Morgenausgabe Sonnabend Döch.ntNch ssPf. m°m�r.chz�o M. W I«s �MfY/ �■ W«I wBr � Auswärts ilS vf im°°r°u« ,°Iilb°r. P°,tl>-zug 4�2 M. W>! I WS W B f H H B B H-au»tVUll» 13J.|. «inich!i-bUch SOPs. Postzeitung». JHW B H9 Mfc\ HBI B WM MW DW DW 1��7/ 72 Pf- V-isldkil-llg-bühre». Ausland,. ��WWlt ILJHH i B B T_/ �W WM WW MM WW MW DM s abonnemem 6,— TO. pro Monat; f6r YtHJ 1 B �W B �D DD DD DM B �D MD jW! X sa rnrnüll? Cönöcr mit ermöBigtem Sruilfarfjen» VW W■■■■■■ B M■ ffl BMtz mar�TftklnaSnT/i�n-ba.ml 5,— SR. B■■ B1 DD■ B<�W/ druck.,»ort 25 vi.amg.zulS'i.g zw, * I BL DD ����MM I I.Ng.druckt. Wori.b w-it-re War Der.Lorwärts" erichein. Wochentag» ��W> � flH\ A' B| 12 Psennto. Stellengesuch, da« erst lich zweimal. Sonntag« und MonMg« �w/( s s chjHMV X» i Wort 15 Hiennig, jedes weitere War einmal, die Abendausgabe sür Berlin BBH i 10 Psennig. Worte über 15 Buchstabel und im Handel mit dem Titel.Der zählen für zwei Worte. Arbeitsmarl Abend- Illustriert« Beilage.Kolk».__, /T\\f\£~ Mennig. Famillenanz-ig.nZ.il und Zeit-. Ferner.Frau-nstimm--. MA MA> M M M Mch ÄfX— X«0 Psennig. Anzeigenannahme imHaupt �echnil-,.Blick in die Bücherwelt-. M? M»» WWW W?»» MMM MW» WM MW»MM WM gejchäft Lindenstraß» Z. wochentäglü! »Jugend» Borwärts-u..Stadtbeilage� � GGGG�'� � V°°"»'-'. bis 1? Udr. Jentralovgan der«SozialdemokvaMchen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönboss 232—237 Telegranim-Adr.: Sozioldemokrat Berlin. Frick abgeblitzt. Das Reichsbanner in Gera wird nicht verboten. Der Reichsininlster des Innern hat dem thüringischen Innen- minister und Putschisten Dr. Frick mitgeteilt, daß das gegen das Reichsbanner, Ortsgruppe Gera, vorgelegte Material über militärische Uebungen keineswegs zu einem Vorgehen gegen diese Organisation berechtige. Er hat deshalb den Antrag des cherrn Frick, feine Zusttmmung zu dem Verbot der betreffenden Ortsgruppe zu geben, abgelehnt. Die Absage an Herrn Frick erfolgte, nachdem das Reichs- wehrmini st«rium auf Grund des von dem notionalsozialisti- schen Putschisten vorgelegten Materials entschieden hotte, daß es sich bei den Uebungen des Reichsbanners in Gera keineswegs um mili- tärifche Uebungen gehandelt habe. Das Vorgehen des Herrn Frick ist damit auch durch das Re-chswehrministerium als parte!» politisches Manöver charakterisiert. Gegen den Rationalismus! Gin Appell ver katholischen Internationale. Part», S. Januar.(Eigenberichl.) Das Exekuüokomilee der großen katholischen Parteien Europas erläßt am Zreitag einen Appell, in dem es gegen den aufs neue in verschiedenen Ländern Europas Überhand nehmenden Rationalismus protestiert und zur kollek- tloen Arledensarbelt aufruft. Angesichts der wachsenden politischen Schwierigkeiten, so heißt es in dem Ausruf, und angesichts der zunehmenden Wirtschaft- lichen Anarchie, die sich über die ganze Welt breitet, sei es die allererste Pflicht der katholischen Parteien, den Frieden zu organisieren und die Annäherung der Völker zu fördern. Die Anwendung von Gewaltmitteln zur Lösung internationaler Schwierigkeiten sei ein verbrechen. Den Extremisten mäste der weg oersperrt und die Bevölkerung Europas zu den Grundsähen und Lehren des Völkerbundes erzogen werden. Der Ausruf ist von den Partcioertretern einer ganzen Reihe von Ländern unterzeichnet, darunter von der Demokratischen Volkspartei Frankreichs und der deutschen Zentrumpartei. * Dieser Aufruf steht anscheinend in ursächlichem Zu- sammenhang mit der Weihnachtsbotschaft des P a p st e s, die eine heftige Anklage gegen den Nationalis- I mus und den Krieg enthielt. Im Kampfe um den Frieden l Vorwäris-Verlag G. m. b. H. und gegen den Chauvinismus, in dem die Sozialistische Internationale immer führend und leider ziemlich isoliert gewesen ist, sind ihr aufrichtige Bundesgenossen stets will- kommen. Zu bemerken ist freilich, daß die Demokratische Volkspartei in Frankreich nur einen geringen Bruchteil des französischen Katholizismus erfaßt, während die große Mehrheit der aktiven Elemente unter den Katholiken Frank- reichs noch immer mit dem dortigen Nationalis- mus identisch ist. Die beiden führenden katholischen Blätter Frankreichs,„Echo de Paris" und„Figaro", find zu- gleich die Wortführer des Nationalismus und des Deutschen- Hasses. Was des deutsche Zentrum anlangt, dessen politische Be- deutung in unserem Lande ungleich stärker ist als die der er- wähnten französischen Gruppe, so kann ihm das Zeugnis nicht verweigert werden, daß es im allgemeinen die Verständi- gungspolitik unterstützt hat. Freilich schien es in letzter Zeit von dieser Linie bedenklich abzuweichen, aber die jüngsten Aeußerungen seiner maßgebenden Führer gegen den National- sozialismus haben eine erfreuliche Korrektur von diesen ge- fährlichen Abweichungen gebracht. Möge das Zentrum, und mit ihm die Bayerische Volkspartei, in Zukunft im Sinne der päpstlichen Friedensbotschaft und des neuen internationalen Aufrufes konsequent handeln und jede Konzession an die nationalistischen Stimmungsmacher ent- schiedener ablehnen, als es bisweilen geschehen ist. Lndien-Armee den Indern. Labourregierung zur allmählichen Umwandlung bereit. London. 9. Januar.(Eigenbericht.) Die englisch-indische Sonserenz nähert sich ihrem Ende. Am Freitag ließ die englische Regierung in den Ausschußberatungen durch den Solonialminister Thomas erklären. daß sie mit der allmählichen Jndlanisierung der indischen Armee einverstanden sei, und zwar derart, daß von einem gewissen Zeit- punkt ab keine englischen Offiziere mehr in die indische Armee eingestellt werden. In etwa einer Woche soll eine große öffentliche Plenarsitzung der Konferenz stattfinden, in der Ministerpräsident Macdonald die Stellung der englischen Regierung und damit das Ergebnis der bisherigen Beratungen darlegen wird. Da bisher alle Sitzungen geheim waren, und nur wenig besagende offizielle Berichte an die Presse gegeben wurden, wird die Rede Macdonalds von der Oesfcnt- lichkeit mit der größten Spannung erwartet. Ein Schweizer kommunislenführer hat genug. Der frühere Jen- tralpräsident der Kpmmunistischen Partei und Redakteur am Baseler „Vorwärts" Dr. S. W i e s e r hat seinen Austritt aus der Kom- munsstischen Partei«rNärt. Postscheckkonto: Berlin 37 öZL.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beannen, Lindenstr. 3, Dt. B. n. DiSc.-Ges., Deposiienk., Jerusalcmer Str. Sö/KL. Hitler ist Zwischenspiel. Nachwort zum Rundfunkgespräch mit Herrn Feder. Vor» vr. Erik. Nölting, Frankfurt a. M. Man hat in den Zeitungen darüber gestritten, ob es klug und zweckmäßig sei, die nationalsozialistischen Staats- feinde vor das Mikrophon treten zu lassen und ihnen somit die größte Tribüne zur Verfügung zu stellen, die es zur Zeit in Deutschland für öffentliche Meinungsbekundung gibt. Im Rückblick auf die beiden Gespräche, die auf der Deutschen Welle von uns mit den Nationalsozialisten geführt worden sind, dürfte das Experiment In den Reihen unserer eigenen Partei- genossen die einmütige Zustimmung finden. Ueberall, wo den Nazis die gewaltige und verführerische Suggestion ihrer von Lärm und Phrase erfüllten, von Fahnenaufmärschen, Militärmusik und.Heilrufen durchtasten Versomm- lungssäle nicht zugute kommt, erscheinen sie bald armselig wie gerupfte Hühner. Es dürfte interessant fein, zu erfahren ob bei der Parteileitung der Nazis Bereitschaft besteht, den blamablen Versuch noch einmal zu wiederholen. Wir selbst würden ihnen gern behilflich sein, eine Gelegenheit zu beschaffen, sich von neuem vor den Ohren von ganz Deutschland zu blamieren. Der Reinfall ist um so peinlicher, als die Nationalsozia- listen nicht irgendwen herausstellten, sondern ausgerechnet den Herrn Gottfried Feder, ihre größte und ausschließliche natianalökonomische Kapazität, der sich der alleinigen Vater- schaft ihres Programms rühmen darf. Denn Feder war es, der im Auftrage Hitlers die 25 Programmpunkte zusammen- stellte, die der Großmogul Adolf Hitler dann für ewig und unabänderlich erklärte. Es gibt kaum eine Tatsache, die den nationalsozialistischen Dilettantismus und die ganze Leichtfertigkeit dieser Herrschaften in groteskerer Weife offen- baren könnte. E i n Mann gibt den Befehl, e i n anderer führt ihn ans, das Gros hat den Mund zu halten und zu schlucken, was man ihm vorsetzt. Was bei der Sozialdemo- kratic sich in langen Aussprachen und in gewissenhaften Be- ratungen sachverständiger Ausschüsse unter Hinzuziehung der besten Köpfe allmählich herausbildet, was dann der allge- meinen Kritik unterbreitet und auf einem demokratisch zu- sammengesetzten Parteitage durchgesprochen und angenommen wird, hier verdankt es die Entstehung den willkürlichen Ein- fällen eines krausen Kopfes, der nach den Offenbarungen, die wir mit ihm erlebten, von Haufe aus für diesen Beruf weder eigene Genialität, noch Erleuchtung von oben in Anspruch nehmen kann. Einige Feststellungen, die unser Disput ergab, dürfen hier noch einmal unterstrichen und dadurch für eine längere Er- innerung aufbewahrt werden. Wie die Nationalsozialisten weiterhin in ihrem Firmenschiid die Bezeichnung„Ar- beiter-Partei" führen wollen, bleibt ihnen überlassen. Wirtschaftsdemokratie, das Verlangen der Arbeiterschaft nach gleichberechtigter Anteilnahme an der Wirtschaftsführung, ist „Geschwätz" und„Aufwühlung trübster Schlammfluten an- rüchiger Bruchmoral". Betriebsräte sind ebenso wie Berssche- rungsbeamte„entbehrliche Personen", die nur eine Belastung der Betriebe mit unproduktiven Elementen darstellen. Die Gewährung eines Existenzminimums und einer„uferlosen Arbeitslosenversicherung" wird von jhnen abgelehnt, wobei wohl die befreundeten Schwerin du st riellen zu entscheiden haben, wo die Uferlosigkeit ansängt. Streiks find, wie wir aus der nationalsozialistischen Literatur wissen, im Dritten Reich verboten, in den„inkorporierten" Gewerkschaften werden Unternehmer und Arbeiter gemeinsam ihren Platz finden, damit Wölfe und Schafe gleicb im selben Pferch hübsch beieinander sind. Konsumvereine sind durch Sondersteuern abzuwürgen, damit nur wie Lebenshaltung der Massen keine Erleichterung erfährt. Gerade erschütternd war es, zu bemerken, wie diese Herr- schaften überall nur den mittelständlerischen Grünkrömerblick auf die Wirtschaft werfen, nur bemerken, was im Blickfeld des Kleinhändlers liegt: das Warenhaus, den Kon- s u m o e r e i n, die zinsfordernde Bank. Die besondere Problematik der proletarischen Situation wird dagegen über- Haupt nicht erkannt. Gegen die Konzentration der Pro- duktionsmittelmacht in privater Hand, gegen die sich dadurch ergebende Verewigung von Lohnknechtschaft und Lohnwucher, gegen den Krisenzyklus der kapitalistischen Wirtschaft werden keinerlei Einwendungen erhoben. Man plant allein einige jüdische Geldschränke umzuwerfen, was auch mehr persön- lichen Racheinstinkten. als einer klaren nationalökonomischen Erkenntnis entspringt, sonst mag alles beim Alten bleiben. Gegen die Produktionsformen der Schwerindustrie, erklärte Feder, haben wir nichts einzuwenden, die Sphäre der Pro- duktion eignet sich überhaupt nicht für Sozialisierungsmaß- polnische Militärflieger aber Oppeln Zwei Notlandungen.— Drei Verhastungen. Oppeln, 9. Januar.((Eigenbericht.) Am Frellagmiklag erschienen über Oppeln drei pol- nlsche ZNlllkSrflngzeuge. von denen zmei in der Rühe der Stadl landeten. Der Vorfall ereignete sich eine Stunde nach der Abreise de» Reichskanzler» und seiner Begleiter von Oppeln. Die Besatzung der beiden Flugzeuge, die varlSufig inhaftiert wurde, erkläri, sich verflogen zu haben und ohne Orientierung gewesen zu sein. Au» diesem Grunde sei eine Rollandung erforderlich geworden. Daß sich die Flieger über Oppeln bzw. über deutschem Gebiet befanden, wollen sie nicht gewußt haben. Der drille polnische Flieger kehrte zur polnischen Grenze zurück und ist später in polen gelandet. Oer dritte Flieger nach Notlandung ausgerückt. Oppeln, 9. Januar.(WTB.) Zwei polnssche Militärflugzeuge des französischen Iagdtyps mußten heut« hier nollanden. Führer waren der Feldwebel Wolf und der Sergeant Julien vom Fliegerregiment in Krakau. Die Flieger wurden von der Wache des Exerzierplatze» des Infanterieregiments 7 in Schutzhaft genommen. Die Flugzeuge verbleiben vorläufig an Ort imd Stelle. Waffen und Apparate wurden in den Flugzeugen nicht vorgefunden. Die Führer hallen den schriftlichen Befehl, die Flugzeuge von Krakau nach Graudenz zu bringen und die Rückreise mit der Bahn anzutteten. Nach den Angaben de» Führers der Staffel hat dieser seinen Kompaß während der Fahrt verloren und ist nach der Kart« weitergeflogen. Wie er weiter behauptet, ist ihm dann auch die Karte von den Knien gerutscht, so daß er die Orientierung vollständig verlor. Auch des Rosenberg nahm heute ein polnischer Flieger eine Notlandung vor. Er gehört zu der gleichen Staffel wie die beiden anderen Flieger und soll denselben Befehl gehabt haben. Es wird angegeben, daß er die beiden in Oppeln gelandeten Fluz- zeuge außer» Sicht bekam. Der Flieger, der von hinzueilenden Dorfbewohnern daraus aufmerksam gemachl wurde, daß er sich ans deutschem Gebiet befind«, bestieg sofort wieder den Apparat und befand sich schon hoch in den Lüsten, al« die herbeigerufene Polizei erschien. Ein großer Teil des deutschen Volkes wird von der Auffassung nicht leicht abzubringen sein, daß das Ueberfliegen deutschen Ge- biete? durch polnisch« Militärflieger gerade am Tage des Reichs- kanzlerbesuches absichtlich erfolgt sei. Diese Stimmung ist un- vermeidlich, nachdem solche Irrtümer in den letzten Monaten etwas gar zu häufig vorgekommen sind. Sie müssen insofern be- sonders aufreizend wirken, als es sich fast immer um polnische Militärflugzeuge handelt, während Deutschland mir Zivil- flugzeuge besitzen darf. Es wäre eine Frage des Taktes gewesen, namentlich noch den jüngsten Ereignissen in Oberschlesten und am Vorabend der Genfer Auseinandersetzungen, solche Vorfälle zu vermeiden. Offen- bar läßt das Kommando der polnischen Fliegertruppe diesen Takt vermissen: vielleicht sind den Militaristen in Warschau solche Konflikte gar nicht unerwünscht, weil die beiderseitige Erregung der Oeffentlichkett, die daraus entsteht, ihnen nur nützlich ist. Die Ent- schuldigung mit dem nebeligen Wetter und der schlechten Sicht mag zutreffen, aber dann sollten eben die Militärbehörden dafür sorgen, daß Armeeflugzeuge an solchen Togen überhaupt nicht aufsteigen, an denen sie höchst übcrslüfsige diplomatische Zwischenfälle»er- Ursachen können...........- Von der Tscheka zum Hakenkreuz. Der Weg eines kommunistischen Mörders zu Hitler. nahmen, und die Wirtschaft des wilhelminischen Vorkriegs- deutschland genügte ungefähr unseren Ansprüchen. Das nennt sich Arberterpartei und sozialisttsche dazu!. Der zweite beherrschende Eindruck, den man empfing, ist die Erkenntnis, wie nebulos, quallig und verschwommen die nationalsozialistische Vorstellnngswelt überall ist. Immer, wenn man eine klare Umreißung, eine eindeutige Formulie- rung erwartete, erfolgte der Kopfsprung in die.FZmpondera- bifien", die es Herrn Feder offenbar angetan haben, der sich gen? in die Toga der Sittlichtest hüllt, well sein nationalöko- nomischer Mantel allzu durchlöchert und oerschlissen ist. Wie der Tintenfisch sich der Verfolgung dadurch zu entziehen oer- sucht, daß er einen dunklen Farbstoff produziert, in welchem er untertaucht, so versucht Herr Feder der Logik der Wirtschaft- lichen Argumente zu entfliehen, indem er literweise dunklen Tiefsinn produziert. Wir möchten den Nazis empfehlen, künftig neben weißen Mäusen und Blindschleichen auch den Tinteilfisch unter ihre heiligen Tiere aufzunehmen. Es liegt uns feril, zu behaupte??, daß dieses Versagen etwa nur in der persönlichen Unzlllänglichkest des Gesprächs- Partners seinen Gruild findet. Die Velrschwommenheit der nationalsozialistischen Ideologie ist vielmehr eine notwendige Folge der Tatsache, daß die Nazis über keine soziologische Stammannschaft, das heißt eine durch ein überstimmendes Wirtschaftsinteresse zusammengehaltene Sozialgruppe vcr- sügei?. Das Sammelsurium ihrer Anhänger- schaft bedingt die Pro lnenaden Mischung i h r c s P r o g r a m m s. Die Nationalsozialisten wurzeln in den kapitalistischen Zwischenschichten, die dadurch ausgezeichnet sind, daß sie gegenwärtig in einem ver- worrenen Helldunkel gehen. Sie sind llicht mehr kapitalistisch, aber noch llicht sozialistisch und damit Freiland für sehr ent- gegengesetzte politische Empfindungen. Wohl wird die kapitalistische Gesamtsstuation von ihnen noch nicht erkannt und in Frage gestellt. Aber einige Außenforts des Kapitalislnus siild auch von ihnen bereits preisgegeben. Der proletarischen Witterung, die sie befallen hat, muß bereits eine Konzession gemacht werden: das jüdische Bankkapital, gegen das sich der irregeleitete Haß entlädt, während das in der Eigentums- ordnung und im Klassenaufbau verankerte Monopol- und Tributverhältnis noch nicht gesehen wird. Es ist die kühne Spekulation eines Hugenberg, der lveiß, daß der Ka- pitalismus seine Massengrundlage zu verlieren droht, das erst halb erwachte Massen empfinden, diese kapitalistischen Zwischenschichte?? auszunutzen, um das erwachte Klassenbe- wußtsein der organisierten Arbeiterschaft niederzuhauen, est? gefährliches Experiment, bei dem der Experimentator in die Lust gehen kann. Aber er spürt, daß?tur noch diese Karte zum Ausspielen bleibt, und so wagt er den Einsatz. Aus diesem Grunde stehen wir den Zahlenerfolgen der Nazis mst gemischten Gefühlen gegenüber. Jene Schichten, die sich am 14. September 193l) durch Abgabe eines national- sozialistischen Stimmzettels in polstischer