BERLIN Mittwoch 7. Zanuar 1931 10 Pf. 3fr. 10 B 5 48. Jahrgang Tr s e i»t t»» Ii ch a«ßcr Sonntags. Zugleich Abendauegabe de«.Vorwärts'. D«tug«»reiö beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. 3.60 M. pro Monar. Redaktion und Expedition; B«rli»SW6»,Ljnd«ostr.S SftcUaaLgaße dei}}Jofwäs4ii A« i e l g e n p r e i«: Die einspaltig« Nonporeillejeile 80 Pf., gleklameieile h M. Ermäßigungen nach Tarif. Poüscheckkvntv.' Vorwärts-Verlag G. m. d. Dertin Nr.»7526. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bis 297 Der Blutweg ins dritte Jfoich Zwölf Jahre Meuchelmord- die Schuld der Nationalsozialisten Zolentmehl im i edri chshaf n Heute beglettea wir das Opfer nationalsozialistischer Mörder in feierlichem Zuge aus feinem letzten Wege. Von diesem Zuge geht Anklage uud Mahnung au». Er ist eine öffentliche Anklage! Hinter dem jungen Genossen, den wir heute ehren, steht die lange Reihe der Opfer, die durch nationalsozialistische Mörder und ihre Vorläufer gefallen sind. Es ist eine lauge Reihe! Vergeht sie nicht! vergeht niemals, dah sie durch jene Mordbuben gefallen sind, die heute vom dritten Reich reden. Es ist eine trockene, nüchterne Aufzählung. Lest sie wieder und wieder, prägt sie euch fest ein. auf dah sie niemal» eurem Gedächtnis entgleiten Aus dieser trockenen Aufzählung steigt eine flammeude Anklage empor. Anklage gegen die Mörder! Anklage gegen die Lauheit des öffentlichen Gewissens! Kührer der JRepublit. 21. Februar 1919. Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eiener wird auf dem Wege zum Landtag von dem Leutnant Gros Arco durch zwei Kopsschüsie getötet. 10. Juni 1921. Karl Gareis, Abgeordneter der Unabhängigen Sozialdemo- kratie im Bayerischen Landtag, wird nachts aus dem Heimweg vor seiner Wohnung erschossen. Er hatte sich den Haß der Reaktion durch seinen Kampf gegen die Einwohnerwehr und die Aufdeckung einer Spitzelaffär« zugezogen. 26. August 1921. Der Reichsminister a. D. Erzberger wird bei einem Spaziergang« im Badeort Riesbach im Schwarzwald von den srüheren Offizieren Heinrich Schulz und Heinrich Tillessen, Mit- gliedern des Deutschvölkischen Schutz, und Trutzbündmsies, der Arbeitsgemeinschaft Oberland und der Organisation C ermordet. 24. Juni 1922. Der Reichsminister der auswärtigen Angelegenheiten Walter R a t b e n a u wird bei einer Autofahrt von seiner Villa im Grüne- mald ins Auswärtige Amt durch einen anderen Wogen überholt, der von dem 21jährigen Ernst Werner Techow geführt wird. Aus dem überholenden Auto schießen die früheren Offizier«, früher« Mitglieder der Brigade Ehrhardt und der Organisation C, und ehemalige Teilnehmer am Kapp-Puffch, Erwin Kern und Hermann Fischer, mit einer Maschinenpistole auf Ratheaau und werfen eine Handgranate auf ihn. Nach der Tat sagt Techow zu seinen Freunden:„Die Sache hat geklappt Rathenau liegt. Wir haben es getan, um die Roten zum Angriff zu reizen. Uns ging das Geld aus.' Opfer des Kapp-Putfches. 16. Marz 1926. Der Redakteur der„Schlesifchen Arbeiterzeitung' in Breslau, Bernhard Schottländer, Mitglied der USPD., wird vom kappiftischen Freikorps Aulock zusammen mit über 30 Personen ver- haftet. Seitdem ist Schottländer spurlos verschwunden, bis feine Leiche bei Oswitz an der Oder ans Land gespült wird. Außer ihm sind aus Breslau feit den Kapp-Tagen spurlos verschwunden: der Maschinenschlosser Alfred Schramm, der Bankbeamte Karl B o r o n o w. der Kohlenarbeiter Heinrich Romane und der Redakteur D e m m i g. Der Schlaffer Max Hoffmann wurde am 15. März wegen Verteilung sozialdemokratischer Flugblätter, der Eisenbahnschlofler Wilhelm Böhm am 16. März als Streik- Posten, der Koch Heinz Herkenrat auf Grund einer Denun- ziation durch Kappisten erschossen. Herkenrats Leiche ward aus- geplündert. Bestrafung der Täter ist nicht erfolgt. 17. März 1926. In Niendorf bei Wismar wird der Tagelöhner Wilhelm Witte durch Angehörige des Freikorps Roßbach verhaftet, nachdem er wegen einer Lohndifferenz bei dem Gutsbesitzer. Gesandten a. D. Freiherr von Brandenstein, vorgesprochen hatte. Zusammen mit dem Arbeiter Steinfurth wurde er vor ei» angebliches Stand- gericht gestellt, zum Tode r—urteilt und erschossen. Der Guts- besitzer, Freiherr von Brandenstein, war aus dem Schloß getreten, hatte auf die beiden Arbeiter gsdeulet und gesagt:„Das such die richtigen.' Herr von Brandenstsin wurde später als Vertreter der (Fortjetzung auf der 2. Seite.) Im Saalbau Friedrichshain war heute während der Nach- mittagsshinden der von den Nationalsozialisten erschossen« Reichs- bannerkamerod Willi Schneider öffentlich aufgebahrt. Weihevolle Stimmung liegt über dem Raum. Die Wände sind ganz mit schwarzrctgoldciiem Tuch ausgeschlagen, gedämpftes Licht kommt durch die verhangenen Fenster. Umgeben von Lorbeer- bäumen, Blattpflanzen und Blumengewinden steht der einfache Sarg auf einem schwarzen Katafalk. Das Banner der Republik schmückt Sarg und Unterbau, im Hintergrunde an der Wand der große Reichsadler auf schwarzrotgoldenem Tuch, eine Ehrenwache von acht Reichsbannerleuten flankiert den Sarg. Schon zur Mittagszeit haben eine ganze Anzahl van Organi- sattonen Kränze an, Sarge niedergelegt Der Kreis Prenzlauer Berg der Partei widmete dem toten Genoffen emen prachtvollen Kranz mit roter Schleife. Die ReichsbaNNerkameraden der Städtischen Gaswerke haben ebenfalls ein Blumenarrangement gefhickt. Mit Kränzen haben des Toten gedacht das Arbeitsamt Berlin-Oft, die Mieter feines Wohnhauses und die Kameradschaft A r n s- walder Platz des Reichsbanners, der der Erschossene ange- hörte.„Unserem von Mörderhand gefallenen treuen Kameraden Vier Opfer der Eisbahn. Im StaWweiher eingebrochen und ertrunken. W e m d i n g(Schwaben), 7. Januar. Auf dem in der Nahe der Stadt gelegenen Weiher find gestern achtftnabenim Alter von 8 bis 10 Jahren auf dem Eise eingebrochen. Vier von ihnen konnte« gerettet werden» während die andere« vier er- tranken. Schiffsunglück im Schneeireiben. Dampfer im Hafen gerammt und gesunken. Swinemünde, 7. Januar. Ein schwere« Schisssunglück hat sich heute früh im Hajen von Swinemünde ereignet. Bei dichtem Schneetreibeu stieß der von See kommende schwedische Dampfer„T h e m i s' mit dem Kieler Dampfer„Kar I", der von Swinemünde au» In See gehen wollte. „Llnsere Parole, Köpfe rollen zu lassen, lieber Goebbels' at mit den Mordtaten unterer Anbanger selbstredend nicht das mindeste zu tun, da wir our den streng legalen Meuchelmord predigen!' Willi Schneider als letzten Gruß' steht auf der schwarzrotgoldene« Schleife des Kameradschaftskranzes. Schon von 2 Uhr ab defilierte eine riesige Menschenmenge an der Bahre des Hingemordeten vorbei; Taufende und aber Tausend« nahmen letzten Wschied von dem Parteigenossen, dem Kameraden und dem Freund. Tiefes Mitgefühl mit den Angehörigen steht auf den Gesichtern der Trauergemeinde, aber auch Entschlossenheit, das Opfer, das hier aufgebahrt liegt, das letzt« fein zu lassen Ilm KS Uhr begann die Trauerfeier, an der auch die Anvcrivandten Willi Schneiders teilnahmen Die Mördersuche. Ein« Verhaftung in Wernigerode unier falschem Verdacht. halberfiadl, 7. Januar.(Eigenbericht.) Am Diensiagabend wurde von der Polizei In Wernigerode ein Kausmaim Rudolf Becker oerhafiet. Man glaubte, den. Mörder aus der Hufclondstraß« entdeckt zu haben. Es stellte sich jedoch her- aus, daß der Verhaftete mit dem Mörder nicht identisch ist, er wurde deshalb am Vormittag entlassen zusammen Der Dampfer„Karl' wurde am Vorderschiff schwer be- schädigt und sank in wenigen Minuten. Die au» neun Maua bestehende Besatzung tonnte our da» nackte Leben rette«. Sie wurden von dem Lotsendampser ausgenommen Der untergegangene Dampfer„Korr befand sich mit Gütern aus der Fahrt von Lübeck nach Königsberg und halle des Sturmes wegen Swinemünde als Nothafen angelaufen Bankeinbruch vereitelt. Mißglückter Versuch in Echöneberg.— Drei Einbrecher verhastet. Durch die Ausmertsamkeil der Hausbewohner und das schnelle Eingreifen de» Uebersallkommandv, ist in der vergangenen Nach» in Schoueberg in der Hauptstraße 13 4 eine gefährliche(Em. brecherkolonne festgenommen worden, die gerade im Begriff war. vom Keller aus die Decke nach einem Salllergefchäft durchzubrechen es aber allem Anschein nach aus die Ircsorräame der im Rebenhause liegenden Schönebrrger Bant e. G. m. b. h. abgesehen Halle. Bei den Festgeuoinmencn handelt es sich um bereits mehrfach vorbestrafte Schwerverbrecher, med zwar um einen„Monteur' Ebert, der 17mal vorbestraft ist, einen„Arbeiter' Sommer» der Ilhnal schwere Strafen zu verbüßen hatte, und um einen„Ar- briter' Lübeck, der bereits sechsmal gesessen hat. In der Nacht hörten Hausbewohner aus den Kellerräumcn ein verdächtiges Ge- räufch dringen und man alarmierte das liebe rfallkommando, das in unmittelbarer Nähe im alten Schöneberger Rathaus am Kaiser- WUhelm-Platz untergebracht ist. Als die Beamten des Ilobersall- komm« ndos am Haufe anlangten, erklärte ihnen jedoch ein dort stehender Mann, daß bereits alles in Ordnung fei. Trotzdem durch- forschten die Beamten das Haus und überraschten die drei schweren Iungens dabei, wie sie mit dem Stemmeisen vom Keller die Decke nach dem Geschäft des Sattlenncisters Reinecke zu durchbrechen versuchten und bereits«in recht großes Loch gestemmt hatten. Die ertappten Einbrecher flüchteten nun durch die beiden Ausgänge des Kellers, die jedoch vorsorglich mit Beamten umstellt waren. Während einer der Beamten überrannt wurde, versuchte der eine Einbrecher über die Mauer des Hofds zu entkommen, was ihm jedoch nicht glückte. Die Polizeibea.nte« tonnten ihn noch rechtzeitig an den Beinen zu packe» bekommen und dingfest machen. Aus der großen Reihe der zum Teil sehr schwere« Vorstrafen nimmt die Polizei an, daß die drei es nicht nur auf das Satttergeschöft abgesehen hatten, sondern vielmehr einen Ein- bruch in die Riamie der Schöneberger Bank beabsichtigten, aber noch in den ersten Lorbereitungsstadien überrascht wurden. Die Tresor- räume der Bant liegen nämlich am entgegengesetzten Ende des Kellerganges und die Einbrecher wollten sich auf Umwegen an diese offenbar heranpürjchen. Oer Vlviweg. (Forts«gu»g von der 1. Seite.) D-michnationalen me ck len b u rff- sch w erinisch e r M i n i fter» Präsident. 21. März 1820. Der Stadtverordnete Fut.ran wird von kappistischen Zeit' irciwilligen in Berlin-Köpenick vor ein geschwidriges Standgericht gestellt und zum Tode verurteilt Er wird, zusammen mit den Arbeitern Dürre, ftegel, G r a tz k e und W i e n e ck e stand- rechtlich erschossen. 25. März 1920. Durch kappistische Zeitfreiwillige der Marburger Studentenschaft werden die Arbeiter 5)ornschuh. Hartmann, Döll, Patz, drei Brüder Füldncr, zwei Brüder Soldan, Wedel, Rössinger. Rosen st ock und zwei Brüder Schröder, alle Bürger aus Thal, erschossen. Sie waren ver- hastet worden, ohne daß eine geseftliche Unterlag- vorlag, und hatten angeblich einen Fluchtversuch unternommen. Alle wurden mit fürchterlich zerschmettertem Kops ausgesunden, waren also au» nächster Rahe erschossen. Durch Zeugeneid beglaubigt ist die Redewendung eines Studenten:„Die Anatomie braucht Leichen." Die Studenten wurden vom Kriegsgericht und vom Schwurgericht freigesprochen. Die Fememorde. Das Jahr 1923 ist das Jahr der bestialischen Fememorde. Die Fememord« nahmen schon 1929 in Bayern ihren Ansang. Ter Fall Sandmeier. Das Dienstmädchen Maria Sandmeier ans München wird im Forstenrieder Park erdrosselt aufgefunden. Die Leiche war im Auto dorthin geschafft worden. Die Sandmeier hatte gedroht, dem Entwafsnungskommissar drs Reiches ein Wassenlager anzugeben. Als Täter wird der Leutnant Hans Schweikardt vorn Frei« torps Oberland in Innsbruck acrhaftet und an Bayern ausgeliefert. Die Paßzentral« des Münchener Polizeipräsidenten Pöhner, in der an verantwortlicher Stelle der heutige thüringische Innenminister und nationalsozialistisch« Reichs togsabgeordnetc F r i ek tätig ist, be- sorgt dem Schweikardt falsche Pässe zur Flucht. �cmenlörder HeineS. Im Juli 1929 hat auf den Gütern Stecklin, Roscnfelde und Liebenow im Kreise Greifenhagen als Vertrauensmann Roßbachs der 22jährig« Leutnant Edmund Heines, früher Kapplst und Baltikumer, kommandiert. In der Arbeitsgemeinschaft befinedet sich der 29jährige Arbeiter Willi Schmidt. Heines wird erzählt, daß Schmidt die Arbeit niederlegen wolle. Btit drei Spießgesellen such: Heines den Schmidt auf. und in Anwesenheit des Leutnants schlägt «in Unteroffizier den jungen Menschen mit einem Gummi- k n ü p p« l über den Kopf, daß er blutüberströmt zusammenbricht. Schmidt wird eingesperrt und nachts zum Walde ge- schleppt. Man gräbt«in Loch. Schmidt schreit:„Ich soll er- schössen werden." Heines befiehlt, Schmidt zu erschießen. Sein« Komplizen weigern sich. Heines preßt dem Schmidt die Pistole ins Gesicht und drückt zweimal los. Das Schwurgericht In Scettin verurteilt Heines wegen Tot- ichlages zu IS Jahren Zuchthaus. Nach Aushebung des Urteils durch das Reichsgericht gelangt das Verfahren an das Schwurgericht zurück. Wieder beantragt der Staatsanwalt gegen Heines die Todeestre.se, da» Gericht erkennt auf nur fünf Jahre Gefängnis! Heines fällt unter die natianolkommu- rnstische Airmeftie. Er hät nur anderthalb Jahre im Gefängnis ge- iessen und ist heute nationalsozialistischer Reichs- ragsabgeordnetcr. Di« Nationalsozialisten kündigen ihn auf öffentlichen Dersamm- lungsplakaten als„Fememörder Heines" an. Die Toten vom Reichsbanner. September 1824. Der Reichsbanner niann Wolker in Rostock i. M. wird von einem Rechteradikalen ermordet. Ein Jahr später wird der Mörder freigesprochen. 