Morgenausgabe Nr. 77 A 39 48.Iahrgang Wöchentlich SS Pf., monatlich 3.60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6�— M. vro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- porto S.— M. Tn �Vorwärts" erscheint wochentSg- lnb zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit den, Titel.Der Abend" Illustrierte Beiloge.Volk und Zeit". Ferner„Frauenstimme-, �Technik",„Blick in die Bücherwelt", »Iugend'Borwärts-u..Stadtbeilage- berliner Vowsbia« Gonnkag '15. Februar 19)1 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. 3?te einspaltig« Nonpareillezei!« »0 Pfennig. Retlame, eile 5,— Reichsmart.„Kleine Anzeigen� das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort !2 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeiismarkt Zeile 60 Pfennig. 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Der juristische Beirat des Herrn Hitler vor dem Reichsgerichk in Leipzig versuchte, ihn durch Drohungen zu übertreffen. Reaktionäre Organe erklären offen:„Wir stehen am Vorabend einer zweiten Revolution, sie läßt sich nicht mehr absagen." Sic spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Im ganzen Lande hat man von Tag zu Tag in stärkerem Rlaße die Unfähigkeit der nationalsozialistischen Ee- w a l t a p o st e i erkannt. Der Rückgang ihrer Anhänger ist unverkennbar. Zahlreiche Presseorgane haben ihr Erscheinen eingesieUt, die Auflagenhöhe der noch bestehenden sinkt rapide von Tag zu Tag. In ihrer Verzweiflung kreiden sie das Spiel mit dem Feuer. Die deutsche Arbeiterschaft wird dafür sorgen, daß die herrschasten sich ihre Finger gehörig ver- brennen. Deshalb rufen wir den Arbeitern und allen Republikanern zu: Seid aus der Wachi! Tretet dem rücksichtslosen Terror entgegen, der sich in Gewalktäligkeilen und Word- tuten austoben will. Die Deutschnationalen haben sich als die Trabanten der Rational- soziolijteu gezeigt. Auch sie versuchten, in Erkenntnis ihrer eigenen Ohnmacht und Unfähig- keil, das Parlament lahmzulegen. Großmäulig verkündeten beide Parteien die Abrechnung mit der bisherigen Politik im Plenum des Reichstags vor dem gesamten Volke vorzunehmen. Sie wichen dem Kamps aus. sie flohen, um öfter noch zu fliehen. Die Flui steigt! Die Abwehrbewegung gegen politische Reaktion und Kriegshetze umfaßt das ganze Volk. Enttäuscht sind vor allem die früheren Richtwähler, denen die Rolionalsozialisten am 14. September 19Z9 in der Hauptsache ihren Stimmenzuwachs verdanken. Uut Erbitterung sehen die Teilnehmer des Weltkrieges auf das verbrecherische Treiben. Mit wachsenden Ingrimm denken Frauen und Müller der im Kriege Gefallenen an jene„herrliche Zelt". in der ihre Angehörigen an der Front dem Tode ins Auge sehen mußten, täglich Zehn- kausende starben und in der Heimat Hunger und Elend herrschten. Ein Wort aus jener Zeit, das aus den Schützengräben in die Heimat drang, kommt wieder jedem auf die Lippen. der die„Helden" von heule betrachtet: „Gleiche Löhnung, gleiches Essen, Wär' der Krieg schon längst vergessen." Das Wort war damals der Ausdruck des allgemeinen Empfindens und die treffendste Kritik der Ungleichheit gegenüber Rot und Gefahr. Es ist im Bewußtsein des deutschen Volkes wieder lebendig geworden angesichts des Treibens der ehemaligen Annexions- Politiker, die den Krieg bis zur endlichen Riederlage verlängerten, während sie selbst weit vom Schuß sich in Sicherheit befanden. Die Psychose vom 14. September ist längst vorüber. Ieht greifen wir an. jetzt marschieren wir vorwärts. Arbeiter, stärkt eure Reihen. Kampf dem Faschismus! Seid kampfbereit! Bereitet den Boden vor für eine neue Welt, die die Greuel des Krieges nicht kennt, die dem Volke gibt, was des Volkes ist. Schließt euch zusammen in der Sozialdemokratie, der Arbeiterbewegung? An unsere Parteigenossen aber geht der Ruf: Denkt an die Parole des Iahres 1SZ1: „Wo bleibt der zweite Mann?" Erfüllt eure Pflicht. Schon drang diese Parole ins letzte Dorf. Groß ist ihr Erfolg. „Gegen den Marxismus!" so lautet das Zeldgeschrei. mit dem die Rationalisten aller Schattierungen uns bekämpfen. Das Versagen de» Kapitalismus hat mit Marxismus nichts zu tun. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung aber steht in ihrer schwersten Krise. Die gesellschaftliche Kontrolle der Produktion bereitet sich vor. ihre Erfüllung ist die Ausgabe der Zukunft. An ihr zu arbeiten gegen Krieg. Bedrückung und Rot. für Freiheit und völkerfrieden. das ist das Ziel, dem wir dienen mit all unserem Sein, mit all unserem Können. Unseren Gegnern bleibt die Wahl der Waffen, mit denen sie uns bekämpfen, überlassen. Aber sie mögen überzeugt sein, welch« Art diese auch sind, wir werden sie zu schlagen wissen. Seid wachsam! Seid bereit! Agitiert, organisiert, befolgt die Parole der Partei: Wo bleibt der zweite Mann? Berlin, den i4. Februar 1931. Oer Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Landsknechte auf der Flucht Aber der Krieg geht weiter Von den 577 Mitgliedern, die der Reichstag zählt, sind am letzten Dienstag 167 Nationalsozialisten. 41 Deutsch- nationale und 3 Londooltleute, insgesamt löl Mann, g c- türmt. Geblieben sind 426 Abgeordnete, also 29 mehr, als der Reichstag der Kaiserzeit hatte. Die 426 haben sich durch den Auszug der 151 keinen Augenblick in ihrer Arbeit auf- halten lassen: noch ehe der letzte von ihnen den Saal verlassen hatte, stand der Außemninister Curtius schon zur Ver- tretung seines Etats am Rednerpult. Da die Parteien, voran die Sozialdemokratie, den Wunsch hatten, sich über den Ab- marsch der 151 sofort.zu äußern, trat man. entgegen einer früheren Vereinbarung, nach der Ministerrede ohne Pause in die Debatte ein. In diesem floUen Tempo, ohne unanständige Eile aber auch ohne überflüssigen Zeitverlust, ist dann weiter verhandelt worden, so daß in fünf Verhandlungstagen drei Etats, der des Auswärtigen, der Wirtschafts- und der Justizetat, in zweiter Lesung erledigt werden konnten. „Der Reichstag ist gesprengt!" jubelte die„Deutsche Zeitung" Den Reichstag zu sprengen war die Absicht. Er ist aber nicht gesprengt: er ist im Gegenteil durch den miß- glückten Sprengungsversuch arbeitsfähig geworden. Hoffentlich werden auch die Wähler bald bemerken, daß ein Reichstag ohne Deutschnationale und Nationalsozialisten be- deutend besser aussieht und bedeutend besser arbeitet, als ein Reichstag mit ihnen. lPos hat die Rechte aus dem Reichstagssaal getrieben? In erster Linie wohl die Riederlage, die sie sich im Kampf um die Geschäftsordnung geholt battc, und die weitere Niederlage, die ihr bei der Beratung der auswärtigen Politik mit Sicherheit bevorstand. Bei dieser Debatte sollte der Generalsturm gegen das Reichskabinett angesetzt werden. wenn Eurtius, mit einem Mißerfolg beladen, von Genf noch Hause gekommen war. Aber die Entscheidung des Völker- bundsrats hatte die Angriffsabsichten der Rechten völlig zer- schlagen. Dazu kam die Abneigung der Nationalsozialisten, über einen kommunistischen Antrag abzustünmen. der die„s o- fortige Einstellung der Poung-Zahlungen" verlangte. In der Stille des Auswärtigen Ausschusses hatten die Hakenkreuzler gegen diesen Antrag gestimmt und damit ihren ersten erfüllungspolitischen Sünden fall getan. Blieben sie im offenen Reichstag bei dieser Haltung, so setzten sie sich Ärni allgemeinen Gelächter aus. Taten sie öffentlich das Gegenteil von dem, was sie heimlich getan hatten, so war das Gelächter nicht geringer. Indem die Hakenkreuzler den Reichstag verliehen, gingen sie einer unbequemen Entscheidung aus dem Wege und liefen sie gewissermaßen vor sich selber davon. Here Stöhr hatte von einem„casus belli", von einem Kriegsfall gesprochen. Bei einem Kriegsausbruch unterscheidet man zwischen Anlaß und Ursache. Bon dem Anlaß haben wir soeben gesprochen. Die Ursache sitzt tiefer. * Was als Flucht begann, war als Angriff gemeint, als Angriff auf dos Parlament und auf die Republik. Es ist durchaus kein Zufall, daß dieser politische Angriff parallel geht mit einer wirtschaftlichen Aktion des Unter- nehmertums gegen die Arbeiterschaft. In ge- wissen Unternehmerkreisen spielt man mit dem Gedctnken, durch Liquidierung der Novemberrepublik auch alle Errungenschosten der Arbeiter zu liquidieren. Man möchte in einem großen Aufwaschen all das wegschwemmen und fortwischen, was die Reinheit des unentwegten„Herr-im-Hause"-Standpunktes beeinträchtigt, wie Tarifverträge, Schlichtungswesen und der- gleichen mehr. Eine zweite Lohnsenkungswelle kündigt sich an. Sie schlägt an den Damm der gegebenen Rechtszustoiide, der vorhandenen politischen Machtverhältnisse. Sie kann nicht vorwärtskommen, ohne diesen Damm zu zertrümmern. Die Regierung Brüning-Stegerwald hat mit ihrem Ent- gegenkominen nur erreicht, daß die Wünsche gewisser scharf- macherischcr Unternehmerzirkel noch anmaßender geworden sind. Jetzt gehen sie soweit, daß die Regierung Brüning- Stegerwald sie nicht erfüllen kann, ohne selber zu zerbrechen. Die 151, die am 16. Februar den Reichstag verlassen haben, um ihn von außen anzugreifen, sind die politischen Vorkämpfer der zweiten Lohnsenkungswelle. Es ist schon im Reichstag von sozialdemokratischer Seite gesagt worden, daß diese ganze Aktion politisch darauf hinausläuft, in Deutsch- land eine Art von Pilsudski-Regime, von polnischer Wirtschaft einzuführen. Das wirtschaftlichc Ziel dieser politischen Aktion aber— das sind polnische Löhne für deutsche Ar- beiter! * Den kleinen Hanswürsten des Nationalsozialismus mögen solche Zusammenhänge unbekannt sein, die großen kennen sie ganz genau. Nie haben die Scharfmacher im Unternehmer- lager dienstbeflissenere Helfer gefuirden. Die etwas lächerliche Rolle, die Herr Hugenberg mit seinen Deutschnationalen zu spielen gezwungen ist, erklärt sich vor allem daraus, daß dem Unternehmertum heute Hitler unendlich wichtiger und Kein Ztaziverzicht auf Diäten! Gtöhr gesteht die Täuschung der Erwerbslosen ein. wertvoller ist als Hugenberg, der politisch bankerotte Führer des unentwegten deutschen Spießbürgertums. Was die chugenberg-Partei von der Hitler-Partei noch unterscheidet, das ist ihre relative Ehrlichkeit, nämlich ihr offenes Bekenntnis zum Kapitalismus. Aber gerade diese Offenheit entwertet sie, denn in der Zeit der Weltwirtschafts- krisc im Angesicht von 5 Millionen Arbeitslosen kann man für den Kapitalismus keine Proselyten machen. Das Schcinbckenntnis zu einem nebelhasten«Sozialis- mus", die Scheindeklaration als„Arbeiterpartei" haben jetzt ihre Hochkonjunktur. Für sie zahlt man Preise, daß die deutsch- nationalen Spießbürger neidblaß daneben stehen. Dieses Gesindel wird jetzt ausgeschickt, um den Reichstag zu zerstören, um die Republik zu zerstören und den Arbeitern ihre letzten Rechte zu nehmen: Wahlrecht, Koalitionsrecht, Tarifrecht und alles, was drum und dran hängt. * Als parlamentarisch-taktisches Manöver scheint der Aus- zug der 131 nur lächerlich und kläglich. Bleibt die Mehrheit fest, dann müssen sie entweder eines Tages unter ollgemeinem Gelächter wieder ebenso kopflos in den Reichstag hineinlaufen, wie sie aus ihm hinausgelaufen sind, oder aber sie werden durch dauerndes Fernbleiben die zugkräftig st e Wahl- parole gegen sich selber liefern, die es gibt. Denn schließlich will keiner Leute in das Parlament wählen, damit sie gar nicht dorthin gehen. Dürfen wir uns also einer schweren Niederlage freuen, die unsere schlimmsten Feinde erlitten haben und dürfen wir hoffen, ihnen durch Fortsetzung unserer Offensive noch schwerere Niederlagen beibringen zu können, so wollen wir uns doch keinen Augenblick täuschen weder über die Bedeutung des Kampfobjckts, noch über die Stärke der gegen uns stehen- den Kräfte. Es geht um die Republik, um alle Volks- und Arbeiterrechte, und gegen uns stehen nicht bloß Hugenbergs Spießbürger und Hitlers Hanswurste, sondern auch starke Kapitalsmächte, die aufs Ganze zu gehen entschlossen sind. Damm müssen auch wir uns dessen bewußt bleiben, daß es ums Ganze geht, und daß dieses Ganze wichtiger ist als alle Einzelheiten. Unsere Abgeordneten im Reichstag und unsere Massen draußen kämpfen seit dem 14. September einen herrlichen Kampf. Es ist ihnen gemeinsam gelungen, einen Feind, der sich schon als Sieger fühlte, Schritt für Schritt immer weiter in die Verteidigung zu drängen. Falsch aber wäre es, sich in verfrühter Siegesfreude zu wiegen. Immer noch stehen die Dinge auf des Messers Schneide, und jede Stunde kann eine neue Situation bringen, die zu neuen Entscheidungen zwingt. Auch haben unsere Gegner noch lange nicht soviel Prügel bezogen, wie sie verdienen und wie sie brauchen, um nicht mehr gefährlich zu sein. . Der Kampf geht also mit dem gleichen Elan und der gleichen beweglichen Taktik wie bisher weiter? Ha?enkreuz-Katzeniammer. Wellen sie schon wieder zurückkehren? Wir erfahren von unterrichteter Seit«: Im Hauptquartier der Nationalsozialistischen Partei hatte man sich unglaubliche Musionen über die Stellung der Reichs» wehr zu den Nationalsozialisten gemacht. Dies« Illusionen sieht man jetzt zusominenbrechen. Man will deshalb aufs neu« auf die Reichswehr einwirken. Seit zwei Tagen wird— um die Stimmung bei dew einzelnen Truppenteile und im Ministerium selbst zugunsten der Nazis, wie man claubt, zu beeinflussen— in den Kreisen der national- sozial! st ischen Reichstagsobgcordneten. soweit sie sich in Verlin befinden, ernsthaft der Plan erwogen, bei den bevor- stehenden'Beratungen über den Wehretat nicht nur f ü r Groener zu stimmen, sondern vor allein,«inen Antrag ein- zubringen, daß die einzelnen Positionen des Etats wesent. lich erhöht werden,' zur Zeit sind die MUitörsachverständigcn der 5)itler-Parte! mit der Bearbeitung dieses Antrags beschäftigt. Die ncitioiialsozialistische Fraktion soll dann zu dieser Aktion wieder in den Reichstag einziehen und hofft, durch diesen Antrag sowohl die Sympathie der Reichswehr zu erlangen als auch die antinatioiMlsozialistische Front zu sprengen. Hitler, der telephonisch über diesen Plan unterrichtet worden ist, hat seine grundsätzliche Zustinnnung erklärt, die endgültige Eni- scheidung sich jedoch vorbehalten. Hakenkreuzler bewaffnet. Waffenlaz�r im Bonner parteisekretariat beschlagnahmt. Bonn. ii. Februar.(EigenlierlchL) Im hiesigen P a r le I setr e l ar i a t der Noll anal- s o; i o! i fl e n beschlagnahm kc die Polizei mehrere Sarabi»er. Iagdmesscr. Pistolen, mehrere Putzend größere Messer und etwa 500 Schuß Zllsankeriemuuiklon. die in Muniklonskisten verpackl waren. Außerdem wurden zahlreiche Schlagwerkzeug« ge- sundcn. Die Haussuchung erfolgte nach blutigen Zusammenstoß«» zynischen Kommunisten und Aallonolsozialisten. Antisemitismus an den Ltniversitäten. Eiu Beschluß der»Deutschen Gtudentenschast". Auf der jetzt abgehaltenen Hauptausschußsitzung der so- genannten Deutschen Studentenschaft wurde der Be- ichluh gesaht, daß sich in nächster Zeit alle Einzclstudentenschasten mit dem Problem des numerus clausus„auf Volksdeutscher G r u n d l o g e" beschäftigen sollen. Nachdem der numerus clausus. die Forderung Vach dem Ausschluß jüdischer Studenten vom Hochschulstudium bereits seit Jahren zu den selbstverständlichen Beschlüssen der preußischen Orgo- nisotion der Deutschen Studentenschaft gehört, und jetzt verschiedent- lich auch von staatlich anerkannten Studentenschaften erhoben wurde. roerden durch diesen Beschluß alle Migiieder verpflichtet, sich hinter die antisemitische Hetze zu stellen. Die Deutsche Studentenschast hat durch diesen Veschlüß ihre Wandlung zum nationalsozialistischen Hztzrerein einmütig gezeigt. Es ist bedauerlich, daß ihr durch die Schuld einige? reaktionärer Länderregierunoen auch staatlich an- erkannte, zur Einziehung van Zwangsbeitrögen aller Studenten berechtigte StlideiitenschafWu angehören. Reichstagspräsident Löb e hat in Sachen der national- sozialistischen Geste zu den Reichstagsdiäten unter dem 14. Februar folgenden Brief an den Reichstags- abgeordneten Stöhr gerichtet: „Ihrem letzten Schreiben vom 13. Februar entnehme ich, daß bei Ihnen doch eine Reihe von Irrtümern entstanden sind. die ich mir besonders deshalb noch elnmal aufzuklären erlaube, weil offenbor ein Teil Ihrer Fraktionsmitglieder die Zusammenhänge nicht ganz zu erkennen vermag. Am 10. Februar wurde mir der Antrag Dr. Frick, Stöhr und Genosien übergeben, in dem gefordert wird, daß„die durch den Verzicht der nationalen Opposition auf Teilnahme an den Par» lamentssitzungen eingesparten Beträge(Aufwandsentschädigungen bzw. Diäten) restlos den Bedürftigsten unter den ausgesteuerten Arbeitslosen zuzuführen sind". Auf meinen Hinweis, daß solche Diäten bzw. Austoandsent- schädigungen ja nicht eingespart worden sind, da Ihre Abgeordneten olle diese Diäten für den Monat bereits erhoben haben, schreiben Sie mir In einem Brief vom 12. Februar wörtlich: „In unserem Antrag ist mit keinem Wort davon die Rede, daß unsere Abgeordneten auf die Aufwands- entschädigungen verzichten. Es wird vielmehr klar und deutlich davon gesprochen, daß es sich um einen Verzicht auf Teilnahme an den Parlamentssitzungen handelt. Die Tatsache, daß sich daraus gewisse Ersparnisse für die Finanzverwaltung des Reiches ergeben, kann nicht bestritten »erden: ebensowenig unser Recht, zu beantragen, daß die in Frage kommenden Summen, einem bestimmten Zweck zugeführt werden." Hier heben Sie also wieder hervor, daß die Ab- geordneten auf ihre Aufwandsentschädigung nicht der- zichten. Die Sachlage ist also folgende: Für den Monat Februar sind all« Diäten von allen Abgeordneten erhoben und es ist davon, wie ich bereits bemerkte, kein Pfennig in der Reichstagskafs« vorhanden. Fstr den März kündigten Sie im Brief vom 12. Febiwar an, daß Ihre Abgeordneten auf die Aufwandsentschädigung nicht verzichten. E» könnte sich also nur um Beträge handeln, die im März wegen der Fehllage nach dem Gesetz abgezogen werden müssen. Ueber diese Beträge aber haben Sie nicht zu verfügen, da sie, wie gesagt, den fehlenden Abgeordneten nicht gehören, sondern in der Reichskasse verbleiben, die ja an fehlende Abgeordnete keine Aufwands- entschädigung auszahlen darf. Mir ist also immer noch nicht klar, welche Beträge Sie im März für die Verwendung in Aussicht nehmen, falls Ihre Fraktion nicht in den Reichstag wiederkehrt. Im gegenwärtig laufenden Monat ist, wie, Sie ja auch wissen, alles an Ihre Mitglieder ausgezahlt worden. Sie haben an Ihre, wohl parteiamtlich gemeinte Beschwerde eine Reihe von privaten Mitteilungen geknüpft, für die Sie mit Recht ein gewisses Interesse bei mir voraussetzen konnten. So über die Zahl der von Ihnen geplanten Versammlungen, deren Inhalt usw. Ich danke für diese Freundlichkeit, die ich wohl auf unser lang- jähriges, meist ungetrübtes Zusammenwirken zurückführen darf. Allerdings find Ihnen dabei einige nebensächliche Entgleisun- gen und Angriffe unterlaufen, auf die ich nicht im einzelnen ein- gehen möchte. Nur will ich den Irrtum korrigieren, als ob Ihr Antrag unter dem Gesichtspunkt agitatorischer Bedürfnisse meiner Partei behandelt worden wär«. Hier liegt eine Verwechselung vor. Ich mußte vielmehr die Arbeitslosen davor schützen, daß ihnen aus agitatorischen Gründen Beträge ver- sprochen werden, auf die bis heute immer noch niemand verzichtet hat und die ste deshalb nicht be- kommen könnten. Mit der'Veröffentlichung des Briefwechsels in den Zeitungen bin ich durchaus einverstanden und bitte freundlichst, diesen meinen letzten Brief dabei nicht zu vergessen, damit ich es nicht nachzuholen brauche," Hakenkreuz und Reichswehr. Ein begrüßenswerSer Erlaß der Heeresleiiung. Der Ehef der Heeresleitung, General von Hammer- stein, hat Ende Januar ein Rundschreiben an die aktiven und ausgeschiedenen Generäle des Reichsheeres erlassen, das interessante Einblicke gewährt. Dies Rundschreiben, dos ent- weder von einem der E m p f ä n g e r der„Deutschen Zeitung" zur Verfügung gestellt worden ist, oder auf dem Spitzel- wege in die Hönde der Rechtsradikalen gelangte, lautet: .-Berlin, den 29. IanUär 1931. Der Chef d«r He«Ve sie i i u n g Nr, 249'51 PA(2). An Einschreiben! die aktiven und ausgeschiedenen Herren Generale und an die in Generalstellungen befindlichen Oifizicre des Reichsheeres. Aus dem Reichsheer ausgeschiedene höhere Offiziere haben in Zeitungen und anderen öffentlichen Schriften absprechende Urteile gegen die obersten Stellen des Zteichaheeres gerichtet, ohne vorher ausreichende Erkundigungen eingezogen zu haben, die jederzeit zu erhalten waren. Ihre Auslegungen beruhten ganz offensichtlich auf tendenziös gefärbten Zeitungsberichten oder un- kontrollierten Gerüchten und entsprachen nicht den wirklichen Zu» sammenhängen.» Auch haben ausgeschiedene höhere Offizier« bei Airsprachen neben schroffer Kritik über getroffene amtliche Maßnahmen das Reichsheer im Zusammenhang mit Zielen von Verbände» gebracht, die seiner Einstellung zum versassungsmäßigen Staat scharf zuwiderlaufen. Ich setze keinerlei Zweifel in das lautere Wollen der in Frage stehenden Herren. Eis übersahen aber, daß ihre Aeußerungen gc- eignet waren, den Vorwurf der Illoyalität gegen sie zu erheben. Sie schädigten in eryeblichew Maße die Be- lange des Reichsheeres und beeinflußten die Grundfesten des Weckes, dem ihr Lebenslauf galt, in ungünstiger Weise. Im Interesse des Reichsheeres und des Zusammenhangs zwischen ihm und seinen allen Offizieren liegt es. lvenn letztere die gebotene Zurückhaltung auch na 6) ihrem Aus- scheiden bewahren. Sie drucken sonst den Gegnern die Waffe in die Hand, die b«. haupleu. daß die Offiziere, solange sie im aktive» vieast sind. ihre wahre Gcsinnung verstecke» und dem Staate nur materieller Vorteile wegen dienen., Ich scheue mich nicht, vor und deutlich auszusprechen, daß es für das Reichsheer weiterhin nicht tragbar ist, daß ausge- schieden« Offizier«, die die Uniform des Reichsheeres tragen, öffentlich in vorher geschilderter Weise gegen das Reichster und feine Füh- rung Stellung nehmen. Ich würde es auf das tiefst« bedauern, wenn ich mich gezwungen sähe, unter Umständen einen Trennung»» strich ziehen zu mihsen, indem ich die Aberkennung des Rechtes zum Tragen der Uniform des Reichs- Heeres beantrage. Die Herren Generale bitte ich, wo immer es möglich ist, ihren ganzen Einfluß in aufklärendem und besserndem Sinne einzusetzen. gez. F r h r. v. H a ni m e r st c i n." Das Schreiben ist wahrscheinlich veranlaßt worden durch eine Rede, die der Generalleutnant von Henning auf S ch ö n h o f f am 18. Januar in Celle gehalten hat. Dieser Herr war bis vor zwei Jahren Kommandeur der 1. Kavallerie- dioision in Frankfurt a. O., jetzt ist er Führer des Landes- Verbandes Hannover des Stahlhelm. In feiner Rede sagte er: „Gegen hunderttausend Mann Reichswehr, anderthalb Mil- lionen Stahlhelwer uiid sechs Millionen National sozio- listen wird sich auf der Linken kein Widerstand erheben. Heu!« hätten wir eine Diktatur des Brüning- K ä b i y e! t s: daß diese noch einmal durch«ine parlamentarische Regierung abgelöst wird, sei ausgeschlossen. Bei der kommenden Diktatur werde es sich also nur darum handeln, ob sie von rechts oder links konunt. Wirt- fchastlich erstrebt der Stahlhelm die nationale Wirtschaft, d. h, ein Zurückschrauben der Ueberindustrialisierung und eine Rückkehr zum Agrarstaat. Sein polüisches Ziel ist die Abkehr von der Erfüllungs-, der Knechischaftspoliiik, mithin die Befreiung Deutschlands. Ist Deutschland aber, frei, dann werde auch die im Rhein versunkene Kaiserkrone wieder gehoben werden. Für jeden Stahlhelmer gelle nach w>e vor der so ine inVön lig a s.Iä.1 stets Fahnen» cid.".V, Nach dieser Selbstenthüllung ist es mehr als eine Behauptung, daß solche Offiziere in: aktiven Dienst ihre wahre Ge- 'sinnung verstecken und dem Staat nur materieller Vorteile wegen dienen! Der Zeitangestellte Kapitän Beelitz, der sich bei den Nationalsozialisten beworben hat, bildet einen weiteren Deweis für diese Feststellung. Der Erlaß des Chefs der Heeresleitung war angesichts dieser Tatsachen dringend notwendig, im Interesse der Be- ziehungcn zwischen Volk und Reichsheer und vor allem im Interesse der Reichswehr selbst. Die„Deutsche Zeitung" nennt ihn einen„Maulkorberlaß". Niemanden soll verboten werden. offen seine Gesinnung zu zeigen— aber die Frage ist, ob man mit Gesinnungen, wie sie der Generalleutnant von Henning bewiesen hat, Offizier des Heeres einer demokratischen Republik sein kann!