BERLIN Zreitag s. Januar 1SZI 10 Pf. Nr. 14 B7 48, Jahrgang ErsSet». ta.lich.°«erS°-u�.s«.>7� ff/ /% ä 1/ ff i U»»,« t g e«. r« i«- Die ti«s».ltig. N-npareille,.»« ?uzl. ch Ab.ndau g-d. d«.V-rwürr«. B«r«- r*/ JTB f t klisi Urt ri fit WV+ttWljßAX.«o Pf.. Sl-Nameptl. b M. Ermüß.gung.n nach T-rif. b-.d- Ausüben«.-Pf. vrvWoch«.».«-'M. vrvMonal. sCUdö ffwUfWXi�TÖ P-«sch-ckk»n.° B-rwüN«-V-rI-g G. m.b.H.. Redaktion und Txveditloni BerliiiSWm.xindeußr.S§ 9 Berlin Nr.»?»»«. zcrnsvrecher- Dönhoff sv? bis 2«? Die neueste Mtverorönung Gonderfchlichiungskammer für den Nuhrkonfliki ernannt Schuh den Minderheiten; Der Reichspräsident hat heute vormittag nach A«> hörung des zuständigen Referenten aus dem Reichs- arbeitsministerium eine Notverordnung unter- zeichnet, die die bisher geltende Schlichtungsordunng abändert. Die Neuordnung führt nicht, wie man gestern an- genommen hat, den sogenannten Ein-Mann-Schiedsspruch wieder ein, sondern legt fest, dasi ein Sonderschlich- Nur streng legal! Nachtübung im Bergrevier. Waldenburg, S. Januar. Eine Swrmabkeilung der waldenburger NalionalsoziaNsten wurde gestern abend gegen 10 Uhr bei einer Nachtübung in der hegend des Hochwaldes von einem Kommando der Schutzpolizei überrascht. Von den 40 Teilnehmern an der Nachtübung wurden l? Personen vorübergehend festgenommen und nach Feststellung ihrer Person wieder entlassen: die meisten von ihnen trugen verbotene StL-Unisormen. t e r auf Anordnung des Reichsarbeitsministers zwei Unparteiische zu berufen hat, wenn eine Einigung durch die Parteien nicht möglich ist. Auf Grund dieser Notverordnung soll noch vor dem 13. Januar— dem Termin, an dem die Unternehmer an der Ruhr aussperren wollen— ein Schiedsspruch gefällt und verbindlich erklärt werden. Professor Drahn Sonderschttchier. Auf Grund der vom Reichspräsidenten erlassenen Notverordnung über die Beilegung von Schlichtungs- streitigkeiten im öffentlichen Interesse ist der Schlichter für Westfalen, Professor Dr. B r a h n. zum Schlich- ter für das Verfahren auf Grund dieser Notverordnung im Nuhrbergbau ernannt worden. Er hat zu Bei- s i h e r n den Oberbürgermeister Bracht- Essen und den Landesarbeitsamtspräsidenten Dr. Link- Hannover er- nannt. Tie Verhandlungen finden am Sonnabend, dem 10 Januar, SZ-S Uhr, in Essen statt. Oer Wortlau« der Verordnung. Amllich wird mltgeleill: Auf Grund des Arllkels 4ö Abs. 2 der Neichsversassung wird folgendes verordnet: „Vesiellt der Reichsarbeilsminister in den Fällen des Z 12 Abs. 3 der Verordnung zur Aurführung der Verordnung über das Schllchlungswesen vom 29. Dezember 1923 sReichsgesehblatt 1924'! S. 9) einen besonderen Schlichter zur Durchführung eines neuen Schlichlungsverfahrens, weil er ein solches im öffentlichen Interesse für erforderlich hält, so hat der Schlichler auf Anordnung de» Reich». arbeilsministers zur Bildung der Schlichlungskammer außer den Beisitzern der Arbellgeber und der Arbellnehmer zwei u n- parteiische Beisitzer zu berufen. Ist bei der Regelung oder bei der Abstimmung der Schlich- tungskammer die Mitwirkung sämtlicher Beisitzer der Arbeilgeber und der Arbeitnehmer oder eine Stimmenmehrheit nach der Fest- stellung des Vorsitzenden nicht zu erzielen, so haben der Schlich- ter und die beiden unparteiischen Beisitzer den Schiedsspruch im Sinne der Verordnung über da» Schlichhing»- wesen vom 30. Oktober 1923 sReichsgesehblait l, S. 1043) mit S immeamehrheit abzugeben. Die Anordnung nach Absah 1 setzt voraus, daß sie i m Stoatsiuteresse dringend erforderlich erscheint. hierüber hat der Reichsarbeilsminister die Entscheidung der Reichs- regierung herbeizuführen. Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Vorschriften erlägt der Reichsarbeilsminister. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft und mit dem 31. Zuli 1931 auher Kraft. Berlin, 9. Januar 1931. Der Reichspräsident, gez. v. hindenburg. Der Reichskanzler Dr. Brüning für den Reichsminister des Innern. Der Reichsminister der Finanzen Dr. Dietrich. Der Retchsarbeitswinisier Dr. Slegerwald. Hilferding zur Völkerbundstagung Paris, S. Januar. Der frühere Reichsfinanzminister Dr. Hilferding äußerte sich zu einem Vertreter des„Excelsior" über die Minderheitenfrage folgen- dermaßen: Die Art, in der der Völkerbund die Minderheitenfrage behandelt, werde die Beurteilung ermöglichen, ob tatsächlich eine Entspannung in dieser Angelegenheit möglich sei. Die deutsch. polnische Frage sei eine europäisch« Frage, die Minderheitenrecht« in den Verträgen verbrieft. Man könne sich vorstellen, daß ihre verkennung die Gegenbewegung in Deutschland nur noch verstärken würde, histerding sagt, er könne voraussagen, daß ein Mißerfolg der deutsche»: Abordnung in Genf die Regierung Brüning auss schwerste erschüttern würde. Ein Scheitern der Verhandlungen würde sich im Reichstag in einer Weife auswirken, die die Ver- ständigungspolitik stark beeinflusicn könnte. Da Frankreich nie- inals Minderheiten gehabt Hab«, könne es auch die Gefühle nicht oerstehen, von denen Deutschland beherrscht sei. Auf den Einwand des Berichterstatters, ob denn die Minderheiten sich nicht mit dem Staat verschmelzen müßten, in dem sie lebten, erklärte hilfer- ding, daß«ine solch« Verschmelzung sehr schwer zu oerwirtlichen sei. Die Tschechen seien trotz des österreichischen Regimes Tschechen ge- blieben, und in K a n a d a lebten französische Bürger, die ehrlich ihre Pflicht gegenüber dem Staate täten, dennoch d>e französischen Ueber- lieferungen gewahrt hätten, ebenso wie in Brasilien die Deutschen Do» beste INillel, um die Minderheiten dem Skaal einzuver- leiben, fei, ihnen die Freiheit zu lassen und sie nicht zu unter- drücken. Hilferding antwortete sodann auf den Einwand, daß Deutsch- land zuviel Fragen aist einmal auslverse und erklärte, daß Deutsch- land lediglich das Recht verlang«, in gleicher Weise wie die anderen Staaten behandelt zu werden. Für Deutschland wie für Frankreich handele es sich darum, zu vergessen, daß Deutschland der Besiegt« sei. Die Erinnerung an die militärische Nieder- lag« kehr« jedoch jedesmal zurück, wenn ein diplomatischer Mißerfolg zu verzeichnen sei. Auf die Frage, ob Deutschland zu den Waffen greifen würde, wenn es keine Genugtuung erhalle, erklärte hilfer- ding, daß er ebensowenig an einen deutsch-sranzösischen wie an einen sranzösisch-italienischen Krieg glaube, für den Rest müsse man die Zukunft sorgen lassen. Es gebe kela Beispiel in der Vergangenheit, daß eine Hegemonie, die durch einen gewonnenen Krieg errichtet worden sei, im Lause der Zeit standgehallen Hab«. Deutschland glaub«, noch nie eine gerechtere Sache verteidigt zu haben als das Minderheitenrecht. Niemals habe man dos Urteil des Völkerbundes mit größerer Sorge erwartet als diesmal. Die Nationalsozialisten hätten bereits einen Antrag aul Austritt Deutsch- lands aus dem Völkerbund eingebracht. Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstages sei es leider nur zu wahrschem» lich, daß dieser Antrag Annahme finde, wenn Deutschland in Genf nicht Gerechtigkeit erhalte. Französische Stimme für Grenzrevision. Paris, 9. Januar.(Eigenbericht.) Die radikale„Republique" veröffentlicht einen Artikel ihres Chefredakteurs Kayer für die Revision der„unmöglichen deutsch-polnischen Grenze". Man könne nicht hoffen, so erklärt das Blatt, daß Deutschland jemals daraus verzichten werde, seine durch den polnischen Korridor auseinandergerissenen Gebietsteile wieder zu vereinigen. Die Heilung dieses blutigen Schnittes sei eine „ebenso moralische wie vernünftige Forderung". Jeder unvarein- genommene Beobachter müsse zu der Erkenntnis kommen, daß die Grenze so schnell wie in öglich geändert werden müsie, zumal die Väter des Versailler Vertrages es für notwendig gehalten hätten, dem besiegten Gegner an der weichselgrenze eine Unzahl kleiner Quälereien aufzuerlegen, die eine Versöhnung unmöglich machten. Außerdem habe Polen besonders guten Willen gegenüber Deutschland nicht an den Tag gelegt. Den hauptbeweis kür diese Anklage sieht die „Republique" in der„mit kalter, systematischer Bosheit" unter- nommenen Z e r st ö r u n g der Weichselbrücke von Münsterwalde. Nobile II. BalboS Geschwaderflug in ReName und Wirklichkeit. Mussolinis Reklameveranstallungen verlaufen nach einem Schema, das man jetzt schon fast voraussagen kann: zuerst un- geheures Sichbrüsten über Erfolg urrd Rekord: dann der hinkende Bote des Mißgeschicks und am Ende— die Totenliste. So ivar es mit N o b i l e s Nordpolflug. Ein Riesen- triumphgeschrei: Der Nordpol überflogen! So etwas kann nur der Faschismus!(Obwohl andere es vorher auch gekonnt hallen.) Dann die Kuitbe von dem Unglück, Ungewißheit und Sorge, die Rettung des Generals Nobile vor seinen Gefährten, der Tod Amundsens bei mißglücktem Rettungsversuch. Rettung der Zurückgebliebenen als Reklame für— Sowjetruhland und schließlich der endgültige Verlust der Ballongruppe. Bei Balbos Geschwaderflug ganz ähnlich. Zunächst nur die Nachricht: Der Flug ist gelungen. Jubel und Begeisterung. Kleiner Schönheitsfehler: Zwei Maschinen sind wegen Motor- schaden? unterwegs niedergegangen, konnten aber aufgefischt werden. Langsam durchsickernd: Es hat noch mehr Unglück gegeben. Schließlich stellt sich heraus, daß außer den zwei niedergegangenen Waschinen noch zwei iveitere Apparate verlorengegangen sind, und daß der Geschwaderslug außer den Materialverlusten fünf Tote gekostet hat. Tut nichts! Herr Dalbo hat ja schon beim Abflug geäußert: „Verluste gehören zu so einem Abenteuer." Jetzt redet er noch hinterher schmalzige Worte von �Helden, die sich opferten, um den Rhythmus menschlicher Eroberungen zu be- schleunigen". Schön« Worte, aber die Toten bleiben tot. Es sind ja auch nur Mannschaften. Nobile lebt, Balbo lebt, Mussolini lebt. Sie leben! Eisenbahnunglück bei Wilna. Betrunkener Lokomotivführer übersieht Signale.- Bisher 60 Äerlehte geborgen. Warschau, S. Januar. Auf der Eisenbahnstrecke Ostti— Wostkowiee bei Wilna ereignete sich in der Nacht zum Freitag infolge Trunkenheit des Lokomotivfsihrers eine furchtbare Katastrophe. Der Lokomotivführer eines Personenzuges, der von Wojtkowice nach Lstki fuhr. übersah die ungefähr drei Kilometer vor der Bahn» statlon auf Halt stehenden Signale. Der Zug prallte mit solcher Wucht auf einen Güterzug, der auf dem gesperrten Einfahrtgleis die Station verlassen wollte. daß beinahe sämtliche Wagen des Personenzuges ent» gleisten und den st eilen Abhang des Eisenbahn» dammes hinab st ürzten. Bis seht wurden sechzig Verwundete geborgen. Qb auch Tote zu beklage« sind, läßt sich im Augenblick noch nicht feststellen. Der Lokomotivführer des entgleisten Personenzuges wurde festgenommen., Arbeitsdienfipflicht. Ilm Montag Erörterungen im Reichsarbeitsministerium. Die Mängel der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung, die den Arbeiter nur als Produzenten, nicht auch als Konsumenten werten, die sich nationalistisch gebärdet und auf dem Weltmarkt erfolgreich sein will, die blind darauslos wirtschaftet, solange es geht und weder ein noch aus weifv wenn ihr Apparat ins Stocken gerät, wollen die Vertreter dieser Wirtschaftsordnung nicht zugeben. Sie suchen die Ursachen der riesigen Arbeitslosigkeit überall, nur nicht bei sich selber. So kommen sie zu allen möglichen und unmöglichen Plänen zur Abhilfe und wursteln weiter. Bevor noch der so plötzlich und sensationell angekündigte Plan des Reichs- finanzministers Dietrich bekannt ist, sollen am Montag im Rcichsarbeitsministcrium die Anträge der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei auf Einführung einer Arbeitsdienst- Pflicht besprochen werden. Fehlt es etwa am Arbeits- willen bei den 4 357 000 arbeitslosen Arbeitsuchenden in Deutschland? Das werden auch die Antragsteller nicht behaupten. Es fehlt an Arbeit, an Arbeitsausträgen, weil es an Abnehmern fehlt, weil die Kaufkraft der Konsumenten gelähmt ist. Zu ösfentlichen Arbeiten und zum Wohnungsbau jehlt es an Geld. Die Wirtschaftspartei sagt in ihrem Antrag, die Arbeiten des „Deutschen Arbeitsdienstes" sollen die freie Wirtschaft und den freien Arbeitsmarkt nicht beeinträchtigen. Sie haben sich vorzugsweise zu erstrecken auf: ») Erdarbeiten aller Art, die im ösfentlichen Interesse liegen, wie Wegebau», Meliorations-, Kanalbauten und ähnliche: b) Kanzleiarbeiten im Hilfsdienst bei öffentlichen Behörden und bei den Arbeitsdicnststellen: c) Notstandsarbeiten jeder Art zur Aufrechterhaltung lebens- wichtiger Betriebe. Die Arbeiten der Gruppen unter d) und c) sind geringfügig. Ist nun eine Beschäftigung von ungefähr 800 000 Menschen in der Gruppe Erdarbeiten so ohne weiteres möglich? Die berufenste Stelle zur Beantwortung dieser Frage, der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung, Geheimer Regierungsrat Dr. S y r u p, verneint die Möglichkeit und belegt diese Ansicht in der Schriftenreihe des„Deutschen Volkswirts" unter dem Titel „Sanierung der Arbeitslosenhilfe" mit authentischem Zahlenmaterial, das für die Oeffentlichkeit von größtem Interesse ist. Die Reichsanstalt finanziert sogenannte gemeinnützige Notstands- arbeiten mit den Geldern, die durch Einstellung von Arbeitslosen an Arbeitslosenunterstützung gespart werden. Der Träger der Arbeit erhält für jeden eingestellten Arbeitslosen 3 Mark für den Tag der Beschäftigung. Der Laie wird nun glauben, daß durch den Zuschuß von 3 Mark für den Tag zum Beispiel bei Erdarbeiten, die wenig Material erfordern, ein großer Teil der Gesamtunkosten gedeckt sind. Die so geleisteten Zuschüsse sind ein Bruchteil der Gesamtkosten der Arbeiten. Syrup bringt eine Tabelle, die durch exakte Zahlen für einzelne durchgeführte Notstandsarbeiten einen Einblick in die Finanzierung derartiger Arbeiten gibt. Der Leiter der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenverficherung kommt dann in seiner Schrift zu folgenden sehr beachtlichen Schlußfolgerungen: „Aehnliche Gesichtspunkte wie für die eigentlichen Notstands- arbeiten müßten für die Verwirklichung der neuerdings vielfach erörterten Arbeitsdien st Pflicht gelten. Denn wenn der Gedanke der Arbeitsdienstpslicht nicht den größten Teil seines Wertes verlieren sollte, dann müßte es sich auch hier in der Hauptsache u m wirtschaftlich wertvolle Arbeiten handeln." „Die Erfahrungszahlen, die bei den Notstandsarbeiten gewonnen sind, zeigen mit aller Deutlichkeit, daß der Betrag von 3 Mark für das Arbeitertagewert, der in der Arbeitslosenversicherung erspart würde, nur einen recht geringen Teil der Gesamtkosten derartiger Arbeiten ausmacht. Der bei weitem größere Kostenanteil müßte aus dem freien Kapitalmarkt aufgebracht werden. Sollte dies überhaupt möglich sein, so würde dies« Kapitalausnahme doch«ine Entziehung von Kapital sür die normale Wirtschaft und damit mittelbar wieder eine Vergrößerung der Arbeitslosigkeit bedeuten." „Notstandarbeiten von wirtschaftlichem Dauerwert und mit starker Kapitalbindung können in einem Ausmaße, wie sie die Durch- führung der Arbeitsdienstpslicht verlangt, aus finanziellen Gründen in einem Lande wie Deutschland, das sich in schwerer Finanznot be- findet, kaum in Betracht gezogen werden." Die Einsührung«iner Arbeitsdienstpflicht zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist verfehlt und würde nur zur Vergrößerung der Arbeitslosigkeit beitragen. H. B. Hakenkreuzler Giraßer verunglückt. Verletzung der Wirbelsäule beim Skilauf. Oberstausen im Allgäu. 