MorgenausgaVe Ar. 67 A 34 4S.Iahrgang Wöchentlich LS Pf., monatNch 3,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. Lm'chließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgedühren. Auslands- abonnemenl 6.— M. uro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen« porto S.— M. Der„Dorwärts" erscheint Wochentag- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Volt und Zeit" Ferner„Frauenstimme*. „Technik",„Blick in die Bücherwelt", „Iugend'Vorwärts"u.„Stadtbeilage� AerUner votksblatt Dienstag 10. Z-bruar 1931 Groß-Itzerlin 10 pf. Auswärts 45 Z)f. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklame�eile 5,— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen' dos ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmorkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt» gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, bis 17 Ubr. Jsnttalovsan der GoziawemoSeatifchen Kartei Denifchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Kernsprecheri Tönboil 292—23? Telegromm-Adr.: Sviialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. Di§c.-Gcs.,Depostlenk.,Jerusalcmer Str. 65:66. Mederlage der Parlamentsfeinde Aendemng der Gefchästsordnung beschlossen Vereinigte Obstruktion der Hitler-Thälmann— Hugenberg gebrochen Tie Reichstagsausspracl»c Uber die Mastnahmen zur Älcnderung der Geschäftsordnung, die um tk Uhr ihre» itlnfang genommen hatte, zog sich bis in die zwölfte Abend- stunSc hin. In einer bewegten, an Zusammenstößen, Ab- ftiuvmnngen und Geschäftsordnungsaussprachen sehr rcichezr Sitzung wurde schließlich nach Abschluß der Aus- spräche ein Antrag des Zentrums angenommen, über sämtliche Acnderungsanträge zur Tagesord- nung überzugehen. Die Acndcrung der Geschäftsordnung gemäß dem Antrag des Abg. Bell wurde schließlich mit 3 0 3 Stimmen beschlossen. Die Nationalsozialisten, die Deutschnationalen und die Kommu- nisten oersuchten vergebens, die Verabschiedung der Abänderung der Geschäftsordnung durch Obstruktion zu verhindern. Beim Be- ginn der Sitzung um 3 llhr nachmittags gelang es ihnen zunächst mit Ersolg da? chaus beschlußunfähig zu machen. Eine Stunde später jedoch war eine sestgeschlossene Arbeitsmehcheit vor- Händen, die alle weiteren Obstruktionsversuche vereitelte. Die Führung der Obstruktion lag in den Händen der Nationalsozialisten, namentlich des nationalsozialistischen Vizepräsidenten St ö h r. Die kommunistische Fraktion ordneie sich der Führung durch Herrn Slöhr und seine nationalsozialistischen Freunde vollständig unter. Zluf da? Kommando der erbittertsten Feinde der Volksrechte und der Arbeiterschaft schwenkte sie jedesmal geschlossen ein! Die Mehrheit setzte allen Sabotageversuchen eiserne Ruhe und festen Willen entgegen. Alle Versuche, durch wildes Geschrei die Verhandlungen zu sprengen, vereitelte Reichstagspräsident L ö b e durch straffe Führung der Geschäfte. Mehrere Kommunisleu und Nationalsozialisten wurden von der Sitzung ausgeschlossen. Unmittelbar vor der Gesamtabstimmung über den Antrag Bell zur Abänderung der Geschäftsordnung erklärte S t ö h r für die Nationalsozialisten, daß seine Fraktion sich an der S ch l u ß a b st i m ni u n g nicht beteiligen werde. Nach Ber- anstoitung eines Sprechchors und Absingen des Horft-Wessel-Liedcs verließen die Nationalsozialisten unter dem Gelächter der Mehrheit den Saal. Während die Nationalsozialisten ftltgend den Saal verließen, üben sich die Kommunisten im Sprechchor: Eitler verrecke! Prolet erwache!" Dieser Sprechchor rief bei den Sozialdemo- traten große Heiterkeit hervor, weil ja die Kommunisten während der ganzen Sitzung immer nur genau das getan haben, was die hillerparlei wollte. Und richtig, kaum war Sir Ruf„Hitler verrecke" verhallt, so erklärte auch schon Stöcker, daß sich die Kommunisten dem Borgehen der Hitlcrpartei anschließen und gleichfalls den.Saal oerlassen. Die Kommunisten zogen darauf stumm unter großer Heiterkeit ab. Der Antrag Bell wurde dann mit 303 Stimmen angenommen. Da die Opposition den Saal verlassen hatte, stimmte niemand dagegen. Noch während die Opposition außerhalb des Saales war, wurde die Beratung der Abänderung des Pressegesetzes und der Immun i- tätsfälle verbunden. Noch kurzer Geschäftsordnungsdebottc wurde eine Redezeit van einer Stunde festgesetzt. Als erster Redner sprach-der Abgeordnete K a r d o r f f. (B£i Redaktionsschluß acht die Sitzung weiter.) Für Arbeitsfireckung! Die Geschäftsführer der Verlaasbetriebe der SPD. Eine 5ionfcrenz der Geschäftsführer der Verlags- betriebe der Sozialdemokratischen Partei uahm zu dem stouflikt im Buchdruikgewerbe folgende Entschlie- ß u n g an: Tie am Montag, dem S. Februar 1931, tagende Konferenz der Geschäftsführer der sozialdemokratischen Druckerei- und Berlagshetriebe hatte erwartet und gc- wünscht, daß der Schiedsspruch für das Buchdruckgewcrbe auch eine Verkürzung der Arbeitszeit vorsieht. Die starke Arbeitslosigkeit im Buchdruckgewcrbe fordert dringend eine Verkürzung der Arbeitszeit. Sie ist auch durchführbar, wenn sie für das ganze Gewerbe beschlossen wird. ES ist wünschenswert, daß vor der VerbindlichkeitS- erklärung des Schiedsspruches die zuständige» Instanzen die vorliegenden Vorschläge auf Verkürzung der Arbeits- zeit noch einmal überprüfen und das Buchdruck- gewerbe durch eine entsprechende Entscheidung endlich für die gesamte Wirtschaft ein Beispiel gibt, das geeignet ist, die unerträglichen Zustände auf dem Arbeits- markt zu mildern. Arankfeich wird Oeuifchland helfen. Atschluß des Kabinetts taval. Paris, 8. Februar.(Eigenbericht.) Die Aufregung der Ueberpatrioten über die Be- teiligung französischer Banken an der Aufbringung des Zwischen- tredits für D e u t s chl a n d hat sich überraschend schnell gc- legt. Die Regierung Laval hat am Montag in einem außerordent- licheu Ministerrat nicht nur die Mitwirkung des sranzösischc» Kapitals on dieser Krcditoperation gebilligt, sondert' darüber hinaus nach den Kommentaren, hie in parlamentarischen Kreisen im Umlauf sind, ihre Uti'erstühung auch für alle ähnlicheu Kolidaritäkxbemühuvgeu zugesagt. Das wirb allerdings nicht hindern, daß die patriotischen Inter- pellanten Mandel, F r a n k l i B o u i l l o n und D u m a t am Dienstag in der Kammer ihr« Mißstimmung in mehr oder minder großer Letdenschajt durch Reden Luft machen. Ihr» Worte werden aber keinen Nachhall finden und nur isolierte Demonstrationen bleiben. Die erste Wirkung zeigt sich schon in der Presse. Die nationalistisitzc „Liberte", die am Sonntag noch mit Entrüstung gegen die Kredit- operation protestiert hatte, erklärt am Montag, daß die ganze patrio- tische Aufregung von den Parteien der Opposition künstlich gezüchtet worden sei, um der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. In der Finanzkommisfion der Kammer erklärte Finanzmimster Flandian am Montagnachmittag, daß die Regierung Steeg schon am 13. Januar die Genehmigung zur Kreditbeteiligung der französischen Banken gegeben habe, daß aber die Verhandlungen darüber noch unter der Rcglcrung Tardieu begonnen hätten. Weiter betonte der Minister, daß es sich um einen verhältnismäßig geringfügigen Kredit handele.» Die franzö- fischen Bonken hätten nur ein Drittel der Gesamtsumme, rund Lall Millionen Franken, aufzubringen. Außerdem seien olle wünschenswerten Garantien gegeben. In der Linkspresse wird die Kredithilfe der französischen Banken als der erst« notwendige Schritt der internatitonalen Be- tätigung der Solidarität gebilligt. Dabei kommt im Lager der Linken deutlich zum Ausdruck, daß sich diese Aktion nicht nur in gelegentlicher finanzieller Nothilfe auswirken darf, sondern daß es darüber hinaus notroendig sei, die nationalen Forderungen Deutschlands sachlich»nd wohlwollend zu prüfen, sofern sie nur in ent- sprechend ruhiger Form vorgebracht würden. Moskau nimmi Einladung au. Zur Maitagung des Europa Kom tees. Moskau, 9. Februar. Volkskommissar L i t w i n o w richtete am Montag eine Note an den Völkerbund, in der er mitteilt, daß die Regierung der Sowjetunion sich bereit er- kläre, a» der Tagung des Ewropäischeu Ausschusses teilzunehmen. Im Reichstag hat gestern eine entscheidende Auseinander- setzung zwischen der Arbeitsmehrheit und den Feinden des /Parlaments begonnen. Die Sitzung begann um 3 Uhr nach- mittags, und nach Mitternacht war sie noch nicht beendet. Die Feinde des Parlaments— Nationalsozialisten, Deutschnationale und Kommunisten kämpften init allen Mitteln der Obstruktion, die Mehrheit verfolgte unbeirrt ihren Weg. Worum wird gekämpft? Die Mehrheit will durch eine Aendcrung der Geschäftsordnung die Arbeitsfähigkeit der deutschen Volksvertretung sicherstellen. Die Obstruktion will den Reichstag lahmlegen. Die Mehrheft will arbeiten, die Obstruktion will sprengen. Die Mehrheit will iin Parlament notwendige Gesetzgebungsarbeit vollziehen, die Obstruktion will das Chaos als Einleitung zum Bürgerkrieg. Kommunisten und Nationalsozialisten schreien gemeinsam über„Vergewaltigung". In keiner Weise wird durch die An- träge der Mehrheft ein Volksrecht oder ein Parlomenisrecht bedroht. Im. Gegenteil, das Parlament soll geschützt werden gegen jene, die es zur Kaschemme herabwürdigen wollen! Die Sozialdemokratie würde niemals die Hand dazu bieten, die von ihr in jahrzehntelangen opferreichen Kämpfen errungenen demokratischen Freiheiten preiszugeben. Bei der umkämpften Aenderung der Geschäftsordnung geht es ober gerade darum, diese demokratischen Freiheiten vor weiterem henimnngslosen Mißbrauch zu schützen und einen Damm gegen alle Bestrebungen zu errichten, die die Vertssetung des deut- ichen Volkes zu einer Tummelstätte von Verleumdern und Gassenbuben machen wollen! Zunächst soll dem Mißbrauch ein Ende gemacht werden, der wiederholt mit falschen Vcrtrauensanträgen getrieben worden ist. Künftig wird die Vertranestsfrage in folgender Form zu stellen sein:„Der Reichstag entzieht der Reichsregierung das Vertrauen". Dieser Vertrauensantrog kann auch auf einzelne Mitglieder des Reichskabinetts bezogen werden. Mißtrauensanträge sollen nicht mehr in den Aus- schlissen, sondern nur noch im Plenum des Reichstags einge- bracht werden. Interpellationen dürfen nur in Inhalt und in Form so gestellt inerden, daß sie keine Beleidigungen darstellen. Es muß also in sachlicher Weise die Angelegenheit dargestellt seiil, über die die Regierung Auskunft geben soll. Die zweite Gruppe der Anträge betrifft die Einbringung von Anträgen, die mit finanziellen Auswirkungen verbunden sind Bisher war es möglich, lediglich aus Partei- agitatorischen Gründeil Forderungen zu erheben, ohne daß die Antragsteller sich über die Beschaffung der dafür notwendigen Mittel Sorge zu machen brauchten. Nunmehr muß jeder An- trag, der eine Erhöhung der Ausgaben oder eine Senkung der Einnahmen beabsichtigt, mit dem dazu gehörigen Titel des Haushalts verbunden sein, zugleich aber ist anzugeben, in welcher Weise der finanzielle Ausgleich vorge- ilommen werden soll. Das Ganze wird zusammen beraten, aber auch nur dann, wenn die Reichsregierung die vorge- schlagene Deckung als richtig anerkennt. Aehnliche Vorschriften gelten auch in anderen Parlamenten, das englische Unterhaus geht darin noch sehr viel weiter! Die Maßnahmen, die gegen den Mißbrauch der Immunität getroffen werden sollen, bilden die dritte Reihe der zur Beratung kommenden Anträge. Dem Reichs- tag liegen bereits rund 466 Anträge vor, die sich auf strafbare Handlungen einzelner Abgeordneten beziehen. Sie wurden entweder von Fraktionen gestellt, die die Einstellung von Strafverfahren verlangen: oder sie gehen von Behörden aus und ersuchen den Reichstag um die Genehmigung zur Einleitung und Durchführung von Strafverfahren. Die Im- munität ist dazu da, die ungestörte Arbeit des Parlaments zu schützen: sie soll aber auch den einzelnen Abgeordneten davor bewahren, daß er wegen seiner parlamentarischen Tätigkeit zur gerichtlichen Verantwortung gezogen werden kann. Beide Boraussetzungen treffen hier schon deshalb nicht zu, well alle strafbaren Handlungen, für die jetzt Immunität bewstligt % werden soll, vor dem Zusammentritt des Reichs- tags, also in der parlamentslosen Zeit, begangen worden sind. Die Aufhebung der Immunität würde im wesentlichen Hakenkreuzler und Kommunisten treffen: denn unter dch, rund �0l> Anträgen auf Straffreiheit befinden sich nur ganze neun Fälle, von denen Abgeordnete aus allen anderen Parteien be- troffen find. Die Aufhebung der Immunität bedeutet nicht, daß die be- troffenen Abgeordneten ihrer parlamentarischen Tätigkeit ent- zogen werden. Sie bedeutet nur, daß sie sich vor Gericht ver- antworten sollen! Dem Zustand muß ein Ende gemacht werden, daß Hunderte von Beleidigten gegenüber wüstester Verleumdungen durch Abgeordnete vogelfrei sind! Sollten bei der Durchführung von Strafverfahren gegen Abgeordnete Freiheitsstrafen erhängt werden, so würde der Reichstag zunächst noch einmal ifber die Durchfühning der Strafe zu entscheiden haben. Schließlich soll noch das Pressegesetz dahin geändert werden, daß kein durch parlaknentarische Immunität geschütz- ter Abgeordneter periodisch erscheinende Druckschriften als ver- antwortlicher Redakteur zeichnen darf. Es hat sich der Zustand herausgebildet, daß in der nationalsozialistischen wie in der kommunistischen Presse die schwersten Verleumdungen abge- druckt wurden, ohne daß die Angegriffenen sich zur Wehr setzen konnten, weil als verantwortliche Redakteure Abgeordnete zeichneten, die nicht vor Gericht gestellt werden konnten. Es ist häufig vorgekommen, daß ein und derselbe Abgeordnete eine ganze Anzahl von Zeitungen als angeblich verantwort- licher Redakteur zeichnete, obwohl er diese Blätter niemals zu Gesicht bekam. Auch mit diesem Unfug soll jetzt aufgeräumt werden. Darum geht der Kamps! Die Feinde der parlamentari- schen Demokratie sind von einer Arbeitsmehrheit in die Der- teidigung gedrängt worden. Statt der Aussicht aus den Zu- sammenbruch des Reichstags und den Ausbruch des Bürger- kriegs sehen sie die Aussicht auf die eigene Niederlage vor Augen! Die Hitler und Hugenberg wollen dem Volke das Recht rauben, sich selbst zu regieren, und die K o m m u n i- st e n leisten ihnen dabei blindlings Gefolgschaft. Die Alliier- ten gegen die Volksrechte sind gestern auf entschlosienen und erfolgreichen Widerstand gestoßen, sie haben eine Niederlage erlitten. Der Kampf unvdie Rechte des Volkes geht weiter— und der ersten Niederlage der Bürgerkriegsparteien werden weitere folgen!___ Reederkapital und Vaterland. Die Reichsflagge gestrichen— das Reich wird beschimpfi. Die Einziehung der deutschen Handelsflagge auf einem deutschen Dampfer und ihre Ersetzung durch die Flagg« einer mittelamerito» nischen Scheinrepublik von Dollars Gnaden, ist«in so unge- beuerlrcher Verstoß gegen die deutsch« National- c h r e, daß man annehmen sollte, die Patentwächter der„Belange des Vaterland es" werden vor Entrüstung überschäumen. Nichts van alledem: das alldeutsch« Organ, die.Deutsche ZMung", pflegt als Stcigöügelhalter der Hakenkreuzrltt« jede©«• msinheit vorzubringen, um die größte Partei der deutschen Republik kl« vaterlandslos und lmtdesverräterisch hinzustellen. Aber ange- ftchis des offenen Flaggenverrat» durch den Hamburger Reeder findet sie sede Entschuldigung, denn: Der ganze Vorfall ist bezeichnend für die tollen Zustand«, m -die Deutschland unter dem ungebeuerlichen Druck des Doung- Plans und der marxistischen Wirtschaftszerstörung gerät. Kein Wort der Mißbilligung gegen den Landes. verrat, kein Wort des Tadels gegen den Anschlag auf die Arbeitsrecht« der Schiffsmanttschasten— nur ein neues Quaken gegen„marxistische Wlrtschaftszerstörung�! Noch schmei ttsarßzr ist die Hnaenbera-Presse, das Agrarierblatt, die„Börsenzeitung�. die„ALZ.". Alle, die sonst über die Nation und ihre Weltgeltung mit dem tiefsten Schwarz der Druckerschwärze patriotisch dohertrotten, angesichts der offenen Verhöhnung der nationalen Flagge verschlägts ihnen die sonst so bierehrlich beredt« Sprache. Aber gerade dieses Schweigen ist beredt: Sagt es doch nichts anderes, als daß das Vaterland für gewisse Kreise sofort die Geltung verliert, wenn der Prosit gefährdet ist. Simons und Morih. Was ein Reichsgerichispräffdent a. O. für Tatsachen hält. Reichsgerichtspräsident a. D. Simons veröffentlicht nunmehr den Brief, den«r an den Verleger I. F. Lehmann über das Verleumder- buch des Zarnow-Moritz geschrieben hat. Der Brief hat folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Lehmann! Besten Dank für Ihr Schreiben vom 17. Dezember und das gleichzeitig übersandte Buch „Gefesselte Justiz". Ich habe das Buch mit sehr bitteren Ge- danken gelesen, und zwar in großen Absätzen, weil die Weih- nachtszeit mir statt Muße verstärkte Unruhe und Arbeit gebracht hat: auch bin ich noch nicht ganz damit zu Ende. Es wird mir nicht leicht, dieses Buch öffentlich zu besprechen, weil ich nicht ohne Vorbehalte in die Kerbe hauen kann, die es geschlagen hat. Die deutsche Justiz ist weder s o nachgiebig noch s o gefesselt, wie sie der Verfasser darstellt: aber die Tatsachen, die er anführt, lassen sich nicht leugnen und fordern zu energischer Heilung des Krebsschadens her- aus, der sich darin offenbart. Zur Zeit bin ich durch Reisen, Vorlesungen und Arbeiten aller Art so belastet, daß ich bitten muß, mir für die Besprechung noch einige Frist zu geben." Die„Tatsachen", die das Buch anführt, sind Verleumdun- gen. Selbst rechtsstehende Politiker, die in den Unterfuchnngsaus» schüssen mitgewirkt haben, die das Buch