BERLIN Mittwoch 4. Zebwar lSZl 10 p». Nr. 58 B 29 48. Lahrgang Crfcheiot t S g l i ch aoßerGonutagj. K-gle-ch Alxndail-'gab« de«.vorwärts'. DepigSpreiS brid« Ausgaben 8c>Pf. rro Woche.»/»W. rrv Monat. Redaktion und Trpedition-, Berlin SW KS.?indenftr. 3 Sn|<($e«»re{<: Di« eimoaltize NonrareiUezeU« «0 Pf.. Aeklameznle 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. PoSfchretkonto Borwärts-Berlaz G. m.b.H., Berlin Nr. S7M6. Fernforecher: DSndoff 292 bis 29? Hiobsposten von Neuseeland Die Verwüstungen im australischen Erdbebengebiet London, 4. Febrnnr. Tic«nntlichc« Berichte über die Zu hl der Todes» o P j e r bei der Erdbebenkatastrophe in Ren» s e c l a» d stehen noch aus. Etwa 2000 Personen sind dein» Einsturz von Hänser» verletzt worden. In der Stadt Rapier wütet noch immer die Fenersbrnnst, da infolge der Unterbrechung der Wasser» zufuhr an eine wirksame Bekämpfung nicht zu denken ist. Die Beoältarung im Uugiücksgebiet hat aus Furcht vor neuen Erdstößen die UßU Nacht im Freien zugebracht. Nach einem Telegramm des Kommandanten der„Veronika' Ist in Napier kein«inziges Gebäude unversehrt geblieben. Auch setzt finden noch immer leicht« Erdstöße statt. Der Sachschaden steht noch nicht ziffernmäßig fest, ist aber außerordentlich hoch Ja Napier und an anderen Plätzen wird vermutet, daß sich vntor den Trümmern der Gebäude noch viele Lebende befinden. Die Uusränmungsarbeiten dauern an Ja Hagings find»och X Verkäufer unter den Trümmern eines Warenhauses begraben. In Vai parva stürzte die Kathedrale, eines der schönsten Kirchengebäud« auf Neuseeland,«in. Das Gebiet von Wood- ville hat schwer gelitten. Im Taupo-Bezirk, im Innern der Nordinsel, wurden ßie Straßen durch Erdstöße zerstört. Der Eisenbahnverkehr ist durch Zerstörung von Brücken und Dämmen vollständig unterbunden. Aus das Erdbeben folgten einige Flutwellen. Die Schiffe km Hajen wurden nach allen Richtungen auseinandergetrieben. Einig« von ihnen retteten sich auf die hohe See. Ein Privat- k�r antenhaus stürzte zusammen und begrub Passanten und Krankenschwestern unter seinen Trümmern. Auch ein Teil des stödnschen Hospitals stürzte ein. Zahlreiche Krankenschwestern, die in dem daneben liegenden Schwesiernheim schliefen, werden vermißt. Da» Erdbeben hat die ganze Küste verändert. Viele Klippen sind ganz oder teilweise ins Meer gestürzt. Bluff Hill, eine über den Hofen von Napier ragende Höhe, stürzte in die Bucht. Wenthalben fanden Erdrutsche statt. Ja daß die ganze Stadt nach den Erdstößen in eine ungeheure Staub- walke eingehüllt war. Die Verwirrung war unbeschreiblich, die Menschen waren vollkommen gelähmt, und von allen Seiten er- tönten Schreie und das Getöse einstürzenden Mauerwerks. Das Grand Hotel brach wie ein Kartenhaus zusammen, wobei die Front des Hauses quer über die Straße stürzte. An einer anderen Steve der gleichen Straße wurden sechs Automobile völlig verschüttet. Napixr liegt etwa 820 Kilometer nordöstlich von Wellington und zählt ungefähr 19 000 Europäer. Hostings Ist das Vofwmt ein Trümmerbaufcn. Auch unter de» Trümmern einer Leihbücherei wurden mehrere Personen begraben. Zahlreiche andere Städte in Narth-?sland haben ebenfalls schweren Schaden erlitten. Weiter wird aus Auckland gemeldet: Es war 9 Vi Uhr früh (11.20 Uhr abends MEZ.), als"der erst« Erdstoß in Nopler verspürt wurde. Es folgte gleich darauf ein weiterer Stoß, der fast ebenso schwer war wie der erste. Alle Lichter erloschen, und die Statu wurde nur durch die brennenden Häuser erhellt. Die Bekämpfung der Feuersbrunst erfolgt durch Sprengung der Gebäude mit Dyitamit, um ein weiteres Umsichgreifen der Flanunen zu verhindern. Napier sieht aus, als wenn es einer Beschießung ausgesetzt gewesen wäre. Dos Masontc-Hotel. eines der bekanntesten Hotels In Neufeeland, und alle daran grenzen- de» Gebäude sind dem Erdboden gleichgemacht. Die Telephonistinnen in G> sb o r n c blieben mit ihrem Posten, bis der Befehl gegeben wurde, da: Gebäude zu räumeit. woraus sie in geschlossenem Zug« marschierten. Ein Augenzeuge des Erdbebens \ 30 Sil, auf die Straße j» Hafiings. das ilometer von Napier entfernt liegt, erzählte. Links oben: Einer der langgestreckten Gletscher im Innern der Insel. Links unten: Riesige Schafherden, der hauptreichtnm Ifen- feelands. Rechts: Blick in da» Vaagemuital. eine der schönsten Landschaften Reuseelaads. Die Arbeitslosen in LlGA. Oer Präsident gegen öffentliche Ltnterffühung New York, 4. Februar. Das Repräsentauteahans hatte vor kurzem 100 MU- lioyen Mark für das amerikanische Rote Kren,»ur Unterstützung der Arbeitslosen bewilligt, das Rote kreuz aber hat sich auf Veranlassung Hoovers geweigert, diese Summe anzunehmen. Präsident Hoover besieht ann in einer Erklärung darauf, das» die Uatersiützuugsgelder durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden müsie» und nicht ans iiffentlichen Geldern genommen werden dürfe». Er erklärt jedoch, daß er bereit fei. den Senat das Geld bewillige» z» lasie». falls das Rote Kreuz nicht in der Sage sei» sollte, genügend Gelder aufzubringe», um die Rot der Arbeitslosen zu lindern. Trotz dieser versöhn- licheu Erklärung geht der Streit zwischen dem Senat und dem Repräsentantenhaus weiter. Britische Arbeitsloseupolitik. Macdoaald und die Arbeiter'eaktion. London. 4 Februar.(Eigenbericht.) In der Fraktionssitzung der Arbeiterpartei erklärte Macdonald. die Regierung werde nicht eher zurücktreten, als sie durch einen offenen Mißtrauensbeschluß dazu gezwungen sei. Die Pflicht der Arbeiterpartei sei es. statt England in einen neuen Wahlkampf zu stürzen, das wirtschosttiche Leben des Landes zu verbessern und die Arbeitslosigkeit zu verringern. lieber«inen Antrag der Unabhängigen Arbeiterpartei, möglichst bald Neuwahlen herketzusühren. wird die Fraktion in der nächsten Sitzung abstimmen. Di« Diskussion in der Fraktion ging um die Arbeitslose» Politik. Macdonald, der von» sinken Parteiftügel lebhast kritisiert wurde. erNärte, die Politik der Regierung laufe darauf hinaus, in erster Linie die Industrie zu organisieren und eine Bcsierung der Wirtschast herbeizuführen. Zahlreiche Abgeordneten äußerten ernste Befürchtungen zu den vorliegenden Erged- nisten der Untersuchungskommission über die Erwerbslosenversiche- rung, was Macdonald zu der Erklärung ocranlaßte, daß er erst die Fraktion befragen würde, ehe er aus Grund der Kommission«- vorschlüge Entscheidungen in der Frage der Arbeitslosenunterstützung treffe. Wie es heißt, wird diese Konvnission wahrscheinlich die Kürzung der Arbeitalosenbeträge und ander« Sparmaßnahmen vorschlagen. Der politische Korrespondent des liberalen„Dailq Chronide' glaubt zu wissen, daß zahlreiche Unterhausmitglieder der Arbeiterpartei damit rechnen, daß es im Herbst zu Reu wählen kommen wird. Explosion auf U-Boot. 12 Mann der Besatzung schwer verletzt. London. 4 Februar. Don einem schweren Explosionsunglück ist die englische Marine heimgesucht worden. Die Explosion entstand auf dem größten Unterseeboot X 1. wobei insgesamt zwölf Mann schwer verletzt wurden, am schwersten die se ch s H e i z e r, die tm Maschinenraum in unmittelbarer Röhe des Motor» arbeiteten. Brennendes Oel. das aus der Maschine herousspritzte, bedeckte ihre nackten Oberkörper, und die Gewalt der Explosion schleudert« sie zu Boden, wo sie von unzähsigen glühenden Metallstückchen bedeckt wurden. Die Wand, die den Maschinenraum von dem nächsten Raum trennt, wurde eingedrückt. Die Erschütterung mar so stark. daß ein Teil der Mannschaft in anderen Teile»» des Ilnterfeebooter ohnmächtig w»trde. Die Schwerverwundeten wurden von rirr•' Schlepper nach dem Festlarrd gebracht. SÄ'SÄl'SÜÄiOer Mann, der über die Bühne lief Wegen der darin enthaltenen Veleldigvngen gegen Sozial- Setnotraten. WTB. meldet: Auf Grund der Strufanträge des Landtags- ndgeordneten Kutiner und dos Odorpräsidenten Nosk«, hat die Staatsanwaltschaft 1 Berlin die Beschlagnahme des Buche« ..Gefesselte I u st i z" nan Gottfried Zarnow(mit richtigem Namen Ewald Moritz. Red. d.„A.") beim Amtsgericht Berlin- Mitte beantragt. Das Amtsgericht Berlin-Mitte hat die Vesckilog- nahme ausgesprochen, da dos Buch Beleidigungen der Scnauntel! enthält und nach§ 94 Strafprozeßordnung, in Verbindung mit den §§ 40, 41 Strafgesetzbuch der Einziehung unterliegt. Die Verteumerclique,' die hinter dem Zarnowschen Buch steht, hat erst triumphiert, daß man nicht gegen das Buch vorzugehen wage. Nachdem dies nun doch geschehen ist, lamentiert die gleiche Korona seit einige,, Tagen und beschwert stch über„brutale Unterdrückung". Nor Gericht wird stch erweisen, daß der Gesamtinhalt des Buches nichts ist als eine Wiederholung bereits dutzendmal widerlegter Verdächtigungen und Veleumdun- gen, wobei die einfache Taktik des Verfassers darin besteht, die Verleumdungen zu m i« d« r h o 1 e n und die Widerlegungen zu verschweigen. Nazikrawall vor der Llniversität. Ein Zeitungshändler von SA-£eutm tätlich bedroht. Vor dem Universitäisgeböude kam es heute um die Mittags- stunde zu Zwischenfällen. Vor dem Gebäude bot ein Zeitungs- Händler das Kampfblait gegen den Faschismus, den„A l o r m", aus. Bon Nazistudenten wurde der Händler mit beleidigenden Zurufen wie„Lümmel",„Iudenknecht" und anderen Schimpfwort»» bedacht. Die Schimpfhelden hielten sich bei dieser Betätigung akademischen Anstandes innerlMb des Bereiches des Universitätsgebäudes auf, und der Händler ließ stch fürs erste Im Verkauf des Blattes, das sich zahlreiche freiheitlich eingestellte Studenten besorgten, nicht stören. Plötzlich erschien vor dem Unioersitätsgebäiide eine wahr- scheinlich durch Hakcnkreuzstudenten herbeigerufene Sturm- abteilung der Nationalsoziali st en, die den Zeitungs- Händler umringt« und mit Tätlichkeiten bedrohte. Kurz darauf kam ein Lastauto mit Polizeibeomten, aus deren Kreise dem Ver« käufer des„Alarm" geraten wurde, zum Schutze seiner Person den Verkaufsplog zu räumen. Der Händler befolgte den Rat der Beamten. Das Verhalten der Polizeibeamten erscheint nicht unbedenklich. Vor dem UnivcrsitätsgebäuLe und nicht allein hier, sondern in ganz Berlin, werden staats- und verfassungs- feindlich« Hetzblätter wie der„Angriff" und der„V ö l- tische Beobachter" ohne Behelligung durch Andersdenkende fellgeboten. Wenn oerwilderte Anhänger des Hakenkreuzes den Vertreter eines staatstreuen, ihnen ober unbequemen Blattes wie des„Alarm" beschimpfen und bedrohen, so hat die Polizei nach unserer Ueberzeugung die Pflicht, sich schützend vor den zu Unrecht und verfassungswidrig Angegriffenen zu stellen. Durch ihr Verhalten gab die Polizei den Nazistudenten Gelegenhell zu dem billigen Triumph, den Anhängern der Republik in der Universität zu ver« künden, daß durch ihren Skandal und ihr« Gewalttätigkeit die Tut- sernung des..Alarm"-Verkäuf«rs erzwungen wäre. Tausend-prozeß vor dem Ende Staatsanwalt beantragt 6 Lahre Gefängnis. Räch Zuständigen Ausführungen beantragte in dem vl0achener Prozeß gegm Lausend der Staatsanwalt eine Gesamt st rafevan 6 Zähren Gefängnis. Aberkennung der bürgerlichen Ehren- rechte auf die Dauer von 5 Jahren sowie Einziehung de» durch da» Gericht beschlagnahmten Materials. Der Staatsanwalt führte dazu ans: Tausend habe seit 1924 narooavetrngg ei ebt. Er sei dabei vielsacher Hansbesitzer und mehrfacher Schloßbesiher geworden und habe mit seinen Betrügereien Beträge von etwa 660 000 M. erzielt. Die verursachten Schäden bellefea sich sogar ans 1370000 M. Tausend sei«in i n t e r- nationaler Hochstapler von ziemlichem Format. Der Betrug an der Familie Meinhold bekunde eine niedrige Gesinnung, weshalb ihm auch die Ehrenrechte abzuerkennen feien. Gegen den Zeugen Dr. Luckeley beantragte der Staalsanwall wegen Ungehorsam 1000 M. Geldstrafe oder 10 Tage hast. Das plädoner des Ver- leidiger» beginnt heut« nachmittag. Zta'chswehrsoldai bei den Jtazis. Er findet milde dichter, Arbeiter werden schwer verurteilt. Oppeln, 4. Februar.(Eigenbericht.) Vor dem Schöffengericht Oppeln hatte sich am Dienstag der Reichswehrschütze Josef Wischalla vom Infanterie- regiment Nr. 7 in Oppeln wegen Waffenmißbrauch» und gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Das Gericht zeigte gegenüber dem Angeklagten eine außerordentlich» Mild«. Es verurteilte ihn zu zwei Wochen Arrest, die noch in«Ine Geld- büße von 6» M. umgewandelt wurde. Der Angeklagte. Bruder eines Naziführers. unternahm am Vorabend der letzten Reichstagswahl, am 13. September 1930, m i t einem Trupp Nationalsozialisten nach dem benach- barten Orte Krvschowitz zum Zwecke der Störung einer soziatdemo- kratischen Wahlversammlung eine Autospritzsahrt mit anschließenbem Trinkgelage. An dieser Versammlungsstörung betelligt« sich der Angeklagte allerdings nicht. Als er später mit den National- s o z i a t i st c n nach Oppeln zurückkehrte, erfuhr er, daß sein Bruder und andere Nationalsozialisten von Kommunisten verprügelt worden waren. Das brachte ihn so in Erregung, daß er sich mir dem Wege zur Unfallmeldcstelle plötzlich mit dem blankgezogenen Seitengewehr auf drei harmlose Passanten stürzt« und einen davon mll dem Ruf:„Seid Ihr etwa auch solche verfluchten Kommunisten?" in die link« Brust seit« stach. Durch den Umstand, daß der Ueberfallene. ein Oppeln«? Kaufmann,' in der Sellentasche eine Schachtel mll Rivea-Creme trug. wurde der Stich gedämpft und drang mr etwa H Zentimeter in den Körper. Damit gab sich aber der Naziichütze nicht zufriedeu. tandern versuchte seinen Bruder auch noch an zwei anderen Passanten zu rächen. Einer lief jedoch davon, während der andere dem Messerhelden in den Arm fiel und ihn bald der Schutzpolizei übergeben konnte. Der Staatsanwall beantragt« gegen den geständigen Ange- klagten zwei Monat« Gefängnis. Das Gericht zeigte sich jedoch außerordentlich'milde, während es kommunistische und partellose A r b e i t e r, die an dem gleichen Abend Nationalsozialisten verprügelt kwttert, zu neun Monaten Gefängnis ver- «rt« iltel Wo hat Urban seine Pistole gelassen? Aus Grund der neuen Verwicklungen, die sich im Zu- sammenhang mit der Rachprüsnng des Alibis des Artisten Urban ergaben, wurde er am Dienslagabeud noch eingehend verhört. Zu bezug aus den Besitz der Pistole Hai er sich dabei erneut in Widersprüche verwickelt. Van seiner ersten Angabe, er habe, als der Tatverdacht auf ihn fiel, die Waffe in den Müllkasten geworfen, ist er jetzt ab- gegangen und behauptet nun, eine Frau, mll der er zusammen gewesen jet, habe ihm die Pistole gestohlen. Wenn seine erste Erklärung noch einiges Glaubwürdige an stch Halle, so dürfte die Behauptung mit der diebischen Frau sehr anzuzweifeln sein, Man gewinnt immer mehr den Eindruck, daß Arbo» sich bemüht, die Wiederaussindung der wasfe mit allen Mitteln zu hintertreiben. Diese Versuche lassen sich nicht nur domll erklären, daß«r keinen Wassenschein Halle; es muß mehr und Schwerwiegende» dahinter- stecken. Wenn er wirklich so unschuldig ist, wie er beteuert, müßte es in seinem eigenen Interesse liegen, die Waffe so schnell als möglich herbeizuschaffen, denn mll ihrer Hilfe könnte seine Schuld oder Unschuld sofort bewiesen werden. Von den Zeugen behaupten zwei aus dem Mercedes-Palost nach wie vor, daß sie in Urban b«- stimmt den Mann erkennen, der über die Bühne lief. Im Besitz des Artisten wurde ein Regenmantel gefunden, dessen Grundfarbe grau ist, der aber zugleich grünkichblau schlllert. Tis Zeugen behaupten mit Sicherheit, daß es dieser Mantel gewesen sei. den der lausende Mann getragen habe. Diese Erttärung wird durch eine Gegenüberstellung heut? noch genau nachgeprüft werden. Die Zeugen aus dem Dormilädter Hof sind mll ihren Angabe., schwankend geworden. Ein Angestellter sagt aus, daß er Urban habe das Haus verlassen sehen und jetzt ist noch«in Zeuge ermittelt. der bekundet, daß er nach 10 Uhr abends den Artisten in Hut und Mantel habe von der Straße her das Haus betreten sehen. Damit wird bewiesen, daß der Artist sich für einige Zeit aus dem Haufe entfernt hatte, daß also seine Behauplunz, er sei zur Mordzeit mit Bekannten zusammen gewesen, hiasälllg geworden ist. Gäste des Hotels erinnern sich mll Sicherheit, daß sie um 9 Uhr noch mll chm am Tische saßen, für die spätere Zell sind st« ihrer Sache nicht mehr sicher, was bei dem regen Kommen und Gehen auch nicht weiter verwunderlich ist. Bestimmte Zeitangaben sind erst wieder für die Zell nach 10 Uhr zu erreichen. Ein« entscheidende Wendung in der Untersuchung wird dann eintreten, wenn auch die Zeugenaussagen aus dem Mercodes-Palust einwandfrei festgetegl sind oder die ZSafse herbeigeschafft ist. Nazi in der Kunst (vie Raus veranstalielkn im Clou ein Konzert, das von orbiitsiofen Musikern ausgeführt wurde.