BERLIN Donnerstag 15. Zanuar 1931 erscheinttäslicha-SerSenstas«. Fuzle-.ch Abendaukgab« de«.Vorwärts'. BeplgsPreis beide Ausgaben 8SPf.?r» Woche.».ROM. rro Monai. R-daktien und Exredition; Berlin SW KS. Zindenstr. 3 „VfiWwffa i ** CR 10 Pf. Nr. 24 B 12 48. Jahrgang Uj«ise«»rei<: Die einspaltige Nonrareilleielle S0 Pf., gleklamezeile 5> M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkoot»! Vvrwürts-Verlag S. m. b.H� Berlin Nr. S7SZS. Fernsprecher: Dönhoff SSZ bis 29? Anklage gegen Alfons XM. Ein Gehilfe des Diktators beschuldigt den König Madrid. IS. Janwar. s Eigenbericht.) Jwaqni« Salvatella. der Unterrichtsurinister wurde alä Prinro de Rivers die Regierung ergriff, hatte vor einiger Zeit eine Botschaft an den König gesandt. deren Veröffentlichung von der Zensur verboten wurde. Man erfuhr jedoch, daß Salvatella vor ein Kriegs- geeicht gestellt wurde, dessen Urteil aber erst ver- öjfewtticht werde» soll, wenn die lebte Instanz eut- schieden habe» wird. Aus zuverlässiger Quell« erfahre ich. daß Salvatella de» König anklagt, der Urheber des Staatsstreichs Priuu» de Riveras zu sei« und die Diktatur Primo de Riveras aufgerichtet zu habe». Salvatella erbringt gleichzeitig die Beweise für seine Behauptung und er- klärt, daß die Beseitigung des Parlaments und die Ver- lehuug der Verfassung unausbleibliche Afolgeu für d k e Monarchie in Spanien haben müsse. Die Monarchisten verlassen den König. ,. Varls. 15. Zavuar.«kigenberichi.) Wie Hanns ans Madrid berichiel, gehen iu Spanien wieder die beunruhigendsten Gerüchte über die Errichtung einer neuen Diktatur mn. Als Vor wand für diesen Gewallstreich werde die Rai- wendigkeit angegeben, einen energischeren Kamps gegen die Revo- lutionäre einzuteilen. Zum Diktator habe man zunächst einen bekannten General aurgesucht, der sich iu Marokko auegezeichnet habe, dieser habe es jedoch abgelchnl, sich daraus einzulassen. Ein dem königlichen hos nahestehendes IMalt, die„Znformoliooes". behaupte. daß der Konig sich zu diesen Diktalnrabsichien bereitgesuoden habe, weil er glaube, daß die mouarchlflischc Parlei in Spanien allzu große Mutlosigkeit zeige. Erdbeben in Mexiko. Schwere Schäden.— Zahl der Opfer noch unbekannt. New Bork. IS. Januar. Nach einer Meldung der„Associated Preß" ans Mexiko-Gtabt ereignete sich dort am Mittwoch ein starkes Erdbebe« von mehr als zwei Mi» nute» Tauer, das unter der Bevölkerung eine Panik hervorrief. Die Einwohner verließen eiligst ihre Woh- «nngen. da ste de» Einsturz der HSnser befürchteten. Zur Jeit des Erdbebens war ein eigenartiges gelbes Licht am Himmel zu beobachten, aus dem leuchtende Blihe hervorzntkten. Tie gelbliche Beleuchtung der Atmosphäre hielt noch über eine Stunde an. Das Erdbeben war von Wolkenbrüchnu begleitet. Ten» ersten heftigen Erd- stoß folgte« während fünf Minuten kleinere Stöße. Biele Gebäude wurde« durch Riffe beschädigt; alte von den Spanier» erbaute Brunnen versiegten. Einige Trnk- mäler sind von den Sockeln gestürzt. Nach den letzten Berichten wird das Beben als dos schwerste bezeichnet, das man seit jenem großen Beben im Juni 1911. bei den, in 41 Städten über 2000 Menschen umkamen, erlebt hat. Dos Epizentrum des Bebens war in der Stadt Matamorasyzucar. südöstlich von Mexiko-Stadt, im Staate Puebla. Der Seismograph in Mexiko-Stadt versagte, nachdem er das Beben vier Minuten tanz aufgezeichnet hatte. Es scheint, als ob das Erdbeben den Rio Bomko entlang gelaufen ist. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Bisher sind ein Toter und vier verletzte gemeldet. In Mexiko-Stadt brachen an mehreren Stellen Brände aus. In Tampieo stießen eine Anzahl Bahnwogen zusammen._ OerKonflikt im oberschlesischen Vergbau Heute Verhandlungeu im Neichsorbeifsmin'sterium. Die 1falh«rha«idlungev im tohukonflikt der oberschlelilchen Bergbauindustrie werden heute vormittag im Reichxarbeikr- ministeivm lkaklftndev. Di« Gewerkschaften haben den am Dienstag- abend in der Oohnfrage geMlea Schiedsspruch abgelehnt, ver Schiedsspruch über de« Mantellarifv ertrag, der für die Bergarbester- fchofi ewige Seebeffenwg« drwA. tvvrde ongmonaiaL Volkspartei greift Dietrich an Er soll die Sozialausgaben senken In der allgemeinan finanzpolitischen Aussprache. die heute un Haushalt sausschuß des Reichstags forgsführt wurde. hielt der volksparteiliche Abg. Dr. C r e m e r zu Beginn eins lange Rede, in der er sich wiederholt sehr scharf gegen die R«- g i e r u n g wandt«. Er erklärte einleitend, die Rede dos Reichs. finanzministers hätte ihn und sein« Freunds aufs höchste de- fremdet, und er halte es für durchaus falsch, daß Dr. Dietrich Wirtschafispartei So geht es, Herr Orewih, wenn man immer— zum Trog drängt? sich lediglich darauf beschränkt habe, ein Bild der Fi- nanzen zu geben. Selbst dieses Bild sei nach seiner Ansicht nicht richtig. Es werde noch viel ungünstiger werden, als Dietrich es angenommen habe. Es sei notwendig, die Finanzen in engste Be- ziehung zu der gesamten Reichspolitik zu stellen und sie in diesem Rahmen zu betrachten. So setze die Frage einer Revision des Uaung- Plans die Bereinigung der Reichsfinanzen voraus. Keine Reichsregierung könne doch mit irgendeiner ausländischen Regierung in Berhandiunzen über Aendcrungen im Doung-Plan ein- treten, wenn nicht absolute Sicherheit dafür sei, daß die Reichs- finanzen i» sich in Ordnung seien und der ausländische Kapstalmarkt nicht i» Anspruch genommen zu werden braucht. Die Finanzpolitik sei nicht, wie Dietrich seiner Rede nach angenommen Hobe, ein Ding für sich, sondern nur ein Teil der allgemeinen Innen- und Außen- Politik. Auch den Acußcrungen des Ministers bezüglich der Gemein- den sei nicht zuzustimmen. Man habe zw.:r den Gemeinden neue Einnahmequellen cröifiict, ober viele Gemeinden könnten sie nicht durchführen und wo sie eingeführt wären, würden ste nicht die er- hofften Beträge bringen, ganz abgesehen davon, daß auf der anderen Seit« dadurch die Reichseinnahmen gesenkt werden. Biel wichtiger als die Erschießung neuer Einnahmequellen für die Gemeinden sei rs. den ft ö r k st« n Druck auf die Gemeinden bezüglich einer Einschränkung ihrer Auxaabenwirtschaft zu üben. Der Wider- stand niancher rheinischer Oberbürgermeister, die in Köln und anderen Städten ungeheure Bezüge hätten, aus freiwillig« Senkung dieser Bezüge würde m der gesamten Oeffentsichkeit nicht verstanden. Wie könne man bei den kleineren Beamten Verständnis für die Rot- ivendigkeit von Gehaltskürzungen ermatten, wenn von den Spitzen derartig vorgegangen werde. Die Dzutsche Bvlkspattei verlange auch, daß der Reichsfinanzminister in seinen Bestrebungen nicht vor d?m Arstcilsjuivisterium hall mache. Di« Sozialpolitik müsie gezwungen werde», sich anzupaffen an die Mögsichkeitt» ta Finanzpolitik. Die Deutsch« Boßspartei werde ihr« weiter« M starb est am Haushall davon abhängig machen, daß im Plenum in klarer gesetzgeberischer Form die Einsparung des eoeistuellen Fehlbetrages, von dem der Minister gesprochen habe, auf der Ausgabensest« erfolge. Es werde auch notwendig sein, daß der Minister Ausklärung gibt über die von ihm in Süddeutschland entwickellen Pläne bezüglich einer Einschränkung der Arbeitslosigkeit. Ist es wahr, daß der Plan bestehe, pro Kopf eines neu einzustellen- den Arbetter im betreffenden Bettteb taufend Mark Zuschuß zu zahlen unter der Verpflichtung, daß der Arbeiter mindestens ein Jahr be- schäftigt werde? Wie steht es mst dem auch in der Oeffentlichkest «ratterten Projekt, durch Bereitstellung von 750 Mißtönen öffentliche Arbesten in Gang zu fetzen, und wie will der Minister diese 7S0 Mil- lionen befchafsen? \_- Oer Steuerkoniwlleur bestochen. Vei allen französischen Banken üblich. pari», 15. Zanuar. fEigenbericht) Der parlamentarische Unl ersuchungsau sf chuh im Oustric. Skandal hat eine neue schwer« Bellechungsassöre ausgedeckk. Der Kontrolleur der Skeuerverwaltung. Äuge, dessen Aufgabe es war. die Bank Oustric zu überwachen, erhielt von Oustric ei» festes vconotsgehall und befaß zu diesem Zweck ein vaakkonlo. Ein Direktor der Oustric-Bauk. d'r bor der Unter- suchnngskommission die Bestechungsassüre ausdeckte, erklärte dazu, daß diese Praxis der Beamlenbestechung bei allen Danken geübt werde. Volksspeisung billiger. Aber auch geringe Senkung der llnterftühungsrichtsätze. Die Senkung der tebensmitlelpreise und einschneldeude Maß« nahmen zur Verringerung der vcrwallungskosten haben es ermög» licht, mit Wirkung vom 1. Februar ab den Abgabepreis für die städtische volksspeifung um 20 prozeni zu senken. Menge und Gül« de» Essens bleiben unverändert. Infolge des erheblichen Sinkens der Lebenshallungstoste» müßten noch den geltenden Gemeindebeschlüsscn auch die gegen» wattigen Untcrstützungsrichtsötze um Z bis 6 M. herabgesetzt werden. Der Magistrat hat sich nach eingehender Beratung jedoch hierzu nicht entschließen können. Die Unterstützungssätze sind vielmehr vom l. Februar l93l ab geringer, für die Betrosfenen immerhin fühlbar genug, herabgesetzt worden. Die Senkung beträgt für die Monatsbeträge bei A ll e i n st e h e n d e n 1 M. und bei Ehe- leuten 1,50 M. Die Richtsätze für 5Under sind bestehen gobliebciA, Die Richtsätze sehen setzt vor in der gehobenen Fürsorge(für Kleinrentner, Sozialrentner, diese» Gleichgestellte, Kriegsbeschädigte und Kricgcrhinterbliebene) für Alleinstehende 52 M., für Ehe- leute 78 M., für jedes Kind unter 15 Iahren 18 M.: jür nicht in der gehobenen Fürsorge zu betreuende Personen fhöchftens 10 Pro,}. oller laufend Unterstützten) für Alleinstehende 41 M., für Eheleute 61,50 M., für Kinder unter 15 Iahren 18 M. Diese Unterstützungsrichisätze sind weder Mindest- noch lhöchst- (ätze, sondern lediglich Richtsätze Die Festsetzung des im Einzel- falle tatsächlich erforderlichen Unterstützungsbetrages erfolgt jedesmal auf Grund einer genauen individuellen Prüfung der wirt- schaftlichen Verhältnisse. Belgien hoti die Flagge nieder. Oie Konzession in Tientfin an China zurückgeaeben. Brüssel, 15. Januar. Aui Grund des kürzlich Zwischen der belgischen und der chstiefi- fchen Regierung abgeschlossenen llltbcrcinkominens wurde die belgische Konzession in Tientsm den Vertretern der Nankingregierung über» geben. Die belgische Flcgge wurde niedergeholt und durch die chi- nesischen Farben ersetzt. Aus Anlaß der Urb ergäbe fanden Volksfest- lichteiten statt. Alls Beamten und die Schult inder erhielten einen freie« Tag. Di« Polizei hat an Stelle der btlgrfchen llniform die chdttfisch« angezoges. Heimliche Raffejuden.< Entdeckung des völkischen Wetterwarts. Zn der Mannheimer..Dolksstimme' finden wir«ine ainüjante Slötansehmg der hakcnkreuzlertMn Rafienschnüfselei. die auch un« s«r-n liefern Vergnüge» bereiten wird. Unter dem Titel„Rasse« Inden im Reichstag" hatte der Karlsruher„Führer", das chauptorgan der bobifchen Nazis, die vertappten Rüden im Reichstag entlarvt. Dazu schreibt unser Mannheimer Pruderblatt: Die Liste der ihre Rasse verheimlichenden Jude» wird präsentiert. Zusanimcn 33 Rassejitden. Woher stammen diese Kenntnisse? Man hat das Reichstagshairdbuch genommen und die Bilder der Reichstsgsabgeordneten studiert. Entschieden hat dabei die anthropologische Intuition. In der Rassenkunde durch den be- rühmten Günter geschärft, beschaute man die Bilder und verzeichnete die des Semitasmus verdächtigten Abgeordneten- Die Reihe der Delinquenten kommt in der Ordnung, wie die Abgeordneten im Reichstagshandbuch stehen— begonnen mit Berlin, beendet mit der Reichsitste. Tie Auelesen ging aus Grund der„anthropologischen Merk« male" vor sich: hat einer eine Brille, dazu nach ein mageres Iaur- ualistengesicht(obwohl rotblond), so kommt«r aus die Liste— so der fummumstssch: Abgeordnete K o e n e n- choll«. Der blonde Rorddeiitsche Otto Eggerstedt aus Kiel, sozialdemokratischer Polizeipräsident von Altona, ehenraliger Backe rgehlls«, sieht vcrdücktig intelligent aus, ertappt: Jude. Daniel Stücklen, ehemaliger Me- tallarbeiter. Chemnitz: dick, behäbig, gutmüiig— auch ein Jude! lilnra Zetkin Hai Zwar ein typisch germanisches Gesicht, aber der Name, der Name! Sie war mit einem Juden verheiratet und der hat sie semitisch infiziert.