______ Bergeffelle Innsbruck. Seit dem Kapp-Putsch in Aktion. Wien. 14. Februar.'(Eigeickericht.) Die.LIrbeller-Zeitung" meldet aus Innsbruck: Di« Mörder Becker und H a u f ch k e sind von Innsbruck über den Brenner nach Italien transportiert worden: ihr Weg aus Deutschland war der gleiche, der seit dem Kapp-Putsch von allen Putschisten bettusst wurde: über KieferfeQen in Bayern, Thierses und Kusstein. In Innobouck bestand fett dem Kapp-Putsch ein« Berg«stelle für polizeilich verfolgte Putschisten, Femeverbrecher und Wtentäter, um sie mit falschen Personaldokumenten uttd Geldmitteln wetterzuschicken. 1928 wurde öffentlich die unwidersprochene Be« Häuptling aufgestellt, daß der Direktor bei der Tiroler Landesregierung, hofrat©t. Baute- mann, die Dokuweot» für die von Deutschland steckbrieflich»er- folgten Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hat. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß auch jetzt hakenkreuzle- rische Flüchtlinge in Tirol mit falschen amtlich en Dokumenten versehen wurden. Ihr Uebertritt nach Oesterreich vollzog sich g e s a h r- los-und ungestört. Es ist kein einziger Fall bekannt, daß die Gendarmerie, oder eine andere Behörde g.egen diesen Verbrecher- schmuggel einschritt. D!« bayerische Grenze ist von hakenkreuzlerposten besetzt. Die Verhaftung des Mörders ktollatz wurde nur dadurch möglich. daß er nicht an die richtige Hokenkreuzler-Adresse an der Grenze geraten ist. Die Durchsicht des in der Wohnung dos verhafteten preußischen .Hauptmanns v. M a l t i tz beschlagnahmten Schriftwechsels hat ergeben, daß v. Mallitz mit der Hakenkreuz-ZeMrale in ständiger Bcr- bindung stand und von ihr Weisungen bezüglich der flüchtigen Pgs. erhielt. Es scheint, daß Maltitz von seiner bevorstehenden Verhaftung Informiert war, so daß er das ihn betastende Material zu einem Teil beiseite schassen konnte. Die Zwanasarbeil in hollöndisch-llndlen wird allmählich ab- aeschasst Das hat i t: wer nicht national zuverlässig ist. verliert. Der Orts- fascio spielt den Friedensrichter, jeder Parteisekretär ist Beamter. Für Polizaizweck« wird, jährlich«ine Milliarde Lire ausgegeben, viermal so viel als in Frankreich, Ausländsbrief« werden durch- leuchtet und chemisch untersucht. Das Spitzelwesen blüht ungeheuerlich. Man sagt in Italien, daß ein Italiener Antifaschist ist, zwei Italiener kein« Faschisten, drei Italiener aber Fasckiisten sind, well einer vom anderen fürchtet, dieser sei ein Spitzel. Die nächste Um- gebung des Diktators weiß nie, wo dieser die Nacht schlafen, wird. . Die Milch, die er trinkt, wird von zwei Beamten gemolken und dann versiegelt. In Roms sind 300 Deteklio« Täxichauffeure, die mit Milro- phonen die Gespräche der Fahrgäste belauschen.' Pressefreiheit, Parlamentarismus und Koalitionsrecht sind abge- schafft, aber die Mütel der Diktatur müssen sich immer mehr steigern wie der Nervenkrank« die Dosen der Schlafmittel immer vermehren muß. bis er daran zugrunde geht. Der Faschismus stirbt an dem, wovon er lebt. Di« Gewalt verpestet die Luft so lange, bis das Leben in ihr unerträglich wird. Gewiß hält sich Musiolini bereits lang«, er hat nicht den Blick des Adlers, aber die Spürnase des Hundes. Eines ist sicher, die Opposition lebt, der Faschismus muß sterben, wenn er nicht Zuzug von außen bekommt. Hier ist Deutschland besonders wichtig. Aber das italienische Proletariat wird nicht ver- sagen, wenn, wie unsere Zuversicht ist, das internationale Pro'«. iariat nicht oersagt." Neue Krise in Spanien. Regierung demissiouiert.— Parlamentswahl abaesagt! , Madrid, 14. Februar. Das kl abinett Bereuguer ist zurückgetreten, König Alfons beauftragte es mit der Weiterführung der Ge- schäfte und nahm sogleich seine Besprechungen mit de» Parteiführern auf. Er empfing den konserdativen Führer Herzog von Manra, den liberalen Führer Graf NvmanoneS und den Demokratenführer Marquis Alhucemas. Maura erklärte beim Verlassen des Schlosses, er habe sich für die Bildung eines nationalen Kabinetts ausgesprochen. Maura glaubt, daß der König auch die sogenannten Konstitutionalisten, d. h. die Politiker, die die Einberufung einer konstituierenden Der- fammlung fordern, zu Rate ziehen werde. Außerdem werde der Führer der fatalomschen Ragionalisten Comb? morgen vom König empfangen werden. Alhucemas erklärte, er Hobe den König auf die Notwendig- kcit der Bildung eines Kabinetts der„sehr breiten Konzentration" hingewiesen. Außerdem habe er die sofortig« Ausschrei- b u n g der G e m e i n d e w a h l e n«mpsohlen, auf deren Grundlage dann die Prooinzialwahlen und später die Einberufung einer kon- slituierenden Nationalversammlung, jedoch mit einem die oorzu- nehmenden Verfassungsänderungen im voraus präzisierenden Programm erfolgen müsse. Der Sönig hat ein Dekret unlcrzeichnel. durch das die Ausschreibung der Corles-lvohlcn, die aus den l. März anberaumt waren, rückgängig gemacht wird. Als Grund des Rücktritts erklärte Berengucr, nach dem Aus- scheiden der eigentlichen Vertreter des Monarchismus glaube die Ncgicruiig nicht, vor das Parlament treten zu können. Wahrscheinlich aber ist. daß man die Wahl abgesagt hat, weil mau nach der Enthaltungsparole der wirklichen Volksparteien der Republikaner und Sozialisten— eine so geringe Wahlbeteiligung fürchtet, daß sie aller Well als schärfste Protestkundgebung der Dolksmehrheit gegen die ganze Königs- und ScnerolsherrsMaft erscheinen würde. Spät abend« bot der König dem Genera lkopitön der Flott«. Aznar, aus Earthagena telegraphisch nach Madrid beordert, woraus man schießt, daß dieser Admiral mit der Regieriings- bildung beauftragt werden wird. Nach dem Auszug. „Die Schlacht ist gewonnen— wir haben den Reichstag verlassen.* »Hier warten wir, bis uns das Volk im Triumph zurückträgt." „Es dauert etwas lange— man wird sich einen Stuhl nehmen müssen." „Es geschieht nichts? Ob wir uns nicht heimlich wieder hineinschleichen?" Fünfjahresplan für den Osten. Das neue Osthilfegeseh vom Neichskabinett verabschiedet. Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinctt verabschiedete in I seiner Sounobendsitzung unker Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und unter Bekeitigung der preußischen Stoatsmiaister Dr. Hopker. Aschosf und Dr. hirtjsefer, sowie des vizepröfidenteo der Reichs- batik, Dr. Drei) je, den Entwurf eines Gesetzes über Hilfsmaßnahmen für die notleidenden Gebiete de? Ostens, eine? Gesetzes zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung sowie eines Gesetzes über die Abwicklung der Ausbringungsumlage und die Rcngefiallung der Lank für deutsch« ZndnftricobNgationen. Die Vortagen werden sofort dem Rcichsral zugeleitet werden. u Das noch langen und spannungsreichen Verhandlungen zwischen Preußen und dem Reich jetzt vom Rcichskabinett verabschiedete und dem Reichsrat zugeleitete Osthilsegesetz zerfällt in die drei großen Abschnitte allgemeine Hilfsmaßnahmen, landwirt- schaftliche Entschuldung, sowie Uebergangs- und Schluß bestimmun gen. Das Oschilsegesetz gill für die ganze Provinz Ostpreußen, für vier Kreise der Provinz Pommern, für die ganze Provinz Grenzmark, Posen-Westpreußen. für zwei Kreise der Provinz Brandenburg, für sieben Kreise der Provinz Niederschlesien und bomerkenswerterweise auch für die ganze Provinz Oberschlesien. Die Reichsrcgiernng kann davon Ausnahmen anordnen. Allgemeine Hilfsmaßnahmen. In den Jahren 1032 bis 103k sind jeweils Reichsmittel in gleicher Höhe wie 1931 für die Erleichterung kommunaler Lasten, der Frachten und der Schiffahrtsabgaben bereitzustellen, ferner für die gleichen fünf Jahre jeweils mindestens zwanzig Wil- lionen Mark zur Linderung der besonderen Notlag« auf wirt-' schastlichem, kulturellem und sozialem Gebiet. Der Reichsernährungs- minister darf Darlehen für Vodenoerbesierungen bis auf 1 Prozent ermäßigen. Die Bank für Jndustrieobligatiopen hat zur Befriedigung des gewerblichen Kreditbedürsnisies Darlehen bis zu 20 Millionen Atork zu gewähren. Die Zeiträume für die Dar- lehenstilgung aus Vodenoerbesierungen werden für 35 Millionen Mark von 15 auf 25 Jahre, für 15 Millionen Mark von ö auf 10 Jahre verlängert. Die Reichsregierung wird ermächtigt, der Reichsbahn aus Anleihemittsln bis zu ISO Millionen Mark für Eisenbahn- bzw. Kraftfahrlinien zu leihen. Die Regelung der LCmschulduna. Entscheidend ist für die landwirtschaftliche Um- und Entschuldung im Osten die endgültige Eingliederung der Bank für Industrieobligationen als Kredit gewährendes Institut. Das Reich verzichtet für seinen Etat auf entsprechende Rcich«- einnahmcn aus der Zndustricaufbringung zugunsten des Ostrno. Für 1032 bis 1936 wird ein Betrag von mindestens 500 Millionen Mark aus dem„Vermögen" der Bank zur Umschuldung bereitgestellt. Fü? die Speisung dieses Zweckvermögens erhält die Bank aus der Aufbringungsumlage 50 Millionen im Zahrc 1931, SO Millionen im Iahrc 1952. 135 Millionen, 105 INil- lionen, 75 Millionen und 45 Millionen in den Zähren bis 1936. Der Neichsfinonzminifter wird ermächtigt, gemeinsam und zu gleichen Teilen mit Preußen ein« Ausfallbürgschaft für Entschuldungsdarlehen einer Bank zu übernehmen. wobei sich die Haftung oüs ein Viertel der im einzelnen Falle gewährten Darlehen beschränkt. In gleicher Weise sollen Reich und Preußen bis zum Betrage von 250 Millionen Mark für die Eni- schuldungszwecke eine allgemeine Bürgschaft übernehmen, die sich auch aus die Einlösung unverzinslicher Berpjlichtungsschein« erstreckt, die als»bliijun'gsscheln« von zentralen Kreditinstituten an bisherige Glänlüger von Eittjchuldungsbetrieben gegeben werden können. Die Ab l ö su n gs s che i n e sind aus einen Betrog von 100 Millionen beschränkt und müssen bis 1938 getilgt fein. In den ersten fünf Iahren. dürjen die jährlichen Leistungen der Schuldner loffenbar. einschließlich der auf 30 Jahre berechneten Tilgung) 5 Proz., in...d«n� Witexen. Jähren 6 Ptez. nicht übersteigen;'.der Unterschied ist vom Rrich �'jähre ti. Die Bank für IndustrieobligatiiZnen erhält für die nv!?!hr gewährten Darlehen, wenn nicht das Reich eine höhere Verzinsung ihr zubilligt, eine Verzinsung von 1 Proz. Durch Zahresleistungeo der Schuldncr sollen die Darlehen innerhalb von 30 Jahren getilgt sein. 'Nach§ 24 und 25 köimen Haftungsvcrbände der um- geschuldeten Gutsbesitzer gebildet werden. Die Bank für Industrie- obligationen kann die Darlehensgewälirung von der Mstgliedschaft zum örllichen Haftungsverband abhängig machen, wenn das die zustäMge Landwirtschaftskammer beantragt. Die so zusanunen- geschlossenen Schuldner haften in Höhe von 10 Prozent der ihnen gewährten Darlehen, aber mit der Einschränkung, daß in den ersten fünf Iahren die Jahresleistung 1- Prozent, in den folgenden Jahren •/i» Prozent der Darlehen nicht überschreiten darf. Der aus den Ausfällen sich ergebende Betrag wird von der Bank für Industrie- obligationen durch Umlage eingezogen. Die genannten örtlichen Hckftungsverbände, um deren Bildung ernst gekämpft worden ist, erholten auch das Recht, zur Bildung von Rücklagen und zur Deckung der Berwattungskosten eine Umlage zu erheben. Neben der Bank für Jndustrieobligationen hat das Reich selbst für Entschuldungszwecke in den Iahren 1931 bis 1937 jeweils 36 Millionen Mark bereitzustellen, die in erster Linie zur Zins- sentung und zur Betriebssicherung zu verwenden sind, worüber im 8 22 Einzelbestimmungen getroffen werden. Für die Siedlung wird bestimmt, daß das Reich in den Rechnungsjahren 1931 bis 1936 jährlich 50 Millionen Mark im Zusammenhang mit der Um- und Entschuldung zur Verfügung zu stellen hat. Der Reichs- finanzminijter wird zur A n l e i h c a u f n a h m e für Siedlungs- zwecke e r m ä ch t.i g t. Dabei soll die Entschuldung nach Möglichkeit davon abhängig gemacht werden, daß der Schuldner einen Teil der genutzten Flächen an das Reich oder eine dazu bestimmte Stelle zu Siedllingszwecken veräußert. Der dabei ebenfalls vorgesehene öffentliche Erwerb von landwirtschaftlichen Betrieben wird durch die Bestimmung erschwert, daß der Erwerb möglich st nur bei Zwangsversteigerungen erfolgt, deren Verhinderung ein großer Teil der Osthilfsgesetzgebung gewidmet ist. Als Zweck der Umschuldung und Betriebssicherunz wird eine Regelung der Kreditverhältnisse der Umschuldungsbetriebe bezeichnet, die die ordnungsgemäße Fortführung des.Be- t r i e b s gewährleistet. Die Durchführung der Entschuldung kann von der Bank für Jndustrieobligationen einer fortlaufenden U e b e r w a ch u u g uitterstellt werden. Für Kleinbetriebe und mittlere Beiriebe können erleichternde Bestimmungen vorgesehen werden. Verteilung der Kompetenzen. Entschuldungsanträge werden mit Zusammenwirken der Bank, der Landstellen und" der Haftungsvcrbände bzw. einer entsprechenden Vertretung der Landwirtschaft geprüft, die Eni- s ch'e i d u ng über die Anträge erfolgt durch übereinstimmenden Beschluß der Sandstelle und der Bank. Auch gegen.den Willen der Land stelle kann die Bank Anträge genehmigen. wenn der Haftungsvcrband die vorgesehene zehnprozentige-$ürg- schaff übernimmt. Die Ucbergangs- und Schlußoorschristen ordnen das Weiter- bestehe» der O st st c l l e bei der Reichskanzlei und der Land- stellen an und ermächtigen die Reichsregicrnng zum Erlaß der Durchführungsbestimmungen für das Osthilsegesetz. Da? Gesetz tritt mit dem auf die Verkündigung folgenden Tage i» Kraft. Kapitel Reichsgericht. Landsbergs Rede im Reichstag. In Äer gestrigen Reichstogssitzung erwiderte Abg. Landsberg(Goz.) auf die Angriffe seines lommunistischen Vorredners Dr. LLwcnthol. die Sozuldemokratie sei aus dem Grunde für die vorig« Amnestie nicht eingetreten, um nicht ein schmutziges politisches Geschäft damst zu verbinden, nämlich um nicht auch solche Leute slrasfrei zu machen, die der Vorredner selbst als Mordbanditen bezeichnet hat. lMinutenlong stören die Kommunisten durä, lärmende Zwischenrufe den Redner am Weitersprechen.) Das Amnestiegesetz Hot nicht nur bereits zuerkannte Strasen aufgehoben, sondern auch die Einleitung neuer Verfahren unmöglich gemacht. Das an Fememorden und anderen verbrechen ähnlicher Art aus jener Zeil jetzt noch zum Vorschein kommt, kann nicht mehr nersolgl werden, da die Kommunistische Vorlei den Richtern und Staatsanwälten in den Arni gefallen ist und diese Verfolgung unmöglich gemacht hat. (Zuruf des Kommunisten Torgler: Sie haben doch die Anträge zu- gunsten der politischen Gesungenen abgelehnt!) Wir machen weder ein einseitiges Amnestiegesetz(andauernde störende Zurufe der Kommunisten), noch politische Geschäfte damit. Damit Sie(zu den Kommunisten) sich beruhigen, wende ich mich jetzt anderen Gegen- ständen zu.(Die lärmenden Zurufe holten an. bis Präsident Löbe schließlich durch die Drohung mit schärferen Maßnahmen Ruhe schafft.) Für die Gulachlcrlätigkeit der Richter ist folgender Fall bezeichnend: in einem Schadenersatzprozeß gegen den Fiskus hatte die erste Instanz den Fiskus ersatzpflichtig erklärt. Die zweite und dntte Instanz wiesen die Berufung des Fiskus zurück. Nun iolgte der Streit um den Betrag des Schadenersatzes, und darin erstattete einer der Reichsgerichtsräte, die bei der Eni- scheidung über den Grund des Anspruchs mitgewirkt hatten, sin Guchtachten für die eine Streitpartei.�(Hört! Hört!) Das sollte nion doch nicht für möglich halten.(Sehr wahr!) Was den Fall Jörns anbelangt, so hat mein oerstorbener Freund Paul Levi nach dem freisprechenden Urteil der ersten Instanz mir gesagt, die zweite Instanz werde es sicher dabei lassen, aber ebenso klar war Levi sich darüber, daß das Reichsgericht jedes srei- sprechende Urleil in dieser Sache kassieren und den Prozeß an eine andere Instanz zurückverweisen werde. Es ist so gekommen. Staatssekretär Joel hat mit Recht gesagt, man müsse den Wortlaut des neuesten Landgerichtsurteils abwarten, bevor meitere Schritte getan werden. Ueber den Charakt«r des Herrn Jörns bin ich mir aber längst vollkommen im klaren, auch auf Grund der Erfahrungen, die ich auf dem Zeugenstand in diesem Prozeß mit ihm gemacht habe. Ich wurde als Zeuge über das Gespräch vernommen, das ich damals als Reichsjustizminister in Weimar mit Herrn Jörns geführt habe. Damals hatte ich ihn be- rufen, um mir Aufklärung zu verschossen, weshalb die nach meiner Meinung dringenden Berdachtsgründe nicht den Erlaß von Hast- beselzlen gegen die Mörder von Karl Liebknecht und Rosa Luxem- bürg veranlaßt haben. Vor Gericht gab Jörns die Aussprache im wesentlichen zu; aus meine Frage, worum er mir dabei wesentliche Tatsachen. die den verdacht bestärkten, nicht mitgeteilt habe, erwiderte Iornsa..Dafür habe ich meine guten Gründe gehabt." (Lebhaftes Hört! Hört! links.) Weiter hat Jörns nicht Bedenken i getragen, mich vor Gericht zu fragen, ob meine politischen Freunde und ich nicht höchst erfreut gewesen wären über die Nachricht von dem Ende Liebknechts und Luxemburgs. In dem Augenblick, da er mir dies« Frage vorlegte, war ich mir vollkommen klar darüber, daß nur jemand so fragen kann, der die höchste Genugtuung über die Mordtat empfunden hat und infolgedessen nicht gewillt war. die Täter der Verurteilung zuzuführen.(Sehr wahr! links.) Dies« beiden Tatsachen sollten Sie, Herr Staatssekretär, nicht ans den Augen verlieren. Ich glaube, Sie werden mir Recht geben: Dieser Dann verdient nicht länger, die rote Robe zu tragen. Staatssekretär Joel hat Verwahrung dagegen eingelegt, daß hier über das Reichsgericht absprechend geurteilt werde. Meine politischen Freunde und ich wünschten nichts so sehr, als daß wir zum höchsten Gericht das vollste Vertrauen haben könnten. Das wäre der Fall. wenn dort jenes Wort eines alten preußischen Juristen gelte, der von sich gesagt hat, je weiter ein politisch Angeklagter von seiner eigenen Meinung entfernt sei, desto mehr bemühe er sich, in die Denkweise und die Seele des Angeklagten ein, zudringen, um ihn so gut als nur möglich zu verstehen, damit er ihm nicht Unrecht zufüge. Don solchen Grundsätzen müßte das Reichsgericht getragen sein. Die Reichsgerichtsurteile über den NS.-Ausdruck„Judenrepublik" und andere derartige Urteile, zeigen aber, wie mindestens die Mehrheik des erkennenden Senates denkt. Oder der Fall C l o ß. Wir wissen, wie wenig dazu gehört, vom Reichsgericht wegen Hochoerrot verurteilt zu werden, nachdem man vom Oberreichsanwalt angeklagt worden ist. Hier hatte ein Jurist, «in langjähriger Rechtsanwalt, dahin gearbeitet, daß auf Grund des Artikels 48 die Verfassung ausgehoben werde. Der Oberreichsanwalt und ein Senat erklärten aber, bei der Ungewißhest über die Bedeutung des Artikels 48 könne dem Beschuldigten nicht widerlegt werden, daß er geglaubt habe, der Artikel 48 könne legalerweise nach der Richtung hin angewendet werden, die Elaß wünschte. Auch dieser Fall beweist die politische Einstellung der Männer, die den Beschluß gefaßt haben, und die es wahrscheinlich als ein sehr ge- ringes Unglück betrachten, wenn Cloß sein politisches Ziel erreicht hätte. Jehl kommt dieser Dr. Müller dazu. Ich habe den zweifelhasten Vorzug, den Herrn Moriß, der Verfasser des hier mehrfach erwähnten Buches zu kennen. In einem Straf- prozeß, den ich wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsiden- ten Dr. Braun zu führen hatte, wurden die gegen Braun erhobenen Vorwürfe als vollkommen gegenstandslos und unberechtigt erwiesen, der Angeklagte zu einer erheblichen Geldstraf« verurteilt. Herr Moritz hat als Zeitungsberichterstatter einen Artikel über diesen Prozeß veröffentlicht, worin er die Beleidigung wiederholte und alles, was gegen die beleidigenden Behauptungen in der Verhand- lung hervorgetreten war, vollkommen unter de» Tisch fallen sieh. Daraus wurde gegen ihn ein Verfahren eingeleitet, und er zu einer exemplarischen Strafe verurteilt mit der Begründung, daß sein Der- halten an Verleumdung grenze.(Hört! Hört!) Dieser Mann schreibt«in Buch und ist in der Lage, sich zu dessen Empfehlung auf den Brief eines Mitgliedes des höchsten deutschen Gerichtshofs zu berufen. Da kann es nicht Wunder nehmen, daß die Achtung vor dem höchsten Gericht schwindet. In den unteren Instanzen steht auch nicht alles.zum Besten. Abg. Dr. Kurt Rosenfeld wurde wegen seiner Tätigkeit im Straf- rechtsausschuß des Reichstags in einer NS.-Broichüre auf das gröbste angepöbelt, als ein solcher Bursche und solcher Sexual- bolschewist bezeichnet, der m anderen Ländern der Lynchjustiz versallen wäre. Wir wissen, daß die Herren, für die diese Wotu geschrieben wurden, nicht grundsätzliche Gegner der Lynchjustiz gegen andere sind. Rosenfeld ließ durch mich Strafontrag wegen Ausforde- rung zum Morde und Beleidigung stellen. Die Staatsanwaltschaft München lehnte den Strafantrag mit der Begründung ab, der Schreiber habe kein« Aufforderung ausgesprochen, sondern nur eine Betrachtung angestellt, was in anderen Ländern geschehen wäre. Für eine Verfolgung wegen Beleidigung im öffentliche Interesse liege kein Grund vor.(Hört! Hört! links.) Das sind ja angenehme Aussichten, wenn der Schuh der Tätigkeit eines Reichstagxmitgliedes in einem Reichetagsousschuß vor Drohung und Beleidigung nicht als im ösfentlichen Interesse liegend betrachtet wird. Selbstverständlich hat der Staat ebenso wie jede Privatperson das Recht, gewaltsame Angriffe aus seinen Bestand zu verhindern und die Angreifer zu bestrafen. Das gilt auch für die Vorbereitung des Hochoerrats. Wenn aber jemand sich aus den Standpunkt stellt, dieser Staat sei nur mit Gewast aus den Angeln zu heben, so ist das«in Zeichen von Achtung, denn es wird dadurch die Kraft des Staatswesens anerkamst. das nicht von selbst zusammenbricht, sondern nur unter Gewallanwendung zusammenbrechen könnte, erklärt jemand also, der Staat könne nur mit Gewalt beseitigt werden, so ist das eine programmatische Deklaration, die abzugeben in einem freien Staat erlaubt sein muß. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit der psychischen Beein- flussung zur Teilnahme am Hochverrat, wenn jemand ruft„auf die Barrikaden" und sich an die Spitz« einer Schar stellt, von der er wünscht, daß sie mit Gewalt gegen den Staat vorgeht. Aus der theoretischen Erörterung �scheidet die Gewastanwendung aus. Wir sehen doch, daß die NS. nicht wegen Vorbereitung zum Hoch- verrat angeklagt und verurteilt werden, obwohl sie darin genau so weit gehen, wie die Kommunisten. Hier im Hause hat doch z. B. der Abg. Dr. Frick, jetzt thüringischer Minister, gesagt, nur die völkische Revolution könne uns besseren Zesten entgegenführen. Unausgesetzt sprechen diese Herren vom Rollen der Köpfe, und daß sie alle an den Galgen bringen wollen. die irgend etwas mit dem Friedensvertrag, dem Dawes-Plan. dem Vou»g-Plan usw..zu tun haben. Da diese Herren Abgeordnete und sogar schon Minister sind, kennen sie doch die Gesetze und wissen, daß sie auf legalem Wege niemals solche Todesurteile erreichen können. Ihre revolutionäre Absicht ist somit außer Zweifel. Es sollen ja Hochverrotsanklagen gegen NS. schweben, aber von ihrem Ergebnis hört man nichts. Diese Prozesse, die immer nur gegen die eine Seile geführt werden, müssen aushören zum Segen unseres Vaterlandes und zur Ausrechlerhaltung seiner Ehre. (Lebhafter Beifall de? Sozialdemokraten.) Mit einer Erwiderung des Abg. Geschke(Komm.) schließt die Besprechung. Der Haushaltsplan wird angenommen, die dazu ge- stellten Antröge werden dem Rechtsausschuß überwiesen, die nament- liche Schlußabstimmung über die Aenderung des Preßgesetzes zurückgestellt. Nach IHK Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, den 19. Februar, 13 Uhr: Vcrkehrsetat. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Dl. Suet Geyer: Wirtschaft:®. SUutgcX!)c!u; Sewerkschaitsdewegung: Z. Steiner: tzeuilletoi:: JL i>. Dölcher: Lolale- urö Sonstiges: iZrit,»arftobt; Anzeigen: Tb. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag(6. m. b. S.. Berlin. TruS: Vorwärts-Buchbruckerei unb Derlogsanstall Von! Singer u. Co.. Berlin SW 08, Linbenstrake 3. Sierz« 4 Beilagen anb.Blick in b» Suche rwlf. Schlager. Jetzf: Speise- und Herren-Zimmer Preise IM SCHLAGER- ZENTRUM äHgeftoüfä Wiim. aus den weissen Wochen Speisezimmer„Stuttgart" |wia Abbildung) poliert Nlussbaum, Büfett 1,80 m, Vitrine," Tisch, 4 Polsterstöhla Spatsezlmmer„Augsburg" poliert. Mahagoni, Büfett 2,00 m br., Vitrine, Tisch, Polsterstöhlo# Ol? n>« Spelseziimner„Regonsburg" nossbaumtarbig, matt polierte Birke, Büfett mit Vitrlner.aufsatz, Tisch, Stöhle und TFQ'iOO Armlehnsessel* 4r■ 76522 Sp«lMzlnimar„Reth«nburs" Nussbaun pollart, Bütett 2,00 m breit.Vitrino, Tisch 1 und Polstersiühle. Ei« Beispiel aus der Serie vornehmer Herrenzimmer: Modell „Bölscha", poliert. 