BERLIN Dienstag 10. Zebwar 1931 10 Pf. Nr. SS B 34 48. Jahrgang Erfch«i»t«Ss Preßgesetzes beendet. Abg. Slöhr(Natsoz) beantragt Uebergang zur Tagesordnung über den vom Abg. v. Kordsrff begründeten Antrag Rauch auf Be- willigung sämtlicher Strafverfolgungsanträg«. Zerschellt! Die politische Niederlage der Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten und ihre Hilsstruppen um Thälmam, und Hugenberg haben eine Schlacht verloren. Es ist nicht nur eine technisch-parlamentarische Niederlage, die sie erlitten haben, sondern eine polttische. Obstruktion im Parlament kann von einer ent- schlossenen Mehrheit immer niedergekämpft werden. Daß die Ob- struktion nach zwölf Stunden am Eiche war, das ist die parla- mentartsch-taltisch« Niederlage— aber daß ein« fest« geschloffen« und eittschlossen« Arbettsmehrhett im Reichstag sich gebildet hat— das ist die groß« politische Niederlage der Feinde des Parlaments! Die Nisderlag« besteht inderZerstörungderZllusionen der Anhänger der Bürgerkriegsparteien. Ihre Agitatoren haben sie in dem Glauhen gewiegt, daß das Maulaufreihen der Haken- treuzler genügen würde, um dos Gebäude der deutschen Republik ein- zustürzen Sit haben systematisch Lufterschütterung für wirkliche Macht ausgegeben, und sie haben zu einem guten Teil selber daran geglaubt. Das ist der typische Fehler aller politischen Dilettanten, daß sie die eigen« Macht gewaltig überschätze» und dann zusammenbrechen, wenn st« mit der Wirklichkeit zusammenstoßen! So hat Wilhelm II. deklamiert:.herrlichen Zeiten führe ich euch entgegen!' So reißen die kommunistischen Führer das Maul weil auf— um noch jedesmal eine kläglich« Niederlage zu erleiden. So deklamieren Hittcr und die Seinen, ohne jede Kenntnis der wirklichen Machtoerhällniffe— und jedesmal folgt der Zusammenbruch den Deklamationen auf den, Fuße! Die um Hiller haben großartig angekündigt, daß der Reichstag pleite fei und daß das dritte Reich unmittelbar vor der Tür stehe. Und nun? Noch nicht ganz zwölf Stunden haben die Illusionen oorgehatten! Die Kommunisten haben bereits Erfahrung in solchen Ent- Mit 290 gegen 13« Stimme« wird in namentlicher Abstimmung der Uebergang zur Tagesorduung abgelehnt. Der Anlrag Rauch auf Bewilligung oller vorliegenden Straf- »erfolgnngsanlräge wird hieraus in namentlicher Abstim- mnng mit 292 gegen 9 Stimmen bei einer Slimmenlhalkung angenommen. Der vom Abg. Dr. Bell beantragte Aenderungseittnmrf zum Preßgefeh wird dann in erster und zweiter Beratung angenommen Damit ist um Uhr die Sitzung beendet. Heuie Curtius-Rede. Die Außenpolitik vor dem Neichotog. vi« heutige Reichstag ssihung beginnt mit Rücksicht aus die vor- angegangene Ilachlfihung erst um 15 Uhr. Auf ihrer Tagesordnung steht dl« Fortsetzung der zweiten Lesung des Reichshaoshaltsgesehes beim Haushalt de» Auswärtigen Amtes. Gleich zu Beginn der Sitzung wird Reichsauhenmiaister Dr. Eurtius eingehend die außen- politischen Fragen erärtern und insbesondere zu dem Ergebnis der letzten Genfer Bölkerbondsverhandlungen Stellung nehmen. Rlaa steht seiner Rede mit großer Spannung entgegen. Waffenfund bei Karlsruhe. Sin Maschinengewehr und fünfzehn Karabiner. Karlsruhe, 10. Februar.(Eigenbericht.) Aus einem Felde bei Karlsruhe wurden ln der Rocht zum Dienstag ein kleines Maschinengewehr sowie 15 K a r a- biner gesunden. Di« Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. wie man hörst ho« ein Führer der Rozlpartei der Polizei das Lager verraten. Angeblich sollen die Masse» von Kommunisten stam- men. Mau vermutet aber, daß sie im Besitz vou Roll anal- sozialiflen waren, die sich vor einer Euldeckung fürchteten und deshalb das Lager selbst der Polizei verraten haben, um die kom- mnnlsteu zu belasten. täuschungen. Sie reagieren darauf mit ohnmächtigem Geschrei, und so schreien sie heute:„Das ist Sozialfaschismus!' Nun ist«Sozial. faschisnms' die dümmste polttische Wort- und Begriffsbildung, die jemals erfunden wurde, schon eine Begünstigung des wirklichen Faschismus in sich. Die kommunistischen Führer, die noch einigen Verstand haben, schlagen klagend die Hände über dem Kopf zu- sammen, wenn sie die Parole vom„Sozialfaschismus' hören. Aber ausgerechnet heute die Beschuldigung des„Soziatfaschis- mus" von Kommunisten gegen Sozialdemokraten erhoben— das ist zur polttische« Niederlage hinzu die völlig« Pleite des Intellekts. Sozialfoschismus? Wenn die Hakenkreuzler die Volksrcchte rauben und die Kommu- nisten ihnen dazu Hilfstruppen stellen— was ist das? Wenn Herr S t ö h r pfeift, und die kommunistische Reichstagsfraktton unter dem Befehl von Unteroffizier Stöcker daraufhin antritt— was ist das? Wenn die kommunistisch« Reichstagsfraktion sich zum Bert ei» diger der Hitlerpartei auswirft— was ist das? Das blödsinnige und verlogene Schlagwort vom„Sozialfaschis- mus' kann die Niederlage der Kommunisten nur verstärken! Die Verlierer des Feldzuges aber sind die Nationalsozialiste»! Was sie erreicht haben, ist das: das Volk gewinnt Klarheit über die wirklichen Machtverhältnisse, es unterscheidet zwischen leeren Re- nommistereien und wirklicher Macht, es erkennt, daß«in fester ge- schloffen«? Wille den Deklamationen der Bürgerkriegsporteien ent- gegensteht! Di« fllatianolsozialisten wollten das Chaos herbeiführen— statt dessen haben sie ein« Demonstration der staatlichen Ordnung, der Fcstigkett des demokratischen Parlmneittorisnms hervorgerufen, statt der Zerstörung die Festigung des Vertrauens— dafür aber die Erschütterung des Glaubens und des Vertrauens ihrer Anhänger in die Wirkfamkett nationalsozialistischer Deklamattonen! Dos ist«ine politische Niederlage ersten Ranges! Tauwetter! Auel ist'S mit dem Schnee.— Zwei Grad Wärme. Zw Laufe des heutigen Rachmittags war in Berlin ein außer- ordentlich starker Temperolnran stieg zu Scrzeichnen. während um S Uhr früh noch 5 Grad kälte gemessen wurden, stieg die Quecksilbersäule in den folgenden Stunden ganz rapid«, und gegen t llhr millog» herrschte» annähernd 2 Grad wärme. Mit zunehmender Bewölkung ist nach den Mitteilungen des Amtlichen Wetterdienstes mit einer wetteren Erwärmung zu rechnen. Di« kommende Nacht durfte bei etwa 5 bis 6 Grad Wärme sogar etwas Regen bringen. Di« Ursache des Wettcruntzchlags ist eine Depression, die heute früh über dem Eismeer lagerte und auf deren Südseite milde ozeanische Luftmassen schnell vordringen. Im Nordwesten und einem Teil Westdeutschlands hat das Tauwetter bereits eingesetzt. Aachen beispielsweise ver, zeichnete heute früh 5 Grad Wärme. Ob das Tauwetter den Uebergang zu beständigem mildem Wetter bedeutet oder ob in den nächste» Tagen abermals mit einem Sinken der Temperaturen zu rechnen ist, kann mit Sicher- heit noch nicht gesagt werden. Nun kein Schnee-Alarm mehr Zehntausend« sportbegeisterter Berliner werden der sachte ent- sänvindenden winterlichen Schönheit nun nachtrauern. Was war dos für«in erquicker&es Leben und Treiben auf dem winterlichen Hoch- gelände des heimischen Grunewaldes, wie sprang die Ski- Mannschaft auf Onkel Toms Hütte, wie sausten die Rodel- schlitten der Kleinen und Keinsten mit fröhlichem Gekreisch die sanften Hügel hinab! Aber was dem«en sin Uhl, is den, andern sin Nachti- galll Gewiß brachte das Schneewetter einer kleinen Anzahl Ar- b e i t s l o s e r auch wiederum Berdienstmöglichkett und sehnsüchtig warteten sie Tag für Tag aus den heißersehMen Schnee-Alarm: aber das ist ja doch nur«in Tröpflein aus den heißen Stein gewesen, und viel, viel größer ist die Zahl derer, die die Schönheit des klaren Winterfrostes in unangenehmster Weise cm, eigenen Leibe suhlten. Im fadenscheinigen, dünnen Ueberrock, mit knurrendem Magen und einem Herzen voll Sorge hat man für Wintersreudcn absolut kein Verständnis. Und daheim der katte Ofen und auf der Straße der eisige Wind, wohin mtt all dem Jammer? Ein SA-Leiter verhastet. Haussuchung bei Hitlers Generalsiab ZNÜmheu. 10. Februar. Nach einer Mitteilung des„Völkischen Beobachter' erschienen am Montag Polizeibeamte in der Wohnung des Hauptmanns a. D. R i st e r von der Führung der nationalsozialistischen SA. und nahmen ohne Angabe eines Grundes eine Haussuchung vor. R i st e r würbe verhaftet. Gleichzeitig wurde von der Polizei in den Diensträumen des Osafstelloertreters Süd, Major a. D. Schneid- h u b e r, eine Haussuchung vorgenommen, wobei weder Schneid- huber noch dessen Adiutant anwesend waren. Der herbeigerufene Reichstagsabgeordnete Heines protestierte gegen das Eindringen der Polizei in die SA.-Geschästsstelle mit dem Hinweis, daß Schneid- huber am Dienstag von einer Dienstreise zurückkommen werde. Darauf wurden die Schreibtische und Schränke versiegelt. Gegen 18 Uhr erschienen die Polizeibeamten aber wieder mit Schlüsseln, Taschenlampen. Brech- und Stemmeisen und begannen sofort, die von ihnen versiegelten Kästen zu erbrechen. Reichstags- abgeordneter Heines protestierte und forderte eine schriftlich« An- Weisung der Polizeidirektion für die Beamten. Diese wurde ver- weigert. Minister Grimme zum Gchulproblem. Schule und Wirtschastslnse. 3m Hauptausschuß des Preußischen Landtages wird gegenwärtig der Kultusetat beraten. Kultusminister Grimm« erklärte am Montag in der Debatte, daß die Durchführung eines obligatorischen ö. Volksschuljahres schon mit Rücksicht auf die hohen Kosten nicht in Frage kommen könne. 3n den nächsten Tagen werde jedoch eine Verlautbarung erscheinen, die sich mit dem Problem des freiwilligen 9. Schuljahres beschäftige und die bestimmt sei, dort, wo Bedürfnis und Neigung vorhanden sei und wo die Sache nicht übermäßig viel Geld koste, durch Einführung eines frei- willigen 9. Schuljahres die Arbeitslcsigkert zu einem Teil bekämpfen zu helfen. Völlig ausgeschlosien sei es, durch hochschul- organisatorische Maßnahmen die Arbeitslosigkeit entscheidend ein- zudämmen. Trotzdem werde in ollernächster Zeit eine Anordnung ergehen, die den Auslesegedanten für die höheren Schulen schärfer betone. Einen Abbau an der Volksschule holte er für das Bedenklichst« und Gefährlichste. Di« über «inen derartigen Abbau in die Oeffentlichkcit gedrungenen Nach- richten würden den Tatsachen nicht entsprechen. Das Problem der achtjährigen höheren Schule könne nicht einfach damit abgetan werden, daß es— wie«ine böswillige Agitation in der Qcffentlich- keit behauptete— auf eine äußerlich«, mutwillige, leichtfertige Zer- störung der höheren Schulen hinauslaufe. Es handelte sich hier um «in wirklich schwerwiegendes Problem, nämlich um die Frage, ob für den Lehrgang der höheren Schulen wirklich 9 Jahr« erforderlich feien. Er persönlich habe früher den Standpunkt ver- treten, daß man auch mit einer 8jährigen höheren Schule aus- kommen könne. Hinsichtlich der Abschaffung der Reife- Prüfung sei bisher nicht unternommen worden und werde ruch nichts unternommen werden können. 3n bezug auf die Verhandlungen mit der«vange- lifchen Kirche wegen eines Vertragsabschlusses mit Preußen erklärte der Kultusminister, daß er hosi«. die Angelegenheit„bald- möglick»st zu einer befriedigenden Regeluna' zu bringen. Das preußische Kabinett habe sich zuletzt am 8. Februar mit der Sache befaßt und einen Beschluß gefaßt, aus Grund dessen den Kirchen nunmehr ein neuer, verbesserter Vertragsentwurf Zugehe._ Die Krauen gegen die Nazis. Soz'aldemokraiifche Ziednerin be-wana den Radao Zm plenarsihungssaal« des ehemaligen Herrenhauses ver- anstallele der Deutsche Slaalsbürgerinocnver-! band eine zweite össenlliche Frauenversammlung über die Frage:„was haben die Frauen vom Nationalsozialismus zu erwarten?" Das rege Interesse der Frauen zeigte sich wieder in dem über- aus regen Besuch auch Anhängerinnen der Nationalsozialisten waren stark vertreten Die erste Rednerin konnte trotz zahlreicher lärmender Zwischenrufe gerade noch zu Ende sprechen, als dann aber unsere Genossin S o b o tta dos wahre Gesicht der Nationalsozialisten zeigte und besonders den nationalsozialistischen Frauen nachwies, auf welchen Schwindel sie hereingefallen sind, wollte das Lärmen und Toben nicht aufhören, und erst als noch und nach einige Ruhe- störcrinneu entfernt wurden und das Gros der nationalsozialistischen Anhängcrinnen den Saal verließ, konnte die Versammlung in Ruhe zu Ende geführt werden. Einige nationalsozialistische Rednerinnen mühten sich in der Diskussion vergeblich, die Frauen für das Dritte Reich zu gewinnen, aber die anwesenden Frauen zeigten wenig Lust, Magd und Dienerin und Staatsbürgerin zweiter Klasse im Dritten Reich zu werden. Britischer Bauernschutz. Sanierung durch Oroanikation London, 10 Februar.