(Ist Herr Dr. Scholz, der Rmchstags. präsidenrschasts-Kandldat der Nazis, durch seine jüdische Frau nicht infiziert worden?) Eduard David, der evangelische Psarrersahn aus dem Maseltak, lächelndes Greisengesicht, wie es in den Grimm- Märchen steht, aber der biblische Name? Run wissen die Anthro- pologen aus Karlsruhe nicht, daß ein gutes Viertel aller Engländer imh Amerikaner biblische Namen trägt. Alsa her mit David auf iaie Iudenliste! Und so ging es weiter. Manchmal sollten diesen Anthropologen dach Zweifel kommen: was het C r i s p i e n semitisches in seinem Gesicht? Nur eins: er sieht dem Christus, wie er von der alten holländischen Malerei dargestellt wurde, furchtbar ähnlich(hoffentlich wird uns die Feststellung dieser Aehnlichkcit weder von Eriapien. noch von der Zentrumspresse iübcl genommen)... Und noch ein Beispiel, das leicht nachzukontrollieren ist: unser freund Stefan Meier, der basische sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete. Er, einer der wenigen Nicht-Dissidenten in der sozial« demokratischen Reichstagsfraktion, katholisch, Ur-Schwarz- waloer, kommt auch aus die Liste. Verdächtig waren seine intelli- geuten braunen Augen... Aber den süddeusschen geht es ja überhaupt schlecht bei dieser Inquisition. Wenn der blonde Urgermane Eggerstedt aas Kiel durchgefallen ist, was können dann die armen Süddeutschen erwarten? So lst die Iudeilliste ins Ungeheure gewachsen. Aber eine wich« tige Lücke enthüll st« doch. E i n Raisenjude fehlt hier,«in Gesicht, über das überhaupt keine Zweifel bestehen können, wurde freundlich amnestiert. Echeimrat Dr. Quaatz, Hugenbsrgs Waffenträger und Verbünditer der Nazis, der leidenschaftlichste Ankläger gegen den südischen Boung-Plan und der Sohn einer jüdischen Mutter, der ist nicht auf die List« gekommen. Vritlanienraub aus dem Schaufenster. Oiebesjagft durch die Straßen Magdeburgs. Magdeburg. 15. Januar. Auf dem Breiten Wege, dsr chauplverkehrsstraßo van Magdeburg, wurde am Mittwoch gegen 18 Uhr, zur Zeit des leb- hattest«» Straßenverkehrs,«im unerhört dreister Schanfinlterraub verübt. Ein junger Mann schlug plötzlich die Schausenslerscheibe eines üluwelierzeschäsles ei», rändle ein Kissen mit lS Vrillaul. Ingen »nd slüchlele in eine Seitenstraße. Mehrere Passanten nahmen die Äerfalgung auf und kannten den Täter in einem Hausflur stellen. Das Ueberfallkommando brachte ihn zur Wache. Lei seiner Durch- suchung wurden noch sieben Brillantringe gefunden. Die übrigen Ring« hatte er auf der Flucht verloren, doch konnte ein Teil wieder hekbeigeschafft werden. Die gestohlenen Ringe hatten einen Wert von etwa NOli Mark. Der Berliner ZuwelendieSstahl noch nicht geklärt. Die beiden Amsterdamer Juweliere, die gestern auf der it-Ba�n Ja empfindlich b«stöhlen wurden, haben eine genaue Aufstellung der abhandengekommenen Steine gegeben. Danach waren in der fchmarzledernen Tasche 3833 Diamanten und Brillanten. All« Steine hatten gangbare Mittelgrößen. Stücke, die durch Farbe und Größe besonders aufgefallen wären, waren nicht dabei. Wie schon erwähnt, waren die Juwelier« gegen Verlust bei Lloyds-London oersichert. Die Gesellschaft wird für die Wiederbesckzaffung ein« entsprechend« Belohnung ausfetzen. Trotz aller Nachsarschlingim der Berliner Kriminalpolizei hat man von der Slcinfammlung noch leine Spur gefunden. Auch in Hehlcrkreisen ist noch nichts davon aufgetaucht. Die Hoffnung, daß das Portefeuille verloren und von einem ehrlichen Finder aufgehoben wurde, hat sich in- zwischen sehr verringert. Es ist vielmehr anzunehmen, daß ein geschickter Taschendieb durch einen Zufattsgriff so reiche Beute ge- macht hat. Bruder und Schwester ermordet. Glienicke. 15. Januar. Ju Glienicke-Ausbau erschoß der Landwirt Werner seinen| Bruder und seine Schwester. Der Täler stellke sich daraus selbst der! Posizei. Zwischen den Geschwistern soll es über den verkauf der Wirsschast zu Streitigkeiten gekommen sein. Oer Mörder als Heros , Hervorragende fs!datische und menschliche Eigenschasten" Vor leeren Stühlen. Münchmeyer vereinsamt. Köslin, 15. Januar.(Eigenbericht) I Det Naziabgeordnet« Münchmeyer, der am Freitag voriger Söoche vom Kösliner Schöffengericht zu drei Monaten Gssangnis und 150 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, sprach am Mittwoch* abend in Köslin über das Thema„Hinter den Kulissen der Herwigen Justiz". In de? Aerjammlungsantündlgung waren einem sozialdemokratischen Redner drei Viertelstunden Redezell zu- gebilligt worden. Den etwa 800 Versammlungsteilnehmern wurde aber durch ein Plakat vor dem Saaleingang mllgeteill, daß keine Diskussion zugebilligt werde. Darauf bemächtigt« sich i>er Versammlung eure große Erregung. Mehrere sozialdemokratische Redner, du zur Geschäftsordnung sprachen, wurden aus dem Saal gewiesen. Schließlich ließ der Lorsitzend« der Razioersammlung zu- Der noch ungeklärte Tod des früheren FeldwebelsAugust Fahlbus 6) gibt der.Deutschen Zeitung" Veranlassung, diese Sätze zu schreiben: „Der Dank des Vaterlandes", wie man ihn heute versteht, hat diesen Man:, und feine Familie besonders hart getroffen. Fahl- busch, hervorragende soldatische und m e n s ch l i cd« Eigenschaften standen fiir jeden außer Zweifel, der ihn kannte." Um den Nationalen bei der Würdigung so hervorragender Eigen- schaft behilflich zu sein, geben wir hier noch einmal die g e r i ch t l i 6z erwiesenen Tatbestände; 1. Arn 18. Juli 1923 saßen Im' Tanzloka!„Reue Well" in Rathenow der OberleutnantFuhr mann und die F e l d- webel F a h! b u s ch, Klapproth und W i l m s, sowie der Unteroffizier Umhofer znfamnren. Es wurde stark gezecht und getanzt? W i l m s wurde betrunken gemacht. Beim Morgengrauen bestiegen Wllms, Klapproth. Fuhrmann. Umhofer. Fahlbnfch und der hinzugekonnnene Feldwebel Büsching mit einem Mädchen ei» Auto. Während der Fahr! rvurde der betrunkene Vilms durch Fohlbufch, der hinter ihm saß. mit«Urem Schuß in den oberen Nacken gelötet. Die L e i 6) c wurde durch zwei ineinander gesteckt« Kichelschutzmuffcn beschwert und i n d i c Havel geworfen. Aahl- bufch belog nach seiner Rückkehr in die ftajerne dea Wachtuoler- offizier. indem er ihm sagte, Wilms sei irgendwo besoffen siegen geblieben. Wilms wurde ermordet, weil ex einen Militärmantel,«inc Zeltbahn und eure Militärhose widerrechtlich verkauft haben sollte. Auch stand«r im Verdacht, Spitz« ldienste für die Kommunisten zu leisten. Dieser Per da cht gründet« sich auf die Bekundungen eines später wegen Mordes und Meineides verurteilten Mannes. 2- Am 3- August 1923 kehrte der Unteroffizier Zllfred Brauer von einem Urlaub zu seiner Formation, die zur„Schwarzen Reichs- wehr" gehörte, nach Küstrin zurück. Dort wartete der Feld- webel F a h l b u s ch auf ihn und forderte ihn zu einer Kneiperei auf. Mit einem Auto der„Schwarzen Reichswehr" fuhr Fahlbusch dann mit Brauer und anderen Unteroffizieren nach SSpzig, um welter zu kneipen. F a h l b u s ch bezahlte. Auf dem Abtritt sagte Fahlbusch zu einem Unteroffizier:„Brauer ist ein Schweinehund und muß weg Den schmeißen wir unter-- wegs ins Wasser." Als später Fahlbusch und Brauer allein im Auto waren, lötete der Feldwebel den Unteroffizier durch Schuß in den Hinterkops! Cr schleppte die Leiche die Chausseeboschung hinab und beraubte sie aller Sachen, die zur Feststellung der Person des Toten hätte führen können. Zlm nächsten Tage ging er in die Garage und reinigte den mit Blut besudelten Wagen. Die Ermordung Brauers gründete sich auf den bloßen unbewiesenen Ber- dacht, mll Kommunisten in Verbindung zu stehen. Nach der Aussage von Fahlbusch sind beide Mordtaten auf„Befehl" des Oberleutnants Schulz erfolgt. Spater entzog sich Fahlbusch der Verantwortung durch die Flucht nach Amerika. Er wurde wegen Vergehen- gegen da» Prohrbllion»- gcsetz ausgewiesen und auf deutschem Hoheitsgebiet verhaftet. Im November 1929 wurde gegen den Landwirt und ehemaligen Feldwebel August Fahlbusch, der" beschuldigt wird, in der Nacht vom 18. zum!9. Juli 1923 bei Rathenow den Feldwebel Wilms, und in der Nacht vom 2. zum 3- August 1923 den Unteroffizier Brauer ermordet zu haben, von der Staatsanwaltschaft III in Berlin An- klag« wegen Mordes erhoben. Zu einer Hauptverhandlung ist es infolge dsr durch die Kam- muniften und die Mehrheit der Bürgerlichen beschlossenen Amnestierung der Fememörder nicht gekommern Fahlbusch m o r de t e gegen jede soldatische Traditon zwei Kameraden und entzog sich durch Mucht der Verantwortung.� Fahlbusch tötet« betrunken gemachte Männer durch feig« Schüsse von hinten, belog seinen Kameraden und remigte am Tage nach der Bluttat den Mardwagcn. als wenn nichts geschehen wäre. Das alles sind nach dem Zeugnis der nationalistischen „Deutschen Zeitung" hervorragend« soldatische und menschliche Eigenschaften"! Rußland und die Abrüstung Gegen Benesch als prasidenien und gegen Genf als Tagungsort Moskau. 15. Januar. Angesicht» der zur Zeit stattfindenden Erörterung der Frage des Vorsitzes, des Zeitpunktes und des Ortes der Abrüstungskonferenz haben die Sowjetbotschasten bzw. Sowjetgesandtlchaften in Groß- brllannten. Deutschland. Italien. Norwegen. Persien. Polen. Frankreich und Japan den Außenministern dieser Länder folgende gleichlautende mündliche Erklärung abgegeben: Gemäß den Beschlüssen der Mehrheit der Vorberellenden Ab- rststungskommission wird sich der Völkerlnrndsrat in seiner nächsten Session wahrscheinlich mit der Festsetzung des Ortes und des Zeit- Punktes der Eürberirfung der Abrüstungskonferenz und der Er- Normung des Konferenzoorsitzenden befassen. Nach Ansicht der Sowjctregierung kann diese Konferenz eventuell von internationaler Bedeutung sein, denn von den Ergebnissen der Konferenz kann in erheblichem Maß« die Frage der Verlängerung und Festigung des Friedens und die Frage eine» neuen Zerstörungskrieges ab- hängen. Die Sowjetregierung hat sich wiederHoll in dem Sinne geäußert, daß unter den gegebenen Verhältnissen die einzige Garantie eines wahren Friedens die Abrüstung oder zumindest die größtmögliche Herabsetzung der Rüstungen sein werde. Nach Ansicht der Sowjetregierung ist es für«inen Erfolg der Arbeiten der Konferenz erforderlich, daß allen Konferenzteilnehmern, sowohl den großen als auch den kleinen Mächten, voll« Gleich- berechtig ung gesichert fei. Sie sieht sich aber gezwungen, fest- zustellen, daß diese Gleichberechtigung in der Abrüstungekommission gegenüber der Sowjetderegatian nicht nur durch die Beschlüsse der Komrnission, sondern namentlich durch die offen parteiisch« Haltung des Kommissionsvorfitzenden verletzt wurde. In den Protokollen der Kommission sind nicht wenig Beleg« für diese Behauptung zu finden. Es bedurfte besonderer Selbst- beherrschung und Geduld der Sowjetdelegation wie auch der Er- kenntnis der enormen Bedeutung, die ihre Regierung der Sache der Abrüstung beimißt, um unter dem Eindruck der Taktlos ig- ketten und Grobheiten des Kommissiausvorsitzenden ihre Teilnahme an der Kommission nicht abzubrechen. Unzmcifelhast wurde die Haltung des Vorsitzenden unter anderem auch durch seine Zugehörigkeit zu einem Staate bedingt, der im Lauf« von 14 Iahren normalen Beziehungen der Sowjetunion ausweicht, dem es an wirklichen Quellen zur Information über die Sowjetunion gebricht. und der deshalb mehr als andere kapllalistifchc Staaten Vorurteilen gegemüb« der Sowjetunion unterworfen ist. In Anbetracht dessen glaubt die Sowjetregierung. daß dt« Beteiligung an der Wahl de»«anserenzvarsshendrn allen konsereuzrnilgliedern ohne Ausnahme gewährt werden müsse. und daß der Vorsitzende daher nicht von einer Staatengruppe und auch nicht von einer Organisation, der nicht alle Konferenzteilnehmer angehören, sondern vom Plenum der Konferenz ernannt werden