heranzieht, erklären, daß diese Tatsachen nur die Aufwärmung von widerlegtem Schwindel darstellen. Zarnorv-Moritz hat sich bisher nicht einmal bemüht, den Wahr- hestsöeweis für sein« Verleumdungen zu führen— dafür ist seine Person und sein sogenanntes Material in der Oeffentlichkeit und vor Gericht eingehend beleuchtet worden. Der Herr Reichsgerichtspräfident a. D. scheint seine Kenntnisse über die„Tatsachen" nicht aus den Protokollen der Unterfuchungs- ausschüsse, sondern lediglich aus diesem Verleurnderbuch zu beziehen! Die Sturmsitzung. �eichstagssihung von Montag bis Nienstag. Der Reichstag hatte am gestrigen Montagnachmlttag starten Polizeischutz im Hause und in seiner Umgebung, um Störunge- versuchen vorzubeugen. Die Sitzung wurde um lö Uhr vom Prä- sidenten Lobe eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung bezeichnete Abg. Slöcker(Komm.) den Antrag der Regierungsparteien auf Zurücknahme der Ausschußüberweisung einer Anzahl neuerer An- träge aus Genehmigung zur Etrasverfolgung von Reichstags- Mitgliedern als Bruch der Geschäftsordnung und der Praxis des Hauses. Während man sonst jeden Antrag an den Ausschuß verweist, will man hier sofort im Plenum die betreffenden Abgeordneten der Justiz ausliefern. Wir verlangen die Absetzung dieses unzulässigen Antrags von der Tagesordnung. Die Hakcntreuzler waren, wie immer bei Reden von „Marxisten", hinausgegangen, eilten aber jetzt in den Saal, da Abg. Stöhr(Natsoz.) Vertagung beantragte, damit der Aeltestcn- rot aufs neue versuche, die bisher nicht gelungene Einigung darüber herbeizuführen, ob heute wirtlich die Reform der Geschäftsordnung verhandelt werden solle. Gleich daraus verläßt die Rechte wieder den Saal. Stöhr hat die Beschlußfähigkeit bezweifelt. Um sie sestzustellen, ordnet der Präsident die Abgab« weißer Abstimmungstarten an. Die im Saal verbliebenen Kommunisten geben keine Karten ab. Die Auszählung ergibt die Anwesenheit von 276 Mitgliedern. Zur Leschlußfählgkeit sind 2Sg erforderlich, sie ist also nicht vorhanden. (Großer Jubel rechts. Rufe„Pleite", Händeklatschen.) Der Präsident hebt die Sitzung auf und ordnet um 1S.2Ü Uhr die nächste Sitzung auf 16 Uhr mit der gleichen Tagesordnung an. Die zweite Sitzung begann mit Verspätung um 16.26 Uhr. Abg. Stöhr(Natsoz.) wiederholt seinen Vertagungsantrag und bezweifelt wiederum die Beschlußfähigkeit des Hauses. Es werden 2S1 Karten abgegeben, dos Haus ist also beschluß- fähig. Stöhr winkt seine Mannen heran, doch bleibt sein Antrag in der Minderheit, ebenso der Antrag Stöcker. Es beginnt die Beratung der Geschästsordnungsreform, für die der Präsident% Stunde Redezeit vorschlägt. Die Opposition beantragt zwei Stunden. Die Behauptungen der Abgg. G o t t h e i n e r(Dnat.) und Stöhr(Natsoz.), daß die Reform verfassungswidrig sei, findet den lauten Widerspruch der Mehrheit. Stöhr beantragt, daß zunächst eine Generaldebatte geführt wird und zu jedem der Anträge aus dem Hause eine Viertelstunde Redezeit pro Fraktion sowie namentliche Abstimmung darüber. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung mit 297 gegen 176 Stimmen. Ein Antrag Gottheiner(Dnat.) auf V/i«tunden Redezeit wird mit 294 gegen 91 Stimmen abgelehnt. Als der Abg. Esser(Z.) an den Präsidenten herantritt, um etwas mit ihm zu besprechen, rufen die Nazis im Chor:„Schiebung!" Präsident£öbe: Ich hoffe, daß Sie diesen Zurus nicht auf ein Mitglied des Hauses beziehen.(Chor der Nazis: Nein! Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Frick(Natsoz.) verweist muf die Redezcitbestinmmng der Geschäftsordnung, wonach die Redezeit mit Zustimmung des Aeltestenrates unter«ine Stund« abgekürzt werden kann. Er be» antragt Einberufung des Aeltestenrates. dazu Vertagung der Plenarsitzung und namenlliche Abstimmung. Abg. Esser(Z.) wird von der äußersten Rechten und äußersten Linken mit sä anhaltenden Rufen„Schiedung" empfangen, daß der Präsident mit Ausweisung droht, wenn nicht Ruhe euüreta. Esser führt aus, da der eben gehörte Vorschlag FrÄs sich gege» den jähre- langen Brauch des Hauses richte� die Redezeit auch ohne Beschluß des Aeltestenrates abzukürzen, sei es an der Zeit, auch mit einem anderen Brauch Schluß zu machen, der setzt zu schwerem Mißbrauch benutzt werde.§ 165 der Geschäftsordnung sage nämlich, daß auf Antrag von 56 Mitgliedern namentliche Abstimmung beschlossen werden könne. Esser beankroge deshalb, daß in Zukunft namentliche Ab- sllmmung nur auf Beschluß des Hauses vorzunehmen sel. (Erregte Protestrufe der Opposition.) Abg. Stöhr(Natsoz.) kundigt für den Fall, daß dem Antrag Esser stattgegeben und mit einem jahrzchntelangen Brauch des Hauses gebrochen werde, den m.sus belli an.(Heiterkeit der Mehr» beit, Händeklatschen der Nazi».) Er beantragt sofortige Unter- brechung der Sitzung und Zusammentritt des Aeltestenrates. Präsident Löbe macht den Vermitllungsoorschlag. daß Frick und Esser ihre Anträge zurückziehen. Abg. Dr. Frlck(Natsoz.) ist dazu bereit, wenn die einstündige Redezeit, die nach der Geschäftsordnung die Norm ist, zuge- standen wird. Abg Torgler(Komm.) spricht von Rcpresialien der Mehrheit gegen die Opposition. Im Aeltestenrat habe Präsident Lobe vor einigen Wochen angeregt, daß der Geschäftsordnungsausschuß dem § 165 die Form geben solle, die dem ständigen Brauck,«ntsprickt. daß nämlich auf Verlangen von 56 Mitgliedern namentlich abgestimmt wird. Abg. Dr. Golkheiner(Dnat.) verlangt namentlicke Abstimmung über den Antrag Esser, der die Grundrecht« der Minderheit ver- gewaltige Wg. Dr. Bell(Z.) behauptet unter lebhaftem Widerspruch, daß im alten Reichstag so verfahren morden sei, wie Esser setzt beantragt. Im übrigen sei der Zeitpunkt gekommen, dem Mißbrauch der Gesckäftsordnung entgegenzutreten. Auf die Frage des Präsidenten Löbe, ob Esser nun nach der Erklärung Fricks seinen Antrag zurückziehe, erklärt Abg. Esser(Z.)t Ich halt« meinen Austrag ausrecht.(Erregte Protestrufe der Opposition.) ' Abg. Stöhr(Natsoz.) beantragt nunmehr wiederum Vertaaung, damit der Aeltestenrat beraten könne. Durch das Vorgehen Essers werde eine Atmosphäre geschaffen, in der nicht mehr zu arbeiten sei. Präsidenk Löbe erwidert apf die Behauptung, die Minderheit solle mundtot gemacht werden, daß zweimal eine Sitzung mit sachlicher Tagesordnung an- gesetzt worden ist, die Minderheit aber die Absicht der Mehrheit dauernd vereitelt.(Lebhafte Zustimmung der Mehrheit.) Dann empfiehlt der Präsident dem Hause, die einstündige Redezeit zu bewilligen, da es schließlich gleich sei, ob% oder eine ganze Stunde. Oauerkrach mit Ausschließungen. Demgemäß wird beschlossen und nunmehr begründet Abg. Dr. Bell(Z.) die bekannten Anträge der Mehrheitsporteien auf Abänderung der Geschäftsordnung. Trog aller Mahnungen des Präsidenten lärmt die Opposition so, daß der Redner fast unver- ständlich bleibt. Zwischen die Rhobarber-Rufe mischen sich Rufe „Versailles! lauter,»lauter!" Schließlich schwillt das Gemurmel zum Gejohle an. Präsident Löbe weist den Abg. Mühsal wegen dauernder Störungen der Verhandlungen aus drei Tage aus dem Hause. (Lebhafter Beifall der Mehrheft.) Mühsal geht zum Präsidenten hinauf und legt vor chm einen Gummiknüppel und einen Schupohelm nieder. Die Kommunisten klatschen Beifall. Mühsal verläßt bann den Saal, während ein Diener die auf den Präsidententisch gelegten Sachen hinausträgt. Da die Unruhe weiter andauert, erklärt Präsident Löbe: Ich mach« darauf aufmerksam, daß ich nunmehr mit den allerschärfsten Ordnungsmoßnahmen vorgehen werde. Un- mittelbar darauf verweist der Präsident den kommunistischen Abg. Creutzburg aus acht Tage aus dem Saal.(Lebhafter Beifall der Mehrheit.) Abg. K o e n en(Komm.) ruft: Dos ist die Sachlich- kelt des HenkersI Koenen erhält mehrere Ordnungsruf«. In- zwischen ist auf den hinteren Bänken der Rechten eine erregte Aus- einandersetzung zwischen Nazis und dem Abg. Abel(Bolksnational) ausgebrochen. Die Nazis gestikulieren lebhast, während Abc! mit verschränkten Armen unmittelbar neben ihnen steht. Die Nazis rufen: Herr Präsident, er ist ein P r o v o'k a t e u r! Schließlich fordert Präsident Löbe den Abg. Sl b e l auf, seinen Platz ein- zunehmen. Abel folgt dieser Aufforderung, und nun gcht die Führung in dem unartikulierten Lärmmachen auf die Kommunisten über. Dr. Bell, der für alle Fraktionen spricht, die die bekannten Aenderungen vorschlagen, läßt sich durch das Dauergcfchrei nicht be- hindern. Zlls Hauptzweck der Reform bezeick-net er die Verhinderung de» Gaukelspiels mit unaufrichtigen Bertrauensanträgen und die Ver- Hinderung der Bewilligung von Mehrausgaben ohne gleichzeitige Deckung. Die Nazis rufen ironisch Beifall, die Kommunisten grölcn und lachen, manche von ihnen summen. Unter dem Beifall der Mehrheit und großem Lärm, Pfui-Rufen und Pfiffen der Oppo- sition schließt Dr. Bell seine Rede. Abg. Schumann-Leipzig(Komm) beantragt Aussetzung der Be- ratung, da ein umfangreicher deutschnationaler Antrag noch nicht verteilt sei und man ihn also in der Debatte nicht berücksiRtigen könne. Präsident Löbe: Bis zur Abstimmung wird der Antrag vor- liegen. Der nächste Redner in der Debatte gehört ZU den Antrag- stellern und wird die Anträge erläutern. Abg. Stöhr(Natsoz) beantragt Herbeirnsung des Versalliinq«- Ministers Dr. Wirth. Dieser betritt den Saal, Stöhr zieht den Antrag zurück. Als Präsident Löbe bereits zu der namentlichen Abstimnning über den Aussctzungsantrag aufgerufen hatte, meldete sich Abg. Esser(Z.) zum Wort. Cs folgt der bereits gewohnte ' Massenchor: Schiebung! Der Präsident erklärt, im Augenblick das Wort nicht erteilen zu können, er hat auch dem Kommunisten Stöcker das Wort zur Ge- schäftsordnung verweigert, wozu der Präsident berechtigt ist, stellt aber fest, daß über einen Vertagungsantrag namentliche Abstimmung unzulässig ist. Der Antrag Schumann wird in einfacher Abstimmung abgelehnt. Abg. Graef-Thüringen(Dnat.): Der Reichskanzler hat wieder- holt öffentlich an die Parteien appelliert, den Etat rechtzeitig zu er- ledigen. Dazu braucht man auch die Mitarbeit der Opposition und darf sie nicht Vergewaltigeft, wie das hier geschehen soll. Diese „Reform" Ist ein Pakt zwischen Dr. Fauff-Brüning und Mephisto Braun in Preußen, wodurch Preußen auf alle Zeil der sozialistischen Vorherrschaft aus- geliefert wird und Brüning die Seele des Zentrums verkaust.— Obgleich Graes viel mehr Ruhe zum Reden hat. al» Dr. Bell, bittet der jetzt als Vizepräsident aintterend« Stöhr, dessen Freunde Bell niedergelärrnl haben, Privatgespräche zu unterlassen und ruft aus das Gelächter der Kommunisten zwei von ihnen sofort zur Ordnung. — Nur ein« Zweidrittelmehrheit dürfte solche Aenderungen durch- führen. Sie üben jetzt schon die kalte Diktatur mft dem starten Arm des roten Zaren in Preußen. Aber Ihre Herrlichkeit wird von-kurzer Dauer sein— der S t a h-l h e l m hat das Volksbegehren eingebracht!(HefterkeU links und in der Mitte.) Abg. Dr. Frick(Natsoz.) beantragt Vertagung und bezweifelt die Beschlußfähigkeit. Die Auszählung durch Kanenabgabe ergibt 297. die als anwesend gezählt fem wollen, das genügt. Abg. Dr. Frank II(Natsoz.): Der Antrag Bell ist unwahrhastig gemeint, man mißbraucht die Geschäftsordnung, um die nationale Opposition niederzuringen. Die Nerven der Mehrheft sind zusammen- gebrochen, sie ist gar nicht mehr die Mehrheft. Sie wollen nicht die Republik schützen, sondern die persönlichen Borteil«, die Sie van dieser Republik haben.(Händeklatschen und Füßetrampeln der Nazis.— Präsident Löbe: Bon Mitgliedern des Hauses dürfen Sie das nicht sagen!— Rufe der Nazis: Barmat-Schieber!) Der Redner ergeht sich wefter in Schimpf« und Drohreden. So sagt er, wenn man die so-- disziplinierten Nazis weitcrbslämpfe, dann lehnt die Nazi-Frakkion die verautworlung ab. wenn ihre Leute draußen zu den Dassen des Bürgerkriege» greifen! Einen Ordnungsruf erhält er. als«r die Regierung ein Vollzugs- organ Frankreichs nennt. Franzen und andere Ehrennazis werden chm entgegengehasten, dabei wird Abg. Künstler(Soz.) zur Ordnung gerufen. Unter großer Heitertest behauptet der Redner, daß sich die Nazis nicht hmter der Immunität oerstecken. Die Sozialdenio- traten, besonder» Hörsing, klagt er der— Mordhetze gegen die Nazis an und behauptet u. a., daß eine Ludwigshafener Reichs- bonnermannschaft zu den Nazi» übergegangen sei.(Das waren Le, rufsmustker, die gegen höhere Bezahlung auch bei den Nazis spielen! Anm. d. Red.) Den S Millionen Ihrer Volksgenossen, die durch Ihre Politik in Baracken verfaulen(empörte Ruf« links) ist es gleich, ob sie im Kamps gegen den Hunger oder für du Frecheft ganz zugrunde gehen. Ein Vertagungsantrag Göring(Natsoz.) mft obligater An- zweiflung der Beschlußfähigkeit scheitert unter den ironischen Heil- Rufen der Linken ebenso wie seine Vorgänger. Abg. Torgler(Komm.) bemüht sich uni den Nachweis, daß diese Geschäftsordnungsreform die Flnanzdiktatur der Regierung begründen solle. Dem nächsten Redner ist bereft» das Wort erteilt, als die Nationalsozialisten wieder«inen Vertagungzantrag stellen wollen. Sie behaupten, sich rechtzeitig durch Handerheben zum Wort gemeldet Märchenerzähler Kranck IL (St läßt Reichsbar nerkomeraden m Hakenkreuzlern we-den. Der Reichstagsabgeordnete Genosse Friedrich Wilhelm Wagner schreibt uns: Der Abgeordnete F r a n ck 1 1 hat im Reichstag die Behaup- tung aufgestellt, eine Abteilung des Ludwigshafener Reichsbanners sei zu den Nationalsozialisten übergetreten. Die Tatsache, die dieser längst widerlegten Behauptung zugrunde liegt, ist folgende Die Ortsgruppe Ludwigshafen des Reichsbanners Halle mll einer Gruppe von Berufs in usikern einen Vertrag geschlossen. Die Natioimlsozialisten boten dieser Gruppe höhere Be- zablunz, woraufhin der Leiter und einige Mann sich bereit erklärten, bei den Nationalsozialisten zu musizieren. Sie erklärten jedoch im Laufe einer Pressepolemik, daß sie damit keineswegs in die National sozialistische Partei eingetreten seien. Vom Ludwigshafener Reichs- banner ist kein einziger Mann zu den Nationalsozialisten über- getreten. Auch die Ludwigshafener Ortsgruppe hat einen starken Aufschwung erfahren und wird in ein herzliches Gelächter aus- brechen, wenn sie liest, daß ein solches Geschwätz im Deutschen Reichs- tag vorgetragen werden konnte! »Als Stahlhelmer werdet Ihr doch auch unser Boiksbegehren unterzeichnen, damit die 20000 Llnterschnften zusammenkommen." »Wird schwer halten gnä' Herr! Wir sind erst rm Handgranatenwerfen aus- gebildet, aber noch nicht im Schreiben." Hendersons Appell an die Völker. Sie sollen die Regierungen zur Abrüstung zwingen. ZU haben, ohne jedoch vom Präsidenten gesehen worden zu sein.— Präsident L ö b«: das ist möglich, aber dagegen gibt es das Mittel, sich vorschristsmähla schriftlich zum Wort zu melden. Abg. v. Kardorss(D. Vp.) zitiert mehrere Staatsrechtslehrer zum Beweis dafür, daß die Reichsversassung keine Bestimmung enthalte. nach der die Regierung ein ausdrückliches Vertrauensvotum braucht. Abg. Reinhardt(Natsoz.) bezweifelt die Beschlußfähigkeit. Da aber lstationalsozialisten und Kommunisten den Saal nicht schnell genug verlassen, stellt Präsident Löbe unter dem Beifall der Mehr- heit die Beschlußfähigkeit fest. Abg. Rippcl lChriststoz.): Schuld an der Notwendigkeit, die Gcschäslsordnung zu verschärsen. sind jene, die an die Stelle des parlamentarischen Arguments das Schimpfwort und die Drohung aescßt haben. Die Vorlage bezweckt nicht die Mundtotmachung der Opposition! denn das Recht d?r freien Rede wird ja gerade heute fchon durch den Terror von rechts und links vergewaltigt. �Präsident töbe erteilt wegen vieler Störungen Rügen»ad Ord- nungeruie.) Ihr jeßiges� Verhalten ist ein Schulbeispiel für meine Behauptung.(Lebhaf-e Zustimmung der Mehrheit.) Wieder ein Bertagungsantrag mit Zweifel über die Beschlußfähigkeit. Auszählung ergibt 300 Anwefende. Bcnaguug abgelehnt. Abg. Ceminec(«toatsp.). Franks Rede wirkte wie ein rhetorisches Delirium.(Lärm der Nat.-Soz.) Abg. Wolkecs- dörfer(Nat.-Soz.) ruft: Lausejunge!— Ordnungsruf; Abgeordneter Kraus«(Nat.-'-oz.) wird vom Präsidenten Lgbx aueaeichlossen, weil er sich die beleidigende Asußerung zu etgen gemacht hat.) Abg. Stöhr(Nat.-Soz.) hält als Parteigenosse der Köpseroller »sw. eine Enlrüstungsrcde gegen Hörstngs Worte, daß die National- sozialisten vernichtct werden sollten. Ein Redner der Londvolksraktion spricht gegen die Entartung der Parlandentarier. Herr Graes hat meinen kranken freund Dr. Gericke so geschmäht, wie wenn die Deulschnationalen sich nie bemüht hätten, Dr. Gericke bei sich zu halten. Wenn einer außerhalb dieses Hauses so gesprockzen Halle, würde ich es als eine Gemeinheit bezeichnen. Abg. koenen(Komm.) beschuldigt die Sozialdemokratie, mit dieser Resorm die Demokratie zu verraten. Um 22.1Z Uhr schließt die Debatte. Präsident LSbe ruft den Abg. /frank 2(Jtflt-Soz.) wegen der Lürgerkrlegsdrohuag nachträglich zur Ordnung. (Gebrüll äußerst rechts.) Abg. Dr. /frick(Ncch-Soz.) beantragt Pertagung wegen Er. schöpf ung der Sitzungsteilnehmer. Der Antrag wird abgelehnt, ebenso Anträge aus Auzschußberatung aller vorliegenden Anträge. Ein Antrag Esser(Z.). Dr. Leicht(B. Dp.) will über alle Oppositionsanträge zur Tagesordnung übergeben, einen Teil dem Geschäftsordnungsausschuß überweisen und den Antrag Dr. Dell und Genossen annehmen. - Abg. Dr. /frick(Jlat-Soz.): 3ch beantrage namentliche Abstimmung.