Morgenausgabe Nr 61 Ä 31 4S.Iahrgang Wöchentlich monatlich Z,6O M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeltun es- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- «bonnemenr 6,— A!. vro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- vorto 5.— M. De? �Dorwärts' ericheint wochentäg- Uch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Verlin und im Gondel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beiloge.Volk und Zeit" Ferner„Frauenstimme", �Technik".„Blick in die Vücherwelt", „Iugend'Dorwarts'u..Stadtbeilage� feP1" Berliner SoWSblatt Kreiiag 6. Februar 1931 Groß-Äerlin IT Vf. Auswärts-is pf. Sie e t n! p altt ge Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklame'eile 6,— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' dos ettge- druckte Won 25 Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienailzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt- gelchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von 8�/, bis 17 Ub�* Jsnttiawvgau der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Kernlprecher: Dönhoss 292— M Telegrcnnm-Adr: Soiialdemokral Berlin. Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonio: Berlin 37 536.— Bankkonto: BankdcrArbciter.Nngeslellienund Beamten, Sindenstr. Z, Dt. B. u.DiSc-Ges.,Deposil«nk.,Jerusalemer Str. 65/66. Brüning vor dem Reichstag. Eine ergänzungsbedürstige Rede.—(Möllmann gegen die Nationalsozialisten. Der Kanzler rechnet mit nationalistischen Demagogen ab. Die Rede des Reichskanzlers Brüning, mit der am Donnerstag die politische Aussprache eröffnet worden ist, hat zwar keine Ueberraschungen gebracht, aber doch wesentlich zur politischen Klarheit beigetragen. An die Spitze seiner Ausführungen stellte der Reichskanzler die Rot- wendigkeit, den Etat parlamentarisch zu erledi- gen. In diesem Zusammenhang erklärte der Reichskanzler ferner, daß die Reichsregierung aus ähnlichen Erwägungen möglichst wenig vom Artikel 48 Gebrauch machen wolle, und daß sie den Plänen auf Errichtung einer Diktatur, von denen in den letzten Tagen mehr- fach gesprochen worden sei, restlos ablehnend gegen- überstehe. Durch die weitere Erklärung, die Reichsregie- rung werde sich Tempo uild Z e i t p u n k t für die Revision der Reparationsverpflichtungen Deutschlands nicht diktieren lassen, sondern von sachlichen Voraussetzungen abhängig inachen, rundete der Reichskanzler das Gesamtbild der allgemeinen politischen Absichten der Reichsregierung ab. Soweit Vernunft die Haltung des Volkes bestimmt, wird Mtyi diesen Teil der Rede des Reichskanzlers durchaus billi- gen. Er ist die Konsequenz aus dem Wahlergebnis vom 14. September. Das Wahlergebnis hat Deutschland nicht ge- nutzt, wie die nationalsozialistische Opposition behauptet, son- dern ungeheuer geschadet. Die zwei Milliarden Mark, die Deutschland seit dieser Zeit an Krediten eingebüßt hat, hat nicht nur eine weitere halbe Million Menschen arbeitslos ge- macht, sondern auch zahlreiche selbständige Existenzen weiter geschwächt. Weit notwendiger als vorher ist deshalb jetzt eine Politik, die das Vertrauen zu Deutschland w i e d c r st ä r k t, die dem In- und Auslande zeigt, daß das deutsche Volk noch genügend vernünftige Kräfte besitzt, um der nationalsozialistischen Berleumdungsslut, die im Chaos ihren Sieg zu erringen hofft, Einhalt zu gebieten. Allerdings werden über die Methoden zur Ueberwindung der jetzigen Vertrauenskrise Meinun gsoer schieden- he iten bestehen und nicht immer leicht zu überwinden sein. Es erscheint uns als ein sehr beachtliches Zeichen, daß die Ab- sichten auf Aenderung der Geschäftsordnung und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit des Reichstages anscheinend von einer großen Mehrheit beschlossen werden. Ob das aber bei den wirtschaftlichen Maßnahmen in gleicher Weise der Fall sein wird, muß einstweUen dahingestellt bleiben. Der Reichskanzler hat Vorlagen der Regierung zur Hilfe für die Landwirtschaft angekündigt. Welche Maß- nahmen die Regierung vorschlagen wird, hat er allerdings nicht gesagt. Daß gesetzgeberische Maßnahmen allein nicht ausreichen, und daß die Selbsthilfe der Landwirtschaft in erster Linie erforderlich ist, hat der Reichskanzler anerkannt. Man wird ober einen Schritt weitergehen und darauf hinweisen müssen, daß gesetzgeberische Eingriffs zugunsten der Land- Wirtschaft auch unendlichen Schaden hervorrufen können, wenn durch sie die handelspolitischen Beziehungen zu anderen Ländern gestört und dasHeerderArbeitslosen auf diese Weise vergrößert wird. Ueberhoupt ist der Teil der Rede des Reichskanzlers der schwächste gewesen, aus den die großen Massen des Volkes gewartet haben. Wird er das Versäumnis in einer zweiten Rede durch Ergänzung feiner Erklärungen vom Donnerstag nach- holen? Nichts hat der Reichskanzler gesagt über das Miß- lingen der Absichten, Preise und Löhne in Uebercinstimmung zu bringen. Die Löhne sind mit Hilfe der Regierung gesenkt worden, die Preise aber folgen nicht, weil sich die Monopole und Kartelle der Industrie stärker erwiesen haben, als Macht und Wille der Reichsregierung. Kein Wort ist ge- fallen gegen die Anschläge auf das Schlichtungswesen und die Lohnentwicklung, obwohl gerade in der letzten Zeit die Schwerindustrie ihre neuen Absichten unverhüllt verkündet hat. Dagegen hat der Reichskanzler ausdrücklich betont, daß die Regierung wegen der Verabschiedung des Etats mit der Deutschen Volkspartei zu einer Meinungsübcrein- stimmung gekommen wäre, und daß sie den Reichstag um eine Ermächtigung bitten werde, im Laufe des Etatsjahres Der Reichstag beginnt am Donnerstag um 15 Uhr mit der zweiten Beratung des Reichshaushalts. Das Haus ist voll besetzt, die Tribünen sind überfüllt, die Reichsrcgierung ist vollzählig an- wesend. Abg. Stöcker(KomM.) beantragt, mit der Tagesordnung die Beratung einer Jntervcllotion zu verbinden, die Auskunst verlangt über angebliche Sraatsstreichpläne der Deutschen Bolkspartei und anderer Regierungsparteien(Auslösung des Reichstags mit Artikel 48, Berschlechterung des Wahlrechts, Einberufung einer neuen Nationalversammlung zur Schaffung einer neuen Leriassung mit stärkeren Rechten des Reichspräsidenten und einem Zweikammersystem).—(Heuerteit in der Mitte und links.) Proside-U Löbe: Eine Verbindung der Interpellation mit der Tagesordnung ist nur möglich bei einstimmigem Verlangen des Reichstags. Da die Emstimnugteit nicht zustande kommt, hat die Reichsregicning zwei Wochen Frist zur Erklärung über die Jnter- pellation. Zlbg. Stöcker(Komm.): Die Interpellation kann mitberaten wer- den. wenn sich der Reichskanzler zur Beantwortung bereiterklärt. Rcichskanzler Brüning erklärt seine Bereitwilligkeit zur Beantwortung.(Allgemeine Heiterkeit.— Lärm der Kommunisten.) Die Beratung beginnt init dem Etat des Rcichsministeriums und der Reichstanzlei. Heichskanzker Dr. Brüning: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Weniger als je hat in diesem Jahre die Beratung der zweiten Lesung des Haus- haltsplanes die Bedeutung einer Beräwng llber technische Fragen, sondern über politische Fragen. In dem Stadium einer politischen und wirtschaftlichen Krise, in der sich Deutschland befindet, ist die parlamentarische Erledigung des Etats eine Frage ersten Ranges. Die Beratung des Haushalts fällt in eine Zeit schwerster Krise. lieber die Gründe dieser Krise ist wiederholt von der Reichsregie- rung gesprochen, sind Aussührun,?en gemacht worden. Sicherlich ist diese Krise zu einem großen Teile bedingt durch weltioirtschaftliche Wirkungen, aber sie ist auch eine Krise des Ver- trouens in d'c Stabilität der deutschen Politik und der deutschen Wirtschaft. Ans diesem Grunde hält es die Reichsregiernng für außerordent- lich wichtig, für die weitere finanzielle und wirtschaftliche Ent- wicklung, daß der Etat aus dem normalen parlamentarischen Wege oerabschiedet wird. (Ruf bei den Kommunisten: Was für ein Etat?) Der vorliegende. (Heiterkeit.) Es ergeht deshalb der Appell der Reichsregierung an dieses Hohe Haus, alles daran zu setzen, um dem Etat auch durch parlamento- rifche Verabschiedung rechtzeitig bis zum 31. März Gesetzeskraft zu verleihen.(Abg. Scheller(Äonim.): Zwar miserabel, aber rechtzeitig.) Es ist kein« Frage, daß In- und Ausland diesmal mit beson- derem Interesse aus die Beratungen und auf die Art der Ver- abschiedung des vorliegenden Haushalls blicken. Herr Abg. Stöcker hat eben eine Interpellation eingebracht über angebliche Diktaturpläne. Ich kann versichern, daß die Reichs- regierung solchen Plänen, sollten sie überhaupt bestehen, rest. los ablehnend gegenübersteht. Und der beste Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Reichsregierung gerade den größten Wert darauf legt, den Haushalt parlamentarisch zu verabschieden. Die Reichsregiernng hat wiederholt in den vergangenen Monaten zu dem Hilfsmitlel des Artikels 48 Zuflucht nehmen müsse». (Zuruf der Natsoz.: Also doch Diktatur!) Es ist nicht ihre Absicht gewesen und wird es nicht fein, etwa zu versuchen, namentlich in solchen Fragen aus die Dauer und häufiger von dem gleichen ver- sasiungsmäßigen Mittel Gebrauch zu machen. Sie ist der Ansicht, daß es im Interesie der Reichsregierung sowohl wie dieses Hohen Hauses liegt, daß möglich st wenig vom Artikel 48 über- Haupt Gebrauch gemacht wird. Sie hofst, daß es bei gutem Willen und bei vollem Verantworwngsbewußtfein es der gemeinsamen Arbeit von Reichsreaierung und Reichstag möglich sein muß und möglich sein wird, auch aus parlamentarischem Wege die schwebenden gesetzgeberischen Aufgaben zu lösen. Kreditsickerheit und Artikel 48. Wir legen um so mehr Wert darauf, weil vielfach im Ausland« von den Möglichkeiten und dem Ausmaß des Artikels 48 eine falsche Vorstellung herrscht.(Lochen bei den Kommunisten und bei den Nationalsozialisten.) Ein« falsche Vorstellung, die gelegentlich auch durch einige Oppositionsparteien ganz besonders genährt wird.(Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Wir legen deshalb Wert daraus, auch weil wir im Interesse der Kredit sicherheit wünschen müssen, daß überhaupt die parlamentarisch« Beratung unter ollen Umständen die Regel bleibt. Wir haben den Etat— ohne daß ich auf Einzelheiten eingehen will, denn der Finanzminister hat bereits wiederhoit vor der Oeffentlichkeit über den Etat gesprochen— so aufgestellt(Zuruf bei den Kommunisten: daß für sozial« Zwecke nichts übrig bleibt!), daß er den Erfordernissen weitgehender Sparsamkeit und vorsichtiger Schätzungen entspricht. Wir sind uns von vornherein darüber klar gewesen, daß die Richtig-, keit unserer Schätzungen bei gewissen Einnahmen davon abhängig ist, wie die weitere wirtschaftliche Entwicklung verläuft. Nach dieser weitere Ersparnisse vorzunehmen, damit der Etat ausgeglichen sei und Steuererhöhungen oder Schuldenvermehrung nicht er- forderlich sind. Diese Ermächtigung wird man der Regie- rung aber nur geben können, wenn einwandfreie Garantien vorhanden sind, daß die Ausgabekürzungen nicht zu einer weiteren Verschärfung der Not der Mosten führen! * Hätte Adolf Hiller der gestrigen Debatte beigewohnt, die sich an die Ausführungen des Reichskanzler anschloß, dann hätte die Rede des jungen Dr. Goebbels vermullich bei ihm sehr gemischte Gefühle ausgelöst. Bei den Nazis kommt es bekanntlich nicht darauf an. was man redet, sondern w i e man redet. Deshalb galt Hitler bisher in seiner Partei unum- stritten als d e r Führer, an dessen Worten sich die Massen berauschen, obwohl ihr geistig-politischer Inhall 0,0 ist. Mit seinem gestrigen Auftreten hat Goebbels seine Kandidatur für die Führerstellung angemeldet, die bisher Hitler für sich allein beansprucht hatte. Auch der kritischste Zuhörer wird feststellen müssen, daß Goebbels durch seine Rhetorik, obgleich sie nur Rhetorik war, das Interesse des stark besetzten Hauses er- zwang, das an dem flüssigen Pathos dieses Ekstatikers und an seinen oft geschlissenen Formulierungen einen gewissen ästhett- schen Gefallen fand. An demagogischer Geschwätzigkeit ist Goebbels dem Adolf Hitler ebenbürtig, dessen Name er be- zeichnenderweise in seiner einstündigen Rede nicht ein einziges Mal erwähnte, an Wirkung auf den Zuhörer dürfte der Rheinländer dem Oesterreicher bereits überlegen sein. Aber auch in anderer Hinsicht wird Hiller seinem Berliner Leutnant nach dieser Rede nicht grün sein. Während sich der bisherige Führer der Razi-Bewegung seit dem 14. September bemüht hat, etwaige Regierungsmöglichkeiten für die nächste Zukunft nicht zu verbauen, war Goebbels offenbar bewußt und planmäßig bestrebt, die Kluft zwischen seiner Partei und dem Zentrum zu vertiefen, ja unüberbrückbar zu machem Seine Rede war eine einzige persönliche Anpöbe- lung des Reichskanzlers Brüning, wie sie sich die ganz still und vergnügt zuhörenden Kommunisten bestimmt nicht bester hätten leisten können. Sie war auch fast aus- schließlich eine Kampfansage an das Zentrum, und der„Marxismus" fiel dabei auffallend leer aus. Was der große Adolf Hitler feit den Reichstagswahlen durch vorsich- tiges Lavieren und durch planmäßige Fühlungnahme anzu- bahnen bemüht war. nämlich die legale Herbeiführung einer Rechtskoalition, das hat der kleine Goebbels in einer Stunde mit sadistischem Vergnügen kurz und klein zerschlagen. Für den sozialdemokratischen Redner, Genosten Soll' mann, war es daitach ein leichtes, die politische Geistesarmut dieser nationalsozialistischen Phrasenschinderei zu enthüllen und ihr die zielbewußte Aufbaupolitik der republikanischen Arbeiterschaft entgegenzuhalten, die angesichts der faschistischen Gefahr ausgerüttelt ist und sich im ganzen Reich kräftig zur Wehr setzt. Die gesamte Rechte hatte zu Beginn dieser Rede den Saal verlassen, so daß es den Kommunisten über- lasten blieb, durch Zwischenrufe die Wirkung dieser Abrech- nung mit dem Faschismus zu stören. In dem Oberschlesier Kleiner haben die Deuffchnatio- nalen ihren anerkannt unanständigsten Redner gegen Brüning vorgeschickt. Der Reichskanzler hielt es für not- wendig, diesem Manne ausführlich zu antworten, und er tat dies in energischen und erregten Worten. Die National- sozialisten quitterten Dr. Brünings Feststellung, daß die Hugenberger nur die Wählerreihen der äußersten Rechten und der äußersten Linken verstärken, mit freudigem Beifall. Aber mögen sie tatsächlich am Ende die gesamte Hugen- berg-Partei auffressen, gegen die Sozialdemokratie und das Zentrum wird der Faschismus vergeblich anrennen! Richtung hin haben wir uns bereits bei der ZSerabschiedung des Etats im Kabinett entschlossen. dich für den Fall, daß die weitere wirtschastliche Tnlwiiklung MindecertrSgaisse bei gewissen Einnahmeschähungen bringe« sollte, der Aurfall nicht durch neue Steuern oder durch eine ver. mehrung der Schulden gedeckt werden sollte, sondern durch eine Senkung(Zuruf bei den Kommunisten: der so» ziolen Ausgaben!) von Ausgaben und weitere Ersparnisse(Zuruf bei den Kommunisten: Welch« Ausgaben?— Zuruf rechts: Und wie ist es mit der Steuersenkung?) Aus diesem Grunde hat die Reichsregierung selbst das Gesetz eingebracht, das garantieren soll, daß der Etat über eine gewisse Höhe in den nächsten Jahren nicht steigen darf. Aus diesem Grund« hat die Reichsregieruna auch schon im vergangenen Jahre nicht etwa, wie es vielfach in der Opposilions. presse dargestellt wird, eine leichtsinnig« Schätzung in dem Etat der Entscheidende Abstimmungen. Aenderung der Geschästsordnunq und des preßgesehes. Am Iceitag und Sonnabend wird sich der Reichstag mit den Anträgen zur Aenderung der Geschäftsordnung sowie mit der Novelle zum Prehgeseh besasien, die den Unfug beenden wird, daß Abgeordnete ihre Immunität mißbrauchen, um als ver. antwortliche Redakteure zu zeichnen und damit straflos verleumden zu können. Die sozialdemokratische Reichstags- fraktlon hol am Donnerstag beschlossen, diese Abänderungs- aokräge zu n n t e r st ü h e n. Wie überhaupt in den nächsten Wochen bei den Etalberalnngcn wird besonders am Freitag und Sonnabend die Anwesenheit aller sozialdemokratischen Reichsiagsmitglieder erforderlich sein. Entsprechende Dispositionen werden von dem Dor» stand der sozialdemokratischen Relchslagssraktion wie auch von dem Vorstand der Sozialdemokralischen Partei getrosfen, damit für die nächst« Zeit die Unabkömmlichkeit der Abgeordneten von Berlin nicht durch anderweitige Verpflichtungen in Frage gestellt wird. Notoerordnung aufgestellt, sondern die Reichsregierung hat, nament- lich bei den Ausgaben für die Krifenfllrsorge und die Arbeitslosen- Versicherung(Zuruf bei den Kommunisten: sich nur geirrt!) eine pessimale interne Schätzung aufgebaut, und ich kann dem Jäohen Hause mitteilen, daß bislang in keinem Monat die interne Schätzung der Reichsregierung irgendwie erreicht worden ist.(Groß« Unruh« auf der äußersten Rechten und äußersten Linken.) D'xt Regierung fordert Ermacktiaung. In dieser Auffassung hat die Reichsregierung sich mit den For- derungen einer Reihe von Parteien gesunden, vor allem mit der Deutschen Volkspartei. lAha-Rufe rechts und links. Beifall bei der D. Vp., Abg. Tergler I&vnnn.I ruft: Jetzt kommt die Der- beugung vor Herrn Dingeldey!— Dingeldey aufstehen!— Heiterkeit.) In wieoerhotten Aussprachen hat sich ergeben, daß nach dieser Rlch- tung hin eine Uebereinstimmung besteht. Die Reichsregierung wird deshalb das Hohe Haus bitten, ihr die Ermächtigung zu geben, im Laufe des Ctatsjahres weitere Ersparnisse zu machen.(Lachen rechts.) Wenn die Herren Zurufer mir«den mitteilten, daß sie das nicht vsr- stehen, so nehme ich ihnen das nicht übel aus dem einfachen Grunde, weil«in Teil von Ersparnissen überhaupt dann erst möglich ist. wenn gewisse weitere Reformen, die vor allem auf dem A e r- waltungsgebiete liegen, durchgesührt worden sind.(Aha- R u f e r e ch t s.) An sich beansprucht allerdings die Reichsrcgicrung das Recht— so wie sie ez auch im vergangenen Jahre gebandhabt hat—. von ftch aus erhebliche Ersparnisse zu machen. Ersparnisse. die nicht in einem gewissen Zeitpunkt im einzelnen schon festgelegt werden können, sondern die eben von den erwähnten Momenten und Boraussetzungen teilweise abhängig sind. Ein solches Ermächtigungs» gesstz soll die Garantie bieten, daß im In» und Auslande sich restlos die Erkenntnis durchsetzt, daß die Reichsregierung ihren Weg der Ersparnisse und der absolut sicheren Fundamentierung de? Haushalts weitergehen wird.(Abg. Torgler sKomm.s: Auf Kosten der Ar- beiter!) Dieser Weg(Zuruf bei den Komm.: Geht über Leichen!) ist und wird auch bereits vorbereitet für die nächsten Jahre. (Zuruf bei den Ratsoz.: Frankreich wird Ihnen dankbar sein!) Rein. Frankreich wird nicht dankbar sein, sondern dieser weg ist der sicherste, um die Bahn für die Lösung der Reparalionssragen freizumachen. (Lachen bei den Natsoz. und Rufe: Das wollten wir nur hörenH Im übrigen spielen die Reparationsfragen für diesen Etat wie für jede entscheidende Frag« des deutschen Volkes eine besondere Roll«.(Aha-Rufe rechts.) Und wir sind mit allen Kreisen der Be- völkerung darin einig(Lachen rechts), daß diese Frage als ein düsterer Schatten über dem ganzen deutschen Volke und über allen Maßnahmen, die zu seiner Rettung getrosfen werden können, liegt. Aber(Zu ruf bei den Natsoz.: Denken Sie an Ostpreußen, denken Sie an die faulen Eier in Breslau!) agitatorische Lösungen der Reparationsfrage sind nicht geeignet. der Reichsregierung eine Stärkung in ihren Waßnahmen zur Vorbereitung einer solchen Lösung zu bereiten. (Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Wir sind der Ueberzeuzung, daß in der Welt die Erkenntnis wächst, daß die Reparationssragc nicht nur ein« für Deutschland außerordentlich bedrückende Frage ist. son- dern störend in die gesamte Weltwirtschaft dauernd eingreift.(Große Unruhe auf der äußersten Rechten und äußersten Linken.) Wenn wir uns über diese wachsende Erkenntnis freuen, so bedauern wir doch außerordentlich, daß nicht gleichzeitig die Erkenntnis im Aus- land wächst, daß Deutschland wirtschaftspolitische Maßnahmen tresfen muß, die im Ausland sehr unangenehm empfunden werden, um überhaupt Reparationsleistungen zu zahlen.(Sehr irchtig! bei der Mehrheit.) Wir müssen uns die Freiheit nehmen, trotz aller Sorg- falt und trotz aller unserer handelspolitischen Ziele, die nicht abweichen von der bisherigen Politik(Aha! beim Landvolk), dafür zu sorgen, daß wir die Reparationsleistungen, solange nicht eine andere Ge- lamtlösung erzielt worden ist, so erfüllen, daß wir sie aus eigener Kraft unter Stärkung der eigenen Landwirtschaft und der Industrie (Lachen und Zurufe rechts: Redensarten!) aufbringen können. Gesamt'ösuna des Repaeationsprobiems. Ich habe vorhin schon erwähnt, daß Teillösungen, wenn sie mit für uns unerträglichen Bedingungen verknüpft sind, für die jetzig« Reichsregierung nicht annehmbar sind. Das Zi«l maß sein, unsere gesamte Wirtschaft und Finanzpolitik so aufzubauen und so systematisch auf lange Sicht zu gestalten, daß wir eine Gesamt- lösung sicher vorbereiten können. Und von dieser Gesamtlösung hängt die weitere Entwicklung ab, und ich kann versichern, daß die Reichs- regierung ihre gesamte Wirtschafts- und Finanzpolitik in die Bor- bereitung einer solchen Lösung stellen wird.(Bravo! bei der Mehrheit.) Jedoch ist die Reichsregierung gesonnen, sich da6 Tempo und den Zeitpunkt besonderer Schritte ans innenpolitischen Gründen nicht diktieren zu lassen. Sie ist nicht gesonnen tZwruf bei den Komm.: Abzn» treten!), aus Popularitätsgründen sich in eine Sitna- tum hineinmanövrieren zu lassen, aus der nicht eine Besserung unserer Lage, sondern nur eine Schädigung des deutscheu Volkes hervorgehen kann. (Beifall bei der Mehrheit. Lachen auf der äußersten Rechten und Hitler verhängt Redeverbot. Lieber Zeder.— Keine Disputationen mehr.— Geständnis der Niederlage Zeders. Goebbels zecht Zeder des Verrats. Ueber die Frattionssitzung der Nationalsozia. listen am t. Februar im Reichstag erfahren wir: Hitler war nicht dabei anwesend. Die Leitung lag in den Händen von Dr. F r i ck- Weimar. Es wurde einstimmig bei Stimmenthaltung von Feder beschlossen. daß weder Feder noch sonst irgend ein Ratlonalsozlalist in Zukunft sich an Rundfunk- oder sonstigen öfscntiichen Disputationen beteiligen darf. Besonders scharf forderte dies Dr. Frick, der sich in gröbsten Anklagen gegen Feder ergmg. Die Vertreter des Flügels, der mit Otto Straßer sympathisiert, erklärten gleichfalls ihre Miß- billigung der Fcder-Rede im Rundfunk, jedoch mit der Begründung, daß das, was Feder über den Sozialismus gesagt habe, sie keines- wegs befriedige. Hieraus sagte Dr. Frick wörtlich folgendes: „Das alles bestätigt nur die Richtigkeit und Notwendigkeit des Absiincnzantrages und des Redeverbotes: es kommt gar nicht daraus an, was irgend ein Arbeitaehmerverlreter zu den Problemen zu sagen hat, sondern einzig und allein darauf, wa» Herr hiller zu sageu hat. Dieser ober oerbietet auf Grund der mit Fcder-Nölling gemachten Er- fahrungen für die Zukunft jegliche öfsenklichc Disputation." Feders Rede in Oldenburg, in der er von einer m ö g- lichen Koalition mit dem Zentrum sprach, wurde schärf st ens oerurteilt: lediglich ein Teil der bayerischen Abgeordneten stimmte ihm zu. Entgegen den Veröffentlichungen der „Germania" vom Februar behauptet Feder, er habe den von ihm angeführten Brief des Zentrumsabgeordneten Ka a s erhalten und könne ihn jederzeit vorweisen. Auf Antrag Goebbels, der Feder des offenen Verrats am Rationalsozialismus be- zichtlgtc, wurde beschlossen, daß Feder die geplante Unterredung mit Kaas nicht haben dürfe, da dies einzig und allein Sache Hitlers sei. Feder erklärte sich bereit, sich diesem Beschluß zu beugen. Klägliche Niederlage Zn'cks im Neichsrai Das Ende einer Antisemitenaktion. Seit Tagen hat die völkische Presse mit großem Hallo an- gekündigt, Herr Frick würde im Reichsrat die Führung der Länderfront gegen Preußen übernehmen und in der Frage der Einbürgerung„fremd st ämmiger Ost ausländer" Preußen eine entscheidende Niederlage beibringen. Wieder einmal kam es anders, als Herr Frick sich das gedacht hatte. Ein« große Anzahl solcher Einbürgerungsfäüe, in denen Preußen, Baden, Hessen, Anlzalt, Bremen, Mecklenburg-Strelltz die Einbürgerung vorgeschlagen und in denen zunächst sämtliche übrigen deutschen Länder zugestimmt haben, wurde von Herrn Frick bean- standet, so daß eine Entscheidung des Reichsrats erforderlich wurde. In einer der vorigen Reichstagssitzungen waren bereits K2 Fälle gegen Herrn Frick entschieden worden: der Reichsrat hat ihm aus- drücklich bescheinigt, daß in sämtlichen Fällen die von Thüringen gegen die Einbürgerung geltend gemachten Bedenken u n b e- gründet seien. 120 weitere Fälle standen gestern zur Eni» jcheldung. B i e r m a l beantragte nach lebhaftem Rededuell mit dem preußischen Dertretcr, Ministerialdirektor Brecht, der Vertreter Thüringens namentliche Abstimmung, und in allen Fällen fiel Herr Frick hintenunter. Wieder ist der Reichsrat deut- lich von ihm abgerückt! Zur Frage der künftigen Einbürgerungspraxis faßte der Reichsrat eine auf die Anregung Preußens zurück- gehende Entschließung. Bisher lag der preußischen Ver- waltungspraxis auf den übereinstimmenden Wunsch des Haupt- ausschusies und des Plenums des Preußischen Landtages eine zehn- jährige„M indestbewährungsfrist" zugrunde. Das ist Uwa nicht so zu verstehen, daß nach Ablauf von zehn Jahren jeder Aus- länder ohne weiteres eingebürgert wurde. Die zehn Jahre bildeten vielmehr für den Regelfall die Voraussetzung dafür, daß überhaupt ein den Behörden vorgelegtes Gesuch weiter verfolgt und aus Eignung des Antragstellers hin geprüft wurde. Für die Zukunft ist nach der Meinung des Reichsrats, der er in dieser Entschließung Ausdruck gab, von einer zwanzigjährigen Frist auszugehen. Maßgebend hierfür war der Gesichtspunkt, daß gerade in der nächsten Zeit mit einer großen Anzahl von Anträgen solcher Aus- länder zu rechnen ist, die erst nach dem Kriegs nach Deutschland gekommen sind. Da auch die zwanzigjährige Frist nicht schematisch angewandt werden solle, sondern Raum für eine individuelle Prüfung des Einzelfalles läßt, so daß in besonderen Fällen auch unter diese Frist herabgegangen werden kann, ist zu hoffen, daß diese Entschließung des Reichsrats nicht unnötige Härten für die einzelnen Einbürgerungsbewerber zeitigen wird. Schon bescheiden! Kein« Begeisterung für das Stahlhelmvolksbegehren. Di« Einbringung des Stahlhelin-Volksbegehrens hat zu beiden Seilen des Stahlhelm Dcrl«genhe!ten und Eifersüchteleien um die Führung hervorgerufen. Man merkt die Absicht, sich nicht der Gefahr einer Dolchstoßbeschuldigung auszusetzen, gleichzeitig aber auch dem Stahlhelm die Verantwortung für di« Pleite selbst zu überlassen. La emer Verlautbarung der Deutschncuionalen Volkspartei heißt es: „So kann das Volksbegehren des Stahlhelms rn e>n«m entscheidenden Abschnitt des Kampfes um di« Macht in Preußen werden. Was der Kampf um d«n Aoung-Plan für die Reichstagswahlen von, 14. September geworden ist, das wird in jedem Falle das prsu- ßijche Volksbegehren für die bevorstehenden großen W a h l k ä m p j e sein." An die Auslösung des Landtags, also an einen Erfolg des Bolls- entscheid?, glauben also nicht einmal die um Huzenberg, sie erblicken in der Stahlhelmaktion lediglich die Eröffnung des Wahlkampfez für di« kommenden Landtogssahlen des Jahres 1932. äußersten Linken.— Zuruf bei den Nalsoz.: Frei nach Coue!) Wir sind fest eittschlosien, zu diesem Standpunkr unter allen Umständen zu stehen und auch die Unpopularität eines solchen Srandpunktes auf uns zu nehmen.