9. Januar. Der nationalsozialistische Abgeordnete Gregor Straßer ist bei «iner Skitour auf den Hohenkopf verunglückt. Bei der Abfahrt kam er zu Fall und zog sich eine Verletzungnder Wirbelsäule zu. Er wurde in das Krankenhaus nach Oberstaufen gebracht. Seih verbietet nicht. Remarque-Jilm heute wieder vorgeführt. wie«, g. Januar.(Eigenbericht.) Das Verbot der Ausführung des Remarque-Films durch die Polizeidirektion bezog sich nur auf die Donnerstagvorstellungen, so daß der Film h«ute wieder gezeigt werden wird. Auf den Brief des Innenministers an Bürgermeister Seitz, der »in Verbot des Filmes forderte, hat Seitz protestierend erwidert. daß es für ein Verbot des Films keinerlei gesetzliche Be- »echtigung gebe. Der christlichsozial« Landeshauptmann von Niederösterreich (außer Wien) hat die Borsührung des Films mit der Begründung verboten, daß sie die öffentliche Ruhe und Ordnung störe. Im Kinderwagen verbrannt Kahrlässigkeit beim Gebrauch des Heizkiffens Auf schreckliche weise ist in der vergangenen Nach! das tH Monaie alte Kind des Kaufmanns Zimmermann aus der Markelstraße 9 in Steglitz ums Leben gekommen. Als die Eltern nachts gegen 2 Uhr heimkehrten, fanden sie den Säugling in dem völlig verqualmten Schlafzimmer in seinem Kinderwagen, der lichterloh brannte, mit furchtbaren Brandverletzungen tot auf. Das Unglück ist nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen offenbar durch Unvorsichtigkeit verursach: worden. Die Eheleute hatten ihr Kind während ihrer Abwejen- hsit dem Hausmädchen anvertraut. Das Mädchen ha-t«, wie es häufig geschehen war, in den Kinderwagen ein Heizkissen ge- legt, später aber vergessen, es wieder herauszu- nehmen. Während das Mädchen in einem Nebenzimmer ahnungslos schlief, geriet das Heizkissen in Brand und das Kind kam hilflos in den Flammen um. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß bei dem Gebrauch von Heizkissen große Vorsicht am Platze ist. Allerdings kann bei sachgemäßer und richtiger Handhabung, wobei aus die Regulierung genauestens zu schien ist, wohl kaum etwas passieren. Gefährlich können Heizkissen besonders dann werden, wenn sie allzu lange in Gebrauch sind. Die Gn'ppewefle. Keine Vettennot in den Krankenhäusern. Di« Grippeerkrankungen haben, soweit sich das aus den Meldungen an die Ortskrantenkasse Berlin, aus der Tätigkeck des Zentralbettennachweises beim Städtischen Rettungsamt und den Auf- nahmen in die städtischen Krankenhäuser beurteilen läßt, seit dem ö. Januar keine nennenswerte Zunahme gezeigt. Der Zentralbettennachweis hat in den letzten vier Tagen dir Aufnahme von durchschnittlich 120 Kranken pro Tag in die Krankenhäuser ver- mittelt. Bei der Allgemeinen Ortskrantcnkasse Berlin betragen die täglichen Neuanmcldungen etwas über 500. Zur Aufnahme der Grippekranken sind die städtischen und gemeinnützigen Krankenhäuser nach wie vor voll gerüstet. In den städtischen Krankenhäusern sind einige vorübergehend geschlossen gewesene Stationen wieder ge- öffnet worden. Ein Bedürfnis, die beiden geschlossenen Kranken- Häuser Blankenburg und Gitschiner Straße wieder zu ösfnen, bestand bisher nicht. Ebenso sind die als Epidemiereserven in Bereitschaft gehaltenen Stationen und sonstigen Unterbringungsmöglichkeiten noch nicht in Anspruch genommen worden, vielmehr standen allein in den städtischen Krankenhäusern täglich 100 bis 200 Betten für die Aufnahme innerer Kranker zur Per- jügung, so daß jeder Grippekranke aufgenommen werden konnte. Religionsfrage und Gewerbebetrieb. Bei den Steuerämtern einiger Berliner Bezirk« hatte sich die Uebung eingebürgert, daß bei der Anmeldung eines Gewerbe- betriebes nach der Religion des betreffenden Anmeldenden gefragt wurde. Aus die Bitte der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin hin hat der Bezirksbürgermeister Dr. Herz für den Bezirk Kreuzbcrg diesen Mißstand beseitigt. Auf eine weitere An- regung der Beschwerdestelle hat nunmehr der Präsident des Landesfinanzamts Berlin, Dr. Kuse, grundsätzlich am V. Januar 1931 verfügt, daß er„nunmehr jämtliche Finanzämter angewiesen habe, in Zukunft derartige Ersuchen, gleichzeitig nvu den neuen Anmeldtingen eines Gewerbes auch das Religionsbekenntnis der Gewerbetreibenden zu erfahren, an die Bezirksämter nicht mehr zu richten"., Eine sonderbare Behörde! Die Personalverhältnisse im Statistischen Landesamt Ein Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags beschäftigt sich mit der Personalpolilik im Statistischen Landesamt. Den Rechls- parleien behagle es nicht, daß in dieser Behörde Ordnung geschaffen wurde. * Nach der Vernehmung des Präsidenten S a e n g e r, des Vize- Präsidenten Dr. H ö p k e r und des Regierungsdirektors Dr. K l ö ck e r am Dienstag dieser Woche wurde in der gestrigen Sitzung Regierungsdirektor Dr. Cafsau in achtstündiger Verhandlung vernommen. Er gab am Schlüsse der Vernehmung folgend« abschließende Erklärung ab: Ich fand einen Betrieb vor, der nach meiner Auffassung Re- formen dringend benötigte. Ich stellte diese sachliche Reform unbedingt in den Vordergrund. Die zahlreichen Klagen über die politische Beeinflussung der Per- sonalpolitik veranlaßten mich zu besonderer Vorsicht, insbesondere in der Verwertung von Beamtenurteiien, von denen ich nach ihrer Befangenheit in der alten Tradition und nach ihrem Interesse an Schützlingen in der Angestelltenschaft keine objektive Be- urteilung ltnkseingestellter Angestellter erwartete. Da» Ami litt und leidet noch heule unker einem Uebermaß von Geschwätz nicht nur während der Pausen, sondern auch während der Arbeit. Dazu gesellt sich in allen Schichten einschließlich der verschieden- artigsten Aufsichtspersonen eine Neigung zur Erörterung politischer Fragen. Das Amt leidet weiter unter Takt- losigkeiten der verschiedensten Kreise bei der Werbetätigkeit. Diese Takt- losigkeiten konnten ganz besonders auskommen, weil die dauernd« Unsicherheit sogar über die nächste Entwicklung jeden einzelnen geneigt macht, jeden Strohhalm zur Sicherung zu ergreifen. Ich habe mir jede Mühe gegeben, möglichste SlabilUSk innerhalb eine» Jahres herbeiznsähren und hier einen erheblichen Erfolg gehabt. Ich habe mir weiter jede Mühe gegeben, die Taktlosigkeiten bei der Werbung zu verhüten. Hier war der Ersolq jedoch sehr gering. Für meine Bemühungen, dos Amt zu vereinheitlichen, tonnte ich aus allgemeine Zustimmung nickst rechnen, weil sie in erworbene Rechte eingriss und deren Verteidigung in einer So-nderbehörde ohne Aus- ficht des Weiterkominens noch viel stärker gepflegt wird als etwa in einer Regierung. Dazu kam der Mangel an Verant- worin ngsfreudigkeit großer Teil« der Beamten- fchaft und Ange st eilten fchaft, so daß Dutzende von Entlassungen, die ich nicht angeregt hatte, in ihrer Ausführung mir zur Last gelegt wurden. Ich habe mich bemüht, gerecht zu sein, soweit es die Hilfsmittel und die objektiven Amtsinteressen zuließen. Ich habe Sozialdemokraten und ZdA.-Mitglieder in dem Augen- blick entlassen, wo mir ihre Unbrauchbarkeit dargetan wurde. Ich habe nicht einen Angestellten entlassen oder zu entlassen versucht, der politisch als rechtsstehend usw. angefeindet wurde, wenn ich seine Arbeitsleistung gut fand. Ich habe auch den christlichen Gcwerk- schaften vernünftige Vertrauensleute angeboten. Ich habe dem Versuch, Monopole einzelner Gewerkschaften zu schaffen, nicht nachgegeben. Mein Leitstern war die Arbeitsfähigkeit des Amtes. Das war eine schwierige Aufgabe bei der im Amte bestehenden«gozentrischm Einstellung, der ich keine Konzesstonen gemacht habe. Dazu mußte ich auch brechen mit der Traditon des Amtes. Recht gemacht habe ich es keiner Partei, keiner Gewerrjchaft. Ich bin überzeugt, den richtigen Weg gegangen zu sein." In der heutigen Vormittagssttzung wurde der frühere De- triebsratsvorsitzende Ernst Sieker eingehend ver- nommen. Er beschäftigte sich zunächst mit deiri„Vorwärts"- Artikel vom 12. September 1929 und wurde vom Bericht- erstatter, der die Fragen schriftlich formuliert hatte, nach dem Urheber der Angaben gefragt. Sieber sagt aus, daß die Angaben dieses Aussatzes nur von dem Angestellten Pofener stammen könnten, da dieser am Tage vorher bei Herrn Holz und mit seinen Freunden auch im Ministerium des Innern gewesen sei. Der zweite„Vorwärts"-Artik«l könnte nur von einem aktenkundigen AngesteMen stammen. Zeuge Siebert wird weiter befragt, ob vor Amtsantritt des Re- gierungsdirektors Eassau rechtsstehende Angestellte bevorzugt, Juden und freie Gewerkschaftler dagegen bei der An- stellung benachteiligt wurden. Lieber sagt aus, daß ihm von einer Bevorzugung Rechtsstehender nichts bekannt wäre. Das gilt auch für die jüdischen Angestellten. Ihm sei später aufgefallen, daß Herr Eassau an ihn herangetreten wäre, bei dem Abbau Angestellte der freien Gewerkschaften zu halten. Er habe als Betriebsratsoorsitzender dem.zugestimmt. Als er aber gesehen habe, daß im Juni 1928 28 Mitglieder des Zentralverbandes von jeder Kündigung verschont blieben, habe ihn das zur Vorsicht gemahnt. Herr Direktor Eassau wollte ihn als Letriebsratsoorsitzenkcn loswerden und net ihm, eine sofortig« Versetzung in eine andere Abteilung anzunehmen. Er habe auf Wunsch von Dr. Eassau dem Präsidenten geschrieben, daß er mit Slblauf der Amtsperiod« seinen Sitz im Betriebsrat niederlegen werde, noch den gemachten Er- fahrungen aber dieses Angebot wieder zurückgezogen. Sieber beschwert sich darauf, daß er in einer Reihe von Fällen mit dem Betriebsrat ausgeschaltet bzw. zu wenig berücksichtigt worden wäre. Es wäre üiuner mir mit der Betriebsratsminderheit der Herren Hertz, Pofener usw. verhandelt worden, so daß wir eigentlich zwei Betriebsräte hatten. Er führt dann«in« Reihe von Unstimmigkeiten zwischen ihm al» Vorsitzenden des Betriebsrats und der Amtsicitung dzw. Dr. Eassau an. Eine Reihe von Schreiben wären ihm nicht beantwortet worden Es wären Neueinstellungcn vorgekommen, wie die des Fräulein Rose(da» sogenannte„Dienstmädchen", das sich nachher als beste weibliche Kraft an den neuen Rechenmaschinen erwiesen hat). Der Betriebsrat hätte sich gegen solche berufsfremden Kräfte beschwert, ohne Ersolg zu haben. Auf weitere Fragen bestreitet Sieber, daß nur der„Lokal-Anzeiger" als Lektüre im Amt gestattet war. Es war verboten, im Amt jed« Zeitung zu lesen. Von einem Verbot des„Vorwärts" fei ihm nichts bekanntgeworden. Er überreicht eine Liste der Abgebauten, nach der 192 Mitglieder der christlichen Gewerkschasten, 54 ZdA.-Mitglieder, 36 GdA.-Mit- glieder und 119 Unorganisiert« abgebaut worden sind. Bei der Einstellung neuer Kräfte an den neuen. Rechenmaschinen hätte er sich ohne Erfolg gegen die Anstellung eines Fräulein Nemitz, die tschechische Staatsangehörige gewesen wäre, gewehrt. Auf Zwischenfrage des Abgeordneten Simon, ob Fräulein Nemitz nicht aus den Kreisen der 3 Millionen Deutsche in der Tschechoslowakei oder aus den Kreisen der 30 000 Tschechen, jetzt tschechischen Staatsangehörigen, die seit Großvaters Zeiten schon in den schlesischen Gebirgskreisen leben, stamme, gibt der Regie- rungsdirektor Eassau die Aufklärung, daß Fräulein Nemitz von einer Oesterreicherin abstammt, die, nachdem ihr Geburtsort an die Tschechoslowakei gefallen ist. Reichsdeutsche geworden ist. Fräulein Nemitz ist aber vorher schon drei Jahre im Statisti- schen Reichsamt tätig gewesen. Die Staatsangehörigkeit ist von ihr nachgesucht worden. Der Zeuge Sieber spricht sich dann allgemein noch über die Unstimmigkeiten aus, die seiner Meinung nach zwischen dem van ihm geleiteten Betriebsrot und der Amtsleitung eingetreten sind. Es folgt dann die Vernehmung des Zeugen Pofener. Die deutsche Delegation für Genf. Abr?ise in den nächsten Tagen. Die deutsche Delegation, die in den nächsten Tagen unter Leitung des Reichsaußenministers C u r t i u s nach Genf fährt, setzt sich u. a. aus dem juristischen Sachverständigen im Auswärtigen Amt Dr. Gaus, dem Gesandten Freitag, Legationsrat Ritter und mehreren anderen Vertretern de» Auswärtigen Amtes zusammen. Vom preußischen Innenministerium nimmt Ministerialrat Rathenau an der Genfer Tagung teil. Außerdem fährt vom Neichswirtschastsministerium zu der wirtschastspolitischen Tagung des Europaausschusses Ministerialdirektor Posse nach Genf. Der Reichskanzler besuchte am Donnerstag aus seiner Reise in die Ostgebiete Marienwerder und später Marienburg, von wo er über Küstrin und Frankfurt(Oder) nach Oberschlesien weiterreifte. Am Sonnabend wird Dr. Brüning mit seinen Begleitern in Breslau ein- treffen, wo«r von dem sozialdemokratischen Oberpräsidenten Lüde- mann empfangen wird. Der Empfang wird durch Radio übertragen. Japanisches Theater. Theater am Aolienvorffplah. Die japanischen Künstler, die im Herbst bei uns gastierten, kehren wieder. Sie haben sich in ganz Europa bewundern lassen. Man fürchtete, daß sie etwas europäisch abgenutzt sein würden. Aber es bestand keine Gefahr. Sie sind gerade bereit, dem Verständnis des Westens entgegenzukommen. Die strengen Aestheten des japanischen Theaters entrüsten sich sogar, indem sie ihren Lands- leuten vorwerfen, daß sie die Klassik der Tradition besudelten. Wir sehen wieder Tänze und ein ganzes Ritterstück. Der Reigen, an dem sich Männer und Frauen beteiligen, gilt der Feier des Frühlings. Gemessen und ernst schreiten die buntgekleideten Frauen in die Landschaft, um der schönen Jahreszeit ihre Reverenz darzu- bringen. Allein von den Männern, die derb und bäuerlich, fast wie Tiroler Schuhplattler, juchzen und Herumstampfen, wird auch eine groteske Freude und Ausgelassenheit betont. Vielleicht darf man aus diesem Tanzstil folgern, daß die gebrechlich« und zierliche Frauenpuppe vor der Oessentlichkeit stets mit einer gewissen Scheu gezeigt wird. Selbst das Mädchen, bei dem käufliches Vergnügen zu erwerben ist, hat nicht das Recht, ihre ganz« Munterkeit zu zeigen, wenn mehr als ein Paar Männeraugen aus die Tänzerin blickt. Das Ritterspiel ist grausig und blutig. Es endet mit dem religiösen Selbstmord des Harakiri. Wir wissen, daß auf dem japanischen Theater diese Blutszene mit aller Natürlichkeit dargestellt werden muß, damit die Ueberlieferungen und die heutigen Zuschauer befriedigt werden. Nun entleibt sich in dem Ritterstück mit eigener Hand ein Diener, der stets sklavenhaft vor seinem Herrn zu stehen pflegt. Der Knecht ist Vertreter der jahrhundertalten Feudal- gesinnung. Da seine Herrschaft durch Blutrache, Vasallenhaß und Königstreue zugrunde geht, hat auch der Dienende kein Recht mehr zum Leben.