Morgenausgabe Dienstag «Wtz«»"- W°ch,nmchssPf,m°n°nichz.so M. H( MI y, B H n U» Wir � Auswärts ilZ Df. zahlbor, Poirb«ziig 4,32 1IR. M I W W< W W M W W W» Ws� �g�/; �uoivunc «inschlirßlich S0Ps. Pastz-iwns-. fefl* i|B>> Hk", W DD // H 72 Ps,P°ftd.i>-llg-bühr-n. Au-land-. �flEBl! i>-M I■■ W-J M B BD H H HW)H H[// Dir r in Ip artige üionparciUezeiTe -bann.m.nt S,-M. pro Monat! ftr>gg> s�M WW W■j■ Q W W W" W M! iL b» Pfrnniz. RrNam°,°iI. S,- R.?ch,. Lander mit ermäßigtem Druiksochrn. VW«!\ M W W M W Bj H MB B B mark,„«lewe Anzeigen- das.enge. M.-"IH 1 DM DD �D JHl J�Dl Ml DD f druckte Wart 25 Pfennig(zulälfig zwei * I HH■Hl �Hl"«M/MW seltgedruckte Worlej, weitere Wort Der„varmärts' erschewt wachentSa- I«Hl A' DM 12'Pfennig, St-Ueng-'uche des erste lich zweimal. Sonntags und Montage MD?nmt i"JS'®*'Sv* i?«"It i?"' einmal, die Adendausgad. fär«erim*'— MD lOJPftnnig. Warle aber>5 Buchstaben und im Handel mit dem Titel.Der �BB»� V/ l51!'" f"r. iw-I Worte. Arb-.Ismorkt ä&äüäs.-' apiroilltro y Plwwwill WN-SN-- Jentrawegan de« Soziatdemosvattschen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 s?crnspreHer: Dönhofs 2S2— 297. Trlcgramnt-Adr.: Sozialdcuiolrat Berlin. Warschau. 26. Januar.(Eigenbericht.) In der heutigen Sejmsihung tarn der ukrainische Antrag über die sogenauntc.Vefricdungsoktion" für O�lpolen zur Sprache und führte zeitweise zu erregten Szenen. Der Regierungsreferent verschanzte sich hinter die von einigen ukrainischen Terroristen ver. fügten Sabotageakte, denen er die Schuld an der Notwendigkeit der Slrafexpedition zusprach. Großen Eindruck rief die Red? des früheren Drester Gefangenen und sozialistischen Abgeordneten Dubois hervor, der vor allem die Regierungsabgeordncteu anklagte, jedes Gefühl für menschliche Würde verloren zu haben, da jede der von den Oppofitiousrednern angeführte Tal- fache aus der Zeit der Soldotenherrschaft in Ostgalizien bei ihnen nur hohnlachen und zynische Erwiderungen hervorrufe. Wenn die polnische Regierung tatsächlich keine anderen Wittel habe als militärische Strafexpcdilioncn, um einige Brandstifler zu bestrafen, dann müsse eine solch schwache Regierung zurücktreten. Die Regierung Hobe kein Recht, für die Sabolageaktc einiger Pcrso- ven die gesamte ukrainische Bevölkerung Polens durch afialifchc ZNcthoden zu bestrafen. Die polnischen Sozialisten würden alle Kräfte daran sehen, all die Ungeheuerlichkeiten der„Besriedung-aktion" ans Tageslicht zu bringen, wenn Polen den Ramcn eines Kultur st aates tragen wolle, dann dürfe es nicht dulden, daß derartig« Iälle barbarischer Sammetstrasen für die Talen einzelner Personen Anwendung finden. Zum Schluß kündigle Dubais an, daß feine Fraktion ein Projekt Zur Herstellung einer territorialen Autonomie für die ukrainische winder hei t in Polen einbringen werde. Dem Standpunkt der Sozialisten schloß sich auch in einer Erklärung die Bereinigte polnische v a u e r n s r a k l i o n an. Der Innenminister, General Skladkawski, erwiderte dar- Llntechausdebatie über Indien. Der Erfolg der Arbeiterregierung. London, 26. Januar.(Eigenbericht.) Das englische Unterhaus erörlerle am ZNonlagnachmillag das Ergebnis der englisch, indischen Konferenz. Mac- donald berichtet? unter großem Beifall. Zum Schluß bat er die Parteien, die Regierung auf dem eingeschlagenen weg weiter arbeilen zu lassen, damit der Name Englands unter den Völkern in Ehren bestehen könne. Die Liberalen brachten ihre volle Anerkennung für die Täligkei» der Arbrilerregierunz in der indischen Frage zum Ausdruck. Die Konservativen führten zunächst eine sehr vorsichtige Sprache, und schickten als ersten Redner den sehr ge- mäßigten, in der Indiensragc mit der Arbeiterregierung übercin- stimmenden Samuel hoare vor. Später ergriss auch E h u r ch i l l dos Wort, um wiederum gegen Indien und die Konserenzbeschlüsse eine seiner bekannten Schars- macherreden zu hallen. Allerdings sprach Ehurchill nur für seine eigene Person und nicht für die Konservativen. Großer Jubel in Indien— Baumwollaktien steigen. Bombay, 26. Iaimor.(Eigenbericht.) Gandhi, sein Sekr-tör Nehru. Frau Noidu, Patel und die übrigen Führer des ollindischen Kongresses sind am Montag- vormsttag aus dem Gefängnis entlassen worden. Die ganze Nacht über hatten riesige Mens che nmassen vor den Gefängmstoren gewartet, um die in die Freiheit Zurück- kehrenden zu begrüßen. In ganz Indien herrscht Jubel und Freud«. Gandhi saß wie üblich an seinem Spinnrad im Ge- fongnis zu Poona, als er die Nachricht von seiner Freilassung er- hielt. Er nahm sie gelassen aus. Vergebens wartete» später die Pressevertreter, um von dem Freigelassenen feine Meinung über die neu« Lage und über die Ergebnisse der Londoner Konferenz zu hören. Am besten zeigt der Börsenbericht den Umschwung der Lage. Baumwollaktien z. B. stiegen am Montag teilweise um 20 Punkte. Es herrscht große Freude in allen Lagern, die in den Zeitungen und besonders aus den Straßen lauten Ausdruck findet. Vor dem Dtktoria-Bahnhof in Bombay harrten Zehn- taufende von Menschen in der Annahme, daß Gandhi hier eintreffen würde. Ghandi will die neue&»ge vorurteilslos prüfen. London. 26. Januar.(Eigenbericht.) Bevor GH and i den Zug nach Bombay bestieg, gewährte er dem Korrespondenten des Reut«. Büros ein Intervsew. Darin «rllörts der Führer der indischen Freiheitsbewegung unter anderem: Ich komme vorurteilslos aus dem Gefängnis und ich jpezte ohne Feindschaft oder Poremgenommenheit die durch Vorwäris-Verlag G.m.b.H. auf einfach, daß das Veweismakcrial der Opposition gefölschk sei, mußte ober zugeben, daß„einige� Wißbräuche vorgekommen seien. Die Schuldigen seien bereit? bestrast. Auf die Anfrage eines Oppositionsabgeordnelen konnte aber der gvt unterrichtete Innenminister kein einziges konkretes Beispiel anführen. „Polens Demütigung." Schwere Angriffe der nationalen Opposition. Warschau, 26. Januar. Wahrend die polnische Rcgicruiigsprcsse es als einen Erfolg der polnischen Delegation preist, den Zlnsturin Deutschlands auf die Grenzen Palens zurückgeschlagen zu haben, sprich! der national- demokratische„Kurjcr Poznanski" von einem für den polnischen Staat unerhört erniedrigenden„pater peccavi" des polnischen Vertreters in Genf. Vor einem internationalen Forum sei der deutschen Minderheit Polens, deren Patron im Völkerbund Berlin wäre, Genugtuung geleistet worden: es sei das so schmerzlich für das polnische Selbstbewußtsein, daß man„die Zähne zusammenbeißen muß, um das ertragen zu können". Soeben erst habe der Innenminister Skladkawski in einer Sejmkommisfion mit Stolz erklärt, daß bei den Wahlen olles in Ordnung gewesen sei. Diese Erklärung sei jür die polnische Oesfentlichkeit bestimmt gewesen. Dem Auslande gegenüber habe dagegen der polnisch« Außenminister sich genötigt gesehen, ein Geständnis der oerschuldeUn Gewalttaten abzulegen. Die„P o l o n i a" K o r f a n t y s schreibt. Deutsch- land habe sein Ziel fast restlos erreicht. Es habe Polen zu einem demütigenden öffentlichen Reu«bekennt»is ge- zwungen und das Vebtraucn zu der polnischen Regierung zu erschüttern gewüßt. Denn der Beschluß des Rates, die Erfüllung der Berpflichtungcn der polnischen Regierung zu kontrollieren, könne am wenigsten als Slusdnick des Bertrauens gewertct werden. die Londoner Konferenz geschaffene neue Loge nach jeder Seite genau studieren, ebenso wie ich mit Sapru und den anderen aus London zurückkehrenden Delegierten die Rede Macdonalds diskutieren will. Irgendwelche politischen Pläne für die Zukunft habe ich noch nicht gesaßt, und ich weiß nicht einmal, ob ich in Bombay bleiben werde. Noch meiner Ansicht sollten jetzt unermüdlich sämtliche Gefangenen, die durch den Feldzug gegen die Gesetze ins Ge- fängnis gekommen sind, � freigelassen werden. Solange das nicht geschehen ist, kann keiner von uns glücklich sein. Zum Schluß gab Ghandi seine große Anerkennung zum Aus- druck über die vornehme Art, wie er im Gefängnis behandelt worden sei und noch einmal belontc er, die neue Lage unvorein- genommen prüfen uiad beraten zu wollen., Zluf dem Wege zur Bahn war ihm eine Tasche mit wichtigen Papieren abhanden g c l d in in en; jedoch versprach der ihn nach Bombay be- gleitentie Polizeiofffzier, alles Erforderliche veranlassen zu wollen, damit das verlorene Gut wieder herbeigeschafft werde. Italiens Bolkanfilialen. Nach Albanien auch Bulgarien. Poris, 26. Januar.(Eigenbericht.) Wie das„Echo de Paris" berichtet, ist die Annäherung zwischen Italien und Bulgarien so stark geworden, daß Bulgarien um die Entsendung einer italienischen Militär Mission zur In- struktion seiner Zlrmee„gebeten" hat. Der Antrag sei selbstverständ- lich von Rom sosort zustimmend beantwortet worden. Nazis überfallen Gewerkschastshaus. Kampf um das Gewerkschastshaus von Hameln. Hannover, 26. Januar.(Eigenbenchi.) Die Ralionalsozialisten verübten in der Rächt zum Sonntag einen wohlvorbereilelen Angriff aus das Gewerkschasts- Haus in Hameln. Während vier Razis in schon angetrvnkenem Zustand das Restaurant des Gewcrkschaslshaufes betraten und Bier verlangten, blieben 25 draußen vor dem Lokal stehen. Der Wirt lehnte die Abgabe von Bier ab, woraus die vier den Wirt und den kellaer ongrijsen. Andere Gäste des Lokals kamen dem Wirt zu Hilfe. Zn diesem Augenblick stürmten die 25 Ralionalsozialisten in das Lokal. Sie zerlrümmcrlen sämtliche Fensterscheiben und demolierten das gesamte Mobiliar de« Restaurants. Als Mitglieder eines Soxcrkiubs. die in einem Saal des Gewerkschaslshonses ein Vergnügen abhielten, auf die Schlägerei aufmerksam wurden, griffen sie ein und schlugen die Razis in die Flucht. Zahlreiche Per- sonea wurden verleßk. Ei« Reichsbannermaun. der zu- fällig in dem Lokal anwesend war. erhielt mehrere Messerstiche. Postscheckkomo: Berlin 37 596.— Banlkento: Bank der Arbcilcr, Angestellten und Bcaniten, Lindenstr.3,Dt.B.u.Tisc.-Ges.,Dcposit«ick.,Jerusalciner Str.65/66. Geverings Berlin-Geseh. wasche Arbeit notwendig. Von ISricd Flatau. Der preußische Innenminister. Genosse Severine;, hat im Gemeindeausschnß des Preußischen Landtags die Gedanken entwickelt, die ihn bei den Vorsehlägen für Aendernngen des vorliegenden Regierungsentmurss für ein Berliner„Selbst- Verwaltungsgesetz" geleitet haben. Diese neuen Vorschläge waren schon seit einiger Zeit in ihren Grundzllgen bekannt geworden. Nach der Erörterung des ursprünglichen Entwurfs am 16. März 1936 im„V o r w ä r t s" erscheint eine kurze Behandlung der jetzt offiziell vorliegenden Abänderungsvorschläge wohl auch angebracht. Seinerzeit wurde an dieser Stelle hervorgehoben, daß die Regierung mit einen Grund für die so außerordentlich bc- schleunigte Ausarbeitung des ersten Entwurfes in der An- nähme sah,„der bisherige Magistratsdirigcnt habe vielleicht eine genaue Aufsicht aller Dezernate vermissen lassen". Es wurde damals im„Vorwärts" bemängelt, daß trotz dieser anscheinend bestehenden Auffassung man einer einzigen Persönlichkeit, einem„Uebermenschen", dem Berliner Oberbürger- meister, neue Vollmachten geben wollte, die weit über die Amtsmacht des bisherigen Oberbürgermeisters hinausgingen. Wenn man— wahrscheinlich auch durch Feststellungen und Entscheidungen in dem jetzt abgeschlossenen Disziplinarver- fahren gegen den bisherigen Oberbürgerineister— erkannte, daß ein(wenn auch befähigter) Mensch, nicht Einzelheiten aller Dezernate beherrschen kann und man hieraus Fehler der Verwältung sich entwickeln sah und sie abstellen wollte, so war es nur logiseh, daß man diesem leitenden Beamten der Stadt Berlin ein besonderes kleines Kollegium von verantwortlichen Mitarbeitern zur Seite gab. das, von der Stadtver- tretung neu gewählt, ihn in der Beaufsichtigung der maß- gebenden Dezernate vertreten kann, ohne zugleich aber die Hemmungen zu zeigen, die zum Teil der bisherige sehr viel größere Magistratsapparat aufwies. Ein solches Kollegium sieht derneue Vorschlag des Ge- nassen S e v e r i n g vor. Man muß hierin in objektiver Würdigung aller Umstände eine Berbesserung sehen, ohne natürlich etwa in dieser Bestimmung,(wie auch in an- deren Bestimmungen, die neu eingefügt wurden), die Er- reichung des im sozialdemokratischen Gesetz- e n t w u r f enthaltenen„letzten Zieles" konstatieren zu können. Die Machtbefugnisse des Oberbürgermeisters haben gegen- über dem ersten Entwurf auch insofern eine Einschränkung er- fahren, als er nicht mehr Leiter der aus Stadtverordneten ge- bildeten Stadtvertrctung(Stadtverordnetenversammlung) sein soll. Diese liegt wie bisher in den Händen eines aus der Mitte der Versammlung gewählten ehrenamtlich tätigen Per- sönlichkeit. Der Stadtgemeindeousschuß(Hauptausschuß), das Gegenstück zu den Prooinzialousschüjscn, ist geblieben. Diesem Stadtgemcindcausschuß sollen auch(wie es bisher gedacht war). � bestimmte Aufgaben zur endgültigen Lösung übertragen werden, auch Aitscheidungen in Differenzfällen zwischen Bürgermeisterkollegium und Stadtoertretung. Dos Hervorstechendste in der gegenwärtigen Auffassung des preugi- scheu Innenministers ist der Wille, die Wahlzeit der bisherigen Magistratsmitglieder enden und Neuwahlen der Stadt- verordnetenvcrsammlung und der Bezirkskörperschasten nicht stattfinden zu lassen. Die Amtsdauer der Stadtverordneten soll norniol ablaufen. Die Bezirksversammlungen werden in der weiter unten angegebenen Art verkleinert- Begrüßenswert ist vor allem die Absicht, die sogenannte„S t a a t s a u f- ficht" für Berlin nicht in dein besonderen Berliner Gesetz zu regeln, sondern im allgemeinen, mahl erst sehr viel später zu verabschiedenden„Selbstverwaltungsgesctz". Die Oeffentliehkeit der Stadtverordneten- Versammlung(Stadtvertretung) ist beibehalten worden, ebenso die Nichtöffentlichkeit der Verhandlungen im Stadt- gemeindeausschuß und in den Bezirkskörperschasten, die B e- zirksräte heißen, und— unter Verringerung der bisheri- gen Zahl der ehrenamtlich tätigen Bezirksverordneten zu einem Einkörperfyftem(ungefähr nach süddeutschem Muster) zusammengefügt werden sollen. Eine wesentlichste Unterstützung erfahren wird das sogenannte Bürgermeistcrkollegium, dessen Mitgliederzahl noch nicht endgültig feststehen dürfte, durch Stadträte, die(als Wahlbeamtc) auf ihren Fähigkeiten entsprechenden Spezialgebieten arbeiten sollen. Die beabsichtigte Organisation und Gliederung kann vielleicht am ehesten überblickt werden, wenn man das Bürgermeister- kollegium mit dem Oberbürgermeister an der Spitze als �Kommunales KaMnett" mit einem �Komwu- Lskrainer Greuel vor dem Sejm. Anklagerede des sozialistischen Abgeordneten Dubois. n alen Ministerpräsidenten" und die auf Fach- gebieten tätigen Stadträte als kommunale Staatssekretäre oder Ministerialdirektoren betrachtet. Hierdurch wird auch das un- willkürlich auftauchende Bedenken etwas ausgeglichen, daß das einzelne Mitglied des Bürgermeisterkollegiums so stark mit der Arbeit eines Riesendezernates belastet wäre, daß die früheren Mängel der Ueberarbeitung des einzelnen verviel- facht erscheinen. Wenn ein Ministerium in Preußen, wie z. V. das Wohlfahrtsministerium, in sich vereinigt die Riesengebiete des ge- samten preußischen Wohlfahrtswesens, des Ge- sundheitswesens und des Wohnungswesens, so könnte dies vielleicht doch auch in dem räumlich enger de- grenzten Berlin möglich werden durch eine gut durch- organisierte Zusammenarbeit oller auf den großen Fachgebieten tätigen Persönlichkeiten. Unbe- rührt ist vorläufig die bezirkliche Neueinteilung Berlins. Die Zahl der 20 Bezirke dürfte bestehen bleiben, sofern nicht, was evtl.»roch im Gesetz vorgesehen werden könnte, die städtischen Körperschaften von sich aus eine entsprechende Neugliederung später wünschen und beschließen. Wie alle Kompromiß- lösungen geben zu„Heller Begeisterung" auch die jetzigen Abänderungsvorschläge gewiß keine Beranlassung. Es darf aber wohl gesagt werden, daß sie in vielen Teilen eine bessere und klarere Verhandlungsgrundlage darstellen als die früheren Bestimmungen, die Berlin eines schönen Tages plötzlich überraschten, und die noch dazu in einem ganz be- sonderen Eiltempo Gesetz werden sollten. Eine offizielle Stellungnahme der Berliner Parteikörper- schaften und auch der sozialdemokratischen Landtagsfrattion zu den neuen Vorschlägen liegt noch nicht vor. Von diesen Stellen müßten die Dinge jetzt betrachtet und erledigt werden mit dem Ziel, Grundlagen zu gewinnen, auf denen in der gegenwärtigen außerordentlichen Notzeit besser als bisher die kommunälen Angelegenheiten Berlins erledigt werden können. Wenn noch bei Beginn der kritischen Erörterungen über den ursprünglichen Entwurf nicht ohne weiteres die„Eil- b e d ü r f t i g k e i t" der Vorlage anerkannt werden konnte, so muß jetzt wohl hervorgehoben werden, daß im Verlauf des inzwischen vergangenen knappen Jahres manche Dinge zum Teil eine viel üblere Gestaltung erhalten haben. Ohne eine baldmögliche endgültige straffe Ordnung der personellen An- gelegenheiten der Leitung Verlins, ohne eine übersichtliche feste Basis der finanziellen Ausgleichsmöglichkeiten und ohne klare Voraussetzungen für eine praktische Arbeitserledigung in den neu zu gestaltenden Körperschaften der Stadt Berlin wird— das muß jeder Einsichtige und mit der kommunalen Arbeit Berlins Bertroute zugeben—, ein systematisches Wirken überhaupt nicht mehr möglich sein. Wer dies als notwendig erkennt und erreichen will, muß unvoreingenommen und unbefangen die Entwicklungsmöglichkeiten der neuen Vorschläge Severings erkennen und versuchen, in Verbindung mit weiteren Anregungen zu einem denkbar günstigen End- ergsbnis auszugestalten. Vom deutschen privatkrieg. Sine(Statistik der preußischen Polizei. Der preußische Innenminister hat dem Landtag den „Wegweiser durch die Polizei 1931" zugehen lassen. Darin befindet sich eine Nachweisung über die Inanspruchnahme der Polizei bei Versammlungskrawallen. Danach ist die Polizei im Jahre 1930 bei 1579 Versammlungen unter freiem Himmel und bei 915 Vcran staltungen in geschlossenen Räumen gegen Störungen ein- geschritten. Ueber die Urheber werden die folgenden Angaben gemacht: „Nach den Feststellungen der Polizeiverwaltungen waren die Störer in 1873 Fällen bei den Kommunisten, in 321 Fällen bei den Nationalsozialisten und in 4» Fällen beim Reichsbanner zu suchen. In 33 Fällen sollen Angehörige des Stahlhelm, in 16 Fällen Mitglieder anderer Rechtsverbände und in je einem Fall Iungdo und Werwolfleute die Störer gewesen sein. Insgesamt wurden durch die Polizei 149 Schuß- waffen, 323 Hieb- und Stoßwaffen und 668 andere gefährliche Werkzeuge bei diesen Ausschreitungen beschlagnahmt." Die Exaktheit der Statistik über die Urheber muß be- zweifelt werden; denn es fehlt eine Zahlenangabe über die zweifelhaften Fälle, die sicher einen sehr erheblichen Prozentsatz betrugen— kann doch öfters auch in langwierigen Gerichtsverhandlungen keine völlige Klarstellung der Schuld- frage getroffen werden! Trotz dieser Einschränkung aber ist diese Statistik wert- voll. Rund 2500 Versammlungskrawalle im Jahre 193 0! Wohl war das Jahr 1930 ein Wahljahr. aber die Roheit und Häufigkeit der Persammlungsschlachten scheint seit der Septemberwahl noch zugenommen zu haben! Die Statistik erfaßt nicht die Straßenschlachten und Straßen- Überfälle, sie läßt weder die Zahl der Toten noch der Per- letzten erkennen, trotzdem aber gibt sie einen Begriff davon, welchen Umfang der Privattriegber Radikalen angenommen hat, und welche Belastung der Polizei dadurch erwächst. Die Wirkung der Wirtschaftskrise tritt in diesen Zahlen deutlich zutage! Anttage gegen Wilhelm von Doorn. Kaisertreue, die nach hinten losgeht. In der„Kreuzzeitung" ergießt Generalleutnant o. D. W a e ch t e r, ein würdiger Kolleg« des Generals a. D. Cramon, in langen Ausführungen feine Kaisertreue. Es unterläuft ihm dabei der solgende Satz: „Einem deutschen Kaiser hätte keine Entente die Bedingungen von Compiegne und Versailles anzubieten gewagt, kein deutscher Kaiser hätte sie je angenommen; und alles andere sind zwangs- läufige Folgeerscheinungen." Wenn der kaisertreue General recht hätte, so wäre dieser Satz eine furchtbare Anklag« gegen Wilhelm von Doorn! Warum Bcr- sailles? Weil Wilhelm nach Holland desertiert ist! Die Künf-Tage-Woche in der Welt. Die Internationale zur Weltkrise.