BERLIN Donnerstag 8. Januar 1931 Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendaurgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts Zwei Mörder! 10 Pf. Nr. 12 B6 48. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile 80 Vf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosscheckkonto: Borwärts- Verlag G. m. b... Berlin Nr. 87536. Fernforecher: Dönhoff 292 bis 297 Ergebnis der Untersuchung der Mordgeschosse Die beiden Mordgeschoffe, die aus den Körpern des von Hafenfreuzlern ermordeten Reichsbannerkameraden Schneider und des Parteigenoffen Graf entfernt wurden, sind von Professor Brüning eingehend untersucht worden. Bei beiden Geschossen handelte es fich um kaliber 6,35. Es galt nun festzustellen, ob die Kugeln aus einer oder zwei Waffen abgefeuert wurden. Die Untersuchung hat jetzt ergeben, daß die Geschosse aus zwei verschiedenen Waffen abgegeben wurden, daß also für den doppelten Meuchelmord 3 wei Hatentreuzler als Täter in Frage fommen. Dietrichs Geheimnis. Der Reichsfinanzminifter spricht in Rätseln. Der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich hat neulich in Stutt gart eine Rede gehalten, in der er durchblicken ließ, daß er im Befige eines neuen Mittels gegen die Arbeitslosigkeit sei. Da aber Herr Dietrich nicht verriet, worin dieses neue Mittel besteht, sich vielmehr nur in sehr vagen Andeutungen erging, gab es ein allgemeines Köpfezusammenstecken und Kopfzerbrechen. Manche lafen aus den vieldeutigen Säßen des Ministers die Absicht einer neuen Subventionspolitik heraus, andere meinten sogar, Herr Dietrich wolle den Arbeitslosen alles wegnehmen und es den Indu striellen in den Rachen stecken. Man verwahrte sich, man entrüstete fich, aber niemand wußte so recht, was der Minister eigentlich gefagt haben sollte. Verschollen im Packeis. Helsingfors, 8. Januar. Nun hat Herr Dietrich seiner Stuttgarter Rede in Heilbronn einen Kommentar folgen lassen. Er erklärte gestern abend dort, daß seine Vorschläge mit Subventionspolitit nichts zu tun hätten. Es sei selbstverständlich, daß er niemals etwas mitmachen würde, wobei man die Leistungsfähigen zugunsten der Schwachen zerstören würde. Er habe ausdrücklich gesagt:„ Bei 23 Fischer und zwei Frauen im Finnischen Meer abgetrieben. der lebenswichtigen Produktion" sei einzusehen und nicht etwa bei einem einzelnen Unternehmen eines solchen lebenswichtigen Produktionszweiges. Daß er den Rückgang des selb ständigen Unternehmertums als einen der Gründe der Schwierige feiten betrachte, bedeute noch längst nicht, daß er etwa einen Angriff auf die gegenwärtigen Leiter der großen Konzerne machen wolle. Im übrigen sei er sich klar, daß die Beschäftigung der Arbeitslosen weniger eine Frage der Produktion als des Ab: sates sei, und gerade deshalb habe er die Gestaltung der Preise in den Kreis seiner Vorschläge einbezogen. Die Behauptung, daß er durch seine Pläne die Finanzwirtschaft erschüttere, sei ein Vormurf. für den keinerlei Beleg beigebracht werden könne. Wie könne ein Schaden für die Wirtschaft entstehen wenn man, statt die Arbeitslosen zu unterstützen, das Geld dazu auf wende, sie zu beschäftigen? Er denke nicht daran, die Arbeitslosenversicherung abschaffen zu wollen. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, würde in Deutschland am nächsten Tage Revolution sein. Sein und der Reichsregierung Ziel sei, den Arbeitslosen Beschäftigung zu geben. Liest man diese Heilbronner Rede, so ist man versucht, zur Stuttgarter zurückzugreifen, weil man den Eindruck hat, daß diese eigentlich doch flarer gewesen sei. Aber man mag beide Terte nebeneinanderlegen und betrachten trog aller Worte bleibt das Gedankenreich des Herrn Ministers völlig verschlossen. Dringender als zuvor erhebt sich die Frage: Was will er denn eigentlich? Herr Dietrich ist heute nach Berlin zurückgekehrt. Hoffentlich findet er nun die Muße, seinen Plan so klar zu entwideln, daß man über seinen Wert oder Unwert ein Urteil fällen kann. In Stuttgart hat er gesagt, daß Maßnahmen jetzt nötiger find als Theorien. Richtig, aber was wir am wenigsten brauchen können, weil davon längst ein Ueberangebot vorhanden ist, das sind unausgegorene Projekte. Brüning unterwegs. Heute Reise nach Oberschlesien. Der Reichskanzler weilte am Mittwoch im weiteren Berlauf seiner Reise durch das Ostgebiet in Lyd, Allenstein und Deutsch Eyla u. Reichsbankpräsident Luther, der den Weg von Königsberg nach Allenstein mit dem Automobil zurücklegte, erfitt einen Unfall. Der Wagen des Reichsbankpräsidenten wurde stark beschädigt, der Reichsbankpräsident selbst blieb unverletzt. M Am Donnerstagnachmittag wird der Reichstanzler mit seiner Be. gleitung Ostpreußen verlassen und Oberschlesien einen Besuch abftatten. Durch einen starken Sturm im öfflichen Teil der Finnischen Bucht ist das Eis aufgebrochen und hat in der Nacht zu Mittwoch eine Menge Fischergeräte im Werte von 150 000 m. ins Meer hinausgetrieben. Zwei Fischerboote begaben sich sofort auf die Suche nach ihren Geräten in die eisgefüllte Bucht. In dem einen Boot faßen sechzehn Fischer, in dem anderen sieben und zwei Frauen. Mittwoch gegen Mittag bemerkte man von einem Feuerturm aus das eine Boot. Das Fahrzeug verschwand aber schnell in dem Padeis. Kurze Zeit darauf sah man, wie der ruffische Eisbrecher„ kraffin" mit Kurs auf Leningrad Bord des Eisbrechers genommen worden sind. an der fraglichen Stelle vorbeifam. Man hofft, daß die Fischer an Die Boote hatten teine Nahrungsmittel an Bord, ebensowenig warme Kleider, so daß die Fischer nicht imstande gewesen sein können. sich eine Nacht auf dem Meere aufzuhalten. Man befürchtet daher vorläufig das Schlimmste für das Schicksal der Verschwundenen. Mehrere Flieger, die von Helsingfors aufgestiegen sind, haben bisher auch noch feine Spur der Abgetriebenen gefunden. Italien verheimlicht Flugunfälle. 3wei Ozeanflugzeuge verunglückt. Fünf Zote. Paris, 8. Januar.( Eigenbericht.) Wie das„ Journal" meldet, waren bei dem Start des italienischen Fluggeschwaders zur Ueberquerung des südlichen Ozeans zwei schwere Unfälle zu verzeichnen, die aus Prestigegründen von den Italienern verheimlicht wurden. Die„ Agenzia Stefani" gibt darüber folgenden Bericht aus: Nach dem Start der Wafferflugzeuge in Bolama zum Transozeanflug mußte das von Kapitän Recagno gesteuerte Flugzeug, nachdem es eine Höhe von etwa fünfzig Meter erreicht hatte, aufs Meer niedergehen. Der rechte Schwimmer wurde dabei start beSchädigt Der Mechaniker Fois, der sich auf diesem Schwimmer befand, fand den Tod. Die drei übrigen Mitglieder der Besagung dieses Flugzeuges blieben unversehrt. Ein zweites Flugzeug unter dem Kommando des Kapitäns Boer jah sich nach einem Fluge von zehn Minuten genötigt, mit großer Geschwindig feit niederzugehen. Bei dem Aufprall auf das Wasser geriet ein Teil des Flugzeuges in Brand. Hierdurch wurden die beiden Piloten, Kapitän Boer und Leutnant Barbicinti, ferner der Mechaniker Nensi und der Funter Imbastari getötet. | Willi Schneiders letzter Weg Der Sarg wird ins Krematorium getragen Die beiden schweren Unfälle sind Folgen des Risikos eines Starts mit schwerer Belastung, wie sie für einen Transozeanflug ere forderlich iſt. Der Remarque- Film in Wien. Vorführung trotz Brandstiftungsversuch. In der Nacht zum Montag wurde ein Einbruch in das Wiener Schwedentino verübt. Bei genauer Absuchung des Raumes fand man dort feuergefährliche Substanzen, die genügt hätten, um den ganzen Saal in Flammen aufgehen zu lassen und eine Katastrophe zu erzeugen, die an den Ring- Theaterbrand vom 8. Dezember 1881 erinnert hätte. Es gelang, vier Hafenkreuzler als Täter dieses vet suchten Schwerverbrechens festzunehmen suchten Schwerverbrechens festzunehmen einer darunter ist der 27jährigen Bundeswehrmann Johne. Dieser Wergernisnehmer hat während des Weltkrieges noch die Schulbant gedrückt ist also höchst sachverständig zur Beurteilung der Wahrheit der Kriegsdarstellung im Remarque- Film. Als Radaubanden die Gastvorstellung im Apollotheater stören wollten, beteiligten sich wie die Arbeiter- Zeitung" berichtet auch Wehrmänner in Zivil daran. In zwei Kaffeehäusern saßen die leitenden Obernazis und Offiziere, Ordonnanzen liefen und wegen Straßenradau verhaftete Wehrmänner wurden auf Telephongespräche hin freigelassen. Die ersten beiden Borführungen im Schwedentino find unter dem Schutz der Polizei ruhig verlaufen. Außerhalb der Absperrungslinie sammelte sich zunächst verhältnismäßig wenig Publikum, dessen Zahl jedoch mit fortschreitender Abendstunde durch Zuzug von Demonstranten start anwuchs. Die hauptsächlich auf dem Franz- Josef- Quai gegenüber der abgesperrten Schwedenbrüde versammelten Nationalsozialisten lärmten und fingen an zu pfeifen, als sie von der Polizei abgedrängt wurden. Nach einiger Zeit sammelten sich die Demonstranten von neuem und setzten die Kundgebungen fort. Sprechfilms Interviews. Paris, 8. Janur.( Eigenbericht.) Die For- Filmgesellschaft läßt augenblicklich hier einen Sprech film laufen, der das erste politische Interview im Film darstellt. Als Filmheld wurde dabei ausgerechnet Mussolini ausgewählt. Mussolini zeigt sich in dem Film zwar in recht füdlicher leidenschaftlicher Gebärdensprache, doch in recht frieblichen Absichten: ,, Niemals", so erklärte er, wird Italien die Initiative zu einem Krieg ergreifen. Italien ist zur sofortigen Abrüstung bereit unter der Bedingung, daß die anderen Länder das gleiche tun". Die Filmzenfur und das Auswärtige Amt überlegten drei Tage lang, ob sie das Filminterview Mussolinis zulassen könnten, zumal es in Italien verboten ist, famen aber zu dem Schluß, daß man angesichts der frieda lichen Sprache Muffolinis nichts dagegen einwenden fönne. Die For- Filmgesellschaft beabsichtigt, in der nächsten Zeit eine Reihe anderer Filminterviews mit politischen Persönlichkeiten aufzunehmen. Ein Stahlhelmrichter. Bilder vom Leichenbegängnis für Willi Schneider Wonscher Mißbrauch des Richteramts in Halle. Eine Hallesche Straftammer unter dem Borsiz des Landgerichtsdirektors Bühnemann hat den Stahlhelmführer Duesterberg megen schwerster Beleidigung preußischer Minister zu 150 m. Geldstrafe verurteilt, obwohl das Reichsgericht die Niedrigkeit des Strafmaßes ausdrücklich gerügt und zum Anlaß der Zurückverweisung genommen hatte. Die Begründung des Urteils liegt nunmehr vor. Sie ist eine Selbst entlarvung der mitteldeutschen Stahlhelmju stig. In der Urteilsbegründung heißt es: Der Angeklagte ist zweiter Bundesführer des Stahlhelms, er war mit diesem schwer angegriffen und fämpfte um ein be= rechtigtes Ziel. Seine Rede wurde aus Anlaß des Volks= begehrens gehalten, das damals von der Regierung starf angegriffen wurde. Daß diejenigen, die das Boltsbegehren in Szene setzten, nicht aus egoistischen, sondern aus vaterländischen Interessen handelten, darüber kann kein Zweifel bestehen. Rüd schauend muß man ferner sagen, daß der Kampf gegen den Young Plan durchaus berechtigt war." Der Landgerichtsdirektor Bühnemann hat die Urteilsbegründung zu politischer Propaganda mißbraucht. Er hat ertennen lassen, daß er den Angeklagten zu dieser extrem niedrigen Strafe verurteilt hat, weil er seine politische Gefimmung teilt. Ein stärkerer Mißbrauch des Richteramts ist nicht gut denkbar. Hier ist ein typischer Fall dafür, wie die Justiz zur Fronde gegen den Staat benutzt wird. Diese Fronde gegen den Staat aber ist zugleich eine Fronde gegen das Recht! Wer wird noch an die Fiktion einer objektiven und unparteiischen Rechtsprechung glauben, wenn die Parteigänger Hugenbergs und, der National sozialisten in den Richterämtern den politischen Kampf mit Hilfe der Rechtsprechung und der Rechtsbrechung betreiben? Dieser Landgerichtsdirektor Bühnemann ist ein Partei richter. Es genügt nicht, daß sein Stahlhelmurteil forrigiert wird, erfelbst muß energisch korrigiert werden. Er hat hinreichenden Anlaß zu einer Disziplinierung gegeben. Er ist eine Gefahr für das Recht; denn von ihm fönnen in Zukunft nur noch parteiische Urteile im Sinne des Stahlhelm erwartet werden! Wir erwarten, daß der preußische Justizminister ernsthaft und energisch gegen den Stahlhelmrichter von Halle vorgeht, und daß in der mitteldeutschen Justiz überhaupt Ordnung geschaffen wird. In Halle wie in Naumburg ist die Justiz längst zu einer Zelle der Zersezung des Rechts und des Staates geworden! Kommunistische Solidarität mit der Hugenberg- Preffe. Die gewaltige Trauerkundgebung für das Opfer der Hakenkreuzmörder hat tiefen Eindruck hervorgerufen. Die Macht der sozialdemokratischen Arbeiterschaft hat einen starten Ausdrud gefunden, sie warnt alle, ihren Zorn hervorzurufen. Die fläglichen und erbärmlichen kommunistischen Störungsversuche haben nicht vermocht, die Kundgebung und ihre Wirkung zu schwächen. Es gibt zwei Zeitungen in Berlin, für die bei dieser Kundgebung nur die Kommunisten existierten. Die eine ist die Rote Fahne", die uns erzählt, daß der Kampfbund gegen den Faschismus sich an die Spiße des Zuges gesetzt habe und daß unter seiner Führung die Kundgebung kommunistisch gewesen sei. Nun wissen wir es: die johlenden und lärmenden Haufen, die in der Danziger und Elbinger Straße rechts und links mit Störungsabfichten vorausliefen, aber sehr rasch beseitigt wurden, das war der famose„ ,, Kampfbund für den Faschismus". Diese Haufen wollen die sozialdemokratische Arbeiterschaft führen? Der Messerstich in den Rüden, den ein spalierbildender Reichsbannermann erhielt, war wohl auch ein Ausdruck der gemeinsame n Rampffront unter tommunistischen Parolen"? Der„, Tag" des Herrn Hugenberg, der auf der Seite der Mörder steht, zeigt seinen Haß und seine Wut sehr offen. Er will um jeden Preis vertuschen und verschleiern, und greift deshalb nach der hilfreichen Hand der Kommunisten. Wie die ,, Rote Fahne" erzählt. er: der 7. Januar gehörte den Kommunisten, er spricht davon, daß die Kundgebung in gewöhnlichen Straßenkramallen geendet habe. Seht, ihr sozialdemokratischen Arbeiter, so arbeiten die Kom munisten für Hugenberg, so lügen fie gemeinsam, weil ihr gemein samer Haß euch gilt! Gegen den Hakenkreuzterror! Maffenprotest in Chemnitz. Chemnitz, 8. Januar.