Hinsicht am weitesten von uns e?ttfen?ten, rückten näher an uns heran st? Ihrer wirtschaftlichen und sozialen Erkenntnis. Die nationalsozia- listische Agitation bestärkt die soziale Unruhe, die diese aus dem alten Gesellschaftsgefüge aufgestörten Kreise ergriffen hat. Es ist die historische Mission des Natioualsozialisnrus, die behäbige Selbstgefälligkeit des bürgerlichen Westbilds in diesen in einem stürmischen Wachstun?sten?po befindlichen Zwischenschichten zu zerschlagen. Sie sind jetzt auf der sozialen Wanderschaft begriffen mst einem höchst unklaren- Endziel, k.aben ein politisches Rundreisebillett in der Tasche, und auch Adolf Hitler wird für sie nur ein Durchgangs- b a h n h o f sein, keine Endstation. Wenn w i r wirklich das Zukunftserbe besitzen, muß jede Tatengräberarbeit für uns letztlich Auferstehung bedeuten. Laßt die Nazis nur weiter cntikapitalistische Stimmungen heranbilden, wir werden sozialistische Gesinnung daraus machen. Hitler i st Zwischenspiel, Schlußakt sind wir! Hinter dem Kieiderfchrank. Die Naumburger Lusiiz versteckt sich. Das Preußische Gerichtsversassungsgesetz stammt noch aus jenen urgllen Zeiten, in denen es kaum eine Presse, geschweig« denn eine regelmäßige Gerichtsberichterstattung gab. So kommt es, daß auch heute noch in den Gerichtssälen der Republik, in denen im Namen des Voltes Recht gesprochen wird, die Presse irur«in geduldeter und manchmal recht ungern gesehener Gast ist. Besonders wenn sie sich erdreistet, nicht in jedem Richter ein gottähnliches Geschöpf und in jedem Urteil eine salomonische Entscheidung zu sehen. In den Großstädten mag es nock? angehen. Draußen in der Premmz kann kann man da manchmal tolle Sachen erleben. Recht unangenehm ist in letzter Zeit die Presse einigen Raum- burger Richtern gewesen. Di« innere Größe eines Menschen zeigt sich stets in der Art seiner Rache. Der Vorsitzende de» Schö s s e n g e r ich ts Weißenfcls am Landgericht Naumburg rächte sich folgender?riaßen: In einer Strafsache wegen Brandstiftung war als Beweisstück ein großer Kleiderschrank in den Gerichtssaal gebracht worden. Vor Beginn der nächsten Sachen, örtlich stark interessierende Vergehen gegen das Republikschutzgesetz, wurde dieser Schrank in voller Breiter vor den Pressetisch gestellt. Die höfliche Bitte, den Schrank doch beiseite stellen zu losten, da er den Pressevertretern die Beobachtung der Verhandlung unmöglich mache, mnxde vorn Borsitzenden schroff abgelehnt. Nach einer Stunde war zehn Minuten Beratungspauso. Der diensttuende Justizwacht meist«? weigerte sich, den leeren Schränk nun wcgstellen zu lasten. Pressevertreter, die zur Selbsthilfe greisen wollten, wurden mit Gewalt daran gehindert. Inzwischen kehrte das Gericht zurück und auf die abermalige Beschwerde hin brüllte der Vorsitzende den wort- iührsriden Pressevertreter an: „halten Sie de« Mund! Sie haben sich hier überhaupt nicht zu beschworen! Sie haben hier nur zuzuhSren! Sonst nicht», ".erstanden! Wenn Sie noch ein wort sagen, werde Ich Sie sofort in Strafe nehmen!" Woraus der Journalist mit den ruhigen Worten:„Sic gestatten, daß ich Ihr Benehmen sehr höflich finde!" seinen Platz hinter de»? Schrank wieder einnahm. Und bis zum Schluß der Sitzung durste nun die gesamt» Presse die Rückseite eines alten, angesengten Kleider- schranks bewundern. Dabei hat der Pressevertreter noch Glück gehabt, i>e?m der Bor» Sehr interessante Zusammenhänge enthüllten sich jüngst in einem Strafverfahren, das vor dem Wiesbadener Schössen- aericht gegen zwei n a t i o n a l s o z i al i st i s ch e Funktionär« wegen Begünstigung durchgeführt wurde. Der Mann, dem die Begünstigung der beiden Nazis goll, war nämlich kein anderer als der seinerzeit wegen Mordes zum Tode verurteilte— Kommunist Felix 91 eu mann. Neumann war einer der Hauplongoklagten im sogenannten Leipziger„Tschekaprozeß". Er wurde wegen der Beseitigung eines angeblichen Spitzels zum Tod« verurteilt, dann auf Grund der Amnestie zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis begnadigt. Außer Felix Reumann ivaren als Mittäter damals noch Rudolf M arg? es und ein gehsimmsvoller Russe oerurteilt worden, der sich Skoblewski nannte. Durch die Erinnerungen Bessedowskis wissen wir heute, daß der angeblich« Skoblewski in Wirklichkeit der von der Sowjetregierung nach Deutschtarrd delegierte russisch« GPU.-Mann Kryloff war. Die Sowjetregierung hat sich damals sehr für die Befreiung Krylosf-Skoblewskis bemüht und schließlich seinen Austausch gegen die in Rußland verurteilten Deutschen Dr. Kindermann Und W o l s ch t t durchgesetzt. Felix Neu mann dagegen mußt« seine Straf« absitzen. Da er den Kommunisten unbequem war, suchten ihn diese»ach außen hin als„Spitzel" abzuschütteln, genau so, wie sie es mit Ali H ö h l e r und anderen ihnen unbequemen Tätern geton haben. Im September 1928 gelang es Neumann, aus der Strafanstalt Plötzensee auszubrechen. Er halte sich inzwischen, wahrschsin- sich auch verärgert durch den Spitzeltrick der Komnuinisten, den N a t i o n a l s o-z ia l i st e n zugewandt. Die ftazis ließen Neumann, dem steckbrieflich versolgleu Tschekamörder Neumann, jede Unterstützung zuteil werden. Neumonn hatte sich nach Karlsruhe gewandt. Der dortige National- sozialist Friedrich verwies Neumann an den natwnalsozialiftische?? Stadtverordneten Habicht in Wiesbaden. Noch Habichts Meinung kam bei Neumanns„nationalsozialistischer Zuverlässigkeit" seine Auslieferung an die Polizei„nicht mehr in Frage". Der gleichfalls nalionatsozial istische Landessekretär Wald, der im Wiesbadener Landesausschuß als Beamter(!!) tätig ist, besorgt« Neumonn eine Invalidenkorte auf den Namen Kilb. Die Sache kam jedoch heraus. Habicht und Wald wurden angeklagt. Habicht erhielt wegen Begünstigung drei Monate Gefängnis, Wald sechs Wochen, die in ein« Geldstrafe von 600 M. umgewandelt wurden. Gegen weitere Be- teiligte schroeben noch Versahren. Sehr interessant ist, daß sich Habicht zu sei«? Entschuldigung ans das bei deZ? Nazis herrschende„Führer-� prinzip" berief, wonach er Anweisungen von oben blindlings zu gehorchen habe. Damtt gab er zu erkennen, daß die Begünstigung Neumanns auf Befehl höherer natlonal- fozialistifcher Führer erfosgt ist. Mit Recht fragt ein bürgerliches Wiesbadener Blatt, wie ein« solche Anweisung und eine derartige Begünstigung eines verurteilten Mörders mit der von Hitler beteuerten»st r e n g e n Legalität" der Nazipartei übereinstimme! Wir fragen das nicht erst. Denn was haben Beteuerungen eines Führers und einer Partei für einen Wert, deren Weg mit gebrochenen Ehrenwörtern gepflastert ist?! Uns ist der Fall vor allen Dingen deshalb interessant, weil er wieder einmal zeigt, daß vom kommunistischen Tscheka- mörder zum hakenkreuzlerischen Arbeiter- mörder nur ein Schritt ist. sitzende kann gegen jeden Teilnehmer an einer Gerichtsverhandlung wegen Ungebühr vor Gericht sofort vollstreckbare Haststrafen bis zu drei Tagen verhängen. Man darf gespannt sein, was der O be r l and e s g e r ich t s- Präsident aus die sofort eingereichte Beschwerde antwortet. Notverordnung zur Schlichtung Die Schlichtuugsverordnung bleibt unberührt. Wie erimierlich, ist durch das Urteil des Reichsarbeitsgerichts vom 1ö. Januar 1929 der bis dahin geübte Brauch beseitigt worden, wonach der Schlichter allein einen Schiedsspruch fällte, wenn sich eine Mehrheit durch die Beisitzer nicht ergab. Es ist seitdem in einigen Fällen vorgekommen, daß dadurch ein Schiedsspruch Überhaupt nicht zustande kam. Alle diese Fälle waren jedoch nicht von sehr großer Tragweite. Anders liegt es bei dem Konflikt im Ruhrbergbau. Nicht nur ivegen der großen Anzahl der Arbeiter, die hier in Frage kommt, sondern auch wegen der allgemeinen wirtschaftlichen und potftischen Trugwett«, die besonders unter den jetzigen Umständen ein Knmpi im Ruhrtergbau haben muß. Es ist daher ohne weiteres verständlich und notwendig, daß die Reichsregierung für die Lösung dieses Konflikts die Verantwortung übernimmt. Da sich bei den Verhandlungen eine Mehrheit i?merhalb der Schlichterkammer nicht gebildet hat, weil die Unternehmer einen Lohnabbau von mindestens 8 Proz. verlangten und weil die Arbeitervcrtretcr es für ungerecht und für nicht not- wendig hielten, über einen Lohnabbau von 4 Proz. hinauszugehen. während der Schlichter sich nzeder der einen noch der anderen Partei anschließen wollte, hat nunmehr die Reichsregierung durch die Notverordnung eingegriffen. Die Notverordnung sagt ausdrücklich, daß sie auf die Falls beschränkt ist, wo der Rcichsarbeitsminister einen besonderen Schlichter jur Durchführung eines neuen Schlichtungs- Verfahrens ernennt, rveit er«in solches im öffentlichen Interesse für erforderlich hält. Der ernannte Sonderschlichtcr hat außer den Beisitzern der Arbettgeber und der Arbeitnehmer Zwei unparteiische Beisitzer zu berufen. Ist in dieser so gebildeten Schlichtungskammer eine Mehrheit nicht zu erzielen. sc haben der Schlichter und die beiden unparteiischen Beisitzer einen Schiedsspruch mit Stimmenmehrheit abzugeben. Ausdrücklich heißt cs weiter, daß die Anordnung voraussetzt, „daß sie im Staatsinteresse dringend erforderlich erscheint". Der Reichsarbeitsmirnster muß außerdem noch eine Entscheidung der Reichsregierung herberführen. Die Notoerordnung ist zeitlich bis zum 31. Juli 1931 begreift. Sie greift also in das ordentliche Schlichtungswesen nicht ein. Sie ist ausdrücklich beschränkt aus Konflikte von graßer w-irt- schaftlicher und politischer Tragweite. Oer Aaiionalkapiialismus. Oer Llnternehmerprofit— die natürlichste Sache der Welt! Wir haben bereits auf die Schulungsabende hingewiesen, die von den iltationalsozialisten in Berlin„zur Widerlegung des Marxismus" abgehalten werden und der völligen Recht- fertigung des Kapitalismus dienen. Jetzt bringt Goebbels„Angriff" die formulierten Leitsätze, die das rein kapitalistische Programm der Nationalsozialisten bestätigen. Wir zitieren wörtlich daraus: „Gewiß steht der erzielte Gewinn dem zu. der ihn g e- s cha s s« n hat. Da bei de. Die Lieferanten der Arbeitskraft ul?d die Lieseranten der Arbeitsmittel den Wirtschastsgewinn ge- schaffen haben, sind sie auch verpflichtet, ihn unter sich zu teilen. Eine gerechle volkswirtschaftliche Gewinnverteilung, die unserem sozial«?? Rechtsqesühl ent spricht und den Frieden Zwilchen Arbeitnehmern und Unternehmern herstellt, ist also die n a t ü r- [ich st e Sache von der We l t. Ihr Maßstab muß die Leistung sein, der Richter die Staatsmacht." Der Unternehmergcwinn. heute verkörpert in den Di v i d e n- den, Tantiemen und R i e s e n»i n k o m me n der Betriebsleiter, ist„die natürlichste Sache von der Well". Unter- nchmerherz. uxis willst du mehr? Fabrikant und Arbeiter sollen miteinander teilen, wobei die'„Staatsu?acht"— wohl gemerkt, die faschistische Staatsmacht, unter der die'Arbeiter rechtlos sind— den Richter mache» soll. Das kann herrlich worden--- für die Divido ndenbczieher! Rur fragen wir: Wo und u>os ist hier „Sozialismus"?ll Wieder falscher Hase? ilitd wenn man nicht mehr weiter kann, fängt man das Lied von vorne an! Der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei. Abg. Dittgeldey, steht im Begriff, mit einem Sammlungsappell wider den Marxismus an die Oeffentlichkeit zu treten. An der Sammlung sollen, mit Ausnahme des Zentrums, alle Gruppen und Splitter zwischen der Staatspartei und den Deutsch- nationalen beteiligt werden. Der Abg. Dingeldey hält sich zur Zell in der Sch?»eiz auf, wo er an dem Programm des neuen Mischmaschs arbettrt. Wie es heißt, hofft er, mst seiner Aktton mehr Erfolg zu haben als sein Vorgänger Scholz. Die Erben der demokratischen Partei. Die Deutsche Staats Partei, Ortsgruppe Je??a. hat die Annahme folgender von demokratischen Anhängern des Reichsbanners eingebrachten Entschließung mit überwiegender Mehrheit abgelehnt: � ..Angesichts der Bedrohung der Republik durch faschistische Bestrebungen gill es, alle Abwehrkräfte dagegen möglichst zu stärken. Die Ortsgruppe Jena der Deutschen Staatspartei empfiehlt daher chren Mitgliedern und Anhängern dringend, dem Reichs- banner Schwarz-Rot-Gold beizutreten und sich darin zu betätigen." Seheene Republiganer! Der demokratische Abgeordnete des Hefsischen Landtags, der rheinhessische Bürgermeister Eberl«, hat der Staatspaxtei jetzt ebenfalls die Gefolgschaft gekündigt. Dcuntt gehört der Deutschen Staatspartei in Hessen von den sechs domo- kratischen Abgeordneten nur noch einer, der Oberamtsrichter Schreiber, an. Von der Vlutraufch»Partei. Fememörder Heines schwärmt vom Köpferollen. München. 9. Januar.(Eigenbericht.) Der Rcichstagsspezialist im Killen wehrloser Gegner, der Fen?«-. mörder Heines, gab in einer Versammlung in der Nähe von München eine authentische Interpretation für das vielgenannte Hitlersche Köpferollen: � „Wenn die Nationalsozialisten an der Macht sein werden, doivi wird in aller Ruhe ein deutscher Staatsgerichtshos eingesetzt wer. den und dieser Gerichtshof wird in aller Sachlichkeit und Nüchtern- hell zu entscheiden haben: Schuldig oder Nichtschuldig des Bolls- und Landesverrats. Da gibt es nur eine Straf«: der Kopf fällt!" An Henkern ist bei dm Hakenkreuzlern kein Mangel! Die Hörigen Hitlers. Oie Voltspartei in B raun schweig hält an Franzen fest. Braunschweig. 9. Januar.(Eigenbericht.) Die Brounschweiger Hakenkrenzler hatten ihrer Kaalitions- Partnerin, der Deutschen Volkspartei,„Koalitionssehnsucht mit der Sozialdemokratie" vorgeworfen. Demgegenüber beeilt sich der braunschweigische Landesparteivorstaiid der Deutschen Volksparlei zu versichern, daß niemals und durch nimianden B erHand- l u n g e n mit der Sozialdemokratie über die Bildung einer Koalitton stattgefunden hätten, noch daß die Bildung einer Koalition zwischen Bolkspartei und Sozialdemokratie in Braun- schweig jenmls angestrebt worden wäre. Deshalb müsse der Partei- vorstand alle Angrisse und Verdächtigungen mit Entschiedenheit zurückweisen. In? übrigen bedauere er in? Interesse einer gedeih- lichen Zusammenarbeit der jetzigen Regierungsparteien aufs tiefste die in jeder Beziehung unbegründeten Unterstellungen der Hitler- Partei. Di« Erklärung zeigt, daß der Landesvorstand der Deutschen Bolkspartei an der jetzigen Regierunzskoalition mit ihrem schwer kompromittterten Minister Fronzen und seine???. System, festhalten will. Garrz wi» in Thüringen. Die Volfspärtei protestiert, aber läuft unentwegt den Nationalsozialisten noch. keine Bücktrittsabsichten dcs Slaatrsekretors Schösfer. In Verlin gingen Gerücht« um, wonach der Staatssekretär im Reichsarbetts- Ministerium. Schaffer. zurückzutreten beabsichtige. Wie von zu- ständiger stelle hierzu erklärt wird, bestehe an diesen Gerüchten kein wahres Wort.' Spiel im Schloßkeller. z>er Satftt Kecichlet« mit: Sein Vetter, der König von England, und sein Vetter, der Kaiser van Rußland, hatten sich im Mai 1913 während der Hachzeitsfeierlich keilen anläßlich der B«r» mählung de? Prinzessin Viktoria Luise mit dem Herzag van Vraunschweig gegen ihn verschworen Als et am Tage vor der Hachzeit in Berliner Schlag unvermutet bei dem Konig van England eingetreten sei. habe er ihn im Täte-ä-Tdle mit den Zaren überrascht. Beide waren erschrocken aufgefahren.(Aus Bülows Erinnerungen. „Ha Verruchte— ihr seid entlarvt!" Oer Reichskanzler in Oberfchlesien Kommunistische und nationalsozialistische Demonstrationen. Roch ein Oo'chfloß Äü-ows. (Z> beweist den unbedingten Kriegsw llen W-enS In dem heute veröffentlichten Stück seiner Erinnerungen zitiert Äülow ein Schreiben des deutschen Botschaftsrots in Wien Prinz S t o l b c r g in dem dieser Mitte Juli 19lt nach Berlin meldete: „Er habe in Ausführung des ihm erteilten Auftrages den Grafen Berchtold gefragt, ob das Wiener Liabinell an dem Gedanlen festhalte, scharfe Suhneforderungen für den Mord von Sarajemo an die serbische Regierung zu stellen. Auf die bejahende Antwort des Ministers habe er austragsgemäst weiter gefragt, was ge- schehen würde, wenn Serbien alle österreichischen Forderungen annähme. Lächelnd sBerchtold wie Jagow liebten zu lächeln) habe der k. und k. Minister erwidert: er halte es für a u s g e- schlössen, daß selbst eine Regierung wie die serbische solche Forderunge» schlucke. Sollte dies aber doch der Fall sein, so bleibe eben nichts anderes übrig, als auch nach Annahme aller Forderungen Serbien so lange zu reizen, bis Oesterreich die Möglichkeit erhalt«, in Serbien einzumarschieren." Neben diesem klassischen Stück Widerlegung der Kriegsschuld- � these bringt Bülaw dann noch eine Anekdote, die angesichts eines Staatensystem� in dem Krieg und Rüstungen vornehmstes Mittel der Politik gewesen sind, viel Wahrheit enthäll. Bülow ist im Frühjahr 1915 nach Rom gesandt worden, um Italien vom Kriege fernzichalten. Er und seine Frau hatten Audienz bei der italiem- sehen Königin Margherite. „Bevor sie die Audienz aufhob, nahm sie meine Frau zur > Seit«, mit der sie seit ihrer beider Jugend eng befreundet war. Sie sagt« zu ihr:„Sage mir die Wahrheit, Maria, ihr habt den Krieg gewollt!" Meine Frau erwiderte, sie könne bei allem, was ihr heilig wäre, bei der heiligen Mutter Gottes schwören, dah weder der Kaiser noch das deutsche Volk den Krieg gewollt hätten.