— Oer Kassierer riß, ohne vie Mnstker auszuzahlen, mit der Kaff« aus.) .Sie spielen gerade so eine rührende Stelle, da merkt'S keiner, wenn ich jetzt mit der Kasse türme." Verängstigte Ltnschuld. Vie Nazis fühlen sich durch das Reichsbanner bedroht! Im nationalsozialistischen Lager ist eine schrecklich« Angst aus- gebrochen. Hitler rennt täsebleich umher. Goebbels macht sich-- Notizen für sein« nächste Rede, Frick erwägt ernsthaft sein« Uebersicdlung nach Pirmasens, wo es selbst während eines Welt- lrieges am sichersten ist. Die gesamte nationalsoziaiistische Reichstag s- frattion ballt sich obwchrbestissen zu einem Stacheligel: bzw. sie bringt eine Imerpellation Im Reichstag ein, in der sie fragt, was die Reichsregierung zu tun gedenke,„um der m a r x i st i s ch e n Bürgcrtriegshetze entgegenzutreten und die Sicherheit der Mitglieder und Anhänger der NSDAP, vor Gewalttaten zu ge- währlcistcn".— Was ist der Grund dieses Schreckens? Nach Be- hauptungen der nationalsozialistischen Anfrage soll Otto Hörsing in Bremen vor dem Reichsbanner gesagt haben, es gelte jetzt„die Nationalsozialisten bis zum letzten Mann restlos zuvernichten". Es handelt sich um irgendeinen Pressebericht, dessen Richtigkeit wir nicht kontrollieren können. Gesetzt aber der Fall, Otto Hörstng hätte die» wirklich gesagt,— haben gerade die Nazis Grund, sich über eine solche Redewendung zu entrüsten? Hat doch ihr großer Adolf Hüter bereits vor geraumer Zeit wörtlich folgendes ausgeführt: „Das Ziel unserer Bewegung ist erst erreicht, wenn der letzte Marxist bekehrt— bzw. aufgeiiangeu ist." Das ist nur eine von. tau send ähnlichen Drohungen. Wir erinnern an die berühmte Wendung vom„Köpfe rollen" usw. Im Drohen sind die Herrschaften groß. Schallt es aber aus M.M Wald ebenso unfreundlich heraus, wie sie hin«inger:'sen haben. dann stimmen die knielhlotternden Helden ein durchdringendes Aetsrmordio. und Hilscgfchrei an. Erneute Durchsuchung des NSDAP.'&rfats. Im Zusammenhang mll den Ermittlung«, über die folgen- Ichwere Schießerei in der Hebbelstraß« hat in der vergangenen Nacht lurz nach 1 Uhr«in« abermalige polizeiliche Durch- suchung des nationalsozialistischen Derkehrs- lokale in der Heobelstroße 20 stattgefunden. Die in den. Lokal anwesenden 22 Personen wurden sämtlich zwangsgestellt, aber nach Prüfung ihrer Papiere bis auf einen alsbald wieder«nt- lassen. Bei dem festgenommenen Nationalsozialisten, der der Ab- teilung IA eingeliefert wurde, handelt es sich um einen Zeugen, der über den Verlaus der Tat Bekundungen machen soll. Außerdem wurden in der vergangenen Nacht an zwei Stellen der Stadt Angehörige ksmmunistlfcher Ktedekolmutrn von der Polizei sestgenonkmen. Kaas gegen Feder. Ein Vtieswechse», der keiner war. Der Nationalsozialist Feder hatte kürzlich an den Führer der Zentrumspartei Dr. Äaas einen Brief gerichtet und ihn darin de- fragt, ob die Zeitungsberichte über seine Kasseler Rede den Tat- sache» entsprechen. Feder hat dann einige Zeit später in Ol den- bürg in einer öffentlichen Dersammlung erklärt, daß Dr. Koos ihm geantwortet habe, und zrvor in dem Sinne, daß die Zeitungsberichte über seine Kasseler Rede seine tatsächlichen Acuße- rungen über die Nazis entstellt wiedergegeben hoiren und im übrigen wohl bei dem Zusammentritt de» Reichstags Öte« legenhell sein werde, sich noch mündlich über die ongeichiüttens Frage auszusprechen. Feder ertlärt« ferner, daß er diese sprechung mll Kaas haben werde, well es selbstverständlich sei. daß die nächste Regierungsbildung in Deutschland nidt anders vollzogen werden könne als durch«ins Zusommenarbell der Nationalsozialisten und des Zentrums. Die„Germania" stellt Heine fest, daß Dr. Kaas es von vorn» herein abgelehnt hat, den Brief des Abg. Feder zu beoill- warten und dem nationalsozialsstlschen Abg. Stuhr durch de» Zentrumsabgeordneten G e r i g— beide Mitglieder des Deutsch- nationalen Handwngsgehilfenvorbandes— den betreffenden Brief mit dem Bemerken habe zurückgeben lassen,„daß der Federsche Brief schon wegen feiner Form nicht beantwortet werden könne und würde". Gerig hat. wie wir weller ,zu wissen glauben, ebenfalls mll Wissen de» Herrn Kaas dem Abgeordneten Feder durch dessen Fraktionskollcgen Stöhr mttte'len lassen, was Kaas in Kassel wart- und sinngemäß gesagt hat, und daß Kaas auch Herrn Feder wie jedem anderen zur Bcrfügung stehe, wenn er zu wissen wünsche, was er wort- und sinngemäß in Kassel gesagt habe. Hierzu bemerkt nun die„Germania":„Bon politischen Gesprächen oder Unterhaltung» n zwischen Kaas und Feder war aber weder damals die Rede noch kann he-ut« di« Rede davon sein... Falls Herr Fed�: an Herrn Prälat Kaas herantritt, wlld eine etwaige Rücksprache sich lediglich auf tat» sächlich« Mitteilungen beschränken können und in keiner Weise«in Hinüber spielen toalitionspolitischer Fragen gestatten, für die all« Voraussetzungen fehlen." Diese Richtigstellung gegenüber einer Behauptung des Herne Feder läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Körperkuliur und Gpekiakel. Weinert„sterichligi". Der in unserer Montazabendausgabe genannte kommunistische Rezitator Erich Weinert schickt uns zu der Erklärung Adolf Kochs folgende„Berichtigung": Es ist unwahr, was der Leiter der körperkulturschule, Herr Koch, behauptet:„Er ist sowohl vom Publikum als auch v o n m i r als verantwortlichen Leiter der Veranstaltung am Weiter- reden gehindert ward..." Wahr ist vielmehr, daß Herr K och bei den Storungsversuchen andersdenkender Besucher aus die Bühne trat und m einer Ansprache sich beschwert«, daß man mich nicht diszipliniert anhöre, und daß, als Störungsoersuche selbst gegen seine Ansprache einsetzten, er erklärt«:„Sie wissen, daß ich selbst SPD.-Mann bin! Aber ich stehe tausendmal lieber mit dem Genossen Weinert in einer Front als mit denen, die ihn bekämpfen!" Es ist unwahr, daß ich nach dieser Erklärung mll einem neutralen Schlußgedicht„An die Spießer in uns selber" meinen Bor- trag beendet chatte. Wahr ist vielmehr, daß ich noch zwei agitatorische Gedichte. und zwar„An«inen Sozialisten" und„Proletariers Neujahr" unge- stört rezitierte. Erieb Weinert. Diese Erklärung Deincrts unterstreicht unsere Bemerkung. jeder Sozialdemokrat müsse wissen, daß er sich mll Kommu- nisten nicht einlassen darf, sie den Bruch jeder Zusage an Sozial- domo traten geradezu als Spart betreiben. Im übrigen halten wir die Angelegenheit für abgeschlossen und werden auf den Bortoll nicht mehr zurückkommen. Berichtigung. Im Leuartikel der heurigen Morgenausgabe ist leider durch den Wegfall des Wörtchsns„nicht" eine völlige Sinn- entstellung eingetreten. Es muß dort im vierten Absatz richtig heißen:„Oder zweifelt heute irgend jemand in Deutschland nach daran, daß die beiden selbstgewahuen Häupter der Republik... in ihrer Leistung, ihrer Fähigtell und Würde nicht hinter jenen zurückstehen usw." Unsere Lcfer werden den Fehler zwar schon selbst korrigiert haben, ober um späteren Zttatfälschungen vorzu- beugen, geben wir den richtigen Wortlam noch einmal. Präsident Masaryk Hot die ganze Ehrcnspende zu seinem SO. Lebensjahr, 20 Millionen Kranen(250 000 M), der gesundhe t> lichcn und kulturellen Bolkssürsorge, und zwar auch der deutsche« und madjarischen, zugewendet.. „•i Schlußwort der Angeklagten. ttrteil.im Llibrich-Prozeß erst am Nachmittag. Zw lllbrich. Prozeh tuä heute morgeu pualt 9 Uhr d-rs Gericht zu einer kurzen Sitzung zusammen: Die Vngek tagten hatten noch ihr Schlußwort zu sprechen. Wie immer, erschienen hintereinander Stolpe, B e n z t g« r nnÄ Luis« Neuman.n im Gerichtssaal, erst nachdem die Richter ihre Plötze eingenommen hatten. Man merkt den drei jungen Menschen nichrs besonderes an: Weder waren sie bläsier als sonst, nach waren sie errexiter. Im Gegenteil, sie schienen auffällig ruhig. Der Porsitzend«. Landzerichtsdirelmr Schmitz, richtete an all« drei Angesagten folgend« Wort«: Ich habe noch an die Angeklagten die Frage zu stellen, oft sie sich noch äußer wollen. Sic haben das letzt« Wart. Angeklagter Stolpe erhebt sich langsam und sogt ruhig und vernehmbar: , Zch bereue sehr, wo» wir getan Hachen. Bor s.: Angeklagter Benziger.— Benziger(leise)- 54 bereue die Tat. Bors.: Angeklagte Luise Neuinaim. Luise Neumann: Bereue auch die Tat. Das klang jedoch wenig überzeugend und nicht sonderlich nach Reue. Stolpe und Benziger sitzen wieder da, die Äöpfe kaum zu sehen, so tief haben sie sie gebeugt. Luis« Neu- mann sitzt aufrecht, das Gesicht ein wenig zur Seite gekehrt. Dorf.: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Sie kann sehr lange dauern. Vor st Uhr wird das Urteil jedenfalls nicht verkündet werden. Es kann auch später wenden. Ich bitte den Saal zu räumen. Das Publikum— der Andrang zur Sitzunz ist heut« nicht ge- ninger als sonst— verläßt nur langsam und unwillig den Saal. Um 3 Uhr wird man nun wieder den Kamps um di« Plätze beginaen müssen. Die Angeklagten werden in ihre Zellen zurückgeführt. Sonnenlicht liefert Elektrizität Sensationelle Entdeckung eines Gelehrten des Kaiser-Wilhelm-Znstltuts Von Kaüfl Anders Neuer George-Grofz-Prozeß. Die Zfa vor Gericht. vor dem Schöffengericht Berlin-Mille begann heut« morgen die U er Handlung gegen den Schriftsteller Peter Al a s l o w s k i und den Zeichner Theodor Fraakenboch. dl« angcklogi sind wegen Gottcslösterung und wegen vefchimpsung kirchlicher Einrichtungen. Di« Ifa, die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Arbeiter- bUwr. ein kommunistisches Unternehmen, Halle im Pfchorrbräu eine Ausstellung veranstaltet, an der auch die kommu- nislifche Freidenkerorgamsa.ion teilnahm. In einer besonderen Koje waren von ihr verschieden« Objekte ausgestellt, die den Kampf g gen di« Kirche veranschaulichten, unter anderem ein« Nachzeichnung des �kannten George Grosz-Biides. darstellend Christus am cholz- kreuz mit Gasmaske und Sokdatenstiefel und der Ausschrijt:»Maul hallen und weitergehen!" Ferner sah man dor, ein Bild in Form eines Airchenfensters, da»«inen dicken Pfarrer darstellte, vor dem ein abgehärmter ajter Arbeiter saß. Da; Bild trug di« Ueberschlift: .Wer nicht arbeitet, soll am meisten esien." Und darunter:.Ich bet« für dich und du arbeitest für mich." Schließlich ein Bild in derselben Größe, auf dem man einen predigenden Pfarrer und einen Offizier mst blmbefieckreni Degen sah. Das Bild trug die Ueberschrifr:.Bahre dem Feinde da» Bajoney in den Leib. Da» ist der wahr« Gallesdienst. Pfarrer Schettler." In der Unterfchrist heißt es:.Di« Kirche ist der wahr« Frieden." Rechteanwal: Dr. Apfel stellte zu Beginn der Sitzung den Antrag, die Verhandlung zu vertagen; das Verfahren gegen den Zeichner Georg« Grofz wegen feiner Christusdarstellung jei noch nicht rechtskräftig. Ferner beantragt« R.-A. Apfel die Ladung eines Vertreters des bifchöfjicheil Ordinarials in Berlin und der«vangeli- ichsn Landeskirche Preußen, damit diese sich darüber äußerten, ab durch die m Frag« stehenden Abbildungen die KirckeninsOwtion tatsächlich beschimpft sei. Außerdem möge das George Grosz frei- sprechend« Urteil der Sieger.-Kammer verlesen werden. Der Staats- amnall bat, sämtlich« Anträge als unerheblich abzut.hnen. Das Ge- richt entsprach diesem Antrag« und beschloß, n»r den m Frage kom- Menden Teil des Siegert-Urt«ils zu verlesen. Der Angellag« Mas- lowski, zur Sache vernommen.' erklärt«, nicht zugeben zu können, daß die inkriminierten Abbildungen geeignet gewesen feien, die religiösen Gefühle der Massen der Bevölkerung zu verletzen. Es feien von 1923 bis 1929 269 939 Austritte aus der Kirche erfolgt. Auch der Umstand, daß der groß'« Teil der Berliner Wähler sozialdemokratisch und kommunistisch sei, spreche gegen die Annahme des Slaatsan walls. Im übrigen Hab« die Ausstellungsverwalwng, nachdem sie in Erfahrung gebracht habe, daß von gewisser Seit« Anstoß genommen werde, am Eingang zur Freidenkerkoje ein Plakat des Inhalts angebracht, daß derjenige, der befürchtet, in feinen religiösen Gefühlen verletzt zu werden, die Koje nicht beireten möge. Ein Beamter der Abteilung IB. der im Austrag seiner vorgesetzten Behörde die Auestellung besich igt hat, erklärte, durch die Abbildungen in seinen religiösen' Gefühlen verletzt worden zu sein. Zur Verhandlung sind außer dem Prälaten Heinrich Wien- ken eine große Anzahl Kriminalbeamte geladen. Texiillohnabbau-Schiedsspruch. Für das sächstsch-lhüringische Gebiet Greiz, 4. Jebnwr. Der Schlichler für Mikteldeulschland und Sachsen in Leipzig ha» im sächsisch- thürlagischen weberkonsliki einen Schiedsspruch ge- fällt, wonach die vom verband der sächstsch-khüriagischen Webereien geküudiglen Tarife vom ZI. März 1930 noch bis zum 11. Februar 1931 In Kraft bleiben und vom 12. Februar ab die Löhne eine Senkung um 6,1 bi» 6,4 Proz. erfahren sollen. Die Webereien wallien eine Lohnkürzung auf den Sland von 1927 herbeiführeu. von deu Textilarbellergewerkschaftea wurde der Schied?