müsse. Di« Sowjetregierung glaubt, zum Vorsitzenden und somit auch zum Leiter einer so wichtigen Weltkonferenz könne nicht gewählt werden ein Vertreter eines solchen Staates, der bereits in der Vorbereitenden Abrüstungskommission eine bestimmte ablehnende Hallung gegenüber der Abrüstung gezeigt hat, noch eine« Staates. der«ine entwickelle Kriegs Industrie von internationaler Ve- deutung besitzt und demnach an der Aufrechterhaltung und Steigerung der Rüstungen wirtschaftlich interessiert ist, noch eine» Staates, der nicht mll allen Staaten, die an der Konferenz teilnehmen, nor- male Beziehungen aufrechterhält. Selbstverständlich kann zum Borsitzenden der Konferenz auch nicht eine Persönlichkest gewählt werden, die durch ihre öffentlichen Kundgebungen oder ihre Bor- urteile gegen diesen oder jenen Staat bekannt ist. Ferner ist für eure erfolgreiche Arbeit der Konferenz notwendig, daß allen chrsn Teilnehmern die nötige Ruhe und die Möglichkeit, sich auf den Gegenstand der Arbellen der Konferenz zu konzentrieren, gesichert sei. An dieser Ruhe fehlte es der Sowjetdelegation bei der Vor- bereitenden Abrüstungslommissian in erheblichem Maße angesichts der feindseligen Atmosphäre, die ihr gegenüber durch die Genfer Presse und durch örtliche Antisowsetorganssationen ge- schaffen war, zu denen auch die bekannte international« Organisation zur Vorbereitung einer Intervention in der Sowjetunion mit dem Beschützer des Mörders des Sowjctbotjchafters Worowski an der Spitze gehört- Vorurteile und Voreingenommenheit gegen die Sowjetunion sind naturgemäß stärker in jenen Ländern, die in der Sowjetunion keine Vertreter haben, denen es daher an authentischer Information über die Sowjetunion fchlt. und die ihre Iniarmation ausschließlich aus Berichten verantwartungsloser Journalisten be- ziehen. Die Sowjetregierung glaubt daher, daß als Ort der Abrüstungskonferenz ein Land gewählt werden müsse, das mll allen Staaten, die an der Konferenz teilnehmen, normale Be- Ziehungen aufrechterhäll. nächst die linke und dann nach und nach die recht« Hülste des Saales räumen. Ungefähr neun Zehntel aller Zuhörer wurden aus dem Saal gewiesen. Di« Aersamnrlungsteil- nehmer brachten brausende Hochrufe auf die Sozialdemv- k r a t i e. die Republik und auf Karl Seoering aus. Als Münchmeyer vor leeren Stühlen das Wort nahm, wurden auch von den Tribünen Zwischenrufe laut. Einzelne Tribünenbest'cher wurden gleichfalls des Saales verwiesen. Die Versammlung war für Münchmeyer eine Ricsenpleite. Auf zu Hiiter! HugenbergS presse für das Oricke Reich. Bei den Hugenbergfchen Zeitungsunternehmringen ist man zu der Ansicht gelangt, daß mit den absterbenden D e u t f ch n a t i o- nalsn kein Gesckzcift mehr zr» machen und daß es daher an der Zeit ist, sich auf die jüngere Richtung der Nazis umzustellen. Der „Tag" vom 13 Januar bringt in feiner Beilage„Wege zur Volksgemeinschaft" den Artikel eines Dr. Giseviu», der folgendes Bekenntnis ablegt: Die Jugend erkennt die heutige Gegedenhsll weder als Staat noch als Reich an. Alle nationale Hoffnung, alle Zielstrebigkeit. aller Glauben klammern sich an etwas, rpas von der Zukunft ist: das dritte Reich. Das..Dcüt« Reich" ist von der Redaktion des„Tag" durch besondere Schlagzeile au» dem übrigen Artikel hervorgehoben. Herr Hugenberg hat nach dem Zeugnis feine» Freund«, Professor Ludwig Bernhard seinerzeit in dem bankerotten Scherl-ilntcrnchmen. alz er es mit Hilfe schwerrndustrieller und preußischer Staatsgelder sanierte, die geheimnisvolle„Scherl-Seele" entdeckt. Sollte er jetzt die„Hitler-Seele" in seinem Konzern entdeckt haben?! Tinz muß vertagen. W«il Frick die Gelder sperrte. Die Hermuollshochschute Schloß Tinz hatte im Frühjahr vorigen Jahres einen Prozeß gegen die thüringische Regierung vor dem thüringischen Staatsgerichtshof angeftrenzt, well Herr Fnck die Zuschüsse um zwei Drittel gekürzt hatte, obwohl das den bestehenden Verträgen widersprach. Durch die Unterstützung des Reiches und ariderer amtlicher Stellen wurde es der Schule trotzdem möglich, ihre Kurfs zu den alten Bedingungen weiter durchzuführen. Nun aber steht ein Termin für den Prozeß immer noch nicht fest. Deshalb ist die S ch u l-c mangels Mittel» g e z w u n- gen, den Beginn des 15. Mönnerkvrsus, der heut«, am 13. Januar diefes�Iahres. fein sollte, auf unbestimmt« Ziiit zu ver- tagen. ZciivnASver'oot in Breslau. Der Oberprasideist ber Provinz Nisderschlsnen hat die in Areslau erscheinend« national- s a z i a l i st i s ch e Zeitung„Der schlcstsche Deabachter" wegen Verstoßes gegen das Reichsstraigesetzbuch und das Republilfchutz« gefstz auf die Dauer von zwei Monaten oerboten. Pariser„Angriff". Ein neue» Miitagsblati erscheint unter dem Titel..Pam-Rmttkües" als Organ des Pariser Abg. Tait» tinger, Führer der radikalnationalistischen Jugend. Berlin in Schnee und Eis Keine wesentlichen Verkehrsstörungen Der Winter hat sich in Bertin durchgesetzt. Schon gestern«iah es bis fpär in die Nacht hinein einen seinen aber unentwegten Schneesach und begünstigt dur6> die zunehmende Käste, hielt stch das meiße Kleid. Dos Thermanieter zeigte noch am heutigen Morgen 3 Grad. In den chauptverkehrsst ratzen waren Schipperlolonnen am Werk, schnell und umfassend die Säuberungsaktion varzunehm.n. Denn das gejchöltige, ewig hastende Großstadtgetriebe kann mit dein idyllischen Weih nicht viel beginnen, das unter dem Druck chs Massenoerkehrs ja schließlich doch zu Wasser wird- Aber in den Außenbezirken, wo das Tenrpo noch ein geruhsameres ist. hat der Schnee eine prächtige WintcrZandschast geschaffen: da gibt es Schneeballschlachten und Rodelsahrren und der Natucbegeisterte, d'.r sein« Schritt« in den nahen Grunewald lenkt, kommt ebenfalls reichlichst aus seine Kasten. Bisher 2S0V0 Mark Gchneeabfuhrkosten. Dieser erste größere Schneefall des recht wechselvollen Winters hat der Stadt etwa SO 000 Mark Kosten verursacht. Auß.r dem 3000 Köpfe zählenden Stammpersonal der Städtischen Straß n« reinigung mußten in den heutigen srühen Morgenstunden 1600 Hilfsarbeiter herangezogen werden. Gegen 8 Uhr war die Llk-ion ziemlich beendet und die Hauptverkehrsstraßen waren von den Schneemengen restlos befreit. Schon in der Nacht waren 113 Schneepflüg« und 45 Sandstreuwagen eingesetzt wo cden. Die Berliner Bc r le h r s ge sells ch as t mußte in der ver- gangenen Rächt ein ganze, Heer von Arbeitskolonnen hinausseichen, um dir vielen Weichen, die bei den schon in den Abendstunden stark sinkenden Temperaturen in die Gesahr des Em- ffierens gerieten, freizuhalten. Eine Reihe von Schnecpslügen und Salzstreuwogen hielt außerdem das Gleisnetz eisfrei, so dag es bei dem starken Frühoerkehr nirgends zu Stockungen gekommen ist Die Autobusse mußten in den Morgenstunden wegen der Vereisung der Fahrdömme äußerst vorsichtig fahren und die Chausicure muhten mächtig aufpassen, um die schweren Fahrzeug« in der Ge- walt zu behalten. Unfälle haben sich, soweit bekannt geworden ist, glücklicherweise nick)! ereignet. Vetierumschlag in Sich». Das schon« sonnige Winterwetter soll leider wieder nicht von allzu langer Dauer sein. Wenn die Voraussagen des WÄterdienstes zutreffen sollten, dürfte bereits in den nächsten 24 Stunden«in völliger Wetterum schlag zu erwarten sein. Bei steigen- den Temperaturen und zunehmender Bewölkung ist zunächst mit Schneefällen zu rechnen, die dann in Regen übergehen werden. Nordwestdeutjchland und fast die ganze Nordseeküst« hat bereits wieder mildes Wetter, die Quecksilbersäule ist allenthalben über 0 Grad gestiegen. Aus Südengland und dem Gebret der Ndrd- s«e werden sogar 3— 8 Grad Wärme gemeldet. Die Druckverteilung läßt erwarien, daß unser Gebiet in den Bereich wilder m a r r» timcr Luftmassen gelairgen wird. Außerdem werden sich Westwinde einstellen, die den Temperaturanstieg«benfalls wesentlich beeinflussen dürften. Die Temperaturen, die heute früh in Berlin 6 Grad Kälte betrugen, stiegen bis um 12 Uhr auf minus S Grad. Lleberspannte Hoffnungen Keine �Trockenlegung" von WaSienmeer, Lahde, Bollart Im Zusammenhang mit der Frag« der Arbeitsbeschaffung siick» in letzter Zeit Pressemeldungen aufgetaucht, die von einem angeblich in der Ausarbeitung befindlichen Landgewinn ungs- Programm größten Stils Einzelheiten wiedergegeben haben. Danach sollte da, holländisch« Beispiel der Zuyderseeverlandung aus die deutschen Küsten übertragen. das nordfriesische» Wattenmeer und teilweise auch Iahdebusen sowie Dollart durch Dämme abgeschlossen, entwäffert und„trockengelegt* werden. Da bekamrtlich das Anlandungsrecht in Nordseegebict ziem. lich ausschließlich dem preußischen Staat(Domänensiskus) zusteht. haben wir uns um Austunft an die zuständige Wass«rbauab:eiwng im Landwirtschaftsmiuisterium gewandt. Die Antwort war. wie kaum anders zu erwarten, ein glatte» Dementi. Das holländische Vorbild läßt sich nicht auf deutsche Berhältnisse übertragen. Von amtlicher Teste wurde weiter folgender Tatbestand festgestellt: Das Landgewinnungsprogramm für 1931 und 1932 ist festgelegt durch das Krcditgesetz vom 26. Juli 1930(Preuß. Ges.-Samml. S. 218). Danach wurden S 225 000 Mark flüssig gemacht zur Fortführung der seit langem in Gang besind- llchcn Aushöhungs- und Anlandung»arbeiten auf einem domänenfiskalischen Gebiet von 9448 Hektar Größe. Davon entfällt der größere Test auf Borland an der nordfriesischen Küste. der kleinere Anteil auf Ostsriesland.* Weitergehende Pläne bestehen nicht. Insbesondere ist keine Rede von neuen Damm- bauten. Unsere mit technischen Mitteln durchgeführten Verlandungs- arbeiten können die natürliche Anschlickungstätlgkeit des Meeres auf Schlickwatten nur begünstigen nich beschleumgen, aber nicht ersetzen. Die Unterstütziingstätigteit des Meeres durch menschliche Arbeit beschränkt stch zumeist auf das Anlegen von Gräben und Gruben, die sich mit Schlickmassen vollsetzen, und Errichtung von Pfahlrcihen und Buschwerk, das die erdigen Bestand- teste des Meerwassers bei rückgehender Flut festhält. Auf Sand- matten ist die Londgewinming überhaupt zwecklos, da hier die Möglichkeit landwirtschasstichcr Stützung fortfällt. Das Landgewinnuugswerk an der Küste findet im ganzen Reich aulfällige Beachtung, wie zahlreiche Anfragen und Eingaben beweisen. Vorgeschlagene neuzeitliche und billige Daminbauoerfahren sBetonschüttung vom Schiff aus, Gefrierverfahren usw.) haben sich bei nöhersr Prüfung als unausführbar erwiesen. Prosektenmacher, die„im faustischen Drange* unsere Wattenküste nach Art der Zuyderseeverlandung trockenlegen wollen, übersehen die grundver- schiedencn natürlichen Bedingungen. Die Zmzdcrsee ist ein flaches „Loch*,. das leichter durch Arbeit von allen. Seiten her„zugemacht* werden- kann, als unsere weit geöffneten, von Tiefen und Strömungen durchzogenen Äüstenbuchten, die meist auch Fluß- Mündungen sind. Die oben genannten rund 10 00 Hektar Schlick- sanggebiew werden zudem erst nach etwa 50 bis 60 Jahren restlos deichreif und tulturfähig sein. E» ist ein« maßlose Ilebertreibung, das durch Berlandung zu erwartende Gebiet von der Größe der Insel Rügen oder gar als eine neue Provinz darzustellen. Es erhellt daraus, daß die schöne Losung„Land steigt aus dem Meer* mir mit der nötigen Reserve ausgegeben werden darf, um Enttäuschungen zu verhüten. H- IX „Bon Carlos" im Schitter-Theater. Der Iehner-Inszenierung de»»Don Carlos* Im Schiller» Thoaier folgt der Theatergast, der an«ine staatlich« Bühne einig« Ansprüche stellt, mit wachsendem Befremden. Was er da zu sehen bekommt, scheint eine ungeordnete Szenenzusammenstellung zu sein, bei der die bearbeitende Hand gefehlt hat. Mit Erstaunen stellt man aber fest, daß sich Leopold I e ß n« r groß« Mühe gegeben hat. der Aufführung«in eigene, Gesicht zu geben. Da? sind Ießners Worte: „Es ist das drittemal. daß ich an«in« Inszenierung de».Don Carlos* heranzeh«, immer wieder angelockt durch die Sprödigkeit des aus einer vieljährigen Schaffensperiod« hervorgezangenen ktzten Schillerschen Iugendwerkes. Diele lang« Schassenszeit hat die durch. gehenden Linien des Werkes oftmals gebrochen und verwischt. Die thematischen Motive haben gewechselt, die Gewichte der Hauptfiguren haben sich verschoben. Di« Handlung läßt geniatisch« Irrtümer er- kennen.