— Das ist eine Tragödie mit einem burlesken Einschuß. Denn gezeigt soll werden, daß die Königsidce und die Rittcride« mächtiger sind als die kleinen Alltagewünsche der Menschen. Während ein junges Paar verliebt gackert und herumzärtelt, schreitet der Tod ins Zimmer hinein. Unmittelbar folgt die Tragödie auf die Komödie. Der Schauspieler hat Gelegenheit, sehr viele Künste zu zeigen. Cr ist Fechter. Tänzer, Pantomime. Sprecher, Springer. Er hat verführendes Lächeln und gräßliche Wahnstnnszüge auf seinem Gesichte in ganz kurzen Zwischenräumen hervorzuzaubern, er muß also ein vorzüglicher Techniker sein. Das find diese japa- nischen Koinödianten wirklich. Eben kommen sie noch dem Schrecken des Todes auf der Bühne nahe, und dann, als kaum eine Minute später der Vorhang gefallen ist, treten sie mit galanter Verbeugung an die Rampe. Alles, was sie leisten, wirkt diesmal wie die japanische Akrobatik, die wir so gern im Variete bewundern. Max Hochdorf. Mit Byrd zum Südpol. MalmorhauS. Dieser Film erzählt von B y r d. dem Mutigen, dem das Glück schon so oft lächelt«. Seine große Kraft wurde nicht von den kleinen Sorgen des Alltags zermürbt, sie konnte für die schwierigsten Auf- gaben erfolgreich verwendet werden. Aber wie Byrd und sein« Leute diese Aufgaben meistern, das ist mustergültig. Bei einer solchen Verschmelzung von Hirn- und Handarbeit, einer solchen Paarung von tollkühnem Mut und Ueberlegung und bei.derart unzerreißbaren Banden echter Kameradschaft darf man getrost das Schicksal heraus- fordern. Osfenen Auges und wachen Sinnes mächen sie sich alle Errungenschaften der Technik zunutze. Keiner läßt sich durch irgend etwas verblüffen, jeder ist jeder Situation gewachsen, und über allem lächelt Byuds ehrliches, freundliches Gesicht. Tief in den Schnee hat man sich eingegraben, man ist ver- schwunden für die Mitwelt, nur die Funktürme ragen gigantisch aus dem Schneegrab heraus, das die Expeditionsbasis ist, die man „Mittle America" nennt. Bor der„Haustür" dieser Siedlung spielen die Walfische und in der Nachbarschaft treiben sich die— da sie noch keine trüben Erfahrungen gemacht haben— durchaus nicht menschenscheuen Pinguine herum. Sie rutschen nicht wie die Menschen vor Ergebenheit, sondern zur Bekundung ihrer Mißachtung auf dem Bauch. Wir sehen nicht nur grandiose Bilder, nein, wir erleben in allen Einzelheiten diese Expedition, die am 25. August ISM ihren Anfang nahm und am 19. März 1930 ihr Ende fand. Der Film ist eine der großartigsten Reportagen, die je gemacht wurden. Hier steht die Tat vor der Sensation. Und den mutigen Kameraleuten Willard van der Verr und Joseph T. Rucker wird jeder dankbar sein, der in der Lage ist. diesen Film zu sehen. «. b. „Harold, der Oracheniöier". . Tauenhien-palast. Auch HaroldLloyd macht jetzt Tonfilme, doch leidet darunter nicht das Filmische. Im Gegenteil, die Wirkung ersährt durch die Wiedergabe von Geräuschen eine Steigerung. Der Dialog beschränkt sich auf«in Mindestmaß und ist nie von ausschlaggebender Be- deutung. Nur in einzelnen Szenen führt er und bleibt Träger der Handlung, es sind dies Szenen, die im Bilde nickst wiedergegeben werden können. Lloyd lzat«ine glückliche Lösung für den Grotesk- film gefunden, eine Lösung, die«in Plus in der Wirkung bedeutet und nicht eine Verminderung. Das ist eine Seltenheit. Sonst kann der Film jede Konkurrenz mit den besten Lloyds mifnehmen. Parodistifche Momente kommen hinzu, und zwar ist der Film eine Parodie auf Kriminal- und Detektiofilme mit ihrer Samin- lung vcn Unwahrscheinlichkeiten und Zufällen. Es gilt, den Schrecken der Chinesenstadt von San Francisco zu verhaften. Lloyd gelingt, was anderen Detektiven nicht gelang. Der Polizeichef» ist der Ver- brecher. Mit Hilfe von Fingerabdrücken kommt Lloyd dahinter: dieses Spiel mit seiner Ueberspitzung ist von unwiderstehlicher Komik. Immer wieder bedauert man, daß die großen, amerikanischen Groteskschauspieler wie Ehaplin, Keaton oder Lloyd so selten hervor- treten: aber vielleicht liegt gerade in dieser Zurückhaltung der Grund sür die Qualität ihrer Filme. st. Leb. Kultur und Schallplatte Wertvotte Neuerscheinungen Die Dalucca-IN-ttne« der votksbahae ff. V., dl««m Sonntag, dem 11. Januar, vorm. 11'/, Uhr, im Theater am Blllowplatz stattfindet, bringt u. a. folgende Tänze: Kleine Suite, Iamada, Technische Improvisationen, zwei Tänze nach spanischer Musik, zwei Fragmente, zwei Talchos, außerdem die Hillen Tänze. Der Der'wer Voltschor bereitet für bat 40 jährige Jubiläum de» Gaue« Berlin de» Deutschen Sirbeiter-Sängerbunde» die Ausführung von Händel» großem Chorwert.Belsazar" vor. Die Probe» werden jeden Freitag von AI—>2 Uhr in der Aula des Andreas-NealglMnafium». Berlin O 17, Koppen- straße 7«. abgehalten. Aninabme tangezsreudiger Genossinnen und Genossen tauch ohne Nolcutenntnissn ist sehr erwünscht und tonn dort stattfinden.— Der Kinderchor de» Berliner BollSckiorZ übt jeden Donnerstag von 17'/,— 1S>/, Uhr, der Jugendchor von 20— 22 Uhr in der Aula der Volitschule, Berlin O,«ovpenftr. 8t. Kinder und Jogendlicke find herjlich Willkommen und werden in den Uebungsstundea ausgenommen. Von der weiten Oessentlichkeit wenig beachtet, hat vor kurzem in Mannheim eine Tagung stattgefunden, deren Gegenstand und deren Ergebnisse gewiß nicht nur den Kreis der unmittelbar Be- teiligten angingen: die erste allgemeine Schallplatten- tagung, veranstaltet vom Ausschuh für Volksmusikpfleg« und von der Volkshochschule zu Mannheim in Verbindung mit der Kultur- abteilung des Carl-Lindström-Konzerns. In einer langen Reihe von Referaten wurden, zum Teil von hervorragenden Berliner Fachspezialistcn, all die ideellen und praktischen Fragen behandelt, die sich heute um das Thema.„Kultur und Schallplatte" gruppieren: Di« Schallplatte im Musikunterricht: die Schallplatt« im Sprachunterricht und in den allgemeinen Unterrichtsfächern: die Schallplatte in der Volksbildung. Zum ersten Male haben sich in solcher Zahl führende Männer der Volkserziehung mit Vertretern der Industrie zusammengefunden, um gemeinsam über die Aufgaben zu beraten, die diese im Dienst jener zu erfüllen oermag: über die Möglichkeiten erzieherischer Leistungen, die sich der Schallplatte ab» gewinnen lassen. Vorträge, Vorsätze, Worte— min gewiß: Immerhin ist es als gutes Vorzeichen zu betrachten, daß das kulturelle Gewissen der Schallplatt enindustri« laut wird, und daß man sich zu- sammensetzt, um sich ernsthaft über Dinge auszusprechen, die jenseits von Angebot und Nachfrage liegen. Es ist nicht zu übersehen, daß es heute mit der Musik— zurückgeht, wohin sonst wir blicken, zur selben Zeit aber vorwärts geht auf neuen Wegen der Mechanisierung. Stetig langsam rückt die Schallplattenindustrie in Positionen auch des Musikunter- nehmer« und des Musikverlegers vor. Mit der Macht wächst ihre kulturelle Verantwortung, die Industrie wird sich dessen immer mehr bemußt werden müssen. Auf kaum vorhersehbare Zlrt ist sie zur Musik, zur Musikkultur, zur kulturellen Verantwortung gelangt. Verpflichtungen, zu denen sie sich gewiß nie gedrängt hat, wachsen ihr zu. Noch haben wir den Opernleiter als legitimen Entdecker und Förderer junger Gefangetalente, aber schon die Schall- platte, die den unbekannten Sänger lanciert. Noch haben wir unsere großen Sinfoniekonzerte, aber auch schon Bach und Beethoven auf der Platte, von den besten Orchestern unter den ersten Dirigenten der Welt gespielt. Noch haben wir Opernpremieren, Konzert- Novitäten, Versuchsstätten des Fortschritts und des künstlerischen Experiments, wir werden aber auch die Schallplatt« haben müssen, die sich der jungen Komponistengeneration konseaumt annimmt. Wir werden die Schallplatte Immer mehr auch als Mittel und Hilfsmittel der musikalischen Bildung, der Erziehung zur Musik, haben müssen. Eine Reihe wertvoller Neuerscheinungen auf diesem Gebiet danken wir der von Ludwig Koch geleiteten Kulturabteilung des Lindström-Konzerns(die in ihrer Monatsschrift„Kultur und Scholl- platte" Probleme des einschlägigen Stosfbereichs zur Diskussion bringt). Unter dem Namen.,2 090 Jahre Musik auf der Schallplatte" hat Professor Dr. Kurt Sachs eine Folge von zwölf Platten herausgegeben, die den Hörer durch die Geschichte der europäischen Musik führen: von ihren altgriechischen und jüdischen Anfängen über den gregorianischen Choral und die vokale und instrumentale Kunst des Mittelalters bis in die Zeiten Bachs und Hände ls. In sehr sorgfältiger Ausführung und soziisaoen in an- schaulichster Form bekommt man hier charakteristische Beispiele aus der Musik früherer Jahrhunderte zu hören, wie sie in solcher lieber- sichtlichkeit auch der fach- und bibliothekkundige Kenner sich nicht zu verschaffen wüßte.„Die kleine Reihe," schreibt der Hausgeber, „ist als ein erster Schritt gedacht. Von dem tätigen Interesse der Schulen, Konservatorien und Universttäten wird es abhängen, ob wir einmal zu einem großen musikgeschichtlichen Plattenorchiv kommen werden." Roch bedeutsamer vielleicht in der Möglichkeit unmittelbar prak- lischer Auswirkung ist eine andere Publikation:„Das singende V�l ch". In dem Professor Fritz Jode, der Scköpfer und Meister der„Offenen Singstunden", seine musikpädagogischen Cr- fabrungen und Anregungen niedergelegt hat. Die erste Serie, „D e u t s ch e V o l k s t ä n z e", ist für die Mittel- und Oberstufe der Volksschulen, für Mittelschulen und die Unterstufe der böheren Schulen gedacht: kie zweite Serie,„Singspiele für Kinder", für den Gebrauch m Kindergärten und im ersten Schuljahr. Dazu kommt drittens eine„K l e i n e E l e m e n t a r l e h r e d e r M u s i t" auf der Grundlage des Tonika-Do-Systems. Diese Platten bedeuten In der Tat auf dem Gebiet der Schulmusit und des Schulmusikunterrlcktts etwas durchaus Neues, und der Wert dieses Neuen leuchtet ei,,. Nicht nur, daß durch die Verwendung dieser Platten das M.k- instrument in der Schule, wo teins vorhanden ist, ersetzt werden kann: für den Lehrer und Erzieher, der damit umzugehen versteht, bedeuten sie Bereicherung und Erleichterung, und es wird auf diesem Wege möglich, nicht nur Grund'inien des elementaren Miisskunter- richts festzulegen, sondern e- würde auch für ihr« Einhaltung stärkere Gewähr geschaffen, als sie ein noch so gründlich ausgearbeiteter Lehrplnn jemals geben kann. All die« find Anfänge einer programmatisch betonten„Kultur- Mission" der Schallplatte, gute Ansätze zur Ausnützung ihrer musikalisch-pädagogischen Möglichkeiten. Es wäre zu wünschen, daß die Oessentlichkeit solche Bemühungen, die ihren Bildungsinteressen entgegenkommen, förderte: und zu begrüßen, wenn auch die staat- lichen Schulbehörden sich ein wenig für diese Versuche inter- essieren. Klau» Pringsheira. Selbstbezichtigung der Geliebten Ist Guisbeflher Wolf unschuldig verurieilt? prenzlau. 