BERLIN SienStag ö.Zanuar 1931 10 Pf. Xv. 8 B 4 45. Jahrgang L r sch e t ll r täglich auttr Sonntags. Zugleich Sbeudauegabe de«.Vorwärts". Bejugsprei? beide Ausgaden 8SPf. pro Woche. 3,«iN.»r« Monat Zledaktion und Exredition: BcrlinSWsS.Sindenfir.S ffVofiOw�6 Anjeigeuorti«: Die einsoalrige Nonoareillejeile «o Pf., Reklamejeile h M. Ermäßigungen nach Tarif. PoKscheckkontv: VorwärtS-Verlag G. m. d.H.. Berlin Nr.»7S.?K. Fernsorecker: Dbqhoss MZ bis 20? m Panik beim Kabrikbrand Brand in der Greifswalder Straße/ Arbeiter in Ersiickungsgefahr Ei« gefähulieher Brauch entstand haute vormittag in der Greifswalder T t r. 13. Tas CucvgebSubc dieses Hauses beherbergt im erste«, zweite««nd vierte« Zstock nicht weniger als drei Miibenfabriken mit zahlreicher Arbeiterschaft. Die Arbeiterschaft geriet in Ersticknngsgefahr und mnsite von der Feuerwehr gerettet werde«. Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache entstand in der elften Vormittagsstund« in der im ersten Stock gelegenen Mützen- fabrik von Z i n s im Tuchlager dieses Betriebes ein Brand, der das Lager sofort in hell« Flammen setzte. Unglücklicherweise befaich stch dieses Tuchlager unmittelbar neben der Zlusgangstür der etwa 100 Quadratmeter umfassenden Fabrikräume, so dah nicht nur der Belegschaft der weg in? Freie abgeschnitten war. sondern auch da» ganze Treppenhaus in kurzer Zrit in so dicken Qualm gehüllt wurde. dag eia Durchkommen unmöglich war. Während das Feuer in der MützsnfadrÄ von Zins immer weiter um sich griff, gerieten die darüber gelegenen Betriebe in nicht minder groß« Gefahr durch die ständig wachsend« Qualmentwtcklung. Di« Arbeiter der Firma Zins sprangen, bevor noch die Feuerwehr eintraf, In höchster Rot aus den Feaflern auf ein kleine« Glasdach, wo sie sich platt hinlegen mutzten, um den aus den Fenster» schlagenden Flammen zo entgehen. Die Feuerwehr holt« sie von hier mit Leitern herunter. Eine F r a u, die sich beim hinausspringen Schnittwunden am rechten Bein zugezogen hatte, mußte nach Anlegung von Rot- verbänden dem Krankeichaus zugeführt werden. Während die ersten Löschtruppz mit Rauchschutzgerät in die brennenden Fabrikräum« eindrangen, ertönten aus dem vierten Stockwerk gellend« .ffilseruf«. Zwei Arbeiter, die nicht mehr rechtzeitig hatten flüchten können, waren in den von beißendem Qualm erfüllten oberen Fabrilräuenen in Erstickungsgefohr. Weitere Löschtrupps mit Rauchschutzgcrät drangen nach oben vor und brachten die. beiden Arbeiter, die bereits erheblich unter der Einwirkung des Rauches gelitten hatten, noch rechtzeitig ins Frei«. Di« Ablöjchung des Brandes gelang w oerhältnisinößig kurzer Zeit mit zwei L- Rohren. Das Feuer hätte nach Ansicht des Brandlcstenden, Baurat Meyer, leicht zu einer ähnlichen Katastrophe führen können, wie vor Jahren bei dem Großfeuer in der Radiofabrik von Trotzki in der S ch ö n l e i» st r a h«. Daß die R-ttungsmaßnahmen in vollem Umfange geglückt sind, ohne daß Arbeiter oder Arbesterinnen von der starken Belegschaft der verschiedene» Betriebe ernster« Ber- letzungen erlitten haben, ist vor allen Dingen dem Umstand zu ver- danken, daß die Wehr gleich mst genügenden Kräften anrückte und tatkräftig eingriff. Insgesamt haben v i« r A r b e i t e r i n n e n der Mützensobrit im ersten Stockwerk bei der Flucht über das Glasdach Verletzungen erlitten. Zwei Frauen brachen durch ein Glasdach und zerschnstten sich die Füße, zwei aridere Arbeiterinnen blieben mit. Verstauchungen bewußtlos liegen. GtegerwaldsMissionvergeblich Morgen Ochlichtungsverbandiungen im Ruhrgebiet. Dortmund, V. Januar.(Iii.) Reichsarbeilsminister Sieger wald har seine Anwesenheit im Ruhrgebiet benutzt, um die striltigea Lohnsragen mit den betderseitgiea Verbänden und mit einzelne» führenden Persönlich- leiten ans» eingehendste durchzusprechen. Die Besprechungen hoben jedoch eine Möglichkeit der Annäheraug der beiderseitigen Standpunkte bisher nicht ergeben. Das Schlichtungsverfahren wird daher am Mittwoch unter den Vorsitz des Schlichters für Westfalen feinen Fortgang nehmen. Die Reichsregierung hält trotzdem ihren Standpunkt aus- recht, daß eine gewaltsame Austragung diese» Sonslikles bei der gegenwärtigen Gesam klage Deutschland, nicht z« verantworten wäre vnd wird ihre Bemühungen nach einer friedlichen Beilegung nach! drücklichst soctsetzen. Da die Kündigung der einzelne» Arbeitsverträge erst zu« l\ 3 Der Angesagte ist der Sohn eines Kaufmanns. In Westfalen im Jahre 1885 geboren, besuchte er zuerst die Volksschule, dann das Gymnasium, machte im Jahre 1999 sein Refcrendarez-amen und fiel im Jahre 1914 durch das Assessorexamen durch. Er nahm als ReservÄeutnant ani Kriege tetl, erhielt einen Kopfschuß, machte im Jahre 1919 sein Assessorexamen und nahm emc Syndiku-sielle bei dem Siegcn-Solingcr Gußsiahl-Verein an. Als er im Jahre 1926 wegen Auflösung dieses Vereins in Berlin seinen Posten verlor, hatte er ein GeHall von 650 Mark monatlich. Er versuchte zuerst, selbständig als Anwalt zu arbellen, assoziierte sich drewieriel Jahre später mit einem anderen Anwall, war aber gezwungen, da« Ber- 'hältnis zu lösen, da er seine Pflichten vernachlässigte. Eue üble Gewohnheit, die er sich schon als Student zugelegt hatte, nahm überhand: Rechtsanwall Oberwinter t# a n k- Nicht fallen mußte er aus der Kneipe zur Sprechstunde geHoll werden, auch feine Akten blieben dort liegen, es ergingen VersäumnisurteUe gegen feine Klienten, weil er zu den Terminen einfach nicht erschien. Jetzt kaufte er die Praxis des Justizrats Schles und ging Bureau- g e M e i n f ch a f t ein mit dem Notar Schlegel. Seinen An» wallspflichten kam er nicht besser nach als früh«. Er sprach dem Alkohol nicht weniger zu denn zuvor. Im Winter 1929 lernt« er auf dem Landgericht II durch einen Mandanten Frau Gött« kennen. Sie klagte ihm ihr Leid, erzählte ihm, daß sie ein« Erb» ichaftsangelegenhcit zu führen habe, kein Anwall ab« ohne Vor- schuh für sie arbeiten wolle, und zeigte ihm am selben Nachinillag in seinem Bureau eine Notariatsurkunde, aus der hervorging, daß sie eine Erbschaft, in Höhe von anderthalb Mit- lionen zu erwarten habe. Auf der Notariatsurkunde war auch die Kostenrechnung der Notariatsgebühren zu lesen. Sie legte ihm ferner eine Honorarrechnung ihres früheren Anwalts vor und eine Bescheinigung, aus d« hervorging, daß er sür Sander- bcmühungen noch 20 099 Mark zu erhallen Hobe. Rechtsanwalt Oberwinter war von der Existenz der Erbschaft überzeugt. In dieser Ueberzeugung wurde er noch verstärkt durch einen Telephonanruf und durch die mündliche Bestätigung eines ver- vertrauenswürdigen Bekannten der Frau Gölle. Sein Vertrauen an diese wurde selbst durch den ilmstand nicht erschüttert, daß die Frau vier Wochen nach der ersten Bekanntschast eine Strafe wegen Be- truges antreten mußte. Rechtsanwalt