(Eigenbericht.) In der zweiten Lesung des Gesetzes zum Schutze der landwirt- schaftlichen Produkte siegte die Regierung mit 238 gegen 213 Stimmen. Landwirtschaftsminister Addison hatte das Gesetz dahin be. gründet, daß es die Agrarpreise für die Produzenten sichern soll. Eine Entschuldungs- und Slühungsakiion lehnt die Regierung ab. da die» keine dauernde Hilfe für die Landwirlschafl bedeute und die Gelder der Allgemeinheit nicht für einen einzelnen Produktionszweck oerwandt werden können. Das neu« Gesetz wird jedoch, als erstes wirksames Mittel zur Hebung der Landwirt- fchast, das Chaos auf dem landwirtschostlichen Markt beseitigen. Zu diesem Zwecke werden für die einzelnen landwirtschaftlichen Produkte staatliche ZNarkl- genossenschaflen gegründet, die al, Elnkäuser und Verkäufer fungieren. Dadurch sollen die preise reguliert und stabilisiert und die Dauern von den Marktschwankungen unabhängig gemacht werden. Dem Verbrauch er will jedoch die Regierung durch dieses System Rechnung trogen, indem sie ihn vor der in ollen Staaten völlig mißlungenen„Hilfsaktion' der Schutzzölle bewahrt. Sozialdemokratie im Angriff! Die bürgerliche Entiäufchung über die Hakenkreuzler wächst Die„Deutsche Allgemeine Zeitung', die noch vor wenigen Wochen an eine Reichsregierung unter ualionalsozialistischer Führung glaubte und für sie warb, läßt heute die tiefe Ealtäuschuug erkennen. die im recht skeheudeu Bürgertum um sich greift. Sic erkennt heute, daß die Lage ganz anders ist. So schreibt sie: „Aber dos Bemerkenswertssts an der neuen politischen Situation ist die Tatsache, daß eine mächtig« Gegenoffensive gegen eine Opposition eingesetzt hat, die stch nicht mehr im Angriff, sondern in der Verteidigung befindet. Bollkommen zwecklos, diese bedeutsame Wandlung durch noch so scharfe Reden übertönen zu wollen, gefährlich, die Dinge nicht so zu sehen, wie sie sind, sondern wie' man sie gerne haben möchte. An dieser Stelle wurde bereits auf die systematische Gegenaktion der Sozialdemokratie hingewiesen. Sie ist und wird immer mehr das beherrschende Moment der innerpolitischen Lage. Aus zwei Gründen haben wir das Volksbegehren des Stahl- Helms zur Auflösung des Preußischen Landtags besonders begrüßt. Einmai weil es im staatspolitischen Interesse wichtig und dringend ist, daß dieser groß« Verband sich das Gesetz des Handelns nicht von anderer Seit« vorschreiben läßt, sondern im Rahmen seiner staats- politischen Aktion, die der Erste Bundesführer in«iner Rede am Sonnabend nochmals klar und deutlich umriß, selbstverantwortlich handelt und es den anderen Kräften der Rechten überläßt, ihr« Stellung zu diesem Handeln zu finden. Dann aber wegen jener großangelegten sozialistischen Gegen» bewegung. Rur wer die außerordentliche Schwerkraft des bestehsnden Zu» standes im Staate unterschätzt, kann darüber leichten Herzens zur Tagesordnung übergehen. Die schrittweise Befestigung und Unter- mauerung der sozialdemokratischen Personalpolitik in Preußen und in den anderen Ländern, in denen die Partei zu bestimmen hat, der planmäßige Gegenstoß gegen die Versammlungstätigkeit der Nationalsozialisten, die Sammlung unter der zugkräftigen Parole„Wo bleibt der zweite Mann?" sind bewußt ein- geleitete, schrittweise vorgetragene Unternehmungen zur Wiedergewinnung verlorenen Geländes. Gewiß laufen Fehler und Unklugheiten unter. In manchen kleineren Ländern, ober auch in Preußen sind auch heute noch nicht alle Machthaber frei von starker Reroosität... Wir dürfen uns aber nicht darüber täuschen, daß solche kleineren und größeren Dumm- hellen allmählich ausgemerzt und unterbleiben werden, daß in der Sozialdemokratie die Zell d«s mehr oder weniger geordneten Rück- zuges vorüber ist und eine neue Offensive be- gönnen hat.' Da« ist das Geständnis, daß die Nationalsozialisten de« Feld- zog verloren haben— und das rechtsstehende Bürgertum mit Ihneat Jetzt gilt es. unseren Gegenangriff weiter vorwärts zu trogen' Die Radio-M'uber verhaftet Oer Angeschossene im Krankenhaus aufgefunden In der Nacht zum Sonntag wurde, wie wir mitteilten, ein Schaufenstereinbruch in ein Radiogeschäft an der Ecke der Kaiserallee und der pariser Straße ausgeführt. Der Geschäftsinhaber überraschte die Diebe und gab mehrere Schüsse ab. durch die einer schwer getroffen wurde. Der Angeschossene konnte im Laufe des Montag von den Beamten der Dienststelle B. 9 ausfindig gemacht werden. Es ist ein 23 Jahre aller Walter W a- sch a f f s k i aus der Muskauer Straße, der mit einem Unterleibsschuß imKrankenhausFriedrichshain liegt. Nach anfänglichem Leugnen sagte er die Wahrhell. Auch seine drei Mittäter sind er- mittell und f« st g e n o m m e n. Di« Einbrecher wohnen alle in der Gegend des Viehhofes und sind SöhneachtbarerEltern. Sie sind auch noch nicht vorbestraft. Mit ihren Mädchen haben sie, wie sie zugeben, mll dem gestohlenen Auto eine Spazierfahrt durch den Westen gemacht. Während zwei mit den Mädchen in einem benachbarten Lokal saßen, machten sich die beiden anderen daran, die Schaufensterscheibe einzuschlagen. Als die Schüsse fielen, kamen die im Lokal Wartenden herausgelaufen, nahmen sich des Verwundeten an und brachten ihn in dem Wagen nach dem Krankenhaus. Das Auto ließen sie endlich auf dem Hofe des Hauses Frankfurter Allee 113 stehen. Mll dem„Ingenieur' Mangner. der als Anstifter des Einbruches angesehen wurde, wollen sie keinen Ausammenhang haben. Mangner, gegen den«in Haftbefehl besteht, wurde von der Dienststelle C. 6 gesucht. Man wußte, daß er in der F a s a n e n- und in der Sächsischen Straße Bekannte hat. die ihm Unter- schlupf gewähren. Als er heute früh das Haus in der Sächsischen Straße oerlassen wollte, wurde er festgenommen. Er bestreitet. mit den Schaufenstereinbrechcrn Hand in Hand gearbeitet zu haben. Mangner wird dem Richter vorgeführt werden. Die pilsudski-Justiz. llnabhängigkeit längst beseitigt. Warschau, 10. Februar. Ju der Sejmberatung des Haushalts für Justiz be- tonte die Opposttion. daß die letzten Geschehnisse, Ge- richtsurteile und schwebenden Prozesse die traurige Tat» fache offenbart haben, wie der Einfluß der Regierung auf die Gerichte die Unabhängigkeit der Justiz beseitigt. Tiefen Vorwürfen widersprach der Justizminister, der zum Schluß sagte:„Die Unabhängigkeit ist und bleibt." Dabei ist die Unabsetzbarkeit der Richter längst durch Dekret abgeschafft! Wedzialkowski wieder übetfallen. lvarschan, 10. Februar. Im Sejmrestaurant stellte der Regierungsabgeordne c Kleszczynski ten sozialistischen Führer Rjedzialkowski zur Red«, weil im soziaiisttschen„Robotnik' Kleszczynski mit einem Allrussischen oerglichen worden war. Veranlassung war. daß KleszczynsJi seinerzeit bei einem Zwischenruf im Sejm erklärt hatte, daß man in Brest-Liicwsk noch zu wenig geschlagen habe. Als nun Njedzialkowski erklärt«, mtt dieser Notiz in dem von ihm geleiteten Blatt etwas zu tun zu haben, versetzte ihm Kleszczynski unter dem Ruf:„Sie sind ein Schurke und betann- ter Verleumder!' zwei Ohrfeigen. Rjedzialkowski suchte hier- auf in seiner Brieftasche nach einer Visi enkart«, und warf sie als Herausforderung auf den Tisch, an dem inzwischen der Angreifer Platz genommen hotte. Berufung im Oppelner Prozeß. Oppeln, 10. Februar. Der am 31. Januar vom erweiterten Schössengericht wegen fahrlässigen Paßoergehens durch Notlanden zu zwei Wochen> Gefängnis oerurteilt« polnische Flieger-Feldwebel Hugo Wolf hat durch seinen Breslauer Verteidiger gegen das Urteil Berusung einlegen lassen. Wegen Oefaiiismus verurieilt. Ein Kriegsproz'ß nach 13 Jahren. Montpellier. 10. Februar.(Havas.) Das Militärgericht hat unter Aurschluß der Oeffentlichkeit einen Prozeß neu verhandelt, der' gegen den ehemaligen S ch if l- d i r e k l o r in L-brevill«. den 6? Jahre alten Angou stures, in seiner Abwesenheit schon einmal geführt worden war und mit der Verurteilung zu lebenslänglicher Freiheit? st rase g?- endet hatte Er war beschuldigt, mll dem Feinde m Verbindung gestanden zu haben, und zwar soll er im Juli 1918 mll einem deutschen Nachrichtenzentrum in Barcelona Fühlung gehabt, feindlichen Agenten falsche Pässe besorgt und an einer defaitistischen Zeitung mitgearbeitet haben. Lediglich dieser' letztgenannte Anklagepuntt soll bei der gestrigen Verhandlung des Militärgerichts, den, sich der Angeschuldigte zur Wiederaufnahme seines Prozesses gestellt hatte, aufrechterhalten worden sein. Angoustures wurde zu fünfJahren Festung und fünf Iahren Aufenthaltsverbot verurteilt. Spanischer Gnadenakt. Oberst Macia amnestiert. Barcelona, 10. Februar. Die spanische Regierung hat den Führer der katalonischen Autonomistenpartei, Franzisco Macia, begnadigt. Macia war 1929 aus Spanien ausgewiesen worden, well er «ine Aufstandsbewegung angezettelt hatte. Er lebie seither in Brüssel, hatte die sranzösisch-spanische Grenze überschrttten und war in Barcelona aufgetaucht. Dos spanische Amtsblatt enthält die Aufforderung an den ehe- maligen Fliegermajor F r o n c o, sich binnen 30 Tagen einem Militärgericht in Madrid zu stellen. Die Voruntersuchung gegen 77 Offiziere und Unter» offiziere, die in den Aufftandsversuch von Iaca verwickelt waren, ist beendet. Man nimmt an, daß vier oder fünf der An- geklagten zum Tode, mehrer« zur Zwangsarbeit verurteilt werden. Schaljapms Auiorrechi. L owjetvertretung verurteilt. Paris, 10. Februar. Das Handelsgericht hat in dem Prozeß, den der russische Opern- sanger S ch a l j a p i n gegen die hiesige Sowjethandellvertretung wegen unberechtigter Uebersetzung und Herausgab« seiner Memoiren angestrengt hatte, das Urtell gefallt Das Gericht lehnte den Antrag der.Handelsvertretung, sich für unzuständig zu er- klären, da die Handelsvertretung Exter: itorialität genieße, ab und verurteilt« die Handelsvertretung zur Zahlung von 10 000. Fr. Schadenersatz sowie zu den Gerichtskostcn und verfügte außer- dem die Beschlagnahme der Memoiren. Deutsche Hochschule für pslilik. Dr. Hans von Hattingberg. der bekannte Münchencr Psychoanalitiker. hätt am Freitag, dem 13. Februar 1931, 19— 20 Uhr, an der Deutschen Hochschule kür Politik, Berlin W. 56, Schinkelplatz 6, einen Sondervortrag über das Thema:„Zur Problematik des Führertums'. Eintritt frei. Der Arbeller-Laienspieler-Verband, die Spitzenorganisation der sozialistischen Spieltruppen, hat sich erst kürzlich von dem kommu» nistischen Arb«iter-Thcater-Vund getrennt uno benötigt noch einige Spieler zur Vervollständigung seiner Spieltruppen. Interessenten werden gebeten, sich an untenstehende Adresse zu wenden. Geschulte Kräfte zur Ausbildung stehen zur Verfügung. Für«inen mini- malen Monatsbcitrag«rhätt jedes Mitglied außer den verschiedenen Vergünstigungen das Verbandsorgan„Der Lalenspleler' gratis. Auch stehen unsere Spieltruppen den Arbeiterarganisationen mtt seinen Aufführungen zur Verfügung. Auskunft und Anmeldung bei Heinz Wagner, Berlin-Mahlsdorf, Viarkgrafenstr. 16. Wie die Echerlpreffe saniert wurde Oer Presseskandal aus dem Kaiserreich wird uniersuchi.— Akteninhalt gegen den Zeugen Prof. Bernhard Der Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags setzte die Prüfung der Frage fort, od in die Sanierung des Scherl- Berlages direkt oder indirekt Staatsgelder geflossen seien. C£>tte Er?