(lleber was lasten Sie denn abstimmen? Große Heiterkeit.) Präsident Löbe übergibt den Vorsitz dem Vizepräsidenten Esser. dessen Amtsübernahme von den Kommunisten und den National- sozialisten mit immer wilder einsetzenden. Inelminuien. langem Thor:„Schieber!" begleitet wird. Der Antrag E s s e r> L e i ch t wird in namentlicher Abstim. mung mit 300 gegen 160 Stimmen angenommen.(Beifall der Mehrheit.) Vizepräsident Ester; Damit ist dieser Gegenstand er, ledigt.(Gebrüll der Opposition.) Um LSZS Uhr beginnt noch«ins namentstche Abstimmung über einen handichrisllichön Abänderungsantrag Frick. datz über Miß- rrauensanirag» nicht Uebsrgang zur Tagesordnung beschlostem wer« den könne. Di« Opposition brüllt lanA, Zeit, daß der Vizepräsident falsch vorgeh», ein Schiohe,. sei- usw.-.-...E............... Der erste Vizepräsident Stöhr(Na-soz.) weist darauf hin. daß inan doch nach der Sn>d!oc.Annohma de» Antrag, Kell wchi noch Aenderungsonträg» beschließen könne. Borsitzender Vizepräsident Esser: Wir stimmen erst nach dar Er» ledigung dieses Aiurags üb« den Antrag Bell ab.(Allgemeines Erstaunen.) SkShr überreich' Esser— vielleicht als Anerkennuna— eine rote Nelke, die Esser uuler Händeschütteln von Sköhr annimmt. (Heiterkeit und Beifall recht».) Der Aenderungsamraa wlrd mit 2SS gegen 173 Stimmen a b» gelehnt. Die Gesamtabstimmung über den Anlrag Bell (Zentrum) ist auf dessen Verlangen namentlich. Vorher oibt Stöhr (Na so?.) die Erklärung ab. daß sein« Fraktion sich aus Protest an dieser Schlußabstirnmung nicht beteilig«. Alle künftigen Beschlüsse des Hauses seien Verfassung», und gss«tzwidrig.(Gelächter der Mehr. heit.— Die Nationalsozialisten produzieren erst einen Sprechchor, rufen dem Biz!vräsi!-«nt-n Esser zu.Oberschieber" und singen ein Marschli-Zv.— Di« Kommunisten pfeifen und rufen dann im Chor kreinW:.Hi ler verrecke. Prolet erwach«!"— Die Mehrheit nimmt diese Darbietungen mit gelassener Heiterkeit auf. die sich aber steigert, al, nunmehr auch Abg. Slöcker(Komm.) erklärt, daß sein« Fraktion der Schluß- abstimmunz fernbleibe. D«r Antrag Bell wird in namentlicher Abstimmung mit 303 Stimmen angenommen. Alle Gegner der Reform haben den Saal verlassen. Während der Abstimmung schreit ein Tribünenbesucher in den Saal:„Es ist Polizei im Haus."— Er wird entfernt. Nächster Tagesordnungspunkt! Präsident Löbe übernimmt unter Beüall den Vorsitz wieder. Ehe noch die Opposition wieder im Saal ist, beschließt die Mehrheit die fMgenchen beiden Punkte— Aendermm de» Preßoeletze« kVer- bot für Abgeordnete, verantwortlich zu zeichnen) und Immunitäts- sälle— gemeinsam zu erledigen. Präsident Lob« schlägt zunächst eine bnlbe Stund« Redezeit vor. befürwortet dann aber den Vorschlag Stöhr(Nat.-Soz.) auf e i n« Stunde. Stöcker(Komm.) ver- langt wegen der großen Zahl der Jmmunitätsfäll« drei Stunden Rcde-eit.(Heiterkeit.) Es wird eine Stunde beschlossen. Nachdem Abg. von Sardorff, zu 33 Strasanträge vor. und von ihnen hunderte Einstellungsanträge. So mißbrauche» Sie die Jmwunttätl Bei dieser Massenhastigteit Oandon. 9. Februar(Eigenbericht). Einer Einladung der englischen Sektion der internationalen Frauenliga folgend sprach am Montagabend in London Außen- minister Henderson tn einer öffentlichen Versammlung über Abrüstung und Frieden. Sellen sind von einem Außen- minister solch« Wahrhesten an die Regierung. Politiker und Völker gerichtet worden. Beginnend mst der Abrüstungsfrage erklärte Henderson, diese Frage sei zum Angelpunkt aller inneren und äußeren Politik geworden.-Dl« vorbereitende Ab rüstun gs lommi ssion habe die Basis geschaffen, oonz der au» die Arbeiten für die Entwaffnung beginnen könnten. Di« Kernfrage sei jedoch die. ob es di««inzelnen Re» gi«rung«n mst der Abrüstung auch ehrlich meinen oder nicht. Alle» häng» jetzt von dar öffentlichen Meinung und dem Willen der DSkker ab. Di« Regierung«« hätten zu tun. was die Völker wollen. Wenn die Völker den Frieden wünschten und di« Abrüstung, so würden sie befriedigende Resultate haben. Di« Mstglieder der Frauenliga und alle pazifistischen Organisationen hätten jetzt ein Jahr Zeit, um die Völker zu mobilisieren. Nie vorher habe es eine solche Gelegenheit gegeben und vielleicht nie wieder würde es eine solche Gelegenhest geben, um den Regierungen, den Politikern und Staatsmännern zu zeigen, daß die Völker wirklich den Frieden lieben und wünschen. Hendersgn fuhr fort:„Sollten die Völker wirtlich vergessen haben, was der Krieg an Zerstörung bedeutet. haben die Völker die zehn Millionen Verwundeier vergessen, die im lehkea Krieg gefallen sind? Haben sie die 20 Millionen Verwundeter vergessen und wissen sie nicht, daß immer noch die Krankenhäuser gefüllt sind mit den Verstümmelten au« dem letzten Krieg? Millionen sind an den direkten Folgen des Krieges in der Heimat gestorben. Der nächste Krieg wird«in Giftgaskrieg stzin, gerichtet gegen die Zivil bevölkerung und es wäre«in internationales Ver- brechen, wenn die Völker nicht vor den Folgen eines solchen Krieges gewarnt würden Der einzige Weg. den Barbarismus zu beenden, ist der, den Krieg unmöglich zu machen. Die Wettwirkschäftkkrlse, die Arbellxkosiokeil. die hungernden und Frierenden unserer Tage, da» alle« sind noch die Folgen de» vergangenen Kriege», den die Arbeiter von 1911 bis 1918 mst ihrem Blut und Leben bezahlen mußten, und dem sie jetzt immer noch durch ihre heutigen Leiden tributpflichtig sind. Nur durch eine internationale ökono- mische Zusammenarbeit, durch Niederlegung der Zoll- schranken, können wir diese Wellwirtschaftskrise beseitigen. England gibt jährlich IIS Millionen Pfund für das Kriegs- b u d g e t aus. Was könute damit geschaffen werden, wenn England kann man von einer ernsten Beeinträchtigung der Rechtegleichheit im Lande sprechen, wenn jedes M. d. R. vier Jahre lang imunter- brocken straffrei bleiben soll. Die Demokratie kann Rechte nur dem jjeben, der die Pflicht respektiert, sich der Mehrheit zu fugen und im Meinungskampf menschliche Gessttung zu bewahren, seinen Mit- menschen nicht als Spucknapf zu benutzen. Im Mutterlande der Demokratie, in England, gibt es keine Immunität für gemeine Slrastaten. da» Parlament selbst kann seine Mitglieder ins eigene Gefängnis stecken.(Geschrei der Nationalsozialisten und der Kommunisten.) Sie(.zu den Nationalsozialisten) verlangen für sich Beleidigungs- und Schimpstreiheit: die darf Ihnen der Reichstag aus Selbstachtung nicht gewähren. Reichstag werde hart!(Beifall bei der Mehrheit.) Am 0.23 Ahr wird ein Ankrag Stöhr(Natsoz.) aus Schluß der abgerüstet.hätte und diese Summen für soziale Wohlfahrt und sür Wirtschastszwecke verwendet werden könnten. Europa ist heute voller Schwierigkeiten. Der Schlüssel zur Lösung oller Wirtschaft- lichen und politischen Fragen liegt aber in der Abrüstung. Bevor nicht abgerüstet wird, kann man keine neue sozial« Ordnung in Europa schaffen, und deshalb ist es Pflicht der Frauen in sedain Land«, ihre Stimme zu erheben und immer wieder der Regierung und den Staatsmännern zu zeigen, daß di» Völker bereit sind zum Frieden, und daß Kräfte in der Welt vorhanden sind, die einen Krieg verhindern wollen." Zwßland gegen Genf als Abrüssungskonferenzorf. London. S. Februyr.(Eigenbericht.) Außenmimster Henderson erklärt» in der Montagsitzung des Unterhauses auf ein« Anfrage, die.russische Regierung sei bereit,«inen aktiven Anteil an der Abrüstung«» konferenz zu nehmen. Sowjetrußland wünsche jedoch nicht durch den Völkerbund, sondern direkt durch di« Abrttstungs- kommission eingeladen zu werden. Außerdem dürfe Genf nicht der Ort der Tagung sein. Einschränkung amerikanischer Rüstun-sausoaben. washiugkou, 9. Februar.(Eigenbericht) ver neue Militär- und Marineeiak der Vereinigken Slaaleu zeigt eine Ausgaben Minderung um rund 150 Millionen Mark, vier Schlachsschifs« werden aus der Flotte zurückgezogen. Die Marinestärke wird um 300 Mann ver- mindert Külz Oberbürgermeister von Bresben. Eine Nied«rlaae der Reaktion. Dresden, 9. Februar.(Eigenbericht.) Bei der heutigen Oberbürgermeisterwahl erkämpfte die Linke einen vollen Sieg. Schon im ersten Wahlgang brachten die Staats» Partei, die SPD. und das Zentrum ihren Kandidaten, den staats- parteilichen Reichsinnenminister a. D. Dr. Külz, durch. Er erhielt 35 Stimmen dieser Parteien und 1 Stimme eines Mitgliedes der Wirtschastsgruppe, insgesamt 36 Stimmen, während der Kandidat der Reakiionsparteien, der volksparteiliche Schwerindustrie tlc Syndikus Dr. Most in Duisburg, der früher dem Reichstag an- gehört hat, nur 28 Stimmen auf sich vereinigen konnte. De? kam- immistische Stadtverordnete Stolt-Berlin erhielt nur 6 Stimmen der KPD. Außerdem gaben 4 Mitglieder der Wirtschastsgruppe weiße Zettel ab, da sie sich mit dem Vorschlag Most nicht befreunden konnten. Ursprünglich hatten diese 4 WirtsöMstsparteiler sogar für KAz stimmen wollen. Die Rechtsparteien haben also eine gründliche Niederlage erlitten, doch ist es ihnen geglückt die verschiedenen Ctadtratswahlen. die im Zusammenhang mit der Oberbürgermeister- wähl vorgenommen werden sollten, und bei der der SPD. 2 Stadt- ratsposten zugedacht waren, bis auf weiteres zu verschiebe». Indessen dürfte auch hier noch ein Erfolg der Linken erzielt werden. Sitzung abgelehnt. Bei Redaktionsschluß spricht Abg. Schumann-Thür. (Kommunist.) (Man erwartet den Schluß gegen 3 Ahr morgens.) Sapru und neun andere Delegierte der Londoner Konferenz trafen am Montag in Bombay mit K a n d h i zu einer vier Stunden dauernden Aussprache zusammen. Da» Ergebnis wird geheim gehalten. Franca-Vortrag in Paris verhindert. Der spanische revolutionäre Fliegermajor Franca sollte am Donnerstagabend im Festsaal der „Europc Nouvclle" einen Vortrag über die Lage in Spanien haltsn. Im letzten Augenblick mußte der Vortrag auf acht Tage ver- schoben werden, da, wie die radikale„Republique" mitteilt, sich gewisse diplomatische Einflüsse geltend gemacht hätten, um Franca am Sprechen zu hindern. WERTHEIM Zusendung von S M en. Obsf, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse SotpeSt(Ücrralt GMFe Mmhensmittel Fr. Brafwurs! Sp"Ä1.12 Rinderkamm'piüna 0.84 Suppenfleisch.. Pfund 0.74 GuidSCh gemischt..Pfund 1 �04 Liesen 0.68 Gehacktes 0.80 Rückenfeit bra"er%nd 0.68 Kalbskamm...Pfund 0.76 Sdiweinef ieisch Pfund 0.76 Kaibskofetett..Pfund 1.22 Hammel-Vorderfl. 0.96 Nierenfaiq �""�0.40 5 Pfund 1.75 Rinderleber gefror., Pfd. 1.18 Mandarinen■.. Pfund 0.32 Zitronen omzend 0.30 0.38 Apfelsinen vhd. 0.45 0.60 Kaiif. Apfel Pfd. 0.38 0.45 Bananen.... 3 Pfund 0.92 Möhren»■ zwi.b.in, ptd. 0.05 Rot- u. Weihkohl Pfund 0.06 Sellerie■..Pfund 0.06 0.09 Blumenkohl Kopf v.«n 0.25 Raucherwagen Bücklinge Pfund von an 0.28 Sprotten"„'0.38«»fch. 0.42 Fisch-Marinaden'oo«'0.48 Wurstwaren Dampf- u. Leberw. 0.88 Landleber-». Mattwum 1.15 Leberwurst L'.'pn.twunt 1-45 Teewurst 1.50 grob. 1,65 Sehlnkenspedc' 1.50 Gek.Schinken9"1�und0.45 Käse u. Fett Konserven Ramadou..... stock 0.20 Harzerkäseo"p»0.52 Dän. Schweizer'pl'nd 0.82 Limburger 0.43 0.84 Tilsiter vollfatf. Pfd. von an 0.88 Kokosfett 1-Pfund-Taf.l. 0.40 Margarine Pfund 0.40 0.52 Tafelbutter Pfund 1.62 1.70 ______________% Dos. Br.-u.Schnltfbohn.«« 0.38 Karotten g«schnin.n.. 0.27 Junge Erbsen... 0.53 Haushalt-Gemüse• 0.65 Junger Spinat..... 0.40 Pflaumen........ 0.60 Marmelade 0.89 Aprikos.-Konflt. Eimer 1.10 Dienstag, 10 2 Stsats-Oper Unter d. Linden 162. A.-V. 20 Uhr Cbrisfopii Holiimbas Ende 22�» Uhr Staats-Oper Ab Platz dar Rrpahlit. V.-R 19', 2 Uhr Ole ßotüzell des Figaro Oeftntl. Kanatretkagf Ende g. 23 Uhr Dienstag. Stadt, oper BismarcKstr Turnus I 20 Uhr Pfignon Ende n.223/* Uhr Staall. Sdiaosph. lan Gendameomartti. 139 A.-V. 20 Uhr Die(ungfrau von Orleans Ende n. 22lU U. M-ZMet-MketMiU 20 Uhr 1090Q0 Taler Ende ge.cfen 23 Uhr Tägl 2 Vorstf. 5 u. SVs Jihr Barbarossa 9256 n. 50 Pf. bis Z M., abends I bis G M. 3 Andrea XSvel Jtaberfo de Tasconeellos. Vlaidle& Stajj uaiv. Zentr. 2819. 7 Alfrede.—„Arceno- Dolinoffs— 3 Cre.sos usw. und die Codonas VoiKsbilhn« Theater am Bülowplatz, 8 Uhr Hans Ubers in Lüiom von Franz Molnar ilegie: Kar! Heinz Hartia 1 Täqi. 5 u. 615 oonni. 2. 3 u. 816 Alex. E 4. 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abds. t-2 M. Sruno Xaslner, Tiggo Xarsen Sf amiUonm. lOOWanderfcabeD a*w. »'-Uhr CASINO-THMTER Lolhringer Strahe 37. ■iiMtiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiuiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiriMiiitiiiiiiii Man lacht Tränen Ober Direktor Hans Berg in dem neuen Schlager OnKel Hahn aus Nenrapp'n Staafl.Sdiillar-Tli. 8 Uhr 1C0 000 Taler ineater am Sthiübauardamir 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper Am Pl.d Republik Vb Uhr: Die Hodizeft des Figaro Qeotsdies meaier 8 Uhr Elisabeth von England von Fers ErncSner Kazia r Heinz Hilpzri Dazu ein neuer bunter Teil. Gafscbein 1— 4 Personen Fauteuii 1,25 M-, Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.; Parkett 75 Pf.. Rang 60 PI Kammerspiele 8'/. Uhr Pariser Potz 13 von Vicki Baum Rtjli: Gostal Cründgru Die Komödie &k Uhr Die Fee von Franz«olnar Kegle: Stefan Hock. Kurfürsten danun- Tbeaier • Bismatck 449 Das schwache fieschiecht v. Edouard Bourdet Regie: Mai Reinhardt Reichshallen-Theater Abends>L.> Sonnlag tfackmiNag mn Uhr Das grolle Lach-Programm der SieftlRer sanger Nachm. ermäßigte Preise! Volles Piogramml Oönhotr- Brettl: Berlins beliebtestes Farn-Varietd mit Tanz! RapzIlB Hans Stitia. Lustspietnaus Kurt 6Qtz Täglich 8V» Uhr Der Lügner u. die nenne Theater am Sdiifibauerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uhr Ueber 60 mal: Der groBelnstspielerfolgl Die Quadratur des Kreises Preise v. 0.75— 7 M. Piscator-BOhne (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Heute 8'/. U h r 4 Gastspiel der Wilnaer-Truppe Der Sänger seiner Trauer von O. Dyrnow Samowsky-SOiinen Thealer la iet streseraannsir. <"/« Uhr Ampiiitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Baroowsky Komödienhaus 81/« Uhr Cocktail von Kaii Tollmoeller. Musik v. Ralph Renetzk; metropoi-Tiieater Täglich 8V, Uhr schön ist die Ufelt Operette von Lehär Gittar tlpar, Jöken, Sdiützendorf Pressestimmen Ober J „Die schöne Helena" Jacques Olkenbachs Operette im ROSE THEATER GroB« Frankfurtar Straße 132 Billettkaase: Alex. 3422 u.2494 „Bühnenbilder verblüffend in ihrer Pracht."— „Ein vorbildliches Ensen» ble, wie man es heute an ersten Bühnen leider zu off vermißt."—»Ganz Berlin sollte zu Koses wandern, um, Jie schöne Helena' sich anzusehen." —»Eine Neisterlcisiong des Ensembles." Wochen tag? Beginn 8.15Uhr Sonnabds-lUhru tO-lSUhr Sonntags 2.30, 5.45 u. 9 Uhr Preise von 50 Pf. bis 3 M- Kleines Theat. Täglich SVi Uht Olga Tsehezhova iit iieliü-DnmflilerD Kaufmann, Klubertan Achtung! Familien- Nachmittage Jeden Dienstag, Mittwoch, Ooancrstag,Freitg.5.3t Unr „Das Partum meiern frau" LnstspleJ von Leo Leos Preise von 30 Pf. bis l.BO M. 20 Minuten Kaffeepause. Kaffst mit buchen 30 Pf. 7t&g;igcr Vorverkauf, Ugliab von 11—-1 Uhr vorm. and on 4— 9 übr abends. Rose-Theater Gr.Franklait8rStr.i32 Tel. AI ex 3422 u. 3494 5J0 Uhr Das Parfüm meiner Frau 8'/« Uhr Die sdiöoe Helena [eninB-Iiieaier Täglich 8',. Uhr Viktoria undlhrHusar Karj Insssff, Ginnfaid!. Dusdij, Usff GROSSES SGHAUäPlELHAUci Tägl. 8 Uhr. Im wtlusn ROSSI. Stg. nachm. 3 Uhr OriginalbestUung billiee Pre se Reg e: Erik Charell Philharmonie 8 Uhr UDie-Konzer! d.Pfallharmon.Orch. Vir. Prof. J. Prüwer Unter gefl. Kitwirtnng ein Diez Weismann nii.- Innrer! D-dar-Stehcu, Sinf. Nr. 1 B-nur-Sdianmann. Homiscns oper 8'/j Uhr Kleine Preise. Reppina [ unter perunlidier Leitung des Kompo&isjen Roben Stolz in der Premierenhesetzaag Deuisches Xflnsller-Theai. Barbarossa 3937. L'/s Uhr Zum goldenen Anker mit Käme Oorsm Renaissance- Ihealer Stein platz 6780 8»? Uhr muß die Kuh Milch geuen? mit Albert Bassermann Neues Theater wam Zoo imBabnlkZoo. StpLS554 Täglich 8>., Uhr Der pr. Lachcrfolg! Wiederauftreten Guido Thieischer Das uttentlicns Aergernis Preise I bis 8 M. Am 6. Februar verstarb plötzlich, im 81. üebensjabr. mein geliebter Mann, unter treuer Bruder. Ontc und Schwager Franz Kluge Tharlot endurg,»neiebeckftratze 17, Die trauernden Hinterbliebenen Fr. L. Klage. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Februar, 14 30 Uhr, von der Kapelle des SLdwestsriedhofez in Stahnsdorf aus statt. Am 7. Februar, nachm 4Vj Uhr, verschied nach langem, ichwerem Leiben mein lieber Mann, um er liebet Baier Franz Konowshy im 52. Lebensjahre Die Hinterbliebenen Jotuuma Konows ky n. Kinder. Die Einitscherung findet Mittwoch, den 1t Februar, nachm. 5 Uhr, tm Krematorium Baumschuleniveg statt Am 7. Februar 1931 verschied nach langem, ichwerem Leiden uniere liebe Tochter, Schwester und Schwägerin eharlotte Groß im Alter von 27 Jahren. Familie Karl Grat Bia.-Bohnsdorf. Habichtstr. 9 Familie Waller Oi oh Berlin SO. Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem II Februar, L>/, Uhr nachmittag?. auf demFriebhosBin-Bohnsdor! fiatt. 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Berlin. feit 1882 nur«75 S9(ü— 425—' Oranmn 158. tzebrauchie Abend- >�dwna»r!e,i�r- Potsdam«,- rnng ohne Au', 74 schlag. Reuer Kala---- log kostenfrei.• HleiüungsstocKe. gtfscne usw. «estig getragen« Savaliei Soiimann.Piano», gebrauchte. 300.—, 350.—. 49i),—, 500,-, 580,—., 650,—. Reue 900,— au. Tonschön. bauf1-" Darantie, Teilzahlnno SS. 50, Leipzigerstraße 57 lSvilielkolonnaden) Savaliergarderobe von Millionären, Aerztcn. Anwälten. Slaoicre. Fabelhakt billige ISO.—, 150.— 175,—, Preise. Smvfehie 420<—. gebrauchte Taillenmäniel.Pale. große Auswahli iots. Fracks. Smo kings. Eehrockan- züge. Kosen. Svori. Gchvelze. Gelegen- heitskäufe in neuer Garderobe. Weite- ster Weg lohnend. Loihringerstrafie 58. 