nacht.. In. einer Broschüre lesen wir: Die Äoirmunlstische Partei muß zur Verteidigung jener materiellen und geistigen Positionen ausrufen, die das Proletariat in Deutschland bereits errungen hat. Es geht'umnittelbar um das Schicksal seiner politischen Orga- n i s a t i o n c n, seiner Gewerkschaften, seiner Zeitungen und Druckereien, seiner Heime und Bibliotheken usw. Der dies schreibt, ist allerdings der bei den Offiziellen in Acht und Bann gefallene Leo Trotzki. Immerhin, will uns scheinen, ein Gehirn, dos yinige Schock Ihälmänner aufwiegt. Bielleicht auch muß man aus Rußland kommen, um einen Blick dafür zu gewinnen, daß die Arbeiterklasse in Deutschland einiges besitzt, das. die Verteidigung lohnt. D:e Sozialdemokratie jedenfalls ist gewillt, die von Trotzki gekennzeichneten Errungenschaften zu, verteidigen— mit a l l e n Mitteln. Sic wird sich- dabei eines der wichtigste» nicht nehmen lassen: daß sie nämlich sich und ihre Auf- klärungsarbeit als unüberwindliches Boll wert zwischen die faschistischen Horden und die staatliche Macht einschiebt. Kommunistischer Ruhrstreik. Gegen den Witten der Bergarbeiler.— Die Kumpels gegen die NGO. Vochum, 3. Januar.(Eigenbericht.) Noch einer Mitteilung des Zechenoerbandes ist die Streik- läge im Ruhrbergbau noch unverändert. Die B«- teiügung bei der Mittagsschicht liegt um 13,90 Prozent gegenüber 14,85 Prozent in der Mittagsschicht vom Freitag. Bon neun Zechen- anlagen, die am FreitagmUtag gestreikt hatten, sind am Sonnabend die Belegschaften wieder angefahren. Auf acht Schächten wird in unbedeutender Zahl neu gestreikt. Der auf der Zeche Rheinpreuhen in Moers erschossene Bah nwörter weist«in faustgroßes Loch in der Brust auf, jo daß die Bermutung besteht, er sei von den Streikenden, vor denen er ein Zechentor schließen wollte, mittels eines Dum-Dum-Geschosses getötet worden. In Hamborn gab es am Soimabcndmittag nor der Zeche Friedrich Thyssen 4/8 große Ansammlungen, die jedoch von der Polizei zerstreut wuvdcm In M e i d e r i ch wurde ein Stelger von einem Stoßtrupp aus der Straße verprügelt. In die Zechen Schlegel und Eisen 3/4 drangen 309 Streikende der Zeche Westerholt«in, wurden jedoch von der Polizei wieder ver- trieben. Auf der Zeche Gras Moltkc 3/4 versuchten 100 Streikende unter Führung non drei Kommunisten, die Arbeitswilligen an der Einsohrt zu hindern. Sie wurden ebenfalls von der Polizei vertrieben und die Anführer verhaftet. Zlus der Zeche Rheinbaben ist es ebenfalls zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Streikenden gekommen. Bemerkenswert ist noch, daß die Streikführer bei der NGO. und in den Kampfausschüssen Erwerbslose sind, die teifweile seit Jahren außer Arbeit stehen und vielsach gar nicht Bergarbeiter sind. In mehreren Fällen folgen die kommunistischen Funktionär« nicht einmal ihren Streikparolen, sondern verfahren selber weiter ihr« Schichten. Geverkschast-n gegen Putschisten. , Lochum, Z. öanuar.(Eigenbericht.) Der verband der Lergbauindustriearbeiker teilt mit: Wie wir erfahren, versucht man von kommnnlsl'scher Seile tu verschiedenen Orlen des Ruhrgcbiels, die Bergarbeiter dadurch von der Arbeit fernzuhalten, daß man die Kachnchl verbreitet, die G e- werkschaste« würden sich nunmehr auch hinter die SlreikbetDegaus stelle». Diese Gerüchte find falsch nud irreführend, ver Lergbauindustricarbellerverband fordert deshalb seine Mitglieder und die Belegschaften auf. sich nach wie vor den wilden Streikparolen zu widcrsehcn. Mittwoch SchlichiungSverhandlungen. Bochum, 3. Januar. fEigeubericht.) Die neue« Schlichtuugsverhaudluugen im Ruhrberg- Vau werde« am 7. Januar unter dem Vorsitz deS West- falkschcn Tchlichtors Professor Brahn in Essen beginnen. E.'folgloser Terror. Lochum. 3. Januar. Der Dolijkipräsidcnt in Bochum teilt mit: Zm allgemeinen kann gesagt werden, daß lediglich das uörd- liche Randgebiet des Ruhrbcrgbaus von der Streikwelle erfaßt worden ist» Das Zentrum des Gebietes und der Südrand weifen ganz geringe Slrelkzlsfern aus. 3n den Bezirken der Polizeipräsidien Bochum und Dortmund, die einen großen Teil der westfälische» Schachlanlagea umfassen, streiken zur Zeit lediglich 500 Bexg- arbeiler. Die kommunistischen versuche. m.il Gewalt eine Arbeitsniederlegung zu erzwingen, sind bl, seht in den Gebiete« restlos gescheiter«. Den Anzechen nach werden dix fiommc- nisten in den nächsten Tagen mit verstärkter Kraft versuche», eine Arbeiteulederlegung auf den Zechen zu erzwingen. Die Polizei ha« alle Vorkehrungen gctrossen, um die Arbeitswilligen zu schützen und jeden Terror zu verhinderu. Iniefnationale und Abrüstung. HollSnvische Partei und Gewerkschaften ru�en Kongreß an. Amsterdam. Z. Zauuar.(Eigenbericht.) Die Vorstände der niederländischen Sozialdemokratie und des niederländischen Gewerkschastsbuode, haben be- schlössen, an die Vorstände der Sozialistischen Arbeiter- Znter- nationale und des Zuternakionaleu Gewerkfchafls- b u n d e s das Ansuchen zu richten, zum herbst dieses Zahres einen internationalen Kongreß für Abrüstung und Weltfrieden einzuberufen. Dieser Kongreß soll die welt- abrüstnngskonserenz. die im Jahre 1932 in Genf stattfindet, weit- gehend zu beeinflusse» trachten. Zwei Minister. Vergleich zwischen einem Sozialisten und einem Hakenkreuzler. In Äe» ersten Jouuartagen des Jahres 1924— also vor nun. mehr sechs Iahren— wurde der sozialdemokratisch« Iirnenmimster Thüringens, Hermann» von der Strohe weg verhaftet. Diese Verhaftung war das Ergebnis einer Hetze, die die gesamte bürger. lichen Parteien in Thüringen und außerhalb des Landes gegen den Minister«ntfattet hatten. Dem Minister wurde„Untreu« im Amte" vcirgeworfen und die Verhaftung erfolgte wegen„Derdunkelungs. gefohr". Eingeweiht« wußten ganz genau, daß der Minister zu Unrecht verhaftet worden war, sie wußten ganz genau, daß Hermann nichts Strafbares begangen hatte. Die sozialdemokratische Partei Thürin» gen? stand dem Minister treu zur Seit« und dachte nicht daran, ihn fallen zu lassen, weil sie fest davon überzeugt war, daß die kommen. den Prozesse Hermanns Unbestechlichkeit und Lauterkeit erweisen würden. Hermanns Persönlichkeit bürgte dafür, daß er im Amte nicht mit den Gesetzen in Konflikt gekommen war. Er. der durch die politische Schule der modernen Arbeiterbewegung gegangen war, bot feste Gewähr, daß er sein Amt in keiner Weis« mißbraucht hatte. Die bürgerliche Reaktion aber maßte sich an, die Verhaftung des Ministers durchführen zu lassen. Auf großen Plakaten wurde die Verhaftung politisch gegen die Sozialdemokratie ausgenutzt, vm die Wahlen vom Februar 1924 vorzubereiten. Hermann wurde durch die Gosse geschleift. Sein makelloser Name mußte dazu herhalten, dem Ordnungsbund zum Wahlstege zu ver» helfen. Alle bürgerlichen Parteien, die sich in diesem„Ordnungs» bund" zusammengeschlossen chatten, die Deutschnationalen, Land- bündler und Volkspartei, Demokraten und das Zentrum, sie alle de. nutzten die Verhaftung Hermanns zu einer niederträchtigen Hetze gegen die Sozialdemokratie und ihren Minister. Diesem Ordnungs- bund gehörten auch die Deutschvölkische Freiheitspartei, die National» sozialistischi Arbeiterpartei, der Iungdeutsche Orden und der Stahl» Helm an. Die bürgerliche Front marschierte unter dem Schutz de? damals bürgerlichen Reichsregisrung, der ReichswehrgenerSle und des Ausnahmezustandes gegen die Arbeiterklasse. So gelang es der thüringischen Reaktion, im Februar 1924 den Wahlsieg über die Arbeiterklasse davonzutragen. Erst lange nach diesem Wahlsieg bestätigten die thüringischen Gerichte dem Innenminister seine Lauterkeit und Makel- l o s i g k e i t. Obwohl die Gerichte unter dem Einfluß der Ordnungs- regierung standen, sahen sie sich gezwungen, den Minister von allen Anklagen freizusprechen. Ja, in der letzten Instanz mußte das Gericht dem Minister in der Urteilsbegründung ausdrücklich be» stärigen, daß seine Ehre unangetastet ist. * Wie hoben sich die bürgerlichen Parteien in dem Falle des Ministers F r a n z e n- Braunschweig verhalten? Während sie in Thüringen und im Speiche einen ehrenhasten Sozialdemokraten monatelang durch die Gosse schleiften, wShrend sie versäumten, die freisprechenden Urtelle und Ehrenerklärungen der thüringischen Ge» richte ebenfalls in entsprechender Weise zu veröffentlichen, haben iie gegen Franzen in Brounschweig nichts wesentliches zu sagen gehabt. Sie denken nicht daran, gegen den moralisch verurteilten Franzen auch nur im«rrtfernteften in gleicher Wesse zu Feld« zu ziehen wie damals gegen den fozialdemokratffchen Minsstcr Hermann, der wohl tut*••-7 verdächtigt, aber nicht überführt worden war. Der angeblich« Verdacht allein genügte damals der Reaktion, die Ehre eines sozial. demokratischen Ministers zu beschmutzen. An dies« Dinge muß man denken, wenn man sich vor Augen hält, daß Braunschweigs Oberverwaltungsgericht indirekt festgestellt hat, daß Herr Franzen nicht nur die Unwahrheit gesagt hat, daß er sein Amt offensichtlich mißbrauchte, um eine einstweilige Verfügung gegen das sozialdemokratisch« Parteiorgan in Braun» schweig zu erwirken und sich als Minister schützen zu lassen. Ein schlimmerer Mißbrauch eines Ministeramtes ist in Deutsch- land noch nicht dagewesen. Es ist Herrn Franzen nachgewiesen, daß er gegen die Gesetze oerstoßen hat. Es ist ihm nachgewiesen, daß er eine Ungesetzlichkeit, von Nationalsozialisten in Berlin be- gangen, decken wollte, ober die bürgerlichen Parteien Deutschlands denken nicht daran, Herrn Franzen unschädlich zu machen. Es handelt sich hier nicht um einen Verdacht, wie bei Hermann,«s handelt sich um erwiesen« Ungesetzlichkeiten des Ministers. Es handelt sich nicht um unbegründete Verdächtigungen wie bei dem sozialdemokratischen Minister, es handelt sich um klare Fessstellungen eines Gerichts gegen Franzen. Dennoch aber bleibt Herr Franzen in seinem Mnisteramte! Franzen weih, was er den bürgerlichen Parteien zumuten kann. Er hat selbst in einem Interview, das er dem Braunschweiger „Volkssteund" ungewollt gegeben hat, erklärt, daß es ihm nur auf das Vertrauen Hitlers ankommet So darf ein nationalsozialistischer Minister sein Amt auffassen. W« bleiben da die bürger- lichen Pärteien, die damals nicht laut genug gegen den ver- hafteten sozialdemokratischen Innenminister Hermann wettern konnten? Wo bleiben da die Hüter der Gesetze und der Ordnung, um Herrn Franzen zu sagen, welche Aufgaben ein deutscher Minister in Wirklichkeit hat? Solange die bürgerlichen Parteien und ihre Presse'Herrn Franzen als Minister dulden und sogar schützen, solange müssen sie sich den Vorwurf emer moralischen Inkonsequenz gefallen lassen: vor sechs Iahren zogen fie gegen Hermann zu Felde, dem später die Gericht« seine Makellosigkeit bestätigten, heute decken sie den national. sozialistischen Minister Franzen, der nachgewiesenermaßen und be- wüßt sein Amt mißbraucht hat. Sie decken einen Mann, dessen Frattionsführer im Reichstag ausdrücklich erklärt hat, daß er jederzeit bereit sei, sein Ehrenwort zu brechen. Sie decken einen Mann, dessen Ministerkollege Frick in Thüringen dennoch«inen Vergleich mit dem Reichsinnenminister duldete, nach dem die thüringssche Polizei nur nach den Vorschriften der Gesetze und Vereinbarungen ergänzt und zusammengesetzt werden solle. Dabei besteht des Fraktionsführer» Straßer Aeußerung:„Ich breche mein Ehrenwort noch zehnmal!" Wer den Innenminister Hermann kennt, der wußte, daß er grundlos verdächtigt wurde. Die Sozialdemokratische Partei hatte asso«in Recht, diesen Mann zu verteidigen. Die bürgerlichen Parteien verdächtigten ihn wider besseres Wissen. Herr Franzen aber wird von seiner Partei und den bürgerlichen Parteien verteidigt, obwohl ihm«ine Gesetzesoerletzung nachgewissen sst. Der Bor wurf der politischen Niedertracht.trifft oll«, diejenigen, die datnals den Jnnenminsster Hermann verl eumdeten� heute ab«r den Münster Franzen verteidig«�.-: Johannes Mstsier; Gegen Hakenkreuzkonfusion. Zweite Ruudfuukdebatte Aölting— Keder. Am Sonnabendabend wurde die Rundfunkdiekussion zwischen unserem Genossen Nölting und dem Hiller-Finanzcheoretiker Feder fortgesetzt. Es ist unserer Partei nicht leicht gefallen, dies« Diskussion fortzusetzen, zumal nach den neuesten Mordtaten der Hakenkreuzler, aber unsere Genossen wollten diese neue Einrichtung des Rundfunks nicht scheitern lassen, da ihr«in gewisser Wert nicht abzusprechen ist. Die Nationalsozialisten hatten übrigens für den zweiten Diskussionsabend Goebbels statt Feder einzuschieben ver- sucht, was aber an dem Redeverbot scheiterte, das für Goebbels im Rundfunk besteht. Nach einigen Worten Feders, der sich übrigens auch über die Kritik des„Vorwärts" an seinem vorigen Austreten beklagte, er- innerte Nölting an die noch ausstehende Beantwortung seiner Frag« nach der Stellung der Hitler-Partei zur Wirtschafts- d c m 0 k r a t i e. Dabei oerwies Nölting auch auf ein Buch des Herrn Feder, warin dieser den Wirtschaftsaufbou im kaiserlichen Deutschland als den natianassazialistischen Ideen entsprechend be- zeichnet hat. So festgenagelt hielt es Feder für angebracht, bei der Wahrheit zu bleiben, die wirlschastsdemakratie and auch gleich die Be. triebsräte abzulehnen. Eine parlamentarische Betriebsform würde zum Schaden des Arbeits- «träges und damit auch der Arbeiterschaft selbst sein, der Ertrag sink«, wenn das Geschwätz anfange! WirsschastÄdemokratie würde noch die Reste der Wirtschaft zerstören, die übrig geblieben seien, aber Parlamentarismus sei gleich Betriebsräten und Soldätenrätsn und darum einfach unerträglich. Nach diesen werwollen Geständnissen konnte Nölting mit Recht ssagen, daß Feder gar kein Gegner des Kapitalismus, sondern höchstens ein Savanorola sei, der Büßpredigten halte. Feder schwang sich darauf wieder auf sein Steckenpferd „Brechung der Zinsknechtschaft", von welcher Formel er bescheiden sagt, daß er— Feder— sie geprägt habe. Darauf mußte er sich von Nölting berichtigen lassen, daß schon Proudhon, später Marx, schließlich auch Hilferding in seinem„Finanzkapital" vor 30 Jahren gegen die Zinsknechsschast geschrieben haben, aber freilich sei es eine mittelalterliche Bor- stellung, daß joder Gläubiger ein Shylock und jeder Schuldner ein armer Schlucker sei. Lebt doch heutzutage die Staotswirtschast und die Prioatwirsschaft aus Kredit. Dann belehrt« Nölting Herrn Feder, wie die Roll« der Banken sich in den Zeiten der Inflation und der Stabilisierung gewandelt hat. Selbstverständlich konnte Feder das alles so schnell nicht verstehen, weshalb er erklärte, daß auch die zuhörende» Arbeiter es nicht verstehen werden. Nölting konnte mit vollem Recht diese Unterstellung für die marxistisch geschulten sozialssttschen Arbeiter dankend ablehnen. Während Feder vorher behauptet hatte, die Lage der Arbeiter sei zum Beispiel durch die L o h n st« u« r in der Republik viel schlechter als im Kaisertum, verlangte er jetzt, daß alle öffent- lichen Ausgabe»»ach Frideriefcmssche» Rezept d»rch i Steuern gedeckt würden: darüber hinaus soll das inflatiom- stische„Feder-Geld" von Staatskassenscheinen dem deusschen Volke beschert werden. Im gleichen Atemzug mit der neuen In. flation kündigt« Feder eine neue Aufwertung im Dritten Reich an, sowie die Verstaatlichung der Reichsbank, deren Eni- staatlichung er— den Marxisten aufs Schuldkovto schreibt, obgleich sie doch nur durch den rücksichtslosen Zwang der Siegermächt« des Weltkrieges im Londoner Ultimatum 1923 erzwungen worden ist. Dem Auswertungsoersprechen hielt Nölting sofort entgegen, daß die Reichstagsfraktion der Nationalsozialisten soeben für Zins» erhöhung derAufwertungshypothekenaus714 Proz. zugunsten der Gläubiger gestimmt hoben! Di« Sozialisierung der Banken kann nur zusammen mit weitgehenden Soziall sie rungs- maßnahmen in der Produktion erfolgen und nur als Ergebnis sozialistischer Erkenntnis: nicht aber als Rachefeldzug gegen das „jüdische" Bankkapital. Will Herr Feder die Banken zu Organen des Staates machen, dann muß er für die Kreditwürdigkeit eben dieses Schates sorge», die aber gerade die Nationalsozialisten unausgesetzt bezwesseln und verneinen. Das dritte Reich des Herrn Hiller wird nach den Plchren Feder, ein toller llnflationsladen werden, dessen Zahlungsmittel mangels der Edelmetallgrundlage keinen inlsrnatlonaleu wert hätten.. Inflationsgeld für das Volk— Devisen für Großindustrie und Großhandel, das wäre des dritten Reiches Fluanzwirtschafl. Der peinlichen Frage Nöltings, ob es denn in Ländern mit niedrigerem Zinsfuß oder mit Diktatur den Arbeitern besser gehe als in Deutschland, wich Feder glatt«ws. es sei nicht sein« Aufgabe, in andere Länder zu schauen und zu er- klären, ob es dort und warum es dort schlechter gehe. Da er weiter behauptete, die Rentemnark sei ohne sofert realisierbare Grundlage ausgegeben worden, stellte Nölting fest, daß die 400 Millionen Rentenmark, die im Umlauf kamen, jederzeit in andere Zahlungsmittel umtauschbar waren und darum ihren Kurs behielten. Gedeckt waren die Rentenmark durch die Werte der Landwirtschaft und Industrie. Da Feder selbstverständlich auch wieder mit der Behauptung kam, der Poung-Plan lege uns größere Zahlungen auf, als die früheren Reparation»»«- pflichtungen, hielt sich Nölting mit dieser ollen Kamell« nicht im«in- zelnen auf, sondern stellte einfach fest, daß Deutschland durch den Verlust des Krieges unter den Zwang gekommen ist, zahlen zu müssen. Wenn man diejenigen, die das anerkennen, unnational nenn«, so fragt Nölting, ob Feder auch hindenbnrg so ansehe, der doch den Zonng-plan unterzeichnet hat. Darauf antwortete Feder nicht, sondern fing vom Ketten- sprengen zu reden an und von der Revision, für die auch Mussolini so dankenswert eintrete. Dies gab Nölting den Anlaß zu der Feststellung, daß es weder national würdevoll, noch friedensfördernd sei, kriegswillig« Bündnispolttik anzustrebe» und hinter Mussolini m?{ er?o«-«S« gHtefHfWk zulaufen:„Ich möchte mal gern." Deutschland würde bei i Reoanchekrieg. den Hitler vielleicht mit Stalin gemenlsam führen walle, das Aufmarschgelände werden. Die Folgen braucht man nicht auszumalen, aber schon jetzt muß jede Unklarheit über die Zurückzahlung deutscher Auslandsschulden die deutsche Wirtschaft auf das schwerst« schädigen, die ausländisch« Rahstoffe braucht und in der ö bis 7 Milliarden kurzfristig« Auslands ireduc arbeiten. wenn auf diese Zinssätze ungeheure Rifikoprämien mfgQdfiagm werde«, so deshalb, weil die Hakenkreuztet Deutschland mit dem Bürgerkrieg bedrohen und darum das Ausland um sein Geld fürchten lassen. Daraufhin lenkte Feder opportunistisch ein, und»erstvach den ausländischen Kapitalisten, daß auch das dritte Reich die Zurück- zahlung solcher Schulden nicht hindern werde, bei denen sich Leistung und Gegenleistung gegenüberstehen. Das fei ab« bei d?» Re- parationsschulden nicht der Fall: ob man ganz von ihnen loskomme. sei allerdings eine Machtsrage und darüber könne man jetzt»icht weiterreden. So zog sich Feder Schritt für Schritt zurück, um schließlich wieder beim Klassenkampf zu landen, den als geschichtlich bedungene Tatsache zu begreifen er eben nicht fähig ist»»d den er als Ausgeburt marxistischer Bosheit anfleht. Nölting hielt seinem Partner noch entgegen, de Aufhebung der Klassengegensätze durch die Ueberwir ves kapitalistischen Systems die Volksgemeinschaft herstellen i.'N und daß die Affekte und motorischen Kräfte, die d« Klassenkamps in den arbeitenden Massen erzeugt, keineswegs nur zerstörend wirken, sondern die Hebung und den Fortschritt der eigenen Klasse sichern. Das Ziel unseres Klassenkampfes sei die Ueberwindung des Klassen Herrschaft. Nöltings Hinweis darauf, daß die Ausschließung der Sozialdemokratie von der Verwaltung im Vorkriegsdeuffchland ebenso ein Akt des.Klassenkampfes war wie es jede Aussperrung von Ar- beitern durch Unternehmer ist, machte Feder sprachlos Stammelnd fand er nur die Schlußphrase:„Das ist die Rwnantik eines sterbenden Systems", worauf Nölting treffend schloß: „Das war ihre letzte Ausrede." Gemeinsame Abhörung. In zwei überfüllten Sälen unseres Parteihause- folgten eine große Anzahl Genossen und Genossinnen an den Lau sprechern der Diskussion, um nachher selbst einen Meinungsaustaus zu pflegen. Die überwiegende Mehrheit der Gemeinschaftshörer scheint de, artige Veranstaltungen für nützlich zu halten, zumal«in« Ver. sammlungsdiskusston zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozia. listen nur äußerst selten möglich ist, was ja wahrlich nicht an uns liegt, da wir in unserer wissenschaftlich begründeten Meinung mel zu fest sind, als daß wir selbst sachliche Gegenargumente, geschweige denn Schlagwörter zu fürchten hätten. Bei den Hakenkreuzlern ist das anders und eben darum tonn es recht nützlich sein, wenn noch nicht rettungslos Verrannre in häuslicher Stille auch die Argumente der Marxisten hören. Allerdings äußerten sich zahlreiche Stimmen dahin, daß dos Thema solcher Funkdiskussion enger begrenzt sein sollt« und daß auch durch da» Eingreifen eines unparteiischen Schiedsrichters da» Ausbrechen eines Partners in demagogische Unsadgichkeit verhindert werden splst«. Sp würde maü�zmo BessPiel weitere Funk. d!?kstksto»«t üb« die Aufwertungsabsichtöm der National. soziallsten, über ihre R«1 ch si o g's fl b st immung'en für höhere Hypothekemxrzmsung und gegen Sonderbesteuerung d« Einkorn- wen üb« 30000 M., der Aufsichtsratstantiemen, der Vermögen üb« 500000 M. usw. gern hören. Freillch hielt man dem entgegen, daß das Erscheinen eines �Nationalsozialisten zu solchen Dip- kussionen recht zweifelhaft wäre. Der Sendestelle soll sowohl die Anregung gegeben werden, unparteiisch« Schiedsrichter zu bestellen. und fern« Arbeiter der beiden politischen Parteien, nicht bloß intellektuelle Führer, am Mkrophon einander gegenübertreten zu lassen. 2luch die auf den Inhalt der Funkdiskufsion eingehend« Aus- sprach« in den beiden Abhörabenden unter der Leitung der Genossen Curt Baak« uiw Arthur Crispien stand recht hoch. Die Abhaltung weiterer Abhörabende nicht nur für politische Funkdor- bietungen, sondern auch für Musik, und für Hörspiele usw. ist in Aussicht genommen. Fürst Vülow wird gestäupt. Wilhelms Paladine demaskieren sich gegenseitig. München, 3. Januar. Die„München« Neueste Nachrichten" veröffentlichten am Sonnabend nachmittag ein« Unterredung ihres Redaktionsmitgliedes Dr. Trefz mit dem ehemaligen Staatssekretär des Auswärtigen, Freiherr» von Schoen über die Denkwürdigkeiten des Fürsten Lülow. Es handelt sich dabei in erster Linie um die sogenannte ,.Daily'Telegraph"-Angelegenheit vom Jahre 1908. Während Fürst Bülow sagt, daß auch vo» Schoen den Entwurf zu dem Bericht an ihn vom 3. Oktober, worin die Veröffentlichung als unbedenklich bezeichnet worden sei, gegengezeichnet habe, erklärt Herr von Schoen, er fei mit der Prüfung des Manuskriptes niemals bedacht und überhaupt abwesend gewesen. Erst am 8. Oktober, als das Unheil schon goschehen war, sei« nach Berlin zurückgekehrt und erst am 28. Oktober Hab« er Kunde von dem Artikel«halten. Auf die Frag«, was von der Behauptung des Fürsten Vülow zu halten sei, daß er den Artikel nicht gelesen habe, weil« in ganz unleserlicher Handschrist auf dünnem schlechten Durchschlagpapier geschrieben gewesen sei, erwiderte Herr von Schaen, es stehe aktew mäßig fest, daß der Entwurf in deutlicher Maschinen- s ch r i f t auf sauberem Papier, der erste Bogen mit dem Kopf des „Daily Telegraph" hergestellt gewesen sei. Weit« habe dem Reichs- kanzler wenige Tage danach eine ebenfalls in Maschinenschrift Im Auswärtigen Amt angefertigte Aktenschrift mit Vorschlägen zur Aenderung einiger bedenklicher Stellen vorgelegen. Mit diesem Schriftstück in d« Hand habe der Fürst am 6. Oktober seine Zustimmung zur Veröffentlichung an den Gesandten Ionisch, den Vertreter des Auswärtigen Amtes im kaiserlichen Hoflager, gegeben. Eine Stellungnahme zu den übrigen Erzählungen des Fürsten Bülow lehnte Freiherr von Schoen ob. Er habe nur einzeln« Kapitel aufmerksam gelesen, aber dabei schon feststellen müssen, daß der D«faffer vor keinem Dertrauensbruch, keiner Gehässigkeit, keiner Entstellung und keiner Verleumdung znrückscheue, um sich selbst den Lorbeer de» unfehlbaren Staatsmannes um die Stirn zu winden, um die Schuld an emer zur Katastrophe führenden Politik aber dem Kaiser, seinem Nachfolger und seinen Mitarbeitern zu belassen. Bombenanschlag auf da»?tegierungsgebäude in' Agram. Auf einem Gange des Regierungsgebäudes in Agram explodierte am Sonnabendnachmittag eine Bomb«. Opfer sind bei dem Anschlag nicht zu bettagen. Der angerichtete Sachschaden ist g«ing. Lurtkus hat es schwer! Wie er es auch macht, ist es verkehrt! Bei der bevorstehenden Ratstagung in Genf sollte turnus- mäßig Deutschland den Vorsitz haben. Curtius hat aber mit Henderson getauscht, weil er nicht durch die Geschäfte des Borsitzenden bei der Vertretung des deutschen Standpunktes im deutsch-polnischen Konflikt behindert sein wollte. Die Ab- gäbe des Vorsitzes war also offenbar als«ine Geste der nationalen Entschiedenheit gedacht und war viel- leicht auch dazu bestimmt, auf die„nationale Opposition" einen guten Eindruck zu machen. Jetzt aber schreien die Deutschnationalen Zetermordio, weil dieser schlappe Curtius schon wieder ein deutsches Recht — nämlich auf den Vorsitz— preisgegeben habe. Sogar eine Interpellation haben sie im Reichstag deswegen ein- gebracht. Diese Interpellation kann vielleicht auf Herrn Curtius pädagogisch wirken. Er mag tun, was er will— gehängt wird er dochl Also mag er tun. was vernünftig ist und sich um die Hanswurstiade der„nationalen Oppo- sition" den Teufel scheren I Die Pension des Putschisten. Kapitän Ehrhardts ZtabegehaltSonsprüche.— Oa« Kammer« gerichtsurteil aufgehoben. Leipzig. Z. Zavuar. Der Reichstvehrmiaifier hak am 12. Itnguff dem Sorvetten- kapitäu a. D. Ehrhardt, dem nach seiner Entlassung au» dem Dienste der deutschen Wehrmacht ein Ruhegehaltsanspruch zuerkannt worden war, mitgeteilt, dem Reiche sei durch den Sapp-Putsch ein sehr erheblicher Schaden entstanden; im Hinblick aus die Beteiligung de» Kapitän» Ehrhardt am Putsch rechne da» Reich mit seiner Schadeuersahforderung gegen dl« Ehrhardt zukommenden lausenden und rückständigen pensionsbeträge auf. soweit diese De- träge der Pfändung unterliegen. Unter dem Vorbehalt der Geltend- machung weilerer Schadenersatzansprüche werde Ehrhardt neben zwei anderen Personen in höhe eine» Schadenbetrages von mindestens S.Z Millionen Goldmark in Anspruch genommen. Das Deutsche Reich hat die Ruhegehaltsbezüge Ehrhardts ab t. September lSZ7 um monatlich 101.75 Mark gekürzt. Ehrhardt erhob nunmehr gegen das Deutsche Reich Klage auf Feststellung, daß dem Deutschen Reich gegen ihn, den Kager, aus der Beteiligung des Klägers am Kapp-Putsch kein« Schaden- ersatzansprüche in höhe des Ruhegehalts des Klägers zustehen. Während das Landgericht I in Berlin die Klage mit der Maßgabe abwies, daß das Deutsch« Reich nicht berechtigt sei, gegenüber dem unpsändbaren Teil der Ruhegehaltsansprüche auf- zurechnen, hat das Kammergericht am 24. September 1323 der Klage stattgegeben. Die Reut stau de» b«klagt-n Deutschen Ruches führte zur Aufhebung des Kammergerichtsurteils durch das Reichsgericht und zur Zurückoerweisung der Sache an das Berufungsgericht. In den Gründen führt das Reichsgericht aus: ..Der Berufungsrichter hat-.. dem Beklagtem(dem Reich) die Ansprüche. auf Grund der Derwirkung aberkannt, ß'üt die Annahme einer soweit reichenden Berwirkung bietet der sestgästellte Sachverhalt keine ausreichend« Unterlage. Daß der Beklagte noch dem Zusammenbruch des Putsche? den Klag« mit der Aufgabe betraut hat, die ihm unterstehende Truppe von Berlin nach dem Münsterlager abzubefördern und dort auszulosen,.