ä«ung Kuttners. Außerhalb der Tagesordnung bezeichnet der Berichterstatter, Abg. kulkoer(Soz.), die Behauptung des„Berliner Lokal-Anzeigers" und des„Jag* als falsch, wonach er, der Berichterstatter, gestern selbst habe seststellen müssen, daß keine Stoatsgelder in den Scherl- Verlag geflossen seien. Weiter erklärt der Berichterstatter zu der gestrigen Bemerkung des Zeugen Bernhard, daß ein junger Mann aus dem preußischen Innenministerium zu ihn gekommen wäre und Bernhard gesagt habe, es käme dem Minister im Falle des Hilgenberg-Konzerns nur auf einen polltischen Skandal an, er habe über diese Behauptung des Prof. Bernhard Informationen ein- gezogen. Der frühere Mini st er Grzesinski Hab« dem Bericht- crstatter gesagt, daß chm, Grzesinski, ein solcher von Bernhard be- haupteter Vorgang völlig unbekannt sei. Grzesinski habe sein außerordentliches Bedauern und Besremden darüber ausgesprochen, daß Bernhard, wenn ihn dieser angebliche Vorgang so wichtig eo- schien, nickst den Namen festlegte und sofort beim Ministerium Rück- frage hielt.(Sehr wahr! links.) Es sei«Iber unerhört, daß ein Mann wie Bernhard, der elnen össenllichen Huf zu verlieren habe, eine unerhörle Verdächtigung eine» Minister» ausspricht und. gefragt, wer der Urheber sei. erwidern müsse:..Da» weiß ich nicht: da» habe ich vergessen!* In Erledigung der Tagesordnung gibt dann Berichterstatter Abg. K u t t n e r(Soz.) einen Ueberblick über den ZuHalt der Akten des preußischen Zuneu- Ministerium» über den„Berliner Lokal-Anzeiger* und den Scherl-Berlag. Di« Akten gehen bis 1891 zurück. In einem Schreiben vom Präsidenten der Preußenkasie vom 20. August 1St4 wird erklärt, es handle sich um die Beoorschusiung eines vom Deutschen Berlagsverein ausgestellten Wechsels. Daraus ergebe sich, daß auch dieser Verein und nicht nur dos Bank- Haus von Oppenheim sich um die Finanzierung der Sanierung des Scherl-Derlages bemühten. Besondere Bedeutung mißt der Bericht- erstatter dem Schreiben vom 19. März 1914 an das preußische Innenministerium bei, worin Geh. Regie- rungsrat v. Krüger, als Geschäftsführer des Scherl-Verlages, für den Berlagsverein die Verleihung der Rechtsfähigkeit fordert. Zu diesem Schreiben werde, eutgegeu der gestrigen Aussage Pros. Bernhard», festgestellt, daß der verlagsoerelu auch gegen- über August Scherl persönlich noch eine Verpflichtung von 3H Millionen habe. Die Vereinsmitglieder, so sagt das Schreiben u. a., hätten sich von dem Wunsch leiten lassen, den Scherl-Verlag nicht unter lintsliberole staatsfeindliche Leitung gelangen zu lasten, aber ein angemestener Gewinn werde aus dem Unternehmen nicht zu erwarten sein. W- gesehen von 19 Millionen Mark Stammanteilen sei das Unternehmen. noch mit rund 29 Millionen Mark Vorzugsanteilen, Genutzscheinen, Hypotheken und Obligationen belastet. Insgesamt sei der Verlag also mit rund 39 Millioueu Mark belastet. Der Belastung ständen gegenüber au Veriagswerteu rund 21 Milliouea Mark, die aber vou August Scherl über- mähig hoch angesetzt seien. Wenn Scherl trotzdem früher ein« hohe Dividende verteilte, so habe er das nur durch unzulängliche Abschreibungen erreichen können. Die Bsreinsmitglieder müßten daher mit weitgehender staatlicher Unterstützung rechnen, die ja auch zugesichert worden sei.(Hört, hört! links.) Der Berichterstatter betont noch, es fei noch diesem Brief fest- zustellen, daß der Scherl-Verlag tatsächlich vom Konkurs bedroht war und man müsse ermitteln, ich der von der Preubenkastc eingeräumte Wechselkredit von 2'A Millionen totsächlich gesichert war. Denn nach den Zwssührungen von Krügers hätten die 5 Millionen Stammantctle, die als Pfand dienten, einen Wert von gleich Rull gehabt.(Zuruf des Abg. Kaufhold(Dnat.):„Der Kredit ist ja gar nicht in Anspruch ge- nommen worden!") Der Kredit sei aber von der Preußenkasie zur Verfügung gestellt worden. Der Berichterstatter verliest dann die Liste der Teil- n e h m e r an der Gründungsverjammlung des Bertags-Vereins, die im Hotel Bristol in Berlin stattfand. Uater den Teilnehmern befanden flch danach Skaaisminister Freiherr Lucius u. Wall hausen, Vertreter der Frau v. Stumm und helsserichs. Louis hageu. Vatdu u. Oppenheim. Fürst Schaumburg-Lippe, Loui» Röchling, Thysten. Oberbürgermeister wallraf-Söln, Sirdorf, die haniels, Rexredi- Saarbrücken, Frei- Herr v. Hammerstcia usw. Aus dem späteren Schriftwechsel, der sich in den Alien des Innenministeriums findet, sei noch die Mitteilung, daß der Der- lagsverein seinerzeit mit viel zu geringen Mitteln, nur mit der Hälfte des erforderlichen Kapitals, ins Leben getreten fei, besonders erwähnenswert. Der Berichterstatter trägt nun aus dem Akten» inhalt noch Material aus dem Jahre 1928 vor, wonach damals be» stimmte Kreise sich bemühten, dem Verlags-Berein die Rechtsfähigkeit wieder zu entziehen. Dom Eis umklammert. 25 Schiffe in Dot.- Keine Lebensmittel mehr an Äord' Reval, 1(1 Februar. Nach Helsingforser und hiesigen Nachrichten liegen bei der Insel Hogland im Finnischen Meerbusen 25 Schisse verschiedener Flaggen in schweren Eisoerhältnissen fest und sind bisher vergebens bemüht gewesen, sich aus der Eisumklammerung zu befreien. Sämtliche Dampfer sind auf dem Wege von Leningrad nach dem Westen steckengeblieben. Wie ausgefangene Funksprüche der Dampfer be» richten, gehen auf den Schissen die Kohlen- und Lebensmitteloorräte zu Ende, so daß man hier um das Schicksal der Dampfer besorgt ist. In Reval herrscht außerdem groß« Besorgnis um dos Schicksal des seit drei Tagen überfälligen deutschen Frachtdampser„Riga*. von dem bisher jegliche Nachricht fehlt. Die schweren Eisverhältniste im Finnischen Meerbusen erinnern an die vor zwei Jahren, als die Befreiung vieler Dampfer erst durch das Eingreifen des deutschen Panzerkreuzers.festen* möglich war. Die Schiffahrt nach Helsingfors mußte der schweren Eis- verhältniste wegen ganz geschlosten werden. Llnbekannie Tote und Wahnsinnige... Die Aofröomvnasarbeiten in Neuseeland. W e l l i n g k o a(Reuseeland), 10. Februar. Zu Raps er wurden heule die Leiche» vou 13 Opfern des Erdbebens gefuudeu. Rur fünf konnten idenllsizierl werden. Außerhalb hastlags wurden heule morgen von«loem patrouillierenden Schuhmann zwei junge Mädchen gesunden, die durch die Erlebuiste beim Erdbeben mahn flu al g geworden waren. Sie waren völlig ousgehungerl und nicht in der Lage, etwas andere» als ihre R a m e o anzugeben. Sie haben in einem Hospital Ausnahme gesunden. 69 Tote in Kobe. Der Zusammenstoß zwischen Dampfer und shähre. Tokio. 10. Aebnnnr. Nach den letzte« Meldungen über de« Untergang her TamPffShve, die nach eine» Znsammenstoß mit dem franzöiische» Passagierdampfer„Porthos" unweit des. Hafens vou Kode sank, werden SS Personen der- mißt. Der Zusammenstoß ereignete stch bei schwerem Schneesturm, der die Sicht vollkommen versperrte. Ltngarische Kulturschande. Einq Frau soll gehängt werden. Budapest, 10. Februar. wieder einmal ist eine Frau in Ungar« zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Es ist dies dle Frau Michaela Rabeudörser aus der Gemeinde Saska im Somitat Z a l a. die ihren schwachsinnigen und verkrüppelten Manu durch ihren Geliebten erschießen ließ. Die Frau wurde, obwohl sie Mutter von fünf Kindern ist. wegen Anstiftung zum Morde zum Tode verurleill, der Mörder selbst zu lebenslänglichem Zuchthaus. scher Art: die unbeschreibliche Manirigsultigkert seiner farbig- geometrischen Visionen, Ihre tief glühende Inbrunst sprechen für eine Entstehung aus innigster Empfindung, nicht aus der Lust am Form- spiel. Denn so wirken sie ja auch auf den seelisch bereiten Betrachter: es wird ein im Unbewußten schlummerndes allgemeines Empfinden mächtig aufgerührt: man weiß nur nicht, wo man es unterbringen soll. Das eben ist es: nicht gegenständlich bestimmbare Komplex« werden dargestellt, sondern allgemein menschliche, sinnlich-geistig um. schriebene Gefühle. Sie sind der Urgrund, aus dem so unbegreif- lich verschiedene, herrlich« und geheimnisvolle Bilder herausquellen. An die Stell« der sichtbaren Natur ist das geistig-musikalifche All» gemeingefühl der Seele getreten. Kein sichtbares Vorbild gibt e» hierfür, darum auch ist eine Erklärung in rationalistischen Begriffen so unmöglich, und man muß einen Gehalt an eigenen pcistegoer- wandten Empfindungen besitzen, um diese wunderbaren Bilder in sich weitertlingen zu lasten. Von verschwommener Mystizität ist bei alledem nicht die Red«. Die strenge Gebundenheit an wenige geometrische Grundformen, die immer wiederkehren, deutet ja schon aus die geistige Ordnung, die diesen Gebilden zugrunde liegt. So etwa lann njan auch den Dachschen Präludien und Toccaten die Ausbauelemente nachrechnen, ohne damit jemals an chre recht eigentlich religiöse Mystik zu rühren. Das orgelhaft Unantpstbare und Unbeschreibliche der Kondinskyschen Kunst, ihr schöpserischcs Urwefen, liegt in der Farbe, die dem ab« stratten Liniengerüst erst die seelische Bedeutung, das unfaßbar Klingende gibt. Aber erst beides zusammen in seiner Totalität und Tonalität macht die Größe und Herrlichkeit dieser Kunst aus. Raul F. Schmidt. Das Wilnaer Gasispiel. Das Wilnaer jüdische Theater brachte am Montag— man spielt täglich ein neues Slück— im Wallner- Theater«ins Tragikomödie:„Schwer zu sein ein Iud" heraus. Sie ist von dem hervorragenden jüdischen Humoristen Schalom Alejchem uird behandelt das jüdische Schicksal unter der zaristi- schen Fuchtel in Gestalt eines jüdischen Studenlen und seines christ- lichon Freundes. Sie tauschen die Pässe, und der Christ—«in Generalssohn, der srddisch spricht!— erlebt am eigenen Leibe, was es heißt, Jude zu fein(oder hier zu spielen). Trotz der Unwahr» scheinlichkeüen der Handlung und der für dieses Milieu charakteristi- schen Sentimentali.ät interessiert das Stück und gewinnt starte Sympathien dank der Güte und der liebenswürdigen Ironie des Autors. Die Truppe, die im Vorspiel zunächst einen etwas diieton» tischen Eindruck machte, gewinnt im Lause des Abends, wenn Adam Domb und Paula Walter als jüdisches Ehepaar in die Er» sch«! rninq treten und das jüdische Familienmilieu sich entfaltet. Das Studentenpaar wird von Alex S t e i n und Israel K a m a y chai ak- terisiert. Die Lacher hatte stets Samuel S ch ä f t e l, dieses Muster eine- Früchtchens, auf seiner Seite. Das größ'en«ls jüdische Publikum amüsierte sich oortresslich. wir anderen, des Jargons nicht immer mächtig, lachten mit.' r. Alfred Adler spricht in Berlin. Der Begründer der individualpsychologischen Wistenschast, Dr. Alfred Adler, sprach im Berliner Zentralinstitut für Er- ziehung und Unterricht im Rahmen einer Vortragsreihe(indimdual- psychologische Erziehungsarbeit) über den seelischen Aufbau des Ich. indem er zunächst das Wesen der Individualpsychclogie als einer Psychologie der Stellungnahme umriß. Das soll heißen, daß diese Wistenschast den Menschen nicht bloß vom Ge» ficht sp unkte der Bererbung, auch nicht von dem der Milieu-Theorie aus zu erfassen und zu verstehen sucht, sondern von der Art der .czaltung des Individuums, der Stellungnahme zum Ablauf des Lehensprpzesses. Diese Hallung stammt aus der Erkenntnis, daß nicht nur die Umstände den Menschen, sondern auch der Mensch die Umstände zu formen imstande ist, eine Erkenntnis, die wir schon bei Pestalozzi finden; daß ferner Menschen In der gleichen Um, gebung, von derselben Abkunft, ja. unter denselben erzieherischen Einflüssen sich aus oevschiedenstc Weise gestallen und sormen. Es bleibt also, fclgert Adler, kein anderer Weg als der Appell an die schöpferische Kraft des Individuums. Damit ist die Erziehung aus den Thron gesetzt. Der Mensch ist, nach Adlers Lehre, gar nicht imstande, die wirklichen Tatsachen, also