1 Trevve. Rosen- thaler Platz_» Frack billigst abimaeben. Dahlie, Pastcur. straße 31. G msasi Patentmatratze» Metallbetten, Auf» legematratzeu. haiselo auch in neuen. Langjährige Sa- rantie. Bcfichtiguna lohnenb. Teilmh. lung. 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Einen ganz großen Genuß hatten die ,"öre?era I: 5anptslr. IS:„Krise de» Kapitalismus".— Tckouebera III: fauplftr. 15; Bursche und Mildel in der SAI."— ScküiBebera IV: Kauptstr 15:.Toncsrol til".— ChaNottendura-Nord: Olberostrafte iSrortpIaftl:„Demok'atie und Arbeiterichast".— Siemensstadt: Va'keschule:„Taqe-pal'tik".— Steqlift I: Albrechlslr. 47:„Partei und gua'nd". — Brift: Trellpunkt 19 Uhr Budawer Ecke"lahnstrafte inr Mitag-derpersamm- lunq.— Tcköreweide: Berliner S't. 31:„f oeialiftifd» Erzieduna".— Köpenick I: Keim Grünauer Str. 5: Lichtbilder:.Tahrtenerlednige".— Lichten» bera.No:dn>est: ssunkt onärsiftnna, Varacken.— Wittenau! kaup'str. 13;„Ar- belt-dlenstpfsicht".— Riedersck är Hausen: Lindenslr. 47:„So.llales Bauen".— Pau.Iow> und N: Görfchstr. 14:.!?leaellohre".— Karlsborft: Treokowallee 44: „Ardeit-dierstpflicht".— Weiftensee: Vartftr 36:„Enaland und gndi'n". EEG. Vanloni: Kitsina.'ustr. 48 1754 Uhr:..Enalilche A-belterbewequnn". WerbebeVet Veen, lauer SSeifl: 10!4 Uhr Schule Dunckerstrafte lLelehallel, Lor'raq für erwerbslose Genossen. Werbet* vrl Osten: Litauer Str. 18: Sprechchorprobe. Werbebezirl Tempelhos: Balnn der Arbeitsoemeinschasten: Aelter« Kei» Tempelhol. llllnaere Ke m Mariendo'f. Werbebszirl Nenlöllni W.B..Mi1aliederversammIuna Karl-Marr-Schule, Kaiser- ssriedrich-Strafte. Ohne Mitaliedsbuch kein Zutritt. Vorträge,VereineundVersammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rol-Goid". SelchiiltsKel»erlin S 14 SebaNianItr 37 38 So' 2. Tr. Charlottenhnrn: Diens�aa 19. Tcbruar. 20 Uhr. lämtllche Schuko- Kameraden Edenpalast, Zioil.— Köpenick, Kameradschaft: Menslag. 10. gebruar, 19 Uhr, Stadltheater, Schuko und klunabanner.— Rudrrrien«« Tonnerstaa. 12. s?ebruar, 20 Uhr, Mitaliederoerlammluna bei Schmlft. Kom- Mandanten- Ecke Deuthstofte. Vabrion, Lichtspiele am Bülowploft oeröflentllchen uon heute ab Ihr Pro» «ramm Pien-tans und slreitaq« in unserer flinoiafcl. Wir bittrn unlere Lese», die Kins'alel zu beachten. Bei Onkel Toms Hütte zeigen Skiläufer ihre Künste in vervise' genen Sprüngen. Fröhliches Treiben herrscht im winterlichen Wold; dber besonders vergnügt sind die Röuchep, für die es keine Freude gibt ohne JtoseiiiJiuno Berlins m eistgera u chie Cigareite 0/M.in der Einheitspackung 401 Andreas tlagy: 3)as geUoMene Paradies Aus dm Srsählungm des Itlilos JSokHfch Samutra ist ein unbedeutender, kleiner Ort in Hinterindien und auch da ganz hinten, wo einem der Teufel gute Nacht fagt. Zu jener Zeit, als ich mich dort aujhialt, reichte Englands Hand noch nicht bis dahin: weder Englands rechte, mit der«s zu geben pflegt, noch feine linke, mit der es alles wieder zurücknimmt. Aber gerade deshalb hatte ich dieses Dorf gewählt. Je v«r- steckt«, erbärmlicher dieses Nest war, um so geeigneter war es für meinen damaligen Beruf. Ich will mich nicht besser machen, als ich bin und sage daher ehrlich: Damals befaßte ich mich mit Zauberei. Ich hatte eine Kiste voll Aspirin, Jodtinktur, Nizinus, Morphium—, das war reichlich genug, mn dort als wundertätiger Arzt aufzutreten. Wahr ist's, daß die Menschen in jener Gegend meist infolge der Pest oder des Tigers zu sterben pflegten, und wer von der Pest oder dem Tiger gebissen wird, dem hilft kein Aspirin mehr. Aber es schadet auch mcht. Schon seit Monaten war ich in Samutra; mit jodem Tag wuchs mein« Praxis: aus fernen Gegenden kamen bereit« die Kranken schorenweise, von meinem wundertätigen Ruf angelockt. Ich de- gann mich sozusagen gesund zu machen: hatte eine feine Hütte und einen Diener, einen Hindu, gefräßig, diebisch, neugierig von Natur, aber sonst eifrig und geschickt. Mich hat er gut bedient, aber davon später. Ich lebte einfach, aber reichlich, und vor allem geruhsam. Auch heute würde ich mir kein schöneres Leben wünschen. Schon am Morgen frühstückte ich Hühnchen. Hier drohte einer der Zuhörer mit dem Finger: „Gib acht, du Verbrecher! In Indien wird kein Fleisch ge- gessen. Dort glaubt man an die Seelenwcmberung!" Ader Milos Lokitsch fuhr unbekümmert fort: Ich weiß, daß die Rechtgläubigen keins essen, gerase deshalb hatte ich fo im Ueberfluß davon, denn ich galt a.ls Heide in ihren Augen. Aber wenn ihr mich hier schon unterbrochen habt, mächt« ich gleich erwähnen, daß ich an diese ganze Geschichte mit der Seelenwanderung nicht glaube. Denn wenn die Leute wirklich daran glaubten, dann könnten sie die Tiere ruhig schlachten, sie essen ja doch nur das Fleisch, die Seele ginge eben um ein Haus weiter. Eines Nachts also, als ich gerade den Schlaf der Gerechten schlief, klopfte jemand an die Tür meiner Hütte. Ich kroch ärger- lich aus den Federn und brüllte nach meinem Diener, der schlief wie ein Dachs, er möge mal nachsehen, wer draußen sei. Er führte einen häßlichen, tranhäutigen, schwarzbänigen, be- jährten Hindu herein, der mir erzähil«, er käme mit seiner Krank» heit aus der Nachbarstadt geradewegs zu mir. Mißgelaunt fragte ich ihn. was ihm fehlte. Er deutete auf seine Augen, die ihn schmerzten,'Aber da geriet ich in Wut. Ich brüllte ihn an, aber so grob, wie ein Universitätschirurg: «Hören Sie mal, Kruzitürkenkreuzhimmeldonnerwetter, zum Teufel auch! Mit Ihren Augenschmerzen halten Sie auch bis morgen srüh warten können! Was ist dos für ein Benehmen, mich aus den süßesten Träumen zu wecken? Daraus brummt« er geheimnisvoll: er sei bereit, mir alles zu «klären, aber das könne er nur unter vier Augen: ich möchte meinen Diener hinausschicken. Einen Augenblick hatte ich Verdacht. Dieser Hindu war fo, wie uns«« Zigeuner: mager, aber stark wie ein Hanfstrick. Nun, aber — das sieht man mir noch heute an— war auch ich nich: von Papp«. Wenn er was Hinterlistiges vorhatte, konnte er mit mir etwas erleben. Ich schickte also meinen Diener hinaus und schloß auch die Tür hinter ihm, damit er nicht horchen konnte. Nun erzählt« mein Patient, daß er absichtlich nachts geksm» wen fei, um von niemand gesehen zu werden, denn wenn es heraus- käme, daß er meiner Hilf« bedurfte, wäre feine' Ehre gleich dahin. Er sei nämlich ein Fakir, und zwar der berühmteste der ganzen Gegend. Er beherrschte auch tm sächlich die geheimen magischen Künste, aber der Zauber der Fakire sei unwirksam seiner eigenen Person gegenüber, so wie auch die Schlange immun ist gegen ihren eigenen Biß. Als er sah. daß ich zweifelnd zu lächeln begann, wurde er glühend im Gesicht. Es ist bekannt, daß dunkelhäutige Menschen ihr Erröten grün auszrdrücken pflegen Er flüsterte heiser: »Ich weiß wohl, Herr, daß deine Wissenschast groß ist, aber es gibt Ding«, in die ihr niemals eindringen werdet. Sieh her!" Aus einem Rucksack nahm er einen Hammer und einen großen Haken heraus. Er wählt« in der Luft des Zimmers mit großer Aufmerksamkeit einen eingebildeten Punkt, setzte die Spitze des Nagels sorgfältig daran und schlug ihn mit großer Kraft in die Lust. Der Haken stand fest im Nicht-, er hing noch seinen Ruck- sack daran und fordert« mich auf, ihn herauszuziehen, wenn ich könne. Aber ich konnte nicht. Dann blies er darauf und der Nagel fiel klingend aus die Erde. Ich hatte schon früher viel von der geheimen Kunst der Fakire gehört, aber erst jetzt glaubte ich daran. Ich wollt« ihm zeigen, daß auch wir Europäer etwas von Gauk- iersi verstanden, nur der Name ist ein anderer: Medizin. Ich nahm aisd mein Hörrohr heraus und sah hindurch, seine Augen be- trachtend. Man konnte dem Kerl ansehen, daß ihm die geheimnis- volle Maschine mindestens so imponierte wie mir der Nagel. Ich sah gleich, daß er an einer einfachen Augenentzündung litt. Ich hatte eine Azetylenlampe und leuchtete ihm mit ihrem brutalen Licht in die Augen. Er wandte tränenoen Auges den Kopf ab. Traurig ächzte er: »Das ist es, Herr! Im Dunkeln habe ich nichts zu befürchten, ab« meine Augen können kein Licht vertragen!" »Na schön, wir werden schon etwas machen." Ich tauchte ein Stück Watte in Alkohol und wusch damit seine Augen. Es mußte furchtbar schmerzhaft sein, aber was machte das einem Fakir, der auf einem Lager voll spitzer Nägel so süß schlum- mern konnte, wie der Prinz von Wales in seinem Daunenbett. Er zuckt« nicht einmal. Dann holte ich ineine schwarzen Brillen hervor, ohne die kein Europäer sich in die Tropen wagen oarf, und setzte ihm eine auf. Er sagte entzückt: „Wunderbar! Wunderbar! Nicht nur, daß der Schmerz auf- hört, das Licht tut mir vielmehr so wohl, als streichelte mich die schönste Bajarder« mit ihrem Händchen!" Mt einem Seufzer oes Dedauerns gab«r mir die Brille zurück. „Das war schön, das war herrlich! Hab Dank für diese Glück- seligkeit!" Ich tat gekränkt und knurrte ihn an: .Himmelnochmal! Ist das der Dank?! Du weist die Medizin zurück? Od« vielleicht brauchst du sie nicht?" Jetzt wurde er ganz gerührt vor Freude: »Ach. Herr— ich bin nicht reich genug, um dich deiner Hilfe gemäß zu entlohnen!" Ich erklärte ihm, was Solidarität unter Kollegen sei: wir wären Kollegen und könnten daher einander kein Honorar absordern. Mit zitternden Händen setzt« er die Brille wieder auf und sagte s«erlich: „Du host mir diesen unermeßlichen Schatz gegeben, darum will auch ich dir etwas schenken. Sei überzeugt, daß mein Geschenk sast ebenso wertvoll ist! Hier!" Er zog ein winziges Leinensäckchen hervor, in dem sich ein weißes Pulver befand. Aber nur wenig, ein« Messerspitze voll etwa, so viel, wi« engagementslose Schauspieler im Cafehaus von kohlensaurem Notron einzunehmen pflegen, wenn sie sich einreden wollen, sie hätten diniert. Der Fakir bemerkte meine geringschätzige Miene und brummte daher mit tiefer Stimme: »Wisse, in diesem Puloer steckt der größte Schatz des Lebens. Ein großer Bramin« hat es vor vielen tausend Iahren erfunden. Wer es sckjiuckt, durchlebt auf einmal alle jene Wonnen, die uns Gehör, Geruch. Geschmack. Talsinn in einem langen Menschenleben geben können. Er sieht die schönsten Gegenden, riecht die duftend- sten Blüten, schmeckt die erlesensten Speisen und umarmt das schönste Weib. Von Ge>»eration zu Generation wird immer nur eine Por- tion von diesem Puloer hergestellt, und der glückliche Sterbliche, dee es erhallen soll, durch das Los festgestellt. Jetzt habe ich es erhalten und ich schenk« es dir. Ich mache dich jedoch Saraus aufmerksam, daß es nur einmal und im ganzen verwendet werden kann: oev- suche nicht, es in klsiner« Portionen zu teilen, denn wer die Wonnen des Lebens zerstückelt, der vernichtet sie. Und kost« nicht nur davon, denn wer vom Kelch der Freuden nippt, der wiro ihr ewiger Sklave und nur der ihn bis auf den Grund leert, wird für immer befreit davon."(Schluß folgt.) 9ioUümfeii des Von SRoberi föudsiinski Der Schikies war Vagabund von Beruf, wie ein anderer Studienrat, Bankdirektor, Künstler oder König von Gottes Gnaden ist. Es hatte in seinein Dasein nicht an Kräften gefehlt, die ihn von seiner wahren Bestimmung ablenken wollten, aber er widerstand ihnen siegreich. Bis es ihnen doch endlich gelang, in seinem 4Y. Jahre, und zwar so erfolgreich, daß sie ihn gleich auslöschten, wie der Radiergummi einen Bleistiftstrich. Richtig erkannt hotte er seine Laufbahn auf der Obcrsekunda. ob bei den griechischen Verben oder in der Religionsstunde, das weiß man nicht. Gesund und kräftig war er. wenn man den Dreck der Jahrzehnte abrechnet, sogar von großer Schönheit und Würde, was ihm bei seinen Pennbrüdern den Namen„Graf Schick" eingetragen hatte. Als einmal ein bis in den Februar hinein milder Winter plötzlich furchtbaren Ernst machte, mußte Schikies notgedrungen Winterquartier beziehen. Er betrat das Pflaster der großen Stadt spät abends und geriet bald vor ein Geböube mit hellerleuchtetem Portal. Aus vielen Autos stiegen vermummte Menschen und ver- schwanden in den Lichtfluten, er mit ihnen, fast unfreiwillig. Sah sich in einem Trubel merkwürdiger Gestalten, die olle noch unechter aussahen, als sonst die Menschen zu tun pslegen. Und neugierige, zum Teil bewundernde Blicke hefteten sich auf ihn. „Donnerwetter!" hörte er da,„schönes Kostüm! Komm du armer Kerl, sollst auch einmal was Gutes haben." Die Frau des Maharadschas von Singapurs war es, sie faßte ihn an einem herunterhängenden Flick und zog ihn in eine Sektlaube. Donner- wetter, war das ein Trank! So was gab seine Flasche nicht her. „Sagen Sie mal, lieber Mann", sprach ihn die Maharadschafrau an, „wir kennen uns doch?" In der Tat, Schikies kam es auch so vor, sie damals, als er die groß« Sache fingerte, gesehen zu haben. Wimmernd fing er an um Verzeihung zu bitten, weil ihm doch die Geschichte ein halbes Jahr eingebracht habe..Köstlich, köstlich". rief die Fürstin,„wie Sie das so natürlich sagen, so echt, Eveline, Eoeline, komm doch mal her, hier ist«in ganz herrliches Kostüm." Die Großfürstin Anastasia schaute zu ihnen herein, lachte hell, als Schikies seinen Hut zog, warf ihm da ein Geldstück hinein, das er mit einem„Aergelt's Gott!" in fein« Lumpen versenkte. Und gleich brachte die schöne Frau ihn zum Tanz, bei dem er einen Stiesel verlor, ab« im Fußlappen sah er noch echter aus.„Sagen Sie nur", fragte ihn der rotangestrichene Frauenmund,„wo haben Sie nur das ungemein echte Kostüm her und vor allem das Parfüm?" „Ach, Madamk», ich schlief zuletzt immer im Kuhstall der Frau Envrulat in Mehlauken." Da sah er auf die Brüste ganz nahe vor seinen Augen, entdeckte da inmitten ein kleine» Täschchen, schnaubte sich die Nase mit dem Aermel, die Anastasia kranipfte sich vor Lachen hinten über, das Täschchen war in seiner Hand. Da packte ihn jemand von hinten und riß ihn von seiner Tänzerin los, er fing sofort an zu jammern, zeigte das Täschchen und er habe es gefunden. Eine Lachslut erfolgt«, keiner nahm ihm das Ding ab. und die Besitzerin war schon verschwunden..Hier haben Sie was fürs ehrliche Finden", rief ihm ein«„Exzellenz" zu und warf chm ein Geldstück hin, das auf den Boden rollte. Er wollte es aufheben, kam zu Fall, rollte sich in seinen Lumpen zwischen seidenen Beinen, jemand brüllt« ihn an und packte ihn:„Hier wird nicht gebettelt. her mit den Papieren!" Schikies zog ein schmutziges Etwas aus der Tasche, Zigarrenstummel und Speckschwarte sielen dabei zu Boden. Ungeheures Lachen und Quietschen.„Borbestrafl?" donnerte der Jemand.„Iä, Herr Wachtmeister, aber bloß dreizehnmal wegen Delikte und einmal---"„Ach da bist du ja!" rief die indische Fürstin,„ich löse ihn aus, es ist ja mein driller Mann aus erster Eh«!' Sie ergriff ihn und wirbelte mit ihm In«inem Jazz herum. Alle Sinne wollten ihm schwinden, nur der eine nicht, als die Frau ihn losließ, war ihr Armband bei ihm zurückgeblieben. Nun sab er an einem Tisch ein Menü gedeckt, er setzte sich und fing an zu schlingen vor Hunger. Einig« um ihn sahen zu und lachten wie besessen.„Sie sind erkannt, mein Herr!" Höne er«ine Stimme dicht neben seinem Ohr. Er schaut- sich erschreckt um und in die seuchtglänzenden Augen der Maharadschadame. Sie zog ihn mit sich in eine verschwiegen« Eck«, sie wühlt« in seinem prachtvollen, aber verzodderten Haar, sie tranken Wein.„Erzähl« mir van deinem Bettlerleben", bat sie Fürstin. Er legte los, als er sah, daß er damit Eindruck machte, schilderte er auch seine unfreiwilligen Aus- enthalte. Einige andere standen daneben und horchten hin.„Fabel- hast", sagte eine Kolombine,„der ist sicher ein großer Dichter." Seine Dame wurde eifersüchtig, sie zog ihn weg zu einer Rutschbahn, setzte sich in seinen Schoß. Die Mc.ntelfetzen slogen umher, beide lagen am Boden, umwiehert von Freudengeheul. Dann standen sie beim Photographen, dann hier im Dicksten, dann da im magischen Licht, dann an Schänken, Weinlauben, überall mit Hollah begrüßt. Zuletzt allein in«inem Raum.„Wie heißt du?" fragte sie nun in einem neuen Ton, den das oerschüttet Männl.che in chm doch noch erkannt«. Fast hatte er seinen Namen vergessen, auch den zurzeit auf seinen Papieren angegebenen.„Graf Schick' sagte«. und war stolz, einmal wenigstens nicht ganz gelogen zu haben.„Das dachte ich mir", gestand sie, merkwürdig, da» Elend bricht doch durch jede Verkleidung durch. Die anderen sehen gegen dich wie ausstaffierte Lumpen aus." Aus der Nachbarschaft hört« man durch Weinlaub unterdrücktes Flüstern und Küssen, die Musikkapellen, sttömten süße Giftflu-en umher, vor den Augen des Bettlers flimmerte runde« Frauenfleljch. wollüstig durchzuckt. Er war sich schon längst im klaren über seine augenblickliche Rolle, er dacht« an sein Dasein, er biß au« Wut in den weichen Arm vor ihm. wollte dann fliehen aber die Gebissen« stöhnt« dankbar Dan» faßt« ihn Trunkenheiteschwermut, er de» hauptet«. m»r ein Bettler zu fetn, sie sagte:„Wir sind alle Lettler um ein bißchen Liebe."„Et puis le rnort", entsann er sich und wollt» weinen. Bald darauf saßen sie beide im Auto in Pelzen und Spitzen. die Frau ließ ihn nicht frieren, dann fand« sich im Bad«, zum ersten Male seit seiner Sekundancrzeit, daraus ging er unter in roten, weichen Wellen. Roch mehreren Stunden stand er nneder draußen auf der Straße und leider neben einem Wasser. Und hier spielt« sich der unnötige Schluß ab, der ganz falsch war, denn es ist nicht notwendig, das Maskenfpiel des Lebens so zu enden. 