- sprach abgelehnt: die Unternehmer nahmen ihn au. Die Nerdindlichkeitserklärung durch deu Rcichsarbrilsminister ist de- antragl worden. Sin Termin für neue Verhandlungen steht«och nicht fest. Zu Frage kommen etwa 23 000 Arbeiter im Verkumdsgeblek. Die Galgen von Menemen. Stambnl. 4. Februar. Die seit gestern in allen Teilen der Stadt Menemen gehenkten Z8 Derwische bieten ein trauriges Schauspiel. DI« Per- urteilten hatten vyr Gericht bis zum letzten Augenblick beteuert. sie feien unschuldig und weigerten sich, mich die geringste Rah- rang zu sich zu nehmen. 1. NaS Experiment. Die Sehnsucht der Menschheit, die ungeheure Energiequelle der Sonne für die Erzeugung von Kraft zu verwenden, scheint sich nun- mehr zu erfüllen. Es ist dem jungen ostpreußischen Gelehrten Dr. Bruno Lange gelungen, mit Hilfe einer.Lupseroxydul- zelle" Sonnenenergie auf direktem Wege mitzbar zu machen und in Elektrizität zu verwandeln. Die Bestrebungen, die Sonnenhitze zu verwerten, reichen schon Jahrzehnte zurück. Mit Hilfe von gewaltigen Hohlspiegeln wurden„Sonnennwtore" geschassen, von denen einer in Aegypten, der andere auf einer Straußenfarm in Süd-Pasadena in Kalifornien arbeitet. Das Prinzip dieser Sonnenmotore besieht darin, die Sonnenstrahlen in einem Hohlspiegel zu sammeln und sie nach einer bestimmten Richtung zu werfen. Der Hohlspiegel des 3)er Erfinder£angc Soimenmotors in Kalifornien besteht aus 1700 kleinen Spiegeln. Ein Uhrwerk, das auf den Gang der Sonne eingestellt ist, sorgt dafür, daß der Sonnenmotor stets die richtige Lage zur Sonne behält, daß also die gesammelten Strahlen immer auf dieselbe Stelle fallen und zwar auf einen 4 Meter langen Dampskesiel. der die Form einer Röhre hat. Dieser Kesiel saßt 400 Liter Wasier, das bereits in einer Viertelstund« siedet: so groß Ist die Kraft der gesammelten Sonnen- strahlen. Durch den Dampf wird ein zehnpserdiger Mouir betätigt, der ein Wailerhebewerk in Betrieb setzt. Professor Goddard, der bekannte'ämerikanische Forscher, will ein Sonnenkraftwerk bauen, dessen HiÜipistück ein durchfichtiger Dampskesiel aus geschmolzenem Quarz ist. Er hat bereils einen Probemotvr konstruiert, zu dessen Betrieb er einen Glaskessel und einen Spiegel von 40 Zentimeter Durchmesser verwendet Auch dieser Sonnenmotor ist im Prinzip nichts anderes, als die bisherigen ähnlichen Erfindungen. Dr. Lange dagegen ging bei seinem Experiment von völlig anderen Voraus- seyungen aus. In der Norursorscherversammlung in Königsberg wurde darüber bereits berichtet. Er verwandte bisher eine„Jlupser- oxydulzelle", mit der er seit drei Iahren experimentierte, wobei er seststellle, daß durch diese Äupseroxydulzelle Sonnenlicht direkt in Elektrizität umgewandelt wird. Die Experimente bauten sich auf die Erkenntnisse der Wirksamkeit des sogenannten Photoetsekte» auf. der darin besteht, daß bestimmte Metalle gegen Lichtstrahlen empfindlich sind. Durch Einwirkung des Lichtes werden von be- stimmten Metallen Elektronen ausgestoßen. Die Einwirkung de» Lichtes auf Metalle ist also, wie man daraus erkennt, besonderer Art. Bei Experimenten, die sich mit dieser Materie befaßten, und di« Dr. Lange im Kaiser-Wilhelm-Instillll für Silikatsorschungen machte, gelang es ihm nun. die sensationelle Feststellung zu machen. daß«ine mll Lupferoxydul überzogene Kupserplalle, die dem gewöhnlichen Tageslicht ausgesetzt wird, schwache elektrische Ström« erzeugt. Hier schien also ein Weg gegeben zu sein, das große Problem der Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität auf direktem Wege zu lösen. Nachdem eirimal der erste Schrill gemocht worden war, machte Dr. Lange wettere Versuche mit anderen Mo- tollen. Er konstruierte Zellen, durch die der Effekt der Kupfer- oxydulzelle um das bOsache gesteigert werden tonnte. Mit Hilfe dieser Langeschcn Zellen ist es gelungen, in Dahlem einen lletneu Elektromotor zu treiben und elektrisch« Glühlompen zum Leuchten zu bringen. Es wurden mit der Zelle Stromstärken von H Volt erzielt. 2. Die Bedeutung der Erfindung. Es fragt sich nun. welche Bedeutung diese Erfindung hat. Mit den heutigen Mitteln ist es noch nicht möglich,«in« nutzbare Strom- erzeugung für Licht- und Krastzwecke in großem Stile zu gewinnen, wenn auch theorellsch natürlich die Möglichkeit bestehi, durch Anwendung gewaltiger Zellen beträchtliche Stromstärke» zu erzeugen. Auf wissenschaftlichem Gebiete ist aber die Erfindung berctts heute von größter Trogweite. In erster Reihe bedeutet diese tatsächlich den ersten Schritt auf dem Wege zur Erzeugung vo» Elektrizität durch Sonnenlicht. Die Verbesserungen, die eine rationelle Um- Wandlung des Lichtes in Energie ermöglichen werden, sind noch den Erfahrungen, die man in den letzten Jahren auf technischem Gebiete gemacht hat, wohl mit ziemlicher Bestimmtheit zu erwarten. Aber heute kommt di« Langesche Zelle in erster Reihe für Zwecke der Lichtmessung in Betracht. Ferner wird es möglich sein, die bis- herigen Photozellen, die für zahlreich« Zwecke des Tonbildes usw. verwendet werden und heute noch Verstärker und Batteriehilsssllom brauchen, durch diese Langesche Zelle zu ersetzen, die auf die einfachste Weise in Tätigkett gesetzt werden kann, nämlich nur durch da» ge- wöhnlich« Tageslicht. Ferner muß noch daraus hingewiesen werden, daß die Langesche Zelle eine starte Empfindlichkeit für ullrarate Strahlen besitzt, durch di« sie für Zwecke der Zählung, der Bc- wachung verwendet werden kann. Dies sind teils wissenschaftliche, teils praktische Aufgaben die der Langesche» Zelle zufallen. Ihm Krönung ober wird sie erhallen, wenn die Laboratoriumsoersuch« zum Abschluß gelangt sein werden. Dann wird c» möglich sein, die Well aus einfach« und vielleicht billige Weis« ohne Kohl« und Oel mll Energie zu versorgen. . F.'Der Erfinder. Dr. Bruno Longe, der Erfinder dieser bedeutsamen Zelle, sucht heute im Aller von 29 Iahren. Er stammt aus Ostpreußen und hat in Königsberg sein Dollorexamen bestanden. Er wurde Assistent von Professor Eitel, und als dieser nach Berlin berufen wurde, folgte ihm Dr. Lange, der zuerst unter Haber im Kaiser-Wilhelm-Jnstttut für Physik und Elektrochemie ardeuet«. Hier harte er Gelegenheit. sich mll dem Wesen der Photozelle und der Einwirkung des Lichtes auf Metalle zu befassen und in einer dreijährigen Arbeit die Er« sindung zu machen und zu verbesiern, deren Tragwelle heute noch nicht übersehen werden kann. „Mordprozeß Mary Ougan." llfa-Theater Kurkü'flenvamm. Das sensationelle Drama de» Layard Triller, das«inen Kriminolfall sich vor den Geschworenen abspielen läßt und dem Indizienbeweis und dem ganzen zuungunsten des Angeklagten funktionierenden G.'richtsversahren einen Stoß ins Herz gibt, erlebt nun seine Auferstehung, nachdem es über so viele Bühnen gegangen ist, als Tonfilm. Man durchkostet wieder die mit großem Raffinement gehäuften Spannungen, wer denn nun der Mörder des Millionärs ist, seine Geliebt«, gegen die alles spricht, oder wer sonst, da sich kein anderer Täter auch nur vermuten läßt. Erst das Eingreifen des Bruders der Angeklagten, dem sie aus den Geldern ihrer Liebhaber das juristische Studium ermöglichte, ohne daß er davon wußte, gibt dem Prozeß«ine neu« Wendung. Der jung« unerfahren« Mann feiert Triumphe der Beredsamkeit und des Scharfsinn», weil er an di« Unschuld seiner Schwester glmibt und setzt erst recht glaubt, da er aus dem Prozeß«rsährt, wie sie sür ihn sich geopfert hat. Reben der Anklage gegen die gute Gesell- schast und die oon ihr ausgehalt«ne Justiz erklingt ein sozialer Ton des Mitleids uns der Rechtfertigung der Opfer dieser Gesellschaft. Freilich alles dem Efselt zuliebe und mit allzu deutlicher Wirkung auf die Tränendriis«. Und Unwahrscheinlichkeitcn gibt's genug! Trotzdem, es ist ein Film, der kämpft, der für etwas eintritt, ja, Oer anprangert(wenn er auch nicht das letzte Wort sagt). Die deutsche Dialogbearbeitung des amerikanischen Film», die von dem deutschen Regtsieur Ardir Robinson ausgeht, ist sehr gut gelungen, die Stimmen kommen charatleristisch heraus und In Ihren Kontrasten prägen sich gleichzeitig die Gegensätze der führenden Personen aus. Das Ganze ist äußerst lebendig gkhalien, dt« Spannung bricht keinen Augenblick ab, und zum Schluß folgt ein Trumps dem anderen, bis das anmaßende und unsoziale Gebäude des Staats- amvaltz zusamemngebrochen izT und die wahrhas! Schuldigen auf- tauchen, zwei Stützen der Gesellschaft, di« Frau des Gemordeien und ihr Liebhaber, die aus bloßer Geldgier d«n Mord begingen. Di« mißhandelte Revueschauspielerin, deren ganzes Vorleben in dt« Oeffenllichke'tt gezerrt wurde, feiert den Triumph der Unschuld, die unfaire und ebenso unfähig« Methode des Swatsanwalts und seine» Apparat» erleidet ein« syb emetische Niederlage. Di« deutsche Be» orbeitung konnte natürlich die ganz anders gearteten Boraus« fetzungen des amerikanischen Prozeßverfahrens nicht ändern. manches erscheint uns st> befremdlich. Der ganze Prozeß ist«in Duell zwischen Staatsanwalt und Verteidiger, während der Vor- sitzende ganz im Hintergrund bleibt. Die deutsch« Besetzung führt« cin paar erstklassige Sprecher in» Tressen, Arnold K o r s f war ein wirklich surchtgebietender Staatsanwalt, der sich wie eine Bull- dvggc auf sein Opfer stürzte und es vor den Aug«» der Ge- fchworenen in Feyen riß. Ganz leidend, aber doch auch der Letten- schoft und de» Aufbegehrens fähig, gestaltete Nora Gregor die Dugan. Als jugendlicher Bruder, den d!« Lieb« zur Schiriester befeuert, war Egon von Jordan sehr sympathisch. In kleineren Rollen Juki« Serba. Lucy D o r a i n e und Hedwtga Reicher: Kein« Fehlbesetzimg und ein gute» Ensemblespiel. O. Zauberei. Okkulter Spuk aus der Afllme. Eine Glocke, di« eben noch von jemand in der Hand gehalten wurde, schwebt plötzlich frei in der Lust,«in Tamburin folgt ihr, beide vollsühren einen phaniastisch lärmenden Tanz, klirren, rasseln, hämmern gegen Wände. Stühle, von irgendwo herangeholt, ver- lieren gleichfalls ihre Schwerkraft und bewegen sich spukhast in jeder Richtung durch den Raum. Selbst die Blätter eines Harm- losen Kartenspiel» fangen plötzlich an, durch die Lust zu wandern und kommen sogar je nach Zuruf rasch oder langsam heran. Mutz man nicht geistergläubig werden, wenn man solche Vorgänge er- lebt? Selbst«ine ganze Reih« gelehrter Leute hat bei spiritistischen Sitzungen, die solche Erscheinungen hervorbrachten, erschauernd die Knast des Uebernatürlichen erkannt. Sie würden von dieser Ueberzeugung wahrscheinlich auch nicht abzubringen sein, wenn man sie in Dantes Zauber r�vue schickt«— denn sie mutzten dann ja bekennen, daß sie sich vorher zum Narren gemacht haben. Es ist verblüssend, was dieser „Zauberkünstler seinem Publikum an phantastischen Wundern»vr- führt, und es ist unbeschreiblich charmant, wie er es macht: mit spöttischer Ernsthastigkeit, mit amüsiertem Lächeln darüber, datz Augen und Ohren eines großen Publikums so leicht zu täuschen sind. mit spielerischer Freude an der eigenen Geschicklichkeit. Dieser amerikanisterte Däne zeigt sich als würdiger Landsmann von Charlie Chaplin: beide sind sich in Humor und Weisheit verwandt. Dante betont immer wieder, daß niehis, gar nichts on seiner Kunst ein„Wunder" sei. Aber dann tritt er unter das Publikum, reicht fest geschlossene Stahlring« zum Rachprüsen herum, und sie scheinen unter seinen Händen Wachs und fügen sich willig zu Ketten und Formen ineinander. Ein paar große Schaubilder hat Dante feiner Zauborrsvite, die er im Theater am Nollendorfplatz vorführt, eingefügt, die nicht ganz auf der geistigen Höhe seiner kleinen, eleganten Taschen- sp-ielereien stehen. Aber auch st« sind hübsch und amüsant. Da» Publikum staunt, lacht, und fühlt sich sehr klug. Dante kann eben doch betnahe zaubern._ 5— r. „Hlmmelblan mtft re'ertcl" ift die Devise des dieSjäSrigen Balle», her in iämll'iben Räumen der Vereinten Staat»! ibulen für freie und en- .icwondfe.«lunft, GdarlcttenSiirfi..tftaidendergftr. 3Ä, znnunsten de» Wabl- »Zli,:keit?!ond» der«tudcnt.ndii'e am 7..'jU Mr. flütiün'-ct garten sum Vre ie oon äft. und M. 9.— find Irerfta�.»an 11 bis 7 llhr, Hnrd«»- bergstr. 33 zu ha! ca. Massenaufmarsch der Krauen Kundgebung gegen faschistische Llnkuliur Bei der großen Doppellundgebung der Berliner soziol' demokro.ischen Frauen im Friedrichshain, über deren glänzenden Verlauf wir im Morgenblatt kurz berichteten, löste die Rede cies Reichstogsabgeordneten Genossen H o e g n« r immer wieder stürnri- schen Beifall aus. Hoegner sagte unter anderem: Die reaktionäre Bewegung des Rotion-llsoziallsmus will die Frau in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat auf den Zu- stand vergangener Jahrhunderte zurücksühren und sie aller Rechte berauben. Die Polirik soll das alleinig« Jagdgebiet des Mannes sein. Unter den Nationalsozialisten an Reichstag und in Vandesparlamenten findet sich keine Frau, und keine Fnm steht auf der List« der Bewerber. Das ist kein Zufall, sondern Er- gebnis grundsätzlicher Erwägungen. Der naüonaljozwlistische Kuliur- pokitiker Rosenberg nennt den Stimmzettel einen oierschwänzt- gen Wisch. Cr will, daß„Verantwortliche Persönlich- feiten" in offenkundiger Wohl abstimmen. Zu diesen rechnet er die Frauen nicht. Vielleichl ist es gut, daß noch nicht national- sozialistische Frauen himmlische Rosen ins irdische Leben unserer Parlamente geflochten haben.(Heitere Zustimmung.) Nach einem anderen Nationalsozialisten fehlt den Frauen die nackte Brutalität, um in der Pwli.ik etwas zu leisten. Sie sollen wie ein Dornröschen ans der Diedermeierzcit auf den Kuß des Bräutigams warten. Noch dem Reichstogsabge- ordneten Walter Buch soll die Frau Hüterin reiner Raste sein, die den„Abstieg vom Edeling zum Köter" verhindert. Frei. lich wisten wir nicht, ob die Parlamenrssraktion der Notionalsozia- listen aus lauter Edelrassigen, lauter Bernhardinern und Schäfer- Hunden besteht und ob nicht auch bei ihnen sich Windhunde, Affen- Pinscher und Möpse sinten.