BERLIN Montag 9. Aebniar 1931 10 Pf. Nr. 66 B 33 48. Jahrgang Erscheiut täglich«nßerSonotag«. Zuzleich de«.Vorwärt«'. Bejugsprei« beide Ausgabt« SüPf. pro Woche.».mM. pro Monat. Redakrio»»od Eroeditioni DerlinSWes.Lindenstr.s „i/bwasfa Anieizenorei«! Die etnsoalttge Nonoareillejeil« so Pf., Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. PoKfcheckkonto Vorwärto-Verlag m. b. Berlin Nr. inszk. Fcrnfrrecher- Dönboff 292 bis 297 Verrat des Vaterlandes Deutsche Schiffe unter Panama-Flagge, um Löhne zu sparen Sechs Menschen umgebracht! Hamburg, 9. Februar. Wie die Hamburger Blätter melde« stellt die Ham- durger Reederei H. Bogeman« ihre Schiffe«uter fremde Flagge. Der Gruud zu dieser Maßnahme soll dariu zu sucheu sein, daß bei Schiffeu unter fremder Flagge die sozialeuLasten sowie die steuerlichen Abgabe« geringer sind. Die Blätter drücken die Befürchtung aus. daß diesem Beispiel unter Umständen noch andere Reedereien folgen könnten. Der Verband Deutscher Schiffsingenieure befaßt sich in einer Zuschrift an die Presse mit diesem Fall und schreibt u. a.: Der Dampfer„Vogtland' der Reederei ch. V o g e m a n n, der im regelmäßigen Frochtdienst nach dem Golf von Mexiko verkehrt und vor einigen Tagen wicher in Hamburg eingelaufen ist, hat jetzt die deutsche Flagge gestrichen und soll künstig unter der Panama-Flagge fahren. Die Besatzung war vor dem Einlaufen des Schiffes tele- graphisch gekündigt worden. In Hamburg wurde ihr dann freigestellt, unter der neue» Flagge an Bord zu bleiben. Als Be- dinzung Hiersur wurde aber die Einwilligung zu einer ZSprozeutigen Sürzung der Heuer--- verlangt. Durch den Flaggenwechsel fällt für die Reederei Bogemann der Zwang zur Sozialversicherung der Besatzung wie auch zur Besetzung des Schiffes nach den deutschen Vorschriften weg. Das Schiff steht nicht mehr unter der deutschen Gesetzgebung. Do- durch macht der Reeder gegenüber anderen deutschen Reedereien be- deutend« Ersparniste. Wir schätzen sie allein an Gehältern und Svzial- lastcn ohne die steuerlichen Ersparnisse auf 44 Proz. der normalen Belastung, nämlich 2? Proz. Ersparnis an Gehältern, 10 Proz. an Versicherungsbeiträgen und 0 Proz. durch Einschränkung des Per- sonals. Die Offiziere und Mannschaften werden rechilos. weil sie unter der neuen Flagge weder einem Seemanns- g e s e tz noch etwa einem Tarif— Panama kennt beides nicht— unter st ehe» und ihre in Deutschland bisher erworbenen An- spräche aus den Sozialversicherungen nur durch freiwillige Forstetzung der Versicherungen aus eigenen Mitteln aufrechterhalten können. profii erschlägt nationale Würde. In unserem Hamburger Partciblott lesen wir über den Fall: Die Reederei betreibt einen regelmäßigen Frachten- d i e n st zwischen Hamburg und dem Golf von Mexiko. Die Schiffe fuhren unter deutscher Flagge, wie es sich für einen deutschen Reeder geziemt, der sein Teil— wahrscheinlich mit Hilfe von Reichsmitteln— zum Wiederaufbau der deutschen Hon- delsflott« beigetragen hat. Diese selbstverständliche nationale Pflicht zur Führung der deutschen Flagge hat ein deutscher Reeder jetzt im Tanze um das goldene Kalb geopfert. Der deutsche Dampfer „Vogtland', im Besitz de» deutschen Reeders vogemann, hat die deutsche Flagge gestrichen, um die Flagge des kleinen Staates Pa- nama zu setzen. Was erreicht Herr Vogemann durch diese Abkehr von der deutschen Flagge? Vor allem dos eine: Der einem deutschen Reeder gehörende Dampfer„Vogtland" untersteht nicht mehr den deutschen Gesetzen und seine deutsche Mannschaft nicht mehr den sozialen Fürsorgeeinrichtungen und Tarisen in Deutsch- land. In früheren Zeiten war es üblich, der Vionnschaft als Ent- gelt für diese Unsicherheit in ihrem Angestclltenverhältnis eine höhere Heuer zu gewähren, heute macht man es umgekehrt. Die Mann- schaft der„Vogtland" wurde telegrophisch von dem beabsichtigten Flaggenwechsel verständigt und es wurde ihr bei chrer Ankunft in Hamburg freigestellk, mit einer Gehaltskürzung von 25 Prozent unter der neuen Flagge an Bord zu bleiben. Die deutschen Vorschriften für die Besatzung gelten nicht mehr, die Folge ist eine Reduzierung des Mannschaftsbestandes um vier Mann und eine ver- ringerung des Gehaltskontos um weitere 9 Prozent. Der An- lest der Reederei an den sozialen Lasten beträgt SVs Prozent. so daß ohne die steuerlichen Erleichterungen und ohne die Er- sparnis der Beiträge für die Aufsichtsbehörden allein das«c- halkskonto um rund 43 Prozent verringert wird. Die Kehrseite dieser kaufmännischen»alkulotion besteht Mne darin, daß die«efatznng ohne feden gesetzlichen Schutz— P«- Grausige Familientragödie vor den Toren Berlins— Krau und Kindern den Kopf gespalten— Selbstmord des Täters Die kleine Qrtschnst Gielsdorf bei Strausberg war in der vergangenen Nacht der Schauplatz einer grausigen Familientragödie. Der 31 jährige Arbeiter Ernst F a l l m e r tötete seine Frau und seine beiden Rinder, nachdem er zuvor seine im selben Hause wohnende Schwiegermutter und dann deren zwölf- jährige Tochter durch Beilhiebe umgebracht hatte. Das letzte Opfer war sein Sljähriger Schwager Willi I a u k e, den er durch einen Revolvcrschuß niederstreckte. Nach der Schreckenstat tötete sich Fallmer durch einen Ropf- schvß. Gielsdorf, dos etwa 5 Kilometer östlich von Strausberg liegt, ist ein Ort von 4,5t) Einwohnern. Gegen 3 Uhr nachts wurde das Dorf in hellste Aufregung versetzt, als auf dem Grundstück des Chmisteearbeiters Fallmer gellende Hilferuf« ertönten. Nachbarn eilten hinzu und fanden vor dem'Hause den Zljährigen Arbeiter Ianke, den Schwager Fallmcrs, mit einem schweren Brust- schuh blutüberströmt auf. Der Verletzte konnte mir noch kurz an- gehen, daß sich im Hause etwas Furchtbares zugetragen habe. dann verlor er das Bewußtsein. Die Leute drangen mit dem in- zwischen herbeigeholten Landposten in das Haus ein und hier bot sich ihnen ei» gräßliches Bild. Frau Ianke, die Schwiegermutter Fallmers, und ihre zwölfjährige Tochter Lud« lagen mit furchtbaren Verletzungen tot in ihrem Schlafzimnier. Dem Kinde war der Schädel gespalten, der Körper der Frau war durch zahllose Stiche entsetzlich zugerichtet. Zwischen dem Täter und diesen beiden Opfern muß sich ein furchtbarer Kampf abgespielt haben, das Zimmer war ülier und über mit Blut bespritzt. Die beiden nächsten Opfer dieser nächtlichen Tragödie wurden im angrenzenden Zimmer entdeckt. Mit zei schmetterten Schädeln im Bett. Es waren die beiden Kinder Fallmers, der dreijährige Willi und der einjährige Walter, die mit zerschmettertem Schädel regungsios in chren Veilchen lagen. Der Dreijährige gab noch schwache Lebenszeichen von sich, er starb jedoch auf dem Transport zum Strausberg«: Krankenhaus. Fallmer selbst wurde neben dem Ofen gefunden. Durch einen Schuß in die Schlafe hatte er seinem Leben «in End« gemacht. Bon der Frau Fallmers war im Haufe keine Spur zu entdecken. Als die nähere Umgebung mit Facketn abgesucht wurde, fand man die erst Zwanzigjährige, die bereits mit 16 Jahren geheiratet hatte, mit mehrere» Schußvcrletzungcn neben dem Garten. Der Hergong der schaurigen Tragödie wird kaum in ollen Einzelheiten geklärt werden können. Wie mitgeteilt wird, soll es zwischen Fallmer und seiner jungen Frau in letzter Zeit häufig zu erregten Auftritten gekommen sein. Frau Fallmer trug sich mit dem Gedanken, sich von ihrem Ria»» zu trennen und offenbar ist sie in ihrer Absicht von ihren Angehörigen unter- stützt worden. Das schwere Zerwürfnis hat offenbar in Fallmer den Entschluß reifen lasten, seine ganze Familie und seine Verwandten umzubringen. Dabei schonte. er auch seinen Lljährig«, Schwager nicht, den er durch zwei Schüsse, nachdem dieser kaum das Haus betreten hatte, niederschoß. Ob dieser mit dem Leben davonkommen wird, ist noch zweifelhost. nama kennt keine Seemannsordnung und keinen Tarif— ihren Dienst und außerdem noch den der abgebauten vier Mann versehen inuß. Will sich die Besatzung die Rechte sichern, die ihr ans den bisher eingezahlten Betrögen für soziale Versicherungen zustehe», so ist es ihr ja unbenommen, sich freiwillig weiterzuvcrsichern und den bisherigen Arbellgeberanteil aus eigener Tasche zu zahlen. Der Reeder hat also durch den Flaggenwechsel 43 Prozent de» Gehaltskontos auf die Schultern der Arbeitnehmer abgewälzt, und zwar unter Androhung der Entlassung. Im Falle des Dampfers„Falke" warf man dem Kapitän Menschenraub vor, well er seine Mannschaft über den Zweck seiner mit kleinen Revolutionsabenteuern gewürzten Reife im Un- klaren ließ, der Fall„Vogtland" ist eigentlich viel schlimmer, hier oerfchiebt ein deutscher Reeder ein Stückchen deutschen Bodens unter eine fremde Flagge, um sich ungeslrafk durch die Recht, und Schuh- losmochung der Mannschaft einen erhöhten Gewinn zu schassen. „�eeöerei-Kreise" drohen mit Nachahmung. Die„Tel.-Ilnion" meldet über die Stimmung der„Reederei- Kreise": Zu der Maßnohme der Reederei H. Vogemann äußern sich Hamburger Reeder kr eise dahin, daß dieser Vorgang immer- hin eine gewisse Beachtung oerdiene und als ein Beweis dafür anzusehen sei, in welch schwieriger Lage die deutsch« Schiffahrt sich befinde. Wenn auch größere deutsch« Pastogier- und Fracht- reedereien diesem Beispiel wohl kaum folgen würden, so sei es immerhin nicht gailz unmöglich, daß die eine oder andere kleine deutsche F ra ch t r e e d e r e i ebenfalls die Flaggen wechsele, falls eine andere Möglichkeit, den Betrieb aufrecht zii erhalten, nicht mehr vorhanden sei. Diese Aeußerung ist kennzeichnend für die Geisteswelt unserer Unternehmerkreise: Der offene Verrat des Vaterlandes spielt gar keine Roll«, werai es sich um eine„schwierige Loge" handelt, in die das Kapital geraten ist.„Vaterlandsverrot"— die Formel ist nur anzuwenden, wenn es gegen Sozialdemokraten und Internationale geht. Aber dann rnii dem tiefsten Brustton kapita- Nftischer Nederzeugung...! Im Havel-Eis eingebrochen. Ganze Familie in schwerster Gefahr.- Sin Mann ertrunken. Am Sonntag haben sich in der näheren Umgebung Berliass außerordentlich zahlreiche winlersportunfälle ereignet. Ans dem brüchigen Eis der Havel ist in den Mittagsstunde» eine ganze Familie eingebrochen, während es Spaziergängern unter größter Lebensgefahr gelang, die F r a u und ein siebenjähriges Sind zu retten, ging der Mann unter. Bei der ReltuagsaNion. die sich unter dramatische« Umständen abspielte, brachen füns Reiter ebensuvs «In. glücklicherweise konnten jedoch olle unversehrt in Sicherheit gebracht werden. Oer 3äjährige Privatier Kurt D u s s a u l t, der in der Lückoff- straße 26 in Nikolassee wohnt, hatte mit seiner ZZjährigen Frau Frieda und dem 7 Jahre alten Töchterchen Helene einen Schlitten- a u s f l u g nach dem Grunewald unternommen. Trotz der vielen Warnungen, die in den Zeitungen und vor allen Dingen durch den Rundflink vor dem Betreten der zugefrorenen Wasserläufe und Seen Berlins verbreitet wurden, wollte D. mit seinen Angehörigen von Lindwerder über das Eis nach dem� Grunewaldturm gehen. Plötzlich gab dos Eis noch und alle drei stürzten ins Wasser. Auf die gellenden Hilferufe eilten Spaziergänger und Rodler lzerbs!. Unter Einsetzung des eigenen Lebens gelang es ihnen schließlich, die Frau und das Kind zu retten. Drei Arbeitersportler und zwei Angestellte von Wertheim, die sich in hervorragender Weise an dem Rcitungswerk beteiligten, brachen selbst ein. Es gelang ihnen aber, die Eisdecke wieder zu erklimmen und trotz chrer nosten Kleidung halb erstarrt die Frau und dos Kind zu retten. Der Mann war anscheinend unter die Eisdecke geraten und abgetrieben. Seine Leiche konnte von der herbeigerufenen Feuerwehr, die die Unfallstelle fast eine Stunde lang absuchte, nicht geborgen werden. Auf den Rodelbahnen in den Müggelbergen. in Tegel und im -Volkspark Rehberge" hatten die Rettungsstellen viel Arbeit. Es gab zahlreich« verhängnisvolle Stürze, bei denen die Venmglückten schwer zu Schaden gekommen sind. Allein in den MüggÄbergen wurden 86 Verletzte behandelt. Nicht viel kleiner ist die Zahl der Verletzten, die die Hilfe der Rettungsstelle im Grunewald i» Anspruch pehmen mußten. Bei den schweren Unfällen handelt tts sich größtenteils im» Knochenbrllche nnd ks�ftmerfchütteangett. « dimo 2ö Personen muhten in Krankenhäuser übergeführt werden. Di« große Rodelbahn in den Müggelbergen muhte schon am Sonntag mittag wegen Vereisung polizeilich gesperrt werden, um weiteren Unfällen vorzubeugen. * Der Riesenoertehr. der gestern sowohl auf der U-Bahn wie auch auf den Strahenbahnlin d«r Bolksabsrimenung über die neuen BerfofiungAanikel b«. ««ff«nj» dos verbot der Amiahme fremder Orden, Pensionen, Titel usw.» wurde der Entwurf der Buichesoerfammlung mit 292009 gsgen llSOOO Stimmen angenommen.* Dos Verbot«vweitert das für die Mitglieder der Bundesregie- rung und die Führer der Arme« schon bestehende Verbot auf die Mitglieder der kantonalen Regierungen und Behörden. Zuwider- Handlung zieht den V e r l u st des Amtes nach sich Di« Verleihung solcher Ehrenzeichen war besonder? französische Ilebung gsgemiber der weischen Schweiz. Die srauzösisch-sch'veiz?