-:. hat sicherlich einen gewissen Vertrauensbeweis bedeutet und mag den Ve- klagten zu ein« gewissen Rachsicht gegenüber dem Klag««ran- laßt haben.... Eine völlige Verzeihung des Beklagten und ein Verzicht auf die Folgen, die aus dem Unternehmen gegen den Klag« gezogen werden konnten, läßt sich aus dem Verhallen des Beklagten um so weniger herauslesen, alz die strafrechtliche Unt«r- suchung noch ausstand." Andererseits werde aber zu prüfen fein, ob dos Deutsch« Reich durch sein Verhallen wenn nicht den etwaigen Schadenersatzanspruch selbst, so doch das Recht verwirkt habe, diesen Anspruch gegen die Ruhsgehaltsgebührniise aufzurechnen. Es sei zu bedenken, daß das Reich den Kläger.mit dem Anspruch aus Pensionzgebührnisse verabschiedet hat". Empörung über die Hakenkreuzschmach. Eine Zeairumsstimme über die Berliner Bluttat. Der Pressedienst der Zentrumspartei schreibt über das Mord- treiben der chakenkreuzl«: „Mit«schreckender Deullichkcll nehmen wir täglich wahr, bis zu welchem Grade der Verwilderung unser politisches Leben ge- kommen ist. Die Verwilderung unserer Jugend, welche besonders rücksichtslos von den Nationalsozialisten und Kommunisten ln den politischen Straßenkampf hineingerissen wird, ist schon sehr well gediehen. Totschlag«. Dolche und Revolver sitzen locker in der Tasche. Eine Jagd auf Menschenleben hat«ingesetzt. Dies« polllische Verhetzung ist eines der„legalen Mittel", dessen sich die Rational- sozialisten mll besonderer Sorgfall bedienen, um ihr„Dritte? Reich" auf„legalem Wege" zu schaffen. Soll das so weitergehen? Soll die Straß« westjr unsicher ge- macht werden dürfen von derartigen Mordbanden? Ist das noch politisch« Uoberzeugung? Wir fordern ein rücksichtsloses und energisches Eingreifen der Regierungen, um diesen Verbrechen schnellstens Einhalt zu gebieten, ganz gleich, von welcher Sell« sie begangen werden. Wir fordern schärfste Bestrafung all derer, die im unerlaubten Besitz von Waffen angetroffen werden. Durch Milde ist keine Besserung zu erzielen. Hier helfen nur schärfste Strafen, und es ist höchste Zeit, soll es nicht zu einem Bürgerkrieg schlimmster ?lusbr«itung kommen. Denn Druck erzeugt Gegendruck. Wo kämen wir hin, wenn jeder, der den Nationalsozialisten oder den Kommunisten politisch nicht genehm ist, einfach im Dunkel der Nacht hingemordet werden kann, wenn in der nationalsozialistischen Presse, wie in dem �)essen-Hamm«' Artikel oerbrellet werden mit der Ueberfchrift:„Leute, kauft Browning»!" Di« Gefahren für die öffentliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung sind auf da, höchst« gestiegen. Der freie Bürger fordert von der Regierung Schutz und Hilf«. Roch ist«s�Zeit, aber es darf nicht mehr gezögert«erde»-"_ Zoffr« Rakiomrlbegrätml» findet am Mittwoch statt. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch wird er nicht wie Foch unter dem Triumph. bogen aufgebahrt, um nicht da« Publikum den Wttterungsunbildem auszusetzen, und die Bestattung soll nicht im Invalidendom, sondern aus semer Besitzung bei Paris erfolgen. (Chinefifchc Justiz. In Hankau wurden am Montag neun Kom- muniften slandrechtlicb erschoffen. die versucht hoben sollen ew Puwerloger» d« Röhe J»--- Wie ein einwandfreier Mm entsieht. Auf der Oberfilmprüfslelle.„Einen historischen Film ans jüngster Vergangenheit wollen Sie drehen? Da gibt es nur einen Weg: Sie sehen sich mit dem An»- wärligen Amt und dem Reichswehrministerium in Verbindung." llm Auswärkigen Amt:„hier habe ich die Akten der Verhandlungen herausgesucht. Zur Sicherheit habe ich Ihnen den betreffenden Teil des Filmmauusfripts selber ausgearbeitet." Im Reichswehrministerium:„Also bei I lassen Sie uns siegen. Lei D siegen wir erst recht. Lei Z kommt der Gegner gar nicht erst zum Schießen. Ich Hab das hier ein bißchen aufgeschrieben, wie der Film aussehen muß." Wieder in der Oberfilmprüf stelle:„wie sagen Sie? Den diplomatischen Teil hat das Auswärtige Amt. den militärischen das Reichswehrministeriutn gemacht? Um so besser, dann werde eben— l ch den Film von mir aus verbieten." Legende und Wirklichkeit. Nationalsozialist Frank II, wie er ist und wie ihn seine Anh'änger sehen sollen. Die Zentrumssraktion des Reichstags hat sich geweig«t, im Rechtsausschuß des Reichstags sachlich zu- ö erhandeln,' solange der nationalsozialistische Abgeordnete Frank II den Vorsitz innehat. Dies« hatte nämlich im Plenum des Reichstags die Zentrums- fraktion schwer beleidigt. Im Rechtsausschuß hat der Abgeordnet« Frank ber Zentrums- fraktion beinahe die Stiefel abgeleckt, um sie dazu zu bringen, ihm zu gestallen. Vorsitzend« zu bleiben. Nach dem Protokoll der 3. Sitzung des 13. Ausschusses des Reichstags hat Herr Frank folgendes gesagt:» .Zwar habe er bereits in d« letzten Sitzung Gelegenheit genommen, ausdrücklich und ohne jede Einfchrän» kung zu erklären, daß er die Mitglieder der Zentrums- fraktion, fei es im Plenum, fei es im Rechtsausfchuß, auch nicht beziehungsweise mll feinen Aeußerungen über die Zen- trnmspartei in Verbindung brachte. Es sei ihm vollkommen ferngelegen, Mitglieder des Reichstages im allgemeinen und des Rechtsausschusses im besond«en zu beleidigen... Der Vorsitzende(Frank II) betrachtet im übrigen die Angelegen- hell als erledigt, zumal er in der letzten Sitzung erklärt habe, die Mitglieder der Zentrumsfraktion könnten sich duxch seine Aeußerungen nicht getroffen fühlen, und er sein Bedauern darüberausgesprvchen habe, wenn dies doch geschehen sei." Traurig« kann man kaum vor dem Ausschuß kriechen, als Herr Frank das hier versucht. Erstaunlich ist es nun, wie die Nazis in ihrer Presse das Berhalten von Herrn Frank im Rechtsausfchuß darstellen. Ueber die drille Sitzung des Rechts- ausschusses vom 13. Dezember 1930 finden wir in der Korrespondenz der NSDAP, folgenden Bericht: „PG. Dr. Frank II lehnt es nach wie vor ab, auf die unerhörte Art des Zentrums. Dorgäng« im Plenum, die lediglich parteipolitisch bedingt sind, in die sachliche Arbeit des Ausschusses zu übertragen. Er erklärt unter lebhafter Zu- ftimmung von allen Seiten das Vorhaben des Zentrums als aussichtslos und nur geeignet, die sachliche Arbell im Ausschuß zu sabotieren. Di« Nationalsozialisten seien es nicht gewohnt, sich von irgendjemondem Richtlinien für ihr Vorgehen geben zu lassen. Die Zeit der parlamentarischen Diktatur des Zentrums fei vorüber, infolg« Anwachsens der nationalsozialistischen Bewegung. Frank stellt außerdem fest. daß das Zentrum nichts getan habe, um die falsche Darstellung seiner Aussagen im Plenum in der Zentrumspresse zu berichtigen." Dieser Bericht gibt vielleicht das wieder, was Herr Frank gern gesagt hätte, wenn er es nicht vorgezogen hätte, de- und weh- mutig Buße zu tun, um den Vorsitz im Ausschuß zu behalten. Aber mit der Wahrheit hat der Bericht nichts zu tun. Gotisried, der Verunglimpfte. Ein Nationalsozialist beklagt sich über den„Vorwärts". Herr Gottfried Feder hat zu Beginn sein« gestrigen Dis- kussion mll Genossen Nölting herzbrechende Klag« geführt über eine Verunglimpfung" durch den„Vorwärts", der« aus Anlaß feines ersten Gesprächs mll Nölting ausgesetzt gewesen sei. Die nationalsozialistische Press« beschäftigt sich jeden Tag mll den Führern der deutschen Sozialdemokratie: es gibt kein Derbrechen, das sie ihnen nicht nachsagt und kein Schimpfwort, das sie gegen sie nicht schleudert. Was mag aber der„Vorwärts" geschrieben haben, daß selbst der an so herzhast« Tonart gewöhnte Herr Feder es als �Verunglimpfung" empfindet? Was der„Vorwärts" am.17. Dezember iibsr Feder p e r fön- l ich geschrieben hat, war wörtlich das Folgende:-.c-C-'" Ab« well Herr Fed« so sachoerständig und pathetisch üb« die. letzten Noiwendigkeüen- natwnal«. Selbslbehauprung sprackz. kann»ine Frage nicht unt«drückr werden: Als deutsche Sozial- demokraten zu Hunderttausenden neben anderen Deutschen im Schützengraben standen und ihre Treue zum Lande mit ihrem Blut besiegelren— wo war denn Herr Feder damals? Seine Gelbstbiographie im Reichstagshandbuch weiß von der Kriegszell nichts anderes zu berichten, als daß er seit!917„ein- gehende Studien finanzpolitischer und volkswirtschaftlich« Art" 2lrt* betrieben habe. Wenn Herr Feder es schon für notwendig hiell, sich im Rund- funk üb« den„Vorwärts" zu betlagen, fo Halle er bei dieser Ge- legenheit wenigstens die Frage des„Vorwärts" beant- w o r t e n f o l l e n. Er Hot sich aber wohl gehütet und statt dessen üb«„Berunglimpsung" gejammert. Der Fall steht nicht vereinzelt da. Es ist eine alt« Erfahrung, daß die erprobtesten Meisterschimpfer sich sofort in gekränkte Leber- würste verwandeln, wenn man sie in sachlicher Weis« auf ihre eigenen Mängel aufmerksam macht. Oeffeniliche NebeNion gegen Stalin. Gyrzow fordert sofortige Amtsenthebung Stalins. Kowno, 3. Januar. Der Versuch Stalins, die Rechtsopposllion unter Führung Sy» z o w s, des ehemaligen Borsitzenden des Rates der Volkskommissare Groß- Rußlands, zum Schweigen zu bringen, ist bisher mißlungen. Syrzow hält öffentliche Reden, in denen er die Politik der Partei als falsch bezeichnet und behauptet, daß eine solche. Polllik zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen könne. Er oerlangt die sofortige Einberufung des Parteikon- g r e s s e s und die sofortige Amtsenthebung Stalins. In Moskau wird erklärt, daß, falls Syrzow seine Propaganda gegen Stalin nicht einstelle, dieser gezwungen sein werde, Syrzow zu isolieren und ihm die Verbindung mit seinen Anhängern un- möglich zu machen. Syrzow, der eine Amtswohnung innehat, wurde jetzt aus feiner Wohnung ausgewiesen, mit der Begründung, daß er kein Amt mehr bekleide und infolgedessen auch kein Recht auf eine Amtswohnung mehr besitze. Mii Tränengas und Salmiak. Vergeblicher Naziprotest in Wien gegen Nemarque.Ulm. Wien. 3. Januar.(Eigenbericht.) Die Nationalsozialisten haben heute abend gegen die Aufführung des Remarque-Films Prot« st Versammlungen obgehallen und haben versucht, zum Apollo-Kino vorzudringen. wurden aber überall von der Polizei aufgehallen: es waren im ganzen einig« hundert DemonftrOlten. Die Vorstellung selbst hat mll einiger Verspätung um Z--12 Uhr begonnen, well offenbar von Hakenkreuzlern bei der früheren Vorstellung Tränengas und Salmiak verstreut wurde, so daß erst gelüftet werden mußte, ehe die Borstellung begann. Englische Kampspslugzeuge für Belgien. Die belgische Regierung hat einer britischen Firma einen umfangreichen Auftrag aus Kampf- doppeldecker vom Fox-Typ«teilt. Schon vor einigen Monaten hat die belgisch« Regierung 4? Flugzeuge dieses Typs bei der gleichen Firma in Auftrag gegeben. Wer streikt, wird verhaftet! Aus dem Lande der Hiilerfchen Sehnsucht. Cocatno, 2. Januar.(Eigenbericht.) In dem Lande, wo es keine Streiks ais wirtschaftliche Erscheinung gibt, bringt ihrer die Not als strafrechtliche Er- scheinung hervor. In M a n t u a sind bei der Anlage eines Kanals Arbeiter zu einem Etuirdenlohn von 1,7Z Lire(40 Pf.) beschäftigt. Alz matt ihnen mitteilte, ihre Syndikate hät.en die N-yynir.derung um 10 Proz. beschlossen, stellten sie die Arbeit ein, von der falschen Doraussetzung ausgehend, daß sie schließlich doch keine Sklaven wären. Sie wurden samt und sonders verhaftet.— In E a p r i st r e l l o, einem abbruzzefischen Dorfe, das seinerzeit— im Januar 1915— schwer vom Erdbeben heimgesucht wurde, haben die Frauen eine Protestkundgebung gegen den Podestä gemacht, wobei die eingreifenden Carabinieri durch Steinwürfe verwundet wurden. Drei mußten ins Krankenhau- gebracht werden. Es wurden gegen 100 Frauen verhaftet. In einem airderen Ort der Abbruzzen, in Marino, hat die Be- völkerung befchlosien, die Steuern nicht weiter zu bezahlen, welcher Kundgebung di« Behörden in der Praxis hilflos gegcnllberftehrn, denn man kann nicht bei der ganzen Einwohnerschaft wegen rück- ständiger Steuern pfänden. Charakteristisch für das moralische Niveau des Faschismus ist auch die Ernennung eines gewissen Italo Bresciani zum i Oberinspektor der Faschistischen Partei. Dieser f)err, seinerzeit General der faschistischen Miliz, wurde vor einigen Iahren, als es in Italien noch Opposiriousblä.tcr gab, von diesen biohgesteilt. Cr hatte sich von einer Frau, die ein öffentliches chaus in Verona hielt, aushalten lassen— ein berüchtigtes Freudenhaus, die„Cosa rofia*. Als die Frau ihn nicht mehr bezahlte, bo. er seinen Em- fluß als faschistischer Hierarch aus, um ihr die Betriebs- konzesfion zu entziehen, was ihm natürlich gelang. Dos faschistische Lokalblatt ridn Verona bemerkt zu dieser Ernennung Brescianis zu einer Vertrauensstellung:„Der Duc« ist seinen Getreuen treu. Das ist die große Kras, des Faschismus." Vervollständigt wird diese auserwählt« Gemeinde der Getreuen durch Settim« lli, der wegen Unterschlagung und Verleumdung verurteilt worden ist, ein notorischer Erpresser, und dem Mussolini den Auftrag erteilt hat,«in Buch:„Der Italicner Mussolinis" zu schreiben, und durch den Anführer der neugeschaffenen„Kampf- bünde der jungen Faschisten". Die Fühnmg hat man nämlich ausgerechnet jenem Scorza anvertraut, der seinerzeit in Monte- catitti dem Abgeordneten A m e n d o l a sein Ehrenwort gab, er werde ihn unversehrt nach Pistoia geleiten lassen. Statt dessen ließ er lhn von Faschisten in der Nacht überfallen und nieder- knüppeln. So hält ein Faschist sein Ehrenworr— das sollen die Iungfaschisten von ihrem Generalissimus kernen.(In Deutschland bekennt sich auch der Faschist Gregor Straßer stolz zum Bruch des Ehrenwortes als politischem Kampfmittel! Red.) Bit groftnr vpmimi«, to Statte« htm Prozeß gegen die Zlailäoder Antifafchlsten entgegen, der für den 15. Januar vor dem Spezialgericht aubermwi ist. Gelegentlich hört man die Vermutung, daß Mussolini, im Sinne seiner Rede vom 28. Oktober, diesmal ein Exempel statuieren und einige Todesurteil» verhängen lassen werde. In Sachrn Todesurteilen hat bisher das Regime ein gewiss« Mäßigung be- wiesen. Der Ministerpräsident hat wiederhoft bedauert, nicht zu Beginn seiner Besißergretfimg Ausnahmegesetze zur Hand gehabt und seine Gegner nicht an die Mauer gestellt zu haben. Hier gilt das:„was du von der Minute ausgeschlagen..." Jetzt zu Todesurteilen wegen Mei'nungsverbrechen überzugehen, wäre doch wohl ein zu großes Zeugnis der Schwäche. Mussolini ist viel zu klug, um nicht einzusehen, daß ein konsoli- viertes Regime keine Todesstrcien gegen seine Gegner braucht. Warum sollte er dem Ausland— um das Urteil im Innern kümmert er sich nicht— eingestehen, daß er sein Regime erschüttert fühlt, es mehr gefährdet sieht als in den vier Jahren, seir denen das Ausnahmegesetz' besteht? Wir glauben nicht, daß Mussolini aus bloßer Freude an der ehernen Faust und ihrer dekorativen Kraftwirkung sich zu einem so plumpen Eingeständnis der Angst hinreißen lassen wird, wie es«in Todesurteil gegen die Mailänder„Verschworenen" in den Augen des gesamten Aus- landes wäre. Gewerkschaftliches siehe 3. Betlage. Beravtwoktlich tllr P-litit: Schlttt ZSirtschatt:». Ser-crksckiafisbtwegunq: 3. Stct»«r! fftuiBeion: 31«. z»w> Snitlernsli; Lotales unS Loniiig«»! X'>M AttitäU; ülnjclflfn: Tb. AUA«; sämtlich in Berlin. Setiaa: Borsäris-Berlaa® m. d. K., Berlin. Bnick: Borsuirtz-Bu-Sdriicker-t und Berlagsanstalt Paul Sinaer u. Ca., Berlin Sffl 6$, Lindcniiroke 3. Aeerz» 7 Beilage». Damenkleider Nachmittags-«. 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Blau sinkt die Abenddämmerung, es rumpeln die Wagen unserer oorsintflutlidien Kleinbahn, das Dampfroß keucht und bimmelt, jedes Auto flitzt an ihm oorüber. Wir steigen aus, stolpern über finstere Landwege, hügelauf und-ab. Lichter im Dunkel, kleine Häuschen ducken sich tief in schwärzere Nacht, ein Fenster grüßt mit gelbem Quadrat. Heimstätten der Zigarrenarbeiter; mein Begleiter nickt, mir treten ein.— Ein schlichtes Zimmer, halb Wohn-, halb Arbeitsraum. Nackt gleißt eine elektrische Birne. Am oerhängten Fenster die Rollbank: Altüberlieferter Arbeitstisch der Zigarrendreher, schmal, lang, mit zwei tiefen Sdiuhladen, hierzuland Trecken genannt. Vatter, der 78jährige 7 igarrenarbeiter, erhebt sich langsam und freundlidi:...Va, willt sei uns Pillendreihers mal besiöken?" Die junge Schmie gertoditer lächelt still und dreht ihre Wickel emsig weiter. Dann ist Feierabend, die alte Uhr schlägt asthmatisch die zehnte Stunde, morgen werden mir wiederkommen und Tabak fasten gehen. Tabak wird von der Fabrik geholt. Andern Morgen» friert e».— Mächtig bullert der eiserne Ofen, der Koch und breit dasteht, bereit, den feuchten Tabak zu trocknen. Auf der Landstraße pfei,'' uns eisig der Wind um die Ohren, am Arm schlenkert ein länglicher Korb, ein Mille fertiger Zigarren enthaltend. Die Aigarrenfabrik, ein breiter Flachbau. Mächtige Cisengitter schützen die Fenster, die schweren Barren vor der Tür sind beiseite gelegt, wir treten ein. Wischen, die Schwiegertochter liefert ab. der Meister prüft mit scharfem Auge und sicherem Griff. „Alles in Ordnung.' Nicht zu fest, keine Löcher im Material, alles stimmt. Geld klappert auf de» Tisch, zwanzig Mark für ein Tausend SUgr trendreher in der Arbeitsslube milklerer Zigarren. Cohn für eine Woche. Batters chände sind schon etwas langsam. Ist immer ein mageres Brot gewesen, das„Pillen- drehen'— Tabakausgabe. Mächtige Ballen umlagern uns im Keller, schwer duftet der Tabak aus den gelben Mattenhüllen. Ge- heiinnisvolle Ziffern tragen st«, der Meister kennt, ihre Bedeutung. Herkunft und Güte des Tabaks, Größe, Farbe und Fehlerfreihcü des Blattes sagen sie ihm, mit feinem Gefühl heißt es die Sorten mischen zu jeder Qualität. Cme alte Waage hängt von der Decke, Gewichte klappern, wir packen Tobak in den Korb Deckblatt und Umblatl. lange und kurze Einlage. 14 Pfund Tobak für Tausend Zigarren. Ein Blick in den Fabriksaal. Tabakschwangere Luft, an braunen Rollbänken fitzen gebückt vierzig Zigarrenmacher, meist Frauen. Alles Handarbeit, keine Maschine brummt. Tabakrippen und Wickel machen. Wieder beim Heimarbeiter. Wir helfen entrippen. Die feuchten Blätter rascheln, die Hände fliegen, rechts fallen die Rippen hin und links oie Blätter. Drei, vier Stunden vergehen, dann find wir fertig. Schon wird auf dem Ofen der erste Rahmen voll Einlage �getrocknet. Räch dem Frühstück heißt es: Mckel machent Datier unterweist mich.„Dit is bat Umblatt, wird in Zigarrenlänge ge- rissen, so, nun dies Stücksken als Derstärkung drauf, mit der linken jhand Einlage fassen, so, und dann drehn!' Mit geübten Fingern rollt er das braune Sumatrablatt um die Java- und Brastleinlage, die längliche Wurst ist fertig.„Nu gehts in die Form.' vor ihm ans der Rollbank liegt das Formbreit. Eingegraben in holz trägt es zwanzig Zigarrenformen mittlerer Größe. Zweihundert Fastons gibt es wohl, auch die Zigarre hat ihre Maden in Größe und Aus- sehn! Viele Fabriken leben nur vom Formenmachen, fünf Mark pro Stück! Eine Form ist voll, der Deckel kommt drauf, die beiden Wickler drehen emsig weiter. Dann kann man nicht mehr helfen, die simplen Handgriffe bergen eine Welt« von Erfahrung und Sicherhest in sich Dann gehts nebenan in die Stube, wir«sten Mittag. Braunkohl mit frischer Wurst gibts heute, der Nachbar hat schon geschlachtet. Dies ist«ine ländliche Gegend, jeder Kötter macht fein Schwein fett! Vatter erzählt aus alter Zeit, 62 Zahre macht er schon Zigarre«. Damals mußte jedes Kind vor dem Schul- gang erst sechzig Wickel drehen. Vier Jahre Lehrzeit verlangte der Herr Kommerzienrat von seinen Zigarrendrehern, denn es gab noch keine Formen, war alles mit der Hand gefertigt! ..Die schlichte Mahlzeit, ist schnell beendet,«in«-. Zigarre wird an- gesteckt. Dierundzwanzig Zigarren bekommt jeder Arbeiter von seiner--Ftrtm.'geßefert, damit er nicht im Bersuchung� kommt, f«ins: Zigarren dünner zu wickeln und den Rest zu vouchen. Aber Haoanna-Auslese ist es eben nicht!'Fehlfarben und durch Druck lefchädigte! Die Rollbank wird abgefegt, ein dickes weißes Buchen- brett darauf gelegt. Ein scharfes Messer blitzt, sicheren Schnitt» werden die feuchten Deckblätter in länglich« Streifen geschlitzt. Ein Wickel entsteigt der Form, letzt hat er gute Fasson. Auf das Deck- vlatt drauf, ein Griff, ein schnelles, sicheres Drehen, ein wenig weißer Kleister, ein wenig Formen an der Spitze. hasdunichgefshN, ist die Zigarre fertig. Schnell und einfach scheint die Prozedur,' Versuchs mal nachzumachen! Da reißt das dünne Deckblatt, da bleiben Schlitze offen, da kommt keine Spitze zustande. Batters Augen leuchten stolz:„Dal is lichter, die Zigarre zu rauchen als zu drehen Jede Fasson Hab ich gelernt, große Butzköppe und Zigarillos, wies kommt!' Zigarre um Zigarre ersteht, die Uhr ichlägt vier, schlägt. sechs, schlägt acht. Endlich ist Schluß, das Tagesquantuin fertig.„Fünf Mark haben wir zwei heut verdient,' meint leise die Schwiegertochter, als sie die Glimmstengel wogpackt. „Vatter is nich mehr ganz so fix wie früher, da wars oft etwas mehr!' Oie soziale Lac;e der Zigarrendreher. Ein armes Land ist dieser östliche Zipfel Westfalens. Ehe die Zigarre 1867 ins Land kam, waren Wochenlöhne der Landarbeiter >'0 um 3,50 M. üblich. Dazu einen Groschen wert Schnaps! Das gab billige Arbeitskräfte für die Zigarrenindustrie. Zwei fixe Wickler bringen es heul pro Tag auf K.50 M., aber nicht in acht Stunden! Ein Parteigenosse klagt:„Wenn wir Verhandlungen mit einer Regierungsstelle haben, weist der Fabrikant auf unsere Löhne hin. Seht, das wird bei mir verdient! Die Herren von der Regie» rung glauben, das fei Achtstundenlohn. Dabei nehmen wir— ich arbeite in der Fabrik— den Tabak zum Entrippen mit nach Hause. Vier, fünf Stunden fitzen wir dabei!'—„Greift denn der Verband nicht ein?'—„Doch, wir sind jetzt gut organisiert. hier. Auch die Heimarbeiter! Aber was will man machen. Der Verband dringt auf Lohnerhöhung. Ist gut« Konjunktur, dringen wir durch, einige Pfennige werden zugestanden. Dann kommt die Flaute, wir haben keine Arbeit. Jetzt, da den Unternehmern die Organisation anbe» quem wird, fangen sie an, sich billigere Kräfte zu suchen. In Süd- deutschland, um D Uders ladt herum, siedeln sie ihre Fabriken an. Da ist keine Gewerkschaft. x keine Partei, nur billige, dzta> billige Kräfte. � J)* Ann ist die Gegend..- keine Industrie dazu, nur Zkleinbahnverbindung. Was soll werden, wenn die Fabri- ken auswandern? Die Partei ist eifrig tätig hier, um der verantwortungslosen Haken- kreuzpropaganda entgegen- zutreten. Verbesserungen in der Steuerfrage wurden er- zielt, wird das ausreichen? � Die Banderolensteuer soll zu- gunsten der Zigarre des kleinen Mannes geändert v-• vj.;-.... werden, fallen�, nM.. mirfv das'System des.Gewichi Ms, /wonach für die billigeren Tavaksorteu dca-s�s/Kollstttz. ügitt, Havanna.„Dex. Pertzost.. muß an sein« Stelle treten. Eineinhalb Pfennig Arbeitslohn nur stecken in jeder Zigarre, sollte es nicht möglich sein, den Zigarren- drehern bessere Löhne zu zahlen, ihnen ein menschenwürdigeres Dasein zu geben? Prüfung bei der Abnahme Zugkatastrophe in England. D-Zug Edinburg-London entgleist.— Bisher vier Tote geborgen. London. 3. Janunr. Ter Expreßzug Edinburg— London ist am Sonnabend nördlich von Carlisle verunglückt, indem er beim Uebcr- fahren einer Weich« aus dem Gleis sprang. Tie Lokomotive» und mehrere Wagen stürzten den Abhang am Eisendahndamm hinunter und gruben sich tief in das Erdreich ein. Sie wurden dabei fast gänzlich zertrümmert. Tie nachfolgenden Wagen stellten sich quer über den vierglcisigen Bahn- körper. während die zwei hinter der Lokomotive laufen- den Wagen auf der anderen Seite des Dammes hinunter- stürzten. Obwohl die genaue Anzahl der Menschenopfer noch nicht feststeht, nimmt man an. daß im ganzen fünfzig Perso.ne« verunglückt sind. Bisher konnten vier Leiche« aus den Trümmern gezogen werden. Zwölf Schwerverletzte mußten Krankenhäusern zugeführt werden. Alle Eisenbahnwagen sind schwer beschädigt worden. Hilfe war schnell zur Stelle. Eisen» bahner. Arbeiter. Polizeibeamte. Aerzte und Soldaten konnten das Rettungswerk sofort aufnehmen. Ein weiteres Telegramm meldet: Die Zahl der Per-» letzten steht noch nicht fest. Ein früher als tot gemeldetes Kind hatte schwere Verletzungen davongetragen. Der Zug bestand aus sieben Personenwagen. In den drei letzten Wogen ist niemand verletzt worden. Am schwersten hatten die Reisenden im Speise- wagen zu leiden, der, ebenso wie zwei Eisenbahnwagen, voll- ständig zertrümmert wurde. Die Leichen konnten noch nicht identifiziert werden. Imwevtfw f'ÄwwmMmvff Die Preise Sensation— Die Qualitäten Tradition Ulster u. Paletots 98.- 88.. 68.. 4 Q 58.- 38.- J| O«** Herren-Pelze 278.- 238.. 188.- OQ 158.- 98- OO." Damen- u. Herren- Loden- Mäntel 42- 34- 28- ffk 24- 18- Jede« Stück ausnahmslos stark im Preise herabgesetzt ■ntfntmniiiiMntmiiMiiMitiiitiiHiiiuiiKiitrttimiMiiiMiiiiimtitMKiiiMMMMMMmMKiiMtuuHiiti« Sakko- Anzüge, blau n. farbig 98- 4 Q 88.- 68- 58- 38- lös" Abend- u. Smoking- Anzüge iio- C O 98- 88- 78- 68-i)Oo- Hosen, gestreift, farbig, blau und schwarz 19- 15- 12- O 9.90 6.90 O90 Sport- Anzüge Kinder- Sport- 88.- 78- 68- 4 Q 58- 38- lO»*' Sport-Hosen 21- 19- 17- A 14- 12-*7," Winter- Loden- Joppen 39- 32- 25- A 18- 15-*750 Anzüge 21- 16- Q 12,50 950 6- O«" Knaben- U.Jünglings- Mäntel Gr. 2 v. 5.50 an Gr. 38 v. 12.50 an Jünglings- Sakko- Anzüge blau und farbig 42- 36- 29- 4 A 25- 17.50 le&SO isäertt ftmkheff An der Pefrikirche Donnerstag Wahl im Nathans. Haß bleibt Aorsteher auch im neuen Jahr. Skadtoerordvekenvorsteher Genosse haß hat die erste orden lliche Sladloerordnelcnversammbmg im neuen Zahr auf vounerslag. den S. Januar, feftgesehl. Nach der Slädteordnung muh das Präsidium des Skadiparlaments in jedem Zahr neu gewähli werden. An erster Sielle der Tagesordnung steht deshalb die Wahl des Stadluerardnetenvorstehers und der drei vorsteherstelloertreter. An der Zusammensetzung des Präsidiums dürfte sich kaum etwas ändern. Es ist selbswerstäiidlich, daß die Sozialdemokratie als stärkste Fraktion des Hanfes wieder den Posten des Stadt- verordnetenoorstehers für sich beansprucht und hierfür den bewährten Genossen Haß oorschlägt. Bei den als Stellvertreter fungierenden Stadtverordneten dürfte insofern eine Aenderung ein- treten, als die Deutfchvationalen den bisherigen Stellvertreter Granaß nicht wieder vorschlagen wollen, sondern ihren Parteifreund D o m b k e. Wiedergewählt werden dürfte Dr. E a s p a r y von der Volkspartei und Dr. Meyer von der demokratischen Fraktion. Es ist anzunehmen, daß Kommunisten und National- s o z i a l i st e n aus agidatorifchen Gründen wieder eigene Kandidaten ausstellen werden, von denen aber keiner Aussicht auf eine Bestätigung durch die Versammlung hat. Außer der Wahl weist die Tagesordnung noch 58 Punkte auf. so daß die Stadtverordneten genügend Material zu schneller und tüchtiger Arbeit Im neuen Jahr vorfinden. Eheiragödie in der Garienstraße. Die eigene Frau erdrosselt.— Selbstmord des Täters. Eine Ehelragädic hak sich im Hause Garkenstr. go ab- gespielt. Dort erdrosselte der 47jährlge Kellner Sonrad Stoiber seine um sechs Jahre jüngere Zrau Emilie mit zwei Damenstrümpfen und verübte dann Selbstmord durch Gas. Die furchtbare Tat. die offenbar schon in der Nacht zum 2 Januar vor sich gegangen ist. wurde gestern abend entdeckt. Stoiber war in einer größeren Gastwirtschaft angestellt, und als er gestern wieder unentschuldigt fernblieb, schickte der Inhaber einen Voten, um den Grund seines Ausbleibens zu erfahren. Der Bote fand zu der im dritten Stockwerk des Seitenflügels gelegenen Wohnung jedoch keinen Einlaß, und schließlich wurden auch Nachbarn auf- merksam, die von Stoiber, und seiner Frau schon seit dem Abend des l. Januar nichts gesehen und gehört hatten. Schließlich schöpfte man Verdacht und benachrichtigte das Polizeirevier. Die Beamten drangen in die Wohnung ein und fanden das Ehepaar im Schlafzimmer, das völlig mit Gas erfüllt war. tot auf. Bei der näheren Besichtigung der Leiche der Frau entdeckten die Beamten am Hals eine feftzugezogene Schling«, die aus einer dünnen Schnur und zwei Damenstrümpfen bestand. Das aufgewühlte Bett läßt darauf schließen, daß Stoiber wohl in einem Eifersuchtsanfall über seine schlafende Frau hergefallen ist und sie schon noch kurzem Kamps erdrosselt hat. Nach der Tot drehte der Täter die Gas. höhne auf und ging so freiwillig in den Tod. Die Suche nach dem Mörder. Die Tai der Hakenkreuzler schürt die Empörung. Die Erregung der republlkanlschen Bevölkerung im Nord- often Berlins über den hinterhältigen Doppelmord der Nationalsozialisten wächst immer wehr, während der gestri- gen Nachmittag», und Abendstunden standen in der Hufe- landstraße zahlreiche Gruppen empörter Menschen, das schändliche Verbrechen der verrohten Barschen mar da, Ge- sprach» khema. Nachmittags, als einige, junge Leute, die das Reichsbanner- abzeichen trugen, sich in der Nähe des Nazilvkals zeigten, wurde von den Nationalsozialisten das Ueberfallkommando unnötigerweise alarmiert. Der Offizier des Reviers, der gleichfalls erschienen war. fand die Gegend jedoch in oölliger Ruhe, und es lag keinerlei Anlaß zum Einschreiten vor. Derselbe Polizeioffizier erklärte den trauernden Eltern, daß selbst besonnene National- sozialisten zugegeben hätten, daß Willy Schneider ihnen als ruhiger Mensch bekannt gewesen sei. Als in den Abendstunden die Straß« belebter wurde, patrouillierte ständig ein P o l i z e i a u t o durch die Gegend. Zwei weitere Beamte behielten das Nazilokal im Auge. Bezeichnend für das unerhörte Vorgehen der Hakenkreuzler ist ein Dorfall, der sich am Freitag kurz nach Mitternacht in der Allen st einer Straße abspielte. Zwei bis drei National- sozialisten, die eine Rückendeckung von etwa zwanzig bis fünfund- zwanzig Gesinnungsgenossen hatten, oersuchten, mit langen Eisen- stanzen bewaffnet, gegen das Reichsbannerlokal von Sawatzki vorzudringen, offenbar um wieder einmal die Schaufensterscheiben zu zertrümmern. Eine Parteigenossin schlug Lärm, worauf der Trupp in Richtung Friedrichshain flüchtete und entkam. Mehrfach ist dem Wirt des Lokals schon zugerufen worden:. „Die Scheiben sind noch nicht das letztemal zertrümmert worden. Dich machen wir auch noch fertig!