BERLIN Soniiabend 10. Zanuar 1931 10 Pf. Nr. 16 BS 48. Jahrgang erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abcadamgabe de«.Vorwirts'. Bezugsoreu beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche.»,MM. rro Monat. Redaktion und Erredition; Berlin SW 68, LmdcnKr.ö Auz eig enpreis? Di« einspaltige Mnpareillezcile SO Pf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkonto: Vorwarts-Verlag G. m. b.H.. Berlin Nr.»7SSK. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bis 29? LA Oer �uhrschiedsspruch Beschluß der Gonderschlichter: 6 Prozent Lohnsenkung Esse«, 10. Zenmerr. Tosrrerbeulnnittag. 13,45 Uhr, fällte der Schlich- ter für Westfalen, Professor Dr. Brah», de« SchiedS- sprach für de« Ruhrkohlenbergbau. Der Schleds- sprach steht eine Lohnkürzung von 0 Prozent vor. Tic Arbcitgcbcrvertreter erklärten sofort die Ablehnung des Spruches, während die Gewcrkschaf- ten auf den morgen stattfindenden Revierkonfcrcnzen ihren Beschluß fassen. Die Erklärungsfrist zum Schiedsspruch läuft bis Montagvormittag 9 Uhr. Nachverhandlungen find auf Montagnachmittag 5 Uhr angesetzt. Die Berbindlichkeitserklärung ist noch für Montag zu erwarten. Schutz für den Winter. Kein Ablauf der Krisenfürsorge vor Ende Würz. Der Reichsarbeitsmiukfter hat fich damit einverstan- de» erklärt, daß für Arbeitslose, die fich am Z. November 1930 in der strisenfürsorge befanden, die frühere Höchst- bezugsdaner von 39 oder SS Woche« bis zum 28. März 1931 weiter gilt. Auf diesen Zeitpunkt sind die für den 17. und 24. Januar 1931 vorgeschriebenen Nwslanfsfriften verschoben worden. Durch die Neuregelung der Krisenfürsorge ab 3. November wurde die Höchstdauer der Krisenunterstützung von SS Wochen aus 32 Wochen herabgesetzt, für Personen über 40 Jahre auf 43 Wochen. In der Hauptsache zur Entlastung der Gemeinden tritt setzt ein Härteausgleich ein. Die am Stichtag, dem 3. November, be- rcits in der Krisenfürsorge stehenden Arbeitslosen wie die bis zum 3. November der Krisensllrsorg« überwiesenen Arbeitslosen, haben noch Anspruch auf die frühere Unterstützungsdauer von 39 Wochen bzw. 52 Wochen. Die Wohlfahrtsfürsorge der Gemeinden ist also in diesen Fällen erst 7 bzw. 10 Wochen später erforderlich Arbeitslose, die nach dem 3. November in die Krisenfürsorge kommen, haben nur 32 Wochen Anspruch auf Krisenunterstlltzung, über 40 Jahre alt« Personen nur 45 Wochen. Aetherwellen statt Brot. 180 Millionen Mark für Sowjet-Auslands-propaganda Während in Sowjetrutzland ein empsindlicher Geldmangel herrscht, so daß Angestellten und Beamten oft der Lohn nicht aus- gezahlt werden kann, und in der letzten Zeit durch Geldmangel die Bauten verschiedener Krankenhäuser und sozialer Institute eingestellt werden mußten, teilt jetzt die Sowjetpresse mn, daß für den Bau 50 neuer Riesenriindfunksender 180 Millionen Mark her- ausgegeben werden sollen. Dabei sollen Sender mit phantastischen Energien errichtet werden. Dieser neue Bauplan des Radiolgbora- trriums in Leningrad wird von der Sowjctpresse als großer kultureller Fortschritt gefeiert. Man tut so, als würden durch die neuen Riefenrundstinkseirder ganze Teile der Sowjetunion für die Kultur erschlossen. Gerade in der letzten Zeit aber hörte man aus Sowjetrußlond, daß das Land zu viele Rundfiistksender hätte. Der Aufbau werde so unnatürlich schnell vorgenommen, daß die Nadioindustrie gar nicht mitkommen kann. Dadurch dlelbt die Produktion von Empfängern immer mehr zurück und neue Hörer sind nicht in der Lage. Empfänger zu bekommen, während immer neue Sender erbaut werden. We wenig die Sowjets bei dem Bau der neuen Radiosendcr an den eigenen kulturellen Fortschritt denken, zeigt am besten eine Sowjeterklärung, in der es deißt. daß die neuen großen Radiosender in den Dienst der in ter- nationalen Propaganda gestellt werden sollen! Da» heißt, daß diese Riesensumme für Propaganda ausgegeben werden soll. Während der russische Proletarier hungernd und ohne Kleider in das neue Jahr zieht, geben die Herren vom Kreml 180 Millionen Mark au», um ihr« Hellsbotschafren in fremden Sprachen in den Aethor zu funken: So gibt man dem russischen Polk an Stelle von Brot Aetherwellen Deutscher Protest in Warschau Wegen der Grenzverlchung durch polnische Klugzeuge Die deutsche Gesandtschast in Warschau ist beaustragt worden, wegen der neue» Fälle der Ueberfliegung deut- scheu Reichsgebiets durch polnische Militärflugzeuge de» schärfsten Protest gegen diese Gebietsverletznn- gen zu wiederholen. Weitere Erklärungen wird die Gesandtschaft nach den» Abschluß der deutschen Unter- snchung hinzufügen. Die polnischen Flugzeuge, die bei Oppeln gelandet sind, haben weder Funkgeräte noch Photoapparate oder Kriegsmaterial an Bord gehabt. polen will ratifizieren. De» deutschen Handeltivertrag/»Soviel Sicherheit- soviel Abrüstung" Warschau, 10. Januar.(Eigenbericht) In d« heutigen Sitzung des Außenpolitischen Ausschusses des Sejms hielt Außenminister Zalesti ein längeres Exposä über die außenpolitische Lage und über das Programm des Außen- minlsteriums. Er unterstrich, daß die polnische Außenpolitik sich heute mehr denn j« auf die vereinigten Kräfte der Völker stütze, die im polnischen Parlament vertreten seien. Polen habe stets Beweis« seiner Einmütigkeit geliefert, wenn es sich Angriffen auf die polnischen Rechte widersetzen mußte. Er hob hierauf die Friedfertigkeit als Grundbasis aller polnischen außenpolitischen Ziele hervor. Di« gegenwärtige inter- nationale Wirtschaftskrise ermögliche durch ihre Einwirkung aus die politischen Verhältnisse eine psychische Stimmung, die eine Besserung der Lage aus dem Weg« politischer Veränderungen er- strebe, was seiner Ansicht nach sehr gefährlich sei. In seinen weiteren Aussührungen empfahl Zaleski die Ratisi- tation der Internationalen Handelskonvention vom März 1930. Polen habe in letzter Zeit 87 verschiedene Abkommen mit einer Reihe von Staaten unterzeichnet, ein Teil dieser Abkommen sei bereits schon dem Sejm unterbreitet worden, der Rest werde dem- nächst folgen. Etwas länger verweilte der Minister bei dem deutsch» polnischen Handelsoertrage, wobei er erklärte, daß feit dessen Unterzeichnung von feiten Deutschlands gewisse Maßnahmen erfolgt feien, die dessen Grundlage verkleinert hätten und Polen daher gezwungen gewesen sei, gewisse Verordnungen(gemeint ist die Erhöhung der polnischen Jndustrie-Einfuhrzölle) zur Wieder- Herstellung des Gleichgewichts einzuführen. Die polnische Regierung habe, obwohl die gegenwärtigen Grundlagen des Bertrages nicht seinen eigenen Absichten etit- sprechen, sich entschlossen, den deutsch-polnischen Handelsvertrag dem Selm zur Rakl. fizlernng zu unlerbrellm». da si« auf dem Standpunkt stehe, daß die anormalen Beziehungen zwischen den beiden Staaten, die sich wirtschaftlich gegenseitig e» ganzen, nicht länger ohne Schaden für beide Sellen bestehen könnten. Zu der Abrüstungsaktion des Völkerbundes übergehend, er» klärte Zalesti, daß der kardinale Grundsatz für Polen hierbei sei: Soviel Abrüstung wie Sicherheit. Zu der aktuellen Minderheitenfrage erklärte Zaleski: Polen wolle loyal die Minder- heitenfrage durchführen, stellt jedoch mll aller Entschiedenhell fest,. daß die polnische Regierung sich energisch den Versuchen entgegen- stellen werde, die Minderhellenfrag« für Nebenziele und staats- feindliche Aktionen zu verwenden. Polen habe Geduld und Kalt- blütigkeit gezeigt. Man wird jedoch nicht vergessen, daß, wenn von der einen Celle gehetzt wird, man von der anderen Seite nicht Liebe erwarten kann. Im übrigen verweise er auf die polnische Antwortnote an den Bölkerbund. Er schließt mit dem Hinweis darauf, daß Polen nicht darauf verzichte, die Beziehungen mit seinen westlichen Nachbarn zu erleichtern. Er habe daher dem Sejm die deutsch-polnischen Ab- kommen zur Ratifizierung unterbreitet. Exploflon eines Gasbehälters. Ein Arbeiter getötet, mehrere verletzt. Kopenhagen. 10. Zanuar. heut« vormittag 10.15 Uhr flog mit einer starken velonaklou ein großer Gasbehälter eines Reservegaswerks auf dem Holmtor la die Luft. Alle Fenster der umliegendea Häuser wurden zertrümmert. Der Behälter war beinahe leer. Ulan nimmt an, daß sich nur sogeaanute» Knallgas darin befand. Ein mann wurde getätet und eine Anzahl von Personen verletzt. darunter auch einige, die sich in den umliegenden Häusern aufhielten. Ein mann wird noch vermißt, man nimmt an. daß seine Leiche aus dem Boden des Behälters liegt, in dem das Wasser steht. Die Ursache de« Unglücks Ist noch nicht ermittelt. Schwerer Ltnglücksfall im V-Zug. Oer Bcrletzie noch unbekannt. In einem Abteil 3. Klasse des D-Zuges Bajel— Lindau— Berlin wurde auf der Slation Wittenberg ein gut gekleideter jüngerer Mann in einer großen Blutlache besinnungslos am Boden liegend gefunden. Das Zugpersonal, das sich um ihn bemühte, erkannte, daß der jung- Mann»ine stark blutende Kopfverletzung Halle. Er wurde verbunden und bis nach Berlin mit- genommen, wo er noch der Universitätsklinik gebracht wurde. Dort tst er noch nicht zur Besinnung gekommen und kann nach Aus- sogen der Aerzte auch schwerlich vor Sonntag vernommen werden. Bei der Auffindung in Wittenberg meldete sich«in anderer Reisen- der, der bekundete, er habe gesehen, wie der Mann im Schlafe von der Bank gefallen sei. Er habe aber angenommen, er werde sich wieder aufraffen und deshalb nicht mehr darauf ge- achtet. Wer der Verletzt« ist, steht noch nicht einwandfrei fest. In setner Brieftasche wurden nur belanglose Papiere, aber kein Geld und kein« Ausweist gefunden. In einem Notizbuch steht der Name.Rens Lemnr-Warjeillc" vermerkt. Ob dos der Name des Verunglückten fst, weiß man nicht. Sein Gepäck ist vollzählig vor- Händen. Der Verunglückte war im Besitze einer Fahrkart« Stull- gart— Hall«. Er scheint also den v-Zug in Stuttgart bestiegen zu haben, ist aber, da er erst in Wittenberg aufgefunden wurde, über sein Reiseziel hinausgefahren. Kecke junge Räuber. Räumen in aller Seelenruhe Schaukasten aus. Einen kecken und noch dazu gelungenen Streich haben sich drei junge Burschen in Reukölln Feleistel: Am hellen Tag räumkcn sie ungestört de« Schaukasten eines Uhren- und Gold- warongeschäfls aus. In der Bergstraße 10 befindet sich ein Uhren- und Gold- Warengeschäft, das nach der Straße einen größeren Schaukasten am Hausflur hat. Nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr. als die Straße recht belebt war, erschienen drei junge Leute, die keine Kopfbedeckung trugen. Einer hatte ein Köfferchen bei sich. In aller Ruhe schlössen die drei mit einem Nachschlüssel den Schaukasten auf und räumten die darin liegenden Gegenstände in den Koffer. Ohne sich aufgeregt zu gebärden, gingen sie mit der Beute von dann«,,. Der Chausseur der Firma, der mit dem Wagen draußen hielt, hatte den ganzen Vorgang beobachtet. Da er aber nicht alle Angestellten kennt, schöpft« er auch keinen Verdacht. Ebensowenig ahnte einer ter Passanten, daß hier vor aller Autzen ein Diebstahl oerübt worden war. Di« Uhren und Goldsachen, die die schlauen Burschen erbeutet haben, sind etwa 2000 Mark wert. Zum drlltenmal seit den Wsihnachtstagen wurde auch ein G o ld- warengeschäft in der Oranienstraße 206 von Schau- senstordleben heimgesucht Das erstemal waren die Burschen gestärt worden und konnten nichts mllnehmen. beim zweitenmal erbeuteten sie für etwa 500 Mark. Jetzt ist der dritte Einbruch verüb! worden. Obwohl hiiller der Scheibe«in Gllter angebracht ist, gelang es den Dieben doch, mit einem Stock, an dem unten ein Hake» ang:- bracht war, die Uhren und andere Gegenstände herauszuangeln. An> hier�sind für etwa 2000 Mark Waren gestohlen worden. Verbrüderungsschwindel. Eine Verwahrung des Reichsbanners. Dom Gauvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold er- hakten wir folgende Zuschrift: Die gewaltige Beteiligung der Berliner Bevölkerung an der Bestattung unseres ermordeten Kameraden Willy Schneider hat die faschistische und bolschewistische Presse veranlaßt, sich in tollen Verleumdungen des Reichsbanners zu ergehen. Es wird die Behauptung