23. April 1825. Der Reichsbanncrmann Schulz von der Kameradschaft Berlin-5treuzberg. der an einem Propagandaumzug für den Reichs- prästdentschaftskandidoten Marx mitwirkte, wird durch einen jugend- lichen Rechtsradikalen ohne jeden Grund niedergeschossen. Seine Beisetzung ersolgt irnier ungeheurer Beteiligung der Berliner Arbeiters chafr und des Reichsbanners. Der Mörder Rehnig, der, kaum 29 Jahr« alt, einen Waffenschein besitzt, wird später frei- gesprochen, weil er angeblich in Rotwehr geschosten hat. 8. Mai 1823. Der Reichsbannerman» Volckmar in Oderberg wird durch zwei Studenten der Forsthochschule in Cberswaldc. Mitglieder des Werwolf, ermordet. Die Mörder werden frei- gesprochen. 28. Juli 1820. In Düsseldorf wird der Reichsbannerkamerad Erd- mann durch den Stahlhelmer Bobis niedergeschossen. Vobis steht allgemein im Ruf,«in gewalltätiger und roher Patron zu sein. Gleichwohl wird er freigesprochen. 28. August 1820. Der Stahlhelmmann Magiern ermordet in Breslau den Reichs- bannerkaineraden Doktor. Er wird freigesprochen. 25. Juni 1927. Mit klingendem Spie! ziehen die Rcichsbannerkameraden zum Gautag von Vcrlin-Brandenburg nach Frankfurt a. d. O. Die Käme- raden aus Erkner werden, wie sie mit wehenden schwarzrotgoldenen Fahnen durch Ahrensdorf im Lastauto fahren, durch den 28jähngcn Besitzerssohn August Schmelzer angefallen. Er schießt mit Rchpatroncrt aus einem Jagdgewehr, sechsReichsbanner- kameraden werden getroffen. Der besonnene Führer des Wagens beschleunigt das Tempo. Wieder schießt der Mordbude, wieder hoben die Reichsbaimerleutc vier Verwundete. Der ltzjährige Schloflcr Karl T letze ist tot. Sein Freund und Kamerad, der verwundete RichardWollank aus Erkner, stirbt wenige Wochen später. Die Mörder ist vom eigenen Bater zur Tot aufgehetzt worden. Er wird mitZuchthaus vestra't. 8. Jaunar 1828. Im Dorfe Wulften bei Osnabrück hat der Reichsbanner- kamerad Unlant auf dem Heimweg eine politisch« Auseinander- jeyung mit dem rechtsradikal eingestellten Landwirt Beule. Der Land- wirt läuft in seine Wohnung, nimmt eine Jagdflinte und schießt hinter Unlank her. Dieser bricht tot zusammen. 1«. Mai 1928. In Eimsbüttel bei Hamburg treffen Reichsbannerleute mit Plakate klebenden. Nationalsozialisten zusammen. Plötzlich zieht Oer Ruhrkonflikt Gchlichiungsverhandlungen ergebnislos— Freitag neue Verhandlungen Esse», 7. Januar. I» dem heute morgen ueu eingeleiteten SchlichtungS- verfahren bildete der Schlichter. Prof. Brahn, nachdem die Parteien auf weitere Parteiverhandlungen verzichtet hatten, sogleich die Schlichterkammer. Da in dieser eine Mehrheit für eine« Schiedsspruch nicht zustande kam. ist auch das neue Berfahrru ergebnislos beendet worden. Der Schlichter teilte den Parteien mit. daft sie sich für Freitagnachmittag oder Sonnabend- vormittag zu neuen Verhandlungen bereithalten möchten. Tic Parteien waren damit einverstanden. Ende des wilden Streiks. ÜOO Streikende entlassen. Essen, 7. Januar. Roch einer Mitteilung des Bergbauverein» beträgt der Prozent- sah der heule morgen im Rnhrbergbau nicht eingefahrenen Bergarbeiter Z.ö Proz. 3n Anbetracht dieser niedrigen Ziffer kann man wohl auch in diesem Bezirk von einem Erlöschen des Streiks sprechen, zumal unter dem angegebenen Prozentsatz sich nicht nur Streikende, sondern auch andere fehlende Berglenie befinden. ..Im Recklinghauser Bezirk sind zur heutigen Früh- schicht die Belegschaften auf sämtlichen Schachtanlogen vollzählig eingefahren. Zu irgendwelchen Störungen der Ruh« und Ordnung ist es nicht mehr gekommen. Im Duisburg-Hamborner Gebiet hat sich die Lage Dienstag abend zu Beginn der Nachtschicht zwar gebessert, doch streiken noch über 1999 Arbeiter. Von einer Gesamtbelegschaft von 3899 Mann auf den Thyssen- Schächten lind etwa 2ö90ArbeItereingefahren. Die Belegschaft auf Schacht 2. ö erschien vollzählig zur Nachtschicht, auf Schacht 3/7 fehlen etwa 29 9 von SS9 Mann, aus Schacht 4/8 fehlen 439 von einer Belegschaft von 699 Man». Zlus der Schachtonlage cn Beeckerwerth sind Dienstag abend 14 9 Mann und auf Schacht Lohberg die Hälfte der Belegschaft nicht eingefahren. Aus der Schachtanlagc Weilende erschien die Belegschaft vollzählig, in Neumühl sind etwa S9 Personen weniger angesahrcn. In Duisburg wurde» gestern Dcmonsirationszüge polizeilich aufgelöst. Im Dortmunder Bezirk sind zur Dillnstagnicugenschicht auf allen Zechen die Belegschaften vollzählig e i n g e- fahren; der Schichtwechsel vollzog sich aus ollen Schachtanlagen ohne besondere Zwischenfälle. Auch die Mittagsschichl fuhr überoll vollzählig ein: nur aus der Zeche e Wendel" fehlten von der 1599 Mann starken Belegschaft etwa 369 Mann. Fristlose Entlassung von Streifenden. Selienkirchea. 7. Januar. Eine große Anzahl von Arbellern, die sich an dem Streik be- ieiligten und mehr als drei Schichten nicht befahren haben, werden fristlos entlasten, und nur dann wird in Einzelfällen davon obgefehcn werden, wenn die Betroffenen nachweise» können, daß sie infolge eines zwingenden Grundes der Arbeit fern bleiben mußten. Wie verlautet, werden am Mittwochmorgen ihre fristlose Ent- lastung erhalten aus der Schachtanlagc Bergmonnsglück in Buer I 9 9 M a n n, auf der Zeche West erholt 299, auf Scholven 39 9, auf Zweckel in Gladbeck 39, auf Jacobi in Osterfeld 399 und auf Fürst Leopold 199 Mann. Tardieu im Oustric-Gkandal Oie Bezüge seines Privatsekretärs— Nie Beteiligung der Parlamentarier Pari», 7. Januar.(Eigenbericht.) Der Dienstag hat im Oustric-Skandal eine Reihe neuer sensa- tioneller Enthüllungen gebracht. Die parlamentarische Unter- fuchungskommisston hatte schon vor mehreren Monaten vom Finanz- Ministerium die Ausstellung einer List« oerlangt, In der a l l e P a r- l a n, e n t a r i e r, die je befürwortend für die Börsenzulassung eines Auslandswerte» eingetreten seien, verzeichnet werden sollten. Diese Liste war schon unter Tardieus Regierung vom Finanzminister Reynaud begonnen worden. Ihre Vollendung ist vorläufig noch nicht abzusehen. Am Dienstagabend wurde aber bekannt, daß schon setzt folgende Namen festgestellt worden sind: Tardieu, Marin, M a l v y, David und Haitinger. Das Bekanntwerden dieser Nomen gab iu der Untersuchungskommisston zu höchster Ausregung Anlaß. Der Vorsitzende der Kommisston, Marin, erklärte, daß seine angebliche Schuld sich darauf beschränkt habe, einen Brief um Auf- klärung über einen Börsenwert, den ihm einer seiner Wähler geschickt habe, an das Finanzmtmsterstun weitergegeben zu haben. Die reaktionäre Preste behauptet denn auch, daß die Inter- veittion Tardieus wester nichts gewesen sei, al» die amtliche Weiter- leitung eines ins Innenministerium verirrten Dokumentes zum Finanzministerium. Weiter behaupten dann die reaktionären Blätter, daß auch der augenblickliche Ackerdaurninister im Kabinett Steeg, Dictor Barel, mehrfach sür verschiedene italienische Werte sich verwandt habe. Damit sind die Enthüllungen aber noch nicht zu Ende. Eine Unterkommission der parlameutanfchcn Untersuchungskommission hat in der Buchhaltung der Oestric-Bonk einige neue Entdeckungen gemacht. Sie hat festgestellt, daß der Privalsekreiär Tardieus, Millol, von Oustric ollmonollich ein Gehalt von 5009 Franke,» bezog. Dom Oktober 1928 ab hat Millot auf diese Weise einen Nebenverdienst von 129 999 Franken erworben. Wette? fand man einen Kassenschein von 269 999 Franken für die„Volants" und einen zweiten Kassenschein über 89909 Franken für die Promnzziutung „Echo du Sal", der Zeitung des ehamaligen radikalen Innenministers Durand. Endlich hat auch der P a r i s e t P a l i z e i k o m m i s s o r Benoit, der sich bei der Verhaftung und Mißhandlung des Schneiders Mmazoff unrühmlich bekanntgemacht hat, einen Betrag von 17 009 Franken von Oustric bezogen. ein Nationalsozialist einen Revolver und verletzt den Reichs- bannerkameraden Geidvrn tödlich. 1. August 1828. 25 Hitler-Leute eröffnen vor einem Reichsbannerlokal in der Flensburger Str. in Berlin ein Bombardement mit Kopfsteinen. Mehrer« Reichsbannerleute werden erheblich verletzt. 17. März 1828. Mehrere Reichsbannerang chörigs werden beim Gautag in Elber- fest» durch Nationalsozialisten überfallen. Sieben Angehörige des Reichsbanners werden durch Messerstichs schwer verletzt. 18. Mär, 1828. Nationalsozialisten überfallen anläßlich des Gautages des niederrheinischen Reichsbanners in Köln a. Rh. politisch Andersdenkende. Sie schlagen ein junges Mädchen, das ahnungslos mit seinem Bräutigam spazieren geht, nieder und mißhandeln einen sechzigsährigen R e> ch s b a n n e r m a n n, Vater von sechs Kindern, durch Fußtritte so schwer, daß er schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Das Kölner Schöffengericht verurteilt im Juni 1929 drei Angeklagte zu je18Monaten Gesang nis- In dem Urteil wird als straiverschärfend bemerkt, daß die Angeklagten „in geradezu tierischer Roheit über uuschul- dige, ahnungslose Leute hergefallen seien, wie wilde Tiere, die nach Opfern gesucht hätten". 28. April 1828. In Frankfurt a. M. ersticht der Nationalsozialist Schütz den OOsährigen Reichsbnnnermann Schmidt. Zwei weitere Reichsbam�rleute imi» ein angeblicher Kommunist werden verletzt. Der Mörder wird freigesprochen. Der Justiz- skandal erregt in ganz Deutschland Aussehen. 3. März 1930. 59 Nationalsozialisten überfallen das Berkehrslokal des Reichs- banners in R ö n t g e n t a l und eröffnen ein heftiges Feuer. Zwei Reichsbannerleute sinken mit Brust- und Bauch- f ch Ü s s e n zu Boden, drei andere Personen, zum Teil vollkommen unbeteiligt, erhallen Arm- und Beinschüsse. Der Arbeiter Kubow, der im gleichen Lokal an einer Mieterversammlung teilnahm, stirbt nach seiner Einlieserung im Krankenhaus.- 22. Aprll 1830. In Tegel wird ein Reichsbannermann von National. sozialisten umringt und mißhandelt- Die Polizei beschlagnahmt im Nazilokal Schlagringe, Gummiknüppel, einen Dolch und einen scharsgeladenen Revolver. Unter den festgenommenen National- sozialisten befindet sich ein Justiz in spektor und ein Magistrotssekretär. 18. August 1830. Aus Wolseubüttel, Freistaat Brounschweig, wird gemeldet, daß 5 Nationalsozialisten den Reichsbannermann Loh- mann in nächtlicher Stunde übersielen und mit Zamttatten so lange aus ihn einsthlugen, bis er bewußtlos zusammenbrach. Lohmann ist Invalide. Bei der Verfolgung ziehen die Täter Pistolen und verletzen zwei Personen durch Schüsse. 4. September 1830. Ein Drahtseilattentat aus ein Reichsbannerauto wird am Ausgang der Ortschaft Gütergotz(Berlin-Treuen'orietzen) begangen. Ueber die Straße waren starke Telephondrähte gespannt. Der Anschlag wurde rechtzeitig entdeckt. 14. September 1830. Im Schweidnitzer Krankenhaus wird ein Oberschütze des Reichswehrregiments 7 schwer verletzt eingeliefert. Cr ist om» einem Jugendfreund, der fanatischer Nationalsozialist war, als „Noskejünger" mit einem Bierglas niedergeschlagen worden. 23. Oktober 1930. In Mainz streckt der 39jährige Hitlcr-Mann Arzberger den Sohn des alten Bürgermeisters Haupt, einen Studenten, durch sechs Schüste nieder. 28. November 1830. In Coburg überfallen Nationalsozialisten ein Reichs- bannerauto und verletzen durch Steinwurt den Führer so schwer, daß er die Herrschaft über das Gefährt verliert und der Wagen sich überstürzt Zwei schwerverletzte Kameraden werden ins Krankenhaus eingeliefert. Vier Monaie Hakenkreuz. 21 Tote 194 Schwerverietzte. April 1930. 