( Eigenbericht.) In zwei überfüllten Massenversammlungen protestierte am Mittwochabend die Chemnizer republikanische Bevölkerung gegen ben nationalsozialistischen Mordferror. In beiden Kundgebungen wurde eine Entschließung angenommen, in der gegen die nationalsozialistische Bürgerkriegshebe und gegen das Verbot des RemarqueFilms protestiert wurde. Die Protestversammlungen waren zu jammen von mehr als 4000 Personen besucht. Armes, fleines Mannequin Glanz und Elend in der Konfektion Aller Augen ruhen auf der Frau, die blaß und in sich vertrochen auf der Anklagebant des Echnell gerichts fit. Noch wird ein anderer Fall verhandelt, noch zetert ein fleiner. unfagbar schmieriger Armenier os des ihm vorgeworfenen Baßvergehens. Aber niemand im Zuhörerraum hat noch Interesse dafür. Neugierige, hamische, erstaunte Blicke übertasten das Gesicht des nächsten Falles". Das mird die große Sensation, auf die man seit morgens neun Uhr wartet, von dieser Frau wird sie fonimen, deren Eleganz so über wartet, von dieser Frau wird sie tommen, deren Eleganz so übergrell neben der Berlumptheit des Arméniers aufleuchtet. Und Sann kommt die große Sache" und es ist in Wahrheit eine sehr kleine und eine sehr traurige Sache. Hier steht keine Demimontaine, keine Hochstaplerin vor dem Richter. Eine hilfiose, Demimontaine, keine Hochstaplerin vor dem Richter. Eine hilfiose, fleine müde Frau hat sich zu verantworten. Eine unbeholfene, verroirrte Frau, die sich in dem großen Gestrüpp des Daseins, in dem Didicht der vielen Lebenswidersprüche nicht mehr zurechtfinden tonnte. Eleganz? Lurus? Ein Mantel, der von weitem wie Feh aussieht und billigstes Ziegenfell ist. Ein Kleidchen aus Kunstseide. Dann ein wenig Lippenrot, billiger Puder. Und darunter? Frauensehnsucht und Hunger, bitterster Hunger. Und deshalb hat sie eine Bechprellerei begangen. ,, Sie sind von Beruf Vorführdame?"- Ja." ,, Arbeitslos. Aber Sie haben Ihre Stellung doch freiwillig aufgegeben?" Das war Leichtsinn. Aber es kann auch „ Ja." die Berzweiflung einer Hoffnungslosigkeit gewesen sein, der immer Verschwörungs- Konjunktur. Berhaftungen und Verurteilungen. wieder grausam deutlich alle Möglichkeiten des Lebens, alle Schön heiten, alle Genußfreiheiten vor Augen geführt wurden. und ich wußte genau, für mich kommt das alles nie in Frage... Nie solche Kleider.. und Geld als Selbstverständlichfeit und in einem Auto vorfahren... und reisen fönnen... Ich durfte immer nur vorführen Für hundertundzwanzig Mark... Und dazu noch die Gewißheit, daß mich nie ein netter anständiger Mensch heiraten würde... dann Kinder, ein Heim... Wer heiratet denn eine Vorführdame, Und das jeden Tag zu sehen, was ich nie ein Mannequin haben würde... und dazu jeden Tag zu wissen, was ich mir verfcherze fcherze... Ehe... Glück... Alles für hundertundzwanzig Mark." Sie hat zu schwarz gesehen, viel zu schwarz. Aber es war niemand da, der ihr das sagte. Alles, was sie bekam, war der Rat einer ,, wohlmeinenden" Kollegin:„ Tja... Das ist nu mal so in unserem Beruf... Aber plustere dich ein bißchen auf... mach dich fein. Paß mal auf, wie schnell einer tommt mit dicker Marie, der dich aushält... Was anderes bleibt unsereinem nicht." " Und sie hatte sich fein gemacht, so gut sie fonnte. Zickel und Kunstseide... Und es fam auch einer. Aber ich konnte nicht, ich fonnte nicht..." Und dann kam der Hunger, und dann fam das Delikt: Zechprellerei! Sie wird freigesprochen. Ein fleines Frauenherz hatte sich verirrt. Vielleicht findet es einmal seinen Weg zum ersehnten Glück. genommen und einer Leibesvisitation unterzogen, wobei es sich herausstellte, daß sie außerordentlich wichtiges Spionage= material im Futter ihrer Mäntel eingenäht hatten und offenbar im Begriff waren, damit über die Grenze zu gelangen. Sie wurden verhaftet und nach Grodno übergeführt. Paris, 8. Januar. Dem ,, Quotidien" wird aus Madrid gemeldet, daß die von der Polizei aufgedeckte Verschwörung hätte am 29. Januar ausbrechen sollen. Die Regierung bewahrt Stillschweigen und die Zeitungen d dürfen nur wenig über diese Affäre veröffentlichen. Um die Deffentlichkeit etwas zu beruhigen, hat der Innenminister das Verbot der großen republikanischen Zeitung in Valencia El Pueblo" aufgehoben. Das Blatt war über einen Monat verboten. Der Präsident der republikanischen Jugend in Bilbao ist in Freiheit gefeht worden. Erfolgreicher Ausbrecher. Zum dritten Male gelang ihm die Flucht. Zum dritten Male ist der jetzt 28 Jahre alte Schloffer Bruno Schulz, der in der Tuberkuloseabteilung der Strafanstalt in Ghat untergebracht war, ausgebrochen. 1500 Studenten der Madrider Rechtsfakultät sind in den Streif Als Dreiundzwanzigjähriger beteiligte er sich an dem großen getreten, um gegen die Verhaftung des Professors Fernando de los Einbruch in die Stadttasse in Tempelhof, der erhebRios und einer Anzahl Kameraden wegen der revolutionären Be- liches Aufsehen erregte. Die Knackerkolonne, zu der Bruno Schulz wegung zu protestieren. Man glaubt, daß auch die Studenten anderer Fakultäten diesem Beispiel folgen werden. Tropische Phantasie. New York, 8. Januar. Wie aus Havanna auf Ruba gemeldet wird, ist die Polizei Wie aus Havanna auf Ruba gemeldet wird, ist die Polizei wieder einmal einem Komplott gegen den Präsidenten Mach a do auf die Spur gekommen. In dem Hause des Oppofitionsführers Juarez Siles überraschte die Polizei 50 Schwerbewaffnete, die, wie man glaubt, gegen das Präsidentschaftsgebäude zu marschieren beabsichtigten. Zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt. Die Regierung hat eine Verschwörung entdeckt, die die Einäscherung der Zuckerrohrplantagen auf ganz Kuba vom 15. Januar ab zum Ziele hatte. Sie hat strenge Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Nach einer weiteren Meldung wurden infolge planmäßiger Brandstiftungen, die auf eine Berschwörung zurückzuführen sind, an mehreren Stellen in der Provinz Matanzas insgesamt 4500 Tonnen 3uderrohr auf den Feldern vernichtet. Die militärischen Stellen sind angewiesen, Bosten aufzustellen und gegen die Brandstifter mit rücksichtsloser Strenge vorzugehen. Indien. Wegen Aufreizung zur Allahabad, 8. Januar. Steuerverweigerung wurden 16 Kongreßanhänger zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt, sieben wurden freigesprochen, nachdem sie sich verpflichtet hatten, am Feldzug zur Steuerverweigerung nicht mehr teilzunehmen. Der frühere Präsident der gesetzgebenden Bersammlung, Patel, ist nach Berichten aus Madras wegen Krankheit aus dem Gefängnis Monaten Gefängnis verurteilt worden, von denen er noch 51 Tage entlassen worden. Patel war wegen einer verbotenen Rede zu jechs zu verbüßen hatte. ständischen in Birma zu umzingeln, waren bisher nicht sehr Die Bemühungen der Behörden, die Auf erfolgreich. Obwohl das Hauptquartier der Aussständischen genommen ist und sie empfindliche Verluste erlitten haben, ist ihre Organisation feineswegs zerschlagen. Nach den letzten Meldungen breitet sich die Propaganda der Aufständischen immer mehr aus. Spione im Auto. Inhaltreiches Manteifutter. Warschau, 8. Januar. Die polnische Grenzwache hat in der Nacht zum Dienstag an der litauisch- polnischen Grenze bei Grodno ein Auto mit zwei Infaffen angehalten, die erklärten, sie seien Kaufleute und hätten sich unterwegs nach Lida verirrt Da die beiden vermeintlichen Kaufleute der Grenzpatrouille verdächtig erschienen, wurden sie festgehörte, erbeutete 306000 Mart bares Geld. Man hatte es mit gewiegten Fachleuten zu tun und die Ermittlungen gestalteten sich sehr schwierig. Schließlich gelang es der Kriminalpolizei doch, alle Teilnehmer an dem Einbruch dingfest zu machen und bis auf wenige tausend Mart die geraubte Summe wieder herbeizuschaffen. An den verschiedensten Stellen in und außerhalb Berlins hatten die Knacker das Geld versteckt und vergraben. Der junge Schulz, Ser damals noch nicht gewerbsmäßiger Einbrecher war, war von den anderen herangezogen worden, weil sie ihn als geschickten Bastler an Schlössern kannten. Im Februar 1926 gelang Schulz zum erstenmal die Flucht. Während die Insassen der Stadtvogtei sich eines Sonntags zum Gottesdienst begaben, entfernte er sich unbemerkt aus der Reihe, sprang hinter eine Tür und ließ die anderen an sich vorbeigehen. Mit selbstgefertigten Nachschlüsseln öffnete er alle Türen, bis er auf den Dachboden kam, überstieg einen Stacheldrahtzaun und entschlüpfte schließlich durch eine offenstehende Lute. 1% Monate später wurde er wieder ergriffen und nach dem Lazarett in Tegel gebracht. Am 27. November 1926 war er abermals verschwunden. Aus allerlei Stoffreften hatte er sich seine Gefangenen. fleidung so zurechtgestußt, daß sie wie Zivilzeug aussah. Sogar eine Krawatte hatte er sich genäht. Wieder gelang es ihm, zu entkommen. Jetzt ist er, wie hierher mitgeteilt wird, mit zwei anderen aus Glazz entwichen. Soweit man bisher weiß, haben sie sich Zivilkleider besorgt und auch über Nachschlüssel verfügt, die ohne Zweifel wieder Bruno Schulz angefertigt hat. Der todbringende Hochzeitsschnaps. Tilsit, 8. Januar. bote ein Glückwunschtelegramm. Die Braut reichte ihm ein ge Bei einer Hochzeit in Gerhardsfelde brachte ein Bost die Lippen gesetzt und geleert, als er 3 u jammenbrach. Unter fülltes Schnapsglas. Kaum hatte der Bote das Glas an den Hochzeitsgästen entstand eine große Aufregung. Man stellte fest, daß der Bote an Stelle von Litör Karbol getrunken hatte. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß eine Likörflasche, die zur Aufbewahrung von Karbolsäure diente, irrtümlich unter die Hochzeitsgetränke geraten war. Es gelang nicht, den Mann am Leben zu erhalten. Die unglückliche Braut versuchte, sich aus dem Fenster zu stürzen, wurde jedoch daran gehindert.. Wetter für Berlin: Ziemlich trübes Frostwetter, teine oder nur unbedeutende Schneefälle, schwache Luftbewegung. Für Deutschland: Ueberall ruhiges Frostwetter, strichweise leichte Schneefälle. erfrantt. 3u Besorgnissen gibt sein Zustand feinen Anlaß. BielGenosse Otto Wels ist in der porigen Woche an einer Grippe mehr dürfte die völlige Wiederherstellung nur die Frage von einigen Tegen sein. Hugenbergs Moral schweigt. Was„sittliches Empfinden" nicht verletzt. Wir haben den Hugenberg-Film„Afrika spricht". in dem die bestialische Tötung eines Schwarzen in Bild u n d T o n dem Publikum gezeigt wird, schon in unserer Kritik (am 23. Dezember) entsprechend charakterisiert. Trotzdem wollen wir noch der Zuschrift eines entrüsteten Lesers, den der Titel des Films anlockte, Platz geben: Herr Hugenberg, sittlicher Erneuerer des deutschen Wesens, verkauft seine ganze Ueberzeugung für l,30 M Er, der uns Sanssoucier Flötentöne beibringen möchte, kann uns auch mit Löwenzebrüll kommen. In seinen Ufa-Theatern läuft der Film„A f r i k a s p r i ch t". Ich will nicht von dem Film berichten: ich will nur auf eine Szene hinweisen, die die letzten„künstlerischen Höhen" erreicht., In dieser Szene belauscht der Aufnahmeleiter, Herr Haas, mit der Kamera mehrere Löwen.