10 Pf. Nr. 25 B 14 48. Zahrgaug Sjiaiaakjfaße x/ß6 n\Ä)futoU4& BERLIN Sonnabend 17. Januar 1931 erscheiuttSslichauterGonstag«. Zuzlcich Abeadau-gab« de«.DorwSrU�. BeiuzSpreis beide Au«gaden SS Pf. pro Woche. S�oM. or» Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW6», kindenstr. 3 Anielzenorel«! Die einsoaltige Nonrareillezeile 80 Pf., Reklamezeile ü M. Ermäßiqungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. d.H.. Berlin Nr. S7üZ6. Fernsorecher: Dönhoff 292 bü 297 Goebbels fordert Gewalt! Aber wagt nicht, es zuzugestehen Stürme über Deutschland Berlin hart mitgenommen Gestern abend hielt der nationalsozinlistlsche„Gauleiter". Ab» geordneter Goebbels, im Kriegervereinshaus eine Rebe, in der er unter stürmischem Beifall seiner Freunde der„herrschenden Recht» lostgkeit" einen Entscheidungskampf ankündigte. Er führte aus: Mr werden nicht Urlaub nehmen. Unser Weg ist legal und wird alle Möglichkeiten der Legalstät ausschöpfen, wenn wir an das Regime kommen. Wir vergessen aber nicht, was geschehen ist: Rache ist ein Gericht, das kalt ge- Nossen wird. Dielen geht der Umstellungsprozeß zu langsam Sie möchten ein Husaren st ück von uns. Wir werden uns aber nicht zu Unüberlegtheiten hinreißen lassen. Was wir tun können, wird getan, um die Massen zurückzuhalten, aber über seine Kraft kann niemand. Die Spannung und Empörung in unseren Reihen ist bis zur Siedehitze gestiegen. Di« Zeit ist vorbei, wo man in Deutschland ungestraft über uns lügen konnte. Heut« fühlen sich davon Millionen Menschen betroffen. wenn die Gegenfeite weiter so gegen uns auftritt, wie es ihr bis jetzt beliebt. Wir werden auf streng gesetzmäßigem Boden bleiben und werden unser Ziel erreichen oder zerschellen. Läßt man uns nicht gesetzmäßig arbeiten, dann kommen die Folgen nicht auf uns, sondern auf die anderen, die Deutschland zu einer Einöde der Rechtlosigkeit gemacht haben. Zeder Nationalsozialist Ist innerlich überzeugt, daß das Zahr 1931 die Entscheidung bringen wird. Man hat die Frage aufgeworfen, ob wir koalstions- und re- gierungsfähig seien. Die Frag« allein ist eine freche U n v e r- s ch ä m t h e i t. Regierungsfähig ist jeder, der das Volk hinter sich bringt. Gibt das Volk uns die Macht, dann werden wir sie auch gebrauchen. Wer uns verfassungswidrig daran hindert, wird von uns, wenn wir die Regierung haben, als Hochver- räter nach Leipzig geschickt werden. Das Jahr 1931 wird von uns unerhörte Opfer an Gut und Blut fordern, aber es gibt für uns kein Zurück mehr. » Herr Goebbels ist trotz allem intelligent genug, um zu wissen, daß die von ihm gebrauchte Wendung„Ich fordere nicht dazu auf, ober was der einzelne tut, können wir nicht kontrollieren" ein« offene Aufforderung zur blutigen Gewalt ist. Die Opfer, die daraufhin fallen, wird Goebbels auf fein Konto nehmen! Reichsbanner marschbereit! Rebe Hörsinqs in Magpebura. Magdeburg. 17. Januar.(Eigenbericht.) In der überfüllten Ztadthalle in Magdeburg sprach der Bundes- führer des Reichsbanners H ö r f i n g über die Reichsbannerparole: „Marschfertig am 22. Februar für die Befreiung Deutsch- lands von politischen Glücksrittern." Deutschland habe, so führte Hörsing aus, feit der Wahl vom 14. September viel stärker unter der Wirtschaftskrise zu leiden als früher. Seit dem 14. September gebe es rund l.S Millionen Erwerbslose in Deutschland mehr, und zwar hauptsächlich durch die Schuld der Ratio- nalsozialisten. Insgesamt seien seit der letzten Reichstagswahl rund 1?L Milliarden Mark kurzfristiger Gelder zurückzuzahlen ge- wesen. Hörsing beschäftigte sich dann eingehend mit dem Programm der Nationalsozialisten und erklärte zum Schluß:„Wir wollen den Bürgerkrieg nicht, wir wollen auch das Köpferollen nicht. Wenn aber die Feinde der Republik sich erdreisten sollten, ihre schmutzigen Finger gegen die Republik zu erheben, so können sie sicher sein, daß man ihnen mit derselben Art und Methode, mit der sie uns angreifen, entgegengetreten wird. Wir werden sie zurückdrängen, werden sie, wenn es nicht anders geht, nieder- schlagen und, wenn das Interesie Deutschlands es erfordert, ver- nichten. Wir stehen in der Defensive, aber wir sind gerüstet." Das große Tiefdruckgebiet vor der skandinavischen Küste, das auf feiner vorderseile gewallige warmluslmassen heranführte und dadurch in der Tlachl vom Vonnerstag zum Freitag einen außerordentlich schnellen Wetterwechsel hervorrief, hat gewaltige Stürme ausgelöst. Das Unwetter tobt feit über 24 Stunden über großen Teilen Deutschlands. Von der gesamten Nord- und Oslfeeküste werden schwere West stürme gemeldet. Zm nord- deutschen Tiefland beträgt die mittlere Windgeschwindigkeit etwa 70 Stundenkilometer. Sehr stark waren auch die Niederschläge. die innerhalb der letzten 24 Stunden im Tiesland durchweg in Form von Regen gefallen sind. Zn der Reichshauptstadt wurden in der vergangenen Nach« 9 Millimeter Regen gemessen, seit Freilag vormittag 15 Millimeter, eine für diese Zahreszeit recht beträchtliche Menge. In Berlin richtete das Sturmwetter auch zahlreiche Schäden an. Vielfach mußte die Feuerwehr in Aktion treten, um Dach- s ch ä d e n zu beseitigen. In der inneren Stadt wurden mehrfach große Firmenschilder von den Hau-wänden gerissen, Dachziegel stürzten prasselnd aus die Straßen. Zahlreiche st arte Bäume sind vom Sturm umgerissen worden. In den Außen- bezirken machte sich das Unwetter naturgemäß am stärksten be- merkbar. Der Sturm rüttelte derart an den Fensterläden, daß viel- fach an Schlaf überhaupt nicht zu denken war. Gegen 5 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr nach Neu-Kölln am Wasser gerufen, wo ein großer Lastkahn infolg« des Sturms leck gesprungen war und zu sinken drohte. Die Feuerwehr ist bemüht, den Untergang des Kahns zu verhindern. Auch im Luftverkehr macht sich das Unwetter störend be- merkbar. Während noch am Freitag der Flugverkehr vom Berliner Wilhelm verleiht Orden »Notieren Eie weiter: ZSH verleihe Herrn Goebbels die Ärillanten zum Weißen Mäusefließ, dem Rechtsanwalt Saliy pinluß IV. die höchste Klasse der Abfindvngs- medaille, MEZRSR erlauchten Gattin Hermine das Hohenzoilernsche H a ii S l r e i» z...* I Zentralflughafen bis auf die Strecke Danzig— Königsberg, die wegen schlechten Wetters gesperrt war, reibungslos abgewickelt werden konnte, mußt« heute vormittag Startverbot erlassen werden, da der Sturm unentwegt mit 29 Sekundenmetern weiter tobt. Nach den letzten Meldungen heitert der Himmel im Nordwesten auf, und es ist anzunehmen, daß sich das Wetter langsam wieder bessern wird, zumal der Luftdruck über Westeuropa steigt. Von den Gipfelstationen der deutschen Mittelgebirge werden übrigens nach wie vor Temperaturen unjer Null gemeldet: das Tauwetter ist also lediglich auf die tiefer liegenden Landesteile beschränkt. Hannover. 17. Januar. Der schweve Sturm hat in der vergangenen Nacht in Hannover und Umgebung grohen Schaden angerichtet. Eine der ge- waltigen Böen erreichte eine Geschwindigkeit von 149 Stundenkilometern. Gleichzeitig entlud sich ein von heftigen Regen- und Hagelschauern begleitetes Winter- g e w i t t e r. In der Defreggerstrahe wurden vom Sturm mehrere Dächer abgedeckt und die Trümmer über 59 Meter weit fori- geschleudert. Am frühen Morgen waren die Straßen mit ab- gerissenen Bauinästen besät. Orkan raste auch über England. London, 17. Januar. Ein furchtbarer Sturm, der zeitweise eine Stundengeschwindig- kcit bis zu 129 Kilometer aufwies, wütete am Freitag zunächst über Schottland, dehnt« sich dann nach M i t t el e n g l a n d aus und erreichte schließlich in den Nachtstunden S ll d e n g l a n d. In den Häfen an der Westküste war die Schiffahrt v o l l st ä n d i g lahmgelegt. Di« großen Dampfer wurden durch die Gewall des Sturmes so fest gegen die Anlegeplätze gepreßt, daß selbst schwere Schlepper sie nicht von der Kaimauer frei machen konnten. Ein neuer Fischdampfer lief an der Nordwestküste Schottlands auf einen Felsen. Nur unter größten Anstrengungen der Mannschaften mehrerer Rettungsboote gelang es, die Besatzung zu retten. In H u l l wurde«in Mann durch einen Windstoß auf die Eisenbahn- schienen geworfen, als ein Zug heranfauft«. Dem Unglücklichen wurde ein Bein abgefahren. In London richtete der Sturm großen Gebäudeschaden an. Paris, 17. Januar. Ein wolkenbruchartiger Regen rief am Freitag eine schwere ll eberschwemm ung in Algier hervor. In wenigen Augen- blicken erreichten die Wasserfluten in der Vorstadt Carree die Höhe von 1,92 Metern. In aller Elle.mußten sich die Einwohner der bedrohten Häuser flüchten. Das Rathaus von Carree und zahlreiche Geschäfte erlitten schwere Beschädigungen. Mehrere Eingeborene ertranken in den Fluten. Auch unter den Viehherden sind schwere Verlust« zu beklagen. Giurm wirst Kleinbahnzug um. Zugführer getötet, mehrere Personen verleht. p e r l e b e rg. 17. Zonuar. Aus der kleiobahuliuie Perleberg— k y r i h ereignete sich am Sonnabend um 7,15 llhr ein schwerer vahnunfall. Zwischen den Stationen Garz und Hoppcnrade entgleiste infolge des Sturmes der von perlcberg kommende Personenzug. Ver Zugführer Ziggel war s o s o r t tot. Mehrere per- sonen wurden verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Strecke ist gesperrt. Der Sturm hat in der ganzen priegnih riesigen Schaden verursacht. Ja der Stadt Perleberg ollein wurden über 30 große Bäume entwurzelt. Die Schäden in den Prieg. nitzer Forsken sind unübersehbar. Da» Zündholzmonopol in Polen. Der Sejm nahm das Zünd- Holzmonopol, das auch Feuerzeuge umfaßt und bis zum Jahr« 1965 Gültigkeit besitzt, sowie die Kreuger-Anleih« an, die in Höh« von 32,4 Millionen Dollar zu einem Emissionskurse von 9 Prozent bei öl-bprozentiger Verzinsung gegeben wird. Bielleicht befindet sich darunter einmal einer» der seine persönliche Ehre identifiziert mit der Ehre der Partei und sie in der Weise, wie es ihm seine Ehre gebietet,„wiederherstellt". Ich fordere nicht dazu auf, aber was der einzelne tut, können wir nicht kon- trollieren, k V Rußland in Genf. Genfer Debatte um die Einladung. Genf. 17. Januar.(Eigenbericht.) Die Einladung Rußlands und der Türkei zur Europakonferenz scheint doch jetzt gesichert zu sein. Der Geschäftsordnungsausschuß au» acht Staatenvertretern hat mit 6:2 Stimmen beschlossen, der Einladung zuzustimmen. Holland und Belgien, die bekanntlich beide Rußland nicht anerkannt haben, stimmten gegen die Einladung. In der eigentlichen Volloersammlung, die der Sitzung des Aus- schusses folgte, begann Außenminister Curtius damit, daß er die Begründung Grandis aus der gestrigen Sitzung aufs lebhafteste unterstützte. Wenn man Europa einigen wolle, dann müsse man auch alle Staaten zuziehen. Gerade Rußland und die Türkei seien besonders wichtig. Dazu sei Rußland schon zu zehn Ausschüssen zu- gezogen gewesen und in der Abrüstring«in vollberechtigter Partner. Man darf auch nicht nur die Türen des Hauses offen halten und warten, ob die Staaten kämen oder nicht. Dann sei es schon besser, sie direkt einzuladen. Sonst müsie man auch bei der Einpfindlichkeit Rußlands damit rechnen, daß es in Genf eine zweideutige Haltung gegen sie voraussetze. Der norwegische Minister M o w i n ck e l versteckte sich hinter eine Ueberraschung, die den Staaten durch dies« Frage bereitet worden sei, und verlangte Vertagung auf den Nachmittag, um seine Regierung befragen zu können. Ebenso sprach der r u m ä- nische Gesandte Titulescu gegen die Einladung, da die Völkerbundsversammlung doch die lFuropakonferenz selbst nur ein- geladen habe und die Eingeladenen doch nicht wieder Einladungen ergehen lassen könnten. H e n d e r f o n- England trat sehr energisch für die Einladung ein. Er unterstützte den Antrag von Curtius, verlangte aber gleichzeitig, daß alle Staaten der Welt mit Ruß- land und der Türkei eingeladen werden sollten. Deutlich sprach er sich gegen jede Vertagungsabsicht aus, da die Zeit dränge und die Entscheidung reif sei. Darauf sprachen noch verschiedene Redner, die sich um eine Entscheidung herumdrückten. Zum Schluß betonte Curtius in längerer Rede noch einmal, daß der Sinn der Einladung des Völkerbundes gewesen sei, die Europa-Kommission solle in voller Freiheit entscheiden auch über die Frage der Teilnahme. Es sei höchste Zeit für die Zuziehung Ruß- lands und der Türkei angesichts des erschütternden Berichts, den Coljin gestern über die wirtschaftliche Lage gegeben habe. Wenn man heute die beiden Staaten nicht einlade, dann gäbe es vielleicht später«ine Absage. Die Konferenz wurde darauf auf heizte mittag zur weiteren Aussprache vertagt._ Nazischütze Neubert. Ein sauberer Bursche.