Morgenausgabe Nr. 41 A 21 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pf, monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einichließlich SOPf. Postzeitun gs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen» porto 5,— M. Der �Donvarts" erscheint Wochentag- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Volk und Zeit". Ferner„Frauenstimme". „Technil",„Blick in die Bücherwelt". „Sug»nd'Borwärts"u..Ewdtbellage� P> AerUner Voltsblatt (Souniag 25.Zanuar 1931 Groß-Äerlin 15 Z)f. Auswärts 20 Pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 60 Pfennig. Retlamemle ü.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen� das ettge- druckte Wort 25 Pfennig lsulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig» jedes weitere Wort ist Pfennig. Warte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 6V Pfennig. 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Der Bericht, den der japanisch« Vertreter Zoshisawa in der heu- lige» Sitzung des Välkerbundsrales erstallelc, und der einstimmig genehmigt wurde, besagt: Die drei Noten der deutschen Regierung entHallen eine ganze Reihe von Behauptungen, die sich auf die Bedingungen beziehen, unter denen das Wahlrecht von der deut- sehen Minderheil ausgeübt worden sein soll, und die die unwitlel- baren vorstöhe betreffen, die von seilen der Behörden gegen dieses Wahlrecht, dessen freie Ausübung zu überwachen gerade ihnen aus. gegeben war, vorgenommen seien. Die deutsche Regierung ist der Ansicht, daß diese Art des Vorgehens seitens der polnischen Behörden gegen die Minderheiten gerichtet gewesen sei und daß sie tatsächlich im Ergebnis eine Verminderung in der parlamentarischen Vertretung der deutschen Minderheit herbeigeführt hat. Die polnische Regierung hat nicht bestritten, daß sich Zwischenfälle haben ereignen können, und hat auseinander. gesetzt, daß die wahlorganisatio» besondere Instanzen gerichtlichen Eharakler» vorsehe, um alle Verantwortlichkeiten festzustellen, soweit es sich um die Ausübung de» Wahlrechts handelt. Andererseits möchte ich.feststellen, daß der Deutsche Volksbund in seiner Petition erklärt, daß der Vorstoß gegen die freie Ausübung des Wahlrechts Gegenstand von Reklamationen an die nationalen Instanzen gewesen sei und daß er sich ausdrücklich vorbehalte, eine besondere Petition dem Völkerbund einzureichen. In dieser tage würde der Rat nach meiner Ansicht richtig handeln, wenn er es im Augenblick vermiede, sich über die materielle Seite der Informationen auszusprechen. die ihm vorgelegt worden sind und von denen er Kenntnis nimmt; der politische Aspekt dieser Frage ist hingegen der einzige, mit dem wir uns zur Zeit befassen können. Ich möchte jetzt das zweite Element der vorliegenden Fragen prüfen, und zwar hinsichtlich der Anschläge, denen die Anaehörigen und das Eigen» tum der Minderheit ausgesetzt gewesen find. Die Petition des Volksbundes enthält ein detailliertes ExposS von 245 Fällen dieser Art. Ich glaube nicht. schon jetzt in eine Prüfung dieser Fälle eintreten zu müssen. Niemand hat bestritten, daß Vorsällc dieser Art sich abgespielt haben und daß diese Vorsällc von einer Jchtverc und einem Ausmaße gewesen sind, die den hinreichend gerechtfertigten Schluß er» laubcn, daß in zahlreichen Fällen eine Verletzung der Artikel 75 und 83 der Genfer Convention stattgefunden hat. Ich füge übrigens hinzu, daß die polnische Regierung unverzüglich eine Enquete hierüber veranlaßt hat. Wie schon der Vertreter Deutschlands in seiner Rede vor dem Rate ausgesührl hat. ist das entscheidende Moment in dieser Angelegenheit das Verhalten der Behörden, hier möchte ich mir erlauben, eine Unterscheidung zu macheu zwischen dem, roa� ich die unmittelbaren Verantwortlichkeiten, und dem, was ich die mittelbaren verantworttichkeiten der uns beschäftigenden Vorfälle nennen möchte. Unmittelbare Verantwortlichkeiten: Die polnische Regierung hat uns informiert, daß alle in der Petition des Volksbundes erwähnten Fälle Segenstand genauer Untersuchung gewesen sind. Infolge dieser Untersuchung seien 125 Fälle dem Gerichte überwiesen. In 2s Fällen habe der Slaalsanwalt öffentliche Anklage erhaben, und hiervon seien wieder bereits in 10 Fällen Urteile der zuständigen Gerichte ergangen gegen 17 Beamte seien Disziplinarverfahren eingeleitet und 9 von ihnen eine Rüge erteilt worden. In SZ Fällen geringerer Bedeulniig soll die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sein. In 41 Fällen hätten die Behörden das verfahren ans verschiedenen Gründen abgeschlossen. Ich glaube, daß ich von der Gesamtheit der von der polnischen Regierung ge- trosscnen Maßnahmen Kenntnis nehmen konnte. Es ist in fcdcm Falle unerläßlich, daß man bei der deutschen Minderheit der Wojewodschaft Schlesien wieder ein Gefühl des Vertrauens er» weckt, welches unglücklicherweise tief erschüttert zu sein scheint und ohne dag sich zwischen Minderheit und Staat nicht die Zusammenarbeit herstellen läßt, die die Verträge und die Resolutionen der Völker. bundsoersammlung und des Völkerbnndsrales als eine gebieterische Pflicht sawohl für den Staat wie auch für die betreffende Minderheil hingestellt haben. Der Rat wird bestimmt zu gegebener Zeit vor seiner nächsten Session von den Entscheidungen, welche die polnische Regierung in dieser Richtung zu treffen für richtig befunden haben wird, Kenntnis zu nehmen wünschen. Der deüische Erfolg. V. Leb. Genf, 24. Januar.(Eigenbericht.) Es müßte schon eine gehörig« Portion schlechten Glaubens dazu gehören, wenn man es wagen wollte, nach der heutigen Ent- s che« d u n g des Völkerbundsrates in der ostoberschlesifchen Frage weiter zu behaupten, daß der Völkerbund ein Schwindel sei, den Deutschland nicht länger mitmachen sollte. Wer unvoreingenommen den zum«insttmmizen Beschluß erhobenen Bericht des Japaners Joch!- sawa liest, wird trotz der drplcmatischen Sprache, die natürlich viel verklausulierter und zurückhaltender ist als zum Beispiel die Zei° tnngssprache, auf den ersten Blick erkennen, daß das Polen pllsudskis und Graczynstis eine schwere moralisch« Niederlage erlitten hat. Wenn das in dem ersten Teil des Beschlusses, der sich mit der Verletzung des Wahlrechts der deutschen Minderheiten befaßt, vielleicht nicht so stark zum Ausdruck kommt, so liegt das nur daran, daß die Einsprüche der deutschen Minderheiten— wie übrigens auch der sonstigen Oppositionsparteien— einstweilen vor dem Obersten Wahlgericht schweben, wie es der Deutsche Volksbund in seiner Eingabe selbst betont hatte. Der Rot nimmt Kenntnis von den schwc- b enden deutschen Anträgen, wartet aber noch das Ergebnis des schwebenden Verfahrens ab. Ausdrücklich wird dabei hervorgehoben, daß der Deutsche Voltsbund sich im Falle eines unbefriedigenden Ausganges dieses Verfahrens ein« neue besondere Eingabe an den Völkerbund vorbehalten hat. Man braucht zu dem höchsten Richter Polens im Zeichen der Diktatur Pilstidskis kein übermäßiges Vertrauen zu hegen, aber das Damoklesschwert einer neuen Erörterung in Gens schwebt über den Machthabern in Warschau und Kattonxtz, wenn die notwendige Schlußfolgerung unterbleibt. Sollte das Rechtsgejuhl nicht genügen, dann mühte schon die Staatsraison das Oberste Gericht zu der einzigen moralischen Schlußfolgerung veranlassen: nämlich zur Ungiiltigkeitserklärmig der Wahlen vom 16. und vom 23. November 1936. Der zweite Peil des Beschlusses ist durchaus eindeutig: Gestützt ruf das eigene Geständnis Zalcskis wird die- Verletzung der Genfer Konvention ausdrücklich festgestellt. Dann wird die Vor- antmortlichkeit der Behörden als der entscheidende Gesichts- punkt untersucht. Bezüglich der direkten Schuld nimmt der Rat von den Mitteilungen Zalcskis über die eingeleiteten Straf- und Tstziplinarverfahren Kenntnis. Noch vor der Maitagung des Rotes aber wird Polen eine„vollständige und genaue" ll e d e r s i ch t über die getroffenen Strafmaßnahmen den Mächten überreichen müssen. Das allein bedeutet schon für Polen eine nicht gerade angenehme Verpflichtung, aber für die deutsche Minderheit in Polen, für die öffentliche Meinung in Deutschland und sür die Gesamtheit dieser nationalen Demokratie ist dies eine wirksame Garantie, daß der Genfer Beschluß keine platonische Geste bleiben wird: polen wird im Wai vor den kritischen Augen der ganzen Well abermals Rechenschast ablegen müssen. Noch schwerwiegender ist der Schlußo.bschnitt der Resolution, der sich mit der„indirekten" Schuld der Behörden besaßt und von dem der Berichterstatter mit Recht sagte, daß dieses Kapitel „besondere heikel" ist. In unmißverständlichen Worten wird die Pflicht der Behörden„zur peinlichen Jnnchaltung der Minderheiten- rechte" und zum„weitgehenden Verstlstidnis" gerade in einem solchen Gebiet wie Obcrschlesien unterstrichen:„I e höher die Behörden, desto gebieterischer diese Verpflichtung"— in diesem Zwischensgtze ist die denkbar deutlichste Anspielung auf den Wojewoden Graczynski enthalten. Nicht weniger klar ist die Verurteilung des„Zlufstandischcnocrl'andcs" und seiner der Annäherung beider Bevöskeningsteile absprechenden Geste" ausgesprochen. Aus- driicklich wird die Aushebung der Sonderstellung der Aufständischen gefordert und die Ergreifung der notwendigen Maßnahmen zur Beendigung dieses Zustandes nahegelegt. Das Bsrtrauensgefühl der Deutschen in Ostoberschlcsien. ,chas leider tief enttäuscht zu sein scheint", imiß„jedensalls und unbedingt wiederhergestellt werden*. ilnd schließlich wird Polen a u ch d a r ü b e r noch vor der Maitagung dem Rat Rechenschast abzulegen haben. Wenn Worte einen Sinn haben— und die Warschauer Regierung wird sich Über diesen Sinn nicht U scllschaftlich und gesetzlich durckizuführen wissen. Ein deutsches Reich der Zulunst wird gerade die kinderlose Frau— gleich, ob verheiratet oder nicht— als ein nicht vollwertiges Glied der Volksgemeinschast betrachten und damit auch den Ehebruch des Mannes einer Kor- rektur unterziehen, insofern ein solcher mll Kindesfolge nicht als juristisch zu wertender Ehebruch betrachtet werden kann, nur daß der Betreffende zur Zahlung der Crziehungskosten des Kindes gesetzlich anzichalten ist.", Herr Frank half sich in großer Verlegenheit mit der Aus- rede, daß das Buch Rosenbergs keinen parteiamt- lichen Charakter trage. Aber: in allen parteiamtlichen Schriften wird das Butt) von Rosenberg zitiert und besonders empfohlen. So wird in den von Hitler selbst herausgegebenen„National- sozialistischen Monatsheften", Nr. 9, das Buch besonders hervorgehoben und als die nationalsozialistische Lebensanschauung bezeichnet. Kein parteiamtlicher Charakter? Mit dieser Notlüge kommt Herr Frank nicht weiter! Hakenkreuz gegen preffefreiheii. Eine Aorankünöigung vom Dritten Zieich. Als Herr F r i ck in Kassel seine Hetzrede gegen das Zentrum hielt, wurden der Chefredakteur unseres Partei- blattes in Kassel und der Vertreter eines bürgerlichen Blattes so bedroht und belästigt, daß sie noch vor Schluß der Rede Fricks die Versammlung verlassen mußten. Das Kasseler Organ der Nationalsozialisten schreibt, nun, daß diese Belästigung eine offizielle Vorankündigung des „Dritten Reiches" darstellt. Das Blatt erklärt: ,',W i r denken gar nicht daran. jenen Leu.ten Preßfreiheit zu garantiere n." Sie fürchten die Pressefreiheit, und das aus gutem Grunds!. Die mit den Nationalsozialisten sympathisierenden Zeitungen und Agenturen habe» die Sätze des Herrn Frick über das Zentrum aiatt unterschlage,,. Man muß also an- nehmen, daß szerr Frick nur für seine Parteifreunde den Mund weit ausmachen wollte, aber nicht für die Oeffentfichkeit. Sie wollen vor den Gläubigen als Helden dastehen, aber für die Oessentlichkeit nichts gesagt haben. Daher der Wunsch nach Knebelung der Presse!_ Oas Zentrum wehrt sich. Kräftige Antwort auf hie Erzählungen vom oberschlesi scheu Separatismus Die Behauptung der„Kreuz-Zeitung" daß das Zentrum in Oberschlesien separatistische Pläne verfolge, hat eine energische Ab- wehr der Zentrumspresse hervorgerufen. Die„Germania" fchreibt: „Man läßt also einen ganzen Bolksteil und angesehene Per- sonlichkeiten des Hochoerrats verdächtigen und erklärt zugleich mll kühler Gelassenheit: Nun gebt bitte beweiskräftige Erklärungen darüber ab, daß die von uns gemachten Mllleilungen unzutreffend sind. Dos ist fürwahr eine jaubere Methode!" Di«.Lbers.chlef.ische.Volks stimme", das Organ des Zentrum» in Oberschlesien, stellt grobe Unrichtigkeiten in der Zuschnst der„Krauz-Zchtung" fest und bemerkt zum Schluß.: „Es liegt daher die begründet« Vermutung nahe, daß bei der Beröfsentlichunz der„Kreuz-Zellung" die Absicht bestand, dos Zentrum und feinen aberfchlestfchen Führer Prälat Ulitzla aufs neu« zu verdächtigen und zu verleumden, und ihm die. nationale Ehre zu rauben. Dies« unerhörte Schamlosigkeit der„Kreuz- Zeitung" und ihres Zuträgers richtet sich selbst." Da sind die„nationalen" Leute gebührend gekennzeichnet. Oer(Spruch des Wahlprüfungsgerichts Die konservativen Mandate und das Mandat Mönkes sind gültia. Nach mehr als eineinhalbstündiger Beratung verkündete gestern das Wahlprüfungsgericht seinen Spruch. Es wurden sowohl die Mandate der Konservativen Voltsportst als auch dos des Abg. M ö n k« für gültig erklärt. Der Spruch des Wahl- Prüfungsgerichts lautet: 1. Der gegen die Wahl des Abg. Mönke erhobene Einspruch ist unbegründet. 2. Es besteht kein rechtliches Bedenken dagegen, daß die auf die Wahlkreisvorschläge der Konservativen Bolkspariel abgegebenen Reststiwmen auf den Reichswahlvorschlag Nr. 10 ver- rechnet worden find. 3. Die«ndgülliac Entscheidung erfolgt durch Urteil noch Fest- stellung des Zahlenergebnisses. Zur Begründung führt« der Vorsitzende Dr. Bell aus: Das Wahlprüflingsgericht ist bei der Prüstmg der gegen die Wahl des Abg. Mönke erhobenen Einwendungen davon ausgegangen, daß es darauf ankommt, ob am 23. September mit Wissen und Wissen des Herrn Mönke das Schriftstück vom 24. August als sein Wahlverzicht eingereicht worden ist. Am 17. September hatte Herr Mönke durch «in Schreiben zum Ausdruck gebracht, daß dieses Schriftstück vom 24. August nicht abgesandt werden sollte. Das Wahlprüfungsgericht ist der Ueberzeugung, daß»och dieserüZrtlärung eine klare und un- zweideutige Erklärung des Herrn Monte notwendig �gewesen wäre des Inhalts, daß entgegen dem Schriftstück vom 17. eveptemUr dos Schriftstück vom 24. August eingereicht werden sollte. Das Wahl- prüfungsgericht ist der Aujfassung, daß eine solche Erklärung nicht vorlag, und«s verspricht sich auch von einer weiteren Beweisoui- nähme keinen Erfolg.— Es war weiter zu prüfen, ob die Wohl der vier Mllglieder der Konservativen Bolkspartei und die Wohl des Abg. Mönke gültig war. Dos Wahlprüfungsgerichr sst dem Bericht und Vorschlag des Berichterstatters gefolgt und zu der Auffassung gekommen, daß rechtliche Bedenken nicht vorliegen, daß die auf die Wahlkreisvorfchlägc der' Konservativen Aolkspartei abgegebenen Rcftstimmen auf den Reichswahloorschlag dez Landvolks verrechnet worden sind. Diese Entscheidung bezieht sich sowohl auf die vier Mitglieder der Konservativen Volkspartei als auch auf den Abg. Mönke. Ein endgültiges Urteil konnte um deswillen noch nicht ge- fällt werden, weil dazu noch die Feststellung des Zahlenergebnisses erforderlich ist. Diese Entscheidung muß vorbehalten werden. Zfiedenssiime in der Schule. Die französische"Liga für Men- lchenrechte hat beim Ministerium für össenliichen Unterricht an- geregt, zwecks Erziehung der Jugend zum Frieden allsgewähtte Szenen aus K r i e g s i i l m e n in d c n' S ch u l c n zur Auf- führung zu bringen. Die Liga macht weiter den Vorschlag, aus dem Film.,3 m Westen nichts Neuss", der sich in vielen Teilen zur Friedenserziehung ousgczcichnet eigne, eine Szencnfolge für die kommunalen Schulen auszuarbeiten. Briand lehnt ab. Telephongespräch mit dem Präsidenten der Republik. V a r i». Z4. Januar.(eigentocUf)L) Der Präsident der Republik führte am Sounabend mit Auhen- intnifter V rian d in Genf ein längeres Telephon- g e f p r ä ch. in dessen Verlauf er ihm dieReubildungderRe- g l e r u n g anlrug. Es ist Herrn Doumergue sicher nicht' leicht gefallen, diesen Schritt, den die öffentliche Meinung sozusagen einstimmig gefordert l otte, zu unternehmen, denn es ist ein offenes Geheimnis, daß der Präsident der Republik seit der Rheinlandräumung und dem Hitler- Sieg in Deutschland mit Briands Außenpolitik nicht mehr sehr s.arf sympathisiert. Briand hat das an ihn gerichtete Ansinnen erwartungsgemäß abgelehnt mit der Begründung, daß die Außenpolitik seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit erfordere. Als Illustration für die Richtigkeit seines Standpunktes konnte Briand anführen, daß die Beilegung des deutsch-polnischcn Konfliktes über das Minderheitenproblem ihm nicht einmal gestatte, am Sonn- abend, wie er beabsichtigt hatte, noch Paris zurückzukehren. Der Präsident der Republik wird jetzt wegen der Neubildung ker Regierung voraussichtlich an Senator Laval herantreten, der �war noch im Dezember mit seinen Bemühungen um die Bildung einer bürgerlichen Konzentrationsregierung gescheitert Ist, der aber genug Sympathien in allen Kreisen besitzen soll, um nunmehr mit größeren Aussichten auf Erfolg das Experiment wiederholen zu iönnen. Laval beauftragt. Pestis. 24. Januar. Nachdem Briand die Bildung des neuen Kabinetts mit der Begründung abgelehnt hat, daß er zu der schweren Last des Außenministeriums nicht noch das Ministerpräsidium übernehmen könne,. hat Doumergue den früheren Arbeitsminister Laval mit der Kabinettsbildung beauftragt. Laval hat den Antrag a n- genommen und wird bereits am Sonntag die Verhandlungen ausnehmen. Tardieu wirb vorgeladen. Paris. 24. Januar.(Eigenbericht.) Die Unterfuchungskommission im O u st r i c- S k a n d a l hat am Sonnabend nach längerem Zögern auf Antrag Renaudels be- ichlossen, den ehemaligen Ministerpräsidenten Tardieu vorzu- laden. Tardieu hat beim Ausbruch des Skandals in der Kammer öffentlich erklärt, er habe die Akten über die Beziehungen seines Justiz- ministers Peret zur Oustric-Bank eingehend geprüft und könne erklären, daß diese Beziehungen durchaus normal gewesen seien. Die Untersuchungskommission will nun feststellen, auf Grund welcher Akten Tardieu diese Erklärung abgeben konnte. Außerdem ist in den letzten Tagen von der.Untersuchungskommission festgestellt morden, daß der KadinettLchcf Tardieus und sein parlamenta. rischer Attache bei Oustric größere Konten besaßen und sich auch unter den Nutznießern der geheimnisvollen, nur mit ihren Initialen gezeichneten Bestcchungskonten der Bank befinden. Die Kommistion hat ferner beschlossen, den Abg. B u y a i, der den entscheidenden Jnterpellationsangrisf gegen den Ackerbauminister si'.oret unternommen hat, zum Berichterstatter über die Snia Discosa- lffär« zu ernennen, die demnächst vor dem Parlament zur Dis- l u'Ihzn kommen wird.' f . i Konservaiive bereiten Wahlen vor. Zunehmende Arbeitskämpse.- Antigewertschafisgeseh bringt die Snischeiduag. London. 24. Januar.(Eigenbericht.) Die Arbeiterregierimg war bereit, zwischen den Baumwollfabri- kanten und den ausgesperrten Webern Verhandlungen anzn- bahnen. Die Führer der Weber- und Spinnereigewerkschasten ver- langten jedoch vorher einen entsprechenden Auftrag von den An- gehörigen ihrer Organisationen. In der hierzu vorgenommenen Urabstimmung lehnten ez die im Aussperrungsgebiet organisierten Arbeiter mit 90 770 gegen 44 990 Stimmen ab, den Gewerkschasts- iährcrn einen Verliandlungsaustrag zu erteilen. Dieser Beschluß verschärft natürlich den ohnehin sehr erbitterten Wirtschastskampf. Die bisher durchlöcherte Front der Unternehmer wird stch rasch ichließen und die Aussperrung vollkommen machen. Auto- matisch werden dadurch auch sämtliche 280000 Spinnereiarbeiter in kürzester Frist brotlos werden. Diese ununterbrochenen und immer schärfer werdenden Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erhalten selbstverständlich auch ihren parlamentarischen Ausdruck. Dem nur auf politische Taktik eingestellten Lloyd George wird es immer schwerer, die Mehrzahl der Liberalen an das Arbeiterkabinett zu ketten. Anderer- seits erzeugten die fortwährenden Provokationen der Industriellen regen die Arbeiterschaft, die wachsend« Arbeitslosigkeit und das Ringen um den Arbeitslobn innerhalb der Arbeiterschaft ein« so erbitterte Stimmung, daß Maxton und die Unabhängige Arbeiter. parte! im gleichen Maße radikalisiert werden. Von außen und innen verschärft sich damit täglich der Druck gegen das Arbeiter- f a b i n c t t. Am Freitagabend hatten Macdonald und Lloyd George cin« stundenlange Unterredung. Die gesamte wirtschaftliche und politisch« Spannung wird stch am Dienstag und Mittwoch im Unterhaus entladen, wenn die Be- ratung über das Antigewerkschaftsgesetz fortgesetzt wird. Die am Mittwochabend zu erwartend« Absti-mnung wird durch die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Liberalen Partei und durch die Radikalisierung der Unabhängigen Arbeiterpartei so auf des Messers Schneide stehen, daß das Ergebnis nicht vorauszusehen ist. Die Konservativen Ijaben bereit» Anordnungen für eine Neuwahl herausgegeben. — r- Siudenien gegen den Terror. In Warschau. Warschau. 24. Januar. Die Warschauer Studenten, etwa 4000 an der Zahl, veranstalteten im Hpf« der Universttät ein« Protestkundgebung gegen die Vorgänge von Brest-Litowsk. Hierbei kam es zu Schlägereien mit einer kleinen Gruppe regierungsfreundlicher Studenten. Die Studenten zogen dann durch die Stadt, wobei sie Ruf« gegen die Regierung ausstieße«._ Der Moskau er Ruudstmkfeader teilt« mst. daß in Leningrad auf verschiedenen Werksversammlungen anläßlich der Sowsetwahlen Nechtsoppositionelle dos Wort ergriffen hätten. Ein Leningrader! Vertreter bei dem jungkommunistijchcn Kongreß berichtete, daß in- Leningrad im iuiigkonmumistischeo Verband die Rechtsopposittonellen sthr starken Emfluß hätten. Der Beamte des Somjctfunks erklärte zum Schluß, daß mau die Augen»ach Leningrad richten müsse, „Gott Wodan, zeige uns einen Weg der Rettung!"— Stimme, aus dem Hintergrund:..Ich kann au» kleinen Steinen Gold machen!" .Natürlich erst dann, wenn wir ein Kapital von min- bestens einer Million Mark bedingungslos zur ver- fügung steht." „So— nun versuchen Sie es mal mit meiner Geig«! Um meine Theorien zu verstehen, muß mau nämlich musikalisch sein."—„0 weh. wir sind bloß dämlich." Morih-Zarnow gesteht. Ein Osfiziersbeschimpfer als Freund von Goebbels und Hugenberg. Zu den Feststellungen, die. Genosse Ävttner im Hauptausschuß des Preußischen Landtags über die Person des Pamphletiften fflott- fried Zarnow, in Wirklichkeit Ewald Moritz, gemacht hat, erhalten wir durch hen Rechtsanwalt Sack eine Berichiigmzz, die wir ab- drucken, obwohl sie dem PrDiZeM'mD" entspricht. Die Berichti- gyng lautet: „Es ist unwahr, daß ich mich„nach der Revolution der Sazwildsmokrat'e als Enthüster aeaen die Offizier« der alten Arme« und die Propiantänttar angeboten bebe". Wahr ist, daß ich vor jetzt 12 Jahren gegen amtlich« Per- untreuungen nur beim Proviantamt Küftrin mit dem Erfolge käinpfte. daß dessen Borstand nach Bremen ver.Ietzt. aber nicht strafverfolgt wurde. Es ist u n w a h r, daß ich dem Abgeordneten Kuttner„Briefe" geschrieben habe,„um rachsüchtig zu verleumden".. Wahr ist. daß ich 1919 und 1920 auf juristisch«» Rat hin Parlamentarier auf die mir damals bekanntgewordenen Heeres- gutjchiebungen aufmerksam machen wollte, daß ich der Reihe noch bei sozialdemokrotischin, demokratischen und Zeittrumsabgeord- neien kein Verständnis gesunden habe. Au diesen Abgeordneten gehört auch der Abgeordnete Kuttner. Ich bin damals gänzlich unpolitisch und nur sachlich eingestellt gewesen. Es ist u n w a h r, daß der Abgeordnete Kuttner mich„schroff" abgewiesen hat. Wahr ist. daß er erklärte, kein« Zeit zu haben Es ist unwahr, daß ich„m Artikeln die Offiziere der alten Armee aus das wüsteste beschimpft habe. Berlin, den 23. Januar 1831. M. Ewald Moritz." Mtt dieser Berichtigung bestätigt Zarnow-Moritz alles, was Lkuitner über ihn behauptet hat. Er oersucht lediglich, den Tatsachen eine harmlosere Deutung zu geben Zunächst bestätigt Morih durch Richtbestrelten. daß er mit Zarnow identisch ist. Er bestätigt alsdann, daß er den Linksparteien nach der Revolution Enthüllungen über feine shemelligen Vorgesetzten a n g e- boten hat. Was feinen Rausschmiß durch Kuttner anbelangt, so hat Ehren-Moritz offenbar vergessen, daß er selber sich in späteren Zlrtikeln b i ttt e r darüber beschwert hat, wie unfreundlich er, der brave Enthüller und Denunziant, w« Küttner vor die Tür gesetzt worden ist. Um die Wahrheitsliebe des Zarnow-Moritz in das denkbar baut- lichfte Licht zu setzen, wollen wir hier einiges au» einem Artikel abdruckea. der unter der Ueberschrisl..Wer hat die Zrout erdolcht?" von AI.