(Erneuter Beifall.) Wir möchten nicht die historische Verantwortung dafür tragen, daß wir In eine Situation hineinmanövriert werden, aus der für Deutschland ganz gewiß keine Rettung und kein« Verbesserung zu erwarten ist. Im übrigen wird für diese Fragen die Möglichkeit der Erörterung b«i der großen außenpolitischen Debatte in der nächsten Woche gegeben sein. Ich beabsichtige deshalb auch nicht, aus die Außenpolitik irgendwie ein- zugehen. Ich möchte nur noch bei drei Punkten etwas verweilen. In den vergangenen Wochen haben eingehende Beratungen mit allen Ver- tretungen der Landwirtschaft stattgefunden, und ich kann zu meiner Freude mitteilen, daß es möglich gewesen ist, zu einer E ini- gung über einen Gesamtplan zur Rettung der Landwirt- schaft zu kommen.(Widerspruch rechts.) Wir halten«inen solchen Plan, der nicht nur durch gesetz- geberische Eingriffe verwirklicht werden kann, deswegen für uit- bedingt notwendig, weil wir auf lange Sicht die Rettung der deutschen Landwtirschast nicht allein auf Zöllen aufbauen können. Die Reichsregierung wird, soweit gesetzgeberische Maßnahmen in Frage kommen, dies« in kürzester Zeit dem Retchsrat und Reichs- tag vorlegen. Auch über das große O st h i l f c ge se ß ist zur Stund« nahezu eine re st los« Einigung bereits erzielt worden und dos Hohe Hans wird sich in den nächst«» Wochen auch mit diesen Fragen weiter zu beschäftigen haben. Die Schwierigkeiten des Ge- setzes sind deswegen sehr groß, weil die Meinung im Osten in der Landwirtschaft selbst über die Art der Hilfsmaßnahmen eine außer- ordentlich geteilte ist. Es gibt vi«le. wie wir festgestellt hab«n. die keine Umschuldung wollen, sondern nur eine allgemeine Losten» senkung und sich mit einem Zusammenbrechenlassen besonders kranker Betrieb« durchaus abfinden würden. Die Reichsregierung steht dem- gegenüber auf dem Standpunkt, daß. soweit es die finanziellen Mittel zulassen, es notwendig ist, beide Maßnahmen miteinander zu oerbinden, daß aber die Umschuldung unter keinen Umständen aufgegeben werden darf, weil sie nicht nur die Landwirtschast tlöffen würde, sondern vor allem auch einen Zusammenbruch von Handel und Gewerbe in den weitesten Teilen der östlicken Gr«nzaebiete zur Folge haben würde.(Zuruf bei den Regierungsparteien: Sehr gut!) Wir glauben deshalb einen Weg gesunden zu haben, der eine Lösung der Schwierigkeit«,, im Rohmen des finanziell Denkbaren vorsieht. Wir bitten das Hohe Haus, im Zusammenhang mit dei� Beratungen über den Etat zu einer möglichst schnellen Berobschiedung der ihnen alsbald vorzulegenden Vorlagen zu koinmen. Ods Arbeitslosenproblem. Zu den wichtigsten Problemen, die die Reichsregierung beschäfti- gca, gehört die Frage der Arbeitslosigkeit, eine Frage. die ganz besonders'deswegen erschwert und verschärst worden ist, weil in den vergangenen Monaten Kreditabzüge au» dem Auslande zu einer erheblichen weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit beigetragen haben. Die Reichsregierung hat deshalb eine Kommission ein- berufen(Zurufe der Komm.), die bereits zusammengetreten ist. um den Eesamtkompler der Fragen, die mi) der Arbeitslosigkett zu- sammenhängen. zu untersuchen. Daneben laufen bereit, seit längerer| Zeit Besprechungen mit maßgebenden Instanz«» der Wirtschast und' der Arbeiterschaft, um zu Lösungen zu kommen, von denen wir bestimmt«ine erhebliche Minderung der Arbeitslosigkeit erwarien. Diese Dinge, die zum großen Teile nicht gesetzgeberisch zu lösen sind. müssen ebenfalls mit einer gewissen Systematik behandelt werden. Ihr Erfolg, wenn die Beratungen zu einem Ergebnis führen, hängt allerdings genau so wie bei dem Osthilfegesetz in erster Linie davon ab. ob der Etat des Jahres 1331 von diesem Hause rechtzeitig verabschiedet werden kann. An der parla- mentarisch rechtzeitigen Terabschicdunz wird zu einem großen Teile di« Möglichkeit von Krediten hängen und ich richte den dringenden Appell an dieses 5)ohe Haus, im Rahmen der gesamten notwendigen Maßnohmen sich seiner Verantwortung gerade in bezug auf den Etat voll bewußt zu sein. Gerade aus diesem Gesichtspunkte heraus begrüßt es die Reich?- regterung, daß ein« Mehrheit von Parteien sich zusammengesunden hat. um«in« Aenderung der Geschäftsordnung vorzunehmen. (Aha! bei de» Natsoz.) Diese Aenderungen der Geschöstsordmmg— davon bin ich über- zeugt— werden da,u dienen(forWauernde Unruhe), Erschütterungen der finanziellen Stabilität, wie wir sie so häufig gehabt haben, für die Zukunft zu vermeiden.(Ruf bei den Natsoz.: Es lebe die Demokrat!«!) Wir sind überzeugt, daß eine Demokratie um so stärker ist. und um so angesehener, je mehr sie die Lcrantwortting selbst fühlt, die sie hat.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen b. d. Regierungsparteien.) Wir sehen in diesen Maßnahmen zur Aenderung der Geschäfts- ordming ein Zeichen dafür, daß dieses Haus entschlossen ist. ebenso wie die Reichsregierung, unter ollen Umständen dafür zu sorgen, daß ein« Erledigung der Beratung möglich ist. daß die Fehler der Vergangenhest verniieden werd.m und daß eine Sicherung unserer finanziellen Mahnabmen auch für die Zukunft gegeben ist. von der allein eine erfolgreiche Innen- und Außenpolitik letzten Elches ab- hängt.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Regierunas. Parteien.� Lärm bei der Opposition.) Präsident Löbe teilt das Eingehen eines kommunistischen Miß- trauensantraaes mit. Ab?. Ltöhr(Natsoz.) beantr�t, wie es auf Verlangen einer großen Partei noch solchen Regierungserklärungen immer geschähe, die Beratungen um einen Tag zu Verlagen. Abg. hermaun Nlüller-Franken(Soz.) macht daraus aulmerksam, daß schon wiederholt nach Regierung?- «rtlärungen die Debatte sofort begonnen habe. Wenn mau sich auf «ine Erwiderung erst präparieren muß(Lärm rechts. Heiterkeit in der Mitte und links), so würde dazu eine Stunde Paus« doch genügen. Di« Vertagung wird abgelehnt mit den Stimmen des Zzu- trums und der gesamten-Linken. Abg. Ulbricht(Komm.) spricht über das Arbeitslosen elend und «reist in der üblichen Weis« nichl nur die Regierung und iV« Parteien, sondern auch di« Sozialdemokraten an. Als er sagt die nationalsozialistischen Arbeiiermörder hätten den Saal aus Anzst vor Anklagen gegen sie verlassen, untersagt Präsident Löbe diese Bezeichnung von Abgeordneten; diese Beschuldigung werde ge-'en. festig erhoben, der Präsident habe die Wahrheit nicht nachzuprüfen, aber der Ausdruck sei unparlamentarisch.— Die gestrige Mitteilung des Abg. Limbertz(Soz.), daß die Richrbergarbeiter sich mir dem Knüppel der Terroristen entledigt baden, verdreht Ulbricht in di« angebliche Aufforderung, die-Streikenden zu verprügeln, was auch, die Natsoz-Horden gemeinsam mit der Pollzei getan hätten. Die Hamburger Polizei des Sozialdemokraten Schönfelder beschuldigt Ulbricht, den Nationalsozialisten Munition zu kufern. Goeobtl, ist t/n feig«, unsere 10 Fragen zu beant» Worten. sRü?« des Präsidenten.) Allerdings kenne ich noch nicht d:c neuen Höflichkettsregein des sozialdemokratischen Parleivor- standes für Parlamentarier.(Ordnungsruf wegen Kritisierung des Präsidenten.) Der Präsident ist also der Meinung, daß ich Goebbels richtig gekennzeichnet habe, nur sollte ich das nicht so sagen.(Der Präsident untersagt die Auslegung seiner Maßnahmen und droht den 2. Ordnungsruf an.— Ahal-Rufe der Kommunisten.) Die Stimmzellelkomödie der rechtsradikalen Volksbegehren machen wir nicht mit. Den Nazis hält der Redner ihr arbeiterfeindliches' Regieren in Thüringen vor. Der 2S. Februar wird der faschistischen chunaer- reoierung die Antwort des Volles bringen, dem nur revolutionärer Massenkampf helfen kann von Poung-Plan, Lohnraub und Faschis- mus. Gegen die Mordhetze des Goebbels muß sich die Arbeiter- schaft zum Selbstschutz bewaffnen.(Händeklatschen der Komm.— Hohrrufe der Natsoz.) Abg. Dr. Goebbels(Natsoz.) wird von den Kommunisten mit andauernden Rufen„Nieder mit dem Mordhetzer empfangeil. Heiterkeit ruft ein Anruf hervor:.Da» ist der germanische Typ!" Goebbels spricht zunächst von dem„Genosien Ulbricht", der die Antwort Goebbels im Friedrichshain durch eine vorzeitige Saalschlacht vereitelt habe. Dann findet Goebbels es bemsrkens- wert, daß der Reichskanzler überhaupt noch im Reichstag spricht "id mcht seine Erklärung durch Notverordnung erläßt.'Als Goebbels von diesem„sogenannten hohen Hause" spricht, untersagt der Präsident diesen Ausdruck, der schon früher als unparlamen- tarisch verboten worden ist. Zur Kanzlerrede sagt Goebbels u. a.: Wenn das Ausland zu erkennen beginnt, daß es mit Deutschland in nicht weitergeht, so ist das der Opposition und besonders unserem Wahlsieg zu verdanken. Sämtliche Krisenlolaen bis zum„Der- scherbeln" des Besitzes der GemciiÄe Berlin bezeichnet Gvcbbsls räs Früchte der Regierungspolitik, die die Katastrophe herbeige- führt habe. Wir nennen die Katastrophe nur beim rechten Namen. Dann führt Goebbels die von seiner Partei angewendete Brachialgewalt auf den Terror der marxistischen Stützen Brünings zurück und erinnert an S tole SA.-ZNänner der letzten Wachen, wogegen die So'ialdemolralen und die Kommunisten in lebhasten Zwlschenrnsen ihre Blulopser in Erinnerung bringen. Die Panikstimmung nach dem 14. September haben nicht wir, sondern die Berliner Asphaltpreste der Linken erzeugt und sin Ausland hervorgerufen, die von Aufstand. Barrikadenbau usw. ge- sprachen hat. Man hält uns vor. wir hätten noch nicht gezeigt. daß wir es besser machen könnten: verschwinden Sie doch von Ihren Plätzen, damit wir es besser machen können. Was würden Sie sagen, wenn wir unsere Siurmableilunaru eines Tages in die Finanz. ämler schicken... (Heiterkeit und rasch zunehmend« Unruhe links verschlingt den Nach- satz: der Präsident hat bereits zwei Ordnungsrufe wegen nicht- parlamentarischer Zurufe erteilt.) Goebbels behauptet dann, ein« neue Reichstagswahl würde 180 Natsoz. ins Haus bringen.(Hände- klatschen äußerst rechts.) Das Volk weiß, daß das Reich längst in betrügerischem Bankerott steht.(Zuruf links: Unerhört!) Je mehr dies« Parteien glauben, weiter bestehen zu können, um so wacher stehen wir aus der Lauer.(Große Heiterkest.) Das Volk hat nichs die Absicht, ln der sturen und eigenflnnigen Oppofllion zu bleiben. (Lebhafte Heitertest über diese Stilblüte.) Legal ist unser Weg zur Macht, aber was wir mit der Macht anfangen werden, ist etwas anderes. Wir verlanaen Auslösung des Reichstages. Wer die Zu- kunft hat, der hat die Jugend(Händeklatschen der Natsoz.), die Mittelparteien haben sie nicht. Die international marxistische Klassen- kampfideoloaie muß ausgemerzt werden. Erst Brot, dann Tribute, wie Dr. Wirth 1923 gesagt hat. Die schamlose Korruption muß weg, die sich seit 1918 in den Aemtcrn und Behörden breit macht. (Zuruf von den Natsoz.: Severing.— Der Präsident erteilt dem Redner und dem Rufer Ordnungsrufe.) Die schamlose Bestgenossen- schaft von Zentrum und Sozialdemokratie(Händeklatschen der Not.- Soz.— Entrüstungsrufe in der Miste und links:— Präsident Lobe droht dem schon zweimal zur Ordnung gerufenen Redner die Wortentziehung an.) Zum Schluß gebraucht der Anlimarxist dos alle Vebel-Worl: „Diesem System keinen Mann und keinen Groschen", was die Ilaisoz. bewunderungssoll beklatschen. Halle das deutsche Volk heute nur die Aussicht auf diese Pounq- Parteien, so könnte es verzweiseln. Aber weil wir da sind(große Heiterkeit.— Jubelndes Klatschen der Natsoz.: Deutschland erwache! Dreifaches Heil! der Natsoz.— Gegenruf« der Komm.). Gollmann rechnet ab. Ab-. Sottmann(Soz): Bei den Reden des Nationalsozialisten und des Kommunisten bin ich mir nicht ganz klar, wo die Poltlik aufhörte und die Psychiatrie anfing. Alle Versprechungen, Verheißungen, Per- sicherungen über den eigenen Mist usw. ließen es mir als fruchtbar erscheinen, wenn Ulbricht und Goebbels gemeinsam einen Salon für politische Astrologie errichteten.(Heiterkeit bei den Soz.— Lärm der Komm.:— die Nazis sind draußen.) Die Oppo- sition der Natsoz. ist in der Tat, wie Goebbels gesagt Hot, stur. Diese Opposition liegt auf der Lauer, wie die romantischen Indianer in Karl Mays Kinderromanen.(Sehr wahr! und Hetterkelt bei den Soz.) Wir stehen ans dem Höhepunkt des größten Hungerwirsters seit der Kricgszcst. Wir haben eine verheerende Wtrtschastskrisis und eine Hochkonjunktur für polilische Phraseure und Wunderdokioren. Wenn eine Legierung aus den Kraftworten der Herren Fcick, Hugenberg und Ihälmann Goldkörner ergäbe, wären wir das reichste Land der Welt. Die Vertreter von 13 Millionen Deutschen, die am 14. September national,, lozialistisch", kommunistisch oder auch deutschnational ge- nxihll haben, kannten in diesem Haufe nicht da» geringste- Positiv« i ir die Interessen dieser Wäbler leisten. Nur eine monate'�nge mirt- schaftliche und politische Panik konnten sie verursachen. Wenn diese Panikstimmung allmählich verschwindet, so dank der festen Haltung unserer Sozialdemokratie.(Lärm bei den Kommunisten.) Die Taktik der Sozialdemokratie ist längst keine parlelpolilische Trage mehr, sondern sie berührt das Schicksal der wlrlschasl und dez Staaken. Das Feldgefchrel der Nallonalsozialisten„Deutsch. land erwachet" hat eine nicht gewollte Wirkung erzielt: die So- ziallslen und Republikaner Deutschland» sind zur höchsten Akll- viläl erwacht. (Beifall der Soz.) Wir sagen von der Parlamentsiribüne den Mit- lionen Sozialisten und Republikanern, nicht zuletzt dem Reichs- banner, Dank für die Rettungsarbeit, die sie an Reich, Staat, Volk und 0511 meisten an der Arbeiterklasse leisten.(Beifall der Soz. Un- ruhe bei den Komm.) Dieser Winter zeigt, daß alle Versuche, illegal zur Macht zu kommen, an der politischen Vernunft und an der vhysischen Kraft der Arbeiterklasse scheitern. Der Stahlhelm mit icinem Volksbegehren in Preußen, die Nationalsozialisten mit ihrem Antrag aus Reichstagsauslösung wollen neue Panikstimmung er- ??ugcn. Das Schicksal der hungernden deutschen Menschen ist ihnen gleichgültig.(Sehr wahr! bei den Soz.) Ihr Machtwahn geht ihnen über alles. Diese Politik hat zum Ziel: erhöhte Unsicherheit der Wirtschaft, vermehrte Erwerbslosigkeit, neue Verwüstung der Staats- jinanzen, neue Kapitalflucht, neue Kreditschwierigkeiten, neue Zins- erhöhung, gesteigerten Ruin mittelständlerischer und bäuerlicher Existenz, neue Gefahren für Sozialrenten und Beamtengehälter, neuen Lohnabbau, weiteres Herabdriicken des Lebensstandards.(Unruhe der Komm. Rufe: Verbrecher, Lumpengesindel! Zwei kommu- niftische Abg. erhalten Ordnungsrufe.) Dieses nationalsozialistische ?lttenlat auf das Arbeitsvokk aller Schichten muß an der Vernunft des Reichstages und der Pflichttreue des Herrn Reichspräsidenten scheitern.(Zuruf der Natsoz.: Den Sie dauernd verunglimpfen!) Weisen Sie uns das nach!(Abg. Winckler sNatsaz.s: Sie Demagoge! Abg. Winckler erhält einen Ordnunasruf.) Nicht viele in diesem Hause werden glauben, daß dieser Reichstag vier Jahre durchhält, aber die Volksbefragung darf ntchk zum Spiel für solche Leute werden. die mit der Volksstimmung i I, Hausse und k la Baisse speku- lieren, wie die Geschäftsleute mit Getreide und mit Börsen. papieren. Da, lelb« gilt für die kapitalistischen Schichten, die mit dem Zünöstoff einer neuen Nationalversammlung und der Aufzwingung eines schlechteren Wahlrechts spielen. Solche Experimente würden dem «taatsgefüge den Rest geben und die Wirtschaft dauernder Unruhe aussetzen. Ich spreche der kommunistischen Fraktion unseren Dank dafür aus, daß sie sick hier so feurig für die Erhaltung der Demo- lratie und des freien Wahlrechts eingesetzt hat. Auch Herr Goebbels bat sein demokratisches Herz bei seiner Kampfansaae aegen mögliche Staotsstreichpläne entdeckt. Herr Goebbels hat soviel von seiner eigenen Tapierkeit geredet, die an, besten dadurch illustriert wird, daß es bisher leichter gewesen ist, in Deutschland«ine Million weißer Mäuse aufzukaufen, als Herrn Goebbels einmal vor Gericht.zu zitieren.(Sehr gut! und Heiterkeit links.) Obgleich Herr Goebbels abwesend ist. mochte ich chn hier nach der Wahrheit seiner bekannten Angaben fragen, daß er 14 Tage für den Reichspräsidenten im belgi» schen Gefängnis gesessen habe und dabei mit der Hundepeitsche miß. bandelt worden sei. Leute außerhalb dieses Hauses haben den Abg. Goebbels deswegen alz einen abgefeimten Lügner bezeichnet. Falls er diese Behauptung nicht widerlegt, muß ich annehmen, daß Herr Hitler mit seinem kürzlich erschienenen Artikel im„Illustrierten Beobachter" über Zersetzungserscheinungen in seiner eigenen Partei. das Eindringen seiger und korrupter Element« nach seinem Wahlsieg (lebh. Hört, hört! linkt?) nicht nur Mitglieder der NSDAP, außer- halb des Reichstags gemeint hat.(Lebh. Beifall links.) Zur Rede des Rcichskan>;iers mächt« ich nur bemerken, daß ich das Eingehen auf die Cestolrung des Sozialetat, vermisse. Ich kündige hier schon an, daß die Sozialdemokratie wie immer sich jeder „Sparmaßnahme" am Sozialetat energisch widersetzen wird. Diejenigen, die so gern über die angeblich geringe Bedeutung der „formalen" Demokratie theoretisteren, könnten aus dem Klassen- in stinkt der großen Kapital, st en lernen. Diese hassen die Demokratie, weil sie ihnen finanzpolitisch und sozialpolitisch zu teuer kommt. Demokratie ist sreilich nicht nur Agitation, sondern Siaatsgestaltung. Ohne eine starke Autorität ist sie nicht denkbar. Es Ist Unwissenheit oder volksbclrug, Demokratie und Parla- mentarismus für das Wirlfchaftselend verantwortlich zu mache». Die 20 bis 2ö Millionen Erwerbslose in der kapitalistischen Welt verteilen sich auf Diktaturen und Demokratien, auf Republiken und Monarchien. Die diktatorisch regierten Länder, Italien und Ruß- land. stehen jedenfalls an Lebensyallung der Massen tief unter allen. Demokratien. Es ist ein Gipfel der Unehrlichkeit, wie Herr Goebbels den Marxismus für die internationale Strukturkrise des Kapitalis- mus verantwortlich zu machen. Hugenberg und andere beschuldigen die„marxistische Wahnsinnspolitik". Wir leugnen nicht, daß die kapitalistischen Wirtschastskapitäne in der Entwicklung der Pro- duktionsträfte Hervorragendes geleistet haben, aber sie können diese Kräfte nicht gemeinnützig organisieren. Genau wie Karl Marx vor- ausgesagt hat.(Unruhe bei den Komm.) Die deutschen und die inlernallonalea kapitalislischeu Wirtschaflssührer waren nti- fähig,— de» Kieltbriea->,r«trtpudetu.-dcE im litjst-a. Grunde aus_. kapitalistischen Gegensätzen tni'fanden ist. Die kapilolistlschen Wirlschajlsführer waren uvfahlg. wirlschaftllch vcrnünsnge Friedensschlüsse zu machen; unsählg. die Inflation in de« be- sieglen Ländern zu verhindern; unsählg, die Deslalloa zu meistern; unsählg. die Reparalioavprobleme zu entwirren: unsählg. die inlcrnalionalen Finanz, und Aallschwlerlgkeilen zu lösen; unfähig, die Enlwickiuoa der Maschiueakräsle in das richtige Verhältnis zur Zahl der Arbetlskräfle und ihrer Arbeitszeit zu bringen; unsählg, der Balionalisiernng In Stadl und Land die richtigen Grenzen zu ziehen; unfähig, die Apparatur der Wirlschasl dem verbrauch anzupasien; uosähig, die Rohstoss-, Vroduklions- und Absahkrlse auszuhallen: uosähig. die Verelendung der Lauern, Arbeiter und Angeslelllen und Mittelschichten zu bannen. In Deutschland waren sie freilich fähig, polstische Sötdncr zu dingen, um die iapitalistisckic Krise in eine �Schuld der marxistischen Arbeiter un�ulügen. Dabei sollten diese Schichten froh sein, daß ez eine marxistische Schulung gibt, die die Arbeiter weltwirtschaftliche Zusammenhänge lehrt und sie so vor ivilden Putschen zurückhält.(Sehr wahr! bei den Soz. Zurufe des Abg. Stubbcndorff sDnat-j). Herr Stubbendorfs, mit Ihnen möchte ich mal am Rundfunk über Morris- mus diskutieren!(Abg. Stubbendorff: Ich nicht! Heilerlelt.) Das kann ich mir denken: Sie werden mehr von Schnaps verstehen als ich!(Allgemeine Heiterkeit.) Es sollte auf allen Seiten die Schuld- frage zurückgedrängt werden und eine Front der Vernünftigen und Besonnenen sich bilden. Es ist nicht die Stunde parteiprogrammo- tijcher Rechthaberei, sondern praktischer, wirtschaftlicher und finan- zieller Maßnahmen. Politische Wirren in Deutschland würden den Verlust von weiteren Milliarden Lvlm und Renten und neue Steuern für die Massen bringen. Die KPD.-Diktatur fürchtet doch kein Menich, die liegt im Monde.(Gebrüll der Komm.) Es droht uns die Diktatur des Monopolkapitalismus. Er will eine kapitalistisch gefesselte Wirtschaft und eine faschistisch gefesselte Arbeiterschaft Nationalsozialisten erkennen diese Tatsachen nicht. Man kann ein italienisches Wort über den Faschismus auf Deutschland übertragen: „Wenn ein Nationalsozialist ehrlich ist, ist er nicht intelligent: wenn ein Nationalsozialist intelligent ist. ist er nicht ehrlich. Wenn einer ehrlich und intelligent ist, dann ist er kein Nationalsozialist." Diesem Gemisch von Unfähigkeit und Unehrlichkeit liesern wir unser Volk nicht aus. Dr. Goebbels bat hier einen Aufruf an die Jugend gerichtet. Den Nationalsozialisten ist es tatsächlich gelungen, durch Demagogie eiven Teil der Iuaend zu gewinnen. Wir haben tiefes Verständnis für die wackeren Jungen unseres Bauern- und Mittelstandes, so gut wie für unsere proletarische Jugend. Diese deutsche Jugend ist wirtschaftlich ver-weifelt und in ihrem nationalen und sozialen Idealismus verletzt. Wir wollen sie der Barbarei des Rassenhasses und des Völkerhasses entreißen. Wir lassen nickst nach, fei« diese deut'che tzimeud hinaelüßrl ist dem demokratischen Palrioiismus eines Scharnhorst. Ernst Moritz Arndt und Uhland. zu dem ansimonarchüchen Staaloaedanken eines Freiherr» vom Stein, zu dem sozialen, freien Volksstaat eines Lassalle, Bebel und Eberl. (Ironische Zurufe der Komm.) Herr Reichskanzler: Sic haben in einer Massenversammlung in Köln gesacit, daß in unserem Volk etwas ge- radezu Fabelhaftes an politischer Begabung und an Verantwortung?- gefühl steckt. Dieses Wort unterstreichen wir. Wer aber ist dieses Volk? Es find die 5 Millionen Erwerbslose, die mehr noch als am Hung-r an der Demütigung leiden, in der Welt überflüssig zu sein: die Kriegsopfer mit dem bitteren Gefühl, daß ihnen das Baier- land materiell und feelisch unendlick viel schuldig bleibt: die Ovfer der Arbeit, die als Sozialrentner sich elend durchschlagen: die In- flationsopfer. die oft in vorgerückten Jahren sich der Not preisgegeben sehen: die Bauern, die schwer und verschuldet aus ihrer Scholle arbeiten: die Mitlelschichlen, die nicht der Marxismus, sondern übermächtige kapilalkrast herabdröckt: die Arbeiter, Angestellten und Beamten, die bei sintendem Ein- kommen ihre Pflicht tun und volitischcn Fanatikern die Türe weisen. (Sehr wahr bei den So,.) Das sind die ruhigen fleißigen Polls- Schichten, die von den Nationalsozialisten vielfach als, Untermen- schen" beschimpft werden.(Sehr wahr bei den Soz.) Wir gestehen auch zu. daß ein erheblicher Teil des Unternebmertums inmitten der Krise schwer um die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe ringen. Der Reichskanzler hat dem Volk die politische Reife bestätigt. Dieses Volk hak das Recht, eine Regierung zu fordern, die des Volkes würdig ist. Herr Reichskanzler: Verschließe» Sie Ihre Ohren allen Geschäflsvatriale». allen Inkeressenpolilikern. ollen Götzendienern des Mammonismus. Die Stunde ruft nach Führern. Diese Führung aber muß barl iein und gemeinnüßig und darf nur ein Ziel kennen: Deutsches Volk, deutsche Freiheit und deutsche Zukunft! (Lebboster Bestall bei den Soz.) Abg. Dr. Doehrinq(Dnat.) greift das Zentrum als Prinzipien- los an. Die Linke handelt gegen die Geschichtstreue, sie hat keine Ahnung von der Geschichte.(Unruhe links, Zurus des Abg. Elüspien(Soz.). Herr Crispien, wenn Tis geschichtlich geschult wären, dann hätten Sie niemals das Wort von dem Deutschen ge- sprachen, der kein Vaterland hat.(Abg. Crispien: Das habe ich n i e gesagtl Wo haben Sie das her?) Das habe ich häufig genug gelesen und gehört.(Aha-Rufe und Heiterkeit links.) ____ Abg.. Dr...Äeiner(Dnat.): Dcr.Herr Reichspräsideat hat in dem Gefühl, durch die Unterzeichnung des Poung-Plans' und des deuzsch-polnifchen Liquidationsabkommens die enttäuicht zu haben, die ihn gewählt haben, den Aufruf zur Osthilfe erlassen. Die Reichsregierung hat gbsr beschämend wenig dafür getan. Wo ist denn beute die versprochene aktive Ostpolitik? Wer anders hat denn 12 Jahre Jllusionspolistk getrieben als die Parteien der Mi ta und die Sozialdemokratie! Der bürokratische Zlpparat für die Ost- Hilfe- steht und kostet Geld, er frißt, aber er gib' nicht- von sich. (Heiterkeit.) Die Sanierungsbürokratie leistet der Ofthllf« Widerstand, die Besetzung der Oslhilsestellen durch einen Minister ohne Geschäftsbereich widerspricht der Sparsamkeit, wirksam wäre nur die von Hugenberg vorgeschlagene Organisation. Der Redner nimmt besonders den Minister Trevironus aufs Korn, dessen kurze Erwiderung er als schrwddrig bezeichnet: dann feiert er die Dchnoystranten, die den Kanzler aus der Oftreise angepöbelt haben und sagt von ihnen: Die kampfbereite nationale Bevölkerung des Ostens verbürgt uns die Errichtung des kommenden Reiches. Lösen Sie den Reichstag auf, der Osten wird wählen, daß Ihnen Hören und Sehen vergeht.(Händeklatschen rechts.) Reichskanzler Vrünina Der Vorredner hat uns vorgeworfen, daß bis 1930 die Mitglieser der jetzigen Reichsregierung sich überhaupt nicht mit dem deutschen Osten beschäftigt hätten. Um Entstellungen und Verdrehungen vor- Der kleine Moritz und die Justiz. „Hähci, dumme Justiz, du bist ja gefesseit!� »O weh, scheußlicher Irrtum!— Oer Arm der Gerechtigkeit ist lang!� zubeugen, will ich ihm antworten. Herr Kleiner, als Sie noch nicht im Reichstag waren, sah ich bereits ein? Reihe von Iahren als Vertreter eines östlichen Wahlkreises hier. Meine zweite Rede im Reichstag war eine Schilderung des Elends-n Waiden- burg-Neurode, und das ganze Haus hat mir aufmerksam zugehört. (Lärm rechts.) Wir wollen einmal ganz offen miteinander sprechen. (Lebhafter Beifall in der Mille und links.) Herr Kleiner, Sie find zu jung im Parlament(groher Lärm rechts— ein Ruf:„Es kann nicht jeder so alt sein wie Dr. Kahl!"), um zu wissen, das) 1327 eine Regierung gebildet wurde, mit ihrer Partei zusammen, und daß es eine der ersten Absichten dieser Regierung gewesen ist, aus meinen VorsrHag hin, den ich Herrn Hugenberg gemacht habe, zuerst den deutschen Osten zu entschulden und dann erst an d'e Reparationsfrage zu gehen.(Hört' Hört! in der Mitte und links.) Do machen Sie uns den Vorwurf, daß wir Jllusionspolitik getrieben hatten? Was haben Sie gemacht? 3n jenem entscheidenden Augenblick, wenn wir vor den schwersten Entscheidungen standen, sind Sie aus der Regierung herausgegangen und haben uns allein gelassen. (Zustimmung und lebhafter Beifall der Mitte, wütendes Geschrei rechts.) Sie haben die Saisonarbeiter in die Arbeitslosenversicherung gegen unseren Arbeitsministcr, den Sie heftig angegriffen haben, durch eine Koalition Ihrer Partei mit der Linken hineingebracht. Im Lande werfen Sie uns all diese Dinge vor, das wollte ich nur einmal vor dem Volke klarstellen, darauf ist Ihre ganze Methode aufgebaut. Sie sagen in einem Atemzug, daß Sie an der ersten Ostoorlage freiwillig mitgearbeitet hätten� und zwei Minuten später sagen Sie, daß Sie von dieser ganzen ersten Ostvorlage nichts ge° halten hätten. Ich verstehe diesen Mangel an— Objektivität nicht. Sie wissen nicht, Herr Kleiner, weil es Ihneu �inangenehm ist, daß in der ersten Ostvorlage eine Anleiheermächtigung stand, und daß diese nicht durchgeführt werden konnte, aber nicht weil die Reichs- regierung, sondern well die Rentenbankkreditanstalt, die Ihnen in ihrer nationalen Gesinnung doch nicht unsympathisch sein wird, diese Verantwortung aus sich genommen hat. Ich bin auch jetzt Ab- geordneter des Ostens. 