„Der Löwe ist immer hungrig aus Blut und Fleisch— ein echter König der Tiere", sagt ungefähr der Sprecher des Films, und will nicht ironisch sein. Herr Haas schickt nun einen Schwarzen zum Wagen, um Gewehre zu holen. Und dabei läuft der Farbige einem Löwen über den Weg. Er rennt los, er wird verfolgt, er brüllt, er bricht in die Knie, und in gleicher Sekunde springt ihn den Löwe an und„reiht" ihn. Diese Szene ist tonsilmisch festgehalten. Man sieht dem Schwarzen di« Augen aus dem Kopf quellen, man hört sein Brüllen, und die Szene ist garantiert echt. Das Programm- Heft bürgt dafür. Mehr ist für 1,50 M. nicht zu verlangen) Aber wie ist wohl diese Szene entstanden? Eine Szen«, die natürlich unerhörte Sensation bietet und Herrn Hugenberg Kassen- erfolg sichert. Konnte der Operateur zufällig die Kamera und das Mikrophon auf den Fliehenden richten?(Nahaufnahme!) Konnte er zwar die Szene zufällig tonfilmen, aber nicht rechtzeitig auf den Löwen schießen, obwohl, er gleich darauf zur Selbst» Verteidigung einen Revolver zur Hand hat? Natürlich lautet die Antwort: so kann nur jemand fragen, der von der ganzen Materie keine Ahnung hat. Und außerdem wird ja„nur ein Farbiger" zu Tode gerissen. Aber die tiefbürgerliche Erschütterung darüber darf nicht größer sein als die Neugier: wie konnte die Riesensensation zufällig entstehen? Wie hieß es doch bei dem Verbot des Remarque-Films:„Das stttliche Empfinden weiter Volkskreise wird aufs empfindlichste oerletzt": verletzt hier durch sehr häßliche Gedanken. Der Film hat die Filmprüfstelle einspruchslos passiert. Sehr schön. Er beweist, daß man gelegentlich auch von dieser Institution mal nichts zu merken braucht. Der Film darf aber nicht die wirk- liche Filmprüfstell«, das Publikum nämlich, passieren, ohne daß nach Entstehung der geschilderten Szene gefragt wird. Man braucht nicht mimosenhaft empfindsam zu sein, um sich gegen die unglaubliche Roheit solcher Sensation zu wehren. Und wenn der sittliche Erneuerer des deutschen Volkes, Herr Hugenberg, rasch mit der Todesangst eines Niggers Geschäfte macht, wenn er wieder einmal einen anderen sterben läßt, um uns den gottgewollten Heidentod klarzumachen— dann wird doch der Aufnahmeleiter, Herr Haas, eine klare Schilderung des Vorfalles geben müssen, und nicht im Stil der Ufa-Progratmrhefte. w• Bronnen gegen Barnowfli. Nationalsozialistisches Geschrei und jüdisches Geld. Ein ganz ungewöhnlicher Fall beschäftigte, das Bühnenschieds» gericht. Im Mittelpunkte des Streites steht der aus national- sozialistischen Krawallen bekannte Schriftsteller Arnold Bronnen. Im Jahre 1927 hatte Direktor Barnowsky vom Verlag Felix Blochs Erben Arnoll Bronnens Lustspiel„Repora- tionen" zur Aufführung erworben. Nach einer Reihe von Proben erhob Bronnen Protest gegen die Ausführung, da er mit der In- szenierung des Stückes nicht einverstanden war und seine Stellung- nähme auch in der Presse bekanntgab. Barnowsky war daher ge- zwungen, das Stück vom Spielplan abzusetzen. Inzwischen hat Arnolt Bronnen sich demonstrativ nationalsozialistisch betätigt. Barnowsky erklärte darauf, es könne ihm mit Rücksicht auf Arnolt Bronnens politische Stellungnähme nicht zugemutet werden, das Stück eines Autors aufzuführen, von dessen Gesinnungsgenossen er, Barnowsky, aufs heftigste angegriffen werde. Barnowsky verwies dabei auf einen Artikel, der in einer nationalsozialistischen Zeitung erschienen war und die schärfsten Angriffe gegen ihn enthielt. Nun reichte der Verlag beim Bühnenschiedsgsricht gegen Barnowsky eine Klage ein, in der er die Feststellung oerlangte, daß Barnowsky zur Aufführung des Arnolt Bronnenschen Stückes ver- pflichtet sei. Das Bühnenschiedsgericht verurteilte auch wirklich Direktor Barnowsky zur Ausführung des Stückes„Reparationen" bis zum 31. März 1932._ Oebermann im Film. Künstlerhände bei der Arbeit. Das Institut für Kulturforschung zeigte gestern abend im Hörsaal der Kunstbibliothek seinen Film„Künstler und ihr« Technik". Es ist, wie der Vorsitzende und geistige Leiter dieser Kulturfilme, Dr. Cürlis, erwähnte, der acht« Film der Art, und es wird sicher der letzte sein, weil der„finanzielle Widerhall" nicht so stark ist, um weitere Versuche' zu ermöglichen. Dies erscheint nun nicht unbedingt beklagenswert: es sind ja schon so viele„schaffende Hände" von deutschen Künstlern gefilmt worden, daß der Vorrat sür viele Jahre und für yusgiebige Propaganda zugunsten deutscher Kunst reichen sollte. Der letzte Film, der zwölf Künstler bei ihrer Arbeit vor- führte, war reichlich lang. Man kann solch« Dinge nicht ohne lebhafte Ermüdung anderthalb Stunden lang betrachten, denn es wiederholt sich schließlich immer derselbe Vorgang. Erstaunlich ist dabei nur eins: die Geduld der Künstler, die die Nerven besitzen, uni sich von dem indiskreten Filmapparat bei ihren eigensten Schöpfungsakten belauschen zu lassen. Wenn aber schon der LOjährige Liebermann sich hier zweimal geduldig hinstellt, dann können wir Zuschauer wohl nicht umhin, die nämliche Geduld zu üben. Ucbrigens ist für Wechsel im technischen Interesse und gute Photographie reichlich gesorgt. Wie Krauskops, im Schnee stehend, seine Winterlandschast hcrunterfegt, hat ein wesentlich anderes Tempo als das vorsichtige Abtasten Liebermanns oder das sicher zugreifende Umschreiben des reizeitden Mädchenaktes bei ffi ohlhoff- Otto D ix massiert sozusagen in triefender Nässe sein riesiges Aquarell, während das Wandbild Josef B a t 6 s im Kaufhaus des Westens mit sorgfältigsten Vorbereitungen und allerlei chemischen und technischen Finessen als Fresco-Secco in seiner ganzen ebenso umständlichen wie eleganten Sorgsatt zu beobachten ist. Größtes Interesse beanspruchte das komplizierte und liebenswürdig« Verfahren des Wachsmodellierens bei dem Bildhauer Thorak und, als Abschluß, die witzige„Drahtplastik" des Amerikaners Ca l der, die recht eigentlich für Wiedergab« im Film erfunden zu sein schiint. Z?»ul?. Schmeckt. Schnee deckt die Arbeit GiMstand und Bangen ums tägliche Brot Der Winter bringt das Leichenbegängnis der Arbeit. Auf einem großen Neubau im Westen, der einig« hundert Arbeiter beschäftigte, so daß man die Mauern förmlich wachsen sah, ist es ganz still geworden. Kein Hämmern, kein Portern, kein Knirschen der schweren S. einlosten mehr. Auf der einen Seit« ist der Bau schon bis zur ersten Etage aufgeführt, auf der Seite gegenüber erhebt er sich noch nicht über die Höhe der Kellerfenster. Wie Ruinen wirken die rohen Mauern zwischen den hochragenden Gerüstfpießen. U eberall kann man jetzt die Leitern hinaufklettern, ohne jemandem bei der Arbeit hinderlich zu sein. Der Bau ist von Arbeitern leer. Nur unten im Jnnenhof schleppen Zimmerleute schwere Balken und vergleichen ihre Maße aneinander. Einige Pferdegespanne laden am Außenrande Steine ab. Zwischen den künsttichen Bergen und Tälern dieser werdenden Mietkaserne klettern wie entthronte Größen der Bauführer, der Polier und der Dizepolier herum, aber ihr Tun ist ohne Zweck und Sinn, denn es gibt nichts zu beanstanden und anzuordnen. An Stelle von KoLk und Sand liegt Schnee in den Mörteltrögen und er deckt auch als billigster Kitt die letzte Backsteinreihe, die nach der Schnur gemauert wurde. Es ist trüber Ianuarmorgen. Der Himmel will sein bleiernes Gvau nicht lüften. Dafür tanzen große flaumig« Flocken in der Luft, die sich niederfallend zu einer weißen, weichen Schneedecke weben. Doch überall, wo der Fuß hintritt, wo ein Wagenrad diese Decke zermalmt, verwandrit sich der Schnee in ein klebriges dunkles Naß. Nur über den Dächern verändert sich das Bild der Stadtansicht. Neue Formen zeichnet der Schnee, schöne satte Kon- turen von Weiß und Schwarz, und der Dampf der Lokomotiven steht heller gegen den Himmet als das Grau der Luft. Die Land- schaft gleicht fast einem Negativ auf der photographischen Platte. Tauben und Spatzen hocken auf der Schneedecke eines Kohlen- fchuppens und sind wie zerstreute schwarze Punkte, die das flockig« Weiß zu überdecken sucht. Auf der Untergrundbahn Hauptstraße beobachtet ein Beamter einen Fahrgast, der bereits das dritte Mal zwischen Warschauer Brücke und Hauptstraße hin und her fährt, ohne aus- zusteigen. Widerwillig nur folgt er der Aufforderung, aus dem warmen Wagen herauszukommen. „Sie haben 1,50 M. Strafe zu zahlen!" ruft der Beamte. „1,50 M.!" echot der junge Bursche mit einer Stupidität, die die dörflerische Psych« verrät. „Jawohl, 1,50 M.!" .1,50 M.l" echot es zurück. „Wo wollen Sie denn hin?" Das weiß der jung« Mensch selbst nicht. Er zeigt einen beschmutzten Straßenbahnfahrschein, der schon längst abgelaufen ist. Der Beamte und sein« Kollegen sehen, daß da nichts zu wollen ist. Zu guter Letzt, nur um den ungebetenen Gast los zu werden, greift der Schaffner in die Tasche und zähl 25 Pf. ab. Damit soll er draußen weiterfahren, ganz gleich wohin. Der Fremde nimmt das Geld, macht kehrt und strebt wieder dem warmen Ab« teil zu, aus dem man ihn eben hinausgejagt hat. Nur mit Ge- wall kann man ihn zum Ausgang befördern, den eine weihq Schneewolk« wie eine Portiere verhängt. In den Wärmehallen hocken Arbeitslose um die glut- heißen Oefen. Verfroren, mit leerem Magen, war ihr erster Weg am Morgen nach Verlassen des Obdachlosenasyls hieiher zum Auf- wärmen. Die graubärtigen Alten wissen Bescheid. Sie haben die besten Plätze am Ofen, sie rühren sich nicht, mag der Andrang auch noch so stark werden. Für dies« Kunden bringt der Schnee nichts Neues. Sie haben vorgesorgt, festes Schuhwerk, in den Kleidcrn darf kein Loch sein, in das die Kälte hineinkriechen kann. Duich weise Oekonomie erhalten sie das kleine Lichtttümpfchen ihres Lebens am Brennen, keine überflüssige Bewegung, keine Erregung, mit einem Minimum an Nahrungsaufnahme. Bessert sich das Wetter, so verschwinden sie auf eine kleine Weile, denn irgendwo in der Nähe wissen sie eine mitleidige Seele, die mit einem Teller warmen Essens, mit einem Groschen für neuen Schnaps aufwar et. So überlistet man den Winter, bis die Welt wieder schön und lustig wird auch für die verschruppte Seele des alten Landstreichers. Die anderen, die Jungen, besitzen diese Weisheit noch nicht, Sie sind dem Leben trotz aller Misere und langer Arbeitslosigkeit nach wie vor verhaftet; sie hoffen noch aus ihren Stern. Sogar der Schneefall oerfetzt sie in heiterste Zuversicht. Versprechen sie sich doch Arbeit und Verdienst von diesem Himmelsscgen, wenn er nur reichlich kommen möge! Manchmal verschwindet einer aus ihrem Kreise, der tritt dann auf die Straße und schnüffelt die Luft ein. Ja, es riecht nach mehr Schnee: aber er ist doch nicht ganz befriedigt. Beim Zurückkommen berichtet er den Kameraden:„Er ballt sich noch!" Es ist noch nichts mit dem Schippen. So umlagern sie das Telephon beim Schrippenboß, denn jeden Augenblick kann der Anruf des Städtischen Straßen- reinigungsamts eintreffen:„Tausend Mann zum Schnee- schippen!" Der Anruf bleibt noch aus. Und draußen hat es aufgehört zu schneien. Zu der Krise der Wirschaft gesellt sich noch die Krise des Himmels; auch dort scheint alles in Unordnung gekommen zu sein. Ein großer Theaterabend Volksbühne:*£iliom* von Franz Molnar Em Abend, an dem ein Molnar gespielt wird, ist nie ver- loren. Er sst ein glänzender Bühnentechniker. Er weiß die Szenen aufzubauen, eine aus der andeni. Und er weiß die Zuschauer in den Zustand gespannter Erwartung zu versetzen, ohne die es im Theater einmal nicht abgeht. Aber das ist nicht das'Geheimnis seiner sicheren Bühnenwirkung allein: ob er ein leichtes und oberflächliches Sujet wählt— wie er es am meisten liebt—, oder ob er tiefer in das Leben hineinleuchtet, immer haftet seinen Komödien noch etwas Nachdenkliches an, das einen nicht losläßt, lange, nachdem man den Abend genossen hat. Sein„Liliom", seine„Vorstadtlegende", das