BERLIN Sonnabend 24. Zannar 1SZI lOPf. Nr. 40 B 20 48. Jahrgang erfchei»ttSzlich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.DorwSrt«'. Bezuqsprei« beide Ausgaben«sPf. pr»Woche,Z,«)M.»ro Monat. Redaktion und Expedition; BtrliuSW68,Lindtnstr.3 ,,V)Yu>tLf46 A n i e i s e« p r e i«: Die einspaltige Nonrareillejeile «o Pf.. Reklamcieile ä M. Ermäßigungen nach Tarif. PoKscheckkonto: Vorwärtt-Verlag G. m.b.H.. Berlin Nr. S75ZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Die Neugestaltung Berlins Der neue Gesehentwurf vorm Gemeindeausschuß/ Bedeutsame Abänderungen wie der..Vorwärks" bereits berichtete, wird der preußische Innenminister Seneriog am Montag vor dem Gemeinde- ausschuß des Vreußifchen Landtags zu der Schasfung des neuen Gesetzes über die Verwaltung der Reichshauptstadl aus. »iihrlich Stellung nehmen. Der Minister wird von dem alten Gesetz- entwurs des Znnenministeriums ausgehen, gleichzeitig aber wesent- liche Acnderuugen des alten Entwurfs zum Vorschlag bringen. Die Alcldoug eines Berliner Miltagsblalles. wonach Scveriug die Absicht haben soll, die Neugestaltung Berlins eventuell auf dem Wege der Rolverordanng durchzusetzen, muß schon deshalb als un- sinnig bezeichnet werden, weil nach der preußischen Verfassung Rot- Verordnungen vor dann i» Kraft gesetzt werden dürfen, wenn der Landlag nicht tagt. Bekanntlich nimmt der Preußische Landlog aber seine Arbeiten, zu denen in erster Linie die Schaffung der neuen Berliner Verfassung gehört, am 27. Februar wieder auf. Räch dem neuen Entwurf werden Neuwahlen für die iZtadtverordnctenversammlungen mtd auch in Ken Dezirle» überflüssig. Die Stadtveruvdnetenverscumnlung>oU viel- mehr in ihrer heutigen Gestalt bestehen bleiben. A» dt« Stelle des Magistoots soll ein A ü r g« rme i st c rk o l l eg i u m trete», das oon der Stadtoerordnelenosrsammlung zu wählen wäre und in dein Acht Schüler verletzt. Wasserstoffbehälter im Physikzimmer. Sattowitz. Ä4. Januar. Gestern ereignete steh in einer Bolls schnle in Kochlowitz ei» schweres Explosionsun glück. Während der Lehrer im Phhsikzimmer vor der Klasse experimentierte, explodierten zwei Behälter mit Wasserstoff.(Zin Schüler wurde schwer verletzt und ist in Gefahr, das Augenlicht zu verlieren. Sieben weitere Schüler erlitten leichtere Bcrletzungcu. der Obetbiitgermeister den Vorsitz zu führen Hütt«. In den B e- zirken soll vor allem an die Stelle der meist arbeitsunfähig ge- wordenen Bszirksoerfammlungen der sogenannte B e z i.r k s r a t treten, dem viele der jetzige». Bezirksverordneten als Bezirksrots- beigeordnete auch später angehören dürste». Im übrigen sollen die Vezirksbürgermeffter oorläufig in ihrem Amte bleibe»». Ob und ii» welchem Umfange eine Verr-ngeruirg der Bezirk« durchgeführt werden soll,»st noch nicht enischicde». Noch den Ausführungen des Ministers dürft« sich der Ausschuß vertagen, um von sich aus zu den für die zukünftig« Entwicklung der Reichshauptstadt entscheidenden Lorschlägen Seocrings Stellung nehmen zu können. Oos Nachrlchteiranit der Stadt Berlin teilt dazu init: Die Meldung eines Berliner Mittagsblattes, die den Anschein erweckt, als ob Bürgermeister Scholtz in der Sitzung der ge- »nischten Deputation für die Vorberatung von Orgcmisationsentwürsen über ein angebliches Direktorium gesprochen haben soll, ist ebenso vollkommen falsch wie die übrige» sachlichen Milteilunzen des betreffenden Artikels. Reaktionäre der Kommunalpolitik. Im Berliner Rathaus beschäftigt sich zur Zest eine ge- mischte Deputation mit ittm Gutachten der Stadt Berlin zu dem neuen Gesetzentwurf. In der letzten Sitzung kam es durch die Ahnungslos! gleit der konimunistischen Vertreter zu geradezu grotesken Szenen und Abstiimnungen. Die Kommu- nisten stiminten nicht nur gleichzeitig für die Beibehaltung der Be- zirtsversammlungen neben dem neuzuschaffenden Bezirksrat und für die Einführung des Einkörpersystenis in den Bezirke»», und dakume»stierten dadurch, daß sie überhaupt kein« Ahnung hotten, was Einkörpersystem'bedeutet. Der„Führer" und Sprecher der Kommunisten, Stadtverordneter Wisnewski, stellte dann sogar wört- lich den Antrag, daß alle Rechte, die jetzt der Magistrat hat, auf das geplante Bürgermeisterkollegium übertragen werden sollten. Er blieb dabei auch, nachdem er von sozialdernokratischer Seite darauf aufmerksam gemacht worden war, daß ein solcher Antrag wohl schwerlich mst den angoblichen Prinzipien der Kommunistischen Partei vereiiGar wäre. In der Wstimavrng blieben dann die Kommunisten bezeich- «evdenveise mit den jwiumchj ozmlistis che» Vertretern zusammen fillem auf weit« Dax, Oeuisch-polmsche Einigung Redekampf über die Abrüstungskonferenz V. Seil. Genf. 24. Januar.(Eigenbericht.) Heute mittag erfuhr man. daß die Einigung zwischen der deutsche» und der polnischen Delegation, die seit zwei Tagen mit dem japanischen Berichterstatter und dem Borfitzende« Hendcrson darüber verhandelt habe», soeben erzielt worden ist. ZwischenfaN Curtius-Briand. Genf, 24. Fanuar.(Eigenbericht.) Tie Erklärungen Hcnderfvus, und vor alle« Briands. in der heutige« Ratssitzung habe« die letzten Zweiset daran beseitigt, daß die Abrüftungskoufereuz über den Rahme»» des Kotttoentionsentwurfes der vorbereitenden Slbrüstungstommission n ich t hinausgehen soll. Mit seltener Schärfe zeigte sich der Gegensatz zwischen der deutsche» nnd der französischen Ausfassung in der Ab- rüstungsfrage. Der Zlot»ahm den Bericht über die bereits bekannte» Beschlüsse über Dasum, Ort, Präsidium, die Zterhandluugeri zwischen den Regierungen und den Konoentümsentlvurf an. Borher erklärte He» de r s o u, der Weg zur Abrüstung habe begonnen und er hasse, dos; alle Regierungen entschlossen seien, ihn energisch fort- zusetzen. Alles hänge von den Ziffer n ab, die die Regierungen in den Konventionseiüwurf einsetzen würden. Curtius wollte den Irrtum nicht aufkommen lassen, däh der Konvenlionsentwurf als rechtliche Grundlage der Konferenzoerhandlunge:» zu dienen hob« uiiü) daß es sich nur darum handle, Ziffer» einzusetzen. Der Entwurf als solcher sei gar nicht angenommen, auch sei die Diskussion über das System der Abrüstimg noch osfen. Sosort antwortete B r i a n d sehr eindringlich, man dürste die Arbeit der vorbereitende» Abruslvngskommission nicht einfach beiseite schiebet». Sie Hobe in fünfjähriger schwerer Arbeit durch Mehrheit über gewisse Prinzipien m»d Methoden eritschicden. Diese Vorbereitungen seien notwendig gewesen, um die Konferenz oon langwierigen Debatte» zu eiülasten. Mit erhobener Stimnie betonte Briand: Wer nun diese ganze Arbeit wegschieben»volle, leiste den» Erfolg der Abrüstungskonferenz und der ErMung der Avrüstungs- vcrpflichtungei» des Bölkerbundspaktcs Widerstand. Curtius erwiderte, er habe nur die rechtliche Verpflichtung auf den Konventionsentwurf als einzige Grundlage der Abrüstungs- lonferenz bestreiten wollen. Darauf stellte Briand fest, jede Regie- rung könne natürlich frei ihre Vorschläge machen, doch»nässe der Der ideale Vorsitzende wie ihn die Nazis künstig für Ausschüsse des Reichstags zu stelle« gedenken. Entwurf als Gruitdlagc der Verhandlungen bestehen bleiben. Ohne weitere Erklärung stimmte der Rat st i l l s ch w e i g c n d diesen Fest- stellungen zu. Fünf Jahre Mitarbeit der vorbereitemden Abrüstungskommissw- neu hätten Deutschlands Vertreter überzeugen können, daß der Kon- ventionsentwurf nicht mehr weggeschoben werden kann. Die Erklärung von Curtius sehte die irrige Meinung der Regierung fort, die sie auch der Oessenllichkeil ständig unterbreitet. daß Deutschland volle siandlungssrcihcit aus der Konferenz haben »verde. Dagegen umß betont msrden, daß tin solcher Entwurf natürlich nicht unabänderlich sein darf, und wenn Hriand diese Er« läutcrungen alb Abrusulngsbehinderung bezeichnet, so ist sein starres Festhalten an dem Entwurf keine Förderung. Oer Grund des Konstikts. V. Sah. Genf. 24. Januar.