- rtkch««.Kontim» habe» die Vnrtno« verworfen. Oer Racheakt des Verbrechers Und die Zrrfahri eines Diplomatenautos Sonnlagnachmittag wurde in der Fraukfnrter Allee l l Z ein Privolauto gesunden, von dem man zunächst nicht wühle, wer der Eigentümer war. Es war ein Mercedeswagen mit der Nummer l A 170. Di« Besichtigung des Wagens ergab, daß er beschaffen worden war. Blutspuren im Innern deuteten darauf, daß die In- fassen getroffen waren. Der Wagen wurde als Eigentum eines Presseattaches der spanischen Botschaft festgestellt. Während der Besitzer in einem Lokal am Kurfürstendamm oh, wurde der Wagen von der Straße weg gestohlen. Die Diebe haben ihn zu einem Schaufenstereinbruch im Radiogefchäft von P a i l l e r an der Eck« der Kaiserallee und Pariser Strohe benutzt. Da der Inhaber hinter dem Laden schläft, hörte er das Klirren der Scheiben und ging mit der Waffe in der Hand nach vorn. Er sah die Einbrecher im Begriff, die Beute wegzuschleppen. Auf sein« Rufe „Hände hoch!" versuchten sie zu flüchten. Pnlller feuerte und Ist gewiß, daß er einen der Diebe so schwer gelrossen hat. daß dieser zusammenbrach. Seine Helfershelfer nahmen sich seiner aber an und brachten ihn in den Wagen. Die Einbrecher entkamen. Die Vermutung, daß es sich bei dem Einbruch um den Rocheakt eines Mannes handelt, der durch die Aufmerksamkeit des Geschäftsmannes f« st g e n o m m en wurde, ist nicht von der Hand zu weifen. Ein früherer Kaufmann Albert Mangner, ein Mann von 37 Jahren, ist nämlich schon lange bei der Kriminalpolizei bekannt. Gegen ihn laufen noch ver- schieden? Verfahren. Zum letztenmal wurde er am 24. Januar festgenommen. Den Umzugstrubel des Rundfunks nach dem neuen Hause in der Masurenallee nützte Mangner aus,»m sich als A n- g e st e l l t e r auszugeben und sein Schäfchen ins Trockne zu bringen. Er stahl von den Apparaten, was er irgend wegbringen konnte. Das Glück war ihm günstig, in dem Wirrwarr wußte keiner, ob die Apparate noch an der alten Stelle oder bereits im neuen Hause waren. Mangner versuchte, seine Beute bei Pailler zu Geld zu machen. Der Geschäftsmann benachrichtigte von dem ver- dächtigen Angebot die Rundfunkgesellschast, kaufte aber einiges zum Schein. Am 29. Zanuar schrieb er an Pailler einen Brief, in dem er Bezahlung der gekausien Daren oerlangle und znglelch drohte, daß er sich für den„.verrat" rächen würde. Eigentümlicherweise wurde Mangner, obwohl er ein schwer be- lastetes Konto hat. aus dem Untersuchungsgefängnis wieder entlassen. Sofort erfolgten jetzt bei dem Geschäftsmann tele- phomfchc Anrufe, in denen die Drohungen wiederholt wurden. Ende voriger Woche ist von den Gerichtsbehörden Haft-- befehl gegen Mangner erlösten worden. Er hielt sich bei einer Geliebten in der F a f a n e n st r a ß e auf. ist aber von dort wieder verschwunden._ Zm Schnellzug überfallen. Von einem Räuber betäubt und ausgeplündert. Brüssel. 9. Februar. Im Schnellzug Köln— Brüssel wurde gestern«in Raub- Überfall verübt. Ein holländischer Reisender wurde in einem Ab- teil 2. Klasse von einem Mitreisenden überfallen und durch einen Schlag auf den Kopf betäubt. Der Räuber plünderte sein Opfer aus, wobei ihm eine goldene Uhr, zwei Briestaschen mit 2ü0 Gulden und etwa 1900 belgischen Franken, der Pah und Ge- schäftspapiere in die Hände fielen. Als die Infasien eines anstohen- den Abteils das Stöhnen des Verwundeten vernommen hatten, wurde die Notbrems« gezogen, worauf der Bandit aus dem Zuge sprang und unerkannt entkam. Mercedesfatt in Kopenhagen. Aber nur Raub ohne Mord. Kopenhagen. 9. Februar. Als Direktor Hjalmor D a v idl e n kurz vor Mitternacht sein Filmtheater in der Hauptgeschästsstrahe verlosten wollte, sprangen zwei jung« Leute, die sich im Ftur versteckt gehalten hatten, auf den Direktor zu und forderten ihn mit dem Revolver in der Hand aus, die Hände hoch zu heben. Sie banden den Direktor an «inen Stuhl, worauf sie ihm die Schlüssel abnahmen und mit«000 Kronen aus dem Geldschrank verschwanden. Als die Verbrecher, die Masken vor dem Gesicht trugen, flüchteten, gelang es dem Direktor, sich an» Fenster zu schleppen und Hilfe herbeizu- rufen. Die Polizei hat die ganze Nacht hindurch vergeblich nach den Verbrechern gesucht. Auch heut« früh hat man von den Tätern, noch nichts entdecken können. 1.5 Fischer ertrunken. Auf einer Eisscholle abgetrieben.- 20 Mann gereiiet. Lussalo. S. Februar. 35 Fischer, die aus dem Eise des Erie-See» Ihrem Berufe nach- gingen, sind infolge hestigen Sturme» auf einer Eisscholl« vom Ufer abgetrieben worden. Zwanzig Fischer konnten nach einigen Stunden gereilet werden. Sin Flugzeug warf au Fallschirme« befestigte Kannen mit Kaffee ab. flog dann zurück zur Küste und zeigte den Strandwächker» den Deg zur Eisscholle. Die 20 Fischer wurden daraus von den Strandwächtern«w Land gebracht, von den süns- zehn weiteren Fischern fehlt jede Nachricht. Man nimmt an, dah sie ertrunken sind._ Kabinett Lavat im Druck. Oeutschlandkredit— Eisenbahndefizit- Steuerskandal. Paris, 9. Februar.(Eigenbericht.) Ein außerordeiustcher Ministerrat wird heute sich mit den Protesten der Ueberpatrioten gegen die. Beteiligung sranzösischer Banken an der Aufbringung eines Zwislhenkredits für Deutschland beschäftigen. Die Abgg. Maudel, Franklin-Bouillou und Dumat wollen am Dienstag gegen diesen„Vaterlandsoenat" interpellieren, weil Frankreich mit diesem Kredit nicht nur seine Sparer wieder eininal aufs schwerste schädig«, sondern auch noch Deutschland die Granaten bezahle, die es morgen in einem neuemKrieg benutzen könnte! So schreibt einer dieser Akiioisten im„Ordre".— Die Re- gierung wird sich ferner mit dem Milliordendefizit der srauzösichea Eisenbahnen beschäftigen müssen: deren llnterbilanz beträgt 1.7 Milliarflen Franken. Nach einem Gutachten der Bank von Frankreich soll dieser Betrag durch eine TariferhöhungumzehnPrazent für Gütertarife und um 2 4 Prozent für Personentarif« eingebracht werden. Die Regierung neigt jedoch mehr der Ansicht zu, das Defizit durch eine neue Anleihe zu decken. Sie hat schon jetzt 00 Millionen für den Schuldendienst dieser Anleihe im Budget- Voranschlag gefordert. Die Steuerjchiebunge» des Parfüm- und Zcitungsfabrikanten Eoly sollen, nach Angaben der französischen Liga für Menschenrechte, von der parlamentarischen ilntersuchnngskonimission ebenfalls untersucht werden. Coty sind 1920 zehn Millionen Kricgsgewinnsteuer auf- erlegt worden. Es gelang aber nicht, ihn zur Zahlung zu bewegen. Gewöhnliche Sterbliche werden einfach gepfändet: Coti, dagegen konnte einen Stenernachlah von zehn auf drei Millionen durch- drücken und für diese drei Millionen Zahlungsaufschub bis Februar 1930 erhalten. Angeblich kann man nämlich Herrn Coty nicht pfänden. Seine Fabriken und Zeitungen hat er als Aktien- gefellfchaften aufgezogen und bewohnt selbst eine luxuriös möblierte Etage im Hotel Astorio. Sein sonstiger Besitz ist auf den Namen seiner Frau eingetragen! Victor Snell gestorben. Paris, 9. Februar. Der ständige Mitarbeiter des radikale»„Oeuvre", Victor S n e l I, vor dem Kriege ständiger Mitarbeiter der„Humanitc" und«nor der Vertrauten von Jean Jan käs. ist gestorben. Snell ist stets Anhänger der Verständigungspolitik ge- wrsen. Gewaltstreich statt Argumenten. Finoische Meihode:n Schweden gescheitert. Siockholm, 9. Februar.(Eigenbericht.) Drei Schüler im Alter van 15 bis 17 Jahren drangen'» die Redaktion der kommuniststchen Zeitung„Ry Dag" ein. bedrohten einen d-r Redakteure nnt einem Revolver und oersuchien schließlich. ihn nach dem Vorbild der Lappo-Lvnt« zu oerfchleppsn. Dem Per- fmml der Redaktion gelang es jedoch, noch heftigem Kampf die Eindringlinge zu überwältigen und die jugendliche» Banditen der Polizei zw übergeben. Sie Makedomer-Mordfene. Sofia. 9. Februar.(Eigenburichu Am Sonntagmittog wurde in Sofia in der Pirotstraß« während des stärksten Verkehrs der Mazedonier Jordan Giurkoff von zwei Burschen durch mehrere Kopffchüsf« niedergestreckt. Gmrkoff war die rechte Hand des Terroristenführers Iwan M i ch a i l o f f und Vertreter des revolutionären Komitees in Sofia. Die Mörder konnten sofort oerhastet werden. Iüjr Verbrechen ?st zweifellos als weiterer Racheakt der Protogerowiften für die Er- mordung ihres Führers Domalewfti zu werten. und stichfest." Herr Kollege haben Sie keine Angst! Di« bodenlose Dreistigkeit der Verleumderckigue erhellt aas einem Inser« des„Börsenblattes für den deutschen Buchhandel". Der Verlag I. F. Lehmann kündigt auf einer ganzen Seite das Schwindel-, buch„Gefesselte Justiz" an. An die Spitze des Inserats ist das Faksimile einer Zeitungsnotiz gesetzt, aus der hervorgeht, dah wegeu des Buches Antrag auf Erlaß einer einstweilige» Ver- f ü g u n g gestellt fft. Darunter läßt der Verlag I. F. Lehmann in Riesenlettern folgenden Text drucken: Herr Kollege! Haben Sie kein« Angstk Zarnows Material ist hieb- und stichfesti IetztistdiebesteZeitfürdenAbsatzdesBuches'. Hieb- und stichfest! So prahlt der Verlag, der am Sonnabend ohne den Versuch eines Wahrheitsbeweises die einst- weilige Verfügung über sich ergehen lieh. Di«„furchtlosen" Kollegen aus dem Buchhandel werden mit Recht darüber erstaunt sein, daß ein Verlag, der zunächst in solcher Weise prahlt, sie dann elend kneifend im Stiche läht. Der Kall Builer erledigi. Verweis wegen MussolinüBeleidigung. Der liSA.-Gencralmajor Butler hat vor einer Zuhörerschost. die er für verschwiegen hielt, einen Vortrag über Europa gehal cn, darin Mussolini als«inen Hauptschuldigen an dem blutigen Fafchislenterror bezeichnet und Eharakterzüge des Diktators erzählt, die seine persönliche Geivissenlosigkeit erweisen. Auf den Prolest des italienischen Boffchafters sprach die USA.- Regierung ihr Bedauern aus und leitete gegen den General einen Prozeß ein. Run hat Marinesekretär Adams ein Schreiben d.-s Generals erhalten, wonach dieser des Glaubens gewesen ist, das; seine Rede in Philadelphia am 19. Januar vertraulichen Charakter gehabt habe, und sich wegen der Indiskretion cm- schuldigt. In seinem Antwortschreiben betont Marmesekretär Adams. daß das Marineamt dos Verhalten des Generals unbedingt ver- urteile und ihm einen Verweis erleile. In Anbetracht der hervorragenden Verdienste Butlers solle jedoch das Kriegsgerichts- verfahren eingestellt werden. Der Marinefetretär gibt oin Schluß s eures Schreibens der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Vor- komrnms eure heilsame Wirkung am dos Verholten des Geneoals bei ähnlichen Anlässen ausüben werdc. Di« Prcwinziallanotagsabgeordneten n-Rosen und Stadtrat Eckart Flucht von hugenberg. Freiherr v. Richthofen in Klein-! � v. Eichborn in Breslau haben aus Anlaß chres Austritts aus der Deuffchnationalen Partei ihre Mandate zum Riederfchlesischen Provinziallandtog niedergelegt. Wctier für Verlin: Nach sehr kalter Nacht morgen am Tage zunehinendc Bewölkung und Milderung des Frostes; südliche Winde. — Für Oeulschlaad: Im Ojleu und Süden Frostwettcr unverändert. im Weste« und später auch in Mitteldeutschland Milderung. Steuerprivilegien für Unternehmer Die Offenlegung der Steuerlisten notwendig [ sich in stUisierter Zeremonie. Ihr cheKenspielsr, der Truppen- direkior Alex Stein, hat die Technik der Maske und Modulation imponierend entwickelt. Die Kleider der Darsteller sind wahrhsits- echt, dach sobald sie sprechen und sich bewegen, erstarren sie in der künstlerischen Tradition, die ans ihnen ebenso schwer lastet wie die Jahrhunderte ihrer trübseligen Geschichte. Max Hochdorf. In der Montagsitzung des Ausschusses für den Reichshoushalt konnte die allgemeine Aussprache über den Etat des Reichs- f i n a n z m i n i ste riu m s noch nicht zu End« geführt werden. Abg. Meier- Baden(Soz.) fragte, aus welchen Gründen van den Zollämtern bei der gesetzlich festgelegten Unterstützung der Tabak- arbeiter so große Schwierigkeiten gemacht werden. Er ersuchte ferner um Auskunst, ob«ine Nachveranlagung der AEG. von über 2 Millionen Lohn st euer auf 400 000 Mark reduziert worden sei. Die Statistik der Steuernachlässe müsie über- Haupt besser ausgebaut werden, sonst werden die Klagen in der Oeffentlichkeit nicht abreißen. So werde behauptet, daß von den Steuern, die auf Grund von Prüfungen des Buch- und Betriebs- prüferdienstes neu veranlagt werden, über die Hälft« erlassen worden seien. Nach allem, was er wisse, scheine ihm auch die Angabe in dem Gutachten des Reichssparkommisiars, daß 21 Personen dieses Buch- und Betrieb-prüfungsdienstes in der Zentrale überflüssig seien, gänzlich ungerechtfertigt. Die Offenlegung der Steuerlisten fei für die So- zialdemokraiische Partei nicht so sehr eine politische Frage, sondern sie sei gerade in den gegenwärtigen Notzeiten unbedingt notwendig, um große Ungerechtigkeiten bei der Veranlagung und Erhebung der Steuern zu beseitigen. Redner zi.iert in diesem Zu- sammenhang«inen Artike! der„Zoltoartc' vom 1. Februar 1931, nach dem Oberstudiendirektor Dr. Forter aus der Oktobertagung der höheren Beamten Sachsens ausgeführt habe,„daß Menschen, die einen großen Haushalt, die«in blühendes Geschäft haben, weniger Einkommen versteuern als ein Straßenkehrer". Redner erwähnt des ferneren aus der „Zollwarte"'Beispiele auch der Kirchcnsteuerleistung, nach trnen in äner Gemeinde Sachsens ein Bäckermeister und Hausbesitzer 7,90, sein Gehilf« 15,30, ein Verlogsbuchhändler 1,60, soin Haus- Geschlagene Opposition „Schade— und wir hatten uns schon so aus das „An-ote-Waad-Stellen" und„Köpserollen" gefreut!" mädchen 3,60, cn Glaser melster 4,20, sein Gehilfe 12,70, ein Tischlermeister 4,50, sein t&fnlfe 12,70 M. an Kirchensteuern bezahlt habe. In seiner Erwiderung auf die zahlreichen an ihn gestellten Fragen sprach der Reichssinanzminister Dr. Dietrich sich dahin aus, daß er das ewig« Umorganisieren für«ine große Gefahr holte. In einer so weitverzweigten Verwaltung müsse«ine gewiss« Ruhe herrschen, besonders jetzt in dem Uebergangsftadium, das durch die Notverordnung und das Steuervereinsachungsgesetz herbeiaefühn worden ist. Letzteres Gesetz sei keineswegs so schlecht, wie die Länder es hinstellen und die heute von dem Vertreter der Bayerischen Bollspartei für Bayern behauptet wurde. Was den Fall des angeb- lichen Steuererlasses bei der AEG. betreffe, so fei von der Finanzverwallung bis zu diesem Augenblick auch nicht ein Cent nachgelassen