BERLIN Mittag 19. Januar 1931 10 Pf. Nr. 30 B 15 48. Jahrgang Lrsch etat tSglich a«?«r G»««tag<. Auzleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. DezugSprei« beide Ausgaben Sä Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktio« und Expedition; Berlin SW SS, Lindenstr. 3 SfuUaiUk$ajße xlßh fMttutoUk AnieisenpreiCDi« einspaltige Nonpareillejeile SO Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto- Vorwürts-Verlag G.«.H.H., Berlin Nr.»7S36. Fernsprecher: Dönhoff 292 6U 297 polen macht Versprechungen Angebliche Verständigung— Taten bleiben abzuwarten! Paris. 1». Januar. sEigrnbericht.) Nach Presseberichten steht im dcutsch-polnische« Ron- flikt eine friedliche Einigung bevor. Die Beschwerde des Deutschen Boltsbundes in Lstoberschlesie« sei ebenso mästig wie zurückhaltend in Don und Inhalt. Tie Vcr- treter der deutschen Minderheit erklärten, da st sie nicht gesonnen feien, das«piel der deutschen Nationalisten mitzumachen. Sie würden selbst zugeben, so behauptet der„Petit Paristen", dast die ungünstige Wendung in der Haltung der polnischen Behörden gegenüber den Minderheiten in erster Linie auf die„Brandreden" deS Neichsministers TreviranuS zurückzuführen seien. Da sich Polen bereit erklärt habe, so fügt daS Blatt hinzu, sich in direkten Berhaudlnngen mit der deutschen Minder» heit zu verständigen und alle Schäden wieder gut» zumachen, könne man annehmen, dast der Völkerbund sich damit begnügen werde. Sollte trotzdem eine Untersuchung als wünschenswert erscheinen, dann würde sie dem Ealonder-AuSschust anvertraut werde». Da wir im Gegenjost zu all jenen, die unter keinen Umständen ein frcundnachbarliches Verhänltnis Deutschlands und Polens wün- schon, allein den friedlichen Ausleich oller deutsch-polnijchen Difseren- zen für notwendig halten, würden wir eine solche polnische Re- gierungserklärung. wie sie die Pariser Blätter melden, begrüßen. An Worten hat es aber schon bisher nicht gefehlt und immer wieder haben minderheitsfeindliche Taten diese Worte Lügen gestraft. Wie kann man z. B. die Haltung der polnischen B e h ö r- d e n je nach den: Kurs der deutschen Reichsregierung oder nach den sehr leichtfertigen Reden des Herrn Treviranus in seiner ersten Ministerjugend ändern? Pflichtbewußte Behörden haben die Ber- sassung und die Geseste ohne Ansehen der Person. Nationalität, Klasse oder Konfession auszuführen. Die polnische Lersasiung und der international verpftichtende Minderheitenschustvertrag gewahren den Minderheitsvölkern Polens volle Gleichberechtigung im Staat und vollen Schutz ihrer Sprache und Kultur Beginn der Raistagung. Genf, 19. Januar.(Eigenbericht.) Unter der ausgezeichneten Leitwig von Henderjon- England begannen heute morgen die vertraulichen Beratungen des Völker- bundsrates. In der geheimen Sitzung wurde die Perfonalfrage zu- rückgestcllt, da die Besetzung von Direktorenposten den kleineren Nationen vorbehalten bleiben soll. Dem neugewählten Präsidenten des internationalen Gerichtshofs im Haag, A d a t s ch i, wurde ein Elückwunschielegramm geschickt. Auf Antrag C u r t i u s wurde beschlossen, sämtliche Minderheitenfragen am Mittwoch zu behandeln. Die öffentlich« Sitzung begann mit der Genehmigung der Reife der Direktoren d«r Wirtschafts- und Finanzabteilung nach China. Die vierte allgemeine Verkehrs- und Transitkonferenz wird auf den 26. Oktober 1931 einberufen. Ihre Tagesordnung enthält alle Arbeiten der entsprechenden Unterausschüsse, u. a. auch die Kalenderreform. Di« Arbeiten der Hygiene-Organisation und die Einberufung der europäischen Konserenz für Gesundhcits- pflege auf dem Lande zum 29. Juni 1931 wurden gut geheißen. Eurtius hatte über die Oktobertogung des Wirtschaftskonütees nicht viel zu berichten, da es weder die Frage der gemeinschafUichen Wirt- schaftsverhondlungen noch die Interpretation der Meistbegiinstigungs- klausel zur Entscheidung gebracht hat. Der Bericht des Opium- komitees ist eine einzige Feststellung, daß iroh der Genfer Oplumkovvension weder der illegale noch der legale Rauschgifthandel kontrollierbar sind. Man vertröstet sich auf die neue Konferenz im Mai dieses Jahres. Zur Kontroll« der privaten Waffenfabritation soll ein« Spezialtommission von Fachleuten einberufen werden. Ueber den Ernährungszustand der Kinder haben erst achtzehn Regierungen Berichte eingesandt, die" teilwclse erschütternde Zahlen entholten. Auf Englands Antrag verlangte der Rat einen ausführlichen Be- richt darüber für feine nächste Tagung. Der Bericht des Schweizers H u b e r, der als Nachfolger Nansens das Flüchtlingswert vekwaltet, veranlaßt« Eurtius, auf die Schwierigkeiten hinzu- weifen, die sich für Deutschland aus dem Flüchtlingsstatut er- geben: doch werde Deutschland olles tun, um diese Schwierigkeiten zugunsten der Flüchtlinge zu überwinden. Nächste Sitzung Dienstag. Zwei Krauen verbrannt Brandkatastrophe in der Lutherstraße Durch eine Broudkatastrophe. die leider zwei Todesopfer gefordert hat. wurden in der vergangenen Rächt die Bewohner des Hauses£ n t h e r st r. 32 in Angst und Schrecken versetzt. Eine im vierten Stockwerk gelegene Wohnung brannte völlig ans. Die Flammen griffen dann auf die D a ch ft ü h l e des Seitenflügels und des Vorderhauses über. Trotz oller Anstrengungen der Wehren. konnte von den Dachstühlen nur wenig gerettet werden. Wie dos verhängnisvolle Feuer entstanden ist, konnte noch nicht einwandfrei ermittelt werden, und man ist bisher lediglich auf ZZer- mutungen angewiesen. Im vierten Stackwerk des Hauses Lutherstr. 32 hat die Süjährige Frau Emma Rüdiger eine größere Wohnung, von der st« mehrere Zimmer vermietet hafte. Eine ihrer Untermieterinnen war«ine Kljährige Näherin Margarete Richter, die ein Zimmer im rechten Seitenflügel bewohnte. Sie hatte die Angewohnheit, sich abends bei Kerzenlicht in ihrem Zimmer auf- zuhalten. So war es offenbar, wie angenommen wird, auch am Sonntagabend wieder. Frau Richter hätte das brennende Licht auf einem kleinen Tisch neben ihrem Bett zu stehen und vermutlich ist sie eingeschlafen, ohne die Kerze ausgelöscht zu haben. Durch eine unglückliche Bewegung der Schlafenden kam das Deckbett der Flamm« zu nahe und im Augenblick war die Unglückliche in Flammen gehüllt. Auf die Hilferufe wollte die Wohnungsinhaberin. die S9jährige Frau Emma Rüdiger, in das Zimmer eindringen. Als sie die Tür ösfnete, schlug ihr eine Stichflamme entgegen, die ihre Kleidung sofort in Brand setzte. Mittlerweile waren auch die übrigen Mieter und Hausbewohner der oberen Stockwerke auf das Unglück aufmerksam geworden. Leider war es nicht mehr möglich, der alten Näherin HUfe zu bringen. Sie kam hilflos in den Flammen um. Frau Rüdiger, die ebenfalls am ganzen Körper schwere Bandver- letzungen erlitten hatte, wurde von Mietern ins Wilmersdorfer Achenbachkrankenhaus gebracht, wo auch sie heute vormittag ge- starben ist. Das Feuer hatte in kurzer Zeit ein« ungeahnte Ausdehnung ge- nommen. Aus den Fenstern der lichterloh brennenden Wohnung schlugen Flammengarben heraus und setzten den Dachstuhl in Brand. Die Feuerwehr ging sofort mit zehn Schlauchleitungen zum Lösch- angriff über. Ein Gewirr von Schläuchen bedeckt« die Straße. Ueber die Treppenhäuser und drei mechanische Leitern sowie von den Dächern der Nachbarhäuser wurde das Fcucrmeer bekämpft. Di« Methode Goebbels .,?ch fordere nicht zu Totschlag auf, aber was der einzelne hinter meinem Nucken tut, das kann ich nicht kontrollieren l" oberen Etagen mußten deshalb wegen der großen Gefahr von den Mietern geräumt werden. Nach ftuichenlanger angestrengter Arbeit, wobei über ein Dutzend Sauerstofjapparate zur Hilje der vorgehen- den Mannschaften in Benutzung genommen werden mußten, konnte der Brand eingedämmt werden. Der Schaden ist außerordentlich hoch, da in mehreren Wohnungen durch herabdringende Wasier- mengen erhebliche Verwüstungen angerichtet worden sind. Großfeuer bei Siemens. Ein weiteres Großfeuer beschäftigte zehn Löschzüge der Feuer- wehr in der H e r z b e r g st r. 128— 139, wo«in Teil der Siemen s- Plania-Werke für Kohlefabrikate A.-G. in Flammen stand. Ein einstöckiges Gebäude, in dem sich die Schlosserei, Tischlerei, Klempnerei und die Installationsabteilung befindet, brannte völlig aus. Gleich während des erste» Löschangrisfs erfolgten mehrere heftige Explosionen tm Sauerstofflaschen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Flammen griffen auf das'Dach eines an- grenzenden dreistöckiges Gebäude über. Der Brand konnte hier jedoch auf den Dachstuhl beschränkt und eine wertvolle Modellsammlung sowie kostbare Meßapparate gerettet werden. Das Großfeuer, das um 18.26 Uhr ausgebrochen war, wurde nahezu 6 Stunden lang unter Einsatz van zwanzig Schlauchleitungen bekämpft. Der Feuerwehrmann Brand erlitt so erhebliche Verletzungen an den Händen, daß er ins Hubertuskrankenhaus gebracht werden nnißle. Durch das Feuer sind von der 1309 Mann starke» Belegschaft etwa 100 Personen arbeitslos geworden. Wie die Direktion mit- teilt, hofft man sämtliche Arbeiter ab Mittwoch wieder beschäftigen zu können. Zehn Brandopfer in Galata. GefchästShauS auSaebrannt.— Viele Schwerverletzte. Konstantinopel, IS. Januar. Bei einem Grosifeuer im Geschäftsviertel von Galata brannte ein Gebäude aus, das mehrere Büros und ein Lager von Kinofilmen enthielt. Sieben Personen kamen in den Flammen um. Drei Per- s o n e n erstickten. Bier Personen sprangen aus den Fenstern und erlitten schwere Knochenbrllche; ferner wurden zehn Stenotypistinnen und Arbeiterinnen schwer verletzt. Kaukasusbahn verstopst. Staatspolizei soll sie in Gang bringen. Moskau über Kowno, IS. Januar. Amtlich wird gemeldet, daß der Güterverkehr von Zentralrußland nach dem Bahnhof TisliS eingestellt wird, weil der Bahnhof Tiflis mit 5000 bis GOOO Wagen verstopft sei und dadurch jeder Güterverkehr zwischen Zentralrußland und dem Kaukasus im Augen- blick unmöglich wäre. Um den normalen Güterverkehr zwischen Tiflis und anderen Städten wieder herzustellen. ist eine besondere Kommission unter Beteiligung ber LÄPU. s!) gebildet worden. Glektrowirtsckast klappt auch nicht. Rloskau über Kowno, 19. Januar. In der letzten Zeit sind in Moskau und im Moskauer Gouvernement Licht st örungen eingetreten, weil die Elektrizitätswerks nicht in der Lage find, Strom zu liefern. Verschiedene Städte im Moskauer Gouvernement waren am Freitag und Sonnabend ohne Licht. Weißgardisten verbastet. Die OGPU. verhaftete zehn Weißgardisten, die im Bezirk Blagowefchensk die russisch-chinesisch« Grenze überschreiten wollten. Bei den Verhafteten wurden Waffen und Spr«"- st o f f« gefunden. Am Tag der Reichsgründung Bayern droht mit flehten politischen Mitteln" München, IN. Januar.(Eigenbericht.) Tie Bayerische Bolkspartei fastte in der Sitzung ihres Landesausschusses am Sonntag entscheidende V e- schl L sse. die infolge ihres zum Teil ultimativen Eharakters für die Regierung Brüning von besonderer Bedeutung werden können. Tie Bayerische-Bolkspartei- Korrespondenz gibt darüber folgenden kurzen Bericht: „Ter Landesausschutz der Bäuerischen Bolkspartei betrachtet die Aufnahme des Steuervereinheitlichungs- gesetzes in die Notverordnung vom l. Dezember 1930 als einen schweren, mit den Grundsätzen der Neichsver- fasfung in Äviderspruch stehende» Eingriff in die LebenSrechte der Länder. Ter Landesansschutz weitz. das: damit ein entscheidender Abschnitt im Kampfe u« die Erhaltung der Selbständigkeit der Länder be» gönnen hat. Er ist deshalb der Ueberzeugung. datz alle rechtlichen und auch die letzten politischen Mittel von selten der Partei eingesetzt werden müssen. Tie Klage vor dem Staatsgerichtshof des Reiches ift sofort zu erheben. Run hat die Anwendung der letzten politischen Mittel zu folgen, wenn nicht in angemessener Frist die Reichsregierung ein befriedigen» des Ergebnis schafft." Wie wir dazu erfahren, wird die angekündigte Klage beim Staatsgerichtshof schon in den nächsten Tagen von der bäuerischen Regierung eingereicht werden. Keieriag des Vergangenen. Kahl fpricht über Verschollenes und Gegenwärtiges. Amtliche und halbamtliche Feiern aus Anlaß der 60. Wiederkehr des Reichsgründungstages haben am Sanntag in großer Zahl statt- gesunden. Bei der offiziellen Feier der Reichsregierung im Plenar- jaal des Reichstages»ahm auch RnchsprSfident chindenburg und neben ihm der Kanzler und die Mehrheit der gegenwärtigen Reichs- ininifter teil, ferner Äertrcter des Reichstagspräsidiums und aller Länderregicrungen. Der mehr als 80jährigc Abg. Gcheimrat W i l- h e l ni Kahl, der den Akt von Versailles selbst miterlebt hat, hielt die Festrede. Er leitete sie ein mit persönlichen Erinnerungen an die Ereignisse der Jahre 1870 und 1871...Seit jenem 18. Januar heute 60 Jahre! Eine andere Welt und Umwelt. In der Verfaffung vom 16. April 1871 stand:„Wir schließen einen ewigen Run dl' Einen Narren hätten mir gescholten, der uns hätte weissagen wollen: 47 Jahre, 10 Monate, 8 Tage! So aber ist es g/komm-m. Ein Weltbeben hat die europäische Staatenordmiiag erschüttert.' Kahl gab dann einen historische» Rückblick über das vorige Jahr- hundert, geißelte den 1315 von 42 deutschen Fürsten und Staaten gebildeten sogenannten„Deutschen Bund' mit den Worten:„Sein Geist war nicht deutsch, von seinen amtlichen Organen wurden Einheit und Freiheit in all« Schlupfwinkel verfolgt. Der deutsch« Gedanke muß sich einstweilen Nothütten bauen.' Das sturmcsmegsn von 1848 endete mit Cnltäuschui«;, bis dann über den Bruderkrieg von 1866 das Bismarcksche Reich ge- gründet wurde.„Aber nicht Gedächtnis, nicht Erinnerung allein— der Tag hat tieferen Sinn: Willenserneuerung, vaterländische Eni- s ch l ü s s e im Geiste unserer Geschichte. Vieles ist uns genommen, das Reich ist geblieben. Tie Feier der Reichsgründung kann leinen anderen Sinn haben als Gelöbnis der Reichserhal- t u n g, die Losung: chattet das Reich!" Was ist zu tun? Staat und Volk ist dos Gnindproblein, Ttlsit und das zweite Versailles haben gleiche Notstände enthüllt. Kluft zwischen Staat und Volk. Was damals fehlt«, die Beteiligung des Volkes an der cherstellung des Staatswillens, haben konstitutionelle und demokratische Entwicklung längst nachgeholt. Die Kluft liegt heute in zweierlei Erscheinung». formen: Zerklüftung des Parteiwesens und Kvmpfrichtung geg.'» den Staat. Parteien an sich sind notwendig als Aus- druck des geistigen Reichtums eines zum politischen Selbstbewußtsein erwachten Volkes. Auch Streit der Par» icien ist naturnotwendig. Nur unwürdige Entartung seiner Formen kann zu rügen sein. Die Bahn für die vermißte Achtung vor der Ueberzeugung des Gegners müßte freier fein. Ich übernehme die Worte Radbruchs aus der A e r s a s s u n g s r e d c von 1928:„In Wahrheit hat jede Partei zu ihrer Zlufgabe und ihrem Inhalt nichts anderes als eben das Vaterland.' Grundsätzlicher Kampf gegen diesen Staat, will sogen gegen sein oberstes Grundgesetz, gegen die Verfassung, darf niemals Volksparolc sein. Nicht in Verfaffungsreform sehe ich den einzustellenden Kampf, sondern in Verneinung und Verleugnung der durch den unerbittlichen Ablauf der Geichich!? gewordenen Rechlssormen und Talbestönde. Mehr Vertrauen, mehr Geduld, mehr Dankbarkeit. Das Volk danke den Staatsmännern, die an erster und schwerster Stelle die Verantwortung tragen, seien sie lebend oder tot.' Nach Kahl sprach noch Reichskanzler Dr. Br ü n i n g, der«in Hoch auf das Vaterland ausbracht«. Der Reichepräsident schritt nach der Feier die Ehren- kompagnie der Reichswehr vor dem Reichstagsgebäude ab und begab sich dann zu einer Feier, die im Sportpalast vom Kyishäuserbund veranstaltet wurde. Dort mahnte der Reichspräsident In einer An- sprach« an di« alten Krieger, sie sollten dem Vaterlands in seiner Rot über alles Parteiwesen hinweg in selbstloser Liebe dienen., Im Reiche und bei den deutschen Vertretern im Ausland« wurden ebenfalls vfsizielle Gedenkfeiern an die Reichsgründung abgehalten. In Genf sprach Reich-erußenminister Dr. Curtins. Die Berliner Ltniversität beging, wie alljährlich, Ihre Feier zur Erinnerung an die Reichs- gründung. Das akademische Orchester spielte Mozart und Hände!, der Studentische Chor der llnioersttät sang zwei Lieder von Johann Sebastian Bach und Mendelssohn-Bartholdy: Geheimer Konlsistoriat- rat Professor Dr. Ernst Sellin hielt die Festrede. Es ist bei den Feiern der Universität Üblich, daß die Festredner ein Thema aus ihrem Wissensgebiet wählen, und so konnte es z. B. passieren, daß bei der letzten Berfassungsfeier der Universität der Festredner über Kautschukgcwinnung sprach. Professor Sellin verbreitete sich in der eigentlichen Festrede«in« Stunde lang über das Buch Hiob, seinen Zuhörern die Verbindung zwischen dem Sinn der Red« und dem Anlaß der Feier überlassend. Aktuell wurde er erst wieder zum Schluß, als er ganz unmotiviert von„der Schmach, die unserem Vaterland« angetan itt und noch angetan wird' iprach und das „Gerede von der Schuld Deutschlands am Weltkriege" in Grund und Boden verdammte. Aber kein Wort von der Republik, die doch immerhin das Reich zusammenhielt und vor dem Verfall bewahrte. Zn der.Handelshochschule hiell Prof. Dr. Georg W e g e n e r die Festrede über das Thema „Erdraum und Schicksal". Er versuchte Beziehungen geo- politischer Art zwischen der Gestaltung der Erdoberfläche und den Dölkerschicksalen zu knüpfen. Diese Beziehungen seiet, auch in der Geschichte des Deutschen Reiches deutlich erkennbar, das auf engem Ramn beschränkt sei. Ohne die Absicht einer noiianattstische» Ten- den.z gibt doch eine derartige geschichtliche Blickrichtung, die die Nation als einheitliche Eesamtpersönlichkeit ohne Berücksichtigung der Klassenstruktur sieht, dem Nationalismus geistige Waffen, der in dieser Feter durch das„historische' Gepränge der buntgeNeideten Korpestudentenvertreter repräsentiert wurde. Oer Geldmacher von München Herr Tausend und seine Studiengesellschasten München. 