(Eigenbericht) Das kurze Redegeplänkel zwischen Curtius und Briand l>at blitzartig die tiefen Meinungsgegensätze zwischen der französischen ulü» der deutsche» Abrüstungsthese beleuchtet u>»d dos in wesentlich schrofferer Form, als in der allgemeinen Aus- spräche am Dienstag. Man kann diesen Gegensatz auf eine kurze Formel bringen: Ist der Bericht der varläufigen Abrüstungs- kammifsion, gegen den im Dezember allein Deutschland und Nußland gestimmt haben, nur eine Diskussionsgrundlage, die Deutschland die Handlungsfreiheit auf der Konferenz beläßt, oder enthält dieser Bericht> eine moralische Bindung für alle Konferenzteilnehmer, nur auf dieser Grundlage und in diesem Rahmen zu Ergebnissen zu gelangen? Obwohl sich yenderson beeilte, diese peinliche Auseinandersetzung abzubrechen, kann nicht geteugnet werden, daß diese in einen weithin hörbaren Mißton ausklang. Immerhin tremil uns»och ei» ganzes Jahr»«ii dc»n Termin der Konferenz und bis dahin lassen sich hasfcntlich nianchc Disferenzei» ausgleichen, die, wenn sie in der heutigen Verve weiter bestehen blieben, das sichere Fiasko der Konferenz bedouicn würden. In Brest alles in Ordnung. Sin Gutachten des„?iechtS"-AusschusseS. Wa rschau, 24. Januar. Im Rechtsausschnß des Senats wurde der national- demokratische Antrag wegen der Mißhandlung der politische« Gefangenen in Brcst-Litowsk erregt l»e- sprachen. Wie im Plenum erklärten Bizckriegsministcr SLottarzewski und Justizminister Michalowski, gewesener Brester Staatsanwalt, in Brest sei.» alles in voller Ordnung und bcfchlsgc»näsz erfolgt. Die Regierungsmehrheit lehnte wiederum den Lppositionsantrag ab und glaubt wohl gar, damit diesen Weltskandal abgeschlossen zu habe»». Liquidationsvertrag im Ausschuß angenommen. Warschau, 24. Januar. Der Sesmausschuß für auswärtige Aiigelegeuheiten nahm den L i q u i da t i o n s v« r t ra g»ml Deutschland samt den Haager Protokollen in zweiter und dritter Lesung an. Der Berichterstatter M o r o z o w s k i(Rcgicrungsblockj erklärte, Polen erhalt«»ach dem Haager Austoilungsplan aus den deutschen Zahlungen bei den erste»» 37 Raten je SststlXV M. Ferner seien sämtliche palmschen Kriegs- schulden iikid sonstigen Leistungen in einer Gesamtsumm« von 7,6 Milliarden Zloty für n u lj u n d n i ch t i g erklärt worden. Auch gewisse deutsche Gegenforderungen an Polen aus Enlschädigung jür Beschlagnahme von Sraotsgut sei hinsallig geworden. Dos Er- gebnis der Liquidation deutschen Eigentums in Posen und Alle Macht Gchachergeschaste mit Mandaten- Im Lager der Nationalsozialisten des Bezirks Hajl« tobt seit langem ein innerer Kleinkrieg. Vorläusig hat ihn jetzt eine Entscheidung Hitlers beendet, wonach der Gauleiter, der preußische Landtagsabgeordnet« fintier, ab» berufen und an sein« Stelle der bayerische Landtagsabgeordnete Jordan gesetzt wird. Dem Hinkler ist bis auf weiteres jede Tätigkeit für die Ratid- nalsozialistischc Partei untersagt worden. Dazu scheint es wirktich die höchste Zeit gewesen zu sein, denn der Hinkler war seinerzeit, wie wir berichtet haben, auf Grund eines Zeugnisses der Uni. verfitätsklinik thalle aus dem Staatsdienst als Polksschullehrer«nt- fernt worden. Die Umoersitätsklinik hatte ihm bescheinigt, daß seine geistigen Fähigkeiten nicht mehr aus- reichten, uni als Lehrer tätig zu sei». Wörtlich hieß «s in diesem Gutachten über einen nationalsozialistischen Agitator: ..Es handelt sich nicht Mein um einen choresti schon Zustand mit körperlichem Zucken und'llnruhe, sondern auch um«ine nach- weisbare Beeinträchtigung der geistigen Bereitschaft und Samm- lung, teilweise auch des zum Beruf nötigen Gedächtnisses. Damit soll nicht gesagt sein, daß völlige Arbeitsunfähigkeit besteht bzw. leichte, ja vielleicht gröbere manuelle Arbeiten nicht noch gut möglich sind. Wohl aber ist hingegen bei diesem teid« aus- zuschließen, daß hinkler la absehbarer Zeil für den Lehrerbervs wiederum bcrusstüchtig und fähig werden kann." Für den Bexuf eines hokenkreuzlerischon Radauagitators hat es freilich noch ausgereicht volle fünf Jahr« lang! Wes Geistes Kind dieser chinkler sonst war, geht aus dem Brief hervor, den er nach den Dezemberwahlen des Jahres 1S24 an einen damals zum Landtag gewählten Grafen chelldorf gerichtet hat. Als Kulturhokument vom dritten Reich mag dieser Brief hier wörtlich wiedergegeben werden: F. Hinkler, Lehrer i. e. R. F r e y b u r g, den 1. April 1S26. Herrn Grafen v. Helldorf, M. d. L.. in Wolmirstedt/Unstruttal. Sehr geehrter Herr Graf? Um die zwischen uns bestehenden Differenzen nicht in aller Oeffentlichkeit. zum Austrag zu bringen, mache ich noch einmal den Versuch zur gütlichen Regelung und darf wohl eine entsprechende Entgegnung erwarten. Zunächst sind noch aus dem Wohlkampf Dezember 1924 beim ..Ouerfurtcr Tageblatt" Schulden in Höhe von 43 M. zu de- gleichen. Weil ich seinerzeit Kreisleiter war, hat sich der Verlag an mich gehalten und mir ist die Tragung der Summe zuzüglich der Gerichtskosten durch Gerichtsbeschluß auferlegt worden. Sie werden einschen, daß ich diese Kosten nicht bezahlen kann. Die Organisation, die damals bestand, ist in die„Völkische Freihcits- partei überführt worden. Sie selbst, dem die fraglichen beiden Wahlvorträge in Querfurt in Obhausen galten, sind auch zu der Freihettspartei übergegangen. Ich bin aber seinerzeit aus dieser Organisation ausgetreten, wie komme ich jetzt dazu, persönlich diese wahlkosten zu trogen? Dabei möchte ich mir erlauben, an«niges zu ermnern. Sie haben es für richtig befunden, da, zwischen uns bestanden« Aer- hältnis zu lösen, ohne mir Gelegenheit zu geben, persönlich gegen die Ihnen über mich hinterbrachten Verdächtigungen Stellung zu nehmen. Sie müßten doch gcuau wisse«, in welch unermüdlicher weise ich gearbeitet habe. Restlos habe ich alle» Erarbeitete Ihnen zur Verfügung gestellt: Sie galten als der große Führer, der entsprechend gefeiert wurde. Erinnern Sse sich nur daran, wie ich kurz nach den, 7. Dezember 24 noch den unsagbaren Anstrengungen des Wahlkampfes völlig er- schöpft bei Ihnen saß, kaum mein« Sprach« mehr mächtig. Sollte das alles«indnickslos an Ihnen vorübergegangen sein? Ich kann es nicht annehmen!- >em Grafen! perlen aus dem„Dritten Reicht Um Ihne« eine Sitntzc zu sein,«m Ihnen und damit unserer Bewegung eine«ftacht zn erarbeiten, über die Sie verfügten, habe ich mich rücksichtslos heraus» gestellt und damit meinem Amte entfremdet. Als ich Ihnen diesbezügliche Lorstellungen machte, haben Sic mich beruhigt und mkr Versprechungen gemacht. Als ich mich weigerte, mich erneut zur Preußenwahl aufstellen zu lassen, haben Sie mir meine Befürchtungen, mein Amt und die Regierung betreffend, zerstreut und gesagt:„wenn Sie nicht durchkommen sollten, trete ich zurück, damit Ihnen die Regierung nicht au den wagen fahren kann." Auf diese Versprechungen hin und auf die Zusage, Sie würden, wenn ich pensioniert werden sollte, mir dea Unterschied zwischen Peusion und Gehalt zahlen, habe ich mich dann im Wahl- kämpf rücksichtslos«ingesetzt, wodurch die Erringung des Mandates überhaupt erst möglich wurde... Ich könnte so noch viele Fälle anziehen, wo ich o hn e Bezahlung bedeutend mehr leistete, wie mancher, den Sie für seine völkische und vaterländische Dienstleistung bezahlen müssen, der aber vorsichtigerwcise sich auf Jahre hinaus seinen f« st e n V e r- trag aufstellen lieh. Äh habe Ihrem Worte Glauben geschenkt und darf wohl fragen„Hoben Sic das entsprechend gewürdigt!" Sie üben dos Ihnen erkämpft« Mandat nicht aus. Zu Herrn Schoner sollcn Sie geäußert haben:„Och würde das Mandat nieder- legen, wenn es Hinkler nicht bekommt" Habe ich das an Ihnen verdient? Haben Sie sich noch keine Gewissens- bisse darüber gemacht, daß ich aus Ihre Versprechungen hin auf der Straß« liege, und das olles auf meine Ihnen gelieferte Arbeit hin! haben sich meine Befürchtungen nicht erfüllt, die ich s. Z. hatte, als Sic die Leute mit dea schwarzen Hemden«er- sorgen wollten. Hätten Sie damals nicht auf Ihre Schmeichler gehört, sondern meinen Vorschlag ausgeführt, wir wären weiter und Ihnen wäre manche herbe Enttäuschung erspart geblieben. Denken Sie auch bitte daran, daß Sie bi»h«r auf meinen Gehaltsansfott vom würz her mir am 25. Riol J925 150 vt, am 3. Juli 1925 100 RL übermMen ließen, ich aber monatlich etwa, über 100 Ak. Gehaltsausfall seit März 1925 gehabt Hobe, seit April 1926 außerdem eadgülkig pensioniert bin und danach mein monatlicher Gehaltaavssall rund 150 TN. ausmacht. Danach habe ich also bi» April 1926 von Ihnen noch rund 1050 w. zu fordern. Hätten Sit dab Mandat niedergelegt und hätte ich e» erhalten, wie Sie es zu meiner Sicherstellung ja auch versprochen halten, so hätte neben kleineren Wahlschuldeo, die von den Diäten hätten bestritten werden können, auch mein Gehaltsuuterfchicd ausgeglicher. werden können. Damit wären auch Ihre Verpflichtungen mir gegenüber getilgt ge- wesen. So aber werdc ich nach zu allen Wahlschuldeu verantworl- lich gemacht und soll zahlen... * Dieser Bettel- und Drohbrief ist nach mehr als einer Richtung hin interessant: Nicht mzr, weil der ehemalige Volksschutt lchrer Hinkler„alle Macht dem Grafen" zu erringen trachtete sondern auch durch dos Versprechen des Grafen, dem Hinkler die Differenz zwischen seiner zu.erwartenden Pension und dem früheren Gehalt zu erstatten. Noch interessanter aber erscheint die Zusage. daß der Graf aus da, ihm zugefallene Landtagsmandat verzichten wollte, um diesen merkwürdigen Bolksschullehrer an seine Stelle rücken zu lassen, damit er die Diäten erhalt«. Wahl noch niemals ist der„Kampf um die Futter- k r i p p e" so kraß in die Erscheinung getreten, wie bei diesem Schachergeschäft zwischen dem Großgrundbesitzer und seinem Klopffechter, dem ehemalige» Volksschullehrer. Daß der lctztcre, damals um feine Hosfnungen betrogen, bis vor kurzem noch das unbedingte Vertrauen des großen Adolf in München besaß, geht schon aus der Tatsach« hervor, daß er erst vor wenigen Monaten in den Preußische» Landtag einrücken konnte, während ein anderer Nationalsozialist ihm Platz machen muhte. Kulturblüt« aus der Partei Hitlers, die sich landauf, landab damit brüstet, daß sie die„Reinigung des öffentlichen Lebens" herbeiführen wolle. Ponunerellen sei durchaus befriedigend, der in deutscher Hand verttiebeno Besitz nur gering. Insgesamt verblieben in den beiden genannten Provinzen 13 Proz. landwirtschaftliche und 9 Proz. städtische Objekte in deutschem Besitz, die noch hätten liquidiert werden können. Bezüglich der Ansiedler habe Deutschland auf die Wertansprüche an die Bauenrbank verzichtet, Polen Hab« sich ein weitgehendes Vorkaufsrecht zu wahren gewußt. -» Es ist natürlich, daß man in Polen die Vorteil« des Vertrages für Polen hervorhebt, aber für uns ist die Hauptsache, daß er weiterer Deutschenaustreibung vorbeugt. Die Audgeiüberfchreitungen gebilligt. Warschau, 24. Januar.