9. Januar. heule begann in p renzlau ein sehr inkeressanler Prozeß, dessen Eigenart darin besieht, daß aus dem Wege einer S e l b st b e z i ch- t i g u n g nachgewiesen werden soll, daß der Gutsbesitzer Wolf, der in prenzlau wegen Brand st istung auf seinem eigenen Gut rechkskräflig verurteilt worden ist, das Feuer nicht selbst angelegt haben kann. Im Jahre 1927 brannte auf dem Felde, das zu dem Gut des Besitzers Wolf gehört, ein großer Getreideschober nieder. Die Bersichening oermutete Brandstiftung und zog den Berliner Kriminalassistenten Kraft zu Ermittlungen heran. Der Beamte ver- nahm den Gutsbesitzer Wolf und dieser legte schließlich ein G e- st ä n d n i s ab, er Hab« selbst am Nachmittag des Brandtages eine 49 Zentimeter lang« Kerze neben den Getreideschober gestellt und angezündet. Drei Stunden später, als sich Wolf dann längst wieder auf seinem Gut befand, sei das Feuer durch Niederbrennen der Kerze entstanden. Daraufhin wurde Wolf wegen vorsätzlicher Brand- slistung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Gleichzeitig wurde auch eine frühere Freundin des Besitzers, Frieda Rodde, beschuldigt, den Gutsbesitzer bei seiner Tat begünstigt zu haben und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Heute hat sich nun die Straf- kammer mit der Berufung der Rodde gegen das Gefängnisurteil zu beschästigen. Die Radde behauptet nämlich, daß sie Wolf niemals im Sinne des Gesetzes begünstigt habe, weil dieser selb st gar nicht der Brandstifter gewesen sei. An dem frag- lichen Tage, an dem der Brand entstanden war, habe sie Wolf, von dem sie wußte, daß er in der Nähe des Getreideschobers zu tun hatte, sprechen wollen und sei mit ihrem Fohrrad gegen 7 Uhr abends auf das Feld gefahren. Wolf sei jedoch schon fort gewesen und so habe sie, um nach Prenzlau zurückkehren zu können, in der Nähe des Getreideschobers die Laterne ihres Fahrrades angezündet und das Streichholz weggeworfen. Schon nach kurzer Zeit habe sie bemerkt, daß das Stroh Feuer gefangen habe. Um sich nicht straf- bar zu machen, hätte sie verschwiegen, daß sie selbst den Brand fahrlässig verursacht habe. Der Gutsbesitzer behauptet nun. daß auch sein eigenes Geständnis, das Feuer vorsätzlich gelegt zu haben, nicht stimme, daß vielmehr der Berliner Kriminalasssstent Kraft mit ungesetzlichen Mitteln chn zu dem Bekenntnis gezwungen habe. Zu Beginn der heutigen Berhaudlung wurde zunächst das Urteil gegen die 3Sjährige Angeklagte Frieda Radde verlesen. Die Angeklagte ist wegen Begünstigung des Gutsbesitzers Wolf, des Inhabers des Heidehofes, der wegen vorsätzlicher Brandstiftung und versuchten Versicherungsbetruges zu einem Jahr Gefängnis ver- urteilt worden war, von dem Schöffengericht in Premziau zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Verdachtgegen die Radde kam erst wenige Tage vor dem Prozeß gegen den Gutsbesitzer Wolf zur Kenntnis der Behörde, und zwar hauptsächlich durch einen anonymen Brief, den die Radde wenige Tage nach dem Brande an Wolf geschrieben hatte und der lautete: „Hochwohlgeborener nationaler Herr! Das ist eine kleine Niederlag«. Siehste, da haste die Kiste." Di« Angeklagte Frieda Radde gab, nachdem man in die Beweisaufnahme eingetreten war, bei ihrer Vernehmung an, daß sie sechs Jahre lang im Gut Heidehos Stütze gewesen sei und ein Verhältnis mit dem Besitzer Wolf gehabt habe, dem ein Kind ent- sprossen sei. Später habe sich Wolf von ihr getrennt, habe ihr aber ein Haus in Prenzlau gekauft und sie reichlich alimentiert. Mit der Zeit habe sich Wolf sedoch ganz von ihr zurückgezogen und aus Aerger darüber, daß der frühere Geliebte sich nicht mehr bei ihr sehen ließ, sei sie am 19. Oktober 1927 von ihrer Wohnung in Prenzlau mit dem Fahrrad nach dem 29 Kilometer entfernten Gut Heidehof gefahren und dort am Spätnachmittag eingetroffen. Es sei inzwischen schon sehr dunkel gewesen und so habe sie unmittelbar an dem einen Weizenschober die Laterne ihres Fahrrades anzünden wollen. Dabei fei der Kopf des Slreichholze, weggesprungen, sei In die Wieke gefallen, eine Sekunde später habe bereit» eine Flamme aus dem Skroh herausgeschlagen und der Brand habe mit großer Schnelligkeit um sich gegriffen. Sie sei Im ersten Moment vollkommen verdutzt gewesen, sei dann geflüchtet und spät abends nach Hause gekommen. Die Angeklagte hatte während ihrer Aussage im Gegensatz zu früheren Vernehmungen sich in zahlreiche offensichtliche Wider- s p r ü ch e verwickelt und brach schließlich in einen Weinkrampf au». Die Verteidiger stellten darauf den Antrag, die Verhandlung zu unterbrechen und einen Gerichtsarzt hinzuzuziehen, da die Ange- klagt«, die eben erst eine schwere Gripp« überstanden habe und die sich auch sonst In einer schlechten körperlichen Verfassung besinde, nicht verhandlungsfähig fei. Staatsanwalt Weißkops stimmte diesem Antrage zu, und so wurde die Verhandlung ausgesetzt, um die Angeschuldigte durch den zuständigen Kreisarzt untersuchen zu lassen._ Die Kampfe in England. Im Vergbaukonflitt in GüdwaleS Einigung zu erwarien London, 9. Januar.(Eigenbericht.) Aller Voraussicht nach ist in den nächsten Tagen ein« Einigung zwischen den Bergarbeitern und den Grubenbesitzern in Slldwales zu erwarten, so daß die Bergleute am kommenden Montag in die Gruben zurückkehren werben. Der Regierung ist es gelangen, die Vertreter der beiden Per- tcien auf ein Kompromiß sestzulegen. Di« Stimniung unter den Arbeitnehmern Ist dem Kompromißoorschlag günstig gesinnt, zumal die Bergarbeiter den 7X-Stundentag ohne jeden Lohn- abzug erhalten. Bisher hatten die Grubenbesitzer den Acht- stundentag mit Lohnkürzung verlangt. Allerdings be- deutet dieses Kompromiß wiederum nur ein zeitweiliges lieberem- kommen und damit wiederum nur einen Waffen still st and. Nach der Arbeitsaufnahme sollen die beiden Parteien unter einein neutralen Vorsitzenden nochmals beraten, wie das endgültige Arbeits- Verhältnis geregelt werden soll Einstweilen haben die Bergarbeiter Ihre Forderung durchgesetzt und die Zukunft wird lehren, ob die Grubenbesitzer verständiger geworden sind, als sie es bisher waren 92. Abk. Neukölln. Berichtigung! Die Funktionärversammlung findet heute abend 29 Uhr, nicht Sonnabend, bei Wolfs, Kaiser-Friedrich-Str. 173, statt. Wetter für Berlin: Größtenteils bewölkt mit etwas Schnee und leichtem Temperaturanstieg. Westliche Winde.— Für veukschland: Lm Osten und Süden keine wesentliche Aenderung, In West- und Mitteldeutschland Temperaturanstieg und vielfach leichte Schneefälle. Vcrantwortl. fllr die Rcdaülon: Lcrbeet Leper«, Berlin: Anzeigen: Tt. Sl-'Se Berlin. Verlag: Borwiirt» Berlaa 9. m. b. S.. Berlin. Druck: vorwärts Bu-l »ruckerei und Berlagsanftolt Paul SInaer& So.. Berlin SB 88. LindenNrc»- «lena 1«eil»«. I p _ 9 Theater# Lichtspiele usw. Freitag. 9. I. Staats-Oper ünte» d. Linden 12-14 Ubr M-Hitt-Ksni. iu—2 Uhr 3, Sin'onie-üoni. Lfitunj: in» Kliibtr Staats-Oper In Piiti dti Prc nihil V-B. 20 Uhr OtHnitl. Kirtnnrkaul Knde 22'» Uhr Freilag. 9. I. statu oper HismarcKstr Turnus IV 20 Uhr DasRhelogold Ende 22', Uhr Staat). Schaasph. 'in Gniannimiurti 112 A.-V. 20 Uhr Üüoiai.Eamlielni Ende g.ZZIt Uhi M.ZMIüt'IÜiMMiA 20 Uhr NORA. Ende gegen Iii* Uhr vlAza ROSE TH E ATE R Gre8« Frtnklurtir Strai« 102 Blllcttkiua! Alex 3422 u. 3494 (D-Baha: Sutuiberitr Fiat«) Uebep Die Dollarprinzessin schreibt die Presset „Blitzsauber« Bühnenbilder, verstärktes Orchester, vergrößerter Chor, erste Garnitur Darsteller sichern dem Volkstheater im Berliner Osten viele ausverkaufte V or Stellungen." Täglich 8.15 Uhr Sonnabend 7 und IC.' 5 Uhr Sonntags 2.30, 5.45 und QUhr Familien- Nachmittage 630 Uhr .lad« ad 9. Januar ieJen OlaaaUi. UlltwKh. Donner rtal und Finita, ,�waQg(emiiiartieniixw Preise 0.30 1.50 M Vorrerknuf Ist erSlfnel (Kinder haben Zntritt) Ujl. 5 0. 81S | Zi>nnl.2. 5u.O'> Alex. C 4#065 I. Verstellung CO Pf. bin 1 M II. und III. Vorst. I bis 2 M FRATELLI N I-Trio Bf tax, Glao, Gu.tavo B.w. ttotittuuiinc nmtn an SOInmlati. 8 Uhr Liliont von Fran 5\olnai SegierKarl Heinz Martin itaati.üdiillei-Ib. 8 Uhr Nora Tiieaiar am ichliDauerdamni «Va Uhr üie Quadratur des Kreises Staatsoper Vm PI. d Republik 8 Uhr Hans Helling fbeater d. Weiteos Täglich SV* SensailoiieUer Oper etlener folg Viktoria undihrHusar Homiscns oper Sit Uhr Reppina Opereue von Robert Stolz. I ening-slMi Täglich 8>„ Uhr Usmsell Nilouihe Operette von Hei ve lellinaiiD. ldalbirt.lfDolil Plscator-Bühne (Wallner- Thealer) Ale*. 4592-93. 3 Vi Täglich SV, Hondron links Preise 0.50-6 00 M. OentidiK Mm 8 Uhr Elisabetb von England von Ford irnckoei fitgia: Heinz Hilpert Kammerspiele 8V, Uhr Jules Uiiette uiiei von Tiisian Bemard bglt: Saal ürpi» 9ie Komödie S'(a Uhr Die Fee fön Frunz demar Regie: Steian Hot. i)amoisi)-iiiltiBeii Tttinr Ii Iii üirescmannsu. -Vi Uhr» Gastspiel Ein idealer Galle mit Harry Licdtke Komödienhaus 8»/« Uhr Cocktail von yollmaallar iLBaoatzki Bcrl.ncr Töeal. IV, Uhi ETisabeth Bergser in Mir. Cheneys Ende Oenise&ei lunstler-Theii Barbarossa 3937 8>/4 Uh« Zum ooldenen Anker mit«Sw« horsm Nui noch wenige Vorstellungen Zoooad. qd! 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Helm, Jan K epora— Gates Beiprogramm— Jugendliche Zutritt Atrilim Beba-Palasl Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend und Sonntags 5, 7.9.15 Uhr Tonfilm-Urauiführung: Zweier. el Moral mit Waller Rllla, E;ga Brink. Nach dem Bühnenwerk Perlen-Komödie von Bruno Frank Ab Montag: Kaiser 11 eh cfaen Titania Schönebg. sig5ab! iauptstraße 49 lOOpioz. Tonlustspiel: Drei Tage Mlltciaiiest mit F. Scholz, Brcssart, Lade EagUscb— Beiprogramm Kronen-Licfatspielc Rheinstr. 65 W. 5. 7. 9 Uhr Sonn ags ab 3 Uhr Toitfllmschwahk: Ord Tage Mittel. arrest mit F. Scholz, Lade Eng tsch ■ Sfgllt« 8 Titania-Palast skJiSVhü Steglitz. Schloüsti 5. Ecke Gutsmuthsstr Tonfilm-Uraufführun: Schneider Wibbd m. Paul Henkels Thea Grodya— Tonbe Programm Jugendliche haben Zutriitl 7a>Ii Wochentags 7. 9 Uhr AcCXl Sonntags 5. 7. 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg. 2.33: Jgd.-Vorst. Toniilm- Kohlhlesels Töthter mit Henny Porten— Tön. Wochenschau 8 Mariowclort �8 VI,« Ii iianendoner Wochentg l lO-1.1 Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr, 305 100 proz. Tonfilm: Oer Hampelmann mit Msx Hansen, UchOcycra- Qjoba* Cd Programm TempothoP TiVOll Berliner Str. 97 Beg 5, 7, 9, Sonntags 3 Uhr: Jug.-Vorsl 100 proz. Tonposse: Der größte Lacherfolg Ord Tage Mltlelarresl mit Fr. Schalx, Brcssart— Bdprogr. Südweston Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So. ab 3 U. 100 proz. Tonoperette Ein Walzer Im Schiafconpä mit Lade Englisch. Frllz Scholz— Belprogr,— Fox-Tonwoche Fflm-Paiaui Kammersäle Teltower Str l W. 5, 7.9. Stg ab 3 Uhr Tonoperelte: Wie werde Ich reich nnd glücklich 7 mit Georgia Lind Beiprogramm ■» Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir 72/76 Wo 6.45 U., Sonnt ab 3 U. Nur vier Tage! Er oder ich Harry Fiel in seinem ersten Ton- Sprechfilm— Beiprogramm Bühne: 11 Romanows Europas beste Gladiaiorentruppe Th. am Moritzplatz Beg.: Wöchig ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonlilmoperette: Das Land des Lächelns mit Richard Tauber Beiprogramm > HeuRBHn> Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke JägerstraBe Werktags üV» Uhr. Sonntags 3 Uhr 100 proz Fonfilm Oer Hampelmann mit Max Hansen Beiprogramm— Bühnensdtan Kukuk Wochent 6.45, 9 U Sonnt.3, 5,7, 9 U. Kottbusser Damm 92 100 proz. Tonfilm- Das Land des Liehe nt mit Richard Tanbcr Toabelprogiamm- JugendL Zutritt C___|aiÄ_ Wochent 5.45. 9 U. CXCClSlOr Sonntags 3.5.7.9.U Kaiser-Friedrich-StraBe 191 100 proz. Tonposse; Drei Tage Mittel- arres mit Fritz Schals Beiprogramm Stella-Palast Köpenicker SlraBe 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 IL Sonntags ab 3 Uhr Die große Tonoperette: Die Llebesp rade mit Maorlcc Ch er aller Beiprogramm— BOhneaschan Stern» H ermann» tra�c 49 Wochentags 545, 9. Sonntags ab 3 Uhr ■ OOnroz Tonfilm: Eiae Trenndtn so Waldig wie da mit Anny Oadra Südosten Filmcck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags; 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, S, 7, 9 Uhr 100 proz.Ton filmt Der falsche Feldmarschall mit Vlasta Bnrlan, Roda Roda BühneBschaa Jugendliche haben Zutrtlt Luisen-Theater Reichenherger Str. 34 Anf. W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3. 5. 7. 9 U. 100 proz. Tonfilm: Menschen Im Kßfig mit Fritz Korlncr, Vddt, George Bühnenschan Sternwarte- Treptow Sonnabend 4. 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr; Rand am den Erdball Wellteisefilm durch 33 Länder »Flysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, S 3.15.5,7.15 9 15'Ihr Drei Tage M.ttelarresl Bühne; Aal Liebezwei len, lustige Revue— Tfr.ende Wochen»-hau Flora-Lichtsp. LAi-eesW TägL 6J0. 9 IL, Srds. 5 U, Stgs. ab 3 U. Der falsche Feldmarsch all mit Roda Roda Zimmer 107 mit Fritz Scholz ■ 0»t«"■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochen gs 630 U. Sbds 5, Stgs 3 U >00 proz. Tonfilm Dolly ma sacht Karrlere mit Dolly Haas, Kart Gen an, Alfred Abel Auf der Bühne: ßlmson Breifbart der stärkste Mann der Welt Luna-Palast �b�un?' Gr. Frankfurter Str. 121 Tonoperette: Liebesparade mit Mantlce Chevalier- Beiprogramm Bühne: Marlsnba Band Schwarzer Adler au« 99 Woch. ab 5 Uhr, Sonntg ab 3 Uhr lOOproz Torfilm: LUbliDg d. Götter mit Emil VaDniDg*, Renate Möller rQhne: Gastspiel M. Zelenka und AHr. L&atner Pharus-Licfatspiele MüUcrstr. 142 W.5.7.9U., Stg.3,S,7,«lL Der gewaltige Sensations-Tonfilm; Oer ßerrführcr von Zakopanc mit Oominico Gambino. Dom. Gambino per önl. anwesend.— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ComcniuS'Lichtspiele Memeler Str. 67 W 6J0, 9 U. Stg ab 5 U- Zweimal Hochzeit mit Liane Haid (Tonfilm) Die grofte Kindcrrerue (Tonfilm) Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab SU. Stg. ab 3 U. lOOproz Tonfilm; Eine Freundin,*0 goldig wie dal Revue: Lebe, Hebe, larhel Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, 7. ca 8.45, Stg. 3, 5, 7, 8 45 U. Großtnnf Im: Die blonde Nachtigall mit Else Elster— Toitbelprograram W Hou-llchtonbora"fc Kosmos-Lichtspiele LOckstraße 70 Beginn Woch. 5, 7. 9 U. lOOproz. Tonfilm: Stg. 3. S, 7. 9 U Er oder lehl mit Harry Fiel im Tonheiprogramm: The reveller» g��Frj�GrlchsfiiW��g Kino Busch svNaMsuSr Alt-Fnednchsieide Beiprogramm Die nnvolikommene Ehe mit Baster Keafon— Die Sebald des Tom Carrlgan mit Tom Tyier —-P Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 2ü�~210 Böhnenschao Tonsprechfilm: KOO Wor c DeaLch mit rat und Patadion— Belprogr. Die Todcsfet.el mit Harry Sidncy ■ Nordon"g aifimmKi-i* Müllerstraße 136, rt-inamDra Ecke Seesirau, Wochent. 5, 7. 9 U. Sonnt 3, 5. 7, 9 U Tonschwank: Drei Tage Miltelarresl Ab Montag Lentnanl warst da einsl bei dezt Husaren m Mady Chrtollan» Pratcr-Ltchispicl-Palost Kastanienailee 7-8 W. ab 5. Stgs 3V, Lt Hochzeilsmarsch m. Erich v.S'rohelm Selbst fnstlz m t Fred Gllman Bühne: Lachende Leute(Revuescherz, 10 Bilder) Mila-Lichtspiel-Pa! ast Sct önhauser Allee 130 W.S1'», S. 4M8 Tonfilm: Das Land de* Liebe ns mit Richard Tanber— Jugend. Zutritt Tonfilm— Bühnenschau Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. S'aU. Tonfilm: Da* Lied ist ans Der Anschlag auf den Depesdien- reiter a P.nkow k Palast-Thcatcr Breite Straße 21a W 6.30, 9, Stg. 4. 6.30, 9 100 proz. Tonposse; Der größte Lach- erfolg: Drei läge MlUeiatresJ mit F. Brassert, Lude tng.lsch. Frllz Sdinlz— Bühnenschan �HIedor»cli6nhau»ew � Film-Palast.lÄnse. Blankenbureer Str.• So 2>, Jgd.-V. Wochig 6ä0, 9 U. So 4 30. 6 45. 9 U Tonfi m: Die singende Sfadl mit Br. Helm, Jan Klepnra- Jupdl-Zutritt ■"9e'* Filmpalast Tegel Stgs. 2 U Jgd.-VorsL W. 6, Stg. 4V« IL Der größte Tonfilmerfoig: Drei Tage Ml.lelairest Lost. Belprogr. Aul Tobis-Apparat Union-Theater Hauptstr.s W 6, Stg. 4V«. 6'*. 81t IL Stg. 2 U Jgd.-V. Piraten der OtlseebSder Erbschleicher(Kriminaltilm) a Honii:a*«lorr Filmpalast s,g gi'u Berliner Straße 59 Stg. 2 U lug.