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Februar 4 95 4 ., Es gitig spazieren oor dein Tor ein kohl pedirabensdnoarzer Mohr, die Sonne schien ihm aufs Gehirn, da nahm er seinen Sonnen- sdiirm." Mit diesen Worten ließ der Frankfurter Arzt Hoffmann in seinem köstlichen Kinderbuch.„Struroelpeter" die Geschichte jenes Mohren beginnen, dem die bösen Buben so arg zusetzten, daß sie später zur Strafe oon Sankt Nikolaus nodt. sdiroärzer gemadii wurden als der Mohr. Dem armen Mohren im Film„Afrika spricht" jedodi, der von der Colorado African Expedition kaltblütig für Sdxauzmecke den Löwen vorgeworfen wird, könnte nur nodi im Tode Genugtuung versdiafft werden. Da flüchtet in walvi- sinniger Angst ein Massai-Neger vor einem Löwen, man sieht, wie dem Manne die Augen förmlich aus dem Kopf quellen, dann ist es auch sdion so weil, ein Sprung und der Löwe sitzt dem Neger im Genick. Unter der Wudü der f urdübaren Tatzenhiebe bricht der Neger leblos zusammen. Im Zuschauerraum sdireien mehrere Frauen laut auf. Aber so sdincll der Film läuft, so schnell ist die Sdireckensszene wieder vergessen, wenige Minuten später plätsdiern die Wellen des Indischen Ozeans gegen die palmenbestandene Ostküste des schwarzen Erdteils. Nur der Neger wird nicht mehr lebendig. Erbarmungslos haben ihn die weißen„Kultur- und Zivilisationsträgcr" in den sicheren Tod gehetzt. Da die Aufnahme gestellt ist, handelt es sich um einen glatten Mord. Bei dem jedoch keiner Filmprüf stelle Bedenken aufgetaucht sind. Jetzt hat sich die sozialdemokratische Fraktion des Freu ßenparlamcnts dieses Falles angenommen und wird ihn im Landtag zur Sprache bringen. Unabhängig davon haben die rund zweihundert in Berlin- ansässigen Neger in einer Protesterklärung ihre Empörung zum Ausdruck gebracht. Kamerun gehen die Kinder aus der Hütte, wenn di« Ellern mit- einander sprechen. Bei uns in Kamerun geht kein Mann an einer Stelle vorbei, wo Frauen baden. Alle Männer warten, bis die Frauen wieder angezogen oder bis zum Hals ins Wasser gegangen sind. Auch wir haben unsere Gescge, die aus keinem Papier stehen, ober in unserem Blut. Auch wir dürfen nich: töten, nicht stehlen und dem Stanmiesgenossen di« Frau wegnehmen. Um ein Beispiel zu nehmen: Baunisrovrl. einfacher Baumfrevel, wird bei uns mit dem Abhacken der rechten Hand bestrast. Kamerun ist unsere Hei- rnai. Aber wenn wir heute nach Kamerun gehen wollen, dann müssen wir erst zu einem weihen Mann gehen, den wir gar nicht kennen: der fragt uns: wo wollen Sie hin? Räch Kamerun? Was wollen Sie da? Wenn wir also in unsere Heimat zurück wollen, Dann frag: uns«in Weiher: Was wollen Sie da?! Der Neger ist dmnm und dar Reger ist faul, sagen die Weihen. Aber die Baumwolle, die die Weihen trogen, haben Regsrhände gepflanzt und geerntet. Wenn wir aus die Straß« gehen und seht einen(5 Hanfs cur fragen, woher seine Pneumatikz stammen, danit Suche nach Negern in AerUn. Rur ist dos gar nicht so einsach, einen von den zweihundert ouszuireiben. Dazu noch den richtigen zu jinden, der auch etwas erzählen kann, der noch den Urwald gesehen hat und kein in Europa geborener Mischling ist. Ja, weim wir Chinesen suchen würden, das wäre sehr einfach: in einer einzigen Straße in der Rahe des Schlefischen Bahnhofs wohnen mehrere Hundert, einig« von ihnen besitzen sogar Tee- und Porzellangeichäfte. Da braucht uwn nur die Tür aufzuklinken. Oder selbst Japaner? Di« haben im Westen der Stadl ihre eigenen Restaurants. Oder selbst In- diaucr. Denn in einer Kneipe unweit des Alexanderplatzes sitzt jeden Abend Mister Mofi Otamba vom großen Stamm der Nova- joe, rat wie eine Kupfermünze und mit der Adlersedcr im pech- schwarzen Haar. Ausammen mit dem.Schwarzen Bär" und dem „Schnellen Elch" spielen sie abwechselnd ein Heimatl'ed imd den neuesten Schlager; nachdem sie vergeblich bei ollen Zirkussen der allen Welt um Veschäf.igung angeklopft hatten. Wer etwas die englische Sprache beherrscht, kann mit ihnen stundenlang über di« Sierra Nevada, über Lasso- werfen oder auch über Bus solo Bill reden. Aber Neg«r? Zu, in der Friedrichstrahe laufen doch so viel« herum. Rur nicht, wenn man einen braucht..Einen Neger suchen Sic? Da war innner einer am Biktona-Luise-Plalz. Gehen Sie doch da mal hin." An solchen Ratschlägen sehll es nicht. Da ging mal«in Neger über den Hcrmannplatz, ein anderer hat sich Kuchen geholt an, Halleschen Tor, ein dritter war Kellner in einem Kafsehaus om Potsdamer Platz, wir sehen schon, alle Reger waren einmal irgendwo. Dann aber trifft man gleich zwanzig mit einemmal. In der vesselstrahe, am späte« Abend, beim Arbeitsamt verlin-Mitte. Fachobleilung für Filmdarfieller und Komparsen. Kameruner. Abessinier, Samoaner. Araber, kleine, große, elegante, schäbige, die alle untereinander deutsch reden, ein pikseines Deutsch übrigens, da der Togomann nicht di« Sprache des Kenjamannes versteht. Ein großer Teil ist schon j a h r z e h n t e- lang in Deutschland und hier verheiratet, einige haben es zu etwas gebracht, wie der früher« K-sselpouker der Garbe« kavollerie, den sich seinerzeit Wilhelm halte aus Togo kommen lassen und der heut« eine Schneider- Werkstatt im Norden der Stadt betreibt. Andere wieder sind arme Teufel geblieben, wi« Abdullah. der sich schlecht und recht als Schuhputzer eines Schuhgeschäfrs in der Berliner Ei y durchschlägt: der schwarze Kellner mis einem Dergnügungscta- blisiement in der Hasenheide, wo er zwanzig lanre Jahre war, sitzt als alter Mann heute auch auf dem Ztachwcis, und was es beim Film für über hundert Reger jeden Tag groß zu tun geben soll, das kann sich jeder selbst aus- rechnen. Augenblicklich sucht eine Famgesellschaft zwei schwarze.. Frauen, di« gar nicht einmal so einsach aufzutreiben sind, da die trinken, den hoben Reaerhände gepflückt. Fast an jedem Rohstoss, an sich schon wenigen Berliner Negerinnen n«ist nicht rasierein, l den Europa oerbraucht, hastet Regcrorbeit und da sollen die , � omrj.,,— n-s«---..~ schwarzen Männer fanl sein? Die Reger sind auf dem Marsch, denken Sie daran, daß die ganze alte Welt heute unsere Zieger- vmsik spielt." Alle in Berlin lebenden Neger kennen sich untereinander. Trotz einer überraschende!! politischen Difscvenziening— di« einen schwören aus Scvering und lassen keine Versammlung aus, wo er spricht; di« anderen aus die Kommunisten— sind alle erst einmal Reger. Sie kennen also auch all« Mister Abdullah, den kleinen Rordasrikaner, der jetzt 5 9 Jahre alt ist und von diesen sondern nur Mischsinge sind._ Derartige Engagements gleichen also nur zu gut dem Tropfen auf den heiße« Stein. Kamerun klagt an. Inzwischen sprach Afrika. Hier ist die Anklage eines.Kamerun- negers:..Die Weißen müssen einmal olles umgekehrt sehen, was sie uns Schwarzen antun. Was würden die Weißen wohl sagen, wenn wir jetzt in Deutschland einen Film drehen und dabei ein paar Löwen losla'ien. die einen Weißen töten. Alle Weißen würden empört sein. Mit Recht. Aber zu uns kommen die Weißen, nehmen einen Majstri und Wersen ihn den Bestten vor. Zu uns kommen die Weißen und nehmen unser Land, dos unser« Urväier seit Jahr- taufenden besessen haben. Weil die Weißen die Macht haben. Wenn zu unseren Vätern in Samerun Weiß« kamen, sagten sie: �Hier ist Platz und h»-r ist Palmwein, eßt und trinkt." Und wenn die Weißen ausgetrunken hatten, gaben wir ihnen noch mehr. Nach- der nahm man uns unser Land und schlug uns ohnehin mit der Peitsche, wenn wir Sie Weißen nicht grüßten. Zuerst kam der j Missionar und sagt«: O, schwarz« Männer, weihe Mümier, alle Brüder! Danach kam der Fabrikant, der kannte keinen schwarzen Bruder mehr. Jetzt ist in Frankreich ein Senegalncger Un ersloats. fekretär geworden und all« Rationalisten schreien, das ist der Unter- gang dar weißen Herrenrass«. Ja, haben wir jemals vom Untcrzang der Regerrasse gesprochen, wenn uns ein schwarzer Gouverneur epgj Max Bambula war mir ein König im Reiche des Films: Berlin beherbergt aber auch eine echte Negerkönigin, die Ltzjührige King Bell, d-rcn Mann, der König eines Kongostammes, sie allerdings verlassen hat. Vor den Deutschen Gerichteil kann sie nicht klagen, denn sie untersteht ihrem schwarzen Recht. Eine Zeillang war sie Sekretärin bei einem Professor, jetzt tritt sie in einem Kabarett des Berliner Westens auf. Merkwürdig, wenn die Schwarzen unserer Zivilisation überdrüssig sind— der Schreibmaschine und Dez Wasserklosests— dann besinnen sie sich wieder aus den Ur- woid und zeigen uns ihre schwarzen.Künste. Bambula, der den Urwald nicht mehr kannte, starb an der Zivilisation des weißen Mannes, am Feuerwasser. SleUdidieln der ßßertlner tieger In einem Cafe im Zentrum Kein Wille zur Reform! Probeahstimmung im Ausschuß Die kommunale Leistung Berlins Der Gemeindeavsschuß des preußtschea eandtoge» fetzte gestern oachmUtag zunächst die Generaldebatte über den Zcutrumsantrag fort, hierbei wie» Genosse Hermann Harnisch die Angrisse des Herrn v. Cynerner seinerzeit dringend der Ermor- fcttg der elfjährigen childe Zäp ernick beschuldigt worden war. ifneii sich am 26. Februar von neuem unter der Beschuldigung des Sittlichkeitsverbrecheus vor dem Schöffengericht Lichten- berg zu verantworten haben. Die kleine Hilde Zäpeniick wurde bekannllich in dem Neubau «ns Leiche verscharrt gefunden, aus dem Schultz als Wächter tötig war. Er wurde auch verhaftet, aber nach einem angetretenen Ent- loktungsbeweis wieder freigelassen. Nach wenigen Wochen wurde Schultz von neuem in Haft genommen, weil sich herausstellt«, daß er sich an seiner eigenen Tochter schwer oergangen hatte. Man hoffte damals, daß nunmehr auch Licht in die Sache des Lust- mordes gebrocht werden würde. Trotz aller schwerwiegenden Indizien leugnete Schultz aber weiter hartnäckig, dieses Verbrechen begangen zu haben, während er die Verfehlungen an seiner Tochter sofort zugab. Schultz wurde wegen Blutschande zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und verbüßt jetzt diese Strafe im Zuchthaus in Luckau. Jetzt ist er von neuem angeklagt wegen schwerer Kuppelei an seiner Ehefrau. Die nächste Tagung des Sladlparlamenls jindet am Donners- tag, dem 19. Februar 1331, statt. Beginn der Beratungen um Iß;* Uhr. Eine reichhaltige Tagesordnung mit 17 Punkten harrt der Erledigung. Heinrich Lersch liest. Am Montag, dem 16. Februar, 29 Ul>r, liest in der Aula der 133. Volksschule, Friedenstraße 31, der Arbeiter. dicdtcr Heinrich Lersch eigene Dichtungen. Eintritt 1 Mark. Der Erlös dos Abends ist restlos für den Dichter bestimmt. Noch einmal Prügel-Lübbert Der ehemalige Freikorpsführer als Sadist Was seine„Matrosen'' erzählen vor dem erweiterten Schöffengericht Eharlollenburg fand heule die Reoisionsvcrhandlung gegen den im Rovember von- gen Jahres zu neun Monaten Gesänguls oerurleilten Regierung»- rat im Reichspalentamt Dr. Lübben unter Ausschluß der Oessent- lichkeil stakt. Der ehemalige Freikorps sührer, der auch eine leitende Stellung im Wicking einnahm, gründete bekanntlich den „Deuijchen Marinesporlklub" am Stöherstee, von desien etwa achtzig Mikgliedern ungefähr zwanzig in jugendlichen Alter standen. Die Anklage wirft ihm Vergehen gegen die§Z 174,75 des StGB. vor. außerdem werden ihm forlgejehte Körper- Verletzungen zur Last gelegt. Unabhängig davon schwebte ein besonderes Verfahren wegen des Besitzes verbolenerWaffen. in dem Lübben zu drei Mouilen Gefängnis verurteilk wurde. Das im Rovember ergangene Urteil wegen der ersigenannlen Delikte war sowohl von Staatsauwaltschast wie von dem Angeklagten, der vou Rechtsanwalt Dr. R i e m a u n verteidigt wird, angefochten werden. Als Sachverständige waren Medizinalral Dr. Lepp- mann, der Gerichlsarzt Freiherr von Mahrenhold, sowie Dr. Abraham vom Justiliut für Sexualwissenschasl geladen. Der Angeklagte hat nach seinem Ausscheiden aus der ver- boten« n Organisation des Wikingbundes im Jahre 1326 de» deutschen Marine-Sport-Club gegründet. Er stellte dem Klub sein Segelschiff, die„W ö r t h", zur Verfügung und bevorzugte bei der Aufnahme vorwiegend junge Leute, die meist als Arbeiter, Mechaniker, Angestellte usw. tätig waren. Die„Er- z i e h u n g s m e t h o d e n", wie er seine sadistischen Angriffe auf die Jungen nannte, sollten rn erster Linie der Disziplin, wie sie im Felde geübt wurde, und der körperlichen„Ertüchtigung" dienen. Lübbe» beförderte u. a. die jungen Klubmitglieder nach lee- männischer Ausbildung, die er selbst leitete, eigenmächtig zu Voll- malroseu. Das heißt, wenn sts das sogenannte„Verrollen". eine Art von Ringkämpfen, widerspruchslos über sich ergehen ließen, sich seinen Trinkgelagen anschlosien, und dem„Extra- spart", der in unzähligen Kniebeugen und den mannigfachsten Züchtigungen bestand, mitwirkten. Vernichtende Aussagen. Der im Jahre 1899 zu Rostock geborene Angeklagte hatte in der ersten Instanz die ihm zur Last gelegten Delikte teilweise hart- nockig abgestritten und behauptet, die Anklage sei aus Haß eines Teils der jungen Leute, die damals im Alter zwischen vier- zehn und sechsundzwanzig Jahren standen, gegen ihn angezettelt worden. Heut« behauptet er bei allem, was gravierend gegen chn sprach,„sich auf nichts besinnen zu können". Mit wenigen Aus- nahmen lauteten sämtliche Zeugenaussagen vernichtend fiir den Angeklagten. Als erster wurde der aus Nürnberg stammende ehemalig« Funker Ilten vernommen, der unter dem damaligen Oberleutnant Eine heitere Revue„Als Verlobte empfehlen sich Prinz Orlowsky und Gräfin Mariza" übernahm der Deutschlandsender aus Leipzig. Das musitalische Ragout war ganz schmackhaft angerichtet, die Textbeigabe aber reichlich trocken.— Einheitlicher und amüsanter war die Berliner Sendung„Auf der Reeperbah n", eine Tingeltangel- Wanderung in recht unterhaltender Aufmachung. Es war ein netter Einsall, den Berlinern im Hörbild einen Berliner im Hamburger Milieu vorzuführen, besonders, da Paul G r a e tz ihn verkörperte.— „Gedrängte Wochenübersicht" nannten sich gereimte ZeitbetrochtiiNgen von Franz K u n z«» d o r s f. Die Vorträge hätten im Rahmen einer Kabarettvcronstallung ihre Berechtigung gehabt: aber sie waren künstlerisch keinesfalls gewichtig genug, um in einer Sonderver- anstaltung den Höhrcrn. geboten zu werden. Tes. Lübbe» im Felde als Unteroffizier diente. Er bekundete, daß ihn Lübben während einer Dienstreise von Charleoille aus aufforderte, ihn im Walde mit Rulen zu schlage» und später im Eisenbahnabteil unzüchtige Handlungen an ihm vor- zunehmen. Außerordentlich ungünstig sagt ein weiterer Zeuge, der ZOjährige Walter Masiske, Polizeianwärter in der Polizeischule Brandenburg, aus:„Die Anlässe, aus denen wir geschlagen wurden, waren sehr kleinlich, denn sie waren gesucht. Es wurde einen: gesagt, daß man fällig sei, und dann wurde man an- ständig überholt. Aber ich dachte, das gehörte zu den Er- zishungsmethoden, von denen Dr. Lübben immer sprach." Schöne Kameraden! Zeuge Günther Ziegler, ehemaliger Praktikant in Lübbtns funkltechnff'chem Laboratorium, mußte sich, ebenso wie der Zeuge Keil, Schläge auf dos entbloßle Gefäß gefallen lassen. Gleiches widerfuhr auch dem jetzt erst sechzehnjährigen Arbeiter Gerhard Heinrich, dem Lübbe», ebenso wie den anderen gewaltsam das Beinkleid herualerriß. Ein Entlastungszeuge, Richard Giewalt, ehemaliges Bundesmitglied des Wiking, antwortete auf Befragen des Vorsitzenden, ob dort auch geprügelt sei:„Wir sind doch Kameraden. Natürlich haben wir das gemacht!" Es wurde noch eine große Anzahl weiterer Zeugen vernommen, bis die Sitzung gegen 14 Uhr abgebrochen und auf.Montag vertagt wurde, da einer der Beisitzer im Gerichtssaal,«inen Grippe- anfall erlitt._ Wien eingeschneit. Schwere Verkehrsstörungen.— Straßenbahnen liegen still. Wien, 14. Februar. Iu der Rächt zum Sonnabend sehte iu Wien Schueesall ein. der vou 5 Uhr früh an so stark wurde, daß er ein« Verkehrskala. st r o p h e verursachte. 221 Schncepslüge und Tausende von Schnee- lchaufleru sind dabei, wenigstens die Slrahenbohnglcise zu säubern. Die Slroßeuzüge iu den Außenbezirken konolen von Schnee noch uicht freigemacht werde». Gegen Mittag mußte daher der Straßen- bahnverkehr In die Außenbezirke eingeftelll werden. Selbst auf der Rillg-Slraße mußie der Verkehr oft unkerbrochcu werden, da Skraßcnbahnzüge entgleisten und die Triebwagen oft wieder vo,'. der Feuerwehr auf die Gleise gebracht werden mußten. Einige wagen muhten sogar ourgeschaufcll werden. polizeiliche Sicherung im Lustgarien. Das vom Polizeipräsidenten verfügte Verbot der national. sozialistischen und kommunistischen Versammlungen, die am heutigen Sonntag nach dem Lustgarten eiirftcrufen worden waren, wird unter allen Umständen durchgeführt werden. Falls von den beide» radikalen Parteien der Versuch gemacht werden sollte, unter Um- gchung des Verbotes irgendwelche Demonstrationen zu veranstattcn, so wird von der Polizei sofort gegen die Teilnelfmer vorgegangen und etwaige Ansammlungen oder geschlossene Züge a u f g c l,ö st werden. Die Polizei hat zwar keine besonderen Anordnungen gc- troffen, aber die zuständige Inspektion des Bezirks Mitte, in deren Bereich der Lustgarten liegt, wird genügend Kräfte in Bereitschaft halten, um jeden Demonsirationsoersuch im K e i m zu ersticken. Im Lustgarten konzertiert in der Zeit von 12 bis 1 Uhr das Musikkorps der Kommandantur Berlin, so daß also am Vormittag dort«ine Menschenmenge anioeseub sein wird, lim die Darbictungeei zu höre». Falls sich etwa aus dieser Zichörcrschar irgendwelche politischen Kündgebungen nach Schluß des Konzerics entwickeln sollten, wird die Polizei die erforderlichen Gegenmaßnahmen ergreisen. Luise buddelte inzwischen die im Frühjahr gesteckten Kar- tofseln aus. Es war ihr wiederum feierlich zumute gewesen, als sie sich an diese Arbeit machte: die erste Frucht aus eigenem Boden zu bergen! Dann aber, als sie die Kartoffeln der ersten Staude in Händen hielt, erschrak sie tief: klein waren die wie Nüsse, die Abstände der Ruffel, die Andreas gezimmert hatte» erwiesen sich als viel zu groß: In der mitteldeutschen Heimat wären diese Kartoffeln Ausschuß gewesen, wären achtlos zer- treten, kaum fürs Vieh verwendet worden... Sie hoffte auf die Früchte der anderen Stauden: keine war darunter, die größer war. Ihr war das Weinen nahe. Als dann aber er herankam und die Winzigkeiten in ihrer Hand sah und blaß wurde— da meinte sie lachend, auf Sandboden wären zwar alle Kartoffeln klein wie Nüsse, aber auch wohlschmeckend wie Nüsse, er werde heute abend schon sehen, und etwas mehr düngen würde übers Jahr wohl ganz gut tun. Und zufrieden ging er wieder an feine Arbeit. Sie jedoch vergaß ihren Schrecken über neuem Schaffen: sie säte. Wunderschön war das, das mit so segnender Gc- bürde über das Land zu schreiten und die Körner vor sich hin zu streuen, golden wie Sonnenregen. Es war November, bald mußte Schnee fallen und der jungen Saat ein schützendes Dach sein: wie auch die Menschen nun ihr Dach hatten, das leuchtend rot gerüstet über dem grau gewordenen Laiche wachte. Den alten Arbeiter lockte die Stodt. ote entlohnten ihn reichlich, obschon das ein Leichtsinn war, und Andreas fuhr ihn mit dem Wagen zur Bahn. Luise stand in der Tür ihres Hauses, in welchem die Dielen noch nicht fertig gelegt waren, und blickte dem Wagen nach: als er unten am See um die Wegbieguna verschwunden war, sah sie nichts Lebendiges mehr in der Lanofchaft. Sie drückte die über der Brust gekreuzten Arme fröstelnd fest an sich, als wolle sie wenigstens sich selber fühlen. Und es brannte nun doch ein kleines Flämmchen Neu- gier auf Pavendieck in ihr hoch, eine Neugier, die eine Freude war. Als Andreas am Abend heimkam, brachte er ein Zeitungs- blatt mit, das die Stabilisierung verkündete. Es interessierte sie nicht sehr. Sie aßen Pellkartoffeln: winzige Kartoffeln, an denen man zehnmal so lange schälte als aß: aber doch eigeneKar- toffeln, nicht mit Billionen und nicht mit Rentenmark bezahlt, sondern mit ihrer Hände Arbeit. Sie sprachen lange davon, wie der Winterroggen wohl gedeihen würde: der Himmel vom Stubbenkand schien zu antworten und schickte noch in der gleichen Nacht den ersten Schnee. rk Ein Auto kämpfte sich durch den verschneiten Weg zwischen Schloßheide und dem neuen, einsiedlerischen Haus im Stubbenland. Es war ein ausgezeichneter Wagen: der Motor lief so leise, daß Herr Schmitzer, der als einziger Insasie über die vier Jnnensitze verfügte, jeden Fluch hätte hören können, den sein Chauffeur zwischen den Zähnen hatte. Aber er be- merkte es nicht: seine Gedanken waren zu laut. Eine Zeitlang, im Lärm der Geschäfte, hatte er fast vergessen, daß man Ge- danken haben konnte; jetzt, in der grauenhaften Stille der Stabilisierung, waren sie da mit ihren hallenden Schritten, und er hatte verlernt, etwas mit ihnen anzufangen. Diese Stabilisierung: sie war im Begriff. Siegfried Schmitzer zu erdrücken. Sie war gekommen wie ein Habicht, hatte alle seine Geschäfte in der Luft zerrissen und ihm vor die Füße geworfen wie Luisen die Hühnerreste: zerfetzt, sinnlos und schwer. Sie waren in der Lust, für die sie bestimmt waren, so leicht gewesen: nun prasielten sie um ihn wie Steine, lasteten plötzlich, häuften sich um ihn zum türlosen Turm, er fand nicht hinaus. Eben fuhr er den Weg zur letzten Rettung: wenn die sich versagte, wenn dies Land, das er da noch besaß, wertlos war— Schmitzer wußte nicht, was dann eigentlich blieb. Der Wagen hielt: der Chauffeur wandte sich mürrisch um:„Wir sind da." Schmitzer ergriff schon iin Aussteigen die flache Trostlosigkeit ringsum: aber er fand statt der niede- ren Bauhütte ein ziemlich großes sauberes Haus mit roten Ziegeln: das tröstete. Da also wohnte jetzt Korn: da mußte man fragen nach dem Wert seines eigenen kläglichen Bodens — ein Inflationsreicher von gestern, ein Bettler von morgen. „Warten Sie hier, Maschke: ich komme gleich wieder." Wie unfreundlich dieser Ehauffeur�sich gab— ahnte er? Oder wußte er? Ein unangenehmes Schütteln in den Schultern, ■ ging Schmitzer, kurzatmig gegen den Wind kämpfend, zum j Hause hinauf. Er gab Korn, der ihm mißtrauisch öffnete, als Grund t seines Besuches an, daß er selbst sich hier anbauen wolle. Sich einen Landsitz schaffen wolle, einen Landsitz im kleinen, im kleinsten Stil natürlich. In der Küche begrüßte er Luise und nahm den Stuhl an, den man ihm hinstellte. Ja, also anbauen wollte er sich hier; ob Korns mit dem Boden wohl die er- warteten guten Erfahrungen gemacht hätten? Ob das Land wohl zu brauchen wäre? Andreas blickte auf das Pelzfutter im reichen Mantel des Gastes: käme ganz darauf an, zu welchem Zweck. Siegfried bekam plötzlich wieder mit seinen Gedanken zu tun. Die Frau oin Herd, der Mann vor ihm: sie hatten ge- wiß keine Aehnlichkeit mit seinen Eltern: und die Küche, in der er saß, glich in nichts dem Berliner Zimmer am Halleschen Tor. Trotzdem führten diese Menschen und diese Küche, das Feuer im Herd, der Dunst nach Essen ihn etwa dabin zurück: in eine Zeit festen und sicheren Lebens, festen Tuns und sicheren Füblens; in eine heimatliche Zeit, eine Kindheitszeit, die eigentlich noch gar nicht so viele Jahre bcr war; nur so laute, wirre Jahre waren das gewesen: fünf Jahre Krieg, und drei Jahre Inflation... Man hatte sie gelebt, widerwillig vielleicht, aber jedenfalls mit allen Nerven; und nun waren sie doch zerronnen in nichts... Inzwischen sagte sein Mund wie ein Automat: zu welchem Zweck sich das Land wohl am besten eigne? „Wenn ich Ihnen raten dürste: als Sandgrube", ant- wartete Andreas mit so jäher Ironie, daß Luise erschrak wieviel verbarg ihr sein nach außen gekehrter Optimismus? Siegfried fühlte sich lachen, war etwas hilflos vermut- lich. Und indesien rannten ihm feine Gedanken wieder davon, zurück in die Erinnerung an jene Epoche vor Krieg und In- flation, rannten wie Menschen, die beim Gewitter eilig nach Hause laufen und sich nicht hasten lassen. Nach Hause... er strich über den Pelz seines Mantels und fand sich selbst verwurzelt im seelischen Gebaren dieser Zeit; wenn er auch das geschäftliche Gebaren dieser ganz anderen, wirreu Taije erlernt hatte, die eben versanken. Mühsam erlernt übrigens: aus Not erlernt: und eigentlich--' Andreas hustete. „Sie meinen also", sagte Siegfried erwachend,„es ist schlechte Erde?" ..Es ist keine Erde. Es ist Sand." Luise griff ein.