Oberwinter erlangte für seine Klientin einen Strafurlaub und setzte seine sreundschafllichen Be- Ziehungen zu der Frau G. fort. Diese brauchte Geld: sie brauchte immer mehr Geld zur Führung ihrer Erbschofteangelegenhell. Rechtsanwalt Oberwinter besorgt ihr das Geld— auf Kosten seiner Mandanten. Er nahm Vorschüsse: anstatt aber die Gelder zur Führung der Sache seiner Klienten zu verwenden, führte er sie an Frau Göti« ab. Bis eines Tages— es war am 9. Juni 19Z9— der Notar Schlegel beim Gericht erschien und Erklärte, daß sein Sozius, Rechtsanwall Oberwintcr, seit Sonntag vetschwunden sei nnd bereits seit zwei Wochen seine Praxis nicht mehr ausübe. Einige Zeit darauf wurde Rechtsanwall O. in einem Cafe verhaftet Der Angeklagte, der recht wirr« Angaben macht, aus d«n die Antworten nur mll Mühe herauszuholen sind, hat selbst noch im Gefängnis an die Erbschaft der Frau G. geglaubt. Heut« scheint er allerdings seinen Glauben verloren zu haben. Als psychiatrischer Sachverständiger ist Dr. Ewers anwesend. Die Verteidigung hat Rechtsanwall Dr. Sidney Mendel übernommen. Die Grippewelle. Genügend Bellen in Berliner städtischen KroulenboVern. Die außerordentlich schwankende lvitlerung der letzten 14 Tage hat ein erhebliches Anwachsen der Grippe zur Folge gehabt. Im Zlnschluß an eine Besprechung, die gestern im Haupt« gesundheitsamt stattfand, wurden von den Ort-krankenkassen und den leitenden Direktoren der Berliner Krankenhäuser eingehen. der Bericht über den Wand der Erkrankungen erstattet. Danach be- steht in der Tat ein« Grippewell« und in den letzten Tagen ist abermals ein leichtes Anwachsen der Erkrankungen zu verzeichnen. Die Zahl der Grippekranken ist zurzett etwas höher als im Borjahx, liegt aber wesenllich unter der Cr- krankungsziffer vor zwei Iahren, als zu Wechnachten 1928 die Grippe geradezu«inen epidemischen Charakter trug. Die Gerüchte, daß die Krankenhäuser berells überfüllt seien, ent- sprechen keineswegs den Tatsachen. Bisher sind in den Berliner Krankenanstalten noch nicht einmal alle«tatmäßigen Betten belegt. Außerdem verfügen die verschiedenen Krankenhäuser über 490 Reservsbetten: hinzukommen 270 Betten in den geschlossenen Krankenhäusern Gitschiner Straße und Blankenburg, die im äußersten Bedarfsfall« glekchfalls zur Verfügung stehen. Die Grippewelle wird von den, zuständigen Stellen genau überwacht und es werden all« zur Verfügung stehenden Abwehr- maßnahmen angeordnet. Im großen und ganzen kann wohl gesagt werben, daß zur Beunruhigung bisher kein Grund vorliegt. Oer LteberfaN in der Calvinstraße. 250 Mark Belohnung ausgesetzt. , Der Ueberfall aus die Hausverwallerin D a h l t e in der Calvinstraße 1 hat zur Aussetzung einer Belohnung von 2 50 Mark geführt. Bisher war es der Kriminalpolizei noch nicht möglich, über die Flüchttgsn irgendwelche Anhaltspunkte zu gewinnen. Ob sie im Zusammenhang mtt dem am Montagabend verübten Ueberfall auf die Hausoerwalterin Frau Paulus in der Brüsseler Straße 34 stehen, kann zur Zeit»och nicht gesagt werden. Daß sie in beiden Fällen mit den örtlichen Verhältnissen genau vertraut waren, ist sicher. Sie müssen die Frauen vorher beobachtet und gewußt haben, daß diese größere Summen zum Abholen bereithielten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß Leute, die von dem einkassierten Gelds wußten, ohne böse Ab- stcht, lediglich aus Unvorsichtigkell, darüber gesprochen haben und daß die Räuber das gehört haben. Personen, die irgendwelche Beobachtungen gemacht hpben oder sonst zur Aufklärung beitragen können, werden gebeten, sich bei Kriminalkommissar Wernekmrg im Raubdezernat A 5 des Polizeipräsidiums zu melden. Liebesiragödie in Charlottenburg. Liebhader schießt auf Mädchen und tötet sich selbst. Laute Hilferufe einer Frau alannierlen heute vormittag die Angestellten eines Hotels am Stuttgarter Platz in Ehar- lottenburg. Am Montagabend waren dort ein 27 Jahre alter Schlächter Alexander kobns, der in der Petersburger Str. 5k wohnte, und eine 21 Jahne alle Rosa Gvsky abgestiegen. Beide waren seil einiger Zeit befreundet. Anscheinend hat da» Paar zv- nächst versucht, sich mit einem Betäubungsmittel umzubringen. Als das sehlschlug, muß der Manu am Dienstagoormitlag aus seine Be- glellerin gegen ihren willen geschossen haben. Der Schuß brachte dem Mädchen eine schwere, aber nicht lebens- gefährliche Verletzung bei. Als kobns hörte, daß aus die Hilferufe Leute herbeikamen, richtet« er die Pistole geget» sich selbst und brachte sich einen Schuß in den Kops bei, der den sosorligm Tod zur Folge hatte. Das angeschossene Mädchen wurde nach dem Westend-Srankeahaiis gebracht, die Leiche des Schlächters nach dem Charlottenburger Schauhause. Hunger zwischen Luxus. Arbeitslose als Apfelhändler in Rew 8ork. New Park, im Dezember Das Straßendild ist um sin, Szene reicher. Heber Nacht(in*) sie aufgetaucht. Einer hatte die Idee... Zehn, Hunderte, Tausende machen es nach! Wenn»tan letzte Woche„Down Town" fuhr, sah man sie nur vereinzelt. In dem belebten Wall-Stteet-Piertel wirkten sie seltsam, unwirklich, sinnlos. Heute findet man sie schon überall: an jeder Straßenecke stehen sie, an jedem Ein- und Ausgang der Untergrund. bahn: ja selbst mitten auf den belebtesten Bürgersteigen haben sie sich posttertt Aennlich gekleidete Gestallen mll rotgefrorenen Ge- sichtern. Sie treten von einein Fuß auf den andern... es ist bitter kalt. An ihren Hüten tragen sie«in Schild mll roten Lettern: „llneiTipIoyeä, buy apples!" und ein Kistchen steht neben ihnen: es ist gefüllt mit rotwangigen Aepseln, die sie feilhallen. 5 Cents das Stück. „Unemployeck, buy apples!"(Bcf chiifti gungslos, kaust Aepfell) sogen die Plakate, die ihnen um den Hals hängen „Sweet spples. vice appies!" rufen die vom Frost blauen Lippen. Kein Schutzmann jagt sie weg: sie haben«in Privileg: Sie sind arbeitslos. Ihre Zahl ist Legion, ihre Schilder wirken beängstigend, niederdrückend. Man sieht zur Seite, wie beim Anblick eines Bcttlers, und muß doch immer wieder hinsehen Hundertmal hat man es schon gelesen, und man liest es immer wieder: „Linemployeck, buy'apples!" Bor einem eleganten Warenhaus: Die Auslagen zeigen Teppiche von unermeßlichem Wort: augenlose Puppen von unnatür- licher Schlankheit präsentieren Abendkleider, die im Lichte glitzern. Am Randstein stehen herrlich« Wagen, die der einkaufenden Dam« harren. „Apples, buy applee!" klingt es dazwischen wie eine Klsga Emc Dame im Pelz geht vorüber, ein ausgestreckter Arm hält ihr einen roten Apfel entgegen.