Werk, mit dem sich Molnar über sich selbst«rhebt, hat das älteste Motiv von der Welt,«in Motiv, das sich seit undenklichen Zeiten als das stärkste erwiesen hat, das nie all wird und nie alt werden kann: „Liliom" sst Molnars großes Lied der Liebe. Liliom, den Luden und Tunichtgut, den Kerl mit Riesenkräften, der zu anständiger Arbeit nicht taugt, den Helden vom Rummelplatz, der die Herzen nimmt und achtlos wieder fortwirft, den Windhund, dem scheinbar alles schnuppe sst, den Muskelprotz, der es schändlich fände, wenn man ihn bei einer sentimentalen Regung ertappte, diesen Liliom, gerade den packt di« große Liebe. Er schämt sich wie ein Schulmädel, das einzugestehen, er verbirgt sein Gefühl unter Brutalität und schlägt die Frau, sür die er unbedenklich einen Raubmordvcrsuch begeht. Wie das Molnar sieht und zeichnet, das ist rührend und groß zugleich. Das ist das Herrliche an der Komödie, daß alles nur an- getippt wird, daß kleine Streiflichter auf ein ganz und gar unheroi- sches Leben fallen, daß sich aber dabei das große Rätsel erhellt, das wir Leben nennen. Und das ist>das Beglückende an„Liliom", daß, wenn wir im Parkett sitzen, alles oberflächlich, spielerisch, unwesent- lich erscheint, und daß wir erst hinterher merken, wie tief wir ins Leben geblickt haben. So soll das Theater sein: wir wollen nicht wissentlich belehrt werden, wir wollen erleben und s o erleben, wie es in der Wirklichkeit geschieht. Etwas ereignet sich, und erst hinter- her wissen wir, daß es ein Erlebnis gewesen ist. Wer das nicht fühlt, der hat keinen Sinn fürs Theater— und der wind die Ge- schichte vom armen Liliom, der nachher in den Himmel kommt und sich da flegelhaft benimmt, rührselig und— vielleicht— kitschig finden. Molnars.Liliom" hat deshalb und auch aus äußeren Gründen nicht die Bedeutung erlangt, die ihm nach seinem dichterischen Wert zukommt. Die Uraufführung hat im Kriegsjahr stattgefunden. Dann ist„Liliom" noch«inmal aufgetaucht, und dann haben die Theater- männer das Stück vergessen. Vielleicht haben sie es auch nicht ver- gessen, sondern nur keinen rechten Darsteller sür den Liliom gefunden. Jetzt hat Karlheinz Martin die große Entdeckung gemacht: Hans A l b e r s ist der geborene Liliom. Wer ihn sieht, dem drängt sich die Vermutung auf, die Rolle hat Molnar diesem Schauspieler auf den Leib geschrieben. Was natürlich nicht der Fall ist. Hans Albers spielt den Liliom mit einem unvergänglichen— und unvergeß- lichen— Lächeln, mtt einer sonnigen, jungenhaften, übermütigen Heiterkeit. Keine Lumperei, an der sein Erdenwallen reich ist, kann man ihm übelnehmen. Er ist der Rausbold mit dem strahlenden Herzen, den es„überkommt", den für seine Missetaten keiner ver- antwortlich machen kann. Er ist nun mal so. Und wenn er anders wäre, würden wir ihn nicht gern haben. Himmel, was hat dieser Albers für ein Leben in den Knochen, was sprüht aus diesem Kerl sür ein beglückendes Temperament. Wir haben förmlich Angst um die Bühnenrequisiten. Er schaukelt sich an Balken, daß sie sich biegen, wirft Steine, daß der Kuppelhorizont splittert, und lacht sein Knaben- lachen. Dies offene, freie Gesicht mit den hellen Augen werden wir lange vor uns haben. Wieder ist Karlheinz Martins Inszenierung grandios. Wir brauchen die Bühnenbilder nicht zu loben. Wie immer, spiegeln sie das Leben, den Rumm«lplatz mit seinem lauten Getöse, die mickrigen Vorstadtwege, die engen Räume beim herumfahrenden Artistenvyfk. � Aber was alles in den Schatten stellt, ist die Szene im Himmel,>di«» ebenso wie Albers Darstellung unvergeßlich bleibt. Das ist eine Herr- liche Gestaltung einer vom Dichter nur angedeuteten Idee. Aus dem Bild allein strömt eine beseligende Heiterkeit und doch verletzt es nicht fromme Gefühl«. Dabei wird Martin unterstützt von Theo Mackebens Musik, die zwischen Getragenheit, Lustigkeit und sanf- ter Parodie eine wundervolle Mischung hervorzaubert. Ein Star spiett mit und, wie immer, tritt er nicht aus der Reihe und drängt sich nicht in den Vordergrund. Die Volksbühne hat eben ein Ensemble. Wir müßten jedes einzelne Mitglied nennen, wenn wir Leistungen hervorheben wollten. Der Beifall war unvergleichlich. Albers und mit ihm Molnar und Martin mußten immer wieder vor die Rampe. Als es zum zehnten Mal« geschah, flatterten von der Galerie Zettel ins Parkett: Werbeschriften sür eine andere Bühne, die der Volksbühne Mitglieder stehlen will. Das ist ein unfaires Verhalten. So kämpft man nicht gegen die Konkurrenz. Und di« Zettel haben einen besonderen Reiz. Es steht drin:„Die Volksbühne hat sich das eigene Todesurteil ge- sprachen." Und das verteilen die gehirnlosen Verbreiter der Flug« schrist an einem Abend, der zu den stärksten der Volksbühne gehört. Ernst Oesner. Bühnenverein will Kürzung der Siargagen. Aber auch der tteinsten Oarstellerhonorare? Im Bühnenverein fand eine Sitzung statt, zu der sämtliche Berliner Theaterdirektoren erschienen waren Es wurden zur Sanierung des Theaterlebens folgende Vorschläge eingebracht: 1. Sämtliche Gagen— die Starhonorare bis zur Hälfte—- herabzusetzen: 2. Stundung der Lustbarkeitssteuer zu fordern: 3. Stundung der Zahlung der Mieten für die Theater, 4. die Autorentanttemen zu kürzen. Eine Anzahl der Direktoren oertrat die Ansicht, daß ein Teil der Anträge gegen Treu und Glauben verstoße. Vor allem fei es un- zulässig, Schauspielern, die man unter Kenntnis der gegenwärtigen Theaterlage erst kürzlich verpflichtet habe, die Auszahlung der Boll- gagen zu verweigern, wie das der Antrag fordert. Man solle einen Beschluß wegen künftiger Regelung bzw. Herabsetzung der Gagen fassen, nicht aber bestehende Verträge für ungültig erklären wollen. Schließlich wurde ein Ausschuß gewählt, der Verhandlungen mtt der Bühnengcnossenschaft einleiten soll ferner soll er mit der Stadt— wegen der Lustbarkeitssteuer— und mit der Autorenvereinigung verhandeln._ „Oer fröhliche Weinberg." Zm Theater in der Klostersiraße. Das Theater in der Klosterstraß« hat künstlersschen Ehrgeiz— wenn es sich auch manchmal auf kurze Zeit in die Ecke stellt. Aber es bleibt lebendig und wohlerhalten. Das bewies auch die Neuein- studierung von Karl Zuck mayers„Fröhlichem Wein- berg". Kein« Starnamen zieren das Programm: die Regie führt wie immer Franz Sondinger, der sich gleichzeitig als Darsteller bettäigt. Aber welch ausgezeichnetes Ensemblespiel wird geboten, wie prachwoll greifen die Darstellungen, di« Szenenbilder ineinander. Der Humor entwickelt sich natürlich, lustvoll für den Zuschauer, nicht durch jähe Uebertreibungen hervorgehoben, sondern als Grundton des ganzen Stückes durchgehalten. Di« Aufführung hatte denn auch einen fröhlichen und wohlverdienten Erfolg. Die Masken fallen Lohnabbau- unbedingt! Preisabbau- unmöglich! Am Dienstag fanden zwischen dem Gesamtverband und dem Berband Berliner Spediteure Verhandlungen statt über den Neuabschluß des Lohntarifvertrages für die Spedi tionsarbeiter, der von den Unternehmern zum 15. Januar gekündigt worden ist. Die Verhandlungen verliefen einmal nicht im üblichen Geleife. Die Spediteure stellten überhaupt keine bestimmt gefaßten Lohnabbauanträge, sie forderten von den Vertretern des Gesamtverbandes lediglich die Erklärung, ob sie bereit seien, über einen Lohnabbau zu verhandeln. Bon den Gewerkschaftsvertretern wurde erwidert, daß sie burchaus bereit seien, über einen Abbau der Löhne zu verhandeln, wenn die Spediteure thre Speditions= fäße ermäßigen, sich zugleich bei der Reichsbahn für eine Senkung der Frachtfäße einsehen, und wenn dann auf Grund dieser Maßnahmen die allgemeinen Lebens haltungskosten wesentlich sinfen sollten. Zur Herablegung ihrer Speditionsfäße erflärten sich ete Spediteure außerstande, und von den Bemühungen um Schiedsspruch in Mitteldeutschland. Vier Pfennig Lohnabbau in der Metallindustrie. Halle, 8. Januar. Nach 30stündiger Berhandlung fällte der Schlichtungsausschuß Halle heute in der vierten Morgenstunde im Lohnstreit in der mitteldeutschen Metallindustrie für die Tarifgebiete Halle, Magdeburg, Anhalt und Thale einen Schiedsspruch, der die alten Lohnfäße vom 13. Februar 1928 am 12. Januar 1931 wieder in Kraft feßt. Somit ist also die letzte Lohnerhöhung rückgängig gemacht. Ab 23. Februar werden die Stundenlöhne der Attorbarbeiter um weitere 2 Pf., d. h. von 80 auf 78 Pf. geſentt. Der Antrag auf Einführung von Arbeitstlassen in Anhalt ist abge= lehnt worden. Damit werden die Löhne um 4 Pf. in der Spize abgebaut. Die Unternehmer hatten eine Lohnkürzung von 15 Broz. gefordert. Die vorstehende Lohnregelung fann erstmalig mit vier. möchiger Frist zum 1. August 1931 gefündigt werden. Die Arbeiter nehmen heute zu dem Schiedsspruch Stellung. Stegerwald zum Ruhrkonflitt. Regierung will sich vor Unternehmern nicht beugen. Der Reichsarbeitsminister läßt durch das Wolff- Büro eine längere Erklärung verbreiten, in der es heißt: Der Zechenverband behauptet, daß er bei dem Lohnkonflikt im die Sentung der Frachtsätze bei der Reichsbahn versprachen Ruhrbergbau in zweifacher Hinsicht von der Reichsregie. sie sich gar nichts. Vor allem könnten diese Schritte, so sagten rung enttäuscht worden sei: Einmal hätten die Bergbauunterfie weiter, bis zum Tarifablauf am 15. Januar nach ihrer Aufnehmer nach dem Gange der Verhandlungen über die Preissenfung faffung zu feinem Ergebnis führen. Mit diesem Tage müßten im Reichswirtschaftsministerium annehmen müssen, daß der Reichsaber die Löhne der Speditionsarbeiter„ unbedingt heruntergejetzt arbeitsminister sich für eine Lohnfentung von mindestens werden. 8 Proz. ab 1. Januar einsehen würde, und daß er sich dabei im Einverständnis mit dem Gesamtkabinett, insbesondere dem Reichskanzler befände" Weiterhin habe es im Interesse der Unternehmer gelegen, die Kündigung der Gesamtbelegschaft schon zum 1. Januar vorzunehmen, um von diesem Zeitpunkt ab freie Das Endergebnis war schließlich, daß die Verhandlungen" über einen Lohnabbau, dessen Höhe den Gewerkschaftsvertretern gar nicht bekanntgegeben wurde, als gescheitert abgebrochen wurden und die Spediteure nunmehr den Schlichtungsausschuß anrufen wollen. Die Spediteure find wohl von ihrer besonderen Schlauheit überzeugt. Die Vertreter des Gesamtverbandes zwangen die überschlauen Unternehmer aber, sich zu demaskieren. Und siehe da: dem unbedingten Lohnabbau- wieviel ist nicht sicher, aber Lohnabbau wieviel ist nicht sicher, aber Lohnabbau muß sein steht die Unmöglichkeit des Preisabbaues gegenüber. Ob diese Argumentation auf den Schlichtungsausschuß besonderen Eindruck machen wird, erscheint uns zweifelhaft. beantragt. Verhandlungen vor dem Schlichter sind noch nicht an beraumt worden. Kommunistische Streifflaute. Gleiwik, 8. Januar. Obwohl am Donnerstagvormittag zwei weitere Gruben von der Streitbewegung erfaßt worden sind, ist die Zahl der ausftändischen Arbeiter im oberschlesischen Bergbau gegenüber Mittwoch nachmittag erheblich zurückgegangen. Auf allen bestreiften Gruben ist der Prozentsaz der nichteingefahrenen Arbeiter start gesunken. Es streifen am heutigen Donnerstag auf Grube Königin Luise Ostfeld 36,7 Proz.( Mittwoch nachmittag 67 Proz.), Königin Luise Westfeld 18,7( 31), Guido 8,7( 20), Hedwigswunsch 45( 80), Concordia 30( 96), Castellengo 47( 85), Abwehr 63( 90), Heinig 16( nichts), Hohenzollern 40( nichts), Preußen 19( 40), Ludwigsglüd nichts( 40), Dehringen nichts( 60). Proz. Auf allen übrigen Gruben wird voll gearbeitet. Neue Verhandlungen in Südwales. Condon, 7. Januar. Die Aussichten für eine baldige Beilegung des Arbeitstonflittes im Kohlengebiet von Südwales haben sich gebessert. Auf Grund der Unterredungen, die Handelsminister Graham und Bergwerksminister hinwell mit Bergwerksbefizern und Gewerkschaftsführern hatte, wurde für heute eine gemeinsame Konferenz beider Parteien im Handelsministerium angesetzt. Graham wird den Vorsiz der Konferenz führen. Man hofft, daß sich eine Grundlage finden läßt, auf der eine Berständigung in dem Konflikt herbeigeführt werden kann. Das Kabinett befaßte 10% Prozent Lohnabbau! Ein lautes und freudiges, Ja!" der Unternehmer. Die Möbeltransportarbeiter haben den Lohn abbauschiedsspruch des Berliner Schlichtungsausschusses in einer start besuchten Branchenversanunlung fast einstimmig abgelehnt. Der Schiedsspruch sieht bekanntlich in drei Etappen einen bedingungslofen Cohnabbau von insgesamt 10% Proz. vor. Die Unternehmer haben dem Schiedsspruch natürlich freudigen Herzens zuge stimmt und bereits seine Berbindlichkeitserklärung in Südwales. -fich am Dienstag ebenfalls in einer längeren Sigung mit dem Streit Die Bluttat eines Betrogenen Bom Liebhaber seiner Frau erfchoffen Ein Straßenhändler, der auf Jahrmärkten sich heiser redet, um seine Artikel an den Mann zu bringen, er. schießt, von einer Jahrmarktsreise zurückgekehrt, den Liebhaber feiner Frau. Jeht muß er sich vor dem Landgericht I wegen Totschlags verantworten. Die Ehetragödie des 46jährigen Angeklagten N. scheint die alte Erfahrungstatsache zu bestätigen: Jugendliebschaften führen nur felten zu glücklichen Ehen. Die damals kaum Vierzehnjährige wurde von dem Einundzwanzigjährigen geschwängert; das Kind kam tot zur Welt. Die jungen Leute wohnten im selben Hause. Das Mädchen fam in eine Fürsorgeanstalt, nach ihrer Rückkehr zu den Eltern nahm N. die Beziehungen wieder auf. 1915 heirateten sie. Der Ehe entsprangen drei Kinder. N. war oft außerhalb Berlins. Eine gewisse Unruhe wich niemals von ihm. N. mißtraute seiner Frau. Sie konnte den Männern nur schwer widerstehen. 