� Bielleicht nur Drohungen aus dem Mund« unreifer Burschen, vielleicht aber auch Drohungen, die ähnlich wie in der Silvesternacht von den Hakenkreuzlern eines Tages in furchtbarer Weise wahrgemacht werden. Es wäre zu wünschen, daß gerade das Unruhegelnet stärkere» polizeilichen Schutz erhält, und besonders die nationalsozialistischen Lokale, wie an dieser Stelle säum einmal gefordert, siärker unter polizeiliche Beobachtung gestellt werde». Di« festgenommenen Hakenkreuzler sind gestern wegen Raufhandels und Land- friedensbruchs dem Dcrnehmungsrichter vorgeführt worden. Die polizeilichen Nachforschungen nach den flüchtigen Tätern sind zunächst noch erfolglos geblieben. Es ist anzunehmen, daß sie von den Nationalsozialisten versteckt gehalten werden. Das Ergebnis der gestrigen Obduktion. Gestern nachmittag hat im Leichenschauhans die Obduktion der beiden Opfer der Bluttat in der Hufelandstraße stattx«- funden. Bei der Leiche des Bankbeamten Graf wurde festgestellt. daß der Tod durch einen Kopfschuß oerurfacht worden ist, und zwar ist das Geschoß im Gehirn stecken geblieben. Aus der Richtung des Schußkonals ist zu schließen, daß der tödliche Schuß aus allernächster Näh« abgegeben worden ist. Bei der Leiche des getöteten Reichsbaimermitgliedes Schneider läßt der Obduktionsbefund erkennen, daß der tödlich« Bauchschuß gleichfalls aus allernächster Nähe abgegeben worden ist und daß der Täter direkt auf fein Opfer drauflos geschossen hat. Beide Geschosse haben das gleiche Kaliber, und zwar Handell es sich um Pistolenmunition d« s Kalibers 6,30. Ob die beiden Geschosse aller- dings aus ein und derselben Waffe abgegeben worden sind, muß erst sestgestelll werden. Die Kleider der Getöteten werden noch chemisch untersucht werden, um aus dem Grad der Derbrennungsftärke an den Einschußstellen genau festzustellen, aus welcher Entfernung die Schüsse abgegeben worden sind. Die Leichen der beiden Opfer sind bisher von der Kriminalpolizei noch nicht zur Beisetzung freigegeben werden. Oer 3«g der Auserwählten. Mittags 1 Uhr am Anhalter Bahnhof: ein kleines Grüppchen Beteiligter, ein größerer Trupp Neugieriger ist am Bahn- steig verfammell: Jungfernfahrt des neuen„Rioiera-Cxpr e ß", der mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 Kilometer in 82 Stunden Nizza, in 38 Stunden Neapel erreicht. Blaugold ist sein äußeres Gewand, aus dunkelgrünem Samt die Innenausstattung,«r enthäll sieben Waggons 1. und 2. Klasse mit Schlaf-, Speise- und Gepäck- wagen: sei» Weg führt über Leipzig, Erfurt. Frankfurt, Mannheim. Baden-Baden, Basel, Luzern, Mailand. Rom, Neapel und kostet 1. Klasse 315,90 Mark, 2. Klasse 199,25 Mark: also unerreichbar für einen gewöhnlichen Sterblichen? Doch nicht, der Zug fährt voll- besetzt aus Berlin. Wer mögen die Glücklichen fein? Filmgrößen oder Magnaten der Hochfinanz, vielleicht Genllemen-Hochstapler. oder eine exotische Duodezfürstlichkeit? Grausamste Enttäuschung, nichts von alledem: unromantisch, wie alles in diesem Leben vollzieht sich auch dieses Ereignis. Hinter den herabgelassenen Waggonfenstern stehen ernste, gut aber unauffällig gekleidete Leute, nicht einmal der Typ des Vergnügungsreifenden ist vertreten, von einer sich exaltiert ge- bürdenden Bretlldiva, oder einem dunkelhäutigen, kraushaarigen Exotenhäuptling mit reichem einheimischen Gefolge nicht die Spur. Und ein bißchen stumpf sehen sie alle miteinander drein, man hat so das Gefühl, daß ihnen dies« prächtige Reis« durch Landschaften von unerreichter Schönhell noch nicht einmal Spaß macht. Da» tröstet den Zaungast de» Lebens, der für ein noch so kurze» Hinaus au» seinem Grohstadtgefängni» da» Herz voll Freud« mll in den Zug brächte. Nun trabt er wieder au» dem Bahnhof, verliert sich zwischen rasenden Auto» und hastenden Menschen in dem steinernen Häusermeer... Miß Johnson in Berlin gelandet. Gn Bravourstück der englischen Fliegerin. Die englische Fliegerin Amy Johnson, die«ms einem Alleinflug nach Peking begriffen ist und gestern vormittag um 11.15 Uhr von Köln nach Berlin geflogen wqr, ist infolge de» schlechten Wetter», da» sie zu eiucr Nollanduug zwang, erst um IkJh Uhr bei völliger Dunkelheit auf dem Tempelhofer Feld gelandet. Gegen Hß Uhr abends, als es schon völlig dunkel war, ertönte das charakteristisch« Surren des englischen Gipsy-Mators über dem Feld. Die Flugpolizei schoß sofort grüne Leuchtkugeln ab, der Scheinwerfer wurde in Betrieb gesetzt und dann erkannt« man den englischen Doppeldecker, der nach einer Runde über den Platz glatt landete. Bon Flugpolizisten geleitet, rollt« die Moschine bis vor das Empfangsgebäude, wo die Harrenden drei Hurras auf die tapfer« jugendliche Fliegerin ausbrachten, während die Musik die englische Nationalhymne intonierte. Miß Johnson berichtete in kurzen Worten, daß sie sehr schlechtes Wetter auf der Strecke vorgefunden habe und daß sie gezwungen gewesen sei, einen wellen Umweg nach Norden zu mochen, um dem Wetter noch Möglichkell auszuweichen. Sie habe dann irgendwo, genau weiß sie es selbst nicht mehr, bei einem ganz klemen Dorf eine Not- landung vorgenommen, um sich zu orientieren, sei dann aber eine Stund« long dort geblieben, well der Acker, auf dem sie lande'«, so weich war, daß sie nicht wieder aufsteigen konnte, so daß sie sich erst einen anderen Startplatz suchen mußte. So kam sie erst so spät nach Berlin. Miß Johnson will bereits am heutigen Sonntag- vormittag zwischen g und 10 Uhr von Tempechos nach Warschau starten. Aus ihrem welleren Bericht ergab sich, daß es sich bei dem Ort der Zwischenlandung wahrscheinlich um Lübz, östlich von Parchim(Mecklenburg) gehandelt haben dürfte, denn nach ihrer Darstellung hatte sie von dort noch etwa 150 Kilometer ungefähr südlich nach Berlin zu fliegen. Die Zwischenlandung erfolgte um %3 Uhr auf dem Felde eines armen Mannes, wie st« sagte, der aber sehr nett zu ihr gewesen sei und sich lediglich darüber geärgert habe, daß alle übrigen Dorfbewohner auf seinem Acker herumliefen. Um 4 Uhr sei sie dann trotz der Dunkelhell in südlicher Richtung abgeflogen, habe nach einiger Zell die Nachtbefeuerung der Strecke Hannover— Berlin von Westen kommend erkannt, und lzabe so bis zum Flughafen Tempelhof gefunden. Miß Johnson setzt« sich noch von Tempelhof aus mll bei russischen Botschaft in Berlin in Ver- bindung, um die notwendigen Papiere für die Ueberfliegung Ruß lands zu erhallen. Di« russischen Behörden haben ihr die vollste Unterstützung bei ihrem kühnen Unternehmen zugesichert. Miß Johnson begab sich vom Flughasen zur englischen Botschaft in der Wilhelinslrahe, wo sie aus Einladung des Botfchafterpaares Wohnung nahm._ Siadtraiin Wey! beantragt Oisz'plinsrverfahren. Aus Anlaß des Scheuener Prozesses stnd gegen die Stadträtin Genossin W ey l in der Presse die schwersten Vorwürfe erhoben worden. Frau Stadträtin Weyi häll diese zwar sachlich für durchaus ungerechtfertigt, hat aber, um eine restlose Klärung der Angelegenheit herbeizuführen, beantragt, das förmliche Disziplinarverfahren gegen sie einzuleiten. Herr Bürgermeister Scholtz wird diesen Antrag dem Oberpräsidenten zur Entscheidung vorlegen. „Zweihundert Arbeiter könnte ich beschäftigen!"' nnt- wortete Ludwig leichthin und stieß eine mächtige Rauchwolke aus. Die große Zahl, die er so aufs Geratewohl dem Groß- kaufmann an den Kopf schmiß, war nur ein Trick von ihm, um größere Aufträge aus ihm herauszulocken. Himmelsbach staunte. �Zweihundert Arbeiter? Alle Achtung! Das ist die größte Fabrik, von der ick je gehört habe. Da könnten Sie ja unter Ilmständen allein für mich arbeiten?" «Kann ich auch!" behauptete Ludwig großsprecherisch. „Aber wir machen einen Kontrakt. Herr Eisermann!" „Wenn er annehmbar ist, natürlich! Aber Sie dürfen mir nicht den Hals umdrehen wollen!" Himmelsbach entrüstete sich: „Kommt gar nicht in Frage! Sie werden bei mir keinen Schaden haben, im Gegenteil! Denn wenn ich Ihnen den Hals umdrehte, verlöre ich am meisten, nämlich die Ware, die ich brauche! „Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, Herr Himmels- dach!" Der Großkausmann zuckte die Achseln. „Wozu auch. Geschäft ist Geschäft. Man hat so allerlei Erfahrungen! Nicht?" Dann holte er aus feinem eleganten Schreibtisch ein ge- druckte? Kontraktformular heraus und reichte es Ludwig. Der las es aufmerksam durch und war so vereisert in die Lektüre, daß ihm darüber sogar die köstliche Zigarre kalt wurde. Schließlich sagte er: „Der Kontrakt ist gut, Herr Himmelsbach. Jedoch hat er einige Schönheitsfehler, die abgestellt werden müßten, wenn Sie Wert darauf legen, mit mir in Geschäftsverbindung zu kommen I" „Was für Fehler?" fragte Himmelsbach. Gemeinsam gingen sie Punkt um Punkt des Kontraktes durch und stritten um einzelne Sätze, als ob davon Leben und Tod abhinge. Ludwig wehrte sich von seinem Produzenten- standpunkt aus, Himmelsbach dagegen verteidigte sein Schrift- werk mit allen Winkelzügen des gewiegten Kaufmanns. Nach einer Stunde kamen sie zu einer vorläufigen Einigung: Himmelsbach strich ein paar der schlimmsten Fußangelpara- graphen. Aber alle Sirenengesänge Ludwigs, noch so bezau- bernd gesungen, konnten ihn nicht von der Klausel abbringen, daß im Falle des Nichteinhallens der Lieferungsbedingungen eine erhebliche Konventionalstrafe gezahlt werden müsse. „Ich Hab nicht umsonst Lehrgeld bezahlt. Eisermann, auch bei Ihnen!" „Na. dann also Kontrakt mit Konventionalstrafe!" brummte Ludwig. Himmelsbach stand auf, ging ins Büro nebenan und kam mit einer Hand voll Photos und Zeichnungen wieder. Er zeigte sie Ludwig. Der erkannte aus den ersten Blick die neue Stilart, die mehr auf Zweckmäßigkeit und ruhige Linien eingestellt war. Die verschnörkelten, gekünstelten Säulenaufbauten von ehemals waren gefallen. An den neuen Möbeln gab es für den Drechsler keine Arbeit mehr: die gingen fix und fertig aus der Hand des Tischlers hervor. Ludwigs Herz lachte vor Freude. Der Fachmann in ihm kam durch die Umwälzung, die die neuen Zeichnungen ankündigten, voll auf feine Rechnung. „Herr Himmelsbach. Sie sollen von mir eine Ware gs- liefert bekommen, daß Sie sich freuen können! Was wollen Sie zuerst haben?" Der Möbelhändler überlegte eine Weile. Dann sagte er: „Sie sollen mir von den Herren- und Speisezimmern hier erst mal je ein Dutzend als Probe anfertigen!" Ludwig schüttelte den Kopf. „Nein, Himmelsbach, das kommt aar nicht in Frage, je ein Dutzend! Wenn Sie das wollen, so lassen Sie sich ihre Musterzimmer wo anders schreinern, aber nicht bei mir! Ich will die Zimmer serienweise herstellen! Hunderte von Zim- mern auf einmal. Etwas anderes kommt für mich gar nicht in Betracht. Kein Dutzend Muster! Eines genügt, mehr nicht!" „Sie sind ein Schlaumeier!" lachte Himmelsbach und schlenkerte überlegend seine gelben Gamaschen durchs Zimmer. ,ä)underl fünfzig Speisezimmer für den Anfang! Sind Sie mit dem Austrag zufrieden?" „Gut! Aber nicht mehr als ein Muster, Himmelsbach!" „Nein, zwei. Eisermann!" „Nein, nur eins!" „Wenn ich aber unbedingt zwei brauche?" „Dann bestellen Sie gefälligst noch einmal Hund-? ist fündig Zimmer!" Himmelsbach stöhnte: „Sind Sie wahnsinnig geworden, Herr!" „Ganz und gar nicht. Aber Sie werden selber begreifen: wenn ich ihren Kontrakt unterschreiben soll, muß es sich lohnen!" „Meinetwegen, ja! Dann liefern Sie eben nochmals hundertfünfzig!' „So laß ich mir's gefallen!" lachte Ludwig.„Aber was ich noch ausbedungen haben wollte, nach Lieferung sofortige Kasse!" Himmelsbach machte einen Sprung, als hätte ihn eine Kreuzotter durch den braunen Halbschuh hindurch gebissen: „Um des Himmslswillen, Eisermann! Wollen Sie mich ruinieren?! Soviel bares Geld gibt's ja gar nicht, um sofort nach Lieferung zu zahlen. Akzepte, Herr, Akzepte! Ich will Ihnen ganz besonders entgegenkommen: Zweimonatswechsel! Angenommen? „Nein! So können wir kein Geschäft machen! Meinen Sie, ich rackere mich ab wie ein Gaul vor dem Lastwagen, damit Sie allein die Vorteile haben? Nein, dann sind Sie schief gewickelt. Es kostet mich schon riesige Kapitalsaufwendungen, die Sache in Fluß zu bringen. Bare Kasse, nicht anders!" Himmelsbach zögerte. Ludwigs Forderung machte ihm sichtlich Schmerzen. Er krümmte sich wie ein getretener Wurm. Ludwig macht chm Tempo: „Ueberlegen Sie nicht bis morgen früh! Ich muß endlich fort!" „Na. Sie sollen ihren Willen haben! Obschon es mein Untergang ist!" Ueber den Preis der Ware einigten sie sich Verhältnis- mäßig schnell. Die kleine Differenz, die zum Schluß noch trennte, glichen sie durch Halbierung aus. Dann unterschrieb Ludwig die Kontrakte und nahm den Bestellzettel und die Zeichnungen mit. Sie gaben sich die Hand wie zwei alte Freunde. Jeder freute sich, den anderen ordentlich hineingelegt zu haben. Ludwig versprach noch, innerhalb von vier Wochen die ersten Zimmer zu liefern. Dann ging er und fsthr auf dem schnellsten Wege zu Sandow in die Fabrik. (Fortsetzung folgt.) W/Z//////////////����� wy/////#////#��� &////////////m�� «SSSSSSSiSSSSSS«»-� 7W/////////jy///w� «sssssss�ssssssssss� «ssssssssss�sssssss� «SS»SSiSSS«S»«SSSSSN Alles was war— heute gilt's nicht mehrl WMMT////// VWS//S/S//S//, */////AmZ/M vs/rzss////////. Y/////SS////////, tBUMmy/.'/. Einkaufspreis, Kalkulation, Gewinn—— olles vorbei i y//////////////����� ttoammMMmr///' mmz/mmmz mm//y/my////z «sesssssssss�sssssssss«- �NSSSSSSSSSSSSSSSS«»-« iSSSSSSSSSSSNSSSSS«� ximy�/zzjy////m'. iW/w/s///s/sjy/////S' «SSSSSS-ÄSSSSSiiSSSS� w//////zzsy//SjCWM» Hier heißt's einfach: räumen— räumen um jeden Preis! Das ergab die Preise fDr unseren Inventur-Ausverkauf. Es ist— wiesie in Berlin sagen—„das Ende von weg!" Montag/ 5. Jan. früh 9 Uhr geht's los! Komme, wer kannl V///////SZr//S///SS/MVS////////Z//SSSM V/s/.'/////ssrs//'/sssss/s/s////sss/s/ssst v/s/////sss/s"*'MW//r//'""/'/'*">' W//S//SZW//SS/SSS/S/S//SSS/S////SSU, w/s/////s/////s////////////s//////ss//a XMWS//S//////y W/ss////ss////. 'sssss/sys/sss///. w/y//////y//y//////yy//s/yryyy, Oranlenrtr.40 *■ Or.Bi.aeuu Chauneettr.113 fCönlsttraße 33 i tuttintr Knebcn-Klcldanf fn dca beides QcwMftn» Kdiddctr./ «ob VodaadMdastettB ca. lOOOO Stück Damen- und Kinderkonfektion Tweed-Kleider «lnfafb.Woll*toffe,CHar-«%nn B.Tanzldeid.l 0.-,6.-, 0ÜU Nachm.-Kleider o.a. Ramengo�Aarocoin�g-f, Jarsey-Kleider, 25.-, 20.-, 10 Abend-Kleider i.AAodeng«iir«�in.mod. AAnn Steffarten, AC49.-�9.-, OUÜU Im Salon: Kleider Wintermäntel �mSn,el:LoÄnioä-?Ve-,% 300 Mädchen-Mäntel Pelzmäntel Wintermäntel 1000 300 89.-, 59°° Wintermäntel 45J 3500 Backfischkleider Pelzkragen Samt,elegant,fXaehm.4 AÄ�!?Ä'Ä7SS°° Damenmäntel 65°° Sc kürzen ca. 300000 Meter Schnittwaren Modewaren* Jumperschurze au* guten Stoffen<90 Stüde. M. 1.25, Pf. 75, Ott Berufskittel amerilcan. Form, ohne Arm, 471: kunstseid. Blende 2.90�.1 Ol Waschmou$seline Wasch-Samt- Druck 75 Veloutine groß Auswahl inhübsch, aa 1�1 T«fföf«9 SObr.. solideOuol. meist best. »Mustern. Meter Pf.£Q Nleider- I attet Bembera. alle Forben. Meter Pf neuen Mustern, Meter Pt. C,U IVieiaer- I 01161 Bemberg, olle Forben, Meter Pf 95 Foule Schotten Crepe de Chine I75 BiSwuxwd�IhS*pf 35 Crepe Georgette For�ÄöoÄr�Mv'.Ä 295 rein. Wolle m rein. Seide, mbd.Farb« Ca TÖO' issen mit Jabots, Seidenrips mit Zadtcherr.... Pf." 45 Flamengo-Point. Schals rein. Wolle m. kunstseid. �ac Effekt, eo. 100 br., Mtr.|30 Crepe de Chine, mod. j. j» Muster und Farben Pf. 93 Riesenposten Damenwäsche G B a um wo I I w a r e n# ca. IOOOO Dahnen hüte Trägerhemden Hemdentuch, Hohlsaum- Bns �Stoff bl.l.45,Pf.0.85, HO Pyjamas Ftanetl, durchgeknöpft, Aon m.Verschnür., 6,90, 4.90, O Nacht-Hemden Hemdentuch �.�.�'.Wer� 23 Nessel gamierdenhKMfT959 l50 Handtücher a tfgepaß"' gesäumt,� g'eb�ndert�'p�! QQ QuolÄ.�Meter Pf. 32, Nacht-Hemden Tischtucher IS,ach0brlSu�rVOl!weiß' fromTtinm.s"pit�enga9r°' 390 LinOn-BeZÜge Ifüdc�tz��� Stück M. I42 suteGebrauchswareca.l 30x200, Arn . M. 3.60, Z5S Linon ca. 130 cmbr.,Pf. 76,52, ca. 80 cm breit, Pf. 46, Auf Extratitch.n Im 1. Steck Filz-Glocken u. Kappen z. Aussuchen..R Stück... M 2.50, 1.90, l33 Damenfilzhute Racelloverarb.u. Frauen- Aon hüte m. Reiher 4.75, 3 J�5, Z kräftige �0 29 . Trikotagen und Strümpfe G Herren- u. Knabenkleidung# ca. 100 ODO Herrenartikel Gawaltlge Mengen b.deatend h.rabgesetzl Damenschlüpfer Damenstrümpfe Vjgestr. Hemdcheno.Un- aa künstl. Waschseide, Sei- aa ferziehschlüpf. Pf. 95, 75 vO denflor, Maco 1.50, 95 3v Herren-Garnitur Damenstrümpfe Jacke u. Beinkleid, Stra- An- reine Wolle od. Herren- Mn parier Qual. 3 75, 3.45 JL' Socken r. Wolle 1.95, 1.50 Od Handschuhe G Lederwaren Loden-Joppen SÄC?: g-° Selbstbinder A. moderne Muster, gute Ver- 4 Mcr 9UTte FornJ.Fies1e"°u'� HB iierren- AnZUge arbeitung, 1 und 2 reihig M. 1 H'' reine Seide 75, 85, aw Herren-Ulster?Ä:goÄ Ä 19-° Oberhemden Schlaf-Anzüge hSÄ z.phir-p�voi«' 3SI) Popeline M. 2.90 m. 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Man ihr hier sehr bibelfest. Nur eines will da wenig paffen: Jesus soll in Kana Waffer in Wein oerwandelt haben. Wie paßt das zur Prohibition? Und so hm man Bibelausgaben gemacht, wo Jesus aus Wasser Traubensaft macht. Ob die Hochzeitsleute den dann hinterher selber vergoren haben, wie man das hier macht, kann man sich ja dann selber ausdenken, yedenjalls: Jesus wa kein Bvode�er(Zlltoholschmuggler). Ernste Männer zerreden mit solchen Dingen Abende. Aber besonders sind es die Methodisten und Baptisten. Es Hot aber doch nichts geholten, bei den Wahlen sind die Prohibitionisten beträchtlich zurückgegangen. Der eigentliche Grund für das Wahlergebnis aber war die Unzufriedenheit m i t H o o v e r. In Krisenzeiten wechseln die Partelen regelinäßig, bis ein« die Gelegenheit fand glaubhaft zu machen, daß sie die Wirtschaft wieder eingerenkt ha: oder daß sie«s wirklich fertig bracht«. Jedenfalls Hoover bringt es nicht fertig. Za diesem Monat wurde täglich spaltenlang über die Arbeitslosigkeit geschrieben und tagelang darüber geredet. Colone! Woods, der Ende Oktober ernannt wurde, redet am meisten und hat eine tüchtige Pro- paganda entfaltet, daß die Privatleute sammeln sollten und daß man neue Arbeit schassen müsse. Andere erwidern auch, daß sie 100 Leute neu einstellen wollten, oder auch 100V, oder daß auch 1000 wirklich einmal wo eingestellt wurden: trotzdem wächst die Arbeitslosenziffer. Der Gouverneur von New Pork, Roosevelt, ist entweder so menschenfreundlich oder so praktisch, daß er wirklich etwas dafür tun will und tut. Er will und wird wohl auch der nächste Präsident werden, und dazu sind die Millionen Wähler und eine weit« tstopu-- larüat sehr gut. Durch das Wahlergebnis sind 100 Millionen Dollar Anleihen genehmigt, von denen 100 auf New Jersey fallen, damit sollen Brücken und Straßen gebaut werden. Es scheint jetzt, als habe man das alles wegen der Arbeitslosigkeit getan, während man daran vorher gar nicht so dachte. Man hätte die Brücken und Straßen a u ch s o gebaut. Alles was man auch so getan hätte, läßt sich aber jetzt gut als Arbeitslosenhilfe bezeichnen. Kein Wunder, daß die Arbeitslosigkeit da nicht abnimmt. Bon den zusammengebrachten Summen veranstaltet man in den grösseren Stadien Speisungen. »nd wenn man damit auch dem Problem nicht beikommt, so ist es doch für die Betroffene» eine große Hilfe und der amerikanische SZolkscharatter zeigt sich da bei aller Krundsatzlosigkeit und Selbst- täuschung in seinem schönsten Licht. Daß trotzdem viele ohne Obdach die kalten Chikogonächte im Freien verbringen müssen und sich an einem' kleinen Feuer unter einer überdachten Straße durchfrieren, muß nicht verschwiegen werden: der große Boorlesxer und Bandenführer Al Eapon« hat Lokale gemietet, in denen täglich 3000 Mann Kaffee, Brot oder Suppe erhalten. Auch das ist anderswo undenkbar. Aber man sieht mit Heid nach Deutschland und seiner Arbeitslojensürsorgc, die Gesetz ist und die Verantwortung der Gesellschaft zeigt, und frag» sich, warum man hier die Dividenden sicherstellt, die Arbeit aber nicht versichert. Im September wurde noch immer vorausgesagt, im Oktober noch eigentlich behauptet, daß das Geschäft sich besser«: jetzt gibt man kühl zu, daß es sich nicht gebessert, sondern sehr be- trächtlich v er s ch l e ch t e r t hat, und daß es noch gar nicht aus- gemacht sei, ob im Frühjahr alles so sicher wieder aufblühe wie die Gänseblümchen. Als Grund dafür wird nur mehr zweierlei in der Oefsentlichkeit erörtert. Und man bat sich dafür entschieden, daß die Theorie der Goldpolitik nicht haltbar sei, daß es wirklich Ueberproduktion sei, daß die Löhne nicht in demselben Maße steigen konnten wie die Produktion. Die Antwort warum wird etwas weniger offen ge» geben, daß nämlich Amerika bereits zu hoch über der Lebenshaltung der übrigen Well war, daß es diese Lebenshallung nur durch seine Zollpolitik zu schützen trachtet. Da mit dem Steigen der Produktion die Löhne nicht entsprechend stiegen, im Gegenteil, die Reallöhne heruntergingen, mußte man wirklich zur Prodnktionseinsck)ränknng greisem Das fiel um so schwerer, als Kxieg, Rachkrieg und dann die große Gefchäftsbelebung, die das Abzahlungsgeschäft gebracht hatte, die Industrie übermäßig ausgedehnt hatten. Einer Produktionsein- schränkung steht die Gesetzgebung im Wege; die A n t i t r u st- g e s e tz e hindern eine Vereinbarung, und so trachtet man nach ihrer Beseitigung, wenn man sich nicht entscheidet, sie umzudeuten. So haben die Oelgesellschaften die Produktion beschränkt, mit dem Erfolg, daß einige Gesellschaften der Standardoil- Gruppe zu- sätzliche Dividenden auswerfen konnten. In der Filmindustrie, die zum Tell gut abschnitt und Ertradividendcn hatte, schwebt zur Zell ein Prozeh wegen Umgehimg der Trustgesetze. Es handelt sich um«ine Gruppe, die 60 Proz. der Filmindustrie kontrolliert. Die Kupfer Produzenten waren vor allem durch die Steigerung der Produktion in Kanada und in Afrika gezwungen, sich zu vereinbaren. Man beschloß die Beschränkung der Erzeugung und der Preis ging gleich um 2 Cent auf 12 Cent fürs Pfund in die Höhe. Das hals aber nichts, denn man fornne das Kupfer weiter für 10'A Cent kaufen. Am interessanteste« ist hie Lage in der Stahl- i n d u st r i e. Die Kapazität ging während des Novembers sehr zurück, die Industrie arbellet teilweise nur noch mtt 40 Proz. Ihrer Kapazität. Die Schrottpreise sind so tief wie nie seit 1921: so beschloß die Industrie, den Preis— hinaufzusetzen! Man glaubt, durch eine Preiserhöhung ein baldiges Kaufen anzukurbeln. Kaufe jetzt— ist allüberall sich o n zum Schlagwort geworden. Eine andere Lösung der Krise scheint die Kurzarbeit. für die naturgemäß noch nicht wiffenichaftlich ausgcarbeiiet ist, wo ihre beste wirtschaftliche und soziale Grenze liegt. Die Fünf- tagewoche Fords hat Nachahmung gefunden, und der bei Ford zerrüttete Mensch braucht allerdings zwei Tage Ruhe. Die fünf Eisenbahngcwerk sch ästen(315 000 Mitglieder organisiert von 1 SOOOOO Eisenbahnern überhaupt: vor acht Jahren waren die Zahlen etwa 453 000: 2000 000) beschlossen eine Kampagne für den S e ch s st u n d e n t a g an Stelle des Achtstundentages. Da aber die Löhne gleichbleiben sollen, ist an eine Durchführung um so weniger zu denken, als die Gesellschaften alle große Einbußen erlitten, teils durch die Konkurrenz der Omnibusse und Frachtautos, teils durch ihre herabgesetzten Frachtraten für die von der Trockenheit bettoffenen Farmer. Und in eine eine große Lohneinbuße würden die Eisenbahner nicht einwilligen. Immerhin wird überall die Arbeits- zcllbeschränkung und dafür Neueinstellung erörtert. Legge(Staatssekretär für Landwirtschast), der den Farmern in eigentümlicher Weise hilft, hat angekündigt, daß er sich zurück- ziehen will. Ein« Kritik an ihm ist nicht allzu laut geworden. Immerhin verwundert sick) der Amerikaner, wenn der Farmboard nun 100 Millionen Büchels Weizen aufgekauft bat. nachdem vor der Ernte dauernd versichert wurde, man werde nicht weiter kaufen, und daß hier 1,3 Millionen Ballen Baumwolle festliegen. Durch den Rückgang der Preise hat der Farmboard so 40 Millionen Dollar in Baumwolle und 25 Millionen in Weizen verloren. und es ist bei der Weltüberproduktion nicht denkbar, daß diese Ler- luste sich je ausgleichen lassen. Immerhin volkswirtschaftlich gesehen hat sich das Mittel bewährt. Die Weizsnpreise wenigstens liegen innerhalb der Vereinigten Staaten hoch über den kanadischen oder englischen Preisen. Daß freilich dadurch der Vcr� luft ausgeglichen wird, ist nicht völlig glaubhaft. Enttäuschte Kapitalisten und Börsianer. Im Goldgeschäft ist dem Amerikaner das neueste Faktum, daß auch die Bonds(festverzinsliche Papiere) nicht fest liegen, wenn schon die Aktien heruntergehen. Man hat bei den gemein- nützigen Schuldverschreibungen(public utilitz? boncks) ja einige gute Erfahrungen, da z. B. die Elektrizitätswerke gut arbeiten, weil der Hausgebrauch gestiegen ist. aber im ganzen ist zum erstenmal eine längere Schwäche und ein Zurückgehen auch auf dein Boichs- markt da, und der Amerikaner muß fein Geld anders anlegen. Im Gefolge eines Falliffements mußten kürzlich über fünfzig Banken die Tore schließen. Die Bankrotte sind gestiegen. Aber man darf das nicht überschätzen. Daneben hören wir von irr-t � Bis zu 50% sind die Preise herabgesetzt- aber die Qualität ist lOOorozentlg Invantur-Ausverkauf: Beginn 5. Januar flute m Dotailfloschäft. Sears Roebuck, has größte Detail- geschäft der Welt, hat seit August dauernden Aufstieg zu verzeichnen, und Kretz ist nicht allzu weit hinter dem letzten Jahr« zurück. Dennoch merkt man in der Stagnation des Auto- und Radiogeschäfts, in den Verlusten im Schallplatiengeschöft, daß die Kaufkraft gesunken ist, dah die Löhne zurückgegangen sind. Wohl legt Ford 60 Millionen Dollar in neuen Fabriken, zum Teil in Europa, an, und baut in England eine Fabrik mit 200 0CK> Wagen Jahreskapazität, wohl versichern Chevrolet General Motors für nächstes Jahr Normalzustände: aber die Tatsache besteht, daß das Jahresgeschäft Heuer zu dem im letzten Jahre wie 3:3 steht. Der Rückgang ist deutlich in folgendem: September. Oktober.. 