„Only 5 oenUl" Sie wird rot und hastet vorbei. Was sie wohl gedacht hat? Zwanzig Schritte weller steht wieder einer, jung und stark. Ein Riese. Er hält einen Apfel hoch über oem Haupte. „Buy an applc, only 5 centsl" klingt seine Mahnung, keiner hört... „Only 5 centsl" ruft cr beschwörend: niemand achtet seiner. Da geschieht das Unerwartete. Er betrachtet ihn emen Auge» blick und... mll hungriger Gier verzehrt er ihn selbst. „Uneraployed, buy an applc!" ruft der kauende Mund. dl. Sternau. Boriragsabend von Friedrich Moest. Veranstaltet von der Volksbühne. In der 2lula des Gymnasiums zum GrauenKlofter las Friedrich Moest auf Einladung der Volksbühne aus den„33 Anekdoten" von, Wilhelm Schäfer. Schäfer erzählt nicht in rascher Steigerung. Er schleift zahllose winzige glitzernde Flächen, Bruchteile des Ganzen, aus denen doch schon das Ganze leuchtet. Man muß diese Berichte in langsamer Behoglichkell bringen, sie glitzern lassen, bei der Betrachtung besonders hübscher Reflexe beschaulich oerweilen. Moest las die Anekdoten und Er- Zählungen in überhastetem Tempo, aus die lange hinausgezögerten Pointen hinhetzend. Die nicht sehr günstige Akustik des Raumes war diesem Vortrag besonders ungünstig: brclle Strecken der Rc» zrtation verschwammen in Farblosigkeit. Freundschaft für- Moest, der sich sonst bei Voltsbühnen-Veranstaltungen oft bewährt hat, Freude an einzelnen humorvollen Bildern ließen trotzdem am Schluß Beifall aufklingen.—!z. Ct. Tttai Ceti Mll auf Einladung der V o I l 0 b ü h n t iechs üuht- bildervorllSgt über da« Tbtma:»TdeoretilcheS und PtaltijchßZ Kun st v er jt ä n b n is." Die Einträge hnöerl un Hprjaal de» ÄiuiflgenxrbenmfemnS Vrwz- Wbrecht- Straße 7, jtatt. Der erste em Sonnabend, dem 10. Januar. 20 Uör. Eiiuaßlarten 70 Pf, sür alle sechs Borträge 2,50 St.. am Eingang des Hörsaals. Reklame, nicht Sport. «r Weltflvg der englischen Fliegerin Amy Johnson ein sinnwies Avent-ver X>ic englische Fliegerin Ainq Johnson ist aus ihrem Wellflug �ci einem kleinen polnischen Ort zur Notlandung gezwungen worden. Sie hatte sich infolge dichten Nebels in der Fahrtrichtung geirrt. Dieses Mißgeschick wäre der Engländerin nicht passiert, wenn sie sich aus die zuverlässige Wetterberatung der Berliner Flugwetterwarte verlassen hätte, die ihr ausdrücklich erklärt hatte, daß von den drei Routen Berlin— Warschau nur die südlich« üiber Breslau sicher sei und gute Sicht biet«. Auf der direkten Linie droh« hilller Posen eine dichte Wolkenbank, und die nördliche Route über Danzig- Königsberg sei wegen Frost und Nebel besonders gefährlich, da nicht nur die Gefahr des Berirrens. sondern auch die der Vereisung vorliege. Fräulein Johnson flog die nördliche Rouie, und es passierte ihr prompt das von den erfahrenen Meteorologen vorousgesagte Miß- geschick. Welchen Sinn hat es eigentlich, so muß man sich angesichts dieses unvorsichtigen, ja unsinnigen Verhaltens fragen, die Flug- wcttorberatung, wcmi der Flieger das Wissen des Meteorologen in so sträflicher Weise mißachtel? Die englische Fliegerin muß überhaupt bei der ganzen Planung ihres Fluges sehr schlecht beraten gewesen sein. Mit einer Maschine wie der ihrigen ohne jede Begleitung in dieser Icchreszcll über Sibirien fliegen zu wollen, wo sie eine Kälte bis zu 50 Grad zu erwarten hat, wo sie Gefahr läuft, daß ihr die Maschine vereist und der Motor infolge der großen Kalle streikt llnd wo sie bei Notlandungen nur eine ganz geringe Chance hat, in die Nähe menschlicher Siedllmgen zu gelangen. dos Ist noch tollkühner als ein Ozeanflug und kaum noch ernst zu nehmen. Es ist wirklich an der Zell, daß solche Abenteuer, die mit wahrem S p o r t g e i st nichts zu tun haben, nicht immer wieder durch eine falsch verstandene Reportage zu einem Ruhm gelangen, um den sich eine well würdigere Unternehmung oft genug vergeblich bemüht! Dr. L. K. Lebensmittel für Bauern! Die Katastrophe per amerikanischen Landwirtschast. woshinglcm, 6. Januar.(Eigenbericht.) Der Bundessenat nahm bei der letzten Lesung der Agrarhilfs- vorlag« eine» Zusatzantrag des Bundesscnators Carawaii auf Dollarmillioneii zwecks sosortiger Lebensmittelversorgung der notleidenden Landbevölkerung an. Neue Zusammenstöße mll der Bundesregierung sind wahrscheinlich, da die Bundesregierung und das von ihr kontrollierte Repräsentantenhaus nicht gewillt sind, eine Erhöhung des bereits bewilligten 45-Dollarmillüm«n-Agrar< Hilfsfonds trotz der dringenden Notlag« der verelendetcn Klein- bauernschaft zuzillasien. Der Bundesarbeitssekretär D'oak schätzte vor dem Bundesscnot die Anzahl der illegal in Amerika lebenden Ausländer auf 400 000, wovon mindestens 100 00 bei verschärfter Handhabung der Einwanderungsgesetzc reif für die Deportierung seien. Der Minister schlug einen Ausbau der amerikanischen Deportierimgsvorschristen vor und verlangt« die verschärfte Bereitstellung von Regierungs- geldern für Deportotionszwecke. Konflikt um den Oustric-Ausschvß. Gefahr für dos Kabinett Steeg. Paris, 6. Januar.(Eigenbericht.) In der parlamentarischen Kommisston zur Untersuchung des O u st r i c- S k a n da l s ist«s am Montagnachmittog zu einem schweren K t n f l i k t zwischen den Kommissiunsmitgliedern und der Regierung gekommen, da Justizmimster C h ä r o n die Herausgabc der von der Kommission geforderten Dokument« und Beweis- stücke mit der Begründung ablehnte, daß dadurch die gerichtliche Untersuchung gestört werde. Daraufhin beschloß di« Kommission auf Antrag der Abgeordneten R e n a u d e l(Soz.) und Mandel ihre Arbeiten einzustellen und den Ministerpräsidenten durch ciiie Delegation informieren zu lassen. In parlamentarischen Kreisen neigt man zu der Auffassung, daß es sich bei dem Verhalten des Finanzministers um ein S abotag«, manöver handele mll dem Ziele, dem Kabinett Schlmerigkeite» zu bereiten. Tatsächlich dürste, wenn ez in den eingeleiteten Bei» Handlungen nicht gelingt, bell Justizmimster zur Vernunft zu bringen, die Situation für dos Kabinett außerordentlich kritisch werden. Deutscher Arbeiter. Sängerbund. Die Sangesbrüder treffen sich morgen, Mittwoch, den 7. Januar, IHM Uhr, im Gartciisaal des Saolba» Friedrichshain zur Trauerseier für den erschostenen Saugesbruder Willy Schneider.„Sangeschor Osten nimmt anichließend an dem Trauerzug nach dem Krematorium, Gerichtstratze, teil Näheres über Marschrichtung usw. in der heutigen Morgennummer. Der Gauvorstand: I. A. Schulz. Bnanimortl. für die Redat'w»: Snüttt itpttt, Berlin: rh.«locke. Berlin. Bcrlaa: Borwärls Zerloq«. m. b. i>.. Berlin. Druck: Borwärls Buch- druckerci und B-rlagsanlwlt P-nI Linfler& Co. Berlin SD 6S Slndeiiiirak« S. bimu I«eilaae. leb habe mieb in NeottOitn BOdfllO»?>«: Ihn hpet Die Komödie 8'/. Uhr Die Fee van Franz Molnar ligii: Stefan Bodt. Ibeaterl Weiteos Täglich 8>1« Sensationeller O per ettmer folg I Viktoria undlhrHusar Neues Theater mmmm am ZOO—■ ImBatiatiZM. StpLSSSt Täglich 8>2-»d. 8V« Täglich 8 V< Mond von links Preise 1X50-6.00 M. materam SAilfbaaerdamm Norden 5813 u- 0281 Täglich 8V* Uhr Die Qaadratar des Kreises Lustspiel v. Katajew Kit: Köftur, loja. loh- nain. Um. liogo. Preise von l— 12 M. Komtscne oper 8>» Uhr Peppina Operette von Robert Stolt Kleines Theat. Täglich Plt Uhr: Der gr Lacherfolgl Der itluslfirgatte Schwank In 3 Akt !: nC; Beginn 3. Jan. BxUmUUr* mit Scliooliatlatahl Film-Palast �Ä�ausen Blankenburger Str., So 2t»Jgd.