BERLIN Mttwo» 14. Januar 1931 10 Pf. Nr. 22 B 11 48. Jahrgang Erscheint tSglich außcrS-antags. Zugleich Abendausgabe de«.VorwSrtt". Beplgsxreis beide Ausgaben SS Pf. rrv Woche. 3,60 M. pr» Monar. Redaktion und Expedition; BerlinSWes.kindeoKr.S Anieigenoket«: Di« einspaltige Nonpareillezeil« 80 Pf., Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwäns-Verlag G. m. d.H.. Berlin Nr. 37636. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis SS7 Mues �eichsdefizit Gemäßigter Optimismus des Michsfinanzministers Die allgemeine finanzpolitische Aussprache, die in der Lipung des Reichshaushaltsausschusses vom Mittwoch begann, wurde eingeleitet durch eine grohe Rede des Reichsfinanzministers Dr. Dietrich. Dr. Dietrich führte aus. daß er den voraussichtlichen Fehlbetrag des laufenden Rechnungsjahres auf rund 9 9 0 M i l- lionenMart beziffert habe. Dieser Betrog setzt sich aus 300 Millionen Mehrausgaben und 600 Millionen Mark Ausfall der Ein- nahmen znfannnen. Die Mehrausgaben entstehen bei der Arbeits- Parteitag in Leipzig. Am 31 Mai 1931. Der sozialdemokratische Parteiausschutz, der heute in Berlin tagte, beschlos» in Uebereinstimmung mit dem Parteivorstand, de« diesjährigen Parteitag auf den 31. Mai«ach Leipzig einzuberufen. lrsenversicherung. Er könne mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß bisse 300 Millionen Mark ein« Höchstsumme sind, über die man nicht hinauszugehen braucht. Er hoffe sogar, in dieser Summe noch eine kleine Reserve zu haben, und sie habe es ihm ermöglicht, die Fristen der Krisenfürsorge für die am 3. Novenckcr 1930 in der Krisenfürsorge befindlichen Personen zu verlängern. Auf Gnind des Rovcirlbercrgebnisies fei das voraussichtliche Jahresaufkommen an Zollen und Steuern nochmals genau geschätzt worden, und man sei zu dem Ergebnis gekommen, daß der gesamt: Steueraussall rund 950 Millionen Mark betragen werde, von denen 600 Millionen auf das Reich entfallen. Leider habe nun ober der Monat Dezember einen weiteren Ausfall gebracht, so daß man vorsichtigerweise annehmen müsse, daß der mit 600 Mi!- lione» Mark angenommene Anteil des Reichs an dem Einnahmen- cmssall noch mit etwa 100 Millionen Mark überschritten werden könnte. Insgesamt wird man also bei rücksichtsloser Durchführung aller Sparmöglichkeiten damit rechnen können, daß der Gesamtsfehlbetrag des laufenden Haushalts die Höchstsumme von rund 1 Milliarde im Drdinarium nicht übersteigt. Hierzu komme im Extraordinarium ein Fehlbetrag von 330 Millionen Mark, so daß ein Gesamtfehlbetrag von 1 33V Millionen Mark ins neue Jahr hinübergenoinmen werden müsse. Die kassenmäßige Ueberwindung dieses Fehlbetrages sei angebahnt und werde gelingen. Jmnierhin enthalten die Höhe des Fehlbetrages und die Anspannung der Kassenlage eine ernste Warnung. Solange der Haushalt 1931 aber auf gesicherter Grund- läge ruhe, fei die Lage nicht für kritisch anzusehen. Es sei ja bekgnnt- lich gelungen, durch Regelung der Arbeitslosenversicherung und Aus- gabentürzungen die Ausgabenseite des Haushalts gegen unliebsame lieber raschungen zu schützen. Es frage sich, ob noch weitere Gefahren- quellen bestehen. Den wirtschasUichen Ablauf des ganzen kommenden Etatsjahres genau zu übersehen und vorauszusagen, sei unmöglich. Ein nur geringer Ausschlag des Pendels der wirtschaftlichen Ent- Wicklung nach oben oder unten könne schon eine Aenderung der Steuereinnahmen um einige Prozente bringen, und bei einem Ein- nahmesoll von über 9 Milliarden bedeutet das gleich ein Plus oder Minus von 200 bis 300 Millionen Mark. Er glaube indesieu. daß die Grundlagen für den(Etol 1931 nicht falsch seien, sie beruhen auf einem sehr gemäßigleu Opllmlsmus. Wenn man auch mit einer lang anhaltenden Depression zu rechnen habe, so sei es doch wohl nicht vermessen, anzunehmen, daß dos Jahr 1931 eine leichte Aufwärtsbewegung bringen werde. Sollte indessen die leicht« Besserung, von der er ausgehe, nicht ein- treten, so würde der Steuerausfall für das Reich nach seiner Schätzüng sich in der Größenordnung von 200 bis 300 Millionen Mark bewegen Es könne nicht daran gedacht werden, einen solchen Eoentualjehlbetrag etwa durch Steuererhöhungen zu decken. Steuern aus Vorrat zu schaffen, wäre bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands das verkehrteste, was man tun konnte. Anders läge es. wenn es gelinge, durch weitere Ausgaben? ürzungen eine Reserve>u schassen. Er sehe ober, nachdem er bereits kräftig mit dem Rotstift gearbeitet habe, dazu nicht viele Möglichkeiten. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Zwei Brüder gehen in den Tod Tragödie der wirtschaftlichen Notlage 2a der Zleuendorser Straße SS in Spandau spielte sich heule vormittag eine furchtbare Tragödie ob. Der Z9jährige Wein- Händler Walter Ohmkc lötet« seinen Bruder, den 36jährigco Drogisten Hans Ohmke durch zwei Schüsse in den Sops. Dann richtete der weinhäudler die Waffe gegen sich selbst und schoß sich eine Kugel in die Brust. Die verlehuug muß aus der Stelle tödlich gewesen sein. Waller Ohmte wohnte mll seiner Frau seit Jahren im Hause Reuendorfer Straße 86. Vor einiger Zelt zog der um drei Jahre jüngere Hans Ohmte zu feinem Bruder. Als Hans O. feine Stellung verlor, war er ganz auf fein«» Bruder angewiesen, der infolge der schlechten Geschäftslage selbst unter wirtschaftlichen Sorgen zu leiden hatte. Diese trostlose Loge dürste in den beiden Brüdern, die sehr aneinander hingen, den Plan haben reifen lassen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Heute früh, als Frau Ohmke einige kleine Besorgungen machte und sich kaum eine halbe Stunde von der Wohnung ferngehallen hatte, schrillen die Brüder, nachdem sie vor- her noch einen Abschiedsbrief geschrieben hatten, den sie beide unter- zeichneten, zur Ausführung der Tat. Als Frau 0. gegen S?L Uhr heimkehrte, bot sich ihr im Schlafzimmer ein entsetzlicher Anblick. Ihr Schwager lag mit mehreren Kopfschüssen röchelnd im Bell, und ihr Mann langausgestreckt auf dem Fußboden, seine rechte Hand hielt eine Pistole fest umklammert. Die unglückliche Frau, die einen völligen Nervenzusammenbruch erlitt, alarmierte durch ihre Schreie. mehrere Hausbewohner, die sofort einen Arzt herbeiholten. Waller O. war bereits tot. die Kugel hatte dos Herz getroffen. Der Bruder wurde noch lebend in das Spandauer Kreiskrankenhaus gebracht; dort ist er aber bald nach seiner Einlieferung gestorben. Wie aus dem Inhalt des gemeinsamen Abschiedsbriefes hervor- geht, haben die Brüder, die eine trostlose Zukunft vor sich sahen. im gegenseiligen Einverständnis gehandelt. Die Leichen sind bcfchlag nahint worden. Feders Erzählungen. Oer Hakenkreuz-Theoretiker flüchtet, wenn er beweisen soll. Zu Beginn der Sitzung des Haushallsausschusies des Reichstags gab der Vorsitzende betanill, daß der Abg. Feder(Ratsoz.) aus dem Ausschuß ausgeschieden und daher auch außerstande sei, das ihm zugefallene Referat über das Reichswirtschaftsministerium zu übernehmen. Die Gründe, die zum Ausscheiden von Herrn Feder geführt haben, sind selbstverständlich nicht bekannt geworden, man dürft« indessen kaum fehlgehen, wenn man annimmt, daß Herrn Feder der Boden im Houshaltsansschuh schon jetzt etwas zu heiß geworden ist. Es ist Herrn Feder bereits wiederHoll gesagt worden, daß der Haushaltsausschuß keine nationalsozialistische Versammlung sei und daß Behauptungen, die er dort aufstelle, auch belegt und bewiesen werden müßten. So hatte Herr Dr. Feder vor einigen Wochen Behauptungen über die.»She und die Art der Reparationszahlungen seit dem Londoner Slbkommen bis zum Volkspartei in Braunschweig Sie Deutsche Dolkepartei in Brau» schweig hält trotz der üblen Behandlung, die ihr von feiten»er Nazis zuteil wird, an Kränzen fest. Oie Nazis;.Oer macht eS uns aber leicht, der bückt sich von selber:" Joung-Plan aufgestellt, die sofort von den verschiedensten Seiten als absolut falsch bezeichnet wurden. Herr Feder war aufge- fordert worden, seine Behauptungen bei Gelegenheit der Beratungen des Kriegslastenetats aus den amtlichen Materialien, die dann zur Verfügung stehen sollten, zu beweisen. Um diesen Genuß wird der Haushaltsausschuh nun kommen, doch kann ja, was im Haus- Haltsausschuß nun nicht möglich wird, im Plenum nachgeholt werden. Vulkanausbruch in Argentinien. Zahlreiche Opfer an Menschenleben. New Pork, 14. Januar. Wie ans Buenns Aires gemeldet wird, sind am Diens- tag zwei Vulkane bei San Antonio de las CTobres in der Provinz Los Andes plötzlich in Tätigkeit getreten und haben große Lavamasien ausgeworfen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sollen zahlreiche Dpfer an Menschen zu beklagen sein, die von der Lava begraben wurden. Außerdem wurde die gesamte Ernte in der Nähe der Bulkane vernichtet. Auch die Verluste an Vieh sind sehr groß. Der Gouverneur von Salta hat eine Hilfsexpodition in das llngliicksgebiet entsandt. Zm Sturm umgekommen. Häuser abgedeckt.- Von Palmen erschlagen. Rom, 14. Januar. Ein schwerer Zyklon hat in Tripolis und anderen Gebieten Lydiens ungeheure Verwüstungen angerichtet. An der Küste erreichte der Sturm eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde und war mll einem starken Temperatursturz verHunden. In Tripolis und Umgebung wurden viele Palmen und Tele- graphenstangen umgestürzt und mehrere Häuser abgedeckt. Im Judenoiertel sind durch den Einsturz eines Hauses ein Toter und zwei Verletzte zu beklagen. Außerdem wurden zwei Eingeborene durch umstürzende Palmen getötet. Schwere Stürme in Japan. Paris. 14. Januar. Nach einer Meldung der„Agentur Indo-Pacisiqu«� aus Tokio sind in Takccta in der Provinz Futuschimo durch schwere Stürme bedeutende Sachschäden angerichtet worden. Uebcr' 1000 Häuser wurden beschädigt. Zahlreiche Motorboote kenterten. In Mose sii-d fünf Personen ertrunken. In Osaka werden zwei Personen oermißt. Das Reichsdefizit. (Fortsetzung von der l- Seite.) Die Sicherung der Einnohmenseite werde ouf andere Weise erzielt werden müssen. Alle Maßnahmen, die die Regierung bei chrer Preis- und Lol?npolittk, der Agrar- und Arbeitsbei'chalfnngs- Politik ergriffen habe und noch ergreifen werde, hatten das eine Ziel. über den toten Punkt hinwegzukommen, der SBirifchafi Wiederantrieb und Rentabilität zu geben und eine möglichst grvße Zahl twn Ar- bcitslosen wieder dem Arbeitsprozeß einzufügen. Eine solch« Wirt- schastepolitik sei auch die beste Finanzpolitik. Bon dem Erfolg dieser Maßnahmen iverde es abhängen, ob der sehr gemäßigte vptimis- inus, der im Haushaltsentwurs zum Ausdruck komme, berechtigt ist. Die Lage der Gemeinde» ersordere n?ch ein weiteres Wort. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen sei ständig gestiegen. Während»n Iuiri 1930 die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen 400 000 betragen habe, sei sie bis zum Dezember 1930 auf 5S7 000 ange- wachsen. Hier liege eine Gefahrenquelle, und es sei ihr bereits in weiten. Umfange Rechnung getragen, denn die Notverordnung habe den Gemeinden neue Möglichkeiten zur Erschließung von Einnahme« »Mellen gegeben. Es stehe auch fest, daß bei den Gemeinden noch manches auf dein Gebiet der Ausgabensenkung zu geschehen habe. Die Sorge für die Finanzen der Gemeinden habe die Reichs- regierung auch veranlaß», dem Wiederaufbau»ine» gesunden Gemeindekredits die erforderlich« Grundlage zu gebe» und zu«er- hindern, daß ungeregelte Rachfrage nach Krediten künftig Schwierigkeiten schaffen könne. Ii» Verein mit den Spitzenorganisationen der kommunalen Selbst- Verwaltung sei es gelungen, einen Weg zu finden, bei dem Reich, Länder und Gemeinden an der Sicherung und Besserung der deutschen Kreditbedingungen gemeinsam arbeiten können. Zum Schluß machte der Minister noch die Mitteilung, daß dem Reichsrat in de» nächsten Tagen eine Ergänzung zu dem Haushalte- plan 1931 zugchen werde. In dieser Ergänzung iverd« der generelle Abstrich von 5 Millionen, den der Reichsrat vorgenommen hat, auf die einzelnen in Frage kommenden Titel verteilt. * Nachdem der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich seine Rede be- endet hatte, brachten die Kommunisten einen Antrag ein. den Reichs- arbeitsminister aufzufordern, dem Schiedsspruch zur Ar- bcitszeit und auf Herabsetzung der Löhn, der Eisenbahner nicht für verbindlich zu erklären. Sie verlangten, daß dieser Antrag init zur Debatte gestellt werden sollte. Da die Wichtigkeil und Dringlichkeit des Antrages durch«in« Mehr- hcit des Ausschusses anerkannt wurde, beschloß der Ausichuß. die finanzpolitische Aussprache mittag« abzubrechen»nd dann die Beratung des Antrages in Anwesenheit von maßgebenden Ver. tretern des Arbcitsministeriums vorzunehmen. Mlting gegen Feder Versammlung in Hamburg/Versammlungsdiskufsion Nölting-Keder beabsichiigi Hamburg, 14. Ianuar,(Eigenbericht.) Di« Hainhurger Sozialdemokratie hatte für Dienstagabend zu »ine? Massenversammlung ausgerufen, in der Professor Rölting sprach. Wohl 10 000 Hamburger waren dein Rufe gefolgt. Der Nationalsozialist Feder war ausdrücklich ein- geladen, unter den gleichen Bedingungen wie Rölting zu sprechen. Es sollte also eine Fortsetzung der Rundsunkdebatte sein. Während die Zeitung der Hamburger Nazis höhnend schrieb. Feder würde nicht erscheinen, die Nazis lehnten es überhaupt ab, mit 'Sozialdemokraten zu diskutieren, hatte Feder selbst in � letzter Stunde mitgeteilt, daß er leider verhindert sei. die Heraus» sorderung aber annehme. Unter stürmischer Zustimmung der Versammlung erklärte der Vorsitzende, daß der ernste Versuch gemacht weden soll, eine Vereinbarung mit Herrn Feder zu treffen, „Kamerad Rottet." Wie General von Oiramon mit Aranzosenhilfe Hochverrat treiben wollte. Da» Treiben de» General von Eromon. der die Hägen eines französischen Spitzels gegen die Sozialdemokratl« nachlsppert, «urd« hier mehrfach als„verächtlich" unge prangert. General von Eramon hat diesen Vorwurf zwar aus sich sitzen lassen, dasür »sröffentlicht er in d«r„Deutschen Zeitung" neuerdings ein»,, Artikel, worin«r den Auetritt Deutschlands aus dem Völkerbund fordert. Bei einem Militär der allen Schule geht so«was nicht ohne dl« bekannten„markigen" Sätze ah. wi«„Das deutsche'Volk hat e, satt, dauernd der Büttel van Europa zu sein."