Morgenausgabe. Oonnersiag �.##> w» 15. 3anuar 1931 1 OOGGU MO'OAU voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. DWj M> H#7 H H H Hf_-UUÖIÜUUÖ XO�[. Pi.?!osldes!-llg»bllhr«n. Au-Ianb». �JKBl[c3H f-C... (ibonurment 6,- M. uro TOonat; für W H Ws H H>W W) H Hl>7£''' 9- Nonpar-w-zcil« Länder mit ermäßigtem Drucksachen» IBHB|| I�H I— JgH! Pfennla. Steklamelerle 6,— Reichs. Porta 5.— St �rHI I«W H H mark...«leine Anzeigen- da,-ttge. -«»Ii I I MD■ �MV BH. V DM DW druckt, Wort?s Psennig izuläffig zwei WM I AMD I �W s �W�W> �W"fcM I seltaedruckte Worte). ledes weitere Wort Der»Dorwärts� erscheint wochentäg» MN j I 9�B! � Jv I 12 Pfennig. Siellengeluch« da, erste lich zweimal. Sonntag, und Montag» �W// �w/ �WMV Xr I Wort 15 Psennig, jedes weitere Wort eiumal. die Abendausgabe sür Berlin WW I 10 Psennig. Worte über 15 Buchstaben und im Handel mit dem Ittel.Der zählen für zw et Worte. Ardeitsmarkt Abend-- Illustrierte Beilage.Doli B B.4.4»»'.�eile 50 Psennig. Familienanzeigen Zeil« und Zeit" gerner.Frauenstimme--, 40 Psennig. Anzeigenannahme imHaupt» �Technit--,.Blick in die Büch-rwelt", W M MMUWMW �11 MMM W ÄgDCX W geschäft Lindenstraß, z. wochentäglich .Jugend-Lorwärts'u..Stadtbeilage' Iß G von 17 Uhr. Jentrawegan der Gozialdemokvatischen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 �ernlprcchcr: Dönbofs LS2— 2J7 Telcgramm.Adr.: Sozialdempkrat Berlin. Dresden. 14. Zanuar. Die drei sächsischen Wahlkreise der Reichsparlei des deutschen ZNillelslandes swirlschaslspartei) haben auf einer Tagung am ll. Zanuar in Dresden unter Hinweis darauf, dah die öffentliche Erörterung des bedauerlichen Aührerstreils für die Partei untrag. bare Jormcn augenommeu habe, vom parteivorslheuden Drewitz den freiwilligen Rücktritt verlangt. Drewitz hat dies abgelehnt. Die drei sächsischen Wahlkreise brechen nunmehr, wie von der Geschäftsstelle des Wahlkreises Osisachfeu der Partei mitgeteilt wird. In vollkommener Einmütigkeit die Deziehun- gcn zur Reichsparleileitung ob. * 3n den drei sächsischen Wahlkreisen sind die wirtschaftspartellichen Reichsiagsabgcordneten Liener, Lauterbach und Luch« gewählt. Diese drei Kreise weisen die stärkste Stimmenzahl auf, die die Wirtschastspartei erzielt hat. Colosser gegen Drewitz. Die LS.'Korrcspondenz teilt mit: In den letzten Tagen hoben von den sächsischen Wahlkreisen und von tinem namhaften Berliner Führer der Wirtschaftspartei Versuche stattgesunden, um den Ab- Hannover. 14. Jannar.(Eigenbericht.) Auf dem Heimwege von einer Versammlung wurde ein Jungbannerkamerad von zwölf Nazis über- fallen. Mit dem Rufe„Schlagt den Sperling tot" fiel die Meute über den jungen Menschen her. traktierte ihn mit Knüppeln und schlug ihn zu Boden. wo ihm mehrere Fußtritte versetzt wurden. Ferner erhielt der Ueberfallene drei Messerstiche in die rechte Hand. Weitere Messerstiche» die nach dem Rücken des Ueberfallenen geführt wurden, drangen nur durch die Kleidung. Als das blutige Hand- werk vollbracht war, rückten die Nazis aus und über» ließen den Niedergeschlagenen seinem Schicksal. Straßen- Passanten nahmen sich später seiner an und veranlaßten seine Uebcrführung in das Krankenhaus. Dort wurde außer den bereits erwähnten Verletzungen noch eine Verrenkung der rechten Schulter festgestellt. Ehrenmänner. Kiel. 14. Zanuar. sEigeuberichl.) Das Kieler Schöffengerichl verurleillc Zwei Rational. soziallsten wegen schwerer Körperverletzung und unbcfuglen Waffenbesitzes zu sechs Wochen bzw. drei wona- icn Gefängnis. Vier Angeklagte wurden freigesprochen. Die Angeklagten waren an einer Saalschlachl in Preetz beteiligt. zu der sie mit 10 bis 15 Zentimeter großen eisernen Karabinerhaken, die an den Schulterriemen befestigt waren, erschienen waren. Die Prügelei, die eine Anzahl von verletzten kostete, begann auf den Befehl des preußischen Landtagsabgeordaelen L o h s c. Die An- geklagten sind Rümmers für sich. Einer, ein Kaufmann, ist wegen Betruges, ein zweiler wegen unbesoglen wasfeu- besihes. ein dritter mehrfach wegen einfachen und schweren Diebstahls vorbestraft. Znsgesamt haben diese Verkünder des Dritten Reiches fünf Zahre Gefängnis und drei Zahre Ehrverlust auf dem Buckel. Also berufene Retler Deutschlands. (Schwere Niederlage der Hakenkreuzler. Naziraufbolve von Sieqerländer Arbeitern aus dem Saal q-sebafft Siegen. 14. Januar.(Eigenbericht.) Am Dienstag sprach in Eiserfeld, einein Jndustrieort in Süd- Westfalen. Landtogsabgcordneter Fries(Siegen) in einer über- füllten öffentlichen Versammlung. Die Nazis hatten ihre Sturm- t r u p p- von allen umliegenden Orten unauffällig in die Versamm- lung beordert. Fries gab vor seinem Referat Kenntnis von der Ilebernahme des lhausrechts. Bei der Nennung von fünf Namen von Naziprovokateuren, die keinen Zutritt mehr in unsere Vorwärts-Verlag G. m. b. H. geordneten Colosser der Partei zu erhalten. Diese Versuche sind gescheitert. Der Abgeordnete Ealosier hat nunmehr am Mittwoch- abend seinen Austritt aus der Wirtschastspartei er- klärt. Drewitz macht Geschäfte. Oer wahre Zweck der Wirtschastspartei. Di« Propogandoabteilung der Wirtschastspartei vertreibt Pia» k a t« an Händler und kleine Gewerbetreibend«, die gegen die Warenhäuser wirken sollen. Sie fordern die Käufer aus, nicht in die Warenhäuser zu laufen. Dies« Plakate werden nicht grqtis abgegeben, sondern verkauft. Ein« Reihe von Agenten ist mit dem Vertrieb boauftragt worden. Der Gewerbetreibende muh für das Plakat 5» Pf. zahlen, der Agent erhält pro Plakat 10 Pf., 20 Pf. verdient dann die Prspogondaabteilung der Wirtschastspartei. Woraus man sieht, daß die Wirtschastspartei nicht den kleinen Gewerbetreibenden dient, sondern daß vielmehr die kleinen Ge- werbetreibenden dazu da sind, die Kassen der Wirtschastspartei zu füllen. Diese Partei und ihre Nutznießer— dos ist der wahre Großtonzern, der es auf das Portemonnaie des Mittelstandes abge- sehen hat. Versammlungen hätten, gingen die Nazis unter Führung des Rauf« boldes Odenthal gegen unsere Leute mit Knüppeln, Stühlen, Biergläsern, Aschenbechern usw. vor. Sie versperrten die Zugänge zum Ausgang des Saales mit einer Stuhlbarrikade. Unsere Genossen und Reichsbannertameraden gingen nun in ihrer Notwehr zum Gegenangriff über und trieben die Nozis unter fürchterlichem Prügeln über ihre eigene Barrikade und durch die Fenster. Die Nazis bekamen für ihren gemeinen und vorbereiteten Ueberfall einen gehörigen Denkzettel. Die Versammlung nahm dann einen ungestörten Verlauf. Brausend tönte über den Kirchplatz aus dem Saale das Hoch, das Genosse Fries auf die Republik, die soziale Demokratie und den Sozialis- mus ausbrachte. Di« Nationalsozialisten haben nicht nur eine Schlacht, sondern auch ein gut Teil von ihrem Ansehen durch Ihren gemeinen Streich verloren. Hakentreuz-Chronik vom Z�hein. Köln, 14. Januar.(Eigenbericht.) In Bonn warfen nationalsozialistische Studenten in einer Versammlung der soziolistischen Studenten an drei Stellen Stink- bomben und Tränengasboinben, so daß die Besucher durch den Gestank und die Tränenwirkungen ins Freie getrieben wurden. In Koblenz hat die nationalsozialistische Parteidruckerei Pleite gemacht. Das nationalsozialistische Blatt wird jetzt in Köln oedruckt. Dieser Bankrott ist um so bemerkenswerter, als Koblenz die erste Stadt im Rheinland war, in der ein nationalsozialistisches Blatt in eigener Druckerei hergestellt wurde. Der Parteiausschuß. Das)ahr der Werbung.- Parteitag in Leipzig. Der Parteiausschuß beschäftigte sich in seiner Sitzung am 14. Januar in der Hauptsache mit organisatorischen Fragen. Die im Reujahrsartikel des Genossen Otto Wels herausgegeben« Devise ,.Wo bleibt der zweite Mann?" wurde vom Parteiausschuß zum Werbespruch für das Jahr erhoben. Die Parteipresse, die Organisation soll ihn immer wieder an die Genossinnen und Genossen richten, um jeden an seine Pflicht zu erinnern, für das Jahr 1031 ein Mitglied für die Partei und einen Leser für die Parteiprcsie zu gewinnen.— Nähere Anweisungen für diese stetige Werbearbeit werden den Bezirken noch zugehen. Sodann stimmte der Parteiausschuß dem Vorschlage des Partei- Vorstandes zu, den Parteitag zum 31. Mai und folgende Tage in Leipzig abzuhalten. Die Tagesordnung, die voraussichtlich die Fragen der Weltwirtschaftskrise, des Faschismus in Deutschland und das Thema.Lugend und Sozialismus" umfassen wird, soll in einer späteren Parteiausschußsitzung festgesetzt werden. Postschcckkonio: Berlin 37 530.— Bonkkcnio: Bank der Arbeilcr, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. Dikc.-Scs., Dcpositcnk., Jerusakemer Str. 05-00. Drohende Gefahren. Oer, gemäßigte Optimismus" des �eichsfinanz« Ministers. Die Rede, mit der Reichsfinanzininister Dietrich am Mittwoch die Etatsberatung des Haushaltsausschusses eingc- leitet hat, vermochte die Schwächen des Reichshaushaltsplans für 1931 nicht zu leugnen. Sie rückte diese Schwächen aber nach besten Kräften unters Verkleinerungsglas und suchte über den Rest, der auch so noch zu tragen blieb, mit dem„g c- mäßigten Optimismus" hinweg zu kommen, zu dem Herr Dietrich sich bekannte. Herr Dietrich wandte sich mit oller Schärfe gegen die Schwarzseher. Die schlimme Lage, in der sich Deutschland zur Zeit befindet, führt er zum Teil auf den Mangel an Ver- trauen zum Staat zurück, und er will für jede weitere Verschlimmerung die verantwortlich machen, die„unken". Es ist gewiß erfreulich, wenn der Reichsfinanzminister trotz aller Enttäuschungen, die die Reichsregierung mit ihren finanz» politischen Maßnahmen im letzten Jahr erlebt hat, den Mut nicht verliert. Herr Dietrich hat auch recht, wenn er dem Zweckpesfimismus entgegentritt, der zweifellos de- steht. Dieser Zweckpessimismus wird von den einen ans parteiagitatorifchcn Gründen gepflegt, denn je trüber die Zu- tunft erscheint, desto üppiger blüht der Weizen der Gegner des gegenwärtigen Regierungssystems, dem eine gerissene Dem» agogie die Schuld für die Folgen der Kriegsrnederlage und für das Versagen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zuschiebt. Von den anderen wird der Pessimismus systematisch gefördert. weil er ihren egoistischen Plänen aus eine Kürzung des An- teils der breiten Massen am Sozialprodukt Vorschub leistet. Insoweit können wir Dietrichs Vorstoß gegen die Schwarz» scher, mag er zum Teil auch von anderen Gesichtspunkten ausgehen, nur zustimmen. Diese Taktik beginnt aber zur G e- s a h r zu werden, wenn er die klar zutage liegenden schwachen � Punkte seiner Finanzpolitik, obgleich er sie selbst sieht, nicht zugibt und Wege einschlägt, die verhängnisvoll werden können. E i n schwacher Punkt ist heute schon klar erkennbar. Die im Oktober vorgenommenen Schätzungen der Steuer- einnahmen im Rechnungsjahr 1936, die zugleich als Grundlage für die Einnahmeschätzungen für das Rechnungs- jähr 1931 gedient haben, waren zu o p t i m i st i s ch. Herr Dietrich rechnet selbst auf Grund der tatsächlichen Steuerein- gänge in den letzten Monaten, einschließlich Dezember, mit einer Unterschreitung der Ausfallschätzungen um rund hundert Millionen. Er sieht aber trotzdem die Lage dann nicht als kritisch an,„wenn der Hausholt für 1931 auf gesicherter Grundlage ruht". Die entscheidende Frage, o b das der Fall ist, glaubt er von der Ausgabenseitc her glatt bejahen zu können. Was dagegen die Einnahmeseite betrifft, so kann auch Herr Dietrich, trotz der gegenüber den ursprünglichen Schätzungen für 1936 um 1143 Millionen zurückgeschraubten Einnahmeansätzen die Frage nach weiteren Gefahrenquellen nicht verneinen. Aber er tröstet. sich damit, daß man den Wirtschaftsablauf des nächsten Etatsjahres unmöglich varans- sehen könne und daß ein geringer Ausschlag des Pendels nach unten einen weiteren Einnahmeausfall von„nur" 266 bis 366 Millionen(für dos Reich) bringen könne, der, so störend er für die Sanierung der Etats- und Käffenlage auch sei, doch keinen Anlaß biete, durch Steuererhöhungen„Steuern auf Vorrat" zu schassen. Das sei um so weniger geboten als man annehmen könne, daß in der größten Krise seit 166 Jahren, die wir gegenwärtig durchleben, der T i c f st a n d erreicht sei und das Jahr 1931 eine leichte Aufwärtsbewegung bringen werde. Selbst wenn man sich nun diesen„gemäßigten Optimis- mus" des Herrn Dietrich zu eigen machen möchte, hat feine Rechnung doch einige sehr bedenkliche Löcher. Zunächst hat er schon für den erhöhten Einnahmeaussall im Jahr 1936 keine Deckung. Die Ausfälle im Jahre 1931 werden aber selbst dann beträchtlich größer sein, als sie im Etat angenommen sind, wenn die erhoffte leichte Aufwärtsbewegung eintritt, was noch keineswegs sicher ist. Denn eine solche Auswärtsbcwegung würde sich nur bei der Lohnsteuer alsbald, bei der Umsatz- steuer erst nach einiger Zeit in den Einnahmen auswirken, bei den veranlagten Steuern dagegen wird sich die Wirtschafts- krise auch dann erst 1931 voll auswirken, wenn in diesem Jahr die leichte Besserung der Wirtschaftslage wirklich eintritt. Darunter werden die Länder und Gemeinden noch mehr zu leiden haben als das Reich, weil nicht nur die Rückgänge der Reichssteuern zu starken Kürzungen der Ueber- Weisungen führen, sondern auch die eigenen Einnahmen der Länder und Gemeinden von den Rückgängen betroffen werden ! und weil darüber hinaus die Ausgaben der Länder und be- Spaltung der Wirtschastspartei. Die sächsischen Organisationen scheiden aus.— Ein Schlag gegen Drewitz. Zwölf gegen einen. Feiger Hakenkreuzübersall auf einen Zugendlichen. Erfolgreiche Abwehr. Reichsbahnschiedsspruch abgeäuderi. Der energische Protest der Eisenbahnergewerkschasten gegen dey unmöglichen Schiedsspruch ist nicht ohne Wirkung ge- blieben. Bei den Nachoerhandiungen am Dienstag haben die Ber- treter der Organisationen mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg gehalten. Auch der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, Mini- sterialdirigent Dr. Mewes, der die Nachverl)andlungen führte, war sich darüber im klaren, daß der Schiedsspruch in verschiedenen Hauptpunkten unmöglich bestehen bleiben konnte. Das Hauptärgerms lag in der vom Spruch vorgesehenen Neu- regelung der zusätzlichen Sonntagsarbeit. Hier wurde dann auch durchgesetzt, daß künftig die zusätzliche Sonntags- arbeit— falls sie in Erscheinung tritt— wie bisher nur als Ueberzeitarbeit gelten kann und mit einem besonderen Heber st undenzuschlag(künftig 20 Proz.) vergütet werden mutz. Es kamen noch verschiedene andere Abänderungen hinzu. Die Gewerkschaften haben erreicht, daß ihren Forderungen bis zu etwa HZ Proz. Rechnung getragen wurde. Sie hohen in einem überaus schwierigen Verhandlungskampf ein Ergebnis erz�li. das für Tausende gegenüber einer bisherigen Arbeitszeit van 0 und 8% Stunden den Achtstundentag sichert. Sie hoben dezhaib dein abgeänderten Schiedsspruch zugestimmt. Auch die Reichs- bahn hat die Neuregelung angenommen. Auch in Dresden hat die Reichsbahndirektion im Feierschicht enkonflikt noch rechtzeitig den Rückzug angetreten. Der Präsident des Dredensr Direktionsbezirks hat den Eisenbahnarbeitern mitgeteilt, daß sie auch trotz des Ablaufs der Kündigungsfrist ihre Arbeit fortsetzen können und van der Geltendmachung ihres Rechtsanspruchs im Feierschichtenftreit keinen Nachteil z» bc- fürchten brauchen. Es geht also auch so. Aber in der Hauptverwaltung der Reichsbahn hatte man das Bedürfnis, die Eisenbahner„unter Druck" zu setzen. Man vergaß nur, daß Druck Gegendruck erzeugt. 16 Außenminister in Genf. Europa- und Raisiagung. Genf, 14. Januar.