3m Cause des Monats werden durch Nationalsozialisten bei Zusammenstößen in Berlin. Bcrlin-Rüntgenlal, Dortmund, Mogde- bürg. Durlach. Slektin. Karlsruhe, halle, Breslau, Brandis. Planen, Freyburg, Kollous. Delitzsch, Brieden 1 Mann getötet und 56 Menschen schwer verletzt. MaL 1930. 3m Cause des Monats werden durch Rationalsozialisten bei Zusammenstößen in Berlin. Fürstenwalde, Pirmasens, Siefersheim, Hürth, Köln, Osnabrück. Frankfurt(Oder). Duisburg, Oranienburg. Zella-Mehlis 1Z Menschen getötet und ZZ Menschen schwer verletzt. Juni 1830. 3m Cause des Mauais werden durch Rattaualsozialisleo bei Zusammenstoßen iu Berlin, Eythra bei Cetpzig, Reinholdshain, wolsfenbütlel, Mannheim, Eammin, Kassel, Hannover, Pforzheim und Alteuburg 7 Menschen gelölet und 199 Menschen schwer verletzt. Juli 1930. 3m Cause de» Monats werden durch Rafionalsoziallsten bei Zusammenstößen In Berlin. Reumünster, Thale, Schöuingen. Ernst- lhal. Celpzig. Reichenbach und Halle 24 Menschen schwer verletzt. Die Aufstellung van vier Mannten ergibt dir Ziffer von 21 Toten und 1S4 Schwerverletzten. Bluttat im religiösen Wahn Ein Oberpostsekreiär tölei seinen schlafenden Sohn Eine furchtbare Bluttat, deren letzte Gründe vor- läufig noch i« Dunkel gehüllt sind, hat sich in der ver- Kaugenen Nacht zwischen 3 und 3>z Uhr in Zpandau abgespielt. Dort hat der 3<; Jahre alte Uatasterober- sekretär Paul Lchätzke seinen Jahre alten Tohn ermordet. In dem Hause Achenbachstraß« IS in Spandau bewohnt Schätzte mit seiner Frau, seinem Sohne Gerhard und der Schwiegermutter im 1. Stock eine geräumige Wohnung,'Die Schwiegermutter,«in« Frau Fröhlich, ist Eigentümerin des Grund- stückes. In der vergangenen Nacht kurz nach 3 Uhr erwachte Frau Schätzte durch einen Lichtschein. Noch halb im Schlaf sah st«, wie ihr Mann leicht betleidet mit einem blutigen Messer in der Hand aus dem Schlafzimmer auf den Korridor hinausging. Sie rief ihn an, wo er denn hin wolle, er gab aber nur zur Antwori: „D i e Z e i t i st u m!" Sie hört« noch, wie er die Wohnung v«rließ. Er hatte sich auf dem Korridor einen Mantel um die Schultern gelegt und war in seiner dürftigen Bekleidung— er trug nur Nachthemd, Hose und Hausschuhe— nach dem P o l t z e i a m t gegangen. Bor den diensthabenden Beamten erschien er plötzlich mit dem Messer in der Hand und sah verstört um sich Der Beamte nahm ihm vor allen Dingen das Messer aus der Hand, das er auch willig hergab. Kriminalbeamte begaben sich nach der Achenbach- straße. Hier offenbarte sich ihnen die Tragödie in vollem Umfang. Frau Schätzk« war nach dem Fortgang chres Mannes aus dem Bett« aufgestanden und hatte in d«r Wohnung Umschau g«ha!t«n. In d«m Schlafzimmer fand sie in seinem Bettchen den kleinen Gerhard mit durchschnittener kehle verblutet und tot aus. Moskauer Siunkfunk. llnverfchämtheiien, die abzustellen sind. Bor wenigen Tagen hat Molotow, Dorsitzend«r der Volks- kommifsar« und Sekretär der Komintern, eine vernünftige Rede ge- halten, in der er Rußland» Friedensbedürfnis betonte und seinen Willen, zu Deutschland gute Beziehungen zu unierhalten. Gestern aber hat der Moskauer Rundfunk einen Bortrag verbreitet, in der über die Lag« im Ruhrgebiet das Blaue vom Himmel Heruntergelogen wurde. Der Sprecher tat so, als ob die toinmunistifche Streikparol« von Sieg zu Sieg eile, während der Streit doch längst zusammengebrochen war. Bochum lieh er zeit- weilig in den Händen der Aufständischen sich be-inden, Ströme von Blut ließ er fließen, wobei die preußische Polizei die Üblichen Grausamkeiten zu begehen und die Sozialdemokratie den mit Recht so beliebten..Verrat' zu verüben hatte. Schließlich wurde dem preußi- scheu Innenminister Severins angekündigt, daß er demnächst vor einem„proletarischen Tribunal" stehen würde. Man wäre versucht, icher soviel Blödsinn zu lachen, wenn nicht die Dreistigkeit dieses Streichs noch größer wäre als sein« Dummheit. Von der Reichsregierung muß man erwarten, daß sie sich iolche Unverschämtheiten des Moskauer Funks entschieden verbittet. Demonffraiionen gegen Brüning. Ein Zwischenfall in Tilsit. Der Reichskanzler hat Tilsit und Insterburg besucht. In T i l s i t demonstrierten Kommunisten und Nationalsozialisten gegen Brüning, sie riefen:„Nieder mit dem Hungerdiktator!" und warfen mit Steinen. Die Polizei stellte die Ruh« wieder her. 12 Flieger kreuzten Ozean. X>a« italienische Fiogoeschwader am Ziel. New Jork. 7. Zanuar.(Eigenbericht.) Dos italienische Flugzeuggeschwader. das in der Nacht zuiü Dienstag von Westafrika nach Südamerika startete, hat den weg von rund 3000 Silometern bis iu den späten Abendstunden des Dienstag zurückgelegt. Nachmittags um 6 Uhr Berliner Zeit wurden die Flugzeuge über der Insel Fernando Noronha ge-. sichtet. Abends um 8 Uhr trafen sie in Port Natal an der südamerikanischen Süste ein. Damit erreichten die Flugzeuge ihr Ziel, vom Startplatz ab innerhalb l7 Stunden. Das Geschwader bestand aus insgesamt 12 Flugzeugen. von denen tO glücklich landeten. Das elfte Flugzeug ging wegen einer Wolorstönmg in der Nähe von Sao Petra auf der Sao-paulo- Klippe nieder. Die Besahung wurde von einem italienischen Kreuzer ausgenommen. Das lZ. Flugzeug wurde aus ossener See zur Lan- dung gezwungen und ebenfalls von einem vampser ausgefischt. Gr warf den letzien Giein. Ein 7!azi. der zugibt, Fenster eingeschlagen zu haben. Ein in Moabit noch nie dagewesener Fall: ein National- sozialist steht zu seiner Tat. Da? heißt voll und ganz steht auch dieser nicht zu dem, was er begangen: er gibt wohl zu, am 1?. Oktober, am Tage der Reichstagseröffnung, in der Leipziger Straße«in Ladenfenster zertrümmert, bestreitet aber, sich an einer Zusammenrottung beteiligt zu haben. Der Angeklagte, der sich vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte zu verantworten hatte, ist ein 22iäHriger Schneider. Am 13. Oktober be-and er sich in der Menge seiner Gesinnungsgenossen vor dem Reichstag. Dann ging er. erzählt er, gemütlich über den Potsdamer Platz zur Leipziger Straße, um sich auch hier den„Ziummel" anzu- sehen Der größte Teil der Fensterscheiben war bereit? zerrrümmert: nur zwischen der Friedrich, und Charlotienstrohe gaben sich noch einige Nachzügler dieser Beschästizung hin. Er leistete ihnen Gesell- schaft und schleudert««Inen Siein in das Schaufenster der Firma Eohn. Erst am 13. November lief«ine Anzeige ins Polizeipräsidium «in. Der 22jährig« Schneider und Nationalsozialist wurde ver- nornmen und war geständig. Das Gericht verurteilte den Steincfchleuderer nur wegen schweren Landfriedensbruchs zu acht Monaten Gesängn-.s. Von der Anklage der Bannkreisverletzung wurde er freigesprochen: es hätten zwar kein« Straßemimzüge staitgefundsn, wohl aber einzeln« ZusammeurotLungsn. Die unglückliche Mutter verfiel in einen Schreikrampf und so wurde auch ihre Mutter und die anderen Hausbewohner alarmiert. Hilfe war dem Kleinen nicht mehr zu bringen. Die Kriminalbeamten fanden die beiden Frauen einem Nervenzusammenbruch na!,«. Schätzte war, während seine Frau schlief, aufgestanden, hatte aus der Küche ein großes Brotmesser geholt und die gräßliche Tat ausgeführt. Die Nachforschungen über die Ursachen zu der furchtbaren Tat wurden sogleich aufgenommen. Der Mann hatte sein kleines Söhn- chen herzlich lieb gehabt. In feinem Amt war er unter den Kollegen als ein fleißiger und zuverlässiger Arbeiter bekannt, der allerdings still und grüblerisch für sich allein blieb. Seit zwei Tagen war er dem Dienst ferngeblieben, da er über unerträgliche Kopf- schmerzen geklagt hatte. Schätzte hatte sich der A n t r o p o- sophischen Bewegun a ange-schlcsten und war eifriger Besucher der Vortragsabende der Anthroposophischen Gesellschaft. Miß. verstandene Thesen mögen in dem an und für sich grüblerischen Mann religiös« Wahnideen ausgelöst haben, die unter dem Einfluß der Kopfschmerze» sich schließlich zu der furchtbaren Tat verdichteten. Trotzdem bleibt das nächtliche Geschehen duraus rätfel- Haft. Fälle von Geisteskrankheit, die sich erheblich ausgewirkt haben könnten, sind in der Familie des Mannes nicht bekannt. Der de- klagcnswerte Vater ist vorläufig in S ch u tz h o f r genommen worden. Er wird von dem Kreisarzt Dr. Mann auf feinen G«ist«sz»stand untersucht werden. Er wollie feinen Sohn»opfern�. Aus den wirren Reden des Mörders ist zu entnehmen, daß er an Seelenwanderung glaubt und sich für«ine Reinkarnation Ueber die„Deutschs Welle' hatten am Sonntag die Rundfunk- Hörer Gelegenheit, in einem Gespräch von Günther Krolzig mit einem Arbcitervater und einer Arbeiternmtter etwas über die „Festgemeinschaft in der Arbeiterfamilie" zu er- fahren. Diese Sendung stand so sehr über dem Durchschnitt der sonst üblichen, daß es sich schon verlohnt, sie besonders zu würdigen. Eigentlich war es die einfachste Sache, die man sich denken kann: ein Fabrikarbeiter antwortet dem Ausfrager ohne Pathos, ungekünstelt; eine Arbeiterfrau spricht als Mutter, wie— nun wie eben eine Arbeitermutter spricht. Unbekannte Menschen, zwei nur von Millionen! Ohne daß sie es besonders betonen, merkt der Hörer, daß ihre Verantwortlichkeit über die Familie weit hinaus- wächst zur Rechenschait für die Klasse bis zur Gesamtheit. Wa» die beiden in ihren Antworten zum Ausdruck drallsten, war ein bewußtes Loslösen von der Dämmerung nur religiös empfundener Feste, war die Vorfreude und die Freude an der Aus- spannung. die heute namentlich für die wanderjrohe Arbeiterjugend engstes Verbundenfcin mit der Natur bedeutet. Und auf den Hin- weis des Ausfragers, daß die Feste ihrem eigentlichen Sinne nach mehr als nur das bedeuten sollen, z. B. die stärkere Betonung des Friedensgedankens zu Weihnachten. findet der Arbeiter die prächtige Antwort, daß es dazu in feiner Familie keiner besonderen Erwähnung bedürfe: die Arbeiter« schaft ist immer friedfertig eingestellt! E» waren Bilder von stärkster Wucht, gezeichnet unter dem Eindruck unmittel- baren Erlebens, wenn etwa die Frau im Osterfest symbolisch die Auferstehung der Menschheit empfindet, oder wie der Arbeiter in der Fabrik di« Winterfonnenwend« sieht: vor den Fenstern „Schneider Wibbel* im Tonfilm. Titania-palast. Diese Komödie hat unverwüstliche Werte in sich, das bemerkt man wieder bei der Verfilmung von Müller-Schlöffers „Schneider Wibbel s". Paul Henckels hat als Regisseur das Spießbürgerlich« des ganzen MUieus und dos Lächerlich«, das unbedingt in jedem Menschen liegt, sehr fein herausgearbeitet. Stimmungsvoll fließen ineinander Glockengeläut und Kanonengebumfe, freudiges Schwatzen und geckenhafte Kommandowortc der in Uniform spielenden Men- scheu. Leider oerfagt hier die Technik; denn diese Szenen, die vom Regisseur völlig aus den Ton angelegt sind, werden in der Wirkung geschmälert, weil die gesprochenen Worte meistens unver- ständlich bleiben. Die Wirkung de» Films geht daher allein von dem rein Schau- spielerischen aus. Die Besetzung ist so gut, daß nnin sie sich besser gar nicht denken kann. Der Schneider Wibbel des Paul Henckels bleibt unvergeßlich; das gleiche muß man von der resoluten Meisterin der Thea Grodyn behaupten. Als Gesellenpaar glänzen Wolfgang Zilzer und Harry Derber. Zilzer, der zartere, der als Schneider Wibbel stirbt, und Berber, der gröbere. mit seinen übersteigorten Ansprüchen ans Essen und feinen sehr wohlüberlegten Plänen für die Zukunft. Der Film kam bei der Premiere zu einem großen Erfolg.«. b. Russenfi'lm nach der Zensur. „ErSe*- Kamera. Ein hervorragendes Wert. Man vermißt nicht das gesprochene Wort, die synchronisierte Musik: man bedauert, daß stinnrn« Filme nur noch selten zu sehen sind.