das Ding an sich zu erfassen, sondern nur Eindrücke davon, die Beziehungen der Dinge untereinander. Unsere Urteile und Handlungen werden immer davon abhängen, welche Meinung wir von den Dingen des Lebens habe» und welch« Stellung wir demgemäß diesen Dingen gegenLber beziehen. Hier hat die Individualpsychologie eingesetzt, die das ganze Problem der Anpassung des Menschen an das Leben als eine Ueberwindung von Schwierigkeiten. Lösung von Lebensaufgaben ansieht. Der Mensch befindet sich vom Augenblick seiner Geburt an in einem Reich der Unsicherheit,«in Zustand absoluter Ruhe und Sicherhell ist in unserem Leben nicht zu finden, daher ist unser Leben ein immerwährendes Streben nach dieser Sicherheit, nach Ueberlegon- hell, nach Vollendung, nach einer idealen Endform. All« orgoni- schen Lebewesen zeigen in ihrer Entwicklung dieselbe Bewegung. Bei Wunden an einem Körper ist eine Kraft am Werk«, die Boll- «ndung wiederherzustellen. Alle dies« Bestrebungen sind gedacht, oon der Meinung des Menschen abhänziq, das ganze menschliche Leben ein Versuch, die Zukunft zu erraten. In dem Chaos des Lebens, das das Kind betritt, gibt es keine andere Möglichkell als die des Erratens. Dieses Erraten finden wir auch in unserer Zielsetzung: wenn wir eine Situation suchen, in der wir Sicherheit haben. Das Ziel ist maßgebend für den Aufbau der Lebensform. �Dieser Aufbau ist als ein Kunstwerk an- zusehen, in dem jeder einzeln« Teil dem Gesamtaufbau entspricht. Jeder Mensch ober ist nun, so sagt Adler, von einer Meinung g«> kellet. Niemand ist Herr über die Meinung. Was immer geschisht, immer wird es der Mensch von keinem Bewußtsystem aus be« trachten. Anormale, wie z. B. Selbstmörder oder Verbrecher, weichen dem normalen Weg zur Uebeilegenheit aus, sie suchen ihr, Ueberlegenheit darin, daß sie es gar nicht auf die Entscheidung an» kommen lassen. Es gibt aber ofsenbar Meinungen, die man wider- legen kann, weil sie sichtbar den Tatsachen widersprechen. Damit wird die Erziehung zu einer wesentlichen und bedeutungsvollen Angelegenheit. Die Individualpsychologie stellt sich daher zunächst die Ausgabe, in den zahllosen Varianten die harmonische Einheit des Individuums zu erkennen und von da an zur Hilfe zu schreiten. _ O. S. Eine G-dächwl»f«ier für Plüschow veranstaltet die gamera. Unter de« Lwden, ob Mittwoch, täqlich in der Zeit von I.A) Ubr bis 3Ukr nacknntttoqS. Dr, G. B. Hendel, der mit Plft'chov zusammenarbeitete, wird einleitend und ,u den TeUen aus den FNmen Plirchaws sprechen, Elle Zohannse» spricht Mittwoch, 8,30 Uhr. im Humboldt-HauS glopftsck» strahe öd. über H a m i u n. 3n der preuhischeu Akademie der WIsten'chaflen spricht am Mittwoch. 7'/, Ubr. Piosestor FabiiciuS aus stieiburq i. Br, übrr„Pertlte« und die Temollatie". Sinütllslaiteu beim Pförtner der Akademie, Unler den Lmden 38. Vr. tar» Hogewona Lebandelt auf Gnladunq der Volksbühne tu vier Borkrägen daS Tbeater der Japaner und Chinesen, da? er aut seinen au«, aedebnten JorichnngSreisen avSqleblq kennenlernte, Ter erste Vortroq sindet Freitag. 8 Uhr, im Bllrgersaal deS RaihaujeS statt. Eintritt 0,60 M. Oer Maler des Geistigen Kandinsty-AussteNung bei Flechtheim Ein willkommener Gast hat sich in de? Galerie Flechtheim ein- gestellt: Wassily Kandinsky. Man sieht ein sehr schönes Btld aus der Uebergangszeit von 1911(Impresston 2. aus der Sammlung Kohler), wo dos Gegenständlich« vor seinem gänzlichen Verschwinden noch einmal zwischen den rauschenden Farbenklängen geisterhaft empor- taucht, und drei Frühbilder der musikalisch bewegten Abstraktion von 1912: alles Uebrige sind Bilder und Aquarelle aus den letzten Jahren, in denen die strenge Größe konstruttiver Mathematik sich mll der unendlichen Melodie tiesglühender Farben paart. In der Tat bedeuten dies« Pole— das chaotisch-romantische Wogen der Farbenllänge von 1912 und der fugenartig strenge Aufbau aus der Geometrie der Fläch« und dem Geisterreich des unbegrenzten Farben- raums von 19Z0— die Zusammenfassung des Großen, mll dem Kandinsty die Kunst bereichert und erhöht hat. Wahrscheinlich wird gerad�der unvorbereitH: Mensch, der noch die Fähigkeit besitzt, schlicht und naiv anzuschauen ohne alle Doreingenommenheit. diesen wunderbaren Bildern mll Derständnis und Liebe gegenübertreten können. Ich zweifle nicht, daß vor ollem unter unseren jüngeren Genossen, die in der Schule schon den unbefangenen Zeichenunterricht aus der Borstellung heraus erhielten(wie z. B. in der vortresslich geleiteten Neuköllner Schul« in der Rütlistraße). sich viele finden, die Kandinskys Bilder richtig „sehen* und genießen können. Ee ist ein wunderliches Ding um das Anschauen von Kunstwerten. Jeder glaubt seinen Augen trauen zu dürfen und merkt nicht, wie sehr diese Augen schon auf dem Wege über das bildsame Gehirn beeinflußt und verdorben worden sind. Der mißleitete Instinkt des zivilisierten Europäers— mißleitet vor allem von dem oberlehrerhaften Dünkel, alles„verstehen* und noch dem photographiemößigen Renalssanee-Jdeal der„Richtigkeit* beurteilen zu müssen— verlangte vom Kunstwert«ine Art Wieder- holung der Wirklichtell. Sind wir nun auch durch den Kubismus, den Expresstonismus usw. längst eines Besseren belehrt, nämlich, daß es auf den dargestellten Ausdruck und nicht aus die photo- graphische Genauigkell ankommen kann, so stehen doch immer noch die meisten ganz verständnislos vor der abstrakten Malerei eines so überragend großen Künstlers wie Kandinsty. Hier ist nun zu sagen, daß es in der Kunst oon höchstem Range überhaupt nicht auf die Vergleichbarkeit mit eigenen Ersahrungen der Sinn« ankommt, son- dern auf die Vcrellwilliqkell der Empfindung beim Betrachter und auf die Kreit der Darstellung beim KünsUer. Was dargestellt wird, ist nicht etwa gleichgültig, aher der Betrachter muß ikpn ge- wachsen sein, muß empfinden können, was der Künstler schöpferisch empfunden hat. Was will nun Kandinsty sei zwei Jahrzehnten mit seinen Ab» strattionen sagen, welche Erlebnisse liegen seinen Schöpfungen zu- gründe? Offenbar nicht gegenständlich bedingte, also Abbllder der Wirklichkeit: und ebensowenig rein« Formgrübeleien, wie st« etwa die französischen Kubisten erfüllen. Kandinskys Erlebnisse find feell- Die Lebensstellung Oer provtsionsreifende auf Staubsauger Dem Beispiel ihrer Kollegen von der Stoubsauger- und Wasch- maschinenbranch« folgend haben jetzt auch die Prooifionsreisenden auf choover-Teppichklopfmaschinen eine Reihe von Klagen anhängig gemacht, um über ihr Arbeitsverhältnis Klarheit zu schaffen. Nach den ausgeklügelten Vertrögen sind diese Reisenden oder Agenten vollständig freie Menschen. Sie haben nur zu tun, was ihnen die Firma aufträgt. Verkaufen sie Teppichklopsmaschinen um 300 bis. 700 Mark, dann bekommen sie Provision. Verkaufen sie nichts, dann verdienen sie auch nichts. Gefällt ihnen das nicht, dann steht es chnen frei, sich irgendeine ander«„Lebensstellung" zu suchen. Sie sind, wie gesagt, gänzlich frei noch chrem Kontrakt, in sozialer Beziehung allerding» v o g e l f r e i. Die Gesellschaft— dah es sich bei der choooer-Gesellfchaft um ein ausländisches Unternehmen handelt, das seine Teppichklopfmaschinen in Kanada herstellen läßt, tut nichts zur Sache— findet„Vertreter" soviel sie haben will. Der monatelang stellungslose Angestellte darf nur ein Inserat sehen wie das folgende, und schon wird er einen Versuch machen, falls er nicht durch üble Erfahrungen davor zurückschreckt. Wie das klingt, wenn der noch repräsentabl« Stellungslose liest: „Amerikanischer Weltkonzern hat nach Platz für fjerrn, der willig, arbeitssreudig und repräsentabel ist, und der sich mit ollen Kräften«ine Lebensstellung schaffen will..." So finden sich immer wieder—„Arbeitsfreudig«", von denen der eine oder andere auch gelegentlich einmal solch einen Apparat verkauft. Kurzum, ausländische Gesellschaften insbesondere glauben sich gleich den ihr« Flagge wechselnden deutschen Reedern über die Sozialgesetze in Deutschland hinwegsetzen und mit dem Schcksal ihrer Provisionsreisenden oder Agenten Schindluder treiben zu können. Zur Zeit schwebt eine ganze Reihe von Prozessen in erster und zweiter Instanz, und etwa IS Prozesse schweben beim Reichs- arbeitsgericht. Die Firma hält es aus, doch die Angestellten warten teilweise schon seit zwei Jahren auf die chnen zu- stehenden Entschädigungen, die ihnen durch Urteil« des Landesarbeits- gerichts zuerkannt sind. Dieselbe Geschichte wiederholt sich immer wieder, solange nicht die Rechts st ellung der Provisions. reisenden als Angestellten k l o r g« st« l l t ist und alle entgegen- stehenden Verträge von vornherein als unwirksam gelten. Gerade in der Zeit der Rissenarbeitslosigkeit gilt es, die stellungs- losen Angestellten vor den Praktiken der mit Vorliebe in auslän- dischem Gewände auftretenden Freibeuter zu schützen. Wie uns von den Beteiligten mitgeteilt wird, warten über 750 Stellungslose, größtenteils Familienväter, allein bei dieser Hoover-Teppichmaschinengesellschaft auf ihr sauer verdientes Geld. Es ist höchste Zeit, durch Schaffung gesetzlicher Schutz- maßnahmen die Angestellten solcher Firmen vor der Veo- zweiflung zu bewahren und die Arbeitsgerichte mit ollen derartigen Cinzelllagen zu verschonen. Llrabsiimmung in Itahrort-Meiden'ch. Die Gekündigten sollen für 20 proz. Lohnkürzung stimmen. Lochum. 10. Februar.(Eigenbericht.) Der Angestelltenrat der Hütte Ruhrort-Meiderlch hatte einen Antrag gestellt, eine llrabsiimmung im Betriebe über die Annahme oder Ablehnung der Vorschläge der Werksleitung stattfinden zu lassen. Der Betriebsrat hat sich mit diesem An- trage befaßt und den Antrag am Montag spät abends mit ZO gegen 3 Stimmen angenommen. Die Urabstimmung soll morgen. Mlltwoch, erfolgen. Die für den gleichen Tag vorgesehenen Stillegungs- »erHandlungen find erneut, und zwar auf die nächste Woche verschoben worden. Die werksleituog hat mittlerweil« allen Arbeitern und Angestellten gekündigt. Arbeitslos werden oder um hungerlohn arbeiten— das ist die Frage, vor die sich die Arbeiter durch die Vereinigten Stahlwert« gestellt sehen. Stimmen die Arbeiter der Hütte Ruhrvrt-Meiderich unter dem Druck der Etillegungsdrohung selber einem Lohnabbau von 20 Prozent zu, «er hindert dann diese oder eine andere Unternehmergruppe der Schwerindustrie, es bei nächster Gelegenheit mit 25 und 30 Prozent Lohnabbau zu versuchen und das Experiment bis zu der Feststellung auszudehnen, wie tief die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters stch noch herunterschrauben läßt. Di« Hemmungen bei dem Versuch jenes Bäuerleins, seiner Kuh das Fressen abzugewöhnen, fallen hier fort, da der Arbeiter nichts kostet._ Stillegungsmanöver in Peine. Lohndruck ist der llebung Zweck. Peine, 10. Februar. Der Verband der hannoverschen Metallindustriellen hat im Auf- trag des Peiner Walzwerkes und der Ilsede? Hütt« bei der Regierung in hildeshcim beantragt, die Betriebe stillzulegen. Ueber diesen Antrag wird bei der Regierung mit den Vertretern des Arbeitgeberverbondes und der Arbeiterschaft noch verhandelt werden. Der Regierungspräsident hat diese Perhandlungen auf de» lb. Februar in Hildesheim anberaumt. Peincr Walzwerk und Jlfeder Hütte haben bekanntlich zur Zell ihr« Arbettorschaft ausgesperrt. da über die Neuregelung der Lohnsätze kein« Einigung erzielt werden konnte. Die Kunst unserer Wirischastskapitäne. Lohnabbau, Entlassungen und Stillegungen. Bochum. 10. Februar.( Eigenbericht.) 3m Ruhrheegbau droht eine neue Abbauwelle. Sicherem Veruehmeu nach sollen aus der Zeche«Friedrich der Große" i» Herne 1000 Arbeiter und<0 Augestellte eutlassen werden. Auch auf den RheiubabeN' und Möller-Schochien des Slaaksbergbaues bei Gladbeck sollen insgesami S00 Mann und aus den übrigen fünf Schächten ebenfalls 500 Mann«atlassen werden. 