worden. Die ganze Angelegenheit schwebt vor dem Reichsfinanzhof. Beschwerden der Tabakarbeiter bitte er an das Finanzministerium zu leiten. Nach Ansicht des Ministeriums sind nicht bei der Unterstützung der Tabokarbeiter Schwierigkeiten«nt- standen, sondern bei der aller möglichen Hilfsindustrien. Die ge- wünschte Denkschrift über die Offenlegung von Steuerlisten hoff« er binnen wenigen Wochen vorlegen zu können. Am Schluß seiner Rede hat der Reichssinanzminister Dr. Dietrich davon gesprochen, daß frührer oder später den Bestrebungen der Länder nach Erweiterung ihrer Steuerhoheit Entgegenkommen gezeigt werden müsse. Diese Bemerkung gab dem Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) Anlaß zu lebhaftem Widerspruch. Nachdrücklichst wandte sich gegen dieses Zugeständnis des Mi- nisters an den Partikularismus Abg. Keil(Soz.), der ausführte. mit der 1919 erfolgten Regelung der Steuerhoheit fei ein f ch w« r e r Mangel der alten Reichskon st ruktion behoben worden. Deutschland fei ein eng� verflochtenes, einheitliches Wirt- fchaftsgebiet, in dem selbständig« Steuerprovinzen nicht mehr erträg- tich seien. Dia heutige Ordnung sei ganz zweckmäßig, wonach die auf der Leistungsfähigkeit benjrhenden Steuern dem Reich, die auf dem Ertrag und dem Prinzip von Leistung und Gegen- leistung aufgebauten aber den Ländern zustehen. Die einheitliche Steuervcrwaltung sei ein Fortschritt. Auch die Steuervereinheit- lichung. die mit der Notoerordnung vom 1. Dezember durchgeführt wurde, sei zu begrüßen. Die Sozialdemokratie werde eine Rück- wärtsrevidierung nicht mitmachen. Sicaßen nach Gewerkschastleru benannt Ia der«Zarl-Lesiea-Wohnfiodt. Die Straßen die-ier Geyag-Siedlunz im Bezirk Prenzlauer Berg haben jetzt die folgenden Namen erhalten: l. die Straße Nr. 33 „S e g i tz st r a ß e": 2. die Straße Nr. 34.L ä ck« t st r a ß e": 3. die Straße Nr. 35„E l m st r a ß e": 4. die Straße Nr 36„M a s s i n i- stra ß e": 5. die Straße Nr. 37„S i l b e r s ch m i d t we g": 6. die Straße Nr. 39„D i h m a n n w e g": 7. die Zelterstraßc, Teil zwischen Hase�ain- und Nouaarber Stroüe.„D r u n s e l w e g": * die Kugserstroste, Teil zwischen Hosemann- und Gr?i'?wolder Straße,„D o b s i n iv e g". Zentrum gegen Nazi. Schroffe Ableh- ung des Terrors und der Verhetzung. In der Philharmonie feiert« gestern die Katholische Altion den Krönung: tag des gegenwärtigen Papstes. Dabei hiell Ministerial- direktor Dr. Klausen« vom preußischen Ministerium des Innern dos Hauptreserat. Es gipfelte in einem Bekenntnis zum Heuligen Staat und einer schroffen Ablehnung der National-, s o z i a! i st e n.„In der Not des Staates und der Bolksgemein- schaft", so sagte er,„ist es ernsteste Gewissenspflicht, positiv mit- zuarbeiten und die Meinungsverlchiedenhellen im Geiste der Liebe und Gerechtigkeit auszutragen." In sehr scharfen Worten ruckte der Redner von den Gewaltmethoden, den Terrorakten und den vor nichts zurückschreckenden Beschimpfungen des Gegners ab. Er wies den durch die radikale Rechte auch gegen die Katho- liken erhobenen Borwuri mangelnder vaterländisch« Gesinnung. zu- rück und stellte den Haßqesängen der Nationalsozialisten die posi- live Mitarbeit der deutschen Katholiken und des Zentrums am Wiederaufbau Deutschlands in den letzten zwölf Iahren gegenüber. Geheimrat Kemmann Plötz''ch gestorben. Geheimrat Kemmann. der in letzter Zeit an dem Gutachten über die To r i f g e sta ltu n g der städtischen Dcrkehrsgcsellschast arbeitete, ist heut« morgen gegen 9 Uhr verstorben. Geheimrat Kemmann benutzte kurz noch 814 Uhr die Straßenbahnlinie 57 am Fehrbelliner Platz Ecke Sächsische Straße. Er wurde ohnmächtig und mußte mit einem Wagen in das Krankenhaus der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Pfalzburger Straße, gebracht werden. Der Arzt konnte hier nur noch den Tod durch Herzschlag feststellen. Sozialpoliii? in Ostoberschlesien. Protest gegen polonisierung. Warschau, 9. Februar. In der Aussprache über den Haushalt des Ministeriums für Arbeit und soziale Fürsorge oerwahrte sich Abg. I a n k o w s k i aus Oberschiesien gegen die Tendenz des Ministeriums, die soziale Gesetzgebung in ganz Polen einheitlich zu gestalten. Der Deutsche Klub müsse dies« V«einheillichung ablehnen, well sie eine Per- schlechterung der soziale« Gesetzgebung in Oberschlssien be- deute. Die dortige werktätige Bevölkerung besitze eine höhere Kltur: daher müsse dort auch die soziale Gesetzgebung fortschrittlicher sein. Der Redner forderte Einführung des Achtstundentages. Dieser werde einer Arbeiterschaft vorenthalten, die die größten Opfer für das Land gebracht und KV* Jahre lang ein« Verlängerung b« Arbeitszeit auf 10 bis 12 Stunden aus sich genommen habe. Der Redner fordert« weiter die Inkraftsetzung des Urlaubsgesetzes. Er wandte sich dann gegen die Tätigkell des Vezirksarbeitsinspek- tors, dessen Ueberparteilichkeit die Deutschen wiederholt vermißt Hillen. Schließlich erinnerte Iankowski die Regierung an ihre Pflicht, nach einem Entscheid des Lölkerhundrate» an die K n a p p- s ch aft skäfse in Tarnowitz 1% Millionen Goldmark einzuzahlen. Der neue Gkanda'prozeß. Warschau. S.Februar.(Eigenbericht.) Die Vorgänge im zweiten Sozialistenprozeß haben mehrere oppositionelle Abgeordnete veranlaßt, im Sejm die A e n d« r u n g einig« Paragraphen der Gerichtsgesetzgebung zu fordern, vor allem in Zukunft die Ernennung ungeeigneter Personen zu Richtern unmöglich zu nwchen. An-ski„Tag und Nacht". Gastspiel der Wilnaer Truppe. Jiddische Schauspiel« gastieren am Wallner-T heute r. Vor Iahren führten sie in Verlin den„Dybuk" aus. Es war das mystische Volksstück in feiner ursprünglichsten Form, gedichtet in d« Sprache der polnisch«! Iudenschost. Diese Sprache ist sehr realistisch, aber auch bilderreich. Die Menschen, die sie Jahrhunderte lang aussormten. mußten sich um des Brotes willen mit ihren nicht immer freundlichen Nachbarn verständigen. Um der Seele willen klammerten sie sich an Glauben und Aberglauben. Engel und Teufel bilden den Umgang ihres Gemütes. Auf dein Markt boten sie ihre Krämerwaren an, im Bethaus beschworen sie das Paradies, dessen sie irdisch niemals Herr werden konnten. Da sie selber sehr arm und mißhandell lebten, oertrauten sie gern ihr Seelenhell und die Erfüllung ihr« nie ersülllen Messiashofsminzen theologischen Ueb«menschen an, die sie Zaddikim nannten. Dieses direkt von den biblischen Propheten inspiriert« Geschleckst der Selig- keitsvermititer blühte Jahrhunderte long iin polnischen Ghetto. Di« Wundcrrvbbnmr tun heute noch Wunder an jenen, die des Wunder- genusses fähig sind. Wird ein solches Passionsspiel im Thearer ausgeführt, so dürfen noch heute die jiddischen Künstler des Er- slcmnens und der Ergriffenheit ihrer Zuhörer gewiß sein. An-sN dichtet« den„Dybuk", die Legende von der Austreibung des Teufels aus der besessenen jüdischen Jungfrau. Er ist auch Dichter der Teufelstragödie„Tag und Nacht": Kindersterben und Multerverzweiflung quälen das Ghetto. Der Wunderrabbi soll die Erlösung bringen. Daß irgend jemand in der Gemeinde als un- entdeckter Sünder sein Unwesen treibt, daß der Furchtbar« allein dos Leid der Gemeinde verschuldet, das ist die allgemein« lieber- zeugung. Wer ist der Unheilstifter? Langsam und logisch, wie in alten Schicksalsttogöoien, enthüllt sich das Geheimnis. Es ist der Rabbi selbst, der im Kamps« zwischen himmlischer und irdischer Lieb« zerrissen wird. Umsonst will der Zaddik die Dämonen bän- digen. Ek muß erst den Feuertod sterben, damit er sich und sein.' Gemeinde von der Sünde und so von der Heimsuchung befreit. Sterben muß der Frömmste, damit die Frommen nicht aussterben. Die Legende enthält eine unerbllllich« Maral und grausame Mystik. Der Dichter, der aus der Volksicherlieferung schöpsi, über- mocki die Träume des Priest«». Kein Beten und Kastei«, schützt den Heiligen davor, daß seine dunklen Gefühle zur Daseinslust treiben. Da Beruf und Erziehung ihn ab« zur Askese verpflichten, rächt sich vie unterdrückt« Nptur. Der Ueberhellige verfällt dem Wahnsinn. Solche schwieripen Psychoanalysen müssen auch den schlichtesten Besuchern des Jiddischen Thea'«? durchaus geläusig sein. Sonst könnte es nicht geschehen, daß An-ski. der sehr kam- plizz«te Legendendramatik«, der sein« Trag ölst« meist in gl hohen« Iombensprache dichtet, von ihnen laut gelobt und innig geliebt wird. Di« Wilnaer Künstler fesseln durch die«thnvgrapbilche Treue der Darstellung. Sie wollen den, Verständnis der Fernstehenden nichts erleichtern. S« dekl.nnierru, singen, tonyen irnd baot&ta „Schachmatt." llriversum Selbst wer den Detektiosilm als solchen ablehnt, muß ein- gestehen, daß dieser recht geschickt gemacht ist. Drei befreundete Künstler feiern tumultuarisch die Verlobung des einen. Die Drei wollen gerne Karriere machen und verfallen auf die Idee, ihr Bekanntwerden durch eine Sensation zu«zwingen. Der eine Freund soll ermordet, der andere verhaftet werden, und bei der Gerichtsverhandlung soll der Ermordete im Gcrichtssaol er- scheinen. Der durch dos Los Bestimmte fährt als Leiche auf Urlaub aufs Land, und der sich die Rolle des Mörders gezogen hat, wird prompt verhaftet. Doch kommt die Sache wesentlich anders, als sie und dos Publi- tum denken. Der Verschwundene wird tatsächlich ermordet auf- gefunden. Und zwar ist er von dem Freunde, dem die Rolle des Ausklärens oblag, erschossen worden. Man vermischt also in diesem Film zwei Probleme. Man kämpft gegen den Indizienbeweis und erörtert wieder dos alte Thema, daß die beste Männcrfreundschast in die Brüche geht, sobald eine Frau in den Kreis tritt. Der Regisseur A s a g a r o f s läßt gutes auf Spannung berech» netes Theater spielen. Seine Darsteller unterstützen ihn glänzend. Man erbebt mit Walter Rilla vor der völlig veränderten Situation. Er, der liebenswürdig lächelnd ii»s Gefängnis geht, wird dort ein zerquält« Mensch, denn er erfährt, wie harmlose Kleinig- leiten als ungeheure Belastung gegen einen Menschen gebraucht werden, er erlebt den Tod des einen und den Verrat des anderen Freundes. Gerda Maurus ist charmant als liebende Frau, und Hans Rehmann und Hermann Speelmans sind gewollt zurückhaltend, damit sie ihre wahren Gesichter mcht zu srüh zeigen. Ganz groß ist diesmal S i e g f r i e d A r n o. Er wächst weit über seine übliche Paraderolle hinaus. e. b. „Im Lande des Vogelzuges." Am Sonntag gelangte im M a r m o r h a u s der Ostpreußen-- film„Im Lande des Vogelzuges" zur Ausführung. Obcrrcgierunzs- rat H o f s m a n n, der Vorsstzende des Reichsoerbandes Heimat- treuer Ost- und Westpreußen, wies in seiner Begrüßungsansprache aus die Naturschönheiten und Eigenorten Ostpreußens hin und ver- mittelte so ein besseres Verstehe» des Films, der dann folgte. D« Film, hergestellt von Hubert Schonger veranschaulicht die seltsame Welt der Dünen, zeigt uns den Stolz der Nehrung: den Elch, und vor allem die Vogelwarte Rossitten auf der Nehrung. Prof. Heim- roth gab als Leiter des Instituts einen sehr instruktiven Bericht von seiner Tätigkeit, die heute mehr denn je im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Das Werk de» weit über Ostpreußens Grenzen hinaus bekannten und populären„Bogelprofessors" Thiene mann wird fortgeführt und soll jetzt noch der Vercini- gnno mit der Helgoländer Station von der Gesellt chaft zur Förde- rwwj der Wissenschaften weiter ausgebaut werden. Es wird in diesem Jahr zum erstenmal ein sogenannter Bering u n g sa I! a s herausgegeben, der die festgestellten Vogelstraßen ouszeigt. Die räm sHcrtllch-sagdllchen Ausgaben sind aus der Täligteil der S tastest «Kittchen worden. Damit ist auch die zur Seltenheit gewordene Fcklkenbalze und das berufsmäßige Sammeln von Möveneiern ver- fchwunden. Der Film iäßt deutlich d!« Bedeuluitg der Nehrung als größte deutsche Vogelzugstraße erkennen. Alle deutschen und viele nordischen Vögel sind dort anzutreffen. Man hat Millioncnzüge in wenigen Stunden beobachtet, außer Richtung, Geschwindigkeit und Art eines Vvgelfluges zeigt der Film weiter, wie Versuche über dos Richtungsvermögen zurückgehaltener einzelner Störche unternommen werden. Nicht mir der Arbeit in Rossitten, die durch prächtige Natur- ausnahmen und interessante Bilder vom Leben und Treiben der Nehrungsbonern und Fischer(scherziveise„Kraseboißer" genannt) illustriert wird, gilt der Film. Er wirbt darüber hinaus für Ost- preußen und feine Bewohner ganz allgemein. Möge er von vielen gesehen-werden!'>1. Oer Körper und seine(Erziehung. Vorführungen Per Jutta-Klamt-Schule. Di« Arbeit der Iutta-Klamt-Schule geschieht nach syst«- ma tischen Prinzipien, die auf streng wissenschaftlichen Grundlagen ftindiert sind. Man mag die Grundlagen gelten lassen oder nicht, ihr« konsequent« Durchführung muß anerkannt, die praktischen Re- sultate der Erziehungsarbeit können n-cht unterschätzt werden. Auch in der Tanzpädagogik führen viele Wege zum Ziel. Es gilt zunächst, das dem modernen Menschen verloren gegangene Körperbewußtsein zu erwecken und de» Erweckten zur Bcwegungs- freud« zu erziehen. Dieses sind die beiden elementaren Ziele jeder rhythmisch gymnastischen Schulung. Was die Klamt-Schnle leistet, zeigte sich im zweiten Teil ihrer Vorführungen im Bachs aal. Die Technik, die hier gelehrt wird, ist schlechthin mustergültig»nd kann in ihren Erfolgen nicht übergipfelt werden. Wer seinen Körper so beherrscht und lenkt, wie diese Mädchen und Jünglinge es ver- mögen, der ist imstande, technisch allen Ansorderungei, des modernen Kunsttanzes zu genügen. Der Geist der Solidarität, des verant- ivortungsbewußten Ernstes, einer jedersi äußeren Schein abholden Redlichkeit wallet hier. Jeder, der diese Schule durchgemacht hat, besitzt alle Hilfsmittel zur schöpferischen Gestaltung. Ob er zu einer solchen Gesiallung selber sähig ist, hängt dann freilich von seiner persönlichen Begabung ab. Hier kann die Schule nur anregen, lind jie handelt weise, wenn sie nicht mehr als dieses will. Wenn sie sich darauf beschränkt, etwa vorhandene Kräfte zu wecken, ohne sie in bestimmte Bahnen zu lenken und zu locke», sterile Naturen zu einem Zeugungswillen auszupuffen, der immer nur schematische Gebilde konstruieren, nie- mals individuelle lebendige Organisnien schasse» kan». Der Abend im Bachsaal wurde durch einen Vortrag von Pro- fefsor Dr. Fritz Giese über„G r o ß st a d t m e n s ch und Großstadtkörper" eingeleitet. Der Redner zeigte in klareu und fesselnden Ausführungen, ww die mannigsachen Schädigungen, die das Leben in der modernen Großstadt für deren Bewohner mit sich bringt, durch eine rationelle körperiick?