„Erde" bedeutet«inen Höhepunkt der Regie, einen Höhepunkt photographischer Technik. Ein paar Szenen sind gefallen, hoch die Schnitte zerstören nicht den Rhythmus des Ganzen. Es ist der Film der russischen Erde, ein Epos des Landes. Die Handlung bleibt gegenüber dem Naturhaften gleichgültig. Der Film will tendenziös sein: Das neue Rußland bringt die Erlösung des Kleinbauern, bringt die Zivilisation und den Gemeinschaftsgedanken. Das Alte ist schlecht, verrottet, lasterhaft. Charaktere werben in Schmarzweißzeichnung gegeben. Doch das ist nicht entschndend. Größeres wird gezeigt und verdsutlicht: Die Verbundenheit des j des Erzvaters Abraham hält. Wie dieser habe er seinen Sohn „opfern" wollen. Aus den Bekundungen der Frau geht hev- vor, daß der Mann für die religiösen Schriften und Traktätchen die Hälfte seines Gehaltes ausgegeben und sich ausschließlich mit solchen Büchern beschäftigt hat. Die in den letzten beiden Tagen aufgetretenen starken Kopfschmerzen dürften dos erste Anzeichen der geistigen Störung gewesen sein. Ein WeißenSsrg-Anhänger? Ergänzend wird uns mitgeieilt, daß Schätzte in letzter. Zeit auch die Versammlungen des Weißenberg- Bundes in Spandau besucht hat. Seit dieser Zeit zeigte Schätzte ein verändencs Wesen. Er beschäftigt« sich außerordentlich viel mit religiösen Fragen und las in feiner freien Zeit immer wieder das Alte Testa- ment, daneben aber auch die Schriften, die von der H e r b a k a! a j a, H e ilm i ttelv ertrt e bs G.m.b.H. Berlin. Potsdamer Straße 35/36, herausgegeben werden. Dieses Heilmittelinstitut mit dem mystischen Namen.Herbakalaja" wird von einem gewissen Brückmann und einem Fräulein Meyer aeieitet, der Tochter des in den Kreisen der„Naturheilkundigen" bekannten.Kräutermeyer" aus Hamburg. In dem Institut selbst wird auf Grund der blriich- tigten Augendiagnose behandelt. Schätzte ist durch den Besuch her Weißcnberg-Dersammlungen und der Lektüre, deren Stoff er offen- bar geistig nicht zu verarbeiten vermochte, immer tiefer in seine Wahnvorstellungen hineingedrängt worden. Er erzählte seiner Frau, die jedoch den Zustand ihres Mannes leider nicht rechtzeitig erkannt hat, viel davon, daß das Ende der Welt bevorstehe und daß die.Leu der christlichen Wiedergeburt" gekommen sei. seines Arbeitsplatzes das Riesenungetüm eines Fabritschornsteinz, an dem in den langen Wintermonaten die Soimenstrahlen ollmäh- lich emporklettern, bis sie ihren höchsten Punkt erreicht habe». Eine Schilderung von so unerhörter Wucht und Plastik, daß st« von Zola stammen könnte. Dann aber kam eine Frage:„Hat nicht die Arbeiterschast ver- sucht, sich neben den offiziellen Feiertagen Feste eigener Kultur zu schaffen?" Und darauf, die präzise Antwort, selbstbewußt und stolz: „Nicht nur oersucht! Si« hat es getan: sie sieht trn.l. M a i ihren bedeutendsten Feiertag!" Der Arbeiter spricht llon den politischen und gewcrkschaltlichen Forderungen, vom geistige» Inhalt des Tages, die Frau aber von der Freude. von dem engen Berbundenfein niit den Älassengenoffen, von Spiel und Volkstanz, von einem Fest, das die Schaffenden des Werk- tages zur Fanriliengeineinschaft erhebt, das sich bewußt loslöst von alltzttgebrachter Tradition und damit symbolisch wird für die Gr- staltung einer neuen Gesellschaft. Es waren in diesem kurzen Frage- und Antwortkpiel nillil nur die Schwingunaen der geheimnisvollen Wellen, die der Lautsprecher umformte in Wort« und Sätze, das. waren die Schwingungen der Arbeiterseele von heute. Es war kein Tasten und Suchen, sondern in Wollen umgemünzte klare Erkenntnis zweier Proletartcr, die ihren Anteil an der Kultur fordern und neue Wege gehen. Ein solcher Geist, der im Volke wurzelt und unaufhaltsam das Bessere schafft, ist nicht mit roher Gewalt totzuschlagen. Vieles, was der Rundfunk uns sonst ins Haus schickt, ist banal, überflüssig und— reaktionär. Für diese Sendung aber wollen wir Anerkennung aussprechen. Wir wünschen mehr davon zu hören. O. M. Menschen mit der Natur, seine Abhängigkeit; sein Wesen, dem diese Natur den Stempel aufdrückt. Deshalb sind nicht die Schauspieler die Hauptsache, sondern die Typen, die sich organisch dem Landschafts- bild einfügen. Der Mensch in der Natur. Daraus legt der Regisseur Alexander Dowschenko den Akzent. Die Landschaft ist nicht mehr Staffage. schöne Kulisse, sondern sie wird zu dem großen Hintergrund, aus dem die Menschen hervortreten und in den sie wieder uerschwinden. Mit musikalischem, rhythmischem Empfinden reiht Dowschenko die Bilder aneinander. Eine meisterhafte Photographie unterstützt ihn.— t. Geschmacklos. Das Hugenberglche Preiiereptll namens„Tag" nennt die Totenehrung für den ermordeten Genossen Schneider„ge- jchmocklos". Seinem Geschmack hätte wohl eher eine Ehrung für den Mörder entsprochen. Slaatssekreiär a. D. kempke« ist am Dienetagabend In seiner Wohnung in Schöneberg einem Herzschlag erlegen. Der Ver- storbene, der zu den engsten Mitarbeitern Strciemanns gehörte, war langjähriger Reichsgeschästssührer der Deutschen Volkspartei. Er gehörte der verfassungsgebenden National- Versammlung und dem Reichstag von 1920 bis 1930 an. In den neuen Reichstag war er nicht wieder gewählt worden. Im Herbst 1923 war Äempkes unter Stresemann Staatssekretär der Reichs- kanzlei. Der Verstorbene stand im 60. Lebensjahr. Beginn des Golassowiher Prozesses. Vor der Strafkammer des Bezirksgerichts in Rybnik begann der Prozeß gegen acht Bauern aus Golassowitz, die beschuldigt werden, den polnischen Polizeibeamten Schnapta am Tage vor den Wahlen zum schlesischen Sejm übersollen und getötet zu haben. Di« beiden Hauptangekloglen Johann ftubla und Adolf Swierze haben sich wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. die übrigen Angeklagten wegen Beihilfe zu verantworten. Anwesend ist u. c,. ein Vertreter des deutschen Generalkonsulat« in Kartowitz. Kubla, dem seinerzeit bsi dem Uederfall auf dos Dorf Golassowitz die Hand gebrochen worden ist, trögt noch immer«in« Binde. lanzmaiiiiee der palveca. Bei der Palueca-Matinee der BollSbübue CS. S3.. die am Sonntag, dem t>. flanuar. voriniNag« lt Mr. im SN-ater am?üloivp'atz ftalifindet. zablen die Mitnlieber der Boltebltdne(8.© lür goSPI仫 wie üblich t.SO M. NichtmitgUeber erbalten feite Plötze zmn Preis« von 4—, 8.— und L— M.(Theaterkassen! Tictz, Derthrtm, Bote& Bock, Theater am Bülolvplah). Leo kc"euberg öält an! Einladung der Volksbühne Vorträge über Franz Schuberts Lieder. Ter näch'lc Vortrag-indet am Sountag, dem lt. Januar. abend-, 8 Uhr. im Bechsteiissaa!, LMkstraz« 42, statt. Mitwirkender Ida Harth zur SUtitu. Neue Kestkuttur der Arbeiterschast Ein vorbildlicher Rundsunkvortrag Mittwoch 7. Januar 1931 Nr. 10 48. Jahrgang Das Geschenk des ßlanschlamms 3a der legten Zelt wurde viel über die neuen Erdöl quellen im Gebiet von Hannover berichtet. Oelquellen sind von großem volks- wirtschaftlichen Wert. Man bezeichnet heute das Oel geradezu als das Blut der gesamten Technik. Ohne Schmieröle und-fette können wir»ns keinen Betrieb vorstellen. Wie ist es nun aber entstanden? Nack) der Theorie von Engler cntstaiid Erdöl aus den Fetten mikroskopisch kleiner tierischer und pflanzlicher Organismen. Sie haben sich auf dem Meeresboden abgelagert und sich zusammen mit dem schon bestehenden Schlamm zum sogenannten B l a u s chl a m m vereinigt.?luf diese Schicht, die unmittelbar auf oem Sandboden des Meeres lag, lagerte sich zuerst eine T o n s ch i ch t ab, der dann noch weitere Schichten folgten. Durch den ungeheuren Druck und der hohen Temperatur entstand aus dem Fett ein flüssiges Produkt, das m die Lücken und Hohlräume der Sandschicht eingedrungen ist. Im Laufe der Zeiten trat der Meeresspiegel zurück und der Boden des Meeres wurde zur Erdoberfläche. Dann faltete sich die Erdober- fläche etwa lo wie die Schale eines gebratenen Zipfels und es entstanden Verwerfungen und Verschiebungen,. Sättel und Mulden in der Erdoberfläche. Das Meerwasier, das ebenfalls im Blaüfchlainm enthalten war. trennte sich fegt von dem Oel. Mischt man Oel mit Wasser, so entniischt es sich sofort, und zwar steigt das spezifisch leichtere Oel nach oben in die Sättel der Antiklinalen und das Wasser bleibt unten in den Syklinalen. Nun sucht sich das Oel den bequemsten Weg, um an die Erdoberfläche zu gelangen, durchbricht die Tonschicht und macht sich dann in Form von kleinen Erdölqucllcn oder durch den Petrolgeruch bemerkbar. Bohrt man nun, so kommt man meistens auf ein« Antiklinale, und dos Oel tritt fontänenartig aus dem Bohrloch heraus. Man kann aber auch, wenn man kein Glück hat, eine Syklinal« treffen und erhält dann eine Fehlbohrung. Die Hauptgebiete des Oclvorkommens sind Nord- und Südamerika, Indien, Asien usw. Amerika mit 72 Proz. steht an der Spitze der Weltproduklion. Dann folgt Mexiko mit ltl Proz. und der Rest von 12 Proz. verteilt sich auf die übrigen Länder. In den reichen Erdölgcbieten sieht man einen Wald von Bohr- türmen, die sogar im Meere stehen, aus denen man das kostbare. Naß durch die Bohrlöcher Herauspunipt und in große Sammel- b ehälte r gelangen läßt. Gebohrt wird hcute meistens mit Spül- bohrern, d. h. nian spült die Erde, die sich in dem Bohrrohr an- aefarMnelt hat, mit Wasser aus. Die Bohrer bestehen aus einzelnen Rohren von etwa 10 bis 15 Meter Länge und je nach der Tiefe wird der Bohrer durch Aufschrauben neuer Rohre verlängert. Das erste' Rcfyr trägt ach unteren End< cchech fotzenärinten Bohrkösts. Er besteht aus mehreren großen Diamanten� die gleichmäßig ayf dem lküifäng des Rohres verteilt''sind und den Boden- kängfam zermablen. Es kommt zuweilen vor, daß das teuerste Stück des Bohrers, der Bohrkops oder Bohrkrone, abbricht und nie wieder zu Tage gebracht werden kann. Der Verlust ist natürlich sehr bedeutend für die betreffende Firma. Auch die Brandgefahr ist in solcben Gebieten sehr groß und oft entsteben Brände, die Wochen und Monate andauern und alles, was der Mensch mühsam aufbaute. vernichten. Es gibt eine Sonde(Bohrloch), die heute noch seit mehreren Iahren brennt und nicht gelöscht werden kann, weil das Oel unter so starkem Druck heraustritt, daß«in Eindämmen unmöglich ist.— Don den Sammelbehältern pumpt man das Oel durch oft 100 Kilometer lange Rohre zum Hafenplatz, wo die großen Tank- dampfer das Oel aufnehmen und an die entsprechenden Ver- arbeitnngsplätze bringen. In den großen Raffinerien wird das Roh- produtt veredelt und destilliert, um Benzine, Gafoline usw. zu er- halten. Das Erdöl durchläuft, mehrmals große Filter, um es gründ- lich zu reinigen. Dann wird ein Teil veredell, der andere wird destilliert, um daraus Brermstoffe zu erhalten. Schmieröl erhält man folgendermaßen: Zwischen Elektroden aus Metall, die nur durch«inen kleinen Zwischenraum voneinander getrennt sind, wird das Erdöl geleitet. Durch die Elektroden schickt man min Strom von sehr hoher Spannung und durch diese Methode erhält man ein sehr gutes, fchmierfähiges Oel. Eine andere Ver- edelung ist das Zusammenbringen von Schwefelsäure mit dem Roh- -k�obsüll- BOHRTURM ROHRLEITUHbE* LACERTANKS VERARBEtTUMö IRANSPORT MIT (PIPELINES) IN OER RAFFINERIE TANXOAMPFER STRASSEN- � • B6NZIN- TANK-> Die Ehe zwischen Holz und Eisen Das neue Meiallisierungsoerfahren für Holz, das nach Angaben von vr. phil. H. Schmidt in den letzten Iahren im.Kaiser- Wilhelm-Institut für Eisenforschung". Düsseldorf, ausgearbeitet wurde, unterscheidet sich grundsätzlich dadurch vor allen anderen Metollisieningsverfahren, daß es nicht in einem äußerlichen Auf- bringen eines Meiallüberzeuges besteht, sondern das Holz, die Gc- lvcbearbeiten des Holzes, das Kanolfystem und die Markstrahlen werden vollständig mit leichtschmelzenden Metallen wie z. B. Blei, Zinn und deren Legierungen, durchdrungen. Durch diese innig« Bereinigung zweier ganz verschiedener Stoffe entsteht«in neuer Werk- lioff, genannt„Metallholz", der, ähnlich wie die Verbindung von Eisen mit Zement im Beton, ganz neue Eigenschaften ausweist, die ihn für viele technisch? Zwecke verwendungsfähig machen..— Da sowohl die Holzart wie die Metalle, die Metallisierungsdichten und schließlich noch die Art der Metallisierung beliebig gewählt werden können, sind weitgehend Anpasiungsmöglichkeiten an die verschiede- nen technischen Erfordernisse gegeben.— Das Verfahren zur Her ste l l u n g von„Mctallholz" ist außerordentlich einfach. Das zu metallisierende Werkstück, evtl. nach erfolgter Vorbehandlung, die sich meist auf ein Austrocknen beschränkt, wird unter das fliiffigs Metall getaucht und alsdann im verfchloffenen Gefäß einem mäßigen Druck ausgesetzt. Der Fabrikattonsprozez läßt sich in einfacher iPeilc so leiten, daß das Holz bis ms Innerste nrit Metall durchsetzt wird. So gelang es, Holzstücke in den Aus- maßen van 40xl0><5 Zentimeter in wenigen Sekunden zu metalli- sieren. Falls es erforderlich ist, kann die Metallisierung auch so geleitet werden, daß über den ganzen Querschnitt mir die Kanäle mit Metall getränkt werden. Auch gelingt es. das Holz nur an der Oberfläche in dünnerer bzw. dickerer Schicht zu metallisieren, was für manche Zwecke von besonders wirtschaftlicher Bedeutung ist, während die inneren Zonen von Metall frei bleiben.— Das eigentümliche und schön« Aussehen des Metallholzes legt es nahe, das Material auch für kunstgewerbliche Zwecke zu benutzen. Dt« ganz metallisierten Hölzer erwecken den Eindruck«iner voll- kommen metallischen Oberfläche, die jedoch durch die verändert er- haltene Struktur des Holzes einen eigenartig seidenen Glanz ango- nommen hat Durch AnfärbenderZellwändemitBeize ercke't man besonders wirkungsvoll« Effekte, die. verkünden mit der Maserung des Holzes, ein eigenartiges Aussehen verleihen. Die große Zunahme der Härte sowie die Eigenschaft des Metall- Holzes, unter Druck 3 Proz. seines Inhalts an Oel aufzunehmen. macht das Material für Gleitlager geeignet, für die man bisher die teuren ausländischen Pockhölzer und Etsenhoszer verwenden mußte und allein auf diese angewiesen wir.