19. Zanuar. Vor dem Erweiterten Schössengerichl im Münchener Juslizpalast begann heute die nwhrwöchige Verhandlung gegen den 46jährigen Spengler Franz Tausend, den sogenannten Goldmacher, wegen fortgesetzten Betruges, von den 5 4 Zeugen sind während der langen Dauer der Voruntersuchung zwölf gestorben. Die meisten Zeugen kommen aus Norddeutschland. Tausend hat „l seiner Jugend verschiedene Schulen besucht und dann verschiedene Berus« ausgeübt, so als Spengter, als M u s i k l e h re r. als Musik- instrumentenhändler, als Geigenbauer. Er Hai angeblich ein G e- h e i ni v e r s a h r e n zur Herstellung von Meisteraeigen-nt- deckt, er wollte Morphium au» Itochsalz, illiuminium aus einfachem Feldton herstellen, ein Versahren zur Erzeugung von Nicksl. ein anderes zur Veredelung des Elahls rrsunden haben; serner Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche und gegen Pslanzenschädlinge, dann künstliche Düngemittel und weiter hat«r sich auch in der Her- stellung künstlicher Edetsteine versucht. Aber alle Versuche des Tausendkünstlers haben wissenschaftlicher Nachprüfung nicht stand- gehalten. Im Jahre 1923 will dann Tausend im Rahmen seiner vielen Versuche ein Zufallsergebnis an Gold gehabt haben und er gründete mit einem Referendar zusammen eine GmbH. Tausend ba: dann den Interessenten in seinem Laboratorium in Gilching die Herstellung synthetischen Goldes vorgesührl, wobei Gold im Gewichte van 9 bis 10 Gramm,«in anderes Mal sogar von 27 Gramm erzeugt wurde. Es stellten sich daraufhin in den Iahren 1323 bis 1927 immer weitere Geldgeber ein, die 100 000 M. und noch mehr einlegten. Auch als die GmbH, im Dezember 1926 aufgelöst und dafür der Verein .Tausend. Chemische Sludiengesellschoft" gegründet wurde, verstand es Tausend, sich unter Täusch u.i- gengroß« Vorteile zu sichern. Reue tapttaltrüftige Mitglieder wurden herangezogen und durch glänzend« Versprechungen anders Mitglieder bewogen, ihre bereits bestehenden Einlagen zu erhöhen. Tausend wußte sein« Opfer immer wieder mit der Be- hauptung in Sicherheit zu wiegen, sein Berliner Depot umfasse bereits 120 Kilogramm Gold und er sei In-der Lage, monatlich 40 Kilogramm Gold herzustellen, ja. er werde sogar zu einer Tonncnproduktion kommen. Die angebliche Erfindung Tausends war wiederholt Gegen- stand wissenschaftlicher Prüfungen, die aber immer negativ verliefen. Während der Untersuchungshaft wurde be- kanntlich Tausend Gelegenheit gegeben, im Haupunünzamt München unter strenger Bewachung sein Eperiment auszuführen, wobei er aus einer Bleiprobc von 1,67 Gramm der Gerichtskommifsion einen Edelmetallkern von 0,123 Gramm überreichte. Die S a ch v e r- ständigen sind aber itt Ansicht, daß dieses Gold vorher den ver- wendeten Ausgangsmaterialien zugefügt wurde. Die Anklag« legt Tausend besonders zur Last, einen großen Test der ihm zugegangenen Gelder in Grundbesitz angelegt und diesen Grundbesitz sofort wieder mit Grundschulden überlastet zu haben. Der von Tausend angerichtete Schaden beläuft sich auf ungefähr VA Millionen Mark. Der Angeklagte Tausend ist mittelgroß, von schlanker Figur. hat glattrasiertes Gesicht, markante Züge und trägt zurückgekämmtes Haar. Er macht einen intelligenten Eindruck und unterhält sich scheinbar sehr hossnungosreudig mit seinem Verteidiger, dem Rechte» auwalt Graf Pestalozza. Der Vorsitzende, Landzerichtsdirektor Dr. Geist, beginnt mit der Verlesung des umfangreichen Eräss- mmgsbeschlusses, die etwa Vi Stunden in Anspruch nimmt. Am Sachverständigentisch haben sich eingesunden: Professor Dr. Paul Röntgen aus Aachen. Universitätsprofessor Dr. Höp�- schmtdt-Miinchcn, Ecrichtsarzt Dr. Flomm-Münchm, Universitätsprofessor Dr. Bostryn-Mnnchcn. Für den jeweiligen Sitzungstag sind immer die nötigen Zeugen geladen. Man hofft, bis Dienstag mit dein Verhör des Angeklagten fertig zu wenden, so daß für Mittwoch die ersten acht Zeugen geladen sind, daruntcr der Stiefsohn des Generals Ludendorss aus erster Ehe, Heinz Pcrnet, kaufmännischer Angestellter>» Berlin. Ferner sind für Mittwoch geladen als Zeugen: Referendar Rudolf Rien- hurdt-München, Universitätsprofessor Dr. Ludwig Lautenschläger. Frankfurt a. M., Privatgelehrter Dr. Laubmann-Münchcn, Kaufmann Rcbay, Kaufmann Stremmel-Köln, Volkswirt Bruno Mcngdcn und Fabrikbesitzer Obwurzer-Dresden. Die Anklage hebr besonders hervor, daß Tausend einen großen Teil der Gelder in Grundbesitz anlegte und diesen Grundbesitz sofort wieder mit Grundschulden überlastete, die teilweise den Wert des Besitzes weit überstiegen. Sofort nach der Verlesung dos Er- össnungsbeschlusses wurde in die V e r n e h m u n g des Angeklagten Tausend eingetreten. Auf«ine Frage des Vorsitzenden stellt Tausend in'Abrede, daß er sich mit Bezug aus das Verfahren zur Veredelung von Geigen um den Nobetprtis bewarb« Hab«; dagegen habe er beabsichtigt, in München ein Prüfungsinstitut für Geigen- bau zu errichten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er bei feiner Tätigkeit verwerlbarc Erfindungen gemacht habe, beispielsweise bei der Herstellung von Porzellan, erwiderte der Angeklagte, daß er nichts von Erfindungen habe verwerten können. Mit dem Referen- dar Rienhardt sei er durch ein Inserat bekannt geworden. Diesem habe er alles erklärt, was er bisher gearbeitet habe. Vors.: AKis war das? Slngekl.:'Allerhand Neuheiten, die Rienhardt gefallen haben. Vor f.: Rienhardt war Referendar und hat von Chemie offenbar wenig verstanden. Sie beschäftigten sich auch als Alchimist und in der modernen Chemie? Angekll.: Ja, nach anerkannten Lehrbüchern. Ich habe alles so nusgeiührt, wie ich es gelesen habe. Üeber das Ergebnis seiner Studien hat er auch in einer Fabrik einen Vortrag über Chemie gehalten. Vors.: Sie haben auch behauptet, die Quadratur des Zirkels gefunden zu haben? Zlngekl.: Das kann stimmen. Ein Schlaglicht auf die Osthilfe. Die Generallandschafi sabotiert. In der Rechtspresse ist die Meldung verbreitet worden, daß der Leiter der Ost stelle Königsberg, der preußische Mmisterial- rat M u s s e h l, in einein Schreiben den Reichskommissar für die Osthilfe, Tre viranus, um seinen Abschied gebeten habe. In einem Hugenbergschen Blatt wird dieser Meldung hinzugefügt, daß für das Abschiedsgesuch des Herrn Mussehl die Erksmtnis entscheidend gewesen sei, daßPreußensHaltungeineDurch- führung der Osthilse unmöglich mache. Diese Meldung wird von zuständiger Stelle als gänzlich frei erfunden bezeichnet. Es beständen lediglich technische Schwierigkeiten dadurch, daß die Tmchandstelleii des Reiches i in Widerspruch mit den Gencrallandschafteu sich für einen Kursausgleich der im Wert gesunkenen Pfandbrief« eingcsetz: hätten. Aus diesen Schwierigkeiten heraus habe sich der Leiter der Oststclle Königsbergs an den Reichskommissar Treviranus gewandt und die Beseitigung dieser Hemnningen gefordert. Es müsse aus- drücklich betont werden, daß sich der Standpunkt von Dr. Mussehl durchaus auf der vom Reiche und von Preußen gesetzten Linie hält. Von irgendwelchen Hemmungen bei der Durchführung der Osthilse durch Preußen könne überhaupt nicht dte Rede sein. Im übrigen scheint aber der Konflikt in der Oststelle Königsberg doch schärferer Natur zu sein und zwar in der Richtung, daß Dr. Mussehl gegen unberechtigte Wider st ändc und Forderungen der Ost preußischen Generalland- schaft Unter st ützung beim Reiche nachsucht. Es wird von der zuständigen Stelle nicht basttitten, daß Dr. Musiehl seinen Abschied gefordert habe, wenn er in dieser Frage bei seiner vor- gesetzten Stelle, dem Reichskommissar Treviranus. kein« Unterstützung fände. Die Dinge liegen also bei dem Konflikt in der Oft- stelle Königsberg genau umgekehrt, wie sie von der Jnter- essentenpresse um Hilgenberg dargestellt wurden. Sozialisten verhindern Rechiskurs. Französischer Parteibeschluß. Paris. 19. Januar. fTigcnbcricht.) Mit 2161 gegen 1286 Stimmen hat der Natwnalrat der Sozia- listischen Partei beschlossen, der Regierung Steeg im Interesse des Proletariats und um eine Rückkehr des reaktionären Ministeriums Tardieu zur Macht zu vermeideir, Unterstützung zu gewähren. Diese Unterstützung soll ledoch nicht soweit gehen, daß Verstöße gegen die Parteigrundsätze und die Beschlüsse der Parteitage gedulber werden könnten. Die Parlamentsfraktion erhält volle Freiheit, in den Einzelfragen ihre Haltung festzulegen. Die bürgerliche Presse glaubt diese Entschließung dahin auslegen zu dürfen, daß die Sozialisten, wie bisher, bei der Budgetberatung die Rüstungslredite ablehnen werken. Abg. R e n a u d e l erklärte sich bereit, nur nach für dieses Jahr die Berichterstattung für das Budget der Luftwaffe zu über- nehmen und im nächsten Jahre darauf zu verzichten. Kinobuben schmeißen Tintenfässer. Pari», 19. Januar.(Eigenbericht.) Bei einer Kinooorjührung wurde ein Film vom Ministerrot des Kabinetts Steeg gezeigt. Jugendliche Nationalsozialisten schmissen Tintenfässer und anderes gegen die Leinwand und beschmutzten sie bis zur Unkenntlichkeit. Zwei von ihnen wurden verhaftet._ Hungerkatastrophe in China. Provinz Schensi fast entvölkert. TkanNng, 19. Januar. Em zur Untersuchung der Hungersnot nach der Provinz Schensi entsandter Vertreter der Zentralrcgierung berichtet, daß dort T a u s e n d e infolge der Hungersnot und Kälte zugrunde gingen und große Bezirke der Provinz nahezu entvölkert würden. In vielen Gegenden nähre sich dir Bevölkerung säst aus- schließlich von Gras. Da es an anderen Brennstoffen mangele, würden die Türen und das übrige Holzwerk der Häuser heraus- gerissen und verfeuert, um sich gegen die Kälte zu schützen. Besonders erschütternd seien die Zustände im westlichen Teil von Schensi. Kinnische präsidenienwayl. E>oztal0emokratie im Vorsprang. Selsingfors, IS. Januar. Tie Stahlberg-Siste für die Präsidentenwahl weist nach den Zählergebnissen bis Sonntag Ilbend 71SS1 Stimmen auf, die Svinhnfbud-Liste 87 772, die der Sozialdemokraten(Tanner) 108 314 und die der Schwedt- schon Bolkspartei 3a 724. Das endgültige Ergebnis dürfte erst am Mittwoch vorliegen. Hi'siidski verliert feinen Säbel. Die Reife des Marschalls Pitsuvski nach ivtadeira hat, wie der sozialistisch«„Poputaire" berichtet, zu einem Zulifchenfall Anlaß gegeben. Auf der Fahrt von Paris nach Bordeaux verlor der Marschall seinen— Säbel. Die polnische Botschaft in Paris wurde mobil gemacht, um das kostbare Requisit wieder herbeizuschaffen.'Alle Bemühungen waren bisher ergebnislos. I Handtaschenräuber schießt. Lleberfall auf zwei Frauen in Lankwih. Za der ZNarchandslrah«? in Lonkwih-Sud wurde am 5onnischai die Tasche aufgehoben, ohne die Begleiterin der Niedergeschossenen weiter zu behelligen, und war in dar Dunkelheit geflüchtet. Die Schwerverletzte wurde in das Lankwitzer Krankenhaus gebracht, wo ein Lungenschuß festgestellt wurde. Das Geschoß, dos aus operativem Wege bereits entfernt ist, stammt aus einer b,ZZ Milli- mctcr-Sakbstladepistrllc. Schon kurze Zeit nach dem I�berfall wurden von der Polizei Suchhunde angesetzt, ohne daß die Tiere jedoch Witterung nahmen. Der Täter soll etwa 20 Jahre alt sein. Er war luittelgroß und schlank, trug einen dunkclgrauen Mantel und grauen Hut. Die Tasche, die dem Täter»n die Hände gefallen ist, enthielt nur 10 Mark. Studentische Arbeitskonferenz. Die Zugend hat sich geeinigt. Der Rektor der Berliner Universität teilt folgendes mit: Die Verhandlungen zwischen dem Berliner Rektor und den Studcntenvertrctern haben nunmehr zu dein Ergebnis gcsührt, daß sich auf einmütigen Beschluß der beteiligten Ver- tiauensleute eine„Arbeitskonferenz von Vertrauensleuten anerkannter studentischer Spitzengruppen der Friedrich-Wilhelms- llnioersität zu Berlin" mit folgenden Richtlinien gebildet hat: ,.l. Di« �Arbeitskonferenz von Vertrauensleuten anerkannter studentischer Spitzengruppen der Friedrich-Wllhelms-Universität zu Berlin tritt auf Einladung des Rektors von l 020/3 l zusammen und arbeitet, auf einmütigen Wunsch ihrer Teilnehmer, unter seinem Vorsitz.— 2. Sie hat nicht den Charakter einer studen- tischen Gcsamtvertretung.— 3. Sie soll während der Dauer des gegenwärtigen Rektorats die Frage der Schaffung einer staatlich anerkannten„Studentenschaft" zu klären suchen.— 4. Sie loll als eine vorläufige Notmaßnahme die Möglichkeit schaffen für ein vertrauensvolles Zusonunenarbeiten der Studenten untereinander wie auch mit Rektor und Senat zur Wahrung der akademischen Belange und zur Sicherung der Würde und" Freiheit der Universität." Rektor imd Senat haben diese Richtlinien ge» billigt. Die Arbeitskonferenz besteht aus Vertrauensleuten der folgenden Spitzengruppen: Sozialistische Studenten- s ch a f t, Republikanischer Swdentenbund, grechcitltche Studenien- schast, Deutsche Finkenschast, Berliner Waffenring, Deutsche Gruppe, Fraktion der Studentinnen, Nationalsozialistischer Deutscher Stu- dentenbund(Sektion Universität). Kommunisten— nicht ganz legal. Ein Zahr Festungshast für Vorbereitung zum Hochverrat Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts verurteilt« de» 2äjährigeii Schriftleiter Heinrich Kurella aus Berlin ivegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens dem Anftag des Rsichsanwalts entsprechend zu einem Jahr Festungs- Haft. Der Angeklagte, der 1023 in London Mrischaftsäericht- erstatte r war und den gleichen Polten zivei Jahre in Moskau bekleidete, gehört soit 1928 der KPD. an. Im Mai dieses Jahres wurde er b<* der Internationalen Pressekorrvspandenz in Berlin angestellt, k>«i der er anfangs 1030 zum Schriftleiter aufrückte. Seme Verurteilung erfolgte wegen dreier Artikel, die im Januar und Februar 1SZ0 in der genannten Korrespondenz erschienen sind und in denen das Reichsgericht eine Unterstützung der staatsfeindlichen Ziele der KPD. erblickt, nämlich die Zersetzung der Polizei, des Heeres und der Marine und schließlich auch die g e w a l t s o m e A e n de r u» g der gegenwärtigen Verfassung. Dem Angeklagten wurde zwar die Ueberzeuglmgstäterschaft zugebilligt, mildernde Um- stände dagegen wurden ihm versagt. Der verurteilte Komnmnlst hätte eben vorsichtiger lein lallen. Warum hat er nicht geschrieben, daß er alles selbstverständlich nur „ganz legal" mein«? Weißgardisten-Offiziere in Paris. Paris, 10. Januar.