BERLIN Sienstag 12. Februar 1931 10 Pf. Nr. S0 B 40 48. Jahrgang erscheiur täglich außerSonutag«. Zugleich Abnidauegade de«.Vorwärt«'. Bejugspreis beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. 3,60$£. pro Monat. Kedaktio» und Expedition! Berlin SW 6», Zindenstr. 3 »iiiWasfa Anttigenprei«: Di« einspaltige Nonpareillezelle SO Pf., gleklamezeile ö M. Ermäßigungen nach Tarif. PeSfcheckkout»! Vorwärl«-Verlag G. m. b.H� Berlin Nr.»7SZ6. Fernsprecher! Dönhoff 292 6t« 297 Der gekündigte König Alfons von Spanien soll das Land verlassen Madrid. 17. Februar. sEigenbericht.) Sanchez Guerra machte den im Gefängnis sitzenden Führern der Republikaner und Sozialisten am Montag» nachmittag einen längeren Besuch. Das Ziel feiner Be- sprechung war. die Republikaner und Sozialisten zur Teilnahme an der Regierung zu veraulasien. Die gefangenen Führer erklärten jedoch, daß sie sich an einer Regierung nur beteiligen würden, wenn der König das Land sofort verlasse. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Regierung nunmehr ausschließlich von Politiker« der äußerste« monarchistische« Linke« gebildet werden. Nationalversammlung wird entscheiden. Pari», 17. Februar.(Eigenbericht.) Hunas meldet au» Madrid, daß die Verhandlungen Sanchez Guerras um die Bildung einer neuen Regierung vor dem erfolg- reichen Abschluß stehen. Da» Hunas-Büro glaubt sogar schon eine vorläufige Ministerliste vcrössentlichen zu können, die wie solgl Sanchez Querra Der neue spanische Ministerpräsident. aussieht: Ministerpräsident Sanchez Guerra, Vlzeprösideatschasl und Auswärtiges Amt Alvarez. Zustizmlniflerium Villanueva. Finanzen vergamln, Kriegsministerium vurgoz Mazo oder General Goded. Marinemloisterlum Admlral Rivers. Znaenmlnlsteriutn Durgos Mazo(wenn er das Krieg'Ministerium nicht übernimmt). Kultusmlnisterlum Ortego y Gossel. Die übrigen Minister seien noch nicht bestimmt. Die neuen Männer sollen, wie da» havas-Büro weiter berichtet, nicht mehr aus die Verfassung vereidigt werden, da e» ihre Haupt- ausgab« sei. eine Reform der gleichen Verfassung vorzunehmen. Sanchez Guerra soll über sein politisches Programm schon mitgeteilt haben, daß seine erste Aufgabe die sein werde, innerhalb von drei Monaten die Versassvaggebende Rationalversammlung einzuberufen, während der Tagung der Versammlung müsse der KSnig auf alle Rechte der Krone verzichten, d. h. er könne die Rationalversammlung weder aufläsen noch vertagen. Auch könne er de« von ihr beschlossenen Gesehen kein Veto entgegensehen oder das Ministerium zum Sturz bringen, während der Periode der verfassungsresorm gingen alle diese Rechte auf den Präsidenten der ?lotionalversammlung über. Mißverstandener Karnevalslärm. Madrid. 17. Februar. Zn der Regierungskrise ist heute vormittag noch keine Klärung eingetreten. Die Bildung des Kabinetts Sanchez Guerra hat sich durch Schwierigkeiten verzögert. Anter dem Vorsitz von Sanchez Guerra ist gegen elf Uhr in seiner Wohnung ein engerer Srei» der für da» Kabinett in Aussicht genommenen Persönlichkeiten, nämlich Meloniade» Alvarez, vergamtn und Pinie, zu einer Verawog zusammengetreten, von deren Ergebnis e» abhängen wird. ob Sanchez Guerra die Regierung bildet, er wird dem König um 12 Ahr(1 Ahr mitteleuropäischer Zeil) seinen Eosschluß mitteilen. Ei« Gerücht, daß die Artillerie sich für den König erhoben habe, bestätigt sich uichl. Er handelte sich um einen Skandal, den be- trunken« Soldat«« nach einer Karueualsveranstal- t»»U hervorriese». Oer Kampf um das Berlin-Gefeh Heute wichtige Entscheidungen/ Wird die Vernunft siegen? Der Gemeindeausschuß de» Preußischen Land- tage» tritt heute nachmittag zusammen, um die zwelleLesuag der sogenannten Zentrums-.�Novelle" zum Berlin-Geseh zu beraten. Der„Vorwärts- halte bereits nachgewiesen, daß diese dürftige Lovelle-. die die schwierigen Versiner Verwaltungsprobleme völlig negiert, im Interesse der Stadl Berlin abgelehnt werden muß. Man hat im Ausschuß versucht, den Zentrums-.,Enlwurs- durch Ab- äuderungsanträge zu verbesseru. Da» ist nicht gelungen. 3m Gegenteil. e» hat sich schon jetzt erwiesen, daß vielen verantwortungs- bewußten Abgeordnelen bürgerlicher Parteien von den Ans- Wirkungen eine, Gesetzes, da» dieser Lovelle- Shnetn würde, äugst und bange geworden ist. Der preußisch« Innenminister S e v e r i n g. der sich durch setae Initiative, der Reichshauptstadl endlich eiue Verfassung zu geben, die der Bedeuwng Berlins als Wirtschaft»- und Kulturzentrum und einer der größten Kommunen der Welt ensspricht. ein große» Verdienst erworben hat, hält an dem Entwurf seine» Mlulsterium» entschlossen fest. Die letzte Hoffnung auf eine im Interesse der Stadt gelegene Lösung braucht man noch nicht aufzugeben. Voraussichtlich wird der Ausschuß heute nachmittag die zweite Lesung bereits beenden. Wie das Endergebnis der Abstimmungen ausfallen wird, ist im Augenblick noch gänzlich ungewiß. Es ist durchaus nicht unmöglich, daß die abgeänderte Zentrums-„Novelle" schon im Aus- fchuß keine Mehrheit findet. Damit wäre eine vollkommen neue Situation geschossen. Das Vernünftigste wäre in diesem Falle, sofort wieder die Beratung des Regierungsentwurfes aufzunehmen. Siezt die Vernunft, wird man so verfahren. Im anderen Falle würde der Entwurf des Zentrums an das Plenum gelangen, wo er aber in seiner jetzigen Gestalt besttmint keine Aussicht auf Annahme haben dürft«. Heute nachmittag werden di« fazialdemokratischep Vertreter im Gemerndeausschuß noch einmal an die Vernunft appellieren. Die Vertreter aller Parteien sollten sich darüber im klaren sein, daß halbe Lösungen für eine Stadt wie Berlin untragbar sind. Hitler macht in Legalität. Oer alte Schwindel Vecker, Kol'ah un d<5o als provocateur« Die Verhaftung des Kall atz, der an den Morden i» der Hufe- landstraße beteiligt war, und die Aufdeckung der Mörderhtlsszentrale der SA. mft ihrer Nebenstelle in Innsbruck hat den einwandfreien Beweis erbracht, daß die SA.-Leitung nicht nur Mörder deckt, son- der« sie sogar begünstigt. Das Märchen von der Hillerschen Legalität ist damit gründlich durchlöchert. Da Hitler m Leipzig aber nun einmal geschworen hat, erläßt er im„Völkischen Beobachter- einen Aufruf ondieNational- sozio listen, der seine Verantwortung vertuschen soll. Er „warnt vor jenen Provokateuren, die. in unsere Reihen geschickt, die SA. mit allen Mitteln in die Rolle des Angreifers zu drängen versuchen, um auf diese Weise die Legitimation für die Verfolgung unserer Bewegung dem heutigen System in die Hand zu drücken-. 505-805! »va« Volk steh« out, der G'unn bricht(Ml* Motto deutschuationol« Betiinnmlrniflea „Erbebe dick, Volk, unser Heiligstes ist bedroht— die Beleidiger« und Verleumderimmunität von uns vbgeorbaeteu!* Also sind die Mörder aus der Hufelandstraße Provokateure, und die S t« n n e s und M a l t i tz mit ihnen? Hitler erklärt ferner, daß er den Besitz von Waffen verbiete. Was wird er mit Herrn S t e n n e s. dem SA.-Häupt� ling von Berlin, machen, bei dem eine Armeepistole gefunden wurde? Schließlich wird Hitler in gewohnter Manier frech gegen die Behörden. In dem Aufruf heißt es, daß Spitzelzentrale» heute mft vielen Hunderttausenden von Mark fieberhast arbeiten. scheinbar oft unter Förderung amtlicher und halb- amtlicher Stellen, um noch in letzter Stunde die Bewegung zu einer Unüberlegtheit zu reizen. Der Häuptling der SA.-Banditen wird schließlich noch behaupten, daß der Mord in der Hufelandstraße von der preußischen Polizei inszeniert worden sei— alles nur, mn von seiner Verantwortung abzulenken! Schwere Schneestürme. Opfer an Menschenleben und Verkehrsstörungen in Ungarn. Budapest, 17. Februar. Die großen Schneeverwehungen hoben insbesondere im w« st e« de» Lande» den Verkehr vollständig lahmgelegt«nd auch Opfer an Menschenleben gefordert. Zm komilat Zala sind die Eisenbahnstrecken 50 bi» So Zentimeter hoch mit Schnee bedeckt, stellenweise llegk der Schnee bis zwei Meier hoch. Zu Zalaegerszeg konnte der Jahrmarkt nicht abgehalten werden, und auch die Gerichisverhandlungen wurden vertagi, da die Zeugen au» der Provinz infolge der Siillegung de» Eisenbahnverkehrs nicht er- scheinen konnien. Auch der Auiobus- und postverkehr am Platten- see wurde eingestellt. An der westlichen Küste de» Plakkensee» toben orkanartige Schneestürme. Ans den Landstraßen (legt stellenweise hanshoher Schnee. Auch der Schlillenverkehr ist vollkommen lahmgelegt. Bei Dombovar wurde ein 75 Jdhre alker Landwirt erfroren anfgefouden. Ja der Röhe von Fünf- kirchen fand eine Gendarmeriepatrouille die Leiche eines unbekannlea Mannes, der mährend der Rächt erfroren ist. Auf einem Bauernhof bei RagytSrö» in der ungarischen Tiefebene ist ebeafall, ein be- jahrter Landwirk in der Rächt erfroren. Die Donau-Save-Adria-Bahn teilt mit, daß die Verkehrs- Hindernisse infolge der Schneeverwehungen bereits behoben sind unk» der Verkehr sich ab heute wieder normal abwickeln werde. Schneeverwehungen in Frankreich. Parts, 17. Februar. Wie aus Toulouse gemeldet wird, steckt aus der Strecke Ton- louse— Puigoerda zwischen den Stationen Porli und Porta schon seit Sonnabend ein Zug im Schnee fest. 42 Reisende mußten in Portt Zuflucht suchen. Hugenberg gegen Reichswehr. „Macht Suren Oreck olleene!" Die parteiamtlichen Mitteilungen der Deutschnalionolen Partei kündigen an, daß die Hugenberg-Fraktion sich an den Beratungen des Wehretats nicht beteiligen werde. Sie schreiben: „Die Regierungsparteien hoben sich mit der Sozialdemokratie gegen die nationale Opposition verbündet. Nun sollen sie sehen, wie sie mit diesem Bundesgenossen allein fertig werden. Sachlich ist zum W e h r h a u s h a l t zu sagen, daß die Deutschnationalen der Reichswehrleitung— insbesondere nach dem letzten Erlaß des Generals von chammerstein— mitabsolutemMiß- trauen gegenübe st ehe». Sie soll sich also an ihre jetzigen Freunde werden, wenn sie Hilfe braucht. Die Deutschnationalen halten es mit dem König von Sachsen:„Macht euren Dreck alleene." Die um Hugenberg sind entrüstet, weil sich herausstellt, daß die Reichswehr nicht ihre Parteitruppe ist. Ihre„Wehrmacht* freundlichkeit" ist wie ihr Patriotismus sofort zu Ende, wenn das Parteisüppchen nicht kocht. Zu Füßen der Kapiialisten! Nationalsozialisten als Viener der„Wirtschastlichen*. Im Oktober vorigen Jahres HIell Hillers Adjutant, Dr. Woge- ner, in Dresden vor den Industriellen einen Bortrag, um die Haltung der Nationalsozialisten beim Berliner Metallarbeiterstreik zu rechtsertigen. Dr. Wagener oersicherte damals, ditse Haltung sei nur aus agitatorischen Gründen notwendig gewesen. Im Zusammen- hang mit diesem Vortrag ist nun ein Rundschreiben Dr. Wagencrs interessant, das unser Leipziger Parteiblatt zu veröffentlichen in der Lage ist. Darin heißt es: Im Anschluß an den Vortragsabend am 20. Oktober 19Z0 im Hotel Bristol in Dresden ist mir nahegelegt worden, die ver- biudung mit den Führern der Mrtschafl auf folgend« Weise aus- rechtzuerhalten und auszubauen: 1. Der unter meiner Leitung stehende Wirtschaftspolitische Pressedienst gibt die Nationalsozialistische Wirtschastskorrcspondenz . heraus, von der das 4., 5. und 6. Heft in der Anlage mitfolgt... Die interessierten Herren abonnieren die Wirt- schaftskorrespondenz, so daß damit ein fortlaufender Meinungsaustausch stattfindet. 