„Dann", erwiderte die Königin,„sind die deutschen Di- plomaten und Minister, die im Sommer 1914 im Amte waren, die größten Esel, die je die Welt gesehen hat" Der alte preuhisch-deutsch« Junker- und Ofsiziersstaat hatte unfähige Staatsmänner und unzureichende Feldherren. Das Reich war ein Klassenstaat, das dem begabten Nachwuchs der„unteren" Volksschichten den Aufstieg in die Leitung des Staates verwehrte und sich damit selbst die Lebenskraft unterband. Blamage der Mlmzensur. Film ,1914'' nach unwesentlichen Aenderungen zugelassen Die Filmprüfstell« Berlin hat am Freitag nach fünfstündiger Verhandlung den von der Richard-Oswald-Filmg«sell- schaft hergestellten Tonfilm„1914— D i« Tage vor dem Welthrand" ohne jeden Ausschnitt zur öfsemlichen Vorführung, auch für Jugendliche, zugelassen. Dieser Film war kurz vor Weihnachten verboten worden mit der Begründung, daß er das deutsche Ansehen und die Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern gefährde. Inzwischen hat die Herstellerfirma den Film umgearbeitet und ihn abermals zur Zensur eingereicht. Den Vor- sitz führt« wiederum der Leiter der Filmprüfstelle Berlin, Re- gierungsrat Zimmerniann. Das Auswärtige Amt hatte aber- mals fünf Vertreter als Sachverständige entsandt, während die Filmgesellschaft, die durch die Rechtsanwälte Dr. Wenzel Goldbaum und Dr. Friedmann vertreten wurde, den Direktor der Reichstags- bibliothek, Dr. Fischer, als Sachverständigen bestellt hatte. Dem Ver- nehmen nach sollen sich auch die Herren des Auswärtigen Amts gestern für die Zulosiung des Films mit Ausnahme zweier Szenen ausgesprochen haben, doch hat die Kanrmer den FUm ohne jede» Ausschnitt zugelassen. Di« Aenderungen sind ganz unwesentlicher Natur, so daß die Argumente, die zum Verbot geführt hatten, ebensogut wieder zum Verbot hätten führen können. Die Freigabe bedeutet deshalb eine vernichtende Kritik dieser Argumente und des Auswärtigen Amts, das fi« in» Feld geführt hatte. Die Filmzensur aber hat sich selber enthüllt: die Willkürlichkeit ihrer Entscheidungen konnte nicht besser beleuchtet werden! Toialverboi für Oesterreich. Dundesregierung untersagt»erfassungswidrig Remarque Wien, 9. Januar.(Eigenbericht.) Die österreichische Regierung hat am Freitag den Reinarque- Film verboten. In einer Verordnung nn Bundesgesetzblatt werden die einzelnen Polizeidirektionen beauftragt, jeweils in ihren, Wirkungsbereich die Aufführimg des Films zu untersagen. Die Regierung begründet ihre Maßnahme inst der Notwendigkeit der Aufrechtorhattung von Ruhe und Ordnung. Im Haushaltsausschuß des Nationalrats brachten die Vertreter der Eozialdemokratte bereits am Frettag das Verbot des Films zur Sprache und legten vor allen Dingen dar, daß die Maß- nahm« der Regierung verfassungswidrig fei, da die österreichische Verfassung eine Zensur nicht kenne und der Ver- fasstingsgerichtshnf wiederholt entschieden habe, daß eine Film- zensur in Oesterreich nicht besteht. Auch gebe es keine Möglichkest, die Zensur aus irgendeinem Umweg, wie imtcr dein Hinweis von Störungen der Ruhe und Ordnung, einzuführen. Die Regierung gab in Erwiderung auf die Aueführungen von sozialdemokratischer Seite zu, dah sich am Donnerstag anläßlich der Aufführung des Films wesentliche Ruhestörungen nicht mehr ereignet haben. Dos sei jedoch hauptsächlich aus das Verbot der Vorführungen zu- rückzuführcn. Die Regierung bleibe jedenfalls bei ihrer Anordnung. Hugenberg— undiskutabel. Landwirtfchaflsminister Steiaer gegen HvgenbergS Agrarplan. . �-Am Freitag kritisierte der preußische Landwirtschasts- in i n i st e r Dr. Steiger im Hauptausschuß des Preußischen Land- tags dos Hugenbergsche Sanierungsprogramm. Der Vorschlag Hugenbergs sei schon deshalb un diskutabel, so führte der Minister aus, weil feine Verwirklichung Milliarden er- sorderten. Die Landwirtschast müsse sich auch darüber klar sein, daß die von Hugenberg verlangten Subventionen die Landwirtschaft in ein starkes Abhängigkeitsverhältnis von Reich und Staat bringen. Es sei für Reich und Staat unmöglich, ollgemein« Steuermittel in derartigem Umfang«, wie dos Hugenberg fordere, auszubringen, ohne sich gleichzestig ausreichende Einfiußmöglichkeiten vorzubehalten. Di« Zwangsversteigerungen, so sührt« der Minister weiter au», zeigten etne rückläufige Bewegung. Die meisten Zwangsoersteigerungen entfielen auf die östlichen Provinzen. Das Nochkriegspreußen Hab« auf dem Gebiet der Siedlung mehr geleist-t ol» da» Dorkriegspreußan. Mit größter Wahrscheinlichkeit würde schon im nächsten Jahr die Seringsche Höchstzahl von Ist ststst Siedler- stellen erreicht werden. Den Vorwurf, Preußen verwässere die Osthilfe, wies der Minister energisch zurück. Wenn Umschuldungs- 8 r e slau, 9. Januar.(Eigenbericht.) Der Reichskanzler und seine Begleiter wurden am Freitag aus ihrer Fahrt durch das oberschlesischc Industriegebiet wiederholt von kommunistischen und nationalsozialistischen Demonstranten empfangen. In Oppeln wurden die verlrcler der Reichsregierung bereits am Bahnhof mit Zliederrusen empfange«. In Benthe« konnte den Auto» der Rcgierungsverlreter nur mit Hilfe des Gummiknüppel» der Polizei freie Bahn geschaffen werden. Einzelne Wagen wurden mit Steinen beworse«. Die Scheiben eines Anlas, in dem sich jedoch keiner der Minister befand, wurden zertrümmert. Zu Demonstrationen kam e» ferner in Gleiwih. wo vor allom Eisenbahner gegen da» bei der Reichsbahn eingeführte System der Feierschichten demonslrierlev. Zu Röseuberg demonstrierten die Rationalsoziavsten, wobei es zu heftigen 8c- fchimpsungen de» Kanzler» und der Regierung kam. Da» Gros der Demonstranten wurde von Landarbeitern gestellt, die von den Großgrundbesitzern besehlsmäßlg und auf deren Kosten nach Rosenbcrg delegiert worden waren. tredstc bis jetzt noch nicht ausgezahlt worden seien, so lieg« das nicht an Preußen, sondern an den Kroditinstttuten. Abg. H e i l m a n n(Soz.) setzte sich mit der kommunistischen und deutschnationalen Agitation auseinander. Es sei ein Unfug, wenn die deutschnattonole Press« bis zu den Wahlen immer von dem System Schiele geschrieben habe und nach den Wahlen vom System Baad« schreibe. Die Anhänger Rußlands könnten sich unmöglich über die deutsche Zollpolitik ausregen, da Rußland noch nicht einmal die Liebesgaben ins Lano lasse. Der Redner unterstrich, daß sich auch der Präsident der großagrarisch«ingestellten Rentenbank-Kredttanstalt gegen das Hugenbergsche Sanierungsprogramm wende. Im übrigen empfahl er engere Zusammenarbeit zwischen den Erzeuger- und Bcr- brauchergenossenschasten. �, Helfer des Bürgertums! Die kommunistische Wahnsinnskaktik. Eckernförde. 9. Januar.(Eigenbericht.) In Eckernsörd« blieb bei der Wahl des Bürgermeisters der Kandidat der bürgerlichen Minderheit über den sozialdemokratischen Kandidaten Sieger. Die Wahl des bürgerlichen Kandidaten war nur durch die Hilfe der Kommunisten möglich. Die Kommunisten hatten anfäglich zugesagt, den sozialdemokratischen Kandidaten zu wählen, weil es ein Unglück für die Ar- beiterschaft wäre,«inen Bertreter der Rechtsparteien zum Bürger- meffter wählen zu lassen. Trotzdem sielen sie in der entscheidenden Sitzung um, enchiesten sich der Stimme und verhalfen so dem rechts- gerichteten Kandidaten zum Erfolg! Revision braucht Zeit. Keine„Entenie*— Abrüstuna und Minderheitenschutz jetzt Hauptsache. Paris, 9.Januar.(Eigenbericht.) Der Ouai d'Orsay ist aufs eifrigste mit den Bor- bereitungen der beiden bevorstehenden Genfer Tagungen, der Europa-Konferenz und der Sitzung des Bötk«r- bundsrates befchästigt.. Nach einer ausführlichen Unterredung mit dem deutschen Botschafter von Hoesch hat. Briand inzwischen auch den englischen Botschafter Lord Tyrell empfangen. Für die in gewissen deutschen Kreisen gehegten Befürchtungen, daß es' Frankreich durch das Versprechen seiner Finanzhilfe gelungen sein könnt«, eine E i st h e i t s f r o n t zwischen London und Paris gegen Deuffchlatid herzustellen, fehlt einstweilen j e d e r p o sä t i v c An- Haltspunkt. Die Gefahr einer Einheitsfront aller ehemaligen Alliierten und wahricheinlich auch aller Neutralen gegen Deutschtand in Genf märe nur dann ernstlich zu befürchten, wenn die deutsche Regierung nach dem Wunsche der nationalistischen Schreier außenpolitische Forde- Keine außenpolitischen Ziele?' Reichskanzler Dr. Brüning führte in Oppeln aus, daß es n i ch t der Zweck der Reise sei, Versprechungen zu machen,. die nicht erfüllt werden könnten. Leitmotiv für die Osthüfe müsse sein, mit den vorhandenen geringen Mitteln möglichst viel zu erreichen. Das Osthilfewerk baue sich auf einer harmonischen Zusammenarbeit zwischen den amtlichen Stellen und denjenigen auf, denen geholfen werden soll. Leider Hab« diese Zu- sammenarbeit bisher nicht in dem Maße bestanden, daß der größtmöglichste Nutzeffekt erzielt werden konnte. Dies müsse da» Be- streben in der Zukunft sein. Die gegenwärtige- Ostreisc diene dem Zweck gründlichster Information und der Herstellung eine» un- mittelbaren Kontaktes mit der notleidenden Bevöllerung und der Osih.ilff. ober kein e n a ü.ß c.n politisch eil Zielest. Wenn diese Fühlungnahme jenseits der Grenzen auf eme unberechtigte Kritik stoße, so werde sich die Reichsregierung hierdurch auf dem von ihr beschrittenen und als richtig erkannten Wege nicht beirren lassen. rungen auffallen würde, die im Augenblick noch nicht verhandlungs- reif sind. In weiten Kreisen Frankreichs, namentlich im Lager der Linken, beginnt man sich über die Notwendigkeit einer Anpassung des Foung-Planes an die geschwächte Leistungsfähigkeit Deutschlands und einer Bereini- gung der unhaltbaren Zustände im Osten Rechenschaft zu gebpn. Es ist auch wohl sicher, daß die Regierung Steeg-Briand den Wünschen und Sorgen Deuffchlands volles Verständnis entgegen- ! bringt, aber man wird nicht erwarten dürfen, daß die ganze Welt Hitlers Hakenkreuz zuliebe sich plötzlich vollkommen umkehre. Di« großen internationalen Probleme müssen Zeit zur Reife haben, ehe man mit Aussicht auf Erfolg an ihre Lösung herangehen kann. Di« deuffche Polstit wird deshalb gut daran tun, sich in Genf auf das Erreichbare zu beschränken, namentlich auf den Schutz der deutschen Minderheiten gegen die Vergewaltigungen durch nationa- listischen Terror und die S i ch e r st« l l u n g der seit Jahren ver» schleppten Abrüstungskonferenz gegen die Sabotierungs- manöver gewisser Mächte. Aeue Ltmgruppierung in Moskau. Wechsel in der Leitung der Gptl. Kowno, 9. Januar. ■ Wie in Moskau verlautet, hat sich die Lage Stalins im Polit« bllro nach dem Rücktritt Rykows von seinen Aemtern sehr stark verbessert. Im Politbüro wird die Politik Stalins besonders von der Gruppe Woroschilow-Ordschonikidse-Kalinin unterstützt. Ein Rücktritt des Ehefs der Roten Armee Woroffhilow von seinem Amt kommt in diesem Augenblick nicht mehr in Frage. Man erklärt aber, daß der Rucktritt Menschinskis von dem Posten des Leiters der OGPU. schon eine Taffiche geworden ist, da sich Menschinski längst mit dem Gedanken trag«, sein Amt niederzulegen. Als Nachfolger Menschinskis werden der erste Gehilfe I a g o d a oder Messing genannt. Republikanische Justiz— ein Gebot der Stunde! Mehr denn je müssen heute die Juristen dem Volksstaat in Treue beistehen. Das haben der„R e p u b l i k a ii i s ch e I u r i st e n b u n d s ü r M i t t e l- deutschland" und die Landesgruppe wachsen- Bayern des„Re- p u b l i k a n i s che n R i ch t e r b u n d e s" klar erkannt. Aus ihrer diesjährigen gemeinsamen Haupttagung in Halle(Saale), Magdeburger Str.(Hohenzollernhof) gm LI. Januar und l. Februar werden sie in öffentlichen Vorträgen folgende zeitgemäße Fragen be- handeln:„Volksgejundheit und Justiz",„Die republikanische Front", „Republik und Justiz". Die Tagung verspricht höchst anregend zu werden und läßt zahlreichen Besuch erwarien. Eintritt frei.— Anfragen und nähere Auskünfte: Landgerichtsrat Lichtenstein in Lim- bürg(Lahn), Parkstr 9. Verbot der kommunistischen Mannheimer Arbeiterzeitung. Der badische Minister des Innern hat das Erscheinen der in Mannheini herausgegebenen Arbeiterzeitung für die Zeit vom 7. bis 22. Januar verboten. Benjmtijtb« ftrbsfcaltoi Tirktof nvstt Tsrrtt Beginn B. J AN G E BOTE InveIntur. AU SVER KAU F Seidenkleider 1075 Herren-Hosen H2S für Doman, guta Quolitöt, raina Saida, Stück|efz< I wollgamiich» und mokofarblg................ Stück letzt■ Wintermäntel'yjtso für Damen, mit grossem Pelzkragen, ganz ge» füttert, fesche Formen............... Stuck Jetzt m Herren-Hemden wollgemischt, doppelte Brust, gute Qualität, oder Herren-Hosen............................. Stück Jetzt Hemdblusen z... 3 90 Strümpfe«*»-—Aft aus Wäschestoff, unf in sich gemustert....... Stuck Jetzt makoartia.............................. Paar letz*■ �•�Pf. makoartig.............................. Paar Jetzt Fesche Glocken O90 für Damen, aus Kunstseide, weich verarbeitet, schwarz mit weissem Unterrand.................... Stück Jetzt Strümpfe«ir QC Kunstseide, Doppelsohle und Hochferse, Paar Jetzt Eleg. Kappen cso Spangenschuhe A60 für Daman, out Haor-Selall, In»diworz u. blau, Stüde|Mzt und Pump«, ml« WHdladar komblnlart. Paar(atzt Handschuhe fOr Damen, Nappa- Stepper oder Glacä, mit 2 Druckknöpfen.................................. Paar Jetzt 2 45 245 Besuchstaschen O aus handgenarbtem echt VoMHndleder, ca. 24 cm gross, jBm Stück Jotzt 65 StadtkofferBSO85 Kunstleder, mit Stoffutter, Deckeltaschen, 2 Schlössern und �WW ledergriff, braun und blau................ Stück Jetzt Frottierhandtücher 95 Bademäntel Q�s modama Muttar, dunkalgrundig.............. Stück|«tzt Grosse Posten GBas- Porzellan- Wirtschaftsartikel Enorm billig! 10 scata Tlgl. S e. SV? Uhr— B 5 Berk. 9256 Nachm. 50 Pf. bis 3 M. abends 1—6 M fi enteil w. Gould, Ume-Trio Scharfer» Künstler- Revue ustr. pi» Aza Tigl. 8 1. S'» Sannt. 2, S u.8» I Alax. E 4 8066 I. Vorstellung SO Pf. bis 1 M II. und III. Vorst. 1 bis 2 M FRATELLI N I- Trio Max, Gino, Gnstavo uew. Elbe das besibewährte Heilbad Ab 1 Oktober Kurpauscbale. IQr 28 Tage SO Maik. S» Volks blttine nmtir an Bdlovtlilz. 8 Uhr Liliom von Franr Molnar RasicKirlHtinMartii Staatl.Sdiiller-Hi. 8 Uhr Don Carlos Oemsebes KOnsder-Theai Barbarossa 3937. «>/. Uhr Zum goldenen Anker mit Ktiti uorsm Nur noch wenige Vorstellungen Sonnali. inid Stg. 4Dlir: Emilu die Detektive Renaissance llieater Stempiau 67Su 8>- Uhr lYluB die Kuh milch sehen? mit Allmt Bassennaim Sonntag, II Jan 3 30 Uhr Kleine Preise OeDtsftes Ibeater 8 Uhr Elisabeth von England togrird BrockiKr Regie: Beim Hilpert Kammerspieie 8Vs Uhr: nies uitena UllBJ von Tristan Bemard teile: toi fcw« Jl Die Komödie B'k Uhr Die Fee von Franz Molnar Rigii: Stefan Uodi. uustspieinaus Kurt GOtz Täglich 8'/2 Uhr Vom Lieben und Ladien PIscalor-BOIme (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. 8'k Täglich 8Vs Mond ron links Preise 0-50-6.00M. weuMen Singspiel ia vielen Bildern. C.sn. Bpir., Hanaen. I.IcUf, Wisllb.rz, Arn®, Janknhn, Paul IlSrbiger, Lenz, SehMflriz, Winkel. tern. Kalla, Or.nl, Stark- Oatettenbaacr, Original Tiroler WaiaehrniAnscr. tkrtglDal Tiroler Jod I r r i nnen-Qa I nie tt, 1 Mnalk-Trio aus Sehllersae. | Jaaa-Band I Girls n. Boys I Grosse CtaSre. Her Seit rntsprerhend sind I riesigen Andranges, |dlo Kassenpreise nm trots des 25 0/ 0 mAssigt. So Orlglnaibesclzunß Nadi mittag\3 O■ Billige Preise <€ßxrf(jQjl!lZ. Arnold Scbolz U-Bahn Hertnannplatz Hasenheide 108-14 Ttglldi Gr. BocHblerfest in Ober-Bayern und Grosser Alpenball 7 Kapelle , neoe Dekorationen, bayr. Bedien an Einlaß 6 Uhr. Nencs Theater —» am Zoos tnblnli.Zoii. SIpUSH Täglich 8'/» Uhr Der gr. Lacherfolg Guido Titieisctier Das Öffentliche Aergernts Preise 1 bis 8 M. Sonntag 3 Uhr Caspars Vunderkabioett ab Lager U/e!lblcctt-, Stahl- u.BetonDau en jeder Art. Angeb. u Prosp. kosten I GebrAdienbadi G.n].h.H.,WeId nan Sleö Einen- und WellblechwerMe— Postfach) 38. BarnowskHBhDei Tbtoier la dtr Strtsdnanisir. "A Uhr Gastspiel Ein idealer Galle mit HarrrLIedtkc Komödlanhaus PU Uhr Cocktail von ToItaMlltr iBmtüj Berliner TbeaL t>'U Uhr Elisabeth Bergoer in Hri. Cheneys Ende rbeaterd.WesteDi Täglich 8Vi Sensationeller Operettenerfolg Viktoria undihrHusar! Titeaieram SdillfbaoerdBinm Norden 5813 u. 0281 täglich S'A Uhi Die Qnadratnr des Kreises Luftspiel v Katajew| Rigie; f. Miodelsoln Preise von 1—12 M. THEATER IM ADI1IRAL5PALAST Tai.«'/.• TsL: Msrkur»901, 9677 Auf den Fleck SensationsstQck aus Chikagos Unterwelt von EDGAR WALLACE Preis- Abbau Preise der Platze 0,75 bis«.» H haüsMd ipugungJ Restaurant Berlins BETRIEB /4� KEMWHSkllU "-uhr CASINO-THEATER � Lothringer Sirafie 37. Neu! Neu! Biederleute und das neue Januarprogramm 1 Für die Leser Gutschein 1—4 Personen. Fauieuil 1.25 M, Sessel 1.75 M- Sonstige Pr.: Parkett 75 Pt, Rang 40 PI. Komische Oper S'o Uhr Pepplna Operette von Robert Stolz. teiiing-Tbeatei Täglich PU Uhr Mamsell Nlloudie Operenevon Heive Tellraäjn. Idalbtrt. inild ROSE TH E ATE R Orot« Frankfurtsr StraBt 132 OUIettkasM: Alex 3422 n. 34S4 (Ü-Bsha: Stransberier Pitts) Ueber Die Dollarprinzessin • clirelbt die Preancs „Blitzsaubert Bühnenbilder, verstärktes Orchester, vergrößerter Chor, erste Gcrnirur Darsteller sichern dem Volkstheater im Berliner Osten viele ausverkaufte Verstellungen." Täglich«.15 Uhr Sonnabend 7 und 10.15 Uhr Sonntags 2,30, 5.45 und 9 Uhr Rose- Theater Br.FranlrlnrterSir.i3; Tel. Alex 3422 u 349) 7 Uhr und 10.15 Uht Die Dollaiprinzesün metropoi-Theater Täglich SlU Uhr Schön ist die weit Operette von Lehä) Ridurd Taub«, Gitta Alp«. Mlüieiiilorl. Kleines Theat. Täglich 8»/. Uhr: Der gr Lache rfolgl Oer fflostergatte Schwank In 3 Akten LilleHinSer Kottbusser Str. t> F. 8. Oberb. 