-V. Wochtg 630, 9 U. So 430. 645. 9 U Tonfilmschwank: Die zlrtllchen Verwandten mit R. A. Roberte Lustig. Beiprogramm jugendl Zutr. Tegel Filmpalast Tegel Stgs. 2 U Jgd.- Vorst W. 6 Stg. 4>/, U Tonfilmerfolgt I Erzieher mit Allted Brau« L bringen, wohl aber auch ohne solche Belege mit großer Wahrfchsin- lichkeit aussagen, daß, in meinem Tätigkeitsbereich wenigstens, die Mißstände bei den Kindern, die ohne Zwang und Zweifel, mittelbar oder unmittelbar auf die Arbeitslosigkeit ihrer Eltern zurürkzuführen sein dürften, zu schlimmen Besürch- jungen Veranlassung geben. Diese Mißstände erinnern in lebhaftester Weise an die ärgste Not der Kriegsjohre. Verschmutzung und Derlousung. die seit Jahren geschwunden waren, beginnen wiederum häusiger zu werden. Wäsche und Windeln sind vielfach in einem entsetzlichen Zustand. Die Kinder werden nicht gebadet,.weil keine Kohlen zum 5?eiz«n da find". Die Fürsorge wird zuweilen deshalb nicht ausgesucht,.weil die Kinder im Winter nicht genug zum Anziehen haben". Wäsche ist zwar vorhanden, aber der Anzug fehlt. Die ärztliche hilf« in der Ambulanz wird zu spät ausgesucht,„weil das Fahrgeld nicht aufzubringen war". In letzter Zeit kam es wieder- halt vor, daß die Mutter zwar die herfahrt bezahlen konnte, ober für die Rückfahrt angeblich kein Geld übrig hatte. Di« Kosten dafür mußten aus der Ambulanzkasse oder aus der Tasche der Assistenten bestritten werden. Sehr auffallend ist die starke Abnahme der Einlieseruag kranker Säuglinge! Ich will es nicht wagen zu glauben, daß hier zuweilen Gleichgültigkeit dahinter steckt, kann mich aber von solchen Gedanken nicht völlig frei machen. "phi e und englische Krankheit, die seit A Jahren sazusagen von der Bildflöche verschwunden sind, sieht man wiederum in diesem Winter. Was aber das.Schlimmste ist, und seit dem Krieg« nicht mehr beobachtet wurde: Aeltcre Kinder mit Kopfschmerzen. Blutarmut, Ohnmachtsansailen und Schwindel tauchen neuerdings wieder auf. Es gehört kein großer Scharfsinn dazu, dies« Zustände mit den Angaben über die Art der Ernährung in Zusammenhang zu bringen, und sie als Folgeerscheinungen des Hungers zu deuten. All diese Mißstände und Schädigungen haben sich in den letzten Monaten, seit Oktober etwa, vermehrt und verstärkt. Es erscheint mir zweiselhaft, daß sie nur auf den Nachteilen dcr kalten Jahreszeit beruhen. Wenn das Bild schon heute so ist, wie soll es in der nächsten Zukunft werden? Die Popularisierung der Ditaminlehre hat in den letzten Iahren reiche Früchte getragen. Dieser Segen hat ausgehört zu wirken, wenn wir mit Schrecken wahrnehmen müssen, daß Kleinkindern Gemüse kaum mehr. Obst und Fruchtsäfte überhaupt nicht mehr verabreicht werden, well all diese Dinge„zu teuer" sind. Ist bei solcher Sachlage uicht wiederum das Auftreten von Skorbut und anderen Avitaminoseu zu befürchten, die man seit bald 10 Iahren nicht mehr zu Gesicht bekommen hat? Ich möchte Ihnen von herzen wünschen, daß Sie, sehr ver- ehrter Herr Kollege, mit der geplanten Aktion mehr erreichen könnten, als das eindrucksvolle Vorhalten ungeheuren Elends, das ohnedies keinem offenen Auge verborgen bleiben kann. Mit verbindlichsten Grüßen und Empfehlungen ergebenst Maro. Mg Säuglingsschwester ttleue Ausbildungsvorschriften für das ganze Reich Bis vor kurzem war die Ausbildung'der Säuglings- und Klein- kinderpflegerinnen in Deutschland nicht einhestlich geregelt. Es be- standen in den einzelnen Staaten große Unterschiede m der Art und Dauer der Ausbildung. So betrug diese in Bremen, Hamburg, Lübeck, Preußen und Thüringen 2 Jahre, während sie in Anhalt, Bayern. Mccklenburg-Strelitz nur 1 Jahr dauerte. Dies hatte natür- lich zur Folge, daß die in einem Staate erworbene Anerkennung nur dann von einem anderen Staat« bestätigt wurde, wenn sie unter denselben Boraussetzungen erwarben wurde wie bei ihm. So wurde z. B. eine bayerische Säuglingspflcgtrin in Preußen nicht anerkannt und erfuhr dadurch bei ihrer Einstellung in Preußen ver- schieden« Nachteile. Es ist nun gelungen, die Ausbildung im Deutschen Reich einheitlich zu gestalten. Di« in einem Staat erworbene An- erkennung Hot jetzt Geltung für das ganze Deutsche Reich. Bei der jetzigen Ausbildung werden zwei getrennte Berussarten unterschieden: 1. die staatlich anerkannte Säuglings- und Kleinkinderpflegerin für die Pflege in der Famiüe, 2. die staatlich anerkannt« Säuglings- und Kleinkinderschwester oder auch Säuglings- und Kleintinderkrankenpflegerin genannt für die Pfleg« des Kleinkindes. Die„Pflegerin" ist in erster. Linie für die Pflege und Erziehung des gesunden Miigfiitzs Wfc Äleinkindes bestimnib, Liür-uz-r Ueberheilung Das Geheimnis der Erhaltung des Organb Daß bei einem Knochenbruch die Bruchstelle durch Heber- bildung von Knochensubstanz immer etwas dicker ausfällt, als sie vor dem Bruch war. ist eine bekannte Tatsache: jede Narbe ist nichts anderes als Verdickung der beschädigten hautstelle, die Natur sorgt also dafür, daß eine zweite Verletzung an derselben Stelle nahezu immöglich wird.. Diese einfache Erfahrung läßt sich nun überraschenderweise überall in der Natur wiederholen, und zwar nicht nur bei außer- gewöhnlichen, sondern auch bei allen normalen Lebensprozcsstn: Sedes Lebewesen reagiert auf jede Lcbensbetätigung(die ja immer mit Verbrauch von Energie und mit Substanzocrlust verbunden ist) derart, ddtz der Verbrauch nicht nur ausgeglichen, sondern roch überkompensiert wird. Der hervorragende Physiologe Wilhelm Ostwald, dem die Entdeckung zu danken ist, nennt diese? allgemeingültige Gesetz U« Herheilung: nur solange der Organismus zur Ueberheilung befähigt ist, ist er auch lebensfähig. Ist der Verbrauch so groß, daß die Fähigkeit zur Ueberheilung zum Erfaß nicht ausreicht, so bleibt der Organismus oder das betreffende Otgan geichwächt zurück. Ist der Fehlbetrag zu groß, dann ver- fallt her Organismus dem Tode. Es handelt sich bei dieser Erscheinung um ein« Eigcnschost, die nur dcr organischen Welt zukommt. Selbst die Kristall«, die an Lebenzerscheinungen erinnernde Fähigkeit haben,. Verletzungen in einer etwas übersättigten Mutterlage auszuheilen, zeigen nichts der Ueberheilung ähnliches. Die tote Natur ersetzt lediglich den Aerlust. nicht mehr und meist nicht einmal das. Woher die Lebe- weien diese besonder« Kraft nebmen, das ist allerdings noch völlig dunkel. Die Klärung dieser wichtigen Frage bezeichnet Osiwald als eine der große» Ausgaben späterer physiologischer Forschung. Aus der Tatsache der Ueberheilung beruhen nun«ine ganze Anzechl wohlbekannter