(Eigenbericht.) In der Kammer richtete dcr kommunistische Abg. Doriot an die Regierung die Anfrage, ob ihr die Existenz einer geheimen Militärorganisation der weißrussischen Emigrantenverbände in Frankreich betonnt sei. In einem der russischen Cinigrantenblätter habe kürzlich General Miller, der nach dem spurlosen Verschwinden des Generals Kutiepoff zum Oberbefehlshaber der weißrufsischen Orgamsationcn ernannt worden ist, einen Artikel veröffentlicht, in dem es geheißen habe, daß die„russische Militärakademie" in Paris Zehntausende junger Russen zu Offizieren aus- gebildet habe. Aehnliche Akademien bestünden auch in anderen europäischen Hauptstädten. Die Gesamtstärke des weißrussischen Heeres habe General Miller mit über 100 000 Mann angegeben. Doriot verlangt von der Negierung, daß sie alle weißrussischen Or- oanisatianen in Frankreich auslöst und die Mitglieder der Militär- akademie sofort aus Frankreich ausweist. Im Hungerstreik stehen in den litauischen Gefängnissen 200 Kam- ntu nisten, weil ihre Forderung auf Aufhebung der Kerkerhaft und Fesselung politischer Gefangener und«ine Reihe kleinerer Er- leichterungen abgelehnt worden ist. Die spanisch« Regierung verhandelt mit der Opposition, daß sie sich an dcr ParlameMswahl auch dann beteilige, wenn der vorher auszuhebende Belagerungszustand noch vor der Wahl „zwangeiänsia wieder verhängt werden müßte". Moderne japanische Malerei Von Paul F. Schmidt Die Ausstellung gegenwärtiger japanischer Malerei in der A l a d« in i e wurde am Sonnabend, dem 17. Januar, mit einer Rede des Kultusministers Grimme eröstnet, die in trestlicher und zum Herzen sprechender Form als tiefstes und«rsteulichstcs Mo.iv dieser Darbietung unsere Liebe zur Ferne und Fremde unser Be- kcnntnis zur Kulturverbundenheit aller Kölker— dies schönste Erbteil deutscher Geistigkeit— bezeichnete. Die Schau selber beruht auf einer sorgsälllgen Auslese des Charakteristischen in Japan: ihre Veranstalter sind in Gemeinschaft: die Gesellschaft für astafla.ische Kunst, die kaiserlich japanisch« Akademie der Künft« und das Japa- nisch-Deutsche Kulturinstitut in Tokio, natürlich auch die Alademie als Gastgeberin. Die Bilder sind in Japan gemalt und ausgesucht worden: womit gesagt ist, daß«s sich hier um die traditionelle Kunst dcr Tuschmalerei aus Seide oder Papier handelt und nicht um die von Europa vielfach«ingedrungene Oölrnalere!, in dcr namentlich in Paris lebende Maler aus Japan ein seltsames Ge- misch fernöstlichen und französischen Wesens hervorbringen, dos aber kaum als eigentlich japanisch mehr anzusprechen ist. Ein ausgezeichnet gedruckter und illustrierter Katalog mit vor- trefflichen Einleitungen von berufenen Gelehrten führt in die schwierige Erkenntnis der Moierie ein. Deim es ist für uns Europäer nicht ganz, leicht, dieser Kunst des heutigen Japan gerecht zu werden: auch dann, und vielleicht erst recht dann nicht, wenn wir etwas von dek Kunst des alten Japan gesehen haben. Denn die Bindung an die mehr als tausendjährige Tradition der japanischen Malerei ist auch noch bei den nwdernstcn Künstlern so stark, daß wir heilte die asten Vorbilder maßgeblich aufragen sehen und verwirrt werden durch die außerordentliche Verwandtschaft, die natürlich nicht durchaus im Sinn« einer schöpfe- rijchcn Selbständigkeit wirkt. So etwa sieht mau n der Akademie viele sehr umfängliche(„lebensgroße") Darstellungen von Menschen, Fischen, Blume», Vögeln, die für den Laien wie Vergrößerungen japanischer Holzschnitte oder chinesischer Scidemnalerei wirken. Das ist natürlich ein falscher Eindruck: wir hüben von uns aus keinen Maßstab für die qualitative Beurteilung dieser Malerei, sonst könnte man sich vielleicht daraus hinausreden, daß manche dieser großen Seidenstoff- oder Papiertafeln nicht von hohem Range seien. Viel- leicht wäre zu vermuten, daß die all, zu scharfen und unbedingten Nachempsindimgen auch für Japaner mcht die stärksten Kunstwerke darstellen. So ist der Eindruck von curapäischcr Anschauungsweise aus, unterstützt von einiger Kenntnis Japans, dcr, daß die interejjan.eftcn und anmutvollsten Partien in den realistischen(perspektivischen) Landschaften zu sindeu sind. Die Treue zur Natur und die unerhörte Schürfe der Beobachtung, zusamemngesoßt in einem System seinster Kalligraphie der Linken und gesühltester Schattie- rimg der Töne, kann eigentlich überall bei diesen modernen Japa- nern vorausgesetzt werden. Sie bildet das Rückgrat ihre, Könnens mid den Gegenstand dcr Bewunderung von unserer Seite. Wo das Naturempsinden vom Kalligraphischen ausgefangen wird, wi« bei fast allen Darstellungen von Menschen, Tieren und Pflanzen in Lebensgröße, überwiegt der Eindruck einer fast zeremoniösen An- betung uralter Kultur und künstlerischer Rezepte; das sublimst« Beispiel hierfür ist vielleicht der Fuchs im Schnee von O k o t u. Die Landschaftor haben seit jeher mehr Freiheiten gehabt. Heute scheinen sie eine recht fruchtbare. Verbindung von oltjaponi- scher Feinheit dcr Naturcmpfindunq und europäischem Realismus zu kultivieren. Man muß sich bei alledem aber vorstellen, daß dies« Malereien auf Seidenstoff mit dünn aufgetragenen Wassersarben. oft auch nur in den grauen Nüanccn der Sepiatusche, mit äußerster Delikatesse gemalt werden und niemals die brutale Wirklichkcits-. illusto» der europäischen Oelmalcrei erreichen oder auch nur er- streben. Die Wirkungen sind hier unvergleichlich intimer und zarter. sie gehen biq zu einer fast unirdischen Lieblichkeit, wie bei dem schönen Regenbiltz von K c i ch n, das nur in Sepia gemalt ist(„See- ufcr im Regen"). Kaum aber findet man noch die alt« psrspektio- lose Anordnung landschaftlicher Bestandteile in vertikaler Richtung: die Modernen Japans haben sich ganz uird gar an unsere westlich« Raumvorstellung gewöhnt, und hier vermögen sie mit den sublimen Mitteln ihrer Andeutungskunst hohe Reize zu erusalien, die auch einem ungcschullcn Auge des heuligen Deutschland viel und Inniges zu sagen haben. Man betrachte etwa den„Morgen über dem See" von S« n j i n mit dem emporspringcnden Fisch, die schönen Berg- landschaften von M a s a h a r ü, G y o k u d c>, N a n j i n s h i. Ta ka-> hiro, T o ssa i, vor allem aber den„Vorfrühling" von Tefiho und das„Schloß in Tokio" von S e i h o, dcr wohl als der stärkste und uns am unmittelbarsten packend« Künstler der Ausstellung an- zusehen ist: hier lebt ein Nationales Gefühl, das sich durch alle Jahr- hunderte bis in die Gegenwart hindurch gerettet hat und schöpferisch geblieben ist. Das Weimarer Nazi-Theater Kricks politischer Abbau Das Deutsche Nationaltlieater in Weimar war bis jetzt«in Kunst- institut von Rang und Ansehen, bemüht, über den Rahmen eines Provinztheaters hinaus den Derpslichtungen nachzukommen, die sich aus dcr Nachfolge von Goethes Schaubühne ergaben. Dies Ansehen wird in diesen Tagen gründlich zertrümmert. Herr Frick, der auch Kultusminister ist, hat begonnen, seine Grundsätze auf dies Theater anzuwenden. Zum Jahreswechsel ist einer Reihe von Künstlern, darunter dem ausgezeichneten Generalmusikdirektor Prätorius und der Ballctlineisterin Jankelow, beide von der Volksoper im Theater des Westens auch in Berlin bekannt, gekündigt worden. Es handelt sich durchweg um Künstler, die jahrelang in Weimar tätig und beim Publikum beliebt sind. Sie werden in dieser Krisenzeit, die auch in ihrer ganzen Schwere auf den Theatern lastet, nicht aus Wirtschaft- lichen Gründen auf die Straße gesetzt, sondern nus sehr durchsichtigen politischen. Es handelt sich um Juden oder„Jüdischosrsippte" oder um einer kleinen nationalsozialistischen Klique nicht Genehme. Diese Klique wächst sich am Nationaltheater ollmählich zum Skandal und zur Groteske aus. Gebildet aus Ehrgeizigen, die den Gekündigten an künstlerischen Qualitäten nachstehen, und geführt von Fricks Intimus Dr. Zicgler. terrorisiert sie das Theater und gefährdet einen geordneten Betrieb aufs schwerste. Durch einen Protest des Orchesters und die allgemeine Empörung von Publikum und Presic über die Weimarer Gvcnzcn hinaus und weit bis in rechte Bürger- kreise hinein, schien wenigstens ein Teil der Kündigungen rückgängig gemacht zu werden. Aber die Volkspartei steht ja unontivegi und treu zu Frick. auch wenn seine Maßnahmen noch so sehr von ihrer eigenen Presse kritisiert werden, und so scheint jetzt dieser politische Abbau nach einem Wust einander widersprechender Rachrichten und offizieller.Verlautbarungen endgültig und damit das Weimarer Theater als Kulturstätte erledigt. Die Lehren dieses Falles, der sich würdig den übrigen Unkultur- taten Fricks anreiht, sind klar. Man sieht, wie die Stellenbesetzung nach dem Parteibuch, die sie zu unrecht anderen vorgeworfen haben, bei den Nazis nicht halt macht vor dcr Kunst, die doch unabweisbar Können, Sachkenntnis und Erfahrung fordert. Der Künstler sieht, wie er bei den Helden des dritten Reiches den übrigen minder- begabten aber gesinnungstüchtigeren„Kollegen" ausgeliefert ist. Alle Theater- und Kulturkiebenden müssen erkennen, daß einer Nazi- Herrschaft über weitere Länder oder gar das ganze Reich nicht nur politische Gefahren, sondern auch die Vernichtung eines mühsam in Jahrhunderten ausgebauten Kullurbesitzes drohe». Was bei einer Goebbels-Regierung aus den preußischen Stoatsthcatern.'Museen, Akademien und Kunstschulen werden würdig kann man sich nur mit Schaudern vorstellen. dlaru'n Gleisner. „Von pasquale." Städtische Oper. Nu neuer Inszenierung erscheint Donizettis heitere Oper „Don Pasquale" auf der Buhn« der Städtischen Oper. Dem voikstümiicheren. in ollen Wirkungen kräftigeren„Barbier von Sevilla" stofflich nahe verwandt— so nahe, daß die Aehnüch- feit dem dauernden Erfolg des zarteren, musikalisch innigeren Werks wohl immer im Wege gewesen ist. Beinahe dieselben Rollen und Rollentypen dort und hier: die Batzbuffosigur des geizigen, verlieb- ten alten Narren: da« junge Paar der Liebenden, Koloratursopran und Tenor, von denen er sich gründlich hineinlegen läßt: und dcr baritonsingende Vertraute— dort Friseur, hier HauSarzt—, der das Täuschungsspiel ersinnt und lenkt. Die Musik hat wohl nicht Rossini» sprudelnd? Lustigkeit und derbe Urspriingltchkeit: aber Donizetk ist ihm überlegen in der Feinheit und dem reizvollen Detail der Arbeit. Maria Jvogü», in ihrer besten Rolle, beherrscht die Bühne und den Abend mit dem' Charme ihrer Persönlichkeit und dem Zauber ihrer Gesangskunst. Mit ihr zusammen sind Z a d o r und Guttmann von Bruno Walter her in das Werk und seinen Stil eingespielt— ein ausgezeichnetes Sänger- und Darstellerensemble, in da» sich Paul F e h e r mit seinem hellen Tenor glücklich fügt. Paul B r e i s a ch, ein bißchen affektiert in der Ouvertüre, hat als Dirigent, Dr. Zickel als Gastregisseur saubere, exakt« Arbeit ge- tan. Mehr freilich nicht. Der Höhepunkt des nach dem ersten Akt «in wenig abfallenden zweiten Aktes bleibt von matter Wirkung: die Chorszene des Gesindes. K- P- „Oer Geelenforscher." Kleines Theater. Fritz Macks will ein Konversationsstück schreiben, in dem sich die Menschen mit allerlei psychologischen Gheproblemen ausew- andorsetzen. Es soll ein« Komödie mit geschliffenen Bonmot« und Paradoxen entstehen, aber es wird nur sin Situationslustspiel mit aufblitzenden Lichtem im Dialog. Der Psychologe, Professor dazu, sieht die Welt schief, lebt in seinen Theorien und verkennt die Wirklichkeit. Als er glaubt, die Frau betrüge ihn mit seinem Freund, ilt sie treu, und später liegt die Sache umgelehrt. Ein Stoff, der reichlich bekannt ist und der lsier kein- neue Behandlung erfährt. Die Leute reden und reden, ohne daß sie Wesentliches sagen. Vor allem aber interessiert heute das ganze Stoffgebiet nicht mehr. Es gilt, andere Dinge zu glossieren als einen Psychologie- Professor, der die menschliche Psyche nicht kennt lieber der ganzen Komödie lagert dichter Staub. Sie ist von vorgestern, und Macks gibt ihr kein« Form, di« über den Tag hinaus mterelsieren könnte. Will Kaufmann inszeniert in hergebrachter Art, ohne am Dialog zu feilen. Er, Traute Flamm und Hans Fahren- bürg spielen handfestes Theater, spielen in der Art, wie Situotions- komödien eben gespielt werden.— t. Abenteuer einer sowjetrussifchen Expedition. Vor einiger Zeit ist die van der Geologischen Hauptverwal- tung ausgerüstet« wissenschaftliche Expedition zur Erforschung der östlichen und westlichen Pamirgebiete nach Leninnrad zurückgekehrt. Diese Expedition hat Landstriche betreten, in denen noch»iemalo Europäer gewesen sind. E» wurde«in reichhaltiges ethnographisches Material gesammelt, auch ist«s der Expedition gelungen, Legenden und Lieder des Volksstammes der Schugnanon. der Bewohner der Pamirländer, aufzuzeichen. II. a. entdeckt man ein Laplslazuli- Vorkommen, welches an Ausbeutungsmöglichleiten alle ähnlichen Vorkommen innerhalb der Sowjetgrenzen übertreffen dürfte Im übrigen ging die Forschungsreise nichr ohne gefährliche Abenteuer ob. Die Expedition wurde nämlich von Banden der „Basmatschi" überfallen. Das sind turkmenische Gruppen, die feit dcr Sowjetisierung das sowjetfeindliche unzufriedene Element bilden. Sie halten sich in großen bewaffneten Banden an der russisch- afghanischen Grenz« auf, um im Falle eines Angriff« durch Truppen der Roten Armee sofort über di« Grenze flüchten zu können. Schon seit längerer Zeit hat die Sowjetpressc über diese Bewegung nichts mehr berichtet, die Schicksale der Expedition beweisen aber, daß mit den„Basmatschi" immer noch zu rechnen ist: der Topograph Voi« wurde von ihnen erschlagen, drei andere Mitglieder der Expedition fielen in ihre Gefangenschast und tonnten erst nach längeren Kämpfen befreit werden.