2. Ich selbst, ebenso wie andere Herren der Reichsleitunq der NSDAP, sind häufig in Sachsen anwesend. Solch« Gelegenheiten könnten stets ausgenutzt werden, Besprechungen in kleinerem Kreise herbeizuführen. Sie könnten in der Wohnung'eines der Herren oder an drittem Ort stattfinden... Ich gebe diese Anregungen weiter und erkläre mit G e- nehmigung Adolf Hitlers mein Einverständnis zu diesen Vorschlägen. Ich glaube, daß aus diese Weise«ine gedeihliche Zu- s a m n. e n a rb ei t unserer Bewegung mit den Fuh- rern der Industrie zum Wohl der Deutschen Wirtschaft und des Deutschen Volkes am besten gesichert ist. Außerdem kann diese Zusammenarbeit eine Grundlage für alle Anträge und Behandlung von Anträgen sein, die in den Parlamenten gestellt werden oder gestellt werden sollen. Dr. Wagener ist Leiter der wirtschoftpolitischen Abteilung der Nationalsozialistischen Partei, deren Büro sich in München, Prin> regentenstrahe 6, befindet. Sein Schreiben liefert den dokumentari- schen Beweis, daß die Nationalsozialisten ihre parlamentarische Arbeit nach den Wünschen der Wirtschoftsführer einrichten. Selbst die Deutschnationale und die Deutsche Volkspartei dürften in der Unterwerfung vor dem Industriekapital nicht soweit gehen wie dies« angebliche Arbesterpartei. Laverrenz und die Frauenzimmer. Oer deutschnationale Reichstagsabaeo'dnete Laverrenz im Kampf gegen die Oppenstiste. Laverrenz sprach am Sonntag, dem 15. Februar, in Kolberg in Pommern in einer deutschngtionalen Versammlung, die mähig be- sucht war. Nachdem er seinen Meister Hugenberg über den grünen Klee gelobt hatte, befaßte er sich auch mit der Handelspolitik. Dabei nahm er besonders scharf Stellung gegen die Einfuhr aus. ländischer Luxusgüter. Er sagte unter anderem, daß Deutschland»m Jahre für 11 Millionen Mark Lippenstift« aus Frankreich«inführe. Dann donnerte er in den Saal: '„Fassen Sie doch kein Frauenzimmer an. das sich Dreck aus die Lippen schmiert." Die älteren Jahrgänge vom Luisenbund und der Stahlhelmland- stürm zweiten Aufgebotes klatschten Beifall. Unser Berichterstatter war auf dem Nachhauseweg unfreiwilliger Zuhörer einer Unterhaltung zweier Besucherinnen der Versammlung, die noch jung an Iahren waren. Die eine sagte:„Das mit dem Frauenzimmer war aber keine schöne Bemerkung von Herrn Laverrenz." Darauf erwiderte die andere:„Na, der Laverrenz ist wirklich kein reinrassiger Apollo und viele von uns werden nicht so genußsüchtig fein, sich von ihm überhaupt anfassen zu lassen." Das deutschnationale Organ, das„Kolberger Tageblatt", bringt über die Laoerrenz-Versammlung einen längeren Bericht. Jedoch wird von dem Kampf gegen die geschmierten Lippen nichts gesagt. Vielleicht ist die Redaktion des„Kolberger Tageblattes" der gleichen Meinung, wie die beiden Teilnehmerinnen der Versamm- lung. Wer den Teutonen Laverrenz kennt, wird eine solche Ein- stcllung verständlich finden. Labour-Sieg für Arbeiislose. 4(X).Millionen-Kredit vom Unterhaus anoenommen. London, 17. Februar. lEigenberlcht.) Im Unterhaus wurde in der Montagnacht der von der Regierung geforderte LO-Millionen-Pfund-ftredit für de« Arbeitslosenfonds mit 231 gegen 220 Stimmen an- genommen. In dem vom Unterhaus eingesetzten Ausschuß zur Ver- einfachung der Geschäftsordnung wurde auch am Montag die Ansicht des Ministerpräsidenten gehört. Macdonald ist der Ansicht, die Freiheit der Anfragen werde von den Abgeord- neten durch immer neue Zusatzanfragen mißbraucht, was dem Parlament ein« Unmenge Zeit wegnehme. Eine Beschränkung der Redezeit bei den Beratungen sei jedoch unerwünscht. Wenn es aber die Opposition als ihr Geschäft betrachtet, Sitzungen prinzipiell hinauszuziehen, so sei es notwendig, der Obstruktion in die Speichen zu fallen._ Noch älter als Clemenceau Ist der Alterspräsident de« französischen Senats geworden: Paul Fleury ist mit vi Jahren gestorben. Schiele droht mit Rücktritt Oer Kampf um das Agrarprogramm im Kabinett Das Reichskabinett tritt, wie wir hören, Dienstagnachmittag zur ersten Beratung des im Reichsernährungsministerium auf Grund der Besprechungen mit der Grünen Front ausgearbeiteten neuen Agrarprogramms zusammen. Es ist kein Geheimnis geblieben, daß die Vorlage des Minister» Schiele bei ejnem Teil der Sobivelismilgliedcr aus slarkeu Widerstand gestoßen ist. so daß schon heule zum mindesten äußerst fraglich ist, ob das Schielesche Programm die Zustimmung der Mehrheil erlangt. Minister Schiele selbst scheint diesmal aufs Ganze gehen zu wollen, wir hören jedenfalls, daß er ernsthaft mit seinem Rück- tritt gedroht habe, wenn seine Vorlage im Kabinett falle oder In den entscheidenden Punkten abgelehnt werde. Es werden auch bereits Nachfolger für Schiele genannt, an erster Stell« Prof. W a r m b o l d, der dem Stickstoffsyndikat nahesteht und ehemals, im Jahre 1921, für einige Monate preußischer Landwlrtschafts- minister war, ferner Graf Douglas, der Vorsitzende der Badi- schen Landwirtschaftskammer, und schließlich Herr von Batocki, der ehemalige Leiter des Kriegsernöhrungsamts. Die Widerstände, die sich im Kabinett gegen die Vorlage Echieles bemerkbar machen, werden verständlich, wenn man über den Inhalt de» Eutwurfs des Ernährungsminlflerium» näher« Einzelheiten erfährt: Die Vorlage verlangt die V e r l S n g e r u n g der am ZI. März ablaufenden D o l l m a ch t der Reichsregierung zur Erhöhung oder Ermäßigung der Getreidezölle(die sich bisher fast nur im Sinne der Erhöhung ausgewirkt hat), und die Ausdehnung dieser Vollmacht auf Hülsenfrüchte, Tier« und tierische Produkte sowie auf Holz, ferner die Fortführung des Einfuhr- scheinsystems in demselben Umfange wie im vorigen Jahre. Ebenso sollen auch die Stützungsaktionen für Roggen und für Kar- toffeln fortgesetzt und nötigenfalls auf andere Produkte ausgedehnt werden. Aufrechterhalten bleiben fall der Vermahlungs- zwang, die Einführung des Verwendungszwangs für andere inländische Agrorprodutte soll vam Reichswirtschaftsrat ge- prüft werden. Entscheidend sind die Forderungen der Vorlage auf Handel»- politischem Gebiete: sie verlangt, daß die Handelsverträge, in denen die landwirtschaftlichen Zölle gebunden sind, schrittweise gekündigt und daß in neuen Verhandlungen„entschlossen" die Freiheit zur autonomen Bestimmung dieser Zölle durchgesetzt werde. Gedacht ist in erster Linie an die Kündigung der Derträge mit Italien, Belgien, Oesterreich und Schweden. Es leuchtet ein, daß sich die Mitglioder des Kabinetts, die vom Landbund unabhängig find, nicht ohne weiteres bereit finden lassen, solchen handelspolitischen Experimenten, wie sie hier gefordert werden, ihre Zustimmung zu geben. JCappo-9>räfidenl Scinhufvud Zum finnländischen Präsidenten wurde im dritten Wahlgange Ministerpräsident Soinhufvud mit 151 Stimmen gewählt, während sein Gegenkandidat Professor Stahlberg 149 Stimmen erhielt. Berichterstattung eingestellt! Okvtfchnationale presse schweigt ihre eigenen Redner tot. Bei der Beratung des preußischen Iustizhaushasts rückten, wie wir berests berichteten, der deutschnational« Abgeordnete Senats- Präsident Dr. Deerberg und der volksparteiliche Abgeordnete Landgerichtspräsident Dr. E i ch h o f f in entschiedener Weis« von dem Lügenbuch„Gefesselte Justiz" ab. Wer das Echo dieser Reden in der Rechtspresse sucht, stellt folgendes fest: Die„Deutsche Zeitung" und der„Lokal-Anzeiger" haben prompt die Berichterstattung über den preußischen Zustizetgt eingestellt. Beide Blätter bringen keine Zeile der Verhandlung. Der„Tag" bringt einen ganz farblosen Bericht, der die entscheidenden Stellen der Deerbergschen und Eichhofs- schen Reden unterschlägt. Clausewitz würde gesagt haben: Die Berichterstattung der Rechts- presse ist die Fortsetzung der Berleumdung mit anderen Mitteln. Genosse Morih(Wernigerode). Zum Porträt des Just zreiniqerS. In der Dienstagmorgenausgabe des„Vorwärts" veröffentlichten wir das Bekenntnis des Herrn Moritz au» Zarnow, wonach dieser Justizreiniger selber angibt, als Mitglied der Sozial- demokratischen Partei v o I t s p a r t« i l i ch gewählt und a l» voltsparteilicher Wähler Artikel für die „Rote Fahne" geschrieben zu haben. Ein Freund unseres Blattes übersendet uns hierzu die Magdeburger„Bolksstimme" vom 12. Jutt 1921 mit dem Bericht des 11. Bezirkspartettages. In diesem Bericht lesen wir: Genosse Moritz(Wernigerode) kritisiert die Vor- Herrschaft der reaktionären Beamtenschaft und die Verfolgung freiheitlich gesinnter Beamten in der Republik und fordert den Schuh sozialdemokratischer Be- amlen gegen reaktionäre Uebergrisse. Der volksparteiliche Wähler Moritz hat sich also in der Sozial- demokratie sogar zum Bezirksdclcgierten emporgeheuchelt. Als solcher hat er genau das Gegenteil dessen öffentlich gefordert, was er jetzt in seiner Lügenschrift„Gefesselte Justiz" rerlangt, wo er für den Schutz reaktionärer Beamten gegen republikanische Minister und für die Verfolgung freiheillich gesinnter Beamten Propaganda macht. Eine feine Mark«!_ Kapitalsabfindung an Kriegsverlehte Troh finanzieller Fragen vom Repräfenionkenhaus angenommen. Washington, 17. Februar(Eigenbericht.) Das Repräsentantenhaus nahm am Montag nach heftiger De- batte mit 363 gegen 39 Stimmen«ine Beteranenhilfs- vorläge an, nach der olle Kriegsbeschädigten 50 Proz. der ihnen zustehenden jährlichen Entschädigung sofort in bar erhalten können. Bisher wurde den Kriegebeschädigten auf Antrag nicht ganz ein Viertel der Entschädigung in bar im Loraus ausgezahlt. Di« Regierung wandte sich entschieden gegen die Vorlag«, weil sie die Bereitstellung außergewöhnlich hoher Mittel erfordert und sie von ihrer Verwirklichung eine ernste Gefährdung der Stabilität der «nerikanischen Finanzen befürchtet. Falls der Bundessenat sich der Vorlage ebenfalls anschließen sollte, ist mit einem Einspruch des Präsidenten zu rechnen. Sechs Ersatzwahlen fürs ltnierhaus. London. 17. Februar. Das konservative Unterhausmitglied Hugh Morrison hat sein Mandat aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Morrison war im Wahlkreis S a l i s b u r y mit einer Mehrheit von 2000 Stimmen gegen den liberalen Kandidaten gewählt worden. Bei der kommen- den Ersatzwahl dürften alle drei Parteien wieder Kandidaten aus- stellen. Insgesamt stehen sechs Ersatzwahlen zum Unterhaus bevor. Maffenverhafiungen von Lndufirtellen. London, 17. Februar. Großes Aufsehen erregt die in Glasgow am Montag erfolgte Verhaftung von 12 leitenden Angestellten der schottischen Amalgam- a t e d Silk Co., die sich in Liquidation befindet. Den verhasteten Direktoren der Gesellschaft wird vorgeworfen, daß sie für ihr««ige- nen Zwecke die Summe von 438 000 Pfund verwendet haben, die von der Oeffenttichleit für Aktien gezeichnet worden waren. Unter den Beschuldigten befinden sich sehr bekannte Ind»f>rieführer. wie z. B. Mr. T o m l i n s o n, der Vizepräsident de» 2>4-Millionen-Psund- Konzerns der Eombined Egyptian Mills ist und auch noch andere Direktorenstellen in verschiedenen großen Unternehmungen inne hat, ferner Mr. Iohnston«, der stellvertretend« Präsident der India Tyre and Rubber Co. von Großbritannien. Mordräisel in Brandenburg. Keine Tatbeweise gegen das Ehepaar Krüger. Brandenburg, 17. Februar. Der bestialische Mord au dem 64jShrIgeu Schuhmachermeister Paul Eckert, der In seinem Laden in der Bäckerstraße 4 in Brandenburg tot ausgesunden wurde, konnte noch nicht welter ge- klärt werden, vom Regierungspräsidenteu flnd auf die Ergreifung des Täters 1000 Mark Belohnung ausgesetzt worden. Inzwischen sind von Kriminalkommissar Poggenklvs zahlreiche Zeugen vernommen worden, ohne daß es der Polizei ge- lungen ist, auch nur einen Schritt vorwärts zu kommen. Auch dem Ehepaar Krüger, das sich seit Sonntagnachmittag unter Mordverdacht in Polizeigewahrsam befindet, konnte bisher nichts nachgewiesen werden. Beide streiten weiter mit aller Entschiedenheit, das Verbrechen begangen oder andere dazu angestiftet zu haben Anfänglich wurde vermutet, daß dem Mörder etwa 1000 Mark, die gesamten Ersparnisse des getöteten Schuhmachers, in die Hände ge- fallen seien. Am Montagabend wurde die ganze Wohnung Eckerts noch einmal durch Beamte der Kriminalpolizei gründlich durchsucht Dabei entdeckten die Beamten zwischen Wäschestücken ein kleines Päckchen, das rund 900 Mark in P a p i« r sch e i n e n enthielt. Mit ziemlicher Sicherheit kann jetzt gesagt werden, daß die Beute des Mörders höchstens 100 Mark betragen haben kann. Es ist anzunehmen, das die festgenommenen Eheleute Krüger noch im Laufe des heutigen Tages von der Polizei entlassen werden. Oer Detter Or. Zarres. Oie Gewer ksthasten prot-stieren. Duisburg. 