Lebenserscheinungen. Zunächst das Wachstum! Zur Erhaltung des Daseins ist eine ununter- brochene Oxydation erforderlich, ein ständiger Verbrennungsprozeß, der die Substanz des Lebewesens aufzehren würde, wenn sie nicht durch die Nahrung ersetzt würde. Solange der Organismus jung ist, wird aber der Verlust„üb erheilt" durch Substanz- zunähme: der Organismus wächst— das Wachstum wird im Laufe der Zeit geringer. Es wird ein fließendes Gleichgewicht erreicht, bei dem der Ersatz gerade den Verlust deckt und schließlich überwiegt im Alter der Verlust, es findet kein« Uebcr- Heilung mehr statt. Das Lebewesen geht schließlich zugrunde. Der natürliche Tod ist also die Folg« davon, daß die Uelier- Heilung aufgebort hat. Man kömtte sich nach O st w a l d die Ueberheilung durch einen bestimmten Stoff, etwa durch«in Hormon verursacht denken. Das Schwinden dieses Hormons würde dann den Tod zur Folg« haben, und durch künstlich« Zuführung des „Ueberheilungshormons" liehe sich der Tod verzögern. Ein« Perspektive, die nur fi'?aniostUch icheini, die aber im Rahm-n der L II wa Idfchen Theorie durchaus fvrzericht-g ist Eine alltägliche Erfahrung, aus dcr sportliches Training, Arbeitsleistung und jede Steigerung körperltcher Fähigkeiten über- fymat beruht, ist die Ueduag. Durch Nebung wird der Muskel gekräftigt und vergrößert, worauf aber die Vermehrung der Muskel- substanz eigentlich beruht, das war bisher noch durchaus ungeklärt. Das Gesetz der Ueberheilung zeigt, daß der Muskel auf Beanspruchung durch Stärkung antworten muß. Beansprucht man einen Muskel zum Beispiel bis zu der Grenze, die er gerade noch ohne dauernd« Schädigung aushält, so ist er zwar unmittelbar arbeitsunfähig. Es setzt ober alsbald die Ueberheilung ein, die nicht nur den Verbrauch ausgleicht, sondern den Muskel auch dauernd über seinen früheren Zustand hinaus stärkt. Die Natur schützt sich, ebenso, wie bei der Narbe und bei der Knochenverstärkung an der Bruchstelle, gegen eine Wiederholung der gleichen Schädigung, denn jede starke Be- anspruchung muß vom Organismus als Schädigung empfunden werden. Die Tatsache, daß die Fähigkeit zur Ueberheilung in der Jugend am größten ist, erklärt gleichzeitig auch die andere, daß die Hebung den gewünschten Erfolg nur bis zu einem gewissen Alter haben kann. Sobald die Fähigkeit zur Ueberheilung wesentlich abgenommen hat, wirkt sich die Hebung wieder als Schädigung aus. weil der Stostverlust nicht mehr ausgeglichen werden kann. Im Alter muß also Schonung an die Stelle der Hebung treten. Die Fähigkeit zur Ueberheilung bleibt uni so länger erhalten, wenn sie durch früh beginnende fortdauernde Hebung wachgehalten wird. Andererseits spielt die Erholungszeit«in« groß« Rolle: läßt man nach starker Beanspruchung dem Organismus nicht die notwendige Ruhe, um die Ueberheilung sich auswirken zu lasse», so ist Schädigung die unvermeidliche Folge. Eine Regel, die besonders im Sport größte Beachtung verdient und deren Bedeutung für den Arbeitsprozeß gleichfalls nickst unterschätzt werden darf. In der gesamten Heilkunde kommt der Ueberheilung natürlich der erste Platz zu. Unter dem Gesichtspunkt der Ostwaldschen Lehre ist jede Heilung durch ein Medikament nichts anderes als die Auslösung eittes Reizes, eine entsprechend abgemessene Schädigung, die den Körper oder ein«mzölncs Organ'zwingt, durch Ueberheilung mit der kleinen Schädigung auch die Krankheit zu beseitigen. Auf dieser Erscheinung beruht zum Beispiel die gesainte Homöopathie, die in der Ueberheilungstheori« eine einfache wissenschaftliche Begründung finden könnte. Ebenfalls hierher ge- hören natürlich die Beriiich«, eine Krankheit durch eine andere zu bekämpfen, wie zum Beispiel Paralyse durch Malaria. Kühn erscheint allerdings dem unbefangenen Beurteiler Q st- walds Parallele zwischen der Naturtatsach« der Ueberheilung und den». Austreten des G e n i e s. Da es häusig nachgewiesen ist, daß die Entstehung ausgezeichneter Menschen mit Anomalien, sei es bei den Eltern, sei es bei den genialen Menschen selbst, zusammen- bangt, so glaubt Ostwald schließen.zu dürfen, daß die �Entstehung des (oemus nickst» anderes je- als«ine Reaktion, ähnlich der Ueberheilung. Eine wegen ihrer Einwchheit verlockend«, aber zu sehr naturwissen- schaslliche Folgerung, die das Wesen des Genius nicht erklären würde, vxnn sie seine Leistungsfähigkeit auch begründete. Dr. iL Rebnane. die„Schwester oder Krankenpflegerin" für die Pflege des er- krankten Säuglings bzw. Kleinkindes. 1. Die Zlusbildung der Pflegerin dauert ein Jahr; sie er- folgt in einer staatlich anerkanntes Pflegeschule. Sie erstreckt sich auf a) die Säuglings- und Kleintinderpflege, b) die Beschäftigung und Erziehung des Kindes. c) den hauswirtschaftlichen Umerricht. Illach bestandenem Examen erhält die Schülerin ein« staatliche Anerkennung als Säuglings- und Kleinkinderpflegerin. 2. Die Ausbildung der Schwester dauert zwei Jahr«: sie erfolgt in einer staatlich anerkannten Schwesternschule. a) In dem ersten Unterrichtsjahr ist die Ausbildung dieselbe, wie sie die Pflegerin Hot. Auch die Ablegung des Examms als Pflegerin ist vorgeschrieben. b) In dem zweiten Unierrichtsjahr wird das Hauptgewicht auf die Pflege des tranken Säuglings und Kleinkindes gelegt. Der Unterricht erstreckt sich auch auf Inseltionskrankhetten, die erste Hilf«, die Mütter-, Säuglings- und Kleinkinderfllrsorg«, di« für die Schwester wichtigsten gesetzlichen Vorschriften insbesondere auf dem Gebiete der Sozialversicherung und der öffeittlichen Fürsorge. Nach bestandenem Examen erholt die Schülerin den Ausweis als Säuglings- und Kleinkinderschwester(.tronkenpflegerin). Zulassungsbedingnngen. '' Rotnisttdig ist---v-■ 1. abgeschlossene Volksschittbildung oder eine gleicht»« tige Schul. bildung,'■ 2.«in Führungszeugnis der Ortspolizei(Leumundszeugnis). Bei Angehörigen einer staatlich anerkannten geistlichen oder weltlichen Schwesternschaft genügt das Zeugnis der Oberin, des Bor» stehers oder anderer oeramwartlicher Borstandsmitglieder der Schwesternschaft. 3.«in bestimmtes Lebensalter, und zwar a) ein M: o d e st a l t c r. Die Pflegerin muh zur Zeit der Prüfung das 1ö. Lebensjahr vollendet haben, also bei Eintritt in die Schule das 18. Lebensjahr. Die Schwester muß zur Zeit der Prüfung des 20. Lebensjahr vollendet haben. b)«in H ö ch st a l t e r. Die Pflegerin soll zur Zeit der Prüfung das 31. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die Schwester soll zur Zeit der Prüfung das tzS. Lebensjahr nicht überschritten haben. 