(Ost-Expreß.) Der Haushaltsausschuß des Sejm hat die Regierungsvorlage über Nachtragskrcdite für das Finanzjahr 1927/28 angenommen. Damit sind die B u d g e t ü b e r s ch r e i t u n g e n legalijiert worden, die seinerzeit zur Anklageerhcbung gegen den Finauzminister Czechowivz vor dem Staatstribunol geführt haben. Es wird damit gerechnet, daß das Staatstribunol nunmehr den Prozeß niederschlagen wird, da die Anklage infolge der nachträglichen Genehmigung der Budgetüberschreitungen durch den Sejm gegenstandslos geworden fei. Zu den unrechtmäßig verapsgabtcn Summen gehörten auch 8 Millionen Zloty, um die der Dispositionsfonds des damaligen Ministerpräsidenten P i l s u d s k i erhöht wurde und die für Wahlbceinflussung bestimmt waren.* Ankläger vor dem Siaatstribunal war im Austrog des Sejm Abg. Dr. Hermann Liebermann, deshalb hat Piisudski ihn so fürchterlich martern lassen. Dabei war es derselbe Liebermann, der Pilsudsli vor dem k. u. f.- Militärgericht in Marmaros-Sziget so verteidigt hat, daß Pilsudski dem drohenden Kerker entrissen wurde. Zinsabbau geht weiter. Kolland senkt Diskont auf 2« Prozent. Die internationale Zinsabbauwellc fehl sich weiter fort. Nach der Diskonssenkung in New Jork und Paris, der vor wenigen Tagen die Schweiz gefolgt ist. hat jetzt auch die 71> cder- ländische Bank den Wechselzins von Z auf 2' Z Proz. herab- gesetzt. Deutschlan-d. da, für seine Wirtschaft so dringend Krediterleichterungen benötigk, wird sich ualcr de« gegebenen Verhältnissen dieser Zinssenkungswelle mit einem Abbau des 5prozcn- ttgen Reichsbankdiskonls nicht anschließen können, da die verstärkten Devisenabschlüsse der letzten Zeit als wornungszeichen dafür zu gellen haben, daß die nach den Reichstagswahlen eingetretene Vertrauenskrise immer noch nicht überwunden ist. Bombenwürfe auf Leichenfelder. Protest französischer Kriegskämpfer. pari». 24. Januar.(Eigenbericht.) Aus dem Schlachtfeld bei Verdun und T a h u r e in der Cham- pagne übten kürzlich französische Militärflieger das Bombemverfen. Die Verbände der ehemaligen Kriegsteilnehmer protestieren »un in einer Eingabe an die Regierung gegen diese„ruchlose Grabschändung". Auf den Sckstachtfeldern lögen noch heute Zehntausend« tote Soldaten, noch nicht aufgefunden und unbeerdigt. E» heiß« die Grausamkeit auf den Gipfel treiben, wenn man den Gebeinen der Kriegsopfer ihre Ruh« Nicht lasse. Es müsse aufs «lttschiedenste dagegen protestiert werden, daß die Knochen der Toten in teuflis cher Ruchlosigkeit nun noch einmal von Kriegs- moschinen und Bomben zermalmt werden. Man kann sie nicht verhungern lassen. Verlängerung der Ttotfiandshilfe in Oesterreich. Wien, 24- Januar..(Eigenbericht.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Natisnalrots beschloß, die Vezugsdauer der außerordentlichen NotstandsunterMtzung für ausgesteuert« Erwerbslose, die am 25. Januar abläuft, bis Ende M a i zu verlängern. Der Sozialminister kündigte für März Vorlagen auf A e n d e r u n g der gesamten Sozialversicherung an. Starhemberg zieht ab. Wien. 24. Januar. Wie oerlautet, wird Starhembcrg am 27. Januar in der Bundessührcrsitzung der Heimwehren seine Stellung als Bundes- siihrcr niederlegen. Sein Nachfolger soll der neue Landes- sichrer von Kärnten, General a. D. Hilgerth, werden. » Di? Alpine Montongesellschajt, Filiale des reichsdeutschen Stähl trusts, betreibt brutale» Lohnabbau. Gewerkschaften und Sozialdemokratie kämpfen dagegen mit aller Kraft, aber geminderter Macht, da die Alpine seit Jahr und Tag mit gemeinstem Terror Arbeiter in die Heimwehr gepreßt hat. Run hat die Parlaments� gruppe dieser Unternehmergarde die Regierung„gefragt", ob sie »icht— gegen den Lohnabbau der Alpinen«inschreiten walle! Diese.„Anfrage" konnte die Heimwehr wohl mir stellen, da ihr di« Antwort vorher bekannt war, daß nämlich die Regierung mir aus Verlangen beider Parteien etwas tun könnte! Briand- Kandidat der Linke«. Annahme des Auftrags zweifelhost. pari». 24. Januar.(Eigendericht.j Die französische Regierungskrise hat nach Gens übergegrifsen. Außenmünstcr Briand ist am Freitag wiederholt telephonisch auf- gesordert worden, sofort nach Poris zu kommen, um den Versuch zur Neubildung der Regierung zu unternehmen. Beinahe sämtliche Persönlichketten, die am Freilag den Präsidenten der Republik de- siichten, vor allen: aber sämtliche Links parteiler, haben Briand als Ministerpräsident vorgeschlagen. Briand wird heute Nachmittag nach einer letzten Unterredung mit Dr. Curtius nach Parts zurückreisen. Ob er die Regierung»- l'ftdung übernehmen wird, sst zweifelhaft, einmal weil die Feindseligkeil de» Präsidenten der Republik gegen Briand nur allzu bekannt ist, dann aber auch,«eil er wenig Lust hat. zu seiner außenpolitischen Arbeit auch noch die Mmisterprästdentschaft z» übernehmen. Der „Petit Parisien" betont ausdrücklich, daß Briand auf jeden Fall, wie auch die künftig« Regierung ausfallen werde, im Auswärtigen Amt bleiben werde.> Als aussichtsvsichstcr Kandidat im Falle der Weigerung Briands gilt Senator Laval._ Kuba-Zucker brennt weiier. Immer neue lSrandstifiunaen. Ha bann. 24. Januar.(Vigenbericht.) Die mysteriösen Brandstiftungen auf den kubanischen Zuckerrvhrfeldern halten trotz umfangreicher Schutzmaß» nahmen«»vermindert an. A« der Provinz Matan- zaä verbraunten wieder 18 2.5tt Zentner Zuckerrohr. Roch weiter« Brände werden gemeldet, dereu Umfang sich noch nicht übersehen läßt. Die Zentralregierung ordnete Berstärkuug der militärischen Schutz- Patrouillen an. Sklarek-Anktage heuie zugestelli. Vier Bände mit �802 Seiten. Die Sklavck-Ankloge ist heut« vormlltag den 14 Auge- klogleu durch einen besonderen Justizwachtmeister zugestellt worden. Es handelt sich um vier große, biauemgcbundeiie Bücher mit der Ausschrift„Anklage gegen SNarek und Genossen 14. 1 j 262/29" mit einer Gesamtzahl von 1602 Seiten. Angeklagte sind 1. der Sousmann Max Sklarek, 2. der Kaufmann Leo S k l a r e k. Z. der Kaufwgan Willy Sklarek. 4. der Buchhalter Friedrich Lehmann. 5. der Buchhalter Siegbert Tuch. 6. der Sladlbankdirektor Franz Schmitt, 7. der Sladkbankdixektor Emil hoffwaun, 6. der Bürgermeister Robert Sohl, 9. der Stadlamlsral Walter Sakolofski. 10. der früher« Stadtrat Otto Gäbet, 11. der Stadtrat Wilhelm Leoecke, 12. der frühere Stadtrat Degeuer. 13. der Bürgermeister Fritz Schneider und 14. der Diplomkausmann Roderich L u d i n g. Sämtliche Angeklagten sind disher unbestraft. Di« drei Brüder Sklarek werden angeklagt, gemeinschaftlich das Vermögen der Berliner Stadtbank durch Vorspiegelung falscher Tatsachen geschädigt, ferner öffentlich« und Privatkunöen v e r- fälscht, sowie fälschlich angefertigt zu haben, ferner der Ver- mögensschädigung der Dresdner Bank, der Ostbank, der Berliner Anschaffungsgesellschaft, der Stadt Berlin, sowie eines Teils der Sklarekschcn Lieferanien, weiterhin zum Nachteil der Gläubiger Ver- mögensstück« beiseitegeschafst. Handelsbücher vernichtet und verheimlicht, sowie gegen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches oerstoßen zu habin. Außerdem werden die drei Brüder noch der Bestechung gegenüber Schmitt. Hosfmann, Sakolofski, Kohl, Säbel, Benecke, vegener. Schneide� und Luding angeklagt, sowie der Verleitung zur schweren Untreue zum Nachteil der KVG. und der( BAG. gegenüber dem verstorbenen Geschästssührer Kieburg. Lehmann und Tuch sind der Beihilfe an den Betrugsdelikten der Brüder Sklarek angeschuldigt, Lehmann außerdem nach der Beihilfe zur Urkundenfälschung. Den städtischen Beamten wird in der Haupt- fache passive Bestechung vorgeworfen, Kohl und Sakolofski außerdem noch Benachteiligung der Kleider-Vertriebsgesellschaft. Verhöre— aber kein Ergebnis. Die Mordkommission forscht weiter nach. Im Sckzauhaus wurde gestern die Obduktion des ermordeten 8« Kinder Lesestoffe spielten: Tiergeschichten und Märchen hauptsächlich. (Töpelhans, des Kaisers neue Kleider, Dr. Allwissend...) Dos war für sie viel anregender, als wenn sie das einmal mll Interesse Ge- lesen« hätten stumpfsinnig wiedererzählen müssen. So treibt man ihnen die Freude daran gründlich aus. Und in dieser Stimmung der Unlust hätten sie auch„erzählen" nicht gelernt.(Dos wissen wir alle aus eigenen Schulerlebmssen!) Durch das Spiel jedoch entsteht die Freillie am Gestalten. Dadurch wird es unmerklich zu einer Arbeit, die Sinn hat. die ohne Hemmungen gelingt. Die Kinder sprechen nie sließender und«in- dringlicher, sind nie mehr bei der Sache, als wenn sie spielen. Diese Ersahrung machen wir uns auch in anderen Fächern zunutze. Nach- dem wir in der Erdkunde die deutschen Landschaften betrachtet hatten, wiederhollcn wir diesen Stoff, indem wir«in Märchen von deutschen Flüssen spielten. Die Kinder mußten sich schon gründlich mit der Eigenart des von ihnen verkörperten Flusses vertraut machen, um ihn charakteristisch darstellen zu können. Aber es gelang wiederum durch die kustbetonte Arbeit des Schaffens überraschend gut. Und sicherlich wird keines der Kinder, die dabei niitgewirkt haben, jemals wieder die Besonderheiten jedes einzelnen Flusses vergessen.