-�..Dl« Zeit der Kompromisse ist vorbei und ein eisterner W e h r w i l l e beseelt uns alle!" usw. usw. Büttel von Europa, Zeit der Kompromisse— da fällt uns etwas ein! Die Taten des Herrn General von Craman sind gor nicht immer so markig gewesen wie seine Worte. Am?3. Juni 19?? berichtete die„Münchencr Post", unser Bruderorgan bis heute unwidersprochen—, folgende Szene aus dem Kapp-Putfch: „Am Morgen des 13. März 1980— der„Reichskanzler" Kapp hatte eben feine Hcrrfchaft in Berlin aufgerichtet erschien im volle« Uniforms- und Orden sich muck der Chef der deutschen Heeresfriedcnskommission, der Generalleutnant der Reichswehr und nunmehr geschätzte Mitarbeiter der„Deutschen Zeitung", Exzellenz von Cramon, im Hotel Bellevue in Berlin, wo die Interalliierte Militärkontroll- k o rn misiion wohnte, und ließ sich im Vorzimmer de» General Rollet melden„im Auftrage de» Herrn Rellhekonzler»". Rollet lieh durch seinen Adjutanten zurücksragen!„Welches Herrn Reichskanzlers?" General von Eramon:„Im Austrage des Herrn Reichskanzler« Kapp."— Dem Antichambrierenden ward daraus die Antwort des Kontrollchefs, der deutsche Reichskanzler sei Herr Bauer: ein Reichskanzler namens Kapp sel ihm nicht bekannt. Herr von Cramon bat daraus: General Rollet möge ihn doch wenigsten« als„Kameraden" empfangen. Diese Bitte wurde auch gewährt,»nd Herr von Cramon versuchte nun, den französischen General sür den Hochverrat seiner Freunde zu interessieren. Cr sei von der„neuen Regierung" bevollmächtigt, zu er- klären, daß diese sich noch einmal ausdrücklich auf alle Bedingungen de» versalller Vertrages(„des Schmachfrieden»") ocrpflichteü wolle, wenn man ihr als Acquivalent gestatte, ein Heer von 2S0 000 Mann zu halten, was allein schon aus inneren Gründe» zur AbwehrdesBoIschewismus(!!) erforderlich sei. N o l s e t erklärte, auf all« diese Vorschläge nicht eingehen zu können. Er kenne keine neue Regierung". Cramon versucht« nun zu handeln(das heißt abzuhandeln. Red. d. V.) und ging ichließlich auf die Zahl von ZOOOOO Mann als äußerste Grenze herunter, ohne jedoch damit Nollets Ablehnung ändern zu können. Nach wenigen Tagen erschien Cramon zu neuen Konferenzen mit der Kontrollkommission wieder als amtlicher Ver- trrter der alten Regierung," Hiernach ist ghn« weiter»»»«rständlich, warum Gen«»! »an Cramon den deutschen Sozialdimokralen so gern« zutraut, sie Wwlten in einer schwierigen Situation tm Schaden de» Deutschen Reich«, mit de» Französin verhqickxlt haben. Nach aller Erfahrung traut jedermann dem and«»» das zu. wessen er selber sich fähig gazeigt hat. Tatsächlich ist es nicht die Sozialdemskrati« gemesen, bi« zur ljnterstützung hochnerräterischer Handlungen sich pes französischen Wohlwollens bedient hat— wozu ja schon die erst« Voraussetzung dos Vorliegen hochowüterischer Handlungen von Seiten der Goziall demotraten s«hll«— sondern diese» hat ganz allein der General von Cramon versucht, als«r den General Rollet mi� der Versicherung der deutschen llut-.rwürsißkcit unter d-n Versa iller Vertrag für die Kapp-Regierimo zu gewinnen suchte! um in einer späteren Versammlung das Zwiegespräch zwischen Rölting und Feder tatsächlich fortzusetzen. Professor Rölting nahm sich dann die wirtschaftlichen und poistischen Bekenntnisse des Herr» Feder vor. Er wies ihre Un- sinnigkeit nach und erklärte unter stürmischem Beifall, daß der Nationalsozialismus der letzte Versuch des Kapitolis- mus fei, sich mit den Mitteln des schlimmsten Volksbetruges eine Massengrundlage zu sichern, von der die Träger des Kapitalismus spüren, daß sie verloren geht. Die eindrucksvoll« Versammlung schloß init einem Kampfgclöbnis gegen Nationalismus und Kapitalismus. Im Anschluß an die Versonunlung kam es in einen, Stadtteile Hamburgs zu einem Zwischenfall. Aus dem Heimweg« befindliche Sozialdemokraten wurden aus einem Nazllvkal beschimpft und an- gegriffen. Bei der sich dann entwickelnden Schlägerei blieben di« Nazis zweite Sieger. Das Oustric-Panama Hoher polizeibeamier zwangspensioniert Part». 14. Ianuar. Eigenbericht.) Ei» neues Opfer der parlamentarischen Unterfuchungs- (ommtjsiim im Oustric« Skandal ist der Personalchef der Pariser Pollzelpräsektur, B e n o I st, der von Oustrie 17 000 Franken Bestechungsgelder angenommen hatte. Er ist zwangswesse in den Ruhestand versetzt worden. Schon früher hatte er sich bei der Affäre A l m a z o f s auf» schwerste belastet, da in seiner Anwesenheit der oerhaftet» Schneider Almazosf schwer mißhandelt worden war, um von ihm ein Geständnis zu erpressen. Die Verleumdungskampagne gegen die beiden soziatistischen Abg. Mulhe und Uhry ist kläglich zusammengebrochen. Di< Unterstichungskommission mußte feststellen, daß die Vorwürfe gegen Muthe volkommen gegenstandslos sind, da die Aktien der Petroleumgesellschaft Baku, deren Börsenzulassung er begünstigt haben soll, überhaupt n i ch t an der Pariser Börse ossiziell notiert worden sind. Abg. U h r y hat gegen vier Zeitungen, darunter die kommunistische„Humanite" und den reaktionären„Ami du Peuple" des Parfümsabrikanten Eoty, Beleidigungsklagen eingereicht.— Bevor die Unterstichungskommission formell den Antrag stellen wird, den ehemaligen kriegsmlnister peret und den früheren vol- schaster in Rom, Lesnard, vor dem Staalsgerichlshos wegen Amtsmißbrauch anzuklagen. will sie»och T a r d i e u darüber vernehmen. Inwieweit ihm diese beiden seinerzeit die Wahrheit gelagt haben, als es sich darum handelt«, sie bei der ersten parlamentarischen Debatte über den Oustric-Skandal vor der Oeffentlichkeit zu decken. l Gastod. Zwei Tote.— Das gefährliche Gasbügeleisen. Z» be»»urmstraß, 18 i« MoabU wurde der SS Jahr« alte Schneider Gtargard mit seiner<8 h» f r a u, feinen Heide« Katzen und den» Hunde mit Gas vergiftet tot aufgefunden. Es handelt sich nicht um einen Doppel- selbstmord. sondern um einen Uuglücköfall. Der Schneider halte für seine Plättardeilen in der Küche Gas- schlüuche legen lassen. Zwei dieser Schläuche habe« sich gelöst, und den Raum mit Ga» angefüllt, ver Tod muß schon am Dienstag eingetreten fein. Arbeiter im Gowjetradio. Geißelung der Bürokratie. Der Spwsc'trundfunt steht natürlich unter genau so scharfer Zensur wie alles in Rußland. Manchmal aber ist die Stimmung her Arbeiterschaft der Sowjetunion so verblttert, daß selbst die Zensur einig« Unzufriedene an» Mikrophon lassen n,uh. um ein Sicherln-üts- pentis zu öfsnen. In«inigen aufgeregten Sätzen kann man manchmal hören, wie dt« Lag« der Arbeiterschnst im„sozialistischen Vaterland" wirtlich ist. Am gestrigen Dienstagabend hörte man z. B. im Moskauer Rundfunk einige Arbeitersttmmen, die das Verhältnis zwischen den„roten" Werksleitern und der Arbeiterschaft schilderten. vi« Arbeileroerlreter der größten Werke de, Lande» beklagten sich am Mikrophon über die Behandlung durch die Sowjet- bürokralen. „In den meisten Werten herrscht dir Bürokratie," rief einer der Sprecher unh schilderte dann, wie alle Vorschläge und Eingaben der Arbeiterschaft im Papierkorb der l«itend«n Bürokraten«ndm- Ein Arbeiter, d«r«ine wichtige Erfindung macht und diese einem Werteleiter erklären möchte, lfinn sich darauf gesaht machen, daß er zum Direktor gar nicht vorgelassen wirdi Di« Behandlung der Arbeiter ist nach den Worten eines anderen Proletariers so von oben herab wie nur möglich. Auch ein Arbeiter aus Stalingrad erzählte, daß in ihrem Wert Beschwerden der Arbeiter- schast in den Papierkorb wandern. Ein Leningrad«? Arbeiter sagte, daß dort, die Arbeiterschaft nur durch die Drohungen mit dem Staats- onwall erreichen kann, mit der Wertslettung zu verhandeln. Solche Zustände herrschen auch in Moskau selbstz wo nach den Worten eines Moskauer Sprechers Bürokraten am Schreibtisch mit der Arbeiterschaft an der Drehbank regieren. Oer gekitieie Coloffer. Zum plonfittt in ber Wirffchastspartei.-- Qt sott vtskivschi Verben. D-a, stand! z, Vakt,lg«richt der Wixtschostspartei«st für Dsnners- tag nachmsttsg i Uhr einberufen worden, um üb«r b«n vom Reichs- ausschuß und Psrteioarstand g«st«llt«n Ausschlußanjrag gegen d«n Abg. Colpsser zu ,n, scheiden. In l«tzt«r Minut« ist«S aber fraglich geworben, ob«s zu einer sachlichen B,rhandlung d«s Parteigtrlcht, lomm«n wird, denn augenblicklich ist«in« A» r- mittlungsaktion im Gang«, dir einen friedlichen Ausgleich und das Verbleiben de» Abg. Colofsser in der Wirt- schaftspartet bezweckt. Hinter dieser Vermittlungsattion stehen neben>ühr«nd«n Berliner Stellen der Wirtschaitspartsi be- sonders die sächsischen Wahlkr«isorganisationen, deren Vertreter Im Reichs parteianeschuh und auch in ihrer örtlichen Preise gegen den Ausfchlnßantrag gegen Colosser protestiert und den schleunigen Rücktritt des Parteiporsigenden Drewitz verlangt haben. Hausmütter für polizeiunierkünsie. (Sin Vorfchiog des Berliner Polizeipräsidenten. Der Berliner Bollzeiprälidsol hak kürzlich einen Erlaß herausgegeben, durch den dafür Sorge getragen werden soll. daß die Unlertünsie der Berliner Schutzpolizei sür dlc Beamten heimlicher gemacht und Ihnen gewisse Bequemlichkellen sür ihren „Haushalk" verschafft werden sollen. 3n dem Erlaß heißt«»: ..Bei dem kurzen Besuch, den ich au» besoicherem Anlaß in den Polizeiunterkllnsten in d«r(£ h a u Ii««» und Wrangelstraße gemacht habe, fiel mir die große Lieblosigkeit auf. di« mir au» den Wohn- und Aufenthslsräumen der Beamten entgegentrat. Den dauernden Aufenthalt in den einzelnen Räumen denk« ich mir für die Beamten entsetzlich und den Imeressen der Schutzpolizei direkt«nt- gegengesetzt. Es ist richtig, daß die Mehrzahl der Wohnräume in de» beiden Unterkunft«» diret! dazu angetan ist, den Beamten den Auf- enthalt zu verleiden und sie hinauszutr«iben. Alle Cr- ziehungsarbost muß unter diesen Umständen vergebens sein- Gewiß sind di» baulichen Verhältnisse die Haupturjoche dieser Zustände und nach Lage her Sache in absehbarer Zeit grundlegend nicht ZU ändern- Es könnte jedoch dadurch den Beamten ein« Hilf« und eine freund- licher« Lage für sie geschaffen werden, wenn für jede Bereitschaft«ine weibliche Betreuung erfolgen könnte. Ich stelle folgenden Plan zur Erörterung: Für jede Polizeibcreitschaft wird eine be- sonders geeignete, würdige Frau im Alter von 45 bis 5 5 I a h r e n herangezogen, der in der Unterkunft ein Zimmer zur Verfügung gestellt wird. Diese Frau hat sich der jungen Beamten anzunehmen und für die Ordnung zu sorgen, die vom Stapdpunkl der Frau ans in jedem Heim vorhanden fein muß. wenn dieses Heim für erwachsene Menschen auf die Dauer erträglich sein soll. Ferner- hin hätte die Frau sorge zu trogen, daß Kleinigkeiten wie Stopfen, Flicken usw. erledigt werden. Die Unt«rhaUssrage der Frau wäre in der Weise zu regeln, daß das Essen aus dem gemeinsamen Essen genommen wird. Aus welchen Fonds für die sonstigen Bedürfnisse der Frau Entschädigung zu gewähren sein wird, bliebe der näheren Prüfung vorbehalten." Die mazedonische Mordserie. Zehn Schüsse und zwei Tote in einem flochtlykal. Sofia über Belgrad, 14. Januar. Tie beiden Slnhiinger der Protogerosf-Grupp« der Mazedonischen Revolutionären Organisation, Rajco Spasoff und Nicola Taneff wurden heute früh emordst. Pckanntlich wurde der Anhänger des mazedonische« Führers Michailoff. Wjtkarosf. am Hochzeitstag des Königs Boris ermordet.-Spasoff und Daneff wurde.» damals d«S MordeS verdächtigt, tzp unten«be» flüchten. Als st« spate» verhaftet wurde», wurden sie bald darauf von de« Staatsanwaltschaft wieder frsigelastc». w«U lel» stichhaltiges Beweismaterial vorläge. Die Anhänger Michakloffs schworen ihnen Nach«. Als ste am Dienstag früh um vier Uhr ein Kabarett betraten, Wurden ste von Anhängern Michailoffs durch zehn Nevolverfchüsfe ge° tötet. Es entstand eine Panik, in der es den Täter» gelang, zu entkommen. Tie Polizei hat ihre Perfolgung aufgenommen. i Die Waffe des Filmbesuchers Warum fördern Republikaner pairiotifchen Kitsch? Die Filmskandale der leizien Zeit haben uns zahlreiche Zu- fchriften aus unserem Leserkreise eingetragen. Wir verössentiichen folgende daraus, da sie beachtenswerte Anregungen bieten: „Man muh ja nicht unbedingt ein großes Kirchenlicht sein. Aber so unbescheiden dumm zu sein, wie die deutschen Republikaner von der äußersten Linken bis weit in die Mitte hinein sind, da? sollte von der Republik oerboten oder wenigstens mit einer Z?isatz> steuer belegt werden. Da lausen nämlich seit längerem ein Dutzend Filme wie der Fridericussilm,„Drei Tage Mittelarrest",„Leutnant warst du«inst bei den Husaren",„Der Günstling von Schloß Schönbrunn".