„Aber schaffen läßt sichs natürlich. Eis sehen sa: wir schaffens auch." Also zufrieden? dachte Siegfried. Wirklich und wahrhaftig zufrieden... in aller Armut... und eigentlich waren doch seine Erfolge, die ihn zuletzt reich gemacht hatten, aus lauter innerer Glcichgüttigksit gekommen,.,(Forts, folgt.) Berlin braucht jeden Pfennig Und da soll die Stadt noch andere Gemeinden unterstützen? Die ungünstige Finanzlage Berlins und die Schwierigkeit, seinen Haushalt in Ordnung zu halten, sind bekannt. Die Stadt hat eine schwebende Schuld von rund 620 Millionen. Die Zahl der von ihr zu betreuenden Wohlfahrtserwerbslosen nimmt unauf- haltsam zu. Meinwon Ende Dezember 1930 bis Ende Januar 1931 ist sie wieder von 116134 auf 131 ISO, also um 10 Proz.. gestiegen. Zur Zell der Haushaltsaufstellung 1930 betrug sie nur SO 000. Unter diesen Umständen ist es unmöglich, daß die Stadt auch nur noch für ein Jahr iin bisherigen Umfange zur Entlastung anderer Ge- ineinden im Wege des Finanzausgleichs beiträgt. Berlin braucht seht jeden Pfennig selbst. Der M a g i st r a t hat deshalb, unterstützt vom S t ä d t e t a g, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer zu Berlin, auch in diesem Jahre wieder den Landtag gebeten, für 1931 endlich eine Beseitigung oder wenigstens Lockerung der fest Jahren allsestig als ungerecht und abänderungsbedürftig erkannten „relativen Garantie" des preußischen Finanzausgleichs und eine Ver- besicrung des Vertestungsmaßstabes für den Gemeindefinanzanteil an der Hauszinssteuer zu beschließen. Für Berlin würde dos eine Verbesserung seines Anteils um rund S Millionen bei der Einkommen- und Äörperschastssteucr und um rund 6,8 Millionen bei der Hauszinsstcucr, zusammen 1SB Millionen bedeuten, aus die die Stadt unter den heutigen Ver- Hältnissen ganz einfach nicht verzichten kann. Tunnel unter Kloslerstraße. Drei Hochhäuser am Alexanderplah. Ansang März wird mit dem iZieubau des zweiten Bllrohauses am Alexauderplotz begonnen, das in seiner Höhe und Architektur dem bereits fast fertiggestellten achtstöckigen Bürohaus unmittelbar am Bahnhof Wexanderplntz ähneln wird. Das neue Haus wird«ms dem gegenüberliegenden großen Grundstück errichtet und fast an dos Polizeipräsidium heranreichen. Die Front nach der Dircksechtraße wird wesentlich breiter als die Vorderfront sein. Beide Bürohoclchäuser erhalten eine gemeinsame 5ieizungsanlage. In dem ersten Hochhäufe such die oberen Stockwerke bereits fertiggestellt, die beiden unteren aber erst im Rohbau vollendet. Das Haus hängt also gewissermaßen in der Luft, und de? Ausbau wurde nicht van unten, sondern von oben nach unten vollzogen. Auch die Firma Wertheim läßt an der König- Ecke Kloster- siraße ein großes achtstöckiges Bürohaus errichte», das vernnctct werden wird. Ferner werden die beiden Wertheimfchcn Kaufhäuser «in Alexander platz, di« bereits durch einen Schwibbogen verbunden sind, eine weitere Verbindung durch einen unterirdischen D u n n e l«rchalten. Di« Dorarbesten sind bereits im Gairge. Auch vom Unt«rgrundbohnhaf wird ein direkter Ausgong uich eine Rolltreppe zum Warenhaus führen. Giegeszug des Frischeies. 2.50 Millionen deutsche Morfcneier in einem Jahr. Unsere Tage sind angefüllt mit eifrigen Erörterungen über die Gestaltung der nächsten Zukunft, über die Methoden und Möglich- leiten des Arbeitens und Wirtschiftens. Deutschlands Zukunft wird wesentlich davon abhängen, wie die Intensivierung der Wirtschaft, namentlich der Landwirtschaft, durchgcl>ilten werden tonn: es ist heule schon klar, daß es sich dabei vorzugsweise um eine Intensivierung durch Arbeit handeln wird. Jntcnsivie- rung der Arbeit bedeutet bei der Landwirtschast Stärkung der liier- cdclnng. Wen» also beispielsweise 84 Proz. des deutschen Geslöaei- bestandes auf kleine und lleinste Betriebe entfallen, so soll hieran »ichts geändert werden, wohl aber niuß sich die zu kleine Jahresleistung de r deutschen Legehennen(etwa Die Staatliche Porzellan-?stnnufaktur Berlin stellt ob 16 Februar 1931 in ihren Vcrlauksrüumen, Wegelystr. 1 am Stodibahnhof Tiergarten, werktäglich von 9— 19 Uhr,«ine große Anzahl von weißen und bemalten Porzellanen, die wegen kleiner Fabrikationsfehler vom Gutverkauf ausgeschieden wurden, zu herabgesetzten Preisen zum Verkauf Zum Angebot gelangen - komplette weiße Tafel- und Kasfecseroice, Einzelteile für Seroice- ergänzungen wie Tassen. Teller. Schüsseln, ferner Körbe, Schalen, Vasen und Figuren. Den Freunden von Berliner Porzella» wird hierdurch die Möglichkeit geboten, schöne Stücke zu äußerst günstigen Preisen zu erwerben. L3 Eier) den Leistungen des Auslandes(180 bis 200) in ganz anderem Maße annähern. Der deutsche HüHnerbestand wird allmählich mit Speztal rossen erneuert werden. Die Geflügelhaltung im einzelnen und ihre Modernisierung erfordert nicht viel Kapital, qwhl aber an Stelle der bisherigen Planlosigkeit eine zielbewußte Be- Handlung. Für Martenschutz ist Sorge getragen. Die dem- nächst erscheinende Kenn, Zeichnungsverordnung wird den Schlußstein bei den äußeren AsdinAiiigen setzen. 1930 sind schon 230(Vorjahr 100) Millionen deutsche Martencier umgesetzt worden. Der Auffong- und Dertriebsapparot arbeitet. Um voll sein« Vor- züge zu entwickeln, bedarf es des stärksten Zustroms der einzelnen Erzeuger. Das Vordringen d«s Oualstätsprinzips dient gleichermaßen Verbraucher und Erzeuger. Der Derbraucher bekommt für sein gutes Geld garantiert frische, gleichmäßige Ware nach Gewicht(die Gewichtsfrage wird durch die Klassifizierung der neuen Verordnung geregelt werden), während der Erzeuger für seine geprüfte und sorglich behandelte War« einen angemessenen Preis erhält. öffentliche Kundgebungen 6. Abteilung. Monfog, 16. Februar, 20 Uhr, in Hoifmanns FeslsSlen, Sdiwedter Sfrafee 23. Redner; Dr. Julius Moses, M.d. R. 1, Kreis-Mitte. Donnerstag, 19 Februar, 19V..; Uhr, in denGermanla- Sälen. Chausseestrafce 110. Redner: Staatsanwalt Dr. Hoegncr, Thema in beiden Versammlungen: „Der VolBj&efrng der NaUonalsoziallslen" Männer und Frauen, helft den Faschismus bekämpfen I Erscheint in Massen 1 Auiobus vom Zug zermalmt. Vier Todesopfer, acht Schwerverlehte! Amsterdam, 14. Februar. Am Sonnabendnochmiltog ereignet« sich in unmittelbarer Nähe von vlcrick in der Provinz Limburg an der deutschen(Br«ny> ein furchtbare? Unglück. Ein mit einer größeren Anzahl P«. soucn besetzter Autobus wurde vou einem Etsenbahnzug überfahren und vollstäudig zerlrümmert. Es find nach de» bisher vorliegenden Meldungen vier Todesopfer, ferner ackst Schwerverletzt? und eine Anzahl von Lcichtvcrlehlen zu verzeichnen. Artist ttrtan darf nicht im Zirkus auftreten. Der Artist Urban, der wegen des Mordes an dein Kino» direttor S ch m o l l e r verhaftet worden ist und diese Tat auch«in- gestanden Hot, hatte beim Untersuchungsrichter den Antrag gestellt, bei den am 1. März beginnenden Aufführungen feiner Truppe im Zirkus Busch mitwirke» zu dürfen und zu diesem Zweck aus der Haft ausgeführt zu werden. Dieser Antrag, den Urban persönlich eingereicht hatte, ist jetzt vom Uiitersuclmngsrichter im Einverständnis mit der Stoatsanwaltjchost abgelehnt Wörden, und zwar sowohl aus allgemeinen Erwägungen, als auch wegen der Schwierigkest der Ueberwachung während des Transportes und des Auftretens im Zirkus.__ Die Einäscherung de? Genossen Schüuemann. In der Notiz über das Ableben des Genossen Schünemann im«gestrigen „Abend" ist das Wort Mnlcrgenösie aufgetaucht. Die beiden Wörter sollten selbstverständlich getrennt gesetzt werde». Weiter ist als Tag der Einäscherung fälschlich der Sonntag angegeben, es muß richtig Montag, 17 Uhr, heißen. Wetteraussichten für verlin: Vorwiegend wolkig, strichweise Schneefall, leichter Frost: östliche Winde.— Für Deutschland: Vielfach wolkiges Frostwctter: im Süden und Südosten leichte Schnee- fälle. Briefkasten der Redaktion. ?.?. 4.«. l. urd?.? iü(S«mh5tunn von(ETIntirrcnt- nofi iVm Sltidi'«. oepsoraungsaeseti Co mint ntoit nuTtc in graoe, da di- grist füt die Gellend. rmÄmnn de, Anfarucho bereits nrrsveichen ist. Trokdem raten wie, den Anlraa »u stellen,(kr ist an das Vcrsoraunasamt in Denlin-SKüiiebero. Heneral.Papo Stvafte, Zu rickste». 3. Nein.— 9. C. niirzarbeiierunlerstüiiuna darf nur aewiidrt werden, wenn in dem Betriebe oder einer Abieiiuna unmittelbar tunor in safammenbänaentta»alendorwoSi-n inLdesaini mindestens ackit Nolle Arbcitstaae, In jeder r.alendcrniochc aber mindestens ,wei iirbcits'aae, für die Mestrbelt der Arbeitncbmer durch.«lursarbrit oder Aussei«» ausa-balten sind und dadurch das Arbeiisentflelt entsprechend oerrinacrt worden ist. H'iV* «■»"""SSi Pnk®........ d*•- &......................... "■ kÄsSe-"-®;>«•- d. Toriklw M Jura•• Refrain«®4® 8- »i » »15» ßfccßcatoefe* ................... 25 v Ici.hr en erschienene erste Berliner Kuchem und Tischbuch des Herrn Hofmedikus Johann Sigismund Glshol� bezeichnet ihn als .placentae minores�, als kleinen Kuchen, und berichtet zugleich, dah die.Zuckerböcksreq" ein« neue Erfindung sei. Auf jeden Fall erwarb sich dies schmackhafte, altherkömmliche Fastnochtsgebäck hier sein Bürgerrecht und man ißt ihn am Rhein als„Berliner .Kugeln", in England unter der Bezeichnung„douzlmut"(Teig- nusi), in Amerika und im fernen Osten als„Berliner Pancokes". Daß es Pfannkuchen und Pfanntuchen gibt, ist ebenso selbstoerständ- llch wie der Ruhm, der dem Pfanntuchenbäcker Gumpert voraus- geht. Eine Besichtigung der Gumpcrlfchen Werkonlogci, ergab einen interessanten Einblick in die Geheimnisse der süßen Kunst, und man konnte sehen, wie in großen Mulden elektrisch geführte Hebel den Pfannkuchenteiq bereiten, den weitere Maschinen auf- teilen, bis er gekugelt und gefüllt auf langen Wagen m den Vutterkessel rollt. Glasiert oder in Sireuzuckcr gewälzt, fahren dann die„Berliner Kugeln" in turmartigen Käsigen zum Stapel- platz und zur Expedition. Zluch in der Werkstatt des Osterhofen werden schon die ersten Borbereitungen getroffen: kunstvoll bemalte Eierschalen harren der süßen Fülle, aus gesinnten Formen erstehen Osterhäschen in allen Größen und Stellungen, und im Garnierraum lassen gcschickto�Hände auf Torten im Spritzverfahren .zarte Rosen blühen, dem Schokoladcnigel u«chsen im Nu seine Stacheln, d« Erdbeere kriegt zartrosa Böckchen und im großen Grillofen dreht sich am eisernen Gestänge sanft bräunend des Ber- liner Konditors Stolz, der prächtige Baumkuchen, der zum inlsr- nationalen Leckerbissen erkoren ward: im Flugzeug landeten in diesem Jahr ein halbes Tausend dieser Baumkuchen in London. Gewmnasszvz S. Klasse öS. Preußisch-Südbeulsch« Gtaats-Lotteri«. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogen« Nummer sind zwei gleich bob« Gewinn« gesallen, und zwar je einer ans die Los« gleicher Rümmer in den beiden Abteilungen I und II ö. Ziehungstaz 11 Februar 1931 3n der heutigen Vormiitagsziehung wurden Ecwmue über 400 M. gezogen 8 ecm'.imt tu 10000 M. 63491 89876 379709 389353 IS««Winne w 5000 M. S20öS 7S7Sö 78609 85631 16S075 215338 216314 253528 S275S5 22 Sewinn«.u 3000 M. 23311 83S57 110801 122Z4S 137195 1SS899 270495 274054 331 085 3S7S2? 393SS3 50«nmttn« ni 2000 5H. 14416 18240 38612 48184 54426 81630 112189 112247 194408 199252 208907 236411 238305 260234266928 276691 238879 294530 313790 315791 329768 349342 353307 388027 389409 120 s-w!nn»,u 1000 an. 7263 30622 4,391 44290 44423 45604 66347 74818 76213 88469 39038 107254 123373 139695 I 47351 152022 152938 15Z1S3 155766 164938 169039 171435 180287182252 184300 187448 187597 192573 200652 212905 214649 225131 229059 237035 241 144 245884 250139 252507 264494 266347 270286 275302 297635 301556 304276 308081 311289 314018 319034 332140 336025 336709 339334 346927 347469 358798 365191 365207 376599 379894 168 in 500®t. 14418 18879 22127 24318 27353 40462 41749 44492 50674 65586 81828 92005 92233 102434 1,0340118670 118978 122642 132731 133320 144915 149490 155985 159461 166122 171743 172678 173755 177024 182030 184419 187179 194935 196123 196946 197585 199984 200763 205983 206266 206859 206866 211228 218067 230600 235195 255190 257675 259817 264954 266630 275248 282171 283869 286349 286393 288027 290227 295017 295072 299451 300760 302139 302771 305507 307145 312168 314608 320652 332414 342448 342681 343785 346716 358195 361607 367684 360716869717 36988.5 370349 375790 376645 386596 Sozialistische Arbetierjugead Groß-Serliv för diese Jtobrfl n« m totf 3Bätnd�retsri« Scrfia SD 6\ Clabealhaßt 3 heute. Sonntag, Heimabende. Kochplo«: Enricktstr. 12—13.— Wetwinq: JSiüienoroilt. 5.— Wedln»«, Zt. ff.! Mlldinowstr. 3.— ainMDalifr U: Sicfttniucatt Str. 16.— Helm bolgV lag: Dar�ipkr Stz. 62, B. 11.— Sothogcn I: jiattiiaet Sit 62, B. 3.— Rordostr» ii: llntniouucllicthrtr. 31.— Lopenick I: Stünaucr Str. Z.— ffriedrichod»»«»: fftkbr.ickjftt. 87.— Irfltl; Schöaeberaer Strafe.— T-mptldos: ttiffafttaftiL.— Cintlotttitdutn: Roiinenltr. 4. «- B«1ta»: 15 Uk>? Werb«uss»ugiia'.iN4 5«! Werner Seikkert.— Ar»»n>oUnr Pia» I: 16'Z. Mir Ärdeilsaem-insckölt lni ffrig krlez.— Löpenickee Blertel: 1S>4 Uhr„Roter Treff". Besuch der V.-?.-V«rlin>t>ilt»nz.— Bri»: 16 Udr ffunktloniirsiauni!, CZouiseestr. 16. 13 Uhr Jahn- Ecke Rudower Strafte. Beffich der W.-B.-Vcranitaltunq.— Neukölln IV und IX: ly Uhr Bhs. Hermannstraftei Bcsichüaunq des„Sturmvoa-I", 11 Uhr Osteinhonq Neukölln des Tluarlaftrs. SerbelXlirk Wevdiu«: 10 Uhr iillnaeren-Arbeitsaemeinschaft:„Wic sunt- tianiert der S'oai?", Lediqenheim EchönftrMstr. 1. Werbe beiirt Osten- ffcier der Partei im Böhmischen Brauhaus. Werbebeziri Renköll«! Labarclt» und Barietdxchend im Stadtkaal, Berg- strafte 117. Einlaft 1S's> Uhr. Beainn 20 Uhr. Eintritt ZU Pf. Werde be,irk Ltchrenberq: Benchtiauno de? Easrverke. 314 Uhr Sauptstrafte, Tunneldurchaan«. 18 Uhr:„Bote Streiflichter"— Auftreten der rote» ffunier—, Schule Kaulsdorf-eiid, Ulmen strafte. Eintritt frei, ffahrverhindung: Bhf. Kaulsdarf und Wuhlheid«. Werbebezirt Neiuickendorl: 9% Uhr W.»B.-Dorslandsliftung, Heim Teael. Bahnhofstr. 1ü. Morgen. Montag. 19iH Uhr. Arkoioplaft: DetciNaunq an der Sundaeduna der k. Aht., Echwedier ffest- slllc. Echmedter Etr. 23—21.— Kausa- Bochumer Str. hd:„Tazespolitit".— Moabit I-Waldenserstr. 20: lleben.— Ar»»o>«lder Platz 11: Rostenburaer Strafte 15:„Taaespolitiks— Nordoste» 51: Tanaiaer Str. 62:„Politische Schla aworte".— PeeuUauor Dorstadt:(äleimstr. 33: Re.-itationsal>end.— Schon- Häuser Vorstadt: Sonncnburqer Str. 20:„Schundliteraiur".— ffriedrichohain: Biestelmencr str. 3— 6:„Ter Mlitarismus in der Laritatur".— Westend tAelteref: Sportvlatz Westend: Arb-iteqrmeinfchafi. Werde lxairk Westen: W..B.-Mit«rsammlung, Rosinen str. 1: Poli- titchcr Znlorniatio:i-ol>«nd, 2. Teil. Werbcbeffrk Neaköll»! Werbcausschnftsitzuna. Parteibüro. Der MLdelkursus mit der Senosnn Sartoch besinnt, Seim Ziethenstr. öS. Werbedesirt Schöaebcrg: W.-B.-Borstandssttiunst isla Uhr Jugendheim Lauptstr. 13._ Vorträge, Dereine undVersammlungen. # Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold'. SekchSftsstell»: Berlin S II. Sebastianstr 37—33 Saf 2. Tr. Soaatag, 13. ffebrnar. Tieraa rtea tJunadanvcr): Antreten tur gahrt»ach Köniasenusterhaulcn. Benachrichtigung beachten! Tier. garten(Schufo und Stafol: Blockanivelsunqcn beachten!— Montag. 15. ffe- druae. Tieegarte» tSrtsocreinl: 20 Uhr Turnhalle. Pslichtveronktaltun.q! ffriadrichshai» iJunqbanncr): 20 Uhr Jugendheim Zrankfurter Allee 307. Ebert» Zinrwcr. Bortrog des Kam Orfolcck. Bilmersdorf: 20 Uhr Pflichtturnabrn d in der Treittchic-Oberreallchule, Printregentenstrafte. Paalo»(OrtsnereinZ: 1S-? Uhr-Antreten aller Schuf«- und Jungba.stameradcn in Bunde-kleidung in belanntnr Turnhalle. Ritte lOrtsvercin): 13',., Uhr Antreten tum Saalschutz Schmedier Str. 23 sehemals Bitttuers ffestliile). Neuröll».Prjtz: 20 Uhr Zun- Versammlungen: 1. Kameradschaft. 1. Zug, bei Schauer. Trcötomrr Str. 90. Bortrag des Kam. Bathke. Aktioc Kameraden in Nundeskieidunq. 2. Kamerad. schalt. 1 Zu«, bei Sckxlbciko. Weichselstr. 5: 3. Zug hei Rick». Könlg, Böhmische Straft« 13. 3. Kameradschaft: 20 Uhr Kameradschattsverlammlung he: Weni'cnick, Bode- Ecke Nogatstrofte.— Dirnatag, 17. ff-drnar. Dedding(Ortsvereinf! IS'4 Uhr öffentlich« Bersammlungen in der Sochschulbrauerei, Amrumer Str. 3l. Referenten: Dr. Mischler und Dr. Muhle. Antreten in Bunde skleidui-.g 18>4 Uhr. PrcnUaner Berg! 20 Uhr Kameradschaftsvcrsammlungen in den he. kannten Lokalen— Rittrooch, 1«. ffedeuar. P reu, lauer Berg sSportgruvor): Ab 20 Uhr in bekannter Turnhalle.— Bora»,-ige! Kreasderg sOrisocretnl: Sonnabend, 7. Rär,. Maskenball in der qroften giinkhalle, Bhf. Wiftlcheu. TanWiustk Otto Kermbach. Karten sind bei den ffmiktionären und im Saubllro ,um Prcile von 1 M. erhältlich. An der Adendkail« I.ÖÖ M. Eintrittspreis Arbeiter. Nadio-Bund Deutschlaad«.«. D.. Ort-grupv-«-»H-Berlin. Uotee. «euppe Per», lauer Berg! Dienstag. 17. ffebruar. 20 Uhr, Lola! Klug. Dan,iacr Straft« 71, Mitgliederversammlung und Verschiedenes.— Uateegeuppe ffrird. richshain: Donnerstag. 19. ffebruar, 20 Uhr, Bauabend im Lokal Wertalla, Hohenlohe str. 3. Bund Entschiedener Schulrefoemer. Monatkoersamarlung am Dienstag, 17. ffebruar, 19>h Uhr. in der Aula des ffrantSstsche» Svmnastums. Reick». tagsufcr« stoischen Reichstag und Luifenstraftef. Tdema:„Die Not der Uni- rerütat!" von Professor Dr. Theodor Lefsrng-Hannover. ffür die folgende freie Aussprach« stnd u. a. bereits angemeldet: Prof. Dr. Bruno Ehales. Di. d. Dr. Otto ffriedländer. Prof. Dr. Wilhelm Röllee. Toni Send«, 25. d. R. Jedermann willkommen! zwifch« sozio khemotr« Usch« A-Hrtleroeqaal»«-».Peak fiW i» Denifch. laad. Montag, 16. ffebruar. 20 Uhr. stitdisch« shemernd«, Rvseustr. Bar. trag Dr. Kurt Mendeffohn:..Wirtschaftskrise und Arbeiterklasse". Schutzoerhand der Schwerhörige», e. D. Donnerstag, 19. ffebruar. 30 Uhr, Klubhaus. Ohmstr. 2, Bionatsversaimnluna. Ultraphon-Rusikplatten— Vollendung! Di«»roften in- und ausländ itchzu Zeitungen berichten einstimmig, daft die Ultraphon-Mufilvlattrn des Kilchei-. meister-Konzerus eine abgeschlossene Höchstleistung, ia«ine Bollenüunq stnti. Trotzdem senkte Ultraphon ihr« Dreis« um mehr al» 10 Pro». Es fei oant besonders auf die am 19. ffebruar stattfindend« grofte aonfilar-Preinierc der „Dicigrofchen-Over" hinqemiescn. Es stnd 1 Platten in einer Serie heraus- gebracht, die selbstverflündlich auch eiuzeln erhältlich sind(Ultvaphon Best» Rr.> 7 32,'755 d 3 W. Eine HöchsUcistung der lllrraphon-Orchsslerauknahmen ist die Musikplatte Ii 655» 1 M., unter Leitung de« Gene�zlorufitdirektors Erich ktleider, mit Begleitung der Berliner Philharmoniker„Sänrio eapriccioso" ron Anton Dvorak, 1. und 2. Teil. Bei den hervorragenden INtraodon- Musikapparateii in Koffer, und Cchrankform sei besonders auf den Koffer ,u 50 M., Tnpe„ffuwel". hingemielen. Ein arofter Preisal'hau erfolgte bei der Orchcstrola-PIotte, die jetzt auf 1,25 M. heruntergesetzt wurde.. Auch Orchestrola bringt Platten aus der„Dreigrolchen-Opcr" mit Earola Reher mit Orchester, und ,war den„Bardarasong" und die„EcerSubariennn" unter Orcheslrola.Bcftcll.Nr. 2I.?2» 1,27 M. Zeder Musikfreund lasse sich bei seinem Snetziaihändler diese Platten und Apparat« vorführen, und« wird bestätigt finden: llltraphon-Musikplattcn von 3 M. an, Adlcr-Elcctr« d 2 M. und Orchestrola« 1.25 M.— Dos ist Vollendung! Beginn der Leipziger ffrühjahrsmesse am 1. Märu Alles Nähere über die Vorvcrkaufsstell?» für Meftabzeiä�n und Mrftadresibücher lomie über sonstige Auskunktstcllcn in Mcsscangrlegenhciten ersehen Sie aus dem heutigen Inserat des Leipziger Messeamtes. Einen großen Perlons»oa Glos, Porwllo»»ad Wirtschaffsartikel» veranstaltet in der kommenden Woche die ffirma Wertheim in ihren 4 Gelckiäften. Wiederum ist Gelegenheit gelotcn, nicht nur hochwertige» Porzellan und elegantes Bleikristall zu reckst billigen Preisen einzukaufen, auch einfaches Ee» drauchsgefchirr. Emaille und Aluminiumgcfäfte, Stahlmaren. Beleuchtung«- artikel ulw. kommen in qroftcr Ausmahl zur Auslage. I» einem fo große» Spezialhau», wie es die ffirma Tcppich-Butsch, Beelin E. 2. Spandaucr Str. 32. ist, ergeben die großen Umsatz« und das schnell wechselnde Bild des Lagers Rückstände in Einzelteppichen, Einzelmustern, Einzel. großen, Einzclqualitätrn. Diese EinzeUeppiche und Reste»erden in einem Sonderverkauf als ein« ansiergew ähnliche Veranstaltung bei der ffirma Teppich- Surlch, Berlin E. Z, geboten. Die Reste, die sich angesammelt haben, erstrecken sich auf alle Abteilungen des großen Svezialhaules. betreffen außer Teppichen. Läuferstoffe, Vorlogen, Brücken. Dekorations- und Gardinensioffc, Möbel- und Bezugsstoffe. Stores, Store-Stückware, Tisch, und Diwandecken Eine ffirma von Ruf, wic die ffirma Teppich-Burich. Berlin E. 2, Spandouee Str. 32, ha: auch diesmal bewiesen, daß sie das führend« SpezialHaus der Branche ist- SIEGEL& Co. GANZ BESONDERES ANGEBOT BILLIGER BELEUCHTUNGSKÖRPER: KRONEN, TISCH- UND LESE- LAMPEN. AMPELN ETC. SIEGEL& Co. PRINZENSTR. 33. AM MORJTZPLATZ Ein für. fleisdierci geeigneter Lacken In Nen-Tempclliof zu mieten gesucht. Angebote unter K. 30»n die « liaaptexpcdiiioa des Vonvirts. in Tempelhof zu kaufen gesucht. Angebote unter 1. 2*»n die Hauptexpedldon des Vorwirts- In dieser Woche, soweit Vorrat: WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Großer billiger Verkauf Glas, Porzellan. 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Form. mit k einen Fehlern 2 25 Obstteller Fruchtedekor, 19 cm 0.58 m»___ dekoriert VaS6 FoMergoIdrand Boienthal-Persellan 95 Vasen gapraßl... von an Kompotteller6"�'� 1.95 Traubenspüler LZän 5.75 Pratzglai-Carnlfur, waitz Kompottschalen 0.14 Kompotteller..... 0.22 Obstschale...... 0,95 Kompott-Satz 7 Tolle, matt gemustert' Garnitur gesdtfifien Bierbecher...... 0.20 Portweinglas..... 0.25 Rorweingfas..... 0.28 Römer........... 0.32 15 Teile 12.75 Harfsfeinguf mit kleinen Fehlern Dessertteller»»-tz... 0.12 Speiseteller«aih,«ad. 0. 1 8 Kompotteller t>unr.. 0.12 Dessertteller dun».. 0.18 Speiseteller bunt, nad. 0-24 feuerfest Milchtöpfe..von an 0.50 Kaffeekanne..... 1.00 Teekanne........ 1.00 Kuchenform...... 1.00 Kochtopf........ 1.00 Obstservice ma7dT®r.k.ore 165 Ferner; /Uumlnlum» u. Emaille-Geschirr, Stahlwaren, Gaskocher usw. Nr. 22* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 46. Februar 4934 Gute Zeiten für Lndexmenfchen. Die Lebenshaltungskosten sind gesunken.