-Vorst. Tonfilm: Walzer Im Schloicoopä Oaa rote Brandmal (Beilage Freitag, 9. fanuar 1931 SyrMsmd �häiaä&aaße Je>J Schicksalswende an der Westfront Chemln des Demes- fflarne- Ulliers cotterets Das Reichsarchiv, dos die historisch« Bearbeitung und Er.| forschung des Weltkrieges durchführt. l)at in sein«r Schriftenreihe! „Schlachten des Weltkrieges" jetzt vier neue Bände: Deutsche Siege 1918-, Wachsende Schwierigkeiten; Die Offensive bei Reims und über die Marne: Schicksalswende(Verlag Gerhard Sialling, Oldenburg), veröffentlicht. Wie schon bei den früher cher. ausgegebenen Werken, unter denen„Das Marnedrama" und„Die Tragödie von Verdun" besonders hervorragen, ist auch bei den hier zur Diskussion stehenden vier Bände,» das Bemühen zur objektiven Forschung anzuerkennen. Französische Quellen sind auch diesmal wieder in großem Umfang« herangezogen worden. Hüben und drüben. Das neue Werk des Reichearchivs geht auf die dramatischen Monate des Jahres 1918 zurück, in denen sich die unheilvolle Schicksalswende an der West front und damit der Auftakt zum Zusammenbruch vollzog. Wie schon bei seinen früheren Arbeiten, begnügt sich das Reichsarchio auch in diesem Falle nicht mit der Darstellung der Kämpfe, sondern wertet die Ereignisse im chinbb.ck auf die Gesomtlage kritisch aus, wobei es zu höchst bemerkens» werten Urteilen gelangt. Es wäre jedoch sehr erwünscht, daß bei den noch bevorstehenden Arbeiten über 1918 der grelle Gegen- satz von Hüben und Drüben, der letzten Endes der ent- scheidende moralische Faktor des Zusammenbruchs gelvesen ist, weit schärfer herausgearbeitet wird als bisher. Hier ein Heer, das feit fast vier Iahren an sämtlichen europäischen Fronten in» Eroßkampf stand und längere Ruhe nur in Ausnahme» fällen kennen lernte. Ein Heer, dem in dreijährigen schwersten Abwehrschlachten an der Westfront gegen einen an Menschen und an Kriegsmaterial unvergleichlich überlegenen Gegner das Mark aus den Knochen gesogen war. Ein Heer, das seit Jahr und Tag schlecht und knapp ernährt und noch schlechter bekleidet und ausgerüstet war. Ein Heer, hinter dem eine vom Hunger ent» nervte und völlig ausgesogen« Heimat stand, aus der umnöalich neue Kraftquellen fließen konnten. Drüben dagegen Heere, denen der Reichtum der Welt zur Verfügung stand, die an Menschen, Nahrung, Kleidung und Kriegs- Material ans einem schier unversiegbaren Quell schöpften. Besonders mit dem Eintritt Amerikas in den Krieg(Februar 1917), dessen Truppen nach der Meinung deutscher Hurrapatrioten-über den Ozean weder schwimmen noch fliegen könnten", slob'en für di« Entente diese Kraftauellen wie«in breiter reißender Strom nach Frankreich hinein. Diese Dinge müssen auch von dem Reichsarchiv, das di« Gescküchte des Kricoes schreibt, so kraß»ind deutlich ausae- sprochen werden, wie sie der Mann an der Front und wie sie die ausaelanate Heimat emvfand. Hier allein liegt d�r letzte Schlüssel zurWahrheitdes Zusammenbruchs. Vom Echem»» des Dames zur Marne. Die deutsche Oberste Heeresleitung wollte die Ent- scheU ung im Jahre 1918 durch Angriff erzwingen. Aber nicht ein einziger großer Angriff, sondern eine Reihe von Teilofsensiven sollten die Gegner zermürben, seine Reserven zerschlaaen und schließlich die Entente friedensbereit machen. In diesem Gedanken der Angriffszerspaltung, der durch das Ueberraschungsmoment ganz zweifellos bedeutende örtliche Erfolge vor der englischen und d<"' französischen Front brachte,»var jedoch der Sieggedanke der Heeresleitung bereits begraben. Ob bei konzentrischer Zusammen- fassung der deutschen Angriffstruppen im März 1918 durch end- gültige Zerreißung der bereits gespaltenen englisch- französischen Front ein kriegsentscheidender Erfolg möglich war. soll hier nicht beurteill werden. Jedenfalls ist es sicher, daß im M ä r z die Entscheidung näher lag als im Mai, und daß auch die Maioffensive noch größere Aussichten bot als die Juni- und Julioffensiven. Lkand doch TTlille 3i'll berelks ein Alillion amerikanischer Truppen einlahbereit aus französischem Boden. Nach den schrveren Angrisfeschlachten von Arras— La Fire, Armentieres und am Kemme! in Flandern, herrschte seit Ende April verhältnismäßig Rübe an der Front. Die Erschöpfung aus beiden Seiten»var zu groß. Am Che min des Dames, wo einige völlig abgekämpfte englische Divisionen zwischen die französischen Truppen eingesetzt sind, herrscht am Sonntag, dem 26. Mai, beinahe feiertägliche Ruhe, die an dieser alten Wetterecke höchst selten ist. Da bricht am 27. Mai früh um 2 Uhr aus S009 Geschiitzschlünden das deutsche Trommelfeuer los. steigt die sestungsartig ausgebauten Steilhänge des Chemin des Dames hinauf und hinab, rvalzt die Drahtverhaue ein. zerschlägt die Unterstände und legt vor die großen natürlichen Höhlen einen Feuervorhang. In den ersten Strahlen der Morgensonn« sind der Berg und die anschließenden Fronten feurige und rauchende Vulkane, über die, kaum daß die letzten Sawen krepiert sind, der Sturm der Infanterie hinweggeht. Wenige Stunden nach Beginn des Angriffs war d«r Cbemin des Dames, gegen den in dem blutigen Frühjahr 1917 Nivelles Sturmdivisionen drei Wochen unter unerhörten Opfern vergeblich anrannten. In feiner ganzen Breite überschritte»». Di« vorderen Sturmwellen brandeten ins Aisnetal. Am Abend dieses ersten Zlnariffswaes»var der A i s n e- Uebergana erzwungen und bereits d i e V e s l« erreicht, deren Ufer s«itdemMarnerückzug1911 keine deutsch« Truppe mehr betreten hatte. Der Diirchbruch war vollkommen. 20000 Gefangene und 300 Geschütze wurden «ingebracht. Foch greift et«. F o ch, d«r neue Oberstkommandierende sämtlicher Entente- truppen, verhielt sich auf die ersten Hiobsnachrichten von dem Angriff abwartend. Er hatt« in Erwartung des nächsten deutschen Groß- angriffs seine Heeresreserven hinter der Flandernfront und bei A m i e n s angehäuft. Er hielt den Angriff am Themin des Dames nur für ein S ch e i n m a n ö v e r. Aber der französische Befehlshaber an der Angriffsfront. General Vätain, der Verteidiger von Verdun, erkannt« die große Gefahr in ihrem ganzen Umfang, die bei»eiterer Ausdehnung der Niederl-'ge droht«. Ein dringender Hilferuf noch dem anderen»urt« ins Hauptquartier zu Foch gejagt. Aber erst am zweiten Angriffstao. als das heiß v m- kämpfte Soisfons fiel, als die letzten verfügbaren französischen Reserven in den Strudel des Rückzuges hineinaerisien wurde» und der deutsche Vormarsch in breiter Front über die Vesle derMarn« zustrebte, erkannte auch Foch den ganzen Emst der Lage. Mit I der Bahn und in unabsehbaren Autokolonnen strömten nun Heeres- ! referven dem Schlachtfeld zu, um zunächst die Paris nächstgelegene ge- fährdet« We st flanke beiSoissons— Villers Cotterets abzustützen. Am vierten Angriffstag hatten die deutschen Truppen bereits in 20 Kilometer Breite die Marne erreicht. Neben 50 000 Gefangenen waren ihnen 800 Geschütze und über 3000 Maschinen- gewehre in di« Hand gefallen. Was hatte die französische Front s o überraschend schnell zum Zusammenbruch gebracht? Wirkten am Chemin des Dauses di« dunklen Erinnerungen an den blutigen April 1917 mit, als Nivelles Sturmdivisionen, Frank- reichs Hoffnung, an dieser Stätte eng massiert dahingemäht wurden? Sicherlich waren weite Kreise der französischen Armee von Kriegsmüdigkeit erfaßt, von der sich die französische Generalität ebensowenig«ine richtig« Vorstellung machte, wie di« deutsche Heeresleitung in der gleichen Frage bei ihren Truppen. Im französischen Hauptquartier hatte das unerwartete Ausmaß der Niederlage schwerste Bestürzung hervorgerufen, die in dringenden Appellen an die Truppen zum Ausdruck kam. So erließ Pötain am 31. Mai folgenden Tagesbefehl: „Der Oberbefehlshaber gibt seiner Verwundenmg Ausdruck über die Leichtigkeit, mit der französische Truppen vor feindlichen Kräften, die ihnen nach allen eingegangenen Nach- richten durchaus nicht erheblich überlegen sind, zurückgehen. ...Das Heil des Vaterlandes, die Ehre der Armee stehen bei derartigem Versagen erirstlich auf dem Spiele." Noch eindringlichere Worte fand der Befehlshaber der 6. franz. Armee, General D u che n e: „Wir wollen uns nicht schlagen lasten, wir wollen siegen! Es geht um das Schicksal von Paris... Offiziere und Mannschaften haben... zuviel Proben von Mut und Tapferkeit abgelegt, als daß sie in kritischer Stunde n.cht ihr alles hergeben sollten. Unser« Reserven sind im Anmarsch. Wir(!) halten durch und schlagen den Feind auss Haupt." Was dieser Armeefiihrer über die anrollenden Reserven gesagt hatte, waren allerdings keine leeren Versprechungen. Etwa dreißig Divisionen— soviel wie im ganzen di« deutschen Angriffstruppen betrugen—, darunter auch englische und amerikanische Truppen, trafen jetzt nach und nach ein. Was für Truppen mit den Amerikanern kamen, hat ein französischer Generalstäbler mit wenigen Worten glänzend gekennzeichnet: „Ergreisend war der Gegensah zwischen Amerikanern und den französischen Regimenlern, deren Blannschaslen In abgerissenen Kleidern, abgezehrk und hohläugig, sich nur mit äußerster Anstrengung aufrechterhielten. Zn neuen Wellen kam das Leben heran, nm dem fast blutlosen Körper Frankreich» frische Kraft zn bringen. So kam es, daß an diesen Tagen der Prüfung, als der Feind zum zweiten Blale an der Blarne stand und uns entm»!ligl glaubte, wider E'warten ein unsagbares vertrauen alle französtfchen herzen ergriff." vr. Kolk Bathe. (Ein weiterer Artikel folgt.) Der General ohne Eitelhelt eeirachiungen zum loue Joiires Unwesentlich ist, wie der Marnesieger Generalissimus wurde. Unwesentlich ist für uns, was er im einzelnen getckn hat. Das steht ohnehin aller Orten, schon deshalb, weil niemand klüger davon wird. Uns interessiert allein, warum es drüben anders kam als bei uns. Also das, was die rwch immer die Informationsquellen der breiten Masten fast restlos beherrschende Klasse ihnen vorzuenthalten vermag. Wenn man von den Sünden unserer Wirtschaftsführer absieht, werden die V«rn«belungsmaschinen nirgends gründlicher eingesetzt als just bei den Fehlern der Heerführer, auf daß den blöden Hausen der ihm von der Urzeit her in den Knochen steckende Respekt vor der Kriegerkaste ja erhalten bleibe. Wie viel« unter den 65 Millionen Deutschen haben hss auf diesen Tag eine Ahnung, daß der Krieg für uns gewonnen gewesen wäre, wenn unsere Gene- räl« rechtzeitig die Bedeutung des Tanks begriffen hätten? Mit einigen tausend kleinen Tanks hätten sie im Frühjahr 1916 durch die französischen Linien marschieren und sechs Wochen später bei den Pyrenäen anlangen können. Statt dessen zogen sie es in ihrer Rat- losigkeit vor, ihr an Zahl ohnedies erschreckend geringeres„Menschen- Material" vor den für die damalige Technik uneinnehmbaren Forts der stärksten Festung des Erdballs zwecklos verbluten zu lasten. Sie wollten einen an Zahl um ein Vielfaches überlegenen Gegner sich „abnutzen" lasten. Sohn eines Küfers. Warum kam es nun in Frankreich anders? Sehr einfach: Ioffr« war das fünfte von elf Kindern, und der Vater»var Küfer. Fachs Vater war, nebenbei bemerkt, subalterner Finanz- bcamter mit etwa 250 Mark im Monat. Vielleicht stand in den deutschen Schützengräben mehr als ein Küfersohn, der das Zeug gehabt hätte, das Ganze noch herauszuhauen. Doch das System erlaubte ihm höchstens, Feldwebel zu werden. Heute ist alles anders? Unsere randalierenden St»»denten toben manisch gegen die aus dem Arbeiterstand hervorgegangenen Minister, ohne sich auch nur einen Augenblick zu fragen, ob sie ihr« Sache nicht ebenso gut, wenn nicht bester machen wie die studierten. Und platzen dabei schier von anii- plutokratischen Phrasen. Ja, sie halten sich dabei sogar noch für „Erneuerer". Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Arme deutsche Vergangenheit, ärmere Zukunft! Auch in Frankreich haben die mit elf Kindern gesegneten Küfer nicht das Geld, ihre Kinder studieren zu lasten. Auch nicht die Subalternbeamten. In Frankreich gibt es längst genügend Sil- pendien, um jedem armen Jungen die höheren Laufbahnen zu er- möglichen. Sollen wir also das französisch« Beispiel nachahmen? Dann erreichen wir nichts als«in« Vermehrung unserer akademischen Arbeitslosen um lveitere 5000 Köpfe im Jahr. Es genügt nämlich nicht, fähige Leute studieren zu lassen, man muß ihnen nachher auch einen Wirkungskreis geben. Welches deutsche Regiment hätte wohl früher einen Küs«rfohn als Fahnenjunker aufgenommen? Welches tut es selbst heule? Man frage einmal bei Krupp nach, wie viele kleine Beamteifföhne da Direktor lpielen. Und»venn«r das Organisationstalent eines Ford besäße, welcher deutsche Küfer- söhn kommt heute noch an leitend« Stelle? Wer jetzt noch nicht be- griffen hat, warum bei uns die Preise höher und die Löhne niedriger sein müssen als anderswo, wird es nie. Als der Krieg ausbrach... Als der Krieg ausbricht, weiß man selbst in eingeweihten Kreisen rvenig vom Generalissimus. Er verfügt ja nicht einmal über das französische Durchschnittsgepäck kolonialer Helden- tat«n. Und tut nichts, als was jeder andere französische Genera! auch getan hätte: er greift einen in jeder Beziehung überlegenen Gegner an. Es ist eben Dogma, daß der Krieg von 1870 nur an der ewigen Defensiv« verloren ging, welche den schwungvollen An- griffsmnt, die beste soldatische Eigenschaft des Franzosen, nicht aus- nützte. Er wird natürlich mit geradezu grauenhaften Verlust«» zurückgeschlagen. Der b«ste Teil der aktiven Armee ist tot oder ge- fangen, der Rest so ziemlich in Auflösung. Chorleroi, Ardennen, Saarburg. Mülhausen— vier fast gleichzeitige Keulenschläge über den Schädel. Obendrein erklärt der englische General F r c n ch, er mache den Unfug nicht mehr mit, er gehe heim. Auch starke Nerven könnten in solcher Lage verloren gehen. Als die Deuffchen 20 Tag« später sich 60 Kilometer zurückziehen müssen, klappen der General- vberst von Hausen und der Generalstabschef von M o l t k e zu- sammen und müssen rvegen„nervöser Uebcrreizung" entfernt werden, obwohl die Armee so eisenfcst zusammenhält wie am ersten Tag. I o s s r e nimmt seine zum Teil schon die Gewehre wegwerfenden Regimenter 200 Kilometer zurück und geht jeden Abend Punkt 10 Uhr 8 Stunden schlafen. Da es mit