3ch weiß, mit welchen Zftethoden aearbeiket wird. 3ch habe in Schsesien gehört, daß man im Osten verbreitet hat. ich bemühte mich um französisches Kapital, damit der Großgrund- besitz seinen widerstand ausgebe und der Osten an Frankreich verkauft werde. (Diese mit unverkennbarer Erregung gesprochenen Worte des Reichs- kanzlers werden von der Mitte und der Linken mit lebhaften Pfui- Rufen unterstrichen.) Es gibt keine Verdrehung und Verleumdung, die nicht gegen diejenigen ausgestreut würde, die sich zum erstenmal bemüht haben, dem deutschen Osten zu helfen.(Abg. Kleiner sucht die Mittäterschaft von sich abzuwälzen.— Nazi L e y wird wegen eines Zurufs an den Reichskan-ler zur Ordnung gerufen.) Herr Kleiner hat auch erklärt, daß die Tumultuanten im Osten die- jenigen seien, von denen er die nationale Erneuerung des ganzen deutschen Volkes erwarte.(Rufe rechts: Jawohl!) wer stand denn da? Nebeneinander Kommunisten und National. sozlalisten, man konnte das gar nicht unterscheiden. Zum Teil waren es Sturmtrupps, die uns von einer Stadl zu anderen voraussuhren (Lebh. Hört! Hört! in der Mitte und links), um uns dann mit Skandal zu empfangen. Wenn Herr Kleiner auf diese Demonstra- tionen so stolz ist, so muß ich ihm sagen, daß viele Herren seiner Partei im Osten, Männer von altkonservativer Staatsgcsinnung, mir doch ihre ganz andere Meinung ausgesprochen haben.(Lärm rechts.) Auch Organe der Rechten haben in schärfster Weise gegen dies« Demonstrationen Stellung genommen. Schon zu Ansaug der Reise hat man die konfessionelle Hetze angefangen, aber damit einen ganz anderen Eindruck erweckt, als Sic(nach rechts) erwartet haben. Sie werfen uns vor, daß wir die dritte Lesung der Ostvorlage nicht mehr durchführen konnten. Glauben Sie denn, daß es besser ge- worden wäre, wenn wir de» Rezeplen Hugenberqs folgten und eine neue Inflation herbeiführten?(Großer Lärm rechts.) Ich habe mit der ersten Jnslation nichts zu tun, ich war damals noch gar nicht im Reichstag. Aber daß die Helfferich-Mark oder ein neues inländisches Geld nur aus eine neue 3nslalion hinauskommt, das kann sich doch jeder ausdenken. (Lebh. Zustimmung in der Mitte und links.) Und dann, wer dem Reiche nicht das Geld bewilligt, der kann auch dem deutschen Osten nicht Helsen. Diesen logischen Schluß werden Sie weder heute noch in der Zukunft aus der Welt schaffen können. Seien Sie versichert, ich kenne den Osten ebensogut wie Sie. Im Imcress« des deutschen Ostens und damit das ganze deutsche Vaterland ein. dringendes, lebendiges und beherrschendes Interesse am deutschen Osten hat, es haben mutz und l>aben wird, deshalb sage ich. hinter diesen Demon- stratione» steht keineswegs j>ie Mehrheit im deutschen Osten. Wenn wir. die Zenirumspartel. die Sie so hassen, und die anderen Varleien unsere Massen ausqebolcn hätten— Herr kleiuer, 3hre Sturmtrupps wären gar nicht zu sehen gewesen. (Beifall der Mitte und links,— Gelächter und Lärm rechts.) Ihr« eigenen Anhänger bleiben ja Dank Ihrer Politik gar nicht bei Ihnen, sondern laufen zu den Kommunisten und Nationalsozialisten über!(Lebh. Zustimmung der Mitte, heftige Eegenrufe der Flügel- Parteien, anhaltende Unrulze.) Die Weiterberatung wird auf heute IS Uhr vertagt. Abg. Sprenger(Natsoz.) will in einer persönlichen Be- merkung die Zurufe widerlegen, in der Sozialdemokraten und Kom- munisten während der Debatte seine interessante Diätensammelei erwähnt hatten. Er sagt, daß die gesamte Iudenpresse ihn damit verleumdet hätte, daß er unberechtigterweise Tage- und Reisegelder bezogen hätte. Das habe er nicht getan, verantwortlich für das System, das solche Zahlungen ermögliche, seien die Regierungs- Parteien.(Große Heiterkeit.) Im Gegensatz zu der Linken und der Mitte verpraßten er und sein« Freunde diese Gelder nicht, sondern sie gehörten restlos der Partei.(Stürmische Heiterkett der Mehrheit, Unruhe und Lärm.) Schluß nach 13 Uhr.________ Frankreichs Etat bedroht. Folgen der Wirtscbaikskrise Paris, 5. Februar.(Eigenbericht.) Obwohl Frankreich mit seiner geringen Arbeitslosigkeit und seinem Kapitolüberfluß im Meer der europäischen Krise immer noch als die einzige 3usel günstiger Konjunktur erscheint, machen sich die Krisenzeichea auch hier immer deutlicher bemerkbar, vor allem in den Staatsfinanzea ist die Zeit des Ueberjlusses endgültig vorbei. Seit November sind die Steuereinnahmen stark gesunken: schon der Dezember brachte etnen empsindlicheu Aussall. der sich nach dem Urteil der Finanzkommisflon der Kammer im 3anuar in noch stärkerem Maße gellend gemacht hat. Unter diesen Umständen erscheint das Gleichgewicht des jetzt zur Vehondlung steheirdcn SO-Milliarden- Budgets in h ö ch st e m Maße bedroht,.zumal im Voranschlag dieses Gleichgewicht nur durch künstliche Abwälzungen von insgesamt zwei Blilliarden normaler Budgetausgaben für die Schuldentilgung auf die Amortisationsknsie erreicht werden konnte. Zlus diesem Grunde haben die Linksparteien in der Finanzkommission der Kammer einen neuen Vorstoß zur Entlastung des Budgets geplant. Sic fordern, daß die Regierung sich endlich zur Konvernerun g der hochverzinslichen Staatsanleihen aus den Kriegs- und In- flationsjahren entschließt. Diese Anleihen im Gesamtbettag von rund 7S Milliarden Fronken sind seinerzeit zu fünf und sechs Prozent ausgegeben worden. Sie könnten heute in Anleihen.zu 4'- oder gar 4 Proz. umgewandelt werden, wodurch sich eine Ersparnis von 3W> bis 1200 Millionen Franken erzielen ließe. Visher haben sich aber die Rechtsparteien immer geweigert, diese notwendige Operation zu billigen, und zwar unter dem Vorw-and, daß man die Sparer nicht noch weiter enteignen könne. In Wirklichkeit hat die Reaktion nur Angst vor der Verantwortung und befürchtet, bei den Neuwahlen in 1332 noch mehr Stimmen zu verlieren, Halb-Verzichi aus Kestungsbau. Großer Erfolg der belgischen Sozialisten. Brüssel, 5. Februar.(Eigenbericht.) Der energische Kamps der belgischen Sozialisten gegen die Militärrüstungspläne der Regierung führte am Donners- tag zu einem wichtigen Erfolg. Die Regierung hat der Budget- tommission der Kammer, die über die Forderung auf 300 Millionen Fronken Mehrausgaben für Festungsbauten und andere Kriegsvan- berellungen zu beschließen hatte, mitgeteilt, daß sie aus die Hälfte ihrer Forderung verzichtet und die zwelle Hälfte des angeforderten Betrages für öffentliche Arbeiten zum Zwecke der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verwenden will. Dieses Zugeständnis ist für die Sozialisten ebenfalls unbesrie- digend, da sie, insbesondere im Hinblick aus die Genfer VerHand- tun gen, entschieden gegen jede Vermehrung der Rüstun- gen sind. Immerhin ist die Konzession der Regierung ein Beweis für den starken Eindruck, den der antimilitaristische Feldzug der Arbeiterpartei in der belgischen Oeffentlichkest gemacht hat. Atlenlalsplan gesen Mussolini. Anarchist verhafiet— Selbilmo d?ersuch-.Höllenmaschine gesunde». Rom, 5. Februar.(Eigenbericht.) 3n Rom wurde der bekannte Anarchist Michael Schirrn unter höchst dramatischen Umständen verhaftet. Er war eigens aus Amerika gekommen, um hier politische Terrorakte auszusührem Alle Anzeichen scheinen daraus hinzudeuten, daß er ein Attentat aus eine hervorragende politische Persönlichkeit, wahrscheinlich Mussolini, plante. Als der Häftling bei der Polizei eingeliefert wurde, gab er aus die Beamten fünf Schüsse ab und versuchte dann durch einen Schuh in den Mund Selbstmord zv verüben. Ein Polizeikommissar und zwei Polizisten wurden verletzt. 3» dem Gepäck des Anarchisten wurde eine mit hochgradigen Explosivstoffen gefüllte und mit einem Uhrwerk versehene, technisch vollendete Höllenmaschine und zwei Handgranaten ges inden. Das Gepäck bestand aus zwei koffern, die in zwei zentral gelegenen Hotels untergebracht worden waren. Schirru, der zurzeit schwer verletzt in einem Kraukenhaus untergebracht ist. war der Polizei seil langem als Anarchist und wegen seiner Berblndungen mit revolutionären Kreisen bekann!. Er wanderte vor 3ahren aus seiner Heimat Sardinien nach Amerika aus und hat dort die amerikanische Staatsangehörigkeil erworben. Auf Grund seines amerikanischen Passes fühlte er sich in lltalien sicher, reiste dort überall herum und kam am Dienstag in Rom am Die politische Polizei bekam von seinem Eintreffen Kenntnis, ließ ihn im Hotel beobachten und verhaslele ihn schließlich. Aus den Kommentaren der Donnereiag-Abendpresie zu der Verhaftung geht hervor, daß man zahlreiche Helfershelfer des Verhoftelen zur Ausführung politischer Attentate vermutet. 3n der Privakbelsidigungs klage Morgen",„Angriss" und„National Mieder Revision im 3orns-Prozeß. Der im Iorns-Pro-eß zu einer Geldstrafe von 500 M. verurteilte Redakteur Barnstein hat gegen das Urteil der Strafkammer Revision eingelegt. Dr. Stolpcr gegen„Montag iationaler Sozialist" verurteilte das Amtsgericht Bcrlin-Mitte den Redakteur des„Montag Morgen", Reinhold, zu einer Geldstrafe in Höhe von 100 Mark, den Redakteur des„Nationaler Sozialist", Otto Straßer, zu einer Geld- strafe von 150 Mark, und den Redakteur des„Angriff", Dr. Lippert, zu 300 Mark Geldstrafe. Der orbeiterportciliche Abgeordnele Major Ehurch ist tu Berlin eingetroffen. Wie verlautet, wird Ehurch verschiedene Be- sprechungen, die allerdings keinen osfizicllen Charakter tragen. z. B. mit Reichskanzler Dr. Brüning über allgcmeinpolitische Fragen haben. Minislerialdireklor Traulmaun. bisher Leiter der Ostabtellung im Auswärtigen Amt, wird deutscher Gesandter in Peking, nachdem die chinesische Regierung das Agrement erteilt hat. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Dr. Dort»eqer: Sirtschaft:«.»lingelhöfcr; Gewcrtschaitsbewcaung: I. Eteiver; Feuilleton: 5t$. Dc' scher: Lokales und Sonstiges: Kr�ti Aarstädt; Ameigen? Tb. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Vcrlag G m. b. H.. Berlin. Track: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Verlin SW 68, LindenstraKe 3. Hierzu 3 Beilagen und.Stadtbeiloge". WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Kosiservesi SoufeSt(Dorf at: Suppenfleisch■.piund 0.74 Rinderkamm Ä 0.86 Schmorfleisch ohnPauKnnd 1 20 Roastbeef ohne Kn„ Pfd. 1.38 Gulasch,« Gehacktes a 0» Huna W.V» HundW-vS Uesen 0.65 Bratwurst 1.12 Rückenfett öra,,er,i�nd 0.66 Kalbskamm...Pfund 0.76 Kalbsbrust und 0.86 Kalbskeu.e gfAVÄ 0.96 Kalbskotelett..Pfund 1.18 Kalbsschnitzel. p,und 1.80 Kahler mila gesalzen, Pfund 0.96 Fr. Rinderzungen ffd. 1.10 Schweinerüdcen vlüd.0.76 Schweineschink.KammO.26 Hammel-Vcrderf 1. 0.96 Nierenfalg �°"'r'.°una 0.48 Räucherwageit Bücklinge Pfund von an 0.26 Sprotten �0.35 Kisidi. 0.40 Seelachs-�"�'.»0.42 Fleckheringe pNud.Pf&«t 0.44 Makkaroni B,u&,nd«.« 0.44 Gem. Backobst»d» 0.40 Kalif.Pflaumen Pfd.oji 0.28 Kalif. Aprikos. Pfd.«.» 0.63 Wein Preise für't Flasche, ohne Glas 1929 Oberhaardf. Uschwein 0.75 1929 Hainfelder Letten P.älzor 0.85 1928 Wöllsleiner Höllbcrg Rhainhes&a 0 95 1928 PSaitener Neuuerg spritziqer Mosel 1.20 1928 G!eiszel!er Neuberg �_ Muskateller 1.25 1928 Rüdeiheim.Ocerield 1.75 1928 2el. inger Sdvofjbirg 1.99 Ausgewälfsr Botwein: Domains St. Co!oma span. 1,00 1921 M6doC Bor-eaux... 1 42 1926 Ch8t. Bejair Bordeaux 1.90 Dsutschsr Weinb.-. nd „Qusl.tiüsbrana"..... 4.10 Wein und Splrlluasen vom F..) xu billigen Prelien. ?!r. 64» 4S. Iabrgang Freitag. 6. Februar �934 Stadtparlament aufgeflogen Schlägerei zwischen den Radauparteien** Naziführer reißt aus 3m Sladlparlamenl ist et gestern wieder einmal zu wüsten lumultfjenen gekommen, die schließlich in eine regel- rcchke Schlägerei zwischen Sommunisten und Nationalsozialisten cuscrlclen. Anfangs schien es, als sollte die Sitzung schon nach der ersten halben Stunde aussliegeu. Allein der umsichtigen und geschickten Seschüflssührung des sozialdemokratischen Vorsteher» Genossen haß gelang es immer wieder, die erregten Gemüter der radikalen Parteien zu beruhigen. Als die Kommunisten dann aber bei der zweiten Rede de, Nazisührers Cippeti, den sie in seiner Eigenschaft als Chefredakteur des Berliner Goebbels-Blättchens der Mitschuld an dem Tode eines ihrer Parteimitglieder anklagten. die Rednertribüne stürmten, erhob sich der Vorsteher und schloß die Sitzung. Dank der vorbildlichen Geschäslsführnng konnten vorher wenigsten» einige der wichtigsten Tagesordnungspunkte noch erledigt werden. So wurden die 6% Millionen Mark bewilligt, die der Magistrat zur praktischen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit für Rot- siandsarbeiten bei der Stadlentwässerung verwenden will. » Zu Beginn der Sitzung wurde zunächst ein kommunistischer Protestantrag gegen die Verhaftung des Thoaterregisieurs P!s- c o t o r abgelehnt. Piscator sollt« bekanntlich zum Ofsenbarnngseid gezwungen werden, weil er sich um die Regelung einer schuldigen Lustbarkeitssteuersumme systematisch und beharrlich herumgedrückt hatte. Bei der Begründung eines weiteren kommunistischen Protest- ontrages wegen der Ermordung kommunistischer Parteianhänger in Elxirlottenburg schien es nach einer erschrecklichen Brandrede des Stadtv. Lange(Komm.) zu einem Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten zu kommen. Lange wurde für Ausdrücke wie Mördergesindel, Mordhetzer, Mrstvieh zur Ordnung ge- mfen, seine Froktionsgenossen tobten wie besessen zu den Nazis hin, ober schließlich legt« sich der Swrin, der Antrag, der die Aushebung des Dcmonftrationsverbots. di« Uebernahme der Beerdigungskosten durch die Stadt und die Zurückziehung der Polizei' verlangt, wird später verhandelt werden. Nazi-Lipperi türmt. Nach der schnellen Erledigung einer ganzen Reihe unwesentlicher Tagesordnungspunkte versuchte der Nationalsozialist Lippert zur Frage der Sanierung der auf unsolidem Baugrund gebauten Häuser in der Hebbel- und Fritschestraße in Charlottenburg zu sprechen. Die Kommunisten tobten gegen Lippert, den verantwortlichen Redakteur des„Angriff', so lang«, bis er von der Rednertribüne abtrat. Ver» pebens versuchte der Borsteher. Lippert Gehör zu verschaffen, Herr Lange, der offenbar in seiner Partei etwas guizumachen hat, stürmte auf die Tribüne, und tatsächlich wählt« Lippert der Tapferkeit besieren Teil und türmte. Das zog diesem Fraktionsvorsitzenden �>en Zorn seines Fraktionsinitgliedes Engel zu, der laut durch den Saal rief: .Rippert, weshalb bist Du denn abgelrelen?' Tie Kommunisten wiesen mit Fingern auf den tapferen Nazi und oerhöhnten ihn nicht schlecht. Zur Sache selbst beschloß die Persamniwng, dem Magistrat zu empfehlen, von der hergab« von Mitteln zur Töiederherstellung der Häuser Abstand zu nehmen.— Tie Borlage des Magistrats, die di« Ermächtigung zur Aufnahme von Anleihen für die Unter« rundbahnbauten zum Gegen- fand hat. wurde dem haushallsausschuß überwiesen.— Genehmigt wurde die Dornahm« von NotstandSarbeiten bei der Ttadtcntwässernng in höhe von fiVi Millionen Mark.— Einen von der Stadwerord» netenversammwng am 6. November v. I. angenommenen Antrag, der eine einmalige Winterbeihilfe für langfristige Erwerbslose i>id sonstig« notleidende Unterstützungsempsänger verlangt, Halle der M a g i st r a t unter Hinweis auf die ungeheure Zahl der zu Unter- stützenden und die dadurch bedingte höhe der notwendig werdenden tiunnne abgelehnt. Die Summe— viele Millionen Mark— könnte bei der furchtbaren Finanzlage der Stadt auch nicht beschafft werden. Die Kommunisten nahmen ihren ursprünglichen Antrag gestern wieder auf. Genofle Ro hde betonte, daß die Kürzung der Unterstützungs- sätze nicht durch den Magistrat, sondern durch die Stadwerordneten- Versammlung erfolgt ist. Auch die Kommunisten hätten diesem Bc- schluß zugestimmt.(Eisiges Schweigen bei den Komm.) Allerdings könne die Grundlage der Reichsindexztffer für die Festsetzung der Berliner Richtsätze nicht aus die Dauer aufrechterhallen werden, weil die Unterstützungsempfänger nur völlig unzureichend unterstützt werden können, hier etwas zu ändern, fei sehr nötig. Zu fordern sei aber auch, daß Doppel Unterstützungen einzelner Personen aus mehreren Kassen unterbleiben. Der wiederausgenommene kommu- nimsche Antrag wurde abgelehnt. Bei der Begründung des Antrages der Kommunisten wegen der Erschießung von Kommunisten in Charlottenburg wandte sich Stadw. Lange(Komm.) gegen die Nationalsozialisten sowohl als gegen die Sozialdemokraten. Die ersteren bezeichnete er als den rechten, die Sozialdemokraten als den linken Arm der Kapitalisten. Die Kommunisten unterstutzten ihren Redner durch starten Lärm zu den Nationalsozialisten hin. Als der Stadtv. Lippert von den Nazis wieder als Redner vorgeschickt wird, belegen ihn die Kom- munisten mit Zurufen wie Mörderhäuptling, feiger Lump, Meuchelmörder. »Abtreten? Abtreten?" Die Ruf« wollten nicht verstummen. Der Vorsteher muhte di« Glocke oft und lang« gebrauchen, um sich einigermaßen Gehör zu verschaffen: Lippert sah sich immer wieder hilfesuchend zum Borsteher um, der ihn des öfteren auffordern mußte, überhaupt erst mal mit dem Reden zu beginnen. Den Kommunisten sagte Genosse haß, sie dürften sich nicht wundern, daß in diesem Hause, wo die Demo- kratie Redefreiheit für jeden gewährleiste, sie eventuell auch ein- mal von anderen Parteien im Reden gehindert werden könnten. Schließlich verstand es Vorsteher haß, den Kommunisten plausibel }u machen, daß es ihnen doch auf die Erledigung ihres Dringlich- keitsantrages ankommen müßte und sie deshalb die Ordnung des Hauses nicht sortgesetzt stören sollten. Lippert redete schließlich eine Weile, doch blieb er aus der Tribüne unverständlich: er erlaubte sich aber dann am Schluß seiner stotternd und mühselig vorgebrachten Ausführungen die Frechheit, den Vorsteher zu beschuldigen, er habe ihm nicht Redefreiheit verschafft. Dieser Angriff auf die wirklich vorbildliche und einflußreiche Geschäftsführung durch den sozial- demokratischen Vorsteher brachte denn auch die Sozialdemo- traten auf und sie protestierten aufs lebhafteste gegen den nationalsozialistischen Frechling. Noch einmal gelang di« Wieder- Herstellung der Ruh«, Lippert aber kam und kam nicht zum Schluß. Schließlich bekam der Kommunist Grünberg Auftrag von seiner Fraktion, zum Angriff auf Lippert vorzugehen. Der Kommunist stürmte auf Lippert zu. schlug ihn ins Gesicht, Nazis und Kommunisten verstärkten die Kampsreihen und so wogte der.Lampf' hin und her. Herr Engel von den Nazis, der bei den Zwischenrufen und Provokationen die erste Rolle spielle und sich scheinbar als Paladin Lipperts fühlte, der feinen Herrn und Meister zu schützen hätte, war zuerst vom Sampffeld verschwunden und über- ließ es dem fnngen deutschnalionalen Heißsporn Krüger, die Prügel zu empfangen. Wie man später vom nationalsozialistischen Fratttonstisch hören konnte, ist Krüger zu den Nazis übergetreten, womit die Deutschnationalen ihr enkant ternble endlich los waren. Sie werden ihm kaum eine Träne nachweinen. Der anhallende Tumult zwang den Vorsteher, die Sitzung kurz nach 20 Uhr zu sch li e ß e n. Die PoNzeistunde zu Fastnacht. Für Gast- und Schankwirt- schasten jeder Art im Polizeibezirk Berlin wird für Sonnabend vor Fastnacht(ll. Februar) und für den Fastnachtsdienstag(17. Februar) die Polizeistunde bis 5 Uhr mit einer halbstündigen Räumungs- frift hinausgeschoben, ohne daß es der Stellung eines Antrages Brutschi schloß fein Safe auf und holte das Geld heraus. Achtlos, als wären es Möhrenbüschel, warf er die Hundert- inarkscheinbündel auf den Tisch Eines fiel auf den Teppich. Franz bückte sich flink, als hätte er Angst, es könne sich irgend- wo verkrümeln. Sorgfältig zählte er die Scheine durch, fteckte sie in die Tasche und übergab dem Händler die Quittung. Wieder jagte sein Wagen durch die Straßen. Es ging hinaus nach dem Grunewald, wo Ischa mit ihrem Mann eine Villa bewohnte. Diese Fahrt blieb vergeblich. Es gelang ihm nicht, die Zehntaufend Mark zurückzuerobern. Am nächsten Morgen war Franz schon vor sieben Uhr in der Fabrik. Er sah seine Leute kommen, hörte ihre Witzeleien auf der Treppe und trat mit dem Klingelzeichen in den großen Mafchinensaal. Langsam schritt er durch die Gaffen, prüfte die Stapel Holz, die an den Maschinen aufgehäuft lagen und fragte dies und das. So inspizierte er alle Säle, das Keffelhaus und die Beizerei und wandte sich dann den Kontorräumen zu. Die Kommandobrücke Sandows mied er und trat in die anderen Glasverschläge ein, wo die Schreibmaschinen klapperten. Er ließ sich ist die laufenden Korrespondenzen ein- weihen. Dabei entdeckte er, daß mancherlei Reklamationen vorlagen. Diese Briefe nahm er an sich und ging damit zu Tante Wilhelmin« hinüber, die ihm jede gewünschte Auskunft gab. Er machte sich eifrig Notizen und war froh, wenigstens einen' Menschen zu haben, der Ihn bis in di« kleinste Einzel- heit über den Gefchästsstand unterrichten konnte. Bis Mittag hatte er eine klare Uebersicht gewonnen und mußte sich ein- gestehen, daß er tags zuvor Sandow gegenüber sehr vorellig -und unklug gehandelt hatte. Aus dem Vortrag, den ihm die Tante hielt, ging klar hervor, daß nur die Tatkraft und Energie des»Dicken" den Betrieb so tadellos im Schuß gehatten hafte- Ein Gefühl der Dankbarkeit für den grobschlächtigen Werk- lefter stieg in ihm auf. Bald nach der Mittagszeit lief auf feine Weifung der Kontorbursche durch die Säle, um Sandow zu holen. Franz stand inzwischen in dessen Kabinett und sah sich die zahllosen Zeichnungen und Skizzen an. Vieles war da, das er kannte, aber noch mehr, von dem er keine Ahnung hatte. I« mehr er sich in das Neue vertiefte, desto mehr zwang es ihm Bewunderung ab. Dann stand Sandow vor ihm, etwas hastiger atmend als gewöhnlich: denn er hatte eben die Treppe erstiegen und das bekam seinem umfänglichen Körper nicht mehr. Franz streckte ihm die Hand hin. Der Dicke, aufs höchste überrascht, unschlüssig was er tun sollte, zögerte, sie zu ergreifen. Er gehörte nicht zu den Leuten, die schnell eine Kränkung vergessen. „Onkel Sandow. gib mir deine Hand!" sagte Franz leise. „Ich habe unrecht gehandelt, gestern an dir!' Äk Es kamen schlechte Zeiten. Mit einem Ruck, wie auf eine einzige große Verabredung hin, blieben die Aufträge aus. Sandow zerbrach sich vergeblich den Kopf darüber. So lange er denken konnte, war die Geschäftslage niemals so schwierig und undurchsichtig gewesen. Zahllose Aufträge, die bereits in Arbeit waren, wurden telegraphisch annulliert. Es blieb nichts anderes übrig als sie dennoch fertig zu machen und auf Lager zu stellen. Es mehrten sich die Beanstandungen über bereits ge- lieferte Waren. Ganz offensichtlich in der Absicht, die Sendun- gen nicht mehr abnehmen zu müssen. Massenhaft kam Ware zurück und verursachte doppette Unkosten. Die Vertreter der Firma, die tagtäglich im-Kontor ein- und ausgingen, klagten darüber, keine Abnehmer mehr zu finden. Es ging auch anderen Industrien so, nicht nur der Möbel- branche. Die Wissenschaftler der Konjunkturforschungsstelle brachten die allgemeine Depression auf die Formel:„Die Nach- inflationswelle des Bedarfs ist gedeckt." Das klang sehr klar und sehr wissenschaftlich. Aber was soll ein Unternehmen, das auf Massenproduktion eingestellt ist, mit einer abstrakten These anfangen? Ja, wenn sie sie ein halbes Jahr vorher gewußt hätte! Aber so?I Die Hausratfabrik Ludwig Eisermann Nachfolger zum Messerstecherei im Norden. Dluiiger Streit in der Elsaffer Straße. Zm Restaurant von Rabanb in der Elsasserstr. 10 ge- rieten gestern abend mehrere Gäste wegen eine» geringfügigen An- lasses in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Die Gegner gingen mit gezückten Messern auseinander lv». Der Z7jährige Fleischer Erich Kunkel aus der Elsasserstr. Z9 wurde durch mehrere Stiche ln die Brust zu Boden gestreckt. K. wurde in» Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, wo er sehr bedenklich daniederliegt. Zwei weitere verletzte, der 2Sjährige Aloys Konohta und der gleich- altrige Otto hegenbnrg wurden nach Anlegung von Notverbänden im hedwigstrantenhaus in Polizeigewahrsam genommen. Mehrere andere Personen, die an der blutigen Auseinandersetzung beteiligt waren, sind unerkannt entkommen. Saalschlacht in Erkner. Mehrere Zieichsbannerleute verletzt. In Erkner kam es gestern zu neuen Ausschreitung« der hakenkreuzler gegen Andersdenkende. Dort hielten die hakenkreuzler nn Restaurant D om n i n g in der Friedrichstraße am Mittwochabend eine Pen- sammlnng ab, zu der zahlreich« Jungbannerleute und auch Kommunisten erschienen, waren. Obgleich der Naziredner sich in wüsten Beschimpfungen gegen die Sozialdemokratie erging, de-- wahrten die anwesenden Parteigenossen Disziplin. In der Diskussion jedoch rechnete ein Sozialdemokrat mit den Volksbetrügern gründ- lich ab. Nachdem noch ein Kommunist gegen die Ausführungen des hakenkreuzlers scharf Stellung genommen hatte, verließ fast die Hälfte der Anwesenden unter dem Gesang der Internationale den Saal. 3ll diesem Augenblick stürzten sich zahlreiche SA-Leute mit Bierglasern. Stühlen und Stuhlbeinen ans die Gegner. Es kam zu einer schweren Schlägerei, bei der ein I u n g b a n n e r m a n u so erhebliche Gesichtsoerletzungen erlitt, daß er ins Kranken» haus Kalkbcrge gebracht werden mußte. Mehrere andere Kameraden erlitten leichte Verletzungen. Einer der Haupttäter wurde von der Polizei festgenommen. Ein Teil der SA.-Leute waren einheitlich in feldgraue Militärmäntel gekleidet. Di« Polizei sah seltsamerweise trotz des llniformverbots keine Veranlassung zur Festnahme der uniformierten nationalistischen Mordkolonnen. Neue Erdstöße in Neuseeland. London, 5. Februar. Im neuseeländischen Er db e b e n g e b i e t haben sich heute erneut mehrere heftige Erdstöße ereignet, durch die weiterer Sachschaden angerichtet wurde und die Rettungsarbeiten auf einige Zell unterbrochen werden mußten. Die neuen Erdstöße nefer» große Panik und Schrecken unter der Bevölkerung von Rapier und Hastings hervor. In diesen Städten ist der Belagerungszustand verhängt worden, um Plünderungen und Diebstähle zu vermeiden. Die Räumung der Stadt Rapier wird mit größter Beschleunigung. durchgeführt. In Rapier und Hostings herrscht Nahrungsmittel Mangel. Revifio« im Mordprozetz Ulbrich. Die Staatsanwaltschaft III wird gegen das Urteil m dem Prozeß wegen der Ermordnung des Uhrmachers Ulbrich das Gesamturteil durch Revision beim Reichsgericht anfechten. Tod vor Freude. Auf der Trabrennbahn Farmsen bei Hamburg erlag«in Rennbahnbesucher einem Schlaganfoll, als das Ergebnis des Rennens bekanntgegeben wurde. Durch eine Hundert in ark-Siegwette hatte er bei der ungewöhnlich hohen Quote von 298:10 fast 3000 Mark gewonnen. • Beispiel schluckt in einent Monat hettargroße Wälder und speit dafür im anderen Monat als Fertigfabrikate Taufende und aber Tausende von Hausratmöbeln aus. Ihre Produktion reicht aus, um ganze Mittelstädte zu versorgen. Sie kann noch mehr, wenn es gefordert wird; denn ihre Maschinen speien und speien und die Hände ihrer Arbeits- dienen fliegen und stehen nie still. Das läuft alles am unsichtbaren rollenden Band. Stückarbeit in Sekunden! Das. fügt sich zur Minute, zur Biertelstunde! Hundert Viertelstunden Arbeitszeit ergeben ein komplettes Möblement. Was schreien die Anzeigen in den Zeitungen und Zeit» schriften? Was brüllen allvormittäglich die Ansager in de» Werbenachrichten des Rundfunks?! Hallo! Hallo! Die Hausratfabrik Ludwig Eisermann ist leistungsfähig! Hallo! Hallo! Jede Viertelstunde verläßt ein Speisezimmer unsere Fabrik: jede neunte Minute ein Herrenzimmer! Hallo! Hallo! Wir verfügen über die neuesten maschinellen Einrichwn- gen! Unsere Materialanfuhren smd die denkbar rentabelsten! Hallo! Hallo! Die Hausratfabrik Ludwig Eisermann beschäftigt vier- hundert Arbeiter! Vierhundert Arbeiter! Hallo! Hallo! Wir haben einen Kundenkreis, der sich über den ganzen Kontinent erstreckt! Hallo! Hallo! Ludwig Eisermann, Hausratfabrik, liefert zu den günstig- sten Zahlungsbedingungen! Ludwig Eisermann, Hausratfabrik, gibt ab zu Engros- preisen ohne Aufschläge! allo! Hallo! aufen Siel Kausen Sie Hausrat aus Ludwig Eiser- manns Hausratfabrik! Hallo! Hallo! Ludwig Eisennann bürgt für Qualität! Ludwig Eifer- mann-Hausrat ist der beste! Jetzr die günstigste Gelegenheit? Hallo! Hallo! Kaufen Sie!