aufgestellt und eifrig verbreitet, als ob das Trauergcleit zu Ehren Willy Schneiders eine gemeinsame Veran- staltung von Reichsbanner und Kommunisten gewesen seL Das Reichsbanner Berlin hat es an sich nicht nötig, sich vor der Berliner Bevölkerung gegen diese Unterstellungen zu wehren. Seit Begründung unseres Bundes sind wir unerbittliche Gegner aller Feinde des Staates von Weimar. Wenn dann ein Teil der Berliner Presse an der Behauptung festhält, als ob irgendwelche Gemeinschaft zwischen Reichsbannerleuten und Kommunisten bei den Bestattungsseierlichkeiten zutage getreten sei, so weisen wir in aller Oeffentlichkeit dies«, unsere Mitglieder auf das schwerste beleidigenden Behauptungen zurück. Wir stellen fest, daß eine zahlenmäßig nicht allzu große Gruppe von etwa 500 Kommunisten den Trauerzug in der gemeinsten Weise belästigt hat, das unsere Kameraden von .diesen Elementen überfallen und geschlagen wurden und daß selbst der Sarg stellenweise mit wildem Gebrüll, mit sohlen und Gesang empfangen und begleitet wurde. Diese einzig dastehende Beleidigung eines Töten erübrigt wohl jedes weitere Kommentar. Selbstverständlich sind kommunistische Kranzdelcgationcn, die schma- ratzend versucht haben, sich in unseren Zug einzuschleichen, sofort von unseren Kameraden entfernt worden. Wir verbitten uns im Namen der zahlreickx» Toten und Verwundeten, die das Reichsbanner durch kommunistische Rohlinge zu beklagen hat, eine derartige dreiste und beleidigende Heuchelei. Am Tage der Bestattung selbst ist ein Reichsbonnermann beim Spalierstehen trotz der angeblichen Verbrüderungsszenen' von einem Kommunisten in den Rücken gestochen worden, und mehrere andere Kameraden haben durch Schläge mit Stöcken und Schlagringen Kopfverletzungen erhallen. Oer Gestochene liegt schwer verletzt im Kronkenhause.. Wir stellen fest, daß alle Angehörigen des Reichsbanners die Kommunisten nach wie.vor als Schrittmacher der Nazis betrachten und deshalb mit derselben Schärfe bekämpfen. KpO. gibt klein bei. Nazi können es besser! „Mit nicht zu überbietendem lauten Geschrei, mit Kampfrufen, mit M a u la u f r e i ß e n, das Befreiungs- willen vortäuschen sollte, gelang es den Nationalsozialisten, die stärkste Partei des deutschen Bürgertums zu werden"— schreibt die .Fiote Fahne". Jahrelang glaubten sie, allen über zu sein, min haben sl« ihren Meister gefunden und platzen vor Neid. „Mit nicht zu überbietendem lauten Geschrei, mit Kampfrufen, mit Maulaufreißen" ist den Nationalsozialisten gelungen, was d«n Kommunisten nicht geluirgen ist. Sie sind die stärkste bürgerliche Partei geworden. Die KPD. aber hat vergeblich versucht, mit denselben Mitteln die stärkste Arbeiterpartei zu werden. Sie hat es vergeblich oersucht, weil in. der. Arsteitcrschgft glück- kicherwcise mehr politischer Der st and vorhanden ist als im Bürgertum. Reichskabineti und Osthilfe. Heute Rückkehr des Reichskanzlers. Das Reichskabinett wird sich am Dienstag mtt dem Ergebnis der Ostreise des Reichskanzlers befassen und seine Vor- bcreiwngen zu der Genfer Tagung des Völlcrbundsrates treffen. Der Reichskanzler und seine Begleitung kehren heute abend von ihrer Reise in dos Ostgebiet nach Berlin zurück. Gegen die Kataffrophenpolitiker. Der Reichskanzler hat ssch-in einer Rede in R atibor noch einmal energisch gegen die Katostrophenpolitiker gewandt. Er führte aus: „Rezepte, wie man durch Patentlösungen der ungeheuren Schwierigkeiten. Herr werden könnte, gebe es gemig. Wenn nicht alle Parteiführer dem Volk restlos die Wahrhett sagten über das, was sei und was möglich sei, dann sehe-er keine Rettung. Wir müßten heraus aus der Agitation, hin zur Verantwortlichkeit in allen Bevölkerungstreisen. Dann werde es gelingen, ganz weit- tragende Maßnahmen in den nächsten Jahren für den deutschen Osten zu treffen. Die Bersagung der Mittel für das im Sommer auf fünf Jahre fertiggestellte Ostprogramm hätten dazu geführt. daß alle diese weitschauenden Dinge nur zu einem geringen Teil hätten durchgeführt werden können. Die Panikstimmung in der Bevölkerung, hervorgerufen durch eine gewissen- kose Agitation, habe dazu geführt, daß Staat und Wirtschaft monatelang in diesem Herbst und Winter zwischen Sein und Nicht- sein geschwebt hätten. Bisher habe das verschwiegen werden müssen, aber jetzt müsse man es aussprechen, um eine Einkehr bei allen Parteien herbeizuführen. Er, der Kanzler, könne seine Berantwor- tung nur weitertragen, wenn es möglich sei, dem deutschen Volke den Sinn für Wahrheit restlos wieder beizubringen. Wenn das Verständnis für eine verantwortliche Polllik in allen Kreisen der Grenzbevölkerung wachgerufen sei, dann werde die Regierung dem Osten in den nächsten Jahren weit über die bisherigen Maß- nahmen hinaus Rettung bringen können." Unzweifelhaft richtet sich die Spitze dieser Rede gegen Hugcn- berg und seine nationalsozialistischen Verbündeten. Gtrafantrag im Neithöfetier Prozeß. Zwölf Jahre Zuchthaus. Leipzig, 19. Januar. In, Spionageprozeß gegen den polnischen Grenzwachtkommijjar Biedrzynski beantragt« der Vertreter des Reichsanwolls, den Angeklagten für seine Spionagetätkgkeit zu sieben Jahren Zucht- haus, für die Schießereien in Neuhöfen zu fünf Jahren Zuchthaus. infolgedessen zu einer Gesamtstrafe von Zwölf Jahren Zucht- haus zu verurteilen. Ueb'erzeugungstäterschaft liege nicht vor, denn der Angeklagte habe aus ssiner Eigenschaft als polnischer Beamter nicht die moralische Verpflichtung zu einer Spionagetätigkett herleiten können. Raubüberfall a Mißglückter Banditenbesuch Drei maskierte Banditen drangen heule vormittag In die Räume der Krankenkasse der Schuhmacher- Zwangsinnuag in der 5* k ch � r st r a ß e 2 5 ein und verlangten unter dem Ruf „Hände hoch" mit vorgehaltenen Pistolen die Herausgabe des Sassenbcstaades. Durch die Geistesgegenwart des Auge- sielltxen Z.. der eiaen Löscher durch die Fensterscheibe warf, um dadurch andere Betriebeangehörige zu alarmieren, wurde der ge- plante Rau6 vereitelt. Die Täter s l ü ch t e t c n und entkamen. « Die Kraickenkassenräume befinden ssch im Zwesten Stockwerk des Hauses Fischerstroße 25. Um 9.20 Uhr, als etwa lO Personen vor den Schallern aus ihre Abfertigung warteten, wurde plötzlich die Tür aufgerissen und drei Männer, die ihre Gesichter durch vorgebundene Taschentücher unkenntlich gemacht hakten, stürzten herein. Jeder von den Banditen hiell eine Pistole in der Hand. Während einer von den dreien die Eingangstür besetzt hielt, wollten die beiden anderen auf den Geldschrank zustürzen. Geistesgegenwärtig ergriff ein Angc. stellter einen Löscher und schleuderte ihn durch das Fenster, wobei die Scheiben klirrend zersprangen. Das war für die Banditen auch das Alarmsignal zum Rückzug. Offenbar um di« Anwesenden einzuschüchtern und sie von einer sofortigen Berfolgung abzuhallen, feuerte einer der Täter etnen Schuß ab. Dann stürmten die drei die Treppe hinunter und liefen den Mühiendamm entlang. Bis zur Poststraße konnten zwei der Täter noch oerfolgt werden. Sie bogen dann in die Königstraße ein, wo ihre Spur bei dem starken Verkehr jedoch verloren ging. Wiener Mörder in Berlin. Verhaftung in der Sresdcner Straße. Auf Veranlassung der Wiener Polizeibehörden wurde in verlin der 32 Jahre alte Kellner Karl Schuster verhastet. der am i. Dezember in einem Wiener Schanklokal den Reifenden Fritz Himmelreich erstochen hatte. Die Vermutung der Wiener Behörden, daß Schuster die deutsche Grenz« Lberschrstten habe und sich in emcr Großstadt verborgen halle, hat sich bestätigt. Kriminalbeamte der Inspektion A., die nach ihm forschten, ermittellen Schuster gestern in der DresdenerStraße und nahmen ihn fest. Er hatte dort einen Unterschlupf gefunden. Münchmeyer— drei Monai Gefängnis. Oer Schimpf- und Schmutzapostel der Hakenkreuzler. Brieg. 10. Januar.(Eigenbericht.) Die Große Strafkammer des Landgerichts Vrtzg. Bezirk Breslau, verurteilte am Freitag, dem 9. Januar, den national- sozialistischen Reichstagsabgeordneten Pfarrer a. D. Münchmeyer zu drei Monaten Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe wegen Verstoß gegen das Republikschutzgesetz und Beleidigung des Reichsbanners. Gegen dos freisprechende Urteil des Großen Schöffen- ger-ichts des LaiGgcrich�s Brieg vom Juli vorigen Jahres hatte die Staatsanwollschaft Berufung«ingelegt. Abg. Münchmeyer hatte in einer Nazioersammlung am 21. Febrüar 1929 ein« Propagandarode der Nationalsozialistischen Partei gehallen, die von Anfang bis End« «ine Beschimpfung der Deutschen Republik, der Reichsfarben, des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert und des Reichsbanners darstellte. Münchmeyer war zur Verhandlung nicht erschienen, vnd die Strafe ist ja vorläufig auch nicht vollstreckbar, denn ihn schützt die Immunität der Abgeordneten._ Reichslandbund gegen Hugenberg. Konkurrenz der Landwirtfchastsrelter. 1 Der Landvolkabgeordnete Dr. G e r« k e führte in einer Der» trauensmännerversammlung der Landvolkpartei in Halle aus: .Der viel erörterte Umschuldungsplon Hilgenbergs für die Landwirtschaft möge aus den ersten Blick viel Bestechendes haben. Wenn man sich aber vergegenwärtigt, daß zu seiner Durchführung Milliarden gehörten, die im Augenblick beim besten Willen nicht auszubringen seien, dann werde man, abgesehen von anderen Gefahren, in dem Plan seine prak» tische Undurchführbarkeit feststellen müssen,«in Ergeb- nis, zu dem man auch übereinstimmend im Reichslandbund gekommen sei. Die Landnolkpartei habe von i>ch aus in ein- gehenden Verhandlungen weitgehende Pläne zur Um- und Entschuldung vorbereitet, die auch beretts mit den maß- gebenden Stellen der Reichsregierung besprochen worden seien und di« demnächst öffentlich behandelt würden." Hugenbergs Plan war demnach ein Äonkurrenzmanöoer gegen die Londvolkpartei, eine Entlarvungsaktion gegen Schiele. Ein sauberes Kreisbtatt. Oberpräsident Noske nimmt der„Syker Zeitung* den amtlichen Charakter. . Die„Syker Zeitung", amtliches Kreisblatt des K r e i I« s S y k«, hat m zahllosen Artikeln Abhandlungen und Meldungen die Republik, di« republikanischen Parteien irnd Einrichtungen, die Politik der Regierung und die verantwortlichen Staatsmänner verächtlich zu machen gesucht. Da das Blatt sehr vorsichtig operierte, war ein Eingreifen nach dem Republikschutz- gesetz nicht möglich. Deshalb hat di« Republikanische Beschwerde- stelle in Berlin seit dem 20. September 1930 den Landrat Für- bringer, den Regierungspräsidenten von Belsen in Hannover und schließlich den Oberpräsidenten Noske gebeten, diesem Blatte die amtliche Eigenschaft zu entziehen. Nunmehr hat der Ober- Präsident Noske der Beschwerdestelle mitgeteilt, daß er„den Regierungspräsidenten in Hannover ersucht habe, der„Syker Zeitung" den Charakter als amtliches Kreisblatt zu entziehen". Eisbahn im Strandbad Wannsee. Das Strandbad Wannsee hat vor seinem geöffneten Restaurant ewe schöne künstliche Eisbahn errichtet. Durch die vorhandene Lautsprecheranlage wird Schallplattenmusik übertragen werden. Der Eintrittspreis sür Erwachsene beträgt 20 Pf., für Kinder 10 Pf. Eine Garderobenablage ist vorhanden. Die Eislaufbahn ist von morgens 8 Uhr bis Mim Eintrete» der Dunkelheit geöffnet. n der Schuhmacher-Innung Bei seiner Vernehmung gab er den Mord an dem Reisenden auch zv. Unter dem Namen seines Bruders hatte er sich in Berlin ein Quartier gesucht und um Arbeit in Lokalen im Westen nachgefragt, die von Oesterreichern geführt werden. Einig« Landsleute oersuchte er auch um Geld anzuborgen. Als er in Berlin nichts fand, reiste er nach Hamburg. Bei seiner Festnahme am Freitag war er soeben von Hamburg zurückgekehrt. Schuster ist weiter überführt, am 18. Oktober v. I. einen Einbruch in das österreichische Konsulat in Antwerpen verübt zu haben und wegen verschiedener Einbrüche in Wien wurde er beretts vor dem Morde vom Landesgericht m Wien gesucht. Der Berhaftete, gegen den dos Auslieferungsverfahren bereits besteht, wird nach Wien gebracht werden. In Berlin waren ihm Straftaten nicht nachzuweisen. Oer Mann ohne Gedächinis. Wer ist es? In den Anlagen am Bahnhof in Potsdam wurde am 9. Januar ein älterer Mann hilflos aufgesunden und nach dem Städtischen Krankenhause in Potsdam gebracht. Es ist noch nicht gelungen, seine Persönlichkeit festzustellen, da er anscheinend das Gedächtnis verloren hat und weder seinen Namen iwch seine Wohnung angeben kann. Der Unbekannte ist etwa 53 bis 65 Jahre alt, 1,75 Meter groß, hat dunkelblondes stark ergrautes Haar, Stirnglatze, gestutzten Schnurrbart und gut gepflegte Hände. Er trug schwarzen Filzhut, schwarzen Mantel mit Pelzkragen, dunkel-lilaroten Anzug, weiße Wäsche ohne Zeichen, grauscidenen Selbstbinder, seidenen Schal und braune Stiefel In den Taschen hatte der Unbekannte �Eintrittskarten von Kinos und Vergnügungslokalen in der Umgebung des Alexanderplatzes. Man vermutet daher, daß er ein Berliner ist. Mitteüunae» zu Fesi- stellung erbittet die Bermißtcnzentrale des Polizeipräsidstim?. Acht blinde Passagiere im New-�orker Hafen. Rem Zsrk, 10. Januar. Acht blinde Passagiere, sämtlich Italiener, trafen gestern mtt einem von Antwerpen kommenden Dampfer hier ein. Sie versuchten sich sofort noch ihrer Landung zu einem Kraftwagen an der Lau- dungshrücke zu begeben, wurden aber verhaftet. Ein schöner Tank. OurchSncht dicke Mauern- die neueste Srrunaenschafi. New park. 10. Ja, mar.