(Eigenbericht.) Am Freitagoormittog, 11 Uhr, wird der französische Außen- minister Briand die erste Sitzung der Studienkommission für europäische Einigung eröffnen. Nach einer kurzen geheimen Beratung werden die weiteren Verhandlungen öffentlich vor sich gehen. Bisher steht nur fest, daß in der ersten Sitzung der Lorsitzende der Wirtschaftskommission Cotjin- Holland einen ausführlichen Bericht über europäische Wirtschastsfragcn er- statten wird. Ob der Italiener Suwitsch am Sonnabend über euro- päische Finanzsragen referieren kann, hängt noch von den Arbeiten der Finanzkommisflon ab, die noch nicht beendet sind. Während Völkerbundsmitglieder, die keine Europäer sind, ausdrücklich zur Entsendung von Beobachtern aufgefordert wurden, ist eine Einladung Rußlands und der Türkei zu dieser Tagung noch nicht beabsichtigt. Diese Frag« soll offenbar auf die nächste Europakonserenz im Mai verschoben werden. Ueberhaupt besteht dos Bestreben, möglichst ohne Tagesordnung in die Ber- Handlungen einzutreten, aus denen sich dann durch Anträge der weitere Beratungsstosf ergeben wird. Nach den bisher«ingetroffenen Anmeldungen nehmen von den beteiligten 27 europäischen Staaten 16 Außenminister an den Be- ratung«n teil. Nach Genf abgereist. Der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Curtius, verließ gestern nachmittag mit der deutschen Delegation Berlin, um sich noch Genf zur Tagung des BSlkerbundsrats zu begeben. China erbittet Dölkerbundshilfe. Jm West«» nichts Neu««" ist bereits in achter.Auflage in finnischer Sprache sowie in mechraren Auslogen in schwedischer Sprache in unserem Land« erschienen. 10. Januar !and die Erstaufführung de« AUms gleichen Namens in Helsingfors' modernstem Lichtspieltheater.Ainopalast" statt. Di« Eintrittskarten sind bereits eine Woche voraus verkauft. In Finnland sehen viele bürgerliche Kreise heut« noch im alten Deutschland das Ideal. Dennoch finden die größten bürgerlichen Tageszeitungen, daß der Film Deutschlands Frontsoldaten ehrt— auch bürgerliche, lnppofreundliche Blätter. „H u f vu dst o d s b l a d e t", Helsingfors, schreibt u. o.: Für uns, die wir im Kinopalast die Erstaufführung sahen, ist es schwer zu fassen, was den Haß gegen den Film im deutschen Patriotenlagcr begründet. Es ist für einen neutralen Zuschauer schwer z» fassen, was einen Vaterländischen veranlassen könnte, gegen diesen Film Stellung zu nehmen. Alle Zuschauer können nur Bewunderung für ein Volk gewinnen, daß vier Jahre Helden- mülig gegen eine ganze Welt stand. Ein deutschfreundlicher Mensch kann durch diesen Film nur in seiner Deutsch freund lichteit gefestigt werden... Weiter heißt es: „Anläßlich des Sturmlaufes Hitlers und des Stahlhelmoer- bandes gegen den Film fragt man sich, wie soll denn eigent- lich ein Film beschaffen sein, der den deutschen Notio- nalisten entspricht und gleichzeitig als Beweis für Deutschland dienen kann, daß es die friedlichste und denkende Nation in Europas Völkerfomllie ist?" „Hufviidstadsbladet" ist die einflußreichste bürgerlich« Zeitung schwedischer Sprache und sympathisiert sehr mit den Kreisen, die 1018 die Goltz-Armee nach Finnland gerufen haben. Das Urteil der angeführten bürgerlichen Zeitung sindet auch im reaktionären Regierungsorgan„Uust Suomi" Unterstützung. Militärdiktatur verbietet Nemarque-Film. Belgrad, 14. Januar. Der Film„Im Westen nichts Neues" Ist für ganz Süd- s l a w i c n verboten worden. Die Belgrader Polizei hott« den Filin am Dienstag für Belgrad verboten. Am Mittwoch wurde der Film einem Ausschuß vorgeführt, der aus Vertretern des Kriegs- Ministeriums, Unterrichtsministe rimns und des Ministeriums des Innern bestand und die o b e r st e Frlmbehörde darstellt. Dieser verfügt« das Verbot für ganz Südslawien. Oer Tod des Fememörders. Feldwebel Fahlbusch einkm Herzschlag erlegen. Bremen, 14. Januar. Der aus den Fememordprozesien bekannt« Feldwebel August F a h l b u f ch, der sich bei Verwandten in Osterholz-Schormbcck aufhielt, ist plötzlich verstorben. Er wurde Mittwoch- vormittag in der Kabine eines Motorbootes, in dem er die Nacht zugebracht hatte, tot aufgefunden. Der Tod ist anscheinend durch Herzschlag eingetreten. Fahlbusch war bekanntlich während der Inflationszeit nach den Vereinigten Staaten ausgewandert und dort Farmer geworden. Im Verfolg der Abwicklung der Feme- inordprozesse hat das Deutsche Reich die Auslieferung Fahlbuschs verlangt, der auch von den Dereinigten Staaten stattgegeben wurde. Er wurde damals verhaftet und nach Erlaß der Anmestie im So miner des vergangene» Jahres wieder freigelaße». Geßler sammelt. Viederauferfiehung eines Neichsweheminifiers als präsiventschastskandidat. Der„Reichsbürgerrat" wird wieder lobendig. Reichs- wehrministcr o. D. Geßler reist in Deutschland umher und bemüht sich, die Reste der Organisation des Bürgerbundes zu sammeln und zu goloanisteren. In vertraulichen Besprechungen radet Herr Gehler von der Notwendigkeit, ein gemeinsames poli- tisches Auftreten des Bürgertums herbeizuführen. Herr Geßler macht den Herren Koch. Scholz und Dingeidey bei der Sammlung des Bürgerwins Konkurrenz— jedoch mir praktischen Hintergedanken. Herr Geßler gehört zu den Leuten. die sich berufen fühlen, der dritte Reichspräsident zu werden. Seine Sanmtlungsbemühungen sollen eine Grundlage für seine Kandidawr schaffen. Ein kleiner Kläffer. patentdeotsches aus der„Deutschen Zeitung". In der„Deutschen Zciwng", dem Organ, in dem verkalkte Generäle des Kaiserreichs wie Herr von Craman ihre Geistesblitze abladen, schreibt ein beflissenes nationalistisches Schmöckchen: „Die Sozialdemokratische Partei eine deutsche Parteil Den Anspruch auf diesen Ehrennamen hat dies« Partei längst verwirkt. Es steht dem„Vorwärts" schlecht an, über Ehrbegriffe zu reden." Klemer, mach dir nur die Hosen nicht naß vor Eijer! Die große Kriecherbewegung. Das Ideal der Arick und Kränzen. Der Hatenkreuzininister Franzen in Braunschweig hat in öffent- licher Versammlung ausgesordert, marxistische Beamte bei ihm zu denunzieren. Cr will in Braunschweig einführen, was in Thüringen Praxis ist. Das übel st e Denunziantengeschmeiß und Qucrulantentum wird auf diese Weise herangezüchtet. In Thüringen wurden in diesen Tagen ein Landwirt und eine Kriege rmüwe wegen Beanitenbeleidigung prozessieri, weil st« einen thüringischen Beamten beim Ministerium als lintsradikal denunziert und ihm dabei die ehrenrührigsten Vorwürfe gemacht hatten. Ihr Denunziätionsschreiben begann mit den folgenden Worten:„An den allerhöchsten h o chw o hl g eb o r en e n Herrn Prä- sidenten Stoatsminister Baum. Nach langem Hoffen und Harren ist endlich eine wirklich natio- nale Regierung in Thüringen zustande gekam- inen." Das ist die Bauchlriecherei, auf die nationalsozialistische Minister spekulieren! Ae wollen eine groß« Kriecherbewegung «ntsesietn. Severings Auswandsenifchädigung. Den Herren Zrick und Franzen zur Nachahmung empfohlen. Der preußische Staatsrat gab am Mittwoch der Ber- crdming der preußischen Staatsrcgierung über die Gehalts- kürzung der Staats- und Gemeindcbcamtcn seine Zustimmung. Im Verlauf der Debatte erklärte der Sozialdemokrat Zäircck- Bielefeld, daß die Sozialdemokraten mit der jetzigen Regelung des Gehaltsabzuges nicht einverstanden seien. S'.c hatten vor ollen Hingen eine sozialere Staffelung gewünscht. Um Perbesse- rungen zu erreichen, seien aber Mehrheiten im Reichstage notwendig. Gegenüber dem notionalsozialistischen Redner Speitger erklärte er, daß Jnnenmintster Severing seine Aufwands« ntschädi- gung der Polizeikasse zurDersügung ge stellt habe: es fei ihm noch nicht bekanntgeworden, daß die nationalsozialistischen Minister in gleicher oder ähnlicher Weise gehaudeit hätten. Wahlkampf ums Schächten? Neuer Koalitionskrach in Thüringen. Weimar. 14. Januar.(E'gcnbericht.) Aus Betreiben der Nationalsozialisten legte di. Thüringische Regierung dem Landtag den Entwurf eint. Schächt- gesetzes vor. Der Entwurf ist bereits im Plenum und im Aus- schuß in der ersten Lesung beraten worden. Jetzt wird betannt, daß der Landbund und die Wirtschaftspartci dem Gesetz- entwurs ihre Zustimmung nicht geben wollen, weil verschiedene Bc- rufszweige dadurch schwere wirtschaflliche Schädigungen befürchten. Auch die drei Industrie- und Handelskammern in Thüringen haben Bedenken zum Ausdruck gebracht. Alle sind gegen eine landesgesctz- liche Regelung dieser Frage. Falls aber die bürgerlichen Parteien die Gesetzesoorlag« ablehnen sollten, wollen die Nazis— so erklären sie wenigstens— es zur Landtagsauslösung treiben. Bayerns Wahlgefehnoie. Endlich Einigung zu erwarten. München. 14. Januar. In den parlamentarischen Kämpfen um da- bayerische Wahl- gesetz scheint jetzt ein« Lösung gefunden zu sein. In einer intsr-» frattioncllen Besprechung wurde nämlich der Vorschlag gemacht, den Streit um die sogenannten Landesmandate dadurch beizulegen, daß man dies« IS Landessitze Überhaupt beseitigt, aber unter Beibehaltung der bisherigen Zahl von insgefanlt 1Ä Zlbge- ordneten. In der Mittwochsttzung des Derfassungsausschusses des Landtags erklärt« sich die Regierung mit diesem Vorschlag einver- standen. Schließlich wurde gegen die Stimmen der Deutschnatio- nalen und der Deutschen Dolkspartei die Regierung ersucht, bis zum Fveitag nächster Woche eine Umarbeitung des Rcgierungsentwnrss im Sinne des neuen Vorschlags vorzunehmen. Zum Verhör betäubt. Wie der Faschismus Aussagen erlistet. Genf, 14. 3anuat.(Cigcnbctuht.) Cid Vrozcß gegen 24 Mitglieder der anti- faschistischen Vereinigung„Gerechtigkeit und Freiheit" in Kora hat eine neue Scheußlichkeit der faschistischen Zusti; aufgedeckt. Zln Stelle der körperlichen Torturen zur Erzwingung saischer Geständnisse wird den politischen Gefangenen neuerdings ein Rauschgift zwangsweise eingeflößt, das die Opfer ihrer physischen und moralischen Kräfte beraubt. Zn diesem Zustand halber vetäudung werden sie ins Kreuzverhör genommen und sagen natürlich mehr aus, als sie im Besitze ihres vollen Bewußtseins sagen würden. Mussolini hat gleich nach der Ausdeckung des angeblichen Kom- plotts durch die politische Geheimpolizei„Ovra" drei Todes- urteile angeordnet. Der Selbstmord des angeklagten Rechts- anwalts E e v o ist nicht, wie die faschistische Presse schreiben mußte, aus persönlichen Verhältnissen ersolgt. Eeva hat sich vielmehr getötet, um in dem skandalösen Bctäubungsverfahren nicht die Führer der Bewegung zu verraten. Militärbahn gegen Italien. Paris, 14. Januar. Die französische Regierung plant die Anlage einer strategischen Eisendahnlinie hinter der französischen Riviera. Der Plan wurde dem Ministerrat durch den Minister für öffentliche Arbeiten, Daladier, in seiner letzten Sitzung imterbreitet. Der Ministerrot hat den Plan gebilligt und seine sofortige Weiterleitung an das Parlament veranlaßt. Die neu« Eisenbahnlinie wird von A o i g n o n aus parallel zu der bereits bestehenden Eisenbahnlinie, die an der Küste entlang- führt, nach Nizza führen. Sie hat den Vorteil, daß sie nicht nur die Strecke von Paris nach Nizza um etwa 200 Kilonieter verkürzt, sondern durch eine Bergkette gegen eine mögliche Beschießung durch feindliche Kriegsschiffe vollkommen geschützt ist. „Kamerad Crozier-Desgranges". „Wunderbar gezeichnet, Kamerad Crozier! Nun haben wir endlich das authentische Bild des Mannes, der die deutsche Revolution gemacht hat! Das Gklavenland. Bericht einer Bölkerbundskommiffion über Liberia.— Geschäst und Moral. Holz- und Kohlenmangel in Moskau. Dafür 200 Verhaftungen.— Verstepste Strecken. Sowno, 14. Januar. wie aus Moskau gemeldet wird, hol die OGPU. im Znsammen- hang mit der Brennstosskrise U, Moskau zahlreiche Verhaslungen vorgenommen. Etwa 200 Personen, die der Spekulation mit Brenn- malcrialien beschuldigt werden, sind vcrh ästet worden. Moskau leidet stark unter der kälte, da es an holz und kohle mangelt. Die Regierung versichert, daß sich 15 000 Eisen- bohuwagen mit holz und kohle unl erwegs befänden, jedoch nicht nach Moskau kommen könnten, da sämtliche Eisenbahnlinien ver- slcpst seien. Ein besonderer Ausschuß unter Führung ciaes Mit- glicds des Kollegiums der OGPU. bemüht sich, die Ursachen dieser Verstopfung aufzuklären und die Versorgung Moskaus mit Brenn- slosfen sicherzustellen._ Oie harmlosen Ausständischen. Wen sie verprügeln, der wird noch angeNogt. Satlowih. 14. J«mar. Anfang OcoDentbcr v. 3. murden in cm« Gastwirtschaft in oalcnze die GebriL»« Gregor etzyk, die sich in Begleitung»tm-süns Arbeitskollegen befanden, von Aufständischen provoziert. Di« Arbeiter ließen die Anpöbeleicn unbeachtet. Als jedoch Johann Gr«- norczyk äußerte, heute hätten noch die Aufständischen die Macht, es lönne aber bald anders kommen, stürzten sich etwa 15 Aus» ständische mit Knüppeln und Säbeln auf die beiden Brüder; diese wurden niedergeschlagen und in schwerster Weise mißhandelt. Auch ihre Hinzukommende Mutter wurde von den Aufständischen miß- handelt. Während die Brüder Gregorczyk ins Krankenhaus über- geführt werden mußten, wurden ihre fünf Begleiter verhaftet. Die Staatsanwaltschiftt hat«in Verfahren nicht etwa gegen die Auf- ständischen eingeleitet, sondern gegen die Überfallenen Brüder und ihre fünf Begleiter, und zwar wegen Hausfriedensbruchs und Körper- Verletzung, begangen an Aufständischen. Die Angeklagten sollten die Aufständischen, die friedlich in der Gastwirtschast gesessen hätten, c-hne Grund tätlich angegriffen haben, wobei einige Aufständische Verletzungen erlitten Hätten. Die Anklage konnte im Laufe der Ver- Handlungen nicht ausrecht erhalten lverden, so daß nach einer ganz kurzen Beratimg des Gerichts sämtliche Angeklagten frei- gesprochen wurden. Der Gerichtsvorsitzendc gab nach Schluß der Beweisaufnahme den Angeklagten gegenüber seinem Befremden Ausdruck, daß sie sich in Untersuchungshaft befänden. Einige Angeklagte wandten sich nach der Berkündung des Freispruchs an das Gericht und erklärten, daß sie ihre Haft für eine regelrechte F r e i h e i t s» beraubung hielten und nicht verständen, warum die Staats- anwaltschaft nicht gegen die eigentlichen Täter ein Straf- verfahren eingeleitet habe. Diese Erklärungen blieben jedoch un- beachtet. Indienkonserenz in schwerster Krise. Llm die Minderheitsrechte der Mohammedaner. London. 14. Januar.(Eigenbericht.) Die letzten Tage der Jndienlonserenz steigern sich zu dramatischen Spannungen. Der Gegensatz zwischen Hindus und Moslems lodert hell auf und droht in letzter Stunde die Konferenz um alle Erfolge zu dringen. Die Vertreter der Moslems ließen am Mittwoch in einem in der„Times" veröffentlichen Briefe erklären, sie seien bereit, den Streit zwischen Hindus und Moslems einem Schiedsgericht zu unterwerfen, dein. in erster Linie Macdonold und Gandhi angehören sollen. Es handelt sich hierbel um die Frage der Gleichberechtigung der Moslems in der künftigen politischen Verfassung Indiens und um den Minderheitenschutz der Mohammedaner. Weiter um deren Vertretung in den kommenden parlamentarischen Institutionen. Am Mittwoch trat das Verfassungskomitee der Konserenz unter dem Vorsitz Macdonalds nochmals zusammen. Die Mohammedaner machten wahrend der Verhandlungen ein neues Angebot, in dem die früheren moslcmitischeu Forderungen abgeschwächt sind. Der Ausschuß beschloß darauf, daß Macdonald noch einmal auf Grund des neuen Angebots mit den Parteien einzeln verhandele. Es besteht deshalb immer noch Hoffnung auf di« Vollkonferenz am kommenden Freitag.__ Der Reichswehrmann in Rlünstcr. der den Offizier beleidigte, war— nach amtlicher Darstellung— schwer betrunken und ist bereits fristlos entlassen.„Hell Moskavt" soll er rächt gerufen hoben. Gens, 14. Januar.