<£. Dloritz im September 1919 in der sozialdemokratischen presse verösieal- licht wurde. Dieser Artikel schildert die Schlemmerei bei den hohen Stäben und führt wörtlich aus: „Die Offiziere, die auftreten können und für sich und die unter- stellten Offiziere nachweisen, daß sie sich bewußt und freudig dem § 1 der Kriegsoerpslequngsvvrschrist(wonach es nur ein« Feld- Mozarts„Zauberflöte". Feflaufführung im„Haus des Rundfunks". Als �festliche Veranstaltung der Reichs rundfunkgesellschaft und der Funkstunde Berlin fand gestern im neu erbauten.Lause des Rundfunks" der erste Opernabend statt. Mozarts„Zaubers lote" gelangte unter der Leitung Bruno Wollers zu einer musikalisch außer- ordentlich schönen, in allen Teilen ausgeglichenen Wiedergabe: die textliche Rundsunkbearbgitung durch Cornests Bronsgeest mußte aller- dings gewisse Bedenken wecken. Der Sendung ging eine kurze An- spräche des Reichsrundfunklommissars voraus, der die geladenen Gäste, unter ihnen den Reichspostminister Schätze! und zahlreiche Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden willkomme» hieß. K. E, kost für Offiziere und llstannschaften gibt, Red- d.„Ponp.") unter- warfen haben, dürften dünn gesät sein." Moritz zähst dann«ine Zahl von Einzelfällen auf. in denen Offiziere hoher Stäbe„Sekt gesoffen" haben, während die Soldaten um trockenes Brot bettelten,„vor stch Geschütz- und Gewehrfeuer — im Rückeu kvallle d« Kektkorkeu", diys sind Worte, mit denen Moritz einen schlemmenden Geyeral charakieristsrie. Moritz kommt zu dem Ergebnis: .Ach muß bekennen, daß mich heute npch ein unüberwind- l icher Ekel obhäv, meine Kriegserinuenmgen auch nur zu sichten und zu ordnen, gsschweige denn-u schreiben. Mit Scham und Grimm gedenke ich der Monate Mai bis Juni l917. Unsere Dipision kämpste bei Bullecourt. Grandvills Ulm. die große Abwehrschlacht Glühende Hitze und kein Mineral- wasler: größte Kraftanstrenqnng und kaum genügend Marmelade. lind hinter uns gab es Butter, Eier und Fleisch— beim D i v i- sionsstab. Es hat im Felde zweierlei Maß gegeben, sowohl im gemeinen Recht wie in jenem, das im täglichen Speisezettel zum Ausdruck gekommen ist. Und ich sehe al» tiestten Grund de» 9. November 1919: den Hunger der Soldaten und die Schwelgerei eines großen Teils der Osiiziere." Wir wollen hierzu feststellen: Herr G o c b b e l s, der gegen den Remarque-Fikm mit weißen Mäusen kämpft, pruckt die gegen links gerichtete Schimpffchrift vieses Moritz-Zarnow fort- setzungsweise ab, der ehemalige Offizier A. Stein. Rumpelstilzchen genannt, ein Preßatellst Hugenberg». besorgt für Moritz die Preßreklame. Fein« Gesellschaft! * Die„Deutsche Zeitung" kündigt«ine Klage Zarnvips gegen Kuttner an. Die Meldung ist schon deswegen kindisch, weil«z sich um Aeußerungen im Parlament bandest. Im übrigen aber wird Herr Zarnow-Moritz sehr wohl viel schneller Gelegenheit haben, sich zu oll diesen Fragen zu äußern, ober nicht als Kläger, sondern als A n g e k l a g t e r l Finanzmann versthicki. Die Jafchistentscheka verbannt ohne Urteil. Turin, 24. Janstgr. Der Finanzmarm Riccardo G uylin o ist wegen„wiederholter schwerer Schädigung der Nationalwirtschaft" zu' fünfjährigem Zwangsaufenthalt auf den Liparischen Inseln oerurteilt worden. e- Guylino beherrschte«in« der größten Provinzbanken und war Begründer der vielfältigsten Jndustrieunternehmungen von Schoko- lade bis Blei und Kunstseide. Man konnte ihn zeitweise den italienischen Stinnes nennen. Im vergangenen Ostober wetterte Mussolini gegen ihn und seinesgleichen als die„Cagliostros der Wirtschaft". Er ist ein persönlicher Feind Musso- lini s. Als Mussolini die Macht ergriff, soll Guylino für Hundert- tausend« von Lire kompromittierende Akten gegen die Diktatur auf- gekaust haben. Angeblich drohte er dann, die Akten zu veröffent- lichen, meint Mussolini ihm für seine zweifelhaften finanziellen Gc- schäste nicht freie Hand lgsse. Mussolini hat ihm aber— so heißt es— nicht nur freie Hand für sei:»« Transaktionen gelassen, sondern hat auch die kompromittierenden Dokumente gekauft. So sei Guylino in di« Lag« oersetzt worden, unter dem Faschismus ungeheure Spekulationsgewinne zu machen unh ein Riesenvermögen anzusammeln. Heute sei Guylino durch di« Oustric- Affäre und die Spekulation in den Akten der Snia Viscosa daiekrott. und Mussolini glaube ihn nun erledigen zu können. Es verlaute aber, daß Guylino in ausländischen Banken mehrere Photographien der Mussolini belastenden Dokumente aufbewahrt habe und gedroht habe, sie zu oeröfjenttichen. Die völkischen„oberen Tausend". Die Forderungen der Kriegsopfer. Reichskonferenz des Reichsbundes der Kriegsbeschädigien. Kassel, 24. Januar.(Eigenbericht.) Im Stadtoerordneiensitzungzsaal in Kassel wurde am Sonn- abend vormittag die R e i ch s konfcrenz des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten eröffnet. Der erste Vorsitzende des Bundes, Kamerad P f ä n d n c r, begrüßte die Erschienenen und wies auf die besondere Bedeutung der Tagung hin. Leider begegne man heute, wo nationalsozialistische Gruppen von einem neuen Krieg faseln, viel weniger Interesse für die Opfer des letzten furchtbaren Krieges. Dos öffentliche Gewissen müsse wachgerufen werden. Das sei die Ausgabe des Bundes und der heutigen Tagung im besonderen. Er begrüßte sodann die Bchördenvertreter, die als Gäste auf der Tagung awescnd sind Oberbürgermeister Dr. Stadler hieß die Erschienenen!m Namen der Stadt Kassel aufs herzlichste willkommen. Das Gefühl der Verbundenheit mit dem Bund und mit den Kriegsopfern möchte er besonders hervorheben. Mit Interesse habe auch die Stadt Kassel stets die Arbeit des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten verfolgt. Wenn, der Borredner betont habe, daß das öffentliche Interesse für die Kriegsopfer-nachgelassen habe, so möchte er sagen, daß ein« Fülle sozialer Pflichten durch die Not der-Zeit und durch die Kapital- knoppheit erwachsen sei. Er wisse aber, daß gerade auf dem Gebiet, das der Bund betreue, die nötigen Opfer immer gebracht würden. Die Zukunft liegt schwarz vor uns, so sagte der Oberbürgermeister zum Schluß, aber die sozialen Schwierigkeiten können wir nicht durch verantwortungslose Gruppen und durch Propaganda beheben. (Allseitiges: Sehr richtig!) Wir wallen trotz allem Optimisten sein! Di« Stadt Kassel wünscht der Tagung vollen Erfolg, da es sich um lebenswichtige Jnteresien handle, die die Delegierten beraten. Als Hauptreferent sprach sodann der zweite Bundesvorsitzende, Kamerad N o a, ifber das Thema„Der Reichs Haushalt und die Forderung des R e i ch s b u n d e s". Der Redner gab .zunächst ein Bild von der Finanznot des Reiches und dem erhöhten Auschußbedarf von Reich, Ländern und Gemeinden von W25 bis zum End« 1330. Alsdann beschäftigte er sich mit den im Entwurf des Reichshaushalts vorgenommenen Einschränkungen, die ins- gesamt l 132 ÖOO Mark gegenüber dem Reichshaushalt 193l) betragen. Ganz. besonders eingehend wurde dann der Plan 7 und der Plan 12 des Haushalts für Versorgungs- und Ruhegehälter vom Redner einer Untersuchung unterzogen. -Die Renk envor sorgung der Kriegsbeschädigten erfordert für das lausende Jahr mit allen Nebenkosten rund 631 Mil- lionen Reichsmark, die Rentenversorgung der Hinterbliebenen rund 616 Millionen Reichsmark. Dabei ist hervorzuheben, daß der Per- s o n« n k r e i s sich auf etwa 984 666 Kriegsbeschädigte und 1466666 Kriegerhinterbliebene beläuft. Ganz er- heblich ist insbesondere die Position der Kapitalabsindung einer Kürzung unterworsen worden. Der Redner betonte dann auch noch die bessere Versorgung der Offiziere und ihrer Hinterbliebenen, für die«in Betrag von 181 Millionen Reichsmark, bei diner Kopfzahl von 56 666, aufgewendet wird. Interessant ist es dabei, zu hören, daß die Versorgung der neuen Wehrmacht, wie der Redner ausführte, um 466 Proz. besser als die der Kriegsbeschädigten ist. Werden ja doch allein für rund 22666 versorgungsberechtigte Personen der nepen Wehrmacht schon rund 73 Millionen Reichsmark aufgewendet.' Obwohl die Kürzungen bis an die Grenze des Möglichen gehen, habe der Reichsrot weiterhin vom Sparkommifsar die Vorlage genauer Berechnungen über die künftige Entwicklung der Kriegs- beschädigtenverforgung und-fürsorge angefordert und gewünscht, daß eine engere Verbindung des älteren Verwaltungsapparatcs fämt- licher Verwaltungen mit anderen bestehenden Verwaltungsinstanzen aufgenommen werden soll. Als einzige Organisation habe der Reichsbund von vornherein der Regelung der Kriegsopferversorgung durch Nowerordnungen ablehnend gegenübergestanden, ja sogar beim Staatsgerichtshof Klage wegen der Rechtsgültig- keit der Notoerordnung angestrengt. Die siriegsopser erwarten von der Reichsregierung, vom Reichstag und den Reichs- tagsparteien umgehend die Inangriffnahme der entsprechenden Schritte zur Verwirklichung der dringendsten Forderungen und der notwendigen Maßnahm« �sür die Opfer und Hinterbliebenen des letzten Krieges._ Bayerns Etat für-193-1. Bayern neben Thüringen am stärksten verschuldet. München, 24. Iarniar.(Eigenbericht.) Der bayerische Staatshaushaltsplan sür 1931, der am Freitag dem Landtag vorgelegt wurde, ist im wesentlichen ein Abklatsch des vorjährigen Haushalts, dessen Ausgleich nur durch die Hilfe der Sozialdemokratie gelang. Dieses Verdienst der sozial- demokratischen Fraktion, das Finanzchaos des Staates Bayern im letzten Augenblick verhindert zu haben, wurde am Freitag in der Etatredc des gegenwärtigen Leiters des Finanzministeriums rück- haltlos anerkannt.„Es waren— so erklärte er— denkwürdige Tage, als Ende Oktober 1936 unter Zurückstellung erheblicher Partei- politischer Hemmungen das Etatsausgleichsgesetz im Landtag be- schlössen wurde. Das Jahr 1936 stellt deshalb«inen markanten Zeit- abschnitt innerhalb der bayerischen Finanzverwaltung, dar." Der gleiche Grundsatz des Ausgleichs in Einnahmen und Aus- gaben wurde deshalb auch auf den neuen Haushalt angewandt. Er balanciert ohne Fehlbetrag mit der Gesamtsumme von rund 846 Millionen Mark, was gegen das Vorjahr eine Verminderung um rund 143 Millionen Mark ausmacht. Dieses Ergebnis wurde möglich durch den 13-Millionen-Ertrag der Schlachtsteuer und die sechsprozentige Kürzung der Beamtengehälter, die eine Summe von 21,6 Millionen Mark ausmacht, sich aber auf 16,2 Millionen ver- mindert, da durch den Beamtenabbau die Pensionslasten stark ge- stiegen sind. Die Herabsetzung der Leistungen an die K i r ch e ii g e s e l l s ch a f t e n, die im Borjahre 38 Millionen aus- machten, beträgt drei Millionen. Das Fiiianzniinistcrium weist aber ausdrücklich darauf hin, daß die Kirchen in ihrem eigenen Interesse sich, aus der finanziellen Abhängigkeit vom Staat möglichst befreien sollten. Zu diesem Zweck müßten sie alles daransetzen, ihre durch die Inflation verlorengegangenen Vermögen so rasch wie möglich wieder aufzustocken.-. Für den Wohnungsbau sind im Haushalt 44 Millionen Mark vorgesehen, also 6 Millionen Mark weniger als im Vorjahre. Die Regierung ist der Zkuffassung, daß infolge des 16- bis 12prozenti- gen Rückganges der Baustoffpreise mit den 44 Millionen die gleiche Anzahl Wohnungen gebaut werden kann. Stark geschmälert ist der Reingewinn aus den Staatsforsten, die frühep eine Haupteinnahme- quelle des Staates waren. Infolge des fortwährenden Rückganges der Holzpreise können, wenn es so weiter geht, voraussichtlich nur 12 Millionen Mark hcrausgewirtschastet werden. Auch die Groß- kraftwerke konnten einen beträchtlichen Teil ihres Stromes nicht absetzen, weshalb das im letzten Jahre fertiggestellte Groß-Damps- kraftwerk aus Braunkohlenbasis feit Monaten völlig still liegt. Bewegliche Klage führte die Regierung schließlich noch über die außerordentlich hohen Rückstände an Landes steuern, die bei einem Ansatz von 134 Millionen im letzten Rechnungsjahr 46 Millionen Mark wohl überschreiten. Die gesamte bayerische Staatsschuld beträgt 3 94,9 5 Millionen Mark, das bedeutet auf den Kopf der Bevölkerung 65,86 M. B a y e r n ist damit neben Thüringen, das eine Kopfschuld von 83,94 M. hat, das am meisten ver- schuldete Land des Reiches. Ein großer Teil der bayeri- scheu Schuld ist durch den Ausbau der Wasserkraftquellen entstanden, für die Bayern bisher eine Summe von nind 71 Millionen Mark aufgewendet hat. Eine merkwürdige pädagogin. Leukoplast als Erzteyungsmittel. Mehrere preußische Landtagsabgcordnete brachten in einer Kleinen Anfrage folgenden unerhörten Vorfall zur Sprache: Bor einiger Zeit erschien in der 7. Schulklasse der Volksschule in Obernkirchen, Kreis Grafschaft Schaumburg, die neunjährige Schülerin dieser Anstalt, Ilse Reichelt, die von ihrer Stief- großmutter erzogen wird, mit einem mit Leukoplastpflaster ver- klebten Mund zum Schulunterricht. Offenbar sollte diese Maßnahme eine Strafe für die Redseligkeit des aufgeweckten Kindes sein, das zu Hause in einer keineswegs einwandfreien Umgebung heranwächst. Statt daß die Lehrerin, Fräulein Meto Andersen, das Kind, das unter sichtbaren Qualen litt, von dieser Marter befreite, setzte sie es dem Gespött der Klasse aus und als infolge der Erregung des Kindes das Leukoplast sich löste, klebt« Fräulein A n- d e r s e n dos Pflaster von neuem fest. Das Kind weinte bitterlich und schwoll rot und blau an. In diesem Zustand mußte es stunden- land bis zum Schulschluh dasitzen. Wie die Zlnsragenden weiter aus- führten, ist die Lehrerin dafür bekannt, daß sie von der Prügel- strafe nicht selten Gebrauch macht. Das Staatsministerium wurde gc- frage, ob es bereit sei, gegen die Lehrerin Andersen diszipli- n arisch vorzugehen. Das Ministerium teilt dazu mit, daß die Lehrerin Andersen in Obernkirchen durch die Regierung d i s z i- plinarisch best rast worden ist. tGewerkschaftliches stehe 2. Beilage.) Verantwortlich fite Votitik: Dr. ftiri Geyer; Wirtschaft: S. nliugelhötcr; Eewerlichailobeweauna: Z. Steiner: Keuillelon: Jt K. Döscher: Lolate» unv Sonstiaco: Ar», itarftädt; Än.ieigen: Tl». Stocke; sämtlich in Berlin. Verlafl: Vorwärts-Berlaa> Isolierflasche roa.ii7"b.ch«f Wiegemesser Bestecke m.m.VÄi Mefailputz« ku« Nagelkasten gui« AutRninmg Sfubenbesen Sfaubpinsel dopp.» Ringpinsel Deckenbürste 9* Bügelsäge""WK!" Spannsäge Schublehre Drehuk Schleifmaschine Bohrmaschine Kolzhobel Wasserwaage-"�-,.»1 Schraubenschlüssel»»n, Schraubstode Türschließer mttsp.nni»« Gartenschere Heckenschere.-de. 9* Rosenschere.«ni-i-.» Sportmesser 9�. au>»>m Bijouterie-Artikel Pafentkorkenzieher Wasserbadform 9«� Mandelmühle AuÄng Brühsieb.u>w.chs«lbar 3 Alpaka-EßEöffel 6 Aipaka-Xatfeelöffel Papierhalfer Spielkarten ubm Blumenkübel s«.ingut mit poliertem SffeT reine Borsten Kleiderbürste 9». A««» Handfeger'«i»*0�«* Möbelbürste Nagelbürste Tee-Ei mU Un««rs.lz. v»fnl«k«H Kartoffelpresse Puddingform Springiorm Schwammkorb Wärmflasche Küchenmesser Damen-Handtasdie Geldtasche>.««« FüKhaifer 10 Rasierklingen Kragenschoner Taschenmesser»>« p.rtmu«» «de« zeach 45 10 Badetabletfen Wasserwaage Lötgarnifur Wiegemesser aÄ«, Luftpumpe ZollstOCk 2 M.t«r Biiljzange Glasschneider Kakaokanne»«.»««. Teeglashalfer Spazierstock Kneiferetui zoiiuioid Einhandfeuerzeug Hosenträger Selbstbinder In grofsar Auswahl Kragenschoner groij«Auswahi 3 Tafeln Schokolade Kremsprifze m»? wn«, DamensGeldfasche>.««« Seife-Beutel«« Gr.mm Eau de Cologne � 12 Fichfennadelbäder Kleiderbürste Badebürste mitstw Nr. 41* 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Gonniag, 25. Januar 1931 Die sdiwere Kol der Zeil hst vieles gleich gemacht. Auf den Zahlst elien der Arbeit säniicr tritt der tadellos gekleidete, aber leider stellungslose Prokurist in derselben Reihe an den Kassen- schaller rvie der ärmliche Hilf sarheiter, der nur noch eine fadenscheinige Hose hat. Der eine rvie der andere ist froh, sich die Unterstützung holen zu können. Erst auf den N nehme Isen sind sie wieder getrennt, der eine geht in die Kaiser- M'ilhelm-Strape, der andere in die Gormannstrafle. Der Stempel wiederum hat die gleidie Farbe und das gleiche Signum. Und ob freudlose Mietkaserne oder stilvoller Neubaublock: überall wohnt heute die Not. Wobei eine kleine, billigere Altwohming die Exisfenzrettung für aber Tausende von Familien bedeutet, denn bei 100 Mark monatlicher Unterstützung lassen sidi nidit UO Mark Neubaumiele bezahlen. Wir wischen diese grausamen, ständig von unserem hiesigen Tan desarbeit samt Brandenburg ermittelten Zahlen nicht weg: claP wir Ende November bei uns 557.598 Erwerbslose beiderlei Gesdiledds halten, denen gante 883 offene Stellen gegenüber- standen. Und Mitte Dezember mar in den kurzen vierzehn Tagen die Zahl der Erwerbslosen auf 599 120 gestiegen, nur die Zahl der offenen Stellen auf ganze 832 gesunken. W ir kennen keine Bilanz einer Weihet acht ssaison, die trüber ausgesehen hat.■ Ueberall Ablehnung, enttäuschte Hoffnungen und die stereotype Antwort:„TT'ir haben selber nichts!" Aur kleine Rockefellers verlangt. Der maßtose Bcrechtigungsftmmel unserer Zeit verschärft noch die Tiwation sür die Notleidenden. Es ist heute in Berlin un- möglich, einem begabten, mrfgcweckten Bolksschiilcr, der ein glänzen- des Ubgangszeugni» seiner Oberklasse vorweisen tonn, auch nur die geringste kaufmännische Lehrstelle zu beschaffen! Die Ober- sftundardiie ist heule das mindeste, was man von einem kaufmänni- schen Lehrling verlangt, besser noch, er hat das Abitur. Damit er in der Möbelfabrik, in die der junge Mann vielleicht gerät, dort die Sperrholzplatten lateinisch gnredcn kann. Od fr ei» zwar Jahre weiter, und der junge Angestellte liest folgende Anzeige: Korrespondent mit Hochschulstudium, völliger Beherrschung der engl. und franz. Sprache(im Ausland erworben). Bcrkauss- Praxis im Innen- und Außendienst und einigen juristi- sehen Kenntnissen, bietet sich Gelegenheit zu girtbezah- ter Dauerstellung, cherren nicht über 25 Jahre wollen unter Angabe..... Dos erlaubt sich heutzutage das Unternehmertum z» verlangen und bietet nachher 225 M. Gehalt dafür. Das müssen alles kleine Rockeselters oder Rothschilds sein. Die müssen erst mal einen Fragebogen beantworten, aus denen nach Dingen gesragt wird, nach denen selbst intimst« Freunde untcreinarldcr sich nicht zu fragen erlauben. Dann kommt ein Rattenschwanz von psycho- technischen Eigmingsprüsungen, vertrauensärztlichcn Untersuchungen, graphologischen Gutachten, dann kommt eine ganze Weile gar nichts, während der die wertvollen Untertagen des Stellungsuchenden auf den Personalbüros anscheinend sauer gekocht werden, dann kommen Rücksragen, tioffnungen, Wartcreieni Frühling wird's über der ganzen Angelegenheit und das bittere Ende ist ein Brief: „Wir bedauern außerordentlich.. Empörende Manieren haben sich bei mancher Sorte von Unternehmern herausgebildet. Dutzend- mal kommt dos täglich vor, daß so ein Mann beim Stelleimach- weis des ZdA., des GdA.. des DHD. und abendrein noch beim städlischen Nachweis anruft und sich sünfstg holbverhungerle Menschen hinbestellt, wo«r für seinen Eierladen einen einzigen Buchhalter braucht? Oder es wird eine Stenotypistin verlangt. IS Zahre all. aber mit perfekter Kennlni» der englischen und sranzösischen Stenographie. Oder eine ander« Stenotypistin wird verlangt, die ein Diktat im 240-Silben-Tempo aufzunehmen vermag, eine Leistung, aus die ein guter Deboltenschristler schon stolz sein kann. Deshalb muß man die Frage auch so stellen: es ist bei Tausenden von Kausleutcn gar kein Wunder, wenn sie ob- gelehnt werden, da die gestellten Bedingungen einfach unerfüll- bar sind. Oer Weg zum Führerschein. Nicht halb so schlimm wie die Erlangung einer Stellung, bei der man nicht gar zu sehr Knecht ist, ist die Erlangung eines Führerscheines für Krartfohrzeuge. Wer während des Unterrichts gut oiifpoht und am Prüsungsvormittag draußen in Schöncberg sein« Nerven beisammen Höst, braucht um seinen Führerschein nicht bange zu sein. Wer also Unterricht nehmen will, muß sich«ine Geburtsurkunde, ein Paßbild und ein kreisärztüches Attest beschossen und geht zu einer der vielen Fahrschulen. Jede Schule ist verpflichtet, dem Schüler an zwölf verschiedenen Tagen in mindesten» acht Stunden praktischen Unterricht zu geben, wobei der Schüler l50 Kilometer zu fahren hat. Dazu kommt der theo- retische Unterricht über die Technik des Krafirades, die vielen Ber- kehrszeichen usw. Wer bei diesem Unterricht, der ungefähr drei bis vier Wochen dauert, nun eine Theoriestunde schwänzt, braucht beim nächsten Mal natürlich keinen Entschuldigungszettel mitzu- bringen, aber bei der schließlich erfolgenden Prüfung durch die Beamten des Kraftverkehrsamtes oder des Dampikessoi-Ueber- wochungsvcreins kann er sich selbstverständlich dann nicht hinstellen und sagen:„Ja, das haben wir nicht gehabt." Denn der Schüler muß wohl oder übel auf die verschiedensten Fragen gefaßt sein, die ihm bei der mündlichen Prüfung gestellt werden. Wenn also gc- fragt wird:„Warum ist ein Sieb in der Einfüllöffnung des Benzintanks?", dann muß der Prüfling antworten können:„Dos ist ein Sicherheitssieb zur Verhinderung der Explosionsgefahr. Eine Flamme kann nicht durch das Sieb hindurchschlagen." Oder: „Was macht man bei Bcrrußung oder Vcrölung der Zündkerze?" „Man schraubt sie heraus und reinigt sie mit Benzin, wobei man den Abstand der Pole vom Zündstift zu beachten hat." Durch- schnitttich werden an jede» Schüler süns solcher Fragen gerichtet, und wer mm dasitzt wie„Nouke in Zivil", kann keinen Führer- schein kriegen. Dann kommt die Fahrprüfung, wo der Schüler erst recht zeigen muß, was er gelernt Hot. Wenn hierbei aus- gerechnet jemand das rote chaltsigngl an der Kreuzung der Lrip- gcr. Äröße und McdriM raße' üstersahrtf' dönns wird wohl,.der Priifbeamte mit dem Kopf wackeln und..Nein" sogen, llebrigrns können Motorenschlosser den Führerschein noch Ablrgung eines wesentlich oerkürsten Lehrgangs erhalten: andererseits gibt der Kreisarzt Bewerbern erst gar kein Attest, denen es an der nötigen Sehschärfe mangelt. Hierfür hat der Arzt ganz bestimmte Bor- ichriiten. Im großen und ganzen wird also niemandem bei der Kraslsahrerprüsting der Kaps abgerissen, wer einigermaßen Sinn für technische Dinge hat, begreift schon alles. „Fi-eie Bahn dem Tüchtigen?� Wer dagegen als Posljchossner die Asjistentenprüsung machen will, muß sich auf ganz außerordentliche Anforderungen gefaßt machen. Das heißt, zur Prüfung überhaupt zugelassen wird nur ein ganz begrenzter Kreis von Postschaffnern, da dicvorausselzung zur Zulastung 20 absolvierte Diensljahre sind! Man sollte meinen, es stellt sich unter den jüngeren Beamten nach einigen Dienstjahren eine ganz außergewöhnlich« Begabung Hergus, die zu fördern schon Neue Spuren im Kinomord? Weitere Ermittelungen. Die weitere Untersuchung-des Mordes an dem Geschäitssiihrcr Schmoll er in Neukölln hat jetzt insofern eine Ueberraschung ge- bracht, als sestgcstcllr wurde, daß der Mann seit anderthalb Jahre» zu anderen Frauen Beziehungen unterhielt. Frau Schmoller hat davon nickst das geringste gemußt. Bon den Zusammenkünften kam Schmollcr immer sehr spät nach Hause, er erzahlte dann, daß er noch spät zu tun hatte. Es konnte außerdem sestgestclll werden, daß Schmoller in einigen Restaurants Istiufig größere Zeche» gentachl hat, und daraus erklärt sich vielleicht auch die Tatsache, daß Sch. in letzter Zeit in großen Gcldschwierigkeitcn war. Bon einem ihm bekannten Geschäftsmann in jener Gegend hat sich Schmollcr am Tage seines Todes 24» Mark und von einem anderen ihm befreundeten Ge- fchäftsinhaber IM Mark geliehen. Ob er diese Beträge zur bevorstehenden Monatsabrechnung bereithalten oder damit Schulden be- gleichen wollte, wird schwer festzustellen sein. Die mit der Untersuchung des Mordfalles beauftragten Krstmnal- tommissare Johannes Müller und Lietzenbcrg waren gestern abermals niit einem größere» Siab von Beamten unterwegs, urn einigen neuen Spuren nachzugehen. Einen Erfolg hat diese Aktion bisher nicht gebracht. die Behörde ein Interesse hätte: zwecklos, erst hat der Mann seine 20 Jahre mit Säckeschlepp:» oder im Zustelldienst zuzubringen, und dann wird man ihm schon die Hörner abgeschliffen haben. Das ist nicht nur bei der Post so, bei der Bahn und allen andere» Behörden ist das Wort:„Frei Bahn dem Tüchtigen!" ebenso u»- bekannt. Dann war zu alleni Ueberfluß fünf Jahre lang an und für stch die Zulassung von Zivilanwärtern zur Assistentenprllfung gesperrt, da mehr atz genug ausgediente Reichswehrivldatcii d» sind, aus denen sich neuerdings fast ausschließlich der Nachwuchs der mittleren Beamtenlaufbahnen zu rekrutiere» beginnt. Diese Soldaten machen schon eine Borprüfung, wenn sie noch bei der Wehrmacht sind, arbeiten dann ein Jahr praküsch im Postbctricb und unterliegen danach einer Prüfung, die weiter keine Schwierig- keilen macht. Anders die Zi v i l a n w ä r t« r. Die ganz« Prüfung geht so weit über das Maß dessen hinaus, was später im Postbetricb verlangt wird, daß lediglich zwei oder drei Prozent der Bewerber die Prüfung bestehen! An Deutsch werden zwei'Arbeiten ver- langt, die fehlerfrei in Zeichensetzung und Rechtschreibung sei» müssen. Fremde Sprachen werden nicht verlangt, aber immerhin inuh der Prüfling englische oder französische Briefänschristen lese» können. Dazu kommen komplizierte Rechenaufgaben, erdkundliche Fragen und spezielle postalische Dinge, bei denen man erhebliche Kenntnisse z. B. der Kurseinstellung des Bahnpostwesens aufweisen muß. Natürlich hat es keinen Sinn, sich alles über das Bahnpost- wesen einzupauken, wenn man nachher das'Morsealphabet aufsagen muß. Prüfung ist eben Prüfung. Weiter muß der An- wärter umsangreiche Gesetzcskenntnisse haben, so die beaimenrecht- lichcn Bestimmungen der Rcichsvcrsassung, Teile der allgemeinen Gesetzgebung: es kann also auch jemand gesragt werden:„Wie kommt ein Volksentscheid zustande?" Und dann natürlich die spezielle Postgesetzgebung, vom Postgesetz von t«7l angefangen bis zur Garantieleistung der heutigen Reichspost für, sagen wir, einen verlorengegangenen Einschreibebrief. Und es soll regelmäßig bci den Prüfungen ein kleines Drama sein, wenn die Prüflinge alle Paragraphen von 187.1 auswendig bcrsagcn sollen, gcg?» dere» Auflagen sich aber'schon ihr Sprachgefühl sträubt........ Schlteßlich nützt die ganze Prüfung nichls, wenn keine mittlere» Beamlensiellen frei sind. Dann hat die ganze Prüfung den Sin» gehobt, daß der Postschaffner nunmehr Schalterdienst macht und für diese qualifiziertere Arbeit aber weiter seinen Lohn als untc- rcr Beamter erhält. Das einzige Geschäst macht die Reichspöst. Brotlose Künste. an Ablehnung dürsten aber immer noch die Ob wir eine Tageszeitung oder«ine nehmen, überall häufen sich die täglich ein- gehenden Manuskripte zu Bergen. Es ist für die Redaktionen fast unmöglich geworden, olle Eingänge von A bis Z zu lesen, geschweige denn auch nur einen kleinen Teil zu drucken. Beinahe noch größer ist die Zahl der Ablehnungen be! den Roman- und Bühnenautoren und den Schauspieler». Ungezählte Menschen machen nämlich den großen Fehler, daß sie de» hohen Lebensstandard eines Stars dann gleich auf den ganzen Beruf übertragen, ober nichts falscher als das. Da ist der millioncnschnxrc Herr Schmeling und ein jammervolles Borerproletarigt, da ist Greta Garbo oder Iannings und ein Komparserieproletariat, wie man es sich elender gar nicht vorstellen kann. So ist es ,n jedem dieser Beruf«, es gibt Rechtsanwälte und Architekten, die viel Geld ver- diene»,»nd es gibt Rechtsanwälte»ich Architekten, die nichts zu esse» haben. So. teilt uns die V a l k s b u h n e auf Anfrage mit, daß allein bei ihr täglich bis zu acht vühncnmanujkripte cinlausen. dos wäre» also im Monat rund 230 Stück, wo aber vielleicht eins oder zwei gebraucht werden. Das ist der Eingang an Manuskripten bei einer einzigen Bühne in Berlin! ü- v Diese ganzen Berhällniss« sind in Berlin besonders zugespitzt, weil an sich Krisen eine Industrie- und Handelsstadt ivie Berti» migemeln schwerer treffen als irgendeinen Landstrich. Hier muß schon die ganze Wirtfchaft-grundlage des betreffenden Reviers zu- gründe gehen, ehe es zur Katastrophe kommt, z. B. Einstellung des Kilpserbergbaus im Mansseldischen. Für Verl!» genügen schon leise Funktionsstörungen, die dann eine Gruppe nach der anderen in den Strudel hineinziehen. Deshalb ist es erfreulich, wenn auf. allen kleinen Provinzbahnhöfen heute die gelben Plakate des Landes- arbeilsaints Brandenburg kleben, die weiter nichts sagen, als daß Berlin selber schon fast c mi e halbe Million Er- werbsloser hat. Denn die Zeiten sind vorbei, wo es in Berlin Taler zu finden gab. Die Retordzahl Schriftsteller halten. Fachzeitschrift Bettfedern jetzt noch billiger! puTtuBä KmÄ nF®rtise Betten Bett-inlette Kalbdaunan. Sjss elJfn ad»«»» S.75 7.75 Sdlleißfedem 1.90 Unterbetterl ♦•'o 7.00 1 1.65 Unterbetten 2.95 6>20 Daunen,... Kissen... 2.io3.25 4.35 Kissen•. 1.25 1.95 Seil 1886 1 Prinxen-Str. I„ Ecke Sebastian-Strasse Gtettjetlern im preßten St»exialhaus 7 Wilmersdorfcritr. 138 oo der Bismorck■ Str. | Frankfurter All« 304 Die 6.„Grüne Woche Berlin". In acht Messehallen vom Ianuar bis S. Februar. Auf dem Berliner Ausstellungsgelände arbeilen hunderte von Arbeitnehmern in mehreren Schichten an der fertig- stcllung der 6.„Grünen Woche Berlin", die mit ihren in diesem Zahre besonders vielfältigen Abteilungen alle acht hallen des Ausstellungsgeländes und das dazugehörige Freigelände vom 31. Zanuar bis S. Februar umfassen wird. Die größte Halle 1 des Ausstellungsgeländes ist vor allem der großen Sonderschau Produktionsumstellung und Absatzförderung vorb'halten. In dieser Halle finden ferner die Sonderausstellung Technik in der Landwirtschaft und eine gegen das Vor- jähr i.n Umfang verdreifachte, aus allen Kreisen Deutschlands be- schickte Milch-, Butter- und Käse schau, sowie ferner die industrielle Leistungsschau der Abteilungen Landwirtschaft, Milch, Gartenbau und Imkerei Aufnahme. Die Halle 2 ist der Schauplatz des großen, bereits am 28. Januar beginnenden Int er- nationalen Reit- und Fahrturniers: einen Teil des Obergeschosses dieser Halle nimmt die Kaninchen aus st ellung ein. lieber das Freigelände, das für die Ausstellung von im Be- trieb vorgeführten landwirtschaftlichen Moschinen dient, führt der Weg in die Halle 3, die für die Abteilung Geflügelzucht und Landwirtschaftliche Hauswirtschaft reserviert ist. Schließ- lich finden vom 3i. Januar bis 3. Februar in der Halle 8 eine rcichbeschicktc Geflügelaus st ellung, erstmals verbunden mit einer Brieftaubenschau und einem interessanten, mit Reichs- und Staatspreisen ausgezeichneten Eier- und Schlacht- geflügel- Wettbewerb, und vom 7. bis 8. Februar die von den Spitzeicorganisationen der Fachverbände organisierte Rasse- Hundeaus st ellung statt. Durch die Halle 7, die die Aus- stcllcr für allgemeinen Bedarf der Ldtodwirtschaft aufnimmt, führt der Rundgang alsdann in die Halle 6, die der großen Natur schütz aus st ellung gewidmet ist. Anschließend an diese alle Kreise der Bevölkerung interessierende Veranstaltung, die die erste ihrer Art ist, folgt eine Ausstellung für Angelsport sowie die Jndustriesäzau für die Abteilungen Jagd, F o r st w i r t» s ch a f t und Angelsport. Die ganze groß« Halle 5 füllt die I a g d a u s st e l l u n g. Die fesllich geschmückte F u n t h a l l e(Halle 4) bildet als Erholungs- und Erfrischungsstätte den Abschluß der in diesem Jahre überaus reichhaltigen, für Stadt und Land gleich interessanten Ausstellung. AuioSus rammt Fuhrwerk. Ein Toter, ein Verletzter in Zehlendorf. In der Berliner Straße in Zehlendorf, rmweck der Windmühle, ereignete sich gestern gegen 1 Uhr ein schweres Berkehrsunglück. Ein in Richtung Berlin fahrendes unbeleuchtetes Fuhrwerk wurde von einem hinterher kommenden Autobus der Linie 20 ersaßt und schwer beschädigt. Durch den Anprall wurde der 3t)jährige Kutscher Otto Boß aus der Jägerstraße 19 in Lichtcrfelde und sein Mitfahrer, der 38iährige Hermann Droben er aus der Leinestraße 6 in Reu- tiilln vom Kutscherback geschleudert. Beide wurden mit schweren Ber- letzungen in das Zehlendorfer hindenburg-Krankenhaus gebracht, wo Drobener bald nach der Aufnahine gestorben ist. Den Auto- bussührer soll an dem Unfall keine Schuld treffen, da er dos Fuhr- werk erst erblickte, als er mit seineni Fahrzeug nur noch wenige Meter entfernt war und nicht mehr bremsen konnte. Der Autobus mußte aus dem Berkehr gezogen und abgeschleppt werden. Die Fahrgäste blieben glücklicherweise unverletzt. -i- Der vierjährige Heinz Magierski aus der Max- straße 27 wurde gestern nachmittag beim Ueberschreiten des Fahrdammes in der Nähe der elterlichen Wohnung von einem Liefer- outo überfahren. Das Kind starb auf dem Weg« zur Ret- tungsstelle in der Lindower Straße. Di« Eröffnuna des Sursürsleadamm-Theoters mit Edouard Bourdetz .Schwachem Geschlecht" muh aus Dienstag, abends 71/s Nhr, verschoben werden. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Prozeß um Eine versicherte Ladung d Marseille, 24. 3ammr. Schon verschiedene Male ist der Begriff„Toienschiss". diese grauenvollste und erbärmlichste Art des Versicherungsbetruges, Ob- jeki literarischer Auslassungen gewesen. Durch Zbsens„Stützen der Sesellschafl" Hot da,„Tolenschiss" Eingang in die Wellllleralur gefunden, durch des Deutschen R. Trcwens berühmten Roman, nach dem Objekt„Das Toten schiff" betitelt, ist wieder davon gesprochen worden. Und doch erfuhr man bisher immer nur durch die Literatur davon, Berichte, Andeutungen und schwache Schattierungen, die mehr geeignet waren, das Ganze als Ausgeburt schriftstellerischer Phan- taste, denn als Mahnrufe und Wirklichkeitsberichte erscheinen zu lassen. Jetzt aber werden nackte Tatsachen bekannt. Ein sensatio- neller Prozeß um«in Totenschisf wird demnächst vor dem Strafgericht in Marseille zur Verhandlung gelangen. Das Toten- schiff, also das vom Reeder mit Porbedacht zum Untergang bestimmt« und hochversicherte Schiff, dos mit wertvollen Menschenleben und wertlosem Ballast angefüllte Schiff, das skrupellos berechnender Betrugssinn in das Verderben schickte, war der kleine italienische Frachtdampfor„L i n t c o l o". Folgendes ist der Tatbestand: Im März 1928 lief der Dampfer aus dem 5ias«n von Marseille aus: sein angeblicher Bestimmungsort war Bayrut. Der Dampfer Die Gaalfchlachi vor dem Schnettgerichi Widerstand und Verstoß gegen die Waffennotverordnung. Die erste Rachlese der Saolschlachl im Frledrichshaln vor dem Schnellgericht war im vergleich zu der großen Zahl von Sistierungen äußerst dürftig. Als erster hatte sich der 22iährige Arbeiter W. wegen Wider- stondes gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Bereits aus dem Saal gedrängt ging er mit einem Stuhlbein gegen einen Schupooffizier los, der soeben eine zu Boden getretene Frau in Sicherheit gebracht hatte. Der Beamte fiel dem stuhlbein- wütigen Nationalsozialisten in den Arm, dieser versuchte ein zweites mal zuzuschlagen,«in Schupowachtmeister sprang herbei, der Ratio- nalsozialist wurde unschädlich gemacht. Die Aussagen der beiden Beamten ließen keinen Zweifel: die Anklage war zu Recht erhoben: es lag Widerstand gegen die Staatsgewalt vor. Der Stuhlbeinheld bestritt aber. Er hatte auch drei Zeugen mitgebracht: drei National- sozialisten. Zwei von diesen Zeugen waren schon vor dem Angc- klagten aus dem Saal hinausgedrängt worden. Uebcr zerbrochene Tische und Menschenkörper erreichten sie den Vorraum: wie sie da f ü r den Angeklagten zeugen tonnten, war ihr Geheimnis. Auch der dritte Zeuge, der sich hinter dem Angeklagten zum Zlusgang bewegte, hatte ihn nicht die ganze Zeit im üluge. Das Gericht verurteilte W. wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu.sechs Wochen Gesängnis. Er wurde aus der Haft entlassen. Die beiden anderen Angeklagten verantworteten sich wegen Verstoßes gegen die W a f f e n n o t o e r o r d n u n g. Im Vor- räum zum Saaleingang wurden fast sämtliche Versammluugsbesucher nach Waffen gejragt. Dex Sljcchrige Nationalsozialist- N. beant- wartete diese Frage mit einem Nein. Bei der körperlichen lUrtcr- suchung fand sich aber bei N. ein. Schlagring. Das(Zkricht verurteilte ihn zu drei Monaten e i ii e Woche G.e f ä n g n i s. Bei dem 38jährigen G. fand man eine Scheintodpiftole: er führe die Waffe zu seinem Schutz, sagte er, und habe die Frage der Beamten nach Waffen mit einem Nein beantwortet, weil er eine Scheintodpistole nicht als Waffe betrachte! Das Gericht sprach diesen Angeklagten j r e i. ie Am gleichen Abend wurde in dem Pazilokal Usedomstraße ein Sturmführer verhaftet. Man fand bei ihm eine Schreckschuß- Pistole und«inen Dolch. Als der Leutnant init den Beamten in dem Lokal erschien, spielte man gerade Rckrutenstunde:. die jungen SA.-Leute erhielten gewissermaßen ihre erste Instruktionen, Besehle Totenschiff. ie niemals vorhanden war. kam niemals dort an. Dagegen landete nach einigen Tagen ein Rettungsboot des Dampfers mit 10 Matrosen in St. Raphael, einem kleinen Küstenort an der Französischen Riviera. Nach Erklärungen des Kapitäns war sein Schiff auf halbem Wege nach Korsika plötzlich leck geworden und sofort ge- funken. Nur dem Umstand, daß«in für die Jahreszeit unge- wöhnlich gutes Wetter herrschte, war es zu verdanken, daß 11 Msn- schenleben sich mit einem Rettungsboot in Sicherheit bringen konnten. Ein Wunder, ein reines Wunder. Nach den Zolldeklarationen hatte der Dampfer S Tonnen Fracht an Bord, Waren, die bei fran- zösifchen Versicherungsgesellschaften außerordentlich hoch v e r- sichert worden waren.' Der plötzlich« und schnelle Untergong des Dampfers machte die Verficherungsgesellschasten mißtrauisch: die Kriminalpolizei wurde auf die Fährte gesetzt und die Nachforschungen ergaben,— daß die angeblich untergegangenen sehr werlooven Maren nie- mals gelieserk worden waren, niemals in den Logerhäusern des Hasens von Marseille gelegen hallen. So kam es zur Anklageerhebung gegen 27 Personen. Die meisten von ihnen, unter ihnen der Reeder und der Kapitän, sind rechtzeitig nach Italien geslüchtet. Ihre Auslieferung ist be- antragt worden. wurden besprochen, über vergangene und konmrende Märsche erzählt und dergleichen mehr. Zu der Rckrutenstunde hatten auch alle die- jenigen Zutritt, die sich erst mit der Absicht trugen, Mitglied der Nationalsozialistischen Partei zu werden: es war also kein eng- umzogener Kreis: die Waffennotverordnung hatte deshalb Gültigkeit. Das Gericht verurteilte den SA.-Führer zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis. Er nahm das Urteil an. Festung für Bestimmungsmensuren. Die Schlägerei in der Musikerbörse. Am 17. Mai vergangenen Jahres fanden in der Musikerbörse in der Kaiscr-Wilhelm-Straße B e st i m m u n g s m e n s u re n auf Schläger zwischen Landsmannschaften des Koburger SC. statt. Die Studenten Walter Seidel und Otto Kaufmann wurden dcehald am Sonnabend vom Schöffengericht Berlin- Mitte unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Masur wegen verbotenen Zweikampfes zu je drei Monaten Fe st ung ver° urteilt._ Prozeß gegen �eichsminister a. O. Dr. Scholz. Die Gläubiger der Zieichsbundbank klagen. In der traurigen Affäre des Zusammenbruchs mehrerer Beamtenbanken wird es demnächst zu einem einiges Aufsehen erregenden Prozeß kommen. Der Schutzverband der zum Teil sehr schwer geschädigten ncnd 4000 Ein- leger der vor Jahresfrist zusanimengebrochenen Redchsbund- b a n k A.- G. hat den Reichsbund den hDljcrcn Beamten und dessen früheren ersten Borsitzenden, den-' vvokkspartellichen Reichs» minister a. D. Scholz, v e r k l a g t. um aus dem Prozcßwege von den 80 000 Mitgliedern des Bundes und auch von Herrn Dr. Scholz eine größere Schadloshaltung seiner geschädigten Mit- glieder zu erreicheii. Bisher haben dix Gläubiger von den verlorenen 5 Millionen nur 30 Proz. erhalten können. Dr. Scholz war erster Vorsitzender des Aufsichtsrats der Reichsbundbank A.-G.- Schulausstellunq der 53-/54. Schule Reukölln, Hertzbergplaß (wellliche Schule) heute(Sonntag) Schülerarbeiten. Geöffnet van 11 bis 18 Uhr. Alle Eltern, die ihre Kinder in diesen Tagen zur Schule anmelden müssen, haben hier Gelegenheit, die Arbeit der Schule kennenzulernen. Auch anderen Eltern, die an fortschrittlicher Schularbeit interessiert sind, ist abzuraten, sich die Ausstellung anzusehen. ein Wie fremdartig kamen ihm zunächst die einzelnen Land- striche vor. wie seltsam ihre Bewohner. Und doch, trotz dem tieferen Klang ihrer Sprache, er verstand sie alle. Und, für ihn das Entsdjeidende, er machte mit ihnen Geschäfte. Gute Geschäfte! Doch war unter den Provinzleuten gar mancher gerissener Händler, der ihn, den hellen Berliner, beim Abschluß saftig übers Ohr hieb. Manchmal bemerkte er den Reinfall sogleich, manchmal erst in einer stillen Hotelswnde des Abends. Dann machte er sich in seinen Aufzeichnungen hinter den Namen des Be- trügers ein dickes Kreuz und hoffte schadenfroh auf die Stunde, wo er mit besserem Betrug heimzahlen konnte. Solche Geschichten waren für ihn nur Nebensächlichkeiten, wenn sie auch ins Geld liefen. Im stillen lachte er dar- über und nannte sie KiiUvw�nkHeiten seiner Vertreterpraxis. Die Hauptsache war und blieb für ihn der große Zug. An manchen stillen und schönen Orten blieb er mehrere Tage, um seinen Nerven»in wenig Ruhe zu gönnen. An größeren Plätzen fand er Gcschäftspost vor und Briese seiner Angehörigen. Mia vermißte ihn nicht. Anscheinend hatte sie wieder vollauf mit ihren gesellschaftlichen Berpflichtungen zu tun. Denn sie schrieb nur kurz und flüchtig und dazu noch so belang- lose Dinge, daß es chn fröstelte. Was ging ihn hier der ganze faule Zauber des angefressenen Berlins an?! Er spürte, daß sich wieder die alte Kluft zwischen ihm und seiner Frau auf- tat. Im Grunde standen sie doch auf ganz verschiedenen Usern. Da führte keine verbindende Brücke hinüber. Deswegen rour- den seine Antworten auch immer einsilbiger und seltener. Mias letzte Briefe machte er überhaupt nicht mehr auf. Dagegen interessierten ihn die Briefe seines Sohnes sehr. Aus jeder Zeile, die er las, sah er, daß ihn Franz in geschäst- licher Beziehung vollauf verstand. Eine bessere Ergänzung hätte er sich gar nicht denken können. Der Junge war wirk- lieh wert, einmal sein Nachfolger zu werden. Er beschloß, ihn, sobald er einundzwanzig geworden wäre, zu seinem Teilhaber zu machen. Ludwig bekam das Reisen ausgezeichnet, besonders der zweite Teil, der ihm die größeren geschäftlichen Erfolge brachte. Seine Korpulenz und Aufgeschwemmtheit verlor sich. Er wurde wieder schlank und sehnig wie ein Jüngling. Sein ver- tracktes Herzleiden meldete sich nicht mehr. Er fühlte sich jung und stark und lachte über den Medizintasten, der vor kaum zehn Wochen ihm mit seiner Unkerei keinen schlechten Schrecken eingejagt hatte. Da soll sich einer auskeimen in den gelehrten Häusern! Fürs Geld hören sie das Gras wachsen! Doch von wegen Wissen, hohoho! Es leben gar viele, die sie totgesagt haben. Uebermütlg geworden durch die anscheinend neu ge- wonnene Jugendkraft, raste Ludwig weiter durch Städte und Marktflecken, schleppte seine Mappe mit den Photos, suchte systematisch die für ihn in Betracht kommenden Händler auf, redete und redete, pries an und pries an, ließ nicht locker, ließ nicht locker, und verkaufte seine Zimmer. Das einzelne sum- mierte sich, schloß sich zu vielem zusammen. Zehn, dreißig, fünfzig Zimmer in einer Woche! Wo er bei Händlern kein Gehör fand, weil schon andere Reisende vor ihm dagewesen waren, änderte er sofort seine Route, indem er am entgegen- gesetzten Ende begann. Das war ein Trick, den ihn die Er- fahrung gelehrt hatte. Manchmal traf er mit Vertretern d-u: Branche abends im Hotel und freute sich unbändig, wenn sie von schlechtem Geschäftsgang berichteten. Sein Geschäftsgang war immer gut. Und wenn er auch auf Tage hinaus schleppte, war das noch lange kein Grund zum Kopf hängen lassen und zum Jammern. Nein, die Firma Ludwig Eisermann, Möbelfabrik, Berlin, Frankfurter Mee, hatte keinen Grund zum klagen. Trotz der schweren wirtschaftlichen Depression, trotz heiße- stcm Konkurrenzkamps lief sie bahnbrechend ihren Weg, alles zur Seite tretend was ihr in die Quere kam. Nach reichlich einem Dierteljahr fuhr Ludwig noch Berlin zurück.' � * Das Auto holte ihn vom Bahnhof ab, und seine Tochter Ischa, schlank wie eine Gerte und nach dem letzten Schrei der Mode gekleidet, übereichte ihm einen dünnstengligen Blumen- strauß. Unterwegs, jeweils dreißig Sekunden aufgehalten durch die Stoppzeichcn der Verkehrsampeln, erzählte sie ihm, was sich seit seiner Abwesenheit zü Hause zugetragen hatte. Sie war nun Braut und würde in einigen Wochen heiraten. Ludwig zog die Brauen hoch. Er war überrascht. Nie- mand hatte ihm ein Wort davon geschrieben. Kühl nahm er Jschas weiterschwellende Reden entgegen, und als der Wagen endlich vor seinein Hause hielt, war er eisig. Fast konventionell begrüßte er seine Frau, die von seiner Ankunft auch nicht viel Aufhebens machte, da zwei Schneide- rinnen im Hause waren, die für den Augenblick ihre ganze Kraft absorbierten, handelte es sich doch um ein neues Abendkleid. In aller Hast kleidete er sich um, schlang ein paar Bissen hinunter und lief dann über den Hof in die Fabrik. Erst als er den Duft des harzigen Holzes einatmete, den Lärm der sausenden Maschinen hörte, die überhitzte Luft von den Leimplatten ihn umspülte, fühlte er sich wirtlich daheim. Freundlich und laut grüßend schritt er durch die über- rascht aufschauenden Arbeiter ins Kontor. Sein Sohn saß da, ihm den Rücken zukehrend, und aß eben eine Frühstücksstulle. Er tippte ihm leicht auf die Schulter. Franz drehte sich um mit vollem Munde kauend, und sah seinen lachenden Vater. „Tag, mein Junge!" In diesen Worten lag all die Liebe, um deretwillen er auch so lange verreist gewesen war. Als Franz so unverhofft den Vater sah, brauchte er einen Augenblick, bis er sich zurechtgefunden hatte. Dann aber zog ein freudiges Lachen über sein straffes Jungengesicht. Vater und Sohn lagen sich in den Armen. „Vater, was du alles kannst!" rief Franz begeistert, nach- dem er den angefangenen Bissen glücklich drunten hatte. „Wieso denn. Junge?" lachte Ludwig zurück. „Na, hier macht eine Firma nach der andern hopps. und du! Baker, wir müssen unbedingt den Betrieb vergrößern! Schau bor. ich habe bereit? Pläne gemacht!" ,Vch auch, mein Junge!" Sie saßen und beratschlagten. Jetzt brauchte Ludwig keinen Sandow mehr als Seburts- Helfer seiner Ideen. Frayz erwies sich als viel geeigneter dazu. So jung er auch war, verstand er doch das Für und Wider oller Einzelheiten mit einer solchen Logik und Umsicht zu be- meistern, daß Ludwig nach seinen eigenen Worten die Spucke wegblieb. Verdammt auch, der Junge wird mal gut! Der war ja jetzt schon sein Ebenbild, aber ein paar Stufen der Treppe höher, da durch die Schule der Neuzeit gegangen! (Fortsetzung folgt.) Tausends„Goldener Topf". Ein Bewunderer de» Wunder-AIchemifien als Zeuge. München, 24. Januar.(Eigenbericht.) Am Sonnabend hört« sich das Gericht im Mixnchencr Gold- macherprozeß volle füirf Stunden lang einen der wichtigsten Zeugen des Monsterprozesses an, nämlich den Dresdener Fabrikanten Herf>ert von Obwurzer.den tüchtigen Geschäftsführer und Finanzminister des Goldmachervereins. Obwurzer ist sclsensest von der Richtigkeit der Tausendschen Theorie überzeugt und ließ sich diesen Glauben auch dann nicht nehmen, wenn Versuche des Goldmachers sich für den vernünftigen Beobachter ganz offenkundig, gelinde gesagt, als ijanswurstiade entpuppten. Als einmal das„vorbereitete" Material in den Schmelzofen gesteckt werden sollte, zerbrach infolge irgend- einer Ungeschicktheit der Chamottetiegel und die verdutzten Zeugen mußten zu ihrer Verblüffung an den Wänden des zerbrochenen Gefäßes Goldspuren wahrnehmen, die also bereits vorhanden waren, bevor das Experiment überhaupt durchgeführt worden war. Wie ein Märchen hörte sich die Schilderung des großen Versuches an. An jenem denkwürdigen IK. Juni tÜ28 sei ein Schmelztiegel mit 750 Gramm Masse ausgefüllt und zwei Messerspitzen weißes Pulver Hinzugeton worden. Das Material sei sodann erhitzt worden und siehe da, nach einiger Zeit enthielt der Tiegel Blei und Gold im Verhältnis von 1 zu 1. Auf den Rat Tausends habe man den Tiegel dreiviertel Stunden lang über dem Feuer gehalten, und nun wich auch der bleierne Teil seinem edleren Bruder. Aus 7Sl> Gramm Urmaterial wurde 723 Gramm chemisch reines Gold. Die weitere Zeugenaussage drehte sich um das auf dem Ge- richtstisch aufgestapelte umfangreiche Material, dos im Sabora- torium in Freiberg beschlagnahmt wurde. Die Verhandlung wurde schließlich auf Montag vormittag ver- tagt. Es soll dann die Vernehmung des Zeugen Oberwurzer beendet werden. ,/Kofc Kahne" verurieili. Wegen übler Nachrebe gegen Stadtrat Rodtle. In Verbindung mit dem Prozeß gegen den früheren Geschäfts- führer der Neuköllner Großhandelsgefellschast Boigs veröffentlichte die„Rote Fahne" am 21. Dezember 1929 unter der Ueberfchrift„Bestochener SPD.