3weimal wußte der Mann ihr Ehebruch nach zuweisen. Dann bemerkte er, wie sie freundschaftliche Beziehungen zu dem Hausbewohner T. aufnahm. Er stellte die Frau zur Rede, nahm auch T. ins Gebet. Dieser gab ihm die Hand darauf, daß er seine Frau in Ruhe lassen würde. Als N. aber eines Tages nach einer längeren Geschäftsreise aus Budapest zurückkehrte, erfuhr er von den Nachbarsfrauen, daß T. während seiner Abwesenheit sich wieder stundenlang bei seiner Frau aufgehalten habe. Zwischen den Eheleuten kam es zu einem heftigen Auftritt. Die Frau leugnete alles ab. Der Mann mißhandelte sie. T. erschien in der Tür mit einem Beil in der Hand. Am nächsten Tage zog die Frau mit ihren Kindern zu ihrer Mutter. Der Mann reichte die Ehescheidungsklage ein. Wenige Tage später bat die Frau, zu ihm zurückkehren zu dürfen. Er nahm sie wieder bei sich auf. Kurze Zeit darauf erschien bei N. ein Arbeiter und erzählte ihm, daß T. auch mit seiner Frau poussiere. Der Don Juan erhielt eine Abreibung, an der auch Frau N. teilnahm. Seitdem haßten die Männer einander. N. fühlte sich bedroht und zog nach der Perle berger Straße; er nahm hier eine Portierstelle an. Die Frau beforgte das Haus, der Mann befand sich nach wie vor des öfteren außerhalb Berlins, nun hatte er feinen Grund mehr zur Unruhe. Bis er eines Tages von zwei Jungen hörte, daß seine Frau sich wieder mit 2. getroffen habe. Sie fand eine harm lose Erklärung, er beruhigte sich scheinbar, in Wirklichkeit nagte an ihm von nun an wieder Eifersucht. | geflüchtet. Auch der Befund der Schußöffnung scheint dieser Bermutung recht zu geben. Zur Verhandlung, ist eine große Anzahl Beugen geladen, darunter auch Frau und Töchter des Angeklagten. Pietsch ohne Gedächtnis. Auch einer von den nationalen Helden. In Spandau betätigt sich ein 23jähriger Rudolf Bietsch teils als Redakteur, teils als Verleger einer Havelzeitung". Befagter Pietsch fommt eines Tages es war am 2. Juli 1930 in ein Lokal in der Breiten Straße, das den ulkigen Namen„ Bum alten Jahrhundert" führt. Hier beginnt er zu zechen, gibt mächtig an, hält große Reden, natürlich in nationaler Färbung und be schimpft plötzlich den damaligen Reichskanzler Herman Müller in gemeinster Weise. Als dann früh gegen 3 Uhr der Pietsch die beleidigende Aeußerung wiederholt, verlangt ein anwesender Gast den Namen des Beleidigers. Pietsch überreicht ihm seine Karte mit dem Bemerfen, er warte ja auf diese Anzeige und werde die Aeußerungen immer wiederholen. So tam die Anzeige zustande. and in der Lohngestaltung zu haben. Dies habe der Reichsarbeitsminister verhindert mit dem Hinweis, daß ein verbind licher Schiedsspruch bestimmt so zeitig erfolgen werde, daß eine Lohnfenfung am 1. Januar 1931 eintreten tönne.. Diese Behauptungen enthalten nur eine Teilwahrheit. Noch bevor das Reichsarbeitsministerium sich mit dem Ruhrkonflikt konkret beschäftigte, hat der zuständige Schlichter erklärt, daß er neben den zahlreichen Feierschichten der letzten Monate im Ruhrfohlenbergbau eine Lohnfürzung von& Proz. nicht für fragbar halte. Darüber ließe sich erst reden, wenn von Unternehmerseite feste Zusicherungen über eine wesentliche Einschränkung der Feier schichten gegeben werden könnten, was sich aber bei mehreren Besprechungen als nichtmöglich herausstellte. Sodann sind die Schlichter feineswegs nur willfährige Werkzeuge in der Hand der Regierung, sondern Persönlichkeiten mit eigener Meinung und Ver antwortlichkeit. Bon feiner Regierungsstelle ist den Unternehmern bel der Kohlenpreissentung fest in Aussicht gestellt worden, daß im Kohlenbergbau eine Lohnkürzung von mindestens 8 Proz. ab 1. Januar eintreten werde". Zudem hat der Reichsarbeitsminister den Unternehmern am 5. Januar in Dortmund eigens gesagt, daß das Reichswirtschaftsministerium auch heute noch aus wirtschaftlichen Gründen eine Lohnfürzung von 8 Proz. im Kohlenbergbau für notwendig halte, daß aber die Gesamtregierung das Ganze sehen und daher die wirtschaftlichen und politischen Realitäten und Möglichkeiten auf einen Renner zu bringen suchen müsse. In einer am 12. Dezember stattgefundenen Besprechung zwischen den Zechenbefizern und dem Reichsarbeitsminister erflärten erstere, daß sie beschlossen hätten, die Gesamtbelegschaft an der Ruhr am 15. Dezember zum 1. Januar zu fündigen. Der Reichsarbeifs. Weihnachten so große politische und auch wirtschaftliche und finanminister entgegnete, daß die Ausführung dieses Beschlusses um zielle Gefahren zum Jahresultimo zur Folge haben werde, daß die Reichsregierung ein solches Beginnen nicht ruhig hinnehmen könne. Diese Politik stehe im striftesten Gegensatz zu der der Reichsregierung. Der Herr Reichspräsident habe die Sanierungsgefeße u. a. auch deswegen mit dem Artikel 48 der Reichsverfassung Anfang Dezember in Kraft gefeßt, um die gekennzeichneten Schwierigkeiten zum Jahresschluß zu mildern, während diese durch die Absichte der Ruhrbergbauunternehmer vergrößert und verstärkt werden. würden. Auf die späten Verhandlungstermine am 29. Dezember 1930 und am 7. Januar 1931, auf die sich die Parteien geeinigt haben, hat das Reichsarbeitsministerium aber feinen Einfluß ausüben können; es fonnte nach Lage der Sache einen Schiedsspruch am 29. Dezember gar nicht erzwingen, es sei denn, daß Schlichter und Reichsregierung übereinstimmend und willenlos sich den Anschauungen der Unternehmer gebeugt hätten. Schneetod eines Berliner Studenten! Wir brachten am Dienstag eine Meldung aus Hirschberg in Schlesien, wonach der Student Heinz Brenning, Berlin- Mariendorf, im Riefengebirge nicht erfroren sei, sondern ein unbekanntes Gift genommen haben sollte. Wie uns aber jetzt die Eltern mitteilen, ist der Tod laut Totenschein durch Erfrieien eingetreten. Die Leiche ist überhaupt nicht obduziert worden. Ihr Sohn war stets ein lebens. lustiger Mensch, dem nie Selbstmordgedanken gekommen sind. Er hat sicher auf einer Stitour den Weg verloren und in der Uebermüdung hat ihn der Schlaf übermannt, aus dem er leider nicht mehr erwachen sollte. BBG.- Ubahnverkehr. Die Versammlungen am Freitag um 10 und 20 Uhr finden nicht Tempelhofer Str. 30, sondern Tempelhofer Ufer 30 statt. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 8. Januar. Berlin Pietsch hatte sich jetzt vor dem Großen Schöffengericht in Spandau zu verantworten. Und siehe da, Herr Pietsch ist plöplich ganz flein. Troßdem Zeugen einwandfrei befunden, daß er den Reichskanzler beschimpft und auch erklärt hat, die Beschimpfung zu wiederholen, erklärt er jetzt, er heiße Haase und wisse von nichts, dieweil er betrunken war. Aljo der übliche nationale Helden nut an Gerichtsstelle. Der Gerichtsvorsitzende Tempelhagen fragt den Vertreter des Nebenflägers Rechtsanwalt Dr. Landsberg besorgt, ob es denn nicht möglich sei, die Sache durch Einigung ous der Welt zu schaffen. Da stellt sich heraus, daß Dr. Landsberg vorgeschlagen hatte, daß P. für die Spandauer Stadtarmen 100 mart zahlen sollte. Auf dieses Schreiben hat der Beschuldigte nicht geantwortet und so bat Dr. Landsberg um Durch 17.50 Heilfron: Rechtsfragen des Tages. führung der Verhandlung. Auch der Herr Staatsanwalt war auf Milde gestimmt, denn erstens sei die Beleidigung politischer Natur und zweitens sei der Pietsch auch betrunten gewesen. Strafverschärfend aber wirfte das Berhalten des Beschuldigten nach der Tat und im Gerichtsseal. Deshalb beantrage er 200 Mart Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis. Dr. Landsberg als Beauftragter des Nebenflägers schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts an. Er hätte eine Ge fängnisstrafe beantragt, wenn der Beschuldigte nicht betrunken gewesen wäre. Hermann Müller ist ein Mann, der sich um sein Vaterland Berdienste erworben hat. Der junne Angeklagte tönne diesem Mann nicht das Wasser reichen. Er verlange noch die Publitation in den Spandauer Blättern. Das Urteil lautete auf 150 m. Geldstrafe oder 15 Tage Gefängnis. Dem Reichskanzler a. D. Hermann Müller wurde die Befugnis zugesprochen, das Urteil einen Monat nach Rechtstraft im Spandauer Volksblatt" und in der Spandauer Zeitung" auf Kosten des Verurteilten zu veröffentlichen. Im September sollte die Einsegnung seiner ältesten Tochter statt finden. Er fehrte zwei Tage früher als beabsichtigt zurüc, beobachtete sein Haus und stellte fest, daß seine Frau in Begleitung der beiden jüngeren Kinder sich mit T. traf. Und wieder kehrte der von Eifersucht Geplagte unerwartet nach Berlin zurück. Er schlich zu seiner Wohnungstür hinauf und fand sie von innen geschlossen. Er wartete und fah T. feine Wohnungstür verlassen. Er hörte ihn bas Haustor aufschließen; als er selbst hinaustrat, war I. verschwunden. Wenige Minuten später sah er ihn wieder vor sich stehen. Was weiter geschah, muß erst die Beweisaufnahme ergeben. n behauptet, daß T. auf ihn losgegangen sei, er sei geflüchtet, 2. ihm hinterher, da habe er auf ihn geschossen. Er sei in Not- Wenn einer vor dem Krieg einen Schußmann schief ansah, wehr gewesen. Die Antlage behauptet dagegen, T. fei vor ihm j befam er Kasten, daß es nur jo brummte. 16.05 Reklame. Hermann Schneider: Grundsätze zeitgemäßer Reklame. 16.30 1. Brahms: a) Capriccio C- Dur; b) Romanze F- Dur( Annekäthe Relistab, Klavier). 2. R. Trunk: Kinderlieder( Lily Kusenberg, Sopran. Flügel: Annekäthe Rellstab). 3. Brahms: a) Intermezzo A- Dur; b) Rhapsodie G- Moll( Annekäthe Rellstab). 4. Grieg: Lieder( Lily von Kusenberg). 17.30 Dr. Ueberall erzählt. 18.20 Programm der Aktuellen Abteilung. 18.45 Volkslieder. 19.10 Arbeitsmarkt. 19.15 Wovon man spricht, 19.45 Unterhaltungsmusik. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Herodes und Mariamne". Tragödie von Friedrich Hebbel. Regie: Alfred Braun. 22.40 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Ober- Stud.- Dir. Leffson: Geist und Form der Schulfeiern. 17.30 Mersmann: Hausmusik. 18.00 Wunderlich: Deutsche Jugendpflege in Südwestafrika. 18.30 Prof. Dr. Rothacker: Neue Probleme der Erkenntnislehre. 19.00 Reg.- Präs. Dr. Simons: Was erwarten wir vom Völkerbund? 19.30 Oberamtmann Thilo: Wirtschaftliche Schafthaltung. 20.00 Bruno Nelissen- Haken: Die seelischen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit. 20.30 Hamburg: Erstes Europäisches Konzert. 