BERLIN Zrcitag 13. Februar 1931 Erscheinttizlich außer Sountazs. Zugleich Abendausgabe de«.Varwärtt". BezuzSpreii beide Au- jaden SS Pf. pro Woche, 3,60 SSR. pro Monat. Reda'i.on und Expedition; Berlin SW 6S, kindenstr. 3 „Ibwasfa 10 Pf. Nr. 24 B 32 48. Jahrgang Auzeigenprei«: Die einspaltige Nonparelllejeil« SO Pf., Reklamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. PoKfcheckkout»! Aorwärts-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr.»7536. Zernsprecher: Dönhoff 2S2 bi« 2S7 Mattih in Innsbruck verhaftet! Beziehungen vom �eichswehrministerium zurHitler-partei aufgedeckt „DorSchuß" Xorbee der flüchtigen f." Zunsbruek, 13. Februar. Ter tut Zus-numcuhaug mit den Haussuchungen bei den Berliuer Nationalsozialisten genannte Führer, der Fuusbrucker SA.-Hauptmann a. D. von M a l t i tz. der in dem Verdacht steht, in Innsbruck eine Berbindungs- stelle mit der Berliner SA. zu unterhalte«, wurde heute auf polizeilichen Autrag aus Berlin von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet. Bei dem mehrfach genannten Hauptmann a. D. v o n M a l t i h, der in der Tempslstratze in Innsbruck wolint. handelt es sich um einen Reichsdeutschen. Maltis, befindet sich schon seit längerer Zeit in Innsbruck und leitet die dortige SA. Wie es heißt, soll er des öfteren deutschen Hakenkreuzlern, die gerichtlich verfolgt wurden, Unterschlug gewährt und für ihr Weiterkommen gesorgt haben. Nazi im Wehrminifierium. Korvettenkapitän will Agitator werden. Groener findet nichts zu deanstanden. Tie gestrige Aktion gegen die Berliner SA.-Zentrale hat der Polizei auch Material in die Hände gebracht, aus dem klar hervorgeht, daß vom Reichswehrmini- sterium Beziehungen zur Hedemannstraße bestehen. Unter den Stößen der beschlagnahmten Konmspondenz ist c. a. der Brief eines Korvettenkapitäns a. D. gefunden worden, Wie wir erfahren, ist der fragliche Korvettenkapitän a. D., wie auch verschiedene andere frühere aktive Reichswehroffiziere im Reichs- wehrministerium auf Privatdien st vertrag beschäftigt. Das Reichswehrministerium wird nicht umhin können, die Dinge in seinem Geschäftsbereich zu untersuchen und mitzuteilen, was mit dem „Verbindiings�-Ossizier der Nazis geschehen wird. Vielleicht sind dos nicht die einzigen Fäden, die von der Hedemannstrahe zur Bendlerftrahe gesponnen wurden. wie vom Reichswehrministerium mitgeteilt wird, ist an dem Kries, den der Korvettenkapitän a. Dr. Beelitz an Hitler persönlich, nicht an die Partei als solche gerichtet hat, nichts zu beanstanden. Beelitz, der noch bis zum 31. März eine An- siellung im Reichswehrministerium als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter hat, habe sich am 30. November 1930 in einem Schreiben an Hitler gewandt, in dem er um eine Anstellung in der national- sozialistischen Parteiorganisation nach seinem Aus- scheiden aus dem Reichswehrministerium bat. In diesem Schreiben weise Beelitz daraus hin, daß er die Partei zwar schon seit 1928 gewählt habe, daß er ober während seiner Zugehörigkeit zum Reichswehrministerium von jeder weiteren politischen Betätigung habe absehen müssen, da er keinerlei Heimlichkeiten gegenüber seinem Brot- (ieber wünsche. Wie au» dem Schreiben weiter hervorgeht, habe sich Beelitz schon einmal an Goebbels mit einer ähnlichen Bit.e um Anstellung gewandt. * Da bei der Fülle des beschlagnahmten Materials die genaue Prüfung nur schrillweise vorwärts geht, dürfte noch mit allerlei Ueberraschungen zu rechnen sein. Vor allem scheint schon jetzt fest- zustehen, daß die Hakenkreuzler auch bei anderen wichtigen Be- Hörden Eingang fanden und Beamte ihren Zielen dienstbar machten. Weiter ist erwiesen, daß die SA.-Formotionen keineswegs so harmlos sind, wie es von den Hakenkreuzlern ständig beteuert wurde. Diese SA.-Trupps sind durchaus militärisch aufgezogen. wenn dabei auch nicht übersehen werden darf, daß die Militär- spielerei zum großen Teil die einzige Tagesbeschäftigung berufsloser früherer Offiziere ist, die ihr Hauptquartier in der SA.-Zentrale aufgeschlagen haben. Die ganze Angelegenheit wird vom preußischen Innenministerium eifrig oerfolgt. (Spanische preffever?olaung. Zwei N-d�tteure verhastet Madrid, 13. Februar. sEigenberlcht.j Der(Chefredakteur Lacorte von der sozialistischen Wochenschrift„Ter kllassenkainpf" und ein Redakteur der Fabua-Agentur sind wegen revolutionärer Propaganda verhaftet worden. So zeigt das Zentralorgan der Hitler-Partei ihre angebliche Mildtätigkeit für Er» werbslose an: u~a. K-Ld-stit-Ss ifjdifnriu+tabr lliadM, Sk** li&finnr 1901 CHER0BEOBACHTER dcrasigckci? d«> i ftiMc ���sb�ott�r��on�Kwz�a�Uche» J SS 5W-W5 NationalsozialUdsetie Ohrfeige für die Di&fenpoltttKer: Die Nationalsozialisten fordern die Lieber- IIIIII IIIIIIMIIMIVBMMOPBMMMM—— Weisung ihrer Tagegelder an die Arbeitslosen Sie lehoen do« unwürdige Oiötenkassieren der parlamentarischen Nichtstuer voter schwarz-roter Aufsicht ad lin-m "rÄscS VT an Stt. a»»«» „unsere Immuiuidi U\ man uns genommen, unsere»Wen sdienKen wir den Arüellslosen" m m'*i Mo.» omvu»»7«, tu � To aber sieht die Sache In der Sitzung des Reichstags vorn Mittwoch, dem 12. Februar, wurde der Präsident angefragt, welche Summen bisher schon durch den angeblichen Ber- z i ch t der nationalsozialistischen Abgeordneten ans ihre Diäten eingegangen seien. Der Reichstagspräsi- dent antwortete darauf, daß alle nationalsozialistischen Abgeordneten, kranke und gesunde, am 1. Februar ihre politischer Nachrichtend' in Wirklichkeit aus: Diäten für den ganzen Monat im voraus wie alle anderen Abgeordneten«für die Sitzungstage und für die sitzungsfreien Tage erhoben haben. tHört, hört!) Wenn also nach den Summen gefragt wird, kann ich nur sagen: aus keine Mark oder, wie man Volks- tiimlich sagt, auf keinen roten Heller ist bisher verzichtet worden. fGroße Heiterkeit.) Gemeindeausschuß aufgeflogen Das Berliner(Selbstverwaltungsgeseh abgelehnt Der Gemeindeausschuß des Preußischen Landtages trat am Frei- tag vormittag zusammen, um die Einzelberatung zu dem Berliner Selbstverwaltungsgeseh vorzunehmen. Abg. Aoßbender(Z.) nahm, bevor man die Einzelberatung selbst begann, das Wort, um die Abstimmung über einen von ihm gestellten Antrag zu verlangen, wonach nicht eine völlig neue gesetzliche Regelung eintreten soll, sondern man sich daraus beschränken soll, eine Novelle zu dem gegenwärtig bestehenden Gesetz vom Zahre 1920 zu beschließen. Der Antragsteller wies dabei darauf hin, daß bei der allgemeinen Besprechung so weitgehend« Unterschiede in der Aufsassung sich gezeigt hätten, daß die Gefahr zu bestehen scheine, daß, wenn die einzelnen Paragraphen des Gesetzes durchberaten seien, man bei der Gesamt- abstimmung zur Ablehnung komme. Im Interesse der Zeitersparnis, da ja bis zum 1. April eine gesegliche Festlegung gerrrssen werden solle, und da man bis dahin mit der Beratung eines neuen Gesetzes wohl kaum fertig würde, empfehle es sich dringend, zunächst über den vom ihm«ingebrachten Antrag abzustimmen.— Abg. S t e i n h o f f (Dnat.) sprach sich gleichfalls gegen ein neues Gesetz aus. Ministerialdireltor Dr. von L e y d e n bat, von einer sofortigen Abstimmung über diesen wichtigen Antrag zunächst abzusehen, um erst den Minister zu hären.— Die Sitzung wurde darauf zur Herbei- rusung des Innenministers unterbrachen.— Nach kurzer Zeit erschien der Minister und die Sitzung wurde wieder aufgenammen. Es entspann sich zunächst eine Geschäftsardnungsaussprach« dar- über, ob über den Zentrumsantrag, nur«ine Novelle zu beschließen, sofort abgestimmt werden soll, und ob diesem Antrag nur formelle oder auch materielle Bedeutung zukomme. Vorsitzender Dr. Gregler (Staaisp.) sprach sich für die letztere Aufsasiunz aus. Eine Einig- fett wurde noch nicht erzielt. Minister S e v e r i n g erklärte, aus den Perfonalnöien komme man mit einer Novelle nicht heraus. Das neue Gesetz, müsse beraten werden. Die neuen Männer müßten wisseu, wie die Komps- tenzen abgegrenzt seien. VanEynern(Vp.) sprach sich gleichfalls für eine'Novelle aus. Minister des Innern S e o e r i n g hielt an seiner Auffassung fest, daß ein neues Gesetz kommen müsse. In der Abstimmung wurde der Antrag Faßbcndcr (Z.), lediglich eine Novelle zu erlassen, mit allen gegen die sozialdemokratischen Stimmen an- genommen. Ter Ausschuß vertagte sich auf Sonnabend, ft Uhr. Bis dahin soll der Entwurf der zu erlassenden Novelle festgelegt werden und der weiteren Beratung als Grund- läge dienen. Neues Erdbeben auf Neuseeland. Wieder geoße'Zerstörunoen London, 13. Februar. Meldungen aus Wellington zufolge ist Rapier wieder von einem außerordentlich starken Erdbebe» heimgesucht worden. Die Erdstöße waren schwerer al« die bisherigen. Die Verbindungen wurde« zerstört, und man hat noch keinerlei Nachrichten aus dem nördlich bei Waipukura gelegenen Gebiet. Auch in Duuedi» aus der Südinsel wurde erheblicher Schaden angerichtet. lieber die Zahl der Opfer liege««och keine Nach. richte» vor. Skandal-Suche. (Sine Ministererklärung im Zloggen-Ausschuß. Am Schlüsse der heutigen Sitzung des Roggenunter- j ch u i, g s- Au s s chli ss e s gab Staatssekretär Dr. Heukamp svlgende Erklärung ab: „In der gestrigen össentlichen Sitzung des Ausschusses sind nöllig unrichtige Behauptungen über angebliche Fest- stellungen aufgestellt worden, welche in der vertraulichen Sitzung des Ausschusses über die Bezüge der deutschen Mitglieder in der deutsch-polriischen Roggcnkoinmission getroffen sein sollen. Aehnlich unriclstige Behauptungen sind mich in einem Teil der Presse über- gegangen. Hierzu möchte ich folgendes erklären: Die Beratungen des Ausschusses über das deutsch- polnifchc lllaggenabkommen rwirni aus außenpolitischen Gründen aus Wunsch des Ministeriums für vertraulich erklärt worden. Die bei dieser Gelegenheit erörterten und festgestellten Bezüge der deutschen Mitglieder der Kommission sind von dem Ber- treter des Ministeriums, Reichskommissar Dr. Bande, ausdrücklich als nicht vertraulich erklärt worden, und im Ausschuß war anheim gestellt worden, sie entweder in einem Bericht oder in anderer geeigneter Weise- der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. ?nkolge der jetzt verbreiteten unrichtigen Angaben erscheint eine sofortige öffentliche Kl a r st e l l u n g des Tatbestandes geboten. Die Deutsch-polnische Roggenkomniistion ist auf Grund eines Slaatsoertrages zwischen Deutschland und Polen gegründet «oordeii. Zu ihren Unkosten leisten weder das Deutsche Reich noch die polnische Regierung Zuschüsse, sie werden vielmehr aus den Provisionseinnahmen gedeckt, die die Kon, Mission auf Grund des Etaatsvertrages für die Vermittlung der Roggenverkäuf« erhebt. Di« Proviston beträgt zur Zeit ty Pfennig je Doppelzentner Roggen. Bon deutscher Seit« stich vier Herren Mitglieder der Kom- imsston und zwar als Lorsttzender Dr. Baade, ein Vertreter des Getreidehandels, ein Vertreter der landwirtschaftlichen Genossen- fchaften und ein Vertreter der GÄZ. Bon den deutschen Vertretern hat Dr. Boade an Gehalt und Auswandsentschädigung zitfammen in der Zeit von Ende Februar bis zum 15. Juli 1930 monatlich 1500 M., voni 15. Juli bis zum 1. August 1930 monatlich 2000 M. und vom 1. August bis 30. November 1930 monatlich 2500 M. erhalten. Die Bezüge des Vertreters des Getreidehandcls waren um S00 M. im Monat höher, die Bezüge des Vertreters der GIC. in der zweiten Periode um 500 M. niedriger als die Bezüge von Dr. Baade. Dr. Baade hat nach der im August erfolgten Erhöhung seiner Bezüge den Reichsminister für Ernährung und Landwirts chast gebeten, eine Entscheidung zu treffen, wieweit diese Bezüge aus sein Einkonimen als Angestellter des Ministeriums verrechnet werden sollen. Vom Ministerium ist über diese Frage eine Fühlungnahme mit dem Rcichsfinaixzministerium eingeleitet worden. Bevor diese Fühlungnahme zu einem Ergebnis geführt hatte, hat Dr. Baabe im Rooember 19ZS sowohl auf sein Gehalt wie aus seine Auswandsentschädigung als Vorsitzender der Deutsch- polnischen Kommission verzichtet, und zwar, ohne daß dies vom INInistcrium ihm irgendwie nahegelegt worden wäre. An Stelle dieser Bezüge bezieht er seither lediglich Sitzung»- gallcer von 50 Mark pro Sitzung. Der beim Abschluß des Ab- kmruyens amtierende Reichsminister für Ernährung und Laad- Wirtschaft I)a t sich seinerzeit grundsätzlich damit einverstanden er- Nört. daß Dr. Baade als Vorsitzender der Deulsch-polnischen Roggenkommifsion eine Vergütung erhält. Eine vorsichtige Anfrage. Die Deutschnationalen und die Verleumderschrist. Wegen des Buches„Gefesselte Justiz" hat die deutsch- uationale Landtagssraktion einen llrantrag eingc- bracht, dessen äußerst vorsichtige imd zurückhaltrude Formulierung aufsällt. Er verlangt nämlich lediglich vom Staatsministerium Auskunft, welche Schritte der Jiistizminister auf den Brief des Grafen Kalckkreuth