(Es handelt sich hier um Lager, die sehr hohen Drucken ausgesetzt sind(bei Eisenwalzwerken), sowie um Lager, die nicht geölt werden können bzw. dürsen.) Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind durch das hohe fpezi- fische Gewicht durch Abnahme der Quellfähigkeit wie der Brennbarkeit gegeben. Wenn sich auch bei einem so neuartigen Stoff die Anwendungs- Möglichkeiten erst noch Aufnahme der Fabrikation im großen und nach praktischen Versuchen zur Anpassung an die jeweiligen Airforde- rungen übersehen lassen, so scheint doch durch den günstigen Ausfall der bisherigen Versuche, durch die hervorragenden Eigenschaften des neuen Derbundwcrkstosfcs„Metallholz" sowie durch das eigenartig gediegen« Aussehen der Beizung das„metallische Holz" als Lager- ftoff bereits gesichert, wie weiterhin seine Verwendung für Zwecke des Kunstgewerbes und der Innenarchitektur. Mr. Ford— ein Erfinder vor 325 Jahren Im Jahre 1605— zufällig 325 Jahre vor der beschämenden Lehre, die Henry Ford durch die Lohnerhöhung in seinen Betrieben den deutschen Metallunternehmcrn gab— erblickte zu Up-Park in der englischen Grafschaft Sussex John Ford dos Licht der Welt. Die Geschichtsschreibung hat diesem Manne keine besondere Beachtung geschenkt, er ist heute fast völlig vergessen. Zettgenösstsche Bericht« aber nennen John Ford einen Menschen, der Großes voll- bracht haben würde, wenn er Mut gehabt hätte. Die außergcwohn- liche Begabung, die in solchen Worten anerkannt wird, findet auch in John Fords Lebenslaus chre Bestätigung. Er hat sich aus den verschiedenartigsten Gebieten betätigt, uir> immer mit beachtlichem Erfolge. Ford ist zuerst als Politiker her- vorgetreten. Schon in jungen Jahren erreicht er das Amt des Großsheriffs, des ersten Zivilbeamten seiner heimatlichen Grafschaft. Diese Stelle kann Ford nicht lange beNetdet haben. Denn er wird bald danach als Offizier in der englsschen Armee genannt. In der großen englischen Revolution dient er zunächst auf der Seite des Stuartkönigs Karl I. Er bringt es in der Offizierslausbahn bis zmn Range eines Obersten. Im Jahre 1647 wird er als Partei- ganger der Stuarts gefangengesetzt und in einen Verschwörerp rozeß verwickelt. E» scheint jedoch, daß er sich bald daraus das Dertrauen der Republikaner zu oerdienen wußte und sich der Revolution an- schloß. Dafür spricht wenigstens die Tatsache, daß Ford die Schwester des Generals Henry I r e t o n heiratet«. Ireton aber war selbst republikanischer Führer und außerdem der Schwiegersohn des Hauptes der englsschen Revolution Olwer Cromwell. Cromwells Zureden, und die Bitten der Bürger Londons veranlaßten nun John. Ford im Jahre 1656 zu einer bedeutenden Leistung auf seinem dritten Tütigkettsselde: der Technik. Jene Leistung bestand in der Erfindung und dem Bau einer Maschine, die dos Wasser der Themse in die höchstgelegenen Straßen Londons bis zu dreißig Meter Höh« fördern konnte. Ford baute dieses P um p w er k angeblich in einem Jahre und auf eigene Kotten. Die Anlage bewährte sich. Auch iu anderen Gegenden Englands stellte man derartige Maschinen nach Fords System zu Entwässerungsarbeiten, besonders bei über- schwemmten Bergwerksstollen, aus. Die Fordschen Maschinen sollen billiger und besser als srüherc Einrichtungen gearbeitet haben. In London baute Ford bei dem Polais Somerset-House eine große Wasserpumpe, die dem Stadtteil um die„Strand" genannte Ver- kehrsstraße mit Wasser versorgte. Als die Republik durch den Ver- rat des Generals M o n k vernichtet und die Herrschaft der Stuarts wiedererrichtet war, lieh die Königin, die Portugiesin Katharina von Braganza, dieses nützliche Wasserwerk wieder abreißen. weil es ihr die Aussicht störte! In jener Zeit nach der Rückkehr der Stuarts erfand Ford eine Maschine für Münzprägung, die eine Münzfälschung unmöglich machen sollte. Da Ford nur eine Aufstelliingserlaubnig für Irland erhiett, siedcllc er dorthin über. Wer noch vor Ausführung seiner neuen Erfindung starb er dort am 3. September 1670. John Ford hinterließ eine Anzahl Pläne teils technischer, teils finanzwirtschaftlicher Art, die ein Beweis für die Biclscirigkeit seiner Fähigkeiten sind. Unter anderem gab er eine Methode an, durch die„der König Geld habe und seine Flotten unterhalten könne, ohne das Volk zu bedrücken". Das sollte natür- lich durch Papiergeld erreicht werden, das in Form von Anleihen auf Staatsbesitz ausgegeben werden sollte. Der Gedanke hätte je- doch unter dem gewissenlosen Verschwender Karl II. sicherlich zu einer Inflation geführt, wenn man ihn praktisch oerwertet hätte. UNSreiuiwisace BENZIN— EISENBAHN- TANK KRAFT- i— ü BENZINTANK LA6ERTAVK5 KESSELWAGEN[ ANLAGE Q WAGEN«5 KRAfTVAI�NS Produkt. Um eine innige Vermischung zu erzielen, wird Luft in den Behäller geblasen, noch Art einer Bessemerbirne. Die Schwefelsäure; wird nach beendetem Prozeß aligelassen und mit ihr auch alle\ Berimreirrizungen. Um Brennstoffe herzissteven, bringt nur» das Erdöl in einen großen liegenden Stohlkessel und erhitzt es. Bei 40 bis' 70 Grad Celsius entweicht in gasförmigem Zustande das Gasolin, dorm die Benzine(70 bis 120 Grad Celsius), Sigrorin(120 bis 140 Grad Celsius), Leuchlpetrolemn oder Brennö!(150 bis 300 Grad. Celsius) und endlich das Gas- und Schmieröl(über 300 Grad Eelsids). Im Kessel bleibt dann noch ein Rückstand. Petroleumkoks, Wrig, den man mechanisch entfernt. Als Nebenprodukt erhält man ein ebenfalls wichtiges Erzeugnis, Asphalt. Deutschlands Erdölgewinnung ist gering gegenüber der Welt- erzeugung. Die neu« Quelle bei Hannover, die 15 bis 16 Tonnen in der Swr»dc liefert, erhöht die Erdölförderung Deutschlands auf rund 100 000 Tonnen im Jahr. Die Welterzeugung hat 170 000 000 Tonnen erreicht. Eucher der Technik Alfred Rauck. D i e Reparaturwerkstatt. 240 Seiten. Preis 6,60 M. Dr. Mar Jänecke Berlag. Leipzig. Ein interessantes, praktisch verwendbares Buch, in dem die Auf- gaben der Reparaturwerkstätten ausgiebig behandelt werden. Der Verfasser führt seine Leser mitten hinein in die Werkstatt, er zeigt ihnen den Gang einer Reparatur, gibt praktische Winke für Kundenwerbung und bespricht in leicht verständlicher Weise die Fragen der Organisation des Betriebes: Gewissermaßen vor den Augen des Lesers wird eine Reparaturwerkstatt gebaut, die Probleme des Ma- tcrials, der Beleuchtung, der Heizung und Lüftung der Werkzeug- und Arbeitsmaschinen, der technischen Tabellen uiw.. kur.z, alles dessen, was zu einer modernen Werkstatt gehört, werden aufgerollt und einer Lösung entgegengesllhrt. Im zweiten Teil des Buches werden die autogenen und elektrischen Schweißverfahren behandeln Endlich gibt der Verfasser wertvolle Ratschlag« aus der Werkstatt- praris, Wink« für Schweißen und Schneiden, für Löten und Härten, für das Reinigen von Autoteilen, für Autoreparaturen u. a., was jeder Inhaber einer Reparaturwerkstatt wissen muß. Saelhe Schroeder. Waschen und Bügeln leicht gemacht. 112 Seiten mit 64 Abbildungen. Preis 1 M., 80 Seiten. Franckhsche Buchhandlung, Sttittgart. Die Verfasserin hat aus praktsschen Erfahrungen, aus Kursen über Wäschcbehandlung und durch gründliches Studium der tech- utschen Hilfsmittel ihren Stoff gesammelt, den sie in übersichtlicher. unterhaltsamer Art ihren Leserinnen nahe bringt. Sie plaudert über Waschküche und Waschgeräte, vor allem über die verschiedenen Arten von Waschmaschinen, die bis jetzt auf dem Markt erschienen sind, über die Waschmittel und endlich über den Arbeitsvorgang des Waschens selbst, den sie gründlich und ausführlich behandelt. Die Vorbereitung zum Waschen, das Sortieren der Wäsche, die B-- schaffenheit des Wassers, dos Einweichen, die Entfernung des Schmutzes, das Einlegen der Wäsche in die Lauge, das Spülen und Blauen und endlich eine Fülle praktisch« Winke und Ratschläge aus allen Gebieten des Woschens: Dies ist der Inhalt des sehr anschau- lichen, mit guten Abbildungen illustrierten Büchleins, das jede Haus- frau mit Gewinn lesen wind und das auch dem Techniker mancherlei zu sagen hat.___ W. M. Die Drummsche Akkumulalorenbatterie für Eisenbahnbetrieb. Das alte Problem der Akkumulatorenbatterie für den Essenbahn- betrieb ist im Irischen Freistaat wieder an der Tagesordnung. Dort ist nämlich ein Erfinder, Dr. D r u m m, mit einer neuariigen Batte- rie hervorgetreten, deren Aufladung nicht Stunden, sondern nur wenige Minitten beansprucht und die daher ohne übermäßiges Eigengewicht auch auf weite Strecken zur Zugförderung ausreicht. Gerade im Zusammenhang mit der Shannon-Anlage, die trotz ihrer Groß- artigkeit keineswegs allgemeine Billigung gefunden hat, ist in Irland die Frage der Elektrifizierung des Eisenbahnnetzes besonders aktuell. Wenn die neue Batterie aber das leistet, was sie oerspricht, so wird die Elektrifizierung der Eisenbahnen, da keine Kontaklleitung bzw. dritte Schiene erforderlich ist, mit einem Bruchteil des bisher erfordcr- lichen Kostenaufwandes möglich. Für die Bahnlinie Dublin— Cork würde man z. B. an Stelle der bisher veranschlagten Summe von 1 Million Pfund(20 Millionen Mark) mit weniger als 100 000 Pfund (? Millionen Mark) auskommen. Näheres über die Zusammenstellung der Batterie kann zunächst nicht gesagt werden. Nach umfangreichen Laboratoriumsversuche» mit günstigen Ergebnissen ist man aber kürzlich daran gegangen, das Verhalten der Batterie im Essenbahnbetrieb, vor allem die Wirkung von Erschütterungen zu uniersuchen. Zu diesem Zwecke wurde ein eigens dafür konstruierter Wagen benutzt, der auf der Bahnstrecke von I n ch i c o r e nach H a z l e h a t ch(bei Dublin) ausprobiert wurde. Hierbei wurde in fast erschütterungsfreier und geröuKloser Fahrt«ine Gefchwinbiakeit von 40 englischen Meilen(etwa 64 Ki'o- meier)«r-ielt. die höchste jemals im Akkutw>satorenbctr:eb erreicht- Geschwindigkeit. Bisher wurde die Batterie ober N"r teilweise oe- laden, und kiese teilweise Ladung, die nur wenige Min'.'ten in An- spruch nahm, würde vollständig sür den Antrieb des Postzuges von Dublin nach Eork ausreichen. Die Fahrzeit zwischen beiden Orten würde sich dabei um nicht weniger als zwei Stunden verkürzen lassen. Die Batterie ist unter dem Triebwagen angebracht. Ein abschließendes Urteil soll jedoch erst dann über die neue Batterie und ihre Verwendung im Eisenbahnbetrieb gefällt werden. wenn Versuche mtt voller Ausladung vorliegen, vr. A. GrsuieirUz. Seilage Mittwodb, 7. lamiAr 1931 Dcr&ntiD StinJnti\aaße Ja �JofaöjeC Die andere Stimme Eine abenteuerlidie Geschichte/ von Heinrich Hemmer Ein spaßiger Nachmittag. 