— Ebenso eindrücklich stellen die Kinder in der Raturtundestunde den Lauf der Sonne dar und lernten dadurch„spielend" die Gründe für die Entstehung der Jahreszeiten.— Auf diese Weise lasiem sich viele Unterrichtsstoffe dramatisieren und lebendig machen. Daß da- durch schöpferische Kröst« in den Kindern srei werden und sich be« tätigen, wird noch deutlicher, wenn sie ihre eigenen Erleb- nisse un d Erfahrungen in Szenenspieken darstelle». Wir sprachen einmal im Unterricht von den Gesahren, die Kindern auf der Straße drohen. Bei der nächsten Feier, die wir allmonal- lich sür diejenigen veranstalten, die z. B. iin Februar Geburtstag haben, erschien auf den, Programm das Ergebnis unseres vor» herigen Gespräches, aus den, sich vier kleine Szenen herauskristolli- sierten, die sowohl einen vernünftigen Sinn wie auch«itte klare dramatische Form in selbständiger Arbeit der Kinder erholten hallen. Das Thema war konkreter geworden und Halle dsn Sammeltitel: „Was ein Sipo erlebt" bekommen. l. Ein Kind tricselt auf der Straße. 2. Eine Frau staubt Sachen aus dem Fenster. 3. Kinder pflücken Blumen im Part. 3. Eine Bammenschole fliegt aus dem Autobus. Man müßte den Wortlaut dieser kleinen Szenen wiedergeben, um zu zeigen, daß sie ein Griff ins volle Menschenleben sind.-- Je mehr die gestaltenden Kräfte der Kinder durch solche Uebungei, wachsen, um so größere Aufgaben lönnen sie erfüllen. Dos zeigte sich, als wir wieder einmal ein Fest vorbereite» muhten. Die Kinder dachten gor nicht daran, irgendwelche fertigen Spiel« zu lernen und dann„qufzusühren". Sie vertrauten ihrer eigenen Kraft und spielten wiedoWErlebnisse. Diesmal solche, die wir auf einem Ausflug gemacht hatten. 1. Ein« Rocht in der Jugendherberge. 2. Hunger oder Lügen haben kurze Beine. 3. Trudchen kommt von der Fahrt nach Haufe. Jede Szene war jetzt schon dramatisch aufgebaut mll Höhepunkt, Konflikt und Spannungsmomenten. Wichtiger war das pädagogisch« Moment: daß die Kinder durch dos Spiel Eindrücke abreagieren konnten, die sie vorher stark beschäftigt, teilweise beunruhigt hatten: die sprachliche Formung war jedesmal, wenn wir es spielten, anders. Und das ist das Wertvolle an den Stcgbeiffoielen, daß sie nicht starr festgelegt sind im Wortlaut, daß die Spielenden aufeinander reagieren lernen und sich niemals verblüffen dürfen, wenn es auch anders kommt als vorher. Dadurch wind der Geist beweglich und locker und die Denkweise selbständig. Und das tut unseren Kindern not! Hier sollt« die Befreiung anfangen, dadurch dah Kräfte geweckt werden, die zu späteren wich- tigeren Taten vorbercllen. „Oer Mann, der den Mord beging." Gloria-Palast. Ein GeseUschastsslln, mit kriminalistischem Einschlag, gespielt im Kammerton. In Konstantinopel spielen sich die Borgonge ob in der Vorkriegszeit.(Claude Forrire hat den Roman geschrieben, der dann auch als Bühnenstück verarbeitet wurde.) E» war eine Rolle iür Conrad V e i d t darin, und aus ihn ist dann auch der ganze Film zugeschnitten. Er ist der französische Instrukteur bei der türkischen Armee,«in Toggenburg ohne Furcht und Tadel. Wir lernen mll ihm Konstantiimpel kennen. Die Schlösier, die Villen, die allen Mauern' am Bosporus, die Moscheen und engen Gassen, olle» das wird im Bild lebendig, wenn«r mit der Frau de, englischen Direktor» der Stoat-schuldenverwaltung aus Entdeckungen ausgeht. Frau Mary ist die unverstanden« und mißhm, belle Frau dieses brutalen Lords, der nichts als Weiber und Ehampagnersuiten tennt, im eigenen Hause«>ne Liebschaft unterhäll uui> gern die Frau freigäbe, wenn sie ihm dos von ihr zärtlich geliebt« Kind überließ«. Mf den ersten Blick hat ihre etwas exotische Schönheit, die durch den Zug des Leidens noch gehoben wird, den- Obersten bezaubert. Er dringt in � ihr Geheimnis«in, gewinnt ihr Vertrauen und will ihr helfen.. Er � wird Zeuge einer niederträchtigen Szene, in der ihr Mann von ihr dos Zugeständnis eines Ehebruches, begangen mit seinem Freunde. erpreßt. Der Oberst erschießt den Ehemann und nimmt ihm dos Dokument der Schulderklärung ob. Die Frau wird ihren Sohn behalten. Ihr treuer Ritter verläßt Konstontinopel und wird sie uie wiedersehen. Kurt Bernhardt trägt, dem Drei-Männer>Koll«g«um der Manuskriptverfasser folgend, die Vorgänge in einer Brett« und Ge> wsscnhell vor, daß dieser Film als Sanatorium für nervöse Leute' verwendet werden könnte. Zu Eonrod V e i d t. der diesmal mll Schnurrbart und Uniform auftritt, wurde Trud« von Molo als Parincrin gesellt, die den etwas müden, melancholischen Typ Zu treffen und die seelffch« Untermalung zu bieten wußte. Heinrich George steuert«inen seiner bekannte', roh«,, Wüstlinge bei. Kayßler gab einen Polizaiministcr mll edler Ruhe und stiller Wärme. Gregor! C h w a r a hatte eine glänzend gespielle Charge. Ein Glücksspiel. Sonverollssteliung Per Smyfreien. Bei allem Wohlwollen, dos die wertvolle und gut geleitete In- stllution der„3 u r y f r c i« n" verdient, muß man angesichts ihrer „Dritten Sonderausstellung" am Platz der Republik ge- stehen, daß hier so etwas wie ein Glücksspiel vorliegt. Jedem der Künstler, die sich melden, wird ein ganzer Raum zur Verfügung ge- stellt. Das bedeutet bei dem Ansehen, dos die Iuryfreicn genießen, eine so bemerkenswert« Betonung dieser Individualitäten, daß die Enttäuschung über eventuelle» Verjagen dreifach schwer wiegt. Dieses System verpflichtet eigentlich zu sorgsSltiger Auslese der Zugelassenen, als Lotteriespicl, als das es schließlich sich herausstellt, ist es ein gefährliches Unternehmen, wepn kein Treffer viller den 14 Künstler- nummern zu verzeichnen ist. E» fehlt ja nicht ganz an hoffnungsvollen Arbeitern in, Wein- berge der Malerei, wie es etwa Kurt von Keudell ist. dessen Landschaften sicherer aber auch härter geworden sind, oder der schwer- blutige Hans Meyboden, dessen zäher erdiger Farbe man die frühere Schule Kokoschkas nicht mehr anmerkt, oder endlich W. K r ö h>, t R a r i, der es sich in der Tradition des jron- zösischei, Impressionismus(50 Jahr« nach dessen Hochb(üte) bei reichlichem Talente etwas gar zu wohl sein läßt. Soll das unsere Jugend sein? Dieses Rückwärtsfchauen und Imwcrwiedcrdurchkneten längst erledigter Probleme wirkt zwar bestechender. Uber nicht er- freulicher als der berühmt«„saure Kitsch" aus der Umgebung des „Sturm", wie ih), F. S t u ck e n b e r g. I ä n i s ch und mit etwas mehr Befähigung Otto Nebel zelebrieren. Das ist alles schon so unsänglich dagewesen, ob man sich Renoir oder Kandinsky oder gar Jaeckel(wie H. I. K a l l m a n n mll seinen brutal überdimen- sionierten Porträtköpfen) als Lorbilder auf den Allar stellt, bleibt rqcht unerheblich. Wichtig allein ist die schöpferische Kraft: und die erkennen wir allerding» überall, ob realistisch oder abstrakt gemalt wird, an ihren Früchten. Man gehe zu den beiden herrlichen Aus- stellungen bei Flechtheim und Ferd. Möller, wo Oskar « ch l e m m e r und Ewald M a t a r e ihre Gemälde, Skulpturen und Holzschnitte zeigen, und man wird den weltenweiten Abstand zwischen Gestammel und Meisterschaft kennen lernen. E» ist gerade aus dem Boden der Abstraktion außerordentlich schwierig, lieber- zeugendes zu schaffen. Die Sturm-Schule glaubt«» mit dem ehren- sestei, Durchhalten des Prinzips zu leisten; was dabei herouskomnll, zeigen die typisch leeren und spöelerischen Blättchen von Jänisch, die in der Juryfreien in einem ganzen Raum herumflattern, allerding» mll dem unoerkennbaren Ausdruck der Platzangst. Was dagegen«in echtes und starkes Gefühl auch heute„och voll von Erlebnissen an strenger, empfindungsgeladener Abstraktion hervorbringen kann. steht man bei Möller an den großartigen Farbenholzschnitten Matares, die ganz erfüllt find von einer heiligen Naturmystik und zugleich Fonnfymbol von höchstem Rang darstellen: sieht man ebenso bei den Figuralkonstruktionen Schiemnwrs, die einer tiefen Sehnsucht unserer Zeit nach Jdealschönheit des menschlichen Körpers die mögliche, die ans Abstrakte grenzende Verkörperung leihen, weshalb sie sich auch so einzigartig für den Wandschmuck moderner Räume eignen(Freeken im Essener Folkwang-Museuin). Die Dekorationen, die in der Jurysrcien W Bergmann mll Ilse R o t z o l l und Elfriede Glaser in einen Saal hineingedichtet hat, mögen sür Gartenpavillons und Faschingsfeste den geeigneten Raumschmuck darstellen: sie sind wenigstens harmlos, ja beinahe kindlich. � ,• Paul F. Schmidt. fl« Deutsche ituuslgemrinschafi veranstaltet vom t. Februar fcW zum ,. Mir; ein« ÄuSstelluna„Theater und Mulik in der Kilbenden Kunit", aal der Orltk, Klaut Süchter, Mar Oppenbeimer, Pechltetn. Spiro. Grünen- b-rg, H-intbeiwer und andere Künsil-r vertreten, sein werden, die meisten mit Kollektwautstellange». Konservenkunst. Sin verschlafenes Jahrzehnt. Das Kleine Theater, im Fremdenverkehrszentrum Unter den Linden gelegen, bleibt— mag die Direktion heißen, wie sie will,— ein bemerkenswert konservatives Theater. Es serviert eine Konservenkunst, die längst vermodert und vergessen wäre, wenn es nicht Komödienschreiber und Direktoren und— dem Himmel sei's geklagt— ein Publikum gäbe, die die letzten zehn Jahr« verschlofen haben und sich in eine