(Eigenbericht.) Der Völkerbund hat vor Monaten aus Veranlassung der ameri- kantschen Regierung eine dreigliedrige Kommission aus dem Eng- länder Cutbert-Christi, dem Amerikaner Johnson und dem Liberianer Barclay mit der Untersuchung der Sklaverei und Arbeitsbedingungen in Liberia beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen jetzt in einem 130 Seiten langen Bericht vor. Sie bieten ein Bild grouen haster Zustände: Gewaltsame Aushebung von Männffchsn und weihlichen Arbeitskräften. Mißhandlungen, horte Strafen. Menschen- Handel, Zwangsarbeit ohne Lahn und Nahrung bei unerhörter Bereicherung der Regie rungs- rominissarc sind landesübliche Gepflogenheiten. Amerika hat inzwischen an Liberia eine scharfe Note wegen Verletzung der Sklavereiabkornnien gerichtet. Alle Welt ist plötzlich in höchster moralischer Entrüstung über den Ncgcrstaat Liberia, der seine eigenen Untertanen versklavt. Aber wenn Amerika moralisch reagiert, dann steckt immer ein geschäftliches Interesse dahinter. So auch hier. Liberia ist ckc kacto ein amerikanisches Pr'otektorat, die meisten führenden Liberier sind aus USA. in„ihren" Staat ge- schafft worden. Amerika hätte also schon viel früher moralisch sein können. Jetzt hatte die Sache aber einen heiligen Zweck. Die einzige weiße Privatgesellschaft, die in Liberia ansässig sein darf, ist die amerikanische Gummisabrik Fireslone. Sie hat mit dein Staat Liberia einen Vertrag auf Lieferung von Arbeitskräften für ihre Plantagen. Wenn sich die Arbeiter nach eigenem Entschluß bei Firestone einstellen ließen, er- hielten sie eine für liberische Verhältnisse einigermaßen ans- reichende Bezahlung. Aber die Regierungskommifsare verhin- dcrten die freiwillige Anmeldung bei Firestone immer mehr, sie br- stimmten für die Plantagen unter Zwang Kontingente, deren Geld und Naturallöhne sie in die eigene Tasche steckten. Infolge- dessen wollte schließlich kein N c g e r mehr zu Firestone geschickt werden. Ohne schwarze Arbeiter kann die amerikanische Milliarden-Company aber nicht existieren, da Liberia das Prinzip der„geschlossenen Tür", d. h. Sperre für die Einwanderung von Weißen, streng durchführt. Hier war also die Moral unbedingt am Platze. So mußte der Sklavenhandel von Liberia, der ein« ameri- konischen Company das gute Konkurrenzgeschäft gegen das englisch- holländische Rohgummimonopol verdirbt, an den Pranger der kapita- listischen WÄt. Amerika Hot durch die Untersuchungskommission des Völkerbundes bereits die richtigen Heilmittel gegen Liberias Verworfenheit verkünden lassen, unter denen drei wie Leuchtfeuer den wahren Zweck des ganzen Unternehmens erhellen. Sie verlangen Politik der „offenen Tür" für Weiße, Ersetzung der schwarzen Regierungs- kommiffare„durch europäische oder amerikanische" und„B e g ü n st i- gung der amerikanischen Einwanderun g". Die Enthüllung des Sklavereiskandals soll also zum Borwand für eine weitere Kolonisierung Liberias durch dif Vereinigten Staaten dienen. Abgesehen von diesem kapitalistischen Saiyrspiel sind die in dem Bericht der Untersuchungskommission enthüllten Tatsachen nicht weniger grauenhaft. Offiziell ist die Sklaverei in Liberia zwar abgeschafft, aber die holzen Kommissare des Staates betrieben min- bestens bis Mitte des vorigen Jahres(der Bericht datiert vom Ießners:„Don Carlos". Staatstheater. Ein Stllmischmafch unter Ießners Regi«, rollende« Pathos und kühle Sachlichkeit durcheinander. Herr Walter Ferner legt einen weinerlichen Don Carlos hin, wie man ihn sich selbst auf eimr Lorstadtbühne nicht bieten lassen würde. Erst im zweiten Teil be- kommt die Inszenierung etwas wie ein Gesicht und das Publikum klatscht wenigst«»» achtungsvoll Bestall. Dge. I August 1930, Liberia hat aber die angebliche Abstellung der Miß- ! stände in Genf gemeldet) einen 5 schwuaghofen Sklavenhandel. Aus den Berichten der Häuptlinge geht hervor, daß mit Hilfe von Regierungstruppen ganze Dörfer unter grausamsten Mißhandlungen verschleppt wurden. Die Arbeiter sind meist nach der spanischen Insel Fernando Po und noch Französisch- Kongo verkauft worden, wo sie wie Gefangene behandelt und zur Arbeit ohne Lohn gezwungen wurden. Frauen standen hoher im Kurs wie Männeft da sie als Lockmittel für di« männlichen Sklaven dienen mußten. Auch der Bau von Staatsstraßen und öffent- lichen Gebäuden wurde durch Zwangsarbeiter vorgenommen. Un« bezahlbar hohe Strafen für die Verletzung des Straßenbauzwanges lonnten stets nur durch Hergäbe van Kindern einer Familie gesühnt werden. Die betreffenden Kinder waren dann solange „unfrei" und mußten Sklavenarbeit verrichten, bis sie losgekauft werden konnten. Die Preise für den Loskaus von Männern waren niedriger als die für Frauen, jedoch in englischer Pftmdwährung immerhin so hoch, so daß sie nur selten hinterlegt werden konnten. Liberia Hot 2,5 Millionen Einwohner, ddjj denen über 2 Millionen aus die gekcnn zeichnete viehische Art jahrelang brutal ausgebeutet und mißhandeKL wurden. Machten die Eltern den Versuch, ihre Kinder in die Rc- g i e r u n g s s chu l e n zu schicken, dann griffen die Herren Kam- missare ein und nahmen den Eltern die Kinder weg, weil sie be- fürchtet haben sollen, daß die Jugendlichen ihre Väter und Mütter durch ihr neues Wissen aufklären konnten. An einer anderen Stelle des Berichts heißt es wörtlich:„Die Dorfbewohner wurden ständig von den Soldaten der Erenztrupps eingeschüchtert und ebenso von den Distriktskommissionen. Sie mußten zwangsweise den größten Teil des Jahres am Straßenbau arbeiten, in privaten Be- sitzungcn oder in denen der Regierung. Sic hatten nicht einen Augenblick Ruhe übrig, so daß sie nicht einmal ein Stückchen Land für ihre eigene Ernährung bebauen konnten. Sie führten die Existenz von halbverhungerten Arbeitstieren, die sich unter der Zuchtrute von grausamen Koimnissaren nicht einmal von einem Ort zum andern begeben dürfen und sich also bei nienrondcn beklagen können." Weitere Kolonisierung Liberias, Freilegung seiner Märkte für die Ausbeutung durch Weiße, Beschaffung van Arbeitskräften für Fireftones Gummiplantagen— das ist der eigentliche Zweck der Unterfuchungsaktian. Den Völkerbund selbst kann kein Vorwurf � treffen. Er hat im guten Glauben rniizuhelfen an der Abstellung eines Skandals, der jeden Menschen erschüttern muß. Die von der Kommission vorgeschlagenen Aenderungcn der Eingeborencnpolitik Liberias, vor allem das verbot von Zwangsarbeit und Deportation auß« Landes, Abschaffung des Verkaufs in«in Skloocnverhältnis können den armen Negern von Liberia und vielleicht auch den Eingeborenen in den Kolonien wesentliche Erleichterungen bringen. Schließlich haben die Ncgcrkommissare von Liberia nur nachgemacht, was ihnen von ihren weißen Kollegen und Lehrmeistern vorgemacht worden war. Sir Otto Niemcyer ist von der brasilianischen Regierung im Eiiruerständnis mit der Bank von England zu einem Besuch nach Brasilien eingeladen worden. Cr soll die brasilianische Regierung über die folgenden Fragen beraten: Sofortige Wiederherstellung der Stellung der Bank von Brasilien als unabhängiges Finanz- institut: Währungsreform und Stabilisierung d« Wahrung; Matz- nahmen zur Balancierung des Staatshaushaltes und Begrenzung direkter und indirekter ausländischer Anleihen des brasilianischen Staates und der Staatsbank. Rücktritt dos Obcrbürgermeist«s von Mainz. Oberbürgermeister Dr. Külb von Mainz hat ein Schreiben an die städtischen Körper- jchasten gerichtet, in dem er seine Versetzung in den Ruhestand aus Gesundheitsrücksichten beantragt. Seine Amtszeit läuft am SO. Juni 1931 ab.» Die KPD entlarvt sich. Die ANesbesserwisser als Nichtskönner. »«rschlechterungen zusammen, dann kommt sogar ein Lahn» abdau von nahezu 50 Proz. heraus. Wirtschast und Politik scheinen in Deutschland von einer ägyptischen Finsternis heimgesucht zu werden. Cook amputiert. Die Erkrankung des englischen Dergarbeiterführers. Dem englischen Bcrgarbcitersührer Cook ist auf dringendes Anraten mehrerer Acrzte das rechte Bein amputiert worden. Die Amputation war notwendig, weil die Aerzte glaubten, Cooks Lebe» ohne sie nicht retten zu können. In Hunderten von Briefen und Telegrammen ans den Vergarbeiterbezirken wurde dem kranken Führer in den letzten Tagen glückliche Genesung gewünscht. Schiedsspruch für die mitteldeutschen Straßenbahner Im Lohnstreit des Fahr-, Betriebs- und Wcrkstättenpcrsonals der Straßenbahnen in Mitteldeutschland wurde in Magdeburg folgender Schiedsspruch gefällt! Die auf Gruird des am 30. März 1929 im Reichsarbcitsininistcrium getrossenen Abkommens beschlossene Lohnstaffel vom 1. April 1929 bleibt über den 31. Januar 1931 in Kraft mit der Abänderung, daß sämtliche Löhne um 4 Prozent gekürzt werden. Dieses Abkommen kann mit sechs- wöchiger Kündigungsfrist erstmalig zum 31. Juli 1931 gekündigt werden. Es gilt für die Städte Magdeburg, Merseburg, Dessau, Jena, Gera, Braunschweig, Kassel und Plauen. Heuie EinigungsverhandZungen. Oer Kampf in der englischen Webindustrie. Dondon. 14. Januar. Den Rcgicrungsvertretern ist es gelungen, eine Grundlage für gemeinsame Berhandüingen der Arbeitnehmer und Unternehmer in der Webiudustric zu finde». Die erste gcmeiusmne Besprechung soll heute nachmittag sein. „Der Beamte", die ausgezeichnete Vierteljahresschrift des Allgc- meinen Deutschen Beamtenbundes, herausgegeben von Albert Falkenberg, ist soeben in ihrem 1. Heft 1931 erschienen. Neben einer Reihe von hervorragenden Arbeiten von Folkenberg, Dr. K. Renner, Dr. E Nöltinq, Pros. Wildbrandt u. a. enthält die Nummer eine aufschlußreiche Untersuchung über die Organisations- Verhältnisse der Beamten von A. Kunze. Die Schrift ist auch für den interessierten Leser außerhalb der Beamtenschaft recht wertvoll. lBezngspreis 10 M. jährlich durch den Verlag oder vierteljährlich durch die Post 2H0 M.) i tix-».! U-.i t* m-i.i; g s 316©., Turbine! jVreüafl. 15 Ubr, Lokal OrliUitlöatr,?crlich>uzon.-Z � ftaifie 5, ffratUonsMtfammliing. MitalirdZbuch leqiümieri. || Skmtr.s u. Kal.lo, Wcrucr-Wrrlc! lsreitag, lk Übt, Lokal Sange, 6� M SIemonsftadt, Zionnendammallee. Sitzung tri SP?.»r, Lokal! i H Vollmer. Naumerstr. 30, Ecke Seneseiderst ratze. Vortrag des©enosien l 1 T>r. Luckow. f j H_________ I l~trj i i-EE-I I I I i�F t I Es ist erfreulich, daß die KPD. nunmehr gezwungen ist, den �ejehl von Moskau auszuführen, der die Spaltung der Gewerkschaften, die Gründung komniuiiistischer Verbände und die „?luslösung" von Streiks verlangt. Bisher konnte sich die KPD. in der bequemen Rolle des Allesbesserwissers aufspielen und die Tätigkeit der Gewerkschaften in Grund und Boden kritisieren. Nunmehr muß sie beweisen, daß sie es besser kann. Dieser Anschauungsunterricht wird seine heilsame Wirkung nicht verfehlen. Denn entweder die kommunistischen Gewerschaften e»t- fesseln Streiks— und dann werden sie»nr Niederlagen erleben, und die Arbeiter, die ihnen gefolgt sind, werden die Kosten bezahlen. Oder sie laufen hinter den freien Gewerkschaften her und ahmen deren Taktik nach.(Wenn Moskau ihnen das erlaubt.) In dem einen wie in dem anderen Fall werden die kommunistischen Arbeiter sich In ihren Hoffnungen betrogen sehen. Sie werden schnell begreifen, daß die KPD. wohl die Arbeiter- klasse, nicht aber die Kapitalistenklasse zu schädigen imstande ist. Die kommunistischen Streiks im oberschlesischen und im Ruhrbergbau, die nach wenigen Tagen elend zusammen brachen, sind klassische Beispiele kommunistischer Politik. Der Zusammenbruch des Streiks bei Leiser ist nicht minder auf- schlußreich. Die Kommunisten dominierten bisher bei Leiser. Die freien Gewerkschaften überließen der NGO. das Feld. Sie sollte zeigen, was sie kann. Der Streik ist auf der ganzen Linie zusammengebrochen. Hier noch zwei weitere Beispiele: Die Blrliner Metallarbeiter werden sich noch des Streiks in der Eisengießerei Härtung, Lichtenberg, im April 1930 erinnern, der von dem bekannten Wilhelm H c in, M. d. R., ge- führt wurde. MetaNindusiriette ziehen in den Krieg. Vier Pfennig Lohnkürzung ist ihnen nicht genug. Halle a. d. S„ 14. Januar. Der für die mitteldeutsche Metallindustrie gefällt« Schiedsspruch, der eine Kürzung der Stundenlöhne um vier Pfennig in der Spitze vorsieht, ist von den Unternehmern abgelehnt worden. Sie bezeichnen diese Regelung als völlig ungenügend und erklären, daß in Anbetracht der Lage der mitteldeutschen Metallindustrie, der hier erzielten Arbeitsverdienste und der in anderen Bezirken vor- gesehenen Lohnermäßigungen eine Minderung von sechs Prozent der bestehenden Löhne als bescheiden anzusprechen sei. Der Verband mitteldeutscher Metallindustrieller hat daher be- schlössen, von der am 19. Januar beginnenden Lohnwache ab bis auf weiteres den Zlrbeitsverträgcn Lohnsätze ziigrunde zu legen, die eine Ermäßigung der bisherigen Tariflöhne bis sechs Prozent vorsehen. Da sieht man die„mäßigende" Wirkung des verhängnisvollen Lohnabbaus! Da die Arbeiter den Schiedsspruch abgelehnt haben, weil chnen der Lohnabbau zu weit geht, ist nicht an- znnebinen. daß sie sich einem noch weitergehenden Diktat wider- stantslos beugen werden. Wir können uns also auf einen Groß. k a m p s in Mitteldeutschland gefaßt machen, der sich auch auf Sachsen ausdehnen kann. Insgesamt kämen dabei etwa 200 000 Arbeiter in Frage. Reaktionäre Gemeindeverwaltungen. Bruch zentraler Vereinbarungen. Die Gemeindeverwaltungen in W e st f a l« n und W ü r t t e m- b e r g fordern Lohnabbau. Am 12. und 13. Januar fanden für die Gcmeindearbciter der Bezirke Westfalen und Württemberg Lohn- Verhandlungen statt. D�e Gemeinden haben die Lohniarife der beiden Bezirke �iiii 31. Januar gekündigt. Auch hier sind die zentralen Bereinbarunge» zwischen dem Reichsarbeit- geb�rverband der kommunalen und össentlichen Betriebe mit dem G e s a m t v e r b a n d auf Streckung der Zlrbeitszcit zwecks Ein- stellilng von Wohlfahrtserwerbslosen nicht beachtet worden. Etwa 20 lleberfälle, verbunden mit Schädelbrüchen, waren die„geistigen" Waffen der KPD., uin den Streit zu ge- winnen. Roch zwei Tage vor dem Zusammenbruch war Hein so kompseslustig, daß er verkündete, der Kampf werde„mit de» schärfsten Mitteln" weitergeführt und wenn durch den Torweg der Firma Hortung Blut fließen sollte. Ein Beschluß der REO.- Funktionäre würgte diesen Streik ab. Was war der Erfolg? 67 Opfer blieben auf der Strecke und kamen nicht mehr in den Betrieb. Trotz dieser Niederlage fühlte Hein sich berufen, einen neuen Streit einzufädeln in der Eisengießerei Hartmann A.-G., Gitschiner Straße. Bei Hartmann waren Differenzen, die der Deutsche Metallarbeiter-Berband durch Ber- Handlungen beilegen konnte. Die KPD. aber prokla- mierte den Streik, weil Hortmann mit Hein nicht mehr verhandeln wollte. Sofort schwang man den Klingelbeutel in den Betrieben. 4% Monate hielt man die Arbester im Streik. Wie bei dieser Wirtschaftskrise vorauszusehen war, mit dem„Erfolg", daß dieser 17 Wochen lange Kampf zu einem vollständigen Zusammenbruch führte. 22 Arbeiter blieben auf der Strecke. Die RGO.„führt". Wie sie führt, zeigen diese Beispiele. Sie sind nicht die einzigen. Es wivd gut fein, wenn unsere Genossen in den Betrieben, aus den Stempelstellen, in den Gewerkschafts- versamnilungen an diese Tatsachen erinnern. Die KPD. ist auf dem besten Wege, sich selbst als eine Gefahrfür die Arbeiter- klaffe zu entlarven. Der Bezirk Westfalen beantragte eine Senkung der be- stehenden Stundenlöhne um g Bf„ etwa 9 bis 10 proz. Der Bezirk Württemberg verlangte eine Lohnsenkung des Ecklohnes um 6 Pf. pro Stunde, wobei für Handwerker 8 Pf. Lohnkürzung eintreten würde. Die Versuche der Arbeiter, auf dem Wege der Arbeits- st r e ck u n g den Gemeinden entgegenzukommen, und wodurch der Wohlfahrtsetat entlastet würde, wurden in beiden Bezirken rundweg abgelehnt. Die Gemeinden bestehen auf Lohnsenkung. Die Verhandlungen sind ergebnislos geblieben. Die Bezirksschicds- stellen werden demnächst entscheiden. Oer Weg aus der Krise. Gegenforderungen der Schuharbeiter. Der Vorstand und der Beirot des Zentralver- bandes der Schuhmacher haben zusammen mit den beiden anderen Ärbeiterverbänden der Schuhindustrie einmütig und mit Entrüstung die Forderungen der Unternehmer zur Verschlechterung der Entlohnung abgelehnt. In Rücksicht auf die große Arbeits- losigkeit und Kurzarbeit haben sie die Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeil auf 40 Stunden pro Woche mit Lohnausgleich ansgeslelll. Den Zentralverband richtet an die Schuharbeiter den Appell, in dieser Zeit, wo die Arbeiterschaft in schärfster Abwehr gegen Fabrikantenwillkllr steht, geschlossen zusamnienz» stehen und alle Sonderaktionen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, energisch zurückzuweisen. Der Oeffentlichkeit haben die Fabrikanten verkündet, daß der Preisabbau für Schuhe als abgeschlossen gelten müsse. Dieser Preisabbau war eine Folge der scharfen R a t i o n a l i- s i e r u n g und Intensivierung der Arbeit in der Schuh- industrie. Die S e l b st k o st e n wurden wesentlich herab- gedrückt und die übertarislichen Verdienste und Akkordlöhne st a r k gesenkt; die Auslandskonkurrenz wurde au» dem Felde geschlagen. Trotzdem Lohnabbauforderungen von wahrhaft wahnwitzigem Ausmaß: bei den männlichen Arbeitern von 15 bis 30 Proz., bei den weiblichen von 27 bis 42 Proz. Rechnet man die von den Fabrikanten geforderten direkten und indirekten Tarif- ��reie Gewerkschafts-Zugend Berlin sJaci �ute, Tonnerstag. INN Uhr, tagen die Geuvvctt: KSgenick: Jugendheim(Sritnauer Sit. 5. Rethennertrag:»Unsere Arbeiter. filhrer! Karl Segien". 