(Neue Heiterkeit.) Wer. er soll die Frau vom Broterwerb zum Dlutrcinigungs- beruf übergehen. Zloch Aeders Lehre sei die Krau die Magd und Dienerin des Mannes, und nach Goebbels soll sie schön sein, Sinder zur Welt bringen und sich putzen wie die vogclsrau und Eier ausbrüten. (Anhaltende Heiterkeit.) Frellich sagt die mitionaisoziatiftifche „Rheinsront", daß der Lebensstil der Nationalsozialisten keineswegs keusch und still sei und daß die drei W's der Landsknechte, Wem, Weib und Würfel, bei den SA.-Männern eine große Rolle spielen. Wenn der nationalsozialistische Frauenorden«inen Ausruf zum Kampf gegen Entartung und Sittenlosigkeit erließ, fängt er mit seiner Arbeit vielleicht bei den Swß rupps der Hakenkreuzler am besten an.(Stürmischer Beifall.) Roscnberg befürwortet Vielweiberei, kinderlose Frauen gelten als nichl vollwertig, und der Ge- setzentwnrs der hakenkreuzler im letzten Reichstag will nicht nur den Gebärzwang, sondern auch den Empsäagniszwang.(PfuÜ-Rufe.) Noch den Nationalsozialisten hätte die Frau olle neun Monate ein Kind zu Wersen. Es ist schwer, sich mit einer Partei auseinanderzusetzen, die Dernunst ein lkind des Teufels neitnt. vor allem wenn man Sozialdemokrat ist, auf besten Fahne die Dernunfe geschrieben steht. Wir Sozialdemokraten wenden uns nicht an die Frauen, die sich einem nwulstorken Nazi beugen. Sie verdienen die Peitsche, der sie sich unterwerfen. Wir wallen fene wecken, die bisher ge- dankenlos und gesühlsmäßig den Nazis nachgelaufen sind. An ihre Frouenwürde, an ihren Frauenoer stand wollen wir appellieren. Die Tätigkeit der Frau im Parlament in den Fragen der Sozialpolitik, der D o l k s g e f u n d h e i t, der Mutter- s ch a f t und Kindererzlehung fst durchaus erfprieß'ich gewesen. Es war kein Verlust, sondern ein Gewinn, daß die Frauen ine Parlament einzogen. Das bayerische Justizministerium, dessen deutschnationaler Chef sich gegen die Aulastung der Frau als Schöffin und Geschworene sträubt«, hat öffentlich zugegeben, daß man mif den Frauen namentlich bei den Zugendgerichten gute Erfahrungen gemacht halie. Bester, wahrlich, die Frau wirkt in den Parlamenten, als daß sie vre in der Zeit der llnterrockpollük schwache Monarchen lenke. Der Wunlch der Nazis, die Frau au» dem Wirtschaftsleben auszufchal.en, ist allein schon widersinnig durch die harten Tatsachen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Manche proletarische Frau wäre gern bereit, aus ihre Arbeit als Kontoristin, Fabrikarbeiterin oder Scheuerfrau zu verzichten, wenn nur für ausreichenden Lebens» unterhalt gesorgt wäre. Die Nationalsozialisten haben eben keine Ahnung, wie etn groß Teil der proletarischen Frauen lebt. (Stürmische Zustimmung.) Immer haben die Diktatoren in der Frau ein minderwertiges Wesen gesehen. Dafür zeugt schon die Gesetzgebung Napoleons I. Wir Sozialdemokraten aber wenden uns mit der ganzen Kraft unserer Ueber zeugung gegen die kleinen Napoleons der Nationalisten. gegen diese Boulongers» die in ihrer Dermesienhetl so nxit gehen, sich als Messias auszugeben. Die Herabwürdigung der Frau zur Magd lehnen wir als Sozialdemokraten schroff ab, weil wir kein« Staatssklavinnen schaffen, sondern Staatsbürge- rinnen erziehen wollen. Wir wollen nicht, daß die Frauen nur Kanonenfutter gebären für die Launen eines Stoatstyrannen und den Wahnwitz der faschistischen Gernegroß«. In uns leben die traurigen Erinnerungen an die Millionen Opfer des Weltkrieges, in dem die proletarischen Mütter aller Länder ihre Söhne dem Moloch des Massemnordes opferten. Wir verwerfen ein« Wiederholung, ja, eine Ueberfteigerung des entsetzlichen Erlebnisses.(Stürmische Zu- stimmung.) Die Mutterschaft ist für uns kein rechnerischer Faktor für das frivole Spiel nationalsozialisttscher Machtpolitik. Wenn der National- sozialismus Herrschaft und Gewalt über die Frau gewinnt, dann wird die deutsche Arbeitermutter zur mater dolorosa, zur schmerzensreichen Mutter, die ihr Liebstes opfert und die dann mit Dolchen in der Seele trauernd dasteht. Das Ziel der Sozialdemokratie ist die mater xloriosa aus dem Faust, die ruhmreiche Mutter, die ihr« geliebten Kinder großzieht zu würdigen, nicht zum Sterben ver- urteilten Gliedern der menschlichen Gesellschaft. Die Geschichte zeigt, daß die freie Arbeiterbewegung, daß die Sozialdemokratie die Frau emporgeführt und von Fefsela erlöst hat. August Bebel hat als erster ihre Recht« in seinem Werk«„Die Frau und der Sozialismus" verkündet. Durch die Sozialdemokratie wurden die Frauen gleichberechtigte Staatsbürger, und dies werden die Frauen des deutschen Praletarwts der großen Partei der Arbeierschaft nicht vergessen. Za gleicher Front mit den männlichen Kämpfern für Sozialismus und Vemotrotie wird die Frau stehen, getragen von der festea lleberzeugnng. daß ihre Zuteresseu uur bei der Partei der Arbeiterklasse gewahrt sind. Weil wir die Gefahren de» Faschismus erkannt haben, zogen wir io den letzten Monaten kleinere llebel vor. um eine Regierung hitler-hageubera zu verhindern. Da» Hot auch die Frau erkaant. Deshalb muh and wird im großen Kamps gegen den Faschismus die deolsche Arbeiterfrau der Sozialdemokratie treu bleiben."(Stürm, anhaltend. Beif.) In der wegen Ueberfsillung des Riesensaals notwendig ge- wordenen Patallelversammlung beleuchtet« zunächst Genosse Dresse! in vortrefflichen Ausführungen die großen(Aefahren, die nicht nur den Frauen allein, sondern dem Gesamtvolke durch den Nationalsozialismus drohen. Sein« Ausführungen wurden durch stürmische Zustimmung belohnt. Nachdem Genosse ch o« g n e r sein« erste Red« beendet hatte, ging er in den Gartensaal, um hier seinen flammenden Appell zum Kampfe der Frauen gegen den Faschismus zu wiederholen. Di« Stimmung in beiden Versammlungen zeigte, daß die Berliner Arbeiterfrau in ihrer überwältigenden Mehrheit erkannt haben, welche schwer« Verantwortung ihnen im Kamps« gegen den Faschismus erwächst. Es geht um ihre Rechte, um ihr Glück, um ihre Zukunft, um ihre Gatten und Kinder. „Der Retielsiudeni.� primvs-palafi. Endlich hat man sich dazu entschlossen, die größeren Gesang?- Partien in einer Tonfilmoperette mit Opernfängern zu besetzen. Jgrnrila Novotna und Hon» Heinz Bollmonn singen im „BettelstudeM". So hört man Gesangsstimmen und nicht nur Sprecher, denen seder Ton Schwierigkeiten berettet und die imt Millöcker überhaupt nichts anzufangen wissen. Hinzu kommt, daß es sich bei beiden Sängern um sehr gifte Darsteller handelt. Di« Novotna verfügt über wirkliehe Eleganz und«m ausdrucksstarkes allerdings etwas auf das Dekorativ« gestelltes Spiel. Der Regisseur Viktor I a n s o n verlegt die Handlung in die Gegenwart. Er folgt darin dem stummen Film„Der Bettelstudent". der vor etwa drei Jahren lief, aber er engt, mit dem Vorgänger ver- glichen, den Darstellungsbereich ein. Es fehlen fast ganz die Außen- aufnahmen. Der Film ist hauptjächlich auf Operette, auf Gesangs- sttuationen eingestellt. Der Regisseur vermeidet zu stark bewegt« Szenen. Die Gesellschaft wird nur zum.Hintergrund, von dem sich die Solisten abheben. Das filmische Moment erscheint nicht genügend ausgenutzt. Janstrn hätte intensiver die Dallesfamilie belichten können. Durch »eine, der Wirklichkeit entliehenen Züge gewinnen die Menschen an Lebensfülle. Dies wird von der Regie oft übersehen. Ianson gibt Echtheit im Milieu, in der Dekoration woniger in den Darstellern. Trotzdem«in erfreulicher Film. Paul Westermeier Kall sich als Oberst Ollendorf von jedem Karikieren frei, was von Hanna Arnstadt nicht immer behauptet werden kann. Leb. „Onkel Kühn aus Neuruppin." Sasitto-Thkater. Unier diesem Tttcl verbirgt sich der gute, elte Schwank„Ein toller Einfall" von E a r l L a u s s, die Geschichte von dem Studenten, der in Abwesenheit seines Onkels die Wohnung vermietet. Das harmlose, amüsante Stück wird etwas auf Reuzlanz gebügelt, und die Sicherheit in der technischen Beherrschung der Schwankrequisiten sichert ihm heut« noch den Erfelg. Es treten die üblichen Lustspiel- typen auf. und sie werden in reizend« Verwicklungen eingesponnen. Hat man sich dies« Art der Schwanke übergesehen? Kaum, wenn sie etwas Niveau halten, was hier bei Laufs der Fall ist. Die Darstellung sieht von individueller Ausgestaltutng der Typen ab. Man spielt handfestes Theater. Hans Berg zeichnet den komischen Onkel Kühn mit viel Geichick und gutem Können.— t. Volkst-ohaevkovzerte. Infolge mebrjacher Erkrankungen von Künstlern der Berliner Utammeroper rnii'i die für den 8.. milta,S II1/» Uhr, an- g.ietzte ülullllbiung»Der Dollar und der Apotheker- a u t s a l l e n. Be- leite gelöste Karten werden zurückgenommen. Pros. Zoses wolssthal. der Konzertmeister der Siaatsoper. ist. Zljährig, nach kurzer Grippeerkrankung einer doppstlstitigen Lungcn- entzündung erlegen. Dar Verstorbene war einer der hervor- ragendsten Geiger der Gegenwart und hat sich ganz besonders auch für alle moderne Musik eingesetzt, er gab aber auch Autzerorden' llches als Interpret klassischer Musik. Seine Kunst ist in einer Reih« wortvoller Tchallplatton ausgewahrt. Bezirksausschuß für Arbelterwohlfahrl. 19. kret» Pankow. Heute abend, 1SZH Uhr. im Rathans Pankow. Sitzungssaal.-Kursus: „Strejfzü'.v durch die Sozialoersicherung." Neserem Rudol? Äarsten. Der Schlosser Ferdinand Köhler. Berlin N.. Voyeustraße 19. war am 1. Februar 40 Jahre Vorwörtsleser und feiert heut« seinen 78. Geburtstag. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Donnerstag, den 0. Februar, abends 7'-4 Uhr. im Gesongssaal der Sophien-Schul?, Weinmeisterstroß« 16/17, llebungsstundc. Wetter für Verlin: Meist trübe, mit noch ettvas stnkeuden Temperaturen. Keine wesentlichen Niederschläge: östliche Winde.— Für Deukschland: Im Osten strenger, sonst allemein mäßiger Froit. Nur strichweise leichte Schneefälle. B-i-ntworil. nir die Atdofion: Serbe.! ge»««, Berlin; anzfigen: ö.«totir. Berlin. Verla«: Ceraätls Verla«®. m. b. S.. Berlin. Druck: SorwSrr, Buch. druckerei und B«rla»«lnsta!t Da»! Sinfler& Co.. Berlin EW 68. Lmdenstrake 3. Sic«» 1 Bcilate. AUgeineine Ortslrantenkosse Berlin-Wkißensee Bekanntmachung Der in der Ansschuhschuna am 29. Dezember litto deschlosii ne 86. Sagungsnach- l-raß. entha iend Aenderungen der§§ 12, 50. 22. 25a. 2«. 303. 81. 34, 46. 89, 91. 90 106. ist»am Odem-rsichernngsanil gelte d- rniftl worden. Di« Aendcrungcn aelten tow.-tt nichl einzelne Bestimmungen bercli« lrllKer William geworden flno, com L Za- rmor 1961 ad. Drnckstilcke des 36. Nachirages stnd in unserer SelchZiisstell«-rhStltich. Bin-Weitzenlee den ZI. Januar 1981. Ott Bocftaub. Max BrühmUIler. Sotfifccndcr. Mittwoch, 4. 2. Slaats-Qper Unter d. Linden 186. A.-V. 19>.!> Uhr Margarete Ende g. Z2'/i Uhr Staais-Oper In Piatr dr fapoUst. V-B. 19% Uhr mgoieno Oeitntl. Uwiimrliuf Ende g, 22 Uhr Mittwoch, 4. 2. Städt. Oper Bismarcksir Turnus IV 1916 Uhr Don Giovanni Ende 22'8 Uhr StaatL Stknsph. lau Gtubnseiuritl. 134 A.-V. 20 Uhr Ein besserer Herr Ende n. 22 Uhr Staat Jtliiller'IIiealer.üiaritlig 20 Uhr Don Carlos Ende nach 23 Uhr VolKsbtlline ssiuttr in KlowplatL 8 Uhr Bans Albers in Liliom von FranyMolnar HeglcLiTlBilBllirtiii StaatUdiiller-Tb. 8 Uhr: Don Carlos T&eatBr am Sctilitoauerdamni 8 Uhr DleQuadratnr des Irelses Staatsoper Am PI. d. Republik TV» Lhr Rigoletto Tlqi. B u. 01» StttBLi.il. 1" Alex. E 4. 8066 I. Vortlelluae SO Pf. bis I M. II. und III. Vorst 1 bis 2 M, •riruitA XttMlmr, Tigf» Xareetn .VjtiBlUon" tCOWandarirrnitGomp. II. Voi II- ut jSrmtA .Vanfll = Piscator-BOhDe (Wallner- Theater) Alex. 4J92-93. Täglich S1/» Uhr „Tai Yang erwacht" von Friedrich WoH Regie; E Piscator. Rzocc■■&üiJz Pbllbannoiüe 6 Uhi, Mozart-Feier d.Phiir.srmon.Orch. Dir. Frol. j. Prüwer alUt; Pro'. Dr. Ii. Sdumaon Bnlc-Iluutrt HVraim: fr»«!i t>4 D4n. öaotidisi msatw 8 Uhr Elisabeth von England vuFtr* Brackiwr Re?lt; Seic: Hüjiert K&mmerspiele S'h Uhr Pariser Platz 13 von Vlcki Baum I«,!,; Sntif dri-chew Die Komödie S'U Uhr Die Fee yu Franz Ualnar Itgii: Stein Bei. Neues Theater "•« TO Zoeaa InBiInlLZn. StpLSSSt Täglich 8'u Uhr Der yr tacheriolRl Wlederauftreten Guido Tbielscber das otTBatitebe aerserois Preise I vis 8 M. Rarflrstendamin- Tbeater Bismarck 449 1 8 Uhr Das schwache aeschiecht v. Edouard Bourdet Beile; Nu Reioterft Iroiw-Tatim Lusispieinaus Kurt Götz Taglich L»hr Der LOgnero. die üonna Täglich W. Uhr Viktoria «indihrHusar Mnj lesseff. Stöeiiidt. Ossdrr. laeff Barnowikj-istinen Tktsicr In der Stresemannsii. kV« Wir Amphitryon 38 Komödie von Jean Otraudoux Inszenierung: Victor Bamovskj Komödiennaus 8% Uhr Cocktail •n Ks) liHaiiellu. Musik i.Eilp'ill«iBtz!(j Berlioar TheaL *'* Uhr Sturm im Vasserdlas von Bruno Frank. Oer neue Bombenerfolg: HDie schöne Helena" im ROSE THEATER UrtU Frankfurter Strats 182 BQlcttkuu; Alex. 3422 u-3494 Wochentag- Beginn S-ISUhr Sonnabds-TUhru 10 iSUhr Sonntags Z~SO, 5.45 u. 0 Uhr Preise van SO Pf. klj 3 M In der Hauptreile: Traut«, Hanl und Willi Ran. Cddleh. Kanlech. MlkuUH». a. ZioangseinoDartlerung Kommandtn Olanstm. mit wach b. Oonnarstag BJ50 Uhr nachm. »uro letzten Male. Prcltmff aatolam. B.3Ö Uhr Premier«: Liistspie) von Leo Lenz mit Uni Pyrmant, JUa VaB- bam. Hilda Dreyer. Hans und Will! Rosa. Erich Wilde, Preise von 30 Pf. bis l.SO M. 20 Minuten Kaffeepauoe, Kaffaa mit Kuchen 30 Pf. Blar mit Salzbrot 25 Pf. 7tiLgit:er Vorrerka ut, taglieh von 11—1 ühr rorin. und abend». CASINO-THEATER Lothringer Strohe 97 Man lacht Tranen über Direktor Hans Berg in dem neuen Schlager Onkel««im ans Menrnpp n Oaxn ein neuer baoter Teil. Gntediels 1-4 Peraoae« Fauteuil IJS Sessel I.TS M. Sonstige Pr.: Parkett 75 Pt. Rang 60 Pt. m#™ Arnold Scholz B-Esto ÄimiüipliltKriDlirüle 1U-U Elite tagt fir. Bockhleriest 7 Kapc.Ien, Neue Dekorationen, Bayt. Bedienung Einlafi: Woch e n ta gs 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Donnerstags: SCHWEI NESCBLACHTEH I** Reichshallen-Theater liuus(XI SMBtu fatDittjj fTT](dir Oah große Lach- Pro«» am m der Stettiner sanger Nachm, ermäßigte Preise I Volles Piogrammt Uönhoft- Brettl: Berlins beliebteste« Farn-Variete mit T anz l t»MM um lidts. Theater am sminhauerUaram ' Norden 5813 u.0281 j Täglich 8 Uhr iUebcr 60m al: 3er groüe sjjshjiielerlolä I Die Quadratur des Kreises Preis« v. 0.73— 7 M Besonders Rose- 1 Dealer 6r.FraDElBr.MStr.i32 T«l.Alex 3422 u. 3494 5.10 Uhr zuiangs- eincuartjepur.9 8 15 Uhr Sie Me Hülena Füeaferl Weiteos Täglich s1;. fraar Utars HeisterwtiV Der Zarewitsch Serge Abramovic, Anm Ahlers. Deutsches IlBSlIer-Theti. Barbarossa 3937. 