wildromantische Vergangenhell hineinträumen. Auch Amüsierbetriebe haben in unserer miesen Zell ihre Existenz- berechtigung, warum denn nicht, aber das Vergnügen, das sie ver- zapfen, soll Sinn und Verstand haben. Das dreiaktige Spiel„Liebe— unmodern" von Wilhelm Sterck hat weder Sinn noch Verstand. Der Operetten- librettist Sterck verherrlicht in seiner Komödie zum xtemnale dos bourgoise Nähmädchenideal vom Chef, der es liebt und heiraten wird. Bei Sterck ist es«ine Prioatsekretärin, deren schrecklich wgend- hafte Grundsätze zum gewünschten Erfolg, nämlich zur Heirat mit dem reichen Jndustriedirektor führen. Umständlich, ohne Kunst und mit spärlichem Witz ziehen sich die drei Akte hin, und es überläuft einen kalt, wenn man daran denkt, daß etwa der Fremde glaubt, in einem Theater U Itter den Linden eine authentische Kostprobe Berliner Bühnenkunst vorgesetzt zu bekommen. Der Gostspieldircktor der Bühne, Willi Kaufmann, spielt mit der forcierten Routine eines alten Schmierenkomödianten, Heinz Klubertanz trägt ebensalls dick auf, bleibt aber einigermaßen in den Grenzen sauberer Darstcllungstechnit. Mll dem Abend versöhnt allerdings Olga T s ch e ch o w a, die mit ihrem reizenden Aussehen und ihrer frischen Natürlichkeit wenigstens äußerlich den Eindruck einer versierten Bühnenkünstlerin macht. Der Beifall war sehr herzlich. Olga Tschechows mußte sich immer wieder vor der Rampe zeigen. Emt Degner. Glauben und Wunder. Leon Hardt, Schüler von Couö, sprach im Beethoven- s.a a l über die Heilmcthod« de» klugen Apothekers von Ranry. Eoue, der medizinische Laie, hat— ein seltener Ausnahmefall— bereits zu seinen Lebzeiten mit seiner Lehre die Anerkennung zahlreicher Wissenschaftler gefunden. Heute wird kaum jemand ernsthaft be- zweifeln, daß der Glaube des Menschen on seine geistigen und körperlichen Kräst« diese mindesten» sehr nllrkungsvoll unterstützen kann. Und nichts anderes hat ja Eon« behauptet. M« stark di« Suggestionswirkung dieses Glauben» ist, darüber gehen freilich die Meinungen auseinander und werden wohl immer auseinander- gehen. Denn diese Wirkung dürste bei jedem einzelnen Menschen verschieden sein- Hardt erklärte die Wunder Heilungen von Zeile!» in Galspach zum großen Teil durch solche Suggestionswirkung, die unerhört stark ist. wenn«ine glaubensbereite tau-sendtöpfige Menge aus da» Wunder wartet. Aber Cou« versprach keine Wunder; für die Be- Handlung argainscher Krankheiten empfahl er den Arzt und sein« Methode nur zur Unterstützung der Heilung. Sein Schüler Hardt hält treu an dieser Einschränkung fest, und er machte sich in seinem Dortvag über alle» das ein bißchen lustig, was Eon« begeistert als Wunder. Fernsuggestion und ähnliches erschienen ist..— lz. „Körperfeeude onb JTackttittf ist bat Slcota von zwei lozlaliüischen Ehmnastikmaüneen der Körperkullursckiile de»<5en. Adokt Koch, am l. und 8. Febiuar, vorwittag» 11 Udr. Im Wallner-Tbeater Beide Matineen baden«!» o«rlchied«NkS Proaeamm und»«Ipen vilder au» der prattischen Mpmnaiiikardeil, gymnastische �rupsenarbelt. Toi- und Gymnastik Karten iverde» an Va'teigenossen und Irelnemerffchafili' oraamllerie Mitglieder gegen Vorzeigung de« Du»««»«», täglich in d- Dietz-Luchhandluna. Andeustr. 3 und in der körperkuiturschul« Aböls K- Friedrichstr. 2t», taglich vi» 4—10 Uhr abend« ai.Szegedett Siaatsanwalt klagtReichsanwalt an Vor dem Ende des Zorns-Prozesses— Aeue Belastung des Reichsanwalts Im Jorns-Prozeß stellte der Verteidiger fest, daß die Vertuschung und die V o r s ch u b l e i st u n g gegenüber den Luxemburg- und Liebknccht-Mördcrn, von den ersten beiden Gerichten ots gegeben erachtet, auch durch diese Verhandlung v o I l u n d gan z e r- wiesen sei; ebenso die Hnsochigkeit des cherrn Jörns zur Bekleidung des Postens eines Rei6)sonwaUs. In diesem Prozeß sei aber noch ein weiterer Beweis für die Vorschubleistung gegenüber den Mördern durch Jörns erbracht worden. Der Gerichts- schreib er Beseler, in dieser Verhandlung zum erstenmal ver- nonuncn, hat ausgesagt, daß der Jager Runge ihm in Abwesenheit von Jörns die Mstteilung gemacht, er habe von Offizieren Geld und Ausweis erholten, und daß er, Bsseler, von dieser Bekundung Jörns berichtet habe. In dem Protokoll über Runges Ver- nehmung war ober zu lesen, Runge Hobe einen Ausweis auf den Namen Biewald für 2» Mark gekaust. Geld habe weder er noch feine Familie erhalten. Und ots Runge, so fuhr der Verteidiger fort, in der Gerichtsverhandlung auf die Fragen des Vorsitzenden Ehrhardt die gleichen falschen Bekundungen machte, wie sie im Pro- takoll zu lesen waren, da erhob sich nicht der jetzige Reichsanwalt Jörns, Ankläger in dem Pbozcg gegen die Mörder Karl Lieb- knechte und Rofa Luxenwurgs, und teilte dem Kriegsgericht nicht nüt, was er vom Gcrichtsschreiber sozusagen privatim erfahren hatte. Er schwieg. Allein schon dadurch hat er sich der Vor- schubleistung schuldig gemacht. Das war auch weiter kein Wunder. wenn man die Atmosphäre in Betracht zieht, bei der es möglich ( war, daß als Gerichtsrot im Prozeß gegen die Mörder derselbe Mann teilnahm, der eben diesen Mördern Geld ins Gefängnis brachte, damit sie fliehen könnten. Oberstaateanwalt Köhler erklärt, da Berufung und Revisirrn von dem Nebenkläger Jörns betrieben worden sipd, so könne er sich verhältnismäßig kurz fassen. Die durch das ReM)Sgerichtsurtcil geänderte Situation zwinge aber zu einer Stellungnahme. Das Reichs- Gericht Hot erklärt, es genüg« nicht, wenn in bezug auf einige Beispiele der Beweis erbracht werde, um den g e- samten Borwurf gegen den Nebenkläger als gerechtfertigt zu be- trachten. Jede einzelne vom Angeklagten über den Neben- lläger behauptete Tatsache stelle eine selbständige Handlung vor. So sei zu prüfen, ob der Beweis für all« diese Behcrup- lungen erbracht werden konnte. Unter diesen Behauptungen seien ober die wichtigsten diejenigen über die falsch« Protokollie- rung des Gesprächs- mit dem Jäger Runge und über die Förderung der Flucht des oerhaslelcn Offiziers Vogel. Tatjächkich sei«r nun der Ansicht, daß der Beweis für die Richtig- keit dieser Behauptungen nicht erbracht worden ist. Der Fall Runge konnte nicht geklärt werden, da ja der Angeklagte selbst aus die Aussage dieses Zeugen wegen seiner Krankhaftigkeit keinen ent- scheidenden Wert legen wallte. Daß der Nebenkläger die Flucht des ver- hafteten Offiziers Bogel nicht begünstigt habe, nahm ja auch das Urteil der ersten Instanz an. Das Gericht wird aber auch zu prüfe» haben, ob alle übrigen von dem Angetlygten ausgestellten Behaupwn- gen zu recht besteh�- Mmiadest sttr die Stx'o.'s zu m e s su n g dürste diese Prüfung pon Bedeutung jem. Ich bin nun der Ansicht— sagte der Oberstaat-�rwalt dag die Untersuchungssühcung des Rebenklägers Zorns unter keine» Umständen so gut war, wie er«s behauptet, aber auch nicht so schlimm, wie dies der Angeklagte wahr habe» will. Das Berfohren des damaligen Kriegsgerichtsrats Jörn mußte jedoch unbedingt zu einer Kritik Anlaß geben. Mit Recht hatte der Zeuge Kurzig, der anfänglich ge- nie infam mit Jörns die Untersuchung gegen die Mörder von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht geführt hatte, seine Aussage mit den Worten begonnen:„Große Zeitumstände erfordern entscheidende Maßnahmen." Der Nebenkläger ist der überragenden Bedeutung der Sache, die ihm anvertraut worden war, nicht g e- recht geworden. In dieser ungewöhnlichen Sache genügte es nicht, die Akten korrekt und sauber zu führen, man mußte auch von rechts und von links Anregungen entgegennehmen und nicht, wie mit Scheuklappen verschen, nur geradeaus gehen. Der Nebenkläger Hai kein einziges Mal zuviel getan, so und so oft ober zu-wenig. Kein einziges Mal zu früh gehandelt, s� und. so oft aber zu spät. So hat er zweifelsohne zu spät die Offiziere verhastet. Er kann sich nicht damit herausreden. Kurzig hätte das tun müssen. Er hatte die Untersuchung an sich gerissen, also hatte er auch die ganze verautworlung zu tragen. Bon den Zuständen im Gefängnis erst gar nicht zu reden. Die dank dieser Zustände bestehende Kollusions» und Fluchtgefahr hat er unbe- achtet gelassen. Deshalb hieß es auch im ersten Urteil: der Neben- kläger habe der Untersuchungshaft keinen Sinn gegeben. Er hat die Untersuchung rein formalistisch geführt. Dos ist auch der Grund, weshalb er in mir keinen Vertreter seiner Interessen sindet. Das Schwerste bei ihrer Entscheidung wird sein, zu prüfen, ob alle diese Mängel der Boruntersuchung bloß rein objektiver Natur waren, oder ob nicht in ihnen eine Fahrlässigkeit oder sonst was zu erblicke» sei. Ich persönlich komme zu dem Ergebnis, daß der Rebenkläger manchmal zugunsten der Täler zumindest ein Ange zugedrückt hat. Schließlich wird auch zu erwägen sein, ob der Altgeklagte durch den Artikel auch nicht der Justiz einen Dienst hotte erweisen wollen. Jedenfalls ist eine Gefängnisstrafe hier nicht am Platze. Die chöh« der Geldstrafe überlasse ich Ihrem Ermessen. Oberstaatsanwalt Köhler hatte in der zweiten Verhandlung gegen Jörns überhaupt keine Anträge gestellt. Sozialversicherung-1929/50. T>ie Beitragsein nah in en der Träger der Sozialver- sicherung— mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung— betrugen im Jahre 1929 4,1 Milliarden Mark. Nimmt