« Kultur teils vermieden, teils ausgeglichen werden können. Z. 8. Ein neue» Vahnenwert von ü ermann Keller.. N ol a I i o n', da« im März dieses Iabre« in flrrmtHnt a. M. zur Uriluifnblung gelaugt, wurde von tn VolkSbühuen-BerlaeS- und VerlneK« Anibäa crr. arbcu. 3ni iJrsilfui sät Meereskunde sprich: Tienstaa, d Ui)e, ütierbaRrut E.Mcyer, üb«„Die Vesesersnz der de»tjchen Küste-" Montag H �53�. W 9. Februar 1931' Bi HU jH �U H 48. Jahrgang Selbstanschlußämter entwickeln sich Aus der Geschichte des automatischen Anschlusses Das„Fräulein vom Amt", die Telephonistin, wird der kam- inenden Generation als Beruf fast unbekannt fein, denn binnen 15 Jahren sollen all« deutschen Fernsprech-Anschlüss« durch selbst- tätige Aemtcr bedient werden. Von den gegenwärtig vor- handenen rund 3 Millionen Sprechstellen sind heute etwa 1 Million bereits umgebaut oder im Umbau begriffen. Darunter befinden sich nicht nur große Aemter für 10 000 oder 20 000 Teilnehmer, sondern auch kleine Landzentralen. Gerade hier können die Vorteile des Selbstanschlusses besonders wichtig werden, ermöglicht dieser doch «inen durchgehenden 24-Stunden-Betri«b, während die chandämter aus dem Lande und in kleineren Orten oft schon nach 19 Uhr nicht mehr beimjzt werden können. Die ersten Selbstanschlußämter wurden in Nordamerika gebaut, wo Strowger 1889 eine brauchbar« Konstruktion schuf. In der Folgezeit entstanden im Ansang dieses Jahrhunderts erhebliche fabrikatorische Verbesserungen, an denen die deutsche Firma Siemens u. chalsk« führend beteiligt war. Ihr System hat die Reichspost übernommen und als Norm eingeführt. Daneben«nt- wickelte die jetzt zum AEG.-Konzern gehörende Mix und Genest AG. ebenfalls ein zweckmäßiges System. Jetzt baut sie teils mit ihren Patenten, teils mit Sicmcns-Lizenzen auch den von der Reichspost oerwendeten Einheitstyp. Siemens montierte bis End« 1929 für öffentliche Aemter des In- und Auslandes Ich Millionen Selbst- anschiüsse. Dazu treten noch SOOOOO derartige Stationen für pri- oate Fernsprechonlagen in Fabriken, Hotels. Neuerdings plant man in großen Siedlungen eigene Selbstanschlußämter, die für eine niedrige Monatspauschale beliebig viele Gespräche der Bewohner untereinander und mit ihren lokalen Lieseranten gestatten. Eine Selbstanschluß-Tisch-Station aus dem Jahre 1907 wiegt 8ch Kilogramm, das Modell 1913 dagqgen 4 Kilogramm und der neueste Siemenstyp 2,2 Kilogramm. Dementsprechend sanken durch den verminderten Materialverbrauch auch die Erzeugungskosten wie auch durch die Normung und Vereinfachung aller verwen'.eten Einzelteile. Wir haben hier ein typisches Beispiel sür ganz wesent- liche fabrikatorische Fortschritte, ohne daß das betreffend« Objekt— der Fernsprecher— grundsätzlich verändert wurde. Unser Bild zeigt die Selb st anschlußtisch st ationen im Jahre 1907, 1912, 1915, 1919, 1924 und 1927(von links nach rechts). Professor v. Parseval 70 Jahre Dem Pionier der Lenkluflsdiitie. Professor Dr. v. Parseval,«iner der wenigen noch lebenden Pioniere der Luftfahrt, wurde am 5. Februar 70 Jahre alt. Ein geborener Bayer, fand er seine Erziehung in der früheren könig- lich bayerischen Pagerie und absolviert« dann die übliche Ofsiziers- laufbahn, um als Major 1907 zur Disposition gestellt zu werden. Schon während seiner Dienstzeit hatte er sich mit mathemadischen, physikalischen und technischen Studien beschäftigt. Im Jahre 1889 gab er sein erstes großes Werk über die „Mechanik des Vogelfluges" heraus. Parseval suchte, im Gegensatz zu Lilienthal, den Brüdern Wright und den französischen Flugtech- nikern, die Eroberung der Lust mit den ,Leichter-als-die-Luft"- Apparaten, also mittels der durch Gas gefüllten Ballons zu er- reichen. Sein erster großer Erfolg war ihm im Jahre 1897 be- schieden, wo er gemeinsam mit von Sigsfeld und Riedinger seinen später zu Weltruhm gekommenen Drachenballon fertigstellte. Im Berliner Volksmund hieß der Ballon kurzweg ,chie Wurst". Sein erstes eigenes Luftschiff konnte er 1900 dem damaligen preußischen Lustschifserbataillon vorführen. Es besaß 2300 Kubikmeter Gas- inhalt bei 48 Meter Länge und 8,57 Meter. Durchmesser. Zum Antriebe diente ihm ein 86 PS starker Daimler-Motor. Dieses Luft- schiff, wie olle späteren Konstruktionen Parsevals, im Gegensatz zu Zeppelin, nach dem unstarren System gebaut, vollführte 1906 elf gelungene Aufstiege auf dem Tegeler Schießplatz. Neuartig lvar die Aushqngung der Gondel, deren senkrechte Seil« soviel Spielraum besaßen, daß die Gondel vermittels Rollen bug- und heckwärts gerollt werden konnte, wodurch eine etwa notwendig werdende Gleichgewichtsverteilung erzielt wurde. Tteu war auch der zum Antrieb dienende Propeller, dessen Flügel in ruhendem Zustand schlaft herunterhingen: er war aus Stoss. Das Luftschift wurde im gleichen Jahre von der gerade gegrüi deten Lustschiss-Swdiengesell- schast erworben, vergrößert und ausgebaut. Im Jahre 1908 nahm die Luftfahrzeug G. m. b. H., die aus der Studiengesellschaft hervorgegangen war, unter der Leitung Parsevals den Bau von Lust- schissen fabrikmäßig aus und verkaufte in den folgenden Jahren mehrere Parseval-Lustschiffe an die preußische und österreichische Militärverwaltung. Den Berliner am bekanntesten wird jedoch das Parseoal-Luftschiff gewesen sein, das kurz vor dem Weltkrieg beinahe allabendlich über Berlin flog und Leuchtreklamen auf den Ballon- körper projezierte, eine damals völlig neue Propagandaide«, die ihrer Zeit weit vorauseilte. Für die Rührigkeit und Weitsichtigkeit Parsevals zeugt sein Plan, mit dem Luftschiff eine Nordpolexpedition zu unternehmen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß sich Parseval auch als Konstrukteur eines großen Wasserflugzeugs, wemi auch mit negativem Erfolg, versucht hat. Leider hatte der große Konstrukteur das Mißgeschick, ständig mit seinen kleinen, unstarren Lustschiffen im Schatten der Zeppelin-Ricsen zu stehen und nicht die Beachtung und Förderung zu finden, die er verdient hatte. Leider haben die Bcrhältnisie der Nachkriegszeit diesem alten Vorkämpfer des lenkbaren Luftschiffes jegliche Verwertung seiner reichen Kennt- nissc unmöglich gcniacht. W. H- Tragikomische Technik Ein Mann, dem es im Bett zu kalt war— so lesen wir in einer Berliner Zeitung—, machte sich eine Wärmflasche, indem er ein« der üblichen irdenen Weißbicrkrutcn mit kochcnd-hcißem Wasser füllte. Cr übersah dabei die Explosionskraft der Wasser- dämpfe, die Flasche sprang auseinander und verbrüht« den Mann sch««r. Das Tragikomische an der Geschichte wyr. daß der Mann ZMskki» des Dampfkeffelikberwachungsvereins ist. »» t 1'>« v..-......:•:-> Eine neue Dampfmaschine Sie arbeitet mit Dampf und Gas Die zweite Weltkrafikoiyerenz in Berlin hat erneut die Der- Wendung einer erstmalig von Still angegebenen vereinigten Brennkraft- und Dampfkraftmaschine als Mittel zur Steigerung der Vrennstofsau-imtzung in Kraftmaschinen erör.ert. Diese, die Wirkung eines Verbrennungs«(Oel-, Benzin-, Gas-) Motors und einer Dampfmaschine in einem vereinigende kom- binierte Moschine ist im Prinzip eine Kolbenmaschine mit doppelt- wirkendem Zylinder; auf die eine Kolbensete wirken die V e r- brennungsgase, auf die andere Seite der Wasserdampf, SMc cr/lc molorrad-UleiUerin Frau Luise Kaske aus ZerpensMeuse in der Mark hat im Januar dieses Jahres ihre Prüfung ah Motorfahrzeug- Mechanikermeister mit dem Prädikat Gut bestanden. Wie uns mitgeteilt mird, haben an der Prüfung noch drei männliche Personen teilgenommen, die sich aber alle von der Frau Meisterin etroas oormadien lassen mußten. Der Vorsitzende der Prüfungskommission hob in seiner Rede heroor, daß Frau Kaske die erste Meisterin der Provinz Brandenburg in diesem Geroerbe ist. Es oerdient Beachtung, daß die neue Meisterin bereits seit über zehn. Jahren im Beruf steht und seit siebeneinhalb Jahren selbständig ist, daß sie ferner alle ihre Zeichnungen selbst anfertigt und bereits vor Jahr und Tag die Gehilfenprüfung als Mechaniker und Motorfahrzeugsdilosser — ebenfalls mit dem Prädikat Gut— bestanden hat. Sie sieht im 25. Lebensjahre. den die Abwärme der Verbrennungsgase in dem zu einem Dampf- kessel erweiterten Zylinderkühlmantel erzeugt. Bei der neuerdings von Dr. Merkl-Wien entwickelten Konstruktion dieser Brennkrast- Dampfkraftmaschine wird das Kühlwasser zum Zwecke der De» dampfung unter hohem Druck durch die Kühlräume gepreßt und dort erhitzt. Das hocherhitzte Wafler wird ähnlich wie das Treib- öl, z. B. bei Dieselmotoren, Nüttels besonderer Einspritzpumpe in den Zylinder gespritzt, wo es infolge der Ueberhitzung explosions- artig oerdampft und wie ein verpuffender Brennstoff wirkt. Der kombinierten Wärmekraftmaschine wird eine erreichbare gesamte Wärmeausnutzung von etwa 08 Proz. zugeschrieben; eine besonders wertvolle Verwendungsmöglichkeit scheint sich ihr bei der gegenwärtig besonders aktuellen Verfchwelung der Roh- b raunkohle zu eröffnen, da sie das anfallende Schwelgas und den Teer im Brennkraftteil auszunutzen gesta.tet. Als Kolbenmaschine wird sich ihre Anwendung aus dos Gebiet kleinerer und mittlerer Leistungen beschränkeil. 6000 Bilder pro Sekunde Ein neuer Photo autnahmeapparat Die sogenannten Zeitlupenaufnahmen geben einen relativ schnell verlaufenden Vorgang verlangsamt wieder. Bei Aufnahmen von Sport- und Arbeitsbewegungen von Menschen und Tieren genügt eine etwa fünffache Verlangsamung(„Zeitdehnung"), ein Zahlenwert, der sich aus dem Verhältnis von Aufnahme- zu Wicdergabegeschwin- digkeit ergibt. Bei vielen für Wissenschaft und Technik interessanten Vorgängen reicht eine fünffache Zeitdehnung bei weitem nicht aus, um alle Einzelheiten des zeitlichen Verlaufs erkennen zu können. Hier muß Zeitdehnung in größerem Maße vorgenommen werden. Man kann zwei Arten von Ausgaben unterscheiden: Die Erforschung der Arbeitsbewegung von Maschinen und Apparaten zur Aufdeckung von Fehlern und Unvollkommenheiten(z. B. Motorbewegungeii, Federschwingungeil, Schaltbewegungen, Kontaktbewegungen wie z. B. bei einer elektrischen Klingel) und die Erforschung schnell verlausender physikalischer Vorgänge, deren Kenntnis der Wissenschaft und Technik neue Wege eröffnet(z- B. elektrisch« Funken und Lichtbögen, Explo- sionen). Mit der Lösung dieser Aufgaben beschäftigen sich die interessierten Industrien schon geraume Zeit. Bei einem Besuch des Forschungs- institutes der AEG. in Berlin konnte man«inen zur Verwendung in der technische? Industrie besonders verbesserten Zeitdehner nach R. Thun in Arbeit sehen, der bis zu 0 00 0 Bilder in der Sekunde aufzunehmen gestattet. Gibt man«inen mit diesem Zeitnehmer aufgenommenen Film durch einen Projektor mit zehn Bildern in der Sekunde wieder, so sieht man den aufgenommenen Vorgang mit 0000: 10. d. h. OOOfacher Verlangsamung vor sich gehen. JSill man nun genau wissen, mit welcher Geschwindigkeit und in r Form eine schnelle Bewegung, z.B. eine Federschwingung erfolgt, so wird der Bewegungsvorgang Bild für Bild ausgcmessen und in einer„Weg-Zest"-Kurve dargestellt. Derartige Kurven decken fehlerhaftes Arbeiten von Maschinen auf und liesern Anhaltspunkte zu Derbesserungen, was man an zahlreichen Beispielen, die vorgeführt wurden, beobachten konnte. bleues in der Tedinik. Biegsame» elektrische» Zsolakionsrohr für Unter putzoerlegung. Ein neues Verlegungsrohr, das äußerst schnelle Montage gestattet und beträchtliche Kosten erspart, ist neuerdings von«iner Elektro- großfirma in den Handel gebracht worden. Das Rohr ist biegsam und paßt ssch daher ohne weiteres den ausgestemmten Kanälen an: Biegewerkzeuge sind überflüssig, und auch ein Abmessen der einzelnen Längen beim Verlegen ist nicht«rsorderlich, da sich das Rohr ohne Mühe kürzen läßt Das Einziehen der Drähte begegnet keinerlei Schwierigkeiten, da die biegsamen Rohre in den Bogen st«ts volle lichte Weite bewahren. Die einzelnen Rohrlängen lassen sich mit der Hand zusammenmuffen, und das Dosensetzen gestaltet sich äußerst bequem; Überhaupt sind bei Anwendung des biegsamen Rohres keine Werkzeuge erforderlich. Das neue Rohr wird in Ringen geliefert und ist daher leicht transportierbar. Ein automatischer Kochtopf. Ein neuer elektrischer Kocher, der soeben auf dem Markt erschienen ist, löst das Problem der Ein- und Ausschaltung des Stromes auf eine ebenso> einfache wie originelle Weise: ein Längswulst am Boden des auf drei Beinen stehenden Kochers ermöglicht es, den Topf hin- und herzukippen. Dadurch wird ein innen«ingebauter Queckstlberjchalter in Tätigkeit gesetzt. Nun ist der Topf so ausbalanciert, daß er ungesüllt nach der Tüllenseit« kippt, in welcher Position der Schalter automatisch die Stromzusuhr sperrt: gefüllt dagegen kippt er nach der Henkelseste, in welcher Lage der Schüller den Strom einschaltet. Der Erfolg ist der, daß beim Ausgießen des Topfes der