3a«v begann vergnüglich in einem Kaufhaus. Eva ist dort Leiterin einer Abteilung für Stimmaufnahmen auf 3 6) allplatten, die«ine französische Firma aus Aluminium zu einem ganz niedrigen Preise herstellt und die die Passanten, die sich hier mehr oder weniger dilettantisch produzieren, auch gleich mitnehmen können... eine nicht uninteressant« Beschöitigung. Die junge Frau war, bis ein gewisser mysteriöser Mensch auftauchte, bei bestem chumor trotz des großen Andrangs in den Wochen vor den Feiertagen, oder gerade deswegen. Vor einem Mahagonitämmerchen, wo(ähnlich wie beim Photographen das Aeußere) des Menschen Stimmbild me- chanisch festgehollen wird, stand meist«ine lange Schlange von Männern, Frauen und Kindern mit den verschiedenartigsten An- liegen. Das war ich ja eben aufgefordert worden, mir mitanfehen zu kommen: une lebhaft es hier im Vergleich zum Photographcn zugeht, was für kuriose Ideen Leute hoben und wie sonderbar sie sich vor dem Mikrophon anstellen, einem mechanischen kleinen S t i l o b r, das in geduldiger Unparteilichkeit jedes vor ihm gc- machte Geräusch verewigt. Die meisten Kunden(konnte ich hennlich feststellen) haben eine Heidenangst vor den, Ding, wie Kannibalen vor einer Kaniera. Debütanten werden Opfer des Mikrophon- siebers. Schweiß bricht auf ihrer Stirn aus., hilflos würgen sie an einem Monolog, verhaspeln sich in der Red« oder verlieren sich auf dem Notizcnzettcl, darauf unweigerlich viel zu viel oder viel zu wenig steht(so falsch schätzt man eine Sprechminute ein). Hauptsächlich wenden gefühlsmäßig eingestellte Msttcikmgen ins Mikrophon hineingejorochen(„Dein ist mein ganzes Herz"), Liebes- und Glllckwunlchbriefe schickt der moderne Mensch in rasch zunehmendem Maße zrim Nunterspielcn auf Aliuninimnblech. Die hellen Stimmen zmeier kecker, einander vom Mikrophon wegstoßen- der, ihre hinterpoinmersche Großmutti gereimt oder ungereimt gratulierender Kinder klangen erfrischender auf der Platt« als die Brust- und Herzenstöne vieler experimentierender Erwachsener. Die„Firma"(sagte mir die leitende Eva, sich mit ihrer Finna identifizierend, als sei's ihre Fmnilie) liat an allen Ecken und Enden der Welt Filialen: man berlinert in die tiefste Provinz hinein und es wird zurückgefüchfelt und-geschwäbelt: von England wird herübergolpoken und zurück radegebroken, ja man mag heut« unterin Ehristbaum ohne weiteres die Stimme seines in Afrika Löwen schießenden Sohnes hören: so weit haben wir's gebracht. Run weiter: In der Mahagonizelle fiel mir ein Klavier und ein B i o l i n p u l t besonders auf: Dinge, die u. a. dazu dienen mögen, musikalisch unterstützte Liebcsanträg« in die Welt hinaus- zilsrnden. Ein dicker Herr hielt vor dem Mikrophon eine scknvungvolle Tischrede, was wohl den Vorzug hat, daß man sich bei dein Anlaß selbst zutrinlen und„Hört, hört!" zurufen kann. Unter Zuziehung einer rabiaten Zimmerwirtin wurde ein sicher effektvoller dialogisierter Verzweiflungspi'.inpbrief an einen Studentenonkel gesprochen. Als Darsteller jaulte«in Foxterrier ins Mikrophon, nach- dem die holde Herrin fein Hundeherz durch ein Lehör-Lied gerührt. Allerhand für einen Nachmittag. Die Sache macht Spaß. Ich kam des öfteren Eva im Kaufhaus besuchen. Bold bemerkte ich, daß das Mahagonikabinett auch seine Stammkunden hotte. Künstler. So die Haibprominenten, unentwegt weiterstrebende Schauspieler ließen sich Schallplattenproben von neuen Rollen anfertigen: Rollen der zahmeren Sorte. Die höchsten und tiefften Stimmlagen, in denen sich z. B. ein Othello gefällt, kommen auf Aluminium nicht so gut wie auf Wachs zur Geltung, welch letzteres(sagt Eva) freilich auch das Bierzigfache kostet und drei Tage statt Minuten in Anspruch nimmt. Musiker kratzten, Sänger krähten, Deklamatoren tobten, und dazwischen schlüpften süße kleine Kvnseroatoristmncn ins Mahaqonistübl. um auf Schallplatten ihre Fortschritte zu verfolgen. ihre Fehlerchen zu korrigiere», ihre Lebensocrechtigung objektiv einzuschätzen. Ein unheimlicher Besuch. Ani häufigsten kam jedoch ein Mann, der allem Anschein nach weder Neigung noch Begabung für Irgendeine Kunstgattung, selbst nicht tue des Vortrags an den Tag legt«. Um so auffallender war das geradezu fanatische Interesse, das er an seiner Stimm- Wirkung nahm. Der Mann kam öfter und öfter, schließlich ließ er sich jeden Tag eine Platte zu 1,50 und bald auch größere an- fertigen, die alle ausgezeichnet gelangen. Geradezu unheimlich war dos Mißverhältnis des Aeußeren des Mannes(inklusive seiner Stimmittcli zu seiner Wirkung. Ein unansehnlicher, farbloser Mensch mit indifferenten Gesichtszügen, so sehr„ohne besondere Merkiiiole", daß man sich kaum ettvas Bestimmtes von ihm ins Gedächtnis zurückrufen konnte, übt eine ungeheure Sprach- refpek- tioe Sprechwirkung aus, obwohl er diskret, sozusagen zart spricht, wie ein hypermoderner leiser Schauspieler, nur nicht elegant wir- kend, sondern nwgssch-suggestiv. Intonation und Artikulation der gesprochenen Worte verschmolzen vollständig mit dem Sinn, so daß da? Wortgebilde, das zumeist eine Aufiorderung enthielt, wie eine Art Geisterbesehl in der Lust hing. Es war eine Folge einfachster Sätze, die der Mann ins Mikro- phon sprach, wie etwa:.A'ött auf die andere Stimme"... „Faste"... So seltsam dos war, nahm man schließlich die Tatsache hin— was mir zunehmend Kopfzerbrechen macksse, war das Warum: der Zweck dieser geheimnisvollen Schallplattenexperimente. Das Phantom strebte(ofsensichtllch) nicht die musikalische Klangfarben-, noch die plastische Bühnenwirkung des Sängers oder Schauspielers an. noch den Rednererfolg. Das Phantom wollte— so schien mir— überhaupt nicht beein drucken, sondern beein f l u s s e n. Diese sonderbar geschmeidige Stimme sollte unmittelbar ins Leben eingreifen. Kann nicht d'e bloße Stimme Menschen unterwerfen, tonnen nicht suggestive Zuflüsterungen sein Leben nach Belieben lenken' Das Phantom mußte ein Verbrecher sein. Ein Per- brecher. der sich durch Stimmsuggestion seiner Opker bemächtigt und sie beherrscht, ehe es etwas davon ahnt So schien mir, denn— Ein furchtbares Geständnis. Eva war eines Tages oerschwunden. Das Wesen der jungen Frau— jetzt fiel mir das erst aus— hatte sich immer mehr ver- ändert, je häufiger der seltsame Kund- sich eingestellt und je mehr Schallpiatten st« von ihm durchprobiert hatte. Da» srisch-Iächelnde, blühend-gesunde Evchen war ängstlich, unsicher, verträumt geworden. oft zeigte sie sich hinfällig und geistesabwesend: die„andere Stimme" hatte sich ihrer bemächtigt, und eines Tages lies sie mitten während ihrer Dienststunde aus dem Kaufhaus und... „Ich lief durch Straßen und Stadtviertel gegen oder zumindest ohne meinen Willen(erzählte sie drei Tage später, als wir sie wie in den beiden vorhergehenden Tagen abends von einer vergeblichen Streife nach ihr zurückkehrend, zu 5zause vorfanden), von überall drang die Stimme des Phantoms auf mich ein. Die andere Stimme dirigierte mich wie ein Dämon. Dann war mir's, als sei die andere die böse eigene Stimm«, die mir Gelüste zuraunte, die ich mir nie im Leben eingestanden hätte. So muh die Schlange zu jener anderen Eva im Paradies gesprochen haben, und ebensowenig konnte dieie Eva widerstehen. Ich griff in wachsender Gier und mit Grauen zugleich nach allem, was ich packen konnte. Ich erlebte hundertfach den Sünden fall des Menschen a» mir." Von allen Schrecken der Erinnerung übermamit hielt Eva plötzlich in ihrer Rede inne, und so sehr der junge Ehegatte, der aus das Wort von den 100 Sünden einen begreiflichen Anfall von Eifersucht bekam, in sie drang, ihm zu beichten, was denn in den dreimal vierundzwanzig Stunden vorgefallen sei. war keine Silbe mehr aus der jungen Frau herauszukriegen. Schon am nächsten Tag war sie wieder im Kaufhaus. Es herrschte jetzt noch den Feiertagen eine üble Flaute auch im Schall- plattengesct)äst. Eva stand müßig und horchte nach der Konkurrenz- abteilung hinüber, wo auf einer Wachs platte eine Stimme laut wurde, übertaut, als ich mit ihrem Mann gegen Geschästsschluß eintrat: wir wollten sie vorsichtshalber abHalen. Kaum hatten wir uns aber einen Augenblick gesetzt, springt plötzlich Evos Mann kreideweiß vor Erregung auf, und als ich mich -emdrehe: wer kommt auf das vertajscne Mahagoniziminer zu ge- schritten?— das„Phantom"! Die absolute Unbefangenheit, mit der der Mann eine Drei- Minutenschallplatte bestellt«, entwaffnete uns all«, sogar Eva. Ich hätte gedacht, daß sie bei seincm Anblick zurückprallen würde, sie entwickelte aber einen uns merkwürdig anmutenden Gejchäftseiser und verschwand mtt dem einzigen Kunden des Tages gegenüber. wie sie sich ausdrückte, im Mahagonizimmer. Die Platte wurde aufgenommen, probiert, bezahtt und mitgenommen— dem Phantom aber heftet« sich mein Freund aus die Fersen, mir zuwiickcnd, ich solle bei seiner Frau zurückbleiben. Als Eva sich anNeiden gegangen und ich in ein Gespräch mit einem der Kaufhausdirektaren geraten war, der trotz Flaute bei bester Laune schien, kam mein Freund zurück. „Wo warst du?" „Bei der Kriminalpolizei— den Mann feststellen lassen" „Wer ist er?" „Ein Heiratsvermittler." „Gauner?" „Nichts nachzuweisen." Ich er, zählte die geheimnisvolle Geschichte dem Direktor. „Sie sehen also Äzren Irrtum ein", sagte der Kaushausbonze lachend. „Wieso?" fragte ich etwas verärgert,„Können Sie mir viel- leicht eins besser« Erklärung geben?" „Allerdings." Der gewichttge Herr steckte sich«ine Zigarre in das rote Gesicht.„Zugegeben Ihre Throne von der anderen Stimme. Aber den Urheber haben Sie nicht herausgefunden. Eva ist ganz anderen Phantomen nachgejagt, nicht die Stimme des Heiratsvermittlers hat die kleine Frau durch alle Straßen Berlins getrieben und— hundert Sünden begehen lassen..." „Sondern?" „Sondern der Stimme des Inventurausverkaufs ist st? erlegen. In ihrem Einkaufstaumel hat sie hundert unnötige Ding« gekauft und dann traute sie sich drei Tage nicht nach Hiurse." „Stimmt's?" lächelte der Direktor Eva zu. Eva wurde rot bis unter die Haarwurzeln und beinah« wäre sie wieder fortgelaufen. �us Bölsdies Erinnerungen Jugendtage des deutschen Naturalismus Am 23. März 1890 brachte dos„Berliner Volksblatt"«inen Aufruf WAes zur Gründung einer Freien Volksbühne. In dem Aufruf hieß es unter anderem: „Das Theater soll eine Quelle hohen Kunstgenusses, sittlicher Er- Hebung und kräftiger Anregung zum Nachdenken über die großen Zettsrageu sein. Es ist aber größtenteils erniedrigt aus den Stand- punkt der faden Salongeisterei und Unterhallungsliterotur, des Kolportageromans, des Zirkus, des Witzblätlchens. Die Bühne ist eben dem Kapitalismus unterworfen, und der Geschmack der Masse ist in allen Gesellschastsklassen vorwiegend durch gewisse wirt- schafttiche Zustände korrumpiert worden. Indessen hat sich unter dem Einflüsse redlich strebender Dichter, Journalisten und Radner ein Test unseres Volkes von dieser Korruption befreit Haben doch Dichter wie Tolstoi und Dostojewski, Zola, Ibsen und Kieland, sowie mehrere deutsche„Realisten" in dem arbeitenden Volke Berlins«inen Resonanzboden gefunden... Oefsentliche Aufführungen von Stücken, st, denen«in revolutionärer Gel st lebt, scheitern ober gewöhnlich am Kapitalismus, dem sie sich nicht als Kassenfüller erweisen, oder an der polizeilichen Zensur. Dies« Hindernisse bestehen nicht für«in« geschlossene Gesellschaft So ist es dem Derein„Freie Bühne" gelungen, Dramen der angedeuteten Richtung zur Aufführung zu bringen." Tie„Volksbühne" und der Naturalismus. Di«„Freie Volksbühne" knüpfte also direkt an die„Freie Bühne" an, und gerade diese Bühne wurde zu einem wesentlichen Stützpunkt der natural, st ischenBewegung überhaupt. Im ersten Ausschuß der„Freien Volksbühne" Berlins saßen die grundsätzlichsten und folgerichtigsten Vertreter dieser Bewegung: CurtBaak«,OttoBrahm,WIlh«lmBölsche.Iulius Hart, Conrad Schmidt und RichardBaginsti. Später nahmen den regsten Anieil an den Slusschußoerhandlungcn Max Halbe. Otto Erich Hartleben Dr. Fritz Mauthner. Unter den ersten Revisoren ragten Wilhelm Werner und Alwin Gerisch besonders hervor. In Ihre.» Kassierer Karl Wild» b c r g e r fügte sich die„Freie Volksbühne" ein« sehr bedeutend« propa- gandistische Kraft ein, die nun eine eng« Hautfühlung der Wortführer der jungen naturalistischen Richtung mtt der aufstrebenden sozio- listischen Arbeiterschaft herstellte. Auch in den Ordnern der Freien Volksbühne gewann der junge Naturalismus eifrig« Werber: wir nennen hier nur Paul Powlowitfch und Robert Berger. Die Verbindung der Berliner Arbeiter mit Dr. Bruno Will« und Wilhelm Bölsche in Friedrichshagen wurde für die Fortent. wicklung des Naturalismus sehr fruchtbar. Einen vielköpfigen, recht aktiven Ehoros hatte nun die junge literarische Bewegung gewonnen. Recht tatkräftig griff in die soziale und literarische Bewegung dieser Tage die Zcttschrist„Freie Bühne" unter der Lettung Wilhelm Bölsches ein. In den von der naturalistischen Richtung ergriffenen Arbeiterkreisen ging die„Freie Bühne" oft von Hand zu Hand. Eine freie sozialistische Wettanschauunz kam hier sieghost zum Durchbruch. Bölsche, Bruno Will«, die Gebrüder Hart gaben dieser Zeitschrift das Programm.