3u Dortmund protestierte der Betriebsrat gegen die drohende Stillegung der Zeche„Kurt" der harpener Bergbau A.'G„ die wegen finanzieller Schwierigkeiten stillgelegt werden soll. Auch hier werden über 1000 Arbeiter brotlos. Wie lange soll dies muntere Spiel noch ungehindert weitergehen? Durch die in der letzten Zeit erfolgten Entlassungen auf der Zeche„Friedrich der Große" ist die etwa 4000 Mann starke Beleg- schast inzwischen auf etwa 1500 Mann zurückgegangen. Abkommen im englischen Bergbau. 2'/z-Stundenschtcht unter Tage für drei Jahre festgelegt. London, 10. Februar.(Eigenbericht.) Im Süd-Waliser Bergbaugebiet ist zwischen Unternehmern und Arbettern em dreijähriges Abkommen über die Arbettszett beschlossen worden, das die 7�-Stunden. Schicht unter Tag« festsetzt. In der Lohnfroge ist noch keine Einigung erzielt. weiter für Verlin: Tauwetter mit wechselnder Bewölkung. ohne erheblich« Niederschläge weltliche Wind«.— Für Deutschland: Im größeren Teil« des Reiches Tauwetter, auch im Osten und Süden starker Tempevatu ranstieg. Dienstag, 10. kebruar. Berlin. 16.05 Profirarnm der Aktuellen Abteilung. 16.30 Leipzig: Die Wiener Operette. 17.30 Bücherstuqdc.„Technik und Kultur."(Am Mikrophon: Dr. Weruer Hcgeoiann.) 18.00 Vom Tonfilm bis zum Drcfklang. Ltg.: Walter Gronosfiy. 18.30 Dr. Fritz Demuth: Die Berliner Winterhilfe. 19.00 Max Halbe liest eigene Dichtungen. 19.30 Tanzabend. 21.15 Tagev und Sportnachrichten. 21.25 Konzert. 1. Friedrich A. Stock: Konzert für Violine und Orchester(Erstaufführung)(Konzertmeister Maurlts van den Berg. Violine. Dir.: Bruno Scidler-Winkler). 2. Max Butting: Sinfonie Nr. 2, op. 29.(Dir.: der Komponist: Berliner Funk-Orchester.) 22.33 Dr. Jos. Rauscher: Politische Zeitungsschau. 23.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. KönigswustcrhauscB. 16.00 Ursula Scherz und William Waucr: Neue Netzarbeilen. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Prof. Dr. Suboff; Wesen und Geschichte der friecbisch-katholischcu Kirche. 18.00 Prof. Dr. Kurt Krause: Unsere Pflinzenvclt im Winter. 18.30 Prof. Dr. Richter: Brentano. 19.00 Französisch für Anfänger. 21.00 Köln: Uraufführung:..Drei fahren nach Südamerika". 22.15 Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. 23.00 bis 24.00 Hamborg; Unterhaltungskonzert BeionLwsrtl. für die Redaktion: Kerbezt Lepö«, Berlin: Än., eigen: Th. Glocke. b. K.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. ___________ Ä Co. Berlin SD 68, Einbenftrafie 3. Kiezö» 1 Beilage. Berlin. D erlag: Vorwärts Verlag'S. m. b. druckerei und Verlagsanftalt Paul Singer( »»««»ZaeeB tüi- die Zelt vom 10. bis 12. Februar K I N O-T A F E L tür die Zeit vom 10. bü 12. Februar ©Od Potsdamer Strafe 38 W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, S, 7. 9 Uhr VerUngertl Die PrivatiekreMrla mit Reaale Müller, Felix Brcsert, He» Thlmlg Rheinstraijc 14•■(*a~er W. ab 3l13 Uhr Kais.-Eiche) S ab 3.13 Uhr Trolle», 10 Akte cn. Olf« Tidiediew. AuBerdem; Der Ucbedclttg, 6 Akte nur Lee P«rrr Odeon, Potsdamer Str. 75 W. 5. 7, 9 UJjr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Da, tfedohlene Oealcht mit M«x Adalbert, Haas Otto, Frledl HaerUn Turm strafe 12 Verlängert! IhreMafeität die Liebe, ein Joe May- Tonfilru mit Käthe». Naey, Frau Lederer, ft-A.Roberta, SzAke Zsakall Alcxanderstr. 39-40 (Pauage) Den ganzen Tag geöffnet! Der Mann, der den Mord begind rali Conrad Vcidi, Heinrich George a Waat«,,» Primus-Palast W 5.15,7.13,9.15 Sab3.I5, 5.15,7.15,915 Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. UrauffOhrung der Aafa-Tontllm-Ope- rette Der Bettelatndnt mit Hein* Bollmau. Frilx Schall, Jarall. Novotaa, Tran, tu Aalten, Paul Regie: Victor Janaon U_ Friadrlch»taut M Franziskaner abT?Cl oV GeorgenstraSe(Ecke Friedrichstraße) 3-Stunden-Programm: Um 11, 2. ä, 8 und II Uhr: Was kleine Mädchen träonen Um 12 3 6 und 9 Uhr; Neaeate Wochen- and KaUnr«haa Aas dem Reiche des Kohle. Trickfilm Fiocfc and Flieht Um U.y..130. 6J0 und 9J0 Uhr. Boykott, Prlmanerehre Die Kamera 3. s."8" uhr Unter den Linden 14 , Kien topp" vor 50 An ager Jahren, mit Moabit Artushof-Lichtspiele Perleberger StraBe 29 W a. 5.15, S- a- 5 U Bühneaachaa Der Uebeatod top Mavcrllng mit Maria Cord«, Jacob Tledike— Qauklcr m.KIthe t. Nagy, M. Hamen Welt-Kino Alt-Moabit 99 Jugendl Zutritt Gunther PlOachows f unvergäng- I iches Meisterwerk SUbürkondor Ober Fcaerland. Ferner Frans Baum an n singt im Tonfilm:.Student sein..- m. A. Darrte, Edllb Schollver, Plate» W ChQHottVwbura> Kant-Lichtspiele Kantsir M tan der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilmi Oer Mann, der den Mord beding mit H, George, C. Veidt— Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüters tr. 17 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg ab 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonfilm; Mena-hen Im Käfig mit Veldt, K.rtner, George. Tonbelpr. W wltmarsdorf W Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend und Sonntags 5, 7,9.15 Uhr Tonfilm-Operette; Der Bcttelstodeni mit Hans Heina Bollmann, Fritz Scholz— Tön. Bei- Programm. Ab Mittwoch: Tonfilm- Uraufführung Daa Ichicksal der Renale Langen m. Mady Chrlsttans �___»«j�Heb«ra—""h Titania Schönebg. Hauptstraße 149 TOnend I WUde Orchideen mit Greta Garbo, Lewis Sinne, NU« As Iber— Bclpr. W Frtpcipwäiu*'""� Kronen-Licfatspiclc Rheinstr. 65 W. 7, 9. Sonnabds., Sonnigs ab 5 Uhr; Tonlustspiel: Schneider wlbbel mit P. Henkels— Grobes Beiprogramm Jugendl. haben Zutritt i«««an«« 1 Titania-Palast SiÄVä Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr 100 proz. Tonfilmi Der Liebesarzl m. Harry Ltedtke, Olaa Gralla. Fritz Scholz. Dazu das tönende Beiprogramm. Ab DonnerstagUraufführung; 100 proz. Tonfilm Fdrtierchrisll > lehlhncletrT�Mtttp- h TssK Wochentass 7. 9.10 Uhr Sonntags 5. 7, 9.10 Uhr Senntag 2'b Uhr: Jugendvorstellung Potsdamer Str. 50 Tonfilm: Der falsdke Feldmarschau «. Roda Roda. VL Bor tan, Ton«. Mariandort Mm I i Marlendort er Wochentg. 1 IQ- Irl Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm Die PriratsckretäTin mit Renate MOUer, Felix Bremart Tonhet programm TlVOÜ Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9, Sonntags 3 Uhr: Jug.-Vorst 100 proz. Tonfilm: Zvei Menicheo mit Charlotte Susa, Goslar Fr Ahlich Tonhet pro gr StMwmstmn Lichtspiele Sudwest Blücberstr. 12 W. 5, Sa ab 3 Uhr 1 00 proz. T onf ilm; Liebling der Götter mit Emil Jaanlngs. Renate Mflller. Olga Tschechova, Hans Moser Foztonwoche Film-Palast Kammcrsälc Teltower Str. I W. 5, 7, 9. Stg. ab 3 U- 100 proz. Tonfilm: Daa LlebezHed mit Renate M Aller, Gostav FrAhUdi Tonhet programm N»nomii> Primus-Palast Am Fiermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wo M5,U„ Sonnt, ab 3 U. Nur 3 Taget Tonlustspielerfolg: Die Firma heiratet mit Ralph A. Robert». Ida WOzi, Chart. Ander— Beiprogramm Jugendliche haben keinen Zutritt Aul der Bühne; Internationale BUusenschan Th. am Moritzplatz Beg.: Wöchig, ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Ubr Tonfilm; Susanne macht Ordnong mit Tr. t. Aalten, F. Leder er Trost der Diebe m. Agnes Ester hazy > WaukBUn 1 Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraße Werktags fflt Uhr, Sonntags 3 Uhr lOOproz. Tonfilm: Oer Mann, der den Mord beging mit Veldt, George Beiprogramm— Bflbnenschan Kukuk Wochent. 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 lOOproz. Tonfilm: Ihre Majestät die Liebe mit Käthe von Nagy, Franz Lederer— Tonbeiprogramm Excelsior Wochent. 6.45. 9 U. Sonntags 3 5, 7.9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 100 proz.Tonf ilm DlePriTalzekrelärin mit Renate Malier— lonbelprogr. Stern, Hermannt tr«che 49 Wochentags 6,43, 9, Sonntags 3, 5. 7, 9 U. lOOproz. Tonfilm: Ihre Mafcatft die L4eoe mit KSthe wem kr Lederer— Tonheiprogramai Filmeck Skalitzer Straße, am GOrlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Ubr Sonntags: 3, 5, 7. 9 Ubr Tonoperette: Ihre Majestät dl« Liebe mit Käthe ▼. Nagy, Franz SzSke SzakaU- Bfib Lederez, Luisen-Theater Roichen berger Str. 34 Anl. W. 630 u. 9 U Stg. 3. 5. 7. 9U. 100 proz. Tonposse: Drei Tage Mittel- arreat mit Lade Englisch Beiprogramm— Bfibnenschaa Stella-Palast KSpenicker StraBe 11—14 Wochtgs. 630. 9 IL Sonntags ab 3 Uhr lOOproz. Tonfilm; Menschen Im Käfig mit Conrad Veldt, Helarlch George, FrÜz Kortner Tönendes Bdprogr,— Bahnesschan Sternwarte— Treptow Donnerstag 8 Uhr: Vom MUlelmecr bis aar Bernina, Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern und Film „Elysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7, 9.15, S. 315.5,7.15, 9.15 Uhr Tonfilm; Die PriTatockretäria mit Kenale Matter Behnenzchaa— Foztonwoche Flora-Licfatsp. Wo. 6.30, 9, Sbd. ab 5, Sonnt ab 3 Uhr. Tonfilm: Siuannc macht Ordnang mit Traas ▼, Alten, Franz Lederer Betprogr, Ost�n Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen; Wochentgs. 6 30 U. Sbds 5. Stgs 3 U. lOOproz. Tonfilm: Einbrecher m. LU Harrey, W.Frlisch, Ralph A, Robert» Beiprogramm Bühne: 1. Reale and Cnlvert, Radfahrakt U. Zwei de Hayo, Musicaläkt Luna-Palast �a�bLrhr Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Die PriTatsekrclärin mit Renale Mailer Bü: Lotte Werkmeister(neues Rep) Schwarzer Adler Xiiee w Woch. 3, 7. ca. ß 65, Sonnig 3,5, 7, Ca 8 45 Tönender Film Der Kug mit Greta Garbe Lost. Beiprogramm— Bahnen schan Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 5 U., Stg. ab 3 U. lOOproz. Tonfilm: Da» Lächeln» mit Bichard Tauber Beiprogr. Jugendl. Zutritt VlktoriaLicfatbüd-Th. Frankiurter Allee 43 Woch. 5, 7. ca 3.45. Stg. 3 5. 7. 8.45 U. 100 pro». Tonfilm: Das Lied Ist mit Liane Haid, Willy Forst Mieky las Gespensterbans Babylon»«m Bülowplaiz Wochentags 5, Sonntags 3 Uhr Tonfilm: Die PriTatsekrclärin mit Renate Maller. Feüz Bremart Grote Varlcleschaa W Whu-ilctif nberfl Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 Beginn Woch. s. 7, 9 U. Sonnt 5, 7, 9 U. 100 proz. Tonfilm: Menschen im Käfig mit C. Veldt, George, Kortner Micky Mens Kino Busch Alt-Friedrichsfeldc j Beiprogramm Oer Patriot mit Emil lannlng» Der singende Draht m Ken Maynard Beiprogr WaiOiuiaa* Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206— 2lBp Tonfilm: O alte Borschenherrltchkef t Oer geheim nlsrotle Kavalier mit R. Talmadger Tonbetprogramm— BOhncnschaa ■ Norden � Alhambra Wochent. 5, 7, 9 U, Sonnt. 3, 5, 7, 9 U 100 proz. Tonposse: Der Hampelmann mit Max Hansen, er», Saöke SzakaU Pharus-Liditspiele Müllers tr. 142 W,ä,7,9U� Stg. 3,5, 7. 9 U lOOproz Tonposse: Drei Tage Mülel- arrest mit Lade EngUsdi, Brcsaart, Scholz— Beiprogramm Pratcr-Liditspiel-Palast Kzstänienailee 7-8 W. ab 5. Stgs. 31/, U. M enteret anl Dampfer Slngapore Leidens dl afl mit Harrey Mila-Palast Schönhauser Allee 130 W. 5, S. 3 L". KMproz Tonfilm: Da» Lied Ist aus mit Liane Haid, Willy Font Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5. S. 3>/s U LU-Dagover-Tonfilm: Da» aite Lied Beiprogramm— VarlctäMhan ■ a.wKow■ Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6J0.9, Stg. 5. T, 9 lOOproz Tonfilm: Der Hegr auf Be- •telfnng mit Willy Forst, Härbiger BOhneaachaa— Beiprogramm NlndarschGnliausnii B Film-Palast Blankenburger Str. 4 So. 21;s Jgd.-V- Wöchig 6J0, 9 U, So. 430, 6 45, 9 U" Monumental-Tonfilm: AHaatlc (Untergang der Titanic) Lästige» Beiprogramm Tegel Filmpalast Tegel Stgs. 2 U- Jgd.-VorsL W. 6, Stg. 4>i. U. Tonfilm: Zapfenstreich am Rhein mit Ch. Soso,$. Arno Gnies Beiprogramm Jnion-Thcatcr Haaptsir.3 W 6. 89s. Stg. 4Vc. 69». Ms U. Stg. 2 U Jgd.-V. Staatsanwalt klagt an mit Kampers Tänzerin Katbarina d. Großen Mennig-dor. Filmpalast Stg i 850 Berliner Straße 59 Stg. 2U lug.