hin ergreisen wird. Der Brief des Vorsitzenden des Reichslondbundes halte den Justizminister aufgefordert,«ine Ilntcrsuchuirg über die in dem Buch erhobenen Vorwürfe«iiizu- leiten. So vorsichtig diese Anfrage auch gehalten ist, es fällt trotzdem auf, daß sie nur die R a m e u s u n te r s ch r i s t des Frak- lionsoorsitzenden von Winterfeld trägt. Die Juristen der deutschnationalen Fraktion, die sonst die in ihr Gebiet fallenden Anträge namentlich mitzuunierzeichnen pflegen, haben im vorlegenden Falle dies nicht getan. Offenbar empfinden die Herren, die einen juristischen Ruf zu verlieren hoben, eine peinliche Scheu davor, ihr« Namen mit der Lügenschrist des Moritz-Zarnow in Verbiii- d ini g gebracht zu sehen. * Inzwischen haben die Verleumder einen»eneil Rückzug angetreten. Der Verlag Lehmami hat seine Berufung gegen die einstweilige Verfügung zu r ü ck g e z o ge n, die Genosse Kuttner gegen die Verbreitung des Verlcumderbiichez erwirkt hatte. Diese Verfügung ist damit rechtskräftig. So kläglich kneift der gleiche Verlag, der sich in Inseraten gerühmt hatte:„Zarnows Material ist hieb- und stichfest". Keine weitere Kürzung der Gehälter. Aniräge der Davongelaufenen werden im Hauptautzschuß nicht beraten. Viel bemerli wurde gestern bei Beginn der Sitzung des Haus- hciltsausschusses, daß Mt Vorsitzende H e i m a n n am gewohnten Platze fehlte. Für die Dauer seiner Erkrankung führt der Ab- geordnete Stiicklen(Soz.) ftcllverttetcnd den Vorsitz. Der wesentlichste Teil der Sitzung wurde mit der Besprechung der inneren Neuorganisation des Reichsfinanz- Ministeriums ausgefüllt. Dazu lag seit Beginn der Ausschuß beratiingcn über diesen Haushalt ein mfonnierender Bericht des Reichssparkommissars vor. und die Sozialdemokraten sowohl wie die anderen großen Parteien hatten durch ihre Redner gebeten, an der Entscheidung über die Neuorganisation beteiligt zu werden. Wider Erwarten und entgegen allen geäußerten Wünschen hatte da» Finanzministerium gestern«ine eigene Neuorganisation in anderem Sinne verfügt. Die« führt« im Einvernehmen mit dem Reichsiinanzminisier zu der Feststellung des 5)alishalt»ausschiisses, daß die Neuorganisation so oorgenoinrnen wird, daß im Reichs- inianzministenum alle Pcrsonalangelegenheiien endlich in einer eigenen Abteilung zusammengefaßt werden. Das ist bei dem großen Ilmscing der Zoll- und Steuerverwaltting unbedingt Fricks„Erfolge" im Reichsrat Eine groteske Erklärung Thüringens Nachdem die Nazis etwas voreilig die Front im Reichstag geräumt und rückwärtige Stellung bezogen haben, versuchen sie wenigstens im Reichsrat Erfolge zu erzielen. In der gestrigen Sitzung ist ihnen aber auch an dieser Front das Glück wenig hold gewesen. Als der Reichsrat beim zehnten Punkt der Tagesordnung das j Gesetz gegen den Waffen mißbrauch verabschiedet hatte, ! das im wesentlichen den selben Inhalt Hot, wie ein Teil der Nower- ordnung, erfolgte beim nächsten Punkt der Tagesordnung„Ein- bürgerungsanträge" wieder einmal ein Vorstoß Thüringens. In den letzten Sitzungen des Rcichsrats waren. i wie wir berichtet haben, alle Versuch« Fricks gescheitert: eine Mehr- , heit des Reichsrats bestätigte in allen Fällen, daß die Einsprüche � Thüringens gegen die von andern Ländern beabsichtigten Ein- bürgerungen unbegründet seien. Aber Herr Frick ließ nicht nach. Wahrscheinlich wollte er zeigen. daß man Mißbrauch nicht nur mit Hieb- und Swßwassen, sondern auch mit Einsprüchen treiben kann. Und so hatte der Reichsrat wieder einmal über nicht weniger als 2 0 5 F ä l l e zu entscheiden, in denen als einziges von allen deutschen Ländern nur Thüringen solche Einsprüche erhoben hatte. Und in allen 205 Fällen fand Herr Frick beim Reichsrat keine Gegenliebe. Was aber tut«in tüchtiger Nazi, wenn er«ine solche Nieder- läge erleidet? Er brüllt„Sieg"! Und glaubt, wenn er es möglichst laut brüllt, würden die andern den Umfang der Niederlage nicht bemerken. Herr Frick ließ also in der Reichsratssitzung durch seinen Vertreter eine sehr spaßige Erklärung abgeben, Thüringen habe, so meinte dieser, in der vorigen Sitzung einen großen Erfolg errungen. Es habe nämlich Preußen, das bisher Einbürgerungsbewerber schon nach Ablauf von zehn Jahren einzubürgern pflegte, zu der Zu- sicherung gezwungen, dies in Zukunft erst nach 20 Jahren zu tun. Mit Rücksicht auf diesen Erfolg verzichtet Thüringen darauf,«ine Einzelberatung der noch vorliegenden 205 Fälle zu verlangen. sondern begnüge sich mit der Ablehnung der Einsprüche in Bausch und Bogen. Der Vertreter Preußens ober, Ministerialdirektor Brecht, war auf dem Posten und ließ diese kühne Umdeutnng des wirklichen Sachverhaltes nicht durchgehen. Er stellt« sofort fest, wie b e- scheiden Thüringen geworden sei, wcim es m der Ablehmimz seiner snintlichen Anträge durch den Reichsrat einen Erfolg sehe. Unrichtig sei auch, daß jene Zusicherung von Preußen erzwungen worden sei. In Wahrheit lägen die Dinge gerade umgekehrt. Preußen habe im Reichsrat eine Entschließung bean- tragt, in der der Uebergang zur 20jöhrigen Frist für die Zukunit in Aussicht genommen war und Thüringen sei es gewesen, das die Annahme dieser Entschließung durch den Rcichsrat b e- kämpft habe. Für die Oeffentlichkeit war es sehr lehrreich, an diesem Beispiel wieder einmal festgestellt zu sehen, wie dreist die Nazis und ihre Vertreter mit der Wahrheit umspringen und wie die„Erfolge" des Herrn Frick in Wirklichkeit aussehen. Vielleicht zieht er nach diesem Erkolg auch seinen Vertreter aus dem Reichsrat zurück, nochdem e? erkannt hat, daß ihm auch an dieser Front keine Lorbeeren beschicden sind. Kein Wunder, denn der Heimkriegcr Herr Frick hat in Pirmasens keine Gelegenheit gehabt, Fronterfahrungen zu sammeln. Cr möge sich in die Etappc zurückziehen, wo er hingehört. Tkicht eher, bis... Zranztn verschwört sich fernzubleiben. Braunschweig. 13. Februar.(Eigenberichts In einer Versammlung zu Gandersheim erklärt« der Nazi» minister F r a n z e n, seine Partei würde den Reichstag nicht eher wieder betreten, bis die alte Geschäftsordnung wiederhergestellt sei. Der Fraktionssreund Franzens, der Reichstagsabgcordnctc Kar- wohne,«in früherer KPD.-Führer aus Hannover, erklärte: „Wir haben es jetzt abgelehnt, uns durch Diäten und Freuahrscheins als Stimmvieh für dieses Korruptionssystem kaufen zu lassen. Die naiionatsozialistischen Abgeordneten werden sich nicht wie aste übrigen hinstellen und jahrelang Diäten emstecken. Wir verzichten auf alle Trinkgelder." Für den Februar haben sie zunächst cimnal kräftig Vorschuß genommen, so daß kein roter Pjennig mehr übrig blieb. lind in Zukunft— na, da werden sie trotz Franzen rechtzeitig wieder ein- treffen! Nach Aufhebung derImmunitäi In über 400 Sailen, von dsnen der Hauptteil au die Nazis kam, hob derNeichstag die Immunität auff Prozeß wollt ich doch gar nicht habend notwendig. Der Minister erklärte, daß er seine gestrige Verfügung wieder aufhebe. Aus Anfrage des Abg. välter(Soz.) wies der ZNinister Dietrich entschieden die Gerüchte zurück, als ob geplant fei. an den Leonitenge lstiliern noch weitere Abstriche zu machen. Vom Vorsitzenden S t ü ck l« n wurde die grundsätzliche Frage ausgeworfen, ob man Anträge der Vertreter abwesender Parieien iin Haushaltsmisichuß überhaupt verhandeln sollte. Der Ab- geordnete H e i n i g(Soz.) erNärie, daß eine fernbriesliche Beteiligung an den parlamentarischen Ausschußberatungen unmöglich sei. Deswegen seien jene Zlnträge unzulässig und könnten nicht verhandelt werden. In diesem Sinne wurde auch b e- schlössen. Weiter wurde die grundsätzliche Frage der Anwendung der neuen Gcschäftsordnungsbestimmnngen auf die Hansholtsberawn- gen erörtert. Es lagen Anträge der Partei des Christlich-Sozialen Volksdienstes auf Ausgabenvermehning, im besonderen auf Ber- größerung der Beamtenausgaben vor. die keine Decklingsvorschläge enthielten. Der Hanshaltsausschuß einigte sich dahin, daß ganz selbstverständlich sinngemäß auch bei seinen Beratungen mir 2ln- träge zur Verhandlung gestellt werden können, die bei Mehraus- gaben oder Mindereinnahmen die notwendige Deckung sicherstellen. Letzte Worte eines(Sterbenden. Hugenbera als Zungfrau von Orleans. Laut„Lokal-Zlnzeiger" schloß Hilgenberg gestern in der Philharmonie: Mit Schmerzen müssen wir hindurchgehen durch das, was uns bevorsteht. Aber wir worden, wenn wir diesen Weg mit sestem Willen gehen, schließlich auch wieder kommen zu dem alten Worte Schillers:.Kurz ist der Schmerz und ewig ist die Freude!" Das sind die letzten Worte der Jungfrau von Orleans, bevor sie stirbt. Es folgt bei Schiller nur noch die Regiebemerkung: „Die Fahne entfällt ihr. sie sinkt tot daraus nieder. Alle stehen lange in sprachloser Rührung." Fluglinie Berlin-Madeira. Später nach Südamerika. Madrid, 13. Februar.(Eigenbericht.) Das spanffch« Auswärtige Amt veröffentlicht den Text eines deutsch-spanischen Lustfahrt-Abkommens. Danach soll die be- st e h e n d e Fluglinie Berlin— Madrid bis nach Sevilla, Cadix und den Kanarischen Inseln verlängert werden. Das Abkommen bestimmt auch, daß die Linie später bis Südamerika iveitergesührt wird. Zaleski gegen Grenzrevision. Keine Antisowjelfront. Darschau, 13. Februar. Außenminister Zoleski teilte dem Auswärtigen Ausschuß des Senats abermals mit, daß jede Grenzrevision»ndiskutabel sei. Der Minister berichtete sodann, daß seit einiger Zeit polnffch-russische Besprechungen über einen Nichtangrisfzpatt geführt würden. Polen sei im übrigen bereit, den Litwinofj-Patt zu erweitern. Der Mi- nister dementierte dann energisch die Gerüchte über eine Beteiligung Polenz an einer angeblich geplanten Antisowjctsront. Ebenso sei die Nachricht von dem Plane Pilsndskis, den Korridor gegen Litauen auszutauschen, aus der Luft gegriffen. Pomme- rellen sei in seiner Mehrheit von Polen besiedelt und gegenüber Litauen bestehe keinerlei polnische Expansionspolitik. Hochhaus am poisdamer platz. Der Bauzaun soll endlich verschwinden. Der Streit um den großen, hohen Bauzaun am Pvts- damer Platz, der das frühere Betlevue-Hotel-Srundstück umgrenzt. aus dem die Galerie» Lasnyette gebaut werden sollte, ist jetzt entschieden. Nachdem bereit» auf Veranlassung des Bezirks. amte» Tiecgarten die in dem Bauzaun beftndllchen Läden beseitigt wurden, hat diese städtische Stelle jetzt auch die Entfernung des ganzen Bauzaunes angeordnet, der das Stadtbild jahrelang verschandelt hat. Der Zaun, der bisher mit seinen Reklamen eine gute Einnahme- csuelle bildete, soll auch jetzt nicht einfach abgerissen werden. Der Bauzaun soll auf Abbruch verkaust werden. An Stelle der großen Zaunatrappe wird ein einfacher grauer Bauzaun von etwa vier Meter Höhe das Erundstück umgeben, und zwar darf dieser Zaun auf Anordnung des Bezirksamtes Tiergarten außer dem Nomen des Grundstückseigeiltümers und der Baiifirinen keinerlei Reklamen tragen. Das Grundstück am Potsdamer Platz wird übrigens, wie bereits vor längerer Zell gemeldet, endlich bebaut werden, und zwar soll dort nach den Plänen des Architekten Erich Mendelssohn ein großes Bürohaus entstehen. Die Bauarbeiten für die einzelnen Firmen sollen alsbald vergeben werden, so Saß das Gebäude bereits Ende dieses oder'Anfang nächsten Jahres hochgeführt sein wird. Fleckiyphus in den Karpaihen. In einigen Gemeinden Karpatho-Hußlands wüte! in der Näh« de» au» dem Weltkriege belanuten llszokcr Passe» seit zwei Monaten du« Flecklyphus-Epidemie. die bisher 32 Todesopfer gefordert haben soll. Da über einige von der Epidemie begossenen Gemeinden dl« Quarantäne verhängt wurde, sind diese für jeden Verkehr mlt der Umwelt abgeschlossen. Die Bevölkerung be- reitet der zur Bckämpsung der Seuche entsandten Sanitälstolonne die größten Schwierigkeiten. Arbeiler-Bildungsschule 12. kreis Steglitz. Der heutige Kursus- abend des Genossen G o l d st e i n über..Bürgerliche und sozialistische Kultur" muß wegen Erkrankung des Referenten ausfallen. Neuer Kampf im Unterhaus Gnowden gegen falsche Auslegung seiner Mittwochrede London, 13. Februar.(Eigenbericht.) Die UnIcrhmisdcbotte über die Arbeitslosigkeit stand völlig im Schatten der Mittwochrede Snowdens. Ein englisches Blatt hat aus ihr herausgelesen, Snowden wolle 4M MO Erwerbslose der Armen- sürsorge überweisen. Gegen diese unwahre Behauptung wendet sich der Finanzminister in temperamentvoller Weise. Snowden erklärte, dies« Auslegung habe sich der Berichterstatter aus'den Fingern gesogen, er verlangle vom Präsidentelt Bestrafung dieses Journalisten, weil er das ihm vom Parlament gegebene Recht mißbraucht habe. Dem darauf folgenden liberalen Redner und Antrags- begründcr Sir Herbert Samuel waren die Zähne abgestumpft durch die Mittwocherklärung Snowdens über die Finanzlage. An eine Anleihe, die die Liberalen fordern, ist nicht mehr zu denken, und deshalb fehlt dem Plan Lloyd Georges die Grund- löge. Sir Oswald M o s l« y jedoch griff mit stolzem Draufgängertum die Regierung an, die in der Arbeitslosenfrage versagt habe und angesichts der Finanzkrise in eine Panik geraten sei. Für die Regierung erklärte Macdonald, keinem liege die Beseitigung der Arbciislosigkeit mehr am Herzen als dem Labonrkabinett. Was zu tun möglich war, habe die Regierung getan. Sie werde in der Arbeitslosenfrage auch weiterhin ihre Pflicht erfüllen und ;nr Behebung des Arbcilsmartles und der Wirtschaft durch. zuführen suchen, was augefichls der gegenwärtigen Verhältnisse getan werden kann. In später Stunde hielt noch Lloyd George eine Rede, wie sie arbeite?