1929 1930 416 000 217 000 380 000 130 000 Unabhängige Untersuchungen zeigen, daß die Löhne herunter- gegangen sind, daß Verträge auch zwischen tariflich Gebundenen unter dem Tarif abgeschossen werden, wenn die Situation des Ar- beitsmarktes ernst ist. Ein« wirkliche Einsicht in die Arbeitsoerhält- niss« hat man jedoch nicht, alles ist Schätzung. Aber verglichen mit dem deutschen und englischen Industriegebiet, ist hier alles noch im ganzen glänzend, wenn auch der einzelne hier viel rück- sichtsloser der Not ausgesetzt wird. M-r. Pleitenjahr 1950. Zunahme der Konkurse um fast 15 proz. Die Verlustliste der Wirtschaft ist im letzten Krisen- jähr, wie nicht anders zu erwarten, stark gewachsen. Nach der amtlichen Statistik wurden 1930 insgesamt 11340 Konkurse, also fast 1300 oder 14,8 Proz. mehr als 1929, eröffnet. Diese Zahl gibt aber bei weitem noch nicht den Stand der tatsächlichen Zu- sammenbrüche an, da von der Statistik die mangels Masse ab- gewiesenen Konkursanträge jetzt noch nicht erfatzt worden sind. Im vorhergehenden Jahr sind 3971 Konkursanträg« dieser Art abgelehnt worden, so daß man für 1930 mit einer entsprechend höheren Zahl rechnen mutz. Dazu kommt noch das ganz bedeutende Anwachsen der Vergleichsverfahren, bei denen durch Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger einem Konturs vorgebeugt wurde. Diese Vergleichsverfahren, die durchweg auch als wirt- schaftliche Zusammenbrüche bewertet werden müssen, sind im letzten Jahr ummehrals44Proz. gestiegen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 18 389 Konkurse und Ver- gleichsoerfahren eröffnet, gegen 14 739 im Jahre 1929 und nur 11171 im Jahre 1928. Das. letzte Jahr brachte also gegen 1928 eine Steigerung der Konkurse und Vergleichsverfahren u m f a st 64 Proz., und gegen 1927 hat sich die Zahl der Konkurse, die damals nur 3668 Fälle betrug, mehr als verdoppelt. Die Steigerung der wirtschaftlichen Zusaminertbrüche geht überwiegend zu Lasten des Groß- und Einzelhandels. Der Großhandel hat eine Zunahme um 19,9 Proz., der Einzel- Handel eine Zunahme um 18,6 Proz.. und die Industrie eine solche von 14,4 Proz. aufzuweisen. Auch bei den Vergleichsverfahren steht die Zunahme beim Handel weit an der Spitze. Sie beträgt gegen- über 1929 beim Einzelhandel 47,4 Proz. und beim Grotzhandel 43 Pro.z. Während die Konkurse bei der Ländwirtschaft mit 3,6 Proz. die geringste Steigerung aufweisen, sind hier die eröffneten Vergleichsverfahren mit 37,7 Proz. arn� stärksten g e sti e g« n. '.v_ V............:.v Großhandelsindex wenig gesunken. Der Großhandelsindex betrüg am 30. Dezember 117,1, ist also gegenüber der Vorwoche(117,4) um 0,3 Proz. zurückgegangen. Dieser Rückgang ist esne Folg« d«; Sinkens des Indizes für A g r a r st o f f e<109,4 gegen 110,0) und für Kolonialwaren(102,4 gegen 104,2). Unter diesen hoben die Preise für Kaffee, Tabak und Margarinsöle nachgegeben. Lei den landwirtschaftlichen �Erzeugnissen überwog der Preisrückgang bei Schlachtvieh. Eiern, schmalz die Preissteigerung bei Butter und Käse. Der Index der Gruppe industrielle Rohstoff«(109,3) Hieb unverändert, weil die Preisänderungen sich ausglichen. Gar nichtsändertefichbei den Preisen der Gruppe industrielle Fertigwaren(142,4)— aber darüber wundert sich in Deutsch- land ja niemand mehr! Preissenkung für Schokolade ustd Zahnpaste. Die Firma M o st hat mit dem 1. Januar die Preisbindungen für ihre Marten- artilel aufgehoben und die Preise um 20 bis 40 Proz. gesenkt� die Qualität soll unverändert bleiben. Um etwa 30 Proz. hat auch die Firma Beiersdorf, Hamburg, ihr« Preis» ermäßigt: die kleine Tube Pebeco-Zahnpaste wird statt 60 nur 30 Pfennig kosten. Wann abex wird die Preisermäßigung für Waren, die für den Arbeiterhaushalt wichtiger sind als Schokolade und Zahn- poste, erfolgen? Das Mrsenjahr 1950. 4 Mittiarden Kursverluste.— Oos Ende der Aktiendemokratie. Mit dem Börsenjahr 1930 ist wohl das schwärzeste in der deutschen Börsengeschichte zu Ende gegangen. Das gesamte Kursnioeau ist um 28 Proz. gesunken, obwohl es schon im Jahre 1929 eine Senkung um 24 Proz. erfahren hatte. Damals schon, vor einem Jahr«, hatte man geglaubt, daß es nun nicht mehr tiefer gehen könnte, daß nunmehr die Angleichung der Kurse an die„wahren" Werte erfolgt sei, auf der sich ein „gesunder" Wiederanstieg aufbauen könnte. Aber weit gefehlt: Nach einer freundlichen Einleitung des Jahres 1930 kam ein u m so schärferer Rückschlag, mit der Verschärfung der W e l t w i r t- s ch a f t s k r i s e und dem rapiden Anwachsen des Mißtrauens in Deutschlands politische Entwicklung. von der vörsenflauke zur Panik. Von dem Schlag«, den Dr. Schacht mit Hilfe der Banken an jenem„schwarzen" Freitag des Mai 1927 mitten in der Hochkonjunktur gegen die Spekulation führte— sachlich berechtigt, in der Form maßlos ungeschickt—, hat sich die Börse nie wieder erholt, obwohl die industrielle Konjunktur sich nicht so bald verschlechterte, obwohl an den ausländischen Börsen die Hausse lustig weiterging. Freilich war eine gewisse Cr- h o l u n g im Jahr« 1928 zu verzeichnen, und für bestimmte Papiere gab es noch ansehnliche Kurssteigerungen, aber im ganzen zeigte die Tendenz dauernd noch unten. Als nun im Sommer 1930 mit dem Zusammenbruch der Frühjahrs- Hausse in New Jork die Weltkrise sich als unerwartet schlimm, über jede pessimistische Meinung hinaus hartnäckig erwies, als die internationale Geldverflüssigung keinerlei Wendung zur besseren industriellen Beschäftigung brachte, da sank das Kurs- Niveau an der Berliner Börse rettungslos ab. Dieses Absinken wurde zum Sturz nach dem Wahlausfall vom 14. September, der uns einen starken Vertrauensoerlust im Ausland einbrachte. Die Folge war ein gewaltiger Goldoerlust wegen der Kapi- talflucht und wegen der Zurückziehung ausländi- scher Guthaben, und die Erhöhung des Reichsbank- d i s k o n t s von 4 auf 3 Proz. Zu gleicher Zeit warf das Ausland den größeren Teil der in den früheren Jahren gekauften Aktien— und das waren Beträge von mehreren Mil- l i a r d e n— auf den Markt, die den Kurssturz beschleunigten. Die Panik kam einigermaßen zum Stehen nach Abschluß des öOO-Millionen-Kredits durch das Reich, der das V« r- trauen zu Deutschland ein wenig festigte. Die Kurse sind bis zum Jahresende weiter gefallen. Ob die Diskont- senkungen in New Aork und Paris jetzt ein Ende der Kurs- Verluste bringen werden, ist sehr fraglich. Die Spekulation ist tot. Diese Entwicklung drückt sich in folgenden Zahlen aus: Der gesamte Kurswert aller an der Berliner Börse notierten Aktien mit etwa 10,9 Milliarden Nominaltapital betrug zur Zeit der höchsten Hausse Ende April' 1927 etwa 21,3 Mil- liarden Marl. Bis Ende 1929 war der Kurswert auf 1 3,8 Milliarden zurückgegangen: er hat sich dann Anfang des Jahres 1930 bis End« Mai auf 14, 6 Milliarden gehoben. um bis zum End« des Jahres auf etwa 10 Mtlltardsn zurück- zufallen. Seil dem Höchststande ist also der Kurswert auf weniger als die Hälfte gesunken. Der Börsenindex des„Deutschen Volkswirt" zeigt folgendes Bild(Nominalwert der Aktien gleich 100): Eesamtindkz: 4 Mai 1927 Ende 1929 End« 1930 204 127 90 Andq der T«min- vapieze: 233 132 89,5 Jndzez der Kaga- papiere: 168 117 90,5 Im Durchschnitt notieren also all« Aktien unter pari, d. h. unter ihrem Nomiimlwert. Dabei ist beachllich, daß jetzt der Durchschnittskurs der Terminpapiere mit 89�5 unter den der Kassapapjer«(90,5) gesunken ist. Die Terminpapier« sind aber die eigentlichen Spetulationspapiere, da man sie im voraus kaufen oder verkaufen kann. Sie ziehen in einer Hausse in besonderem Maße da» Interesse der Spekulation auf sich, mit ihnen kann man Blank �geschäfte machen(d. h. sie verkaufen, ohne sie zu besitzen): sie werden von einer Hausse- st i m m u n g besonders hoch getrieben. Daß sie ihrem wahren Werte nach nicht höher stehen als die Kassapapiere und daß heute jede nennenswerte Spekulation t o t ist, zeigt die II e b e r c i n- st i m m u n g beider Zahlenreihen. Eine Ausnahme. Von dem Kursrückgang des letzten Jahres ist ein« einzig« Gruppe von Papieren verschont geblieben: die Aktien der Hypo» thekenbanken. Einmal haben die vielfachen Fusionen turssteigernd gewirkt, und dann war der Absatz von Pfand- b r i e f e n mit 1480 Millionen Mark in den ersten neun Monaten des Jahres 1930 mehr als doppelt so stark wie im ganzen Jahre 1929(680 Millionen). Das ist eine Folg« der Zins- senkung bis zum September, darin drückt sich aber auch die starke Abwanderung des sparenden Publikum» von der Aktie zum festverzinslichen Papier aus. Die VerlufMste. Ein« Uebersicht über die Kursverluste der einzelnen Aktiengruppen von Anfang bis Ende 1930 in Prozent der Anfangskurse vermittelt folgende Graphit: Kuti'S'verXust der Aktien an. dei» Beplmei» Börse im JaVtre 1930 IHM.1 iia.o »dl-, mit.* 1 2b»» l3S.s »»20., ■■20.« ■ 18.« IIS.«' HS.? Küns'fc seide AuEo u.Ta'KrpädeT? Papier«.Zellstoff S teinkoKlen Textilien i Baustoffe o.Baufirmerti Eisen u. Hütten i 3 tr om u- G as i Kali i IfascKinen u-Verf tem Metallindustrie i B raun, ko 1x1 e i Elektro te clxnxk B r a u e r e i en Leder'«. Sclxulxc Kre di tranken Chemiscke Industrie Seesckiff akrt W a.§§ o n An der Spitze dieser Verlustlist« sich« die AnnIsetd«. a t t i e n, deren Kursdurchschnitt von 141 auf 66 zurückging,«in« Folge der internationalen Ueberprodnktion on Kunstseide. Der überaus schlechte Absatz von Auto» und Fahr- rädern drückt sich in einem Kursoerlust von 45 Proz. aus. Wer auch Kaliaktien, die als besonders solid« und rentabel galten fielen um 30 Proz. zurück. Und auch die Brauer«!«» büßten, obwohl fast alle die gleiche Dividend« wie im Borjahre verteilen. 23 Pn>z. ihres Kursstandes ein. Verhältnismäßig wenig iw. loren Waggonaktien, allerdings vor allem deshalb, weil sie schon vorher sehr niedrig standen; dazu kam ein« Sonder- konjunttur im abgelaufenen Jahr. Wir lassen eine Tabelle wichtiger Papiere folge», an, der hervorgeht, wie stark gerade die.Fanorttan�»nter den Börsenpapieren in ihren Kursen zurückgefallen sind. Die Kunftscidea.'lien stehen weitaus an der Epißw die Lemberg- -matr-JSQtZüSKewa Der Tiefstand der Preise ist erreicht! Im Inventur-Ausverkauf, 5-17. Januar, bringen wir die hochqualifizierte Leineweber- Kleidung zu rücksichtslos heruntergezeichneten Preisen. Wer Jetzt nicht kauft, schädigt sich. Leineweber Das Haus das Jeden anzieht Kölln. Fischmarkt/ Brunnenstraße 171 aftte nofietf not nach mtf einem Sechzehn tel ihres Höchststandes. Zugleich zeigt die Tabelle, daß neben der D i.o i d e n d e für die Bewertung allerlei andere Umstände mitsprechen, vor allem die(vermuteten oder wirklich vorhandenen) stillen Reserven. Daß solche Fettpolster als Vorsorge für die schlechten Jahr« bei der Rheinischen Braunkohle A.-G.(Siloerberg) in besonders reichem Maße vorhanden sind, ist bekannt: deshalb steht ihr Äurs auf 147 gegenüber 110 der Deutschen Bankaktie bei gleichen Dividendensätzen. Bei der hohen Bewertung der Aktien der Hamburg— Südamerika-Linie spielen die Äämps« um die Aktienmehrheit eine Rolle. ZNilllardeuverluste? Jtur für die Verkäufer! Eins ist klar: das D e r t r a u e n zur Aktie, zur Börse ist dahin. Bei einem offiziellen Diskontsatz von 5 Proz. sind viele Aktien im Verhältnis zu ihrer Dividende zweifellos zu niedrig bewertet. Schuld an diesem Schwinden des Vertrauens haben die Kreise, die an der Aushöhlung des demokratischen Aktienrechts so erfolgreich gearbeitet haben, die Banken und die Großaktionäre. Sehr viele Käufe und Verkäufe kommen heute gar nicht an die Börse: die Erojjfianken gleichen die bei ihnen einlaufenden Kauf- und Verkaufaufträge aus und bringen nur d i e„S p i tz e� an die Börse. Dies«.Kompensation- ist der Grund, daß für viele Papiere ein eigentlicher Markt gar nicht mehr besteht. Die Kleinaktionäre haben im Laufe der letzten Jahre den größten Teil ihres Aktienbesitzes verkaust. Wo diese Aktien geblieben sind, zeigen die Bankbilanzen: die Cffektenkonten der Banken wachsen trotz niedriger Kurse und vorsichtiger Bewertung dauernd an. Zugleich haben die Großaktionäre, die leitenden Herren der Aktiengesellschaften, diese Zeit benutzt, ihre Kapitalmacht durch Käufe an der Börse erheblich zu vergrößern. Diese Zeit des dauernden Kursrückganges ist in Wahrheit nur die günstige Gr- legen heil zu einer Umschichtung des deutschen Aktienbesitzes von der Uloffe der Kleinaktionäre auf die Großaktionäre und die Danken gewesen. Die Aktiendemokratie des deutschen Wirtschaftslebens ist wohl für alle Zeiten dahin. H. Z. Reichsbahn in der Krise. Verpuffte Tariferhöhung für Personenverkehr. Der Umfang des Güterverkehrs bei der Reichsbahn, der stets ein gutes Konjunkwrbarometer darstellt, ist infolge der sich ständig verschärfenden Wirtschaftskrise in Deutschland im letzten Jahr stark zusammengeschrumpft. Wie die Deutsche Reichsbahngesellschaft in einem vorläufigen Ueberblick über 1930 mitteilt, blieb der Güterverkehr während des ganzen Jahres schwach und lag weit unter den Verkehrsziffern für 1929. In den letzten zehn Monaten schwankte der Verkehrsrückgang gegenüber der gleichen Zeit des Borjahres zwischen 12 und 18 Proz. Die Anforderungen an den Güterwagenpark waren so gering, daß fast während des ganzen Jahres ein großer Teil de» Wagenparks unb«n»tzt stand. Das im Juni 1929 mit der Deutschen Reichspast geschloffen« Abkommen wegen des Personen- und Güter- kraftverkehrs über Land hat sich durchaus bewährt. Dagegen ist im Güterverkehr eine befriedigende Lösung noch nicht erreicht worden und die Reichsbahn hält gesetzliche Maßnahmen hier für unerläßlich. Wie nicht anders zu erwarten, sind auch im Personen- verkehr des letzten Jahres stärkere Ausfälle zu verzeichnen. Im Gesamtverkehr werden trotz der Erhöhunzen der Personentarife die Einnahmen voraussichtlich 95 Proz., die Zahl der beförderten Personen und Personenkilometer etwa 93 Proz. des vorhergehenden Jahre« ausmachen. Die Verteuerung des Personen- Verkehrs hat also der Reichsbahn nicht nur nichts genützt. sondern im Gegenteil nur noch zu einer weiteren Einschränkung de« Reiseverkehrs geführt. Die Unfälle haben sich im Berichtsjahr erfreulicherweis« weiter vermindert. Die Gesamtzahl beträgt nach den vorläufigen Schätzungen 2830, was einer Abnahm« um 23 Proz. gegenüber 1929 entspricht. Der Rückgang der Einnahmen bei der Reichsbahn ist entsprechend der ungünstigen Vertehrsentwicklung natürlich sehr erheblich. Er wird nach den bisherigen Schätzungen nur 4.58 gegen 5,35 Milliarden Mark im Jahre 1929 betragen, so daß ein Einnahmeaussall von rund 770 Millionen besteht. Andererseits hat aber die Reichsbahn durch die im laufen- den Jahr sich auswirkende sechsprozentige Gehaltskürzung, sowie durch andere Maßnahmen technischer Natur sehr bedeutende Einsparungen zu erwarten. So belaufen sich die Einschränkungen bei der Unterhaltung der baulichen Anlagen und Fahrzeuge auf über 100 Mill. Mark. Außerdem sind die Ausgaben für Neuanlagen um 65 Millionen eingeschränkt worden. Schließlich hat die Reichs- bahn noch durch den Verkehrsrückgang etwa 130 Millionen an Ausgaben erspart. Auch ist in diesem Zusammenhang noch darauf hinzuweisen, daß sich die Senkung der Kohlenpreise bei dem starken Verbrauch der Reichsbahn gleichfalls ergedlich aus- wirken wird. Der Personalbestand hat sich im Berichtsjahr weiterhin verringert«nd bekief sich im Durchschnitt auf 686 000 gegen 713000 Personen im vorhergehenden Jcchr. �eichsban? am Lahresende. Llltimo leicht überwunden. Die Reichsbonk hat den Iahresultimo, einen stets sehr kritischen Stichtag, gut überstanden. Nach dem Ausweis der Notendank hat sich die gesamte Kapitalanlage w Wechseln, Schecks, Lombards und Wertpapieren um 727,8 auf 2930 Millionen Mark erhöht. Der größte Teil des Zuwachses entfällt auf Wechsel- «inreichungen, da sich die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 400,5 Millionen auf insgesamt 2365,6 Millionen erhöht haben. An Reichsbantnoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 543,5 Millionen Mark neu in den Berkehr gefloffen. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich unter Einrechnung von etwa einer Milliarde Scheidemünzen auf rund 6408 gegen 6622 Millionen Mark Ende 1929. Die fremden Gelder zeigen mit 651,8 Millionen Mark «inen Zuwachs um 200,5 Millionen Mark. Di« Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen hoben sich um 66,7 auf 2685 Millionen Mark ermäßigt. Diese Er- Mäßigung entfällt ausschließlich auf Abzüge von Devisen infolge Abrufs amerikanischer Guthaben. Die Deckung der Noten durch Gold allein verminderte sich von 51,8 auf 46,4 Proz. in der Bor- wache und die Deckung durch Gold und deckungsfähig« Devisen von 64,4 auf 56.2 Proz. Bemerkenswert bei diesem Ausweis ist der Zahlung»- mittelumlauf, der nur verhältnismäßig wenig unter dem Stande von Ende Dezember 1929 liegt. Der Rückgang entspricht keineswegs der Droffelung der Produktion in Deutschland infolge der Krise. Das ist wohl das deutlichste Zeichen, daß sich die Preis» s e n k u n g in Deutschland nicht in dem Umfang durihgtsetzl hoch tff durch die Drosselung der Produktion und die Absotzkrise geboieu erscheint. Reichspost kaust Trausradio. Unruhe bei den Elektrotoazernen. Di« Reichspost Verwaltung beschäftigt sich mit dem Projekt, die Transradio-A.-D. für drahtlosen lieber- seeverkehr zu übernehmen. Das Unternehmen ist nach Kriegsende gegründet worden, und zwar haben die großen elektrotechnischen Gesellschaften(Telefunken, AEG., Siemens-Konzern usw.) an seiner Wiege gestanden. Ausschlaggebend war jedoch die Idee, daß das Reich, nachdem Deutschland durch den Krieg aus dem internationalen Nachrichtenverkehr ausgeschaltet war, wieder in der internationalen Nachrichtenvermittlung Fuß fassen wollte. Das Unternehmen baute im Anfang auf der G r o ß st a t i o n Nauen und auf der Duplex-Empfangsanlage Geltow auf. Das sind auch die Aktiven, auf die sich die Transradio-A.-G. jetzt hauptsächlich stützt. Technisch sind diese Stationen abgelöst worden. Das Schwergewicht liegt jetzt auf den Kurzwellenanlageii usw. Zu erwähnen ist hier die Duplex-Empfangsanlage Beelitz. Durch Pacht gehört zur Transradio-A.-G. auch die Großfunken- station Eilvese bei Hannover und die Duplex-Empfangsanlage Hagen bei Eilvese. Gegen das Projekt der Reichspost macht sich jetzt schon ein« starke Kritik der Privatindustri« bemerkbar. Sie arbeitet mit der durchaus unbewiesenen Behauptung, daß die Priratindustri« den Erfordernissen des Internationalen Nachrichtenverkehrs besser nach- kommen könne als«in« Staatsbehörde. Wie gesagt, handelt es sich dabei um eine Behauptung, von der man die Durchführung des Pro- jekts natürlich nicht abhängig machen kann. Ueberzeugender ist der Hinweis, daß die Reichspost zu der Erwerbung der Transradio schreitet, wozu sie nach den Verträgen zum erstenmal im Anfang 1932 da» Recht hat), um die Nachrichtenübertragung durch FunkmitderNachrichtenübertragungdurchKabei zu verbinden. Di« technische Frage kann ja auch für die Zukunft nicht heißen Funk oder Kabel, sondern Funk und Kabel. Die Reichspostverwoliung beMet sich durchaus auf richtigem Wege. Wenn eine Kritik berechtigt ist, dann die Kritik an dem ziemlich hohen Preis, den die Reichspostvcrwoltung für die Transradio wahrscheinlich zu zahlen haben wird. Es käme, soweit man die Situation beurteilen kann, ein Preis von 140 Proz. für die Aktie heraus, die gegenwärtig mit etwa 120 bis 125 Proz. bezahlt wird, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Post in letzter Zeit stärker gekauft hat, was natürlich aus den Kurs nicht ohne Einfluß blieb. *1 . t i iib; kB Schultheiß ist oplimistisch. lieber die Generalversammlung der Schultheiß-Patzenhoser Brauerei A.-G. war eine optimistische Stimmung ausgebreitet, die ihren Grund in der Freude über die Wiedergewährung der sehr hohen Dividende von 15 Proz. und in dem Bewußtsein, Aktien eines durch starke Reserven gr- sicherten Unternehmens zu besitzen, hatte. Wesentliche Erläuterungen zu den bekannten Bllanzzissern wurden nicht gegeben Die General- direktion legte aber Wirt darauf zu betonen, daß sie den in vielen Wirtschaftstrersen üblichen Pessimismus nicht mitmache, lieber die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres konnte> wenig gesagt werden. naturgemäß •t 1 n Inventur-Ausverkauf Sportpelze....... 172.-146.- 79.— Gehpelze»....... 258.-178.-118.- Peliwesten mit Acrmel... 34,—_ Schofförpelze....• 146.— 129.— 718,— Cuts and Westen..48.-37.-28.-15.— Geseüschaftsanznge 87.— 75.— 69.— 42.— Manchest ersportanzüge.. 13.»__ Lederjacken 76.— 65.— 53.— 47.— 39.— Kellnerfrackanzüge 69.— 59.— 49.— 39.— Beginn 5. Jan. 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Das Naturallohnsystem im Dritten Reich„wird den Landarbeiter veranlassen, in der arbeitsreichen Saat- unb Erntszeit nicht imr in seiner ordentlichen Arbeitszeit alle Kräfte aufzuwenden, sondern er wird gern und willig lleberstunden oud Sonntagsarbeiiea übernehmen.' Also Zehnstundcntog, Uefcerftunden. Sonntagsarbeft und dann noch Arbeft auf dem Deputatland! Von Freizeit kein« Spur mehr! Das ist das Landarbeiterparadics im Dritten Reich: kein Bode». Naturallöhne, gesteigerte Abhängigkeit vom Grundherrn und verlängerte Arbeftszeit! Die Nazibroschüre enthält auch Skizzen kleiner Landarbeitorvillen mit vier Zimmern, großer Waschküche imd allem möglichen Komfort. Reizend sehen diese Landarbcitervillen aus. Schade, daß sie einstweilen nur in der Nozibroichüre und nicht in Ostelbien stehen. Und womit sollen diese Laudarbeftcrvillen gebaut werden? Mit dem Baugeld Gottfried Feders, d. h. mit zinslosem Baugeld! Wie man sieht, ist das Landarbcfterprogroimn der Nazis nicht nur Schwindel. Sie haben sich jetzt aus Rücksicht auf ihre Geldgeber unter den Großgrundbesitzern so weit gemausert, daß sie die Maske fallen lassen. Wer genau so wie die Landarbeiter würden die Industriearbeiter versklavt werden,»renn Hitler an die Herrschaft käine._ Wenn man nicht organisiert ist. Nachklänge vom Metallarbeitersireik. 27 Arbeiter und Arbefterinnen, die bei der AEG. Acker« st r a ß e den Streik mitgemacht haben und nach der Beilegung des- selben nicht wieder eingestellt wurden, verlangten durch Klag« beim Arbeftsgericht ihr« Wiedereinstellung oder«in« Eni- fchädigung nach dem Betriebsrätegefetz, da ihr« Entlassung«in« un- billige Härte darstelle. Der Vorsitzende belehrte die Kläger, dt« fämMch ulchi organisiert sind, dahin, daß in ihrem Fall« von einer unbilligen Härte kein«. Rede sein könne: denn nach der herrschenden Rechtsprechung gebe ein Streik dem Arbeitgeber das Recht zur Entlassung. Nachdem dje Kläger die Arbeit niedergelegt hatten, dürfe dem Zlrbeitgeber da» Recht der Gegenwehr durch Entlassung nicht streitig gemacht«erden., Eine Klag« aus dem Vetriebsrätegosetz sei tn diesem Fall« av»« f i ch t« l o s. Nun berief sich der Vertreter der Kläger auf dl« Verein« barung. wonach Naßregelungen au» Anlaß des Streiks nicht vorgenommen werden dürfen. Hier« nach müßten also alle Gtrsflenden wieder eingestellt werden. ..Der Vorsitzende bemerkte hierzu, die Vereinbarung, dks'c den Streik zum Abschluß brachte, sei zwischen den d« i i> e 2-' seitlgen Verbänden, aber nicht mit einzelnen Arbeftgeb»»» abgeschlossen. Wenn ein Arbeftgeber die Verembarung nicht einhalte. so könne er— da» sei nun mal Gesetz—- deswegen nicht verklagt werden. Zur Klag« berechtigt würde nur« l n e r der an der Vereinbarung beteiligten Arbeit- nehmerverbände sein, und dl« Klag« müsse sich s«g«nd«n Dertragsgezner, den D B M I., richten, mft dem Antrag«. »«»Sa» 8. S»»»»,. Eisen verheißungsvollen Auftakt zum neuen Jahre bildet Gadiels Inventur- Ausverkauf! Dens wir bieten Ihnen durch diesen so gewaltige Vorteile, wie sie noch niemals vorhanden waren. Sie erhalten nur hochwertige Qualitätswaren an unfaßbar billigen Preisen. Unsere maustiftsc a&len schlagen fetten Rekord! Die folgende kleine BHitcnlese am der uner- meßließen Auswaßl, die wir in unseren Riescnlägern zum Ausverkauf stellen, soll eine Vorstellung von der ungeßeuren Preissenkung geben, die wir diesmal vorgenommen haben. Soleft e/nmn Ausverkauf hat noch niemand gesehan! Darum folgen Sie dem gewohnten Leitsprach: Auf zu Gadiel! Ein froOar Port, feiner PclZ"IVIänt©l darunter elegante Natur-Binam-Wamme, auf vornehmem Futter..... jetzt nur vZTTr Pelz-IVIäntel jetzt nur 229.- 59.- Ein sehr großer Poeten rcinirollencr vor- «agllcber Lodenmäntel 22- ■In»••••npent. ffllliiateäBlBl' tm B.rr.s.t.B.a an» o. anderen______ WolI.to«.,c«B> ent ratler, Jetit t po.t- � äüel H£ 'Ä 1 7'"' M «In«reO. Po.t, ret«ael4ener Gummimäntel aas OrepedoOhiae n. anderen Seldee- »t«B en. Je tat n« p 22: ■In ffreOer Posten karlarter »etat mar 8: Ein RlMMiPOtltn eiefantcrSCal- Plüsch- mfintel _ letet»mr 45: Kostüme aqf.ehr eIe«aoten> Fauer in be.ter Venrbeltan«, letst mar 20." 29.- 39.- ■In«roO. Poet, feiner MdlsA-MM gan« enf Futter, fclao, KWa's ond firbig. Jctet aor 5: Ufa Weeeapeetea»ora.ltm.ter Gesellschafts-Kleider Stodellea■bolleh, ent feinen Spltaea ed. Crepe Oeorarelte a.w.mlt reln.eldeneo Unter- kleid. lellwelie an- («etaabt, Jetat aar WS, aus lernen 25: ■In Uro», Posten SsII.ll.ImM au. beebleln. SleO, die teil—, a» Lager al— aa gelitten ba- bce, Jstnt aar 15 ■In Urea. Pos«. FrOblahre- Komplets aae»ereebledenen leinen Stellen letst aar 25 Uta eebr UroNer Poeten M-IilMk tatet am» m ■In Mieaan posten Veloatiae- kleider engettaubt Jetrt aar 5 Bie großer Poeten rein»ldcaer üeenitlte- Kleiner «Ol Crtee d« Chlne- UnterUeld, tenrcl« et—»« angestaubt, _ fetet enr 35 ■In Posten ent- stiele., relnseld. FM-KleMer «perlen In treten Welt— 1, Jetet aer 25 winter-Mäntelni »teht eine unUberselvbare FUIle vt» prKcbtlgcn MKnteln mit und ohne Pelz. zn anßerordentlich tief herabgesetzten Preisen zur Verfügung. Jede Dame kann sich für ganz wenig Geld) mit vorzüglicher und moderner Wintcrkfeldung verseben.{ ■in großer Posten Kleiderröcke XVI Stele» nilliefeer Art nd VasOklnderkleider i» maert QriSes. ftUt nur 3: ■In Uro Oer Posten reinwollener Klnbjacken ta aederaeB Streifen letzt aar 8: ■In großer Posten seb— erstr ig Welle, Seide o. Samt jetxt nur ab 5 ■In Rlesenpestan Voile- und Opal-Blusen lotet aar 4: Ein groSar Posten reinseidener Crepe de Chine- Blusen !b«chwarz, murine, teilweise angestaubt _ jet** nur 2: ■In grroner Posten schöner dreiteiliger Rodel- Garnituren Mütze. Schal u. Jnmpcr nur 9 iÄÄr Trench-coats 1 ■ ■effllteri auch in |nl. Wdtss Jetxt 10:15: poltlw'en' Strickjacken 10:12: o feinen o. dicken Qualität Jetat aar �rUÄT StricWUeiderl auch lu gan». gr. Weiten Jetst nur, BMantr; 10:15: ■In Poeten Wiener Strick- Pullover Jetxt aar I: Ein groOar Posten elegantar drellslllgw Strickkomplets 20; Achten Sie auf unserl Inserat am Donnerstag, d. 8.1.31 in dieser Zeitung fcfn f>eh:ftf*en}*n NrbsitgeK« jnr Innehavung der SSerefrtfcarang anzuhalten. Auf dissein Wege würden aber die Kläger, weil sie keiner Organisation angehören, auch nichts erreichen, denn es sei doch anzunehmen, daß die Gewerkschaften nnrfür ihre Mitglieder, aber nicht für Außenstehend« Verträge »ad Vereinbarungen abschließen. Die Klag« sei also, von »elchem Gesichtspunkt au« man sie betrachte, aussichtslos. Der DertreterderAEG. bemerkte noch, die Vereinbarung besage— wie aus einer Protokoll nvtiz hervorgehe— daß die am l-Z. Oktober in den Streik getretenen Arbeitnehmer wieder eingestellt werden. DieKlägerhättenaberfchon am lt. Oktober, also vor der Proklamierung de? Streiks durch den M e talla r b« ite ro« rband, die Arbeit nieder- g e l e g t. Auf sie find« die Vereinbarung keine Anwendung. Nachdem der Vorsitzende den Klägern mitgeteilt hatte, daß auch die Kammer sich für Abweisung der Klag« entschieden habe, zogen sie ihre Klage zurück. Dem Gericht lagen noch eine Reihe anderer Klagen von Ar- heitern vor, die nach dem Streit nicht wieder eingestellt worden sind. Da es sich in diesen Fällen um Mitglieder de» Me» tallarb«iteroerbande? handelt, so werden dies« Streitfälle durch die Perdandsvertretung außergerichtlich und, wie an» zunehmen ist, mit Erfolg geregelt werden. Kommunistischer Generalstreik. 300 von 20 000 streiken. Remscheid,?. Januar. Die Htreiklag« in der Sroß-Reinscheider Eisen- und Metall- induftri« hat heute gegen gestern kaiun«in« Aend«rung erfahren. Don etwa 20 000 Arbeitern streiken insgesamt nur 250 bis tzOO Mann, cheut« früh mußte die Polizei an ver- schiedenen Stellen eingreifen, an denen Arbeitswillig« von Streik- posten belästigt wurden. Streik bei Leiser. Dei der Firma Liiser haben gestern sämtliche Handels» arbeite? und Kraftwagenführer, etwa IIS Arbeiter, die Arbeit eingestellt. SI« fordern von der Firma die unterschriftlichc Erklärung, daß sie bereit sei, den allen Lohntarif- vertrag bis zum Zl. März einzuhalten. Außerdem verlangen die Arbeiter der Firma Leiser«in« außertarifliche Er- höhung d«r Löhne für die über zehn Jahr« im Vetriebe Veschäftigten sowi« die Erhöhung der Löhne der Jugendlichen. « Don der Finna Leiser wird mitgeteilt, daß sie den Streikenden noch gestern nachmittag die Weiterzahlung der bisherigen Tarif- lohn« bis zum ZI. März zugesagt habe, daß aber die Streikenden auf Anraten von Außenstehenden(KPD.?) beschlosien hätten, außer- dem ein» Lohnzuloge von 10 Proz. zu verlangen und den Streik »erschärst»>«H,r zu führen._ Schlichtungsverfahren für VehSrdeuangestellte. De? Zentralverbant» der Angestellten, der Bund der technischen Angestellten mü> Beamten und der Deutsche W-rkmeisterverband haben in Gemeinschaft mit den übrigen au, Reichsangestellteillarif- »ertrag und am preußischen Angestelltentarifoertrag beteiligten vrgamjauonen beim Reichsarbeitsministerium die Einleitung des Schkichtungsverfahren» gegen die Reichs. regierung. die preußische Staatsregierung, die Rcichspost. die Reichsbahn und die Reichsbank beantragt, nachdem di« Behörden auf Ihrer Forderung, di« Bezüge der Dehördenangestellten(wi« bei den Beamten) ebenfalls um S Proz. zu kürzen, beharren. Gegen Lohnabbau. Stuttgart. Z. Januar.