(Fortsetzung folgt.)' f Freispruch der Bildschänder. Aber schwere moralische Niederlage der?iSDAP. Die Verhandlung gegen die beiden Mderschunder, die Nazis G ü n h und Schnack, vor dem Schössengericht verlia- Lichtenberg gestaltete sich gestern zu einer einzigen moralischen Niederlage der Nationafsozialislischen Arbeiterpartei. Der Gruppcnsührer von Mehrow, der Versicherungsinspektor Becker, nahm den Mund besonders voll. Er hatte die Unverfroren- heit, zu erklären, im Schanklokal Meißner habe Ordnung und Diszi- plin geherrscht. Wenn einer der S.-A.-Leute das, was den Ange- klagten zur Last gelegt wird, wirklich getan hätte, hätte er auch den Mut aufgebracht, die Verantwortung zu tragen und sich zu stellen. Wie war es ober in Wirklichkeit? Das neue Hindenburgbild wurde am nächsten Tage von der Kasse der Ortsgruppe der NSDAP, bezahlt— ist das etwa nicht ein Schuldeingeständnis?— und als der Gendarm noch am selben Abend in Ahrensfelde die Schuldigen fest- stellen wollte, war das selbstverständlich unmöglich, denn niemand wollte es gewesen sein. Am 10. Mai nahm sich die R e p u b I i k o- nische Beschwerde st ellc des Falles an. Monate vergingen aber, bevor die gestrigen Zlngeklagten aufgefunden werden konnten. Die Hauptbelastungszeugen waren Mchrowsche Kinder im Alter von 12 bis 16 Jahren. Von der Musik angelockt, hatten sie sich im Garten und im Saal der Schaukwirtschast Meißncrs eingefunden und wurden so Zeugen der Bildschändung. Sehr anschaulich schilderten sie, wie die gemeine Tat vor sich gegangen war. So sagte z B. die 13jährige Hertha K.:„Die Hitlerlcute haben das Bild aus dem Saal gebracht, es an den Baum angehangen, die Augen aus-. gepiekt, kaputtgerissen, zerknautscht, angesteckt, dann das Ofenrohr ge- nommen und gerufen: Flamme, Flamme, erhebe dich." Eine andere 13jährige sagte:„Sie haben die Augen mit dem Messer angebohrt." Der 16jährige Adolf H. hörte den Ruj.:„Das ist der Retter von Ost- preußen!" und sah, wie das Bild mit Füßen getreten wurde. We- niger eindeutig waren die Bekundungen der Kinder über die Persönlichkeiten der eigentlichen Bildschänder. In Erinnerung ge- blieben war ihnen ein Hitlermann nüt der schwarzen Mütze, zweisel- los der Angeklagte Güntz— er und ein SA.-Mann mit einer ent- stellten rechten Gesichtshälfte. Vor Gericht erklärte der letztere, nichts gesehen zu haben. Wenn er vereidigt worden wäre, so hätte er be- stimmt einen Meineid geleistet. Meineidig wäre wohl auch ein an- derer SA.-Mann geworden, der bei der Vernehmung vor Gericht plötzlich nicht mehr wahr haben wollte, was er vor dem Unter- suchungsrichtcr ausgesagt hatte. Die Wiedererkennung des Ange- klagten Schnack war noch ungenügender. Unglaublich, daß kein er- wachsener Zeuge von den Vorgängen im Garten richtig Notiz ge- nommen hatte. Anscheinend waren nur Nationalsozialisten dabei und die wollten selbstverständlich nicht die Täter nennen. Der größte Teck der Nazizeugen blieb unvereidigt, gewissermaßen wegen Verdachts der Mittäterschaft. Staatsanwalt Stenig hielt die Täterschaft der beiden Ange- klagten für erwiesen und beantragte gegen sie, die sich, wie er sagte, der denkbar stärksten Art der Beschimpfung des Reichspräsidenten schuldig gemacht hatten, je ein Jahr Gefängnis. Das Gericht sprach beide Angeklagten frei. In der Urteilsbegründung gab der Vorptzende seinem Abscheu vor der Tat Ausdruck. Die An- geklagten hätte» jedoch freigesprochen werden müssen, da sie nicht mit Sicherheit überführt worden seien, sie gehen aber nicht als un- schuldig aus dem Prozeß, hervor. Der Verdacht der Täterschaft ist von ihnen picht genommen. Unter" allen Umständen bleibt das .ischmächoolle Vorkommiüs an der NSDAP, hafteirl" Banbversuch im v»Bahnhof. B:amien mit Eisenstanqe niedergeschlagen. liurz vor 23 Uhr stürmten gestern einige Burschen die Treppe zum U-Bahnhos klosterslraße hinunter und versuchten, die Kasse zu plündern. Mit einer starken Eisen st ange schlugen die Banditen den 24jShrigen Beamten Arthur Ernst nieder. Durch das hinzukommen von Fahrgästen wurde der geplante Kassenraub jedoch vereitelt und die Täter mußten slüchten. Ernst sand im Krankenhaus am Friedrichshain Ausnahme, wo die Zlerzte einen Schädelbruch feststellten. Am Ettde einer Bierreise. Zuchthaus für einen Kaschemmenwirt. Als am 1. Februar ein 62jähriger Rentner aus St raus- b e r tz in Berlin seine Invalidenrente in Höh« von 40 M. abgeholt hatte, ging er noch ein wenig durch die Straßen und lernt« dabei drei junge Leute kennen, die mit ihm verschieden« Lotale besuchten. Dieser„Zeitvertreib" endete um 3 Uhr morgens vor einem berüchtigten Kaschemmenlokal in der� Frucht st raße, dessen Geschäftsführer ein gewisser P i« d z i w o l war. Nach einigen Berbrücerungsszenen, die unter reichlichem Alkoholgenuß vor sich gingen, legte Piedziwol dem 62iährigen eine Rechnung über 17 M. vor. Als dem Rentner dieser Betrag zu hoch erschien, wurde er zu Boden ge- morsen, ausgeplündert und draußen auf der Straße in den Rinn- stein gelegt. Die Polizei, die sich seit langem mit Piedziwol bc- schäftigte, der wegen ähnlicher l a g h i bringen ebenfalls neue Reckrricks und Lcs Dheuvers sind sehr gute Parterreakrobaten. Im Kilmxalast»ammersnl«, Lcrlio. Tcliowcr Str. 1—i, findet deute, 7 und 9 Uhr, die Pertincr Uraulfüdruna des ftilmts;..Im Stampf mit dem Pcrbrschertum" statt. Serr Striminaltommiisar Enaelbrecht wird petlijnlid) die einleitenden Worte sprechen.- Tie Speichelti'pfchen.Irfrkt'au spielt bei Lüsten und Tchnupfen eine wichtipe?'ol!c und ist wohl al» d'e taupturiache der raschen Nerdrellnnq einer Trippe-Epidemie ci�us-hen Es ist alfo wicht!«, das Verstreuen ooil Epe cheltröpfchen miialichst au vermeiden und beim Lüste». Niesen. Räuspern und Enuikeii ein �aschenlucd»u teiuchen, ferner die M>n,dk?dle fie�io mit Odoi, dem antiscptischen Mpndwasier tu behandeln, rm die im Min'de etil- bastenen Seime in der Enrwickluna tu hemmen und abtutöten. Je öller eine OdabEpüluna voraenoinincn wird, desto sicherer unrd eint Insektwn durch EpeicheUröpfchen permicde». Die Lungen der Weltstadt Grünflächen für alle Das Verdienst der Sozialdemokratie BEHUFS Berlin, die Stadt der Arbeit, hat *.,iter sozialdemokratischem Einfluß mit ihren vielen hundert Grünflächen ihren Einwohnern einen gesunden Ausgleich für die ungünstigen Lebensoerhält- nisse des Groß Stadtbewohners zu schaffen oersucht Deshalb sollen nach einem bereits früher aufgestellten Besiedlungsplan oon dem Gesamtgebiet der Stadt Berlin in Größe oon 8S 400 ha nur 45 887 ha— 52 Proz der Gesamtfläche Wohngebiet sein, während 42 563 ha— 48 Proz. auf unbewohntes Gebiet entfallen. Von diesem unbewohnten Gebiet werden allein 32 309 ha in der Form von Freiflächen ausgewiesen, so daß nach pölligcm Ausbau des gegenwärtigen Berliner Gebietes etwa 33 qm auf den Kopf iei Gesamtbevölkerung in Freiflädien ein- sdiließlidi Dauerwäldern vorhanden sein werden. In städtischem Besitz befinden sich hiervon zur Zeit rund 20 000 ha. Die Alt-Berliner Bezirke sind naturgemäß am wenigsten an den Freiflächen beteiligt. Neben dem Bezirk Tiergarten mit 289 ha schneidet der Bezirk W eddin g durdi die vor ungefähr zwei Jahren erfolgte Freiflächenausweisung in der ehemaligen Jungfern heide mit rund 270 ha am günstigsten ab Von den Au ßen bezirken haben diejenigen, in meldten die Wälder und Rieselfelder liegen, den Vorrang. Vor allem 360 FREI FLACHEN REINICKENDORF WEDOINS WEISSENSE� PREKZIAUCH \ /BEftÖ SPANDAU CHAI�fENWRSjg» TiERSAaTEN!"""""" SCKWESeRS ZEH LENDORF qm stEaurr 4 IE KREUTBERG KÖPENICK TEMPELHOF SS FREIFLÄCHE� PRO KOPF DER EINWOHNER IN DEM BEZIRKEN ID GESAMTFLÄCHE OER BEZIRKE PRO KOPF DER EINWOHNER Reinickendorf mit 3022 ha, Wilmersdorf mit 3163 ha, Spandau mit 3630 ha. Pankow mit 4035 ha und schließlich Köpenick mit 6783 ha. Audi an Wasserflächen ist Köpenick mit 1923 ha von insgesamt rund 5000 ha am meisten beteiligt. Ein Wort zum Verkehrsabbau Keine Personalentlassungen!--- Neue Hetze der Deutschnationalen Im gestrigen„Abend" habe» wir die von der Berliner Der- lehregesellschasl geplanten neuen Verkehrseinschränkungen bekannigegebcn und dabei hervorgehoben, dah einem 22pxo�cnklgen verkehrsrückgaug eine nur llprozentige Einschrän. kuag des velriebs gegsnüberstehl. Die neuen Einschränkungen sollen nach dem Willen der BVG. nur da vorgenommen werden, wo ohne Schädigung der Znlcressen des fahrenden Publikums der Berkehr auch von Rachbarlinien oder durch die U-Bahn ausgenommen iverdcn kann. Die städtische Berkehrsgesellschaft befolgt dabei das gerade von den Re ch t s p a r t e i e n stets geforderte kaufmännische Brinzip, daß die Wirtschaftlichkeit gerade auch kommunaler Betriebe gewährleistet sein muß. Die Sozialdemokratie ist darüber hinaus stets dafür eingetreten, daß auch die Interessen der Bevölkerung gewahrt werden müßten— eine Erweiterung des Prinzips übrigens, die bei den Rechtsparteien stets vermißt wurde, Der deutschnationale„Lokal-Anzeiger" kann es sich nicht vcr- kneifen, die Leitung der BVG. erneut anzugreiscn und es so dar- zustellen, als ob nur„sozialistische Kommunalpolitik" für die Einschränkungen verantwortlich zu niachen ist. Daß bei fast einer halben Million Erwerbsloser in Berlin der Berufs- verkehr ganz außerordenilich zurückgehen mutz, kann man in der Redaktion des„Lokal-Anzeigcrs" coenst wenig begreifen, inte man die Tatsache zugeben will, daß auch der noch in Lohn und Brot Stehende infolge der allgemeinen Wirtschaftsnot sich weitgehender Beschränkungen in seiner Lcbenc-Haltung, also auch i» der Bonuzung der Nerkebroncittel, auferlegen muß. Der Zweck heiligt die Mittel, denkt huoenberg, und der halb wärmen seine Leute im„Lokal-Anzeiger" berests viele Male wider- lcate Märchen von der Verschwendungssucht der BVG. auf. „Das Geld ist in phantastischen U-Bahn-Strecken, für unbrauchbare Schützen wagen verpulvert, die Bevölkerung muß jetzt alle Sünden sozialistischer Kommunalpolitik büßen." So liest man im „Lakal-Zlnzeiger". Man merkt die Absicht und wundert sich nicht mehr. Aber erstaunt muß man sein über soviel Unverfroren- heit im Hause hugenbcrg. Wir nehmen deshalb Anlaß, folgendes festzustellen: Wer ist denn der Verantwortliche? Der verantwortliche Dezernent für den Außenbetrieb der BVG. ist der d e u t s ch» a t i o n a l e Direktor Z a n g e m e i st« r, der die neuen Berkehrseinschränkungen verfügte. Das weiß man natürlich auch im„Lokal-Anzeiger" und durch einen einfachen Anruf bei dem Parteianhänger hätten die hugGiberg-Redakteure sich über die Sachlage inform-eren können. Man unterließ es aber bewußt. um bei der geistig fchwerfäUigen Leferichaft des, Lokal-Anzeigers" die Fiktion von der„sozialistischen Mißwirtschaft" bei der BVG. aufrechterhalten zu können. Eine einfache Anfrage hätte auch die Gewißhell gebracht, daß die vom„Lokal-Anzeiger" avgekü.v.diglen neuen Personal euklassungen von niemandem in der BVG. geplant sind. Zangemeister hat aber auch als Baurat nicht geringen Anteil am Bau der„phantastischen il-Bahn-Strecken", deren Rokwendigkcit oon den Deukschnalionaleu im Rathaus übrigens nie bestritten worden ist. Die Schützenwagen zu bauen beschloß noch die alte Straßen- bahngesellschaft, lange bevor die BBS. gegründet war und lange de- vor Sozialdemokraten Einfluß auf ihre Verwaltung hatten. Es war der d e u t f ch n a t i o ii a l e Direktor L ü d t k e, der als kaufmänni- scher Dezernent die finanzielle Verantwortung für den Vau hatte. An ihm hätte es gelegen, sich bei dem oolkspartellichen technischen Direktor P f o r r die Gewißheit für das einwandfreie Funktionieren der Wagen zu fchatfen, ehe er die Geldmittel dafür bewilligte bzw. sich im Aufstchtsrat dafür einsetzte. Das alles ist dem„Lokal- Anzeiger" bestens bekannt.'Aber, wo bliebe die Hetze, wollte er es eingestehen.' Die Wirtschaftskrise darf für die BVG. nicht existieren, obwohl jeder den„Lotal-Anzeiger" lesende Krämer an seiner Laden- lasse die Rot der Massen spürt: die Schützenwagen sind Produkte „sozialistischer Mißwirtschaft", obschon an ihrer Konstruktion und an der Bestellung n i e ein Sozialdemokrat mitwirkte! Aber trotz- dem: Der Jude wird verbrannt! Das neue Heim des Arbeiisgerichts. Länger als drei Jahre hat sich das Arbeitsgericht Berlin mit völlig unzureichenden Räumen in der Zimmcrstraße und mit not- dürftig hergerichteten Räumen in der Prinz-Albrecht-Stratze bohelscn müssen. Jetzt ist es endlich gelungen, dem Arbeitsgericht'ein neues heim zu schaffen. Ein Teil des Gebäudekomplexes in der Wilhelm- strnße, der früher das ehemalige preußische Kriegs- Ministerium beherbergte, wird voraussichtlich am 1. März das Arbeitsgericht aufnehmen. Es sind für diesen Zweck nicht etwa alte Räume notdürftig hergerichtet, sondern der betrefscndo Gebäudeteil ist im Innern vollftändig'umgebaut worden und hat ein durchaus modernes Ansehen erhalten. Davon konnte man sich über- zeugen bei einer am Donnerstag unter der Führung des Arbeits- gerichlsprästdsnten Dr. Doyen veranstalteten Besichtigung durch die Vertreter der Presse. Durch den neugeschaffenen Haupteingang in der Wilhelmstraße betritt man eine geräumige Vorhalle. Die bequeme breite, vom hellen Tageslicht überflutete Haupttreppe führt durch drei Geschosse, von denen jedes, um dem Publikum eine bessere Orientierung zu er- möglichen, in einer besonderen Fakbe gehalten ist. Für das Publikum, das sich in der Zimmerstraße in schmalen, halbdunklen Korridoren herumdrücken muß, sind im neuen Gebäude eine Anzahl lichter, freundlicher Warteräume geschaffen. Selbstverständlich ent- sprechen auch die Verhandlungssäle den Anforderungen, die man an ein modernes Gerichtegebäude zu stellen berechtigt ist. Es sind auch Zimmer für die Prazeßvertreter und für die Presse bereit, und in einem Erfrischungsraum wird man gelegentlich eine kleine Stärkung zu sich nehmen können. Eine zwar nebensächliche, aber dem demokratischen Geist Rech- nung tragende Neuerung: Der Vorsitzende der Kammer thront nicht mehr, wie es sonst bei allen Gerichten üblich ist, auf einem durch eine hohe Lehne ausgezeichneten„Prästdentenstuhl", sondern seine Sitz? gelegenheit unterscheidet sich nicht von denen der Beisitzer. Leider war es noch nicht möglich, das ganze Arbeits- g e r i ch t in dem neuen Haufe unterzubringen. Etwa ein Drittel der Kammern nebst den zugehörigen Bürpräumen muß einstweilen noch in der Zimmerstraße bleiben, bis in der Wilhelmstraße die benötigten Räume, die noch von Reichsbehörden und als Beamtenwohnungen benutzt werden, frei gemacht werden können, hoffen wir, daß dieser Zeitpunkt nicht mehr fem ist. Kind und Press?. Vor dem Berliner Lehrerverein sprach Professor Dr. D o v i f a t, der Direktor des Deutschen Instituts für Zcitungskunde an der Ber- liner Universität, über das viel umstrittene Thema„Kind und Presse" In unserer Zeit, die den Bruch vieler Traditionen erlebte, ist auch mit der Tradition der guten, alten Presse fast völlig gebrochen worden. Die leichte Erreichbarkeit— jedes Kind kann heute jede Zeitung auf der Straße kaufen und ist dadurch völlig der Kontrolle der Eltern entzogen— kennzeichnet die Zeitung von heute. Etwa im Alter von acht bis zwölf Jahren beginnt das Kind— angeregt durch Sensation und Sport— sich mit der Zeitung zu beschäftigen Aber auch an vielen Schulen wird die Zeitung als Unter- r i ch t s st o f f verwendet. So können z. B. Nachrichten über ein Vergwerksunglück Anlaß sein, die Kinder über das Leben des Berg- manns aufzuklären. Der politische Teil wird ost im Staats- bürgerunterricht gebraucht. Ein Einwand vieler Eltern und Pädagogen gegen das Zeitunglcsen der Kinder ist der anzebtich schlechte ZeitungsstiL Aber die Sprache der Zeitung ist auf jeden Fall lebendig, kurz und prägnant: ihren Schwächen gegenüber gilt immer noch das Wort Schopenhauers, daß auf einen schlechten Zeitungsschreiber zehn schlechte Gelehrtenschreiber kommen. Die Gefahr der Zeitung für das Kind liegt auf anderem Gebiet, in der übertriebenen Sensation und besonders in der ousfübr- lichen Schilderung von Kinder- und Jugendlichentragödien. Mit gesetzlicher hilf« hier etwas ändern zu wollen, hat seine großen Ge- fahren. Am besten kann der Leser selbst auf die Gellaltung der Presse Einfluß nehmen, denn die Zeitung ist immer so, wie der Leser sie haben will. Bon dieser Seite kann die Besserung zwar nicht allein kommen, aber der Redner vertraut« auf die Erziehung, indem er an die Lehrerschaft die Forderung richtete, eine Leserschast zu erziehen, die wieder Qualität verlangt. „Eine Zigarette unS ihre Folgen". Im Wintergarten nennt so der Zauberkünstler A r c a n o seine Nummer, mit der die Zuschauer in fassungsloses Staunen ver- setzt werden, wiewohl man annehmen dürfte, daß auf diesem Gebiet nichts Neues mehr produziert werden kann. Areano widerlegt diese Auffassung glänzend. Die Lufttrapezkünstler Codonas sind noch einmal gewonnen worden und dann werden wir sie wohl nicht mehr wiedersehen, denn sie wollen in ihrer Heimat Mexiko bleiben. Jeder Abend ist für diese Künstler höchster Klasse ein großer Triumph. Den schwedischen Akrobaten drei Cressos gebührt gleichfalls höchstes Lob: die bewußte Langsamkeit ihrer Produktionen setzt eine ungewöhnlich große Beherrschung des Körpers voraus, und was sie beginnen, landen sie mit absoluter Sicherheit. Sechs aiis dem deutschen Erzgebirge stammende und aus einer Webersami'ie ge- hurtige Brüder bekommen es sogar fertig, in zwei ganz verschiedenen Nummern aufzutreten. Einmal starten sie als die sechs Köhlers als schneidige und bewundernswerte Turner am dreifachen Reck, wo- bei sich zwei durch Ulk und Groteske auszeichnen. Das zweite Mol sind sie durch Hinzunahme eines Fräuleins die s i e b e n A l f r e d o s. arbeiten nunmehr api Schleuderbrett und türmen vier Personen über, einander. Das Fräulein ist eine sehr gute Springerin. Raya S i st e r s und D o l i n o f f bringen endlich einmal wieder eine hübsche Tanzmimmer mit aparten Einzecheiten auf die Bretter. Es ist ein besonderer Genuß, den vier schönen Menschen zuzuschauen. Wenn der Zirkus in Variete will, weiß man nicht, ob man dazu ja sagen soll, aber die brillanten zwei Caroli Iockeys, d>e zur Entfaltung ihres vollen artistischen Glanzes zweifellos das Milieu des Zirkus brauchen, gefallen mit ihren kühnen und ganz hervor- ragenden Reiterkünsten auch hier. Schupo spielt Beethoven. Konzert der Berliner Schupo in der Hochschule für Musik unter dem leuchtenden Dreigestirn: Beethoven, Wagner, Tfchaikowski). Das Vorspiel zu Wagners„Meistersingern" leitete den Abend ein, in einer orchestralen Wiedergabe, wie man sie sich besser nicht wünschen kann: im L-Moll-Klavicrkonzert Nr. l oon Tschaila-wsky brillierte der Solist des Abends, Professor Fredcric L a m o n d, als Pianist von kaum erreichbarer Virtuosität der Technik und tünst- lerischer Interpretation. Eine Bravoiirfeistuivg im edelsten Sinne des Wortes, die bei dem zahlreich erschienenen Publikum Stürme der Begeisterung hervorrrief. Die prächtige Assistenz des Orchesters unterstützte den Künstler im besten Sinne: ab und zu im Mezzo- piano wurde die Klavierstimme vom Orchester ein wenig stark gedeckt. Und dann Beethovens Fünfte in all chrer zeitlosen Schön- heit der Harmonie und Vitalität des Empfindens. Ein Extralob dem prächtigen Zusammenspiel der ersten Geigen, den hörnern und den Blechinstrumenten. Em G e s a m t l o b dem best- disziplinierten Orchester und seinem feinsinnigen Führer Camilla hild«brand. Der Abend brachte dann noch eine Uraufführung, „Sommcrabend" von B u r g st a l! e r, eine nette Stimmungs- maleret, die ober natürlich inmitten dieser gewaltigen Musik- darbietungen allzusehr zur Folie ward.— Unter den Ehrengästen waren u. a. Rcichstagspräsident L ö b e, Staattminister S e o«- ring, Polizeipräsident G r z e s! n s k i und auch Polizeikomman- deur h e t m a n n s b c r g. Schranken zwischen Buch und Leser. Der Verfasser des Artikels über Volksbüchereien, Genosse U n i k o w c r, in der Stadt- beiiage des„Vorwärts" vom 16. Januar 193! bittet uns um Auf- nahm« der folgenden Zeilen:„Um möglich-.n Mißdeutungen einer Stelle meines Buches entgegenzutreten, sei ergänzend bemerkt, daß der angegebene Satz von 3 Proz. B ü ch e r e i b c n u tz« r n in der Eroß-Berliner Bevölkerung den tatsächlichen Verhältnissen nicht ganz gerecht wird. Berückstchtiat man auch die in einem großen T«il der Fälle anzunehmenden Mitleser(Familien Mitglieder, Hausgenossen usw.), sowie Leser an anderen städtischen Anstalten, die nicht eioent- lich zu den Bolksbüchereien gehören(Schulbüchercien, besondere Kinderlesehallen u. a.), sv kann man aus das Dopvelte bis Dreifachs des angegebenen Satzes schließen Von dieser Feststellung unberührt bleibt aber die Tatsache, daß die Berliner Volksbüchereien(in anderen Großstädten wird es auch nicht anders sein) dem gegenwärtigen Lcserandrang schlecht gerüllet gegenüberstehen und nach ihrer technischen Leistungsmöolichkeit überhaupt bloß«inen kleinen Bruchteil der Bevölkerung oersorgen können. Aus der Arbeit der Bezirke. Oer Verkehr in der Mütterstraße. A. Bezirk— Weddmg. D!e im Airnimr v« gang. Sie hatte eine rei> heute ihren Fort- lgesorünung zu erledigen. Der am'20. Januar ISA) im Bezirksamt infolgle Beirietisunfalls er- folgte Tod eines Angestellten führt« zu einer Anfrage über die Schnldirage. Bürgermeister Gcnofso Leid konnte an Hand der behördlichen Erhebungen die Mitteilung machen, daß das Bezirks* mvtt keine Schuld an dem bedauerlichen Vorfall trifft. Für die Hinterbliebenen des Verunglückten würde das Bezirksamt nach Kräften sorgen. Ein Antrag, Verkehrs schwierigreiten an der Müller- Ecke Seestraße bctrosfend, führte zu einer Aussprache, an der sich alle Parteien beteiligten und verlangten, daß durch In- angriffnahm« notwendiger Arbeiten Arfwtsgelegeichcit geschaffen werden soll. Unser Genosse U r i ch konnte der KPD. den Beweis bringen, daß gerade die Kommunisten es sind, die die Inangriff- nähme aller Bauten, die Tausenden Arbeitsgelegenheit bieten, wieder abgelehnt baben, so den Bau des Mittellandkanals, des Kraftwerkes West usw. Ein Antrag, der sich mit Fürsorgeinah- nahmen für Unterstützungsempfänger bsfaßl, ging wegen Unzu- ständigkeit an die Stadtverordnetenversammlung. Sachliche Arbeitsleistung erzwungen! 5. Bezirk— Friedrichshain. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde als neues Mitglied in die Lczirksversammlung der Genosse Winkalmann durch den Vorsitzenden, Genossen Pohling, eingeführt und verpflichtet. Zur Aus- süllung der Tagesordnung hatien die Kommunisten eine ganze Reihe neuer Anfragen und Anträge eingebracht, selbst die schon«rfolgie Haftentlassung Piseotors wurde aus dem Umweg über den Bezirk Friedrichshain beantragt. Ein Dringlichkeitsontrag der soziallbemo- lratischen Fraktion, der zur Sicherung der ärztlichen Betreuung der Unterstützungsempfänger dringend die Rückgängigmachung der vom Magistrat abgelehnten Einrichtung von drei Msdizinalbezirken fordert, wird einstinnnig angenommen. Die Vor- gänge in der letzten Bezirksoerscumnlung nahmen die Kommunisten zum Anlaß, eine Dringlichkeitsansrage über Ausführungen des Ge- nossen Stadtrat Klodt zu stelle». Der Vorsitzende, Genösse Polflitig, lehnt« die Verlesung des kommumstischen Schriftstückes ab, da keine Ll n f r a g e. sondern eine Erklärung vorliege. Geschäfts- ordnungswidrig versuchte der Kommunist L ä n s ch die Erklärung dennoch zur Verlesung zu bringen. Da Bänsch trotz der Ermahnun- gen des Vorsitzenden in der Vorlesung fortfuhr und auch die Wort- cntziehung den Redeschwall des Kommunisten nicht zu unterbrechen vermochte, verhängte der Vorsitzende über Bänsch den Ausschluß von der Sitzung. Wie üblich, mußt« Bänsch durch die Polizei entfernt weiden. Das�wir das Signal für die kommunistische Fraktion, einen ungeheuren Spektakel zu veranstalten. Auch nach Wieder- cröffnung der Sitzung zeigte der gemischte Chor der kommunistischen Fraktion durch Vortrag eines Lieoes den Willen, die Versammlung oerhandlungsunfähig zu machen. Die Versammlung beschloß darauf den Ausschluß der gesamten kommunistlscheu Fraklion. Bei der Ausweisimg der Kommumsten spielten sich wiederum tur- buleirte Szenen ab. Den mit aller Höflichkeit vorgehenden Polizeibeamten fft es zu danken, daß die kommunistischen Provo- kationen keine Tällichkelton zur Folg« hatten. Nach der Entfernung d«r Kommunisten war die Ruhe wieder hergestellt und die Per- sammlung konnte nunmehr fruchtbringende Arbest leisten. Eine An- zahl Lorlagen des Bezirksamtes wurden zur Kenntnis genrmunsn. In der Fortsetzung der Aussprache über den Mißbrauch der Wohl-- fahrrspflege durch kommunistisch« Ehrenbeamt« in einer Wohlsahrrs« koimnissipn mach!« der Genosse Morbus noch weitere detailliert« Angaben, die restlos von dem zuständigen Stadtrat. Genossen Klodt, bestätigt wurden. Die Angelegenheit i«lbst wurde einem Ausschuß zur weiteren Prüfung übertragen. Bon besonderer Wichtigkeit war die Beantwortung einer Anfrage über die Verbreiterung des Bürgersteiges in der Frankfurter Alle« durch den Genossen Stadtrat Brückner. Die Frankfurter Allee, die eine der wichtigsten und verkehrsreichsten Aussallstraßen Berlins ist, hat zwischen den Baufluchtlinien eine Slraßenbreit« von 38 bis 48 Meter. Auf dieser Gesamtbrestc n rußten ein besonderer Straßenbahnkörper. zwei Fvhrdämme und zwei Bürgerstcige untergebracht worden. Der Straßenbahnkörper ist in einer Breite von 8,40 Meter angelegt und die Fahrdäminc in je 8 Meter Breite. Größere Ausmaße können den Fahrdämmen schon aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht gegeben werden. Für die Bürgersteig« verbleiben somit Beesten von 7 bis 12 Meter, die bei dem starken Verkehr in der Frank- surter Allee nur bescheiden den Ansprüchen genügen. Der pro- jektiert gewesene Rodsahrweg, �»er in einer Ausfallstraße besonders verkehrsstörend wirken würde, soll nicht zur Ausführung gelangen. Mit einem Tagcsordnungsrest von vier Punkten vertagte sich schließ- iich die Versammlung._ Aufbauschule abgelehnt. 9. Bezirk— Wilmersdorf. Die Bezirksversammlung hielt kürzlich noch ein« ausaedchnte Arbeitssigunz ab. Einen breite» Raum nahm die Beratung der An- gelegenheit der Ausweisung von Dauerkleingärten im Be- zirk in Anspruch. Durch die geplante Bebauung des Garten- geländes zwischen Schmargendorf und Wilmersdorf besteht die Ge- fahr, daß viele Hunderte' von Kleingärtnern von der ihnen lieb- gewordenen Scholl« vertrieben werden. Leider verbieten es die ZeiioerhÄtnisse und die wirtschaftliche Notlage der Stadt, irgend- welches Privatgelände zu diesen Zwecken anzutausen. Daher muß oersucht werden, auf die Gestaltung des Bebauungsplanes derart einzuwirken, daß eine Randbebauung mit möglichst viel Grün- und Kleingartengelände zwischen den Rouddauton den Wünschen der Bevölkerung weitgehend Rechnung trägt. Die von den Sozialdemo- traten beantragte Einsetzung eines Sonderausschusses, der die An- gelegenhest in diesem Sinne vorwärts treiben soll, wurde von den bürgerlichen Parteien, denen es wohl mehr auf die B c- a ch t u n g der spekulativen Interessen ankommt, ab- gelehnt.'Hoffentlich ist die Zentrale einsichtiger und ttkigt bei der — anscheinend unvermeidlichen— Bebauung des umfangreichen Geländes den Forderungen der vorbeugenden Gesund- heitsfürsorge besser Rechnung— als die bürgerliche Mehrheit der Wilmersdorfer Bezirksversammlung.