- freundlicher und radikaler nicht gedacht werden kann: er richtete eine heftige Attacke vor allem gegen die Londoner City und gegen die Banken, denen er vorwarf, ihr Geld unbenutzt in Reserve zu hallen, anstatt es der produktiven Wirtschaft zur Ber- sügung zu stellen. Minister Thomas vertrat dann noch einmal den Standpunkt der Regierung. Die Debatte versandete und die Resolution der Liberalen wurde ohne Abstimmung der Regierung überwiesen. Die Lohndruck-Offensive... London. 13. Februar. Die englischen Bergleute haben bereits vor Wochen den Angriff auf den Arbeitslohn erfolgreich abgewehrt, das gleiche zu tun, sind die Weber und Spinnereiarbciter im Begrisf. Es war der Plan der englischen Unternehmer, etappenweise zum Ziele zu gelangen. Dies« Absicht ist gescheitert. Die Industriellen versuchen jetzt, ihren Plan im großen durchzuführen und haben durch den Industrievcr- bund am Donnerstag der Regierung ein Memorandum über- reicht, das den staatlichen Zwang zum Lohnabbau fordert. Die Unternehmer erklären, England sei gegenüber den viel niedrigeren Löhnen in den kontinentalen Län- d e r n nicht mehr konkurrenzfähig, und deshalb sei eine Lohnkürzung nationale Pflicht und die Aufgabe der Regierung. Gleichzeitig wird die Kürzung der Arbeitslosenunterstützung um ein Drittel der bis- herigen Bezüge verlangt, ferner die Kürzung der Beamtengehälter und ein entscheidender Abbau der sozialen Lasten. Gegen diese Forderungen haben die Gewerkschaften den schärfsten Protest er- hoben und den Kampf angedroht. Die Arbeitszeit im Bergbau. London, 13. Februar. Der Ausschuß des englischen Bergarbeiter-Verbandcs erörterte die Fragen der Arbeitszeit in den Bergwerken und der inte?- nationalen Arbeitszeitkonvention, insbesondere, ob die Bestimmungen über die Ue ber stunden in der Konvention aufgehoben werden sollen und ob die H o l z k o h l e n i n d u st r i e in die Abmachungen der Kohlenbergwerkskonvention einzube- ziehen sei. Der Ausschuß teilte dabei den Siandpunkt des Bergwerks- Ministers, der diele Punkte zur Erörie-nng gestellt hatte im Hin- blick auf die kommenden VerhanMungen in Genf. Gefängnis für Verleumder. Eine Schwalbe, die ihr eigenes Nest beschmuht. vor dem Amlsgerichl Berlin-Mitte, stand ein gewisser ein Herr Schwalbe wegen übler Rachrede. Die Reben- kläger, die beiden vorsihendcn des Zeniralverboades der Arbeiksinvalidea und wilwen Deutschlands, der Reichslogsadzeordnele August Karsten und Max M a k l h e S. wurden vom Rechtsanwalt Dr. Sah vertreten. Das Eigenartige dieser Gerichtsoerhandlung bestand u. a. darin, daß der Angeklagte Schwalb« aus Baden vorgeführt worden war. Als Agitationsrelfender des kommunistischen Konkurrenz- und Spaltungsunternehmens war er gerade im Begriff, eine Ber- l.immlung abzuhalten, als ihn dos Schicksal ereilte. Er wurde ver- haftet und in Begleitung zweier Beamten nach Berlin gebracht. Herr Schwalbe hatte es nämlich fertiggebracht, zu sechs Terminon nicht zu erscheinen. Herr Schwalbe war drei Monate lang— vom Juni bis August 1330— Angestellter des Zentralverbandes. Wegen eines 'kcnflikies mit einem Kollegen, der von ihm blutig geschlagen rorden war, wurde er«ntlosien. Differenzen materieller Natur .«rächten den zu Recht enttasienen Angestellten derart aus dem Häus- ckzen, daß er an den Vorsitzenden des Vorstandes deP Sozialdemo- kratischen Partei, Wels, einen Brief richtete, in dem er Karsten und Matches der Unterschlagung und wer weiß was noch für Ver- brechen beschuldigte. Gleichgeitig warf er sich in die Arme der Kommunistischen Partei. Er wurde mit Freuden aufgenommen und durste nun als Manderredncr des kommunisilschen Bundes seine Verleumdungen zum besten geben. Herr Schwalbe tat aber noch ein weiteres. Dieselben Verleumdungen, die er in dem Brief on Wels vorgebracht hatte, verzapfte er in einem Artikel der kam- iministischen Paneikorrespondenz, und so machten sie ihre Runde durch die kommunistische Presse. Aber während sechs Redakteur« kommunistischer Blätter wegen dieser Verleumdungen mit Geld- sl rasen in höhe von 300 und ö00 TP. teils rechkskräftig verurleill wurden, blieb der Wanderredner Schwalbe unauffindbar. Er mußt« gestern zugeben, daß seine verleumderischen Behauptungen in jenem Brief an Wels nichls anderes als Wiedergabe von Gerede gewesen seien. Rechtsanwalt Dr. Kotz nagelte den Berlcumder in gebührender Weife fest: Er habe Uruerschlagungen, die im Jahre 1924/25 im Zentralverband vorgekommen und bereits längst erledigt «'eieu, den Vorsitzende» in die Schuhe geschoben, die damit nichls zu lun hatten. Ein echt kommunistisches Verhalten! Amtzzcrichisrot B u e s verurteilte den Angeklagten z» einem Rlonal Gefängnis und erließ gegen ihn Haftbefehl. In der Urteilsbegründung führte der Richter u. a. aus: Die Tat des Angeklagten läßt on Verwerflichkeit nichts zu wünschen übrig. Daß die bc- houpteten Tatsachen univahr sind, ist in früheren Verhandlungen durch Aussagen sämtlicher Zeugen, früherer und jetziger Angestellter des Verbandes, restlos erwiesen worden. Durch die Schuld des Angeklagten sind aber diese unwahren Behauptunzen durch die ge- samt« kommunistisch« Presse gegangen. Die wegen dieser Be- hauptungen verurteilten Redakteure haben sich stets auf ihre Gut- gläubigkeit berufen können, während der Angeklagte geradezu in der gemeinsten Weise ehrenwerte Menschen verleumdet hat, die ihr Leben dem Verband gewidmet haben. Der Angeklazte hat aus Rache gehandelt. Do er zu sechs Terminen nicht erschienen war, ist ein Haftbefehl angezeigt. Eine Schwalb«, die das Rest, in dem sie selbst saß, bkichmutzt, verdient wahrhaftig kein milderes Urteil. „Gespräche um Kord." Eine ViSkvsfion im Arbeiter«?iadio.Bund. Anläßlich der Urausfühvung des Hörspiels„Gespräche u m Ford" im Ruirdsunk Berlin sanden sich zahlreiche Mitglieder des A r b e i te r- R a d i o- Lu ndc s zu einer Runtjunkhörftunde im Bortragssaal des Porteivorstandes zusammen. Räch einer knappen, scharf präzisierten Einführung des Genossen Dr. A. Braunthol hörte man die Sendung ab. deren Wiedergabe leider unter erheb- lichen Störungen litt. Di« Verdunklung des Raumes sowie die Vor- sührung einiger zum Thema gehörenden Lichtbilder erleichterten die Konzentration. Sosort nach dem Empfang setzte eine lebhafte, überaus inter- cssante Diskussion über Form und Inhalt des Hörspiels ein. Wem» www olle A-isfnhrwwgen zuianwnensoßt, so kann festgestellt werden, daß die sozialistischen Hörer die Technik des Spiels für stark ausbaufähig hielten und vor allen Dingen die dramatische Spannung vermißten. Der Inhalt des Hörspiels stieß auf einstimmige Ablehnung. Es sei nichts weiter als ein verkitschtes Helden- opos und erhebe sich nicht über das Niveau der üblichen Unter- haltungsfilme. Vor allem lehnte man die unsinnige nationalsozia- listische Unterscheidung zwischen schassendem und rasfen- dem Kapital, die dem Hörspiel zugrunde lag, ganz entschieden ab. In dem Stück gehe man nicht aus die soziale Frage ein, man höre Ford pathetisch reden, aber man höre nichts von seinen Mit- schöpfcrn, den Arbeitern. Fords Kampf gegen das Finanzkapstal der nichts weiter als eine Marotte des Herrschers von Detroit gewesen sei, werde in dem Hörspiel eine Bedeutung beigemessen, die ihm nicht zukomme. Genosse Braunthol macht« noch darauf auf- merksam, daß die Sendung zwac einige Kürzungen erfahren habe, durch die der Charakter des Spiels allerdings nicht geändert worden sei. Er zog interessante Bergleiche zwischen dem Stück und der Biographie Fords und lehnte die Idealisierung eines Mannes ab, dessen Erfolge keineswegs ein Beweis für die Behauptung seien. daß der Tüchtige sich innerhalb der kapitakistischen Wirtsehafts- ordnung unter allen Umständen durchsetze. Die Rundfunkhörstunde bewies, daß hier etwas im Werden ist, was im Kampf um den Rundfunk sehr bald von ausfchlag- gebender Bedeutung sein wird. Denn die hundert Ar- beiter, die der Abhörstunde beiwohnten, sind Ohr und Sprachrohr von Hunderttausenden von Hörern, auf deren Welt- anschauung der Rundfunk bis heute wenig Rücksicht genommen hat. Die nächste Rundsunkhörstunde findet am Sonnabend, dem 28. Februar, 17,45 Uhr, statt. Das zwischen Toller und Mühr statt- findende Zwiegespräch über„Reaktion oder geistige Er- Neuerung* wird Gegenstand der Kritik sein. „Galgenvögel." Mozartsaal. Galgenvögel, die in einem weltverlorenen Nest von Kalifornien eine Bank ausplündern und dann in die Wüste fliehen und hier durch ein Erlebnis zur Aufopferung für ein anderes Menschenwefen ent- flammt werden, das ist gewiß ein Thema nicht alltäglicher Art. Die Schilderung des Nestes mit chrer Bar und dem wilden Leben, die Plünderung der Bank— das alles ist im Stile des üblichen Wildwestfilms geholten. Aber die Wüst«, die endlose Wüste mit den dornigen Kakteen, den gistigen oder versiegten Quellen und mitten darein ein verlassener Wagen, in dem eine Frau und ihr eben ge- borenes Kind stöhnen, hei, das ist was für Amerikaner! Prachtvoll, wie diese wüsten Kerl«, die eben erst den Bankkassierer erschossen haben, von Mitleid ersaßt werden und der Fran schwören, ihr Kind zu retten und eben dahin zu bringen, wo sie ihre Schandtat begangen haben. Zwei der Burschen lassen auf dem Wege dahin ihr Leben. der dritte kann das Kind nur retten, indem er sich aus einer giftigen Quelle labt. Sterbend bricht er zusammen, nachdem er der zur Weih- nachtsseier verjannnelten Genwind« das Kind überbrocht hat. Die Spekulation auf die Sentimentalität und das ewige Getue mit deni Kind« geht uns Deutschen auf die Nerven, aber im übrigen bereitet uns der Regisseur Wyler wirklich allerlei Filinfreuden. Seine drei Teufelskerle find aus der höchsten Klasse. Soviel Galgen- mäßiges hat man wohl noch nie in einem FUm gesehen. Vor allem löst die todbringende Wüste niit ihren Sandstürmen, in ihrer jedes Leben entbehrenden Erstarrung alle ihre Schrecken an uns aus. Hier ist der Film jenem anderen Wüstenfilm, den Stroheim in der„Gier nach Gold" zuerst erfunden hat, beinahe ebenbürtig. Warum müssen mir in der Wochenschau die Spazierfahrt eng- lischer Prinzen und die brüllenden Kanonen Unele Sanis vorgesetzt bekommen? �?. „Die Körsterchnsil." pnmus-palast— Titania-patast Die Verfilmung ehemals erfolgreicher Operetten geht weiter- Ein stichhaltiger Grund ist für dies« Manie nicht zu finden, denn die Handlung reicht in den meisten Fällen nicht aus und muß durch Episoden gedehnt werden. So liege» die Dinge auch in der „Försterchrisll". Ein berühmter Mann ist sür diese Uebung immer empfehlenswert. Diesmal wird Mozart geopfert, der nichts weiter zu tnn hat, als verliebt ZN fein. Die Figur ist«ine Schändimg des großen Komponisten. Die Schuld trägt nicht K a r l w c i s. sondern der Monuskriptoerfasser. Der Regisseur Friedrich Z e l n i k macht viel in Milieu. Die kaiserliche Hofburg in Wien wird liebevoll ausgeführt. Dazu Hof- festlichkeiten und die anderen dekorativen Dinge um den Kaiser Josef II. herum, dem Paul Richter eine steife, pathetische Haltung gibt. Der Kaiser liebt keusch und innig die blande Försterstochter, das Iuchhemödel aus dem Wiener Wald und muß sich trennen. Goldene Worte aus dein Zitatenschatz von„Alt-Heidelberg" wie „Die Fürsten wohnen einsam auf ihren Thronen" erscheinen etwas variiert in ihrer Mumifizicrung. Muß dieser Josef ein goldenes Herz gehabt haben! Ganz schlimm wird es, da Zelnik die Vorgänge ins Süßliebliche stilisiert. Er überzieht alles mit einem dicken Zuckerguß. Sogar die Landschaft ist davon nicht frei. Er befindet sich auf dem Weg zur Wiener Kitschoperette, und das ist schade. Besser als der szenische und darstellerische Teil gelingt der musikalische. Mozart-Melodicn verknüpfen sich zwanglos mit der Handlung, und die Musik Granichstaedtens hält wenigstens Niveau und ist graziös im Dreivierteltakt geformt. Irene E i s i n g e r singt die Titelpartie mit schöner, gepflegter Stimme. _ F. Seh. Hundert gegen Einen. Und dieser eine ist Einstein. Es erschien im Boigtkönder- vertag— durch allerlei Sonderlichkeiten ohnehin berühmt, man denke ans Welteis— eine Schrift, in der sich hundert Leute gegen Einstein und seine Relativitätstheorie wenden. Auch diese Erschei- nung muß als ein Stück wieder auftauchenden Mittelalter gewertet werden. Seien wir doch froh, daß wir kein päpstliches Verbot der Relativitätstheorie erlebt haben! Die hundert Autoren, djc gegen Einsteins Relativitätstheorie schreiben, kennen dies« Lehre zum größten Teil nicht, können sie meist auch nicht verstehen, weil es dazu doch einiger mathematischer Kenntnisse bedarf und einer viel Zeit beanspruchenden Hingabe an die Sache. Aber das wesentliche on all den absprechenden Urteilen ist ja auch gar nicht Sachkenntnis, sondern vielmehr die vorgefaßte Meinung: Zeit und Raum sind doch unbedingt absolut, sie können niemals relativ sein! Man kann gegen diese hundert vor allem einwenden: wenn ihr die Relativitätstheorie für falsch haltet, ei, so geht doch hin und be- gründet eine andere bessere physikalische Theorie, die uns die Welt erklären hilft! Findet ihr hcut eine gescheitere Betrachtung der Ding«— so wollen wir morgen die Relativitätstheorie aufgeben! Zur Zeit ober steht die Sache so, daß die Relativitätstheorie sich vorzüglich bewährt und man keine Veranlassung sieht, sie ailfzugebsn. Dr. R. L. Heine-Ehrungen der Stadl Düsseldorf. Anläßlich des 75. Todes- tages von Heinrich Heine plant die Geburtsstadt des Dichters, Dussel- darf, eine Ausstellung der 5zeine-Sammlung, die Moiniskripte und Fragmente seiner Dichtungen, Bildnisse und Handschriften des Dichters sowie wertvolle Erstdrucke und scllene Ausgaben seiner Werke umfaßt. Die Sammlung enthält serner Heines Briese an seine Mutter, sein Testament, seine Totenmaske und ein« vom Bildhauer Schmieding geschaffene Marmorbüste. Im Historischen Museum der Stadt Düsseldorf wird an diesem Tage die soeben von der Stadt- Verwaltung erworbene Heine-Büste des Bildhauers Vögele aufgestellt werden. Ferner ist die Ausschmückung von Heines Grab auf dem Montmartre-Friedhof in Paris vorgesehen. 