22.15 Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. Verantwortl. für die Redaktion: Herbert gepère, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin, Berlag: Borwärts Berlag G. m. 5. S.. Berlin. Drud: Vorwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin GB 68, Lindenstraße 3. Sieran 1 Beilage. Beilage Donnerstag, 8. Januar 1931 Unsere Arbeiterbildung Eine Bilanz/ Bon Richard Weimann Die Arbeiterbewegung ist von jeher eine Kulturbewegung gewesen. Der Sozialismus ist nicht nur ein politisches Ziel und eine neue Wirtschaftsform, er bedeutet zugleich höchste und edelste Menschlichkeit. Das Verhältnis der Menschen untereinander soll im Geist einer verantwortlichen Solidarität neue Form gewinnen, allen Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden, an den Gütern der Kultur teilzunehmen. Als erste Vorauslegung gehört dazu die Sicherung der Eristenz, die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse. Die Sicherung der Existenz fann aber nur elementare Borausfegung, nicht legtes Ziel des Sozialismus sein. Leßtes Ziel ist die Entfaltung aller geistigen, fittlichen und körperlichen Kräfte des Menschen im Dienst der schaffenden Gemeinschaft, die dem Menschen jene innere Befriedigung gewährt, die er braucht, wenn für ihn das Leben überhaupt sinnvoll sein soll. In dieser Betonung ho ch ster Lebenswerte, die das Wesen des Sozialismus ausmacht, offenbart sich auch sein Charakter als einer geistigen, auf fulturelle Ziele gerichteten Bewegung. Das hervorzuheben ist besonders notwendig gegenüber jenen Kreisen, deren Evangelium rohe Gewalt und Drosselung alles echten Menschentums iſt. Der Befreiungskampf der Arbeiterklasse ist von jeher mit geistigen Waffen geführt worden. Diese Waffen hat sie sich felbst geschmiedet, denn die herrschenden Gewalten haben sich ihrem Streben nach Licht und Aufklärung mit allen Mitteln widersetzt. Das Streben nach Wissen und Bildung war daher für die sozialistische Arbeiterschaft von Anfang an selbstverständlich. An der Biege der Bewegung standen bereits Arbeiterbildungsvereine Die Vorhämpfer des Sozialismus waren im besten Sinne des Wortes geistige Persönlichkeiten. Die Berliner Arbeiterbildungsschule feiert 3. B. in diesem Monat ihr 40jähriges Bestehen. Sie wurde von Wilhelm Liebknecht gegründet und hat sich ihren Plaz im Berliner Parteileben erobert. Eine planmäßige sozialistische Bildungsarbeit über das ganze Reich gibt es feit 25 Jahren. Im Jahre 1906 wurde auf dem Mannheimer Parteitag die Einrichtung des Zentralbildungsausschusses der Sozialdemokratischen Partei beschlossen, der noch im gleichen Jahr unter der Leitung des Genossen Heinrich Schulz, der auch heute noch Vorsitzender des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit und des Sozialistischen Kulturbundes ist, zusammentrat. Der ehemalige Zentralbildungsausschuß ist nach dem Kriege, den veränderten Verhältnissen entsprechend. in den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit umgewandelt werden. Er bildet die Zentrale für das sozialistische Bildungswesen Deutschlands. Ihm find 1100 örtliche Arbeiterbildungsausschüsse und Kulturkartelle angefchloffen, als organisatorische Zwischenglieder bestehen 33 Bezirks ausschüsse. Bielfältig find die sozialistischen Kulturaufgaben der Gegenwart. Vor dem Kriege tonzentrierte sich die Tätigkeit des Zentralbildungsausschusses auf wenige Gebiete, unter denen die wissenschaftliche Schulung im Vordergrund stand. Nach dem Kriege fah sich die sozialistische Bewegung als Mitträger des Staates vor eine Fülle der verschiedensten Aufgaben gestellt, so daß auch die Aufgaben des Bildungswesens vielfältiger wurden. Aus der positiven Arbeit, die die Vertreter der Partei und Gewerkschaften auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu leisten haben, erwuchs mit Notwendigkeit die Forderung nach einer planmäßigen Schulung der wichtigsten Funktionärgruppen der Bewegung. Ebenso notwendig war, unsere Anhänger einzuführen in die politischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart, deren Verständnis notwendig ist, um den Kampf der Arbeiterklasse in der veränderten Situation erfolgreich zu führen. Auch die vermehrten Kampffronten, die rechts und links von der Partei entstanden sind, verlangen geschulte und schlagkräftige Kämpfer, die den Angriffen der Gegner mit über legenen Argumenten zu begegnen wissen. Daneben darf aber auch die grundsäßliche Schulung, insbesondere die Einführung der heranwachsenden Generation in die Gedankenwelt des Sozialismus und die Geschichte der Bewegung nicht vernachlässigt werden. Ein Heer von fachkundigen, geschulten Referenten ist in allen Bezirken für diese Bildungsarbeit tätig. Außerdem verfügt der Reichsausschuß über zwei hauptamtlich tätige wissenschaftliche Wanderlehrer, die das ganze Reich bereisen und Schulungskurse ab halten. Die höchste Form unserer Schulungsarbeit bilden die Ferienkurse. Sie dauern in der Regel eine Woche und finden in schön gelegenen Heimstätten statt. Sie dienen in Form von Arbeits. gemeinschaften der Aussprache und Klärung wichtiger aktueller Fragen. Der Reichsausschuß entfendet alljährlich etwa 30 junge Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Arbeiterhochschulen Tinz und Harris. leefeld, die den Teilnehmern in fünfmonatigen Kursen eine grundlegende Einführung in die wichtigsten Probleme unserer Zeit geben. Die Zentralstelle für das Arbeiterbüchereiwesen steht mit etwa 2000 Büchereien in Verbindung. Die Zahl der Arbeiter büchereten ist noch weit größer. Eine erfolgreiche Schulungsarbeit ist nur denkbar im engsten Zusammenwirken mit den Arbeiterbüchereien, die den Kursushörern die wichtigste Literatur zum Studium vermitteln. Diese Literatur ist für viele Arbeiter uner. schwinglich, so daß hier die eigentliche kulturelle Aufgabe der Arbeiterbüchereien einfegen muß. Die Abteilung für Ferien und Studienreisen ruft den Werktätigen zu: Beitet euren Blick durch Reisen! Studiert die Einrichtungen anderer Städte und Länder, lernt fremde Völker fennen, tretet in Verbindung mit den Arbeitern des Auslandes! Die unmittelbaren Eindrüde, die man aufnimmt, schärfen den Blick. Die Arbeiterschaft hat sich mit Hilfe der Organisationen den Anspruch auf Ferien erfämpft, nun gilt es, die Ferienzeit sinnvoll auszunuzen. Eine Bewegung, die von den Maffen getragen wird, muß danach streben, im Gefühl dieser Massen zu leben, ihnen seelische Erhebung und Begeisterung zu geben. Die Arbeiterfeste, die um eigenen Stil und Ausdrud ringen, geben den Maffen das Gefühl der Berbunden heit mit der sozialistischen Idee. Die Abteilung für Festkultur sowie eine besondere Arbeiter Musikfommission ist mit der Pflege der Festkultur betrauf und unablässig bemüht, an der Gestaltung der Arbeiterfeste zu arbeiten, um deren Inhalt mit der Lebenswelt des Arbeiters in Einklang zu bringen. = Auch Film und Rundfunk, die modernen Mittel der Massenkultur und-propaganda, sind wichtig, um den Kontakt mit den Massen zu gewinnen. Die freie Funkzentrale widmet sich allen Fragen des Rundfunks, vor allem sucht sie die Wünsche der Arbeiterschaft zu erforschen und dem Rundfunk gegenüber zu vertreten. Sie wirkt darauf hin, daß das Programm des Rundfunks zeitnah und lebendig ist, daß die aktuellen Fragen, die die breiten Massen des Boltes bewegen, auch im Rundfunk ihren Niederschlag finden. Der Film und Lichtbild dienst verfügt über einen reichen Bestand von Lichtbildserien. Er unterhält einen Film- und Lichtfpielverleih. Eine Reihe eigener Filme sind bereits vorhanden, die der Aufklärung und Propaganda dienen und mit großem Erfolg von den Organisationen verwendet werden. Mit| Genugtuung können wir feststellen, daß unsere Organisationen über all mit den modernen technischen Mitteln arbeiten und daß alle | Der Abend Shadausgabe des Vorwärts Bezirke mit eigenen Filmapparaten versehen find. Der Sozial demokratie war es als der einzigen Partei möglich, im letzten Wahlkampf bereits den Tonfilm zu verwenden. Die geschilderten Aufgaben lassen erkennen, von welcher Bedeutung die Tätigkeit des Reichsbildungsausschusses ist und welch gewaltiges Arbeitspenfum von ihm erledigt wird. Seine Ausgaben betrugen im letzten Jahr etwa 1½ Millionen Mart. Der Reichsausschuß hat eine reiche Bildungsliteratur herausgegeben, außerdem verfügt er über eine eigene Monatsschrift„ Die sozialistische Bildung" mit den Beilagen ,, Bücherwarte" und Sozialistische Erziehung". Unsere Darstellung bezieht sich ausschließlich auf die Tätigkeit der Reichsbildungszentrale. Bedenkt man, daß daneben noch die einzelnen Orts- und Bezirksausschüsse tätig sind, so ergibt sich eine solche Fülle positiver wertvoller Kulturarbeit, wie sie keine andere Bewegung aufzuweisen hat. Die Arbeiterschaft kann stolz auf diese Arbeit sein, die ihre wertvolle Ergänzung noch in der umfangreichen Kulturarbeit der Gewerkschaften, des Arbeiterfänger. bundes und anderer Organisationen findet. Diese gewaltige Kulturarbeit wird ganz aus eigener Kraft, aus den geringen Beis trägen der Arbeiter und Arbeiterinnen geleistet eine Tatsache, die das beste Zeichen für die unversiegbare Kraft und den unaufhaltsamen Aufstieg der sozialistischen Bewegung ist. Also sprach Bledow! Ein Nachwort von Anna Siemfen Die Zeitungen haben ziemlich ausführlich berichtet über die| Kopfjäger, der Giftpfeile schießende Zwergenmensch oder der Feme Heidelberger Studentendemonstrationen gegen die mörder und Gasbomben schleudernde Hitlerjüngling. Der Fort Ernennung Dr. Gumbels zum außerordentlichen Profeffor. Waschritt der Menschheit ist für ihn Fortschritt in der an zuverlässigen und genauen Berichten darüber vorliegt, ist an sich affentechnik: Vom Wurfstein und Bumerang zum Tank nicht überraschend. Etwas anderes macht diese Protestfundgebung und Giftgas. Was darüber ist, das ist vom Uebel. interessant. Einer der Redner auf der ersten Protestversammlung am 7. November, ein Herr Bledow, hat unter Beifall der Versammel ten und ohne Protest auch der anwesenden Professoren folgendes nach dem Stenogramm ausgeführt: Jedes Lebewesen, jeder Mensch im einzelnen, jedes Bolt auf der Erde muß sich seine Eristenz erkämpfen. Noch niemals hat ein gütiges Geschid der Feigheit und Unfähigkeit Vorschub geleistet. Diese Erkenntnis muß der Staat dem Bolle immer wieder ver mitteln und die Folgerungen daraus ziehen. Ein Volt braucht einen Schuß, um sich vor dem Selbsterhaltungstrieb der anderen Völker zu schüzen. So hat auch das deutsche Volk das unumstößliche Recht, diesen Schutz zu beanspruchen. Dieser Schutz ist allemal die Wehrmacht. Wir als deutsche Jugend, die wir die marristische Lüge vom ungesetzlichen Militarismus durchschaut haben, wir behaupten, die allgemeine Wehrpflicht ist nicht militaristisch oder imperialistisch, sondern sie ist der höchste Ausdruck des Sozialismus. Das ist Sozialismus deutscher Prägung. Der Staat ist verpflichtet, diese Erkenntnis dem Volke in jeder Form zu vermitteln. Das zweckmäßigste und geeignetste Mittel zur Verbreitung dieser Notwendigkeit ist die Schule und die Universität. Man darf also Schule und Universität nicht als irgendeinen Selbst 3 med, losgelöst von nationalen Gedanken und nationaler Gemeinschaft, betrachten, sondern sie sind in einem aufstrebendem Bolte die wichtigsten Glieder innerhalb eines organischen Boltstörpers. Ebenso wie ein Lehrer seinen Beruf nicht als Broterwerb betrachten darf, sondern sich als Träger des nationalen Gedankens fühlen muß, darf auch beim Universitätsprofessor nicht der Broterwerb vor dem Dienst in der Nation stehen. Das heutige System verförpert jedoch das 100 prozentige Gegenteil Schule und Universität stehen losgelöst vom deutschen Bolte. Das heutige System ist zu einem Selbstzwed, zu einer Versorgungsanstalt von recht vielen Bonzen und Bönzchen geworden." Was besagen diese äußerst aufschlußreichen Ausführungen? Die Professoren an den Universitäten dürften zu drei Vierteln aus der ortriegszeit sein. Das restliche Biertel, im wesentlichen auf die Vorschläge der Vorkriegsprofessoren hin berufen, verkörpert sich zu mindestens 90 Pro3. Borkriegsgefinnung und Borkriegssystem. Es ist wichtig, festzustellen, daß dieser, ausgerechnet dieser Zustand, von der demonstrierenden Heidelberger Studentenschaft ,, zu 100 Pro3ent" abgelehnt wird. Und ebenso interessant ist es, was sie bemängeln: Die Universität als Selbstzwed, die Losgelöstheit derselben von dem, was die als Selbstzweck, die Losgelöstheit derselben von dem, was die Studenten das nationale Leben nennen. Nun haben die Univer fitäten, die Professoren und die Vertreter der deutschen betont, und die Eigengefeßlichkeit, die Autonomie der Universität Studenten immer wieder die Eigengesetzlichkeit der Wissenschaft betont, und die Eigengesetzlichkeit, die Autonomie der Universität gefordert. Wir Sozialisten, haben immer behauptet, diese berühmte Autonomie bestehe nur in der Einbildung, in Wahrheit seien Wissen schaft und Universität als gesetzliche Erscheinungen durch die Gesellschaft bestimmt, und wer das leugne, wolle mur, bewußt oder unbewußt, eine bestimmte gesellschaftliche Entwicklung ausschließen. Nunmehr hat sich zum mindesten der Heidelberger Teil