der Offensive nichts war, kann er auch anders. Das verfehlt nicht seinen Eindruck auf seine zusammenbrechende Armee. Sogar der bei Möns seinerzeit von den schnell weichenden französischen Armeekorps im Stich gelassene und beinahe gefangen genommene F r en ch will noch einige Tage bleiben. Als Joffre aber hinter die Seine geht und sogar Pari- preisgeben will, komme»?' die General« zu Joffre und fragen ihn, ob die ganze Sache überhaupt noch einen Zweck habe. Er sieht sie an, läutet seinem Küchenchef, und beginnt, ihm umständliche Anweisungen zu geben für die Zubereitung des Rebhuhns des Diners. Die Generale gehen schweigend hinaus und tun weiter ihre Pflicht. Vielleicht find für den Tatmenschen in schwierigen Situationen eiserne Nerven wichtiger als alles Genie. Am 4. Septeinber. Zlm 4. September meldet ihm der mit 30Y00V Mann in Paris gebliebene G a l l i e n i, daß die Deutschen Paris rechts liegen ließen, in leichtsinnigster Weise die offene Flanke böten, daß er sie deshalb unter allen Umständen angreifen werde und bitte, ihn wenigstens durch die Armee Manoury zu unteistützen. Joffre begreift, daß de? Feind den sehnlich«rrvarteten Fehler begangen hat. Er erläßt eine Proklamation an die Armee, es sei nun so weit, daß jedes rveitere Zurückweichen Vaterlandsverrat sei, daß die kommende Schlacht keine Schlacht sei wie eine andere, daß es um die Zukunft der Nation ginge, und gibt den Befehl zum Slngriff auf allen Fronten. Zwei Tage später sitzen seine Angehörigen im Salon seiner Tochter in Royan und warten angstvoll auf Nachricht. Man bringt einen B r i e f I o f f r e s. Die Tochter reißt ihn hastig auf. Er enthält nichts als angelegentliche Fragen nach der Gesundheit seiner vielgeliebten kranken Hündin. Nur am Schluß den Satz: „Wir liefern gerade eine Entscheidungsschlacht; wenn sie ebenfalls verloren gehen sollte, bleibt uns wohl nichts anderes Übrig als ein Fried« um jeden Preis." Daß er im übrigen gewußt hätte, was in der Marneschlacht vorging, hat er selbst nie behauptet. Niemand kann ihm deshalb einen Vorwurf machen. Hinterher wollte natürlich jeder feiner Unterführer Frankreich gerettet haben. Darüber in Gesellschaft be» fragt, antwortete er später:„Ichweißnicht.werdieMarn«» schlacht gewonnen hat. Aber ich weiß, wer sie verloren hätte, wenn sie verloren gegangen wäre, d«nn der Oberbefehlshaber war ich!" Wer von«irrem unserer deutschen Weltkrieg-generäle einen ähnlichen Aus- spruch kennt, wird gebeten, ihn der Redaktion mitzuteilen. Auf jeden Fall kann Joffre den entsetzlichen Kuddelmuddel auf deutscher Seite nicht ahnen. Er weiß nicht, daß K l u ck mit dem äußersten rechten Flügel den Befehl bekommen hat. Paris links liegen zu lasten u»ch nach der unteren Seine zu geben. Daß Kluck trotz gegen- teiliger Anweisung sich gegen die obere Seine gewendet hatte. Daß er am 3. Sevtember den Befebl bekommen hatte, hinter die weit nördlich der M-rne stehende Armee zu rücken, als er die Marne schon längst überschritten hatte. Woraus klar hervorgeht, daß Moltke im Großen Hauptquartier keine Ahnung hatte, wo er sich befand. Foch, der wirklich kein Interesse daran hat, den Gegner herunter- zusetzen, bemerkt dazu in feinen Memoiren:„Das kam davon, daß die Deutschen in ihrer übergroßen historischen Gebundenheit das Hauptquartier wi« 1870 In das viel zu weit entfernt« Koblenz gelegt hatten und man unterdes ein halbe- Jahrhundert weiter war." Den nächsten Krieg werden Hitlers Generale vor- aussichtlich nach den Fridericus-Methoden führen, die noch ein Jahr- hundert älter sind. Mit entsprechendem Erfolg. Nach der Schlacht... Nach der Schlacht verhielt sich Joffre so ruhig wie möglich. Er sah genau, daß die deuffchen Stellungen einstweilen uneinnehmbar seien. Aber er lebte unter 40 Millionen Urteilslofer, die seine Un- ms Mobo in Clcvcland. Hevicbt von Tpcunp Wie der gekrümmte Leib eines riefigen Urtieres, auf plumpen, ticken Beinfäulen ruhend, streckte sich der mächtige Brückenbogen über den tiefen Crdeinbruch. Zwischen den Beinen dieses Riesentieres lief ein Gewirr von Stahlschienen, die sich in der Ferne verloren oder unter langen Reihen von Güterwagen verschwanden. Auf dem Rücken dieses Tieres zog eine unabreißbare Prozession säuberlich ausgerichteter Glühwürmchen dahin. Scheinwerfer von Autos, die nach Clevelands innerer Stadt rollten. Breit und frech beherrschten sie die Brücke, ab und zu mit ihren Lichtkegeln die Umrisse von menschlichen Gestalten fassend, die über die Brücke liefen. Ein Hobo-Vagnbund. Ein mittelgroßer Kerl kam an diesem Abend am Ende der Brücke auf mich zu. Wir waren mit demselben Güterzug gemütlich nach hier ge» kommen und hastig in die Stadt hineingerannt. Mit kräftiger Aus- munterung hinter uns, in Gestalt eines„bull"(Detektiv), der uns vom Zuge geschmissen hatte. Vor einer Stunde hatten wir uns in der Vorstadt getrennt. Run ging er schon wieder zurück, weiter nach C h i k a g o: ich sollte mitkommen. Hatte aber keine Lust. Trotzdem er gewiß ein feiner Kerl war. Schon auf der Fahrt war«r mir aufgefallen. Wir, ein paar Weiße und«in paar Reger, saßen auf dem Boden des Güterwagens, rauchten, sprachen und drückten uns in den schmalen Schatten der halbmannshohen Wagen- wand. Er war ruhig über die Dächer nach unserem Wagen ge- kommen, die Leiter herabgeklettert und hatte sich wortlos an die Stirnwand des Wagens gesetzt, uns mit kühlen Augen abwartend ansehend. Er mußte gegen 40 Jahre alt sein. Was mir so sehr aufgefallen war, das war seine peinliche Sauberkeit. Dunkler Anzug, gute Schuhe, weiches, buntes Hemd mit Kragen(l) und Binder, dunkle Mütze. Einer von den Hobo-Vagabunden, denen Schauen und Sehen zum endgültigen Lebenszweck geworden sind. Die die Staaten wie ihre Tasche, und einige von ihnen auch die übrige Welt kaum schlechter kennen. Wenn sie arbeiten, dann nur für Kleidung oder um gelegent- licher Genüsse willen, sonst immer auf dem Wege. Sie bilden die edlen Bestandteile in der amerikanischen Daga- bundenmischung. Der andere, größere Teil, der auf der„road" zu finden ist, wurde durch Arbeitsscheu oder-Mangel dort hingeworfen: nicht aus unbezwinglichem Freiheitsdur st, Gier nach der Ferne. Der Unterschied ist schnell zu merken. Laß Geld in die Hände der Letztgenannten kommen.„Hinunter von der Straße und zurück in die„slums"(Drecklöcher) der Städte, wo das Geld versoffen und verhurt wird", das ist ihr Ziel. In den Slums von Cleveland. Rein, ich mochte nicht mitgehen. Ich fragte mich nach dem Viertel der„seconck-danck stores* (Altwarenläden) durch, deren mosaische Inhaber die Kunden auf der Straße fangen und ihnen alles, vom Brillantring bis zur Photo- kamera, zum Taschentuch, Anzug und Revolver anbieten, sobald man nur einen interessierten Blick nach dem Fenster wirft oder nach Geld riecht. Dem Viertel der„seconck-banck stores", der billigen luncb-rooms (Eßlokale)), der Spielhallen, der Hurenhäuser, Barbierschulen, Wild- westfilmkinos, der Arbeitsagenten und der Schlafhöhlen. Ich ging nach diesem Viertel, das in allen Städten dasselbe trostlose Aussehen hat und sich nur in Größe und Anzahl der„Er- holungsstätten" unterscheidet. Das ganze Viertel existiert von dem Heer der amerikanischen Wanderarbeiter, die, meistens unverheiratet, dort leben, wo es Arbeit gibt. Heute im industriellen Osten, Im gigantischen New Pork od«r keuschen Boston, Morgen in Texas oder Kanada, Weiß der Teufel, wo im nächsten Jahr. Es war dunkel und spät. Ich suchte nach einem der Riesen- Hotels, die nur für Männer 1— 2000 Zimmerchen haben. Verdammt klein und Gefängniszellen ähnelnd, aber sauber. Ich fand keins und mußte in einem großen Schlafsaal, Bett neben Bett, die Nacht zubringen. 32 Cent verlangte der Kerl dafür. Einen Vorteil haben fast alle diese Hotels. Sie weisen einen wenig benutzten Duschraum, dunkel und grau, wie ein Wasch- keller, und ein oder zwei viel benutzte Zementtröge zum Wäschewaschen auf. Arbeiter-Schlashöhlcn, deckig, verwanzt, aber sie hoben einen Duschraum mit klarem, sauberem Wasser. Ich kroch am Morgen zeitig raus, ehe der Waschraum zu dreckig wurde. Nachdem ich mir was Vernünftiges in den Magen getan hatte, klapperte ich die A r b e i t s a g e n t u r e n ab. Außer einem dreckigen„diskwasber"(Geschirrwascher) und ein paar Köchen wurde nichts gesucht. Alles billige„jobs". Nur zwei Drittel des New-Porker Geldes. Im staatlichen Arbeitsnachweis ging's wie in einem Bienenhaus zu. Nur Honig Hab ich keinen gefunden. Wahrschein- lich alles weggefressen. Eine trübe, gleichmäßig dicke Wolkendecke hing über den Häusern Clevelands. Der„himmlische Segen" ließ nur Minuten auf sich warten. Dann trieb er uns alle von den Straßen auf die Suche nach trockenen Plätzen. Die Agenturen nahmen einen großen Teil der Heimlosen. Dort sah, stand, rauchte und spukte man herum, bis der liebe Gott wieder ein Einsehen hatte. Mich trieb meine alte Leidenschaft nach Lesbarem in den Z e i t u n g s s a a l. Ich hatte bald genug. Mit wahrem Ausatmen und auch mit Kopfschütteln verlieh ich diese geistige Stätte, um mich noch einmal so gern dem Hobo-Leben in die Arme zu werfen. Beim Brückenbau. Am zweiten Tag hatte ich Glück. Ich unterschrieb einige Zettel auf einer Agentur, legte 3 Dollar auf den Tisch des Hauses und wurde abends mit noch zwei Mann an die Grenze der Stadt zur Arbeit gebracht. Brückenbau, Gleisarbeit. Der gang(Belegschaft, Bande) war 70 bis 80 Mann stark. Alles lebte im camp(Lager). Die Arbeit war von einem größeren Unternehmer, der mit am besten im ganzen Land fütterte, wie ich später sah. Verwaltung, Küche, Ehräume, Betten waren in Eisenbahnwagen eingebaut, die Eigentum der Bau- gcsellschast waren, und dieses Jahr in Ohio aus Nebengleisen standen, nächstes Jahr nach Kalifornien rollten oder sonst wohin. Der Arbeitsmangel drückte natürlich die Löhne und nach Abzug des Geldes für Essen und Schlafen und der paar Cent für den Doktor blieb nicht viel übrig. Es war nach amerikanischen Begriffen ein Schandlohn. Acht Tage bleiben, ein bisse! rausfüttern, dann abhauen. Das war die richtige Devise einiger Kumpels. Bei mir sind es zwei Tage mehr geworden. In der ersten Nacht schleppte ich stau- bende Zementsücke. In der nächsten rammte ich den knatternden Preß- lufthammer in splitterndes Gestein oder schnitt tief in Wände hinein, bis ich am Morgen mit zitternden Armen nach Hause ging. Dann stampfte ich in einer Holzform, die wie eine riesige Klaviertiste aus- sah, bis zum Morgendämmern im Beton herum, turnte vor jeder neuen Ladung, die der zischende Kran in die Form goß, wie«in Affe in die Versteisungsstreben. Jedesmal höher und höher, bis wir mit dem Kopf oben heraussahen.- In der nächsten Nacht singen wir eine neue Form an. An die alte dicht herangebaut, gegen drei Stockwerke hoch. Die Klavierkisten wurden kleiner und kleiner, bis die sich senkende Mauer gezogen war. In den Tagesstunden versuchte ich bei schönster Maiensonne im 2. Stock meines Schlaswagens auszupennen. Sluf wen ich mehr fluchte, auf die Hitze, den Gestank, auf vor- beihauende Züge, auf Fliegen oder lärmende Kameraden, das weiß ich nicht mehr. Als ich in der zehnten Nacht in einem zu vertiefenden Stein- graben wieder den Preßlufthammer führen sollte, für common- laboror-Lohn, ohne einen Cent extra, im Regen für 32 Cent die Stunde, zog ich meine Handschuhe aus und heim. Frei, frei und westwärts! Mit mir wurden sechs andere gefeuert, die gleich im trockenen Wagen geblieben waren. Noch in derselben Stunde wuschen wir unsere Sachen aus und hingen sie zum Trocknen aus. Am nächsten Morgen zog ich mit„skort>" weiter, westwärts, neuer Freiheit entgegen. Mit fieberndem, zitterndem Sehnen neuen Fernen zu. Frei, frei und westwärts! Sollte es wahr sein?: „Once a hobo, always a hobo!" „Einmal Hobo, immer Hobo!" 'gjSid� tätigkeit als Unfähigkeit deuteten. Ihn deshalb 1316 durch d«n „Schlächter" N i v e l l e ersetzten, was einer halben Million Franzosen zwecklos das Leben kostet«. Nun hätte er wieder an die Spitz« treten können. Aber er öffnete den Mund nicht, trieb nicht Politik, intri- gierte nicht, gehörte keiner Partei an. Solche Leute werden selbst nach genialen Leistungen vergessen, worauf sich die Leute wundern, daß sie keine Führer haben. Zudem konnte ihn Clemenceau nicht leiden und übertrug nach dem Märzdurchbruch 1318 den Ober- besehl in der größten Not lieber F o ch. Ja, er wollt« ihn nach dem Sieg nicht einmal auf weißem Roß beim feierlichen Einzug durch den Triumphbogen reiten lassen. Josfre erinnerte bescheiden, daß er immerhin die Marneschlacht kommandiert, also so viel Recht Hab« wie jeder andere Soldat auch. Setzte aber zur Vorsicht in die Zeitung, er sei leidend und könne nicht mehr reiten. Im letzten Augenblick bekam er die Erlaubnis. Der Deutsche, der die Anmaßung seiner geschlagenen Offiziere gegenüber der Zivilgewalt fast als selbst- verständlich zu finden gelernt hat, glaubt ob solcher Kunde zu träumen. Zwischen einem Ludendorff und solcher bescheidenen Sachlichkeit liegt die gleiche Distanz wie zwischen dem negativen und positiven Pol eines magnetischen Kraftfelds. Und wer bei uns jetzt noch nicht begriffen hat, warum der Krieg verloren ging, wird es nie. Nach dem Frieden geriet er völlig in Vergessenheit. In den ge- bildeten Salons spöttelte man:„Ein alter Haudegen!" Er redete auch ferner nicht, schrieb keine Memoiren, politisierte nicht, machte nicht in Weltanschauungen. Wenn er aus Lo u oeciennes einmal nach Paris herüber kam, grüßte ihn kein Mensch auf der Straße. Fach übrigens auch nicht. In feinem Dörfchen wollte er nun auch begraben sein, nicht im Jnvalidendoin neben Napoleon mit Staats- bcgräbnis, Parad« und dem übrigen Klimbim. Das gelang ihm freilich nur zum Teil, weil das System selbst auf Kosten einer Ver- gcwaliigung des letzten Willens des Toten den Uniformfetisch vor der Masse herauszustellen suchte. Unbedingt sicher ist nur, daß er in der denkbar verwirrtesten Lage, in entscheidender Stunde begriffen hat, worum es ging, und was zu tun war. Das ist unendlich mehr, als in Deutschland jemand seit dem 1. August 1314 von sich sagen konnte. Wo man kaum mehr wußte, als daß man zunächst alles kaputtschlagen werde, und dann werde man eben sehen. So wahr ist es, wie. daß Hitler den Nazigeist nicht erfunden hat, daß dieser völlig identisch ist mit dem wühelnii- nischen. Deshalb wird er auch genau wie Wilhelm die tief« Weis- heit Cromwells lernen müsien,— daß man nie weiter geht, als! wenn man nicht weiß, wohin man geht. I�arl Laband.