17. Februar. Mit dem bisherigen Verlauf ihrer durch Stillegungsdrohung oerschärften Lohnabbauaktion um 20 Proz. sind weder die Vereinigten Abbau-Stahlwerke noch der Herr Oberbürgermeister Dr. Ja r res zufrisden, der beim Lohnabbau in der Berliner Metallindustrie mitgewirkt hat. Dr. Iarres hat sämtlichen 9000 jetzigen und früheren Arbeitero der Hütte Ruhrort-Meiderich Einzelschreiben mit dem Er- suchen geschickt, zu dem Vorschlag der Werksleitung— trotz der Ur- abstimmung— Stellung zu nehmen. Betriebsrat und Gewerkschaften haben daraufhin für heute nachmittag 14 und 19 Uhr Belegschaftsversammlungen anbe- räumt, um gegen den Schrttt Dr. Iarres' zu protestieren. Verlegenheilsurteil in Warschau. Da» Warschauer Strafgericht verkündete in dem Prozeß wegen des angeblichen Anschlags aus Marschall Blsudski das Urteil. Die drei Hauptangeklagten. Mit- glieder der Sozialistischen Partei, wurden.'.wegen Bildung einer Bereinigung zur Ausführung eines Anschlags auf einen staatlichen Würdenträger" zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt. Zwei An- geklagte wurden freigesprochen. So sensationell die Regierung». presse die Aufdeckung des angeblichen Anschlags und die Prozeß» «inzelheiten aufgemacht hat. so kleinlaut berichtet sie setzt über das Urteil. Ein Hypnose-Schwindler. Er wollte Menschen wie Blumen vergeben'äffen Da» Kapitel der Dummheit und teichtglSubigkeit wurde heute in einer Verhandlung vor dem SchSssengerlchl verlin. Mitte unter Vorsilz von Zlmtsgertchterat kehner eingehend er- örtert. Angeklagt war der Zojährige Vortragekünstler Schüler wegen Erpressung und Betruges. Er wurde beschuldigt, ein Arbeiterehepaar W. durch Drohungen mit seinen geheimnisvollen Kräften und durch hypnotische Einwirkungen zur Hergabe von Geld und die Thesrau TD. zu einer Bürgschaftsleistung für einen Ab- zahlungsoertrag zum Bezug eines Anzuges beflimmt zu haben. Der Angeklagte, ein großer, hagerer Mann mit einge- fallenen Gesichtszügen, tiefliegenden Augen und einem starren Blick beschöstigt sich mit„Gedankenlesen und Hypnose". Er war früher bei der Heilsarmee. Auf dem Arbeitsamt hatte er den 47jährigen Arbeiter W. kennengelernt, und beide hatten eine Zeit- lang auch eine gemeinsame Arbeitsstätte gefunden. Sch. wohnte ein Dreioierteljahr bei den Eheleuten und zahlte nur in der ersten Zeit. Als«r die Stelle verloren hatte, wohnte er auch weiter dort und wurde verpflegt, ohne zu zahlen, obwohl sein Quartiergeber erwerbslos geworden war. Nicht nur dos, sondern er erhielt auch noch bares Geld. Im ganzen hat das Ehepaar etwa 3l)c> Mark geopfert. Zum Schluß muhte die Frau, die anscheinend ganz unter seinem Einfluß stand, auch noch eine Bürgschaft für einen Anzug übernehmen und später dafür zahlen. Nachdem der Ange- klagte weggezogen war und sein Einfluß entschwunden, erstattete das Ehepaar Anzeige. Der Angeklagt« bestritt, sich schuldig gemacht zu haben. Er habe damals nichts oerdienen können, aber immer die Absicht gehobt zu zahlen, sobald er durch seine Vorträge genügend Geld verdienen würde. Ganz anders schildert das Ehepaar die Vorgänge. Frau W., eine schüchtern«, äller« Frau, erklärte zunächst vor Gericht, daß st« vor dem Angeklagten Angst habe. Infolgedessen ordnete der Vorsitzende an, daß sich der Angeklagte während der Vernehmung aus dem Saal entferne. Die Zeugin de- kündete, daß sie zuerst gelaubt habe, sie würde das Geld wieder- bekommen. Sie habe ihn weiter bei sich wohnen lasten und ver- pflegt, weil sie Angst bekommen Hab«, denn er habe oft von seinen „geheimnisvollen Kräften" gesprochen und gesagt, er könne die Menschen steif und starr wachen und sie wie Blu- men vergehen lassen. Vors.: Weshalb haben Sie ihn nicht hinausgeworfen? Zeugin: Mein Mann wollt« es, aber ich war dagegen, denn ich hatte Angst, weil er uns was antun könnte. Als ich unterschreiben sollte, zögerte ich, aber er sah mich starr an und sagt« drohend:„Das ist doch nicht so schlimm, unterschreibe nur" und da Hab« ich es getan. Er hatte auch einmal gesagt, wer nicht seinen Willen erfülle, der habe keine ruhig« Stunde mehr. Da Hobe ich Angst bekommen und unterschrieben. Der 47jährig« Ehemann W. ist noch schüchterner als fein« Frau. Er ist seit 1907 nervenkrank und kann sich nicht mehr recht auf die Vorgänge besinnen. Seine Frau habe immer gesagt, man solle chm alles geben, sonst tu« er ihnen was an. Einmal habe er«in« Mark verlangt, da sie kein Geld hatten, verlangte er, daß die Frau ins Seifengeschäft gehe, um«ine Mark zu holen. Wenn sie nicht geh«, mach« er sie steif und starr. Sie fei aber doch nicht gegangen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Erpressung zu drei Monaten Gefängnis. Zur Begründung des Urteils führte Amtsgerichtsrat Keßner aus. daß der Angeklagte es ver- standen habe, auf«ine nicht üblich« Art die Zeugen für sich aus- zunutzen. Er hat keine direkten Drohungen gebraucht, sondern es verstanden, eine Atmosphäre um sich zu schassen, in der die Zeugen ängstlich wurden so daß er seinen Zweck erreichte. Die Handlung»- weis« de» Angeklagten, den unbemittelten Zeugen Beträge, die für dies« sehr erheblich waren, abzunehmen, sei unerhört und gemein. Auf frischer Tai ertappt. Ein aelungener Einbruch und ein« mißglückte Flucht. Bewohner eines Hause» in der Madaistraß« beobachteten heute früh um 4 Uhr«inen sonderbaren Woremransport. In dem Hause Nr. 13 befindet sich«in Radiogeschäst, der Nebenladen steht zurzett leer. Aus diesem leeren Loden kamen in kurzen Abständen mehrere Männer, die emsig groß« Pakete zu einer wartenden Droschke schleppten, die auf der anderen Straßenseite stand. Die Beobachter riefen die Polizei des 87. Reviers, obwohl aber die Be- amten schnell zur Stelle waren, hatte die Droschke sich bereits entfernt. Die Beamten betraten zunächst den leeren Laden und sahen, daß die Wand zu dem Radiogeschäst durch st«mmt war. Dort mußten die Einbrecher noch stecken. Auf einen Zurus, heraus- zukommen, reagierten sie nicht, ebensowenig auf einen Schreckschuß. Erst, als die Beamten'ankündigten, daß sie scharf schießen würden, zogen die Einbrecher es vor. mit erhobenen Händen hervorzukommen. Drei Mann wurden sofort festgenommen. Inzwischen meldete sich bei den Beamten ein Droschkensührer, der die andere Taxe hatte abfahren sehen. Er wußte zu berichten, daß der Wagen mit seiner Ladung und einem Insassen nach dem Hause Große F��ttkfurter Straße 84 gefahren war. Kriminal- beamte fanden im Hausflur in Säcke verpackt das gestohlen« Radiogerät. Sie oersteckten sich und warteten, und bald erschien der vierte Einbrecher, der wieder noch eine andere Droscht« herbeigeholt hatte, um die Beute abzufahren. Auch er wurde festgenommen. Von den Festgenommenen nennt sich Schumacher,«in anderer Birkenholz, zwei wollen ihre Namen nicht angeben. Keine Karabiner! Aus Polizeibeamtenkreisen wird uns mitgeteilt, daß die Angabe. Genosie Fechner sei von drei mitKarabinernbewafsneten Beamten zur I A transportiert worden, völlig unrichtig sei. Es ist kein Schutzpolizeibeamter in Neukölln mit Karabiner bewaffnet worden. Leibuiz-Gymnasium zieht um. Der Houshaltsausschuß der Sladloerordueleaversamm- luag hak heuie vormittag der Magistrakevorlage zugestimmt, die eine Umsiedlung des Leibuiz. Gymnasiums und der Karl- Michaeli». Oberrealschule vorsieht. Den Stadlverord- neleu soll noch eine besondere Vorlage über die höhe der Kosten, die durch den Umzug entstehen, zugehen. Gruse» Flugzeug freigegeben. Die Posen«? Press« berichte, daß der Staatsanwalt die Freigabe de» Flugzeugs des Sportiliepers Grus«, der auf pÄnstchem Gebiet notlanden mußßte. angeordnet hat. Wetter für Berlin: Srßtzlenteil» trübe und wieder etwas kälter! mit Neigung zu leichten Schneefällen, äflüche Wind«.— Für Deutsch. fand: Im Osten teils heiteres, teil» wolkiges Frostwetter, im Westen und Süden trübe mtt neuem Temperaturrückgang und einzelnen Niederschlägen. Bockbier-Bacchantik Aus Sachsen So ä Bockbierfest iß enne hibsche, runde, ruhige Sache. — Ja, s iß mal was anür«». S derf bloß nich iewrdriem wern. Das komm, bei uns niich for. Weil mier immer so ziemlich under uns sinn. — Wer ihn das, wenn Sie sagen: mier? Nu alle, die ahm immer drbei sinn. Wiste» Se, dr Wen som Daumschlag. der iß nämlich ooch uns.r Hauswcn. Deswegen misten j mier immer zum Vockbiersesi anschdandehalwer mal Hingehn Unn das bedrifft ooch die srschiednen Geschäftsleid«, wo der sei Fleesch koost. unn seine Grienwarn unn was? so braucht. Ab unn zu kommt ooch noch eener aus dr Nachbarschaft unn guckt sich den Be- drieb an. — Da werd nich siel Beb rieb sinn. Das misten Sic ja misten. Wo mier da solch« Schdudendenmitzen aufHamm, unn iewerhaub-t! Wo mier da solchen richdjen Schdu- dendonzauwer machen. — Wie machen Sie dn das? Nu, da jagen mier manchmal Du zu«nnander, wemmr sonst ooch gar nich der Du stnn. — Unn das ts alles? Warden Ses doch ab! Lieder sing mier doch ooch! — Was dn da zum Beifchbiel? Zum Beischbiet in einen kiehlen Grunde, unn schdeh ich in finsdrer Mrddernacht. — Awr das stnn doch Lieweslieder. Zum Bockbicrsest misten doch Sauflicder g«sung wein, meind wegen drink, drin?, Bried«rlcin, drink. Oder die alöen Derschen, sie d ranken noch eins. Die sing im er nich. Awr ein Schdreißchen am Hude, unn in dr Fnts, da wachsen unsre Räwen. — Das sinn doch Wanderlieder. Warum sing Ei« denn kern« Sauflieder? Wie soll» mier dn das machen? — Nu, wie machen Sie's denn bei den andern Liedern? Do läßd dr Wert sei elektrisches Bianoforde los, unn da sing imer alle mit. — Ach so. Unn weider hat der wohl keene Schdicke dross? Nee. Das heetzt: via. Awr wasr noch hat, de Miehi« in Schwarzwald unn Feegfeins Ahmdlied, da kenn mier de Dexde nich drfon. — Awr so ä Ahmd iß doch lang. Unn da sing Sie weider nischt wie die zw«, drei Lieder? Ja. Awr jedes ä baarmal. — Unn ohne das Äiawier kenn Sie kee eensjes? Oio,«ns. Awr das hehm mier uns immer off, bis de Schdim» mung an heechsden geschdiegen iß. — Was fr S Lied ihn das? Schdumssinn, du mei Frgniegen. W. Appell. Leo v König. Ausstellung im Kronprinzenpa'ais. Die Nattonalgalerie selber unternimmt es, den KOjährigen Leo o König durch eine Kollektivschau zu ehren: was jedenfalls noch nachdrucksvoller wirkt, als wenn die Sezession es täte, deren immer tätiges Mitglied er seit 1000 war. und wo man olle seine bedeutenderen Bilder zuerst ausgestellt sah. König ist am 28. Februar 1871 in Braunschweig geboren, studierte fest 1889 an der Berliner Akademie, 1894 bis 1897 an der Academie Julian in Paris und lebt seit 1900 ständig in Berlin. Obwohl man sich an viele der aus- gestellten