— Niemand glaubt an einen Unglücksfall. Wenn man Am Lülzow In Charlokkenburg auf den Fall Krüger— Neubert, der jetzt von der Polizei aufgeklärt wor- den ist, zu sprechen kommt, trisst man überall auf hellste<5 m p ö- rang über die schwindelhafte Nazifamilie, hat doch der Nazibube Neubert mit seinen aus den Fingern gesogenen schmutzigen Verdächtigungen die ganze Straße seit Wochen iu Unruhe und Nervosität geHallen,„tresflich" unterstützt von der Mutter der angeschossenen Erna Krüger, die gewissenlos genug war, die Para- brllumpistole des hakenkreuzschühen im Keller zu verstecken. Der Edelnazi hat unter Angabe aller möglichen Details der Reihe nach alle ihm bekannten Republikaner des„Mordanschlags* auf Erna K. bezichtigt, so daß ganzlich ahnungslose und unschuldige Menschen hochnotpeinliche Vernehmungen und Haussuchungen über sich ergehen lassen mußten. Mit welchem Raffinement der 22jähr!gc Neubert vorging, erhellt die Tatsache, daß er an Hand einer schwarzen Naziliste der„Mißliebigen" und„Unter- menschen" vorging. Neubert war, für einen Nazi beinahe eine Selbstverständlichkeit, als Rowdy bekannt und an zahlreichen Hakentreuzüberfällen auf Andersdenkende hervorragend beteiligt. Ein Kapitel für sich bleibt die irrsinnige Mordhetze des Goebbels-schen Blättchens anläßlich dieses „zweiten Horst-Wessel-Falls".— Die schmierigen„Informationen" über die„roten Mordbuben" stammen von Ncubert selbst: die „Angrifs"-Skribenten machten sich mit teutonischer Begeisterung über sie her, ohne sie mich nur im geringsten auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Von den Anwohnern glaubt übrigens kein Mensch, daß Neubert, wie er jetzt angibt, versehentlich auf Erna Krüger geschosien hat. Man neigt vielniehr allgemein zu der Ansicht, daß der Nazi, der für sehr mißtrauisch und äußerst jähzornig gilt, seine Freundin in einem Anfall von Eifersucht niedergeschossen hat. Konflikte um die preise. Minister für Preissteigerung, Staatssekretäre dagegen. Paris. 17. Januar.(Eigenbericht.) Ueber die Preispolitik der Regierung ist am Freitag ein öffentlicher Konflikt zwischen dem Ackerbouminister und dem Untersiaatssekretär für die nationale Lekvnomie ausgebrochen. Der Ackerbauministcr, der vor einigen Tagen in einem Presse- interview erkläst hatte, daß der Brotpreis unbedingt herauf- gesetzt werden müsse, um der Landwirtschaft einen lohnenderen Getreidepreis zu sichern, ergänzte diese Erklärung am Freitag in der Kammer mit der Mitteilung, daß er alles tun werde, um den Ge- treidepreis auf 1 7 S F r a n k e n in die Höhe zu treiben. Der Unter- staatssekretär protestierte sofort aufs energischste. Derartige An- kündigungen könnten nur die übelste Spekulation in lebensnotwendigen Nahrungsmitteln begünstigen. Er sei übrigens nur deshalb in die Regierung eingetreten, um den Kampf gegen die Teue- rung zu führen. Die Ankündigung des Ackerbauministers würde seiner Aufgabe aber gerade zuwiderlaufen. Die Regierung werde sich mit dem Konflikt m ihrer nächsten Sitzung befassen. Sollte sie sich der Preispolitik des Ackerbau- Ministers anschließen, dann dürste der Unterstaatssekretär sofort seine Demission geben._ Frick ewbert Moskau. Allerding« zunächst nvr die„Mopr" in Gotha. Gotha, 17. Januar. In feierlichem Polizeideutsch läßt Frick der Welt verkünden: Sine Abteilung der Polizeidirektion Gotha unternahm am Mittwoch eine Durchsuchung des kommunistischen Kinderheims„Mopr", in dem zur Zeit ein Lehrgang zur Ausbildung kommunistischer Funktionäre unter Leitung des kommu- vistifchen.dehrers und preußischen Laadtagsabgeordneten Duddins- Oer Zensor Geheimnisvolle Vorgänge in In der heutigen Nummer der„Roten Fahne" wird eine Er- k l ä r u n g des Obmanns der freigewerkschaftlichen Vertauensleute der City-Druckerei veröffentlicht. Diese Erklärung wurde 1. in ihrem wortlauk gefälscht. 2. dieser gefälschte Wortlaut nur in einem Teil der Auflage der„R. F." vollständig gebracht, in der Berliner Ausgabe waren jedoch mehrere Sähe weggestichelt. Das Bild sah so au»: FrelgewerKschafklicher verkauensmana gegen „vonoarks" Lugen Auf den Artikel im �ZZonoärt-C:„Streik in der„Roten Fahne", politische Mahregelungen und Lohndruck", erhalten wir vom Obmann der freigewerkschastlichen Ver- trauenslente der City-Druckerei folgende Erklärung: jl. Der.FZorwärts" schreibt, daß„der Lohndruck in diesem tommunistischen Betrieb nichts Neues" sei. Daraus ist zu er- widern, daß an» von irgendeinem Lohadruck nichts bekannt ist. Die im Betrieb gezahlten Löhne für Buchdrucker wie für hilf«» arbeiter übersteigen im Durchschnitt diejeuigea anderer Drucke- reien eiaschliehlich des ,.Vorwärts"-93ctriebiS um ein Beträchtliches. 2. Es ist unwahr, daß alle„nicht waschechten Stalinisten" gekündigt worden sind.' i I> i J'•»fr >''f» r v V- � y m«/ v; I. Der Angriff auf den A rT» e i t e r r a l unseres Vetmbes ist gleichfalls unberechtigt Ein Hilfsarbs'ter. dessen Wirt- schastliche Verhältnisse besonSers gute sind, wurde im Dezember wegen Ardeitsmangels entlassen, und er versucht, aus dem Klage- wege eine Entschädigung zu erhalten. Die Klage ist gänzlich aussichtslos. � 4 i/'y«>-U J« l, VT? >> bt>'»'- � �\ J J y �»»»»..»«i *'s. Am 15.' Famiat, dem Todestag von Rosa und Karl, ha- hen die Maschinensetzer in der Frühschicht die Arbeit überhaupt nicht aufgenommen. Trotzdem die Geschästsleitung zu VerHand- "lungen bereit war. wurde die Arbeitsausnahme verweigert. Zu- letzt jorderten sie sogar Zurücknahme aller Kündigungen, deren Notwendigkeit von ihnen bis. zu diesem Zeitpunkt selbst aner- könnt worden war»" Das Bild haben wir vollständig aus dar„Roten Fahne" abgedruckt. Warum wurden die Sähe während des Druckes aus dem„-Zusammenhang gestrichen? Welcher Zensor waltet nächtlicherweis« in der„Roten Fahne" seines Amtes? Wir haben festgestellt, daß die weggestrichenen Götz« folgenden Worttaut hatten: Zu 2.„Es ist unwahr, daß alle.nicht waschechten StoNnisten" gekündigt worden sind. Tatsache ist. daß sich unter den Gekündigten eine ganze Anzahl politisch Andersdenkender, dar- unter der vom. vorwärts" erwähnte Vorsitzende de»„Brnnden- bnrgischen Maschinensetzer-Verein»" befanden." Zu 4..Bei der Auswahl der Bekroffenen wurde die Liste den zur Enilassung kommenden Kollegen schon am S. Januar, also vor erfolgter Kündigung vorgelegt, mit der Weisung, von den einzelnen Abteilungen eventuell andere Vorschläge zu machen. Das ist nichl geschehen." Gegenüber den„revolutionären" Ausreden und Beschimpfungen halten wir die Darstellung des„Vorwärts" vom 16. Januar über Erfurt abgehalten wird. Da man vermutete, daß sich dort steckbrieflich verfolgte Personen verborgen halten, rückt« eine ganze Anzahl Beamte der Thüringer Landespolizei, Gen« darmerie- und Kriminalbeamte in das Gebäude ein. Der Verdacht bestätigte sich. Man fand in dem Heim den Arbeiter Kail Fischer aus Salzungen, gegen den vom Oberstaatsanwalt in Eisenach Haftbefehl wegen— La nd f r i e d e n s b r u ch s erlassen ist. Fischer wurde festgenommen und nach dem Amtsgerichtsgefängnis Salzungen gebracht. Da bei der Amtshandlung der dringende Verdacht hervortrat, daß der Lehrstoff der Funktionärschule den Tatbestand einer vorbereitenden Handlung zum Hochoerrat im Sinne des§ 86 des Reichsstrafgesetzbuchs darstellt, wurden«in TeildesLehrmaterials und ein« Reihe von Aufzeichnungen sowie«in« dabei vorgefundene Pistole mit scharfer Munition be- schlagnahmt und de« zuständigen Staatsamvaltschaft in Ilmenau zu- geleitet. * Mit einfachen Worten: Die Polizei hat den Kommunisten ihr Unterrichtsmaterial weggenommen, ohne dazu berechtigt zu sein. Denn erst„während der(an sich schon willkürlichen) Amts- Handlung ist ihr ein neuer Verdacht" aufgestiegen, der sie zur Be- schlagnahme veranlaßte. Ganz abgesehen von dem, was be! den Kommunisten wirklich gefunden wurde— die einfache Wegnahme solchen Materials ohne Gefahr im Verzug oder ohne richterlichen Befehl ist ein Willkürakt, der die herrlichsten Aussichten für die Weiterentwicklung ttn votksparteilich-faschistischen Geiste eröffnet. Kalschmünzer am Werke. Verhaftungen in Schlesien und Sachsen. Gleichzeitig melden Görlitz und L e l p z i g die Aushebung vou Falschmünzerwerkstälten. Wir geben diese Meldungen: Im Görlitzer BorortLeschwitz ist eine vollständig ein- gerichtete Falschmünzerwertstätte ausgehoben worden. Die zahl- reichen H i l s s o r t i k e l, wie Photoapparate, Platten, Farben, wurden beschlagnahmt. Zur Aufdeckung de» Verbrechens verhalf der Polizei einer der Täter, der in Görlitz gefälschte lü-Mart- Scheine umsetzen wollt«. Die Scheine waren frisch gedruckt und fielen durch ihre schlechte Beschaffenheit sofort auf. Der Festgenommene, ein Landwirt Erich Sch. aus Zittau, gab an, daß er den Schein auf dem Bahnhof gesunden habe. Da man jedoch bei einer Haussuchung weitere Schein« vorfand, wurde er g e- ständig und gab' an, daß sich die Werkstatt in Leschwitz befand. Es wurden drei Personen fest genommen, die sämtlich bejchäs- beim Streik der kommunistischen Druckerei die Vorgänge in der City-Druckerei iu allen Paukte» auf- recht. Mit der einzigen Ausnahm«, daß nicht 16, sondern 29 Maschinensetzer die Arbeit verweigerten, da sich dem Borgehen der 16 Mann der Frühschicht in der Abendschicht weitere 13 Mann anschlössen, was uns zur Zeit unserer Peröfsenttichung noch nicht bekannt war. Wenn die„Rote Fahne" behauptet, daß die Druckereileitung sich am Tage der Arbeitsniederlegung zu Verhandlungen bereiterklärt habe, so ist dies nur bedingt richtig. Die Maschinensetzer traten in posstoe Resistenz und forderten Verhandlungen, bevor sie weiter arbeiten wollten. Die Geschösts- leitung forderte, daß erst die Arbeit aufgenommen werden müsse, bevor oerhandelt werden könne. Da jedoch die Maschinensetzer auf ihrem Standpunkt verharrten, wurden sie fristlos entlassen. Die Behauptung, ,chle sozialfaschistische Gewerkschaftsbüro- kralle" habe es darauf angelegt, am Todestage Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs das Erscheinen der„Roten Fahne" zu ver- hindern, ist eine faustdicke Lüge. Das Vorgehen der� Maschinensetzer ist ohne Kenntnis und Verständigung der Organ!