__ Degen cktfrantunq von Erl a Helmte bat Gerda Schäfer die Roll« der Marie in.Liltom"(Thealer am Büloivplatzi überuoutmen. in der Eine Schauipieler-Rachtoorstellung von„Eocklall" findet am?0., M/, Uhr, >er Prcmicrenbeseiuriri im KomödienhauS statt Der Gesamt. reinertraa weht den ZSohlsabrIStosscn der Bsthnengenossenschnft zu. Karten im Bezirkeberband Kcithftr. lt. Zimmcr 15. Geschastemacher Wege. Oer deutschnationale Herr Stadtrat und die Stadtschastsbank. Sie vom Berliner Magistrat aufgedeckten Unregelmäßig. k e> t e n bei der Geschäftsführung der Berliner Stadlschafts. dank haben In Stadtnerordnetentreifen großes Aufsehen erregt. Wie der ,,V o r w ä r t s" bereits berichtete, hat der Magistrat beim Ober- Präsidenten ein Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Dienst. enllassung gegen die deutfchnalionalen Direktoren des Bfand- briefamte» Mege nnd Le Bisknr beantragt. Um Ober- Präsidium hat man die Nachprüfung der schwerwiegenden vor- würfe bereit, eingeleitet. Der Antrug des Mogistrats ist mit einer dreifachen B c- gründung versehen. Den Leitern des Pfandbriefamtes wird bc- sonders ihr sotzungswidriges Verhalten zum Vorwurf gemocht. Der Mogistrot ist der Ansicht, daß die Beteiligung mit sehr hohen Be- trägen an der Bauoescllschast„Roland", der Berliner Bank für Handel und(Jrundbesitz und schließlich der Berliner Stadtschaftsbank, deren Auffichtsrot der„umsichtige" Herr Stadtrot Wege wiederum angehörte, mit den Aufgaben des Psandbricfamtcs nicht in Einklang zu bringen ist. Di« Vorliebe des deutfchnationolen Stadtrots Wege für fette Auf s icht sr at s p oft e n ist in der Oeffentlichkeit hinlänglich be- könnt. Sein« Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender der Müllabfuhr- Gesellschaft hat die Stadtverordnetenversammlung mehr als einmal beschäftigt und Herr Wege mußte sich von s o z i a l d e m o- k r a t i s ch c r Seite schon damals recht unangenehme Wahrheiten sagen losten. Der sozialdemokratische Stadtverordnete Riese konnte nochweisen, daß Wege Aufwondsgelder und Feuergefecht in Steglitz. Pförtner unv Wächter von Einbrechern niestergefchossen. Ein schweres Jeucrgcfccht zwischen Einbrechern und einem Wächter schreckte in der vergangenen Tlacht zahlreiche Sieglitzer Einwohner aus dem Schlaf. Der KZ Jahre alte Wächter Oskar T e l f ch o w aus der Sedan- ftraße � in Lankwitz und der ZZ Jahre alte Pförtner Franz I c- k I ch überraschten Izeute morgen gegen 4 Uhr Einbrecher, die in ein Geschäft in der Hardenbergstraße 6 in Steglitz eingedrungen waren. Die Diebe crösfnetcn sofort dos Feuer auf die beiden Männer und machten sie kampfunfähig. Telschow wurde in den rechten Oberschenkel getroffen und imißtc»n Krankenhause, wohin man ihn gebracht hatte, verbleiben. Glimpflicher davongekommen ist der Pförtner Jekufch. Fhm wurde die Kugel aus der linken Schulter entfernt und nach Anlegung eines Verbandes konnte er nach Haufe gehen. In dem Haufe 5)ardenbergstroße 6 in Steglitz befindet sich die Zweigstelle eines Wirtschafts-Vsreins. Neben den Verkaufsräumen sind Zimmer, die ursprünglich als Wohnung gedacht sind, in denen aber zur Nachtzeit niemand schläft. Sie dienen den Angestellten über Tag nur als Aufenthaltsrairm. An einem Fenster hatten die Einbrecher eine Jalousie hochgefchoben, eine Scheibe eingedrückt und waren eingestiegen. Um nicht entdeckt zu werden, hatten sie dann die Jalousie wieder herabgelassen. In dem Verkaufsraum packten sie m drei mitgebrachte Säcke Lebensmittel, Käse, Wurst, Kossee und Zigarren ein. Das Rumoren war aber sowohl van dem Pförtner wie von den Bewohnern der über dem Laden liegenden Wohnung gehört worden. Der Psörtner Jekusch hatte sich rasch angekleidet und den Wächter Telschow herbeigeholt. An welcher Stelle die Ein- b reche r steckten, konnten sie noch mcht sehen. Während sie vor der Haustür standen und die Sachlage besprachen, fiel ihnen eine Droschke auf, die mehrmals hin und her fuhr und auffällige Hupensignal» gab. Das war das Warnungszeichen für die Einbrecher. Plötzlich hob sich die Jalousie wieder, zwei junge Burschen sprangen aus dem Fenster und riefen den Uebcrrafchten zu„Hände brch!" Gleichzeitig gaben sie etwa ö Schüsse ab. von denen zwei den Pförtner und den Wächter, die hlnler Bäumen Deckung suchten, trafen Die Diebe rannten aus den Fahrdamm, sprangen in die Droschke und tagten davon. Das Ueberfallkommando wurde alar- miert, dos aber nur die beiden Verletzten ins Krankenhaus bringen konnte. Die oollgepackten Säcke wurden in dem Verkaufsraum noch gefunden. Klatsch, Intrigen und Sittlichkeit. Oer Brandenburger Prozeß vor dem Ende. Brandenburg, lS. Ianuar. Die Potsdamer Strafkammer begab sich am heutigen Morgen wieder nach Brandenburg, um über die vorwürfe gegen Stadlaml- mann Schwarz in der Augusta-Mädchenschule zu verhandeln. Rechtsanwalt Dr. Frey, der Verteidiger des Angeklagten, sprach zu Anfang der Verhandlung die Nebenklägerin Frau Florian, ob sie aus den gleichen Gründen, die zu der Anklage gegen Schwarz geführt haben, aus den Vrennabor-Werken entlasten worden fei. Frau Florian: Nein, davon ist mir eigentlich nichts bekannt. Dr. Frey: Dann benenne ich dafür den Betriebsingenieur Erich Rosen aus Brandenburg, diesen Herrn soll Frau Florian ähnlich bc- schuldigt haben wie den Angeklagten. Vorsitzender Loudgerichtsdirektor Dr. H e l l w i g: Der Zeuge ist sofort zu laden. Jetzt richtet der Ber- leidiger an den Major Pohlitz, einen erbitterten Feind des Angeklagten, die Frag«, ob er nicht schon vor den Vorgängen im Wohlfahrtsamt gewußt habe, daß Schwarz als Spitzenkandidat des Provinziallandtages aufgestellt sei. Pohlitz verneinte diese Frage. Die Verteidigung will das Gegenteil beweisen. Pohlitz soll damals geäußert haben,„st eht er auf der List«, dann muh er von der List« wieder runter". Dann will man von der Gegenpartei dem Angeklagten daraus einen Strick drehen, daß er mit Damen des Wohlfahrtsamtes in der Wohnung eines Junggesellen gefeiert haben soll. Das Resultat der Zeugenaussage: Etwa acht Personen. Herren und Damen des Magistrats, darunter auch der Angeklagte, hoben in der Wohnung eines Junggesellen mal nach einer Festlichkeit eine Tasse Kaffee getrunken. Nun wird der Schiedsmann vernommen, der sich zuerst mit diefcr Ange- legenheit zu befasien hat. Der Schiedsmann erklärt« heut« vor Gericht, daß er der Frau Florian nicht zutrauen könne, daß sie sich diese pikanten Dinge aus den Fingern gesogen Hab«, sowas würde doch nur eiye Dirne tun. Vorsitzender: Na, das überlasten Sie uns, Werturteile können wir hier nicht gebrauchen. Stadtsyndikus Dr. Weiße äußert sich sehr günstig über den" Leumund des Angesagt«» und über feine dienstlichen Leistungen. Im gleichen Sinne spricht sich Stadtrat E i ch l« r aus. Schwarz wäre ein Mann, der Tantiemen aus der Müllabfuhr und zahlreichen Tochlergesell- Ichosten zog, deren höhe das ganze Aktienkapital stark überstieg. Für seine Tantieme ließ sich Herr Wege wieder Aktien geben. Allerdings zahlte er nur den halben Preis, um sie dann für doppeltes Geld an die Stadl weiterzuverkaufen. Außerdem aber faß Herr Wege im Aussichtsrat vieler Ballgesellschaften, die ihn wohl auch kaum seiner schönen Augen wegen gewählt haben dürften. Damals galt er sogar als sicherer Kandidat für die Stadtverordneten- wohl. Daß er doch nicht ins Stadtparlament einziehen konnte, ist nicht zuletzt auf die Veröfsentlichungen des„Vorwärts" zurückzuführen. Die Aufgaben des pfandbriesarntes. Das Berliner Pfandbriefamt ist ein« Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der Oberbürgermeister ernennt aus den Mitgliedern des Magistrats einen ständigen Kommissar zur B e a u s s i ch t i g» n g. Di« Oberaufsicht führt der Staat. Die Stadt Berlin hat die Bürgschaft für die Sicherheit der Pfand- briese. Der Städtische Nachrichtendien st bemerkt zu den Vorwürfen gegen die Direktoren des Pfandbriefamtes: Es ist richtig, daß der Magistrat über verschiedene nach seiner Meinung satzungswidrige Maßnahmen der Direktion des Pfandbriefamtes(Gefellschaftsbeteiligungen) an den Oberpräsidenten be- richtet hat. Es handelt sich aber hierbei nicht etwa um irgendwelche Unterschlagungen oder Bilonzverschleicrungen. Die Sicher- h e i t des Psandbriefamies und die Sicherheit der von ihm aus- gegebenen Pfandbriefe kann also davon in keiner Weise betroffen werden. den Mut zur Verantwortung hätte. Aehnlich äußert« sich auch noch eine Anzahl weiterer Zeugen. Es ist daniit zu rechnen, daß die Beweisanfnahmc heute ge- schlosten wird. Die Räuber vom Kohlenhof. „Hol' man schön Geld, wir kommen gleich wieder!" ?lm Freitazuachmiitag wurde in dem Kontar des Ejchwe'ler Kohlenhandelsverbandcs in der Nanmannftraße in Schöneberg ein Raubüberfall verübt, bei dem die zwei Täter 1500 Mark Lahn- gelber erbeuteten. Am Sonnabendvormittag hat sich nun in der- ftlben Gegend ein Vorfall ereignet, von dem man noch nicht weiß, ob es«in schlechter W i tz war oder ob die Mitwirkenden die Räuber waren. Ein Angestellter des Kohlenhofes war zur Bank am Kaiser- Wilhelm-Platz gegangen und hatte Geld abgehoben. Aus dem Rückwege durch die Kolonnenstrahe bis zur Naumannstraße fuhr langsam ein P r i v a t a u t o an ihm vorüber. Aus dem geöffneten Hinter- fenfter des Wagens guckte ein Mann mit einer Baskenmütze heraus und rief dem Angestellten zu:„hol man schön Geld, wir kommen noch mal!" Die Nummer des Wagens war verschmiert und nicht zu erkennen. Das Auto war ein älteres Modell mit bräunlicher Lackierung. eine Art Coupe. Die Räuber, die oin Freitag in dos Kontor eindrangen, waren beides jüngere Leute. Ihr« Gesichter waren hinter Masken verborgen. Der eine trug einen blauen Trenchcoat und grauen Hut, der andere einen dunkelbraunen Ulster und ebenfalls grauen Hirt. Die Angestellten des Kohlenhofcs wollen in der letzten Zeit mehrfach junge Burschen verdächtig um das Grund- stück haben herumschleichen sehen, als ob die Gelegenheit ausgekund- fchaftet werden sollte. Bekanntlich ist für die Ermittlung der Räuber eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Mitteilungen, wer das oben beschriebene Auto am Sonnabendvormittag gegen ll Uhe gesehen hat oder den Wagen kennt, ivcrden unter Hinweis auf die Belohnung nach Zimmer 81 im Polizeipräsidium erbeten. Schwerer Unglücksfall im Tiergarien. Ein schwerer Straßemmsall ereignete sich am Sonntagvormittag im Tiergarten. Der 57 Jahre eckt« Reichsgerichtsrat Ernst Sonn- tag, der in der Brückenallee 38 wohnt, hatte einen Spaziergang durch den Tiergarten gemacht. Er war bis zur Charlottenburger Chausiee in der Nähe des Bahnhofs Tiergarten gekommen und wollte den Fahrdamm überschreiten. Bom Großen Stern her kam ein Autobus, der 4n der Richtung nach der Charlottenburger Brücke fuhr und von der entgegengesetzten Seite ein Privatauto, das mit Rücksicht auf das schlüpfrige Pstastcr in gemäßigtem Tempo fuhr. Der Reichsgerichtsrat ging unmilielbor hinter dem Autobus über den Damm und geriet unter den Privatwagen. Besinnungslcs blieb der Reichsgerichtsrat auf dem Damm liegen. Er wurde in das Kranken- Haus in Moabit gebracht. Lebensgefahr besteht nicht. Aeuer Koaliiionskrach in Thüringen. Eine Frick-Vorlage abgelehnt. Der Gesetzgebungsausschuß des Thiiringischen Landtags oerfetzle der R« gierungsoorlage Fricks, nach der die Wgbj der Bürgermeister und Beigeordneten künftig ocr Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde bedarf, einen schweren Stoß. Der Hauptartikel des Gesetzes wurde abgelehnt. Die Sozialdemokraten bekämpften das Gesetz von Ansang an und forderten Unterlagen über sein« Notwendigkeit. Die Regierung brachte derartige Unterlagen jedoch nicht bei. Die Sozialdemokratie stellte daraufhin verschiedene Verbesserungsanträge. So soll die Be- slätigung nicht durch Frick allein, sondern nur durch kollegiale Eni- scheidung der Aufsichtsbehörden versagt werden können, und zuvir nur dann, wenn das bestehende Recht verletzt oder dem Gewählten Verfehlungen zur Last gelegt werden können, die ihn zur Führung des Amtes ungeeignet machen. Gegen die Entscheidung der Aufsicht-- behörden soll die Anfechtungsklage zulässig sein. Die s o z i o l d c m o- kratischen Anträge wurden jedoch � restlos abgelehnt. Dennoch brachten auch dl« Deutsche V o l k s p a r t« i und der Landbund Bedenken gegen das Gesetz vor und beantragten eine kollegiale Entscheidung. Wahrscheinlich befürchten auch sie, daß Frick sich bei seinen Entscheidungen nicht von sachlichen Gesichtspunkten leiten lasten wird. Die Sozialdemokraten stimnten dem bürgerlichen Antrag schließlich zu, um wenigstens«ine Sicherung gegen einseitige politische Entscheidungen Fricks zu habe». Als er angenommen war, wurde der Hmiptartikel des Fricksthen Gesetzentwurfs im Gesetzgebung sousschuß mit den'Stimmen der SozjakdeniorraA«, der ftonawariffat, Wirtschastspavtei mck» Rakionat» soziolsttcn abgelehnt. Natianalsoziolisten und Wirtschastsportej stimmten gegen das abgeänderte Gesetz, weil sie überhaupt keine Ab« änderung wünschen. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob zwischen den Regierungsparteien bis zur zweiten Lesung im Plenum eine Einigung herbeigeführt werden kann. Oas dritte in Coburg. Stellenversorgung für?tationalsozialisten. Die Stadt K o b u r g bietet neben Thüringen und Brounschweig den sinnfälligsten Anschammgsunterricht über die Methoden, die zum dritten Reich führen sollen. Seitdem die zwei Stahlhelmstadträte dem Kommando der Nazis unterworfen wurden, haben diese«ine unbeschränkte Mehrheit im Rathaus und nutzen sie für die Stellen- Versorgung ihrer Anhänger rücksichtslos aus. Zunächst kam es ihnen darauf an, die städtische Polizei ganz in die Hand zu be- kommen. Dos letzte Hindernis war der städtisch« Polizei- direltor, dem sie jetzt wegen einer völlig nichtigen Sache ein Disziplinarverfahren mit sofortiger Beurlaubung an- hängten. Sein Stellvertreter hat natürlich das Naziparteibuch in der Tasche und provoziert Tag und Nacht mit einem riesigen Hakenkreuz am Rockaufschlag. Aber auch der erste Bürgermeister, der seinen Posten schon vor der Nazizeit bekleidete und im Rückgrotbiegen immerhin schon einige Hebung hatte, ist den Hokenkreuzlern im Wege. Joden- falls erreichten-sie vor einigen Tagen, daß der erste Bürgermeister einen Urlaub auf unbestimmte Zeit antrat und seine Ge- schäfte in die Hände des dritten Bürgermeisters, eines hitlerischen Landtogsabgcordnctcn, legt«, da der zweite Bürgermeister feit einiger Zeit im Krankheitsurlaub ist. Damit befinden sich alle maßgebenden Posten der städtischen Berwalwng in den Händen der Nazis. Ihre Machtfülle benutzen sie nun nicht etwa zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und des städtisck>en Finonzelends, sie haben es vielmehr zunächst aus die„S ä u b e r u n g" des Koburgcr Londestheaters abgesehen. Das ganze Theotsrpersonol leidet schon seit einiger Zeit unter der Hakenkreuzfuchtel, ohne daß der Intendant jedoch ihrem Einfluß zum mindesten auf die künstlerische Leistung bisher nachgegeben hätte. Deshalb soll er sobald als mög- lich verschwinden, um irgendeinem von dem thüringischen Volksbildungsminister ausgesuchten Parteimann Platz zu machen. Das wird allerdings nicht ganz so leicht sein, da der bayerische Staat ein Wort mitzureden hat, nachdem er trag seiner Armut großzügig drei Fünftel des Theaterdeftzits, nämlich rund 300 000 M. in diesem Jahre, aus seiner Tasche gedeckt hat. Der Widerstand, den die Nazis hier finden, wird vielleicht auch noch auf die Polizei ausgedehnt, da der bayerische Innenminister beabsichtigt, die Leitung der städtischen Polizei in die Hand eines Staats- kommissars zu legen. Eisenbahnunglück bei Gdingen. Orei Personen getötet. 20 verletzt. Tanz ig. IS. Januar. Am heutigen Montag früh, gegen 7 Uhr, fuhr in der Nähe des Bahnhofs Gdingen ein Güterzug auf einen Personenzug auf. Mehrere Wagen deck Personenzuges wurde» zertrümmert. Hierbei wurden drei Personen getötet und 20 verletzt. Tie Schuld an dem Unfall liegt an dem Lokomotivführer deck Güterzugeck. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Gin Aus- schuf» der polnischen Staatckbahndirektion in Tauzig hat sich sofort an die Unfallstelle begeben. Festabend des Reichsbanners in Wilmersdorf. Der Ortsverein Wilmersdorf des Reichsbanners Schwarz-Rob- Gold lud zu einem geselligen Festabend in den Spichernsölen ein. Die Festrede hielt Polizeimajor Heinrich, der aus die Stellung der Persönlichkeit in der Republik hinwies, deren Freiheiten in Gefahr seien, durch den Ansturm von rechts und links überrannt zu werden. Er prangerte die Nationalsozialisten an, die einem Musiolini nachäffen, Tirol verraten und dos deutsche Ansehen im Ausland schädigen. Es fei an der Zeit, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Da» Reichsbanner, das in seinen Schutzsormationeu Männer vereinige, die schon einmal dos Vaterland mit Leib und Blut verteidigt hätten, wäre stets bereit, die republikanische Ver- fassung zu verteidigen. Der Borsitzende, Kamerad Müller, schloß dieser mit starkem Beifall begleiteten Rede einen zündenden Appell an, den Schutzformationen des Reichsbanners beizutreten. Montag, 19. Januar. Berlin. 14.00 Jazrstnndc(Scfiallplaltcn). J6.05 Dr. Leo Schwcrinsr: Fürst Bülcnr— August Bebel. 16.30 Arien.(J. Bendix* Bariton; Flügel: J. Bürger.) 16.50 Wilhelm Berger(gest. 16. Januar 1911).(Elisabeth Besser, Violine und Sclma Kramer, Flügel.) 17.30 Vom Brandenburger Tor die Linden entlang.(Dr. Max Osbom.) 17.50 K. L. Oertzen: Zehn Jahre Reichswehr. 18.15 Dr. Heinr. Tclpel: Das Wahlrecht m der Demokratie. 18.40 Ungarische Volkslieder.(Sari Lukäcs, Sopran: Flügel: Jul. Bürger.) 19.05 Dichtung oder Wahrheit? Gespräch zwischen Edwin Erich Dwingcr und Fritz Lankisch. 19.30 Unterhaltungsmusik. L'0.30 Wovon man spricht. il.OO Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Uraufführung:„Die Pickwjckler". Ein episches Hörspiel von Alfred Wolfenstein nach dem Roman von Charles Dickens. Regie: Rieb. Wcichcrt als Gast 22.40 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 23.00 Die Fuokstunde zieht um! Abschied aus dein alten Haus. Königswüsterhausctt. 16.00 Schul rat G. Wolff uvd Alfr. Tschcntscher: Neue Wege im Naturlchr- unterrlcht. 17.30 Max Kratz: Das Kärntner Volkslied 1 18.00 Dr. Kurt Singer; Medizin und Musik. ■ 18.30 Prof. Dr. Carl Schmitt: Der moderne Staat.* 19.00 Englisch für Anfänger. 19.30 Prof. Dr. Zörncr: Ländliches Bildungswesen.- 20.00 München:„Sursum corda". aJcTöntmort!. für hie 9tchc!tfor.: Jeehert Sc�rt, Berlin; TK. CTc�e. Verl!?. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. h. H.. Berlin. Druck- Vorwärts Bud»« drucke«! nnb Verlagsanstalt Paul Singer& Ca.. 33trlin CD 68, Ciabeiiftraftt Z. 1 VeLa«e. Beilage Montag, 19. Januar 1931 Sivstbmd �lAlaul�aße Ja loneäsü Das Netz der Die Quellen der nationalistischen Jugendvergiftang 3n die hinlergrüod« des natiormlsozialistischen ver- schwörertums, das unsere Zeilen unsicher mach», leuchlci die nachslehende Abhaudlung, die aus der Aeder eines Eingeweihten stammt. Der Laie, auf den die rechtsstehenden Verschwörerorganijationen mit ihren hochtrabenden Namen in buntem Durcheinander einwirken, weist häufig nicht, dast es nationalistische Bereinigungen gibt, die grasten Wert auf Abstand von der NSDAP., die ihnen zu bürgec- »ich und legal ist. legen Die Berliner SA.-Rcvolte konnte Hitler seinerzeit mit zwei Reichstogskandidaturen beruhigen, wie er über- Haupt Oppositionell« so lange zu schmieren pflegt, bis sie zu schweigen versprechen. Mitunter hat Hitler mit diesem Verfahren auch keinen Erfolg: so ist z. B. Otto Etraster mit Krach aus der Partei gegangen, obwohl Hitler ihm vorher einen gutbezahlten Stadtratsposten in Leipzig anbot. Gegen die nationalistischen Formationen, die sich aus einem viel draufgängerischen Männcrschlag zusammensetzen, ist Hitler jedoch total machtlos. Von ihnen geht wegen ihrer romantisch- revolutionären Mystik eine Anziehungskraft auf rülksichtslofe Na- turen aus, die Hitlers Sturmabteilungen über kurz oder lang Ab- bruch bin werden. Es ist ja heutzutage in der Jugendbewegung Mode geworden, dast alles, was in den Hirnen unreifer Knaben und Jünglinge ent- steht, gedruckt wird. So haben auch die jungen Nationalisten ihre „Organe". Es sind dies die„Kommenden", deren Hauptschrifüeiter der vom Rathenau-Mord her bekannte Hans-Gerd Techow ist, und der „Junge Kämpfer", der von einem ehemaligen Arbeiter geleitet wird und an Verhetzungskraft einem bolschewistischen Organ durchaus nicht nachsteht. Wersen wir einen Blick in die„Kormnenden". Da finden wir den„Deutschen Pfadfinderbund Westmarl", bei dem es sich um Pfadfinder handelt, die aus dem durchaus zuverlässig-republikanischen „Deutschen Pfadfinderbund" ausschieden und sich eng mit dem rhei- nischen Stahthelch, der wegen seiner militärischen Vorbereitungen zum Zwecke der Wiederaufrichwng der Hohenzollerndynastie bekanntlich einige Zeit verboten werden muhte, verbündeten. Diese .Betätigung geschieht unter der Maske der Pfadfinderci, um die Eltern der Jungen nicht vor den Kopf zu stoßen. Weiter entdecken wir die Geusen, einen Verein, dem angeblich mir Wandervögel angehören, der aber in Wirklichkeit eine nationalsozialistische Zelle in der Jugendbewegung ist. So ist z. B. ein Geuse Mitglied der oegenwärtigkn nationalsozialistischen Reichstagsfroktion(Sepp Schön- fclder). Besondere Beachtung verdient der sogenannte„Arbeitsring Junge Front", der seine Gedanken nicht nur in den„Kom- inenden", sondern auch im„Jungen Kämpfer" publiziert. Es handelt sich hier zweifellos um einen Einbruchsversuch der vcrschwörcrischcn Jugend in die staatserhallciide republikanische Jugend. Der„Arbeitsring Junge Front" entstand seinerzeit unter der Initiative Karl O. Pactels, der vor Techow die Schriftleitung der „Kommenden" inne hatte. Angeblich sollt« es sich um einen neutralen Kreis handeln, der den Zweck hatte. Jugendliche aller Richtungen zur Aussprache zusammenzuführen. Die nationalistischen Elemente über- wogen jedoch und trachteten danach, die sich harmlos nähernden Andersdenkenden durch geschickt geführte Debatten und demagogische Mittel in Zweifel zu bringen, um sie sich gefügig zu machen. Dieser Plan ist Paetel und seinen Kumpanen jedoch nur teil- weise gelungen. Immerhin hat diese Borarbeit Paetel Gelegenheit gegeben, ein neues Gebilde zu gründen, dos sich„Gruppe sozialrevo- lutionärer Rationalisten" nennt, also schon ein deutlicheres Firmenschild trägt. Hier hat Paetel alle diejenigen gesammelt, die als Volschewisten mit nationalem Vorzeichen zu werten sind. Es sind wurzellose junge Leute, die von Natur aus radaulustig sind und ihre Rausbedürfnisse am besten in Kriegen befriedigen zu können glauben. Deshalb sind sie„national". Im übrigen sind sie wegen ihrer schlechten Position„sozialistisch" und stellen nun unter der geschäftigen„Leitung" Paetels(denn Paetel ist lange nicht der Kopf der ganzen Clique, sondern nur der Dampf- macher) phantastische Pläne zur Errichtung eines nationalbolfche- wistischen Staates auf, in denen Rätediktatur, Heidentum, nationales Volksheer und andere entgegengesetzte Begriffe durcheinander geworfen werden. Im übrigen steht diese GSRN. in guten Beziehungen zu allen politischen Organisationen. Sie hat sich überall Gewährsmänner gesichert, durch die sie mancherlei erfährt, vornehmlich aus gegne- rischen Lagern. Die GSRN wird im großen ganzen trotz ihrer bolschewistischen Anwandlungen in Rationolistenkreisen zur Sipp- schaft gezählt. Man läßt Paetel ruhig gewähren, weil man ihn nicht sehr ernst nimmt. In der GSRN. finden wir Mitglieder der verschiedensten nationalistischen Formationen: sie ist also eine Dach- organisation. Auch der Freikorps-R o ß b a ch spukt in diesen Reihen noch um- her. Noch hat er sich nicht in sein Schicksal gefügt, das ihn zur allgemeinen Verachtung bestimmte, sondern er hofft immer noch auf bessere Zeiten. Unter einem künstlerischen Vorwande zieht er mit seiner Etkehard-Iugend im Lande umher und führt Laienspiele und Volkstänze auf. Seine scheinbar harmlose Truppe besteht aus Leuten, die an Roßbachs„große Sendung" glauben und daher un- cntwegt seine Stange halten.■ Die Jugend des„Werwolf", dieses sich etwas zurückhaltenden, aber durch seine Zucht und Strenge bekannten Wehroerbandes. nennt sich„Wehrjugendtiund Hernumn Löns". Der Straßer-Kreis, der die NSDAP, verließ, hat selbst- redend auch seine eigene Jugend. Dort hat es Richard Schapke unter- nommen, die sogenannte„Nationolrevolutionäre Arbeiter- und Bauernjugend" aufzuziehen, obwohl ihm jehes Organisationstalent und jede Fllhrerqualität fehlt, so daß sein„Bund" ipohl kaum über einige infantile Trabanten hinausgelangen wird. Uebrigens hat sich der Straßer-Krei» inzwischen schon wieder gespalten. Unter An- führung des ehemaligen Organisationsleiters der NSDAP, für Brandenburg, Rehm, und des ehemaligen Schulungsleiters der Berliner Hitler-Iugend, Korn, die beide seinerzeit mit Straher gingen, sind einig« Anhänger Straßers rebellisch geworden, weil Straßer, Major Buchrucker und Mosiakowski dafür eintraten, in ihre« ncoen Staat dem Unternehmertum 4g Proz. Beteiligung an den Betrieben zu gewähren. Rehm und Korn erschienen diese 49 Proz. zuviel und sie gingen samt ihrem Anhang zur SPD. Die„Kommenden" werden von Ernst Jünger und Werner Laß herausgegeben. Damit geben diese beiden die Richtung an für die ganze nationalistische Jugend, die an den„Kommenden" beteiligt ist. Laß ist Führer zweier Bünde, der„Eidgenossen" und der„F r e i s ch a r Schill", deren Schirmherr wiederum Ernst Jünger ist. Getreu den Redensarten des Protektors wird in diesen beiden Bünden der Krieg mit allen seinen gräßlichen Erscheinungen am meisten verherrlicht und jeder Friedliebende degeneriert oder wei- bisch genannt. Die Freischar Schill besteht nur.aus Jungen. Werner Laß, ihr Führer, der im Herbst 1929 im Zusammenhang mit den Bombenattentoten verhaftet worden war, aber wieder entlasten werden mußte, ist derjenige, der zuerst die Notwendigkeit aussprach. Jungen eines bestimmten rabiaten Typs anzulocken und abzurichten, um sie später als Stoßtrupps des Umsturzes zu ver- wenden. Cr ist also der Erfinder der verschwörerischen Zugendabrichtung! Ihm kommt seine außerordentliche Rednergabe und seine Anziehungs- kraft auf radaulustige Elemente zugute. An Demagogie ist er Goebbels gleichwertig, wenn nicht überlegen. Hat er mit seinen „Gefolgfchoftsftihrern", deren jede Landschaft einen besitzt, die Jungen genügend abgerichtet und verhetzt, so werden sie unter roinantischen Gesten, die an das Mittelalter erinnern, zu„Eidgenosten" ge- schlagen und sind damit in eine Gemeinschast von Revolutionäreli gefährlichster Sorte aufgenommen, die bei der Erkämpfung des „Dritten Reiches" nach allgemeiner Verabredung, sogar mit der NSDAP., das Offizierkorps stellen soll. An einen gewissen Teil der Eidgenossen werden hohe geistig« Anforderungen gestellt, während sich der ander« Teil mit soldatischen Dingen beschäftigt. Die geistigen Arbeiter werden von Laß besonders genau aus- gewählt, weil sie die Aufgabe haben, in der Jugend weiter zu wirken. Vor einigen Monaten hat Laß sogar Paetel, der sich in die Eid- genossenarbeit irgendwie einmischen wollte, wegen dessen Mangel an praktisch-politischem Wissen zum Teufel gejagt. So hat Laß die Eid- genossen zu einer gewissen Intelligenzschicht gemacht, der es bestimmt nicht passieren könnte, die„neue Kulturepoche des 20. Jahrhunderts" mit der Ausführung von Schillers„Räubern" beginnen zu lassen, wie es die NSDAP, seinerzeit im Wallner-Theater machte. Werner Laß steht der Schriftleiter der.Kommenden", Hans- Gerd Techow, als persönlicher Kanzler zur Seite. Techow hat es auch übernommen, in der Studentenschaft für umstürzlerische Zdeen zu werben und hat es sogar in einem feudalen Korps, der Deutsch-Akadcmischen Gildenschaft, bis zum ersten Chargierten gebrocht, wo er seinen Ein- fluß natürlich weidgerecht ausnutzt. Die einzige Schwierigkeit, die sich Techow bei seiner Wühlarbeit selber bereitet, ist seine grenzen- lose Eitelkeit, für die er aber als krankhafte Erscheinung nicht ver- antwortlich gemocht werden kann. Da er aus sehr reicher Familie. stammt, ist es ihm möglich, seiner vcrschwörerischen Tätigkeit seine ganze Zeit zu widmen. Die dunklen Hintermänner aller dieser notianalsstischen Verbände befinden sich natürlich in den Kreisen, die auch seinerzeit die Putschbataillon« finanzierten. Die ganze Clique ist um so ge- fährlicher, als sie geschmeidig und schier unfaßbar ist. Spanische Landstrassen Aber nicht vom Auto aus gesehen Wie endlose, weiße Bänder ziehen sich die spanischen Land- straßen, Caireteraz genannt, durchs weite Lank». Wer jemals im Sommer auf ihnen tippelte, der weiß, was sengende Hitze und quälender Durst bedeuten, der lernt sie verfluchen. Nach allen Seiten erstrecken sie sich, ziehen über Gebirge und durch Täler. durchschneiden Dörfer und Städte, durchqueren ausgetrocknete Bäche und überbrücken Flüsse, in denen schmutziggelbe Wassennassen sich hinwälzen. Und sie winden sich— für den Wanderer der beste Fall— in unzähligen Bogen, den zerklüisteten. Formen des Strandes folgend, am Meere dahin. Hier herrscht eine üppige Vegetation. Vom Meere weht eine frische Prise ins Land, die unerträgliche Hitze des Tages etwas mildernd. Kommen Küste und Straße dicht zu- fommen, dann wirfst du rasch einmal die Kleider ab, springst ins Wasser und befreist deinen Körper in den salzigen Fluten vom Schweiß und vom Staub der Landstraße. Mer abseits voin Meere, im Innern des Landes, da wird es oft schlimmer. Glutheiß glast die Sonne herab, wie ein glühender Odem haucht der Wind dich an, und häufig ist weit und breit kein Baum, kein Strauch, der dir kühlen Schatten spenden könnte. Schatten, Schatten!— das ist der eine große Wunsch, den du in diesen südspanischen Sonnentagen in dir trägst. Wasser. Wasser!— der andere. Trinken möchtest du in einem fort. Immer quält, dich der Durst. An einem Brunnen oder in einem Hause plumpst du— unerhörter Genuß, schier unbezahlbar« Wohl- tat!— einen Liter Wasser mit Leichtigkeit in dich hinein. Doch kannst du gleich darauf warten: wenige Minuten und das Wasser bricht dir als Schweiß aus allen Poren, um in kleinen Bächlein den Körper hinunterzurinnen. Und von neuem beginnt der'Durst. In den frühen Morgenstunden ist das Wandern noch am gün- stigsten. Vorm Sonnenaufgang ist es angenehm kühl und du kommst rasch voran. Die Straße ist schon überall belebt mit schwer- bepackten Maultieren und vor ollem mit den typischen, spanischen, hohen zweirädrig en Karren, den Eanxtas. Die Bauern fahren frühzeitig damit aufs Feld, oder sie bringen ihre Erzeugnisse in die Städte. Es ist geradezu erstaunlich, welche un- geheuren Ladungen sie auf solch einem wackligen Gefährt unter- bringen. Vor dem Karren, in zwei Deichseln gespannt, trottet ein langohriger, struppiger Esel oder ein Maultier oder auch, vor- einander gehend, beide. Bei schweren und beschwerlichen Fuhren ist sogar oft ein Pfexd, dann das Maultier und ganz vorn der Esel eingespannt, und so. wie die Orgelpseifen, ziehen sie in langer Reihe ihre schwere Last. Es ist auch durchaus keine Seltenheit, Csrretas mit 5 und 6 vorgespannten Zugtieren zu begegnen. Immer ist der kleine Esel das Leittier, gelenkt und ange- trieben nicht durch Zügel, sondern durch Zurufe und— Steinwürfe. Die Carreta ist meist mit einem Plan bespannt, unter dem der Kutscher liegt. Er liegt fast immer, in den komischsten Stel- lungen, bald auf dem Bauche, bald auf dem Rücken, die Beine gegen die Decke gestemmt. So döst er vor sich hin, die unvermeidliche, selbstgewickelte Zigarette zwischen den Lippen, die schwarze Basken- mlltze keck in die Stirn gezogen. Wenn es ihm gar zu langsam geht, erwacht er aus seiner Lethargie, spornt mit einem zornigen: „Arre burro! Arre rnula!"(Vorwärts Esel! Vorwärts Maultier!) oder mit einigen gut nach dem Kopf des Leitesels gezielten Steinen die Tiere zu vorübergehend schnellerer Gangart an. Dann versinkt er wieder im Halbschlaf, aus dem ihn erst der nächste Wutausbruch reißt. Da Autos, die einen Handwcrksburschen mitnehmen, immerhin nicht allzu häufig sind, so bist du oft froh, wenn du eingeladen wirst, ein Stück auf einer Carreta mitzufahren. Es rumpelt zwar erbärmlich und geht nur langsam vorwärts, aber du sparst doch dabei deine Kräfte und Stiefelsohicn. brauchst«in Weilchen den drückenden Rucksack nicht zu schleppen und liegst unter dem Plan\ im Schatten. Liegst nun ebenfalls auf dem Bauche zwischen Körben und Säcken, hältst die Zigarette, die dir der Kutscher sofort gedreht und angeboten hat, zwischen den Lippen und kauderwelschst in deinem schlechten Spanisch mit ihm über dies und das. Schon nach wenigen Kilometern ist aber meist so eine Fahrt zu Ende, der Wogen muß seitwärts abbiegen. Mit einem herzlichen Adios trennst du dich von deinem Gönner und tippelst nun wieder allein weiter. Je höher die Sonne steigt, je mehr die Hitze zu- nimmt, desto leerer und einsamer wird es um dich. Allein bist du bald auf der Straße, in deren zollhohe Staubdecke dein Fuß bei jedem Schritte weich einsinkt. Ein vorüberrasendes Auto wühlt den Staub zu dicken undurchsichtigen Wollen auf, die sich dann langsam, langsam, auf alles niederlassen. Du siehst weiß aus wie ein Müller, hast den Mund und die Nase voll Staub, schluckst und spuckst und schneuzt dich, um diesen ekligen Geschmack.wieder herauszubringen..... Weiß, mit dicker Staubschicht bedeckt, unter der all« natürliche Farbe schwindet, sind auch die spärlichen Gewächse, die den Straßen- raud„zieren": Disteln, Alcobüsche und dichtverwachsene, mit spitzen Stacheln versehene K a k t u s h« ck« n. Auf den neuvorgerichteten. mit einer asphaltartigen Masse überzogenen Straßen ist es besser, die Staubploge ist nahezu beseitigt. Doch in der Mittags- sonne wird die Asphaltdecke weich und breiig und fängt an zu stinken. Du läusst wie auf Gummi, hinterläßt tiefeingeprägt den Abdruck deiner Stiefel und host bei jedem Schrit das Gefühl, als müßtest du kleben bleiben. Die Hitze ist jetzt drückend geworden, die Luft flimmert und gleißt über der erhitzten Erde wie über einem offenen Feuer. Der Schweiß rinnt in Strömen. Jetzt muht du dir unter ollen Um- ständen einen vor den Sonnenstrahlen geschützten Platz suchen, auf dem du die Mittagsstunden verbringen kannst. Aber wo? Rings nur kahle Steppe oder Getreide- und Wcinfelder. Einige Oliven- und Mandelbäume geben nur spärlichen Schatten, durch ihre schmalen Blätter sucht überall die Sonne ihren