20 Mllioueu Todesopfer der chinesijcheu Wirren.„Während der.sieben Jahre von 1323 bis 1330 sind nach Schätzungen gegen 20 Millionen Menschen in China durch ondere als natürliche Ursache'» i,ms Leben gekommen. Von diesen starben etwa 4 Millionen durch Hunger.*-, Diese furchtbaren Angaben wurden von Pater Robert, «ineni Missionar, der seit 38 Iahren in China wirkt, bei einem Vor- tiog in Paris gemacht. Diese ungeheure Zahl an Meiischenopfer» ist«ine Folge der Bürgerkriege und Wirren, die das Reich der'Mitte heimsuchen. Das Reuejle aus der ällesten Stadt der Well. An der Stätte von Kisch, das etwa 12 Kilometer östlich von Babylon im Irak liegt und für die älteste Stadt der Welt oilr, sind die Grabungen der Universität Oxford und des Field- Museums jetzt sortgesetzt worden, und zwar wurde«in großer Tempel mit Mauern von vier Meter Dick« unter dem bereits freigelegten»eubabylonischen Tempel des Nebukadnezar crus gegraben. Dieser Bau nrntz bereits eine Ruin« gewesen sein, lange bevor Nebukadnezar herrschie, und war wahr- jcheinlich der Tempel des Aruru, von dem hier gefundene Inschriften aus dem Zeitalter des Sargon, etwa um 2800 v. Chr. berichten. Zahlreiche historische Inschriften der friihsumerischen Zeit nebst goldenen und silbernen Kunstarbeiten derselben Epoche und Siegel- zylinder aus ollen Perioden wurden geborgen. ver Verein Lerliaer künstlee, Bellevueitraße 8, veraiisiallet«ine Acniarell- Auzbellun-,. oiif der das reine Aquarell gezeiat werden idü. Autzer- hcni rnnden Giapbiken, Bildbauerlieichnungen und Plastiken vcrtxelen sein. Die Ausstellung wird am IL. eröffnet. 3n der Rachwarssellung, die Cläre Eckstein mit ihrer Glut'p» äm 14.. S3 Uhr, im T d e a t e r am Schissbauerda mm gibt, wird anstelle van TochZ Kurnaver.Cgon und Emilie", die wegen Erkrankung einer Hauptdarstelleriii verschoben werden mutzte, autzer den drei schon genannten Tanzeinaklern noch daZ Ballett aus der.biegimentstochter" gespielt werden. Museumsslihrungeu. Sonnlag 3 Uhr. Tr. v. M a s s a w über dos Alhena-Heiligtum und die Bibliotbek in Pergamon, lv llbr, Dr. (!> r a m b e r g Über italienische Hachrenaissanee im Kaller-siriedrich-Museum, Tr. Doppelseld über Europa um 1000». Chr. in, Völkerkundemuseum I I Dr. IN-x Deri spricht ans Einladung der Volk-Zbübne, Sonnabend 8 Uhr Im Hörsaal des KunstgeweibemuseimiS über das Thema„Kits ch n N d K u n st*. Einlaßkarten 0,70 Mari. vi« GesanasgemeiuschasI Rolebery d'tlegvto veranstallet am 15., 17 Uhr, im Saal der Schullbeiß-Brauerei, Halenheioe 31, einen Uiitcrhaltungsabend. Karten am Eingang. „htmnielblou und Ro'enrat" am Sonnabend um 0 Uhr ist die Devise des zweiten Festes der Slawischen Kunst bochschpl«, Hardenbirgstraße 33, für das LiebeSwerk der Sludenlenhilse. Kartenvelkans zwischen 10 und 7 Uhr in der Hardenbergftraße SS. Ludwig Hardt veranstallet am Sonntag nachmittags 5 Uhr im Renaissance- bealer zum 75. Todestag Heinrich»deines eine Heine-Feier. Preis« 1 bi« 5 Mark. „Das Thealer der Zapaner und Chinesen" lautet das Thema von vier Porträgen, die Dr. Karl Hageman» aus Elnkadmig der Vollsbübne E. V. halten wird. Die Vorträge finden statt am 13. und 27. Februar sowie am 6. und 13. März, abends 8 Uhr, im Bürgersaal deS Rathauses. Eiulaß 0,60 M., sür alle vler Vorträge 2 M.» Der Bobeineboll der Hochschul« slir Musik mit musilallschen und tänzerischen Darbietungen swdet unter Leitung vmi Karl Äeitz. Souriabend pei Kroll statt. Karten bei Darlheim, Kodewe, Bote& Beck. Die„Deutsche vga ftir unabbSnaigen Zi'm" zeigt Sonntag rrm UV, Uhr vormittags in der.Noten Mühl«* den ß'tm»Das leimende Leben*. Zu der voitsbshne findet am Sonntag, nachmittag» 3 Uhr, die erst, Wiederholung de«.Wintermärchens* statt. Vau! Sraetz wn d unter dem Titel.Berliner Siideröogen' am Sonntag im'vcelbovensaal Perlen verliner HnmorS vorbliiige». Eine Zühr«ug durch da» Deu'sche INnseum iObergeschoh) veranstallet Sonntag von 2'lf bis 4 Ubr Dr. griij Schist aus Einladung der BoltSbiibne.. Karten zu je 0,50 M. in der Hanptge'chnflsfteve, in der Volksbnhnen-Bnch- Handlung und im KdW. Bequemere Einlösung des Ernährungsgeldes. Vom 15. Februar 15Z1 ab wird dos Ernöbrungsgald der Stadt Berlin nicht in c 1, r o o m zentralen Wohlfahrtsamt, sondern von den Bezirksämtern eingelöst. Dadurä? bleiben den Kaufleuten, insbesondere in den Außcichezirken wohnenden, unnütze Wege erspart. Bisher mußten die Kausleute das Cr- nährungsgcld im zentralen Wohlfahrtsamt in der Poststraße ein- lösen. In. Zukunft soll von jedem Bezirksamt eine Stelle bestimmt werden, bei der die ini Bezirk wohnenden Kausleute das Ernöhrungs- geld einlösen könne»; das zentrale Wohlfahrtsamt hat dann nut der Einlösung nichts inchr zu tun. Melier für Berlin: Meist bewölkt ohne wesentliche Niederschläge. Etwas sinkende Temperaturen.— Für Deutschland: Im Osten wieder Frostwettcr, auch sonst weiterer Temperaturrückgang. Im allgemeinen bewölkt ohne stärker« Niederschläge. Rundfunk am Abend Freitag, 13. Februar. Berlin. 16.05 Kurt Pinczower: Ei.sbockey-Weltnjeistcrschaftcn 1931. 16.30 Leipzig; Leichte klassische Musik. 17.30 Vom Telephonicrcn(Heinz Martin). 17.50 Ernst Paul. Prag: Sudetendeutsche Arbeiterdichtung. 18.15 Wanderer-Fantasie von Franz Schubert(Poldi Mildner, Flügel). 15. 40 Das neue Buch. Eckardstein: Die Kutlassuug des Fürsten Büiow(Verlag für Kulturpolitik, Berliu)(am Mikrophon: Geb. Rat Prof. Dr. Oncfcen). 18.50 Gezeicliucte Erlebnisse unter Gefangenen(Elisabeth Schucht). 19.10 Richard Wagner(gest 13. Februar 1883). Dir.: Etfi Zimmer. Ltg.: Comelis Bronsgecst. Solisten: Walter Großmann, Björn Talen. I.„Tristan und Isolde", Vorspiel. 3.„Der fliegende Holländer"; Die Frist ist um. 3.„Das Rhein gold': Abcndlich strahlt der Sonne Auge. 4...Die Walküre": Winterstörmc. 5.„Parslfal": Szene der Blumenmädchen. 6.„Die Walküre": Wotans Abschied uud Feuerzauber. 7. und S.„Die Meistersinger von Nürnberg": Prcislied, Lcbrbubenszcnc. Flieder- Monolog, 9.„Parsifal", letztes Bild. 10.„Die Meistersinger von Nürn- berg": Ansprache den Hans Sachs vn6 SeMnBapofheese(Bertteer Fotlp- orchestcr; Chöre: Maximilian Albrccht). 31.00 Tages- und Sportnachrichten. 31.10 Gefühl(eine unterhaltsame Betrachtung). Ltg.: Walter Gronostay. 32.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 33.35 Ballcttmusik. Königswusterhausen. 16.00 Min.-Rat Karl Mctzncr: Neue Wege im Mathematik-Unterricht. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Karl Meißner liest aus eigenen Dichtungen. 18.00 Dip!.-Ing. Karl Boeck: W ald und Holz im heutigen Wirtschaftsleben. 18.30 Hagcmann: Theater und Kultur. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 30.00 W. C/ Gotnoll und Karl Gracf: Der Dichter Alfons Paquet. 20.30 Breslau:„Heimat in Schlesien". 21.20 Breslau: Konzert. Verantworil. für die Redaktion: Herbert ZtpMt, Berlin: Antigen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. A.. Berlin. Druck: Vorwärts Vuäi« druck�rei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berliu SB 68. Lindenstrafte 3. Hierzu l Beilage. föezirfz JtoTden~€ften malerhotte Berlin G.m.b.H. VORHALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1911 N018, LANDSBERGER AILEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 5028—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Fleisch Wurst Willy Hanka Brunnenstraße 121—122 billig gut I IMfll CIIMI dic'Genien Fußbodenbeläge LlHULCUlBI kauft man gut und preis vert bei Lucht& mahnhe URO STRAGULA Bin.-CöpemcH. Gpünstr.16 Femspr edier: F 4 O401 MärKisdier Fieisdihonsom Hermann Pohle 12% Palisadenstr. 29 Strausberger Str. 34 I.KUSSE& SOHN (Inh. 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Genosse H a r l i g sieht die Dinge nicht ganz richtig, wenn er meint, daß der besondere Eharakter der Berliner katholischen Bolkshochschule dadurch bedingt sei, daß die Katholiken hier in der Diaspora leben, während wir dcxh über die Jeit hinaus seien, wo wir eine unterdrückte, wenig maßgebende Minderheit waren. Die katholisch« Bildungsorbeit— neben der iibrigcn Kulturarbeit— ist vielmehr deshalb in Berlin besonders intensiv, weil hier der politische Brennpunkt ist und die Feuer hier Heller bremien müssen. Dem Wesen nach ist die Bildungsarbeit der Kirche überall gleich; in den Methoden ist sie ungeheuer wandlungs- und anpassungsfähig und verfügt über eine reiche, Iahrbunderle alte, an Menschen aller Nationen erprobte Erfahrung. Wer in der katholischen Kirche nur ein starres, mittelalterlich- rückständiges Gebilde sieht, täuscht sich gewaltig über ihre Fähigkeiten und Kräfte. Die Kirche ist mittel- aiterlich gegenüber mittelalterlichen Menschen, sie wirb sich aber ebensogut auch in die Bieltäliigkeit und Wideripruchsiosigkeit des 20. Jahrhunderts einfügen; denn nicht Mittelalter oder Neuzeit sind il>r Kern, sondern alles kreist bei ihr um den Fortbestand der D r g a n i s a t i o». Verührungspunkte Diese einheitliche Bczogcnheit aller katho- l i s ch e n Kulturarbeit, das war wohl der Anlaß für Genossen Decker, die katholische Volkshochschule mit der sozialistischen Bildungs- arbeit in Berlin zu vergleichen. Denn hier begegnen sich katholische Kirche und Sozialisinus in ilrcr Dynamik uich in ihrer soziologischen Tendenz. Gegenüber den differenziere n den und individualisierenden .Kräften der Gesellschaft, wie sie gerade in der Gegenwart vor- bcrrschend sind, betonen sie die integrierenden, gegenüber den lösen- den die bindende», zusammenfassenden: nicht der Einzelmensch, sondern die Gruppe, die Organftation, die Klasse, die Gemeinschaft wird an die erste Stelle gerückt. Das„religiöse Erleben"(ijartig) Hot damit gar nichts zu tun. Wie die sozialistische Wirtschaft die Produktionsmittel vergesellschaftet und an Stell« der privatkapitalistischen Marktanarchie die sozialistisch« Planwirtschaft sclst.' so wird in einer sozialistischen Zukunft auch der Jndividualis- r.us gegenüber dem Solidarismus der Gemeinschaft .?'rücktreten. Individualistische und kollektivistische Tendenzen, Differentiation und Jittegration haben in der Geschichte schon öfter c u.nider abgelöst. Und heute stehen wir an der Schwelle einer n:uen Integrotionsphasc und fühlen— und stehen teilweis« auch l ircits in den ersten Ansängen— di: Vorboten einer sozialistischen G:s ellschaft, einer„Sozialisierung" nicht allein der Geister, sondern euch der Menschen. Diese Anfänge ins Bewußtsein zu rufen, sie immer mehr und einer immer größeren Zahl erkennbar zu machen, sie zu L«itsädcn zusaminenzusügen, gehört mit zu den wichtigsten Ausgaben der sozialistischen Bildungsarbeit. Zwei Foröerunze« Aber der Weg zur sozialistischen Gesellschast führt über die soziale Revolution, führt durch eine Phase verwirrten, er- bittcrten Klassenkampfes. In den Massen ist noch viel zu stark der Wunderglaube verankert: vielfach erwartet man auch roch das„sozialistische" Wunder, das langsamere oder schnellere .ftineingleiten in das goldene Zeitalter mit messianischem challelujah oder eine automatisch-behäbige Evolution im Schoß« einer idyllischen Voltsgemeinschaft. Aber mehr denn je ist der Klasienkampf zwischen Kapital und Arbeit eine Tatsache; nur daß er sich heute, wie Werner Falk sehr richtig auseinandergesetzt hat, in eine Vielheit von Teiloperationen auf verschiedenen Sonderkampsplätzen zersplittert und auseinanderzieht und so schwerer überschaubar, schwerer kontrollier- und lenkbar wird als früher. Gerade diese Phase erfordert zweierlei: stärkste Konzentration der Klasse und stärkste Durchdringung der proletarischen Klasse mit sozialistischem Geist und sozialistischer Energie. Bildung ist nicht um ihrer selbst willen da, sondern ist Wasse im Klassenkampf: unsere Bildungsorbeit muh daher dem Zusammenhalt und der Aktivierung der proletarischen Klasse dienen. Das trennt unsere Bildungsorbeit von den üblichen Volkshoch- schulen, die nicht die Stärkung der Klasse, sondern die Entfaltung der Anlagen und Kräste des Individuums als Ziel sehen. Mag ihre Lehrtätigkeit noch so erfolgreich, mögen ihre Lehrgänge noch so interessant und wertvoll sein, es fehlt das„innere Band", das sie mit unseren Zielen verbindet, und ihre Kräfte wirken sich zentrifugal aus. Es fehlt und muß ihnen ihrem ganzen neutralen Charakter nach fehlen: Die sozialistische Vezogevheit Das ist es! Die katholische Volkshochschule ist durchtränkt von dieser katholischen Bezogcnheit, ob es sich um Naturwissenschaft, Kunst oder Sozialgeschichte handelt. Unsere Bildungsarbeit, die Bildungsarbeit der Partei, der Gewerkschaften und aller Kultur- organisationen des Proletariats, muß durchblutet sein vom sozio- listischen Geiste: aus jedem Wissensgebiet müssen dem Sozialismus neu« Stützen und neue Kräste erwachsen. Nicht„Sozialistische Hochschule" ist das Erstrebenswerte— wenn wir doch diese Kon- Zession an Eitelkeit und Geltungstrieb:„choch"schule nicht mehr machen würden!