(Eigenbericht.) Eine Bezirkskonferenz des Deutschen Metall- orbeiter- Verbandes hat den Schiedsspruch, der«inen sechs- prozentigen Lohnabbau vorgesehen bat, einstimmig abge. lehnt. Der Schlichter für Südwestdeutschland hat darauf die Par° teien zur mündlichen Nachverhandwng auf Montag, den S. Januar, nach Karlsruh« eingeladen. Nochmals Vertagung in Oberfchleflen. Gleiwitz. Z. Januar. Di« Lohnverhandlungen im oberfchlesischen D«gbou, die Ende vorigen Jahres auf den kommenden Montag vertagt worden waren, sind mit Rücksicht auf die Vorgänge im Ruhrgebiet aber- mals verfchoden worden und sollen nunmehr«m Sonnabend, dem 10. Januar, stattfinden. Lohnabkommen in Nieöerfchlesien gekündigt. Der Berein für di« bergbaulichen Interessen Riederschlestens hat das Lohnabkommen der Bergarbeiter zun, ZI. Januar gekündigt. Verhandlungen über einen Lohnabbau sollen demnächst vor sich gehen. Textilkampf in Schweden. Stockholm. Z. Januar.(Eigenbericht.) Der schwedisch« TeMarbeiter-Verband hak ab 7. Januar Teil- streik» angeordnet, die etwa 8000 Personen und einig« der bekanntesten Weberein und Spinnereien des Landes umfassen. Die Arbeitgeber wollen diesen Defchluß tn einer heutigen Sitzung eventuell mit einer allgemeinen Aussperrung beantworten. Berliner Gewerkschaftsschule. Achtlmz. Arbeiter, und An«eit«Men.BetrIe!»rätrI Der vilchtte«»«ttsrecht- liche Inf»rnlati»usob«nd für Berriedziüte ist für Dieu.tog. d. Zauuar,»m ,» lld», vorsrsehen. g, findet nicht, wie»argefchcn. im Saal 5, sondern im ZMeich- heim de» chelamtoerband«,, Enrclirfer 24—28.»ufaon« B, parterre, statt. Die Leitung da» Wand« hat der Genostr Dr. Srnst ffraeul«! wernammen. Ts werden lehtinftanmche Entscheidungen des Neichsardeitsgerichte und andere ailuclle ardettarechtllch« Kragen behandelt. Den Bitriederoten ist die ML». lichk-it gegeben. s«Mt arbeitsrechllich« Kragen, die stch an» ihrer Praxi» er- geben, gur Erörterung»» stellen. So werden dies,«etriebsStr-Iniarolations. abcnt-r»u einer au»g«»«ichne»en linfarmot'onennögUckEeit tstr di» Betried»«öte. Die leilnahwe ein den Inwrmationsadendcn ist kostenlo». Tin, vorherig« Anmeldung ist nicht erforderlich. Di« nöchfren Infornlationeabonde finden statt am Di-»»lag, Sl. ganua», und am Dienstag. U>. Fedcuar. «cht»»», chörer de» D!ti», t» Sefawtveedand der Ardeitnwnet der»ff-»Sich»»«e. triebe und de« Personen, und Warennerkehr». Mittwoch, 7, Januar, zo Uhr, im Türkischen Sät. Pankow, Breite Htrofie, ssraktuinsversa-wnlung. Stellung. der Partei»v den Zio've-vrdnungen. N-f-rent Senvtfe Pop! ch-ie8, von 18—22 Uhr: Zugendbelm Svandau, Lindenufer 1, von Ai— 22 Uhr: Zugendbelm fowaweö. Priefterstrosts. von 18—22 Uhr.— Morgen, Montag, finden folgend« eranftaltungen statt:«Seddiug: Zugendheim Turiner Ecke Esestrasse. Vortrag: ..Diktaturen und Demokratien der Gegenwart". Referent Ehrtstlan Mühl.— Brlh! Städtisches Jugendheim lPathau»), Heiterer Jahresanfang.— Urban: Zugendheim Sodrecht» Ecke Eanderstrgste. Bortrag!„Unsere Arbelt— unicr nöchstes Ziel: Reichsiugenttag tn Lübeck". Rrferent Ludrotg Dledertch.— «eistenfce: Jugendheim Pistoriusftr. 24. Bunter Abend.— Die Mustkaruvoe Sbt feden Montag von 20—23 Ubr im Derdandshaus. Aus der Partei. 40 Lohre«.Kasseler Volksblait�. Das„Kasseler Dvlkeblatt" beding am Somtobcnb, Z. Januar, das Jubiläum seines vierzigjährigen Bestehens. Ende des Jahre» 1890 m Kassel begründet, hatte es in den achtziger Jahren schon einen Vorläufer, den.hessischen Volksfreund*(an dem u a. Psannkuch und Scheidemann Mitarbeiter waren), der aber dem Sozialistengesetz zum Opfer fiel. Au» kleinsten Anfangen heraus hat sich das„Kasseler Dolksblatt* zu seiner heutigen Größe und seinem starken Einfluß in der Provinz und im Regierungsbezirk emporgearbeitet. In der sechzigseitigen Jubiläumsausgabe vom 3. Januar 1031 sind unter den etwa 100 Mitarbeitern u. a. zu finden: Reichstagspräsident P a u l L ö b«, preußischer Minister Carl Severing. hessischer Minister W. Leuschner, Oberpräsident Haas, Regierungspräsident Dr. Friedensburg, Landeshaupt- mann von Pappenheim, Oberbürgermeister Dr. Stadler, Polizeipräsident Dr. Hohenstein, Bürgermeister EduarlV Gräf, Frankfurt 0. M. ferner HermannMüller-Franken. Otto Wels, Eduard Bernstein, Karl Kautsky, Philipp Scheidemann und Albert Grzesinsli. Redattionswechfel in Stuttgart. Slullgart. 3. Januar.(Eigenbericht.)* In der Redaktion d«„Schwäbischen Tagwacht* stnd B«r» änderungen»ingetreten. Die Relchstagsabgeordneten Keil und Dr. Schumacher sind aus dem Redaktionsverband ausgetreten Di« politisch« Leitung der Tagwacht wurde dem Genossen Artur Sötern us übertragen, der früher am„Vorwärts* und später in Frankfurt a. M. tätig war. � v,....... Mk mPeek& Cloppenburg� iERUlli ö E RT R AU D£ N- STRAS S E_25�27f- KoetUm r Fantasie � Theater, Lichtspiele usw. j FolKsbQhne Tholir w niowlatL 3 Uhr Mississippi 8 Uhn Dia DefraadanteD Staat). SAiller-Th- 8 Uhr lOOOOO Taler TDaanr am sttiltmauerdamm S'k Uhr Oleüaadratnr des Kreises Winter Garten' l. Zatt. ISIS, tisch« ertoatt. Codon � L«Hsal/ 8 Songs 8 Superb's/ Brokor's BSrensehau usw. Hatte 2 f arataflangm 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Pr. «GUUM reipupngf Restaumnt Berlins BETRIEB KEMPIHSKir� 8 Uhr Elisabeth von England raaftn Brackaar Regit; Beim itptrt Kammersplele 8�, Uhr Jnles uitene uiien von Tristan Beraard hgii; Bnt Dgp Die Komödie m Uhr Die Fee vnftaMUolDar Rqift Sleta Bmt UCHT Me sahemwapdigiiatt Berlins we tonranoe uartete- bim«imaBhaa Direktion> Luis Gutman BctUb'Getnndbrnn aen Von Freitag, t. Januar bis Donnerstag, S. Januar Das neue Jahr begrOEt die Llchlborg mit einem der lustigsten Programme: BUhnenteil UdHtirg-OiaBstsr unter Franca Fedrtl Der Liebling desLiehtburg Publikums Fred Beiger komeriert wieder das Programm Gastspiel Eric Dulten. Eine lllustons- überraschung. Eric Dulsen verschenkt in jeder Vorstellung eine echte 14 kar. goldene Uhr. Eine unerhörte artistische Leistung vollbringen die 9 Giganis. Reizende Chansons singt die charmante Elly Ticbdher. Filmteil Der neueste grote Tonfilm-Erfolg! 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Von Erich Fiat au, erstem Vorsitzenden der Berliner sozialdemokratischen Siadtvcrordneicnfraktion, Jüngst wieder im Hcmptausschuß und im Pleninn des Prelis! jchen Landtages sekr anstührlich gepflogen« Diskusstonen über t' Berliner Opernfragcn haben eine Menge von Nngenauig- i k«iten, Unklarheiten und Mißverständnissen gezeigt in bezug ein die Entscheidungen, die in diesen Angelegenheiten die Stadt Berlin und der Aufstlbtsrat der Städtischen Oper ge'älll haben. Angebracht erscheint es deshalb, einmal im Zusammenhang die Dinge, die die Berliner Opern betreffen, zu schildern. Diese Schilderung erfolgt auf Grund aktemnäßigen Material-. Die hier gegebene Darstellung soll zeigen, daß die Stadt Berlin bei ihren Entschlüssen immer weitestgehend die staatlichen Wünsche erfüllt«. 1925 war der(bis dahin) private Charlottenburger Opernbstrieb an der Grenze seiner finanziellen Leistungsmöglichk«it angelegt. Unter den Wirkungen der wirtschaftliche» Katastrophe litten auch feit langer Zeit schon damals feine künstlerischen Leistun- gen. Di« Stadt Berlin als R«chtsnachfolgerin der ehemals selbstän- digen Stadt Charlottenburg war Besitzerin des Hauses, in dem eine private Gesellschaft, die sich„Deutsches Opernhaus" nannte, Opern ausgeführt hatte. Das Haus ist ein reiner Zweckbau, ausschließlich bestimmt zur Operndarstellung. Wer damals vorschlug (wie«s tatsächlich geschah), den Bau zu einer Großgarage oder zu einem S ch w i m m b a d umzugestalten, zeigte mehr Witzbega bu ng als prakttsches Verständnis. Magistrat und Stodtoer- ordnetenoersammlung von Berlin wurden zu der Entscheidung, in d'esem Haus« euren eigenen städtischen Opernbetrieb zu errichten, schließlich mtt bestimmt durch die U eberleg»ng, daß eigentlich bisher da» alt« Berlin und auch das neue Berlin herzlich wenig für die Förderung de» Berliner Theaterwssens getan hatten. Außer der Hergab« einer Mfllion-Hypothek zum Vau des Hauses der Volk». bühne am Bülowplatz hakte praktisch die Stadt Berlin für Theater- Zwecke nichts geleistet. Weiter wurde auch erörtert, daß eventuell der Betrieb einer eigenen städtischen Oper di« Stadt von der Erfüllung des immer wieder gestellten Verlangens des Staates befreien konnte, einen Zuschuß zu den Berliner Staats» theatern zu leisten. Damals geführt« Verhandlungen ließen klar erkennen, daß der Staat auf einen derartigen Zuschuß verzichten würde, solange die Stadt Berlin ein eigenes Theater(eine eigene Oper) unterhielt. Unter solchen Voraussetzungen begann das städtisch« Opernunternehmen aus der wirtschajtlichen Grundlage einer Aktien- gesellschaft, die sich„Städtische Oper Berlin" nannte und non der Stadt Berlin etatsmäßig eine bestimmte Zuschußsumme(Betriebsfonds) jährlich erhielt. Ursprünglich-war diese auf AhZCKW Mar? bemessen,«in« Summe, die nur in Unkenntnis der tatsäch- lichcn Bedürfnisse einer großstäktischen Oper überhaupt eingesetzt werden konnte. Ms Intendant wurde Heinz Tietjen aus Bres- � engagiert. Ihm gelang es. als maßgebeichen musikalllchen Leiter ! Professor Bruno W alt e r zu gewinnen. Dieser gab der Städtischen Oper ein künstlerisches Gesicht und Gewicht und ließ auch bald die anfänglich gegen die Städtische Oper gerichteten, sehr kritischen Stimmen schweigen. Das Verhältnis der Städtisckien Oper zum Staat und vor ollem zu den Berliner staatlichen Opern war' ein korrekte«. Anfangs„Edelfon?urrenz�. Auf der Grundlage dieser korrekten, vielleicht anfänglich auch kühlen Beziehungen könnt« stch dennocli eine Art„Edelkon. k u r r« n z" entwickeln. Während der Zeit, in der di« staatlich? Oper Unter den Linden nicht spielen konnte(wegen des Umbaues ihres Hauses), nahm die Städtisch« Oper unter der hervorragenden künstlerischen Leitung Bruno Walters und unter der sachlich«in- wandsreien Führung Tictjens einen bedeutenden Ausschwung und wurde in kurzer Zeit«in erstrangiges Operninstitut von Welt- ruf. Intendant Tietjen hatte mit der Städtischen Oper A.-G. ?inen treiiabrigen Vertrag abgeichloffen. Der Staat mochte ohne Verständigung der Stadt Berlin oder des Auf- s i ch t s r ä r e s der Städtischen Oper A.-G. dem Inlencant n i Tietjen ein festes Angebot, mit dem Ablauf seines städtischen Berkragrs in die Dienste des Staates zu treten, und zwar für zehn Jahre, Intendant Tietjen hat dieses Angebot leider akzeptiert nach einer rem privaten Verständigung mit dem Auf- sichtsratsoorsitzsnden, der natürlich in dem vom Intendanten ge- gebenen Hinweis nichts anderes als seinen Willen erkennen muß e. vom Staat verpflichtet zu werden. Durch dies« Maßnahm« war der Aufsichtsrat der Städtischen Oper A.-G. zwangsweise in di« Lage versetzt, nach Ablauf des dreijährigen Intcndanien-Vcr- träges auf den von ihm für Berlin gewonnenen und in seiner Arbeit weitest gehend unterstützten Intendanten verzichten oder mit dem Staat in Verhandlung eintreten zu müssen,»m ein Abkommen zu erzielen, welches Tietjen- Kraft noch Vertragsablauf auch der Städüschen Oper erhielt. Aus solche Weise, also eigenttich ohne freie Willensbestimmung der maßgebenden Stellen der Städtischen Oper und der Stadl Berlin, kam es zum Abschluß der sogenannten Arbeitsgemeinschaft zwischen Staot und Stadt. Der nirnmehno« staatliche Generalintendant Tietjen wurde Gesamt. lelter der staatlichen Opern und der Städtischen Oper in Berlin. Di« Entwicklung der Dinge zeigt schon, daß keineswegs ausschließ- lich mit Freud« ein solcher Zustand van allen Mi gliedern des Auf- sichtsrates der Städtischen Oper begrüßt werden tonnte. Aber trotzdem sind mnner vom Aussichtsrat der Oper oll« Entscheidungen loyal im Sinne, im Rahmen und unter Förderung der Arbeits- gemeinschaftsidee gefällt worden. Ein Beweis dafür ist schon die Tatsach«, daß der Aufsichtsvat dem Intendanten Tietjen auf Wunsch des Staates noch während der Laufzeit seines städtischen Vertrages gestattete, gleichzeitig auch im vollen Umfange die künstterischen Dispositionen für die Wieder« eröffnung der Staatsoper Unter den Linden zu treffen. Beginn der Differenzen. Der viel erörterte schwere Entschluß des Aufsichtsrates, der den bedauerlichen Weggang Bruno Walsers von der Städtischen Oper einschloß, entsprang nicht, wie in der Oeff«ntl!ck>keit auch be- hauptet worden ist, der Initiative des Aussichtsrates, sondern hatte zur Voraussetzung die zwangsweise geschaffene Arbeitsgemeinschaft, in der Bruno Waller die Möglichkeit zu einem gleichzeitigen Wirten an der Lindenoper sah. Dies konnte der Aufsichtsrat aber im Interesse des durch di« Doppeltätigkell Tietjens an sich schon etwas benachteiligten städtischen Instituts nicht genehmigen. Die Stadt und der Aussichtsrat der Stättischen Oper konnten die Kraft des Generalintendanten für die Städtische Oper nur erhalten durch eine Verlängerung seine- städtjjchen BUiräges und zugleich auch durch eine Verlängerung der ursprünglich kurz befristeten Dauer der Arbeitsgemeinschaft. Mit Zustimnmng aller Instanzen wurde die Zusammenarbeit zwischen Staat und Stobt auf der Grundlage der Arbeitsgemeinschaft bis zum.1. August 1930 festgelegt. Im Früh- jähr 1929 ließ der Aufsichtsrat der Städtischen Oper das dringend« Verlangen erkennen, sowohl den Intendanten-Dertrag als auch da- Abkommen über die Arbeitsgemeinschaft auf weitere drei Jahre mit Wirkung ab 1. August 1930 zu verlängern. Di« Kenntnis, die der Aufstcht?rat von der weiteren Entwicklung der Drng« erhielt, mußten seine Auffassung bestätigen, daß seinem Wunsche entsprechend die notwendigen Abmachungen endgültig getroffen worden waren. Inzwischen waren zwischen dem Staat, d. h. der Verwaltung der Staatstheater, und der Berliner Volksbühne sachliche Differenzen entstanden über den Weiterbetrieb der Oper am Platz der Republik. Ein jahrzehntelanger Vertrag, den diese beiden Kontrahenten ab- geschlossen hatten, würde im Lause der Zell vom Staat in finanzieller Beziehung als drückend empfunden. Eine Schließung der Oper am Platz der Republik konnte nur erwogen worden, wenn die Ver- pilichtung des Staates, der Volksbühne jährlich eine bestimmte An» zahl von Opernoorstcllungcn zu liefern, mit Einwilligung der Leitung der Berliner Volksbühne von anderen künstlerisch gleichwertigen Instituten übernonnnen worden wäre. Hierfür kamen nur in Be- kracht die Stacttsoper Unter den Linden und die Städtische Oper. Die der Volksbühne garantierte Anzahl von Vorstellungen konnte unter den früheren zahlenmäßigen Voraussetzungen ohne Störmig des Spielplans der Stoatsoper Unter den Linden von dieser allein nicht übernommen werden. Der Staat wandte sich deshalb an die Stadt bzw. an den Aussichtsrat der Städtischen Oper mit dem Wunsche, mit ihr über einen Modus einig zu werden, der für den Staat bei der Erfüllung des Volksbühnen-Vertrages eine wesent- lichc Erleichterung brachte. Obgleich für di« Stadt und die Städtisch« Oper keinerlei gesetzliche Verpflichtung vorlog, auf einen derartigen Vorschlag einzugehen, erklärte sich im Juni 1930 der Aufsichtsrat der Städtischen Oper mit großer Mehrheit bereit, in Erkenntnis des wirklichen Sinnes einer Arbeitsgemeinschaft eine bestimmte Anzahl von Volksbühnenvorstellungen dem Staate ab- zunehmen. Dieser sollte der Stadt die Differenzbeträge vergüten, die inzwischen dem normalen Tagesaufwand und dem Minderbetrage entstanden, den die Volksbühne nach dem mtt dem Staate ge- schlössen«« Vertrage jeweils zahlte. An diesen Verhandlungen wegen der Lorstellungsübernahme durch die Stadt nahmen maßgebende Vertreter der preußischen Ministerien teil. Diese konnten sich von der überaus korrekten Haltung des Zlufsichtsrates der Städtischen Oper ohne wetteres überzeugen. Di« Entscheidung des Aufsicht?- rats wurde dem Staat mitgeteilt mtt dem Hinzufügen, daß die Stadt und die Städtische Oper natürlich bei solch weitestgehendem Entgegen» kommen erwarten müssen, daß der Staat das vor der Eröffnung der Städtischen Oper mehrfach geäußerte Verlangen nach einem städtischen Zuschuß für die Staatstheatcrbetricbe nicht mehr stellen würde. Eine besondere Antwort auf dieses Schreiben ist nicht erfolgt. Die Antwort, die eigentlich erwartet werden konnte, wurde ersetzt durch die gänzlich unmotivierte Mitteilung, daß man seitens des Staates nicht weiter zugeben könne, daß Generalintendant Tietjen serner auch noch di« Leitung der Städtischen Oper führ«, mäh- rend man den sachlichen Teil der Arbeitsgemeinschaft evtl. vor- läufig bestehen lassen wolle. Für die plötzliche und in ungewöhn- licher Form erfolgende Zurückziehung Tietjens von der Leitung der Städtischen Oper führte man als Grund die Tatsache an, daß ein« unanfechtbare Zustimmung des Ministers(Dr. Becker) nicht vorgelegen hätte, und daß ein früher als rein formeller, mehr nebensächlich erschienener Einwand dieses Ministers jetzt als schon damals erfolgt« endgültige Absage einer Verlängerung des Iittendantenoerttages über den 1. August 1930 hinaus jetzt an- gesehen werden müsse. Diese Mitteilung erfolgte nifcs!'t»va vor dem 1. August, sondern— ohne jede Vorbereitung— mitten in der End« August 1930 eröffneten neuen Spielzeit der Städtischen Oper. Die Städtische Oper und ihr Atissichtsrat sahen sich gezwungen, einen neuen provisorischen Leiter zu bestellen. Die» war Dr. Singer, der 1928 als Aufsicktsratsmitglied vom früheren In- tendanten Tietjen als allein geeigneter stellvertretender Intendant vorgeschlagen und hierauf vom Ausstättsrat der Städtische» Oper als solcher gewählt worden war. Die in diesem Vorschlage zum Ausdruck kommende Anerkennung Dr. Singers, wie auch eine schriftliche Meinungsäußerung, di« gewissermaßen einen Kommentor zu einem vorher mündlich gegebenen etwas unklaren Urteil dar- stellt«, bestimmte den Aufsichtsrat dann, Dc Singer bis zum Ablauf der Spielzeit 1930/31 als Intendant mtt der Leitung der Städtischen Oper zu betrauen. Etwas anderes blieb dem Aufsicht»rat ja auch nicht übrig, wollte er in der lausenden Spielzeit überhaupt noch einigermaßen.geordnet" die Städtische Oper weiter betreiben lassen. Daß mit der Fortnohme des ge- Zchnvorrae Lpong« linser pBerSHilager Billige Ausverkaufspreis« für Liwera-Strümpfe Domen-Ström pies Flor oder kOiwtl. Waschteide.. 0.95 Bemberg Gold.......... J-95 Wollstrümpfe 2"........ 1.95 Herren-Sodten:......___ Moderne Dessirw l75. I35. O95 O.SO 2 Paar Klnder*trümpfe m Gr 5-10 O93: Gr. 15.. 0.75 Mosiiger Hausschuh m. Filz u. ledersohle Gr. 36-42.. 1.55 Rest- und Einzelpaare ohne Rucksicht auf den früheren Wert stark ermäßigt lieber 130 eigene Verkaufsstellen, davon 23 in Graß-Berlin u. Potsdam me infamen Opernleiters Tictfen d!« Arbertzgememschast tatstchlich aufgelöst worden und die loseqe Farm einer bloßen I n t« r« essengemeinschaft wieder erstanden war. haben die staot- lichen Vertreter vielleicht zu spät erkennen müssen. Diese haben bei entscheidenden Diskussionen im Parlament und auch an anderen Stellen merkwürdigerweise viel Unklarheit bestehen und durch- blicken lassen. daß die vom Staat getroffenen etwas gewaltsamen Maßnahmen eigentlich eine«völlige Vereinheitlichung der Berliner Opern- wesens vorbereiten fallen", eine Vereinheitlichung, die auch hier mit dem Begriff.Fusion" gekennzeichnet wird, der in seinen Wirkungen seitens der Stadt abgelehnt werden muß. Die Stadt Berlin hat auf ähnlichem Ge- biete ihre Erfahrungen. Sie hat das«Philharmonische Orchester" saniert auf der Grundlag« einer Gesellschaftsbildung. an der Reich, Staat und Stadt beteiligt sein sollten. Der Staat hat seine Mitwirkung schließlich versagt! Das Reich hat in di«s«m Jahre nur mit Widerstreben seine finanziellen Verpflichtungen er» füllt, so daß schließlich die Äadt fast als die allein verantwort- liche Trägerin des Unternehmens erscheint. Sie muß es sich dabei noch gefallen lasten, daß in dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ein« vorzugsweise aus nichtstädtischen Vertretern gebildete Mehrheit Be- lchlüst« mit finanzieller Wirkung zustande bringt, für die di« Stadt weitestgehend die Kosten zu tragen hat. Ein« Opernfusion«Staat- Stadt" könnte für die Stadt ähnliche Wirkungen haben. 2 Millionen Zuschuß der Stadt. Die Stadt Berlin leistet insgesamt für die Städttsche Oper einen Zuschuß von etwas über 2 Millionen, wobei rund ein Viertel dieses Betrages entfällt auf di« Kosten für Bottsvorstellungen zum Einheitspreis« von 2 Mark. Der ursprünglich festgesetzte B«» t r i e b s z u s ch u ß hat sich also im Lauf« der Entwicklung, wie es jeder Sachkenner voraussah, mindestens versiebenfacht. Im Haushalt des preußischen Ministeriums für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung für das Rechnungsjahr 1931 sind in Kapitel 162 (Staatlich« Theater in Berlin einschließlich der Generalintendanz de? preußischen Staatstheater, Seite 102 ff.) die Ausgaben mit rund 7sb Millionen Mark festgesetzt. Das Staatstheaterpersonal ist vom Intendanten abwärts in die einzelnen preußischen Beamten« grnppen«ingereiht. Für dos Berliner staatliche Schauspiel sind hierbei nach dem genannten Haushalt(Anmerkung dort Serte lOö) rund 1H Millionen zu veranschlagen. Di« Kosten der Leitung einschließlich deren Mitarbeiter beziffern sich auf rund 100900 Mark. Zieht man nun diese Zahlen und die durch den evtl, wegfallenden Betrieb der Oper am Platz der Republik weiter verringerten Kosten ab(sofern man dort mit dem Personal ein brauchbares Abkommen treffen könnte), so blieben für den Ber- liner staatlichen Opernbetrieb vielleicht immer noch über 6 Millionen MUrt Kosten übrig. Die diese Ausgaben ausgleichenden Einnahmen der staatlichen Oper werden niemals genau zu schätzen sein. Eine „Fusion", die zugleich eine gemeinsam« Kassenführung bedeuten würde, könnte nur sehr viel«geteilten Schmerz" und sehr wenig»geteilte Freude" bereiten. Hierbei soll noch ganz abgehen werden von den schwer zu überwindenden großen orga« nisatorischen und vertragstechnischen Schwierigkeiten, die vor allem in den Entscheidungen liegen, die letzten Endes der Preußisch« Land- tag und die Berliner Stadtverordnetenversammlung zu treffen hätten. Es muß also vorläufig im Berliner Opernb-trieb bei dar nr- sprünglichen Form einer loyal durchgeführten Interessen« gemernschaft bleiben. Hierbei braucht man keineswegs daran zu Sacken, daß sich mnerhalb dieser vielleicht nicht deutlich mar- tierten Grenzen eine üble Konkurrenz entwickeln könnt«. Es muß dem Geschick der beiden derzeitigen Leiter Tietjen und Dr. Singer, die sich ja durch jahrelanges Zusammenarbeiten in ihren Eigenarten genügend kennengelernt haben müßten, überlassen bleiben, diese nun wieder bestehende„Edelkonkurrenz" zum besten des gesamten Berliner Opernwesens auszunutzen mit dem Ziele, m naher oder fernerer Zukunft Zv der Bildung einer rein künstlerischen Arbeitsgemeinschaft zu kommen, die von vielleicht vor- Händen gewesenen persönlichen wünschen und Empfindlichkeiten In ihrem möglichen Ausbau nicht mehr gehemmt werden dürfte. Für beide Dperninstitute liegen im laufenden Spieljahr und im kommenden Spieljahr die Verhältnisse noch wesentlich schwieriger als bisher. Staat und Stadt müssen sparen! Die Sparabsschten können sich bei Kunst- und Zkulturinstitutionen natürlich nur in bestimmten Grenzen durchsetzen, wenn der eigentliche Zweck dieser Institutionen nicht gefährdet werden soll. Für die Stadt ist es ohne weiteres Pflicht, den bisherigen Opernzuschuß um eine ganz bedeutend« Summe herabzusetzen. Entsprechende Vorschlüge sind von den sozialdemokratischen Vertretern im Aufsichtsrat gemacht worden. Diese haben auch das Verlangen zu erkennen gegeben, daß der volkstümliche Charakter des städtischen Opernnuter- nehmen? gesteigert werden müßte. Hierbei ist„volkstümlich" nicht etwa in primitiver Erläuterung des Begriffes gleichzusetzen mit„minderwertig". Der bisher stark betonte repräsentative Charakter der Städtischen Oper kann allein nicht weiter ausschlaggebend bestimmend sein, wenn i»e Städtische Oper beim Wegfall der Oper am Platz der Republik Ihr« Existenz wirklich rechtfertigen soll. Da gegenwärtig das Haupt- bemühen der Leitung der Städtischen Oper dahin gegen muß, die Schäden auszugleichen, die durch die nicht von der Stadt herbei- geführt« gewaltsame Zerreißung der einheitlichen Leitung und die willkürliche Lösung der Arbeitsgemeinschaft entstanden sind, wird erst im Laufe einiger Monate ein endgültiges Urteil über das Ergebnis der diesjährigen Arbeit der Städtischen Oper zu fällen sein. Wer gegenwärtig, wie es schon in einzelnen Zettungen geschieht, in zum Teil gehässiger und herabsetzender Weise einzelne Aufführungen der Städtischen Oper beurteilt, kann dies mir in Unkenntnis der Tatsache tun, daß gegenwärtig immer noch nach den zu Anfang der Spiel- zeit von der damaligen einheitlichen Leitung der Städtischen und Staatlichen Oper festgelegten künstlerischen und wirtschaftlichen Dispositionen oerfahren wird, und daß bisher in der Bismarckstraße noch keine Oper zur Aufführung gelangte, die allein von der n e u« n Leitung erworben wurde. Oie persönliche finanzielle llnabhängigkeit der Leiter großer städtischer und staatlicher Theaterunternehmungen kam, vielleicht zu einer gewissen Sorglosigkeit auf der einen Seite und zu einer schädlichen„Uebersteigerung tun st- leri scher Energien" auf der anderen Seite führen, wodurch nicht immer die Interessen dieser pfleglich zu behandelnden Institute voll berücksichtigt werden. Ein sehr guter Kenner und Praktiker des Theaters, der überdies auch noch ein Mann von überragender Be- dcutung war, hat einmal folgendes gesagt: «Nichts ist für das Wohl eines Theaters gefährlicher, ots wenn die Direktion so gestellt ist, daß eine größere oder geringere Einnahme der Kasse sie persönlich nicht weiter berührt und sie in der sorglosen Gewißheit hinleben kann, daß dasjenige, was im Lause des Jahres an der Einnahme der Theatertass« gefehlt hat. am End« dess�ben aus irgendeiner ander« ÖoeBe«fetzt wtckl. Es liegt einmal in der menschlichen Natur, daß sie leicht erschlafft, wenn persönliche Vorteile oder Nachteile sie nicht nötigen." Diese sachverständigen Ausführungen stammen von keinem Ge- ringeren als von G o e t h e, der sie gegenüber Eckermann am 1. Mai 1823 machte. Sie enthalten eine große Wahrheit, deren volle Er« kenntnis zu einer anderen Gestaltung der zukünftigen Beziehungen der Leitungen der sogenannten gemeinnützigen staatlichen und städtischen Theater zu diesen Instituten selbst führen könnte. Technische Werke unter„Naiurschuh"! Ein neues Projekt. Zlehnlich dem Naturschutz für Laudschaftsgeblete und dem Denkmalsschuh für künstlerische und historische Bauwerke svllea jetzt auch, noch einer Aureguug Oscar o. Millers, des Schöpfers des Deutsche« Museums in München, kulturgeschichtliche Schöpfungen der Technik ebenso erhalten und geschützt werden. Durch den Deutschen Bund Heimatschutz wurden bereits unter Mithilfe der Behörden hundert technijch« Kulturdenkmäler in ganz Deutschland erhalten, die im Auftrage des Vereins Deutscher In- genieure von Prof. Dr. Matschoß und Dr. Haßler in einem großen illustrierten Werk beschrieben werden sollen. Für später fft auch die Herausgabe eines Handbuchs über technische Kulturdenkmäler, ge- wissermohen eines„Bädekers der Technik" geplant. Geschützt werden scllen historisch« Maschinen wie Dampfmaschinen, Lokomo« tioen und Gasmotore, Bauwerk« wie Brücken. Bergwerks« anlagen und technisch interessante Hochbauten, eigenartige und historisch wertvolle Betriebseinrichtungen und Betriebe wie Wasserräder, Windmühlen, Schiffsmühlen, Kran«, Pferdegöpel. Schleiftotter und dergleichen. Einen Teil dieser Erhaltung werden die Museen übernehmen müssen, die nach Möglichkeit einen alten Betrieb in der ursprünglichen Form als Ganzes be- wahren sollten. Hierzu wird man nach dem Borbild« des Gartens des Deutschen Museums und des Königsberger Freilichtmuseums die Gärten bei Museen für größere Bauten heranziehen. Eine zweite Möglichkeit bietet die Aufstellung solcher Denkmäler auf öffentlichen Plätzen. Auch dafür gibt es bereits Beispiele. So sind z. B. im städtischen Part in Lauchhammer«ine über 100 Jahre alle Gebläse- Maschine, in Köln-Deutz ein Gasmotor als Denkmal errichtet, und in Berlin-Tegel bewahrt am Hiupteingang des Fabrikhases eine 100 Jahre alle Balanciermaschine als Denkmal. Noch besser ist die Erhallung charakteristischer Betriebe wie Hammerwerke, Gradierwerke, Schmieden, Handwebereien an Ort und Stelle. Hierin ist Oscar v. Millcr mit dem guten Beispiel voran. gegangen, in dem er die Uebernahme des Laboratoriums von Liebig, der Geburtsstätte der modernen Chemie, ins Deutsche Museum ab- lehnte und für die Erhaltung an Ort und Stelle sorgte. Soweit als möglich sollten diese alten Werke aber in Betrieb gehalten werden, wie dies bereits bei dem sehr alten Hammerwerk in Frohnau geschieht, in dem noch heute mit den überlieferten Miiteln vor dem Beschauer produktive Arbeit geleistet wird. Das Deutsche Museum in München hat diesem Gedanken«inen besonderen Raum«ingerichtet, in dem einmal die technischen Kulturdenkmäler in Bild und Beschreibung, ün Panorama und Kino ge- zeigt werden, in dem man ober auch 2lnr«gung über die Art des Schutzes findet. w — Jjaur�gm| N V EJilT U ß-�USVE ß KAU -170x250 co •86.