3. Abend.— Schönhauser Sot: Zugendhebit Tieckstr. 18. Vortrag:„Barum frrigewerkschaftliehe Jugendarbeit".— Sesunb» bennnen: Jugendheim Rote Schule,©otenburaer Str. 2. Arbeitsgericht in Sackien Schub.— Sübosten:©rupnenbeim Reiche nderger Str. OS lsseuerwebrl. Heilere Lichtbilder ohne Borte:.ddamion".— Temvelhof:©euopenheint Lrjernn©erinaniaffr. 4—6, Eingang©ötz st ratze. Bortrag:»Der Kavp-Vuisch und die freien Geirerlschasteii".— Moabit: Ingenddeiin Lehrtee Str. 18 Ist. Vortrag:»Lstas bringt uns der Reichstag/*'— Reu. Lichtenberg: Jugendheim ©unterstr. 44. Kreismädefcenabend. Die Bur'che» gehen baden.— Lichtenberg: llugendbeim Kauffstratze, an der Leünigsteatze. Kabarett auf Schallplatte».— Landsberger Platz: Jugendheim Dieftelinegerstr. ä..Die Nahrungsmittel» Versorgung von Berlin." ©.�uaendoruppe deS'Lentraiverbandes per Angestellten Heute, Donnerstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Paolo n>. Riederlchönhan'en: Jugendheim©örfchstr. 14 lgeotzes Simmer). Vor, trag:„Der SdA. und feine Gegner". Referent Karl Lehrer.— Osten: Jugendheim der Schule Litauer Str. 18. Vortrag:„Reiseerlebntffe in Amerika". Referent ssritz Beigelt.— Treptow: Jugendheim der Schule Wildeubruckl- sttatze 53 iSugana von der©raetzstratze in Treptow). Vortrag:»Teufel Alkohol". Referent Erich Krug.— Karten Mr die Iugendvorstrllung der Volks« bsthue am Sonntag, 25. Zamiar, ,uni Preise von 60 Vf., stick» im Jugend- sekictariat tu haben. Verantwortlich fite Politik: Vieior Schiff! Wirtschaft:®. Klingelhöfer: ©ewerkschaftsbewegung: Z. Steinee: sseuilleton: K. S. Töfchee: Lotate» und Sonstiges: Zeitz Korstödt! Anzeigen: Zd.©locke! sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärte-Verlgg® m. b. S., Berlin. Druck: Vorwärls-Vuchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EG 68, Lindcn st ratze S. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 23* 48. Jahrgang -1. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 45. Januar 4 934 Geisein der Not. Verschüttetes Menschentum auf dem Wege der Fürsorgerin/ Der Hilf lesen Schicksal Am Schreibtisch der Wohlfal>rtsfürsorg«rin häufen sich Tag siir Tag itie Akten zu Bergen, jede Sprechstunde bringt zahlreichen Bc- such, jede Post einen Stoh Briefe und zwischendurch gibt es immer nach Meldungen besonders dringlicher Fälle, die schleunigster Er- ledigung harren. Groß, allzu groß ist die Zahl der Bedürftigen, Kranken und Entwurzelten. Und immer wieder wächst neues tgeben im Schoß all der abgeracksten, verbitterten und vorzeitig alt gt- wordenen Frauen; in den Züohnlöchern der trostlosen Mietkasernen rutschen blaffe Menschenwiirmchen zwischen den Erwachsenen herum und blicken mit fragenden großen Kinderaugen in die trostlose Welt. Hier in den Elendswinkcln der Weltstadt herrscht grausam und vn- crbittlich König Hunger. Und die Kleinen«mpsinden schnell, was um sie herum vorgeht. Daß Vater noch immer keine Arbeit hat und Mutter nun auch ihre Stelle los ist, daß der große Bruder wieder mal wat„ousgesressen" hat und Schwester Erna sich r.ach Musters Meinung egal abends„rumtreibt". Und daß alle Schulde wieder mal kaputt find und die Kohlen alle und daß der Hauswirt, wo nun schon die zweite Miete fällig ist, mächtigen Stunk macht und kein Brot da ist... Da greift dann die össentliä� Fürsorge ein, um Jantiner und Vcrirrung noch besten Kräften Einhalt zu gebieten. Die Fürsorgerin unterwegs. Und nun macht sich die Fürsorgerin tagaus, tagein lapicr auf den Weg. In„hochherrschaftliche" Häuser kommt sie nicht, den Baracken des Elends gilt ihr Besuch. Im öden, kahlen Hof der Mietkascrne, wo nicht ein kleinstes Bäumchen ein wenig freundliches Grün spendet, durchziehen scharfbeizende Heringsdüfte die Luft; eine He r i n g s c i n l e g e r e i hat hier ihre Zelts aufgefchl igen, die salzige Hcringslake läuft in feinem Gerinnsel den Bode» entlang. Im Sommer, wenn sich Heringsgestank und Sonnenglur vermählen. dann ist es kaum zu ertragen. Während der Heringsbändiger für das nötige Ozon sorgt, macht der Autoschlosser nebenan die ohren- und neroenerquickende Jazpnusik und so bleibt nichts anderes übrig, als die Fenster vor all den schönen Beigtben zu verschließen. Es gibt natürlich auch Häuser ohne Heringsparfüm und Motoren- gequäk, aber schmutzig, trosttos, deprimierend bis aufs äußerst« sind sie alle. Ein unerwünschter Besuch! Daß da die Laune der Bewohner nicht gerade die rosigste ist, muß die wohlmeinende Fürsorgerin gar oft am eigenen Leib« er- fahren. Si« hat so ungefähr den Grad der Beliebthest des Gerichts- Vollziehers, und wenn sie auch— im Gegensatz zu ihm— doch niemals was wegholt, sondern höchstens was bringt, man traut ihr lrctzdem nicht viel Giiles zu.„Na. Fräulein, wissen Sie, wat ich mit ihre Borgängarin jemacht Hab' k"- empfing de eikun.st. emer,. „die Treppe ha. ick sie runterjeschmissan." Abcr.- die taps-r« kleine Fürsorgerin ließ sick) absolut nickst ins Bockshorn jagen, fie gab dem Mann gleichfalls„feste Bescheid"--- und heute riskiert sie Vicht. nur leinen Hale- und Beinbruch, sondern die Leute haben sogar Ber- lraucn zu ihr. bekommen; es gehört schon wehr als ein Paar, nimmer- müder Beine zu diesem Beruf, da muß schon allerhand psychologisches Verständnis für das verschüttete Menschentum all dieser Bedauernswerten vorhanden sein. Dann geht es zu einem alten Müttcrcheii, einer kranken, allein- stehenden Frail. Bereits verwitwet verliert sie ihren Sohn im Weil- krieg, jetzt leidet sie schwer an offenen Füßen, humpelt so schlecht es eben geht durch die Gegend, ihr bißchen Essen zusi nmen- zukratzen, dann muß sie wieder tagelang liegen, die Beine streike n. Sie hat zwei Stuben, und wenn sie nicht vermietel, dann kann sie die Miete nicht anfbringcn, denn 45 M. Kriegsclterngcld find wohl kaum üppig zu nennen. Total verbittert, trofttos und vor allem hilflos durch ihre Krankheit vegetiert sie so dahin. Sie sitzt beim dürftigen Schein einer Pctroleumsunzel, obwohl Gas in der Woh- nung ist.„Ree, Fräulein, dct is ma zu teuer det Licht,.iitd ick kriech sowieso jleich wieda ins Bette.„Wie ein krankes Tier sich in seiner Hülle oerkriecht und nichts wissen will, was draußen in der Welt der Gesunde» vorgeht, so schließt sich die Alte ab und wartet aus das Ende allen Jammers... Mutterfreuden, die Verzweiflung bringen. Eine Trepp« höher wieder ein Schützling. Das ganze Haus wird fast voit der Wohlfahrt betreut, den» Tür an Tür sitzt das Elend. Hier ist eine Hochschwangere, im nächsten Monat wird sie gebären. Schon das zweite Kind, der andere Jungs ist bereits zehn Jahre alt und keins von beiden kennt seinen Vater. Das Zerrbild einer glücklichen Mutter. Apathisch, fast verstört blickt Verschwundene Juwelen. In der v-Bahn gestohlen.— Hohe Belohnung für Wiederbcschaffung. Amsterdamer Juwclenhändler haben in Berlin einen schweren Verlust erlitten. Eine Tasche, die für etwa ZOO 000 Mark Juwelen enlhicll, ist ihnen aus unerklärliche Weise abhanden gekommen. Die beiden Juweliere nahmen in einem Hotel in der Friedrich- siraße Zimmer und deponierten als vorsichtig« Leute ihren kostbaren Schatz im Hateltresor. Zu ihren gesckstiftlichen Gängen wurden ihnen die Steine jedesmal auf Wunsch herausgegeben, aber stets nach der Rückkehr wieder verwahrt. Für den Mittwoch vormittag lstitten die Juweliere mit einem Geschästssrennd in der Nähe des Witten- bergplatzes«ine Zusammenkunst vereinbart. Sie holten das Portefeuille aus dem Tresor ab und einer der Händler ver- wahrte es sorgfältig in der inneren Jackettasch« und zog seinen Mantel darüber an, den er zuknöpfte. Born Untcrgrundbahnhof Friedrich st raße fuhren beide bis zum. Wittcnbergplatz. Unterwegs macht« der Händler seinen Mantel auf. weil es ihm im Zuge zu warm war. Auf der Straße angelangt, muhte er zu seinem Schrecken feststellen, daß die Tasche mit den Juwelen v ckr s ch w u n- den war. Sosort eilten beide nach dem Hovll zurück, da' sie glaubten, si« hätten die Tasche dort vielleicht liegen lassen. Es haste aber noch nicmavd däs ZiMmsr chere dos müsterliche Hos tMen, jede vom ihnen HÄ Kinder-der lckgstimen und der frei«N'L>Äe> uitö weil der Nachwuchs gar nicht all« wurde, da bremste man ganz einfach einmal und da ging's beinahe schief.... Aber es klappte' nochmol mit der Bewährungsfrist. „Arbeit, Arbeit brauchen wir, Fräulein, dct vafluckstc Nischttun bringt die jungen Dinger egal auf so dämliche Jedänten!" Ja, wenn man ihnen Arbeit geben könnte! Arbeiten wollen sie alle, weil sie Hunger habe» und weil sie nicht ausgestoßen seilt wollen aus dem Kreis der Schafsenden. Nicht nur fünftes Rad anc Wagen fein! Die kleine Hilfe, die man diesen Geiseln der Not bringen kann, ist ja doch nur ein Tropscn auf den heißen Stein, das ist nicht mal genügend, um den körperlichen Hunger zu stillen, geschweige denn, um oll den Verzweifelten Glaube und Zuversicht an ihr Menschentum wiederzugeben. Ludwig versuchte Licht anzuknipsen. Es versagte. Franz. der das Knipsen des Schallers gehört hatte, kam die drei Schritte nach:„Ist kein Strom da, Vater. Warte, ich hole dir eine Äerze." „Laß nur und geh auf dein Zimmer, ich werde� mich schon zurechtfinden!" sagte Ludwig und klinkte die Schlaf- zimmertür auf. Maria schlief. Ihr Schnarchen wies ihm den Weg. Er tastete sich an den Nachttisch heran, fand einen Kerzenstummel und zündete ihn an. Ein Roman lag aufgeschlagen neben der Kerze. An- scheinend hatte Maria darin gelesen. Er fuhr ihr leise übers Gefüllt. Sie erwachte. „Wo ist Ischa?" fragte er kurz. „Wo�soll sie sein? Sie schläft!" Maria war unwirsch über die Störung. ..Und Franz?" Ohne Marias Antwort abzuwarten, lief er ans dem Schlafzimmer und knallte die Tür hinter sich zu. Franz war eben beim Entkleiden und summte eine! Schlagermelodie vor sich hin. Erstaunt sah er den Vater an. der ulötzsich vor ihm stand. „Sag mal, mein Sohn, wkinn willst du denn Lotte hei- raten? Ich als dein Vater bin doch wohl auch zur 5)ochzeit eingeladen, was?" fragte er höhnisch. Franz war wie aus allen Wolken gefallen. „D«- ist dpch alles bloß Spaß mit der Lotte. Vater. Meine Kameraden haben auch alle ein Mädchen. Das brauchst � du nicht tragisch zu nehmen!" Franz lachte wie Jugend lacht, fröhlich, sorglos, ungebunden. Ludwig, der gewillt gewesen war, dem Jungen eine träftige Moralpauke zu halten, wurde durch dieses Lachen fast entwaffnet. Er halte Mühe, nicht selber miteinzustimmen. Aber er mußte der Sache auf den Grund gehen. Deshalb fragte er weiter:«Ist bei diesem Spaß auch das Küssen dabei vnd vielleicht noch was anderes, Franz?" Der Junge errötete mit einem Schlage bis unter die Haarwurzeln. „Küssen mußte ich sie doch! Sie hat mir immer de» Mund hingehalten." Jetzt konnte Ludwig nicht länger an sich halten. Er mußte losprusten:„So... so... Und wie ist das mit deiner Schule? Dein Lehrer hat gesagt, es komme Gott sei Dank eine andere Regierung?" „Jawohl, Vater, natürlich! Die Jungs sagen alle: Ehr- Hardt wird Kriegsminister. Dann können wir vom Pennal alle Offiziere werden!" rief Franz begeistert. Ludwig setzte sich in einen Sessel und rückte näher zu Franz. „Möchtest du lieber Offizier werden oder lieber weiter in die Schule gehen?" Ludwig beobachtete den Widerstreit im Gesicht seines Kindes. Er zog ihn herzlich an sich und gab ihm einen Kuß. „Aber jetzt heraus mit der Wahrheit!" Da antwortete Franz kleinlaut und wurde wieder rot wie ein Mädchen: „Mutter will doch, daß ich zur Schule gehe!" „Aha. jetzt ist' der Knebel heraus! Also du möchtest lieber etwas anderes tun. als die Schulbank drücken. Versteh ich durchaus, mein Sohn, versteh ich durchaus. Wenn du nun aber nicht Offizier werden kannst, wein Junge, denn das ist heutzutage sehr schwierig... sag nwl, möchtest du da nicht mein Handwerk lernen und dann später in die Gewerbeschule gehen, damit du später einmal die Fabrik übernehmen kannst?" Franz überlegte, aber nicht lange. Er fing zu lachen an. „Vater, wenn du willst» sehr gerne! Die Schule mit dem ewigen Geochse ist mir langweilig. Lieber arbeile ich. Aber eine Bedingung, Vater, du mußt mich selber anlernen." „Wird gemacht, Junge, wird gemacht! Und nun ins Bett! i Ich schreibe morgen deinem Direktor einen Brief und melde dich ab. Und srüh um sieben marschieren wir beide in die Fabrik!" -k Der Kapp-Putsch war vorüber. Seit Wochen schon. Die Wellen der Politik hatten den tollen Brandungs- schlag verloren und flössen ruhig dahin. In den Werkstätten und Fabriken diskutierte man über die zehn Punkte der freien Gewerkschaften. Fast zur gleichen Zeit fanden die ersten Betriebsrätewahlen statt. Für Ludwig also Sorgenzeit genug. In seinem Betrieb hatte die neu eingeführte Arbeits- Methode, fein sogenanntes Teilsystem, böses Blut gemacht. Die Leute murrten. Das kolonnenweise arbeiten war gefallen. Die Gesellen arbeiteten jetzt alle individuell, jeder nach eigener Leistung, eigenem Können, eigener Kraft. Der gesgmte Produktionsprozeh war i» eine Reihe Einzel- arbeiten zergliedert worden; jeder Arbeiter hatte nur einen bestimmten Teil zu fertigen, immer nur die eine und dieselbe Arbeit auszuführen. Höchstens zehn Handgriffe, mehr nicht! Die kraftfordernden Vorarbeiten, die nötig waren, um das Holz zum Fournieren zu bringen, bewältigten junge Ge- scllen. Den Ausbau besorgten ältere, erfahrene Arbeiter, deren Kräfte für die leichtere und präzisere Arbeit gerade noch aus- reichten. Bei manchen Zuarbeiten, die teils rolzester Art,, teils nebensächlich waren, standen Frauen au den Hobelbänken oder ungelernte junge Arbeiter und arbeiteten stundaus stundein immer das gleiche Stück, immer das gleiche Stück. Die Ungelernten und die Frauen brachten es in ihrxr Arbeit, da es sich immer um die gleichen Stücke Handelle, zu einer großen Virtuosität, sehr zum Aerger der gelernten Gc- sellen. Diese begriffen aus eigener Anschauung heraus, daß diese neue Art des Arbeitsprozesses ihr Handwerk ruinierte; daß immer mehr fremde Elemente in den Beruf eindrangen und ihm so das Wurzelhafte nahmen. Wenn das so weiterging, war es aus mit der Tischlerei als Handwerk. Sie sehnten die früheren Zeiten herbei, wo die Stück- arbeit, wie sie damals im Schwange war, den Einsatz des ganzen handwerklichen Könnens des einzelnen Gesellen ver- langte. So mußte es denn Ludwig, der von der Vorzüglichkeit feines neuen Systems voll durchdrungen war, erleben, daß aines Vormittages der neugewählte Betriebsrat bei ihm im Kontor erschien, in der unvertennhareii Absicht, eben dieses System zu Fall zu bringen. Der Sprecher sagte im Namen seiner Kollegen, sie kämen bei der jetzigen Arbeitsweise langsam aber sicher auf den Hund. Wenn schon neue Arbeitsmethoden bei der Serienfabrikation angewendet werten müßten, dann zögen sie es doch vor, unter dem früheren Kolonnenfystem zu arbeiten. Da hätte man wenigstens etwas bei verdienen könne». Aber jetzt, bei der Stückarbeit des Teilsystems, sei der Lohn für das Einzelst.nck zu niedrig.(Fortsetzung folgt.) Hinter Leihhaus-Kuliffen. Auch eine Etatistlk 0er Not. Nicht Leichtsinn, senden« wirtschaftliche Not und Mangel an den notwendigsten Mitteln sind in den meisten Fällen die wahren Motive für den Entschluß, entbehrlich erscheinende Gegenständ« des Hausrates, Schmucksachen, Kleidungsstücke usw. ins Leihhaus zu tragen und gegen ein im Verhältnis zum tatsächlichen Geldbedarf meistens unbedeutendes Darlehen zu verpfänden. Äus welchen Schichten der Bevölkerung rekrutieren sich nun eigentlich die Pfandgeber? Diese in sozialer Hinsicht so äußerst interessante Frage findet ihre Beantwortung in einer umfassenden Gliederung der beim Staatliche» Leihamt eingeschriebenen Dar- lehensempfänger nach ihrer beruflichen Stellung. Von 153(XX) Personen, für die genaue Unterlagen vorhanden sind, gehören etwa ein Viertel(25,1 Proz.) als selbständige Gewerbe- treibende, Händler usw. dem Kaufmanns- oder Handwerkerstand an: sehr zahlreich vertreten sind auch kaufmännische und Büro- angestellte, Handlungsgehilsen, Ingenieure, Techniker und ähnliche Berufe. Aber nicht nur Personen, die von der Arbeitslosigkeit bereits erfaßt sn«d oder vom Gespenst des Abbaues bedroht werden, aiAh Beamte, Lehrer, Angehörige der Reichswehr und der Schutzpolizei und andere Personen in relativ gesicherten Stellungen erscheinen in der Liste der Pfandgeber. Selbswerständ- lich fehlen keineswegs Musiker, Artisten, Schauspieler und sonstige Repräsentanten des künstlerischen Lebens, die aber keinesrvegs dos Gros der Leihhauskundschaft bilden. Daneben finden wir Bertreter akademischer Berufe wie Aerzte, Zahnärzte, Rechts- onwälte, Apotheker und andere Angehörige wissenschasllicher Berufsklosien— kurz— Mitglieder aller gesellschaftlichen Schichten nehmen in ihrer Bedrängnis die Hilfe des Leihamtes in Anspruch. Wenn auch der Durchschnittsbetrag der ausgegebenen Darlehen mit rund 46 Mk. für ein Psand recht hoch erscheint, so besitzen doch die meisten Pfandgeber nicht so wertvolle Dinge, daß sie einen derartig hohen Betrag erzielen, sondern in der Hauptsache der Fälle(27,6 Proz.) kommt ein Darlehen in Höhe von 26—50 Mk. zur Auszahlung, ja viele mußten sich sogar mit 5—16 Mk. begnügen. Nur 1,5 Proz. aller Pfandgeber erziellen ein Darlehen von mehr als 300 Mk.