Bilder in den drei Sälen des Kronprinzenpalais von früheren Sezessionsausstellungen her erinnert, bedeutet diese Zu- sammenfassung seines Lebenswerkes eine Ueberraschung erfreulicher Art. Mit dem gedämpft fabrigen„Frühstück" von 1997 und dem ausgezeichneten, an Manct orientierten„Boheme-Case"(mit dem Porträt des Dichter-Malers Höxter) aus dem Besitz der National- galerie beginnt die Reihe: mit dem äußerst schnittigen und charokter- vollen Seeckt-Bildnts von 1931, ganz in Grau und Schwarz gehalten, schließt sie. Dazwischen liegt die reiche Ernte von Bildnissen, die v. Königs bestes Teil sind: liegt aber auch die überraschend« Reihe seiner Landschaften aus Cassis und Rapallo, die er erst 1927 als neues Motiv sozusagen entdeckt hat, gipfelnd in dem feinen tonigen Grüngrau einer nebligen„Frühlingslandschaft" in Rapallo. Das Merkwürdige ist, daß die schönsten Bilder dieses vornehmen und geschmackvollen Malers ein wenig abjetts von seinem Haupt- betätigungsfeld, dem Porträt liegen: obwohl Stücke wie das Selbst- blldnis mit Modell und Bildnis einer Russin(1929) zu seinem Besten gehören. Aber«e reicht doch keines an die„Frisur der Negerin" von 1930 heran, die ein furioses Schlachtfeld starker braungrauer und kaltblauer Tonflächen darstellt, ein Meisterwert von so lugendlichem Elan, daß man es«ntwicklungsgeschichllich«her an den Ansang stellen würde als die allzu gedämpft« Noblesse seines„Frühstücks". Dies ist der Grund für die erfreulich überraschende Wirkung der Schau: daß man einen Leo o. König kennen lernt, dessen frischeste und an- regendste Jugend in sein« jüngst vergangenen Lebensjahre fällt. Paul F. Schmidt. Weimars Goethe-Reichsfeier 1932. Aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr des Todestages Goethes plant Weimar eine große Reichsfeier m der Woche des 22. Marz 1932. Im Mittelpunkt werden Gastspiele der bedeutendsten deutschen Bühnen, der Staatstheater in Berlin, Dresden, München und Stuttgart sowie des Miener Burgtheaters stehen. Zur Auf- führung sind„Iphigenie",„Egmont",„Tosso",„Götz von Ber- lichingcn" und„Clavigo" vorgesehen. Sämtliche Gastspiele werden im Deutschen Nationaltheater stattsinden, das seinerseits Goethes„Faust, I. und II. Teil" mit Gästen in den Hauptrolle» ausführen wird. Der Reichsseier soll ein Zyklus unbekannter Dramen Goethes in den Kammevspielen der Weimarer Halle sowie«ine Reih« volkstümlicher Wochenendspiele folgen. Außerdem werden Festkonzerte stattsinden. Die Einnahmen der Sfaatskheater. In einer Uebersicht der preußischen Oberrechnunastammer wird ein Vergleich über die Ein- nahmen 1913 und 1928 durchgeführt. Im Jahre 1913 wurden durch eigene Einnahmen bei der Lindenoper ö9,S Proz., im Jahre 1928 nur 48 Proz. gedeckt. Noch größer ist die Differenz beim Staatlichen Schauspielhaus: 1913 wurden durch eigene Einnahmen 09.4 Proz. der Ausgaben gedeckt, 1928 nur 27 Proz. Die Oberrechnungskammer zieht daraus den Schluß, daß zur Hebung des Besuches eher an eine Herabsetzung als an eine Erhöhung der Eintrittspreise zu denken sei. Weiter wird vorgeschlagen, die erheblichen Ausgaben für Gast- spiele einzuschränken. Für Garderoben und Dekoration der Berliner Theater sind u. a. im Jahr« 1928 rund 770 000 Mark ausgegeben worden. Für 1929 ist bereits eine nicht unwesentliche Einickränkung dieser Ausgaben erreicht worden. Aber«ine weitere Einschränkung muß noch angestrebt werden. Prüfung vor dem künstlerischen Prüsungsaml. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteitt, beginnt die nächste Prüfung vor dem Künstlerischen Prüfungsamt. Abteilung für bildende Kunst, am 1. Juni. Meldungen zur Prüfung sind bis spätestens 1. April an den Borsitzenden des Künstlerischen Prüfungsamts in Berlin einzureichen. Auffindung von drei lebenden Mount Lyell Salamandern. Einer Erpedition der Universttät von Kalifornien, unter Leitung von Dr. Loye Holmes Miller, die zu einer Forschungsreise in die Sierra entsandt war, ist es gelungen, am Fuß« des Mount Lyell Gletscher, in einer Höhe von 10 000 Fuß, drei Salamander von einer so seltenen Art zu entdecken, wie sie bisher überhaupt nur von zwei Menschen jemals gesehen wurden. Di«se Salamander, denen man len Namen Mount Lyell Salamander gegeben hat, haben weder Lungen noch Kiemen, sondern ihr Atmung«rsolgt durch die Poren der Haut. Einem Mitglied der Expedition. Mr. Campbell, gelang es, drei lebend« Exemplar« zu fangen, die aus Ei» gepackt, noch fünf Tage am Leben erhalten werden tonnten, so daß man Gelegen- heit hatte, sie zu photoorapbi,ren. in Farben zu malen und ein- gehend zu beobachten. Di« Mount Lyell Salamander leben unter Steinen und nähren sich von Spinnen und Käfern, die«benfall» in dieser kalten Einöde vorkommen. �Bon BerUn zur Waterkani." Ein Reisefilm Berlin Lüneburger Heide— Forellen— Hamburg— Helgoland, das sind die bedeutungsvollen Süchworte der Hubert» Schönger-Filme, die dafür sorgen sollen, daß der Reise» verkehr innerhalb der deutschen Grenzen bleibt. Nicht nur in seiner Zusammensetzung, auch in seinem Gelingen zeigt dieser im Mar» m o r h a u s vorgeführte Film ein stark unterschiedliche» Bild. Berlin und Hamburg wurden nach dem Muster der berühmten Symphonie ber Großstadt gedreht, doch gehört zu einem Kunstwerk ö la Ruttmann auch künstlerisches Können. Diese reinen Städte- Propagandafilme müssen mit Texten lausen, damit der Kinobesucher der von der Stadt angezogen werden soll, weiß, um wo» für«in Gebäude oder was für eine Sehenswürdigkeit es sich handelt. Die Lüneburger Heide ist nicht stimmungszart genug erfaßt, außerordentlich interessant hingegen ist die Forellen- zucht in Winsen a. d. Luhe. Wir sind Miterleber eines Forellen- das« ins vom künstlich befruchteten Ei bis zum tafelfertigen Fisch. Dorzüglich gelangen ferner die Aufnahmen von Helgoland. Dieses kleine Felseneiland(höchstwahrscheinlich durch einen unter- seeischen Vulkan dem Meere entsprungen), zeigt sich uns in seiner ganzen bezaubernden Eigenart. Ein jeder bekommt Sehnsucht nach dieser Insel, gleich, ob er sie kennt oder ob sie ihm bislang unbekannt blieb. e. d. Der täglich« krach um den Dreysus-Film. Die sranzöstsche Aus» sührung der„Affare Dreysus" stößt m Paris täglich auf neue Ab- lehnung, die sich in mehr oder weniger großen Kundgebung»» während der Vorstellungen äußert. Am Montig mußte die Poluei zum dritten Male«inschretten, um den Lärmszenen, die von An- hängern der Acrion Iran�aise verursacht wurden,«in Ende zu machen. 16 Besucher wurden polizeilich aus dem öaal gswieleu. Zehn mußten sich zur nächsten Polizeiwach« begeben, von wo au» pc nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlasten wurden. Die Fttm-Weltproduklion. Die neueste Statistik über die Welt» Produktion von FUmen vermittelt folgendes Bild. An der Spitz« stehen die Bereinigten Staaten mtt 750 Filmen oder 41 Proz. der Gesamtprodi, ktion. An zweiter Stelle kommt Japan mtt 400 Filmen oder 22 Proz. Diese Rangstellung Japans erscheint merkwürdig. doch erklärt sie sich daraus, daß von den vielen japanischen Filmen verhältnismäßig wenig Wellabsatz finden, weil in Japan hauptsäch- lich Theaterstücke verfilmt werden. An dritter Stelle in der Welt- Produktion steht Deutschland mtt 2S0 Filmen oder 14 Proz. der Weltproduktion. Die vierte Stelle nimmt Rußland mtt 1S0 Filme» oder 8 Proz.«in. Es folgt Großbritannlen mit 100 Filmen oder 0 Proz. Frankreichs Filmproduktion für den Wellabfatz ist stark zurückgegangen. Ebenso haben die anderen Länder keinen nennens- weiteren Einzelanteil an der Weltproduktion. 94� Millionen Deutsche. Prof. Wilhelm Winckler, Dorstand des Instituts für Statistik der MinSerheiten an der Wiener Universität, gibt in seinem neuesten„Statistischen Handbuch für das gesamte Deutschtum" folgende prozentmäßige Berteilung der Deutschen in der Welt an: Auf der Erde leben rund 94L Millionen Deutsch«, davon im Reiche 02, S, außerhalb Deutschlands, 32 Millionen. Von letzteren entsallen am Oesterreich 0,3, aus die Tschecho- slowakei 3,5, aus die Schweiz 2,80, auf Frankreich 1,7, aus Polen 1,35, auf Südslawien 0,7, aus Ungarn 0,6, auf Italien 0,3, auf Litauen 0,13, aus Lettland 0,075 und auf Amerika 11 Millionen. Neue Entzifscrung der Andreescheo Tagebücher. Die müh- samen Bersuche von Helgesion, die noch lesbaren drei Seiten aus dem zweiten Tagebuch Aichrees zu entziffern, sind jetzt von Erfolg gekrönt worden.„Svenska Dagblad" verössentlichl den vollen Wor'faut dieser letzten Botschaft des unglücklichen Forsche»«, und die Sachverständigen stimmen darin überein, daß dies« Lesung das Richtige wiedergebe. Die letzten Zeilen, die nach dem 7. Ok-ober 1897 während eines furchtbaren Schneesturme» in einem un- geschützten Unterschlupf geschrieben wurden, haben nach der Ent- zisferung Heigesspns den Wortlaut:„Mit Anstrengung, erstarrt, und während der Lebenssunke noch flackert." Hclgeston hofft auch, daß die fünf Seiten des Tagebuches, die bisher überhaupt nicht lesbar waren, sich noch zum Teil entziffern fasten werden, und daß man so noch später« Botschaften erhalten wird. Ein Riesenmeteor in Afrika entdeckt. Der südafrikanische Land- messer Natt hat zwischen dem Tanganoika- und Niassase« den größten Meteor entdeckt, der bisher in Afrika gefunden wurde. Der Meteor ist eine feste Masse aus Nickeleisen und hat eine Länge von etwa 4,5 Meter und einen Durchmesser oo» 1,2 Meter. Er hat sich un- gefähr 1 Meter tief in den Erdboden eingegraben. Der Landmesser hielt seine Entdeckung geheim und ließ sich sofort von der nächsten Regierungsstation die Bergwerksrechte für die dortige Gegend geben. Eineu Labore lobend veronbaltet die Polksbübne am 20., 20 Ubr. in brem Zbeater am B ü l o w v l a tz. flrölte der BollSbübne und oer« I-biedener Kabarktl« wirken zusammen. Weiner stlnck bat die Consörenc Einlaklarten tauch iür Nichtmügileder der Bolttbiidii«) t.— bis 5.— Mark bei Soie& Lack. Tletz. Werlbeim und an der Tbeglerkafle. parza erSffne» am 22. 12 Ubr. in ihen Räumen Budopester Straße Z. tbre II.