-Zeuge. Der Neuköllner Stadtrat Nodtke" einen angeblichen Brief eines früheren Mitgliedes des Parteivorstandes der Neuköllner SPD. In diesem Geschreibsel wurde dem Stadtrat Radtke Bestechung durch den früheren Geschäftsführer der Neuköllner Großhandelsgefellschaft vorgeworfen. Wegen dieses Vorwurfs und verschiedener in jener Veröffentlichung aufgestellten Behauptungen hatte sich gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte der frühere verantwortliche Redakteur der„Roten Fahne", champel-Slang" zu verantworten. Die Anklqge lautete auf formale Beleidigung und üble Nachrede. Die Beweisaufnahme ergab— und das wurde in der Urteils- bcgründung ausdrücklich fsstaestellt— daß S tadrat Radtke weder für irgendwelche pflichtwidrigen noch für irgendwelche nicht- pflichtwidrigen Amtshandlungen von Herrn Boigs geldliche Zuwendungen erhalten habe, und daß die finanziellen Beziehungen, die zwischen beiden bestanden haben, vollkommen korrekt erledigt worden seien. Es wurde ferner festgestellt, daß Stadtrot Radtke überhaupt keinen Einfluß auf die Tätigkeit des Geschäfts- iichrers der Neuköllner Großhandelsgesellschaft und auf dessen spätere Wiedereinstellung als Beamten gehabt habe. Demgemäß verurteilt« dos Gericht den Redakteur Hampel wegen formaler Beleidigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 300 Mark und sprach dem Angeklagten die Publikationsbefugnis im„Vorwärts", in der„Roten Fahne" und im„Neuköllner Tageblatt" zu. Der Staatsanwalt hatt« eine Geldstrafe in Höhe von 500 M. beantragt. Rechtsanwalt Dr. Sieg- fried Weinberg als Vertreter des Nebenklägers erklärte, daß ihm um die Höhe der Strafe nicht zu tun fei. Mieterproiest gegen die Notverordnung. Der Mielervcrein des Groß- Berliner Westens halle in der wilhelmsaue in Wilmersdorf zu einer Kundgebung aufgerufen, in welcher der erste Borfihende Beckitsanwall Dr. Soehel über das Thema„Senkt die Wielen! Bellet den Mielerfchuh gegen die Bolvcrordnung!" sprach. Die �lussührungen des Redners über die Notverordnung und ihre schädigenden Auswirkungen für die Mieter gestalteten sich zu einer Anklage gegen jene.Lnteressentenpartei", die durch ihren Minister die hausbesitzerfreundlichen und mieterschädigenden Para- graphen m die Notoerordnung hineingeheimnist hat. Auch die neuen Voiichriften, die das Wahlrecht des Mieters der gesetzlichen Miete einschränken, dem Vermieter aber die Erweiterung des Kündigungs- rechts sowie eine ganze Reihe anderer Sicherungen und Zwangs- rechte gegen den Mieter gewährleisten, olle diese Aenderungen seien derartig unsozial und wirkten auf die heutigen Zeitverhältnisse erschütternd, daß die schleunige Aushebung oder Abände- rung dieser Bestimmungen gefordert werden müsse. In der Diskussion sprachen ein Vertreter der Kommunisten und ein nationalsozialistischer Verleumder, ohne diesen sachlichen Argumenten etwas Neues hinzuzufügen. Eine einstimmig angenommene Re- f o l u t i o n sprach sich dahin aus: Die Mieten nebst den Zuschlägen haben eine unerträgliche Höhe erreicht. Der amtlich befürwortete Preisabbau ist praktisch unmöglich, wenn nicht auch mit dem Abbau der Mieten be- gönnen wird. Eine Mietsenkung ist ohne weiteres möglich, wenn der Hausbesitz einen Teil der ihm in Wahrheit allein obliezenden, aber auf den Mieter umgelegten Hauszinsstcuer selbst trägt.— Di« Herausnahme einer Reihe von Wohnungen aus dem Mieterschutzgesetz und dem RMG. nach dem 1. April 1931 und ihre bloße Unterstellung unter das BGB., welches von der Notverordnung selbst als unsozial anerkannt wird, muß schleunigst beseitigt werden. Die Anerkenntnis, daß die Vorschriften des BGB. den sozialen Anforderungen nicht ge- nügen, muß zu einer schleunigen Vorbereitung einer Abänderung des i&(8B. führen, die nicht im Sinne des Entwurfs, sondern unter grundsätzlicher Anlehnung an die ursprünglichen Lorjchrrsten des Mieterschutzgesetz«» zu erfolgen hat. Zu der Vorbereitung sind die Mieterorganisationen im weiten Umfange heranzuziehen.' Auf der Jagd nach Brot Kauiionshyanen und zweifelhaste Angebote als Antwort auf ein Inserat Nachdem man Jahr und Tag hartnäckigst Nachweisbelagerung und Arbeitsmarktstudium getrieben und die ebenso traurig« wie felsenfeste Uebcrzeugung gewonnen hat. daß in absehbarer Zeit ja doch nichts zu wollen ist, opfert man schweren Herzens einen Taler und inseriert selbst. Die Abfassung eines solchen Inserat- bedarf reislichster Ueberlegung, denn mit Stenotypistinnen und Damen samt eigener Schreibmaschine ist die Welt mehr als reichlich gesegnet; ebensowenig zieht intellektuelle Begabung, weil es auch darin eine Legion Arbeitswütiger gibt. Damit also die Offerte überhaupt Be- achtung findet und der Taler nicht vollends verloren ist, nniß der Text schon ctivas in die Augen fallen. Was die Post brachte. Es liefen verhältnismäßig viel Angebote ein, Briefs und Karten verschiedensten Fonnates und Inhaltes; schreibnmschinengefchriebene Briese mit Firmenkopf, auf Buntpapier hettographierte Werbe- blätter im Drucksachenumschlag— dos war die harmlose Abteilung. Da hatte«in erfindungsbeslissencr Geschäftsmann etwas Neues— von seinem eigentlichen Metier allerdings gänzlich Abweichendes— in schlaflosen Nächten ausgeknobelt, dem eine rührige, nimmermüde Werbe seele zu Popularität und Absatzmöglichkeit verhelfen soll, dort pries eine Firma in überschwenglicher Rede ein neues Allheilmittel zur Heilung der entzündeten Bronchien sowie körperlicher und geistiger Spannkräfte an und der Dritte hatte vollends die Wurzel ollen wirtschaftlichen Uebels entdeckt: er erfand und erfindet noch unausgesetzt weiter neue Existenzmöglichkeiten; außerdem befruchtet er des Ar- beitslofen Geist durch Aufführung verschiedenster Gegenständ«, M a- schinen und Apparat«, die noch der Erfindung harren! Dies fein segensreiches Wissen hat er in einer Monatszeitschrift niedergelegt, deren Probenummer er für Sl> Pf. ver- schachert. Nach feiner Angabe erscheint die Zeitschrift in mehr als 20 OOO Exemplaren, sowohl im In- und Ausland; betrachtet man dies wertvolle Traktätckien, dann enthält es nichts weiter als ein« Aufführung all jener Beschäftigungsmöglichkeiten, die kein direkts- Angestelltenverhältnis darstellen und daher weder an k«s>ndere Kenntnisse und sonstige Bedingungen gebunden sind: Heimarbeiten, Eeschäftsübernahmc, dazu gleich Quellenangabe der notwendigen Kapitalbe>chafst»ig usw. Außer dem Zeitungsherausgebsr profitiert also natürlich niemand von dieser Lektüre! Bor allem Geld. Das stärlste Kontingent der eingelaufenen Post stellten die K a u t i o n s h y ä n e n, die unier den verschiedensten Titeln Opfer suchen. Der eine tritt unter der Maske des älteren Biedermnmes auf, der seine viele freie Rentnerzeit nutzbringend auswerten will und zu diesem Zwecks sich mit einer kautionskrästigen, tüchtigen Ge- schästsdame„zur Abwicklung verschiedener Austräge" lüeren möchte: dagegen sucht der Herr Winkelkonsulent, der über eine ausgedehnte Klientel versügt, eine tüchtige Mit- a r b« i t e r i n, die ihm außer nnt Rat und Tat auch noch mit Büroräumlichkciten und einer größeren Interesscneinlage zur Seite steht; ein drittes markante» Exemplar dieser Sorte ist der Herr A u f s i ch t s r a t a. D., der allerdings einen tiefen Fall getan haben muß. denn er wohnt zurzeit in Afternnete in einer trostlosen Miels- kaferne in Berlin O., und nach dem Umgangston seiner Schlummer- nmtter zu schließen, scheint die Frau von ihrem feudalen Haus- genossen nickst so restlos begeistert zu sein. Widerwillig und brummend öffnete sie die Tür, brüllte durch einen stinkigen, stock- finsteren Korridor den Herrn Aussichtsrat heraus, der mich dann mit je einem ängstlichen Auge nach„ihr" und einem verlegenen nach mir, in sein„Tuscnlum" gelestete; er sucht Büroräume, die ihm zur Verfügung gestellt werden, woselbst Börsenaufträge, Aersick)«ruug«n, Patentverfahren und noch zehnerlei anderes getätigt werden soll; die gütige Fee, die ihm dieses nebst 1000 M. beschert, hat sie hohe Ehre, seine Bürolesterin zu spielen, bekommt gutes Gehalt— notabene aus ihrer eigenen Tasche. Dann gab es einen, der das Nützliche mst dem Angenehmen verbinden wollte: er sucht eine„richtige Frau", die in jeder Beziehung zu ihin hält, sein Hauswesen versorgt und keinerlei man»- lichcn Anhang besitzt. Wenn all dies zutrifft, dann ist es eine „Dauerstellung", lind der biedere Herr Schlächtermeister entpuppte sich als ganz wüste Nummer, er will mit einer flotten Dame, die eine „puppige" Wohnung haben muß, gesellig« Nachmittage für Bereiu- samte beiderlei Geschlechts veranstalten, das Gedeck(Tee) zu 3 Dt. mit Grammophonbcgleitung und zwangloser Fröhlichkeit! WaffenverkaufonAationalsozialisten Fünf Polizei- und Miliiärbeamte auf der Anklagebank Am 9. Juli 1930 fuhr ein Motorrad mit Beiwagen, von einem Alaun und einer Iran besetzt, die Chaussee zwischen Potsdam und Geltow entlang. Das Gesährt wurde von einem Auto überfahren, die beiden Znsassen waren sofort tot. Man ermittelte, daß es sich um de« beim Potsdamer Polizeipräsidium beschäftigten Kurt Dörre und die Büro- angestellte Elisabeth h a n d l k e handelte. Ein alltäglicher Fall! Die polizeilichen Ermiftlungen aber er- gaben eine mehr als sonderbare Austlärung. Bei der toten Büro- angestellten fand man einen Geldbetrag von nickst weniger ols 2000 Mark und einen Ausweis über ein erhebliches Gut- haben Dörres bei der Potsdamer Sparkasse. Schon dies erfch-en bei dem Einkommen der beiden Toten sonderbar. Noch größere Ver- wunderung aber mußten die Briese erregen, die bei Dörre und seiner toten Freundin aufgefunden wurden. Dörre, so stellte es sich heraus, bezog feine großen Einkünfte aus einem schwunghasten Handel mit Waffenbestondteilen der Reichswehr und der Schutzpolizei. Eine Haussuchung, die man in der Wohnung Dörre« und bei seiner Mutter vornahm, führte«ine größere Menge von Maschinengewehrteilen und anderen Kriegsgeräten zutage. Di« Polizei griff energisch zu, und vorgesundene Adressen ermöglichten es ihr, noch am nächsten Tage, ehe der Tod der beiden bekannt geworden war, in der Wohnung des Polizeisekretärs Reimers in der Sigmaringer Straße 14 in Wilmersdorf vorzunehmen. 2lls die Kriminalbeamten unerwartet in die Wohnung des Beamten eindrangen, bemühte sich dieser, Papiere zu verstecken. Er knüllte ein Bündel zusammen und warf es zum Fenster hinaus. Von seinem Balkon aus versucht« er, an einer Wäscheleine ein Paket mit Maschinengewehrschlössern aus die Straße her- u n t e r z u l o s s e n. Di« Polizeibeamten setzten ihre Nachforschungen in dem Hause, in dem Reimers wohnte, sort. Bei dem früheren Gastwirt 5) o p p e entdeckte man ein noch größeres Lager von Waffenbestandteilen. Hoppe ist seit mehreren Jahren Mitglied der Botional- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Stratzenzellenobmann und Gruppenkafflerer. Er war früher bei einer Privatfirma als Lagerverwalter tätig. Zunächst behauptete er, die bei ihm gefundenen Walsen bei dieser Firma entwendet zu haben. Später indessen nahm er seine Selbstbezichtigunq zurück. Die weiteren Ermittlungen führten zu dem traurigen Ergebnis, daß die gestohlenen, für den Bürgerkrieg bestimmten Waffenbestände au» den versorgungsämtera der Polizei und der Reichswehr stammen. 5zoppe war von Dörre und Reimers beliefert worden, Reimers allein hat Hoppe etwa 12(10 Ma- fchinengewehrfchlöffer gctiefert. Auch stellte Reimers die osiionttietze n-siionmutägsminizi Am Dlcnsicg, dem 3. Fchraar, 10. 30 Uhr, im Saalbau Friedrichshain, groSer Saal, spricht Staatsanwalt Dr. HOgscr. M-d-R. über: Frauen, heHampn den Faschismus! Mitwirkende- Freie Sport- und Musik-Vereiniguna Fahneneinmarsch der Sportlerinnen des Aibeiter-Turn- ur.aSponbtjndet, Gesangsvorträge„Der junge Chor*.— Eintrl«(r»(! Pflich' jeder Genossin Ist es, mindestens eine uns noch fernstehend« Frau mitaubnngen Das Franensekrelarlat. Verbindung Hoppes mit weiteren Beamten her, die demnächst nach Erhebung einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft III sich zu verantworten haben werden. Es sind dies neben Reimers und Hoppe der Vorhandwerter im Zeugamt Spandau Emil P ä t e l, der technische Polizeisekretär Heinrich Ma zanke, der technische Polizeisekrctär Hermann Wille, der Unterwaffenmeister des Reiterregiments IV in Potsdam Otto Heinrich und der Waffen- Händler Siegisnrund Hochhaus. Hochlzaus war Abnehmer Hoppes und Verbindungsmann zu den Nationalsozialisten. Die Anklage, die demnächst vor dem Schöffengericht Charlottenburg zur Verhandlung gelangt, wird durch den Ersten Staatsanwalt I ä g e r�vertreten. Unter den Verteidigern bemerkt man den Namen des aus den Fememordprozessen bekannten Rechtsanwalt Dr. Sack. Noheiisakt in der Stadtbahn. Früherer Beichsbannermann zu Gefängnis verurteilt. Schärfste Verurteilung verdient die Handlungsweise eines früheren Mitglieds des Reichsbanners K.— er ist aus dem Reichs- banner ausgeschieden— der gemeinsam mit einem zweiten jungen Menschen sich vor dem Schöffengericht Berlin-Mitle wegen' g c- fährlicher Körperverletzung zu verantworten hatte. Der Tatbestand war folgender: Am 19. September bestiegen nach einer Sitzuno aus der Halte- stelle Iannowitzbrücke etwa 9 Reichsbannerleute die Stadt- bahn. Später betroten den gleichen Wagen zwei Stahlhelm- l e u t e mit Abzeichen auf der Brust. Sie setzten sich auf die lange Bank am Ende des Wagens. Die Reichsbannerleut« saßen auf den zweiplätzizen Bänken. Der gestrige Angeklagte K. rempelte die Stahlhelmlente an, setzte sich zu ihnen und macht« eine beleidigende Aeußerung über das Stahihelmabzeichen. Einer der Stahlhelmleute meinte, er fei wohl betrunken. K. wollte ihm das Abzeichen ab- reißen, der Stahlhelmmann lvehrte sich, es kam zum Wortwechsel. K. riß das Abzeichen ab und warf es aus dem Fenster. Es entstand eine Schlägerei, einer der Stahlhelmleute erlitt schwere Kopfverletzungen. Der andere kam glimpflicher davon. Der zweite gestrige Angeklagte, von Rechtsanwalt Dr. Joachim ver- teidigt, hatte dagegen eine vermittelnde Rolle zu spielen versucht: er Halle gerufen:„Freunde laßt doch ab, überlegt doch, was ihr tut!" Dieser Sachverhalt wurde von einem unparteiischen Zeugen bekundet und ist auch in der Urteilsbegründung als feststehend er- achtet worden. Das Urteil gegen K. lautete auf vier Monate Gefängnis und Syst Mark Geldbuße zugunsten des zu Schaden gekommenen Stahlhelmmanncs. Der Mitangeklagte wurde frei- gesprochen. Reichshollen-Theater. Das Programm der Stcttmer Sänger bringt diesmal außer einer Reih« launiger Couplets und witziger Gefangsvorträgc ein gut zitfainmeiigesteUtes Charakterbild von F. M c i l e l„Eine verlorene Melodie". Ebenso aeficl ein wunder- volles Bühnenbild„Singende Bäume" von F. Mcffel. Auf viel- seiliges Verlangen wird eine ulkige(P-richtsverh»id'.ung„Pepita vor Gericht" unker allgemsmcr Heitertest recht humorvoll gespielt. trU-Karl». Tie naSiltt ftillwun« burtf) Me oetflcfTcneu zßiulrl bts ülfeften Barst» DcrrjnftolUt be« Baiidjemt Sdibncbtrq unter bat bewirb rb«» Leitunq ®«ow Semheetm» am(Eonirtaa. bem 35. sten'rar. äbteffpunlt lOZj Uii auf dam Spittalmarft. Ausaesi« Unteraeundi-ebnlwi. TsUnebm« so Pfennig. >VOUPl.DLctt- TEPPICHE. seitJonnehnten erprob«! re Marke Siilmusterl 161.' Derdireitte Import ohne Zwischenhandel ermöglicht unsere billigen Preise. ISTOFf RretnesHoargoi r.. ' nur&Qn*S.IMr&tt t DAUNENDECKEN Kunsteid Oomojf.püdcseift> DesterOqunensabnrrv/ O/ «Solvia?* In unserer sehensu>«rten GARDINEN-ABTEILUNG Oekorotionen u. Gardinen, vollendet in I Form a Farbe, oußerqcwöhnlich preiswert1! Gardinensiofte aus Kunstseide/ � I Volle|g-eton|ie,indon(hren bedruckt/ BOUCLETEPPICHE | modJacquordmuster �29-m "Ü59- e Treptows siebenter Kindergarten Urtbeäingf notwendig ist es, beim Bebauen größerer(Selande gleich derer zu gedenken, denen Luft, Licht und Sanne in Vcrbin- dung nut gefunden Aufcnthaltsraumen am ineisten nottut: der G r o ß st a d i k i n d e r. In vorbildlicher Weife hat die Gemein- nützige Laugefellschaft Bcrlin-Ost diesen Gedanken verwirklicht und der Treptower Jugend inmitten ausgedehnter Grün- flächen einen Garten Eden geschaffen. Der neue Kindergarten bietet 9 0 Kindern Platz: bei einfacher, freundlicher und zweck- mäßiger Ausstattung ist allen sozialhygienischen und pädagogische» Erfordernissen unserer Zeit Rechnung getragen. In vier netten Kinderstuben mit farbigen' Kleinmöbeln, fröhlichen Wandbildern und mannigfachem Spielzeug findet die kleine Gesellschaft angenehmste Zerstreuung: im großen Eßzimmer werden die Mahlzeiten eingc- nommen, eine ausgedehnte Liegehalle sorgt für die lräftigende Ruhepause, Wasch- und Lrausegelegenheiten, Küche und Krankenzimmer vervollständigen die Einrichtung. Zu der Bausmnme von 60 000 M. haben d>e städtischen Körperschaften 20 000 M. beigesteuert, und zwar je 10 000 M. die Stadtverordnetenversammlung und das Bezirks- amt Treptow: außerdem lpiben die Bezirkskörperschosten an Ein- rlchtungskösten noch 4000 M. zur Verfügung gestellt. Die restliche Summe wird durch Miete amortisiert. Zur Eröffnungsfeier sprach Stadtrat Genosse Peters hor.zliche Begrüßungsworte, in denen er oll denen seinen Donk aussprach, durch deren chilse es möglich war, auf dem Gebiete vorbeugender Betreuung wieder ein Stück vorwärts- zukommen. Dann kamen die Patengeschenke aus der Nach- barschast: all die kleinen Insassen der umliegenden Kindergärten und -horte überbrachten selbstversertigtes Spielzeug und hübsche Bostel- arbeiten. Ein Gespräch zwischen Ernst Gläier und Artu? Kontorowicz behandelte das Thema„Für u n d g c g e n Berlin". Die beiden Redner sprachen aneinander vorbei. Trotzdem— oder gerade deshalb— wurde die Unierl>altung sehr inieresjan!, denn sie zeig:« Berlin in zwei verschiedene» Anschauungen gespiegelt. Ernst Gläser stellte sich gegen Berlin: nicht gegen die Sradi und ihr Leben, Ion- dern gegen die Wellanschauung, durch die Berlin sein heutiges Ge- ficht erholt. Er forderte statt des Strebcns nach Rekord und Tempo ein Streben nach Zielen, forderte es für Berlin, wie er es für Deutschland fordert, als dessen Mittelpunkt und Symbol er Berlin ansieht. Kantorowirz betrachtete Berlin als die geistig und technisch betriebsame Großstadt, die Umrisse ihrer wirklichen Gestalt, weniger ihren geistigen Machtkrcis: er trat für die arbeitsame, aufnähme- fähige, bildungshungrige Stadt ein.— Ein Experiinentalvortrag über„Die neuen Rundfunkaufnahmeräume und ihre Akustik" von W. Schäsfcr, dem Oberinacnieur der Reichsnindsunkgeselllchist, war leider wenig volkstümlich. Dos Thema, das für alle Funkhörer von größtem Interesse ist, wurde durch diese Ausführungen nur für jene dargestellt, die auf diesem Gebiet über gute wissenschasttiche Grund- lagen oersügen.__ Tc.-. 3n der Hochschule für Polilik, Sckiinkclplatz 6. siudct am Montag, dem 26. llanuar, 20'/. llhr, eine D> s I u l l i v n stall über: irachichlllung— srunktionärbildung— VolkShvchschule in ihren wechlcltciligen Acjieduugeu. Reserenten: Tireltor Schulz, Leiter der Bnutt-lchule Langeitrahe. Dr. Sccl- bach. Leiter der Bundcsschulc des ADEL.,;cbermagiiha!sral Margnardt, Leiter der Lolkdhochschule Groh-Bcrlin. Am 9. Aeb'.uar loird über.. m m- (ung entsprechende Mitteilungen gemacht.. Bei den beabsichtigten Aktionen wolle man unter allen Ilmständen eine Beteiligung der Privatwirtschaft vermeiden,.und soweit es nötig sei, bei Beteiligungen an städtischen Werken n u r m i t B c- trieben der öffentlichen Hand oerhandeln. In einer Verlautbarung des städtischen Nachrichtenamtes wird ein Beschluß d es Magistrots mitgeteilt, zur Zlbdeckung dem nächst fällig werdender schwebender Schulden und zur Beschaffung des dazu erforderlichen Kapitals mit der Preußischen Elek- t r i z i t ä t s A.-G. zu verhandeln. Nach unserer Kenntnis der Dinge beabsichtigt man zunächst die st ä d t i s ch e n G a s i n t e r e s s e n in neuer Form zu organisieren(Bositzqesellschast statt der bisherigen Betricbsgcsellschaft) und auf diesem Weg« die Finanzicrungszrund- lagen zu verbessern. Die Entwicklung der Dinge befindet sich noch völlig im Ansangsstadium. Schon jetzt aber glauben wir sagen zu können, daß der Preußen- Clektrotrust, dem Gasintcressen fernliegen, sicher nur mjt, Wider- streben einer Transaktion auf dem Gasgebiet zustimmen wird: und zwar um so mehr, als bei den letzten Dezemberkrediten neben den Banken nicht die Prcußen-Elektra, sondern die Thüringer Gas-Gesellschast der Mittelsmann gewesen ist. Die Entwicklung der Dinge in Berlin— in anderen Städten spitzt sich die Lag« freilich ähnlich zu— ist nicht erfreulich, aber der Grundgedanke, die Ueberwindung der Finanznot in erster Linie durch Zusammenarbeit öffentlicher Kräfte zu er- möglichen, ist durchaus richtig. Der Großhandelsindex ist In der Woche zum 2l. Januar weiter von 113,6 auf 114,9 Proz.(1913= 100) gesunken. Agrarstosse gingen von 107,0 aus 106.4, Rohstosse und Holbwaren von 107,9 auf 107,0 und Fertigwaren von l42T aus 141,2 Proz. zurück. Die Autoproduktiov der vereinigten Staaken von Nordamerika betrug im.ganzen Jahr 1930 nur 3,31 Millionen Wagen, was gegen- über der' Erzeugung von 1929 einen R ü ckg ä ng u m' v ich t weniger als rund 40Proz. bedeutet.. Nordwest verhöhnt die Regierung. Wie die Politik Gtegerwalds sich auswirkt. Lochum. 2�. Januar.