— Gtaaiskontrotte gegen Wirtschastskrisen. Abrüstung und Friedenssicherheit.— Kürzung der Reparationen. Türkei beglaubigt Somjcldokumente für USA. Die türkischen Konsulate werden in Zukunft alle Sowjetdokumente beglaubigen, die für die Bereinigten Staaten bestimmt sind. In Zürich tagte am ZI. und 22. Januar 1931 die gemeinsame Kommission des Internationalen Gemerkfchaftsbnndes und der Sozialistischen Arbeiter- Internationale zur Prüfung der Probleme der Wirtschaftskrise nnd der Arbeitslosigkeit. An den Beratungen nahmen" teil ans Deutschland Zl a p h l a l i und S p l t e d k. aus Oesterreich Otto Lauer und L. K a u l s k y. au» Frankreich I o n h a n x. England w. A. Eilrine und G i l l i e s. Die Kommission hat sich aus solgende Erklärung geeinigt, die die wichtigsten Gedanken und Feststellungen von fünfzehn ihr vorgelegten Berichten zu- sammensaßt. Der Produktronsapparat der Weltnnrtschast ist seit dem Kriege gewaltig angeschwollen. Aber die Erzeugnisse, die produziert werden können, können keinen Absatz finden. Hat die Akkumulation von Profiten zugereicht, den Produktionsapparat in wenigen Jahren in unerhört schnellem Tempo auszubauen und zu vervollkommnen, so hat das Anwachsen der Löhne in der- selben Zeit nicht zugereicht, den Konsum der Massen im gleichen Maß« zu vergrößern, wie die Produktionsfähigkeit der Industrie und der Landwirtschaft vergrößert worden ist. Dieses Mißverhältnis zwischen Produktionsfähigkcit und Konsum, die Grundtotsache der Krise, ist in erster Linie daraus zurückzuführen, daß die Profile, die zum großen Teil akkumulieri und zur Vergrößerung und Vervollkommnung des Produktionsapporakes verwende! werden, schneller angeschwollen find al» die Löhne, die zum überwiegenden Teil konsumiert, zum Sans von Konsumgütern verwendet werden. Die Herabsetzung der Löhne kann dieses Mißoerhäsiuis nicht mildern, sondern nur verschärfen. Wenn die Unternehmer jedes Landes durch Lohndruck ihre Konturrenzfähigkeit gegenüber den Unter- nehmern anderer Länder zu stärken versuchen, so ist das Ergebnis aller dieser Anstrengungen nur die Senkung des Massen- k o n s u m s in der ganzen Weltwirtschaft, also nur die B e r s ch S r- fung der internationalen Absatzkrise. Die Kommission betrachtet es daher als wichtigste Aufgabe der Arbeiterbewegung in dieser Zeit, sich mit aller Tatkraft und in allen Ländern dem Lohndruck zu widersetzen. Die Rationalisierung hat die Produktivität der Arbeit in wenigen Jahren gewollig gesteigert. Aber die durch die technische Entwick- lung und durch die Intensivierung der Arbeit entbehrlich gewordenen Arbeitskräfte find nicht in andere Produktionszweigs überführt worden. Ihre Arbeitskraft liegt jetzt brach. Es ist unbedingt not- wendig. die Arbeitszeit der so bedenkend gesteigerten Produktivität der Arbeit anzupassen. Die Kommission betrachtet es angesichts der riesigen Arbeitslosigkeit in der Welt für zeilgemäß und unerläßlich. den Kamps um die Fünflagewoche(Vierzigstundenwoche inlernakumal auszunehmen. Daneben muß der Arbeitsmarkt auch durch Einführung der Arbeiterurlaub«, wo sis noch nicht bestehen, durch Erhöhung des schulpflichtigen Alters, durch Organisation des Arbeits- Nachweises entlastet werden.' Die Koimmssion Hot mit Nachdruck daraus hingewiesen, daß nicht die Cinschränkung der Staatsausgaben in Zellen der Wirsschaftstris«, sondern größtmögliche Aufwendungen für produktio« öffentliche Arbellen jenes Mißverhältnis zwischen Produttionsfähig- kell U!id Konsum, das die Grundtatsache der Krise bildet, zu mildern vermögen: In jedem Staat ist ein: nationale Stelle zu errichten, welche auf Grund eines jür längere Zell im voraus ausgearbeiteten Inoestllationsprogramms die zur Durchfichrung dieses Programms erforderlichen Arbeiten und Bestellungen auf Zellen großer Arbeits- losigkeit konzentriert. Diese Methode. den Beschäsligungsgrad gleichmäßiger zu gestalten, wird desto zvirksamer sein, je größer der Anteildes Staates und der Gemeinden an der Gcsamtwirtschaft ist. Die Erweiterung dieses Antells ist daher eine Boraussetzung wirksamer Beeinflussting des Beschäftigungsgrades durch das Gemeinwesen.. Die Kommission fordert mit Nachdruck, daß die Arbeitslosen und die Kurzerbeller, soweit und solange ihnen nicht vollkommene Be- schäftigung gesichert werden kann, die notwendige Unterstützung für die ganze Arbeitslosigkeit oder der Kurzarbest finden müssen. Sie fordert die Arbellerbewcgung zur Verteidigung der überall von den Unternehmern Angegriffenen Arbeitslosenversicherung auf. Sie fordert die Schaffung von Einrichtungen, die dem Arbeitslosen ein Recht aus die notwendigen Ur.terhallsmittel sichern, in allen Ländern. Die fortschrellende Organisierung nationaler und internationaler Kartelle und Monopole trägt unzweifelhaft durch die Fixierung künst- lich hoher Presse in Krisenzeiten und durch die Organisierung von Dumping-Exporten, die den Weltmarkt desorganisieren, dazu bei, die Krise zu verlängern. Die Kommsssion fordert daher die Arbellerpartcien zum Kamps für die össenlliche Kontrolle aller monopolistischen Zu- sammenschlüsse nnd ihrer Preisbildung unter Mitwirkung der Gewerkschoslen und dar Konsumgenossenschaften aus; die internationalen Kartelle sollen in ähnlicher Wesse durch ein beim Völkerbund« zu errichtendes internationales Wirtschafts- organ kontrolliert werden. Die Verschärfung des Protektionismus noch dem Kriege hat zur Desorganisierung der Weltwirtschaft sehr viel beigetragen. Die Be- lchtüsse der Kommission machen es der Arbellerbewegnng aller Länder zur Pflicht, auf chre Regierungen den stärkstmöglichen Druck zu üben, um ihren sofortigen Beitritt zu der Konoentios über den Z o l l w a f s e n st i l l st a n d zu erlangen und um alle Regierungen zu bewegen, in die von der britischen Arbeiterregierung vor- geschlagenen Verhandlungen über Konventionen, durch die die Zoll- (ätze für verschiedene Warengruppen international ermäßigt werden lolle», einzutreten. Die deflationistische Politik in verschiedenen Ländern hat gleich- falls die Krise verschärst. Die ungleichmäßige Verteilung des Goldes in der Weltwirtschaft ist eines der die Weltwirsschaft störenden Elemente. Die Kommsssion fordert: wirksame Kontrolle der Regierungen über die Notenbanken, Teilnahme von Vertretern der Arbeiterorganisationen an der Leitung der Notenbanken, engst: Zusammenarbeit der Notenbanken, Verwandlung der BIZ. in ein Organ der internationalen Kreditpolitik, Bekämpfung der Kapitalslucht aus kapitalsarmen Ländern, eine auf gleichmäßiger Verteilung des Goldes gerichtete internationale Kreditpolitik. Die gewaltigen Zahlungen, die Deutschland als R e p a r a- tionen an seine Gläubiger zahlen muß und diese als Kriegs- schulden an die Vereinigten Staaten von Amerika zahlen müssen, tragen ebenso zur Desorganisation der Weltwirtschaft bei. Der Real- wert aller dieser Zahlungen ist durch das Sinken der Warenpreise bedeutend erhöht worden. Diese Zahlungen können auf die Dauer nicht anders als in Waren geleistet werden. Ihre Leistung in Waren wird durch die Hochschutzzollpolitik der Gläubigerstaat;:» erschwert. Diese Schwierigkeiten verstärken die Tendenz zu Schleuderexporten. Eine Annullierung-oder wenigslens Herabsehung aller dieser aus dem Kriege hervorgegangenen Zahlnngsverpslichlungen wäre unzweiselhafk ein INitlel, die Schwieriakeilen der Welkwirkfchast zu erleichtern. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß die öffentliche Meinung in den Bereinigten Staaten für einen Schutdennachlaß, der eine lolche Lösung ermöglichen würde, nur in dem Maße gewannen werden kann, als sich die europäischen Staaten zur internationalen A b r ü st u n g entschließen. Aber auch abgesehen davon ist es klar, daß die politische Unruhe die Wirtscizastskrise verschärft, und nur die Schajsung eines gesicherten Friedens durch die internationale Abrüstung das Wiedergefunden der Wellwirtschast ermöglichen kann. Die Gleichheit der Sicherheit für all« Staaten muß erreicht werden nicht durch Wiederaufrüstung der bereits entwaffneten, sondern durch bedeutende Abrüstung der noch nicht abgerüsteten Länder. Die Kommission erkennt an, daß wie jeder einzelne Staat auch die europäische Staatengemeinschaft eines Mechanismus bedarf, der die friedlich« Revision ihrer Verfassung ermöglicht. Aber sie warnt«indringlich vor den Bestrebungen des faschistischen Jmperia- lisrnua Italiens, mit dem Schlagwort der Revision der Friedensoerträgs«in« Reih« von Staaten zu einer dem Frieden gefährlichen Allianz zusammeln. Indem sie aui diese Gefahr, üchsm sie weiter aus die schwer« Zerrüttung der italienischen Wirsschast und auf di« schweren wirtschaftlichen Folgen der deutschen September- wählen hinweist, erklärt sie di« Liquldlernng der faschistischen Diktaturen vvd Diktalurbestre- bangen für«In« Voraussehung jener politischen Beruhigung Europa», ohne die di« Weltwirtschost nicht gesunden kann. Die Kammission ist sich dessen bewußt� daß die Störung der Handelsbeziehungen mit der Sowjetunion, mit China, mit Indien gleichfalls zu den Ursachen der internatio- nalen Wirffchastskrise gehören. Sie fordert neuerlich die Wieder- Herstellung der normalen diplomatischen und die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen aller Staaten zur Sowjetunion: die tatkräftige Unterstützung der Anstrengungen der Arbeiter Indiens, Chinas, der Kolonialländer um die Hebung ihrer überaus niedrigen Lebenshaltung: aber oulli, da die nationale Befreiung sich als ein« Boraussetzung der Emfesselung der wirtschaftlichen und sozialen Kräfte erwiesen hat, di- Unrzrstützung der nationalen Befreiungstämpse dieser Völker. Die Kommission gibt sich keiner Täuschung darüber hin, daß die vollständige Beseitigung der Arbeitslosigkeit nur erfolgen kann durch die Ueberwindung der kapitalistischen Gesell- schaftsordnung, durch die Aufrichtung der sozialistischen Ge- sellschost und fordert die gewerkschaftlichen und politischen Arbeiter- Organisationen aller Länder auf. den energischsten Kampf für die Ziele der internationalen Arbeiterbewegung zu führen. SchuldenproSlem kommt nicht zur Ruhe. New Park, 26. Januar. In einem Leitartikel über die Bemerkungen Sir Robert Horncs und Butlers zur Kriegsschuldenfrage schreibt„Times", die Wahr- scheinlichkeit eines großen Defizits im nächsten Finanzjahr werd« weder die Regierung noch den Kongreß geneigter machen, ihre bisherige ablehnend« Haltung aufzugeben. Immerhin könnte �gerade die Geldnot des Staates zu einer neuen Prüfung der Frag« führen. Wäre beispielsweise Frankreich geneigt, den gegenwärtigen Wert seiner Kriegsschulden gegenüber den Vereinigten Staaten durch Barzahlung zu begleichen, so könnte diese Leistung eines Kapital betrages unter den obwaltenden Derhältnisien wünschenswerter erscheinen als Zinszahlungen aus unke- stimmt« Zukunft. Jedenfalls deuteten olle Umstände darauf hin, daß das Kriegsschuldenproblem den führenden Staatsmännern in allen Ländern von neuem aufgezwungen werde. Keine Störung der Macdonald-Rede. Eine Erkläkung des Süddeutschen Rundfunks. Zu der Behauptung englischer Blätter, daß vom Sender M ü h l a ck e r aus die Rundfunkrede Macdonalds über die Indien- kcnferenz gestört worden sei, schreibt uns die Leitung des Süd- Deutschen Rundfunks: In der Zeit, zu der die Rode des englsschen Minister- Präsidenten durch den Londoner Rundfunk verbreitet wurde, ging — wovon wir uns durch Rückfrage bei der englischen Rundfunk- gefellschast überzeugt haben— über den Seider Mühlacker eine Unterredung zwischen dem Berliner Kritiker Herbert Ihering und dem Stuttgarter Redakteur Hermann Misselcharter über das Thema: .Ist di« Schaubühne noch Spiegel unserer Zelt?" Irgend etwas anderes als diese vorher genau festgelegte Unter- redung ist während der Rede des englischen Ministerpräsidenten über den Sender Mühlacker nicht verbreitet worden. Insbcsoichere kann keine Rode davon fein, daß die englische Darbietung durch einen.Lwischenrus" aus Mühlacker gestört worden sei. Dies ist übrigens technisch gar nicht durchführbar." Oase Snsra v»n Italienern befetzk. Italienische Kolonialtruppen haben nach heftigen Kämpfen die Oase Kufra. den wichtigsten Stützpunkt der Senufsi, besetzt und am 24. Januar die italienische Flagge in Et Tag gehißt. Die Kufra umfaßt ein Gebiet von etwa 33 666 Quadratkilometern. Ihr Mittelpunkt ist etwa 866 Kilometer südlich der lybischcn Küste gelegen. Bei den Gefecht mit den Ausständische-i haben die Italiener 2 Leutnants und 2 Askaris verloren, 16 Astaris sind verwundet morden. Der Gegner hat auf dem Schlachtseis 100 Tote, 13 Gefangene. 160 Gewehre und.zahlreiche Munition zurückgelassen. Der Vormarsch der italiensschen Truppen dauerte drei Wochen. Hoch die Vielweiberei! Im Strasrechwausschuß verlas Gen. H oegnor die Stellen aus dem Suche Alfred Roienbergs, des Ehes. edakleurs des„Völkischen Beobachter", die für die Vielweiberei Propaganda machen. prosi! Holenberg Hai recht: ohne Vielweiberei kann es mit dem Germanentum nicht wieder aufwärts gehen! Die Kürzung der lSeamtengehäller. Die Sozialdemokratie beantragt Staffelung der Kürzung. Der Ausschuß für den Reichshaushalt beschäftigte sich in seiner Sihung vom Mautag zunächst mit einem sozialdemokroti- scheu Zuiliativgesetzenlwurf, durch den der in der Rot. Verordnung des Reichspräsidenten vom l. Dezember vorgesehene starre Abzug von 6 Proz. bei allen Beamtengehältern durch eine nach sozialen Rücksichten vorgesehene S l a f f e l u u g erseht werden soll. Abg. Dr. Völker(Saz.) begründete den Antrag, durch den eine Kürzung der Geh älter m der Weise oorzanommen werden soll, daß die unteren Gruppen entlastet merden, wobei der finanzielle Ausfall gegenüber der Regelung der Notverordmrng durch eins stärkere Heranziehung der höheren Gruppen ausgeglichen werden soll. Der Redner begründete ferner in oussührlicher Meise die von der Sozialdemokratie beantragt« Ab» lehnung der Erhöhung des Stellenvorbehalts für Dersorgungs- an wärter. Abg. Aushäuser(Soz.) wendet sich gegen die mechanische lieber- tragung der Beamtengehaltskürzung auf die Behördenangestellten. deren Lag« keineswegs beamtenähnlich sei. Die Notverordnung hebt die tarijvertraglich vereinbarten Kündigungssristen auf und schafft so für das gesamte Tarifwerk«ine bedenkliche Rechtsunsicherheit. Die Sozialdemokratie verlange daher jetzt mindestens, daß für die Behördenangestellten der Schiedsspruch vom 31. Januar durch die Regierung angenommen wird. Ganz unerträglich sei die Fassung des Z 6 der Notverordnung, wonach auch in den gemischtwirffchaft- lichen Betrieben für einzelne Unternehmungen ohne Rücksicht auf die bestehenden allgemeinen Industrietarife der Gehaltstarif auf- gekündigt worden ist. In einer sozialdemokratischen Entschließung werde das Reichsfinanzministerium daher aufgefordert, diese rechtswidrigen Tarifkündigungen, wie sie zum Bei- spiel die Elektrowerk« A.-G. vorgenommen hat, rückgängig zu machen. Der S t e l l e n v or b e ha l t für Versorgungs- anwärter, der in der Notverordnung auf die gesamte Sozial- Versicherung ausgedehnt worden ist, müsse die Erwerbslosigkeit der Angestellten weiter oermehren und bringt einen unerträglichen Ein- griff in die Selbstverwaltung. Die ganzen Bestimmungen der Rot- Verordnung wirken wie ein Ausnahmegesetz gegen die Angestellten. Durch die«ingebrachten sozialdemokratischen Anträge sollen die not- wendigen sozialen Korrekturen vorgenommen werden. Abg. Groß(3-) fürchtet, daß bei Animhme der sozialdemokroti- scheu Anträge nicht mehr die Sumnien erspart werden, die die Regie- rung unbedingt braucht. Er bittet daher den Minister um eine zahlenmäßige A u s k un f t.'Seiner Ansicht noch wäre es das beste, eventuell eine Freigrenze von 1200 Mark zu schassen, dann könnten keine Uebcrschneidungen wie in der Notverordnung und in den sozialdemokratischen Anträgen mehr vor- kommen. Rcichsfinanzminifter Dietrich erklärte, daß man im. Ministerium olle Darianten, auch die Staffelung, durchgeprüft habe. Man sei aber immer gescheitert, weil dih. größte Zahl der Beamten in den unteren und mittleren Gruppen sich befinde. Auch die Freigrenze von 1ZOO Mark führe nicht zum Ziel. Bei der in der Notverordnung vorgesehenen Kürzung der Gehäller ergibt sich eine Ersparnis für das Reich von 63 Millionen, bei der Post von 6Z Millionen, bei der Reichsbahn von 62 Millionen. zusammen also 207 Millwnen. Die Durchführung des sazialdemo- kratischen Antrags würde eine Ersparnis bringen für das Reich von S7 Millionen, für die Post von 44,5 Millionen, für die Reichs- bahn van 60 Millionen, im ganzen also 161,5 Millionen, das heißt gegen die Notverordnung um 43,5 Mil- lionen weniger. Der entsprechende Ausfall bei den Ländern und Gemeinden würde schätzungsweise 55 Millionen von insgesamt 270 Millionen ausmachen. Das Endergebnis würde also sein, paß bei Annahme des sozialdemokratischen Antrags van den insgesamt 477 Millionen Mark 100 Millionen Mark weniger aufkommen würden. Er bittet dringend, keine Beschlüsse zu fassen, die den -Ertrag derartig beeinträchtigen. Es sei auch unhaltbar, daß der Arbeiter um 6 Proz. gekürzt wird und der Beamte, der dock, niemals arbeitslos werden kann, einen geringeren Gehaltsabzug erfährt. Er würde dringend bitten, die Angelegenheit in einem Unteraus- fchuß weiter zu behandeln: er würde diesem Unterausschuß olle nur gewünschten Unterlagen zur Verfügung stellen. Nachdem die Vertreter der anderen Fraktionen teils zustimmend, teils, wie die Deuffchnationolen und Nationalsozialisten, sich ab- lehnend geäußert hatten, wurde der Antrag, die Angelegenheit zur Weiterberatung an den ständigen Unterausschuß zu überweisen, angenommen. Der Ausschuß setzte sodann die Einzelberattwg des Haushalts des Reichsverkehrsministeriums fort. Tüchtig? „Gemeinwohl geht vor Eigennuh.' Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnet« Sprenger(Frankfurt a. M.) ist einer der übelsten nationalsozialistischen Agitatoren. Seine Reden bestehen nur aus Schimpfereien gegen die„Partcibuchdeamten" und gegen die angeb- liche Korruption in der Republik.