— Wo aber sind die Käufer!? Im Januar 1931 hat sich die Reichsindexziffer auf 149,4 gesenkt gegenüber 121,6 im Januar 1939. Das ist selbstverständlich er- freulich. Nicht mehr lange wird es dauern, und jeder Anhänger der geschäftlichen Religion des Lohnabbaues wird die 11,2 Proz. Senkung innerhalb eines Jahres im ftopfe haben und alle Tage im Munde führen. Demgegenüber ist es dringend notwendig, die Theorie und die Tatsachen, wie es sich gehört, neben- einander zu stellen. Naive Leute meinen, da sie die Senkung der amtlichen Ziffer der Lebenshaltungskosten nicht am eigenen Einkommen spüren, dag bei deren Berechnung irgendwie gemogelt werde. Das ist aber ein großer Irrtum, der Index wird jahraus, jahrein, nach fest- stehenden Methoden, die in voller Oeffentlichkeit bekannt sind und hundertmal nachgeprüft wurden, fortlaufend errechnet. Die Index- Ziffer kommt allmonatlich automatisch aus einer exakt funktionierenden Rechenmaschine, dem Statistischen Reichsamt, heraus. Der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis liegt woanders. Man muß sich vorstellen, daß vor eiaer ganzen Reihe von Jahre» auf einen Tisch alle die Nahrungsmittel, Bekleidungs- stücke usw. gelegt wurden, die für eine Normalfamilie von rund zwei Erwachsenen und drei Kindern ausreichend erscheinen. Die einzelnen Mengen wurden dabei bis ins kleinste genau festgestellt. Es wurde auf das Verhältnis von Schwarzbrot zu Weißbrot und von Margarine zu Butter geachtet, sowohl die Zahl der Briketts, die«ine Normalsamilie, im Jahresdurchschnitt gerechnet, monatlich verheizt, wie die Zahl der Stücke Seife, die sie zur Reinigung und 5lörperpflege verbraucht, wurden fein säuberlich auf jenen Tisch gepackt. Dort liegt seit nunmehr einem halben Dutzend Iahren unverändert die gleiche Index- ration der deutschen Normalsamilie. Sie ist jetzt überdies aus verschiedenen Gründen etwas veraltet und verdient eine Reform. Diese wird und kann aber nichts ddran ändern, daß immer von einer feststehenden Lebenshaltungsration ausgegangen werden muß. Allmonatlich werden in vielen deutschen Gemeinden die Preise für Brot, Kartoffeln und Gemüse, für Beleuchtung, Männer- strumpfe und Damenstiefel, für Rasieren, Kino und Straßenbahn usw. festgestellt. Diese Ziffern werden durch Rechenmaschinen zu- fammengszogen und, wie man indextechnisch sagt, untereinander „gewogen". Nachdem die Resultats dieser Berechnungen noch mehrere Male nach anderen Grundsätzen durch Maschinen gewandert sind, erscheint die Indexziffer. Diese Ziffer der Lebenshaltuiegskosten zeigt demnach, was jene btormalration auf dem oben ermähnten Tisch zu einem bestimmten Zeitpunkt im Durchschnitt in Deutschland kostet. Darüber sagt die Indexziffer nichts aus, wie viele Menschen diese Normalration, auf das ganze Jahr umgerechnet, sich kaufen können, wie viele sie teilweise oder so gut wie ganz stehen lassen müssen. Dos kann eine.Ziffer über die Höhe der Lebenshaltungskosten gar nicht, aus- � fagenl We starb im ganzen und im eilxzelnen die Bewegungsziffer der Lebenshaltungskosten ssch verändert, das zeigt der folgende Vergleich. Dabei ist die Bewegung der Lebenshalluirgskoften im Durchschnitt von 72 Groß-, Mittel- und Kleinstädten und Gemeinden einmal in der Veränderung vom Dezember 1939 gegen Dezember 1929, zum anderen vom Januar 1931 gegen Dezember 1939 In Vergleich gesetzt. In der'ersten Zahlenreihe haben wir also die Bewegung der Lebenshaltungskosten im Verlauf von einem Jahre, in der zweiten Zahlenreihe die Bewegung innerhalb von einem Monat. Die Lebenshaltungskosten im Durchschnitt von 72 Gemeinden. ®cjcmlet 1930 gegen Januar 1931 gegen Dezember 1929 Dezember 1930 In Prozent Brot und Mehl. � S.Z— 9,8 Nährmittel.........—19,8— 1.9 Kartoffeln.........— zz,9-f ö,6 Gemüse..........—33,6+18,3 Fleisch. Fleischwaren und Fisch.—19.7— 1.6 Milch. Milcherzeugn u Margarine—14.4— 1,8 Eier..........— 9,6— 9,2 Genußmittel. Gewürze....— 2,6— 9,6 Ernährung insgesamt.....—11�— 0.9 Wohnung......... 3,6~h" 0,3 Heizstoffe.......».— 2,2— 9.7 Leuchtstoffe.......+2,3+ 9,9• Heizung u. Beleuchtung insgesamt— 2,2— 0,5 Männer» und Knabenbekleidung.— 13,9— 2,7 Frauen- und Mädchenkleidung.— 13,2— 2,6 Beschuhung......— 8,4— 1.6 Bekleidung insgesamt~ 12,1— 2,2 Reinigung und Körperpflege..— 8,5— 1,2 Bildung und Unterhaltung...+ 9,1— 0,1 Verkehr..........+5,2— 1,1 Sonstiger Bedarf insgesamt..— 1,9— 0,8 Gefllmckebenshol ung...— 7,2— 0,9 Gejamllebenshallg. ohne Wohnung— 9,5— 1,1 Man sieht, wie infolge der veränderten Jahreszeit bei Kar- t o f f e l n und Gemüse der Preisabbau eines ganzen Jahres in einem Monat bis zur Hälfte wieder zerstört wurde. Das sind felbstoerftändlich wohl nur Saisoneinflllsse, die sich im laufenden Jahre auch wieder ändern werden. Aber si» geben doch ein Bild davon, wie die Grundlagen der Lebenshaltungszisfern in sich fort- gesetzt veränderlich bleiben. Der Preisabbau für Milch, Nährmittel, Fleisch, Eier usw.. hat sich auch im.Jahre 1931 fortgesetzt. Das Ist sicher ersrculich, gilt ober zuerst nur für den lheorctischcn Durchschnitt Für densenigen Arbeiter oder Angestellten, der nach viel- m o nötiger A r b e i t s l o j i g k e tt von der Wohlfahrtsunter- stügung lebt, für den kleinen Handwerksmeister, der seinen Laden schließen mußte, well er keinen Kunden mehr fand, für den Sozialrentner spielt der Rückgang im Fleisch, und Milchpreis um 12 bis IS- Proz. gegenüber vor einem Jahre keine entscheidende Rolle. Bei ihnen regiert der„trockene" Brotpreis. Die Preise für Bekleidung sind erfreulich weiter gc- funken. Für die fünf Millionen Arbeitslose, ihre Frauen, ihre Kinder ist das im wesentlichen vorerst«in theoretisches Glück. Erst dann wird es sich in einen praktischen Borteil verwandeln, wenn sie Arbeit haben und kaufen können. Die Grundausgabe jeder Lebenshaltung, ganz gleich, ob sie durch Arbeit, durch Unterstützung oder jonstwi« getragen wird» ist die Wohnungsmietc. Hier ist gegenüber 1929 im ganzen Jahre 1930 eine Steigerung eingetreten, sie hat sich im Januar 1931 fortgesetzt. Ein Exempel, das leider nicht aufgeht. Zu beobachten ist weiter, daß die Stellung des lebendige» Wen- scheu vor dem Jndextisch der Normalsamilie sich nicht nur dann ändert, wenn er sein Einkommen verliert. Schon kleine' Veränderungen des Einkommens der Familie ändern ihre Beziehung zur normalen Lebenshaltungsration. I« niedriger das Ein- kommen, um so höher ist der Anteil der Ernährungsausgaben am Gesamteinkommen, je höher das Einkommen, um so geringer ist der Anteil der Ausgaben für Ernährung. Das gleiche Gesetz gilt in gewissem Umfange für die Wohnung, und umgekehrt ist«is bei der Bekleidung. Die Ausgaben für Bekleidung sind an- teilsmäßig am Gsfamteinkomnien um so größer, je höher das Ein- kommen ist. So zeigt der breiten Masse des Volkes vorläufig erst einmal der Jndextisch, vor dem sie stehen, daß alle Waren mehr oder weniger mit billigeren Preisen ausgezeichnet sind als vor einem Jahre. und daß dies im Januar 1931 sich fortsetzte. Ob aber der iirnl) Arbeitende und vor allem der Arbeitsuchende sich die Waren b e- schaffen kann, und ob er sie in dem Umfang erwerben kann, wie sie das Normalschema für die Unterhaltung einer Familie vorsieht, das ist ein Exempel, das jeder einzelne für sich ausrechnet. Dabei ergibt sich aber heute wirklich nicht viel Erfreuliches. So kaim man die weiter gesunkene Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten zwar als erfreuliches Symptom für die Ab- wärtsentwicklung der Preise begrüßen, aber damit sind noch nicht die zur Erwerbung jener Lebenshaltungsmengen notwendigen materiellen Mittel geschaffen. Hier ist der A b ba u i m m e r n och die große„Wintermode". Für uns kommt es darauf an, die Realität des Einkommens zu schaffen, damit der Arbeiter das, was auf dem Jndextisch ausgebaut ist, auch kaufen kanp. Küirt Heinig. Arbeitslosigkeit und Kommunalsmanzen. Oer GtädSeiag für Zusammenlegung von Krisen- und kommunaler Fürsorge. Es gibt niemanden in Deutschland, der die zunehmende Be- l lastung der Städte und Gemeinden durch die Fürsorge für die Wohl- fahrtserwerbslosen finanziell noch für erträglich hält. Die sozial- demokratische Reichstagsfraktion hat als erste die Initiative zu einer Neuordnung auf diesem Gebiet und zu einer Entlastung der Kommunen ergriffen. Es ist erfreulich, daß der Deutsche Städtetag der sozialdemokratischen Initiative jetzt mit formulierten Vorschlägen folgt, wobei zu sagen ist, daß der Städretag sich im wesentlichen der sozialdemokratischen Jmiiativz anschließt. 3n dem einen Jahr 1939 ist nach Ausführungen des Präsidenten Dr. Mulert die Zahl der Wohlfahrtserwerbslose n von 329 999 auf 800 M9 gestiegen. 385 Will. M. sind den Städten daraus an zusätzlichen Ausgaben über den Boranschlag hinaus erwachsen. 1931/32 werden mindestens 1,25 Millionen Wohlfahrts- erwerbslose nach Mulerts Auffassung zu unterstützen sein, wobei die Finanzlog« der Städte noch unerträglich dadurch verschlimmert wird, daß 1931 etwa 439 Millionen Einnahmenausfälle bevorstehen. Da die Gemeinden 1939/31 schon mit einem Fehlbetrag von 429 Mil- lionen abschließen, sei die A l le i n o c r a n t w o rt u n g der Gc- meinden zu schwer geworden. Der Städtctag glaubt, daß bei der heutigen Ordnung der Dinge noch eine Vergeudung öffentlicher Mittel durch die Doppelarbeit von Arbeitsämtern und Wohliahrts- sürforge stattfindet, daß die Mittel vielsach in ungerechter Weise ver- teilt würden und daß das Nebeneinanderarbeiten von Arbeitsamt und Wohlfahrtsamt auch verwaltungsmäßig unvernünftig fei. Der Städtetag fordert als einzig möglichen Ausweg die Uebertragung der Krisenfürfarge an die Wohlfahrtsämter, und er hat setzt der Reichsregierung und dem Reichstag einen formulierten Gesetzentwurf für diese Zusammenfassung vor- gelegt. Aus der Dreiteilung(Arbeitslosenversicherung, Krisen- fürsorge, Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge) soll eine Zweiteilung werden: alle Arbeitslosen, die keinen Anspruch auf die Leistungen der Arbeitslosenversicherung haben, erhalten im Falle der Bedürftig- keit Unterstützungen aus den Mitteln der neuen„Reichs- arbeitslosenfürforge". Diese soll von den G e- meinden(Fürsorgevcrbände) unter eigener Verantwortung nach den Grundsätzen der öffentlichen Fürsorge und an Hand von Richt- sätzen durchgeführt werden, die die Genieinden selbst aufstellen. Di« Arbeitsämter sollen nur insofern mitwirken, als sie die Arbeitsfähigkeit der Arbeitslosen feststellen. An den Kosten der Reichsnrbeitslosensürsorgc sollen Reich, Länder und Gemeinden beteiligt sein, und zwar soll das Reich nach dem Vorschlag des Städtetages 59 Proz., die Länder sollen 25 und die Gemeinden ebenfalls 25 Proz. aufbringen. Der Städtetog schätzt, daß im Jahre 1931 im Durchschnitt 1,25 Millionen Wohl- fahrtscrwerbslose und 750 000 Krisenuntrrstützte, zusammen also rund 2 Millionen Empfänger der Reichsarbeitslosenfürsorge vor- handelt sein werden und daß bei einer Jahresunterstützung van 799 Mk. pro Kopf 1,4 Milliarden Mark erforderlich sein würden. Die vom Deutschen Städtctag aufgestellte Hauptforderung iit zwclfcllvs sinnvoll. B c st r i t t e n ist die Zweckmäßigkeit der vom Städtetag vorgeschlagenen Arbeitstellung zwischen Arbeitsämtern und Gemeinden. Sinnvoll ist auch der Gedanke der Ver- leilung der Lasten auf Reich. Länder und Kommunen. Offen bleibt aber die ernste Frage, ob und wie die Länder zu der für sie Neuen Verpflichtung herangezogen werden können. Ein Anfang. Für 440 Millionen Mark Notstandsarbeiten begonnen. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für öffent- l i ch e Arbeiten A.- G., die bekanntlich zum Zwecke umfassender Arbeitsbeschaffung gegründet wurde, hat dem Aufsichtsrat einen Be- richt über die bisherige Tätigkeit gegeben. Danach hat die Ge- sellschaft bisher Kredite in Höhe von 29 Mil- lionen Mark bewilligt, so daß ihr 45-Millioneii-Kreditprogramni noch nicht erfüllt ist. Die bewilligten Kredite sind allen Teilen Deutschlands zugute gekommen. Unter den damit begonnenen Arbeiten befinden sich der Bau der Odertalsperre: Straßenbauten in Hannover, Oberschlesien, Rheinland, Ostpreußen: Hasenbauten in Halle: Flußrcgullerungcn und Bahnbauten. Ueber diesen Betrag von 29 Millionen Mark hinaus wurden 4 Millionen für die Wasserversorgung Mittelsachsens bereit- gestellt. Die Verhandlungen über die Gewährung eines Kredits von 1,9 Millionen Mark zur Fortführung des Mittelland- k«i n a l s bis Braunschweig und eines Kredits zur E l« k t r i- fizierung der Strecke Augsburg— Ulm— Stuttgart sind noch nicht abgeschlossen. Mit diesen Krediten sind aber Arbeiten begonnen worden, deren Kostenaufwand die Kredithöhe weit übersteigt. Denn diese Kredit« werden meistens nur unter der Bedingung gegeben, daß sich die Länder in gleicher Höhe beteiligen. Dazu kommen die Zu- schüsse der Reichsanstalt(aus den Mitteln für die pro- duktive Erwerbslosenfürsorge) und schließlich die e i g e n e n M i t t e l derjenigen Stellen; die die Arbeiten ausführen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten rechnet damit, daß durch ihre Kredite bisher die Inangriffnahme von Arbeiten mit einem Kosten- aufwand von 199 bis 129 Millionen Mark er- möglicht worden sei. Wann die Emission der von der Gesellschaft geplanten Anleihe und damit ein« fühlbare Kreditgewährung möglich sein wird, ist bei der Lage des Kapitalmarktes sehr ungewiß. Vor großen Zollverhandlungen? England regt bei 2©toalen 25 Prozent Zollsenkung an. Die englische Regierung hat Deutschland, Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Polen in einer Note Verstand- lungen zur Herabsetzung der Einfuhrzölle auf gewisse britische Waren vorgeschlagen. England schlägt eine Zollsenkung um 25 Proz: vor. In Londoner Kreisen verloutet, daß die an verschiedenen Kon- tinentalstaaten gerichtete Note über Zollermäßigungen für englische Waren als logische Folge der Zollwaffen st ill st ands- konferenz betrachtet wird, auf der vereinbart wurde, daß jeder Staat eine Liste seiner zollpolitischcn Wünsche aufstellen solle. Neue Arbeit für Berliner MetaNbetriebe Die A E G. hat mit der Sowjetunion einen Vertrag abge- schlössen, der den Bau von Werksanlagen für das neu errichtete Bauamt der russischen Aluminiumindustrie vorsieht. Der W e r t des Austrages belauft sich auf rund drei Millionen Mark. Zugleich hat die Lokomotivabteilung der Or enstein u. Koppel A.- G. in Berlin-Drewitz von der Sowjetunion einen Auftrag auf Lieferung von 28 Dampflokomotiven in, Werte von »rund zwei Millionen Mark erhalten. Konflikt um den(Schenkervertrag. Der?ieichsverkebr6minifier protestiert. In dem Streit um den Schenlervertrag hat ain Sonnabend das Neichsverkehrsministcrium eine Erklärung abgegeben. Danach ist das Reichsvertehrsministerium über die Vorarbeiten und über das Zustandekommen des Vertrages nicht unterrichtet gewesen. Die Reichsbahngesellschaft hat den Vertrag dein Zieichsverlehrs- Ministerium erst auf Anforderung zur Verfügung gestellt. Nach der Erklärung des Neichsverkchrsministeriums steht der Reichsverkehrs- minister nicht auf den Standpunk t der unbedingten Ablehnung des Bertrages. Er hat aber Bedenken, die nach seiner Ansicht derart schwerwiegend sind, daß sie eine Ueber- Prüfung in Gemeinschaft mit anderen Ministerien erfockierlich machen. Der Reichsregierung müßte das Recht der Gen« hm i- g u n g dieses Vertrages vorbehalten werden. Unterdessen hat die Firma Schentor das neue Unternehmen unter dem Namen Deutsche Bahnspcdition Schenker u. Co. G. in. b. H. Berlin in das Handelsregister eintragen lassen. Mit der Angelegenheit wird sich in den nächsten Tagen auch der Reichsverband der Deutschen Industrie boschäftigen. Die Reichsbahngeselljchast selbst hat auf die vielen Angriffe in den letzten Tagen hm eine Denkschrift veröffentlicht, in der sie die Vor- teile der beabsichtigten Regelung ausführt. Diese sind besonders auf dem Gebiet der Kostenoerbilligung zu suchen. Die Denkschrift führt verschiedene Beispiele dafür an, die unmöglich verkannt werden können. Gegenüber dem Vorwurf, der Schenkervcrtvag stelle ein Monopol zugunsten einzelner Spediteure dar, bemerkt die Deut- ichrist, daß ein Zwang, sich der amtlichen 2ln- und Abfuhr zu oe- dienen, nicht vorgesehen sei. Wir sind Befürworter einer Vereinheitlichung und Rationalisierung im Verkehrswesen, die seit langem not- wendig geworden ist. Gegen den vorliegenden Vertrag wenden wir ein, daß«c die Kontrolle der Oeffentlichkeit vermissen läßt. Ohne eine genügende Kontrolle kann ober der Vertrag einmal etil Geschenk an die Firma Sckienker werden. Diese Gefahr muß beseitigt werden. Nach dieser Richtung müßten sich auch die Uebcrprüfungearbeitcn der Reichsregierung bewegen. Güterzüge auf Berliner Straßen. Es ist wohl auf den Schenkeroertrog zurückzuführen, wenn man setzt in Berliner Straßen Züge von Eisenbahngüterwogen mit einem Traktor davor austauchen sieht. Das steht zunächst nicht nur recht ungewöhnlich aus. sondern ist kaum als Erleichterung des großstätckischen Verkehrs anzusehen. Die städtische Ver- w a l t u n g wird sich überdies wegen der Mehrbelastung und Ge- fährdung des Ctroßenpflasters wohl bald zum Wort melden. Die Zahl der Arbeilslosev in Großbritannien betrug am 2. Fe- binar 2 624 236, ö. h. 31586 mehr ai- m der vorhergehenden Woche. Sturmzeichen in den Arbeitsämtern Llnerträgliche Zustände für Personal und Arbeitslose. Aom Zentralver�nd der Angestellten. Ortsgruppe Groß-Bcrlw, wird uns mitgeteilt: In den Provinzarbeitsämtern wie auch in den Arbeitsämtern Berlins nimmt die Arbeitsüberlastung der Ange- stellten von Tag zu Tag zu. Die K r a n k h e i t s z i f s e r be- trägt In vielen Arbeitsämtern 8 bis S Proz. Trotzdem ist es den Arboitsanitsdirektoren verboten. Zeithilfen einzu- stellen Die Hauptstelle der Reichsanstalt fordert außerdem sortgesetzt neue Statt st iken. deren Fertigstellung in einigen Berliner Arbeitsämtern in den Ztachlslunden bis 5 Ahr morgens von den Angestellten verlangt wurde. In welcher Weise diese Heber» stunden zu zahlen sind, wird wahrscheinlich gerichtlich ,zu entscheiden sein, da es bei der Forderung der Zahlung der Ueberstunden zu den in den Arbeitsämten, üblichen„Berwaltungsschwierig- ketten"" gekommen ist. Außer dein allgemeinen Gehalts abbau von 8 P r o z. sollen nach dem Willen der Reichsanstalt die Übernahme- berechtigten Angestellten durch Gruppe nkünd ig ungen, zwangsweise Eingruppicrung in eine Reichstarifgruppe in ihren(Sc- Haltsbezügen wesentlich herabgesetzt werden. Hunderte von Klagen schweben deshalb noch. Durch die Reichstariftündigung zum 31. März 1931 bat die Reichsanstalt ebenfalls zur Erregung der Arbeitsamtsangs- stellten beigetragen. Vor der Eingliederung der Arbeitsämter in die Reichsanstalt hat der Präsident, Dr. S y r u p, in einem besonderen Erlaß im Reichs- arbeitsmarktcmzeiger erklärt, daß er den größten Wert darauf lege, die im Arbeitsnachweis und in der Arbeitslosenversicherung be- währten Kräste für den Dienst in der Reichsanstalt zu gewinnen und daß die Reichsanstalt auf die Erfahrung, Sachkunde und Ar- beitssreudigkeit der Angestellten angewiesen sei. Nieniand solle eine Verschlechterung bei der Reichsanstall gegenüber seinen bisherigen persönlichen und dienstlichen Verhältnisien erfahren. Die Maßnahmen der Reich�anstalk stehen in krassem Wider- spruch zu diesem versprechen Die Erregung in den Arbeitsämtern ist in den Belegschaftsversamm- lungen der letzten Wochen mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck ge- kommen, besonders im Arbeitsamt Berlin-Nordost und Potsdam-Nowawes. In einer Entschließung, die in der Betriebsversammlung des Arbeitsamtes Berlin-Nordost angenommen wurde und die auch auf die übrigen Berliner Arbeitsämter zutriift, heißt es: „Noch in den Vorjahren wurde bei etwa gleichem Stand der Unterstützungsempfänger von etwa drei Angestellten das gleiche Arbeitspensum verrichtet, welches heute von einem Bearbeiter verlangt wird. Hinzu kommt die vollkommene Iln-l'lnnaN-t'keik der Dien�ränme und die immer wachsende Erregung der Erwerbslosen. In einer Zeit, die eine Erwerbslosenzisser von 4 Millionen ausweist, wird Ueberarbeit in den Arbeitsämtern zur stillschweigend geduldeten Gepflogenheit. Die Vermehrung des Personals liegt nicht nur im Jnteret'e der untersubringcnden Arbe�losen, sondern bedeutet auch ein« Notwen�wkeit für die richtige Bearbeitung der Unterstütznnqeanträge... Für die Zukunft nmß die Angestellten- schaft jede Verantwortung für etwaige Krawalle ablehnen." Der Kampf muß entscheiden! Verffändiqung in der Hotzindustne gescheitert. Nachdem die Verhandlungen am 2. Februar im Rcichsarbells- Ministerium zur Beilegung der Differenzen im Holzgewerbe er- . g e b n i s l o s geblieben waren, hat das Reichsarbeüsministerium einen erneuten Versuch unternommen, eine Verständigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Bei den Verhandlungen, die unter der Leitung des Ministerial- dirigenten M e w e s am 12. Februar aufgenommen wurden und die bis zum Abend des 14. Februar dauerten, handelle es sich nicht um«in amtliches Schlichtungsverfahren. Ein solches kommt schon deshalb nicht in Frage, weil die Unternehmerorganisation, der Arbeitgeberverband der deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes an sich nicht t a r i f f ä h i g ist. Als ein Verband von selbständigen Vereinen kann er nur in Vollmacht dieser Verein« Tarifverträge abschließen. Di«se Rechtslage ist in Verfolg eines Rechtsstreites durch ein Urteil des Reichsarbells- gerichtes vom 3. Dezember 1930 ausdrücklich festgestellt worden. Daraus ergeben sich Konsequenzen, die beachtet werden müssen. Nach längeren Verhandlungen mit den Parteivertreiern legte Mlnisterialdirigent.M c w e s eins Reihe von Borschlägen vor, die sich aus die Revision des heute ablaufenden M a n t« l t a r i f s, sowie aus den Abschluß eines Lohnabkommens bezogen. Nach eingehenden Erörterungen erklärten die Arbeit ervertreter. daß die Borschläge in bestimmten Punkten abgeändert werden müßten. Ein« ähnliche Erklärung haben auch die Unternehmervertreter abgegeben. Es wurde daher am 13. Februar weiter oerhandell, ohne daß man zu einem Ergebnis gekommen wäre. Aus den 14. Februar hatte der Arbeitgeberverband morgens eine Delegiortenkonicrenz onbcranmt. Im Anschluß an diese wurden die Parteiverhondlungen fortgesetzt. Aon den Arbeitervertretcrn gedrängt, eine klare Erklärung des Arbeitgeberverbondes herbeizuführen, teilte Ministerialdirigent Meines nach eine legten Rücksprache mit den Unternehmervertretern mit, diese hätten ihm nun erklärt, daß sie in den Vorschlözen des Rcgierungsoertreters keine geeignete Perhandlungs- grundlage erblicken könnten. Auf die weitere Frage, an welchen bestimmten Punkten sie Anstoß nehmen, hätten die Unternehmer er- widert, daß eine ganze Reihe von Punkten für sie unannehmbar seien. Darauf habe Ministerialdirigent Mewes erklärt, daß er seinen Vorschlag zurückziehe und seinen Versuch, eine Verständigung herbeizuführen, als gescheitert betrachte. Die Bemühungen, eine zentrale Verständigung im Holzgewerbe herbeizusühren, dürsten damit endgüllig erledigt sein. Es ist bekannt, daß man im Reichsarbeitsininisterwm de» Wünschen der Unternehmer nach Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen sehr viel Verständnis entgegen- bringt. Die auseinanderstrebenden Sonderinteressen im Arbestgeber- verband sind aber so stark, daß«s der Organisation nicht möglich ist, zu klaren Entschlüssen zu kommen. Di« Kämpf« im Holzgewerbe dauern fort. Die Zahl der Ausgesperrten hat aber bereits eine wesentliche Verminderung erfahren. In einer ganzen Reihe von Be- trieben kennte die Arbeit wieder aufgenommen werden, da die Unter- nehmer sich bereit erklärten, auf der Grundlage der bisherigen Vertragsbestimmungen einen annehmbaren Tariflohn zu vereinbaren. Die Angebote, solche Abkommen zu treffen, mehren sich täglich. Das ist nunmehr der gegebene Weg. die Bewegung zum Abschluß zu bringen. Deuifche Löhne nai'ona�es Geheimnis. llnternehmersutcht vor einem internationalen Vergleich. Die deutschen Unternehmer sind in Genf mit ihrer Forderung, das Internationale Arbeitsamt solle seine Reallohn- vergleich? st ati st ik einstellen, abgeblitzt. Der Verroal- tungsrat beschloß mit 17 gegen 1 Stimme, d. h. gegen die des deutschen Unternehmervertreters, die Erhebung zum Zweck einer internationalen Vergleichung der Reallöhne fortzusetzen und die Metboden der Erheb-mg auszubauen und zu verbessern. Daß die deutschen Unternehmer selbst von ihren ausländischen Koklegen im Stich gelassen vwden.Jst der fchloa-n�ll« Beweis dafür, daß der Lohnabbau in Deutschland in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Der Antrag selbst zeigt, wie sehr die deutschen Unternehmer einen internationalen Lohnverglelch furchten. Eine lliopie der Vergangenheii. Immer noch Arbei Bestenfalls die Notwendigkeit eines großzügigen Arbeits- beschassungsprogramms und die weitere Notwendigkeit, sich der arbeitslosen Jugend anzunehmen. Das kostet Geld. Aber es würde noch immer billiger sein, als ein„freiwilliger Arbeitsdienst", der außerdem so viele sozial- psychologisch und politisch bedenkliche Nachteile hat, daß er schon deshalb abzulehnen ist. Der Arbeitsdienst ist eine Utopie d:e aber nicht zu neuen Wegen und neuen Zielen führen will, sondern zurück zur militari st ischen Vergangenheit. Gespannte Lage bei den Buchbindern. Rück- UN» Ausblick. J« der sehr gut besuchten Branchenversammlung der Buchbinder am Donnerstag wies der Branchenleiter, Genosse Herzog, in seinem Jahresbericht besonders auf die große Arbeitslosigkeit hin, die im vorigen Jahre in der Branche einen noch nie gekannten Umfang angenommen hat. Aus diesen Gründen war es der Orga- nisation nicht möglich, Lohnerhöhungen durchzusetzen, doch gelang es ihr, die ManteUarifoerträge mit einigen Verbesserungen zu erneuern. Der Versuch, in den einzelnen Betrieben die übertariflichen Löhne abzubauen, konnte überall dort abgewehrt werden, wo die Organisation rechtzeitig benachrichtigt wurde. Bei einigen örllichen Lohn- und Manteltarifbewegungen konnte die Organisation immerhin noch einige kleine Erfolge erzielen. In der Diskussion zum Jahresbericht bemühten sich die kommu- nistischen Redner, die Tätigkeit der Branchenleitung herabzusetzen. Die daraus vorgenommene Neuwahl der gesamten Bronchen- lcstung ergab mst großer Mehrheit die Wahl der von den Funktionären vorgeschlagenen.Reformisten". Eine Auf. sorderung, RGO.