(Eigenbericht.) Die Meiallinduslne der Gruppe Nordwest in, Ruhrgebiet kann den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, den Lohnabbau in, Juli vorigen Jahres in die Wege geleitet zu haben. Der damals ab» geschlossene Tarifvertrag läuft bis Ende September. Das ist den Herren Jiiimstriellei, z u lange. Infolgedessen versuchen sie setzt auf besondere Weise, ohne die Gewerkschaften, zu einem neuen Lohnabbau zu gelangen. Ein lehrreiches Beispiel dafür sind die Betriebe der Vereinigten Stahlwerke in Duisburg-Ruhrort»Meiderich. Am 31. Dezember hyttc man hier 3500 Arbeitern die Entlassung an- gekündigt. Am 7. Januar sollten in zwei Betrieben, nämlich der Hütte Nuhrort-Meiderich und dem Hüttenbetrieb Mciderich. weitere Entlassungen folgen, so daß insgesamt 7500 Arbeiter und 1100 Angestellte entlassen werden sollten. Dagegen protestierte Belegschaft und Oeffentlichkeit in heftigster Weise. Gleichzeitig wurden die Behörden um Vermittlung an- gerufen. Aber trotz aller Interventionen beschloh der Hütten- ausschuß der Bereinigten Stahlwerke in Bochum und Duisburg nach dreitägiger Beratung, beide Betriebe in Duisburg still zu- legen. Nun kommt der Zweck der Uebung. Kurz nach dem Stillegungs- befchluß machte die Wertsleitung unter Vermittlung des Duisburger Oberbürgermeisters Ja r res dem Betriebsrat der beiden Werk« folgenden Vorschlag: Die Slllleguog der beiden Werke soll bis Ende September, also bis zum Ablauf des Tarifverlrage», unterbleiben, wenn sich die Belegschaften mit einen, Lohnabbau von 20 Proz. der Gefamllohn- summe einverstanden erklären, und zwar derart, daß die Spitzen. löhne um über 25 proz. abgebaut und jeder Arbeiter mit Feierschichten bi» zu 10?roz. belastet werden soll. Diese Regelung soll sehr schnell und möglichst unter Ausschaltung der Gewerkschaften erfolgen. Man g laicht in Duisburg eine besonders willfährige Belegschaft zu haben, weil man dort mit Entlassungen und Feierschichten gründlich vorgearbeitet hat. Am Dienstag soll die Entscheidung fallen. Was aber sagt Herr Stegerwald. Der Lohnabbau in Nordwest war ja s e i n großes Werk? Lohn- und Preisabbau sollten im. gleichen Verhältnis vorgenommen werden. Was tut die Reichsregierung? Baugewerbe vor dem Kampf. Beirai des Naugewerksbundes nimmt Gteflung. Der Beirat des Deutschen Bang« Werksbundes hat nunmehr Stellung genommen zum Ablauf des R ei ch s ta r i s v e r- träges für Hoch-, Beton- und Tiefbauarbeiten. Der Bmchesvor- sitzercde, Genosse Bernhard, besprach zunächst die technische Seite. dann den wirtschaftlichen Unsinn des Lohnabbaus, um darauf die Maßnahmen und Forderungen des Baugewerksbundes in den zu erwartenden schwierigen Verhandlungen um die Erneue- rung eines Tarifvertroges scharf zu umreißen. Die Löhne der Bau- orbeiter seien, besonders angesichts der stark eingeschränkten Ver- dienstmöglichkeit, z u niedrig. Jeder Wikschaftskenner weiß, daß nicht mit herabgesetzten Bauarbeiterlühnen die Bauwirtschast ange- kurbelt werden könne. Der Umfang der Bautätigkeit hänge nicht von den Löhnen ab, sondern von ganz anderen Bedingungen. Der Bauarbeiter fei heutzutage eigentlich nur noch Gelegenheiksarbeiler. und die Wirtschaftsgeschichte biete genügend Beispiele, daß bei niedrigen oder abgebauten Löhnen keine Belebung der Wirtschast eingetreten sei. Daß die Unternehmer dies bestreiten und neben anderen, auch gegen jede sozial noch so notwendige Arbeitezeitvcr- kürzung seien, ist bei chrer Ernstellung nicht verwunderlich. Aber die Herren, die sich heute stark suhlen, mögen daran denken, daß auch wisder bessere wirtschaftliche Zeiten für die Arbeiter kommen, die die Gewerkschaften mächtiger als heute machen werden. Der Bau- gewerksbund wird mit aller Kraft jederzeit und auch heute die J�töresten der Arbeilerschäft vertreten. Es wird alles getan werden, um die Anschläge des Uillcrnehmertmns abzuwehren. Die einzuschlagende Taktik wurde in allen Einzelheiten und in Einmütigkeit bergt«, und dem- entsprechende Beschlüsse gesaßt. Anschließend wurde die B«r- handlungskoutmisslan gewählt. Die Berhoichlungen um neue tarifvertragliche Gestaltung werden demnächst beginnen. Vorher hatte der Beirat einen Bericht Bernhards über den Stand des Bundes entgegengenommen. Bernhard wies zunächst auf die Arbeitslosigkeit hm. Die der Vauarbciterschaft in, ver- fiosscnen Jahre entgangene Lohnsumme dürste 600 W» 700 Millionen M. be- > tragen. Wahrend des ganzen Jahres stand die Arbeitslosenziffer des Bau- gewerksburrdes fast immer über 40 Vroz. Am 12. Januar dieses Jahres hatte der Baugowerksbund 70,4 Proz. Arbeitslose. Der Durchschnittssatz an Arbeitslosen im vorige» Jahre betrug 46 Proz. Dieser trostlos« Zustaiü» gibt unseren Gegnern Anlaß zu Schars- machereien. An der Spitze steht das in Berlin erscheinende Scharf- macherblatt„Baukurier'. das sich erdreistet«, ironisch zu schreiben, „an den Bauarbeiterlöhnen sei bisher die Krise spurlos vorüber- gegangen". Angesichts der schlechten Wirtschaftslage hat auch der Mit- g l i e d erfta n d des Baugewerksbundes leiden müssen. Immerhin aber kann gesagt werden, daß bei einem Rückgang der Mitglieder. zahl um nur etwa 4 Proz.. die Mitglieder des Baugewerksbundes treu zu ihrer Organisation stehen. Der Slbgang wird im wesentlichen auf Berufswechsel zurückzuführen sein. Unter dem gleichen wirtschaftlichen Gesichtspunkt betrachtet sind auch die K a f f« n o« r h ä l t n i ffe des Bundes zufrieden- stellend. Im übrigen beschäftigte sich der Berichterstatter mit «inigen internen Fragen de« Baugewerksbundes, sowie auch mit den Kommunisten, deren Hauptorgan, die„Rote Fahne", offen und frech schreib«, man dürfe vor Gewerkfchaslszersplilkerung nicht mehr zurückschrecken. Diesem Bericht schlössen sich Ausführungen einiger Sachbearbei- ter van Spezialfragen im Vurrdesbüro an. In der allgemeinen Aus- spräche und im Schlußwort des Berichterstatters kam die«in- mutige Auffassung des Beirates zum Ausdruck, daß trotz oller Wirtschaftsnöte und trotz der politischen Benpotrenheit kein Grund gegeben fei. der Zukunft mst Kleinmut entgegenzusehen. Sowohl gegen d i e Unternehmer, die gegen ihre Pflichten als Tarif- oertragspaüiwr verstoßen, als auch gegen die Zersetzungsarbeit durch die NGO., die vor ollem dem Jndrfferentiswus Vorschub leiste, werde der Baugewerksbund die richtigen Maßnohmen zu ergreifen wissen. Das gleiche gelte auch für nationalsozialistische Umtriebe, denen mit denselben Mitteln entgegengetreten werde, wie den Bolschewiken.- Einem Bericht des Reichsjugendlciters, Genossen P i st e r n i k, über Lehrlings Haltung und Ausbildung war zu ent- nehmen, daß im gesamten Baugewerbe 184 000 Lehrlinge vorhanden sind und daß es immer noch eine große Anzahl von Unternehmern gibt, die viel zuviel Lehrlinge beschäftigen. Ja. in vielen Orten müsse festgestellt werden, daß für die Lehrlinge nicht gc- nügend Arbeit da sei! Ein Vortrag des Genossen Alexander K n o l l vom ADGB. über die Kulturgeschichte des Straßenbaus, der in den Abendstunden entgegengenommen wurde, fand lebhaften Beifall. HSSOvo Berliner ohne Arbeit Und noch kein Ende der Arbeitslosenflvt abzusehen. Die schem unerträgliche Lclastuog aus dem Lerliacr und Brandenburger Arbeltsmarkt hat sich in der Zeit vom 1. zum 15. Zanuar weilerhiu verschärft. Nach dem Bericht de» Londesarbeitsamtes Brandenburg(Berlin. Brandenburg. Grenzmark) stieg in den ersten beiden Januarwochen die Zahl der Arbeitsuchenden um 44220 auf iusgesamt 6S4287 Personen, hiervon entfielen auf Berlin allein 468252 Arbeitsuchende, auf die Provinz Brandenburg Igg ZZS und ans die Provinz Grenzmark 16700 Personen» hiervon waren 500 554 hauptunterstützungsempfänger und 115 290 kriseauaterstühte. zu- sammeu also 424 S44 Personen, hauplnaierstühuagsempsänger und Srisenunterslützk zusammen stellten sich in Berlin aus 27Z S7Z Per- sonea. Bon den Berliner Erwerbslosen werden also mehr als 194 000 Perfanen nicht von der Arbeitslosen- Versicherung unterstützt uud sinkt aus die städtische Wohl- fahrlfürsorge angewiesen. Diese enorme Zahl spricht ebenso für dos Elend der auf die karge wohlsahrtsunterstützung angewiesenen Erwerbslosen wie auch für die drückenden Wohlsahrtslasteu der Stadt Berlin wahre Bände. linier ganz besonderem Druck steht im Rahmen dieser kata- strophaien Erwerbslosigkeit der Arbeltsmarkl der Berliner und Brandenburger Metallarbeiter. Mit einem neuen Zu- ström von S Proz. stieg die Zahl der arbeitslosen Metallarbeiter aus s a st 1 1 Z 0 0 0 M a n u. Die trostlosen Verhältnisse aus dem Bau markt hat die Zahl der arbeitsuchenden Bauarbeiter nunmehr auf 9 2 656 Personen erhöhl. Nach der Beeadi- gnng des diesmal besonders kurzen Weihnachtsgeschäftes hat sich auch der Arbeilsmarkt sür Angestellte im Laufe des Januar bedeutend verschlechtert. Gehaltsabbau bei der Reichsbahn. Auf Umwegen. Di« R c i ch s o a I) n hat ohne jede vorherige Fühlungnahm« mit den Gewerkschaften oder der Personaloertretung mit der Gehalts- kärzung auch«ine Anstellung»» und Beförderung s» sperre angeordnet. Es soll lein« Ernennung oder Beförderung eines Beamten mehr ausgesprochen werden, wenn die Zahl der Drenst posten niedriger ist als die Gesamtzahl der vorhandenen Beamten. Daß die Zahl der Dienstposten systematisch niedrig ge- halten wird und sich also keineswegs mit den tatsächlichen Verhält- nisten deckt, ist ein offe,z«s Geheimnis. Wie es in Wirklichkeit steht, zeigt die Tatsache, daß neben etwa 300 000 Beamten selbst in Zeiten ganz schlechter Verkehrslage 60 000 bis 70 000 Lohn- empfängerimBeamtendienst arbeiten müssen. Es handelt sich hier um einen kaum noch verschleierten Gehaltsabbau. Die Anstellung?- und Beförderung?! perre ist nicht zuletzt deshalb so hart für da? Reichsbahnperssnal. weil ohnehin seit Jahren im allgemeinen von drei freiwerdenden Eingangsstellen einer Laufbahn zweifortfallen und nur die dritte wieder besetzt wird, während in den Dorschristen des neuen Reichsbesoldungsgefetzes nur der Fort- fast jeder dritten frsiwerdenden Stelle vorgesehen ist' Die A n- l e h n u n g s p f l i ch t der Reichsbahn, dir für die Rechts- und Dienst. Verhältnisse der Beamten gegenüber dem Staat besteht, gilt, wie man sieht, immer nur dann, wenn km Reich ein« V c r s ch l e chVe- rung in den Verhältnissen der Beamten durchgeführt wird. Nur das Schlechte wird von der Reichsbahn übernommen. Neue Wege? Wohin führt man unsere Wirtschast? Der„Deutsche" nimmt mmmehr auch Stellung zu der von der Regiening angeordneten Nachprüfung der Arbeitsloscnversicherunz und kontmt zu folgenden Schlußsolgerungen: „Wir sind bereit, neue Wege mitztizebcn. Es müssen aber auch auf die Dauer bessere Wege fein. Und wann erfolgt die Berufung der Sachverständige nkommifsian, die Vorschläge zur Reform unserer Wirtschaft macht, damit die vielen Arbeitslosen wieder Arbeit bekommen? Hier ist die Hauptaufgabe und der Haupterfolg zur Lerbistigung unserer Sozialpolitik zu suchen." Der„Deutsche" vergißt, daß der Enqueteausschuß des R«ich»- wrrtschastsrats einig« bescheiden« Vorschläge gemacht hat. Was hat die Reichsregierimg aus diesen Vorsihläge., gemacht? Sie hat sie zu den Akten gegeben. Wir bezweifeln nicht den guten Willen des Rcichstanzlers. Aber wenn man wirtschaftliche» Problemen zu Leibe gehen will, dann mich«an sie auch meist«» Herr Brüning aber, joust ein kluger Mann, betet die abgestandensten Redenarten bürgerlicher Nationol- ölonoinen und die Weisheiten der Unternehmersyndici irach und glaubt damit noch— glaubt er es wirklich?—„neue Wege" zu weisen. Verschärfte Lohnkonflikie. Im Lebensmittel- und Kaffee-Großhandel. Wenn fast alle Unternehmer ihr Teil zur Verminderung der Kaufkraft und Steigerung der Arbeitslosigkeit beitragen, dann wollen dabei auch die Berliner Lebensmittel- und Kaffee- Großhändler nicht fehlen. Programmäßig haben sie dem Gesamtverband den Lohntarif zum 31. Januar gekündigt und die schahlonisierte Lohnabbauforderung von 10 Proz. gestellt. In den Parteiverhandlungen gaben sie sich gar nicht viel Mühe, ihre Forderungen zu begründen. Illach dem jetzt üblichen Hinweis auf die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lage bemerkten sie, daß überall die Löhne abgebaut würden, sie also diese große Mode auch mitmachen müßten. Daß die Löhne, die sür die Arbeiter im Kaffee-Großhandel zur Zeit 50 bis 52 M. und im Lebensmittel- Großhandel 49 M. betragen, den Arbeitern schon heute nur ein sehr bescheidenes Dosein gestatten, ist für die Unternehmer ofjcn- bar höchst nebensächlich. . Aus die Entgegnung der Gewerlschaftsvertretcr, daß der Lebensmittel- und Kaffee-Großhandel unter der Wirtschaftskrise am allerwenigsten zu leiden habe, wußten die Unternehmer nichts zu sagen. Das Verlangen der Gewerkschaftsvertreter, das Lohnabkommen bis zurm 31. März zu verlängern, um die Preisentwicklung bis dahin abzuwarten, wurde von den Unter- nehmern natürlich abgelehnt, worauf die Verhandlungen als gescheitert abgebrochen wurden. Die Unternehmer haben nunmehr den Schiichtungsaueschuß um Lohnabbauhilfe angerufen, der die Partelen zum 27. Januar geladen hat. Es ist stark zu bezweifeln, daß die Arbeiterschaft dieser beiden Gruppen«inen Lohnabbau kampflos hinnehmen wird. Gchlichiungsausfchuß gegen Hanöelsarbeiter. Im Lohnstreit des Gesamtverbandes mit dem Arbeit- geberverband des Berliner Einzelhandels ist für die Ha nde l s ar b e i te r nunmehr ein Schiedsspruch gefällt worden, der sich den Entscheidungen de» Berliner Schlichtunas- ausschusses„würdig" anreiht. Nach dem Schiedsspruch sollen die Löhne der verheirateten Handelsarbeiter ab 1. Februar von 47,50 aus 46 M. und ab 28. März aus 43 M. abgebaut wer- den. Den ledigen Arbeitern soll ihr Lohn, der jetzt 46,50 M. beträgt, in den gleichen Zeiträumen auf 45 M. bzw. 44 M. gekürzt werden. Die Lohnsätze der übrigen Arbeiter und Arbeite- rinnen, mit Ausnahme der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren, sollen im gleichen Prozentverhäitnis abgebaut werden. Das Lohn- abkommen soll bis zum 3. Juli gelten. Die CrNärungsfrist läuft bis zum 29. Januar. Der Schiedsspruch sieht also im Endeffekt einen Lohnabbau um mehr alz 5 Proz. vor. Diese Entscheidung ist vor ollem im Hinblick aus die an sich schon sehr geringen Löhn« der Handel»- orbeiter«in Skandal, zumal diese geringen Löhne bei einer geteilten und bis in die späten Abendstunden sich erstreckenden Arbeitszeit gezahlt werden, die den Arbeitern doppelte Aus-zqtzen für Fahrgeld und doppelte Wegzeiten zur Arbeitsstelle aüfzUnffat. � Züm änderen käßt der Schiedsipruch gönztlch außer acht, däß es sich hiev um sogenannt« ,a>ng»l<>rnte" Arbeiter handelt. von denen erhebliche Fachkenntnisse, gute Umgangs- formen usw. verlangt werden. Die Funktionär« der Branche hoben bereits zu dorn Schied»- spruch Stellung genommen und der Branchenvolloersanunluvg, die am Dienstag im Gewerkschaftshaus stattfindet, einstimmig die Ablehnung des Schiedsspruches empfohlen. Die Reichshilfe für die Knappschaft beträgt nicht drei Millionen jährlich, wie e» infolge eines Druckfehlers in unserer gestrigen Morgenausgabe heißt, s cm dem acht Millionen. Berliner Gewerkschaftsschule. Der»achfte«eheit-rrcktlich« ift für Dicnsfa«. 37. Januar. 19 Übt, uotatfefien.au». Sflfll 5. ßnarlufrt 94— 35, ftatt. Seitun«} Ses AdenSs(wt»er Senrls« Hr. ßritN StinleT. Den Betriebsräten ist b!« Mlialilbteik qeqeben. selbst arbeiterechtlub- ftrtiflüii.»ic sich aus ihrer Brari» ergeben,«ur Sriirierung au stellen. Di« TeilnadM' ift kostenlos. Line oorderige-Anmelbuna ist nicht erforderlich. Die weiteren Inkormotlonsabende finden stait am Dtendfag dem 10. Ii. 17.(Tebnwr. Scuet 9 bis 10 Her oder i christlich an die Berliner Sewertschastsschule. Berlin SO. 1». Engelufer 2t— 2ö, 2. Stock. Zimmer 25. SPD.-Fraklion der Berliner Städtischen Gaswerke Zl.»G. Donneratqg, s». Januar. 1» Uhr, im«rahrn Saal de» Kackelchen Haie«, Aosenthaler Str. 40—«, Versammluaa aller»ei der Berliner S.odtisiheR Sa«. warte«.-ch. beschäftigten Beamte», Angestellte» und Ardeiter, t.«i» arbeiten die Wimichastebet riebe der Sssentliche» Hand? Sefcunt: che nasse Bnit Aeiuig. M.»,». 2. Freie Aaesprache. Da» kricheinrn aller Barteigrnaffen ift Pflicht. Sna-pafhisieeeube kSnnen dar» Partei,« nastan«ngeftehrt werde,. Parteianewei« ift am Saaleingang»ar, ureigen.»er Frattiansnarftan». SPD.-MnsUinstrnmentcnardeiter. Dienstag, 17 Uhr. im Lalal Maischen», Beichenbergrr Jos. Neichenderger Str. 147, wichtige Besprechung. Zetbaird-. uitb Parleiauswei» legitimiert. Ard«it»awt«ist. SPD..P«t»icd»f«W»n. Dienstag. 1V4 Uhr, Lokal „Sängerllaule--. Tbarlottenburg. Kailerin-Augusta-All»« 90, Vortrag de» Se- nassen AnsdSmrr über:„Die N»:»erordn»ita". Deutscher Belleidungeardeiter.Peiband. Hrrrenneaftschueidc,. Versammlung der DBD.-Milglieber Mittwoch. 19 Vi Uhr, bei Schneider. ZLilhelmstr. 114(SSbe Koch'lrajses...Stelluagnobme au den Reuwablen in der cherrenmahbranch«." Verbands- und Partciausweis legitimieren. Ter Kraittonsvarstaad. f�reie Gewertschafis»)usendAerlin Sicht rei». vfttrci»: 10 Ubr Besichtigung der Bundesschule de, ADchB-, Bernau bei Berlin. Treffen der chrunpan 9 Uhr Bahnbas Bernau.— vbersurre: 20 Uhr im Fiigendbeim Köpenick, Grünauer Str. 5. Liroler Abend mit Lichldlldern."— OBIneia; 20 Ubr im Ingendbeim DiefteTmenet- straf:« Z...Wichtiges aus der Sieichdverlaslung."— iiardtreia: 19 Ubr äugend- beim Weihensee. Parkstr. 20.»Bon Sstüttem und Kindern."— Zlardwesttrei»: 20 Ubr im Zuaendbeirn Turiner Ecke Seestrahe..Di» Weier und ihre Berg«." — Sndlrei»-. 20 Übe im Jugendheim Tempelsof, Seriaaniastr. 4-ll. Lichtbilder. Vortrag:..Erlebnisse aus der Fremdenlegion".— Znqeadqrnppe de» vardande» der Babrungsmittel- und Setränkcarbeiter: 8>H ul>r Treffen chontard. Ecke Künigsteasie. Fahrt nach dem Beeblee.— Montag, 2«. Zannar.«anderleitee. tnrsns:„Augen ans'. 19Vb Ubr im Saal z des Sewertschaftsbauses, Engel. uier 24— 2S...Märkische Landschastsforneen, nenn nassesten d!» ahm trockensten idebiel."— Oftlrei,: 19V» Uhr in der Turnhalle Meflelmenerstr. 5 Turnen. ©■SuiienOonippe ve6?«ntra!verl'anpes ver Slnaesieilten Heilte. Sonntag, finden ialgende Beronsmltunaen Unit: Sonntagsver. anstaltungen im Iugendhwin Lebrtar Etr. 18—19. non Ill'V die 22 Uhr: Jugendheim Lichtenberg, Suntrrstr. 44. nun 1« bi, 22 Uhr: Zugendhelm L-rging. strasie 19. von IS bi» 22 Uhr: Zuaendheim Thariattendurg, Gallstr. 76, von 18 bis Ubr: Zugendhoim Nowawes, Briesterstrahe, non- 18 bi» 22 Uhr.— Leute. Sonntag, findet hie Mukiarbeichgrmeinfchgft um 18 Uhr im Zugend. heim Lehrter Str. 18—19 unter Leitung non Dr. Herbert statt.— Karten ,um Ziiqendkarnenal am 8. Februar lind im Ziiqendsekretarlat au baden.— Morgen ZNontag. linden folgend« Beranslaliungen liatl Wibbino: Ivaendbeim Tursner ocke Seeltrabt. Wir üben neue Lieder.— Brih: S'ädlisches Zugendbe:m>?al> bausi..O hängt ibn anl— den KraiiA von Lorbeerbeeren."— Urban: Zu» aendbeim chobreche- Ecke Sanderitrage. Wir besuchen bi« Sternworte.— Seihen- je«: Zugendhoim Bistoriusstr. 24. Selorichuna unserer Perbeseier im April.— Die Wusikgrupp« übt leben Sllontaa von 20 hi, 22 Ubr Im Berband-bau».— Sorten tum ZugtaMoowNl gm 8. Februar ßind im Zugendlikretartat ah habe»» WfyJiui�eJie� Sonntag. 15. 1. staats-Oper Unter d. Linden 146* A.-V. 20 Uhr, Margarete Ende g. 23 Uhr staats-Oper to Platz dar Peiidlh. 112. R.-S. 19V» Uhr Higmiziniiraag Die Hodizelt des Figaro Oeflnt!. Karten varkanf. Ende g. 23 Uhr Staati.SüiilMater.Qiarltlig Sonntag, 25. 1. stam Oper Bismarckstr. Turnus U 20 Uhr Hadame BnUerfiy Ende g. 22'; Uhr Staatl. Schansi (in Cndn 25. R.-S. 12 Uhr Mozart-Matinde alillld da 17L Et- burtstjgei 126 A.-V. 20 Uhr DI* WeMr Enden. 22'/« Uhr 20 Uhr NORA. Ende M« Uhr PtAZA Tägl. 8 n. Sannt. 2, S.u. 8" Alu. E. 4 808* l. Vorstdllun« SO Pf. kl» 1 M. II. und III. Vonldluna 1 M» S M. 1« Alfred Jarhaon- Girls mUgJBoleMlnlu� • 1 Ii. 2 Vorst—Tot WoldMdamm 1 84« | nachm. 4V, Uhr: 30 PI*.- I.SO Mk. Daboads SV, Uhr 30 Pf«.- 3__ Mk. ]sw Bei diesee Pi eisen: Die ganze Familie In den Clrcusl ISoDntagsSVorsU�kSB'S'liU- ••iuhr CASINO-THEATER»nu» Lothringer Strohe 97. IIIIIMIHMI UIIIIIIIIIUSIIHI IllltlllllllllUlllt Unwiderrnflich nur bis 30. Janaar: s Biederleute nnd ein erstklassiger bunter TetL Soasohend, 91. loanar 2 am 1, Male OnKel Kttim ans Nenruppin Ondidielc 1-4 Penonea Pauteuil 1�5 M-, Sessel I,7S M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PL. 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Die©tmetrrtlänmgtn füc bie(Ein. fontmen», Körperschaft, und Umsatzsteuer sind in der geil »0« I. 31« 13. 5«bcuat 1931 unter Benutzung der norgeschriedenen Barbruck» ndzuaeben, Eieuerpflichtiqe. die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet lUtb. erhalten vom Fw.anzamt einen Dar brück znge anbr. Die durch da» Einkorn men-, Körperlchasl- und llmiatzfieuergeietz rearitabete Berpflichlnng, eine(Steuer. enilarung abzugeben, auch wenn»in Bor- druck nicht Ubet'anbt ist. bleibt unbiriibrt; eriorberltchepkalls haben die Sleuerpflich. tlgea Lordruck« vor Ablauf ber Erkiaeupge- ftift vom Finanzamt anzufordern. Berlin, b«a 3 Jap aar ISA. Turn Präsident des LartdesfmanjamtS Berit» Pfänderversteigerung. Di» ia den Monaten April, MaL Zttal 1930 versetzten Pfänder kommen. lomett sie nicht erneuert worden sind- zur Versteigerung: bei Abteilung II, Elsiiller Str. 7t, vom Wom-g. dem S. Februar tSZI. ab S Uhr, und zwar: Fahrräder usw., Kleiber. Pelzwerl trnb Wäsche: bot fUbfeUting I, Iögerstr 64, vom Mon. lag. dem IS. Februar 1931, ob 9 Uhr, uns zwar: Fahrräder,»«genstanbe der vptii, «leider. Pelzwerk. Wäsche, Kristall. Iawelen. Sold- und Sitdevsachen. Für verfallene Pfänder, welche erst noch dem Auktlonsbeginn erneuert ober ringe. säst werben, mutz belinnmungsgemätz?lul> tionsgebühr berechnet werben. StanNiche» Ceihaml, Mittwoch, den 28. Januar. »ach«. 3 Ahr, Im Siftauasfool&*• »erbaubshouies. Linlenstrahe 83 88 Zimmer 2 Erwerbslosen- uersammiung der Rohrleger und Keller Tag esorbnungt 1. Branchenangelegenheilen, 2. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch und Eiempelkarte kein Zukrinl Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. Mittwoch, de» 28. Jan Id» Herein»- annor nachw, 5 Ahr, in«wal Haus. Skaiiher Sir atze 128 uereemminng der Graueure und Ziseleure Tagesarbnung: 1. Neuwahl der Branchenlommiiswn 2. Branchenangelegenheiken und Vre- schiebenes. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritl. Pflicht eine» jeden Kollegen ist es, diese Versammlung zu besuche». Mittwoch, den 28. Januar, abds. 7 Ahr, Im Sewerttchastehans, Engeluser 24,25(Mcoher Saal) Branchen-Versammlung der wemzeugmacher. werK- zeughdrter u. scnartschieifer Tagesordnung: 1. Portrag des Kollegen Alwin Brandes, Vorsttzender des Deutschen Metall- orbetter-Verbandes: Rückblick und Ausblick. S. Distuision. 3. Vranchenongclegenheit-n. Die Versammlung wird pünktlich eröffnel. Zahlreicher Besuch wirb erwartet.' uchlnng. surnzguShewiehe Oieustoa. den 27. Jaauar. abend» 7'/.. Ahr, in,«vewerttchafts- hans. Kngelnter 24/28 Versammlung alter in den spriizguahelrieuen bescfalftlgteB freigewerkediaftUdi orgeniitcrten Arbeiter und ArbeUerlnnen Tagesordnung: BsrichtetstaUling von de» staftgefun- denen Lohnverhandiungen. Zahlreicher Besuch wird erniarlet. Mitgliedsbuch legitimtertl 5pielplsn unserer Aullurabteilung. In der Boche vom 28. Fan. dt» I. gebr.: I. Dllrlen wir Ichweiaen?(Sexuoifilw). 2. chygl-n».Fllm Rr. S. 8 Humoreste Zn der Boche vom Z. vi» 8. Februar: U Di» heiligen drei Brunnen«brvtzer Berg- u.©pocifilm mit Louis Zienlrr). 2. Spziene-FUm Nr. 9. 3. Humoreske. Zu der Boche vom 0. bis 15. Februar! 1. So ist da» Leben 2. Eine» Teppich» Beb- und Aerdegong. 3. Humoreske. Anfragen wegen Ueberlastung und Be- such der Adleilung sind»elepbomich oder schriftlich an die Kulturadleilung iBiiro LiniexstcSZ/tzS, Zimmer 20) zu richten. Die OrAvervelinng. aenen.aemedepn ai:e Brian Bauaiwllnm billig und dauerhaft bei Ed. Hofffmeister, SO ZS, Wiener SlraBe SO seit 40 Jahren am Qöriitzcr Bahnhof Zimmer tBeltM7.-b.lt 2 Bett 14.- bis 22-| BadM.3, Salon 10 ... in HCIlliärAa« CXCELSIOR ResEa«aranB MAX FRICKE, Berlin /ABim j4BB«4»I»*nraOe 129- Dönhoff 3584 empfiehlt seine Säle und Vereinszimmer für M»t- lichkerten, Hochzelten, Versammlungen b»l beater Bedienung.— Neu« GeschiftsleKung. Vollcsfürsortge Gc werks dkaftlich-Genosscnsdiaftllclic Ver- sicfacrongs-tAJdiengcsellsdsaft, Hamburg 5 Größte Uolßsuersicherungs- geselischatt Deutschlands Gegenwärtig rund 2,2 Millionen Versicherte mit 900 Millionen RM. Versicherungssumme, 12 5 Millionen RMark Vermögen, davon Eigentum der Versicherten; Prämienreserve; Uber 85 Millionen RMark Gewinnanteile: über 20 Millionen RMark zusammen über 105 Millionen RMark. Versicherungsleistungen: Uber 11 Mill. RMark sect Movember 1923(Ende der Inflation) Näbere Auskunft erteilen die RedinungsstcSlen: Berlin s Ritterstraße Bcrlin-Mariendon, KathausstraBe 93. pt; Berlin-Köpenick, Bahnhofstraße 34; Berlin-Lichtenberg, frankfurter Allee 12�; Berlin-Reinickendorf-Ost, Scficinholzer Weg 39; Berlin-Pankow, Gaillardstraße 26; Berlin-Spandau. Götelstraße 5, pt, oder»der Vorstand der Volksfürsorge in Hamburg 5, An der Alster 57—61 Am Freitag, dem 23. Januar, verschied nach kiusze'm Krankenlager ganz unerwartet unser Vorsitzender Herr Max Stieg Der Verstorbene gehörte dem Vorstand seit dem Jajhre 1926 an uu� übernahm den Posten eines Vorsitzenden am 1. Juli 1927. Herr Stieg war in der gewissenhaften und hochherzigen Vertretung der Interessen der Kassenraitglieder und in seinem Streben für die Fortentwicklung unserer Kasse unermüdlich und vorbildlich. Für uns Angestelthe trat er stets in gerechter Weise ein. Wir haben einen eifrigen und gewissenhaften Föt derer unserer Sache verloren und werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse tür Berlin-Tempelhof. Geschäftsleitung und AngesteUtenschaft der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Berlin-Tempelhof. HERMANN UETZ l Wegen Umzug Preise bis SO°/o herabgesetzt K(icti8n,SGlilalzjinn)ep, Speisezimmer Max Berg& Co., Luisenuferll, JeS; I 2- n. 2'/--Zimmer-WoHnungen mit Zentralheizung und Wannroasseroersorgung BeinUtenOotf-Oft, ponlontec Allee, kühlewelnslr. Auslunst: vermalter yensei. Isarslrahe TT. Selcton; Beinlllendors 308S. Anszerdem einige l»-,lV2-,2-,2'/--Alm.-Wohnungen sofort oder spSIer Berlin RO SS, lSrellstraße 50 a. I lBodnhof Aeißeniee), Alexander 7t8ä. Füss l. Berlin R 2>>, Soidiaer Stras,« 57, Wiegand. Reinickendorf- Oft, Breitfoptstraße 41 siriiher Eomitagitr l. Schmidt. Pankow Trelledorger Str. 41. I, Behrendt, Pankow SäsO. Adiershoi, Kronprinxenslr. 120, pt., Friedrich, Adiersdos 7769. Steglitz. Opitzstroße 5, Bmtwitz, Sieglitz«MI. Wohnungsbaugesellschaft Eintracht, polodomer Strohe»ll.— ttursllrsl SSl4— 3617. Zu vermieten: Teilweise Mach an Unrerhei- 1 ratete ohne Wohnunfsschcin Gehag� Wohnungen 1. 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Die SatzUligSälidetinig gil! vom l Januar 1931 ab, loweil einzelne Bestimmungen mchl bereits srüher aus.Grund der Berordnuiig des Reichs- Präsidenten vom I. Dezember 1939 in Krast getreten sind. Eine gedrmfle Satzungsänderung gehl in den nächsten Tagen sämtlichen Bdueben zu. Weitere Druckstück-|iud bei der Äasse erhältlich. flugo Albrecht, Vorsitzender JSk per wen aus flem Elend! Das erste Hörslng-Buch I OfloHOrsln& Kriegsplan für Niederringung der Arbeitslosigkeit, mit Lebenslauf und Bild Hörsings.— Preis 60 Pf. In jeder Buchhandlung erhältlich. Jeder muß das Hörsing-Buch lesen! Helios-Verlag. Beriin-Schmargendorf. Biumenspönßen jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormais Robert Meyer Mariannenatr. 3 F8, Oberbaum 1303 Weltruf haben wesitansetie Schinken u.Wuratdausru'aren Preisiiate frei Wilh. Bartscher Rietberg 14 Weslf Filtmnwr. 