„Hoheit tanzt Walzer" oder wie die Titel sonst alle lauten mögen. Der Inhalt ist bald ganz blöd, bald ein wenig besser, kommt aber stets auf dasselbe hinaus, die Zustände vor 1318 in verlogener Form zu idealisieren. Militärmusik, stramme Parade- Märsche, gutmütig. bärbeißige Feldwebel, unwiderstehlich flotte Leut- nanls erpressen uns den Seufzer: es war dach ein« schön« Zeit dazumal. Und die entzückenden Prinzessinnen, die in neckisch- pikaMe Situatiönchen geraten, welche nur darum unserem dy- nastischen Gefühl nicht widersprechen, weil der Partner ja der in- kognito reisende Fürst Tenstein. der vprbestiinmte Bräutigam ist, lassen sie nicht alle Herzen höher schlagen? Jeder Jüngling sehnt sich so zu lieben, jedes Mädchen so geliebt zu sein! Man könnte über diele lächerliche, verlogen«, kindisch rdeali- siercnd« Darstellung einer in Wirklichkeit höchst unersreulichen Per- gangenheit mit ironischem Lächeln hinweggehen und Hersteller und Beisallsspender solchen Kitsches bemitleiden. Dabei würde man aber übersehen, daß dieser Unsinn nicht bloß eine künstlerische oder bielmehr unkünstlerisch« Seite hat, sondern darüber hinaus eine eminent politische Wichtigkeit besitzt. Diese Kitschfilm« verderben nämlich nicht nur den Geschmack, sondern mehr noch die Gesinnung. Das Publikum, dos sich all- wöchentlich an Filmen init slotten Leutnants und liebreizenden Prin- zessinnen ergötzen muß, scheidet nicht so genau: dieser Filmleutnant ist bezaubernd', die Leutnants, die meinen Mann beim Militär geschliffen haben, aber waren ekelhast. Das Publikum ist naiv und nimmt Theater für halb« Wirklichkeit, und wenn es etwas oft genug sieht, dann glaubt es dem Theater sogar mehr als der Wirklichkeit. Das Publikum, das regelmäßig diese reaktionären Film» ansehen muß, steht stimmungsmäßig bereit, jeder verlogenen, romantischen Parole Hugenbergs, der Nationalsozialisten, des Stahlhelms und de, Königin-Luise-Bundes zu folgen. Das weiß der deutsche Republikaner von links bis zur Mitte recht gut. Was tut er dagegen? Nichts! Oder vielmehr doch etwas. er finanziert durch seine Eintrittsgelder diese gegen ihn gerichteten Filme. Deshalb läßt sich mit Recht behaupten, daß ein solcher Grad von Dummheit' untersagt werden sollt«. Was kann der Republikaner dagegen tun? Es gibt zwar Gesetze gegen Film«, d'e das deutsche Ansehen im Ausland stören könnten. Die meisten dieser Filme sind schlecht genug, um unter dies Gesetz zu fallen. Man kann auch mit Recht behaupten, daß die heimtückische, dauernde Beeinflussung durch diese Machwerke aus die Dauer zur Gefahr für Ruhe und Ordnung, ja selbst für den Bestand des Staates führt. Wir haben sogar Ministerien. Filmprüf- und Obcrprüfstellen, die sich um die ganze Sache kümmern sollten! Auf alle diese Größen ist freilich kein Berlaß. Was also kann der Republikaner tun? Nun, er braucht weder auf dem Rollen- dorfplatz zu protestieren, noch weiße Mäuse und Schlangen zu züchten, was ja nicht jedermanns Sache ist. Er braucht nur eins zu tun: Er fall zu Haufe bleiben! Radikal und ein sür allemal irnd alle Mann hoch zu Hause bleiben, wenn«in rcaktio- närer Film läuft! Wozu sollen wir unsere Groschen Herrn Hugen- berg und Genossen hintragen, die damit gegen unsere Interessen arbeiten, wenn wir es vollkommen in der Hand haben, ohne Krach und weiße Mäuse, ohne FUmprüfer und Autachter jaden Film auszuschallen, der uns nicht paßt. Der Film fall ja vor allen Dingen ein Geschäft sein, das dem.Hersteller Geld bringt. Nehmt ihm die Hälfte der Besucher, und er bringt nicht mehr Geld, son- dern Berlust. Und die Hersteller sind gute Geschäftsleute, die sich mit Berlustgeschäften nicht lange aufzuhalten pflegen. Haltet euch konsequent ein halbes Jahr von jedem reaktionären Film fern, und ihr sollt sehen, wie sich die Produktion der Ufa umgestellt hat. Was sich tun läßt, ist ganz einfach dies: Partei, Gewerkschaft, Reichsbanner, republikanische, sozialistische, kommunistische Jugend- verbände usw. sorgen dafür, daß ihre Mitglieder über diese Frag« gründlich aufgeklärt werden. Sie geben wöchentlich in chrex Zei- tung oder ihren sonstigen Veröffentlichungen dl« Parole aus, daß der Film TD., der in dem oder jenem Kino der Stadt läuft, ein reaktionärer Film mit verlogenem Inhalt fei. Sie betonen, daß es einen Bruch der Parteidisziplin bedeute, diesen Film zu unter- stützen. Der Erfolg wird nicht hundertprozentig sein, denn die Gleichgülttzkeit und das Vergnügungsbedürfnis find groß. Aber bei andauernder Arbeit wird der Erfolg erheblich werden, und schon das genügt, um uns in unserer Republik, in der wir sonst ja wenig genug zu sagen haben, in dieser Frage wenigstens die Kontrolle in die Hand zu geben. Der Film ist eines der wesentlichsten Mittel. die Gesamtstimmung des Volkes zu beeinflussen, und wir können es uns keinesfalls länger leisten, dieses Mittel gänzlich in der Hand unserer Gegner zu lassen." Roch viel gründlicher würden die deutschen Republikaner das Schicksal der Film« bestimmen, wenn sie sich z» Besucher- organisationen des F'lms aufschwingen würden. Hätten wir in ruhigen Zeiten die oft genug debattierten Organisationen ge- schaffen, so könnten fetzt von ihnen der Remarquc- und andere Filme in geschloffenem Kreis gespielt werden. Kinder als Geldfälscher. Zwei(Schwestern im Alter Don IS und 15 Zähren verhastet. V'.ea, 14. Januar. In Zell In Oesterreich machten einige Geschäftsleute bei der Ueberprüfung ihrer Kasscnbestände dt« peinliche Entdeckung, daß ihnen falsche Fünfzigfchillingnoten in Zahlung gegeben worden waren. Die Rachforschungen der Gendarmerie führten bald zu der überraschenden Entdeckung, daß die herstellerin der salfchen Schlllingnolcn die kleine Christine Zrmdorfer, die lochlcr elnes Dauern, Ist, die erst 13H Jahre zählt. Bei einer genauen Durch' suchung des elterlichen Wohnhauses stieß man in einer Dachkammer guf eine F ä l f ch« r w e r t st a t t- Sie enthielt verschiedenfarbige Papiere. Karten und sogar eine kleine Press«. Reben diesen Ma- terialien entdrcktc man hinter einem Strohsack zehn fertige falsche Zertifikate. Die fünfzehnjährige Schwester Mario wurde von ihrer Schwester veranlaßt, die falschen Roten an de« Mann zu bringen. Die kleine Rotznsälscherin wuche verhaftet und hat bereits ein G«- ü ä n d n t s abgelegt. Ebenso wurde ihre Schwester Maria in Hast genommen._ Deutschen-Gelbstmord in Ztalien. Ehepaar in San Sfcmo v.'rMet. Rom. 14. Januar. Der vierLgjahrige deutsche Staatsangehörige Walter Ger- l a n d und sein« Frau hatten sich vor einiger Zeit in San Nemo ein« Privatwohnung gemietet. Als der Eigentümer der Wohnung seine Mieter mehrer« Tag« nicht zu Gesicht bekam, ließ er die Woh- nrnmgstür aufbrechen. Man fand das Ehepaar leblos in den Betten liegen. Eine ärzliety Untersuchung ergab, daß der Tod schon vor zwei bis drei Tagen eingetreten war. Auf der Kommod« fanden sich mehrere Rezept» für Schlafmittel vor. Zuckerrohr in Klammen. Die Brandstiftungen auf Kuva. Habana. 14. Januar.(Eigenberichi.) Die Brandstiftungen aus den Zuckcrrohrfeldern nehmen in den letzten Tagen beängstigend zu.?lm Dienstag verbrannten allein in der Provinz Orienta 167 övü Zentner Zuckerrohr. Mehrere ver» dächtige Personen wurden verhaftet. Die Regierung ordnete angesichie der bevorstehenden Zuckercrnte und der bisher erg«bnis- losen Gegenmaßnahmen die Schaffung eines besonderen land- wirtschaftlichen Geheimdienstes und ein Stand- g«richtsv,rsahren mit Todesstrafe gegen die Brandstifter an. Revolie im Bromberger Gefängnis. Schlechtes Essen für die Gefangenen. Marschau, 14. Januar. In der Strafanstalt hei B r o m b e r g brach, wie der „Expreß Poranny" meldet, am Montagvormittag eine Revolte aus- Die Gefangenen, die sich seit einiger Zeit Über schlechte Kost beklagten, drohten den Gefängniswärtern mit Tätlichkeiten. Als st« darauf zwei Tage lang nicht au« den Zellen gelassen wurde», be- gann am Montag auf ein verabredetes Zeiche» d>e Revolte. Mir Hilfe der Feuerwehr und einer Polizeiabtoiwng gelang es nach zweistündigem Kampfe die Gefangenen z» überwältigen und die Ordnung wiederherzustellen. Karl Battod gestorben. Atlanlicu«! und fein Blick in den Zukunstsstaat. Riga. 14. Januar. Am Dienstag ist noch kurzer Krankheit der frühere Profesior an der Berliner Universität, Karl B a l l o d, gestorben. Ballod war feit 1913 Professor an der lettländischen Unioersilät und feit 1323'Abgeordneter des demokratischen Zentrums im lettländischen Parlament. Ballod ist vor allem durch seine bcvölkerungsstatisti- scheu Arbeiten bekannt geworden. * Professor Karl Ballod ist, was heute nur noch wenigen be- kannt fein dürste, eine Zeitlang in der deutschen sozialistischen Be- wegung tälig gewesen. Schon lange vor dem Kriege hat er unter dem Pseudonym A t l a n t i c u s eine Schrift unter dem Titel„E i n Blick in den Zukunftsstaat" im Berlag I. H. W. Dietz. Stuttgart, veröffentlicht. Nach der Novemberrevolution 1313 schloß er sich der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei an und ver- öffentlichte eine Reihe von Aussätzen über Sozialisierungsfragen in der Berliner„Freiheit". Da er glaubte, daß feine Fähigkeiten nicht genügend von der Partei ausgenutzt wurden, kehrte er verärgert in seine Heimat Lettland zurück, wo er sich mehr und mehr von der sozialistischen Bewegung abwandte und schließlich einer der Führer einer bürgerlichen Partei wurde, die in heftigster Weise die Sa- zialdemokrati» Lettlands bekämpft«. Trotz feiner Sympathien für die sozialistische Bewegung blieb er innerlich doch stets der Arbeiter- bewcgung fremd. In seiner 1327 in der Laubschen Verlagsduch- Handlung erschienenen Reuausgabe seines Werkes„Der Zukunfts- stoat" finden sich, neben ungerechten Ausfällen gegen die Sozial- demokratische Partei Deutschlands, manch« beachtenswerten Ge» danken und Darlegungen. Er blieb aber trotzdem ein Eingänger, der nach einer kurzen Gastroll« in der Sozialdemokratie wieder in das Lager des Bürgertums zurückkehrte, aus dem er hcrvorge- gangen war.- Anion Gabele und Lakob(Schaffner. Vierter Abend des Verbandes deutscher Erzähler. Im Reuen Schöneberger Rathaus sprachen am »iceten Autorenabend de» Verbandes deutscher Erzähler Anton Gabele und Jatoh Schaffner. Anton Gabele ist der Träger des letzten Iugendpreifes. Er las aus seinem Roman„Gerechtigkeit". Dieses Werk spielt zur Zeit des deutschen Bauernkrieges, und das Kapitel„St. Nikolaus" ge- staltet den Auszug einer Dorfgemeinde zum großen Baucrnheer. Gabele arbeitet nicht in Detaifmanier, sondern er entwirft«her seine Bilder im Frestostil. Das äußere Geschehen ist nicht so wichtig, es kommt ihm auf die seelische Durchdringung des Stoffes an. Er arbeltet von innen heraus. Ein paar starke Szenen haften nach der Borlesung im Gedächtnis. So der Auszug, bei dem die Sprache zur Plastik wird und sich in einem großen Rhythmus steigert. Jakob Schaffner liest drei bisher ungedruckte Skizzen, die die weiteren Schicksale des Johannes Schattcnhold, des Helden aus dem letzten, großen Schaffnerschen Roman„Die Jünglingszeit des Johamn!» Schastenhald" schildern, vchattenhold ist zum Dichter geworden, hier in den Skizzen, di« niellelcht nach Schaffner» Wort«» in»lnem sein«r nächsten Bücher Aufnahm» finden werden. tritt viel stärk»? als im Roman«ine überlegen, Ironie hervor, ein» Ironie, die sich besonders in der äußeren Schilderung der Menschen pfsenbart. Eine Füll« köstlicher Einzelheiten umrankt die Borgänge. Mau fühlt die Freude am Ornament, die Im fertigen Werk i» Hinblick auf die Telamtkomposttlon meistens unterprüikt wird. 7. Sch. Oer gedokiorte Deutsche. Kürzlich hat man ausgerechnet, daß sich gegenwärtig auf den deutlche» Hochschulen IS DO 3 st neue Anwärter aus den Dotorhut befinden. Diese immer noch zunehmende Begier nach dem akadcmi- scheu Grad, der heut« bereits ein« der häujigsten Titulaturen ge- worden ist. wird durch die Angaben über die Zahl der Doktor- arbeiten bestätigt, die sich in der vom Berner UrHeberrschtsinstitut I�röfientlichten Statistik der Geistesarbeit>m Jahre Igzs finden. Danach belies sich die Ziff»? der an deutschen Hochschulen einge- reichten Dissertationen im Jahr« 1323/23 auf 5233 und ist in dem iclgenden Jahr« auf Söst? gestiegen. La? bedeutet also«ine Zunahme um lygg Arbeiten. Es Ist also mit einer noch immer größer werden- de» Doktor-Haufle bei uns zu rechnen. Da der Doktortitel im titellüsternen Deutschland nun einmal so hohen Kurs hat. nimmt auch die Zahl der Ehrendoktoren dadurch zu. Reiche Leute karrten sich durch Stiftungen»sw. von den Universi- täten das begehrt« Prädikat, und es wird bald keinen besseren Aus, sichtsrat wehr gehe», der nicht Ehrendoktor ist. Do haben es die Stammgäste der Kaffeehäuser billiger, bei etwas reichlichem Trink- gel» werden sie ohne weiteres zum Doktor. Karl Kraus und die Volksbühne. Ln dem Prozeß, den Karl Kraus gegen die Volksbühne an- gestrengt hatte, um die Aufführung seines Werkes„Die U n ii b e r- w i n d l I ch e n" zu erzwingen, ist das erste Urteil ergangen. Die Volkebühne wurd« verurteilt, wegen der von ihr vorgenommenen Striche Konventiönalstraf« zu zahlen und„Die Unüberwindlichen" in den Spielplan aufzunehmen. Die Bolksbühne wird gegen da» Urteil Berufung einlegen, da sie nicht aus böfem Willen oder aus angeblicher Rücksichtnahme auf die österreichische Gesandtschast und da» Polizeipräsidium das Stück nicht in den Abendspielplan ausnahm, sondern weil bei der Ansetzung Hjr ein, zweit» Matinee die Beteiligung so gering«qr, daß die Ausführung nicht stattfinden konnte. Das Stück hatte bei der ersten Matinee wohl«inen Presteerfolg, aber versagte beim Publikum. Weitere Auffühnmgen hätten also mit einem völligen Fiasko enden Müssen. Gaulhier-Villars, der französtsche SchriftsteUsr und Krmker. ist ii, Pari» km Aver von 71 Jahren gestorben. Er gab vor dem Kriege unter dem Ps-uhon�m Willy«Ine mondän« SchWerunq des Pariser Lebm's und hat m Gemeinschaft nnt der Sckriststellenn Eolert», seiner damÄigen Gattin, di« Romonsert« verfaßt, dt« als helduz di, Bsrson der Elavdin, hat. du htt prevßl che»'' kadewl« der ZV tzevfckm'len ldrlibt beute. 7>s Ubr, Pr«f. von Ni:smowi««Metllrndorsf öder.naistr Aianaj»". 6in(»>t«km(»n beim Psirlmr. Unter den Lmd'N 24- Z«»m>» Malerei 1» der Äesenwart Anlanlich d,r Eldstnung der Aus- fiekluno pon Werten iebevder iapenöchrr Maler in der»lkadeinie der ailnil», »vild am lt. stavuar, vackmitlaos ö Ubr. in der Akademie Pias, yulio ftashlra au» Jpfio über„Eontemp-rury J-pan-ie Patntinz" ssre-h-n. ?n der AronI» ivricht fcepr v. Slderwpn Freitag, abends Ubr >;■;;$« i-Birchottirfiaui», l'üb enß'.'.• Ä.'Sbi ü&u fdtu,(jrlebnfcj'c und er;«trunken aas'äti tsaU«llsahi.inuna UNÄ praltische Wohlfahrtspflege". Referent: Genosse Rofcmann. 1». Jtrei« Pankow. Zceitag. 16. Januar, 19% Uhr, int»Türkischen Zell". Pankow. Breite Str. 14, Siftuna siimtlicher Wohlfahrtspflegcrsinnen). Tages- orhnung: Generalversammlung._ weiter für Berlin: Größtenteils bewölkt ohne wesentliche Niederschläge, leichter Frost, schwache Lustbewegung. Für Deutschland: Im größten�Teile des Reiches leichte Fröste, im Osten noch etwas Schnee, im Süden Bewölkungszunahme und etwas Milderung. 340 845 Arbeiislofe ln Oesterreich. Wien. 14. Januar.(Eigenbericht.) In Oesterreich gibt es zur Zeit nach der neuesten amtlichen Statistik 294 843 unterstützte und rund 4 6 00 0 nicht unterstützte Arbeitslose. Das sind 6 8 0 00 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. 261.7770 Arbeitslose in Enalanö. Ain 5. Januar betrug die Zahl der Arbeitslosen in England 2617 770 Personen, das ist um 23 357 weniger als in der vorher- gehenden Woche und um 1 138 999 mehr als im vorigen Jahre. Hei lewel noch! Prinz Wilhelm zu Wied, der frühere Fürst von Albanien, sagte in Budapest einem Zeitungsberichterstatter, daß er auf den albanischen Fürstenchron nie n> als verzichtet habe und auch nie verzichten werde. fomdhmlc am Abend Mlttwoeb, 14. Januar. Berlin. 