6070 Tägl 8V. Uhr rn Sonntags JT»dl 3"i Ohr g a.Das müchi uns keiner ■sj nach f fH din Gashritl Sil Claiie wnaotL Hjdin. Prtlu! KIE,NE' an ZEIGEN in der Qesamtauflag« de«.Vorwirt** sind besonders wirksam und trotzdem sehr billig! Familien- Nachmittage 530 Uhr vledtr sd S. Jsonar jaden Dlemtai ■littwach, Donae nUf und rrelta-, „Zwangsemiuartierimg4* Preise 0.30 1.50 M Vorverkauf ist eröffnei (Kinder haben Zutritt) Reichshallen-Theater ibeDdi QT) Sanntag Nadinittag fTTI»dr - Das orofie lannar-Progr. der | steitlner sanger Ä Nachm. ermäßigte Preise: X\-AI Dönhoff- Brettl: /Im hervorragende //3N- � Varlcld-Prograpi m! / ?lr. 15» 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 10. Januar 1931 Von Mitternacht bis zum Morgen Mit der Polizeipatrouille durch das dunkle Berlin Wenn man die Männer von der Schutzpolizei in ihren blauen Uniformen durch die Straßen patrouillieren sieht— zu zweit, zu dritt oder auch einzeln—, so ist man vielleicht, wenn man nicht bös- willig, aber uninteressiert ist, geneigt zu sagen:„Ein etwas lang- welliger, aber recht angenchmer Berus. Die gehen spazieren und lriegcn es noch bezahlt!" Andere aber, die den„Blaukoller" haben, Nazis und Kozis, verärgerte Spießbürger nationaler Couleur, können nichts anderes als immer wieder kritisieren, immer wieder nörgeln, immer wieder über diese schlechten Menschen in harter Pflichterfüllung hersallen... Nur die allerwenigsten haben ein« Ahmmg davon, wie schwer und wie nervenausreibend dieser Straßen- dienst ist, währenddem das Publikum mit zahllosen Eigenwillig- kcitcn, Wünschen und Beschwerden an die Beamten herantritt, die alle gemeistert und, wenn irgend möglich, mit Güte geregelt werden sollen. Einer unserer Mitarbeller lzat nun eine Stichprobe gemacht: Er begleitete in Spätabend- und Nachtstunden drei Polizei- Patrouillen in drei verschiedenen Gegenden je eine halbe Stimde lang und hat die markantesten Vorfäll«, deren Regelung den Be- ainten überlassen war, aufnotiert. Es ist nur ein Neiner Auszug. aber er gibt eine Ahnung von der mühseligen und aufreibenden Arbeit der Polszeiboamten. Möge die Aufzählung dieser Tatsachen das V e r st ä n d n i s für die Tätigkeit der Polizeibeamten- fchoft in weitesten Kreisen vertiefen. mein« Herren, alles Schwindel! Der Kellner will nicht di« Rech- nung ausstellen.- Ich kauf« keine Katze im Sack. Mich können Sie nicht belatschern, meine Herren, mich nicht." Es stellt sich her- aus, daß man dem dicken Mann mit dem Elchzahn längst die detaillierte Rechnung vorgelegt hat. Di« Beamten reden ihm güt- lich zu, aber durch Vernunftgründe ist er nicht zu überzeugen. Ein tapferer Nazi und ein Querulant. Potsdamer Straße, Nähe Bülowviertel. Es ist tief in der Nacht, gegen M3 Uhr. Im langsamen Schritt zieht die Patrouille vorüber. An der Autobushaltestelle der Nachtlinien 1 und 5 steht ein Herr, stark nach Alkohol duftend, der wie eine glänzend ge- lungene Kopie aus einem George-Grosz«2llbum aussieht. Jäger. Hütchen mit Rasierpinsel auf dem Kopf, Wickelgamaschen um dj« etwas kurzen, nicht ganz geraden Bein« und einem leichten Ansatz zu Bauch, d«r den martialischen Anblick des alkoholisierten Spießers abschwächt. Typ: Früher deutschnationaler Rittergutsbesitzer in Hinterpommern, heute offenbar zu den Nazis übergeschwenkt. In der Hand schwingt der Edle einen riesigen Knotenstock. Und siehe da, die Prognose ist richtig. Kaum erblickt der Ritter im Jäger- Hütchen di« Schupos, als er zu stänkern beginnt. Erst ruft er mit bierhciserer Stimme„Heil Hitler" und„Nieder mit den Juden", so daß sich Leute anzusammeln beginnen. Als die Be- amten den Recken vom dritten Reich in ruhigem Ton« auffordern, sich, der späten Stunde angemessen, etwas stiller zu verhalten, ist er zuerst ganz vernünftig. Als die Patrouille dann weiter geht, brüllt er ihr nach:„Belästigen Sie mich nicht, zum Donnerwetterl Ich bin ein ehrenwerter Bürger und verbitte mir das! Hab« gar nicht nötig, mir so etwas gefallen zu lassen!" Und zu einenr Mann« gewendet, der ihm ein Gssintiungsgenosse zu sein scheint, sogt der freche Bursche mit höhnischem Lachen halblaut:„Die Kerle sind ja für uns abgemeldet! Völlig abgemeldet! Die können mich sonst was..." Dann ruft er noch etwas hinter den Polizisten her, das wie„Lausejungen" und„Affen" klingt. Als die Beamten zurück- kommen, ist er plötzlich ganz Nein und bittet in weinerlicher Stimm« dringend, ihn nicht ins Unglück zu stürzen... Schließlich wenden sich die Beamten ochselzuckend und angewidert ab. Sie lassen den Kerl laufen. Der besinnt sich nun auf seine erotische Mission, angelt sich ein«„Dame der Straße" und zieht mit ihr in ein Stunden- Hotel ab. * Genau sieben Minuten später ist wieder etwas los. Aus einem Cafe heraus kommt ein Herr in Hut und Mantel. Ein anderer stürzt unbedeckt hinter ihm her. Man trifft sich bei der Polizei- Patrouille. Der Herr ohne Hut und Mantel, schrecklich aufgeregt und sichtlich animiert, möchte den Namen des anderen festgestellt wissen. Er kennt ihn zwar, er hat einen Prozeß mit ihm gehabt und den Prozeß verloren. Aber tnis einer alkoholischen Laune heraus will er ssinen Gegner, wohl, um ihn zu blamieren, noch- mals feststellen lassen. Der ein« Beamte fragt den Ausgeregten. warum«r jenen denn feststellen soll. Der verweigert die Gründe und verlangt nochmals in barschem Ton, der Beamte solle„seiner Pflicht nachkommen".„Nein", sagt der Polizist,„wenn Sie mir nicht sagen, weshalb, denke ich gor nicht daran."„Wollen Sie nun Ihrer Pflicht nachkommen", schreit der Ouertilant,„oder bin ich schutzlos? Und wenn ich bis zum Rsichsgericht gehe, Sie sollen mich kennenlernen!" Menschen sammeln sich an, alles entrüstet sich über den halsstarrigen Querköpfigen.„Eine weich« Birne ist da. gegen eine Mannorkugel", sagt grinsend«in Straßenhändler. Man stimmt lachend zu. Die Beamten gehen einige Schritt« weiter. Da erscheint nach kurzer Zeit das Ueberfallkommando. Der Mann ohne Hut und Maittel, der bis zum Reichsgericht zu gehen beab- sichtigt, hat es alarmiert. Es gibt großen Disput auf der Straße. Schließlich wird dem Führer des Kommandos die Sache zu bunt: er nimmt den„Weichbirmgen" mit aufs Auto und in scharfer Wendung geht es zur Revierwache..„Heute meutert ja alles", jagen mit leisem Kopfschütteln die beiden Schupos, die«in« vorbildlich« Ruhe bewahrt haben. ,Laß sie laufen und geh' pennen!� Schlesisches Bahnhofsviertel. Rund um die Koppen«, Frucht- und Breslauer Straße. Hier ist es dunkler und trüber als an der Bülowftraßc. Die schweren Schuhe der Polizisten hallen an den Hauswänden wieder. Von Zeit zu Zeit fällt trübes Licht auf die Tschakos der Beamten, das aus den zahl« reichen Destillen und Alkoholkellern kommt, in denen sich die „Zwischenschichtler" und ihre Mädchen zu trefsen pflegen. Plötz- lich kommt aus einer unterirdisch gelegenen Kneipe ein junges Mädchen in fliehender Haft auf die Beamten zugestürzt. Ein junges Ding, vielleicht 18 Jahre alt, aufgedonnert und angemalt. „Retten Sie mir, Herr Wachtmeister, er will mir totschlagen...!" Da erscheint schon der.Mädchenhirt" auf der Bildfläche. Breiter, starkknochiger Kerl, brutale ZuhAtervisage, geballte Fäuste.... „Totschlagen sollte man det Aas! Hat einen juten Freier jekappt urnd versäuft det Jeld mit einem anderen Kerl. Na, warte!" Das Mädchen verkriecht sich heulend hinler der schützenden Schupo- wand. Man läßt den falschen Star schnell in eine der dunklen Seitenstraßen entwischen und beruhigt den tobenden Zuhälter. Die Beamten könnten den famosen Bräutigam ja auch zur Wache bringen, ober besser geht es mit Nachsicht.„Warum sich denn wegen des Mächens so ausregen! Laß sie laufen und geh pen««n", sagt der ein« Beamte mit gutmütigem Humor. Di«-zu- traglich« Ermahnung wirkt Wunder. Nach einigem Murren und Grollen schlenkert der Zuhälter in sein« Destille zurück. Das ist die Kunst der Menschenbehandlung. Er hat Geld wie Heu. Ein ganz anderes Milieu. Der Kurfür st endo in m im hohen Westen» da, wo er schon hart an Halens«« grenzt und wieder kleinbürgerlich zu werden beginnt. Aus einem Lokal, irgendeinem Bräustübl, stürzt aufgeregt ein Kellner heraus und ruft nach der Schupo. Zufällig erwischt«r unsere Patrouille und holt sie schnell herein. Ein Gast will die Zech« nicht bezahlen. Der Zechpreller,«in dicker Mann in feudalem Pelz- mantel und n»t einem Elchzahn an der Uhrkette: Typ: bestrenom- mierter Spießer, schimpft fürchterlich auf den Wirt. Die Beamten empfängt er mit einem Schwall von Worten:„Alles Schwindel, •cl i.rc,» em rntge zu, riimperr, oie unre �ano rn ucl mit Silberstücken, und sagt breit lachend:„Geld hob' ich wie Heu. so'ne poplige Rechnung bezahl' ich mit dem linken Daumen. Aber ich will die Aufftellung sehen!" Man hält sie ihm vor die Nase, es nützt nichts. Da er auch sein« Personalien nicht angeben will, wird er zur Wache gebracht. * Sckstießlich ein fast rührendes, sentimental-romanttsche. Final«. Aus einer dunklen, ganz unbelebten Seitenstraße des Kurfürsten- dämm kommt,«in vielleicht fünfjähriges Mädchen ge- trippelt, bleibt mit verängstigtem, verweintem Gesicht vor den Beamten stehen und sagt schluchzend, mit tränenerstickter Stimme: „Ich will nach Hause, ich will nach Hause!"„Wo wohnst du denn?" fragt der Beamte und beugt sich tief zu der Kleinen nieder. Sie kann nur mit den Achseln zucken und in verstärktes Sthluchzen ausbrechen. Schließlich nimmt ein Beamte,; die Kleine behutsam an die Hand und geht mit ihr zur Wache. Der schwere und der leise trippelnde Schritt verklingen in der Nacht Das ist ein sehr kleiner Anderthalbstunden-Auszug aus dem mühevollen Leben der Beamten im Straßendienst zur Nachtzeit. Herbert Grafs Bestattung. Eines jungen Nepublitaners lehter Weg. Nim deckt auch den von den Nati onalsozialisten erschossenen Parteigenossen Herbert Gras die kühle Erde. Zwei Tage noch der Einäscherung des durch nationalsozialistische Mörderhand gefalle- nen Reichsbanncrkameraden Schneider ist er gestern nachmittag unter starker Anteilnahme der Bevölkerung aus dem Georgen- sriedhof in der Landsberger Allee zu Grobe getragen worden. Zu Hunderten gedrängt standen die Trauernden— unter ihnen die tiesgebeugten Eltern des von Hakenkreuzlern feige.Hingemordeten, die nächsten Verwandtelt und Freunde, die Vertreter der Partei und Gewerkschaften— in der kleinen Friedhofshall«. Hundertc fanden keinen Einlaß mehr; sie harrten trotz des strengen Wintertages draußen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen und ihm dos letzte Geleit zu geben. Eine Reichsbannerdelegation der Kameradschaft Arnswalder Platz nahm mit einem prächtigen Kranz, der mit den Farben der Republik geschmückt war, zu beiden Seiten des Sarges Aufftellung. Unter den zahlreichen Kranzdelegationen -bemerkte man Aboridmmgen der Sozialdemokratischen Partei. Kreis Prettzlaiter Berg, des Allgemeinen Verbandes der Bankangestellten, der Berliner Stadtbank, des AfA-Ortskartells, der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte und des Vereins ehemaliger Schüler der Arndt-Realschule, dem der Tote angehört hatte. Auch die Mieterschaft des Hauses Hufelondstraße 35 ehrte den Toten durch ein Krauzgewiirde. Di«, rot« Schleife des Kranzes, den die Stadtbonkkollegen ihrem toten Freunde' und Parkeigenossen wid- meten, iimg die Msschrist:„Unserem lieben Kollegen und Mit-. arbeiter Herbert Gras, dem Opfer nationalsozialistischer Mordbuben." Nach den Worten des Geistlichen wurde der Sarg durch den verschneiten Friedhof zur Gruft getragen. Di« Menge folgte teil- nohmsooll, die Häupter entblößten sich, als der Schrein unter dem herzerbrechenden Schluchzen der fassungslosen Mutter, die ihr ein- ziges Ki nd durch Mörderhand verloren hat, in die Ties« sank. Kränze über Kränze»rmsäumten die Gruft. Langsam senkt« sich die Dämmerung hernieder, als di« letzten Trauergäste den stillen Hain verließen. Zuschuß für die Volkshochschule. Der Magistrat hat in seiner Sitzung vom 7. Januar beschlossen, als Zuschuß für die Volkshochschule Grvß-Berlin wiederum 70 0 0 0 Mark in den Haushaltsplan für 1931 einzusetzen. Igsäig? Er richtete sich in den Kissen aus und rief,:„Ischo! Ischa!" Der Rodetzkimarsch brach ab. Schritte kamen näher und Zscha stand unter der Tür, beleidigt, wie es schien. „Was ist los, Papa?" „Komm hierher! Oder soll ich etwa mit dem Bett zu dir hinüberrutschen?" Zögernd trat Ischa aus dem Türrahmen. „Warum paukst du auf dem Klavier herum? Kannst du nichts Ordentliches spielen?" „Was verstehst du schon von Musik, Papa?!" Eine tiefe Falte wuchs aus Ludwigs Nasenwurzel. „Irgendwer hat dir den Kopf verdreht. Das wird ab- gestellt. Morgen früh um acht Uhr meldest du dich bei mir im Kontor." Isthas frisches Gesicht war blutrot übergössen. Der Zorn funkelte aus ihren Augen. Sie stampfte mit dem Fuße auf. „Du willst mich in die Fabrik schicken? Niemals gehe ich dahin!" Er sah sie mit zusammengekniffenen Augenbrauen an. .Morgen früh bist du um acht Uhr zur Stelle!" Sein Ton war so drohend, daß er jeden Widerspruch ausschloß. Einmal kam in den Vormittagsstunden sein alter Vater in die Fabrik. � Sanüow meldete den Schuhmachermeister erst an, als er vor den Kontorräumen stand. Ludwig erhob sich ungeduldig, warf rasch einen Blick auf Ischa, ob sie auch arbeite, und ging seinem Vater mit ernstem Gesicht entgegen. Der wacklige Alle stand verschüchtert an ein Büfett ge- lohnt und schaute ängstlich in all das Getose und Gelärme ringsum. Als Ludwig feinen Bater so hilflos dastehen sah, faßte ihn ein überwältigendes Gefühl. Wieder war die heiße Mit- leidswelle da, die er zum ersten Male nach dem Begräbnis von Marios Vater verspürt hatte. Ohne aus die Umstehenden zu achten, lief er auf den Alten zu und begrüßte ihn mit einer solchen Wärme und Herzlichkeit, daß sich dessen zweifelnde und mißtrauische Miene erhellte. „Ich wollte nur mal meinen großen Sohn und seinen Betrieb sehen. Die Leute reden viel von dir in der Gürtel- straße, Ludwig. Da habe ich eben meine alten Knochen mal zusammengerafft, und hier stehe ich nun. Du bist mir doch nicht böse?" „Aber Vater!" lachte Ludwig.„Nun komm mal und schau dir die Klitsche an!" Er führte den Vater mit stolzen leuchtenden Augen durch alle Säle, erklärte ihm die großen neuen Maschinen, die Furnierpressen, Kreissägen, an deren Wellen zwölf und mehr Sägenscheiben angebracht waren. Der Alte stand staunend vor einer Maschine, die größer war als sein ganzer Laden, und bewunderte, daß eine Doppel- säge mehrere Schnitte zur gleichen Zeit machen konnte. Ludwig führte ihn in die Trockenkammer, in der Tausende von Hölzern aufgespeichert waren. Er zeigte ihm die Beizerei, wo Frauen und Männer, wohl an die dreißig Personen, zusammen wetteiferten, die rohen Möbel in verschiedenartige Farbtöne aufzuarbeiten. Zum Schluß demonstrierte er ihm die riesigen Holzlager. Der alte Schuhmachermeister wußte in der Tat nicht mehr, wo er seine Augen lassen sollte. „Es ist mir von all dem ganz wirr geworden, Ludwig!" sagte er..Kannst du mir nicht einen Stuhl geben, damit ich mich ein wenig verschnaufen kann?" Ludwig führte ihn ins Kontor und schob ihm den be- guemsten Sessel hin. „Arbeitest du noch, Vater?" fragte er wie von ungefähr, um den Alken behutsam auszuhorchen. „Es muß eben noch ein bißchen gehen, Ludwig. Wovon soll man denn leben, wenn nicht von der Arbeit?" Ludwig fuhr auf:„Da soll doch der größte Hobel drein- schlagen! Meine Familie lebt im Ueberfluß und du, Vater, hungerst. Ich habe doch Moria angewiesen, sich um dich zu kümmern. Wie ist das nun, Vater?" Der Alte zögerte, zu sprechen. „Sag es ruhig, Vater! Ich muß es ja doch einmal hören!" „Deine Frau hat ja schon ihre Mutter im Hause! Das ist doch schon sehr viel, Ludwig. Da will ich nicht auch noch kommen!" Ludwig sah den Bater erstaunt an. „Wer sagt das? Hat Maria schon über ihre Mutter mit dir gesprochen, Vater?" Der Alte rutschte hin und her in seinem Sessel. Die Frage war ihm sichtlich unbequem. Er hätte sie gern überhört. Doch Ludwig ließ nicht locker. „Nun?" fragte er ungeduldig. „Dierekt hat sie's mir nicht gesagt. Ich dachte, wenn du schon die alte Dame im Hause hast, ist das für dich Sorge genug. Und du kennst mich ja, schnorren gehe ich auch nicht gerade..." Verlegen sah Vater Elsermann zu Ischa hinüber, die sehr intensiv ihre Fingernägel polierte. Ludwig schritt aufgeregt im Kontor auf und ab. „Da ist etwas nicht in Ordnung!" dachte er.