__ Jn die eigene Tasche. Ein Kundenwerber als Nentenfchwindler. «Sie bekommen vom 1. Zanuar t9Zl ab von unserer Ge- scllschaft eine ZNonatsrcnte von 150 Illart!" Mit diesen Worten begrüßte der Vertreter einer Der- sicherungsgesellschaft hoche« freute Witwen, aber leider hatte die Sache einen haken: Der Mann war ein Betrüger. Der 26 Jahre alte Agent Hermann G. war von einer Versiche- runsgesellschaft mit der Kundenwerbung beauftragt worden. Man hatte ihm auch Werbeschriften mitgegeben, in denen Personen, die aus Grund ihrer Versicherung bei Todesfällen von ihren Ange- hörigen entschädigt worden waren, mit Adresse aufgeführt waren. Statt aber die Interessen seiner Auftraggeberin wahrzunehmen, arbeitete der Agent für seine eigene Tusche. Er besuchte die Witwen und teilte ihnen mit, daß die Versicherung den Entschluß gesaßt habe, den Hinterbliebenen bereits im ersten Vierteljahr 1931 eine monatliche Rente von 166 bis 156 Mark zukommen zu lassen. T>ie Bedingung, die daran geknüpft sein sollte, bestand nur darin, daß die Witwen Zeitschriften abonnieren und den Bezugspreis im voraus bezahlen müßten. Durchweg handelte es sich um Frauen, die in ziemlich bedrängter Lage zurück- geblieben waren und die nun die Aussicht auf die ansehnliche Rente mit Freuden begrüßten. Sie erklärten sich deshalb auch bereit, das Bezugsgeld für die Zeitschriften, daszwischcn16und36Mart schwankte, sofort zu erlegen. Den Betrag steckte G. in seine Tasche, denn von einer Rente roar keine Rede. Jetzt kam er wieder zu einer Frau in der Schorn web er- st r a ß c. Diese war aber vorsichtig, sie fordert« den Agenten auf, am nächsten Tage noch einmal zu kommen und erkundigte sich inzwischen bei der Gesellschaft. Die Warnung, die man dort aus- sprach, veranlaßte die Frau, den Schwindler, als er wiederkam, fest- nehmen zu lassen. Er ist geständig, seit Dezember in Berlin allein 36 Betrügereien dieser Art verübt zu haben. Außerdem hat er aber auch die Provinz abgegrast. Er war in Potsdam, Nowawes, Velten und Oranienburg und hat von den«r- schwindelten Summen einen guten Tag gelebt. Manche der Betrogenen inögen von dem Schwindel noch gar nichts ahnen und immer noch auf die Auszahlung der Rente warten. Wer mit G. z«« tun gehabt hat, wird gebeten, sich an die Dienststelle E>. 4 im Polizeipräsidium zu wenden. Darüber hinaus aber können gerade alleinstehende Frauen nicht ernsthaft genug vor Ueberbringern so günstig anmutender Botschaften gewarnt werden. Eine Rückfrage bei der Gesellschaft ist unbedingt notwendig, da es sich nur allzuoft um Schwindler handelt, die für ihre Tasche die Unerfohrenheit alleinstehender Frauen ausnutzen. Zuchthaus für Mitleid. Hartes Urteil im Maffenmeineideprozeß. Der Massenmeineidsprozeh, der feil mehreren Tagen das Schwurgericht II unter Vorsitz von Landg richtsdireklor Dr. hart- mann beschäftigte, wurde zu Ende geführt. Wegen Weineides in fünf Fälle» wnrdcn die Witwe Martha Hannich zu zwei Zahren Zuchthaus und drei Zahren Ehrverlust und der Maler Karl M i ck l e y wegen Anstiftung zum Meineide in fünf Fällen und Verleitung zum Meineide in zwei Fällen zu drei Zahren Zuchthaus und fünf Zahren Ehrverlust verurteilt. Die llnter- suchungshast wurde den Angeklagten voll angerechnet. Die hast- befehle wurden aufrechterhalten. Micley führte mit vielen Leuten, für die er Maler- und Tape- ziererarbeiten ausgeführt hatte. Zinilprozesfe. Er hatte über- mäßige Forderungen erhoben und in anderen Fällen be- stritten, daß die Rechnungen schon bezahlt we.ren. In allen Pro- zessen trat die Mitangeklagte Hannich als seine Zeugin auf. Sie behauptete, daß sie die von dem Angeklagten in Rechnung gestellten Farben und Tapeten in die Wohnungen gebracht habe und daß die von ihr vorgelegten Rechnungen mcht bezahlt worden seien. Fünf falsche Eid« hat die Angeklagte auf diese Weise geschworen, sie hätte noch mehr Meineide geleistet, wenn nicht in einigen Prozessen, nach- dem ihre Unglanbwürdigkeit erkannt worden war. von ihrer Vereidigung Abstand genommen worden wäre Die Angeklagte war vor Gericht in vollem Umfange geständig und gab an. Niß sie aus Mitleid für die notleidende Familie Mick'eys auf dessen Betreiben als falsche Zeugin aufgetreten le«. Die Ver- Handlung gestaltete sich dadurch sehr schwierig, daß Mickley schwer- hörig ist. Er behauptete sogar, taub zu sein. Deshalb wurden die ganzen Aussagen der Zeugin in eine Schreibmaschine diktiert. so daß der Angeklagte die Aussagen nachher zur Kenntnis erhielt. Es ereignet? sich infolgedesien auch der im Gerichtssaal wohl einzig dastehende Fall, daß der Anklagevertreter und die Verteidiger ihre Plädoyers in die Schreibmaschine diktierten. „Anreiz zum Veirügen". Veitüqer-Spezialisten für Abzahsunqsgefcbäffe. Die Abzahlungsgeschäfte scheinen zu einem Eldorado für eine gewisse Sorte von Betrügern geworden zu sein.„Wenn.diese Ge- schäfte Waren mitgeben ohne Nachprüfung der Persönlichkeit des Kunden und ohne Anzahlung, so bedeutet das geradezu einen An- reiz zum Betrügen", sagt« vor Gericht ein Angeklagter. Neu- lich sah man drei solcher Adzahlungsspez«alistcn vor dem Schnell- schöffengericht. Das Haupt der Kolonne, ein Mann von intelligentem Aussehen, bereits vielfach vorbestraft, hatte bessere Tage gesehen: scheinbar auch der zweite Angeklagte, gleich ihin vielfach vorbestraft: der dritte hatte sich und die beiden ersten zu Fall gebracht. Als er bei der BGB.(Bekleidung- gesellschaft für Beamte), um einen Palelot auf Abzahlung zu bekommen, seine Papiere vorlegte, erwiesen sie sich als gefälscht. Aus der Straße wurden auch ferne beiden Kom- plicen festgenommen. Bei einem von den beiden fand man ein Stempelkissen und bei ihm zu Hause eine ganze Sammlung von Stempeln. Bloß einen Radioapparat, einen photographischen Aparat und einen Anzug hatten sie erbeuret, behaupteten sie. Die beiden ersten Angeklagten erhielten neun Mo nate Gefängnis, der letzte drei Monate Gefängnis. Sie wurden aus der Haft entlassen. Was sie jetzt treiben, weiß weder Polizei noch Gericht. Dieser Tage stand vor dem selben Richter des Schnells�öffen- gerichts ein Akademiker, ein Diplomlondwirt. Wegen desselben Verbrechens wie jene drei.„Ich muß von mir ausfüV ich erzählen", sagte der Diplomlandwirt.„Ich gehör« zu jenen Me» schen, von denen Remaraue meinte daß ihr Leben zerstört sei.«rotz- dem sie den Granaten entronnen sind Als ich aus dem Kriege kam, war ich 19 Jahre alt. Das Vermögen, das mein Vater hinterließ, zerrann in der Inflation. Meine Mutter und Geschwister lebten st« dürftigen Verhältnissen in Konstanz. Ich studierte in Berlin Lav« Wirtschaft. Als Zeitungsoerkäufer. Filmftaitist usw. schlug ich iniu, durchs Leben. 1927 machte ich mein Staatsexamen. 1928 bis 1929 arbeitete ich in der statistischen Abtei'ung eines Berliner Bezirksamts. Ende 1929 wurde ich abgebaut. Meine Erwerbslosenunlerstützung betrug 12 Mark. Ich litt die größte Not, war am Leben verzweifelt. Am 9. Januar sagte ich zu meiner Wirtin: Entweder bringe ich Ihnen 16 Mark, oder ich komm« nicht wieder. Mit meinem Freunde ging ich zur-BGB."„Mit falschen Ausweisen. Wo hatten Sie diese her?" fragte der Vorsitzende.„Mein Freund hatte früher im Austrage der Kommunistischen Partei französische und polnisch« Deserteure mit Personalausweisen zu oersehen. Er wurde kriminell und aus der Partei ausgeschlossen, auch ich gehörte ihr nicht mchr an, nun machten wir selbst von den Ausweisen Gebrauch. Einmal be- gleitete ich ihn zum Spittelmarkt, wo er sich in der BGB. etwas kaufen wollte. Jetzt war ich an der Reih«. Das war das erstemal." Das Urteil lautete: drei Monate Gefängnis— die gesetzlich zulässige Mindeststrafe. Spiel mii Menschenleben. Blutv-rg stung und Tod durch giftige Instrumente. Weise Frauen auf der Anklagebank sind in Moabit ein« fast alltägliche Erscheinung:„weise Männer" eine um so größere Seltenheit. Gestern verantwortete sich einer vor dem Schöffengericht Wedding,— ein 64jähriger Wohlfahrtsunterstützungsempfänger. Vor zwei Jahren hatte ihn ein Schlag- anfall gerührt. Er liu Not und half sich, so gut er konnte, mit Abtreibungen. Wie kam der wissenschaftlich Un- gebildete aber- zu dieser gefährlichen Kunst? Sein Sohn unterhiell einen Vertrieb populärer medizinischer Bücher. Er schnüffelle in diesen Broschüren und machte von den erworbenen Kenntnissen Gebrauch. Es sprach sich herum. Man ging ihn um. Rat, um Hilfe an. Und er half. In einem Falle so tüchtig, daß die Frau zugrunde ging. Ein 31jähriger Arbeiter oersah seinen Kollegen mit der Zloresie des„weilen Mannes". Die Frau jenes Arbeiters hatte eine äußerst schwere Geburt durchgemacht. Sich ein zweitesnial die Zange anlegen lassen, wollte sie nicht.„Hilfst du mir nicht, so nehm« ich niir das Leben," drohte sie Und es war keine leere Drohung. Der Mann hatte feine Frau lieb: er brachte sie also zu diesem weisen Mann: der machte den Eingriff, erhielt seine 35 Mark und glaubte, seine Pflicht getan zu haben. Bereits am zweiten Tage zeigten sich die Folgen: Blutvergiftung. Drei Tage später w a r die Frau tot. Das Instrument, mst dem der Eingriff vorgenommen worden war, dem Rost und sonstigen Flecken nach zu urteilen, mag woh! das ehrwürdige Alter von 26 Jahren haben, meinte Medizinalrat Dr. Mahrenholz. Das Gericht oerurteilt« den weisen Mani« zu neun Monaten Gefängnis, der Staatsanwalt hatte bloß 5 Monate beantragt: und den unglücklichen Mann der Verstorbenen zu 56 Mark Geld- strafe. Tod durch Schfafmittelvergiftung. Mit schweren Vergiftungserscheinungcn wurde ain Dienstag eine 52jährige Frau H. in das Lichtenberger Hubertus- Krankenhaus eingeliefert. Die Patientin hatte eins sehr große Dosis eines sehr starken Schlafmsttels eingenommen und obgleich die Aerzte alle Mittel anwandten, um die Frau zu retten, starb sie trotz aller Rettungsversuch« noch in den späten Stunden desselben Tages. In einigen Mendblättern wurde mitgeteilt, daß sich Frau H. die Schlafmittelvergifti-ng im Krankenhaus zugezogen habe und dann gestorben sei. Durch das Berliner Nachrichtenamt stellt die Kranken- Hausleitung ausdrücklich fest, daß die schwere Vergütung der Patientin die Ursache ihrer Ucberführung ins Krankenhaus gewesen war. ltnkälle durch Glätte. Infolge der Glätte haben sich gestern«ine Reihe von schweren Unfällen ereignet. Auf dem Städtischen Müllabladeplatz in.ds. Naumann st raße 89 geriet an der Läderampe eine Z u g- Maschine plötzlich ins Rutschen und tippte um. Der 47iähnge Führer Emil Hartwig aus der Schwerinstraße 7 geriet dabei unter das viele Zentner schwere Fahrzeug. Der Unglückliche konnte erst durch die alarmierte Feuerwehr aus seiner qualvollen Lage befreit werden. Mst lebensgefährlichen Verletzungen wurde H. ins Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Schöneberg gebracht.— Vor dem Hause P a r t st r a ß e 2 in Weißenses geriet ein vollbeladenes Brauereiauto auf den Bürgersteig und fuhr in das Fenster eines Ladens hinein. Das Auto stürzte um. und die ganze Bier- ladung fiel in das Schaufenster. Der 32jShrige MUfahrer Willi Klaffen aus der Prinzenstraße l2 erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen. Er fand im Weißenseer Krankenhaus Aufnahme. * Im Laufe der gestrigen Abendstunden kamen zahlreiche Passanten auf den verschnesten Vürgersteigen und glatten Fahrdämmen zu Fall. Einige der Verunglückten mußten mtt Arm- und Beinbrüchen nach erster Hilfeleistung auf den Rettungs- stellen in Krankenhäuser gebracht werden. verschwindende Reste All-verlins. In der Nähe vom Krögel und Molkenmarkt fällt der Spitzhacke das Haus Stralauer Straße 36 zum Opfer. Mtt ihm sind nicht nur Erinnerungen an Landräs Weißbierstube oerknüpit, es ist auch das Geburtshaus des Kurzschriflsystem-Ersinders Wilhelm Stolze. Stolze trat 1841 mit seiner oereinsachten-Stenographie hervor; sie wird heute noch oielfach in den Parlamenten verwendet, Hai aber durch ihre Bereinigung mst dem Schreyschen System ihre Wester- bildung im System Stolze-Schrey gesunden. Schluß des Inventurverkaufs Posten Ein P< Ein Poston Ein Posten Ein Posten Posten Ein Posten Posten Ein Posten Ein Posten Jünglings-Anzüge Gr. ix, 12 11.38 m. langer Hose früher 80.— Jünglings-Anzüge mit Breeches, Gr. 38/43... früher 24.-»- Jünglings- Mäntel froher 24— Xnabenmänt. froher 5.80 Knabenstrickanzüge Gr. o/z........... früher 6.— Matrosen- Anzüge farbig. Gr. o 3....... früher 10.50 Knab.Jakettanzüge mit langer Hose, färb., Gr.8 10 früher 15.50 Knaben-Sportanz. mit Breeches, Gr. 7/8.... früher 13.50 Manchester anzüge f.Knnb., m.Breechcs, Gr. 7/ 10 früher 21.— Kinder» Pullover_. HestpcstenT früher 62.— jetzt 18."" früher 18.— jetzt 8®® früher 16.— jetzt 4 00 früher 21.— Jetzt 12b*" früher 88.—)etzt48."" früher 16,50 jetzt 1080 früher 69.— Jetzt 29."" früher 36.— jetzt 2 3 früher 56.— jetzt37." ohne Aensd.... 4.50 2� pä.a, Dam.-Wintermäntel �Men Dam.Gummimäntel Päten Damenwindjacken Pät« Lodenmäntel t hSS v«.«. braune Lederjack. Winter j oppen---- Pätca Schofför-Mäntel.. pätcnHerr.- Sportanzüge mit Knickerbocker..... pä««. Sportanzüge �«Herren- Pullover Ein Posten Ein Posten Ftw Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Sakko-Anzüge... froher 48.— Jetzt 2 S.Herren-Ulster... früher 36.— jetzt 19.— Cutaways uWesten froher 45.— jetzt 15.- gestreifte Hosen.. froher 7.60 jetzt 37s Tiroler Hosen---- früher 18.60 jetzt 575 Lumberjacks. 4 Herren- Hemden»oiigemucht mk Doppcibrust................ jetzt 276 8.