8V* Uhr Zum goldenen Anker etil Sime Borsch Renaissance- 1 Dealer Steinplatz 6780 S'i Uhr mua die Kon Much gaben? Bit lldul SatszmiM Komische Oper S't Uhr lach S«utig 4 Ihr Kleine Preise. Reppina »w ptnitiiier Uitni to Sentpcoimr Robert Stol z U te Praimeboetnar ß I 00 wMMlltgr Nor Gross-Berlin Aluandmrplatx mstropoMheaier Täglich Vi, Uhr schön ist die weit Operette von Lehäi SldunlTiiitier, Sittirlhar _ SAatralorf__ Kleines Theai. Täglich S1;« Uhi: Olga Tsebe.ktva I im 1 üebe- kzufmann, Uobcrtu TheaL a. xett». I«r •ottboier S'.r.S. «gl 81 Üb« auch So nl nchm 5. Uhr rUlc- senger wla immer dar fr»« Br ot: t En loeel-chaiorm« Wintej, - Garten• s Skr. Inn. 2813. > Codooas sind proiongit'ti Careiis/ 7 ättrodoi/ ln*u 3 Ussus tu*. BETRIEB A»V KEMPIMSKlIW Berliner Fahnenfabrik Fischer 6 Co..WalIstr.£4 8-8. luoiortcko. 1 8 H trkor 4310-82 Strumpfe wasche Gardinen Haus Emu Moses tiadil. Birkenstr. 29(Eike Pa'Utzstr.) 6. KartseilWisehe Verleih Telephon: Uoritzpl. 918. S 42, Füretenetr 20 Wäsche aller Art w Gate BescheifeabeiU Ire lettre Bcdtngnagen! iSeilage Möfwoch, 4. Fchrunr 1931 SivMmA �htJeMUaßaJm{bteäsA J)er'Tod in den fyeryen TrqgUckcA SekiektaC einet Sefiweiget(ftctgfufitet* Unheimlich Häufen sich in diesem Jahr« die Meldungen von grohen Lawinen Unglücken in den Bergen. Dabei bleibt die MeHrjnHl der Fälle für uns weit Entsenute unbekannt, weil nur die aufregendsten und größten Unglücksfälle gemeldet werden. Gar manchen aber holt sich der tückische Bcrgwinter»tm stillen und bringt ihn erst bei der Schneeschmelze im Frühjahr ans Tageslicht. Das Hochgebirge Hai seine Gefahren, die selbst der geübteste Tourist nicht voraussehen kann. Die moderne Hochtouristik, der technisch rassiinerte Zllpimsmns hat den Prozentsatz der Opfer der Berg« gegen früher wesentlich hcrabgeschraubt. Trotzdem gibt es Tücken der Natur, denen gegenüber der Menschenverstand und seine Werkzeuge machtlos sind. Von einem solchen Fall will ich erzählen. Unsere Sklläusergruppe war am Piz C a l m o t. wenige Minuten vom chotel Oberalpjee enisernt, stationiert. Wahrend Anderinott, chospenthal und die Gotthardstraße in diesem schnee- armen und warmen Winter fast immer Föhn und Regenwetter hatten, war hier oben in über TÖÜO Meter Höhe genügend Schnee- umerlage, um unseren geliebten Sport auszuüben. Trotzdem machte uns dos Wetter Schwierigkeiten. Jeden Morgen, wenn wir aus der Hütte heraussahen, dasselbe Bild: tiefe, dunkle Wolken, der ge- fürchiete schwarz« Nebel des Gotthard und Schneetreiben mit fürchterlichem Wind. Zweimol schon hatten wir die Tour nach dem weit entfernten, aber im allgemeinen ungefährlichen Maigelespaß versucht und immer hatte uns der tobende Schneesturm zurückgeschlagen. Äm Morgen des 3. Januar brachen wir von neuem auf. Der orkan- artige Wind blies die Flocken um das niedrige Haus. Der dichte Nebel verhinderte jede Sicht selbst für die nächste Umgebung. Ein gefährliches Wetter für Bergsteiger, doch wir hofften, daß sich die Sann« durchkämpfen würde, wie so manchen Tag vorher. Dicht lstntereinander stampfen wir mit schweren Rucksäcken in derselben Spur aufwärts. Ein dumpfes Grau, wesenloses Nichts umgtbt uns. Mit dem Aug« ist nicht mehr zu erkennen, ob es berg- aus oder abwärts geht. Nur die Bretter verraten das Ge- lande: plötzlich geht es in schneller Abfahrt hinunter, die kaum noch anzuhalten ist, dann wieder fliegt der Körper mitten in schönster Fahrt mit einem Ruck nach dorn, und wenn man sich herausge- wühlt hat, sieht man, daß bort ein Gegenhang ist, wo vorher nur eine weiß«, glatt« Fläche zu sehen war. In solchen Situationen wird die Aufgab« des Führers über- menschlich. Er muß sehen, hören, fühlen zu gleicher Zeit, darf die Richtung nicht verfehlen und muß sckstietzlich seine Gruppe noch an- feuern und zuversichtlich machen. Denn Angst und Erschöp- fung sind die größten Gefahrcnmoment« in den Bergen. Noch kannten wir hier in der Umgegend jeden Stein, konnten uns nach dem Kompaß und der Äeit orientieren und wußten nach den Se- nbachtungcn der vorhergehenden Tage, wo wir etwa fein mußten. Aber wie lange noch? Der eisige, wirbelnde Wind, lUebel und Schneefall hielten unvermindert an und doch waren wir fchon zwei Stunden unterwegs. Jetzt mußten wir an die gefürchteten Steil- hänge kommen. Der Schnee war frisch aus harter Unterlage, die Temperatur im Windschatten ziemlich hoch, also erhöht« Lawinengefahr. Kurze Beratung und Ausschau, dann der schwere Entschluß: umkehren, es ist zwecklos. Langsam und bedrückt ziehen wir zurück; schon ist die Spur wieder verweht und endlos scheint setzt der Weg durch die weiße Einöde. Endlich kommen wir weder aus die Oberalpstraße und sind in wenigen Minuten im Hotel. Als wir am Nachmittag in der Borhalle sitzen»nd dem Spiel der Sonne mit den Wolle» über den Bergen zuschauen, die sich mittlerweile doch noch durchgerungen hat, klingelt plötzlich scharf und durchdringend das Telephon aus Andermatt. Der Wirts- fohn kommt eilig heraus und meldet, daß in dem Gebiet des Mai- ggiespaffes ein Schweizer Führer in eine Lawine ge- raten sei. Einige von uns wollen sofort los. aber es heißt, be- vor die Retdingskolonn« von Anderntall nicht heraufkommt, können wir nichts ausrichten, sondern bei der baldigen Dunkelheit und der wahrscheinlich sehr weiten Enlfcrmmg nur noch mehr Unhell an- richten. Doch die Nachvicht ist uns so in die Knochen gefahren, zumal wir ja am Dorntittag in derselben Gegend waren, daß wir vor Unruhe nicht den Extrazug abwarten können und wenigstens zu unserer Hütte am P i z C a l m o t hittaitfziehen. Dort keucht gerade aus der inzwischen eingebrochenen Dunkel- heit einer von unserer Gruppe die Straße herauf und schreit schon von weitem nach dem Doktor. Der hat noch gar nicht abgeschnallt, und mit Schlitten, Apothekerkasten und Laternen folgen die besten Fahrer unserem Freunde, der erregt und vorwurfsvoll berichtet, was sich inzwischen hier oben zugetragen hat. Um halb fünf Uhr war ein Schweizer Führer zum Haus gekommen und hatte erzählt, daß sein Kamerad als Vorangehender der aus sechs Touristen und zwei Führern bestehenden Parti«, ohne es im Nebel zu merken, auf eine Wachte getreten sei, die plötzlich losbrach und ihn mit in das nur etwa zehn Meter tiefe Vachbett hinunter- r i ß. Als auf das Rufen niemand mehr antmorlete, waren sie auf Umwegen in di« Schlucht gestiegen und konnten nur noch sehen, wo ein riesiges Schneebrett losgetreten war. Rings» herum türmten sich die Schneemassen. Don dem Führer war keine Spur mehr zu sehen. Ausgralntitgsvcrsuche blieben ohne Erfolg. Darauf war der andere Führer zum Paßhmts gefahren und hat.e dort unsere anderen Freunde angetroffen. .Wir sind sofort losgezogen und hofften, ihr wurdet alle nach- kommen, well doch nach Andermatt telephoniert wurde," schreit er uns nun vorwurfsvoll zu.„La wo hat beim Bohren mit den Stöcken bald etwas Meiches gespürt und daraus haben wir fieberhaft mit den Schaufeln gegraben. Nach zehn Minuten stießen wir auf die oben liegenden Skier und in einer Viertelstunde hatten mir de» ganzen Körper herausgeholt. Nun liegt er schon fast zwei Stunden draußen, wir versuchten ihn wiederzubeleben, aber der Arzt war ja bei euch Es ist nur ein paar Kilometer von hier entfernt." An demselben Berghang entlang, den wir am Morgen passiert hatten, rasen wir bei wechselnden' Mond licht in Eile vorwär.s, bis vor uns«in Licht auftaucht, um das einige dunkle Schatten stehen. Wir sind an der Unglücksstellc. Kalt und bleich liegt der Ver- schüttete aus wollenen Decken. Der Arzt macht ein bedenkliches G«- ficht, gibt ihm eine, zwei und schließlich noch eine dritte Spritze. doch ist es zu spät. Die Leiche wird aus dem Schlttten zu Tol gebracht. In einigen Tagen wird in Anderntott das Tatenglöck- lein läuten. Der Bergwinter hat ein neues, blühendes Menschen- leben gefordert. Der Führer Weitste in ist ein Opfer seines Berufs geworden, anderen di« Schönhell seiner so sehr geliebten Berge zu zeigen. Nachdem sich die Erregung am nächsten Morgen etwas gelegt hatte, tauchte als wichtigstes die Frage aui, wie ein derartiges Un- glück vor den Augen der Nachsolgenden passieren konnte. Die ver- schiedensten Meinungen wurden diskutiert, dls wir uns entschlossen, die Unglücksstelle noch einmal auszusuchen. Zuerst konnten wir sie gor nicht finden. Nur die vielen Spuren und das tiefe, gegrabene Loch zeigten uns den Platz, der jetzt ja harmlos dalag, daß sich niemand von uns früher gescheut hätte, den Hang in einigen Kehren abzufahren. Wir konnten uns die Sache nur so erklären, daß der Führer schon mit einiger Geschwindigkeit über die flach geneigte Ebene ankam, in dem Nebel die Wächte und den Absturz nicht sehen konnte und sich dann durch den Ruck nach vorn überschlug. Dabei sind wahrscheinlich die losgetvetenen und ins Rutschen gekommenen Schneemasfen über ihn weggegangen und haben ihn, mit dem Kopf nach unten, ein- gegraben. Da der Schnee naß und sehr schwer war, konnte er sich selbst nicht mehr frei machen und als er ausgegraben wurde, war es zu spät, wenn nicht der Tod sogar schon vorher durch den Sturz eingetreten war. Wir nehmen unsere Mützen ab und gehenkelt für eitrige Minuten seiner und der anderen Opfer der Berge... Xarl dloellee. Wasdüincngemefrr gefäVCig? SeCitame Begegnung in ClßetAinien Es ist jetzt«in Jahr her. daß ich gemeinsam mit dem Militär-| arzt P« y r ä Gast im Hhtel des Marfeillaner Gleize in Addis A b e d a war.... � Das Hotel, ein seltsames Gebäude, erinnert« schon von außen, aber auch tcllweise im Innern, an jene Gaststätten, die man manch- mal in romantischen Wildwestjilmen sieht. In der sogenonnten „B a r" des Hotels gab es dann und wann auch Bollveranstoltungen, ja sogar Kinoabenk« konnte man dort erleben. Das Orchester zu all diesen Beranstaltungen bestand allerdings nur aus einer großen Trommel und einem Triangel. Aber fast alle Rosien der Erde gaben sich in diesem Raum Zusammenkunft. Gletch am Tage meiner Ankunft in Addis Abeda hatte ich an der„Bar", hinter deren Schanktisch ein Neger hantterte,«inen ein- samen und stillen Zecher bemerkt. Sein Antlitz war glatt rasiert, er trug eine schneeweiß« Flanellhose und fönst nichts Be- merkenswertes an sich, nur der Glanz feiner stahlgrauen Augen wirkte irgendwie beklemmend. *£aßt(fyiunten sprechen! f Blumen und Zahlen— dies«„Mqtcriallsierung" der Pflanze vollzieht sich nicht in dem Schaufenster des Gärttiers, das den Blumenfreund zu jeder Jahreszeit zur Betrachtung der immer wechselnden, immer währenden Farben- und Formenpracht zwingt, 'ondent in den„Pflanzenateliers". Bei der Besichtigung einer be- konnten Berliner G r 0 ß g ä r t n e r e i hat der leitende Garten- Inspektor die Blumen einmal„sprechen" zu lasien und einen knappen Ueberblick über die Produktion dieses Betriebes vermittell. Durchschnittlich 200 Menschen finden hier ihre regelmäßige Beschästigung. In 80 Glashäusern, unter 3500 Früh- liectfenstern und aus rund 250 000 Quadratmeter Freigelände werden jährlich ungeheure Mengen von Blumen und Pflanzen herangezogen. 30000 Alpenveilchen, 30000 Hortensien. 30 000 Chrysanthemen, 10 000 Gloxinien— das sind schon 100 000 Blumen- töpse. Wurde man einen Tops neben den anderen stellen, so er- gäbe das— einen Tapfdurchmesier von 15 Zentimeter angenommen — allein ein blühendes Band von 15 Kilometern, also eine Strecke, angesangen vom Brandenburger Tor bis Pichelsdorf an der Havel. An Primeln, Pontojsell'lumen. Zntnerarien. Amoryllis und Begonien werden wettere 40 001) Stück kullivjert, an Balkonpflanzen 35 000 Pelargonien, 80000 Sommer- begonten, 7000 Petunien, 3000 Fuchsien 5000 Angeratuin und 10000 Topsrosen. Rund 10 000 Kakteen, von denen man ja nie weiß, wie all sie sind, werden sährlich vermehrt, ferner 60 000 Blattgewächse. wie Gummibäume(die große Mode), Tradcskantien, Farn- lräuter, Blattbegonien, Moose und andere Warmhouspflanzen. Geradezu phantastisch schnellen die Zahlen bei der sogenannten Treiberei in die Höh«: Jedes Jahr zwingt der Gärtner 280 000 Blumenzwiebeln wie Hyacinten, Tulpen. Crocus, Rar- zjsien, 200 000 Maiblumen, 15000 Azaleen und 6000 Blutensträucher wie Flieder. M-mdelböumchen. Goldregen, Schneeball. Rhododendron und andere, ihr« Blütenprocht um Wochen, ja Monate eher zu entfalten, als es die Natur eigentlich gewollt hat. Der jährliche. winterliche Soksverbrauch von 16 000 Zentnern, aljo 40 Waggons, die von IT Heizkesieln mit 250 Quadratmeter Heizfläch« verschluckt werden, setzt einem dann nicht mehr in Erstaunen. .42 000 Liter Benzin» verbrauchen die 8 Lieferautos. Die Kleinig- keit von 120 Waggons Pferd«- und Kuhdung und 300 Zentner Kunstdünger stellt neben 20 000 L'ter Wo,'irr die Iahresnabrung der eben beschriebene« Pslanzeirmrugen dar. La» dem alten Gärtner, der. mV der Gießkanne bewaffnet. feine Blümchen liebevoll betreut, dabei gemütlich feine Tabykspseife raucht und mll Spannung aus die ersten sich öffnenden Knospen »artet, ist nicht viel übrig geblieben.. Organisation, Rentabilität, Konjunktur und so weiter, hier ist eine Industrie, die viel hunderttausend Blumen erzeugt und auf den Markt bnngt. Wenn sich aber der brelle Strom in viele winzige Aederchen zerteilt und gespalten hat, als Tropfen nur noch in unzählige Wohnungen und Zimmer eingedrungen ist und die dustenden Blütenkelche nur einem oder zwei, drei Menschen ihre geheimnisvolle, lebendige Schönheit offenbaren, dann erst bekommen die Worte wieder ihren Ursprung- lichen, tieferen Sinn.Laßt Blumen sprechen". 11. I-r. Pohlens. S&vezch ßngela tschccbiscb? Aus Paris wird uns geschrieben: Werte Genossen! In Ihrer Beilage vom Freitag, 23. Januar,„Der Abend" bringen Sie unter„Dokument« des Sozialismus" einen Artikel: „Sprach Engels tschechif ch?" In diesem Artiksl wtrd !