„Vater sagt mir bestimmt nicht die volle Wahrheit. Was hat Maria nur wieder gemacht? Sicher eine ihrer bekannten Eseleien natür- lich. Zum Teufel, wenn ich mich nicht um alles persönlich be- kümmere, wird's nicht! Aber ich werde der hochnäsigen Ge- sellschaft die Flausen schon austreiben!" Er sah Jschas Beschäftigung und herrschte sie wütend an: „Heißt das arbeiten! Putze deine Fingernägel gefälligst zu Hause, aber nicht hier im Büro! Und, zum Buchhalter ge- wendet, fuhr er fort:„Nehmen Sie meine. Tochter ordenllich ran, Möbius! Nur nicht zimperlich mit dem Fräulein! Sie ist auch nicht mehr als andere Leute, die hier arbeiten müssen!" Ischa nahm erschrocken den Federhalter zur Hand und schrieb die unterbrochene Faktur fertig. Ihr Gesicht zeigte trotzige Röte. „Ich arbeite ja schon, Papa!" sagte sie in einen, Ton, der ihn verletzen mußte. Ludwig hielt einen Augenblick in seinem Auf- und Ab- gehen inne, sah sie von der Seite an, überlegte, und sagte dann:„Ich werde dafür sorgen, daß du bei fremden Leuten arbeitest! Die werden dir dann beibringen, während der Büro- zeit die Nägel zu putzen!" Dann trat Ludwig ganz dicht an seinen Vater heran und legte ihm di« Hand auf die Schulter. Die große, wohlgepflegte Hand des Sohnes deckte beinahe die ganze Achsel des Altan' (Fortsetzung folgt.) Aus dem alten militärischen Spandau fft in unserer Zeit ein Berliner Bezirk geworden, der mit seinen 122 000 Ein- wohnern und dem weiten Land« besitz an der Havel ein«, man möchte sagen gebietende Stellung im Westen einnimmt. Dem Beispiele Fontanes, der vor zwei Menschenaltern den Turm der Nikolaikirche an einem Dezembertage bestieg, um Stadt und das graue Land zu be- trachten, wird heute kaum noch jemand nachfolgen: man genießt rasch die teilweise ganz romantischen Reize des wirren Straßen- gefüges, so zum Beispiel am Mühlengraben, wird sich aber bald den Außengebieten zuwenden. Die Frage: wo hinaus? können wir aber gleich mit der anderen verbinden: Wo hinein? oder richtiger: wie hinein? Ter Eilige wird die elektrische Eisenbahn benutzen und gleich bis Spandau-West durchfahren, wo ihn das Druckereigebäude des Bolksblattes begrüßt. Von hier bis zum Stadtinnern sind nur wenige Schritte, am Rathaus vorbei, vor dem eine stattliche Grün- fläche sich befindet. Die Post, Reichsbank, das Geschäftshaus des Volksblattes liegen auf unserem Wege zum Knoten- punkt aller Straßenbahnen, wo sich jetzt an Stelle des alten Rathauses ein moderner Bank- und Geschäftspalast erhebt. Für den Nichteiligen empfiehlt es sich, mit einer der sechs Straßenbahnen nach Spandau zu fahren, weil er dann auf alle Fälle gleich in eins der modernen Gebiete der Stadt kommt. Durch Siemensstadt fährt außer Linie 64. die in Gartenfeld endet und für den Besuch von Spandau nicht recht in Betracht kommt, die Linie 5S(Endpunkt Spandau-West), letztere wichtig für die Aufschließung von Haselhorst, wo jetzt 1200 Wohnungen der Forschunxsgesellschaft entstehen. Daß Siemensstadt und das am Endpunkt der Linie 64 befindliche Siemens-Schuckert-Werk auf Spondauer Boden stehen, dürfte nicht jedem Berliner bekannt sein. Neben anderen großen Industriewerken sei noch der Deutschen Werke gedacht, die als Reichsinstitut sich rechts van der Eisenbahn auf dem Militärfistusgebiet befinden. Aon besonderer Bedeutung sind die Linien 4, 54 und 75, in Hakenfelde endigend, sowie di« Linien 58 und 154, die bis zum Anfang der schönen und großen Stadtsorst führen. Diese Linien durchziehen Spandau von Süden nach Norden, und da in diesen beiden Himmelsrichtungen die moderne Entwicklung sich entfaltet hat, sieht auch der flüchtigste Besucher, wie Eiedlungs- wesen, Herstellung von Anlagen und Grünilächen, Brücken- und Straßenbauten dem alten Ort Iugendreize verliehen haben. Die Wohnungsneubauien in der Adamsstraße, Betckestraße sowie Zeppelinstraße weisen anmutig« Architekturbilder auf. Im Westen nimmt Spandau noch Staaken auf. durch die Autobuslinie 31, von Ruhleben kommend, bequem erreichbar. Eine große Zukunft bedeutet der Besitz von Gatow und C l a d o w, da an diesem rechten Ufer der Havel sich dereinst iws wasserfrohe Berlin der Zukunft ausbreiten wird. Eine Autobuslinie, 34, sichert schon jetzt in Abständen von 30 Minuten die Verbindung mit Spandau. Im Sommer spielt sich auf der „Badewiese" nördlich von Cladow ein fröhliches Badcleben ob. Der Winter gibt Ersatz durch den Eissport— weist er die nötigen Kältegrad« auf, beherrschen die Schlittschuhläufer das weile Wassergebiet von Potsdam bis Tegel. In Durchschnitts- wintertagen müssen die vielen Anlagen, über die Spandau verfügt, Ersatz bieten, im Süden der Süd park, im Zentrum der Park bei der Zitadelle und im Norden der Stadtpark, um nur die hauptsächlichsten zu nennen. Erwähnt sei noch, daß in Gatow und beim früheren Fort Hahneberg Segelflugsport getrieben wird. Spaziergänge in der Stadtforst, durch Linie 120 erreichbar, und üb er Pichelswcrder in den Grunewald bieten auch an kälteren Tagen hohen Genuß. Die Langeweile in Salzwedel. Wie junge Leute zu säubern werden. In dem altmärkischen Städtchen S a l z w e d e l leben zwei Freunde: der l 9jährige kaufmännische Angestellte H. und der Igjährige Friseur M. H. hat ein Nettogehalt von 125 M. monat- lich, M. bei freier Station 15 M. wöchentlich. Die Freunde tanzen gern, besuchen Kinos, haben Erfolg bei jungen Mädchen. M. ist auch National f o zi a l i st. Er hat eine S t a h l r u t e und zu den Rcichstagswahlen erwirkte er sich die Erlaubnis zum Tragen eines Revolvers. In dieser schweren, arbeitslosen Zeit hätten die beiden Freunde allen Grund gehabt, mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Sie verwickeln sich aber in eine Schlägerei. Es gelüstet sie mißerdem nach einem Ortswechsel; denn Salzwedel ist ein stilles tetädtchen: nwn langweilt sich dort. Sie beschlossen, mit 80 M. in der Tasche nach Berlin zu fahren, angeblich, um Arbeit zu suchen. Van einem Bekannten erhalten sie einen Empfehlungsbrief in polnischer Sprache mit. Zuerst führt ihr Weg nach Stendal. Sie amüsieren sich hier einige Tage, stehlen dann von der Straße ein Motorrad, treffen mit mir wenigen Pfennigen in der Tasche in Berlin ein. stellen das Motorrad in einer Pfandstelle unter und begeben sich auf die Suche nach dem Wressaten des Empfehlungsbriefes. Daß sie in dem Schreiben als odde r ja n e" bezeichnet wenden und daß darin auch von beabsichtigten Motorraddiebstählen gesprochen wird, wissen sie nicht. Sie finden den Mann nicht, stehen mittellos da und fassen kurzerhand den Entschluß, einen Chauffeur auszu- rauben. Ecke Breite- und Gertraudtenstraße setzen sie sich in«ine Taxe und lassen sich nach Reinickendorf fahren. In der Teichstrahe. in der Röhe des Laubengeländes, lasien sie halten. Als der Ehauffeur den Fohrpreis nennt, ruft M.:.Hände hochr und richtet auf fein Opfer die Waffe. Der Chauffeur, ein 51jährig«r Mann, läßt sich nicht einschüchtern, springt auf den jugendlichen Räuber zu und er- hält im selben Atigenblick von H. einen Schlag mit der Stahlrut« über den Kopf. Er kriegt nun den zwecken Angreifer zu packen. Dieser reißt sich los und läuft davon. Jetzt oerfetzt ihm M. einen Hieb mit dem Revolver über den Kopf; der Schuß geht los, verletzt M. am Finger und den Chauffeur an der Schulter. Auch M. er. greift die Flucht. Nach ihrer Heldentat werden sie nüchtern und stellen sich freiwillig. Vor dem Schöffengericht Wedding t Grauptin ,5>MMl,HG«MdtM@ll(l>d ftenttaltt«BrttngMbMib.«toelhtbtdiUt«" Monfo». 12. Januar, pünft. lid) 19V: Uhr. im Sitmnwfaal bes Bczirksamtrs«reuzderg, Dotdftr. U. Refe- rent:(Stnofft Dr. Nur! Schräder. Heute. Sonnabend, lO. Januar: «»ttbugcz l*» und Stclchcn berate Viertel: Hcim Brigei Str. 27—311.„Iu- Bend imti Pslifik." BcttKbczirf Pzcnzlnnre Vera: beim Donztger Str.«2, B. Z. 20 Ulrc Aus- itbebe-irl äfften: Wochenendturfus in Britlelana mit Anna barffch. Arheit»-emeinschaft- �Jaufollftlfdie JrttitMfffoUu««".«tfffpunlt l»V» Uhr Bahnhof Junafernhetde und iMi Uhr Bahnhof SpendauMe lt. Setbcbeulzt MeillÄn: 1» Ute Heiim ftatmex Straße Probe njt den Jluetfchtüf.__... ZNorgen. Sonntag. 11. Januar: «feesitte Vitowl- ffabrt- SwfftmnB S Uhr.Rat», Treff.—«eulM» VNZ: (Wttt nach«»tneiu. 7 iSx am TtoffpunlL— aftTTmibaig; ffahrt. Iteffpun» 8 U�««�nf jB�ebiürtoWeaferieraerftimBtluaa im»,iM Wilde. nowftrah« 5, ü Uhr. Sämtlich« Srnppenlerter müssen die Bert cht sbogen mit- fitinaem._ Werbebezirt gchönebtta und Temoelhof: 9 Übe Lediarnbeinr Lindenbof. liortfcfcuna des ffunktianärfchulunaekursu*. Leitung:(genoffe Albrecht.— Schüneherg: 20 Uhr Heim Hauplstr. 15.-Rampf gegen cdimuU und Schund." Zirterentr Genosse Dr. R. Schräder. ■dMaitl LenkWn: Stadlfaal Vtreftr. 147. Politifch-satirilcheo Stnho-etl. Eitorf chnttt Uta.*«efttn»» Uhr. Sintrtttsvrelo 40 Vf. «insendungen für diese Rubrik sind >» r t t» SV 98. Linbeniiraße 3. parieinachrichien WH für Groß-Berlin stet» an da* Bezirtssefretartot I. Hos, 2 Treppen recht», zu richte». 7. Rret» Dhorlottenbura»nh Spanbau. Juristische Spredissunde findet e>m Sonnabend, dem 10. Januar, von 17 bis 18 Uhr, im Jugendheim Rossnen- strafte 4 statt, vclegeubeit zum Rirchenaustritt! 14. Roct» Neukölln. Sonntag. 11. Januar. Die Sozialistische Ardeiteriugend, Werdebezirk Neufölln, veranstaltet beute im Efadtsaol, Beraste. 147, ein poliiiseh-satirisches Kabarett:..Querschnitt 1080". Einlaft 10>ch Uhr. Beginn 20 Uhr. Eintrittspreis 40 Pf. Alle Parteigenossinnen und-genossen sind herzlichst eingeladen. heule, Sonnabend, 10. Januar: I. AbL Di« Funktionär,«nb Vorstanbclihn», findet erst am Rontog, dem 12. Zannor. 29 Uhr, bei Hüb II er, Wilsnacker Sir. 34. statt. Sehr wichtige laaeaordnnng. 7Z. Abt. Wannsee. 20 Uhr Generalversammluna im Lokal Reichsadler, König- strafte. Margen, Sonnlag, 11. Januar: 37. Abt. 10 Uhr ssunktionSrstftuna bei Raschke, Matternftr. 14. Die Obleute aller Rommisstonen müssen anwesend sein. Arbeitsgemeinschaft der Hinderfreunde Grah-Berlin. zentral«. Montag. 12. Januar, 20 Uhr, Organisations- und Ausstellungs- ansschuftsiftnng in der Geschäftsstelle. ei« Prenzlauer Berg. Donnerstag. 20 Uhr, Helfevstftung lIahresversamm Kreil lung), evtl. auch Arbeitsgemeinschaft. Danziger Str. 62. Gruppe Biftor Adler. Nest, und Iungsalken treffen ssch Sonntag, 8'-i llhr, an bee Falkenecke zur Ifohrt. 50 Pf. mitbringen. Keine Schiittschube. Die Gruvpen Viktor Adler und .Friedrich Ebert turnen ab Mittwoch, 14. Januar, von ll'/z bis 19E. llhr, in der Danziger Str. 28. Rrei» Tempelhof. Helferfthuna Sonnabend. 10. Januar, im Seim Germania. strafte von 17>/h bis 19 Uhr. Sonntag, 11. Banuar, treffen fid) alle Sch-weit- fahrer um 10 Uhr zum lieben im Heim. Dienstag, 13. Januar, von l.> bis 17 llhr, Heimnachmtttaq der Nestfalken. IVA llbr ssalkenvollversammlunq der Roten Tatken und Iungfatken. Mittwoch, 14. 3anuar, 17 Uhr, Basteln der Iungfalkeii, Krei» Sckönebera. Unsere Heimabende beginnen wieder: Rote shalken Diens- tag und ssreitag von 17 bis 19 llhr. Innafalken I Montag und iTreitag von 17 bis 19 Uhr. Jungfalken II Mittwoch und sfreilag von 17 bis 19 Uhr. 91c.fi- folfen Mittwoch und Treitag von 17 bis 19 Uhr im Heim Sauptstt. 15.— Selsersthung am IS. Januar, 20 Uhr, bei Peterson, Feurigstr. 6«. Daselbst auch alle Gruppenbücher abliefern. Friedenau. Montag und jsreila« von ITH bis 1914 llhr im Heim Offen* backte r Str. b-. Lindenhaf. Montag, Mittwoch, Treitag und Sonnabend ab 17 Uhr i>n Jugendheim der Siedlung. Rrei» Renköll». Am Montag, dem 12, Januar. 1714 Uhr, tagt in der Baracke Sanahoserstraße der ssolkenrat. Alle Gruppen müssen vertreten sein. Bollversammlung. Alle Iungfallen und Roten Kalken kommen am Diens'og um 17'z Uhr zur Dollversanrmlunq im Heim Bvhinisehe Ecke Rairner Strafte. Die Heimabende fallen ans. Gruppe Sturmfalke. Sonntag. 11, Januar, treffen sich die Roten Kalken um bsh llhr RWS, Schule, szahrgeld mitbringen. Geburtslage. Jubiläen usw. IL»ht. U»s«rm Genossen V»»l Wolter, Turmstr. 80, zu seinem 85. Ge- hnrtstage die herzlichsten Glückwünsche. 33.«bt. Unserem Genosse» Mag Elzner zum 39iähriqen Parteijubitiinm und zun» heutigen 59. Sebnrtstaq die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei- Organisation G 19.«t. Unser Genosse, der Gastwirt Hermann Martin, Ghristianiastr. 11. ist im Alter von IU Jahren gestorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, Sonnabend, IS Uhr, im Rremawrium Gerichtstrafte. Um rege Beteiligung wird gebeten.__ Vorirage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rot-Sold''. Geschäftsstelle: Berlin 6 14. Eebastianstr 37—38. Hof 2. Er. Sonnabend, 19. Januar. Treptow. Rameradschaft Schöneweide- Johannisthal. Die für heute angesetzte Generalnersammlung findet am Sonnabend, dem 17. Januar, im gleichen Lokal und zu gleicher flrit statt. — Sonntag, 11. Januar. Kreuzberg. VIT. und vni. fiug. Die ausgefallene Generalversammlung findet am Sonntag, dem 11. Januar, 10 Uhr. im gleichen Lokal statt.— Nrnkölln-Brig. 4. Kameradschaft. Unser Kamerad Willi Knebel, Britz. Sudervder Str. 1. ist verstorben, Trauerfeier am Sonnabend, dem 10, Januar, im Krematorium Eerichtstrafte. Antreten daselbst 19 Uhr,— Reu. .kiillN'Vvig. Zunabanner. Sonntag, 11. Januar, Treffpunkt 8 Uhr in Bundes- tleidung Aingbahnhof Reuiölln zur Wanderung.— Wintersportabteilnng. Eoun- tag, 11. Januar, Skitour. Treffpunkt Bahnhof Gtuncwald 9!z Uhr Restaurant Waldheim.'''"" Rrichokorte» Republik. Reuiölln.Bri«. Sonnabend, 10. Januar, Idsz Uhr, Iahresnersammlunq bei Schabeiko, Weichselstr. 5. ssrrireligiise Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Pappesallee 15, Vortrag des Herrn P. Rogal:„Ienfeitsglaube im alten Ehina und Indien". Harmonium: Hindu-Lied. �>ee Zunge Eh««" sMdDASB.). Treffpunkt zur Mitwirkung bei der 40-Jahr- Jeier der Arbeiterbjldungsschille am Sonntag, dem 11. Januar, 10 Uhr,. vor dem Herrenhaus, Leipziger Str. 3. Nach langer, schwerer Krankheit verschied am Donnerotaa. dem 8. Januar. rm Alter von 48 Jahre» unser allseits geschätzter Mitarbeiter und Kollege,»er Buchbinder Wilhelm Bofmann Ein Menschenolter hindurch war er in unserem Betriebe tätig, nicht nur alo pflichttreuer Mitarbeiter, sondern auch al« vorbildlicher Gc- werkschaltler und Genosse, als Funk- Itonär von seltenem Pflichtge ühl und Serechtigteilssinn. Die allgemeine Wertschätzung, deren sich der Ver- ftorbene bei der gesamten Rollegen- schalt ersreute, fem aulrichtige« und gerades Wesen sichern ihm ein ehren- des Andeuten. Berlin, den 9 Januar 1S3L Besöiatisieiiuno und Personal der VorvBns-Bndidniikerel. Etauerfelec: Dienstag, den 13. Januar 1931, IB/e Uhr, im Rremalorium Baumschulenweg, Riesholzstratze. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden meine» lieben Mannes, unseres guten Baters Lrnst Wernecke sagen wir ollen Beteiligten, auch sitr die vielen Blumen, unseren herz. lichsten Dank- Wwe. Sophie Wernecke nebst Ktodenk. Betten, Bemedern alle Arien Baumuioilinareii billig und dauerhaft bei Ed, Hoffmeister, SO 90» Wi«i)«r ftraB« ao seit 40 Jabren«m CSriltzer Bahnhof Tüchtiger Rohrkaltzieher für Kupfer«, Nnn-, Lagorbronz«rohre von einem größeren cieutschen 1 Metallwerk geeuobt Offerten befördert unt«r f»F» ü» 521 die 1 Expedition dieses Blattes. KLEINE ANZII6IN itlltMIiss. Ffttgrinidhi Wirt» Pf. intibüi 2 flilgUradtt Wortt).- SttllMMtiuht du 1. Wort(fettirinjdrt) Ii Pf, jidowiiliri Wort 10 Pf. Worte mit molir oll Ii lodntotn üdie» für Ivo! Worto. Aiiotgog. oioldu für dio nldsto Pomnor bestimm! ilnd.miuig bisspltoiloos VI: Obr«ockmirtojs In der Honft-EiMdition des Vorwärts, UndonsiroBo 3. ibgogobtn worden. Dicstlbe ist wodienton ron morgens l'/i llbr Mi udutt. b Ubr ncuntcrtirodin geüffoit. uerHUüie| Linoleum. Szillat. Roloniestr.d. Standuhren 93.-. Metallbttt. stellen»S.m. stah. luugserleichterung. Ramerlina. Rastg. nicnallee SS. Nisidunsttilleni. u/szcns iizui. Wenig geteagene Ravaliergardervbc von Millionären, Aerzten. Anwälten. ssabelhakt billige Preise. Empfehle Tatllenmäntel.Pale. tot». Track». 6mo. king», tbehrockan. zstge. Sälen. Soort-, Gehpelze. Gelegen. heitskäuse in neuer Garderobe. Weite- ster Weg lohnend. Lothringerstrafte 5«. 1 Treppe. Rosen t Haler Platt< Wenig getrogene Winterooletots. Winterulster. Bur» schcn Ulster. Track. anzügc. Smokingau- »üge.Gehrockanzüge. Jackettanzüge, sit- sede Tignr essend, Cvezialrtät Bauch. anzüge. Spottbillig. Halpern, Rosen. thalerstraße 4. eine Treppe. Illilllll Patentmatratzen „Primtssima". Me- tallbettrn, Auflege» malratzen, Ehaise- longues. Walter, Stargarderstrafte achtzehn. ReiuLaden musin- inttrumanta Wenig getragen, teils auf Seidene. Linkpianas, überaus preiswert. Pianofabrlt Link, Brunnenstratze 83.* Plana»- Tlügel. ________________ Riefenlager. Bech. orbcitetc.crsttlafitge stein. Älüthuer, Iackettanzllge.Jrack- Steinwan. Schwech» anzüge, Smakingan- ten. Salanpianos »üge.Gehrockanzüge. ZU,—. 390.—. 423,—, Bauchan, st-e. Ulster gebrauchte Abend- und Paletot«, bock», rotb, Potsdamer. elegante neue Gar. straft« 74. derode»u stau. ncnh billigen Prei» fen. Gelegenhetts. kckuf« in Verven. und Damenvelzen. Leihbau- Lowicks. Pviiuenstratze 10», ein» Trevve. Reine Lombardwaro._ Verleih hocheleganter Gesell- schafts.AnzLae.Lcih- hau» Lowicks, Vrin- zenstrafte UV. Tat»««bisse. Vlatinotzfälle Ldt. »Inn. Blei. Queck- silber.Silberschmelze Goldschmelzerei Ebristionat. Rovc. nickersiraft» 83. Saltestelle Adalb«.!. strafte.-* a.&.mayer:£lvt&rühwerk von Msi V uiifl Sngels Würdigung der unveröffenttichien'Seile des„Sankt 11 lax" (Schluß) 3. Die Bedeutung des.Sankt Max" im Merk des jungeu Marx. Versuchen wir nun unsererseits die Bedeutung des„Sankt Max" im Werk des jungen Marx kurz anzuzeigen. Der„Sankt Max" ist der umfangreichste Teil der.Deutschen Ideologie". Der Umfang der Abfertigung Stirners, einig« Blätter sind verloren gegangen, entspricht etwa dem Umfang von Stirners Buch selbst. Dieser Um- stand hat seine sachlichen Gründe, so sehr auch Temperament und Laune die Brüsseler Kampfgenossen durchpulst haben mögen. Di« Verfasser der epigrammatisch scharfen Arbeiten in den.Deutsch- Französischen Jahrbüchern", um uns der Mehringfchen Terminologie zu bedienen, von denen sie übrigens im„Sankt Max" abrücken, hetzten Stirner nicht aus Laune und Bosheit im„Sankt Max" zu Tod«. Ihre Abrechnung mutzte so weitläufig ausfallen, weil dos Buch Stirners als das radikalste Erzeugnis der Hegeischen Linken galt und weil Marx, Engels und wohl auch Heß endgültig diesen vermeintlichen Radikalismus als das Berliner vormärzliche Klein- biirgertum enthüllen mutzten. Nur weil sie den anarchistischen Ego- ismus Stirners für eine Gefahr hielten, die der jungen fozialisti- schen Bewegung drohte, warfen sie sich mit dieser furchtbaren Vehemenz aus sie. Man braucht nur an die Wirkung der Geschichts- und Gesellschaftsphilosophie Nietzsches zu erinnern, die doch mit guten Gründen der Stirnerschen Position nahe steht— heiht es doch bei Nietzsche:„Andere Ziele als große Menschen hat die Menschheit nicht!'— um die tiefe Verankerung der Kritik an dem „Einzelnen" als wesentliches Glied im Aufbau der marxistischen Weltausfossung zu erkennen. Der linkshegelsch« Liberalismus hatte in Stirners Wert sein« höchste Potenz erreicht. Ein« radikale Kritik war geboten. In diesen Zusammenhang mutz der„Sankt Max" gestellt werden. 