- 260 225 1.70 l30 E8 J&H7EÄ CCHfflföT— Berlin N 4, Chausseestraße 29 30 BUPjT�LM iMrn G. U-BAHN stettiner BAHNHOF Krankenhausbau'nOeusch'and 3tn Architekleu- und Ingenieur-Verxln zu Verlin sp'ach Reg'erungsbaumeisler a. D. Heinrich Schmieden über das Thema„Tleuerec ürankenhausbau in Deulschland". Der Vortrag gab«inen geschichtlichen Rückblick auf den Kranken- Izauobau verschiedener europäischer Länder und uxindte sich dann dem neueren Krankenhausbau in Deutschland zu. Das Baracken- krankenhaus in Moabit war das erste deutsche Kranken- Haus, das nach dem amerikanischen Pavillonsystem erbaut war. Es folgten darauf eine Reihe massiver Bauten wie da- Krankenhaus am Friedrichshain zu Le.lin und das bekannte Krankenhaus zu Hamburg-Eppcndorf. Schliesslich bildete sich«in gemischtes System heraus, wie es in dem neuen Städtischen Krankenhaus zu Mannheim vollendet vor uns steht. Unter den heutigen Kultrrroerhältnisien kann man von einer immer größeren Vorliebe für gut gegliedert«, im gegenseitigen Zusammenhang stehende Bauanlagen sprechen, die als„Korrrdorfrstem" am treffendsten gekennzeichnet sind. Das Pavillonsrstsm bleibt daher den Infektions- und Epidemieabteilungen vorbehalten. Der Vor- trag zeigte weiter den Aufbau moderner Krankenhausanlagen nach dem Gesichtspunkt der verbundenen ärztlichen Fachgebiete sowie nach den neuzeitlichen Anforderungen des Betriebes. Der große Zielpunkt für den modernen deutschen Krankenhaus- bau ist immer wieder eine Herabsetzung der Kosten des Krankenhauswesens. Die Gliederung der Anstalten und die Trennung von Leicht- und Schwerkrankenhäusern hat hierin keine wesentlichen Erfolge gezeitigt. Allein der Grundgedanke vorbeugen- der Maßnahme verspricht, zum Ziele zu führen. Es muß»ine Organisation geschaffen werden, die jede aufkommende Krankheit frühzeitig erfaßt, sie aus der privatwirtfchaftlichcn in die soziale Pflege überführt, ihrer Sonderbehandlung den erforderlichen M'.ndestzeitraum und alle Mittel sichert, um endlich den Krankheits- fall durch alle Uebergansphafen bis in das bürgerliche Leben zu verfolgen und dabei den Hellerfolg weitgehend zu sichern. Der Vortragende streifte die Fw«, inwieweit das Wohnungswesen mit Stätten sozialmedizinischer Kontrolle und Pflege durchsetzt werden könne. Je mehr Rekordsucht und sportlicher Ueberschwang zu einer Vergeudung von Gesundheitsgut und zu einer Vernachlässigung Kbenswichtiger Interessen der Volksgemeinschaft führen, um so wichtiger scheint ein« Durchdringung des Siedlungswe'ens mit orga- visierten Wirkungsmitteln der öffenttichen Gesundheitspflege. Hier kann das Volt an feinen Wohnstätten rechtzeitig von entsprechen- den Maßnahmen erfaßt werden. Der Vortrag wurde durch zahl- reich« Lichtbilder begleitet._ In im Alprn verschollen. Seit dem 3. Januar wird der 27 Jahr« alte Sportl-Hre- Wiedhan aus Verlin-Charlottenbura vermißt. Wie hin we'te in den Graubllndener Alpen zum Winterfvorl. Am 3. Januar entfernte er sich aus seinem Hotel, seitdem fehlt von ihm jede Spur. Dauer des Inventur- Ausverkaufs. Wie die Zentrale zur Be- lämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V-, Berlin- Schöneberg, mit- teilt, müssen die am S. Januar begonnenen Inventur- Ausverkäufe. da der l. Januar ein Sonntag ist, am 17. Januar beendigit fein. Di« Sonntage zählen bei der Zeitberechnung von 14 Tagen selbstverständllch mit, ebenso der Tag ibres Beginns zählt mit. Der Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender Deutschlands. Sitz Berlin, in welchem der Markt-, Straßen- und Hausierhandel und das ambulante Lustbarkeitsgewerbe organisiert sind, hall seinen diesjährigen Verbandstag in der Zeit vom 18. bis 21. Januar im Saalbau des Industrie- und Kulturoereins in Nürnberg ab. 'Neben Erstattung des Geschäfts-, Kasten- und Presseberichtes dürste die Beratung von etwa 150 eingegangenen Anträgen aus etwa 200 Orts- und Fachgruppen einen weiten Raum in Anspruch nehmen. Nach außen hin wird die Tagung durch eine besondere öffentliche Kundgebung in Erscheinung treten, in welcher die wirt- schaftliche Lage des ambulanten Gewerbes in seiner Allgemeinheit erörtert wird. Arb eltigem eluschasi für""orssickuh und Ztalurkunde<£. v. Sonntag, den 18. Januar:«aldwanderung RabnZdod— SBUbelmSbagen. Trefwunkt: Lormittag« 9»/, Uhr am Babnhoi Rahnsdorf, vormittag« 11 Uhr in der Konditorei Sturm, Wilhelmsbagen.®ichelmflraftc._ Vortrag von Herrn Kunstmaler Sepp Adam: Malcrsahrtm, Slizzenblätter. Mitglieder srei. iSüfte 0,30 M. Me Schvh ormatlon de» Reichsbanner» Zchwarz-Rot-Gold, Orisverein Ällmersdori. verausiallci am Sonnabend, dem 17. Januar, einen Festabend in den Mesarniräumen der Spirbern-Säle am Nüinberger Plah. Ai« Febredner bat sich Polizeimajor Heinrich zur B-nürung gestellt. Zum Tanz Ip-elt ein erstllassiges Jazz-Sinlonie-Orchestcr aus. Karten an der Abendkasse zum Preise von 1,— M. Der Reinertrag ist für wohltätige Zwecke bestimmt. Ralnrsreuude! AuS technischen«rilnden mutz die heutige lHImver. anstaltimg der Abteilung Hrimboldlbain der Nalurireunde in der Aula der weltlichen Schule Pank- Ecke Wieienstrake ausfallen. An Stelle dessen wird der Filor vorgeführt:.Ter Kaurp! um die Erde' am Freitag, dem 16. Januar, in der Aula der Beiufssoridildungsichlile iNrilnIdaler Siratze snabe Badstratze und Vahnbos«Nciunddruniien). Der Filmabcnd beginnt pünktlich■O.SO Uhr, Ginlatz ab 19 Uhr. JreU SozloNsllich« hov schul«. Am kommenden Sonnabend, 17. Januar. Igstz Uhr. findet im Plenarsaal de« ehemaligen Herrenh.rrlles. Leipziger Sir. 3, «in Vortrag des«Aencssen Reckisauwatt Otto LandSberg über da- Zhema.Krise des ParlameniarismuS' statt. Karlen zum Presie von 50 Ps. iiiid a» lolgenden Stellen zu haben: Büro des Bezir ISbildungsaus'chusses. Lindenilr. 3. 2 Hof linls,- Treppen: Arbeiterjugend azrotz-Verlin. Linden- itratzeö, 2. Hoj linls, 2 Treppen; Buchhandlung I. H. W. Dieb Nachf, Anden- rirnne 2; Bant der�Ar beiler, Argeiiellien und Beamten, Wallstr. LS, sowie an den bekannten Stellen und auch an der Abendkasse. Freitodepidemie in Japan. Die ewige Tragik: Hunger und Liebe.— Der Sprung in den Vu-kan. 3m Lande der Kirschblüten gehl die Suchl nach dem Tode um. Schon immer war die Zahl der Selbstmörder in 3apau unoechältnis- mäßig hoch; die Welteiustelluog des Japaners kann vielleicht den Schlülfel zu diesem häusigen Ausirelcn des Selbstmordes Kielen, aber dao, was man jetzl erlebt, läßi alles weil hinter sich, was irgendwie, auch unter japanischer Perspektive gesehen, als normal bezeichnet weiden kann. 3n fast allen Fällen ist es wohl wirtschaftliches Elend. das die Selbstmörder zu ihrem verzwelslungcschrilt treibt. Die ve- schästigungemöglichkeiten verringera sich immer mehr und da es mit der Sicherung Erwerb loser in Japan sehr traurig steht, sehea viele Menschen keinen anderen Aue weg als eben den weg in den Tod. Ganze Familien entschließen sich so zum Sprung ins Nichts. In Soma z. B. hat sich«ine sechsköpfige Familie aufge- hängt, in einem anderen Bezirk entschlossen sich soaar drei Fami.ien gemeinsam durch G i s t das Leben zu nehmen. Hier kamen nicht weniger alz 71 Menschen um Bon einer Familie, der es besonders schlecht ging, wird ein geradezu fürchterlicher Selbstmord gemeldet. Pater und Mutter und drei Kinder banden sich mit Stricken anein- ander, bestiegen einen noch in Tätigkeit befindlichen Vulkan und sprangen dann gemeinsam in die keurige Tief«. Besonders zahlreich sind auch die Selbstmorde von Frauen, und zwar findet sich hier eine besonders große Vorliebe für den Tod durch Ertrinken. So nahmen sich in einer Stadt in Mittcljapan an einem Tag mehr Frauen das Leben, als vor einem Jahr im Verlaufe einer Woche. EndUch führt« die Verzweiflungs- stimmung, die immer weitere Schichten ersaßt, auch zu einer Aus- Wirkung der Selbsimordpsychose auf Liebecpaare. Verzehrt von innerer Unruhe, ergriffen von der Sehnsucht nach Glück und Erfüllung stiegen schon viele auf die höchsten Berggipfel des Landes, um dort den Tod durch Erfrieren zu finden. Seltsam oft vollendete sich!n den letzten Monaten auf diese Weis« das Schicksal junger Menschen. Kein Zweifel: nicht nur der Zwang der ewigen und ewig verführe- tischen Romantik löschte ihr Lehen aus, vielmehr auch die große Depression: die große Krankheit, an der das Volk des Landes der ausgehenden Sonne heute leidet. Stahlland Amerika Amerika, das Land der Wunder, überrascht durch seine außer- ordentlich vielseitige Verwendung von Stahl. In einem Lande wie Deutschland, das Stahl und Eisen in so reichem Matze erzeugt, müßte seine Verwendung größer sein als es heut« geschieht. Wo aber kein Geld ist, da ist auch kein Stahl und die Entwicklung Die„Aktuelle Abteilung" brachte eine Reportage aus dem Arbeitsschutz museum 16 Uhr ist für einen Vortrag, der sich in erster Linie an Fabrikarbeiter wendet, keine sehr günstige Stunde. Aber wer diese Veranstaltung nicht abhörte, hat wirklich nichts ver- loren. Hellmut H. Hellmut, der sich auf anderen Gebieten als ganz geschickter Rundsunksprecher gezeigt hat, gab hier einen fleißigen Aufsatz über zwei Abteilungen des Museums, den er mit einigen kindlichen Fragen an«inen fachkundigen Führer und einigen eigenen „Aha" und„Öh" garnierte und ihn damil zur„Reportage" erhob. Der Tadel für diese sehr verfehlte Peranstaltuna trifft aber eigentlich nicht den Reporter, der auf ein Gebiet losgelassen worden war, für das er ganz offensichtlich keinerlei Vorkenntnisse besah, sondern die Stelle der Funkstunde, die für diese so wichtige Reportage keine geeignetere Kraft fand.— Einsache Fragenstellungcn sind bei Re- portagen unbedingt nötig, um auch dem fernstehenden Hörer eine anschauliche Vorstellung zu vermitteln: aber naturgemäß muß nahezu stets das Gegenteil solcher Anschaulichkeit erreicht werden, wenn der Reporter die Nawität seiner Fragen nicht aus einer gründlichen Kenntnis der behandelten Materie ableitet, sondern infolge eigener gründlicher Unkenntnis produziert.— Eigen« Arbeiten las August Scholtis, Erzählungen, die das oberschlesische Land mit seiner ge- sahrengÄadenen Grenzspannung zum InHast haben. Sie sind gar nicht revolutionär; aber anklagend erhebt sich aus ihnen die sinnvolle Verbundenheit von Mensch und Erde getzen die Sinnlosigkeit von Mord und Krieg.—„Von der Gaillardezum O st« n" nannte sich eine Abendveranstaltung. Eine gefällige musikalische Darbietung. Der Titel war dafür«in bißchen zu gewichtig. Man wollte nur unterhalten, nicht mustkhistonsch belehren. Zwar hätte sich auch dazu die Möglichkeit leicht geboten: es hätte genügt, vor jeder Darbietungsgruppe die entsprechende Zeit- und Gesellschaftsepoche an- zudeuten.— Hauptmanns Drama„Hann des Himmelfahrt" mit seiner seltsam wirklichkeitsstarken Verschmelzung von krassestem Realismus und Mäichenspiel läßt sich schwer in der Bühnen- darstellnng ganz erfüllen, obwohl solche Erfüllung denkbar ist. Die üblick'en Aussübrungen müssen den enttäuschen, der das Drama bei der Leküir« liebgewann: sie werden auch den nicht befriedigen, der es erst aus dieser Vorlesung von Karl Krauß vor dem Beniner Milro- phon kennenlernte. Tes. stockt. In diesem Sinne bewegte sich auch der Vortrag des Leiters der deutschen Beratungsstelle für Stahloerwendung, von H a l« m aus Düsseldorf, den er im Ingenieur haus vor fachkundigen Inter- essenten hielt. Der Vortragende ist von einer Studienreise aus den Vereinigten Staaten vor kurzem zurückgekehrt und kann mit ge- waltigem Material auswarten. Sein von Lichtbildern illustrierter Bericht zeigte die immer noch sich steigernd« technische Entwicklung Amerikas, die durch die zunehmende Verwendung von Stahl ge- kennzeichnet wird. Veispielcweise fabr ziert dort ein Werk täglich etwa 42 Kilometer Röhren von einem Durchmesser bis zu 63 Zsnii- meter: in den Automobilfabriken Fords liufen täglich 10 000 Autos vom Band. Die A. O. Smith-Cörp. stellt mit nur 180 Arbeitern täglich 10 000 Chassis her, alle 10 Sekunden einen. In Ehikago befindet sich cm Wolkenkratzer im Bau, der keine Fenster aufweist. und künstlich beleuchtet und durchlüftet wud. Stahl wird dort auch für den Straßenbau verwendet. Der Redner verwies zum Sch'uß auf die Stahloerwenduug im deutschen Bauwesen, was bei der im Sommer stattfindenden Deutschen B.ruausstellung in Berlin sichtbar .zutage treten wird. E Sozialistische Ardeiterjuaeni» Gros)> verlin >- Berlin S i4 Sebostianstr 37 3« S«> 2. Tr Doaneroiog, 13. Januar. Schjjneiv« de.Zohauuls'dal(Raine rob- schaft): 20 Uhr Borstand und sämtliche Gruppenführer tu der Brllckenklause, Brücken� Ecke Spreestrotze. Wasterspertabieilnng, gua O er- spree: 20—21 Uhr Äastenrudern. Stralau, Tunnelstr. 3-4.— IZreLaq, 1«. Januar. Si'ör.elielg, Friedenau: Achtung! Tie Verlammlung sälu aus. Der Saalschutz ist zurückgezogen. Triedrietedasn(fämeradschast Aülch NN): W\i Uhr Gcneralversamm'ung bei Blawert, Webersrr. 24». Neuwahlen/ Er. scheinen Btllchr. Ohne Mtalledsbuch keinen Einlri't. Lick tenberq:"'20 tlhr haben Deneralperlammli ng m't A orstandswahl: RamcradWoft'ummelsburg bei Brunn, Türrschmttlstr. 40: Rameradschaft Traveplatz bei Se�pke. Rron- Prinzen- Eck« Sckarnwe. erftratze: Rameradichai't Eustao Tempel bei Z.odegast. Rormannenste. 38. Erscheinen aller oltipen und vasstv'n Ramerad'n Pflicht. Rameradsckaft Mahl-dorf bei Anders, Bahnhpsstr. 35—37.— Sonnabend, 17. Zaiiuar. Wilnreredorf: 20 Uhr in den Gelamlräumen der Enichernlale, Spichernstr. 3. großer ssestadend. Redner Pol!ze!maior feinrich. S�tueroede. Johannisthal(Rameradschaft): 20 llhr Generaioerlanrmlung in der Brücken- llause. Brücken- Ecke Spreestratze. Reichsbnnd der Rriegsbeschädlqten, Rriegstcilnedmer»nd Reiegerhintcr. bliebencn, Ortsgruppe Odersprc«. Generalversammlung am Sonntag. 18. Januar. 14 llhr, im Restaurant Rrüger, Niederschoneweide, Berliner Ecke Senn strafte. Berliner Beteln für Ei-heststurzschrist, e.«. Reden Treitag, ab lS>4 Uhr. Uebungen im Nordosten, Kleine ssrankfurter Str. 8: in Wilmer-dors. K nden- burgstr. 36: Moirtaa und M'ttwvch im Südn>:st'> Lo�str 13. Nähere Aus» lunft erteiU die Geschältestelle. Sctlm.falcnscc, Som mer Str. 8. Deutschee Arbeiter-Abstinenten-Bnid, Eau Berlin-Braud-nbiirg. Bezirk grtedrlchshain: Zusammenkunft im Rugendhe'm Drstesmenerstr. 5 heute. 20 Uhr. Bortrag des Genossen Nückel t.- Bezirk Prer, lauer Berg: Zufammentunft im Eaf« Burgfrieden ffreltag, 16. Januar, 20 llhr Bortrag des Genossen Lögaow über»Die Alkoholfrage im Ausland". Zugeu darbe iUaeir.einsckast für Menschenrechte In der Deutschen Liga illr Menschenrechte. � Montag, 19. Januar. 30 Uhr, im ehemaligen Herreuhaus, Testsaal, Leipziger Stratze, I. äffentliche Rundgebung der Iugeudaroeiis. gemeinschaft:„Der Rampf der Jugend für den sinedeu" Es sprechen Dr. h. o. Gras Areo, Oberstudiendirek�ie Tr. S. Rawcrau, Ernst Toller. PflichtveranstaUuna für Mitglieder frei. Gäste— Iugendliehe 40 Pf.. Er. rvachsene 75 Pf.— herzlich w llkommen. Zu der Aeidandi, der hausw'rtlchaftl'che» Beratungsstelle, Potsdamer Stratze 12Sb tan der Potsdamer Brücke), spricht am Montag, lS Januar, 16Vtz Uhr, Dr. Gerta Wendelmuth über»Die Praxis neuzeitlicher Ernährungs- formen". Der Eintritt ist frei! Schule des grieden». Kellmutd von Gerlach spricht Mittwoch. 21. Januar, 20 Uhr, über das Thema„Der Völkerbund In Theorie und Praprs" im Bor- iragssaal des Simagogeirgebäudes, Tasanenstr. 79—80. Lpraci'tzlud..Tn« dn.Iis» rpeubers". eerings on eveix ssduisäav ar 9 o'clock p m. in rhe restauranl„Stephanplatz", NW 21, Stendaler Str 12— Topics and debates of general interest Guests— Ladies and Gentlemen— are heartily welcome. Auf die schon seit Monaten gesenkten Preise unserer Artikel eigener Produktion gewähren wir* q, vom Donnerstag» den 13. Januar 1931 ab Iv auf alle anderen Waren einschließlich Markenartikel und Zucker 50/o in Waren'Bons, die in unseren 100 wie auch in den bekannten zahlreichen Hinz& Küster Niederlagen ausgegeben und ab 16. Februar d. F. erstmalig verrechnet werden Kaffee- und Tee- Qualitäts- Leistungen sind in allen Verbraucherkreisen seit vielen Jahren rühmlich bekannt. Hinz<8? Küster A.-G. Filialen«nd Niederlagen t« allen Stadttetle« U Zusendungen für diese Rubrik sind v« r k i» SS es. Lindeuilreße it. parteinachrichien für Groß-Berlin stets«n das Bezirkssekretnrio» S. Hos, 2 Trennen recht«, zu richte» J. Srtis Weddinq. Freilag. 16, Januar, 19 Ul>r, Krciskonferenz Sei Wende, Saioiliestr. 147. 4. Sreis Prenzlauer Berq. Heute, 191-> lldr. Seginni im Bezirksamt, Dar,- giger Str. 64. Äursus d-s tScnossen?r. Eurland über».»iasienlainrf um den Alltag". Cr findet an acht aukeinanderiosgenden Donners� tagen stau.* 17. Jtuis KichtenSerg. Heute, Tonnerstag, 191- Uhr. im Litiungssaal des Rathauses Lichtenberg. MöllenborfstraKe, Zimmer ZZ, Beginn des Kursus ..Mensch und Maschine", Leiter Alexander Rosam, Einführungsabeud. Eintritt frei. Iii. Kreis Pankow. Heute � Donnerstag. 29 Ul>r, Eörschstr. 14, Beginn des Kursus Dr. Frift Leon:„Sozialistische Wirtschaft". Morgen, Freikag, IL. Januar. l.«bt. Die Ableiluitg beieikigt sich um im Uhr an der Neranstaltunq der Iugendgruppe..Arkonavlad" in den Festsälen Schwedier Str. W— 24. IM. Abi. kijpensit.Dammnorftadt. 19''. Uhr Bei Oekar Schills, Bohnhofstr. 84. Zodladend. Stelluitanahme SN den Nemoabltn. 124». Abt. Mohlsdors Slld. 2« Uhr bei Traber. Uhlandstr. 48. Iah-esoer. samMluug. Keschästsberichte. Neuwahlen. 18»». Abt. F«ie Scholl«. 30 Ißt im Gchollenkru», SermÄorfer Strafte, Zastres Versammlung.„Rückblick und Ausblick." Referent Erich Kuttner, M. d. L. Reumahlen. Bezirksausschusz für iUrbeilerwohlfahrt. 8. Kreis Weddinq. Donnerstag, 13. Januar. 19V'! Uhr, Arbeitsgemeinschaft der ssackigruppe Iugendwoblfabrt inr Verwaltungsgebäude, Mllllerstr. 146—147, 4 Trepprn, Zimmer 421. Referent Genosse Mendelsohn. 