4. ein Gesundheitszeugnis, das durch den Kreisarzt oder den ärztlichen Leiter der Pflegeschule auszustellen ist. S. ein Wiederimpfschein. Umschreibung der früheren Ausweise. Diejenigen Personen, die sich im Besitz der staatlichen An» erkennung aus früherer Zeit befinden, können einen neuen Aus» weis erholten als Säuglings- und Kleinkinder» schwefter, der für dos gesamt« Reichsgebiet Geltung hat, und zwar 1. sofort, fall- ihre Ausbildung mmdestens zwei Jahre nach den früheren landesrechtlichen Vorschriften dauert«, 2. falls die Ausbildung nur ein Jahr dauerte nur dann, wenn sie nach Erlangung der staatlichen Anerkennung wenigstens zw« Jahre an ärztlich geleiteten Säuglings- und Kleinkinder. anstalten od«r-fürjörgestellen tätig gewesen sind. Waren sie aber nur in der Privatpslegc tätig, so können auch diese noch die neue Anerkennung erwerben, wenn sie bis zum f. Oktober 1033 mindestens zwei Jahr« in einer ärztlich geleiteten Säuglings- und Kleinkinderanstall oder-fürsorgestelle Dienst tun. Ein« Anerkennung nach dieser Zeil ohne Examen ist für sie nicht vorgesel,«». Derartig« Anträge sind.in Preußen an den für den Wohnort der Antragsteller zuständigen Regierungspräsidenten zu richten, in Berlin an den Polizeipräsidenten. Ausnahmen. Hebammen und Kronkenpfleggrinncn, die die staatlich« Anerkennung als solche besitzen, wird die Ausbiidumjszeit als Säuglings- und Kleinkinderschwester um ein Jahr gekürzt. Sie brauchen nur den Lehrgang des zweiten Jahres besuchen. Es einpfiehtt sich, daß diese Aüxzungsgejiiche noch vor Eintritt in die Schul« dem Vorsitzenden der Prüfungskommission vorgelegt werden. Dieser entscheidet auch über andere Ausnahmegesuche. Bon den Berufen, die zu dem ärztlichen Hilfspersonal rechnen. ist der Berus der Säuglings» und Kleinkinderschwester der erste und einzigste, der bisher im Deutschen Reich einhestlich geregell ist. Hoffentlich folgen die anderen Berufe bald noch, insbesondere der der K r a n k e n s ch w« lt e r, des Masseurs und der Tech- Nischen Assistentin. Auch die Ausbildung der H_? b- a m m e n drängt zur Vercinhettlichung im Deutschet, Reiche. Dr. Walter Lustijt, Lberregäruue»- und Obermemzmattcu Schneeschlange und Peilschenspiel Wintersport bei Indianern und Eskimos Während bei den Kulturvölkern der Wmtcrsport ein Kind der Neuzeit ist, finden wir bei primitiven Stämme», deren Wohngebiet einen langen und harten Winter aufweist, von jeher sportliche Winterspiele. Die Spiele sind meist so eigenartig und weichen so grundsätzlich von den Winterspielen der zivilisierten Völker ab, datz wir sie wohl als altes und eigeires Volksgut der Stämme be- trachten dürfen, die diese Sportarten betreiben. Bei den Nordamerika nische» Indianern begegnet uns ein Winterspiel, daß nur noch auf den Fidschiinseln der Südsee eine Parallele hat. Bei den Fidschiiirsulancrn wird«ine Art Speer von etwas mehr als einem Meter Länge mit einem kolbig ver- dickten Kopfstück aus hartem und schwerem cholz im Unterwurs nach vorn gestoßen: er gleitet aus einem Rasenstreifen, der von jedem Dorf sorgfältig gepflegt wird, mit großer Geschwindigkest dahin, wobei der weiteste Wurf gewinnt. Das genaueste Gegenstück dazu ist die„S ch n e e s ch l a n g e"' der nordamerikanischen Indianer, ein Spiel, bei dem statt des Rasens Schnee oder Eis die Gleitbahn abgeben. Dos Spiel war selbst beim Niedergang der Jndianerkultur über ganz Nordamerika so weit verbreitet, wie die klimatischen Ver- Hältnisse im Winter seine Ausübung gestatteten. Als Wurfbahn dient entweder eine glatte natürliche Eisfläch« oder eine muldenförmig« .Kunstbahn im Schnee: die Kunstbahn wird so hergesteM, daß man, wie zum Beispiel bei den Irokesen, einen etwa dreißig Zentimeter dicken, glatten Baumstamm über die Schnee�Ebene solange hin- und herzieht, bis eine muldenförmige, vereiste und absolut glatte Rinn« von etwa einem halben Kilometer Länge hergestellt ist. In dieser Rinne werden die Stäbe entlanggeschnellt: sie sind flach, glatt und biegsam haben eine Länge von anderthalb bis zweieinhalb Metern, ihr Vorderende ist wie das Spielgerät der Fidschiinsulaner entweder kolbenförmig oerdickt oder schlittenkufenaitig hochgebogen. Ihre Bezeichnung, als Schnsefchlangen haben die Gleitstabe von ihrer schlangenartig schnellenden Vewegungsart erhalten. Je nach der Art des Schnees, noch seiner Härte oder seiner Neigung zum Anpappen verwendet man verschiedene Holzarten und verschiedene Gleitmittel aus Gummi, Talg, Wachs, Oel und ähnlichen Hub- stanzen. Jede Stange wird bei einem Spiel nur einmal verwendet, so daß jeder Teilnehmer deren mehrere zur Verfügung haben muß Der Wetttamps findet zwischen Einzelpersonen und zwischen Mann- schasten statt: die ganze Dorfschaft beteiligt sich daran durch Wetten. Ist die Schneeschlange ein Spiel, bei dem es auf eine Art Weit- wurs, also auf Kraft ankommt, so beruht das Spiel T s ch u n g- kih, das auch durch ganz Nordamerika verbreitet war, auf Be- rechnung und Geschicklichkeit. Es kommt hierbei darauf an, einen Speer oder Wurfpfeil hinter einem rollenden Reifen so zu werfen, daß er sich mit ihm kreuzt und ihn in ganz bestimmter Weise deckt. Die Spielbahn für Tschung-kih war im allgemeinen eine harte, glalle Tontenne, aber schon die Notwendigkeit einer derart gc- stalteten Unterfläche wies auf die Brauchborkelt des Spieles als Wintersport hin. Der deutsche Prinz Mar von Wied, der am Ende des ersten Drittels des vorigen Jahrhunderts sich als Indianer- forscher betätigte, gibt in seinem Reisewerk einen ebenso lünslleri- schen wie sorgfältig gearbeiteten Stich wieder, auf dem das Tschung- kih-Spiel als Wintersport dargestellt ist. Es wäre nicht übel. Schnee- schlänge und Tschung-ckiH auch bei uns einzuführen: Tschung-kih hat noch den Vorteil für den Winter, daß der Start bei ihm be- weglich ist. Die begabtesten Kinder der Well des Eises und des Schnees. die Eskimos, haben natürlich auch ihren Wintersport. So gibt es bei den Grönlandeskimos eine Art Fußball, der mit der Fang- blase des Kajaks gespielt wird. �Normalerweise sitzt die Fangblase am freien Ende der Leine der Seehundsharpune, um dem Jäger im Fellbot anzuzeigen, wo der getroffene und untergetauchte See- Hund sich befindet. Die Fangblas» wird zwischen zwei Parteien ge- schleudert: die Partei, die sie erobert, ist Sieger. Früher benutzte man dazu ganze Seehundsfelle, die mit„schweren Sachen", also wohl Steinen oder Eis, gefüllt waren. Da mag es manchen harten Kampf gegeben haben. Die Einwohnerschaften entfernter Sied- lungen kamen zu solchen Wettstreiten auf Hundeschlitten zusammen. Einmal, so berichtet eine alte Eskimogeschichte, beteiligten sich soviel Leute an dem Kampf, daß die Moste ihres Hauches kein Wunder bei dreißig Grad Kälte— einen Nebel bildete und die Wettkämpfer sich nicht mehr sehen konnten. Der österreichisch« Forscher Trebitsch, der kurz vor dem Welt« krieg Westgrönland besuchte, um das Alltagsleben der Eingeborenen zu studieren, berichtet von'dem Peitschenspiel, das selbst die bekanntesten Cskimoforscher bisher übersehen zu haben scheinen. Es ist, wie die anderen bisher erwähnten Sportarten, in