4. Die Bedeutung der«Deutschen Ideologie", insbesondere des ..Sankt Max" sür die Gegenwarl. Die„Deutsche Ideologie" ist die ausführlichste Darstellung der materialistischen Geschichtsauffassung, die uns Marx und Engels hinterlassen haben. Namentlich Marx wurde später durch die Not- wendigtcit des Schaffens einer fachlichen Sozialökonomie und durch den politischen Tageskampf von einer nochmaligen konkretisierten Darstellung seiner Geschichtsanschauung abgehalten. In der Tat ist die„Deutsche Ideologie" die geniale Skizze eines universalen„Aus- baues der geschichtlichen Welt", wie Dilthey das Desiderat seiner ähnlich gerichteten Altersbemühungen genannt hat. Das für die heutige Situation des Marxismus grundlegend Bedeutsame der „Deutschen Ideologie" liegt in der Ablehnung jedweder sreischweben- den philosophischen Konstruktion:„Philosophie verhält sich zum Studium der wirklichen Welt wie Onanie zur Gsschlechtsliebe." Die für das Handeln der Gegenwart gebotene Richtung wird einer uni- versalen historischen Orientierung als Selbstverständigung des Heute entnommen. Denken und Tun gehören zusammen wie das Ein- und Ausatmen. Die methodologischen Voraussetzungen der„Deutschen Ideologie" liegen nicht in dem billigen Schema einer falsch ver- standenen Dialektik. Die Bedeutung etwa des Generationbegriffes läßt das aufzeigen, was jedoch besonderen Untersuchungen vorbehalten bleiben mutz. Das eingehende Studium der Frühschriften von Marx stellt uns vor völlig neu« Horizonte. Marx schreibt im„Sankt Max" vom universalen Boden eines neuen Welt- und Daseinsoerständnisses aus, wie es in den schon längst bekannten„Thesen über Feuerbach" zum erstenmal durchbricht. Politische Oekonontke und Stoatstheorie sind von diesem ursprünglichen Boden noch nicht in dem Matze obge- schnürt, wie es später, im.Lapital" und oft in den historischen Schriften(18. Brumaire, Klassenkämpfe in Frankreich, Bürgerkrieg in Frankreich) geschah; und gerade die Abschnürung dieser späteren Arbeiten von der ursprünglichen Sicht brachte es mit sich, daß ein« so einseitige Fassung des marxistischen Staatsbegriffes entstehen konnte, wie sie am folgenschwersten von Lenin in- seiner Schrift „Staat und Revolution" entwickelt worden ist. Auch die Kämpfe um die Problematik der„Zusainmenbruchscheorie", wie sie an das .Kapital" anknüpfen, weisen in diese Richtung. Nur im Verfolg einer ursprünglichen Bereitstellung und Durcharbeitung der Früh- werke von Marx wird der„echte" Marx zu entdecken sein, um den heute noch die heißen Richtungskämpse gehen. Gerade der„Sankt Max" zeigt uns die jungen Meister im Umgang„mit den Sachen selbst", wie die heutige Phänomenologie ihre Forschungsdevise umschreibt. Dinge, Probleme und Zusammen- hänge werden so anvisiert, wie sie sich selbst zeigen und so stellen sie sich vor den Leser hin, dem es sreilich nicht leicht gemacht wird. Die Epoche, in der unsere Meister schrieben, mag in mannigfacher Hinsicht der unsrigen verglichen werden. Die alte, frühbürgcrliche Lebcnsordnung war zusammengebrochen, ein neues Weltbild mutzte sich formen; der Kampf der Generationen tobte ähnlich heftig wie heute, wo das Spätbürgertum selbst in resignierter Neugier seinen eigenen Verfall studiert. Der Liberalismus hat sich heute totgelaufen. Die Rolle des großen Individuums ist heute zu Ende. Der Sozialismus ist nicht mehr wie in den vierziger Jahren die Sache weniger proletarischer Führer, die dem Proletariat ihre Aufgabe zuweisen und klarmachen. Heute existiert die sozialistische Bewegung— die organisierte Arbeiterklasse selbst. Die Handschrift„Sankt Max" offenbart und widerlegt die Gefahr des„Einzigen". Alle diejenigen, die heute der Wunschtraum nach dem„starken" Staat Mussolinis beseelt, mögen sich in der marxistischen Wahrheit beruhigen, daß nicht grotze Männer die Ziele der Menschheit sind, vielmehr die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse den Gang der Geschichte bestimmen. tllare Stahl: 3)€V SlVOlcll Der Strolch hatte das grau« Haus verlassen. Das graue Haus lag am See, der flach zwischen umbuschten Ufern ruhte wie ein maüglänzendcr Stahlfchild, es träufelt« sich auf ihm selten eine Welle. Die kleine Stadt stieg bizarr auf, an seinem Ende. Sie stand etwas oerwirrt da, die Häufer waren zusammengewürfelt, manch- mal ganz spitzgkblig, wie übriggeblieben aus dem Mittelalter, manchmal rechteckig wie graue Klötze. Ab und zu starrten Wände wie morgcnländisch weiß und fensterlos in die Sanne. Dazwischen drängte sich dos Grün der Gärten, und über allem, grau wie ein Kastell, ragte das Zuchthaus. Der Strolch sah das Haus von dieser Seite zum erstenmal, Äs«r jetzt im Gras lag, dos frisch und betäubend roch. Di« Sanne stand grell über dem schwarzen, flachen Dach, und die blau« Luft hob sich blauer ab von seiner Düsterkeit als von den anderen fächern. Es war Sonntag. Der Strolch empfand die Notwendigkeit, aufzustehen und weiter in die Wälder zu kommen, denn die Gegend belebte sich mit Menchen. Sie tobten schon roh und laut durch die Büsche und wurden ihn mit Blicken und Zurufen plagen. Aber er blieb liegen, er konnte sich von dem Anblick des Hauses da drüben nicht trennen. Er lachte leise und reckte sich, noch halb betäubt von dem Glück, frei zu sein. Es war ihm zum erstenmal passiert, doh man ihn eingesperrt hatte. Es rauschte neben ihm und ein stachsköpfiaes Mädchen sah durch die Zweige. Sie stieß einen gellenden Schrei aus und flüchtet« rasselnd durch dos Gestrüpp. Er lächelte verächtlich. Solch« Begegnungen war er gewohnt. Aber wie sie geschrien l)alte, als ob sie ein Ungeheuer erblickte! Ganz fern bimmelten dünn Kirchenglocken und eine fade und blechern« Vorstellung von Staub, schiechtem Restaurationskafsee uni» großer Müdigkeit mischte sich für ihn mit diesem Klang, den er Hatzte. Das Bimmeln dauerte endlos. Cr stand auf, warf seine Decke, die gerollt am Bindfaden hing, ähnlich wie die Botanisiertrommel seiner Kinderjahre, über die Schulter und begann rund um den •see zu gehen. Es war eine saubere Promenade, mit dunkelgelbem Kies be- schüttet und mit roten Bänken versehen, auf deren Rückenlehne«in rühriger Berfchönerungsocrein sein Besitzrecht oermerkt hatte. Die Promenade war gemacht für steuerzahlende Bürger, deren Frauen und Töchter darauf sitzen sollten in bunten duftigen Kleidern und mit Seidenstrümpfen, die aus hellen Schuhen sahen. Einmal stand ei» Wegweiser da: Zum Seeblick! Und ein andermal: Nach Bellevue! Diese Promenade war nicht für einen barfüßigen Landstreicher gemacht, der sein Hab und Gut innerhalb seiner Flickendecke auf- bewahrt«. Cr sah bunte Gestalten in der Ferne, und an ihnen mutzte er vorbeigehen, mit dem krempenlosen, lächerlichen 5)ut, ohne Kragen und Hemd. Er wollte ihnen um keinen Preis begegnen. Aber rechts war der See, und links steile Böschung. So krempelte er kurz cnt- schlössen die Hosen auf und watete in das Wasser, den Rücken zum Ufer gekehrt. Er hörte die Mädchen herankommen, verstummen und schnell vorbeicilen, wie vor einem bösen Tier, das man fürchten muß. Er blieb noch lange stehen, als sie vorbei waren, und getraute sich nicht zurückzusehen, um nicht wieder erstaunten, entsetzten oder verächtlich lächelnden Blicken zu begegnen. Er dachte mit einem merkwürdigen Gefühl von Geborgenheit an seine Zelle, in der er jetzt ungestört sitzen könnte. Als die Kühle des Wassers ihn frösteln machte, wandt« er sich zurück mit einem tiefen Seufzer. Er wollte so gern irgendwo in ein Gebüsch kriechen, ganz tief hinein, und sich verstecken. Aber es gab kein Entrinnen aus dieser unbarmherzigen Promeimd«, in der er unentwegt weiter lausen mutzt«, wie ein Eichhörnchen im Käfig. Hier mußte er weiter gehen, in einem oogelscheuchenhaften Aufzug, als Abscheu und Abschreckung sauberer Bürger, ein Ber- femier und Verstotzener. Fortan hiell er den Kopf gesenkt oder in qualvoller Starrheit die Augen auf den See geheftet, um die Blicke der Vorübergehenden nicht zu sehen. Seine Augen flatterten scheu bei der Annäherung der Menschen entsetzt und rattos hin und her, bis sie sich endlich fest- saugten an einem rettenden Punkt, Gleichmut heuchelnd und liederliche Selbstzufriedenheit. In regclmähigen Abständen zogen jetzt Kolonnen von Aus- flügtern, voran schwitzende Männer mit aufgeknöpften Westen, den Kragen geöffnet, Röcke aus Stockspitzen balancierend. Frauen, unter der Lost von Frctzkobern keuchend, junge Mädchen, mit Bade- mänteln schlenkernd, und junge Leute in Sporthemden, mit Ziga- retten im Mundwinkel und Stöckchen schwingend. Am schlimmsten aber waren die Kinder. Mit aufgerissenen Augen, glotzend und staunend, verkrochen sie sich hinter den Müttern, um in ängfttiches Flüstern oder gehässiges Geschrei auszubrechen. Es regnete Witze, Hohn und Beschimpfungen über ihn. Der Strolch war wie erstarrt. Ein« Hand krallte sich um sein Herz. Das Mißtrauen der Leute würgte ihn an der Kehl«, der Atem stockte ihm unter der Welle des Hasses, die ihm entgegen- fchkug. Dumpf empfand er die Veränderung, die mit ihm vorgegangen war. Ein« ungeheure Schmerzempfindlichkeit hatte ihn überfallen, die er vor der Zuchthauszeit nicht gekannt hatte. In dem einen Jahr hatte er eine Wandlung durchgemacht. Er war eingespe.-rt gewesen, aber geborgen vor dem Haß der Menschen, inmitten der Schwerverbrecher. „Sie haben mich verdorben!", murmelte der Strolch,„sie haben mich verdorben!" Mit Entsetzen sah er die Zukunft vor sich: betteln müssen, Hohn ernten, Verachtung in den Augen der Bürger und der Polizei keimen sehen. Cr hielt einen Augenblick inne wie erstarrt und strich mit der Hand über das faltige Gesicht. Und plötzlich wandte er sich um, drückte die baumelnde Decke fest an sich und begann zu laufen. Er lief mit gehetzten Sprüngen durch die Meng« der Spaziergänger, die aufkreischend zur Seite wichen, verfolgt von kläffenden Pinschern und schreienden Kindern, mit flatternden Haaren, wie ein Irrer. Er rannte unaufhörlich unter der Glut des Mittaghimmels, der Schweiß aus allen feinen Poren preßte, mit taumeligem Kopf, und hielt die Zunge fest gegen die Zahn« gepretzt. wie im Krampf, stolpernd, in die Knie brechend, zu Tode ermattet. Mit letzter Kraft warf er sich gegen das Tor des grauen Hauses, so daß der Pförtner erschrocken an das Fenster stürzte. „Ich will zurück!" brüllt« er.„Hört ihr? Ich will zurück, ihr habt mich für das Leben verdorben." Einige Schlietzer eilten, durch den Lärm gelockt, herbei und standen staunend und verwundert lachend um den Pförtner, der eben dabei' war, den Ohnmächtigen in das-Haus zu schleppen.■>' 'Meinrich Memmer: tiere als Diomödionlen Tlach IlüHei hingen ton Filarie ShereSe Jiennner Jtolh/ivood „Kommen Sie um Gottes willen nicht noch Hollywood mit ihnen," fleht Hollywood.„Wir brauchen keine klugen Pferde, keine Wunderhunde mehr, nicht das süßest« Möpschen, nicht den best- dressierten Floh— wir haben alles, alles, was die Sintflut überlebte, vom Hornvieh bis zum Ohrwurm. Wir brauchen weder den See- Hund, der„(lock save tbe King* singt, nach den Affen, der Charleston tanzt, noch die Kuh, die Saltomortole schlägt und„Spagat" macht, wir brauchen nichts, wir haben alles selbst in Hollywood. Innerhalb einer Stunde ist alles beschaffbar, seien es zweihundert einbeinige Männer, ein neuer russischer Fahrplan, ein Ochsenfchlitten aus Madeira, eine Autoplakette des Staates Maine aus dem Jahres 1911 oder taufend berittene Kosaken; und ebenso preiswert und prompt erhalten wir alles Erdenkliche aus der Tierwelt, zum Beispiel Gras- hüpfer außerhalb der Saison zu acht Mark das Dutzend." Tiere zum Kurbeln dressieren, das kann kein Außenseiter, das kann nur Hollywood. Was von außerhalb kommt, versagt. Rund zweihundert Leute in Hollywood verzehren das von ihrem Viehzeug im Schweiße verdiente Geld. Marianne, die dressierte Fettglanz- Wundergans legt ihrem Herrn täglich 150 Mark Gage auf den Tisch. Pferde, die eine kleine Solorolle übernehmen können, verdienen 300 Mark die Woche— etwa wie das sühefte, nur aus Beinen und Lippen bestehende Girl in einer New-Porker Revue; Rex, der Star unter den Pferden, bezog für einen einzigen Film eine Million Mark und ist kontraktlich am Gewinn beteiligt. Talent ist auch nicht die Hauptsache. Rex, zum Beispiel, der Wundergaul, ist geradezu dumm. Seinerzeit wollte kein Mensch hundert Mark für ihn geben. Daß er stets zuverlässig seinen Im- pulsen folgt, ist das Geheimnis seines Erfolges. Rex frißt Gras, er tändelt für sich hin, um nichts zu suchen, das war mein Sinn. Doch plötzlich spitzt er die Ohren, schießt davon wie der Teufel und landet als rettender Engel neben seinem Herrn genau in dem Augenblick, da das Messer des Indianers dessen Gurgel ritzt. Im Zuschauer- räum bleibt kein Auge trocken. Das gute liebe Tier hat ihn gerettet. Die Wirklichkeit ist nottirlich anders. Rex grast stupide. Im kritischen Moment bringt Rex' Manager dessen Todfeind unter den Pferden in Witternähe: Rex, der im Film so rührend gute, schießt dahin, um dem Rivalen den Kops abzubeißen. Der Manager weiß, wie Rex reagiert, zuverlässig; er verdirbt keinen Zentimeter Zelluloidstrcisen durch eine Sekund« Zögern. Das ist der Schlüssel zu seinem Erfolg. Flash dagegen ist ein schlaues Pferd, zu Tricks verwendbar. Dock; braucht es mehrere Monate, um ihm beizubringen, wie er bei einem Psstolentnall umzufallen und liegenzubleiben hat; dafür bekommt er nun taufend Mark die Woche. Von ein und demselben Pferd, kann man logischerweise nicht beides verlangen;«in Pferd, das ausschlägt und bockt, wenn gewünscht, läßt sich nicht zu Sentimentalitäten rühren, und ein Pferd, das zu allerhand Mätzchen zu bewegen sst. wird keinesfalls die Keckheit aufbringen, auszuschlagen, wenn man es wünscht. Tut im Film dennoch ein Pferd beides, so spielen ver- schiedene Pierde eine Rolle. Am dümmsten ist das Federvieh. Sechs Monate Schiverarbeit mit Nervenreihen brachte zwei Hühner endlich dazu, stehenzubleiben, wenn man sie anschreit. Marianne, die Wundergans, die in einem halbblau atlasgefüttertcn Auto fährt und stets von einem blau-gold- gestreiften Boy begleitet wird, der hie und da diskret herabfallende 51leckschen beseitigt. Marianne hat ihre Launen und hysterischen An- solle wie Pola Negri. Mariann« ist heute absolut nicht zu einem „Quack" zu bewegen und dreht dem Regisseur provozierend die Kehr- seit« zu. Die kallen Augen des gewaltigen Generaldirektors, die hungernde Statisten niemals streisen: Marianne, ein Quack! ein einziges Quack, Marianne!— den halben Vormittag rutscht er nun schon vor Marianne auf Boden und Bügelfalten herum und vor Mariannes beharrlicher Kehrseite. Endlich kommt er aus einen Gedanken; er läßt der dummen Gans eine Gummischnur um den Hals legen, Marianne würgt, und der Direktor hat wenigstens photo- graphisch sein gewünschtes Quack. Man lernt nie aus, auch nicht in Hollywood. Der Hahn soll krähen und kräht nicht. Früher steckte man ihn in einen dunklen Kasten: ließ man ihn nach einigen Stunden heraus, so dachte er, es sei früher Morgen, und krähte sein Kikeriki. Heute legt man ihm ein Stück Spcarmit-Kaugnmmi auf den llnterschnabel; die klebrigen. ziehenden Fäden zwingen den Hahn zu einem Abwehrwürgen, das wenigstens potographifch den jubelnden Morgengruß ergibt. Engelsgeduld verlangen Katzen, Katzen wollen iwr nach Haus, Katzen bleiben keinesfalls vor dem Objektiv. Katzen hängen am Haus und nicht am Menschen. Die nicht im Studio aufgewachsen sind und sich doch zu Hause fühlen, streiken vor der Kamera: der Regisseur beißt auf Granit. Ein helles Vergnügen ist es, mit Rin-Tin-Tin zu arbeiten Monatelang bellte er npt Tausenden von anderen Hunden um Arbeit vor den Türen von Hollywood. Endlich erzwang er ein« Probe und bekam sofort einen fünfjährigen Kontrakt mit Stargage. Rin-Tin-Tiu ist der geborene Schauspieler, versteht wie ein Mensch: der Regisseur braucht nur zu sagen, was zu tun ist:„Riu, geh dorthin und setze dich neben die Tür. Etwas mehr zurück.— So.— Nun, während du wartest, kratze dich ein bißchen. Nein, nicht mit der rechten Pfote mit der linken.— So ist's gut, nun össne die Tür, wende langsam den Kopf, da kommt xin böser Mann, wenn er den Hut vom Stuh> nehmen will, falle ihn an." Rin macht alles tadellos, ohne Prot'« und sein schönes Appartement mit einem Turnzimmcr hat er sich ehrlich verdieiü. Wundertiere müssen versichert werden, und ihre„Doubles", ihre Doppelgänger, haben eine zweite Besetzung, die bei halsbrecherischen Szenen vorgeschoben wird. Da ist nun neulich etwas Schreckliches passiert in Hollywood. Der Direktor hatte zwei junge Hähnchen abgerichtet, Wochen und Wochen hatte er darauf verwendet. Rod, eine„Farmhand", hat sie letzten Sonntag nichtsahnend aufgegessen. Der traut sich nie wieder in die Nähe von Hollywood. Verantwortlich für Politik: Bittor Gchiff: Wirtschaft: ch. Slinqelhöf«?', Gcwerkschaftsbcweauna: I. Steivr?: Feuilleton: Dr. Zobn Schikowoki: Sofalr« mifi Constiyes: fitih Karstadt: Anzei«?ett: Th. SloSe: stontlich in Berlin. Verloa: Vorwäi Lc-Verka« G. m. h. H.. Berlin. Druck: Vorwarts-Bucht'ruckerk'i und Verlagsanftalt Paul Eingqx u.; Co.. Berlin<5B. LindenstToche 3. Hirrz» 2 Beilage». �r. 15• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend. 10 Januar 1931 Zusammenbruch der Metallmärkte. Völliges Fiasko der Kartellpoliiik- Llngeheure Vorräte. Die Märkte der Nichteisenmetalle— Blei, Kupfer. Zinn, Zink— laben im Jahre 1930 die gairze Schärfe der Weltkrise zu spüren bekommen. Es bestätigte sich die Regel, daß unsinnige .