der deutschen Studentenschaft hundertprozentig befehrt: Nieder mit der Unabhängigkeit der Wissenschaft! Nieder mit der Freiheit der Universität! Jedes Was wollen die Heidelberger Studenten an die Stelle des testehenden Systems sezen? Die Ausführungen des Herrn Bledow zeichnen sich aus durch eine höchst unakademische, aber um so dema gogischere Begriffsverworrenheit. So verworren seine Beweis. führung, so deutlich sind aber seine Forderungen. Lebewesen," sagt er, muß seine Eristenz erkämpfen." Was ihm aber offenbar noch nicht klar geworden ist, ist die Tatsache, daß es sehr verschiedene Formen des Eristenztampfes gibt, daß ein Rosenstrauch anders kämpft" als eine Schmarogerpflanze, ein Regenwurm und ein Falter anders als ein Raubtier, und daß der Mensch innerhalb seiner geschichtlichen Entwicklung sehr verschiedene Formen des Eristenzlampjes entwickelt, von denen die primitiveren der Gewaltanwendung und Ver= tilgung anderer gegenüber den höheren: Arbeit, Gefeß und gegenseitige Hilfe alias Solidarität, mehr und mehr zurücktreten. Ja, daß sich das Verharren bei den alten Methoden des Existenzkampfes am Individuum( Verbrecher) wie an den Völkern( Räubervölfer) mit Untergang straft. Herr Bledow weiß davon nichts. Für ihn ist der fänipfende Mensch" schlechthin der Denn er folgert nun weiter: weil ein Mensch sich selbst behaupten muß und ein Bolt desgleichen, und weil ein Bolt sich gegen den„ Selbsterhaltungstrieb" des anderen zu schützen hat, so fordern wir allgemeine Behrhaftigkeit und die Ertüchtigung hierzu ist oberste Aufgabe des Staates. Existenzfähigkeit mird hier gleichgesezt mit Wehrhaftigkeit, Selbsterhaltung mit Gewalt gegen andere. Wäre Herr Bledow fonsequent, so müßte er verlangen, daß jeder deutsche Bürger( Bürgerin eingeschlossen) nur mit Gasmaske. Stahlhelm, Handgranaten und Revolver bewaffnet ausgehe, daß unser Verkehr sich abspiele in der Form von nachbarlichen Pistolenduellen, Gasangriffen fonkurrieren. der Firmen und Maschinengewehrfalven spielender Schulflassen. Herrn Bledoms Aeußerungen geben uns endlich die tiefe Ursache für das Verhalten der Hakenkreuzjünglinge. Was wir für Ausschreitungen hielten, find in Wahrheit erfte und tastende Bersuche zu einer Erziehung zur Eristenztüchtigkeit". Herr Bledow fennt als einzige Methode der Selbsterhaltung die Gewalt. Er hat sich nie danach gefragt, warum Gewalt als individueller Selbstschuh zur Zeit der Holzpfeile und Stein ägte eine zwar sehr unvollkommene, aber wenigstens teilweise wirksame Art der Selbsterhaltung war, weshalb fie schon zur Zeit der Eisenwaffen eingeschränkt werden mußte und mit den Feuerwaffen völlig aufhörte, weil sie nicht mehr Schutz gab, sondern zur Selbst vernichtung führte. Er weiß nicht, daß Vertrag und Gesetz, daß gemeinsame Arbeit und solidarische Ordnung des Lebens die Alternative ist, die sich als wirksames Mittel des Existenzkampfs im menschlichen Dasein erwiesen hat. Er hat nicht begriffen, daß unsere Waffentechnik heute eine Ausbildung erreicht hat, welche gewaltanwendende Völker ebenso mit Untergang bedroht wie die ersten Feuerwaffen gewaltanwendende Individuen, und daß wir daher bei Strafe der Bernichtung nach Mitteln suchen müffen, uns friedlich mit unseren Nachbarvölkern zu verständigen. Da er das nicht begreift, sondern in den Kategorien der Zwergvölker denkt, dank seiner akademisch erworbenen Logit( die Buschmänner sind schon fortgeschrittener), so gibt es für ihn nur eine Form der Eristenssicherung: Gewalt, und nur eine Form der Er ziehung: Militarismus. Und selbstverständlich hat die Universität diesem und diesem allein zu dienen. Die Logik ist zwingend: ,, Nur durch Gewalt kann sich ein Mensch und ein Volk schützen. Einziger Schutz eines Volkes ist die Wehrmacht. Einziges Ziel der Ers ziehung also die Wehrtüchtigkeit und einziger 3wed der Universität, dieser zu dienen." Wie wird Ihnen, Herr Profeffor der Theologie, des Wozu schrumpft ihre Aufgabe zusammen? Und was haben Sie zu Völkerrechts, der Philologie und Philosophie? erwarten, wenn Sie den national so überaus tüchtigen und logisch so ungemein schwachen Herren Studenten auseinanderzusetzen wagen, daß im Evangelium Dinge stehen, die Gewalt verdammen und den Friedfertigen Gottes Kindschaft, den Sanftmütigen das Erdreich versprechen? Wenn Sie berichten, daß man zwischen Individuum und Völkern schon andere Schuß vorrichtungen ge troffen als Gemalt? Wenn Sie vom internationalen Weg der Er fenntnis, der sittlichen Entwicklung, des fünstlerischen Schaffens berichten? Hundertprozentig" lehnen Ihre Studenten dies Syftem ab! Man wird Ihnen schon auf Mund und Finger passen, Herr Profeffor, und wehe Ihnen. wenn Sie etwa lehren, was nicht die internationale Zensur der Herrn Hitler, Feder und Günther passiert hat. Sie haben lange genug, Herr Brofessor, im Namen der Freiheit der Wissenschaft fid) gegen alles gewehrt, was Ihnen als fozialistisch oder pa zifistisch verdächtig war. Sie haben nur das als Wissenschaft gelten lassen, was Ihrer Ueberzeugung entsprach und Sie fonnten das, weil Sie auf Ihrem Lehrstuhl gesichert faßen, unberührt von der Not der Zeit. Jetzt fommt die von Ihnen erzogene studentische Jugend, erklärt Ihr System hundertprozentig" für falsch, veriölynt Ihren Broterwerb", Ihr Bonzentum und pflanzt in der Univerfität die rohe Gewalt als einziges ihr heiliges Prinzip. Bir Sozialisten mollten die Universität offen für alle Strömungen der Zeit, für den Kampf des Geiftes, für eine Freiheit Sie haben jeder ehrlichen, wissenschaftlich begründeten Meinung. sich dagegen gesträubt, sie haben die verdächtigt, sabotiert, offen bekämpft, die für die einzige sinnvolle Freiheit der Wissenschaft Sie haben kämpften: die Freiheit geistigen Kampfes Wind gefät. Jetzt ernten Sie Sturm Wintersportliches Arbeiter Skispringer in Form angenommen. Wer Sport- oder Vergnügungsreifen macht, muß dies auch auf eigene Kosten tun. Die Kasse braucht dafür nicht aufzutommen. Sie kommt nur auf für den Tranport zum nächsten Arzt oder zum nächsten Krankenhaus und für die Behandlung dortselbst. Eishockey in der Schweiz Verleumder aus Beruf Eine sehr notwendige Klage gegen einen kommunistischen Redakteur Den Machern im westdeutschen tommunistischen Sports verband und der westdeutschen KPD.- Presse ist der Vorsitzende des Kreises Rheinland- Westfalen vom Arbeiter- Turn- und Sport: bund, Hirschfeld Köln, einer von den am meisten gehaßten Personen. Ihn zu verleumden, um das Vertrauen der Kreismitglieder zu ihm zu untergraben, dazu war ihnen jedes Mittel recht. Peter Stahl, der Redakteur des Kölner Kommunistenblattes, ließ z. B. folgende Beschuldigung veröffentlichen: Das diesjährige Eröffnungsspringen von der Schanze des Wiener Arbeiter Turnvereins auf dem Kobenzl im Wiener Wald sah den größten Teil der österreichischen Springerelite am Start. Man kann die Veranstaltung als inoffizielle Prüfung der Springer für die Teilnahme am Wintersportolympia in Mürzzuschlag ansehen. Die Springer nahmen ihre Sache sehr ernst und zeigten Sprünge in tadelloser Haltung und großer Sicherheit. Sieger wurde der österreichische Stilaufmeister Wagner Bischofshofen mit Note 18,800( Sprünge: 24, 30,5 und 32 meter); zweiter wurde Gumpold Gastein mit Note 18,277( Sprünge: 25, 29,5 und 32 Meter). Den dritten Platz belegte ein Wiener, Bucher, mit Note 16,250( Sprünge: 24, 28,5 und 30,5 Meter). Außer Wettbewerb sprangen Wagner und Feutl( Mürzzuschlag) 35 Meter. Die Die Ganzsteinschanze in Mürzzuschlag, von der beim Arbeiter Winter olympia die Sprünge stattfinden, wurde am 4. Januar erneut einer Prüfung unterzogen. Erstklassige Springer aus Mürzzuschlag, Graz und Semmering erprobten sie und stellten ihre Tauglichkeit fest. Den weitesten Sprung machte HassenbergerMürzzuschlag, der 45 Meter erreichte. Krankenkassen und Wintersportunfällé Die Krankenkassen treten bei jedem Unfall versicherungspflichtiger Mitglieder helfend ein. Aber für Unfälle fern vom Heimatsort auf Wanderungen oder Sportreisen hat man sich zu merken: Für den Transport zum nächsten Arzt oder für den Besuch eines Arztes bei einem nichttransportfähigen Kranken fommt die Heimatfrankenkasse auf; ebenso für die Behandlung in einer geeigneten Klinik oder einem Krankenhause nächst der Unfallstelle, solange die verunglückte Person ihres Zustandes wegen nicht nach ihrem Wohnort zurückkehren kann, falls die zuständige Kaffe es fordert. Nicht verpflichtet ist die Kaffe zur Zahlung der Rückreise nach dem Heimatsort, auch wenn sie infolge der Erkrankung teurer wurde als Das internationale Eishockeyturnier um den Goldpokal von Arosa wurde am Mittwoch mit zwei Spielen weiter gefördert. Die Mannschaft von Brandenburg Berlin hatte diesmal den westschweizerischen Meister Star- Lausanne zum Gegner, dem sie ganz überlegen mit 5: 0( 1: 0, 2: 0, 2: 0) das Nachsehen gab. Im zweiten Spiel des Tages siegte der Wiener Eislaufverein gegen die erste Mannschaft von Arosa mit 4: 1( 2: 0, 0: 1, 2: 0). Der Berliner Schlittschuh Club gab ein erfolgreiches Gaftfpiel in Davos. Die Schwarzweißen spielten gegen ein fombiniertes Davoser Team, dem sie sich mit 5: 2( 2: 1, 2: 1, 1: 0) überlegen zeigten. Caracciola und von Stud als Bobfahrer. Deutschlands erfolgreichste Automobilrennfahrer Rudolf Caracciola und Hans von Stud, die beiden diesjährigen Europameister in der Rennwagen- bzw. Sportwagentlasse, haben sich entschlossen, über Winter dem Bob fport zu huldigen. Die Bobfahrerneulinge werden ihr Debut in Arosa bei den Rennen um den Goldpokal geben. 1000 Ballangrud gegen Thunberg. Die am 13 und 14. Januar in St. Moritz stattfindenden internationalen Eisschnellaufwettbewerbe erhalten eine besonders interessante Note durch das erstmalige Zusammentreffen der beiden Erweltmeister Clas Thunberg- Finnland und Jvar Ballangrud- Norwegen in diesem Winter. Als weitere Teilnehmer an den Veranstaltungen sind noch der Finne Blomquist, der Norweger Pedersen, die Desterreicher Riedl und Moser sowie der Ungar Dr. Kauser gewonnen worden. Sinnloses Sparen Von Paul Franken, MdL. Angesichts der wachsenden Arbeitslosigkeit, von der besonders junge Menschen erfaßt werden, weisen berufene Stellen in Staat und Kommunen immer wieder auf die Notwendigkeit einer Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen hin. Um der seelischen Not, um den Gefahren der Straße, denen die jungen Erwerbslosen ausgesetzt sind, zu begegnen, werden besondere Maßnahmen gefordert. Ohne Zweifel leisten gerade die Arbeitersportorganisationen wertvolle Arbeit an der erwerbslosen Jugend. Diese erzieherische und gesundheitsfördernde Tätigkeit der Verbände wird hin und wieder mit schönen Worten gepriesen. Aber das allein fann schließlich nicht genügen. Die Sportorganisationen leiden gegenwärtig schwer unter der Arbeitslosigkeit zahlreicher Mitglieder und Funktionäre. Die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen sind erheblich zurückgegangen. In dieser Notzeit sind erhöhte Einnahmen aus anderen Quellen, die den Ausfall an Beiträgen decken könnten, nicht möglich. Trotzdem find mancherorts Sportvereine dazu übergegangen, ihre vereinseigenen Uebungsstätten auch für jugendliche Erwerbslose zu öffnen, die nicht Vereinsmitglieder sind. Die Vereinstechniker nehmen sich dieser Jugend an, eine selbstlose Arbeit, die nicht immer die Anerkennung findet, die ihr gebührt. In einer Zeit, in der doppelt und dreifach Hilfe notwendig wäre, wollen Reich und Preußen in ihren Etas für 1931 die an sich geringen Summen der Sportfonds um die Hälfte kürzen. Ganz einfach und etwas sehr mechanisch! Die Jugend, die von den Sportplägen vertrieben wird, muß auf die Straße gehen, sinnlose Sparmaßnahmen überliefern die Jugend in erhöhtem Maße den Gefahren der Straße. Wenn die berufenen Stellen die Größe ihrer Aufgaben erkennen würden, dann müßte gerade jetzt alles geschehen, um bestimmte Gefahren abzuwenden. Die Arbeitersportorganisationen dürfen in ihrer positiven Arbeit, in der Betreuung und erzieherischen Beeinflussung der Jugend nicht von oben her gehemmt werden. Preußische Bezirksjugendpfleger haben mit Recht von den Vereinen gefordert: Deffnet die Tore eurer Hallen, Sport- und Spielplätze, die an Vorund Nachmittagen unbenutzt sind, für die erwerbslose Jugend. Was nügen aber solche Mahnungen, wenn die Vereine gezwungen sind, aus Mangel an Mitteln ihren eigenen Sportbetrieb einzuschränken? In Preußen soll nicht nur der Sportfonds um die Hälfte gekürzt werden und dadurch nur noch 500 000 m. für die Förderung der Leibesübungen zur Verfügung stehen, darüber hinaus ist bcabfichtigt, den sogenannten Darlehnsfonds, der bisher 900 000 m. enthielt, ganz zu streichen. Ist das noch vernünftiges Sparen? Wenn Vereine sich eigene Anlagen und Einrichtungen schaffen, so müssen sie zunächst einen Grundstock anlegen. Das geschieht unter großen persönlichen Opfern der Vereinsgenossen. Ueber diese eigenen Mittel hinaus werden Anleihen aufgenommen, die die Vereine auf Jahre hinaus start belasten. Schließlich wird vom Staat ein bescheidenes Darlehen gefordert. Dieses Darlehen stellt die dringend notwendige Restsumme dar. An höchst produktiven Leistungen, an der Schaffung neuer Werte, ist hier in den allermeisten Fällen der Donnerst, 8. 