Strom selbsttätig ausgeschaltet wird, ebenso wenn der Topf, unbeaufsichtigt, so lange kocht, daß sein Inhalt ver- dampft und sein Gleichgewicht dadurch verlagert wird. Andererseits genügt es, den Topf zu füllen, um den Strom automatisch einzu- schallen. Ein Durchbrennen des Heizkörpers ist also unmöglich: auch kann der leere Topf niemals mit eingeschaltetem Strom stehen ge- lassen werden.' Sicherer Riementrieb bei Maschinen. Das natürliche Schleifen der Treibriemen auf den Scheiben hat die Bildung statischer Elek- trizität zur Folge, die abgelestet werden muß, im, die Bildung von Entladungssunkcn und damst eine Feuergefahr auszuscheiden. Man hat hierfür oersucht, auf dem Riemen einen Ueberzug herzustellen, der Elektrizitätsleitcr ist oder auch eine Drahtgaze benutzt, die so auf- gehängt wird, daß sie den Riemen berührt und damit erdet. Alle bisherigen Verfahren sind aber nur bei sorgfältigster Bctriebsübcr- wachung zuverlässig. Ein neuartiger Riemen sieht längs jeder Außenkante Kupferdrahtstreiien vor, die eine ständige Berührung mit der Oberfläche der Riemenscheibe sichern Die aus den Riemen gebildeten statischen Ladungen werden von diesen Kupjerdrähten zur geerdeten Riemenscheibe geleitet und dadurch unichädlich gemacht. Bei richtiger Erdung der Maschinen dürste die Gefahr einer Ent- ladung statischer Elektrizität ausgeschlossen sein. Skihülten mit Blinklichtern. Eins haben die praktischen Amen- kaner mal wieder den Europaern voraus. Sie haken ihre Siihütten und Gaststätten zum größten Teil mit elektrischen Blinklichtern aus- gestattet, die während der Nachtzeit ununterbrochen in Tätigkeit sind und den Wintersportlern die Annehmlichkest bieten, sich auch nachts bequem im Skigclände zurechtzufinden. Jede Skihütic und Gast- statte Hot ihr besonderes buntes Blinklicht, das den«Portleuten gewissermaßen als Klubmrbe bekamit ist und nach dem sie sich leicht oricMicrc» können. m SivMimd Montag, 9. Februar 1931 1� 3)wßi ��lujnrcu ganm cverHand' Q VO$ f ladt! dlichf als/ Heinrich Memmer °D e r Schlüssel zum Himmelreich. Unter der großen Leuchtkugel des vornehmen Hoteis stand ein junger Mann in einem hellblauen, schon etwas abgetragenen Pullover: der Empfangschef(das hätte er vielleicht nicht tun sollen) überreichte ihm einen Zimmerschlüssel. Kurz vorher war der Mann hereingebraust gekommen: ein Vorderzimwer mit Bad»er- langend. Das Gepäck käme hinter ihm her, sagte er hochfahrend, als man sich danach zu fragen getraute. Jetzt verschwand er mit dem Schlüssel, kaum, daß er sich in seinem Zimmer umgesehen haben konnte, noch der Strohe und andere Menschen traten unter die große Leuchtkugel, die wie ein Planet ihr Licht ausstrahlte: eine gswisie Art Stadtgeschäftsleute(ohne Telephon, ohne Büro), Amüsiermenschen, Exoten, Künstler, Börsenjobber, Fremd«... Diese Leute schnappten ihr« Leib- und Magenblätter von einer Kioskauslage, auf der sich eine bunt« Wiese von Büchern und Zeit- schristen unter dem Planeten ausbreitete, während wir, ich und mein Freund, der Ladenbesitzer, dahtntersaßen. Sie schnapplen nach„Geist" mit derselben überlegenen Selbswerständlichkeit ihres Tuns, wie sie nach Frauen oder Geschäften schnappen. Nach einer Stunde oder onderthalben kam der Pullover wieder vorbei: mit einer tipptoppen Dame. Sie gingen nach hinten in die Bar. Wir konnten sehen, wie sie in einer lauschigen Ecke Platz nahmen... Und er bestellte, bestellte:(muß der Geld haben, dachte ich). Mein Freund war immer noch in Anspruch genommen: nach- dem sich die lektüresuchende Menge unter dem Planeten ein wenig verzogen hatte, kamen die Lektürefabrizierenden. Der Uebcr-Clown mid Clown-Gott Sherry stürzt« wie ein Rachegott heran, weil. Himmeldonnerwetter, seine welterschütternden Me- moircn nicht in der Bordersront der Bücherwiese standen, 20 Exemplare Minimum. Auch andere Autoren ersuchten höflich oder pomp- hast in die ihnen gebührend« Evidenz gestellt zu werden— es gibt (nach ihren eigenen Aussagen) nur erstklassige Autoren. In der Bot wurde— allen voran der« Pullover mit der tipp- toppen Dam«— währenddes geschlemmt(richtig essen kann eben ein feiner Mann nur in der Bar: der Luxusspeisesaal ist viel zu ordinär— und totlangweilig). Der Ober strahlte wie die große Leuchte über uns, indem er Platten und Flaschen und Flaschen und Platte» auftrug. Die Betrachtungen, die ich über dieses Getriebe anstellte, wur- den unterbrochen von einem schwerbepackten Mann, der vor der Bücherwiese mit Kamera, Filmen und Photographen« Utensilien ohne Ende erschien: er hielt eine Rechnung in der Hand, die von einem mittels 29 Goldboutons zugeknöpften Pagen dem Pullover in der Bar präsentiert wurde.„Warten!" hieß es. Nicht lange und ein zweiter Rechnung-in-dcr-Hand-haltender Gc- schäftsbot« gesellte sich hinzu: i?r brachte Hemden, Unterhosen, Socken, Krawatten, kurz olles was der.„Herr" braucht(einen ganzen Berg davon) für den Herrn(im Pullover)... aber der aß und trank und flirtete und wollte nicht gestört sein.„Warten!" Di« beiden blieben nicht ollein. Allmählich mochte sich ein Bäckerdutzend wartender Lieferanten versammelt haben und zu dem übrigen türmten sich Schuhschachteln, Koffer, Stöcke, Schirm«, Mäntel, Parfümerieartikel und Juwelen unter der Leuchte aus: zur Ab- lieferung und sofortigen Bezahlung gebracht. Der Pullover ließ sich nicht stören: die Boten warteten und er schmauste mit seiner Dame:«ine Viertel-, eine halb«, dreiviertel Stunde... der blaugoldene Pag« kam und ging:„W arten, warten" hieß es und immer wieder:„Warten, warten!" Die Verkehrsstörung zwang schließlich den Hoteldirektor einzuschreiten.„Hat der Herr schon bezahlt?" fragte er den Ober. „Der Herr ist noch nicht fertig!" war die Antwort. Nun, die Geduld eines Hoteldirektors nimmt auch einem zahlungsfähigen Gast gegenüber einmal«in End«.„Darf ich um die Begleichung der Rechnung bitten?" flüsterte er schließ- lich, diskret hinter den Stuhl des Pullovers tretend. « Nein, zahlen tonnte der Pullover nicht: momentan nicht, aber der Hotcldirektor möge ihm, bitte. 100 0 Mark zur Abfertigung der Geschäftsleute da draußen vor st recken, höhö, gleich käme das Gepäck. Bei näherer Untersuchung erwies sich, daß der Pullover nicht einmal die lausigen 170 Mark für die Barzeche bei sich hatte, er besaß überhaupt keinen Pfennig Geld, so wenig wie einen Ueberrock oder Hut... er besaß— nur den Hotelschlüssel. Aber dieser Schlüssel hatte«in« magische Wirkung ausgeübt. Mit diesem Eblem« des Luxusshotels) hatte sich der Pullover eine Braut angeschafft und alles, was ein„Herr" gebraucht, um komplett zu sein. Wäre der Direktor nicht dazwischengesahren— wer iveiß, vielleicht hätte er die ganze Stadt aufgekauft. Wie er dazu käme und was er sich eigentlich dächte?, fauchte der Hoteldirektor ihn an, als man sich im Direktionszimmer allein gegenüberstand. O. gedacht hatte sich der Pullover gor nichts oder doch nicht sehr viel. Denn— stellte sich bald heraus— er war ein wenig irr im Geist, dieser Pullover. Jedenfalls wurde dem Pullaver der Schlüssel zum Hotelhimmel abgenommen und es kam dafür ein anderer in Verwendung: der von der Gummizell« oder so. Der Gang über die Straß«. ..... Es ist nur ein Gang über die Straße!" hatte ich zu dem jungen, unerfahrenen Geschöpf gesagt: und seither frage ich mich Tag und Nacht, was ein Gang über die Straß« für einen Menschen eigentlich alles bedeuten kann... Ein Mann mit einer Krücke, sprach am Tisch, neben dem ich mich niedergelassen, mit so sonderbarer, zittriger Stimme, daß ich unwillkürlich die Ohren spitzte: „Sie schob also los über die Tauentzienstrahe mit dem dummen, unwichtigen Brief, in dem ich ihren Eltern auf dem Land« mitteilte, daß sie wohlbehalten angelangt sei... ein gutes liebes Ding, das man mir anvertraut hatte... und ich sehe iwch, wie ihre blauen Landmädchenaugen entzückt auf den blauen Kasten aus der anderen Sttoßenseite gerichtet waren. Frohgemut tauchte sie in die Menschenstut(sie war ja ein geschicktes Mädchen) und fort war sie..." .lind nun sind es vier Tage her und sie liegt unter der Erde , M) täm kanniiiiiiiinittitiiitiiiinitiHiiiiniiitiwi»KttiiiiiiinnintuitiimniimiiinitinniuMi«tniinnHitiuititittiitiuutiuiituitttffliutuiiiiiniiitttuiitintiniiiittiiiwwniimNiiuuiiiiii«uiH ERZÄHLT VON YORICK Vanderveldes Konkurrenz Was muß die junge Frau vor der Ehe wissen? Herr Bichl aus Budapest, selbst also keine junge Frau, sondern bejahrter und angesehener Buchhändler, versprach es mitzuteilen. Gegen Einsendung von vier Pengö, also etwas über drei Mark. Diskret verpackt. Viertausend junge Frauen fanden sich, die da glaubten, nicht zu wissen. Sie zahlten und erhielten das Buch postwendend zugesandt. Es war— ein Kochbuch... Einige von den Viertausend gingen zum Kadi und verklagten Herrn Bichl wegen Betruges. Sie hätten ganz was anderes wissen wollen. Der Kadi sprach Herrn Bichl frei. Die Kochkunst, so argu- mentierte er, sei für eine gedeihliche Ehe tatsächlich wichtiger als die Kunst, die die Damen aus dem Buch« hatten lernen wollen. Na...? Spitzel der Liebe Das„Matriarchat', die Fraucnherrschaft, hat in Amerika wieder eine neue Blüte getrieben. Nicht genug damit, daß einem in den Staaten ein harmloser Kuß recht teuer zu stehen kommen kann— jetzt wird Amor schon bespitzelt! Und das geht so zu: daß dir in der Ü-Bahn ein reizendes, also ein wirtlich reizendes Mädchen gegenübersitzt, ein Mädchen, das sich deinen werbenden Blicken nicht im mindesten entzieht, so daß du vom Blick zum Wort schreitest und ihr folgst und sie auf der Straße ansprichst. Und dann— liegst du plötzlich auf dem Pflaster, und irgendwo schmerzt es: und falls du Sportler bist, kannst du ohne Mühe feststellen, daß die begehrte Dame sich vorzüglich auf Jiu-Jitsu versteht. Und ehe du dich noch erhoben hast, steht schon ein Wachmann vor dir, oder ein Zivildetettiv, der die Dame unauffällig begleitete, und du wirst aus» geschrieben und verdonnert. Also gehts her, ckber(damit keine Irr- tümer entstehen und du nicht die Flucht ergreifst vor jedem netten Mädel!)— aber nur in New Zork... Spatzenmarchen Es war einmal ein großes Spatzenvolk, das lebte in der Stadt Marseille. Den Spatzen ging es nicht besser als den anderen armen Leuten von Marseille; ihre Nester waren nicht weniger verwahrlost und baufällig als di« Häuser in den engen Gassen, die Nahrung, die es in den stinkenden Rinnsteinen gab, war schlechter zu nennen als die Nationalsuppe von Marseille, die Bouillabaisse, und das Gefieder war grau und zerrupft wie Lumpen. Pan den Reichtümern, welche die Schiffe vom Orient herüber in den Marseiller Hafen brachten, fiel für Spagen und Arme nichts ab; sie waren zur Dürftigkeit und Unanfehnlichkeit verdammt, und die Menschen sind«s noch heut«— was ober die Spatzen anbetrifft, so hat sich da etwas Merkwürdiges ereignet. Eines Tages, das war Ende Juli neunzehnhundertund- dierzehn, lief nämlich ein Schiff in de» Hasen ein, das halte als Ladung eine riesige Schar herrlichster und kostbarster«rotischer Vögel; die waren für deutsche Zoos und Tierhandlungcn bestimmt. Die Spatzenjünglinge und Spatzenjungfrauen umflatterten voll Sehnsucht nach den srenchrassigen Schönheiten die Käfige auf dem Schiff: die ober halten sich trotz oll des verliebten Gezwitschers nicht ge- öffnet— wenn di« Menschen nicht gerade in diesen Tagen einen Krieg angefangen hätten! Well man die bunten Vögel den Deutschen Nicht aushändigen tonnte und wollte, well man sie andererseits ober auch nicht durchfüttern mochte, tat man das Nächstliegende und ließ sie fliegen. Und nun begann für die Spatzen von Marseille, soweit sie noch jung und liebesfähig waren,«ine herrliche Zell; es war ein tolles Durcheinander der Arten, jeder und jede war glücklich, und nur � ein Spatz, namens Josef, der keine abbekommen hatte und deshalb für Rassenreinhaltung eintrat, irrte wütend und schilpend herum... Wohl fand diese romantische Zeit ein trauriges Ende: die Schön- hellen aus der Fremde starben ob des ungewohnten Klimas; was aber blieb, das waren die Kinder aller dieser Ehen. Diese Kinder waren Spatzen nach Figur und Gemüt, ober in ihrem grauen Kleid sonden sich überall kleine, bunte Verzierungen, bald eine rote Haube, bald ein blaues Federchen, ja daß zwölf Jahre nach Kriegsende sogar die Ornithologen aufmerksam wurden und die ganze Geschichte er- mittelten. Die Freude ob des netten Naturspiels war ollgemein groß; ärgerlich Ist die Sache nur für den Sperling Josef, der nun keine rassenreine Partei mehr zusammenkriegt... Wochenragout Nach dem onderthalbstündigen Referat eines Nationalsozialist!- schen Lersammlungsredners in Gießen brach der Diskussionsredner, ein Universitätsprofessor, beim Betreten des Rednerpults durch die Bretter.— Sehr erklärlich! Bretter pflegen immer zu brechen, wenn sie sich anderhalb Stunden lang gebogen haben! Im Münchencr Prinzregenten-Theoter wurde der Tell äls Schüleroorstellung gegeben; dabei fiel es einem Jungen ein, an Stell« des Händeklatschens— zu pfeifen! Der Schauspieler Ulmer hielt«ine ebenso improvisierte wie empörte Ansprache und forderte strenge Bestrafung des Schuldigen.