„Allgemeinwohl geht vor Eigennutz", ist eine feiner ständigen' Redensarten. Herr Spren- ger ist Postinspektor, Rcichstagsabgeordneter und Mitglied des Preußischen Staatsrats. In einer Kleinen Anfrage, die der sozialdemokratische Abgeordnete Iürgensen im Preußischen Landtag eingebracht hat, wird über ihn folgendes festgestellt: Am 13., 14. und 13. Januar 1931 tagte der Staatsrat. Da - Sprenger bereits als Reichstagsabgeordneter seine Tagegelder für diese drei Tage in Höhe von 20 M. pro Tag erhalten hatte, zahlte ihm die Staatsratskasse nur den überschießenden Betrag von !7äO M. pro Tag, also zusammen für drei Sitznngstage 52,50 M. aus. obwohl Herr Sprenger sich im Büro des Staatsrats um die vollen Stoatsratsdiäten bemühte. Am 13., 16. und 17. Januar tagte der Verwaltungsbeirat der Rcichspost, an dem Herr Sprenger ebenfalls teilnahm. Er erhielt für jeden dieser drei Tage 50 M. Tagesgelder vom Verwaltungs- beirat der Reichspost, ferner je 30 M. sür einen Reisetag am 14. und 15. Januar. Di« Bilanz des Herrn Sprenger sieht also so aus: Am 13. Januar 20 M. vom Reichstag und 17,50 M. vom Staatsrat~ 37,50 M., am 14. Januar ebenfalls 37,50 M. von Reichstag und Staatsrot, dazu 30 M. Rcisespcsen von der Reichspost— 67,50 M., am 15. Januar 37,50 M. von Reichstag und Staatsrat und 50 M. von der Post— 87,50 M., am 16. und 17. Januar brachte es Herr Sprenger nur auf je 70 M. und am 18. gar nur aus 50 M. Ins- qesamt hat er für die Zeit vom 13. bis 18. Januar 432,50 M. er- halten. Daneben laust sein Gehalt als Postinspektor. Das Bild des nationalsozialistischen Abgeordneten wird erst voll- ständig, wenn man erfährt, daß er seine Tätigkeit im Verwaltungs- rat der Reichspost mit einem Antrag begann, die Bezüge um die Halste zu kürzen. Zarnow-Morih kommi vor Gerichte Vorgehen gegen sein Verleumderbuch. Der Abgeordnete Genosse Kuttner, der in dem Buch„Ge- fesielte Justiz" von G. Z a r n o w- M o r i tz mehrfach erwähnt worden ist, hat, wie wir erfahren, gegen den Verfasser und gegen den Verlag Lehmann-München, der das Wert herausgegeben hat, eine einstweilige Verfügung beantragt, um die Derbrei- lung des Buches zu verhindern. Die erste Verhandlung, in der über die einstweilige Verfügung verhandelt werden soll, findet am 7. Februar vor einer Zivilkammer des Landgerichts I, die Haupt- Verhandlung am 14. Februar statt. Kuttncr wird durch Justizrat Wcrthauer vertreten werden. pairioiismus gegen Bezahlung. Der Fall Jung vor Gericht. München. 26. Januar.(Eigenbericht.) Der Münchsner Rechtsanwast Dr. Jung, der als angeblicher Organisator der Ermordimg de« pfälzischen Separatistensührers H« i n z-Orb is fortgesetzt eine widerliche Reklame für feine Person macht, verklagte sozialdemokratische Redakteure, die an Hand von Tatsachen seine patriotisch« Haltung im Pfälzer Abwehrkampf gegen die Franzosen kritisch beleuchtet und behauptet hatten, Dr. Jung habe sich seinen Patriotismus teuer bezahlen lasten, wegen Be- l e i d i g u n g. Der bereits in zweiter Instanz geführte Prozeß >ndste mit einer formalen Verurteilung der Beklagten zu 500 Mark Geldstrafe, während der eigentlich Gerichtete Jung ist. Die Behauptungen der sozialdemokratischen Redakteure, die die sogenannte nationale Ehre des Klägers antasteten, gingen auf Mit- leilungen des-Pfalz-Kommissars der bayerischen Regierung im Landtag zurück und auf Worte, die ein Abgeordneter der Bayerischen Bolkspartei in einer Sitzung des Landtages gebraucht hatte. Die Oeffenttichkcit, besonders die der Pfalz, hatte das größte Interesse daran, zu erfahren, daß Dr. Jung nach seiner Ausweisung durch die Franzosen vom Reich eine Entschädigung von mindestens 50000 Mark gefordert hat und m i t Klage drohte, als ihm diese hohe Summe verweigert würde. Tatsächlich erhielt er„nur" 20 000 Goldmark Entschädigung und 1 1 215 Goldmark Betreuungsbeihilfe, während Tausende seiner Landsleute, die ihr« Batorlandsliebe mit Existenzverlust und Ge- iängnisstrafen bezahlt hatten, nichts verlangten und nichts bekommen haben. Darunter waren besonders viele sozialdemokratische Arbeiter. Auch der von Jung beklagte Redakteur der„Pfälzischen Post" mußt« sein mannhaftes Eintreten gegen die Uebergriffe der französischen Besatzung mit 15 Monaten Gefängnis büßen, ohne jür leine patriotische Handlung vom Reiche eine Entschädigung zu verlangen. Die besondere Zwiespältigkett des Klägers äußerte sich aber darin, daß er nach seiner Ausweisung in München ein Buch über „Die Herrschaft der Minderwertigen" schrieb, in dem er die Demokratie verlästerte, einen großen Teil des deutschen Volkes in seiner Ehre beschimpfte und u. a. erklärte:„Die Rentenerschleichung ist einer der Hauptcrwerbszweige des deutschen Volkes geworden." Im gleichen Augenblick ober ging er selbst her und verlangte mindestens 50 000 Eoldmark aus den Steuergroschen des Volkes, ohne den geringsten Rechtsanspruch darauf zu haben. Die erste Instanz hatte die beklagten Redakteure in einem uner- hörten Tendenzurteil zu je 1000 Mark wegen Beleidigung verurteilt. Die Berufungsinstanz setzte diese Strafe jetzt auf die Hälfte heräb, was immer noch als ein unbegreifliches Diktum be-- zeichnet werden muß, denn durch die Zeugenaussagen wurde einwand- frei nachgewiesen, daß die angeblichen beleidigenden Aeußerungen nur eine sinn- und wortgetreue Wiedergabe aus einer Sitzung des Landtages darstellten. Trotz dieser formalen Verurteilung der Be- klagten ist aber der Kläger Dr. Jung in der politischen Oesientlichkeit gerichtet. Die beeidigten Aussagen des Geheimrats Dr. Jolas, des ehemaligen Pfalz-Kommissars, beleuchteten den Patriotismus des Or. Jung in einer Weise, daß seine politischen Freunde gezwungen sein werden, ihren Schützling endgültig sollen zu lassen. Oberbürgermeisterwahl in Dresden. Dresden, 26. Januar.(Eigenbericht.) Der Wahlausschuß der Dresdener Stadwerordoeten beschloß am Montag, den früheren Reichsminister des Innern. Dr. Külz (Deutsche Stoatspartei), zur Wahl zum Oberbürgermeister vorzu- schlagen. Die Wohl soll am Donnerstag stattfinden. Die Rechls- Parteien haben als Gegenkandidaten den früheren volksparteilichen Ret chÄagsab geordneten Dr. Most aufgestellt, doch hat er keine Aus. Wh. abeostnoewg der koannumstifche Gegenkandidat Siolt-Derlm. Radikale gegen Pierre Laval. Einstimmiger Fraktionsbeschluß. ' Paris, 26. Januar. Die zweite Sitzung, die die Radikalen heule spät nach- mittags abhicllen, ging nach onderlhalbsiündigen Beratungen zu Ende. Sie schloß m!k dem einstimmigen Beschluß, daß die Radikalen dem Senator Laval ihre Milarbeil versagen und alle Fraktionsmitglieder gezwungen find, diesen Beschluß zu beobachten, was jede Stellungnahme einzelner Radikaler zugunsten eines Ministeriums Laval im voraus mil dem Ausschluß ahndet. Roch der Agentur havos sollen die Sozialeepublikauee ihre Haltung gegenüber einem Sablnctt Laval von der Haltung der Radikalen abhängig gemocht haben. Sie sollen gewillt sein, Laval ihre Unlersliihuug zu verweigern, falls die Radikalen ihm nicht die ihrige gewähren. Die Sozialistische Partei Halle den Radikalen den schärfsten Kampf angedroht, fall» sie wirNich den Mut haben sollten, in eine reaktionäre Kombinotion Laval eiuzu- treten. Dennoch behaupten die politischen Auguren, daß Laval noch in der Rächt zum Dienstag sein Kabinett mit oder ohne Radikale unter Dach und Fach zu bringen entschlossen sei. Man dürfe sich also auf eine nur leicht veränderte Reuausgabe des reaktionären Kampskabinells Tardien gefaßt machen. Doch Rechtskabinett Laval— Tardieu-Maginot? Nach Ablehnung der Radikalen, in das von Senator Laval zu bildende Ministerium einzutreten, hat dieser nm 9.30 Uhr abends die Abgeordneton und Senatoren zu sich berufen, die er in fein Kabinett aufzunehmen gedenkt. Unter den ersten, die bei ihm«in- trafen, befinden sich T a r d i e u und M a g i n o t. Die Radikale Linke, die Mittelgruppc, die das Zünglein an der Waage bildet, hat trotz des Beschlusses der Radikalen Laval aufgefordert, seine Bemühungen fortzusetzen. Amerika gegen Abrüstungsvorsih. Europa selbst verantwortlich./ London, 26. Januar. Der Washingtoner Times-Korrespondent meldet: Die Anregung, daß ein amerikanischer Bürger den Vorsitz auf der allgemeinen Ab- rüjtungs'onsercnz übernehmen solle, ist von der amerikanischen Regierung abgelehnt worden, und diese Haltung findet Zweifel- los die Unterstützung der öjsenttichen Meinung. Auch der Gedanke einer Jitterimskonferenz unter Beteiligung eines Amerikaners hat keine Billigung gefunden. Staatssekretär Stimson legte am Sonn- abend dar, daß die Methode„direkter Verhandlung" nach Ansicht der Regierung geeigneter zur Behandlung der„wunden Stelle" Europas sei. Die große Wichtigkeit der kommenden Konserenz wird in Washington ebensowenig geleugnet wie die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten unvermeidlich eine führende Rolle spielen werden. Aber man ist der Meinung, daß es zu weit gehen würde, we?n die Vereinigten Staaten die leitende Verantwortlichkeit über- nähmen. Gegen jede Diktatur! Kür Demokratie und Republik. Der Darstoiib des Bundes der technischen Ange stell- tcn und Beamten(Butab), die große Organisation der Tech- niker und Ingenieure, hat in folgender Entschließung nicht nur eine klare Grenzlinie gegen olle Feinde der Demokratie gezogen, er hat auch seine Mitglieder aufgerufen zur aktiven Teilnahme an der Verteidigung der Demokratie und der Republik. Die Eni- schließung lautet: „Die vielfachen chemntungen, die der deutschen Gewcrkschafts- Bewegung in der Vorkriegszeit von behördlicher Seite bereitet wurden, ebenso wie die Unterdrückung der Gewerkschostsbewegung in den Landern mit einem diktatorischen Regime zeigen aus das klarste, daß die politische Demokratie eine unerläßliche Voraus- seßung für die erfolgreiche Führung jedes gewerkschaftlichen Kampfes ist. Die Psicht der Selbstbehauptung gebietet deshalb den deutschen Gewerkschaften, sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die Erhaltung der bestehenden dcmokratisch.repnblikanischcn Staatssorm einzusetzen und sich gegen alle Bestrebungen zu wenden, die die Bsseitigung der Demokratie durch irgendeine Form der Diktatur zum Z»lc haben. Selbstverständlich müssen die Gewerkschaften auch von ollen ihren Mitgliedern verlangen, daß sie ihnen in diesem Existenz- kämpfe Gefolgschaft leisten und können es nicht dulden, daß einzelne Mitglieder die Feinde der Demokratie in der Versal- gung ihrer gewcrtjchastsschädlichen Pläne unterstützen. Die deutsche Spielort des Faschismus, die sich in der National- sozialistischen deutschen Arbeiterpartei verkörpert, fuhrt nicht nur «inen Kampf aus Tod und Leben gegen das demokratisch- parlamen- tarisch« System, sondern sie ist auch eine Gefahr für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse. Ihr Schein- s o z i a l i S m u s und Phrasenradikalismus vermag nicht darüber hinweg zu täuschen, daß sie in Wahrheii eine Sch u g t r u p p c des r'apitälitstijch'en' Unternehmertums ist. Tag für Tag führt sie in Wort und Schrift den gehässigsten Kamps gegen die freien Gewerkschaften der Arbeiter, Angestellte» und Beamten. D'e von ihr herausgegebenen Richtlinien für die Arbeit ihrer Flink- tionäre in den Betrieben zeigen, daß sie vor allem das Ziel ver- folgt, den freigewerkschaftlichen Einfluß in den Betrieden und be- sonders in den Betriebsräten zurückzudrängen." Der Bunidcsoorstaird fordert die Mitglieder auf, den Abwehr- kämpf der freien Gewerkschasten gegen den Faschismus mit allen Kräften zu unterstützen. Jedes Zusammengehen mit den Rational- sozialisten sei unbedingt zu vermeiden. Mitglieder, die die Rational- sozialisten unterstützen, stellten sich damit selbst außerhalb des Bundes. Zum Schluß heißt es: „Die Gewalttätigkeit, mit der die Nationalsozialisten ihren Kampf gegen die Demokratie und gegen die freigewcrkschastliche Bewegung führen, verpslichket die freien Gemerks chaflcn zur Unlersiühung der republikanischen Schuhorganisolionen, des Reichsbanners. Der Bundesvorstand fordert deshalb die Bundesinitglisder auf, sich dem Reichsbanner anzuschließen und es in seinem Abwehrkampfe gegen die Feinde der demokratischen Republik zu unterstützen." Diese Entschließung bewegt sich ganz aus der Linie der Aktion der freien Gewerkschaften. Sie zeigt, daß olle Berbände sich der Geiahren jeder Diktatur bewußt sind und daraus die notwendigen Folgerungen ziehen. Verkürzt die Arbeitszeit! Forderungen der Braunkohlenarbeiter. In Senftenber.g tagte am Sonntag eine Delegierten- konferenz der Braunkohlenbergarbciter, die u. o.«ine Entschließung zur Arbeitszeit annahm, in der es heißt: Es ist ein wirtschaftlicher Unsinn, in der Zeit des Absatzmangcls und Warenüberflusses in der mitteldeutschen Braunkohle noch eine Schichtzeit von täglich 9X> Stunden zu haben. Die Konferenz hält es für erforderlich, daß sofort im Wege einer Ver- ordnung, die Leistung jeder Uebcrarbeit über täglich 8 Stunden hinaus verböte ir wird. Darüber hinaus fordert die Konferenz, daß vor jeder S t i l l e g u n g eines Betriebes oder EntlÄssimg von Arbeitern eine weitere Streckung der Arbeitszeit unter 8 Stunden statt- findet. Die Entlastung des Arbeitsmarkts, die Verringerung der großen Zahl der Erwerbslosen bedingt darüber hinaus eine er- hebliche Berkürzung der täglichen Arbeitszeit. Wo dennoch rn Einzelfällen Stillegungen oder Entlassungen nicht zu vermeiden sind, ist durch Gesetz zu bestimmen, daß der Unternehmer joden zur Entlassung gekommenen Arbeiter für die Dauer der Ar- beitslosigkeit, mindestens aber-für ein Jahr, eine E n t f ch öd i g u n g zu zahlen hat in Höhe des vollen Verdienstes. Viel Geschrei und wenig Wolle. KPD. bei den Betriebsratswahlen in der Metallindustrie. Am zweiten Tag« der Reichskonfcrenz der Betriebsräte itn Metallarbeiterverband sprach Genosse Dr. Meyer- Brodnitz über die G« s u n d h e i t s g e f a hr e n in der § Metallindustrie, lieber die soziale Bedeutung der Betriebsrätebewegung sprach der Betriebsrätesekretär des Deutschen Metallarbeiteroerbandes, Genosse E. B ü h r i g. Er be- richtete über die Kämpf« bei den Betricbsrätewahlen, wie sie durch die Kominunisten hervorgerufen werden. Das Ergebnis der vorjährigen Wahlen war trotz- dem für uns sehr gut. Von 28 843 gewählten Betriebsräten, gehören dem Deutschen Metallarbeiteroerband 22 667 gleich 78,6 P r o z. cm. Die übrigen verteilen sich auf andere Gewerkschaften. Die Kommunisten haben« s insgesamt aus 2,6 Proz. ge- bracht, ein Ergebnis, dessen Winzigkeit in keinem Verhältnis zu dem agitatorischen Aufwand der KPD. steht. Di« S t a h l h e l m e r und die Gelben brachten es auf 1,5 Proz. Die bevorstehenden Betriebsrotswohlen erhalten eine erhöhte Bedeutung. Die KPD. und Nazis machen erhebliche Anstren- gungen. Letztere gehen mit den Phrasen der KPD. in den Wohl- kämpf. Sic befinden sich in einem großen Widerspruch mit ihrem Theoretiker Feder, der in der Rundfunkaussprache mit Rölting die Arbeit der Betriebsräte als unnützes Geschwätz ablehnt«. Bemühen sich Kommunisten um einen Platz auf den freigewerkschast- lichen Kandidatenlisten, so muß ihnen eine Erklärung über ihre Haltung gegenüber den konuniinistischen Zerftörungsparolen abgenommen werden. Eine ausführliche Aussprache über den Vortrag beendete die lehrreich« Tagung. Eine Entschließung zu der diesjährigen Betriebs- ratswahl wurde einstimmig angenommen. Die Betriebsräte werden das Gehörte im Lande bei den bevorstehenden Bctriebsrätcwohlen gut gebrauchen können. Gehaltskürzung der Vehördenangestellten. Ein Vorschlag des Reichsarbeitsministers. In dem Gehaltsstreit der Behörden angestellten mit der Reichs- und Preußischen Staatsregierung fanden gestern im Rcichsarbeiis- Ministerium Verhandlungen über die Verbindlich- crklärung des Schiedsspruches vom 15. Januar statt, der einen Gehaltsabzug von 3 Proz. den Angestellten auferlegte. Die Reichsregierung, die diesen Schiedsspruch abgelehnt hatte, widersprach der Verbiichlicherklärung und verlangte, daß vom 1. Februar 1931 ob 6 Proz. zum Abzug kommen sollen. Der Hinweis, daß die Behördenangestellten bis heute von der Reichshilic nicht betroffen sind, außerdem aber erhöhte Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zählen müssen, hasten tstnen Erfolg. Der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums machte den Vorschlag, für die beiden Monate Februar und März«inen Gehaltsabzug von 5 Proz., vom 1. April 1931 ab 6 Proz. festzusetzen. Die Vertreter des Gewerkschaftsbundes der Angestellten sowie des Gssamtverbandcs Deutscher Angestelltengewerkschasten erklärten ihre Zustimmung zu diesem Vorschlage, während die Vertreter der dem AfA-Vund ongehöngcn Verbände Frist zur Crklärung hierüber bis 27. Januar nachmittags erbaten. Vom Vertreter des Reichsarbeitsministeriums wurde zu erkennen gegeben, daß«ine Verbindlicherklärung des Schiedsspruches kaum erfolgen werde. Die Nazis holen sich eine Abfuhr. Die nationalsozialistischen Betriebszellen der AEG. und des Stahl- und Walzwerks in Hennigsdorf hatten zum 22. Januar eine Betricbszellenversammlung bei Fehltamm, Hauplstr. 28, einberufen und Sympathisierende eingeladen. Der Saal, in dem Pg. P f i st e r von der RSAP. reden sollte, war bereits eine halbe Stunde vor 5 Uhr überfüllt. Die Nazis hatten so viele Sympathisierende nicht erwartet. Ihr« Leiter, die unter Führung des ehemaligen Hauptmanns W i l k c, dem Chef des Wertspitzcldienstcs, im Nebenzimmer über die Situation brüteten, mußten erst dazu er- muntert werden, die Versammlung zu eröffnen, was unser Frak- tionsoorsitzendcr und der Arbeiterratsvorfitzendc besorgte. Es lohnt sich nickst, auf das Gerede des Referenten«inzu- gehen, dach kann dem jungen Mann bescheinigt werden, daß er den Nazi-Rcscrentensührer auswendig gelernt hat, wonach unter anderem „eh, nattonalfazialistische? Referent sich nicht von südischen Zwischen- rufern beirren lassen darf und festzustehen hat wie eine Eiche*. Der laute Beifall, der zum Schluß einsetzte, galt jedoch mchl Herrn Psister, sondern Dr. Friedländer, der dann„als Jude und Marxist" das Wort ergriff. Er zerpflückte die Naziblüten und entlarvte dies«„nationale" Aucharbeiterpartei, die sich dem Kapi- talismus als willfähriges Werkzeug anbietet, um die Rechte und Existenzbedingungen des größten Teils der Nation, der arbeitenden Bevölkerung, zu untergraben. Ist das national, wenn eine„Ar- beiterpartei" das Abkillen von Angehörigen der Naston zu ihrem vornehmsten Kampfmittel erklärt hat? National und arbeiterpar- ieilich ist, wenn eine wirkliche Arbeiterpartei, die Sozialdemo- k r a t i s ch e ls�a r t c i, alles daransetzt, die Leiden ckind Nöte der durch die vom Kapitalismus heraufbeschworenen Wirtschaftskrise zu erleichtern sucht. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Walter, Arbciter- ratsvorsitzcndcr, gab dann ein Spiegelbild der Arbeiterfreundlichkeit der Nazis in ihrer parlamentarischen Betätigung. Di« Disziplin oller Bersammlungsbesucher bot ein Beispiel da- für, daß solche Auseinandersetzungen auch ohne handgreifliche Argu- mente möglich sind, die den Gegner wohl beschädigen, ihn aber nicht überzeugen können. Die Kuhrherren gehen aufs ganze. Sie fordern proz. Lohnabbau anstatt S proz. Der für dos Schwer- und Leichtfuhrgewcrbe vom Schlichtungs- ausschuß Groß-Berl», gefällte Schiedsspruch, der bekanntlich«inen Lohnobbau von rund8 Prozent vorsieht, ist von den Ar- bcitnchmern angenommen worden. Den Fuhrhcrren genügt« jedoch dieser Lohnabbau noch nicht. Sic haben den Schiedsspruch als nicht weitgehend genug a b- gelehnt. Die Fuhrherren fordern einen Abbau von mindestens 13 Prozent. Der Gesamtverband wird infolge dieses Verhaltens der Fuhrherren weitere Schritte unternehmen. Arbeiislosenhilfe in Amerika. !lm die Form der Arbeitslosenversicherung. Rem Jork, 26. Januar.(Eigenbericht.) In einer Konferenz der Gouverneure von sieben führenden industriellen Bundesfloaken zu gemeinsamer Bekämpfung der Wirt- schaslskrise erklärken fich die lv i r k s ch a s l s e x p c r t e n fast ein- stimmig für beschleunigte Einführung der Ar- beitslosenversichcrung, über die versicherungsform gehen jedoch die Meinungen auseinander. Einzelne Sachverständige fordern eine staatliche Arbeiisloiensersicheruag. während die Mehrzahl die Schaffung privater industrieller Berfichc- rungsfonds unter Rcgierungskonlrollc und mit Regierungs- Zuschüssen befürwortet. Die Bedeutung der Konferenz geht daraus hervor, daß die teilnehmenden sieben Bundesstaaten 32 Proz. der Bcoolkerung vnd 49 Proz. sämtlicher Lohnempfänger umfassen und fast 50 Proz. der bunde-staatlichcn Einkommensteuern ausbringen. Ett-t-i =-— t-j— i— i l-- ti t r'n i-- i i i i i-- B. k" Zieich,i»r»cke«i, SPD.-Zraktion. Moracn. Mittwoch. IS Ul>r. im i MI Loacnkioiis, Älte-Iatobsir. 128. Mitoliederocrsanimlun!!. Refooent Gk.■ kB«offc 0. Mcict. Mitaliod btfl.Jgonilapcs.'jPortfibürfirc sini> voriuiwipc». Polier-, Werl-»ird Tch-rchtmeisterbirirli. Mittwoch, 28. Januar, IS'i Ul>r, in den Soplrirnsiilen, Sorbienstr. 