* Iehner übt also Kritik am dichterischen Geholt de, Schiller» scheu Schauspiels. Ich bi» gewiß der letzte, der Zweifel am Wert tlasstschcr Werks für die Gegenwart für unzulässig hielte. Aber ich muß doch in Anlehnung an die Wort« des Regisseurs sagen. Ießners Inszenierung läßt Irrtümer erkennen, die alles andere als genialisch sind. Mit Kürzungen bin ich«invcrstanden— schon so dauert Sie Vorstellung bis 5,12 Uhr— aber nicht mit Umstellungen von Text und Szenen, die einfach sinnlos sind. Jeßner versucht, durch Umgruppierung der Bilder d«n äußeren Ablauf klarer zu gestalten und erreicht nur. daß die Handlung sich für einen Nichtkenner des Schillerschen.Don Carlos* rettungslos perwirrt. Jeßner versucht ferner, die eigentliche Idee des Dramas herauszuschälen. Was wir im Schiller-Theater erleben, ist aber«in Zwischending von aufregender Haupt- rillt Staatsaktion und kunst- loser Plalatierung von Weltbeglückungsideen. Es lohnt nicht, auf einzelne Irrtümer einzugehen. Jeßner ist offenbar über der theoreti- scheu Idee, den„Don Carlos* zeitgerecht zu mache», der Blick für die Bühnenwirksamkeit des Ganzen verloren gegangen. Er hält den Don Carlos für eins Nebenfigur und besetzt die Roll« mit Walter F i r n e r. dessen mimische Künste sich in Faltungen der Stirn und Aufreißen der Augen und des Wundes erschöpfen. Er ist so ausgeregt, daß jede Bewegung gewollt erscheint, gast jedes Wort bringt er mit weinerlicher Stimm« hervor. Lothar M ü t h« l. fein Gegenspieler als Marquis Posa, übersteigert sich dagegen'n d-n dramatischen Mitteln. Er spricht mit hauchender und oft un- nerftändi icher Stimme. Er schreit, er ist nur laut und daher nie- mal, überzeugend. Elfriede B ö t e m a n n gibt ein, Prinzessin von Eboli mit der Dämonie einer Tingeltangel-Soubrette, und die übrigen Darstellt? spielen i«d«r ihren eigenen Stil. Ein«Igencs Gesicht hat dabei nur Walter Franck ol» König Philipp, dessen grandiose Leistung wenigstens einigermaßen mß dem verlorenen Abend vor- söhnt. Di« Worte:„Das Blutgericht soll furchtbar werden* spricht er mit ganz leiser Stimme und erreicht damit«ine nachhaltiger« Wirkung als Lothar Müthel mit seiner temperamentvollen Lautheit. Im zweitan Teil, in dem Walter Franck seine Gestalt als krank- Haft besessenen König spielt, können wir mit seiner Auffassung nicht mehr ganz mitgehen, dennoch bleibt er wenigstens«ine Art von Erlebnis. Dos Publikum des Schiller-Theaters ist ehrlich ergriffen und ruft Darsteller und Regisseur immer wieder vor die Rampe. Srn»t Degner. Wanderungen eines Rubens-Bildes. Äedereignung oder Eigentumsvorbehalt? Wegen llnlerfchlaguog«Ines Rubeu»-Gemäldes holte sich der Studcal Graf Btnno v. Schock vor dem Schössen- gerichl Lerlin-Milke zu verantworten. Im Mai 1928 hatte«in Künstler L- in Amsterdam bei einem Kunsthändler ein Oclgemälde eittdeckt. dos den Apostel Paulus dar- �stellte, dar beide Hände über«in Schwert kreuzt« und«in Buch hielt Der Meister war unbekannt, und L. könnt« das Bild billig erwerben.'Nach einem Gutachten von Wilhelm v. Bode ist das Bild aber als ein echter Rüben» aiizufprechen. L. übergab das Gemälde einer Kunsthandlung zum kommissionswoisen Verkauf. Ein gewisser Gutermann führte den Angellagten der Firma als Käufer zu. Der Graf erwarb das Bild für 40000 Mark und gab vier Wechsel über je 10 000 Marl. Nach der Behauptung der Ztrma sollte sie Eigentümerin des Bildes bleiben, bis die Wechsel bezahlt waren. Die Wechsel gingen aber unter Protest. Unmittelbar nach Erwerb des Bildes verpfändete der Angeklagte es sür 1500 Mark beim Staatlichen Leihhaus. Den Pfandichein erwarb für andere Forderungen«rn gewisser Kunder. der das Bild einlöste und von neuem für 16 000 Mark verpfändete. Später verlauste Kunder das Gemälde an einen gewissen Schmieder sür 18 000 Mark. Nach der Behauptung von Kunder soll der'Angeklagte 10 000 M. erhallen haben. Kunder war später wegen anderer Straftaten aus dem Balkan verhastet worden. Ein Strafverfaliren wegen der Schiebung mit dein Bild« gegen ihn ist ober mangels ausreichenden Beweises eingestellt worden. Schpiiedcr tst inzwischen verstorben. Der Slligeklagie bestritt, haß die Kunsthandiüngsfirma sich ein Eigen. ?»msr«cht vorbshallen hatte, und Eutermann bestätigt« dos wich. Allerdings hott« Gittermann später auf Verlangen der Firma dem Angeklagten einen Schein zur Unterschrift vorgelegt, aus welchem ein Eigentumsvocdehall vorgesehen war. Der Staatsanwall hielt die nachträgliche Unterschrist sür rechtlich unwirksam, denn das Bild sei zunächst in den Besitz des Angeklagten übergegangen, ia daß er darüber verfügen konnte. Das Schöffen- getickt schloß sich dieser Auffassung an und sprach den Angeklagten aus Kasten der Staatstssse frei. Abwehr dsr Grippewelle. Magistrat sorgt vor— Krankenhaus Gitschiner Straße wieder eröffnet. Der tägliche Zugang an Grippeerkravkungcn ist in Berlin etwa fest einer Woche unverändert. Bei der Allgemeinen Ortskrantenkässe Berlin sind weiterhin täglich etwa 500 Neuzugänge zu oerzeichnen. Der Zentralbcttennachweis hat am 13. Januar 127, am 14. Januar 157 Betten für Grippekranke vermittelt. Am Donnerstogmorgen standen allein in den städtischen Anstalten 218 Betten für Grippe- kranke zur Verfügung, sür Männer, Frauen und Kinder. Um euch sür dir nächsten Tage ausreichend Platz zu hoben, wird am Donners- tag das seinerzeit wegen Unlerbclegung geschlossene krankeuhau» G>isch!nsr Straß« wieder erössnet. Falls weiterer Bedarf austreien sollte, werden das Krankenhaus Blankenburg und eventuell noch Baracken in Betried genommen. Nochmalz wird darauf hingewiesen, zur Beschleunigung der Beschaffung emes Krankenhausbettes sich stets der unentgeltlichen Vermittlung des Zentrolbettennochweisez zu bedienen. Anruf D 1 Norden 0013. Die beZeidigte Schuffchwesier. Zrenzel-Kammer unter Or. Hellwia auch in Drondenburg. Brandenburg a. d. H„ 15. Januar.(Eigenbericht.) Unter großem Andrang der Brandenburger Bevölkerung begann heute früh vor der Potsdamer Strafkammer, welche aus Zweck» mäßigkeitsgründen in Brandenburg a. d. H. tagt, die Be« ru f u n g s v e r h o n dl u n g gegen den Stadtamtmann Otto Schwarz cuiz Brandenburg, der im Februar vorigen Jahre» vom Potsdamer Schöffengericht wegen tätlicher Beleidigung der Schul« schwsstsr, geschiedenen Frau Hedwig Florian vom Wohlfahrtsamt Brandenburg, zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Angeklagter und Staatsanwalt lzaben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Den Vorsitz führt der aus dem Frenzel-Prozeß be« kannte Landgerichtsdirektor Dr. H e l l w i g i als Beisitzer fungieren dieselben Herren wie im Frenzel-Prozeß. Die Anklage vertritt dies- mal der Oberstaoteanwoll Tetzloff. Als Nebcnllägertn ist Frau Florian zugelassen. Rechtsanwall Dr. Frey-Berlin tritt als Per- teidiger für den Angeklagten auf. Frau Florian steht Rechtsanwalt Georg Löwenthal- Berlin zur Seite. Die Verhandlung, zu der 65 Zeugen und vier Sachoerstöndigs geladen sind, findet in der ?lula der Augvsta-Mädchenschule in Brandenburg statt. Zahlreiche Magistratsmitzlieder sind als Zeugen geladen. Kaum hat die Verhandlung begonnen, kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen Verteidiger und Staats- a n w a l t. Rechtsanwoll Dr. Frey bemängelt nämlich, daß der frühere Anklagevertreter, Staatsanwaltschaftsrat Starzard, Zeugen nach der ersten Verhandlung in seinem Anttsbüro In Potsdam vernommen hat. Durch eine anonym« Person seien dem Staatsanwalt Brandenburger Bürger in das Amtsbüra gebracht worden, die der Staatsanwalt protokollarisch vernommen hat. Der Oberstaatsanwalt Tetzlaff erwidert darauf, daß es das gut« Recht eine» Staatsanwalts fei, das zu tun. Die Prioatklägerin behauptet, daß der Angeklagt« am 17. September 1929 in etwas angeheiterter Stimmung im Ge- sundhsitsamt versucht habe, ihr Eewall anzutun. Der Angeklagt«, dem dienstlich ein gutes Zeugnis ausgestellt wird, bestreitet energisch den Vorgang, so wie ihn Frau Florian schildert. Für die Verhandlung sind sechs Tag« in Aussicht genommen. Vergifwngsisö durch Kapelen. Eine seltsame Arsenikvergtstung Wien. IS. Januar. Ein noch ungeklärter Fall von Vergiftung durch«ine Tapet« hat sich vor kurzem hier ereignet. Am vergangenen Montag starb in einem Wiener Sanatorium die Frau des b«- kannten Professors an der hiesigen Hollffchule für Boden- kultur, Fischer. Olga Fischer, nach fast dreiwöchiger Behaim- lung. Di« Anzeichen der Krankheit wiesen auf ein« A r s e n v e x- g i s t u n g hin. Man untersucht« nun die Tapete des Schlaf- zimme'rs der Frau Olga Fischer. Die Untersuchung hatte da» überraschend« Ergebnis, daß dsr Farbstoff einer Fläche von einen» Ouadroldezimeter'/,» Milligramm Arsen enthielt. Die Tapete ist in den letzten zwei Jahren ziemlich viel verkaust worden, ohne daß sich bisher ein Anstand ergab. Die Behörden haben die gerichtliche Oessnung der Leiche angeordnet. H Kronprinz als Handlungsreisender. Oer Prinz of Wales stellt engltfche Waren aus. London, 15. Januar.(Eigenbericht.) Der englische Thronfolger tritt am Freitag«ine Reise nach Argentinien an. Eine belanglos« Tatsache, wenn es sich nur um eine prinzlich« Vergnügungsreise hmrdeln würde. Mit dem Prinzen von Wales fahren jedoch 500 englische Goschäftsloui«. die ein« riesige britische Warenmess« in Buenos Aires erössne« loerden. Industrieprodukt« im Werte von einer Million Pfund Sterling sind in den Ausstellungsräumen untergebracht Der englische Thronfolger, der inkognito refft, w-ird lediglich als Messedirektor tätig sein. Diese argentmisch« Ausstellung und die ganze Reis« sind ein großer Angriff de» britischen Kapitalisnius und der britischen In« dusttie auf die amerikanische Konkurrenz. Bereits im Jahre 19Z9 ivar«in Handelsabkommen zwischen England und Argentinien geschlossen worden, das eine gegenseitige 50prozent>gs ZoUermößigung zustande brach»«. Dieser Vertrag hat bisher für die agrarische Produktion Argentiniens sowie für die englischen Industrieerzeug- nisse große Vorteile gebracht. Die natürliche Abneigung Argen- ttniens gegen Nordamerika war bei diesem Abkommen ein wichtiger Faktor, der sich auch in Zukunft und bei der jetzigen Geschäftsreise des Prinzen von Wale»»veiier zugunsten Eiiglands ouswir'en dürfte. Tlreattr für Erwerbslose Die Intendanz des Reußilcheu Theaters»n Gera bat sich in Uebareinstimm'mq mit ihren Auge- itsUtimverbimden sowie mit der Ermerbslosensiilsorgsstell-!. dem Ar- bellsaamt und der Volkshochschule Repch(Freie BoUshülzn«) ent- schlasien, in den Monaten Januar. Februar und März eine Anzahl kostenloser Vorstellungen siir die Erwerbslosen und deren Angehörige zu veranstalten Das gesamte Persomll des Theaters hat sich für diele Vorstellung«,?, die wochentags nachmittags stattfinden sollen. zur honnrarlosen Mitwirkung verpflichtet. Das Arbeitsaint und die Ertverbslosenfürsorgestell« sowie die Volkshochschule R«vß organisieren den Besuch. Jn der üutudoliiMechfrfmtc begümt Freitag 8— 91/, Uhr tu Stillich r�utzawstr.S'tä) eine fünf Ää-mde umjaisende LIrbeitsgemciMchast über da? Thema:.