Weg zum ausgetrockneten Boden. Da ist unter der Straße ein enger, kleiner Tunnel gebaut. Im Winter, wenn es wochenlang regnet, haben hier die Wassermossen ihren Durchfluß. Jetzt ist jedoch von Wasser nichts zu spüren. Du kriechst hinein, um der peinigenden Hitze zu ent- gehen. Schatten ist freilich in dem Loch, und einige Grad kühler als draußen ist es hier auch, aber außerdem findest du auch Unrat in Menge, es stinkt noch allem Möglichen, und allerlei Viehzeug mußt du erst verscheuchen. Nachdem du dir etwas Platz geschaffen hast, machst du es dir„bequem", ziehst dich möglichst aus. legst dich auf deine Decke, schiebst den Rucksack unter den Kops und ver- suchst zu schlafen. Es bleibt aber gewöhnlich beim Versuch. Denn schon surren Schwär me von Fliegen herbei, die glauben, aus deinem schwitzenden Körper ihr Gastmahl halten zu können. Du schlägst verzweifelt um dich, doch sür jedes erlegte Insekt schwirren ein Dutzend neue heran, um dir die Mittagsruhe möglichst unterhaltsam zu gestalten. In stumpfem Dahindösen und gelegent- lichen Fliegenjagden vergehen langsam die Stunden. Währenddessei» stellst du Betrachtungen über„das schöne Spanien" an und kannst dich nicht entsinnen, jemals in den vielen Reisebüchern etwas von dem Leben, wie du es jetzt täglich führst, gelesen zu haben. Auf der Decke zeichnen sich deine Körperumrisse ab. es ist vom Schweiß, der auch hier nicht versiegt. Du langst zur Feld- f l a s ch e, wlllst trinken und deine ausgedörrte Kehle anfeuchten, doch das Wasser erfrischt nicht mehr. Es ist warm und schal und hat einen unangenehmen Geschmack. Nach einiger Zeit hältst du es nicht mehr aus in diesem stin-> kenden Loch, ziehst dich an und wanderst wieder weiter, trotzdem es draußen immer noch wie in einem Backofen glüht. Nach einiger Zeit siehst du von weitem ein kleines Häuschen. Es ist die Woh- ming eines Leones caminero, eines Straßenwächters. Diese Häuschen, die sich an den Hauptstraßen alle Z bis 10 Kilometer befinden, find für den Fußwanderer die„Tankstellen" zwischen den einzelnen Orten, die in schwach besiedelten Gegenden ja mitunter eine Tagereise und noch mehr voneinander entfernt liegen. Du beschleunigst deinen Schritt, bis du das Haus erreicht hast, und trittst ein— sofern dich nicht ein bissiger Köter an diesem Vor- haben hindert. Drinnen bittest du um Wasser und gießt dir aus dem dargereichten, dickbauchigen Tonkrug das kühle, edle Naß in langen, durstigen Zügen in den Magen. Füllst noch deine Flasche und marschierst dann erfrischt weiter auf einer der Straßen, die wie endlose, weiße Bänder das Land durchziehen--- Rudolf Schneider Sepizzz sezicZei Hepcritttfcn und. Jniewiews ös ist eine Erfak>rung. die die Hörer des Berliner Senders immer wieder mao)c»: Interviews und Reportagen, mögen die Interesjentreise, die sie berühren, noch so aktuell, noch so wichtig sein, enttäulchon in den allermeisten Fällen. Gewöhnlich bleibt von solcher Darbietung kaum eine Spur von geistiger Substanz zurück: oft genug zeichnet sich die Veranstaltung noch dazu durch ein- schlössrnds Langweiligkeit aus. Wir haben für solche aktuellen Ver- anstaltungen tatsächlich nur einen Sprecher, der fast immer Anschau- ltchkeit zu geben oersteht und der völlig nie versagt: Alfred Braun. Ein« Reportage,«inen Situationsbericht, kann man mir geben, wenn man etwas ficht, über � das sich berichten läszt. Die nreisten Funkberichterstatter haben anscheinend die Fähigkeit ver- loren, die Eindrücke, die ihnen ihr Blickfeld vermittelt, mahrzu- nehmen und in einfachen Worten zu schildern. Statt mit offenen Z lugen, treten sie den Dingen mit—-meist etwas chaotisch durchein- andergestapelter— Geistigkeit gegenüber. Statt, daß sie versuchen, ein Bild der Wirklichkeit einzufangcn, bemühen sie sich, aus ihrer bereits vorhandenen Vorstellungswelt ein ungefähr ähnliches auf- zubauen. Im günstigsten Fall gibt solch Bericht an Stelle der Dinge und Vorgänge den Schatten ihrer typischen Formen. C s fehlt di« Anschaulichkeit. D,«r Hörer muß die Dinge denken, statt, daß er sie sieht. Für die bildhoste Reportage, die geboten werden sollte, wird die geistige Begrifsswelt ei«rs Vortrages untergeschoben. Und da bei der Reportage der Ein- druck der Unmittelbarkeit mindestens aufrechterhalten werden soll, so fehlt die systematische Gliederung, die dem Hörer das„Noch"- denken dieser Vorstellungen sonst erleichtert. Das Bild, das er sick) niachen kann, muß daher vag und farblos sein. Der Hörer ist aber immer noä) gut daran, wenn solch Bericht- erstotter„Fachmann" ist, den Wisiensstofs des Gebietes also richtig und vollständig beherrscht. Sein Bericht wird dank zwar langweilig und unscharf sein, aber doch wenigstens kein Zerrbild. Leider aber wird das Mikrophon immer wieder von Funkrcportsrn durch Fabriken, Industrieanlagen und ähnliche Einrichtungen geschleift, die weder mit der Befähigung, zu beobachten und an- fch a u l i ch zu schildern, noch mit dem entsprechenden Fachwissen gesegnet sind. Es ist kein Wunder, wenn der Ar- beiter, der diese Betriebe aus feinem Werktag kennt und der infolge feiner gewerkschaftlichen Schulung den technischen Grundlagen und den wirtschaftspolitischen Zusammenhängen nicht unwissend gegen- übersteht, nicht gerade mit Hodhachtung von solchen Veranstaltungen und ihre» Rednern spricht. Natürlich ist Fachwissen für den Reporter durchaus nicht un. bedingt notwendig. Es kaim seinen Fragen und Berichten sogar leicht die anschaulich« Einfachheit rauben. Je einfacher aber der Reporter seine Säße formuliert, je laienhafter er seine Gedanken vorträgt, desto größer wird die Zahl der Hörer sein, die sich an seine Stelle versetzen, die wirklich die Vorgänge miterleben können. Jede Reportage ist im tiefsten Sinn Erziehung zum wundern, zum beobachten: das Kind besitzt diese Fähigkeiten, die meisten Er- wachsen«» haben sie verloren. Sie alle setzen an Stelle der notür- l'.chen, von den Sinnen immer neu nusgeiwmmenen Bilder der Um- weit, ihre künstlich geformten Vorstellungen von dieser. Der Reporter soll diese enge, erstarrte Welt auflockern helfen. Er soll die Gedanken wieder zu ihrem Ursprung, zu den Dingen und ihren Funktionen zurückführen. Die Sätze einer Reportage brauchen nicht elegant geschliffen zu sein, doch sie müssen einen klaren, leicht verständlichen Sinn haben. Sie brauchen keine Fülle von Gelehrsamkeit zu vermitteln, aber sie müssen Hinweise auf das wesentliche sein. Bei manchen Reportagen ist die Mitteilung von Zahlen oder anderen wissenschaftlichen Grund- lagen dringend erwünscht; der Reporter, der sie geschickt aus seinen fachkundigen Begleitern heranszusragen versteht, wird den Hörem am besten dienen. Da auch Reportagen vorbereitet werden, lassen sich solche Angaben unschwer an der richtigen Stelle einschalten. Wenn man sich so die Anforderungen klar macht, die man an einen Funkberichterstatter stellen möchte, so scheinen sie weder zu hoch noch gar unerfüllbar. Weit schwieriger dürfte es dagegen fein, das Interview vor dem Mikrophon immer ergiebig zu gestalten. Menschen mit berühmten Namen sind, sobald sie Publikum ahnen. oft verzweifelt bemüht, bedeutend zu erscheinen: sie posieren, reden in unpersönlichen Phrasen, stammeln dummes Zeug. Es gehört sehr viel Geschicklichkeit dazu, Gespräche dieser Art so zu lenken, daß die Persönlichkeit des Interviewten einigermaßen anschaulich wird. Grundsätzlich sollten ober aus allen Interviews ausländischer Be- rühmtheitcn Fragen fortbleiben nach dem Eindruck, den Berlin. Deutschland, das deutsche Geistesleben, der deutsche Mona oder die deutsche Frau hervorriefen. Die gebildeten Ausländer sind stets taktvoll und die internationale Fonnulierung der Antworten ans diese Fragen dürfte nunmehr allen Funkhörern bekannt sein. Interviews dieser Art sind ja überhaupt wenig fruchtbar; sie be- friedigen hauptsächlich die Neugier. Viel wichtiger ist eine andere Form von Zwiegespräche», wie sie z. B. die Deutsche Welle in ihrem Zyklus„M e n s ch c n im Beruf" bietet. Kürzlich sprach in diesem Zyklus ein Ehauffeur. Der Interviewer besaß genügend Sachkenntnisse, um alle möglichen interessante» Fragen über diesen Beruf auszuwerfen. Die Hörer bekamen wirtlich eine Vorstellung von den Sorgen und Freuden eines Chauffeurs. Aber in einer Kleinigkeit entgleiste das Interview. Der Chauffeur schildert« das Gefühl der Verbundenheit mit seiner eBuch 'Hot eilen wibekawüev JhUoren Dar Verlag Bruno Cassiarer hat einen Novellenband heraus- gebracht, der Werk« bisher unbekannter Verfasser enthält. Auf Grund van Anzeigen liefen Mengen van Manuskripten ein. Die Auswahl, van Max Tau und Walsgang Einstedel besargt, ergab das Buch„A a r st o h". H-nip für di« Geschicklichkeit, die er aufwendet, um diese Formulierung an seinen Mgnn zu bringen. Handcst es sich dabei nicht, wie in diesem Falle, um«ine unbedeutende Nebensächlichkeit, so kann dadurch der Wert der ganzen Unterhaltung in Frage gestellt werden. Das Interview lönnte man als Reportage über einen Menschen definieren: sein Berus, sein Lebenskreis, seine Geisteswelt sollen für einige kurze Mimiten anderen Menschen ganz nahe gebracht werden. Das kann aber nicht gelingen, wenn der Interviewer seine eigenen Meinungen dazwischen schiebt.__ Tcs. f>ze Schliisselg&wall der ßhefrau Die verheiratete Frau ist im Gegensatz zu der ledigen oder verwitweten in ihren Rechten beschränkt. Aber ein gewisses Recht innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises ist der verheirateten Frau gegeben, indem sie im Rahmen dieses Wirkungskreises die Geschäfte ihres Mannes für ihn besorgen und ihn insoweit ver- treten kann. Diese der Ehefrau gegebene Vertretungsbcsugnis ncn?it man die Schlüsselgewalt. Redflsgeschästc, die die Ehefrau innerhalb de» Wirkungskreises dieser Schlüsselgewalt vor- nimmt, gelten als im Namen des Mannes vorgenommen,„w e n n nicht aus den Umständen sich«in anderes ergibt". Dies« letzten neun Wort« des Gesetzes sind aber höchst bedeu-ung-- voll, indem damit dem Richter ein weiter Spielraum für die Be- urteilung der jeweiligen Umstände gegeben ist, der der Ehefrau die Schlüsselgewalt geben oder versagen. Zwar wird kaum ein Richter der Frau das Recht versagen, in Abwesenheit des Ehe- mannes für ein erkranktes Kind den Arzt herbeizurufen und den Ehemann in jedem Fall für verpflichtet halten, das Arzchonorar zu bezahlen. Aber es'kommen doch häufig Fälle vor, in denen der Richter das von der Ehefrau eingegangene Rechtsgeschäft, als außerhalb des Bereichs ihrer Schlüsselgewalt— also vom Ehemann nicht vertretbar— erklärt. So hatte die Frau eines Maurers, der ein kleines Grundstück mit selbstecbautcm Häuschen auf dem Lande besitzt und wöchentlich 4l) M. verdient, bei einem Reisenden sül ihre aus den Eheleuten und 3 Kindern bestehende Familie Wäsche im L e- trag« von 200 M. bestellt, die in Raten von 5 M. monatlich abgezahlt werden sollten. Trotz dieser geringen Belastung des Ehemannes entschied der Richter, daß der Gesamtbetrag einer solchen Anschaffung bei Berücksichtigung der Einkommensverhält- niste des Ehemannes über den Rahmen der Schlüsselgewalt hin-� ausgehe und wies die Klage gegen den Ehemann ab. In einem anderen Fall hatte die Ehefrau eines Guts- besitz ers für den Wirtschoftsbetrieb eine Wpschma schüre für den Preis von 330 M. bestellt: auch dieses Rechtsgeschäft er- klärte der Richter, als über den Rahmen der Schlüsfclgemall— bei dem Einkommen des Ehemannes— hinausgehe ird. Die Frau hätte bcki Bewilligung einer so hohen Summe erst die Genehmigung ihres Ehemannes einholen müssen, der Ehemann hafte nicht für die Bezahlung. Ein dritter Fall: die Ehefrau eines in auskömmlichen Ver- häliniisen lebenden Kaufmannes hatte bei dem Umzug in eine neue Wohnung die in longer Benutzung verblichenen Vor- hänge und Gardinen für mehrere Fenster reinigen und ausfärben lassen. Der Pveiz betrug etwa 80 M. Diese Summe ist beachtlich, denn, wie schon früher ausgeführt, kann ein Urteil des Amtsgerichts nur mit der Berufung angefochten werden, wenn der Streitwert mehr als 30 M. beträgt. Die Färberei verklagte nicht den Ehemann, sondern die Ehefrau p e r s ö n l i ch auf Zahlung des Preises. Diese wendete nur ein. daß das Reinigen und Färben fehlerhaft ausgeführt worden sei. Sie hätte ein- wenden müssen, daß sie incht persönlich hafte, da sie im Rahmen lhrer»Sck�üsselgewalt gehandelt habe. Da dieser Einwand� nicht er- hoben ivar, so hatte der Richter nicht zu prüfe», ob die Frau per- sönlich hafte oder nicht. Ein Sachverständiger wurde vernommen, der die Arbeit für ordnungsmäßig ausgeführt erklärte und darauf- hin würde di« Fron zur Zahlung verurteilt. Das Urteil war „vorläufig vollstreckbar". Hierbei ist ein äußerst wichtiger Gesichts- punkt zu beachten: alle Urteile des Amtsgerichts bis zur Höhe von 3stV M. sind vorläufig— d. h. bevor die Rechtskraft ein- getreten ist— vollstreckbar, wenn nicht vom Beklagten der Antrag gestellt ist,„die Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung ab- zuwenden". Sobald ein so formulierter Antrag gestellt ist, muß das Urteil diesem Antrage entsprechen: das heißt mit anderen Worten, der Beklagte»kann die Zwangsbeilrcibung verhindern. wenn er zur Sicherung der Klagsforderung bis zur rechtskräftigen Entscheidung den Betrag beim Gericht hinterlegt. Wird vom De- rufiingsgericht das Urteil aufgehoben, so erhält er die hinterlegte Summe, sogar mit einem kleinen Prozentsatz Zinsen, zurück. Dieser so wichtig« Antrag war von der beklagten Ehefrau nicht gesetzt morden, die Forderung wurde auf Grund des„vorläufig vollstreck- baren" Urteils durch den Gericht-vollzieh-r beigetrieben. Man mache sich klar, welche Nachteile ein« solche vorläufige Vollstreckungs- befugnis bringen kann, wenn die zunächst obsiegende Partei in Zahlungsschwierigkeiten gerät und das Geld nicht zurückzuerlangen ist. Hier war das Unglück nicht gar zu groß, denn die Ehefrau legte gegen das Urteil beim Landgericht Berufung ein, und zwar, da bei dem Landgericht Anwaltszwang besteht, durch einen Rechts- anwalt. Dieser machte nun alle Fehler und Versäumnisse wieder gut: er erhob den Einwand, daß die Bestellung in den Bereich der Schlüsselgewalt falle und beantragte im Wege der Widerklage Rückzahlung der von der Ehefrau beiqctriebenen Summe. Das Berufungsgericht schloß sich dieser Ansicht an,, hob das erste Urteil auf und verurteilte die Färberei zur Rückzahlung. Die Färberei kann nun in einer nepen Klage gegen den Ehemann vorgehen, ober die Kosten für den voraufgegangenen Prozeß gegen die Ehefrau hat s i e zu trogen, und zwar für beide Instanzen. Aus den vorstel)«nd geschilderten Fällen sehen wir, daß es ganz im Ermessen des Richters liegt, wie weit er die Grenzen der Schlüsselgewalt zieht und wie er die Einkommensoer- Hältnisse des Ehemannes und dadurch die Machtbefugnis oder Mo cht- beschränkung der Ehefrbu beurteilt SAb'tv'rständlich spielen hierbei unsere schlechten wirtschaf. lichen Verhältnisse eine entscheidende Rolle. Heut« können wir uns kaum mehr vorstellen, daß vor dem Kriege das Oberlandesgcricht Karlsruhe entschied:„Leben die Eheleute in guten Veihältniffen. so sällt auch� die Anschaffung von LuxusgegenstäNden(kostbare Teppickch in den Bereich der Schlüssel- gemalt." Das war allerdings im Jähre 1901. Marg. Fallcenkeld. Arbeitersport am Sonntag Fu�ballresultate Die ungünstigen Bodenacrhältnlsse liehen am gestrigen Sonntag nur wenige Spiele zu. Die erzielten Resultate können nicht alz Maßstab für die augenblickliche Spielstärke der Mannschaften an- gesehen werden. Der Areieklasfenmeister, Luckenwalde I, konnte gegen die dritte Abteilung der Luckenwalder Turnerschaft mit S: 1 sieg- reich bleiben, nachdem das Spiel bis zur Pause noch 2: 1 stand.— Trotz überlegenen Spiels gelang es den Britzern nur mit 3: l> (2; 0) gegen FIGB.-Osten zu gewinnen.— Die neugegeründete Mannschaft von Wacker 3l> blieb über Schöneberg mit 7: Z Sieger. — Vorwärts-Wedding.gewann gegen Wilmersdorf sicher mit 4: 1. — Lichtenberg II hatte gegen Strausberg trotz des ö: O-Sieges(4:0) keinen leichten Stand. Die zweite Mannschaft der Lichtenberger gewann gegen Kagel 1 mit S:i0.