�artellmoßnahmen mit der Absicht, in Zeiten guter Konjunktur Extraprofite herauszuholen, sich in späterer Zeit st e t s rächen. Die„künstlichen" Preise der Kartelle haben die Ueberproduktion ver- grötzert. Als der Verbrauch immer mehr zurückging, als die über- großen Vorräte auf den Markt drängten, da konnte kein Kartell den Preissturz aufhalten. Und kein Kartell erwies sich seinen Mitgliedern gegenüber stark genug, die notwendigen Einschränkungen in der Pro- duktion durchzuführen. Die Preisbilanz von 1930. In folgenden Preisen drückt sich das Fiasko der Preispolitik der inrernationolen Metallkartelle aus: Kupfer ctslb.') Blei Lsig Zink fi/Ig. t2) Zinn£/lg. t5) 1913 15,69 18,3 22,7 201,7 Höchster Preis 21,25 40,5 39,3 3' 3 5 31 12 29 17,78 21,9 19,6 178,1 2 1. 31 10.80 14,25 13,3 116,5 'i Stetetit Cent« mif 1 engl. Pfund(454 g).=) Engl. Pfund Sterling{£) ouf eine Tonne von 1016 kg. Danach ist also der Kupferpreis im letzten Jahr um 10 Proz., der Zinnpreis um 35 Proz. und der Blei- und Z i n k p r e i s um etwa 30 Proz. gesunken. Die Preise dieser Metalle liegen jetzt bedeutend n i e d r i g e r als 1913. Gegenüber dem Höchst- stände ist der Kupferpreis etwa auf die Hälfte, der Zinkpreis auf ein Drittel und der Blei- und der Zinnpreis auf fast ein Drittel zurückgegangen. Dabei lagen die Preise Ende des Jahres 1930 noch niedriger: sie haben inzwischen ein wenig angezogen, da die Kartelle ernsthafte Anstrengungen machen, die Produktion zu drosseln. Die ÄerbrauchSsteigerung ist zu Ende. Daß das Preisdiktat der Kartelle, insbesondere des Kupfer- lartells, eine Zeitlang mit einigem Erfolg bestehe» konnte, lag in -einer starken Steigerung des Weltoerbrauchs begründet. wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist(in 1000 Tonnen): Kupfer Blei. Zink. Zinn. Durchschnitt 1999,13 965.2 1148,8 915,1 120,8 1925 1445,3 1503,3 1177,1 153,8 1929 1790,4 1667,7 1452,6 188,4 Bis zum Jahre 1929 ist der Weltverbrauch von allen vier Me- «allen ständig gestiegen. Für 1930 liegen die Zahlen noch nicht vor: sie werden aber einen starken Rückgang ausweisen. Besonders stark, auf fast das Doppells war die Steigerung bei Kupfer, dessen Perbrauchsziffern 1929 weitaus an der Spitze aller Metalle standen. Während der Äupferverbrauch in Europa von 1913 bis 1929 nur um etwa 20 Proz. stieg, betrüg die Steigerung in den Vereinigten Staaten etwa 175 Proz.(von 323 auf.881 Millionen Tonnen). Hierbei entfielen vom gesamten Kupferoerbrauch 24 Proz. auf die Elektroindustrie, 1Z Proz. aus die Licht- und Kraflindustrie, 11 Proz. aus Telephon und Telegraph. 12 Proz. auf die Aukomobilindustrie. Aehnlich« Verhältniszahlen dürften auch für die anderen Länder anzunehmen fein. Eonderkoniuntturen... Elektro- und Aukomobilindustrie haben im abgelaufenen Jahr- zehnt eine Sonderkonjunktur gehabt. Sondcrkonjunkturen über Jahr- -ohnte hinweg im Gefolge von umstürzenden technischen Neuerungen sind mit der Entwicklung des Kapitalismus aufs engste verknüpft. Die Erfindung der Dampfmaschine, der Bau der Eisenbahnen, die «tinführung der Elektrizität als Kraftstoff haben solche langdauernden Aufschwungsperioden nach sich gezogen. Wesentlich ist für solche Konjunkturen, daß ihr Grund eine einmalige Erscheinung, eine Strukturänderung ist. In bescheidenem Maße haben eine ähnliche Ilmstellungskonjunktur Elektro- und Autoindustrie hinter sich: die ?juswirkungen waren allerdings— sehr im Gegensatz zu den vorher aufgeführten— im wesentlichen auf diese beiden Industriezweige ielbft beschränkt. Es sind vor ollem die Ausbreitung der elektrischen Beleuchtung. die Einführung der elektrischen Kraft in den Haushalten, die Um- stellung des Kraftantriebs in unzähligen Kleinbetrieben und in der iiandwirtfchaft gewesen, die in dem vergangenen Jahrzehnt der Elektroindustrie einen so starken Aufschwung gegeben haben. Die Ein- inaligkeit dieser Konjunktur erhellt am deutlichsten daraus, daß das Leitungsnetz in den hochkapitalistischen Ländern jetzt so stark aus- gebaut sein dürfte, daß Neuanlagen in dem Umfange wie bisher nicht mehr nötig fein werden. Aehnliches gilt von der Automobilindustri«. Auch hier ist nach dem sprunghaften Hochschnellen der Absatzziffern jetzt ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. .. und ihre Folgen für den Kup�ermarkt. Daraus ergeben sich für den Kupfcrverbrauch, der ja zu so st 6 0 Prozent von diesen beiden Industrien abhängig ist, schwer- miegende Folgen. Mit dem Aufschwung dieser Industrien nahm der Verbrauch ständig zu: die Kupferproduzenten konnten die Gelegen- heit benutzen, die Preise dauernd zu erhöhen(höchster Preis März 1929). Diese Preiserhöhungen bildeten einen ständigen Anreiz, die Produktion zu erhöhen: so übertraf schon in Zeiten bester Absatzlage die Produktion den Verbrauch, so daß damals bereits sich bedeutende Vorräte ansammelten. Während die Vorräte Ende Ok- «ober 1928 erst 41 000 Tonnen betrugen, stiegen sie bis zum No- vember 1929 auf 127 000 Tonnen, und erhöhten sich unter dem Ein- fluß der Weltkrise bis November 1930 auf den gewaltigen Stand von 370000 Tonnen. Es ist kein Wunder, daß bei derartigen Vor- raten der Druck auf dem Markte zu dem katastrophalen Preissturz führte. Das Kupferkartell umfaßt 92 Prozent der Weltproduktion. Eine durchgreifende Beschränkung der Produktion konnte es aber nicht durchführen, denn die am günstigsten arbeitenden Produzenten haben Unkosten von nur 5,6 Eents pro engliff-es Pfund: sie haben auch bei den niedrigsten Preisen bisher anständig ver- dient, haben also keine Veranlastung, die Produktion zu drosieln. Die schlechter arbeitenden Produzenten haben Unkosten zwischen 10 und 12 Cents; sie haben aber bisher die Kapitalverluste aus Teil- scillegungen nicht auf sich nehmen wollen, weil sie stets hofften, daß das Kartell wieder die Macht zu Preiserhöhungen erringen würde. Die WeUcrzeugung ist daher vom November 1929 bis zum No- vember 1930 nur von 170 600 auf 140 000 Tonnen zurück- gegangen und übertrifft den Verbrauch auch damit noch sehr stark. Der Beschluß des Kartells, die Produttion um 15 Prozent oder 20 000 Tonnen monatlich einzuschränken, mutz angesichts der großen Vorräte ganz wirkungslos bleiben. Wenn der Kupfer- preis in den letzten Wochen ein wenig gestiegen ist. dann nur des- halb, well das Kartell möglichst viel Kupfer zurückbehält und noch nicht einmal so viel, wie zur Befriedigung der geringen Noch. frage notwendig ist, an den Markt bringt. Auch diese Taktik wird bald ein klägliches Ende finden. Die Situation für Kupfer ist also so: Da die einmalige Auf- schwungsperiode der Elektro- und Autoindustrie ihren Höhepunkt überschritten hat, ist mit den hohen Kupferverbrauchsziffern der letzten Jahre so bald nicht wieder zu rechnen. Die un- sinnigen Preistreibereien des Kartells haben die Ueberproduktion, die auch von selbst eingetreten wäre, künstlich vergrößert. Wird die Produktion nicht bald sehr stark gedroffelt, so steht ein weiterer, verschärfter Preiskampf auf dem Kupfermarkt für die nächsten Jahre zu erwarten. Deutschlands Aderlaß. Für Deutschland spielt der Kupferpreis ein« große Rolle, da jährlich 150 000 bis 200000 Tonnen Kupfer Importiert werden. Wenn man einen Preis von 12 Cents als gerechtfertigt annimmt, dann hat Deutschland für feine Einfuhr von 200 000 Tonnen in den Monaten Oktober 1928 bis September 1929 einen Mehrbetrag, einen Extraprofit von 110 Millionen Mark in erster Linie an die amerikanischen Kupferkönige gezahlt Der Blei-Pool gibt auf. Die anderen Metalle treten hinter dem Kupfer an Bedeutung stark zurück. Obwohl die Weltoorräte an Blei fest 1926 höher als 100 000 Tonnen sind, obwohl die Preise im Jahre 1930 um ein Drittel zurückgingen, ist der Rückgang der Produktion nur gering: sie betrug im November 1930 145 000 Tonnen gegen 164 000 Tonnen im Januar. Da der Verbrauch nicht annähernd so groß ist, haben sich die Vorräte in Amerika verdoppelt. Die Bleiproduzenten haben es aufgegeben, durch ihren„LooI"(kartellmäßige Verbindung) die Preise stützen zu wollen. Sie nehmen aber große Mengen auf Lager, um die Ueberschwemmung des Marktes mit Blei zu verhüten. Die«.Bürokfatie� muß eingreifen. Auch bei Zinn sind die Weltvorräte stark gestiegen. Ende 1927 wurden 27 700 Tonnen, Ende 1930 42100 Tonnen festgestellt, während im August 1926 ein Lagerbe st and von nur 14 000 Torme» vorhanden war. Die Zinnablieferungen des ganzen Jahres 1930 be- trugen 127 800 Tonnen gegen 141 000 Tonnen im Jahre 1929. Da die Zinnproduzenten von sich aus nicht einig wurden, wie die Ueber- einftimmung zwischen Produktion und Verbrauch wtederherzustellen sei, haben sich jetzt die Regierungen der Zinn-Länder zusammengctan: die brstischen Maloyenstaaten, Niederländisch-Jndien, Nigeria(Afrika) und Bolivien beherrschen etwa 90 Prozent der Weltproduttion. Sie wollen die Produktion um 22 Prozent gegen- über 1929 drosseln, also gegenüber 1930 um nicht viel mehr als 10 Prozent. Die Vereinigten Staaten verbrauchen 50 Proz. der Zinn-Wellproduktion— es bleibt abzuwarten, ob sie einen großen Feldzug gegen diese Drosselung der Zinnproduttion zum Zwecke der Preiserhöhung eröffnen werden, sie, die die jahrelange Uebervor- teilung Europas durch die amerikanischen Kupferproduzeisten still- schweigend geduldet hoben! Der«.kreie� Zinkmarkt. Am schlechtesten ist die Loge des Z i n k m a r k t e s. Obwohl der Zinkpreis den tiefsten Stand, den er je hatte, unterschritten hat, sind die Vorräte im Jahre 1930 von 119 000 auf 223 000 Tonnen, also fast um 100 Proz. gestiegen. Dabei betrugen die Vorräte im Jahre 1925 nur 7000 Tonnen. Die Produktion ist trotz des nie- drigen Preises vom Januar bis zum November nur von 105 000 auf 87 000 Tonnen zurückgegangen. Ein Zinkkartell ist nicht zustande gekommen, weil die Differenzen zwischen gut und schlecht arbestenden Produzenten zu grpß sind. Hier wird also e i n „ruinöser" Preiskampf, ganz nach dem Schema der freien Konkurrenz, eine Herabsetzung der Produktion durch Ausschaltung der teuren Produzenten erzwingen müssen. Planwirtschaft? profitwirtschaft? Wenn es noch eines Beweises bedurfte, hier ist er wieder ein- mal im großen erbracht: eine t a p i t a l i st i f ch e-„P l a n w i r t- j ch a f t" i st u n m ö g l i ch, sie ist ein Widerspruch in sich selbst. Denn stets noch ist die Politik solcher Kartelle, die eine„geregelte" Wirtschaft einzuführen behaupteten, allein vom Gewinnstreben, vom Streben nach dem Extraprofst geleitet gewesen. Planmäßig war daran nichts weiter alsdicHochtreibungundHochhaltung der Preise, ohne Rücksicht auf den letzten Sinn jeder Wirtschast —-die Deckung des Bedarfs, ohne Rücksicht auf den„gerechten" Preis, auf die Gestehungskosten.'Allemal noch ist der Erfolg gewesen, daß die Produktion infolge des Anreizes der hohen Preise unmäßig er- höht wurde, daß der Verbrauch durch die Last der hohen Preise ein- geschränkt wurde. Ueberproduktion, ins Unendliche wachsende Vor- räte, Preissturz— das sind stets die Endprodukte solcher„Planwirt- schast", die Uebel, die die ganze Kllnstlichkeit der Kartellpolitik beiseite fegen. Wahre Planwirtschast wird erst dann möglich sein, wenn sie im Geiste wirklicher Gemeinwirtschaft betrieben wird, wenn sie nicht mehr einzelnen Wirtschaftsgruppen als Dorwand dienen kann, auf Kosten anderer Wirtschaftsgruppen Extraprofite einzustecken. H. Z. Starke Reichsbankentlastung. Schönheitsfehler durch Oevisenabflüsse. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Januar zeigt eine sehr kräftige Entlastung der Zentralnotenbank in der ersten Januar- wyche. So hat sich die gesamte Kapitalairlage der Bank in Wechseln, Schecks, Lombards(Kredite gegen hinterlegte Werte) und Effekten um 663,9 auf 2266,1 Millionen Mark verringert. Wenn auch die Entlastung in der ersten Woche eines neuen Jahres stets sehr stark zu sein pflegt, so geht doch der Umfang der diesmal ausge- wiesenen Entlastung weit über die gleiche Zeit der letzten Jahre hinaus. Es sind nämlich über 90 Prozent der zum Jahres- ende genommenen Kredite in der Berichtswoche bereits wieder zurück- geflossen. Diese übermäßig starke Entlastung hat insofern auch ihre schlechte Seite, als sie nur ein Beweis für das Daniederliegen der Wirtschaft und ihren zusammengeschrumpften Geldbedarf ist. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln um 284,1 auf 2081,5 Millionen Mark, die Lombardbestände um 189,4 auf 66,6 und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 190,5 auf 15,5 Millionen Mark abgenommen An Reichsbantnoten und Rentenbankscheinen sind in der Berichtswoche zusammen 486.2 Millionen in die Kassen der Reichsbant zurückgeflossen. Damit hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten auf 4325,8 und der Umlauf an Rentenbankscheinen auf 405.4 Millionen ver- ringert. Auch der Rückfluß an Noten muß als sehr stark be- zeichnet werden, da zu der gleichen Zell des Vorjahres der Noten- umlauf um 200 Millionen höher war als jetzt und der Rückfluß trotzdem den der ersten Januarwoche 1929 noch übersteiot. Die fremden Gelder(Giroguthaben) zeigen mit 422,5 Millionen einen Rückgang um 229,3 Millionen, was darauf zurückzuführen ist, daß die Banken, die aus Bilanzgründen zum Jahresende hier eine starke Liquiditätsreferoe unterhielten, diese jetzt nicht mehr nötig haben. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen De- vifen haben sich um 68,7 aus 2616,3 Millionen verringert. Die Verluste in diesem Posten entfallen ausschließlich auf Devifenabflüsje, denn die Goldbestände haben sogar um eine Kleinigkeit zugenommen. Der jetzt wieder wie in den Vorwochen eingetretene Devisenabfluß ist offenbar auf ausländische Kreditkündigungen zurückzuführen. Diese Entwicklung ist im gegenwärtigen Zeitpunkt um so unerfreulicher, als unter diesen Umständen mit einer Diskont- senkung der Reichsbank, die man nach dem Zinsabbau in New Park und Paris in diesem Monat erhoffen tonnte, nicht zu rechnen sein wird. Die Deckung der Noten durch Gold ollein erhöhte sich von 46,4 auf 51.2 Proz., dieienige durch Gold und deckungssähige Devisen von 56,2 auf 60,5 Proz. Gutes Inveniurqefchäst. Das Jnventurgeschäft ist besser verlaufen, als die Ge- sthästewelt angenommen Hot. Vielfach wird von Rekordumfätzen berichtet. Wie im vorigen Jahr, ist auch diesmal sehr viel I n- venturware abgesetzt worden, d. h. War«, die belonders für den Inventurausverkauf hergestellt worden ist. Das Tetz sich besonders für die Warenhäuser, aber auch für die großen Kaufhäuser fest- stellen. Daneben ist aber auch ein« Räumung der Läger zu konstatieren. Das hat heute fä an zu größeren Bestellungen geführt. To dürften für Damenkleider di« vorliegenden Bellellungen gegenwärtig um 30 Proz. höher fein als im Vorjahr. Besonders gut gingen Damenkleider. weiter Mäntel, und»war in der Pre-slage von etwa 50 Mark. Die Nachfrage nach Sommerkleidern wird ebenfalls durchweg als gut bezeichnet. Hervorgehoben wird auch das gute Geschäft in Trikotagen für Kinder. In Herren-, Jung- lings- und Änabenkonfektion wurden Rekordziffern erreicht. Der Absatz von billigen Oberhemden, Krawatten und Socken befriedigte. Bei der Konfektion wurden die billigen und mittleren Preislogen bevorzugt, also Preise von 30 bis 80 Mark. In anderen Artikeln war das Geschäft vielleicht ebensogut. Man behauptet, daß die Umsätze weit- und mengenmüßig höher als lm Vorjahr lagen. Rembergs Millionenverluste. Don der Lliopie zur Wirllichkeit. In dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Geschäftsabschluß des deutschen Kunstseidekonzerns BembergÄ.-G. in Barmen haben wir bereits mitgeteilt, daß infolge der internationalen Kunst- scidenkrije und- ganz besonders der hemmungslosen Aus- dehnungspolitik der letzten Jahre Bemberg einen V e r l u st von 14 Millionen Mark erlitten hat. Diese Verluste sind nicht bei den arbeiteirden Fabriken des Vemberg-Konzerns cm- standen, die auch im letzten Jahr noch ganz gut oerdient habe». sondern ihre Quelle liegt in den riesigen Neuanlagen, die, wie in Siegburg, überhaupt nicht in Betrieb genommen wurden, und zum Teil in der starken Entwertung der Beteiligungen, die in den guten Börsenjahren 1927 und 1928 spekulativ in die Höhe getrieben waren. Der Geschäftsbericht von Beinberg läßt auch durchblicken, daß die Ueberkapitalisierung und Fehlleitung den Konzern zu den hohen Sonderabschreibungen, die den Millionenverlust verursachten, ge- zwungen haben. Der Geschäftsgewinn selbst liegt mit 11,48 gegen 12 63 Mill. im Vorjahr« verhältnismäßig wenig unter dem letzten Gewinn ergebnis. Auch konnten die Handlungs- Unkosten infolge der Rationalisierungsmaßnahmen von fast 4,0 aus 2,7 Mill. beträchtlich gesenkt werden. Jedoch wird der Geschäfts- gewinn schon allein durch die Herauffchravbung der normalen Ab- fchreibungen auf Werksanlagen und Vorräte von 4,7 auf 7,45 Mill. größtenteils verbraucht. Darüber hinaus aber werden weitere 14 Mill. für Sonderabschreibungen aus die Betei- ligungen(5 36 Mill.) und fast 9 Mill. auf Anlagen vorgenommen. Diese 9 Mill. Abschreibungen sind für das stillgelegte Werk in Ritterehausen und für die großen, jetzt fertiggestellten Neuanlagen in Siegburg vorgenommen, die wegen der Absatzkrise erst gar nicht in Betrieb gefetzt werden. Der Geschäftcberlcht bemerkt hierzu, daß im letzten Jahre das Werk in Siegburg vollendet wurde, jedoch die Anfchaflung des Maschinenparks bis?ur Klärung der gegenwärtigen Krise zurückgestellt sei. Diese Mitteilung ist reichlich schönsärberisch, denn auch bei einer Besserung der Absatz- läge in der Kunstseidenindustrie wird an eine Inbetriebnahme des neuen Werkes kaum zu denken sein, und die hierfür ausgegebenen Mlll'onenbeträge werden wohl größtenteils verpulvert sein. Man muh sagen, daß der Geschäftsbericht von Bemberg, so dürftig er auch in seinen Cin-elheiten ilt, eine völlige Bon» kerntterklärung der Politik ist, die Hir de Kunstse-den- industri« in den vorhergehenden Ä-Hren die Bäume in de ij Himmel wachsen sah. Es wird nach diesem Milliönsnverlust bei Bemberg bei den deutschen we auch bei den ausländischen Kunstseidenkonzernen noch manche böse Ueberraschung geben. Schleck/e giellen kür Zinkhiülcn. D-e in Obersckkesien bebeimateu- Berowcrk.