«-S ist lNarxizmuS?" Kuhrgewerbe vor dem Kampf Beispiellose Schwindelmeldung der Kuhtherreninnung Gestern fanden rwr dem S ch l i ch tn n g s a u s s ch u ß Verhind- langen tn dem Lohnkonflikt im Berliner Fuhrgew erbe statt. Der Borstßende machte fchliestlich einen Vorschlag, wo- nach die Gruppierung wie bisher bestehen bleiben soll, die Wochenlöhne der Chauffeure im Schwerfuhrwerk- g e w e r b e ab 17. Januar von ß? ouf61 Mark und ab t. April um weitere I Mark verkürzt werden sollen. Die Löhne der Chauffeure im Leichtsuhrwerkgewcrbe sollten im gleichen Zeitraum von(51,30 auf 58,50 Mark bzw. 57 Mark herabgesetzt werden. Den Kutschern im Schwer- fuhrwerkgcwerbe sollten die Löhn« von 61,50 auf 5850 bzw. 57 Mark, im Lcichtfuhrwerkgewerbe von 54,50 aus 52,50 Mark.und ab 1. April auf 50 Mark herabgesetzt werden. Die Funktionäre des Fuhrgewerbes nehmen am Sonntag dazu Stellung; am Dienstag abend werden die Belegschaften in einer Vollversammlung die Entscheidung fällen. Es muß damit ge- rechnet werden, daß dieser Vorschlag abgelehnt und der Streit b« s ch l o s s e n wird. Die Fuhrherreninnung hat sich bemüßigt gefühlt, durch eine Lokaltorrefpondenz der Presse«ine Mitteilung zugehen zu lassen, die von Anfang b i? E n d e falsch ist. So wird da behauptet, daß die Wochenlöhne 72 Mark betragen. Weiter wird die Behauptung aufgestellt, die Fuhr preise seien um fast 50 Prozent abgebaut worden. � Tatsache ist, daß der Richtpreis der Fuhrherreninnung von 37 Mark nicht geändert wurde, daß aber infolg« der schlechten Wirtschaftslage der tatsääzliche Ertrag einer Fuhre 28 bis 30 Mark beträgt. Weiter behauptet die Fuhrhcrreninnung, sie hätte vorgeschlagen, die Löhne auf 10 bzw. 9 Mark pro Tag herabzusetzen. Tatsächlich ging ihr Borschlag auf Herabsetzung der Löhin: auf 7 bzw. 8 und 9 Mark pro Tag hinaus. Zu dem Streik bei der Firma Liesegang in Reinufen- dorf behauptet die Fuhrherreninnung, daß es sich um einen wilden Streik handele, gibt aber dann zu, daß der Streik vom Gesamt- verband sanktioniert worden ist. Obwohl die Innung der Firma mit Streikbrechern aushals, mußte die Firma Liese- gang den Betrieb schließen. TAeiter behauptet die Fuhrherreninnung, der Vertreter des Gesamtoerbandes John habe der Imrung den B o r s ch l a g gemacht, die Arbeit wieder zu dem jetzt allgemein gezahlten Lohn von 60 Mark aufzunehmen. Diese Behauptung der Fuhrherremnnung ist eine Nachweis- bare Lüge. John hat den Dorsttzcnden nur gefragt, ob er ver- mittelnd eingreifen wolle. Schließlich erklärt die Fuhrherreninnung, der Vorschlag des Gewcrberats Körner gehe dahin, den Lohn von 72 auf 68 Mark und ab 1. April auf 65 Mark herabzusetzen. Wir haben die tat- sächlichen Zahlen schon mitgeteilt. Wir kennen kein Beispiel, wonach eine Unternebmerorganisation den Vorschlag eines Schlichters in der Oesfentlichkeit derart verfälscht. Wenn die Fuhrherreninnung we ter behauptet, daß in allen Berliner maßgebenden Fuhrbctrieben mit den Betriebsvertretungen Vereinbarungen getroffen feien, die auch in allen Betrieben durchgeführt würden, wonach die Löhne 9 und 10 Mark be- tragen, so ist das eine n ich t minder große Lüge, auf die die Beteiligren den Fuhrherren die entsprechende Antwort geben werden. 4 Lohnabbau in privaien Badeanstatten. g-n: Td.«toifc, »«Im. Stil««: V-iwiirts Stria«®. m. b. 6.. Stilm. Krück: S°nv2r!s Such- bracktrti und Btrlaesanstall Paul vinstr& Ca.. Strlm(£33 68, SmbtnftMSt 3, Kit»»» 1 Stilast. i TUe Tltcales. Lidilsptele usw «■�-"1' � Donnerst., 15. l. Staats-Oper Unter d. Linden I.Vl A.-V. 20 Uhr Ffirsll�or Ende n. 23 Uhr Donnerst, 13: I. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr Äsotijitvtitrl Don Pasausle Ende g.-'2'/J Uhr staats-oper In Piltz dar BtmUik. im. R.-S. 20 Uhr lerBartm Sevilla Ofiffeatl. Rartnvjrbat Ende 22*/» Uhr Staatl. Sthaasph. Im GcmUnnnnirOK 117 A.-V. 20 Uhr MiBoav.Barnhelin Ende g. 221Ü Uhi Slaati. Miller- Wer. toitlig 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uhr THEATER IM AIDMIRALSPALAST Tgl. S'/« Tal.: Merkur 9901. 8677 I Auf den Fleck! Sensationsstück aus Chikagos Unterwelt von EDGAR WALLACE Preis- Abbau Preise der Pdae 0,76 bis H VolKsbUiine Tbutn in S&lowpltiz. 8 Uhr Liliom von Fran? Molnar RigitJail Bilm Martin ttaatüdiiller-Tb. 8 Uhr: »er Traum cü» I-even Theatsr am SthiitDauerdamm 8V« Uhr Die Quadratur des Kreises Neues fbeater —• am Zoo» tniBahnUiu. Stpl.6554 1 Täglich 8Vt Uhr Der«r. Lachtrfolp,! 1 Guido Titieisctier| Das öffentliche Aergernis Preise I bis 8 M. Plscaior-Bölme (Wallner- Theater)| Alex.«02-93. Heute PJt Uhr Uraufführung „Tai Yang| erwacht" von Friedrich Wolf| Regle: E Phcalor Komische Oper SC» Uhr Reppina Operette von Sobert Stolz. Thealer am Sdilftbauerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8Vi Uhi Die Quadratur des Kreises Lustspiel v. Katajew Ctgli; t. MeDdelubD Preise von 1— 12 M. cillessnßei Kottbusser Str. 6 P.S. Oberb. 6070 Tägl SV.Uhr § Sonntags «t 3>» Uhr .Das macht uns keiner nach' im(iidspiel Ciaire Wddolt! Bi±m. imitipi Pniu I THEATER Grote Frtnkfurtw StraSe 132 U-Bahn: Strausbergcr Platz Täglich 8.1 S Uhr Sonnabenda 7 u. 10.15 U. Sonntag* 1.10, S.4S 0.011. Je Mlaiptasin" Berlioer Tageblatt ccbreibf: rEine bilftblanke. ron Hans Rose geleitete Aufführung, in die auch dor Verwöhnte getrost hineingehen kann, denn die Boso bieten etwas auf der Berliner Operettenbübne Seltenes: fleißig gepflegte Ensemblekunst." Familien- Nachmittage Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, 530 0.50 bis t.fK> Koffeepaaee' Kaffee mit Kncheti 0.80 H SCHAUSPIEL- 1 HAUS »cmmujaawauiaaüipaiiFainacuumji Sinetplel in vielen Bildern. | Cmm. Splra, Hanarn. Mrslce. Wsllburc. Arno. Jnnhnhn, Panl HArhlrrr, Lena. SrhaoOnra, Hlnhclatcrn. Rolla, Ttranl, Slnrk■ Gslct(nnbanrr. Original Tiroler WataetieatAnser, Original Tiroler Jodlerlnnen.Qainlolt, 1 Hnslk-Trlo ans Scbllersee. Jaaa-Band, Girls n. Boys/ Grosse ChAre. Oer Zelt entsprechend sind, trnts des riesigen And rangos. B 0 /. er- dle Hassen preise»«, sfid /O massier. ■Sonntag Nachmittag 9 I IIa m Original beteiremg cm Km Ii■ Bl 1 1 1 g e Pr e I• e Q&fa'&oUi « Uhr Miüllj" vi" Lothringer Strafe 57. Neu! Neu! Biederleute und das neue�Januarprogramm! Für die Leser Outschcjn I— t Personen Fauteuii Sonstige Pr. IJS Sessel 1,75 M- Parkett 75 Pt, Rang 60 PI. Rose. Theater ar.FnRMvt«rSlr.!32 Tel. Alex 3422 u. 3494 530 Ulm Zwangs- elnquapuerung 8 15 Uhr Dis Doilaiprinmtifl ffletropol-TUeater Täglich 8'/, Uhr schön ist die Welt Operetie von Lehär ffiianlTaiiterfiittilUMr. SditieilvL öeüiSfllEJ TtlHtEf 8 Uhr Elisabeth von England raaFträ Brnrlmer Rizh: binBiipirt Kammerspieie S'.'c Uhr: Jules uiiene ulien von Tristan Bernard Iitlc; Hin Onp Die Romöilie S<« Uhr Die Fee nuFraiuMolaar Ittii:»ihn Bich Demsehes Kflnsiler-Theat. Barbarossa 3937. W* Uhr Zorn goldenen Anker »II KBit« Dore» Nur noch wenige Vorstellungen SoDut. md Stg.tOlp: Esüb dieOetekthie Renaissance- 1 beater Stemplatz 6780 S' r Uhr Mus die Kuh Much gaben? Bit IDwt tanmni Barnowsli)- Sahnen Thcilcr lg aar SiresttBiaoBst!. Heute geschlossen. Frei tag, 16. Januar Uraufführung Amphitryon 38 von Glraudou* Komödienhaus SVc Uhr Cocktail von Kollnaelltr B-Bnatstst Berliner TheaL S'ic Uhr Gastspiel d Th a. Schiflbaueidamin Die Regimeststodi'er. 1 ening-Tiiealer Täglich S'k Uhr Uansell Nltoudie Opereue von Hetve Erikl v. ThtlBHB.( Mas Adalbert' SCAtJ* 1 Täql. 3 u. 53001. 2. 5 0. 8 14 __| Alex. E 4. 8066 I. Vorsteilune SO Pf. hl* I M. II. und III. Vorst. I bis 2 M. Msta Ittzur T*, des 1. Januar-Programms. Worgen Premiere mit neuen AUrakllonen. Reichshallen-Theater Aiusds|T| StBBtB] Ntdiffirttig ITTI Diu Stettiner SSnger „Fahrendes Volk" ein Zirkushild v. Meyscl fiadiiR. In»» Pnisi. vollts Pregt.l Tel.: Zentrum 11263 Dönhoff- Brettl: Das fabelhafte lanuar-Programml £ (.ostspieinaus Kurt Götz Täglich S'l Uhr Tom Lieben nad Lachen URANIA Morgta, Fnitig. 16. Ju. abends 8>>- Uhr I» UggenlKdiTirdii)«- Hj'jl ürtseBstT. 66-59 Dr.phiLh. c- von Abercron Oberst a D. .käiilBi» B»d frfilh sl's 543 SbBüb- bBTtH' Vortrag mit Lpft- Ucbiaaden meaterd. Wetteot Täglich 8�4 Sonntag U.8V4 Stiualioaeller O per cöcner lol gl Viktoria undihrHusar Kleines Ineät. Täglich 8' c Uhr: Der gr Lacherfolg! Der fflustepgatiB Schvar.lc tc i Aloen Hctla�e Donocrsiag, 15. Januar 1931 flcrfttPiiD �hnlauiaaO* At t�lPixWi Schlagwort und Schule An Seitrog zvr frage staatsbürgerlicher erziehung Ii? einer Zeit,- in der Millionen von Nollsgenossen infolge ihrer Ber�weifwng den radikalen Parteien nachlausen, in der es schwer iir, die ungeheuren und die ganze Well berührenden Schwierigkeiten rnit normaler» Mitteln 511 beseitigen, kommen Parolen und Schlag- warte aus, die nur geprägt werden, um eine urteilsunfähige An- I ängcrfchaft zu täuschen. In allen Gesprächen, bei allen Reden tauchen diese Worte auf, die uns Zeitungen und Anschlagsäulen in grellen Lettern entgegenschreien. Die dankbar st enLeser— und da liegt die Gefochr!— sind die Schüler und die Jugend- l i ch e n. Sir nehmen sozusagen mit diesen Aeuherungci» die erste politische Dclchrung entgegen, die besonders gefärbt wird durch die Mifzachtung der geltenden Staotssorm, die viele �rwachiene in ihren Reden zeigen. Wenn auch diese Kinder und Jugendlichen nicht für eine bestimmte Partei gewannen werden, so iit es doch gefährlich, doh sich viel« daran gewöhnen müssen, doh die "..-publik eine Staatssorm sei, über die man schimpft.' Versagt dann noch die Schule dadurch, dah sie es versäumt, die großen Wiederaufbauleishingen und die freie Form des neuen Staates herauszustellen dann hat man die Jugendlichen vorbereitet, von Nazileuten und Moskaujüngern sich die Ideale zu holen. Die Erkenntnis diefer Auswirkungen soll uns überzeugen, dah Eltern- Haus und Schule hier mehr als bisher eingreifen muffen. Aber wie? Eine gewiß berechtigte Frage. Die größte Schwierig- seit bietet die Volksschule, well sie die Kinder in einem Lebens- alter entläßt, in dem der junge Mensch erst ansängt, ftaatsbürger- l'chc Probleme zu begreifen. Für die Mißachtung der Staatsform ist er dagegen schon viel früher empfänglich. Gerade wir Sozial, dcmokraten lehnen ja die Parteipolitik in der Schule ab, fordern aber ein« entschieden« Erziehung im sozialen, demokratischen und republikanischen Geist. Nicht durch Belehrungen können wir für den Staat begeistern, sondern durch Tatsachen, welche die Kinder erleben muffen. Z!un gibt es unter unseren Volksschülern auch politisch frühreife Kinder, die unbedingt eine Aussprache über die aufgenommenen Schlagwort« wünschen. Lehnen Vater und Lehrer diese Aussprache mit der Begründung ab:„Das versteht du noch nicht", so sucht der Junge an anderer Stell« Aufklärung. Unsere Aufgabe fft es daher, in der modernen Schule und in der modernen Familie solchen Problemen nicht aus dem Wege zu gehen, sondern ihre Erörterung gen, herbeizuführen. Auch in der Volksschule bietet sich in den oberen Klaffen die Möglichkeit zum erfolgreichen Unterrichtsgespräch in dieser Hinsicht. Gibt es denn für die meisten Berliner Schulen ein Erlebnisgebiet. das dem Bedürfnis der Schülergruppe mehr entspricht als die Arbeitslosigkeit? Mit Leichtigkeit kann dies Problem nach ollen Fcchern hin ausgewertet werden. Und mit dem sozialen Versicherungswesen ist es nicht anders. Schon Zwölf- jährige laffen sich langsam und vorffchtig zu der Erkenntnis sichren, daß alle Völker der Erde wirtschaftlich so stark miteinander ver- Kunden sind, daß jeder Krieg Wahnsinn wäre. Zahlreiche Beispiele und Arbeiten in der verschiedensten Form muffen natürlich in solchem Wer die eigentliche Arbeit vorbereiten, aber schnell wird erkannt. daß ein Bäcker, der alle Menschen in seiner Straße haßt, ihnen doch Arbeit wünschen muß, wenn er nicht selbst verhungern will. Da schimpft jemand auf der Straße, daß es ein Verbrechen sei, Spanien ?spfelstnsn abzukaufen. Ein aufgewecktes Mädck>ev stellt dies« FrPS im Unterricht zur Debatte, und bald erkennt die Klaffe den Unsinn einer übermäßigen Betonung neumerkanfilistischer Bestrebungen. Allerdings heißt die Erkenntnis ganz einfach:„Wenn wir keine Apfelsinen kaufen, dann nimmt Spanien nicht unser« Moschinen." Ein anderes Mädchen ermähnt bei einer anderer Gelegenheit, daß die Nationalsozialisten über den Pvung-Plan schimpfen, an dem die Republik schuld sei. Auch hier ist beste Gelegenheit, schon Volksschüler die Berechtigung der offiziellen deutschen Verständigungspolitik er- kennen zu lassen. Man hüte sich ober, die Erkenntnisse zu geben, anstatt sie von den Schülern finden zu lassen. Wenn der Lehrer