'Dr. 3Sruno SSorchardt: Sros und Entfernung der Sonne Schon seit einigen Monaten sind die Fernrohre der bedeutendsten Sternwarttn aus den Himmel gerichtet, um den Lauf eines der kleinsten Himmelskörper möglichst genau zu verfolgen, eines Pla- netoiden(Planetchens) von nur 30 Kilometer Durchmesser, der bei seiner Entdeckung vor 32 Jahren den Namen Eros erhielt. Er gehört zu der Gruppe der kleinen Planeten, deren erster am l. Januar 181)1 aufgefunden wurde und vcn denen wir heute bereits gegen 121» kennen. Schon bei seiner Entdeckung erwies sich Eros als ein Körper besonderer Art, denn alle bis dahin bekannten kleinen Planeten, 432 an Zahl, kreisten zwischen den Bahnen der beiden großen Pla- neten Mars und Jupiter um die Sonne, Eros aber legt den größten Teil seiner Bahn innerhalb der Marsbahn zurück und kann daher der Erde näher kommen als irgendein anderer Himmelskörper. Zwar hat er seit seiner Entdeckung einige Gefährten bekommen, wie auch einige Planetoiden ausgefunden worden sind, deren Bewegung über die Bahn des Jupiter hinaus führt, aber Eros ist doch derjenige geblieben, welcher der Erde am nächsten kommen kann und zuweilen, wie zu Anfang Febniar dieses Jahres, auch wirtlich konmck, wobei er allerdings ailch noch in der respektablen und anschaulich gar nicht vorstellbaren Entfernung von mehreren 20 Millionen Kilometer bleibt. Was hat nun aber das sür eine besondere Bedeutung, und wes- halb verfolgen die Astronomen so gespannt und aufmerksam diesen kleinen Körper und seine Bewegung? Seit Auffindung der wahren Gesetze der Planeteubewegung durch Johannes Kepler vor etwas mehr als 30» Jahren kann man die Entfernungen der Planeten von der Erde und von der Sonne sehr aenau berechnen, aber nicht etwa in einem absoluten irdischen Maß- stah, in Kilometern, sondern als Maß mußte irgendeine dieser Entfernungen genommen werden, und zwar hat man sich aus nahe- l-.egenden Gründen dafür entschieden, die Entfernung Erde— Jannc als dieses Maß zu wählen, welches man als astronomische Einheit bezeichnet. Daher mußte den Astronomen daran liegen, diese Einheit. allo die Entfernung der Sonn«, so genau wie möglich in irdischem Maß zu bestimmen. Dazu würde genügen, die Entfernung nur irgendeines Himmelskörpers genau zu messen: denn da die Eick- fsrnungen in astroiwmrschen Einheiten bekannt sind, kann aus einer dieser Entfernungen die astronomische Einheit leicht berechnet werden. Di« Methode, die Entfernung eines Gegenstandes zu messen, der nicht unmittelbar zugänglich ist, oesteht darin, von den Enden einer genau abgemessenen Streck« die Blickrichtungen festzustellen, in welcher der Gegenstand erscheint, und es liegt auf der Hand, daß dies um so genauer geschchen kann, je naher der Gegenstand sich befindet. Sehen wir z. B. von den Enden der Friedrichstraße nach dem Mond«, so werden wir wegen seiner großen Entfernung keinen Unterschied der Blickrichtungen feststellen können, wandern wir die Friedrichstraße entlang, so wandert der Mond eben mit. Die gc- wählte Strecke Ist viel zu klein, um aus diese Weile die Entfernung des Mondes zu messen. Für die Sonne gibt es wegen ihrer sehr viel größeren Entfernung überhaupt keine Strecke aus der Erde, die groß genug wäre, einen Unterschied in den Blickrichtungen festzustellen. Man hat daher die Entfernung näherer Körper, der großen Planeten Venu» und Mars, von denen der erster« bi» auf 4ss, der letztere vis auf SL Millionen Kilometer uns zuweilen nahe kommt, für die Be- stiinmung der Sonnener.tfernung benutzt und festgestellt, daß sie rund 150 Millionen Kilometer beträgt. Dies Resultat ist bis auf 11 km, also bis auf 30 000 Kilometer, genau, was bei der ungeheuren Eni- scrnung von 150 Millionen Kilometer schon sehr gut ist: aber be! der Wichtigkeit der Sonnenentfernung als astronomischer Einheit und Längenmaßstab für die Entfernungen der Himmelskörper oersuchen die Astronomen natürlich, die Genauigkeit der Messungen noch weiter zu treiben. Da nun der Eros uns fast halt so nahe kommt als die Benus, seine Entfernung also sehr viel genauer gen, essen werden kann, taucht« gleich bei seiner Entdeckung der Plan aus, solche Messungen zur Vc- stimnumg der Sonnenentsernung zu benutzen. So erklärt sich also das große Interesse, das die Astronomen an der dicsinaligen Annäherung des Eros an die Erde nehmen und daß Tauseiche van Leobachtungen der Erosstellungen von den Stern- warten aller Länder täglich angestellt werden, aus denen seine wechselnde Entfernung von der Erde hervorgeht. Ganz so einfach, wie hier die Ding« nur grundsätzlich dargestellt sind, liegen sie allerdings nickst. Es sind noch«ine große Anzahl sehr verwickelter Umstände zu beachten, auf dl« hier natürlich nicht ein- gegangen werden kann und die bewirken, daß die Berechnung der Beobachtungen einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Vcramwori'.ich kilr Politi!:?r. Glitt iScfu«; iSicfföaft: 6, SUinRcIIiBfct; ScaJtrtfllttft-jiJäWcaun«: A. Sftefnct: ZculDelon: jt ü. DSicket! Eofalcs uns SonftiRti- iiri« ZiatstSdt: Änztiuen: TI>. Kl»«»: fiiaitlich in Bsrlln. Derlaa: Borwärls-Berlaa II ra. b.£., Berlin. Druck: Borwzrk-Buckidrucki:-! und Lcrlagsanstal: Paul Slnuer u. Co.. BerUu EL.«S, Srndcnfttasc K Hierz» 2 BeUase». l ?!r 67* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 10. Februar 1931 Wie Scher! an Hugenberg kam. Die Borgeschichte des Hugenberg-Konzerns wird untersucht. Der Uiitersuchungsausschug tfes Preußischen Landtags zur Nach- Prüfung der Kreditgewährung der Preußentasse hielt am Montag ein« öffentliche Sitzung ab. in der die Untersuchung über die Finanzgeschäfte der Preußenkasse bzw. des preußischen Staats mit den.�onkursbedrohten Unternehmungen des Gcheimrats Hugen- berg" festgesetzt werden sollte. Der Vorsitzende, Abg. Dr. Decrberg(Dnat.). teilte nach Eröffnung der Sitzung mit, der Ausschuß habe heute zu prüfen, ob die preußenkasse staailiche Mittel zum kauf des Scherl- Verlags und zur Gründung des Düsseldorfer Verlagsvereins gegeben habe. In einer Geschäftsordnungsdebatte behaupteten die deutsch- nationalen Vertreter, es handle sich nicht um Regierungsgeld, viel- mehr Hab« eine bestimmte Gruppe über die Preußenkasse den Verlagsverein Gelder zugeleitet. Die Vorgeschichte. Vors. Dr. Deerberg(Dnat.) hält den Zeugen vor, es handle sich um die Nachprüfung von Mitteilungen, die Prof. Ludwig Bernhard in seiner Bros6)ü?e über den chugenberg-Konzern ge- macht habe. Der Vorsitzende erläutert die Vorgeschichte dahin, daß 1911 August Scherl mit Rudolf Masse einen Vertrag schloß, wonach Masse 1,5 Millionen Mark Vorzugsanteile und 750 000 M. stimmberechtigte Stammairteile übernahm. Scherl habe dann den Verkauf des ganzen Verlags ins Auge gefaßt. Als Reflektanten seien Mosie und Ullstein in Frage gekommen. Die Regierung, besonders der Landwirtschaftsminister, hätten damals gefürchtet, daß auf diese Weise ein bedeutender politischer Faktor verloren gehen würde. Anfang 1913 hätte Scherl dem Reichs- kanzler von Bethmann�chollweg erklärt, man habe ihm 11l4 Millionen für die restlichen Stammanteile angeboten. Cr, Scherl, würde aber Freunden der Regierung den Verlag für 10 Millionen überlassen. Das Angebot müsse aber bis zum Juli 1913 vorliegen, vckhmann-hollweg habe sich bemüht, einen Käufer zu finden, aber erfolglos. Scherl habe die Optionsfrist bis zum 1. Oktober 1913 verlängert unter der Bedingung, daß bis zum 28. Juli 1913 1,5 Millionen Mark gezahll werden, die zurückgezahlt werden sollten, falls der Vertrag nicht zustande käme. Der Vertrauensmann S ch o r l e m e r s, der die Verhandlungen führte, habe in Baron von Oppenheim und dem Finanzmann Louis cha gen ein interessiertes Konsortium gefunden. Das Bankhaus Opvenheim aber habe dann in den Fristen erst 1,5 und später 6 Millionen gezahlt. Anfang 1914 habe Scherl seine sämtlicken Aemtcr als Geschäftssührer der Gesellschaft niedergelegt. Die nunmehrigen Eigentümer hätten sich zum Deutschen Vcrlagsverein in Düsseldorf zusammengeschlossen. Durch Schreiben vom 19. Iuni 1915 regte der Verein bei dem seinerzcitigen Unterhändler für den Landwirtschafteministcr und den Reichskanzler an. ihm einen Vorschuß von S Millionen zu überlassen. Die 8 Millionen sollten unverzinslich und bis auf'10 Jahre uirkünd- bar fein. Die Regierung sei darauf in interne Erwägungen eingetreten, die dazu führten, daß Landwirtschaftsminister von Schorlcmersichan Kirdorf, Krupp und andere Ruhr- industrielle wandte, um dem Lerlagsverein zu helfen. Die Regierung selbst, so sage das Buch Vernbards, habe aus unbekannter Quelle nicht mehr als eine Million geben können. Krupp habe den Vorsitzenden seines Direktoriums, Gchemrrat chugenberg mit der Prüfung der Sache betraut. chugenberg habe eine finanzielle Untersuchung des Scherl-Verlags und des Deutschen Vcrlagsvercins vorgenommen. Die Bankschulden des Deutschen Verlagsoereins feien, immer nach dem Buchs Bernhards, getilgt �worden durch eine von unbekannt zur Verfügung gestellte'Summe von 1 Million und durch die von der Lugenberg-Gruppe aufgebrachten 6,1 Millionen. Hugenberg habe für die Cinräunmng des Kredits die Majorität erhalten. Daraus ergab sich, daß Hugenberg am 25. März 1916 der unbeschränkte Herr des Slberl-Verlags war. Der Vorsitzende meint, es komme nun daraus an, festzustellen. welche unbekannte Seile es sei. die die eine Million zur Versürnrng gestellt habe, und zweiten«, ob die SA Millionen der hugenbera-G�uppc aus staatlichen Krediten tzerrübrten oder mis Mitteln der h'-'genbera.Gnipye. Schtießlich sei fest-u- stellen. wie die Disseren, iich erkläre, daß hvgenberq 17 Millionen für die Sanierung des Scherl-Verlage nnd des Verlagsvereins für erforderlich hielt, während nur 7.l Millionen ausnebracht wurden nnd man zugleich sagte, die Sanierung sei dnrchoesühr«. Es frage sich, wo die nbrlaen 16 Millionen hergekommen feien. Es wurde dann Ministerialdirektor a. D. Kautz, der damals Referent in der Preubenkauc war, vernommen, doch ergab seine Vemebmunq nichts Wesentliches. Abg. Koennecke(Dnat.) erklärte, in dem sozialdemokratischen Antrag, der die jetzigen Untersucbungen des Ausschusses veranlaßt habe, werde aesagt, daß aus Mitteln der Preußenkasse im Jahre 1914 fünf Millionen Mark.�»n den Deutschen Verlagsverein in Düsseldorf— Geschäftsführer Geheimrat Hilgenberg— ohne jeden Recktsarund" gezahlt worden seien. Da Hugenbcrg damals noch nicht Geschäftsführer des Deutschen Verlagsvereins war, stehe also die ganze Untersuchung auf einer falschen Gruvdlarc. Es wird als weiterer Zeuge Geh. Finon-rat Baakbiteffor 3oost, Präsident der Thüringischen Staatsbank in Weimar ver» ( nommen. Der Zeuge erinnert sich, daß Präsident Heiligenstadt etlichen Herren der Preußenkasse seiner Zeit davon Kenntttis gegeben habe, daß irgend jemand einen Kredit nachgesucht habe. Uebcr Einzelheiten des Geschäftes wisse er nickts mehr. Jedensalls sei der Kredit regulär zurückgezahlt worden. Er erinnere sich auch nicht, daß in Verbindung mit dieser Kreditaktion der Name Huoenberg genannt worden sei. Daß die Preußenkasse Geld ohne genügende Sicherheit gegeben habe, sei ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen esi es. daß Geld aus irgendeinem Schwarzfonds gegeben worden sei. Abg. koennecke(Dnat.) bittet um Klarstellung, ob es überhaupt zu einer Hergabe der 2,5 Millionen Mark gekommen fei. Räch der bisherigen Auffassung fei lediglich der Kredit eingeräumt, aber nicht in Anspruch genommen worden. Berichterstatter kuttner(Soz.): Nach meiner noch nicht vollständigen Kenntnis der Akten ist der Kredit im September 1914 beantragt und eingckäumt worden. Dann brechen die Akten ab und setzen erst im Zuli 1916 mit der Nachricht ein, daß der Kredit nicht in Anspruch genommen worden sei. Was dazwischen liegt, ist vollständig dunkel. Der Vorsitzende Deerberg(Dnat.) verließt einen Schriftwechsel aus dem Juli 1916, wonach v. Oppenheim der Preußenkasse erklärte, er trete jetzt von seinem Verpfändungsangebot von 1914 zurück und erbitte die deshalb überreichten Urkunden gleichfalls zurück. Aus Briefen der Preußenkasse ergibt sich, daß diesem Wunsche Oppenheims entsprochen wurde. Ein Brief an die preußenkasse. Es wurden dann zwei Akten st ücke verlesen. Das erste ist ein Brief des Freiherrn von Hammerstein an die Preußenkasse, in dem es heißt: Hochverehrter Herr Präsident! Den Inhalt meines heutigen mündlichen Vortrages beehre ich mich wie folgt zu wiederholen. Der Verlagsbuchhändler August Scherl sah sich im Jahre 1913 genötigt, die ihm gehörigen Stammanteile, Vorzugsanteile und Ge- mißscheine der August Scherl G. m. b. H. abzustoßen. Als Käufer stellte sich für die Stammanteile die Firma M o s s e zur Verfügung. Aus polilifcheu Gründen sollte der llebergang des großen Scherlfchen presseunlernehmens in liaksliberale Hände ver- hindert worden, da aiÄernfalls die meistgelesenen Zeitungen Berlins lediglich der Weiterverbreitung linksliberaler Ideen gedient haben würden. Herr Scherl bot hierzu feine Hand, indem er zu Händen des Geheimen Justizrats Loewenfeld ein Angebot abgab über den Verkauf der ihm gehörigen Stammanteile der August Scherl G. m. b. H. Nachdem der Herr Reichskanzler längere Zeit versucht hatte, die zum Erwerb nötigen Gelder aus wohlhabenden Kreisen, die nicht auf kinksliberalem Boden stehen, zufammenzubringen, bat er Herrn von wchorlemer, sich dieser Ausgabe zu unterziehen. Herr von Schorlemer entsprach dem Wunsch und begann seine Bemühungen etwa Mitte Juni vorigen Jahre». Die Bemühungen hatten den Erfolg, daß eine Anzahl in guter Vermögenslage befindlicher Personen sich zu dem Deutschen Verlagsverein zusammenschloß, der Rechtsfähigkeit durch staatliche Verleihung erlangt hat. Die derzeitigen Mitxficder des Vereins haben etwa 8 Millionen zusammengcbraä,t, davon stamint 1 Million von verschiedenen größeren Zechen, die eine weitere Beteiligung mit 4 Millwnei in Aussicht gestellt haben für den Fall.' daß das Kohlensyndikat unter Beihilfe des Staates erneuert werden sollte. Bis auf einen verhältnismäßig geringen Betrag sind dies? acht Millionen eingezahlt beim Bankhaus Oppenheim jr. u. Cie. in Köln, das auf Wunsch des Herrn von Schorlemer, ohne S«cherhe1i zu fordern, die an Scherl abführenden Beträge vorgelegt hat. Zu Lasten des Verlagsvereins waren bis zum i. April d. I. 10 Mil- lionen von Oppenheim abgeführt, weitere 2 Millionen werden Ende des Jahres fälliq für Borzuq-anteile und ein Betraq von etwa 1>- Millionen Mitte des Jahres 1915 für die Genußscheine. Der Inhaber des Bankhauses. Oppenheim, Freiherr S. AlsredvonOnpenhei m, ist vm dritten M�bilmarbungstaae zur 9. Dioision in Glogau einberufen. Außerdem stelzen feine drei erwachsenen Söhne unter den Fahnen. Bei seiner Durckreise nach Glogau hat Herr Freiberr von Oppenlzcim den Wunsch ausgesprochen, daß ihm die Möglichkeit gegeben werde, ini Bedarfsfälle die Millionen, die der Verlaorverein bZw. iei'-e Oirtinder seinem Haus« gegenwärtig noch aus dem Erw-Atb der Stammanteile schuldig seien, flüssig zu machen. Den genauen Betrag der Oppenbeimschen Forderung kann ich nicht angeben: einschKeßliät der Jehr erheblichen Stempel- und Ny'aria'skosteii und der im Vorjahre aufgelaufenen Zinsen und unter Berücksichtigung der Tatsache, daß einige der 8-Milliouen-Zeichner den gezeichneten Betrag nach nicht voll eingezahlt haben, wird die Forderung etwa rund 2'/e Millionen betragen. Herr freiberr van Schorlemer bat den dringenden Wunich. daß dem Bankhaus Oppentzeim aus der im Interesse der Könl-Uchen Staatsregicrunq geleisteten Gefälligkeli in diesen Kriegszeiten Wetteruvqen vW erwachicn. Es w"tz desba",-!n Weg gesucht werden, dem Haus: Ovnevheim 2 bis 2� Milllznen zur Der- jügung zu stellen. Freiherr von Oppenheim hat vorgeschlagen, die Flüssigmachung in der Weise zu besorgen, daß der Deutsche Verlagsverein auf das Haus Oppenheim einen Wechsel zieht, den dieses ak,zep iert und Sen die Reichsbank zu diskontieren hätte. VerHand- lunqen mit der Reichsbank haben ergeben, daß außer der Unter- schrift des Hauses Oppenheim und des Deutschen Vettagsvereins, der nach den Bestimmungen der Reichsbank eine wechselsäbig? Persönlichkeit nickt ist. noch eine weitere gute Unterschritt auf den Wechsel gesetzt werden muß, wenn er oiskontiert werden soll. Der Herr Reichsbankpräsid nt wars mir dm Gedanken bin, den Fiskus in irgendeiner Form aus den Wechs l zu bringen und die etwa aus der Unterzeichnung entstehenden Bcrpslichtungrn mit den Mitteln des Hauptextraordinariums oder des Allerhöchsten Dispositionsfonds zu decken. Diesen Weg der Geldbeschaffung hat der Herr Unterstaatssekrctär Michas- Iis als ungangbar bezei'met. Auf meine Fraas. ob die S e e- Handlung oder etwa die Vreußenkasse Helsen könne, hatte der Herr Unlerstaatssekretär Michaelis nichts dagegen einzuwenden, daß ich die Angelegenheit mtt Euer Hochwohlgeboren bespreche. Der Herr Unlerstaatssekretär ließ durchblicken, daß die Preußenkasse die Geldbeschaffung aus eigene Berant- w o r t u n a nach Prüfung der Güte etwaiger Unterlagen zu machen habe. Bei der poli ischen Bedeuwna der Sack« und in Anb-ttmcht des Umftandes. daß die Bveußenkasse das Geld nicht bar herzugeben brauche, wolle er ihre Hineinzichung nicht als bedenk- l i ch bezeichnen. Aus den Besprechungen mit Euer Hochwohlaeboren glaube ich entnehmen zu dürfen, daß die Preußenkasse bereit sein tw--t> auf ei" twofHp'ftt'orit des Opvercheii" Köln über höchstens 2.5 Millionen Mark ihren Namen als Auesteller zu letzen, wenn bei ihr von den 8 Millionen Statwrtaitt-'tlen 5 Millionen hinterlegt werden. Das Akzept hätte über 3 Momtte zu laufen. Herr Eeheimrat Schmiedicke, den ich nach der Verhandlung nm Euer Hochwohlgeboren aufgesucht habe, erklärte mir. daß die Reichsbank bereit fein würde, einen Wechsel, der die Unterschrifien der