—, sondern wir brauchen eine„Schule des Sozialismus". Werner Falk hat mit feinem Instinkt darauf hingewiesen, daß heut« die p o lü t i s ch e Aktivität von besonderer Bedeutung ist. Diese politische Aktivität muß gerichtet sein, sie muß geleitet werden. Das aber ist nur möglich auf festem Grund, imt klaren Zielen. Neutralität der Wissenschaft? Das mag ein Ideal sein, aber die Wirklichkeit sieht ander- aus. Grundlage und Ziel unserer Bildung muß der Sozialismus als Welt- und Lebens- a»scha»»»g. als unvemlckdare Bast» sein. Das ist kein D o g in a. sondern Ausgangspunkt, Beziehung sp ttnkt: dos ist Voraussetzung für unsere auf genetischer Grundlage aus- gebaute Bildungsarbeit. Das heißt ganz und gor nicht, daß nun unsere ganze Blldungsarbeit sich lediglich aus marxistische Wirt- schaststheoric einzustellen Hobe. Im Gegenteil; man kann, man soll sogar den verschiedenen Interessen durch ein„Vielerlei" Rech- nung tragen. Was ober nicht fehlen darf, das ist die Bezogenheit auf unseren Gegcnwartskanipf uiid»aus unsere Zukunftsziele, dos lst die sozialistische Bezogenheit. Planmäßige Ausgestaltung: Es gibt verschieden« Wege, dieser Forderung gerecht zu werden. Wir haben Internate, teils als sozialistische Volkshochschulen, teils als Funktionärschulcn von Gewerkschaften und Kulturorgani- sationen. Sie nnissen sich notgedrungen zeitlich imd stosslich bs- schränken: aber gerade von dieser engen Platt-orm aus können»ach anderen Bilimngsgebieten die mannigiochsten gelegenilichen Durchblicke gegeben wendcn, die die sozkalistilchc» Zusammenhänge schlag- iichtartig zeigen. In einer Stadt wie Berlin werden Abendkurse oder W o ch c n e u d v e r a u jt a i: u n g e n das Gegebene fein, wird die Arbeiterbildung mit dieser Methode zu arbeiten haben. Aber Genosse Decker hat sehr recht: es sehlt die planmäßige Ausgestaltung der Parteibildung mit dem Ziel einer stärkeren Aktivierung. Diese aktivistliche Tendenz ist als Kraft— leider als ungenügend ausgemitzte Kraft!— besonders bei den führenden Köpfen der jungen Generation, sowohl bei der älteren Arbeiterjugend wie bei den Iungiozialisten vorhanden: aber in rnanchen Parteikreisen verwechselt man Aktivitätsdrang der Jugend mit Nörgelei und Rebellion und so müssen zahllose Energien brach liegen. Di« Partei muß es lernen, diesen Idealismus in aktiven Sozialisinus umzuprägen. Dos geht aber nicht aui dem Wege über Neutralität und eine I'art-pour-I'art-Bftdung. Gerode die heranwachsende Generation fordert Klarheit, Eindeutigkeit, Unbedingtheit, Bekenntnis. Dabei müssen w i r den Rahmen unserer Bildungsorbeit weiter spannen, müssen wir Psychologie, Lokalgeschichte, Geopolitik, Porieisoziologie, Kunst usw. in unsere Bildungsorbeit eingliedern und dürfen uns nicht daraus verlassen und mit dem begnügen, was an Brosamen von den bürgerlichen oder„neutralen" Tischen für uns abfällt. Es mag ein bürgerlicher Historiker, ein guter 5ienncr Berlins sein, eine sozialistisch orientierte Geschichte ; Berlins wird dos hervorheben, was für uns besonders wichtig ! und weiterführend ist: und ein sozialistischer Kunstkenner wird dem Proletariat ganz andere Dinge etwa über Barock oder katholische Kirchenkunst oder modernes Bauen zu sogen hoben als ein bürgerlicher. Das wäre die Aufgabe eines sozialistischen Kultur- k a r t e l l s in einer Großstadt, daß es in den einzelnen Sonder- organisationen Sondcrbildungsarbeit den Interessen der Mitglieder entsprechend ermöglichte, aber auch dafür sargte, daß überall das sozialistische Leitmotiv durchkiänge, so daß das Bietcrlei der Veranstaltungen doch in einer ciuhpitlich komponierten sozialistischen Symphonie zusammenklingen würde: wo allgemeine Bildungsimeressen befriedigt werden wollten, mühte zentral für ihre Befriedigung, wiederum im steten Zusammenhang mit dem sozialistischen Leitgedanken gesorgt werden.„Jedes besondere Interesse schafft sich eine besondere Organisation", meiist Genosse Hart ig: wir woilcii das einmal als richlig iintersleUcn; dann ist aber auch unsere Ausgabe, diese oerschiedencn Interessen sich nicht selbst zu überlassen, sondern sie ini sozialistischen Sinne zu einer Synthese zusominenzusassen. Was nützt das Wasser, da- von den Bergen hcrabrinnt, wenn wir es nicht auf unsere sozia- listiichen Mühlen leiten?—„Das Problem der 2lrbciterbildung kann nicht durch die eigenen Einrichtungen allein gelöst werden" sHartig)— auch dos mag im Augenblick leider noch zutreffen.'Aber warinn wollen wir diesen unleidlichen, sicher schädigenden und hemmenden Zustand nicht ändern? Dos Proletariat ist als Klasse durchaus noch nicht genügend integriert: das muß aber gerade im Hinblick auf die nächsten schweren Klassenkämpfe unsere Haupt- ausgäbe sein. Zusammensasiung der proletarischen Klassenirästc bedeutet ober auch Konzentration und Ausbau der Klassen- b i l d n n a. -Lrztchung zur Sclbftcrzichung Die Meinung eines Schülers Einige Gedanken sollen hier zur Frage der Arbeiterbildung ausgesprochen ivcrden, die mir als„3 ch u l e r" iitfolge eigenen Eriohrcns und Erlebens wichtig erscheinen,' mit in die Debatte ge- worsen zu werden. Absehen will ich von streitbaren grundsätzlich- theoretischen Inhalten, auch von der allgemeinen Methodik politischer Bildungsarbeik. Eine praktische Methode, eine Form ist es, die ich als wirksames Mittel der„Erziehung zur Selbsterziehung" kennen lernte: die H e i ni e r zi« h n n g. Zunächst: Erziehung zur Selbsterziehung scheint nur letzten Endes Sinn gerade sozialistischer Erziehung zu sein. Die Wahrheit, die Notwendigkeit dieses Satzes kann jeder von uns er- lennen, wenn er alle Zweige des spezialisierten Organikitionslebens der gesamten Arbeiterbewegung üverblickt. Die ungeheure Breite und Vielfältigkeit dieser Gesamtheit„Arbeiterbewegung" schließt notwendig die Gefahr in sich im bloßen technisierten Organisationsbetrieb zu erstarren, die Menschen mir mehr als statistisch erfaßte.Mitglieder" zu werten. Und gerode aus dieser zwangsläufigen gesellschaftlichen Kompliziertheit ergibt sich für den einzelnen, der bewußt sein Leben dem soziaiistiichen Kampf einfügen will, die persönliche Pflicht, seine besondere Aufgabe in diesem großen Strom zu erkennen, die er an seinem Platz, an dem er gerade steht, zu erfüllen gewillt ist. Dieser seiner ihni entsprechenden Ausgabe muh jeder sich selbst bewußt werden; er wird sie aber nur erkennen, wenn er selbst wirkend und schafsend im täglichen Leben gezwungen ist, seine Fähigkeiten zu erproben, sie kritisch zu überprüfen. Das geschieht vor allem im Rahmen des Gruppenlebens, der Sitzungen. Versammlungen, der Agitation und so weiter. Aber diese„Betätigung" darf nicht alles fein. Sie ist.zu iiberpersönlich, zu sehr nur fachliche, rethanscte Arbeit, die persönlich eben noch nicht besonders verpflichtend ist. Seine eigenen Genossen kennt man zu wenig Man steht sie in der Organisation, an nianchen Abenden der Woche oder gar des Monats nur, aber man kennt sie nicht in ihrem täglich-alltäglichen Leben. Auch das Zusammen'«!» in der Fabrik, im Büro erschließt nicht das letzte Aufeinanderrücksichtnehmen, das Opferbringen, das Füreinandereinstehen: hier ist es zu sehr äußerer Zwang und gerade im verflucht eigenen Jnteresie liegend, augenblickliche persönliche Bedürfnisse und Wünsche auszuschalten— man inuß arbeiten, um zu verdienen! Man erlebt zu wenig konkret, zu wenig sich ganz hingebend die Solidarität des einen für den andern, aller für alle. Gewiß, Streiks, Demonstrationen und all« sonstigen Aktionen wirken psychologisch günstig auf jeden ein, doch sie sind zu sehr Massenerscheinungen, zu sehr von spontanen Massen- slimmungen abhängig, überhaupt willküilich und zufällig.. Sie sind unbewußte, zwangsläusige Erziehung. Aber worauf es mir an, zu- kommen scheint, ist, daß jeder einzelne sich über das Beitraggahlen und Programmekennenlernen hinaus freiwillig, opserbringcnd, feine persönlich« Freiheit beschneidend, in einen zunächst beschränkten Kreis von Menschen hineinstellt, um dort zu erproben und zu er- lernen, was Sozialismus des täglichen realen Lebens heißt. Kurz gelagt: jeder muß konkret erleben, daß Sozio- lismus nicht bloß politischer, gerverkschastlicher, organisatorischer Kampf ist, sondern vor allem Aufgabe, Verpflichtung des einzelnen Menschen, ein Problem der unmittelbaren Be- Ziehung von Mensch zu Mensch. Und insofern sehe ich als sehr fruchtbringend die Tätigkeit der Heimvoltshochschulen an. in denen dieser Geist elementarer, persönlichster Verantwortlichkeit gegenüber dem großen gesell- schaftlich-politischen Geschehen vorhanden ist. Ich erlebte und gewann di«�« Erkenntnis in Jena, in dem von Adolf R e i ch w e i n ge- gründeten Iungarbeiterheim und in Wilhelmshagen bei Verlin im „Ulmenhof", dessen Volkshochschulheim damals Genosse Heinrich: R. P r ö s ch o l d leitete. Dos könnte an Hand des konkreten Gc- ichehens dort gut belegt werde». Die Wichtigkeit dieser Heime scheint mir aber genügend erhellt, wenn ich nur daraus hinweise, wie durch das tägliche Zusammenleben im gemeinsamen Haushalt eine wirkliche Gemeinschaft entslclft, die alle Teilnehmer geradezu aneinanderkittet. Dieses engste Zusammensein zeigt im ein- zelnen Verlauf die ganze menschliche Schwierigkeit und Problematik sozialistischen„Gemeinschaftslebens" aus. Es treten Spannungen zutage, die zuweilen den von verschiedensten, ja manchmal extremen Charakteren erfüllten pädagogischen Raum zum Zerplatzen zu bringen drohen. Und ohne von außen kommende 2lutorität muß sich all« menschliche Gegensätzlichkeit ausgleichen. Erziehung und besonders Selbsterziehung ist immer irgendwie Zwang, Zwang im guten Sinne: Selbstzwang, wenn man so will. Jeder muß in sich den Egoisten, den haltloftn Phantasten, den Willensschwächen Faulpelz und was weiß ich, niederzuzwingen versuchen, joder muß seine eigene Gesühlsmößigkeit. seine subjektive „Gesinnung" vernünftig einordnen in die r e o i c K a m>:- r a d s ch a f t(und analog in die größere Einheit der Partei, der Gesellschaft und so fort), Das alles sind Ausgaben, nien�chlich-mdimduelle, die aber durchaus nicht solch«„höherer Führer"- oder„Funktioiiär"jchulung sind, fonder» gerade für weiteste Kreis« der proletarischen Jugend Geltung lsabeir. Besonders in der jetzigen Zeit der M a ff c n c r we r b s- lofigkeit der Jugend sollten diese Typen der Heimvolks- Hochschulen durch die Arbeiterjugend, die Partei und die Geweck- schasten mitunterstützt werden. Es ist klar, daß Tinz oder Bernau etwa methodisch anders fundiert sind: es existieren nur wenige solcher Heime, da sie meist nül größten finanziellen Schwierigkeiten aufrechtzuerhalten sind.