1?— 18. auficrordentliche Sencralversanim, lunp des Bclliirlsvercin» Sroft-Berlin.„Rückblick auf das Jade IgZO," Referent Ncllcae OUo ZSstcr. Adrechnunq oorn 4. Quartal. Wahl des Borstandez und der Kammifstonen. reieGewerkschatts-Luaend Verlin t—— SS-' Dicnstap. 27. Januar, um 19Vj Uhr, tazen hie Gruppen: Eruvvenheim Schule Wildenbruchsrr. SZ— M tHortiimmerf, Bortrap:„Ärbcitsdienstpklicht und Srwerlschaftcn".— Spandau: Gruppenheim Stadl. Jugendheim Liudenufcr 1. Lustige: Abend mit Gutheit.— Zrautfurler Allee: Stadt. Jugendheim Litauer Str. 18. Literarischer Abend: „Bergarbciterfeicrstundc".— Lichtenberg: Lichtenberg. Dossestr. 22. Lichtbilder. Vortrag:./ZEZ. in Wart»nd Bild".— Reu-Lichtenberg: Jugendheim Gunter. strafte 44. Bortrag:„Wir schauen hinter Anstaltsmauern".— Pankow: iSruppenheim Pantaw, Äisstngenstr. 48. Literarisch« Bortragsreihe:„Jack London".— Sewerlschastshau«: Eruppenheim Enqelufer 24— 2S. Saal J1 des Tabritarbeitcrvcrbondcs. Arbeiterdichtet auf Schallplatten.— Schöncweide: liuaendheim Ricderschöncwcide. Berliner Str. A. Bei uns spickts.— Adler,- haf: Jugendheim Bismarckstr. l. Bunter Abend.— Weddiug: Jugendheim Willdi»owstr. Z. Bortrag:„Die Notverordnung und ihre Auswirkung". ©�uaendorvpve des.�entralverbondes ver Anaestellten Heute, Dienstag, finden folgende Beranstalwngen statt: Nordwest: Jugendheim Lehrler Str. 18— 19. Besprechung unserer Berbefeier im April.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 4t. Bortrag:„Gegner der Deut. sche» Republik". Referent Christian Miihl.— Sprech, und Bewegunaschvr: Uebuuasabcn» vllnltlich 20 Uhr in der Turnhalle Barulber Str. 30. Leitung Otto Polemann.— Karten zum Iugendkarncval am 8. ssebruart sind im Zuoendielrclarjot au haben. Berontwortlich fiir Politik: Dr. Gurt Geyer: Wirtschaft: v. Nliugelhösrr: Sewerlichailsbewegung: Z. Steiuee: Feuilleton: 5t. K. Döscher: Lolale» und Sonstiges: Frift ttorftodt: Anzeigen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borworts-Berlog G m. b. Ä., Berlin. Druck: Bormürts-Buchdruckerei und Bcrlagzanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SD. S8, Lindcnstrofte Z. Hierzu Z Beilage». WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Cernüs« u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Sourcti dPcrrof« Schweinefleisch ound 0.82 SuppenfSeisdi.■ P'und 0.76 Liesen 0.64 Bratwurst 1.16 Gulasch. Gehacktes« ar Pfund R.vil Pfund",®* Kalbskamm...p,. Karotten za-dmin-n.. 0.27 Schnittbohnen 0.39 0.48 Kohlrabi......... 0.45 HaushalfcCemüse.. 0.70 Rosenkohl... 0.80 Apfelmus........ 0.60 Pflaumen........ 0.60 Aprikosen'Konf. Eime, 1 � 0 Nr. 43 ♦ 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Dienstag, 27. Januar 4931 Ganze Familie vergiftet. Schreckenstat einer Mutter.— Nachts heimlich die Gashahne geöffnet Eine furchtbare Iainilicnlragödie spielte sich i» der Mcht zum Montag im Hause Wilhelm. Stolze-Struhe 5 im Nord. oslen Berlins ab. In ihrer Wohnung wurden dort der ötjährige Schuhmacher Gustav Beyer, feine Währige Arou Emma, sowie die beiden erwachsenen Kinder, der Z7jährigc Kurt und die lbjährige käte, durch Gas vergiftet aufgefunden. Die Rettungsversuche der Feuerwehr hatten nur bei dem Sohn Erfolg. Er fand im Krankenhaus am Aricdrichshoin Ausnahme, wo er bedenklich daniederliegt. Nach den bisherigen Feststellungen scheint es, daß Frau Beyer in später Nachtstunde heimlich aufgestanden ist und die Gas- höhne in der Küche ausgedreht hat. Leise öffnete die Frau dann die Türen, die zu ihrem Schlaszinnncr und dem Zimmer der Kinder führte, so dah die Räume bald völlig mit Gas erfüllt wären. Leider wurde die Tat erst am Montag gegen 17 Uhr entdeckt. Mieter des Hauses, die um diese Zeit von ihrer Arbeitsstelle heimkehrten, sahen, dast die Rolladen des Ladens noch immer heruntergelassen waren und schöpften Verdacht. Als sich auf Klopfen in den hinter dem Laden gelegenen Wohnrämnen nichts regte, dagegen auf dem Flur ein leichter Gasgeruch zu spüren war, alarmierten die Leute Polizei und Feuerwehr. Die eindringenden Beamten fanden dann die ganze Familie durch Gas vergiftet auf. Der Vater und die beiden Kinder logen regungslos in ihren Betten, die Mutter dagegen sag völlig angekleidet auf einem Stuhl am Ofen zusanmiengesunken. Die Be- mühungen der Samariter blieben bei allen, bis auf den Sahn, er- falglas. Das Motiv zur Tut konnte noch nicht einwandfrei geklärt werden. Wenn auch das Geschäft Beyers in den letzten Monaten zurückgegangen war, so ernährte es die Familie doch iimner noch. Frau Beyer aber soll schon wiederholt Selbstmordgedanken ge- äußert haben, und es bleibt daher nur der Schluß, daß sie vielleicht in einem erneuten Anfalle von Schwermut die entsetzliche Tat zur Ausführung gebracht hat. Im Lokal erschaffen. Blusiger Ausgang eines Streites in ver Kottbusser Straße Eine blutige Schießerei, die leider auch ein Todes- opfer forderte, spielte sich gestern in dem Lokal vvn her- mann Gottschalk in der kotlbusser Straße 14 ab. Gegen 18 Uhr betraten mehrere Gäste, unter denen sich der 28jährige Hans Reitzug aus der Wiener Straße 2g und dessen 2kjährigen Bruder Adolf befanden, das Restaurant. Aus noch un- geyärter Ursache kam es zwischen dem Wirt und den Männern zu Streitigkeiten, die in eine Schlägerei ausarteten. Der Gastwirt griff zum Revolver und gab auf sein« Widersacher mehrere Schüft e ab. Hans Reitzug wurde von einer Kugel so unglücklich ge- troffen, daß er tot zusammenbrach. Sein Bruder erlitt einen schweren Armschuß. Durch das Rettungsamt wurde der Verletzte ins Urban- krankenhau- gebracht. Der Wirt, der angibt, in Notwehr ge- handelt zu haben, ist von der Polizei festgenommen worden. Nach seiner Darstellung hätten die Gäste mit ihm grundlos Streit ange- fangen, so daß er sie zum Verlassen seines Lokals aufgefordert habe. Statt dessen hätten die Männer aber seil« Einrichtung demoliert und seien mit erhobenen Bierseideln auf ihn eingedrungen. Erst dann habe er in äußerster Bedrängnis die verhängnisvollen Schlisse abgefeuert. Von der Polizei wird noch eine Reihe von Zeugen vernommen werden, inn den Vorfall in allen Einzelheiten zu klären. Schweres Eisenbahnunglück! Zusammenstoß zweier Züge.— Drei Personen getötet! Amsterdam, 2«. Januar. slSigeuberrcht.) Criu sehr schweres Eisenbahnunglück er- eignete sich heute um 1» Uhr durch Zusammenstoß eines in den Hauptbahnhof Groningen einlaufenden Per- soneuzugcs mit eioem Güterzug. Die vorderen Wagen deS Personenzuges schoben sich ineinander, wobei nach bisherige« Feststellungen drei Personen getötet, .zwei schwer und sechs Meisrude leicht verletzt wurden. Da verschiedene Reisend« ausgesägt werden mußten� steht die genaue Zahl der Verunglückten»och nicht fest. Die Ursache ist in verkehrter Weichenstelluizg.zu suchen. Zwei Knaben zerschmeiteri. Furchtbares Llnglück auf einem Königsberger Schulhof. Königsberg. 26. Januar. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Montag kurz nach Ächulschluß auf dem Gelände der Sclkc- Schule. Beim Heruntcrfahren vom Schulhof kam der Anhänger eines Lastkraftwagens, der Kies ab- geladen hatte. inS Gleiten nnd riß einen der schweren Torpfekler um. Ter Pfeiler traf unglücklicherweise zwei nach Hause gehende Schüler. Der neunjährige Lothar Tannschuß wurde hierbei völlig zerschmettert. Ter andere Junge, namens Riemer, wurde schwervcr- letzt und mußte inS Krankenhaus gebracht werde«. Tie Untersuchung- über die Schuld frage wurde sofort aufgenommen. Wieder ein Wohlfahrtsbeamter überfallen. Im Rathaus Neukölln wurde gestern abend der Für» sorger O- in seiner Sprechstunde von einem beurlaubten Straf- gefangenen mit dessen Frau aufgesucht. Dos Ehepaar benahm sich so herausfordernd, daß O. beide ersuchen mußte, das Zimmer zu verlassen. Plötzlich drang die Frau auf den Fürsorger ein und schlug ihm ins Gesicht, während der Mann die Akten vom Tisch warf und den Beamten gleichfalls bedrohte. Es gelang O. ans Telephon zu eilen und das Ueberfallkommando zu rufen. Die Frau wurde festgenommen, der Mann war geflüchtet. Feuersbrunst, mGefchäfisvieriel Eine ganze Straße in Flammen. New N o r r» 26. Januar. Nach einer Meldung der Allamerika Eabcl Compaich hat eine gewaltige Fenersbrunst das Geschäfts- viertel der an der pazifischen Küste gelegenen Hafenstadt Bnenaventura in Kolombien zerstört. Der Brand brach frühmorgens aus und brettete sich mit großer Ge- schwiudigkeit in der«nn Hafen gelegenen Hauptgeschäfts- straße aus. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit standen die Häuser der Straße in einer Ansdehnuug von etwa 88 Meter in Flammen. Gegen 16 Uhr vormittags gelang es. das Feuer einzudämmen. Die Bekämpfung des Brandes wurde durch die gewaltige Hitze, die der riesige Flammenherd ausströmte, stark behindert. Die Löscharbeitcn werden durch Sturm nnd Wasser- mangel sehr erschwert. Bis jetzt sind fünf Todes- opfer geborgen worden. Der Brand hat auf die Hafen- anlagen übergegriffen, so daß die Schiffe nicht docken können. Wer sah Oroschkenbesiher ponick? Die Suche nach dem Mörder des Kraftfahrers. Durch die eingehenden Rachsorschungcn der Word« kommission Rebe- Dr. Wächter, ist es inzwischen gelungen, festzustellen, an welchem halleplatz der erschossene Droschkenbesiher Fritz Ponick zuletzt gesehen wurde. Au den verschiedenen Stellen, an denen er mit seinem Wagen zu stehen pflegte, wurde von den Beamten nachgefragt. So ergab sich, daß er am Sonnabendabend in der Zeit zwischen 1 An ihm hat tie Stadt einen ihrer verdienstvollsten Mitbürger verloren. Rudolf Reusch ist im Jahre 1ÄS4 in die Gemeindevertretung Lichten- b« r g gewählt worden und hat dieser sowie nach der Stadtwerdung Lichtetverge der neugewählten Stadtverordnetenversammlung un- unterbrochen bis zu« Jah*e 1908 angehört,. Jubiläum des Fernsprechers. Berlins Telephon vor 50 Jahren.—„Berliner volksblall, siehe Badlng." Im Jahre 1S8I erschien in Berlin ein dünnes Bändchen. das diesen Rainen trug:„Verzeichnis der bei der Fernsprecheinrichtung Veleiligten." heule ist aus diesem Minialursormot ein Foliant von 1500 engbedruckten Seilen geworden, der sich „Amtliches Fernsprechbuch für Berlin und Umgegend" nennt. Der Zufall will es, daß der Geburtstag des Berliner Telephon- buchcs in das gleiche Jahr fällt, in dem man in Deutschland der 100. Wiederlehr der Geburt Heinrich von Stephans gedenkt. Er, der Generalpostmeister des norddeutschen Bundes, den der Witz den Generalweltpostinarschall nannte, der erste Staatssekretär des Reichs- Postamts, stand, wie bei so vielen Fortschritten, auch Pate bei dem Berliner Fernsprechverkehr. 1877 wurde niit der Einführung der wunderbaren Erfindung begonnen. Aber die Abneigung, uamentlich auch der Berliner Geschäftswelt, gab Beranlassung, vor- läufig nur einen Verkehr von Postamt zu Postamt einzuführen. Man erleichterte so die Uebermittlung von Depeschen. 1880 war es Stephan, der ausrief zur Schaffung eines öffentlichen Berliner Fern- fprechoerkehrs. Im Laufe von sechs Monaten meldeten sich 94 Per- sonon. Im Januar 1881 hatten die ersten acht Teilnehmer ihren Apparat, bis zum 1. April wuchs die Zahl auf 48. Immerhin ist bemerkenswert, daß nach dem Fernsprechoerzeichnis vom 14. Juli 1881 did Teilnehmer durch die Post von 8 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends bedient wurden. Dieses erste Buch, in dem jedem Teilnehmer über die ganz« Breite des Blattes Raum zur Angabe seiner Adresse gegeben war, stehen nicht mehr als etwa fünfzig Teil- nehmer. Einige weitere sind handschriftlich vermerkt. Aber die Neuerung, die zuerst mit Mißtrauen betrachtet war, setzte sich durch. Zehn Jahre später weist das Verzeicknis 3S0mal soviel Hauptteil- nehmer— die Zahl beträgt niitb 17 500— auf. In jener Zeit tauchte zum ersten Male auch der„V o r w ä r t s" auf. Das Sozialistengesetz war gefallen, und so finden wir denn im Jahrgang 1892 die Rubrik„Berliner V o l k s b l a t t", siehe Babing, Max. Unter Babing, Mox, steht dann„Buchdruckereidesitzer, SW., Beuth- straße 2 I, 4186." Eine weitere Verdoppelung zeigt zehn Jahre später das Buch von 1901: 32 000 Hauptteilnehmer. Der Sprung der nächsten zehn Jahre zeigt eine Verdreifachung: 1911 97 0001 Nach einem Rückgang, der durch den Krieg hervorgerufen wurde, weist 1921 die Ziffer 157 000 auf, während dann unter der Republik bis 1931 eine abermalige Verdoppelung aus über 300 000 Hauptteil- nehmer eintritt. Oer Zubiläumsband. Die gewaltige Ausdehnung, die das Berliner Fernsprechwesen nahm, zeigt sich auch in der äußeren Aufmachung des Buches. Während man zuerst auf jedem Blatt eine Spalte für den Teil- nehmer hatte, ging man bald zu zwei und drei Spalten über. 1921 ward die vierte Spalte notwendig, während Spalls Nr. 5 1929 erreicht wurde. H.ermit glaubt man bis auf weiteres aus- kommen zu können. Aus Gründen der Handlichkeit will man vor allen Dingen dafür sorgen, daß unser Berliner Fernsprechbuch auch in Zukunft nur aus einem Bande besteht. Andere Großstädte, wie London und New Fork, verfolgen das gleiche Prinzip. Der Band 1931, der von Februar ab zur Bertellung gelangt, wird wiederum verbilligt sein: der Preis wird statt 6 nur 5 Mark be- tiogen, wie auch schon vorher eine Herabsetzung von 12 auf 8 und von 8 auf 6 Mark vorgenommen war. In dem Jubiläumsjahre, dessen im Titel des Buches gedacht wird, erhalten alle Hauptteil- nehmer ein Exemplar des Branchenfernsprechbuches gratis. Die Ausgabe des Iubiläuinsbantdes beginnt am 9. Februar und wird, wie alljährlich, eine größer« Zeit in Anspruch nehmen. Wir beglückwünschen Arbeiter, Angestellte und Beamte des Berliner Fernsprechdienstes zum Jubiläum und hoffen, daß ihre schwer« Arbeit im Dienste der Oefsentlichkeit in jeder Hinsicht die verdiente Anerkennung findet. Mordeie er seinen Vater? Ein Kapitalverbrechen bei Frankfurt a. d. O. F r a n r f u r t a. d. O., 26. Januar. In dem Torfe G o y a tz am«chwielochsee wurde gestern abend der pensionierte Eisenbahnbeamtc Gottfried H e b l e r in seinem Hause erschossen aufgefunden. Während er Zeitung lesend am Ofen gesessen hatte, hatte die todbringende Kugel die Fensterscheibe durchschlagen und war ihin durch die Halsschlagader gedrungen. Hebler war 54 Jahre alt. Der Tat verdächtig ist sein Sohn, und die Verdachtsmomente gegen ihn haben sich so verdichtet, daß der junge Mann von der Polizei ver- haftet und ins Gefängnis in Lieberose eiligeliefert wurde. Der Verhaftete stammt aus der ersten Ehe des Ermordeten. Zwischen ihm und seinem Vater sollen schon seit längerer Zell D i f s e r e n- zen bestanden haben. Der tödliche Schuß ist aus einein 98er Militärgewehr abgefeuert worden, das inzwischen uuf.xx che m Backpfen oersteckt aus- gefunden wurhe. »Skandal im Telephonamt. � In Nr. 35 berichteten wir unter dieser Ueberschrift über eigen- artige Personallnaßnahmen der Berliner Oberpostdirektton. Die Nach richten st elle des Reichspost ministerrums sendet uns hierzu eine Art Rechtfertigungsversuch, bei dem sie vergißt, daß es. sich bei unserer Darstellung um zwei zeitlich und sachlich getrennte Fälle handelt. Weiter schreibt sie, daß„die Posthelferin sehr wohl gewußt habe, daß der Mann, mit dem sie Ehebruch trieb, verheiratet war. Sie sowohl wie der Mann haben ihr ehe- brechcrisches Verhalten zugegeben". Das kann nur auf Grund von Verhören festgestellt fein. Es ist also im Privatleben nach- geschnüffelt worden, lieber das skandalöse Zeugnis sagt die Berichtigung, daß die Oberpostdirektion Berlin prüfen wolle, ob etwa dem Zeugnis eine andere Fassung gegeben werden kann. Man fun „Sie werden von mir hören" war der Titel einer helleren Hör- Monatsschaii� am Sonntagabend. Die Texte stammten von Marzellus Schiffer, die Mufikvon Walter Gronostay. Es war eine amüsante, sanft/zeitkritische Veranstaltung, bei der sogar die Funkdiskusssonen mit milder Bosheit beleuchtet wurden.— In der E l t e r n st u n d e sprach Lehrer Wilhelm Schmidt über„Die Schule als Lebensraum unserer Kinder" Er betonte die Notwendig- kcit des Zusammenarbellens von Schule und Elternhaus. Dos Kind darf diese beiden bestimmenden Faktoren seiner Entwicklung nicht als einander fremd ober gar feindlich empsinde», sondern muß spüren, daß beide verständnisvoll zusammenarbeiten. Je mehr die Elternschaft an der Gestaltung der Schule iirteressiert ist und nach Kräften auch dabei mithilft, je mehr dem Kind diese Anteilnahme deutlich wird, desto vertrauensvoller wird es auch Schule und Eltern- haus gegenüberstehen. Das Verhältnis zwischen Schul« und Familie wurde euch der Mittelpunkt eines Gesprächs, das am Montag Oberstudien- direttor Professor Dr. Paul Hildebrandt und Schulrat Georg Wolfs über die Frage.Leiignis oder Charakteristik?" führten. Beide Pädagogen waren sich darüber einig, daß niemals eine Zahl den wirtlichen Wert einer Leistung oder die Fähigkeiten des Schul- kindes feststellen kann. Leider fehlt vielen Elter» ebenso sehr das Verständnis für diese Selbstverständlichkeit, wie es noch manchen Lehrern abgeht. Die Charakteristik der Arbeits- und Aufnahme- fähigkeit des Kindes muß mindestens das in Zahlen ausgedrückte Urteil ergänzen. Sehr einleuchtend waren einige Beispiele, an denen die Redner zeigten, wie subjektiv die Werturteile fast immer lein müssen, und wie verschieden sogar derselbe Lehrer dieselbe Arbeit zu verschiedenen Zeiten beurteilt.— Der Zyklus„Rivalen der M e n s ch h e i t", den Hermann B u d z i s l a w s k i in der Jugend- stunde fortsetzte, gab diesmal einen Einblick in dos Leben der Ter- mite». Der Bericht war svannend wie«ine Abenteurergeschichte. Auf die Fortsetzung dieser bildhaften, unterhaltenden Belebungen dürsten ssch alle jugendlichen Hörer freuen.—„Fünf Minuten vor zwölf" nannte sich ein Hörbild., das.eine Gespensterstunde um E. Th. A. Hofsmann" heraufbcschmören wollte. Das Manuskrivt hatte Alfred M ü h r aus Hoffmanns Werken zusammengestellt. Für Freunde des Dichters gab es einige hübsche Erinnerungen— für die übrigen Hörer war die Beranstaliung aber wahrscheinlich nur ein« ziemlich unverständliche Angelegenheit. Die breiten Erläuterungen, mit denen die Gestatten eingeführt wurden, dienten im Grunde keinem Hörer. Sie waren außerdem so wemg im Geist Hoffmaims gehalten, daß sie meist recht störend die Stimmung beeinflußten. Tos. sieht also ein, daß hier der Bogen doch überspannt war. Was uns die Post mitteilt, ist keine Berichtigung, sondern eine Bestäti- g u n g unserer Darstellung. Auio fährt in �eichsbannergruppe. Vier Kameraden verletzt. Delmenhorst. 