>ehauptct, daß Friedrich Engels tn der öffentlichen Versammlung, die im Sommer 1893 bei Dreher in Wien stattgesimden, ein« kurze Red« in tschechischer Sprache gehalten habe. Ich kann bestimmt oersichern, daß diese.Behauptung den Tat- fachen nicht entspricht. Ich arbeitete damals in Wien, wohnte der Versammlung bei, interessierte mich auch gerade für die tschechische Sprache und Hölle es bestimint noch im Gedächtnis, wenn Engels damals tschechisch geiprochen hätte. Ich erinnere mich seiner Rede noch ganz genau. Er sprach nur wenige Minuten und entschuldigte sich, daß er«in Mann der Feder und kein Mann der Rode sei. Ob Engels die tschechische Sprache beherrschte, kann ich natürlich nicht sagen, denn es war dos einzige Mol. daß ich ihn loh und daß ich ihn sprechen hörte. Möglich, daß Engels am Vor- siandsttsch oder im kleineren Kreise sich der tschechischen Sprache bediente. Aber in der öffenSichen Versammlung, in der außer ihm auch Karl Leutner gesprochen Hot, Hot er dies bestimmt nicht getan. Ich glaube un Interesse der historischen'Wahrheit diele Fest- i'eilung machen zu müssen. Mll Parteigruß. P«rot«e. Deputierter von Straßburg. Auch er sah mich einen Augenblick an, dann aber glitt sein Blick achtlos von mir zu dem Barnigger. bei dem er einen Whisky bestellte. Obwohl her Schwarze sicher keine europäische Sprache verstand, war das Wort Whisky doch international gemrg, um dey Wunsch des Fremden sogleich ersülleu. zu können. Auch mir hatte die Betonung, mit der dos Wort Whisky von seinen Lippen gefallen war, hinreichende Aufklärung über seine Person gegeben. Dieser Gast in Addis Abeda war sicherlich«,t hundertprozentiger Amerikaner. Noch am selben Abend begegnete ich ihm wieder in der Bar. Wir kamen ins Gespräch, und mit der bnllolen Geradheit seiner Rosse wollte er sofort wissen, was ich eigentlich hier zu suchen hätte. Als er meine Antwort höxte, daß der Zweck meiner Reise einer Reportage gemilmet sei, hellte sich sein Antlitz aus. „Sie wollen also hier nichts verkaufen?" forscht« er weiter. „Nein!" antwortete ich.„Und Sie?" Er mochte eine unbestimmte Gest« mit der Houd, und dann entgegnete cr im einfachsten Ton der Welt: „Ich? Ich verkaufe alles, was zum Töten geeignet ist!" Ich dachte anfangs den Vertreter eines jener Häuser, die zweifelhafte Konserven auf den Markt bringen, vor mir zu haben, und lochte daher fröhlich zu seiner Antwort. Aber der Amerikaner stieg nun gravitätisch und mit viel Würde von seinem hohen Barsessel und forderte mich ans, ihm zu folgen. Wir gingen in sein Zimmer, hos ganz ähnlich wie meins ein Eisenbett und ein Woschgeschirr als Einrichtung enthielt, und dos man in Addis Abeda als Luxusopparicment bezeichnete. Angelangt, holte er eine Art Musterkoffer unter dem Bett hervor, öffnete ihn und ließ mich ein ganzes Arsenal von Revolvern und Pistolen aller Kaliber und Marken be- staunen. Ein zweiter Koffer barg eine fast komplette Sammlung aller Arten von Gasmasken und«in dritter, letzter, den er mtt besonderem Stolz vorwies, enthielt ein zerlegtes Maschinen- gewehr von— wie er betonte— allerneuesier Konstruktion. Es war in wenigen Minuten zu montieren und nach seiner Versicherung war es so vortrefflich: daß die amerikanische Polizei es zur Be- kämpfung von Straßendemonstrotionen eingeführt hatte. Ich betrachtet« alle diele Dinge mit einer gewissen Verblüffung. Der seltsame Amerikaner sah mich an und grinst«: „Ja, mein Alter, das alles sind Dinge, die ich verkaufe, da- mit die Leute sich umbringen können. Ich bin der Vertreter einer der größten amerikanischen Woffensabriken Mein« Kollegen und ich dienen der Ausgabe, die Erzeugnisse unseres Hauses in der weiten Welt abzusetzen. So reise ich rund um die Erde ans der Suche nach Kunden. Wenn ich irgendwo von einer Revolution sprechen höre, von einem Krieg, manchmal auch wir von einer seriösen Unter weltsbande, beeile ich mich mll allen modernen Mitteln des Verkehrs, so schnell als möglich!u diese Gegend zu kommen. Hierher, nach A b e s s i n i« n, bin ich gereist, um dem Staat Kriegs jlugzeuge anzubieten. In Albanien, von woher ich komme, habe ich Gebirgskanonen verkauft. Ich vermittle auch die Inslruktoren für olle Waffengattungen. In Guatemala, das«inen schönen Schluß Maschinengewehre ab- genommen hat, habe ich fünfzehn alte �rgeonten des amerikanischen Heeres zurückgelassen, die mit unseren Maschinengewehren schon viele Jahre vertraut sind. Von hier aus gehe ich nach Indien, es dürste dort eine neu« Konjunktur winken..." Nach d-elen Vertraulichkeiten führte mich mein Amerttoner wieder in die Bar und bestellt« sich einen neuen Whisky. Wo er heute wellen mag? In China? In Brasilien? In Polen oder in Mazedonien? Ob seine Golchäite auch unter der Weltkrise leiden? I?s" glaube fast nicht! (Ums bat Aranjeifische» de» I. 9 1 f k«-?->» ial Otteatt«.) ICIefne fö&lve&chfMmg&n Jlusu Fall Clescben ftTeumaan Was ist übriggeblieben von den sehr umfangreichen Cr- ("faungen, die der Kranz-Prozeß im Gefolge hatte» Kas Wissen darum, daß es auch in unseren Tagen gibt, was es seit Jahr- Hunderten und Jahrtausenden gibt: Di« Sexualnot Jugendlicher, die im Grenzsall und beim Zusammentreffen mit zufälligen Neben- umständen zu einer Katastrophe führen kaum Was wird übrigbleiben von den Erörterungen umdenProzehLieschenNeumann? Di« Veftätigung dessen, was immerhin nicht völlig neu war: dah auf dem Boden einer natürlichen inneren Hemmungslosigkeit das Samenkorn der passenden Gelegenheit bei reichlicher Begießung mit schlechtem Milieu und mit wirtschaftlicher Not zur Frucht des Der- b r e ch e n s reifen kann. Cs ist vielleicht nicht mühig. den Pro- zentanteil der verschiedenen Nerbrechensmottve unter die Lupe zu nehmen: aber sicher ist es müßig, die Hände über dem Kups zu- sammenzuschlagen und die Dinge so darzustellen, als sei es der schlecht« Geist der Zeit, der allein für den Seelenzustand Lieschen Neumanns und ihrer beiden Mordkameraden verantwortlich zu machen wäre. Wieder stnd In diesen Tagen die läppischen Worte laut geworden, die wir so oft schon hören muhten:„Der weickkichung... Zucht und Sitte... Die allgemeine Dienstpflicht muß wieder her... Früher nicht möglich gewesen." Wirklich nicht» Ein Glück, daß es die Statistik gibt und daß den tendenziösen Worten des Hasses und der Leidenschaft die tendenz- losen Zahlen nüchterner Betrachtung entgegengescßt werden können. Jugendliche Mörder und Totschläger, nämlich solche zwischen 12 und 18 Jahren, hat es immer gegeben: sie sind durchaus nichts Neues. Gehen wir in die B o r t r i e g s z« i t zurück. Im Jahre ISOO wurden im Deutschen Reiche 11 Jugendliche wegen Morde» und 1l» wegen Totschlags rechtskräftig verurteilt. Ilm laute» die Zahlen 1h und 8, 1002 lauten sie 18 und 12. Ohne allzu auffällige Schwan- kungen halten stch diese Zahlen bis zum Kriege. Der M a x i m o l- zahl an Mordverurteilungeu(21) begegnen wir im Jahr« ItM, der Minimalzahl(8) in den Jahren 1W3 und 1S11. Die Maximalzahl der Totschlagsverurteilungen(im Jahre 1900) heißt IS, die Minimalzahl(im Jahre 1W1) heißt 8. Dann bringt der Krieg em Anschwellen zwar nicht der Totschläge, aber der Morde der Jugendlichen. Die„Heldenjahrc" 1918, 1917. 1918 sind gleichzeitig zwischen 1900 und 1928(über die späteren Jahre liegen vorerst noch keine Zahlen vor) die kriminellsten, die Deutschland hotte. Es finden 29, 28 und 31 Berurtoilungen Jugendlicher wegen Berbrecheus nach 8 211, dem Mordparagraphen, statt. Der Zusammenhang zwischen Krieg und Sittenverfall ist nicht zu verkennen. Nach dem Kriege flauen die Zahlen dann wieder ab und beispielsweise das Jahr 1928 ist mit nur 3 Verurteilungen Jugend- licher wegen Mordes das weitaus günstigste seit 1900. Auch ein Mädchen als Mörderin ist nichts Neue». Es hat feit 1900 verschiedene Jahre gegeben, in denen kein junges Mädchen wegen Totschlags verurteilt wurde, aber noch keines, in dem nicht mindestens eine Jugendliche wegen Mordes verurteilt worden wäre. Die tollsten Jahre find auch in dieser Hinsicht nicht die nach- revolutionären, sondern die Kriegs- und Dorkriegsjahre. Während, fett 1928, die Moximalzahl im Jahre 1924 3 betrug, wurden im Jahre 1902 nicht weniger als 7, 1903 nicht weniger als 8, 1909 nicht weniger als 5 und in den Kriegsjahrsn S, 4, 4 und 5 jugendliche Mörderinnen verurteilt. Lieschen Naumann ist ein betrüblicher Fall, aber sie ist kein einmaliger Fall. Und was auch immer Schuld an ihr trägt: die Republik kann nichts dafür. H. B, ßritmevl mtaa sieb aoeb? Wenn der Schlager wirklich ein Zeichen der Zeit ist, dann leben wir in einer Zeit des sich wieder rührertden W i l i ta- r i s m ii s. Die Hochflut der militaristischen Schlager steigt und steigt, i Keineswegs, well das Lolk nach ihnen dürstet. Es scheint oft. als, wolle man diese„Musik" dem �iolkc eintrichtern! Die Herren Textdichter und Musikautoren scheinen wie auf höheren Befehl überhaupt nur noch Lieder von rasselnden Säbeln, Husaren, Mueke- tieran und Gardeleutnants, die mal ihrer Unifarm Adieu sogen mußten, zu komponieren. Durch den Tonfilm haben die Fllmind-ustriellen auf die„Musik der Volk«-" großen Einfluß bekommen. Di« Folg« in Deutsch» l a n d: Dar Schlager wird mllitarisiert. Di« Militaristen wissen» ihre Zeit wird wieder kommen, wenn sie den„bunten Rock" im Volt« populär machen. Darum wird das Soldatcnleben als sonniges Glück besungen. Diejes„sonnige Glück" haben Millionen Europäer mit ihrem Leben bezahli! Vergessen das alles? . Es soll vergessen werden? Dos wenigstens ist die groß« Rechnung einer gewissen deutschen Filmindustri« und ihrer Hintermänner. Deswegen: Nieder rntt dem Remarque-Film— her mit den Fritze» und den Herrn Gardsleutnants? Denn:--- Erinnert man sich nach des Zusammenhangs eines gewissen F i l m i n d u st r i e l l e n mit der K r i e g» i n d u st r l« s U. G. Die batnlauTtischen Felder Die katalaunischen Felder: das klingt nach Schulstube, riecht nach Staub auf vergessenen Geschichtsbüchern, das nimmt im Erinnern unwillkürlich die Betonung an, die ihm der graue Gcschichtslehrer gab... „Wodurch sind die katalaunischen Felder berühmt?" .Liurch eine Schlacht." „Wer schlug sie?" „Der Römer Mtius." „Gegen wen?" „Gegen die Hunnen unter 2litila." „Wann?" „451.* So ungefähr... Und dann entsinnt man sich noch, daß diese Schlacht sechs Tage gedauert haben soll. Und daß sie mit solcher Erbitterung ausgcsochten wurde, daß die Toten nach in dan Ästen weiterkämpften: weiterkämpften, als die Lebendon schon längst den Frieden erfochten hotten; weiterkämpften au» sinnlosem Haß und sinnloser Lust am Mord, weiterkämpften, während aus ihran Graba cn schon langst' der mild« West: der Champagne wuchs... Denn die kataläunlfchen Felder: dos sind di« Felder um „Ä a t a I a u n u m", um„C h a l o n s", das ist di« C h a in p a g n« Und plötzlich, wie di« alten NaMen ihren Heuligen Klang bekommen, plätzlich fällt der Staub ab von der alten Geschichte, plötzlich ist ein Gleichnis da: Abermals tost eine Schlacht auf denselben katalaunischen Feldern; eine Schlacht von bis dahin unbekannter Dauer, von un- geheurer Erbitterung. Und als ab die Geschichte über anderthalb Jahrtausende hinweg ihr Gleichnis zu Ende, sichren wollte, als ob sie beweisen wollte, daß diese anderthalb Jahrtausende die Menschheit um nichts und abermals nichts vorwärts gebracht haben, als ab sie ein« letzte Mahnung in ein grauenhaftes Bild fassen wollte■— läßt sie auch diesmal in der Luft wettsrkämpfen! Nicht die Toten zwar; nicht nur in einer verwehenden Sog«; nein, das 20. Jahrhundert ist grausamer als das 5.: es sind die Lebenden, die aus den Lüften Bomben werfen auf die Taten, die noch mtt zerfetzten Gliedein in der katalaunischen Erde liegen, die man noch nicht bestatten konnte,' die nun noch einmal zerrissen werden von sinnlosem Blei.. Es gab so viele Stätten dafür in Frankreich: warum mußt? die Generalität gerade hier die Bombenübungcn ihrer Militärflieger abholten lassen? Der fron- zösische„Verband ehemaliger Kriegsteilnehmer" hat das auch gefragt und hat protestiert gegen die„ruchlose Grabschändung". Nun. die Generalität wird einen strategischen Grund wissen, der ibr Vorgehen rechtfertigt: so gut wie dies Geschehnis seinen inneren Grund im Ablauf der Geschichte bekommen kann; denn wenn es nicht beachtet und nicht beantwortet wird, dann kann«s geschehen, daß die ruchlose Schändimg nicht auf Gräber beschränkt bleibt.. Die ftUiscbuldigen Als der Weltkrieg zu Ende war und fcec blutige Gesamtbilanz ermöglichte, setzte eine merkwürdige Reaktion in: geistigen Europa ein: Erschüttert betrachtete sich seder Bürger als mitschuldig an dem grausigen Geschehen. Nicht nur die Schachzüg« der Bor- kriegsdiplvmotie, sondern ebensosehr die Sorglosigkeit der eigenen Lebenshaltung, die den im Gange befindlichen Dingen freien Lauf ließ, anstatt sie zu hemmen, mochte man verantwortlich. Man war zur Besinnung gekommen. Und diese Selbsta» klage der Mensch- hcit war damals— wenn auch nur für den Augenbl'ick— ein erlösendes Symbol, eine Perspektive in hellere Zukunft hinein. In dicscn Tagen ist in einem Berliner Kino und darüber hinaus m der Oeffentkichkett etwa« Acfchehen, was di« Hoffnung zuläßt, daß nun endlich, auch die Periode der„Sensation um jeden Preis" einer vernünftigen weichen muß. Wenn Harald Lloyd damit begann, seine geschätzte Persönlichkeit in den halsbrecherrschstr» Situationen zu zeigen zwecks Steigerung der Angst seiner Zuschauer aufs höchste— womit mußte diese Entwicklung enden? Natürlich mit dem tatsächlich das Leben kostenden Abenteuer! Der Film „Afrika spricht" zeigt den Menschen, der yom Löwen zerrisse» wird. Es ist„nur"«in Neger, der zur Erzeugimg dieser höchsten „filmischen Wirkung" eingesetzt wird. Aber Berlin hat hier nun doch nicht mehr mitgemacht: Berlin protestiert. Und mm beeilt stch die Firma, d-i« mit Film samt zerrissenem Neger Geschäfte macht, mitzuteilen, daß es sich nicht mn einen echten Negertob, sondern nur um eine Illusion handelte. Mit dieser Erklärung, mit der die Firma stch gewiß sehr human vorkommt, wird die An- gclogenhett in Wirklichkeit nicht viel sauberer. Man will also dem Publikum die Illusion vorgaukeln, den Sturbelmann mit seinen eisernen Nerven hätte selbst der Tod eines „Schwarzen" nicht abHallen können, in treuer Pilichterfüllimg auszuhallen. Wenn nJTr, die Zuschauer, wie gewünscht dieser Illusion erliegen— für welch ein barbarisches Ekel, für welch einen infamen Mcnlchhellskameradkn müssen wir dann aber denjenigen halten, dem das Leben des anderen um so viel weniger als der Streifen Zill? Der Neger, der bei der Aufführung empört dazwischenfchrie. und mit ihm alle Protestierenden, hoben recht. Aber es ist Zell. daß wir, gleichwie im Jahre 1918, uns selber näher in? Auge fassen— und uns fragen, iner an der Entwicklung der Senfations- jägerei zu diesem geschmacklosen Gipfel in Wahrheit die Schuld trägt? Wieder ist es di« passive Z u s ch a u e r s ch a f t nicht weniger als die aktive Führung. I. Li. eBuch Ein iKriegsroman ton SWemingrtoy E r n e st Hemingway ist ein amerikanischer Dichter, den vi«le gute Kenner"her Literatur zu den dichterisch reinsten Person- lichkeiten der amerikanischen Dichtung zählen. Eine solche Vomer- kung hat meine Aufmerksamkeit auf den Dichter gelenkt, denn wenn sich auch gewiß sehr viel Gutes über die bekanntesten amerikanischen Dichter sagen läßt, so läßt stch doch nicht nerhehlen, daß der Haupt- reiz