(In Berlin gibt es augenblicklich nur einen Ber- such G. K r o l z i g s in Tempclhcif, der Unterstützung durchaus ver- dient. Im„Ulmenhof" ist das Bolkshochschulheü» aufgelöst.) Heimerziehung im obigen Sinne ist heute auf kleinstem Raum ein bescheidener praktischer Versuch sozialistischer Selbst- erziehung, der einmal später ii»„Zukumtsstaat" allgemein realisiert, werden soll. E. Kessler. ?. P. Maxer: Zustimmung unö NbWehr Ueber die grundsätzliche Problemalik der sozialistischen Arbeiier- bildung ist in den Beiträgen von Braunthai,' Decker und Falk alles nötige gesagt worden. Unsere Arbeitcrbildung muß den ganzen Menschen erfassen. Fragen der Kunst, der Kultur dürfe» von den politischen, ökonomischen„Gebieten" nicht getrennt werden. Es märe aber viel wichtiger als hier die grundsätzliche Notwendigkeit solcher Ausweitung unserer Bildungsarbeit zu betonen, für ihre orgonisa-orische Durchführung zu wirken, der doch verschiedent-- lich Widerstand entgegengesetzt wird. Man kann hier nämlich nicht einwenden, daß die Volkshochschulen dies«„besonderen Gebiete" pflegen. Gewiß werden dort z. B. Kunstkurse veranstaltet. Aber wenn Genosse Marquardt, der Leiter der Berliner Volkshoch- schule neulich in einer Rede vor Volksbildnern erklärt hat, daß die Volkshochschule„weltanschauungsfrei" sein müsse, so ist für unsere Zwecke, nämlich die der Arboiterbildung, hier wenig zu erwarten, womit jedoch keineswegs gesagt sein soll, daß es„weltanschaunngs- freie" Bildung überhaupt gibt. Diese vermeintlich weltanschaunngs- freie Bildung ist ein Stück Wissenschaftsaberglaube des 19. Jahr- Hunderts. Aber das kann bzw. muß hier auf sich beruhen. Es seien nur noch einig« Bemerkungen gemacht über den Aufsatz von Gojdstein:„Die Kardinalsrage". Gewiß, Hartig hat die Flossfahri auf wilden wassern Hundert Kilometer etil den Fluten der Waag „Gut. Meine Erlaubnis haben Sie. Sprechen Sie noch mit den Steuerleuten. In einer Woche etwa— wir rechnen täglich nnt dem ersten schneejrelsendcn Föhnsturm— tonnen Sie losfahren. Aber: auf eigene Gefahr und Acrontwortung!... Seien Sie meine Gäste, meine cherren!... Sie können sich um- schauen... Interessante Dinge werden Sie sehen. Bald kommen unsere Arbeiter..." So sagte der Chef der Tatra�ntralstclle des staatlichen Holzhandels in Hradeck, Slowakei, auf unsere Bitte, an einer Floßfahrt die milde Woag hinab nach Zilina teilnehmen zu dürfen. Fünf Tage drauf— wir waren dicweilen In den tiefen Wäldern der niederen Tatra hcrumgcstiegcn— kamen wetterhart« G o r a l e n non den Herdfeuern ihrer niedrigen Hütten an der Nordseite der Liptauer Alpen nach Hrodeck, ihre gewohnte Tätigkeit als HvlZfäller uird Zelluloseholzflößer für die kommenden warmen Wochen auf- zunehmen. Es waren mittelgroße, kräftige Männer, schweigsam. ernst und verschlossen wie ihre Waldheimat. Ueber den reichbestickten, nur bis zu den Hüsten reichenden Hemden trugen sie ärmellose Westen aus dickem Filz! die enganliegenden Hosen wurden durch einen breiten Gurt festgehalten; aus den kurzgeschorenen Schädeln saßen keck dunkle Filzhüte; an den Füßen trugen sie teils bunte Bundschuhe, teils hohe Stiefel mit koketten spitzen Absäßen. Bor dem Verwaltungsgebäude warfen sie ihre Bündel mit den Hand- werkszcugen ab und trabten zu dem Arbcitoergeber ins Büro. Wie alljährlich, so auch heute: der Beamte versuchte in höherem Auftrog die Löhne zu schmälern. Doch die Gorolen wußten, daß man ihre Kräfte benötigt«. Sie blieben fest bei ihren Forde- rungen. soviel für den Meter geschlagenen Holzes, soviel für die Steuerung eines Floßes, außerdem die üblich« Auslösung und Ge- fahrenzuloge. Der Beamte beteuerte, es sei unmöglich, die alten Lohnsätze zu zahlen. Die Holzpreise seien wesentlich herabgesetzt. Wenn sie auf seine Bedingungen nicht eingehen könnten, dann bo- dauere er. Und er zuckte lächelnd die Achseln. Als jedoch die Leute wortlos das Zimmer verließen und nach ihren Bündeln griffen. lenkte er ein. Aber erst nach stundenlangem Verhandeln einigten sich die Parteien. Die Goralen hatten gewannen. Während der folgenden Tage sahen wir Slowaken um Arbeit zu schändlichen Löhnen betteln. Das waren Arbeitslose aus den Industriezentren, die nicht mit chren Brüdern zur Saisonarbeit noch Frankreich gehen wollten. Sie mutzte man nicht unbedingt haben. Deshalb!... Mit den Steuerleuten wurden wir bald handelseinig. Wenn wir sie in Ruhe lietzen und dann und wann auch zupackten, könnten wir aus dem ersten abfahrenden Floß aushocken. Dos sei am nächsten Morgen, fünf Uhr. Abfahrt Anderntags— Nebel machte die Dunkelheit greifbar— tasteten wir uns nach dem ersten der zehn Flöße, die auf den hochgehenden, wildbrodelnden Waogflutcn schaukelten und an den Ankerketten rissen. Ein Floß war zehn Meter lang und vier Meter breit. Zwanzig gradgewachsene Tannenstämmc, durch Ketten und sehnige Wurzein zusammengehalten, waren hochbeladen mit«in- metrigen sichtenen Zelluloschölzern. Wollte man diej« Holzmassen in Eisenbahnwaggons verladen, so waren da.zu sechs Ziyanzig- tvnncnwagen notwendig. ... Unsere Fahrtgenossen— drei junge Steuerleute wiesen uns durch Kopfnicken noch einem Knüppeloerschlag miUschifss, wo einige Bündel Heu ihnen Feuerungsnwterial und uns Bequemlichtett bieten sollten. Kurz vor Tagesanbruch flammten Feuer auf. Ketten flogen klirrend an die jrostigen Ufer. Langgezogene Rufe kündeten die Abfahrt Und mit einem plötzlichen Ruck schoß unser Floß aus den gischtig«» Wogen dahin, gesteuert von kundigen, nervigen Händen. Die Goralen lagen auf den Steuerstangen, laut, eintönig, ober melodisch schreiend. Wie taktmäßig hoben sich die Stangen und klatschten zurück ins aufspritzende Wasser. Der Mann am Vorder- steucr sprang grotesk hin und her, mit gewaltigen Ruderfchlägen dos krachende Floß über Stromschnellen und durch reißende Enge» sicher dirigierend. Endlich siegte der Tag über die Nacht. Hohe Felswände türmten sich vor uns auf. Schwarze Wälder säumten die überschwemmten Ufer. Kleine Ortschaften huschten vorüber. Dann Marktflecken; Liptau, St. Micklos. Rosenberg. Wie gespenstige Augen grinsten die erleuchteten Fensterlochcr in de» Holzhütten der Dörfer. Ein« Straße kam an den Fluß. Bon Fuhrwerken winkten Menschen Sie waren erfreut, das erste Floh zu sehen. Waagflöße künden den Frühling. Rechts ratterte ein Zug vorüber, der Expreßzug aus Bukarest. Durch Endp&sse �»on rasten wir durch einen Engpaß. Der Fluß zwengelle sich durch granitene Mauern, Felsblöcke wuchteten drohend aus den Wassern. Nervös, aufgeregt zündeten wir unser« Pfeifen. Das war eine Fahrt aus Leben und Tod! Wir glaubten, da. Floß berste, so krachten die Stämme. Zeitweise krochen wir tief ins Wasser. Es zischtet« und brandete, unter, über und um uns. Die Geschwindigkeit unglückliche Wendupg gebraucht, daß Sozialismus keine Well- ansctzauung sei. Man folllo aber auch da» Gegenlrii nicht behoup- ten. Welianschauung heißt cbwi Anschauung der Welt und enthält damit ein stark passives Moment. Soziatismus jedoch ist Einheit von Theorie und Praxis der gcsellschasllichen Bewegung. Damit ist aber gofagl. daß sich.die Welt' nicht nach einer dag- matischen Theorie richtet. Diesen Gefallen tut sie uns einmal nicht. Oe ff entlich« Bildungsorbeit ist für Goldstein schlechtweg bürgerliche Bildungsarbeit. Goldstein sieht d°« Ding« in der Schwarz-Weiß-Mcmier: hier Prole.orlat. dort Bourgeoisie. Damit wird ja olles so einfach! Es gibt dann nur eine„Kordinolsrage�! Unsere Genossen, üie in öffentlicher Bildungsarbcit stehen, gleichoi«! wo, machen also bürgerliche Bildlingsarbeit?! In was für einer Welt lebt Goldstein? Ist eine kämpfend« Klasse eine Schultlassc, die man mit erhob euem Zeigesinger warnend an das Klassenziel erinnert, oder steht diese kämpsend« Klasse nicht in tausend Zusonmienhängen, die mit..dem offenkundigen Zusammew»nmimm«ziiuu»«i«««m««miimlmmnim:immlMil«m?Wviimnm:m«Mimii«n««U»simutoiMfiimltmntmtmmnn:nntm:imuimnutiimut:ttmimimi«imui«N7�'iHM? Ertrag und Düngung Die Veranstaltung der 6. Grünen Woche Hot das Iuteresie der rvettesten Kreise aus di« großen Fragen gelenkt, die sich aus die Wirtschaftlichkeit der Landwirstchast und des Gartenbaues beziehen. Einen bemerkenswerten Fingerzeig gibt ein von Prof. Dr. O. N o l t«- Berlin verfaßtes Flugblatt der Deutschen Londwjrtschoftsgesellichost. in welchem nachgewiesen wird, daß di« mineralische Dün- g u n g die Kosten her Erzeugung verbilligt, solang« sie höhere Werte hervorbringt, als ihr eigener Wert beträgt. Er gibt ein Getreide- düngungsbeijpiel. in dem durch die Düngung, di« pro Hektar 64 M. kostet, eine Steigerung um 8 Doppelzentner Körner erfolgt(Gesamt- ertrag also 17-st 8— 2.5 Doppelzentner). Bei Annahme«ine» Ge- treidepreise» von 18 M. je Doppelzentner wären also jür 144 M. Getreide erzeugt, so daß ein Gewinn von 80 M. bleibt. Lerteiä man diesen Gewinn aus obige Gesamternt«(2ä Doppelzentner), so hätte obig« Düngung die Erzeugung jedes Doppelzentner» Getreide um 3,'A> M. verbilligt. Erst wenn die Düngung ebenso teuer ist wie die Mehrernte, wird sie unzweckmäßig. De Grenze würde erreicht, wenn„obige Leistung von 8 Doppelzentner Getreide einen Wert von 64 M. Mte, d. h. der Doppelzentner Getreide nur 8 M. kosten würde". Di« Schlußsolgerung des Verfasier- klingt daher in den Worten aus: Sachgemäße künstlich« Düngung ist Sparen, unsachgemäße Düngung ist Verschwendung, Nichtdüngung ist Geiz. D. Schaden Arsenspritzungen den Bienen? Bei der Winterbckämpfung der Obstschädlinge, die ausgeführt wird, wen» die Knospen noch geschlossen sind, kann eine Schädigung der Bienen durch den Arsenzusatz der Spritzmittel nicht«intreten. Anders ist«s bei der Verwendung von arsenhaltiger Brühe im Sommer. Der Obstzüchter kann bei Bekämpfung z. B. d» Obstmode auf den Arsenzusatz nicht verzichten, aber andererseits hat er auch das größte Interesse, daß sein« Bäume von den Bienen besucht werden. Cr wird also während der Blüte nicht spritzen, sondern dies erst dann vornehmen, wenn di« Blütenblätter abgefallen sind. I). Achtet auf die Güte des Saatgutes Der regenreiche Schluß des letzten Erntejahres macht gewissen- haste Prüfung des neuen Saatgutes zur Pflicht. Namentlich bei K a r t o- f e l n ist Untersuchung auf Gesundheit nolwcndig: hch» man doch vielfach klagen, daß die Kartoffeln an Krankheiten leiten und Neigung zum Faulen haben. Aber auch bei Bphnan wibd man darauf zu achten haben, daß gesund«, keine ffleden aufweisende Lohnen verwandt werben. Da oiestcich die Bohnenf l er nicht abeee�ntet wurden, solange die Bohnen g-ün waren, wird es eine Menge von„Tlapperbohnen" gegeben haben, die nu» ipo- möglich als Saatbohnen untergebracht werden sollen. Da sie gerade nicht als erste Früchte gereist sein, sondern ihre Reise in der Regenperiode erlangt haben werden, ist Vorsicht jolchen An- gebaten gegenüber geboten, die von bisher nicht bekannten Samen- Verkäufen, ausgehen. Landwirtschaf fskammer- Bericht Aus den Aussühvungen der Landwirtschaftskammer für Brandenburg über Ihr« Töckgkeit in 19 8 0 geht hervor, daß sowohl die Hauptstellr für Pflanz« n-zu cht— mit 1546 Auskünften~ als auch die Dartenbauabtvilung— mit 1212 Be- rakingen— die größte Beanspruchung aufzuweisen hockten. Ersten: Stelle umsaßt die Versuche.zur Bekämpfung von Ävantheiten und Schä dringen an landwirstchoftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen und die Beurteilung von Bcizmitteln Bei der Garten- baaabtellung war die Tätigkeit für das iondwirstchacktlich« Not- Programm sehr rege. E» tonnten durch Staats zuschüsie Zins- verbilligungen zur Förderung de« Frühgemüsebau«» gewährt und Obstbäume als Ersatz für die Frostschäden 1928/29 neu gepflanzt werdrn. Die ersten Sonnenstrahlen Roch langer sonnenloser Zeil ist mit dem schärferen Frost die Sonn« wieder sichtbor geworden. An Draußenarbeit ist noch nicht zu denkeit, doch sollt«, wo ein Frühbeet vorhanden ist, dieses in Sand gefetzt werden, die Erde herausgenommen und durch neu.' ersetz! oder wenigstens bereichert werden, ferner di« Fenster nach- gesehen und die Schutzdecken ausgebessert werden. Bei den Mieten ist Kontrolle nötig, damit nichts erfriere und ipä:er nichts verfaule. Mit der Saat wort: man noch, bis der Boden sich erwärmt hat. In dem Obstgarten achte man daraus, daß die Bedeckung der Baumscheibe nicht.zur Heimat für Mäuse wird. Für die Um- Veredlung älterer Obstbäume kommt jetzt die beste Zeit. Von der Feldberegnung Äm Rahinen der„Grünen Wache" fand zu Berlin die Gründung einer Gesellschaft des„Vereins der Freunde der Feld- beregnung" statt. Vorträge hielten u. a. Itzrofesfor F r i ck m a n n und Professor Maurer;«rsterer stellte die Bedeutung der Be° wegung für die„Weidewirtschast" in den Vordergruitd, letzterer sprach über die Anwendung im Gemüsebau und in der Blumenzucht. In beiden Vorträgen wurden allgemeine Erörterungen über den Wasserbedarf der Pflanzen gegeben, die jeden Landwirt und Gärtner interessieren. Aus diesem Grunde werden wir noch auf die Borträge zurückkommen. Legenot der Hühner C« dürft« wenig bekannt sein, daß da» Fleisch eine» Huhnes. das wegen Lezenvt geschlachtet werden mußte, nur oerwendet werden soll, wenn di« Schlachtung spätestens zwölf Sunden nach dem Auf- treten der Legenot ersolgte. Im allgemeinen kann die Lcgenot bei leichteren Fällen schnell dadurch behoben werden, daß man sie je nachdem mit Massage oder— wie zum Beispiel bei krankhaften Zu- ständen der Eilciterwänd«— mit Einsüllungen von lauwarmem 'Wasser behandelt., I). Sport am Sonntag Vor dem Start aar Fu�ballseric Bei den Arbeitersporilern ist die alte Fußballserie be- endet, die neue beginnt. Vorher wird am kommenden Sonntag im Entscheidungsspiel zwischen Luckenwalde I, dem Kreisklassen- meister, und Minerva 28, dem Meister des 1. Bezirks, der Kreismeister festgeftelll. In der neuen Serie wurde in der Kreisklasse, die vorher aus acht Bereinen bestand, eine große Berändcrung vorgenomnien. Nicht weniger als 16 Mannschaiten stehen sich ini Kamps um den Titel des Kreisklossenmeisters gegenüber. Aus der alten Kreisklosse haben Woltersdors, Brandenburg und Jüterbog den Weg zu den Bezirken angetreten. Dojür rücken aus den vier Bezirken je drei führende Mannschasten zur KreisUasse auf, die dann in zwei Abteilungen geteilt ist. Die Auslosung ergab folgende Zusammensetzung der Abteilungen: Abteilan« K Sutob Rot: Sportklub 10-30 gegen FTEB.