-Leute zu wählen, wurde mst Heiterkest auf- genommen. Danach gab der Bevollmächtigte, Genosse Im Hof, einen ein- gehenden Bericht über das Ergebnis der Tarifoerhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der papieroerarbeitenden Industrie (Api) und dem Verband Deutscher Buchbindereibesitzer(VDB.) im Reichsarbestsministerium. Die Versammlung anerkannte im all- gemeinen die schwierige Lage für die Unterhändler, brachte ober doch ihre Unzufriedenhest mit dem Abschluß der Verhandlungen zum Ausdruck. Bom Genossen Jmhof wurde nochmals erläutert, daß der Zlpi-Lohn in Beelin nur für die Geschäftsbücher- und Briefumschlag- brauche Gestung hat. In den Buch- und Zeitungsdruckereien, die dem Berein Berliner Buchdruckereibesitzer angeschlossen sind, besteht ein Sonderabkommen, daß die Löhne der Gehilfen und Buch- bindereiarbeiterinnen den Löhnen der Buchdrucker und Anlegerinnen automatisch anpaßt. Außerdem forderte er die Mitglieder auf, allen Versuchen der Unternehmer, an den ü b e r t a r i f l i ch e n Löhnen Abstriche vorzunehmen, auf das schärfste entgegenzutreten und der Ortsoerwaltung umgehend von solchen Versuchen Mitteilung zu machen_ Oer Lohnabbau bei den Tapezierern. Zwei Bereinbarunsien. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Portefeu iller steht schon fest Ende vorigen Jahres in Vevhandlungsn-..icher den NeuobschlnH-eines L�ohn- tarlf.e.s für das Dorliner- Tapezteker�ewerbe. ' Der Vertrag war von den Berliner Täpeziererinnungen zürn 31. Dezember zum Zwecke des»Lohnabbaues gekündigt worden. .Es war für die Organisation deswegen schwer, zu einem Neu- abschwß für die gesamte Branche zu kommen, weil ein Test der Unternehmer aus der Innung ausgetreten war und eine be- sondere Organisation, einen sogenannten Reichsverband ge- gründet haste. Die Forderungen der lfnternehmer liefen auf einen Lohnabbau von 10 bis 2 5 Proz. für die einzelnen Sparten hinaus. Nach längeren Verhandlungen mit dem Reichsverband wurde am 9. Februar vor dem Schlichtungsausschuß eine bindende Ver- einbarung getroffen, wonach der bisherige Mindestlohn der Gehilfen in zwei Etappen um insgesamt 0 Proz. und der Mindest- lohn der geübten und ungeübten Näherinnen um durchschnistlich 9 Proz. reduziert wird Die Mindestlöhne betragen demzufolge nach dem Lohnabbau für die Gehilsen 1,30 Mark, die geübten Näherinnen 93 Pf. und die Matratzennäherinnen 81 Pf. Die Verhandlungen mit den Innungen endeten mit einem Ver- "gleich svor schlag des Schlichtungsausschusses, der in seinem materiellen InHast der Vereinbarung mst dem Reichsverband gleicht. Jedoch sollen nach diesem Vorschlag die Löhne der geübten Näherinnen noch in freien Verhandlungen mst den Tarifparteien geregest werden. Wester sieht der Vergleichsoorschlag für die Spezialkleber eine generelle Herabsetzung der Akkordpreis« im Endeffekt um 6 Proz. vor. Beide Abkommen sollen bis zum 3t. Mai gesten. In der stark besuchten Versammlung der Tapeziererbranch« am Donnerstag erstattete der Bevollmächtigte. Genosse Osten. Bericht v"- 9k Stunde des 9Caufs\ verlangt sorgfältige Prüfung der Qualitäten, der modernen Formen und der Preiswürdigkeit. Besichtigen Sie unsere Läger, Sie werden bei uns lle Forderungen erfüllt sehen!] Schon heute größte Anewahl in Übergangs- u. 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Februar: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Stunde des Landes. 18.30; Deutsche Charaktere. 19: Für und wider Berlin. 19.35: Zum 200 Geburtstag der Frau Rat Goethe. 14: Deutschlandsender: Aus Königsberg; Mittagskonzert. 20; Volkstümliches Orchesterkonzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 16. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Chormotette und Sololied. 18: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.30: Der moderne Kapitalismus. 19: Englisch für Anfänger. 19.30; Stunde des Landwirts. 20; Deutschlandsender: Aus Leipzig: Zum Rosenmontag:..Närrische� Volk44. 21: Aus Leipzig: Vom Tage. 21.10: Aus Leipzig:„Ariadne44— Dichtung und Musik. 22.40: Aus Leipzig: Nachrichtendienst. 23; Aus Leipzig: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 17. Februar: IS: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Lelpziz; NachmittaislionzerL 17.30: Einfahrunz In die neue Musik. 18: Unsere Pflanzenwelt im Winter. 18.30: Gestalten aus der deutschen Romantik. 19: Französisch fOr Anfänger. 19.30: Wesen und Witz des Berliners. 19.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Weltpolitische Stunde. Anschließend Uebertratuns aus Berlin. Mittwoch, 18. Februar: 16; Schullastcn und Wirtschaftsnot. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.50: Klassische und romantische Operette. 18: Lehrgang für Einheitskurzschrift 18.30: Einführung in die Gedankenwelt der gegenwärtigen Philosophie. 19: Deutsch für Deutsche. 19.30; Beamter und Sport 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Deutschlandsender: Aus Breslau: ..Der schlesischc Psalter.44 Anschließend Uebertragung aus Berlin. 7: Fünkg�ninastlk. Anschließend; Fröbkoneert 8: Für den Landwirt 8.50; Morgenfeier Anschließend; Glockengeläut des Berliner Doms 10.05: Wettervorhersage. II; Schallplattenkonzert 11.30: Elternstunde. 12: Konzert 14: Jugendstunde 14.40; Konzeit. 15. lü; Weltstadteriebnis eines Reporters. 15.35: Unterhaltungsmusik. 16.55: Heinrich Heine iiini 75. Todestag 17.55: Konzert. 18.25; Programm ddr Aktudlen'Abioilüng. 18:50: Sportnaeh richten 19;„Peri- chole44. Operette von Offenbach. 32.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Montag, 16. Fcbrnar; 7: FankgymnäStik. Anschließend: Frübkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Elise Reimarus— Lessings Kamptgenossin. 15.40. Reiseeindrücke aus den Anden. 16 95:„Hinter der Milchstraße." 16.30: Kammermusik. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Der Einfluß der Börsen aut die Weltwirtschaft 18.15: Tanz-Tec-Musik. 18.50; Albert Ehrenstein liest eigene Dichtungen. 19.15: Zeitbenchte. 19.55; Lanner— Strauß. 21: Tagesund Sportnachricnten. 21.10:„Rosenmontag in Berlin." Ein lustiger Abend. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 17. Februar: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14; Schallplattenkonzert 15.20: Die Bedeutung des Haushaltbuches für Haushalt und Volkswirtschaft 15.40: Zu Unrecht verschollene Lektüre. 16.05*. Jugendstunde. 16 30: Aus Leipzig; Heiteres Konzert 17.30; Theater und Musik in der bildenden Kunst 48: Bücherstunde 18.30: Lieder. 18.55: Wird' die Welt reicher oder ärmer? 19.20: Alte Karnevalsmusik. 20.10: Wovon man spricht. 20.30; Fastnachtsball. Mittwoch, 18- Februar; 7; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 10.20: Reportage aus der Moschee In Wilmersdorf. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Von der Räubergeschichte zum Groschenschmöker. 15.40: Klein- Auto und Motorrad schon erschwinglich? 16.05 1 Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik 17.30: Deutsche Technik in Australien. 17.55: Musikalfsche Jugendstunde 18.20: Die Aufgaben dos Ausschusses zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit 18.45: Das Interview der Woche. 19.10: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19.15: Konzert 20.15: Stunde der Unbekannten. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Konzert 22.35: Politische Zeitungsschau. Danach Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 19. Februar: 7: Funkgymnaiilk. Anschließend FrüUkonzerL 12.30: Die Viertelstunde für den Landtirirt. 14i Schallplattenkonzert. 15.20: Gesundheitsschädliche Un- arten. 18.40: Die Angst vor dem Tode. 16.05: Sage und verklungeno Historie� an der Adria. 16.30: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Frau Rat Goethe zum 200. Geburtstage. 18.15: Hans Bauer liest aus eigenen Werken 18.30: Unterhaltungsmusik. Als Einlage: Chorgesänge. 19.85: Drei Minuten vom Arbeitsraarkt. 20: Frau Aja zum 200. Geburtstage von Goethes Mutter. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Crellswald. Ein Querschnitt durch die StadL Danach Tanzmusik. Freitag, 20. Februar: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die Ernährung unserer Zimmerpflanzen. 15.40: Psychologische Ratschläge für Schwerhörige. 16.05; Weltmeister im Eiskunstlaufen. 16.30; Aus Leipzig: Dorfgeschichten. 17.18: Jugendstunde. 17.35: Oesterreichisclic Volkslieder. 17 65: Das neue Buch. 18.06: Die Junge Schriftsteller-Generation 18.30: Die Erzählung der Woche. 19: Tanz» aljond. 20.30; Uraufführung;„Der letzte Akt" Eine Hörspieldichtung von Kyser. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Unterhaltungsmusik. Sonnabend, 21. Februar: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frßhkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Wolfgang Weyrauch liest Donnerstag, 19. Februar: 16; Der pädagogische Austausch Deutschlands mit dem Ausland. 16.30; Aus Berlin. Nachmittagskonzert 17.30: Hausmusik. 18: Mensch und Landschaft in Siebenbürgen. 18.30: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20.30; Fragen der modernen Ernährung. 19.30: Deutschlandsender: Aus Breslau: Heitere Abendmusik. 21: Uebertragung aus Berlin. 21.10: Aus Stuttgart;„Der Wunderdoktor." Hörspiel von Heynike. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 20. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 15,30: Aus Leipzig: Nachmlttagskonzert. 17.30: Was kostet das Hochschulstudium? 18: Die Bedeutung des deutschen Ostens für die deutsche Wirtschaft. 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzt«. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.25: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20.20: Fragen der modernen Ernährung. 20.50: Deutschlandsender: Aus München: SinfoniekonzerL 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. An- schlleBend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 21. Februar: 16: Pädagogischer Funk. 16.3«: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Auto von heute und seine Entwlcklungsmflglichkeiten. 18: Französich tür Fortgeschrittene. 18.30: Neue Ausgrabungen im Pergämon. 19: Die Welt des Arbeiters. 19.30: Stille Stunde. 19.85: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Aus Köln; Lustiger Abend. 22: Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Über das Gesamtergebnis der Verhandlungen. Die Versammlung billigte den bindenden Abschluß Mit dem Reichsverband, der im Hinblick aus die äußerst schlechte Beschäftigung— zurzett sind etwa 5S Prvz. der Arbeiterschaft im Tapezierergewerbe erwerbslos— das lleinere Uebel fei und der völligen Taristosigkeit vorzuziehen ist. Aus den gleichen Erwägungen heraus wurde von der Lvhnkommission der Vergleichsvvrschlag des Schlichtungsausschusses für die Jnnungs- betriebe zur Annahme empfohlen. Diesem Vorschlag trat die Ver- sommlung ebenfalls bei. Es wurde jedoch der Beschluß gefaßt, unter keinen Umständen zu geringerem als dem bisherigen Lohn zu arbeiten, bevor nicht die Innungen ihre Zustimmung zu dem Vergleichsoorschlag gegeben haben. Verunglückter proiesistreik. Am 8. Februar veröffentlichten wir eine Notiz über Vorgänge bei der Firma N. Klussendorf, Allgemeiner Maschinenbau, Gerichtstraße 23 In diesem Betriebe sollte, wie in anderen, am Freitag, dem 6. Februar, in der Zeit von IS?! bis 16 Uhr ge- streikt werden. Für diesen Proteststreik sammelten die Koinmunisten Unterschristen. Kurz vor der geplanten Streikzeit wurde bekannt, daß der Funktionär der kommunistischen Sonderorganisation der Metall- arbeiter, Karl Schmidt, sich einen Pastapie! schein geben ließ und den Betrieb oerlassen hat. Da Schmidt selbst seine engeren Freunde nicht unterrichte� hatte, weehalb er fortging, bracht« er sich in den Verdacht, dem Streik aus dem Wege gegangen zu sein. Es wurde nicht gestrebt, sondern weitergearbeitet.' Doch später stellte sich her- aus. daß Schmidt auf telephonischen Anruf seiner Ehchrau in das Moabiter Krankenhaus gegangen war. wo seine Schwiegermutter schwer krank lag. Der Verdacht, der geaen den Beiriebsrat Schmidt im Betriebe aufgetaucht war, erwies sich daher als u n- berechtigt und damit ist auch der Vorwurf gegen ihn hinfällig, er habe sich als„revolutionärer* Feigling gezeigt. Die Verleumdungen der Hiiler-Vresse Die Nazipresse hat dieser Tage eine Mitteilung verbreitet, wonach bei einem Arbeitsamt des Berliner Westens V,<< Millionen Eoldniark Arbeitslosenunterstützung an Doppel- Verdiener, an Verstorbene und an Leute, die überhaupt nicht ezistierten, ausgezahlt worden seien. Im Anschluß an diese Meldung ichrieb der„Völlische Beobachter*:„So verschieben die m a r x i st i- schen Bonzen die Gelder, die für die Hungernden bestimmt sind. An welchen schmutzigen Fingern sind die Millionen hängen geblieben?* Das Landesarbeitsamt Vrandenburg Hat auf Grund dieser Mitteilung bei. der Swatsanwultscbust München Strafantrag wegen verleumderischer Beleidi- gung gestellt. Buchdruckers Die Citydruckerei(frühere Friedrichstadt- druckerei). Kleine Aleranderstr. 28, ist für Verbandsmst�lieder in- folge Verletzung tariflicher und organisatorischer Bestimmungen g e s p e r r L Alle Kollegen, die zur Zeit in der Citydruckerei de- schäftigt sind, sind nach§ 10 a und b des Verbandsstatuts aus dem Verbände ausgeschlossen Kollegen welche heute noch in der Eily-Druckersi arbeiten und die aus Erhaltung ihrer Zugehörigkev zum Verband« der Deutscken Buchdrucker Wert legen, sind verpflichtet, sich bis Freitag, 23. Fe« -%rucT, 18 Uhr. auf der Verwaltung, Engeluier 24/2S. 1 Tr.. -Zimmer 13, zu melden.■.- Der Gau vorstand.� S elzbettsamt Berlin. Off. StctricBsfrattion her GPS). Sinnlos, 1« Uhr. ■BJ.bei gel, Irl. SidUcnbcrs, Snrfwncnct Str. 83, ede Neue SahnfiofftraRe, g fTrclfonsuerfammlunfl. Referent©enofTe Sans Bauer:.®U pcliüfiic I Las«*. si Arbeiteamt Berlin. Lüh Betriebet rattton der GBO. Shmtea, 20 Uhr. Rl'efen.iriMffilfien, STriefenfh: 14. graktinnsperlammtuna. Referent Sc. '~T nofle Ernst Neumann:. TOirtfd-aftsftTc und Arbeitslos, okeit*. ■s? SreustifJe» CtaHstifif«* Lau besamt, Betriebs fraltiun der SAD. 6� Slpntaa. 20 USr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. wichtise ssr-kEnnspersommIuna. Dentfibe Zrdnstrie.Werke Gnanhan. SVD�Brtriebefraktiau. Man- f'4 to«, IS'-h Übt, Lnlal foaf, Efzesawplah.!7zokFonsr>ezsammlung. Wich. , tig« trasesazhnuns. MUsfiedshuch legitimiert.\ m®S®..gr«nion Im Gesamtuerdard, Wiztfg-ftsbetztehe. Slontes. lS>4 Uhr. im Sackeschen Pol. �nscnihcltt Etr. 40—41, Berfammfuna der � im Bezeich her Wirtschaftsbetriebe tii'iaen Ärheitrrinnen und Arbeiter. =9 Rdtrrsnt Genosse Lendemann:..Vor dem Entscheihunsstampf*. Etelluna- s nähme ,ii den Nnrpezfchaftsmablen. S Bcizfsamt Tempelimf. SPD..Betrieb»fr-lti-u. Dienstas. 19% Uhr. E3 pplaf Sinner. Tempefhot. Dorfstr. 50, Ilrakt onsversammiung. Referent ;-3 Mar Sende mann:..Die NotnernrÜnuna* Be,irt»-mt Tierparteu, SPD..B«trieb«tralti»n. Diensiaa. 1914 Uhr. � Musilsaal de» NIeist.Lnienms. Lepedamstr. 3—3. Bahr-snersammlunz. T Referent Genuste Surf Kietrnann:..Srßnina und wir*. GVD.-Betr iebsfraltian bei den Beffeid„ua«>rhcPem. Mittwoch, 1944 Uhr. ArminfSfe. Äonunonhontenftz. 64. Referat des Genossen Mar Brinidez: Aktuelle Wirtschaflsfraaen*. israktionsanseles'nheiten. GVD.-Zktzaktion de» Verbände» der Nabmns»m!ttel. und Getränke- arbeiter. Donnezstan. 1944 Uhz, im Lackefchrn Löf fazoßez SaaX), Roien fbafer Str. 40—41, Referat des Genossen Barl Litke. M. d. R.: „Der Äampf der freien Gewerkschaften aenen den ssafchismus und RGO.* J B-ns-werkschaft Berlin. F-�amppr der Rlfefenleaer. Mpnfas. 16. fsebruar. }9 Uhr, im Lnieaelfaal der..Lichthurs*. Behmstr. 5—7, am Bahnhol Gelund» kirnnnen, Verfammluns. 1. Etellunanahme ,um Tarifveriras. 2. Vortraa de» Snlleaen Gdert über„Uzfadw und W'rkuna der«tu? im Bausewerde*. In Anbotrach' der WichtiakeH der Tagesordnuns ist reli'pfes(pefrftemen erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Di« Muchs ruppenleitung. �reie(�eVerkickafis-Iuaend Verlin 1 Leute. Sonntag. fnTocnhe Scronflaltimaen: Mähren kurfn»: Btsschti. ouna des Rzanenkundemuseums. unter äntlicher Rührung. Treffen nm 994 Uhr(TharTot'erhu cfl. Berliner Str. 137.— Sil dring: 10 Uhr B-. sscht'auna des gentralsfushalens Temvefbol. Treffen um 904 Uhr am Ostetn. gang— Achtung! Um 20 Uhz Bestenbeza-Abenh:..Vom Volkslieb»um Sch'ager*. im GScMen.Ln-'uM. Rathau-ftza»«, Lichtenberg. Mitw Tk'-bc: 3ba Sa Ith«uz Rieden— Morgen. Montag. 16. ffebruar. Wauderlelterkurfn»: Aus-n auf*. IStz Uhr. Saal 5 des Gewerkfchaftshaufes. Gnoelufer 24—28: "Geschichtlich» und ki,nstges»:chtliche Trnbach'unaen aus Wanderungen*.— Unsere Iunendberatungsstelle ist iehen Mittwoch in der Seil oon 16 Vi— 20 Uhr im Gcwerlschafishaus, Engelnfer 24— 25 II, 8immer 26, geöffnet. t �iinenvnruvve veS?en» Gedankenwelt*. Leiter: Arthur Rachow.— Uzhau: genhhewt Pphrechi. Ecke Eanherstrasse. Vortrag:»Aktuelles aus der(Bosial- coI!tif Referent Otto Lamm.— Weigeufeet Jugendheim Piftoriusstz 24. Vortrag'»Rciseezleh.tiss« in Amerika*. Reiczenf lsrilt Weigelt.— Die Mussk- arupv« llbt iedtn Mantaa von 20—22 Uhz im Vezhanhshaufe.— Barten ,uz Tuaendt-prstcllung der Voikshühne am 22. und 2». Mär, find»tun«reife von 80 Pi. im Jusendfckretariat»u haben. WOHNZJMMER-TEPPICHE Parser oder Blumenmuster Gern gesuchte Qualität 6räfie ca. Bf�OO Größe ca. OCOO 350x250 M. 300x200 M. VELOUR-PLUSCH mit Fransen, moderne und Perser-Zeichnungen Größe ca 290x190...... M. 30 DEUTSCHE PERSER mit Fransen, in vielen Kopien schöner, echter 7e p p! ch e. 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Lebensjahr unser Kollege Wilhelm Brall Er war Mitbegründer des Verbandes und fast 30 Jahre lang der Hauptkaesierer. Beine Verdienste um den Verband sichern ihm ein treues Gedenken! Der Verbandsvorstand Gan Berlin Mitgliedschaft Berlin Die Einäscherung erfolgt am Dienstag, dem 17. Februar, 18'/, Uhr, im Krematorium Gericht- Straße 87—33. itbnint ofrßorb im Alt» Jl Jahren unftc ältestes MUzlieb, btt trübere Maler ranl ScbDoemann MebarlchSichanlen, UHlanbstr U Di« Partei vertiert in ihm einen Vor- kämpf» van varbtlblicher Tatlrait. Di« Einätcherung findet Montag, den lK. Februar, 17 Uhr, im Are- moiorium G«rtchtstraß« statt. Oer Voniaad Für die Bemeiie b»T«ilnaha>e t Kinicheiben meiner lieben Jrou.iog« i allen Freunben u Genossen herzlichen, Dant Alfred Platlner u. Kinder. Behebung Eonnadend, 21 Februar, 13*/, Utjc, aus dem ZenlraifriedHoi, Friebrichsfelde gstr b>» vielen Beweile der Teil- nadme anläßlich des Hinichelben» meines liebes Mannes keloboli! Sebmittsll sage ich hiermli allen Verwandten nnb Bekannten sowie der qs-teilung>S!a der SPD meinen berzlichsteu Dank. Mahlsbarf-Güb. verttr« 5 mitten und Kinder. Einziehung Oer Kirchensteuer Die 4 Rate an evangelischer Kirchen- iteuer sllr IS 0 ist am Iii. Februar lSSi' tälllg und nebst eiwaigen Resten bis ,u diesem Tag- an die zuständige frnanziasb L Wird Sie Kirchensteuer nicht entrichiet, io wird nach»-vi einzuzabren. Wirb rechlzrilig entrichier, ,a nitro naly»'Mg- las» Mabnunq der Eleuerdelrag nebst Kasten durch das Finanzamt eingezogen. Berlin, den S. Februar 1931. Ol«.FinnnzSnrter ! Seo Loiibesfinaiiznwtsbezlrksverlln Arbeit war seines Lebens, iieiztnsgüte seines Wesens Inhalt Am 11 Februar 1931, m ttags 1 Uhr. entschlief sanft nach schwerem Leiden mein iönlggelle ter, herzensguter Mann, de, Oewerkschaftsangestellte Karl Weiß Im Alter von 65 Jahren. Dies zeigt ilelbeirübt an im Namen der NIn er» bllebtnen pran Ida Weih,«eb. Schäfer. Die Einäscherung findet am Olensiag, dem 17 Februar, nachmlnags 5 Uhr. Im Krematorium Wilmersdorf(Fehrbelliner Platz) stau SS zur Miele •"»i.Ansoachersii BiüinenshttnceR Jeder Art liefert preltwert Paul Qolletz I rtmsli hebert Vsjr-r Weriannenstr. 3 F8, Oberbaum 1303 DIESE MAUKE bUrotfür GÜTE UND FRISCHE VolEcsfdirsorgge Gewerl»diaftild>.Oenoisen«chaitUe Ver- tiOicrnngt-AldicngescIUdiaft, Hamborg» ßpOBte vosbsvsrsicherunss- geseiisctian oeutschiands Sagenv.'ärtig rund 2,2 Millionen Versiehgr!« mit 900 Millionen RM. Versicherungssumme, 12 � Millionen RMarK Vermögen, davon Eigentum der Versicherten: Prdmlsnraaorira: über 85 Millionei RMark flawlnna teils; über 20 Millionen RMark zusammen Uber 103 Millionen RMark. Versicherungsleistungen: Uber 11 MM.'. RMark«eit November 1923(Ende der Inflation) Ngiiere AmKDitft erteilen die Rediiungif teilen: setnn s«2, RinerstraBe>» Setlin-Mariendori. KathausstraBe 93. pt: Berlln-KÖDenick, BahnhofstraBe 34: Berlin-Lichtenberg, frankfurter Allee 122; Berlin-Relnickendorf-Osr. Schönholzer Weg 39; Berlin-Pankow. Qaülardstraße 26; Berlin-Spandau. QfltelstraBe 5. pt. oder der Vorstand der Voiksfllrsorge in Hamburg 5, An der Alster 57—61 Pafenfe SM _'chfaittfti BauzeicliDung van 8 Mk. an. K. Heinrich, Prenzlauer Allee 213 Generalversammlung Oer Möbeifadiik �Zukunft" •- ff. tu H.H. S»idbdfl»ra«me« Jronffutkvr -£. 1 Bm Soonobenh. öem ZS. Februar 1931. oadjalft. 4 Ahr. _Jo0'»otbnun4 Uhr, Lotal ÄrUger, Husiitenstr. 34 Ecke Echeringstrahe, Mitgliederversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung, SPD.. Elternbeiräte. Mittwoch. 18. Februar, 20 Uhr, Zusammenkunft tm Lokal Sorgait, Uferstr. 12 Ecke Martin-OviN�trahe. Thema:„Die weit. kich» Echul« als allgemeine, umfassende Schulform." Referent Rektor Riech. Tie parteigenösstscheu Lehrer und Cympalhiiicrendc ü»d eingeladen. I. iirei» Wedbing. Die Mitglieder werden ersucht, die Sffcntlich««crfaunu. luna de« Reichsbanner« am Dien«tog. Igzz Uhr. in der Hochschulbranerei zu besuchen. 4.»rei« Preazlaner«erg. Abteilungskol sl-rer rechnen heute. Sonntag. 10 Uhr. mit dem Kreiskalsterer die Filmlarten ad. Später känneu keine starten zurückgenommen werden. 5. steei» Felebrichihain. Montag, l«i Febrnar. 1914 Uhr, streiomlt. gliederoersaMwluug. Rndrea». Festsäle, Andreasftr. 21.— Thema:..Unser« Stellung zn« Brüning. Regierung." Reserrnt Siegfried Anshänsrr, M. d. R.— Diaknssian. 7.«rei» Eharl-ttenbueg. Sonntag, 1.»Sr,. 9>4 Uhr. ordentlicher«««>«. «crtretertag im Wahlsahiosaal, Königin. Elisabeth. Str. 6. Mandate nnd MUgliedobücher find am Saalringang vor, u, eigen. 9.«rei,«ilmersdars. Mittwoch. 18. Februar, 20 Uhr, bei«roiß. Sol- stcinische Str. 00, Sitzung des strcisvor'tandes mit den Abteilungoleuern. jede Rbteiluna mufi vertreten sei».... 1Z.«rei. Tempelhos. Dienstag, 17. Februar, 1914 Uhr, Tempelho', Darntr. 42, 13.»tri« Tempclhof. Dienotag, 17. Februar, 20 Jlht, Gedealseier für Keiurich Heine zum 7ö. Todestag de» Dichter» in der kleinrn Aula de» Lyzcnms, Mariendorf, Rinqstrahe. am«ohnhos«ariendorf. Pro- grammaufban: Roli Särtner. Festrede Dr. storl Schröder. Rezitationen Leo Mcuter. stonzert.Trio de» Kammer. Sinfonie. Drchester»(Aagbn, Schubert, Beethoven). Eintritt 3» Ps. Erwrebolose dienofien frei. Karte» find bei den Bezirlsführern und den Mitgliedern de« Bitduugsausschuss.ro haben. Da nur eine beschränkte Anzahl starten ausgegeben wird, ist -'-••• �-- g©OtJ SU Häven»-VO nur eine ociojcaniic xtn�agi«a für rechtzeitige Beschassung Sargi zu tragen. WMjI 19. stre!« stöpeuick. Montag. 19>.i Uhr, in Köpenick, Etadttheoter, kleiner Saal. Krcisvertrctervcrsai'.imluii�. Tagesordnung: Berichte und Neuwahlen. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, Z6. Februar, 18 Uhr, Fxaktionssitzung der Be�irksverordneten und Bürgerdeputierten,.Zimmer 36. Rathaus Möllen« dorfstraße. IS. Kreis Pankow. Die Kreisdelegiertenversammlung am Montag, 15. Fe- bruar, beginnt bereit« 19U, nicht 20 Uhr. bei Mcger, Türkisches Zelt, Breite Etr. 14. Mitgliedsbuch und Busweis berechtigen zum Eintritt. * 120. Abt. Friedrichsfelde. Sonntag. 13. Tebruar. Besichtigung des Vronkra't. merks Klingenberg und der Gärtnerei. Treffpunkte� Ubr vor dem Gro�« kraft werk. Morgan, ZNoniag, 16. Februar. 18. Abt. Arbeitskreis jüngerer Parteigenossen. 19'? Uhr Zusammenkunft an bekannter Stelle.? iskussionsabend übrr„Wehrhaftigkeil". 77. Abt. SchöncSerg. 20 Uhr Vorstandssitiung. 127. Abt. Sohenschönhanse«. Der für Montag angesetzte Ausspracheabend findet im Lokal von stiebe um 20 Uhr statt. 140a. Abt. Wittenau. 