16.05 Programm der AWnellen Abteilung. 16.30 Unterhallungrmnsik. 17.30 August Sdioltis liest eigene Arbeiten. 17.50 Der W eg des Geigers von Kayser bl» Piganini. Konzertmeister Franz von Spanowski. 15.20 Dr. inr. Krukenberg: Aus dem politischen Leben Frankreichs. 18.40 Quenther Stein; Kapital und Arbeitslosigkeit. 19.05 Gerhard Menzel liest aus eigenen Werken. 19.25 Arbeitsmarkt. 19.30 Von der Gaillarde zum Boston(Die Enlwleklnng des Walzers).(Felix Dyck, Flügel: A. M. Szenkar mit seinem Orchester.) 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10..Hanneies Himmelfahrt" von Qerbart Hauptmann(gelesen von K. Kraus). 22»30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. AnschlieGend bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterbanses. 16.00 Min.-Dir. Kaestner: Die innere Umstellung der prenBlschen Volksschule. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Joseph Haydn(Dr. Gerstberger und Mitwirkende). 18.00 Georg Foerster: Die Bewertung des Menschen. 18.30 Günther; Leuchtende Atome. 19.00 Dr. Joh. Günther: Deutsch für Deutsche. 19.30 Dr. A. Richhardt: Die Disziplinargerichtsbarkeit. 20.00 Basel: Schweizer Abend. äjcranlmortl. für die 9tcbot'ion: fietbctl Lep.rt, Berlin: Anzeigen: Th.«locke. Berlin. Perlag: Vorwärls Perlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Porwärls Buth. hiucketet unb Berlagsanstall Paul Singer& S.o. Berlin ED 68, Stinienflrcftc 3. Aierzn 1 Beilage.« � tikfchäfis'Jtnseiger (Bezirfc füden-Wefien Fritz Huth Butterg roßhandlung Filialen In allen Stadtteilen Seit 1889 = Carl Kysper ee | Walzengulj/ Walzenmassc— I 542, Mathieustr. 2! Telephon: Dönhoff 248 B.iäoi Klischees aalvaoopIastUcbe Werkstätten K..G.Baum&Co. SW68, Alle Jahobstrabe 144 Telephon: Dönhoff 890— 891 Bandagen-Mfiller PrlnzenstraBe 43, am Merltzpiali er- Künstliche Glieder, Gummi- Strümpfe, PlattfuBeinlagen Eigene Werkstatt[173 Uaferant fOr sSmllfche Krankenkassen bietet jedem Auto Sdiula. gegen Un fall sowie stoßfreie weiche Federung I Verlangen Sie Prospekte: rafft" Bln.-Ctuha„ ttnioAslraSe 69. Uralt' „1/lK.kf fanrieuS-WerK«. 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Bachmann Mitgl. d. SRO. fieilage Miftwodi, H. Januar 1931 SprÄbmö SkaLtttkOriße Jti tbutasH Q e&cfttc fiten vom Stande Julie Wöhrle: Siandgetiefit ußet einen ftatex Eines Abends, es war schon dunkel geworden und in der Wohn- laubenküche, wo wir hinter den geschwellten Äartofscln saßen, brannte längst Licht, klopfte es ans Fenster. Drei-, viermal klopfte es, ganz kurz, energisch. Man spürte, der da an die Scheiben pochte, mußte einen ordent- lichen Zorn in den Fingerknöcheln haben. Deshalb sagte die Mutter sofort:„Es ist sicher„Huhnchen" T Hühnchen ist nämlich unser Nachbar. Ein Knurrer und Murrer, wie er im Buch steht, und ständig hinter seinein Federvolk her, das sich auf die benachbarten Parzellen verlaust, und ständig in Angst, es würde sich eine seiner herumstreifenden Eierlegerinnen in einen fremden Kochtopf verirren. Richtig, der Klopfer war wirklich Hühnchen. Als er sich auf unser vierfaches„Herein!" in die Türfüllung pflanzte, sah er im Gesicht grau aus und fast zerfallen vor Wut. Da war etwas Schlimmes passiert. Wir spürten es alle, noch eh' ihm ein Wort zum Mund draußen war. „Was gibt's denn, Herr Schneemann?" fragt« der Vater und stemmte die Gabel auf den Tisch wie einen Lan&sknechtsspieß. ,Was es gibt?" echote der Hühnchen,„euer verdammter Kater hat mir drei Briefer gefressen!" Man muß nämlich wissen, Hühnchen züchtete nicht nur Hühner, sondern auch Tauben. Er hatte einen ganzen Schlag voll. Ueber hundert Stück. Alles schöne, grauflüglig« Brieftauben, in der Züchter- sprach« hier draußen abkürzungshalber nur„Briefer" genannt. „Was?" meinte der Dater und verschluckte sich dabei fast an der halben Kartoffel, die vor Schreck nicht mehr über die Schlingschwelle wollle,„ausgerechnet unser Kater und dazu gleich drei Brieser aus einmal?!" La!" sagte der Hühnchen,„euer Kater! Und dazu meine schönsten Brieferl Sie haben auf der letzten Ausstellung einen Preis bekommen. Sechsunddreihig Mark kostet das Stück! Wollt ihr bezahlen?" „Ich denk gar nicht daran!" sagte der Dater und nahm sich nicht mal die Mühe auszurechnen, daß drei mal sechsunddreißig Mark gradaus hundertacht macht, also zwei Drittel seines Monats- Verdienstes.„Aber, was ich fragen wollte, Herr Schneemann, woher wißt ihr denn, daß es ausgerechnet unser Kater war? Hatte er nieine Bisitenkarte an den Schwanz gebunden?" Der Hühnchen überhörte den Hohn und sagte:„Ich Hab' einen Zeugen, daß es euer Kater war. Der Zweig hat ihn gesehen, wie er, mit einem blutigen Fittich im Maul, grab aus dem Schlag kam!" Der Zweig hatte ihn gesehen! Bums, das faß! Man muß nämlich wissen, Zweig, unser Nachbar zur Linken, war, genau wie der Hünhchen, ebenfalls Taubenzüchter. Und was für einer! Er betrieb die Taubenzucht geradezu als Sport. Den ganzen Tag streckte er seinen Struppkopf aus der Dachluke heraus und beobachtete seinen Schwärm. Und wenn ihm der zu lang« foul an einer Stell« saß, da schwenkte der Zweig«ine Bohnenstange, an die ein weißes Tuch gebunden war, und scheuchte damit sein« Zucht. Und die blaugrauen Briefer schwangen schn.idig die Flügel, hauten ab, daß ihre Schwingen klatschten wie nasse Leintücher im Wind, und kamen erst wieder, wenn die Drohflagge eingezogen war. Also, der Zweig kannte anscheinend keine andere Lebens- aufgäbe als zu verhindern, daß seine Tauben Fett ansetzten. Deshalb stand er ewig an seiner Dachluke, pünktlicher als eine Schildwache. Ich glaube. Zweig beobachtete von seinem Turm aus noch ganz andere Dinge in der Nachbarschaft, als nur sein« Tauben. So zum Beispiel die dicke Frau Krause, wenn sie ihre Wäsche schwenkte. Aber das läßt sich nur vermuten und niemals beweisen. Was aber bewiesen werden konnte, war, daß Züß, unser Kater, drei Brieser des Herrn Schneemann gefressen hat«. Noch immer stand der Hühnchen im Türrahmen der Küche, so daß es uns alle fror, und machte ein schmerzoerzogenes Gesicht, wie einer der armen Schächer am Kreuz. Schließlich sagte er:„Nun, wenn ihr nicht zahlen wollt, so muß die Sache auf eine andere Weise erledigt werden!" „Ich bin neugierig, wie?!" knurrt« der Vater, eine Kartossel vierteilend und dabei so angelegentlich in seinen Teller starrend, als ob der wichtiger sei, als Hühnchens Gesicht, aus dem jetzt die Ant- wort kam: „Ihr gebt mir den Malefizkater mit!" „Wozu?" „Ich dreh ihm das Genick ab!" „Der Kater wird schreien!" „Keine Angst, Nachbar! Bevor ich mit ihm um die Ecke bin, wird er ausgeschrien haben!" Auf diese henkerlichen Aussichten hin erhob Didi, die Sieben- jährige, die bisher den ganzen Berhandlungen mit immer größer werdenden Augen gefolgt war, ein solches Gebrüll, daß Hühnchen es vorzog, seine Stellung im Türrahmen aufzugeben. Bevor er jedoch wegging, drohte er: „Das ein« will ich euch aber sagen, Nachbar! Sobald ich das Mistmeh. das elende, nochmals auf meinem Grundstück treffe, zieh' ich ihm dos Rückenmark lang, ohne Gnade und Barmherzigkeit! Wundert euch also nicht, wenn euer Briefersresser eines Tages nicht mehr heimkommt!" Ans Gutenachtsagen dachte diesmal keiner. Schweigend wurden die Kartoffeln bewältigt und nachher, als die Didi im Bett war, wurde Gericht gehalten über den Kater. „Das Vieh muß weg!" fing der Vater an,„sonst verfeinden wir uns mit der gesamten Nachbarschaft!" „Aber. Mann, es ist doch ein so schönes Tier!" „Schön hin, schön her! Du hörtest doch, der Lausekerl hat drei Brieftauben gefressen!" „Ich kann's kaum glauben! Er schaut einen doch so lieb an! „Was nützt das liebe Anschauen?! Hast du die drei jun?en Amseln vergessen, die er aus dem Nest heraus abgewürgt hat, ärger als ein Iltis?" „Dos ist doch schon so lange her!" „Und die anderthalb Pfund Suppenfleisch, die er dir aus dem Topf geklaut hat?!" So ging Rede und Gegenred« zwischen Staatsanwalt und Ber- teidiger ein? halbe Stund« hin und ber, bis schließlich der?lnkläzer frch zum Richter aufwarf und duwpstonig oerkündete:„Es nützt oll-s! nichts! Der Kater muß erschossen werden!" „Gut!" sagte da zornbebend die Mutter, und das war der höchste Trumpf, den sie in dieser Verhandlung ausspielen konnte,„gut, wenn der Kater schon erschossen werden mujj, dann bist du es, der ihn zu erschießen hat!" Bums! Das faß noch besser, als vorher Hühnchens Geschoß. Man muß nämlich wissen: trotzdem der Valer schnell fertig ist mit dem Wort, ich glaube, er hat noch nie einer Fliege was zu Leid« getan. Die von ihm Erschossenen leben wahrscheinlich noch alle! Diesmal aber sollten wir uns getäuscht haben, die Mutter und ich. Es ging dem Mordkater tatsächlich an den Kragen. Er lag ruhig und unschuldig in seiner Kiste in der Holzwolle, als ob er nie in feinem Leben in einen Taubenhals gebissen hätte. So friedlich hatte er die schwarze Nase in die weißen Vorderpfoten vergraben, daß auch des Baters grollerfülltes Gemüt für einen Augenblick erweicht wurde. „Gut!" sagte der Herr über das Katzenleben,„meinetwegen soll er noch bis morgen früh ruhig schlafen! Eine Gnadennacht soll ihm geschenkt sein! Zwölf Stunden, nicht länger! Dann knallt's!" „Dann knallt's!" Das war das letzte Wort, das ich diese Nacht hörte. Der Kater aber, die Stimme seines Herrn hörend, drehte die Ohren und hob ein paarmal die schweren, schwarzen Lider über seinen bernsteinenen Augen. Dann setzte er sich buckelnd aufrecht und fing zu schnurren an. Q. I-I. Mostar: dbex SiauCiaugex Die einzige, die es gleich geahnt hatte, war meine fünfjährige Tochter Liesl. Sie kam ins Zimmer gestürzt, als wir gerode am sriedsam dampfenden Frühstückstisch saßen, und rief strahlend: „Mutti, Vati, kommt doch mal raus! Draußen steht ein Mann mit einem Sarg!" Meine Frau ging gehorsam hinaus und kam nach drei Minuten zurück.„Es ist nur ein Mann mit einem Staubsauger", sagte sie. Nur..! Frauen haben immer so verschrobene Wertbegriffe. Mit dem friedsam dampfenden Frühstück war es natürlich vorbei. Denn der verbindliche Mann kam zwecks unverbindlicher Vor- führung: er öffnete den Sarg und ließ mit unsäglich frivolem Lächeln ein Tier, ein Untier auf uns los, das mir gleich nicht sympathisch war. Sein Fell schimmerte bösartig, sein Schwanz ringelte sich um den Hals seines verbindlich-unverbindlichen Fakirs und steckte sein Ende, das zweigeteilt war wie der Hinterleib des mir verhaßten Ohrwurms, in unseren anscheinend dafür prädestinierten Steck- kontakt; dann stieß es ein furchtbares Geheul aus und stürzt« sich mit rundgeöfsnetem Rachen auf unseren Frühstückskuchen, dessen Streusel und Rosinen es im Nu verschlungen hatte. Während ich noch leichenblaß aus den weiland Kuchen starrte, warf es sich mit Triumphgeheul auf den Teppich, der Fakir zog das Maul des Viechs in eine widerwärtig grinsende Breüe, es wälzte sich, stöhnend vor Behagen, auf dem Perser... Meine Fünfjährige starrte verblüfft auf ihre Mutter. Das war ein Vergnügen, das nicht mal sie, als verwöhntestes Kind der weiteren Umgebung, sich gestatten durfte. Sie wartete auf den An- schnauzcr, den der Fakir beziehen würde. Ich wartete auch. Nichts dergleichen geschah. Meine Frau lächelte verzückt, ekstatisch, hingerissen dem Untier zu. Und schien tief zu bedauern. daß es nun, nachdem es sein Dresseur am Kopf gestreichelt hatte, mit einem stöhnenden Seufzer der Sättigung sein Fressen und Heulen einstellte. Ich indessen tonnte mich eines tiefen Gefühls der Er- leichterung und der Schadenfreude nicht erwehren, weil es ja nun wieder in seinen Koffer mußt«.' Aber nein, ach nein! Ihm und uns geschah Schlimmeres? Der Fakir nahm es auseinander, zerlegte es in Kopf, Rumpf und Schwanz, operierte ihm den Magen heraus und ließ uns hinein- schauen. Dabei sah er einen»ach dem anderen von uns mit einem Blick an, der unendlich überlegen und hoheitsvoll war, mit einem Blick, mit dem ein deutscher Hygienesachoerständiger einen tibeta- nischen Schafhirten ansteht, der sich noch nie, noch nie gewaschen hat. Und meine Frau erblaßte und ward rot und sagte:„Oh!" und ich schlug mich innerlich an die Brust, als ich im Magen des Tieres eine graue, wie aus Milliarden Spinnweben geknetete Masse sah— so viel Dreck war also in unserer Wohnung, in einem bescheidenen Bruchteil unserer Wohnung, solche Dreck... solche Unhygieniker waren wir! Der Fakir tat zum ersten Male seinen Mund auf und sagte fein und langgezogen wie eine geduldige, an allerhand gewöhnt«, dennoch aber innerlich empörte Säuglingsschwester:„S o o viel Schmuuutz!"