- sation erfolgt. Die vielgeschmähte Gewerkschaftsbüirokoratte wurde nachttäglich um Verhandlungen ersucht. Der Buchdruckerverband wird jedoch erst dann in Verhandlungen mit der Geschästsleitung eintreten, nachdem diese erklärt, daß sie von den die Organisation be- schimpfenden Veröffentlichungen der„Roten Fahne" abrückt. Von der„faschistischen Gewerkschastsbürokratie", dem Buch- druckerverbanL, wurde eine Erklärung des Inhalts gefordert, daß der Streik der Maschinensetzer lediglich eine Aktion des Brandenburg ischen Maschinensetzervereins sei— mit dem die KPD. wegen seiner oppositionellen Leitung bisher stets zufrieden war. Inzwischen haben sich in der Eily-Druckere! insgesamt zwölf Handsetzer gefunden, die an den Setzinaschinen Rausreißer- dienst« leisten. Der Verband wird sich mit diesem Verhalten noch befasien müssen. Waschechte linientreue Kommunisten waren es, die sich gegen die Kündigungen und die Art dieser Kündigungen in der City-Druckerei wehrten und darüber verhandeln wollten. Der Versuch, Außenstehenden die Schuld an dem„verbrecherischen" Anschlag zuzuschieben, ist gänzlich mißlungen. Nächtliche Schlägereien. Zeitungsfahrer von Nazi« überfallen. » In einem Lokal in der Reichenberger Straße gerieten in der vergangene« Nacht mehrere Gäste in eine polilische Auseinander- jktzung. die später aus der Sttaßc sortgesehl wurde und ln eine Schlägerei ausartete. Einer der Beleiliglen, der 24jShrige Garagen- meister Hermann Rojohn au» der Reichenberger Straße IlO, aus den sieben jüngere Burschen eindrangen, slüchlele und gab aus sein? Verfolger zwei Schüsse ab, die jedoch niemand trafen, von dem alarmierten llebersallkommando wnrden insgesamt sieben Versonen, darunter der Revolverschützc, festgenommen und der Abteilung I.V eingeliefert. Zwei Zeitungsfahrer, Angestellte eines kommunistischen Verlags, wurden in den Nachtstunden von drei Männern, die aus einer Autodroschke sprangen, überfallen und mißhandelt. Die Täter, bei denen es sich um Nationalsozialisten handelt, flüchtete» in das Paeteihaus der Hakenkreuzler. Die Polizei nahm einen Manu fest, der sich in Begleitung der Hakenkreuzler befunden hatte. Der Verhaftete, ein Kaufmann Willi Markus, wurde der Polttischen P�izei übergeben., Schließlich wurden in der Karlstraße drei Hakenkreuzler wegen ruhestörenden Lärms und tätlicher Beleidigung der einschreitenden Polizei zwangsgestellt. tigungslos und durchweg angesehenen Bürgerfamlicn angehören. Die Kriminalpolizei Leipzig hat zwei Falschmünzer aus Halle verhaftet. Die daraufhin vorgenommenen Durchsuchungen bei anderen, der Falschmünzerei verdächtigen Personen in Hall« haben Herftellungsmaterial und über 400 Stück zur Verausgabung fertiger SO-Pfennig-Stücke zutage gefördert. Lt-Bahn- Entgleisung in Rew 8ork. -19 Fahrgäste verletzt. New Park. 17. Januar. Ein schwere» ll- Bahnunglück ereignete sich aus der New- Porter Untergrundbahn, al» ein von Jersey Eity nach New Park unterweg» befindlicher U-Vahnzug entgleiste. Der erste Wagen eines überfüllten Zuges der Hudson— Manhattan-Untergrundbahn, die New- Jersey mit New Dort verbindet, entgleiste an einer Weiche an der Endstation der 33. Straße und der 6. Äoenue und fuhr in die Betonstahlwand des Tunnels hinein, wo er sich förmlich spaltete. Unter den Passagieren, die zu Boden geschleudert wurden, entstand eine große Panik, wo- bei 19 Personen verletzt wurden. Skiläufer stürzt i« Gletscherspalte. Bleibt am Ski hängen und wird gerettet. Bludenz, 17. Januar. Der 27 Jahre alte Buchhalter Gustav Holzer aus Winter- thur unternahm von Klosters aus«ine Skitour zur Wiesbadener Hütte nördlich vom Piz Buin. Er wollte bei einbrechender Dunkel- heit am Silvretta-Hous eintreffen, sand das Haus aber nicht und irrt« die Nacht über umher. Nachdem er dann heute früh den Silvrettagtetfcher glücklich überquert hatte, brach er mit dem rechten Ski in ein« Spalte des Bermuntgletschers ein und blieb am linken Ski, der sich quer über die Spalte gelogt hatte, mit dem Kopf nach unten hängen. In dieser verzweifelten Stel- lung brachte Holzer etwa zwei Stunden zu. Schließlich begann er in beide Seiten der Spalte mit dem Eispickel Löcher zu schlagen: Als er sie für groß genug hielt, zog er sich mit dem rechten Fuß. den er inzwischen vom Ski befreit hatte, in die Löcher. Sich selbst aus der Spalt« zu retten, gelang ihm jedoch nicht. Er mußte in seiner Stellung bis etwa 10 Uhr vormittags verbleiben, bis ein Bergführer, der mit seiner Gesellschaft eine Tour aus de» Piz Buin unternahm, ihn vor dem sicheren Tode rettete. Giraudoux:„Amphiiryon AS". Theater in der Stresemannstraße. Wenn Gottvater Jupiter dem Generalfeldmorschall Zlmphitryon zum Hahnrei macht, dann freut sich das Volk von Theben. Der griechische Mythos hat dem obersten Olympier alle Lebemanns- gewohnheiten und Don-Juan-Tugendcn zugeschrieben, aber auch den Menschen auf der Erde eine märchenhafte Toleranz gegenüber diesem Eheverwüster. Zum Glück sucht Jupiter nicht die Bürger- und Stlavenfamilien heim, sondern nur die Fürstengeschlechter, und steht ihm der Sinn nach dem monarchischen Personal, dann bemüht er sich immerhin noch um die Feldmarschallin Mkmene, Amphitryons Gemahlin. Als die Griechen atheistischer wurden und ihre Religion nicht mehr als Schicksal, sondern nur noch als Poesie auslegten, machten sie die Götter, besonders den sehr lendenstarken Jupiter, lächerlich. Die Menschen werden klüger als die Götter, und so auch Mkmene, die ihrem himmlischen Anbeter aus dem Netze läuft und olles aufbietet, damit ihr rechtmäßiger Gatte Amphitryon nicht durch die Hörner aus der Stirn im Tragen seines goldenen Helden- Helms gestört wird.. Schön— Alkmene, die heute präsentiert wird, ist klug und einfach. Sie ist nur in die starken Arme und den sonstigen Gatten- bizeps ihres Eheherren begehrlich vernarrt. Deshalb ist ihr der mythologische Besuch gar nicht angenehm. Sie tut alles, um der himmlischen Werbung zu entgehen. Da sie trotzdem von Jupiter genommen wird, wünscht sie wenigstens, durch das Abenteuer ihren Ehefrieden nicht stören zu lassen. Sie entwindet ihr Gewissen, das einen Moment der Eitelkeit oerfällt, der Vorstellung, ein Götter- liebchen gewesen zu sein und heuchelt ihrem Hausstand« nur das vor, was ihr zum höchsten Ruhm gerechnet werden soll. Vor sich selber will sie als braves Weib gelten. So legt Giraudoux, der französische Diplomat, der sich beim Dichten vom politischen Archivdienst erholt, den mythologischen Stoff aus. Er ist weder so zynisch wie die spätgriechischen Possem schreiber und Moliöre, noch�so tragisch-pompös wie Heinrich von Kleist, der Bearbeiter des gleichen Mythos. Er plaudert, so wie es dem nzohlsituierten, durchaus auf taktvolle Eheirrungen gestimmten Premiercnklub gefällt, witzig und auch etwas gefühlvoll über den halbgöttlichen und halbmenschlichen Ehebruch. Er schafft vor allem die charmanteste Rolle für eine Heroine, die sich auch naiv geben kann. Diese gewinnende Komödiantentugend, dieser zwitschernde Mädchenton, diese treuen, verwunderten Augen, diese kindlichen Liebenswürdigkeiten sind die noch immer unübertresslichen Talente des Fräulein Elise Bergner. Das Entzücken, das von ihr aus- strahlt, entstcht durch die seltene Gabe, die Natur scheint und doch nur vollkommene Technik und Bühnenerfahrung ist. Di« übrigen Mftspieler sind nur beflissene Stichwortgeber, die von dem Regisseur Barnowski geschickt benutzt werden. Ernst Deutsch spielt den Jupiter. Doch Deutsch ist nun einmal gar kein heiterer Küirsller. In der witzigen Halboperette wirken Hermann T h i m i g, Frau Richards, Frau D a g o v e r und Herr Otto mit. Sie sind zum olympischen Witze eher aufgepeitscht als aufgelegt. m. h., Tag, Zeit und Ewigkeit Musikrundschau/ Von Klaus pringsheim �Die Privatsekretärin." Eapitol. Etwas Nehnliches haben die Amerikaner gemacht. Vor ein paar Jahren spielt« Norma Shearer eine Privatsetrelärin, die auf gleiche Art ihren Chef einsing. Der amerikanisch« Film war aber besser gefügt, logischer als dieser Tonsilm. dem«s nur auf komische Situationen ankommt. Und die sind nicht einmal immer komisch. Wunschtraum der kleinen Mädchen hinter dem amusischen Acht- stundenklavier: Auto» Villa, Kleider und schöner Mann! Wirklich „der" Wunschtraum? Hier in der„Privatsekretärin" bekennt sich Vilma Förster dazu, und ihr Chef, der Herr Bankdirektor, erfüllt ihn. Ein merkwürdiger Bankdirektor, der nichts weiter zu tun hat, als sich um feine Sekretärin zu kümmern! Und eine ebenso merk- würdige Bürowelt, in der kaum die Angst um Lohnobbau, Entlassung und Arbeitslosigkeit herrscht. Es ist eine Operettenwelt, ohne daß der Film den Charakter der Operette trägt. Ein realistisches Lustspiel, dem der Sinn für Wirklichkeiten fehlt, das die Menschen und Ding« zeichnet, wie sie nicht sind, sondern wie sie erträumt werden- Es bleibt eben beim Typ des bürgerlichen Schwanks, der im Grunde über die sozial tiefer Stehenden ulkt und nur die Arrivierten gelten läßt. Di« Reichen und Vornehmen sind das Ideal, die anderen haben keine Existenzberechtigung. Die Regie Wilhelm T h i e l e s bringt hübsche Einzelheiten. Ein paar Szenen werden auf ihre komische Wirkung hin restlos aus- gespielt und sind sehr glücklich auch in der tonlichen Aufnahme- Mehr kann schließlich der Regisseur aus dem Stoff nicht machen. B r e s s a r t steht unter den Darstellern an erster Stelle. Ein kleiner Düroangestellter und Dirigent eines Gesangvereins mit skurrilen Bewegungen und einem Anflug zur grotesken Gestaltung. Gut Renate Müller, die aber aus einer typischen Operettendarstellung nicht herauswächst. Lcb. �Ltnierrock und bunter Rock." Noxy-pa>afi. „Zu jedem Unterrock gehört«in bunter Rock, Was wär'n die Mädels ohne die Soldaten! Denn wo ein bunter Rock, Ist auch ein Unterrock, Zum Sauerkraut gehört ein Schweinebraten! Ein Ziollist, der kann nicht viel oertragen, Doch ein Soldat hat von Natur aus einen größeren Magen. Unterrock, bunter Rock, Bauch hinein, und Brust heraus, Eins, zwei, eins, IZu jedem Unterrock gehört ein bunter Rock, * Daß weiß der Korporal und auch der Feldmarjchalll" Dieser Schlagertext sei hier nur wiedergegeben, damit auch der Lichtspielcheaterbesuchcr, der selbst kein Geld für einen Militär- schmarren ausgibt, weih, was geboten wird und woran ein« Film- Oberprüsstelle keinen Anstoß nimmt. Im„Kasernenzauber" sind all- Mädel militärtoll, und die Männer werden nahezu vergewaltigt. Und wenn eine kleine Plätterin einem adeligen Leutnant in die schönen Augen sehen darf, dann ist sie glücklich darüber, daß er ihr die Wäscherechnung tzicht bezahft. U«b«rhaupt ist das Militär die reine Wohltätigkeitsversicherung auf Gegenseitigkeit. Der Leutnant bringt seinem Burschen das chm abspenstig gemachte Mädel wieder twie man im Film so schön sagt:„Da» Luder ging auf Charge"), und der Bursche bringt die fälligen Wechsel des Herrn Leutnants in Ordnung. Uyp dabei wird gefuttert, daß unseren Arbeitslosen un- bedingt Appetit aufs Militär gemacht werden muß. Es fehlt nun nur noch, daß der Lampe-Ausschuß diesen Film für volksbildend erklärt. Liddy Hegewald, die Marke des Erfolges, hat diesen Film hergestellt. Carl Boeje oerauktioniert« als Regisseur alle alte» Ladenhüter,«.d, Mit welcher Leichtfertigkeit gemeinhin künstlerische Werturteile gefällt werden, das wird uns klar, wenn wir einmal nach den Grund- lagen fragen, auf denen solche Urteile zustande kommen. Keine gültige Wertung ohne gültigen Wertmahstab, an dem gemessen wird — aber wo gäbe es einen gültigen Wertmaßstab in Dingen der Kunst? Gefühl, Wertgefühl ist alles. Wer es gibt, von unserem Gefühl un- abhängig, eine Art Stufenleiter der Werte, an der dieses sich orientieren kann— die Stufen sind gleichsam Etappen der Prüfung und Bewährung, die der Künstler, oder richtiger, die sein Wert schrittweise durchmißt. Wir reden von Werten des Tage» und von Ewigkeitswerten, und wir wissen nicht allein jene von diesen zu unterscheiden, die unterste von der obersten Stuf«. Es gibt, unabhängig von Gefühl und Willtür, einen Faktor, der an der Prägung all unserer Werturteile entscheidend mitwirkt: die Zeit. Ewigkeit, Tag, solche Namen sind nicht wörtlich zu verstehen. Wir sagen„Tag" und meinen sein«, des Tages, Flüchtigkeit, den ständigen Wechsel der Mode. Wir sprechen von der Gegenwart, die dauert, und nennen sie„Unsere Zeit". Das mag ein Zeitraum von Iahren sein, der uns umgibt— ein soliderer Begriff als„Tag", und von diesem verschieden wie Zeitgeist von Tagesgeschmack. Zeit- bedingt wie die Werte, die von der Gegenwart hervorgebracht werden, bleiben auch jene, die wir aus vergangenen Zeitaltern bewahren. Wir sagen„Ewigkeit", wo solche Werte der Vergangenheit für uns zeitlos, überzeitlich geworden sind: zeitlos, das heißt sozusagen immer gegenwartsnah. Aber freilich die„Ewigkeitswerte" der Musik, die unter den großen Künsten die jüngste ist, haben«in Durchschnitts- alter von kaum zweihundert Jahren. Mozart-Abend. An den Ewigkeitswert, den in der Geschichte d«r Musik das Werk Mozarts darstellt, werden wir durch das nahe bevorstehende Datum seines 175. Geburtstages erinnert. Die Berliner Opern- Häuser werden, wie man hört, den Gedenktag durch repräsentative Opernausfllhrungen feiern. Die Gelegenheit gibt Bruno Walter Anlaß, das Programm seines vierten Konzerts mit dem Philharmonischen Orchester dem Symphoniker Mozart zu widmen. Walter als Mozartdirigent, wir wissen, daß er heute nicht seinesgleichen hat. Zwei Gipfelwerke: E-Dur- und Es-Dur-Sin- fonie, dazwischen die Ballettmusik aus„Ees pctits riens"; und Wolf Busch spielt das �.