20 Uhr bei Heese. Berliner S�r. 78. Funktion ärsitzung mit Kreisvertretcrn. Stellungnahme zur KPeisgcncralversammIung. Dienstag. 17 Aebruar. 38. Abt. Funktionäre beteiligen sich an der Veranstaltung der weltlichen Schule. Diestelmeycrstr. 4 6, IDZi Uhr. Eltern schulpflichtiger Kinder mit. bringen. 117. Abt. Lichtcnbera. Dienstag, 18 Uhr. bei Brünn. 124. Abt. Mahlobor!. Bildung-abcnd für jüngere Parteigenossen, 20 Uhr, Lokal Rordstcrn. Hönower Straße. Thema: Schlichtungswesen." Referent Genosse Theuner, Mittwoch. 18. Aebruar. 49. Abt. Schwerhörige. Mitglieberuersammlunq 20 Uhr im Jugendheim, Liuden. straße 4, vorn I Tr. Thema:.Unser» Birtschastspolitik der Kegeuwart." Relcreut Kurt stietzmaun. Alle Parteigenossen sowie Porwärtslescr und Sywpothifierenbc find eingeladen. Frauenveranstaliungen. 17. strei« Lichtenberg. Mtltwoch. 18. Februar, 20 Uhr, Im Lokal Kenseler. Lichtenberg. Boxhagcner Str.«2 Eck- Reue Bahnhofstraße. Kicisfronen. abend. Rcfercutin Käthe Kern:..Die Arbciterinnenbcwegung." TNonlag, IS. Aebruar. 2./Z. Abi. Den Tossinnen zur Kenntnis, daß unser Fraucnabend in diesem Monat wie überhauvt in tzukunst erst am 4. Montag im Monat statt. findet. Ztähcr« Mitteilung erfolgt noch. 7. Abt. 20 Uhr bei Pctran. Echlcgelitr. 8..Erziehungsaufgaben der prol«, tarischen Frau." Referentin Genossin Stojan. 31. Abt. Der Frouenabend am 1«. fällt aus. Dafür findet am 23. Februar ein gemeinsamer Fraucnabend mit der 27. Abteilung statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 49. Abt. Ii»; Uhr bei Förster. Dreibnndstr. 11,.Völkerbund und Völker. Verständigung". Rescrcnt Viltor Echi'f. 78. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei HochgelchürZ. Mühlenstr. 0, Francnabcnd. Wiederholung der Vorschlagswahl zur Frouenleitcrin. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 108. Abt. Oberschöneweide. 1!»4 Uhr in der..Schillerglocke". Schiller Promenade, „Die Sorgenkinder der Stadt Berlin". Referentin Stadtverordnete Minna Todenbagen. 124. Abt. Mahlidors. 1914 Uhr bei Anders, Babnbofstiaße,„Im Westen nichts Aevez— aber im Osten". Referent Hans Bauer. Dienstag. 17. Februar 29. Abt. Drn Tenofsiune» zur stenntnis. daß unser Frauenabend erst am 24. Febrnar stattfindet. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 24. Abt. 20 Uhr bei Kuhsittig, Jablonstistr. 8.„Die Arbeit der Frau im Parlament." Referent Helene Schmitz, M. d. L. 24. Abt. z. Truppe. Wegen des Fraucnadends siölie Rotiz unter dem 19. Fe. bruar. 28. Abt. 20 Ubr bei Rohrsdorf, stastanlenare IL,.Unser stampf gegen d!« Arbeitslosigkeit." Referent Dr. Hans Cohn. 82. Abt. Eharlottenbnrg. 20 Uhr bei Bade, staiserin.Augnsta.Allee 62,„Die Friedcnsbestrebungen unserer Partei". Referentin Klara-Maria Echnch. 99. Abt. Britz-Troß-Siedlunz. 20 Uhr in der Schule, Pvrchimer Allee,„Die Frau im dritten Reich". Referentin Marie Kunert. M. d. R. 197. Abt. Falkenberg-Alt-TIienicke. 19' Z Uhr bei Zobian, Alt-Tlirnicke, Lest- abend„Remargue".„Der Weg zurück". 121. Abt. starlshorft. l« Uhr Gründungs-eier der Kinderkrennde-Grupp« Karls. Ixlonders eingeladen. 123a. Abt. stanlsdorf Süb. 20 Uhr im Jägerbeim Frauenabend. 128. Abt. Pankow. I9'4 Uhr bei«oder. Berliner Str.«ll, ,Arbcii«rd(chtnng". Reterrntin Genossin Steiler. 12». Ab«. Pankow. 19>4 Uhr im..Tückischen Zelt", Breite Str. 14,„Die poll. tische Situation". Referent Otto Most. INiklwoch. IS. Jebruar. 1. Abt. 20 Uhr im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 111L,„Unser stampf gegen die Arbeiislofigleit". Referent Deor» Raidle. 54. Ädt.«h-rlotteuburg. 2V Uhr im Iugcndh-lm,«ofinenstr. 4.„Jugend und Nationalsozialismus". Referentin Genossin Magnus. 88. Abt. Eharlottenburg. 20 Uhr im Eisenbabner.Prrbandsbaus. Rankestr. 4 (4 Treppen),„Die Gefahr eines neuen Krieges". Referentin Mathilde Wurm. M. d. R.„ 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr de! Jürgens, Darbarvssastr. 5«, Reuwahl. ..Soziolpolitit in der Praxis." Referent Senoss« Cronsäger. 79. Abt. Schönedcrg. 20 U!>r bei Rcimann, Sedanstr. 17,„Ernstes und Heileres". Vortragender tpans Fuhrmann. »9. Abt. schonebcrg. 20 Uhr im Zeichensaal de» Jermholtz-Dymnasium», Rndensstraß-,„Im Westen nicht» Neues— aber im Osten". Referentin Lniie Kähler, M. d. L. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei stlabe. Handferitstr. 6061,„Ernstes und Heiteres". Vortragende Elfriede Soüinvnn. 191. Abt. Treptow. 19 Uhr in der Spedition, Erätzstr. 80, Funktionärinnen» fitzung. >08. Abt. Ableeohof. 2V Uhr de! Schmidtbouer. Bismarckstr. 74,„Im Westen nichts Reue»— aber im Osten". Reierentin Rosa Lenke. Iii. Abt. Bohnodoes. 20 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Sir. 100.»Die sozialhogienilchen Forderungen für die Prolelarierfrau". Referentin Dr. Frida Alexander. Donnerstag, lg. Aebruar. Ii. Abt. 3. Truppe. 2V Uhr bei Schulz. Carmeu.Snlva.Str. 51,„Die Kultur- idrc des Sozialismus". Referent"• Adromawitsch. 138. Abt. Pnchholz. 20 Uhr bei Eckerl, Pasewalkcr Ecke Bahnhofstraße,„Da« Wirtschaftsgeld der Hausfrau". Referentin Elvira Krüger. 139. Abi. Reinickenborf-Ost. 20 Ultr in der Baracke Lindauer Straße.„Welche Aufaaben bat der Völkerbund zu erfüllen?" Referent Hans Bauer. Areiiag, 20. Februar. 110. Bbt. Grünau. 20 Ahr bei Wernes. Köpenicker Skr. 123, Vor. Ü führung des Bildbandes„Mutter oder Madonna". _ i 1-38. Abt. Hermsdorf. ISlz Ilhr im Jugendheim Roonstraße,„Alkohol und Nauschgifte". Bezirksausschuh für Arbciterwohlsahrt 9. Kreis Wilmersdorf. Freitag. A». Februar, 20 Ubr. bei Sandmann. Westfälische Sir. 42. Iahresversamnilung dar Arbeiter.mohlsohrt. Neuwahl d�s Borstandcs, Winterhilfe, Bericht der Genossen Stcinböfel und Stock. 16. Kreis Köpenick. Dienstag, 17. Februar, Schulungskursus, 19 Vi llht# Rathaus Köpenick, Sitzungssaal. Referent Genosse Röhl. Arbeiter-Bildungsschule. I. Kreis Mitte. Der Kursus des Tenvssen Mcndelfohn über!„Faschismus-� Sozialismus" findet tu dieser Woche ausnahmsweise Mitiwoch, 20 llhr. Wein- mciftcrstr. 10-17, statt. Reue Hörer können am Kursus teilnehmen. Arbeits- lost find vom Hörerdeitrag befreit. 14. Kreis Neukölln. Kursus Paul Bernstein:„England und das britische Weltreich". Jeder Abend ist in sich obgeschlossen.— Donnerstag, 18. Februar, wird gefprochc» über:„Parteien und Arbeiterbewegung in England. Neue Hörer können teilnehmen. 18. Kreis Adlershof. Der Kursus des Tenosscn Dr. I. Schlesinger:„Bolschewismus und Faschismus" beginnt Dienstag. 17. Februar, Wi Uhr, Rodicke- straße 11. Anmeldungen werden dort angenommen. Hörgeld für den Kurf»« (vier Abcndc) 1 Mk. Arbeiisgemeinschast sozialdemokroiischer Lehrer. Ortsgruppen sitzung Prenzlauer Berg. Dienstag. 17. Februar, in der KOR., Pasteurstr. 44.46. Tagesordnung: 1. Das neue Ortsgesetz Groß. Berlin und seine Auswirkung auf die Schulen.(Dr. Ostrowski.) 2. Organisatorische Fragen rn der ALL.(Richard Schröter.) 3. Neuwahlen. 4. Verschiedenes. Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. Sektion Universität. Mittwoch. 18. Februar. Vortrag des Genossen Fritz Taruow. M. d. R.:..Die Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten." 20 Ubr im Bund.— Donnerstag, 19. Februar, Ausspracheabend der Studen- tinnen. Genossin Hitdegard Wegscheider, M. d. L.:..Frau und Beruk.� 20.30 Uhr im Bund.— Freitag, 20. Februar, Medizinergruppe.- Vortrag des Genossen Dr. Bernd Goetz:„Der sexuelle Abnorme als soziologisches Vroblem".— Donners. tag, 19. Februar. Medizinerg ruppc: Marxistische Arbeitsgemeinschaft. Leitung: Genossin Anna Hartoch. 20 Uhr im Bund.— Freitag, 20. Februar. Sozial, ökonomische Fachschaft: Marxistischer Arbeitskreis. Leiter: Genosse Dr. Falk. 20 Uhr Hochschule für Politik.. Ortsgruppe. Sonnabend. 21. Februar, Vortraa des Genossen Prof. Dr. Rosen' bcrg:„Zur Theorie und Praxis der Diktatur des Proletariats." 20 Uhr im Bund» Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groh-verlin. Alle Nestfalkenhelfer üben für die Liedgestaltung unserer Zehnjahresssiev Donnerstag. 19. Febrllar. ab 13 Uhr, Jugendheim Bclle-Allianee-PIatz 1. Gymnastikan�ug und Musiklnstumente mitbringen. Eharlottenhurg: Zungfalken n. Treffen der TmM»aare für Jugendweihe Sonntag, 9 Uhr, Heim Rosinenstraße. Montag. 16. Februar. 20 Uhr, Helfor» sitzuna im Heim. Elternabend 23. Febrnar, nicht am 10. Februar. Reinickendorf: Donnerstag, 19. Februar, Kreishelfersitzung in der Scholli». Gruppe Wittenau: Heimabende jetzt im Jugendheim„Reue Schule". Haupt, straße 13, jeden Dienstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr. Prenzlauer Berg. Montag. 16. Februar. Elternversammlung, westlich« Schule. Danziger Str. 23, von 20 bis 22 Uhr. Sonntag. 22. Februar. Eltern, nnd Werdeabend im Altersheim. Danziger Str. 62, von 19 bis 22 Uhr.— Rote Falten. Heute 10 Uhr, Elnsium zur Matinee der Partei. 16 Uhr Kino. Veranstaltung im Bezirksamt. Mittwoch. 18— 2s! Uhr, Baracke Danziger Str. 62, Falkeitratssitzung der Jung, und Rotfalten(Zchnjahresfeier, 1. Äai, Treff» fahrt). Kreis Reukölln. Heute ab 17 Uhr Heimuachmittaa in der Baracke Gang- hofcrstraße für alle Falken. Brettspiele mitbringen. Morgen, Montag. Arbeits. stunde ab 18 Uhr Baracke Ganghofcrstraße. Dienstag. 17. Februar, ist fbv alle Eltern unserer Nestsalken ein Lichtbildervortrag über das Munsterlag�r im Jugendheim Böhmische Ecke Cannerftraye um 18 Uhr. Voranzeige! Sonn- tag. 22. Februar.veranstalten wir im Saalbau Bergstraße, 17 Uhr, eine Musizier, stunde der Falken.-Die SAI. und unsere Eltern sind dazu eingeladen. Karten zu 10 und 2ö Pf. sind bei allen Falken zu haben. Lichtenberg.Rord: Montag, 16. Februar, Elternversammlung im Heim, Gunterstr. 44. Beginn. 191« Uhr.. Dienstag. 17. Februar, treffen wir uns unr 17 Uhr am Bahnhof Lichtcnberg.Friedrichsfelde zur Beteiligung an der Grün» dungofeier in Karlshorst., Kreis Friedrichsharn. Die Gruppen des Kreises treffen sich heute alle 9 Uhr zur Zubilarfeier wie kolgt: Stralau: Rudolfplatz: Paul Singer? Küftriuer Platz; Robert Blum: Jugendheim; Freiheitsdrang: Jugendheim; Martha Demmning: Pete-sburg-r Dwk sFalk'nscite): Landsberger Platz: Falken, ecke. Die Gruppen müssen 9.30 Uhr Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11—13. sein. Fahnen und Wimpel mitbringen. Alle in blauen Kutten erscheinen. Ende 13 Uhr. Montag. 16. Februar, Kreisturnabend für Nest. falten Turnhalle Schule Koppenstr. 84. Geburlslage. Jubiläen usw. 28. Abf. Iluscrrm li-ben Srnosscn Johann Zunbcl, stastaniruallre 29 39. zu sriuem Zöjährigeu Part-ijublläuw dir h-rzlichst-n Elückwünschr. Abt. 740 Z-hlrudor, Süd. llnfcrcm lannjahrigen Ecnosscu Mo; Uhlwaun zum 90. Wicgcufrst dl« hrrzlichstcn Ttiickwünsch«. 80. Abt. Schöncdcrn. Unscrcm Ablcilunnslcitcr Tcnoffru Paul üaunock dl» hrrzlichstcn Slückwünjchc zum hZiährigrn Partcijubilänm. 93. Abt. R-ulölln. Unlcrcn allen Parteimitgliedrrn Maria nnb Sustsu Rosien«, Wuppcrftr. 30, wünschen wir Zrrudc zu ihrer Silberhochzeit und Glück zu fernerem Äohlersiehe». >01. Abt. Treptow. Unserem Trnossrn Rrlnh. Lan»nrr. der bereit» seit vier Iahr-ehnten qemcrkschaftlich und politisch organisiert ist, zum 70. Srbvrt». tage herzlichste Glückwünsche. J Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� 117. Abt. Lichtenberg. Unser Genosse Karl Winkler, Lücksir. 7o. ist per. starben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung Montag. 16. Februar, 14',* llhr, Hohenschönhausen. 12«. Abt. Pankow. Süd. Am 11. Februar verschied plötzlich auf dem Zahl» abend Genosse Wilhelm Brall. Laudaer Str. 3. Eyre seinem Andenken! Einäscherung Dienstag, den 17. Februar, 1814 Uhr, Krematorium Gerichtstraße.. Zucker nährt- und ist billio! » Einkommen und Auskommen. Für die Dauer werden Sie nur dann gut auskommen, wenn Sie Ihr Einkommen richtig einteilen und dabei auch an die Zukunft und unerwartete Möglichkeiten denken. Es braucht gar nicht viel zu sein, was Sie dafür zurücklegen— nur muß es regelmäßig geschehen und sicher angelegt werden. Am zweckmäßigsten sorgen Sie für die eigene Zukunft und für die Ihrer Angehörigen, wenn Sie regelmäßig einen Teil Ihres Einkommens für. eine Lebensversicherung einzahlen. Die Beiträge sind umso niedriger, je eher Sie abschließen/ 20 Uhr 100 000 Taler Ende eegen 23 Uhr Täqi. 5 u. 813 Sanol. 2. So. 8" Alex. E 4. 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. 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Brncloisr Regie: Beim Hiipirt Kammerspiele 8V* Uhr Pariser Platz 13 von Vicki Baum Kciii: Cistal Grän�m Die Komödie SV« Uhr Die Fee nn Franz Molnar Regie; Stefan BodL Diesen Film maß sich jeder ansehen... Er ist der beste Tonfilm in deutscher Sprache. Dr. Herbert Ihering, Bcrl. Bönencourier Es ist ein Film von großem Format.. mit seltener Meisterschaft und großem Geschick gemacht. Aroa, Berliner Nachtausgabe Das Publikum unterlag dem Zauber der Regie, der Darstellung und der filmischen Bewegtheit... am Schluß Ovationen... Heini Pol, Vowiscbc Zeitung Karfürstendanun- Theater Bismarck 449 | 8 Ubr| Das schwache aeschlecht v. Edouard Bourdet Begie: Mu Beißhanlt ImiM-Tlieattr Täglich SVs Uhr ZuMligitiiiiilBv. lNv Viktoria undihrHusar Mary Lottert, Dcstiij.LMff Tbeat a.«ottd. lar Sottbuier Str. 8. lägt 68 Ute LUd> So nt. nehm. 3. UM fille* sanier Wie immer «et m e En oi i EnUssaLaeliatOrm* Täglich 7, 9" Sonnab. u. Sonntags 5, 7, 915 2. Woche! 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Westens Täglich 8V« Sanntä3S173and 8"« Franz Lsbars Msistsrsftrk Der Zarewitsch Anni Ahlers, Horsten. von Möliendorf SöiirtBaueräamm Norden 5813 u. 0281 Täglich 8 Uht OarpSalnfRiitlvfolgl Die Quadratur des Kreises Preise v. 0.75— 7 M BAS BLAUE HEMD � VON ITKÄkA Mt OPERETTE IN Z AKTEN Musik: Jacques OfTenbach Der große Erfolg Täglich 8'5 Uhr Plitz« Mark 1p- bis Mark Fernsprecher: Merkur 9901. Vorverkauf ab 10 Uhr tRgllcfe. & III THEATER IM ADMIRALSPALAST U Sonntag, d. 15. Februar mittags V,2 Uhr Inlerieren bringt ERFOLG t v v-'-i- r/'Kh' fk>h>.."'••i'/-SÄ.' v--1"**'X' Leipziger Frühjahrsmesse 1931 mit Grosser Technischer Messe und Baumesse Mustermesse 1.— Z.März, GrosseTechnischeMesse u.Baumessel.— ll.März, Textilmesse 1.— 4. März, Sportartikelmesse 1.— 5. März Besorgen Sie sich Ihr Messabzeichen zum ermässigten Vorverkaufspreis bei: der Berliner Geschäftsstelle des Leipziger Messamts JDr.Wesfphal), W 57, Kurfürstenstr. 23 hpt.r.,Untergrundbahnh.„Kurfürstenstrasse"SGdausgang{Öliva1783u.I.ütrow1799); dem ehrenamtlichen Vertreter oes LeipzigerMessamts, Direktor 6. Bach(Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser), W35, Schöneberger Ufer 35111(Lützow 33ö5/ää); dem Norddeutschen Uoyd,W 8, Unter den Linden 1(Hotel Adlon)(Zentrum 12230), Filiale Kurfürstendamm 17(Bismarck 2284) u. Invalidenstr.93(Weidendamm 2241 u.7906); dem Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, C 2, Klosterstr. 41(Berolina 5691); dem Verein Berliner Handelsvertreter E.V., NW 7, Georgenstrasse 47(Zentrum 537); der Reidubahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr, W9, Auskunrtstello Potsdamer Bahnhof(Kurfürst 3375); der«Nord-& Süd-Einkaufsgenossenschaft" E.G. m.b.H.(Generaldir. Fr. P, Martini), SW 68, Ritterstrasse 73— 74(Dönhoff 10— 17); dem Verband der Bestandteilfabrikanten für Musikinstrumente E.V., W 50, Neue Ansbacher Strasse? /Barbarossa 9526); elctro-Grosshöndler- und fcxpori Friedrichstrasse 234(Bergmann 6597). der„E G.V.� Elektro-Grosshändlor- und Exporteur-Vereinigung Deutschlands e.V., SW48, in Verbindung mit der Veranstaltung von GemeinscSiaftsfofirten zu verbilligten preisen werden auch Messabzeichen verkauft von den Reisebüros: ✓ Hermann Tietz, Leipziger Strasse; Hermann Tietz, Kaufhaus des Westens, Wittenberg- platz;A.Werthoim, Leipziger Platz, Scherls Reisebüro, Am Dönhoffplatr, und Ullstein- Reisebüro, SW 63, Kochstrasse 22-26, Ullsteinhaus. Das Amtliche Leipziger Messadressbuch Ist ab 16. Februar im Vorverkauf erhältlich bei: der Berliner Geschäftsstelle dos Leipziger Messamts, Adresse siehe oben; dem Norddeutschen Lloyd, W8, Unter den Linden 1(Hotel Adlon); dem Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, C2, Klosterstrasse 41; Georg St ifke, NW 7, Dorotheenstrasse 65; der Reichsbahnzentraie für den deutschen Reiseverkehr, Adresse siehe oben; der„Nord& Süd-Einkaufsgenossenschaft" E.G. m.b.H., Adresse siehe oben; dem Verein Berliner Handelsvertreter£ V., NW 7, Georgenstrasse 47. Gewandhauskarten für 3. März im Verkehrsbüro des Leipziger Messamfs LEIPZIGER MESSAMT LEIPZIG Piscalor-BflhQe Wallner• Theater) Alex. 4592-93. Rur uodi 2 VoRfeÜMjea des Gastspiels der Wilnaer-Truppe Heute 3>, L'hr Tewje. der fflldi&Undier ven Sdulen SIsjAen. Halbe Preiset abends N/« Uhr S/« Uhr Grete Relnwald in: Juliü-iiDoiDilerD mit Will Kaufmann. Heinz n ludertanz PMlhannonle 8 Uhr KOHZERT «LPhllharmon.Orch. Dir. Prof. J. Prüwer A c h t u n g I Familien- Nachmittage j Jeden Dienstag. 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Hyftiene.�um Rr.M 3. Humoresle. j Zu der»och« oom 22. Feie, dt» 1.«Irz:: 1. Kreuz und auer durchs Mittelmeer. 2. Technischer Film. 2. Humoreste. Zu der Wo»«-- k Wirtsdiaffsarfikel Sdimorlöpje mitD»okel,SitrSSt.4>75 Mülleimer................. etnck 1,90 j Wandkaljeemühlenst�.SS, 4,75 | Fleischmaschinen stock 3,90, 5,25 Waschlöpje"tuck 2.75, 3.50. 4,25 Wannen vcrzinkt.6t.l,95. 2,45,3,25 Zinkwannen.. llolrdoflan, St. 9. 3.50 Zu den ibbildung«: j Ai.b.«Fenslerdekoralion„ Tüll, Flletgrund, Steilig.. 8,50 Abb. 7 Flalbvorhang tou, Filetgrund, DrjUtranu, St. 6,90 Abb. s Serviertisch gebou», m gross.(Zummirollen, St. 14,50 Abb.0 Velvel-8ekord-T«M»».. Grosso C». 200;3«)....... 85,00 f 42 K. Uf/, «u« �MRDiSB [BRANDSCy M||£||U|M .�.wdCHADEN; USVERKÄUFS-* .. �e/f Sensat; er '0n*li billig Preise' S�rüde Jlr. 77* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 45. Februar 4934 s marfco; LzilMisM 61*116« S�eUlers Sine Alling s Steporlage Man erzählte auf einer Gesellschaft mit dem Tone leichter Ent- rüstung, sechzehn Bettler hätten an einem Tage an einer einzigen Tiir gelautet, acht baten um Brot, zwei um alte Sachen, einer um irgendeine Arbeit, die übrigen standen stumm oder begannen mit der, sicher wahren, Behauptung, lange erwerbslos zu sein. Diese Tatsachen machten mich neugierig auf die Resultat«, die diese Aermsten in der heutigen Krise erzielen können. Ich oerwarf die Ratschläge meiner Bekannten, die mir phantastische Apachenkostün/ vorschlugen. Ich stritt mich nicht mit jenen, die behaupteten, das hätte schon einmal ein anderes gemacht und auch nicht mit den Herren, die so etwas nur in Amerika für angebracht hielten. So formte sich bei mir der Plan, mit dessen Hilfe ich das Bettler- schickjal in heutiger Zeit, im heutigen Hamburg erleben und das ich dann schildern wollte, ohne von mir aus Probleme anzuschneideii, ohne jemandem wohl oder wehe zu tun. Dienstag morgens, acht Uhr, verließ ich meine Wohnung, in meiner alltäglichen bürgerlichen Kleidung. Rur unrasiert war ich und die Hosen trug ich lang, daß sie Fallen schlugen Eine Borsichts- Maßregel halle ich getroffen. Ich nahm meinen Presieausweis mit, denn es lag nicht in meiner Absicht, als Bettler gleich„verfchütt" zu gehen und zur Wache geführt zu werden. Ich begann in der Gegend der Iseftraße am Vormittag und klingelte an der ersten Tür. Man öffnete, ich sagte kein Wort.— „Die Post?!* ruft eine Männerstimme fragend.—„Rein, ein Bettler!" antwortet das Mädchen. Kroch— die Tür fliegt zu. Nach einer halben Minute steige ich eine Treppe höher. Ich läute bei einem Rechtsanwall— da rufts von unten—„Na! wollen Sie nichts?!"„Ach— entschuldigen Sie!" rusc ich und laufe die Trepp- hinunter, gerade als sich die Rechtsanwalttür öffnet. Bums— knallt mir das Mädchen in der ersten Etage die Tür wieder zu—, ich stehe verdutzt da, nahm dann Riesenschritte nach der zweiten Etage und höre eine Männerstimme:„Der ist wohl verrückt?" Auch diese Tür fliegt zu. Ziemlich dämlich stand ich da, weil ich mich erinnerte, daß es einem Bettler an meiner Tür nicht besser ergangen wäre. Man häll einem Bettler nicht lange die Türe auf. Ich mußte also lernen, daß etwas Geduld zu den notwendigen Eigenschotten des Bittenden gehört. Im nächsten Haus! Ziemlich schnell noch meinem Klingeln wird von einem Backfisch geöffnet. Ich murmele etwas. Darauf schnippisch:„Natürlich— ach, nur'n Bettler! Eeceiiin Moment".— Weg— dann bekomme ich zwei Psennige und wahr- hastig sagt das Mädel:„Den Hut könnten Sie aber abzichen." Ich hatte tatsächlich meine gute Kinderstube ganz vergessen.„Entschuld. schon saust die Tür zu. Ich drücke ein Stockwerk höher den Klingelknopf. Langsam, durch die Sicherheiiskelle knapp ausgehend, öffnet sich die Tür. „Perzeihen Sie, ich bin erwerbslos, milde Gabe..." ich weiß nicht weiter zu reden. Der halbverschlafene Mami antwortete jetzt ziem- lich munter:„Mensch, ich stemple oooch!" Zwei Zigaretten fliegen mir in die Hand, die ich wie der routinierteste Fechtbruder hinhielt und blitzschnell schloß. �Dschüß", jagt mein„Kollege" und ich bin Inhaber von �wei, etwas zerknülllen Zigaretten.- Gedankenlos zünde ich eine an/vergesse dadurch meinen Vorsatz, alles Erbettelle nach meinem Abenteuer einem wirklichen Bettler zu geben, einem einzigen, der sich mal einen guten Tag machen sollt«. Dieses Ver- gehen konnte ist ja jjutmachen, aber nicht das folgende: mit der Zigarette im Munde läutet« ich an der nächsten Tür. Resultat nach fragendem Anstarren von feiten einer im Morgenrock öffnenden Dame:„So eine Unverschämtheit!"... und schloß mit Hand- granatengeräusch die Tür! Ein verstohlener Blick nach meiner gar nicht bcttlerhaften Uhr: lg Uhr. Wieder auf der Straße, schönes Winterwetter. Ich zucke zusammen. Eine Hand schlägt mir auf die Schulter: .Mensch, wie kommen Sie in diese Gegend?!" brüllt jemand unangenehm laut. Es ist ein mir bekannter Herr! Er mustert mich erstaunt. Ich denke nicht daran, daß ich unrasiert bin, einen weichen, schmutziaen Kragen trage, und ich sage zögernd guten Abeich, statt guten Morgen! Der andere sieht mich so eigentümlich an— er blinzelt schalkhaft, verstehend aber widerlich mit einem Aug«. „Waren Sie eigentlich schon seil gestern abend zu Hause?" Wieder das Blinzeln, ich wünsche mir Schmelings Faust. Er aber nähert sich meinem Ohr:„Sie waren wohl bei Frau Sch... Sie wissen doch, die wohnt ja hier"— er macht eine weitausholende Geste—, „ihr Mann ist wieder einmal verreist.— Warum? Mensch, Sie Heimtücker, aber denken hätte ich mir dos können!".„Warum nicht?!?"—„Bei dem Dussel von Mann!" Und jetzt sprudell er mir über diese Frau Sch... die unglaublichsten Sachen ins Ohr. „Nehmen Sie ein Auto", rät er mir,„Sie sehen oerboten aus! Djüs! djüs!" Er entschwindet mit der großen Neuigkeit meines Settensprungs und ich weiß über das Semivamisleben der Sch..„ die ist gar nicht kenne, olles Erdenkliche. Ich zünde die zweite Zigarette an, gucke in die Wintersonne, kaufe nur am Kiosk die Morgenausgabe. Ich Hab' ja sooooviel Zeit. Ich kann ja machen, was ich will. Ich bin Bettler, ich kann mich auf eine etwas feuchte Bank flezen, ich kann im Stehen, im Gehen lesen. Aber das ist langweilig— im Dellkatessenladen, den ich betrete, stehen zwei Kunden, Dame und Köchin. Bescheiden bleibe ich im Hintergrunde— aber— noch habe ich kein Wort gesagt, da greift die Inhaberin hinter die Tonbank, anscheinend ganz mechanisch. langt ein kleines Paket her, das mir halb zugeworfen wild. Die Dame murmelt etwas von Elend. Ich muß tatsächlich echt aussehen; was so«in bißchen unrasiert, ein weicher, unsrischer Kragen alles macht! Dame und Köchin blicken mir vom Laden nach. Mit ge- spiclier Gier reiße ich das Päckchen auf. und beiße, die Saide macht mir höllischen Spaß, ich höre die Köchin,„Der arme Kerl" sagen und habe im nächsten Augenblick den ganzen Muird voll ranzigem Kakao! Ich spucke. Mir ist Köchin und Dame wurscht. Diese aber waren schon längst wieder im Laden und erzählten wohl der In- habcrin von meinem gierigen Hunger. Ob diese ihnen die Wahrheit über den Inhalt des Paketes gesagt hat, weiß ich nicht, mir aber komntt ein teuflischer Gedanke. Sie müssen ja wieder aus dem Laden herauskommen, ich stelle mich auffällig in den Eingang des Vorgartens eines dicht daneben liegenden hochherrschaftlichen Hauses und warte mit dem Paket auf die Kundinnen. Nach drei Minuten kommen sie, gehen nach meiner Seite, und ich beginne gierig an dem Kakaopaket zu kauen. Die braune Masse rieselt mir über Kinn und Kragen und Mantel... Die beiden Frauen sind anscheinend über den Inhalt des Paketes infonniert. Sie schauen mick entsetzt an, gehen ein paar Schritte weiter, ein paar hastig gewechselte Worte, die Köchin kramt in ihrem Einholekorb und gibt mir ein feuchtes, triefendes Etwas.