26. Januar. Auf der Bremer Chaussee fuhr am Sonnlagabend ein Personenkraftwagen aus Delmenhorst ln eine nach Bremen marschierende Reichsbannergruppe. Vier Kameraden wurden schwer verleht. Die Untersuchung ist erngeleilek. Entwicklungshemmung und seelische Störung. Auf die Bedeutung des eigenen Körpers für die individuelle Entwicklung hat bekanntlich schon P. Nücke 1899 hingewiesen und dafür den Ausdruck„N a r z i s in us" geprägt, der von Freud im erweiterten Sinne übernommen wurde. Welche Bedeutung speziell die körperlichen Zeichen der sexuellen Reife für dos Seelenleben des Menschen erlangen können, führte Dr. Ernst L c- vinger in einem interessanten Referat in der Berliner „Sexologischen Gesellschaft" näher aus. Diese körper- lichen Zeichen der Reifezell sind für das Seelenleben darum so be- deutsain, well sie je nach ihrer Entwicklung das Geltungs- st reden eines Menschen auf sexuellem Gebiet, also den Wunsch, ein vollwertiger Serualpartner zu sein, befriedigen oder unbefriedigt lassen können. Sind z. B. die Sexualorgone wenig cnt- wickelt, so kommt der Mensch leicht auf den Gedanken, daß er sexuell nicht leistungsfähig sei, daß der Geschlechtspartner sich über ihn lustig machen könne, und dieses sexuelle Mindcrwertigkellsgesühl kann die nonnale Scxualbetätigung derart hemmen, daß es zu Perversio- nen oder Neurosen kommt. Eine solche Wurzel seelischer Störun- gen kann man also ohne weitere Analyse bei jedem Menschen vermuten, bei dem die körnerlichen Zeichen der Serualrcss« kümmer- lich entwickelt sind: durch eine derartige Vermutung wiederum kann die Behandlungsdouer sehr erheblich verkürzt werden— worin praktisch der Hauptwert dieser Anschauungsweise liegt. Ferner«rsck-int es wichtig, den jungen Menschen frühzellig über die körperlichen Zeichen der sexuellen Reife aufzuklären, damit er nicht auf Grund falscher Zlnschauungen und Beurteilungen sexuelle Minderwertigkeits- gefühle und dadurch wieder schädliche Verhaltungsweisen erwirbt. Schaofrisiereu der(Nehil�en. In Berlin werden alljährlich von den vielen Fachvereinen der Friseur« und Friseurgehilfen eine ganz« Reihe von Wettbewerben veranstaltet, die teilweise hoch zu bewerten sind. Für die Fach- abteilung der freigewerkschastlichen Organisation der Gehllfen, der | gegenüber sich ein großer Teil der Gehilsen in reine Fachvereine \ abgesondert hat, ist es daher nicht leicht, sich auf der Höhe zu halten. Doch auch das diesjährige Preis- und Schaufrisieren der Fach- abtellung des Arbeitnehmerverbandes des Friseur- gewerbes.am Sonntag in den Germania-Prachtsälen zeigte, daß es den gewerkschaftlich organisierten Gehilsen und Gehilfinnen ge- lingt, sich zu hervorragenden Leistungen aufzuschwingen. Die große Aufmachung allein tut es nicht, so wenig wie die einseitige sachliche Betätigung, die gewerkschaftliche Bewegung ersetzen oder gar über- flüssig machen kann. Mit Stolz konnte der Letter der Fachabteilung des Verbandes daraus hinweisen, daß es keine andere Organisation der Friseure in Deutschland gibt, die wie der Arbeitnehmerverband sich auch die'wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder angelegen sein läßt. Der Verband hat im letzten Jahre etwa 27 000 Mark Arbeitslosenunterstützung gezahlt. Binnen vierzig Minuten mußten die Ondulationsfrisuren her- gestellt werden, während für die Wasserwellensrisuren, abgesehen von der Vorbereitung, nur 30 Minuten blieben. In letzterem Weit- bewerb errang Siegesmund, Leipzig, den ersten Preis. Ihm folgten die Berliner Ziegler, Sauerbier und Z a n- der. Im Ondulationswettbewerb errangen W i t t m a n n, Fräu- lein M a n k o w s k i und Rittmeister den Sieg. Einer der Preisträger bekundete öfsentlich, daß er seinen Erfolg der guten Leitung der Fachabteilung zu verdanken habe.«Eine Reihe von Firmen hatte Zusatzpreise gestiftet. 'Panüavm ß PASTtUEN i tAOttOMHm* W onratK Zahnpflege und Krankenkassen. 1 oeffentnche Kundgebungen Wie in allen Berufsständen, hat sich auch bei den Zahnärzten, im Laufe der Zeit ein« sehr starke Ueberfüllung bemerkbar � gemacht. Daraufhin hat der Reichsuerband deutscher Krankenkassen-Zahnärzte E. V. eine Versammlung ein- berufen, in der der Vorsitzende des Reichsverbandes, Dr. Alexander Drucker, einen Vortrag über das Thema„Welche Existenzmöglich- keit bietet sich heute dem jungen Zahnarzt" hielt. Der ResereM wies darauf hin, daß sich die Verhältnisse bei den Zahnärzten nicht anders gestalten können wie bei den anderen Berufen. Die Not der breiten Massen sei auch hier der Schrittmacher der Arbeitslosigkeit. Di« Verhältnisse hatten sich gegen die Vorkriegszeit grundlegend ge- ändert, wo ein sehr hoher Prozentsatz der gesamten Zahnärzteschast seine Existenz durch die Privatpraxis fand. In der Kriegs- und Nachkriegsperiode bis zum Jahre 1927/28 war ein wirklicher Mangel an Zahnärzten. Die übergroße Vermehrung des Zahn- arztestandes— auf 10 000 Zahnärzte gibt es zur Zeit 5000 Stu- dierende der Zahnheilkunde— ist in der Hauptsache aus die große Propaganda des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutschlands zurück- zuführen. Wenn der Reichsoerband der Zahnärzte Deutschlands es ver- standen hätte, mit den Krankenkassen geschickt zu verhandeln, wären auch die vielen Zahnkliniken nicht entstanden, die das Tätigkeitsfeld der Zahnärzte außerordentlich einengen. Nur den Krankenkassen wäre es durch ihre hygienische Volksaufklärurw zu verdanken, so führt Dr. Drucker weiter aus, daß dos Bedürfnis noch Zahn- pfleg« im Volke so groß wurde. Die schlechte Wirtschaftslage und die Notverordnung haben es verursacht, daß eine Reih« von frei praktizierenden Zahnärzten, die sich bisher ernähren konnten, durch Mangel an Patienten e x i st e n z- unfähig geworden sind. So erschien unlängst eine Pressenotiz daß beim Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg auch eine Reihe von Zahnärzten als arbeitslos gemeldet seien. In der Hoffnung, eventuell helfend einspringen zu können, suchte Dr. Drucker dos Landesarbeitsamt auf, wo ihm erklärt wurde, daß Arbeitsvermittlung von Zahnärzten seitens des Arbeitsamtes nur für Assi- stenten in der freien Praxis in Frag« kämen. Auf die Frage, ob auch ein« Vakanz in Zahnkliniken besetzt werden könnte, wurde erklärt, daß solche Vermitt- lungen dem Arbeitsamt verboten wären. Es dürfte noch nicht dagewesen sein, daß ein Arbeitsamt Stellen nach den Grundsätzen von Standeswürde usw. vermittelt. Im Interesse dieser arbeitslosen Zahnärzte ist»ine baldige Klärung dieser Angelegenheit dringend geboten. Schließlich führte der Referent aus, daß keine Veranlassung bc- stände, gerade die Situation bei den Zahnärzten als au s s i ch t s l o s anzusehen. Der Reichsoerband deutscher Krankenkassen-Zahnärzte steht im besten Einvernehmen mit den Krankenkassen und ist es ihm immer wieder gelungen, für eine Reihe von Kollegen die Zulassung zur Krankenkassentätigkeit zu erwirken. Allerdings müssen diese Kollegen folgende Bedingungen erfüllen: 1. gutes berufliches Können, 2. verständnisvolles Umgehen mit den Patienten, 3. soziale Einstellung. Gerade die Zahnärzte, die mit den Krankenkassen in engster Fühlung stehen, beobachten mit Besorgnis die Erziehung des Nachwuchses in der sozialen Zahnheilkunde an der Berliner Universität. Was kann man auch von dem zuständigen Dozenten erwarten, wenn er z. B. bei einer Schilderung amerikanischer Verhältnisse in bezug auf die soziale Gesetzgebung folgende Sätze schreibt:„Ferner sind die Lebensbedingungen andere als bei uns, da die arbeitende Bevölkerung ganz auf iich gestellt ist und nicht durch eine staalliche Sozialversicherung geschützt ist. Infolge- dessen ist der Wille.zyr Gesundheit und zur Arheit. viel ausgeprägter, iveil die teilweis« überspannte Fürsorge da? eigene Verantwortungsbewußtsein abstumpft." Wer in solchen Anschauungen groß geworden ist, kann natürlich eine Kronkenkassentätigkeit nicht ausüben und muß immer wieder in Konflikte mit den Trögern der Sozialversicherung kommen. Der betoimte Kotelirr utih Inbaber des oröfiten Sotels des Sonlinonts, Sotel Sreelswr, Berlin. Herr«Sedeinter ftommcTjiertrat Dr. h. c. jturtEIsch» n c t., be«el>t heute seinen■}■>■©ebuitstaa. Allgemeine Wetterlage. « r H a SD«8, Sinbcaftcafte 3, parieinachrichien für Groß-Berlin stet» an da» Bezirl»ietre»ariai 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richte». Achtung? Gtadtverorönetenfraktion? heule, IS Ahr. Sitzung. Es werden wichtige Informationen erteilt werden. -8 4. Ärris Prenzlauer Berg, fsreie Schulgemeiud«: Mitglieder, und Werbener. fsnunlung zur Einschulung am Tonnerstag, 29. Januar, 20 Uhr. Schule Tansiger Str. 23. Licktbildernortraa Uber»Schule und Erstehung im Dienste der Arbeiierschakt". Eäste und Interessenten können eingefiihrt merden. 18. st reis Weistenfee. Heute. Dienstau, Uhr, im alten Liueum. Park. straße 15, Kursus des Genassen Dr. München über»Die Pölker Zentral» aücns von Sibirien zum Himalaja, vor China Sur Wolga". Heute, Dienstag. 27. Januar. 98. Abt. Neukölln. 19'.h Uhr ssunktionärsshung bei Teich, Kncscheckstr. 133. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch, 28. Januar. 4. Abt. lü'h Uhr Klubhaus Belvcdere. Aleranderstr. 21. ausserordentliche Mit. gliche rversammluna.„Die Arbeit der EVD.-graktion im Berliner Rai. haus". Referent Rechtsanwalt Dr. Siegfried Weinberg. Neuwahl des Kassierers. 8. Abt. 20 Uhr Schwebte r ssestsüle, Echwedter Str. 2Z, Iahrcsmitgliederver, sammlung. 7. Abt. ISth Uhr ffriedrichsiadt-Kasino, Chausseesir. 123, Jahresberichte, Reu- wählen. 8. Abt. Wegen der am Mittwoch,'20V- Uhr. im Krematorium Serichtstrasse stattfindenden Einäscherung unseres Genossen Robert Pohl findet die Ab- teilungsvcrsainmlung erst am Donnerstag, 29. Januar, statt. Die Ab- teilung beteiligt sich gefchlassen an obiger Einäscherung. 9. Abt. 19-, Uhr, Bezirke 727—732: Hühner, Wilsnacker Str. 34. Bezirke 733—734 und 736—739 Lindner, Lehrter Etr. 44. 19. Abt. 19'i Uhr Schule Serba rdistrassc.„Kampf der Kulturrcaktion." Rcfe. rcnt Richard Sälröter. >4. Abt. 191 3 Uhr Berichte, Neuwahlen. Bericht der Genossin Wilhelmin« Weide über die Arbeit im Stadtvarlanient. 13. Abt. 19 HUhr Müsch, Brunnenftr. 140, Engelhardt. Ausschank. Berichte, Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 17. Abt. 1944 Uhr Aula der Katholischen Schule. Msillerstr. 139, Ecke Trift. strasse.„Die Arbeitslosigkeit— ein Problem der Bollsgefundheit." Rcfe» rcnt Dr. Julius Moses, M. d. R. Neuwahlen. 18. Abt. 19V, Uhr Löwenbraunei, Hochsir. 2. Berichte, Neuwahlen. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. 19. Abt. 19V; Uhr Rote Schule, Aula, Sotenburger Strasse. Berichte, Neu» mahlen. 29. Abt. 20 Uhr Jahresversammlung bei Wende, Ztoloniestr. 147. Geschäfts. bcricht, Kassenbericht, Neuwahlen. 21. Abt. 19-, 7 Uhr Schräder- Haus, Malplaguetstr. 14—16, Zortrag des Genossen Ernst Keilmann, M. d. R. 23. Abt. 191.2 Uhr Lokal„Etcinacker", See. Ecke Milllerstrasse.»Der Preis. ahbaufchwindel". Referent Genosse Paul Lange, Geschäftsführer der Konsumgenossenschaft Berlin. 24. Abt. 19-, Uhr Altersheim, Dan,igcr Str. 62. Bericht, Neuwahlen. Mit. gliedsbuch dient als Ausweis. 27. Abt. 19-; Uhr Schönhauser Tcstsäle, Schönhauser Allee 129. Mitalied-buch legitimiert. 28. Abt. 1919 Uhr.Tahlabende in den bekannten Lokalen. 29. Abt. 20 Uhr.Zahlabende in den bekannten Lokalen. 30. Abt. 19-.', Uhr Kasino-sbestsäl-, Bavvelallee 13. Neuwahlen. 31. tibi. 1914 Uhr ilahrc-hauvtvcrsammlun« in der Schulaula Schönfliesscr Strasse 7. Bericht. Neuwahlen. 32. Ab». 19-2» Uhr Schmchts Gesellschaftshaus, ssruchtstr. 36-1. Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Kutriti. 33. Abt. 1961 Uhr Schulaula Hokienlohestr. 10.„Rückblick— Ausblick." Wahlen. 34. Abt. 19 Uhr Schulaula Litauer Str. 18. �Weltwirtschaftskrise." Referent Dr. Zriedrich Hertneck Neuwahlen. 33. Abt. 191z Uhr sfranlfurter Sof, Frankfurter Allee 313.«Sur politischen Lage." Referent Jockel Meier 36. Abt. 19-.' Uhr Schvlaula Petersburger Etr. 4.»Allgemeine pvlitilchc Lsoc." Referent Dr. Saubach-Pressechef im Roli,eivrasidiuml. Neuwahlen. 37. Abt. 1914 Uhr Bassenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24—27. oberer Saal.„Zur rolitischen Lage." Rcfcreutin Selen« Schmiss, M. d. L. Be. rmitc. Neuwahlen. Ohne Mitaliedsbuch kein Zutritt. 39. Abt. 20 Uhr Bauaewertsbund. Srossbecrenftr. 96.»Proletariat und Straf. recht." Referent Sans Bauer. 40. Abt. 29 Uhr Kahlabende bei örfamh*, Teltowcr Str. 18;»eufner, Sögel. berget Str. 20a: Rörstcr, Dreibundstr. 11. 41. Abt. 20 Uhr Jahresversammlung im..lsriesenschlösschen", stzriesenstr. 14. Bericht und Neuwahlen. Die Funktionäre treten bereits um 19 Uhr zu- sammen. 42. Abt. lüi: Uhr Dllich-rsäle. Blücherstr. Sl. Neuwahlen. Ohne Mitglieds. buch kein Einlast. 43. Abt. 1901 Uhr Rabe, ssichiestr. 29. Neuwahlen. 43. Abt. 19-4 Uhr Schulaula Reichenbcrger Ecke Hörster Strasse. Berichte. Neuwahlen. 46. Abt. 19-4 Uhr Burckhardt. Görlisser Str. 32. Nerrwahle». 47. Abt. 20 Uhr?ahresv-rlammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer, Saal 1. Geschäftsbericht und Neuwahlen. 48. Abt. Die.bab-abende fallen in diesem Monat aus. Eharlottenburg. 51. Abt. 19-4 Uhr Wohltahrtssaal. Königin�klifabeth�tr. 6. »Bolitische Augenblickskraaen." Referent Dr. Kurt Läwenftein. M. d. R. Ncinvahlen. Mi-gliedsbuch mitbringen.— 53. Abt. 20 Uhr im Lokal„Zum Nusshavm", Plässentec, Strasse 12. hei Last. Jahresbericht und Neuwahl. —»4. Abt. 19>„4 Uhr Dllrk-sches K-It. kleiner Saal, Berl-ner Str. 54.„Di- politische Lage." Referentin Gertrud Sauna, M. d. L. Berichte und Neu» wählen— 55. Abt. 8. Gruppe: 19 u Uhr Godenschwager. Wallstr. 90. Be. Berichte, Neuwahlen.— 5«. Abt. 20 Uhr Kahlabende in de» bekannten Lokalen.— 57. Abt. 19-4 Uhr Thunack. Wielandstr. 4. Berichte. Neu- wählen. Schäneberg. 77. Abt. 29 Uhr Generalversammlung im Gesellschaftshaus des West-us. Saupistr. 30—31. Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlast.— 78. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Restaurant Thiele, Ebers. strasse 18. 83. Abt. Lichterseid«. 20 Uhr Lichterfelder Festsäle,.Zehlendorfer Str. 5. Berichte, Neuwahlen. 86. Abt. Mariendori. 20 Uhr Generalversammlung Lokal Mali, Chaussee. strasse 305. Berichte, Neuwahlen. 88. Abt. Lichtenrsde. 19-4 Ufr M-toliederversammlun« im Restaurant Rohr- mann. Referent Genosse Dr. Sosiowsli. 93. Abt. Neukölln. MIJ Uhr Schreiber, Kirchhof. Ecke Wipver Strasse.„Im Kampf gegen alle." Referent Georg Wendt. Berichte, Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Iutritt. 99. Abt. Briss. Buckow. 191z Uhr Becker, Brist, Chausseestr. 97. Berichte, Neu- wählen. 191. Abt. Niederschöneweide. 20 Uhr Borstandssistung bei Tomalla, Berliner Strasse 38. Lichtenberg. 114. Ab». 19lh Uhr Iahlab-nde: 2. Gruppe bei SSstel. WUhlilch- strasse 30: 4. Gruppe bei Schuler. Wllhlifchstr. 36.— 118. Abt. 20 Uh- zahlabent in dem bekannten Lokal.— 119. Abt. Gruppe Roederftrasse: 19', Uhr Sck-nudt. Landsberger Chaussee 11..Partei und Iugrnd." Resr- reu.t Sans Tuest. R d. L. Gruope Schefkelstrosse: 19-.-, Uhr stluoe, Scheffe!. strasse 10....Dutä>-inaud-r in der Politik." Referent W. Wo-tt. Grupr- ."aedorfer Sirasse: lb'h Uhr Gruppen, ahlgdenb bei Kubisch. Pkarrstr. 13 124, Abt. Rahledorf. 20 Uhr Anders, Bahuhofftr. 37, Generalversammlung. Berichle. Neuwahlen. Milglicdsbuch legilimler!. 125. Abt. Beissenfe«. 20 Uhr Deneraloerfammlung im Lokal„Kum Pferde. markt", Schbnftrosse, Bericht und Reuwahlen. 1-7. Abt. Sohenfchörhanfl». Bezirk„Weisse Daube", Siedlung der Kinder, reichen: Mitaliederverfammlung 20 Uhr in» Lokal Rnstki, Dingelvödter Strasse 95. Bericht«. Bahlen, Berfchiedencs. l39, Abt. Tegel. 20 Uhr tzufammcnkunst der iilngeren Gen»sscn im Jugendheim Schäncherger Strasse. Referat der Genossen Potthoff und Saupt. Donnerskag, 29. Januar. 103. Abt. vberfchöneseide. 19% Uhr flahresoerlammluna im Värger'.rirk. In- habcr Truhe, Weisstovistrasse. Jahresbericht, Neuwahl der Abtcilungs» leitung. Partcibuckl ist am Saaleingang voeiulcgen. Zrauenveransialtungen. 6. Kreis Kreuzbers,. �teitaq, 3fl. Januar, lö1� llfjt, bei Kritgcr. Ötlnen« strafte 1, ftunftionärinncnfifeitna. Neuwabl der Leitung. io9a. Abt. Tcgcl, Freie Scholle. Donnerskia, 29. Januar, 20 Uhr, int Iugenb-« beim Hermsdorfer Strafte...Krieas�efabr und Kriegshefter." Referent Mar Heydcmann. Bezirksausschuß für Arbeiierwohlfahrk. Wf 17. Kreis Lichtenberg. Dienstag, 27. Januar, 19 Uhr, im Rathaus W Mi Lichtenberg, Mülle, vdorfstr. 6. I immer 23, Iahrcsvcrfammlung der Ar» m Wf heiterwohlsahrt laller in der Wohlfahrtspflege tätigen Parteigenossen). M Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grosi-Berlin. 1. Probe für die Iv-Iahres-Feier(Selfersingestunde) Donnerstag, 29. Januar, 20 Uhr. Zkeukölln, Kaifcr.Kriedrich.Etc. 4 lU-Vahnhok Sermannplast), Ausstellungsausschuss Ireitaq. 30. Januar. 18-/7 Uhr, Lindenstrasse, Geschäfts- ! stelle. Kreis ikriedrichshain: Der Krcishclfcikurfus wird heute abend fortgefestt, 20 Uhr Jugendheim Dieftelnicuerstrasse. Kreis Neukölln. Singekreis: Mvrgen, Miilmoch, um 17 Uhr, llht der Singe» kreis wieder tue Mustiierstunde am 22. Rebtuar. Alle Jung, und Rote ffalken müssen tut Sckiule Donaustr. 120 kommen, Liederbücher mi-bringen.— Gruppe Kall«: Morgen, Mittwoch, um 20 Uhr, in der Eckiulc Zcrstbergplast. Elternver» sammlung. Erscheinen aller Eltern ist Pflicht. Geburtstage. Jubiläen usw. 74. Abt. Zchlendorf-West. Eenoff« Otto ss c H l b c- g, gorststr. 12, feiert heute mit seiner Lebensgefährtin Ida das silbern« Ehejubiläum. Wir gratulieren und wünschen alles Ente. 105. Abt. Ablcrshof. Di« Gattin unseres Bezirksführers Seuofseu Köhler. Rosa, begeht heute ihren 05. Geburtstag. Wir übermitteln uuierc herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 57. Abt. Eharlottenbnrg. Unser lieber Genosse Richard Schmidt, llharlottenburg, Earmerstr. 1, ist am 23. Januar plöstlich verschieden. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Einästherung findst anr Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um bahl- reiche Beteiligung bittet die Abtcilunqslcitung. Abt. 99a lGrosssiedlnng Brist). Am 20. Januar wurde unser Genosse Karl Vierhücher aus unseren Reihen gerissen, ln denen er nahezu 10 Jahre stand. Wir wünschen dir deine Ruhe. Genosse! Einäscherung Mlttlvoch. 17-/0 Uhr, Krematovium Baumschulenweg. 121. Abt. Karlshorst. Am 22. Januar starb nach lanaem Leiden unser lang- iähriger Parteigenosse Paul Echcihcnhuhcr. Ehr« seinem Andenkenl Einäscherung am Mittwoch, 28. Januar, 17 Iz Uhr, in Baumschulenweg. Wir erwarten rege Beteiligung. SPD..Bc�irlsverordnrtenfraktion Renkölln. Durch Unglücksfall verstarb der Bürgerdeputierte Erwin I e r w i». Wir werden dem unermüdlichen Streiter ein ehrendes Andenken bewahren! Einäscherung Dienstag, 27. Januar, 20 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung erwartet der Iraktions. vorstand. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Sinsenbunaen kür diese Rubrik nur an da< Zut-.enbsekretaeiac Serlw SD«. cindenstraSe 3 Heute. Dienstag, 19 K Uhr. Gewerkschaftshaus: Köpenicker Etr. 92:„Gewerkschaftsfragen".— Köllnisch«» Park: Waisensir. 18:„Kaisers Geburtstag".— Rosenthalcr Vorstadt: Elisabeth» kirchstr. 19:„Proletarisäle ssestkultur".— Zentrum: Landsberger Str. 50: �r. v�rdslosigkcit und Jugend".— Brunnenplast: Pankstr. 21:„Faschismus in Italien".— Eelnndbrunncu I: Eolendurger Str. 2: Politisch.satlrilcher Abend. — Snmbaldtstain: Putbusser Str. 3:„Proletarische Disiiplin".— Leapaldplast: Utrcäitcr Ecke Turiner S-rasse:„Tarif, und Schlichtunaswesen".— Schillcrparl: Schöningstr. 17: Kumoristifcher Abend.— Wcdoinq: Willdenowstr. 5:„Imperia. lismus".— Wedding.Rord: Turiner, Ecke Scestrasse:„Sexuellc Fragen".— Wedding, R. F.: Willdenowstr. ü:»Unsere Iugendschustforderungeii".— Arniw. Plast: Sonnendurger Str. 20:-„Kaisers Geburtstag".— Arnswalder Plast Rattenhurger Str. 16;„Die ProduaanteN". Balkan: Mandelstr. 2:„Der Orient erwacht".— ikalkplast I: Svnnenhurgcr Str. M: Iunktionärsistung.. SelmHalstplast: Damiger Str. 62: B. 2:„Die Kinderfreundc".— Sumannplast: Gleimstrasse:„Kaisers Geburtstag".— Ncrdostcn I: Dansiger S!r. 62, B. 3: „Der historische Materialismus", 2. Teil.— Sasenheide: Wassertorstr. 9: „Unsere Stellung lur Kirche".— Köpenicker Viertel: Besuch der Gruppe Süd» wcst. 19-1 Uhr„Roter Treff".— Reichenbcrger Viertel: Reichcnhcrgcr Str. 68: Schallplattenabend.— Süden: Borckstr. 11:„Das gute Buch".— Südwest: Lindenstr. 4: Politisch-satirischer Abend.— Schon che ro I: Sauv'str. 15:.Kaisers Geburtstag".— Schöneberg IS: kauptstr. 15:„Entstehung der SPD. und ihre Illhrer".— Gharlottenburg.R. lAeltcr«): Sportplast Westend: Adolph» Soksmann» Gedenkstunde.— Mariendors II: Daheim 139,120: Arhcitsgcmcinschaft.— Brist: Ehaussccstr. 48: Llationalsoz'alismus".— Nentölln l: Sander. Ecke Sohrecht» strasse: Tucholski-Abend.— Neukölln II: Stcinmcstftr. 