— und stülpte mit ganz vorsichtigen, unendlich distanzierten Fingern, denen man den Ekel vor unserem Schmuuutz deutlich anmerkte, den Magen um. lieh seinen Inhalt auf mein morgen abzulieferndes Manuskript über den Schlangenmythos rinnen, knüllte es zusammen und warf es in den Ofen... Ich ging erschüttert in mein Zimmer, um den Schlangenmythos nochmals zu schreiben. Und der Staubsauger wurde natürlich gekaust. „Der Schlangenmythos" Bon allers her schon haftet der Schlange der Charakter des Bösartigen und Niedrigen an. Schon nach ällester Ueberlieferung— So weit war ich gekommen, als bereits ein neuer Sarg bei uns abgegeben wurde, als wir also die Bestie im Hause hatten ohne ihren Fakir, der sie zu zähmen verstand... Oh über den Mut meiner Frau! Hut ab vor der alles über- windenden, mannhaften Tapferkeit des so lange ilnterdrückten weiblichen Geschlechts! Meine Frau lockte dos Untter aus dem Sarg, sie ließ sich von seinem Schwänze umwinden, sie beförderte selbst seine Ohrwurmzange in den Steckkontakt, sie lächelte nyr wie eine langjährig« Dompteuse, als es ausheult« in satanischer Mordlust. Und ich kläglicher, entnervter Sterblicher, ich zerbrach fast unter dem Heulen, das nun durch meine Wohnung gellte, ich kam aus Angst davor mit meinem Schlangenmythos nicht weiter, ich erlitt einen Nervenchok. als der Schwanz des Untiers die ahnungslosen Kannen. Tassen und Teller aus dem immer noch nicht abgeräumten Frühstückstisch umstrickt, zu Boden geschmettert und umgehend verschluckt halle, ich lieh mich verleiten, gegen jedes primitivste Klassen- bewußtsein dem Hausipirt rechtzugeben, der mtt sofortiger Räumungsklage drohte, falls meine Frau nicht—— und als ihre Antwort darin bestand, daß sie das Weh auf den Wirt losließ, der wemend und mit zeigefingerverfwpften Ohren entfloh, da dachte ich I in den Abgründen meines schwarzen Herzens an Scheidung... und es heulte, heulle, heute... Als eine ausreichende Menge von Fensterscheiben, die man ja auch mtt dem Staubsauger reinigen kann, zersprungen waren, als unser Perser restlos enthaart war und- da lag wie ein Fell, das zehn Mottengenerationen ernährt hatte, als das Untier unter dem Protest Liesls sämtlichen Puppen die Haare und Glieder ausgerissen und den Leimfarbenanstrich der Wände zusammen mit dem Verputz verschluckt und ausgespien hatte, als infolgedessen Ausguß, Bade- wanne und WC. längst verstopft und die Zimmer mit den Massen der aufgestapelten Schmuuutzballen angefüllt waren— da lieh sich meine unentwegte Frau sämtliche Dienstmädchen des Hauses aus und richtete einen Pendelverkehr nach der Müllablage ein, und in ihren Augen glomm die finstere Entschlossenheit des Fanatikers, und Heulen, Heulen, Heulen, und mein Schlangenmythos— aber tief in meiner Brust die Stimme Wellingtons: Lch wollte, es wäre Nacht", und tief in meinem Herzen der Traum von stiller Arbeit bei Lampenschein, wenn der Abend dem Wüten Einhalt geboten haben würde... Und als, da es endlich dunkel ward, mit einem wilden Kroch die Sicherungen des ganzen Hauses durchbrannten, da brach ich definitiv zusammen. Aber mannhaft erklärte meine Frau, künftighin die elektrotechnischen Bedarfsartikel bei einer anderen Firma zu kaufen, die keine Schundsicherungen liefere, am besten bei der be- währten Staubsougersirma... Hut ab! Dann aber sank auch sie hin, erschöpft, wie Satan es«inst sein wird, wenn es ihm endlich gelungen ist, die Schöpfung wieder ins Chaos zurückzubefördern, in einem Tage— gewiß mit Hilfe eines Staubsaugers. Ich jedoch, ich hämisches, aller tragische» Größe verständnislos gegenüberstehendes, rachsüchtiges Subjekt, ich schlich mich im Morgen- grauen an die Bestie heran, die noch immer heulend auf dem ehemaligen Teppich log. denn irgend jemand hatte neue Sicherungen beschaift, ich oersetzte dem Untter einen furchtbaren Tritt mtt dem Stiefelabsatz, und ich bekam einen furchtbaren elektrischen Schlag, der mich niederstreckte, ober das Heulen hört« auf, der Kopf des Viechs war zerquetscht... und ich stand auf, wankte an meinen Schreibtisch und führte im fahlen Licht des erwachenden Tages meinen Schlangenmythos fort: .,... Schon nach ältester Ueberlieferung wird die Schlange verflucht:„Aus dem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang, und du wirst ihn in die Ferse stechen, und er wird dir den Kops zertreten"— und die Schlange ging hin und nannte sich fortan Staubsauger.. EEriest» Preusse: (paare im paxk Eine dünne Schneedeck« dämpft den Schritt und gaukell Winter, frcuden vor, die sie kaum zuläßt. An der patinogrüuen Kuppel des Barockdenkmols klebt der Schnee in seltsam zerrissenen Mustern von eigenartiger Schönhett. Der See träuntt unter dem Eise, nur am Ufer glucksen noch einige ungebändigte Wellen. Die Sträucher sehen erbärmlich nackend aus: sie gleichen Rersbefen. Es ist still. Kaum daß der Schrei einer AutoHupe herübertönt. Als ich mich auf eine Bank setze und zu essen beginne, bitten hungrige Spatzen um Brot- krünrel. Ein Liebespaar kommt Arm in Arm den Weg entlang. Beide sind jung und gut angezogen: er könnt« ein Buchhalter oder Lehrer oder Reisender sein, si« ist Moschinenschreiberin etrva oder Verkäuferin oder auch Haustochter und sehr niedlich. Sie bleiben flehen und küssen sich, verliebt und lange. Jetzt sehen di« Liebenden mich. Sie«vschrickt, er guckt niich vorwurfsvoll an und legt seinen Ann schützend um die Begleiterin: so ganz sachte und lieb, und sie schlüpft kaum merklich in seine Umarmung. Von ihm ist das ein Versprechen: Ich will immer so lieb zu dir sein wie heute, ich will dich immer schützen! Das ist ihr Einverständnis: Ich vertrau« dir, ich stelle mich unter deinen Schutz! Die Spatzen, die verschwunden waren, kommen wieder betteln. Ein Windstoß weht eine Wolke Schnee aus dem Geflecht der Zweige. Einige Flocken sind mir in den Nacken gefallen. Mich friert. Bor mir gehen zwei Menschen. Er: breite Schultern, die durch einen dicken Rauhhaarmantel noch maisiger erscheinen, die Hosenbeine strammen sich über die Waden und schieben sich an ihnen hoch, der schwarze steife Hut ist nach vorn gerutscht: die Hinterfront eines mächtigen Kopses ist zu sehen, der Nacken, gekerbt, quillt in Wülsten über den steifen Wäschckragen. Am Ende des Genicks ist ein beulenartiger Knuppen sichtbar. Sie: in einen Seal gehüllt, herrliche Hüftlinie, erstklassige Strümpfe, handgearbeitete Schuhe. Plötzlich bleibt er stehen und klopft seiner Begleiterin auf die Schulter. Er trägt einen Trauring neben den vielen anderen Ringen, die an seinen Wurstfingern sitzen. Der Schlag war nicht derb, immerhin: sie zuckt zusammen. Aber wie gemein dieser Schlag war! So wider- lich besitzergreifend, ungefähr als wenn ein Rennstallbesttzer seinem Lieblingspferd aus die Schenkel klopft: braves Pferdchen. ja, bist brav! Die beiden gehen weiter, er redet auf sie ein. Si« sagt nichts. Ihre Tasche fällt aus die Erde. Er schmatzt ruhig weiter. Sie hebt die Tasche auf. Auf dem Hauptweg arbetten z w e i a l t e L e u t e. Er fegt den Wog und geht ziemlich knickebeinig. Di« Hosen sind um seine Bem« geknautscht- Ein Taschentuchzipfel guckt aus der Tasche. Der Alte hat Pulswärmer an den Händen, seine Finger sind blaurot und geschwollen, die Nägel eingerissen. Die Frau bückt sich nach Zweigen. Sie hat ein Kostüm mit enganliegender Jacke an. das vielleicht Aus- gangs des letzten Jahrhunderts neu gewesen ist- Ihr graues, strähniges Haar fällt unter einer turbanähnlichen Mütze hervor. Die Füße stecken in Filzschuhen.„Mutter".— sagt der Alte—„Mutter, bück dir mch so ville, det kannst« nich ab!"—„Ja. Bater", sagt die Frau.— Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbilde: Aus den wenigen Worten der beiden Allen klang soviel von gegenseitigem Verständnis an. von Lieh« und Kmneradschrst.. Verstehen Sie mich: t*« beiden Alten sind vermutlich im Lause der Zell gemeinsam durch' Glück und viel Not gegongen, jeder kennt den anderen genau, weiß, wieviel der Partner sich zutrauen darf, bedenken Sie: die langen Ehejahr«— und trotzdem: diese Besorgtheit' Die Zukunst hat eine dunkelgoldene Tiefe, vielfältig verhängt von den Nebeln der Zell. Wer aber könnte sich vorstellen, daß jemals das Liebespaar ein Ehepaar wie das ungleiche, der Dicke und seine Frau, würde? Und wer möchte annehmen, daß der Dicke jetnalz zu seiner Frau sprechen könnte wie>->r?llte zu der feinigen? Kleine'Üelrachtunffen Hie Stimme von oben Der Papst hat eine Enzyklika erlassen, die sich gegen die Modernisierung der Ehe und des Eherechtes wendet und jegliche Emanzipation der Frau verwirft. Diez ist die Denkform des obersten Hirten der katholischen Christenheit: Zuerst ist Gott, an den wir glauben und dessen Wille uns in der Heiligen Schrift offenbart worden ist. An alle Dinge der Welt muß der Maßstab des göttlichen Willens herangetragen werden. Gottcsrecht bricht Menschcnrecht. Die andere Seite argumentiert umgekehrt: Zuerst sind die irdischen Triebkräfte, die es zu belauschen und zu erforschen gilt. Den geistigen lleberbau, der im besonderen Falle der Sexualbeziehungcn den Titel Moral trägt, müssen wir so gestalten, daß die Dinge der Welt möglichst ohne Reibung In ihm Hausen können. Menschcnwille erzeugt Moralkodex. Entgegengcseßte Ausgangspunkte. Entgegen- gesetzte Welten. Wer ist im theoretischen Recht? Objettlve Wahrheitskritericn, solche, auf die sich beide Parteien zur Urteilsfindung einigen könnten, gibt es in dem Augcnbliet nicht, wo die eine Seite sich auf ilnkontrollierbars innere Erlebniffa und Offenbarungen beruft. Es ist deshalb müßig, eine durch die Jahr- tausend« ergebnislos verhandelte Frage hier zur Entscheidung bringen zu wollen. Aber man kann neben der unlösbaren theoretischen eine durchaus lösbar« praltifche Frage stellen. Nämlich di«: Welche tatsächliche Wirkung wird die Enzyklika haben? Und da ist zu antwort«n: eine unbeträchtliche. Die Kirchenmoral, sogar die katholische(um von der evangelischen ganz zu schweigen) niinmt auf die Abwicklung unseres realen Tageslebcns mcr noch einen kaum bemerkbaren Ein- fluß. Es ist den Religionsgemeinschaft«» gelungen, ihre organisato- rischc Fassade und auch ihre Macht im Staate zu erhalten. Es ist ihnen nicht gelungen, den Träger de» Staates, die Menschengemein- schaft, schlechthin mit dem Geist ihrer Gesetze zu erfüllen. Das Leben orientiert sich nicht am sittlichen Bef«h!, es orientiert sich an seinem ureigenen Mechanismus. Es wird viele geben, die die Stimme von oben, die Stimme des Vatikans, respektieren und ihr Reverenz erweisen. Es wird wenige geben, die sie befolg«». H. B. Kulturkampf in USU M-it dem Affenkampf von Dayton hat es angefangen, mit der Kameradschaftsehe geht es setzt weiter. Ander« Völker, andere Kulturkämpsc. Die Kamerads haslsehe, um die jetzt der Kampf in USA. heiß lobt, ist nur ein Anlaß, um d«n Kampf zwischen den freisinnigen Elementen und der Kullurreaknon in den Vereinigten Staaten wieder aufleben zu lassen Trotzdem das Land wahrhaftig andere Sorg«» hat. ist die Kameradjchaftsehe wie ein Symbol der kulturellen Freiheit. Der Führer der„Äameradschaftsehepartei", Richter Lind- s c y, war 2ä Jahre Richter. Sein« Energie im Kamps gegen die Kulturreaktion brachte ihn um sein Amt. Sein Gegner ist dcr New-Porker Bischof M a n n i n g, ein sehr leicht aufgeregter Herr. Nun, als Lindsey nichts mehr zu verlieren hatte, nahm er seinen alten Kamps um die Kameradschaftseh« wieder auf. Ein Buch von ihm brachte neue Aufregung über USA. Der Bischof griff zum Krummstock und. entschuldigen Sie den mohammedanischen Ausdruck, erklärte dem Richter a. D. den heili- gen Krieg. Zunächst war die Partei des Bischofs im„Lande der Freiheit"' viel größer. War! Bis eines Tages der Bischof, hingerissen von der heiligen— Flamme, etwas tat, was zwar nicht gegen die Religion, aber gegen das S p o r t g e f ll h l der Nation verstieß und das ist in USA. nach viel schlimmer. Ein«s Tages predigte der Bischof in seinem Hause gegen Lind- scy, der auch in der Kirche zugegen war. Nach Schluß der Pre- digt wollte Lindscy erwidern und da machte der Bischof die erste Dummheit: er verbat dem Richter, zu sprechen. „Jeder Bürger der USA. darf sich überall verteidigen!" Das ist«in ungedrucktes Gesetz. Als Lindsey sprechen wollte, machte dcr Bischof die zweite noch größere Dummheit: er ließ den Richter von vier Kirchendienern aus der Kirche schmeißen Damit oer/etzte er das Sportgefühl des ganzen Volkes Und nun siegt dieses Ge- fühl sogar über den Bischof. Schon am nächsten Morgen war der Umschwung da. Publikum und Press« tobten auf einmal gegen den Bischof. Di« Ueberschriften in den Zettungen lauteten:„Vier gegen einen!"„Der Bischos laßt vier kräftige Kirchendiener grgm einen nicht starken Menschen aufmarschieren!" Das genüg», um einen Menschen in USA. moralisch k. o. zu schlagen. Der Bischof kennt die amerikanische Seele nicht, sonst würde er, wie es sich für einen Gentleman gehört, selbst zugegriffen haben. Er hätte lieber einen Fausitampf in der Kirche riskieren sollen. Sein un- sporilicbes Verhalten hat die Aameradschastschepartei mindestens verzehnfacht. „Erlt muß man ein Gentleman sein, dann ein Bischof!" sagt jetzt USA. K. G. Hie Kunst wird abgebaut Woher stammt eigentlich die heillose Angst des Diktators F r i ck vor der Veröffentlichung und Darstellung jedes kul urellen Wertes, dcr außerhalb der„gernianijchen" Grenzen geboren ist oder seine „nordische" Abstammung nicht nachweisen kann? Die staat» lichen Theater Thüringens werden sich von nun ab auf ihre„germanischen" Hinterbeine stellen, sie werden die Kunst. die Literatur der Welt Ignorieren. Man ist vornehm, man kommt auch ohne di« rasseunriinen Erzeugnisse aus— man bleibt un.er sich. Dies ist kein Spaß,«o ist(thüringischer) Ernst. Auch den Künstlern, die nicht jenem oben bezeichneten Ideal der Begrenzung entsprechen, ist di« Ausschaltung sicher: un- geachtet ihrer Beliebtheit beim Publikum werden den en. sprechend ouKgewählten hervorragenden Künstlern des Weimarer National- iheaters die Verträge nicht erneuert. Ob ihre Namen unnordisch klingen? Ob sie polltisch unzuverlässig sind? Nun,«s ist Per- sonalabbau aus politischen Gründen, wie man ihn auch auf den anderen Gebieten des öftentlichen Lebens— wenn auch nicht gerade des künstlerischen— kennt. Thüringens Dik ator hält den � gehörnten Siegfried gewiß für einen Nationalsozialisten— und so muß er Nattirlich künstlerisch« Bedenken hegen, wenn ein« andersdenkende Kehle in die Partitur einbricht. Aber wie komisch wird dl« groß« Reinigungsaktion, wenn man aus gewissen Gründen nicht auf dies od«r jenes Drama verzichten mäch'«— ander rseits aber nicht an die Sache heran darf— der fremdstämmigen Namen wegen. Ganz«ntschie- den braucht die Naziparte! ein» angegliederte literarisch« Abteilung. Wer Bronnen kennt, weiß, daß es an gecign:t«n L?uten da-u nichi fehlt. Und jedesmal, wenn Helden mit wrdächt'g-n Nam n >hre zweifelhaften Nasen in das Heldendrama stecken, geschieht eine llmtcniic durch die erwähnte Hakenkreuzdramaturgi«. Auch dies ist kein Spaß, sondern gleichfalls(lhuringischer) Ernst. Run al'er zur Frage vom Anfang zurück: Woh'r die Angst, i ihr furchtlosen Pelden? O, ihr Raseweise! Die Namen der i Helden verbietet ihr. aber ihr« Idee» laßt ihr passieren! Entzieht j ihr eurer Behauptung, ihr wolltet Deutschland sittlich erneuer», nicht schon allein durch dies« Namensverdeckung den Boden? Aber gesetzt den Fall, ihr träfet in eurer„Reinigungswut" nicht nur den ungermanischen Namen, sondern auch den ungermanischen Geist—: wir wissen noch gut von 1314 her, was wir davon zu halten haben. Das ist ja eben der Dünkel, der Hochmut, die sparen- flirrende Selb st Überschätzung, die mehr als einen Deut- schen persönlich im Ausland unbeliebt— und den höchsten Re- Präsentanten des vormaligen Reichs zum Gegenstand des Hasses in der Well