dar Haupt- fache«in Spiel der Männer oder der Knaben, nicht der Frauen. Zwischen zwei Spieler wird ein« Tierrippe oder ein Wirbel gelegt, hinter jedem Spieler ist«in Punkt bestimmt, an den der Gegen- stand durch Pestschenhiebe gebracht werden soll. Beide Spieler schlagen gleichzestig darauf los. und Sieger ist derjenige, dem es zuerst gelingt, das Knochenstück an seine Marke zu bringen. Auf guter und glatter Bahn kann es sehr lange dauern, bis der Streit entschieden ist. Di« klimatischen Verhältnisse in Grönland gestasten es übrigens, diesen Wintersport auch als Sommersport zu betreiben: man spielt eben auf dem Sommereis statt auf dem Winterels. Es dürste nicht ohne Reiz sein, dieses Spiel auf unsere Schlittschuh- bahnen zu übertragen. C. B. Vorwärts immer— bei den Bundesirrucn; rückwärts gehts bei den Kommunisten Wer die kommunistisch« Presse oerfolgt, muß zu der Ausfassung kommen, daß sich die kommunistische Sportbewegung in einem unaufhaltsamen Bormarsch befindet, während versucht wird, den rettungslosen Zerfall der bundestreuen Bewegung nachzuweisen. Was von diesem Geschreibsel zu halten ist, soll das nachstehende Beispiel beweisen. Die Freie Turnerschaft Neukölln war einst einer der bedeutendsten Dereine im Berliner Arbeitersport. Sozialisten waren es. die viele Jahr« vor dem Kriege mit llebovoller Hingabe einen bis ins kleinste durchdachten, glänzend funktionierenden Organisa» tionsopparat aufbauten. Nach 1918 änderte sich die Situation. Die radikalisierte Jugend oerlangte das Stimmrecht und bekam es vom 14. Lebensjahr ab. Die Lestung des Vereins ging über in die Hände Linientreuer" Kommunisten. Zähneknirschend haben all die eifrigen Genossen, die ein Menschenalter für den Bundesgedanken gewirkt hatten, die Moskauer Parolen und die Verunglimpfung der Bundesfunktionärs anhören müssen. Im Herbst 1928 jedoch war das Maß voll: Neukölln, radikaler noch als„Fichte", lehnte beide Fragen des Bundesvorstandes nach der Anerkennung der Kartell- und Dundeetagsbeschlüfse ab. Fast 100 Aktive und nicht zuletzt jene alten Kämpfer schieden aus, um dem Bund die Treue zu halten. Der verstärkte Druck der KPD.-Zentral« führte im Stammverein schon nach kurzer Zeit zu weiteren Aueeinandersetzungen zwischen Rechte- und Linkskommunisten. Im Winter 1929 kam die Spaltung. Wer aber nun glaubte, daß die Krise überwunden sei, war im Irr- tum. Polstische und wirtschaftliche Gesichtspunkte, die für die kam- munistische Sportzentrale und die sagenhafte„Interessengemeinschait zur Wiederherstellung der Einhest im Slrbestersport" maßgebend waren, zwingen Fichte zur Ausdehnung seines Machtboreichs. Di- selbständigen Vereine sollen aufgesaugt werden. Der Kamps geht am schärfsten um Neukölln, das sich die Selbständigtest bewahren will. Mit wenigen Stimmen Mehrhest wurde jedoch der Anschluß vollzogen, die wertvollsten Kräfte sind dagegen. Man bedenke: ein Verein mit mehreren tausend Mitgliedern sinkt durch die Derbohrt- hell weniger politischer Fanatiker im Zeillaus von zwei Jahren zur Bedeutungslosigkeit herab. So sieht der Vormarsch der kommu- nistischen Sportbewegung in Wirklichkeit aus. Dagegen drückt sich der gesund« Sinn der bundestreuen Neu- köllner in der glänzenden Entwicklung der Bunbesoereine aus. Der „Volkssport" Neukölln-Britz(vordem FTGB. Neukölln-Britzj be- hütet als größter Bundeso-rein im 14. Bezirk das Werk der Allen. In IS Abteilungen wird ein reger und moderner Uebungsbetrieb für das Kinder-, Jugend-, Frauen-, Männer- und Altersturnen unterhalten. In einer Anzahl Ballfpielinannschaften für Handball, Fußball und Hockey befriedigt die Jugend ihr Kampfbedürfnis. Und deshalb ergeht an alle, die es ernst meinen mit der Einhest im Arbeitersport, der Ruf: Kommt zum„Volkssport" Neukölln-Britz. Auskünste in allen Angelegenheiten in der Geschäftsstelle. Paul Schulz«, Neukölln, Stuttgarter Str. 18, Telephon: Neuk.?ll 8S12. Ausschreibung zum Hallensportfest Die Berliner Arbeitersportler veranstalten am 8. März im Sportpalast ihr Frühjahrs-Hallensportfest, zu dem dlc Vorbereitungen berests in vollem Gange sind. Nach der Aus- fchreibung sind folgende Westtämpfe geplant: Cinzelkämpfe: SO-Meter-Laufen: Männer, Klasse A und» B; Frauen: Jugend, Jahrgang 13/14 und 15/16. annschastskämpfc: Offen für Alle: 4 x 800-Meter- Stafeste. Tauziehen(10 Mann eine Mannschaft). Osten für A-Vereine: 20X2-Ruirden-Staselle: offen für B- und E-Vereine: lOXZ-Runden-Stafette, Olymp. Stafeste<800. 200, 200, 400 M.). Offen für Turner, Spieler, Wassersportler usw.: 10Xl-Runden-Stafette: Wassersparten-Stafeste 10X1 Runde(Ruderer und Schwimmer stellen je 2 Rdannschaften). Für Frauen: 10X-Ruinen-Stafette, kleine Schwedenstafeste(200, 150, 100, 50 Meter). Für Jugendliche: 10Xl-Runden-Stasette, Schwcdeirstafette(400, 300, 200, 100 Meter). Die Rundbahn ist 135 Meter lang. Als Gesamtoorführung ist ein Massenstillauf von 400 Männer» und Jugendlichen in Aussicht genommen. Gelaufen wird im Vereinsdreß.' Zu den SO-Meter-Läufen werden die Besten 18 Sportler jeder Klasse vom letzten Halle issportfeft«ingeladen. Meldung mit 100-Meter-Zestangabe ist erforderlich. Meldeformulare gehen den Vereinen zu bzw. find anzufordern. Bei Startoerfäumnis gemeldeter Teilnehmer werden die Vereine für jeden Einzelkämpfer mst 0,50 M., für jede Mannschaft mst 2 M. belastet, um unnötiger Programm- belastung vorzubeugen. Meldeschluß am 20. Februar bei Fritz Leutlofs, Berlin SO. 36, Manteuffelstr. 46. Ein sicheres Schneegebiet ist Isny in Württemberg Man schreibt uns: Iii einer Ankündigung des Schwäbischen Schneelausbundes heißt es:„Wir bitten aber, keine Teilnehmer(für ein« Stikonkurrenz!) zu nennen, die wegbleiben, wenn bei. ihnen zu Hause kein Schnee liegt. An den Hängen desSchwarzenGrats hat sich in den letzten 20 Jahren noch immer ein Schneewinkel gefunden." Der Schwarze Grat liegt im württembergischen Allgäu, jenem Gebiet über dem Vodensee, das sich längs der bayerischen Grenze hinzieht. Der zu ihm gehörige Standort für den Schneeschuhsport ist Isny, eine jener köstlichen süddeutschen Kleinstädte, denen das frühere Dasein als frei« Reichsstadt eine gewisse Würde oerleiht, die aber die Bertraulichkest nicht ausschließt. Rathaus und alle Patrizier- Häuser mit Arkaden(in Schlesien„Lauben" genannt), Stadtmauer, Türme und Tore schaffen Spitzweg-Sstnimungen. zu denen das ge- schäftige Treiben wirkungsvollen Kontrast gibt. Außer dem Schwarzen Grat hat die Umgebung von Isny noch eine zweite Attraktion: Di« wilden Wasserfälle der Argen, die sich kilometerweit zwischen 80 bis 130 Meter hohen Felswänden herabstürzen. Der Schwarze Grat ist mit 1118 Meter der zweithöchste Gipfel Württembergs. Die Stadt Isny liegt 720 Meter hoch. Mit ihr tellt sich G r o ß h o l Z l e u t e(750 Meter) in die manchmal nicht ganz leichte Ausgabe, den