94:„Die Notverordnungen und die Stellung der SPD. und KPD. dorn".— Neukölln III: ZietHenstr. 58; „Geschichte der Arbeiterbewegung".— Neukölln IV fAeltere): Kanner Strasse: „Da:. Programm dcr ZiEDAP."— Nculölln VI: Treptower Str. 95—96: „Sowjetrussland und der ssünfiahresplan".— Neukölln VlU: Rüilischule: Zehn» Minuten-Referate.— Neukölln IX: Schierkestr. 44: Antifaschistischer Abend.—• Neukölln X(91. F.): Bergstr. 29, R. 3:„Das Betriehsrä-egcsest".— Renkölln XI: sslughafcnstr. 68:„Bolschewismus— Solialismus".— Köpenick I: Grünauer Sirasse 5:„Sexuelle Zraaen".— Karlehorft: Treskowallee 44:„Kaisers Gehurts» tag".— Tegel: Bahnhofstr. 15:„Kaisers Geburtstag".— Witte»«»: Kaupt» strasse 13:.Kaisers Geburtstag".— Rcinickendorf.Oft: Lindauer Strasse: .Kaisers Geburtstag".— Pankow I: Sorschstr. 14:..Reichswehr und � Proletariat". Wcrhebezirk Osten: Litauer Str. 18: Svrechchorprvhe. Voriräge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. Eefchäftssiell»: Berlin S 14. Sedastianstr 37-38 So» 2. St Wilmersdorf fOp'soerein): Alle dienstfreien Kameraden beteiugen sich an der Einäscherungsfeier des Sameraden Oskar Frist Teufchcr am Dienstag. 27. Januar. 151h Ahr, im Krematorium Wilmersdorf.— Ghön«. berg-Kriedenau, Kameradschaft Rathaus: Dienstaa, 27. Januar, 20 Uhr, Käme» radschaftsversanunlung Mühlenstr. 8. Referent Kamerad Orsolcck. Anppsches Mandsli»-Orchester 09. Donnerstag, 29. Januar, 20 Uhr, Ucbungsabend im Dereinshaus„Bineta". Binetaplast 7. Berliner Zither-Klnb, gegr. 1858, übt jeden Dienstag, 20� Uhr, im Klub. Haus, Ohmstr. 2. Zn der Aufwertungssache betr. die Pensionseinrichtungen der„Bietorüi" tu Berlin. Allgemeine Persicherungs-AktiengesellUiast in Berlin Sffl. 68, Lindenstrasse 20—.3, haben sowohl die Answer' ungsschuldnerin wie der Borstanb der „Bereinigung ehemaliger Angcstcllten dcr Bieioria-Versicheruna ffi B." und namens einer Aniahl nan Aufwertungsgläuhigern der Rechtsanwalt Earl Büttner die unterzeichnete Eptuchstclle gemäss Art. 18 der Durchsührungsver» ordnung vom 8. Juli 196(RGBl, I E. 406) mit dem Antrage ang-ruf-K. den auf Grund eines Rundschreibens der„Bictoria" vom 12. Januar 1981 den, wischen ihr und einer Anzahl von Aufwertungsgläuhigern gefchlosse» nu.1 Vergleich für verbindlich zu erklären. � Der Vergleich gewährt-ür die Todcssallsummen und Erlebnissallkummen für alle nach dem 14. Juni 1922 cinactrelcnen und noch eintretenden Bersicherungs- fälle einen Aufwertungssast von 25 Vroz. einschliesslich des Treuhäntcrsastes» für Witwen oder minderfährige eheliche Kinder von 33-.h, unter Umständen von 40 Vroz. Eine Aufwertung der Rentenanfprückie findet für die Zeit vom 1. Januar 1927 ab in falgender Weife statt: Die aufgewertete Rente sestt sich zusammen aus a) einem Grundbctrag von 25 Proz. der Eoldmarkrente, in dem der Treu» hä-tderfast bereits enthalten ist, d) einem festen Zuschlag« von je 1 Proz, der Eoldmarkrente für jedes im Dienste der Bictoria zurückgelegte volle DienstjaHr, c) einem Zuschlage, der für jedes über das vollendete 50, Lehensjahr hinaus» gehend« weitere vollendete Lebensjahr des Rentners 1 Pro,, der Gold- markrente deträgt, und zwar ohne Rücksicht daraus, ob die Vollendung des 50. Lehensjahres während oder nach Beendigung der Dienstzeit eintritt. Bleibt die so aufgewertet« Rente hinter dem Aufwertungssast von 40 Proz. zurück, so erhält dcr Rentner 40 Pro,, Der hächste Aufwertungssast der Rente beträgt 75 Proz. Rentner, die durch anderweite Bezüge in verhältnismässig günstiger Lage sich befinden, erleiden gewisse Abzüge zugunsten eines Säriefonds. der zur weiteren Unterstüstung bedürftiger Rentner oder Witwe» verwendct wird. linier gewissen Bedingungen kann eine verhältnismässige Serabscstung der ' Renten, jedoch nur soweit sie über den Grundbetrag von 25 Proz. der Gald' markrente hinausgehen, erfolgen. Der vollstärrdige T«lt des Vergleichs h, findet sich bei den Akten Er. 1/81, der unterzeichneten Soruchstellc. Einsicht kann insoweit gestattet werden, al» ein berechtig-es Interesse glaubhaft gcmacht wird. Di« beantragte Entlcheiduag der Spruchfiel, wirkt etubcitl>ch gegenüber allen Gläubigern, auch soweit sie sich nicht an dem Verfahre« beteiligen. Berlin, den 22. Januar 1931. beim SammergeeidhL Jternnaun mos �21 Vtd Gegen Ende des Jahres ZL2V erfuhr Johannes Kepler, dermalen Mathematicus und Astron oinicus, wie auch Kalenderinacher in Linz, daß feine fiebenzigjährig« Multer zu Leonberg im Württembergischen der Hexerer angeklagt und gefänglich eingebracht worden sei. Es lagen gegen das Kättcrle von Leonberg, wie Katharina Kspleriii, des Schenken Heinrich Keplers Wittib, allgemein genannt wurde, an dreißig schwere Beschuldigungen vor: sie sollte etlichen Frauen, denen sie als Wehmutter gedient hatte, die Kinder im Mutterleib verflucht und dem Teufel verschrieben haben, so daß sie bald darauf starben: auch sollte sie mehrere Erwachsene durch Hexentränke ver- giftet, durch Wettcrniachen schwer an ihrem Gut geschädigt, durch Nestelknüpfen unfruchtbar, durch den bösen Blick lahm gemacht haben. Das Kätterle war nicht geständig; allein da keiner ihrer Söhne mehr zu Leonbcrg wohnte und auch sonst kein Anverwandter sich ihrer annehmen mochte, des weiteren Herr Martinus Einhorn, der das Verfahren gegen sie leitete, ein.recht scharfer Richter war und die peinliche Befragung und Tortur ernstlich angedroht hatte, so stand es schlecht um die Angeklagte. Johannes Kepler ließ sofort Stellung und Familie im Stich und begab sich auf die ob des harten Winters und der kriegerischen Zeitläufte recht beschwerliche Reise ins Württembergische. Er wußte, daß der Kampf um seine Mutter, den er nun begann, schwer werden würde und wenig Aussicht auf einen Sieg bot. Katharina Keplerin war allzeit ein bösartiges, zänkisches, gern verbotene Dinge treibendes Weib gewesen: ihre eigenen Sachen und ihr eigenes Haus hatte sie verwahrlose» lassen und dafür sich in anderer Häuser und Angelegenheiten gedrängt: liebe Worte für ihren Mann und ihre Kwder hatte sie nie gefunden, dafür aber um so mehr böse für ihre Nachbarn: so daß schließlich ihr Mann vor ihr floh und in den Kriegswirren als Landsknecht umkam: wie denn überhaupt jeder, der es irgend vermochte, sie gerne mied. Ihr Sohn wußte, wie die Wut des Volkes sich gegen sie kehren mußte, nun sie ängetlagt war. wie diejenigen, welche sie kannten, ihr jegliche Untat zutrauen mußten, und wie demnach von den Leonbcrgern und van ihrem Burgemeistcr Martinus Einhorn nichts für sie zu erwarten war. Deshalb begab Kepler sich zuförderst»ach Stuttgart und wurde bei den herzoglichen Räten vorstellig: erreichte aber durch viele und langwährige Petitionen nur, daß der Prozehactus an die Tübinger theologische Fakultät eingesandt und von ihr, als der obersten gcift- lichcn Behörde, das Urteil gefällt werden sollte: hingegen blieb die Untersuchung in den Händen Martinus Einhorns, und damit auch das Recht zur peinlichen Befragung mit allen Instrumenten der Folierkmnmer. Alles, was Kepler»»n unternehmen mochte, mußte darauf abgestellt sein, die Tortur zu verhindern. Seine Mutter, eine enrpsindsamc, an und für sich schwerkranke Greisin, würde unter den Qualen der Eisernen Jungfrau und des Spanischen Stiefels alles gestehen, was man nur wollte. So ließ Kepler durck)«inen Eilboten die Tübinger Professoren, von denen einige ihm wahr- wollten, um einen vorläufigen Besckzluß bitten, der die Folterung oerhrnderte: er selbst begab sich ungesäumt nach Leonberg, wo er am Spätabend dos 20. Dezembers ankam,— um sogleich zu erfahren, daß seine Mutter in der Frühe des nächsten Morgens, um vier Uhr, peinlich befragt werden sollte. Daß bis zu dieser Stunde die Tübinger Entscheidung gefällt und eingetroffen sein könnte, erschien unmöglich: so ging Johannes Kepler den schweren und nicht sehr aussichtsreichen Gong durch die heimatlichen Gassen zu Martinus Einhorn, um von ihm einen Aufschub zu erbitten: und HZ«, in der Burgameisterei des Fleckleins Leouberg in Württemberg, fanh jenes- denkwürdige Gespräch ftait, das um ein Haar dös- ganze, gewaltig und scheinbar unerbittlich sich drehende Rod der Geschichte angehalten und rückwärts gesteuert hätte: und hier auch fällte Kepler jene Eni« scheihung, die es dennoch vorwärtsschnellte und ihm den Rhythmus verlieh, in dem es heute kreist: den Rhythnrns, der unser Jahrhundert schwindeln macht und tanzen oder stürzen.— Wenn Kepler sich den Burgemcister Einhorn als rechten Wüterich vorgestellt hott«, groß und mit düsterem Blick und derber Faust: so wurde er zunächst aufs angenehmste enttäuscht, denn Herr Martinus war zart von Gestalt und geistig von'Antlitz und überhaupt Kepler» eher ähnlich als gegensätzlich: so daß der Professor mit seiner Waffe kämpfen konnie, nämlich mit der des Gedankens, welche auch die Waffe Einhorns war. Kaum hatte der Petent seine Bitte vorgebracht, so erwiderte Einhorn:„Das liegt bei Euch, Johannes Kepler, nur bei Euch!" Und als Kepler fragte:„Wie das?''— lächelte der Burgsmeister mit schmale», sehr feinen, etwas spöttischen Lippen und fragte: „Sogt mir zunächst, Herr Mathematicus: gkmibt Ihr denn überhaupt an Hexen?" Der Astronom wußte nicht, ob das eine Falle war; aber er durfte selbst dann seine Meinung ruhig sagen, denn es war die Meinung fast aller Menschen seiner Zeit:„Ja". „Und warum", fragte Einhorn mit dem gleichen Lächeln, „warum glaubt Ihr, daß gerade Eure Mutter keine Hexe sei? Ihr wißt wohl, daß die Zeugnisse, die gegen sie beigebracht wurden, so sichere sind wie nur je in einem solchen Prozeß?" „Ich glaube nicht nur, daß meine Mutter unschuldig verdächtigt und kein« Hexe ist, sondern ich weiß es: weih es als ihr Sohn, der den reinen Grund ihres Herzens kennt, wie auch ihre garstige Oberfläche." Kepler schwieg: Einhorn hatte, ohne Härte, abgewinkt:„Laßt das jetzt. Jedenfalls aber glaubt Ihr, daß es Hexen gibt, und daß nur just Eure Mutter keine ist." Der Burgemeister wurde plötzlich ernst: das Lächeln schwand schnell: er stand auf und stützte die Faust fest aus den Tisch.„Und ich, Johannes Kepler, ich glaubc genau das Umgekehrte. Ich glaube nicht, daß es sonst Heren gibt. Aber daß Eure Mutter eine Hexe ist: das glaube ich. Den», damit Ihr nüch versteht: man ist, was man zu sein glaubt. Zumindest müssen wir Urteiler uns an das halten, was einer von sich meint. Der rechte Glaube macht selig, heißt's in der Schrift: der unrechte mag also auch unselig machen. Eure Mutter aber glaubt selbst, daß stc den bösen Blick habe, die Kunst des Wettermnchons verstünde, Buhlschaft mit dem Teufel treibe, ergo ein« Hexe sei— wen» sie mir's auch nicht ciirgestcht." Er sah, wie Kepler erregt einfallen wollte, und sprach schnell weiter: „Aber lassen wir zunächst einmal Eure Mutter. Sprechen wir van Euch, der ihr Sohn ist. Was ist dies hier, Herr Astronomicus?" Er hob einen zcrlesencn Bond:„Diez ist Euer Buch, Johannes Kepler, das Ihr herausgabst anno 1609, und das von der Bewegung der Weltkörper handelt. Darin schasft Ihr Ordnung im wirren System des Kopernitus, und darin beweiset Ihr, daß Kopernikus im Grunde doch recht hat. Daß also die Erde sich bewegt samt ollen anderen Planeten um die Sonne, welche seststeht." „lind Ihr seht ein", sagte Kepler hastig, wider Willen und trotz der Sorge uni die Mutter hineingerissen in die Glut der Erkenntnis und berauscht von einer Zustimmung, die er säst nie fand und hier zuletzt zu sinden gemeint hatte:„Ihr seht ein, daß ich recht habe? Daß dies wahr ist?" „Jawohl.— Und zugleich sehe ich ein"— der Burgemeister stützte jetzt beide Fäuste auf die Tischplatte, die zwischen ihm und fah die Sterne Kepler stand, seine scharfen Augen suchten Keplers kurzsichtig blinzelnde—,„daß es nicht wahr sein darf!" „Ihr spielt Katze und Maus mit mir. Ich bange um die Mutter, und Ihr zwingt mich zu spitzfindigen Disputationen." „Wißt Ihr, daß Galilei widerrufen mußte?" fuhr Einhorn nn- beirrt fort.„Wißt Ihr, warum er widerrufen mußt«? Weil die Wahrheit, die er fand, die auch ihr fandet, eine Wahrheit des Teufels ist, melche das Reich Christi zerstört! Den Glauben zerstört, die Einfalt, die Harmonie, das Glück der Menschheit! Hobt Ihr darüber einmal nachgedacht, Johannes Kepler?" „Nein", sagte Kepler: und log nicht. Ich habe beobachtet, ver- glichen, errechnet: mit diesen meinen kurzsichtigen Augen habe ich Nacht für Nacht die Positionen des Mars aufgesucht und verzeichnet: das Ergebnis war die Ellipse. Ich will nichts stürzen, ändern, will nicht einmal bessern: ich bin Forscher, nichts sonst." „Oh, ich glaube Euch, daß Ihr nichts wollt! Ihr seid kein Wille, Ihr seid ein Werkzeug: und ein Werkzeug nicht in Gottes Hand, Kepler! Sprecht, was hält diese Menschheit zu sammcn, not- dürftig genug? Daß Gott den Menschen, und also jeden von uns, geschaffen hat als Gipfel der Schöpfung! Daß seinetwegen und um sein Haupt die Sterne sich drehen, der Mond, die Sonne, um ihm zu leuchten, um ihn« schön zu sein! Und daß dieser Mensch, dem die Schöpfung gehört, auch ein guter Mensch sein inuß, um Gottes willen, um seinetwillen! Daß die Musik der Sphären und der Gesang der Engel sein Lohn sind! Dieser Glaube. Kepler, hindert das Böse, daß es uns nicht verschlinge, dieser Glaube allein!— Nun aber kommt Ihr, Kopernikus, Galilei, Kepler, mit Euren Kreisen und Ellipsen. Nun setzt Ihr an die Stelle der Sphärenmusik ein totes, stummes Kreisen von Kugeln. Nun soll der Mensch Stäubchen sein im All. ein Nichts, zufällig kommend, zufällig gehend, ohne Rechte, ohne Pflichten, ohne Gott—" „Ich meine, daß ein Gott, der des Kopernikus Welt erschaffen konnte, tausendmal größer sei als der Gott der Griechen!" „Zu groß. Kepler, zu groß, um ein Gott für Menschen zu sein! Sie werden sich zerfleischen, die Mensche», wenn sie nicht mehr der Sinn der Welt sind! Ihr werdet sie töten unt Eurer Wahrheit!" „Es ist doch ober eine Wahrheit!" sagte Kepler fest. „Das ist Euer Glaube. Kepler, der Glaube an Eure Wahrheit: ein Afterglaubc: ein Hcxengloube. Denn eine Wahrheit ist dann erst eine wahre Wahrheit, wenn sie notwendig ist und den Menschen nützlich! Alle andere Wahrheit ist ein Nichts und ein Spuk des Teufels— des Teufels, jawohl! Ach Kepler, was ist Katharina Keplerin. die kleine Sutkuba von Leonberg, gegen Euch, ihren Sohn, den großen Jnkubus der Welt? Ihr, Kepler, Ihr seid der wahre Hexerl Was lohnt sichs. Eure Mutter zu torquieren, da sie Euch schon gebar? Kepler: im Namen der Welt, die Ihr stürzen wollt, und welche die meine ist, im Namen dieser alten, sittlichen Welt sag« ich Euch jetzt, was all meine Fragen sollten und all mein Predigen: Ich will diese Welt rette», retten vor Euch. Galilei hat wider- 'Der faldiillifche'.Horner Sin modernes Meldenepos Endlich nach verschiedenen mißglückten Anläufen, hat der Faschismus seinen Homer gefunden! Er hat darum einen Wettbewerb ausschreiben und'«ine Kommitstm,'ernemt«»' Müssen, aber es ist dann auch eilt Hemer geworden, der sich sehen losten kann. Sem Werk heißt:„Di e sl o b e n u ndz wa nz I g Gesänge der Revolution", wird in 27 Foliobändcn erscheinen, von Giacomo Balla illustriert(einem früheren Anarchisten) und nur 13S000 Lire kosten. Aber man bekommt auch etwas für sein Geld, wenn man dem Prospekt glauben kann. Bis jetzt ist erst der erste Band dem„Duce" zu Füßen gelegt worden, aber da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Der Verfasser— er nennt sich bescheiden der slorentinische Virgil— B i r g i l i o Florentino— zeigt uns den Herrn des Baien, der durch den Bolschewismus Rom zerstören will. Zum Glück hat der Satan nicht allein zu bestimmen. Der unbekannte Soldat im Verein mit Dante und der Jungfrau Maria wird beim lieben Gott vorstellig und dieser beschließt, Benito Mussolini mit der Mission des Retters Roms zu betrauen. Der Erzengel Gabriel erscheint also in der Redaktion des„Popolo d'Italia" und bringt Mussolini ein Liktoren- bündel als Symbol seiner Allmacht. Hier sind offenbar Tatsachen wiedergegeben, wenn auch zeitlich etwas verrückt und ein wenig verklärt. Es gab nämlich noch keinen„unbekannten Soldaten", als im Frühsahr ISIZ der Erzengel Gabriel im„Popolo d'Italia" in Gestalt eines sranzäsischen. Abgeordneten erschien. Er brachte nuch nicht gerode ein Rutenbündel, sondern ein Bündel französischer Banknoten, das dann Rom vom Bolschewismus retten half. Dos sind natürlich erlaubte poetische Lizenzen. Run wird es aber in der Hölle lebendig und einer der erfahrensten Teufel erhält Auftrag. in den Leib Wilsons zu fahren, dessen Seele einstweilen in der Hölle aufgegeben wird. Der als Wilson verkappte Satan läßt die Siegesgöttin Viktoria rauben und gesesselt an Jugoslawien ous- liesern. Da erwacht das Homerische in Mussolini, und er läßt die Redaktion des„Aoonti" anzünden. Der Satan mobilisiert weitere Jahrgänge: Giolitti, dann Nitti. Ihnen gelingt es, die Göttin des Sieges an einen Felsen in Dalmatien zu schmieden, von wo sie Lenin abholen soll. Zum Glück tommt DÄnnunzio mit seinen Adlern, um sie zu verteidigen, aber die Sache wöro trotzdem schief gegangen, weim nicht der Himmel über eine altbewährte Trairsport- sirma verfügte, die unter der Direktion der Jungfrau Maria seiner- zeit das Haus von Nazareth nach Loreto beförderte. Dieser.-zer- traut man den Transport der Siegesgöttin von dem dalmatinischen Felsen in die Redaktion des„Popolo d'Italia" an, wo Mussolini für ihre gute Aufbewahrung sorgt. Es folgen epische Schlachten, in denen alle romanischen Kräfte sich gegen den angelsächsischen Protestantismus wenden. Schließlich siegt natürlich der Duce mit seinen Titanen, und Mussolini macht dann einen Ausflug in den Himmel. Wahrscheinlich stammt die im Volke heute kursierende Er- zäblung von Mussolini, der sich einen Augenblick aus Gottes Thron setzt und nach einem Photaaraphen ruft, aus dies« Wochen cnd- episodc. Zu guter Letzt wird die Viktoria noch einmal umguartiert, koinmt noch Rom und wird dort dem König vorgestellt. Schließlich tritt auch noch der Papst in Aktion, und statt de? anfänglichen Triumvirats des unbekannten Soldaten, Dantes und der Jungfrau Maria sehen wir nun den sehr bekannten und gar nicht soldatischen Mussolini, den münzensammelnden König und den der Gefangen- schost entronnenen Papst. Wilson. Nitti und die anderen Aus- geburten der Höste sind endgültig gemeiert, Bolschewismus und Protestantismus dito. Es ist ein schönes Werk, so reich an echter Poesie, wie dcr Faschismus an echter Größe. Es sollte in keinem Haushalt fehlen. Der lklald in Norwegen �bedeckt«ine Fläche von der Größe Bayerns, in Schweden und Finnland eine Fläche von über der halben Größe Deutjä�ands. rufen— ober das ist nutzlos: sedermann weiß oder wird tvisseil, daß er gezwungen wurde. Ihr sollt auch widerrufen, Johannes Kepler, aber keiner wird wissen, daß Ihr mußtet! Denn nicht Ihr werdet gefoltert, so Ihr widerruft, sondern— Eure Mutter!" „Wer gab Euch diesen teuflischen Auftrag?" schrie Kepler, die zitternden Hönde an die Schläfen gepreßt. Der andere reckte sich so hoch auf, daß er größer schien als Kepler, ob er's gleich nicht war, und lächelte so stolz, daß es den Gegner fast niederwarf:„Niemand. Ich bin selbst Manns genug, um für meine Welt zu stehen. Ihr begreift dos nicht, da ich doch inchts bin als der Burgemeister des winzigen Fleckchens Leonberg? Ach, Kepler: ich bin ehrgeizig gewesen, eine ganze, stürmische Jugend hindurch: dann habe ich erkannt die Eitelkeit dessen, was diese Welt zu geben vermag, und erschauernd begriffen die Echtheit der inneren, oberen, göttlichen Welt— ohne ihr nachzurechnen, wie Ihr! Gott gab Euch in meine Hand, damit ich seine Welt vor Euch bewahre. Ich kenne meine Aufgabe: ich habe Retter dieser Welt zu sein, nicht zu gelten!