gemacht hat! Der Hochmut aber, der iu der Abgrenzung liegt, ist die letzte Folge einer heiligen Angst vor der Möglichkeit, daß die Anhänger dieser Spottgeburt einer Idee einmal über ssch selbst hinaus und die Wahrheit zu sehen lernten. J. H. Sine Gleichung Im Argentina-Theater zu Rom wurde dieser Tag« ein histo- risches Drama„Eampo di Maggio" mit mittlerem Erfolg uraufgeführt. Die Idee und ein Teil des Textes stammten von Benito Mussolini. Am Neujahrstage sprach zum ersten Male der leitende Staats- mann einer Nation auf dem Wege über eine private Rundfunk- gefellschaft gegen Honorar zu einer anderen Nation. Dcr Redner war Benito Mussolini. Vor kurzem erschien in Italien das Kriegserinnsrungsbuch eines Soldaten— wie es heißt, eine Belanglosigkeit. Der Verfasser heißt Benito Mussolini. Demnächst wird in Rom eine Ausstellung moderner italienischer Kunst eräfsnet. Wie es heißt, wird auch Benito Mussolini mit Aqua- rellen vertreten sein. Man liest das so vor sich hin. Jeden Tag etwas anderes. Hält es, je nach Einstellung, iür ein Kennzeichen eines vielseitigen Geistes; oder für ein« notwendige Ergänzung der zahllosen, eintönigen Miliz- und Paradebilder; oder für eine recht gut gemachte Reklame. Und erst allmählich, wie sich diese Notizen häufen, wird die Erinnerung wach; saßt man sich an die Srirn, die von dcr Wirrnis der Gegen- wart schmerzt, und sucht sich zwanzig Jahre zurück: War denn das nicht schon einmal da? Diese vielen kleinen Mitteilungen über einen Herrscher, dcr nicht nur Paraden abnahm— der auch für vieles, der eigentlich für alles andere Interessen hatte? Der Plakat« entwarf, Lieder dichtete und komponierte, und vor allem Reden hielt, Reden... So daß die Wohlwollenden mit dem Kopse nickten ob eines so lebendigen Geistes und die Besorgten die Köpse schüttelten ob eines so sich zersplittern- den Hirns.... So daß die einen von einem wiedererstandenen Renoissance-Universalmenschen sprachen und die anderen von einem 5)ans Dampf in alle» Gassen... So daß die einen sich herrlichen Zeiten entgegengeführt glaubten und die anderen. Nun: sie haben recht behallen, diese anderen. Die Reden sind Makulatur, den„Sang an Aegir" singt niemand, das Plakat„Völker Europas, wahrt eure heiligsten Rechte!" illustriert nur noch die Gc- schichte vom Elefanten im Porzellanladen, dcr Verfasser sitzt in Doorn und sein Volk im Unglück... Kaiserreden und Duccreden,„Sang an Aegir" und„Eampo di Maggio", Plakate und Aquarelle— bis hierher geht die Gleichung auf. Mir scheint: die Unbekannte, die Zukunft, läßt sich eindeutig bestimmen... Yorick. Wurst wider Gott Das Schöffengericht Kempten verurteilte den Kaminkehre r Josef Leiner wegen Erregung öffentlichen Aergernisses zu vierzig Mark Geldstrafe. Der Sünder Leiner Hot während der katholischen Fastenzett, jedermann sichtbar, eine Wurst verzehrt. Denn nach ihr. dcr Wurst, hungerte Leine vssenbar, und nicht nach Gottes Wort, dem zwar schieren, aber kirchlich vorze- schriebenen Gegenteil. Das Gericht ist indes der Meinung, daß hier „die Gedanken und Gefühle Andersdenkender erheblich verletzt" worden sind. Da man ebenso wenig wie bei der Wurst auch bei der Justiz nicht weiß, wo ihr Anfang und ihr Ende ist. weil Dummheit und Lächerlichkeit ihr biswellen und speziell, scheint;. In Kempten schon mehr als benachbart sind, wird Leiner die Sache auf sich, das Gelächter auf den Richtern beruhen lassen und dem Staate die vierzig Mark geben, die er als Buße oerlangt. Immerhin sollte der Verurteilte auf einer weniger schäbigen Urteilsbegründung bestehen, denn schließ- lich sind vierzig Mark heutzutage«ine Summe, für die selbst ein deutsches Gericht Qualitätsarbeit zu liefern hat. Die„Andersdenken- den" werden zwar in Schutz genonimen, da mit dem Wurstesse» offenbar ein Bekenntnis zu einem bestimmten philosophischen System verbunden ist— aber dürfen nun auch diesen Schutz Vegetarier für ihre Gedanken und Empfindungen beanspruchen, da sie doch wirklich keine Wurstenthusiasten, sondern iin Gezenteil, Ueberhauptganz- andcrsdenker sind? Wer also verdient Wurstschutz und wer nicht? cgo. eBuch 3)cr Jlufslieg eines Iteberiuugen Josef Seliger, der Führer unserer sudetendeutschen Bruderpartei, ist vor zehn Jahren im besten Zllter an einer Btttt- Vergiftung gestorben. An dem Häuschen in Einsiedel bei Reichen- berg«rinnert«in« Gedenktafel an diesen Sohn einer armen Weber- samllia. Run haben Josef Hosbauer, Seliger? Teplitzer Redattionskollegs, und Emil Strauß, Seligsrs Schwiegersohn und Redakteur des Prager.�Sozialdemokrat", das Leben des Führers in einem Buch beschrieben.(„Josef Seliger", Parteioerlag, Prag II, Nckazanka 18.) Es ist zugleich eine Fortsetzung der ausgezeichneten zweibändigen Geschichte der sudetendeutschen Arbeiterbewegung von Emil Strauß. Wir sehen den Aufstieg des armen Weberlehrlings. deflen Vater das Geld fehlle, um den talentierten Jungen auf die höher« Schul« zu schicken, und der noch im bürgerlichen Turnverein war, aber durch den Hochmut der Bürgerlichen herausgedrängt wurde, zum Eigenstudium, sehen ihn als Wanderburschen in Deutsch- land die sozialistische Bewegung kennenlernen und ihn zu ihrem begeisterten Werber und Kämpfer in der Heimat werden. Aus eigener Erfahrung weih ich, wie Seliger in der Bewegung aufging, wie ihre Sorgen in allen Gegenden Deutschböhmens seine Sorgen waren, wie er als Lieblingsschüler Vittor Adlers den ebenso vorsichtig wägenden wie kühn wagenden Geist des Meisters annahm und ver- breitete. Seit 1307 saß er im Wiener Parlament. Als Deutsch- böhmen sich beim Zerfall Altösterrsichs als Tell Deutschösterreichs erklärte, hatte es keinen Führer von solch überpartellich gewordener Autorität wie Seliger— er mußte Landeshauptmann werden Manch liebes Mal ist er, nach der gewaltsamen Einbeziehung des Landes in die tschechische Republik, heimlich übers Erzgebirge nach Dresden ge> pilgert, wo die geflüchtete Landesregierung eine Zeitlang noch saß „Mit Rebellen verhandeln wir nicht", hatte der Tschechenführcr Dr. Raschln einer von Seliger geführten Abordnung zugerufen. Als aber das Machtdiktat ergangen war. organisierte Seliger die Partei zum Kampf um die Forderungen der Werktätigen und für die Rechte der deutschen Minderheit in der tschechoslowakischen Republik. Seine Referate auf den Parteitagen Teplitz 1919 und Karlsbad 192d waren große Leistungen. In einer Hinsicht war ihm das Schicksal günstig— es hat ihn die Zerstörung der Bewegung durch die kommunistische Bewegung in«inigen Gebieten zum Nutzen des Nationalismus nicht erleben lassen. Kicbarä Bernstein. R.K. von Tllechow: ä)as Jlbenleuer*) Von den Reitern, die 1915 nach Osten ritten, erzählt Mechow. Sie hatten nichts mir dem Weltkrieg zu tun, sie ritten durch Polen. nach Rußland. Tage, Monate, für sie gab es keine Zell mehr, sie waren nur ein kleines Häuschen, aber als sie dann endlich zurück- kamen, da fehlten die meisten und die besten. Sie ritten durch Heide und Wiese, durch herbstlichen Wald, und das ist in einer Sprache geschrieben, die man entfernt mit Hamsuns vergleichen kann. Es riecht nach Erde und fallendem Laub hinter den Rettern, durch Wiesen und Felder geht der große Pan. Kein Mensch weiß, wozu dieser Krieg geführt wird, warum die Nebelfetzen um die Sträucher hängen, es gehört zum Leben, zum Abenteuer. Ei» stilles, klingendes Buch, herb in der Sprache und im alltägliche» Geschehen. Vielleicht kann es sogar von reaktionärer Seit« ausgenützt werden, Mechow nimmt nicht entschieden Stellung zum Krieg«, aber er kann schreiben, bei ihm ist der Krieg viel mehr Naturereignis und Abenteuer als Schlächterei und Grauen. Das Buch eines sehr wachen Träumers, der vom Kriege nicht alles verrät, was er weiß. L. l'epper. *) Verlag Albert Langen, München. RätsehEcke des„Abend" waniimiMiimmMmuminminvininminniimmnimiimnMiminüumuminunwmiwrniMmimnuiiraiuuiuiUiminmimiwiinmiiMniiiimmuniiwmiwinn Spiralenrätsel. 13) n i I i T...... 15 1 i Waagerecht: 2 biblischer Name; 3 Getränk; 5 feuerspeiender Berg; 6. Blume: 8 Erdteil; 9. nordischer Dichter: ll Stadt in Schlesien: 12- Stadl in Ostpreuß n: 14. Küchen- gerät: 15 Stadt in der Mark.— Sen krecht: 1. Flächenmaß: 2 An- erkenming: 4 Zechl: 5 Verwandter: 7 Staat in Nordamerika: 8 Re- publik in den Pyrenäen; 19. Menschenrasse; 11. verstorbener Dramali- ker: 13 Stadl in Bayern: 14. Vorort von Berlin. -kr.. voppelpyramide 1 3 Die Buchstaben a b b e d eeeeeehririkllm nnoporrsstu sind so in di« Felder der Figur zu ver- teilen, daß die waagerechten Zeilen ergeben: 1 Kinder- spielzeug: 2 Wohnungsgeld: S Schweizer Kanton: 4. Kon- sonant-.S schwur:«, Operetten- komponist: 7 ehemaliges öfter reichischcs Kranland Di. mit- tslsts Senkrechte ergibt dann einen Staat in Asien. Die Felder intt denZisfernbenennen in der Reihenfolge der Zahlen einen sozialistlschen Führer, j-sl. Kön'gszuq ak. Rätselgleichung a+ fb-d)+ 1c-l)+(f— k)= x a--- Düngemittel, b— bekannte Automarke, c--- Fluß in Afrika, t— Knecht, x--- Staat in Norbamerika ll- 6. Auslösungen der letz en Rätselecke Kreuzworträlfel Waagerecht: 2. Elan; 5. Sire; 7. Nana; 8. 2lfa; 9. Geld; 10. Adel: IL Amen: 15. Europa: 17. Golf: 19. Wiese: 21. Euter: 24. Lars: 2«. Letter; 29 Else; L2. Drei; 23. Erde: 34.«in: 23. Oslo: 36 leer: 37 Arme.— Senkrecht: 1. Anna: 2. Enge: 3. laenzs; 4. Nadel; S. Saar: 6. Reep: 11. Vom: 12. Lahr: 14. Mai: 16. Ufer; IS. Lele; 19. Wala: 20. Ente: 22. Usedom; 23 Elf: 23. Arena: 27 Erle: 28. Tier: 30. Lese: 31. Eros. Ärithmogriph. Schlüsselwörter: Weimar, Eiche, Marder, Engadin, Sudermann, Nebel, Natter— Spruch: Der Mensch braucht wanig. und an Leben reich ist die Natur. D: a ma n t r ä t s e l: 1. p, 2. Fis, 3. Feste, 4. Pistole, 5. Stolz, 6. See, 7. r, Steigerung: Tell— Teller. Rät elgleichung: a: gar+ b: ri;-f c: ball-}- d: dl»■= x; ga ri bal di. 14. Januar 1931 HH M» mB Uh 48. Jahrgang Tauernkraft-Bedenken Ein großes technisches Projekt.— Die Frage der Wirtschaftlichkeit.— Die deutschen Kraftwerke nicht voll ausgenutzt.— Norwegische Fernkraft? Es klingt großartig, wenn gelagt wird, man könne aus den fjohen Tauern 6 Milliarden Kilowattstunden gewinnen und sie nach Deutschland leiten. Aber leider ist das angesichts der kaum Mprozentigen Ausnützung der deutschen Elektrizstätswerke kein Reichtum von weltwirtschaftlicher oder auch nur nationaler Vedeu- tung. Denn die 6 Milliarden Kilowattstunden bedeuten für ein modernes Kohlekraftwerk einen Jahresverbrauch von etwa 2 Mil- lionen Tynnen Kohle und was ist das schon, angesichts der deutschen Jahresproduktion von rund 200 Millionen Tonnen(auf Normal- kohle umgerechnet)? Also auch wenn man noch gar nichts Näheres über die Kosten des geplanten Tauerntraftwertes weiß, so wird man Bedenken haben, einen riesigen Apparat zu bauen, der dazu dient, ein Prozent der deutschen Kohlenförderung durch Wasserkraft zu ersetzen und ZZovmo i» u 100 000 Arbeitslose neu zu schassen. Wozu der Auswand? Haben wir denn einen Kohlenmangel zu befürchten? Nun, davon ist sicher- lich keine Rede, vielleicht wird diese Frage einmal für die Generation unserer Urenkel aktuell. Aber dieses eine Prozent' der deutschen Kohleproduktion würde nicht nur„ersetzt*, sondern eben auch verdrängt werden. Und da wird das Prozent riesengroß, denn es ist der Anfang einer aus „Psychose* entstandenen grundsätzlichen Verdrängung der Kohle durch Wasserkraft. Daß die Neigung zum Bau von Kraftanlagen gleich einer Psychose wirksam ist, zeigt der Bau der Soaletalsperren: diese Wasierkraftanlage wird heute, nachdem ihre Unwirtschastlichkeit klar- gelegt ist, nur noch als— Beschäftigung für Arbeitslose entschuldigt! (Wäre nicht die Erbauung von Heimstätten und Landerziehungs- Heimen besser gewesen? Man kann doch auch solche Bauten mit jenen ungezählten Millionen ausführen, die aus der produktiven Arbeitslosenfürsorg« genommen werden,... muß man denn gerade unwirtschaftliche Kraftwerke bauen?) Legen wir für die salzburgischen Tauernwerke schweizerische Der- hältnissc zugninde, so lominen wir bei Berücksichtigung des be- sonderen Systems der Hangkanäle, die gebaut werden sollen, aus schätzungsweise 800 M. Baukosten pro Kilowatt Maschinenleistung. Vcrg'eichcn wir damit, was das keutsche Standardwerk über Elektro- Wirtschaft,„Bau großer Elektrizitätswerke" von G. Klingen» b e r g, Seite 7S, über Kohlekraftwerke schreibt:„Während bisher kein Kraftwerk bestand, das weniger als 400 M. je Kilowattstunde gekostet hätte, sanken seither die Kosten mit der Errichtung des Märkischen Cleltrizitätswerts auf etwa die Hälfte..." Jedoch— bleiben wir also bei den 400 M je Kilowattstunte stehen und fragen wir uns. was es denn iür einen Sinn haben kann, statt einer An- zahl deutscher Kohlekrastwcrke zu 400 M. je Ki'owattstunde, ein riesioes Waiicrkraslwsrk zu 800 M. je Kilowattstunde.zu bauen? Ich wüßte nicht, wo hier auch nur der Schatten einer wirtschastlichen Vernunft entdeckt werden könnte. Das ist aber noch nicht alles. Die wette Entfernung der Hohen Tauern von dem ihnen zugedachten Absatzgebiet bringt einen aus mindestens 15 Proz. ter Produktion zu schätzenden Mehroerlust hervor, gegenüber einem System großer Kohlekraftwerke, di« nah« den Bedarfsorten angelegt werden. Dabei sei aus di« kommende Elektrifizierung der Reichsbahn hingewiesen, die durch ein System von großen allgemeinen Kraftwerken gestützt werden soll. Es ist für iie Rentabilität der Werke wichtig, daß sie einen möglichst ver- schiedenartigen und stark vermischten Konsum haben, und die Er- richtung bahneigener Werke muß im Interesie der allgemeinen Volks- Wirtschaft verhindert werden. Liefern die allgemein dem Konsum dienenden Werke auch Bahnstroin, so kann der Tarif für den all- gemeinen Verbrauch gesenkt werden, anderenfalls aber nicht. Auch ist vor, daß, wem» etwa die Reichsbahn sich den Strom au» den Hohen Tauern holt, der Verbraucher in Deutschland den eigenen Strom teurer zahlen muß, als wenn di« kommende Bedarfsmenge der Reichsbahn aus den vorhandenen Werken genommen würde. Diese vorhandenen Werke sind heute nur zu 25 bis 30 Proz. ausgenützt, es liegt im allgemeinen Interesse, diese Zahl stark zu erhöhen, weil dadurch die Rentabilität steigt und die Tarife gesenkt werden können. Heute erzeugen