-gefellschaft Georg von Giesches Erben wird>" 1930 keine Gewinn« ausschütten, da der scharfe Rück"'> preise das Gesamtergebnis stark beeinflußt hat Es dämmert endlich! Die Katastrophe des Arbeitsmartts muß aufgehalten werden. Die zunächst als pessimistisch angesehene Annahme, daß die Höchstzahl der Erwerbslosen Elche Februar mit 4 Millionen erreicht werden würde, ist bereits Ende Dezember um SöOOOO überschritten worden. Wie hoch die Zahl der Arbeitslosen bis Ende Februar noch ansteigen uich ob zu diesem Zeitpunkt das Maximum erreicht sein wird, oder ob die Sintflut der Arbeitslosigkeit noch weiter steigt, wird heute niemand vorauszusagen wagen. Es wird wesenllich abhängen von der Einsicht der Unternehmer und von der Entschlugtrast der Regierung, ob die Katastrophe, der wir un° weigerlich zutreiben, noch vermieden werden kann. Die Situation, in der wir uns aus dem Arbeitsmarkt befinden, erinnert sehr stark an die Inslalionskalastrophe. Die Mark hätte nicht in den Abgrund zu versinken brauchen, wenn man die notwendigen Maßnahmen getroffen hätte, die schließlich ergriffen wurden, als es zu spät war. Die Frage, vor der unsere Wirtschaft heute steht, ist einfach die, ob es noch weiter geduldet werden kann, daß die Kaufkraft durch künstlich ausrecht erhaltene Preisüberhöhungen und durch Zmangsschiedssprüche unterhöhlt wird und daß gleichzeitig die Arbeiter und Angestellten zu Hunderten und Tausenden entlassen werden, während dieselben Unternehmungen, die die Entlassungen vornehmen, ihre übrige Belegschaft 4S Stunden die Woche und darüber arbeiten lasten. Alle Vorschläge der Gewerkschaften und der Sozialdemo- kratischen Partei, die auf eine vernünftige Regelung der Arbeits- zeit, auf einen wirklich durchgreifenden Preisabbau hinausliefen, find bisher von den Uiüernehinern abgelehnt worden, während der Reichstag und die Reichsregierung nicht die Entschlußkraft aufzu- bringen vermochten, um die Katastrophe abzuwehren. Es ist noch in» aller Erinnerung, daß die Regierung Hermann Müller gestürzt ist, weil die bürgerlichen Parteien unter Führung der Deutschen Volkspartei es abgelehnt haben, die Beiträge zur Arbeitslofenoersicherung über den Satz von 3'A Proz. zu erhöhen. Wir haben jetzt den enormen Beitragssatz von. 6'� Proz., und es steht jetzt schon fest, daß trotz der Entlastung der Reichsanstalt sür Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der Be- lastung der Gemeinden, diese 6A Proz. auch nicht ausreichen werden, wenn man die Dinge so wie bisher lausen läßt. Altes Henimdoltern an der Arbeitslosenversicherung, an der Krisen- sürsorge und der Wohlfahrtsunterstützung wird nicht einen einzigen Arbeiter oder Angestellten verhindern, entlassen zu werden, ge- schweige denn, ihn wieder in Arbeit zu bringen. Die Technisierung unserer Betriebe hat solche Fortschritte gemacht, daß die gegenwärtige normale Arbeitszeit von 48 Stutchen einfach zu laug ist. Auf der anderen Seite haben die Löhne und Gehälter nicht gleichen S ch r i t tg e h a l t e n mit der Verr.iehrung der Produktion. Die Masse der Produkte konnte trotz der gesteigerten Ausfuhr nicht mehr abgesetzt werden, und so folgten Entlassungen aus Ent- lasiungen und Stillegungen aus Stillegungen. Das hat zu einer weiteren Verengung des Jimenmarttes geführt. Die Unter- nehmungen begannen, unrentabel zu arbeiten. Statt nun dte Preise abzubauen und sie der großen Maße der Säufer wieder in iwtweichigem Maße zugänglich zu machen, brachten die Unternehmer das Schlagwort von der Senkung der Selbstkosten auf. Darunter verstanden st« nicht den Abbau der überhöhten Zinssätze, nicht die verteuernden Preisbindungen der Roh- und Halbstoffkartelle, sondern die Senkung der Löhne und Gehälter. Es ist purer Wahnwitz, mit Gehaltskürzungen den Absatz steigern und die Wirtschaft„ankurbeln"' zu wollen. Es lag uich liegt aber Methode in diesem Wahnwitz. Die Unternehmer wolle» für sich die politische Hochkonjunktur ausnutzen, die ihnen die letzten Wahlen gebracht haben. Daß die lieber- stcigerung des Lohnabbaus zum Schaden der kapitalistischen Wirt- schaft ausschlägt, will man noch nicht wahr haben. Iminerhin scheint man nunmehr langsam zu begreifen, daß es auf dem bisher bcfchrtttcnen Wege nicht mehr so weitergehen kann. Dafür zeugt nicht nur der Angstschrei des Reichsfinanzministers, der ja vor- läufig wohl mehr als Gefühls-, denn als Verstandesäuherung zu werten ist. Auch andere Anzeichen deuten darauf hin, daß die Unternehmer sich zwar vor der freiwilligen Umkehr fürchten, aber die Erkenntnis zu dämmern beginnt, daß der Lohnobbau und der Abbau der Belegschaften in einem Abbau des Profils umzuschlagen beginnt. Wir haben schon einmal darauf hingewiesen, daß ein Mitglied der Firma B l v h m u. V o ß in Hamburg noch vor wenigen Monaten in den„Hamburger Ztachrichien" die These vertrat, man müsse nicht nur die Löhne und Gehälter abbauen, sonder» auch die Arbeitszeit verlängern, wenn man der Krise Herr werden wolle. Nun hat die Firma Vlohm u. Voß sich gezwungen gesehen, die Arbeitszeit auf 4 2 Stunden die Woche herabzu- setzen, um«in« Entlassung von 500 Arbeitern zu oerhüten. Wir haben auch darüber berichtet, daß der Reichsarbeitgeber- verband der Gemeinden diesen empfohlen hat, statt Entlassungen vorzunehmen, die Arbeitszeit herabzusetzen und NeueinsteUungen aus den wohlsohrtsunterftützlen vorzunehmen. Selbstverständlich h-at der Reichsarbeitgeberverband dabei darauf hingewiesen, daß eine weitere Lohnkürzung unter diesen Umständen nicht angängig sei. In diesem Sinne ist von Berlin, Hamburg, Frankftirt a. M. und Pommern verfalzren worden. Ein derartiges Vorgehen würde noch vor wenigen Monaten in der kapitalistischen Presie einen Sturm der Entrüstung hervor- gerufen haben. Jetzt rührt sich nichts. Es ist klar, daß die bisherigen Maßnahmen auf diefom Gebiete viel zu vereinzelt sind, um eine allgemeine Wirkung hervor- zurufen. Es muß ganz allgemein eine Arbeitszeitverkürzung vor- genommen werden, und zwar in einem Ausmaße, daß sie auch w i r i s a m wird. Das ist bei dem heutigen Stande der Technik und der Arbeitslosigkeit die 4 t>- S t u n d e n- W o ch e. Es ist freilich sicher, daß ein Lohnabbau nicht möglich ßt, wenn die 40-Stunden-Woche allgemein durchgeführt wird. Das ist wohl auch der Grund, weshalb die ilntcrnchincr sich bisher der allgemeinen Arbeitszeitverkürzung widersetzt haben. Sic wissen, daß der Preisabbau nicht mehr auf- zuhalten ist, sie möchten, sich aber diesen Preisabbau durch einen möglichst ausgiebigen Lohnabbaus bgglflSltrAsflmir Dtu UitkFi- nehmer werden schließlich begreifen imikken, daß der Weg, den�sts bisher gegangen sind, uns. direkt in d c n A b g rund führt. Vorgeschmack auf das dritte Reich. Aazi-Mnister kommandiert Lohnabbau. Wie wird es den Arbeitern und Angestellten im„Dritten Reich" gehen? Der Lohndruck des thüringischen Nazi- Innenministers und Vorsitzenden der Nazisraktion im Reichs- tag. Dr. Fr ick, gibt eine» Vorgeschmack davon: Herr Frick hat sich nicht damit begnügt, die Bezüge der thüringi- scheu S t a a t s a n g e st e l l t e n auf Grund der Ermächtigung in dar zweiten Notverordnung zum Zweck der Kürzung zu t ü u d i g e» und die Kündigung des Staatsarb eiter-Tarifver- träges auszusprechen, er hat unter dem 23. Dezember vorigen Jahres noch folgende Verfügung an die Stadtkreise, Landkreise und unmittelbaren Gemeinden sowie an die Tlstiringcr K'rcisämtcr erlassen: Thüringisches Ministerium des Innern. III D II We i mar, den 23. Dezember 1030. Vertraulichi Betrifft: Kündigung der Angcstellleu und Arbciler zur Herabsetzung der Bezüge. In der Angelegenheit ist sür die thüringischen Ministerien die anliegend« Verfügung ergangen. Die Bestimmungen gelten nach dem Beschluß der thüringischen Ministerien ausdrücklich entsprechend für die Kreise und Gemeinden. Wir erteilen daher Anweisung, unter genauer Einhaltung der für den Staat geltenden Be- slimmungen, den sämtlichen Angestellten zu kündigen und dafür zu sorgen, daß auch etwaige Vergütungstarife bis zum 21. Januar 1931 gekündigt werden. Außerdem find die Lohnlaseln für die kreis- und Gemeinde- a«heiter zum 31. März 1931 zu kündigen; desgleichen jedem einzelnen Arbeiter. Der Tag des Eingangs dieser Verfügung ist uns sofort schrist- lich mitzuteilen. Di- Nachricht muß spätestens am 29. d. M., vormittags, in unseren Händen sein. Zusatz für die thüringischen Krcisämtcr: Die unterstellten Gemeinden sind sofort zu benachrichtigen. Da- bei ist besonders auf die Anordnung in Absatz 3 der Anlage hin- zuweisen. Unterschrift." Durch diesen Erlaß wird klar erwiesen, daß der Nazi- minister Frick von den Gemeinden Abbau der Angestellleubczügc und Arbeilerlöhne verlangt. Die Verfügung vom 23. Dezember wurde von einer Anzahl thüringischer Gemeinden so aufgefaßt, daß sie auch sämtliche Arbeiter zum 31. Dezember 1930 zu kündigen hätten. Verhairdlungen des Gc- saintverbandcs im thüringischen Innenministerium schafften dem- gegenüber Klarheit. Es kam zu einem neuen Erlaß des thürin- gljchen Innenministeriums vom 2. Januar, der zwar eine Korrektur seines zunächst eingenommenen Standpunktes— Nichtbeachtung des bestehenden Tarifoertragsrechtes— bringt, trotzdem jedoch die Un- gehcuerlichkeit bestehen läßt, wonach die Kündigung der Ge- meindearbeiterlöhnedurchdieNazisverlangt wird. Die Milderung gegenüber der ersten Anweisung ist lediglich des- halb erfolgt, weil— wie es in der zweiten Verfügung heißt— der Tarifverband thüringischer Gemeinden und Kreise von sich aus bereits die erforderlichen Schritte zur Herbeiführung einer ent- sprechenden Lohnsenkung unternommen hat. Da aber nicht alle thüringischen Gemeinden»nd Kreise dem Tarisverband angeschlossen sind, bleibt für die nichtangefchlossenen Kommunen die Weisung bestehen. Die arbeiterfei ndliche Haltung des von einem N a t i o- ual s o zia l i st e n geführten thüringischen Innenministeriums ist völlig offenkundig. Alle Arbeiter und Angestellten, die den Nazis in Thüringen oder sonst zur Macht verHolsen haben, sehen hier, wohin die Hitler-Reise geht. KpO.-Aückzug an der Ruhr. „Ltm die zweite Streikwelle vorzubereiten." Essen, 9. Januar.(Eigenbericht.) Die RGO. sucht den völligen Zusammenbruch ihrer groß ange. legten Ruhraktion zu maskieren. Sie hat bereits am Donnerstag- abend«inen Aufruf beschlossen, in dem die Belegschatten aufgefordert tverdeu,„angesichts des ungeheuerlichen Stmibruchs der Eewerk- sclzaftsbürokrati« und des brutalen Polizciterrors geschlossen in die Betriebs zurückzugehen, um mit der gesamten Ruhrarveiterschast die zweit« Streikwelle für den Augenblick der Fällung des Lohnschieds- spruchs vorzubereiten". Der Aufruf ist das Geständnis der völligen Niederlage. Am Donnerstag sind den kommunistischen Parolcschustern von rund 132 000 Bergarbeitern nicht einmal mehr ganz 800 gefolgt. Heute wären es wahrscheinlich keine 500 mehr gewesen. Die Herrschaften hatten also allen Grund, sich mit ihrem Aufruf zu beeilen. Sic kündigen setzt„mehr als hundert Belcgschastsversammlungcn" an, die restlos der Vorbereitung der Gründung eines Roten Bergarbeiterverbandes am Sonntag dienen sollen. RGO.-Streikpleiie in Oberschlesien. Gleiwitz, 9. Januar. Di« wilden Streiks im oberschlesischen Bergbau sind so gut wie erloschen. Lediglich aufdreiGruben stehen noch 10 bis 15 Proz. dar Belegschaft im Streik. Schiedsspruch im Einzelhandel Gehälter bis Enste Februar Abbau in zwei Etappen. Gestern fällte der Schlichtungsausschuß nach langen Beratungen einen Schiedsspruch im Gehaltskonflikt des Berliner Einzelhandels. Der Schiedsspruch verlängert den bisherigen Gehaltstarif unverändert bis 28. Februar. Ab 1. März treten Gehaltskürzungen ein, und zwar von 2 bis 3 Proz. Ab 1. Mai tritt em« weitere Gehaltskürzung ein. die dann insgesamt 4 bis 5 Pro;. gegenüber den bisherigen Gehaltssätzen betragen wird. Von der Gehaltskürzung am 1. März bleiben ausgenommen die Gehälter der Lehrlinge und Jugendlichen bis zum 17. Jahre, sowie die Gehaltsstufen 1 und 2 der Gruppe 1. das sind die untersten Gehalts- stufen, sowie die Gehaltsstufen 1 und 2 der Gehaltsgruppe 2. Für diese Gruppen und Gclzaltsjtufen tritt eine Gehaltskürzung erst am 1. Mai in Kraft. Die Sozialzulagen bleiben unverändert. Das Abkommen gilt bis zum 30. Juni d. J.; es ist Zum ersten- mal mit monatigcr Frist zum 31. Mai kündbar. Erklärunzssrist der Parteien am 17. Januar. Der Zentralverband der Angestellten beruft seine Funktionär« zum 13. Januar nach dem Verbandshaus Hedemvnn- strafte um 20 Uhr ein. um zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen._ Oer Metallkonflikt in Miiieldeuifchland. halle, 9. Januar. Die Konferenz der Funktionäre des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes, die aus der ganzen Provinz Sachsen stark beschickt war, nahm gestern hier Stellung zu dem Schiedsspruch, der die Lohnsätze in der Spitze um 4 Pfennig abbaut. Die Konferenz kam einmütig zu der Auffassung, den Belegschaften die Ablehnung des Schieds- spruchs zu empfehlen. Die Stellungnahme der Unternehmer liegt noch nicht vor._ Auch im Baugewerbe geht es los. Der Reichstarifvertrag für das Dachdecker- g e w e r b e ist von den Dachdeckermeistern gekündigt worden. Natürlich ist nicht zu erwarten, daß diese Kündigung die einzige des Baugewerbes bleiben wird. Bremer Meiallschiedsspruch abgelehnt. Bremen. 9. Januar.(Eigenbericht.) Der am 30. Dezember für die bremische Metallindustrie(Land- betriebe) gefällte Schiedsspruch, der in der Spitze einen Lohn- abbau von 7 Proz. vorsieht, ist von der Arbeiterschaft in Urabstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Für die Ablehnung stimmten 88 Proz. Aussperrung von 220000 Webern. London, 9. Zanuar.(Eigenbericht.) Der verband der ei �lischen Baumwoll- und Spinnereiwarensabrikanten hat in seiner Sitzung an, Freitag endgültig beschlossen, am 17. Zanuar die W e b- warenarbeitcr des Bezirks Omicashire auszusperren 220 000 Männern und Frauen wird am Sonnabend die Kündigung überreicht. �. Cook schwer erkrankt. London. 9. Januar.(Eigenbericht.) Der Sekretär des englischen Bergarbeilerverbandes, Cook, mußte am Freitag ins Krankenhaus gebracht werden, da sein von einem Grubenunsall herrührendes Beinleiden sich sehr verschlimmert hat. Die Aerzie befürchten, daß das kranke Bein a ni p n t i e r t werden muß. Oer Streik in Südwales geht weiter. London, 9. Januar.(Eigenbericht.) Die am Freitag in Cardiff stattgefundenen VerHand- l u n g e n zwischen den Arbeitgebern und den Ar- beitnehmern in Südwales sind wider allem Erwarten ergebnislos abgebrochen worden. Es muß daher mit einem Fortdauern des Streiks der 150 000 Bergarbeiter ge- rechnet werden. Obwohl die Vertreter der Grubenbesitzer in Lon- d o n auf Anraten der Regierung einem Kompromiß zugestimmt hatten, beharrten die Unternehmer hartnäckig auf einer Lohn- Verminderung, die die Bergarbeiter unter keinen Umständen zugestehen. Richards, der Führer der Waliser Bergarbeiter, hat sich sofort, mit dem Handel-minister Graham in Verbinduag gesetzt. Daraufhin dürfte am Montag wahrscheinlich noch eimnal eine Beratung zwischen den beiden Parteien stattfinden. Der Schiedsspruch für die rheinisch-westfälischen Straßenbahner, der«ine Lohnkürzung von 0 Proz. ab 1. Januar vorsieht, ist für verbindlich erklärt worden. Tie zum 15. Januar aus- gesprochenen Kündigungen werken zurückgezogen. Im kölner Wirtschaftsgebiet wurden verschiedene S ch i e d s- sprüch« gefällt, so für die Kupferschmiede in Düren und Umgebung mit einer Lohnkürzung um 7,5 bis ll,4 Proz. und für den Kölner Einzelhandel mit einer Lohnsenkung von durch- schnittlich 5,5 Proz. Im Kölner Mctallkonilikt haben die Ver- ireter der beteiligten Organisationen vor dem Schlichter«in neues A b k o m m e n getroffen, das, wenn es von den Mitglieduen an- genommen wird, den drohenden Zlrbcitskainpf vermeiden wird. ,, Zm Wuppertal sind zum Protest gegen einen lohnkürzenden Schiedsspruch in einigen Betrieben die Textilarbeiter am Frestag niorgen nicht zur Arbeit erschienen. kork Michaelis kann heute auf eine 25jährige erfolgreiche Tälig- keit als Redakteur der„Buchbinder.Zeitung".zurückblicken. Er übernahm in stürmischen Zeiten sein Zlmt und hat es v-rftandcn, das Blatt über alle Widrigkeiten hinwegzuführen und es den modernen Zeit- ansprüchen anzupassen. Wir wünschen dem Jubilar weiter ein er- folgreichcs Wirken. fftreieGewerkschasts-ZuaendRerlin Heute, conitobnii, folgen t>« Scrgnflalhingcn: 1# Mir HtUacuatMi*- vauielifaft im Schulraum der Berliner Seoeresil-aftsschule. Engel- Ufer 25, II. Hof, 1 Treppe.— Södriug: Augeadlurlii«. iS'i Übt int 5ngent>b»im Treptower»tr 96...Zlu» der Gctltiubte der Trtirn Aewerk- sebafton."— Morgen, Sonntag, II. Januar, Mddchrnsiiisno:»ssrauen Wirten— ssrau-n schaffen". I» Utir Int SiNungosaal de» Suchdindorverbande,. vowert- schaflodaus, Engclufer 24—2.5, Äulgana C. S Treppen.„Die Frau in btc Teriillnduktrie." Referentin:(£lfe Arummlchmidt...Die lZrau in der chemischer Industrie." Refrientin: Reichotag-adgeordnoie ilnna Zammert.— Kur Jugend oorftollung der«ollobühne am Souutag, dem ii. Januar, eur»uffiUirun', gelangt:.Da,«inleimSrchon", Schauspiel von Sbaiespearr, fl:N> Starten in der Iugendzentrole erhältlich.