-Kanu: Studenten gegen.�chwimm-Union. Frauen: Rofenthal gegen Lichienberg und Stralau gegen Velten. weitere Vcramtaltungcn am Sonniag Arbeiler wosserballserie. Die Serienspiele der Arbeiter wasser- baller im Lunobad bringen am Sonnabend die Begegnung Union- Hellas II. Union wird es nicht leicht haben: Hellas II ist von Spiel zu Spiel bester geworden und stellt trotz des ungünstigen Tabellen- Platzes eine nicht zu unterschätzend« Mannschaft ins Feld. Ein großes Fragezeichen liegt über dem Sonntagsspiel. Die Gegner Hellas I und Möwe sind sich in Kampsstil und Schnelligkeit durch- aus gleichwertig. Ob die Ueberlcgenhcit von Hellas in Technik und Taktik groß genug sein wird, steht durchaus noch dahin. Möwe wird seinem Gegner ganzes Können oboerlangen.— Beginn der Spiele: Sonnabend 21,30 Uhr, Sonntag 14 Uhr. Arbeiter. S portschau in Lind«nhos. Der Arbeiter-Sportoerein Schöneberg-Friedenau veranstaltet anläßlich des einjährigen Be- stehen» seiner Lindenhos-Abteilung am kommenden Sonntag sein erstes S ch a u t u r n en in der Turnhalle der Siedlung. Alle Ab- teilungen des Vereins werden mit Vorführungen wie Gymnastik, Turnen, Sport und Spiele für die Leibesübung werben. Kinder, Frauen und Männer bringen Ausschnitte aus den Ucbungsbetrieben der modernen Körperschulung. Außerdem werden st« durch Sonder- Vorführungen den Zuschauern beweisen, was der Körper durch dauerndes Uefacn imstande ist zu leisten. Zu betonen wäre noch. daß die Mitglieder vom schulpflichtigen Alier bis zur Altersricg« an dieser Werbeoeranstaltung mitwirken. Alle Freunde der Arbeiter- sportler sind eingeladen. Beginn 17 Uhr. Eintritt frei. vi« Gruppe Jrledrichshaln der Freien Schwimmer(5roß- Vcrlin Ev. veranstaltet Sonntag, 13. Februar, um 13 Uhr im Stadtbad Friedrichshain(an der Schillingsbrücke) ihr 2. Bn n d e s o f f e n« s S ch wi m mf e st. Die sportlich stärksten Verltner Vereine sowie Eberswalde und Falkensce haben ins- gesamt über 200 Meldungen zu den Wctttämpfen abgegeben. Be- sonders interessant verspricht das Franen-P'HhbaUspiel der Bereine Freiheit gegen Friedrichshain zu werden. Rettiingsvorführungen, Frauenkunstreigen und Gruppenspringen werden erneut zeigen, daß gerade diese volkstümlichen Sportarten bei den Schwinuncrn der Kruppe Friedrichshoin nachheltialte Förderung erfahren. Im Wasscrballspiel werden sich die 1. Mannschaft des ASV. Schöneberg und Fri«drichsl>ain gegenüberstehen, dessen Sieger vorneweg zu be- stimmen, schwer fällt. Da die Gruppe Friedrichshain eine der aktivsten Teilnehmer bei allen Partei- und Kewerkschastsoeranstol- tungen ist. sind alle Freunde des Zlrbiitersportes herzlich eingeladen. In dem letzten Serienringkamps der A-Klajse kreisen Sonntag vormittag die beiden Ringerstasseln der bundestreuen Arbeiter- athletenvereine„Alt- W«bdi n g" und„Saxon". Brandenburg, aufeinander. Di« Berliner Mannschaft, die den zweiten Platz in der Wertungstabelle zu verzeichne» hat, muß diesen letzten Kampf gewinnen, um endgültig als zweiter Sieger durchs Ziel zu gehen. Beide Gegner treten in sehr Mex Besetzung an. so daß mit inter- estantcn Kämpfen zu rechnen ist. Beginn d«r Kämpf« in der Turn- hall« Utrechter Straße 90/31 10 Uhr vormittag,. Hockey. Alle ongssetzten Spiel« fallen wegen der durch dos Wetter spislunfähig gewordenen Plätze aus. Alle Arbelter-Eisläuser und-Eishockeyspieler, die im Besitze der roten Ausweiskarte vom l. Krei» zum Sportpalast sind, treisen sich ll»ut« Freitag 19 Uhr Haupteingnng Sportpalast.— Schlittschuhe mitbringen. 3« den BeiriebsrÄewahlen. Anweisungen der ZiGO. Während im gewöhnlichen Leben ein Wohlausschuß ze- bildet wird, um die Wahl durchzuführen, halten die„Revolutionäre" die Bildung eines Wahlausschusses für notwendig,„um die Massen- Mobilisierung durchzuführen". Der Wahlausschuß nach kommunistischem Muster soll„aus der Grundlag« einer breiten Einheitsfront" gewählt werden und sowohl alle Abteilungen des Betriebes omfasssn, wie all« Perfonenoruppen: Organisierte und Unorganisierte, sozialdemokra- tisch«, christliche und nationalsozialistische A r- b e i t c r.„Auf keinen Fall darf der Wahlausschuß nur aus RGO. Anhängern, Kommunisten und Sympathisierenden zusammengesetzt sein. Ein derartige» Organ hat nicht die geringste Bedeutung."(!) „Ohne die Gewinnung der unorganisierten, sozialdemokratischen. christlichen und nationalsozialistischen Arbeiter lann die RGO. die kommenden Kämpfe nicht erfolgreich führen." Den Wahlsausschüssen wird die KPD. das notwendig« P r o p a- gandamaterial verschassen. Große Bedeutung wird der B e- setzung des Wahlvor stand«? durch RGO., Leute beigelezt, um„die Machinationen der wirtschosilichen Spitzenfunktionäre gegen die roten Einheitslisten" zu vereiteln. Auch alle anderen K o n t r o l l- mohnahmen seien notwendig wie die Besetzung der Wahl- obteilungen der Betriebe mit Beisitzern, Kontrolle der Abstimmnngs- liste usw. Di« Ausstellung der Kandidaten soll frühzeitig in breitester Oeffentlichkeit erfolgen, um die Belegschaft aufzurütteln. Ein betriebliches Kam p f p r o g r a m m— wie«s z. B. die „Rote Fahne" für dos Siemens-Kleinbauwerk am 7. Februar bringt — soll aufgestellt und olles getan werden, um dos Vertrauen der Mass« zu gewinnen. Die„Revolutionäre" wollen nach manchen ihnen unan- genehmen Erfahrungen sich endlich zu rechtzeitiger Einhaltung der Termin« und Beachtung der sonstigen Borschriiten auf- schwingen und empfehlen frühzeitige Einreichuna der roten Einheitslisten. Für die Taktik der RGO. bei den Betriebsräteivohlen ist die Behauptung bezeichnend, die Reformisten übten khr« Funktionen im Interesse der Ausbeuter aus. Diese Verleumdung soll das Dorgehen der RGO. gegen die freien Gewerkschaften recht- fertigen. Arbeitsminister gegen Tarifvertrag. Schuh der unorganisierten Lohndrücker. Vor kurzem ist zwischen dem Gescmtverband und der Interessengemcinschost Berliner Wäscheverleihgeschäste eine Vereinbarung getroffen worden, woiwch das von den Unter- nehmern gekündigte Lohnabkommen wieder in Kraft gefetzt wird mit der Maßgabe, daß der Wochenlohn für Toureniahrer, Kutscher usw. vorübergehend bis zum 3l. März von 73 auf 70 M. gesenkt wird. Entsprechend einem seit Iahren geübten Brauch stellten beide Vertragsparteien beim Reichsarbeitsminister den Antrag, den Lahn- taris für allgemeinverbindlich zu erklären. Während diesem Antrag in den letzten Jahren immer entsprochen worden ist, hat ihn diesmal der Reichsarbeitsminister abgelehnt. Zur Be- ariindung führt er aus, daß es die derzeitige Wirtschaftsiaze ihm nicht tunlich erscheinen lasse,.chem ganzen Berusskreis im Wege siaatlichen Zwange, einen Wochenlohn von 70 M. für Tourenfahrer, Kutscher usw. aufzueriegen". Etwa 03 Proz. der Wäscheverleihgeschäste sind in der Inter- «ssengcmcinschast zusamiutmg«schlössen, die zusammen mit dem Ge- samtverband den Antrag auf die Allgeneeinverbindlichkeitsertlärung des Lohntarifvertragcs gestellt hat. Etwa 5 Proz der Wäsche- Verleihgeschäfte sind Außenseiter, gegen deren Schmutz- konkurren; mir die Allgemein Verbindlichkeit ein wirksames Abwehr- mittel ist. Das Spiel mit dem Xarijncht, dos mit der Aufhebung der All- gemeinverbindlichkeiiserklämng des Lohntarisoertrages für die Ar- beiter des Berliner Kartossetgroßhondeis anjing, soll hier fortgesetzt werden. G«nau wie im Kartofjelgroßhandel handelt es sich auch hier wieder um»ine verhältnismäßig kleine Arbeitergruppe, so daß man leicht geneigt sein könnte, dein Fall keine große Bedeutung beizumessen. Aber gerade darin, daß sich der Reichsarbeitsminister für diese Experimente zunächst klein« Arbeitergnippen aussucht. scheint System zu liegen.(St Hot den Anschein, als od man damit im Rahmen der ollgemelnen Lohimdbauoffenstve«inen u m- fassenderen Angriff aus den Tarifvertrag vorbereiten will. Es kann deshalb nicht scharf genug gegen das Wer- halten de» Reichs« rdeitsministers Stellung genommen werbrn, dos zur Tariffeindschaft geradezu ausmuntert. «ewinnauszug ü. Klasse 36. Preußisch-Gübbealsch« Llaals-Lolkeric. Ohne Gewahr Nachdruck»erboten Ans ßd««»gen« Stimmer find znci gleich hohe Gewinne ges«llen. nnb»war s« einer aus die Lose glticher Nummer in dt» beiden Abteilungen I nnd ll 4. Ziehung, tag IS. Februar 1031 In der Heuligen Rachmütagsziehnng wurden Gewinne«der 400 Rt. gezogen S««»iiuie i» 10000«. 265368 8«S-win»- zu 5000 TO. 110271 206037 322094 342863 20(6.i»i«M|« 3000«. 62791 140351 177787 228400 240031 301407 307356 308083 350418 358223 374314 37528» 382838 ,64»«Win,- zu 2000 TO. 12273 16789 33250 48073 6291 1 86321 100280 138332 18124« 162201 18277« 194810 201285 205645 214903 216401 22966» 238411 254820 270810 277138 297783 306813 321309 323927 840046 366413 368696 374126 383344 391004 397191 100 ffitminit« z» 1000 SR. 3324 14406 2084! 38768 49192 61820 64573 88917 106001 111320 124400 126647 128661 134126 136219 137030 137330 146937 147396 160942 131680 162373 168151 170316 179730 180261 193248 198759 213343 220857 232708 236257 244001 252646 256710 066981 273790 278235 201413 296664 311199 327480 339210 330436 349793 361859 362739 371679 384601 385363 306(CtBiiu zu 600«. 3813 7713 23999 24986 29189 33334 38995 39642 60476 63906 64363 66062 72509 77601 81466 86717 89663 96223 96937 101853 103323 105487 109027 110832 111783 116667 119997 123696 138646 130160 133460 134336 136140 137471 137648 138465 141655 144100 147811 14840'..' 132386 164930 165820 168824 166879 109901 171691 176370 170667 177369 177904 180777 181875 19271« 202639 209767 220476 325396 226078 326983 228000 235488 238729 942613 m m m mt stss» sss W» 218686 32498» 327692 327963 33,963 337669 340653 84,611 347287 349465 350046 381615 362906 384318 364619 388910 984300 364489 379610 879868 300060 388388 325500 Im Gewinnrad« verblieben: 2 Prämien zu>» SOOtlOO, 3 Gewinne zu je BOOOOO, 2 zu j» 800000. 2 zu fe lOOOOa B zu je 75000, 8 zu je 50000, 24 zu j- ZSOOO. 168 in je 10000, 434 zu je 5000, 838 ,u j« 1000, 2B6«|« j# 3000.«1«»u f« 1000, 8480 zu je 800, 90538 zu je 400 Mark. Der Konflikt im Holzgewerbe. Heute soll die Entscheidung fallen. Sic Verhandlungen zur Leilegung des Tarifkonflikls im holz- gewerbe, die am Donnerslag im Reichsarbeitsministerium wieder aufgenommen worden waren, iverden heule nachmitlag fortgefelzt. ?Ka» recl/nel damik, txifj noch heute eine Entscheidung sälll. Verbindlich erklärte(Schiedssprüche. Zur Herford und Duisburg. Die am 2L. Januar 19Z1 gefällten Schiedssprüche für die M e- tallindustrie Herford sind vom Schlichter für Westfalen für verbindlich erklärt worden. Ebenso wurde der am 2f>. Januar gefällte Schiedsspruch für die Rhein- Ruhrhäfen in Duisburg vom Schlichter fiir Westfalen verbindlich erklärt. Oer Weberkamps in Lancashire. Die Krönt der Unternehmer durchbrochen. London. 13. Februar.(Eigenbericht.) Am Donnerstag hat sich wiederum eine Reihe von Boumwoll- fabrikanren in Loncafhire aus der Unternehmerfront losgelöst und ihre Betriebe geöffnet. Die Arbeiter stehen uncrschüttert, und der allgemeine Zusammenbruch der Aussperrung ist zu erwarten. (> (> Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 13. 2. Staats-Oper Unter d. Linden 165. A.-V. 20 Uhr Der Uiegende Holländer Ende 22% Uhr Staats-Oper Am Platt der Siptblik. V-B. 20 Uhr Sevilla Oelfnll. Kirtnmtief Ende 22% Uhr Freitag, Li. 2. StSdt. Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr OasDhelngold Ende 22% Uhr Schaassh. dinwurcuitl. Staatl. >»» Cndinmnicv 142 A.-V. 20 Uhr Hann ist Hann Ende 22% Uhr MI.Millet'MUtiiMg. 20 Uhr Don Carlos Ende nach 23 Uhr Tigl. 5 u.«15 üonni. 2, 3 b. II1« Alex. E 4, 8066 Nehm. 50Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. Nur noch bis Sonnlag! | OOruno ülullirr, Tdpf» Xarxrn suciien Silmslars Jfnmillon m. 100 Vsunderiaabeix usw. W 8 15 lliit. Zentr. 