— Die kommunistischen Anfragen wegen der Versorgung der in der Arbeitssürsoge be- schästigten W'ohlfahtserwevbslosen wurden durch die Bescheidgobe des Bezirksamtes und durch die Hinweise auf d!« diesbezüglichen Beschlüsse der Stadtverordneteiwersammlung erledigt.— Der sozialdemokratische Antrag, der die Errichtung einer Aufbau schule im Bezirk fordert— durch die beantragte Umwandlung einer der vielen höheren Schulen entstehen nur geringfügige Kosten—, fand nicht die Billigung der Rechtsparteien: dos ist begreif- lich, da durch diese Mahnohme vielen Jungen und Mädels aus den wirtschaftlich schwachen Schichten der Bevölkerung auch noch nach siebenjährigem Besuch der Volksschule die Möglichkeit einer er- westerten und vertieften Bildung und damit der Emgairg zu den «haben«! Stellen des Wirffchaftskebens geebnet wich».— Wir werden uns durch dies« voltsbildungsferndlich« Em- stellung nicht entmutigen lassen und den ungesunden vor- zeitigen Andrang zu den höheren Schulen westerhm bekampren, sowie für die Erschießung aller Bildungsquellen für alle Volks. schichten bis zum Siege streiten. 6555 Straßen in Berlin. 21 Biömarckstroßen und 13 Kaiser-WilhelM'Straßen. Im Jahre 188Z gab es in Berlin»99 mit Namen bezeichnete Straßen und Plätze und eine Straße ohne Namen, ein- kurze Bcrbindungsstraße zwischen der Niederlagstrah« und dem Schinkelplatz. Die Zahl der Straßen ist heute aus etwa das Zehn- fache angewachsen: wir haben in Berlin»SSS mit Nomen bezeichnete Straßen und Plätze und zahlreiche Straßen, die zu ihrer Kennzeichnung einstweilen Zahlen tragen. Trotz dieser Entwick- lung ist aber die klein-, unbedeutende Straße im Zentrum Berlins noch immer ohne Namen geblieben! Unter diesen vielen Straßen- namen kommen vier über zwanzigmal vor. 18 Straßen- namen sind über zehnmal verzeichnet. Den Rekord schlagen 2 3„B« r l i n e r S t r a ß e n", es folgen ZLBahnhofstraßen, 21 Bismarckstraßen und 20 W i lh« l m st ra ß e n. Nach der Reihenfolge der Häufigkeit sind dann weiter zu nennen die Friedrichstraße t18mal), Parkstraße und Bittoriastraße(je 17mal). Kirchstraße(ISmal), Hauptstraße. Mostkestraße. Waldstraße ssc lömal), hllndenstrahe sUmal), Goethestroße. Kaiser-Wilhelm-Straße, Schillerstrcrße(je 13mal), Gartenstraße. Kaiserstraß«, Kurz« Straße. Lessingstraßc, Luisenstrohe. Echulstraße(je ISmal). Äarlstraße ((llmal). Auf den Straßen Berlins verkehren»S Straßenbahn- linien und 4 5 Autobuslinien. Das Liniennetz der Straßenbahn umfaßt 64 4 Kilometer, das der Autobusse 346 Kilometer. Die Strecken, die von mehreren Linien befahren werden, sind in diesen Summen stur einmal gezählt. Wenn man die Strecken zusammenrechnet, die jede einzelne Linie zurücklegt. kommt man aus 1650 Kilometer bei der Straßenbahn und 441 Kilo- meter beim Autobus. Im Lahre 1929 legten die Wagen der Berliner Straßenbahn 177 943 886 Kilometer(1928: 170 078 402 Kilometer) zurück: die Autobusse bewältigten 1929 41 796 529 Kilometer(1928: 37 507 247 Kilometer). Unter den Berliner Straßen liegt ein U-Bahn-Retz von 81 St r« ck« n ki l om e t« rn, auf dem 1929 57 876 948 Kilomeier(53 368 379 Kilometer im Jahre 1928) zurückgelegt wurden. Die Berliner Gartenämte« betreuen 478 230 Strahenbäume, eine geroaltig« Zahl. Was besagt sie aber für einen so gewaltigen Körper, wie Berlin es ist: denn auf je zehn Einwohner entfällt erst ein Straßenboum! Im Durchschnitt müßten jedoch in jeder Straß« 72 Bäume zu finden fem. Die Zahl wird verständlich, wenn man an die langen Ausfallstraßen und an die Verbindungsstraßen in den Außenbezirke» denkt, deren jede von Hunderten von Bäumen eingefaßt iftl kirchenaustrill. Am Freitag, dem 6. Februar, abends von 6—8 Uhr, veranstaltet die Freireligiöse Gemeinde Berlin in der Pappelallee 13 einen Kirchenaustrsttsabend. Gegen eine Gebühr von 2 M. und Vorlegung von Legitimationspapieren kann der Austritt vollzogen werden. Die Sirchensteucrpflicht erlischt mit dem 30. Juni 1931. BESSER ESSEN• WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH KARSTADT-LEBENSMITTEL WEINE U.SPIRITUOSEN KONFITÜREN KOLONIALWAREN DELI KATESSEN KONSERVEN Weißwein..10 Ltr. 9.60 Ur. 1.00 Oppenheim.10 Lfr. 13.50 Ltr. 1.40 Utiel Lp. Rofw, 10 Ltr. 9.50 Ltr. 1.00 Tarragona.10 Ltr. 10.00 Ltr. 1.05 Samos...... 10 Ltr. 10.50 Ltr. 1.10 Muskat...... 10 Ltr. 10.50 Ltr, 1.10 Malaga...... 10 Ltr. 11.50 Ltr. 1.20 DouroPortw.lO Ltr. 17.50 Ltr. 1.80 Johannisbserw. 10 Ltr. 7.00 Ltr. 0.75 Montagne(Rotw.)...m. FL 0.95 29er Siebeldinger., m. Fl. 1.10 29erHambach.Galg.in.FL 1.10 29er Oppenheimer m. FI. 1.40 28er Zeller sd»w. Katz m. Fl. 1.65 Rein. Weinbrand Ltr. m. Fl. 4,80 Rum-Verschnitt...... m. Fl. 3.50 Alter Korn..... 1 ltr. m. Fl. 3.75 Obstschaumwein m.St. Fl.1.25 1.00 Liköre versch. Sorten. m. Fl. 2.95 Burgm.-Pral...400-gr-Pack. 0.90 Burgm.Vollm.-Nufl-Krolc!OOgr0.25 Burgm.Nuß-Biock-Schok. iOOar0.25 Burgm. Schok.-Pulv... Pfd. 1.00 Burgm.-Kakao........ Pfd 1.00 Haushalt-Kakao...... Pfd. 0.62 Malzbonbon.......... Pfd. 0.50 Brustkaramellen..... Pfd. 0.50 Gef. Schok.- Plättchen Pfd. 0.80 Kokosflocken m. Schok. Pfd. 0.80 Nuß-Pralinen-Misch. Pfd. 1.00 Kokosmakronen...... Pfd. 1.00 Herrenkringel........ Pfd. 1.00 Baumkuchenspitzen. Pfd. 1.80 Burma-Reis.... Pfd. 0.20 Moulmain-Reis.. Pfd. 0.28 Wien. Ausz.-Mehl 5 Pfd. 1.35 WeiBe Bohnen an Pfd. 0.18 Vikt.-Erbsen.. an Pfd. 0.18 HartweizengrieB Pfd. 0.28 Bandnudeln.... Pfd. 0.36 Eierschnittnudeln Pfd. 0.48 Mischobst.... an Pfd. 0.40 Aprikosen Pfirsiche.. Pflaumen. . an Pfd. 0.68 . an Pfd. 0.60 . an Pfd. 0.28 Sultaninen... an Pfd. 0.48 Kaffee frisch ger. an Pfd. 1 90 Olsardinen...... 5 Dosen 0.95 Makrelen!, öl, ca. 500 gr Ds. 1.26 Vierpack in Gelee... Ds. 1.10 Filetheringe iadiv.sofl.Ds. 0.85 Brat-u.Bi$marckher.Ur.-Ds. 0.78 Würstchen...... 5 Paar Ds. 0.88 Anchovis im Glas.... Glas 0.45 Gewürzgurken........ Ds. 0.80 la ital. Salat.......«/s Pfd. 0.55 Heringssalat m.May. Vs Pfd. 0.45 Mayonnaise........'/, Pfd. 0.50 Fettbücklinge..... an Pfd. 0.28 Sprotten Kistchen ca. 1 Pfd. 0.40 Seelachs, geräuchert. Pfd. 0.42 1 vi El BUTTER UND KÄSE KARSTADT-LEBENSMITTEL Jg. Karotten geschn. Vi Ds. 0.27 Jg. Kohlrabi........ V, Ds. 0.42 Jg. Schnittbohnen.. Ds. 0.38 Gemüse-Erbsen.....»/, Ds. 0.54 Junge Erbsen.......*/, Ds. 0.54 Jg. Erbsen mittelfein.Vi Ds. 0.68 Gemischtes Gemüse i/|Ds. 0.70 Prinzeßbohn. mittelf.»/, Ds. 0.80 Brechsparg.extrastarkV, Ds. 2.85 Stangenspargel so/60 v,Ds. 1.90 Stachelbeeren......'/> Ds. 0.75 Heidelbeeren....... t/i Ds. 0.85 Gem. Früchte....... ViDs. 1.05 Pfirsiche Vz Frucht..... Vi Dt. 1.85 Birnen............... ViDs. 1.20 Apf.-Himb.-Marm, ca. 2 Md.-£im. 1,20 Pflaumen-Marm... eo.2Pfd..Em. 1.00 Aprik.-Konf., ca. 1 Pfd.-Glas 0.50 Apfel-Gelee ca.1 Pfd.-Gla$0.S0 GEFLÜGEL U. WILD Suppenhühner....an Pfd. 0.92 Wolgahühner..... an Pfd. 0.92 Poulets............. an Pfd. 0.98 Enten.............. an Pfd. 0.90 Mast-Puten........ an Pfd. 0,95 Frische Gänse..... an Pfd. 0.90 Hirschkeule........ an Pfd. 1.15 Kirschrücken...... an Pfd. 0.95 Rehkeule............ Pfd. 1.80 Rehblatt........... an Pfd. 1.08 Wildschweinkeule an Pfd. 1.10 Hasen gestr.,autgew. an Pfd. 0.78 (.•IchtvardarblUb« Wara Ist vom Varsand ausgaschlossan» Zusandung nur bal Bestallung von Mk. S.OO an I? FRISCHE FISCHE OBST UND GEMUSE Apfelsinen......... 4 Pfd. 0.85 Blutapfelsinen...... 4 Pfd. 0.95 Jaffa-Apfelsinen...3 Pfd. 0.90 Mandarinen......... Pfd. 0.32 Bananen............ 2 Pfd. 0.88 Kochäpfel............ Pfd. 0.32 Zitronen.......... Dtzd. an 0.30 Blumenkohl....... Kopf an 0.25 Rosenkohl......... 2 Pfd. 0.45 Sellerie, gewaschen.4 Pfd. 0.20 Zwiebeln...........4 Pfd. 0.20 Rot- u. Weißkohl..... Pfd. 0.08 Karstadts Klnder-Kalfee-Klatsch Jaden Mlttwodinachmltteg Im Spaisa- saol 3. Stade » W U R ST WA REN Molkereibutter....... Pfd. 1.50 Tafelbutter....... Pfd.1.64, 1.58 Dänische Butter...... Pfd. 1.74 Bratenschmalz...Pfd. 0.70, 0.62 Margarine............ Pfd. 0.40 Cocosfett............ Pfd. 0.40 Finn. Schweizer....... Pfd. 1.1 8 Dan. Schweizer 30% Ftd. 0.82 Tilsiter Käse vollfett.. Pfd. 0.88 Briekäse vollfett....... Pfd. 0.86 Stein buscher vollfett Pfd. 0.88 Camembert vollf. Seht). 0.25, 0.18 Harzer Käse____ Pfd.-Pak. 0.38 Prima russ. Eier..10 Stück 0.85 Frische Trinkeier.10 Stück 1.1 0 Schellfisch m. K. im Gz.. Pf. 0.24 Kabeljau o.Kopf im Gz. P|d. 0.20 Seelachs o.Kopf, im Gz. Pfd 0.20 Fischfilet.............. Pfd. 0.34 Grüne Heringe..... 5 Pfd. 0.68 Lebende Plötzen..Pfd. an 0.40 Matjesheringe..... 2 Stck. 0.28 Unsere Frisch-Fleischabteilung führt hochwertige Qualitäten billigsten Tagespreisen zu Gänse r*-rx. gefroren an Pfd. Vr e 9© Fr. Blut- u. Leberwurst Pfd. 0.65 Speckwurst........... Pfd. 0.78 Fleischwurst.......... pfd. 0.88 Hausrh. Leberwurst... Pfd. 0.88 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.25 Dampfwurst..... Pfd. 0.98, 0.83 Wiener Würstchen... Pfd. 1.08 Berliner Mettwurst...Pfd. 0.98 Schinkenpolnische...Pfd. 1.10 Streichmettwurst..... Pfd. 1.08 Cervelatw.-Salami...Pfd. 1.40 Teewurst, fein und grob, Pfd. 1.50 Schweinebacken ger. Pfd 0.78 Speck fett............. Pfd. 0.82 Speck mager.......... Pfd. 1,12 y\ Nr. 61• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag. 6 Februar 1931 Der Kampf um Arbeit und Brot. Hörsmgs„Kriegs"plan.— Frieden und Gieg der Republik. Deutschlands republikanische Verfassung ist heute von den Nationalsozialisten bedroht� gleichzeitig herrscht in Deutschland die schwerste Wirtschaftskrise, und Millionen sind ohne Arbeit. Genosse H ö r s i n g. der als Führer des Reichsbanners den Ehrennamen; „Trommler der Republik" trägt, hat richtig erkannt, daß zwischen der wirtschaftlichen Not Deutschlands und den Gefahren für die Republik ein Zusammenhang besteht, und er hat den richtigen Ge- j danken ausgesprochen, daß mit der F l o t t m a ch u n g d e r still- gelegten Hirne, Hände und Werke auch die weitgehend« Stillegung des politischen Radikalismus gelingen müsse. Schon seit Jahren stellt er die Forderung auf: Brot gegen zerstörerische Demagogie! Was Hörsing im einzelnen will, ist jetzt in einer Bro- fchüre von Cu r i u s„Otto Hörsings Kriegsplan zur Niederringung der Arbeitslosigkeit"(Helios-Verlag, Verlin-Schmargendorf) zu- lammengefaßt und begründet worden. In der für die bre'tefte Oeffentlichkeit bestimmten Schrift wird die nationale Tat eines ausführbaren Kriegsplans zur Niederringung der Arbeitslosigkeit und damit zugleich des po l i t i s ch e n Irr- wahns in Deutschland verlangt. Man könne nicht auf eine der Wirtschaftskrise solgende Konjunktur warten. Die Berufung aus die W°ltwirtscha't?kr!se sei vielfach nur eine Entschuldigung für das NiGtstun. Die Hoffnung auf Kaiser und Diktatoren. das Verlangen nach Kolonien, allgemeiner Wehrpflicht oder Arbeits- dienstpflicht find Illusionen, die nichts helfen. Hörsing fragt, w i e beschaffe Ich Arbeit, damit Brot und tximit zugleich Zufriedenheit und Vesinnunng. Diesem Ziele dient sein Kriegsplan, dessen Forderungen wir auszählen: Verlängerung der Schulzeft um«In Berufsjahr: Kontrolle von Mechanisierung und Stillegungen: Verkürzung der Arbeitszeit(42-Stunden-Woche, Ueberstunden- verbot): Erwerbsverbot für Pensionäre und Beamte(mit Ausnahmen für Notfälle): Verbot der Beschäftigung von Ausländern: Herabsetzung der Syndikatspreise: gesetzliche Festlegung angemesiener Höchstzinsen einschließlich der Spesen: ausreichend« Preise für landwirtschaftliche Produkt« ohne Ver- teuerung für die Konsumenten: Ausbau sämtlicher in Deutschland vorhandenen Wasierkräfte, neue Dampfkraftwerke zur Umstellung der ganzen Wärmewirtschaft auf Elektrizität: Volle Elektrifizierung der Reichsbahn: Auflösung der freiwerdenden Kohle zu Treibstoffen und volle Selbstversorgung Deutschlands: starke Senkung der Reichsbahntarife— öffentliches Berkehrs- monopol: Umforstung der Wälder von guten Bodenklasien auf die schlechten — der gute Boden für Siedlung: grundsätzliches Verbot des Bebauens der ersten bis vierten Boden- klafse auch im Weichbild der Städte: Wiederherstellung des entwerteten Bodens(Kipp-, Schlacken- und Schutthalden): alle überflüssigen Finaplätze für Siedlungszwecke: die Hälfte der Ererzierplätze für Forsten und Siedlungen: Kultivierung der Moore und Oedländer. Dieses groh? Progrcmm soll keine Pakentlösung sein. Hörsing will das Bewußtsein der Notwendigkeit eines solchen Planes und di« volkwcfte Diskussion herüber erneecken. Das Programm soll von einem Direktorium für Arbeits- b e f ch a f f» n g durchqefiihrt werden, das von der Reichsregierung beauftragt und ermächtigt wird. Die Finanzierung soll durch mäßig verzinsliche Inlandsanleihen für produktive Arbeits- befchaffung erfolgen, für die bei Banken. Sparkassen. Bersicherungs- gk-'ellfchaficn ein Anlagezwang gelten soll. Bis das Kapital sich selbst verzinst, können die Zinsen von der Rcichsanstalt für Ar- beitslahmverficherung aus den ersparten Beiträgen gezahlt werden. Man steht. Hörstngs Plan hat zahlreiche Fordsrungen, die von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften selb st bereits erhaben worden sind lieber die Verkürzung der Arbeitszeit. Verlängerung der Schulzeit, llnterbinduriq der Aus- länderbcfibäftioung, Enüchränkung der Doppel- und Nebenarbeit, Senkung der Kartellpreise, S'cherung vernünftiger Preise für die Landwirtschaft, Senkung der Reichsbahntarife. Ausbau des ösfent- lichen Verkehrsmonopols, rücksichtslose Förderung der landwirtschas!» lichen Siedlung, Durchführung öffentlicher Arbeiten im gröhtmög- lichsten Maßsiab gibt es in der organisierten Arbeiterschaft keinen Streit, höchstens Differenzen über die zweckmäßigste Durchführung. Die Erfahruna zeigt aber olle Tag«, daß die Durchführung ieder ein- zclnen dieser Maßnahmen M a ch t- u n d Kapitalfragen sind. die nur gelöst werden können, wenn die Machtmittel ausreichen und die Finanzierung gesichert ist. In allen diesen Fragen, von denen allein schon die allgemeine Verlürzung der Llrbeitszeit die g'-ößte materielle und moralische Entlastung für das Heer der Ar- '-citslolen bringen würde, besteht grundsätzliches Einvcr- ftändnis zwischen der organisierten Arbeiterschaft und Hörsing. Notwendige praktische Bedenken. Alle Wirtlchaftsvrogramme müssen aber aus dem Boden der Wirklichkeit und der finanziellen Durchführbar- k e i t bleiben, wenn sie nicht Illusionen erwecken wollen, deren Förderung die organisierte Arbeiterschaft und die verontwortungs- bewußten Republikaner den Nationalsozialisten und Kommunisten überlasten müssen. Wir haben un? ausgerechnet, daß allein der Ausbau und die Verteilung der in Deutschland noch ungenutzten fünf Millionen Kilowatt Wasserkräste nach den auf der letzten Welt- kraftkonferenz angenommenen Berechnunasgrundlogen acht Mil- liarden Mark kosten würden, daß die Dollelettrifizierung der Reichsbahn mindestens eine Summe von zwölf Milliarden Mark beansprucht und daß für den vollen Einsatz aller aus dem Auslande bezogenen Treibstoffe durch Kohlev'"-flüfsig!ing k a u m mehr als drei MHlionen Tonnen Steinkohle er forderlich wären, während die Umstellungen ivefentlich mchr Kohle dem Verbrauch entziehen würden. Es handelt sich also um Summen. die im Inland unmöglich aufzubringen und auch vom Ausland in Jahren kaum zu beschaffen sind, die hier aufzuwenden wären. Selbst wenn aber, wie wir glauben, Härsing dies« gewaltigen Umstellungen nur auf lange Sicht vorgenommen haben will, dann wäre die weiter ausgestellte Forderung Hörsings überhaupt nicht durchzuführen, die Zinssätze in Deutschland zu senken. Milliarden Mark wären auch für zehn Jahre so viel, daß die Zinssätze in Deutschland und in der Welt st e i g e n müssen. Richtig ist freilich die in der Broschüre von Curius ausgesprochene Forderung, daß die Z i n s s p a n n e. d. h. die von den Banken für ihre Arbeit verlangte Differenz zwischen gewährten und genommenen Zinlen, herabgedrückt werden muß. Aber in diesem Falle wäre mit gesetzlichen Maßnahmen nicht sehr viel anzufanguen. Hörsing hat recht damit, daß er die bäuerliche Siedlung mit aller Macht gefördert sehen will. und er setzt sich auch mit seinem Ruf„Mehr Land", dem die letzte Gruppe seiner Forderungen gilt, und mit dem er der V e r s ch w e n- dung von gutem Boden in Deutschland begegnen will, mit der Hauptforderung jeder vernünstigen Agrarpolitik nicht in Gegen- satz, daß die deutsche Landwirtsct-ajt besser und wirksamer gejährt werden müßte als es heute geschieht. Ganz zweifellos kaiw die steigende Kaufkraft der Landwirtschaft ein wirksames Mittel zum Abbau der Arbeitslosigkeit sein. Aber auch hier gilt, daß die vorgeschlagenen Mittel zu einem größeren Wirtschaft- lichen Erfolge führen müssen als der bisherige Zustand. Bei der Umforstung der Wälder aber würde mit Sicher- Heft das heute schon bestehende große Holzangebot in der Welt auf Jahre hinaus noch verstärkt werden, die Umforstung würde erst in 70 bis M Iahren neuen Ertrag bringen, und für die Erzielung der ersten ausreichenden Ertröge aus dem urbar gemachten Waldbodsn würde sehr viel neues Kapital für Düngung und Siedlung ersorder- lich sein. Auf der anderen Sefte kann billiger Boden in Deutschland heute noch in Massen siedlungssähig gemacht werden, sobald nur die Machtfrage im Kampf mit dem G r o ß a g r a r i e r t u m entschieden wäre. Es ist ferner zu beachten, daß ein« Bernachlässi- gung der Verkehrs- und Standortsgesichtspunkte der Städteplanung in keinem Verhältnis stehen würde zu dem volkswirtschaftsichen Ge- winn, den ein Bebauungsverbot guter Böden im Weichbild der Städte jemals bringen könnte, und endlich tostet die Beseitigung bei- spielsweise der Braunkohlen-, Kippen- und Schlackenhallen ersah- rungsgemäß das Bielfachc des Wertes, den das so darunter liegende Land als landwirtschaftlicher Boden jemals haben kann. Hörsings Mehr-Land-Programm und sein gewaltiges Um- stelluugsprogramm sind aus der großen Sorg« entstanden, daß wir in Deutschland ein« Dauerarbeikslosigkeil für vielleicht 214 Millionen Menschen behalten werden. Hörsing weiß natürlich nicht sicher, ob diese Besürchtung berechtigt ist. Es gibt in der Tat ernste Gründe dagegen. Durch den Geburtenausfall während des Krieges wird die Zahl derer, die in Deutschland jährlich neue Arbeit verlangen, für einige Jahre lang sirli bald um etwa 400 00» Menschen verringern. Es gibt ferner ernste Leute, die aus der all- gemeinen stark gesenkten Geburtenziffer keine weitere Bevölkerungszunahme in Deutschland mehr erwarten, sondern eher das Gegenteil. Es ist durchaus möglich, daß China und S 0 w j e t r u ß l 0 n d, die als Käufer auf dem Weltniorkt zun, großen Teile weggesallen sind, im Laufe von zehn Jahren wieder in größerem Maßstabe Käufer werden. Deutschlands K 0 n k u r- r e n z f ä h i g k 0 i t aus dem Weltmarkt ist für den Fall, daß es in der Weltwirtschaft wieder auswärts geht, zwcisellos ein starkes, neue Arbeft sicherndes Aktivum: Deutschlands Anteil an der Welt- ausfuhr konnte 1330 noch gesteigert werden. Die Erwartung endlich ist berechtigt, daß Deutschlands Reparationslasten in abseh- barer Zeit eine neue Senkung erfahren werden. So ermuntern viele Umstände zu einem gewissen Optimismus, trotz der grauen- vollen Gegenwart sür Menschenmillioncn, schon für die nächsten Jahre. Das heißt ober, daß nian den inneren Gesundungstendcnzcn in der deutschen Volkswirtschaft und in der Weltwirtschaft etwas mehr vertrauen darf, als es Hörsing in seinem politisch so verständlichen Pessimismus tut. Hörsing will selbst nur einen durchführbaren Kriegsplan, und er wollte die DiAussion darüber erwecken. So wird er selbst die Kritik, die hier geübt wurde, begrüßen. Es ist aber kein Zweifel, daß noch vieles von Hörsings Kriegsplan, wenigstens auf längere Sicht, durchführbar wäre, was heute aber an der Kapital- frage deshalb scheitert, weil durch die antirepublikanische Agitation der Nationalsozialisten der deutsche Kredit im Ausland fast vernichtet und der Kredft im Inland unerträglich verteuert istz Eine der gefährlichsten Ursachen der übcrgroszsu Arbeils- losigkeik in Deutschland ist die Existenz der Zlaiional- sozialisten selbst. und daß sich kapitalistische Geldgeber finden, die die National- sozialisten zum Kampf gegen die Befreiung des arbeitenden Volkes zu gebrauchen wissen, auch unter bewußter Steigerung der Arbeits- losigkeit. Der politische Kampf gegen oie Nationalsoziasistcn und ihre dunklen Hintermänner ist deshalb eines der wirksamsten Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeft, wobei wir uns freilich mit Härsing nur«ines Sinnes wissen. Oer Giahlirust in der Krise. Belegschasten sollen sür falsche Politik büßen. Der rheinisch- westfälische Stahltrust, die Vereinigte Stahlwerke AG. in Düsseldorf, veröffentlicht jetzt den Geschöstsabschluß für das am 30. September beendet« Betriebslahr 1329/30. Mit dem im Oktober herausgegebenen Quartalsaus- weis für die Zeit vom Juli bis September lag bereits ein genaues Bild über die Einwirkungen der Krise bei diesem größten deutschen, Montanunternehmen vor. Danach ist der Gesamtumsatz des Stahltrusts an Fremde, also ohne die eigenen Konzern- Umsätze, im Berichtsjahr von 1,44 auf 1,25 Milliarden Mark zurück- gegangen. Hierbei ist der Umsatz im I n l a n d e u m 1 5 P r 0 z. infolge der hochgehaltenen Kartellpreise und der dadurch verschärften Wirtschaftskrise gesunken, während der Auslandsumsatz in weftaus geringerem Maße nur von 534 aus 477 Millionen sich verringert hat. Die jetzt vorliegenden Abschlußzissern des Stahltrusts, deren Beröfsentlichung heftige Auseinandersetzungen in der Verwaltung wegen der Höhe der Dividende vorausgingen, runden dos Bild, das man sich bereits im Oktober von der Entwicklung des Unternehmens machen konnte, entsprechend ab. Diese Bilanz stellt einen Reck)- nungsabschluß dar, der von großer wirtschaftspolitischer Bedeu- tung ist. Kaum jemals sind in der Bilanz eines Großunternehmens Maßnahmen der Konzernleitung auf kartellpolitischem und konjunkturellem Gebiete so deutlich in Erscheinung getreten wie in der jetzt vorliegenden Bilanz des Stahltrusts. In welchen. Umfang das Unternehmen auf seiner Produktion sitzengeblieben ist, zeigt sich in dem enormen Anschwellen der Waren bc st ände von 190,8 auf 269,7 Millionen. Also um rund 80 Millionen zinsenfressender Borröte sind die Bestände des Unternehmens im Laus« des letzten Jahres angewachsen, dem auf der anderen Seite natürlich ein«Steigerung der Schul- den last von 116 auf 157 Millionen gegenübersteht. Dos An- wachsen der Schulden, dos gleichfalls bei den langfristigen Ver- bindlichkeiten festzustellen ist, hängt auch mit den verschiedenen Werksauskäufen anläßlich der Erneuerung der Eiscnsyndikate zu- sammen, die sich der Stahltrust im Hinblick auf ein lückenloses innerdeutsches Eisenmonopol eine Stange Geld kosten ließ. Neben der gemeinsamen Aufsaugung von Außenseitern mit Krupp und anderen Konzernen zusammen hat der Siehltrust ollein Werke, wie die Heinrichshütt«, die Rheinisch- Westfälische Stahlwerke A.-G in Bochum, dos Wittener Gußstahl- werk und die Friedrichzhütte in Geisweid ausgesaugt, nur um einen Teil dieser Betrieb« sogleich stillzulegen. Diese Aus- saugungspolitik mit nachfolgenden Stillegungen ist natürlich ein teures Geschäst. das sich im letzten Jahr um so unangenehmer bemerkbar machte, als die Krise sich auch bei den übermäßig ausgebauten Stammbetrieben immer schärfer auszuwirken begann. Allerdings sind auch im Berichtsjahre die Abschreibungen aus die Anlogen mit 80 Millionen kaum niedriger angesetzt als im Vorjahr, und nichts spricht deutlicher sür die euorme Kapitalbildung und innere Stärkung des Stahltrusts, als daß die mehr als 360 Millionen Mark, die seit 1926 in die Belriebe gesteckt wurden, restlos abgeschrieben sind, so daß heute der Wert der aus das mo- dernstc ausgebauten Werksanlagen genau so niedrig zu Buche steht wie im Jahre 1926. Da der Siahftrust auf sein« hohen Abschreibungen und auf di« Dividendenzahlungen nicht verzichten will— für 1929/30 werden 4 gegen 6 Proz. Dividende gezahlt—, hat er versucht, aus zwei Wegen sich von den ständig gewachsenen Schwierigkeiten zu befreien. Die ein« Möglichkeit sah er in dem rücksichtslojen Widerstand gegen jede Preissenkung, wodurch sich die Krise zwangeläufig ver- schärfen mußte. Diese Politik hat er aber nicht durchhallen können, Noch dem im vergangenen Monat erfolgten Abbau der Eisen- p r e i s« hat sich die Verwaltung dieses Milliardenunternehmens nun- mehr auf einen verstärkten Lohndruck verlegt, um sich an der Lohn- tüte der Betriebsbelegschaften schadlos zu halten. Der jetzt von neuein an der Ruhr entfesselte Kampf zeigt, daß die Stahl- und Zechen- Magnaten unter allen Umständen die Lasten, die sie sich selbst durch eine sinnlose Wirtschaftspolitik aufgebürdet haben, samt- und sonders auf di« Schultern der Belegschaften abwälzen wollen. > Oer Aluminiumkampf beendet. Oie NeichSalumtniumwerke verhindern die(Stillegung in Gingen. Der Kamps zwischen der deutschen und schweizerischen Aluminium- industrie, der Air Entlassung der Belcgschafien des dem Schweizer Alunliniumkonzern(Neuhausen) gehörenden Walzwerkes in Singen an der badischen Grenz« zu sühren drohte, ist ersreulicherweise, und zwar mit einigen Opfern der deutschen Vereiniatcn Aluminium- werke beigelegt worden. Der Schweizer Alummiumkonzerll hat den Antrag aus Zollsreiheit der in Singen verarbeiteten Alu« ininiummcngen zurückgezogen, und die dem Reich gehörenden deutschen Äluminiuinwerke. haben als Gegeiileistung die Ver- pfiichtung übernommen, dem Schweizer Konzern monatlich eine bestimmte Menge Rohaluminium abzunehmeu, die ans etwa ein Drittel der in Singen verbrauchten Mengen geschätzt werden darf. Das Sin gener Werk wird dafür in Zukunft seinen Rohaluminiuni- bedarf auch für Exportzweckc 111 Deutschland decken. Die Verein- barung gilt für die Dauer von zwei Jahren. Für die bedrohten Belegschaften ist das von den beut- scheu Aliiminiumwerken gebrachte Opfer und die Beilegung des Kampfes sehr erfreulich und es zeigt sich, daß sich ein Weg finden läßt, wenn der Wille dazu vorhanden ist, die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland durch Kartellftreitigkeiten nicht noch zu erhöhe». Der geschlossene Friede hat den Vorteil, daß die deutsche Regierung nun auch keine Deredelungsan träge, d. h. Anträge aus zollfreie Einfuhr von Aluminium, etwa von der amerikanischen Aluininiuminduftrie zu erwarten hat, die in Deutschland ebenfalls zwei Walzwerke besitzt. Die bereits in Wirksamkeit getretenen Kompsmaß 11 ahmen des Aluminiumwalzwerkoerbandes werden durch den Friedensschluß wieder außer Wirksamkeit gesetzt, was freftich die Aluminium- verarbefter nicht erfreuen wird, da die Kampspreise eine Verbilligimg gebracht hasten. Kaliabsah stark rückgänaig. Der Absatz des Deutsche» K a l i s y n d i k a t s Hai sich im Januar sehr stark von 1.86 Millionen Doppelzentnern im entspre- chendcn Monat des Vorjahres auf nur 1,16 Millionen Doppelzentner verringert Der Versand des Syndikates in den ersten neun Monaten des laufenden Düngejahres von Mai 1930 bis Januar 1931 stellt« sich aus 8,16 gegenüber 9,32 Millionen Doppelzentner in der gleichen Zeit des vorhergehenden Jahres. Das Deutsche Kali- syndikat setzt etwa 60 Proz. in Deutschland uird 40 Proz. im Aus- lande ab, so daß sich in diesem starten Rückgang die Auswirkungen der deuischei, wie der internationalen Agrarkrise zeigen. Kohlenabsah bleibt schlecht. Trotz der kälteren Willerung im Januar ist der Absatz des Rheinisch-Westsälischen Kohlensyndikates in diesem Monat noch schlechter als im Dezember. Es wurden arbeitstäglich nur 224 000 gegenüber 237 000 Tonnen im Dezember verladen. Der Absatz im Januar 1930 stellte sich arbeitstäglich auf rund 260 000 Tonnen. Die Arbeitslosenfrage. Vorläufiges Arbeitsprogramm des Gutachter-Ausfchusses. Die von der Reichsregierung gestern eingesetzte Kommission zur Beratung des Slrbeitsloscnproblems trat zur konstituierenden Sitzung zusammen. Reichsarbeitsminister Dr. Stcgerwald erklärte, die gegenwärtige überaus große Zahl der Arbeitslosen erheische eine erneute und ernsteste Prüfung der Abwehrmaßnahmen gegen die Aolgen der Krise. Dazu habe die Reichsrcgierung einen kleinen überparteilichen Kreis auscrsehen, dessen Mitglieder nicht an die Vertretung irgendwelcher Interessen gebunden sind. Die Kominission solle völlig unabhängig von der Regierung ihre Aufgaben lösen. Das schließe selbstoerständ- lich nicht aus, daß die Ministerien, insbesondere das Reichsarbeits- Ministerium, jede erwünschte Hilfe leisteten. Der Kommission sei anheimgegeben, auch andere Sachverständige zu hören. Ihren Ar- beitsplon und ihre Arbeitsmethoden müsse die Kommission selbständig regeln. Darauf übergab der Minister den Vorsitz dem früheren Reichsarbeitsmimster Dr. Braun s. Brauns führt« aus, es könne nicht Aufgabe der Kominifsion sein, die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu untersuchen, die ein- schlägigen weltwirtschaftlichen und hochpolitischen Zusammenhänge zu erörtern und unter diesen Gesichtspunkten sich über die notwendigen. Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise eingehend auszulassen. Die Kommission muß noch Lage der Verhältnisse dahin streben, konkrete vorschlage zur Bekämpfung der Arbcilslosigkeil und ihrer Folgen zu machen, deren Durchführung im Machtbereich unserer össeMlichen Körperschaften und unserer Gesetzgebung liegt. Der Vorsitzende machte der Kommission eine Reihe von Vorschlägen, die in dieser Richtung liegen und stellte diese zur Besprechung. Das vorläufige Arbeitsprogramm. Die Kommission einigte sich dahin, ihr Arbeitsprogramm vor- läufig nach folgenden Gesichtspunkten zu ordnen: I. Produktive Gestaltung der Arbeilslosenhilse. 2. Verteilung der Arbeit nach arbeitsmarktpolitischen Gesichls- punkten(Arbeilsvermiltlung. Arbeikszeitverkürzung. Doppelverdiener. Verlängerung der Schulpflicht u. a.). 3. Preisbildung und Lohnpolitik in ihrem Einfluß auf den Ar- beilsmarkt. 4. Arbeilsmarkt und Landwirtschaft: Arbeitslosigkeit und innere Kolonisation, S. Pflichiarbeit, Arbeilsdienstpslicht. freiwilliger Arbeitsdienst. Arbeilsfürsorge, 6. die unterstützende Arbeitslosenhilfe: Versicherung, Krisenunter. stühung, öffentliche Fürsorge: ihre Voraussetzungen und Grenzen, Leistungen, ihr Aufbau und ihr Verhältnis zueinander. Es gelang auch, für alle diese Arbeitsgebiete geeignete Bearbeiter innerhalb der Kommission zu finden. Die Kommission wird am 23. Februar zu einer zweiten Sitzung zusammenkommen und dann in die sachliche Behandlung ihrer Aufgaben eintreten. Für die Kommission Ist eine nebenamtliche Geschäftsstelle eingerichtet. Die Anschrift lautet: Gutachterkommission zur Arbeitslosenfrage, Berlin NW. 40, Scharnhorststr. 35. Anschriften sind ausschließlich an diese Geschäftsstelle und nicht an einzelne Mitglieder der Kommission oder an ihren Vorsitzenden zu richten. Mit Rücksicht auf die bereits vorliegend« große Zahl von Vorschlägen, die sich vielfach wieder- holen, sei daraus Hingewlesen, daß es unmöglich ist, alle diese Zu- schriften einzeln zu beantworten. * Es wäre verfrüht, im einzelnen auf dieses Programm einzu- gehen. Zu welchem Zweck die Ziffer 5 in das Programm aufge- nommen wurde, mit Arbeitsdien st Pflicht und ähnlichen Projekten, ist nach den Beratungen hierüber unerfindlich und bleibt zunächst Geheimnis der Kommission. Vorstoß im Bekleidungsgewerbe. Auch der Maßschneideriarif gekündigt. Wir berichteten bereits, daß der Reichslohntarif für die Herren-, Damen- und Kinderkonfekt ion von den Unternehmern gekündigt wurde in der Absicht, die Löhne und sonstigen Tarifpositionen für die Arbeiter und Arbeiterinnen ganz erheblich zu verschlechtern. Noch sind die Verhandlungen über den Neuabfchluß dieses Vertrages nicht beendet, da erfolgt schon der zweite Generalangriff auf die Löhne des anderen Teiles der Arbeiter- fchaft in der deutschen Bekleidungsindustrie, die Herren- und Damenmahschneidcr. Der Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe(Adav) hat den Gewerkschaften den Reichslohntarif für die Herren- und Damen- Maßschneider zum 28. Februar gekündigt, der für mehr als 40 000 Arbeiter und Arbeiterinnen GsliAng hat. Mit seinen Forderungen stM der„Adav" alles in den Schatten was den Arbestern anderer Industrien und Gewcrbezweige bisher zugemutet wurde. Zunächst verlangen die Unternehmer einen Abbau der Löhne um lS Proz. In Berlin, Hamburg und einigen anderen Großstädten betragt der Höchstlohn zurzeit 1,18 M. je Stund«. Der Heim» arbeiterzuschlag soll nach dem Wunsche der Unternehmer in Zukunjt nicht mehr 10, sondern nur noch 5 Proz. betragen. Mst- hin wird den Heimarbeitern ein Lohnabbau von 20 Proz. zugemutet. Als dritte Hauptforderung haben die Unternehmer be- antragt, die Damenmatzschneider in der Entlohnung mst den Herren- Maßschneidern gleichzustellen, was für die Damenmaß- schneide?, die bisher einen um 10 Proz. höheren Stundenlohn hatten, als die Herrenmaßschneider, einem Abbau der Löhne um 25 Proz. bedeuten würde. Schließlich verlangen die UMernehmer noch die Umgruppie- rung von 30 Städten in eine niedrigere Städtegruppe, was für die Herren- und Damenmaßschneider in diesen Städten einen weiteren Lohnabbau von 10 bis 15 Proz. bedeutete. In der Praxis könnte sich dann z. B. für einen Damenmatzschneider, der Heim- arbeiter ist und in eine niedrigere Städtegruppo versetzt wird, fol- gcnder Lohnabbau ergeben: durch den allgemeinen Lohnabbau z u- erst 15 Proz., durch die Gleichstellung mst den Herrenmaß- schneidern weitere 10 Proz., durch die Kürzung des Heim- arbesterzufchlages noch 5 Proz. und schließlich durch die Um- gruppierung in eine niedrigere Städtegruppe abermals 15 Proz., so daß im Endeffekt ein Lohnabbau von 45 Proz. herauskommen würde. Schon dieses eine Beispiel zeigt, von welchem Wahnwitz die Unternehmer im deutschen Maßschneidergewerbe befallen sind. Sie Übertreffen mit ihren Forderungen tatjächlich noch die Schwer- industriellen, deren lohn, und sozialpolitische Rücksichtslosigkeit im allgemeinen bisher noch von keiner Unternehmergrupps über- baten wurde. Darüber, daß die Gewerkschaften diesen überspannten For« derungen einen ganz energischen widerstand entgegensetzen werden, dürften sich auch die Unternehmer des Maßschneidergewerbes nicht im unklaren fein. Daß sie aber solche Forderungen überhaupt aufzustellen wagen, hat seine Gründe nicht nur in der äugen- blicklich äußerst schlechten Konjunktur in der Maß- schneidere!, sondern in der Praxis der sämtlichen Schlichtungsstellcn, die die Unternehmer zu solchem Vorgehen geradezu ermuntern. Am 12. Februar, wo sich die Parteien zum ersten Male an den Verhandlungstisch setzen werden, wird sich zeigen, ob die Unter- nehmer wirklich ernsthaft über ihre Anträge debattieren wollen. Aendern sie nicht ihren unsinngien Standpunkt, dann ist ein Kampf, wie er im deutschen Bekleidungsgewerbe seit Iahren nicht mehr geführt wurde, unausbleiblich. Lohnabbau für Oruckerei-Buchbinder. Der Spitzenflundeolohn um 7 Pf. gekürzk. Für die Buchdruckereibuchbinder ist durch Schiedsspruch der Spitzenstundenlohn von 1,14 w. aus 1.07 HL mit Wirkung bis zum 12. August 1931 herabgesetzt worden, wie zwischen den Tarif. Parteien vorher vereinbart wurde, ist dieser Tarif bindend. Hungerlöhne bei Hugenberg. Jünf Mark Tagelohn für Korrektoren. Drei Korrektoren, die in den Iahren 1028, 1320 und 1030 bei der Herstellung des Berliner Adreßbuches beschäftigt waren, erhielten einen Wochenlohn von 30 M., während her Tarif- lohn für Äorrektoren g3M. beträgt. Die drei fordern durch Klage beim Arbestsgericht von der Firma Adreßbuchverlag August Scherl G. m. b. H. Nachzahlung der Lohndifferenz. Es ist zweifellos, daß die Kläger bei der Herstellung des Adreß- buches Korrekturen ausgeführt haben. Aber der Vertreter der Firma behauptet, die Kläger seien keine berufsmäßigen Korrek- t o r e n, sondern Büroangestellte. Sie hätten keine cigcnt- lichcn Korrcktorarbesten verrichtet, sondern eine gewisse Nach- k o n t r o l l e der in der Druckerei bereits ausgeführten Korrekturen uorgenommem Die Firma Adreßbuchverlag habe keine eigene Druckerei. Sie habe mit einem Teil der Setzer der Firma August Scherl G. m. b. H. einen Vertrag geschlossen, wonach diese gegen Pauschaloergüwng den Satz s ü r das Adreßbuch her- zustellen und die Korrekturen zu besorgen haben. Die Kläger hätten im Büro der Firma Adreßbuchverlag August Scherl G. m. b. H. korrigierten Satz dahin zu prüfen gehabt, ob die alphabetische Reihenfolge der Namen richtig angeordnet sei. Hinsichtlich der Schreibweise von Namen. Angabe der Wohnung u. dgl. habe allerdings auch ein Vergleich mst dem Manuskript vorgenommen werden müsien. Aber das fei keine Karrektorenorbeit. Das Urteil des Gerichts soll am 12. Februar verkündet werden. — Es wird sich also um die Prüfung der Frage handeln, ob die Kläger rechtlich als Korrektoren oder als Büroangestellte anzusehen sind. Selbst wenn sie als„B ü r o a n g e st e llt e" gelten sollten, so ist auch in diesem Falle die Bezahlung mit 30 M. wöchentlich nicht anders denn als Hungerlohn zu bezeichnen. Wahlschwindel in der Schweiz. Wie Zeichen und Wunder gemacht werden. „Neues Winterthurer Tageblatt" betitelt sich das „Freisinnig-Demokratische Organ" in der Schweiz, das am 4. Februar auf feiner ersten Sest« einen Artikel überdeutsche Gewert schaftsverhältniss« bracht«, mit der Ueberschrift .Leichen und Wunder". In Heft 2 der„Sozialen Praxis" vom 8. Januar erschien, „Die bevufsstöndische Idee in Sozialpolitik und Sozialreform" über- schrieben, ein Bericht über die End« 1930 in Berlin abgehaltene Jahrestagung des Ausschusses des Deutschen Gewertschaftsbundes, warin hauptsächlich ein Vortrag von Prof. Brauer N/teder- gegeben wurde. Aus diesem Bericht der„Sozialen Praxis" schrieb der Gr.- Korrespondent des sreisimüg-demokratischen Organs in Winterthur einen Artikel ab, um„die ganze hilf, und Richtungslosigteit der Führer der roten Gewerkschaften" auszuzeigen. Obwohl die„Soziale Praxis" in unmittelbarem Anschluß an den erwähisten Bericht über die Aus-schußsitzung des Deutschen Ge- werkschastsbundcs einen Bericht:„Aus dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund" brachte, so. daß eine Verwechslung beider Organisationen mir bei großer Leichtfertigkeit möglich wäre, brachte der Mann des„Neuen Winterthurer Tageblatts" es fertig, die Tagung des christlichen Deutschen Gswerrschaftsbundes als eine solche des ADGB. auszugeben, um den Lesern des freisinnig- demokratischen Organs.Leichen und Wunder" vorzumachen. Zweck der isedupg iß, die freien Gewerkschaften in Deutschland, vielmehr ihre Führer, einer völligen Abkehr von ihrem bisherigen Standpunkt zu zeihen, dem Uebergang zu berufs- stöw�lerischen chiisttich-kozialpolitischen Auftasiungen. Daß es sich dabei weniger um ein« Verwechslung aus völliger Unkenntnis der Dinge im deutschen Gewerkschastsleben handelt, als um die ausgesprochene Absicht, mit dem Hieb gegen die Führer der freien Gewerkschaften in Deutschland, die schweizerische« Gewerk. schofksführer zu treffen, ergibt sich daraus, daß unsere Genossen in der Schweiz unmsttelbor vor Kammunalwahlen stehen. wozu das„fteisinnig-demokratischc Organ" derartiges Schwindel- matenal gegen die Arbeiterschaft gebrauchen kann. Kein 9. Schuljahr in Sachsen. Nazi« und KoziS im Bunde mit der Reattioa. Im Sächsischen Landtag wurden Anträge auf Einführung des neunten Schuljahres abgelehnt. Gegen die An- träge stimmten sämtliche bürgerliche Parteien mst Einschluß der Nationalsozialisten und der Kommunisten. Der kommunistische Redner erklärte, seine Partei sehe in der Der- längerung der Schulzeit nur ein Mittel, den Faschismus und die Klassenherrschaft der Besitzenden zu stützen. Der nationalsozialistische Redner betonte, seine Partei sei gegen die Verlängerung der Sckjul- zeit, weil die Poung-Parteien das neunte Schuljahr nur dazu be- nutzen wollten, um der Jugend den Geist des Poung-Plans fester ein- zuprägen. Die eine Begründung ist so nichtsnutzig wie die andere. Offenbar befürchten die Nationalsozialisten wie die Kommunisten eine Ver- langsamung des Zuwachses an Arbeitslosen durch Einführung des neunten Schuljahres. Nur aus dieser Befürchtung heraus, die diese Radauparteien zugleich eine Enengung ihres Agitationsgebiets be- fürchten läßt, ist eine derart jugendfeindliche und gemeinschädliche Stellungnahme erklärlich._ Die Krise bei den Saiilern. Oer Verband als Helfer in der 7tot. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und P o r t e f« u i l l« r legte am Donnerstag im Gewerkschaftshaus vor den Funktionären der Organisation Rechen- schost ab über ihre Tätigkeit im vorigen Jahr«. Wenn auch für olle Gewerkschaften das Jahr 1030 ein schwarzes Jahr war. so ist es für einige Verbände, darunter auch dem Sattlerverband, besonders schwer gewesen. Die Arbeitslosigkeit nahm im vorigen Jahr in allen Branchen dieser Organisation einen Umfang an, w!« ihn die Organi- sation noch nie kennengelernt hat. Im Jahresdurchschnitt waren in Berlin, so berichtet der Bevollmächtigte, Genosse Osten, durchschnittlich 36 Proz. der verbandsmltglieder arbeitslos. zu Ende des Berichtsjahres sogar �7.7 Proz. Es ist daher nicht gering anzuschlagen, daß es der Ortsverwaltung bis zum Jahresschluß mit Ausnahme der Karosseriebranche in allen übrigen Branchen ge- lungen ist, den Abbau der Tariflöhne zu verhindern. In den Branchen der Tapezierer und Geschirrmacher traten sogar noch, allerdings auf Grund von Abmachungen vor dem kata- strophalen Ansteigen der Arbeitslosigkeit. Lohnerhöhungen ein. Dem Abbau der übertarislichen Löhne und Akkorde, gegen die sich in Krisenzeiten stets der erst« Ansturm der Unter- nehrner richtet, könnt« die Organisation allerdings nicht wirksam begegnen, zumal hier die Mitglieder nicht immer den Widerstand leisteten, den die Organisationsleitung von ihnen erwartet hatte. Der Rückgang der Mitgliederzahl um 455 auf 4610 ist zwar be- dauerlich, infolge der ungeheuren Arbeitslosigkeit und der damit ver- bundcnen Abwanderung in andere Berufe und dergl. durchaus ver- ständlich. Die Ortsverwaltung hat— und das ist das einzig Gute in dieser schweren Krise— einen klaren Ueberblick darüber gewonnen. aus welchen Mftgliederftamm sie in jeder Situation rechnen kann. Daß aber auch die Organisation gerade in den schwersten Krisenzeiten ein starker RückHall ist, beweist allein die Tatsache, daß sie für die Unterstützung ihrer arbeitslosen, kranken und sonstigen in Rot ge» ratenen Mitglieder über 175 000 Ulk. an Unterstützung«» auszahlte. Die Funktionäre bekundeten ihr Cinoerständni» nnt der Tätigkell der Ortsverwaltung und ihr weiteres Vertrauen zu ihr dadurch, daß sie auf jede Diskussion über den Jahresbericht verzichteten._ Krefelder Schiedsspruch. Lohnabbau in der Metallindustrie. Krefeld, 5. Februar.' In dem Lohnstreit der Metall- und Eisenindustrie wurde unter dem Lorsitz des Schlichters für Westfalen der Spitzenlohn der Lohn- arbeiter auf 74 Pf., der Atkordarbeller auf 73 Pf. festgesetzt. Die Zuschläge für Arbeiter im Zelllohn(Seoering-Zulage) fallen fort. doch oerpflichten sich die Unternehmer durch eine Protokollnotiz in Fällen, in denen durch den Tarifabbau Härten entstehen, nur lli dem Maße des sonstigen Tarisabbaues abzubauen. verbindlich erklärt wurde der Schiedsspruch für die r h« i n i s ch- we st sälischen Gemeindearbeiter mit einer Lohnkürzung um 5 Proz. Riillabiuhr Srvtz.Berlia. Lanntaa. 8. gibruar.»tgz tlbr. Lokal Navold. .Siegel- Ecke S-lkscheunenZtrahe, SVD..?runa aller bei der MLlladfubr beschäftigten Parteigenossen. Svmxaihisl-rende sind nritaubringen. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. SPD-»Buchdrncker de» 8. Bezirk» Renk eil n. Sonntag. 8. Tebruar, 10 Uhr. Sisiung der Fraktion im Restaurant Nukli, Sermannstr. 75. Hreie Gewerkschalts�Iuaend Nerlin Seut«. Frei!«. 19H Ubr. tagen die Gruppen: Nordring: Zngendheiin. Schule Lonnenburger Str. 20. Vortrag?.Tie gelben Gewerkschaften*. — Aerwannplad: Gruppenbeim Sandersir. 11, Eck« Ksbrochtsirofte. Leinlbesnrechung.„FGI. und rolitisch« Jugend."— Tuben: Gruppenbeim Wassertorstr. 9, v. pt. Heimbesprechun«.— Zeppelinplag: Jugendheim Turiner Ecke Eeestraiie fEingana Tvriner Ttrasie). Setnbesprechung. Anschließend Zebn. Minntcn.Rcfcrate.—«dler-hos- G-Upptnhcim«Ismarcksir. 1. Seimbesprcchung. Liederabend.— Sharlattenbnrg: Jugendheim Spreestr. 80. Scimbesprrchung. „Kritik Ober unsere Arbeit."— Land-beroer Pla»: Jugendheim DIesiclmener. Itrahe 5. Keimbeivrechung.— Achtung! Eintrittskarten fitr die Eonderoor. strliung der Volksbühne am Sonntag, dem 22. Mär,:„Die Gesellschaft der Mensch:»rech!e", Stück tun Georg Büchner, von Fram Theodor Esokor, sind»um Preise von SO Pf. noch in der Iugendtinirale tu haben. @Fuc'envc>nipve OesZertralvert'andes der Anaessellten cheutc. Freitag, finden folgend« Veransialtungen statt: Siidwrsi: Zu- gendhclm Porckstr. 11 12. Löf, Quergcbäud«, 1 Treppe, Zimmer 51. Voikstantabend.— Norden: Wir besuchan die Perlammluna de» Werbebegirks.— Leute kommt die Phoio.Arheitsgemeinschast um 20 Uhr im Jugcndwarteraum unsere» Verbandshause» zusammen.— Leute findet ine , Ansipcarlx um 20 Uhr in unserem Bcrbandzhaus- über die Gründung einer 1 Uedu nasbank statt.— Karten tum Iuaendkarneval am 8. Februar sind im Jug-ndlckr-tariat gu haben. FL Mk. 1.10, 1.80 und 3.1S, dl« neu« lubanpeckung Mtl.-. In Apoth«ken und Drogerien erh&ttlloh«OMt durah Ott« RuloM Barlla SO, EUen b«hiMtr.< Der Klassenkampf des Kapitals. Die Hetze gegen die Arbeitslosen. Der Landtag setzt? mn Dmnerstag die allgemeine Aussprache über den Etat der Handels- und Gewerbevcraxlltung fort. Abg. Dr. Oolezych(Dual.): Das Handwerk und Kleingewerbe fordern keine Venerzuzunz, sondern nur steuerliclz« Gerechtigkeit im Vergleich zu den Großbetrieben und den Genossenschaften. Abg Alehinger(Z.): Das oerfluchte Märchen von der Steuer- freiheit der Genossenschaften und Konsumvereine mutz endlich verschwinden. Der Konsumverein, in dem ich lätig bin, hat im Zahre 1930 bei 20 Millionen Umsah nicht weniger als eine Million Steuern gezahlt (Hört, höri!) Die Konsumvereine sollen jetzt im Preisabbau vor- angehen. Sie sind dazu ausnahmslos bereit.(Bravo!) Aber suchen Sie bitte dem Volk nicht einzureden, daß man durch Ver- türznng der Handelsspanne alle sozialen Schäden heilen könne. In meinem Konsumverein sind Löhne und Gehäl.cr von S.l Pro.z. im Jahre 1911 aus 9 37 Proz. im Lahre 1930 und die Steuern van 0,32 Proz. aus 4,43 Proz. des Umsatzes gestiegen. Vergessen Sie deshalb beim Preisabbau nicht die Syndikate, Kartelle und Preisbildungen aller Art. Noch nicht bei einem Viertel der Markenfabrikate ist innerhalb der von der Reichsocgie- rung gesetzten Frist die Preisermäßigung um 10 Proz. erfolgt. Bei dem ungeheuren seelischen Druck, der heute aus der Masse der Arbeiter und Angestellten ruht, kann der Staat nicht länger Preis und Wirtschotr der Willkür des Unternehmertums überlassen.(Leb- Hafer Beifall links und im Zentrum.) Die Etatdebalte wird durch die Abstimmungen über den Wohl. sahrtselal unterbrochen. Ein Anirag aus Aushebung der krgnkenscheinqebühr wird m'l den Stimmen aller bürger- lichen Parteien abgelehnt. Ein gemeinsamer Antrag der Re- pierungspar'elen zur Reform der Fürsorgeerziehung wird dem Jevölkcn'ngzpoliiischen Ausschuß überwiesen. Ange- nommen we-don Anträge zugunsten d r Friedensblinden und aus schleunige Vorleaung eines Reichs- ksebammen- Gesekes. Die Fragen über religiöse Betreuung In Krankenhäusern aehen an de« Dersassungsmisichuß. Die Urbertragung der Ausgaben der Rlieleiniqunasämter an d'e Amtsgerichte wUd in namentlicher Abstimmung mit 249 gegen 123 Stimmen abgelehnt. Alle üb igen Anl'äge mm Wohnungs- wesen werden dem zuständigen Ausschuß überwies'«. In der fortgesetzten Debatte zum Handelsetat polemisiert Abg. Lehmann-Hirschberg(Eoz.) gegen die Etotsreden der Redner der Rechtsparteien. Der deutsch- nationale Retner hat dargelegt, der Preisabbau lasse sich nicht e» zwingen. Aber der Lohnabbau wird erzwungen. Sollen Arbeiter und Angestellte allein die Kosten der Krise tragen? (Sehr gut! links.) Glaubt Herr i)eidenreich von der Volkspartei wirklich, daß nach der durchgeführten Herabsetzung aller Akkord- löhne der meilere brutale Lohndruck des Unternehmertums— siehe Vereinigte Stahlwerke!— der richtige Weg zu seinem Ideal der' Arbeitsgemeiuschast ist?(Sehr gut! links.) lieber de« Klasscukampscharakler der Sozialdemokratie bctlaqen ' sich die bürgerlichen Par.eien unaueg seht. Aber vom Klassen- kämpf des Kapitals schweigen sie wie das Grab. Und nur wenn die Arbeiter sich gegen den Lohnabbau wehren, dann jammern sie wieder über den Klassenkampf.(Sehr wahr! bei. den Soz.) Am schlimmsten vorgistet. wird aber der unvermeid- lche Lohnkampf durcki gewisienlose, Schmierfinken in der bürgerlichcn Preffe. So erdreistet- sich Ver /.Berliner Ldka'.Anzeigsr". des großen Politikers Hugenberg über die Arbeitslosen zu schreiben: ...Holanze ez 12 Mark Arbeitslosenunterstützung pro Taa gibt. stehen sich die Herrschaiten bester, wenn si« nichts tun." Und m der„Deutschest Arbei.gsber-Zeitung" kann man lesen: A Millionen Arbeitssose erhalten Unterstützung, die den draußen sogenannten chanz anständigen Gehältern entspricht." Der Ausländer sieht, daß diesem Volk« Milliarden abgepreßt werden, er sieht aber auch gleich- zeitig, daß dieses Volk auf breiterer Lebensbasis lebt, als ganz Süd» ost-Europa zusammen."» Nächstens werden die Herren Kapitalisten dem deutschen Ar- beiler noch einen Vorwurf daraus machen, daß er besser leben will alz der chinesisch« Kuli. (Sehr gut! bei den Soz.) Derartige Auslassungen wie die ziticrien besechigen nicht nur die Erwerbslosen, sondern die gesamt« werk- tätige Bevölkerung. Ihre Urheber haben keine Ahnung von den wirklichen Unterstützungssätzen und sind ofsenbar niemals in der Verlegenheit gewesen, von solchen«ganz anständigen Gehältern" leben zu müssen.(Sehr wahr!) Die Vertreter des Handwerks haben um die Wette gegen die Konsumvereine gehetzt. Inzwischen wird das Handwerk und der Kleinhantel von dem stross organisierten Kapital abgewürgt. Sie haben um die Wette geschrien: Sparen! Wenn die Konsu- menten sich zu sparsamer Wirtschast zusammenschließen, werden sie angegriffen und beschimpft. Die Mittelständler schreien noch Sparsamkeit und fordern gleichzeitig die Einführung der Arbeits- dienstpflicht, die 1,3 Milliarden Mark jährlich kosten würde. Rein, nicht die Arbeiter, nicht der Marrismu» und auch nicht die Republik traqen Schuld an der Rot der Zeit, au der Krise, an der Arbeitslosigkeit. Die verantwo tung dafür lastet aus der kapitalistischen Wirtschasteordnunq und dem verlorenen Weltkrieg in allen seinen Auswirkungen. Aber die Not wird mit wüster Demagogie zur politischen Gift- mischerei ausgenutzt, und dagegen kämpfen wir Sozialdemokraten ebenso an wie gegen die sinnlosen Beschimpfungen der Arbeiter. Und wenn auch Herr Goebbels die Vernunft die Hure des Teufels nennt— auf die Dauer wird die Vernunft in Wlnschast und Politik über Lüge und Verhetzung doch Sieger bleiben,(Leb- hafter Beifall bei den Soz.) Abg. Frau Lauer(Ztr.): Was die sugendlichen Erwerbslosen brauchen, ist nicht so sehr Ausdehnung der Schulpflicht, wie pflege- rische Betreuung durch weltanschauliche Jugendverbänd«. Abg. Frau von Kulesza(D. Vp.): Auch wir haben Bedenken gegen die berussschulpolitifchen Pläne der preußischen Staats- regiemng. Man kann im Interesse der deutschen Wirtschast nicht einen ganzen Jahrgang der Jugend vom Arbeitsmarkt fernhalien. Abg. Frau Ooentrop(Goz.): Bei 5 Millionen Arbeltslosen ist die Sorge, dem deutschen Arbeitsmarkt weitere Arbeitskräfte zuzuführen, reichlich überflüssig. (Sehr wahr! bei den Soz.) Wir bitten die Regierung aufs dring- lichste, allen Bestrebungen aus Abbau der Berufs- schule entgegenzutreten, besonders eine Herabsetzung der geringen Stundenzahl bei den ungelernten Arbeitern nicht zu dulden. Wahre Sparsamkeit besteht heute darin, eine gewisieithafte 'und gesunde Jugend heranzuziehen, die jungen Menschen gesunöheit- lich zu beiehren und sie vor den Versuchungen und Verführungen der Straße zu bewahren. Die körperlichen Entbehrungen und seelischen Leiden der Jugend, insbesondere der arbeitslosen Jugend, sind heute ungeheuer groß. Da hat die Berufsschule die ganz be- sondere Ausgabe, chr Vorstellungslcben zu erfassen und �ie für den freien Staat und die aufbauende Arbeit zu begeistern,(sehr wahr! bei den Soz.) Der Opsennut der Berussschullehrer verdient höchste Anerkennung. Ich habe selbst an Volksschule, höherer Schul« und Berufsschule unterrichtet. Aber das schwerste Amt— und vielleicht auch das schönste— hat der Beruszschullehrer.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Heidenreich(D. Bp.): Herr Jasper von den Deutschnafto nalen ist wt Ausschuß und hier au der Hand der Larnowschen Broschüre auf die Affären der Porzellanmanufaktur zuruckgekommen- Meine Partei ist der Auffassung, daß, wer e« gut mi. der Manufaktur meint, die alten Geschichten endlich auf sich beruhen lassen muß. (Lebhafte Zustimmung.) Nach einer Anzahl weiterer Redner wird die allgemein« Be- sprechung beendet. Das Hau? veriaat sich auf Freitag, 10 Uhr: Einzelderatung des Handelsetats;?!:ste Lesung des Finanzausgleichs. parieinachrichien klnftxdnngln für dirsr Rubrik sind v« r l i» SS<>8. Lindeuliratze 3, fürGroß-Bertin stet» au dm Bezirk»lekrili>rla> 2. Hol, e zreuve» recht», zu richte» 2. strci» Zlrrqartcn. Achtunu, Mtellunasvorsiiindc! Am Montait. dem 0. lle- Bri-ar, findet eine Äreisvorsiandssiduna statt. Bitte die Abtellunnru. ibre Sitzungen danach ein,urichten._....., 19. sticis fantaui. MoiUaa. 9. Zel-ruar. 19 Vi Uli:, be! Meier, Türknche» Zelt, Breite öirasic, Sitzuna dr, Erwerbalasenauoschuges mit den Abieilungs- leiiern und dem Krel-uorstand. heute, Freitag, K. Februar. «. Abt. Bezlrkssübrcr boten umgebend„Unser Weg" vom Lausitz:: Platz ab. Nenlcllu. 99. Abt. 20 Udr lsullli onärsitzuno bei Krommeck, Landersir. 19.—- »1. Abi. svunltanärsitzung 19% Uhr bei Lsiddcle, Äarlsgartensir. 12.— 97. Abt. iZunkilonärsitzun« sindrt beute umständebalber nicht statt. 191. Abt. Ziiebcrsch önhausen. Di- BeUrlsfllbrcr lade»-in?ur großen«und. geduna am Mittwoch in..Sanssouci" mit dem Referat von Dr. Mose» über:„Soualismus und Nationalsoziolismus". Iii. Abt. Roserthol. 19% Ubr ilunktionärsitzung im Lola! Lofsmann, Tdel- weitzstratze 5. Morgen, Sonnabend. 7. Februar. ' 12.«bt. Dan IS bw 29 Uhr Au-gabe„Unser Weg" bei Schmidt. Wielef. ftratze 17. 21.«dt. 18 Uhr SltziiN- de» Porsiandc» bei«roll, Utrechter Str. A. Um 19% Uhr ssunktionärsitzuna ebenda. tzl. Abt. 20 Uhr Sitzung d-o Abteiluugsvorsiandc» bei choldschvlidt. Die Kunl- tionärversammiung findet wieder am Montag statt. Frauenveraastaltuag. 122-. Abt.«-»b-rs-SSb. Sonnabend. 7. ssebruar. 29 Uhr, im Lola! Lindner, ibicd>orf-cüi>, Kopemcker Str. 165, etftmaliqcr ssrauenQdcnd. Vortrag des Genossen Mar Hendemann über: �riegsgefnür und KriegsheKer". Arbeiter-Lildungsschule. 