man die Ver- mögenserträgnisse und sonstigen Einnahmen einschließlich der noch durch nachträgliche Aufwertung erhottenen Beträge hinzu, so ergibt sich eine G e f a m te i n n a hm e von 4,5 M illia rden Mark für die Sozialversicherung ohne Arbeitslosenversicherung). Die G e- samt/i Uhr mun die Kuh Mlieh geben? Dil UHirt bcunano Kleines Theat. Heute S1/« Uhr Premier« Olga Tscleelova in: tiöie- Kaufmann, Klubertan Komische oper 8'h Uhr Peppina Operette von Robert Stolz. CASINO-THEATER s:;'Uh' Loihriager Strafe 37. Unwiderruflich nur bis 30. Januar; Biederleute uod cio erstklassiger bunter TeiL Sonnabend, 31. Jas aar zam I. Male Onkel HtUm ans Nearuppln CiutMhcio 1— 4 Perronen Fauteuil 1.25 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PL, Rang 60 PI. Sonntag, den 25. Januar mittags>/.1 Uhr Theater sm SdUimauerdanun Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Lustspiel v. Katajew Htgii:*. Mtndelsolui Preise v. 0.75— 7 M. Piscator-Bhbne (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. Täglich S'A Uhr „Tal Yang erwacht" von Friedrich Wolf Regie: E.Piscator Arnold Scholz U-Bahn Hermannßlatz Hasenbeidc 108-14 Gr. Bockbierfest und Grosser Alpenball 7 Kapellen, neue Dekorationen, bayr.Bcdienung{ Einlaß: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Rurtfirstendamni- Töeaier Eröffnugsrarstelliigg Diattlig, 27 Januar 71/» Uhr oas schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Begit: Hai Rtintianlt Prii« t>r PNI,«(5, ti« triff- iüDMiisf|. U. ID. 211. 30. Lustspielhaus Kurt GOtZ Täglich S'v Uhr Der Lugner u. die nonr>8 IHE-ATtR im.ADMIRALSP�üASI Tigl.«i/4 Mm-kurgOOl.aSTT Auf den Fleck Kleine Preise Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- und Sierbekasse für das Deutfsdae Reick Jabr« 1904■rtUndcsll i(UCbtfrisrtea«!. Catare«SS4 rbndci die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Krankenversicherungsschutz bietet Berlin N Ät-G, Orailflasü Ein junger Gendarm war hinzugesprungen und wollte dem Banditen eine Kugel durch den Kopf schießen. Der Alte aber schreit ihn an... meiitte ich das nicht. Ich wallte dich fragen, ob es bei uns vielleicht die Munition regnet?" Und damit zieht er feinen Dolch aus dein Gijrtel, stößt chn dem verwundeten Räuber in den Unterleib und schlitzt ihm den Bauch auf bis hinauf zmn Bruftknochcn. So war er. Er war eben ein ehemaliger Komit und Bandit und solche Eigenschaften gewöhnt sich einer auch als Gendarmerie� oberst nicht ab. Die sechs Banditen brachten ein Kopsgeld von fast 200»Oll Dinar. Aber er schickte das Geld an die Angehörigen der' gefallenen Gendarmen. „Wenn chr chundesöhne nicht solche Weiberhemden gewesen wärt, hätte ich es euch schon ausgezahlt. Aber so... Eigentlich hättet chr noch Arrest verdient." Später wurde er dann irgendwohin»ach dem Raichen versetzt. Er ging gar nicht gern weg von hier, aber er wurde versetzt. Wir bekamen einen neuen her. Einen ehemaligen Popen. Voriges Jahr im Urlaub begegnete ich Oberst Pritschero- witsch in Belgrad. „Na, mein Söhn", hielt er mich auf der Straße an.„Na, mein Sohn, wie geht es dir? Wieviel Köpfe Haft du schon? Und'was macht der Dienst?" „Ach danke, und der Dienst ist jetzt auch leichter", antwortete ich. Ich meint«, weil ja die Schmuggelei und das ganze Banditen- wesen bedeutend nachgelassen haben. Er aber spuckt« in großem Boge» und mit Betonung aus: „Jaja, der verdammte Pope. Diese. Heiligenfigur mit ihrem Wackelbauch verdirbt ipir meine ganzen schönen Gendarmen. Sage, mein Sohn, kannst du Männer mit einem Bauch leiden? Mäitner mit einem Bauch erinnern mich immer an die fetten Maden, die -- „Soso", sagte der Alte, nahm den Mantel de« Gendarmen und brachte ihn zum Schneider. Und der Gendarm bracht« den Mantel des Oberst zum Schneider. Als beide ihre Mäntel wiederhotten, wurde der Gendarm zu drei Tagen Mittel verkracht. Dann mußten die vier Zechkumpane vor dem Alten erscheine». „Ihr Schweinekerle habt gestern mit Scrgewitsch zusammen gc- soffen uird ihn dann alleine nach Hause gehen lassen. Sechs Tage Mittel!" „Wir muhten eher gehen und er wollte nicht mit uns kommen, Herr Oberst." „Was? Ihr wart vier Kerle, er war alleine und wollte nicht mit euch gehen? Was seid ihr denn? Schlappschwänze oder Dummköpf«? Zwölf Tage Mittel. Und warum mußtet ihr früher weggehen?" „Wir mußten zuin Dienst, Herr Oberst." „Das wird ja immer besser! Und vor dem Dienst saust chr? Ihr Hundcsöhne! Fünfzehn Tage streng eil Arrest!" Da waren die vier still und drückten sich zur Tür hinaus. Einmal hotte eine.Patrouille eine B�nde von sechs Mann gestellt.' Die Kerle flüchteten sich in ein leeres Ar n ante n Haus. Die Häuser haben ja fast keine Fenster und sind nur mit Schießscharten versehen. Well die Gendarmen den Kerle», die qlfe gute Schützen sind, nicht anders beikommen konnten, beschlossen sie. sie regelrecht zu belagern und vielleicht auszuhungern. Sie zogen einen Schützengraben um das Haus und hielten Tag und Nacht Posten. Sie zogen einen Schützengraben um das Haus und hielten Tag und Nacht Wache Der Oberst war gerade verreist und kam erst in feine Staiion zurück, als die Belagerung schon drei Tage gedauert hatte. Als er davon hörte, konnte er nicht den nächsten Postautobus abwarte», sondern sprong oufs Pferd uird ritt. bis. ihm � das Tier unterm Hintern zusaimnenbrach. Er ließ es liegen und lief weller. Dem ersten Bauern,. dem er begoznetc. spannte er den Gaul an» und galoppierte ohne Sattel und Zaumzeug wie«in Irrer davon. Am belagerten Haus angelangt, sprang' er ab und schrie: „Ihr Hundesöhne! Was macht ihr denn? Sturm auf die Bude!" Und schon war er die Treppe hoch und hatte die Tür einge- schlagen. Nur ein Bandst stand noch aufrecht und hiett das Gewehr auf die Türössnung gerichtet. Aber die Kugel des Allen warf auch den hin und dessen 5tugel, die dem Oberst gegolten, stürzte de» Gendarmen neben dem Alten rücklings die Treppe hinunter. Das war der zwanzigste tote G e n d a r m! n fast vier Tagen. Aber auch die Gendarmen hatte» nicht umsonst geschossen. Fünf Räuber hotten sie durch die Schießscharten erledigt. Als der Alt« nun durch das Zimmer schritt und die Kopsschüsse fest- stellte und im stillen das Kopfgeld zusammenzählte, erhob sich hinter seinem Rücken der. zuletzt Getroffene und stich. mst seinem Dolch nach ihm. Aber die Verwundung war wohl doch zu schwer. Cr sank sofort wieder zusammen und traf im Fallen den Allen nur leicht am Schenkel..Der fuhr mit einem Satz. herum: „Du reudiger Hustd beißt noch?" Ein junger Gendarm war hinzugesprungcn und wollte dem Banditen eine Kugel. durch den Kopf schießen. Der Alle ober schreit ihn an: „Bist du verrückt, mein Sohn? Erschießen willst du den?". Der Gendarm denkt wohl, der Oberst meinte, der Kerl sollte verhört werden. Und er' beginnt mit vorgehaltenem Revolver zu fragen:„Wo sind deine übrigen Genossen. versteckt?" Da lacht der Alle, daß ihm die Tränen aus den Augen fallen: .La, mein Sohn, wo bist du denn her? Bist du Oesterreicher? Der Kerl dort ist doch ein Mann, ein Montenegriner, und kein Waschlappen! Mit dein kannst du machen, was du willst, er wird dir keine Silbe verraten. Nein, mein Sohn, so Das neue Bild Reidiskonferenz des Arbciter-Liditbild-Bundcs Die Reidiskonferenz des ALB. beschäftigte sich vor allem mit organisatorischen Fragen. Der Haupipunkt der Debatte war der. ob der ALB. eine reine Dachorganisation bleiben oder auch Einzelmitglieder führen soll. Man kam zu einem Kompromiß: der Bund soll Einzelpersonen nur in beschränkter Anzahl aufnehmen, die sich, sobald eine gewisse Anzahl am einzelnen Ort erreicht ist, zu einer selbständigen Fotogilde zusammenschließen müssen. Aus dem vorangegangenen Geschäftsbericht war zu ent- nehmen, daß der ALB. in ständigem Wachstum ist: zwar hat er den organisatorischen Vorsprung, den die kommunistischen Arbeiter- Fotografen haben, noch einzuholen, aber das wird in Kürze geschafft sein. Die Finanzierung des Bundes muß eine bessere werden, auf dem Wege über die Zeitschrift und den Bilderdienst, die stärker pro- pagiert werden müssen, wird man auf vermehrte Eingänge hoffen können. In der Frage der Wettbewerbe, die jetzt planmäßig gepflegt werden sollen, kam man zu dem Ergebnis, kleine Geld- preise für die Preisträger zur Verfügung zu stellen, die gleicher- weise den Gruppen wie den Amateuren zugute kommen. Beim B i lde r di e n st, der von Amateuren aufgenommene Fotos an dem Bund nahestehende Zeitschriften weiterleiten will, wurde befürchtet, daß damit Berufsfotografen geschädigt werden. Diese Auffassung erwies sich als unbegründet, da die Aufnahmen, die der Amateur macht und die für Jllustrationszwccke brauchbar sind, einmal nur gelegentliche sind und zumeist nur solch«, die der Berufsfotograf nicht aufnimmt, weil er keine bestimmte Aussicht auf Absatz hat. Es handelt sich hierbei meist um werbende Fotos. Die Statutenberatung kam zu dem Ergebnis, daß der Rahmen für die Arbeit des Bundes möglichst weit gefaßt werden müsse, daß vor allem das Heer der Nichtorganisierten Fotoamateure erfaßt werden müsse. Darum wurde auch die Zugehörigkeit der Einzelmitgliedschaften beschlossen, wenn auch mit einer gewissen Beschränkung. Besonders setzte sich für diesen Standpunkt George- Nürnberg, Mitglied der Rcichsleitung der Naturfreunde, ein, der sich durch diese Einzelmitglieder viel für den Aufbau großer Orts- gruppcn versprach. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Paul Franken- Zeitz, M. d. L., und Etzkorn-Berlm Vorsitzende, W.ürthgen und Schindler Schriftführer, Ku b e und R o m a n f ch i ck- Spandau Kassierer, Beisitzer für kulturelle Fragen Frau Härder, für technische Treidel. Als auswärtige Beisitzer wurden gewählt in den erweiterten Bundesvorstand Braune-Ham- bürg, Rothkegel-Stuttgart, Kern-Leipzig, George-Nürnberg. Um die organisatorische Arbeit zu lonzentrieren, wurden Ausschüsse für Phototechnik, Photolehroorträge, Filmfragen, Redaktionsangelegen- haiten, Wettbewerbe und den Bilderdienst eingesetzt, die nur diefe ganz speziellen Fragen planmäßig zu bearbeiten haben. Wtchrend der Tagung sprach Robert Breuer über„F i l m- fragen und Arbeiterschaft", wobei er vor allem die rechtlichen Grundlagen der Filmzensur und die scharsen Verbots- bestimmungen behandelte; er kam zu dem Schluß, daß die Film- zenfur eine politische Zensur ist. Es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, bestimmte Filme vor bestimmten Kreisen vorführen zu können, was heute unmöglich ist. Wie arbeitsreich die Konferenz war, beweist ihre lange Dauer von 10 bis fast 17 Uhr. obwohl nur ganz sachlich und konkret zu den Dingen Stellung genommen wurde. Die Tagung schloß mit einen, Appell, trotz der Wirtfchaftsnot weiter alles für das Bundes- orgon„Das neue Bild" zu bin. für den Bund neue Anhänger und Förderer zu suchen, um ihn zum gleichwertigen Mitglied in der modernen Arbeiterbewegung zu machen. Ständiger Ring, Spidiernsäle Eder sdiiägt Volkmar Die gestrige Veranstaltung des Ständigen Ringes in den Spichernfälen brachte als Hauptkampf die Begsgnuno zwischen dem deutschen Woltergewichtsmeister Gustav E der- Dortmund und Erwin Volkmar- Verlin. Eder hat sich schon von einer besseren Seite gezeigt, er beherrschte seinen Gegner aber trotzdem. Der Berliner boxte vielfach unsauber und der Ringrichter übersah vieles. Eder siegte verdient nach Punkten. Nach einem recht wechsewollen Treffen trennten sich Walter F u n t o- Berlin und Otto Lauer- Saarbrücken unentschieden. Auch im Kampf zwischen Fritz Ensel- Köln und Peter Drekopf-Düsseldorf wurde dieselbe Emscheidurrg gegeben. Einen völlig unerwarteten Ausgong nahm die Begegnung zwischen Nörtemann- Berlin und E y b a l- Hannover. Der sonst so gute Nörtemann mußte eine überraschende Punktniederlage ein- stecken. Bistiockeygäste im Sportpalast Schweden, Engländer, Franzosen, Amerikaner Auf der Eisfläche des Berliner Sportpalastes gibt es in den nächsten Wochen wieder einige hochinteressant« Eishockey- k« 01 p f«. Gelegentlich einer zweitägigen Veranstaltung am 28. und 29. Januar werden die für die Weltmeisterschaft bestimmten Nationalmannschaften von Schweden, England und Frank- reich in der Reichshouptstadt gastieren und ihre Kräfte mit dem Berliner Schlittschuh-Kwb und einer Brandenburgischen Verbands- Mannschaft Messen. Für Anfang Februar ist dann ein Gastspiel der Mannschaft des Boston Hockey-Club, die am 28. Januar mit der„Bremen" in Bremerhaven eintrifft und als Vertreter von USA. nach Polen fährt, im Sportpalast in Aussicht genommen. Eine Neu- einrichtung des Sportpolastes sind Eissport- Nachmittage zu volkstümlichen Eintrittspreisen von ö<) Pf. und 1 Mark. Di« erste derartige Veranstaltung findet am 2S- Januar, nachiniltags 17 Uhr, statt und bringt neben einem Eishockcyspicl zwischen Brandenburg und Preußen Kunst- und Schnelläufen mft der besten Berliner Klasse. Sebwimnrfest in Lichtenberg Die Gruppe Lichtenberg der Freien Schwimmer Groß-Berlin veranstaltet am Sonntdg, 1. Februar, IS Uhr, ihr 4. bundesoffenes S ch w i m m f e st. Die besonders rührige Gruppe, bei allen Veranstaltungen der Partei, der Gewerkschaften immer stark vertreten, hat es auf ihren bisherigen Festen nicht nur perstanden, ihre Gäste zu befriedigen, sondern schon aus die folgen- den Veranstaltungen gespannt zu machen. Di« Erwartungen der Gäste sollen diesmal weit übertcoffen werden. Aus der Fülle der gebotenen Slaffelkämpfe nennen wir nur die Axsü-Meter-Crawlstasette für Männer. Hellas dürste hier der knappe Sieger sein, während Lichtenberg und Neukölln heiß um den zweiten Platz streiten werden. Auch die Brustschwellstaffest zu der so gut« Mannschaften wie Hellas, Neukölln, Charlottenburg. Umon, Kreuzberg. Weißensee, Freiheit und Friedrichshain gemeldet haben, dürften großes Interesse hervorrufen. Hier ist der Ausgang völlig offen, Außenseiter könnten leicht zu Sixgerlorbeeren kommen. Auf das Männcrkunstspringen weisen wir gaifZ besonders hin. Unter anderem treffen hier die Besten des 1. Kreises aufeinander. Namen wie Nachtigall-Hellae, Krabel-Neukölln und Greufing-Lichtenberg bieten Gewähr für einen hohen ästhetischen Genutz. Greusing dürste, wenn er keinen Versager hat, knapper Siezer sein. Daß unter der Jugend beachtenswerter Nachwuchs vorhanden ist, wird das an- schließende Jugendspringen zeigen. Ein besonders großes Be- tätigungsseld ist den Kindern eingeräumt. Reben Staffelkämpfen, Wasierballspielen und Gruppenspringen werden di« kleinen Mädchen mit einem regelrechten Figurenliegen aufwarten, das zum ersten- mal von Kindern gezeigt wird. Die schon so oft mit großem Erfolg an di« DessenUichkeit getretenen Reigenschwimmerinnen der Lichten- berger Frauen werden mit neun Bildern das Fest oerschönen. Berliner Bundes-Strahenrennen Unter dem Vorsitz des Gaufahrwarts VeHrend fanden sich am Freitagabend Vertreter der Straßen-Radrennsport treibenden Vereine im Gau Berlin des Bundes Deutscher Radfahrer zusammen, um vorbereitende Arbeit für die kommenhe Saison zu verrichten.' Zunächst nahm man eine Eintellung der Mannschaften in drei Klassen vor. In Klasse starten: Derby I, Sport 88 l, Armimus 94 I und II, Post I, Erün-Weiß 21 I und II, Args 86 I. Kramp« 1900 I, Defett 02 I, Germania-Eharlottenburg I, Borussia 86 L Der G ru p pck V gehören 22 Mannschaften an. Vor» bc haltt ich der Genehmigung durch die Oberste Radsportbehörde wurde folgender Tsrminkalender ausgestellt: 22. März: Erster Schritt; 5. April: Berlin—-Leipzig; 12 April: Berlin— Sottbus— Berlin, I 19. April: 30-Kilometer-Monnschoftsfahren um den Aberger-Preis; 3. Mai: Großer Adler-Preis; 17. Mai: SO-Kllometer-Mannschafts- fahren um den Morgenpoft-Potol; 7. Juni: Großer Stephan-Preis: 21. Juni: Gaumeisterfchaft im lOO-Kilomettx-Mannsäfaftsfahren; 28. Juni: Gaumeisterschaft im Einerstreckenfahren(Olymprjches Zettfahren mit Einzelstart): S. Juli: Landes-Derbandsmeisterschaft im lOO-Kilometer-Mannschastsfahren; 19. Juli: SO-Kilometer-Mann- schaftsfahren um den Dauat-Heraussorderungspreis; 2. August: Rund um Luckenwalde; 16. August: Rund um Berlin; 20. September: Paarsahren Alt-Jimg; 4. Oktober: 100-Kttom«t«r-Trostrennen.— Der 14. Mai ist freigehalten, da an diesem Tage die Etappe der Deutschland-Rundfahrt im Wannsee-Stadion endet, am 31. Mai findet unter Beteiligung aus dem ganzen Reiche in Dresden ein Mannschaftsrennen statt, und vom 10. bis 15. Juli ist das Bundessest in Chemnitz._ bUUYicLbOJÜi' Die Spiele am Sonntag Hoffentlich bringt der kommende Sonntag bessere Wettcroerhält- nisse, damit die Spiel« wirklich zum Austrag gelangen. In Karls- Horst, Tresckow-Allee. findet ei» Werbespieltag statt; es spielen dort um 11 Uhr gTGB.-Llchteiü>srg-Jugend gegen Kauls- darf und FTGB.-Kanu 2 gegen FTGB.-Rudcrbezirk 1: um 12 Uhr Fnedrichsfelde 2 gegen Südost 2 und Schweissterne 1 gegen Neukölln 4; um 13 Uhr Lichtenberg-Frauen gegen FTGB.-Mftte und ZdA. gegen Rudervorein Vorwärts 2; um 14 Uhr Friedrichsfelde 1 gegen Schwante 2 und Lichtenberg gegen FTGB.-Stralau um 1Z Uhr. In Kaulsdorf, Köpenicker Straße, spielen Kaulsdorf 1. Männer gegen Reukölln 2 um 13 Uhr und die 2. Männer gegen Prales 1 um 14 Uhr. ATE. hat im Volkspark Neukölln für die Frauen um 14 Uhr Neukölln 2 und für die Männer um IS Uhr Fußballklub Oberspree als Gegner. In Zehlendorf, Spandauer Straße, spielen Zehlendorf 1. Männer gegen FTGB.-Südcn 3 um 10 Uhr und die Frauen gegen FTGB.-Pankow um 14 Uhr. Im Valkspark Jungfernheide spielen Siemensstadt gegen FTGB.-Mute um 10 Uhr und Tennis-Rot-Frauen gegen FTGB-Bmnrschulenmez um 11 Uhr. FTGB.-Rordring-Turner hat auf dem Exer um 14 Uhr für die Frauen FTGB.-Stralau und um 14,50 Uhr für die Männer Neukölln verpflichtet. Wedding empfängt Velten im Volkspark Reh- berge und spielt die 2. Frauen gegen Bellen 1 um 10,40 Uhr und die gleichen Männermannschaften um 11)4 Uhr Aus dem Vereins- platz in Köpenick, �bkrtdenschloßstraße, treffen sich Eichc-Äöpcmck 1. Frauen und Süden 2 um 10 Uhr sowie 2. Männer und Kalk- berge 1 um lÜ'/i Uhr. Adlershof hat in Adlershof Mahlsdorf als Gegner und spielen die Frauen um 9% Uhr und die Männer um lOlb Uhr. Die FTGB.-Friedenau hat für ihre drei Männerinami- schaften in Friedenau, Offenbacher Straße, folgende Spiele adge- schlössen; um 10 Uhr die zweite gegen Sotol 1. um 11 Uhr die dritte gegen Wannsee 1 und um 14 Uhr die 1. Mannschaft gegen Köpenick 1. F�GB.