die(öffentlichen und privaten) deutschen Elektrizitätswerke rund 32 Milliarden Kilowattstunden (1330), und der m den nächsten Iahren zu erwartende Bedarf an weiteren Strommengen kann durch den Ausbau der Spitzenleistungen der vorhandenen Werke völlig gedeckt werden. Es ist merkwürdig, wie wenig Klarheit darüber herrscht, daß die vorhandenen Werke rund 100 Milliarden Kilowattstunden leisten könnten, wenn man ihnen diese Leistung nur abnehmen würde! Es ist also nicht nötig, daß man irgendwo neue Riesenwerke baut. Im allgemeinen genügt der an den schwankenden Verbrauch anzupassende Ausbau der vorhandenen Werke. Also Anlagen von Ruthsspeichern, hydraulischen Speichern, Speicherseen als eigene Kraftwerke und überhaupt die möglichst weitgehende Anpasiung des Betriebes an die Eigenheiten des Verbrauchs. Der größte Teil der erwähnten möglichen Leistung von 100 Milliarden Kilowattstunden liegt natürlich in den Nacht- stunden und wird aus diesem Grund nicht benötigt. Aber man muß eben zu großzügiger Ausnützung der nun einmal bestehenden An» lagen gelangen und nachts soviel als möglich von den Werken laufen lasien, um Energie aufzuspeichern für jene abendlichen Stunden der Spitzenbeanspruchuug. Niemand, der einen Einblick in die Zu- sammenhäng« Hai, kann bezweifeln, daß hier Rationalisierungen möglich sind, als deren Erfolg eine äußerst billige Herstellung des elektrischen Stroms zu erwarten ist. Die Werke sind nicht durch neue Generaroren zu vergrößern, sondern nur durch Speicher- einrich.tungen. Gan.z die gleichen Bedenken muffen gegen die stets neu auf- tauchenden Pläne, narwegifche Wasserkraft nach Deutschland zu leiten, erhoben werden. Technisch wird die Sacher sicherlich inter- effant, die Verlust werden allerdings vermutlich bis auf 25 Proz. mehr als bei Versorgung aus nahegelegenen Kraftwerken ckn- wachsen. Der Verkaufspreis der norwegischen Elektrizität kann in Deutschland unmöglich wettbewerbsfähig sein, es muß also«in Ueber- einkommen mit den vorhandenen Werken vor Erbauung der Leitung erziest sein. Die Werke mühten aber sehr schlecht beraten sein, wenn sie gegen die Intereffen der gesamten deutschen Wirtschast, namentlich der Kohlewirtschaft, dem Bau der norwegischen Leitung zustimmen sollten. Aus Norwegen wären vielleicht jährlich 10 Milliarden Kilo- Wattstunden zu beziehen, das entspräche einer Kohlcnmenge von rund 3 Millionen Tonnen jährlich. Welcher Ingenieur, welcher Volks- Wirtschaftler, welcher Arbeiter wird wünschen, daß wir in Deutsch- land von unserer eigenen Kohle jährlich um so viel weniger ver- brauchen? Kann denn unsere Kohle zum Entgelt dafür etwa auf den Weltmarkt gehen? Heut« schon ist der Kampf der polnischen, englischen, amerikanischen Kohle gegen die deutsche ungeheuer schwer. Wollen wir unsere Kohle auch noch aus unserem eigenen Lande verdrängen? Und zugleich noch statt der eigenen billigen Kohle» elektrizität der deutschen Wirtschaft die teurere von weiter Ferne hergeleitet« Wasserkraftelektrizität aufzwingen? Schließlich sei auch noch daraus hingewiesen, daß die Erstellung der geplanten Wasscrkiaflanlagen und riesigen Fernleitungen für die Reichsbahn einen großen Ausfall an künftigen Einnahmen bedeutet. Standen beim Kampf der Gasfernleitungen gegen die Reichsbahn die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen auf.selten der Gasfernleitungen, so würde dies bei einem kommenden System aus- ländischer Elektrofernlettungcn nicht mehr der Fall sein. In diesem Fall würden vielmehr, wie dargetan wurde, di« allgemeinen wirt- schaftlichcn Interessen Deutschlands für di« Reichsbahn und gegen die Elektrizitätstransporte sein. Diese Ueberlcgungen könnten nur dann anders ausfallen, wenn die Kosten der fraglichen Waffcrkraft unter 200 M pro Kilowatt ausgebauter Maschinenleistung sinken würden, was aber bei keinem der zur Diskussion stehenden Projekts auch nur annähernd zutrifft. Dr. Rudolph Lacrnnic', Die moderne Technik hak das Waffer bis in die höchsten Stock- werke der Miethäuser getragen. Durch ein weitverzweigtes Röhren- system fließt es vom Waffe-werk in di« Häuser und dann zurück in die Kläranlagen oder auch, in kleineren Orten, direkt in die Fluß- läufe. So wird der Kreislauf vollendet. Nun hat sich leider in vielen Häusern ein Uebelstaud bemerkbar gemacht, dessen Beseiti- gung dringend erwünscht ist: Das Knattern der Wasserleitung, eine Erschütterung des Rohrsystems, das oft als Vorzeichen eines Rohrbruches mit allen feinen unangenehmen Folgen die Bewohner erschreckt. Wodurch entstehen diese Geräusche, die besonders in der Nacht als ruhestörender Lärm empfunden werden, da sie dent Knattern eines Maschinengewehrfeuers ähneln? Da sind zunächst zu enge Rohrleitungen in den Häusern, besonders bei den in den oberen Stockwerken aufgestellten Badeöfen machen sich diese Geräusche bemerkbar. Auch die Rückschlagventilkegel werden infolge schlechten Druckausgleiches vibrierend auf- und ab- bewegt, so daß die täuschend ähnlich« Nachahmung von Maschinen- gewehrseuer entsteht. Es soll auch vorkommen, daß Rohrleger die Wasser- leitungsrohre im Winkel verlegt haben, in dem sich das Wasser stößt und Widerstand findet. Hier würde das Verleg, n der Rohre in Bögen, die ein reibungsloses Fließen des Wassers ge- währleistcn, Abhilfe schaffen. Auch Absperrhähne, die nur teilweise geöffnet sind, können dos Kna tern in den Rohrleitungen hervor- rufen. Absperrhähne müssen stets geöffnet sein. Halb ge- öffnete Hähne sind dem Rohrsystem nicht zuträglich. Auch unzweck- mäßig ausgeführte Wasserhähne mit losen Ventilkegeln können d«r Anlaß zur geräuschvollsten Betätigunz werden. Zuweilen ist es auch möglich, daß der Druck des Wassers zu groß ist. Es hat sich als zweckmäßig herausgestellt, wenn der Leitungsdruck acht Der neue Opelwagen der ah Medell WS1 gegenüber dem bisherigen Modell mit wesentlichen technischen Aenderungen und Verfeinerungen soeben herausgebracht morden ist. Der Wagen zeigt eine bedeutend höhere Leistung ohne höheren Brennstoffoerbrauch und eine noch bessere Straßenlage. Die äußere Erscheinung ist insofern noch ansprechender, als der Wagen jetzt vollgewölbte Kotflügel hat und alle blanken Teile verchromt sind. Es ist zu begrüßen, daß der Preis für dieses Modell nicht erhöht wurde. In den Fadiblättern wird es offen ausgesprochen, daß der 1,1 Liter 4 Zylinder Ovel 19S1, der als Limousine, Cebriolei, offener Viersitzer, Boadster und Liefermagm gebaut wird, von ' allen existierenden Kleinmagen dem jedermann vorschwebenden Ideal de».Volksauios" bisher im weitesten entspricht. der Wasserleitung Atmssphären überschreitet, Druckverminderungsventile einzuschalten. Aber auch W a s s e r st e i n, der sich in den Warmwasseranlagen gelöst hat, kann beim Ablassen von Wasser gegen Kessel- und Rohr- Wandungen schlagen und so zu den unangenehmen Geräuschen bei- tragen. Es muß leider immer wieder festgestellt werden, daß die mit der Wartung von Warmwosseranlagen betrauten Personen der Reinigung der Kessel viel zu wenig Aufmerksamkeit entgegenbringen und so die Bildung von Wasserstein begünstigen. Di« Folgen sind nicht nur di« schon erwähnten Geräusche, sondern ofr auch ein ins Phantastische gehender Kohlenverbrauch, da der Wasserstein«in hervorragendes Jsolationsmittel ist. In solchen Fällen pflegen auch die Kosten für die Dampfheizung erstaunlich« Höhen zu er- reichen. Es soll vorgekommen sein, daß die Heizungskosien während eines milden Winters und trotz vorteilhaftesten Kohlencinkaufes die bei starkem Frost enistandenen Ausgaben bei weitem über- troffen haben. Zuweilen haben auch Mieter selbst Veränderungen an Hähnen und Rohrleiwngen vorgenommen, Reparaturen nichts achgemäß ausgeführt und fo ohne ihr Wiffen M einer unsachgemäßen Behandlung des Rohrsystems beigetragen. Ein sachlich gut ausgebildeter Installateur wird solche Fehler vermeiden. Um fo bedauerlicher ist es, daß es zahlreiche Aickagen gibt, die den notwendigen Erfordernissen nicht entsprechen, von Fachleuten ein- gebaut wurden, die sich scheinbar nicht allzuvicle Gedanken über das Funltionieren dieser Anlage gemacht haben. Man fordert von den Elektroinstallaieuren eine korrekte und d«n Vorschriften entsprechend« Verlegung aller elektrischen Anschlüsse. Die Elektrizitätswerke selbst haben hier die Führung ergriffen. Auch die Gaswerte kümmern sich sehr ernsthaft darum, daß die Gasrohre korrekt und ardnungs- gemäß eingebaut werden. Mit demselben Recht sollt« man von den Waffcrwerken fordern, daß sie sich mehr als bisher um die ordnungsgemäße Anlage der Wafferleihxngen bei ihren Abnehmern kümmern. Sie sollten zum mindesten Richtlinien herausbringen, aus denen die RoHrdurch- meffer, die Krümmungshalbmesser und Anleitung für die Wartung von Absperrschiebern, Hähnen, Dampfheizungen, Badeöfen usw. hervorgeht. Gerade auf dem Gebiet der alltäglichen Technik ist «ine'wci. gehend« Unkenntnis festzustellen, die leider nicht nur auf die technischen Laien beschränkt ist. IV. dl. Bücher der Technik William Herz. Das Holz und seine Verwertung. Urania-Berlagsgesellsckzaft in. b. H.. Jena. Mit 15 Abbildungen. Broschiert 1,50 M., in Ganzleinen 2 M., Vorzugsausgabe 2,75 M. Ein« reich« Fülle von Stoff und unerwartet weite Ausblicke bietet dieses äußerlich so bescheidene Büchlein mit seinen 70 Sellen. Denn hier wird nicht nur ein technisch intereffanter Querschnttt durch die Entwicklungsgeschichte der Holzwirtschaft und der Holztechnik gegeben, sondern der Verfasser zeigt auch die gesellschaftlich« Entwicklung auf. die als emscheilende Unterströmung der Wirtschaft und Technik die Jahrhunderte durchstießt und ihnen ihr Gepräge gibt. Der Wald als Grundlage der Markgenoffenschaft, in der die Naturalwirtschaft vor- herrschte, die Waldgenossenschaft, der Großgrun' besitz der Könige, die ForstgewaU des Adels und der Geistlichkeit und endlich die Besitz- gewalt des Kapitalismus der Neuzeit— auf dieser Grundlage wird der technische Teil des Buches dargeboten, in dem ein klarer Ueber- blick über die Bedeutung und Verwendung des Holzes, über moderne Probleme der Holzindustrie gestaltet ist. Bilder und Quellenangaben ergänzen da» gewissenhaste, lesenswerte Büchlein. Doch Sporlnegersteuer? Die Vereine protestieren Nachdem der„21 6 e n ö" in seiner Sportbeilag« vom vergangenen Freitag«inen 2llarmruf gegen eine jetzt vom Magistrat verlangt« Nachzahlung der Grundvermögens st euer für die Sportvereine rrhoben hatte, lud der„W a s s e r s p o r t b e i r a t bei der Verwaltung der märkischen Wasserstrahen" gestern die Berliner Presse zu einer Information ein. In dem einleitenden Vortrag sowohl wie in der anschließenden Diskussion wurde bestätigt, daß das Verlangen der Steuerbehörden, die Sportvereine sollten jetzt die jahrelang gestundete Grundvermögenssteuer nachzahlen, ein- fach unerfüllbar ist. Wir hatten bereits mitgeteilt, daß das Gesetz zwar eine Stun- dung, nicht aber eine Befreiung von den drückenden Steuern vor- steht, daß die Stundung aber jahrelang mit Rücksicht auf die an- erkannte Gemeinnützigkeit der Sportvereine gewährt wurde mit dem Ziel, die Steuern gänzlich niederzuschlagen. Die jetzt von den Behörden angewandte Taktik, die meist eingetragenen und deshalb als selbständig« juristische Personen fungierenden Bereine nicht nach dem Verwögensstand der Vereine selbst, sondern nach der— vermeintlichen— finanziellen Leistungsfähigkeit der ein- z öl n e n Mitglieder zu besteuern, ist gänzlich untragbar, weil sie nirgends im Gesetz eine Stütze findet. So hat man verfügt, daß die Wassersportoereine pro Kopf und Jahr 12 Mark Steuern zu zahlen haben und es ist, weil die Vereine dazu nicht in der Loge waren, auch schon zu Pfändungen von Bootsmaterial gekommen. Man fordert also von den Ber- einen die Zahlung einer Steuer, die man oUerschlimmstensalls von den einzelnen Mitgliedern eintreiben müßte. Daß sich dagegen alle Sportvereine mit aller Kraft wehren, ist selbstverständlich, weil das Vorgel>en der Steuerbehörden nicht nur gegen Recht und Billigkeit verstößt, sondern auch keinerlei gesetzliche Begründung hat. Gestern abend wurden Fälle mitgeteilt, in denen von Vereinen, die kaum 1Y0 Mitglieder haben, 14 000 Mark Grund- Vermögenssteuer Nachzahlung verlangt wird. Der Arbeitersegelklub„F r a t er n i t a s"'. von dessen 150 Mitgliedern ein sehr erheblicher Teil erwerbslos ist, soll 8000 Mark nach- zahlen. Das ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. In welcher Notlag« sich Rudervereine, die große Iugendabteilungen haben, befinden, zeigte ein anderer Fall: Der Iahresetat eines solchen Vereins war infolge der Wirtschaftskrise von 45 Ol» Mark auf 30 000 Mark gesunken, die Steuern aber erhöhte man von 100 Mark auf 1400 Mark. Der Vorfitzende, Regierungspräsident a. D. Pauli, betonte mit Recht, dag die Sportler mit Rücksicht darauf, daß die Zuwendungen an die lstereine außerordentlich beschnitten worden sind, von d«n Behörden aber auch die Einsicht verlangen, bei ihren Steuer- forderungen im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Vereine zu bleiben. Es ist das große Vermögen der Volksgesund- h c i t, das von den Sportvereinen aller Arten verwaltet und er- halten wird. Das Ziel des Kampfes ist die Anerkennung der Gemeinnützigkeit aller Sportverein« auch in bezug auf die Steuerleistung. Die Boxwelimcisiersdiaft Sdimeling kämpft gegen Stribling Em Vertrag, der einen neuen Titelkamps um die UZ e l t-, Meisterschaft im voxschwergewicht zwischen Schmeling und Stribling vorsieht, ist am Dienstag in New gort unter- zeichnet worden. Zn dem vertrag werden weder der Zeitpunkt noch der Ort de» Sampfes angegeben. Der Sieger in diesem Treffen soll im September gegen Carnera antreten. * Schmeling scheint also wahrgemacht zu haben, was er an- kündigte, daß er nämlich die Bedingungen der New-Parker Box- kommifsion ablehnen und sich der Nationalen Kommission zur Ver- fügung stellen werde. Der Meisterschaftskampf wird also in C h i k a g o stattfinden. Charkey, der im Sommer vergangenen Jahres gegen Schmeling seinen Weltmeistertitel nach einem Tief- schlag verlor, scheint mit dem neuen Vertragsabschluß ausgeschaltet zu sein, wenn, ja wenn nicht olles doch noch anders kommt. Kanadier