Strom der Sportjünger aufzunehmen. Für Isny weist aber der neueste wllrttembergische Gaschosführek nicht weniger als 15 Gasthöfe aus, so daß Mangel an Unterkunst nicht «intreten dürfte. Isny besitzt prächtiges Schneelauf- g e l ä n d e, vier Sprungschanzen, Rodelbahn und ist sowohl von Aulendors als von Kempten mit der Bahn zu erreichen. Boxkufsu» bei Alt-Wcdding Der erste diesjährig« Boxkur'us bei den Arbester-Athleten findet beim Sport-Club'Alt-Wedding. Turnhall«, Utrechter Str. 30/31, statt. Anmellurngen in jeder Uebungsstunde Dienstags. Donnerz» tags, Frestags, lOVi Uhr, und Sonntag vormittag 10 Uhr'. Box- Übungsstunden Donnerstag und Somstag. Für die Ausbildung wird bestens Sorg« getragen, Trainingsmaterial ist in bestem Zustande zur Stelle. Viel Wert wird aus die Anmeldung övn Gewerkschaftern und Parteigenossen gelegt. * Die Serienkämpse der Arbeiter-Ringer. die während der Feier- tage unterbrochen waren, gehen jetzt wester, nähern sich aber dem End«. Am F�estog, 9. Januar, 19)4 Uhr, finden die Kämpfe der L-Klasse zwischen„Saxonia" und„Alt-Wedding" ihre Erledigung in der Turnhalle Utrechter Straße 30/31. Leide Vereine verfügen über gut« Kämpfer, so daß mst guten, harten Ringkämpfen zu rechnen ist. Kleiner Spart. von überall „tichlenberg- Friedrichsfelde" hat neue llebungsstälten. Die Sportliche Vereinigung Lichtenberg-Friedrichsfeld« hat ihre Uebungs- ftätten gewechselt, sie hält ihr Training im Boxen jetzt�Montags und Donnerstags, 20 Uhr, in der Turnhalle Bromberger Straße 14 am Bahnhof Warschauer Straße ab. Die Ringer, Heber und Jiu-Jitsu- kämpfer trainieren jetzt Dienstag» und Freitags, 20 Uhr, in der Turnhalle Lichtenberg, Pfarrftraße. Hervorragende Trainer in allen Sparten sorgen für eine gründliche Ausbildung. Neuanmeldungen werden in den Uebungsstunden entgegengenommen. Der Ruderbezirk der Freien Turucrjchojt nimmt jetzt wieder Mitglieder auf. Jetzt im Winter trefien sich die Rudersporller der FTGB. jeden Montag im Bootshaus Vorwärts, gegenüber Baumschulen weg, wo in der Ruderanlage tüchtig das Kastenrudern bc- trieben wird. Anfänger haben Gelegenheit, gist ausgebildet zu werden. Interessierte wenden sich an Oskar Roack. Neu- kölln, Nogatstraße 46. Es werden ausgenommen Jugendliche, Männer und Frauen, Partei- und Gewerkschaftsmitglieder besonders erwünscht. Berlins neue Radrennbahn. Das fest längerer Zest bestehende Projekt der Schaffung einer neuen Radrennbahn in Berlin ist mm soweit gediehen, daß die Verwirklichung als sicher angesehen werdcn kann. Die neue Anlage wird im Innenraum des P o st st a d i o n s in der Lehrter Straße cnsstehen. Die Lausbahn verschwindet und an ihre Stelle tritt«ine 400-Meter-Zementbahn, die so konstruiert wird, daß sie, auch fiir Motorradrennen geeignet, ein« Stundengeschwindigkeit von 150 Kilometer zuläßt. Die bereits vor- handenen Zuschauerplätze werden derart ausgebaut, daß die An- läge ein Fassungsvermögen von 50 000 Personen haben wird. Man will die Bauarbeiten so beschleunigen, daß die Eröffnungsrennen bereits im April stattfinden können. Boxkämpfe im Spicheruring. Der Berliner Spichern-Boxr:ng eröffnet das neue Boxjahr am Freitag, 9 Januar, mst einem Programm, das sti mancher Hinsicht anziehend wirkt. Zwei Mute!» gewichtstreffsn von Interesse stehen auf der Tageskarte. Albert Leidmann- München boxt mst dem Berliner Waller A n t l a m, und der wiedererstandene Waller Funke- Berlin hat sich mst Otta Lauer- Saarbrücken auseinanderzusetzen. Der Berliner Halb' schwevgewichüer Waller Dieckmann will sich nach langer Ab- wesenhest vom Ring wieder einmal zwischen den Sellen versuch m. Sein Gegner ist der Mannheimer Neuling K r e i n e?, der bei seinem Debüt einen recht guten Eindruck hinterließ. Ferner kämpfen Erwin S eisler-Berlin und U l r i ch- Hamburg. Das Reisebüro des Touristenvereins„DieNaturfreunde" stellt für den 31. Januar einen Gesellschaftsfahrschein nach K u f- st« i n zusammen. Die Rückfahrt ers ilgt am 14. Februar. Fahr- preis für eine Fahrt einschließlich V-Zug-Zuschlag und Plagkau o 28,70 M Für Anfänger wird ein Stikursus auf der Melkalpe (Kitzbühel) abgehalten. Anmeldungen an das Reisebüro des Touristenvereins„Die Naturfreunde", Berlin N 24, Iohannisstr. 15. Frei« Schwimmer fttaft-Betli«, c. B.»rupv« ttäpenid: ffuitfiiühatnfcuna Mittwoch, 7. Januar. 20 Uhr, beim Gruppenleiter. lSeneralverfammIuni, Eon»- tag. U. Januar. Iü Übt, bei Serne.— Srupp« Siiemeurstacht: Genepalversainin. l»ng ffreitaq.». Januar, 20 Udr. bei Eommer, Ronaendamiliallce.-- Sruppe ZrieSrtchehaüa: Eonntag. 11. Januar, 13 Uhr, Besichtigung des.Eturmrogei". Treffpurstr vor dem Eingang. Seneralversammlung Mittivoch. 2L Januar, 20 Uhr, bei Lehnigk, Mllhienstraße. grauenversammlung Mittwoch, 7. Januar, 20 Uhr. ebenda. Freier ttjjrpertuUnrlrri» z»r«u»b»rg. Mittwoch, 7. Januar, Eiadtbod 5lrcu»berg. Badeieir aeändert je»t von IS— ZOZj Uhr. ltortcli für Ärbelterfport und Nörpcrpslcg«, Bezirk Ritte. Sifcutig Miii» woch, 7. Januar, 20 Uhr, bei Dorlik, Eebastianstr. 37. W Frei« Ziuderer und itanusahrer, 1. ltrei«. Di« Spartenousschuhsitiung fintnt nicht am 7„ sondern Dienstag, 13. Januar, in imr Nreisgeschaftastelle stau. FTSB. Bezirk Lichtenberg: Ad Mitiwoch. 7. Januar, turnt die kkraueo. abteilunq litber Zb Jahr«) in der Turnhalle des Z»!uiI>ums, Echreiberhaucr Straße. 20 Uhr.— Bezirk Besten: Leute deginnt um 20 Uhr in der Turnhalle Eulmer Str. lo wieder der regelmäßige Uebungsbrtricb Mit einem Mufiltirrnadend. Säst«, auch alz Teilnehmer, willkommen. Arbeitcr-Lichibild-Bund. Arbelter-Photogild«: Freitag, v. Januar, 20 Uhr, Iuq-Ndheim Lindenitr. 4. Mi'gliederoersamiNlun«. Anträge zur Zirichskonseren l des ALB.— Ardeiter. Lichtbildner Spandau«: Rontag, 12. Januar, 20 Uhr, Jugendheim Lindenufer I, Agfa-Vortrog.— Photogruppe» d«» TB.»Di« Si-tur, freunde". Etammgrupp«: Montag. 12. Januar. 20 Uhr, Iohannisstr. 13.— Photo Borde»: Donnerstag. 8. Januar. 20 Uhr, Phvstkztmmrr der weltlichen Schul». Pank- Eck« Wiesenkroße.— Photo Osten: Freitag, S. Januar, 20 Uhr, Friedrich-abert-Eaal de« Iugeudheimo Frankfurter Allee 307.— Photo Reu- kölln: Freitag, S. Zaduar, 20 Uhr, Zugendheim B«rgstr. 20, Zimmer 1.— Arbettageinelnschast Mitte: Dienstag, 6. und 18. Januar, 20 Uhr. Zvhannls- ftrane 13.— Siatprsreunhe-Photoglupp«»iipenick: Tonnerstag, 8. Januar. 20 Uhr, bei Balke, Berltn-Bohnsdarf, Lefchnißrr Sir. 38. Frei« Schwimmet Charlottenlnirg 04, t. v., Sannabteilung. Mittwoch, 7. Januar.'20 Uhr, Abteilungsgeniraloeriammlung bei Riieschc, Naiiec- Friedrich-S!r. 13, Ecke Grllnstraße. Im«igenen Bootshaus in Tieswerder stnd noch Sootsstände frei. Mtqlicdc� werden noch ausgenommen. Bei Booic. bauten oder-täusen stellen wir Fachieut« zur Beratung. Antragen und Rel- düngen im Eitiungslokal oder bei Walter Reumonn. Eharlortenburg. Haelelet- straße 17