2819. fjutten erliuM. 7 Alfredos„Arcano" Prietos lustiger Circus Dolinoffs.3Cressos»» — und die Codonas Sonnabend und Sonolag je 2 forstellimoen 4 und g16 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tagt. 8 Uhr. Iffi IvelSMD Raul. Slg. nachm. 3 Uhr Originalbesetxung billige Preise. Regie; Erik Charell. VolHsbUltne Theater am Bfilowplati. 8 Uhr Hans Albers in Liliom von Franz Molnar Regia: Karl Heim Martin Staafl.taiüer-Tl!. 8 Uhr; Don Carlos Theater am Schiffhauerdamm 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper Am PI. d. Republik 20 Uhr Der Barbier von Sevilla WM Theater 8 Uhr Elisabeth von England von Fem. Dmckner Regie: Heim Hilgert Kammerspiele 8% Uhr: Pariser Platz 13 von Vicki Baum Regie; Gustaf Gröndgen Die Komödie 8% Uhr Die Fee von Franz Molnar Hegie; Stefan Hodr. Rurtürslendamm- Thealer Bismarck 449 | 8 Uhr| Das schufache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regie: Mai Reinhardt Und ifl Dein Urlaub noch fo klein, im Caiesdidncbcrd mustl Du Sevelen fein! Inhaber: Wolfgang Orange, Hauptttrafzc 23/24 Kleines Tbeat. Täglich 8% Uhr mit Grete Reinwald, Will Kaufmann, Meine Klubertanz Rose-Theater 8r.FrdnklDrterSlr.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 SJO Uhr Das Parlüm metner Frau 8% Uhr Die sdiöoe Helena Barnowsky- Bohnen Thealer In der sirosemannsir. V. Uhr Ampliitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnowsky Komödienhaus 8Vi Uhr Cocktail von Karl Ynllmotlfer. Musik v. Ralph Btnatikg Tbeateril. Westens Täglich 8'» Franz Lehars Meisterwwk Der Zarewitsch Serge Abramovic, Ann! Ahlers. ing-Theatet Täglich S'U Uhr Viktoria undihrHusar Kirf loaeff, trönfeldt, Dnsthy, loeff Komische Oper 8% Uhr Kleine Preise. Peppina »»In pmfinlidisr ItHvq in Kan�ghtm Robert Stoli i« in Frmiimbmlivi, Theater 8m Sdtlffbauerdamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uhr DirgmBeLmlspitltrfolg! Die Quadralnr des Kreises Preise v. 0.75—7 M. Sonnabend. dinU. Febr. abends II Uhr Cläre Eckstein mit ihrer Qnippc 3 Tanzelnakter Neues Theater — am Zoo'■ InBafanlLZso. Slpl.SSSt Täglich 8% Uhr Der gr. Lacberfolg! Wiederauftreten fiüldo Thielsctier Das ottentiiche aergerms Preise t bis 8 M. "-vdr CASWO-THEATER»•U1" Lothringer Strafe 37. ■ tu um t) ii ititimiiiiiiiini im iiim Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg in dem neuen Schlager QnBel Hülm ans Mcnrnpptn Dazu ein neuer bunter Teil. Crahcfaein 1— 4 Perwonen Fauteuil 1 25 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 Pf.. Rang 60 Pf. HAfflERUND kblyIUWlM Restaurant Berl i ns metropoi-Theater Täglich g'w Uhr schön ist die Welt Operette von Lehär Oittar llpar, Joken, Sdiütiendorf Sonntag nadim. 4 Uhr Sfliön ist dlR Welt Kleine Preise Reichshallen-Theater Ibends IaI Sonntag Hidnnittig fTn|thr Das wunderbare Februar-Programm der Stettiner Sänger Popil-Pr.! Pk.(nniMri{rt)*.1.20in Nachm. ermäßigte Preise! Dönhoff- Brettl: Täglich das gute Variete- uud Kabarett-Programm! Dentsehes Rflnstler-Theal. Barbarossa 3937. 8'/. Uhr Zum goldegen Anker ■n Utk« rnina Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 8", Uhr RluB die Kuh milch gehen? mit llbert Biutrnuni Preise von 0.50 bis 13 50 M. Piscator-Böhne {Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Heute 8'/« Uhr Ciastspiel der Wilnaer-Truppe Der Sfinöer seiner Traner von O. Dymow Tbeat. a. Ktttb. Tor Jtoubnsci Str. 6. zagt Bk Uh» auch gönnt. rtfmtJ-übr EUie- SDndcr wie Immer «er Ppoie Briet«! EmlloeeUcbatOrme Lostspietnaus Kurt Götz Täglich 8% Uhr Oer Lügner u. die nenne Wi»s; zur Miete WöO.Ansbacherslr.l DAS BLAUE UEMD VON ITHAKA UPHRETTE IN z AKTEN OFFENBACHS MELODIEN URAUFFÜHRUNG Freitaf, iz. Febr., präc. 7I/2 Uhr Theater im Admiralspalast Das Hans der billigen Preise PlAtze M x.— bis M S.— Vorverfc.«b ioU.tigI.Fernspr.Merlcur990i Sonnabends und Sonntags: Qrofier AlpenbalL BEUFEDERIj Jb*. Total Ansverkanl] wegen gänzlicher Geschäftsauflösung Gardinen, Stores, Ripse, Mull, Voile, Bettdecken, Portierenstangen zu Räumungspreisen Spezial-Gardinen-Verkstätleii S. Krüger, Neukölln, Bergstr. 67 2. Stock, dircktam Ring- u. U-Bahnhof Sfldring Arnold Scholz B-Bahn 8: miamiplatt, Hasenheide 188-14 TSglidi fir. BocKHierlest 7 Kapellen, Neue Dekorationen, Bayr. 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Familien- Nachmittage Jeden Dienstag, Mittwoch, Don ncrsia�Frcitg. 5.30 Uhr Jas ParfBin meiosrFraB" Lustspiel von Leo Lenz Preise von 30 Pf. bis 1.50 M. 20 Minuten Kaffeepause. Kaftaa mit Kuchan 30 Pf. 7iägigeryorTcrkauf, tätlich von 11—1 Uhr vorm. and von 4— 9 Übr abends. PROGRAMM für die Zeit vom 13. dl« 16. Februar I N O-T A F E L PROGRAM M für die Zeit vom 13. bis 16. Februar m OQ Rheinstra�c 14 k.(£Ä7 W. ab 5.15 Uhr S. ab 3.15 Uhr Der Prinz und die TJtazerin m Lucy Doralne, Willy Frilsch. Außerdem; Modellhaas Crevette m Dfna Gralla Odeon, Potsdamer Sfr. 75 W. 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7, 9 Uhr Die PrivaixekreUriu mit Renate Müller, Felix Bressart� Hermann Thimi{t Turm strafe 12 �V�u! Die Marqnise von Pompadour mit Anny Ablers, Walter Janknhn Alexanderstr. 39-40 (Pastage) Den ganzen Tag gcöffneU Der Mann, der den Mord beging mit Conrad Veldt, Heinrich George. Trade von Molo m Wa.taa j PrimuS'Palasi W 5.15, 7.13, 9.15 S.ab3.15. 5.15,7.15, 9 15 Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Uraufführung Friedrich Zelnik's sing. und tönende Fürsterchrlstl m. Irene Eisinger, Paul Richter, Oskar Kar! Friedrichstadt Mi »it Arhishof-Lichtspicle Perleberger Straße 29 W a. 5.15, S. a. 5 U. Bühnenschau Danton m. E. Jannings— Der Mongole und die Tänzerin Welt-Kino SSSV" Mt-Moabit 99 100 proz. Tonfilm Der größteTonfilm des Jahres: Danion (Der gro�e Rc.olationÄr) m. Frliz Korfner, Gusfnf Grfindgens, Lacie Mannhelm, Alex, Granach— Fox- Tonwodie— Micky Maos W TiiarFottcnburg W Kant'Liditspiele Kantslr 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Der Mann, der den Mord beging mit H. George, C. Vcidt- Beiprogramm— Montag: Tonlustspiel: Die Firma heiratet. Schlüter'Theater Schlüterstr. 17 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg ab 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonerfolg! 5 Tage Mitlelarrest— Tonbeiprogramm Jugendl. Zutritt Zeli Tageskino ab 11 Uhr vorm. Franziskaner Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 3-Stundcn-Programm: Um 11, 2, 5, 8 und 11 Uhr: Mädchen am Kreuz mit Evelyn Holt u. a. Um 12. 3, 6 und 9 Uhr: Neueste Wochen- und Kultnrschau Steinbruch im fränkischen Iura— Trickfilm: Flip, der Frosch als Detektiv Um 1230. 3.30, 6.30 und 9.30 Uhn Kasernenzauber, Tonfilm-Schwank m it Ludwig Manfred Lommcl, Eugen Rex, Lucie Englisch, Trons v. Aalten Die Kamera J*g9 utu Unter den Linden 14 Der gr. Erfolg! .Kienfopp- TOT tO Jahren, mit Ansager �__�wilrnersdorf__p Atrium Beb..Pal«t ��Uh? Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend und Sonntags 5, 7,9.15 Uhr Uraufführung, 100 proz. Tonfilm! Das Schicksal der Renafe Langen m Madr Christians, Hilde Hildebrandl, Fr, Lederer, Alfr. Abel, H. Picfaa. Regie: Rad. W.Her Fein. Dazu das tönende Beiprogramm G Friedenau> Kroncn-Liditspiele Rheinstr 65 W. 7,9. Sonnabds, Lonnigs, ab 5 Uhr: Tonfilm: Hans in allen Gassen mit Hans Albers. Adelbert. Cam. Horn (ZZZ5IHHiIIZZZZi3 Tltanla-Palast�Ä� Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Qutsmuthsstr 100 proz. Tonfilml Uraufführung FArsterdsrUU mit Irene Elsinger, Panl Richter, Oskar Karlweis, Fant HSrblger, Adele Sandrode, Greil Bcradt. Regie: Friedrick Zelnik ZeMendorf-Hltte D Wochentags 7. 9.10 Uhr Sonntags 5. 7, 9.10 Uhr Sonntag 2% Uhr: Jugendvorstellung Potsdamer Str. SO Tonfilm: Pension Sdiöllerm. Tiedtkc Schulz, Kampcrs. E. Brink. Delpr. Vt O, T{ Marlendorter Wochentg. 1 ia- Aal Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm 1000 Worte Deutsch mit Pal nnd Patadlon— Gr. Tonbeiprogramm g' SBdwästan> Lichtspiele Südwest Biücherstr. 12 W. 5. So. ad 3 Uhr lOOproz. Tonfilm: Liebling der Göller mit Emil Jannings, Renate Müller, Olga Tschechows, Hans Moser Tonbeiprogramm— Foxion woche Füm-Patast Kammersäle Teitower Str. I W. 5, 7, 9, Stg. ab 3 U. Ivo proz. Tonfilm; Eine Freundin so goldig wie da mit Anny Ondra Beiprogramm g SQden j Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wo 6.45, U., Sonnt ao 3 U. Wer Ist der Täter? Tonfilmerfoig; Der Mann, der den Mord beging mit Conrad Veldt, Hcinrldi George, Trade von Molo Tonbeiprogramm Auf der Bühne: fnlernationalc Bühnenschau SOdestan Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, S, 7, 9 Uhr Ivo proz. Tonfilm; 1914 mit George, Bassemann— Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater Reichcnbergcr Str. 34 Anf, W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3. 5, 7, 9 U. Ivo proz Tonfilm; Einbrecher mit Llllon Harvey, Willy Frilsch Beiprogramm~ Bühnensdiaa Th. am Moritzplatz Bei?.; Wochtg. ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonfilm: Einbrecher mit LiL Harvey, Willy Frilsch- Gutes Beiprogramm �__ NcuKölln 9 Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraße Werktags 6A« Uhr, Sonntags 3 Uhr lOOproz. Tonfilm: Danion m. F. Kort. ner, L. Mannheim,«iründgens Beiprogramm— Bühnenschau Stern, Hermanmh-afle 49 Wochentags 6,45, 9, Sonntags 3,5.1,9 U. lOOproz/Tonfilm DiePrtvatsekretärin mit Renate Müller, Felix Bressart Tonbeiprogramm Sternwarte— Treptow Sonnabend 4,8 U., Sonntag 4, 6, 8 Uhr; Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadin(Film) > Worciost�w> *» Ely Sium Prenzlauer ANee 56 W. 5.15, 7. 9.15, S. 3.15, 5, 7.15, 9.15 Uhr Tonfilmkomödie: Flachsmann als Erzieher mit Panl Henkels, Charlotte Ander, Alfred Braun, Gust. Rickelt Foxtonwoche Bühne: 9 Jazzbaeren Sonntags keine erhöhten Preise Viktoria Lichtbild Tb. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7. 8.45 U. Tonschwank: Drei Tage Mittelarrest mit Lucie Englisch, Fritz Schulz Tonbeiprogramm Zentrum Flora-Lichtsp.'ÄT Wo. 6.30, 9, Sbd. ab 5, Sonnt ab 3 Uhr. Tonfilm: Danton mit Fritz Korincr Grones Beiprogramm Luna-Palast s[gcS,a3b5hUrhr Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Die Privatsekretäriii mit Renale Müller Bü: Lotte Werkmeister(neues Rep) Schwarzer Adler /««« Woch. 5, 7, 8.45, Sonnig 3,5, 7.845 100 proz. Tonfilm: Zvat Manschen mit Chart. Sota, G. Fröhlich TOnende, Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 5 U., Stg. ab 3 U. lOOproz. Tonoperette: Der Dattel- •tadent m. Fritz Scholz— Bclprogr. Bühne""----" Babylon, am BOlowplaiz Wochentgs. 5. letzte 9.10, Sonntgs. ab 3 U. Tonfilmerfoig: Danion mit Frilz Korfner, Cosi, Gründgen, Grobe Varicferchau W Neu- Lichtenberg Kosmos-Lichtspiele Lückstraße 70 Beginn Woch. 5. 7, 9 U. Sonnt 3 U. 100 proz Tonfilm.1000 Worfe Deutsch mit Pal nnd Patach on Micky Man, Jugendl. Zutritt W. 6.15, 8.45 Uhr 3. s. 7 u. 8.45 Uh, Beiprogramm Ein kleiner Vortchn� auf die Seligkeit mit Oina Gralla. Henry Bender Im Kampf mit der Unterwelt mit Carlo Aldini, Siegfried Arno Pratcr-Lichtjpicl-Palast Kastanicnallec 7-8 W. ab 5, Stgs. ZV, U* 4 Federn der Fremdcnlrgion— Der Juxbaron mit Brook, Scfaünzel. M. Dietrich— Bühne: Helmkehr(n. Zille) G. Beer. Mila-Palast Schönhauser Allee 130 Tonfilm Bühnenschau W.5. S.3U. 100 proz Tonfilm: Geld auf der Strebe m Georg Alexander. Farbenkur z- tonfilm. Wochensch. Gr. Bfihnensch. Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 WaiOense* Schloßpark Film. Böhne Berliner Allee 206— 210 Tonfilm; Zapfensireich am Rhein mit S. Arno, Stfiwe, Jankermann Gr« Tonbeiprogr.— Bühnenschau ■--"-N■ Alhambra �kÄtraße36- Wochent. 5, 7, 9 U, Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. 100 proz. Tonfilm: Der Bettebindent mit Han» H. Bollmann Beiprogramm Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 143 W.5,7,9U., Stg. 3.5,7, 9 U 100 proz. Toofilm: Die PriTaUekre- tlrin m. Renale Müller, Felix Bei sart— Tonbeiprogramm Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5,5.3% U. Tonfilm: Aschermittwoch m. E. Holt, 5tüwc, Bclpr. Gr. Bühnentchan —————, M Pankow O Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6J0, 9, Stg. 5, 7. 9 lOOproz Tonfilm; Da» Lied Ut an» mit Liane Haid, Willy Forst Bühnenschau— Beiprogramm � NledenchönhameiiB Film-Palast Blankenburger Str. 4 So. 2% Jgd.-V. Wochtg. 630, 9 U.. So. 430, 6.45, 9 U. Tonfilm: Fat and Palachon: 1000 Worte Deutsch— Ferner: Die Schuld des Tom Carrigon * Tege'» Filmpalast Tegel suÄ'" Stgs. 2 U. Jgd.-VorsL W. 6, Stg. 4«/* U- Tonfilm: Zapfentireicfa am Rhein mit CK. Süss, S. Arno, H. Stüwc— Gutes Bciprogr.— Auf Tob.-Appar. Union-Theater Hauputr.3 W 6, 8%, Stg. 4>/«. 6%. 8>S U. Stg. 2 U. Jgd.-V. Kreuzzng des Weibes m. C. Vcidt. Unter AnsschinH der Oeftenflichkeil G HennigsdorF> Filmpalast StB. Berliner Straße 59 Stg. 2U.[ug.-Vorst. Tonfilm: Flachsmann als Erzieher mit Alfred Braam- Nur etae Nacht Auf Kl»agfllm- Apparat