(Eigenbericht.) Ein neu konstruierter 10 Tonnen schwerer Arweetank erreichte bei seinen Probeübungcn in New Jersey auf sehr schwierigem Gelände«ine Stundengeschwindigkeit von 45 Meilen. Die Maschine überwand spielend große Bodenhindernisse und riß in voller Fahrt eine IX Meter starke Mauer u m. Das neuartige, mtt einer leichten Kanone und einem Maschinengewehr ausgerüstet« und aus Rädern umstellbar« Modell zeigt eine ungeahnte kricgstechntfche Vervollkommnung und soll allgemein für-die Bundesormee eist? geführt werden.-- 7■ Kraneo vor das Kriegsgericht. Eine spanische Einladung. Paris. 10. Januar.(Elgenbericht.) Das spanische Militäranusblatt fordert den spanischen revo- lutionären Flieger Franca auf, sich innerhalb von 30 Tagen vor dem Kriegsgericht in Madrid zu stellen. Franca soll nicht wegen der Teilnahme an dem verunglückten revolutionären Putschversuch, sondern nur wegen seiner Flucht aus dem Milttärgefängn!« ob- geurteilt werden. Oie Zukunft Indiens. In der Deutschen Hochschule für Politik sprach Rennte Smith, Mitglied de« englischen Unter- Hause« und der Lobour-Parly, über die auglo- indische Kon- screoz in London und die Zokuast Indiens. An zwei Beispielen zeigte«mtth die bedeutende politische Eni- wicklung der letzten Jahrzehnte: 1910 wurde Ramsay Macdonald als Führer der Arbeiterpartei, die in ihr Gründungsprogramm die Forderung: Selbstverwaltung für Indien aufgenommen hatte, vom allindischen Kongreß zur Uebernahme des Präsidiums aufgefordert, und heute hat Macdonald als englischer Ministerpräsident die anzlo- tndischc Konferenz einberufen, um Uebercinstimmung in der Frage der Ueberführung Indiens in Selbstverwaltung zu erzielen. Den-, dos ist der Grundgedanke der Konferenz, auf der, trotz Ghandis Fernbleiben, ein beträchtlicher Teil des indischen Volles oertreten ist und di« auch beretts einige posttive Erfolge zu verzeichnen hat. Besonders betonte Smith die Bereitwilligkett der indischen Fürsten, mtt der sie ihr« Privatinteressen dem Allgemeininteresse unterstell: haben, tlcbereinftimmung wurde über die bundesmäßige Verfassung Indiens und den Charakter der Selbstverwaltung in allen Gebieten Indiens erreicht. In der neuen Konstitution würde in allen Pro- vin.zen eine hundertprozentige Selbstverwaltung zu finden fein. Die größte Schwierigkeit der Konseren, liegt in dem Gegensatz zwischen Hindus und Mohammedanern. Viele Besprechungen haben zwischen beiden Gruppen stattgcsunden, Macdonald selbst hat vermittelt, aber bislzer hat sich noch keine Lösung gefunden. England kann hier nicht eingreifen, die beiden Gruppen müssen selbst zu einer Einigung konnnen. Englands größter Ehrgeiz sei es, daß d-e indische Eni- Wicklung auf dem Wege der Vernunft vor sich gehe und nicht durch Blutvcrgießcu. Unordnung, Gesetzlosigkeit würden Indien in ein zweites China verwandeln. Mit großer Ehrfurcht sprach Smith von Ghandi als religiöser Persönlichkeit, ober seine Theorie sei die Philosophie der Fruchtlosigkeit, die die Entwicklung der moderne» Wissenschaft, Technik und Industrie negiere. Jndic» kann sich nicht abschließen. Smith schloß mit den Worten Tagores. daß Indien und der Westen gemeinsam vorgehen müssen oder sie würde» gemein- sam untergehen. Dem Abgeordneten Liebermann wurden bei seiner Rückkehr nach seiner Heimatstadt Przemysl von seinen Parteigenossen und einer großen Volksmenge em festlicher Empfang bereitet. Lieber mann wurde von begeistert«» Anhängern auf den Händen zu einem Wagen getragen, den sein« polttischen Freunde dann bi, zu seiner Wohnung zogen. Claude Auel gestorben. Der Verfasser der.Ariane". Claude Artet ist in Deutschland bekannt geworden durch seinen Roman Ariane, Zeuns kille russc*. Cr zeichnet darin relzvoli und klug eine kindlich«, triebhafte Frau, eine junge Russin. Anet hat diesen Frauentyp in Rußland studieren können. Er lebte während des Krieges als Zeitungskorrespondent in Rußland und floh nach Ausbruch der russischen Revolution. Aber sein Roman„Quznd la tcrre trembla", der vor russischem Revolutionshintergrund spiest, ist nur eine psychologisch gcmz geschickt jundiertc Liebcsgeschichte gc. worden. Auch als Dramatiker hat sich Anet versucht(„Mayerflng*), ohne mehr als ziemlich grobe äußere Effekte zu gestalten. Anet war früher ein bekannter Tennisspieler: heute hat sich seine Tochter im Tennis einen Namen gemacht. Uebrigcns war Anet kein Franzose: er hieß mst seinem bürgerlichen Namen Jean Schopfer. Am 58. Mai 1868 wurde er in Morges(Westschweiz) geboren. Oer Oichier und seine Zeii. Goethe oder Kleists Oeutschwm? Dr. Frank Thieß hielt im ehemaligen Herrenhaus einen Vortrag über das Thema„Der Dichter und seine Zeit". Der große Sitzungssaal war fast bis auf den letzten Platz mit Zuhörern gefüllt: ein Beweis, wie aktuell die Frage ist, ob und wieweit der Dichter in seinem Schaffen zeitgebunden ist oder sein soll. Wer Freude am geistvollen Essay, an der tiefgründigen Betrachtung dichterischen Schaffens hatte, kain bei den Ausführungen von Frank Thieß auf sein« Rechnung. Aber die Parallele „Goethe— Klei st", die er zog. zeigte nur zwei verschiedene Wege, gab keine Klärung. Besonders keine Klärung für die Menschen von heute. Gewißi Thieß machte kein chehl daraus, daß die deutsche Geisteswest eines Goethe, nicht der preußisch-deutsche Staat eines Kleist ihm nahesteht. Aber wenn er Goethe mit dem Licht, Kleist mst der Flamme verglich— er fügte allerdings warnend hinzu, das Volk wolle das Licht, nicht die Flamme—, so heißt das doch, den polllischeo Irrtum eines Kleist heroisieren. Frank Thieß betonte eindeutig seine pazifistische Wellauffassung, die Reiche der Geister, nicht der Rationen befestigen und crwestert sehen will: schade, daß er nicht die Kraft fand, von dieser persönlichen Stellung- nähme aus stark und klar den Weg ins ollgemeine zu weisen. L— z. Gegen die Gozialreaktion! Die Berliner Funkiionärinnen tagen. Moderne Klaviermusik. Dela Barlok im Rundsonk. Der- mgarifch« Komponist und Pianist Lela Bartok. am Flügel eigene Werk« interpretierend— wir kennen den inier-- essanten Kopf und charaktervollen Künstler, man hat in Berlin feine Oper„i) erzog Blaubart und eine Reihe größerer Orchesterwerke gehört. Der repräsentativste Musiker seines Landes ist hier kein Fremder. Für manche Rundfunkhörer mag er es gestern noch gewesen. Mst der kurzen Folge kleiner Stücke, die er spielle, ist er wohl nicht jedem nahe gekommen. Er macht es sich und dem chörer nicht leicht. Dem muß freilich die geistige Klar- hest seines auch technisch meisterhaften Klavierspiels einleuchten, aber an die konzessionslofe Sprödigkest des Stils müßte er sich vielleicht erst gewöhnen: und dazu ließ ihm das Programm gar zu wenig Zeit. Die längste Nummer, die am Schluß stand, äußerlich die wirksamste, eine Reihe nationaler Tänze—„M a r o s s z.c k e r Tänze"— war nicht von Bartok� sondern von sewem- Mich- ollrigen Landsmann Zoltan Kodaly, der wie jener,, die-Er- forjchung und künstlerische Verwertung des ungarischen Volksliedes zu seinem Spezialgebiet gemacht hat. So fügt sie sich frellich in den stilistischen Rahmen der kurzen, aber instruktwen und danken?- werten Darbietung. Die Rundfunkhörer muffen nun schon gelernt haben, zu solch einer Stunde Musik sozusagen die rechte Einstellung zu finden. Nicht jeder Takt, der gesandt wird, kann jedem Ohr genehm sein: aber die Hörerschaft hat Anspruch darauf, zu erfahren, was und wie in der heutigen Welt musiziert wird. Sie soll Ge- legenheit haben, die führenden Musiker der Gegenwart in solcher Unmittelbarkeit kennenzulernen. Zwischen den Extremen der ober- flächlichen Unterhaltung und des großen Kunsterlebnisses gibt es noch andere Möglichkeiten. Es gibt auch ein Musikhören aus Bisdungs- und Bclehrungsintereffe. Die Funksturide ist gut beraten, wenn sie hie und da auch an dieses Interesse appelliert. L. //Ihre Majestät die Liebe." Gloria-palast. Mst diesem Film lieferte Joe May, der immerhin als Regisseur Wellruf hat. eine sehr schwache Arbeit. Das Drehbuch ist der bekannte süßliche Kitsch, wie ihn Hugen- berg und die Film-Oberprüsstelle dem deutschen Volke zu seiner Erbauung gütigst erlauben. Noch dem Prinzip:..Nur wer Schulden macht, hat ein Anrecht aufs Leben, nur wer seine Nächte in der Bar verbringt, ist ein intereffanter Mensch", wird ein junger Mann in den Mittelpunkt allen Geschehens gestellt. Um feiner Familie. die ihm ohne weiteres nicht- den Generaldirektorposten mst 1» 000 Mark monatlich bewilligt, einen Schabernack an zutun, verlobt er sich mst einer Bardame. Er lernt sie ausrichtig lieben. Aber seine Familie bringt das junge Paar auseinander: um dieses Ziel zu erreichen, nimmt sein Bruder sogar vor seinenz Chauffeur die Blamage auf sich, sein Automobll vor einem Hause in der Rküller- straße hallen zu lassen, wo die Bardame wohnt. Doch da das Aste Ende die Patentlösung ist, bekommt das junge Paar sich zum Schluß. Joe May läßt Schablone spielen und noch nicht einmal die eigene. Nur' zum Schluß kommen ihm ein paar gute Einfälle, diese münzt Ralph Arthur Roberts vorzüglich aus. Er ist überhaupt der' Herausreißer für den ganzen Film. Ihm ebenbürtig an darstellerischer Begabung ist S z ö k e S z a k a l l, doch wird sein Können nur benutzt, um sicki nach üblicher Manier über- arme Leute lustig zu machen. Die nette Käthe von Nagy wirkt echt. während Franz Lcdercr sich bei seinem Spiel zu lim Film auf jeden Fall) übertrieben wirkenden Theatcrmethoden verführen läßt._ c- d. 3m fünften Konzerl der voll-bühne, am Comilag, dem lS. Icimini, Wittags>/,1Zl1dr, imSfieattr am Vülowpfatz. wird Edwin ilifcher Bachs ttonzeri-z-Dur mit SNcichoiwestcr iincieir. Auherdem leitet. er dieKanialc .iino" von Telewann. die zum eitlen Male in Berlin zur Slu'fii6runq prlannt(Svliftin: Lotte Leonard). Sowin lviicher. Kätbe Aichaffenburq und Agnes Iambor bringen ZXozarls Konzen iür drei Klaviere zum Bortrag. 3m Rahmen der i-mliidien Rtnfenmsführnng-n iprrchen: Sonntag. den Ii. Ja, uar. 10 Ubr, vr. A'-'heS im Neuen Muttum über ä'hpbiche Teyrpel und Göller. 10 Ubr. vr. Bern» im Tciiiichen Muieum»der de»«che Kunst im Nitirlaller, 10 Uhr, vr. Findeiicn im Bölkerkunde- INu'eiim I über die Kunflkreiie Nortasiens— M i 1 1 w o ch. den 14 Januar. »30 Ubr. Eir-iudrr'Ng-Zvor'rag in daS neue Borderafiat-sch« Nuienm(Zugang: Altes oder NeueS Muieuml—Freitag, den 16 Januar. 1 1 Ubr, Dr. Boiba» im flailcr Fried, ich-Miiw»m über ffiioito.