11 k, Krllgor \ Lathen Pntntibnk Iii« Fha�ndidr. 197 Si». i. BM. JisewitrMd : riri: Freitag, den 23. Januar, früh, verschied nach langem, schwerem Leiden im 68. Lebensjahre mein geliebter Mann, unser herzensguter Vater, Schwioger- und Großvater Paul Scheibenhuber Dies zeigen tiefbetrübt an Bise Sehe benhuber, geb. Cerigiolf Reinhardt Scheibenhuber Richard Gotbe und Frau Leni, geb. Scheibenhuber Bürab Golhe Berlin-Karlshorst, Drosselstieg 29 Die Einäscherung findet am Mittwoch, deiii2S. Januar, nachm. 51/- Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am 21. Januar verschied nach langem schweren Leiden unser Kollege, der langjährige Branchenleiter der Bau- und Geldschrauksohlosser Robert Krüser im 55. Lebensjahr. Jahrzehnte hat er im Interesse seiner Berufskollegen gewirkt und sich dadurch die Sympathie aller Kollegen eiworben. In allen Berufsfragen war er stets ein guter und sachgemäßer Berater. Wir verlieren in ihm einen treuen und aufrichtigen Kollegen und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Branckenleitang der Bau' und Geldschrankschlosser. Die Einäscherung findet am Montag, dem 26. Januar. nachm. i'l, Uhr, im Krematorium Gorichtstraße statt. Boge Beteiligung wird erwartet. • Homöopathie M. Innere und liebere I Agpr Münzslt. v MaSiy Leid, ctbandi. 3 u. MWSCI s-z.w.stj.Mi Neubau-Wohnungen für Alle— auch Ledige noch z-zinniispuioiiflungen mit Zcniralhelzang, Warmwasserversorgang a. Zentraiwaschküdie. In Fricdensgrö�c 00-02 qm miete und Unüage|e nach Lage insgesamt RM.80.- bis ftM.86.— iüllersfra�e 94/98, Afrikanische Str, Swakopmunder Strafe, Togos trafje lesichtigune; Täglich 10—5 Uhr, Sonntags 9—1 U'hr Auskunft: Verwalter Modi, Swakopmunder Str. 22 Telephon: Wedding 1727. f nserate im vorwärts sichern Lrfolg! Danksagung. Für die überaus zahlreiche Beteiligung und herzliche Anteilnahme beim Heimgange meines geliebten, unvergeßlichen Mannes Heinrich Lcwy sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere der SPD.- Abteilung 25, nieinen innigsten Dank. Hulda Lewy Kniprodesiraße 118.. Todesanzeige Allen Freunden und Bekannten d'e traurige Nachricht, daß mem lieber, braver Mann und liebevoller Vater, der Gärtner Lrwin«Jerwm am 2L Januar v erstorben ist. In tiefet Trauer: RoMlerwinood Tochter Gretdien Agnes Jcrwin als Plultcr. Äeulölln� den 24. Januar. Die Trauirleier findet am Dienstag, dem 27. Januar, 20 Uhr, im Krema» torium Baumschulenweg statt. Für die hersttche Teilnahme bei der Eütaichetung meiner iieden Frau sage Ich allen Fieünden und Bc- rnniilen, den Mietern der Kdiiser Grätzktratze>3 und Mandeiltraße i. der Ableitung>0> der SPD Treptow. den Damen und Kerren der Konzen, iralion und dem Parteioorsiand. ins- desondere dem Herrn Redner des Boifsseuerdessaltttngsoerrtns meinen deftetr Dank Erleb Conradt. Zurück Dr. Erich Wossidlo Nieren-, Blasen-, Harnleiden Poltdamer Sirotze l�la(Privatstrotze) 4—6, Sonnabend 8V2— 10 BEUFEOEl »lim. aus erster Kand Cmi 0.90, 6.75, O 60 Wille 5.-, 4,-, 32) J. 1.90 Daaneu 9.—, 7.—, 4.— Cbeibett HIB» 12.-, 9.50, 7.5 I, 6.90 Riungef.S.S �.£0,2. 40 Cirnen-Oherbetl.. SI So und andere Sorten in großer Auswahl Damiilrtioigu� für uiHrs Kuadm gratis. SACHSEL& STADLER Nhmbdies Deltledera- Speilal- Baas C.2:,LandsbcreerStr.43/4inslWllmiideril.l Am 20. Januar verschied»iiitzlich und unerwartet nach tanaem. schwerem Leiden mein lieber Mann, unser Bater und öchwiegeroat» lisi! Vierbllvder im 6t. Lebensjahre. In tiefer Trauer! Christine Vierbiirher and Kinder Beriin-Britz. Moses.Löwenlhab Str..15 Die Einäscherung findet Miilwoch, den 28. Ianuae. ig", Uhr, im Are- maiorinm Paumschulenweg statt. Am Freitag, dem 23. Januar, verschied nadi snrzem. schwerem Leiden im 45 Ledevsjahe. mein tieder Mann, unser guter Pater Alsx Stieg Im Namen der traneinden Sinser- dlieoenen dlorkbo stieg U Binder Die Einäscherung findei am Mill- wach, dem 2s. Januar, um>7 Uhr, im jtremalorium Baumschulenweg statt Hiermit gebe ich allen Fteunden and Bekannten die trauriae Rachttcht, daß mir mein innigstgeiiedlet Batet ltadolk Weimar am'20. Januar durch einen tragischen Tod entrillen ist Herbert Weimer ai» Sohn. Die Emaschernnq findet am Diens- ta t, dem 27 Januar, abends",7 Uhr, im Rcemotetium Baumschulenweg statt. Am Donnetsiag. dem 22. Januar verstarb nach schwerer Aranlhelr utetne liebe Fcau. unsere gute Mutter| Helene Jährig In liefet Trauer Peul Ilhrfg und Rinder. Lieschen und Gerhard. Die Trauerseier findet am Montag, dem 26 Januar, nachm S>, Uhr. in der Halle dtr FreireiigiSsen Gemeinde, Pappel-Allee 18. statt vankUagung. FUt die virlest Beweise innigstetTeil- t-ahme bei der Einäscherung meines lteven, unvergeßlichen Mannes, un- tcres Iieden Baters k�ranz Müller sagen tute allen Scrtvanbteru Bekannten uno Freunden sowie dem Redner der Partei(S.P.D) und den Genossinnen, und Genossen unseren helzlichsten Dank lckUk»e»»6 Kinder vankssgunz. � Für die vielen Beweise Inniger i Tttl nähme bei dem Hinicheiden met- nes lieben Mannes priedrick Müller sage ich allen BeieUigten meinen lresgelühiien Dank. fohonno Mllller fleb Rekr«. Nr. 41* 48. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 25. Januar 1934 cnieeh£et: Me Tlovitadevtbratil (SftiBiTc S«), Sfhaficur nnftrrs tschcchii'ckien Siu!«rJiIatt«s»Lrtvo SiAu" in"i�rcp, hat ein vfächtiqes Auel» iider Aic Sahara geschrieben, dem die nachsalgcndc Schlldcruna entnommen ist. Ich wußte nicht, davcni und ich erschrak. Ich hatte wohl einmal etwas darüber gelesen, daß irgendwo in der Sahara ein Nomadenstamm lebe, der Ouled Nail heiße und der seine'Töchter vor der Verehclichung in die saharischen Oasen als Prostttuierte entsende, damit sie sich dort das Geld für ihr« Mitgift und ihren Hochzeitsschmuck verdienen. Ich hatte das einmch gelesen, mir aber gesagt: das war viel- leicht einmal. Es ist nicht möglich, daß es so etwas heute noch gebe. Vielleicht haben das die französischen Behörden eingestellt! Aber schon in Tjclfa erfuhr ich, daß dieser Brquch, der auch irgnd etwas Religiöses in sich tragt, fortab weiterbesteht und in der Voraussetzung weitergehalten werde, daß der Verkauf einer Frau keine Sitnde sei und die Prostitution nicht beflecke. Und ich überzeugte mich sogar davon, daß jene Frauen, die nach einer ge- wissen Zeit aus ihren Stellen wieder heimkehren, erst jetzt die besten Bräutigams fanden. Ja, die Bräutigams suchen gerade solche Bräute, welch« durch die meisten Stationen zur Zeit ihrer Prostituiertenlausbahn passiert sind. Solche geben nämlich angeblich die besten Frauen ab. Und seht her— die Moral der Sahara: eine Moral, die in der Prostituierten keine Sittenverdorbcne, in der Prostitution ein j?Gnz ehrliches Gewerbe für eine Frau erblickt, geeignet, einer Frau das Hochzeitsgut herbeizuschaffen. Man muß sich in die Philosophie des Nomadenbewohners der Wüste einleben: das Leben ist sehr schwer und materielle Güter kann man in der Wüste nicht vermehren. Der Besitz ist eng be- messen, und längs der Brunnen kann man in der Wüste nicht inehr anpflanzen, als was das Wasser ernährt. Und wenn Kinder da sind— was fängt man mit ihnen an? Der Bursche wächst heran, wird ein Mann und verdient sich schon soviel, wie er zum Leben braucht. Aber was mit einem Mädchen beginnen? Das wird mit einem Schlage gelöst: sie Hot ihr Geschlecht, ihre Reize, ihre Fceckden— weshalb daher diese Wittel der Natur nicht aus- nützen und besonders, wenn es Leute gibt, die dafür bezahlen? Auch die Frauen müssen leben, und wenn sie heiraten sollen, niüssen sie eine Mstgist besitzen oder wenigstens eine Menge Schmuck. Wer daheim geht dos nicht und so macht sie sich also aus zur Oase, und die Prostitution ist das Mittel, mit welchem sie zweierlei schasst: ihren Lebensunterhalt und dos L)eiratsgut. Vielleicht kommt eine oder die andere ruiniert zurück, vielleicht kommt manche gar nicht mehr zurück— das ändert an der Sach- tage und an den Tatsachen gor nichts. Das Leben in der Saharo ist grausam und jeder muß sich seinen Bissen verdienen. Und die Mädchen gehen bereits im frühen Mer von zwölf und dreizehn Jahren dorthin, kommen dann nach fünf, zehn und mehr Jahren wieder, werden ehrsam« Frauen und Mütter, ohne daß es jemandem einfallen würde, ihnen die Jahre ihrer Profti- .tut'an vorzuwerseit, Mä»? betrachfet das als etwas Natürliches Gewöhnliches. Und,«S ist— vielleicht vom Standpunkt der Wustenbewohncr aus— etwas Notwendiges.' Wer will darin etwas Schlechtes erblicken— er möge dann auf die Bewohner der Wüste seinen Stein werfen und sie mit Speichel beflecken, aber er würde ihnen auf jeden Fall unrecht tun. Andere Länder, andere Sitten, andere Moral. Und die Moral wird durch das Leben gebildet. Dieses bewertet ihr« Bedingungen und Gesetze. Und die Gesetze der Sahara müssen doch«imger- maßen anders sein als di« Gesetze Europas und der sogenannten zivilisierten Welt, der man schließlich und endlich vom Standpunkte der Moral aus sehr viel vorwerfen könnte. Also, ich begann die Sache später zu begreifen— aber ich entsetzte mich darüber. Schon fünf Tage lang war Mede-a nicht aus dem Hause ge- treten. Ich befragte Zagyi und Sidi-Lebi und Ibrahim darüber, aber es wurde mit der Hand auf meine Frage abgewehrt. Ich war betroffen. Ich wußte bloß, daß sich Medä-a in dem kleinen Stäbchen bei ihrer Mutter Se-Ii-do befand. Ich bestürmte Zagyi mit Fragen. Endlich gab er mir«ine Antwort: „Sie macht sich für die Reise fertig." „Für dl« Reise? Wohin denn?" Er winkte wieder mit der Hand ab. „Was weiß ich— fort, dort hinunter in die soharischen Oasen/ „Und was dort?" „Sie soll sich dort ihre Mitgift oerdienen." Erst jetzt erinnerte ich mich der alten Nomadengewohnhcit, die Töchter zu Prostituierten zu. erziehen. Ich entsetzte mich. Mede-a, dieses unschuldige, entzückende Mädchen mit dem süßen Lächeln und den Mandelaugen, dieses zarte Geschöpft— sollte nun eine Prostituierte für die arabischen und jüdischen Händ- ler, für die Karawonenführcr der Wüste zu den saharischen Oasen werden? Nein— das war nicht möglich! Ich werde sie beschützen! Ich erhob drohend den Arm: „Ich gestatte nicht, daß Mede-a verkauft und entehrt werde!" Zagyi wurde betrübt. „Mein Bruder wird sich beruhigen. Nichts wird sich ändern. Es wird das geschehen, was bestimmt wurde. Was ist Schlimmes dabei? Mede-a ist schon erwachsen, und es ist Zeit, an rtn« Mitgift zu denken. Wer soll sie ihr schassen? Wenn es alle Romaden- Mädchen so machen.. „Zagyi!" drohte ich jetzt. „Nichts wird geschehen," sprach Zagyi und schloß die Lippen, „mein Bruder wird das Gastrecht nicht verletzen." Ich erkannte, daß es sich um eine ernste Sache handle und daß ich daher selbst den vernünftigen Zagyi nicht reizen durste. Was konnte ich tun? Ich befand mich dach nicht bei uns in Europa! In einem anderen Landstrich! In der Sahara! Sahara, Sahara wiederholte ich mir im Geistste. Die Wüste, sie ist Hort, böse und grausam und sie kennt kein Mitleid. Die Saharo, in der man um eines Daitolboumes willen in den Familie» Kämpfe bis auf den Tod führt, die Sahara, wo einen Schluck Wasser und ein paar Datteln besitzen das Leben bedeutet, es nicht haben, mn Tadc veiurtM zu sein heißt. Die Sahara, wo selbst trübes Wasser«inen Reich- tum darstellt— welchen Wert kann da die Unschuld eines Mädchens haben? „Und übrigens," fuhr jetzt Zagyi plötzlich fort, mich aus meinen Gedanken reißend,„morgen kommt der Bräutigam." „Der Bräutigam?" Wie konnte ich denn das nicht verstehen? Das Recht der ersten Nacht! Hier, inmitten der soharischen Wüste, erfuhr es seine Er- Neuerung! Der Bräutigam kommt um die erste Wonne des Leibes seiner zukünftigen Frau zu genießen— und dann wird sich seine Gattin eine Reihe von Jahren hindurch verkaujen, um ihrem Gatten eine Mitgift zu bringe». Und wenn es doch wenigstens nicht Mede-a gewesen wäre, dies« entzückende, reizende, allerliebste Mede-a, an die ich soviel schöne Erinnerungen hatte! Am nächsten Tag« in der Frühe hörte man vor dem Kali ein Pferd traben. Der Bräutigam war angekommen. Sidi-Lebi empfing ihn mit allen gebührenden Ehren. Er ließ frische Datteln pflücken, seine Pferde Wasser trinken und aus dem Brunnen wurde der dort eingetauchte Schlauch„Kuzmi" mit einem süßen und berauschenden Getränk aus dem Saft unreifer Trauben herausgezogen. Er nahm die Büchse über die Schulter und begab sich in das Tch M'Zab, um dort irgendeinen Schakal zu schießen. H Aber er erlegte keinen. Ich legte mich auf einen Felsblock im Schalten nieder und überlegte. Lange. Was für eine wunderliche Welt war dies doch! Wie hüten doch die Müitcr bei uns die Unschuld ihrer Töchter! Hier bereitet die Mutter ihre Tochter fünf Tage hindurch für die Prostitution vor! Und zum Schluß wird der Bräutigam ins Hans geladen, um die Lektionen der Mutter durch einen Anschauungsunterricht zu vollenden! Wie ich erbebte! Diese Mutter war ja auch eine Prostituierte gewesen! Es konnte nicht anders sein— sie war ja eine Angehörige des Nomadenstammes. Und ihr Schmuck, der Reichtum ihres Ge- wandes sprachen dafür.- Und Se-li-da war dennoch eine gute Frau. Und wie ich fest- stellte, auch eine gute Mutter. Sie hatte ihre Söhne gut erzogen, sie hatten eine Bildung wie selten in einer Familie empfangen, um Mede-a sorgte sie sich wie um ihren Augapfel— und jetzt dies. Spät am Nachmittag kehrte ich zurück. Der Bräutigam war bereits fort. Er hatte sein Recht ausgeübt— schoß, es mir durch den Kopf, -h Äle�äy,"nicht fäD, ab heule Aufgeregt iötb voller'VerMtrungchßM ich z ein Wort zu sprechen.' Verstohlen blickte ich Mede-a on. Sie war ein bißchen bleich' und ihre Lippen bebten! Sonst keine Veränderung. Armes Made!! Ich-sprach schon mit niemandem mehr über die Sache. Ich fragte nichts mehr und forschte auch nicht weiter nach. Es ist eine Familienangelegenheit, sagt« ich mir— und die ganze Sache geht mir nichts an. Ein paar Tage später sah ich, wie Zagyi und Sidi-Lebi die Maulesel für den Weg fertig machten. Ich ahnie— man führt Mede-a fort! Sie»lochten die Maulesel fertig, packten Mede-as Kleider dar- auf, etwas Nahrungsmittel— und jetzt hieß es Zlbschiednchmrn. Bleich und zitternd führt mein Mede-a aus dem Kali. Sie umarmten sie, Se-li-da und Sidi-Lebi segneten sie und dann küßten sie sich gegenseitig auf die Stirn und Achsel. Schließlich kam Mede-a heran, um sich auch von mir zu vcr- abschieden. Was sollte ich ihr sagen— ich, der Nomadenbraut? Ihr— die sich auf einen Beruf vorbereitete— bei dessen Vorstellung nach Entsetzen erfüllte. Wir reichten uns die Hände, drückten sie zusammen und dann küßten wir uns gegenseitig. Als ich die Hand auf ihren Nacken legte, fühllc ich etwas wie ein Zusammenzucken? War es ein Schluchzen? „Mede-a," sagte ich dann leise,„ich wünsche dir Glück und eine baldige Rückkehr in dein Vaterhaus, lind was kann ich dir noch sagen? Vielleicht dies, daß ich dich mir als Braut nicht so vor- gestellt hatte...."... Verstand mich dieses einfache Kind der Wüste überhaupt? Wer weiß es? Als sie die Augen ausschlug, waren sie ganz mit Tränen erfüllt. „Ich hatte dich lieb,. Bruder Fetck. Du warst anders als die anderen, die zu uns zu kommen pflegen." Sie machte dann eine Gebärde mit dem Kopf, als ob sie sich auf etwas besinnen würde. Sie lief rasch in den Kali, brachte mir nach einem Augenblick ein kleines Zinnkästchen, das mit silbernem Draht und mit billigen Halbedelsteinen verziert war. �Sie schaute die Eltern an, als ob sie auf ihre Zustimmung wartete. llnd als diese nickten, reichte sie mir das Kästchen und mir fest ins Auge blickend, sagte sie: „Ich werde deiner gedenken— und erinnere dich auch meiner/' Ich nickte stumm. Mede-a, Sidi-Lebi und Ibrahim bestiegen die Maulesel. Sie entfernten sich in der Richtung gegen Ghardaia, um sich dort des Karawane anzuschließen, die in die großen südlichen und mittleren Saharaoosen zog.... Lange starrte ich den grauen drei Punkten nach die auf der gelblichen Fläche verschwommen, bis sie am Horizont verschwunden waren. Dann ging ich, um das Geschenk Mede-as als eine der käst- lichsten Erinnerungen meines Lebens aufzubewahren. Das Andenken an die Nomadenbraut. lind wann immer ich das Kästchen in die Hand nehme, flüstere ich unwillkürlich: . Wo.hu. wö.hl.weilen magst z— Mede-a— wie es dir wohl g'Mfob du /dich iwichl.noch/mttperf«rLnnexst— kleines,.-entzückendes Nöniädciunädchch'i' mit"dcn fchwärfzen Augen? Dein Schicksal'ist das Schicksal deiner Schwestern und wird das Schicksal deiner Töchter werden. Wie ein Phantom steht über deinem Leben und dem deiner Schwestern die entsetzliche Sahara, die ungeheure Wüste, mit ihrer endlosen Grausamkeit, der die Leute ohne Muckser gehorchen— Leute, die leben wollen und wer wollte es nicht? Auch in der Wüste will man leben. Und scheinbar ist hier die Lebcnssehnsucht eine glühendere als irgendwo.... IWkrofkopifche tRauhliere Die Amöben finden aus mancherlei Gründen beim Menschen ein großes Interesse,— zunächst schon wegen ihres ehrwürdigen Alters, gehören sie doch ohne Zweifel zu den ältesten Formen echter tierischer Organisation auf der Erde: naä) den neuesten Unter- suchungen schätzt ma» ihre Lebenszeit auf 10UU Millionen Jahre. Wenn man die Schnelligkeit bedenkt, mit der die Teilungen dieser Einzeller vor sich gehen, so kann man crmessen, daß die Amöben seit jenen Urzeiten der Erde Milliarden von Generationen auszu- rvetsen hoben Zwar nicht unsterblich ist die Amöbe, wie es oft in der Literatur heißt, wohl aber unbedingt lebensfähig! Auch die eigenartige Bewcgungsweise dieser Tierchen, ihre Fähigkeit, sich durch das Ausstrecken von Teilen der Körpersubstan; in Gestall von Scheinsüßchen, sogenannten Pseudopodien, fortzu- bewegen, hat ohne Zweifel dazu beigetragen, unsere Aufmerksam- keit jenen seltsamen einzelligen Lebewesen zuzuwenden, zumal die durch diese Art der Fortbewegung bedingte ständige Verwandlung der Körpcrsorm für den Beschauer noch einen besonderen Reiz bietet, so daß der Anblick einer in ihrem natürlichen Medium dahinfließen- den Amöbe ein so wunderbarer ist, daß er nicht nur den Fach- Zoologen immer wieder fesselt, sondern auch jeden anderen Be- schauer in seinen Bann zieht. Noch stärker tritt die Eigenart der Amöbe auf einem anderen lebenswichtigen Gebiet, dem Gebiet der Ernährung, in die Er- sck/einung, erweisen sich diese mikroskopischen Lebewesen doch hier als reguläre Raubtiere. Die Amöbe nährt sich von kleinen pflanzlichen oder tierischen Organismen. Der chemische Reiz, der von der Beute ausgeht, löst offenbar eine positive Reaktion bei der Amöbe aus, da sie, wenn sie sich einmal in der Nähe der Beute besindet, direkt auf dieselbe zu- kriecht. Im mildesten Fall verhält sich unsere Amöbe dann so, daß sie das Beutetier umfließt, so daß dieses in das Innere ihres Plasmalcibes gelangt, wo es alsbald mit den verdauenden Säften umgeben und allmählich zerfetzt wird. Etwaige unverdauliche Bc- standteile, z. B. kieselige Panzer des Beutetieres, werden dann später wieder ausgeschieden, d. h. sie bleiben liegen, während die Amöbe weitertriecht. Von der schönen großen Amöbe Proteus, die ihre Scheinsüßchen wie Beine gebraucht, so daß ihre Bewegung fast dem Schreiten eines höheren Tieres gleicht, wird berichtet, wie sie es gerade mit Vorliebe auf das kugelige Bläschen einer Algenart abgesehen hat. das so groß ist, daß es nur unter Schwierigkeiten von der Amöbe umflossen werden kann, weil es immer wieder davon- rollt. Die Amöbe aber nimmt die Verfolgung aus und gibt sich ujf. zufrieden, wenn es ihr gelungen ist, die Alge in[ich auszunehmen. In einem Falle mühte sich eine Amöbe eine volle Viertelstunde damit ali,«in solches Bläschen zu bewältigen. Erbitterte Kämpfe finden bisweilen zwischen Amöben verschic- dener Arten statt. Die größeren machen Jagd auf kleinere Indivi- duen einer anderen Art, wohingegen Angehörige der gleichen Art einander unbehelligt lassen. Nicht immer hat es die Amöbe mit ihrer Nahrungsausnahme ja verhältnismäßig einfach. Oft muß auch sie alle Ihre Kräfte«in- setzen, um in dem stampf ums Dasein.zu bestehen. Bisweilen macht sie sich an Algenfäden heran, die sechs mal so lang sind wie die Amöbe selbst. Trotz ihrer Schwerbeweglichkeit nimmt sie den Kampf gegen verhältnismäßig rasche Organismen wie Flagellaten und Infusorien aus,— mit Erfolg allerdings nur dann, wenn diese Tiere sich in Ruhe befinden und so von der Zlmöbe gewissermaßen um- schlichen werden können. Dabei kennt diese nicht das Gefühl der liebersättigung! nicht einmal von einer Stillung des Hungergefühls scheint bei ihr die Rede zu sein. Rhumblcr, ein guter Beobachter einzelliger Lebewesen, hat unglaublich vollgepfropfte Amöben aber- mals neue Beutetiere angreifen sehen. Nicht das Gefühl der Sättigung also ist es, wenn sich gelegent- (ich unter vielen mit der Aufnahme von Nahrung beschäftigten Amöben einzelne finden, welche, obgleich sie zwischen den Algen- säden herumkriechen und obgleich sie wenig oder gor keine Nahrungs- tärper im Innern eingeschlossen enthalten, obgleich man also aus Hunger jiir sie schließen müßte, die Fäden nicht aufnehmen. „Launen, Stimmungen",— sagt Prof. Hempelmann, die wir eben- sowenig ergründen können, wie das verschiedenartige Verhalten der einzelnen Individuen gegenüber anderen Reizen wie Licht, Temperatur, Elektrizität usw.: reagiert auf diese doch sogar dassell'e Lebewesen zu verschiedenen Zeiten verschleden. Innere Fak- t o r c n bewirken die�c„Launen": je noch der Lebensloge des einzck- neu Tieres, nach seiner jeweiligen inneren Disposition, nach den Erlebnissen, die der Organismus gehabt hat, nach seiner Geschichte— antwortet es in verschiedener Weise auf den gleichen Reiz. „Wenn die Amöbe", so sagt ein genauer Kcmier der einzelligen Lebewesen,„ein großes Tier wäre, so daß es dem Menschen in den Bereich seiner alltäglichen Beobachtungen käme, dann würde sein Verhalten sofort bewirken, daß man dem Tiere die Zustande von Lust und Schmerz, von Hunger und Begehren und dergleichen zu- schrieb aus genau den gleichen Gründen, aus denen wir diese Dinge dem Hunde zuschreiben.— Die Amöbe ist ein Raubiier und mach: den Eindruck, als wenn sie von denselben elementaren Trieben be- herrscht wird, wie die höheren Raubtiere". Dr. Lüy Hcriberg. Wenn ich nicht mehr lein... Von ütvan Vurgeniew Das nachfolgende, im Dezember 1878 entstandene Gedicht in Prosa des großen russischen Erzählers ist erst kürzlich in der russischen Presse der Vergessenheit entrissen worden. Wenn ich nicht mehr sein werde, wenn ich mich in Staub und Asch« verwandle, dann— ich bitte dich, o du, meine einzige Gefährtin, du. die ich so innig und zärtlich liebte, du, die du mit bestimmt überleben wirst— besuche nicht mein Grab.... Du hast dort nichts zu suchen. Vergiß mich nicht.... Doch gedenke mein auch nicht im Trubel der Alltagssorgen, der Not und der Glückseligkeit.... Ich will dein Leben nicht behelligen, seinen ruhigen Lauf nicht stören. Allein in den Stunden der Einsamkeit, wenn du von jener schüchternen, unbegründeten Sehnsucht heimgesucht wirst, die den lauteren Herzen so eigen ist, dann greife zu den von uns so gc- liebten Büchern! Schlage die Seiten auf, suche die Zeilen, finde die Worte auf, die— erinnerst du dich noch?— uns beiden zur gleichen Zeit einst süße und stumme Tränen entlockten! Lies sie durch, schließe dein« Zlugen und reiche mir dann deine Hand.... Dem abwesenden Freunde reiche deine Hand! Es wird mir versagt sein, auch meine Hand dir entgegenzustrecken: sie wird unbeweglich unter der Erde ruhen. Doch der Gedanke allein, daß du vielleicht an deiner 5?and eine leise Berührung verspüren wirst, wirkt auf mich erquickend. Meine Ge- stalt wird nun vor dir erscheinen, und aus den geschlossenen Lidern deiner Augen werden wieder Tränen niederriescln, gleich jenen Tränen, die wir einst gemeinsam, von der Schönheit entzückt, vergossen. Denn du bist mein einziger Freund, o du, die ich so innig und zärtlich liebte.(Deutsch von S. Borissoff.) 