--3950 • 99.- 54- Wunderdinge! 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Januar, kurze Besprechung der Brei»leitung mit den Abteilung». lerwngen bei Blua, Danziger Str. 71. 5. Brei» Friedrich»hain. Diensiog, t. Januar, 19 Uhr, Breisvorstanisfitzung nebst Abteilungsleiter im Lokal Hentschel, Memeler Str. lZ. 7. Brei» EharloUenbura. Dienstag,«. Januar, Istia Uhr, erweiterte Breis- norstandssitzung im Zimmer 1, Rathau». 9. Brei» Wilmeridorf. Mittwoch, 7. Januar, 19% Uhr, bei Broiß, Kol- steinisch« Str.«v, Sitzung de» engeren Breisnorstande». 20% Uhr Sitzung de» erweiterten Vorstandes mit den Abteilungsleitern und dem Borstand der 70. Abteilung. 17. Brei» Lichtenberg. Mittwoch, 7. Januar, 19% Uhr, Breisvorstandssitzung an bekannter Stell«. 18. Brei» Beißensee. Plön tag, 5. Januar, Breisvorstanbssitzung. 20 Uhr Brei». funklioniirsitzung bei Gallas. HO--,»bt. Wittenau. Me Parteigenossen beteiligen sich heute, Sonntag, an der Bundgebung im Saalbau Friebrichshoiu. Sie benutzen die Straßen. bahn 9.29 Uhr ab Hauptstraße Ecke Oranienburger Straße. 141. Abt. Rosenthal. Mittwoch. 7. Januar, 20 Uhr. bei Hofsmann, Edelweiß. straße 5,.Ernste» und Heiter«»". Bortragrnde Glsriede Wollmann. Morgen, Montag. 5. Januar. 11. Abt. Montag, 19 Uhr, bei Berger, Lenetzowstr. 21, Sitzung de» Abteilung». vorstände»: um 20 Uhr ssunktionärkonserenz ebendort. 29. Abt. Montag, S. Januar, 20 Uhr, Funktionärversammlung bei Blitsch- mann, Prenzlauer Allee IM. Die Bezirisfithrer empfangen ob 19 Uhr Material. 48. Abt. Montag, 5. Januar, 19% Uhr, ffunktioniirsitzuna bei Eichholz, Cuvry. straße 23. Stellungnahme zu den Reuwablen. Erscheinen ist Pflicht. rinnen. 108. Abt. Biipenick. 19% Uhr Im Lokal von Schul,. Hohenzollernplatz 6, Zusam» meniunft junger Parteigenossen. Diskusfion Uber: Sozialistisch« Bommunal. volitik. Leitung! Genosse Mar Tolisdorf.— Achtung l T" Zentralbllcherei ist jeden Montag von 19 bis 20 Uhr gedssnet. 124. Dienstag. 6. Januar. 101. Abt. Treptow. 19% Uhr bei Stephan, Grätzstr. 1, Ausspracheabend für die jüngeren Parteimitglieder. Interessierte ältere Parteimitglieder find eingeladen. Abt. Mahl«d»rf. Nächster Bildung»abeild Dienstag, 8. Januar, 20 Uhr, bei Schmidt, Marienburger Str. 8. Thema:„Unsere Arbeiterdichter." Interessierte Parleigenoiscn und SAI.. Mitglieder sind eingeladen. 108. Abt. Zodannisthal. 20 Uhr im Lakai van Blockwitz, Park. Eck« Herrenhaus. straße, Funktionärvcrsammlung. 3 rauenveranftallungeu. 1. Brei» Mitte. Dienstag, 8. Januar. 19% Uhr. wichtige Funktionärinnen. iitzung ausnahmsweifr bei Lohan, Briiderstr. 16/18. 7. Brei» Eharlottenbvra, Montag. 5. Januar, 19 Uhr. Funktionärinnen. sitzung im Jugendheim. Rosinenstr. 4. Mittwoch, 7. Januar, 19% Uhr, im Jugendheim, Rosinenstr. 4, Breisfraucnabend. Dritter Vortragsabend der Genossin Bäth« Bern.„Die Frau al» Staatsbürgerin in der Republik". 8. Brei» Spandau. Dlontag, ö. Januar, 20 Uhr. im Turmzimmer des Rais» kellers Spandau. Neues Rathaus,„Perfassungsfragen". Vortrag der Genossin Rosi Graetzcr. 1». Brei» ssehlcndarf. Donnerstag, 8. Januar, 20 Uhr, im..Lindenpark", Brei«. srauenabend. Reuwahl der Brei», und Abteilungsleitcrinnen. 12. Brei» Steglitz. Montag, ä. Januar. 20 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15», ..Rllckblick und Ausblick". Bortrog de» Genossen Hans Woywod. Rege V-. teiligung wird gewünscht. 22. Abt. Mittwoch. 7. Januar, 30 Uhr, im Lokal Bartsch. Führer, Ecke Fehmarn. straße, Iadresbericht und Neuwahl der Leitung. Anschließend Diskussion über fco» Thema..Rund um den Bochtopf", 54. Abt. Eharlottenburg. Die Genossinnen beteiligen sich Mittwoch, 7. Januar, a«fchlols»n an dem dritten Vortragsabend der Genossin Bäthe Bern. Näderes siehe Notiz de» Breis«». 88. Abt. Marienbsrf. Mittwoch. 7. Januar, 20 Ilhr, bei Görliß, Ehausseestr. 19» Jahresbericht und Reuwahlen. 109. Abt. Friedrichshagen. Mittwoch, 7. Januar, 20 Uhr, im Etadttheater,„Das Wirtlchailsgeld der Sausfrau". Referent,» Margaret« Schenkalowsti. «fe— �-------|-------- 1288. WWMI kufsionsabend.. 124». Abt. Rahlsdorf.Snb. Mittwoch, 7. Januar, 20 Uhr, bei Draber. UHIanb- ftraße 18.„Ernstes und Heitere»". Bortraaender Hans Fuhrmann. >84. Abt. Buch. Mittwoch, 7. Januar. 20 Uhr. bei Gäpfert,„Religion und Äozialism»»". Referent Wilhelm Miethk«. 188, Abt. Reinickendorf. Ost. Donnersta«. 8. Januar, 20 Uhr, Diskulievabend in dar Lindauer Straße. Referentin Lisa Meiser.. 138. Abt. Kern,«dort. Montag. 5. Januar, ll Uhr. Besicht, aung de» Re,chstage, unter Führung der Genossin Schuch. Abfahrt 6J>S Uhr Bahnhof Herms. darf Der ntr Freitag, 9. Januar, angesetzte Frauenabend fällt au,. >89. Abt. Tegel. Montag, 5. Januar, 20 Uhr, tm Zugendhefm, Schiineheraer Straß« 8,„Ernstes und Heileres". Vortragender Hans Fuhrmann. Die Frauen der Eenossen sind besonders eingeladen. vezirksausschuh für Arbeilcnvohlfahrt. 7. Brei» Eharlatteabueg. Heiter und Keiferinnen wollen umgehend die I,hl der bearbeiteten Fälle für die Soziale Gerichtthilfe der Genofstn Sei»«. wasser übermitteln tStatisNt). Di» Akfenb-sprechung fällt am 9. Januar der Funktionärlonseren, wegen au». 10. und 12. Brei» siehIendorf-Steglitz. Montag. 5. Januar. 20 Uhr, m im Ralhau, Steglitz. Zimmer», Burfus:„Soziale Gerichtshilfe". Refe. reut Geaoss» Geu». 20. Brei» Reiaickenborf. Alle Funktionär« und Helfer her Arbeiterwohl. fahrt werden gebeten, an der am Montag, 5. Januar.>9 Uhr, im Jugendheim Henmsdorf. Roonstr. 10, Ausgang Nordtunnel, stattfindenden Sitzung teilzunehmen. Merkbücher mitbringen. Alle Abteilungen müssen»ertreten sein. Berliner Stadtbanksraktion und Sparkasse. Die Fraktion»er Sparkasse na» Stabtbank trifft sich am Sonntag. 4. Januar, pünktlich 10% llb», zu« Demoastratio« nur dem Demonstration». lokal, Saalha, zriedrich,b»>n. Slrbeilsgemeinschafk der Slnderfreunde Groh-Berlin. Brei» Breuzbeeg. Morgen. 5. Januar, letzter Anmeldatermin für die Fahrt am 10. /Ii. Januar bei He che et Biunke, Gitschiner Str. 82.— Di« Br«i»o». atrsialkung filr Mittwoch, 7. Januar, sälli au», Gruppe Bergmannsiraße triM sich Mittwoch. 17 Uhr, im Jugendheim Porckstr. 11. Donnerstag, 8. Januar, 20 Uhr, Brcishelferngung, Porckftr. ll Erscheinen Pflicht, da Reuwahl. Brei» Mitte. Montag, ä. Januar, 20 Uhr. Helfersitzung im H-uu Landsberger Str. 50.— Gruppe Matteotti: Montag: Wir holen Julklapp nach. Mittwoch: Baden 17% Uhr in der Gartcnstraße. Nestfallen: Dienstag: Spielen, Iungfalken Dienstag: Aussprache, Rotfallen und Iungfallen> und 0: Freitagr Spielen. Alle Beranstaltungen von 17% bis 19% Übt im Heim Elisabethkirchstr. 19. Gruppe Hugo Haas«! Donnerstag, 8. Januar, Eltern. Versammlung. Prenzlauer Berg, Gr»»»« Viktor Adler: Montag, 5, Januar. Iungsallcn und Dienstag, 8. Januar, für Restfalksn Besprechung de» Winterfestes, Baracken Danziger Str. 82. Geburtslage. Jubiläen usw. 38. Abt, llnferrr Genofstn Bstpline Ztiapct, Groß« Frank» 'nrt er Str. 128, zu ihrem 70. Geburtstage di« herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß» Berliner Partei« Organisatioa I 28. Abt. Unser lieber Genosse Loui» Nirdorf ist nach langem Leiden sanft entschlafen. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung ist am Donnerstag, 8. Januar. l9 Uhr, im'Brematorium Serlchtstraßc. Dir bitten um recht.zahlreiche Beteiligung. »8. Abt. Am 29, Dezember verstarb unler junger Genasse Hermann B a f e I o w, Friedenstr, 69. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Montag, 5. Januar, 12% Uhr. Brematorium Baumschulenweg. 80. Abt. Unser Mitglied, Genosse Rudolf Ploetz. ist am 28. Dezem» der im Schdneberger Brankenhau» verstorben. Wir werden sein Andenken in Ebren halten. 139. Abt. Tegel. Der Genosse Franz Bobrzinowski ist»arfiorben. Einäscherung Montag, 17% Uhr. Brematorium Serlchtstraße. VVoclienprvArsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 4. Januar: 7s Punkgyranastik. AnsdilieBend: rrdhkonzert. 8: Pür den Landwirt. 3.M: Moreenfeier. AnschlieBead: Olockengeliut des Berliner Doms.>9.08: Wettervorhersage.>1: Schallplattenkonzert. 11.30: Clternstuode. U: Aus Königsberg: Mittagskonzert 14: Jugendstunde. 14.30: Konzert.>5; Zur Unterhaltung. Lieder- uud Muslkvorträge. Ii: Ludwig Pinckb liest eigene Dichtungen. 16.39: Unter- baltungsmusik. 18: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.30: Cembalo. Konzert. 19: Aus Königsberg: Alfred Brust liest aas eigenen Werken. 19.38: Ans Königsberg: Unterhaltungskonzert. 20.20: Sportnachrichten. 20.30;„Aul eigenen PüBen". funkposse von M. Felix Mendelssohn. Danach: Tanzmusik. Montag, 5. Januar: 7: Punkgymnastik. AnsdilieBend: Prühkonzert. 12.30: Wettermeldungen fär den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Frauen helfen Frauen- 15.40: Kunstkuriosa, 16.05: Jugendstunde.>6.30: Konzert. 17.30; Ueber das Heldische In der beutigen Dichtung. 17.55: Universität und Berufsvorbildung. 18.20: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 18.23: Unterhaithngsmuslk. 19.45: Interview der Woche. 20.15: Sinfoniekonzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 6. Januar: 7: Funkgymnastik. AnschlieBend: Frühkonzert. 12.10: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Handwerkliche Zeit- und Streitfragen. 15.40: 35 Jahre Treptower Sternwarte. 16.05: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.30: Ausgewählte Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.45: Bücherstunde. 18.16; Ceilovorträge. 18.40: Schallplatten. 18.55: Thesendiskussion. Für und gegen die Filmzensur. 19.35: Deutsche Lande. Schleswig-Holstein. 20: Tanzabend. 22.10: Politische Zeitungsschan. Mittwoch, 7. Januar: 7: Funkgymnastik. AnschlieBend: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Scbullunk. II: Qeneralpostmrister Heinrich v. Stephan(100. Geburtstag). 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 11: Schallplattenkonzert. 15.20: Schalwandertag und Naturschutzgebiete. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.39: Hans Benzmann zum 5. Todestage. 16.45: Böhmische Komponisten des Klassizismus. 17.65: Konzert. 17.50:„Väter und Söhne". 18.20: Musikalische Jugendstunde. 19: Arbeitstos und ausgcsleucrt. 19.28: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.30: Volkstümliches Streichkonzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10;„Tote Seelen". Eine Stunde aus Gogols Werken. Danach: Tanzmusik. 0.30: Nachtkonzert. Donoerstag, 8. Januar: 7: Funkgymnastik. AnschlieBend: Frühkonzert, 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Robinsonaden und ihre Oesebich te. 15.40: Der Schriftsteller und das ceistige Eigentum. 16.05; Grundsätze zeitgemäßer Reklame. 16.30: Konzert 17.30: Jugendstunde. 17.50: Rcchisfrageo des Tasres. 18.20: Programm der AktuelJen Abteilung. 18.45: Volkslieder. 10.10: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.15; Wovon man spricht. 19.45: Unterhaltungsmusik. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„licrodes und Marianne**. Tragödie von Friedrich Hebbel. Danach: Tanzmusik. Hoher bie Situation im englischen Tonfilm spricht Dr. Hans Böhm, bor soeben aus Üonbon zurückgekehrt ist. Das englische Publikum ist nach Böhms Darstellung in seinen Ansprüchen bescherbener als bas beutsche. Es will sich meistens nur unter- hallen unb bevorzugt ben Humor amerikanischer Grotesken. Im großen unb ganzen haben von der beutschen Produktion bieselben Film« in England Erfolg, die auch in Deutschland gefielen. Ein paar guie Bemerkungen über die Art des englischen Kinobesuches. Eine interessante Aufzählung, ohne daß sie ober tiefere Dinge berührt oder kritisch wertet. Schließlich stehen dem Redner auch nur zehn Minuten zur Verfügung.— Dr. Max Tau und Dr. Wolf- gang Einsiedel diskutieren das Thema„Prosa der Ungedruck- t«n". Sie sind die Herausgeber des Rovellenbandes„Vorstoß", der Beiträge bisher ungedruckter Autaren�bringt. In dem Borwori stehen dieselben Ideen, die die beiden Sprecher in ihrem Dialog vortragen. Es handelt sich hauptsächlich um Autoren, die trog mancher stilistischer und meltanschaulicher Gegensätze keine neue Darstellungsforni gefunden haben. Ein Mittelweg zwischen Reportage und seelischer Ausdeutung, ein« sachliche Wellbetrachtung auch der psychischen Borgänge. Wenn Dr. Tau erklärt, hier sei ein neuer Bereich der deutschen Literatur, jenseits der offiziell Anerkannten, entdeckt worden, so muß der Hörer diese Behauptung aus Treu und Glauben hinnehmen. Es wäre besser, daß statt der langen Diskussion und Analyse ein paar Proben charakieristischer Art vorgelesen würden, die viel eindringlicher und plasiischer wirken. — Am Abend der zweite Akt der Leharschen Operette„Schön i st di« Welt" aus dem Metropoltheater. Es ist der Akt, der der Oper am nächsten kommt. F. Sch. Freitag, 9. Januar: 7: Funkgymnastik. AnschlieBend; Frühkonzert. 12.30: Wettenneldonctn für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Winterpfloge und Aussaat der Kakteen. 15.40: Aberglauben in der Medizin. 16.05: Die moderne Sporthalle und Ihre Wandlungsf5blgkeit. 16,30: Unterhaltungsmusik. 1 7.30; Jugendstunde. 17.50: Dorothea Hofer-Dernburg spricht über:„Babys Welt als Wille und Vör- steilung". 18.05: Das neue Buch. 18.15: Englische, schottische und' Irische Volkslieder. 18.35: Die Kullurkrise der Gegenwart. 19: Drei Minuten vom Arbeilsmaikt. 19.05: Heitere Stunde. 20: Bela Bartok spielt 20.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 21: Tages- nnd Sportnachrichten. 21.10:„Hans Kuckuck", eine Funkoper von Karl Bieyle. 22.30: Mandolinenorchester-Konzert Sonnabend. 10. Januar: 7: Funkgymnastik. AnschlieBend: Frühkonzert. 12.10: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Irrfahrten durch Amerika. 16.05: Aus- und Weiterbildung im Wirtschaftsleben. I6J0: Querschnitt durch alle.Opern Puccinis. 18.30: Drei Minuten vom Arbeits- markt. 18.38: Erlebnisse beim Inventur-Ausverkauf. 19: Klaviervortrage. 19.30; Enrica Handel-Mazzetti. Zum 60. Geburtstage. 20: Kuriose Geschichten. 2030: Programm der Aktuellen Abteilung. 21; Ttzgcs- und Sportnachrichten. 21.10; Kabarett. Danach: Tanzmusik: Könisswusterhausen Sonntag, 4. Januar; Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Aberglauben auf dem Lande. 1838: Die Engländerin als Lebenskflnstlerin. 19: Festgemeinschaft in der Arbeiterfamilie. 19.30: Albert Daudistel liest aus eigenen Werken. Deutschlandscnder: 20: Aus München; Abendkonzert. AnschlieBend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 5. Januar:, 16; Ueber die Möglichkeit des Gesamtunterrichts In der einklassigen Landschule. 16.30: Aus Berlin: Nachmittag'skonzert. 17.30; Gedenkstunde für Karl Storck. 18: Viertelstunde für die Gesundheit 18.30: Der moderne Staat. 19: Englisch für Anfänger 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Mensch nnd Maschine. Anschließend: Uebertragung aus Berlin: Dienstag, 6. Januar; 16: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Einführung in das Verständnis der neuen Musik. 18: Die deutsche Ostsiedlung. 18.30: Warum Museen? 19: Französisch für Anlänger. 19.30: Volks- wlrtschaftsfunk. 19.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Uebertragung aus Berlin. Deutschlandscnder: 21.30; Aus Stuttgart:„Das Pensionat". Komische Operette von Sckppö. 22.30: Polltische Zeittingsschan. Danach: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 23.10; Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert a Mittwoch, 7. Januar: 16: Aus der Auskunltsarbeil des Zcntralinstituts für Erziehung und Unterricht 1630: Aus Hamburg: Nachraittagskonzert 17.33: Deutsche Jugendpflege In Südwestafrika. 18: Gibt es einen Maßstab für die Bewertung des Menschen? 1830: Warum Mjueen? 19: Deutsch für Deutsche. 19.30: AI» deutscher Ver- waitungsbeamter durch U. S. A. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20.05; Fünf Jahre Deutsche Welle. Oeutschlandsender: 20.20: Aus Leipzig: Oreheslerkonzert. 21; Uebertragung aus Berlin. 21.10: Aus Leipzig:„Das Eingesandt". Hörsplol von Paul Keiler. 21.89; Ans Leipzig; Tanzmusik. � AnschlieBend: Uebertragung: aus Berlin.. Donnerstag, 8. Januar:„ 16: Von Geist und Form unserer Schulfeiern. 16.30: Aus Berlin: Nach- mittagskonzert. 17.30: Hausmusik. 17.80: Uebertragung aus Berlin 18 50; Neu« Probleme der Erkenntnis] bre. I«: Was erwarten wir vom Völkerbund? 19.10: Stunde des Landwitts. 20: Die seelischen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit. Peutscblandsender; 20.30: Aus Hamburg: Erstes europäisches Konzert. 22.18: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. AnschlieBend: Uebertragung aus Btzrlin. Freitag, 9. Januar: 16: Von der Vorbereitung des Lehrers auf den Gesamtunterricht. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Das Fliegen und die Naturgesttze. 18: Die Rheinschiffahrt. 18.30; Geist der Klassik. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.28: Wetterbericht für die Landwirtsehalt. Deulsehlaadsender: 19.35: Aus Wien: Chorkonzert Richard StrauD. 20.20: Unterhaltungsmusik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 10. Januar: 16: Streitgespräch über Sprechchor. 16.59: Aus Hamburg: Nachmittags- konzert. 17.30: Vom Lebenskampf der Ostseefischer. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18,30: Grundproblcme der Lehre vom Leben. 19: Landschaft und Charakter. 19.30: Heinrich\on Kleist. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandscnder t 20: Aus Köln: Lustiger Abend. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. SeteAmüre, .y&eindsipft&ßnrr.' W f&i 1**4 | B R/rxnkhBftsbMA Gistocht&n enotfs durch M m. Hw/tr A/**ondrir*»rta*m 29a fM in fast oft norddßpotheben o kSPt M&t tvrfawjounerd �gtenfichuU.'Schli-nmer Tinger." ■ggqi tiiJUffcr als t KrembauBcheiu. 300 U-ZO £/n unerhört qroöer Posted Tournav-Veloup tfarmefappidK m*Fr■ öse C\ Mh/.- ,-M ÄUNSEB INVeNTUR-1 ffi» M» Ausverkauf«eclis Efafeu QuaiääUwajien� temaHom-PpeUen Mentenabgalje voröeMMn- Brüchen nqvollt 3/aiXS Ö 4 J cMen. 3/5B •qarn. ournajj-ßrücke, •esenposren Atz Ken, tllarscPwersle Qualität, Tournau-Likfär, MochnföhB* Aiiesen posten ßnucken, bestes Oeafaehes MarSsnfbbr- qanz durchqevvcbt, X�w/vniaj�. ' LlirZlUBR-BOKB„M ARKGRAFUN-STRASeB Nengenabgab« vorbahaRen Rur soweR Vorrat rt�ci dtt KcrabgcA�tgt tcUu?ciAc biözur HÄLFTE und damater trete bistienger- Prelssenkuag! GroOe Posten Oberhemden PerkaL mit welfl, m. Po- Popelin« tfefatt. 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Oder zwei von ihnen, vor allem die Gestik und Mimik, können sich ver- einigen, um den szenischen Verlauf des Stückes zu tragen. Und zwar zum System erhoben, wie in der Pantomime. Oder auch gelegentlich im Organismus eines Wort- oder Ton- dramas, wo dann gewisse Partien ihrer eigentümlich drama- turgischen Struktur nach auf das gesprochene oder gesungene Wort ganz verzichten und sich lediglich der rein körperlichen Ausdrucksmittel bedienen. Wie bei allen Aufzügen und Tänzen der Oper zum Beispiel. Die grundlegende mrd(man darf wohl sagen) schwierige Aufgabe des Regisseurs ist es nun, die drei verschiedenen Ausdrucksmittel seines Darstellungsapparates, für jeden ein- zelnen Fall, das heißt für jede besondere Gattung von Stücken und den dieser Gattung immanenten Stil, so an- zusetzen, so zu mischen und dynamisch zu gliedern, daß der dramatische GeHall schlagend und erschöpfend zur Auswirkung kommt. Die künstlerische Tätigkeit des Regisseurs teill sich infolgedessen in die Wort- oder Worllonregie und in die so- genannte Bewegungsregie auf. Und zwar besteht seine Auf- gäbe darin, die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks derart aufeinander abzustimmen, miteinander zu verzahnen und nebeneinander zur Geltung zu bringen, daß eine an stch___________;.................. geschlossene Tolalität der Wirkung erzielt wird. Bewegungsregie ist also niemals(oder doch nur sehr seilen) Selbstzweck,-sondern ist Mittel zum Zweck. E i n Mittel, wenn auch ein wesentliches. Eine Bewegung oder ein Gang oder irgendein aus beiden kombinierter Körper- ausdruck hat jedesmal nur da einzutreten, wo er dramatur- gisch bedingt ist— wo der szenisch auszudeutende Gefühls- kckmplex zwingend einen gestisch-mimischen Effekt fordert. Ob eine Wort- oder Wortton- oder eine rein musikalische Phrase in eine entsprechende Körperbewegung umgesetzt werden muß und auf welche Weise sie umgesetzt werden muß, e n t- scheidet jeweils die dramatische Situation, der st offlicheBorwurfundderStildes Kunst- werks. Eine ständig bewegungslos und mimisch unbeteiligt dastehende Volksmasse ist zum Beispiel ebenso falsch, wie ständig hin und her laufende und fuchtelnde Menschen- gruppen. Beides kann gelegentlich sehr richtig, sehr schön und sehr wirksam sein, wo nämlich die Handlung den Einsatz extremer Darstellungsmlltel verlangt. Zum Prinzip erhoben ist beides aber in gleichem Maße vom Uebel. Wie bei jeder Regieleistung(im ganzen) ist auch d i e Bewegungsregie(im einzelnen) die beste, deren sichtbare Ergebnisse nicht als Selbst- zweck aus dem Darstellungsorganismus herausfallen, fon- Sine Umfrage dem dem Zuschauer als durchaus notwendige, von der dramaturgischen Struktur des Kunstwerks verlangte, also selbstverständliche Ausdrucksformen erscheinen. Sritz SSöhme: Die Frage, ob eine besondere Bewegungsregie an der Overnbühne nötig und empfehlenswert fei, ist von einer ganzen Reihe von Gesichtspunkten aus zu beantworten. Rur kurz streifen möchte ich die Möglichkeiten, wo es sich von selbst versteht, d. h. die Fälle, in denen eigene B a l- leite oder selk�tändige Tanzdichtungen aufgeführt werden, und die Fälle, in denen der Tanz einen Teil eines Opern- werks bildet. Bei den Balletten und Tanzdichtungen unter- liegt es keinem Zweifel, daß der B a l l e t t m e i st e r nicht nur die gesamte Bewegungsregie hat, sondem auch daß der Orchesterdirigent und die übrigen, bei der Inszenierung mit- beteiligten Kräfte sich nach ihm zu richten haben. Er bestimmt Stil und Tempi, Farben und Bühnenbauten, Beleuchtung, Auffassung und Art der Ausstattung, da es sich hier im be- sonderen Sinn um die Herausarbeitung des Vewegungskunstwerks handelt, dem alles übrig« zu dienen hat. Auch bei den ge- tanzten Stellen in Opernwerken sollte es selbstverständlich sein, daß die Auffassung des Ballettmeisters ausschlaggebend ist und daß er zumindest für diese Stellen der Oper die ausschließliche Bewegungsregie innehat, allerdings unter der Voraussetzung, daß er sich hierbei nach dem Sinn und dem Stil des Gesamtwerks richtet und sich ihm einpaßt. Abgesehen von diesen beiden typischen Fällen, bei denen die dominierende Stellung des Ballettmeisters als Be- wegungsregisseur außer allem Zweifel steht, wäre nun aber zu fragen, ob außerdem eine besondere Lewegungsregle an der Opernbühne nötig ist und wer hierfür am geeignetsten zu fein scheint. Es ist viel über die mangelhafte Beweglich- kc it der Sänger geklagt worden, über die Inkongruenz ihrer Bewegungen mit den musikalischen Vorgängen sowohl beim MtAHT•hf den Paufin: dkMeWn�ät man vnfMe u n b e h o l f e n h e i t, S t e-i f h e i t, die kindlichen und stereotypen Gebärden der Gesangschöre in den Opern hingewiesen. In den meisten Fällen wurde als Argument angeführt: die Solosänger und der Chor spielen nicht genug, sind nicht genügend durchgebildet als Schau- s p i e l e r, bewegen sich, wenn überhaupt, unnatürlich, ge- spreizt oder in lächerlichen Uebertriebenheiten. Von diesem Gesichtspunkte aus wäre eine besondere Be- w e g u n g s r e g i e. die sich speziell mit der Durcharbeitung der Bühnenvorgänge von der Bewegung her beschäftigt, durchaus zu empfehlen. Man hat wirklich sehr oft den Eindruck, als klafften die beiden Welten, das Gebärdliche und das Mufi- kalische, hier auseinander und bedürften der helfenden Hand eines bewegungskundigen und geschulten Leiters. Das Ge- bärdliche und Bewegungsmäßige ist ja auch innerhalb einer Oper nicht etwas, was man willkürlich tun oder lassen kann, sondern gehört, wenn es nicht ausdrücklich vom Komponisten anders bestimmt, also bewußt beschränkt ist, zu den kompo- sitionellen Notwendigkeiten des Bühnenkunstwerks, dessen eine und zwar sehr wichtige Seite das Schaumäßige ist. Innerhalb dieses Schaumäßigen ist die Bewegung, neben dem Licht und der Ausstattung, der wichtigste Faktor des Bühnenbildes, trägt zur Klarheit und Geschlossenheit der Wir- kung und zum Verständnis der Handlung entscheidend bei. Wert und Notwendigkeit der Berücksichtigung des De- wegungsmäßigen durch eine besonders fachmäßig dafür vorgebildete Kraft ist also aus dem Wesen des Bühnenkun st werks einleuchten d- Wenn man sich nun nach der Person, die diese Aufgabe zu erfüllen hat, umsieht, wird man sich nicht mit dem Hinweis etwa auf den Spielleiter begnügen können. Gewiß— von ihm wird, nächst dem musikalischen Leiter, die Gesamt- inszenierung der Oper abhängen. Daß er aber gerade für das Bewegungsmäßige in der Oper die geeignete Persönlich- keit ist, ist damit nicht zugleich gesagt; denn das Bexvegungs- mäßige einer Oper ist von ganz besonderer Art, muß von ganz besonderer Art sein, wenn man überhaupt von einer geschlossenen Wirkung, von einer Synthese des Bühnenmusikwerks'sprechen will. Es ist mir schon bei dem Sprechtheater immer als ein Stilbruch vorgekommen, wenn die Schauspieler gesprochene Verse mit natura- listischen Gebärden begleitet haben. Verschärft wird dieser Stilbruch noch da, wo die gesamte Folie des sichtbaren Bühnenspiels rhythmischen, also von Grund auf unnatura- listischen Charakter trägt Und das ist bei der Oper der Fall. Die Oper ist ein kompositionelles Gebilde und hat von der Musik her mit Naturalismus nichts mehr zu tun. Es kann sich bei ihr also gar nicht um die Anwendung naturalistischer. den rhythmischen Duktus der Musik durchkreuzender und damit aus dem Gesamtwerk herausfallender Bewegungen handeln, sondern konsequenterweise um Bewegungen, die dem Wesen des dominierenden Kunstzweiges, hier also der Musik, entsprechen. In der Oper darf aus künstlerischen Gründen also die Bewegung nicht aus den naturalistisch erfaßbaren Gegebenheiten der äußerlichen Spielhand- l u n g oder Handlungssituation schlechthin entwickelt werden, sondern muß dem der Musik innewohnenden Element des rhythmischen Ablaufs der künstlerischen Formen Rechnung tragen, muß also ebenfalls eine Komposition, und zwar eine Bewegungskomposition sein. Wenn man so sagen will: die Bewegungen in der Oper müssen tänzerischen Charakter haben.--......-.............- Bmr hier- M leicht,-dt« PerfSntichkeit zu finden, die diese besondere, notwendige Bewegungsregie in den Opern durchzuführen hat. Es muß dieselbe Persönlichkell sein, der die übrige tänzerische Bewegungsleitung unterstellt ist: der B a l l e t t m e i st e r. Hat der Regisseur eine voll- wertige Ballettmeisterausbildung, was ja wohl zu den aller- größten Seltenheiten gehört, dann könnte er selbstverständlich die Bewegungsregie auch leisten. Aber von dem Ideal der Synthese aller schaumäßigen Formgebung durch einen Leiter, der alle in Frage kommenden Faktoren wirklich und nicht nur vermeintlich oder angemaßt beherrscht, sind wir zur Zeit wohl noch weit entfernt, so daß hier Arbeilskeilung das einzig Richtige ist. Aus den angegebenen Gründen kommt kein anderer als der Ballettmeister für diese Tätigkeit in Frage. Das heißt nicht, einer willkürlichen und einseitig von Tanzfanatismus her gesehenen Betonung des Tänzerischen an der Opernbühne das Wort reden, sondern ist nur eine Forderung der kllnst- lerischen Synthese der Bühnenfaktoren und der G e- schlossenheit des Werks. Es würde natürlich eine überaus große Mehrbelastung des Ballettmeisters bedeuten, würde aber andererseits den Ballettmeister endlich aus der Stellung eines einseitig für getanzte Stellen der Oper heran- gezogenen, im übrigen aber abseits stehenden Faktor» in die grundsätzlich mitbestimmende Position eines Gesamtbewegungsregifseurs bringen, wohin er m. E. an der Opernbühne aus künstlerischen Gründen gehört. INVENTUR-AUSVERKAUF Leipziger Straße 43/44* K u rf u r st en d a m rn 237 Königstraße 41/42* Steglitz, Schloßstraße 34 Stichard Stuelienbeck: Herr Reed gehörte zu jener typischen Art Engländer, die durch die Länge ihrer Gliedmaßen� ihre Shagpfeife, ihren trockenen sozu- sagen schweigsamen Humor u»d ihre Ritterlichkeit den Damen gegen über allgemein bekannt geworden sind. Er war. wie man in Deutsch fand sogt, eine Seele von euiew Menschen; ich kannte ihn seit langen Jahren und war immer wieder entzückt von seiner selbstverständlichen Kameradschaft. Jegliche praktische Hilfe konnte man von Herrn Reed haben; nsc�ts aber war schwerer, als ihn zu veranlassen, von sich und seinem Lebe�l zu e'xzählen. Ich hatte es schon oft vergeblich versucht und mich damit zufrieden gegeben, tn Reed Unergründlichkeit mit äußerster Lüdenswürdigkeit. ja offener Grazie gepaart zu finden. Wenn es sich jjin eine gemeinsame geschäftliche Unternehmung, um <üaen Ausslug, eine Iagdpartte oder gar um eine Sache handelte, die«ine gewisse Gefahr in sich schloß— in unserem Tropendasei» kam damals so etwas noch hin und wieder vor—, geriet Reed in einen jungenhaften sprudelnden Uebermut. Sowie Ich mir aber nur eine Frage danach erlaubte, ob dieses und jenes in seinem Leben auch früher so gewesen sei; ob Reed auch früher mit Freunden gefahrvolle Unternehmungen, Ausslüge ins Dschungel, Jagdpartien unternommen habe, verstummte er sogleich. Es dauerte dann immer eine Zeitlang, bis sich zwischen uns das alt« Verhältnis wieder her- gestellt hatte. Reed hatte eine Art Wahlspruch. Bei vielen Gelegen- hellen löste er Fragen, die ihm das Leben vorlegte, mit einem energischen:„Ich liebe keine Taktlosigkeiten...