-Z�ur-Vwlinkonzert. Ein Abend der beglücken- den Vollkommenheit. Zweimal Etrawinsky. Die Zugkraft' des Namens Igor Strawinsky oerhilft der ,.G e- sellschaft der Musikfreunde", deren Konzerte sich kaum noch halten lassen, zu einem vollen Saal in der Philharmonie. Der Komponist Strawinsty also steht am Dirigentenpult— nicht, wie aus den Eintrittskarten gedruckt zu lesen war, Dr. H. Unger— und gibt, in freilich nicht ganz glücklicher Auswahl, ein summarisches Bild feines orchestralen Schaffens. Zwischen zwei seiner bekannten Ballettsunen, „Pulcinella" und„Feuervvgel", stehen die„Acht Stücke für kleine, Orchester", mit blendendem Witz gemachte, amüsant instrumentierte, doch nicht eben wichtig« Stückchen. Stürmischer Beifall nach jeder Nummer, Beifall ohne Widerspruch. Noch vor wenigen Jahren hat es hier um jede Strawinsky-Auffühung erbitterte Kämpfe gegeben. Der Reiz der Aktualität ist dahin, den damals auch Strawüsskys frühe Werke noch besaßen: doch der umstrittene Held des Tages, der er war, ist in die größere Position des zeitrepräsentatwen Musikers gewachsen. Zwei Tage zuvor bot die„F u n k st u n d e" ihren Hörern Strawinskys„Geschichte vom Soldaten". Durch die Aufführungen in der Republit-Oper ist sie in Berlin wahrhast populär geworden. Nun erklingt sie unter der Leitung Hermann Scherchens, der sie in einer Volksbühnenmatinee, Januar 1924, zum erstenmal vor- geführt hat. Er hat für diese Musik nicht die Dämonie Klemperers, aber jedes Detail der raffinierten Partitur ist klar und sicher heraus- gearbeitet. Dank einer dramaturgijch-geschickten Runldfunkbearbeiwng, die uns aus das szenische Bild willig verzichten läßt, und der Kunst des Sprechers Karl E b e r t ergibt sich ein Gefamteindruck von stärkster Geschlossenheit. Musik aus drei Iahrbunderten. lind wieder die Funkstunde, um Niveau und Abwechslung be- müht, sendet ein Abendprogramm mit Werken von Johann Christian Bach. Der jüngste unter den Söhnen des großen Bach, als Kom- ponist ein« bedeutsame Erscheinung seiner Zeit, Lorbild des jungen Mozart. In erster Linie wird unser historisches Interesse berührt; Jnstrumentalwerke, Konzertarien, Opernbruchstücke in guter Zu- sammenstellung, ihre Wiedergabe betreut Dr. Ludwig L a n d s h o s f mit überlegener Stilkenntnis. Nicht ganz so erfreulich verläuft ein modernes Orchesterkonzert der Funkstunde in der Singakademie. Durch orchestrale Kühnheft fesselt eine Suite aus der Oper„Die Nase" des begabten jungen Russen S ch o st a k o w i t s ch. Wer weder Mjaskowskis nur äußerlich wirksame, in Ton und Haltung kon- ventionelle O-Dur-Sinfonie noch der Dirigent des Abends, Nicolai M a l k o, vermögen für die Musik des heutigen Rußland zu werben. Bon einem lärmenden, im oberflächlichsten Sinn modernen Orchester» Kapriccio des Amerikaners George Antheil lohnte es kaum zu reden. So wenig wir von einer„Sonatine transatlantique" Alexander Tansmans, der in abgegriffener Modemanier eigen« Einfallslosigteft mit Iazzanleihen verdeckt. Durch Walter G i e s e k i n g, der sie in das Programm eines Klavierabends aufgenommen hat, wird es immerhin ein Erfolg. Kein Wunder, daß die Hörer vom unver- gleichlichen Charme dieses Spiels— noch mehr freilich, wenn er sich auf sein Gebiet der französischen Impressionisten, Debussy und Ravel, begibt— bezaubert sind. Ein neuer Name für Berlin, Albert Roussel, Franzose, heutiger Musiker von persönlichem Charakter: wir lernen ihn im Dritten Sinfonie-Konzert der Linden-Oper kennen, wo Alexander B o r o v s k i sein Klavier-Konzert spielt, ein bedeutender Pianist; der Erfolg ist unbestritten. Rimsky-Korssakows„Schehe- razade", auf deren glänzende Wiedergabe Kleiber diesmal sein Interesse konzentriert hat, besteht noch immer als bedeutendstes Bei- spiel der russischen Romantik. Endlich, am selben Abend ein Er- eignis in der Singakademie: Brahms' Erste Sinfonie, vom B e r» liner Sinfonie-Orchester unter Ernst Wendel, dem Bremer Generalmusikdirektor, gespielt, wird eine Gipfelleistung des Konzertwinters. Der Dirigent(den Strawinsky zu seinen stärksten Interpreten zählt) hat die suggestive Gestaltungskraft, daß wir beinahe wieder an den Ewigkeitswert dieser Musik glauben. ■i"" Das gehörte nicht zum Spiel! OerZwischenfall im Deutschen Theater/ Curt Bois bedauert Ein unerquicklicher Vorfall, der sich am 22. Juli vorigen Jahres auf der Bühne des Deulschen Thealers während einer Aufführung von«P h ä a" abspielie, kam heule vor dem E'mzelrichler des Amis- gerichls Charlotlenburg zur gerichllichen Verhandlung. Der Schau- spiel« Eurk v vis hatte sich wegen Beleidigung und Körperverletzung gegenüb« der Schauspielerin Marie Schanda zu v«anl- worien. Er hat während der Ausführung von„Phäa" seine Kollegin mit dem Ausdruck„alles Ti«" beschimpft und sie mit dem Fuß gegen die Knie gestoßen. Die Verletzt« hat neben dem Strafverfahren auch einen Zivil- prozeß gegen Curt B o i s eingeleitet, in dem sie ihn auf 1(XX) Mark verklagt, da es ihr unmöglich war, im Deutschen Theater ihre Tätigkeit weiter auszuüben, ihr mehrere Engagements entgingen und sie zu Ihrer Erholung erhebliche Aufwendungen machen mußt«. Dem ärztlichen Attest zufolge, das sie dem Gericht beibrachte und das in der heutigen Verhandlung durch den sachverständigen Arzt be- stättgt wurpe, wies sie an den Knien mehrere handtellergroße blut- unterlaufene Stellen auf und hat infolg« des Schrecks und d« Er- regung ein« akute Herzneuros« erlitten. Curt Bois verteidigte sich in der heutigen Verhandlung damit, daß er sich schon lang« Zeit über seine Kollegin Schanda habe ärgern müssen, weil sie grund- los und albern auf der Bühne lachte und ihn dadurch aus dem Kon- zept zu bringen drohte. In der Szene, während der sich der Dorfall ereignete, saß Curt Bois am Klavier und neben ihm die Schanda. An dem Abend habe sie wieder angefangen zu lachen und er Hab« infolgedessen falsch gespielt. Aus Wut darüber Hab« er nach ihr getreten und sie be- schimpft. Inzwischen habe« eingesehen, daß man einer Dame so nicht gegenübertreten dürfe, selbst wenn man im Recht sei. Die Ver- Handlung gestaltete sich sehr bewegt, da Curt Bois mehrfach von dem Vorsitzenden gerügt wurde, weil er über die Ausführungen des An- walts der Klägerin lacht«. Er erklärte, er lache nur aus Nervosi- tät über die Behauptungen der Klägerin. Nach längeren Aus- führungen der Anwälte kam auf Vorschlag des Vorsitzenden Amts- gerichtsrat Ohlenburg ein Vergleich zustand«, in dem Curt Bois der Klägerin sein Bedauern über sein Verhalten ausspricht und ihr zur Abgeltung ihrer zivilprozessualer Ansprüche den Betrag von 600 Mark zuerkennt. Karl Kraus und die Volksbühne. Karl Kraus schickt uns, unter dem Geleite zweier Anwälte, eine Berichtigung zu unserem Bericht über seinen Prozeß mit der Volksbühne. Sie entspricht trotz der Berufung auf Z 11 des Preßgesetzes nicht den Vorschriften des Gesetzes. Aber wir wollen trotzdem unseren Lesern mitteilen, daß Herr Kraus der Ansicht ist, daß die Absetzung„Der Unüberwind- lichen" auf die Intervention der österreichischen Gesandtschaft erfolgt ist. Die Volksbühne bestreitet das. Streik am Msener Stadtlhealer. Am Pilsen« Stadttheater ist die Künstlerschaft und das technische Personal wegen Richtauszahlung der Gagen in den Streik getreten, so daß die Abendvorstellung aus- fallen mußte. Der Vertreter der Stadtgemeinde stellte fest, daß die Stadt ihre Vertragsverpflichtungen erfüllt habe und forderte von der Theatervereinigung, daß auch sie ihre Pflichten erfülle. Die Japan-Ausstellung in der Akademie der Künste wurde heute mfttag mft einer Rede des Ministers Grimme eröffnet. Edles kippen liest aus Einladung der Boltsbühne Montag, 3 Uhr, im i.Krauen Kloster" tKlosterstrage 74) au» eigeneu Werte». Raubüberfatt auf eine Greifin. Sämtliche Ersparnisse erbeutet. Im Hause Bergstraße ee. im Norden Berlins, be- treibt die 69 Jahre alte Witwe Henriette Schultz« ein kleines kohlengeschäst. In der vergangenen Nacht wurde die alte Arau das Opfer eines lleberfalls. Man raubte ihr samt- liche Ersparnisse. Frau Schultz« betreibt ihr Geschäft schon ziemlich lange und ver» fügt über einen Kundenstamm, der immer wieder kommt. Nach dem Hose zu liegt ihr« Privatwohnung, die aus einer Stube und Küche im hohen Erdgeschoß besteht. Unbekannte Räuber haben die Ge- legenheit ausgekundschaftet und in der Nacht einen Ueberfall ge- wagt. Auf dem Hof stehen einige Handwagen und Leitern. Eine der Leitern haben die Diebe an das Fenster angelehnt lind dann die Scheibe eingedrückt. Sie gingen dabei so vorsichtig zu Werte, daß Frau Sch. zunächst nichts hörte. Im Dunkeln tappten die Emdring- linge umher und suchten nach Geld. Dadurch wurde die Schlafende aber doch geweckt und glaubte jetzt, daß Mäuse im Zimmer raschelten. Ahnungslos zündete sie die Lampe an, die neben ihrem Bett steht. Jetzt erkannte sie zu ihrem Schrecken, daß ein Mann In der Stube war, der eine schwarz« Maske vor dem Gesicht und in der Hand einen Revolver hatte. Der Räuber drückte chr die freie Hand auf den Mund, um Hilferufe zu ersticken, und blies die Lampe au». Mit der Drohung, daß er die Greisin erschießen werd«, zwang er sie. anzugeben, wo sie ihr Geld habe. Vor Angst zitternd, gab Frau Sch. an. daß in einem Kommoden- tasten eine Kassette mit 700 Mark st ehe. Der Räub« nahm da» Geld an sich und zog sich zurück mit der wiederholten Drohung, daß er noch einmal kommen und schießen werde, wenn die Frau etwa um Hilfe rufe. Er ging durch die Tür fort, die er von außen abschloß. Als Frau Sch. sich von dem Schreck erholt hatte und zum Fenster hinaus ufti Hilfe rief, war der Täter schon ver- schwunden. / Mexiko vom Erdbeben heimgesucht Vierzehn Erdstöße in zwei Tagen- 20 Personen getöte« vlexiko, IT. Januar. 5 eil dem großen Erdbeben, das vlexiko vorgestern heimstichke, wurden in den am 15. Januar in Südmexito betroffenen Gegenden vierzehn Erdstöße wahrgenommen. Vach Meldungen aus Oaxaca wurden in dem südlich von dieser Stadt gelegene» Misuallan zwanzig Personen gelölel. voltsbllhne: Jnsolge Erkrankung von Edwin Fischer muh da» Konzert, baS am Sonntag, dem 18. Januar, in der BollSbühne stattfinden sollte, verlegt werden. Museumssührungea. Im Rahmen der amtlichen Fübrungen sprechen Sonntag, 1V Uhr: Prof, Kurth über.Formprobleme der modernen Eraphik" im Neuen Museum(Kupserstichkablnett): Dr. Blümel über den»Bildhauer Polhklet" im Neuen Museum: Dr. Schmidt über»Kunst de» Jilam" im Kalser-Friedrich-Museum": Dr. Böhm über»SSronzezeit in Norddeutschland" im Museum sür Völkerkunde II(Prinz Albrechtstrahe). Zur Eröffnnag de» Kurförstendomm-Theater» gelangt in der Regie Max Reinhardt»»Da« ichwache Geschlecht' Komödie von Edouard Bourdet, zur deutschen Urausjühruug. Willkür bei Aschinger. Arbeits- und Landesarbeitsgericht billigen sie. Em Kellner, der fünf Jahre bei Aschinger beschäftigt war, wurde krank und arbeitsunfähig geschrieben. Nach drei Wochen tonnte er zwar die Arbeit wieder aufnehmen, ober seine Gesundheit war nicht völlig hergestellt. Die Landesversicherungs- an st alt bewilligte ihm eine Kur in Bad Kolberg. Etwa drei Wochen nach der Arbeitsaufnahme erhielt der Kellner von der Landesoerstcherungsanstalt die Aufforderung zum Antritt d e r K u r. Er teilte das der Firma Aschinger schriftlich mit und legte auch den Ausweis über die Richtigkeit seiner Angabe bei. Die Firma antwortete, sie erteile keinen Urlaub für die Sur und wenn er ohne Urlaub abreisen sollte, würde er gekündigt. Was sollte der Kellner nun tun? Sjätie er die Reis« nicht an dem von der Landesversicherungsanstalt bestimmten Tage angetreten, dann wäre