Preußenkasse uno Oppenheims trage, zu dis- kontieren, auch in eine Prolongierung des Wechsels im Bedarfsiallc zu willigen. Falls meine Annahme zutrisft, darf ich Euer Hochwohlgeboren um kurzen Bescheid bitte». Der Erwerb der Scherl-Presse durch den Deutschen Be lag?» verein ist bisher streng vertraulich verHandel:, politische Gründe machen auch serner die st eng vcrlrauliche Behandlnr.q der Angelegenheil dringend erwünscht." Noch ein Minister interessiert sich. Der Berichterstatter verlas sodann aus den Akten des prcußi- ichc» Jnnenminifterimns ein Schreiben des Ministers des Innern von Dallwitz an den Ju st i z m i n ist e r vom 3.'April 1914, in dem Herr v. Dallwitz die Verleihung der Rech s- fähigkeit an den Deutschen Verlagsverein mit folgenden Worten begründet: „Die Begründung des Deutschen verlagsvereins liegt im dringenden staatlichen Interesse. Ohne die Opserwilligkeit der Bereinsmitgtieder wäre der Scherlsche Berlag unter demokra ische Leitung gelangt. Es wären mithin diejenigen Berliner Zeitungen, die infolge ihrer großen Berbreitung für die Anschauungen der breiten Masse des Belkes von besonders großer Beden ung sind, ausnahmslos In siaatsseindlicher Richtung geleitet worden. Mil der Berleihung der Rechtsfähigkeit an den Berein er- kläre ich mich daher grundsätzlich einverstanden." Der preußische Justiz mini st er hat sich in einem Schreiben an den Minister des Innern, gezeichnet vom Staats» sekretär Muegel, vom 14. April 1914 cbcnjalls für die Bcx» leihung der Rechtsfähigkeit cm den Deutschen Aeriagsoeretn ausgesprochen. Prof. Bernhard verleugnet seine Angaben. Als nächster Zeuge wird der Berliner Univcrsitötsprosessor Ludwig Beruhard vernommen, der das Buch über den Hugenbcrg- Konzern geschrieben hat. Der Zeuge schildert eingehend, wie das 59er Konsortium aus dem Rheinland sich bildete, aber außer fcett sieben nicht auch noch die weiter erforderlichen acht Millionen aufbringen konnte. Deshalb hätte man Verbindung mit den Bergwerkskreifen aufgenommen. Aber nicht am 25. März 1916, wie sein Buch sage, sondern, wie er sich nachträglich überzeugt habe, erst am 8. Mai 191S sei. die Hugenberg-Gruppe mit 6,1 Millionen hinzugeloinzAen. Die weiter fehlende eine Million sei durch Bermiitlung-d« Regierung hcrbeigcjchassl worden, aber nicht aus Regierungs- miiteln. Diese eine Million sei als k.onvenlionalstrase einer großen Firma bezeichnet worden, deren Bernzeudung für die Sanierung von der dafür zuständigen Stelle bestimmt worden wäre. Es sei aber gebeten worden, nicht weiter nach der Quelle dieser einen Million zu forschen. Als Regierungsgeld hätte diese eine Million gar nicht gelohnt. Die weitere Behauptung seines Buches, daß zur Sa- itientng von Scherl außer all diesen Beträgen noch zehn Mil- I i a n e n Mark erforderlich wären, sei nack Erscheinen des Buches von den maßgebenden Leuten des Scherl-Verlags entschieden bestritt en worden, was er in einer Neuauflage auch vermerken müßte. Abschließend betonte Prof. Bernhard, nach seiner unter Eid zu äußernden Ansicht bleibe von der Behauptung, daß Regier ungs- g e l d e r zur Sanierung des Scherl-Berlages gegeben wurden, absolut nichts übrig, wenn auch die Regierung sich stark dafür einsetzte, daß der Verlag nicht etwa an die Häuser Moise oder Ullstein kam. Natürlich könne er nicht wissen. ob die Firma Opvenheim, die für die rheinischen Finanz- laute nach außen in Erscheinung trat, irgendwelche Geschäfte mit ässentlichen Bankinstituten gemacht habe.' Zeuge Bernhard erklärt weiter. Kurz vor Erscheinen seines Buches sei ein a n g e b l i ch e r B e a in t e x d e s? n n e n in i n i st e- r i u m s zu ihm gatommen, von dem der Zeuge den Eindruck hatte, daß er ihn ausfragen wollte. Dieser habe behauptet, ini Ministerium seien Zllten vorhanden, daß die Regierung sich für den. Scherl- Konzern interessiert habe. Bei einem zweiten Besuch dieses Herin habe dieser erklärt:„Unser Minister will nicht die Wahrheit fest- stellen, sondern einen politischen Skandal haben" Wenige Tag? später sei im Landtag die Anfrage Heilmann gekommen und im „Vorwärts" ein Artikel erschienen, der genau das enthalten habe, was mit ihm, dem Zeugen, besprochen worden war. Abg. Kttllner(Soz.) wünscht zu wissen, ob der von dem Zeugen erwähnte Mann aus dem Ministerium des Innern sich ihm vor- gestellt habe. Zeuge: Er ljat mir seine Karte gegeben, ich habe sie noch nicht wieder gefimden. Daß im Ministerium des Innern feit langer Zeit eine Aktion gegen den Hugenborg-Konzern geplant fei. ist mir seit 1926 bekannt. Im Ministerium des Innern muß ein strebsamer Mann sitzen mit der fixen Idee:„Wir müssen dem Hugenberg- Konzern etwas anhaben."(Abg. Kuttner(Soz.):„Das ist Ihre subjektive Ansicht!") Die geheimnisvolle Milion. Es entspinnt sich dann eine lange Gcschäitsordnungsdebatte über die vermutliche Herkunft der einen Million Reichsmark, die der Zeuge Bernhard als Konventionalftrase bezeichnet hatte, die zur Sanierung des Scherl-Verlags von ernem Unbekannten zur Verfügung gestellt worden sei. Abg. Diel(Z.) meint, wenn der Spender dieser einen Million unbekannt sei, könne man nicht mit positiver Gowißheil bchavplcn, daß nicht die Regierung dieses Gcld gab. Bernhard erklärt noch, auch Hugenberg kenne die Quelle dieser einen Million nicht, zumal zunächst die ganze Sache für Hugenberg nebensächlich gewesen wäre. Die Fortsetzung der Zeugenvernehmung wird auf Dienstag vertagt. Warum Goldwährung? Ist schlechte Goldverieilung an der Weltkrise schuld? Der Geldumlauf und die Geldoerfassungen der meisten Länder weifen gsgeimber den Vorkriegsjahren einen Unterschied auf, an den wir uns jedoch schon so gewöhnt haben, daß er uns gar nicht mehr bewußt ist. Viele werden sich noch an die goldenen lö. und 20-Mark-Stücke«rinnern, an deren Stelle jetzt Banknoten getreten sind. Wie kann man nun behaupten, daß wir eine Gold» Währung haben, wenn das Gold doch gar nicht mehr als Zahlungs- mittel oerwandt wird? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns klarmachen, worin das Wesen der Goldwährung eigentlich besteht. Das Gold ist die einzige Ware, die in allen Goldwährungs- ländern einen gesetzlich festgelegten An- und Verkaufspreis hat. In allen diesen Ländern kann man stets sicher sein, eine bestimmte Menge von Banknoten zu bekommen, wenn man eine bestimmte Menge Goldes zur Zentralnotenbank bringt; ebenso kann man für eine bestimmte Menge von Banknoten eine bestimmte Menge Gold erhalten. Das Gold steht also zu den Zahlungsmitteln in einem ganz festen und gesetzlichen Austauschverhältnis. Wenn dies der Fall ist, herrscht Goldwährung, also auch dann, wenn keine Goldmünzen zirkulieren und von den Zentralnotenbanken nur Barrengold ge» und vertaust wird. Das Prinzip der Goldwährung liegt nicht darin, daß goldene Zahlungsmittel vorhanden stnd, son- dern vielmehr darin, daß das Gold und die Zahlungsmittel in«ine feste Beziehung zueinander gebracht find. Wozu ist nun ein solches festes Austauschverhältnis zwischen dem Golde und den Zahlungsmitteln notwendig? Zwar hat das Gold in den Goldwährungsländern heute seine Roll« als in. ländisches Zahlungsmittel fast ausgespielt, aber es ist nach wie vor ein Zahlungsmittel im Verkehr der Länder unterein- ander. Wenn ein Land eine passive Zahlungsbilanz hat, muß es die Differenz, die es schuldig ist, grundsätzlich mit Gold ausgleichen. Führen wir ein Beispiel an. Ein Land möge im Lauf« eines Jahres mehr Waren aus dem Ausland eingeführt haben als an das Ausland ausgeführt. In diesem Falle hat es eine passive chandels- bllanz. Hiermit ist aber durchaus nicht gesagt, daß auch sein« Zah- lungsbilanz passiv ist, denn es kann noch Forderungen an das Aus- land haben, die den Passivsaldo der Handelsbilanz ausgleichen können. So kann es z. B. Zinsforderungen an das Ausland haben, wenn es in einem früheren Zeitraum dem Auslande Kapital ge- liehen hat, ferner kann es Forderungen an das Ausland aus Fracht- diensten für das Ausland haben u. a. m. Besitzt ein Land nun aber keinen Ueberschuß solcher Forderungen ans Ausland über die entsprechenden Forderungen des Auslands ihm gegenüber, so hat es auch nichts, womit es den Passivsaldo seiner Handelsbilanz bezal)len könnte; nunmehr hätte es nämlich auch eine passive Zahlungsbilanz. Diese kann es nur ausgleichen, indem es Gold ins Ausland ausführt. Damit wirb der Sinn der Goldwährung und die eigentliche Funktion des Goldes in der modernen Wirtschaft ganz deutlich. Da das Gold in allen Ländern zu einem festen Preis« in die Zahlungs» mittel der Länder eingetauscht werden kann, ist es die einzige War«. die stets angenommen wird; diese Ware ist erstens überall verwert- bar und stellt somit ein internationales Zahlungsmittel dar; sie ist zweitens wertbeständig, und ihre Annahme ist darum mit keiner Verlustgefahr verbunden. Das Gold ist darum als einzige aller Waren geeignet, den Ausgleich der internationalen Zahlungsbilanzen zu oollzisheu. Wenn das Gold wandert... Gegenwärtig stehen wir der Tatsache gegenüber, daß das Gold hartnäckig aus einer Anzahl von Ländern a b st r ö m t und ebenso hartnäckig in anders Länder, insbesondere Frankreich und die Ver- «inigten Staaten von Amerika, einströmt. Die Goldbestände der Zentralnotenbanken in Deutschland, England, Frankreich und den Vereinigten Staaten haben sich in den letzten beiden Jahren folgendermaßen entwickelt: Goldbestände der ZeNtralnoklmbaukeu ia Milliarden Mark. 15. Jan. 29 1S.Ian.Z0 IS.Zan.31 Deutschland..... 2,73 2,88 2,22 England...... 3.IS 3,07 2.96 Frankreich..... 5,60 6,99 8L1 USA........ 11,05 12,44 12,85 Aus dieser Zusammenstellung wird ersichtlich, daß die Gold- bestände in England und Deutschland leicht zurückgegangen sind, während sich der Goldbestand in Amerika in den beiden letzten Jahren nahezu um 2 Milliarden und der Frankreichs sogar um fast 3,5 Milliarden Mark erhöht hat. Im Jahre 1930 ist allein der Goldbestand Frankreichs um zwei Milliarden Mark gestiegen. Diese Entwicklung hat vielfach zu der Behauptung geführt, daß die mangelhafte Verteilung des Goldes unter ine einzelnen Länder die Ursache der Weltwirtschaftskrise sei. Denn da in den Goldwährungsländern die gesamte Zahlungsmittelversorgung in ein bestimmtes Verhältnis zu ihrem Goldwert gebracht ist— da es gesetzlich vorgeschrieben ist, daß«in Drittel oder ew anderer Prozentsatz ihrer Zahlungsmittel mit Gold gedeckt fein muß—. müsse in denjenigen Ländern, aus denen das Gold abströmt, die Zahlungsmittelversorgung zu knapp sein. Ans diese Weise sei der Preissturz an den Wellrohstoffmärkten und fernerhin die ganzen Störungen im Wirtschaftsleben zu«rllären. Wir haben nun gesehen, daß die Ausfuhr von Gold dem Aus- gleich der internationalen Zahlungsbilanzen dient. Die Tatsache. daß das Gold andauernd in ein bestimmtes Land einströmt, kann also nicht mehr beweisen, als daß dieses Land an alle anderen Länder insgesamt mehr Forderungen hat als diese sämllichen Länder ihm gegenüber. Die oeränderte Goldverteilung kann dem- nach nicht die Ursache der wirtschaftlichen Störungen seiq, sondern muß aus irgendwelchen Stockungen in den wirtschaftlichen Aus» tauschoerhältnissen der Länder untereinander hervorgehen. Die Meinung des Völkerbundes. Auch der Völkerbund hat die Frage der Goldoerteilung unter» sucht. Eine Kommission seines Finanzausschusses hat nach ein- gehenden Untersuchungen einen Bericht zum Problem der Gold- Verteilung erscheinen lassen. Dieser Bericht stellt fest, daß die Wirt- s ch a f t s t r i s e nicht auf die mangelhafte Verteilung des Goldes zurückgeführt werden kann. Diese sei die Folge von Störungen im weltwirtschaftlichen Gleichgewicht. In einer derartigen Vertrauenskrise ist es natürlich, daß die kapitalreichen Länder sich in ihrer Kreditgewährung an die tapllalbedürftigen Länder Zurückhaltung auferlegen. Infolge- dessen häuft sich da» Gold bei ihnen an und wandert nicht wieder in andere Länder ab. Man muß nun nicht etwa glauben, daß eine derartige Ansammlung von Gold in einem Lande für dieses Land selbst wünschenswert ist. So hat Amerika z. B. den Fluch seines Goldreichtums erfahren müssen. Das unaufhörliche Zufließen de» Goldes in den letzten Jahren hat hier zu einer Au». dehnung seine» gesamten Zahlungsmittelumsanges geführt, weit über das Maß hinaus, das durch die Bedürfnisse semer Wirtschast gerecht- fertigt war. Diese auf Grund des Goldstroms neu geschaffenen Kredite führten schließlich zu gewaltigen Börsenspekulationen und in deren Gefolge zu vielen Zusammenbrüchen. Die mangelhafte Goldverteilung wirkt also immerhin k r i s e n- verschärfend. Der Bericht des Völkerbundes führt einige Mittel an, mit denen man schon jetzt versuchen könnte, auf eine bessere Verteilung des Goldes hinzuarbeiten. Sie bestehen im wesentlichen in banktechnischen Maßnahmen, internationalen Vereinbarungen der Notenbanken zur besieren Verständigung über ihre Kreditpolitik, vorherigen Vereinbarungen der Notenbanken über ihre Goldkäufe u. a. m. Aber die Kommission wird nicht müde zu betonen, daß die wichtigste Voraussetzung für eine vernünftigere Verteilung darin liegt, daß die Hemmungen für den Ka- p i t a l e x p o r t aus den Kapitalüberschußländern in die kapital- bedürftigen Länder beseitigt werden. Dafür ist es notwendig, daß die kapitalreichen Länder wieder Vertrauen zur Politik und Wirtschast der übrigen Länder fasten. Wirtfchafiskrise in Frankreich. ll4l>000 Arbeitslose in den französischen Kohlengebieten Aus einer vom Generalrat des Departements Pas de Calais angenommenen Entschließung geht hervor, daß der französische Kohlenbergbau infolge Absatzmangel zu starken Betriebseinschrän- kungen gezwungen ist. und daß in allen französischen Kohlenbecken zusammen 140000 Arbeiter beschäfti- gungslos sind. Die Entschließung fordert daher die Regierung auf, dafür Sorge zu tragen, daß nicht, wie bisher, ein Drittel des frai» zäsischen Kohlenverbrauchs aus dem Ausland eingeführt wird. Tteue Preissenkung im Großhandel. Der Großhandelsindex hat sich im Laufe des Monats Januar (die Preise im Jahre 1913= 100 gesetzt) von 117,8 aus 115,2 verringert. Die Ermäßigung macht also 2,2 Proz. aus. Am Rückgang sind die Fertigwaren weniger beteiligt als die Rohstoffe. So verringerte sich der Index für Produktionsmittel, also in der Hauptsache der Index für Maschinen, Werkzeuge usw., von 135,1 auf 134,2 Proz.(Rückgang 0,7 Proz.) und der Index für Konsumgüter von 148,8 auf 147,1(Rückgang 1,1 Proz.). Für die Agrarstofse ist ein Rückgang von 3,4 Proz.(von 110,4 auf 106,7) festzustellen. Dabei hat sich der Index für pflanz- liche Nahrungsmittel um 0,3 Proz.(von 111,3 auf 111,6) erhöht. Darin macht sich die leichte Besserung auf den Getreidemärkten mi Monat Januar bemerkbar. Der V i e h i n d e x sank von 104,4 auf 97,5(Rückgang 6,6 Proz.). Der Viehindex hat also wie der Futtermittelindex schon früher den Friedenzstand unterschritten. Der Index für Vieherzeugniste verringert« sich um 5,7 Proz.(von 126,6 auf 119.4). Bei den industriellen Rohpvffen Halb- waren vollzag sich eine Ermäßigung um 2t» wieder in dem Reilsgewinn bzw. der Dividende nsumm« dieser Gesellschaft eni halten seien. Sri£ 2, dann.»Reichfils \* Huslenh-opfen Flasche Mk. 0.70 und 1.35, Jn Apotheken und Droearien, sonst durch OTTO REICHEL, Berlin SO, EisonbahnstraCe 4. VerTanoon Sie kostenlas 4§0 releh Illustrierte Buch„Guter Rat In gesunden und kranken Tagen"» Oer Wahnsinn des Lohnabbaus. 300 Arbeiter- 32? Millionen Lteberschuß- und Lohnabbau! Vom Verband der Nahrungsnnttsl- und Oeircmkeorbeiter, Ortsgruppe Bertin, oiid uns folgendes geschrieben: Der allgemein« Ansturm der Un.ernehmer auf die Löhne rief auch die Reichsmonopoloerwaltung für Brannt- wein auf den Plan. Sie beauftragte die Tanfftell« des Arbeit- geberoerbandes der Getränkeindustn«, das für die sechs Be- trieb« mit der Arbeiterorganisation abgeschlossene Lohnabkommen zum 31. Januar zu kündigen. An einer Verhandlung der Lohn- kommifsion mit den Vertretern des Arbcitgebsroerbandes Ende Ja- nuar nahmen auch einige Herren der Reichsmonopoloerwaltung teil, ohne daß in der Einladung gesagt war, um was es bei dieser Verhandlung gehen sollt«. Schließlich erfuhr die Lohnkommlssion, daß ein Lohnabbau von 10 Proz. gefordert werden soll. Die Vertreter der Reichsmnopoloerwaltung wollten von den Arbeit«roertr«tern die bündig« Erklärung haben, oaß sie mit einem Lohnabbau prinzipiell einverstanden seien! Dieses Ansinnen wurde ganz entschieden abgelehnt, zumal von einem von der Regierung gleichartig in Aussicht gestellten Preibabbau der notwendigsten Lebensmittel immer noch sehr wenig zu merken ist. Der Vertreter des Arbcitgeberverbandes kam nun mit der versteckten Drohung, was der Verband wohl tun wolle, wenn außer der Kündigung des Lohnobkommcns auch der Manteltarisvertrag gekündigt würde. Die Organisation-vertreter erklärten, daß auch dies« Drohung nicht genüge, um die Arbeiterschaft einem Lohnabbau ge» fügig zu machen. Die Drohung wurde am 31. Januar verwirklicht: der seit 7 Iahren bestehende Manteltarifvertrag wurde zum 31. März gekündigt. Am 3. Februar war ein vom Arbeitgeberverband veranlaß!