— Eonnabend. den 17. Januar. S.S" Uhr.?ireltor Äodraa w» Borderafiatische» Aussiua über RammrentaUunst in vabytsa. Die FankliouSrinncnkonfereaz der Ber- l i n e r S o zialdemotralie stand uoler dem Zeichen unseres Kampfes gegen die Sozialreaktion. Bevor in die Tagesordnung eingcirctev wurde, gedachte Genossin träte Kern, während die Versammlung sich erhob, in ernsten Worten unserer ermordeten Mitkämpfer Gras und Schneider. Zu besonderem Maße liegt es den Frauen ob. gegen die Verrohung in der Politik zu kämpfen. Dann würdigte Genossin Sern den Ehrentag der Genossin Ihrer. Rcichstagsabgeordneter Genosse Karl Litte hiell dos Referat des Abends. Seine auf großes Fachwissen gegründeten Ausführungen zeigten, daß nur die Sozialdemokratie gegen das immer stärkere Machtstreben der Soziolreaktton einen Damm setzen kam,.„Bei allem, was in der Republik an Trübem und Bekämpsenswertem ge- fchieht, bei der Arbettslosigkeit, bei der Wirtschaftskrise und jetzt wieder bei den Mängeln der Notverordnungen heißt es in einem Test der Bevölkerung, daß die Sozialdemokratie, die stärkst« Trägerin des neuen Staates, die Schuld trage. Man vergißt die alte Wahr- heit, daß gegenüber ökonomischen Verhältnissen politische Eni- schließungen allein nichts nützen. Sonst hätten die Russen, bei denen das Boll mit Lebensmittelkarten anstehen muß, sicher den Himmel auf Erden berests geschaffen. In Deutschland ruhen Mst- lioncn schaffensberester Hände, und«ine Jugend, die keine Be- schäftigung und deshalb keine Lebensfreude hat, will himmelstürmend, wie zu fein dos Recht der Jungen ist, an der Republik und an der Sozialdemokratie verzweifeln. Ein auf Lügen gegründeter Kampf gegen uns bestärkt diese Neigung, während man vergißt, daß in Wahrhett der Haß der Unternehmer gegen uns Taufende auf die Straße fetzt und brottos macht. Als vor drei Jahren durch«in« bürgerliche Regierung die Arbeitslosenversicherung geschaffen wurde, arbeitete die Sozialdemokratie mit praktischen Vorschlägen an dem Ausbau des Gesetzes mit, das von den Kommunisten als Schmach- und Schandgesetz bekämpft wurde. Zwei Jahr« später riefen die gleichen Kommunisten aus zum Kamps gegen den Abbau dieses „Schmach- und Schandgesetzes". Wir haben an den Maßnahmen der Regierung Brüning im Ausschuß und im Plenum des Reichstages die größten Härten zu beseitigen gewußt, unser Kampf gegen jede Reaktion auf diesem Gebiete ist noch nicht beendet. Wir find enkschlossem und bereit, gegen wettere zu erwartende Vorstöße der Reaktion unseren Blau« zu stehen. Die Krankenversicherung, einst von Bismarck ein- gelettct, uni den Vormarsch der Sozialdemokratie zu verhindern, ist von uns immer nach besten Kräften im Interesse der Arbeitnehmer- schaft ausgebaut und gesichert worden. Wenn der Vertreter des Zentrums im Sozialpolttischen Ausschuß, Dr. Brauns und der Relchsarbeitsminister Stegerwald gerade an der Kranken- Versicherung sparen wollen, dann müssen sie sich von der Sozial- dcmokratie sagen lassen, daß wir an dem System der Versicherung nicht rütteln lassen. Die Notverordnungen des vergangenen Jahres sind verbessert und gemildert worden, weil im Ausschuß 21 Anträge der Sozialdemokratie angenommen wurden. In der Invaliden- Versicherung streben wir danach, die Grenze bei Bemessung der Arbeitsunfähigkeit von 66% Proz. auf 55 Proz. herabzudrücken. Der Allgemeine Deutsche Gewerkfchastsbund teilt unsere Auffassung, während die bürgerlichen Vertreter ans der Arbeitnehmerschaft im allgemeinen für Fragen, die über die Angestellten hinaus die g e- samt« Arbetterfchaft betreffen, wenig oder kein Interesse zeigen. Die Sozialdemokratische Partei ist die einzige große Arbeitnehmer- Organisation, die wirksam die Sozialreaktion zu bekämpfen in der Lage ist. In diesem Kampfe fortzufahren, ist unser heißes Streben, uns dabei zu helfen, das ist, Genossinnen, Ihre Ausgabe." Lttkcs mtt starkem Beifall aufgenommene Ausführungen boten Anlaß zu einer angeregten Diskussion, in der neben den Anschlägen der Sozialreaktion auch die drohende Gefahr der Kultur« re o k t i o n beleuchtet wurde. In einem kurzen Referat über organi« satorische Fragen wies Genossin Kern auf die Agttation der sozial- demokratischen Frauen in den nächsten Wochen hin, die unter dem Zeichen„Nie wieder Krieg" stehen und am 3. Februar mit einer großen öffentlichen Kundgebung im Saalbau Friedrichs- Hain, in der Reichstagsabgeordneter Staatsanwalt H ö g n e r spricht, ihren Höhepunkt finden wird. Emma Ihrer. Zum Gedächtnis am 20. Jahrestag ihres Todes. Am 8. Januar waren 20 Jahre seit dem Tode von Emma Ihrer verflossen. Die sie gekonnt haben, verbindet dauernde Erinnerung an diese Frau, die ein« der beliebtesten und ersolgreichsten Agitato- rinnen für die Frauen, und?lrbeiterinnenbewegung gewesen ist. Emma Jbrcr kam als ganz junge Frau, anfangs der achtziger Jahre, über die bürgerliche Frauenbewegung zur Arbeiterbewegung. Damals wurde das Sozialistengssetz noch mit aller Schärfe gegen die aufstrebend« Arbstterbewegung angewendet und am schärfsten gegen die Frauen, die sich dieser Bewegung angeschlossen hatten und für sie wirkten. Emma Ihrer hat nach der Aushebung des Sozialistengesetzes die erst« sozialistische und gewerkschaftliche Frauenzeitung gegrüudei:„D i e A r b« i t e r i n". Die erste Nummer erschien am 20. Dezember 1800. Die Zeitung wurde nach einem Jahre durch„Die Gleichheit" abgelöst. Emma Ihrer hat sich nach dieser Zett hauptsächlich der gemerk« schafttichen Organisatum der Arbeiterinnen gewidmet, ohne darüber aber die politische Aufklärungs- und Organisatumsarbeit unter den Frauen zu vernachlässigen. Die junge, ausstrebende Gewerkschaft?- bewegung wählt« sie denn emch in die erste Zentralstelle der Ecrverk. schaftsbewegung, die 180l gegründet worden war:„DieGcneral- kommiffion der Gewerkschaften Deutschlands." Emma Ihrer war später— und zwar bis zu ihrem Tode— die Borsitzend« des von ihr gegründeten Verbandes der Blumen- und Blätterarbeiter und-arbeiterinnen und die Redakteurin seines Ber- bandsorgans. Am 20. Jahrestage ihres Todes versammelten sich Vertreter und Anhängerinnen der Partei und der Gewerkschaftsbewegung an der Ruhestätte der Verstorbenen auf dem Friedhof in Friedrichsfelds und ehrten ihr Andenken durch Niederlegen von Kränzen und dvrch An- sprachen, die die Verdienste der Entschlafenen um die Arbeiterbewegung mrd um den Besrciungskamps der Frauen hervorhoben, dessen Erfolg durch die Verleihung des Wahlrechts an di« Frauen Emma Ihrer nicht mehr erlebt hat. Altes Berlin und seine Erhaltung Ein Vortrag über Gegenwart und Gestaltungsmöglichkeiten Vor einem Kreise interessierter Freunde des alten Berlin hielt am 9. Januar Vizepräsident Kühn von der Preußischen Bau- und Finanzdirektion einen Vortrag über„Das heutige Berlin und den Schutz seiner Baudenkmäler". In Wort und Lichtbild ließ er das Alte wiedererstehen, das in den letzten Jahr- zehnten oft sinnloserweile und meist dem Derkehrsteufel geopfert worden ist, wie die Alte Münze, das Oranienburger und das Rosenthaler Tor, dos Palais Redern, die Königs, und Spittelkolonnaden und, eben jetzt erst, dos sogenannte„L a g e r h a u s" in der Klosterstraßc. den ältesten«r- hallenen Monumentalbau Berlins. Bizepräfident Kühn, der sich auch amtlich mit der Erhaltung von Bauten und Stadtschönhellen Berlins zu bejasjen hat, konnte dann aber einige tröstlichere Andeutungen über Konservierungsvorschloge machen, wie z. B- die prächtige Holztreppe aus dem Lagerhaus in Köpenick und zwei künstlerisch wertvolle Decken im Schloß von Niederschön- hausen wieder eingebaut werden sollen. Das Schlößchen von Nicderschönhausen nebst seinem wundervollen Park gehören dem Staate Preußen, und es scheint, nachdem Ankaussabsichten der Stadt Berlin sich nicht verwirklicht haben, als ob alles, wie es ist, erhalten bleiben soll. Die Idee, in jenes Schloß dos Bolts�undcmuseum zu verlegen— oder zu verbannen—. wie ernsthast ventiliert wird, scheint nicht so ganz überzeugend. Mm» bedenke: hinter Pankow! Hand aufs Herz: Wer von den 4 Millionen Berlinern, außer denen der Rachbarschast, hat schon einmal die Reis« nach Schloß Niederschön- hausen angetreten? In Belleone oder Jagdschloß Grunewald find wir doch wohl alle mehr oder weniger oft und jährlich eingekehrt, und dies Moment scheint mir erheblicher für die dortige Unter- bringung des schönen„Alchenbrödel-Museums" aus der Kloster- ftroße zu sprechen. Es soll doch nicht aus dem Regen drangvoll finsterer Enge in die Traufe einer Writabgeschiedeicheit an der Ponte geraten! Weit annehmbarer berühren andere Vorschläge, den Nieder- schönhausener Park geistreich auszunützen, nachdem man di« große Ausfallstrohe nach Prenzlau verbreitert und in sanftem Bogen um den Schloßbezirk westtich herumgeleitet haben wird: die unselig entschlafenen Spittelkolonnaden als prächtiges Eingangsniotiv zum Schloß von dieser Straße her aufzustellen und ihnen die acht Mcyerschen Statuen, womöglich wieder in alter Funktion als Laterncnträger, anzufügen. Sie wurden von der ehemaligen Opernbrücke 1824, nach Schinkels Angaben, auf dem Leipziger Platz aufgestellt, stehen aber nach so manchen Ber- änderungen, besonders fett ihnen der Hintergrund von Bosketten fehlt und die Gitter jeden Zugang verwehren, in so erbarmungswürdiger Verlassenheit auf dem Rasen, daß sie gleichsam verschollen sind und ihnen jede Platzveränderung nur gut tun könnte. Ueber den Vorschlag, die Schinkelschen Torhäuschen mn Leipziger Platz, weil sie dem Verkehremoloch ja doch über kurz oder lang weichen müßten, an die Charlottenburger Brücke im Westen zu versetzen— vorausgesetzt, daß dieses Scheusal wilhel- mstlischer Bauwut abrasswtt wird—, ließe sich vielleicht diskutieren; j aber erst dann, wenn wirklich am Potsdamer Platz Hochhäuser ent« stehen und die schöne Plastizität der Schinkelschen Eingangswächter erdrücken sollten. Auf das brennendste Problem der Gegenwart: die Erweit»- rung der Mühlen dammbrücke und die Erhaltung des Ephraim-Palais mochte der Redner nicht so recht eingehen. Vorläufig müsse erst einmal das ttrtell der Bauakademie über diesen ungeheuerlichsten Angriff auf das alte Berlin abgewartet werden. Es muß hier aber nach wie vor heißen: mit höchster Zlnspannung gerüstet sein zur Abwehr und lieber den Verkchrsfanatikern durch Angriff zuvorkommen! Viel Ueberlegung endlich erfordert die Frage der Gestaltung des L u st g a r t e n s. Daß er so. wie er heute ist, nicht bleiben wird,- ist sicher. Beifällig berührte ein Vorschlag Kuhns, parallel zu Spröc und Domfajsode beiderseits doppelte Baumreihen mtt an- schließenden Bänken den Platz rahmen zu lassen und den Mittelteil für Demonstrationen und Bersammlungen gänzlich frei zu machen; wobei an das Königsdenkmal und die Granitschale einstweilen (leider!) nicht gerührt werden darf. Dieser schönste Etodtrauin Berlins hat Inr Laufe von 700 Iahren so oft und gründlich sein Aussehen verändert, daß wir mit Ruh« seine endgültig« Formung unserer oder auch der nächsten Generation überlassen können. Vau! F. Schmidt. Ourch Oalmaiien und Mazedonien. Ein Lichtbildervortrag der Urania. Im Langenbeck-Dirchow-Haus veranstaltete die Urania einen Lichtbildervortrag„Durch Dalmatieu bis nachSüdmazedonien". Der Redner war Ä u r t H i« l f ch» r. Man kennt von Hielscher das Spanienbuch, und man weiß, daß er hervorragende Bilder auszunehmen versteht, daß er das Charalte- ristische einer Landschaft einsängt und dabei das Bild auch aus künstlerischer Perspektive steht. Das Bild ist bei ihm das Wichtigste, sein Vortrag bleibt nur Beschreibung, Erläuterung. Es geht in Lande, die der Zentraleuropäer wenig kennt, Bosnien, die Herzegowina, Dolmaticn, Mazedonien, Montenegro und Serbien, also Länder, die sich zu Jugoslawien zusammengeschlossen haben. Orientalisches stößt hier mit einem primitiven Bauernoolk zusammen und mit Ueberresien einer alten europäischen Kultur. Der Palast des Kaisers Diokleilon weist in die Vergangenheiten, und Zwingburgen, aus dem Fels gehauen, erinnern daran, daß di« mittelalterliche Republik Venedig dies« Länder als Kolonialbesitz an- sah. Moscheen stehen neben Kirchen. Verschleierte Mohamedanerinnen und elegante Europäer belebeu die Straßen Mostars, der heißesten Stadt Europas. Und alles liegt in einer großen Landschaft, in einem wilden, zerklüfteten Gebirge oder in sanft geschwungenen, bewaldeten Bergen. Durch das Anlegen moderner Autostraße» hofft man. den Fremd eiwerkehr zu heben und das Land zu erschließen. Oer sächsische Metallschiedsspruch Die entfüsieien Ltnternehmer drohen der Regierung Dresden. 