5. strei» grsebrich»h-in. Niiiiisier Auoivracheabend Sonnabend, 7. iZebruar. I9U Uhr. im guaendheim Tilsiter Str. 4-�5. Thema:„Deutschland im euro- päischen Staatensustem". Leitung: Senosie Paul Bernstein. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen, Zrcitag, si. iZ-brnoi, 29 Uhr, Im Sitzu»»»Iaal de» Dluischen Metallarbeiter. verbat.de». Alte Jalob- Ecke Titsckiue- Straße, stonser«»,. R«ich»taa»»d«eord. i rter Senoisc Dr. Earl Mierenborss-DarMstodt spricht über:„Wahlresorm und Demolratic". 'Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Berlia. jtzrei» Weitzense«. ssreil-g. S. sscbruar, 1»% Uhr. findet«in« a«m-insame Hclsersitzung mit dem Ie-irkevarsiand in der Lindenstr. Z statt. Bitte bestimm! mii pünktlich erscheine», da-iidgülitger Beschluß auch bei Richterschein-n«e- faßt wird. kirci» Krcutzberg. Wir treffen UN, h-nte um UM Uhr vor der Ei-bahn. Am Urban, ö Pf. ua» SchMischuhe Mitbringen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation j 3. Abt. Am n. stebruar verstarb wenig, Taa- nach seinem 79. G-bnrts'ag- unser tr»uer Smiosie Otto Mener. Luisenuser 20. Wir verlieren mit ihm-inen unserer besten Be»irk»fübr«r. Eb« seinem Andenken. Einäscherung Sonnabend. 7. Zebruar. 18 Uhr. Krematorium Baumschulenweg. Starke Pfteiligun» er- wgrict die Abteilungeleitun«.. 4. Abt. Unser Genosse Wilhelm ffifchcr. Markussir. 44, ist im Altrr von 7» Jahren verstorben. Ebre seinem Andenken. Die Beerdigung findet heut«, jfreliaa. IS Uhr. auf dem Zentv-lkriedhas izmedrich-frlde statt. Roge SemiU. gunt wird erwartet. 11. Abt. Unser Genoste israiu Piever. Oldenburqer Str. 14, ist verstorben. Ebre seinem Andenken. Beisetzung Sonnabend, 7. ssedruar, 14% Ubr. auf dem S'ädtischen ssricdhaf, Reinickendorf-West, Lumboldistraße. Wir bitten um rege Beteliiguna. 1Z.«bt. Sonnabend. ZI. Januar, verstarb infolge Lerüschlage» unser Ge. noste Paul Schröder, Siralsunder Ett. 67. Ebre seinem Andenken. Die Be- erdigung hat bereit» sta'tgefundcn. 34. Abt. Am Mittwoch, dem 4. Zebruar, verstarb unser« liebe Eenosstn Minna Drlene. Memeler Str. 59. im Alter von 56 Jahren. Ehre ihrem An»' denken. Einäscherung am Montag, dem 9. ssebruar, 18 Uhr, stremalorium Baumschulcnweq. KiefhoUftraßc. Um rege Beteiligung wird gebeten. 195. Abt. Adl»r»bos. Am 8. ssebruar verstarb nach längerem schwerem Leiden unser Genosse Emil Müller. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Sonn- abend. 7. isebruar, 17 Uhr. Krematorium Baumschulenwez. Um rege Beleili- gung wird gebeten. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlio Einsendungen ltr diele Eludrtt»tu an to» Zttgenbietrrtaitat GV M. kindensiro»», Alle Teilnehmer be« Mädelknrsn« über isrouensragen besichtigen heute da» ssrauenkundemuseum. Treffpunkt 19 Uhr vor dem Museum, Eharlottenburg, Berliner Str. 187. Ablcilungsmitgliederversammlungen heute. Freitag. 13� Uhr: Arkouaplatz: Elisabetbtirchstr. 18.— Zcvtrnm: Landsberger Str. 59.— Moabit le Baldenserstr. 29.— Moabit II: Lehrter Str. 18—19.— Arnim» platzt Sonnenburacr Str. 29.— Weißens««: Parkstr. 86.— A»d>ea»platz: Drommnsir. l.— BaUenplatz: Tilstter Str. 4—5.— Zriedrlchohain: Diestel. meperstr. 5—6.— Stralauer Biertel: Soßlerstr. 61.— Warschauer ZÜertel: Litauer Sir. 18.— warschauer Viertel sR.-is.): Litauer Sir. 18.— Eharlotten. bürg: Rostnenstr. 4.— Eharlottenburg. Züd: Goeibestr. II.— Lankwitz: Schul- straße.— Lichterfrlde: Albrechlstr. 14».- Steglitz U: M-mm-ngsiraße.— Mariinbors sR.-Is.): Dorsstr. 7.- Mariendors II: Daheim 1591129.— Ren- köll» Vll: NMSch.— Vaumlchulenweg: Ernsisir. 16.— Zobannialbal: Ratbau». - Treptaw: Elsenstr. 8.-«öpenick II: Dahlwitz«: Str. 15.-»arliborst: Treskowollee 44.— Reu.Lichtenberg: Hauffstraße.» S- stollnischer Park: Wailcnstr. 18.„Betriebsrätegesetz."— Oranienburger Tor: Tieckjtr. 18.„Wie lese ich eine Wandcriarte?"— Balkan: Mandclstr. 2, Aufgang link», Jimmer 2..Volk», und Zeittbeaicr."— isalkpla» ll: Sonnen. bnrger Str. 29.„Polizei und Publikum."— Hobealchlnbanse»: jsrelenwalder Straße 6.„Stadtverordnetensitzung."— Kumaanplatz: Äleimstraße.„Wie baut sich unser« Sruvvenarbeit auf?"— Nordosten l: Dan,ig«r Str. 62..Bildung»- mäglichteilen."— Wörth«, Platz: llasianienallce 82.„Warum Verbot der Iungsogialisteu?"— isroukfurtcr viertel: ssrankfurter Allee 897. hinein in die Partei."— Peter,buraer Vieetel: Eberinstr. 12.„Wie muß ein lsuiiktwnLr. körpcr aussehen?"— Süden: Vorckstr. ll.„Das Mädel in der EAI."— W». mersdors sAetterc): Wilhelmsaue 123.„Das Kommunistische Manifest."— Reulill» lt Lander. Ecke Lodrcchtstraße. Arbeitsgemeinschaft..— Neukölln II:, Lteinmetzstr. 94. Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln IV sR..ss.1: Kanner Straße.' Hordenabeiit.— Neukölln VIII: Rütlistraße.„Wo bleibt der 2. Mann?"— Neulöll» IX- Schierkcftraße. Brettspiele und Ti'ch'eirnis mitbringen.— Neu- Kölln XI: sslugbafenstr. 66 Probe.- Schöueweib«: Berliner Str. 81.„Seruelle fsrogen". N. Teil.— Köpenick Ii Grünauer Str. 5.„SPD. und Rotoerorbnuna." — zriedrich,f«Id«- Gunterstr. 44...Ziele der SAJ."— Lichteuberg-Nord: Gunterstr. 44 Tagespolitik.— Hermadors: Roonsiraß«. UZrundiagen de» So- zialismus."— R-inlcker.dors.OsI: Lindauer Straße. Tagesvplitik.— Nieder. schönbans«»: Lindenstr. 47.„Einführuna in den Marrütmu»", 1. Teil. Werbe b«»irk Schoneberg: Schultmaskursusi„Kampf dem Dnschismu«". Schule Wartburgplatz. Wanderleiter. Sonntag. 18 Uhr. Hauptstr. lö. Osterfahrt. helvrechung.__ Vorträge, Vereine undDersammlungen. Reichsbanner„Schwar;-Rot-Gold". «fchäftsstel!»: Berlin S 14. Sebastianstr 87—38. Lok 2. Dr. � 6. isebruar. w-ci» Süden sJungbanner). Di« mit de» leraden Kaubach vereinbart« Sitzuna fällt au». Mio«. 5. Kam» radschaft. 29 Uhr Bersammlung im„Rosenthaler Hof". Bericht von der Sau»- »glvrrsansliltna. richten barg. 29 Uhr hoben Bersammlung: Kameradschaft Trave» W vlatz bei Selpkc. Kronprinzen- Ecke Scharnweberliraße. Gustav Tempil hei Rodcgast, Romannensir. 88 sWeitersührung der Arbcitsacmeinschoft). Rummels- bur, bei Brunn. TUrrschmidtstr. 49. erscheinen Pflichi. Wrißcusee lOrtsvereinl. 29 Ubr Mitgliederversammlung im„Berliner Los", ssunktionäre 1« Uhr. Netnicken dvts. Kameradschaft.Meie Scholle". 29 Uhr Versammluna im R-stai!. rant„Schollenirrig". Wintersvortabteilnug. 19 Uhr Trcsfpunit für R-nnIäufer und Gäste tzur ssahrt noch D-auenwald tu den Sklmcisterschaften im Wiener Restaurant, Markgrafenstr. 22. Bohnsdorf. Grünau fJungbannerZ. 18% Uhr Bahnhof Grünau.— Sonnabend, 7. Zebruar. Treptow lstameradschaft). 29 Uhr bei Kamerad Man,. Kieshol»str. 2l. Versammlung. Referat von S. Barth über: .Wa« bat un» die Republik gebracht?" fZunttionäre 19 Uhr. Ruderrica?. 29—22 Uhr Kastenrudcrn in Stralau. Tunnelstr. 3— 4. Beginn neuer Anfänger. kurse. Neuaufnahmen werden dort entgegengenommen.— Souutag, 8. stebruar. Ritt«. 6. Kamerabschaft. 9 Uhr Bersammlung Etsässer Str. 86. Bericht von der Generalversammlung. Schnso-Avvcll. Weißcnsce sOrtsverein). 19 Uhr Schloßkino Bclßensee antifaschistisch« Kundgebung unter Mitwirkung de» Musik- korps Weißem'ec und de» �p!elmanns,uges Prentzlouer Berg. Eintritt 89 Pf. Karten sind nur noch an der Kaste iu haben. Kentralvcrband der Brbeitsinoalivcn und Witwen Deutschland». Gau Groß» Berlin. Geschäftsstelle: Berlin W. 57. Bülowstr. 49. r. Cttk. 1 Sr».«reitag. 6. zebruar. Alt-Glienlckc: 19 Uhr bei Ladrecht, ssriedrichstr. 2. Referent: Kolleg« Voigt.— Banmschulenwcg: 18 Uhr bei Saß, Baumschulenstr. 72. Refe- renttn: Kollegin Saas.— Kreutberg II: 17 Uhr im Lokal Oranienfesisäle, Oranienstr. 118.— Kreusibcrg NI: 17 Uhr Lokal Reichenberger Sof, Reickicn. berger Str. 147. Refcrc»!: Kollege Pinis.— Preiuilovcr Berg I: 16 Ubr Lokal Soffmanns Jesikäle. Schwedter Str. 28.— Reinickendorf-West: 19 Uhr Im Volkshaus. Schgrnwebcrstr. 115.— Tegel: 18 Uhr bei Lehnhardt, Berliner Straße 84. Referent: Kollege Sieinbeiß. Vortrag in allen Versammlungen:„Und wieder Abbau der Sozialrcntc". Volk-senrrbcstaitnngsvereln. Unser neuer Werbefilm„Memenio mori" wird in der Spielwoän: vom 6. bis 12. fZebruar in folgenden Berliner Lichtsviel- thcatern iur Borsühriinq gebrach!: Lichtspielhaus Berlin�strünau, Delphin- Palast Licktsvicle. Berlin-Wrißensee, Kosmos-Lichispiele Berlin-Tegel. Die Besucher dieser Veranstaltungen sind beim Eintritt in den Verein von der Zahlung der Aufnahmegebühr befreit. Allgemeine Wetterlage. Die Ostwinde brachten dem ganzen Mitteleuropa weitere Zu- nahm« der Kälte. In Ostpreußen stieg das Thermometer nur auf 31 Grad Käste. Etwas milderes Wetter herrschte nur in Südosten über den mittleren Donauländern. Da diese wärmere Luft in den höheren Luftschichten auf die bei uns lagernde Kaltluft aufglitt, kam es im größeren Teile Deutschlands zu Schneefällen, die stellenweise besonders an der unteren Weichsel ziemlich ergiebig waren. Eine kräftige allantische. Depression ist mit ihrem Kern südlich von Island erschienen und hat ihre Warmluftmassen bis gegen Ostengland vor- geschoben. Bei der Stabilität des nordöstlichen Hochdruckgebietes dürste aber di« Depression nur aus das westliche Deutschland lang- sam an Einfluß gewinnen. Bei uns wird der Lufdrucksall im Westen zu einem verstärkten Absaugen der Luft und damit zu etwas Auf- heilerung führen.* wellerausfichlen für Berlin: Zeitweise aufheiternd, keine oder nur unbedeutende Schneefälle, weitere Frostverschärfung.— Für Deutschland: Im Westen wieder langsame Milderung mit Nieder- schlügen, im übrigen Reiche zeitweise heiter und größtenteils trocken bei stellenweise ziemlich strengem Frost. A'HEFTES® SEIT 75 JAHREN Hefters Qualilätsfleischwaren nach Wunsch küchenfertig hergerichtet: la Ochsen fleisch feinster Stallmasl la Lammfleisch feinster Stallmast la Mastkaibfleisch Hefters feine Wurstwaren Fordern Sie unsere bekannten Sonderheiten; Gut»fl«l»chwur»t. QuUlabarwurat Hauamacher-Leberwurst Spezla(-Leberwurst. Spezlal-Rotwuret Zungenwurst, Sülzwurst, Krakaueri Bierwurst Ralchawurst, OafOllter Schinken Wiener WOrstchan, Sauclechen Hefters Ausnahmeangebote per Pfund Kassler Schuft.»..> Mk. 0.90 Fetter Speck...... p„ 0.95 Schiftkenecken...... 0.92 Schinkenspack 1.0...., t.60 Magerer Speck..»..» 1>40 Orlebenschmalz.....« 0.88 Bratenschmalz......, 0.72 Breslauer.......» 1»C0 Landleberwurst.....„ 1 00 Konsum-Leberwurst.„ 0.80 Haliesche Rotwurst 0.80 Hefter am ReidukaDiIeipIatz Unsere Filiale ReichsstraSe 192 (Fcrnspr.:C3 Westend I724)wuide soeben eröffnet Fmupr. für die Füllsel: ä 0 lUfirknr 8040-0845 AHEFTER Frisches Fleisch Schweinebauch«. Beil., pm. 0,76 Schweineblatt........«-i. 0,80 Schweine5chinicen" ��0,86 Schweinekamm 0,94 Schweinekoleieit>'?-!. r. 0,93»» Kassler miw........ Pta.«» 0,96»» RÖCken{e»7,18»» Kalbsschnitzel...Pfd. to» 1,80»» Kalbsrouiade pniinpidy. 1 ,54»» Suppenfleisch...pfd.ym>0,74»» GulaSCh ireinI,« ptd. 0,45 Fische 9ia allea Mausern ausser Andreassfr. �SselädlSir�o.!�! g Pd.i.0, 20 an *Rolbars...pid. vo»0.?0»» *Kab?liaUi!r.e.ll..l�.PI...0120»n *Schell|isdii.g,pid.T. 0,24»» 'Kabeljaufilel Pfd. v. 0/4»» 'Zander gefroren. Pfd. 0,32 'GrüneHeringe5Pid.0.68 Maljesheringe.. a st. 0.25 Fellheringe'0 8«. 0,88.0,48 Kolonialwaren Bruchreis........ Pfd. 0,15 Moulmain-Reis. Pfd. 0.28 Blue ro5e-Reis...Pfd, 0,32 Eierjadennudeln ptd. 0,48 Eiermakkaroni. Pfd. 0,56 Erbsen............. Pfd. 0,!8 Linsen.............. Ptd. 0,18 Bohren............ Ptd. 0,18 Backobst.. pm.?»» 0,40»» Pflaumen.. p.d. vo» 0,28»» Birnen............. Ptd. 0,50 Aprikosen....... Pfd. 0,68 Kakao ics»,«tsrt«nuit. pid 0,52 Krüni2l»chokoläd.-Pal* ,Pid.O,85 Ka.jee....... ptd. vo» 1,90»» Tee lose....... Pfd. von 3, 80 an EBER rueiischo....... 10 Stück 0,85, 0,93 Räucherwaren Bücklinge.Ptd. vo» 0,26»» Sselachs c«rä»ch..Pid. r. 0.4 7 an Rotbars terijch.. PId«n 0,48 an Sprotten br.i.««o.M.i.pid-k 0,40 FetJe Molkereibuiler. Pfd. 1,50 fafebufter...... pid. 1/8 Dänische Butler ptd. 1,74 Nargarineo.-.oko»».,Ftd. 0,40 1929ir Edsn'�ob. od. UhailiaQtdlcr Maikamxoier n rc ."U e Rh InpIMver. reintöniT.......... Fl. üfHJ lu FI. 7, CO Rol.r Jj.ianni8be:rwi.in\L:r.ü,Vö 1 Orl?, insei üamcs...."U r.IjSi» „Clder" süsser Antelw./»Ltr 3 50( frlaiana, iin!<..se>irg'j,eQi'al. /5ltr 7,59 Rheinpfäl Weisswein Ltr. 0,95 S Ltr. 4,00 Ro er Varragona Ltr. 1.C 5 5 Ltr. 5,00 -I, OL 10 M. tZZfer Treltor Caatel cder hlltingei konl...... 0,9t> t',00 1925er Case.er llerrenberg...................>< rc 17 M 132aer tieserer Ich osa.trj, N'aturgewäebs..../ I, J ll|IIJ 1.29er Braather Lomprobat, HpSilese...........!-,?-> 25, 192Ber Delilesheiir.ar i ofa liCk-Hleellng.......... 3.2S ao.nr» | Dauttcher..«Inarand Ltr. 4,60 1 Ja v-Rutl V racfln, 4' 0. 1.tr. 4,69 f > rei.'e« hne Pia«ne Prelle nur Freitag und Sonnabend. Verkaut nur eoneit Vorrat Obst u. Gemüse Apfelsinen...... 4Pfd. 0.85 Jal|a-Ap|elsinen iPfd.0,90 Mandarinen...... fu. 0,32 fa'eläplel........ ptd. 0,45 Ta.eibirnen....... Pfd. 0,42 Bananen........ 5 Pfd. 0,88 Sellerie.......... 4Pfd. 0,?0 Tomaten........... Pfd. 0,48 Rhabarberboii, Ed o.ss 0.38 Schwarzwurzeln Pfd. 0.20 B'umenkohi xopt v. 0,2 Zu» Rosenkohl...... 2 m 0.45 Grünkohl........ Ptd. 0,10 Ro'-u. Weisskohl Ptd. O.C 6 Möh en gewaschen, Pfd.(.05 K'-h rüben........ PId. 0.05 Zwiebel i.......... Ptd 0,05 Karlolfe'n..... 10 pm. 0,25 Kä;e Limburger 20»i» Pfd. 0,48 Ti.siter voiifctt..... pm. 0,88 Brie voiitett....... pm. 0,86 Harzergo dselb,RoiiB,15StCcr 0,28 Holländer voiifett, pm. 0,90 Dän.Sdiweizerzovid 0,82 Konserven ,iDo,e Stangenspargel sehr start 2,38 Stangenspargel etark.... 2,28 Stangenspargel 50,60er... 1,90 Stangenspargel du»»..... 1,55 junge Erbsen fein. n. sieb.. 0,88 Gemüseerbsen.......... 0,54 Gemischtes Gemüse min 1,30 Berliner Allerlei........ 0,70 Karotten geschnitten......... 0,27 Konsummischung aas getrockneten Erbsen hergestellt 0,45 Apfelmus..................... 0,55 Heidelbeeren.............. 0,85 Reineclauden.............. 0,95 Stachelbeeren............ 0,75 Konfitüre e/Tw. Aprikosenjoha nisbeeren 1,10 Erdbeeren, Himbeeren.. 1,30 Gänse vo» 0,76»» Wolgahühnergefr.. km.» 0,92»» Puten geliuien...... Ptd. von 0,95»» Hühner inscb...... pw. vo» 0,92»» Hirsdikeuie..... Pfd. vo» 1,15»» HirsdiblSUer....pm. vo» 0,80»» WildschweinrückenPi°'0,9San Wildschweinkeule �» 1,10»» H äsen gestr.n.enccew. Pfd. von 0,78»» Sehenswerte Fenster- und Innendekorationen und TROTZDEM die Preise unbeeinflusst enorm billig! Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 6. 2. Staats-Oper Unter d. Linden 12-13 Uhr M-Mitt-Kom. 20— 2; Uhr Uinlonie-Konz. Liitueg; EM Ilaiber Staats-Oper »m Pliti der Sejablik. V-& 20 Uhr OerBarbiervoD Sevilla Oiffiell. Haneenrtiit bnde 22'/» Uhr Freitag, 6. 2. Stadt. Oper Bismarckstr Turnus IV 19 Uhr lannlisuser IDietub» faseng) Ende 23 Uhr Staad Schaosph. lea bendenniuuntl. 136 A.-V. 19 Uhr Zum 1. Male Mann Ist Mann Ende 22W Uhr Mi.Wet'HiealetMitliii. 20 Uhr Don Carlos Ende nach 23 Uhr i lägt. 5 u. S15 Soam. 2. 5«. B» Alex. E 4, 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. atruno SCasfner. Tiggo Xanen aCaniillonm. lOOWooderlaabentuii. Berliner(IlhTriO N e U k B 1 1 a. � Lahnatr 74/76,1 Winter - Garten• I>! Bbt. Zsntf. 2819. biDäKn erlmbt. 7 Alfredos„Arcano" Prietos lustiger Circus Dolinoffs» 3 Cressos o». — und die CodoHOS »»» Bnti md Sonntig je 2 lorsteltabjeii 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Fr. li«088E8 8l:«/tUopiELN/ttju Tbgl. 8 Uhr. IM MmtSMIl ROiSl. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesutaung billige Frese Reg e: Erik Chanll EM#!» Arnold Scholz D-blm BerinamipUlz, Kaunheide 109-14 fip. Bockiiierlest 7 Kapeilen, Neue Dekorationen, Bayr. Bedienung Sonnabends und Sonntags: Großer Mpenball. Einlas: W o c h e n t a g s 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Voutsolliine Thuln in BölowplatL 8 Uhr Hans Albers Liliom von Fran' Molnat Regie:ltjrl Hein: Martin ttaatÜdiillai-Tli. 8 Uhr Don Garlos Tueaier am Sctitittiauerdamin 8 Uhr Ole Quadratur des Kreises Staatsoper Am Pl.d Republik 8 Uhr Der Barbier von Sevilla Kleines Theat. Täglich BVt Uhr Olga Tsehe.hova Liebe-" Kaufmann, Klubertan Lustspieihaus Kurt GOtZ Täglich 8-, Uhr Oer LOgner u. die nonne Komiscne Oper 8>v Uhr Indi Sonntag 4 Ohr Kleine Preise. Peppina unter gnnMMer Uiteng des Kniepeabtee Roben Stolz le dir Pmlnenbuehneg Rose-Theater 6r.FranMBrterStr.i32 Tel. Alex 3422 u 3494 5.30 V. Premiere Das Partum meiner Frau 8 15 Uhr 0!e söicoe Helena Der neue Bombenerfolg: MDie schöne Helena" im ROSE THEATER GroBe Frankfurter Straße 132 Rillettkasse: AI ex. 3422 u. 3494 Wocher.tag� Beßlnn SlSUHr Sonnabds.TUtiru 10 15Uhr Sonntags 2.30, 5.45 u. 0 Uhr Preise ron 50 Pf. Ms 3 M In der Hauptrolle: Traute, Hans und Willi Rose. Gütlich. Kanisch. Mlkulskl u. a. Heule naefam. 5. SO Uhr Premiere; „Das ParlQni meioerFrau" Lustspiel von Leo Lenz mit Lonl Pyrmont. Jlse Vollborn, Hilde Dreyer. Hans und Willi Rose. Erich Wilde. Preise von 30 Pf. bis 1.50 M. 20 Minuten Eaffecpause. Kaffee mit Kuchen 30 Pf. Bier mit Salzbrot 25 Pf. �täglger Vorverkauf, täglich von 11— 1 Uhr vorm. und von 4— 9 Chr abends. Seaisdiei Tteaier 8 Uhr Haiti Bio 190. Malt; Elisabeth von England von fem trachner Rmii; Rdm HilW Kammerspielp S'lt Uhr- Pariser P.atz 1 3 von Vlcki Baum Kvjie; Gustaf Grfiadgini Die Komödie SH» Uhr Die Fee von Franz Molnar Rigie: Sleian Hodc [Dealer 1 Westens Täglich->/. Zznnlogi'vZuml 8"' ffhr Franz Uian HeistenvaiH Der Zarewitsch Serge Abramovlc, Ann! Ahlers. l.eiilDD-lDeatei Täglich 8';. Uhr Sosotog 4 und 8'f« Dbr Viktoria undihrHuser Morg Losieff, GiöaWdt, Dsisdig, los!! Oeuiscnes Künsller-Theai. larbarossa 3937 8>I« Uhr Zum Goldenen Anker toll Käme Bors« Sonntags 4 Uhr Inn 100. Kaie Voruntorsudiung Renaissance- 1 Realer Stelnplau 678ü SW Uhr ntuB die Kuh milch sehen? mit lllieil Basscnnaäii Sonntags 4 Uhr PreniiersnbKrtzang Aluss die Kuh Milch geben? Kurllirslenflamra- Tdeater Bismarck 449 j�SJ/hr�J Das schwache Dcschlechi v. Edouard Hourdet Regie: M» Riialsnlt melropoMtieater Täglich 8>,, Uhr schön ist die weit Opeteue von Lehät RiMTauber, Gittartlpar ScbätzenJori Tneat. a. tonn. lor (totrbu er E-.r 8. lägl 81 Übe itnch So r.L nchm SSLbr Mite- SSnlfr wie.mticfr dir rro e Er o I En lo»eL?eii»tOrnie n x k <» V « M Ol I I «e E E o X B. o z Bamovsky-Bfllmeo Tbeaier In äei SirascraBiinsii. oä Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Qiraudoux Inszenierung; Victor Barnowsky Komödienhau» 8'/. Uhr Cocktail van Kail fallmaellef. Musik v.RalpbBvntzty Beri.ner Theat. M/4 Uhr Sturm im Wasserglas von Bruno Frank. cm uhr CAS1N0-TBEATER Lothringer Stratte 37 IIIIMHniUlUlliilllllllllMIIIIIIIIIUIIUIIIIHIIlllllllliaillUUlUllllHW Man lacht Tränen Ober Direktor Hans Berg In dem neuen Schlager OnKel HtUin ans Neurnnn'n Dazu ein neuer bunter Teil. CrnUdieiD 1-4 Perionen Fauieuh IÄ M., Sessel 1.75 M. Sonstige Pr.. Parkett 75 Pf.. Rang 60 Pt mmm ii/gungf Resfairant Berl i ns BETRIEB*1% KEMPIHSKlO Theater am Sdiinhauerdamin Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Ubi Ueber 60 mal; Oer pBj Lnslsjielirlolg! Die Quadratur des Kreises Preise v. 0.75—7 M Reichshallen-Theater Rbsuds 1T| Sonntag Hadmiittag fTTI|)hi Das große Lach-Programm der Stettiner sanger l Nachm. ermäßigle Preise! Volles Programm! 4 M üönhon- Brettl L Berlins beliebustcs Farn-Varletä mit Tanzi(Uptiiz Kens Sinp. Kunstgewerbehaus Neukölln, Bergstraße ISS TOTAL- AUS VE R KAU F >• unseres seit vielen Jahren bestehenden Geschäf es VSalanterie« Luxuswaren, Bileuterie, Lederwaren, dSlas, Porzellan, Haushaltswaren Unser Riesenlager muß in allerkürzester Frist geräumt werden! Verkauf spottbillig zu jedem aber auch jedem nur annehmbaren Preis/ Alles wird verschleudert ohne Rücksicht auf Wert/ Für Händler und Vereine eine nie wiederkehrende Gelegenheit/ Raus mit der Ware, wir wollen reinen Tisch machen Kunstgewerbehaiis Neukdlln, BergstraBe 156 am Zoo■ AmlabnlLtoii. Stjl. 6554 Täglich 8>/, Uhi Oer fr. Lacherfol-! Wiederaufireten Guido Tiuelscher Das ottentuctie Aergernis Preise I bis 8 M. PIscator-QQbne iWallner- Theater! Alex. 4592-93. Heute 8'i» Uhr Zun letzt» Haie; „Tai Yang erwacht*' Morgen 8'/« Uhr 1 Gastspiel der W. inaer-Truppe Tag und Nacbl von Sch An— ski wo»peist mn> gut uns Billigt Nur ßross- Berlin Alaxanderplatz 3nnung6franfen!a|fc der Tischler-Znnung zu Berlin. Sekunntmucliunz Der vom»ailenaus'chug am 90. De- zemder t930 beschlossene 4 Nachlrap tut ÖJkuns. cnlhaltend die Aenberuncten der ZK 5. II, 13. I3a, 25nnd 39. tkl vom Ode» oersicherunasami Berit» mit dem 29. Januar 1931 genehmigt. Hiernach sind; I. tlir diesenigen Versicherten, welche während der Ardeitsunläht gleil ihr Arbeits- entgell vom Arde�geder wciier bestehen und tnfolgedeksett Illr die Vit lern R anlcit- oelb erhallen die Beiträge aus 5 o. H des Grundlohns sestgeietzl. 2 Heradsestung der Rranfenschelngedllhr iär diejenigen Bersicherien mtl etnetn läglichen Ardetisverdicnsl von 4 M und weniger aus 25 Pt. 3. Bei eiung von der Rrankenscheinge- dähr tllr die in der Eahung denanttlea Berücherten und Belretuna von der Do- dllhr»et Abnahme von Arzneien usw. 4. ErdSdung der Aahnertotz- Beihilfen und Gewährung v»n ZaHnetsatz-Bechtlien tiir Familienangehörige. 5 Erklatlung von 70» S. der Rt'ffen für Ar neien usw|Ut Familienangehörige' Drulfsiütfe de» Sakung-nachtrage« Nnb nach dem>1. Februar 1931 im Rassen- lotul, 60 16, Mtchaelltrchslr. 15. erhätUtch. Berlin, den 4. Februar I93L Oer Vorsiand Trust Mallwitz, Hubert Ttieffenhofrr, Porsitzenber. 6chtt|iiühter. Tir. 61* 48, Jahrgang ��4 �00 ��OFtOdl�� Freitag, 6. Februar 1934 9m Steiche der 9lönigm von Saba VüUetnller und neuseil in Jlbefiynien A« Königin von Saba hat einen würdigen Nachfolger erhalten. Mit biblisch«« Prunk fanden in den letzten Wochen des Jahres 1920 zu Addis Abeba die Feierlichkeiten der Krönung Ras Taffaris zum „König der König« von Abcssynien, siegreichen Löwen Judas und Auserwählten(Bottes" statt. Als Kaiser Halle Selassie l. gedenkt er, sein Land mit der Weisheit König Salomo-, van dem er in direkter Linie abstimmen will, neuer Blüte cntgcgcnzusühren. Seine Herrscherträume wurzeln imrchaiis nicht im Alten Tests« ment. Cr träumt von riesigen Dämmen, durch die der Oderlaus des Blauen Nils gezwungen werden fall, viele tausende Morgen un- sruchtbaren Landes zu bewässern, von breiten Autostraßen, die von seiner Hauptstadt Addis Abeba in alle Teile Aethiopiens führen, von Autokolonnen, die Rohstosse in die Hauptstadt und Industriegüter, die feine Untertanen nie zuvor gesehen haben, in die grünenden Täler seines Reiches bringen, ja von Passagierflugzeugen, die eine regelmäßige Verbindung der Hauptstadt mit der Küste aufrechterhalt«» sollen. Die Geschichte seines Ausstiegs ist eine Geschichte von Revo« lutionen, Vlutoergußen, Jntriguen und Anachronismen: sie scheint fast zu phantastisch, um geglaubt zu werden. t Es war im Jahre 1Sl6. Eine Revolution hatte den Herrscher Lij Nascr abgesetzt und Lauditu, eine Tochter des sriiheren Kaisers Menelit, wurde zur Kaiserin gewählt, nachdem sie sich von ihrem vierten und letzten Gatten Ras Gutsa hatte scheiden lassen. Ras Gukfa tonnte nämlich, da er nicht königlichem Vinte entstammte, nie- nials Herrscher werden. Hier sah Ras Tasfari seine Chance, und er setzte es durch, daß«r zum Rcichsverweser ernannt wurde. Dies war fein erster Tnmips. Im Jahre 1928 mußte Kaiserin Janditu zustmnnen, daß er zum König von Schon, der Hauptprovinz Abessyniens, gekrönt wurde. Sie blieb zwar Kaiserin: aber Ras Taffari untergrub von Tag zu Tag mehr die Grundlagen ihrer Stellung. Die Kaiserin wurde ängstlich und verband sick) mit ihrem geschiedenen Gatten Ras Guksa, der bald mit einer Rebcllenannee gegen die Hauptstadt marschierte. Er stellte Ras Taffari ein Ulli- n-atum, in dem er sorderte, daß dieser abdanke und seine Niachtbefug- nisse dem im Jahre 191ö abgesetzten Lij Fräser abgab. Ras Taffari gelang es,«ine Armee von 20 000 Mann zu sammeln, und«S schien, als. sollte es bei Debra Zebit, nma 70 Meilen östlich vom Tscma-Dee, zu einer Schlacht kommen, die schwertbewaffnet« Krieger und Lanzen» rciter aufeinandertressen lassen würde. Aber Ras Taffari hatte seiue besonderen Maßnahmen getroffen. In das weltabgälegen« Abesjynicn waren vor kurzen« seltsame, mäch- tige Kriegsmaschinen gekommen, völlig unbekannt den Rittern und Kriegern Ras Guksas. Drei französtsche Kampfflugzeuge waren in oller Elle erworben worden, die nun unter Führung Andre Maillets, des Oberbefehlshabers der Kaiserlich Abessynischen Luftflotte, in den Kampf eingriffen. Ain 1. April 1920 erschienen die Aeroplane ül>ec den Stellungen der Rcbcllenarmee. Bomben abwerfend und aus Maschinengewehren Tod und Vernichtung speiend flogen sie in einer Hohe von 3000 Fuß über das Hauptquartier RAs Guksas. Dann rürktem di« Streitkräfte Rvs Täffaris heran, und als die Nacht herein- brach, bedacht«, 10 000 Tiste das Schlachchfäld. Nur 300 von den Leuten des.„Königs von Schva" waren gefallen. An diesem«reignizreichen Tage wurde in der SL-Georgs-Kirche in Addis Abeba ein religiöses Fest gefeiert: die Pornehmen dcS Reiches, umgeben von ihren Vasallen, hatten sich in der Kirche vor- sammelt. Plötz!! 6) gab die Kanone vor dem Palaste der Kaiserin elf Schusse ab. In dem initieloiterlicheu Abessynien ist jeder Mann, der«in» Waffe tragen kann, entweder ein Soldat des Königs oder eines der mächtigen Lehnsherren, die ihre Abstammung direkt von Konig Salomo und der Königin von Saba ableiten. So griff jedes männliche Wesen in Addis Abeba beim Klang der Kanonenschüsse noch seiner Waffe, nach einem Gelvehr, einem Speer oder einem Schwert und lief zum Königopakast«. Widersprechende Gerüchte durchschwirrten die Luft. Die Robellen hätten die Stadt erreicht, die Königin sei ermordet, Ras Taffari habe sie persönlich gefangen genommen.... Di« Läden wurden in aller E'.li gesperrt, die Bauern, die ihre Waren auf den Markt gebracht hatten, flohen und ließen ihre Bündel nn Stich, und die Tor« und eisernen Gitter der Le« gationcn schloffen sich. Da wurde plötzlich die Nachricht bekannt, daß des Königs Flieger dessen Feind« besiegt und den Rebellenführer Ras Gutsa getötet hätten. Dann kam ein weiterer Beucht. Der „Fcrandji" der frenide Flieger, sei mit seinem Aeropla» auf dem Wege, um nach altabessynischer Sitte den Kopf d�s Feindes in die Hauptstadt zu bringen. Tatsächlich zog«in Aeroplan seine Kreise über Addis Abeba und landete. Ihm entstieg Andri Maillet und wurde sogleich zum König geführt, der in aller Cile eine mit prächtigen Teppichen bedeckte Cstrade hatte errichten lassen. Ras Taffari, uingeben von den ftaat- lichen und kirchlichen Würdenträgern, überreichte ihm den Menelit- Ofden und«in Geldgeschenk von 20 000 Fronken. Während dieser improvisierten Feierlichkeit blieb Kaiserin Zau- ditu in ihrem Palast«. Seit ihrer Thronbesteigung war ff« zum Mittelpunkt der reaktionären Bewegung geworden. Ihre Ratgeber entstammten durchweg der octhiapischen Geistlichkeit. An diesem Abend fragte sich ganz Addis Abeba:„Wie wird nun der König mit der Kaiserin verfahren? Er hat alle Karten in der Hand: welche wird er ausspielen?