-Rosenthol fahrt nach Nowawes, die Frauen um 1314 Uhr und die Männer um 14� Uhr. Um 15 Uhr spielt dort auch Reiche- banner-Nowawes gejfen Ostring. Von Hennigsdorf und Zossen stehen sich in Hennigsdorf um 13)4 Uhr die Frauen und um 14,50 Uhr die Männer gegenüber Weitere Spiele der Männermannschaften sind: Spandau gegen Kleingärtner um 14 Uhr in Spandau, Seeburger Straße; Reimcken- darf gegen Wedding um 11 Uhr in Reinickendorf, Schirnwcberstraße; Norden 3 gegen Halbe um 11 Uhr im Humboldtbain; Teltow gegen Tegel um 15 Uhr in Trllow; Baumschulenweg 2 gegen Lankwitz 1 um 10% Uhr im Plänterwald; Wilmersdorf gegen Norden 1 um 10 Uhr im Preuhenpark; Müncheberg 1 gegen Wilmersdorf 2, Fürstcnwalde gegen Osten; Bötzöw 1 gegen Tegel 2: Marwitz gegen Nuderocrein Vorwärts. �inter-lradi'eimei» zu Ruhleben Die drei Tage umfassende 2. Winter-Veranstaltzing aus der Trabrennbahn Ruhleben nimmt am Sonntag<25. Januar) mit einem guten Sport versprechenden Programm ihren Ansang. Der Beginn tz't auf 1 Uhr festgesetzt Im Mittelpunkt der acht stark besetzten Konkurrenzen, di«' geboten werden, steht das Blitz- Rennen, eiye über 1800 Meter führende Fliegerprüfung, die eine Reihe schneller Pferde am Start sehen wird. Zwei Herren- fahren und das Peraktion-Rennen, ein als Ausglciö) ausgeschriebenes Berkaufsrennen, sind wettere intereis ante Nummern des Rachmittages._ Sa tili ttx lUtxiUetoort an» SitvmifUat. 2. ftati« Zt(r«artM. Mittw«». ■2$. tzonuor, 8% Uhr. biti SiJmub'. Wscleffir. 17.»Ii kun». ghema:»Aul- bau!>-s ScrttU«'. Wc im Stsiri lictgoilrn anfoffwn Sctitnc dir.Z:niral.- timunintm rnüffen Havi erscheinen. »rieiter.«chüf,e».Bn»». m»t.»ei». Sonnt»», ffi. famst, U Lhr. Swt*- scheftsfchioßen bei Srtflans,■ Berlin-Bri». Bürgerstr. 18—49. «rbeiter-Schach. Um Snnnta-i. 25. Januar, 10 Uhr. fmbti in öec A-Otuwe der freien Urbciter-Schachvereinignn» die sechste Rand« statt. Ssfviclrn Vereinsmannschait: Nculölln— Prcnrlauer Bei, bei Srumn. Bodinnstr 10: Miite— Westind bei Skibbo. gastanienallec 63: Trevtom— ÄreuHberg bei DSl». linq. Elftnftn 100: Wedbinq— f?iiebrichsbain bei Serrn». MW-rstr� 26. SSSB. Bc,irl Pantaw: Scutc, 19', i Uhr. bei Lcbmann, Mahlen- Ecke Marimilianstrasti. Biortcliahresvcrsammlun,. Alle Mitglieder müssen erscheinen.—«ejirt Sortaft; Sonntag. 25. Januar. Wanderfahrt noch Birke, i. Werder, gür Nachzügler: vom Bahnhof nach Zühlsdorf. Lokal»Zum Hirtenhvl. zreie Aanu-Unia» Srotz-Berlin. Abt. Kanel. Sviel und Sport am Son»- tag. 25. Januar. Slä Uhr, im Bootshaus Klcischcr, Spandau, Eotelstr. 75. Theater der Woche. Vom 25. Zanuar bis 2. Februar. Volksbühne. Theater am Bülampla»: Liliom. I.. UV; Uhr, Tan, Matinee: Rahen Mas I-biano. Skaatslheater. Staatsaper Unter den Linden: 25. Margarethe. 26.. 29. Der fliegende Holländer. 27. Entführung aus dem Serail. 28. Rigoletto. 30. Der Liebeztrank. 3!. Tannhiiuser. l. Schwairda, der Dudelsachpfeifer. 2. Boheme. Etaatsoper am Pla» der Rcpnblit: 25.. 26,. 29.. 31. Die Hach-eit des -Zigaro. 27. Zauberflote. 28. Louise. 30. üroischüh. 1. Carmen. 2. Stumm- von Bortici. Städtische Oper: 25. Madame Butterklp. 26. Mignon. 27. Don Kiovanni. «S. Fidelio. 29. Maskenball. 30., 1. Di- Afrikanerin. 31. Don Pasauale. 2. Der Bildschil».„ Staatliche» Schauspielhau-: 23. Die Weber. 26., 27.. 31. Die Iunglrau von Orleans. 28, Minna von Barnhclm. 20., 30.. 1. Mann ist Mann. 2.(Sustav Adolf._„ Schiller-Theate-: 25.. 1., 2. Nora. 26., 27., 31. 100 000 Taler. 28.. 20., 30. Don Carlos. Theater mit festem Spielplan: Theater um Schiff bauerhamm: Die Quadratur des 9 reifes.— Theater am Rallendorfplah: Vorunterwüping.— Deutsches Theater: Elisabeth von England.— Aammerspiele: B-rifcr Pia» 13.— Di-»omodie, Di- ss-e.— Berliner Theater: Die R-a-mentstocht-r.— Theater IN der Strcsemauastrahe: Amvbi- irnon 38.-«omädicnhaus: Eocktail.—®io»«» Schauspielhaus! Im mcihin Röff'l.- Theater des Westen«: Pitlaria und ihr Sufar.— R-lfoa.Sheoier: mluch mu» nichn baden.— stomifchc Oper: Pevvina.— D-utiche» Aünftler. Theater: Zum goldenen Anker. Neuaifiavce. Theater: Mun die Ruh Much geben???— LefsiNfl, Theater: Mamsell Ni'ouche.— Theater am s«rs»rlten. damer.: Das schwache Sefchlccht.- Zuftfpielhaus: Der Lügner und die Nonne.— Metropal-Theater: Schön ist die Sei!.— Neue« Theater am Zao: Das öffent, liche Aergcrnis.— Di« Tribun«: Etienne—«eine» Theater: Liebe— UN. modern.— Wallaer.Thcater sPiseator-Btihnes: Tai Aon, erwacht.— Rost- Theater: Die schöne Selrno.- Theater in der Slesterftrahe: Der fröhlich« Weinberg,— Schlad pari- Theater Stealih: Liebe und Trompete»blasen.— flu'. fürstc n. bamm. Theater: Das schwache lvetchiccht.— Theater im Admiral-palast: Auf den Zlell.— Sintergarten. Vla,a, Seala: Ivternatipnales Bari-t-.— Reich» hallen. Theater: Stettiner Sänger.— Theater am Sattbusser Tat: Elitc- Theaker mil wechselndem Spielplan: Zentral. Theater: Bis 25. Zwei Mädel gehe»«um SUIS, ichein. Ab 26. Runxendorf auf Welle 0.5.— flafwa-THeater: Bis 30. Bi-dcrI-ute. Ab 51. Snkrl �ühn aus Reuruppi». Nachmillagsveranstaltungen: Vollibühnc. Theater am«ülamplah: ZS. Das Wintermörchen.— Theater am Nolleudorfplah:'25.. t. Varunteriuchun«.— SamSbirnhau»: 1. Das ilonlo T.-«rohe» Schauspielhaus: 25., 1. Im weihen Röss'I.— flomiich« Oper: 25., 1. Pevvina.— Deutsche» flünstler.Theater: 35. Zum goldenen Anker— Tie Tribüne: 25., 1. Etienne.— Wallaer-Theatcr sPisratar-Bühnc): 2.5. 1. Tai Bau,-rwncht.— Rof«. Theater: 27., 28., 29., 30, Zwanaseinguar. iicrung.— Th-at-r iu der tUaft-rstrah«: 23.. 13 Uhr: San fei und Srcicl. 28.. 31.. 16 Uhr und 1.. 13 Uhr: Dornröschen. 1., 17 Uhr: Büchse der Pondora. 29.. 30.. l»'," Uhr: Maria Stuart.— Schlohpark- Theater Strglih: 23. Die zärtlichen Verwandten. I. ssrau Solle.— W>»»er«rt«>,: 25., 31.. 1. Inlcr. nationales Baricle.— PIa»a. Seala: Znternatianale, Variete.— Reich-Halle», Theater: 25., 1. Stettiner Sänger.— Theater a« flattbusser Zar: 25., 1. Elite- eänoer. Erflaufführungen der Woche: Sanntag. R c v u h l i r o v« r: Mzaros Sochjett.— Maotaa. Linden» oper: Ter fliegende Solländer.— Zentral, Theater: Runrendorf auf Welle 0,3.— Rose. Theater: Die schone Helena.— Mittwoch. Theater des Westens: Der Zaremitsch.— Daauerstaa. Schau» l p ie I h a u s: Mann ist Mann.— Freitag. Städtische Oper: Die Afrikanerin.— Saauabeud. flasino» Theater: Onkel flühn aus Reu. ruppin. Sonnabend. 24. Januar. Berlin. 16,05 E. Nebermann: Schachstundc. 16.30 UnterbaltnflgsmuMk.' 17.55 Die neuen Rundtunk-Aufnahmeräumc und ihre Akusiife. Expenmcnlal- vortrag von Schäifer. 18.30 I. Sc'.inbert; Duo für Vinlm« und Klavier, op. 167. 7. a) Cranados- Kreisler: Spanischer Tanr aus..La vida breve".(Baris Schwaia, Violine und Joseph Schwär«, ElBccI.) 19.00„Für und ceren Berlin". Gespräch zwischen Ernst Ollscr und Ar tue Kantorowicz. 19.30„Die Tauberflöte". Oper in zwei Teilen von W. A. Mozart(geb. 17561, Dir.: ücneralmüsiltdir. ProL Bruno Walter. Regie: Cornelis Crpnsgeest. 77.30 Wetter-, Tages-, und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Marmor-Saal im 2oo; Rchlamebal! 1931. Köulgsvusterhausen. 16.00 Hauptlehrer Marlin Schumacher: Der Landlehrer als Kulturpionier. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Dr. Ernst Meunieur: Vom deutschen Feuilleton. 18.00 Französisch für Fortgescluhttenc. 18.30 Prof. Dr. Poll: Grundprobleme der Lehre vom Leben. 19.00 Dr. Wilh. Hermann: Alte Werkmei�terfatnilicn. Sonntau, 25. Januar. Berlin. 7.00 riroksymnaiük. Anschließend Fröh�onzcrt. 8.00 l�ür den Landwirt. S.50 Morsenfeicr. 10.05 Wettervorhersage. 1I.?0 Plenarsaal des ehem. Herrenhauses: JabilSumsfcier der Deutschen Funk- jjcsellschaft c. V. 12�05 GDA.-Ortsßruppcnneim: Vom 5. Brandcnburcischcn Berufswcttkampf. Eine Kurzreportaffe. 12.20 Breslau: Konzert(Nr. 2 bis 8). 14-00 Jucendstundc.„Unser Alexanderplatz'1, eine Rcportaj� von Kindern Hir Kinder. Lts.: Lisa Tetzner. 14.30 1. Clcmcnti: Sonate A-Dur(E. Job. Bach. Flüffcl). 2. Schubert: Lieder (Agnes Lenbach, Alt). 3. Schumann: Lieder(Hans Wrana, Bariton). 4. W'eiffl: 28 Variationen, op. 15(E. J. Bach). 5. Wolf: Lieder(Agnes Lenbach). 6. Locwc: Lieder(Hans Wrana). 7. Haydn; a) Fantasie C-Dur: b) Capriccio D- Dur(E..T. Bach. Flügel: Julius Bürger).. 16.00 Das Funk-Porträt:„Georg Kaiser"(Sprecher: H. Kasack). 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.00 Marienkirche; Ausschnitt aus der Kundgpbung..Für die Familie" des Evang. Gesamt-Elternbundes Groß-Berlin. 18.30 Schwäbische Schnurren(Alfred Auerbach). 19.00 Aktueller Ouerschnitt durch musikalische Neuerscheinungen. 19/50 Sportnachrichten. 20.00 Staat!. Hochschule für Musik: Konzert der Deutschen Sängerschaft (Weim. C. C.). 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21. 1§„Sie werden von mir hören.. Lustiger Abend. Texte: Marcellus Schiffer. Musik; W. Oronostay. Mitw.; Margo Libn, Elisabeth Ncu- maon, E. Busch, Wilh. Bcndow u. a. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten.. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. � Königswustcrhiti®«*!. ,7.00 Hamburg: Hafeakonzcrt. 11.00 Wilh. Schmidt; Die Schule als Lebensraum unserer Kinder. 1S.OO Dr. Dreyer und Dr. Würzburger; Der Tierarzt(Zwiegespräch). 1S.30 Dr. Moffmann-Harnisch: Große deutsche Schauspieler(mit Schal Iplattca), 19.00 Robert Henseling: Stunde mit den Sternen. 19.30 W. C. Gomoll und Karl Graef: Alfons Paquet zum 50. Geburtstag 20.00 München: Konzert. In der Pause(30.40): Bayerische Skimeisterschaft in Bayrischzell(Berichterstatter: C. J. Luther).