10. Ianuor. An, 24. Dczenlbcr lSZ» fälUc der Schlichter für Sachsen«inen Lvhnabbauschiedsspruch für die Metallindustrie, der den Gmndlohn um 4 Pro.;, und den Altordlohn um 5 Proj. herabsetzte. Den Unternehmern ist dieser Lohnabbau viel zu gering: sie lehnten den Schieds- spruch ab. Den Arbeitern scheint diese Verschlechterung ihrer Lebens- Haltung mehr als genug, trotzdem nahmen sie den Schiedsspruch an. Di« Metallindustriellen hatten allen Arbeitern zum 7. Januar gekündigt und boten ihnen dann— bis auf wetteres—«in neues Arbeitsverhältnis an mit einem Lohnabbau im Rahmen des Schiedsspruchs. Der Unterschied zwischen diesem Angebot und dem Schiedsspruch besteht darin, daß der Schiedsspruch bis Ende Mai die abgebauten Löhne unangetastet läht, während die Unternehmer nach ihrem Angebot jederzeit in der Lage sind, eine neue Lohnabbau« aktion»u unternehmen. Weil die Arbeiter nicht so dumm sind, um auf diesen Leim einzugehen, sondern die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs fordern, richtete der Verband der Metall- industriellen, Bezirk Dresden, an den Reichskanzler folgendes Tele- gramm: „Die versammelten Mitglieder des Verbandes der Metall- industriellen, Bezirk Dresden, e. B.> haben mit E n t r ü st u n g Kenntnis genommen von dem Lohnschiedsspruch des sächsischen Schlichters für die sächsische Metallindustrie. Dieter Spruch verkennt völlig die besonders schwere Notlage dieser In- dustrie und darüber hinaus der gesamten sächsischen Wirtschaft. Wr gestatten uns, den Herrn Reichskanzler daraus aufmerk- iam zu machen, dah bei Verbindlichkeitserklärung dieses Schiedsspruches durch den Herrn Reicksarbeits. minister ble Stillegung eines wcilcreu großen Teile» der sächsische« Mclallindustrie die natürlich /solge sein wird und damit die Bröl- i la-machuaq von weiteren vielen Tausenden von Angestelllen und Arbeitern.- „Vis auf weiteres" erscheint den Dresdener Metall- gewalligen die besonders schwere Notlage ihrer Industrie— nach dem ihrer Arbeiterschaft gemachten Angebot— erträglich. Aber bis Ende Mai— das glauben sie jetzt schon zu wissen— halten sie es nicht aus. Sie übergehen den Reichsarbeits- mini st er und drohen dem Reichskanzler mll der „natürlichen Folge" einer Verbindlichkeitserklärung des Schieds- spruches durch den Rsichsarbeitsminister, der Brotlosmachung von Arbeitern und Angestellten. Die Herren bestehen auf ihrem Schein, die Arbeiterschaft auf dem Recht, bei schwerer Arbeit ihre kärgliche Existenz zu fristen. „Lohnermäßigung" um 5,5 Prozent. In der Zement» vnd Kuvststeinindnffrie. Dortmund. 10. Januar. In dem Lohnstrell der Zement- und Kunftsteintndustrie, Lohn- gruppe 4, Münster und Sauerland, wurde unter dem Vorsitz des stellvertretenden Schlichters für Westfalen folgender Schiedsspruch gefällt: 1. der Lohn des über 21 Jahr« allen Fach- arbeiters Ortsgruppe 1 wird mll Wirkung ab kommender Lohnwoch« auf 81 Pf. festgesetzt. Me anderen Sätze des Lohn- schemas ändern sich vom gleichen Zeitpunkte ab entsprechend nach dem bekannten Schlüssel. Durch diesen Schiedsspruch ermäßigen sich chie Löhne um SP Proz. Kündigung mit einmonatiger Frist erstmalig zum 31. Mai 1S31 zulässig. Angeklagter Otto Wolf sagt aus Brandstisterprozeß in prenzlau prenzlan, 10. Januar. Im weiteren verlaus der Vernehmungen wurde Amts- gcrichlsrol Schulze aus Prenzlau vernommen, vor dem der Gutsbesitzer W o l s sein Gestäudnl», die Miete in Brand gesetzt zu haben, wiederholt hat. Der Zeug« bestätigt, daß Wolf auch ihm erzählt habe, er habe ein längeres Licht mit Stroh umgeben und an einer windgeschützten Seite der Miete aufgestellt, um zu verhindern, daß der Luftzug die Kerze verlöschen lönne. An der Wahrheit des Gestand- nisics habe er, der Zeuge, nicht gezweifelt, allerdings sei W o l s s e h r unruhig und aufgeregt gewesen. Eine unzulässige Ein- Wirkung des Kriminalassistenten Kraft auf den Gutsbesitzer habe er nicht feststellen können. Dann folgte die Vernehmung des Guts- besitz«? Otto Wolf, eines etwa bstjährigen kräftigen Mannes mll energischem Gesicht und selbstsicherem Auftreten. Er schildert«, daß er an dem Brandtage um 2 Uhr fein Haus verlassen, mll der Eisen- bahn nach Prenzlau gefahren sei und hier mll einem Freund« im Ratskeller gezecht Hab«, bis ihn die Nachricht von dem Brande dost erreicht habe. Bor f.: Es besteht der Verdacht, daß Sie den ominösen Drohbrief nach dem Feuer selbst geschrieben haben, mn die Schuld gfm sich abzulenken. Zeuge Wolf: Nein, ich war es bestimmt nicht! Vors.: Sie haben doch aber ein Geständnis abgelegt, das Feuer selbst entfacht zu haben. Zeuge Wolf: Der Kriminolassistent Krall hat mir, als ich zur Vernehmung zu ihm gerufen wurde, von vorimerein gesagt:„Sie haben den anonymen Brief geschrieben und Sie haben die Miete auch angesteckt. Sie sind verhaftet." Auf meine Ein- Wendungen erklärte mir Kraft, daß ich von der Haft verschont bliebe. wenn ich«in Geständnis ablegte. Darauf habe ich gesagt:„Es kommt mll auf die paar 1000 Mark für den verbrannten Weizen nichl an. Wenn ich keine Schwierigkeiten Hab«, so wifl ich das Geständnis ruhig unterschreiben." In Wirllichkell war ich es aber nickst. Bors.: Sie mußten sich als Eemeindevorsteher und als ein Mann, der jahrelang Schöffe war, doch aber sagen, daß ein solches Geständms Folgen haben müßte? Zeug«: Der Kriminalassistent Kraft sagte mir, daß, wenn ich das Protokoll unterschreibe, nicht einmal ein« Anzeige erfolgen würde, heut« weiß ich, welche Dummheit ich gemacht habe. Nein Geständnis ist barer Unflna, wie jedes Kind auf dem Land« weiß. Ich habe doch nicht ausgerechnet an den Mieten am hellen Tage eine brennende Kerze ausstellen können, wo 20 Schrille weiter Leute auf meinen und fremden Aeckern arbelleten. Vors.: Drei Gerichte und 16 Richter haben Ihnen trotz- dem ihr« Schilderung nicht geglaubt. Zeuge: Mein Unglück ist es gewesen, daß ich von vornherein gedacht habe, daß kein Mensch mir meine unsiMige Darstellung glauben würde. R.-A. Dr. Pupp«: Die Tatsache, daß falsche Geständnisse abgelegt werden, ist wohl allge- mein bekannt, z">» Eine Reihe von Zeugen, Landwirte aus der Umgebung des Gutes heihehof, wurden dann noch über den Brand und sein« mögliche Ent- siehungsursach« vernommen, ohne daß über den Ursprung des Feuers restlose Klarhell geschaffen werden tonnte. Entlastend für den Guts- bescher Wolf war die Aussage des früheren Inspektors Sien-el und de« früheren Chauffeurs Bartnick, die sagten, daß sie in der Dunkel- heit an den Mieten vorbeigekommen seien und daß sie den Schein einer dort im Stroh aufgestellten Kerze unbedingt Höllen sehen müssen. Der Gemeindevorsteher S« l o f stellte Wols das best« Zeug- nis aus und vertrat die Ansicht, daß er ihn einer Brandstiftung nicht für fähig halte. Der Detektiv Martin Knopf-Berlin, der im Auftrag« von Wolf Ermittlungen vorgenommen hat und die Mieten rekon- strmeren ließ, hat zahlreiche Versuche unternommen, um festzustellen, ob der Brand in der Wolf zur Last gelegten Weise entstanden sein tönne. Seine Versuche ergaben jedoch, daß ein« brennende Kerze an der Miete in der Dämmerung und namentlich in der Dunkelheit berells auf 1000 Meter sichtbar gewesen wäre. Die zahlreichen auf dem Feld tätigen Arbeiter hätten diesen Lichtschein unter allen Um- ständen bemerken müssen. Gnbrecher im Hausboot. In das Bootsrestaurant am chavelufer mllsrhalb des Grunewtlld-Turms wurde«in Einbruch verübt. Das Bootsrestau- rant, da« feit sechs Jahren vielen Berlinern bekannt ist. wird auch im Winter bewirtschaftet. In der Nacht von Donnerstag zum Freitag war das Boot ohne Bewachung, diese Gelegenhcll benutzten die Einbrecher. Durch«in Fenster fliegen sie«in und entwendeten ver- schieden« Vorritte. Mitteilungen zur Ermittlung der Täter werden an die Kriminalpolizei, Revier 154, Berlin-Grunewald, cherthastraße, erbeten. Wetter für Berlin: Wechselnd bewölkt, leine oder unerhebliche Schneefälle, leichter Frost, schwache Westwinde.— Für Oeulschlaitd: Im westlichen Küstengebiet bewölkt mit Temperaturen nahe bei Null, sonst Fortdauer des ruhigen Frostwetters, nirgends Nieder- schlüge von Bedeutung.__ Theater der Woche. Vom-t-t. bis 19. Januar. Volksbühne. am Kilomplak: ÖHmn. 11., 11H lütr, �olufto. IS., US Uhr, fionent: Stom glscher. Staats kheater. Staat»«»« Hat«»Cm Sisbejx: 11. ßdtter&SinmnuRg. 12. Spiel aber Ernst. 13. Maslenball. 14. Meiste rstnq«. 16. Sürst gqor. 1«. Der LiebestmnI. 17. Die Madit des Schicksal». 18. Tannbäustr. 13. stRobame Sutierfli). Staat-aper aai Plah bei Stcpablil; n.. 15. Barbier ran Sevilla. 12., IT. eann». IS. San» Seilins. 14. B erkaufte Braut. 16. Der ffteifchüts. IS.(Sonnen. 19. SaubttfTÄe. Städtisch« Spar: 11., 19. Siüisel nnö Sretel. Die Bupv-nse«. 12. Daun. Häuser. IS. Einum» Boccanegra. 14. Zauberflüt«. 16., 18. Don Pasaual«. 16. Pique-Dame. 17 Ton Giovanni. Staatlich«, Schauspielhau»: 11., 12., 16., 17., 19. Iuuqfrau tum Orlean«. 15. Oedipue. 14. Siebe auf bem Laube. 15. Minne von Barnhelm. 18. Ein besserer Herr. Staatliche, SchUier-Zheater: 11., 12., 16., 17., 19. 100 000 Taler. 18. Journalisten. 14. San Carlos. 19. Der Traum, ein Selten. 18. fflotion Geper. Theater mtk festem Spielplan: Theater am Schiffbouerdamm: Die Quadr-itur be» Kreise».■— Deutsch«» Theater: Elisabeth otm Enqlonb.— RomnctfpleJ«:?ul«». Zuliett«, Julien.— D«a Jtamäbic: Tie ssoc.— Samödieuhau»: Cocktail.— Große« Schauspielhau,: weißen Riist'l.— Theater de» Westen»: Bittoria unb ihr Husar.— Tomisch« Oper: Peppina.- Deutsches NSuftler Theater: Zum goldenen Anker.— Sienaissanee-Theatcr: Muß die Kuh Milch»eben?— Lesswg.Theatrr: Mamsell Ztttouchc.- Theater am«ollcaborsplaß: Gastspiel des Japanischen Theater».— Theater in der Behreostroßc: All»-, stir Marion.— Retropol- Theater: Schon ist die Welt.— Berliner Theater: M> 12. Regtmeutolochter.—«eue» Theater om Zoo: Da» dfsentliche Äergernis.— Die 4Tribüu«: Gtienne.— Ztose-Theater: Die Tollarpriiuctiin. 17. Nachtvorstellung: Tie Dollarpritttesstn.— Theater in der klostcrstraßc: Der irodliaie Weinderq.— Schloßparl-Theater Steglih: T* ilärtlichen Berwq übten.— Wintiroarten, Bla,a. Scala: Internationale» Beriet«.— Reio»haScu-Theater: Stctiinee Sänger.— Theater am stottduster Tor: Elite-Sänger. Thealer mit wechselndem Spielplan: Berliner Theater: 11 Mr». Ehenen» End«. W 12. Di« Regmiente'ochter. — Thea!» ia der Strescmaurftraß«: Bis 13. Gin idealer Gatte. 14., 15. Geschlossen. Ab 16. AmrV.trron ÄS.- Wallnrr.Theaicr(Piaeator-BsthaeZ: Bis IS. Mond von links. 13., Ii. Geschlossen. Ab 15. Tai Dang erwacht. Nachmiltagsveronstallungen: Bolksbühae. Theater am Bülowplaß: 18. Misflsstpvi.— Deutsche» Theater: 18. Der Schwierige.— llomw erspiele: 18. Krankheit der ssugenb.— D>« Somedic: Der Tiener zweier Herren.—»omödieuhaa»: 18. Das Aon'o T.— Große, Schauspielhaue: 11.. 18. gm weißen Nbss'l.— stamisch« Oper: 11., 18. Pepp.na.— T rutsch«, Künstler-Theater: 11., 17., 18. Gmil und bie Tetektive.— Ztenaissonee-Theater: 11. Voruntersuchung.— Btnea Theater am Zoo: 11. Äasperls Wunberkabinett.— Dl« Tribüne: 11., 18. Ctiennc.— Rose- Theater: 18.. 14., 15.. 16. Zwangs« inquartierung. 18.. Uli und 17% Uhr: Tie Dollarprimeslin.- Theater in der Klosterstraße: 11, 18., 15 Uhr und 14., 16 Uhr: Hansel unb Gretel. IX., 17 Uhr: Sllin««Ittchsn. 12.. 15. Wilhelm Tell. 17., 16 Uhr und 18.. 17 Uhr: Aschenbrbbsl.— Wiutergarteu: 11-, 17.. 18. Internationales Sarietö.— Plaza, Scala: Internationale, Pariet«.— Reick«. hallen-Thcat»: 11.. 18. Stettin« Sänget.— Theater am Kottbusse« Tar: 11., 18. Gltte-Sänger. Erftaufführullgeu der Woche: Doaam�ag. stäbtische Oper: Dan Pasqual«.— Viaeatvi» Bühne: Tai Dong erwacht.— Lustspielhaus: Der Lügner unb b!« Nonne.— Treitag. Theater In der Stresemannstraße: Amphi- trnon 38. Solmsdeock. 10. Januar. Barl! n. 16.05 Obeiing. K. Elbel; Aov ouä Wetterbfldunt u» Wlrtsehastslebea 16.30 Ooerscholtt dardi alle Operp Pacctots. Ak Einlage: Zehn Mtantan Eflm, 18.30 Arbeitsmarkt. 