* Die Nacht sank hernieder, und die Meng« suchte ihre stroh- bedeckten Häuser auf: denn in Addis Abeba darf ein« Stunde nach Sonnenuntergang niemand mehr aus der Straße sein! Und am nächsten Tage, dem 2. April, war das Unglaubliche wahr geworden: Di« Kaiserin war gestorben! Selbstmord oder Schlimmeres? Nichts von alledem. Die Kaiserin hatte sich erkältet, bestand ober darauf, jede Nacht in ihrer kalien, seuchten Kapelle zu beten. Die Nachrichten von Guksas Tod und der Vernichtung der Rebellen halten sie wie ein Blitzschlag geirosfen. Ihr geistlicher Raigeber hatte ihr nahe- gelegt, durch ein Bad in heiligem Wasicr die Mächte des Bosen zu bannen. Dieser Rat und seine Ausführung hatten eine Lung'n- entzündiing zur Folge, an der Zauditu in der Nacht des 2. April starb. Si« war zwischen jünszig und sechzig Jahr« all gewesen: kein Mensch wußte ihr genaues Alter. Mit ihrem Tode war das größte Hindernis des Fortschritts in Abessynien aus dem Weg« geräumt. Noch am folgenden Tage ließ sich Ras Taffari zum„Negusa Negast*, zum König aller Könige von Abessynien ausrufen. Sein Reich ist von allen Seilen von britischen, französischen und italie- nischen Kolonien uingeben, die durchaus nickst venchwcnbensch mit natürlichen Reichtümern ausgestattec sind, während Abeffynien«in Land der Zukunft ist! Di« Mutterländer der angrenzenden Kol»- »fen habe« bereits begonnen, das Reich des Negusa Negast an allen Ecken zu beschneiden, und aus Abessynien ist ein Binnenstaat ohne Zugang zum Meer geworden. Wenn es ihm gelänge, Mitglied des Völkerbundes zu werden, so dachte Ras Taffari. so könnte er wohl sicher sein, sein Staatsgebiet ungeschmälert zu erhalten. So bat er den Völkerbund um Zulassung: aber dieser war nicht in der Lage. einen Staat unier seine Mitglieder aufzunehmen, der auf seinem Gebiet« noch— die Sklaverei gestattete. Ras Taffari sah sich zwar außerstcrnd«, die Skiaoer-i mit einem Schlage abzuschaffen: aber er verpflichtete sich, für die Zukunft den Handel mit Menschen als un- gesetzlich zu erklären, so daß in naher Zeit die Sklaverei in Abcssynien ausgestorben sein würde. Dieser Vorschlag erschien dem Völkerbund annehmbar, und so wurde Abeffynien Mitglied des Völkerbundes! * Addis Abeba, die Hauptstadt Abessyniens, liegt genau in der Mitte des Landes. Heut« wird es mit der übrigen Welt durch«ine Eisenbahnlinie verbunden, die, ZOO Meilen lang, von Zlddis Abeba nach Jibuti, dem Hafen Französisch-Somalilands, führt. Die Reise dauert drei Tag«: bei Nacht verkehren die Züge nicht. Tasfari will durch Aeroplane«in« Verbindung herstellen, die nur 5 Stunden in Anspruch nimmt. Wird sein Plan verwirklicht, so daß es den Reisenden tatsächlich möglich ist. durch«inen regelmäßigen Flugverkehr innerhalb vier bis fünf Stunden von der Küste in die Hauptstadt des Reiches der Königin von Saba zu gelangen, dann wird sicherlich für dieses inter- essarne und so wenig bekannie Land der Anfang der Neuzeit ge- kommen sein. Rutb A. Weck». von Leo ftortcn.) Xande der ßtiefen Qeyfire Die furchtbar« Erdbebenkatastrophe auf der Nordinsel von Neu- seeland lenkt die allgemeine Zlusmerksamkcit auf ein Wunderland, dessen geheimnisvoll unterirdische Kräfte von den Bewohnern wieder einmal schwere Opfer gefordert haben. Das Erdbeben ging von der Hawke-Bucht aus, an der die«beiden am schwersten heimgesuchten Städte Napier und Hostings liegen. Der eigentliche Herd der Kala- strophe ist aber in der hinter dem„östlichen Hügelland* der Küste gelegenen Vuikcmgebiet zu suchen, zu dem die von den letzten Urein- wohnern der Insel, den Mavri, bewohnte Gcbirgswaldwiidnis führt. Hier erheben sich die großen schneebedeckten Vulkane mit ihren ewigen Rauchsahnen, und rings herum breitet sich das Gebist der Riesen- Geysir«, das Prof. Walter Geister in dem.„Handbuch der geographischen Wissenschaften* anschaulich beschreibt. „Wohin wir uns auch wenden, immer wieder stoßen wir aus neue Rätsel, werden wir von der Fülle der Erscheinungen über- roscht. Im Geysrr-Tal des Weikato-River sisht man überall von den Hängen zwischen den matigrünen Büschen und Sträuchern die heißen Dämpfe aus der Erde autsteigen, und ganz dicht am liier springen ab und zu in regelmäßigen Abständen die Waffergarben der Geysire senkrecht in die Lusr, fallen die zersprengten Waiser-, masseu nach allen Seiten wie seiner Staub aus der Dampswolks hernieder, stürzen die Fontänen in sich zusammen. Manche bc- sonders hervortretende Eigenarten sind mit Namen belegt worden. wie der C h a m pag n e r-Ke s s« l, ein Becken von 42 Meter Umfang mit dampfendem und brodelndem Waffer von über 80 Grad Celsius an der Oberfläche- Bald darauf steht nwn an den in«gel- mäßigen Abständen spielenden Wairakei-Geysir, der eine neun bis zwüls Meter hohe Wassersäule cmportreibt, oder man blickt In!>sn „Brei-Tops*,«inen kochenden Schtammpfuhl, an deffen Oberfläche Blasen endstehen und zerplatzen, al» ob es sich um einen kochenden Tops voll Brei handle. Ueberall ist die Bildung von Sinter-Terrassen im Gang«, und oft kann man beobachten, wie Baumäste sich mit einer Kruste überziehen, als ob sie einem schweren Rauhreif ausgesetzt wäre». Nicht weit davon steigt die große Dampf-Fnmarole, das Karapiti Blowhole, auf, die dauernd in Tätigkeit ist. und schließlich stürzen die Wasser des Weikato-River schäumend über die Hula- Fälle und in einem 100 Nketcr langen Kanal ungestüm vorwärts, als wollten sie all den geisterhaften Erscheinungen entrinnen. So geht es fort, bis man an den märchenhaften Usern der Vultan-Seen von Rotoru« steht. Di« unvergleichlichen Kiesel- Sinter-Terrassen sind im Jahre 1886 der Eruption des Tarawera zum Opfer gefallen: es bildet« sich damals eine Spalte von neunzehn Kilometer Länge und 400 Meter Breite, in der der Se« Rotomahana mitsamt den riesiegen Sinter-Terrassen verschwunden war. Der See bildete sich wieder, aber die Landschaft um ihn war völlig verändert. Eine dicke Decke von Felsstücken und vulkanischer Asche hatte nicht nur die Vegetation bedeckt, sondern auch eine Anzahl von Maori- Dörfern zerstört. Am steilen Westufer des Sees steigen noch heule heiße Quellen auf. so daß der ganze Hang dauernd in Dampf gehüllt ist. Nach dieser Eruption war auch der größte Geysir entstanden, der aber 1903 wieder ruhig wurde: dieser Weimangu- Geysir hat sein tintenschwarzes Wasser, von Schlamm und Steinen begleitet, 90 bis 150 Meter hoch geschleudert. Ja, manche Eruption soll eine Höhe von 420 Meter erreicht haben. Wollen wir die größten der noch tätigen Geysire sehen, so müssen wir uns ins Gebiet van Rotorua begeben: der Wairoa. das.Lange Wasser* der Maori, schoß seine Waffersäul« vor dem Ausbruch von 1886 60 Meter hoch: die beiden größten Geysire sind heute der P ahn tu und der Waikite, die etwa 30 Meter Höhe erreichen. Das Gebiet um Rotorua ist dadurch zum Mittelpunkt der ganzen Bulkanzmce geworden, daß die Regierung dort in der Näh« der prächtigen Seenlandschaft einen modernen Kurort errichtet hat, an dem sich bereit? ein reges internationales Leben entwickelt. Einen besonderen Ruf haben Rotorua dieRestrderMaori verschafft, die dort noch leben. Es ist zwar kein urwüchsiges Volkstum mehr, aber man hat hier Gelegenheit, diesen hocbintelligenten Volksstamm der polynssischen Raffe kennenzulernen. Man muß sich vergegen- wärtigen, daß die Leute, die in dem Maori-Dorf Whakarewarewa in den heißen Quellen ihre Wäsche waschen oder auch kochen, mehr oder weniger Theater spielen und dafür von den Fremden bezahl: werden. Sie sprechen ein vorzügliches Englisch. Dys Maori-Dorf zeigt deutlich« Spuren der künstlichen Nachhilfe. Noch an anderer Stell« sitzen die Maori, und zwar etwas näher an Rotorua selbst. am Ufer des Sees, von heißen Quellen umgeben. Dort liegt Ohine- mutu, die„alte Stadt*, wo das ansprechend« Versannnlungshaus. dos Tamo-te-kapua, die Blick« auf sich lenkt. Hier gibt es noch manches alt« Schmtzwerk, allerdings auch viel Nachgemachtes.* m. oben: SBwei Qrofchen fehlen noch Der Eigentümer, Ferdinand Bunam, Kolonialwaren, stand in der blauen Schürze hinter der Theke seines Ladens in der Bader- straße und bedient« die Kunden. Er fragte sie mit seiner stels ver- fetteten, etwas quarrenden Stimm« und wog darauf das Geforderte haarscharf, mit plierenden Augen den Waagebalken versolgeird, ab. Er war sich der Redlichkeit und Tadellosigkeit seines Wandels sehr bewußt und galt den Hausfrauen als Muster knausernder Geiwrnig- feit. Bis ins fünfzigste Jahr hinein hatte er sein Junggesellen» leben wohlbehütet gebrocht, ohne irgendeine ncnnensweue Er- schütterung seiner fastgegründeten Weltanschauung zu erleiden. Er stand morgens pünktlich zur Minute auf, öffnet« ebenso pünktlich seinen Laden, betrog seine Kunden auch nicht um das Bruchteil eines Grammes, zahlte stets rechtzeitcg die auferlegten Steuern, ging sehen Sonntag zur Kirche, kurzum, er bitdete sich ein, das Musterbild eines guten Christen und Staatsbürgers zu sein. So geregelt und wohlzemesscn wie sein Lebenswandel, nahm er an, müßten auch die Beziehungen der Menschen untereinander auf der ganzen Welt sein. Es gab einfach keine Probleme für ihn. Wollte man ein Viertel Käs« zu 28 Pfennig, nun, so gab der Käufer das«nt- sprechende Geld und erhielt dafür sein Quantum, nicht mehr und auch nicht weniger. Es war einfach kein Platz mehr dazwischen für ein Wenn oder Aber. Eines Tages. Frau Martha Schneider aus Nr. 36 war cerade mit einem Paketchen Tellkokao, einem Brot und einem Pfund Salz abgezogen, als ein junger Mensch eintrat. Borher Halle er lauge zögernd vor dem Auslagesenster gestanden und wieder und wieder die sauber in Reihen neben- und übereinander ausgerichteten Lebensmittel hungrig beschaut. Endlich, als er sah,«daß Frau Schneider gegangen war, faß!« er«inen Entschluß und trat langsam ein. Di« Ladenglocke bumnetl« düiin. Geduldig wartete der junge Mann, bis Herr Bunam, der gerade die Konserven oben auf den Regalen ordnete, herunterstieg und nach seinen Wünschen fragte. Der junge Mann war sauber aber dürftig angezogen, schmalbackig und hatte verhungerte Augen. „Ein Brot, bitte", wies er mit den, Finger auf die gefchichielen Brote hinter der Theke. Herr Bunam nahm eines von ihnen, rollte es sorgsällig in Papier«in und legte es auf den Tisch:„Macht sechzig Pfennig.* Der andere schluckt« ei» wenig. Ob»erschreckt oder aus Vec- legenheit war schwer zu unterscheiden, und während er longsam übers ganze Gesicht errötete, zog er die geschlossene Hand aus der recksten Hosentasch« und ließ die von der Hand heißen Münzen aus den Tisch fallen. Es waren Fünfer und Zweier und ein Zehner. Dann wartete er verlegen. Herr Bunam zählte das Geld und bemerkt« daraufhin:„Das sind bloß vierzig— zwei Groschen fehle» noch." Dabei sah er den Jüngeren forschend nn, als suche er bei jenem das fehlende Geld irgendwie zu entdecken. Der schluckte«In paarmal und sagte dann puterrot:„Mehr Hab« ich aber nicht.* Kühl erstaunt, jedoch nicht unwillig sah Herr Bunam ihn an. Wie. der hatte nicht das Geld und wollte doch kaufen? Das ver- stand er einfach nicht, so wiederholt« er nur:„Zwei Groschen fehl«, noch.* Er sagte das gar nicht imsmmdlich, solcher» so, wie man etwa sagen würde:„Der Hund ist der Wächter des Hauses", oder«ine ebenso gleichgültig« Tatsache. Der junge jchmalwonHig« Mensch zuckte hilflos mit den Schultern:«r stand iuuner noch da und«artet«. „Sie haben also das Geld nicht?" vergewisserte Herr Bunam sich zu ollem Uebcrfluffc. „Das ist alles", sagte der andere schüchtern. „Dann können Sie aber das Brot nicht kaufen", klärt« Herr Bunam ihn mißbilligend auf. So gibt wohl ein Lehrer dem Schüler einen Verweis, der erklärt halle: 2+ 2— 5, wenn er ihm sagt: „2+ 2— 4". Dabei streckt« er die Hand nach dem Brote aus und legte es an feinen Ort zurück. Der junge Mann stand immer noch wartend. Da schob er ihm auch stimm, dos klein« Münzenhäuflein zu- rück. Als jener immer noch wie betäubt stand und dem oerschwun- den«, Brot hoffnungslos nachsah, schüttelt« er den Kopf, dacht« bei sich, daß jener sich wohl wieder erholen würde und endlich doch einsehen müßte, daß 2+ 2— 4 und nicht 5 seien, wandle ihn, den Rücken und wollte zum Salzfaß gehen, um in Pfundstückcn davon abzuwiegen. Wie der junge Mann sah, daß der Händler sich wandte und so jede Hoffnung aus das Brot ersterben machte, kam plötzlich Leben in ihn. Mit lautlosem Satz sprang er ihn von hinten an und gab ihn, mit aller Gewalt seiner geballten Hand einen Schlag auf den Schädel. Herr Bunam sank sofort zusammen. Verstört und gehetzt sah der Jüngling sich um, langte gierig nach dem Brot und stürzte davon. Da der Schlag nicht sehr stark gemesen war, kam nach kurzer Zeit Herr Bunam wieder zu sich, ohne daß um diese stille Stunde am frühen Morgen ein Käufer eingetreten wäre. Als er sich mit dumpfem, brummendem Schädel auf dem Fußboden liegen fand, wußte er zun, ersten Mai« in seinem Leben nicht anzugeben, wo er war. Er bemerkte, daß ei» Brot fehlte, und zugleich sah er das armselige Häufchen kleiner Münzen, welches der Räuber zurück- gelassen hatte. Herr Bunam war nicht etwa wütend oder verärgert, sondern nur maßlos erstaunt über das Vorgefallen«. Er rannt« auch nicht zur Polizei, sondern strich ohne«eitere Worte das Geld ein. Aber er war durch die Tatsache, daß'ein Käufer«in Sechzigerbrot für vierzig sich ongeeignet hatte, derart außer Fassung gebrocht, daß er häute zum ersten Male nicht genau wog. Und am Abend saß er sorgenvoll über der Tagesbilanz, zer« brach sich den Kopf und konnte es nicht Ins rein« bringen, daß er ein Sechzigerbrot für vierzig verkauft hatte. Den Schlag an sich verschmerzte er leicht und trug ihm den jugendlichen Räuber nicht weiter nach Aber das Problem, daß in diesem Falle nicht der Lehrer recht behielt, sondern der Schiller, der behauptet halle: 2+ 2— 5, dos erschütterte seine Well. Das war der Riß, der sie zersprengen würde. Er zergrübelte sich den Kopf heiß und wirr und erschrak immer mehr, daß er die Aufgabe nicht lösen konnte. Denn, wie gesagt, er war«in rechtlich denkender, durchaus moralischer Mensch, der sich ernsthast, wie e» in seinen Kräften stand, um sein Seelenheil abmühte. Nur, daß er, obgleich er Christ war, das, was der Christ unter Liebs versteht, infolge seiner seeli- scheu Verkümmerung nicht besaß. Preise nur Freitag und Sonnabend Butter u. Käse FrQhstDckskase�zsuck 0.25 CSOTCfnbGPl volltetl. 2 StOck 0.45 OGSSECtHSSß 30#/f, Schtchiel 0»35 Aitg. Stangenkäse 20�. pto. 0.45 SlOCkKtlSe Tils. Art, 200/o, Ptd. 0«68 oan. schuieizer«»/. pi°. 0.82 fllSIler raufen...PId. 0.88 steinviiseltep....p.d.o.8S sayr scnuieizer.pw 1.18 Block Fmmei lliaiep«-/. 1.2s itlargarlne..> pid..p,ket 8.48 faimlen..... p.d 0.40 Eier...... 10 stock 0.85 inoikepemuttep...pid i.so oamscne Butter..»1.74 Makret-BUcklinge ptd 0.36 Ostend. Bücklinge pid. 0.36 Sprotten-id. 0.35 Seelachse. Schellt. m(.42 Dorsch oder Rogen eid. 0.44 Rauhe Flundern. p«. 0.48 Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt nur bei Bestellung von 5.00 Mark an ♦ Verkauf soweit Vorrat: ♦ Mengenabgabe vorbehalten Obst u. Gemüse Aptetstnen bio.d.«pid.o.85 Bluiapieisinen...» p,d. 0.70 Jatta-Oranoen.. s ptd. 0.90 ntandarinen.... p* 0.32 Bananen.... s p,/iDose 0.45 Gem. Gemüse.... 0.68 Kohlrabi...... 0.33 Schnittbohnen.. 0.39 FrischesFleisch KolonlaSwaren Bauch... Blatt...... Schinken mit Bein Kotelett. . Pid 0.76 . Pid. 0.80 . Pio 0.86 Ptd. ab 0.98 Kamm und Schuft h.o.O.SO RÜCkenfett bratlenig, Pid 0.66 Eisbein...... pm. 0.70 Kalbskamm.... pid 0.76 Bug und Brust.. ptd. 0.86 Keule.. pid. 0.96 Hammeivorderfl. pid. 0.96 KaBier...... pid.ab0.96 Schmorfleisch.. pm. 1.20 Kariotteintehl.. linsen..... Botinen.... Bupma-seis... HaterliocHen.. tierschnitinudein Eler-Fadennud3ln Ulischotist Haüt. Ptlaumen. Hallt. Birnen.. Hallt. RingüDlel. Gebr. Gerste Pfd ...0.16 ...0.18 . 0.18 ____ 0.18 .. 0.21 0.44 .' 0.48 .. 0.48 . e.zs 0.28 .. 0.58 .. 0 72 .. 8.28 kiaizkatlee.. pw. Pak*.. 0.35 Gebr. Kailee......biso Kakao......... 0.52 Suppenfleisch. pid ab 0.74 Rökeiripp-hen.. hm. 0.88 ichweineleber, irisch Pid.1. 78 Schweinenieren, iriuL-id.0.S4 Ofiaumenmus'/,Eimet 0.9� _______ Pf. aumenmus Tupt ca�Pfo. 1.08 Schweinekopf, imch.Pid. 0.38 PHaumcn-Konf.i/iamer O.Sv fietr, Hammeifl.. pid. ab 0.58 Drange-Kon?.. 0.98 GäNSe, gefroren.. Pfund ab Ptga Wurstwaren ffleltlUUPSl grob... Pid 0.68 Blutwurst Thüringer Art. 8.68 SfltZ'XUPSt. 0.76 BlEPk. LeöePWUPSt.. 0.85 wesiiai. nieuwurst. 0.88 SoeCKWUPSI...... 0.78 landieöepwupst... 0.88 Fleiscbwursl..... 0.88 Ben. meitu/urst.... o.ss s.peicbinettwurst... o.98 Jagdwurst..... o.sa biet WUPSt Braunschw Art, 1.08 saiami od.Cerueiai.. 1.40 oCblSCHUÜPSt.... 145 Scbinkenspcck.... 1.43 SUSkirSChen m-x.'/i Dose 0.95 »cha: enmorellcn.. t.95 Aprikosen gz. t-r.... 0.90 Ananas...... 0.95 Reineklauden.... 0.9s Span Aprikosen h Fr.. 0.95 Außerdem: Hier cini«e Beispiele als Frische Suppen- Häl,ne pm. 82. Frische Suppen- HQhner_.. Pfd. il Woigahühner gefr. Pfand sb 92 Fr. Gänsekeulen •Brosie Pfd. 1.25 Gänse, frische Pfand 84 Hasen gestreift Pfund*b 7 8, Hirschfleisch Blatt Rücken Keule Pfd(IC Pfd.' PId ab >, ab 95, ab 105 Wildschwein Blatt Rücken Keule Pfd.fln Pfd nC Pfd' ab Hfl,'S 95, �110 Semalton unserer Weißen Wochen Leinen- und Baumwoiiwaren Dameniascbeniücnet Sgc�r1 Froinertiandiüciier.... weile liscniüciier..w,«.... Ka{ee-Dechen BsiiDezuo Wo™ Lmoa...... 0.08 0.68 1.95 2.95 2.25 Damen-W sehe iraoariienen 1 65 flBGilltieniflCn Mit la'big«, Garnitur,. I.T'Z prinzeßrccH rmr.3,25 Korselett Puter Drall, mit Schnürung.. 1a85 Seruierscülirze mi, Lanunchcn... 1.65 Gardinen und Teppicha spasinsioii Mf.s'er c;n bm\ve.,schis 0.95 M LaiiiiliaiisgotillDaB 6.29 Tüpleninilll geslick', ca. 120 cm br. Mir. 6,95 KOriSiiep-fiarniiupen... 2.95 ÜGllGBCHen Eiamin,:-bettig.... 2,90 Harren-Wäsche »Hilssß- B.Kl!5P[!iiol[F.geD ZktZo 0.35 Heiüsieile Kranen.0.�,�. Fabrik.. 0.38 OBBritemden aus Zephir, mil Kragen.. 1s6Ä CSePilGniPen aus!a 3aii«L mit Kragen 3.95 MPilM» �em'�no."'.-". 4.75 VON. SOKUNS. Allen lieben Genossinnen unb Ge- noffen. die meiner an meinem nter�lg. I übrigen Parieiindiläum in Her lnhe» Weise gedacht Haben, sage ich meinen berz.ichen Dank Ich banle auch her Frauengruvve der Adt. 123 ihr die ichöne Blumensnende. Auch der GAI. der A'"!. I2i. die un'ere Feier durch ihren Seiana verichön» und der Sc- noisin und dem SenaiTen. die mich durch Reiitatiauen in hennailicher .Mundart erfreuten, meinen beralidien -an f. En m. Hci'maBn, Bin-Aarlshorft. gen. Tanke Emma. Wini MetaliaitieiiEr-VeriiäDi Verwa.tungssielle Berlin Todesanselgen Den Miigliedern?ur Nachricht, daß unser Kollege, ker Echlosser Kar! Krischke geb. 2l Oktober 1370, am 3. Februar gestorben ist Die Beerdigung findet am Freitag, dem S Februar. 14 Vs Uhr. von der Leichenhalle de» Gemeinde-Friedhois in Weißeiisee, Röickestraße, aus statt. Am 4. Februar starb unser Kollege. der Rohrleger k�ntZ! Falkenberg geboren am 28. Januar 1860. Die Beerdigung findel am Lonn- abend, dem 7 Februar. 15 Uhr. oan der Leichenhalle dcsSethiemane-Friedhos» ui Niedestchcnhauien aus statt. Rege Beieiiigung wird erwartet. Nachruf Am 27. Januar starb unser Kollege, der Revoloerdreber Friedrieb Spiegel Die Beerdigung hat bereits stattgesunden. Shre ihrem Andenken DI« Oftaverwaltons. Am Miilwoch, dem 4. Fcdruar. oetstarh na> sttwerem Leiden meine innigstgeliedte Frau /Ninna vriene im Alter oon 56 Jahren. In tiesem Schmer, Morliii Drieae. Berlin O 34, Memcler Elraße 59 Die Einäscherung findet am Montag. dem 9 Fcoruar, abends 6 Uhr. im, Krematorium Baumschuienweg. Kies-- Hollstraße 221 Natt. Am 13 Apr» 1931. norm. 19 Uhr. wird an Serichisstelle Beriln-Lichierielde. R'Ngstr.. gimmer 122. ins im Srunbduche oon Berlin-Lichterfelde, Band 132. Blatt 394), eingetragene Grundstück Kiemwohnhaus Lerlangerie Kaiserstraße 39 mit Eiall- andau, Hosraum und Hauegarten zwangs- weise oerstelgeri werden. Bieter Hoden auf Perlangen des Gläubiger, in der Regel ein« Sicherheil von 19 n H de« Bai gebot» in bar ober Weri- paplersa ,u leisten Die Nud Weisungen iiluie Bezeichnung Enge. Größe u w tonnen hier, Zimmer In rtngesehen werden.— 7. Ii. 149/39. Berltn-Lichierselde, den 3. Februar 4931 Va» Amlsgerichl. 4. Pediusr wurde der frühere Direktor der Preukiscken Zentralgenossenschaftskasse und Stellvertreter des Präsidenten, Herr Staatsfinanzrat a. D., Geheimer Finanzrat Wilhelm Glaeser plötzlich aus einem a beitsreichen Leben abberufen. Der Heimgegangene gehörte über 3 Jahrzehnte der Pre ßi chen Zentrai- genos�enschaft kasse, davon seit dem Jahre 1910 dem Direktorium, an. Die Preußische Zentraigenossenschaftikasse betrauert in ihm emen Mann von hervorragender Sachkenntnis und hingebender Pilichter ü lung, der sich um dfe Anstalt hochverdient gemacht hat, Ein ehrendes Gedenken ist dem Dahingegangenen giwiß. Berlin, den 4. Februar 1931. Diiworf'jm der Preußischen zentraEgencssenschellshasse anittangs-.Rabalt- d Reklams.narken gegenNschahmung .. geseal gesch. »enigt seit*s Jahr als Speziaiitll{ Conraü Müller Leipzig- ScbkeudiiZ JUERGEN5 KLEINE ANZEIGEN iiiininiiiiiiiiiiiuHiiiiuiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiiiiiinniiiiiiiininiii Preises U2»erschriftswort 35 Pfennig, Textwort 12 Pfennrg Wiedorholungsrabatt: 10 mal 5 Proz, 20 mol oder 1000 Worte Abschluß 10 Pror., 2 OOu Worte 15 Prot., 4000 Worte 20 Proz. ✓ Stellengesuche. OSierschriftswort IS Pf., Textwort 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bpstlmmf sind, müssen bis 41, Uhr nachm. im Vjprlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtK Vprwarts-Pillalen und-Ausgabestellen abgegeben sein Mexanderplatz Meue Königstr. 43 16. Große Volkswohl-Lotterie —— IILBMMIIHIBIWBII— BBWIlllieBM I II—II IUWWTfllB— Tin— BZITfZBB— TTBUi— eWBra—"III— können für Ziehung vom 11. bie 18. Februar .eineVilla. imtGewitM «üdJPrfmie»_ m ki Weite ns MKxsKF TsiiaX' RM 11888 — Im lUIEtetMs oder— 5,©SeZ0l R?f> OodP«Uo» 2 RM '4-SOOOp.m. Porto und Lloto 36 Pf. bargewinnen Giäcksbrlsfe �«C dm 1 1 Glücksbrief e rtn» TaoserdM �| U schstd. Tspseed. 1 v nm empfehlen nnd vemenden anoh unter Nachnahme G. DischBatis& Co, Berlin C2 König- slr. 51 Fensspredier Bcrollne 1097 Poelschcckkonio Berlin 0779 . c o -WA- Ä irollcsfitia*sor�e GcwerkscfaaflMdi.Gtnossenschaflllct e Vrr- sichcrangs- Akiicngcscllsdiaft, Hamborg 5 Größte uolHsuersicherungs- geselischan Deutschlands - Ä '"S Gegen wärtig rund 2,2 Millionen Versicher'e mit 900 Millionen RM. Versicherungssumme, 12 5 M.(Honen RMark Vermögen, davon Eigentum der Versicherten: Prämisnreeerve: über 85 Millionen RMark Qewinnar. teile: über 20 Millionen RMark zusammen Uber 105 Millionen RMark. Versicherungsleistungen; Uber 11 MIH- RMark seit Novsmbar 1923(Ende der Inflation) RWere Anröniti! erteilen fiäe Betiirandsstcllen: Benin s 4?. Ritterstrase im-, Berlin-.Vtanendon, Hithausstraße 93. pt; Berlin-Köpenick, BahnhofstraBe 34; Berlin-Lichten- bara, Fianklurter Allee 121; Berlln-Reinickendorf-Ost, Schönholzer Weg 39; Berlin-Pankow. OaillardstraBe 26; Berlin-Spandau. Götelstraße 5. pt. oder der Vorstand der Volksfflrsorge in Hambura 5. An der Alster 57—61 verKäiüe Tapete a. Lilllal. Kolonie- straße 9___* Billige leopiche Webfehler.Tcooich« Ausnahmevreise ca. 2X3 17.— .. 2xz 19.- .. 2X3 23,— .. 2 X 3 85.— .. 2�X31-. 25— ., 2'5X31� 34.— .. 214x34. 5.5. .. 3X4 39, .. 3X4 52.- .. 3X4 83.— .. 3x4 115,- Teppickhaiis Körner. Volsdamer Straße 26a. llisülüngüzlLsis». wzzcüs vm. Wenig getragen, teils aul Seide ge- arbeitele. rrsttiasstge Iacketanzllge. Frack. anzllge, Smolingon» �llgc.GehrockanBge, !Beuchan,ll�e. Ulstcr unb Valctots hoch. \ eleaanie neue Gar« derod.*u stau. i nend billigen Brei' Ifen. Seleaenheiks. 'laufe in Herren. ■und.. Samenpclaen. ! Leihhaus Lowick! !Prin*enNraße 195. eine Treppe Keine Lomdardwore.__ Verleih hocheleganter Gesell schasks.An?llge. Leih haus Lowick,. Brin. »eiistraße 195_____ Damen.Mantel Invenlurausperkanl *u stauneneweribil ligen Brelfen ab Montag, den 5. Ig nuar. Leipziger. »raste 97-98. miüni Birke-Schlaf, Immer. 2.Meier.AnIle;de» schrank mit Innen, spieael. graste Fri- fierkoiletle, runde Betten. Stühle. Hocker, Unterlagen. 849/— M. Möbel. haus Morist Air. schowih. SkallHer- »raste 25. Hochbahn ] Kottbuffer?or._ Mustermöbel. i Ausstellung Kämet- fing, Kastanien, I alle« 56. Moguett- | Fo'as 93.—, So'a- j umbau« 38.—. So. ! fotische 25,—. Rie» j fenauswahl. Sah. lungserleichterung. Wandschränkchen, Staffelei, Handtuch. stander, Kniinderbüro. Barthel, Bei. ! chendergerstraste 29. Batentwatrasten .Vrimissimg", Mo- tallbetlcn. Auslege- matrahen. Cbaise- longues. Walker Slargarderftraste acht*ihn. KeinLaden Rieleuauswahl! Wichtig für jeder- mann. Täglich werden oer- kaust: gutcrhaltcne Klelderspindcn, Vertikos 24,—, Bettstellen 22,—. Flur- schränke Waschloi. Icllcn 24.—. Chaise. longues 24,—, Rom. moden 10,—, Büdier- spinden Schreib- lisch« 32.-. Bütcue 75,—. Trumeaus 29.—, Standuhren 68.—. Große Aus» wohl in KluMeficln, Flügel». Pianos. 300 Teppiche. Kll. chcneinrichlungen 48,—. Ricicnauz- wahl. alles fpotl. billig. Speise*im. mer. guterhalten, komplett 225,—, Serren*immer. igst neu. kompl. 225,-. Spelfcaimmer.wenig gebraucht. Drei- Meter-Dllselt. tom. plet! 590,—. Schlaf. aiinmer. fabrikneu, komplett 268,—.. Wohiifalon, wenig benustt. 195.— An- tikeMöbcl. darunier Biedermeier-, Ba. rock- und andere Stilmödel, sowie kompleite» Bieder- meieraimmer spott- billig, lvg Küchen, entaückende Modelle. Gebrauchte 48.—. S'orgarMs Möbel- u Lombardspeicher, Prenalauerstr. s?»s, Ecke Linienftraße. am Prenalauer Tor. Strastenbohnlinien 1. 2, 60. 61, 62, 71. 72. 73, 74, 174. Autobus 8, 12, 14, 30. Untrrgrunddahii Schönhauser Tor.' Schlafaimmer. Küchen in roh oon 39.— an, lackiert und lästert bis>u 799,—. Mar Berg n.Co..Luisenuferll. Fabrikgebäi'de V. Oranienstraste 138. Goti.kowskhstraste 23, Ecke Alt- Moabit. Sicheren Kunden weilgebendste Kab- lungserleichterung ohne Preisguffchlag. «leiser. preiswerte Möbel. Aleranderplatz. I ja,!. I fräiSil Linipiano». überaus preiswert �Piaiwiabrik Link. .Brunncnstraste 35' Piano»- Flügel Riesenlager. Dech. Kein. Blütkner Eteinwap. Schmech. ten. Salonp.anos 375,—. 390.—. 425.— gebrauchte Abend» roth. Potsdamer- »raste 74__ HossmaiiN.Pia-io», gebrauchte. 300.—, 350,-. 400,—. 500,-, 580.-. 650.- Reue 900.— an. Tonschön. taue*1--" Garantie. Teilaahlnn.i.SW.öO. Lcivaigerstraste 57 ISv..Ic!ko,o iuadeni Fahagebisse. Platinablglle Lbi» Kinn Blei. Queck. filder.Silberi'chmelae vosdfchmelaerei Cbrist'onal köpr. nickerstraste 39. Kalteftelle ilbaldert- strafte.' un erneut Schrankaprarate! fabelhaft im Ion. Sarophon- und , Lolarefouana. Sei» . tene Gelegenheit, . auch kleinste Raten- /aahlung. Pieisch. Strclitzerstraste 47.! Humboldt 5552_• I Sprrchmalchiaea. Gröstte Auswahl ; Berlins Kaiser. apparale 12,—: ! 15.-: 20,-: Schraukapparate 45.—: 55.-: 65.—: Tischapparate 10,—: 15.—: 20.—. Mach. now. Weinmeister- Kraste 14�_ Dantow, Schönhauser Allee 150. klapierbauer. Pianos, gebrauchte. 250.— an, 800.— neue. Teilaablnnaen Bardonioa». La>'--».UhI!g, weit- berühmt. Fabrik- lager. Fabrikpreise. Teilaahlunge», kleine Anaahlung. Mufikweigel. Adal> bcrtstraste 91._* Bandonlonlager. Pianoakkordeon». Fachberatung. Ab- aahlvcriaus. Unter- richt. Ackerstraste 38. Piano». neu und gebrauchte. mit herrlicher Ton- illlle. pre'sweri. Langjährige Saran- Itze Serrr Arese, mannstraße 14 und Brunnenstraste 191 eine Treppe-Ro. senihalrr. Platz! Teilaabluna._____ Mictpiano-, monatlich 6,— an. König. Bochumer. strafte 27. tO-M.-Knrse Deutsch. Englisch. Frgnaöfisch, Spa- nisch. Italienisch. Rusfisch. Anmeldung unter K 10 an die Ervedit.on dieser eieilung.____ Jeder Chel aiehl Bewerber mit Sprackstennlnifien vor! Drum lerne Sprachen in der Berlitz Sck-ool. Le'P- alger Strafte 110. Kurfürsten. dämm 26a. Clnael» Unterricht, Kirkel. Preisabbau: 10?i». j UBitmerkBiiT"! 2000 bis 3000 M. sucht au le-ben von Genossen oder Ge. noTin, ein durch po- litlsche Hetz« In Rot geratener Gennlie. Sicherheit awei dt- baute Grundstücke. . Angebote erd-len ! unter A 21 an die l Hauptervedilion de» Blattes. mislyszuciis Ehepaar sucht leeres.Limmer bei älterem Herrn, gegen Hausarbeit. Bitte OPfetten an L. Riemenschneider, Berlin N.58. Gleim- strafte 59. Seite»- flügel ml.© ArceiismarKil S'euengesüdia"] Junger Bäckergeselle sucht Stellung per sofort.___ Kontori sti». 17 Jahre. sucht Stellung per spsott. Offerten unter Bor- wartsousgabestellc Köpenick, kietzer» strafte 6.