7. Krei, a Harle tteuburg. Freitag, 16. Januar. ISVj Uhr, Aktenbesprechung im Rathaus, Zimmer 8. Arbeifsgemeinfchaft der Sinderfreunde Groh-Derlin. Sre!» ZIkitt«:„Emil und die Detektive" wird am Sonnabendnqchmitioa vom Kinderlheater gn'uielt. Korten find bis Freiloa unter Alexander 9637 su be- stellen. Kosten 30 Pf. Kreis Weiftexsee. Heute findet unsere Fahreoversainmluna der Helfer UNI 20 Uhr bei Gen. Schuls. Hohenschönhausen. Am Faulensee S. statt. Alle an der Älndeifreundearbeit intereisterten Genossen sind ebenfalls eingeladen. Kohenschünhansen: Wir find beute im Zugendhei!» Frctenwalder Str. 0 von 17—19 Uhr und machen Gelellschaftssvicle. Seid alle pünktlich. Prenslaner Berg. Gruppe Freiheit: Die für morgen, Freitag, vorgesehene Elternversammlung inuft wegen technischer Schwierigteiten verschoben werden. Der neue Termin wird den Kindern mitgeteilt.— Freitag, 16. Januar, 17 Uhr. an bekannter Stelle fllr die Gesamtgruvpe Lichtbildervortrag über„Reise durch Holland". Kreis Reiilölln und Treptow. Selferlrcis: Der Helterfchulungskursus nimmt seinen Fortgang heute, Donnerstag, inr Seim Ganahoferstrafte, um 20 Uhr. Alle Teilnehmer müssen erscheinen. Geburksiagc. Jubiläen usw. 19.«bt. Uniercm Genossen Otto S ch n l, e. Prinzenollee 81, s» sei» Zjährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation 11. Abt. Unsere Genossin Martha Marouardt ist am II. Januar verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Freitag. 16. Januar. Uli Uhr. Krematorium Eerichtstrafte, kleine Salle. 48. Abt. Am 11. Fanuar»erstarb unser Genosse Rudolf Kneidi n S. Eamphausenftr. 13. im Alter von 6k Fabren. Ehre seinem AndenDenk Ein- äscheeung am Donnerstag. 13. Januar, 18!s Uhr, im Krematorium Kaum- schulenweg. Um reae Beteiltaung wird gebeten. 79. Abt. Tchöneberg. Unser lanasähriger Genosse Franz Inud» winsln. Monumentenstr. 82. ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Ein» Lschernng Freitag. 16. Januar. Uhr. Krematorium Wilmersdorf. Berliner Strafte UZ.— Am 12. Fanuar verstarb unser Genosse Paul Anutb. Gen-sisir. 6. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Sonnabend, 17. Januar. 17 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf. 101. Abt. Treptow. Unser Genosse Gustav G o l i ck>, Beermannstrafte, ist am 11. Januar verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherun, Sonn- abend, 17. Januar, Hill Uhr. Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwünscht. 10». Abt. Johannisthal. Unser Genosse Rümenapp. Kaiserstrafte, ist am 11. Januar verstorben. Ehre seinem Andenken! Einästheruna. Freitag. 16. Januar. 14>ll Uhr, Krematorium Baumschulciliveg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Oonnorstas, Freitag» Sonnabend Drei Sc&lußtage ermöglichen es noch einmal Gadiels Inventor-Aosverbanf mit seinen unübertrefflichen Vorteilen auszunutzen. QuaaltStswaren ersten Ranges stehen in nie gesehener Auswahl zur Verfügung, Die Preise haben die äußersten Grenzen des Denkbaren erreicht. Die heutigen Angeboje sind nur einige Beispiele für die außerordentlichen Leistungen unseres Ausverkaufs. Auf zu Gadiel! Ein grofior Restposten fieseilsÄ-Kleider aller Art«u» voretiK-llchrn SfolTei» fn modern c n Formen zum Uinhciis-Preis vod jetzt nur im üUer treffliche Auswahl von i infacheji bis zum niesten Oeuro ruft uml ohne l*«!* vv»»rlc n allen Groden, autrli lüf starke liamcD in onerltdrt bniiereu Ein gpoflcr Posten Ffüiiiaks-MaateS für pantcu, aus v or r üs Ii cli cn Herreii stof» lea, au? cle- fifiglcni Fwtterj auoii ia xryNov Weiten jetzt uur Ein großer Posten Wiatermäntel io vorzüglichen Qii%litäion, auf Stcppfyttcr oder an- (lerem eleganten Fuifcr mit. 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Mittelbleche... , Handels-Feinbleche , Bandelsen... „ Walzdraht... herabgesetzt worden. Die Preise für Halbzeug werden um etwa 5 Proz., das heitzt um 4,50 bis 5 Mark je Tonne ermäßigt. Das Röhrensyndikat und der Universalcisenverband, die sich der Preissenkung grundsätzlich anschließen, werden den Um- fang ihrer Verbindung noch bekanntgeben. Außer diesen Ermäßigungen der Grundpreise sind noch Preis- fenkungen bei dgn Qualitäts- und Profil Überpreisen eingetreten. Diese Ermäßigung, die für Stabeisen weitere 2,50 bis 3 Mark ausmacht, ergibt eine Gssamtennäßigung des Stabeisenpreises von 11,50 bis 12 Mark je Tonne. Di« Preissenkung beim Bandeisen macht einschließlich der Herabsetzung der Qualitätsüberpreise 18 Mark je Tonne aus. Die Preissenkung, die rückwirkend vom 1. Januar Geltung hat, beträgt somit im G e s a m t d u r chs ch n i t t 8 bis 9 Proz. der bisherigen innerdeutschen Preise. Der Umfang der Eisenpreissenknng bleibt weit hinter dem zurück, was selbst prominente Vertreter der Schwerindustrie, wie Herr Poensgen, noch im Dezember für möglich gehalten haben. l)crr Poensgen, der seinerzeit von dem„radikalen Schrill- in der Eisenpreisscnkung sprach, hat im Rahmen der damaligen Diskussion an einen Preis- abbau von 15 Proz. gedacht. Andere und wohl stärlere Leute als Herr Poensgen haben aber ihre 5)and im Spiel gehabt, so daß wochenlang bei der unverständlichen Schwäch« der Re- gierung Brüning gegenüber den Stahlmagnaten eine Senkung der Eisenpreise überhaupt in Frage gestellt war. Wenn die Eisenindustrie jetzt ihre Syndikatepreise für den deutschen Markt ein- schließlich der Ermäßigungen der Ueberpreisc in einem Gesamt- umfang von nur 8 bis 9 Proz. seiilt, so erreicht der Preisabbau nicht entfernt das, was besonders von der eisenverarbeitenden I n d u st r ie in Deutschland gefordert wurde, nämlich die Syndikats- vreise in dem Umfang zu senken, daß die Spanne zwischen deutschen Inlands- und den Weltpreisen aufgehoben wird. Von einer Beseitigung dieser Spanne kann aber bei dem jetzt vorgenommenen Preisabbau nicht die Rede sein. Um nur ein Bei- spiel zll nennen, ist der Stabeisenpreis von 140 auf 128 Mark für das Inland herabgesetzt worden, während auf dem Weltmarkt Stabeisen mit 85 Mark angeboten wird, so daß unter Einrechnung der Zoll- und Frachtkosten in Deutschland sich der Auslandspreis immerhin mir auf 115 Mark pro Tonne stellen würde. Es besteht also zwischen dem Auslandspreis einschließlich Zoll und Fracht und dem neuen Inlands- preis immer noch eine Visserevz von mehr als 11 proz. zu Lasten der deutschen Eisenoerarbeiter. Bei der Schwäche der Regierung gegenüber der widerspenstigen Haltung der Schwerindustrie wird kaum anzunehmen sein, daß von dieser Seite Einspruch gegen die unzulängliche Preissenkung er- hoben wird. Haben doch die letzten Wochen gezeigt, daß das Kabinett Brüning von den scharfen Waffen, die ihin zur Erzwingung einer wirksamen Eisenpreissenkung zur Verfügung standen, keinen Gebrauch machen wollte. Anders ist es nicht zu erklären, daß die Regierung lieber ihr Prestige aufs Spiel setzte, anstatt d c m E i se n- skandal ein Ende zu machen. Die Auswirkungen des Preisabbaues auf die Konjunktur müsien abgewartet werden. Die kostbare Zeit, die durch die Widerspenstig- kcit der Eisenmagnaten verlorengegangen ist, läßt sich allerdings nicht wieder einholen. Jedenfalls aber kann auf Grund der stark geräumten Läger im Handel, der in den letzten Wochen nur den allernotwendigsten Bedarf eindeckt«, mit einer Besserung des Beschäftigungsgrades von dieser Seite her gerechnet werden. Silbersturz/ Währungszerrüttung Zum Aiedergang der Gilberpreise Em Kilogramm Feinsilber kostete vor dem Kriege etwa 77,50 M., im Durchschnitt des Jahres 1924 95 M. und 1925 96 M. Zu Ansang des Jahres 1930 war der Preis in Berlar 65,50 M., Ende Juni 49 M. und Ende Dezember 46 M. Zu Beginn des neuen Jahres hat dann die Entwertung weitere Fortschritte gemacht, und die Preise betrugen am 9. Januar nur 42,25 M. je Kilo. Im Vergleich mit dem Goldpreis kann man aber noch einen besseren Begriff von dem Verfall der Silberprcise bekommen. Bei einem Durchschnittspreis von 80 M. je Kilo Silber stellte sich der Goldpreis auf ungefähr das Fünf und- dreißigfache, während er jetzt das Siebzigfache be- trägt, so daß sich taffächlich der Silberpreis fast halbiert hat. Der Entwertungsprozeß hat nicht nur für die Produktion und die Förderung von Erzen schwerwiegende Folgen gehabt, son- dern auch in allgemeiner volkswirtschaftlicher Beziehung machen sich überall Schäden bemerkbar. Der Verwaltungsrat der Jnter- nationalen Handelskammer stellte u. a. in einer seiner letzten Sitzungen fest, daß der starke Preissturz von Silber die Kaufkraft eines Drittels der Wcltbevölkerung weiter vermindert hat. Es handelt sich in der Hauptsache um die Drosselung des Exporthandels nach dem Fernen Osten, besonders nach China und nach den südamerikanischen Repu- bliken, wo in erster Linie Bolivien, das eine eigene Silber- Produktion hat, empfindlich durch den Verfall der Preise geschädigt wurde. Eigentlich war schon im Jahre 1926 durch die Umstellung der indischen Währung auf Gold die S i l b e r k r i s c eine akute Erscheinung und wurde vorübergehend durch eine stärkere Aus- münzung der verschiedenen Staaten und durch Spekulationsmache aufgeholten. Durch die indische Währungsumstellung ist ein« Menge von etwa 10 Millionen Kilogramm frei geworden, und zwar sollten die der indischen Regierung gehörenden Reserven in einem Zeitraum von ungefähr 10 Jahren nach und nach verkauft werden. Man ist sich in England schon dama� darüber klar gewesen, daß der Weltmarkt durch den Ausfall der indischen Regierungskäufe nach der Währungsumstellung empfindlich geschwächt wurde und daß man, um wettere Erschütterungen zu vermeiden, nur ganz vor- sichtig von indischer Seite verkaufen durfte. Nach dem Ausfall Indiens blieb als hauptsächlichster Käufer für mütiz- und währungstechnische Zwecke nur noch China übrig, das aber infolge der andauernden politischen und wirtschaftlichen Wirren ohnehin in seiner Kaufkraft geschwächt ist und dessen Handel in letzter Zeit durch den Niedergang der Silberpreise fast gänzlich zum Er- liegen gebracht worden ist. Neben den rein münz- und müh- rungstechnischen Momenten spielt dann noch für Silber die wachsende lleberproduktion eine große Rolle. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichs- amts betrug die W e l t e r z e u g u n g im Jahre 1913 rund 6,5 Mil- lionen Kilogramm. Durch den Krieg ist dann ein starker Rückgang eingetreten, und im Jahre 1920 wurde mit 5,4 Millionen Kilogramm die niedrigste Produktionsziffer festgestellt. Seit 1921 hat sich dann ununterbrochen die Erzeugung gesteigert und erreichte im Jahre 1929 mit etwa 8,1�6 Millionen Kilogramm ihren höchsten Stand. Wir haben also eine klaffende Schere in der Entwick- lung der Produktion und des Verbrauchs festzustellen, wobei wir noch erwähnen wollen, daß nicht nur in währungs- und münz- technischer, sondern auch in rein industrieller Be° Ziehung durch den Niedergang des EdÄmetallwaren- und Schmuckwarengcwerbes und vor allen Dingen durch die Schwächung der allgemeinen Kaufkraft ein Umschwung seit 1924 eingetreten ist. Denken wir allein an die hochentwickelte deutsche Edelmetall- Warenindustrie, die seit Jahren schon durch die Industrialisierung, die Schutzzollpolitik des Auslandes, durch den Ausfall von Sowj etrußland als Käufer für Edelmatellwaren und vor allen Dingen durch die Massenarbeitslosigkeit im Inlande einen Rückgang der allgemeinen Beschäftigung aufzuweisen hat. In den Vereinigten Staaten wurden in letzter Zeit auch im Porlainent verschiedene Stützungspläne erörtert. Offiziell soll von Regierungsseite aus an China eine Anleihe ge- geben werden, außerdem will man eine Produktions- und Vorratskonlrolle nach Abhaltung einer internationalen Konferenz einführen. Be- stimmte Mengen sollen von einem Konsortium zum Zwecke der Entlastung des Marktes aufgekauft werden. Die beiden Senatoren Borah und Pittmann— letzterer hat große Interessen in der Silber- Produktion— bemühen sich besonders in dieser Beziehung. Eine Stützung der Preise auf lange Zeit ist aber mit großen Schwierig- ketten verbunden und hängt völlig von der allgemeinwirtschastlichcn Entwicklung der Lage auf den Metallmärkten ab. Verbilligtes Bauen. praktische Ersahrungen mit vem Einhand-Hohlziegel. Die Baumirtschaft ist derjenige Wirtschaftszweig, der sich der Rationalisierung im üblichen Sinne— Ersetzung der Hand- durch Maschinenarbeit— am wenigsten zugänglich gezeigt hat. Noch immer setzt der Maurer bei der Ziegelbauweise wie im Mtttelaltcr, wie im alten Babylon, einen Stein auf den anderen, in mühseliger Einzel- und Kleinarbeit. Dem Problem der Berbilligung des Bauens beigu- kommen, hat nian nun oersucht, das einzelne Bauelement, den B a u st e i n, möglichst„rationell" zu gestatten. Dia Allgemeine Deutsche Ziegelaktiengesellschaft hat alle Patente er- worden und alle Arbeiten gefördert, die der Vi a s s e n h er st e l- lung und Verbreitung des Einhand-Hohlziegels(EHZ) dienen. Dieser ist ein Hohlziegel, der an fünf der sechs Seiten geschloffen ist und die doppelte Größe eines Rcichsnormalziegels(25 X 12 X 6,5 cm) hat, nämlich die Maße 25 X 12 X 14,2 cm: er ist also in Wahrheit etwas größer als zwei Normalziegel, nämlich um eine Mörtelfuge, durch die im gewöhnlichen Mauerverband zwei Ziegel verbunden werden. Diese Abmessungen ermöglichen es, daß die Maurer nicht u m z u- lernen brauchen, sondern im gewohnten Verband wetterarbeiten können. Da der E H Z-Stein hohl ist, hat er nur ein Gewicht von 4 bis 5 lex gegen 3 bis 4 l Unglück dünkt es Kapitän Möhlen, daß sie ihm die Planten unter den Füßen lassen, fast hätte er noch schwören müssen, daß ihm von der amerikanischen Trockenheit nicht ein Deut bekannt gewesen wäre. Aber das erlassen sie ihm schließlich, er ist ja jetzt auch ein armer Mann, sie haben wohl Mitleid und häufen all ihren Zorn auf ihren Landsmann Duddle, ein Zug höflicher Rücksicht- nähme gegen den armen Deutschen. Daim fahren die Schaluppek, mit den Spritfässcrn in den Nebel hinein. Gegen Nachmittag kommt die erste Pütz Wind wieder auf. Käpltän Mühlen kümmert sich um nichts, der Steuermann muß schon in die Leinwand brüllen. Kapitän Möhlen liegt in der Kajüte, er liegt aus dem Rücken, die 3lugen bohrend auf die Decke gerichtet und überlegt sich, wie viele Jahre er um dieser Ladung willen gefahren ist, wie oft er sich hier ssmd da ein Scherflein erknausert hat, um alles bei dieser Fahrt draufzugeben. Wäre der verwünschte Duddle ihm niemals in Hamburg in die Quere ge- kommen, er hätte bald genug für fein Alter gehabt! Möhlen vsr° wünschte den Halbpartmann dreimal aus allen Windrichtungen, aber er hat doch auch ein sanftes Erbarmen, wenn er an das grüne Ge- ficht denkt und wie sie ihn an Bord der Schaluppe brachten. Schließlich hat er ja noch sein Schisf!— Erst dicht vor der Dämmerung rafft Peter Möhlen sich zu- sammen und geht an«inigen dumm grinsenden Leuten vorbei aus die Brücke. Der Steuermann läßt die ein« Hand vom Rad fahren. »La drüben kommt was," sagte er,-scheint noch 4b«nedHentfcher Kreuzer zu sein." Kapttän Möhlen hat jetzt ein gutes Gewissen, auch wie dos graue Schiff zum Beidrehen auffordert und ein Boot übersetzt. Mehr als einmal kann man ihm schließlich nichts beschlagnahmen und die Ladung ist ja von Bord. Der Ossizicr des Kreuzers ist ein höjlicher Mann,« fragt nach dem Woher und Wohin, sieht die Papiere durch, die aus eine Leder- ladung lauten und wundert sich sehr, daß: das ganze Schiff bis auf den letzten Strich ausgeräumt ist. Kapitän Möhlen stottert sich seine Avtwort zurecht, ach, er hat die Entladungspapiere beim Vertreter de»; Reederei, nichs Hot er mehr an Bord und ihm soll mal jemand etwas nachweisen. Der amerikanische Offizier sst boshaft.