im Sportpalast Das schwache erste Spiel Wenn man dieser Tage durch das Gastspiel eines kana- d i s ch e n Teams den Höhepunkt der Berliner Eishockeysaison erwartet hatte, wurde man gestern abend etwas enttäuscht. Von der großen Klasse, die Kanadas Olympiamannschaft des Jahres 1928 repräsentierte, sind die Spieler der Manitoba-Unioersität, die sich jetzt auf einem Europatrip befinden und gestern gegen den Schlitt- schuhklub ihr erstes Gastspiel absolvierten, zweifellos nicht. Zuerst sah es so aus, als ob die Kanadier den Schlittschuhklub einfach überrennen würden, denn im ersten Drittel ließ Linke im Berliner Tor die Scheibe nicht weniger als viermal passieren. Linke war anfangs reichlich nervös, und der 4: 0-Borsprung der kana- dischen Gäste blieb auch auf die Schlittschuhklubmannschaft nicht ohne Wirkung. Das Spiel nahm im zweiten Test ein« überraschende Wendung. Die Berliner kamen nämlich gut in Schwung, und nach einer Kombination Ball-Iatpiecke fiel für Berlin der Ehrentreffer. Der Kampf wurde nun bedeutend ausgeglichener. Linke hatte seine Schwäche überwunden und wehrte selbst in heiklen Situationen er- solgreich ab. Zum Schluß waren die Kanadier noch einmal erfolg- reich, sie stellten damit das Resultat auf 5:1. Das Kräfte- Verhältnis wird durch dieses zahlenmäßige Ergebnis nicht richtig wiedergegeben: es ist nach dem gestrigen Spiel nicht ausgeschlossen, daß diese Kanadier auf ihrer Rundreis« auch einmal einen Be- Zwinger finden werden. Jedenfalls darf man schon auf das morgige Spiel der Europomannschaft gegen Kanada gespannt sein. Das zweite Eishockcyspiel gewann Brandenburg gegen den SC. Charlottenburg mit 8: 1 Toren. �iVmtersport— leider nicht in Berlin ZVellmeisterschafi im Viererbob. Eine Woche nach der am 31. Januar und 1. Februar in Oberhof stattfindenden Weltmeister- schazt im Zweierbob gelangt auf der Bobbahn in St. Moritz die W e l t m e i st e r s ch a s t im Viererbob zur Entscheidung. Für diese Wettbewerbe, von denen zwei Laufe am 10. und zwei am 11. Februar ausgefahren werden, sind bisher sechs Nationen«in- geschrieben worden, und zwar die Schweiz, England, Italien, Frankreich, Oesterreich und Deutschland. Führer der beiden deutschen Schlitten sind Grau-Berlin und Zahn-Braunschweig, beide vom Berliner Schlittschuhklub. Deutsche vobmeisterschasten. Nach Erledigung der Junioren- Meisterschaften und dem Rennen um den Wanderpreis stehen von den großen Entscheidungen des Deutschen Bobverbandcs nur noch die Senioren Meisterschaften im Zweier- und Vierer- b o b aus. Wegen ungenügender Schneelage sind diese Wettbewerbe nun von Winterberg nach Schreiberhau verlegt worden, wo sie am Sonnabend und Sonntag zum Austrag kommen sollen. Die Beteiligung dürste ziemlich stark ausfallen, denn nach den bisherigen Meldungen ist mit dem Start von etwa 15 Maschinen zu rechnen. Thunberg auf Weltrekordjagd. Der bereits 36jährige finnische Eisschnelläufer Clas Thunberg, mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister, legte bei dem internationalen Eisschnelläufen in St. Moritz eine bestechende Form an den Tag. Es gelang ihm am Dienstag, feinen eigenen Weltrekord über 500 Meter von 42,8 auf 42,6 Sekunden herunterzudrücken. Deutsche Sunstlauf-VIeisterschasten in Schierke. Die vom 16. bis 18. Januar in Hamburg vorgeschriebenen Deutschen Meister- s ch a f t e n im Eiskunstlauf und im Eisschnellauf wurden vom Hamburger Schlittschuhläuser-Verein von 1881 abgesagt. Die Kunsllaus-Meisterschaften sollen nunmehr an den gleichen Tagen in Schierke zur Durchführung gebracht werden, während man die Schnellauf-Meisterschaften eine Woche später in Hamburg abzuwickeln gedenkt._ Kleiner Sport von überall Amaleurpholographen! Sonnabend, 17. Januar, 20 Uhr, ver- anstaliet der A r b e i t e r- L i ch t b i l d b u n d, Ortsausschuß B'eplin. im Filmsaal des Parteioorftondes, Lindenstraße 3(Vorwärtshaus). einen Lichtbildervortrag. Rothkegel von der Arbeiter- Photogilde Stuttgart spricht über„Schönes aus dem Schwaben- land" und berichtet an Hand von Lichtbildern über die Tätigkeit der Stuttgarter Photographen. Gäste willkommen. Eintritt frei.— Sonntag, 18. Januar, 10 Uhr, beginnt die Rcichskonferenz des Arbeiter-Lichtbildbundes, die ebenfalls im Filmsaal des Partei- Vorstandes stattfindet. Einleitend spricht Robert Breuer über Film- zensur und Arbeiterschaft. Sympathisierende als Gäste will- kommen.—?lb 19. Januar findet die Film- und Photo- a u s st e l l u n g des Arbeiter-Lichtbildbundes im Städtischen Schul- museum, Boddinstraße 54(nahe Rathaus Neukölln), statt. Die Ausstellung ist werktags von 15 bis 20 Uhr, Sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. DRU.-Vadrennen m»f vollenapporalen. Donnerstag, 15. Ja- nuar, 20 Uhr, veranstaltet die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Radfahrer-Union im Saalbau am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain 29/32, einen Hometrainerrenntag für Ama- teure. Schriklmacher-Verbindungen. Der bekannte Straßenfahrer Rudolf Wolke hat sich dem Stehersport zugewandt und will bereits im Frühjahr sein Debüt als Dauerfahrer geben. Als Schritt- macher hat er Karl Saldow verpflichtet.— Der Kölner Dauerfahrer Franz D e d e r i ch s hat sich für die kommende Saison die Dienste des Belgiers C. Ceurenians gesichert, der Leipziger Hille fährt hinter Schubert, der Schweizer Gilgen hat hinter Meichsner bereits einige schöne Erfolge erringen können, Werner Krüger hat den Belgier Emile Thollembeek unter seine Fittich« genommen. und der Wiesbadener 2ldolf Schön Hot sich mit Gedamke ver- bundcn. Der Deutsche Berufsboxklub hält am Donnerstag, 15. Januar 1931, 8.15 Uhr, seinen dritte» Kampsabend ab. Es stehen sich gegsn- über: Im Schwergewicht Hohmann gegen Rudolf Fiehn, im Federgewicht Graß, Exmeister von Deutschland, gegen Schmidt, im Mittelgewicht Richard Grimm gegen Iii» Dubak, im Haupt kämpf die Halbschwergewichte Erich Milenz gegen Bob Frank und im Weltergewicht Koneczny gegen Metzung. Im Spichernring. Der famose Kölner Weltergewichtsboxer Josef B e s s e l m a n n- Köln bestreitet am Freitag im Spichernring den Hauptkampf mit dem Dresdner Paul Richter. Eine weitere Prüfung von Wert ist das Treffen zwischen Bantamgewichtsmeister Georg P f i tz n e r und Harry Stein. das der Meister noch nicht gewonnen hat. Der Hagener Halb- schwergewichtler Stich hat sich mit dem Berliner Bredow aus- einanderzusetzen, und Pa u l k e- Bremen boxt mit K a l e t t a- Glciwitz. Konrad Stein gegen Nekolny. Das von der Fachwell mit außerordentlicher Spannung erwartete Treffen zwischen dem zur Zeit besten Weltergewichisborer Konrad Stein- München und dem schnellen Tschechen Franz N e k o l n y soll nun auf den nächsten Kampsabend im S p o r t p a l a st, der für den 5. F e b r u a r in Ausficht genommen ist, vor sich gehen. Ferner plant man die Aus- tragung der E u r o p a m e i st e r s ch a f t im Halbschwergewicht zwischen Ernst P i st u l la und dem spanischen Meister M a r t i n e z. Die Eisbahnen sind frei Die Mitglieder der Berliner Arbeitersportvereine hohen jetzt Gelegenheit, aus den städtischen Plätzen Kagbachstr., Friedrichshoin, Neukölln, Wedding, Lichtenberg und Spandau unter sachkundiger Leitung das Eislaufen sowie das Eishockeyspiel zu pflegen. Kurse finden statt im Ariedrichshain Montags und Donnerstags ab 18 Uhr Anfänger, Fortgeschrittene und Kunstläufer und Hockeytrainingsspicle. Dienstags, Mittwochs, Freitags, Sonnabends ab 18 Uhr wie oben, ohne Hockeyspicl. kahbachstraße wie im Friedrichshain, aber Freitags Hockeyttainingsspiele. Für die Kinder werden besondere Unterrichtsstunden am frühe» Nach- mittag angesetzt. Ohne Aufsicht darf der reservierte Eislaufplotz von Kindern nicht benutzt werden. Eintrittspreise: Friedrichshain Kinder 5 Pf., Erwachsen« wochentags 10 Pf., Sonntag» 20 Pf. Eintrlltskarten sind möglichst vorher zu nehmen, doch auch beim Samariter neben der Kasse zu haben. Ferner machen wir auf die eigene Kartellgorderobe(10 Pf.), hinter der linken Kurve, auf- merksam und bitten, nur diese zu benutzen. Da jeden Tag eine Pauschalsumme zu bezahlen ist, ist die restlose Entnahme der Kartell- eiMrittskarten notwendig. Partei-, Gcwerkfchaftsgenossen und ReichSbannermitgliedcr sowie deren Kinder sind gern gesehene Gäste. Slrbeitersckiach. Die Abtciluna SauIähDcf hat ihr SpicIInlttl verlest unh spielt jetit jeden Mihwoch im„.läficrlipim", SäflctfitORc. Berdinbung mit der Auiodusliilie 27.— Adteilunq Sid-tcnbcra spielt jeden ffceitap bei Ganter. GSrinerstr. X\.— Abteiluna Treptow veranstaltet ut ihrem Spiellolal bei DijHIina, GIsenitr. 100, Donnerzta», 13. 3a»nar. 20 Uhr. einen Wetttamvf .legen LiKtenhera an 2a Brettern. Kaste überall htr/licki willkommen,— Lonntag. lll. Januar, 10 Uhr. bei Gwald. Gkalitter Gtr. 120, Kreistag des 1. Srciles. Mitgliedsbücher find tu: Kontrolle mititubringen. »Solidarität", Kiaftfobtti. Veranstaltungen Sonntag. 18. Januar: Abtei- lung Norden: ssuhtour. Ziel am Gtart. 13 Uhr Seestr. 82 ibei gutem Schnee. weiter 10 Uhr Bahnhof Grunewald).— Abteilung sZriedrichsHain: guhtour. 11 Uhr Bahnhof Grünau.— Versammlung: Abteilung Charlotlenburg: Don- ncrstag, 13. Januar. 20 Uhr, bei Reimer. Wilmersdorfer Et. 21. Kreier Körperlultvrkrei, Srrnzberg. u. Januar Nacktbaden Baerwald ftrahe. Badezeit jettt IS Uhr. 13. Januar Jortfehung der Seneralverfamm- lung. ISlh Uhr Sckule Dieffenbachstrahe. 8l. Arbeiter. Lichtbild. Bund. Photoaemeinfchaften der Natnrfrenube. Stamm- geappe. Monraa, 19. Januar. 20 Uhr, Iohannisstr. 13.— Photo. Osten: Trc-,- tag, 16. Januar, 20 Uhr, Jugendheim ssrankfurter Allee UN.— Photo-Rorden: Donnerstag. 13. Januar. 20 Uhr. Phnültimmer der meUIichen Schule. Pari' Ecke Wiesenftrahe.— Photo-Neukölln: greitog, 16. Januar, 20 Uhr, Jugendheim Bergftr. 2g, Zimmer 1.— Photo-Mitte: Dienstag, 20. Januar. 20 Uhr, Iohannisstr. 13. Dunkelkammer.— Na'urfreundephotogruove Köpenick: Donnerstag, 16. Januar, 20 Uhr. bei Balke, Bohnsdorf, Leschniker Str. 36.— Arbeiterphotogilde: Sonnabend, 17. Januar, 20 Uhr, Beteiligung am Licht- bildervortrag in der Lindenstr. 3.— Arbeiter-Lichtbildner Spandau: Man- iag, 19. Januar, 20 Uhr. Jugendheim Lindenufer 1.— Alle Gruppen beteiligen sich-n den Ber-nftaltungen des Arbeiter.Lichtbild-Bunde», Ortminsichmh»erlin. ZTG».,»e»irt Norden 1 nnd III. Heute. Mittwoch, Beteiligung am Nacktbadeadend des lZreikörperkulturbejtiries, Gerichtstrage. 20?-. Uhr.— 8et» wgltnagsausichusi. Donnerstag. 15. Januar, 19Z-. Uhr, Sihung im Vortrag- faal der Arbeiterfamariler. Große Hamburger E'r. 20 fBahnhof Börse).— Berirk Lichtenberg. Donnerstag, 13. Januar, ftirnftionärfitmng im Ber. einslvkal. Freie Faltbootfahrer Verl!» 8. B. Donnerstag, 15. Januar, 30 Uhr, Generalversammlung im»Hackeschcn Hof", Rosenlhgler Str. 41. Rudernerein ckollegia. Freilag. 16. Januar, Fortseguna ber Generalver- fammlung bei Thunak. Charlottenburg, Wielandstr. 4, 20 Uhr. Waldlauf jeden Donners'ag um 20 Uhr im Bolkspark Rehberge. Kastenrudern für Anfanger Sonnabend, 19—32 Uhr, hei Vorwärts, für ältere Mannschaften Ruder- anlage Tiergarten, Sonnabends von 20 bis 22 Uhr. Ausbildung der Richt- schm'.mmer Sonnabends von 16 Uhr in der Baerwaldstrahe. Proles. BtK. Sonnabend, 17. Januar, Fahrt nach Luckenwalde ltur Unter- stühung der Bundesgenossen bei der 23.Jahr-Feier. Sonntag dort Handballsviel und Wettkämpfe. Adfabrt mit Sonntaäsrückfahrkar'e IS und 19.23 Uhr. Preis 2,70 Mark. Die Benubung des Jugendheimes für den 17. Januar fällt aus. FZGB. Paalaw. Die Sihung. die morgen. Donners'ag. bei Lehmann, Maximilianstrahe, fein sollte, wird aus Donnerstag, 32. Januar, verlegt. CASINO-THEATER Lathrlneer Strafte»7 Thealer am SHtiflDauerdamm Norden 5813 u. 0281 räelich 8, Uhr ules j (Lieiu iHieii von Tristan Bemard Rigii: Ben Depm Neu! Neu! Biederleute und das neue januarplogramm 1 Für die Leser Gutschein 1— 4 Personen _ ßauieuil 1.25 M, Sessel 1,75 M. Sonettse Pi-: Parkett» Pt, Ran« 60 PL Die Komödie SV. Uhr Die Pee im Franz Molnar Mi: iiihiBtdL VoiKsbUhne Dieiler in Bülawolati. 8 Uhr Liliom von Fraru Molnar Regie;brl Hein Martin iiaatüdiiller-Ih. 8 Uhn Don Carlos Tnaatar am Schl.fhauerdamm SV« Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper Am Pl.d Republik 8 Uhr Die verkaufte Braut Rose-lheater 8r.rnmkivteTStr.i32 Tel. Ale* 3422 II. 3494 530 Uhn Zuiangs- emquaruerur.g 815 Uhr Bis Bailaviosmi GROSSES täs: 8uhb. IRuwuwuimieviiwuliwuaeajwjuiwu�uiisuuwtiuwa Singäpiel in vielen Bildern. Cam. Splre, Baneen. Meeke, Wmlltwrc, Arn«, j&nknhn. Pul BAiblarr. Lena. I Sehoeflere. WlnkeUtera. Roll«, Demi.' Stark-4>efcllenb«ner. Ortclnal Tiroler Wataehenf anser, Original Tiroler JodlerlnnenKtnlntett. 1 Hnalk-Trl« an* Sehllersee. Joaa-Bud i Stria n. Boya I Grosso ChAre. �»«''"SeitTnTapreöhenT�InT- trotä'TIeä' riesigen Andranges. 0 or- | die Kamenprelsc am I mAaalgt. Sonntag Nadtattag 9| 11« a Orlglna beMXzaag 4> Wir Billige Fr cire 'R&fa'&uJl<€ßjaÄM I eaiDB-ItiBatgr Täglich 8V« Uhr Mamseu Hltoodie Operette von Heive Erihr. TWaan. Max Adalbert OeHisehis Ifinstler-Theal Barbarossa 3937. 8V« Uhr lOIII 50. Mite Zum goldeueo Auker Ott Kätti Don« Nor noch wenige Vorstellungen SauL nil Stf. tDhr: Eniio die DetEkfive Renaissance- Theater Steinplatz 6730 8-, Uhr muo di« Kuh miicn geben? tit tlded bsstraami Neues Theater «ma am Zoe w tmlatotUoD. 51,1.555« Täglich SV. Uhr Der rr. Lachcrfoli; I Boido Thieischer Das onenutene Plscator-Bflhne (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Heute geschlossen. Donneistag, 13 Jan 8 Vi Uhi Uraufführung „Tal Yang erwacht*1 von Friedrich Wolf Regie: E Pi?caior Kleines Theai. Täglich SV« Uhr: Der gr Lacherfolg Der mustergatte Schwank in 3 Akten tustspiemaus Kurt Götz Täglich 8Vj Uhr Vom Lieben nnd Lacben Preise l M» S M. nieiropoMtieater Täglich 8V. Uhr schon ist die Welt Operette von Lehär BkM Tatar, tittillpv. aiile-SAnger Koitbusser Sir. F. 8. Oberb. 6070 Tägl SV. Uhr Sonntags hA 3V» Uhr .Das macht uns keiner nach' cht» Oachpiel Ciaire WllflOtt. linhm. nrsiligit Ptti«! Md. Wöstens Täglich SVi Sonntag 2li2 u. S1/* Sensationeller Operetten erfolg I Viktoria undihrHusar Zimmer tßettM 7.-b. 11- 2 Bett 14.- bis 22■ BadM.3, Salon 10 .�evöhewt,� •"N r ii 6«r