«ues'elluna- Die toCantsch» Sünstlergrupb« 2' V r c o. Geöffnet wochentags 10—17, Sonntag« 10—15 und dauert bii zu« 22. Mir». X'T-'-*, Soziale Ltngerechiigkeit Protest der Vuchdruckereiarbeiter gegen die Verbindlichkeitserklärung des Lohnabbauschiedsspruchs Die LerbaildsvorftänÄe der Buchdrucker und Hilfsarbecker wenden sich mit folgendem Aufruf an die Arbeiterschaft im Buchdruckgewerbe: Der Reichsarbeitsminister hat den am 2. Februar 1931 gefällten Schiedsspruch, der eine Herabsetzung des tariflichen Spitzen- lohnes von 58,50 M. auf 55 M. vorsieht, am 14. Februar für o e r- Kindlich erklärt. Dies« Entfcheidung bedeutet Nichtbeachtung aller berechtigten Gründe und Nachweise der Organisationsoertreter der Arbeiterschaft, die gegen die Derbindltchkeitserllärung eines Lohnabbaues im Buchdruckgewerb« geltend gemacht wurden. Auch die mck dieser Entscheidung verbundene völlige Außerachtlassung der von der gesamten Arbeckerschaft unseres Gewerbes angebotenen Opferbereitschaft zugunsten einer fühlbaren Verringerung des Arbeits- losenelends zwingt dazu, diesen staatlichen Hohecksakt als soziale Ungerechtigkeit zu beurteilen. Di? politische und moralische Verantwortung der Reichsregierung für diese Handlung kann keineswegs durch Berufung auf die aus staatspolitifchen Gründen vertretene angebliche Notwendigkeit einer allgemeinen Senkung der Produktionskosten durch Lohnabbau und eine damit zu erleichternde Preissenkung abgeschwächt werden Denn die S t e i g e r u n g der Preise im deutschen Buchdruck- und Zeckung»- gewerb« ist im Vergleich zur Vorkri«gszeit»um mehr als das Doppelte höher als die des Lohnes. Aus diesen Gründen p r o t e st i« r e n die Organisationsvor- stände der gesamten deutschen Buchdruckereiarbeiter gegen die Berbindlichkertserklärung und betonen, daß ihr jede sachliche Berechtigung fehlt, weck die nach§ 6 Ziffer 1 der Schlich- tungsordnung erforderliche gerechte Abwägung der Interessen beider Teile und der Billigkett nicht gewahrt, wie auch die Durch- führung des Schiedsspruchs weder aus gewerblichen, allgemein wirt- schastlichen und sozialen Gründen erforderlich ist. Die Verbindlichkeitserklärung macht den InHall des Schieds- spruchs für die Tarifparteien zu einem Zwangstarif mit weck- gehenden fchuldrechllichen Verpflichtungen der dagegen verstoßenden Tarifparteien. Das hat zur Folge, daß die vertragschließenden Organisationen gesetzlich verpflichtet sind, ihre Organ« und ihre Mitglieder durch alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel zur Befolgung der tarifoertraglichen Verpflichttmgen anzuhalten und im Fall« der Zuwiderhandlung für die Wiederherstellung des Friedensstondss Sorge zu tragen Diese Rechtsverhältnisse machen es unseren Organisationen leider unmöglich, die verbindlichkeikserklärung trotz ihrer sozialen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeit durch gewerkschaftliche Kampf- Handlungen wirkungslos zu machen. Die Unternehmer des Buchdruckgcwerbes haben es also wieder einmal nichtauseigenerKraft, sondern nur mitHilfe derinder Frage des Lohnabbaues falsche Wege gehenden Staatsgewalt erreicht, daß an die Stelle freier Vereinbarungen über die tarifliche Eick- lohnung ein Zwangstarif getreten ist, der im schroffften Wider- spruch zu berechttgten Forderungen der Arbeiterschaft, steht und«ine schiedlich-friedliche«bwiftnng der gegenseitigen Pflichten und Rechte kcineswegs erleichtert. Trotzdem suhlen sich die Organisationsvor. stände im Interesse der dem Ärdeckslosenelend preisgegebenen Be- rufsgenossen oerpflichtet, allen ihren Mckgliedern zu empfehlen, nach besten Kräften im Sinne des von unseren Vertretern auch noch in den Nachoerhandlungen im Neichsarbeitsministerium nachdrücklich vertretenen Antrags zu wirken, wonach unter Beibehaltung des bisherigen Lohnlarifs eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden und ein für beide . Teile erträglicher Lohnausgleich eine entsprechende ZNehrein- slellung von Arbeitskräften ermöglichen soll. Daß tarifwidrige Kampsmaßnahmen auf diesem Wege zu vermeiden sind, ist gesetzlich bedingt. Es dürfte aber zu erwarten sein, daß es nicht an Unternehmern fehtt, die nach fach- licher Aussprache mehr Verständnis für die von dem ungeheuren Arbeitslosenelend betroffenen Arbeiter haben, als die von anderen Unternehmerkreisen beeinflußte Leckung des Deutschen Buchdrucker- Vereins. Auch sonst wird es noch notwendig fein, zur Wiederein- reihung unserer arbeitslosen Kollegen in den Produkttonsprozeß all« tarifrechtlich zulässigen Wege wirksam zu beschreiten: insbesondere durch eine noch viel nachdrücklichere Gellendmachung der tariflichen Vorbeugungsmaßnahmen in der Ueberstundenfragel Darüber hinaus ist ein« entschiedene Abwehr gegen jeden weckeren Abbau des übertariflichen Lohnes mck allen Kräften durch- zuführen. Die Organisationen werden den dadurch bedrohten Kollegen jede satzuugsgemäße Unterstützung gewähren. Angesichts der von Unternehmerfeit« gegenwärttg bewiesenen Rücksichtslofigkeck gegenüber den einfachsten Lebensnotwendigkeiten der Arbeiterschaft ist strengste Geschlossenheit und unbedingtes gegenseitiges vertrauen innerhalb unserer Organisation und innerhalb jeden Betriebes erforderlich. Zurückstellung aller Mei- nungsverfchiedenheiten wellanschaulicher und politischer Herkunft oder persönlicher Verstimmung aus kleinlichen Dingen ist notwendiger als je zuvor. Sind wir auch von Gesetzes wegen gezwungen, dem einseitigen staatlichen Machtspruch Rechnung zu tragen, so kann doch keine Macht uns daran hindern, durch engste kollegial« Zusammen- arbeck und in treuer gewerkschaftlicher Verbundenheck die Folgen dieser Entscheidung noch besten Kräften abzuschwächen. Unsere ge- nieinsame Aufgabe bleibt es die gegenwärtige lohnpoli- tische Diktatur für ihre Anhänger zu einem„Siege" werden zu lassen, der sie bald davon überzeugt, daß die Arbeiterschaft des deutschen Buchdruckgewerbes selbst aus trüben Tagen die Kraft schöpfen kann, einer besseren Zukunft die Wege zu ebnen! Bestimmungsrecht bei Scherl. Man schreibt uns: Trotz des mehr als zehnjährigen Bestehens des Betriebsrätegesetzes kämpfen die Gewerkschaften immer noch um ein M i t bestimmungsrecht der Betriebsräte. Nach einer Aeußerung des Rechtsvertreters des Adreßbuchverlages(Scherl-Hugen- berg) sst in der Druckerei Scherl das Bestimmungsrecht bereits durchgesetzt. In einer Sitzuna des Arbecksgerichts am 3. Februar 1031 gab der Vertreter die Erklärung ob, daß der Adreßbuchoerlag keine Druckerei habe; vielmehr bestehe ein Druckerei-Dertrag mit dem Betriebsrot der Druckerei Scherl. Dieser habe die Befugnisse des Arbeitgebers in diesem Arbeitsvertrag über- tragen erhalten. Vermutlich werden, die Kollegen bei Scherl sehr erstaunt sein, daß gerade hier die Wirtschaftsdemokratie in ihrer modernsten Form durchgeführt sein soll. Wenn es sich im vorliegenden Falle auch darum handelte, einem Korrektor feine tariflichen Ansprüche zu bestreiten, so sehen wir doch, daß dem Unternehmer ksin Argument zu gewagt erscheint, um berechtigte Ansprüche der Arbeitnehmer abzuweisen. Dienstag, 17. Febnaa,__ Barlla. 16.03 Fr. Kirebberg: Wert der S|iiiileme»n. 16.30 Leipzig: Heiteres Konzert 17-30 Berliner Schloß: Prot Klans Richter: Theater wi WtadÜ fcl(Ate den Kunst IS. 00 Bücherstande. �Politische Schrlftoo.**(Am Hlhrophoa: Prot Dr. Ente Jlckh.) 18-30 1. Schönberg: Drei Lieder, op. 2. 2. Aatoo Woher«: Lieder. 2. Albe« Berg: Aus„Sieben frühe Lieder**.(Margot Htaocaberf-Lefübre. Sopna; Flügel: Else C. Kraus.) 18.55 Alfons Ooldschmidt; Wird die Welt reieber oder inner? 19.20 Alte Kamevalsmusik. 20.10 Wovon man spricht 20.30 Fastnachtsball. Ltg.: Alfred Bratm. Während der Pause, gegen 22.00; Wetter-. Tages* und Spertnachrlchtem, Kötigswntterheate«. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Prof. Dr. Krause: Unsere Pflanzenwelt im Winter. 18.30 Professor Dr. Richter: Bettina von Arnim. 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Prof. Lindeoberg: Wesen und Witz des Berliner». 20.00 M. Müllor-Jabusch: Weltpolitische Stunde. Gewiknauszug 5. Klasse 36. PrevbiIch»Südd»utjche Staats» Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gefallen, und zwar se einer aus die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen I und ll 7. Ziehungstag 16. Februar 1931 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 4Ü0 M. gezogen 2 Ee-inne ja 100000 M 39286 2 Stoinnr zu 10000 Si. 30681 8 Seirinne zu 5000 ffi 1680 121902 142953 16995t 18 Seminne»u 3000 M 67172 72387 99885 184062 200568 233027 240947 296397 379615 36«ernrnn. zu 2000 M 13288 18528 24463 94284 126107 150710 158553 169877 203276 252931 273949 305457 323536 326447 330396 344S45 346191 379411 104 Seminne zu 1000 M 4450 16613 24323 54378 85861 88688 104633 107372 130617 135945 136050 137626 141783 146853 163949 158037 168230 171239 178699 180894 184893 191813 209742 214770 220664 221498 223626 231939 239355 244677 264927 266414 268029 286189 286861 290991 305290 328340 347389 347730 348647 353309 357961 360148 371952 374465 376006 378372 383465 390532 398569 393579 184 Seminne jn 500 M 6537 12068 15265 16206 18770 19895 20708 21524 22840 33384 33534 37221 38312 48210 53961 66324 57295 68979 60443 67425 87549 88656 90390 91654 08316 101890 105037 112499 118733 130263 132790 144041 153310 153388 153687 161846 171587 171657 185017 186610 204041 217511 227369 234426 239602 241380 242134 246502 251900 257765 258663 262546 264624 264730 267285 273940 274213 283919 284748 286028 292663 305640 305868 306144 310696 312127 316659 316962 317096 319024 320642 32144« 325560 334521 335122 338815 352962 353333 356791 361074 362078 362909 365217 365406 366887 375846 378219 379537 385468 386531 389229 389965 Im Gewinurade verblieben: 2 Prämien zu je vvOXv. 2 Gewinn« zu je S00«0. 2*u je 300000 6 zu ,« 75000, 4 zu je 50000, 24 zu je 250 O, 14 zu je 10000,. 370 zn.f« 5000, 74& zu je 3000, 2272 zu je 20001 4546■zu-.ie JOOO. 7.72 zu je 500. 22286 zu je zno MMrf. Setontmortl. für tue-T ebofion: Serbe it Etpite, Berlin: Siuuigen: Tb. Stucke. Berlin. Lerla»: Borwärt, Lerlaa S. m. b. S. Berlin. Druck: Borwärl» Bück». druckerei und Derlagsanttatt Paul Tinner& C-> Berlin EW««. LindenNrake Z. Sie»,» 1 Beilaac. ©IO ta Rhcimtroijc 14 k�-eIcU W. ab S.'5 Uhr S. ab 3.15 Ubr Sein letzter Befehl mit E. Jannlngt Bin ich Ihr Typ 7 mit Clara Rjw 6 Akte_ Odeon, Potsdamer Str. 75 W. 3,7. 9 Uhr S 3,&, 7 4 Uhi Verlingert! Tonfilm: Die Nrlrat. sekre Arm mit Renale Müller, Felix Brcssaii Turm strafe 12 s Drei nge Miiiclarreil mit Locic EnglUcfa, Fritz ichulz, F. Bremart Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Vater and Söhne mit Bad. HUteei g Wasten» Primus-Palast W 5.15, 7.1&, Q.I5 Sab3 15, 5.15,7.15, 4 15 Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. Uraufführung Friedrich Zeinik's sine und tonende Försterchrldl m. Irene Elzinger, Paul Rlthler, Oskar Karl- weU u. a. 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Schlüter-Theater SchlOterstr. 17 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg ab 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonerfolg! 3 Tage MlUelarretl— Tonbclprogramm Jugendlichn haben Zutritt Atrium Beba-Palazt Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Sonnabend und Sonntags 5, 7.9.15 Uhr Uraufführung. 100 proz. Tonfilm I Das Schicksal der Renate Langen m Mady Christians, Hilde Hildebrandl, Fr. Lederer, Aitr, Abel, H. Pich«. Beiprogramm (Bis einschließlich Mittwoch) Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7. 9. Sonnabds� Sonntgs ab 5 Uhr: Tonfilm; Hans In allen Gassen mit Hans Alben. Adalbert, Cam. Horn » st« am»> Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutstnuthsstr 100 proz. Tonfilm! Uraufführung Die Försferdirlsll mit Irene Etslnger, Paul Rich er. Oskar Karlwels. Paul Hör Mi er. Adele Sandrock. Greil Bcmdl Regie: Friedrich Zelnlk Zeli »ehlnndorF-Mitf> Wochentags 7, 9.10 Uht Sonntags 5. 7. 9.10 Lhr Sonntag 2V> Uhr: Jugendvorstellung Potsdamer Str. SO Oer weifte Teufel mit Lil Dagorcr, Mosfnkln— Tonwoche Jugeniiche haben Zu'ritt VI~ Ii nartendoner Wochemg l IO«1.1 Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz Tonfilm I Die Nacht gchOrt uns m Hans Alben, Charlotte Ander— Beiprogramm > SUdwnstcn"~fc Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So ab3Uhr Fox-Tonweche HOlet Bach rar leichten Fraoen mit Vi vi au Glbcon So Ist das Leben FUm.Paiasi Kammersäle Teltower Str l W.5.7. 9. Stg. ab 3 U. 100 proz. Tonfilm: Eine Freundin so goldig wie da mit Anay Ondra Beiprogramm ■—»■ Primus-Palast Arn Hermannplatz, Urbanstr 72176 Wo 6.45. U., Sonnt a> 3 U. Dergroße Revolutionstonfilm: Danton m. Fritz Kurtner, Lucle Mannheim, Gustav GrQndgcns, Alex. Granach Beiprogramm Auf der Bühne; Inlernattonale BOhnenschan Th. am Moritzplatz Beg.: Wöchig ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Die beUlgm drei Brunnen mit Lais Trcnkcr, B. Bird— Wiener Herzen mit Werner Füll er er, Lilien Eiils d Nawkaitn> Mercedes- Palast HermannstraBe 212, Ecke Jägerstraße Werktags 6f» Uhr. Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm Oan'on m F Kort. ner, L. M nnhetrn,, Ondgens Betprogramm— BOhneurchau 5teru, ttennsnDstTsHe 49 Wochentags 6.45. 9. Sonntags 3. 5 7. 9 U. lOOproz.Tonfilm DtePrlralsekretSrhi mi Renate Müller, Felix Brestari Tonbeiprogramm Südosten Filmeck Skalitzer StraBe. am GSriitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags: 3. 5. 7. 9 Uhr 100 proz. Tonfilm: 1914 mit George, Bassermann— Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater Reicbenberger Str. 34 Anf. W. 630 u. 9 U Stg.3,A7.9U. 100 proz Tonfilm: Die blonde Nach- .tlgall mit fclse Elster— Belprogr. Bühnenschaa Sternwarte- Treptow Miitwoch 8, Donnerstag S Uhr; Am Rande der Sahara, Film d Nordosten � srElySium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15,7.935. S 3.15,5, 7.15,9.15 Uhr Der Hampelmann m. Max Hansen, L. Deyers Foxionwoche Bühne: Aus der Luft gegriffen Bühnenschaa der Prominente» Flora-Liditsp. LAaÄrir Wo. 630, 9, Sbd. ab 5, Sonnt ab 3 Uhr. VerlänpcrtI lOOproz. Tonfilm: D nton mit Frtlz KoriDer— Beiprogramm Luna-Palast slg�b�uh?' Qr Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Die Priralceki ciärin mit Renate Müller Bü. Rieh. Schwatz. Stegreifdichter Schwarzer Adler X,™* Woch. 5. 7. S.45, Sonntg. 3,5, 7, 8.45 lOOproz. Tonfilm Er oder Uhl mit Harry Picl Tüncndea Beiprogramm Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab SU. Stg. ab 3 U. lOOproz. Tonopereite: Der Bettel» stadent m. Fritz Sdtalz Belptogramm Bühne: Banter Bilderbogen V iktoria-Li cfatbild-Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7, ca«.45. Stg. 3. 5. 7. 8.45 U. T�nschwink: Drei Tage Mittelarrest mit Lade Englisch, Fritz Schatz Tonbeiprogt Zentrum Babylons am Bülowplatz Wochen Igs. 5. letzte 930, Sonntgs. ab3U. Tonfilmerfolg: Daaioa mit Fritz Kortaer, Gast. Orfindgeas Grote Vai lei«schau G Weu-llctitenbera™� Kosmos-Lichtspiele Lüekstrafle 70 Beginn Woch. 5, 7, 9 U lOOproz. Tonlustspiel: Geld aof der 5 trage mit Gcor« Aiezan er Beiprogramm: Felix als Golfspieler Kino Busch IX'■s4- � Uhr � m 5.*». 7 u. K.45(jh. AU-Fnednchsielde Beiprogramm Mädchen mit d. Kamera m. Daniels Hyänen der See m. Rieh. Talmadge WalOensea Schloßpark Film. Böhne Berliner Allee 206— 210 Tonfilm: Zapfrntlreich am Rhdn mit$. Arno, etüwe, lunkei mann Gr. Tonbdprogr.— Bühnenschaa Norden Alhambra c.0l,"<,rstraSe>«. Ecke ieesiraiie Wochent. 5. 7, 9 U., Sonnt 3, 5. 7, 9 U 100 proz. Tontrm: Der Bettelstudent J""."»Vi"- �o' menn. Fr. Scholz, las ostia NoTotna- Bclpeogiamm Pharus-Li ch tspielc Mflllerstr 142 W. 5.7.9 U, Stg 3. 5, 7, 9 U Des großen Erfolges weg»er'Sngert 100 proz. ronfilm Die PriTstsckre- tärln m. Renale Müller, Felix Bs es- •arl—» Tonheiprogramm Pratcr-Lich tspiel-Palast Kaanienalle« 7-S W. ab 5. Suis 4 U. Melae Tante— deine Tante m. Porten Oer»tngende Draht Variei£scfaaa Mila-Pa'ast bowSS.» Schönhauser Allee 130 W. 5, S. 3 U. Tonfilm: Namensheirat mit Er. Holt. W. Rilla Buhne: Experimeote mit Mesachenp Tieren, Lidit and»chatten Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W S.S.B'oU. ExpediL- Tonfilm: Mit Büchse und Lasso durch Afrika— Kampf um d e Todesstrahlen m. R. Talmadga ■ Pdnicew- p Palast-Theater Breite Straße 21 a W 6�0, 9, Stg. S, 7, 9 Zapfenstreich am Bhejn mit H. Slüwe, Cha*L Sosa. 5 Am« Bühnenschaa— Beiprogramm Film-Palast Blankenburger Str., So 2»iJgd.-V. Wöchig 630, 9U, So 430, 6.45, 9 U. Tonfilm Das Lied ist ans, mit L. Haid. W. Forst Lustiges Beiprogramm • T*ge' B Filmpalast Tegel �anehf Stgs. 2 U Jgd--VorsL W.6, Stg. 4»/« U. Ton-Sprechfilm: Kohlhleacl« Töchter mit Hcnny Porten, F. Kamper» Gate» Bciprogr.- Aat Tob.-Appar. Umon-Theater hauptstr.s W 6. e'u. Stg. 4>A. 619 86, U. Stg. 2 U. Igd-V Ich beträte meine Fran m. G. Fröhlich Venus im Frack m atcinrück g��TeaiürTtdor. g Beg. W c.?30 Stg 4i/,, 6'*. 8», U. Berliner Straße 59 Stg. 2Ü iug--Vorsl. Fitmpalast % Vellage Dienstag« 17. Februar 1931 BcrWtnrä ShAlauXgaße Ja\£>*oä*b Berliner Krebsfür�orge Die Bedentang; de» Abkommen» zwisehen Ka»»en und Aerzten Am 1. Januar trat(mir miefen schon darauf hin) ein Abkonmren zwischen dem Berliner Kassenverband der Landcsversiche- rungeanstalt Berlin und dem Großen Berliner Aerzte- b u n d in Kraft, dos«ine planmäßige Bekämpfung oller Arten des Krebses zum Ziele hat. Da«ine wirkungsvolle Arbeit nur durch ein« Zentralisation zu erreichen ist, wurde die Leitung therrn Dr. B e n d i x, dem Chefarzt beim Verband der Berliner Kranken- iassen, übertragen. Dieses Abkommen erfaßt zirka VA Millionen Einwohner, also fast alle Versicherten von Groß-B«rlin und deren Angehörige. Das Neue an dieser Fürsorge ist die Tatsache,- daß es zum erstenmal möglich war, die Aerzteschast in den Dienst einer solchen Idee zu stellen, indem die Aerzte veranlaßt werden, alle in ihre Behandlung kommenden Krebskranken und Krebs- verdächtige an die Zentralstelle des Berliner Kastenverbandes zu melden. Dort wird eine Kartothek errichtet, in der auf einer Personal- karte die Art der Erkrankung, ihre seitherige Dauer, die bisherige Behandlung sowie die noch beabsichtigten Behandlungsmethoden ver- merkt werden. Durch die Fürsorgerinnen wird darüber ge. wacht, daß die Patienten, wenn die Zeit zwischen den einzelnen Be- Handlungen abgelaufen ist, sich wieder bis zum endgültigen Abschluß in ärztliche Behandlung begeben. Denn leider glauben viele Kranke, wenn sie keine Krankheitszeichen mehr bemerken, daß sie schon end- gültig gewesen seien und keiner weiteren Behandlung mehr bedürfen. Sie werden deshalb durch die Fürforgestellen daran erinnert und, wenn sie sich troßdem nicht, zur Behandlung«infinden, von der Fürsorgerin aufgesucht: andererseits können sie in der Fürsorgestell« auch Rat finden und Auskunft bekommen, welche Schritte sie in ihrem Falle zu unternehmen haben. Wie notwendig eine solche planmäßig« Bekämpfung des Krebses ist, ergibt sich aus den folgenden Zahlen. lSIZ starben aus 10 000 Lebend« 7,4 Männer und 8L Frauen an Krebs, 19Z7 9,6 Männer und 11,4 Frauen. 1928 starben allein in Deutschland 66 255 Männer und Frauen an Krebs gegen 51 570 Männer und Frauen, die der Tuberkulose zum Opfer sielen. Wir sehen also, daß die Tuberkulose als Proletarierkrankheit vom Krebs als Dolkskrankheit sehr weit überflügelt wurde, andererseits sind die Zahlen für Tuberkulose wieder ein Beweis dafür, daß heute jede planmäßige Fürsorge zu einem Rückgang häufig vorkommender Krankheiten führen muß. So starben vor 25 Iahren auf 10 000 Einwohner noch 24 an Tuber- kulose, während jetzt die Zahl auf 8 gesunken ist. Andererseits müssen wir uns auch vor Augen halten, daß der Krebs eine Krankheit des höheren Alters ist, und daß in der guten altert Zeit die breit« Masse im Durchschnitt nicht so alt wurde wie heute. So war 1870 die Durchschnittslebensdauer 35 Jahre, während sie 1927 dank unserer sozialen Einrichtungen auf 57 gestiegen- ist. Für Berlin hoben wir aus den letzten Iahren folgende Angaben über Krebs- und Tuberkulosesterbefälle: 1928: 4300 Tuberkulose- und 6800 Krebs- todesfälle, 1930: b|i insgesamt 48 348 Gejamttodcsfällen 3942 Tuberkulose- und 6578 Krebssterbefälle. In diesem Zusammenhang sind die Ausführungen einiger Uni» versitätsprofestoren von allgemeinem Interesse. Diese stellten fest. daß leider«in großer Teil der Aerzte keinFreundder Für» sorge, ja auch ekner planmäßigen Untersuchung sei.(Professor Käppis- Hannover.) Die Folg« davon ist ein zu spätes Cr- kennen einer Krebserkrankung. Er führte ein« Statistik von Pro- fesfor Gulecke-Iena an. der bei seinen Krebskranken, die nicht mehr operierbar waren, nachforschte, warum sie so spät in die Klinik kamen. Er stellte dabei fest, daß bei Magenkrebs in 60 Proz. der Kranke und 40 Proz. der Arzt der Schuldige war. bei Mast- darmkrebs der Kranke in 47 Proz., der Arzt in 53 Proz., bei B r u st k r« b s die Patientin in 58, der Arzt in 44 Proz., bei 5) a u t k r e b s die Kranken in 60, den Arzt in 40 Proz. die Schuld traf. Auch hinsichllich des Gebärmutterkrebses wurde im Cäcilienhaue festgestellt, daß leider sehr viele Aerzte durch eine chinauszögerung der genauen Untersuchung mit Schuld daran trugen, daß die Frauen nicht mehr mit Erfolg operiert werden konnten. Denn krebs ist bei rechtzeitiger Erkennung genau so heilbor wie die Tuberkulose und viele andere Krankheiten. So werden bei durchschnitllich jährlich 20000 nachgewiesenen neuen Krebsen des Gsbärmutterhalses zur Zeit nur 4000 bis 5000 Frauen dauernd geh«lt. während es bei der heutigen Technik leicht möglich wäre. 12 000 bis 15000 Frauen zu retten. Die Ursache ist aber häufig eine zu späte sachgemäße Untersuchung. Welche Erfolge die heutig« Medizin mit notwendigen Operationen bei Krebs hat. zeigt ein Vergleich mit den Zahlen von Professor B i l l r o t h. So betrug vor 40 bis 50 Iahren die Sterblichkeit bei Brustkrebsoperationen 23 Proz., während sie heute auf 1 Proz. ge- funken ist. Hoch drei Jahren lebten damals von den Operierten nur mehr 4.7 proz., während es heute nach fünf Jahren bei den frühzeitig Operierten 70 proz. sind. Wegen der großen Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung jeder Krankheit lassen z. B. heute schon die amerikanischen Lebensversichc- rungsgesellschaften ihre mehr als 40 Jahr« alten Mitglieder regel- mäßig alle halbe Jahre auf Kosten der Gesellschaft untersuchen. W a s aber in diesem Fall« nur den Bemittelten zugute kommt, soll jetzt in Berlin allen Versicherten und deren Angehörigen geboten werden. Aber auch der Einzelne hat«in« große Verantwortung, indem er beim Auftreten von Veränderungen an seinem Körper sich in ärztliche Behandlung begibt und nicht, wie Z. B. viele Frauen, wenn sie in den Wechsel- jähren sind oder diese hinter sich haben, plötzlich Blutungen besonders nach dem Verkehr bemerken, glauben, das sei eine Erscheinung, wegen der si« nicht zum Arzt zu gehen braucht«». In diesem Zusammenhang muß daraus hingewiesen werden, daß eine sachgemäße Krebsbekämpfung nur möglich ist, wcnn auch entsprechende Mengen Radium zur Verfügung stehen. In Berlin gibt es zur Zeit zirka 1,4 Gramm Radium, davon gehört 1 Gramm d«m� Berliner Kassenverband � und befindet sich in der Frquell.klinik Cäcili«uhan». wähnnddi« 400 SRiHigtwmn der Stadt Berlin sich auf verschieden« Krankenhäuser verteilen. Für Berlin ist das zu wenig, wenn man bedenkt, daß Schweden mit seinen knapp 6 Millionen Einwohnern 6 Grainm Radium besitzt. In diesem Zusammenhang ist es mteressant, zu wissen, daß New Vor! bei sechs Millionen Bevölkerung 13 Gramm Radium hat und Frankreich für seine 40 Millionen 51 Gramm besitzt. Das weseittliche bei einer planmäßigen Krebsfürsorge ist ein« entsprechende Aufklärung des Publikums und eine gute Aus- imd Fortbildung der Aerzte Für den ersteren Zweck müssen für die Bevölkerung in gewissen Ad- ständen allgemeinverständliche Borträg« gehalten und Merkblätter verteilt werden. Nach einem Vorschlag des Haupt- gesundheitsamtes sind für Berlin vier Behaudlungsstellen notwendig und vorgesehen, und zwar die Kassenfrauenklinik Eäcilienhaus. die Krankenhäuser Virchow und Moabit. sowie das Krebsinstitut der Universität. Für die Kranken. scweit sie ausgesteuert sind, muß auch die Frag« der Behandlungs- kosten und die Existenzfrage geregelt werden, da der Krebs gerade wie die Tuberkulose die Neigung zeigt, sich im Körper des Annen schneller zu entwickeln, als in dem gepflegten, gut genährten des Wohlhabenden. Hier ist noch zu bemerken, daß Schweden jedem Krebskranken