vielleicht aus der Kurs überhaupt nichts geworden oder sie hätte auf unabsehbare Zeit hinausgeschoben werden müssen, bis es der Firma Aschinger beliebt hätte, dem Kranken Urlaub zu erteilen. Selbst in diesem Falle wäre der Erfolg der Kur in Frage gestellt worden, denn nach dem Gutachten des Vertrauensarztes der Landesversicherungsanstalt hing der Erfolg der Kur davon ab, daß sie alsbald angetreten werde. Mit Recht glaubte der Kellner, die Wiederherstellung seiner Gesundheit und Arbeitskraft nicht von der Laune und Herrschsucht eines Direktors abhängig machen zu sollen. Er reiste also ohne Urlaub nach Kolberg, erhielt prompt die Kündigung und war nach seiner Rückkehr aus dem Bade entlassen. Die Klage des Kellners, der seine Entlastung als unbillige Härte empfand, wurde vom Arbeitsgericht abgewiesen. Auch vom Lande». arbellsgerlcht, das der Kläger angerufen hatte, wurde das Urteil bestätigt. Es wurde als wahr unterstellt, daß der Kläger die ihm von der Landesverstcherungsanstalt bewilligte Kur gebrauchen mußte. Aber wenn ihm die beklagte Firma mitteilte, er werde gekündigt, falls er ohne Urlaub abreise, so hätte er sich nicht darüber hinweg- setzen dürfen. Er hätte ja bei der Firma vorstellig werden können, um sie zur Zurücknahme ihrer Anordnung zu bewegen. Da er trotz Androhung der Kündigung abreiste, sei die Kündigung gerechtfertigt. Dies Urteil steht mit dem nichtjuristischen Rechtsempfinden in Widerspruch, wenn je eine Entlassung als unbillige Härte angesehen werden muß, dann in diesem Falle. Der Zweck der Sozialversicherung, die Gesunderhaltung der Versicherten, müßte auch von den Arbeits- gerichten höher eingeschätzt werden als der Befehl eines leitenden Angestellten einer 2lktiengesellschaft, die zur Aushilfe während der Kur des Kellners ohne weiteres Ersatz finden sollte. Wenn man nicht einmal von einer auf die Kundschaft der Arbeituehmerschaft angewiesenen Firma wie Aschinger soviel soziale» Verständnis und rein menschliche Rücksichtnahme auf einen jahrlong beschäftigten Arbeiter erwarten kann, dann müßte man doch von der sozialen Gerichtsbarkeit erwarkeu dürfen, daß sie einer befleren sittlich sozialen Ausfastuag zur Anerkennung oerhilst. Offensichtliches Unrecht kann nicht als Recht erklärt werden. Schulung von Funktionären. Im Bezirk Berlin, Brandenburg und Grenzmark des ADGB. wurden gegenwärtig in 34 Kursen die jetzt besonders aktuellen wirt- schaftlichen" und arbeitsrechtlichen gewerkschaftlichen Probleme be- handelt. Die Kurse werden seit 11. Januar bis 15. Februar je zwei- mal an 17 verschiedenen Orten abgehalten. Referenten sind bekannte Fachleute wie Dr. R ö l t i n g von der Wirtschaftsschule in Berlin, Dr. S e e l b a ch von der Bundesschule des ADGB. in Bernau, die bekannten Rechtsanwälte Dr. N e u m a n n und F r ä n k e l. sowie der Senatsprösident D e r s ch. Die Teilnehmer sind von den Ortsausschüssen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ausgewählt und delegiert. Diese groß- zügige Schulungsarbeit erfaßt insgesamt etwa 700 gewerk- schaftliche Funktionäre, insbesondere Betriebsräte, Ar- beitsrichtcr, Beisitzer in den Körperschaften der Sozialversicherung, Jugendleiter und andere Vertrauensleute. Die Kurse werden in engster Zusammenarbeit mit der Staatlichen Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung in Berlin durchgeführt.. Ltmgestaliung der Gewerkschastspreffe. Zu den Gewerkschaftsblättern, von denen wir berichteten, daß sie mit Vegiiin des neuen Jahres ihr Gewand verschönerten, ist auch das Organ des Einheitsverbandes der Eisenbahner,„D e r Deutsche Eisenbahner*, zu nennen und das Organ des Deutschen chutarbetterverbandes,„Der Deutsch« hutar» beiter*. Beide Gewerkschaftszeitungen sind ebenfalls von der Fraktur, zur Antiquaschrift übergegangen und haben sich einen neuen Kopf gegeben, Veränderungen, die ihrem Aussehen zum Vor- teil gereichen. Das Organ des Zentralverbandes der Angestellten,„Der freie Angestellte", das bisher schon in Anliquaschrift erschien, hat sich einen neuen Kopf gegeben und seinen Raum in drei Spalten aufgeteilt, anstatt in zwei Spallen. Das wöchentlich dreimal erscheinende Blatt des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, die„AD BZ.*.„Allgemeine Deutsch« Beamten-Zeitung*. hat sein Zeitschriftenformat auf Tageszeitungsformat vergrößert, womit es sich auch einen neuen Kopf geben mußte. Die„ADBZ." hat jedoch die Fraktur- schrift beibehalten. Es ist«streulich, daß mit dem Erstarken der Gewerkschaften der Arbeiter, Angestellten und Beamten auch die Presse ihrer Verbände darauf bedacht ist, ihre unausgesetzten Bemühungen um einen guten Inhalt auch auf ihre technische Ausgestaltung auszudehnen. Je ge- fälliger das äußere Bild unserer Preste, um so lieber greifen auch die Mitglieder nach ihrer Verbandszeitung. Gruben werden stittgelegt. Mehrarbeitszeitabkommen wird beibehalten. Di« Stillegung der Kohlengrube Penzberg wurde von der Regierung von Oberbayern genehmigt, so daß die Kündigung der Belegschaft am 17. Januar in Kraft tritt. Etwa 120 0 Ar- beiter werden dadurch brotlos. An der Sieg sollen verschieden« Gruben still- gelegt werden. Die Stillegungsverhandlungen, die dieser Tage in Wissen geführt wurden, hatten folgendes Ergebnis: Die Grubenvereinigung Wissen wird am 17. und die Grube Silber- wies« am 31. Januar vorübergehend stillgelegt. Dollständig still- gelegt werden am 1. Februar die Eisen st eingrübe St. Andreas und die Grube Friedrich bei Rieder-Höoels. Es wird verbindlich erkläri. Der mitteldeutsche Metallschiedsspruch. Leipzig, 17. Zauuar. Der Schlichler für die Bezirke Sachsen und Milteldeutschland, TNinisterialral Dr. Hauschild in Leipzig, hat den im Lohnslreil in der mitteldeutschen Metallindustrie in Halle gefällten Schied». sprach für verbindlich erttärl. Oie Aussperrung in Lancashire. Oer Terror der ttnternehmer. Manchester, 17. Januar. Die intensiven Bemühungen zur Verhütung einer Aussperrung der Webereiarbeiter de» Bezirk» Lancashire sind an der u n n a ch. giebigen Haltung der Unternehmer gescheitert, so daß heute, Sonnabend, um 12 Uhr mittags, die Aus- fperrung von 250 000 Arbeitern begonnen hat. Die Webergewerkschafl hatte um eine hinausschiebung der Aus- fperrung um 14 Tage ersucht, um inzwischen die einzelnen Gewerkschaften darüber zu befragen, wie sie sich zur prinzipiellen Annahme de» Achtspindelsystems stellten. Aber auch dieses Ersuchen wurde von den Unternehmern schroff abgelehnt. Zunächst werden nur rund 1000 Spinnereien geschloffen. * Das Unternehmertum fordert bekanntlich von den Webern, acht Webstühle anstatt vier zu bedienen. Dadurch wird die eine Hälfte der Weber arbeitslos, die andere Hälfte um so stärker ausgebeutet. Die Aktion der Unternehmer richtet sich nicht nur gegen die Arbeiter, sondern auch gegen die Arbeiterregierung. Eine zeitgemäße Warnung. Wer für die NGO. wirbt,«st gegen die Gevertfchaff. Eine Warnung vor der Mitgliedschaft bei der R G O. ist vom Vor st and des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes erlassen worden. Der Vorstand schreibt: In der gegenwärtigen Zeit der gewaltigen Krise, der ungeheuren Arbeitslosigkeit und der Schwierigkeit, unter solchen Umständen den Angriff der Unternehmer auf die Löhne zurückzuweisen, muß der erneute Versuch, die gewerkschastliche Einheit und Disziplin zu er- schüttern. als«in besonders frivole» Verbrechen an der Arbeiterschaft gekennzeichnet werden.. Der Verbandsvorstand vertraut darauf, daß dieses verwerfliche Treiben an der gewerk- schaftlichen Einsicht und Disziplin unserer Verbandsmilglieder scheitern wird. Es erscheint ihm aber nicht überflüssig, aus- drücklich darauf hinzuweisen, daß die Betätigung für die R G O. zu denjenigen Handlungen gehört, die nach den erwähnten Verbandstagsbejchlüffen(von Hamburg, Kassel und Frankfurt a. M.) mit der Zugehörigkeit zum Verband nicht mehr vereinbar ist._ Tarifireue der Unternehmer. tlm die Vauarbeiterlöbne im Soargebiet. Saarbrücken, 17. Januar.(Eigenbericht.) Der Arbeitgeberoerband für das Baugewerbe und die ver- wandten Betriebe im Saargcbiet hat den Lohntarif mit sofortiger Wirkung gekündigt. Er fordert«ine zwölfprozentige Lohnherabsetzung, die zur Belebung des daniederliegenden Vaumarltes unbedingt erforderlich sei. Die Arbeitnehmer lehnen jede Lohnkürzung vor dem 31. März, dem zunächst zulässigen Termin für die Tarif- kündigung, ab._ politische Hintergründe? Wie die Anzeige im Brandenburger Prozeß zustande kam. Der Brandenburger Beamtenprozeß spielte heute im P o t s- d a m e r Landgericht. Nach den ersten beiden dramatischen und tragikomischen Sitzungstagen mit ihrem Sammelsurium zu- sommengetragenen Klatsches, wickelte sich die heutige Verhandlung in voller Ruh« ab. Die Leumundszeugen konnten über den Angc- klagten nur Gutes aussagen. Sie schilderten ihn als fachlichen Beamten und gefälligen Menschen. Der Vor- sitzende des Beamtenausschusses des Provinziallandtages erllärte, daß, nachdem die Eröffnung des Verfahrens gegen Schwarz bekannt- geworden war, die Beamten zu ihm gekommen seien und gesagt hätten, niemand traue ihm die Beschuldigungen zu. Rechtsanwalt Frey erklärte, die bürgerliche Fraktton der Bran- denburger Stadtverordnetenversammlung, die„D e r e i n i g t e B ü r g e r l i st e*, habe bereits am 25. September bei der Staats- anwaltschaft in der Sache der Frau Florian Strafanzeige gegen Schwarz erstattet, während Frau Florian selb st sich er st am 2 7. Oktober dazu entschlossen hat. also fast zwei Wochen später. Die vereinigte Bürgeriiste habe sich in ihrer Anzeige u. a. auf eine Person berufen, deren Namen sie nicht nennen woll". um ihr keine Schwierigkeiten zu machen. Gleichzeitig mtt der An- zeige seien der Staatsanwaltschaft auch drei anonyme Briefe über- reicht worden. Rechtsanwalt Frey erblickt in diesen Tatsachen de» Beweis dafür, daß das Ganze nichts anderes als eine Episode im politischen Kampf gegen Schwarz darstell«. Der Zwischenfall bildet gewissermaßen den Auftakt zu den Auseinandersetzungen über die politischen Hintergründe dieses sonderbaren Prozesses, die am Montag erfolgen sollen. Rechtsanwalt Dr. Frey hofft auch die Drahtzieher der politischen Machenschaften festnageln zu können. Am Montag dürste auch die Beweisaufnahme ge- schlössen werden. Oberstaatsanwalt Tetzlaff wird seine Be- rusung zurückziehen. Cr wird also die Anklage wegen versuchter ?!otzucht fallen lassen und nur die wegen tätlicher Beleidigung aufrechterhalten. Im Anschluß an das Plädoyer des Staatsanwalts werden der RebenNäger und der Verteidiger plädieren. Die Kölner Bankräuber gefaßt. Köln, 17. Januar.(Eigenbericht.) Die drei Banditen, die vor etwa 14 Togen in Köln»Lmdenthal die Depositenkass« der Deutschen Bank ausgeraubt haben, konnten nunmehr sämtlich verhaftet werden. Der Führer der Räuber hielt sich mit einem seiner Komplicen in Amsterdam auf, während der dritte in Dortmund gefaßt wurde. Der Führer des Räuber- autos wurde bekanntlich schon am Tage der Tat tn Köln seftge- nommen. Welter für Verlin: Kühler und noch unbeständig, mit einzelnen Schauern, böige Rordwestwindc.— Für Deutschland: Ueberall un- beständig mit Abkühlung, namentlich im Nordosten noch sehr windig. Verantwortl. Hit die Redaktion: Serbcet Lcpere, Berlin: An, eigen: Tb.«locke. Berlin. Bcrlag: Lorwärts Verlag«. ni. b. S.. Berlin. Druck: Lorwärts Buch- drnckerei und Berlagsanstalt Paul Singcr& Co Berlin S9B 68. Lindenltrake 3. Sier,« l Beilade. Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- und Sterbekasse für dasDenfsdie Reick »MWM M MM MW wr 10041 FCAndCtf rnrnnm bw-w die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken versicher ungsschutz bietet Berlin N 24. Oranienburger Sir. 69 und 300 Verwaltungsstellen im Reich (UdaiBrCeldea* Eraadzkasac:) Inm Jatare 1884 Sonnab, 17. 1. 8taats-0per Unter d. Linden 138. /L-V. 19'/» Uhr Die Hadil des Sdüiksals Enden. 22'/» Uhr ta nib de laetllk. Itt. fc-S. ,»»/> Uhr Louise OeRutl brimutut. Ende 23 Uhr Sonnab. 