„Daß Ihr Spiritus ge- habt habt, riecht man bis zum Kreuzer hinüber!" Er möchte gern wissen, wo die Ladung geblieben ist. Wqnn sie schon beschlagnahmt sei, meint er, wäre es doch am besten, sich offen auszu- sprechen. Ob es am Ende eins der berüchtigten Halbpartgeschäfte gewesen wäre, bei dem arm« Fremdlinge an die Küste gelockt würden, nur um ihnen schwindelhaft die Qidung Sprit abzu- nehmen? Dem Alten ist zumute, als wenn die Welt sich noch einmal von oben bis unten kehrt, aber er beißt die Zähne zusammen und schüttelt den Kopf, den Triumph soll der Amerikaner doch nicht haben. Cr sieht nur plötzlich das Gesicht Duddles vor sich, der ihn im Hamburger Hafen zu der Fahrt beschwatzt hat, er hört ein höl- lisches Gelächter die ganze Küste entlang— mm. er bleibt zäh bei seiner Ledcrladung, bleibt dabei, bis der Amsxikaner mißmutig das Schiff verläßt. Aber wie Peter Möhlen wieder allein ist, sorgfältig bemüht, daß niemand von der Mannschaft etwas von sempm Aufsitzen er- fährt, kramt er doch in seinen, Geheimfach nach der letzten Flasche für seinen Zorn. Denn wenn man schon beim Schmuggeln erwischt wird, ist es gerecht, daß der Staat feine Freude daran hat. Aber daß ein Halunke, wie der Halbpartmann Duddle, darüber grinst und mit seinen Schwindelschaluppen Ladung und Dukaten dazu be- schlagnahmt, Leibweh, Kopsweh und Weh in allen Gliedern zugleich! Und schwerer fast, als ein starker seebesahremr Mann zu ertragen vermag! Srnfi ffiiediger(Mamburg): Wir verladen einen Zirkus Ein Werktag, trübe und nach Regen aussehend. Nur manchmal, wenn die grauen Wolken durchsichtiger werden oder sich teilen, blinzelt die Sonne. Im Hafen herrscht gewohntes Leben und Treiben. Zwischen den mannigfaltigen Geräuschen behauptet sich das Rattern und Rasseln der Krane als die rauhe Melodie der Arbeit. Auf dem Hinterdeck eines mittleren Wochendampfers, der an unserem Schuppen ladet, werden provisorische Ställe gezimmert, um den bunten Tierbestand eines ins Ausland reisenden Zirkus unterzubringen. Drei Güterwagen nnt Pferden, Bären, Hunden, Affen und einem Elefanten find in der vorigen Nacht angerollt worden. Das Wiehern und Stampfen der Pferde, das Gezeter der Affen und das Bellen der Hunde beweisen, daß die Tiere sich nicht heimisch fühlen und Hunger und Durst hoben. Nur Jumbo, der Elefant, der die Hälfte eines Dresdener Wagens für sich beansprucht,' macht eine rühmliche Ausnahm� Seme klugen Augen— oder besser gesagt: Aeuglein— blicken herablassend auf die unzuiriedenen Reisegefährten.- Anscheinend ist er ihnen nicht nur an Größe über- legen.» Wie sich bald herausstellt, hat Jumbos Zufriedenheit allerdings noch einen anderen Grund. Sein Freund, der rabenschwarze Pony Diamant", mit dem er in der Manege zusammenarbeitet, ist näm- lich bei ihm. Zärtlich streichelt er das kleine Pferd mit seinem Rüssel, und wenn„Diamant", der die Liebe seines großen Kollegen kaum zu würdigen weiß, vorwitzig den Kopf zur Wagentür hinaus- streckt, legt Jumbo den langen Rüssel weich um seine Brust und zieht ihn mit sanfter Gewatt ins Wageninnere zurück. Sehr zum Verdruß des kleinen Hengstes, der seinen Unmut über die Bevormundung durch Schlagen und wütendes Wiehern zum Ausdruck bringt. Uebrigens soll der Elefant zuweilen ein wahrer Berserker sein und alles Erreichbare kurz und klein schlagen, wenn sein Liebling ihm nicht Gesellschaft leistet. Dos Verladen der Tier« beginnt. Aufgeregt läuft der Direktor hin und her. denn der Verlust eines guten vierbeinigen Artisten wäre tauin mit Gold aufzuwiegen. Die stolzen Pferde, die zuerst an die Reihe kommen, werden von ihrem Pfleger, der in seinem Wildwestanzug einen grotesken Eindruck macht, einzeln in den Tronsportverschlag geführt. Das ist bei empfindlichen Tieren mit- unter ein saures Stück Arbeit. Besonders ein scheckiger Wallach. der anscheinend eine heftige Abneigung gegen den in zwei starken Drahtseilen ruhenden Holzoerschlag hat, bläht die Nüstern und bäumt sich ein paarmal hoch auf, als der Pfleger ihn hineinziehen will. Als es schließlich unter Mithilfe des Direktors gelingt, ihn durch List und gut« Worte von hinten hineinzuzwängen, iängt er an zu toben, schlägt ein paar dicke Bretter durch und reißt sich das Maul an der Kandare blutig. Erst als er schwebt, wird er ruhiger und kann, ohne ernstlich Schaden genommen zu haben, an Bord abgesetzt werden. Weit schwieriger gestaltet sich die Sache mit dem Elefanten. Nicht allein, daß er wütend ist, weil er sich von seinem Freunde trennen muß. Er wittert auch, daß ihm etwas Außergewöhnliches bevorsteht. Widerspenstig und den Rüssel in Kampfstellung haltend kommt er aus dem Wagen. Er dreht sich fortgesetzt um sich selbst. und erst nach einer energischen Zurechtweisung durch seineu Herrn wird es möglich, die nötigen Vorbereitungen für seinen Transport zu treffen. Als er dann in einem bretten Deckengurt, vorn und hinten durch starke Taue gesichert, am Kran hängt, stößt er will- sickNoubende Töne von gewalliger Lautstärke cms und arbeitet wild mit dem Rüssel und den Beinen. Sieht schon der kurze Weg durch die Luft bedrohlich genug aus. so scheinen die wiederHollen Versuchs, den Elefanten von oben in seinen Stall hineinzubalancieren. mit einer Katastrophe zu enden. Bald hängt ein Bein, bald der Rüssel über der kantigen Stallwand. Schon wird dem Dickhäuter die Lust knapper, schon lassen die lahmer werdenden Bewegungen ein Abflauen der Körperkraft erkennen—! da senkt der Kranführer im gegebenen Moment die lebende Lost, und erleichtert atmen die Zuschauer auf. Als kurz darauf zu Jumbos größter Freude auch„Diamant" erscheint, hat er die Strapazen der Luftreise schnell vergessen und ist wieder das verträglichste Tier von der Welt. Den beiden braunen Bären, die sich in einem stark vergitterten Zwinger befinden, scheint das Tanzen ein Bedürfnis zu sein, denn sie sind fortwährend in wiegender Bewegung. Sie lassen sich dos Vesperbrot eines Arbetters, das er ihnen, ehrlich getettt, ms Maul steckt, gut schmecken. Ihre Uebergabe und die der kleineren Tiere geht leicht vonstatten, weil sie in chrer transportablen Behausung verbleiben. „Minka", die starke, schwarzhaarige Hündin mtt der rassigen Schnauze, die als Mädchen für alles bisher den Wachtdienst versehen hat, läuft, als das letzte Tier drüben ist, allein an Bord. Die abgenutzten und schadhaften Requisiten, die neben den nicht allzu reichlichen Futtervorräten den Schluß der Verladung bilden, beweisen deutlich, daß auch in diesem Zirkus die Not des grauen Alltags kein sellener Gast ist. Jüherl Wenmnn Zum 100. Qeburtstag Die deutsche Musik- und Theaterwell begeht heute den 100. Ge- burtstag des berühuttcn Wagner-Sängers Albert Niemann. Albert Wemann war am IS. Januar 1831 in Elxleben bei Magdeburg als Sohn eines Gastwirts geboren. Ursprünglich" sollte der Knabe Maschinenbauer werden, aber die Verarmung seiner Eltern zwar-g ihn bald, sich noch raschem Erwerb umzusehen, und er versuchte sein Wück zunächst auf der Bühne des Dessaucr Theaters, wo er als Schauspieler für kleine Partien Beschäftigung fand. Da man aus seine Stimme aufmerksam wurde, trat er noch kurzer Tätigkeit in den Opernchor ein. Der Baritonist Nusch übernahm seine Aus- bildung, die er dann in Paris vollendete. Nach kurzen Engagements an kleineren Theatern erschien er 18S4 zum ersten Male aus der Bühne des Berliner Opernhauses, der«r seit 18t>6 als weltberühmter Heldentenor dauernd(bis 1887) angehört hat. Nie» manns Weltruhm ist aber von Bayreuth ausgegangen, wo er 1876 in der„Walküre" der erste Siegmund war. Der Name des Sängers bleibt mtt Bayreuth und mit dem Werk Wagners in der deutschen Operngeschichte unvergänglich verknüpft. Schon fünfzehn Jahr« vor der Eröffnung des Bayreuthsr Festspielhauses hatte Niemann in der denkwürdigen Pariser-Tannhäus«r"-Aufführung den Tannhäuser gesungen. Der gefeierte Künstler, der in erster Ehe mit der Schauspielerin Marie Secbach, später mit. der Schauspielerin Hedwig Raabe verheiratet war, hat sich 1889 von der Bühne zurück- gezogen und ist 1917 in Berlin gestorben. K. P, 3)avid JCusdtnal: •Der'.timibe am�eich In der Wiese liegt ein Teich mit aufgewölbten Ufern. Die Wasserflache ist rein und bewegungslos. Man könnte denken, die Erde habe ein Auge aufgemacht, um in den Himmel zu blicken. Auf dem erhöhten Ufer sitzt ein Knabe. Er bestachtet das Wasser, die Wolken und die Felder. Aus Langeweile nimmt er einen Stein und wstft ihn in den Teich. Kreise wachsen aus der Wursstelle empor und wandern über die Fläche bis zu den Ufern. Das Spiel gefällt ihm. Er wirst zwei Steine kurz nacheinander. Die Kreise überschneiden sich. Es sieht aus, als ob die niedersinkenden Steine sich lieben. Er wirft viele Steine nach verschiedenen Richtungen. Die Wasser- fläche ist von Kreisen überspielt, die einander durchdringen. Unendlich lautlos(erfüllt von Sehnsucht nach Weite) schlingen sie sich inein- arider, dehnen sich aus, bis sie an den Ufern zerfließen. Der Knabe wirft und scharrt. Seine Gedanken dehnen sich. Es ist so, denkt er, als ob die Steine eine Seele bekommen, wenn sie ins Wasser fallen. Oder vielleicht haben sie immer eine Seele? Vielleicht sind Steine lebendiger als Menschen? Seine Gedanken, erfüllt von Sehnsucht nach Wette, dehnen sich, schlingen sich ineinander und zerstießen an rrgendeinem ferneu Ufer. >' Ueberraschender Rückgang der Londoner Bevölkerung. Nach den Statistiken des Gcftindheitsomtcs ist die Bevölkerungszahl in Lon- don l921 um 91000 zurückgegangen. Die Gründe sind in Aus- Wanderung sowie im Rückgang der Geburtenziffer zu suchen: die Geburtenzahl für 1929 bestägt 70 000 gegenüber 72 SS2«» Jahre 1925, Allgemeine Wetterlage. 44. Jan. 4934,abds. � V 0 §p /M-2��'2 L �® 4� fo« QHxirSd 3 wolkenlos.® heittr.O halbbedackf awolkig.�tedeckt�RsgenAGfwipBln ir)e?,5Keb9l,"H5ey/i>tec@Winiteille Unser Wetter stand am Mittwoch unter dem Eiirfluh einer Depression, die das östliche Mitteleuropa bedeckte. In Deutschland ist das Wetter trübe; dabei kam es zu verbreiteten Schneefällen. Ohne zusammenhängende Schneedecke ist jetzt nur noch der äußerste Nordwesten des Reiches. Der der Depression nachfolgende Lust- druckanstieg dürfte eine vorübergehende Besserung bringen. Da aber über Nordwesteuropa von neuem milde maritime Lustmassen erschienen sind, werden die Temperaturen nicht allzu stark sinken. wellerausstchlen für Verlin: Zeitweise heiter ohne nennens- werte Niederschläge, leichter Frost.— Jüt Deutschland: 5m Nordwesten wieder ziemlich trübe, Temperaturen erneut ansteigend, in der übrigen westlichen Hälfte ziemlich heiter bei leichtem Frost, im übrigen Teile des Reiches meist trübe, strichweise auch leichte Schnee» snllc, Temperaturen etwas über Null. Die Airma il. Hefter, deren Filialennetz in letzter Zeit eine sinnfällige Ausdehnung erfahren hat, eröffnet Spittel- markt 14a. eine neue B e r k.a u f s st e l l e chrer seit 7S Iahren bekannten Fleisch- und Wurstwaren. Der neue Laden ist ein Bor- bild moderner Hygiene und Zweckmäßigkeit. vonnsi'sfag-fi'eitag-LonnabSn«! auf Rast« von allen Stoffen wiai Weiße Leinen u. 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WM IMWM WM Vcrwaliunnsstclle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Arbeiter Walter Michaelis am 12. Januar gestorben Ist. Die Beerdigung findet Donnerotag, den 15. Januar. 14 Uhr, von der Leichenhalle de» Gemeinde-Friedhose» in Lankwitz, Lutherstr., au» statt. Am l Z.Januar starb unser Kollege, der Rohrleger ködert Cebulski geboren 19. November 1885. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 17. Januar, lS Uhr, IM Krematorium Gerichistrahe statt. Ehre ihrem Aadenien. Rege Beteiligung erwartet Die OrtsTerwaltunc. Zurück v?. Erich Wossidlo Nieren-, Blasen-, Harnleiden Poltdamer Strache 121* fPrirwWrafre: KLEINE ANZEIGEN JtlKlMR Fctljabiiit« Wort 25 Pf. (lulistii 2 stttzeilnntl» Worte).- Stetagondn iln t.Wert(fettjidnidrt) 1 5 P(.. jedes»eil«™ fort 10 Pf. Worte mit nslir eis 15 dutistede» rillci für neu Worte. 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Reichshallen-Theater Unds LLl Sonntag Nadiraittag fT�n Uhr Stettiner Sänger „Fahrendps Volk" ein Zirkusbild v Meysel Hadim. halbt Preise, volles Progr.l Tel.; Zentrum 11261 Dönhoft- Brettl: Das fabelhafte|anuar-Pro«ramml VoIHsbUtine Thealer am BSIoiplali. 8 Uhr Liliom von Fran? Molnar legiiilarl Heinz Hirtin StaatlJdiiller-Tb. 8 Uhr Berlranm ein Leben Thesier am Schitt&auerdamm 8V» Uhr Die Quadratur des Kreises Piscalor-BQhne (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. Heute 7Va Uhr Uraufführung „Tai Yang erwacht" von Friedrich Wolf Regie: E Piscator Os&tsdiEt IHgaivi 8 Uhr Elisabeth von Enoland von Fnrd lintckner Regie; Heinz Hilpert Kammerspiele 8V< Uhr: ules uiistte uiien von Tristan Bernard Nb: Hein D«w« Jl Die Komödie 8V« Uhr Die Fee von Franz Molnar W»: Stein HoHl gut und MiHgT fiross-Verlin AloxancfbrplAt« DeulscHes KOnsiler-Theal. Barbarossa 3937. SV» Uhi Zum goldenen Anker niil K&uo Oorstn Nur noch wenige Vorstellungen Sonuh.uidStg.lüliz: Emil o. die Detektive Renaissance- 1 beater Steinplatz 6780 8>, Uhr Muß die Kuh Milch geben? mit Ulbert Bassermann Zimmer 1 Bett M 7.-b. 11.- 2 Bell 14.- bis 22- BadM.3, Salon 10 ist 5CHAUSPIEL- ' HAUS Singspiel In vielen BiMern. I ram. Splra, llnn.en, Moshe, Wallbarz, Arno. Jankuhn, Panl HOrblger. Lena. I Seliaeflcrs, Wlnkclstern. Rolls, Desni, Mlarh•«.'siel(enbaur r. Original Tiroler WatsehentZnao*. Original Tiroler Jodlerlnnen-Onlntett, 1 Musik. Trio ans Schliersee. ] Jass-Band Girls n. Boys i Grosse Chftre. "er Zelt entsprechend sind,(rots des I riesigen Andranges. ME 0/.«r. |dle Bassen preise um dO /0 mbsslgt. Sonntag J LrihF 9ri�.'na b"e;Iua* Nrchmiilag Billige Preise 'R&fa'&uJl<€�ÄeJ02 CASINO-THEATER Lothrinster Strafe 37 Neu! Neu! Biederjeute und das neue Januarprogramml Für die Leser Gutschein 1—4 Personen. Fauteuii 1,25 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Fr. Parkett 75 Pf, Rang 60 Pi. 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Luisznstf. 58-59 ■ Dr phil. b.c. von ADercron O erst a D. -Erlabaisse uml Erlab- mogta aas 543 Balloa- lanrtn" Vortrag mit Luit- Uchibildem metropoi-Theater Täglich 8V» Uhr Schön ist die Welt Operette von Lehär Ridurd Tauber, Gitta Jlpar. Sdiützendorf. Komische Oper 8"» Uhr Reppina yperelie von Robert Stolz. Kleines Theat. Täglich 8V» Uhr Der gr Lacherfolg Der ntustergatte Schwank in 3 Akten Lustspiemaus Kurt Gütz Täglich 8», Uhr Vom Lieben und Lathen Rose- Theater Sr.FraaklarltrStr.läZ Tel. Alex 3422 u. 3494 5.30 Uhr zwangs- einquamerut g 8 15 Uhr [ Biing-Ttieafet Täglich 8V« Uhr Mamsell Nltondie Operette von Hei ve Erika v. Tfielmann. Max Adalbert! THEATER QroBa Frankfurttr StraB« 132 U-Bahn: Strausberger Platz Täglld» 8.1» Uhr Soonabenila 7 n. 10.15 U. Sonntag* 2.50. 5.4» u. 9 U. Je Bollaipraiessio" Berliner Tageblatt schreibt; „Eine bliteblanke, von Hans Rose geleitete Aufführung, in die auch der Verwöhnte getrost hineingehen kann, denn die Hosrs bieten etwas auf der Berliner Opcrettenbübne Seltenes; flftißlg gepflegte Enscmble- knnst.- Familien- Nachmittage Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, 53® 0.30 bis l.SO Kaffeepanae! Kailee mit Kuchen 0.3O M. »MiceMkM Arnold Scholz U-3ahn Hermannplatz Hasenheide 10P-14 Großes Bockbierfest I iu Ober-dayern und Großes Schweineschlachten 7 Kapellen, neue OekoraltOBea bayr.BedienuD Einlaß: Wochentags 6 Uhr. Sonntag» 4 Uhr. 'onnabendu Sonnta» GP ALPE�'BALL Tößaleril.WesteDS Täglich 81/« Sonntag 21/« u. SVi ScBsalioneller Opcrciicnerfolg! Viktoria undihrHusar Zurück Dr.IlUSHaf Drthopagte. Böntoeo. KeliiKfrnngcii.! äüte'Sänger Kottbusser Str. 6 F. 8, Oberb. 6070 Tägl 8V«Uhr Sonntags uäi 3> i Obr .Das mach! uns keiner nach' dm Cashpiel Visits waiootii Iltdin. smlllgt» Pniu I SegiMIieiziWM-MZiil! Achtung! uerwaitungsmügiieder! «m Frelta», beut 16. jonuar, feine Sitzung Der Mittleren Ortsuerwaltung. Dafür ist eine Beflchtigung de» Plane- tarinm» am Zaalogifchcn Garten. Anfan, NM>/», Uhr. Die Verwa.tnag»mitglieder werben erfocht, pünltlich zu erfchetoen. Die Drt,yerHr»Itnng. Allgemeine Orlskrankenkasse für de» verwaUungsdeztrt XI der Stadt Verlin Schöneberg-Ariedenau. A»i Zrattng, dem 23. Znnnnr 1931. abends 7 Ahr, findet im Se�ittsoeroib- ueien-SitzUnaslaal bcsSZeuen Schöntbetgcr Palfiauses, Stubolf-TBilbe-Plcfi, eine Außerordenil. Ausschuß-Sitzung ftatt, ju der die Ausschubmltgluber Hiermit eingeladen werben. Tagesordnung: 1 Satzungsänderung. 2. Aendernng der Dienfiordnun� 3. RafienangelegenHeiten. Berlin-Schönederg, den 14. Zanuar 1981. Oer vorstand: A. Schuld», Barfitzrnder. Stcrbekasse ehemals Pflug'scher Arbeiker (Hetzetfiche Kasse Sonntag, den 25. Zannar 1931 voemillag» 10 Uhr Generalversammlung im«Aosenlhnler Hos". Rosenthaler «leatze Ii— 12. Tagesordnung: I. Jahres, und Rafienderichl. 2 Perichl der Reofioien .2 Wahl von Parfländsmitgiiedern. 4. Wahl der Reufforen. 5. Anlriige. j. RaffenangelegenheUen. Oer vorstand. Mifgliedsduch legitimier tl Jltehpuite I e-ui erhaben, zu verhau en kTU Angedo'e un'er F. 6 an c};i,«xl Hauptexned Ion des Vor- wärt», SW. 68, Lindensir 3.