18.35 H. H- Hellmnt: Acht Standen hinter dem Ladentisch. Erlebnisse beim Inventur-Ausverkauf. 19.00 1. Schumann: Arabeske, op. 18;?. Papillons, op. 2(Prof. Moritz Meyer- Mahr, Flügel). 19.30 Cnrica Handel-Mazzctti(zum 60. Geburtstag). Einleitende Worte: Heinrich Bachmann. Aus den Werken: Käthe Graber. 20.00 Kurlose Geschichten(Heiteres obcrschleslsches Punk-Onartctt. Ltg.: Dr. W. Schön, �lügel: Q. Richter.) 20,30 Aktuelle Abteilung. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Kabarett. Gastspie! der„Aktuellen ricinkanstbühnc".(Elke Hacdrlch. Eise Hauck, Otto Lutz,.Tnlius Klee. Günter Ruschin. Flügel: Leonhard Heinrich.) 22.15 Wetter-, Tages- uud Sportuachrichtca. AnschlicBcnd bis 0.30 Tanzmusik., K ö n I g s w u s t e r b a q t c•. 16.00 Rektor Karl Hahn und Stud-Rat Dr. H. Christians: Streitgespräch über Sprech chor. 16.30 Hamburg: Konzert 17-30 Landrat Kogge: Vom Lebenskampf der OsUeeflschor. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene» 18-30 Prof. Dr. Poll: Qrundproblerac der Lehre vom Leben. 19:00 Arthr von Macbuj: Landschaft und Charakter. 19.30 Lesesturide. Heinrich vön Kleist(tmaauel bin Öorion� 20.00 Köln: Lustiger Abend. Sonntag, II. Januar. Berlin. 7.00 punKgimnisOk. AnscbiieSeaO Frtlhkonreit 8.00 Für den l�nchwirt. 8.50 Morgenleier. 10.05 Wettervorhersage. 11.35 Ans dem ehemaligen Herrenhaus: Austchuitt aus dar Feier ultSIteb de« 40iShrigea Bestehens der Arbettarbildungsschule, Berlin. Dia Wisseu- schaft und die Arbeiter. Festrede: Staats minister Adolf Grimme. 12.00 LeipMg: Konzert 14.00 Jusendstunde. Gruses- and Gespenstermiichen.(Usa Tetrner.) 14.30!. Mozart; Fantasie C-Moll(Eta Harich-Schr, eider. Flügel). 3. Gr- sänze(Adelheld Armhold. Sopran; Flügel: Bürger), i Chopin: Drei Mazurken(Eta Harich-Schneider). 4. Lieder(Adelheid Armhold). 5. Busoni; Kamner-Fantasie über„Carmen"(Eta Harich-Sdinesder). 15.30 ileinrlch Lerscb: Eigene Dichtungen. 16.00 Chansons.% 16.35 Philharmonie: o. a. Mozart: Trio G-Dur. I/.OO Königsberg: Konzert. 18.00 Dr. A. Fanck; 10 Jahre Berg- und Sportfilme. 13.30 Chöre. 19.00 Sportnachrichten. 19.13..Lord belp mc." Ein Mogergottesdienst In New York. Tsht: M. ir.l Hansmann(dazu Schallpiatten).(Sprecher; der Autor.) 30.00„Goetze— Jessel— Knopf(au, ihren Operetten). 32.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. KSnlgssrnsterhatisaa. 7.00 Hamburg: HssenkonzerL Ii. 00 Od.-Stod.-Direktorin Dr. E. Malz; Nachhllfestunder. 12.00 Leipzig: Konzert. 18. 00 Menschen Im Beruf: Der Chauffeur(Zwiegespräch). 18.30 Dr. Hoffmann-Harniscb; Große deutsche Schauspieler(mit Schallpletteu'). 19.00 Mag Mezger: Madagaskar. 19.30 Wllhelntine Mohr: Mutterschaft. Berantwortl. für die Bebak' Ion: Herbert Sepore. Berlin: Tngeigen: Tb. Stock«, Berlin. Perlag: Vorwärts Berlag ffi. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärl, Buch. brucherei unb Berlagsanstalt Paul Singer& Ca. Berlin SB 68, Linbepstraß« S. Hierin 1 Beilage fSonnab� 10. I. Staats-oper Linter d. Linden 131. A.-V. 20 Uhr lAmiz, der In Ende 22V. Uhr »b Plilt dir hooStll. 108. Ri-S. I9«(j Uhr Rigoletto Oiflutl. KartanrtMl Ende g. 23 Uhr Sonnnb, 10. I. StSflt. Oper B;smarcksir. Turnus IV 19 Uhr Lolieogrln Ende?3>r- Uhr StaatL Scbaitsih. (je Dradimaiuntl. »13 A.-V. 30 Uhr Ein hessersr Herr Ende 33V« Uhr �LStMlier-Hieater.Oiaritbg. ?0 Uhr Don Carlos Ende 33 Uhr Berliner QlkfriO N a■ k• 1 1••~ Ultastt. 74/7U SCAtü Tial. 5 u.•Vi Uhr— B 5 Bard. 9250 Naohip. 60 Pt. Mi S M, abanü« 1-9 M Bant all u. GamU, Mnv.-Trio SchaofTM KOmathrr.Ba PLAZA i uji.» i. ei« Bannt. 2, Sa. 8» | Alex. E 4 B06B I. Vorstellung 50 Pf. bia 1 M II. und III. Voret. 1 bl« 3 M FRATELLI N I•Trio Sfax. Gjuo, Gaetavo«law. VoUMbtiline Tkulr» KUnriliti. 8 Uhr Liliom von FranrMotnar lighiKirlliiiaMirtii! 5taatl.S4iiler-T)i. 8 Uhr Don Carlos üiitsöi« maiir 8 Uhr Elisabeth von England von ftrd Breduitr iRiti dt im anoci Kammerspieie ?/. Uhr JUI6S uiiane unesi von Tristan Bernard' Famlliefl- Nachmittage 530 Uhr riader eh 9. Jenosr'-den DioeUr. MlthrMh. hecaereur md Fretter JSwaagieinüiiartieninr* Praise 0,30-1.50 M Varratkaaf tat eröffnet (Kinder haben Zutritt) ROSE THEATER Orale Frankfurter Strafe 132 BUIettkuu: Alex 3432 a. 3434 (D-Btha; Sbnibtrrrr Flu«; Vehar iivui/a iiiuhiui DieDollarprinzessin M_______ schreibt die ProRset „BlitssabOdr* Bühnenbilder, verstärktes Or ehester, ver- fiißerter Chor, erste Garnitur Darsteller sichern dem Volks- theaxer im Berliner Osten viele atssverhaufu VertteUungeH.* TItlldi S.I5 Uhr Sonnabend 7 und 10,15 t'hr Sonnugs 2.30, S.4S und 9Ubr Die Komödie St/e Uhr Die Fee vid Franz Molsar Regli: Sftfaa Hool Neues Theater am Zoo ti Muli. Ion. StpL(55< Täglich 8V» Uhr Oer fr- Lacherlolc> Buido ThieiSGher oas öffentliche oergernis Preise I bis 8 M. Sonntag 3 Uhr Cespars Vonderkahlnett Piscaior-sa&ae (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Z'i« Täglich 8 V» Mond?on links Preise OLächäUlO M. Konkurrenzlos! M Rollfilm-Klappkamera 6X0. 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Rang 60 PL Sonntag, den 11. Januar mittags 13 Uhr . SprÄbpild Sonnabend, tO. Januar 1931._ Schicksalswende an der Westfront Chemie des Demes- marne- Villers cotterets Di« deutschen Trupp«?, ine in den ersten Junitagen 1918 an der Westflante der Offensivfront Soissons— Compiegn«— Villers Cotterets den Angriff weiter tragen sollten, merkten bald, daß ihnen schwerste Stunden bevor st ehen sollten. Frische, aus- geruhte Truppen warfen sich den in achttägigem Angrijf bereits dezimierten deutsch«? Divisionen entgegen; um jedes Dorf, jeden Waldrand, jeden Bachubergang wurde erbittert gefochten. Das Feuer neu eingesetzter massierter Batterien schlug aus den Wäldern rum Billers Cotterets weit in das Hinterland, Flieger- jchwarm« grasten die Straß«? ab, kurzum, alles deutete darauf hin, daß hier an ein Fortführen des Angriffs nicht mehr zudenken fei. Mitte Juni erstarrt« denn auch die Front in einer für die Deutschen denkbar ungünstigen taktischen Lage. Die weit nach Süden vorgetriebene Ausbeutelung derFront bis zur Marne forderte n?it ihrer langgestreckten offenen Weftflonke geradezu einen Flankcnangrifs der Franzosen heraus. Das Wort eines höheren deutschen Generalstäblers, ,cher feindliche Heer- sichrer, der uns so stehen läßt, verdientege hängt zu werden'. fällt in diesem Zusammenhang bestmders ins Gewicht. Dazu kam, daß die hier eingefetzte deutsche Infanterie in dünner Linie zunächst völlig schutzlos den mächtig auflebenden feindlichen Feuer- überfallen preisgegeben rvar, da die notdürftigsten Gräben und Der- haire erst in wochenlanger Arbeit geschaffen werden mußten. Un° geheuarlich nmr der Raubbau an Menschenkraft, der infolge fehlender Reserven auf deutscher Seite getrieben wurde. Während die Franzosen, Engländer und Amerikaner ihre Kampftruppen fast restlos am vierten Schlachttag abgelöst hatten, blieben die deutschen Divisionen im Durchschnitt zehn bis rnerzehn Tags ununterbrochen in Front. Bon den bei Soisians eingesetzten beiden brandenburgisch-n Divisionen(5. und 6.). die mit dem größten Teil der übrigen Angrifssdioisionen bereits bei der Amiens- offensive schwere Blutopfer gebracht hatten, wurden die Truppen erst nach siebzehn Kampftagen herausgezogen. Bei einer Kampfkmst ron höchstens 6009 Mann hatte die S. Division 101 Offizier« und ZHo Mann verloren. Nicht viel bester erging es anderen Truppen- teilen. Viele Kompagnien wiesen noch eine Kampfkraft �von 30 bis 50 Mann auf, es gab aber bereits Bataillon«, die rmr wenig über 100 Gewehre zählten. Reben den blutigen Verlusten fordert« dazu die Grippeepidemie schwere Opfer. Reimsoffensivc und Marneübcrgaug. Di« deutsche Heeresleitung sah mit dem Abmarsch der feindlichen Reserven von der Flandernsront den Zweck der Offensive im wesentlichen erfüllt. Sie bereitete zur Ab- schnürung von Reims und zum Ausgleich der Marne- und 0 hampagn«fro>?t ein« letzte Te i[ o ffcn sine in der Champagne und über die Marne bis Cpernap vor, um sodann zum entscheidenden Schlage in Flandern Anfang August cnszuholen. Hierfür waren bei der Heeresgruppe Rupprecht von Doycrn 32 Divisionen aufgespart worden. Di« deutsche 7. Arme« zwiihen Aisne und Marne hatte wiederholt und dringend auf die Gefahren der offenen West flanke hingewiesen. Don Anfang Juni bis Mitte Juli waren bereits<0 feindliche Teil- angriffe gegen die dortige Front vorgeprellt. Die Truppe meldete systematisches Emichießen der französisch-amerikanischen Batterien. Daß die Operationsäbtellung der Obersteu Heerrsleikung diese lDarnungcn u??d Hilferufe als Gespensterseherei abtat, ist vor der Geschichte durch uichk» zu rechlferligen; auch nicht durch die Cr- Wartung, dem Gegner bei Reims und an der Marm zuvorzu- kommen. Dieser Angriff, nrn 15. Juli, soll!« zu einer schweren Niederlage werden. Er war in allen feinen Einzelheiten teils durch Spionage, teils durch erpreßte Gejangenenaus- sagen bekanntgeworden. Entscheidend waren aber die Aussagen eines deutschen Pionierhauptmanns, der entgegen strikten Bes«hl über die Marne geschwommen l?>or und gefangen wurde. In diesen? Falle ist ossenbar bewußter Berrat verübt worden. So vor- bereitet, erwartet« die französische Armee den Airgrift sozusagen m i t der Hand am Abzugsbügel. Das deutsche Trommelfeuer in der Champagne lag wirkungslos über den geräunrten ersten Stellungslinien und vor dem dichtbesetztcu zweiten und dritten Stellungzsystcm zersplitterten die deutsche,? Angriffstruppen in zweitägigen verlustreichen Kämpfen. Stunden des Grauens durchlebten inzwischen die S t u r in t r u p p c n an der Marne. Die Ufettändcr und der Fluß lagen in den Morgenstunden des 15. Juli unter verheerendem feindlichem Sperrfeuer. Zwischen den hochauffpritzenden Fontänen wanden sich die Pontons der Pioniere mit ihrer Menschsniracht. Zahlreiche Bolltreffer in den überfühtcn Booten riefen graueichaite Verluste hervor. Trotzdem ging der Stoß kilometerticf südlich der Marne vor. lief sich ober dann vor Epernay fest. Nach der schweren Niederlage in der Champagne tonnte die Räumung dieses mit schwersten Blutopfern erkämpften Marnebogens nur- ine Frage von Togen sein. Jochs Gegenosfensive bei villers ColteCls. Ludendorff war noch der Einstellung der Reimsoffensivc am 17. Juli nach Möns in das Hauptquartier der Heeresgruppe Rupprecht von Bayern gefahren Mitten in die Besprechungen scher die Vorbereitungen des Flanderangriffs rostelt das Telephon. Ludendorsf wird verlangt. Was er aus den kurzen dräng enden Worten entnimmt, ist, daß aus den Wäldern von Dillers Cotterets von Soissons bis zur Marne ein f r a n z ö s i s ch e r Massen- angriff eingefetzt hat. Hunderte von neuartigen Tanks, klein«, niedrige, äußerst belveglichc Maschinen haben an zahlreichen Stellen die Front durchbrochen, wilde Infanterie- kämpfe sind im Gange. Die Lage sei sehr ernst. Ludendorff bricht di« Besprechungen ab und fährt sofort in das Große Hauptquartier zurück. F o ch hatte bereits Mitte Juni«inen Großangriff gegen die so leichtfertig entblößte Westflanke der deutschen Front beschlossen. Sein Plan ging aber weiter. In einer gewaltigen Zange, deren eine Klau« bei Sotssons. die andere südwestlich Reims anpacken sollte, gedachte er die 7. deutsche Arme« in einen? riesigen Sack abzuschnüren. Dazu rnußte er aber erst den deutschen Angriff bei Reims und an der Marne abwarten. Un? kriegerisch« Creigniste bilden sich bekanntlich sehr schnell Legendem Wie z. B. um Tamienberg, wo Zehntausende Russen im Sumpf er- stickt sein solle??, haben sich auch um Villers Cotterets Legenden ge- bildet. So hat die Sage den Angriff von Pillers Cotterets zur Kriegsentscheidung gestempelt. Das ist er aber in keiner Hinsicht gewesen. Im Gegenteil. Fochs st rateg isch großer Gedanke wurde in den Großkampftogen beiSoistons— Marne— Reims nur zum geringsten Teil in die Tat umgesetzt. Lag es an dsi? Reibungen der einzelnen französischen Armee- sührer. war di« Truppe nicht mehr recht angrifssfähig, so- bald sie aus der Trommelfeuerzon« Heraiis kam? War schließlich die