«! Termin wegen des Lohnobbaus vor dem Schlichtungsausfchuß. Der Vertreter des Arbeilgeberverbandes macht« im Beisein der Herren von der Reichsmonopoloerwaltung folgend« Ausführungen: Wenn von dem Vertreter der Gewerkschaft bezüglich der Kün- digung des Manteltarifvertrags darauf hingewiesen wird, diese Kün- digung sei als Druckmittel zur Gesüg�gmachung der Arbeiter gedacht, um einen Lohnabbau zu erzwingen, so trifft dag zu. Sollte der Schlichtungsausschutz unsere Wünsche auf Lohnabbau nicht genügend berücksichtigen, so müssen wir uns vorbehalten, dieses Ziel durch Aenderungen von Bestimmungen im Manteltarifoertrag zu erreichen. Der Schlichtungsausschuß folgte dem Antrag der Reichsmonopol- verwal.ung und verkündet in seinem Schiedsspruch, daß ab 1. Februar 1931 die Löhne um 2 M. und ab 1. April 1931 um eine weitere Mark gekürzt werden sollen. In den Betrieben oder Betriebsabteilungen, in denen die Arbeitszeit um mehr als 8 Stunden für die Woche ge» kürzt ist oder eine solche Kürzung bis zum 31. Mörz d. I. vorgenommen wird, sind die bisherigen Löhne bei der EnLohnung zugrunde zu legem Dauer des Abkommens bis 30. Juni 1931. Ein« Funttionärversommlung lehnte den Schiedsspruch ein- st i m m i g a b. Die Organisation wurde beauftragt, die notwendigen Maßnahmen zur Abwehr zu treffen. Allgemem wurde zum Ausdruck gebracht, daß bei einem lieberschuh der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein von 327 Millionen Mark ein Lohnabbau für 300 Arbeiter für die Unkosten- fentung gänzlich bedeutungslos ist. Die Arbeiter aber trifft ein Lohnabbau besonder- schwer. Vom Schlichter wird oaher erwariet, daß er den Antrag auf Verbindlichkeitserkiärung ablehnt. Ebensalls erwarte man die Zurücknahm« der als Druckmitiel be- nutzten Kündigung des Manteltarifvertrags. SchUeßllch noch eine Frage an den Reichsfinanzminister, dem die Reichsmnonolverwal-- tung für Branntwein unterstellt ist: Zu den 327 Millionen Ueber- schütz würden im günstigsten Falle noch 30 000 M für das ganz« Jahr hinzukommen, wenn der Lohnobbau durchgeführt werden würde. Diese 30 000 M. bedeuten für den Reichshaushalt nichts, für 300 Arbeiier und ihre Familien aber die Möglichkeit, nicht nur von der Hand in den Mund zu vegetieren. Ist das eine gesunde Finanzpolitik. Herr Dietrich? Probleme der Arbeitslosigkeit. Wie sie der Präsident der Reichsanstalt sieht. Auf einer Tagung des Gewerkfchaftsrings hielt am Montag der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits- lofenversichsrung. Dr. Syrup, einen Vortrag über„Probleme der Arbeitslosigkeit". Bei der wcrtfchafsenden Arbeitslosenfürsorge fei die Deutsche Gefellschaft für öffentliche Arbeiten lnelfach tritt- stert Wvden. Alan könne aber der Gesellschaft keinen Vorwurf daraus machen, daß sie kein Kapital aus dem Ausland« bekommen Hab«: chenn nach Angaben des Reicksbankpräsidenten habe der Au»- gang der Wahlen dazu geführt, daß die monatliche durch» fchnitlliche Auslandsemission in Amerika von 876 Millionen, im September aus 8 Millionen Dollar zurück- gegangen sei, und daß wir im Oktober überhaupt keine Aus- landsanleihen gehabt Hütten. Inzwischen habe sich die Gesellschaft durch Zwischentredite geholfen. Den öffentlichen Hochbau bei Roisftandsarbeiten zu berücksichtigen, fei falsch(warum?), eher könnte man die ländlichen Siedlungen heranziehen. Unmöglich sei die Unterstützung e i n- zelner Betriebe aus öffentlichen Mitteln. Werde ein Werk unterstützt, komm« die ganze Industrie. Auch der Reichsfinanz. minister habe bei seinen Plänen nicht an ein« Subventionierung von Einzelbetrieben gedacht, sondern an»ine Gruppenunter- st ii tz u n g. Die Einführung der Kurzarbeit werde auch von der Reichvonfialt unterstützt. damit der Zusammenhang zwischen Arbeitnehmern und Betrieb nicht zerrisien werde. Auch die Gewert schaften gäben sich keinen Illusionen hin, daß durch Arbeitszeitverkürzung allein die Arbeitslosigkeit behoben werden könne. Die Einführung eines 9. Schuljahres würde die Reichsanstalt um 123 000 Personen oder 22 Millionen Mark entlasten. Mit 22 Millionen Mark ließ« sich aber ein« Finanzierung des 9. Schuljahres nicht durchführen, besonders, wenn man noch Erziehungsbeihilfen geben müßte. Der Gedanke der Arbeiksdlenstpflicht fei völlig utopisch. Auch dör freiwillig«.. Arbeitsdienst, würde, auf erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere bei d�r Art der 2Kb»kt, stoßen. Die persönlichen und Arheit?kosten bei einem Arbeitsdienst von 100 000 Personen würden, abzüglich des freiwerdenden Unterstützung»- betrage» der Reichsanstalt, 130 Millionen Mark betragen. Man müsse also in dieser Frage äußerst vorsichtig vorgehen und erst genaue Versuche anstellen. In all den Dorschlägen stecke ein guter Korn(?), ein« Lösung des Problems könne aber nur eine vernünftige Finanz- und MtrtschaflspoNllk bringen. Zum Schluß gab Dr. Syrup der Hoffnung Ausdruck, daß die Anzeichen eines Konjunkturumschwung» nicht trügen, und mir bald zu einer Konsolidierung unserer Gesamt- Politik kommen möchten. ♦ Ohne uns mit den Ausführungen von Dr. Syrup in allen Punk- ten zu identisizieren, verweisen wir auf den Kern seiner Vorschläge: ein« vernünftige Finanz- und Wirtschaftspolitik, Arbeitsstvechung, Ablehnung der Arbeitsdienstpflicht und der Subventionierung der Betriebe. Wir würden wünschen, Herr Dr. Syrup nimmt klarer Stellung zur Frage der finanziellen Beihilfe für ein groß, zügiges Wohnungsbauprogramm. Aber schließlich ist dies in erster Linie Sache der Reicheregierung. Industrien verschwinden aus Berlin. Bilanz der Fabrikarbeiter. Die Berliner Fabrikarbeiter hielten am Sonntag im Gswerkfchaftshaus ihre Johresgeneralverfammlung ab, in der die Ortsverwaliung vor den Funktionären Rechenschast ab- legte über ihre Tätigkeit im vorigen Jahr. Wie in fast allen Organisationen konnte auch der Bevollmächtigt« der Fabrikarbeiter, Genosse Rück er. nicht vi�s Erfreusichee über das Vorjahr berichten. Zu Ende des Berichtsjahres waren 31,9 Proz. der Mitglieder arbeitslos und 18,1 Proz. mußten verkürzt arbeiten. Es ist der Ortsverwaltung erfreulicherweise trotzdem gelungen, im vorigen Jahre nicht nur alle Angriff« auf die Löhne erfolgreich abzuwehren, sondern darüber hinaus noch in einzelnen Branchen Lohnerhöhungen heranzuholen. Besonders günstig« Tarifabfchlüsie konnten in der S«y all p l a t t e n i n d u- st r i e erzielt werden, was nicht zuletz: auf das g u t« O r g a n i f a- tionsoerhältnis der Arbeiter dieser Branche zurückzuführen ist. Im Zufanmicnhang mit der Besprechung der Mitglieder- b e w e g u ng wandte sich Genosie Rücker dann dem gewerkschasts- feindlichen Treiben der RGO. zu. In der„Roten Fahne" ist be- hauptet worden, die Zahlstelle Berlin des Fabrikarbeiterverbondes hätte im vorigen Jahre über 4000 Mitglieder verloren. Das ist ein« der üblichen schmutzigen Verleumdungen, die ausgestreut werden, um über die llnfähigkeit d-r neuen kommunistischen„Ge. werkfchastsführer" hinwegzutäuschen. Di« Derliner Zahlstelle des Fabrikarbeiterocrbandes hat lm vorigen Jahr 933 Mitglieder ver. loren. so daß dl« Eröffnungsbilanz für da» Jahr 1930»388 Mit- glieder aufweist. Die H o u p t u r s o ch e des Mitgliederrückganges liegt darin, daß ganze Industrien au» Berlin ver- schwinden und ihre Produktionsstätten In die Provinz ver- legen, besonders in der Glas- und Porzellaninduftri«. Auf die „Agitation" der RGO. ist der Mitgliederrückgang am allerwenigsten zurückzuführen... Di» Wahlen der Delegierten zur Generalversammlung haben gezeigt, daß sms« sogenannte Opposttiov im Fadrikarbeiterverband tot ist. Die Ortsverwalwng wirb trotzdem die Augen offen halten und rücksichtslos gegen jedes Mitglied vorgehen, da» die RGO. ideell oder materiell unterstützt Ein ebenso entschiedenes Vorgehen kündigte Genosie Rücker gegenüber der Brandler- Opposition der sogenannten KPO an, falls sie hinsichtlich der Verunglimpfung der Gewerkschaften und ihrer Führer sich nicht bald ändern sollt«. Infolge der starken finanziellen Anspannung durch die Unter- stütz ungen ist der Bestand der Lokalkasie im Laufe des Berichts» jahrs von 70311 M. aus 38 353 M. zurückgegangen. Räch einer kurzen Aussprache, in der die Tätigkeit der Orts- Verwaltung vollauf anerkannt wurde, nahm die General- Versammlung zwei für die Mitglieder der Organisation sehr wich- tig« Entschließungen an. In der einen geg«n drei Stimmen an- genommenen Entschließung wird dl« Spaltung der Gewerffchosten durch die KPD. scharf verurteilt und der Beschluß des Haupt- Vorstandes begrüßt, wonach alle Mitglieder ausgeschlossen werden, die diese Reugründungen ideell oder materiell, direkt oder indirekt unterstützen. In der anderen e i n st I m m i g angenomme- nen Entschließung wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, in allen Betrieben Betriebsräte zu wählen. Gleichzeitig wird auf die Folgen d«r Kandidatur von Berbandsmitgliedern auf gegnerischen Listen aufmerksam gemacht. Di« zum Schluß vorgenommene Wahl der engeren Ortsverwaltung erfolgte einstimmig und zwar ent- sprechend den Vorschlägen der erweiterten Verwaltung. Reichswehr und Arbeiislofigkeii. Was noch m tun bleibt. Der R« i ch» w e h r m i n i st e r hat vor einigen Tagen an seine nachgeordnet«» Dienststellen eine Rundverfügung ergehen lass«n. wonach Arbeitnehmer, die das 63. Lebensjahr überschritten haben, aus dem Dienstverhältnis zu entlassen sind. Ausnahmen sollen nur in ganz besonder» gelagerten Fällen ge- stattet werden, wobei stets die Genehmigung des Reichswehrmint- sterium» eingeholt werden muß. In Hinblick auf die furchtbare Arbeitslosigkeit wird man dies« Maßnahme nur begrüßen können, zumal für den größten Teil der Arbeitnehmer im Bereich des Reichswshrministeriums eine Ruhe- lohnoersorgung besteht. Man darf auch erwarten, daß schleunigst von allen Reichs, und Staatsbehörden ähnliche Anordnungen vor allem überall da getroffen werden, wo eine solch« Ruhelohnverfor- gung vorhanden ist. Wo sie nicht existiert, muß dafür Sorge ge- tragen werden, daß die überalterten Arbeiter bei Entlasiung zur gesetzlichen Altersrente noch einen Zuschuß«rhalten. Der Reichswehrminister hätte, wenn er sich einmal genauer um- sehen wollte, noch verschiedene Möglichkeiten zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit. Er wird es z. B. kaum verantworten wollen, daß Offizier«, die pensioniert werden, am nächsten Tag sofort bei ihrer Dienststelle wieder in Arbeit treten und dort mit Arbeiten beschäftigt werden, die jeder x-beliebige Angestellte ebensogut er- ledigen kann. Zur Beschaffung von Arbest könnte ferner vom Reichswehr- Ministerium auch dort etwas getan werden, wo man, wie z. B. vor einiger Zeit bei der Wehrkreiswaffenmeisterei in Hannover, für einige Wochen und Monate Arbeitskräfte braucht. Man muß dann natürlich auch solche Arbeitskräfte einstellen und darf nicht gegen den Willen der Arbeiterschaft die Zlrbeitszeit von 48 auf 31 Stunden erhöhen. So etwas ist gegenwärtig einfach nicht zu verantworten. Schließlich wäre es auch an der Zeit, daß dm Militärmusikern angesichts der katastrophalen Arbeitslosig- keit der Berufsmusiker das Musizieren gegen Entgelt untersagt wird. Auch im Bereich der Reichsmarineleitung sieht es in der Arbeitszert recht böse aus. Seit Monaten bemühen sich die Gewerkschaften, die Arbeitszeit auf wenigstens 48 Stunden pro Woche herunterzubringen. Alle ihre Bemühungen scheiterten jedoch an dem Widerstand der Ministerialbürokrati«. Es sind jedoch nicht die Arbeiterreferenten des Ministeriums, dt« Schwierigkeiten machen. Die Arbeiterreferenten können sich nicht durchsetzen. Sind sie etwa nur Atrappen? Das den Organisationen längst ge- gebene Versprechen, dm Arbeiterreferenten mehr Recht einzuräumen, muß vom Reichswehrminister endlich einmal eingelöst werden. Aussperrung in Oberschleflen. llm Lohnabbau zu erzwingen. Im oberschlesischen Erzbergbau haben die Arbeit- geber nunmehr die von ihnen angedrohte A u s s p e r r u n g, von der' 2300 Arbeiter betroffen werden, durchgeführt. Die Aussperrung hat ihre Ursache in einem Lohnkonflikt. Es war ein Schiedsspruch gefällt worden, der einen sechsprozentigen Lohnabbau vorsah gegenüber einer Abbauforderung der Arbeitgeber in Höhe von 12 Proz. Der Spruch war vom Meichsarbeitsministc- rium jedoch nicht für verbindlich erklärt wordm. Die Ablehnung der Verbindlichkeitserklörung ist nur allzu begreiflich, wenn man sich ver- gegenwärtigt, daß der Tariflohn in der Spitze ganze 8,08 M. beträgt. Nach dem Hungerlohn Aussperrung! So machen die Grubenver- waltungen Sozial- und Grenzlandpolitik. Die Führung der Abwehr der Aussperrung liegt fest in der Hand der Bcrgarbeiterverbünde. Patriotismus und Profit. Hamburg, 9. Februar. Wie die Telegraphen-Union erfährt, soll der Dampfer„Bogt- land" der Reederei Vogemann bereits am Dienstag wieder au?» laufen, doch ist noch keine vollständige Mannschaft angeheuert worden.. Die urspningNche Besatzung, die mit dem Dampfer..Bogt.:ä?-; Tand" vor«inigen Tagen zurückgekehrt ist, war auf die Kündipung 13" durch die Reederei hin bis auf einen Ingenieur vollzählig von Bord gegangen. Ein« daraufhin durch Heuerbaas vermittelte Mannschaft hat. sobald si« van dem wahren Sachverhalt Kenntnis erhielt, eben- falls größtenteils auf die Anheuerung verzichtet. Die feemän- nischen BerufeverbSnd« sind der Ansicht, daß die Reederei wohl ewige unorganisierte Seeleute sowie auch Ausländer für ihre Schiffe er- halten werde, daß sie aber angesichts der sicher zu erwartenden schlechten Erfahrungen bald von selbst wieder zu dem deutschen Brauch zurückkehren werde. Streik in den Kieler Brotfabriken und Brauereien. Kiel, 9. Februar. Die Belegschaften der Kieler Brotfabriken und Brauereim sowie der Brennereien sind heute m den A u s st a n d getreten. Für die genanten Betriebe war durch Schiedsspruch des Schlichtungsaus- schusies«ine Herabsetzung der bisherigen tariflichen Löhne um 3 bis 6 IL Proz. ab 1. März vorgesehen. Während die Gewerkschaften dm Schiedsspruch ablehnten» haben die Unternehmer dessen Verbindlichkeitserklörung beantragt. Um die Löhne der fchtesifchen Landarbeiter. Vreslau. 9. Februar. Der am 30. Januar gefällte Schiedsspruch für die schlestsche Land- Wirtschaft, wonach der für da» Jahr 1930 gültige Lohntarif ab 1. Februar 1931 bis 31. Dezember 1931 unverändert in Kraft gesetzt wird, ist von den Arbeitgebern abgelehnt worden. Die Arbeit- nehmer habep den Schiedsspruch angenommen und Derbindlichkelts- ertlärung beantragt. Bon dem Schiedsspruch werden etwa 300 000 landwirtschaftliche Arbeitnehmer in Nieder- und Oberschlesien erfaßt. Buchbinder und Buchbinderei, Arbeiterinnen! Di« Firma Carl S a b o, Wilhelmstraße 132, ist für Buchbinder und Buchbindereiakbeitcrinnen wegen Lohndifferenzen gesperrt. Bei der Finna Sabo wird die von den Kommunisten herausgegebene „A r b e i t e r- I l l u st r i e r t e Zeitung", AJZ., hergestellt und von Buchbindereiarbeiterinnen fertiggestellt.. Die Firma Sabo weigert sich, tariflich zu entlohnen. Das Angebot der Firma liegt etwa 25 Proz. unter den tariflich festgelegten Be- inngungen. Vor Arbeitsausnahme wird gewarnt. Falls der Versuch gemacht wird, in anderen Buchbinderei- betrieben diese Arbeit fertigzustellen, bitten wir um Mitteilung und bis zur endgültigen Klarung die- Fertigstellung dieser Arbeit abzulehnen._ Die Ortsverwaltung. @Zuoendoruvpe des?enn richten 3. Are!» SebMna. Die Zahlabende der 14. bi» 23. Abteilun« finden W am Mittwoch, 11. Krbruar, in den de'annlcn Lakaien statt. W 11. Krei» Schöneberii. Kcutc, Dienstaa, 2» Uftt, ifnnktionäroersanrmlnnn bei Will. Martin-Luther-Str. x». Vortrag!.Da» neue Sesef, Sroß-Verlin". Zicferent Bürgermeistcr Kerf,. 12. ktrei» Steglitz. Lichtcrselde, Lankwitz. Donnerstag, 12. ssebruar, 20 Uhr, Rcliauron! Schellhas«. Atornstr. Vn, Ctrglitz. Znformationsabend für neue Parteigenossen. Referentin(Oenossin Mathilde Wurm. 1?. Krei«. Frei« Schnlgemcinde, Ortsaruppe Lichtenberg! Oieneralnersannnluna Tonnerstag, 19% Uhr, Aula der Knabenmittelschule, Markjstr. 12. Tages. ordnung: 1.„Der Bund der freien Schulgescllschaften Deutschlands im Kainpfe gegen die Reaktion". Referent Schulfreund Kitscher. Es wirkt der Elternchor der weltlichen Schulen Lichtenbergs mit. heule, Dienstag, 10. Februar. 37. Abt. HHg Uhr sfunktionärsttzuna bei Raschke, Matternstr. 14. 38. Abt. Achtung, Triirksflllirer! 19 Uhr Sandietlel von Bartusch, Trleden» straf, e SS, abholen. 44. Abt. 19% llbr Ewald. Skalitzer Str. 120. ssunktwnSrsiw-n,. W. Abt. Tempelbof. Kablabend L0 Uhc Lokal Pommerenina. Berliner Str. 100. Referent Dr. Walter Auerbach:»Das Wirtschaftsnrogranun der Rational- soiialisten". 119. Abt. Lichtenberg. Cintriltlartcn sowie„Unser Weg" sind unbedingt vor dem Abtei lunasrablabcnd vom Genossen Srovplcr abgubolen. 12». Abt. Pankow-Siid.„Unser Weg" ist beute ab 19 Uhr beim Genossen Reimncle, Vrin�Keinrich-Str. 42, abgubolen. 13». Abt. Rein'ckendvts.Ost. Dt« ssunktionärsitzung findet um 20 Ubr bei Krehne statt. 140». Abt. Wittenau. Di« Begirk-fitchrrr können die Monatshefte.Unser Weg" vom Kassierer abholen. Mitan'edcrversammlungen und Zahlabende morgen, Aliiiwoch, 11. Februar, in nachsteheudea Lokalen. L. Abt. 19% Uhr Sackeslher Kos, Rosevlbalee Str. 40—41. �tnlturreaktio n. Theater und Volksbühne." Referent Dr. Restrienke. 2. Abt. 19% Uhr Lohonn, Brüderstr. 1».„Der Staatsgedanle de» Faschismus." Referent Viktor Malina. 3- Abt. 19% Uhr Saal I Dewerkschaftshaus. Engelufer 24—15.-Kur voll» tischen Loge." Referent Stadtverordnete- Sans Wonwod. 4. Abt. 19% Uhr Klubhaus Deloedere, Aleranderstr. A..Sie politisch« Lage." Referent Mar Scndemann. 5. Abt. 19% Uhr R-senthater Sof. S'osenthaler Str. 11—12. �ur politischen Lage." Referrnt Bürgermeister Ostrowski. 7. Abt. 19% Uhr Kahsobend« in den bekannten Lokalen. ». Abt. Kahlabende 20 Uhr in den bekannten Lokalen. 9. Abt. 19% Uhr. Keglerhcim, Quitzowstraße Elke Perleherzer Strafte:»Kur politischen Lage". Referent Adolf Wuschick, M. d. L. 1(1 Abt. 19% Uhr, Schule, Gcrhardtstrafte:„Die politische Lag«". Ref«r«nt Gottli«b Reese. tt Abt. 19% Uhr, Berger, Lcvetzowstrafte Ecke Jagowltrafte:„Faschismus. nein— Koeialismus!" Referent Jockel Meier. 