50 Jahre JiäUetechnik Don S)r. Jl. cJ€amm Wenig bekannt, meist unbeachtet, spielt in unserem heutigen Leben die Kältetechnik eine geradezu entscheidende Rolle. Ihre Hauptaufgabe, die Frischerhaltung von Lebensmitteln, ist in solchem Grade Voraussetzung unserer jetzigen Lebenssormcir geworden, daß unsere Großstädte ohne sie gar nicht denkbar wären, weil nur da- durch ihre regelmäßige Ernährung sichergestellt werden kann. Ebensowenig wie die Kühlhallen aus dem großstädtischen Betriebe wegzudenken sind, kann man darauf verzichten, weit entlegene Fund- statten menschlicher Nahrung, wie etwa die isländischen Iischbänkc auszunützen. Aull) hierzu ist Kälte notwendig, und zwar muß die künstliche Kälteerzeugung einsetzen. Denn all die leicht ocrdcrblj$eit Lebensmittel sind bei Temperaturen von 2 bis 6 Grad über Null fast unbeschränkt haltbar, da die sie zersetzenden Bakterien dann in ihrer Lebenstätigkeit vollkommen gehemmt sind. Im Haushalte dient seit altershcr der Eisschrank dem gleichen Zweck, aber auch er wird jetzt durch zweckmäßigere Mittel ersetzt. Im großen war stets maschinelle Kälteerzeugung notwendig. Die Kältetechnik ist eine deutsche Erfindung, die auf immer mit dem Namen Karl von Lindes verknüpft iit. Er bedeutet hier dasselbe wie in der Elektrotechnik der Name Siemens. Im Jahre 1370 legte der junge Physiker den Grund für seine Lebensarbeit durch eine rein theoretische Arbeit über„Wärmeentziehung bei liefen Temperaturen durch mechanische Mittel". Aus dieser AbHand» lung entsproß eine Maschine, die heute als die Kältemaschine schlecht- weg gilt, der doppeltwirkende Ammoniakkompressor. 10 Jahre später war sie fertig, und die damals gegründete Gefell- schaft für Lindes Eismaschinen übernahm die fabrikmäßige Her- stellung. Es ist vielleicht der einzige Fall in der Geschichte der Technik, daß ein« rein theoretische Abhandlung zuin Ursprung eines neuen Zweiges der Technik wurde. Der Grundgedanke, von dem Linde ausging, ist eigentlich äußerst einfach und seit Jahrtausenden bekannt. Man könnte mit Recht sagen, daß der ägyptische Töpfer, der zum ersten Male einen porösen Tonkrug zur Wasserkühlung herstellte, der Erfinder der Kältetechnik war, und jede Dame, die sich die Stirn mit Eau de Cologne ein- reibt, um sich durch die erzeugte Kühle zu erfrischen, betätigt sich kältetechnisch. Denn jede Flüssigkeit, die verdunstet, verbraucht dazu Wärme, die sie ihrer Umgebung entzieht, da dadurch kälter wird. Ganz genau so ging Linde vor, wenn auch mit rationelleren Mitteln. Dos Ammoniakgas, das zur Flüssigkeit ziisaminengcprüßt worden ist, bot eine starke Neigung, sich wieder in Gas zu verwandeln. Gibt man ihm die Möglichkeit, so entzieht es seiner Umgebung alsbald soviel Wärme, wie nötig ist, um dieser Neigung zu folgen. Da hierzu immerhin beträchtliche Wärmemengen notwendig sind, ist die erzielte Abkühlung sehr energisch. Es werden Kältegrade erzielt, die weit unter der Temperatur des gefrierenden Wassers liegen. In- fclgedessen kann man entweder eine kleine Menge von Flüssigkeit oder Luft sehr tief kühlen oder eine sehr große Menge weniger tief. In der Kältetechnik spielt der zweite Fall die Hauptrolle, denn es handelt sich meist darum, die großen Luftmengen, die die Kühlhallen usw. ansüllen, auf nicht allzu tiefe Kältgrad« zu bringen. Man benutzt zur Uebcrtragung eine Salzsolc, die selbst bis weil unter den Nullpunkt abgekühlt werden kann, sie entnimmt die Kälte dein Ammoniak und gibt sie an die Hallenluft weiter. Aber auch außerhalb der Lebensmittelindustrie spielt die Kälte- technik«ine bedeutende Rolle. Da ist vor allem der Bergbau zu nennen, dem sie ein ungemein vereinfachtes Nerfahrcii der Schachtabteufung gegeben hat, die Gefriermethode. Beim Niederbringen neuer Schächte stört am meisten das Grundwasser, das die Zlrbeiten nahezu unmöglich macht, wenn es nicht durch große Pumpen sortgesetzt entfernt wird. Dabei läuft man aber Gelahr, daß der Boden, dem das Wasser entzogen worden ist, seinen Halt verliert, und zu- sammenstürzt, namentlich, wenn es sich um sogenannten Schwemm- fand handelt. Heute versenkt man in diesem Falle rings um das Bohrloch eine Anzahl von Rohren im Boden, in denen tiefgekühlte Salzsote kreist. Dadurch wird das Wasser im Boden zum Gefrieren gebracht und gibt so dem Boden einen ganz besondere» L>alt. Die Kältetechnik ihrerseits ist wieder zum Ursprung eines anderen Zweiges der Technik geworden, der Gewinnung v e r- s I Ü s s i g t e r G o f e, die heute einen großen Umfang angenommen hat. Wasserstoff und Sauerstoff werden in der Eisenindustrie und im Maschienbau in großen Mengen zum Schweißen und Schneiden gebraucht, und m der chemischen Industrie hat der Wasserstoff noch eine weit lebenswichtigere Bedeutung gewonnen zur Erzeugung der künstlichen Düngemittel, des sogenannten Liistsalpstcrs un-d ähnlicher Stosic. Auch die sogenannten seltenen Gase, die in der Lust in wenigen Mengen vorhanden find, können nur�yrch Luftoerflüssigung und folgende, fraktionierto Destillation gewonnen werden. Neon und Argon, die dcn leuchtenden Inhalt oll der roten, blauen und grünen Lichtreilamen bilden, die das nächtlich« Straßenbild so bu'.lt machen, werden auf diese Weise aus der Luft herausdcstilliert. Viel- leicht gelangt man auch noch einmal dazu, das in der Luft enthaltene Helium zu gewinnen, das für den sicheren Betrieb der Lustschisf- von so großer Bedeutung ist. Allerdings enthält ein Kubikmeter Luft nur 5 Kubikzentimeter Helium. Neuerdings dringt die Kältetechnik auch in den Haushalt ein. wo sie mit ihren moderneren Mitteln den olteingebürgerten Eis- schrank zu ersetzen sucht. Dieses Mittel ist der sogenannte c l e k t r o- automatisch« Kühlschrank, der die Kälte sozusagen aus der Steckdose bezieht. Auch in diesem Schrank wird genau so wie in den großen Kältemaschinen eine bei niedriger Temperatur siedende Flüssigkeit verwendet, die durch ihr« Verdunstung die Umgebung ab- kühlt. In Amerika findet man diese Kühlschränke schon in den meisten Haushalten, während sie in Europa erst anfangen, sich zu veA'rciten. Es ist natürlich außerordentlich angenehm, von der Leerung natürlichen Eises ganz unabhängig zu sein. Dazu ist die künstliche Kälte vollkommen trocken, während die im Eisschrank cnt- haltene Lust stark mit Feuchtigkeit beladen ist, was sich ost an Fleisch- und Wurstwaren in wenig angenehmer Weise zeigt. Des- halb werden sich diese Kühlschränke wahrscheinlich auch bei uns ein- führen, sobald nur die Zeiten besser geworden sind. Ein Felssturz»erändert die Niagara-Fälle. Die größte Wand. lung im Aussehen der Niagara-Fälle, die bisher beobachtet wurde, ist jetzt durch«inen großen Felssturz hervorgerufen worden, der sich an der amerikanischen Seite ereignete und eine halbkreisförmige Vertiefung zwischen Prospect Point und Luna-Insel entstehen ließ. Ueber 100 Tonnen Felsen wurden durch den Einfluß der herab- stürzenden Wasser, verbunden mit starkem Frost. h«rabgcschleudert und bilden jetzt einen riesigen Haufen von gewaltigen Blöcken am Fuß der Fälle in der Nähe der Goat-Insel. D«r Sturz erfolgte während der Dunkelheit und verursachte einen so gewaltigen Lärm und ein« so starke Erschütterung, daß Bewohner der Gegend glaubten, es ereigne sich ein Erdbeben. Die ganze Größe dieser Erscheinung ist«rst durch photographische Aufnahmen durch Flieger festgestellt worden. Diüftenfenkung an der llordfee Bekanntlich wird die deutsche Nordseeküst« durch das Reichs- amt für Landesaufnahme in Zusammenarbeit mit der Preußischen Landesanstalt für Gewässerkunde aus sogenannte säkulare Bodensenkungen hin beobachtet. Die Beobachtung erfolgt aus Grund von Fcinnivellementz höchster Genauigkeit. Boraus- setzung ist die Schaffung eines Netzes senkungssreier Höhen- sestpunkte, da alle älteren Landmarken, Pegel usw. sich als schwankend und unzuverlässig erwiesen haben. Die neuen Festpunkte werden durch die noch ständig schrumpfenden und absackenden Alluoialschichten hindurchgetrieben, bis sie auf senkungsfreiem dilu- vialen Untergrunde ruhen. Zwischen Ems und Weser sowie zwischen Weser und Elbe ist dies Festpunktnetz bereits geschlossen aus- gebaut, die Einwägungen sind beendet, aber erst die Wiederholung des Nivellements nach einer Reihe von Iahren kann Aufschlüsse über kleine und kleinste Grenzverschiebungcn zwischen Land und Wasser bringen. Augenblicklich ist man dabei, die Arbeit auf dem rechten Ufer der Unterelbe und durch ganz Schleswig-Holstein bis zur dänischen Grenze fortzusetzen. Die beiden genannten Behörden haben sich die Aufgabe derart geteilt, daß die Landesonstalt im Marsch- gebiet, unmittelbar den Küstendeichen entlang, ihre Festpunkte niederbringt, während das Reichsamt auf der Geest, also im Binnenlande,'mit besonderen Festpunkstinien den Küstenschleisen Anlehnung gibt. Doppellimen sind zur Schleifenbildung für neu- zeitliche Feinwögungen unerläßlich. Die schleswig-holsteinische Küstenmarsch ist bekanntlich dos Gebiet der Landgewinnung und Eindeichung des dem Meer ent- rissenen Bodens. Aber was nützen Trockenlegungen und Ein- deichungen, wenn doch die ganze Küste, Neuland wie Altboden, ins Meer sinkt, in säkularen Zeiträumen zwar, aber, wie viele Beobachter glauben, unaushaltsam? Diese Frage beunruhigt natür- lich die Bevölkerung, und die Messungen, die hier auf Grund eines Systems unterirdischer Rohrfestpunkte erfolgen, sind deshalb besonders bedeutsam.. Auch die nordfriesischen Inseln und der Meeresspiegel werden an das Meßsystem angeschlossen, um eine scharfe Ueberwachung der Pegel aus relative Lagebcständigkeit zu ermögliche». Leitender Gedanke beim Bau der genannten Rohrsestpunkic ist die Schaffung von Markzeichen, die Höhenunterschiede mit Sicherheit zu messen gestatten, weil sie selbst von allen Bewegungen der Moor- und Kleiichichten(Schrumpfen, Znsammenpressen, Quellen) unberührt bleiben. Die meist verwendeten sogenannten Hamburger Rohrscstpunkte bestehen aus verzinktem Brunnenrohr. das mu Bohren und Rammen durch den Marschboden hierdurch und dann noch zwei Meter tief in den darunter befindlichen Dilu- vialsand getrieben wird. Das Rohr setzt sich aus einzelnen Rohr- schüssen von zwei bis vier Meter Länge zusammen und wechselt in seiner Gesamtläng« je nach der Tiefe der Marschschichten(bis über 20 Meter). Auf dos obere Ende des letzten Rohrschusses, das etwa 20 Zentimeter unter der Erde liegt, werden abschließende Metallteile aufgeschraubt. Diese bilden den Höhenpunkt und dienen zum Aufsetzen der Skalen und Lotten. Beachtenswert ist, daß das gesamte Nivellementsnetz nicht nur den Mederholungsmessungen zur Feststellung etwaiger Küsten- senkungcn dient. Es ist jederzeit für küstenbauliche und Wirtschaft- lich« Aufgaben verschiedenster Art verwertbar und wird namentlich bei Hafen-, Straßen- und.Eisenbahnbauten, bei Errichtung von Ent- und Bewässerungsanlagen usw. wichtige Dienste leisten. I I. V. Dleüeicht wäre ich... Skimme aus ZPalagonien[ Don �Dietrich Woff Freilich troff man am ganzen abgemagerten Leibe von Schweiß, wenn man ein Wasserstandsglos wechseln muht« oder ein Ventil am Kessel oerpacken. Denn keiner d«r Kessel war isoliert. Ver- schwenderisch und mitleidlos strahlte die Hitze aus. Man brauchte doppelte Feuerung, um die nötige Atmosphärenzahl zu hallen... Dafiir fror man aber im Winter auch nicht, wenn der Wind mit den Wellblechwänden der Kesselhäuser klapperte. Das tat er freilich im Sommer auch, als ob er die unermeß- liche Einsamkeit des ganzen weiten patagonischen Landes daran erinnern müßte, daß die Erde sich dreht. Die Arbeiter mußten Schutzbrillen trage», wenn sie von den wellblechernen Wohnschuppen zu ihren Bohrtürmen gingen. Selbst die Herren Ingenieure ver- schonte er nicht. Manchmal wirbelte er den gröbsten Kies mit empor. Der feinere Sand drang sogar durch die Fugen der Blech- barocken. Wenn der Wind aber sich einmal gelegt hatte(was natür- lich mitunter geschehen kannte), war die ganze Atmosphäre der grauen sandigen patagonischen Bohrturmlandschast voll vom süß- lich bitteren Geruch des zähen Oeles, das tiej aus dem Erdinnern quoll.— Einige der pyramidenförmigen Bohrtunngeripps glänzen noch schwarz vom Petroleum. Bald wird der Flugsand sie wie die an- deren grau verklebt haben, dieser fließende Sand, der jeden Vege- tationskeim erstickt, der sich über den Muschelkalkwellen zu Dünen schichtet, viele Meilen ins Land hinein. Trotzdem freue ich mich ein wenig, daß meine Schicht bald vorüber ist. Ich ziehe mir das Netzhemd über den Kopf und wasche mir den Schweiß von den Schultern, lasse die drei Kessel noch ein- mal sich oollsaujen und schraube die Gasslammen höher, damit die Wasserzusuhr den Druck nicht allzusehr zum Sinken bringt. Soz»- sagen aus Langeweile geschieht das alles. Aber weil das Erdgas so viel Feuchtigkeit von tief da unten her mitreißt, dröhnt es wie Donner in meinen Ohren, so daß ich es nach einer kleinen Weile wieder gehörig abdrossele. Und da kommt auch schon meine Ab- lösung. Ein alter Grieche ist es. der früher zur See fuhr. Jetzt tut er ziemlich stumpfsinnig seinen Dienst. Ich arbeite auch tagaus und tazein, Sonntags wie Alltags. Es ist derselbe Gang der Ding«, Festtags wie Werktags. Wie sollt« man sonst wohl seine Zeit hier in den öden patagonischen Oelfcldern tot- schlagen? Muscheln von de» Seeklippen zu pflücken, oder am Strande zu warten, daß sunge Pinguine vom Feuerland her anschwemmen, bleibt immer noch Zeit im Ueberfluß. So wickle ich mir den Schal um den Lzals und trete hinaus in den Sturm. In den schwarzen Petroleumteichen zappeln schon wieder sterbende Vögel.(Pom falschen Glänze verlockt, fallen sie in hellen Nächten da ein und müssen elendiglich sterben in der zähen Masse, die ihr weiches Gesieder besuldelt und nicht wieder losläßt.) Während ich mir den Sand aus den Augen wische, bin ich endlich vorm Wohnlazer angelangt. Zwei Wellblechschuppen stehen ein- ander gegenüber. Jeder umsaht sechs Zimmer.- Je zwei oder drei Arbeiter wohnen in einem. Mein Stubengenosse, der Argentinier Fernändez, hat für mich mitgckocht. Er rührt noch im Reistopf bei meinem Eintreten. Durch» dringender Knoblauchgeruch regt mich an wie starker Kaffee. Bor lauter Gier nach starken Gewürzen streut man nachher noch eine dicke Schicht roten Pfeffer über die Teller. Es schmeckt alles so fad sonst. Die ganze Welt stinkt»ach Hammelfleisch und Petrolemn. Hier gibt es alles in Konserven, selbst Sauerkraut in Konserven- büchse» könnte man kaufen, wenn man Appetit darauf hätte. Man hat Heimweh nach Frauenhänden. Fernändez, der in einer Provinz an der Grenze des Wald- landes von Paraguay zu Hause ist, sieht mich an, als ob er mir etwas sagen möchte.(Sein Dienstjahr bei der Marine hat ihn so weit nach dem Süden gebracht. Aber er hat auch lesen und schreiben gelernt und legt nun Peso aus Peso beiseite, um em großer Mann zu sein, wenn er in seine Heimac zurückkehrt.) „Du!" sagt er zu mir.„Willst du nicht mit mir gehe»? Ich kaufe einen Camp-Laden da oben, eine Art Warenhaus im Walde. Wir werden steinreich werden. Wir vertausen Schmuggelwaren: Schnaps und Zigarren aus Paraguay. Dich brauche ich gerade! Mich kennen die Leute. Mir nehmen sie's übel, wenn ich nicht borgen will. Aber dir als Fremde» nicht. Zu spaßen ist allerdings nicht mit ihnen!— Was sagst du dazu? In einem Vierteljahr spätestens müßten wir losziehen!" Und ob ich zusagte? Ich drückte meinem Freund« die Hand. Ich hörte den Wald schon rauschen. Ich dachte an Frauen... Aber bald danach hörte man laute Rufe im Freien. Ueber einem neuen Bohrgerüst lodene eine mächtige Flamin« zum Himmel. Erdgas, das sich steineschleudernd, mit vielen Atmosphären Druck aus dem Boden preßte, hatte sich an einem glühenden Splitter des eisernen Bohrgestänges entzündet. Niemand wurd« verletzt, obwohl es einen ganzen Monat hindurch nicht gelang, über die empor- brausenden Stichflammen Herr zu werden. Das kümmerte uns nicht weiter. Wir gingen unserer Arbeit nach, aßen, tranken und schliefen. Viel trauriger war. daß mein Freund Fernändez zwei Monate später, als in seinem Turme die schwere Kette eines neu aus Kalifornien«ingeführten Schnellbohr- getriebes riß, sehr unglücklich getroffen wurde. Sie zerschmetterte ihm die ganze untere Gefichtshälfte. Nachdem er den Eltern sein« kleinen Ersparnisse testamentarisch vermacht halte, starb er im Hospital. Durch den traurigen Unglücksfall entginz ich selbst vielleicht der großen Gefahr, in der wilden Urlandschaft jenes subtropischen Grenzbezirkes, wohin wir uns statten wenden wollen, für immer verzaubert zu werden. Vielleicht läge ich sonst schon längst ver- rottet unter der fremden Erde, oder mein« Knochen leuchteten nachts vergesssn irgendwo im dicken Gestrüpp der Uferwälder des Paranä oder der große» Lagune Iberä, da oben an der Grenze von Para- guay. Dielleicht wäre ich auch«in sehr reicher Mann, gesegnet mit weiten Weideflächen und einer dunkelhäutigen und''wilden Nach- kommenschaft, mindestens aber mit vielen tausend Rindern und Pferden. Was würde wohl ans mir geworden sein, wenn ich damals meiner selbst sicherer gewesen wäre und den Mut gehabt hätte, den Plan meines armen Kameraden allein auszuführen? Man kann es wirklich nicht wissen! Und jedenfalls ist es ganz anders gekommen. Unfmbutiocn für diese RndrU sind Berti» SB«. Liadenltraße 3, parieina chn'chten für Groß-Verlin stet, ,» da»«eztrt»s»kr»t,ri«» l. Hol. 3 Zrevoe» recht», ,» richte» i. und 3. Aeci» Prenzlauer Per«»ad I?r>edrich»da>». Freitaa. 30. Januar, >!aaldau ssriedrichshain,!>kitercr Abrnd. u. a. das Berliner Ult�rio. Eintritt 50 Pf. An der Abendtaif« 73 Pf. Die Bille't, find vorder bis Donnerstag, 29. Januar, bei den Be,iri»siibrcrn bzw. Abtcilungs- und Kreisfasftcrern zu entnebmcn. «. ttrei»«rruzberq. Montag, 20, Januar. l9>4 Uhr, erweiterte Sihuna der varteigenijfsisii'en Mietervertrrjcr, 7. Ltrei» Sharlottenburg. Dienstag, 27. Januar, I»',Z Uhr, erweiterte Bor. standsütiuna.»imincr l des Bathouses. tl. Kreis Schön eberg. Sonntag, 23, Sanuar, veranfialtet der Arbeitersvoet» verein Cchönebcra.s7riedenau 97 in der Mittelschule Nätherstrahe, 10 Uhr, ein Sallenfvortfeft. Eintritt frei. Die Par'cigenossinnen und-genossen werden gebeten, die Leranstaltung zu Unterstützen. ZNorgen, Alonlag, 26. Januar: 3. Abt. IS'H Uhr bei Burlick, Eebassianstr. 37, ssunktionarndung. 2«. Abt. Mitglieder der Ardciterwohlsahrt und Komwissiousmitglieder. Bor. tragsabend 1S>,ü Uhr Lotal Sermonn, Christburger Str.<1..Die Auf- gaben der Arbeiterwohlsahrt." 27. Abt. l9V-> Uhr bei Zeuge, Rilastr. 5. srunktionilrsltjung. 28. Abt. 20 Uhr bei Zsechcnberg Zunktionärslhung. 29. Abt. I9',i Uhr Lokal vormals Burg, Prenzlauer Allee 189,!?unkil0nAr. sihung. 32.Abt. 19 Uhr bei Baientin, Krauistr, 30, seunktionärsihuna. «. Abt. Ab 20 Ubr Abrechnung der BezirksWhrer bei Söblke. 43. Abt. 19 Uhr bei Pensle, Wiener Str, 3S, IsunktioniirNAung. fit. Abt. Martendorf. 20 Uhr bei Goriih. Chvusseestt. l9. ssunktionärsidung. 128. Abt. Pankow. Süd. 20 Uhr BezirtsMhrerbesvrechung bei Kobrr, Berliner Straße 80. Alle 10 Bezirke müssen vertreten sein. Dienstag. 27. Januar: 0. Abt. 20 Ubr bei Dabrohlow, Swinemttnder Str. 11, ssunktionärildung. 18. Abt. lülg Uhr bei Kritger, Sufsstonstr. 3i, Eck» Scheringstraße, Mitglieder. Versammlung. Neuwahsen, 33. Abt. I9f? Uhr bei Wertalla. Kohenlohestr. Z,«usierorbeittliche FunktionZr. sihung, 83. Abt. Teorpelhos. lS'g Uhr bei Pinger, Dorfstr, 30, Iahre»mitgliedervtr» sgmmliing, Mitglirdsbuch ist mitzubringen, »2. Ab«. Zieukölla. 19'� Uhr Iadresmitgliederversammlun« in der Aula Koifer.-isriedrich.Str. 208,„Politischer Biickblick und Ausblick." Ilrfcrent: Hermann Harnisch, M. d. L, Berichte. Neuwahlen. Krauenveranstaltungen. 2. Kr. Zlierggrirn. Montag, 20. Januar, 20 Uhr, hei Drüinzter, Flsnshurgcr Straße 3, Kreisfrouenobend. Bericht und Bortrag:„Die politische Lage". Sleferrntin Anna Jordan. Neuwahl der Kreisleitung. Die ssunklionürinnen treffen sich eine Etnndc vorher im glcich:n Lokal, 18, Kr. Weißensee. Montag, 20. Januar, 19' i Uhr, im„Pfcrtemarlt", Schon. straße 79/80, Bortrag:„Zm Wcstrn nichts Neues— ober im Osten". Referent Betriebssckretiir Karl Dressel, Außerdem Neuwahl. Bon de» nachstehend ausgeführte» israuenabenden finden für die Abtei. longen, bei denen an» Nanwersparai» lein The»» angegeben ist. Antikriegs- und Werbeabende entweder»Ii de» Thema»z« Weste»»»cht, Nene»— ade« im Osten"..Krieg». gesnhr und Kriegshetzer" oder.Der Krieg Im Spiegel der Literatur" statt. Zu diefe» Werbeaienden find besondere» dt« Kr«,»» der Kenoff»» und mit»»» Sgmpathjfierende eingeladeu. Morgen. Montag. 2ö. Januar: 4. Abt. 19', Uhr bei Brandts, Stralauer Str. 10. Stcfcaui Ernst Rcumonn. Neuwahl. ö. Abt. I9>h Uhr im„Nofentbaler Hof". Rosenlhaler Str. 11/12, Bortvaz: Neuwahl, >t. 19' 3 Uhr im„Roscnthaler Hof",_______________.__________... „Sozialismus und weltiich« Schule". Referent Genosse Beringer. Rcuwohl. 8. Abt. IS'/i Uhr bei Todrohlaw, Swineutstndcr Str. 11. Rcferentin Liobeth Meyer, 8. Abt. IO' j Uhr bei Rickert, Etcinmeßstr. R-. Refcvcntin Marie Kuncrt, M, d. R, Neuwahl. 14. Ab». 191d Uhr im Swinemllndcr Eesellschaftshaus, Ewittemilirder Str. 42. Referent Sottlicb Reese. 17. Abt. 19'i Uhr Aula b-r katholischen Schul«, Wüllerstr. 138. Film. vortragt.LSerden und Wirken der Sozialdemofratte im Bezirk Webdlng". Rcsercnt Stadlrat Genosse Kulisch.__ 18. Abt. 191» Uhr bei Sorgas,, Uferstr. 12. Referentin Klara Maria Schuch. lt. Abt. I9>,z Uhr im Konferenzzimmer der Stilen Schule, Sothcnburger Str. 2. Vortragender Hans Auhrviann. 23. Abt. 19\i Uhr bei Risseler. Golbaper Str. 9, Bortvag:.Deutschland und Europa". Referent Dr. Srcgor Bienstock. 28. Abt. Ulli Uhr bei Reche, Metzer Str. 28. Referent Max Hcydcmann. Neuwahl. 27. Abt. 19>-i Uhr bei Reetz, Sonnenburgcr Str. 1, Borlrag:.Film und Rund. funk". Referentin Gerda Wenl. 29. Abt. 20 Uhr bei Klug. Danziger Str. 71. Referentin Erna Kresse. Neuwahl. 39. Abt. 19", Uhr bei Seifsert, Pappelallce 43, Vortrag!.Unser« Borfltmvfer". Referent Dr. Max EÄstt.tc. 32. Abt. 19H Uhr in Schuiiots Gcscllschastshau«. Fruchtstr. 38», Bortragt „Frauen und Fafchtsmus". Referentin Luise Kahler, M, 6. L. Neuwahl. 33. Abt. Uli Uhr bei Wertalla, Hohenlohestr. 3. Referent Hermann-Harnisch. M. d. L. 34. Abt. 19'2 Uhr bei Ncumann, Gubener Str. 43. R-serr-tin»öth« Kern. Neuwahl. 33. Abt, lg'» Uher bei Witt. Doigtstr. 38. Resereviin Helen« Schmitz, M. b, L. 38. Abt. UVtz- Uhr bei Busch, Tilsstcr Str. 27. Reserentin Elfriebe Wollmonn. Reuwahl._._ 37. Abt. l9Vi Uhr im oberen Saal der Patzenhoser Brouerci, Landsberger Alle«. Referentin Dr. Käte Frankenthal. 38. Ab». 20 Uhr bei Bartusch, Friedens, r.«8. Bericht, Neuwahl 39. Abt. 20 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Ltnbrnstr 3. Vortrag:.Die grauen und die gegenwärtigen Ziele der Pariel". Reiercnt Dr. Otto 41. Abt. ig Uhr im.Friesenschlößchen", Friesenstr. 14. Referent Sann- H. Kamm. Außerdem Mitwirkung drr Arbeiterjugend und der Kinder- freunde. 42. Abt. 20 Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 09, Bortrag:.Der Rundfunk im Dienst- des arbeitende» Lölkes", Referent Hermann Löwenderg. Neuwahl. 43. Abt. 19',i Ubr bei Krepp. Planuser 73770. Referentin Stadtverordnete Ella Key. Neuwahl. «4. Abt. 19'ch Uhr bei Ewald. Elalitzer Str. 120,»ortraa:.Ernste, und Heileres". Vortragende Friede! Hoch. Außerdem Mitwirkung der SAI. Neuwahl. 46.»dt, 19H Uhr bei Adam. Lstbbener. Ecke Sörljtzcr Straße. Referentin Elvira Krilger. Neuwahl. 48.«dt. 20 Uhr bei Tetzlass. Ritt-rstr. 33. Bortrag:„Unser Kampf gegen die Arbeitslosigkeit". Reierent: Dr. Hans Cohn. 33. Abt. Chaelattenlmrg. ld-l Uhr bei R«im-r, Wilmersdorfer Str. 21 Eck««analstraße.»«richte, Neuwahlen, »7. Abt. Grunewald 20 Uhr im Bahnhofsrestaurant.Grunewald". Inhaber Wurzbacher, Referentin: Emma Woytinfki, •9./72. Abt.«ilmersdoes,» Uhr bei KuIIa. Lauenburger Str. 21. Reserent Eduard Zaitlert M, d. L. 78. Abt. Schon,»erg.. l»'rj Uhr hei Will, Martin-Luther�tr. 69. Reserentin Henny Iaduezynskt. 82.«dt, Steglitz. 20 Uhr bei Schellliase. Ahornstr, 13». Vortrag:„Wirt- schastslage und Einkaufskorb Reserentin Elle Michaeli». Renttlln. 89. Abt. 19>.z Uhr bei Grommeck. Sandeestr. 10. Reserent Dr. Julius Mose» M. d. R.— bl. Abt. 19> 2 Uhr bei Grimm, Bobdinstr. lO/ll. Referent Otto Mo».— 93.»bt, 19'/, Uhr bei Friedersdors. Iögcrstr. 3. R-'cr«nt Mlli«oltf.- 99 Abt. I»'4 Uhr in der Lelehall« Rogat. Ecke Ilseftraße. Referent Genosse». Domdey.— 97.»dt. 19 Uhr bei Kutzki. Leinestr- 1. Referent August Niemann. Neuwahl.— 98. Abt. 19'- Uhr bei Tel». Knesedeckltr. 133. Referentin Gertrud Sann- M. d. L. 99. Abt. Alt-Brttz. lS-rl Uhr im Jugendheim Rathaus, l�ss�ftr. 48 Referent Dr. Rordert Marx. 99. Abt. Siedl»»»«eitz, l9'7 Uhr in der Schule Parchimer Allee. Referentin Dr, Clara Henrioue, Illi.»dt. Tepto». IV? Uhr im„Elseneck",»iefbolz. Eck- Elsenstraßi. Vortrag: „Der Runbfunk��m Dunste de» arbtitrnden Voltes." Resrrent: Genosse 192. Ubü'BnumschAkb-wöff. 19!h Uhr bei Haß. Baumichulenstr. 72. Reserent Dr. Bernhard Adler. 194. Abt. Ni°deilcht»»»etde. V»-'r. Fenn. Ecke kn-sselwerderstraße, Neuwahl der Leitung, Anschließeird gemiltUches Beisammensein. 198.»dt. z»d»»»i»th«l. 20 Uhe im.Paldkalrr'. StubrnrauÄde, l. Nesemtin S!»dtuer°rdn«ti Minna Todenhyaen. Neuwahl. Lichtenberg Ui,«dt. 20 Uhr de. Sätz-I. Wsthlisch. Eck« G°br>el.Max»Zraße. Reserentin Rosa Senke.