— Ich beiße blindlings hinein!— Es ist— eine Salzgurke?, deren Saft sich einträchtig mtt dem Kakao zu einer fobelkiasten Brühe vereinigt. Entsetzte, mitleidige Blicke von Dame und Köchin, sie gelten mtt zurückgewandten Köpfen weiter, sie können sich von ihrem Erstaunen noch nickst erholen, verschwinden, immer zurückblickend, um die Ecke, schon ist die Gurke aus meinem Munde, schon habe ich mein Taschentuch in der Hand, um den Sck)inutz zu entfernen, da kommt um die Ecke ein eisiger Herr— Mttleid in den Augen!...„Mann, so verhungert, entsetzlich, entsetzlich!"- Ich murmele etwas von:„Drei Tagen fast nichts gegessen." Sein« Augen weiten sich, wie es so nett in Romanen heißt und dann folgt die Strafe auf dem Fuße. Er starrt entgeistert mif meine beschmierte Hand. Da fällt mir ein: ist trage seelenruhig als Bettler meinen Siegelring, der meinen Finger nickst verlassen hat. Wie kommt die Herrlichkeit zu einem halbverhungerten Bettler? denkt jener ganz sichtbar. Ob einer Antwort schwirren mir sämtliche gelesenen Kriminalromane durch den Kopf. Der Herrenkopf ober wird wortlos geschüttelt, sein Träger verschwindet und ich— ich glaube, ich habe meinen Zunstgenossen in dieser Gegend ziemlich geschadet. Ich bin sicher, der Herr hat mein„Unecht... Andenken an tote Frau..." nicht geolaubt. Ihm spukt der Gedanke an suwelengeschmückte Bettler, oder an gestohlene Ringe im Kopf.(Ein fabelhaftes Stammtischthema. Und mir scheint, daß zum Bettler mindestens soviel Talent gehört, wie zum Schreiben. dlsrleo. Sin Clünder des dritten Steichs Zu Hessings 150. Todestag In Ssffinas uni Namen gilt es. hinauÄiuailanaen Lber jede Art roo gafllU-mrs, ,u einem Nimde ron Vernunft und Vlut. der erst den Namen voller Lumanilät verdiente. Thomas Mann. Ja, er. der am IS. Februar 1781 die hellen Augen für immer schloß, warf sich am Ende seiner Tage zum Propheten eines v ritten Reiches auf; er nannte es„das dritte Zeitalter" und lebte der Ueberzeugung:„Sie wird gewiß kommen, die Jett eines neuen ewigen Evangeliums." Aber Gott hold Ephraim Hessings drittes Reich lag auf einem anderen Stern als jenes, an dessen Tor ein riesiges Hakenkreuz prangt. Die in irgendeiner Weise dem Mittelalter, der barbarischen Ber- gangenhett der Menschheit, verhaftet sind, hatten denn immer eine feine Witterung dafür, daß der Kamenzer Pfarrcrssohn ihr großer und ewiger und unversöhnlicher Widersacher sei. Als in der Zeit der wilhelminischen Herrlichkett ein Hohenzollernprinz einen Hosball gab und auf der Liste der zum Tragen der Schleppen bestimmten Pagen einen Kadetten von Lessing, Sohn eines Generals, entdeckte, schüttette er unwillig den Kopf:„Lessing, Lessing, das ist der Kerl, der den„Nathan" geschrieben hat, ein Jude", und strich den Namen. Was hier in Einsall ein kindlich Gemüt übte, haben„wissenschaftlich" verkleisterte Hirne noch gründlicher besorgt. Eugen Dühring. uns wohlbekannt durch Friedrich Engels' geniale Kampfschrift gegen chn, spritzte giftigsten Geifer gegen den„Iudenanwatt" Lessing mit seinen ..Judenstücken", den„Typus des judenhaften Zeitungs- und Theater- literaten", der nur durch„Iudenrcklame" zu Ruhm gelangt sei. und in unseren Tagen zeigte sich der antisemitische Literamr-Beckmesser Adolf Bartels geneigt. Lelsing„den Juden vollständig abzutreten, da wir ihn für unsere Entwicklung im ganzen nicht mehr brauchen": Bartels und Dühring fanden sich bei der Gelegenheit auch in der glorreichen Erkenntnis„daß man aus dem Schriftencharakter eines Mannes auf die Rafsenzugehörigkei: schließen könne"; mit anderen Worten: obwohl schon der Urgroßvater von Lessings Urgroßvater die Konkordienformel unterschrieben hott«, Ist der Verfasser der „Hamburgischen Dramaturgie" diesen Rassenschnüsslern ein Judenstämmling. Fort mit Schaden! Aber im Lager der Rechten gibt es auch Leute, die Lessing nicht so ohne weiteres der Linken überlassen möchten Zwar wissen auch � sie, daß das Papier seiner Werke längst vergilbt ist, daß sein« Kunst- ! theorie so wenig mehr gilt wie seine dramatische Regel und daß seine Bibelkritik ein zehnfach überholter Ansang war, aber dumpf! empfinden sie, was Friedrich Schlegel dahin zusammenfaßte, daß Lessing mehr sei als olle seine Talente: die Leuchtkraft seiner Cr- scheinung blendet, die Männlichkeit seines Wesens besticht sie so. daß es ihnen von Nutzen scheint, sich an diesen großen Schatten heranzuschmarotzen. Wie werfen sie die Angel aus? Sehr einfach! Sie dichten dem Kursachsen ein„fritzisches Preußentum" an, das in dieselben Gefilde verlogenen Kitsches gehört wie Hugenbergs Fridericus-Film. Denn Friedrich II und Hessing— schärfer« Ami- poden sind, trotz der„Minna von B a r n h c l m", für ihr« Zeit kaum denkbar. Jener bis über die Ohren in französischer Gesittung steckend, die deutsche Sprache und die deutsche Ltteratur zutiefst ver- achtend, dieser der rüstige Bahnbrecher deutscher Bildung und un- ermüdliche Eiferer gegen die Nachäffung des französischen Geschmacks im Geistigen, jener anational, nur dynastische, nur Hohenzollern- Politik treibend, dieser schmerzbewegt, daß„wir Deutschen noch keine Nation sind", jener ein grimmer Verächter des Bürgertums, bei dem er ohne weiteres niedrige Gesinnung voraussetzte, dieser der große Aufrüttler des Bürgertums, der seine Klasse zu Bürgerstolz empor- zureißen trachtete, und was Lessing über das sriderizianische Preußen dachte, verriet er in emem Brief an Nicolai vom 25. August 1769: da nannte er es„das sklavischste Land von Europa", in dem es un- möglich sei,„für die Rechte der Untertanen, gegen Aussaugung und Despotismus" seine Stimme zu erheben. Läuft dieser sckwarzweißrote Versuch, den unabhängigsten Geist in eine sriderizianische Livree zu stecken, auf eine Schändung von Lessings Andenken heraus, so wird es ganz unerträglich,"wenn Hakenkreuzoberlehrer sich anstrengen ihn für ihresgleichen in An- spruch zu nehmen. Denn was hat diese strahlend reine Stirn mit den Gaunervisagen der Fememörder zu schaffen! Eine ganze ffistt trennt jene, die sich heiser kreischen: Deutschland, erwache! von ihm, der unablässig dafür wirkte, daß Deutschland in der Tat erwachte; es ist ein Abstand wie zwischen„Nathan dem Weisen", diesem Hohen- licd nicht nur der religiösen Duldsamkett, und den„Weisen von Zion", dieser Ausgeburt einer kolportagehast verseuchten Pogrmn- Phantasie. Dort der Unfehlbariettsdünkel des kleinen Dalai-Lama aus Braunau und sllr die Anhängermassen der Zwang, alle von oben kommende Weisheit gläubig und unkritisch hinzunehmen— hier der Drang, alles zwischen Himmel und Erde dem Urteil des prüfenden Verstandes zu unterwerfen und die Neigung, den Trieb zur Wahrhett höher zu stellen als den Besitz der Wahrheit selber:„Die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen." Dort ein sich überschlagender, hysterischer, augenrollcnder und zähnefletschender Nationalismus, der seine Herkunft aus den Tiefen der Minderwertigkeitsvorstellungen deutlich verrät— hier, bei aller Deutschheit, das Gefühl für den Punkt,„wo Patriotismus, Tugend zu sein, aufhöret", und das unumwundene Geständnis:„Das Lob eines eifrigen Patrioten ist, nach meiner Denkungsart, das allerletzte, wonach ich geizen würde, des Patrioten nämlich, der mich vergessen lehrt, daß ich ein Weltbürger sein sollte." Dort eine Vcrgötzung des„völkischen" Staates auf Kosten des Staats- bürgers, die auf Hegel und Treitschke zurückgeht— hier die Forderung, daß der Staat für den Menschen da sei und daß Staats- Verfassungen nichts seien als„Mittel zur menschlichen Elückseligkctt". Dort die flegelhafte Sucht, alles, was nicht in den„völkischen" Kram hineinpaßt, als„Bastardrassen", als„Untermenschen" zu bc- schimpfen— hier als leuchtender Stern die Humanttät, die Ehr- furcht vor jedem Menschen, weil er ein Mensch ist, ein Mensch, „dessen Vernichtung uns stets als größeres Uebcl erscheint als alle seine Gebrechen und Laster". Darum dort die Verherrlichung der rohesten Gewatt und die Anbetung des Krieges— hier die Erkenntnis, daß der Krieg ein„unseliges Ding" ist und die erhabene Losung:„Was Blut kostet, ist gewiß kein Blut wert!" Aber daß solche Abgründe zwischen der Klarheit des großen Er- Weckers und der Wirrköpfigkeit derer klaffen, von denen sich heute Millionen Deutscher„erwecken" lassen, hat. seine historische Ursache. In Lessing gärten die Säfte und Kräfte des aufsteigenden Bürger- tums, er erschien sich selber als Vorläufer; für die Schicht, der er entstammte, war er sehr zukunftsgewiß. Im Nationalsozialismus aber sammett sich der Absall einer abgewirtschafteten Klasse, seine An- Hänger sind hoffnungslose Nachzügler, sie sehen keine Zukunft mehr vor sich, und all ihr Geschrei ist nichts als das Pfeifen der Ratten auf dem versinkenden Schiff. Deslialb ist auch das dritte Reich, dessen Fata Worgana ihnen vorgegaukelt wird, ein Zwangsstaat, ein Sklavenhalterstaat, in dem Angehörige der„geborenen Herrcnrasse" die„Untermenschen" beherrschen und ausbeuten, während Lessings „drittes Zeitalter" eine stände- und staatenlose Gesellschaft spiegelt, in der nicht mehr Eigennutz die große Triebfeder ist, sondern„der Mensch dos Gute tuen wird, weil es das Gute ist". Haben die Saint-Sunonistcn deshalb„Die Erziehung des Menschengeschlechts" unter ihre heiligen Schriften eingerecht, ja kann es uns nicht beikommen, den kühnen Eittketter des In- dwiduums und entschlossenen Schrittmacher des„drttten Standes" zum Sozialisten zu stempeln. Aber das Bürgertum von heute, auch jowctt es nicht um Hitter und Hugenbcrg wimmelt, ist nicht seinen Lenden entsprossen. Den großen Frccheitskämpfer ehren darf nur eine Klasse, die wie er den Mut zum Unbedingten hat und rücksichtslos noch der ganzen Klarheit und der ganzen Wahrheit strebt. So grüßen wir zu. diesem Tag dos Andenken Gotthold Ephraim Lessings, und zwar nicht mtt leeren-Worten, sondern elngedeuk.semer weisesten Mahnung, daß„der Mensch zum Handeln und nicht zum Vernünfteln geschaffen" ist. Friedrich itaiufdi: Itlarhi In Tirana Aus dem Werl„Neuland Albanien" Granckblche VerlaasbuH» bandluna. Ctuttaari). Am Donnerstag verwand Kt sich das ganze Steinpflaster der Gaffen von Tirana über Nacht in die Farbenorgie des Wochen- Markts. Eine riesige Fläche Böden ist ganz bedeckt mit buntem gewebtem Zeug, hellem und dunkelfarbigem, gestreiftem, gemuster- tem, geblümtem, gesticktem Leinen und Tuch. Neue Stoff«, hier in kleinen Stücken, dort in ansehnlichen Ballen, das Ergebnis stiller zäher Emsigkeit an dem kleinen Webstuhl des Bauerichofes, oder auch Ausverkauf ererbten Hausgutes, das oft um lächerlich« Be- träge in neue Hände übergeht,— es sind Familienschicksale, die sich hier auf dem Markte abspielen. Hinter ihren Waren hocken die Dcrkäufer mit hochgczogencn Beinen, meist schutzlos unter dem weiß- glühenden Himmel, hin und wieder auch durch einen riesigen schwarzen Regenschirm gedeckt, die musclmanifchen Weiber mit dem doppelt ums Gesicht geschlungenen weißen Tuch und dem buittge- blumten Kleid, der gebauschten stoffreichen Hose, die wenigen christ- lichen Bäuerinnen mit dem hellen Kopftuch um das unverhüllte Ge- ficht, der schlichten Bluse und dem derben längsgestrefften Rock über den dunklen nackten Beinen. Für Europäer ist dieser Wochenmarkt«ine der größten Sehen»- Würdigkeiten von Tirana. Schätze kommen hier ans Licht, prunkvolle, goldgestickte Kleider, Tücher und Gamaschen, Schmuckstücke, silbergetriebene Gürtelschnallen, wahrhaftiger Reichtum, der für wenige Kronen zu kaufen ist. Nahrungsmittel liegen auch auf den Boden hingcstreut oder in kleinen Körben und Säcken oder aber auf Tischen, über die sich große weiße Zelte spannen: Grünes Ge- müse. Reis, Bohnen, Knoblauch, Zwiebeln, Rosinen, Dörrpflcmmcn, Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse und Zitronen, auch roher Tabak in gelben- Bündeln. Lebsnsmittelhändlcr verschleißen hier zugleich Zigaretten in� den gefälligen Packungen der albanischen Tabak-- fabriten. Auf Tischen hausen sich die farbigen 5>olzfchnitzorbetten. langmächtige Tfchibuks, Kerzcnleuchter und kleine Zigarettenspitzen, Erzeugnisse eines hochbedeutsamen und noch viel zu wenig gewürdigten Kunsthandwerks, das besonders in der Gegend von Tirana auf bester aller Ueberlieferung fußt. Der Wochenmarkt von Tirana ist allerdings nicht mehr das, was er noch vor ganz weniaen Iahren war. Die bäuerlichen Ber- käufer- werden seltener, die Händler vermehren sich. Sie verkaufen elende Massenware. minderwertiges Geschirr, gräßliche europäische Kleider. Dann gibt es da auch schon die gewissen..orientalischen lmndler", wie sie zwischen Nizza und Bcmbay zum Inventar des Fremdenverkehrs gehören. Sie oerkaufen Tcppicke. die Gott weiß woher importiert sind, gravierte mid ziselierte Metalltatten- von denen sie erkin-vn. sie kämen aus Arabien, und unten ist die Marke einaepreßt:„Made in India" Wäbrend des Wochenmarktes lvielen d'ese Hgi-dler beim Ubrturm orientalisches Leben, abens stellen sie lich im Garten des Hotels Eontlnental auf. ganz wie in Tunis. Kairo oder Ragufo, und schröpfen ahnungslose Touristen. Die Hirse gehört zu den ältesten Getreidearte»: sie stammt aus China und wurde dort schon 3000 Jahre vor unserer Zettrechnung angebaut. tflicharä 3£uelsenbeck: 3)er Srinmkene Vorspiel. Im Azhre 1S13 war der zwischen Europa und New Jork ver- lehrende Dampfer.�Titanic" auf einen Eisberg gelaufen; sechzehn- hundert Menschen waren ertrunken oder an den Folgen stundenlangen Uinhertreibenz im Eiswasser gestorben. Kolon ei P. jzerrick, der in Londons bester Gesellschaft eine sehr gcschaszte Rolle spielte, befand sich zu dieser Zeit in Philadelphia; er besaß hier ein« Textilfabrik und er hatte es aus verschiedenen Gründen für ridtfig gehalten, gerade in diesem Jahr übers Wasier zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Die Preise für Textil- waren gingen zurück, weil man seit Jahren keine so gut« Baumwoll- ernte gehabt hatte. Herricks Mitinhaber, ein Amerikaner namens Ralph Pierson befand sich in undurchsichtigen Geldschwierigkeiten: er lag in einem Rechtsstreit mit seiner ersten Frau: die Zeitungen nahmen, toi« das in Amerika zu sein pflegt, starken Anteil an diesem Prozeß und erhoben geg«n ihn mancherlei Beschuldigungen, die Herrick auf äußerste erregten, well er darin versteckte Drohungen gegen das gemeinsame Unternehmen sah. Herrick hatte seiner Familie mitgetellt, daß die Dinge sich gut zu machen schienen. Die Anwälte hatten versichert, all« Zeitungs- b.ehauptungen hätten rein demagogische Zwecke. Herrick hatte seiner Frau, die an geschäftlichen Angelegenheiten sehr interessiert war— sie stammte von den Grahams, die in London seit Generationen als erfolgreiche Kauflente bekannt sind— Börsenausschnitte geschickt. Die Baumwolltrise schien überwunden zu sein. Mit Hilfe des sehr ge- wiegten Pierson hatten beide, Heirick und sein Kompagnon, ein unvorhergesehenes Börsengeschäft gemacht. Herrick schrieb:„Es würde mir nichts mehr Freuds machen, als wenn Du mit den Kindern sofort herüber kämst. Wir würden ein sehr schönes Halbes Jahr ver. leben. Wir wollen mit Pierson eine Fahrt nach Kanada machen; ailf diese Weise würdest Du ein sehr interessantes Land kennen lernen. Die Kinder fänden hier bei einer Familie Becker, die deutschen Ursprungs ist, aber seit zwei Generationen in Amerika lebt, ausge- zeichnet« Unterhaltung.. Als das Unglück geschah, waren die Gäste bei einer Tanzfestlich- fest. Frau Hcrrick, eine große blonde Frau, machte die Reise in Begleitung eines Herrn Hougthon Strombom, der Sekretär der englischen Gesandtschaft in Washington war. Herricks Töchter, Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren, lagen, von der Wärterin betreut, in ihrer Kabine. Die ungeheure Gewalt des Zusammenpralls ließ keine Täuschung über die Schwere des Unglücks aufkommen, obwohl der Kommander selbst seine Passagiere zu beruhigen versuchte und die Ofsiziere in vorbildlicher Weise ein« Panik zu verhüten strebten. Herr Hougchon Strombom stellte sich als Feigling heraus; als er begriff, daß höchste Lebensgefahr vorhanden war, suchte er mit aller Gewalt zu einem Rettungsboot zu gelangen. Frau Herrick katte keinen anderen Ge- danken als ihr« Kinder, die sie aus den Bette» riß und weinend um- armte. Als jemand kam und sie auf das Deck, dos schon von den Wogen überspült wurde, hinauszerren wollte, schrie sie, sie wolle mit ihren Kindern sterben. Auf Deck wurde sie durch die rücksichtslos sich bewegenden, schreienden und tobenden Menschen von den Kindern getremü. Keiner der Geretteten konnte sich ihrer entsinnen; niemand wußte, ob es ihr oder einer ihrer Töchter gelungen war, ein Boot zu erreichen. Kolonel Herrick wartete inst den anderen fiebernd auf die Telegramme; die Tage bis zur Ankunft der Geretteten verbracht« er in einem kleinen Hotel der Fifth Avenue. Cr schlief kein« Nacht, er rannte schreiend auf die Straße, warf sich über sein Bett, alarmierte die Hotelangestellten. Kein Arzt konnte ihm Helsen, er sank auf die Knie, rutschte über die Dielen und betete laut mit heiserer Stimme. Als keinerlei Hoffnung mehr bestand, lief Herrick noch vor den Schaltern der Schiffahrtsgcsllschaft auf und ab, tobte und meint«, er müsse sein Recht haben; bis nmn ihn in eine geschlossene Anstalt brachte. Hier brachte ihn eme Lungenentzündung an den Rand des Grabes: als er sich erhob, hatte er schneeweiße Haare, ging gebückt und seine Gesichtshaut war gefältelt wie Pergamexst. Jahre vergingen; vor«inigen Monaten gab 5holonel Herrick, der nun fast die Sechzig erreicht hatte, feine geschäftliche Tätigkest auf und zog sich in das irische Fischerdors Marwick zurück, wo er in einem kleinen Haus ganz in der Nähe der See das Leben eines Fischers zu führen begann. Die Lsiits kannten Kolonel Herricks Schicksal; sie liebten ihn wegen seiner Schweigsamkeit, seiner Hilfsbereitschaft und — wie sie sich ausdrückten— wegen seines Mangels an Stolz. Aachspiel. In dem niedrigen Raum waren drei Menschen versammelt, das junge Mädchen Kathrin Dadmun, der Fischer George Norm und der Fischer Christopher Morley. Die Unterhaltung, die schon seit längerer Zeit ziemlich rattos sich bewegte, wurde nun erregter. Norris, der sich selbst, wie er oft gesagt hatte, für einen rücksichtslosen Mann hielt— er glaubt«, Rücksichtslosigkeit sei eins der Zeichen des wahren Mannes— wollte der Sache ein Ende machen. .Lathrin." sagte er,„weiß allein, wo der Kolonel ist. Sie ist der einzige Mensch, mit dem er in der letzten Zeit mehr als zwei Wort« gewechselt hat. Ich fordere Kathrin auf, alles zu sagen, was sie weiß. Wenn wir in einer halben Stunde nicht genau unterrichtet sind, alarmieren wir die Kllsienwache." Kathrin, die errötet war, schwieg hartnäckig. Christopher Morley, dem es fern lag, irgendwelchen Verdacht zu äußern, mußte sich der Meinung des George Norris anschließen. „Du mußt jetzt etwas jagen, Kathrin. Du brauchst nicht zu fürchten, daß die Leute über dich sprechen werden. Kolonel Herrick ist seit vierundzwanzig Stunden verschwunden. George Norris ist Bürgermeister und hat die Pflicht, sich um die Bewohner zu kümmern. Du weißt, Kolonel Herrick ist ein merkwürdiger Mann, der durch das Unglück noch seltsamer geworden ist. Also sprich, Kathrin.. Kathrin errötete noch tiefer und schüttelle den Kopf: „Ich weiß nichts. Woher soll ich etwas wissen. Was geht mich Kolonel Herrick an? Das ganze Dorf weiß, daß er die Gewohnheit hat, mit seinem Motorboot längere Fahrten auf See hinaus zu unter- nehmen. Vielleicht ist er nach..." George Norris konnte nun nicht länger zurückhalten; er schlug mit der Jaust auf den Tisch. „Sollen wir uns hier zum Besten halten lasten? Du, Kathrin, bist gestern abend noch mst Kolonel Herrick zusammengewesen.. „Das ist nicht wahr!" Kathrin war bleich geworden; sie hiell sich mit beiden Händen an der Wand fest, wandte den Männern ihr volles Gesicht zu, senkt« aber dann den Kops. Chrfftophcr Morley begann zu zwe!f«ln. .vielleicht weiß Kathrin wirklich nichts." „Wir haben doch die Beweise in der Hand" schrie Norm,„der junge Harold ist dein Kolonel gestern gefolgt und hier, im Haus der Kathrin ist er verschwunden." Kathrin mußte gestehen, daß sie mit Herrick eine sehr enge Freundschaft unterhalten hatte und daß beide dies« Freundschaft möglichst vor den Leuten verborgen hatten. Kathrin weinte. Christopher suchte sie zu beruhigen, aber Norris drang mit weiteren Fragen in sie. Dann sagte Christopher Morley: „Das hat, so viel ich weiß, nichts mit uns zu tun. Kathrin ist ja erwachsen und kann tun, was sie will" Georg« Norris empfand, daß seine Würde in Frage gestellt sei; aber er schwieg verdutzt. Dann sagte er:„Jedenfalls ist der Mann verschwunden." Kathrin wußte nicht, was mit Kolonel Herrick geschehen war. Sie sagte, er habe mit seinem Motorboot eine Fahrt unternehmen wollen. „Da sind wir ja in einer n«tten Lage," schnauzte Norris.„Wenn er bis morgen nicht da ist, müssen wir nach London telegraphieren und uns werden sie verantwortlich machen, well wir nicht aufgepaßt haben. Das war doch ein wichtiger Mann in einer hohen Stellung, wenn er auch verrückt war. Und die Leute in London haben sich, da kann man sich kaum einen Begriff davon inachen." Das Letzte sagte Norris sehr wichtigtuerisch: so, als habe er direkte Beziehung nach London. Kathrin weinte, aber Christopher mußte lächeln. Zweites Aachspiel. Die Leute wußten, daß der halbverrückte Kolonel Herrick mit Kathrin befreundet gewesen war, sie beneideten sie, ohne eigenllich zu sogen warum. Man redete hinter Kathrin her; es sei eine Schande, daß ein junges Mädchen sich mit einem alten Kerl abgebe. Kathrin hielt nicht viel von den jungen Leuten Marwicks, und das und ihre ausgesprochene Intelligenz waren vielleicht der Grund, weshalb Kolonel 5)crrick sich so zu diesem Mädch«n hingezogen fühlta. Es konnte ihr aber niemaich etwas Böses nachweisen, bis zu dem Tag. als Harold dem Kolonel gefolgt war; er behauptete, er habe ihn in Kathrins Tür verschwinden sehen. Es dauerte eine ganze Weil«, bis der Leichnam des Kolonels cm Strand in Marwick angeschwemmt wurd« Man sagte, er habe nun das gleiche Schicksal erlitten wie seine Familie und er könne zufri«dcn sein. Kathrin erhielt von ihm ein Legat; sie lebt jetzt als wohlhabende Frau in London; sie hat sich nicht verheiratet. wie hoch war der Turm zu Babel? Bisher war durch Aus- grobungen nur festgestellt, daß der Turm unten viereckig war und 90 Meter Seüeniäiige hatte. 3iun ist es Professor Eckhard Unger gelungen, eine babylonische Kellinschrift zu entzisfern, die alle Maße des Turmes angibt. Danach trug der siebenstufige Götterborg aus seiner Spitze einen 13 Meter hohen Tempel, der zugleich als Obser- vatorium für die Sterndeutung diente. Der bcrgardge Unterbau war ziegelrot, dagegen waren die Tenipclmaucrn mit blauen Foyenceziegeln bekleidet. Die Gesomthöh« des Turmes betrug 90 Meter. . Der Transport einer Tonne Weizen von Amerika nach Europa kostete in den siebziger Jahren noch 30 Mark, in den neunziger Jahren sanken die ZÜansportkosten auf 8 Mark und heute betragen sie noch 3 bis ö Mark. Zrländer. In den Bereinigten Staaten von Amerika wohnen mehr Irländer als in Irland. Dies rührt daher, daß aus Irland infolge der ungünstigen wirrschafttichen und politischen Derhältnissc immer eine starke Auswanderung stattgefundch hat. Z(IK WfllEMDWEIHE II •< s IT MWW mMM n> e q n u n V{&- vr ; N Backfisch» Kleider niiiuiuiiiuiinniinaunuiumiiiiuiuuiuuiuiuiuiiuuiniinnuuniniiiiinimDiinunuiciiiiiimniii Samtkleider schwarz, mit n 75 kurzen Ärmeln, nur Größe 95 und 100. w Samtkleider schwarz, mit lan- Q/E 50 gen Ärmeln, ab Größe 88........■«•■* 13 76 15 75 19 50 Seidenstoffe gen Wollkleider inversch. Farben, kieids. Fassons, ab Gr. 95 22,75 19,75 Wollkleider schwarz, m. aparter weißer Kragengarnitur, ab Größe 95. Kleider aus Vistra, schwarz und färb., mod. Ausführung, ab Gr. 95 23,50 miuimumimiuiimnniiiiminwwiwmnnuminuiimumimiiiummiiMmmiiiiimiiiiiiuiiiiiim q» Meter Crepe-Marokalne Kunstseide, ca. 100 cm breit Crepe-Marokalne reine Seide, ca. 100 cm breit. Meter Veloutine Seide m.Wolle. ca.100cm br. Mtr.5,50 Crepe-Georgette ca. 100 cm breit...... 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