freie Fahrt mit der Eisenbahn noch den Behandlungs» stellen gewährt. Abschließend ist über die neue Krebsfürsorgestelle beim Verband der Krankenkassen zu sagen: es ist hier eine Art der Fürsorge e» öfsnet worden, die ungefähr S'A Millionen der Berliner Veoöike« rung erfaßt. Die gesamte Aerzteschast ist durch das Abkommen des Groß-Berliner Aerztebundes zum ersten Mal« zur praktischen Mit» arbeit im Fürsorgewesen einbezogen worden. Aufgabederfrei praktizierenden Aerzte ist es, alle Krebskranken, die sich in ihrer Behandlung befinden, zur intensiven Behandlung und fürsorge- rischen Betreuung der Zentralstelle zu melden. Der Berliner Kassen- verband selbst aber hat durch die Schaffung und Unterhaltung dieser Fürsorgestelle in den Räumen der Ambulatoriumsleitung bewiesen, wie sehr er bestrebt ist, seinen Mitgliedern und deren Angehörigen all« Forsschritte der Medizin zugute kommen zu lassen. Dr. Norbert Marx. � Gegen die elektrtseliellinrielitung Elite Grausamkeit und eine Knltarsehande Bei näherer fachmännischer Betrachtung ergibt sich, daß der in USA. gebräuchliche elektrische Hinrichtung? st uhl das Grausamkeitsideal unserer Kultur darstellt, das seit den Hexen- Prozessen nicht mehr erreicht worden ist, nämlich die lebendige Röstung. Ein Amerikaner selbst, der von keiner Sentimentalität vergiftet sst, hat kürzlich im Vorwort zu einem Buche über Gift- Mörder die Worte gebraucht: or to roart bim in the electric fald- stool(oder ihn auf dem elektrischen Stich! zu rösten). Es sindet tatsächlich eine Röstung statt, nur ist das weder von den Amerikanern zugegeben, noch haben sie jemals Experiment« darüber unternommen, nachzuweisen, daß tatsächlich ein« Oberflächenverbrennung ftatssindet. Es dürfen nämlich niemals die Verhältnisse bei einem plötzlichen elektrischen Todesfall mit denen des Hinrichtungsstuhles verglichen werden und darauf beruht die grundlegende Irrtümlichkeit des ganzen amerikansschen Verfahrens. Es lag im ersten Sensationstaumel der Erfindung, als vök einem Menschenalter die Hinrichtungstommissisn, die die humanste Hinrichtungsort zu suchen beauftragt war. an den elektrischen Strom geriet. Si« siegte über die weit humaner« Gifthinrichtung. Edison hatte 100 Boll als hinreichend für die Tötung erklärt. Er glaubte an den schmerzlosen Tod. Am 1. Januar 1889 trat das Gesetz in Kraft und am 6. August 1890 belebte sich der Körper des ersten Hingerichteten. Wilhelm K e m m l e r, wieder nach 17 Minuten. Man schaltet« wieder Strom ein und nach 70 weiteren Sekunden begann die Rückenmarkselek- trade zu rauchen und es roch nach verbranntem Fleisch. In den vergangenen 41 Iahren sst nichts besser geworden und trotz- dem blieb man dabei. Verdreimuug statt Tötung! Am S. Juli 1891 fand wieder eine vierfache Hinrichtung auf einem angeblich verbesserten Stuhl« start. Unter maximalster Muskel- spannung krachten die Lederriemen, Fleisch und Haut der Stirne rauchten. Aber man führte eben die Strompassage zwei-, dreimal mjt immer höherer Sp Innung und in längerer Dauer. 1893 betäubten die Aerzte«in nicht bei der ersten Passage gestorbenes Opfer mit Morphiumspritzen, weil der Stuhl versagte und erst nach einer Stunde konnte mit der Hinrichtung fortgefahren werden. War ursprünglich der Stuhl ein bequemer Liegestuhl, so baute man nach- her mafsiv« Eichenstühle, denn die Muskelkontraktionen bei der Strompassag« drohten einfachere Möbel zu zerbrechen. Es ist ein« längst bekannte Tatsache, daß längere Beschäftigung mit elektrischen Strömen bis zu einem gewissen Grade immun m�cht, die Elektriker halten Ströme aus, die gewöhnliche Sterbliche ohne weiteres töten können. Zum mindesten scheintot machen. So kam es, daß 1893 schon eine Hinrichtung eines Elektrikers miß. glückte, indem er einen bis 4600. Boll gesteigerten Strom aushielt, indes die Normalhinrichtungsspannung 1600— 2000 Volt beträgt. Er konnte überhaupt nicht hingerichtet werden. Ein anderer zerriß bei 1800 Volt die Lcderriemen und lief davon Bei dem elfteren waren, nachdem er fast eine Stunde scheintot lag, die Arme und ein Bein stark verbrannt. Diese Stromverbrennungcn an der Eintritts- und Austritts- stelle sind uns bei elektrischen Verletzungen durchaus geläufig in der Gerichtsmedizin und sie haben allein die Eigentümlichkeit, daß dabei an kleinster Stelle Verbrennungen ersten, zweiten und dritten Grades bis zur vollkommenen Verkohiung vorkommen können. Man kann also teilweise behaupten, daß di« Tötung nicht durch den Strom, sondern durch Verbrennung, durch übermäßig« Ge- webscrhitzung und Wasserverdunstung bewirkt werde. Nur in Pa- renthese soll bemerkt werden, daß der Elektriker Bernays Johnson bereits zehnmal die Wette gewonnen hat, den normal verwendeten Strom von 2000 Dol tauszuhalten, ohne dabei Schoden zu nehmen. Daraus schon ergibt sich die Tossache, daß der elektrische Strom kein allgemeines Tötungsmittel sein kann. Denn di« Menschen reagieren in durchaus verschiedener Wesse darauf. In vielen, ja vielleicht den' allermeisten Fällen bewirkt der Strom nur Schein- tod: nach Minuten, ja nach Stunden kommen die Getroffenen selb- ständig oder durch Bemühungen Dritter wieder zum Leben. Oester erwachten sie in Amerika im Seziersaal und mußten dann wieder auf den Stuhl zurückgeschleppt««den. Gerade In den Fällen. h» wichen st« anscheinend sehr rasch tot waren, erholten sie sich rasch wieder. Diese Erfahrung dürfte sich mit dem allgemeinen Stromtod dann decken, wenn der Betroffen« nicht länger mit den Drähten in Be- rührung bleibt. Es sst dies der Tod durch Herzflimmern. der wohl nur Scheintod ist. wen» richtig« Hilfe dazu kommt. Nun bleibt die Berbrennung durch den Strom zu erklären, die Tassache, daß die meisten Hingerichteten an der Oberfläch« zu brennen beginnen. Immer vieder Versager! Als man 1904 zu Eolumbus(Ohio) den Michael Schiller hinrichtete, kam er nach einer einmaligen Strompassag« von 1750 Volt und erfolgter Toterklärung im Aiiatomiesaal wieder zum Leben. Man ließ nochmals eineMinute Strom durch Und wieder kam er zum Leben. Die Zeugen liesen cnssetzt davon. Ohne Zeugen schleppte man ihn zum dritten Male.auf den Stuhl und über ein« Minute raste der Strom durch den Körper, der ekelerregende Geruch bratenden behaarten Fleisches strömte durch den Raum, die Kopfhaut war teilweise geröstet. 1907 briet man auf demselben Stuhl den Mörder Henry White. Di« erste Passag« war erfolglos, das Herz schlug weiter. auch nach der zweiten Etilladung, bei der dritten,'weit � stärkeren.aber züngelten die F lammen aus allen Poren und das bratende Fleisch rauchte. Daiin erklärten die Aei�ie'. ihn. für tot 1909 ließ man in New Hork viermal Strom durch bis zum endgültigen Tode und 1911 wurde Pietro Faletta in der Leichenkammer wieder lebendig.' Dos half ihm nichts, er wurde weiter geröstet. Das sind also Versager der humaissten Hinrichtungsart Ein bißchen sehr viel Versager sind registriert worden. Ost genug mußten> Zeugen ohnmächtig aus dem Raum getragen werden. vis Ursache Untersuchen wir nun einmal die Versager durch die Verbrennung. Zugegeben, daß der normale Mensch schon durch 100—200 Volt ge- tötet werden kann. Auf der anderen Seite aber wissen wir, daß 1000, ja 3000 Volt nicht tödlich sein müssen. Ja wir wissen, daß. je höhere Spannung der Strom besitzt, desto größer sein Bestreben sst den Weg des kleinsten Widerstandes einzuschlagen. Man hat beim elektrischen Stuhl nun allerdings durch die Anlage der Elektroden die raffiniertesten Möglichkeiten versucht, um chn durch den Körper zu leiten. Man hat damit eines erreicht, die Muskelkontraktion schließt krampfhaft den Mund, sonst würde dos Gebrüll der Gerichteten weil hörbar sein. Aber«ins hat man vergessen: Daß der Widerstand des Z u> falls opfers und des Gerichteten vollkommen verschieden sind. Lassen wir die glücklichen Fälle elektrischer Idiosynkrasie außer Betracht, die sofort sterben.(Idiosynkrasie— U eberempfindlichkett.) Das Zufallsopfer hat Minuten vorher noch keine Ahnung von der Gefahr, der Verurteilte weiß genau die Stunde seiner Hinrichtung.. Ich führe nun alles auf die gesteigerte Schweiß- drüsenfunktion, den Angstschweiß der Exekutionsopfer zurück. Stufenwesse bis zur Exekutionsstund« gesteigerte Angst und damit intensiv« Schweißabsonderung und Schweißsalzablagerung auf der Haut, das Entstehen konzentrierter Salzlösungen auf der Oberfläch«, geben dem Körper ein vollkommen anderes Leitungsvermögen, als es der normal« Körper besitzt. Der Oberflächenwiderstand des Körpers sinkt im Verhältnis zum Normolkörper ganz ungeheuer. Und der Großteil des Stromes verläuft damit peripher auf der Haut und in der Haut. Die laienhaften Versuche, es durch Stromspannungssteigerung zu versuchen, rascher und sicherer zu töten, leiten mit Bestimmtheit immer mehr Strom über die Ober- fläche. Allerdings«nsstehen dabei immer höhere Wärme- grade, das Wasser verdunstet und'mmer neues Wasser wird an die Oberfläche gezogen, die Schweißdrüsen fondern nicht nur Salze, sondern auch entzündliche Fettreste ab und blaue Flämmchen schießen aus den Poren, erst mit der Erschöpfung des Wassers tritt Vertohlung und Verbrennung der schwesel- und stick- stoffreichen Haare und der Haut«in und erzeugt den ekelhaften Verbrennungsgeruch tierischer Häute. Würde bei einer Exekution einmal der Versuch gemacht, die Houttemperatur zu messen, so würden sich sicher Temperaturen ergeben, die zwischen 50 und 90 Grad schwanken. Wird bei uns ein Elektroarbeiter vom Strom zu einer Zeit getroffen, wo er start transpiriert, so dürfte di« Wftkung eine ähn- lich« sein. Fast gleich Rull, wenn der Strom ralch wieder unter- brachen wird, oberflächliche Verbrennung, wenn er länger andauerte. Deshalb behaupte ich nach wie vor— ich habe mich verschiedent- lich schon gegen diese Scheußlichkeit gewendet—. daß die elektrische Hinrichtung unserer Kulturhöhe unwürdig ist. das fürchterlichst« Martennittel der Gegemvart. Or. I. R. Spinner. Die letzten Ringkämpfe im Arbeiter- Athleienbund 3m zweiten Schulermannschaftskampf dieser Saison standen sich in Tegel die beiden Schülcrmannschaften der beiden bundestreuen Arbeiter-Athletenuereine«Spart a�-Neukölln und«T e g e gegen. über. Mit größter Begeisterung war der gut veranlagte Nachwuchs der beiden Vereine aus der Ringmatte bestrebt zu werben und zu gefallen. Das Treffen endete mit dem 19:g'Punktsieg der Tegeler. Den ersten Kampf gewann der kleinste Tegeler S). Jochhan in beiden Gängen gegen Nowick(Sparta) nach kürzester Zeit, checse (Sp.) siegt« über Jochhan II überzeugend, erstmalig in der 2. Minute und in der Wiederholung nach etwas längerer Ringzeit mit einem Doppelnelson. Anton(Sp.) bezwang Henning(Tegel) in der ersten Runde: im folgenden Gang glückt« es H erfolgreich zu bleiben. Präfke(Sp.) mußte sich dem Tegeler Fritz, einem der besten, in beiden Kämpfen beugen. Der Spartaner Tietz verschuldete im ersten Gang gegen Zoschke(Tegel) seine Niederlage selbst, die feine Ar- beit von Z. wurde in der zweiten Begegnung mit einem Arnchebel- griff mit Erfolg beendet. Die beiden wechselvollen Kämpfe Sobotta (Sp.) gegen Stange(Tegel) endeten beide Male mit entscheidenden Siegen des Tegelers. Schill(Tegel) erreichte gegen den Hoffnung-- vollen Wittkamm(Sp.) erstmalig ein Unentschieden. Im Schluß- kämpf siegte W. aus taktisch besserer Führung heraus in der letzten Minute. Nach den Kämpfen der Schüler wurde die�Männer-Klub- staffel ermittelt, die den Tegeler Berein bei den Kreisaus- fcheidungswettkämpfen in Luckenwalde für die II. Arbeiter. Olympiade vertreten soll. Aus den Kämpfen gingen folgende sieben Ringer als Sieger hervor: Krask«, Hartmann, Reichest, Kohlmann, Babbel, Höhne und Hildebrandt. ★ Loxwerbe-AIonat de» Sportklub..Alt-Wedding 1883". Am 19. Februar beginnt der Werbemonat des Sportklub„All-Wedding 1883". Der Sportklub„Alt-Wedding" hat sich entschlossen, innerhalb des folgenden Monats Mitglieder aufzunehmen, die von den Ocln- trittsbeiträgen befreit sind. Jeder Boxsporttreibende oder Interessent ist zu den Uebungsstunden in der Turnhalle, Utrechter Straße 39/31, Donnerstags 19� Uhr, und Sonntags, vormittags 9M! Uhr,«ingeladen. Sdiluss der Serienkämpfe Den letzten Serienringkampf trugen am Montag die beiden �-Mannschaften der bundestreuen Arbeiterathletenvereine „Alt-Wedding" und„S a x o n"-Brondenburg aus. Die kämpf- erprobten RIngstaff«ln traten in ausgezeichneter Form an und den prächtig trainierten Kämpfern zollten die zahlreich erschienenen Freunde der Ringkunst stärkste Anerkennung. Di« Brandenburger starteten leider ohne den Schwergewichtler Petzel und gaben damit vier wertvolle Punkte kampflos ab. Die erste Runde des Serien. kampfes endete mst 8>»: S'A Punkten für„Alt-Wedding" und die Schlußrunde beendeten die Berliner mit 8: 6 Punkten. Das Gs- famtergebnis von 1614: 11 K Punkten sicherte der ersten Kampf- Mannschaft von Wedding den zweiten Platz hinter dem neuen Kreis- meister der Serie 1939/31,„Lichtend« rg-Frisdrichsfelde 94".