12. Abt. 19% Uhr. Fischer, Bcusselstr. 32:„Kommunalpolitik unb Rational» sogiaUsn'.us". Referent Stadtrat Walter Friedländer. 13. Abt. 20 Uhr. Armininshollcn, Bremer Str. 72173:„Die Frau im Dritten Reich". Referent Dr. Sildcgard Wegscheidel. Die Frauen der Abteilung sind besonders eingeladen. 21. Abt. 19% Uhr Kahlabcndc in den bekannten Lokalen. 23. Abt. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 2». Abt. 19% Uhr Kahlabende für die 2. und 3. Gruppe In b«n bekannten Lokalen. Die 1. Sruvve tagt am Freitag, 13. Februar, im bekannten Lokal. 27. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. zs. Abt. 19% Uhr, Soffmvnns Fciisäle, Schwedter Str. 23: �bitlers verloreu« Schlacht". Referent Friedrich Wendel. 29. Abt. 20 Uhr, Altersheim, Dan.sigcr Str. 02:„Wirtschaftskrise tlirb Arbeits- losigkcit". Referent Felir Fligg. 30. Abt. 10% Uhr Kahlahcnde in den bekannten Lokalen. 31. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 32. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. Gruppe Meyer: Donnerstag, 12. Februar, Valentin, Kroutstr. 30a. 33. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 34. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Loialen. 33. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 30. Abt. 19% Uhr Kohlabende in den bekannten Lokalen. 37. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 3». Abt. 19% Uhr Kahlabende in allen 19 Bezirken in den bekannten Lokalen. Stellungnahm« ,n den Kreis- und Delegiertcnwahlen. Alle Parteigenossen melden umgehend ihrem Bezirksführer die zur Einschulung kommenden Kinder ihrer Kauabcwohner. Freunden lind Bekannten. Dom 9. bis 13. Februar Abtoilnngsleilung Otto Gründlcr, NO 18, Koppenstr. 4», v. » bei Stein. 39. Abt. 19% Uhr, Bougewerkshaus. Groftbcercnsir. 90:„Sozialistische Er- ziehung". Referent Sans Kunstmann. 39a. Abt. Zahlmorgcn früh 3 Uhr im Markgrafcneck. Morkgrafcnstratze Ecke Bessclstrafie:„Berlins neue Verfassung". Referent Stadtverordneter Paul Robinson. 41. Abt. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 42. Abt. 19% Uhr Kahlahcnde in den bekannten Lokalen. 43. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekonnten Lokalen. 44. Abt. 19% Uhr, Schule, Mariannenstr. 47, Bortrag. 43. Abt. 19 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. Gruvr« Sohlstein im Lokal Sommer, Wiener Str. 20. Referate in allen Gruppen. 40. Abt. 19% Uhr Kablabend« in den bekannten Loialen. 47. Abt. Achtung, neue Bezirkseinteilung: 19% Uhr Kahlabende: Bezirke Z2.7B bei Bader. Raunnn- Ecke Adalbertstr. 97; 97. Bezirk bei Lier, Noununsir. 9: 9». Bezirk bei Siedentopf. Muskauer Str, 35: 99. und 190 Bezirk bei Krause. Mariannenvlatz 22: 101. bis 103. Bezirk bei Lehmann, Muskauer Strafte 1 Ecke Kcughofstraftc. 43. Abt. 19% Uhr. Glicstugs Festsälc, Wassertorstr. 08:„Die weltliche Schule". Referent Dr. Sturm. Th-rl-ttcnburg. 31. Abt. 19% Uhr. Wohlfahrtsfaal. Köniqin-Elisabeth.Str. 0: „Das neue Selbswerwaltungsgcsetz für Berlin". Referent Etadtoerordneter Paul Robinson. Fortsetzung der Neuwahlen.— 32. Abt. 20 Uhr, Kofke. Äaiserin-Augusta-Allec 81:„Demokratie oder Diktatur?" Referent Dr. Theodor Tichan er.— 53. Abt. 19% Uhr K-Hl. und Tiskussionzabende in den bekannten Lokalen.— 34. Abt. Kahlabende fallen aus. Dafür Funk- tionärsitzeillg 20 Uhr. Vorstand bereits 19 Uhr, Zugendheim. Rosinenstr. 4. — 33. Abt. 20 Uhr. Reimer, Wilmersdorfer Str. 21:„Stellung der SPD. zum Kabinett Brüning". Referent Karl Litke, M. d. A. Stellungnahme zur Kreisvertretervcrsammlung.— 30. Abt. 20 Uhr Kgblabcude m den bekannten Lokalen.— 57. Abt. 20 Uhr' Kahlabende in den bekannten Lokalen.— 50. Abt. 20 Uhr, Rankehaus, Rankestr. 4, 3'. Zvtrp.:„Kom. munalpolitische Probleme". Referent Stadtrat Ernst Reuter. Ergänzuugs- wohl des Vorstandes. 39. Abt. Spandau. 20 Uhr, Ratskeller, Tutinzlmmer, Neues Rathaus:„Wirtschaftspolitik und Krise". Referent Mar Brinitzer. 07. Abt. Grunewald. 20 Uhr, Bahnhofsrcstaurant Grunewald, Wurzbacher, Bericht der Bczirksvcrordnetcn. 08. Abt. Lalcusee. 20 Uhr in dem bekannten Lokal. Referent Genosse Graul über: z.Die blutige Internationale der Rüstungsindustrie, Krieg und Kirche". Wilmersdorf. 71. Abt. 20 Uhr Lau, Hildegardsir. J4.„Das neue Sroft.Berlin." Referent Friedrich Meiser.— 72. Abt. 20 Uhr Rosenau. Barziner Strafte Ecke Laubacher Strafte.„Wirtschaftssragen." Referent Genosse von Wald- heim. 73. Abt. Schmargendorf. 20 Uhr im Deutschen Saus, Breit« Str. 34, Bortrag: „Wirtschaft und Politik." Referent Dr. Hilftner. 74. Abt. Zchlendarf. Mitte- West. 20 Uhr Schneider, Potsdamer Str. 20. Refe» rent Genosse Dr. Arons(ADGB.).—„Das Wirtschaftsprogramm der Nazis." Mitglieder der Rachbarabteilungen sind eingeladen. Stellungnahme zu den Kreiswahlcn. 74d. Abt. siehlen dors-Siid. 20 Uhr Sauptvcrsammluna bei Stockmann. Mach. naiver Strafte. Referent Anion Erkelenz:„Reichtum und Ueberfluft— Rot und Elend." Geschäftsbericht, Vorstandswahl. 7». Abt. Dahlem. 20 Uhr Schilling, Köniain-Luife-Str. 42.»Sozialistische Er- ziehung." Referent Rektor Gustav Sädicke. Schöncbcrg. 77, Abt. 19% Uhr Kahlabrndc in den bekannten Lokalen.— 78. Abt. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 3. Bezirk bei Thiele, Ebersstr. 18.— 79. Abt. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen.— 79a. Abt. Liudcnhaf. 20 Uhr Ledigenheim, Enthstr. 37.„Warum gcbraucktrn wir dringend ein soziales Mictrecht?" Referent Stadtarchitckt Otto Most.— 80. Abt. 20 Uhr Selmholtz.Eymnasium, Rubensstrafte. �Indien." Referent Genosse Furtwängler. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. Bortrag. 82. Abt. Steglitz. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 0. Dezirk. Vortrag:„Volksbetrug innerhalb und auftcrhalb des Parlaments." Refe- renk Genosse Bender, M. d. R. 83. Abt. Liihtcrfelde. 20 Uhr. West: Rohde, Sindenburgdamm Ecke Roonstiafte. Süd: Frittche. Berliner Str. 123% Ost: Vudrick. Lorenzstr. 37. »4. Abt. Lankwitz. 20 Uhr Lehmann, Kaiser-Wilhelm. Strafte. Referent Genosse Dr. Kahn.Freund über:„Das Schlichtungswesen, seine wirtschaftlich« und politisch« Bedemung". 85. Abt. Tempelbof. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 8». Abt. Maniendorf. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. Di« Genossen aus der Siedlung„Daheim" und Kolonie„Adlermühle", Bezirk Pasch, versammeln ssch bei Spinger. 37. Abt. Maeicnfelde. 20 Uhr Schusier. Kirch str. 08.„Unser Kampf gegen die Arbeitslasigkeit." Referent Marie Kunert. M. d. R. 88. Abt. Lichtenrade. 19% Uhr Schule, Raonstrafte. Neukölln. 89. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. Für Bi- zirke 0, 8, 9, 10 bei Minker, Nanscnstr. 88.— 90. Abt. 19% Uhr in allen Bezirken Kahlabende in den bekannten Lokalen.— St. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Loialen.— 92. Abt. 19% Uhr Kahlabende rn den bekannten Lokalen.— 93. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den be- kannten Lokalen.—94. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 93. Abt. Achtung, neue Einteiluno der Bezirke! 1. Viertel (64., 74. 77. Bezirk) bei Keusch, Iägcrstr. 10. Referent Genosse Reinhardt: „Politische Lage." 2. Viertel<03., 73., 90. Bezirk) bei Klein, Prinz- Handjery-Str. 34. Referent Genosse Cronnenberg:„Kulturfaschismus". 3. Viertel(73., 70., 78., 89. Bezirk) bei Erieqer, Lessinastr. 9. Referent Ecnosssn Schenkelowski. 4. Viertel(72., 91., 92. Bezirk) bei Klein, Stein. metzitr. 78. Referent Genosse Joachim. Wahlen usw. Mitgliedsbuch als Ausweis.— 90. Abt. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen.— 97. Abt. 19% Uhr Kahlabcndc in de» bekannten Lokalen. Vorträqe und Neuwahlen.— 98. Abt. 19% Uhr Schule Mariendorfer Wea, Kcichensaal. Referent Genosse Damus:..Die Loge der Arbeiter i» Amerika." 99. Abt. Britz-Buckow. 19% Uhr Kahlabcndc für alle Bezirke in den bekannten Lokalen. 99». Abt. Grsftsscblung. Achtunq. neue Abtcilunq! 20 Uhr Kahlabende. Bezirke 149 Barackenschule, Parchimer Allee: Bezirke 130, lOlUOL Lokal Buckow-Ost sZnh. Wolf), Rudower Str. 33 sRähe Krankenhaus): Bezirk 131 im Buschkrug. Tagesordnung in allen Kuiammenkllnften. 1. Bericht. 2. Wahl der Bezirksrunktionär« und Kommisstoncn. 100. Abt. Rudow. 20 Uhr Lokal Ruppert, Neuköllner Strafte, Mitgliederver- sammlung. 191. Abt. Treptow. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen für alle Bezirke. 102. Abt. B-unrschulenweg. 19% Uhr Werbcversammlungen. Bezirke 1—3 Im Lokal Streubcl, Baumschnlenstrofte Ecke Scheiblerstrafte. Referent Genosse August Riemann. Bezirke 0—13 im Lokal Bargmann. Baumschulcnstrafte Ecke Kiefhobzstrafte. Referent Landtagsabgeordn.eter Genosse E. Kachelt. Bezirke 14— 10(AiA-Sof) im Lokal„Neu-Tiroli". Reue Krua-Allee 39. Zn- Haber Genosse Falkenhagen. Referent Stadtverordneter Genosse Walter Rcinhold. 103. Abt. Obcrschöneweide. 19% Uhr Zahlabend? in den bekannten Lokalen. 104. Abt. Riederschöneweide. 20 Uhr«ubat, Brllckcnstr. 13.„Der Kampf um die deutsche Auftenpolitik." Referent Viktor Schilf. 103. Abt. Adler-bof. 20 Uhr Ratsleller, Bismarckstr. SS. �Berliner Karnmunal. Politik" Referent Stadtverordneter Dr. Siegfried Weinberg. 100. Abt. Johannisthal. 19% Uhr Logenhans. Frietrichftr. 00.„Die blutige Zntcrnationale der Rüstungsindklstrie, Krieg und Kirch«." Referent Max Bclger. 107. Abt. Lltglienicke-Falkenberg. 20 Uhr Kobian, Altglienicke.„Arbeiter- und Arbeitsrecht." Referent Dr. Wagner. 108. Abt. Köpenick. Achtung, neue Kahlobendlokale. Cöllnische Vorstadt: Lokal Stippekohl. Schöllerlinder Str. 3. Bortrag:»Der Bolschewismus in der Sackgasse." Referent Robert Breuer. Alt- und Kietz-Borftadt: Lokal Schulz, Müggelheim« Strafte. Bortrag:„Deutschland und Polen." Referent Paul Bernstein. 109». Abt. Köpenick. Achtung, neue Abteilung! 19% Uhr Kahlabende: Damm. vorstadt bei Schulz, Bahnhofstr. 34. Referent Genosse Äwasnick über „Stadt und Land." Bezirke l— 4 nördlich der Bahn bei Klose, Mahls. dorier Str. I. Referent Genosse Georg Schmidt, M. d..3i.. über„Die neue politische Situation". 109. Abt. Feiebrichehagen. 20 Uhr Stadttheater, Marktplatz.„Fragen der grossen Politik." Referent Siegfried Aufhäuser. M. d. R. Berichte. 110. Abt. Grünau. 20 Uhr Werner, Kvvcnicker Str. 123.„Wahlfahrt«, und Erwerhslos-nfllrsorge." Referent Stadtverodnete Minna Todenhagen. III. Abt. Dohnsdsrf. 20 Uhr, Heimann, Waltersdorf« Str. 100.„Die inner- deutschen Verhältnisse und ihre Einwirkung auf die Auftenpolitik." Refe- rent Rudolf Breitscheid jun. Lichtenberg. 114. Abt. 19% Uhr Logenkassno, Knorrpromenad« 2.„Geburten. rückgang und G-hurtenregekung." Refereirt Dr. Norbert Marx.�— ttO. Oflt 20 Uhr Henseler, Boxhagener Str. 62.„Das neu« Gesetz Groft.BerllN. Referent Hermann Harnisch. M. d. 2.— 117. Abt. 19% Uhr Kerns Fest. säle. Türrschmidtstrafte Eck». Eoelh-strossc..Pretsahdauichwindel." R-fer-nt Friedrich Güttler.- 118. Abt. 19% Uhr in der Schtilaula Stegfr'.edstras». Rcferenr Genosse Mar Eievert:. Streifzügi durch das dntte eiern).— 119. Abt. 19V- Uhr Kahlaäend bei Wegen«.„„ 120. Abt. Fviedrichsfeldc. 20 Uhr Wiehes Gesellschaftshaus.. Welhclmstr. Sg, Landtag sabacordneter Genosse Kuttner spricht über Natronalsaztaltsmus» Wahl der Delegierten zur krcisvertretcrversammlung. 121. Abt. Karlehorft. 20 Uhr König. Teesckowallee 87.„Die Schule d« kommen» den Gesellschaft, unter Berückstchtigung der Vorgänge ur Vraunscywerg. Referent Dr. Kurt Löwenstein. M. d. R.— 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr Porath. Marzahner Str.. A.„Die fafchtfiifchfc Gefahr und ihre Bekämpfung." Referent Dr. Siegfried Rosenfeld, M- d. L„ 122». Abt. Biesdorf. Süd. 20 Uhr Lindncr. Köpenicker«tr. 10o/107, Zahlabeud. Auch alle Eenossen von Biesenhorst werden erwartet..__ 123. Abt. Kaulsdors. 20 Uhr Schützenklause, Hönower Str. 5.„Berlrn kankrvtt? Rckerent Dr. Richard Lohmann. 124. Abt. Mahlsdorf. Achtung, neue Lokole. Norden: Lokal Nordstern, Hönower Str. 49. Teil Ii: Lokal P. Schmidt, Maricnburger Strafte. Refe» rent Genosse Zieslar. �Organisation und Wert der Berufsberatung. Mahlsdorf. Höhe: bei Iacabs, Lemkestrafte. Referrnt Genosse Siegle. Ort: Lokal E. Anders, Bahnhofstr. 34. 124». Abt. Mahlidorf.Süd. 20 Uhr bei Drab«. Uhlandstr. 18, Bortrag des Genossen Bürgermeister Dr. Siggcl. 128. Abt. Pankow. 19% Uhr Kahlabende für alle Bezirke in den bekannten Lokalen. 129. Abt. Pankow. 19% Uhr Kahlabende für olle Bezirk« in den bekannten Lokalen. 139. Abt. Seincrsdoef. 20 Uhr Schulz, Tiniusstr. 00.„Karl Marx." Referent Dr. Max Schütte._... 132. Abt. Dlaukcnburg. 20 Uhr Klug. Dorfstr. 2.»Die Finanzlage d« Stadt Berlin." Referent Hermann Amberg. 134. Abt. Buch. 20 Uhc bei Göpfcrt, am Bahnhof. Bortrag de» Genosse» Dr. Ernst Falck. 133. Abt. Karow. 19% Uhr Iahlobend an bekannt« Stelle. Referent Stattrat Bürgert und Abgeordneter Beine. 138. Abt. Rcinickcudorf.Lft. 19% Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 137. Abt. Reinick-tid-rf.West. 20 Uhr oemeinsomer Kc!, labend für alle Bezirke im Bolkshous. Scharnweberstr. 114.„gur politischen Lage." Referent Ott» Meier, M. d. L..- 138. Abt. Kermsdoef. 20 Uhr Okrcnt. Berliner Strafte Ecks Bahnhofstrafte. .Was bezweck! die Arb-iterwohlfahrt?" Refcrcntin Paula Kurgaft. 139. Abt. Tegel. 20 Uhr Alter Krug, Kauptstr. 14�„Heinrich Seine als so, ml« und politischer Dichter." Referent Dr. Deutschkron. 140. Abt. Borfigwalte. 19% Uhr Woitschach, Ernstste. 1,„Tie Wittschastskrise und deren Folgen für die Arbeiterschaft". Referent Otto Tost. Partei» angelcoenheiten. 140». Abt. Wittenau. 20 Uhr Sees«. Berliner Ett. 73.„Diktalur— Demokratie." Referent Professor Abramowitsch 141. Abt. Rosenthal und Züedttschknbansen.West. 19% Uhr Soffmann, Edel» weiftstr. 3.„Die Auswirkungen der Notverordnungen rn d« Arbeitslosen. Versicherung" Referent Eenosse Rotzoll. 143. Abt. Waidmannslnst. 20 Uhr Zarin». Fürst. Bismarck- Strafte, Werbeaben» beitrrcn Charakters. Vortragender: Hans Fuhrmann. Wahl ein« Frauen. leitcrin. Eichwalde. Kahlabend bei Lindn«, Bottrag des Genossen Reiftner üb«.Reichs» tag und Haushaltsplan"... Wildau. Kahladend 20 Uhr Im Lokal Dubia n. Referent Genosse Albrecht. Frauenveranstaliuugen. 1. Kreis Mitte. Freitag, 13. Februar, 19% Uhr. bei Spiegel, Ackerstr. 1» Funktianärinnensstzüng, Neuwahl. 137. Abt. Reinickendatf.Wcst. Mittwoch, 11. Februar.%10 Uhr Treffpunkt Sportplatz zur Besichtigung der Gaswerke. Sozialistisäie Skudentenschafl Deutschlands und Oesterreichs. Sektion Universstnt: Dienstag, 10. Februar, Sozialökonomisch« Fachschaft: Referat des Eenossen Raphtali:„Welche Aufgaben stellt uns die gegenwärtig« Wirtschaftskrise?" Um 8 Uhr im Hörsaal 91 der Universität. Donnerstag, den 12. Februar, Oeffentlichc Versammlung im Orpheum. Sasenhcide, um 20 Uhr. Genosse Karl Mierendorf, M. d- R., spricht über das Thema: Hakenkreuz von links gesehen.— In welchem Lager steht Deutschland?" Auschlieftend Aussprache. Pflichlveranstoltung für alle Genossen. Freitag, den 13. Februar, 17 Uhr, Tee der Studentinnen im Bund. 20 Uhr Medizinergruppe Stadtrat Dr. Ernir Löwcnstcin über:„Die Prostitution als soziologisches Problem" im Bund. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreuade Grosz-Berlin. Kreis Reukölln. Alle Jung, und Rote Fallen gehen am Mittwoch um 17 Uhr zur Singstunde in der Mädchciunittelschuls. Donau str. 126. Gruppe Fallen. Wir treffen uns heute, Dienstag, um 17 Uhr an der städtischen Eisbahn Innplatz. Gruppe Fritz Reuter. Heute Dienstag um 20 Uhr, in der Schule Parchimer Allee, Elternabend. Bortrag:„Kind und Eigentum". Beiträge können bezahlt werden. Kreis Krenzberg. Heute, Dienstag, 20 Uhr, Kursus„Wandern und Wand«. technik", Porckstr. 11. Krei» Fliedrichsham. Heute. Dienstag, 20 Uhr, Kreisvorstandssttzupg in» Jugendheim Diestclmenerstr. 3—0. Geburtslage. Jubiläen usw. 7. Abt. Unserem Genossen Georg Paeschk« zu seinem 03. Sebutts» tage dir herzlicksten Eliickwünsch«.— Unserem Genossen S« r m» n» Berenbt zn seinem 30iöhrigin Partclfnbiläum die herzlichsten Glückwünsche. 43. Abt. Unserem Senosscn Paul Schmidt, Sasenhcide 30, zu« 00. Geburtstage herzlichste Glückwünsche. 97. Abt. Nculölln. Unserem Genossen Hugo Selbig pt seine» 23jäbrigcn Parteijubilänm dl« herzlichsten Glückwünsche. 123». Abt. Kaulsdors.SLd. Unserem Genossen und laugiährlgen Abteilangs» leite« Ott» Dorfs und seiner Fran Frieda die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. 131. Abt. Riederschönhausen. Uns« langjähriger Genosse und Funktionär Richard Lehmann, Eichenste. 02, begeht beute seinen 80. Gehnttstag. Wir wünicken ihm Wohlergehen und beste Gesundheit auch fernerhin. Da» Jubiläum 23jähriqer Patteizngedöri gleit feiert in diesen Tagen Genossin Luise Alscher, Reukölln, Elbeftr. 37. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation � III. Abt. Bohnsdorf. Am Sonnabend. 7. Februar, verstarb unsere Genossin Eharlott« Graft nach längerem Leiden. Beerdloun« Mittwach. JL Februar. 14% lll>r, Friedhof in Bohnsdorf. Patteigenossen werden gebeten, an der Trauerfeierlichkeit teilzunehmen. Gänse 9efror-- Ffd. von 0,76. Hühner gcfrmnVon 0,92.n HirsdhblattpM von 0,80» Eier«»»»., 10 st 0,85, 0,95 Fische und Räucherwaren Besucnen Sie unser Restaurant u. Kaffee im Hause Leipziger Strasse, V. Stock Wir verabreichen: Frühstücks-, Mittags-, Kaffee- undÄbendgededce In la Qualität zu billigten Preisen. Der schone Raum W sehenswert. 'Seelachs t g, pm. von 0, 1 4»n *Rolbars j. g, pid. von 0, 1 8»n *Sdiell[isch>. i, Pia. v. 0,1 San 'Kabeljau i im 0,20an 'Kabeljausilet....... pi