— Ihr aber, Kepler: Ihr werdet in Eurem nächsten Werk selbst beweisen, daß Ihr unrecht hattet. Ihr werdet Euch selbst widerlegen, versteht Ihr? Zug um Zug! So Ihr das aber nicht wollt: so wird Eure Mutter um vier Uhr in der Frühe torquiert. Es sind drei Stunden bis zu dieser Zeit. Geht nun und überdenket alles wohl!"— — So fand Kepler sich jählings auf der mitternächtlichen Gasse wieder: der frostharte Boden des ungepflasterten Weges klang hell unter seinen Schritten. Er ging schnell von danncn, ob er gleich nicht wußte, wohin: denn sein gepeinigtes Herz schlug viel zu hart, und sein aufgescheuchtes Hirn schmerzte viel zu sehr, als daß er eine» klaren Gedanken hätte fassen können. Eindrücke, die scheinbor fern lagen, drängten sich nahe an ihn: wie er auf dieser selben Gasse als Kind gespielt, und wie er von seiner Mutter nnehher manchen un- gerechten Schlag empfangen hatte in der Stube, darin es nie sauber und ordentlich ausgesehen hatte wie bei den Eltern seiner Spiel- genossen: unversehens ward ihm das Bild der Multer wieder deutlich — und da fiel die fürchterliche Alternative dieser Nacht wieder zer- reißend in sein Denken: diese schlechte Mutter oder seine gute Lehre! Und doch wußte er zutiefst, daß die Lieblosigkeit der Mutter ihn nickst entband von der Pflicht des Sohnes. Pflicht war hier, Pflicht war dort, Pflicht gegen die Mutter stand wider Pflicht gegen sich selbst, Pflicht gegen das Herz wider Pflicht gegen den Gott, Pflicht zur Güte wider Pflicht zur Größe. Der Gedanke„Größe" traf ihn so, daß ihn schwindelt«: er mußte stehen bleiben und sich an eine Mauer lehnen, und seine Knie wankten. War denn er, der Mathematikprofessor Johannes Kepler. zur Größe geschaffen? Bisher hatte er es geglaubt: hatte gelaubt, daß Größe darin läge, neue Gesetze zu entdecken, während sie doch allein darin bestand, solche zu verantworten, wie er nun, durch Martinus Einhorn, wußte. Nicht im Geistigen also lag wahrhafte Größe, sondern im Sittlichen— hatte er da nicht bisher fein Welt- btld gebaut spielerisch fast und leichtfertig wie ein Kind, nur immer aus dem Willen zum Forschen, und ine aus dem Willen zum Guten? Welch furchtbare Verantwortung nun für ihn, mit solchem Weltbild seine Zeit zu stürzen, an ihm die Menschheit leiden zu lassen und vielleicht zerbrechen.--(Schluß folgt.) Wolf gang Amadeus lliomart Zu feinem 175. Geburislagc Als er starb, regnete es. Nur wenige Freunde geleiteten die Leiche bis zu der„allgemeinen Grube", in die sie gesenkt wurde. Der Platz, an dem sie ruht, ist efpig unaufsiirdbar. Dieser arm« Musiliex) d«r bei s�nem Tode, Njährig, so wenig hnsterließ. daß das- G«ld nicht für eine bürgerlich bescheidene Bestattung reichte, war kein Unbekannter, kein Vorkannter gewesen. Wolfgang Amadeus Mozort führte das Leben eines hochberühmteu Zeit- genossen: ein Leben in Not und Sorgen, das vom märchenhaften Glanz der Kinderjahre grausam abstach. Das schöpferische Genie des Musikers, der eines Musikers Sohn gewesen, offenbarte sich schon im vierjährigen Knaben. Mit sechs, sieben Jahren war er eine europäische Berühmtheit. Sein Pater nahm ihn und die ältere Schwester mit auf Reisen, in die deutschen Länder, nach Paris, nach London. Hier war es, daß Christian Bach, dcr königliche Hofkapellmeister, Sohn des großen Bach, das Talent des kleinen Mozart den abenteuerlichsten Prüsungcrt unterwarf. Könige und Prinzessinnen wetteiferten, den Wundertnaben zu feiern und zu verwöhnen, als kostbare Rarität wurde er von einem Fürstenhof zum anderen gereicht. Die Huld der Fürsten ist dem Mann in seinem erfolgreichen Wirten nicht untreu geworden. Die großen Herren liebten es, die Höhen ihrer Welt mit den Gaben seines Genies zu schmücken, und sie sparten nicht mit Beweisen ihrer allerhöchsten Anerkennung. Der Künstler mochte dabei verhungern, das war ihre letzte Sorge. Das fließende Land dcr Tantiemen war damals noch nicht erfunden. Der erste, der die gut« Idee hatte, der schöpferische Autor müsse billigcrweise am Ertrag seiner Arbeit dauernd teilhaben, war dcr „Figaro"-Dichter Beaumarchais. Aber Mozart hat von feinem „Figaro" keine Prozente bezogen. Dach der„Figaro"-Erfolg hat ihm immerhin einen Vertrag über 100 Dukaten eingetragen, um deren Preis—- das übliche Honorar damals— er nun den Auftrag zur Komposition der Oper„Don Giooanni" übernahm. Es ging dem Musiker schlecht in jene» Zeiten, das gehörte zum Beruf. Mozart steckte nicht nur immer in Schulden— das gibt es auch bei Schwerverdienern—, sondern es war, nach den glücklicheren Jahren der Wunderlindheit, ein'Dasein ewig in Elend und inate- rieller Gedrücktheit, durch da? er sich schlug. Noch vier Jahre vor seinem Tode mußte er eine sudollcrne,-miserabel dotierte Stellung— achthundert Gulden Gehalt— annehmen, in die sein Kaiser, bekannt- lich ein sehr„hochherziger" Monarch, Joseph II., ihn gnädig berief. Und noch auf dem letzte» Lebcnsjabr lastete der Druck schwerster Sorgen. Er war, das nahe Ende ahnend, mitten in dcr Partitur seines„Requiem", das ihn ein wohlgesinnter Musikmäzen— heimlich: um sich dann selbst als Autor feiern zu lasten— schreiben ließ, als aus Prag dcr Auftrag kam, für die Kröniing des neuen Königs van Böhmen die fällige Feftoper zu liefern. Metastasios altbewährte„Elemenza di Tito", unzählige Male für ähnliche Zwecke komponiert, denn Milde ist bckannilich von je des Herrschers höchste Tngeird, wurde als Text zugrunde gelegt. Nach knapp drei Wochen, September 1701, erklang das Werk, das Mozart daraus gemacht hat. Und im selben Monat dirigierte er in Wien die Uraufführung seiner „Zauberslöte". So amerikanisch war das Tempo seines Wirkens. Seine Preise waren es nicht: noch vor wenigen Monaten Halle er sich bei den„Gnädigen Herren des Hochlöblichen Hochweisen Wiener Magistrats" um den Posten eines Kapellmeister-Aolontärs beworben: die städtische Behörde hatte nicht das Herz, nein zu sagen.. K. P. Zournalistcn-versicherung in Rumänien. In Rumänien ist am 1. Januar das Gesetz über die Altersversichcrung der Journalisten in Kraft getreten. Danach beträgt im Falle der Arbeitsunfähigkeit die Rente nach lOjährigcr Beitragszahlung 40 Proz. des letzten Ge° Haltes. Die Penston-grundlage erhöht sich nach lOjähriger Dienstzeit um je 3 Proz. für das Jahr. Nach einer Verufstäligteit von 30 Jahren hat der Versicherte Anspruch aus 100 Proz. seines Monatsgehaltes, bzw. den Manatsdurchschnittsberrag seiner Einahmen während der letzten S Jahre. 7k. 43* 48. Iahrgang 2. Beilage des Vorwärts Oiensiag, 27. Januar 1931 Geisteskrisis durch Wirtschafisnot. Krise des Individualismus.— Ruf nach dem Staat.— Ianuarbrief aus LtSA. In den Vereinigten Staaten naht eine Krise des Indivi- Dualismus. Bis zum Ausbruch dieser Krise galt das Dagma, daß es in Amerika keine Arbeitslosen gibt und daß die höchsten Löhne der Welt gezahlt werden, der Arbeiter habe die höchste Lebenshaltung auf Erden, ein eigenes Haus, sein Radio und sein Auto, und man hatte bis dahin mit Grausen nach den Ländern mit sozialistischem Einschlag gesehen. Es gibt neben den beiden Parteien, die durchaus in der Hand des die Wahlkampagnen be- zahlenden Großkapitals sind, eine Opposition, die Sozialistische und die Farmerpartei, von denen freilich offiziell wenig geredet wird. Wenn man aber drei der führenden objektiven Zeitschriften liest,„The New Republic�,„The American Mercury" und„The Nation", Zeitschriften von entscheidendem geistigen Einfluß, dann weiß man, daß der Einfluß der Opposition wächst, und zwar in die Tiefe und in die Breite: sie hat nur noch keine feste Form gewonnen. Sie scheint vorläufig erst in der Literatur zu leben: aber man beginnt jetzt zum ersten ZNale in der amerikanischen Geschichte van Revolutionsgefahr zu reden. Was liegt vor? Seit man von der sehr großen Arbeitslosigkeit weiß, ist der Glaube an das herrlillze Leben des amerikanischen Arbeiters zusammengebrochen. New T°rk, wo die höchsten Löhne gezahlt werden, hat nach letzten Feststellungen als Durchschnittswochenlohn im Jahre 1928 noch keine 30 Dollar bezahlt, was bei den dortigen Lebenshaltungskosten nicht sehr viel ist. Dabei muß man auch in New T°rk stundenlang auf der Bahn sitzen, um die Wege bis zur Arbeitsstelle und zurück zu überwinden. In jedem Jahre ist man 14 Proz. der normalen Arbeitszeit ohne Beschäftigung und hat keinerlei Unterstützung zu erwarten. Die hohen Löhn« von 30 Dollar gelten aber auch nur als Durchschnittslohn für den günstigsten Fall, nämlich derjenigen Arbester, die das ganze Jahr arbeiten konnten. Wieviel Ar- beitslos« gibt es nun, die ohne Unterstützung sind? An einem Tage las man 3 800000, einige Tag« daraus— und das war kein Druckfehler, sondern eine Annäherung an die richtige Zahl— las man 5300 000. Das riesige New Jork aber gibt heute im ganzen 10 000 Arbestslosen eine Dreitagewoche lang Zlrbeit zu einem Wochenlohn von 15 Dollar. Wie schützt man sich nun gegen Arbestslosigkeit?/ Man weiß in Europa, daß man in Amerika von seinen:„hohen" Gehalt oder Coljn sich persönlich versichert, um ein ruhiges Aller zu haben, wenn die Arbeitskraft verbraucht ist. Fast die ganze Nation ist versichert, es gibk 35 Millionen Versicherungen. Wie schön das klingt! Ein Schriftsteller vom Range Epsteins stellt aber fest, daß von diesen 95 Millionen Versicherungsverträgen 72 Millionen über einen Durchschnsttsbetrag von noch nicht 200 Dollar lauten, eine Summe, die kaum die Beerdigungskosten deckt. Hot aber nicht jeder Amerikaner sein eigenes Haus? Das gilt zum mindesten nicht für jeden Arbeiter in den Industriegebieten. Und unter uns— was da oft Haus genannt wird, ist eine Bretterbude von vielleicht etwas besserer Art, wie Deutschland sie in den Schrebergärten hat. Die begeisterten Schilderungen vom„brausenden Lebensrhythmus" in der neuen Welt und von der„Selbstsicherheit des Amerikaners", die gellen nicht für den Arbeiter, sondern bestenfalls für den Geschäfts- mann, und sind mst der Begeisterung der Zwei- und Dreimonats- besucher in den Staaten gesehen. Wer wenig von Amerika weiß, der weiß doch, daß Chikago als Verbrecherparadies gill. Ein Kenner der Verhältnisse hat kürzlich geschrieben, daß sich in Chikago private Gruppen von Arbeitslosen berufsmäßige Verbrecher für Geld dingen, um durch entsprechende„Maßnahmen" gegenüber Unternehmern ihr Lebensbedürfnis nach Arbeit gegen die Gesellschaft zu befriedigen. Selbstverständlich ist ein solches System der Privathilse mit ver- brecherischen Einschüchterungsversuchen noch unzulänglicher als das der Wohllätigkeit, mst dem man sich in der amerikanischen Gesellschaft jetzt noch gegen die Arbeitslosigkeit zu helfen sucht. Die geistige Opposilioa gegen dieses System der Wohllätigkeit wächst. In den Dezember- und Januarheften der führenden Zeit- schriften ist überall zu lesen, daß der Staat dafür zu sorgen hat, daß die Arbestslosigkeit befestigt wird, und daß mit privater Wohl- tätigtest gar nichts auszurichten sei. Freilich erhebt sich auch dagegen sofort ein Senator und erklärt, die Verfassung gebe keine Handhabe für Unterstützungsmaßnahmen. So läßt man die Arbestnehmer leiden, die sonst zwei Drittel des Nationaleinkommens beziehen, und das letzte Drittel des Nationaleinkommens, das nicht in Lohnen besteht, begnügt sich damit, sich mit gelegentlichen Wohl- tätigkestsattionen in den Zeitungen aroßzutun. Amerika ist sich selbst an nächsten— man hart zwar van schlimmeren europäischen Verhällnisien. aber man spürt sie nicht. So will man heute in einem Lande, wo noch viele Millionen auf Farmen leben könnten, auch wenn sie nicht extra noch„Geld machen", jede Einwanderung aufheben, um die Kon- kurren; nicht zu vennehren. Kürzlich bereiste der große irische Sozialist, der Wirtschafter und Dichter George William Russell die Staaten und sprach zu der führenden Intelligenz an den Unioersitäten: Baut jetzt eine agrarische Kultur auf. Entwickelt eine Tendenz wenigstens, Leute auf der Scholl« hochzu- bringen! Aber es ist zu fürchten, daß dieser Ruf oerhallen wird, obwohl Frankreich, der einzige nicht überindustrialisierte Groß- staat, als Beispiel lehren könnte, wieviel davon abhängt. Frankreich ist das einzige Land, das Arbeit im großen Maße importieren mußte. Es ist keineswegs der Go l d o o r r a t in der Bank von Frankreich die Ursache dieses glücklichen Zuftandes: denn käme es darauf an, so müßt« Amerika sloriercn: die 5)älfte des Weltgold- Vorrats liegt ja in den Vereinigten Staaten, und dennoch herrscht die schwerste Krise. Die russischen Bauern, die man in der dritten Klasse nach Kanada fahren sah, haben inzwischen dort Boden gefunden und schreiben beglückt, und die deutschen und schwedischen Bauern, die hier im Lande arbeiten wollen, sie müssen nicht hungern. Der Bergmann, der dem Ruhrgebiet entrann und sich hier als Farmer niederließ, hat für sich und feine Nachkommen das gesundere und besiere Teil erwählt. Der Ueberschuß an ArbeUskrafl in der Welk wird bei der heutigen Ueberinduslrialisiening nie mehr in den Städten verbrauch! werden können. Daran können alle Goldvorräte der Welt nichts ändern. Vor fünf Monaten glaubte noch jedermann hier, es würde im H e r b st wieder besser werde m Jetzt glaubt man schon nicht mehr, daß es im Frühling bester wird. Inmierhin spüren die Reichen und Mächtigen nichts vo.n der Not, und es wird auch sonst noch eine Weile dauern, bis hier ein deutliches Klassen- b e w u ß t s e i n als Voraussetzung für eine soziale Neuordnung eist- stehen wird. Aber man weiß heute schon, daß es nicht so ist, daß sich jeder Amerikaner in die Höhe arbeiten kann, wie man bisher glauben machte. Dieser Glaube ist endgültig erschüttert— die Krise des Individualismus in Amerika ist da. M— r. Wirtschaftlicher Llmschwung? Optimistische Ziede des Botschafters Sackett. Bei einem Bankett der amerikanischen Handelskammer hielt der amerikanische Botschafter in Berlin, Frederic M. Sackett, eine Ansprache, in der er über die Wirtschaftslage in USA. folgendes ausführte: „Ich will von den amerikanischen Verhällnissen sprechen, weil ich sie am besten kenne. Die Beobachter des Wirtschaftslebens werden in der Zukunft zweifellos die jetzige Lage auf eine Ueber- Produktion an Waren zurückführen, deren Entstehung aus die künst- liche Anregung des Wirtschaftslebens durch die Kriegszeit zurück- geht. Amerika ist durch seine Lage nicht nur als industrialisiertes Land, sondern auch als einer der größten Warenherstellcr der Welt durch die jetzige Depression besonders schwer betroffen. Sein eigener Inlandsmarkt spürte den Schlag»och heftiger als fein Export- Handel. Der Wert seiner landwirtschaftlichen Produkte war im Jahre 1939 um 2499 Millionen Dollar geringer als der Wert der Ernten gleichen Unstangs im Jahre 1929. Diese Schrumpfung von Werten zerstörte die Kaufkraft von einem Drittel der ganzen ameri- konischen Bevölkerung. In ihrem Gefolg« kam in den letzten Monaten der Zusammenbruch vieler amerikanischer Finonzinstitute. Zu Beginn dieses Jahres können wir jedoch be- zeichnende Veränderungen erkennen, die darauf hin- weisen, daß das Schlimmste überstanden und der Tiefpunkt erreicht ist. Unsere wirtschaftliche Genesung ist schmerzhaft und langwierig, aber sie verläuft in ihrer allgemeinen Tendenz ent- sprechend ähnlichen Depressionsperioden der Vergangenheit. Die Finai�kotostrvphcn im Bankwesen, eine Folge eingefrorener Krc- dite, die in unseren früheren Depressionsperioden jedesmal das letzte Stadium des Rückganges bezeichnet haben, ermutigt zu der Annahme, daß der Umschwung eingetreten ist. Die Umstellung stt in vollem Gange. Die bekannten wunden Punkte des Bankwesens sind durch die radikale Methode der Liquidierung endlich beseitigt. So ist das Geldwesen aus" eine durch- aus liquide starke Grundlage gestellt worden. Die planmäßige Ein- schränkung der Produktion in Schwer-undFcrtigindustrie macht Fortschritte und wird zu einem angemessenen Ausgleich mit der Aufnahmefähigkeit des Landes führen. Die Lebenshaltungs- kosten geben bereits den Einfluß wieder, den sowohl der Rückgang der Materialpreise als auch die Rückkehr von den Uebertreibungen der letzten Ähre zu einer vernünftigen Hauswirtschaft ausgeübt haben. Di« Lagerbe stände der Wisdervertäufer sind in diesem Jahre so gering wie schon lange nicht mehr und losten uns mit Zuversicht der neuen Nachfrage von Millionen Konsumenten ent- gegensehen." Beruhigung bei der Reichsbank? Wieder Zugänge nach 3SS Millionen Devisenverlusten. Die Reichsbank hat in der Woche z u m 23. I a n u a r auf ihren verschiedenen Konten wieder recht bemerkenswerte Veränderungen zu verzeichnen. Die Bestände an Handelswechseln haben um nur 23 auf 1655 Millionen abgenommen. Zieht man davon noch die neu angekauften 19,3 Millionen Rcich-schatzwechsel ab, so ergibt sich für die dritte Januarwoche nur eine Entlastung von rund 13 Millionen. Es dürfte also die Neueinreichung von Wechseln durch die Banken, d. h. dos Geldbedürfnis d er Banken recht groß gewesen sein, nachdem sehr große Wechselbcträge ja eingelöst werden mußten. Ein« größere Entlastung ergab sich nur bei den Lombarddarlehen, die um 46,1 auf 69 Millionen zurück- gingen. Der Umlauf an Reichsbanknoten Hot sich um 296,3 aus 37564) Millionen verringert. Die wichtigsten Veränderungen sind aber auf dem Gold- und Devisenkonto zu verzeichne». Hier hoben sich zwar die Gold- bestände(Ankäufe von russischem Gold) um 28,5 auf 2244,4 Mil- Konen erhöht: die Bestände an deckungsfähigen Devisen sind dagegen weiter um 72,5 aus 103,5 Millionen zurückgegangen. Rechnet man bis zur Dezembermitte zurück, so zeigt sich aus dem Goldtonta zwar ein« Vermehrung um rund 29 Millionen Mark, bei den Devisenbeständen ist aber eine Verminderung um rund 335 Millionen eingetreten. Die Hauptursachen dafür sind natürliche Vorgänge: der letzte Teil des Dollar-Reichstredits dürfte inzwischen in Mark umgetvandett worden sein, vom Ausland sind gewisse Devisenkredite bei ihrer Fälligkeit nicht erneuert worden, und die deutschen Banken selbst diiriten auch kaum neue Devisen- krcdite oufgenommen haben. Sicher aber ist, daß ausländische Valuta in Deutschland in großem Umfang verwandt worden ist, um aus- ländische Werte zu erwerben, d. h. die Kapital- flucht aus Deutschland dauert noch fort, und die Reichsbank wird durch die Finanzierung der Kapitalflucht, die zu- gleich die ausländischen Voluten in die Höhe treibt, geschädigt. Freilich heißt es, daß in der Woche zum 23. Januar sich das Blatt Insofern gewendet hat, als die Reichsbank auch wieder D e v i s« n z u f l ü s s e verzeichnet. Das Notendeckun gsver- h ä l t n i s ist trotz der bisherigen Devisenverluste der Reichsbank günstig geblieben. Dos Verhältnis der am 23. Januar vor- hindenen Gold- und Devisenbestände zu den umlausenden Noten hat sich gegen die Vorwoche von 62,7 auf 65,0 Proz. verbessert, da 'l ja der Notenumlauf recht erheblich zurückgegangen ist. Lebensmittel teurer. Preisaufstockung im Januar. Die neueste Verässenttichung der Berliner Wirtschafts» berichte, die ständig Preisuntersuchungen auf allen Gebieten der Nahrungsmittel veranstalte», zeigt, daß in den beiden ersten Januar- wachen die rückläufige Preisbewegung auf den Lebensmittclmärkten nicht nur zum S t i l l st a n d gekommen, sondern daß bereits ein Preisrückschlag nach oben eingetreten ist. Vom 17. Dezember bis 14. Januar Hot sich im ganzen die Sen- kung der Kleinhandelspreise nur für Fleisch, Hülsensrüchte und Käse sortgesetzt, während Fische und Gemüse sich erheblich verteuert hoben. Beim Gemüse ist die Ursache in dem Witterungs- Umschlag zu suchen, da mit dem Einsetzen des Frostwetters die Zu- fuhren nachgelassen haben. Das gleiche gilt auch für Kartoffeln, die gleichfalls erhöhte Preise aufweisen. Die Fischp.reise, die im einzelnen schwer zu kontrollieren sind, haben sich in der Berichts- zeit in einem Umfange verteuert, daß damit die feit dem November eingetretenen Preissenkungen wieder ausgeglichen find. Die durchschnittlich'«» Ernährungskosten einer fünfköpfigen Familie in vier Wochen betrugen am 14. Januar gegenüber dem 17. Dezember für Aleisch und Wurstwaren.,» 19,41 gegen 19,88 Mark , Fell. Milch. Eier, käse.... 29.80. 