der Bücher von Lewis, Sinclair, Dreiser du ich die Darstellung einer stofflich neuen Well bestimmt wird. Was diese Dichter als Künstler Neues geben, ist für europäische Verhältnisse keineswegs ersten Ranges. Hemingway aber soll, so wird vielfach behauptet, der eigentliche Dichter unter den Erzählern des neuen Amerika fein. Mit dieser Erwartung nahm ich seinen Roman„In einem anderen Land" vor. der wie die anderen Romane Hemingways un Verlag Ernst Rowohlt erschienen ist. Dieses Buch war zunächst insofern eine Enttäuschung, als es wider all« Erwartung ein K r i e g s r o n, a n ist. Auf der Umschlag- t'üelzeichnunz steht man andeutungsweise einen italienischen Zypressenhain, vor dem«in barocker kleiner mythologischer Knabe auf einem Bogen«inen Ententestahlhelm trägt. Das alles sieht nach einer Liebesgeschichte, nicht nach einem Roman aus, der uns sofort hinter di« Front der italienischen Arme« führt. Da» Merk- würdigt ist aber nun, daß dieser Kriegsroman den Krieg nicht dar- stellt,«sondern die Dinge so etwa innerhalb des Krieges abspielen, wie«in Liebesroman auf einer Autotour, in Sportkreisen oder unter Jugendlichen spiele» könnte. Der Krieg ist hier alles andere als der Inhalt de« Romane». Er ist vielmehr ein Ereignis, das allen Personen zum Brechen widerlich ist, ohne daß sich die Roman- siguren dagegen auslehnten, oder ihn als ihren Lebensinhall de- trachten würden. Sie leben, sie schwätzen, sie werden verwundet, sie töten, sie flüchten— aber das alles geschieht sozusagen außerhalb ihres eigentlichen Lebens, ihres heißen Willens nach einem and«ren Dasein, das sie aber doch nicht wild begehren, da sie eben den ganzen Krieg mtt einer Nonchalance tragen, die sie diesem widerlichen aber doch unabänderlichen Ereignis gegenüber bewahren. Hin und wieder reden sie davon, ob es nicht am besten ist, die Waffen zu strecken, ob nicht die Niederlage besser ist als die Forlsetzung des Krieges,— aber das alles wird mit einem Gleichmut und so neben- sächlich gesprochen, als ob der Krieg nicht eine Tragödie wäre, an der alle zugrunde gehen. Zuerst erscheinen all diese Unterhaltungen und Ereignisse banal, ja sogar etwas belästigend, aber mit der Zeit, so nach 150 Seite», beginnt man doch die harmlose Sachlichkeit, mit der die tödliche Maschinerie des Krieges wie ein lcerlauisndcr Apparat geschildert wird, als ein Stück dämonischer Dichterkraft zu empfinden. Ja, der Krieg ist hier so gänzlich ohne innere Anteilnahme geschildert worden, damit die Desertion des Helden, übrigens eines Amerikaners, der in der Ualienischcn Arme« als Offizier dient, als dos natürlichste Verhalten innerhalb einer Armee erscheint, in der so ziemlich alle diesen Krieg nie anders als.chesch...." bezsichnen und die flüchtenden Offiziere sich, als wäre es dos Natürliässle von der Welt, von der Fekdpolizei mechanisch verhören und erschießen lassen. Ja, und schließlich ist der junge?lmerlkancr mit einer Liebsten, die in anderen Umständen ist, in die Schweiz geflüchtet. lebt dort einsam aber glücklich, verllert seine Frau im Wochenbett, behält ein Kind als Erinnerung an diesen ganzen Krieg zurück, »om Kriege selbst vielleicht gar nichts,— und das ist das eigentlich Unheimliche dieses Buches: er schildert die Realttät des Krieges mit letzter Brutalttät. Aber er bekämpft sie nicht, ja er erlebt sie nicht einmal. Alles versinkt in ein Vergessen, in ein grouenoolles Nichts, in das ollein diese grauenvolle Metzelei gehört. Und doch ist es aöch wieder oerletzend, wie dieser Amerikaner dauernd der Outsider der tragischsten Ereignisse ist, und an ihnen so wenig Anteil nimmt, wi« ein abgestumpfter Reisender an Hotelwanzen Und doch ist es wieder ein starker Dichter, der gänzlich phrasenlos die Dinge aufschreibt und sie so kunstvoll erzählt, daß die Erzählung kunstvoll wirkt. Hi«r ist tatsächlich eine Verwandtschaft mtt Hamsun festzustellen, und daß dies möglich ist, ist das Stärkste, was man über diesen Dichter aussagen kann. Felix Stössioger. Rätsel-Ecke des„Abend" Kliesenrätsel. kZlachdruck oertotan.) land laub Ii Ii ltth ma man me Mi mul na na na im nach n» NL ne ni nier now o on pu re rei rei ri rich ro rung see ser si schow so so ten ti ti tie tor tur tur uh ul um weih zuk sind 31 Wörter sol- aender Bedeutung zu bilden: 1. Im Wasser lebendes Säugetter; 2. männlicher Vorname; 3. weiblicher Vorname; 4. Bienenzucht: 5. Südfrucht; 6. Roheit; 7. Schluß; 8. russische Kreisstadt; General im Dreißigjährigen Krieg- 10. Folter- 11. Kandis; 12 biblischer Name: 18. deutscher Dichter: 14. biolischcr Name; 15. Blume.- 16. Stirnband: 17. Baum: 18. Fest: 19. Richiung: 20. deutscher Dichter; 21. Stadt in Böhmen-,'22. arabisches Gebirge: 23. Fluß in Italien: 24. Blätter einer tropischen Pflanz«: 25. Nebenfluß der Eibe: 26. ehemalige russisch« Herrscherdynastie: 27. Insel im Mittel- ländischen Meer; 28. Edelstein; 29. Wettkamps; 30. ein« Nixe; 31. Volk.— Die Anfangs- und die Endbuchstabe,,, von ob«n nach unten gelisen, nennen ein Zitat von Schiller.(Bei Nr. 28 gilt ch als ein Buchstabe.) ab. Jedes zu erratende Wort, bestehend aus vier Buchstaben, beginnt bei dem kleinen Pfell und wird in Ubrzcigerrichtung um die betreffende Zahl herum gelesen.— 1. Tel! des Fahrrads: 2 Teil des Weinstocks; 3. Hautöfftiung: 4. männlicher Vorname; 5. Tier: Liebesgott; 7. Halbed«lst«in: 8. Stadt w Böhmen; 9. bekannter Groteektänzer: 10. Salzwassar: IL Seemännischer Ausdruck iür Tau; 12. Anttstracht; 13. Blume: 14. Lasttier; 15 Naturerscheinung: 16. Schisssrand; 17. weiblicher Borna m«: 18 Göttin; 19. Eidechse; 20. Schüft 21. scharfer Nordostwind; 22 Verwandte-, 28 Stadt in Arabien: 24 Baum. H. S. Kapselräisel Aus den Wörtern Flieger, Verbeugung. Handmalerei. Frosch- keulen, Husstten, Belastung, Eiscnoch, Sicherheit, Technikum. Richter, Derlobuna, Heimat. Däumling, Spruch«, Urenkel sind se 3, aus den letzten beiden je 2 auseinanderfolgend« Buchstaben zu entnehmen, die oneinondcrgesügt einen alle» Volkswitz ergeben.»b. Silbenrätsel Au« den Silben a a« da da dar der chod chry doch de d«> dem di di dung e e«« el en e» ga het Hund i i i im in kand ke ker la plamenquadrat. Die Buchliaben de» Quadrates stnd so zu stellen, daß di« waagerechten und die erste senkrechte Reihe je einen weiblichen Vornamen ergeben. he. Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflötungen der letzten Rätselecke: Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Osterhasen; 7. Haar; 8. Betrag; 9. Berg: 12. Tee: 13. Auge: 14. Min«: IS. Rudols: 17. Lied; 18. Niederwald.— Senkrecht: 1. Oberbayern; 2. Ehe; 8 Rat: 4. Harz- 5. Arras: 8 Neu-Seeland.- 8. Bürger; 10. cu; 11. Geduld: 12. Tief; 18 die. Silbenrätsel: 1. David; 2 Island: 8 Erwin; 4. Elch«; 8 Zgql; 6. Nagel; 7. Zdo; 8 Geier; 9. Sette; 18 Erfurt; 11. Zller: 12. Tabak; 18 Inge; 14 Salat; 18 Traube; 18 Dürikal; 17. 3mm«; 18 Eule; 19. ftaft«; 20. Ural; 21. Norden; 22. Seide: 23. Tief- land: 24 Dollar; 25. Epos; 28 Regen 27. Freitag; 28 Rondell; 29. Erker: 30. Zde«. Zl. hassr; 32. Edikt: 33. 3lse: 34. Talentt- Einigkeit ist di« Kunst d«r Freiheit:" Kammrätsel- l Maria: 2. Gotha; 8 Ernst; 4 Jller; 8 Meter; 8 S«g«l.— Waagerecht: Magnetismus. Kapselrätfel:„Nimm Rat van»ollen, aber spar' dein Urteil."- Verwandlungsrätsel: Alker, Laden, Lotto. Elf». Winde. Esel. Gold, Engel. Falle, lleber. Hand, Rose. Enke. Nebel. T. he, Anna. Cell«. Hdrn. Hsger, Onkel. Made.—„Alle Weg« führen nach Rom." 4:8 Punkten. Im Fliegengewicht mußt« Reckner(Berlin) dem Görlitzer Groß, der«ine fabelhafte Beinarbeit zeigte, die Punkte überlassen. Henneberg(Berlin) besiegte den Bantrnngewichtler Hellwig schon in der ersten Rund« durch k. o. Der Leichtgewichtler Gellrich(Berlin) unterlag gegen den etwas schweren Hemke(Görlitz) nach Punkten. Das Weltergewichtstreffe» Ärüger(Berlin) gegen Heilmann(Görlitz) wurde vom Kampfrichter schon in der ersten Runde abgebrochen, da H. wegen einer stark blutenien Wunde am linken Auge nicht weiterkämpfen konnte: Sieger: Krüger(Berlin). Kleinert(Wechwasser) bedrängte in der ersten Runde feinen Berliner Gegner Peter stark, ließ dann- aber sehr nach und begnügte sich mit einem Punktsieg. Im Halbschwergewicht schlug Leopold(Görlitz) seinen Gegner Hofsmann schon in der ersten Runde zu Boden, der Gongschlog rettet« H. vor dem Auszählen: in der zmeilen Runde kam der Görlitzer dann doch zu seinem k.-o.-Sicg. Vormerken; 13. Februar Eishockcykampf Deutschland— Leitland Mehr als fede ander« Sportart ist der Eislauf, im besonderen der Kunstlauf, bisher Vorrecht begüterter Leute gewesen. Im Kunst- lauf wird dos auch noch«in« gute Weil« so bleiben. Das liegt nicht an der sportlichen Unfähigkeit der Arbeit«rsportler. sondern daran, daß zum Kunstlaufen Zeit, Zeit und nochmals Zeit gehört. Jede Bewegung, jede Figur erfordert besondere Körperhaltung, die in lanawierizen Droininz sorgfältig einstudiert werden muß. Mit d«r Einführung des Eishockeyspiels im Arbeiter- spart ist ein« gründlich« Aenderung eingetreten. Hier kommt es auf Schnelligkeit, Wendigkeit und Ausdauer an, und auf diesem Gebiete kann jeder Arbeitersportler mitreden. Außerdem entspricht das Eiskockeyspiel im Prinzip den kollektivistischen Grundsätzen der Arbestersportbewegung. Es kommt nicht auf das Können einer einzelnen Kanon« an, sondern der Erfolg wird durch solidarische Gemeinschaftsarbeit erreicht. Hinzu kommt, daß dank, der Schnellig- keit diesem Spiel Qualitäten innewohnen, die es manchem anderen Kampfspiel gegenüber überlegen erscheinen lasten. Di« Arbeitersportbewegung wird mit einer Veranstaltung am 13. Februar im Sportpalast für den Eissport bei der Berliner Arbeiterschaft werben. An diesem Tage veranstaltet der 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Spart-Bundes einen Eishockey- Länderwettkampf Lettland— Deutschland. Es spielt die lettisch« Mannschaft, die ihr Land bei der 2. Arbeiter-Olvmpiad« vom 5. bis 8. Februar in Mürzzufchlag vertritt. Die deutsche Mann- schaft setzt sich aus Königsberger und Berliner Spielern zusammen. Oer DWY. in Frauenwald Der Deutsche Wintersportverband, die Spitzen- Organisation der republikanischen Wintcrsportvereine, ver- onstaltet sein 3. republikanisches Wintersportfest am 7. und 8. Februar in Frauenwald in Thüringen. Das Programm wird eingeleitet durch einen achttägigen Skiturjus in Schmiedefeld und Fracuenwald, den die Gau« Mitteldeutschland und Berlin ver- anstalten. Ain Sonnabend, 7. Februar, treffen die auswärtigen Skisportler in Frauenwold ein, am gleiche Tage finden auch die Prosidialtogung und der Dcrtretertag des Verbandes statt. Am Sonntagfrüh beginnen die sportlichen Wettkämvf«. Es sind für all« Klasten Mannschaft», und Einzelläufe ausgeschrieben, und zwar über IZ, 8 und 4 Kilometer. Reben den Berbandeklossen sind noch einige Gästeklassen für Republikaner, die nicht dem Verband angehören, ausgeschrieben. Für alle Klasten, auch für die Gäste- klasten, sind bereit» mehrer« hundert Startmeldungen eingelaufen. Auch ein« Anzahl ausländischer Sportler haben ihre Meldungen ab- gegeben. Die Verbandsvereine haben ihre besten Läufer zum Start gemeldet, so daß In allen Klasien spannende Kämpfe erwartet werden können. Auch für die Eprungtonkurrenzen, die nachmittags in Frauenwald stattfinden, liegen bereits zahlreiche Meldungen vor. Die Veranstaltungen finden In den Abendstunden ihr Ende inst der Siegerverkündigung. Eine Anzahl republikanischer Organisationen unterstützen die Veranstaltung mit Sternfahrten. So hat der D e u t s ch e Auto- Club«ine Zielfahrt nach Frauenwald angesetzt. Startmeldungen sind an da» Berbandsbüro, Berlin SW. 68, Markgrafenstr. 22, zu richten. Protest der Segler gegen die ungerechte Besteuerung des Sports Die ungerechte Besteuerung der Sportvereine mar auch auf dem Verbandstag der Freien Segler Gegenstand einer lebhaften Aussprache In zwei längeren Enischliehungen pro- testieren die Delegierten im Ramen ihrer Mandatgeber gegen die neuerdings unerhört hohen Steuerforderungen bei der Erhebung der Grundoermögcnssteuer und verlangten weiter die Abschaffung des Wasterzinfes. Der Verbandstag des Freien Seglerverbandes sprach sein Bedauern über die Unkenntnis einzelner Steuerbehörden aus, weil sie Sportvereine ohne Unterschied für gewinnbringende Geschöits- Unternehmungen ansehen und als solche besteuern. Der Verbandstag, heißt es in den Entschließungen weiter, bestreitet der Stadt Berlin das Recht, neue Steuern für Sportvereins- Mitglieder einzuführen. Die Mitgliedsbeiträge sind nicht besteuerbare Vereinseinkünfte, sondern Sonderleistungen der Mitglieder, die sie für Leibesübungen, Körperpflege und Lolksgefundheit aufbringen. Da die Steuern in Deutschland grundsätzlich vom Einkommen und vom realen Vermögen erhoben und die Höhe der Sachvermögen nach ihrem Rutzungswcrte berechnet werden, forderte der Freie Seglertog diese Grundvermögenseinschätzung auch für die Grundstücke der Sportvereine. Der Freie Seglertag stellte an Regierung und Gesetz- gebung den Antrag auf Einfügung einer Mußoorschrift in die Steuer- gesetze, nach denen Turn-, Sport- und Spielplätze und die Sport- gnmdstücke der Sportvereine als ertragloses Grund- «igen tum einzutragen und von d-r Grundvermögens-, Grund- besitzwechfel- und Wertzuwachssteuer zu befreien sind. Der Ver- bandstag des Freien Seglerverbandes hält die gegenwärtige Notlage für den gegebenen Anlaß die in der Inflationszeit eingeführten Wassersportabgaben wieder abzuschaffen. Die Mitglieder der Wasser- sporivereine hoben, wie viele andere Volksgenossen, ein stark ver- mindertes und zu einem leider großen Teil gar kein Einkommen, aus diesem Grunde kann kein Verein die vielen überflüssigen Ab- gaben weiterzahlen. Für die Aufhebung des Wasser- Zinses spricht auch der Verlauf verschiedener Prozesse, die andere Kreise ausgefachten haben, in denen die Wasterzinsanfprüch« des Fiskus abgewiesen sind Heute ist die Zeit gekommen, den Wasser- zins wieder abzuschaffen. Für den Staat sind Preisabbau, Steuer- senkung und Vereinfachung der Verwaltungsgeschäfte Grimd genug zur Wasterzinsbeseitigung. Reklame oder was sonst? Die Telegraphen-Union meldet aus New Park: Am Man- tag wurde der deutsche Weltmeister Max S ch m e l i n g im Hotel Commodor« von einem jungen Mann belästigt, den er daraufhin etwas unsanft aus dem Hotel wies. Wie inzwischen festgestellt worden ist, handelte es sich um den lvjährigen Bürogehilfen James Rahl, der im Auftrage eines Rechtsanwaltes Schmeling eine Zah- lungsaufforderung überbringen sollte. Rahl beabsichtigt Schmeling wegen dieses Vorfalls auf Schadenersatz in Höhe von ZOOOi) Dollar zu verklagen und in Washington die Ausweisung des Weltmeisters aus Amerika zu beantragen. Abgesehen davon, daß man sich für 120 000 Mark selbst von einem Weltmeisterschaftsboxer einmal auf die Straße setzen lassen könnte, scheint die ganze Angelegenheit doch wieder echt amerikanische Reklame zu sein. Wintersportolympiadc im Rundfunk 5m Programm der Atruellen Abteilung überträgt die Funkstunde am Donnerstag. 