-Vorst. Quartier Laiin mit Carmen Bonl K. n. K. BaLetanädel ra OtnaGxaUa Beilage Dienstag, 10. Februar 1951 SprÄbimö SttäLwi�aß* Ja\irho£*ü Wege xnm Jugendgericht Bericht über Jangens ans dem Jahre 1031 Mir fragen in einer Dolksschulklasi« von vierzehnjähri» gen Hungen einmal nicht danach, ob sie den Vers, die Strophe. die Zinsdwisoren oder den Kongruenz! atz noch kennen,— wir wollen sie heute nach Haus« begleiten, und dort werden uns die Jungen, deren Vertrauen wir doch ganz haben, erzählen, daß in ihrem Kopf und ihrem Herzen außer dem vorhin genannten noch viel anderes herumgeht. Was denn? Aber sehen wir uns mn, wo wir sind Weg« zum... Der Jung« hat dich in seinen Wohnteller geführt; laß dich süh-en, sonst stürzt du die Treppe hinunter. Ietzr sitzen wir am Küchensenster; die Kell erst übe ist ja noch vermietet! Da erzählt dir der Junge mit wissenden Augen seine Geschichte: „Meinen Vater kenn« ich nicht; ich bin unehelich; mein« Mutter versteht mich nicht; vielleicht heiratet sie noch Ich werd« wohl dann nicht bleiben dürfen.� Wände und Möbel, das müde Feld» bert erzählen von der leiblichen Not. Das dürftig«, selbstgezimmerte Bücherbrett mit wenigen Bänden sagt dir, daß der Junge heraus- möchte aus dem Elend, aus seinem Kellerleben. Wohin? Wege zum...? Und nun nimmt dich«in anderer mit in seinen Keller, und du hörst, daß der Dater trotz guten Verdienstes oft betrunken nach Hause kommt und dann Frau. Kinder und Möbel zerschlägt, bis die großen Söhn« zuletzt ihn schlagen. Wohin soll der Vierzehnjährig« da? Welche Wege zeigt man ihm? Wege zum...? Geh nun mit dem dort mit. Er wohnt in einem Verschlag über der Haustür. Dater, wer weiß, wer und wo? Mutter ist seit acht Tagen in der Hellanstalt, und der Junge macht allein inzwischen die Portierarbeit. Mittag gibt chm der und jener. Wir aber wisien, daß die Mutter Magenkrebs hat. Wenn sie wieder- kommt, für wielang«? Wohin geht dann der Jung«? Wege zum...? Und wenn du mit diesem da mitgehst, lernst du Wohnungen auf dem Z. Hof kennen, und unter 80 Stufen kommst du auch nicht weg. Der dort in der Ecke, wird dir erklären, daß man vorn vier Treppen(mit noch zwei Nachbarn zusammen) Stube und dunkle Küche haben kann. In der Sftrbe wohnt und schläft die Mutter mit drei großen Kindern und ein„alleinstehendes Fräulein" findet auch noch Platz. Willst du aber nicht weitergehen, dann werden die Jungen dir so berichten:„Wir haben nur ein« Stube 2 X 4 Meter,, find zwei Jungen und ein Mädel und unsere Mutter; die ist schwer lungenkrank: wir waren auch schon öiters verschickt." Und der da hat keine Eltern mehr und Jein« Verwandten wollen ihn nicht behalten. Der macht den Haushalt ellein. weil seine Mutter in der Heilanstalt ist: unheilbar! Und der da hat eine eheverlassen« Mutter, die mit dem Leben nicht fertig wird, weil sie schwer krank ist. Die Wohnung mußte geräumt werden, und die paar Möbel sollten auf den Speicher: vorher bezahlen? Geld war nicht da. Ein Vekonnter nimmt sie für k:rze Zeit aus. Und dann? Alles keine Romangestalten: Jungen aus dem Jahre lgZl! Wohin gehen viele dieser Wege der Jungen? Zum... , Jugendgericht! Und vielleicht: und so weiter! Wir bitten deshalb den Vorsitzenden eines Jugendgerichtes, einer Sitzun? beiwohnen zu dürfen. Sind das nicht die möglichen Schicksale der Jungen, die wir besuchten? Dos„Sünden- r c g i st e r": Fahrrad gestohlen, Aktentasche im Warenhaus unter dm Mantel gesteckt, mit„Schmetterlingen"(gebrauchten Fahr- scheinen) weitergefahren, Stiefel und Anzug entwendet, fremden Kleiderschrank erbrochen und die Sachen in der Münzstraße verkauft! Die meisten der Taten sind Lappalien; es sind ober Schritt«, um später vor? weitere Gericht zu kommen Wie sicher, fast zu iclbstbewltßt sind sonst unsere Jugendlichen, und wie stehen sie hier! Die meisten aus ihrem Anzug herausgewachsen, meist ohne Mantel, und die bekannt« bleierne Schwüle in jedem Gerichtssaal legt sich aus diese jungen Menschen, daß sie zusammenknicken und olles ohne Leugnen eingestehen; oft kommen die Tränen. Da der Achtzehnjährige, der aus der Fürsorge- a n st a l t aus W« i h n a ch t S u r l o u b zur Mutter kommt, wo es nicht zum„Dechnachten" für ihn langt. Aber er will doch die wenigen Tage einmal, ein einziges Mal„leben" und... stiehlt irgendwo, was ihn vor das Iugendgericht bringt. Wie kräftig er ist; aber fem Blick ist scheu, doch gar nicht böse. Gebt ihm Brot, ein Bett und ab und zu ein paar Groschen zum Leben, und er rennt für euch Tut's aber bald, sonst...! Und warum taten die es denn? Fast immer war es dos: Ke>n Zuhause, kein Bett, kein Esten, keine paar Groschen, um mal mit den„andern" vergmigt sein zu können. Der ISjöhrig« da zerreißt sich wie ein fröhlicher, dummer Schuljunge den neuen Anzug; er fürchtet den brutalen Vater und rückt aus.„tippelt" mit einem Freund. In L a u b e n, die sie aufmachen, schlafen st«, stieren elend, hungern noch inehr. So werden sie Laubeneinbrecher! Wie neugierig standen wir einst als Kinder am Grünen Wagen. um die Herauskommenden zu sehen und waren so enttäuscht: meist waren es dürftig« abgeristene Gestalten. Und nun gar erst dies« Jugendlichen! Man läßt die Armen schuldig werden und überläßt sie dann der Pein. Dies« Jammergestalten da vorn klagen u n» A« l t e r e an: Warum haben wir keinen Vater, der uns hält, kein« Mutter, die für uns sorgt? Wie sollten wir das Wort verstehen, das wir lernen mußten, dem wir aber keinen Inbolt geben konnten: Du sollst deinen Vater und dein« Mutter ehren! Für uns paßt« das Lied, das uns der Leierkasten vorspielte:„Mein Vater kennt nnch nicht; mein« Misttee liebt mich nicht!" Als der Vorsitzende ein« Mutter fragte, welch« Wünsche sie für den Jungen Hab«, jache sie: „Ich w ill ihn nicht haben!" Ein Jugendlicher hört« vom Vorsitzenden des Iugendgerichts zum erstenmal, daß er eine fast chrichaltrig« Säxvester hob«? Wir andern Menschen sitzen nicht auf der Anklagebank. Mehr oder weniger säst, aber doch fast, verstehen wir dies« Jugendlichen nicht, daß fit stehlen konnten. Weil wir immer ei» Best hatte» und immer satt wurden! Warum haben wir„Hemmungen" und diese kein«? Wer im Federbett liegt, versteht ichwer, wie man im Lauben- best, oder im Chousteegraben oder aus der Treppe übernachten kann. Die französische Königin Maria Antoinett« soll, als man ihr meldete, das französische Volk empöre sich, weil es kein Brot habe, erstaunt gefragt haben:„Worum ißt es dann keinen Kuchen?" Eine würdige Bürgersfrau sagt« mir einmal:„Zu betteln und arm zu sein braucht keiner; sie hätten sich ja stüher Geld sparen können!" Die stolz aus ihr Verdienst sind, daß sie nie unter richterlicher Anklag« standen, wollen wir an das Wort eines einst Armen erinnern:„Richtet nicht lieblos, auf daß ihr nicht lieblos gerichtet werdet!" Friedrich Naumann soll einmal etwa gesagt hoben, als man ihn feierte:„Das ist nur ein Zufall, daß ich das geworden bin. Wenn mich ein andere Mutter geboren hätte, vielleicht im Straßengraben oder im Zigeunerwagen, dann wäre wohl nichts aus mir geworden. Ich tat wenig dazu!" Wenn alle „ausgerutschten" Jugendlichen einen so verstehenden und fördernden Richter fänden, wie ich ihn sah! Es ist einer von den wenigen mutigen Menschen, die immer wieder in die Welt hinausschreien. wenn sie auch noch so oft enttäuscht werden:„Der Mensch ist gut!" Seht, jetzt wird der Saal des Jugendgerichts immer voller; alle Jugendlichen, die einmal fehlten, kommen herein, fasten ihren gütigen Richter bei der Hand. Sie werden jetzt die Ankläger, wir die Angeklagten, und sie klagen uns Eltern und Lehrer an:„Ihr solltet uns führen: ihr ließet uns meist allein. Wir waren tn Not; ihr sähet sie nicht! Wir wollten euch alles vertrauen; ihr saht uns verständnislos an. Wir wollten lachen und uns unserer Jugend freuen; wir wollten viel Sonne— und ihr? Graffumier. Der Weg* aus der Krise Eine Betrachtung; über die Sehnlmediziu Profestor Dr. Hans Much befchöttigt sich in einer 35 Sellen starken Abhandlung(Steht die scholastische Medizin vor einem un- venneidlichen Bankrott?, Verlag von Johann Ambrosius Barth, Abteilung Curt Kobitzsch, Leipzig 1931) mit der Krise der Schul- medizin. Die Frage, ob die Schulmedizin vor einem unvermeidlichen Bankrott steht, verneint er. Notwendige Voraussetzung für eine Ueberwindung der gegenwärtigen Krise sei allerdings die Erkenntnis, daß die Schulmedizin nicht souverän, sondern nur Mittel zun: Zweck ist, daß die Lehrmeinungen kein fester unumstößlicher Besitz sind, sondern Stationen eines lebendigen lebenslangen Ringens. Not- wenöig sei die Erkenntnis von der Problematik der Medi- zin, notwendig, im Schüler das Bewußtsein dieser Problemattk fest zu verantern, anstatt chm den falschen Hochmut eines festen Besitzes zu geben.„Erst aus der D e sinnung entspringt die echte, die wirNiche G e sinnung." Die Hauptfehlerquelle, die zur Krise geführt hat, sieht Much darin, daß die Schulmedizin die einzelnen. Kronkhellen als solche und als Dittg an sich behandelt, ohne in einer Gesamtschau von der Konstitution des von der Krankheit befallenen mensch- lichen Einzelwesens auszugehen. Die Schulmedizin ist statisch statt dynamisch. Sie geht dogmenbehastet von dem äußeren seststehcnden Krankheitsbild aus, anstatt ohne jede Voraussetzung von der bei jedem Individuum anders reagierenden Gesamtkonstittttibn des Kranken auszugehen:„Macht es doch im natürlichen Geschehen nicht die sogenannte Krankheitsursache, wenn ein Mensch erkrankt, sondern die bestimmte Konstitutionsanloge des einzelnen, ob und wie er auf den Reiz reagiert. Nicht die Analyse, sondern die Synthese ist der Wcsenskern künstlerischen Heilens:„Statik und Analytik endet und wurzelt sinngemäß immer in der Diagnostik; Dynamik in der Heilung. Auf welchem Wege einer hellt, ist ganz gleichgültig, wenn er nur heilt, denn es ist unsere einzige Ausgabe." Soll der Weg aus der Krise gesunden werden, dann muß die Medizin ihre Methodik auf das Prinzip der dynamischen Synihetik einstellen. So sei es z. B. falsch, den Ablauf der lebendigen Be- wegung von der Anotomse her, vom Seziertisch aus erfasten zu wollen. In gut llü Proz. der Fälle seien für den praktischen Arzt seine anatomischen Kenntniste ohne jeden Wert. Die Anatomie weise bei der Hauptzahl der Sprechstundensölle nicht einmal charak- teristische Veränderungen nach. Vor dem Leben verstummt die Anatomie. Sie kennt nur den Tod.„Glaubt man wirklich, das Lebendige beim Toten oder in einem bestimmten Moment Fixierten fasten zu können? Ueber das Wesen der gewaltigen Vorgänge, die sich in rasender Bewegung und Gegenbcwegung bei einer Krankheit abspielen, über das wirbelnde Spiel der Kräfte sagt uns die Anatomie nicht das Geringste. Das um so weniger, als bei jedem einzelnen dieses Krättefpiel anders verläuft, je noch seiner besonderen Konstitution." Bon ähnlichen Fehlern geht noch Muchs Meinung unsere heutige Schulmedizin beim Tierexperiment aus, wenn sie den Versuch am Tier blind auf dag Leben im allgemeinen und insbesondere auf das menschliche Leben überttägt. Es sei absurd, das Nagetier zum Maße des Menschen zu machen. Schon die einzelnen Tierarten seien in ihren Reaktionsweisen grundlegend voneinander verschieden. Selbst bei einem so kurzlebigen Tier wie dem Schweinchen gäbe es keinen grundlegenden Typus. Und da wolle man Nagetiere wie das Meerschweinchen zum Richter über die Abläufe des menschlichen Geschehens bei Jnsektionstrankheiten und anderem machen, während der Mensch schon durch sein vielleicht bestes Abwehrorgan, die menschliche Haut, grundsätzlich von ollen Pelz- und Fittich- trägern verschieden und jedes menschliche Individuum durch die gewaliig« Bastardierung des Geschlechts ein Typus für sich fei?! „An dieses Für-Sich-Sein des Einzeltypus des Menschen mit den kleinen Pelzträgern herankommen zu wollen, war einer der Hauptgründe für die unzähligen und unseligen Irrwege der letzten Jahrzehnte."—„Was für den Nagetierstall gilt, hat prinzipiell mit dem Menschen nicht das geringste zu tun, um so weniger, als alle kün st lichen Infektionen der Nager völlig anders ver- laufen, als die merrichfichen Ansteckungen." 