oder der Voter den Lindern die einzelnen Leistungen ausschreibt, dann braucht er nur noch, zu sagen:„Entscheidet, was ihr getan bättet." Schon der Geist eines Kindes muß ja erkennen, daß der Deutsche töricht handeln würde, der nicht immer den Vertrag mit N'r geringeren Leistung wählte. Finden unsere Kinder und Jugend- liehen aber selbst solche staatsbürgerlichen Erkenntnisse, dann mag sich noch ein Teil aus dem Geltungsdrang der Jugend heraus am Radau der radikalen Parteien berauschen, für das Gros aber wird das politisch« Schlagwort zur lügnerischen Seifenblase, die schnell zerplatzt. Auch in der Politik haben Lügen kurze Bein«. Natürlich kommen die Jugendlichen oft auch mit den berühmten Patentlösungen, über die Sowjetstern und Hakenkreuz ja verfügen. Auch dabei lasse man die Jugendlichen sich selbst aussprechen, wobei Vater und Lehrer sich nicht völlig aus- schalten dürfen. Alle diese Gespräche dürfen nicht zur Wichtigtuerei einzelner Schüler führen, die dann bald iedcs Augenmaß verlieren. Solche Diskutierklubs sollten in jeder Schul« unmöglich sein, weil sie tatsächlich nur den radikalsten Parteien dadurch nützen, daß Fanatiker für sie ausgebildet werden. Jugendliche, die durch ihre Meinung andere terrorisieren dürfen, werden für das ganze Leben verdorben, weil sie nie mehr«ine andere Meinung anerkennen. Geschickt ist dagegen die Art, wie einer unserer höchsten Schul- auffichts- und Verwaltungsbeamten,«in oft genannter Genosse, sich nach der Septembcrwahl mit Fortbildungsschiilern ir» einem proletarischen Gebiet über die wahrscheinlich« Regierungsbildung und die geforderte Zerreißung des Versailler Vertrages unterhielt. Er behielt die Leitung des Gespräches stets in der Hand und die lhier schon politisch bestimmt orientierten) Jugendlichen mußten durch ihr eigenes Gespräch den Unsinn manches Schlagwortes erkennen. weil der Genosse ihnen zunächst immer die Möglichkeit bot, die Auswirkung ihrer Forderung oder Behauptung zu erkennen. Durch die Tatsache, daß die uns bekämpfenden Parteien inuncr wieder ver- lockende' Ziele ausstellen, dann sich aber weigern, den dornenvollen lffieg dahin zu zeigen, sst es ihnen möglich, politisch unerfahrene Dumme einzufangen. Daher wenden sich ja viel« enttäuscht ab. wenn sie längere Zeit den Unsinn mitgemacht haben. Bis dahin wollen wir aber auch in der Schule und der Familie i'ir unsere Sache kämpfen, indem wir die Kinder und Juxendlichen die Hohlheit des Schlagwortes erkennen lassen. Wo aber Lehrer absichtlich 0« rs 0 g e n. da ist es Aufgabe der Schul- aiifsichtsbeamten. ein Acnderung herbeizuführen. Sie mögen der Klasse ein Problem stellen und werden dann bald erkennen, ob der Lehrer sein« Pflicht tut oder nicht. Di« Republik kann nur Lehrer gebrauchen, dt« den staatsbürgerlichen Unterricht nicht mit verschwommenen Reden,- arten, sondern mit wirklichen Erfolgen ausfüllen. Lrnot Lekulrr. Sie Katholische Volkshochschule Anregungen für unsere Vilüungsarbeit Was will die Arbeiierbildunasschul«? Sie will dem sozio- l i st i j ch e n Volksteil Berlins die Möglichkeit der Weiterbildung auf dem Boden einer festen sozialistischen Weltanschauung bieten, will eine Bildungseinrichtung eigener Atmosphäre, eine In- stitution, die eine unserer Lebensauffassung gemäß« Prägung trägt, sein." Von dieser Formulierung der Ziele der Arbeiterbildungs- schule dars man wohl bei der Beurteilung ihrer Tätigkeit ausgehen. Nun habe ich das Zitat etwas gefälscht. An Stelle der unter- strichen«» Wort« stehen im Original andere:««.wird nicht von dem sozialistischen, sondern von dem katholischen Dolkstell Berlins und katholischer Weltanschauung gesprochen. Di« zitierten Sätze beziehen sich aus die„.Katholische Volkshochschule Berlin", die von Dr. Karl Sonnenschein gegründet wurde. Ich zitiere auch die Fortsetzung: „Ihr Ziel ist: der gesamte, leistungssähig«, we'chtusgeschlossene Mensch, der sich hineinkühren läßt in Recht und Wirtschaft, in Volk und Staat, in Kunst und Leben, in Religion und Philosophie, um innerlich reifer und weher zu Vierden, um mehr zu wissen, um so anderen und der Gemeinschaft mehr sein zu können." Wie die katholische Kirche bestrebt ist, den ganzen Menschen und nicht bloß bestimmte Formen der menschlichen Tätigkeit zu er. fassen, so stellt sich auch die Kotholische Volkshochschule Berlin" die Bildung des ganzen Menschen zur Aufgab«. Da ich die Praxis der Kotholischen Volkshochschule" nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen, mit welchem Erfolg und in welchem Maße dies« Aufgabe gelöst wird. Aus den Arbeitsplänen der Schul« gewinnt man aber den Eindruck, daß wenitzsiens ernsthaft versucht wird, das Programm der Arbeit mit den oben formulierten Aufgabe» entsprechend zu ge- stalten. Von dem Erfolg bei den Teilnehmern zeugt die nachfolgende Statistik: Gcsointzahl der Telluehmer in den GcschLstssahren 1925/26(2 Trimester)..... 1457 1926/27(3 Trimester)..... 3929 1927/28(3 Trimester)..... 7388 1928/29(3 Trimester)..... 9854 1929/30(3 Trimester)..... 11 716 Es ist nicht überflüssig zu bemerken, daß die„Katholische Volks- Hochschule Berlin" kein« ausgiebig subventionierte Einrichtung ist: sie ist vielmehr gezwungen, mit Rot und Mühe die Mittel zu sammeln, um ihren außerordentlich sparsamen Etat zu decken(die Unterhaltung der Geschästzstello tostet z. B. 7000 Mark jährlich). Ich will nicht die„Katholische Volkshochschule" als w jeder Hin- sicht nachahmenswertes Vorbild für unsere Bildungsorbeit darstellen. Di« Ausgaben sind zum Teil auch gänzlich unvergleichbar. Die .Katholische Bolkshochschnle" veranstaltet z. B.«ine Reihe von Kursen, die ins Gebiet der Berufsschule(Buchführung, Kurz. schrift. Schreib maschinenkurse, Sprachkurs«, Schneiderkurse) oder Sportkurse, die bei uns zum Tätigkeitsfeld der Arbeitersport- Organisationen gehören. Was auf anderer Sehe die allgemeine Bildung anbelangt, so ist die.Katholische Volkshochschule" zwar «ine ausgesprochene Weltonschauungsschule. will aber Partei- politisch neutral bleiben, während unser« Bildurigsarbeit zugleich eine ausgesprochene Parteiarbeit ist. Trotzdem kann meines Crachtens die Vekanntschast mit der Arbeit der„Katho- tischen Volkshochschule" für die Genössen, die in unserer Bildungs- arbeit tätig sind, sehr lehrreich sein. Allem anderen voran: unsere Arbeiterbildungsschule muß sich noch meinem Dafürhalte» in einem viel stärkeren Maße, als es jetzt der Fall ist. an den g a n z e n Menschen richten. Will sie wirk- lich aktuell sein, so heißt das nicht nur— was ohne Zweifel un- entbehrlich'und außerordentlich wichtig sst—, die aktuellen plllitischen und wirtschaftlichen Fragen zum Gegenstand des Unterrichts zu machen, sondern auch alles, was in der Gegenwart er- lebt wird, klärend und bildend durcharbeiten zu lassen. Ich finde z. B. in einem Arbeitsplan der Katholischen Volkshochschule" solgende naturkundlichen Wanderungen: Kie schlafende. Natur" im Januar,„Die vorbereitende Natur" in der zweiten Fcbruarhälste und„Die erwachende Natur" End« März. Das ist eine klärende und vertieiende Form einer auch für die Hörer unserer Arbeiterbildungsschule allgemein üblichen Detätigung. Für uns käme namentlich solche Klärung und Vertiefung der Wanderungs- crlebnijie unter den sozialen und kulturellen Gesichtspunkten in Frage. Oder in einem anderen Arbeitsplan: Kursus für Laien, f p i e l f ü h r e r"(3 Abende, Hörgebühr ILO Mark). Am 11. I» nuor habe ich einer Veranstaltung der Arbeiterjugend Neukölln. nämlich der oon der Jugend selbst kollektiv gsschaffensn und in Szene gesetzten„Revue 19 3 0" beigewohnt. Dos war eine außer- gewöhnlich gut geglückte Veranstaltung, voll Leben und Geist, mit i reizenden Einfällen und seinem politischen Witz. Ein Erlebnis für die Teilnehmer selbst und für die Zuschauer. Prachtvolle Ansätze, die der Weiterentwicklung und der Vervollkommnung wert sind. Die TÄI» nehmer sehen selbst ein, dah zu solchen Veranstaltungen auch eine gewisse Technik gehört, die gesunden werden muß(die natürliche Technik war übrigens zum Te-l direkt blendendl. Also ist der Ve- darf für einen„Kursus für Loienfpielführer" auch bei uns vor» Händen. Eine weiter« Frag«:-sst die Kunst in ihren verschiedenen Formen nicht aktuell? Kann sie nicht zu einem wesenfllchen Be« standteil der Bildung des ganzen Menschen werden? Die Katho- lisch« Volkshochschule" veranstaltet nicht nur Kurs« und einzelne Vorträge über verschiedene Kunstfragcn. sondern auch z. B. die Be« sichtigung von Ateliers der katholischen Künstler oder ge- meinsamen Opernbefuch, dem Vorträge über die zu hörende Oper mit Schallplattenvorsührung als Vorbereitung vorangehen. Und aus einem ganz anderen Gebiet: Führungen durch die B e r- l t n e r Börse, durch die Preußische Staatsbibliothek (Laboratorium des Wissens!) usw. Di«.„Katholische Volkshochschule" veranstaltet in jedem oder fast in jedem Trimester einige Vorträge über Berliner Themen, z. B. im laufenden Trimester:„Berliner Typen und Originale",„Vom Fischerdorf zur Welssiadt" und„Schönes, altes Berlin". Wir würden, glaube ich, solche„Berliner" Vorträg« etwas anders machen müssen. Ist es aber nicht ein« dankbore und zugleich auch praktisch sehr wichtige Aufgabe, unseren Berliner Genossen d:« Eigenart ihrer gewaltigen, so unendlich interessanten und in iiirein Leben komplizierten Stadt bewußt werden zu lassen? Daher entsteht für uns noch«Ine Anregung, die sehr fruchtbar werden kann. In' ihrem Arbeitsplan hat die..Katholische Volkshochschule" eine für'sia zweifelsohne außerordentlich wichtige Abteilung„Reltgions- Wissenschaften". Ihrer Bedeutung für die weltanschauliche Bildung nach würde bei uns dieser Abteilung die Abteilung„Sc»» zialismus und Arbeiterbewegung" entsprechen. Wie wäre es, wenn wir nicht nur Kurse über die Parteigcschicht« oder die Geschichte der Arbeiterbewegung überhaupt, sondern auch Kurse über dt« Parteigeschichte i n B c r l in und Wer die Arbeiterbewegung i« Berlin veranstalten? Wir müssen aber noch weiter gehen. Ich denke daran, daß auch in einzelnen Kreisen die soziologische Struktur des Kreises, insbesondere der Charakter seiner proletarischen Be- välkerung und dann d!« besonderen Ausgäben unserer Arbeit in diesem Kreise untersucht und durchgesprochen werden. Jeder weiß doch, daß die Partei in Berlin ihr« besondere Geschichte hat. die bis jetzt dem Berliner Parteileben sein besonderes Gepräge gibt. Die Partei steht in Berlin vor manchen ganz besondere» und außer- ordentlich schwierigen Ausgaben,. die auch in verschiedenen Kreisen zum Teil wenigstens sehr verschieden sind. Es scheint mir unbedingt notwendig, daß unsere Bildungsorbeit in Berlin auch der Lösung unserer Berliner Aufgaben dient. Ich übersehe die Schmierig- leiten nicht: man muß erst die Geschichte und die Gegenwart ie? Arbeiterbewegung in Berlin erforschen. Das muß aber geschehen, und die Teilaufgaben auf diesem Gebiet können im Rahmen der Arbeiterbildungsschule gelöst werden. Das sind nur einig« Anregungen, deren noch viel« zu machen wären. Woran es Mir vor allem liegt, ist dies: ich möchte, daß wir in unserer Bikdungsorbeit den Begriff und dementsprechend d i« Zielsetzung der Bildung viel weite r sassen, und daß unsere Bildungsorbeit zugleich nicht nur in bezug auf die Erfassung der laufenden politischen und nürtschastlichen Entwicklung, sondern auch in dem oben angegebenen Sinne aktualisiert wird. t-eorg Decker. Rundfunk für Nrbettslose Neue Sildnngsmsglichkeiten Die Deutsche W e l l e, die am 7. Januar das fünfjährige In- iniäum beging, hat stets die ernste pädagogische Arbeit als ihre wosent- liche Ausgabe bezelchnet. Schon diese Zielsetzung müßt« die A r b e i t s- losen veranlassen, ihre Zlusmerksamkcit den Darbietungen des Deusschlandfenders zuzuwenden. Dort, wo der Mangel an Mitteln ef vorläufig verbietet, ollen•Arbeitslosen Bildungsmöglichkeiten in dem Umsange zu«rösjnen, in dem es wünschenswerl wäre, geben die Vorträge der Deutschen Welle Gelegenheit