— 119. Ud«. 20 Uhr bei Bar». Möllendorss- Eck» Ritterg utstraße. Vortrag:„Unser Kamps aege» die«rbeIt»lpNgfcii". Rrserent San« Bauer. 129,»dt.»eil bliche selb«. A Uhr der Tempel. Peinzenallee 43. Reserenttn Margarete Schentalowski, 132. Abt. Blaukenburg. 20 Uhr bei Klug«, Dorfstraße. Referentin Helene Michaelis. �, 139.«bt. Tegel. 20 Uhr im Jugendheim Ech-neberger Str. 3. Bortraz: „Religion und Sozialismus. R«-rent Wilhelm Riethf«. Reuwahl. 149. Abt. Borsigwalde. 20 Uhr bei»ottsch-sch. Ernstste, l. Referent Hans Woywod, Stuhlverstopfiing. Nach d«n an den Kliniken für innere Krank« kieiten gesammelten Eriahrungen ist das natürliche„Kranj-Josef"- Dillerwafser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. In Apoch. erh. Dieaskag. 27. Januar: 47. Abt. 20 Uhr in der Schule Waldemarstr. 77. Bortrag:„Unser Kamps ge-gen die Arbeitslostgkeit", Referentin Gertrud Ellert. Reuwahl. 58. Abt. Charloltcnburg. 19'.« Uhr bei Licrsch, Kantstr. 02. Reserent Sans Bauer. Neuwahl. 73. Abt, Banns«. 20 Uhr im„Reichsadler", Königstr, 27. Dortrag:.Frauen und Faschismus", Referent Dr. Hans Cohn, 84. Abt. Lantwitz. 20 Uhr in Lehmanns Festsälen, Kaiser, Wilhelm. Str. 29/31, Rcfereyt Paul Bernstein. 93. Abt. Neukölln. lOVa Uhr im Jugendheim Dohmische Straß«. Bortrag: „Die Stellung der Frau in den einzelnen Parteien". Referentin: Rosa Henk«, Neuwahl. 12l. Abt. Knrlshorst. 17 Uhr im Jugendheim des Kant-Symnastum» Treskow- aller. Besprechung zwecks Gründung einer Kinderfreunde-Grupp«. 123». Abt. Kanlsdors-Süd, 20 Uhr im„Iäaerheim", Iitgerstraße.„Bunter Abend". Bortraocndcr Genosse Paul Hoffmann, 131. Abt. Ricderschönhausen. 19'./ Uhr in der Gemeinschaftsschule, Bismarck. straße 1l. Referent Dr. Julius Moses M. d, R. Gruppe Eichwalde. 20 Uhr im Lokal Lindener, Bahnhofstraße. Bortrag:„Die Frau und der Sozialismus". Referentin: Margarete Schenkalowfki. ZNittwoch. 28. Januar: 1. Abt. 191- Uhr im Sackeschen Hof, Rofenfhaler Str. 40/41. Rcferentin Frida Gladoch, Neuwahl. 82. Abt. sicmcnestadt. 20 Uhr im Lakai„Scidekrug". Inh. Marsand. Rcferentin Stadtverordnete Minna Todendagcn. Schöncderg 79. Abt. 20 Uhr bei Reimann, Scdanstr. 17. Rcferentin Marie Kuncrt, M, d, R.— 89. Abt. 20 Uhr bei Gilrlich, Beqasstr. 1. Dortrag: „Ernstes und Heiteres". Vortragende: Elfriede Wollmann. Reuwadl. 98. Abt. N-nlöllu. 20 Uhr bei Schabeiko. Weichsel- Ecke Donaustraße. Referent Max Leldemann. C: 94. Abt. Reuiolln. 191h Uhr bei Cell. Echillerpromrnade II. Film- s'z D Vortrag über„Bolksfllrsorge". W 122. Abt.»icsdors. 20 Uhr bei Porath, Marzahner Etr. 3L Referentin Helene Michaelis. 133. Abt. Buchhol,. 20 Uhr hei Eggert. Pasewalker Etr. 68, Ecke Bahnhof. straße. Boigrag:„Frauen bekämpst den Faschismus". Referentin Erna Kresse. 137. Abt. Reinickendors.Aest. 20 Uhr im Bolkshaus, Scharnweberstr. 114. Referent Stadtrot Carl Wermuth. Dinnerslag. 29. Januar: 88. Abt, Halens«. 20 Uhr bei Sandmann, Destsälische Str. 42. Reserentin Anna Geyer. 102. Abt. Bnnmichulenweg.AsA'Aof. 20 Uhr bei Falkenhagen lTioolil, Reue Kcugallce 30. Erste Kusammenkunst der Frauen. Genossin Margarete Hartig spricht über„Die Frau in Bergangenheit und Gegemoart". 1l9. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Henseler, Borhagener Str. 02. Reserentin: Luise Kahler M, d. L. Vezirksausschuk; für AcbeUerwohlfahrk. 8.»reis Krenzderg. Dienstag, 27. Januar, 19'� Uhr. Ausfchußntzunq bei Krllger, Srimmstr. l, 13.«reiz Tempelhok, Rariendarf, M-eieoicld«, Lichtenrade. Freitag. 29. Januar. 19 Uhr. Aula drr 2. Gemeindeschule, Teinpelhof. Werderstraße (IugendaMinc). Filmveranstaltung:„Der Immenhof.„Ter Weg einer Prole. barierin." Referentin: Senotstn Paula Kurqoß. 18. Krei» Köpenick. Frertag. 80. Januar, Ist'.z Uhr. im Stadltheater Köpenick Filmveranstaltuna!„Giftaaz über Berlin".„Der Immenhof." Resercntin: Sc. noffin Dr, Suse Hirschbetg. 29. Kreil R-i»ick-udors. Donnerstag, 29. Januar. 19'4 Uhr, bei Haaie, Reinickendorf-West, Berliner Str. 73. Versammlung drr Wohllahrtspfleger. Re- ferent: Genosse Dr. Schloß. Sozialistische Sludenkenschafl. Ortsgruppe Berlin. Sektion llainersttät! 27. Januar. Führima durch die Konsumgenossenschaft um 11 Uhr. Soziolökonamischc Fachichost:«risendekämpfung und Kartellpolitik. Leiter: Genassen Dr. Falk und Dr. Mitnitzki. 20 Uhr im Studentenwerk. �— 29. Januar. Mcdizinisäie Fachschast: Marrift'sche Ardeiteaemeiuschaft. Leiterin: Genosstn Anna Hartoch, 20 Uhr in: Bund. Sozialökonomisch« Fachschaft: Ein- führung in die Wtrtschoftsthcori«. Leiter: Genosse Mitnitzki. 20 Uhr Hochschule sllr Politik.— 30. Januar. Sozialökonomische Fachschast: Marxistischer Arbeit» kreis, Leiter: Genosse Dr. Falk. 20 Uhr in der Hochschule für Politik.— 81. Januar. 20 Uhr. Geselliger Abend bei Genossen Erich Rupnow, Sport- restaurant Eantianstraße. U-Bahn Danziger Straße. Eintritt 50 Pf. Sektion S«ndel»hochf-fmle: 27. Januar. Kursus über hiftorikchen Wateviali». mu». Leeler: Genosse M, Natteroth, Kapitalistische Prvduktion»fvrmen. Der Klassenkampf al» Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. 20 Uhr im Bund.— 30. Januar. Marxistisckle Arbeitsgemeinschaft über Sozialisteruna. Konsum. vereine und die Sozialisteruna. Reserent: Genosse Grünhut, 20 Uhr. Seltio» Technil che Kochicknie: 27. Januar.- M:!4>ileder»»r>amm!una der Frelheiilichen Studentensil>aft. 29 Uhr im Bund. Zverbeausschujz der Post- und Telegraphenbeamlen und * Anwärter.. Dienstag. 27. Januar, 20 Uhr, bei Seile,, Peenzlnn« Alle« 239, Ecke Metzer Straße Jahre«»erfammluug. Jahresbericht. Reuwahl de» Vorstandes. Bitte«»hl. reich«escheine» und Parteianswei» m,i»bringen. Gäste find will»«»,». SZZD.-Frcidenker-Frakiion Grosz-Berlin. Die lammunistische Opposition versncht in letzter itzeit unsrr« LeesamnUnnaen »u sprengen. Bisder ist ihnen diese» Manöper nicht gelungen. Wie«suchen bierdurch all« Freidenkergeuassen, bei den jetzt nach ausstehenden Versammlungen um unbedingte Teilnahme und Ausmeeksamleit. De« Fraltiansaoestau». Arbeilsgemeinschafl der Siuderfreunde Groß-Berlin. Prenzlauer Berg: Gruppe Friedrich Ebert« Treffpunkt am Sonntag zur Filmveranstaltung Kochbahn Danziger Straße.— Dicustag Ausspracheabend Uber das Srnvvenlcben.— Dvnncrstag Rote und Freitag Iungfalken:„Unser steltlager 1931".— Gruppe Biktor Adler: Rote Fallen Dienstag„Luftige» Monatsende". Freitag Zausestunde,— Dienstag Elternabend für die ganz« Gruppe von 20—22 Uhr. Baracke 8. «reis Neukölln. Rlorgen Montag um 18 Uhr ist Arbeitsstunde in der Baracke Ganghofcrstraße.— Der Singekreis ist am Mittwoch wieder zur Mustzierstunde in der Schule Donaustraße 120. Liederbücher mitbringe».— Gruppe Lichtlampser: Eltccngruppe, Morgen Montag um 20 Uhr pünktlich ist Elternverkammlung in der Baracke Ganqhlckerstraße.— Gruppe stuemsalk« und Hermaunplatz: Achtung! Die Eltern der beiden Gruppen erscheinen am Donnerstag, 29. Januar, zur Eltcrnversammluna in der Karl-Morx�öchule, Kaiser-Friedrich-Straße. Genosse Apvich spricht Uber die Gruppenarbeit und die Elter». Sterbetafel der Groß- berliner Partei- Organisatio« 8. Abt. Unser Genosse Robert Pohl ist verstorben.— Eh» seinem Andenken. Einäscherung om Mittwoch, 28. Januar, 20!- Uhr, Krematorium Serichtstraße.— Wir bitten um rege Beteiligung, 9. Abt. Am 20, Januar verstarb unser« langjährig« und tätige Genossin Edeling, Bandelftr. 32. Cbre ihrem Andenken.— Die Einäscherung findet am Montag, 20. Januar,>8 Uhr, in der großen Halle in der Serichtstraße statt. Wir erwarten rege Beteiligung. 31. Adt. Unser lieber Genosse Emil Iopvlen ist nach kurzem Krankenlager am Mittwoch verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Montag, 20. Januar. 19'- Uhr. im Krematorium Gerichtstraße. Abfahrt zur Trauer» seier 1841 Uhr von Golbschwidt. Wir bitten um recht rege Beteiligung. 38. Abt. Unsere liebe Genossin Frau Helene Jährig ist am Donneroiag verstorben. Ehre ihrem Andenken!— Die Beisetzung sinbet am Montag, 20, Januar, l3>- Uhr. von der Salle des Friedhofe» der Freireligiösen Gemeinde. Pappelallee 15/17, aus statt. Rege Beteiligung wirb erwarte». 48. Abt. Am Mittwoch, 21. Januar, verstarb unser lieber Genosse Paul Weber. Ehr« seinem Andenken!— Die Einäscherung findet am Montag, 28, Januar, mittags 12 Uhr. in Danmschulenweg statt. Rege Beteiligung erbeten. 91. Abt. Neuläll». Durch Unglücksfall verstarb unser treuer Genosse, der Bezirksführer Erwin Ierwin. Ehr« seinem Andenken.— Di« Einäscherung findet Dicnstog. 27. Januar, 20 Ubr, im Krematorium Baumschulemveg statt. Rege Beteiligung erwartet die Abteilungeleitung. 97. Abt. Am Frei'ag, 23. Januar, verstarb plötzlich unser braver Genosse und Bezirksfilhrei Max Stieg, Nogatstr. 31.— Die Einäscherung findet am Mittwgch. 28. Januar. 17 Uür, im Krematoriilm Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet. SPD.-Betriebssraltiou Neukölln. Durch Unglücksfall verstarb unser Ganoss« Erwin Ierwin. Die Einäscherun» findet am O'" im Kremahori'tm Baum schule n-veg statt. Um Fraltionsvorftand._ bannech. Der Hcimahcnd fällt durch die Bolloersammlung des Orlsewrerns aus. Nächste Zuiammenlunft Dienstag. 3. Februar.„Technisch: Führer" mitbringen, Schöneberg, Friedenau. Kameradschaft Rathaus, 20 Uhr Mühlenstr. 8 Kamerad. schastovcrsammlung, Referent: Kamerad Orsoleck.— Mittwoch, 28. Januar. Marjneabtcilnng. 2»— 22 Uhr Turnen und theoretischer Unterricht in der AI- brechtstroße 20, B-hn-dors. Grünau. 20 Uhr bei Heimann, Woltersdorser Straße 100, Iungba und Echufo._ Arbeiter-Radio-Bund Deutschlands E. V. Ortsgruppe Groß. Berlin, Mittwoch, 28. Januar, 20 Uhr, Gewertichaftshaus, Engelufer 24--23, Saal 1, Iahresgeneralverfammlung, Uni pünktliches Erfchincn oller Mitglieder wird gebeten.— Untergruppe Prenzlauer Berg. Klug, Danziger Str. 71. Dienstag, 27. Januar, 20 Uhr, Bortrag über Kapazität und Induktion. Mitgliederver- sammlung.— Untergruppe Friedrichehaiu. Lokal Wertalla, Hohenlochstr. 3. Donnerstag, 29. Januar, fällt aus. N Sozialistische Arbeiterjugend Groß'verlla ainseudungen sllr diese Budrit nur eu da« Znaendletretoetal. Beelw SM«8, TwdegslraS« 1 Abteilnngslciter! Eventuelle Anträge zur Generalversammlung Utch Del«. gicrtrnmelüungen müssc» umgebend abgegeben werden. TAI-- Mitglieder im Arbeiicr.Bbstiiicntcn.Pnnb: Beteiligt euch an der Generalversammlung des Bundes chute. 19 Uhr, im Buchdrnckersaal des Ge- werkschaftshauses, Engelufrr 24—25, Aufgang 0. heute, Sonntag, 25. Januar, Heimabende: Ar»«walder Platz!I: Rastcnburqer Etr. IS.— Helwholtzplatz: Dantziger Straß««2, B, 11.— Nordosten I- Danziger Etr, 02. B. 8.— N-edost-» II: Immanuelkirchstr. 24.— Rculölln Iii: Ficihenstr, 58,— Reuköllu VI: Treptower Straße»3—90,— Renkölln VII: D-rgstr. 39.— Lichtenbeeg-R-rd: Gunterstr. 44. — Nriuickendnrs.West: Seidelstr. 1.— Tegel: Schöncbergcr Siraßc.— Schön- Hause« Vorstadt! Echönflicßcr Etr. 7. -i- Aruswnlder Platz 1: 10'� Uhr Festausschuß bei Fcicriag, Ereisswalder Str. 3(1. — Frauktueter Viertel: Besuch der Poitsbühue. Treewuntt 14 Uhr Baltrnplatz. 20 Uhr Besuch der Werbebczirksveranftaltung.— Wilmersdorf! Wilhelmsau« 198. Uhr Iohresmitgliederversammlung.— Lichterselde: Treffpunkt zur Volk»- büline 1311 Uhr Molkemnarlt.- Reulölln IX; Besuch de- Reichstags. 12 Ahr Bahnhof Hermaunplatz. S � so Werbe bezirk Schöneberg: Erster Filmobenb im Seim Sauptstr. 13 stss sW fFilmlaali. 20 Uhr. Wir zeigen:.Lustiger Wintersport."„Ich fähr« in W Ks die Welt.".Hartes Brot." Unlostcnbeitrag. Gäste willkommen.' !- ist Werbebezirk Weiching: Willdenowstr. 3. Kaiser-Geburistags-Feier. Werbebezirt Osten: 9 Uhr Dclegierteuvcrlammwng Tilsiter Etr. 4—3. 20 Uhr Lichtdilder:„Heinrich Fille". Litauer Str. 18. Werbebezirk Tchöncberg: 9 Uhr Dclcgiericnkonferenz hei Jürgens, Barborossw straße 3-, Morgen, Montag. 26. Januar, 19% Ahr: Hanl«: Bochumcr Str. 8b.„Die sozialistischen Portkien im Ausland."— West«»: Gentdiner Sir. 17,.DI« seelische Entwicklung, de» Jugendlichen,"— Arnswasder Platz Nt Rasttnburger Str. 10.„SAI. und Partei."— Fallplatz I: Sonnenburger Str, 20.„Staat. Nation und Arbeiterschoit."— Nordosten 11: Immanuelkirchstr, 34.„Partei und Jugend."— Schönhauser Borstadt: Eanneu- burger Str. 20.„Jugend im Kampf aegeu Alkalwi und Nikotin."— Prenzlauer Borstadt: Gleimitr. 33—35.„Die Kirche in der Karikatur."— Halleschr» Sa«: Aorckstt. 11. JkII. und SAI."— Westend(Aelterei: Sportplatz. Arbeitsgeural::. schalt.— Reulölln III: Fiethenstr. 38. Probe.— Zohauuistbal: Rathaus. Feier. stunde.— Lichtenberg-Nord: Gunterstr, 44. Arbeitsqemrinschaft,— Reulill» Ir Alle Mädel besuchen den Frauenabcnd bei Svommrck.— Südwest: Ltnben- straße 4, Funktionärsttzung. «erbrbezirt Wedbiug: Tambourlapelle. Uebcn Seestr. 84. Noienhelte mit- bringen. Werbebezirk Osten: Kopvenstr, 86, Turnabend. «erbebezirk Westen: Rostnenstr. 4. 20 Uhr Bollversammlung der Roten Falken. «erbebrzirk Neukölln: Kanner Straße. Delegiertenversammlung. Vnefkasten der Redaktion. C. Ä. 31. Nach den» N. s. 50. Fweisllhaft. Nack, unserer Anficht sa. prozentualen System beträgt die Steuer wöchentlich i,to muii.—».». 73. Es genügt ein schriftlicher Antrag. Alles Nähere erfahren Ei« von Ihrer Kasse. — He. N. UZ. Ihr« Fragen lassen sich nur allgemein deantworten. E» ist die GrundveimSgensfteuer ,u zahlen. Für ir, 1000 NM. de» Wert«, sind monatlich bei bebauten Grundstücken 0,20 NM,, bei unbebauten 0L3 NM, zu entrichir». Hierzu tritt ein staatlicher Zuschlag von 100 Pro,, und ein Gemein bezm'chloq, der in Berlin zur Fett 275 Proz, bzw. 312,5 Proz, der Eiaatssteuer beträgt. Für Wohngelände, die in der Feit von: 1. April iRll di» 31. Mär» 1934 be- »ugssähig werden, trUt bis zum End« des Rechnungsjahres 1938 eine Brsrriunss nach Maßgabe der Notverordnung vom 1. Dezember 1900 ein. Allgemeine Wetterlage. �cisn.>>32�sdcjs. G)wvIst90>o8.cZ heirer.Ohalbbedecki 0wo!kig,»bedcckr,.RegeiViGr*ip9ln ''Sctm»e.sNeb«l,'siGeA'ist8C@Winifatill9 mluckssall verckarb uns« Genosse Dienstag. 27. Januar, 20 Uhr, > rMt Beteiligung ersucht der Voriräge, Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner„Schwar;-Rot-Gold'. Seschäft, stell»: Berlin S 14 Eebastianstr 17—38 Haf Z. St» Sauvorstaud. Alle Spislleute. welche»um Spielen bei der Grün. du'iasseier bestimmt find, üben am Montag, bem 28, Januar, 20 Uhr. im Altershelm Danziger Str. 62. Fahrvexbindun«: Avrdringftation Prenzlauer Alle«.— Sonntag, 25. Januar. Dasserspoetabteiluug. Fug Ober- spree, 10 Uhr Boolshaus Wenbenschloß, Waldlauf.— Maataa, 2t. Zaauar. Friedrichshain sIungbanuer). 20 Uhr im Jugendheim Frankfurter Allee 307, Fricdrich-Sbrrt-Fimmer. Referent: Kamerad?r. Neumann. Peeuzlänee Berg, Kameradschaft Nordkap, Die Einäschcruna des Kameraden Emil Iopvien findet Montag, 19': Uhr, Krematorium Gerichtstraße statt, Paukow tOrtsoereinj. l9'>z Uhr Pflichtantreten in Bundeskleiduna in bekannter Turnhalle.— Dt«»». tag, 27. Januar. Ticrgarteu lOrtsoereinl. 20 Uhr Vollversommlunq in den Arminiushallen. Bremer Etr, 72—73. Mitgliebsduch mitbringen. Wedbiug (Ortsvereiu). 20 Ahl Sitzung bei Reußn«, Seestr. 02. Peeuzleue» Berg tZuag» Dautschland lag ain Somiabtnd iin Bdreiche kines sehr warmen Luftstromes auf der Südseite einer über Nordmeer und Nordsee besindlichen ziemlich tiesen Depression. Die Temperaturen stiegen daher besonders in der westlichen Hälft« des Reiches anormal Hoch empor: westlich der Oder wurden vielfach 7 bis 9 Grad Wärme gsmessen. Am Oberlauf des Rheins wurden sogar 1.? Grad Wärme beobachtet, Oestljch der Oder war es weniger warm: dort betrugen die chöchsttemperawrcn nur 0 bis 3 Grad Wärme. Das Wetter mar dabei überall ziemlich unbeständig und windig. Mskstsch kamen zum Teil erheblich« Schauer vor. die om Unterlaufe des Rheins vereinzelt von elektrischen Entladungen bealeitet waren. Die Luftmassen, die uns auf der Südseite der Depression nach wie vor zustießen, stammen jetzt allmählich mehr aus höheren Srcilen. Es w>td daher am Sonntag ein wenig kühler sein, wenn auch die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt sinken werden, da di« Lust einen längeren Weg über das wärmere Meer zurückgelegt hat und somit vorgewärmt ist. Von Interesse sind übrigens die hohen Temperaturen über Siidfrankreich: dort wurden abends bis zu 18 Grad Wärm« gemessen. wcttera,-«sichten für Berlin. Bei frischen westlichen Winden wechselnd wolkig mit einzelnen Schauern: Temperaturen etwas niedriger als heute.— Jüc Leulschland. Ueberall veränderliches Wetter, strichweise Niederschläge in Schauern, Temperohuen über Null. Wochenprogramm de Sonntag, 25. Januar; 7: Funkgyn'nastik. Anschließend Frühkouzert 8: Für den Landwirt. 8.50; A�orgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10. OS: Wetter- vorhersage. II: Elternstunde. 11.20; Aus dem Plenarsaal des Herrenhauses: Jubiläumsfeier der Deutschen Funkgesellschaft c. V. 12.05: Vom 5. Brandenburgischen Berufswettkampf. 12.20: Aus Breslau: Mittagskonzert. 14: Jugend- stunde. 14.30: Konzert 16: Das Funk-Porträt. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18: Aus der Marienkirche: Ausschnitt aus der Kundgebung..Für die Familie'4 des Evangelischen üesamt-EItem-Bundes Groß-Berlin. 18.30 Schwäbische Schnurren. 19: Musikalisches Magazin. 19.50: Sportnachrichten. 20: Konzert. Zwölf44, eine Gespensterstnnde um E. Th. A. Holtmann. Danach Tanzmusik. Montag, 26. Januar: 7; Funkgynmastik, Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Winterkuren an den deutschen Seeküsten. 15.40; Die Saison-Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung. 16.05: Unterhaltungsmusik. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Weshalb so reizbar? 18.15: Zeugnis oder Charakteristik? 18.50: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 18,55; Schlesiscli-ostmärkische Stadt- und Ortsmusik. 20: Wovon man spricht. 20.30; Konzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:..Fünf Minuten vor Zwölf'4, eine Gespenstenstunde um E. Th. A. Hoffmann. Danach Tanzmusik. Dienstag, 27. Januar: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für'den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Was muß die Hausfrau vom Brot wissen? 15.40: Erinnerungen an die Jahrhundertwende. 16.05: Die 6. grüne Woche Berlin 1931. 16.30: Aus Leipzig: Konzert. 17.30; Bücherstunde. 18; Jugendstunde. 18.30; Künstler— Kritiker— Publikum. 19: Unterhaltungsmusik. 20.10; Interview der Woche. 20.30: Wolfgang Amadeus Mozart zu seinem 175. Geburtstag. 22.15; Politische Zeitungsschau. Danach Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Mittwoch, 28. Januar: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 15.20: Die Frau als Zcitungslcserin. 15.40; Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 16.05: Eine Viertelstunde Technik. 16.30: Konzert. 17.10: Jugendstunde. 17.30: Aphorismen. 17.50; Teemusik. 18.30; Sozialpolitische Rundschau. 18.55: Der Rundfunk im.Bildungsbezirk des Menschen. 19.20: Tanzabend. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10;„Podium**, Stande der Unbekannten. 21.40: Oktctt von Igor Strawinsky. Danach Tanzmusik. s Berliner Rundfunks. Donnerstag, 29. Januar: 7; Funkgjinnastik. Anschließend Frühkouzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Das Wirtschaftsgeld als Streitobjekt in der Ehe. 15.40: Grenze und Grenzer. 16.05; Die Deutsche Jagd- ausstellung 1931. 16.30: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Zeitgemäße Reklame. 18.15; Neueste Wege der Polarforschung. 18.40; Lieder. 19.20: Unterhaltungsmusik. 20.45: Programm der Aktuellen Abteilung. 21.10: Tages- und Sportnachrichten. 21.20: Anton-Bruckncr-Konzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 30. Januar: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die deutsche Volkstracht und ihre- Wiedergeburt 15.40; Adalbert von Charalsso zum 150. Geburtstag. 16.05; Im Sportfingzeug über Wüste und Ozean. 16.30: Streichquartette. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Die wirtschaftliche Notlage der Berufsmusiker. 18.15: Hanns Jobst liest eigene Dichtungen. 18.40: Das neue Buch. 18.50; Berlins Verkchrsenfwicklung. 19.20; Heitere Lieder. 19.45: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.50: Fritz Dicttrich liest eigene Gedichte. 20: Konzert. 20.35: „Hamlet", Trauerspiel von Shakespeare. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Abenduntcrhaltung. Sonnabend, 31. Januar: 7; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 10; Eröffnungsfeier der 6. Grünen Woche Berlin 19.31. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendbühne. 16.20: Aus alten und neuen berühmten Operetten. 18: Zehn Minuten Film. 18.10; Die Erzählung der Woche. 18.40; Edvard Orieg— Konzert. 19.10: Staatsanwalt und Verteidiger. 19.55; Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Bunter Abend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 25. Januar: Ab 7; U Übertragung aus Berlin. 18: Menschen im Benff. 18.30; Große deutsche Schauspieler. 19; Stunde mit den Sternen. 19.30: Dichterstunde. 20: Deutschlandsender: Aus München: Konzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 26. Januar: 16: PadaeoKischer Funk. 16.31): Aus Berlin; Nachmittaeskonzbrt. 17.30: Modernes Liedschalfsa. tS: Vierfelslande für die Gesundheit. TS.3#: De», ruoderne Staat. 19: ünslisch für Auüuiccr. 19.30: Stunde des Landwirts. 21): Weltpolitische Stunde. 30.30: neotschlandscndcr: Aus Präs: Zweites Europäisches Konzert. Anschließend Uebertrasnng aus Berlin. Dienstag, 27. Januar: 16; Künstlerische Handarbeiten. 16.3»; Aus Leipziu: NaclimittagskouzerL 17.3«: Typen der werktatiEcn Juxend. 18: Die russischen Flücbtlinse in Deutschland. 18.30: llochscbulfunk. 19: Französisch für Antänxer. 19.3«: Dcufsclilandsender: Aus Frankfurt a. M.; Konzert zur Feier des 173. Geburts- laxcs von\V. A. Mozart. 20.45: Aus Hamburs:..Dr. Mabuse", Hörspiel von Jaqttes. 22.15: Uebcrtraguns aus Berlin. 22.45; Aus Hamburg: Dnterhaltungs« niusik. Mittwoch, 28. Januar: 16: Pädagosischcr Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nacbmittagskonzert. 17.3«: Josef Haydn. 18: Lehrgang für Einheitskurzschritt 18.30: Geist der Klassik. 19; Deutsch für Deutsche. 19.30; Das deutsche Beruisbearalcnturo und die Forderungen der Gegenwert. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschait. 20: Vorschau auf die Berufswahl 19.31. 20.30: Oeutschlandsender: Aus Leipzig; Kabarett„Tribüne" Anschließend L eberf ragung aus Berlin. Donnerstag, 29. Januar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittacskonzert. 17.3«: Hausmusik. 18: Waffen und Strafgesetz. 18.30: Der moderne Kapitalismus. 19; Der Mensch des 20. Jahrhunderts ünd der Fernsprecher. 19.30: Stunde des Landwirts. 20: Menschen im Beruf. 20.30: Deutschlandsender; Aus Breslau: Heimal in Schlesien. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freilag. 30. Januar: 16; Ein Arbeitstag im Oskar-Helene-Hcim. 16.30: Aus Leipzig: Nach. miltagskonzcrt. 1 7.30: Adelbert von Cbatnjsso zum ISO. Gehurlstage. 18: Volks. wlrtschaflsfunk. 18.30: Vom Sklaven der Antike zum modernen Arbeitnehmer. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Aus Köln: ..Die goldene Meisterin", Operette von Eysler. 20.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 31. Januar: I«: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Vom deutschen Feuilleton. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.30: Grund- probieme der Lehre vom Leben. 19: Die Welt des Arbeiters. 19.30; Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für Landwirtschaft. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Hlaiim An�e/aen wwkunQSvoU und btlitg- Überschriftswort 25 Pf., Textwort ia Pf./ Wiederholungsrabatt: 10 mal 5%, 20 mal oder lOOO Worte Abschluß 10«. 2000 Worte 15*, ♦GJO �9�'.9.* Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf.. Textwort TO Pf. Annohme durch den Vertag, tindenstr. 3(**9 bis 5 Uhr), und sfimHiche Vorworts HHolen u. Ausgabesteilen Ziipeten. •SjiHat, IcOltmie fltaftc 9* Billige Teppiche WehfeKIrz.Tepptche Olusnuhniepreisa ca. 2X3 17,- ... 2X3 19,- „ 2X3 23, ..„ 2X3 35, -, 2« X 316 25.— _„ ß'�XS� 34.— ,,, 2>6X36 55i— „. 3X4 39,— „, 3X4 52,— „, 3X4 83,— „. 5x4 115,— Tcvpichhaiis Äöcnct. TJolsCamec €ttafte 263_ Buhcnplnn, Stnöttoxiflen,»et. rauft Sdhimttll«, Slcufülln, Emser» strafte W.__ränke. Nuftbaum, 35,—. Elegante mit(6ar- bine nur 95,—: Couch 75,—: 9h, S- baum-Büsetk, Bücherschränke, 35,—. ■flnae, zahlte Möbel lagern kostenfrei. ©leiker, 890 Kimmer am Lager. Alexander- Platz. ©utschein Z,—. Neigllbctten 12,- Cauch» 55,—, Chaiselongue» 20�-. 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