93 Proz. der Arbeiten über Tierversuche hält Much für unnütz. Much weist dann darauf hin. daß in einer Familie bei sicherlich der gleichen sogenannten Ansteckung das ein« Kind an Scharlach stirbt, das zwelle schwer erkrankt, das dritte leicht und dos vierte überhaupt nicht. Di« Ursache dieser Totsach« zu ergründen, sei die Frag« der Fragen. Man könne ihrer Lösung nur näher kommen, wenn man sich bewußt werde, daß nicht der Arzt, sondern die Natur die Krankheit heilt, daß der Arzt nichts als der Helfer der Natur, d. h. der Konstitution sei. Infolgedesten müsse man in der Lehr« von den anstechenden Armchheiten völlig«ntfernen. Man müsse sich von der„muffigen Atmosphäre des Nagetierstalles" und von der Lehre der Krankheitstypen befreien und wieder das Staunen vor dem lebendigen Geschehen lernen:„Nur keine Regeln für Typen, sondern Vorschriften für den Typ des einzelnen! Jeder einzelne ist ein Typ für sich. Es gibt keine Typen von Krankhellen, sondern nur Typen von Individuen, d. h. Typen der Konstllution, d. h. ähnlich reagierende Einzeltypen, wodurch wiederum ein wirtlicher Typus aä absurdum geführt wird, und wodurch es verständlich wird, daß ein besonders aus eine Krank- hell eingestelltes Heilmittel bei den allerverschtedensten Kronkheits- typen helfen kann."—„Nicht Typendiagnose und Typenbchand- lung, sondern Erkennung des Einzellypus mit seinen Begrenzthellen und Möglichtellen und daraus sich ergebende Einzelbehand- lung— das ist der Weg der wahren Kunst."—„Das einzelne muß notwendig als einzelnes verstanden werden, ober lebendige Kraft erlangt es erst, wenn es aus dem Ganzen ersaßt wird."— „So muß selbst eine Insekttonskronthell, z. L. die Tuberkulose, aber auch andere, wie Typhus, bei dem einen ganz anders behandell werden als bei dem anderen." « In diesem Zusammenbong weist Much ans die„g r a usa m e Ueberfüllung des Heilmittelmarktes" hin, die eine Folge der falschen Systematik der Schulmedizin sei:„Symptom» behondlung, Typenbehondlung, führen nachweislich zu den aller- verschiedensten Anpreisungen der allerverschiedensten Heilmillel.. „Analytik, Exaktheit vortäuschend, führt eben wegen der konstitutto- nellen Sonderheit des einzelnen zu solcher Fülle von Analysen, daß eine ebensolche Füll« von Mitteln verständlich wird." Den Weg aus der Krise der Schulmedizin sieht Much in der Konstitutionslehr«, mll dem Ziel einer auf der Konstitutions� ersassung beruhenden Diätetik. Much verlangt diese Kon- stitutionslehre als ein„zusammenfastendes, überblickendes Fach(so weit der Ueberblick möglich ist)", er verlangt ferner neben der Ein- stellung auf die pathologisch« Biologie,„die ein besonders klinisch verhaftetes Fach sein muß", Kollegs über medizinische Problematik. Der Krebs der Korksteinarbeiter Auch in Laienkreisen ist die Tatsach« nicht mehr unbekannt, daß im Steinkohlenteer eine Substanz vorhanden ist, die krebserzeugend wirkt. Es Handell sich um den Rückstand des Stsinkohlenteers, der bei der Destillation des Teers unter 499 Grad in der Retorte zurückbleibt, also um den Steinkohlen pech. Dr. Schürch- Zürich Hot nun jüngst über zwei Fälle berichtet, in denen Korksteinarbeiter krebskrank geworden sind. Die Korksteme bestehen bekanntlich aus geschrotetem Kork, der in Heiß-Mischmaschincn mll einem Binde- inillel vermengt und zu Platten gepreßt wird Als Binde» mittel verwenden die Fabriken bei den dunklen, wetterfesten Steinen eins Mischung von Ton und Teer Für besonders wetterfeste Steine wird Pech verwendet. Die erkrankten Arbeiter waren in je einer Korkstemfabrik tätig und zeigten das S k r o t u m- K o r z i n o m. Der eine der Arbeiter war seit 19 Iahren in seiner Fabrik tätig. Er mußte daselbst Kork- platten zuschneiden und befand sich infolgedessen stets in einer staub- erfüllten Luft. Im Sommer trug der Erkrankte nur Hose und leichtes Schuhwerk. Der P e ch st a u b bedeckte seine ganze Haut. Beim Heruingehen waren beide Beine und die ganze Beckengegend häufig ganz schwarz. Bor 1�- Iahren bemerkt« der Patient eine nickende Pustel. Das EiterMäschen ging auf und es bildet« sich ein Schorf, der ein Jahr lang ruhig blieb. Plötzlich ging aber die Pustel in eine Geschwulst über, die langsam, später immer rascher zunahm. Der zweite voin Krebs Befallene war seit 1913 in einer Kork- sleinfabrik tätig. Anch bei diesem wurde eindeutig Krebs in- folge von Pechstaubtinwirkung sestgestellt. Dr Schürch fordert be- greislicheriveise Vorbeugungsmaßnahmen im Interesse der Arbeiter in solchen Fabriken. Seine Borschläge beziehen sich aus folgende Punkt«: l. Verminderung der Pe chst a u bb i l d u n g. 2. Verwendung nur kerngesunder junger Ar- beiter mit Befristung der Verwendungszeit. 3. Aufklänmg der Zlrbeiter über die Gefahren der Arbeit und über Schutzmaßnahmen. 4. Schntzvorschriften für den Arbeiier bezüglich Kirdung und Reinigung. 5. Periodische ärztlich« Untersuchung. Ur. 5. Olymplade in Mürzzuschlag Große Leistungen der Arbeitersportlei im tiefen Schnee Murzzuschlag, 10. Februar.(Eigenbericht.) anderthalb Tage lang hat es ununterbrochen geschneit, der �schnee liegt über einen halben Meter hoch. Wenn auch des .ourensahrers Herz vor Freude über den herrlichen Puloerschnee lacht, so bedeuten die riesigen Schneemasfen doch eine starke Be. Hinderung für die Wettkämpser. In der Nacht um 2 Uhr mußten 100 Läuser auf den 1400 Meter hohen Sonnwendstein hinaus, um die Spur für den 30-KiIometer-Langlauf zu ziehen. Auf dem Eislauf- ploft find ununterbrochen 60 Mann in anstrengender Tätigkeit, die riesige Eisfläche vom Schnee zu befreien. Der anhaltende Schnee- fall dürfte die Zeiten der Ski- und Eisläufer wesentlich beeinflussen. Im Koburger Haus, im Saale der Bezirksvertretung und im Brauhause waren am Sonnabend Festabende mit reichem künstlerischen Programm. Der Mürzzuschlager Männergesairgs- verein, die Eiseirbahnerkapelle, das politische Kabarett aus Wien und die Turner wetteiferten in ihren Vorführungen. Die Säle waren bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Fortsetzung der Skiläufe Der ta-Silometer Mannschaflelaus begann beim Försterhaus im Hochreit auf 1320 Meter Höhe. Zuerst durch tief oerschneiten Hochwald, in breitgespurten Hohlweg in scharfer Schußfahrt bis auf«ine Höhe von 1100 Meter, wo eine kurze, scharfe Gegensteigung die Abfahrt unterbrach. Nun über Felder, nur manchmal unter- brachen von kurzen Waldschneisen, bis an die Talsohls des Graben- baches. Nach dieser fast 6 Kilometer langen Abfahrt begann eine Gegensteigung von 100 Meter absoluter Höhe, auf deren Scheitel die Route die übrigen Läufe überquerte. Der Höhenunterschied betrug insgesamt 920 Meter, die Gegensteigung insgesamt 130 Meter. Die erreichten Zeiten sind in Anbetracht des zähen Schnees und der technischen Schwierigkeit der Strecken als sehr gut zu bezeichnen. Die Ergebnisse: I. Finnland II. 23,16 Minuten; 2. Finn- land I, 24,31 Minuten; 3. Deutschland I, 27,21 Minuten; 4. Oester- reich I V, 29,48 Minuten; 5. Oesterreich I, 29,31 Minuten; 6. Tschechoslowakei(Aussig I), 30,16 Minuten. Den S-kilomeler-eaaglaus für Sporllerinnen, der zum größten Teil über die gestrige 4-Kilometer-Strecke führte, rissen wieder die Finnen an sich, die die ersten drei Plätze besetzten. An erster Stell« steht die Finnin L a h t i n e n I m p i mit 17,44 Minuten. Slavikooa Bozena(Tschechoslowakei-Prag) lief als Vierte mit 22,10 Minuten ein; die Ocsterreicherin Emmi Mandl als fünfte mit 22,16 Minuten. Helene Richter(Tschechoslowakei-Aussig) als Sechste mit 22,37 Minuten, die Deutsche Rosa Hund als Achte mit 22,58 Minuten. Dem Starter stellten sich 23 Läuferinnen, die all« durchs Ziel kamen. Der Hauptsprunglauf Als Höhepunkt der ganzen Olympiade war der Haupifprunglauf gebucht; weit imposanter ofs es die größten Optimisten erwartet hatten, ist er ausgefallen Wurden auch jene Weiten nicht erreicht. die wiederholt beim Training gestanden wurden, so zeigten die Springer chr großartiges Können in sicheren, wuch ig.schönen Sprüngen, die das Publikum wiederholt mit stürmischen Beifall»- bezsgungen hinrissen. Unter all den mehr als hundert Springern waren kaum mehr als zehn gestürzt. Mit fabelhaf er Sicherh it. den Korper stark durchgestreckt, gingen die Finnen nur auf Weite und rissen nnt ihrer Wche heit die Zu jeher mit. Die Deutschen ähnlich wie sie, die Aussiger, von denen besonders Günther durch seine vorbildliche Lufthaltung gefiel. Die O e st e r r e i ch« r hielten lediglich auf Sicherheit, woraus sich auch die bedeutend kürzeren Sprünge und ihre ungünstige Placierung erklärt. Bon den Ungarn kann!« lediglich V a n j a gefallen, der. wenn man bedenkt, daß sie unter äußerst ungünstigen Verhältnissen trainieren müssen, immerhin überraschendes Können an den Tag legten. Rom« imd Land I. DSusIer(fficutWiIanft) 3. tfain tffiimlanM 3. g-ünrher«Äußig, Tlchech.i 4. Nun, lDiutschland Z. ftütnsc kDeutschlandi «. Äaltiotfen fglnnlnnd) 7. Sanilcc lOcsterreich) lt. JfoIuBec(Prag, Tschech.) 15. Nanja lUngarn) Evrun» Haltung Punkt, ahl «'4 m g.UZ 18.113 UM m 9,39 18.05 U m 9.33 17.58 4 t'4» 8.943 17.443 4044 n> 73457 17.307 46 m 7 16.16 41 m 8.723 15.143 40V4 m 7.613 14.11,3 37 m 8.557 13.387 Der Sprunglaus für die Kombination litt unter dem starken Schneetreiben und machte sich auch der stürmische Wind für die Springer unangenehm bemerkbar. Ilm so höher sind die Leistungen einzuschätzen, die, wenn sie auch kein« überragenden Leistungen brachten, dennoch als sehr gm zu bezeichnen sind. Bemerkenswert war der©ilunterschied zwischen den einzelnen Ländern, besonders zwischen den Nordländern un-d den Mitteleuropäern. Während die Deutschen und Aussiger wuchtig-ärodynamisch sprangen, gingen die Finnen in vorbildlich gestreckter Haltung von der Kanzel weg und holten sich erst im zweiten Drittel des Sprunges die für den Auf- fprung notwendige Vorlage. Di« Rodelwettbewerbe der Männer(Einsitzer über 3 Kilometer) wurden nur zwischen Deutschtand und Oesterreich aus- getragen. Auch hier osrhinderte der hohe Schnee die volle Ent- faltung der Geschwindigkeit. Erster wurde B r u n n e r- Oesterreich mit 4.12 Minuten. Ihm folgten Hintermüller, Hrebitschek, ebenfalls Oesterreich, mit 4.14 und 4,30 Minuten. Der erste Deutsche, Oskar Wagner, besetzte die fünfte Stelle mit 4,58 Minuten. Der Frauenwettbewerb wurde von drei Frauen bestritten, die alle von Mürzzuschlag waren. Die Ergebnisse sind: 1. Greier. Gusti, 8,40 Minuten; 2. Stanek. Elise, 9,40 Minuten; 3, Wanjek, Anna. 13,33 Minuten. Die kaum glaublichen Schneemassen geboten der Durchführung des Z0-KllomeLauf für sich buchen konnic Die Zeiten sind- 1. Pihl. Finnland. 20:32,8. 2. Birtanen, Finnland, 20:40,9. 3. Bttthoffs, Lettland, 21:22,7. 4. Dal«, Lettland. 22:37.8 Das Paarlaufen für österreichische Bewerber Hollen sich: 1. Gönner-Lang, 10,3 Punkt«. 2. Trimmel-Schenkirs, 9,9 Punkte. 3. Adamek-Kupetz, 3,8 Punkte. Die Paare Gönner-Lang und Triminel-Schenkirs lieferten sich einen spannenden Kampf, der sich in dem Unterschied von mir 0,4 Punkten ausdrückt. Großen Beifall erhielt das Paar Grimmel-Schenkirs. Ergebnisse der lanzbewerbe für Oefkerreicher: 1. Adamek-Kupetz, 58 Punkte. 2. Ronay-Schneider, 57,23 Punkts. 3. Gönner-Lang, 57,20 Punkt«. 4. Gefchwisser Thror. 43,80 Punkte. 