zur S c l b st h i l s e. Man versammle sich im Hause eines Freundes, der einen Laut- sprccher besitzt— oder in Vereinsräumen, die mit Empfangs- apparatcn ausgestattet sind— und höre gemeinsam die Dar- bictungen an. Gemeinsamer Empfang ist durchaus vorzuzieben, da er Gelegenheit bietet, die durch den Vortrag usw. angeregten Fragen in einer Aussprache zu verticsen und weiterzuführen. Gelingt es, einen Sa choer ständigen als Leiter hinzuzuziehen, jo ver- mag die Rundsunkdarbietung bis zu einem gewissen Grade eigen Kursusabend zu ersetzen. Allerdmgs verlongt dos schärfste Selbstdisziplin. Di« größte Gciahr für ernsthaste Weiterbildung ist wahllose Bielhörerel. Man beschränke sich aus einen klar umgrenzten Themenkreis wie Volkswirtschaft oder Poihik. Es ist besser, ein bis zwei Vorträge in der Woche ousmerlsam zu höre» und zu besprechen. als sich stundenlang den Kopf durch die verschiedensten Dinge ver- wirren zu lassen. Man bringe— soweit da, Programm es erlaubt — m das Hören System. Man trenne den Empfang der pädagogischen Darbietungen der Deutschen Wcve auch im Bemußt- lein klar von der durch den Rundhink nermittelten Ilirterhaltung oder Zerstreuung. Auch diese Trennung wird der Gemei nschasts- empfang stark unterstreich:». s Die Forderung nach systematischem Hören kann nur ernillt werden be! s y st e m a t i s ch e r Ausgestaltung des Sende- Programms. Ist sich die Deutsche Welle hcr ungeheuren Mission bewußt, die sie gerade in Zeiten der Arbeitslosigkeit zu erfüllen hat, so wird sie mit ernstester Prüfung an die Programm- gcstaltuiig gehen. Wirft man auf ihre Darbieiiingen in den letzten fünf Jahren einen Blick, so ist der Wille, namentlich aus den die Arbeher angehenden Gebieten, zu einer gewissen Systematik zu kommen, nicht zu oerkennen. Der Technische Funk gab Lehr- gäng«, welche es interessierten Hörern ermöglichten, unter Benutzung der dazu herausgegebenen Hilfsmittel, sich fachlich weiterzubilden. Sehr reichhaltig war das Programm aus dem Gebiet der Volks- Wirtschaft: bei vorsichtiger Auswahl konnte der Ulrbeiter für seine Weiterbildung mancherlei finden, wenn auch zu sammln- hängende Reihen nicht so sehr hervortraten, wie es für die intensive Durcharbeitung in Hörcrgemeinschaftcn nötig gewesen wäre. Die politischen Themen waren, namentlich in der letzten Zeit, erfreulicherweise vielfach stärker i» inneren Zusammenhang gebracht. Der aufmerksame Hörer konnte an Kursen über das Wesen der Nachbarstaaten, über europäische Staatsmänner, über die Ausgaben des Völkerbundes, über die Jugend im Ausland»sw. teilnehmen. Ein Arbeiterfunk, dessen Programm unter Mitwirkung der Vertreter der Arbeiterschaft zustande kam, wandte sich mit(einen Veranstaltungen den Lebensfragen der?Irbeiierschaft zu. Eine Reih« von Vorträgen, die sich um den Geiierolneiiner„Gegen w a rto- fragen" gruppieren— und viele Zwiegespräche unter dem Ober- titel„Gedanken zur Zeit" dienen seit 1929 der Diskussion aktueller Probleme. Es ist noch nicht alles vollendet, die Ansätze aber zeigen, daß es, wenn sich die Deutsche Well« auf dem eingeschlagenen Weg weiter forizuschreiten bemüht, durchaus möglich fein wird, mit Hilfe des Rundfunks den Arbeitern, insbesondere den Unbeschäftigt«« unter ihnen, Gelegenheit zur Fortbildung zu geben. Viktor Ehiclbärsst. ZurArbeitcr-Winterspori-Olympiade Die deutschen Skiläufer für Mürzzuschlag Die faclitechmschen Leiter des Arbciter-Turn- und >6 Portbundes uird der deutschen Sektion des Touristenvereins „Die Naturfreunde� haben unmittelbar_ nach dem Avichluj; der süddeutschen Ausscheidungskümpfe am 11. Januar in den Vallep- alpen fiir das W i n t e r s p o r t o l iz ni p i a vom 5. bis S. Februar in Mürzzuschlag die deutsche Skiläuferexpcdition zu- sammengestellt, so daß nur noch die Benennung der Eisläufer und Eishockeyspieler aussteht. Elf Mitglieder des Arbeiter-Turn- und Sportüundes und sieben Mitglieder der Naturfreunde werden in Mürzzuschlag den deutschen Arbeitersport im Skilauf, Skispringen und Rodeln vertreten. Acht- zehnmal werden die Ardeitersportler und dreizchnmal die Natur- freund« an den Start gehen. Der 8�-Kilometer-Abfahrtslaus wird nur von Ztatursreunden bestritten und im 3-Kilonreter-Hindernislauf stellen sie von sieben Wettkämpfern fünf. Die günstige Gelegenheit, sich im alpinen Gelände zu erproben, hat den Naturfreunden in diesen Wettkampfarten große Bortelle eingebracht. Auch die einzige weibliche Vertreterin wird von den Naturfreunden gestellt, dagegen haben die Arbeitersportler von Schreiberhau im Riesengebirge die alleinige Vertretung im Rodeln übertragen bekommen. Nachstehend die berufenen Vertreter(die mit einem* bezeichneten sind Naturfreunde) und die Wettkampfarten zu denen sie starten werden. ZO-Kilomeker-Lavs: Ernst Sender, Schreiberhau im Riesenge- birge: Alfred Ulllnann, Iohanngeorgenftndt im Erzgebirge; Gustav Weichert, Schreiberlzau. lZ-Silomeler-Lauf: Max.Heß, Johanngeorgenstadt; Oskar l!2agner. Schreiberhau: Ebert, Hilbersdorf in Sachsen oder Gunert, Johanngeorgenstadt: Heinz Feigl, München; Matthias Koch. München"; Hans Eichberger. München". 15 Silometer kombinierter Lauf(IS Kilometer und Schanzen- sprung): Max Hesse, Johanngeorgenstadt: Oskar Wagner, Schreiber- hau; Fritz Haußer, Johanngeorgenstadt. 8'A-Kilometer-Abfahrtslauf: Hans Eichberger, München": Karl Manhardt, Pfronden"; Ernst Hildebrandt. Jnunechtadt": Ruppert Weinberger, München": Anton Zehentner, München". Z-Kilomeler-Hindernislauf: Hans Eichberger, München*: Kar! Manhardt, Pfronden"; Ernst Hildebrandt, Jmmenstadt"; Ruppert Weinberger. München"; Anton Zehentner. München": Max Heß, Johanngeorgenstadt: Oskar Wagner, Schreiberhau, Skispringen: Joseph Kraus, Johaimgeorgenstadt; Kurt Körner, Bnmndobra in Sachsen: Waller Kunz, Johanngeorgenstadt: Mar Heß, Johanngeorgenstadt: Oskar Wogner, Schreiberhau. 4 und 6 Kilometer für Frauen: Rosa Hund, München". Rodeln— Einsitzer: Gustav Weichert, Schreiberhau: Oskar Wagner, Schreiberhou. * Die SASZ.-Verbände in Nürzzufchlog. Zum zweiten Arbeiter- Winterolympiad« werden neun Verbände der Sozialistischen Arbeiter- Sportinternational« ihre besten Wettkämpfer entsenden. Es sind dies Deutschland, Tschechoslowakei(nationaltschechischer und deutschischechi- scher Verband), Schweiz. Finnland, Lettland, Ungarn und Oesterreich. Die festlichen Veranstaltungen in Mürzzuschlag. Das Programm des Wintersport-Olympia in Mürzzuschlag sieht neben den sportlichen Westkämpfen eine Reihe von festlichen Veranstaltungen vor. Die offizielle Eröffnung des Wintersport-Olympias wird am S. Februar, 18 Uhr, im Saale der Bezirksvertretung im Beisein der ausländischen Delegierten und der Vertreter der Behörden und Or- ganisationen vor sich gehen. Freitag, 6. Februar, und Sonnabend, 7. Februar, finden in den drei größten Sälen Mürzzuschlags offizielle Festabende für die Fessteilnehmer statt. Musikalische Vorträge, Gesangsvorträge, turnerische Vorführungen und Bewegungschöre werden das Programm bilden. Um 16 Uhr geben die Kindergesangs- chöre von Mürzzuschlag den Festgästen im Saale der Bezirksoer- tretung ein Konzert. Am Sonntag, dem Tag des Internationalen Skifahrersteffens, wird um 18 Uhr eine Fackeltundzebung auf der Ganzsteinschanze stattfinden. Gleichzeistg werden rings um Mürz- zuschlug Höhenfeuer aufflammen. Bon der Ganzsteinschanze begibt sich der Fackelzug zum Eislausplatz, wo die Auslösung erfolgt und das Cisfest beginnt. Sonntag, 8. Februar, findet nach dem Haupt- springen die Schlußkundgebung auf der Ganzsteinschanze stall. Im Bezirksverstetungssaal wird eine kurze Schlußfeier das Winter- Olympia beenden. Zehn fahre„Ärbeiter-Ängicr-Bund" Im Frühjahr 1921 kamen einige Vertreter Berliner Angler- vereine zusammen, um die Frage des Zusammenschlusses zu dis- kutieren. Gefördert wurde der Gedanke durch ein Inserat, dos etwas später Anton Butowski-Breslau im„Vorwärts" veröffent- lichte, das zur Zemralisatwn der Arbeiterangler in ganz Deutsch- land ausrief. Als im Mai 1921 die Gründung des bürgerlichen märkischen Anglerbundes beschlossen wurde, bestand bereits«in« aus etwa 109 Personen bestehende„Arbeiter-Anglergemeinschaft", die sich allerdings vorerst auf das Gebiet Eroß-Berlins beschrankte. Wenn man das bescheidene Blättchen, das im Oktober 1922 zuerst in Flugblattformat erschien, dem heutigen„Freien Angler" gegenüberstellt. kann man ein leises Lächeln nicht unterdrücken. Und doch stellten sich die Arbeiterangler, als ihre erste Anglcrzeitung erschien. Bei allem guten Willen mit den bestehenden bürgerlichen Bün- den gut auszukommen, mußte der Arbeiter-Augler-Bund doch zuletzt einschen, daß der Starke am mächtigsten allein ist. Haste der Arbester-Angler-Bund in der ersten Zeit sich nur auf das rein Sportlich« beschränkt, so war er bald gezwungen, aus sich heraus- zugehen. Nachdem«r erkannt haste, daß ein Hand-in-Hand-Arbeiten nur mst sehr wenigen Fischerinnungen möglich war, und nachdem die Berufssischer einen verschärften Kampf gegen die Sportangler führten, gingen die Arbeitnehmer dazu über, die Wirtschaftlichkeit von Anglervereinen zu betonen. Die Argumente boten die Fischer selbst. Sie klagten nämlich bei Äonimune, Staat und Reich über von Jahr zu Jahr sich verschlechternde Erstöge der Fischerei und verlangten Entschädigungen über Entschädigungen, obwohl sie von den Anglern für Angelkarten ganz nette Beträge einnahmen. Alles das hinderst sie aber durchaus nicht, dieselben Gemeinden, die sie um Hilfe angingen, auf Grund veralteter und oft nur ersessener Privilegien, Rechtsstreitigkeiten anzuhängen,. um zu guter Letzt beim Staat Pachtermäßiguug zu verlangen. Demgegeinibcr sind natürlich Anglervereinigungen dem Staate bedeutend einträglicher. Sie zahlen erstens dem Staat mehr Pacht als der Berussfischer, verlangen keine Entschädigungen, behindern andere Wassersportler und Anlieger nicht und bringen das Fischfleisch bedeutend billiger in die Hände wester Bolkskrevs« als der Zwischenhandel in der Fischereiwirtschaft. Große Wochenendkolonien des Arbester- Angler-Bundcs gewähren der gesamten Familie des Sportlers für das Wochenende und in den Ferstn ungehinderten Naturgenuß. Dos sind soziale Gesichtspunkte, die allerdings von den bürgerlichen Bünden nicht begriffen werden. Und noch weniger begriffen, um so mehr aber angefeindet werden, von den Fischereiwissenschaftlern. Solche Anseindungen haben die Ttrbeiterangler bisher mst aller Ruhe aufgenommen. Das ist der Wert der Arbeiter-Äiiglerorgam- sation. daß sie den einstmals übernommenen Firlefanz aus dem Angelsport ausgemerzt und ersetzt haben durch«neu sozialen Inhakt. So hat der Arbester-Angler-Bund in den zehn Jahren seines Bestehens auf allen Gebieten begrüßenswerte Fortschritte gemacht. Die Mitgliederzahl ist von 199 auf über 6599 oestieeen. Er besitzt eigenes Siedlungsland, eigene Fischgewässsr. Die von ihm seinerzeit übernommenen, damals ausgebeuteten Ge- wässer, sind jetzt wieder ertragsfähig. Die Arbeiterangler wissen aber auch, daß ihren W sichten nicht mit politischer Haarspallerei gedient ist, sie arbeiten in Treu« und Disziplin Hand in Hand mit ihrem Vorstand. So ist zu erwarten, daß diese Einmütigkeit sich lohnt durch weistre» Mitqliederzuwachs, durch neu« Erwerbungen von Siediungsiand und Pachtgewässern. Das sollten auch die noch in den bürgerlichen Bünden weilenden Partei- und Gewerkfchastsgcnossen beachten und durch ihre Mit- gliedschast den'Arbeiter-Angler- Bund unterstützen. Zum Z. Male: Die Kanadier Sie schlagen die Nationalroannschafi 7: 1 Auch am zweiten Tage des Äanadiergastspiels war der Sportpalast wieder gut besucht. Diesmal hasten es die Main- toba-Leute mit einer aus Berliner und bayerischen Spielern zu- sammengesetzstn deutschen Nationalmannschaft zu tun, in der Leineweber(Füßen) den Tarhüterposstn versah. Dank der weisterkichen Leistung von Leineweber gewannen die Kanadier nur mst 7:1(2:1. 