| Da» andere Stufiland Sowjetrußland im Spiegel der westeuropäischen politischen und soziologischen Literatur— wäre heute schon ein umfangreiches Thema, würdig einer ernsten Untersuchung. Es sei nur an einige Werke erinnert, die von den Publikationen über Sowietrußland zweifellos bleiben werden. Iugows„Volkswirtschaft der Sowjetunion" gab ausschließlich eine ökonomische Analyse des neuen Rußland, F e i l e r s Buch hatte versucht, über die wirtschaftlichen Zuisammenhänge hinaus die besonderen kulturellen Probleme Ruß- lands zu deuten. Di« Arbeit, die wir hier anzeigen, hat einen ganz anderen Charakter. Es handelt sich uni eine Soziologie des neuen Rußland. Der Verfasser, Paul Marion, ein ehemaliger französischer Kommunist, veröffentlicht es soeben unter dem Titel: vcux Uussies, Verlag La Novelle Sociöte d'Edition, Paris 1330, 282 Seiten, Preis 12 Fr. Marion war 1927 zur Zehnjahrsfeier der russischen Revolution nach Moskau eingeladen worden, blieb aber dann fünfzehn Monate: so konnte er das„andere Rußland", neben dem zur Schau gestellten„entdecken". Marion zeigt, wie dem«rsten Enthusiasmus Zweifel folgen, er wird unsicher, er will nunmehr umfassende Klarheit über die russischen Verhältnisse gewinnen. Marion schildert das Leben der Arbeiter, er untersucht die soziale Schichtung der Moskauer Bevölkerung, das Bauernproblem wird analysiert, eine höchst eindringlich« Soziologie der herrschenden Kaste wird in plastischen Zügen vor den Leser hingestellt. Im letzten Kapitel fügt Marion Sowjetrußland und seine gesellschaftlichen Probleme in die Zusammenhänge der internationalen Arbeiter- bewegung ein. Hier zeigt sich Marion auf der Höhe einer durch« gebildeten marxistischen Weltaufsassung, die sowohl der westeuro- päischen wie auch der Arbeiterbewegung Rußlands völlig gerecht wird.„Man kann", so schreibt er,„den Himmel nicht bombar- dieren, aber man kann die Erde fruchtbar machen, und es gibt leinen historischen Irrtum, den ein großes Volk und eine revolu- tionär- Klasse nicht wieder gutmachen kann." In diesem Schlußsatz formuliert Marion seine vornehme und sachliche Einstellung, die ihn auch dem„anderen Rußland" gegenüber erfüllt. Es wäre durchaus zu wünschen, daß dieses ausgezeichnete Buch dem deutschen Arbeiter zugänglich gemacht werden könnte, denn es behandelt auch mit Eindringlichkeit die gewerkschaftlichen Probleme der internationalen Arbeiterbewegung. Nor allem betont Marion, daß die politische Bewegung der Arbeiterklasse von der gewerkschaftlichen nicht getrennt werden dürfe. Gewiß geht Marion nicht allen Zusammenhängen mit gleicher Gründlichkeit nach. Die Abschnitte über Film, Theater und besonders über den Fllnfjahrespla.n sind entschieden zu kurz geraten. Sollte sich ein Parteioerlag finden, der die Uebersetzung des Bandes herausbringt (es wäre, wie gesagt, dringend zu wünschen), so müßte der Abschnitt über den Fünsjahrsplan unbedingt etwas ausführlicher gestaltet werden. J. P. Mayer. «» •• FÜR DEN KLEINGÄRTNER ir..............................."T""............................................................................................................................................""""....................................................... Vom Frostschutz der Pflanzen Für das Leben der Pflanzen ist die Frage, wie schützen sie sich gegen die Einwirkung der trockenen Kälte, des eisigen Windes und der bei Glatteis austretenden Vereisung, die wichtigste. Wir wissen, daß die einjährigen Pflanzen auf einen solchen Schutz gegen den Winterfrost verzichten: sie sterben dahin, dem durch Schutz- wandung gesicherten Samen die Erhaltung ihrer Art überlassend. Im Gegensatz zu ihnen stehen die immergrünen Gewächse, die scheinbar im Winter keinen Unterschied gegen die Sommergestalt aufweisen. Ab«r sie wenden doch dasselbe Mittel an wie ihre laud- abwerfenden Gefährten: möglichst vollkommenen Abschluß nach außen zur Verhütung der zu starken Wasserabgabe; ihre winterlichen Blätter sind krästiger gebaut, lederartig gestaltet oder mit wolligen oder seidigen Haaren, auch wohl mit einem wachsartigen Ueberzug versehen. Zwischen diesen beiden Gegensätzen stehen nun die beiden anderen Gruppen: die Pflanzen, die sich zur Winterzeit gewissermaßen in die Erde zurückziehen, und jene, meist Sträucher und Bäume umfassend, die nach Verlust ihres grünen Kleides den U n- bild«n des Winters standhalten, durch ihre Knospen aber das innerliche Leben oerratend.. Don der ersteren Gruppe sind uns alle Stauden, Zwiebelgewächse oder aus Knollen aufsprießende Pflanzen wohl bekannt: ihr oberirdisches Erscheinen kündigt den anbrechenden Frühling an. Zum Teil müssen sie darauf bedacht sein, den richtigen Zeitpunkt ihres Wiedererschei- nens zu trefsen: namentlich di« im Walde sich aushaltenden Pflanzen würden, falls sie sich verspäten, durch die fortgeschrittene Neubelau- bung der Waldbäume um das Licht gebracht werden, dessen sie zur Entfaltung bedürfen. Man findet daher bei diesen mehrjährigen Pflanzen die Sprossen schon vorgebildet unter der von der Natur oder von Menschenhand über sie ausgebreiteten winterlichen Schutz- decke vor. Diese rechtzeitig zu lockern und zu entfernen sollt« nicht vergessen werden.* Bei den entlaubten Bäumen und Sträuchern beruht d«r Frostschutz auf einem chemischen Vorgang«: das in den Zellen der Rinde sich vorfindende Stärkemehl wird in Fett oder Zucker um- gebildet und dadurch gegen die Einwirkung von unseren gewöhnlich auftretenden Kältegraden geschützt. Namentlich die„Fettbäume"— der Name erklärt sich von selbst— können ziemliche Kälte vertragen: zu ihnen gehören z. B. Fichte, Kiefer, Birke,— sie sind denn auch im hohen Norden heimisch. Mit der Entlaubung sind die in den Blättern aufgespeichert gewesenen Stoff« in das Innere zurück- gegangen, die Knospen dagegen, di« die neuen Blätter und Blüten liefern sollen, durch mechanisch« Vorkehrungen: Schuppen, Behaa- rung, Harzüberzug, Verstecken unter der Rinde usw. gegen unnötige Abgabe von Wasser gesichert. Der Kältetod ist ein Tod aus Mangel an Wasser— bekannt ist, daß z. B. blühende Tulpen etwa im Aprsl nach Nachtsrost noch dadurch gerettet werden können, daß sie nach Eintritt von 0 Grad mit kaltem Wasser überbraust werden. Gegen eine Wintereinwirkung gibt es frellich keinen Selbstschutz, Schneedruck und die einseitige Wirkung der Sonne auf die eine Rindenhälfte sind von verheerender Wirkung, da nur selten von Menschenhand vorbeugende Abwehrmaßregeln vorgenommen werden können. Ein nachahmenswertes Beispiel Daß die Selbsthilfe wohl imstande ist, für gärtnerische Produkt« angemessene Preis« zu erzielen, lehrt der Bericht über di« Tätigkeit der Ob st sammel stellen des Landesverbandes Thüringen für Obst-, Wein- und Gartenbau. Nachdem die Ware an Ort und Stelle besichtigt, abgeschätzt und gekauft worden war, wurde sie sortiert. Die Qualitätsware wurde, in Einhüts- listen verpackt, verschickt und das Wirtschaftsobst wurde in dazu eingerichteten Läden in Weimar und Arnstadt verkauft. Da zufriedenstellende Preis« für das Obst erzielt wurden, sollen weitere Läden in Gers und Jena eingerichtet werden. Später will man flüssiges Obst, Marmelade, Frühgemüse, Spargel, Erdbeeren usw. verkaufen. Durch das direkte Angebot verständig sortierter und dem- gemäß im Preis« obgestuster Wave werden Verkäafer wie Käufer in gleicher Weise Vorteile haben. Auch noch Sport-Negersteuer? Wassersportler sollen 6 Mark im Jahr zahlen Die Sport oerband« sind feit Iahren bemüht, ihre Dereine von ungerechter Besteuerung zu befreien. Sie haben damit auch zum Teil Erfolg gehabt, vor allem bei der Regelung der Der- gnügungssteuer. Große Schwierigkeiten entstanden für die Bereine aber, als die Grundvermögens st buer«ingeführt wurde, denn dies« traf die Berein« mit eigenen und gepachteten Spielplätzen mit unerträglicher Härte. Der preußische Finanzminister sah denn auch ein, daß die Turn- und Sportvereine die Steuer nicht tragen können und verfügte die S t u n d u n g, da«in Erlaß im Gesetz nicht vorgesehen ist. Bei diesem Zustande ist es jahrelang geblieben; die Vereine hatten nur eine ganz mäßige Steuer zu zahlen. Jetzt ist aber eine Aenderung eingetreten; die Dereine werden wieder mit geradezu phantastisch hohen Steuerforderungen belästigt. Dabei ergibt sich das Kuriosum, daß die jährlsiche Steuer für einen Spielplatz den jähr- lichen Pachtzins oft weit überschreitet. Woher dieser plötzliche Um- schwang kommt, das wird in einem Schreiben des Berliner Magistrats verraten. Es heißt darin u. a.: „... Im Laufe des Kalenderjahres 1927 stellte sich heraus, daß die bis dahin geübte Praxis bei Behandlung von Swndungs- antrügen der Sportvereine gemäß Ministerialerlaß vom 9. April 1924 zu Ungleichheiten geführt hat und eine einheitliche Gestaltung des Verfahrens innerhalb des Stadtgebietes notwendig geworden war. Die neu aufgestellten Richtlinien für die Bezirksäauer gingen davon aus, daß eine außergewöhnliche Härte dann nicht als vor- liegend anerkannt werden kann, wenn der monatliche Steuerbetrug, umgerechnet auf den Kopf der Mitglieder, einen geringen Pfennig- betrag ergibt.. „... Die Praxis hat ergeben, daß m der Regel als Höchstsätze Sllr die steuerliche Belastung je M i t g l i e d u n d M o n a t bei den tasensportvereinen 0,10 Mark und bei den wasser- sporttreibenden Bereinen 0,5 0 Mark anzunehmen sind...* Das ist einmal etwas Neues! Man ist also der Meinung, daß der Arbeiterwassersportler jährlich eine Sportplatzsteuer im Betrage von 6 Mark zahlen kann, die arbeitelosen Mitglieder eingerechnet. Schade, daß diese Steuerstrategen Herrn Dietrich bei der Auskalku- lierung der Kopfsteuer nicht zur Verfügung gestanden haben; sie hätten die schwierige Frage gewiß spielend gelöst. Die Mit- alieder der übrigen Verein« sollen mit einer Sondersteuer von 1,20 Mark davonkommen. Großmütig will man 10 Proz., gegen- wärtig, wo ost mehr als die Hälfte der Mitglieder stempeln geht, sogar 20 Proz. der Mitglieder in Abzug bringen. Wie das Schreiben weiter mitteilt, haben sich die staatlichen Behörden mit dieser Be- steuerung einverstanden erklärt.— Das Ist der neue Kurs in der Förderung der Leibesübungen. Zlbbau der Peihllfen, verzehnfachung der Spielplahsteuer! Wir möchten wetten, daß es Leute gibt, die euch dies« Maßnahme mit der allgemeinen Volksnot zu begründen imstande sind. In einem Punkte irren sich aber die Steuerbehörden: Die Turn- und Sportvereine sind nicht in der Lage, den Steuerexekutor für sie zu machen. Die Vereine können Ihr« Mitgliedsbeiträge nicht um so horrende Summen erhöhen. Die Folge ist der Bankrott der Ver- eine mit eigenen Plätzen. Zum Schluß eine Frage: Hat der Magistrat in dieser Sache das Amt für Leibesübungen gehört und, wenn ja, was hat das dazu gesagt? Wildung. Die Frau und die Luftfahrt Anläßlich des Starts zweier Frauen zu Langstreckenflügen wurde dieser Tage etwas mehr Lärm gemacht als nötig war. Aber Vorschußlorbeeren welken am schnellsten! Amy Johnson hat vernünftigerweise ihren Flug abgebrochen und wird hoffentlich bis zum nächsten Male gelernt haben, daß zur Durchführung eines Langstreckcnfluges nicht nur Courage gehört. Nicht genügend vor- bereitete Flugexpeditionen aber, Sensationsmache der Tagespresie, schädigen die Frauenflicgerei und bewirken nur, daß wirklich gute Leistungen später nicht die genügende Beachtung finden. In der Geschichte der Luftfahrt hat die Frau von jeher eine beachtliche, wenn auch nicht gerade schöpferische Rolle gespielt. Die erste Frau, die eine Freiballonfahrt mitmachte, war Frau T h i b l e. Die Montgolfiere, deren Führer der Luftschiffer Fleuront war, stieg am 4. Juni 1784 in Lyon auf, erreichte eine Höhe von 2700 Meter und landete nach dreioiertelstündiger Fahrt. Das Beispiel der Frau Thible fand bald Nachahmung, und bis zum Jahre 1840 nahmen ungefähr SO Frauen aller Nationalitäten an Ballonfahrten teil. Unter den ersten französischen Berufslustschifferinnen erfreute sich Frau B l a n ch a r d großer Beliebtheit. Die kühne Aeronautin, die meistens nach Einbruch der Dunkelheit aufstieg und dabei verschiedene unter der Gondel befestigte Feuerwerkskörper zur Entzündung brachte, stürzte im Jahre 1819 mit ihrem in Brand geratenen Ballon ab und wurde getötet. Die erste Fallschirmpilotin war Elisa Garneri n, deren erster Absprung am 8. April 1314 ersolgte. Auch Eugenie Garnerin und die Deutsche Frau R e i ch a r d t widmeten sich dem Berufsluftschiffertum und unter- nahmen zahlreiche Ausstiege, die damals noch hoch bezahlt wurden. Um die Jahrhundertwende war der Freiballonsport die große Mode. In dieser Zeit feierte die Deutsche Kätchen Paulus, die Absprünge mit einem Doppelfallschirm ausführte, ihre größten Triumphe. Kätchen Paulus lernte im Jahre 1890 den Lustschiffer Lattemann kennen, der sie in der Ballonführung unterrichtete. Bereits bei ihrem dritten Aufstieg sprang Kätchen mit dem Fall- schirm ab. Während Lattemann in den neunziger Jahren tödlich verunglückte, zog sich Kätchen in den vielen Jahren ihrer Berufs- tätigkeit nie eine nennenswerte Verletzung zu. Die Führung eines Motorflugzeuges stellte natürlich bedeutend härtere Anforderungen an die Frauen als die Führung eines Freiballons. Aber auch unter den ersten Flugzeugführerinnen finden wir schon Frauen, die außerordentlich beachtliche Leistungen erzielten. Die erfolgreichsten Fliegerinnen waren damals Fräulein D u t r I e u x, Dorothy L e o i t t und die deutsche Bildhauerin Melly B e e s e, die im Jahre 1911 als erste Deutsche ihre Pllotenprüfung auf einer Rumpler-Taube ablegte. Von Frauen wurden in den vergangenen Jahren folgende Höchstleistungen erzielt: den Dauer-Weltrekord in ge- schlossener Bahn hält die Französin Maryse B a st i 6, die auf einem Klemm-Eindecker 37 Stunden öS Minuten in der Luft blieb. Den Höhenweltrekord für Frauen hält die Amerikanerin Elinor Smith, die eine Höhe von 8ZS7 Meter erreichte. Den Gcschwindigkeitswelt- rekord erzielte die amerikanische Ozeanfliegerin Amelia E a r h a r t mit 291,545 Stundenkilometern. In Deutschland besitzen augenblicklich 20 Frauen das Führerzeugnis. Die bekanntesten von ihnen sind Thea Rasche, Margarete F u ß b a h n. Marga von Etzdorf, Ell! Beinhorn und Antonie Straßmann. Als Fallschirm- pilotinnen haben sich Frau Tri ebner, Frau Schröder- D a r e s c u und Lucie B y c z k o w s k y, die auch Absprünge in der Dunkelheit ausführte, einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr legte übrigens Frau Urmilsa Parekh aus Bombay als erste Hindufrau ihre Pllotenprüfung ab.. In England und Amerika hat die Frauenfliegerei in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen. Trotzdem äußert sich die amerikanische Pilotin E a r h a r t über die Eignung der Frau zur Flugzeugführerin stark zurückhaltend. Sie ist der An- ficht, daß stets nur ein ganz geringer Prozentsatz von Frauen sich zur Pilotin eignen werde. Da die Frau seit Urzeiten durch Ver- erbung und Erziehung bei gefährlichen Unternehmungen in den Hintergrund gedrängt worden sei, entwickle sie im allgemeinen nicht die heute noch für das Fliegen erforderliche Kaltblütigkeit und Courage.