* Ich machte mit Reed einen Ausflug nach Ringpo, das wegen seiner Räuberbanden und taoisttschen Klöster bekannt ist. Di« Fahrt dauert Mei Tage. Am Abend des ersten Tages saßen wir zu- summen auf dem Verdeck. Reeds Wesen war mir gleich aufgefallen, als ich ihn am Quai beim Abgang des Dampfer» getroffen hatte. Er war schweigsam gewesen wie immer; aber feine Schweigsamkeit hatte«ine besondere Tiefe gehabt. Jetzt, al» er mir gegenüber saß. sah ich in seinen.Augen wieder die melancholisch« Schwärz«, die mir Unruhe bereitet ha�te. Es gab sich nun ganz von selbst, daß wir von anderen Dingen sprachen als gewöhnlich. Reeds Wesen schien sich plötzlich vom Alltag und den sonst allein wichtigen Fragen des praktischen Lebens ent- fernt zu haben. Dann fragte er mich: „Haben Sie einmal einen sehr, sehr guten Freund gehabt� Wir begannen über Freundschaft zu sprechen; ich erfuhr, daß Reed ein Telegramm aus England erhalten hatte, in dem ihm Mit- teilung vom Ableben eines Mannes gemacht wurde, der seinem Herzen sehr nahe stand. „Rennen wir ihn Berges, der Name tut ja nichts zur Sache. Ich liebe keine Taktlosigkeiten. Ich will Ihnen hier auch kein« langen Reden halten, warum mir fo schmerzlich zumute ist. Berges war das, was man einen wahren Freund nennt. Er war ein Kerl aus einem Guß, von einer Redlichkeit, wie man sie heute nur noch in Romanen findet. Er hätte jederzeit einen großen Teil seines Vermögens hergegeben, wenn er der Ueberzeuzung gewesen wäre, das sei nötig, um mir zu helfen. Merkwürdig waren die Unrstände. unter denen wir uns kennen- lernten; sie trugen sehr wenig Versprechungen in sich; ich meine da- mals, als wir beide nach Kalkutta fuhren, hätten wir alles andere eher glauben können, als daß wir einmal gute Freund« würden. Wenn öS Sie nicht langweilt, werde ich Ihnen da, so kurz wie möglich erzählen. Haben Sie jemals von der Firma Klippel und Sohn gehört? Sie waren seinerzell die mächtigsten Diamanthändler des Orients und unterhielten besonders in Indien große Zweiggeschäfte. Es waron die Jahre, als England sich Müh« gab, mit der alten indischen Zivilisation zu rivalisieren. Auf der Höh« des vlktvrianischen Zeitalters gab es für uns Kolonialengländer«in Wort, das panischen Schrecken auslösen konnte. Das war das Wort Barbaren. Die gegen uns gerichtete indisch« Propaganda benützte es häufig. Als Antwort darauf begannen wir Theatervorstellungen zu geben— sie waren übrigens schrecklich—, Bücher einzuführen und streng nach der Mode gekleidet zu gehen. Die Damen behängten sich mit faustdicken Steinen und ersehnten, den Maharadschafrauen, die doch sonst von ihnen bemitleidet und verachtet wurden, möglichst gleich zu sein. Da- mals hatten Klippcl und Sohn ihr« große Zeit; mein Onkel glaubte «ine gute Idee gehabt zu haben, als er bestimmt«, ich solle dort meine kaufmännische Lehre beginnen. Aus der„Princeß Mary" die ich in Southampton bestiegen hatte, gab es nur zwei Menschen, dl« mein Interesse erregten. Ein- mal eine Dame, in die alle männlichen Schiffsinsasien verliebt waren, und dann«in Mann, ein junger Mann wie ich, mit durchdringenden Augen und einer merkwürdig schnellen und leisen Art, sich zu be- wegen. Ich weiß nicht, ob Sie etwas Derartiges einmal erlebt haben; ich meine, wenn ein ganzes Schiff in eine Frau verllebt ist. Es herrscht dann eine unerträglich« Spannung: seder glaubt sich vorge- zogen ojzer zurückgesetzt, je nach seinem Temperament. Wir nannten die Frau sehr despektierlich die rote Katze; weil sie Haare hatte, die ins Rotbraune spielten. Den Namen habe ich längst vergessen� vielleicht habe ich ihn gar nicht gewußt, denn es wurde immer nur von der wten Katze gesprochen. Ich liebte sie mit der verzweifelten Inbrunst der Zwanzigjährigen, die nie wissen, ob sie zu früh oder zu spät kommen. Obgleich die rote Katze noch niemals dos Wort direkt an mich gerichtet hatte, hoffte ich doch in kurzer Zeit ihr Favorit zu sein. Ich ersehnt« den Augenblick, wo ich ihr olle meine Gefühle in gesetzter Form vorsetzen könnte; ich wollte ihr kurzerhand vorschlagen, mich zu heiraten. Daß ich es in meinem Fach zum Millionär bringen würde, galt mir als ausgemacht. Wir Reeds sind Frauen gegenüber immer ein wenig unbeholfen gewesen. So große Mühe ich mir auch gab, ich fand keine Gelegen- hell, der roten Katze Geständnisse zu machen. Im Gegenteil: alle anderen Männer, besonders aber jener schnell« leise Mensch, den ich nun zu hasien begann, schienen bei der roten Katze in größerer Gunst zu stehen als ich. Der Schleicher, wie ich ihn nannte, brachte es fertig, ganz einfach auf die rote Katze zuzugehen, Ihr den Arm zu bieten und sie aufs Achterdeck zu führen, wo er in scheinheiliger Weise emen Ruhestuhl zurechtrückt� Unterdessen aber sah ihm die raiende Verliebheit aus allen Knopflöchern. Und ich? Ich schwitzte vor Auf- regung, wenn mich das Gedräng« vor dem Speisesaal in die nächste Nähe der roten Katze kommen lieh. Emmal, als ich unfreiwillig ihren Ellenbogen berührte, wurde ich von einem elektrischen Schlag getroffen, der mir den Atem nahm. Ein anderes Mal. als mir die Frau im Kajüteingang entgegenkam und weit und breit kein Mensch zu sehen war, so daß ich tatsächlich für Sekunden mit khr allein war, zitterten mir die Knie so, daß ich mich an der Wantz festhalten muhte. In dem Parfümhauch, den die rote Katze hinter sich ließ, schwankt« ich wie ein Seekranker Der Schleicher aber tanzte sogar mit ihr; er lachte mit ihr und unterhielt sich, als Hab« er seinesgleichen vor sich und nicht, wie es mir meine Sehnsucht eintrichterte, ein Wesen göttlicher Art, vor dem man nur knien könne. Ich schwankte zwischen Wut und Tiefstnn und fühlte mich am wohlsten, wenn ich in meiner Schlafkammer saß und las. Die Firma Klippel und Sohn hatte mir in London einen sehr kostbaren Schatz anvertraut, einen Satz Brillanten. Sie lagen in einem schwarzen Kästchen, das tief unter meinem Gepäck verstaut war. Ich hatte den Auftrag, den Schmuck bei meiner An- kunft in Kalkutta ohne Verzögerung abzuliefern. Ich war mir der Ehre eines derartigen Auftrages bewußt und unzählige Male ging ich in meine Kabine, um mich von der Anwesenheit des schwarzen Kastens zu überzeugen. Als ich In der Rächt auf dem Hinterdeck stand, fühlte ich mich beobachtet, ohne, daß ich ein menschliche» Wesen hätte eindecken können. Mein nervöser Zustand war aber derartig, daß ich dos Sckstinunste befürchten zu müssen glaubt«. Heber die Taktik der inter- nationalen Brillmitenräuber war ich mir klar. Da ich in dieser für mich schtaflosen Nacht aus einem Gefühl besonderer Angst den Schmuck m meiner Tasche trug, glaubt« ich, jemand, der alles wisse. sei mir gefolgt, wolle mich berauben, töten und über Bord werfen. Ein derariiger Fall war einmal vorgekommen; Ich hatte sogar mit meinem Onkel einmal davon gesprochen:«ir waren damals beide der Ueberzeugung, daß in unseren Zeiten derartig« Ueberfäll« nichl mehr auszuführen seien. Die unerträglich« Spannung, die mich erfüllte, ist der Grund ge- wesen. Als ich ein Gespräch hörte, duckte ich mich hinter«in Bündel Taue; dann als ich ein« Gestalt sah,«inen Menschen, der mir offen- bar gefolgt war, riß«». mich fort. Ich. mag. sofern ich überhaupt einen Gedanken hatte, geglaubt haben, der schnell« Augriff sei das Best«. Ich stürzte mich auf den vermeintlichen Räuber und begann ihn mit Fausthieben zu bearbeiten. Ich will Ihnen nicht viel weller erzählen. Der Räuber war Berges, der sich damals in genau der gleichen Lag« befand wie ich Er fuhr als Angestellter der Firma Klippel und Sohn nach Kalkutta Auch er führte«in Kästchen mit Brillanten bei sich und hoffte es durch alle Fährnisse nach seinem Bestimmungsort zu bringen. Dieser ileberfall war der Beginn seiner langen Freundschaft. Nie wieder habe ich derartiges erlebt. Alle Eigenschaften, die mir verdächtig vorgekommen waren, gehörten zu meines Freundes bestem Rüstzeug. „Und die rot« Katze?" fragt« ich. Herr Reed kolpfde sein« Pfeif« au». Er antwortet« nicht. Qerdland: Sin Zuhörer fältl um... Der kleine, verwahrlost« Mann schlich müde und abgekämpft durch die Straßen. Es war die Gegend des Kriminalgerichts. Autos, Autobusse und Straßenbahnen fuhren vorbei. Mit Musik, Trara und Bumbum marschierte Reichswehr zur Kaserne. Es war ein grauer Vormittag ln Moabit Die Menschen gingen im Bogen an dem Kleinen vorbei. Sein Anblick erinnert« alle mll heftiger Aufdringlichkell und penetrant an ihr« eigene Rot, die sie sorgfällig überschminkten. Da» war ja«in Schreckgespenst, da, war die Rot. das Elend, die Verzweiflung selbst... Nur schnell vorbeil Man sah dem kleinen Mann mit dem gelben, übermüdeten, zerfurchten, bebärteten Gesicht, in dem schäbige«, zerflickten Mantel die Nächte an, R« er im Freien«er« bracht halle, man ahnte seinen Hunger und man ahnte auch böse, oerbrecherisch« Gedanken, die in ihm erwachten. Erwachen mußten. denn er war nicht sähig mehr, zu bettern. dieser wenig vertrauen- erweckende Mann, und vielleicht... Schnell ging man weiter. vorbei... In einer Sellenstraße führte hinter einem Schaufenster ein niedliches, appetitliches Mädchen elektrische Bratöfen vor. Viele Passanten blieben stehen und sahen sich da» an. dann gingen sie hinein und nahmen Kostproben in Empfang, zarte, knusperig« Waffeln, die sie an Ort und Stelle verzehrten Der verwilderte Mann ging ganz langsam an diesem Sch Zahre alt. Ihr Erfinder ist ein junger englischer Arzt Henry Hill Hickmann, der 1823 allerlei Experuncn.e mll Hunden und Katzen anstellte. Er entdeckte, daß die Narkose ken Tieren große Erleichterung gewährte und kam ms den Gedanken. die Narkose auch an Menschen anzuwenden. Niemand glaubte aber an die Erfindung des sungen Arztes und er starb arm und enttäuscht noch vor seinem 80. Lebensjahre. Erst 20 Jahre später wurde sein« Erfindung von einem anderen erprobt, woraus nun Chloro- form und Aether in allen Krankenhäusern eingeführt wurden. Billigste■ Beste Preise■ Qualitäten Beachten Sie unsere Spezial- fenster in den Preislagen von.RM In ö«Lo eigene««Da HauPtwAehrmankten. Wart£iebfcher: 3) HS tfi Vltltt 6f ItVVtlll fO VerdcmmÄ. da sind wieder zwei Aollegen, die mehr Uebershmden gcieistet haben, als der Tarif erlaubt. Und draußen liegt die Hälfte oller«eher, die in dem kleinen Ziest Beschäftigung finden kann, aus der Straße, das Gesicht Werner», des jungen Derbandsvertrauens- inannes» wird nachdenllich und ernst. Um den Mund?uckt es«nt. täuscht. Wofür predigt man nun eigentlich, wofür schuftet man, wenn die Kameraden einander in den Rücken fallen? Ein Zirkular kreist durch den Setzer- und Druckersaal. Dos ungewerkschaftlich« Verhalte» der Kolleg«» wird zcbrandmarkt und auch die tarifbrüchige Firma bekommt chren Teil ab. Das Blatt liegt auf dem Kasten Werners, der Faktor geht unvermutet vorbei und der Schwiegersohn de» Ehefs,«in ehemaliger Hauptmann.„Ah, Herr Werner, was haben Sie denn do?' Der Faktor will das Schreiben vom Aasten nehmen, will es lesen. .Dh nichts. Verbandsangelegenheit.� Der Vertrauensmann ist im Nu heran und entzieht dem Faktor kurzerhand das Zikuhrr. „Herr Werner, ich möchte das lesen.' Der Faktor, ein sonst umgänglicher Mensch, früher selbst vcrbandsmitglied, spricht be- fehlend. Hier muß er Rückgrat zeigen, denn der Schwiegersohn des Chefs, der ehemalige Hauptmann, fleht neben ihm. Werner überlegt blitzschnell. Den Setzern ist es erlaubt, wohreno der Arbeiiszell Zirkulare im Betrieb laufen zu lasten. An stch könnte der Faktor dos Schreiben lesen. Aber der Hauptmann, nein. Außerdem fleht er, wie die beiden Auchgewerkschaftler. die die Ueberstunden geschoben hob«», über die Regale herüberspähen. Cr faltet deshalb das Blatt zusammen und steckt es m die Kitteltos che. Der Faktor wird zappelig vor Aufregung. ..Unterlasten Sie das in Zukunft! Ich verbiete Ihnen dos!' stößt er scharf hervor. „Unerhörte Frechheit,' näselt der.Hauptmann. Werner von oben bis unten mit kalten Augen musternd. Der Stahlhelm blinkt aus dem Jackett. „Sie können mir d« nicht oerbieten,' erwidert Werner, indem er sich mit größter Anstrcngm.g zur Ruhe zwingt. „Ich verbiete es Ihnen, verstaitdenl' Di« Stimme des Faktors kratzt wütend die Kehle herauf, während feine Linke den Kastenrrnd preßt. „Und ich sag« Zflsnen, daß Sie'« mcht können.' Werner holt tief Atem, steht kerzengrade, die Stirn vom Zwang, den er stch auferlegt, gerötet. „Regen Sie stch nicht weiter aus.' beschwichtigt der Schwieger- söhn des Chef» den Faktor.„Der Mann ist entlasten.' Seine klugen funkeln ein« Sekunde lang bösartig und voll Abscheu in das Gesicht Werners, bevor er sich abwendet. Werner» Hoffnung ist die Betrebsversainmkung.„Sie werden fichs nicht gefallen lasten.' meint er tröstend zu seiner kleinen Frau. die den Buben und das Mädchen nebenan zu Bett gebracht hat und nun in der Wohnküche ordnend hin und her geht. Sie glaubt ihm nicht. Sie fühlt im Innersten die Rat und die Bitternis der Zeit. Ahe? sie möchte den guten Glauben des Mannes nicht zerstören. So schweigt sie, nur ihr bekümmertes schmalwanglges Antlitz spricht Werner fühlt irgendwo in der Brust einen Schmerz, wenn er sie so sieht. Das Elend durchschauert ihn im voraus mit seiner Kälte, mit seiner Herzlosigkeit. Cr muß sich in dessen Tagen schr zu- fammennehmen. Der Betriebsversammlung bleibt er fern. Am nächsten Tag trifft er einen Kollegen. Stolz und Vertrauen erfüllen chn, von seltsam wehen Schlägen getroffen, die von unbewußter Bangigkeit herrühren. ..Ja,' meint der Kolleg«, ein bebrillter, vollbockiger Mann End« der Dreißig,„die Dersanm�ung verlief sehr ruhig. Es sprach keiner was.' „Keiner, sagst du?... So.' Werner liegt noch etwas auf der Zunge. Aher nein, nichts merken lasten, denkt er. Der Kollege betrachtet ihn vorsichtig und bedauernd.„Weißt du.' fährt er fort,„die Meinung, das heißt, was man fo hört«, ging dahin, dein Fall fei eine Sache des Arbeitsgerichts. Der Verband soll die Firma verklagen. Du bist gemaßregelt worden.' .Am, dann ist das ja gut. Wurde sanft noch was gesprochen?' Der Bollbackige freut sich, über diesen Punkt hinweggekommen zu sein. Cr schwatzt drauflos. Werner hört mit lialbem Ohre hin. Es kommt ihm vor. als sei etwas in ihm zerbrochen, etwas Kost. bares. Unersetzliches. Er versucht, den Schaden mühsam zu heilen. Wie konnte er nur so töricht fein, und von der Versammlung etwas anderes erwarten. All die Kollegen besaßen Familie. Alle waren sie froh, daß sie nicht hinausgefeuert wurden. Und der übrige Be- trieb, die Buchbinder, die Packer, er wäre in Mitleidenschaft gezogen worden. Viel« Unbeteiligt« hätten leiden wüsten. Er verstand sein« Kameraden, jawohl, und es wäre alles gut. wenn nicht dieser guSlende Rest in der Kehle säße und einem das Reden erschwerte. Ein großer Tag. Di« Firma wurde vom Arbeitsgericht zur Wiedereinstellung des Dertrauensmaimes oder zur Zahlung von achthundert Mark Entschädigung verurteilt. Di« Setzer freuen sich. denn wenn sie auch nichts unternommen hotten, so war ihnen die ganze Sache doch recht peinlich gewesen. Der Mensch ist ein klag» liches Geschöpf. Werner freut sich ein paar Minuten. Dann erfährt er, daß die Firma gegen den Spruch Berufung einlegt. Run beginnt wieder die Zeit des Wartens. Einen Monat dauert es gut, bis die höhere Instanz die Berufung verhandelt. Ein Glück nur. daß der Verband die Maßregelung anerkennt und ihm die Differenz zwischen Arbeitslosenunterstützung und Lohn ausbezahlt. Es ist Hochsommer, Mitte Juli, und er lebt Tag für Tag mit setner Familie wie noch nie In seinem Dasein. Sie fahren ius Freibad. Dort liegen sie im Sand, verzehren Butterbrote, jagen sich, springen ins Waster, gebärden sich wie die Kinder. Herrgott, es war ihm bisher unbekannt, wie toll Max mit seinen sechs Jahren laufen, wie lustig Grete, die vierjährige sein konnte. Welch ein Vergnügen, den heißen rieselirden Sand aus der Haut zu spüren, verträumt über das Waster zu schauen und die Bäume der Landstraße im Sonnenglast verschwinden zu sehen. Auch sein« Frau ändert sich. Ist da« jenes belastete, immer ein wenig müde Wesen, das er abends anzutreffen gewohnt, war, das stumm um Anlehnung und Schonung bat? Rein, das ist in manchen Stunden ein ausgelassenes, frohes Mädchen, das durch das Wasser plantscht, ihn lachend mit Sturzbächen überflutet, ihn jr.ii den blauen, runden Augen lockt und mit den nackten, sonnenwarmen Armen seinen Kops umschlingt. Das Glück sucht sie heim, Äe Liebe flattert auf sie zu, betörend noch einmal. Sie wissen kaum, wie es geschieht. Sie hängen sich eng aneinander, weil im Hintergrund das graue Gespenst lauert. Run sa. das Gericht hat der Berufung stattgegeben, vielleicht ist es unwesentlich, daß der Vorsitzende zum gleichen Stammtisch gehört wie der Schwiegersohn des Chefs, der ehemalige Hauptmann, Aber es muß in dieser zuchtlosen Zeit ein Exempel statuiert werden. Werners Kollegen sprechen nicht gern mit ihm über den Fall. W? schreiben Rovember, und der frühere Vertrauensmann rechnet sich aus. daß er gerade zu Weihnachten ausgesteuert sein wird- Die klein« Frau bringt wie jeden Abend Bub und Mädchen ins Bett nebenan. Der Mann brütet in der Eck« de» zerschlissenen Soph.rs. Cr sieht st« au, der Kammer kommen, müder und belasteter als sonst, den Leib leise gewölbt. Dos Glück des Sonnners wächst in ihr. Die Frau setzt sich auf den Stuhl, dem Mann« gegenüber. Was soll werden? fragt der Blick. „In dem Rest ist es aus kür mich,' stößt er hervor. „Du willst doch nicht nach auswärts?' Ihr« Finger vor» ketten sich. Sie ist so schwach, sie erträgt es nicht, fällt ihm ein. Ratlos hebt er die Schultern. „Und ich.. Sie klag�sich an, well sie das Kind trögt, weil sie nicht ohne ihn mit dem Meinen sein kann. .JDas ist nun einmal so.' sagt er nach einer Pause, an den Worten schluckend, den Schmerz über das Zerbrechen nach der Betriebs- versmnmding in sich, das Leid der Frau wie«inen Pfahl im Fleische. £in S)ichlerlos Philipp IIL von Spanien stand im Jahre ISIS eines Tages auf einem Balkon seines Schlosses Escurial und betrachtete verwundert einen Madrider Studenten, der mit einem Buch in der Sonne lag und bisweilen laut auflachte. Je weiter die Lektüre des Musensohnes vorschritt, desto höher stieg seine Fröhlichkeit, die am Ende so aus» gelassen wurde, daß er das Buch aus den Händen fallen ließ und sich vor Entzücken aus dem Boden wälzt«. Philipp wandte sich an seine Hofleute mit den Worten:„Entweder ist dieser junge Mensch toll oder er liest den ,Don Ouixote'' Ein Palastdiener mußte das Buch herbeiholen und man überzeugt« sich, daß der junge Mensch keineswegs den Verstand verloren, sondern wirklich in dem be- rühmten humoristischen Romane„Don Ouixote' gelesen hatte. Zur gleichen Zeit lag in einem armseligen Gemach, auf einen' dünnen Strohsack gebettet, eßi Mann, der nicht viel über SC Jahre zählte, aber dessen Bart schon silberweiß, dessen Züge abgezehrt waren. Ein paar Tage später sah man aus demselben Hause einen ärmlichsli Leichenzug kommen, und wenn«in Vorübergehender sich aus Milleid nach dem Nomen des Gestorbenen erkundigt hätte, sa würde er etwa folgende Antwort erhallen haben:„Der Tote war ein armer Schriftsteller, und sein Leben eine ununterbrochene Reihe von Trübsalen und Bekümmernissen jeder Art. Die Rot zwang ihn, Bedienter und darauf gemeiner Soldat zu werden. In der Schlacht bei Lepanto verwundet, wurde er von Seeräubern gefangen ge- nommen und blieb fünf Jahre lang Galeerensklave: nach der Rück- kehr in seine Heimat erhielt er eine jämmerliche Stell« als Salz- steuerejnnehmer, die er nur kurze Zell bekleidete; denn er wurde fälschlich angeklagt und abermals ins Gefängnis gesetzt. Unter diesen trostlosen Umständen griff er zur Schriftstellerei und bekam von Zeit zu Zell gerade so viel Unterstützung, daß er nicht Hungers starb. Jetzt hat endlich der Tod diesen Unglücklichen erlöst: er schrieb unter anderem den Roman„Don Ouixote' und hieß Miguel Cervantes.' voksplslo aus dem Inventur« nansldelder i � Stoto fan Pr� U;£00 ß Qtntt&Q h®rÄUUn®'.L'•»«to®«ä m»W //io Beraisk Ittel W scMnea... M l5Ä 'm nnicmr MeMdKR hno i Spleinosdicn «M*«T»cKi«denf n W*«ch. Bf AA Y// ■toff» and lui Wuc Kumt'1VV M jetit darehweg•T Y/j- Damen Trlkoiagen scniuptneinhieid, Ä-._ M KtHtat-eida. mu«nnniiKMmp YY aap» Futter, i-- tcHönen Feiben-et m Yy Dameniieinanose_ m. 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Auch Entscheidung über polizeiliche Strafverfügungen. Neber die Einrichtung de» neuen Verkehrsgericht» beim tlmt» gewicht verkin-ZNitte wird amtlich folgendes mitgeteilt: Mit Wirkung vom I. Januar 1931 ab ist am den Bezirken der Amtsgerichte Berlin-Lichtenberg, Lichterfelde, Pankow, Schöneberg, Tempehof, Wedding. Weißenfe«, Charlottenburg, Köpenick, Ncukölin und Spandau die Entscheidung in Strafsachen, mit Ausnahme der Jugendsachen, dem Amtsgericht Berlin-Mitte in den Fällen übertragen worden, in denen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Kraftfahrzeuggesetz oder die Krastfahrzeugoerordnung, sei es allein oder im Zusammenhang mit anderen Anschuldigungen. die Swatsnwaltschaft bei dem Amtsgericht Berlin-Mitte Anklage erhebt oder Strafbefehl beantragt oder in denen der Beschuldigte nach vorausgegangener polizeilicher Strafoersügung gerichtliche Eni- scheidung beantragt. Diese Anordnung gilt also nicht für Jugend- fachen, dos sind Strafsachen von Personen, die zur Zeit der Er- Hebung der Anklage über 1-1 Jahre oder noch nicht 18 Jahre alt find. Sie gilt im übrigen nicht nur für Verkehrsübertretungen, ins- besonder« für Uebertretung der Kraftfahrzeuzverordming. sondern auch für Vergehen gegen das Kraftfahrzeuggefetz und für andere gegen das Strafgesetz verstoßende Handlungen, die mit solchen llebertretungen oder Vergehen in Zusammenhang stehen. Hat eine Polizeibehörde, was nur bei llebertretungen möglich ist, die Strafe durch Strafverfügung festgesetzt und beantragt der Beschuldigte daraufhin gerichtliche Entscheidung, so entscheidet über diesen Antrag ebenfalls da« Amtsgericht Mitte. Der Beschuldigte, dem eine polizeiliche Strafoersügung zugegangen ist, muß daher von setzt ab den Antrag auf gerichtliche Entscheidung— einerlei ob die Der- fügung ihm vor oder nach dem 1. Januar 1931 zugestellt worden lst— innerhalb«inwöchiger Frist entweder bei der Polizeibehörde, die die Strafversugintg erlassen hat oder bei dem Amtsgericht an- bringen. Durch Stellung des Antrages bei einem anderen Amts- gericht, ab' dem Amtsgericht Berlin-Mitte wird die Frist nicht gewahrt. Erhebt die Staatsanwaltschaft die Anklage, so trifft sie die Entschi�ßunZ, ob das Amtsgericht Berlin-Mitte entscheiden soll. Die Aermsten betrogen. Die Vorsitzende einer Wohlfahrtskommifsion unterschlägt Llatersiutzongsgeider. Sie hat einmal hellere Zeiten gesehen, die schlank« Fünfzig- jährige mit dem grauen Haar und dem blassen, strengen Gesicht. vor Jahren war sie eine angesehene Geschäftsfrau, die über ein respektables Bankkonto verfügte und von den Zinsen ihres Ver- mögens allein bequem leben konnte. Die Achtung und das Der- trauen, die sie bei ihren Mitbürgern genoß, fanden schließlich ihren Zkusdruck darin, daß man sie zur Vorsitzenden einer Wohlsahrts- kommisston in Berlin-Mitte wählte. Nun hatte Frau Lucie F. über das Wohl und Wehe visler Arme zu entscheiden, für die selbst die kärgliche Unterstützung ein Vermögen bedeutete und niemand wußte es, daß die wirtschaftliche Lage der Vorsteherin inzwischen ein« bedeutende Derschlechiening erfahren hatte. Und eines Tages hatte die Herrlichkeit ein Ende! Man kam daraus, daß Frau F. Unterstützungsgelder d«r Stadt Berlin, die ihr in ihrer amtlichen Eigenschaft anvertraut waren, Unterschlagen und für sich verwendet hatte. Für die verschwundenen Beträge hotte sie gefälschte Quittungen ausgestellt Heut« hatte fich Frau F.. die inzwischen natürlich von ihrem Bor- fitzend« nposten enthoben worden war. vor dem Erweiterten Schöffen- gericht wegen schwerer Beamtenuutcrschlagung und Urkunden- fälschung zu oerantworten. Nun erzähst« Frau F. wie e» so weit gekommen war, daß fi« sich am Eigentum der Aermsten der Armen vergriffen hatte. Es waren fast durchweg geringe Beträge, die sie eigenmächtig für sich oerwendete. So ließ sie z. B. einen Betrag von 80 M., den eine 83jährig« Frau auf Grund ihres eigenen An- träges bekommen sollte,.in ihre Tasche verschwinden. In einem anderen Falle war«ine 71jährig« Frau dos Opfer, wie ja di« Bc- troffenen überhaupt, alte, gebrechliche Leute waren. Frau F. ver- schmähte auch Deträge von wenigen Mark nicht. Die gesamte Schadenssumme beläuft sich auf etwa Ml) M.