17. 1. Stadl Oper Bismarckstr Turnus I 19V» Uhr Don fiiovannl Ende 22"» Uhr StaatL Sthaosph. lUfflin MRIIiD DCSUnUCrS nfcrGmartiiflijihillilfl Im JhnUk- mi»>04»■ImHMIi« ÜLÜiy 1 Bamowsky-SOfisen maier la I« Stresemannsii. >>>/« Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Gitaudoux Inszenierung: Vic.or Barnowsky Komddiennaus SV« Uhr Cocktail von VDÜnnuüir iLBnatzk] Berliner TUeat. »v« Uhr Gastspiel d Th a. schillbauer dämm Die SegMstOEiiter vun Donizetti ntetropoi-Theater Täglich 8V< Uhr schön ist die weit Operette von Lehdr SidianlTagbir. Gitta Upir. jibBirminrl, Neues Theater an» Zoo— (raSahatiZDo. StpL 6551 Täglich«V« Uhr Der er. Lacherfolg! Guido Thieisciter Das ottentiiene Aergernis Preise I bis 8 M Deaisehes ttünsiler-Theii. Barbarossa 3937 8V« Uhr Zum ooldenen Anker mit KUH aorsm Nut noch wenige Vorstellungen Somii uod Stg. 40lu; Emilii die Detektive Renaissance- Iheater Steinplatz 6780 8', Uhr muB die Kuh mnch sehen? mit llbirt eitstnnnn EINMALIGES GASTSPIEL VON NnnN0I>Vli»k CLAIRE WALDOFF OER KÖNIGIN DES BERLINER HUMORS, IM 99, fllttlRP CAFE SCHÖNEBERG rfAUPTSTAASSE 23-24 Eintritt H. 1.- meaterd. Weitem Täglich SV« Sonntag 2Vb u 8V» Sensationeller Opereitencrfoig Viktoria undlhrHusar Kleines ineat. Täglich 8V« Uhr. Dar seeientorscher Rannte hu still Kadi Fraute Flamme. Kaufmann. Farcnburg Lustspieihaus Kurt Götz Täglich 8� Uhr Vom Lieben and Lachen tlileSünöer Kottbusser Str. r F. 8. Oberb. 6070 Tägi 8V. Uhr conntags ad 3V> Qbr .Das m-cbi uns keiner nach' lui Cid pid ciaira waidoit. lUdm. tmilijti Prtin! TUeateram SflilUDauerflamni Norden 5813 u. 0281 täglich SV« üh> Die Qoadralnr des Kreises Lurlspiei v. Katafe» Regie: y, Keodelsoiio Preise von 1—12 M. Tljl. S u. 8'/, Uhr— B S B«rb. 925» Nachm. 50 M. bl, 3 M.»benil« 1-8 M Be-OeU u. Gould, Um»- Trio Sehaefer» Kfl»»Ugr-H»ru» mir. Rose-Iheater ar.FranktirterSir.iSJ Tel. Alex 3422 u 349« 7 Uhr und 10.15 Cht Die DDlIaisriozusin Komische Oper 8'» Uhr Peppina Operette von Robert Stolr. Sonntag, den 18. Jannar mittaas 12 Uhr föellage Sonnabend, 17. Januar 1931 SprAbmS �eUauXadb Aex �Jo*v>i£s4x Im Zuchthaus von Celle Hlst Rundgang— Von Leo Rosenthal Gelte. In einer Seitengasse in der Nähe des Bahnhofs ein langgestrecktes Gebäude. Drei Toreingänge. Ueber dem Haupt- portal ein Glockenturm. Nichts weist auf ein Gefängnis hin. lieber dem Eingang in lateinischer Sprache: Zur Bestrafung der Uebelläter. zur Bewachung der Wütenden und Irrsinnigen aus öffentlich«» Mitteln errichtetes Haus. Darunter ein Maskenrelief, ein schmerzlich verzerrter Männerkopf, eine Kingel. Der uniformierte Gefängnisbeamte öffnet die Tür, dann die Pforte zum V o r h o f. Auch hier deutet nichts auf ein Gefängnis. Die großen vergitterten Fenster könnten auch einem anderen Zweck dienen. Ueber der Tür des Mittelportals ein Wappen mit fran- zösischer Inschrift: Verflucht, wer schlecht darüber denkt— Gott und mein Recht. Die Tür rechts führt zu Verwaltungsräumen. auch zu denfenigen des Direktors. An der linke» Wand ein Tisch, darauf ein von Gefangenen gebastelter großer Dampfer, einige Holzschnitte, einige Bilder, eines mit Blut gemalt— damals waren Farben noch nicht gestattet. An der Wand der Brögersche Spruch: „Die Arbeit, Mensch, nur kann dein Dasein krönen— Und mit der schwersten Schickung dich versöhnen. Auf Arbeit, Friede, Frecheit steh» die Tore Der neuen Zeit, die sich erfüllen soll. Taub bleiben alle Worte unserm Ohre, In denen dieser Sinn nicht mit erscholl." Im Keller ficht man noch heut« den P r ü g e l b o ck und die schweren Ketten und Fesseln, die in diesem'Zucht- hause gebräuchlich gewesen. Auch ein Eisen, das an der Wand befestigt, mit einem Ring den Hals des Delinquenten und mit zwei weiteren eisernen Ringen, in gleicher Höhe wie der erste, seine Handgelenke umspannen konnte. Ein Symbol der Fesselung des Geistes und des Willens, wie sie noch ganz vor kurzem in den Zuchthäusern geübt wurde. Es ist noch nicht lange her, daß in diese Änswll neuer Geist eingezogen, die Gefangenen sich innerlich freier fühlen. Im nächsten Jahre«feiert" das Zuchthaus Celle sein zweihundertjähriges Bestehen. 200 Jahre der Entwicklung vom Verbrecher oh Geisteskranken unh Geisteskranken als Verbrecher. besten böser Dämon auf dem Prellbock ausgetrieben und besten Wille durch Eisen gezähmt werden sollte— bis zur neuen Verordnung über den Bollzug der Freiheitsstrafe in Stufen, der ein Appell an all das Gute bedeuten soll, das im Menschen, wenn auch oer- schüttet, doch stets in irgendeinem Grade vorhanden ist.«Und ist auch keiner vollkommen gut, so ist ganz ohne Gutes doch keiner", liest man an der Zimmerwand des neuen Direktors Kleist. Sdiwieriges Mcnschcnmatcrial Kein leicht knetbares Menschemnaterial— das im Zuchthaus von Celle. Bon den 450 Gefangenen— 215 rückfällige Diebe und Hehler, nur 29 hier wegen Betruges und Urkundenfälschung, 13 wegen vorsätzlicher Brandstiftung, 17 wegen Meineides. 26 wegen Blutschande, 24 wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen, weitere 24 wegen Notzucht, 37 wegen Mordes, 27 wegen Totschlags, 43 wegen Raubes. 35 von den 456 Gefangenen Lebenslängliche, 42 haben mehr als 16 Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Versucht man schätzungsweise die Gefangenen gemäß der neuen Verordnung über den Vollzug der Freiheitsstrafen in Slufen in Kategorien einzuordnen, so erhält man folgend« Zahlen: 26 Proz. der Gesamt- zahl sind unvorbestraft, sie gehören in das sogenannte Ein- gangshau» A; 176 erheblich Borbestrafte müßten ins Eingangshaus B. Für das Haus der Geförderten— die ztoeite Stufe— kämen nur 58 in Betracht; als«unverbesserlich" würden etwa 66 zu bezeichnen sein, natürlich nur bedingt— denn was heißt„unverbesserlich?" Sie müßten in das Haus für Schwererziehbare. Etwa 15 dürften als geistig abnorm gellen und schließlich nur 8 waren nach den neuesten Bestimmungen für das Ausgongshaus reif— mit allen seinen Bergünstigungen, wie Urlaub, sonntäglicher Spaziergang usw. Im Augenblick de- finden sich 115 in der zweiten Stufe und 27 in der drillen. Das Zuchthaus, wie es bis jetzt war, bot den Beamten nur geringe Möglichkeit, den Gefangenen näherzukommen, auf eines jeden Individualität einzugehen. Trotz der Berschiedenarligkeit der Handlungen, wegen derer sie ins Zuchthaus gekommen sind, wurden sie mehr oder weniger über einen Kamm geschoren. Fähigkett, die in diesem oder jenem schluminerten, verkümmerten, anstatt daß sie zur Entwicklung gebracht worden wären. Leidenschaften und Webe, die unvermeidlich nach Betällgung drängten, gerieten auf Irrwege, weil keine Abfluß- oder Auslösungsmöglichkeit vorhanden. Ein Gefangener besitzt Z. B. Z c i ch e n t a l e» t. Er ucr- schafft sich auf illegalem Wege Papier und irgendwelches Zeichen- Material und zeichnet und mall unentwegt phornographische Sachen, „verschiebt" sie an seine Mitgefangenen und hat guten Absatz. Jetzt darf er Papier und Farben haben. Er denkt nunmehr gar nicht daran, phornographische Sachen zu machen; er mall hübsche Bilder, Landschaften und Blumen. .Alte Bekannte: Morder und Lebenslängliche Ein Raubmörder, zum Tode verurteilt und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt, besten Tat seinerzeit viel Aufsehen erregt hat, spürt einen unüberwindllchen Drang m sich, finster-visionäre Zeichnungen herzustellen. Da er keine Farben be» sitzt, malt er rot mit seinem eigenen Blut. Auch er hat jetzt Farben. Die Erzeugnisse seiner eigenartigen Phantasie darf er bei sich b«. halten, bis sie fertig sind. Dann muß er sie der Verwaltung ab» geben, die sie für ihn aufbewahrt. Hat er einmal die zweite Stufe erreicht, so erhält er sie zurück. Er ist ein gefährlicher Aus- brecher. Bis jetzt durfte er nicht mehr als eine Stunde draußen verbringen. Der Direktor hat ihm gestattet, sich noch eine Stunde mit Umgraben der Erde zu beschäftigen. Er klebt Tüten und kann frische Luft wohl brauchen; er macht den Eindruck eines Lungen. kranken. Stark geallert ist ein anderer alter Bekannter. Immer noch so klein und zierlich wie in der Gerichtsverhandlung, noch be- scheidener als früher, arbeitet er in der Druckerei und ist zufrieden. Er steht stark unter religiösem Einfluß und hadert im Augenblick nicht mit seinem Schicksal. Wer sich seiner vom Prozeß her erinnert, auf den macht er jetzt einen noch trau- rigeren Eindruck. Ein dritter läßt trotz der vielen Jahre Zuchthaus noch immer nicht in sein Inneres blicken. Er scheint verschlossen und ohne Reue. Beteuert nach wie vor seine Unschuld und betreibt ein Wiederaufnahmeverfahren. Damit sein nicht ganz kräftiger Organismus nicht zu schaden kommt, hat er die Erlaubnis, auf dem Gefängnishofe körperlich zu arbeiten. Er Hilst mll an der Schaf» fung des Sportplatzes. Es tut ihm auch gut, denn viel körperliche Arbeit hat er in seinem Leben nicht geleistet. Wenn man die Meineidigen sieht, frische Bauernburschen, die in Frauensachen falsches Zeugnis abgelegt haben, so bedauert man, daß sie ins Zuchthaus mußten. Einen traurigen Eindruck machen die Sittlichkeitsverbrecher, darunter auch ein 73jähriger Greis, ein anderer über 66 Jahre. Die Widerwärtig- leiten des Lebens liest man in den Gesichtern der vielfach Bor- bestraften, nicht selten trostlose Gestallen. Der alte Strafvollzug, das Zuchthaus, war nicht imstande, mit ihnen etwas anzufangen. Ein noch junger Bursche, etwa im Alter von 27. Jahren, der schon ganze 7 Jahre im Zuchthaus sitzt, leuchtet über das ganze Gesicht, als er gestagt wird, ob es In den letzten Monaten besser geworden wäre.„Ob", sagt er,„natürlich, man fühll sich viel freier; der Druck ist genommen." Und damit hat er das Richtige getroffen. «Der Druck ist genommen." Das besagt: die Gefangenen fühlen sich endlich als Menschen, sie sind nicht mehr der Willkür der Beamten ausgeliefert, sie haben einen Anspruch darauf, gerecht behandelt zu werden, sie wisten, daß die Verwaltung nicht dazu da ist, sie zu schikanieren, ihnen bloß Uebel zuzufügen. Die Ge- fangenen brauchen nicht mehr bei Besuch der Obrigkeiten mit dem Gesicht zur Wand stehen, es herrscht nicht mehr milstärischer Ton, kein Strammstehen mehr mit den Händen an der Hosennaht, und kein Schweigegebot, kein« Güter zwischen Mann und Frau bei Besuchen, kein Zuschieben des Lesestoffs nach Wahl der Beamten, keine Sitzkasten mehr in der Kirche, kein Dunkelarrest, keine Feste- lung als Strafe usw., usw. Das Selbstbewußtsein des Gefangenen wird nicht mehr systematisch erniedrigt in des Wortes schlimmstem Sinne. Das bleue: Gemeinschaftsräuine, Sport, Musik Der moderne.Strafvollzug ist hier nun Wirklichkeit geworden. Die Reform hat an allen Ecken und Enden angesetzt. In den Anstaltsarbeitsbetrieben hat sich natürlich wenig geändert. Nur daß jetzt in der Schlosserei, der Schmiede, der Buchbinderei, But� druckerei, Tischlerei und in den Unternehmerbetrieben, wie Stuhl- fabrik, Mattenfabrik, während des Sommers durchgehende Arbeits» zeit«ingeführt ist. Im Sommer ist um 4 Uhr Arbeitsschluß, im Winter gibt es eine Mittagspause, dann erst beginnen die Vorführungen bei den Inspektoren, dann erst findet die Schule statt, die Ausgabe der Lücher aus der Bibliothek, erst dann wird geturnt und haben Haustapelle wie Gesangschor ihre Uebungen usw. Im Wohngebäude, im sogenannten Zellenhaus und in den Kojengängen Oft und West, in denen sich nur die Schlasräume befinden— ein Teil der Gefangenen arbeitet in den Zellen selbst—, herrscht reges Leben. Im großen Hof ist von den Gefangenen eine Sportanlage hergestellt. Bis jetzt wurde weder geturnt noch Sport getrieben. Für die drille Stufe ist ein neuer Spazier» und Spielho! ohne Aufsicht geschaffen worden. Sportseste geben den Sportler" und Turnern die Möglichkell, im gegenselligen Wetteifer die Er- folge ihres Trainings zu zeigen. Feste und Verfassungsfeier, Ein- wechung des Sportplatzes und dergleichen mehr bieten Gelegenheit für gemeinsame musikalische Darbietungen. Aus den Reihen der Bevölkerung hat sich ein Hilfslehrer für