— Wie man hört, hat Minister Frick dem hosfnungevollen Jüngling eine Freistelle mit Garantie- abitur an einem thüringischen Gymnasium angeboten. Er will sich einen derartigen Nachwuchs, der später gewiß bei Film- skandalen usw. seinen Mann stehen wird, nicht entgehen lassen... In Frankreich gibt es einen„Verband der freien. beruslich tätigen Frauen', der in diesem Jahr auch einen Literoturpreis verteilte; er fiel auf ein von einer Frau geschriebenes Buch mit dem Titel„Das phllogynische Institut'. Wenn ein Ver- band mit einem so klingenden Namen ein Buch mit einem so klingenden Titel preiskrönt, dann kann man es wohl getrost für eine öffentliche Bibliothek erwerben— so dachte der französisch« „Verband für Frauenstimmrecht' und erwarb es für feine Bücherei. Und dann wurde es ausgeliehen, und dann— war der Skandal da; denn dos Werk empfahl zur Bekämpfung der Geschlechtsnot und zur Durchkämpfung der Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern die Errichtung von— Freudenhäusern für Frauen.. Moral: Du sollst die Fremdwörterbücher nickst verachtenl Hätte die verantworllich« Bibliothekarin ein solches befragt, dann häüe st« herausbekommen, dckß unter einem„phllogynischen Institut' ei» Institut für Frauenliebe zu verstehen ist... Merkwürdig ist: daß man in England zwei junge Leute als ver- mißt suchte, schließlich als tot betrachtete und nach Jahren in einer kleinen Stadt als glückliches Ehepaar auffand— was nur passieren konnte, weil man in England keine polizeiliche Anmeldepflicht kennt; daß dagegen in Frankreich die diesbezüglichen Bestimmungen sich sogar auf Frösche erstreck«'!: wer auch nur drei Frösche auf der Bahn transportieren will, muß Papiere über Herkunft, Bestimmungsort, Gewicht. Datum des Transports und Name des Besitzers der Tiere aufweisen können; daß in Poris ein vierzigsähriger Kausmann vor Gericht stand, d«r aus Abscheu vor Vollbart«» jeden Dartträger angeredet und einen, der von seinem Bort nicht lassen wollte, sogar daran gezaust hatte; während das gleich, Gericht wegen Bigamie einen Neger verurteilte, der erst vor sechs Wochen nach Paris ge- kommen war und bereits zwei weiß« Frauen geheiratet hotte.. eBuch llnfer Programm Es ist an dieser Srelle des öfteren darauf hingewiesen worden, wie groß der BUdungswert photographischer Sammcl werte ist, die sich auf einen Gegenstand konzentrieren. Wissenschaftszweige wie Naturwissenschaft und Technik, in deren Art es liegt, mir«inen kleinen Kreis zu interessieren, werden auf diese Weise auch einer breitere» Masse nähergebracht. Ist erst eimnal da» Interesse geweckt, dann ist der Schritt van der oberflächlichen zur intensiven und dauernden Betrachtung nicht mehr so weit. Der Dietz-Berlag versucht nun in einem 80 Seiten starken Bändchen„Unser Programm in Wort und Bild' di« Methode des Anschauungsunterrichts auf das Heidelberger Pro« gramm der Sozialdemokratischen Partei anzuwenden. Mit Recht sagt Hermann Müller-Franken in einem Vorwort: .Zur Sozialdemokratischen Partei kann nur gehören, wer ihr Programm onertenilt. Für die Partei ist das Programm das Band, das über die Tagespolitt hinaus die Millionen ihrer An- Hänger einigt.' So selbstverstäirdllch deswegen die Forderung ist, daß olle Mit- glieder der Partei das Programm grüirdlich kennen, so notwendig es ist, dieses Programm auch an die Indifferenten und an die Gegner heranzubringen, so schwierig ist doch die Erfüllung dieser Ausgaben. Ein Programm ist notgedrungen die äußerst konzentrierte Zusammenfassung komplizierter Gedankengänge. Nun darf man zwar dem Heidelberger Progranun nachrühme», daß es außero/�ent- lich klar gehalten ist, aber es liegt in der Natur der Sache, wenn eine Beschäftigung mit ihm nicht gerade zu den Alltäglichkeiten einer breiten Masse gehört. Dem abzuhelfen ist das uorliegende Bilderweck durchaus ge- eignet. Es liefert den Schlüssel zur Lektüre des Parteiprogramm-. Die Lösung des Problems: Aufschließung des Progrannns durch photographischen Anschauungsunterricht war schwieriger als bei naturkundlichen, technischen oder architektonischen Bildwerken, bei denen das Material ohne wefteres gegeben ist. Hier galt es, aus der Gefamtwclt der Gegenwart oder einer nahen Vergangenheit dasjenige heraus- und gegenüberzustellen, was Zustände und Ford«- Hingen zur Ueberwindung krankhafter Zustände syiickalhaft be- leuchtet. Man konnte zu diesem Zweck die graphische Darstellung und di« unmittelbare Anschauung photogrophierter Wirklichkeiten verwenden. Friedrich Wendel, dem die Meisterung dieser Aufgabe qdlag. hat hauptsächlich den zweiten Weg gewählt. Und er tot recht daran unter dem Gesichtswinkel, daß es hier darauf ankam, das Programm solchen, denen die Last des Alltags die Beschäftigung mit Dingen der sozialen und wirftchaftllchen Wissenschaft versagt, zu einem Erlebnis und zu lebendigem Besitz werden zu lassen. Wenn z. B. auf Seite 26/27 im Zusammenhang mit dem Satz: ,.Indem die Arbeiterklasse für ihre eigene Befreiung kämpft, vertrit! sie das Gesamtinteresse der Gesellschaft gegenüber dem kapitalistischen Monopol' ein �Vorwärts'-Kops gezeigt wird mit der Forderung: sticht Nationalsozialismus, sondern International- sozialismus', wenn zwei dick durchstrichen« Kriegsbilder (Fronttruppenparade vor dem ehemaligen Kronprinzen, Auslauf der englischen Kriegsflotte) und lm Gegensatz dazu«in« Zeichnung von I. Belsen die friedliche Internationale der Arbeft symboli- sterend gezeigt werden, so wird es auch«inem Kinde klar, was die Sozialdemokratie will und was sie verwirst. Auf dies« Wesse wird der Ideengehalt und der Äecilismus des sozialdemokratischen Partei- Programms Stuf« für Stufe verdeutlicht. Man muß zu diesem ersten Bilderheft der Partei unbedingt Ja sagen,«s weist die Bahn für einen Weg. der über da« Aug« zum Herzen des Menschen(sei«r nun Parteimitglied oder noch nicht) führt und der sortgesetzt werden sollte.„Unser Programm in Wort und Bild" gehört in jedermanns Hand. Wer für den zweiten Mann wirbt, sollte es nicht vergessen. Tepere. ,-» Oer Reichstag in Itort und 3$ild In der S cha u b sich er r e i h e des Orell Füßli-Verlages, Zü- rich, erscheint soeben ein neues Bändchen„Der Reichstag tritt zusammen', das der Bibliothekar des Deutschen Reichstags, Paul Kirschner. eingeleftet und zusammengestellt hat. Die Einleftung ist sachlich und klar geschrieben und gibt einen kurze» Ueberbltck über dl« Rechte und Pflichten der obersten Volksvertretung. Das Bildmateriol versucht Einrichtungen unlt handelnde Personen im Reichstag zu Illustrieren. Dabei fällt das große Interesse auf. das der Herausgeber der Nationalsozialistischen Partei entgegenbringt. Ein Bild zeigt„die neuen nationalsozialistischen Abgeordneten in Hitler-Unlsorm', alle schweigend und onfmerksam — wem, wird nicht Nor—.zuhörend, sicherlich ein ganz einmaliges Bild. Wir dürfen aber auch führende Männer der Nationalsozia- listischen Partei, nämlich Gregor Straßer, Göring, Frick und S t ö h r in rührend gesteifter Pose bewundern. Herr Joseph Goebbels dagegen, dessen urd.'uftche Gesichtszüge immer wieder Sympathie auslösen, unterhält sich auf einem anderen Bild>nu seinem Parteifreund F r a n z e n, von dem Kirschner nur zu berichten weiß, daß er im Krieg« den rechten Arm verloren hat! Rodau, Lärmszenen, pfui, so etwas gibt es nicht im Deutschen Reichstag, das ist alles von der jüdischen Press« erfunden. Fensterscheiben- krawolle? Alles längst vergessen. Nein, dreimal nein, so ist dieser Reichstag nicht zusammen- getreten! dl. Tlieki Jlnnm:„'Zirifrtteniall in Xohitini&vl" Virtuose Technik de« llllstemromans. Bicki Baum meisterte sie bereits in ihrem ersten Buch. Alles wird sanft gestreift und könnte zeftkritssch bearbeitet werben. Worauf kommt es an? Ein Buch zu schreiben, da? all« interessiert und nirgends wekanschrnrlich oder moralisch anstößt. Etwas mondänes Parfüm und viel Bemberg- seid«. Beinahe Ehebruch, aber Im Unterhaltungsroman darf ihn sich der Held oder die Heldin nicht leisten. Do, könnte anstößig wirken. Ueberall werden die Fühler ausgestreckt, alles wird leise gestreichelt, ober mir gestreichelt, denn rührt man ernsthaft an die Dinge, so verlieren sie Ihie Harmlosigkeit. Gute Crzählertechnik, viel Unterhalluna und eine prägnanle Menschengestaltung, die größerer Ausgaben würdig wäre." r— t, Die Finnen führen weiter bei der Arbeiterwinterspori-Olymplade ZNürzzusMog. 9. Februar.(Eigenbericht.) Die Befürchtungen, die dag Tauwetter für den Eislaufplatz uird für die Sprungschanze hervorrief, waren am Freitag durch ein prächtiges Winterwetter beseitigt. Schon in der Nacht siel das Thermometer und am Mongen herrschte starker Frost. Schon lange vor Beginn der Wettbewerbe im Schnell- und Kunstlaufen hatten sich tausende Zuschauer auf dem großen, in reichem Fahnenschmuck prangenden Eislaufplatz eingefunden. Die Finnen zeigten sich wieder als die überlegenen Meister des Wintersports. Zuerst fand das Sgy-Meter-Eisschnellaufen statt. Schon bei diesen, Lauf sah man, daß alle startenden Finnen den Oesterreichern, Letten und Deutschen weit überlegen stnd. Der Finne virlanen lies nur etwa 5 Sekunden länger als die Vellbestzeil im Soo-Meter-Eisschnellaufen ist. Dabei muß man in Betracht ziehen, daß das Eis zwar hart, aber durch das Tauwetter doch ein wenig mitgeirammen und rauh war und außerdem von einer leichten Schneeschicht bedeckt war. was die Geschwindigkeit de.r Eisläufer wesentlich beeinträchtigte. Einen spannenden Kampf gab es im 5900- M e te r- E i s s ch n e ll- laufen zwischen dem Finnen F l i n ck Kalle und dem Letten Bitthofss Roberts. Flinck Ist 31. Bitthafss 42 Jahre alt. Es gelang dem Finnen, nach einem aufregenden Endspurt den Letten um 4 Sekunden zu überholen und den Sieg an sich zu reißen. Während dos Eisschnelläufen vor(ich ging, wurden in der Mitte des Eislaufplatzes die Pflichtübungen im Eiskun st laufen für Männer und Frauen(Einzel) durchgeführt Bei diesen Weit- bewerben handelt« es stch weniger un> einen Länder- als um einen Städtekampf, nämlich um die Vertreter der Städte Berlin, Riga und Wien. Gleichzeitig fand auf der Rodelbahn der Wettbewerb liir Kinder, die über ein« ein Kilometer lange. Bahn fahren, statt. Um dieselbe Zeit siorleleo die Sporklerionen zum 4'KIlometor-Ski. Langlauf. Auch in diesem Wettbewerb konnte Finnland den Sieg für seine Färb« erringen, indem die finnischen Sportlerinnen die ersten drei Plätze besetzten. Wir bringen nachstehend die Resultate der vormittägigen Wettbewerbe: 4-km-LaiigIauf für Sportlerinnen Rteleinacn« fielt Eiart-Nr. Name lLsndi I. iejsn N Lotinen, tzmvi(i?lnnlan&) 2. nm S strclroUn, Eiter(TmnTanb) .1. 1S2W 13 Suoanta, Allisa'SinnlonD) 4. 13,40 14 Äadlilh, llrieda'Oesterreich) 3. 13.40 3 Deutsch. Hedi(Oesterreich) 6. 15,10 o StaniloBo,?»,«»« IDraa. Dschech.) 7. 1.5,1« M Norouch, Serina(Oesterreich) 5!. IS, 07 iL Nichier. Selen«'Änstia. Dsch«ch.) !>. 10,10 1 Gumvold, Luis«'Oesterreich) 10. 16,40 34 Bidanis, iPofa(Oesterreich) Bon den 33 gemeldeten Sportlerinnen stellten sich alle dem Starter. 32 gingen durchs Ziel, eine Sportlerin schied aus. Der Punkt» st and dar Länder ist nunmehr folgender: Finnland 35 Punkte, Deutschland 11 Punkte. Oesterreich 9 Punkt«, Tschecho- siowakcchPrag 1 Punkt. Ergebnisse im EisscbneUanfen 300 Met«,! Sirttttwn(Finnland)*8,4; Di Iii(Finnland) 4a, ♦: Flinit(Finn- lanl») SOA; Bittliofs(Lettland) 52,1: Dal«'Lettland) St/,; Selmcr'Orster- relch) 1 in 2: Sastaeb(Oesterreich) Leulaed(Oesterreich) 1:08,1; gep. meist I(Deutschland) 1:1». 30U0 Mete,! Vidi'Finnland)»!Z0: Vir'oncn(Finnland) 9:28,1; Ftinck (Finnland) 9:42 4; Diitlwlö(Lettland) 9:47; Mandl lOestrrreich) 13:02; meist,(Deutschland) 13:31,4. Bei d«n Pflichtübungen, die vormittags stattfanden, er- hielt im Kunsteislauf für Männer A i l n i n s, Lettland, 141 Punkte und wurde Erster. Es folgten Schlichtinger, Oester- reich mtt 133 Punkten, Aigner, Oesterreich, mit 133,7 Punkten, Schima, Oesterreich, mtt 105.4 Punkten. Beran, Oesterreich, mit 104,5 Punkten, Milk», Deutschland, mit 103,5 und Fleischmann, Oesterreich, mit 102,5 Punkten. Im Franenkun st lausen erhielten die Oesterreicherinnen Gönner 32,6 Punkte, Ricker 28 Punkte, Ronay 27,9 und Adame k 18,1 Punkte. Das bisherige Qcsamtklassement: Bei den bisher durchgeführten Konkurrenzen rangleren die Länder in nochstehendar Reihenfolg«: 1. Finnland 72 Punkte, 2. Deutschland 12 Punkte, 3. Oesterreich 12 Punkte, 4. Lettland 8 Punkte, 5. Tschechoslowakei-Prag 1 Punkt. 3. DWV.-Wintcrsporifest Mossenauimarsch der Republikaner in Frauenwald(Thür.) AS. Frauen wald. 9, Februar.(Eigenbericht.) Das 3. Republikanische Wintersports« st in Frouenwald ist ein Massenaufmarsch republikanischer Winter- sporiler und zugleich eine große republikanische Kundgebung ge- wesen. Aus allen Gauen und Bezirken Deutschlands und auch aus Tirol trafen sich die Äkifportter und aus ganz Thüringen ftrömlen die Anhänger und Mitglieder republikanifcher Organisationen zu- fammen. Mit welch wütendem Haß die dürgerlich-reaktionären Wintersporlorganisotionen die Entwicklung dieser Spitzenorganisa- tion der republtkonifchen Winlerfportler, den Deutschen Wintersport- Verband, verfolgen, zeigte sich so recht, als plötzlich vollllimmen un- erwartet die Genehmigung zur Benutzung der Schmiedefelder Sprungschanze nicht erteilt wurde. Der biirgetUchc Skioerband der Gemeinde«chmicdefcld glaubte dadurch die Veranstaltung unmög- lich zu machen. Obwohl die Gemeinde Schmledcfeld für den Bau der Sprungschanze einen Zuschuß gegeben hatte, glaubten diese Leute Republikaner als Staatsbürger ohne Rechte behandeln zu dürfen. Mit feliener Begeisterung und großem Opfermut wurde von den Reichsbannerkameraden i» Fraueiwoald«in« provisorische Schanze gebaut; die Gemeinde Schmiede- seld hat idem Wintersporioerein den Zuschuß für die Schanz« gesperrt. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch praktische Ski-Lahr. und Traunng»kurse. Am Sonnabend früh trafen die ersten«hui, wonnfifwftftn in Frauanwald«in. Dann riß dar Zustrom überhaupt nicht mehr ob. Au? allen Gebieten und Bezirken, selbst au? dem Zillertal m Tirol, kamen Skisportler, und selbstverständlich rückten die norddeutschen Gau«, Berlin und Gau Magdeburg, besonders stark an. Ein Teil der Berliner Sportler hatten die ganz« Tour»erlin — Frauenwald ixi einem Omnibuswagen zurückgelegt. Sie halten leider recht viel Pech unlerwogs, eimnal sogar eine größere Panne «nd waren dadurch 26 Stunden unterwegs. Es ist selbstverständlich, daß[te nach dieser Strapaze für die harren Endkämpfe in der Meisterschaft wenig Aussichten hatten, lltachdem im Lauf« des Sonnabends auch aus den umliegenden Orten Thüringens Repu- blikaner herbeigeeilt waren, wurde in de» Abendstunden ein Fackelzug durch den Ort veranstaltet und anschließend im Gast- haus«Drei Kronen" ein S p o r t b a l l, der einen so regen Zu- spruch hatte, daß beide Säle überfüllt waren. Die National- sozio listen wollten wieder einmal boweisen, was für dreckig« Kampfmethoden sie haben und schlugen die Scheiben zu einem Schlassaal ein und warfen große Kohlenstücken in die Zimmer. Die feigen Gesellen waren selbswerstäidlich nach ihrer so mutigen Tat im Dunkel der Nacht verschwunden. Die Wettkämpfe Am Sonntag früh, um 8 Uhr, begann die Auslosung der Start- nummern. 285 Sportler stellten sich für die einzelnen Konkurrenzen dem Starter. 914 Uhr wurden die ersten über die Strecke geschickt. In dichten Abständen folgte einer nach dem andern. Die Sirecken waren aus 15 Kilometer für Einzel- und Mannschaftslaus, auf 8 Kilometer für Jugendliche und Altersklasse und auf 4 Kilometer für die Damenklasien abgesteckt. Die Echneelag« war außerordent- lich gut und die Sportler haben auch sehr günstige Resultat« er- zielt. Am Start und Ziel hatten sich viele hundert Zuschauer ein- gesunden, d!« mit großem Interesse dos Sportprogramm oerfolgten. Besonders hart und spannend waren die Kämpfe um den V« r- b a n d s m« ist e r tit« l. Die Mannschaften aus Frauenwald, Suhl und Braunlage(Harz) lieferten sich einen erbitterten End- kämpf. Braunlage verteidigte den Titel und zugleich den Pokal der braunschweigischen Staatsregierung(nickst der jetzigen Razi-Regierung)). Ms erster ging durchs Ziel die Mannschaft Schmiedefeld mtt 52,4 Minuten. Die Schmiedefelder Ski- sporller hatten besonders viel« Startmeldungen abgegeben, schon um damit ihre besonderen Sympathien mtt dem Verband zum Ausdruck zu bringen, dem die Schanz« in Schmicdefeld ver- weigert wurde: 48 Sportler aus Schmiedefeld ollein traten an. Die Sprungkonkurrenzen wurden nachmittags bei gleich- falls großer Beteiligung durchgeführt. A«s»It»t«!(Zli-Mannschaftz-Seländelauf. Strecke 1» ftilometcr: 1. Erbardt- ftTBrntt-ffllabiti(Schmicdelel») 12,4: 2. lSrimm»W.>,-Ilattl. Strecke 12 Kilometer, Souvtriosle: 1. Sans Seiwald(Monrlwfen, Tirol) Ii; 2. Waller Schneider(ffrau-nwaid) 46,7.— Strecke« Kilometer, Duocnb, 18—11.lallte: 1. Kurt Will(ssroueii. tnilb);«.22; 2. S. grobe!(Schuiiebefeld) 30,25.— Iuaend, 10-2l Jabr«: 1. B. Möller(Schmiebefelb) 31.29: 2. W. Sellin(Schleuilnaen) 39,08.— AllersKasse. Uber 3<> nciirc: 1. g.®taf(Sdrmifbcfelb) 89,01: 2. St. Centnann (Berlin) 40,07.— Sti-Tinsellan: für Damen, Streck- 4 Kilometer. A.«la((c, 16—18 Jahre; 1. Erna Schult'Magbebura) 234)1.—»'Klasse, 19—28 Jahr«: 1. Liesbetli Mischer'Salle) 24,01: 2. Elsbctb«laa-(Maabebura) 31,31— O-Kilasse. übet 20 Jahre: 1. Maria Seifert(Suhl): 2.«Sretel«cholz (Hannover) 23,36._ SiRBamn tus&all Rcsul'alc vom 8. Februar Eis und Schnee bedeckten am gestrigen Sonntag die Fußball- selder. Trvichem kamen alle abgeschwi'fcnen Spiele zum Austrag. Im Weißeliseer Stadion spiel.en Weißenjee und Eiche- Köpenick 3:2(2; 2). Ein Unentschieden hätte dem Svialverlouf rechte Bild gegeben. Beide Mannlchajten waren sich voll- kommen gleichwertig. Nachdem die Äöpciricker in der fünfen Minute den ersten Treffer erziellcn, zogen die Weißenjeer fünf Minuten später gleich. In her 1Z. Minute ging Eiche abermals in Führung. Erst einige Minuten vor der Pause gelang den Weißenseern wieder der Ausgleich. Die zweite Spielhälftc sah bald Eiche, bald Weißenfee im Angriff, ohne daß es einer Mannschaft gelang, das Resultat zu verändern. Schon glaubte alles an«in Unentschieden, als es Weißenfee vergönnt war, zwei Minuten vor dem Schlußpfiff den Siegestreffer zu erzielen. Trotz größter An- strengung Eiche» blieb es bei diesem Resultat. Lichtenberg 1 hatte in Wacker-Storkow kaiicn ebenbürtigen Gegner. Die Lichtenberaer gewannen glatt mit 11: 1, nachdem das Resultat bei Halbzeit bereits 6: 0 stand.— Minerva hatte gegen Eintracht-Reinickendorf schwerer zu kämpfen, als es das 5: 2- Resultat besagt.— Britz 88 gelang es. die Schweifsterne mtt 5: 2 (2:2) zu schlagen.— Oberspree konnte noch langer Zett wieder einmal einen Sieg buchen: FTGB.-Osten wurde mit 4:2(3:0) aus dem Felde geschlagen.— Der Neuling der Bewegung. Ein- tracht-Spandau, konnte gegen Sokol unentschieden 4: 4 spielen. trotzdem die Charlottenburger bis zur Pause»itt 3:0 in Führimg lagen.— Butab gewann gegen Varwärts-Wedding sicher mtt S: 2 (2:2).— Lichtenberg IX weilte in Nauen bei Sparta und holte sich eine 7: 2-Nttdcrlage.— Karow spickte gegen Teltow 6: 2(2: 2). Weitere Resultate: Luckenwalde II gegen Hertha 7: 2. Friedenau gegen Dolkssport-Oteukölln 0: 4. Luckenwalde III gegen Jüterbog 13:2.— Zweite Mannschaften: Weißenses gegen Eiche 10: 0. Minerva 28 gegen Eintracht 2: 1. �Lichten- bei-g II gegen Nauen 6:1. Lichtenberg I gegen Wack�r-S>ortow 10: 2. Vorwärts-Wodding gegen Butab 9; 3. Friedenau gegen Volkssport-Neukölln 2: 3._ Waldlauf im Sdince Die Wasscrspoiilcr in den Rchbergcn Im Bolckspark Rehberge, der jetzt in seinem winterlichen Kleide einen prächtigen Anblick bietet, wurde am Sonntag nach- mtttog unter starker Beteiligung der Waldlauf der'Arbeiter- Wafsersportspart« abgewickelt. Kurz vor 15 Uhr starteten die einzelnen Läufergruppen in knappen Abständen zu dem 1000-, IZOO- und 3000-Meterlaus durch das recht hügelige Gelände des Volksparks. Im lOOO-Meter-Lauf der Frauen ging Pu r p s vom RV.„Vorwärts" in 3: 37 als Erste durchs Ziel: dichtauf folgten Preiste und Schulz vom RV. „Eallegio". Bei der Jugend, die 1500 Meter zu bewältigen hott.'. siegte Huckouf vom RA.„ÄolleghT in 5,32 Minuten. Um den zuleiten Platz entspann sich zwiiche» Eollegia und Jalkaufen ein harter Kampf. Beide Läufer ginge» in einem famosen Endspurt im toten Rennen durchs Zielbond. Die oOiXl-Metsr-Kvnkurrenz der Männer bracht» über 70 Teilnehmer an den Start. Das Feld war bald sehr auseinandergezogen,.zwölf Länfer fielen der Strecke zum Opfer und gaben auf. Erster wurde T h! m m vom Reichs- banner mit 10 43,2 Minuten vor Schulze»„Neptuns der 10,45 Mi- nuten benötigte. Den 3. und 4. Platz belegten Neumann< Kami- Union und Pocichke» Freie Schwimmer-Eharlottanburg. Im daraufiolgenden Handballspiel der Ruderer gegen die Schwimmer siegten die legieren mtt ö: 4 Toren, Eisschncllauf-Meisierschaft Ucberall Wintersport Die in letzter Minute nach Berlin verlegten Wettkämpfe um die Deutsche Meisterschaft im Eisschnelläufen nahmen am Sonntag auf der vorschriftsmäßigen Bahn im Fried- richshain mit den Wettläufen über 500 und 5000 Mctcr ihren An- fang. Der Brandenburgische Meister B a r w a zeigte sich in beiden Strecken seinen Mitbewerbern überlegen, von denen der Münchener Sandtncr noch die beste Figur machte. Der recht talentierte Berliner Seelicke kauin im 500-Mter-Lauf durch Sturz um seine Aussichten. Einzelergebnisse: Meisterschaft, 1. Lauf, 500 Meter: 1. Barwa-Berlin 49,9: 2. Sandtner-München 51,7. 2. Lauf, 5000 Meter: 1. Barwa 9:40,3; 2. Snndtner 10:10,8. 1500 Meter für Junioren: 1. Seelicke 2:55: 2. Lötsch 2: 58,3. 10 0 0 Meter für Neulinge: 1. Gloger-Berlin 1:55,3; 2. Kalisch- Berlin 1: 57,5. Die Meisterschaftswettkämpfe werden heute, Montag, mit den Läufen über 1600 und 10000 Meter fortgesetzt. * Das anhaltende günstige Winterwetter gestattete dein Nord- deutschen Skiverband auch am Sonntag die Durchführung eines Skispringens aus der Behelfsfchanze in Onkel Toms ü t t e, an dem 30 Konkurrenten teilnahmen. Der lunge Norweger Astrup stürzte bei 22 Meter und 21,5 Meter und kam damit um den Sieg, der an den Sahzburger Strahal mit 325,3 Punkten (19, 19, 20,5 Meter) siel. Zweiter wurde Szepes(Barl. Schl.-C!.) mit 320,2(20, 19,3, 17,5). In Klasse II belegte Sachs(Skigftde- Bevlin) mit 250,3(17, 15,5, 15,5 Meter) den ersten Platz, bei den Iungmonnen Porep(Skigilde-Berlin) mit 152,2(18 gest., 15,5, 19 gest.) und in der Altersklosse endlich Dr. Stern-Berlin mit 140,9. Die deutsche SNmelsterschast holte sich gestern in Crnsthal in Anwesenhett von nahezu 25 000 Zuschauern zum dritten Male der Deutsche Gustav Müller aus Bayerischzell. Da, fünfte deutsche Stimotorenrennen um die deutsche Meister- schost wurde gestern in Bad Flinsberg auf einer 2400 Meier langen Strecke durchgeführt. Sieger blieb der Deutschböhm« Seidel-Kratzau auf Ariel mit Täuber-Flinsberg als Skifahrer. Thunberg Europameister. Di« in Stockholm ausgetragenen Wettbewerb« um die Europamsisterjchast im Eisschnellauf endeten mit dem erwarteten Siege des Finnen Thunberg, der 201 Punkte auf sich oereinigen konnte. Thunberg lief beispielsweise die 1300- Meier-Strecke in 2:25,8 Minuten, Canada wieder Eishockey-Weltmeister Di« Kämpf« um die Eishockey-Weltmeisterschaft t:t Krynica erreichten am Sonntagnochmittag mit dem Entscheidungsspiel zwischen den'Vertretern von Kanada und Amerika ihren Höhe- punkt. Im abschließenden Treffen setzte sich aber doch die technisch größere Reife der Kanadier durch, die mit 2:0 siegten und damit die Weltmeisterschaft abermals erfolgreich verteidigten. Sofort' nach Beendigung tu?» Turniers haben Sie Vertreter von Schweden und Amerika die Reife noch Berlin ongetmeü, wo sie am Dienstag und Mittwoch im Sportpalast in Zlktion treten werden. Im Spidiernrin�l Ein Erfolg des Cxamaieurs Seelfg Di» gestrig» Leranstaliung des Ständigen Ringes in den Spicherniälen vermochte nicht Übermäßig zu begeistern. Einzig und allein der Berliner Examctteur Seelig zeigte, was wirkliches Boxen heißt. Er beherrschte Alex K' i a u s ch- Berlin in jeder Runde und huchte einen überlegenen Punktsieg. Dieser Erfolg kommt immerhin etwas überraschend, da Kiausch nach der Papier» form nicht ganz ohne Chancen schien. Seelig bekam verdienten Beifall Der wieder im Ring erschienene Richard Kaube konnte gegen den primitiven Karl Heusermann- Stuttgart nicht überzeugen, blieb aber trotzdem nach Punkten siegreich. In dem Kampf des Berliners Vogel gegen Kunow- Hamburg wurde zeitweise recht unsauber geboxt. Bogel war zu ungenau, er hatte de» Hain- burger glatt nach Punkten schlagen, wenn nicht gar über die Zeit zu Boden bringen müssen. Durch die Unentschlosscnheit> Vogels kam«s zu einem Unentschieden. Im Revimchekamps der Schwergewicht« siegte der Berliner Horst H i n z m o n n über.Karl W a l t e r-Berlin noch wenig aufregenden Runden noch Punkt«». Ein schnelles End« nahm das Treffen der Leichtgewichte Kos- l o w s k i» Berlin und W o j a'h n- Nowowes. Wojahn mußte be- vetts in der ersten Runde den Kampf ausgeben. Reil- und Fahrhirnicr Am letzten Tage des Reit- und Fahrturniers kam am Nachmittag vor überfülltem Haufe der Preis von Deutschland zum Aus- trag. Er wurde zum harten Kampf der Notionen, die alle durch Offiziere in Uniform vertreten waren. Die kühlen Schweden wurden derartig nervös, daß zwei ihrer Vertreter«ine falsche Bahn ein- schlugen und ihr Land dadurch stark ins Hintertrefsen kam. Das gleiche Pech hatte ein holländischer Reiter und danun spielte sich der ollerschärfste ÄHNpf zwischen Deutschland und Italien ab. Deutsch- land schien vielen Besuchern dadurch etwas benachteiligt, weil auf der Suche nach den besten Reitern(eine solche Wahl wird srelltch nie ganz widerspruchslos erfolgen können) zwei Pferde ihrer gc- wohnten Reiter«nidehrten. Sieger blieb Italien mit 33 Spring- fehlern vor Deutschland mit 35)4, im ziemlichen Abstand folgten sodann Holland mit 82% und Schweden mit 94M! Fehlern. Bei dem Stechen zwischen den beiden besten Pferden Mascotte unter Oberleutnant D. van Schcik(Holland) und Crlspa unter Oberst- leutnont Barsorelli(Italien) blieb wiederum Italien Sieger. Di« Italiener holten sich mtt 33 Punkten ihren 33. internationalen Erfolg. 5Per Preis von Berlin, ein Jagdspringen, dos am Abend über recht klobige Hindernisse zum Austrag gebrocht wurde, blieb in Deutschland. Es siegte nach einem Stechen Hexe 4 unter Fick. Von dem Siegesgcld der Holländer, die sich den Preis der Republik hotten, ist eine ansehnliche Summe für wohltätige Zwecke gespendet worden. «——— Hertha BSE. schlägt Preußen 11:0. Bei den Berliner Fuß- hoJlmeifterfdjaftofpielmi hat Hertha BSC. aus dem Wege zur Abteittutgsmeifterschast nun auch Preußen aus dem Weg« geräumt, indem sie den Gegner gestern mit 11: 0(3: 0) Punkt«! schlug- SchwimUlfest i« Skcglih. Die Freien Schwimmer Berlin«kl wickelten tm kleinen Steglitzer Stadtbad ein äußerst wirkungsvoll«» internes S ch w> m m f e st ob. Einige E r g e b nisse: 10X40>Meter.Trawlstaff«l für Männer, 2. Mannschast 4: 19,4. SO-Meter-Crawlschwimmen. männliche Jugend. 1. Tiefe 1: 2,9. 4X100.Met«r.Lagenstaffel, 1. Mannschaft 5; 22,5. 