— Die zweite Mannschaft von Luckenwalde III spielte gegen die Altersmannschaft von Lucken- walde I unentschieden 5:5.— Hoppegarten und Herzfelde trennten sich mit dem Resultat 5:0.— Lichtenberg II Jugend gegen Rowawes 2: 0. ttodcex Von den wenigen angesetzten Serienspielen konnten nur Zwfci Spiele zum Austrag gebracht werden. Die Freie Turnerschaft Troß- Berlin-Osten 1 und der Athletik Sport-Club 2 hatten das Glück. spielfähigen Boden zu finden. Osten siegte Z: 1. Beim Sieger macht sich weiter ein guter Fortschrill benrerkbar, vor allem brachte ihr verständnisvolles Zuspiel Erfolg. Der ASE. hatte dagegen mit seinen wuchtigen, stets zu weiten und scharfen Borlagen nicht den gewünschten Erfolg und mußten den systenwolleren Ostenspielern den Sieg überlassen. Dg? Spiel zweier Frauenmannschaften von Tennis- Rot brachte der I. Abteilung einen 4: l-Sieg. Waldlauf des„VfL. Osfring" Die infolge des.eingetretenen Tauwetter« äußerst ungünstige Bcjchaffeicheit des Bobens beeinträchtigte den Waldlauf. Die Läufer hatten sehr darunter zu leiden. Start und Ziel befanden sich in H i r s ch g a r t e n. Die 1. Klasse, deren Strecke sich auf etwa 4000 Meter belies, sah H u w e vom ASC. mit 12:36 Min. in Front. Zweiter wurde Sennert-FTGB.-Nordring, der 35 Meter zurück war. Dritter wurde ArilNiiert-BfL.-Ostring, der weitere 20 Meter zurück blieb.— Die Jugend lief eine Strecke von etwa 2000 Meter. l. S ch e m e ck- VfL.-Ostring 6:15 Min., 2. Knorr>VfL.-Ostring. 10 Meter zurück; 3. Schierwagen-VsL..Ostring, 11 Meter zurück. Die alten Herren liefen über eine Strecke von etwa 2000 Meter: Buerars und Kroll durchliefen die Strecke in 8:13 Min. » Waldlauf der Ardeiter. Wassersportler. Am Sonntag, 8. Februar. 14.Z0 Uhr, veranstalten die Wassersportler des 1. Kreises im Arbetter- Turn- und Sportbund im Bolkspark Rehberge ihren Frühjahrs- waldlaus. Erstmalig werden Schwimmerinnen und Schwimmer sich an diesem Waldlauf beteiligen. Im Anschluß an den Lauf treten Ruderer und Kanusahrer auf der einen Seite und Schwimmer auf der anderen Seite zu einem Handball-Auswahlfpiel zusammen. Die Wertung erfolgt als Einzellauf mit gleichzeitiger Mannschaftswertung. Drei Läufer bilden eine Mannschaft, die nicht geschlossen durch das Ziel laufen braucht. Meldungen bis 2. Februar an Kurt Wenzel, Berlin N. 65, Kameruner Straße 14. Umkleideränmne im Volkspark Rehberge. Wasserballserie Charlottenburg- Hellas II 10:3 Am Sonnabend standen sich im Lunabad Charlotten- bürg uni> Hellas zum Punktspiel gegenüber. Nach Anwurf von Hellas kam der Ball an den linken Stürmer, der jedoch in günstiger Stellung zu schwach aus das Charlottenburger Tor schoß. Ein Gegen- angriff des Charlottenburger Sturms fand in der entschlossenen Abwehr des Hellastorwarts sein End«. Durch ungenau« Ballabgabe der Hellasoerteidigung tonnte der schnell« Charlottenburger Ber- bindungsmann den Ball erwischen, spurtete gut durch und gab kurz an den freistehenden Mittelstürmer ab, der ihn unhaltbar zum 1. Tor für Charlottenburg verwandelle. Der Hellasswrin verdarb sich dann viele Chancen durch mangelnde Entschlußkraft vor dem Tor des Gegners. In Bedrängnis gab der Charlottenburger Verbindungsmann an seinen rechten Verteidiger ab, der bis vor das gegnerische Tor durchdribbelte und das 2. Tor für seine Farben schoß. Die Folgezeit iah ein zuweilen erstaunlich systemloses Spiel beider Mannschaften. Bei Hellas vergaß nian zeitweise völlig dos Abdecken deH Gegner». Daß aus dem Gedränge vor dem Hollastor nur mit'Mühe ein Tor für Char- lettenburg fiel, war nur der ausgezeichneten Abwrhrarbell des Hellastorhüters zuzuschreiben. Bei einer darauffolgenden Kampf« fzene in der Charlottenburger Hälste gab es einen Freiwurf für Hellas, der von rechts gut zur Mitte gegeben wurde und vom Hellas- Mittelstürmer zum 1. Tor für Hellas verwandelt werden konnte. Freistehend erhielt der linke Charlottenburgstürmer den Ball aus der Mittellinie des Feldes und schoß unhaltbar scharf in die linke Ecke des Hellastors. Wieder bekam der Verbindungsmann von Charlottenburg durch ungenaues Abfpicl der Hcllasleute den Ball, brach grandios durch und stellte die 5: 1- Führung für feinen Verein zur Halbzeit her. Die 2. Spielhälfte sah daim ein besseres Zu- sammenspiel bei beiden Mannschaften. Nach drei wetteren Tor- erfolgen von Charlottenburg ergab ein gutes Wfpiel des Hellas- fturms einen verdienten Treffer. Hellas blieb durch lange Bor- lagen seiner Verteidigung kurze Zeit überlegen. Ein haltbarer Schuß des linken Stürmers verbesserte das Resultat auf 3: 8. Das Schlußwort behielt jedoch wieder Charlottenburg, dessen schnelle Stürmerreihe stark drängte und den Ball noch zweimal ins Tor der tapfer sich wehrenden Zweiten von Hellas setzte. Das Resultat van 10: 3 für Charlottenburg entspricht dem Spielverlauf. Wintersport-Meisterschaften Bob-, Kunstlauf- und Ski-Wettbewerbe Bei starkem Schneefall wurden am Sonnabend in Schreiberhau die Wettbewerbe um die Deutschen B o b- Meisterschaft«» mit den Renne» aus Zweierschlitten in An- griff genommen. Auf der vom Schnee sreigeniachten Bahn wurden recht schnelle Zellen erzielt. Die beste Leistung vollbrachten der bekannte Motorradfahrer Werner H u t h- Breslau und der Berliner Zeichner Ludwig mit dem Bob„Bleibtreu" des Berliner Schlitt- fchuh-Club. Sie sicherten sich die Meisterschaft mit einem Borsprung von 1,1 Sekunden und absolvierten mit 1: 30,1 auch die schnellste Fahrt. Am Somttag kam die Deuische Meisterschaft im Viererbob zum Austrag. Sluf der Bahn lagen in kurzer Zell bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, was sich natürlich nachteilig bemerkbar machte. Aller- dings hatte man sich von vonchcrcin dazu entschlossen, die Fahrstrecke auf der annähernd 1800 Meter langen Bahn auf 1500 Meter zu norkürzcn. Dennoch kamen die 2000 bis 3000 Zuschauer auf ihre Kosten. Unter dm zehn Maschinen kam der Bob„O l y m p i a" -vom SC. Rießerste mit Kilian am Steuer und Huber an der Bremse zu einem beifällig aufgenommenen Sieg. Berells bei der ersten Fahrt hatten die Bayern mit 1: 30,4 die schnellste Zeit des Tages erzielt. Mcisfcrsdiaffcn im Eiskunstläufen Die nur sehr schwach besetzten Wettbewerbe um die D e u t s ch e n Meisterschaften im Eiskunstläufen tonnten am Sonntag in Schierke zur Durchführung gebracht werden. Bei der mäh igen Beteiligung setzten sich die vorjährigen Meister überall durch. Frl. F l e b b e gewann die Damenmeisterschaft mit Platz- zifser 5 und 350,5 Punkten. Herrenmeister wurde wiederum der Münchener Maier-Labergo mit Platzziffer 5 und 373,6 Punktm vor Laß(Berliner Schlittschnh-Club). Die Paarlauf- Meisterschaft verteidigten das Ehepaar Gast«(Berliner Schlittschuh- Club) mit Platzziffer 5 und 11,36 Punkten erfolgreich gegen Frau Böckel-Hajek(Berliner Schlittschnh-Club). Ein Zuniorlaufen wurde von V i e r l t n g e r- München gegen Laß-Berl!n gewonnen. Skimeisferschaffen Der 18-KilomAer-Langlauf zur Skimeisterschast von Thüringen wurde am Sonnabend in O b e r h o f zum Älustrag gebrocht. Die Schneelage war zwar ausgezeichnet, doch stellte sich am Start ein heftiger Schneesturm ein, der den Läufen» reichlich zu schaffen machte, so daß die erziellen Zeiten erheblich langsamer waren als sonst. Die Strecke war gut gelegt, stellte jedoch an das skitechnische Können der Bewerber große Anforderungen. Von den 106 Teilnehmern, die sich m den einzelnen Klassel�dem Starter stellten, ging Otto Wahl- Zella-Mehlis als großer tiaoorlt ins Rennen. Er ivar dann auch allen anderen überlegen und beendete den Lauf als Erster mit fast slchs Minuten Zettvorsprung. Der deutsche Skimeister Enck Reck- ' n a g e l, der als Fünfter einkam, hat vermöge seiner Ueberlegenhett im Springen immer»wch gute Aussichten, Meister von Thüringen zu werden. Beim Sprunglauf am Sonntag gabs heftigen Gegenwind. Im Kampf um den Titel behielt der deutsche Meister Trick Recknagel erwartungsgemäß die Oberhand, da ihm beim Springen kein« seiner Mitbewerber gewachsen war. Im Wettbewerb erzielte Recknagel 28 und 32,5 Meter, um dann außer Konkurrenz 36 Meter weit zu springen. Am� Danglaus zur Meisierschas» des harzer Skiverbandes ia Branntage nahmen trotz schlechten Wetters von 237 Gemeldete» 131 LSufer und Löuferinnen teil, die auch fast oll- glatt über den Kurs kamen. In der Hauptklasse gab«s ein Duell zwischen dem. Einheimischen Wilhelm K u e r t und Reinette- Klausthal, aus dem letzterer als Sieger hervorging. Mit dem Sprunglauf auf der Wurmbergschanze bei Lraunlage wurden die Wettbewerbe am Sonn- tag zum Abschluß gebracht. Zahlreiche Zuschauer wohnten den Ent- scheidungen bei, die sich bei besten Schneeoerhältnisscn vollzogen. Skimeister vom Harz wurde in Abwesenheit des Titelverteidigers Wagncr-Thüringen der Einheimische Wilhelm K u e r t durch seinen zweitxen Platz im Langlauf und den vierten Platz im Sprunglaus. -» Bobmeislerschast vom harz. Aus der Bobbahn in Hahnenklee wurde am Sonntag die Harzer Meisterschaft im Viererbob zum Austrag gebracht. In dem von fünf Fahrzeugen bestritte- neu Rennen siegte der Bob„Wisbo" vom Bobklub Hahncnklee mit Fritz Wiese am Steuer und Hopfe an der Bremse in 2:14,2 vor Bob„Bobsmchen" und Bob„Bocksb-rg". Thüringer Viererbob-Meisterschaft. Auf där in bestem Zustande befindlichen 1908 Meter langen Wadeberg-Bobüahn in O b e r h o f gelangt« die Thüringer Meisterschaft im Viererbob am Sonntag unter Beteiligung von sieben Schlitten zum Austrag. Gerhard F i f ch e r- Ilmenau fuhr mit Bob„W. K. D." mit 1:54,2 nicht nur die schnellste Zeit für eine Fahrt heraus, sondern siegte auch im Gesamtergebnis mit seinem Ktubkameraden Gemmer an der Bremse in 3:51,2 vor dem Bob„Petz" und Bob„Friedrichroda". Winfcrsportlicfoes Allerlei Riedl— österreichischer Schnellousmelster. In Klagenfurt wurden am Sonntag die Wettläufe um die Eisschnellauf- Meisterschaft von Oe st erreich mit den Strecken über 1500 und 10000 Meter zu Ende geführt. Jungbluth erwies sich über 1500 Meter als der Beste, dagegen siegte Riedl über 10 000 Meter und konnte im Gesamtergebnis dem vorjährigen Sieger Jungbluth knapp das Nachsehen geben. Thunberg siegi In Cngelberg. Die internationalen Schnelläufen in dem Schweizer Winterkurort Engelberg erhielten durch die Teilnahme des finnischen Rekordmannes Clas Thunberg, seines Landsmannes Blomqulst und einiger guter Holländer eine besonders interessante Note. Leider ließ das Weller zu wünschen übrig, dos Eis war ziemlich weich, so daß keine be- sonderen Zelten herauskamen. Wellmeister Elas Thunberg erwies sich in den am Sonnabend ausgetragenen Läufen über 500 und 1000 Meter seinen Konkurrenten natürlich weit überlegen. Die E r- g e b n i s s e waren: 50 0 Meter: 1.-Thunberg, Finnland 45,4 Sek.; 2. Hofftman-Holland 43,4; 3. Keetman-Holland 49,4 Sek. 10 00 Meter: 1. Thunberg �1:38,2; 2. Blomquist 1:42:3. Keetmann 1:44,2 Set. Auch am zweiten Tage zeigte sich Thunberg seinen Konkurrenten roett überlegen. Er gewann sowohl den Lauf über 1500 als auch den über 5000 Meter und sicherte sich mit vier Siegen den ersten Platz in der Gesamtverwertung. Birger Sund springt 765 Vielerl Auf der Flubergschanze bei G j v e v i t gaben sich einige der für die internationalen Skirennen in Oberhof gemeldeten norwegischen Skispringer ein Stelldichein. Es kamen Sprünge zustande, wie man sie kaum jemals gesehen hat. Birger Ruud erzielt« die sensationelle Weite von 7 6 ,' 5 Meter. Er versuchte dapach, die S0-Meter-Grenze zu bewältigen, kam aber bei 82 Meter zu Fall. Sverre Kolterud stand 70,5 Meter durch und stürzte bei 76 Meter, von Dinjarangen, dem deutschen Skimeister des Jahres 1928, sah man einen ausgezeichneten Sprung von 65,5 M-ter. Athleten im Mannschaftskampf I-ichtenberg.kncdridisfekie—.Alt Wedding 15:13 Am Sonntag standen sich in der Fortsetzung der Serien- kämpfe im Ringen um die Kreismeisterschast die beiden Arbeiter-Athletenvcrejne„Lichtenberg-Friedrichsfeide 04" und„Alt- Wcdding 1883" gegenüber. Das bis in den Schlußkamps der Schwer- gewicht« offen gebliebene Mannschaftsringen brachte in beiden Gängen das gleiche Punktergebnis von 71»; Oft- für Lichtenberg, die damit im Klassement mit 15: 13 Punkten siegten. Zwei an Können etwas ungleiche Gegner standen im Fliegen- gewicht auf der Matte. Spliestößer(L.-F. 04)) und Anschütz(A.-W.), der Lichtenberger war stets tonaitgebend, in der ersten Runde bezwang er A. in der 33. Minute; in der zweiten erlag der Weddingcr — nach besserer Gegenwehr— in der 8. Minute. Dos schnelle pausenlose Ringen der Bantamgewichte Borchcrt(L.-F. 04) und Lorenz(A.-W.) erwies die völlige GlcichwertigkeU der Kämpfenden, das ausgezeichnete Treffen endete beidemal« mit einem Unentschieden. Eine gute Fortsetzung war das Ringen der Federgewichte W. Binder (L.-F.) und Schlichtenberg(A.-W.), diese beiden alten Rivalen der Matte erreichten ebenfalls nur ein Unentschieden. Burghardt(L.-F.) vermochte in den zwei Gängen den indisponierten Putzke(A.-W.) nur nach Punkten zu besiegen. Gegen den besten Techniker der Wcddinger, Eckert, kämpfte P. Binder(L.-F.). Pon einer Krankheit noch nicht wieder hergestellt, erlag er dein kräftigeren Gegner in der 6. Minute. Binder trat in der folgenden Runde nicht wieder an. Die Halbschmereri Michael(A.-W.) und Wolluscheck(L.-F.) rangen äußerst kraftvoll, beide wagten viel und trennten sich ebenfalls ohne ein Resultat. Die außerordentliche Gewandtheit des Schweren Weddinger Rosenkranz zwang den starken Kreklow(L.-F.) zur größten Vorsicht, nach zweimal zehn Minuten flotten Stand- und Bodenkampfes gaben die Schiedsrichter auch hier ein klares Un- entschieden. Deutschland-Rundfahrt 1931 Wie sehen die Nation almannschafien aus? Soweit sich bisher übersehen läßt, dürfte die ausländische Be- tciligung an der internationalen Rodrundfahrt durch Deutschland in der Zeit vom 4. bis 24. Vftn nichts zu wünschen übrig lassen. Abgesehen von einigen ganz großen„Kanonen" wie Ledug, Binda, Guerra, Piemontesi, Ronsse, Demuysere sind am Stari der Deutschlandrundfahrt durchweg Fahrer zu erwarten, die sich auf gute Lcistlingen im inlcrnationalen Straßenrennsport berufen können. Aus Frankreich sind I. Moineau und Ncuhard fest vcr- pflichtet, auch Jean Bidot und Mguclair, die sich mit bestem Er- folge in Australien betätigten, haben das ihnen gemachic Angebot angenommen. Die beiden restlichen Fahrer für die französische Na- tionalmannschaft werden unter den Gebr. Magne, Foucaux, F. Pe- lisster, Aumerle und Merviel ausgewählt werden. Wegen der eigenen Rundfahrt können die Italiener nicht die allerersten Kräfte ent- senden, aber Dinase, Poncere, Giuntelli, Bestetti, Belloni und Mo- rett! müssen immer noch als überaus stark angesprochen werden. Die Auswahl der schweizerischen Maiinschaft hat das Na- iionalkomitce selbst erledigt, Antenen, Hoser, W. Blattmann und die kürzlich erst in das Lager der Berufsfahrer übergeirstenen Ruegg, Aula und Büchi werden die Farben der Eidgenossen vertreten. Belgien hat nicht weniger als 24 Fahrer zur Auswahl gestellt, von denen der Tour-de-France-Siegcr Maurise Dewaele und Hout- mcm bereits engagiert sind, während sonst noch Jos. Wapters, Meeuwis, A. van Bruaene und Bcrvaecke in die enge»« Wahl kommen. Bunt zusammengewürfelt ist die sogenannte.„g c- mischte Mannschaft", die sich aus den beiden Luxemburgern Nicolas Frantz und Muller, dem Oesterreicher Bulla, dem Holländer Braspenning sowie den Spanieren Canardo und Eepeda zusammen- setzen wird. Einige Schwierigkeiten bereitet die Bildung der d e u t- scheiß Nationalmannschaft. In Frage kommen in erster Linie Siegel, Thierbach, Geyer, Metze und Stöpcl. Als sechsten Mann hofft man immer noch Adolf Schön gewinnen zu können. Der Wiesbadener vermochte sich endgültig für den Stehersport noch nicht zu entscheiden. ticrlha-LSE. macht in Wohltäligkeit? Vor«inigen Wochen brachten wir bereits die Mitteilung, daß sich der bürgerliche deutsche Fußballmeister. Hertha-BSC. bei dem Wohltätigkeitsspicl für die Witwe des Südsternspielers Haselosf nicht wohltätig gezeigt lgtt. Bekanntlich behielt Hertha von der bei dem Spiel getätigten Ein- nahm« nutzer der sehr hoch bemessenen Platzmiete und den Reklome kosten auch noch 50 Proz. des Ueberschusies für sich. Nun hat sich der Vorstand des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvci�iiie dieses Falles angenommen. Der Bcrbandsoorstand steht aus dem Stand- punkt, daß Wohllätigkeit in einem wesentlich anderen Sinne auf- zufasien sei, alz sie Hertha und auch Südstcrn gezeigt haben. Der Vorstand hat nun verfügt, daß der aus beide Vereine fallende Betrag nach Abzug von 10 Proz. für Platzmiete sofort an den Verband ab- zuführen sei ustd dann in dem Sinne, in dem das Spiel vonstatten ging, verwendet wird.