5. Februar, von 14 bis 14.20 Uhr, das N-Kilvmeter» Hindermslaufen von der zweiten Arbeiter-Winteriport-Olympiade aus Mürzzuschlag am Semmering. ver böse llnjall beim Boxkamps. Die Verletzung des englischen Schwergewichtsmeisters Meen ist, wie sich jetzt herausstellt, glück-- licherwetfe nicht so schwer, wie man zuerft befürchtet hatte. Die Erblindung, die infolge der Verletzung des rechten Auges einge- treten war, war nur vorübergehender Natur. Der Borer wird also sein Augenlicht behalten. fittit tta»»-ll«io» Srvtz-VerN», e. B. Di« ffimfHenäre dn ftatjci treffen sich Eonnetätoa. 5. ffebrti«:, li'f- Uf|t. bei Mar raebt, Lvanbau-- West, S'oalcngt. 20. Rteitafl, 6.(Vtfctuat, 20 Übt, eibuna bcc Abte Huna Oberspree..Zur Eiche. RettWn, Kaifer-griebrich- Ecke gaaieftrobe. Alle �M'blauf. frnflionäte mUfleu am connta«, b. ifebeuar, 12H Übt, im So Hepar! iichbsttV (Stafrion) sein. ,£«lib«ti(&l*, atafl|ab«e«. Pcransialtunaen gonr.'aa. 6. Ircbtuat. Abt. lliotben: Sttcifjua buech ben Grunewald, 18 Ubr Sbf. Grunewald, rechter Au» aona. rotierten, der weiter nichts tat, als daß er im leichten Renntrikot mit anderen Sportlern an einem Straßenrennen sich beteiligte. So peinlich«in solches Vorkommnis auch ist, so ist in den meisten Fällen der Polizeibeamte im Recht, da ohne Genehmigung kein Verein aus öffentlichen Straßen Weltkämpfe austragen darf Seit drei Jahren wird eine solche Rennerlaubnis aber wir erteilt an Dereine und Verbände, die der Obersten Radsportbehörde für Verkehr und Sport angeschlossen sind. Zu Beginn eines ieden Jahres müssen von den angeschlossenen Vereinen olle geplanten Veran- Haltungen gemeldet sein, so daß also jeder Palizeibeamte weiß, ob in seinem Dienstbereich eine Wettfahrt angemeldet und wer der Ver- anstalter ist, ja, er kennt sogar die genaue Adresse eines jeden Fahrers, da die Genehmigung auch nur dann erteilt wird, wenn der Veranstalter ein genaues Verzeichnis oller Wettsahrer vorher «insendet. Es kann daher gor nicht dringend genug davor gewarnt werden, sich an Rennen und Zuverlässigkeitsfahrten zu beteiligen. die von guten Freunden oder Vereinen angesetzt werden, die nicht der Sportbchörde angehören, da sonst jede Wetisahrt mit Straf- Mandaten endet. Wer sich also vor Aerger, Schaden, Zeit- und Geldoerlust schützen will, der schließe sich am besten der Renn- fahrerabteilung Berlin-Mitte im Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität an, weil Solidarität der Obersten Sportbchörde angehört. Der Beitritt zu Solidarität schützt gleich- zeitig auch alle Rennfahrer vor hohen Beiträgen, wie sie in anderen Dereinen üblich sind, von den hohen Strafgeldern erst gar nicht zu reden. In Solidarität beträgt der Beitrag für Jugendliche bis 18 Jahren 7S Pf., über 18 Jahre 2,20 M. für das Vierteljahr. Durch den Anschluß an die Arbeiter-Rennfahrer schützt sich jeder Renn- fahrer auch dadurch vor Schaden, indem der Bund ihm Kranken- geld zahlt bei Radunsall, ein neues Rad bei Raddiebstahl gibt, außer- dem Sterbegeld und Hastpflichwnterstützung gewährt. Dazu kommt noch Rechtsschutz, freier Grcnzübertritt usw. Das alles für den gc- ringen Beitrag. Di« Abteilung hat ihre Sitzungen jeden ersten und dritten Frei- tag im Monat. 2Ü Uhr. in der Kommandantenstraßc 70, Lokal zur Goldenen Kugel. Anmeldungen und Auskunft auch bei Kowalke, Gtresemannstrahe 58. Schreiber, Lachmannktraße 4, Werner. Gl«. ditschstraße 14, und Kegel, Weißenburger Straße 81. Radfahrer im Sira�enverkehr In einer Versammlung der Ortsgruppe Berlin des Arbeiter- Rad- und Kraftsahrerbundes Solidarität berichtete Oberleutnant Titel von der Schutzpolizei über die Hauptgesichtspunkte der Ber- iiner Verkehrsordnung. Infolge der starken Zunahme des gesamten Verkehrs, insbesondere auch des Radsahrverkehrs, ist ein« Steigerung der Unfälle festzustellen. Der Sinn und Zweck jeder Derkehrsordnung Ist ober die Unfallverhütung. Vorschriften. auch Bestrafungen undisziplinierter Fahrer und Fußgänger allein nützen nicht viel, wenn nicht alle Strahenbenutzer von sich aus die unbedingt erforderliche gegenseitig« Rucksicht nehmen und sich an größte Vorsicht gewöhnen, wie dies bereits in England, wo seltener, aber dafür um so nachdrücklicher Bestrafungen erfolgen, allgemein der Fall ist. Der Vortrageiche rügte zahlreiche Unsitten der„wilden", d. h. der nicht organisierten und nicht sportlich eingestellten Rod- fahrer. Er empfahl allen Radfahrern im Berkehr die Beherzigung dos Sprichwortes: Der Klügere gibt nach. Der Radfahrer sollte z. B. sich nicht auf da» auch ihm zustehend« Recht der Vorfahrt ver- lassen. In der anschließenden Aussprache kamen viele Wünsche und Beschwerden der Rad- und Motorradfahrer gegenüber dem Fahr- zeug- und Fußgängerverkehr zum Ausdruck. Berlin fei auch bs- züglich der Anlogen von Radfahrwegen anderen Städten gegen- über sehr im Rückstand«. Ein Redner empfahl zur Verhütung jeg- licher Unfälle so zu fahren, als ob alle Fußgänger blind, taub und auch sonst körperlich und geistig gebrechlich seien, sich also weder aus die Glocke beim Fahrrad noch aus. die Hup« beim Kraftfahrzeug zu verlassen. Im Schlußwort meinte Oberleutnant Titel, die Polizei könne nur Besserung erreichen, wenn das Publikum selbst guten Willen zur Disziplin ausbringt. Berliner Arbeiterboxer unterwegs Di« erste Boxmannschaft des bundestveuen Arbeiterothleien- verein».Lichtenberg- Friedrichsfelde 04' kämpft« letzt- hin gegen die besten Boxer des.Froftsportvereins Görlitz'. Di« Berliner Boxer trafen hier auf einen außeroident- sich guten Gegner, der für seinen internationalen Kampf gegen eine Ländermannschaft aus Dänemark bereits glänzend gerüstet ist. Die Lichtenberger Boxer unterlagen nach tapferer Gegenwehr mit Die holländische Amsterdam. 4. Februar. Holland verfügt über keine eigene Aulomobiiin-dustrie. ist somit in seinem Krastsahrzeugbedars ganz und gar aus die Einfuhr aus dem Ausland angewiesen. Die AlUfnahmefähigkeit des holländischen Marktes ist von Jahr zu Jahr gestiegen, doch macht sich auch jetzt ein Rückgang lnfalge der wirtschasttichen Verhältnisse bemerkbar. Am 1. August 1920 erfolgte die letzte amtliche Bestandsaufnahme, und damals zählte man i» Holland 60 202 Personenwagen, 35 040 Lastwagen. 8357 Omnibusse und 30 022 Motorräder. In- zwijchen dürfte der Bestand um rund 23 000 Kraftjahrzeug« aller ( Art gestiegen sein. An der Einsuhr war Deutschland 1928 mit 487, 1929 mit 513 und im vergangenen Jahre mit 437 Wagen beteiligt. Charakteristisch ist, daß vor allen Dingen die Einfuhr fran- zössfcher und italienischer Wagen immer mehr zurückgeht, llcbrigens eine Erscheinung, die wir schon in anderen Ländern seit Jahren machen konnten. Deutschlands vorjährige Abnahm« ist vor ollem auf die an sich verminderte Einfuhr zurückzuführen. Di« deutschen Wagen stellen gewiß für die Ameritcmer hior keine ernst« Gefahr dar. zweifellos bilden sie aber für die Italiener und Franzosen eil»« sehr ernsthafte Konkurrenz. Eine einwandfrei« Betrachtung läßt die Preisbildung zu, weil hier alle Ländex unter den gleichen Bedingungen(12 Proz. Wertzoll) lcmturrieren. Di« billigsten Wagen sind die Engländer Morris und Austin, die schon für 1440 bzw. 1685 Gukden(ein Gulden gleich 1,68 M.) zu haben sind. Nun kommt aber die groß«, der Fachwelt ja bereits bekannte lieber» raschung in dem nsuen IB Liter Sechszylinder Opel, für den hier 1395 Gulden für die Lünousin? und gar nur 1795 Gulden für da» Kabriolett verlangt werden. Berücksichtigt man. daß der Morris und der Austin ganz klein« Wägelchen sind, der Opal ab««in richtig. gehendes Automobil ist. so muß diossr Preis als niedrig bezeichnet Werbung für Freikörperkultur. Um weiter« Kreise für die Frei- kürpertultur zu gewinnen, veranstaltet' die Freie Turnerschaft Graß- Berlin einen Werbeabend am Sonnabend, 7. Februar, in der Aula, Wiesen. Ecke Paulstraße. Gymnastik, Lichtbildervortrag und Laienspiel sind die Hauptpunkte des Programms, dos bestimmt jeden Besucher zufriedenstellen wird. Der Beginn ist aus 1914 Uhr und der Eintrittspreis auf 35 Pf. festgesetzt. Karten sind erhältlich bei den Funktionären und in der Geschäftsstelle des Vereins, Berlin NO. 18, Lichtenbcrgcr Straße 3, Tel. Äönigftadt 3656, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Automobilschau werden. Natürlich muß man zunächst einmal abwarten, ob er m bezug aus Qualität und Fahreigenschaften das hält, was die Firma verspricht. Ist das der Fall, dann wird der Opel für viele eine große Konkurrenz werden. Von den übrigen deutschen Firmen, die aus dem Amsterdamer Salon vertreten sind, zeigt Adler a. a. seinen wesentlich verbesserten „Favorit', Brenn ab or seine verschiodenen Mcdelle, Maybach seinen iamo» durchtonstruierlen 2lXi-PS.-Zwölfzylind«r, Typ„Zeppelin', Mercedes-Benz und Horch ihre Wagen von hlcher internationaler Klasse. Und nicht zu vergessen Röhr. Das Werk ist in Konkurs. Seine sortschrittllche Konstruktion ist aber so zukunftsreich, daß es höchst bedauerlich wäre, wenn sie in der Versenkung verschwinden würde. An Neuem ist wenig zu sehen. Die meisten Firmen haben sich nur auf unwesentliche Aenderungen beschränkt. Erstmals steht man den Zwölfzylinder Cadillac, dem Sechzehnzylinder völlig gleich, dann noch einen neuen Auburn, dessen Gesicht dem des Cord bei- nah« zu»«wechseln ähnlich ist. ohne daß man«» aber mit einem Vorderradantriebwagen zu tun hat. Hinsichtlich der Motorräder konnte Deutschland seine Ausfuhr nach Hollard in den letzten.zwei Jahren wesenllicht steigern, wenn auch den Löwenanlell die Eng- l ander für sich buchen können. Deutschland marschiert hier an dritter Stell«: lediglich Belgien hat«ine etwa« höhere Quote zu ver» zeichnen. Imperia und Zündapp sehen wir mit dem neuen vier- ventilrgen 500»ecw-Rudge-Motor, dann keutscherjeit» noch BMW., RSU.. DKW.. D-Rad und Triumph, durchweg in vollendeter Aus- führung. Auch ein« Reihe bewährter Nutzwagen sind aus Deutschland gekommen. Der Hauptbedarf Hollands erstreckt sich aber aus leichte Lastwagen, in denen Amerika obenan steht und wo höchsten» Opel «liunal in da« groß« Geschäft der Amerikaner«indringen könnt«. Mittarvcfa, 4. Febrnar. Berlin. 16.05 Protramm Oer Aktuellen Abteilung. 16.30 Leipzig: Konzert, 17JO tlöimfahrt auf einem b'rachtdanipfer(Hans. Ibcob). 17.50 Ober-Reg.-Raf Dr. Lichter; Prodnklionsamstellon,: und Absatzförderung. NLlö Franz Schubert; Lieder(Rose Walter. Sopran: Flügel: Sei dl Of-Wi nklerl. 16.35 Zur Erinnerung an Prlodrich Cbert(geb. 4. Februar 15711. 19.00 CUire und Iwan OoII lesen eigene Dichtungen. 19,30 Frcd-Brid-Tanzorchester, 21.00 Tages- ond Sportnach richten. 21.10 Qpentttunde. 22.20 Welter-, Tages- and Sportnachrichten AaecolltSeod Abeodnnferhaltunfl. Könlgstrssterhiutea. 16.00 Dr. Bruno Klopier: SozUlpidagogiSche Arbeiter, des Zer.trauuMufet Sr Erziehung und Unterricht* 16.30 flaraburg; Konzert. 17 JO Oeramb;. Die Bedeutung des Oesterreicher» für da» deutsch# Volk*. 15.00 Prot. Dr. Amsel:„Lehrgang tür Einheltskurrsehriff. 19,30 Prot. Dr. Dietrich: Oedankeitwelt der gagenwtrtlgeo Phitesophie, 19.00 D». lob.«rOnther;„S'adtdeutsch und Landdeufsch". 19.30 Stadtrat Friadlinder:.J>r Beamte In der sozialen Verw-aNung- 20,00 München: Urauflilhrung:„In den Bergen". 20.65 München: Rund um den Sportejnetaur. »1.10 Mb.-eben: TO Miauten Fsadihi?. Nazi- Terrorschwindel Ltnorganisierier fordert Schadenersatz Ein»atrowtlsozialistischer Bau Hilfsorbeiter b«h< kett, daß dann ein« neue Wsttmrnung beichlofleo wirst, um die Wiederaufnahme der Verhandttingeu aus einer neuen Grundlage zu ermöglichen.__ Ein Generalstreik. Gegen Ausnahmezustand und Lohnkürzungen in Havanna. Havcwna(Kuba), 4. Februar.(Eigenbericht.) Die Gewerkschaften haben einen Zuständigen Generalstreik gegen die erneute Verlängerung des Ausnahmezustandes und die und«- fristete Aufhebung der versassungsmäßigen Garantien beschlosis». Sämtliche Zettungsbetriebe und Verkehrsmittel wurden stillgelegt. Die Streikbewegung richtet sich gleichzettig gegen die Lohnkürzungen bei den öffentlichen Verkehrsgesellschotten. Es kam bereits zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. in deren Verlauf zahlreiche Demonstranten brutal mißhandelt urfd verhaftet wurden. Sozialversicherungsersatz. Eine WerkpensionSversicherung in Amerika. New Barf, 4 Februar.(Eigenbericht.) Die Standard Oil Companq os New?)ork nebst Tochter» gcsellschosten haben die Einführung einer neuartigen privaten P e n s i v n s v e r s i ch e r u n g für 45 000 Angestellte ihrer inländischen Betriebe beschlossen. Die Versicherung tritt rückwirkend vom 1. Januar ab an Stelle der bisherigen von den Angestellten direkt oerwalteten Privatversicherung in Kraft und schließt eine weitgehende Betriebs- und Unfalloersichcrung ein. Di« Prämien und Kosten im ersten Jahre werden zu 75 Proz. von dem Unternehmen getragen. Das Pensionsatter ist für Männer auf 65 Jahre, für Frauen auf 55 Jahre festgesetzt worden. Die Jahrcspenswn betrögt 2 Pro;, des letzten Gehalts multipliziert mit der Anzahl der Dienstjahre._ Arbeitslosigkeit in England geht zurück. London. 4. Februar. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 26. Januar 2 592 650. was eine Abnahme um 15756 gegenüber der Vorwoche be- deutet. Allerdings ist die Arbeitslosenzahl noch um 1 101 131 höher als vor einem Jahr._ Die Arbeitslosigkeit in Ostoberschlesiea ist in der letzten Wachs wiederum gesttegen. Es wurden 57 228 Arbeitslose gezählt. (Befchäfi#-Jhtsriger � fäexirü füden-hJeften Autobereifung» Wilhelm Grebs Vertrieb in» und aadaädUcher Retten Autoreifen- und Schlauch-Reparalur- WerktiSUe/ Autozubehör Berlin SW 48, Friedrichsir. 249 Nabe Belle- Alllance-Plalx— Tel. F 5 Bertfmaati47S6 Vola-Foinsoda (Rartonpadioog) für » Wisdie, KOdie und Baushalt das Bioste! UMmi fflcwep Gjm IBfli-cnangneiteg 9 BUfldier Walzen sind die besten! Paul Borsch Berlin-(Uverkselialhhaus , Tababwaren en«. Firmen im i Wangrin& Bolz ElßRlr. LUni-, Krall- a.KUnoclanlaoen Konzess. für sämtl. elektrische Werke Bln.-Neukölln Hobrechtitr. SB- 80 Telephon; Neukölln S1S7 E3 E3 WUh. 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