29,27. . Bröl. Gemüse, karlasfeln... 33.14„ 32,44„ „ sonstige Lebensmittel.... 10,—„ 9,97„ Die gesamten durchschnittlichen Ernährungs- kosten beliefen sich also Mille Zanuar aus 92,35 Mark gegenüber 91,26 Mark Mitte Dezember. Sie halten sich demnach um 1,09 oder um 1.2 proz. erhöht. Die gesamte verbilligung bei den klein- Handelspreisen für Lebensmittel belauft sich seil dem Beginn der mit großem Anlauf begonneneu preisabbauaktion auf 3,14 Mark für die mouallichen Lcbensmillelkosten oder 3,3 Proz. Zn diesen Zahlen tritt das völlige Fiasko der preisabbauaktion im Lebensmittel-Kleinhandel zutage. Stellt man diesen dürftigen Preisrückgängen die Drosselung der Kanskrasl durch den Abbau der Tarislähne. die massenhaste Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit gegen- über, so zeigt sich erst, in wie erschreckender Weise die Lebenshaltung der breiten Masten eingeengt worden ist. verschärft wird dieser Zustand noch dadurck), daß etwa die Hälfte der Gesamt. ausgaben einer Arbeiterfamilie, die Kasten für Miele, Verkehr und haushallstarste überhaupt nicht gesenkt worden sind. Die Obst- und Gemüsebilanz. Fruchthändler gegen Südfruchtmonopol. Auf der Tagung des Reichsverbandes Deutscher Frucht- großhändler in Köln staird die Frage des Südfrucht- Monopols im Mittelpunkt der Debatte. Daß unsere ablehnende Halbing zum Südfruchtmonopol von den Interessentenkreisen der Großhändler geteilt wird, kann nicht weiter überraschen, jede»ch ver-' dienen Einzelheiten der Begründung für die ablehnende Hattung< des Fruchtgroßhandels, die der Vcrbandssyndikus auf der Kölner Tagung gab, festgehalten zu werden. Der Referent wies daraus hin, daß weit« Kreise in Deutschland die E i n s u h r ausländischer Produkte für die große Arbeitslosig- keit verantwortlich machen. Diese Behauptungen tauchten besonders häufig bei der Einfuhr von Obst, Gemüse und Südfrüchten aus. Di« Ergebnisse unserer Handelsbilanz zeigten jedoch, daß die Einfuhr von Obst und Geinüse nach Deutschland nur eine Er- gänzungscinsuhr sei, das heißt, daß mit dieser ausländischen Einfuhr derjenige Bedarf der deutschen Konsuinenten gedeckt würde. den die einheimische Produktion entweder aus klimatischen Gründen oder aus produktionstechnischen Ursachen nicht selbst befriedigen könne. Aus der Handelsbilanz für 1939 gehe her- vor, daß infolge verbesserter und verstärkter deutscher Gemüselief«- rungen die Einsuhr ausländischen Gemüses um etwa 39 Proz. zurückgegangen sei. Der Wert der Ob st ein fuhr sei mit 179 Millionen Mark gegenüber 1929 noch ein wenig höher gewesen. Hierdurch wird aber nur die Totsaehe bestätigt, daß der Iniport von ausländischem Obst. eine Ergänzungscinfuhr darstelle, denn im letzten Jahr war in Deutschland unter anderem eine katastrophale Mißernte an Aepseln zu verzeichnen. Infolgedessen sei allein die Einfuhr von Aepfeln im letzten Iohr« sehr stark von 1,63 auf 2,43 Millionen Doppelzentnern gestiegen. Bei der vielumstrittenen Frage der Südsruchtrinfuhr, für die her Gortenbou zur Behebung seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Reichsinonopol vargejchlagan Hobe, sei zu betonen, daß die Süd- früchtc als Konkurrenz für den deuljchen Gartenbau gor Nicht in Frage kämen. Einmol könnten dies« Produkt« in Deutschland gor nicht gezüchtet werden, und zum anderen würden sie überwiegend in der obstarmen Zeit noch Deutschland eingeführt, a Bei einer Gesamt- einfuhr von 176 Millionen Mark für Südfrüchte sei es klar, daß ein derartig geringer Umsatz nicht die Errichtung einer teuren Reichs- monopolstelle lohne. Man dürfe bei dieser Frage auch nicht die Wirkungen auf die Länder vergessen, mit denen Derttschland in handelsnertraglichen Beziehungen stände. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Refcrenl an den deutschen Gartenbau Forderungen, die im Interesse des Kon- sumenten wir zu unterstreichen sind. Er erklärte, daß der deutsche Frucht Handel durchaus bereit sei, deutsche marktfähige Ware jeder- zeit abzunehmen. Die Voraussetzung hierfür aber sei. daß der deutsche Obstzüehter und Gemüsebauer auch wirklich markt- fähige Ware liefere. Hierzu sei notwendig, daß die Ware in handelsfähigcr Aufmachung sortiert sei und in durchaus gesunder Beschaffenheit auf den Markt gelangt. Deutschland steigerl seinen Anlest an der Forben wellaussühr. lieber die Entwicklung des Weltaußen Handels in Teer- färben werden jetzt für die Zeit vom Ianuarbis September 1939 die wichtigsten Ergebniste veröffentlicht. Die Teerfarben- ausfuhr Deutschlands konnte ihren Anteil aus dem Weltmarkt noch vo n 6 3.7 auf 65,2 P r o.z. steigern, während bei allen anderen Ländern, mit Ausnahme von Italien, der prozentuale Anteil zurückging. Der Wert der Ausfuhr stellt« sich für Deutschland auf 144,6 gegen 158,4 Millionen Mark, bei der Schweiz auf 43,4 gegen 49,4 Millionen Mark, bei den Ver- einigten Staaten auf 18,5 gegen 23,4 Millionen Mark, bei Großbritannien auf 12,4 gegen 15,3 Millionen Mark, und bei Italien auf 2,19 gegen 1,94 Millionen Mark. gftfroreu, Pfd. von Gänse 0,76a, Wolgahühner 0,96 an ] seft-oron, Pfd. Ton Hasen geatreift n. Ä_- aaagoworf,{|/ � �Pfd�ronJwjj/�H�a Hirsch u. Wildschwein -Rücken -Ragout I-Biäfter «0.0,351 0,85 0,95 Pfd. von *Fischfifet 0,28 an *Grüne Heringe 3 Pfd. 0,4-2 * Kabeljau 0,16.. im ganzen, Pfd. von Mengen abgab»* varteh allen f erkauf aa»»it»errat ProiM nur Olemtag and Ulttvoek -OitCiffe wiS* yu&£e&4�nuUe£' �euvhajM�e� leiebfrerderbl. Waren und Fleisch vom Vor- sand ausgeschlossen Zosendimg von Lebens- mittele erfolgt bei Be- stellongen von 5,00 an 22 Fische, Räucherwaren 'Seelachs t.g,pfd.Ton O.lSan 'Rolbars Lg,Pfd.Ton0.20»n 'Schellfisch t. g, Pia. ▼. 0,22an 'Zander gefr.4��Pid.T. 0,32»n Büdclinge....pfd. von 0,26 an Schellfisch gerä.n't�*Sd. 0,42 Seelachs gerinchert, Pfd. 0,38 * In allen kg» Sern ausser Indreaasfr. Obst und Gemüse Apfelsinen....... 3 ptd. 0,48 jaffa-Äpfelsinen s Pfd. 0,90 KalifJafelbirnen..Pfd.0.38 Zitronen..... vtz. von 0,38sn Rot-, Woiee-, Wirsingkohl, Pfd. 0,06 Blumenkohl Kopf To»0,20an Schwarzwurzeln..Pfd. 0,25 Frisches Fleisch Schweinebauch n.ngj>id.0,80 Schweineschinken... mit Bete, oder-Blett........ Pfd. 0,84 Schweinekamm ond Schuft, ohne Beilage....Pfd. 0,98 Schweinekotelett mv 0,98 a» Kassier mild....Pfd. von 0,98 an Rückenfett bratt, O. sth», m 0,68 Kalbskammo.BeiiagaPid.r. 0,78 e, Eisbein m, Spitzbein, gex� Pfd. 0,70 Suppenfleisch Pfd.v.0,74an Bratwurst Beriinerkzt, Pfd. 0,98 Rinderleber triseb, ptd. 1,08 Schweineköpfe.. mit Backe................... Pfd. 0,44 Hammelvorderfl. gefroren.,........... Pfd. von Wj55an Suppen{leischr.fr,PfiT,0,68an Kolonialwaren Kakao................«.Pfd. 0,58 Backobst..••M«......Pfd. von 0,40 an Pflaumen............ pt± von 0,28an Erbsen. Linsen, Bohnen Pfd. 0.18 Bandnudeln......... Pfd. von 0,46 an Konserven.tlDose Erbsen fein n.____........ 0,88 Spinat 0,33 Gemüseerbsen............... 0,54 Konsumgemüse a.getr. Erbsen 0.45 Pflaumen mit stein............. 0,68 Wurstwaren Sülzwurst............ Pfd. 0,78 Speck wurst.......... Pfd. 0,88 Hausm.-Leberw...pm. 0,95 Fleischwursl........Pfd. 0,95 lagdwurst........... Pfd. 1,10 Zervelatod. Salami Pfd. 1.42 Schinkenspeck...... pfd.1,50 Käse und Fette Camembert...... sttict0,20 Emmenlhaler•/, Schacht 0,65 Tilsiler vollfett, Pfd. von 0,88 an Hollander 40....... Pfd. 0,90 Dan. Schmalz...... Pfd. 0,64 19286»* ingelheimer Rotwein enorm billig, In guter mMlelvoller QueliiaL Preis ohne Fl.: ä qq 10 Flaschen 8f50. Fl. üjöö EIER russisch« 0,98 '■* tosteci Molkereibutter 1,48 Pfd. Dänische Butter ml ,70 Margarine KÖkosf«tt Pta.0j4-0_ Tafeläpfel kallfom. i Pld.» 0,38 0,45 Gek. Schinken l0.48 t.Pfd.1 Dampfwurst 0,92 Pfd.* RESTE UND ABSCHNITTE ENORM BILLIG! Theater, Lichtspiele usw. D j Dienstag, 27. 1. Staots-Oper Unter d. Linden 148. A.-V. 20 Uhr Zun 171. Gtbcrhtigvmi Mozart Zum 250. Male Die Enfiöiiniog aus dem Serail Ende P.221 2 ühr staats-oper tn Plitz dir»zgiiult. V-B. 1V.4 Uhr Die WMi Oiffatl. HirkDverlugl. Snden.22V> Uhr Dienstag, 27. 1. Stadt. Oper BismarcKstr. Turnus III IS-/- Uhr Zon lliütbsrhlsgm Mozart Don Diovannl Ende 2?- Uhr Staat). lad DeadamiKmari 127 A.-V. 20 Uhr Die lungfran ven Orleans Ende 227.« Uhr Staat!. Stiiiiler-Tiiealßr.Cliarltiig. 20 Uhr 100000 Taler Ende nach 22�« Uhr Winter * Garten- foutben ertaebl. ans«/ Leitzel/ B Songs iuparb's/ Broker'« Bärenschau usw. Tigl. 2 VoretelL 6 u. 81/2 Dhr Barbarooa S2S6. SO Pf. bl» 3 M. abends 1—« K Carl Scharfer. Revae new. II Tägl. 5 u. S'b Sonnt. 2, 5, u.B* __ AlO*. E. 4 BOBB I. Voretelluna 50 Pf. bl» 1 M. I. und III. Vorstolluno 1 bis S M. IB Alfred Jackeon-GMm Will» Boleeh» "-uhr CASINO-THEATEfi Lothringer Sira�e 37. *■■•1111 diiimuiiii iiiiii in in tiiiiiiiuitii: ii<111 im iiuiiiitttimmnii Unwiderruflich nur bis 30. Januar: Biederleute und ein erstklassiger bunter Teil. 5 ob nahend, Jt. ja du er zum I. Mole OnKel KlUtn aus Neurupitin Cutscbeln 1-4 Personen Fauieuil 125 M., Sessel 1.75 M. Sonstige Pr.: Parke« 75 PL. Rang 60 PI. -—«- Ripng* Kestaumni Berlins! BETRIEB �1% KEMPIHSkllJ Berliner nik-TriO N• fl k B 1 1 B. w LabiwtE. 7i/1U VoihsbUbne Tbuter am Bttla»platz. 8 Uhr Hans Ubers in Uliom von Franz Molnar Sag iafSailMni Martin itaatLSüiiller-Tb. 8 Uhr 100 000 Taler Ttisatir am ScilinDailBrdamm 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper AmPI.d.Republik 7-4, Uhr Die ZaaiierflBte Ouitidies IDeater 8 Uhr Elisabeth von England Tan Ferd Bruckner Sepie; Heinz HDpert Kaminersplele 81/« Uhr? Pariser Platz 13 von Vicki Baum Bigio; Gcstst Gricijgns Die Komödie »U Uhr Die Fee toa Franz Uotuar Bejie: Stefan hott Dentsehes lOnsIler-Tbetl. Barbarossa 3937. 8V« Uhr Zum aoldeoen Anker ■0 Ulkt Bars« Renaissance* Theater Steinplatz 6780 8>/s Uhr mub die Kuh Milch gebsn? mit Ubert Bastennenn Philharmonie 8 Uhi iifllooie-RoQzer} d.Phllharmon.Orch. Oir. Prof. J- Prüwer Ualir jr(L Mimirtäng»od Maria Proelss IQti.-bonI S-asD-Bnluin. LSntnic-SRtbcm Plscator-BOhee (Wallncr- Theater) Alex. 4592-93. Täglich 8Va Uhr „Tai Yang erwacht" von Friedrich Wolf Regie: E Piscator. Liistgpiaihaus Hurt flfftz Täglich S'd ühr Oer LOgner u. die flenne BannvskHBtiihi TDeatgr In der SiresemanDstr 8V« Uhr Aniptiitryon 38 Komödie von Jean Glraudoux Inszenierung: Victor Barnovsky Komödienhaus 8>7, Uhr Cocktail von Yollmociler n.Beiatzk; Beritner Tlieal. 8«l« Uhr Die von Donizetü Rose-Theater Br.krnnklnNer 83.132 Tel. Alex 34220.3494 Ö30 Uhr:. Zwengs- einquartierung 315 Uhr Die säöDe Beleoa ROSE TH BATER Groe» Frankfurter StraBa 132 U.Balm: Sttarubertar Plate Täglich 8.15 Uhr Sannsbsnda T.öo o. 10.15 TT. Sonntag» 8.30, 8.45, 9.00 U. Die schöne Helena nroBe Operatta ven J. Ottenbach. mit Traute Rote in dar Titelrolle Familien- N achmittage Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Freitag 8.30 Uhr Zwangseingoartienuig Preise von 0.30— I.SO M Kinder haben Zutritt Billett-Kasse geßffnet ron il-t u. 4-9. Alexander 3422 Nenes Theater •wwam Zoe» ImBiluiZn. StpL655< Täglich 8V« Uhr Der gr. Lach trioig! Wiederauftreten Guido imsisctisr Das anentiiehe Aergernts Preise I bis 8 M. Kortfirstendamm- Theater Bismarck 449 Heute EräffnongsmlsIliiD!) 7Vs Uhi Das schwache Deschlecht V. Edouard Bourdet bSit: Hu Siiuiianlt Bühnenbilder: ErnstSchütts. Th. a. Hallendorfplatz 1 Pallas;05l 1 Tägl.»U VonuUersDöiuiiB I YoaUsUfjüJzsv I 1 Sonnt, nachm�l I | halbe Kassenpr.| Ml WediD! Täglich SV« Viktoria undihrHusar Mittwodi msiinstmnBrt Der Zarewitsch Ferge Abramowic, Ann! Ahlers. Komische oper 8V» Uhr Peppina Operette von Robert Stolz. Zimmer iBett M.7.-b.ll- 2 Bei» 1 4.- bis 22.- BadM.3, Salon 10 c'.y fe15 Berlin HOTtlaAntiBM EXCELSIOR Für bic vielen Beweise herzlicher Anteilnahme unb zahlreichen Arant» wenden bei bee Beerbigung meines lieben Mannes, unsetes guten Batets «Tulius>Vernau sagen wir allen lieben Freunden und Teilnehmern unseren herzlichsten DanL__. Frau Berta Wernau nebst Kindern. Kleines Theat. Täglich&h Uhr Olga Tsehecbova In: Kaufmann, Klubcrtan Theater am Sdünbaoerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Lustspiel v. Katajew Regit: t. Meadcbolin Preise v. 0.75— 7 M Reichshallen-Theater M:|T| Sautag Hataittag IT7I lNp Stettiner Singer Das grandlose Januar- Programm: Nachm. ermäBigte Preise I Dönhoff• Brettl: IB iptBi Vantff-ftininiiii! Tanz! Kapelle Hans Sixtus. ■T H EiT Efl iv AD MIR ALS PA[/AS T, Tigl. E'/i Markur990t, 8877 Auf den Fleok Kleine Preise Täglich 8V« Uhr Schön ist die weit Operette von Lehär RidianlTaiitttf.CittafAljtr SdiBtzndorf I enlDi-Tlieatef Täglich 8V. Uhr EdamseU Nlteoihe Operette von Herve Erika t. TfatSim Max Adalbert IMMWÄMU-MSlll! Donner« ta«, den 2g. Znnnnr.i muhm. S Ahe, Im Dresdner(Baden. Dresdener Sftafec 45 Versammlung dar Sold- ond siiberschmieds Tdgesardnnng: L Tortraz. 2. Branchenangeleacnheifen S Berschmdenes. VHn« Mitgliedsbuch tetn Zutritt. T» iii Bfticht eines jeden Sallegen, b6 wuder» der Drheitslnsen. zu diese: Ter sammiung zu erscheinen. Donnerstag, den 20. Zannae. abend» T Ahr. ta Saefers Zest Rllen, Znh. vohte. Zveberstrabe 1', Versammlung der ärbmiede an* den Grog-, Mittel' Fuhrwerk«-. Braoerel-, Innangs. Sdiraabec- nnd Nleteobctrlcben sowie«ämilidhc der Munledebraadie «ngeedhlosecBen Karouerfearbeilcr Tag«s Ordnung: L Arbeitslosen-Bersichenng und Notner Ordnung Neserent Äollege gisfa. 2. Berbands» und Branchenangelegen heilen. Ohne Mitgliedsbuch fein Au tritt. Das Erscheinen aller Aallegen ist unbe> dingt notwendig. Achtnung, Klempner I Donnerstag den 29. Zannar. abend» 7 Ahr, im Aasenthaler Oos Aosenthaler Sfcafec 11/12 Aligemeine Klempner- Versammlung Tagesordnung: Emil Barth Rationnlifie» DenMek iZL!sIIskdei!i>s-UbZii!l Verwaltungsstelle Berlin MaeKriiß Den Mitgliedern unser Kollege, der< mr Nachricht, daß schlosser Ernst Große geh 22. Juli ISTt am 3L Dezember 1930 gestorben ist. Ehre seinem Audenfen Die Einäscherung hat bereits statt- gefunden. 4 Dl« Ortsverwaltaog, Am 23 Januar oerstarb pliigUch und unerwartet unser lieber Bater. Großvater und Echwiigerdater der Echrtstseger-Invaiide Franz Große Im Nantes der Hinterbliebenen Emil Orohe. MeTrauerseier findet am Donnerstag. dem 29 Iattuar. um 48'/, Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. Kiesholzstraßc, statt. Allen Parteigenossinnen nnd-ae- nassen die traurige Nachricht, daß unser lieber Genosse und langjähriger Funt- tionäx PaulSdteUicnliiiber nach langem Kranfeniager nersiorben Ist. Wir werden ihm ein ehrendes An- denken dewahren. Die 110. Abt., Lichtenberg, SPD. Di« Einäscherung findet am Witt. woch. dem 28. Januar, 17V, Uhr, im Krematorium Banmschulenweg stat. Rege Beteiligung wizd erwartet. L Bartraz de« Kallege- �iapitalkantentraiion. LUIeSÄnSer kondusser Str. 6 F. 8. Obcrb.6070 Tägl. SV« Uhr Sonntags «ub 3>, übt .Das macht uns keiner nach' taEstafM cum «maotti Ibdm. trnlihltPniuI Arnold Schol« U-Bahn Uermannplatz Hasenheide 108-14 Großes Bockbierfest| Grote OdueDbralerei oed Primliernng der scfaäulcn blauen Oaxnenaugen. 5 Geldpreise: 50, 40, 30, 20. 10 Mark. 7 Kapellen, neue Dekorationen, b ay r-Buli cn a ng{ EInlaB: Wochentags 6 ühr, Sonntags 4 Uhr. tuna,■äBiilschatlsfrift 2. Verbands- und Branchenangelegen. Ohne Mitgliedsbuch fein gutritt! Pflicht eines jeden Kollegen ist es. diese Bersammlung zn besuchen. «lempner-Salender sind in der Ber- sammlung zu haben! Achtung. Betrfe&sröte Sie Betriebsräte- Zeilschrift Nr. 2 is: erschienen unb kann gegen Borzeigung ber Legitimattansfarte des Betriebsrats-Db» Mannes in unserem Bura. Zimmer 5, täglich bis 4 Uhr, Freitag» bis 7 Uhr. entgegengenommen werden. Die OrAverwaltnng. z Slehpnlle verKöuie 3i Linoleum. Ezillat, Koloniestr.9. 500 Steppdecken. Prima dovvelseitiaer Satin. Schnitigrost: >80/210. 11�0 M. an. Karst u. Co.. Andreasstraste Billige Tcppich« WebsehlerTeppiche Ausnahmep reise » ea. 2X3 17�— . 2X3 . 2X3 23,.— m 3X3 33�- m 2jAX3H 25,— m 34äX3l,3 34,— m 2-4 X3-.!, 55«- , 3X4 SO,— . 3X4 52,- _ 3X4 83.- „ 3X4 115.- Tenpichhaus Körner. Potsdamer Straße 26a. Miiiisi Bateptmatraheu .Primisstma", Me- tallbetten. Auflege- matrahen, Chaise- langues. Walter, Stargarderstraste acht-ehn. Ke-nLaden AusziebLIch und ovaler, siisam- nwn 15,—. G«ll- rich, Friedenau, Fregestrahe 8. S Schlafzimwer 375.—. Ruhebetten Ä—. Zahiungser- leichteruna. Kamer. ling, Kastanien- alle- m.* hlUSlK- iBsiruissson icetdungsstDckfi. W?.sch8 usw. I gut erhalten, zu verkaufen. Angebote unter F. 6 an die Hauptexpedition des Vorwärts, SW 68, LindenstraBe 3 I Am 24. Januar verstarb nach kurzem Krantcntager im Atter oon 49 Jahren unser verehrter Mitarbeiter unb Kollege, der Buchbinder Karl Görgen Während seiner langjährigen Tätig- seit in unierem Betriebe erwle, sich der Berftorden« als treuer Kollege und S-nofle. Biele Freunde erward er üch, die nun seinen Heimgang tief betrauern und ihm stels etn ehrendes Andenken dewahren werden. Berlin, den 26. Januar 1931 Keslhöftslsilitf u und PersoaaF der Toiwarts-Suchdrackerel. Trauerfeier; Freitag, den S0.Ianuar. tS llhr, im Krematorium Eertchlstraße. Wenig getragene Kaoaüergarderade von Millionären Aerzien. Anwälten Fabelhalt � billige Preise. Empfehle Taillcnmäntel.Palr, eis, Fracks, Smo fing», Sehrockan- ziigc. Sosen. Svori- Cichpelze. Gelegen heiisfäuse tu neuer Garderobe. Weite, fter Weg lohnend. Lothringerstrafie 56, 1 Treppe. Bosen, thaler Pl-H' Arbeiter, kaust Herren- unb Burschen garderoben nur bei Misch, Linienstrastc 83 o. Ermäßigte Preise�_ Wenig getragen« Herrengardervbe. teils aus Se.de. ver. kauf« sooiibilllg. AacketianMge, Emo- linganziige. Pale- tois. Ulster. Bein. kleider sowie erst- klaistge neue GarOe. rode. Ersah sär |Mast. Loezialiiäi: Aauchanzüge, Per. leih von Gesell- schasisanallarn. Mandlethe Sein. garten,, Prinzen. straste 83. Liulpiano«. überaus 0 reiswert. Pianofabrik Link, Drunnenstrafi« 36.' P-a-os- FlSaeh Ricsenlagcr. Bich. . stein, BlSthner EeaanzuagsmSbel Eieinwan. Schwcch in Eich«. Nufibaum, i(Ut Salonpianos in RToRcr Auswahl JJS.—, 3,%,—, 425,— zu anerkannt b-l-gebrauchte Abend! iigen Preisen. Mi. roth Potsdamer- belbous Osten. An-"'-- dreasstrahe 30, ge- aenüber Marfthalle. Ankleideschränie Rufibaum. ILO breit. 200 RM, verkauft Tischlerei, Langeftrafie 58, Fa. brikgebäude 2 T Achtung! Schlafzimmer. Wachen Jä Rödel. Schräger! nur Kaft500.—, 580,—, 650,—. Neue 900,— an, dauerhaft, garantic. SchneAsgrdernde Privatzirkel. Kurz- '' nft, Plaschine». schreiben. Buchhai- tun«. Wlcherreoisor Aulich. Sendelstr 1. Svittelmarkt. VS!'- AiMkliLnez iung. Berlin SW-oO, Leivzigerstrasie 57 sSoittelmorfi).* Deiektinbüro Staschel. Ehaussee- strasie 77 Fern- tonschön, sprecher Weddin« Fabrik. 7886. Beoboch'un. Tetlzah- gen. Ermilielungen. Gutschein Metallbette» Couch» Chaiselongue, 2«. Bettfasteu 55,—> Patentmat rohen 9,—. Sofas Riescn- auswahL Raten- zahlmia. Papori- alle- 12: Paniow. Schmidistrasie 1- 3, 12,—, 55,—, fiahngedlsse. Platinabealle. Lät. zinn, Blei, Lueck, silber.Silberschijzelze Goldfchmelzerei Christionat. Köve. nickecstraste 39. Kallestelle Adalbert. strasie.' «inderbetL guterhaltene,, kauft Schlamünsv, Mo- riendorf. Dorsstr. 32 Auskünfte allerorts. ver- niietungen Zlnioiar Möblicrics Kimmer, Rclnick-n» dorf-Lst, Suifenwe, 21 iSiedluna). S >ESlflg88lfeDe!���g�� j 8l9ll9«3ng8D0'B j Ltrasien Händler. Neichsdannerleute. Gtnosten, zum Strasirnverkauf ven Kärsings Kriegs» vian" gesucht. k>c- lios-Berlag. Berltn. Schmargendorf, K.s, singerstrasie 65. Te» lephon UHIfl 11 05624.