80-M«ter- Brustschwimmen iür Frauen, 1. Hoffmann 1:23,5. Wasser- ba kl spiele: 1. Jugend gegen 9. MckimeNticinnschakt 1:1, i 2. Männer gegen 1. Männermannschaft 7: 6. Kundgebung der Ruhrbergleute Für die Erhaltung der Knappfchastsversicherung Gelsenkirchen, g. Aebruar. Ii» Hans-Sachs-Hause hallen sich am Sonntag etwa 2000 knappschaftsölkesle und Vertrauensmänner der vier Bergarbeiter- verbände des Ruhrbergbaues zu einer Kundgebung versammelt, um geschlossen für die Erhaltung der Knappfchastsversicherung zu demonstrieren. Der Vorsitzende des Gewerkvereins christlicher Berg- arbeiter, Reichstagsabgeordneter Imbufch, wies auf die Be- deutung der Kundgebung hin und erklärte, daß es jetzt darauf an- komme, die drohende Gefahr für die Knappfchastsversicherung durch geschlossenes Zusammenstehen der Bergarbeiter aller Richtungen ab- zuwenden. Die verantwortlichen Stellen mühten davon überzeugt werden, daß weitere Zuschüsse für die 5?nappschaft unbedingt not- wendig seien. Reichstogsabgeordnetcr Genosse H u s e m a n n führte unter anderem aus: Als die Knappschaft vor sechs Iahren geschaffen wurde, hat niemand die großen Schwierigkeiten erwartet, in denen sie sich gegenwärtig befindet. Damals zählten wir im deutschen Bergbau fast eine Million Bergarbeiter. Im Oktober lll.ZO waren jedoch nur noch rund 600 000 Knappschaftsmitglieder vorhanden. Die Technisierung des Bergbaues hat also innerhalb eines kurzen Zeitraumes die Zahl der Bergarbeiter um mehrere.hunderttausend vermindert. Die Zahl der knappschast- lichen Le i st u n g s e m p f ä n g e r ist dagegen in der gleichen Zeit erheblich gestiegen. So waren beispielsweise am 1. Januar 1924 rund 63 000 Derofsinooliden vorhanden. während wir gegenwärtig nicht weniger als 175 000 zählen. Die Zahl der Witwen ist von 84 000 auf 100 000 gestiegen. Im Jahre 1924 entfielen aus 5,92 aktiv« Bergarbeiter ein Invaliden- rentner, am 1. Oktober 1980 2,2. Wie katastrophal sich die Verhält- »isse gewandelt haben, geht auch daraus hervor, daß die Ruhrknapp- fchaft in den ersten neuen Monaten des vergangenen Jahres 98 000 Beitragszahler weniger, aber 7000 Berufsinvaliden und 2000 Witwen mehr aiifzuroeisen lzatte. Die Einnahmen in der Pensionsversicherung im zweiten Vierteljahr 1930 betrugen 1 M., in« dritten Quartal 1930 nur 0,64 M. Falls das Reich also nicht gewillt ist, den Fehlbetrag voll zu ersetzen, müssen die Bergarbeiter mit aller Entschieden- heit verlangen, daß durch eine Umlage auf die berg- m ä n n i s ch e Produktion die notwendigen Beiträge beschafft werden. Die Bergarbeiter, so führte husemann weiter aus, die kurz nach dem Kriege durch Ueberfchichten und verlängerte Arbeitszeit große Opfer im Interesse der Wirffchaft bringen mußten, die Bergarbeiter, die auch im Ruhrkampj ihren Mann gestanden haben und darüber hinaus täglich unsägliche Opfer im Interesse des Volksganzen bringen, erwarten deshalb, daß der Notruf nicht ungehürt verhallt, sondern daß durch graßzügige Regierungsmaßnahmen der Knapp- schast unter ollen Umständen geholfen wird, genau so. wie dies bei der Landwirtschaft geschehen ist. Zum Schluß kam Husemann noch auf den Besuch der Bergarbeiterführer beim Reichspräsidenten am vergangenen Freitag zu sprechen. Er erklärte, der Zweck des Bs- suches fei die Vorbringunz der Not der Bergarbeiter bei dem Staatsoberhaupt gewesen, nachdem schon vorher andere Berufsorganisationen und Verbände das Gleiche getan hätten. Der Reichs- Präsident habe die Berechtigung der Wünsch« der Bergarbeiter anerkannt. Er Hecke versichert, daß er mit ganzem therzem bei der Sache der Bergarbeiter sel, und er wünsch«, daß ihnen geholfen «erde. Die oorgelegie Entschließung fand einmütige Zustimmung. Die Entschließung besagt, daß nicht übermäßig hohe Leistungen, sondern andere Umstände, die in der Knappschast organisierte Selbsthilfe der Bergarbeiter ins Wanten gebracht hätten. 'Aus Krieg und Inflation, aus der Abtretung von Lergbau- gebieien nach dem Bersailler Friedensvertrag und auch aus dem Ausscheiden einer großen Zahl von Betrieben aus der Knappichastspflicht feien der Knappfchaftspensionsversicherung Lasten entstanden, die zu tragen man unmöglich dem Bergarbeiter allein zumuten tonne. Die übrigen Lasten, die durch übersteigerte Rationalisierung bedingt würden, seien durch«in« Beitragserhebung pro Kopf eines beitragszahlenden Pensionskassenmitgliedes ebenfalls nicht zu decken. Di« stark verminderte Zahl der Bergarbeiter gehe noch weiter zurück. Die zunehmend« Anwendung von Maschinen entlaste nicht den ein- zelnen Bergarbeiter vor schwerer körperlicher Anstrengung, sondern zwinge ihm ein Arbeitstempo auf, das geeignet sei, seine Gesundheit noch früher als sonst zu untergraben. Die typischen Berufskrankheiten der Bergarbeiter seien in den letzten Iahren bis zu 200 Proz. und mehr gestiegen. Die Opfer dieser Entwicklung könne man nicht rücksichtslos übergehen. Bei gutem Willen gäbe es genug Wege, um der Knappschaft zu helfen. Die Bergarbeiter und ihre Vertreter, die Knappschaftsinoaliden, Witwen und Waisen, erwarten daher, daß alles getan wird, um der Knappschast die notwendigen Mittel durch Reichszuschüsse oder durch Erhebung einer Produktionsumlage zu sichern. Zigarrenfabrikanten kündigen. Die Löhne sind ihnen noch zu hoch. Lahr, 9. Februar. Der Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller hat den beiden Tabakarbeiterverbänden die Kündigung sämtlicher Lohnabkommen des Reichstarifvertrags und der Bezirtstarifvcrträge zugestellt, die noch bis Ende März gelten. SSOOlH) Textilarbeiter ausgesperrt. Sewerkschast gegen neue Verhandlungen. INanchesler, 9. Februar. Die Aussichten für eine Beilegung des Arbeitskonfliktes in Lancafhire sind sehr trübe. Der Zentralausschuß der Weberei- arbeiter gewerkschaft hat sich mit 114 gegen 49 Stimmen gegen die Aufnahme neuer Verhandlungen mit den Uniernehmern ausge- sprachen. Di« Stimnumg unter den ausgesperrten Arbeitern scheint erbitterter zu sein, als zu Beginn des Konflikts. Zur Zeit sind bereits OäOOOO Textilarbeiter ausgesperrt. Es ist zu besürchten, daß sich die Zahl in den nächsten Wochen noch weiter erheblich erhöhen wird. -» Die Weigerung zur Aufnahme neuer Verhandlungen ist natür- (ich nicht auf kindischen Eigensinn zurückzuführen, sie beruht vielmehr auf der Ueberlegung, daß nach allen bisherigen Erfahrungen bei weiteren Verhandlungen nichts herauskommt. Die Unternehmer halten die Zeit für gekommen um die Weber zu zwingen, fordert die doppelte Anzahl von Maschinen zu be- dienen als bisher und damit für die Existenz der Hälfte der Arbeiter- schast das Grob zu schaufeln. Zu dieser Rolle kann die Gewerkschaft sich nicht hergeben. Arbeitslosennoi in Hotland. Forderungen des GewertschaftsbundeS. Amsterdam, 9. Februar.(Eigenbericht.) Der niederländische Gewerkschaftsbund hiett am Sonnabend und Sonntag in Utrecht«in« Protestkundgebung gegen die mangelnde Arbeitslosenfürsorge ab. Es wurde«ine Eni- fchließung angenonnnen, in der msbesondere ein« Verläng«- rung der Schulpflicht für Jugendliche bis zum 13. Lebens- jähr. PfSchtfortbUdunzsunterricht bi» zum 17. Lebensjahr, all» gemein brldsirden und Gewerbeunterricht für alle jugen». lichen Arbeitslosen von 17 bis 21 Iahren und eine ausreichende Unterstützung für diese Personengruppen � gefordert wird. Außerdem verlangt die Konferenz die Einführung der gesetz- lichen 44- Stunden-Woche und schnellste Schaffung einer gesetz- lichen Arbeitslosenversicherung mit ausgiebige« Reichszuschüssen._ Ruhrort-Meiderich! Vorbereitung einer Llrabstimmung? Duisburg. Hamborn, 9. Februar. Die Leitung der hülle Ruhrort-RIeiderich hat jetzt allen Ar- beltern, Angestellten und Beamten die Kündigung zugehen lassen. Die Stillegung der hülle ist zum 23. Februar beantragt. Bei einem Lohnabbau um 20 Prozent wollen die Vereinigten Stahlwerke«inen Teil der Arbeiter dieser Hütte weiterbeschäftigen, ohne Feierschichten aufzugeben. Die Arbeiter lehnten in überfüllter Versammlung dieses gnädig« Angebot ab. In demagogischer Weis« wurde versucht, durch Vorbereitung einer Urabstimmung die Ar- beiter zum Umfall zu bewegen. Allein die Stillegungsdrohung bat unter diesen Umständen ihren Schrecken verloren und auch die Kündigung wird daran kaum etwas ändern. diontag, 9. Februar. Berlin. 16.05 Grejtor Jarcho: Doslojcwskij. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.30 Ping-Pong(Sprecher; Studienrat Max Zcrning). 17.50 Erwerb einer Sledlungsparzcllc. I. Reg.-Assessor Dr. Seger: Verwal- tangstcchnischc"und Rechtsfragen. 2. 18.10) Magistrats- Oberbau rat rat Kocppcn: Bauliche Möglichkeiten und Kosten. 18.30 Chopin: Prclude H-Moll; Etüde Gcs-Dur, op. 25. Rachmaninoff: Prclude O-MoII. Skrjabin: Etüde op. 8, Nr. 11. Vogel: Etüde(Irina Westermann, Flügel). 18.50 Dr. Adolf HoIIacndcr; Emkommcnstctiercrkl5ning. 19.10 Arbeitsmarkt. 19.15 Blasorchesterkonzert. 20.30 Aus Dostojewskis Leben(ein Querschnitt zum 50. Todestag). Manuskript- Zusammenstellung: Erich Franzen. Ltg.: Edlcf Koppen. 21.30 I. Reger: Quartett Es-Dur, op. 109.:. Haydn: Quartett F-Dur, op. 3, Nr. 5(Wendling-Quartett). 22.30 Wetter-. Tages-, Spoitnachricliten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.00 Georg Kersten: Praxis des heimatkundlichen Unterrichts. 17.30 Hirschberg-Zuckmayer, Lieder(Einführung: Dr. Marie Miller. Mitw.; Hede Türk, Walter Hirschberg). 17.55 Dr. Zühlsdorf: Moderne und veraltete Säuglingspflege. 18.15 Von Frankfuit: Die Saaruirtschaft. 18.40 Sombart: Der moderne Kapitalismus. 19.05 Englisch für Anfänger. 19.35 Prof. Dr. Armbruster: Die landwirtschaftliche Hochschule im Dienste der kleinsten Haustiere. 20.00 Dr. Joachim Tiburtius: Wie kommen die Preise im Einzelhandel zustande? 30.30 Warschau: Drittes Europäisches Konzert. Dirig.: Gregor Fitclberg. Solist: Artur Rubinstein. Klavier. 1. a) Statkowski: Ouvertüre 5« „Maria"; b) Roszycki: Sinfonisches Vorspiel„Monna Lisa Gioconda". 2. Chopin, de Falla, Llszt und Prokoficff: Werke für Klavier. 3. Brahms; Konzert für Klavier, B-Dur(Sinfonie-Orchester der Philharmonie). heute Rundfunk vorlrag über Getreideprobleme. Heut« abend 19.36 Uhr wird im Rahmen der Aktuellen Abteilung der Funkstunde Berlin Genosse Dr. Baade den Professor der Landwirtschaftlichen Hochschule Paris Jacques Faugeras über die internationale Getreidefrage interviewen. Professor Faugeras kommt soeben von einer zweijährigen Studienreise aus Nordamerika und Kanada zurück, die ihni durch die Rockejeller-Stiftung ermöglicht wurde. V-rantwortl. lür die Red-kÜ-n- Ke-ieet Lc»m, Berlin: Anzeigen: Tb.»locke. Berlin. Verla«: V-rwäris Verla« S. in. b. S.. Berlin. Druck: Borwari» Buch- truckere! und Derlagsanltalt Paul Cinaer& Co.. Berlin ED 68. Lindenstrag« 3, Kierz» 1 Beilaae. 1 Theater, Lichtspiele usw. I Tiql. 5 D. 8» schal. 1. sa. a» Alex. E 4, 8066 Nehm. 30 Pf.— I aM«. 1-2 H. Snmo auilmr.««»• Marnn ytmnlUon m. tOOWaadnioabmaine. Reichshallen-Theater Itaift Souftg bdnoimg fTTl fflsr Dos große Lac Ii- Programm der Stettiner sanger Nachm. ermiWgte Preiset VolIee_Pio£amm! Dönhoff- Brettl: _ Berlin* MtehCesM Fam-VartetfiritTanal In* tat*1 Winter ■ Carlen- 6I3ühL Ztnti. 2111 HiodKne 7 Alfr»doo—„Arcen Dollneffs— 3 Cressos und dl» Codanu Tägl. 8 Uhr. IM RBSSI. lg. nachm. 3 Uhr Originalbesttrung llliee Preise. Regie: Erik Chorell. BETRIEB\ KEMPIMSKlO � CASINO-THEATER Lothiiagcr Strohe*7. iwuiiimMHnunniiiuiimnaiifmqmwui'nuMüUMi Man laoht Trfcnen über Direktor Hans Bero in dem neuen Schlager Onkel Kttlin ans Menrnpp'n Dazu ein neuer bunter Teil. CatwAela 1-4 Penracc Pantcuii iJM M, Sessel 1.13 M. ßortrrtlge Pta firtte« 73 Pf., Pmf« Pf. ToiksbUhne Ttaitir in Blnpliti. 8 Uhr Hans Ubers in Liliom von Fran: Molnat Itja: Hirt leim Mirtiii Staatl.Sdiilier-fli. 8 Uhr Don Carlos TUMtsram Sthiinaoerdamin 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsaper Am PI. d Republik 7»fe Uhr Die mKautte Braut DNtlOin Ml« 8 Uhr Elisabeth von England van Ftra Bracknet Rigli: Htiiz Riiptrl Kammcrspiele SV, Uhr Pariser Platz 13 tob Vtekl Baum Die KomSdle SV, Uhr Die Fee tib Franz Molnur tvi: Sita lidL Bantfski-Bghon Thnitr I» «tr SiresRRMoasii. »Ii Uhr KomSdie von Jean Giraudouz Inszenierung; Victor Barnowtk; Komddlanhaus «V, Uhr Cocktail in In) Tollmtllir. U-ili.Rchdamlil, Berliner TUeat. SV, Uhr Starmlm Wasserglas von Bruno Frank. Theater an SOinbaeerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uhr Ueber 60 mal: Btrgreklchpitltrfolgl Die Quadratur des Kreises Preise v. 0.75— IM Lustspfeinaus Kurt eotz Täglich 8V, Uhr Oer Logner u. die nenne RammendaBim- Theater Bismarck«9 Das schwache Geschlecht v. Bdonard Bonrdet _ I BAHNHOF FBIEOOICHSTB 94 tf Uhr Kasino und KeHtr di Programm oMariaeancx*l«gJreUg.S�(i Unr Ja: Parfflni neioerFrag" Luatopiel tob Le» Lese Preise vob SO Pf. bi* 1.50 M 20 HiBBteB E*Seep«B»e. Kaflw mit KbcImb SO FT. 7tä(ieerVerverk*af,t«sll«b v*B Ii— 1 übr vorm.■" >B 4—0 Dhr abeBd,. Besonders MSÄLLM Sa JMSfack BOdmeBeä*"""!!* Täglich 8V. Uhr Viktoria undihrHusar Mary Losuff, Criniilit, Dasdij, loifi T&eaterd. Weiten: Täglich 8V, Frm litn Niiitinrirk Der Zarewitsch Serge Abramovic, Ann! Ahlers. Komische oper S'b Uhr Kleine Preise. Peppina 4»>«t»rttclidiir Letng du Ktapooisttn Robert Stolz ii dir PnoitmleutiOD) ••••••— E Kleines Theat. Täglich 8V, Uhr Olga Tsche:howa I liebe- Kaufmann, Klubertan SS«OSOS»«S Piscator-BQhne (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. Heute 8V, Uhr 3 Gastspiel der Wilnaer-Truppe Verödete Schenke 1 von P. Hirschbein i Rose- Theater Br.FraakiaittrHr.isz Tel. Alex 3422 u. 3494 8V, Uhr Oie seböne Helena hieiropoi-Theater Täglich 8V, Uhr schön ist die weit Operette von Lehär Gittif Umr, JökiD. Stbafz Indorf Tbeat o.»otid. Tor Rotlluter eir.6. TSal 81 Üb» auch Soi nt uchm. 7, Ubr tllle- SUnder wie immer der firo e Er loi« I EnsioseLackstBrme LBARX Qolttoiigs-.Bäbatt- n Reklame. narker gegen Nachahmung gesetzt gesch. fertigt seit 45 Jahr als Spezialität Conrad MOller Leipzig- Schkeuditz uemauie moDsi Paten tmoirokro Meiallbetten. Auf» lrarmairaken, ikbaiselongucs, Wal- icr.Siaraarderftraße achtzehn. KeinLabcii Peeioftur,. Z« Prozent hctabflclcat. Aiescnauswalil in Mohaaoni, Maier- hvrfc, Kirschbaum. SubiiKta, kaukasilch Ziuebaum- uuh Dirke- Schlafzimmern. komplett 753 Mark, Speisezimmer mit runder Bitrine. Anrichte. aroftem Ausziehlisch, Stühlen mit Polster 805 Mark. Einzelmöbel hillidfl. Möbel-Al- pern, Hauptgeschäft: Alte EchSnhauser- strafte 82. 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