„Es war eine Freude." so bemerkte Bölsche,„wie rasch sich ein wirklich fest geschlossener und dabei doch vielseitiger Kreis auf diesen Ton zusammenfand. Älles in allem war es ja«ine köstlich unruhige, aber überall ringende, gebend«, hoffnungs- iieudici« Zeit damals, um den Anfang der neunziger Jahr«. Aus den Mitarbeitern formte sich ein immer wachsender Freundeskreis. Wenn ich heute meine lherarischen Duzfreundschaften zusammensuche, lo stammen sie fast alle aus diesen Tagen. Und all« diese Freunde, Helfer, Berater, diese lustioe Redaktion aus Mitarbeitern, sammelten sich In Friedrichshagen. Denn das muß ich doch sagen: eine gemüt- liche Redaktion war es." Um das grüne Friedrichshagen und um die grünen Hefte der „Freien Bichne" drängte sich bald ein junger hoffnungsgrüner Kreis r.astiralistischer Dichter, sozialistischer Schriftsteller und aufstrebender Arbeiter. Bölsche sagt mit Recht:„Im Grünen wurden die Hefte der „Freien Bühne" ausgeheckt, und die Debatten vorher und nachher sind durchweg viel hübscher gewesen als olles, was in den Heften gedruckt stand." Im Friedrichshagener Kreise bahnte sich«ine ü»eal- Gemeinschaft von geistige» und körperlichen Arbettern an. In ihm glänzten neben Wille und Bölsche die Gebrüder Hart, Max Halb«, John Henry Mackay, Wilhelm Hegelec, RichardDehmel. OttoErichHartleben war ein seltener Gast in Friedrichshagcn: ihn hielt sein Pilscner Stammtisch in Berlin fest. Dann kam ein„exotischer Zug" in das Friedrichshagener Bild. Mit Ola Hansson und Laura Maryolm tauchte Strindberg auf. „Die Weber" und Max Baginski. Wilhelm Werner und Karl Wildberger, die Führer der.Lungen", waren politisch imd weltanschaulich durch viele starke Fäden mtt Friedrichshagen verknüpft. So manche politische Aktion ist in Friedrichshagen geplant worden. Das oppositionelle Flugblatt der „Berliner Opposition", das von Karl Wildberger verfaßt worden ist und schließlich zur Trenmmg dieser Berliner Gruppe von der Sozial- demokratte führt«, ist st, Friedrichshogen sehr eingehend diskutiert worden. Zu dem engeren Freuiibeskreis« Werners und Wildbergers zähst« der Schuhmacher Max Baginski, der in der modernen naturalistischen Literatur völlig zu Hause war. Ein origineller Kopf, «in glänzender Redakteur und wuchtiger Redner! In Amerika hol er später die„Freihest" Johann Mösts redigiert. Max Baginski vertauschte Berlin mit Langenbielau und wurde dort Redakteur des„Proletariers aus dem Eulengebirge". Er war in den Kreisen der jüngeren Literaten und der„Berliner Opposition" sehr bekannt geworden. Jedenfalls suchte ihn Gerhart Haupt- mann im Eulengebirge aus und dnrchpllgerte mit ihm die Leidens- stätten der Weber von Steinseisersdors und anderen Dörfern, und hier traten Hauptmann die Gestalten seines späteren Dramas„Die Weber" lebendig vor Augen. In dem Kopfe Hauptmanns formt« sich beretts der Stoff zu diesem klassischen Werk des deutschen Naturalis- mus, und als Baginski ihn fragte, welche Wirkung«r sich von seinem Drama„Die Weber" verspräche, antwortete der Dichter, daß ihn seine Neigungen mehr Sommernachtsträumen, sonnigen Ausblicken ent- gegenzögen, daß ihn aber„ein harter innerer Druck" dazu antreibe, „diese Not zum Gegenstand seiner Kunst zu machen". Und auf die Frage nach der erhofften Wirkung entgegnete Hauptmann:„Die erhoffte Wirkung?" Die Menschen sind nicht gefühllos. Auch der Behagliche, Reiche muß sich im Innersten betroffen fühlen, wenn er solche Bilder entsetzlichen Menschenjammers vor seinen Augen aus- steigen sieht. Alles Menschliche stehe im Zusammenhang." Den Ein- wand Baginskis, ,chaß das Besitzrecht den darin Wohnenden Scheu- klappen vor die Augen zu legen pflegt, will Haupttnann nicht als allgemein berechtigt gellen lassen.„Es ergibt sich," so schreibt Mox Baginski in den„Sozialistischen M o n o t s h e s t e n":„Er will das werktätige Mitleid, das den Armen eine wirkliche Erlctchte- rung Ihres Loses verschafft Er fügt hinzu, ihn selbst Hobe zu Zeiten die Not der Massen so gepeinigt, daß es ihm nicht möglich war, seine Mahlzeiten ruhig einzunehmen, die oft auch, besonders während der Züricher Studentenzeit, karg genug gewesen seien. In solchen Augen- blicken sei schon eine Tasse Kaffee als beschämender Luxus erschienen." Die deutschen naturalistischen Dramen dieser Zeit sind durchweg sozial gefärbt Die modernen naturalistischen Dichter empfingen zum Teil die nachhaltigsten Eindrücke vom modernen sozialsstischen Proletariat In Hauptmann steuerte der Naturalismus, wie schon Bölsche in seinem Essay„Friedrichshagen in der Literatur" bemerkt„st a r k nach der sozialen Seite hi n". Die„Freie Bühre" entstand im Westen, die„Freie Volksbühne" dagegen un Osten Berlins. „Im W. war die elegant« Welt, die sich mit ästhetischen fragen besaßt«: im 0. waren die Arbeiter, bei denen die so-iale Bewegung grollte."(Bölsche.) Hub es ist das Verdienst Bölsches. der durch sein« kulturhistorischen Vorträge in Berliner Arbciterkreisen in die engste Berührung mi, der proletarische» Seele getreten war, daß er uns auch die sozialen Hintergründe der jungen natura» listischen Bewegung Deutschlands so lichtvoll erschlossen hat Ooul Kampfkmeyer. Wir bauen eine Hienenfavm Richtig und simach betrieben« Bienenzucht ist ein« gute Cmnahnu!quclle für Landwirte, Kleingärtner, Kleinstsdier, Arbeiter aus eigener Scholle, Kriegsinvaliden und tleinc Beanüe. Nicht nur das flache Land, aud) die großen Städte mit ihren herrlichen Alleen, Parkanlagen und blumenreichen Gärten bieten den Biene» reichst« Ausbeute. Die Linsen, Akazien, Kastanien, der Götterbaum, der Ahorn usw., wie wir sie in allen Parks und Alleen antreffen. zählen zu unseren ertragreichsten chcurignährpflanzen Außerdem wäre bei Anlage einer Bienenwirtfchaft noch zu berücksichtigen, daß der Flugkrcis der Bienen sich auf ö bis 6 Kilometer im Radius et' streckt. Warum besitzt die Dicnciizucht trotzdem nicht die wünschenswerte Verbreitung? t. Weil viele nicht von ihrem wirklichen Nutzen überzeugt sind und diesen Nebenbetrieb der Landwirtschaft meist nur als Sport, Spielerei oder Unterhaltung betrachten. Das ist sie bei- leibe nicht. Einfach und naturgemäß betriebene Bienenzucht wirft eine Rente ad, mit der sich kein anderer Zweig der Landwirtschaft messen kann. Ein Beispiel: Der Arbeiter und Kleinstedler Müller kauft sich im Frühjahr zweiguteKorbvölkerä20Mark. Für den Anfang zimmert *r sich einen„N o t b i e n e n st a n d", wie chn die Abbildungen a und d zeigen. Vier Pfähle in die Erde gerammt, daß sie 75 Zeiüi- meter aus dem Boden ragen, je ein Brett darauf genagelt, von einer geiBöhnliiche» cholzkifte den Deckel abgenommen, die Nägel entfernt, wieder mittels zweier Lederstrcifen als„Laden" befestigt, die Kiste auf die Unterlagen genagelt und— der Bienenstand ist fertig. Er kostet fast nichts, erfordert wenig Zeit und genügt für den?lnfang. Später erstellen wir uns aus der Rente ein niedliches, praktisches Bienenhäuschen. Die zwei Kovbvölker des Müller erbringen den Sommer über gut je 12 Pfmid feinsten Honigs zum Preise von I.ZV Mark pro Pfund. Das gäbe einen Ertrag von 30 Mark für die zwei Völker bei einem Zlnkaufspreis von zusammen äst Mark. Nun könnte ich ober von Beispielen erzählen, wie ein einziges Volt— im Bayerischen Waid«— weit über einen Zentner Honig i» einem Jahre als reinen Ueberschuß erbrachte. Solch günstige Berichte erhielten wir auch aus dem Schwarzwalde in den Jahren 1320 und 1930. Freilich: FeJhljah« gibt es auch in der Bienenzucht: Schäden treten auch da aus: wir müsien es nur verstehen, die Erträge nisie guter Trachtjahre auf magere Zeiten zu oerteilen. Ich kenne Arbeiter, die aus den Erträgnisien der Bienenzucht ihre Söhne studieren oder sie ein gut bezahltes Handwerk lernen ließen. 2. Mancher glaubt zur Anlage einer Bienenwirtfchast nicht das nötige Kleingeld zur Verfügung zu haben. Der Grund ist hinfällig. Wir fangen bescheiden an: ein paar gute Korbvölker, der Notbiencnstand, die allercinfachften Geräte— damit ist die Sache abgetan. Später können wir dann zur Kastenwirtschaft übergehen. 3. Eiufach betriebene Bienenzucht nimmt auch nicht allzuviel Zeit in Anspruch. Jeder Arbeiter, jeder Kleinstedler kann unbefchads: feines Hauptberufes recht gut 1ä bis 2V Bienenvölker bewirtschaften: er muß nur die Zeit richtig einteilen. An den langen Winterabenden wird für die Hochsaison vorgearbeitet: die Schwarmzeit und die Honigernte. Dann wird in Wahrheit der blcnenwirtschaftliche Be- trieb zu einer Quelle reinsten Vergnügens, dos den Hauptberuf in keiner Weise nachteilig beeinflußt. 1. Viele glauben, vom Betriebe nichts zu verstehen: Ein- fache Betriebsweise fetzt keinen Wust theoretischer Kenntnisse voraus. Wir muffen uns nur nicht daraus versteifen, uns gleich van Anfang an die kompliziertesten Kästen, die verzwicktesten Honigerntcn er- zielen zu wollen. In der Beschränkung zeigt sich auch hier der Meister. Wir schlichen uns einem Blencnzüchtervcrein an, besuchen 'leihig desien Versammlungen und praktische Vorführungen aus dein Stande, gehen dann und wann bei einem wichtigen Nachbarimkcr in Wer macht mit? Ansprüche genügen. Oder wir nehmen eine kleine Zigarrenkiste. reißen den Deckel und eine SeitenwanÄ ab. schneiden in die andere Teitenwand eine Flugösfnung, 6 Millimeter hoch und 8 bis 9 Zenti- meter weit, stellen sie aus das Flugbrett vor die Flugösfnung und beschweren sie mit einem Stein. Diese Blende verfinstert auch dos Stockinnere, was dem Winterleben der Bienen sehr zustatten kommt. Aüd. 3 Sonst genügt es, wöchentlich ein paarmal an den Stand zu gehen, die Läden vorsichtig zu öffnen, die Flugbretter zu kontrollieren und die Flugöffnungeu nachzusehen, ob sie nicht teilseis« durch G c m ü ll e oder tote Bienen verlegt sind. Im Bedarfsfalle reinigen wir sie mittels einer starken Gänsekielfeder oder eines vorn rechtwinklig eingebogenen Drahthakens. Dabei achten wir auch auf die Stinimc der Völker. Ist diele ein ruhiges gleichmäßiges Summen. nur dem an die Flugoffnuug gelehnten Ohre vernehmbar, so ist das Volt gesund. Wenn aber aus diesem oder jenenr Volke starkes Brausen ertönt, schon auf 3 bis 1 Meter vom Stonhe entfernt hör» bar, dann fehlt etwas in der Familie. Dieses Braufqn— die Imker nennen es„Heulen"— ist zurückzuführen auf Hunger, Durst. Lust» mangel, Stocknässe, übermäßige Kalle, verfrühten Brulanfatz und Ruhrerkrankung. Wer 1931 eine ganz einfache Bienenzucht beginnen will, dem sei folgendes gesagt: Man begnüge sich zunächst mit dem einfachsten Bienenstande. Später können wir uns ja ein komfortables Bienen- haus mit kleinem Aroeitsraume errichten. Dem Zimmermann, der von praktischer Bienenzucht nichts versteht, dars der Bau unter keinen Umständen überlassen bleiben. Das würde zu vielen Mißständen im Betriebe führen. Wollen wir uns nicht seihst der Mühe unter» ziehen, eine kleine Bienenhütt» zu erbauen, so vcaavlasscn wir den Zimmermann, nach einem ihm vorgelegten Plane zu arbeiten. Wir führen einige solcher Ausrisse vor. Abblldung.1 zeigt das Seiten- teil des einfachsten Bienenstandes aus Rundholzpffosteu. Der andere Seitenteil ist in gleicher Weise gefertigt, beide werden durch dicke Bretter verbunden. Abbildung 2 führt die gleiche Anlage in geschnittenem Holz mit Versteifung vor. Die Anlage ist gleichfalls zweietagig und sehr zu empfehlen. In Abbildung 3 finden wir ein einfaches hübsches Bi-nenh-ulS. zweietagig. mit zwei ver- schieden«» Flugfronten und Arbeitsraum in der Mitte. Das Bild stellt die Fensterseite dar: ihr gegenüber liegt die Türseite. Bei Erbauung eines Bienenhauses wäre für all« Fälle zu be- achten: t Auf ein Bienenvolk— ganz gleich, ob im Korbe oder Kasten untergebracht, rechnet man 80 Zemimcter in der Breite. 80 Zenti- Meter in der Tiefe und 100 Zentimeter in der Höhe. 2. Die unter« Bienenbank muß mindestens 75 Zentimeter vom Erdboden entfernt angebracht werden. 3. Hinter der Bienenbank muß ein Freiraum von 100 Zenti- meter Breite zum Arbeiten verbleiben. 4. Auf gute Belichtung ist immer Bedacht zu nehmen. Seiten-, Rücken- und Oberlichtsenster sind zu empfehlen. S. Das nach der Flugseite abfallende Dach muß unbedingt eint Rinne haben. 6. Als Bedachung empfiehlt sich geschlossenes Bretterdach mit Dachpappeauslage. 