die Bodesche G y m n a st i k und ein Studienrat als Sportlehrer zur Verfügung gestellt. Der Zuchthausfriedhof soll in einen Laza- r e t t g a r t e n umgewandelt werden. Ein Teil des Anstaltsgartens steht jetzt auch der dritten Stufe zur Verfügung. Neu entstanden sind die Turnvereine„Hoffnung" und„Heimat", die Hauskapelle, die fast ausschließlich aus Lebenslänglichen besteht, die„Sing, und Spielgemeinschaft Lüneburger Heide", das Mundharmonikaorchester. Die Räume, zwei Stockwerke mit je fünf Zimmern, in denen früher die besonders schwer zu Behandelnden untergebracht waren, sind jetzt zu Gemeinschaftszimmern für den Aufenthall in der freien Zeit umgewandell, je fünf für die erste und zwelle Stufe. Hübsch angestrichen, mll ansprechenden Beleuchtungskörpern und gefälligem Moblliar versehen, das in der Anstaltstischierei herg»- stellt wurde, atmen sie eine gewisse Behagllchkell. Hier ist die zwelle Stufe jeden zwellen Abend und die drille Stufe allabendlich ohne Aufsicht, ohne Verschluß, mit Türen ohne Spion bei Unterricht in Arbeitsgemeinschaften, bei Lektüre, Radio, Musik. Schach- spiel, Lichtb ildervorträgen usw. versammelt. Auch der Friseur hat hier seineu Platz gefunden. Einwirkungen auf die Psyche Die früher sogenannten schwer Erziehbaren, gewisser- maßen das Kreuz der Anstalt, sind jetzt in üblicher Weise unter- gebracht und machen, unter die übrigen Gefangenen verteilt, kaum Schwierigkellen. Sie werden nach Möglichkell individuell behandelt. Man bringt ihnen größeres Verständnis entgegen. Die Reibungs» flächen haben sich um vieles vermindert. Reizgeiegenheiten gibt es kaum noch, di« Psychopathen fügen sich der allgemeinen Anstalls» ordnung. Symptomatisch ist, daß, während es früher in das Mini- sterium Beschwerden hagelte, diese jetzt nur spärlich einlaufen. Natürlich gibt es auch heute noch Gefangene, die Schwierigkellen machen und Disziplinarstrafen heraufbeschwören. Im obersten Stockwerk ist ein unbenutzter Arbeitssaal in einen Bortragsraum oerwandelt worden, der durch Schiebetüren, die fast die ganze Breite des Raumes durchschneiden, vom neuen S ch u l r a u m getrennt ist. Beide Räume bieten verbunden einen hervorragenden T u r n s a a l für die Wintermonate, auch die Bibliochek, von einem Gefangenen verwaltet, erhält einen größeren Raum: di« jetzige Schule; das frühere Bibliothekzimmer wird der Hauskapelle als Uebungsraum zur Verfügung gestellt. Erst der Besuch in einzelnen Zellen, die Unterhaltung mll ein- zelnen Gefangenen, gibt eine richtige Vorstellung von der großen inneren Arbeit an den Gefangenen, die eben erst begonnen hat. Sie sind in Gruppen eingeteilt, deren jede einem bestimmten Inspektor als Pfleger unterstellt ist. Dieser hat sich um das Wohl und Wehe seines Schutzbefohlenen ganz besonders zu tum- mern, seine persönlichen Verhältnisse kennen zu lernen, ihn in jeder Beziehung zu betreuen und dafür zu sorgen, daß das Gefängnis nicht an seinen körperlichen und seelischen Kräften zehrt, sondern wenn irgend möglich Aufbauarbeit an ihm leistet. Auf diese Weise soll der unleidliche Mangel an Gefangenenfürsorgern wenigstens einigermaßen wellgemacht werden. Die unbedingte Notwendigkeit, Fürsorger anzustellen, wird dadurch nicht aufgehoben. Was in Sachsen und Thüringen möglich ist, sollte in Preußen nicht unmöglich sein. * 2)ie Umwandlung des früheren Zuchchaufes zur modernen Strafanstalt im besten Sinne des Wortes steht erst am Anfang. Dieser Anfang ist vielversprechend. Das Gelingen des Werkes hängt aber von der harmonischen Zusammenarbell sämtlicher Interessierten ab. Sowohl die oberen als die unteren Anstaltsbeamten müssen den Wunsch haben, diese Umgestaltung Wirklichkeit werden zu lasten. Und weshalb sollten sie nicht? Gewiß stellt der moderne Straf- oollzug höhere Anforderungen an den Beamten. Aber dieser hat die große Genugtuung, seine Arbeit fruchtbar zu sehen. Strafvollzugsreform, eine Notwendigkeit im Intereste der Volksgemeinschaft, kann nicht mll schönen Phrasen gemacht werden. Sie ist auch nicht mit Gefühlsduselei und Sentimentalität identisch: sie setzt voraus unbeugsamen Willen, gepaart mll Sachkenntnis und Menschenliebe. Daß aber diese Eigenschaften der Beamten sich an den Gefangenen auswirken können, ist das Verdienst des modernen Strafvollzugs und feiner Schöpfer. New York ist isoliert bei der Boxweltmeisterschaft Ueber die verhäilnisse in den verschiedenen amerikanischen Voxsporlbehörden macht anlaßlich des Streites um die Wellmeisterschast Schmelings ein Kenner des amerikanischen Sports folgende Ausführungen. Die New-Uorker Kommission ist wieder einnml mit ihrer Maß- nähme nicht durchgekommen; der notorische Fouler Sharkei) ist aus- geschiede», und der nächste Weltineisterschaftskampf findet im Juni zwischen Uoung S t r i b l i n g und Max Schmeling statt. Die llnternehnier haben den Kampf sicher nicht abgeschlossen, ohne vorher mit der National Boxing Association Fühlung genommen zu haben, die sich auch ohne Frage mit dieser Regelung einverstanden erklären wird. Der Streit zwischen der New-Aorker Kommission und der National Boxing Association ist nicht neuen Datums. Cr trat besonders stark in Erscheinung als 1927 der jetzt noch amtierende Präsident D o n g h u e gewählt wurde. In den Bestimmungen des nationalen Verbandes wird ausdrücklich bemerkt, daß dieser die Rechte der lokalen Behörden in keiner Weise beschränken, sondern nur in nationalen und internationalen Fragen entscheiden wolle. Die ersten Differenzen zwischen den beiden Aufsichtsstellen er- gaben sich vor etwa drei Jahren, al, der HalbschwerMeister D e» lancy zurücktrat und die New-Dorker einfach den alten Mike Mc. Tlgue an seine Stelle setzten. Die National Boxing Association ließ dagegen Ausscheidungskänipse austragen, die als Endsieger Tominn Longhrasi ergaben. Auch bei der Besetzung der Fliegengewichts- Weltineisterschast nach dem Rücktritt Fidel La V a r b a s kehrte sich der nationale Berband nicht an die Beschlüsse der„Weisen von New Jork" und verfuhr in der gleichen Weise, ebenso später bei der Federgewichts-Weltmeisterschaft. Der letzte Schlag, den tue nationale Bereinigung gegen New Jork führte, war die Streichung der von den letzteren vor einigen Jahre» geschaffenen Zwischenklassen Junior- Leicht- und Iunior-Weltergewicht, in denen es jetzt keine anerkannten Weltmeister mehr gibt. Die National Boxing Association geht in internationalen Ange- l-geicheiten mit der Internationalen Box-Union zu- sammen. Sie haben«inen Gcgenseitigkeitsverirag abgdschtoffen, nach dem Bestrafungen von Boxern von allen in diesen beiden Ber- bänden zusammengeschlossenen Ländern anerkannt werden. Auch England hat sich in letzter Zeit mit den Maßnahmen der National Boxing Association einverstanden erklärt. Da diese Verbände die ganze boxsportliche Welt präsentieren, stehen die New-Iorker allein da. Die National Boxing Association hat unter ihren 3Z Kommissionen viele starke Stützen, besonders Illinois, Ohio, Pennsylvanien und Kanada, und andere haben sich oft und deutlich gegen New Jork gewandt, dessen Lage allmählich unhaltbar wird. Das Eintreten für Sharkey hat sich schlecht gelohnt, in ihrer Starr- köpfigkeit haben sie sich selber ausgeschaltet. Auch die a m e r i k a- nische Press« ist durchaus nicht ein st immig für New Jork, der weitaus größere Teil betrachtet Schmeling noch als Weltmeister. Bon den tzZ Kommissionen der National Boxing Ässociatton haben sich bis jetzt über 29 für Schmeling aus- gesprochen. Sport am Sonntag Arbeiter. Handballspielerl Znsolge der völlig auf- geive-chlen Spielplätze werden die Spiele für den morgigen Sonn- lag hiermit abgesagt. Kreisleitung der Handballspiele. 3. 2t.: M a x R i ch t e r. Arbeiler-Ivosserball- Serienspiele, heute, Sonnabend, steht als einziger Kampf tn dieser Woche das Treffen Charlottenvurg gegen Hellas II auf dem Programm. Eins Voraussage erübrigt sich bei der Tatsache, daß hier Tabellenerster und-letzter aufeinandertreffen. Interessant wird lediglich sein, ob die im Spiel gegen Spandau ge- zeigten Verbesserungen der Hcllaslcute ausreichen, dem Meister von 1939 ein ehrenvolles Resultat abzuzwingen. Ringen und die Kreismeisterschaft. Am Sonntagvormittag, 19 Uhr, treffen In der Turnhalle Utrechter Straße die beiden stärksten -�-Mannschaften des 4. Kreises, die bundestreuen Bereine„Lichten- berg-Friedrichsfelde 94" und„Alt-Wedding 83", im fälligen Serien- kämpf um di« Kreismeisterschaft im Ringen aufeinander. Die bis- her unbesiegten Lichtenberger haben in der ersten Mannschaft von Alt-Wedding den stärksten Gegner In dieser Serie, der das Zeug be- sitzt, den Lichtenbergern die Gewlnnpunkte zu nehmen. Lichtenberg stellt in sesnen sieben Klassen folgende Kämpfer: Borchert. Spliesstäher, W. Binder, Borchardt, P. Binder, Walluscheck und Krecklow. t Alt- Weddtng vertreten: Anschütz, Lorentz, Schlichtenberg, ♦ Protzte, Michael und Rosenkranz. Der Eintritt ist frei. Die Arbeiter-Fußboll- und hockeyspicle hoben wir bereits am Freitag angekündigt. * Mnlerfpork. Eiskunstläufer und Eishockeyspieler sind bereits bei den Deutschen Meisterschaften angelangt. In G a r m i s ch sollte es dem Berliner Schlittschuhklub nicht schwer fallen, die Eis- Hockeymeisterschaft mit Erfolg zu verteidigen. Auch bei den recht schwach besetzten Kunstlaufmeisterschaften in Schierke dürften sich die Titelverteidiger durchsetzen. Die kana- d i s ch e Eishockeymeisterschast der Universität Manitoba gibt ein Gastspiel in Prag, bei dem Eisschnelläufen in Engelberg (Scknvelz) tritt Weltmeister Thunberg in Aktion. Im Skilauf stehen zahlreiche Meisterschaften zur Entscheidung an. herausragend die h o ch f ch u l m« i st e r s ch a f t e n in Garmisch mit ihrer starken Beteiligung. In O b e r h o f wird die Meisterschaft von Thüringen, in Braunlage die vom harz, in Füssen die vom Zll l g ä u zum Auetrag gebracht. Die St. Morttzer Skiwoche erreicht mit dem Sprunglauf ihren Höhepunkt. Zu den deutschen Meisterschaften im Zweier- und Biererbob in Schreiberhau liegen nicht weniger als 29 Meldungen vor. Winter-Trabrennen zu Ruhleben. Mit einem interessanten Pro- gramin nehmen die Trabrennen zu Ruhleben morgen, Sonntag, ihren Fortgang. Die wertvollste Nummer, der Preis von Charlotten- bürg, ein 2999-Meter-Ausgleich, vereinigt eine Reihe schneller Pferde. Die Rennen beginnen um 12H Uhr. Im Ständigen Ring Bessclmann zwingt Boguhn zur Aufgabe Der gestrige Kampfabend im Ständigen Ring wurde mit der Begegnung I a k o b I- Göttingen und 5) ö r i ch- Berlin einge- leitet. Der Göttinger erlitt in der 2. Runde eine so starkbluteno« Gesichtsvekletzung, daß er den Kampf aufgeben mußte. Nach langer Zeit sah man auch den Bremer P a u l t e wieder einmal im Ring. Cr mußte sich jedoch von K a l e t t a- Gleiwitz eine Punktniederlage gefallen lassen. Der Kamps im Halbschwergewicht zwischen Are« d o w- Berlin und Stich- Hagen nahm bereits in der 2. Runde einen irregulären Ausgang. Stich unterlief ein klarer T i e f s ch l a g, so daß er disqualifiziert werden mußte. Der deutsche Pleister im Bantamgewicht P f i tz n e r mußte alle Register seines Könnens aufdrehen, um sich A l m s r o t h- Kassel vom Leibe zu halten. In der 5. Runde hatte Almeroth' große Momente, unerwartet wurde er jedoch von Pfitznsr in der nächsten.. Runde mit einem Kinnhaken erwischt. Zllmercth ging zweimal zu Boden und wurde dann aus- gezählt. Einen recht überzei�ge�den ll.>z.-Sieg errang der sunge und sehr talentiert« B e s s« l m a n n über Boguhn im Welter- gewichtskampf. Besselmann, ein schlagftarker und vielseitiger Boxer, schickte Boguhn schon in der 1. Rund« mehrmals auf die Bretter. In der 2. Runde kam für Boguhn das Ende, sein« Sekundanten warfen das Handtuch.___ Die Wfisserwacht tagt Die Wasserwach t hielt dieser Tage ihre' erste Vertrauens- mSnnersitzuny im neuen Jahrs ab. Das gefchäftsführende Vor- standsmitglied Lombardino berichtete kurz über die Tätigkeit der Wasserwacht im abgelaufenen Sommer. 