—«in Betrag, der früher bei Frau F. kerne Rolle gespielt hatte. Und verwundert fragt der Vors.: Sie haben di« MO M. im Verlaus von vierzehn Monaten nach und nach unterschlagen. Hatten Sic keine Bedenken. di« armen Menschen um ihr« paar Mark zu bringen? Angetl.: Ich war in einer furchtbaren Loge. Ich halt« plötzlich mein ganzes Vermögen in der Bank verloren, dos Geschäft ging schlecht. Und dann erkrankte auch meine Mutter. Ich mußte obendrein noch für meine beide» Kinder sorgen. Vors.: Aber diese» Geld war sa nur ein Tropfen auf einem heißen Stein. Angekl.: Ich hofft«, das Geld bald wieder zurückgeben zu können. Las Gericht oerurteilte die Zlngeklogte zu neun Monaten Gefängnis, da es von der Annahme ausging, daß Frau F. auch in ihrer ehrenamtlichen Eigcm'chast als Beamtin anzusehen gewesen sei und ihr« Tat daher al» schwere Leamtenu Ickers chkogung qualifiziert werden mutzt«._ Z« der heutigen Aransführaag de» FNm»„Die größte Radsport- schau der wetk". ein Film von der Dresdener Bundesoeranstaltung des Arb«it«r-Rad- und Kraftfahrerbundes„Solidarität' wird der Landtagspräsident Genosse Friedrich Bartels Worte des Ge- Ein Querulanten-Phänomen Der Mann mit den tausend Prpzessen Unter den Querulanten Deutschlands darf Herr Bruhn— nennen wir ihn so— mit Recht den Anspruch auf eine gewisie Verühmtheck crhebcn. Seine Beschwerden gehen wohl in die Zehn- t a u s e n d e und seine Pr o z e s s e und die von ihm angestrengten Versahren nähern sich wohl der Zahl tausend. Herr Bnihn ist ein Querulanten-Phänomen. Wieso«r das wurde, ist-dos Inier- effante an seinem Fall. Die Wiege dieses eigenartigen Mannes stand In einem reichen hessischen Kaufmannshause. Bon seinem Batcr übernahm er ein großes Ledergeschäft:«in zweites in Süddeutschland bekam sein Bruder. Ehezwistigteiten, bei denen seine Schwäger eine große Rolle spielten, brachten sein Geschäft zum Konkurs. Dos war vor neun- zehn Jahren. Damals setzte seine Querulantenidee ein. Er glaubte, ihm sei Unrecht geschehen und kämpft seit zwanzig Jahren um sein angebliches Recht, indem er Hunderten von Menschen Unrecht tut. Zuerst blieb er bei der Lederbnmchc: er änderte nur di« Geschäfts- Methoden. Er spielte den Kommissionär, nahm Vorschüsse und lieferte keine Ware. Das war seine erst« Betrugshandlung. Im Laufe der Jahre folgten weitere. Das Strafregister zeigt 21 Vor st rasen, auch solch« mit Zuchthaus— in Darmstadt, München, Nürnberg, Fürth. Berlin usw. Die Zeugen, die gegen ihn auftraten, begingen angeblich Meineide. Er erstattete gegen sie An- zeig«, die Verfahren wurden eingestellt, er schrieb Beschwerden, be- zichtigte die Richter der Rechtsbeugung: sein« Anwäste oerklagte er bei der Anwallskammer— er hatte alle Hände voll zu tun. Etwa vor zehn Jahren begann seine Tätigkeit als„Syndi- k u i". Durch Inserate oder sonst wie knüpfte er Beziehungen in der Hauptsach« zu Frauen an. vertrat s-ün«„KUenten" in ihrem Rechtsstreit, nahm ihnen Gelder ob und klagte sie hinterher wegen der Gebührsnkoüen an. Die Gebühren waren ungebührlich hoch, ja selbst die Gesundheitsschädigungen, die er durch die Klienten erlitten haben wollte, sollten entschädigt werdcn. Die Zioilprozels« führten zu neuen Beschwerden gegen die Richter. ImZuchthausSonnen- bürg mußte ihm für feine Akten eine besondere Zelle zur Berfügung gestellt werden und auch sonst war er stets mit Bergen von Akten umgeben. Ja, eine ganze juristische Bibliothek legte er sich an-, sämtliche Kommentare des BGB. und des StGB, mußten herhalten, um seinen Beschwerden den wisienschaftlichen Hintergrund zu geben... Mehr als einmal wurde er psychiatrisch untersucht. Bald glaubten die Aerzte mit Querulanten-Irresein zu tun zu haben, bald begnügten sie sich damit, ihn bloß für g e i st i g minderwertig zu erklären. l927 oerließ Br. das letztemal ein Berliner Gefänanis. Di« 21 Strafen hatten ihn nicht vorsichtiger gemacht. Er setzt« sein« Syndikustäiigkeit fort. IL a. lernte er durch eine Heiratsannone« eine Frau N. kennen. Natürlich führte er bald den Rechtestreit, den sie mit einem anderen Heiratsschwindler hatte: sie forderte von diesem ihr« 2006 Mark zurück und erwirkte einen Arrest. Bruhn erhielt von ihr 2000 Mark, um nötigenfalls das Geld zu hinterlegen. Mit dem Geld verschwand er nach Nürnberg. Einen Teil der 2000 Mark erstattete er zurück: an Stelle des Restes bekam Frau N. von ihrem „Rechtsbeistand" Briefe, in denen er sie als„irrsinnig' bezeichnete und das Geld in der üblichen Weise als für sich als Schadenersatz- anspruch und dergleichen mehr reflektiert«. Das End« von: Licde war eine Strafanzeige. Das Urtell der ersten Instanz lautete auf 15 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, die zweite Instanz nn l d e r t e die Strafe auf 13 Monate Zuchthaus ab. Der Nein« Mann mit dein runden Gesicht und der großen Horn- drille ist trotz seiner 61 Jahre noch sehr munter Sein Brud«r betreibt ein großes Ledergeschäft in Süddeutschland, sein Sohn ist Bankier und unterstützt den Dater, der lustig weiter prozessiert. Das Schicksal hat sich gegen ihn entschieden; also werden alle Menschen dafür verantwortlich gemacht, die einmal das Unglück hatten, seine Bahn zu kreuzen. denken? für die ermordeten Genoflen Schneider und Graf sprechen. Die Ansprache zum Film hall Bundesvorsitzender Genosse Riemann-Oftenbach a. M. Die Veranstaltung beginnt 11 Uhr in den Bavaria-Lichtspielen, Frledrichstr. 180. Der weiße Tod. Das Sftiinglück in Elm.- Lawinentod im Riesenaebirqe Basel, 3. Zaauar. Die am FreNognachmillag hier um» Leben gekommenen drei deutschen Skifahrer find: Der Arzt hau» Cläre. Berim- Witlcnau. der in den Wlllenauer Heilsiätlen tälig war, serner die Lehrerin Elsa Sloeltner aus Gladbeck, Slraßburger Skraße 14, und die Lehrerin Herta Geipke aus Buxtehude bei Hamburg. Bahnhosstrasje 30. Die verunglückten waren zusammen mit etwa 85 anderen Deutschen, die größtenteils aas Zkorddeulschland stammte, i, in Begleitung von fünf Sportlehrern und-lehrerinaen nach E( m gekommen, um hier während der Feiertage an einem Skilehrgaog teilzunehmen. Bei der Oberwichlenalp, einige Stunden vom Kurhaus entfernt, wo die Skckellnehmer wohnen, ist ein prachwolles Stigeländ«, das an sich ganz ungefährlich ist. Di« Wetterverhällniss« waren aber am Freitag nicht günstig. Es war neblig und reichlicher Neuschnee ging hernieder. Dadurch und durch den Wind hatte sich bei dem Bach- bett, das die Skiläufer, die bereits am frühen Morgen ausgebrochen waren, überqueren wollten, eine große Schneewehe gebildet. die etwa 10 Meter lang war, und das Gelände unübersichtlich machte. Beim Abstieg nachmittags etwa gegen 4 ilhr kamen die Skiläufer ins Rutschen und gerieten in di« Schneewehe hinein. Durch den Absturz rissen sie noch reichlich Neuschneemafsen mit sich. 13 Personen wurden dabei verschüttet: zehn, die sich selbst wieder befreien tonnten, brauchten hierzu etwa eine Stunde, so daß die Nachforschungen nach den drei Vermißten, die später 2% Meter tief unter dem Schnee liegend ausgesunden wurden, erst zu spät ausgenommen werden konnten,,.* Srummhübel. 3. Zanuar. heule nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr löste sich an der Seisenlchn« eine Lawine, durch die der höroerschlilten- fahret Erich Licbig-Frises aus wolfshau bei Srummhübel verschüttet wurde. Die Saultälskolouneu von Brücken- berg und Srummhübel«ahmen die Rettuugsarbeikeu tu Aazrtfl. Zloch mehrstündiger Arbeit wurde die Leiche geborgen. Bubeutat auf Straßenbahn. Zwrch einen bösen Streich wäre gestern abend in der Kaut- strotz« beinahe ein schweres Derkehrsunglück oerurfacht worden. Ein unbekannter Bursche schleudorte gegen einen Triebwagen der Straßenbahnlinie 93«ine große Kartoffel, wodurch die vordere Schutzscheibe zertrümmert wurde. Di« Glassplitter drangen dem 29jähngen Straßendahnsührer Erich S. aus der Goßlerstraße in b«ide Augen und oerletzten ihn schwer. Trotz der starkblutenden Wunde konnte der Führer sein Fahrzeug noch geistesgegenwärtig zum Hollen bringen, so daß größeres Unheil verhütet wurde. Der Berletzte erhielt auf der nächsten Rettungsstelle erste Hilfe. Der Täter ist leider unerkannt entkommen. Die unterbrochene Argentinienreise. Einen guten Fang machte die Streife Ost der Krimlnolpollzel auf dem Anhalter Bahnhos. Aus Riga war gegen 3 Uhr «in Telegramm eingegangen, nach dem ein Defraudant mit seiner Frau wahrscheinlich über Berlin die Flucht ergreifen würde. Es handelle fich um den 23 Jahre alten Kaufmann Georg D a w i d o w mit seiner gleichaltrigen Frau Marie. Dawtdow soll, wie die Rigaer Polizei mitteilte, 20 000 Gatts(etwa 16000 Mark deutsches Geld) unterschlagen haben. Der Kaufmann betrieb ein Konfektionsgeschäft, hatte alle Waren heimlich verkaust und war aus der Stadt ver- schwunden. In einem Berliner Reisebüro erinnerte marDsich, daß ein Mann, auf den die Beschreibung paßte, durchgehende Fahrkarten nach Argentinien via Genua gekauft hatte. Den Preis, 8M Mark, hatte er in bar bezahlt. Der nach Genua gehende Zug fährt vom Anhaller Bahnhof ab. Di« Beamten eilten dorthin und kamen gerade zurecht, eh« der Zug die Halle verließ. Die Abteile wurden durchsucht und Dawidow und seine Frau angehallen und festgenommen. Sie hatten nicht weniger als 11 Koffer Gepäck bei sich. An barem Gelds verfügten sie nur noch über 130 Dollar. Billiger Sonnlag im Zoo. Am heutigen Sonntag, 4. Januar, beträgt das Eintrittsgeld in den Zoologischen Garten nur 50 Pf. für Erwachsene und 25 Pf. für Kinder. Dieselbe Ermäßigung gilt auch für das Aquarium. Auch ohne Jnven+ur- Ausverkauf sind Salamander-Schuhe durch ihre vorbildliche Eleganz, uberragende Qualität und bekannte Preiswürdigkeit immer begehrt SALAM AN VorSbcsiraftc in Not. Zwischen Weihnachten und Neujahr vor dem Richter. Losgelöst von der Familie, ausgestoßen aus der Gesellschaft, ungenügend unterstützt von den Wohlfahrtsstellen, vielleicht ahne Dach über dem Haupt, unterliegt der Vorbestrafte gerade in den Feiertagen um so leichter der lockenden Versuchung. Um sich «ine kleine Freude zu verschaffen, ja, um satt zu sein, oergreift er sich in alter Gewohnheit am fremden Eigentum. Nur selten kommt er dabei auf seine Kosten, um so eher aber ins Gefängnis. Satt zu essen hat er dann allerdings während der Wsihnachtstage, auch «in Dach über dem Haupte— im Gewahrsam des Polizeipräsidiums. Am ersten Vevhandlungstag nach Wechnachten erscheint er vor dem Schnellrichter. 25 solcher Pechvögel fanden ihren Richter. Oer Kürsorgezögling. Ein finsterer Geselle, das Leben hat ihm bereits arg mitgespielt, und verheißt ihm auch wenig Gutes für die Zukunft. Sechs Jahre Fürsorg«, Jugendgericht, Bewährungsfrist, erneut bestraft, wieder Bewährungsfrist für einen Teil der Strafe und kurz vor Weih- nachten aus dem Gefängnis mit 13 M. Arbeitsbelohnung und 11 M. Wohlfahrtsunterstützung entlassen.„Ich war hungrig," sagt er,„und schlug um MIO Uhr vormittags die Scheibe eines Zigarrengeschäftes ein. Ich nahm eine Kiste Zigarren im Werte von 2chl> M., wurde gestört, sonst hätte ich mehr genommen, die Inhaberin des Geschäfts verfolgte mich. Für den Erlös der Zigarren kaufte ich mir etwas zu essen."„Sie haben sich selbst gestellt?" fragte der Vorsitzende.„Nein, ich dachte, ich sei erkannt worden und ging deshalb zur Polizei." Die drei Monate Gefängnis nimmt der Fürsorgezögling an— mit einer Körperbewegung, als wollte er sagen,„kann doch nichts dagegen". Seine Bitte, um Be- währungsfrift, wird abgelehnt.„Es ist besser, Sie kommen im Frühling heraus", meint der Staatsanwalt. Er half sich selbst. Dieser Mann ist älter, sein Strafregister reicher. Als er aus dem Gefängnis kam, erhielt er 9,60 M. Unterstützung. Sein Ersuchen um Wäsche und Hosen wurde abgelehnt.„Wenn Sie mir nich helfen, helfe ich mir selbst," sagte er zum Wohlfahrtsbeamten. Und er half sich selbst. Am ersten Feiertage überkletterte er eine Mauer, bog am Fenster eines Kleidergeschäfts die Eisenstange zurück, schlug die Scheibe ein, drang in den Laden, zog dort einen neuen Anzug an und eine Lederjoppe und schnürte süns Anzüge zu einem Bündel zusammen. Er ließ aber das Paket liegen. Seinen alten Anzug warf er in die Spree, die Lederjoppe bracht« er an den Mann, für das Geld besorgte er sich was Eß- bares. Dann durchzuckte ihn plötzlich ein Gedanke: meine Papiere. Entweder schwammen sie in der Spree oder er hatte sie beim Um- kleiden im Laden gelassen— dann wäre er verraten. Am 26. begab er sich zum zweitenmal an die Stätte seines Einbruches. Er machte sich gerada an der Mauer zu schaffen, als der Wächter ihn am Wickel zu kriegen bekam.„Die fünf Anzüge hätte ich nicht ge- uommen," sagte der Angeklagte,„vielleicht hätte� ich einen Paletot angezogen, da ich doch die Joppe verkauft hotte." Wegen schweren vollendeten und oersuchten Einbruches im Rückfalle erhielt dieser Pechvogel 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Einbruch mit Schußwaffe. Diesmal waren es zwei junge Burschen. Der eine mehrfach vorbestraft, der andere noch mehr oder weniger ein Neuling. Der erster« hatte erst kurz vor Weihnachten die Freiheit wiedergewonnen, die Unterstützung reichte nicht— trotzdem kauft« er sich für vier Mark einen Revolver— um ihn weiter zu verkaufen, beteuerte er wenig glaubwürdig vor Gericht. Am 24. waren sie sich darin einig, daß sie ein Ding drehen würden. Sie ließen sich im Männerheim zeitig wecken, begaben sich zur Firma Arnsdorf, warteten hier bis der Wächter sich entfernte und schlugen um 8 Uhr mit einem Schraubenzieher das Fenster des Schaukastensein. Das Loch war zu klein: sie waren gerade dabei, es zu erweitern, als ein Zeitungshändler sie bemerkt« und Polizei holte. In der Tasche des«inen fand man den Revolver. Für den versuchten Diebstahl und unbefugten Waffenbesitz erhielt er sieben Monate, der andere wegen versuchten Diebstahls zwei Wochen Gefängnis. Der Revolver gibt aber zu denken., Die Burschen, die die Eheleute in der Stargarder Straße er- schlugen und dabei 10 M. erbeuteten, kamen auch aus einem jener Männerheime,— den gefährlichsten Brutstätten des Verbrechens... 250 paar Butterstullen. Schüler sammeln für notleidende Schulkameraden. DI« steigende Not, hervorgerufen durch die noch immer zu- nehmend« Erwerbslosigkeit, wirkt sich besonders schwer für die Kinder aus. Zeichen der Unterernährung werden von Lehrern und Schulärzten in einem so großen Umfang« festgestellt wie seit Jahren nicht. Die vorhandenen öffentlichen Mittel reichen nicht aus, um die Nahrungsnot der Kinder zu bannen. Die Schulen haben zum Teil eigene Hilfsmaßnahmen organisiert, um den ohne Frühstück zur Schul« kommenden Kindern zu Helsen. Eine besonder« Hilfsmaßnahme wird von den Schülern des Werner- Siemens- Realgymnasiums in Steglitz durchgeführt. Eine tägliche Stullensammlung ergibt etwa 230 Paar gute Butterbrot«, die zur Verteilung einer besonders notleidenden Schule im Norden Berlins zugeführt werden. Es ist dadurch möglich, fast allen in Not befindlichen Kindern der Schule— das sind zwei Drittel der SchAer— täglich«in« Zusatznahrung zu werabreuhen. Di« Sammlung wird noch ergänzt durch gelegentliche Zuwendungen von Obst und Hülsenfrüchten. Der Möbclverkäuser und Erpedieni Herr Emil harlmauu ist am Dienstag, dem 6. Januar, ununterbrochen 25 Jahre im Hause der Firma B. Feder, Berlin W. 54, tätig. Der Jubilar erfreut sich bei der Kollegenschoft, der Gcschäftsleitung. und der Kundschaft großer Beliebtheit. Glas ♦ Porzellan ♦ Emaille ♦ Wirtschaftsartikel Allgemeine Wetterlage. Unter dem Einfluß einer Depression, die am Sonnabendabend über der südlichen Ostsee lag, fanden im Osten und Südosten Deutsch- lands vielfach noch leichte Niederschläge statt. Die Temperaturen lagen im ganzen Reiche am Tage über dem Gefrierpunkt. Vom' Atlantischen Ozean ist nun das Tief, das wir in unserem letzten Bericht bereits erwähnt haben, ostwärts bis nach Nordfrankreich vorgedrungen. Sein Regengebiet erreichte Westdeutschland schon am Sonnabendmittag: bis zum Abend sind hier teilweise ergiebige Regensälle gefallen. Da sich die neue Depression ebenso wie ihre Vorgängerin in östlicher Richtung weiter zu bewegen scheint, so haben wir trübes Wetter mit Niederschlägen zu erwarten. Außerdem dürfte es milder werden, denn auf der Südsette der Deprcsston strömt sehr milde Luft nach Osten, die am Sonnabendabend schon Westdeutschland erreicht und hier Temperaturen bis 11 Grad Wärme hervorgerufen hat. * Wetteraussichten für Berlin: Etwas milder, größtenteils be- wölkt, vielfach Niederschläge.— Für Deutjchlaud: lieberall stark wolkiges Wetter und weitere Milderung, vielfach Niederschläge. Zur Zlbveseruoz der Elnrommenflenerwartea mk jar tbjeabmg der cohnsleuerobzugsbelege oeröffentlichen die Finanzimter und der Präsident de« LandeSfinanzamtes Berlin im Inseratenteil der vorliegenden Au«gadc ausführliche Belanntmachungen. S: Oi'snienstrsös 164-165• Charlottenburg: Rosinenstraße 4• N; Reinickendorfer Straße 21 O: Frankfurter Allee 60• N: Brünnenstraße 188-190(Spezialabteilung für Herrenbekleidung) Mcnittff, 5. JanuaF bis Sonnabend, 27. Janum 1932 Extra-Angebote zu herabgesetzten Preisen Obeibemdei«,..... Z"», MnstlM-fianllmii____«.Z- ..................... 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MänteL Pelze, Herr«: � Preise zu erleichtern. «abelhast: der Zn»«Atur.An»-erkanf der«irm»«.«da«. Laipziger«ich Triedrichstenss«: Die günstiasten Eonderangebot» für Qualitätswaren«r alla* Abteilungen de» Hause»(Herren-, Jungs-Herren,, Knaben-, Bäsch» und Mvix» artckeN und mit Ausnahme dsr Sonderangebote 20 Pro,. Ermässtgung auf alla fertigen Baren, da« tü�wirWS eine Selegsitheit, cht« ousgru sitzt„ werden verdient.' •* dürft« lanw möglich fein, dass ein Geschäft der gesamten Kundschaft diesen Borteil des Inventur-Ausserkaufes— teilweise Pr«i«rmSssiatutg dt« zur Hälfte— bieten kann. In dem heutigen Inserat der Tirma Kähnen a. JSring, Berlin. Aleranderstr. 12, finden Sie einige wtsressant» vsifpisle. Ausser diesen Jnventur-Schlagern gewährt die Tirma aber auch auf all» sansii» gen Waren einen Jnventnr-Rabatt von 10 Proz. Teppichhan» Fische,«. Wolfs.„Bas wii� bieten." Unter dieser Denis« dringt da» renommierte Teppichhau»«ine enorme Preislenkung im diesmalig,« Jnoentur-AngedoL Durch ein» genau« Gegenüberstellung der früheren unb jetzigen Presse können wir den gewoltigev Unterschied feststellen und von neuem die bohr Leistnngssähigleit der Tirma in Teppichen, Sardinen, Läufer, und Möbelsdissen, somle Drücken. Decken usw. erkennen. Dieser Jnnentiiroeckank btstet tatsächlich uugewöhnliche vorteile, die da» Publikum rechtzeitig ausnützen solltE. Jnnentur-Anmoerkansl— Ein alle elektrisierend«» Bort, da» besonder» jetzt mit dem Begriiss unerhört grosser Vorteile verbunden ist. Der grosse Inventur. Ausoeckauf de, bekonnten«arenh-nse« K. Joseph n. So.. Rentill,., stellt den Trrumps der Bwigieit dar. den» in fast allen Abteilungen sind dte Presse enorm herabgesetzt, teilweis« b!» zur Hälft« und tarunter. Um sich von den riefigen vestinden und gewaltigen L-sstnitgen de» Inventur.Ausverkauf, g» hsibrenh zu wer�ugen, muss man aufmerklam die heutige Anlstndtgung de» Warenhauses H. Joseph u. Co., Neukölln, lesen. Der Weg dorthin ist unbedingt lohnend. anlZufecK der tVfiise- wie er iaf«Schlich noch nie da war, hat in unserm i NVE NTUQ-AUSVEQKAUF chattgefunden. Die Dreis«, die wir schon TO stark abgebaut hatten, sind noch weiter bedeutend herabgesetzt worden. Aber die Hauptsache ist: Bei uns erhalten Sie zu diesen Preisen immer nur unsere hochwertiqen Q,UA LI TÄ TS-WA DEN! � � 5,-t7. jan Wieifenagen! Wer heute im SCHUHHOP Kautt-spart schon für morgen Rindbox Kindershefei dsen u Aq raffen 31 A54so Sctraoa Damen SpüngemcTiute ktw�qmenrtoiej Exhaanqetyit SCnUHHO? Unksfr.H,Wilmcrsdor/ettfnn7,Turmsb-45 Müllersh. 7430, Spandau, Breilestc22 Sdinlftieiss> Pafzcnholcr Braoerel-Alüleii�escUsdtalL Bilanz am 3i.Anö/z Zinna, Bad, Balkon, von EU 65.— an. evtl. 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Vorräte................ 5 928 497,05 12«802 435,13 Pesstva. RM Stammaktien...........>.. 50000 000,- Vorzugsaktien.............. lOOOuoo,— .......................... 8600 000, Teilschu dverschrelbungen........ 31150, 5 Hypotheken.............. 246008.20 Nicht abeehobcne Dividende....... 15 325,65 Wohlfahrisfonds und-kassen...... 1 232>05�1 Richard Roesickc Beamten- Renstonskasse.. 2- 40 285,39 Walter Sobernheim-Stiftung....... 133759/9 Guthaben der Kunden und Angestellten... 35 05 074,37 Kautionen.............. 918 1 1 5,04 Retchshier-. Gemeindebier- u. sonstige Steuern 6 962 446,44 Kreditoren............... 5 524 324,89 Reingewinn............. 10415961,-1 !«□», mc»; fiPPICHE Gewinn- bdO Terinvfredunnni an 31 124892435,18 AnänM<030. Soll. Handlungsunkosten....... Steuern............ Funrwerks-Unkosten...... Reparaturen und Ereänzungen... Beamten- und Arbeiterverstcherung. Unkosten des Flaschenblergcschäftes Abschreibungen......... Reingewinn........... RM 21 51 9 580 B8 42 641 521,27 2 415 047,80 1 115 592.49 1 330 125.31 4341 786,86 7 130 20\53 10415961.— <«912123.14 Vortrag aus 1928'29.. GeschZ tserträgnls(nach tlonskosten usw.).. Abzug der Fabrika- RM 743 292,69 96168 830.45 Nach 11 jähriger chirurgischer Tätigkeit davon mehr als 5 jähriger Oberdrz zeit am städtischen Kran- kcnhaos Charlottenburg-Wes end (Abt Prof.A W.Meyer habe ich mich als Facharzt für Chirurgia niedergelassen or. med. Arihur ozia!oszynshi Berlin-Charlottenburg 5 Kaiserdamm 00 Telephon: C3, Westend 8885 Sprechstunde; 12—2 4—6. Aiitli bei alten liallentieinen GallenblasencntzQ' dung, Gelbsucht, Leber-,Ma- gen-, Nieren- Krankh. 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Behrens»- 68/70, bei der Dresdner Bank, W 8, Behrenstr. 35/39, sowie bei den Niederlassungen dieser Banken In Hamburg, München und Breslau, ferner bei den Nicderlassum en der Deutschen Bank und Dis- conto-Qesellschaft und der Commerz- und Privat- Bank A.-Q. in Dessau. bei der Betllner Handels-Gesellschaft, W8, Pran zösischestr. 42 44. , bei dem Bankhaus Jacquler 5 Securlus, C 2, An der Stechbahn 3/4, , bei dem Bankhaus E. J. Meyer W 9, VoBstr. 16 Ferner gelangt nunmehr bei den vorbezeichneten Steilen gegen Rückgabe des Gewinn an'cllsciietas Hr. 0 zn den AUfcn Hr. 38 601-00 50O die von unserer außero'dentUchen Generalversammlung am 15 September 193J beschlossene Barvergütung von ebenfa Is 15% auf das dam Is neugeschallene Aktienkapital von weiteren 2S0U0000 RM Stammaktien zur Auszahlung Berlin, den 3 Januar 1931. Schulfhciss-Pafzcnhofer Brauer et- AEilenMeselUcbatt Dr. W Sobernheim GROSSER INVENTURAUSVERKAUF ab 5. Januar zu rücksichtslos herabgesetzten Preisen. Oer Ruf unseres Hauses bürgt für die hohe einwandfreie QualitätderWar�dieteilweisebis 5«a»" MOP, ermäßigt wurde. Auch LÄUFER. TOURNAY, AUSLESESTOFFE, BOUCLE, HAARVELOUR. KOKOS».RESTE sind bis zu 50'it ermäßigt worden. Größtes Spezlalhaus des Kontinents für Fußbodenbeläge €□>; aud» in [tAonalsJ kRat«» üfli�meyer MVilhelmstr. 50 öu(e Kapfian- I Haa(aljaKSSS.rS C. Röcker, Berlin umisnaergat siiaBe 2 1, Königs1. 3883 Scnsaltoiiciler avcnlnr VerKaul ab 5. Januar Ilm Teppichhaus .efevre Berlin, seil 49 labrcn mu�mensWSS Preisheraiiselzmig aller Waren ohne Ausnahme! SgezialkalalogMenios. Uasere Radisiliirciisiirfiie Montag u. Donnerstag beaettewert! Vekdnnfmdchung betreffend Ablieferung der Einkommen- struermorfrn. IederArbeifnehmer für den Im Ralenber- tabee ISZO Sfenet warfen vkrtnendri worden find, ift betpNtchtel. wäleflen« bis jitm 20. Januar 1931 seine Sfeurrfarfe für 1930 und die Einlagedogeo mit de» im Ratenbersahre 1930 verwendete» Steuer marken an das Finanzamt abzuliefern. IN dessen Bettfri er am 10. Ollobet 1930 feinen fflolmfik oder gewöhnitchen Auf. enthalt hatte. Dabei hat er die Nummer der SIeuerkarf e für 1931 und die Gemeinde» behörde. die diele Sleuerfarte ausgeftellt hat. anzugeben. Sofern die Steueifarte tgöO nem Arbeitnehmer nicht eingesandt werden kann, weil sie etwa det einem Arbeitgeber für die Lohnsteuerdefcheinlaung Berwendung findet, sind Name und Wohnung die jesArdeitgebern bei der Einsendung der Emlaaebogen vom Arbeitnehmer genau anzugeben. Ardeftrehmer. welche einen Gr- flcltungsanlrag bei dem Finanzamt ihres Wohnsitzes am>0, O'tober 1930 ftellen wellen, tonnen mit ihm die Ettireichung der Sleuerfarte 1930 und der Slnlagedogett verbinden. Dls Arbeitgeber sind uer. pflichtet, durch Anschlag In den Arbetls- und Geschäflstäumen aus die Adlielsrungs- pfltchl Hinzuwelfen. Die Etnlagebogen nisissen v. m Ardellgeber erbnungomStztg ansgetüllt und aufgerechnet sein. Berttn, Im Januar 193t. VI« Finanzämter de» Conbeostnenz amlodezfrk» Berlin. BefannfmachUPg betreffend Einsenhuna der LoHnsteuer- abzugsdrlege für da» Rafendrrjaf r 1930. Art-eitprber. die Im Ztaienderjahr 1930 den SIettrrabzttg vom Arbeitofohn im Ueoerweisungsoersahrr» vorgenommen haben, haben a) sür die am 31 Dezember 1930 bei Ihne» in eitlem DfensioerfiSitnfs stehenden Arbeitnehmer auf der Nltckiehe der Lfcuer- farle 1930 die tlohnsieuer. Bescheinigung, d> für b'e im Kalenderjahr 1930 vor dem 31. Dezember iW» aus dem Dfenft Verhältnis ausgefchfedenen Aibesinehmer orreinsachte Lohnsieuer» Ueberweilungs- blüfter nach vorgeschriebenem Muffer auszufchrefben und den Wohnsix-Finanz- amter» einznre-chen Nähere Austünfte erteilen die Ftnaozimtrr Diese oerab. folgen nnentgrlrl.ch auch die Ueber wefsuugsdlätter und Abdrucke der motz» aebeuden Berordnuna vom 10. Dezember 193». welche mich Besiimmrtngen dorfiber enthält, in weicher Weise bar Vediaan» zufchlag und der Beirag der Aerchshifse auf Steuerforten und Ueberwetjung». blättern zu vermerken ift. B e r 1 t n. den 20. Dezember 1330. vor prSstdeut de» Oondossinonjami» Lertiu, arigingl- Seiems eelsnlmsli'slzsn/ nmievenen musefema-ffetfening Patcnt-DrchbcH(D.R.P.) et» Griff- ein Bett, sowie das neue Holzbett mit Befema-Fedeian» sind vollkommen gerliudilas I— Kein Etnllcgrn. Für sehwerslc Beluhmg. Ueberau erhältl 20 Jahre Garantie. Beri.FBdennairatz.-Falink. Ropwmlp.za BETTFEDERIIarA,. JBk Gmt 0.90, 0.75, 0 60 Wstfi 5.-, 4.-, 3.50,1.00 Okrtlbt pfüit".Sä. 7.5 t. 6.00 W�M�Sinu|tl.5A �30, 1,40 � v � � UMsB-OberWl.. 31 SO und andere Sorten in großer Auswahl. Dmgfreniggig für mtsm Knida gntk SACHSEL& STADLER Mtaiidin Itffltdtra-Sgeztai-Baas C.25, La n dsbcrgerStr.43/4 1 nUMUentiftrpl.) » HnllsssnsseScner!] j�cr SiAAlalbeater« 4J Meter tief, 1?�|| Meter breit, etwa 10 Meter hoch fürj| Sportzwe(l{eralsVersofMi' O geeignet, tu an ♦ vermieten. Cborincr Str. 25. Humboldt 5773. SM««IMM-MM »«"wn»' punklionsrs Am Millwoch. dem 7. Januar 3931. findet in folgenden Lokalen die ZZezIrks-verlrauensmSnner-konferenz stau: l. Bezirk, Lokal Gallas. Wetßenfee. Lehderstr. Ul, um 5 Uhr 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Sa. 9. 10. II. 12. 18. 14. 15. IS. 17. >8. 19. 20. 21. 28. Schmidts Getellfchaltshaus. Fruchtftr 3Sa. um 8 Uhr Setpte, Lichtenderg, Kronprinzenftr 47, um 5 Uhr Hermann. Stralauer Allee 47, um 5 Uhr Ewald. Skalitzer Eir 120. um 5 Uhr Srnlglett. Neukälln, Wipver», Ecke KfrchSraße, NM 5 Uhr Ewald. Slalitzer Sir 12S. um 5 Uhr Gewerktchajlshaus. Saal 3, Engeinfer 24/25, um 5 Uhr Noenfpieg Waflertorsir. 7L um 5 Uhr Lohann. Brüderftr IK.T8 um T* Uhr V gum Mohren. Jerusaiemer Sir. 9, mn 5 Uh, Gehrte. Sd-äneoerg. Ebersfti. 66, um 5 Uhr Borchmairir, Stfa'-iv.. Nheinsir. 40, um ä Uhr Reimer Gharioitenourg, WrlmerSdorser Sir. 21, um 5 Uhr Armintus-Säl«. Bremer Str. 72, um 41-1» Uhr Sitzungssaal. Berdandshaus, Llnteuslr. 81,85, um 7 Uhr Boeldefe. Sdiraderhaus, Lrebenwalder Str. 85/86, um 4V» Uhr Brulederg. Gerfchlftr 71, um i'M Uhr Sftzunaslaat 4, Berdandshaus. Lm enftr. 83185, um 5 Uhr Jugendheim DMB, Lintensir 83/85, um-6 Uhr Wende, Rolonieftr 147, um 5 Uhr Etnsied er, Johannisthal. Sierndamm. um V/t Uhr Sermania-Säle, Spandau, stresowplatz, um Vt Uhr. Die Perlrmrensmännerfonserenz im Z2. Bezirk Ist am Soannsfag, kern 5. Zannar 1931,«>? Uhr. Im Lofal Schulz, Kllpentck, Bahnhosstr. 34. Tagesordnung in allen Konferenzen: Iahresberichl und Neuwahl der Dezirfsleifung. Außerdem finden am Alrltworh, btm 7. Fanaar 1931, Bertravensmänner- konfercnzen flott. 2t. Bezirh Lokal Sitzungssaal des Berbandshauses. Liniensir. 83.-85. um 4 Uhr 25.,, Kur War, durg, Stenienssladh Ronnendammallee Ecke Retsstrasie. um 4'/- Uhr. kemvhg.»svsneehksgsri Dtcnslag, von 6. Zannnr, abend» 7 Uhr. iz> verbau HsHause. oinien. slruhe 63 SS: grsnehsn-Vsrssmmiong Tagesordnung: !. Bericht von den TariioerHandlunzen. 2. Stellungnahme dazu. 8. Bertchredenes. Die gmrtlionifre der Branche melden sich eine Stunde früher te Parterretaal Ohne Milzfievsbuch fern Zutritt l Spielplan unserer»nitnrabfellnng. In der Wochr nv« ll. bis 11. Zanuar: Licht und Schott»» Über dem Sonnen-' fand Brasilien(ZU« und v er sin, II che r Borira» de» Zorschers Herrn Dr. Patschke) Zu der Woche»om 18 hio 18. Zornrar; t Der gigarütsche Strom(Ar>a«»netr Strom>. 2 Der Gletchrfchier. Zn der Boche vom t». bi» 25, Januar: Salfa. die Tochter des Nordens(»ordl» scher Tie» und Expeditlonsfilml. Zn der Boche vom 2« Za». bi» 1. Febr.: Dür en wir Ichwergen?(Sexua fllml Zn der Boche»om 2. bis 7. Februar; Die hetligcn drei Stürmen(Großer Berg» u. Sport jiim mit Loüts Trenlert Anfragen wegen Ueberlasiung und mch der Abteilung sind trievhgnflch ober tchrtfllich an die KnituradiNluna (Büro LtniensieAZ./W. Zimmer 2V> z>: richten. »4« vitaverwailnng. SeMei Verwaltungsstelle tierlla Todesanzeige Den Mllgliederu zu; Nachcichh daß unser Kollege, der Bsflotzer lul ScIiDvald gtzh.&. SSaoenjbtr 1867. ort 1. 9t- zember an Herzichlag gestorben ist. ®fe Ginäscheruno findet Mittwoch, den 7 Januar 19Zt, 18 Uhr, im Krematorium Baumschnienweg, Kiel. hoizftratze. siait. Rege Beleitigung»>Ird erwartet. Nachruf Am 20. Dezember Kolleg«, der Schlosser starb unser Ernst Habelmann gib. 6. Januar 1873. Die Beerdigung hol bereit« statt- gefunden Ehr« ihrem«»henke» VI« Ortsvaewattang. Uhren von Viese jlBjehcn nrtslsc Rabaitf IOÄ/o auf all« Armtoanef» nnd Taschenufiren wAhreaA«f. Inventur-Ansverkäufe tioldene Damen- Armbandatir io Steine, Schweizer Werk*®,— n, SUberne Herren■ SrmJxinaiiJir i»,.. 19.- Herren-Ia»d»cnaf»r............... von 8�10 Zwei Jahre schriftliche Garantie an Hermann liiiese Jnfasfallen. Abrellungen Preise zum Teil bisßft�herabt G*%ß/o( �gesetzt RADDÄTZc 1 Berlin, Leipzigerstragse 122-125 llnscrer heutigen Auslage liegt ei» Prospekt der Firma A Werl beim. Berti», betr.(svcslur-vcrkaaf, bei, woraus wir unsere Leier bejeuhrrs hruweise», Ar. S» 4S. Iahrgaag•ST* 330�(15 � Sonntag, 4. Januar 193� XMMMMMadssd»»«rd«k»tt»n ptDi»tt.L»»6».k.«a7N «>I«>I»?iiU«enr- I I senmht.m*ot«wel- I Mtot..BtSek f*tst I|{ub-QuiL, Stielst I Moderne Filzkappen 7 5 I Jogesdl. Fons. Bit � QA Mäntel und Kleider SUalel sw nt«n Qialtt,, esnz geAttsrt,«. T. alt Pelzkragen ederpelsart Besats, 1 ril-»! moderne Passtonnen. Kleider aus rench. Stotlarten, Wischsamt, Wolle, Seide, SttckfCHl Varkauf aewall Vorrai S.:'MM Grosse Posten Kinder. Kleidung *tt bnlbem Ba- j adle«enrbelut Sttek Jetst i UetaUt&denbeknr- holt, Stack Jetst< Kinder-Kleider « 490 090 �90 I I Serie n X Serie IN. «■ Stftcl--- arbeitst, tBr ea. 2—8 Jahre. Serie I I Serie H Stack jetst" Stack Jetzt 290 � Serie XU. 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