1. Donnerst., 8, 1. Staats- Oper Unter d. Linden 129. A.-V. 20 Uhr Bohème Ende n. 221/2 Uhr Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 1912 Uhr Der Wildschütz Ende 222 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik. 19 Uhr Der Freischütz Oeffentl. Kartenverkauf Ende g. 22 Uhr ( am Gendarmenmarkt). 111 A.-V. 20 Uhr Die Jungfrau von Orléans Ende 22 Uhr Staat. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr 100 000 Taler Ende nach 2212 Uhr Berliner Ulk- Trio Neukölln, Staat nur in geringem Maße beteiligt. Und das soll jetzt plötzlich in Wegfall kommen? Das ist einfach unverständlich! Soll die Arbeit der Vereine, die sich besonders der erwerbslosen Jugend angenommen haben, umsonst gewesen sein? Wenn es nicht gelingt, die geplanten Kürzungen und Streichungen zu verhindern, dann sind 3usammenbrüche von Vereinseinrichtungen unvermeidlich. Man darf nicht nur die materielle Seite der Angelegenheit sehen. Das Vertrauen der Sportvereine zu den berufenen Stellen in Staat und Gemeinden, die sonst immer treffliche Worte für die Förderung von Sport und Leibesübungen gefunden haben, darf nicht erschüttert werden. Das fann gerade in dieser Zeit nicht verantwortet werden. Darum ist dieses Sparen finnlos, es ist gefährlich! Man geht bei diesem„ Sparen" von der Einstellung aus, daß Sport Lugus sei. Demgegenüber müssen wir immer wieder betonen: Hier handelt es sich um Lebensnotwendigkeiten, die Gesund heit und Lebensfreude der Jugend steigern, die der Hebung der Boltsgesundheit und der Erhaltung menschlicher Arbeitskraft dienen sollen. Wer hier" sparen" will, versündigt sich an unserem Volke und an unserer Jugend! Sturmvogel, Glück ab! Es geht vorwärts = Die attivste Berliner Drisgruppe des Flugverbandes ,, Sturm vogel", der Bezirk Neukölln Briz, hielt gestern abend in Kliems Festfälen ihre Jahreshauptversammlung ab. Aus den Geschäftsberichten der Vorstandsmitglieder ging hervor, daß sich die Ortsgruppe ausgezeichnet entwickelt hat. Für das Jahr 1931 wird der Bau eines Motorflug= zeuges und ein großer Werbefeldzug in Neukölln- Briz geplant. Alle Diskussionsredner waren getragen vom Geiste echter Kameradschaft und von der Liebe zur Sache. Wenn man bedenkt, mit welch geringen Mitteln die Neuköllner Ortsgruppe Erfolge erzielt hat und mit welcher Intensität und Aufopferung auch die anderen Gruppen in Berlin und im Reich arbeiten, braucht man um die Weiterentwidlung des Sturmvogels" nicht in Gorge zu sein. Für den in den Hauptvorstand gewählten und daher ausscheidenden verdienstvollen 1. Vorsigenden Lußheimer wurde Schröder gewählt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder behielten ihre Posten. " In Köln grassiert wieder die Ausschlußseuche, und alle Ausgeschlossenen werden von Herrn Hirschfeld und seinen Kumpanon fofort mit genauer Personalbeschreibung der politischen Polizei des Polizeipräsidiums überwiesen." Das war der Niedertracht zuviel und Hirschfeld stellte den längstfälligen Strafantrag, damit die Leute aus dem kommunistischen Sportverband die Beweise für die Beschuldigung erbringen sollten. In der Verhandlung zeigte sich die ganze Jämmerlichkeit und Gemeinheit, mit der gegen Hirschfeld gearbeitet worden ist. Stahl hatte nicht einmal den Hauch eines Beweises gegen Hirschfeld anzubringen, ja, er unternahm nicht einmal den Versuch, den Wahrheitsbeweis zu führen. Mit eriogenen Anschuldigungen war der Kreisvertreter Hirschfeld in der Deffentlichkeit in der niedrigsten Weise als Denunziant bezeichnet worden. Stahl, bis zu seinem Ausschluß selbst Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, bot eine Ehrenerklärung an, auf deren Grundlage folgender Bergleich zustande kam: „ Der beschuldigte Redakteur Peter Stahl erklärt:„ Die mir zur Laft gelegten Aeußerungen in den Zeifungsartikeln der ,, Sozialistischen Republif" vom 30. April 1930, betitelt mit:„ Arbeitersportler demonstrieren in der roten Klaffenfront", tann ich nicht aufrechterhalten und nehme fie mit dem Ausdruck des Bedauerns zurüd." Stahl trägt die Gerichtskosten und für Hirschfeld die außergerichtliche Kosten. Ferner wurde die Ehrenerklärung auf Koften Stahls in der sozialdemokratischen ,, Rheinischen Beitung" und in der fommunistischen Sozialistischen Republik" Köln veröffentlicht. Von dem Ausgang der Verleumdung werden die KPD.- Blätter an den anderen Orten ihren Lesern bestimmt nichts berichten.( Bielleicht hätte Hirschfeld gegenüber diesen berufsmäßigen Verleumdern doch eine Bestrafung fordern sollen! Red. d.„ Abend".) Arbeiter- Schwimmfest in Budapest Die ungarischen Arbeitersportler hatten dieser Tage mit ihrem ersten Hallenschwimmfest in dem neuen Hallenbad auf der Margareteninsel einen großen Erfolg. Es gab ein volles Haus, dazu Arbeiterschwimmer aus Wien, Graz und Außig als Gäste, und zum größten Teil sporiliche Leistungen, die weit über dem Durchschnitt liegen. Jm 200- Meter- Brustschwimmen erreichte der Wiener Bayer in 2 min. 58,4 Set. eine neue höchstleistung der Sozialistischen Arbeitersportinternationale. Im Wasserballspiel gewann der Arbeiterschwimmverein wien über Budapest 9: 2. Cech- Außig murde im 100- meter- Brustschwimmen dritter, hinter Bayer- Wien und Asen- Graz. Die Ver anstalter waren gegenüber den Gästen im Nachteil, weil sie das Hallenbad zu Uebungszwecken so gut wie gar nicht benußen dürfen und ihnen somit außer im Sommer die Trainingsmöglichkeiten fehlen. Handelskammer und Verkehrswacht. Zwischen der Industries und Handelskammer zu Berlin und der Verkehrswacht BerlinBrandenburg e. V. ist es zu einer losen Berbindung gekommen. Wenn auch aus grundsätzlichen Rücksichten die Handelskammer nicht in der Lage war, die offizielle Mitgliedschaft der BBB. zu er werben, so wird sie doch die gemeinnüßigen Bestrebungen der BBB. durch Zahlung eines jährlichen Beitrages und Aufnahme der Vertehrswacht- Mitteilungen in die Mitteilungen" der Handelskammer unterstützen. Als Vertreter de Handelskammer ist Herr Syndikus Dr. Feilchenfeld benannt worden. ," Bundestreue Vereine teilen mit: Freie Ruberer- Bereinigung 1913. Gigung Freitag, 9. Januar, 20 Uhr, im Faldensteiner", Faldensteinstr. 49. Jeden Montag, 20 Uhr, Uebungsabend im Realgymnasium Treptow, Neue Krugallee 14-16. Badeabend Mittwoch ab 20 Uhr im Stadtbad Mitte. Kartellbezirk 16. Delegiertenversammlung Donnerstag, 15. Januar, 20 Uhr, Köpenick, Schloßfte, 27 1. Fragebogen nicht vergessen. Freie Schwimmer Groß- Berlin, e. V. Gruppe Neukölln: GeneralversammTung Connabend, 17. Januar, 20 Uhr, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 86, am Herzbergplak( Gambrinus). Gruppe Lichtenberg: Generalversammlung Sonn- Vereins Frauengeneralversammlung Sonnabend, 17. Januar, 20 Uhr, Geschäftsstelle, Elsässer Str. 86-88. Fußball 1. Bezirk. Bezirksspartentag Sonnabend, 10. Januar, 19 Uhr, Ge schäftsstelle, Elfässer Str. 83-86. Jeber Berein sendet mindestens einen Dele gierten. Die Meldeftelle fällt an diesem Tage aus. NB. Der Geschäftsleitung von Kliems Festsälen legen wir, falls tag, 18. Januar, 16 Uhr, bei Wegener, Frankfurter Allee 236. fie unangenehme Folgen vermeiden will, dringend ans Herz, die von ihren Gästen bestellten Zigaretten nicht in mit Stahlhelm und schwarzweißroten Farben versehenen Tüten zu verpaden, auf denen ein nationalsozialistisches Unternehmen Propaganda für seine quaimenden Erzeugnisse macht. Die deutschen Kunst- und Schnellaufmeisterschaften verlegt. Die deutschen Meisterschaften im Eiskunst- und Schnellaufen, die vom 9. bis 11. Januar in Hamburg durchgeführt werden sollten, find wegen der unsicheren Witterung um eine Woche, auf die Tage vom 16. bis 18. Januar, verschoben worden. Volksbühne Kammerspiele Theater am Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Liliom von Franz Molnar Regie: Karl Heinz Martin 8 Uhr: ules ullette von Tristan Bernard Regie: Hans Deppe Schiffbauerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8% Uhr Die Quadratur des Kreises Lustspiel v. Katajew Staatl. Schiller- Th. Die Komödie mit: Körber, Lenja, Lorre, 8 Uhr: 100 000 Taler 8% Uhr Lingen, Matthis Preise von 1-12 M. Die Fee von Franz Molnar Lessing- Theater Regie: Stefan Hock. Theater am Schiffbauerdamm Komische Oper 814 Uhr Die Quadratur des Kreises Deutsches Theater 8 Uhr Elisabeth von England von Ferd. Bruckner Labnstr. 74/ 75.1 Regie: Heinz Hilpert 8% Uhr Täglich 8 Uhr Sonntag 4 u. 81% Peppina Mamsell Nitouche Operette von Operette von Herve Robert Stolz. Tellmann, Adalbert, Arnold Lustspielhaus Metropol- Theater Täglich 8% Uhr Kurt Götz schön ist die Täglich 82 Uhr: Vom Lieben und Lachen Welt Operette von Lehár Richard Tauber, Gitta Alpar. Schützendorf. ROSE THEATER Große Frankfurter Straße 132 Billettkasse: Alex 3422 u. 3494 ( U- Bahn: Strausberger Platz) Ueber Die Dollarprinzessin schreibt die Presse: Blitzsaubere Bühnenbilder, verstärktes Orchester, vergrößerter Chor, erste Garnitur Darsteller sichern dem Volks theater im Berliner Osten viele ausverkaufte Vorstellungen." Täglich 8.15 Uhr Sonnabend 7 und 10.15 Uhr Sonntags 2.30, 5.45 und 9 Uhr Familien Nachmittage 530 Uhr wieder ab 9. Januar jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag ,, Zwangseinquartierung" Preise 0,30-1.50 M Vorverkauf ist eröffnet ( Kinder haben Zutritt) Barnowsky- Buhnen Theater in der Stresemannstr. 814 Uhr Gastspiel Ein idealer Gatte mit Harry Liedtke Komödienhaus 8 Uhr Cocktail von Vollmoellar u. Benatzky Berliner Theat. 814 Uhr TV. Naturfreunde", Abt. Wedding- Gesundbrunnen. Neues Heim: Will denowstr. 5. Dienstag, 13. Januar, spricht Arbeiterwintersportwart Biese über Wintersport und Winderwandern", Lichtbildervortrag. FEGB. Kanubezirk: Heute, Donnerstag, 20 Uhr, Generalversammlung im Faldensteiner", Faldensteinstraße. Bezirk Bankow: Heute, Donnerstag, 20 Uhr, Hockenfißung bei Lehmann. Freitag beginnt wieder der Hallenbetrieb. Turnhalle Neue Schönholzer Str. 10. Thomas- Hof, Gartenstr. 44. Gäste willkommen. Der Arbeiter- Sporttegeltlub„ Vorwärts" legelt jeben Freitag, 20 Uhr, int Freie Sport und Schüßenvereinigung, Abt. Mitte. Donnerstag, 8. Januar, fällt der Turnhallenabend aus. Dafür Besprechung und Arbeitseinteilung aunt Schießstandbau bei Brasse, Michaeltirchstr. 29a, 20 Uhr. Neues Theater] am Zoo Am Bahnh. Zoo. Stpl. 6554 Täglich 8 Uhr Der gr. Lacherfolg! Guido Thielscher Das öffentliche Aergernis Preise 1 bis 8 M. Elite Sänger Damen- und Mädchenmäntel Kottbusser Str. 6 F.8. Oberb. 6070 Tägl. 84 Uhr Sonntags auch 3/2 Uhr , Das macht Inventur- Ausverkauf! Eigene Betriebswerkstatt. Wegen Räumung des Engroslagers Mäntel von 5 M. an. Einzelverkauf, billigste Preise. uns keiner Berger, Prenzlauer Str. 7-8, v. III nach dazu Gastspiel Claire Waldoff! Nachm. ermäßigte Preise! URANIA Kleines Theat. Täglich 8% Uhr: Zum 25. Male: Der gr Lacherfolg Morgen, Freitag, 9. Januar Der Mustergatte abends 84 Uhr Schwank in 3 Akten im Langenbeck- VirchowPaul Horsch Berlin- Gewerkschaftshaus Tabakwaren erst. Firmen 1172 Elisabeth Bergner Theater d. Westens Haus, Luisenstr. 58-59 Strümpfe in Mrs. Cheneys Ende Täglich 84 Sensationeller Operettenerfolg! Viktoria Rose- Theater und ihrHusar Gr. Frankfurter Str.132 Tel. Alex 3422 u. 3494 815 Uhr Die Dollarprinzessin Kurt Hielscher Durch Dalmatien bis nach Süd- Mazedonien" Vortrag mit Lichtbildern. EISUS Betten Schlafzim u.HolzStahlmatr Kinderb., Polster, Chaisel, an jeden, Teilz Katalog frel. 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