52 Vorträge wurden gehalien und dadurch zu ungefähr 6999 Personen im Sinne der Wasserwacht gesprochen. Eine interessante Feststellung war die, daß den 14 999 organisierten Wassersportlern in Berlin etwa 49 999 un- organisierte sogenannte»Wild«" gegenüberstehen. In der folgenden Diskussion, an der sich auch Regierungsbaurat Schumacher be- teiligte, wurden besonders die Problems der stsuermannslosen Ruder fahr zeuge und die Ausgabe eines Merkblattes erörtert. Schu- Macher betonte, daß bei Erziehung der neu zum Wassersport Hin- zukommenden gerade die Wasserwacht vorbildliche Arbeit leisten könne und wünschte der Wasserwacht für 1931 den gleichen Erfolg wir in den vergangenen Iahten. Kleiner Spart von überall Der Lebensrcller. Wie uns jetzt erst gemeldet wird, rettete der hsimwart des Tauristenvereins„Die Naturfreunde' Hans Pietsch am Sonntag einen jungen Mann vom Tode des Er- trinkens. Auf dem Langen S?e bei Grünau-Marienlust war der Schlittschichläufer an einer dünnen Stelle des Eises eingebrochen. Er wurde nach dem Naturfreundehaus an der Großen Krampe ge- bracht, wo er die erste Hilfe erhielt. Die Unterschlagungen im veulschen Schwimmverband.— Urteil gegen De. Brunner. In dem Betrugsprozeß gegen Dr. Brunner- Dresden, den früheren Vorsitzenden des Kreises Sachsen im bürger- llchen Deutschen Schwimmverband, wurde am Freitag vor dem Dresdener Schöffengericht folgendes Urteil gefällt: Der Angeklagte wird wegen Betruges in drei Fällen, davon in einem Falle in Tat- einheit mit gewinnsüchtiger Urkundenfälschung, zu vier Jahren Gefängnis kostenpflichtig verurteilt. Die Untersuchungshaft von 13 Monaten wird auf die Strafe angerechnet. Di« bürgerlichen Ehrenrechte wurden dem Angenagten auf die Dauer von drei Jahren aberkanirt. Ludwig Bäck startet bei der Amerika-Sklmeisterschaft In Chikago. Der erfolgreiche Allgäuer Skiläufer Ludwig Bäck aus Nesselwang, der kürzlich auf Einladung der National Ski-Association nach Amerika fuhr, wird seine Antrittsvorstellung vor aller Oeffenttichkeit geben. Wie aus Chikago gemeldet wird, soll Ludwig Bäck an der nationalen amerikanischen Meisterschaft Im Skispringen teilnehmen, die in den nächsten Tagen In Cary Hill bei For River Grave im Staate Illinois zum Austrag kommt. Titelverteidiger ist Cafper Oiman aus Süddakota. Der republikanisch« Deutsche Wlntersportverband veranstaltet von Sonnabend, 31. Jamiar bis 8. Februar Skikurse für Zlnsänger und Fortgeschrittene in Frauenwald Im Thüringer Wald. Gesamt- preis einschließlich aller Unkosten und Fahrgeld etwa 79 Mark. Außerdem veranstaltet der Verband ab 29. Januar Skitrockenkurs: (Turnhalle und bei Schneelage im Freien). Kursgebühr einschließlich Leihskier 4 Mark, für Jugendliche 2 Mark. Auskünfte und An- Meldungen beim Sekretariat, Berlin SW. 68, Markgrafenstr. 22. Deutsch-englischer Doxadend in London. In Londoner Boxkreisen trägt man sich mit der Absicht, im Laufe des Monats Februar einen deutsch-engttschen Großkainpfabenb zu veranstalten. Es sind vier Begegnungen der oberen Gewichtsklassen geplant, in denen man Hein Müller, Schönrath, Hein Domgörgen und Heuser mit guten englischen Gegnern zu sehen wünscht. Als solch« werden det Meisterschaftsanwärter Charlie Smich, Reggie Meen, der kürzlich mit Earnera boxte, Harry Mason und Dan Short- lond genannt. England und der Schneider-Pokal. Nach mehrfachen Besprechun- gen mit dem Aero-Mub ist die britische Regierung zu dem Entschluß gekommen, keine staallichen Mittel für das Wasserflugzeugrennen um den Schneiver-Potol zu bewilligen. Die Wahrung der briti- schen Interessen in diesem Geschwindigkeitswettbewerb bleibt also. wenigstens vorläufig, Privatpersonen überlassen. Die Regierung ist zwar bereit, ihre wertoollcv Maschinen gegen entsprechende Ga- ranlien zur Verfügung zu stellen, ob sie ober den FKegerossizieren der britischen Marine, die am besten mit den Apparaten vertraut sind, die Genehmigung zur Teilnahme gibt, steht noch dahin. .�nf Lilienthals Spuren Ueber dem gleichen Gelände, wo Otto Lilienihal seine bahn- brechenden Flugversuche durchführt« und wo ihn auch im Jahre 18S6 durch Absturz der Tod ereilte, ist neues Fiiegerleben erwacht. Nur«ine gute Fahrstunde von Berlin enffernt, am Gollenberg bei Stölln in der Näh« von Rhinow führten die Mitglieder der Aka- damischen Fliegergruppe der Universität Berlin«inen 14täg:gen Kursus im Segel- und Gleitflug durch, der einen aus- gezeichneten Erfolg hatte. Zwei Flugzeuge, und zwar ein hoch- leistungssegelflugzeng„hols der Teufel" und«in selbsterbautes Gleitflugzeug vom Typ„Zögling" standen für den Lehrgang der 15 Studenten zur Verfügung. Fluglehrer Göhler konnte dabei so- gar erstmalig in diesem Gelände einen Flug von mehr als einer Stunde Dauer(1 Stund« 3 Minuten) ausführen. Insgesamt wurden 19 /c-Prüfungen und(ebenfalls erstmalig in diesem Gelände) 2 B- Prüfungen erworben. Die mit so gutem Erfolge durchgeführten Flüge werden von den Akademikern wie auch von anderen Segel- fluggruppen des Deutschen Lustsahrt-Verbandes c. V. sortgesetzt werden. «ricitt-.Lichtbilb.BunS, Octs«iuWufc Berlin. Am SKoign«, brat IS. Januar, 20 Uh-, besinnt ein Phololehrqana für gartaeschrittetie, Sie evtl. späte- als Kurlusleiter tätip sein mvllen. Meldunsen anm ersten ilursusabenb im Iusend- heim Willd'nvwstr. ö. See Kursus umsäht einen vollständigen Photolehrsang von 8 bis 10 Abende» und endet mit einer Abschluhprstfun«. FTSB., Freikörperkultur. Heute. Sonnabend. 2« Uhr, Hauptversammluns in der RreisgesSiäftssteNe. Elsässer Etr.««.— Be,irt Sermsdoes. Eonnnta«. 18. Januar, 17 Uhr. Generalversammlung im Restaurant„Zur Mühle". Bei. Freie Lehre-sportvereinigung. Dienstag, 20. Zonuar, 19W Uhr, im Gesangs» saal der Schule, Lütticher Str. 4. Jahresversammlung. Gäste willkomme». Der Uelninssbeir-eb für die Rordabteilung findet wie immer von 17-4 bis 19'4 Uhr in der Turnhalle Lütticher Siraste statt. Alle anderen Abteilungen üben.'.u den MtQpfclitcn Seiten. Arbeiterschüstenbuud, Ortsgruppe Berlin. Sonnabend, 17. Januar, 19 Uhr, Generalversvmuilung im Restaurant„Goldene Kugel", Kommandantenstr. 70, Ecke Neue Grünftraste._..,,_.....„ Tennis.Rot Erost Berlin, Abt. Köpenick. Leute, Sonnabend, 19 Uhr, Tennis- lebroans i» der Turnhalle Berliner Straste. TV.„Die Naturfreunde", Abt. Prenzlauer Berg. Sonntag, 18. Januar, Fahr! nach Finkenkrua— Spandau. Treffpunkt 8',i Uhr Bahnhof Putliststraste. Fahrkarte bis Finkenirus löse». Theater der Woche. Vom bis 26. Januar. Volksbühne. Theater am Sulowplost: Ziliom. Skaakstheater. Vpe- Unter den Linden: 18. TaunhÄufet. 19. Madame Butteeflv. 20. Der Barbier von Sevilla. 21. Palestrinv. 22. Det Rvfentsvalie-. 28. Tssea. 24. La Traviata. 23. Marsarete. 26. Der fliesende Solländer. Oper a«v Plvt, der Republik: 18. Earmen. 19. Die Z-uberflöte. 20. Die Stumme von Portiei. 2l. Die verkaufte Braut. 22. Soffmauns ErMiunaen. 23. Ausetigue. Der arme Kaitose. Ieui yin und her. 24. Fidel!». 23. und 26. Flqatos Sochgiit.... Städtische Oper: 18. und 22. Don Pasquale. 19. Hansel und Gretel. D.e BupveUfec. 20. Der Wildfästist. 21. Das Aheinsdld. 22. Tiefland. 24. Risoleltv. 28. Madame Butterflu. 26. Misnvn.„ � M„ m. Staatsthealcr: 18. und 23. Ein besseret Jett. 19., 21., 34. und 2« Dro Iungfrau von Orleans. 20. und 25. Die Weber. 22. Nathan der Weife. 23. 12 Uhr. Mo,art-Matinee..« �, Schiller-TH-alee: 18. Florian Geinet. 19., 21., 24. nnd 36. 100 000 Tatet. 20., 22., 23. Nora. 23. Don Carlos. Theater mit festem Spielplan: Theater am Schiff Oatjerdaium: Die Quadratur des Kreises.— The» Ire am Kuefürstendamm: Ab 23. Das schwache Geschlecht.— Deutsche» Theater: Elisabeth von Eusland.— Jlomrnetipiele: Bis 21. Jules, Zuliette, Fullen. Ab 22. Pariser Plast 13.— Die ftomvfcic: Die Fee.—»etlinet Theater: Die Regimentstocktter.— Theater in der Etresemaaustraste: Amphitrimu 38.— Komödlenhans: Cocktail.— Grestes Schauspielhaus: Im meisten ZiSss'l.— Theater des Westens: Billoria und ihr Husar.— Ronrifchc Oper: Peppina.— Deutsche» Künftleetheatee: Zum soldenen Anker.— Reuaissanee. Theater: Must die Kuh Milch seben?— Zentral. Theater: Zwei Mädel gehn-um Stelldichein. — Thealee in der Peheenstraste 31 34: Alles für Marion.— Wet-opol. Theater: Schön ist die Welt.— Reue« Theatee am Zoo: Das öffentliche Aergernis.— Die Tribüne: Elienne. 25. 12 Ubr. Mollnet: Ireüe de Witek.— Kleines Theater: Der Mnstersalte.— Walluer-Theater lPiseatorbllhue): Tai Dans er. wacht.— Rose. Theater: Die Dollarpriniesssn. S4. Nachtvorstellung: Die Dollar. priu/iesfin.— Cassno. Theater: Biederleute.— Theater in der Klolb-rstraste: Der fröhliche Weiubers.— Schlostpark Theatee Stealist: Big 20. Die täri. lillien Verwandten. Ab 21. Liebe und TroMpetenblafen.—«intergaeten. Plaza, Slala: Internationales Variete.— Reich, Hall-N.rhvater: Eteltiner Sanser.— Theater am Kottbusser Tor:. 13 Uhr. Sänket und Gretel. 18. 13 Uhr. Rotkäppchen.«chiastvatl.Iheatrr Eteslist: 18. Die ,«rll:chei: Berwandien.— Wintergaete»: 16., 24. und 2ö. Internationales Variete.- PI»,», Skala: Internolionole» Vuriet».— Reichs- Halle«. Theater: 18., 25. Stettiner Cänsek.—»steater am«attiusser T-r: 18., 23. Elite�änser. Erstaufführungen der Woche: Dienstag. Lustspielhans: Der LNgner und dt« Nenne.—»«»»er»- tag. Kammrrfpiele: Pariser Plast 16. Sonnabend, 17. Jamiar. Berlin. 16.05 ve.-lng. Hitbich: Telephonie-Modulatlon null fetenteitlft Störungen von Rundiunksendctb. 16.30 Ünterlialtungsmusik. 18.00 Die Erzählung der Woche(Sprecher: W. Tllrst). 13.30 Sie hören Tokio(eine unterhaltsame Stunde). Einfthrsac und verbindende Worte: Mr. Nohara. Musikalische Beispiele auf Schallplatten. 19.10 Joh. Brehms: Variationen über ein Thema von Pananinli»p. 35(Job. Strauß, flügel). 19.35 Kiara Bolim-Schuch, M. d. R.: Pran und Mutter als Kameradin. 20.00 Alt-Berlin tanzt. Mit«.: A. Eleßburz, O. Kerrabach und sein Orchester. Conference; Kätl SChtioe. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhansen, 16.00 Oberschulrat Dr. Bischer: Bildtttigsstoffe der neuen Aufbauklasse an den Berliner Volksschulen. 16,30 Hamburg: Konzert. 17.30 W. A. von Alvenslebcn: Porza, eine Oemelttschalt geistig ScRaffendcr. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.30 Prof. Dr. Poll: Lehre vom Leben.« 19.00 Dr. Diesel: Die Maschinenlandschaften Deutschlands. 19.30 Stille Stunde.„Reden und Schweigen." Sonntag, 18. Januar. Berlin. 7.00 Funkgymnastik. 8.00 Für den Landwirt 10.00 Dom: Festgottesdienst anläßlich des 80. Relchsgründungstastes. 11.15 Reichstag: Festakt der Reichsregierung aus Ablaß des 60. Reichsgrfln- dungstages. 1. J. S. Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3, O-Dur. 2. Festrede; D. Dr. Wilhelm Kahl. M. d. R. 3. Beelhoven; Sinfonie Nr. 5. C-Moll, 4. Satz. 4. Ansprache: Reichskanzler Dr. Brüning. 5. Oemei i- sanier Gesang des Deutschlandliedes(Strophe 1 und 3).(Funkorchester, Dir.: Bruno Seidler-Winkier.)% Anschließend: Vor dem Reichstag(Mikrophon: Alfr. Braun), Anschließend; Leizig; Mitfagskonzert 14.30 Jugendstunde. I Märchen fflr die Kleinsten.(Sprecher: Grete Maria Markstein.) 2. Kinderlieder.(Vesta Curiel, Sopran. Am Flflgel: Julius Börger.) 15.05 Studio. Msuik zum Hörspiel. Alfred Braun und Waller Qrono.toy 15.45 Josef Kraatz. Lieder zur Laute. 16.05 Adele Gerhard liest eigene Dichtungen. 16.30 Selten gehörte Walzer. 18.30 Franz Biel: Erzählung seines Lebens. 19.00 Hugo Wolf. Lieder.(Eva Liebenberg, Alt. Am Flügel: Bruno Seldlcr- Wlnkler.) 19.30 Charlie Roellinghoff liest eigene Humoresken. 19.50 Sportnachrichten. 20.00 Orchesterkonzert. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: l'anzmusik. Kdbigswuaterhaus'en. 7,00 Hamburg: Hafenkonzert. 14.00 Dr. med. F. 06tzky: Richtige Ernährung, gesunde Kinder. 15.00 Leipzig; Kammermusik. 15.30 Leißzig:..Jteln", Hörspiel. 16.45 Königsberg; Konzert 18.00 Dr. Siegfried Scharfe: Die Kunst in der Dorfkirche.' 18.30 Wilhelm Schwedler: Besuch auf den Azoren. 19.00 Josef Soyka liest aus eigenen Werken. 19.36 Mcta Schopp: Di« Helgolinder,