„Was die Frauen", sagt sie,„am ehesten für die Luftfahrt gewinnen sollte, ist die Möglichkeit, sich ihrer als Instrument des Friedens zu bedienen." Daß viele deutsche werktätige Frauen diese Möglichkeit erkannt haben, das beweist am besten die hohe Zahl weiblicher Mitglieder, die dem„Sturmvogel" angehören. Viele dieser Frauen sind nicht nur passive Mitglieder, sondern betätigen sich auch beim Basteln und smd begeisterte Segelfliegerinnen. H. W. mSBALL Minerva oder Spandau? Im Neuköllner Stadion auf Platz 5 steigt am Sonntag das zweite Ausscheidungsspiel um die Kreis Meisterschaft. Minerva 28-N«utölln(1. Bezirk) und Spandau 25(3. Bezirk) sind die diesmaligen Gegner. Das Spiel dürfte seine Anziehungstrast aus die Fußballinteressenten nicht verfehlen, stehen sich doch hier zwei vollkommen verschiedenartige Spielsysteme gegenüber. Während die Spandauer Stürmer auf ein plötzliches Durchreißen eingestellt sind, bauen die Neuköllner ihren Angriff durch flüssige Kombination auf. Beiden Stürmerreihen steht eine ball- und schlagsichere Verteidigung gegenüber. Slusschlaggebend dürfte das Stehvermögen der Läufer- reihe sein, in der die Neuköllner besser besetzt sind. Das Spiel, das um 14 Uhr beginnt, wird von dem Schiedsrichter Malina-Saxonia geleitet. Das gleiche Interesse als dieses Treffen dürft« das Vorspiel der beiden Jugendmannschaften von Minerva 28 und Lichtenberg I beanspruchen. Wenn den Neuköllnern die Iugendmeisterschaft auch nicht mehr zu nehmen ist, so treffen sie doch auf einen ernsthaften Gegner. Da für den Groß-Berliner Bezirk ab 12 Uhr Spielverbot besteht, haben einig« Mannschaften für die Vormittagsstunden G e- sellschaftsspiele vereinbart. Oberspre« spiest gegen Cladow. Lichtenberg I gegen Eintracht. Eiche-Köpenick gegen Britz 88. V..russia gegen Schöneberg. Strausberg gegen Eiche 2. Kagel gegen Pankow. Hoppegarten gegen Lichtenberg II. Wansdorf gegen Butab. Brieselang gegen Wacker 30. Sokol gegen Friedenau. Drewitz gegen Friedenau 2. Potsdam gegen Union 28.— Zweite Mannschaften: Lichtenberg I gegen Eintracht. Eiche 3 gegen Britz 88. Hoppegarten gegen Lichtenberg II. Butab gegen Potsdam. Brieselang gegen Wansdorf. Nowawes gegen Cladow. Hockey am Sonntag Am kommenden Sonntag nimmt die Hockeyseri« ihren Fortgong. In der Gruppe � treffen sich FTGB.-Mariendorf und der Athletik-Sport-Club im Dolkspark. Die Mariendorser gewannen das Herbstspiel, ob sie den Sieg wiederholen können, ist eine Frage des ASC.'s, der bestimmt besser in Form ist. In der Schönhauser Allee sind FTGB.-Nordring und der Sportverein Moabit die Gegner. Durch einige Neubesetzungen sind beide Gegner ausge- glichener, und es ist sehr fraglich, ob Nordring seinen 3: 1-Sieg aus der Herbstserie wiederholen kann. Auf dem Sportplatz Ost in Rummelsburg stehen sich Tennis-Rvt und der Verein für Leibes- Übungen Ostring gegenüber. Auch hier wird erst ein interessant«? Kampf den Sieg entscheiden. All« Spiele beginnen um 15 Uhr. In der Gruppe B spielen Tennis-Rot 2 und VfL.-Ostring 2 um 12/4 Uhr Platz Ost; FTGB.-Nordring 2 und FTGB.-Osten 1 um 12)4 Uhr Schönhauser Allee. Gruppe C: FTGB.-Mariendorf 2 gegen Sportverein Moabit 2 um 13 Uhr in Mariendorf. Tennis- Rot 3 gegen FTGB.-Nordring 3 um 11 Uhr auf Platz Ost. Bei den Frauen spielen FTGB.-Neukölln gegen Pankow um 10 Uhr in Neukölln. FTGB.-Nordring gegen VfL.-Ostring um 14 Uhr Schönhauser Allee. Tcnnis-Rot 1 gegen FTGB.-Pankow 2 um 14 Uhr Platz Ost. In einem Gesellschaftsspiel treffen sich noch FTGB.-Pankow 2 und VfL.-Ostring 3 um 8f4 Uhr Platz Ost. Dm Schmelings Weltmeisterschaft Eine Diskussion im Rundfunk In der aktuellen Abteilung des Berliner Senders wurde der erste Vorsitzende der deutschen Boxbehörde Peter Eyck von dem Sportredakteur Walter Kaul über die sensationelle Weige- rung Schmelings, in Amerika gegen Sharkey anzutreten, interviewt. Auf die exakten Fragen Kauls, der übrigens nicht zu den Freun- den Schmelings gehört, umreißt Eyck ein Bild des Boxers und der ganzen Situation. Aber bezüglich der Weigerung ist auch Eyck nur auf Vermutungen angewiesen. Selbst die Frage, ob diese Weigerung unsportlich ist, bleibt problematisch. Mag man zu dem großen Kampf Sharkey— Schmeling, aus dem der Deutsche als Zufallssieger hervorging, stehen wie man will, so muß jeder doch die hohen Ouali- täten Schmelings in vorher getätigten Kämpfen anerkennen. Auch Eyck war über Schmelings etwas hilflos« Haltung im Ring beim Meisterschaftskampf überrascht. Nach den vier Runden hätte er ver- lieren müssen. Doch es besteht dafür kein« Garantie. Kein Mensch kann nun von Schmeling verlangen, daß er auch unter diesen sonder- baren Umständen auf den Weltmeistertstel Verzicht leistet, und wenn er sich weigert, in New Pork von neuem gegen Sharkey anzutreten. trotzdem«r es versprochen hat und dazu noch den neuen Kampf in Amerika zu liefern, so müssen ihn dazu ganz besondere Umstände bestimmen. Eyck findet sie in Schmelings Einstellung zu Mr. Farley, dem Präsidenten der New-Porker Sportkommission. und zu dem Paragraph vom gestatteten Tiefschlag. Kaul sieht in diesem Paragraphen nur«inen Schutz davor, daß sich Boxer in der Art des Phil Scott herausreden können, während Eyck ihn entschieden ablehnt und als Durchlöcherung eines Prinzip« wertet, das unter allen Bedingungen aufrechterhalten werden muß. Vielleicht liegt hier der Grund für dei Weigerung. All« diese Ding« haben ihren Ursprung in der unerfreulichen Tatsache, daß in den Vereinigten Staaten mehrere selbständige Boxsportbehörden bestehen. Eine Einigkeit in Amerika wäre dringend zu wünschen, denn erst von dieser Basis aus wäre eine Einigung zwischen Europa und Amerika und eine fruchtbare Slusbauarbeit möglich.?. 8. Skispringen in Krummhühel Auf der Koppenschanze in Krummhübel gaben sich einige bekannte schlesische und deutschböhmische Skispringer ein Stelldich» ein. Die Sprunganlage befand sich in ausge zeichneiem Zustande. Leider machte sich das unaufhörlich« Schneetreiben störend bemerk- bar, wodurch den Springern die Sicht sehr erschwert wurde. Die beste Durchschnittsleistung zeigte der Deutschböhme Franz Wen- der(Freiheit) mit Sprüngen von 36, 37 und 371.) Metern, wofür er die Note 343,25 erhielt. Den zweiten Platz besetzte mit der Note 339 Höring(Krummhübel), der 36V4, 36H und 38 Meter weit sprang. Als Driiter plazierte sich H. Ermel(Brückenberg) mit Sprüngen von 3314, 33 und 33 Meiern, Note 323,25. * Berliner Schlittschuhklub in Wien. Im Beisein von 3000 Zu- schauern absolviert« die Eishockeymannschaft des Berliner Schlltt- schuhklubs am Donnerstag ihr erste Wiener Gastspiel gegen eine kombinierle Mannschaft. Die Gastgeber mußten einige ihrer besten Spieler ersetzen, so daß der BSC. keine Mühe hatte, mit 4:0(2:0, 2:0, 0:0) die Oberhand zu behalten. Iänecke schoß drei Tore, Rudi Ball das vierte. Neben diesen beiden Spielern zeichnete sich noch der Torhüter Linke aus.— Am Sonnabend spielt der BSC. gegen den Wiener Eislaufverein. Auch Frankreich meldet Lobschlitten für Oberhos. Für die am 31. Januar und 1. Februar auf der 1908 Meter langen Wadeberg- Bobbahn in Oberhof zum Austrag gelangende Weltmeister- schaft im Zweierbob hat nun auch der französische Verband zwei Schlitten angemeldet. Damit ist die Zahl der beteiligten Na- tionen auf fünf angewachsen, nachdem vorher schon Italien, die Schweiz, Oesterreich und Deutschland gemeldet hatten. Die beiden deutschen Bobs werden bekanntlich von Hans Kilian-Garmisch und Gerhard Fischer-Jlmenau gesteuert. Caracclola und Stuck fahren gemeinsam. Die großen inter- nationalen automobilsportlichen Ereignisse der neuen Saison werden wahrscheinlich mehr denn je von der deutschen Mark« Mercedes- Benz bestimmend beeinflußt werden. Wird doch neben Rudolf Caracciola nun auch der nicht minder tüchtige Hans von Stuck die Farben der Untertürkheimer Firma vertreten, nachdem er den Vertrag mit Austro-Daimler gelöst und eine neue Ver- bindung mit Mercedes-Benz eingegangen ist. �rdeiter-�intersportler! Die Skisahrer des 1. Kreises im Arbeiler-Iurn. und Sportbuod und des Touristenverein,„Die Rakurfrennde" treffen sich zur ge- meinfamen Sonnlagsveranslallung vormittags S Uhr Bahnhof Wilhelmshagen. Radfahrer,.SalidaritäN. Touren für Eonntaa, 11. Januar. 1. Abt.; Museum für Meereskunde, Start 10 Uhr vor dem Einaan» Gcoraenftrake. Nackmittags Treffen aurn Brlfammenfeln im«emcrtfchaftsljauslokal, 17 Uhr.—? 2. Abt.: 13 Uhr Tegclort.— z. Abt.: 13 Uhr Tegelort, Start Mariannen» vloh.— Abt. Moabit: 10Z4 Uhr Arbeiterwohlfahrtsmufeum, graunhoferfirahe, Start Lolal Schmidt. Wi-lefftr. 17.- Abt. StegUH-Lichterfeld«: 10 Uhr Rat. Haus Etcglih, Besichtigung des Arbeiterfchuhmufeums.— Abt. Reinickendorf: 10ZH Uhr Arbeiterschuhmuseum vor dem Eingang.- Ortsgruvve Sroh-Berlia: 11. Januar, 10 Uhr, Bezirkstag ckeroerkschaf'shaus Saal 1. Jede Abteiluna hat gemäß Bundesstatut bei so Mann einen Delegierten zu entsenden.— Ver- fammlungen: Abt. Steglih.Lichterfeldc: 20 Uhr Turnhalle lsriesenstrahc, Saal- svort.— Rennfahrcrabteilung: Eihung, Dolden« Kugel, Kommandanten-(EM Neue Grünstrohe, 20 Uhr. 12. Januar: Badcobcnd, Gartcnfir. 6. 12, Januar: Reigenfahrerkursus, Lohan. Brüderstr. IS. 13. Januar: gahrwartssihung, Lohan, Brüderstr. IL. Erscheinen aller ffahrwartobmänner Pflicht, 20 Uhr. Touristenverein„Die Naturfreunde", zentrale Wien. Freitag, 9. Januar» 20 Ahe. Abt. Eharlottenburg: Epreestr. 30: Generalversammlung. Sonntag, 11. Januar: Schmöckwih— Grottewihhülten, 8 Uhr Bhf. Eharlottenburg mit Umsteiger.— Jugendgruppe Lumboldlhain: Pank- Ecke Wiesenstrage:„Dar- lmnismus".— galtbootabteilung: Johannisstr. 15: Unsere Sauptverlammlung. — Abt. Brth: Ehausseestr. 48: Generalversammlung.— Abt. Elldost: Brihcr Strasse 27:.Einführung in die mirtschastlichen Verhältnisse".— Abt. Treptow: Elsenstr. 9: Generalversammlung.— Abt. Vinetaplah: Lorhlng. Ecke Graun- straße: Lichtbildervortrag:.Thüringen".— Photogemeinschaft Abt. Osten: ssrankfurtcr Allee 307: Generalversammlung.— Photogemeinfchaft Abt. Neu» kiilln: Berzstr. 29.— Montag, 12. Zanuar, 20 Ahr. Photogemeinschast: Johannisstr. 15: Generalversammlung.— Malgemeinschaft: Wrongelstr. 12».— Esperanto: Tilstter Str. 4. Frei, Faltdootfahrer Berlin, e. V. Montag, 12. Januar, Funktionär» konferen,,.Sur Linde", Uferstr. 13. Freie Kann-llnio» Groh-BerlI»,». B. Sonntag, 11. Januar, iL Uhr, Generalversammlung bei Wegen«, Lichtenberg, Frankfurt« Allee 23L. Mit- gliedsbuch legitimiert. Anschließend Eründungsfrier. Frei« Wassersahr«.Aufwärt»",«. V. Sonntag. 11. Januar, 15 Uhr, Generalversammlung bei Reußncr, See- Ecke Malplaguetstrahe. Nachdem Bei- sammrnsein. & fhrn, Freitag, 9. Januar. Berlin. 16.05 M. Franz Micheler: Die moderne Sporthalle. 16.30 Unterhaltuncsinuaik. 17.30 Meine Tiere(Prof. Dr. Bastian Schmld). 17.50 Babys Welt als Wille und Vorstellune, von Dorothea Hofer-Oernburc (Sprecher: die Autorin). 18.05 Sigrid Undset: Der brennende Busch(Ratten n. Loenlnc. Frankfurt a. M.), Mikrophon: Dr. Maria Schiaier-Hermkes. 18.15 EnElische, schottische und irische Volkslieder. Uebersctzt und bearbeitet von Marearete Herrmann(Lotte Leonard. Sopran. Flügel: die Bearbeiterin). 18.35 Dr. Viktor Cnselhardt: Die Kulturkrise der Gegenwart. 19.00 Arbellsmarkt 19.05 Heitere Stunde. Mit-w.: Prof. Abel und seine Jazzsänter. Diny Soetera meer und Paul Schramm. Jazz auf zwei Flügeln. 20.00 Bdla Bartok spielt. I. B6!a Barlok: a) Suite op. H; b) Zweite Burleske: c) Erste N6me; d) Sonatine; e) Erster Rumänischer Tanz. 2. Zolän Kodily: Maroasziker Tlnze. 20.35 Programm der Aktuellen Ahtellune. 21.00 Tages- und Spornachrichten. 21.10 Leipzig; Hans Kuckuck. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Mandolinenorcbesterkonzert. KSttlgswnaterhansen. 16.00 Rektor Otto Winter: Vorbereitung des Lehrers auf den Cesamtnuteiikkh 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Stud.-Rat Thiel: Das Fliegen und die Naturgesetze. 18.00 Prof. Dr. E. Kuske: Die Rheinschlffahrt. 18.30 Prof. Dr. Koni: Geist der Klassik. 19.00 Englisch kür Fortgeschrittene. 19.35 Wien: RIch.-StrauB-Abend. 20.20 Unterhaltungsmusik. GROSS-DESTILLATION SCNULTHEISS'PATZENHOFER Gltschiner StraB« 109 KARL BRUNNER TS'lldi lUf .yHEorowiiT� Arnold Schols U-Bahn Hermannplatz Hasenbeide 108-14 Gr. Bockbierfest in Ober-Bayern 7 Kapellen, nene Dekorationen, bayr JtetUenim,{ Einlas 6 Uhr. Sonnabend u Sonntags: GR ALPEMBALL. Inventur- AuswerHauf unserer Detail«Abteilung in fast allen Abteilungen zu bedeutend herabgesetzten Preisen ♦ Verkauf eigener und anderer Fabrikate Verkaufszeit 8 bis 17 Uhr, Sonnabends 8 bis 14 Uhr 4 Beginn 8. Januar Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. r—--- Genossenl Mislülzl Eore elasnea ntlrlebei Deck Euren Bedarf a. Urnen u. Grabdenkmälern nur in der Steinvn atzhütte,��.6«.1�- •dinlenwce, Kiefholulr., �egenflber d. Krematoriom. Tel: F3 Oberspree 1685 Ueferuns nach al en Friedhöfen in Groß-Beriin Bitte auf dl« flima adtten. 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