7. Auch die Flugfette muß vekbrettert sinn. Di« Läden sind nach auswärts klappbar anzubringen. Ueber die rechtliche Seite bei Anlage eines Bienenhauses in der Februarabhandlung! W. & Buch Mb. a Abb. b die Lehre, bestellen uns eine gut geleitete Bienpnzeiwng und studieren dazu die hier erscheinenden bienenwirtschaftlichen Monats« nweisungen und wir sind gewiegte Imker, ehe wir's denken. Z. Gar nicht so selten ist die Angst vor dem Stachel der Biene die Ursache für Ablehnung der Bienenzucht. Auch dieser Grund ist nicht stichhaltig. Draußen in der freien Natur, un- behelligt in ihrem Sammelgeschäst. fällt es keiner Biene ein, von ihrem Giftstachel Gebrauch zu inachen. Sie fühlt instinktiv, daß ihr der Stich das Leben tostet. Nach der Tat reißt der ganze Stachel- opparat mit den Geschlechtsorganen aus und die Biene endet in einem verborgenen Winkel vorzeitig ihr Leben. Und auch zu Haus«, in ihrem Stock, sticht die Biene nicht, wenn ste recht naturgemäß und liebevoll behandelt wird. Bienenzucht im Januar. Unsere Bienen ruhen aus im Korb« oder im Kasten. Diese Ruhe hat um so bessere Folgen, je andauernder und ungestörter st« ist. Ein aller Imkerjpruch sagt:„5m Winter Unruh' sei vermiede», aus daß der Dien schlaf tief ig Frieden!"'Ein«! eigentlichen Winterschlaf Hollen nun die Bienen wohl nicht: ihr« Lebenstätigkeft ist nur sehr hcrabgesümmt und beschränkt sich auf leises, gleichmäßiges Summen, ständiges leichtes Flügelschlägen und sehr geringe Nah- rungsausnahmc, etwa 2 Pfund in diesem Monat bei 13 000 bis 20 000 Insassen. Dieses beschauliche Dahinleben sollte in keiner Weise durch äußere Einwirkung oder innere Eingriffe gestört werden. Sonst fallen die Bienen über die Honigvorräte her und saugen sich toll und voll. Da die Exkrement« nicht so einfach wie bei Ausflügen im Sommer abgegeben werden können, bleiben sie in der Äotblafe und erzeugen dort Entzündungen, die zur Ruhr führen, diesem ent- setzlichen Würgeengel der heimischen Bienenzucht, dem in jedem Winter viele Tausends der besten Bienenvölker zuin Opfer fallen. Deswegen hallen wir unter allen Umständen den ganzen Winter über von unseren Bienenständen ängstlich fern: knuspernde Mäuse, klopfende Kohlmeisen, hämmernde Spechte. Hausgeflügel, Kayen, klappernde Läden, knarrende Türen, aufschlagend« Aeste naher Bäume. Aucki gegen lockende Sonnenstrahlen schützen wir die Flug- öffunugen der Kästen und Körbe durch herabgelassene Läden o»sr vargeftellla Blenden. Ein Zie�lstein rechts und links der Flug- Öffnung und ein flacher Dachziegel darüber mag für bescheidene 3)er young&lan M. I Bonn zeigt in seinem lesenswerten Buch«Der N«u« Plan als Grundlage der deutichen Wirtschaftspolitik"(Verlag von Dunckcr u. Humblvt, München und Leipzig 1930 VfTI 266 S Preis geheftet 11,— und gebunden 14,— M.), daß er nicht nur wirtichaftliche und politische Etnzeltatsachen in großein Umfang beherrscht, ionbern baß er wie wenige bürgerlich« Nationalöionomsn ein starkes politisches Verständnis für die bisherige und künftige Reparationsentmicklung besitzt. Die heut« aktuellsten Abschnitte seines Buchas, dos im übrigen eine gründlich« Darstellung sowohl der Entstehung des Dawcs-Planes wie auch des Poung. Planes, eine Ueb erficht über alle Interesscngestcküspunkte und ein« Zu- sammenfasfung der Berhandlungsergebniss« enthält, sind diejenigen, die den Fragen„Moratorium"(Zahlungsaufschub) und„R«- vision"(Vertragsänderung) gewidmet sind. Der Poung-Plan sielst bekanntlich die Möglichkeit vor, daß Deutschland noch neunzigtägiger Voranmeldung einen Teil seiner Zahlungsverpflichtungen auf höchstens zwei Jahre aufschieben kann Dennoch liegt es, nach Meinung des Verfassers, im deutschen Interesse, auf alle Fäll« die Erklärung eines solchen Moratoriums zu vermeiden,„die Vertrauenspanik, di« bei Erklärung des Mo- rotoriums ausbrechen würde, müßt« den ganzen deutschen Kredit erschüttern, ungeschützt« Annuitäten sowohl als auch privat« Ver- pflichtungcn". Warnend verweist der Verfasser ferne? auf die katastrophalen Folgen, die eintreten müßten, wenn ein» deutsch« Regierung, sich dazu hinreißen ließ«,„den Neuen Plan zu zerreißen", wie. der off»- ziclle Berlagsauedruck für ein« vollständige Zahlungseinstellung lautet. Es ist nicht anzunehmen, daß sich jene deutschen Kreise, die in Parlamenten und in der Oesfentlichkell immer von neuem die Forderung stellen, die Poung.Plan-Zahlunzen mit sofortiger Wir- lung einzustellen, die politische und wirtschaftliche Katastrophe vor Augen gemall haben, die eintreten würde, wenn ihrer Forderung entsprochen würde. Auch der'Zoung-Plan ist eben nicht nur eiu wirtschaftlicher, sondern in erster Linie«in politischer Vertrag, er ist eine Folg« des durch den Kricgsauszang geschaffenen pol>- tischen Kräfteverhältnisses, das sich durch noch so lautes Geschrei nicht verändern läßt, wohl aber durch zäh« Weiterarbeü an einem allmählichen politischen und wirtschaftlichen Wiedererstarken, dessen deistlichstes Ergebnis bisher die Räumung des besetzten Gebiets 5 Jahre vor den Bestimmung«'» von Versailles gewissen ist. Für jeden, der sich mit diesen Problemen zck beschäftigen hat. bietet da» Buch l»i«l Stoff und eine Fülle wichtiger politischer Gc- danken. A. Franke. Rätsel' Ecke des„Abend it sniinHininiittQmiiMunun'.m'.uvii�iüUMiinuuuunQmuiflunsuituiüaiiiuiiuRiiuiiisstniaa Kk-euzworträttel Waagerecht: 2. Schwung; 5 französisch „qnädigster Herr": 7- Roman von Zola: 8 Zusammenschluß Ange- stelltenverbönde: 9.ZahI- mitt«l:10 Sohn Adams; 13. Gebetsablchluß: IS. Erdteil: 17. Meerbusen: 19 Sirasplag: 21. Teil von der Kuh; 24 nor- bischer Männername: 26 Druckbuchstabe: 29 Märchsnwessn-.JZ Zahl: 33 Planet; 34 Gegen- teil von aus: 33 Haupt- stadt vpn Schweden: 36. nichts»nthallend: 37 Körperteile Senkrecht: 1. weiblicher Vorname: 2. Gröhenbegriff: 3 Gegenteil von quer; 4 spitzes Instrument: 5 Nebenfluß der Mosel; 0 seemännisch« Bezeichnung für Tau: II. Wasserfahrzeug: 12. Stadt im Schwarzwald: 14. Monat: 16. Rand eines Gewässers: 18. Fette: 1» Gehöch: 20. Waffervogel: 22. Insel in der Pommerschen Bucht; 23 Zahl: 25 Kampfplatz: 27 Laubbaum; 28 Lebewejsn; 30 Weinernte; 31 griechischer Liebesgott tj. P. Artthmogriph An Stell« der Ziffern sind in den Schlaffeljvärtern Buchstaben zu setzen, so daß Wörter der angegebenen Bedeutung entstehen. Ber- fährt man in gleicher Weise bei de». Ziffern d«s Spruches, so erhall man ein Zitat von Schiller.— Schlüsselwörter: 13 2 14 4 10 3 Stadt in Thüringen: 2 14 7 8 2 Baum; 4 10 3 1 2 3 kleines Raubtier; 2 ö 1ö 10 1 ,4 ö Alpenhochtal; 6 11 1 2 3 4 10 5 5 deutscher Dichter: 5 2 9 2 16 Naiurerscheinung: 5 10 12 12 23 Schlangenart.— Spruch: 1 2 3— 1 2 5(j 7 8— 9 3 10 11 7 8 12— 13 2 5 14 15— 11 5 1— 10 5— 16 2 9 2 5— 3 2 11 7 8— 11 6 12— 1 11 2 — S 10 12 11 3.—«kr.— Oiamaniraifel ?!och richtiger Umstellung der Buch- staben ergeben die gleichen Reihen, von links nach r«cksts oder von oben nach unten gelesen, Wörter folgender Be- deutung: 1. Konsonant. 2. Bergrücken in Braun- schweig, 3. Biblische Person, 4. Deutscher Male? und Bildhauer, S Eine Be- nennung für.Lanbcrei", 6. Wasser, 7. Konsonant. Gie>'aefunq Ich bin«in Volksheld, weit bekannt: Setz„er" ans Wort, dann greift die Hand Täglich nach mir, weil all die Sachen, Die auf mir, dir Vergnügen machen.— ekr.— Rätselgleichung (a— 3)+ kb— 0)+(c— 4)+ lck-3)— x n: gekocht ss- d: japanisches Maß 4- c: Sportgerät-j- ck: Tvnstufe x: italienischer Freiyeitsheld. IL (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösungen der letzten Rätselecke Kreuzwort-Silbenrätsel. Waagerecht: 1. Apia; 3. Haleirfe«; 4. Batterie; 6 Frevel; 8. Gera: 9. Elektrizität: 10. Tula; 12. Narew: 13 Bemc; 15. Iduna; 16. Umbrien.— Senkrecht: 1. Arendse«: 2. Akrobat; 3. Havel; 5. Ringe; 7. Attribut: 11. Labe; 12. Nana; 14. Tedeuin; 13. Hstrien. Buchstabenrätsel: 1. Sahn: 2. Riga; 3. Erna; 4. Unke: 5. Zehn: 6. Mnk>: 7. Oder: 8. Rosa; 9. Tin-: 10.«mg: 11. Lhr«: 12. Toni; 13. Soda: 14. Eger; 15. tido.—„Kr-uzwonrcttlel." Zahlenrötsel: 1. Amerika; 2. Ulmaze«: 3. Salmiak; 4. Tadellei 5. Ronlad«: 6. Akustik: 7. Leopard: 8. Inlerat: 9. Eng- land; 10. Nordpol.— Australien. Verwand! ungsrätsel: Acker,«a!>e, Main, llean, Tante, Soft, Eeder, Hammer, Ähre, Nonn«, Daumen, Enael, Tegel. Nadel, Zfel, Celle, Hohn, Tasso.—„Armut schändet nicht." Arbeiter-Fußball Die Serie ist beendet s Uhr Mittwoch. 7. I. Stadt. Oper Blsmarekstr Turnus IV IWs Uhr Die Hodnelt des Fioaro EnÜe 22';« Uhr Slaatl. Sdiaanti. Ich Gntraaeunü tlO A.-V. 20 Uhr Die innnlran von Orleans Ende 2?', Uhr M.Süriilrtater.teitto 20 Uhr 100 000 Taler Ende nach 22's Uhr PtAZA Täjl.« I. Sis Sonnt. 2, 8 o.ei» AI«. E 4 8066 Vorstetlune BO Pf. bis 1 M II. gnd III. Vorst, X bis 2 M FRATELLI N I-Trlo Max* Giiioa Gustavo nevr. IMaiitöni Berlins! WinNär • Garten- 8 14 Olir. Znrtt. 2811 tatijB ertaubt. Codon■»/ Leltzel/ s Songs S Suporb's/ Brekor's Baronschau usw. fm VoiKsottOne Itater in BiilowniatJ. Heute 8 Uhr Zum I Mal Sans(Ubers In Lfliom von Fran- Molnar Regie: Karl Beim Hartie Staatsoper AmPl.d Republik S Uhr Span. SüinßG Oer ane Matrose Bin and surQdr Jeax iiaatüdiillcr-rti- 8 Uhr 100 000 Taler TneatBr am icni raauardamm 81/« Uhr PieQcadratur des Kreises Plscator-Blhne (Wallner- Theater) Ale*. af.OI-OJ. iKDIICftei MI« 8 Uhr Elisabeth von England venFerd Enckner Rtüit: Beim Wim KommerspieiP 8V« Uhr UlBS utieue uiiei von Tristan Bcmard Kiyh: teiito» Ote Komödie 8i.l Uhr Die Fee von Franz Molnar »agk: Stolaii Hol_ Jl Kleines Theat. Tigllch SU« Uht; tot 25. Kalt D«.- fir Lach erfolg Der mostergatte Schwank In 3 Akten I mlng-Tueatei Täglich 8>k Uhr Sonntag V/s a t"« m Ji8llch.. �iManiseÖBloBfl» nODD von Un&Si Operette von Heive Preise OäOdxOOM. Iii Singepiel in vielen üi'derr,. Csn». Spins, Hsnaen. I.lcehe. Wsllbur*. Arn«. Jankulm, Paul IlUrbicor. I.ens. Seliaeflers, Winhclslrru. Rolls, Desnl, Rlerh.Uslctlonbnurr. orlclnsl Tiroler W Bfaehrnittnzcr. Orlclnnl T roler Jod�rlnnen�talntrtt,] Mustlt-Trto aas Seil Hei see. ! Jsss-Bsnd«Irls o. Boys Grosse Cliftre. 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Cheneys Ende luetspieinans KurtfiStz Täglich 8>s Uhr Vom Liehen una Indien ROSE THEATER CroM Frsnklurttr SirtB« 132 BIIUUIum: Ale* 3322 n. 3494 (U.Bxha: Strtaifceri«: riatt) rehe» Die Dollarprinzessin «ebreibt die Presnee „Blitzsauber* Bühnenbilder, verstärktes Orchester, ver~ gröfierter Chor, erste Garnitur Darsteller sichern dem Volks* theaterim Berliner Osten viele cutvtr kaufte Vorstellungen� Tiglich 5.15 Uhr Sonnabend 7 and IO.15 Uhr Sonntags 2.30, 5.45 und 9 Uhr Familien- Nachmittage 530 Uhr >b 0. Jurcar Jcirn DItMtit. Mlttmd), DoaniUi und frtlUt .�wangseinquartierung" Preise 0.30-1.50 M VoTreflieaf Ist erflftnel (Kinder haben Zalrltt) strample wasche Gardinen Ranfhaas Emil Moses KidU. BirlteDStr.20(Eike Po'Utzstrj Berliner Fahnenfabrik Fischer A€e..Wailstr.84 D-B.i»ginraciit.«B Mntirissihes Mittwoch, 7. Januar. B e r 1 1 tl 16.05 Programm der Aktuellen Abteilung. «6.30 Hans Benztnann(Leonhard BlaC). In. 45 Dr. Stclnhard: Böhmische Komponisten des Klassizismus. J;.05 Konzert. Dir.: Bruno Seidler-Winklcr. 1. HiJding Rosenberg; Suite aus einem Marionettenspiel, op 31. 2. Joh. von Kanka: Klavierkonzert C-Dur (Erwin Schulhoff, Flügel). 3. Beethoven: Ouvertüre zu„Fidelio"(Berliner Funkorchester). 17-99 t Ladwfr Spitzer— Alfred Polgar.& Christian Merceestea— latrfch» Ringelnatz(Sprecher; Hemr. Fischer und Franz Hessel). 18.20 Hochschule für Musik, Charl Ottenburg: Vom Tonfilm bis zum Dreiklang 19.00 Alfred Schneider. Arbeltslos und ausgesteuert. 19.25 Arbeitsmarkt 19.30 Volkstümliches Streichkonzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Tote Seelen(Eine Stunde aus Gogols Werken). Manuskiiptzusammen- stcllung: Ernst Bringolk. Leitung; Edlcf Koppen. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Tanzmusik, 0.30 Konzert. Köoigsvasterbansen. 16.00 Werner Dicderich: Auskunftsarbeit des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht 16.30 Hamburg; Konzert 17.30 Stud.-Rat Wunderlich: Deutsche Jugendpflege in Südwesfafrika. 18.00 Georg Foerster: Die Bewertung des Menschen. 18.30 Waetzoldt; Warum Museen? t&OO Dr. Job. Günther: Deutsch für Deutsche. 19.30 Min.-Rat Dr. G. Kaiseubcrg: Als deutscher Verraltuagsbeamfer ckurcZ USA, 20.05 Prof. Dr. H Schubotz: Fünf Jahre Deutsche Welte. 20.20 Leipzig: Orchesterkonzert 21.10 Leipzig:..Eingesandt". 21.50 Leipzig: Tanzmusik. UJclterbctid)« für Berlin und Umgebung: Zieinlich trübe mit nordöstlichen Winden. Leichte Verschärfung des Frostes. Rur noch unbedeutende Schneefälle.— Aür Deutschland: Im Westen zeitweise aufklarend, sonst überall ziemlich trübe: langsam sinkende Ten» peraturen. T-rantwartl. lilr die Redaüion: Kerbtet Severe. Berlin: Anzeigen: Tb.»loa«. Berlin. Verlan: Vorwärts Verla»©. m. b. s.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei unt> Terlaasanbalt Paul Sinaer& Co. Berlin SW es. Linbenllrake 3. Sier,n I Beilaae. �(5efchäfi$-JbtSßiger /p4 föezirfc füden-Weften OläB& Ohle lllafiiiinenbau und Xeparalur TVerkfloll für graphffche irtafehlnen SiertinSW 68,jnexandrinenflr. 21/25 Tel: Dönhoff 9201 Warhlrnf: Xaeritmld 2332 JoseffWerner Bauklempnerei Berlin O 27, Krautstr. 14 rB-65 Fernspr.: Alexand. 3808, nach GeschäftaschluS: Alexand. 3807 Achtung l Achtung! VOLKS- - FEUEBBESTATTUNGSVEKDI VUO. Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Raehtaanaprueh auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirehenaosfritt erforderlich |R. 141 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Verfreterbesuch Haupt- Geschäftssteile: Bertin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf; DI Norden 6881 l Wäsche nach Gewicht bodenfertig— getrocknet— gemangelt von 20 Pfund an. Feine Herrenwäsche/ Gardinenreinigung Damplvftdierei„Sophie Charlotte" Oeur 1897. Oaar■oaa«-mbu 9a»r««t- sCrean« 35. Fernruf: C 4. 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