Widerstandskraft der deutschen Truppen noch «rheblich größer, als die feindliche Heer«slettu??g sie eingeschätzt hatte? Sicher haben all« diese Momente bei dem Mißlingen der Fochschen Gegenoffensive mitgesprochen, entscheidend ober?oar, daß die angegriffene deutsch« 7. Armee, deren Warnungen von der Obersten Heer«sle>tu?rg so oft in den Wind geschlagen waren, sofort die zentralen Gefahrenzonen bei Soissons und Reims er- kannte und alle verfügbaren Kräfte zum Abstützen dieser Fronten einsetzte. Es lag auf der Hand, daß das Schicksal dieser ganze» Armee besiegelt war, wem? es Petaü? gelang, die deutsche Front au dieser östlichen urid westlichen Ecke aus den Angeln zu herbem Alläh-ftir die vier Zstmsionen, die jenseits der Marne in flachem Bog«? lagen, bestand dl« Gefahr, in den Fluß geworfen und vermchtat zu werden, falls der Gegner hier gleich am 18. Jul« konzentrisch angriff. Da die Marne selbst unter schwerem Douerfeuer lag und ein Teil der Rotbrücken den ständigen Fliegerangriffen zun? Opfer gefallen war, mußt« ein« Unterstützung der südlich des Ibisses liegenden Truppen als aus- geschlossen gellen. Unbegreiflicherweis« unterblieb der feindliche Angriff, obwohl der dichte Feuervorhang über dem Fluß das Aergste befürchten ließ. So konnte in der Nacht zum 20. Juli die Räumung des südlichen Marnebogens ungehindert vom Gegner vor sich gehen. „Es ist halb zwölf.. Um 12 Uhr soll dos letzte Geschütz, um 3 Uhr die letzte Infanterie drüben sein. Uns fehlen noch Pferd«, ein« elende Sache. Die 7. Latteric kommt im Trab« vorbei- geprescht. Mit zwei Pferden und dem letzten Geschütz konmien nur in S. an. An einem Brunnen saufen wir wie das Vieh. Die Hauptstraße können wir nickst ziehen, da ist Munition in Brand geraten. Auf Umwegen durch das brennende Dornums. Die Gardebrücke ist zerstört. Zwei Divisionen aus dem Rückzug ohne Brücke! Bei Pincenncs kommen wir endlich über die dortige nach erhaltene Brücke."(Bericbt des Batterieführers.) „Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen die Jäger trupp- >?>elje die blutgetränkte Wahlstatt. Im Glanz des Mondes liegt das Mantetal. Wie ein Leichentuch breitet sich mitleidig«in Nebelschleier über Wald und Flur. Silberhell glänzt der Schicksals- fluß. Nach Mitternacht hatten die Trümmer des Regimertts auf der einzigen Brücke, die in der Mitte schon knietief im Wasser lag, und aus jchwankcnden Stegen die Marne trotz schwerer Beschießung überschritten. Als um 5 Uhr der letzt« Jäger den Fluß h!?tter sich hatte, sprengten Pioniere di« Brücke in di« Luft."(Geschichte des Jagcr-Regts. 3.) Der Keim zur späteren Niederlage. Am fünften Tage der Offensive sah sich Foch veranlaßt, i» d i e Führung Petains einzugreifen. Die deutsch« Abwehr- taktik an den gefährdeten Flankenpunktcn rückte seinen Plan,„hie deutschen Kräfte südlich der Aisne zu vernichten", in immer wettere Ferne. Er befahl daher, durch zusammengeballte Stöße wenigstens «ine dieser beiden Flanken zum Einsturz zu bringen. Dazu war es jedoch nach Eintreffen deutscher Heeresreseroen bereits zu spät. Foch konnte zwar auf einen Tiefeneinbruch bis zu ll Kilometern und ein« Beut« von 25 000 Gefangenen zurückblicken, aber di« heiß erstrebte Entscheidung durch Abschnüre,? des Frontsackes gelang ihm nicht. Unterdessen hotte es auch bei der deutschen Führung schwer« Differenzen gegeben. Die Heeresgruppe Krön- prinz drängte auf Rückverlegung der deutschen Front bis zur Desle südlich der Aisne, um neben der Kräftecrfparnis damit auch der Rachsdiubfchwicrigkeiten und der ständigen Flonkenbcdrohung zu begegnen. Die Oberste Heeresleitung dagegen trug sich sogar mit dem Gedanken eines Gegenstoßes, da sie durch die schnelle lieber- Windung der Krise bei der Truppe die Lage wieder«rheblich günstiger beurteilte. Diese Gedankengänge der Heeresleitung zeigen «ine ganz grobe Verkennung des physischen und moralischen Zustarrdes der überanstrengten und abgekämpften Truppen, di« sich in den folgendeil Monaten noch surdftbar rächen sollte. Der endgültige Rückzug hinter die Vesle und Aisne wurde schließlich gegenüber der Obersten Heeresleitung zum 1. August doch durchgesetzt und reibungslos vollzogen. Damit waren die am 27. Mai durch die deutsche Offensive begonnenen Kämpfe zwischen Soissons— Marne und Rebus zunächst abgeschlossen. Kviegsentscheidend war also der großangelegte Fochsche Zarrgen. angriff nicht. gewesen, Die ihn» durch-die. schweren Fehler dar deutschen.He«re?le»wng daraebotsne glänzende Gelegenheit einer Bernichtungsschlächt noch dem Muster von Tannen» berg und der Wirtterschlacht von Maßiren hatte die Standhaftigkett der deutschen Truppe verhindert. Kriegsentscheidend aber war die durch Fachs Angriff erhärtete Tatsache, daß die deutschen Oftensiwm des Jahres 1918 die Reserven ker Entente keineswegs aufgebraucht hatten, daß diese im Gegenteil noch derart stark waren. um nun den Generalangriff auf die deutsche Westfront zu beginnen. Mit dem Gegenangriff Fochs aus den Wäldern von Villers Cotterets bis nad) Reims war Hindenbiirg und Ludendvrft das Heft aus der Hand genommen. Das Gesetz des Handelns wurde jetzt von der Cntent« diktiert. So trifft dos Reichsarchiv mit der kritischen Feststellung das Richtig«, daß in dem Siege vom Chemii? des Domes die Keim« zu unserer späteren Niederlage verborgen läge». Or. Rolf Bathe. »na»» bei dbh abbbit NACH K1NDBRBERICHTEN VON CARL BANTS Die Arbeit der Väter ist durchweg eine gleichförmige, nüchterne und langweilige Angelegenheit. Wer nun aber glauben wollte, daß diejenigen, die sie ausüben, damit ebenso dumpf und stumpf geworden wären, der irrt gewaltig. Es ist ein Gebot der Selbst- «rhallung, dos schwer Erträgliche mit Humor zu würzen, und so ist gerade der Arbeiter allezeit aufgelegt, irgendeinen Jux bei seiner täglichen Beschäftigung anzustellen. Da wird das Werkzeug versteckt oder festgebunden, um die LiUzu Eifrigen zu bremsen. Da wird der elellriiche Strom an die Wasserleitung oder an, einen Mctallgrifj eingeschaltet, damit der erste, der ihn anfaßt— meistens«in unbeliebter Kollege oder Vor- gesetzter— einen gehörigen Schlag erhält. Da wtrd irgendein Neuling getauft, indem dieser beim Oefft?en einer Tür ein« ver- borgen« Schnur betätigt, di« einen oben angebrachten Eimer Wasser zum Kippen bringt. Neulinge si??d besonders die Stifte, die am 1. April, einem Iuxtag» erster Ordnung, ollen möglichen Schabernack über sich ergehen lasse» müssei?. Ucber der Arbeit fliegen Scherzworte hinüber und herüber. Lieber Gott, laß Abend werden� möglichst noch vor Frühstück!- lautet ein oft geäußerter Stoßseufzer. Wer sein Frühstück ver- gössen und nur ein mis dem nächsten Laden besorgtes Wurstende zu verzehren hat, tröstet sich mit dem neckischen Spruch: In der Not schmeckt die Wurft auch ohne Brot. Der Beneidenswerte, der statt Brot Kuchen vom letzten Fest- tag mltbekonrmen hat. entschuldigt sich ob seiner Schlemmerei mit den Worten: Not lehrt Butterkuchen essen. Zur Arbeit nicht, zum Müßiggong sirrd wir bestimmt auf Erden! So verändert einer«in klassisches Zitat, indem er sich wieder an die Werkbank begibt. Jmerhin soll man mi? der Arbeit Haus- hälterisch umgehe??. » Arbeit kriegeu ist leicht: Arbeit behalte», das ist die Kunst! Ein Wort, das in dieser arbcitsknappcn Zeit wirklich eine traurige Berechtigung hat. Tröstlich verkündet ein Spruch an der Wcrkstcllenumnd: Wer Dag for Dag sien Slrbeit deit und jümmer op den Posten stell. »nd deit dat god und deit dot gern, de dorf sick nk mal amüseern! Kommt aber der verhaßte Montag, so singt wohl ein Heber- mutiger in froher Erinnerung an den fidelen Feiertag: So länq de Buk in de West noch paßt. wird keine Arbeil angefaßt! In Wirklichkett aber hat der lustige Sänger sein« Arbeit viel zuhieb, als daß er sie leichtfertig verscherzen oder fahren lassen würde. Nach der einstimmigen Meinung aller Arbeiter hat es mit dem Lohntag selten sein« Richtigkeit: er fällt durchweg mindestens einen Tag zu spät in der Woche. Ich wollte, wir kriegten Mittwochs(Seid, dann hott ich wenigstens am Donnerstag noch was! Das ist ein trauriger, aber oft nur allzu berechtigter Wunsch. Im übrigen ist der Lohntag ein so hoher Festtag, daß der Arbeiter ihn mit den gewiß respektvollen Worten begrüßt: Heute kommt Hindenburg! Ülll« Seufzer und alle Scherze, die die täglich« Arbeit de- gleiten, zeigen im letzten Grunde, wie inmz und mit allen Fasern der Arbeiter mit ihr r>erwachsen ist: sie bilden die Würze zu dem harten Brot seiner Lcbenstage, bei welchem er manchesmal reichere Zukost entbehren muß. Der Humor söhnt ihn mit dem Bittersten aus. Mögen Denker sich um die Lösung sozialer Probleme ab- mühen— der Witzbold schlägt sie alle aus dem Felde mit der ein- fachen Neberlegnnz: Ich wollt, ich war ein Huhn, dann braucht ich rnchts zu tun. Ich legte frühmorgens mein E«— uttd hatte den ganzen Tag frei! Pistulla bleibt Meister Halbsdiwer�cwidits-Boxmeisterschaft in Köln unentschieden Das keineswegs risikolos« Untersangen der Leitung der K ö l n e r Hein landhalle,, den Äompf um die deutsche yaldschwer- gemichtsmeisterschast zwischen den, Titelholter Ernst Pistulla und seinem Heraussorderer, dem starken Alsrcd ch e u s e r- Bonn, vor der Boxsportgewcindc der' rheinischen Domstadt zur Durchführung zu bringen, wurde durch dt«?llm>esenheit von etwa 6000 Zuschauern delohnt. Der Hauptkampf, zu dem Pistulla 157 Pfund und Heuser 154,2 Pfund in den Bing brachten, endete nach Ablaus inst dem Ergebnis„Unentschieden", wamst Pistulla seinen Titel«r- folgreich verteidigt hatte. Wie erwartet, begann Heuser da» Gesecht mst stürmischet, An- grissen. die aber bei dem gut deckenden Pistulla vorerst keine Wirkung hcrvorriese». So verliefen di« beiden ersten Runden ausgeglichen. Der nächst« Kampfabschnitt sah aber Heuser in Führung. Der Bonner trieb Pistulla in der dritten Runde vor sich her, tauschte mit ihm in der nächsten heftigen Schlagwechsel aus, der zu seinen Gun. sten entschieden wurde und hatte schließlich den Titelträger in der fünften Runde am Rande der Niederlage. Dach ließ Heuser seine große Chance aus und setzte dem an- geschlagenen Pistulla nicht nach. Auch m der sechsten Runde konnte Heuser einen Vorsprung nach Punkten herausholen. Doch dann wandte sich das Bild. Pistulla griff den nachlassenden Heuser heftig an, doch zeigten seine Schläge keine Wirkung. Immerhin behielt er di« Führung des Kampfes bis zur vorletzten Runde, in der Heuser, wieder frisch geworden, noch einmal ganz aus sich herausging. Auch in der letzten Rund« versuchte Heuser mst letzter Kraft zun, entscheidenden Ziele zu gelangen, aber vergeblich. Die Richter ver- kündeten ein Unentschieden, dos den Kampiverlauf an, besten wiedergibt. Heuser hatte vielleicht«inen kleinen Punkwonprung, der seinen Sieg aber kaum gerechtfertigt hätte. » In» Spichcrnring Gleich am ersten Abend viel Lärm Gleich bei der ersten Veranstaltung des Ständigen Ringes im neuen Jahr gab es gestern abend einen unnötigen Skandal. Nach Beendigung des Hauptkampfes im Mittelgewicht zwischen Lei dma n n- München und A n k l a m- Berlin setzte ein heftiger Publikumsprotest ein, als das Treffen unemschleden gegeben wurde. Der größte Teil der Boxgemeinde wollte durchaus den Ber- liner als Sieger sehen, obgleich Leidmann zumindest gleichauf, wenn nicht sogar durch genauer« Arbeit mst einem geringeren Punktplue vorn lag. Schon während der Runden kam es mehrfach zu unlieb- iam«n Störunzen, die den Verlauf des Treffens namrgcmäß beein- flußten. Auch über den zweiten Msttelgewichiskampf waltete kein guter Stern. Waller Funke- Berlin trai gegen Otto Lauer- Saarbrücken an. Kurz nach Beginn der ersten Rund« bcrcsts unter- lief Lauer ein klarer Tieifchlag. der feine sofortig« Disqualifikation zur Folge halle. Ein« kleine Ueberraschung brachte Willi S c i ß l« r- Berlin, der nach einem flotten Kamps den physisch benorlellten ll l r> ch- Hamburg unerwartet klar n8ch Punkten schlug. Eine erfolgreiche Wieder- aufcrstehung feierte der Berliner Halbschwergewichtler Max D i c ck- mann. Er zwang K r« i n e s- Mannheun nach