1:0, 4:0) Toren. Der überragend- Mann bei den Gästen war Blake W a t s o n. der sich einfach jeder Situation getvachsen zeigte und besonders im letzten Drillel mehrfach mit Glanzleistungen aufwartete. Die deutsche Mannschaft zeigst größtenteils ein reichlich systemloses Spiel, was wohl auf die mit den Derhältnissest im Sportpalast nicht vertrauten Bayern zurückzuführen ist. Der von Beginn an überaus schnelle Kampf brachst bald«ine Uederraschung, denn schon nach kurzer Zeit konnte Römer einen Nachschuß von Ball unter donnerndem Bei- fall zum Führungstresser verwandeln. Das sollst auch der einzige deutsche Erfolg bleiben. Nicht lange danach fiel der Ausgleich. Die von Mackenzi« scharf aufs Tor gegebene Scheibe sprang über Leinewebers Stock hinüber. M o r r i c s erhöhte mit Schrägschuß auf 2:1. Im zweiten Drststl Hielt die Ueberlegeuhell der Kanadier an. Mac Key brachst seine Mannschaft auf 3:1 nach vorn. Im letzten Spielabschnist erhöhte Blake W a t s o n durch feine Leistung auf 4:1, im weiteren Verlauf w-aron dann noch Hill, Watfon und Pidcook erfolgreich. Der als Schiedsrichter amtierende Schwede Johansson übersah so ziemlich alles. Anschließend siegten dst Reserven des berliner Schlittschuhklubs in einem flotten Spiel gegen den VfB. Königsberg mit 4:0(2:0, 2:0, 0; 0). * Den Höhepunkt des Berliner Gastspiels der kanadischen Eishockeymannschaft bildet ihr Kampf gegen«ine europäische Auswalst- mann'chaft, der heute abend in Sportpalast stattfindet. Dieses Europa-Team muß als außerordentlich spielstark angesehen werden. Im Tor wirken Leineweber-Fützen und Linke-Berlin, Verteidiger sind der Prager Dr. Pusb-nier und Römer-Berlin. Für den Sturm stehen die Berliner Jaenecke und Rudi Ball, der Wiener Herberl Brück, der Schweizer Torriani, der Schwede Johansson und der Prager Malecet zur Verfügung. Meiner Sport von üderaü Roth bleibt Europameister. Im Kamps um die Europa- me iste c schast im Weitergewickzls boxen standen sich-n K o p e n H a gen vor 2000 Zuschauern der belgische Titelhalter Gustave Roth und der dänische Meisstr Hans Ho l d t gegenülun. Roth, der kürzlich in Frankfurt a. M. den deutschen Meisstr Gustav Eder nach Punkten besiegen tonnte, verteidigte seinen Tstcl erneut mit Erfolg. Von den 15 Runden des Kampfes ging nur die siebente an den Dänen, in fast allen übrigen haste Roch Vorteile, vor ollem zum Schluß war er der überlegene Mann. Sein Punktsieg stand nie in Frage. Bei der gleichen Veranstaltung kämpfte der deutsche Fliegengewichtsmeister Willi Mehner mit dem dänischen Vantam- gewichster Mittel Laursen unentschieden. Soll man in Tenoishalle« rauche«? Die Frage. 6b man.in Tennishallen rauchen darf, ist anläßlich des Spiels des Franzosen Jean Borotra in die Diskussion geworfen worden. Und zwar von Borvtra selber, der in einem Gespräch andeutete, daß durch den Rauch ein feiner Schleier gebildet wurde, der beim Netzspiel hinder- lich werden kann. Hier gelte es. in einer Hundertstel Sekunde sich zu entschließen und jede Behiudening könne nachteilig werden. Man wivd bei aller Anerkennung des schon 1848 gewonnenen Rechts auf Rouchsreiheit dem Hinweise des Franzosen Berechtigung nicht ab- sprechen können. Während beim Spiel im Freien die Einflüsse des Lichts, des Windes usw. nicht aukgelioben werden können, sollst im geschlossenen Raum alles Störende ferngehalten werden. Thunbcrg In großer Form.— Schneefall verhindert Wellrekord. Auf der St. M o r i g e r Eisbahn gab der finnische Meisterläu-er Elas Thunberg am Mittwoch weitere Proben seiner wieder her, varrogend-en Form, lieber 1500 Meter verfehlst er mit 2:19 den Weltrekord imx um 1,6 Sekunden und auch nur deshalb, weil es schneite. Auch die 19000 Meter durchlief er in hervorragender Zeit (18: 01,7). Gymnostilwaliuee. Am Sonntag, dem 1. und 8. Februar. finden im Wallner-Tbeastr zwei Freikörperkultur-Matineen der Schule Adolf Koch stost. Jedesmal wird ein anderes Programm gezeigt. Einleitende Referate hasten Dr. Hans Graaz und Adolf Koch. Unkosteillieurag 1 Mark. Oeffentlicher Verkauf der Karten findet nicht statt. Sie sind zu hoben gegen Borzeigung von Partei- oder Gewerkschastsausweis, sowie für Mitglieder der anerkannten Kultur- und Sportorganisationen in der Dietz-Buchhandlnng. LiiL>enstr. 2, und täglich bis 22 Uhr in der Körperkusturschust Adolf Koch. Berlin. Friedrichsir. 218, sowie in der Gymnastikabstilung des Stadtbades Miste, Gartenstr. 5, bei den dortigen Gymnasstkler-- frästen._ «An die Wand mit Wildling!* Diese Drohung stößt die„Rote Fahne" in ihrem Sportstil gegen den Geschästsführer der Zentralkommissisn für Arbestersport und Körperpfleg« aus. Wildung hat daraus im Muteilungsblall jftr. 2 des Kreises Brandenburg-Berlin im Arbeiter-Turn- und Sport- bund folgendes erwidert: „Diese Drohung schreckt mich nicht. Wenn es so west kommen sollte, dann engagiere ich die S p o r t r e d a kte u re der Ler- liner Kommuni st«nblätter wieder zu Mitarbeitern an der„Sportlichen Rundschau"(.Honorar an di« an- gegeben« Adresse"), und dann bin ich gerettet." Die Berliner kommunistischen Sportredaksture waren also Mitarbeiter am„resornnstischen" ZK.-Organ und ließen sich di« Honorare dafür an besonder« Adressen schicken, damst die KPD.-L«itung von der Entgegennahme„reformistischer" Gelder nichts erfahren sollte!'_ Arbeiter- Schwerathletik Die besten ostpreußischen Boxer des Arbester-AthletemBundes standen sich in K ö n i g s b e r g gegenüber, um di« neuen Meister für Ostpreußen zu ermitteln. Meister wurden im Wetter- gewicht Zimmermann(Achilles), im Fliegengewicht Pieper II(San- dcw), Punktsieger und damit Meisstr blieb im Federgewicht Bog- dons(Siegfried). Sattler(Sandow) schlug seinen Gegner schon>n der ersten Runde k. v., dagegen errang im Mittelgewicht Bntzkak (Prussia-Samland) seinen Sieg nur nach Punkten. Sein Dereinz» kamerad Rost wurde im Halbschwergewicht neuer Meister durch k. o. Auch der Schwergewichtler Müller(Siegfried) gewann seinen Titel durch einen f.D.-Sicg.— Der BSK. 19 Bochum gewann sein Tress«n gegen di« Boxer aus Dorsten mst 14: 2 Punkt«».— Der erste öffentliche Wettkampf der Arbeistrboxer Wiens, der zwischen den Mannschaften der Vereine Arbester-Jiu-Jitsu und Boxverein Favoriten Settlement ausgetragen wurde, endete mit einem 8: 6- Sieg der Favoristner.— Die bisherige Bundeshöchstleistung im Gewichtheben, Reißen links, stand im Leichtgewicht auf 139 Pfund. Bitstlmeier(Nürnberg) oerbesserte die Bundesleistung mst einem Körpergewicht von 134 Pfund auf 159 Pfund. 1. istei». Älierttitzcs, MS-aee.(Symnastckabend am Csvnaben!», dem lt. gcbrrar. icm 20 Uhr, in d-r Turnhall« elisab-thstraße.>?. Anschlichen!» Zabc-sv-rsam-nlnn«. Bcim C'-.r-ircwrn-n bad-n fyTfltnfc««cf eine einen Torturncr au stellen: Proles(ciüRtttf), ALB. Neukölln cBatcen quer), Mchlsdarf(Bfetb seit), iuctenraalbc(Äinqc), ssTSB. W-dd-nz(Stuf), 6TGB. Neukölln("Batten seil). StnicrueteiB isonnätU,«ttltn. S. 8. Lonnta«, 18. Januar. 15 Uhr, Gen«. toloctsninntluna im Bnstsllans. idtganisationsausmeis mildtinzen. Ballier, 13' i UI)t, michrtRC Lid,, na der gtauenabteisuna. «azltNnS Alt-Weddiua 1883. Senetalvetsammluna Lonniaz, 18. Januar. bei Schmidt, Sachsicidter Str. 11. 11 Udr.. Jedes Mitglied hat unbedingt AN erscheinen. AoariftcBsezeiB.Tie SJahtifreurbC, Zentrale Wien, ffftetoa, 1«. ZaBBar. 20 Uhr. Achtung, giüircrfekiion! Zohanni-str. 15. Alle Adtellungsfühter er- scheinen.— Abt. Eharlattenburg: Spreestr. 8V. Madrigalt-r. Sanntag, 18. Januar, Wildpark— Caputh— Ziaoensberge. Abiahrt 8 llhr Cdaria' ten. bunter Babnsleig.— ssalicaatadiailuna: Johannislir. 15.(Berne nlchofleorbeit. — Abt. Brill: Chausseeftr. 48 Trchnib des Wandern K.— Abt. Silbast: Btihlt •Strafte 37. Feierstunde.— Abt. Treptow: Besuch der Treptower Stermoar'm — Phoidgemeinschafi, Abt. Osten: ssrankfurter Allee 307. 1. Baftelabend.— Phall>gem«insch-st, Abt. Zieulälln: Bcrgstr. 28.— Abt. Binetaplad: Ssrfclns- Ecke(Sic un strafte. Singsang.— Mouiag. 1». ZanB-r. 39 llhr. Moioaemcin. schast: Zohannisstr. 15. L-n der Äunft im sogenannten(rinne.— Malgemeue. schast: Wronjjclftt. 128.-- S'veranta: TilsiterStr. 4. ffteie Spart-»nb Ctf SftetipeitlBigttOg, Abt. Mitte. SumVIntobcr'i ut der Kijpünicker Strafte fällt fteuic«u». Dafür Treffpunkt zum Arbei!Ä>ienft NM 20 llbr bei Prasser, M'chgeikirchstr. 20a, ftreic sta-u Unian»raft-Berlin S.«. Sonntag. 18 Januar. Wanderung Schmkckwift— NSniaowustcrhausen. Treffpunkt beider Abteilungen 8Zb llhr in Schmäckwift. Endhaltestelle Linie 88. Liederbücher und Mulikiakruoeente mit- bringen. Montag, 10. Januar, 20 Uhr,!7unktionarpersainmw»g bei Sachs:. Lindawer Str. ZK. Freitag. 23. Januar, Siftuna der Abteilung Oberspree im Restaurant„Zur Eiche". Neukölln, ktalser-ssriedrich. Ecke Saalestraße. . Solidarität-', Radfahrer. Touren am Sonntag, dem 18. Januar. 1. Abt.: Wanderung durch die Jungfcrnbeide. Start: 13 llhr Büloinstraße.— 2. Abt.: Eichwalde— Witte, Star:: 13 Uhr Rohde, Dicsfenbachstr. 38.— 8. Ab:.: Eich- walde— Witt!. Start: 13 Uhr Mariannenplcft.— 9. Abt.: ssufttour. Start: 13 Uhr Seestr. 82.— Abt. Triebrichshain: Stermvar'e Treptow. Start: 17)4 Uhr Sternwarte.— Abt. Moabit: BIa?a. Start: 14 Uhr vor dem Portal. — Abt. Reinickendorf: Wanderung durch Borgsdorf und Umgegend. Start: 0't Uhr Bahnhof SchünhalA(Bahnsteig).— Rennfahrer. Berlin-Mitte: Staaken. Start: S Uhr Brandenburger Tor.— Siftungen in der Woche vom IL. bis 24. Januar: 2. Abt.: 20. Januar.'20 Uhr, flahrwartstftung bei Rohdr. 21. Januar. 20 Ahr. Abteilungssiftung bei Lock. 23. Januar, 20 Uhr, Heimabend im Zugendhe'.m Wassert« rstraße 9.— 9. Abt.: 21. Januar Abteilungssiftung bei Schreiber, Triststr. 83.— Abt. sfriedrichshain: 20. Januar Seim- abend im Jugendheim Eberlystr. 12.— Abt. Moabit: 22. Januar technische Plauderei im Abteilung-Iokal Schmidt. Wielesstr. 17.— Abt. Reiinck-ndorf: '21. Januar Bunter Abend im Jugendheim Reinickentorf-Ost, Lindaner Strafte. — Rennfahrer. Berlin-Mitte: 10. Januar. 20(4 Uhr. Bad-ab-nb im Stadtbad Earicnstr. 8. 22. Januar. 1»'4 Uhr. Sallrntrainin» in der kiopenicker S'r. 125. 28. Januar Abteilungssiftung in der.(eoldenen Äug-i". Sommanbant:«-. strafte— Abt. S-iftcnsee: 23. Januar Abteilungssiftung bei A. Ragel, Weiften- s-e Pistoriusstr. 27.— Abt. Mabledors: 17. Januar Maskentoll im Lokal e. Anders, am Bahnhof Rahlsdors. Zu allen Veranstaltungen sind Jrcuudc und©önnet eingeladen. Donnerstag;, 15. Januar. Berlin. 18.05 Prot. Hochstetter: Alexander Mosrkowslii. 16.30 I. Kauder: II. Streichquartett Q-Dur(Erstauiführuas). 3. Sraetana; Streichquartett E-MoII(Streichquartett: Ortenberg, Felnlaud, Blumberg. Novogrudsky). 17.30..Carlos und Nicolas". Srentp aus einem Kinderieben in Argentinien. Nach dem Buch von Rud. Job. Schmied. Als Hörspiel bearbeitet von Wolf Zucker und Kurt Hlrscbfeld- 18.30 Dr. iur. Bcndix: Gewisses und ungewisses Recht. 10.00 Unterhaltungsmusik. 19.25 Interview der Woche. 19.45 Musik der stummen Dinge. Text: Georg Lengbacb. Musik: Bruno Hanl. Funk-Orchester. Dir.: Bruno Seidler-Wiaklcr. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Unterhaltungen mit Theodor Fontane. Manuskript-Zusammenstellung: Hansiürgen Wille. Leitung: Edle! Koppen. 21.45 Vier Tondichtungen, op. 128, nach Arnold Böcklin von Max Reger. >. Der geigeWe Eremit. 2. Im Spiel der Wellen. 3. Die Toteninsel. 4. Bacchanal(Funk-Orchester. Dir.: Seidler-Winkler). 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Konigswuster hausen� 16.00 Dir. Otto Stoltenberg: Das Experiment in der Berufsschule. 17.30 Mersmann; HaiisraasH;. 18.00 Rechtsanwalt Dr. Tichauer: Verträge und Verträglichkeit. 18.30 lTo(. Dr. Rothacker: Neue Probleme der Erkenntnislehra OB). 19.00 Mir.-Rat Joachim; Aus der Praxis des Arbeitsrecht». 19.40 Wissenschaftiicher Vortrag für Tierärtte. 20.00..Prot? 9 und Oe-ffentltclikett."(Zwiegespräch twiseben Landgerichts- dtrektor Dr. H. t.ehmann und Dr. S. Oldcn.) 20.50 Von München:..Ein knrtcs Leben." 21.25 Maximilian Harden über Arnold Böcklin.(Aus M. Harden..Köpfe".)