5. Trimmel- Schenkirs, 40,20 Punkte. Einen wunderbaren Stil zeigte das Paar Adamek-Kupetz. auch Ronay und Schneider liefen in guter Haltung. Beim Eiskürlaufeu dominierten die O e st e r r e i ch e r, die Wiener Schule gab den Ausschlag. Die gezeigten Leistungen waren im Hinblick darauf, daß der Eiskunstlauf bei den Arbeitersportlern erst seit einem Jahr organisatorisch erfaßt und gepflegt wird, sehr gut. Bei den Männern besetzte der Oesterreicher Schlichtin g er mit 245.5 Punkten den ersten Platz, an zweiter Stelle stand Vilniek, Lettland, mit 242 Punkten. Die Deutschen Milke und Tröster kamen erst an die zehnte und elfte Stelle mit 176.6 und 151.6 Punkten. Alle übrigen Plätze besetzten die Oesterreicher. An der Konkurrenz nahmen 15 Läufer teil. Das Eiskürlaufen der Frauen stand um eine Klasse hoher als das der Männer. Hier beteiligte ssch nur Oesterreich, es errangen den ersten Platz Gönner, Wien, mit 62.3 Punkten. Eishockeyspiele Dos Eishockeyspiel um die Olympiade-Meiflerfchofi zwischen Lettland und Deutschland gewannen die Letten mit 3:1(1:1) (0:0)(1:0) I: 0). Mit diesem Spiel scheidet Deutschland aus der internationalen Meistcrschast aus und es liegt die Entscheidung im Spiel zwischen Lettland und Oesterreich. Das Spiel um die inkernationale Meisterschaft hat Oesterreich gewonnen. Es war ein äußerst interessanter, aufregender Kampf. Di« Letten hatten chre Hauptstärke in ihrer unheimlichen Schnellig- kcit und in guter Stockfllhrung, waren aber im Schießen etwas schwach. Oesterreich spielte planvoller, zweckmäßiger und vor ollem schußsicherer. Das Spiel leitete Radau, Königsberg. 5000 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. Flammen auf den Bergen Der Abschluß der Kampfe Ein harter und doch so froher Kampftag war mit dem Sonnlug zu End«. Don den hochragenden Bergen steigt die Nacht herab und hüllt den weiten Talkessel in chren dunklen Mantel. Noch immer schweben die Schneeflocken im gleichmäßigen Rhythmus zur Erde. An den Berghängen schimmern gleich blassen Sternen die erleuchteten Fenster der Bauernhäuser und machen das Dankel nur noch tiefer. Aus einmal gleitet ein tiefroter Schein über die Höhen, wird heller und kräftiger und dann lodern die züngelnden Flam- wen zum Nachthimmel Wie sich die Leute durch die Schnee- mauern auf die Höhen hinauflämpften, um die Holzstoß« zu ent- zünden, bleibt ein Rätsel. Auf der Ganzsteinwiefe flammen tausend« Fackeln auf und schließen sich zu feurigem Ring. W i l d u n g- Berlin spricht zu den Trägern des Lichtes: Wir erleben Tage der Liebe und Freude, Tage des Kampfes. Aber nicht um des Kampfes willen arbeiten wir. sonder» unser Streben, unsere Arbeit gilt der Ertüchtigung, dem Aufstieg der Arbeiterschaft. Dr. Könitz- Wien spricht einen präch- tigen Prolog, und dann formieren sich über 3000 Fackel träger zum Zuge durch die Straßen Mürzzuschlag» zum Eislauk- platz. Gegen 6000 Menschen säumen die Straßen und begrüßen jubelnd die feurige Schlange. Auf dein Eislaufplatz oerfainmcln sich 10000 Menschen, die der hinreißenden Rede des Präsidenten der Sozialistrscken Arbeitersportinternationalc, Nationalrat Dr. Deutsch- Wien, lauschten. Besser und schöner hat sich wohl nach nie eine Ansprache dem Rahmen und Zweck einer Veranstaltung angepaßt. Als Dr. Deutsch aus die Höhenseuer h'nwies, d-e dos Dunkel der Nacht erleuchten, als er der lichttragenden Jugend den Weg zeigte, der zur leuchtenden Höhe führt, da waren wohl alle von der Größe des Augenblicks ergriffen und fühlten, welch große Mission der Arbeitersport im Befreiung skanipf der Ar- beiterfchaftzuerfüllenhot. Mit dein Bewußtfein, einen einzigartig schönen Abend erlebt zu haben, verließen die Zuschauer den Eislaufplatz, um sich zu den Fest- abenden zu begeben. Arbeiter- Wasserballserie Hohe Torerfolge Bei den Wasserballspielen, die am Sonntag im Lunabad in Holensee ausgetrogen wurden, waren zunächst die Mannschaften van Union und Neukölln an der Reihe. Neukölln hatte Anwurs. der Verbindungsmann ging mit dem Ball gul durch, vor dem Union- wr klärte aber der Torhüter. Nach einem kurzen Mittelseldfpiel ergab sich ein ähnliches Bild; der Berbindungsmann van Neukölln dribbelt« bis vor das gegnerische Tor. seine Kampfgenossen schwammen sich dabei geschickt frei. Der Mittelstürmer erhielt den Ball dicht vor dem Tor und sicherte den ersten Schuß. Bei der Ab- wehr in gedrängter Lage gab der Tarhüter von Neukölln den Ball zu kurz ins Feld, ein Stürmer Unions erwischte ihn und sandte mühelos zum Ausgleich ein. Einen Fehler von Neukölln im Mittel- feldspiel nutzt« Union gut aus, so daß es 2: 1 für Union stand. Bis zur Halbzeit wurde das Ergebnis auf 2: 2 gebracht. In der zweiten Spielzeit fielen die Leistungen auf beiden Seiten stark ab. Nach einein Torerfolg Neuköllns sind beide Vereine noch einmal criolg- reich, doch oerschuldete Neuköllns Torhüter einen Freiwurf, so daß schließlich Union mit 5: 4 den Sieg buchen konnte. Im zweiten Spiel Hellas gegen Lichtenberg entwickelte sich ein zwar hartes, aber ausgegl-chenes Spiel, das die Lichtenbsrger in Front sah. Lichtenbergs Stürmer bekamen gut« Vorlagen, sie konnten kurz hintereinander zwei Tore schießen. Dadurch wurde Hellas eifriger und konnte dos Spiel auf 2:2 stellen. Mit 3:2 für Hellas ging es in die Pause. Hellas war durch Prachtleistungen des linken Stürmers noch mehrmals in der Lag«, einsenden zu können, so daß schließlich ein Ergebnis von 8: 5 für Hellas herauskam. Das Spiel war reichlich hart. Das Sportpalast-LoxproAramm. Nach mehr als zweimonatiger Pause wird der Berliner Sport- palast Dienstag. 17. Februar, wieder mit einem groß-> ZÜZiz zusammengestellten Loxsportprogramiu auswarten. Nach- stehende fünf Paarungen sind vorgesehen: Einteitungskampf — Bantamgewicht: Paul Schäfer(Dortmund) gegen Helmuth Hinz(Barmen), 6 Runden mit 6-Unz«n-Handschuhen.[ Leichtgew ich t: Franz D ü b b e r s(Köln) gegen van K l a- oeren(Holland), 8 Runden mit 5-Unzen-Handschuhen. Halb- schw ergewicht: Adolf Heuser(Bonn) gegen Moife Bau- q u i 1 1 o n(Frankreich), 8 Runden mit ö-Unzen-Handschuheu. Schwergewicht: Walter N c u s e l(Bochum) gegen Rudi W a g e n e r(Duisburg), 8 Runden 5 Unzen. Schwergewt6)t: Hein Müller(Köln) gegen Gordeboi»(Frankreich); lcken- falls 8 Runden, 5 Unzen._ „L.-F. 04" Kreismeister im Ringen Brandenburg unierliegt mit 6:22. Punkten Im vorletzten Serienringtampf trafen am Sonnlagvormittag die beiden.'VManttis chatten der bundcetrcuen Arbeiter-Athletcn- Bereine„Lichtenberg-Friedrichsfclds 04" und der„Sportklub Saxon"- Brandenburg aufeinander. Die Favoritmannfchoft von L.-F., die nach ihren ersten erfolgreichen Kämpfen bereits als der neue Meistsr galt, trat in der bekannten hervorragenden Besetzung an. Die Saxon-Mannschast, der ein guter Ruf vorausging, trat leider nur mit sechs Ringern an; das Bantamgewicht blieb unbesetzt, im Verlauf des Kampfes fch'cden dann noch zwei Kämpfer wegen leichter Verletzungen aus. Die erste prächtige Ringermannschast von L.-F. 04 gewann auch diesen Kamps überleg-n mit 22: 6 Punkten. beide Gänge brachten das gleiche Punktergebnis von 11: 3 für die Berliner. Mit dem Sieg in diesem Mannschaftstressen gewann die ungeschlagene„Sportvereinigung Lichtenberg-Fried- richsfelde 0 4" endgültig die Meisterschaft des 4. Kreises. Kreisvorsitzender Heinrich beglückwünsche als erster die erfolgreiche Ringerstaffel zu dem Erfolg. Die erste Begegnung der flinken Federgewichte Fricke(B.) und Borchert(L.-F.) blieb offen, in der zweiten Runde siegte die Routine Borchardts über den gewandten Gegner in der 3. Minute. Im Bantamgewicht vermochte L.-F. 04 die Punkte ohne Kampf zu nehmen. W. Binder(L.-F.) siegte über den Federgewichtler Bsrger(B.) in der 5. Minute durch Eindrücken der Brücke, wegen einer Verletzung am Knie trat der Galt zur R'-ckrunde nicht mehr an. Burkhardt(L.-F.) bezwang Ernst(B.) erstmalig nach 7,30 Minuten mit einem Ausheber und siegte in der Wiederholung in der 4. Minute. Im ßcitfv'n-1 sich Detkmann kB.) und P. Binder.(L.-F.) erstmalig ohne Ergebnis, in der zweiten Runde überraschte D. seinen Gegner mit einem Ueberwurs nach 3 Minuten. Kraftvoll und erbittert kämpften die Halbschweren Fisher(B) und Wallrlcheck'P 1 die bcjZen Gäna- endc-en noch weclsseloollem Stand- und Bodenkampf mit einem Unentschieden. Mit einer sehr guten Leistung gewann der Schwere Kretlow(L.-F.) die Punkte gegen Petze!(B). ein kraftvoll gefaßter und blitzschnell durchgeführter Ueberwurs nach hinten brockte den Brandenburger glatt 0''' beide Schultern.?:-bl"''-ir«licn nack mechM» vollem Verlauf wegen einer Handverletzung von P. vorzeitig ab- gebrochen werden._ Abschluß der deutschen Skimeisterfchasl. Mit dem Dauerlaus über 50 Kilometer wurde das Programm der deutschen Skimeistcr- schast 1931 in Lauscha-Crnstlhal zum Abschluß gebracht. Es gab«ine kleine Ueberraschung, denn der Favorit Otto Wahl, Zella-Mehli?. fand in dem Thüringer Erich Marx einen Bezwinger. Er gc- brauchte für die Strecke 4:34,23 Stunden. Die deutsche Meiste tschast im Eisschnelläufen holte sich am Mon- tag auf der Eisbahn im Friedrichshain, Berlin, erwartungsgemäß der Berliner B a r wa. Der„M assersport-verein Erosssufee E. v.", Mitglied des Freien Segler-verbaades. beschloß die Gründung einer Jungmannschost. Allen Minderbemittelten im Alier voll 18—21 Jahren soll Gelegen- heit gegeben werden, das Segeln zu erlernen und den Segelsport auszuüben. Gleichzeitig soll die Iuzendabteilung. die durch den Uebertritt von bisherigen Jugendmitglicdern zur Jungmannschost stark verringert wurde wieder aufgefrischt werden. Es ist somit dt» Jugendlichen, die Interesse am Segelsport haben, Gelegenheit gegeben, sich der Iugendabteilung oder Iungmannschaft anzuschließen. Die Beiträge sind gering. Ein IugeiÄboot ist vorhanden. Nächste Sitznng und Aufnahme 11. Februar, 21 Uhr, bei Müller, Skalitzer Straße 51. Ebenso werden noch ordentliche Mitglieder aufgenommen. Schriftliche Anmeldung in der Eeschästsstelle, F. Fühgen, Baum- schulenweg, Köpcnicker Landstraße 195. Se»irl,kiirtc> Fniebri�lhal». D!en»taa. 16. iZebruar, Porstand?dtai»a bei Gaul. Bvrbo-icnlr Str. 114. Ab ISiz Uhr im gleichen LslaI Materialausgob« für b!» Ausgillung. Zeel«©rfwlntmtt eb»r?o tenbirro M E. B. fleute, 20 Uhr. Bereinsve?» samnrlnng bc! Germar tfrUhcr Srieschel. Kaiser-Tricbrich�ir. 18. Vortrag: .Die Diener OInmpiabe 1931".(SSfte willkommen. Avinahme neuer Mitglieder. S!i.!>7o»siit, j'-ifcu. Miiimach. 11.~f hrnor, Sihung aller Spieler um 20 Uhr bei Röllel. PirliMir 10. ffleft« w Mammen. Raturs reuude-gsunltionärtnrl«,. Donnerstag. 12. sZebruar, 26 Uhr. Schule ?>ieinmristcrstr. 16.— 17, brginnt her Dinktionii-schiilungslursus. Den Beitrag kür die Büichtdelegierten 13 M 1 tragen die Abteilungen. Beilere Teilnehmer »och Belieben. Di« noch nicht gemeldeten Ab'cilunaen sende» die Adresse» ihrer Teilnehmer sofort an Adolf Lau, Berlin L. 84, Warschauer Str. 76. It. Arbeiter-? Hot». Gilde Berlin. Donnerstag. 12. Februar, 20 Uhr, Dunlel- kommer Wasscriorstr. 2. Sumialarheiten am Bergrosicrunacapparat. Arbelter.Lichtbild'Bund Berlin. Sonnabend. 14. Tedruar. 17 Uhr. Belichti. guna der Dho'owerkllZtten der Lu-thgnsa. Treffpunkt vor dem Laupteinganz des ipluabafen».!N»echgse»k!?atze illniergrundbahnhof Boddinitrasie oder gllug» Hafen. Straßenbahnlinie 781. Btze..Barwärta- lWedding). Titrnna diesmal Donnerstag, 12 Dedruar, 20 Uhr. Äugend eine halb» Stande vorher. Alles aeht greitag, 1Z. Februar, zum Sishochcnliii'derianiv? Lettland gegen Deuttchland im Svortpalall. B-g'NN 20Z» Uhr. Zum Beginn der neuen Serie(8. Mllrz) alle pünktlich in den Ber- sa«wli'ngrn erscheinen. Reu» Mitglieder, Männer sowie Zuoendliche bis 18 Iahren, werben in jeder Bcrfammluna ssreitaas bei Grohmann, See» ftrahe 17. aufgenommen. Alte Serien, die den sluhballsport weiter pflegen wollen, llnd bcrzlich willlommen. Turu- und Saartverein Berlia-Laulsdarf. Seuie, Dienstag. Spiektrsidunq der Sandballcr im Ggslfiaus..Zur Waaae". 20 Uhr. Anschließend 3114 Uhr Bo-siandsühuna. Da» Turnen in bre Kalle Adolfiiraäe fäll' aus. Karten zum EisdoitcnlSnderkamvf find umgehend adzunchm-n. Treitaa, 1Z. flebrugr Treffpunkt zum Sockeoländcriampf um 19 Uhr am Bahnhof Kaulsdorf. Abfahrt 16.11 Uhr. gZGB., Treikörperlulinr. Dienstag, 10. Iscbruar. Beginn der Arbeite- gcmeinfchaft über:, grcikörpcrkultur", Seim Bnldenfrrfir. 22. Mittwoch. 20V, Uhr, Rachtbadeabrnd in der