mehrmaligem Niederschlag in der vierten Runde zur Ausgäbe. Wenn nicht olles täuscht, dürste auch mst Dieckmann nach diesem vielversprechenden Start wieder zu rechnen sein. �n Herrn Sdhmclin�! Das Präsidium der Box.f portbehörde Deutschlands beschäftigt« sich auf einer500 Tauben ein unerwartet hohes Meldeergebnis erzielt worden. Aber nicht nur die Quantität ist bestechend, sondern auch die Qualität. So'fehlt es nicht an wahren Rekordtauben, z. B. solche, die die Streck« Budapest— Aachen. Harroich— Berlin, Insterburg— Basel mehrfach durchflogen haben.» lieber 3000 Nennungen hat das Reit- und Fahrturnicr crziell. Die überraschend starke Besetzung aller ausgeschriebenen Wettbewerb«, die Elitepferde wie: Caracallo, Draufgänger, Gimpcl und das holländische Elstevferd His Excellencc am Start sieht, hat die Leitung veranlaßt, das Turnier aus 12 Tage zu verlänger». Alle Jäger Deutschlands erwarten mst Spannung die unter den, Protektorat des Reichspräsidenten stehende„DeutfcheIagdaus- st o l l u n g" der Grünen Wach«. Durch den Rcichsjagdbund ist die Veranstaltung in mujtcr.zülliger und großzügiger Farm durchgeführt und wird mit ihrer starken Beschickung, nachdem di« Deutsche Jagd- ausstellung 1930 infolge des strengen Winters 1929/1930 ausjallen mußt«, einen umfassenden lieberblick über den Stand des deutschen Wildes geben. Eine wichtige Ergänzung für all« diese Sportarten, die größten- teils draußen in der Natur betrieb«, werden, ist die Natur- schutzausstellung, die non der staatlichen Stelle für Natur. denkmalpslcge Berlin durchgeführt wird. Sic wird allen aktioen Sportleuten und Freunden der Natur zur Warnung die unter Schutz gestelllen Tiere und Pflanzen der deutschen Lande zeigen und den Sporisleuten und Wanderern die besten Hinweiie bieten, Schäbi- gungen und Verunstaltungen das Landtchaftsbildes Z» vermeiden. &aAxdUooJUi' Die Spiele am Sonntag In Punkt kämpfen stehen sich im l. Bezirk Fürsten- wald« 2 und FTGB.-Olten 3 in Fürstenwaide gegenüber. Bei den Frauen empfängt Rehselde den ASC. in Rehielde. Im 3. Be zirk spielen Raihenow 2 gegen Wedding 4 in Rathenow und Eiemensstcrdt gegen Ketzin um ll Uhr im Bolkspark Iungfernheid«. Im 4. Bezirk haben nur die Lucketuvatdar Sportlerinnen Wilmersdorf in Luckenwalde als Gegner. Sehr reichhaltig ist wieder das Programm in Gesellschafts- spielen. �' Teltow hat mn 10 Uhr für die 2. Mannschaft Tennis-Rot 1 und stir die 1. Mannschaft FTGB.-Nordost 2 um 11 Uhr verpflichtet. In Bohnsdorf, Schulzendorser Straße, spielen Köpenick 1. Mannschaft gegen Fußballklub Qberspre« um 12 Uhr; Köpenick- Frauen gegen Kaulsdvrf um 13 Uhr: die gleichen Iugendmann- schaft«, um 1334 Uhr und Bohnsdorf 1 Mannschaft gegen Köpenick 2 um 1'5 Uhr. Wildau hat FTGB.-Südost als Gegner,«s spielen di« Iugendmannschait«, um 135? Uhr, die Frauen um 14?i Uhr und die 1. Mannschaft im, 15'.? Uhr. Aul dem Platz au der Schönhauser Alle« spiel«, um 10': Uhr FTGB.-Nordost (1, Männer) gegen FTGB.-Oberjpree 1: FTGB.< Nordring (Z. Männer) gegen FTGB-Rosenthal l um 13.40 Uhr und Nord- rmg-Frauen gegen Tennis- Rot um 14 Uhr. Im Volk-park Jung- fernheide treffen sich Rudervereinigimg 1913 1. Männer und FTGB.-Kanubezirk 2 um 10 Uhr: Charlottendurg-Schwimmer 1 und FTGB.-Rordeu 3<1. Männer) um IZ'.i Uhr: Sicmcnsstadt 2 und Kleingänner 1 um 14 Uhr. In der Bödickerstraße spielen FTGB.-Osten 1. Mämier gegen FTGB.- Baumschulenweg um 10 Uhr: AdA. gegen Proles um ll Uhr und FTGB.-Stralau gegen Nolkssporwcrein Neukölln. Hier spielen die Männer l4'-> Uhr und die Frauen um 1314 Uhr. Im Humboldthain spielen FTGB.-Mitir gegen Ostring um 9 Uhr: FTGB.-Norden l. Frauen gegen Moabit um 10 Uhr und FTGB.-Kanubezirk 1 gegen FIGB.-'Süden 3 um 11 Uhr. In Hennigsdorf spielen die Frauen gegen Tegel um 1414 Uhr und die 1. Männer gegen Wedding um 15 Uhr.— Weste rc Spiele sind Männer Spandau gegen Tegel: Kaulsdors gegen Friedrichsihal: Fürstenwalde gegen Erkner: Bornstedt gegen Zehleudorf: Bernau gegen Ruderverein Vorwärts: Rowawes 2 gegen. Lankwitz 1: Friedenau 2 gegen Marwitz 1: Moabit 1 gegen Iftörden 1. I. Frauen: Baumschulenweg gegen Neukölln und Zeblendorf gegen Süden 2, Sport am Sonntag 3V Arbeitersportler setzen am morgigen Sonntag im Fußball-, Handball., Hockey und Wasterballspiel die Serien- kämpfe fort. Wir verweisen aui die Zlnkündigungen im Sportteil des„Abend" von gestern und auf die weiter uiusn stehenden Be- kanntmachung en. Morgen, Sonntag. 10 Uhr oormiNags. wird die 4. Rund« der, C-Gruppe der Frsien Arbeiterschachvereinigung Groß-Berstn oe- spielt. Es spielen folgend« Abteilungen: Lichtenberg 2— Fried- richshain 2 im Ostkasino Flemming, Simplon- Ecke Gärtnerstrah«: Gartenpsatz— Osten bei Kurkowski, Fc-ldstraße 3. » I Wegen ungenügender Schnetlage muß di« deutsche Rodel» Meisterschaft aus Kunstbahnen in Triberg im Schwarzmold auf den l. Februar verschoben werden.— Der Brandenburgijchc Eks- sportverband Hai für morgen, 9 Uhr. die Austragung der Berliner Meisterschaft im Eisschnellauf nach der Busch-Eisbohn in der Kaiseralle« angesetzt. In der Berliner Tennishalle steigt der zweite Teil des deuisch-srauzösischen Klubtampses, bei dem auf jeiten der Gäste so namhafte Spieler wie Borotra, Bcusius und Brugnou mitwirken. Die Wintertrabrcnnen in Ruhleben beginne» wieder um 12 Uhr. Allerlei Wintersport Bilanz einer Eishock cyrcisc Nach mehr als dreiwöchiger Abwesenheit ist die Eishockeymcuns- schast des Lawn-Tennis-Cstlli-Prag, die auch st, Berlin spielt«, in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Sie hat in dieser Zeit nicht weniger als sechzehn Spiele ausgetragen, von denen nur eins, und zwar gegen den Sportklub Ricsserse«, mst 3: 4 verloren ging, während ein Tressen unentschieden endete(1: 1 gegen Oxford in Berlin). Alle übrigen vierzehn Spiele konillen die Prager zu mehr oder inmber überlegenen Erfolgen gestalten, wie schon das Geiamttorverhästnis von 125: 19 erkennen läßt. Der erfolgreichst« Torschütze der Reisemoimichast. die u. a. auch den Spengler- Pokal nut Erfolg verteidigte, war M a l e c e k mit 53 Trefier». Der Kanadier Dr. W a t s o n, der zuletzt beim Turnier in Neuschmecks nicht mehr mitwirkte, brachte«s aus 36 Tore. H r o m a d t o und« v i h o v e c schössen je 10, Dr. P usbauer 5. Peters? und L u c e r a 1 Tor. Ain GruiBd dieses hervorragenden Ergebnisses hat der tschechische Verband auch die lomplett« Mann- schast des LTC.-Prag mst der Vertretung seiner Interessen bei den Eishockey-Europa. und-Welllneisterjchoften in Krynica betraut. Der Deutsche Eishockeyverband wird den im Vorjahre im Berliner Sport- palast errungenen Europameistertitel nicht verteidigen. * Endspiel um den(doldpokal cou Arosa. Eine unerwartet hohe Niederlage mußte die Eishockeymannschait von Brandenburg- Berlin am Freitag im Endspiel um den Goldpokal von Arosa durch den Eisbockeyklub Dresden hinnehmen. Die Berliner hatten es lediglich ihrer Verteidigung zu verdanken, daß das-Ergebnis nicht zweistellig aussiel. So siegten die in Höchstform spielenden Danoser„mir" mst 8: l<3:1. 1:0, 4:0) Toren, von denen sechs allein aus das Konto von Torriani kommen, während Meng und Geromini je einmal erfolgreich waren» Den Ehrentreiier für Brandenburg ichoß Kucklinfki, als das Spiel 1: 0 für Davos stand. Die Rangfolge des Turnier« lautet: 1. EHE.- Davos: Z Brandenburg-Berlin: 3. Zürcher Schlillschuh-Clud; 4. Wiener Eislau fverein. Skikursc st, Thüringcv. Der republikanisch« Teuliche Winter- sportverband neranftoßet von Sonnabend, 31. Januar bis 8. Februar einschließlich Skikursc für Anfänger und Fortgeschrillen« in Frauenwald im Thüringer Wald. Geiamtpreis einschließlich oller Unkosten und Fahrgeld etwa 70 M. Als Abschluß dieses Kursus finden am 7. und 8. Februar die Meisterschaften des Deutschen Wststersportverbandes statt, zu denen bcrests aus ganz Deutschland sowie sehr bekannte Lätiler und Springer aus den Zillertaler und Oetztoler Alpen und dcr Sllvretta ihre Teilnahme zugesagt haben. Außerdem veranstaltet der Verband ab 15. Januar Skitrockenkurse in der Turnhalle und bei Schncclage im Freien. Kurfusgebühr einschließlich Leihskier 4 M„ für Jugendlich« 2 M. Auskünfte und An- Meldungen an das Sekretariat, Berlin 3W. 68, Markgrafenstr. 22. Die Verbands vereine treffen sich morgen, Sonntag, 9 Uhr beim Restaurant Watdheim am Bahnhof Grunewald zum Skitaufen. Wasscrdalhpicle im Lunabad In den Punktspielen der Arbciter-Wasserballer im Lunabad in Halensee stehen sich am kommenden Sonnabend die Mannschaften der Bereine Berliner Schwimm- Union und Berlin 12 gegenüber. Berlin 12 hat in bcn letzten Spiele» eine gleichbleibcich oute Form gezeigt und geht mit ante» Chancen in den Komps.— Am Sonntag j niest Hello? I gegen Lichtenberg. Letztgenannte haben nur gering« Aussichten, gegen die technisch besseren Hellasleut« zu bestehen.— Beginn der Spiele am Sonnabend 21.30 Uhr, am Sonntag 21 Uhr. Sdhulecrader rieben la Berlin. Wie im Ancksblatt der Stadt Berlin mitgeteill wird, steigt We Zahl der Ruderriegen an den städtischen Schulen Berlins ständig. So wurden an höheren Knaben- und Mädchenschulen 121, an Volksschulen 1 urib an Fach- und Berufeschulen 22 Schülcrriegen im Laufe des Jahres 1930 gezähst. Die Zahl dcr Boote ist von 500 auf 546 gestiegen, die Mitgliederzahl auf 4147. Die Riegen, die in den Schülerruderver bänden Wannsee und Niederschöneweid« zusammengeschlossen sind, veriügen über 3 eigane Bootshäuser, und zwar 2 in Wannsee, 1 in Niederschöneweide. Im verflossenen Sommer konnten den Schulen wiederum städtische Mittel, wenn auch nur in beschränktem Um- fange, zur Vervollständigung bzw. Wiederherstellung ihres Boots- Materials überlasten werden. Starke Ausländsbeteiligung am Berliner Britturnier. Der bemts criofgte Nennungsschluß für das vom 30. Januar bis 8. Februar in Beriin stattfindende international« Reit» t u r n i e r des Rcichsverbondes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts ergibt bei fluchtiger Uebersicht, doß über 3000 Meldungen eingegangen sind. Sehr mterestant ist die starke Beteiligung des Auslandes So kommen ans Italien Major Grai Bettoni, sowie die Rittmeister Lombard!, Olivieri, Jormigli und Filiponi. Schweden schickt die Rittmeister Eolleander, Thelning. Graf von Rosen sowie- die Oberleutnants Francke und Byström, die als Reiter auch in Deutschland einen hervorragenden Ruf besitzen. Weiter stehr die Beteiligung Hollands durch di« Rittmeister Versteagh, de Kruy-s und Breoet. sowie Oberleutnant van Schaik bereits fest. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß auch die Tschechoslowakei bei diesem Turnier hervorragend vertreten sein wird. *0. SVOta. cetinfag, II. tzorniar;«SonSraina na* tto,!». Irfftpur.«'i Ufir fflürtih« Sloh-ibo', Gtnpo.io Wien»r �irjZr. z-l>e>,»buche»»««Bei Ron,»?. 13. Sonuor. 19 Uhr,—««»irf Pbtrfprcr: epnntofl, 11. Januar, 17 Uhr. Ial,r«,persammlun» im ttytfhiiute,. Stirtrrfchöntire iK, SZrtlirrr Ltrabr. An. 'chlirkend z-isaunucnscii,.—»I>d«,b<,'rti«utchritt O-char Xocti. Sltulbr», Sippatftr. tf>. conntaa. tl. Januar, 34 Ubr. Generalvertammtuna bei ZOrnUM, ZlichrrschSn-weilie, Berliner®:r. 97- SS. TralninasaoenS Monlaa ob IS Ubr im Boot-hous.Borwürls", Baumschulen»,�. Badcab nd grella« ab 30 Ubr in ber Baermaldsreahe. Mitalieber können in allen AMeiUinflen, auch in der ?7aiicnabteilunil, noch Äukiahm« finden.— S«,iek A»!cr,b»t! Eonnobcnd. l». Januar. 30 Ulli,.:,o bti Sebnaul. Tidanstr. z.— SZSB. gabrteaautnett« und von dcr»ckch-Itlssiell- ab�uholcn. Tonristenperei»-Sie«oturlrrnnde-, Senppe B-rn,l»«»r»er«, ironuwg. It. Januar: gadrl nach Bir!:»i»rd«r. Treffpunkt b>i> Ubr Bahnhof lbesuna, brunnrn. Schlitifchuhe mitbrinyrn. ------------- O i s sinnigS �rsst��Llsss fllr Ssr�fs 2:wSigS ist ci i 6------------------ StrsiNl««!»-«umI Stferbekasse für das Deutsche Reich • m jaaaur« 1004(■.■<•»««» aclder Er»«Bez■«<■•««:>— iimi» ii»» in« J caSare aoS4 atcairOndoe* die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenversicherungssenutz bietet llaui»iv«rwali«UBSt: Berlin NS4. Oranienburger Stfr. O? und 30O Verwaltungsstellen Im Reich