__ Wei�äJhH will'\ Der Touristenoerein„Die Natursreundc" führt vom 3l. Januar bis 14. Februar einen Skikursus in Kitzbühcl durch, zu dem noch Airmeldungen angenommen werden. Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgt in der Skihütte aus der Mclkalpe, dem Aus- gangspunkt der schönsten Skitouren um Kitzbühel, oder im Ort selbst. Die Kosten für Fahrt, Unterkunft(in der Hütt« nur Matratzenlagerh gute reichlich« Verpflegung und Stwnterricht betragen etwa 130 M. Einzelfahrer, auch solche, die andere Gebiete besuchen wollen, können sich an der Gesellslhaftsfahrt bis Kufstein oder Würgt beteiligen. Fahrpreis für eine Fahrt cinschlietzhch I1-Zug-Zuschlag und Platzkarte, 28,70 M. Abfahrt 31. Januar abends, Rückfahrt 14. Februar. Anmeldung und Auskunft durch dos Reisebüro des Touristenvercins „Die Naturfreunde", Berlin N. 24, Johannisstr. 15, Telephon Norden D 1 4177..____ Rudcriaciil Kollcgi«. Arcitagg Äcrcinsschu»» bei Tbunak. Cbarlotteiiburg, Dielanbstr. 4. Domeerotags. 20 Ubr, W«I!>!austraimng LoU-rari Rcbbcrge. am Brvcken�au». Nichtschwimmer welchen seden Sonnabenb. 1« Übt. in ber Laerwalbliranc ousa-I>il!>et. FTSB. B«Ütl Silben; Tie neue graucilobteilun« luuit noch ben iff.citu wi«blr in ber Turnliall«(Snelsenonftr. 7»«orfmüRta jeden Mrn»ii>g'S) Ubr. Mitglieder ktinnen noch aufgenommen werde».— Kegirt Selten: cheut», 20 Übt, Bc�irkeiobresbonvlversammlung Bei 9L NIckert. Stelnmrtzllr. 36a.— Ziport. obteldmo Norbring: ZZorsitrnder SBilln Äroimne. 9». 58, RoRonitnollce 85. Tnortwartr: fllt Miinner Kerwann Arndt, R. 115, Borlibolmer Str. SO: für fronen flatl Meyer. St. A. Srounstr. 3. Training der Männer: Di-nstoo- 20 Ubr Waldlauf. Umkleideraum Schul« gbscnstr. 17. Tonnerztags Wo Ubr Turnballe chreifenbaaener Str. 58. Training der ffrauen: Dienstags 20 Ubr Turnbolle Jbsenstr. 17. Auskunft in Kacken und Sandballangelegenbeitrn wird auf der Salle erteilt. Jeden Freitag van li'A Ubr gemeinsamer Badeabend. Sderberger SUofte. Alle Sardbulllpielftchrer ber Nnber- und Nannvareine treffen sich Dienstag, 20. Januar, auf der Sandballerbdrfe i» der Kreisgcfchäkisftrlle. irm dir Ans- wablmannfchgft 3»m Doldlauf«ufMfrr»«». Konflikte in England Oer Bergarbeiterstreik beendet London, IS. Januar. Die Nertreterkonferenz der Bergarbeiter von Südwales nahm Sonnabend in einer Sitzung in Tardiff die Vereinbarung mit den ünternehmcrn zur Beendigung des Streiks mit 1b9 gegen 72 Stimmen an. Die Arbeit wurde heute wieder ausgenommen. Lohnkampf der Eisenbahner. Heute beginne» in London Verhandlungen über eine von den vier große» englischen Eisenbahn gesellschaften geforderte Lohnkürzung von 10 Proz.. Das nationale Lohnamt für die Eisen- bahnen wird die Forderungen der Gesellschaften wie auch der Gewerkschaften entgegennehmen. Di« von den Eisenbahnen ver- langte Lohnsenkung betrisst etwa 600 000 Arbeiter. Die Verhandlungen finden öffentlich statt und werden mindestens eine Woche dauern. Der Ausschuß innß seine Entscheidung spätestens vier Wochen nach Beendigung der Verhandlungen bekanntgeben. Die Parteien sind jcdoch�nicht verpflichtet, sie anzunehmen. Damit be- ginnt der große Lohnkampf bei den englischen Eisenbahnen. Der Generalsekretär der Landesgewerkschaften der Eisenbahnen, Mr. Cramp, erklärte, daß die Eisenbahner nicht nachgeben werden. Die Aussperrung in Lancashire. London, 19. Januar. Miß Bondsields hat als Arbeitsminister die Unternehmer und Arbeiter aufgefordert, die Streitigkeiten in gegenseitigem Emver- nehmen schleunigst beizulegen. Die Wirkungen der Aussperrung müßten auch auf andere Bezirke übergreifen und den Umfang des Streiks noch weiter ausdehnen. Die Tuchsabrikanten beschlossen, den Arbeitern ihrer Werke schon für kommenden Sonnabend zu kündigen, wodurch etwa weitere 20 000 Mann ausgesperrt würden. Zur Zeit besteht leine Aussicht aus Mederausnahme der Verhandlungen. Eine Ver- sammlung der Gewerkschaften am Sonnabendnachmittag in Manchester erklärte, daß zunächst nichts geschehen könne, che nicht das Ergebnis der Absüimmung durch die Weber über die Einführung des„Mehr-Webstühl«-auf-den-Weber"-Systems vorliegt. Eaffenbachs Abschied. Oer Generalsekretär des IGN. tritt zurück. Den Landeszentralen der Gewerkschaften sowie den Jniernatio- nolen Bcrufssekretariaten teilt der Genosse Johannes«assenbach mit, daß er im Anschluß an die Vorstandssitzung des Internationalen Gewerkschaftsbundes von seiner Stelle als Generalsekretär zurück- treten wird. „Ich Hobe das Bedürfnis, den Genossen der verschiedenen Länder, mit denen ich teilweise seit Jahrzehnten zusammengearbeitet bab«, meinen Donk für das bewiesene Vertrauen und die gezeigte Freundschaft auszusprechen und ihnen persönlich sowie ihren Organi- sationen das Beste sür die Zukunft zu wünschen.* Sassenbach ist mit der deutschen Gewerkschaftsbewegung groß geworden. Seme gründliche Kenntnis der Berhältnisse in Deutschland rn Verbindung mit seinen großen Sprachkenntnisscn, die er sich er- worden, machten ihn so recht zum Dolmetscher und Mittler zwischen den Gewerkschaften der einzelnen Länder. Manches Vorurteil, manches Mißverständnis, unter dem die internationalen Beziehungen litten, konnte Sassenbach aus dem Wege räumen�und so diese Be- Ziehungen inniger gestalten und vertiefen. Neben all seinen Verdiensten, die Sassenbach sich um die deutsche Gewerkschaftsbewegung, insbesondere auch um die Bewegung in Berlin erworben hat, auf dem Gebiete des gewerkschaftlichen Unter- richte- und Bildimgswejen, des Lehrlings- und des Jugcndschutzes, haben ihm die Gewerkschaften hauptsächlich sür sein« erfolgreichen Bemühungen um die Gewerkschaftsinternationale zu danken. Wenn unser nun über 64 Jahre alter Genosse Sassenbach endlich ein gewisses Ruhcbedürfiüs verspürt, so ist das sehr wohl zu ver- stehen und ihm ein wohlverdienter, ruhiger Lebensabend zu gönnen. Doch Sassenbach legt nur sein Amt nieder. Er ist und bleibt jedoch bis zu seinem letzten Atemzuge der sozialistischen Arbeiterbewegung mit jeder Faser seines Herzens verbunden. Ausländer, fremde sind's zumeist... Spanien gegen ausländische Arbeiter. Wie Havas aus Madrid berichtet, ist nach einer neuen Statistik in den Provinzen Granada, Jain, Eadir, Cordoba. Sevilla und Hueloa eine Zahl von 140 000 Arbeitslosen festgestellt war- den. Am stärksten betroffen sind die Provinz Jain mit 45 000 Arbeitslosen und die Provinz Sevilla mit 50 000 Arbeitslosen. Ausländer bekommen nur noch ausnahmsweise die Genehm!- gung zur Arbeit in Spanien. Frei werdende Stellen von Aus- läudern müssen durch Spanier besetzt werden, solange noch Ar- beitslosigkeit in den in Frage kommenden Berufen vorhanden ist. Wo die Einstellung von Ausländern unvermeidlich ist, müssen diese nach den gleichen Lohn- und Gehalissätzen entlohnt werden, wie die Spanier. Alle in Spanien� ansässigen Ausländer müssen bei der Polizei die Ausstellung einer Jdenditätskarte beantragen, für die sie nach der Höhe ihrer Bezüge eine Gebühr von 10 bis 500 Pe- seten zu entrichten haben. Durch diese Bestimmungen werden be- sonders die portugiesischen Arbeiter in Spanien schwer betroffen. Gioßif upps gegen Cnttassene. „Die Saboteure der Eity-Oruckerei' Die„Rote Fahne", die die Gegenwehr der Maschinensetzer in der Eity-Druckerei gegen ihre Entlassung als einen„niederträchtigen Anschlag" auf ihr Unternehmen bezeichnet, gibt die. Parole aus: „Graphische Arbeiter, bildet Stoßtrupps!" Gegen wen? Gegen die von ihr entlassenen Maschinensetzer, die wohl aus- nahmslos der KPD. angehören und zur Gewerkschaftsorganisation in Opposition stehen. Diese„Saboteure der„Roten Fahne" werden jetzt allerdings mit dem Ausschluß aus der KPD. bedroht. Uns geht folgende Entschließung der arbeitslosen Maschinen- setzer zu: Die am 17. Januar 1931 in den City-Sälen versammelten arbeitslosen Maschinensetzer nahmen zu dem Konflikt in der Esty- Druckerei Stellung und faßten einstimmig folgende Resolution: „Nach ausführlichen Darlegungen durch beteiligte Kollegen erklären etwa 300 arbenslose Maschinensetzer Berlins das Verhalten der aus der Eity-Druckerei fristlos entlassenen Maschinensetzer für richtig und oerurteilen das Gebaren der Geschäftsleitung auf das schärfste!" Die Verlegcnheitsausrede, die vrn ihr verstümmelte Erklärung am Sonnabend sei aus sinnentstellende Druckfehler zurückzuführen, schenken wir der„Roten Fahne". pankower Zuckerwaren. Mit Aufguß für das Dritte Reich. Di« Leiter und Inhaber der Zuckerwarenfabrik van W o ksch on u. Wienecke in Pankow, Berliner Str. 29, pflegen seit langer Zeit in ihrem Betrieb den Stahlhelm- und Razigeist. Die Geschäftsführung hat ihre Arbeiterschaft öfter gewarnt, sich ja nicht etwa sozialistischer oder kommunistischer Aeußerungen oerdSchttg zu machen, wenn sie ihre Arbeit beHallen will. Besonders vor der Septemberwahl wurde von der Geschäfts- leitung für die Naziliste im Betriebe Reklame gemocht. Die Arbeitszeit in diesem süßen Betriebe beträgt— auch für die Arbellerinnen— täglich nicht mehr als zwölf Stunden. Di« kontrollierende Gewerbeaufsicht wurde von einer diensteifrigen Arbeiterin belogen, so daß auch nach der Kontrolle nach wie vor zwölf Stunden gearbeitet wurde. Gesetz und Tarifvertrag gellen hier nichts. Arbellskräste wurden durch die Nationalsozialisten ver- millelt, Arbeiterinnen vom Frauenstahlhelmbund. In diesem Betriebe ist jetzt ein Hilssarbeitcr, ein N a z i m a n n. verhaftet worden, der noch vor seiner Verhaftung Mordwaffen im Eisschronk der Firma verstecken konnte. (Siurm aufs Gewerkschastshaus. Die Helden von Bautzen. Bautzen. 19. Januar.(Eigenberickii.) Am Sonntag kam es hier bei einem Treffen der National- sozialisten zu schweren Ausschreibungen. Als die Spitze eines ungefäiir 1500 Mann starken Zuges am Gewcrkschasts- haus anlangte, wurde ein Kriegsverletzter, der unter den Neu- gierigen stand, von einem SS.-Mann angerempelt. Der Protest des Kriegsbeschädigten und erregte Zwischenrufe aus der Menge waren für die Nazis das Signal zu einem wüsten Ueberfall auf die Zuschauer. Mit Schlagringen, Gummischläuchen und Spazicr- stöcken schlugen die Nazis wahllos auf die Umstehenden ein. Ein Reichsbannermann wurde'noch als er auf dem Boden lag in der gemeinsten Weise mit Fußtrllten, Stockschlägen und Fausthiebcn mißhandelt. Er mußte blutüberströmt fortgetragen werden. Unter dem Rufe„SA. herausgeben" stürzte sich die Meute schließlich auf dos Gewerkschaftshaus. Eine Tür des Hauses wurde mit der Türfüllung herausgeschlagen. Als die Polizei dazwischentrat und als sich einige Leute als Kriminalbeamte legitimierten, wurden sie gleichfalls von den Nazis angegriffen und geschlagen. Bei dem Ueberfall wvrden sechs Arbeiter verletzt. Zum Teil mußte» sie ärztlicher Behandlung zugeführt werden.. Die Polizei ließ die Nazis im allgemeinen gewähren, während eine Gegenkimdgebung des Reichsbanners vom Bautzencr Stadtrat verboten worden war. Oer ewige Mitropa-Skandak. Aus den Kreisen der Mitropa-Zlngestelllen wird uns geschrieben: Trotzdem das Reichsgericht zugunsten der Angestellten entschieden hat, denkt die Mitropa-Direltion njcht daran, menschenwürdiger: Arbeitsverhältnisse einzuführen. Bis zu acht und zehn Togen ist das Fahrperfonal unterwegs. Viele Zlngestellle kommen im Monat nur dreimal in ihr eigenes Bett. Wehe, wenn einer muckst! Der Abtei- lungsmesster Jensch droht:„Ich werde Sie mir für die Zukunft merken!" Selbst beim Wcihnochtsfest wurden nicht die geringsten Rück- sichten genommen. Familienväter wurden rücksichtslos auf die zehn- tägigc Tour geschickt. Für Herrn Dr. Kieschke gibt es keine Grenzen in der Ausnützimg des Fahrpersonals. Trotz der oicicii Arbeitslosen gibt es bei der Mllropa unzählige U e b er st u n d e n. Das Fahrperfonal ist vollkommen vogelfrei! Die Gewerbeaufsicht hat auf dem Bahnkörper nichts zu suchen. Reichsbahn und Verkehrsmimster haben Mit dem Personal der Mitropa nichts zu tun. Der Generalstaatsanwalt findet keine» Grund, eiiizisschreiten. Der Reichstag wird schließlich doch einmal eine Aussichtsinstanz— entsprechend der Gewerbeaufsicht— für das Fahrpersonal der Mitropa schaffen müssen. So, wie bisher, kann es nicht weitergehen!_ Wetter für Berlin: Etwas milder, trüb« mit Niederschlägen.— Für Deutschland: Ucberall trübe und neue Milderung. Verbreite!« Niederschläge. Winhär ' Garten• Reichshallen-Theater Mnds QO Smlq Mmittig Hin stettiner Singer ..Faörenfles Volk" ein Zirkusbild v. Meysel. Raim. lull» Preise, volles Pregr. Tel.; Zemram 11263 Dönhoff- Brettl: Das jabelhafte lanMr-Pretramml TOgl. S u. 8V2 Uhr— BS Barb. 8256 Machm. SO PI. bli 3M, abends 1—6 61 ßmiell u. Gould, Llnui-Trio Schot/er» KOtltiUtT'ß■ UM■ KM. plAza I Tagt. 5 n. 816 I Sonnt. 2, S( u. 8* | Altx. C. 4 8066 I. Vorstellung 5 0 Pf. bis 1 M. II. und III. Vorstellung 1 bis 9 M. I« Äff red JackMon- Girls Willy Bolemko usw. THEATER IM A D Ml RAIS PALAST Toi. B1/* T«.: Merkur 9801, 9877 Auf den Fleck Sensationsstock aus Chikagos Unterwelt von EDGAR WALLACE Preis- Abbau Preise der PlStze 0,75 bis 6.- h CASINO-THEATER Lothringer Strafte 57. Unwiderruflich aar bis 30. Januar: Sjede rleute und ein erstklassiger bunter Teil. Sonnabend, II. Janaar zum 1. Male Oüücl iiiiiin aus Neuruppin Goltcbcln 1—4 Pcraonen Fauteuil 1,25 Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.; Parkett 75 Pt, Rang 60 PI. TelKsbttline Tbutei am Wüoejliti, 8 Uhr Hans Albers in Liliom von Franz Molnar Reg»; Karl Heinz Mariio Staat). Sdiiller-Th. 8 Uhr; 100 000 Taler Theater am Sdittniauardamm 8Vz Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper Am PI. d. Republik 7% UIu Die Zauberflöte hnino-Tlieater Täglich SV. Uhr Mamsell Nlfoudie Operette von Hcivc Erika v. Tbellmann, Max Adalbert Nomisciie oper 8Vi Uhr Peppina Operette von Roberl Stol z. URANIA Freitag, den 23. Juut abends SV. Uhr Ire LangentieiHirdicw- Dreis. Luisenitr. 51-59 lobannes Veldeo UreltsUbenstornien und reodeme Tediaik euf blud" Vortrag mit Lichf- bildern Singspiel in vielen Bildern Hansnn, Cam. Splra, Lleska, Wallburg, Arno, Jankuhn, Paul HUrblgar, Lenz Schaoffers, Winkelstern, Rolls, Dssnl, Stark-fiststtenbauer, Original Tiroler Watschentlnzer, Original Tiroler Jodlerlnnan-Qulntatt, Musik-Trio aus Schllorsoe, Jazz-Band, Clrls u.Boys, OressoChBre Der Zelt entsprechend sind, trotz dos riesigen Andrangea, OR0/..»r» die Kassenpreiae um jO mBssIgt Sonata» Ollkm OrUinslbesctznns Necbmiltag.9 mfalB Billige Preise Ä20Ö2;<5u£<€ßaMl!ß Deutsches IBnsller-Theal. Barbarossa 3937. SV. Uhr Znm goldenen Anker mit Raine Dorsdi Nur noch wenige Vorstellungen ioaaad. und Stg. tühi: Eni) s. die Detektive Renaissance- Theater Steinplatz 6780 8V» Uhr muB die Kuh mncii gehen? reit ilbtrt Ibswnaas Dealer 1 Westens Täglich 8>« Sensationeller Operettenertotg! Viktoria undihrHusar Tb. a. tlolleedortplatz Pallas 1051 Tägl.»■/. ornnlersndmar too ikdvg n, fitssc Sonnt nachm 4 halbe Kassenpr. in l Piscafor-Batine (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Täglich«Vj Uhr „Tai Yang erwacht" von Friedrich Woll Regie; E Piscator Neues Theater am Zoo— InBahiiLZoii. St|)L65S4 Täglich 8V. Uhr Oer gr. Lacberfolgl Guido Ttiielscher Oes Gtfentliche Aergernis Preise 1 bis 8 M. ElUesanger Kottbusser Str. 6 F. 8. Oberb. 6070 Tägl. 8V. Uhr Sonntags i 3V» iSir .Das macht uns keiner nach' diu Cnhiiel Ciaire Waidott! tatan. iraltigb Pniul Zimmer 1 Bett M 7.- b. 1t- 2 Bett 14.- bis 23. 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