- Aus dem Reidi der Pedale Deutsche Rennfahrer im Ausland Di« deutschen Berufsrennfahrer können sich über einen Mangel an Beschäftigung kaum beklagen. Nicht nur die verschiedenen einheimischen Bahnen bieten ihnen hinreichend Gelegenheit zur Be- tätigung, auch im Auslände besteht starke Nochfrag« nach deutschen Fahrern. Eine Sammelstätte deutscher Rennfahrer scheint die südfranzö- fische Hafenstadt Marseille zu werden, wohin zahlreiche deutsch« Professionals verpflichtet worden sind. Weltmeister Erich Möller. der jenseits des Rheins sehr populär ist, hat für den 15. Februar und 8. März mit Marseille Berträg« abgeschlossen, am 22. Februar starten dort S t ü b e ck« und Schenk am 5. April Rausch, Hürtgen und Buschenhagen. Für Ende Mai ist in Mar- seilt« sogar«in Ländertamps Deutschland— Frankreich vorgesehen, an dem mehr als ein Dutzend deutscher Fahrer, so Rausch. Hürtgen, Lehmann, Wissel. Stübecke, Kroschel, Oszmella, Ehmer und Tietz teilnehmen sollen. Auch in Paris ist Möller wiederholt beschäftigt, ebenso haben Fliegenneister Stesses sowie die Dauerfahrer S a- wall, Dederichs und Franken st ein für den Sommer von französischen Bahnen Verträge erhalten.— Aber nicht nur in Frankreich. fondern auch in Belgien und vor allem der Schweiz sind die Deutschen stets gern gesehen« Gäste. Für das 25-Stund«n. rennen in B a s e l am 7. und 8. März wurden verpflichtet': Göbel- Gilgen, Preuß-Resiger, Rieger-Iunge, Earpus-Ruesch und Oszmella- Blattmann. Zu den Bahnfahrern kommen noch die Berufs st raßen- fahrer, denen sich sa in der Heimat außer der Deuts chland-Rund. fahrt leider kein« Erwerbsmöglichkeiten bieten, es fei denn, sie starten auf der Bahn. Außer der Tour de France werden wohl auch alle anderen bedeutenden Straßenrennen des Auslandes Deutsch« in Wettbewerb sehen. Abschließend sei noch erwähnt, daß sich die aus- ländischen Rennfahrer auf einer in Paris abgel)alt«nen Besprechung wenig erbaut über die in Deutschland eingeführt« Neuerung hin- sichtlich der Entschädigung gezeigt haben. Man wird also in diesem Jahre wohl weniger Ausländer auf deutschen Radrennbahnen sehen. Eine Ausnahme bildet vielleicht der Steher G r a s f i n, der für den Sommer nicht weniger als 29 Starts nach Deutschland abge- schlössen hat, während er in Paris nur zehnmal in den Ablauf gehen wird. Im Auto durch Albanien und Griedienland Im Ingenieurhaus hielt Erwin v. Salzgeber einen Licht- bildervortrag über seine Reisen durch Albanien und Griechen- land. Der gute Besuch hat bewiesen, wie groß das Interesse für der- artige Bortragsthemen ist. Der Deutsche Autoklub als Veranstalter konnte Vertreter der griechischen Gesandtschaft, Vertreter anderer Verbände und der Tages- und Fachpresse begrüßen. Der Dortragende hat es sich zur Ausgabe gemacht, im Automobil unerforschte Länder zu durchqueren, um den Autotouristen neue Möglichkeiten zu er- schließen. Er hat die großen Schwierigkeiten und Abenteuer, die er auf seiner Fahrt durch Jugoslawien. Albanien, bis an den Südzipfel Griechenlands erlebte, geschildert. Durch etwa 199 vorzügliche Licht- bilder konnte man Einblick in die Schönheiten dieses von Natur und Geschichte begünstigten, dem Misteleuropäer noch unbekannten Reise- landes gewinnen. Salzgeber fand für den hochinteressanten Vortrag großen Beifall. Deuhddandflug 1931 Das erste deutsche Flugzeug-Vorgaberennen Nach einem Beschluß des Internationalen Luftfahrt-Verbondes wird der Europa-Rundflug, den Deutschland in. den beiden letzten Jahren gewonnen hat, in Zukunft nur alle zwei Jahre, abwechselnd mit dem Wasscrflugzeugrennen um den Schneider-Pokal. aus- getragen. Da der nächste Europa-Rundflug erst 1932 zur Entschei- dung ansteht, benutzt der Aero-Club von Deutschland die Gelegen- heit, um in diesem Jahr« einen bereit» seit langem gehegten Ge- danken zu oerwirklichen und zum ersten Male für deutsche und österreichisch« Leichtflugzeuge der ersten und- Zwesten Kate- gorie ein Vorgaberennen„Rund um Deutschland" zu orgamsieren. Die Ausschreibung ist so gehallen, baß der Wettbewerb sportlich anregender und für die groß« Oeffenllichkeit verständlicher und interessanter gestallet wird. So wird der„Deutschlandflug 1931". der zunächst mit einer Preissumme von 43 999 M. ausgestattet ist, zwar aus einer technischen Prüfung und«wem Ssteckenflug be- stehen, doch soll die stark veremfachte technische Prüfung auf dem Flugplatz Berlin-Staaken vor dem Streckenflug abgehalten werden. Di« bei der technischen Prüfung erworbenen Gutpunkte werden dem Bewerber als Gutminuten bei der Borgabe für den Streckenflug berechnet, dazu kommt noch die Lorgabe, die alle Flugzeug« der zweiten Kategorie vor denen der ersten gleichmäßig erhaltem Der Erst« aus d«r technischen Prüfung startet dann an jedem Tage des Streckenfluges auch als Erster und der Schlechteste als Letzter, so daß der Erstankommende sowohl aus den Zwangslandeplätzen wie auch beim Ueberfliegen des Zielbandes am Endhafen tatsächlich der Erste in der Gesamtwertung ist. Es ist also keine umständliche nach- trägliche Berechnung notwendig, vielmehr kann sich jeder Außen- stehende jederzeit selbst vom Stande des Rennens überzeugen, und die Cndwerwng ergibt sich von selbst durch die Reihenfolg« de« Ein- trefsens am Endziel. Dies« neue Art der Wertung ist zweifellos ein großer Anreiz für das Publikum, und es soll zum ersten Male auch ein Versuch für ein« spätere Einführung des Totali- sators gemacht werden. Als Strecke ist für dieses Jahr ein Rund- flug von etwa 2999 Kilometer Länge vorgesehen, der mit Start und Ziel in Berlin am 15. und 1k. August zum Austrag ge- langen soll. Die genau« Streckenführung liegt zur Zeit noch nicht fest, da noch nicht von allen acht als Zwischenlandeplätzen in Aus- sicht genommenen Städten endgültige Zusagen vorliegen. Arbeiterschach! Die Abteilung Osten spielt jeden Dienstag bei Pojar. Gubener Straße 19; Abteilung Pankow spielt jetzt jeden Dienstag bei Fulde, Pankow, Berliner Straße, Ecke Linden- promenade. Die Spielabende beginnen um 29 Uhr. Gäste herzlich willkommen. Nodi einmal„Winterhilfe* Mit wildem Geheul hat sich die hungrige Meute de? kommu- nisstschen Spalter auf den mageren Knochen gestürzt, den ihnen der Amtliche Preußische Pressedienst mit der Meldung über eine ge- m e i n s a m e Veranstaltung zugunsten der Berliner Winter» Hilfe hingeworfen hat. Es ist schon erklärt worden, daß an der Meldung kem wahres Wort ist, daß Verhandlungen in einer solchen Angelegenhest gar nicht stattgefunden haben. Wie die Nachricht zu- stände kommen konnte, ist ein Rätsel, das wohl nur von den be- teiligten Bearbeitern de» Amtlichen Preußischen Pressedienstes ge- löst werden kann. Das in der Angelegenheit geführte Telephon- gefpräch war völlig eindeutig in der A b l e h n u n g einer Teilnahme an einer Deranstallung der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, an der übrigens die Arbestersportverbänd« auch in Zukunft nicht beteiligt sein werden. Die Bereitwilligkeit mit den Berliner Stellen der Arbeitersports über eine eigene Veranstaltung Rücksprache nehmen zu wollen— was übrigens gar nicht geschehen ist, weil eine weiter« Nachricht durch das Ministerium nicht erfolgt«—, konnte doch wohl nicht aus Zusage für eine„gemeinsame" Veran- staltung gedeutet werden. Den Kommunisten kann es nicht verdacht werden, daß sie durch ihr wildes Geschrei die Aufmerksamkeit von ihrer Pleite abzulenken suchten. Sache der Urheber der verwirrenden Notiz müßte es aber doch wohl sein, ihren Irrtum zu berichtigen. Moderner Sport in der Sehlde Im Roxy-Fllm-Palast Friedenau, zeigt« die Fontane- Schule in Schöneberg interessante Vorführungen auf dem Gebiete der Leibesübung. Ein vielgestaltiges Programm, das abwechselnd im Film und auf der Bühne abrollte, gab ein überaus farbiges Bild von der sportlichen und turnerischen Fertigkeit der Fontane- Schülerinnen. Trockenskiübungen auf dem Dachgarten der Schule bildeten den Auftakt des Skisports, der dann beim Landesheim- aufenthalt im Riesengebirge seine praktische Fortsetzung in den Tal- hängen der Schneekoppe, bei Spindlermühle und der Hampelbaud« fand: in einer prächtigen Wmterlandschaft tummeln sich die angehen- den Koryphäen des„Brettl" im forschen Schußlauf und Grätsch. schritt. Der Sommer findet sie dann auf den heimischen Gewässern des Stölpchen- und Wannsee, später, wenn die Skuller schon richtig flitzen, dann geht es Havel und Spree rauf und runter. In den turnerflchen und rbythnnschen Darbietungen bewies die Schule sehr viel Geschick und Grazie, es wurden prima Kopf, und Handstände, Laufen auf den Händen über die ganze Bühne gezeigt und die Geschicklichkeitsübungen mit dem Tennisball sind bereits die Anfänge richtiger Ionaleurkunst. Viel Spaß machten die Zeitlupenaufnabmen von Mutsprüngen, überhaupt produziert« sich eine ganze Reih- wirklich guter Springerinnen. Volkstänze. Hebungen mit dem Springseil und eine hübsche Gavotte zeigten tänzerisch« Grazie und der Landheimaufenthalt am Prebelowsee gab ein farbiges Bild lebensfroher, sportbegeisterter Jugend in der Natur. •£re'e Sportverein Lichkcnberg 1 sucht Fußballinteressenten. Sitzung: Freitags, 29 Uhr, bei Sievert. Lichtenberg, Kontstraßc 15. Hockeylnkeressenken de» Weddings! Der ASD.„Wedding" sucht zur Vervollständigung der Mannschaften noch Spieler. Anschriften sind zu richten an Paul Rehfeld. Berlin N. 65. Oudenarder Str. 39. oder an den technischen Letter der Hockeyabteilung. Heinz Schulz, Berlin N. 65, Schulstraße 7. „Sonne über Plz Palü", ein FUmabeird der Naturfreunde. Sonnabend. 21. Februar. 19.39 Uhr. in der Aula des Filmseminars, Levetzowstraße 1/2(Nähe Gotzkowskibrücke). unter Mitwirkung des Naturfreunde-Streichorchesters. Wunderbare Aufnahmen' vott Wintersportfahrten und Gebirgsbesteigungen Eintritt 59 Pf.. Jugendliche 30 Pf. Partei- und Eportgenossen sind herzlich willkommen.\ ffeeitt fiStpcrfoIiurtwU««witetg. Mitte«», u. fftbtu«. 19 USc, Nackt. baten.■Pacrmalbrirofte. Tonnersta», I«. �«brnar, 20 Übt, Eck, Iii- Dlefftn- bachNr.«2. g-artt-tzuna B-rtra, Dr.«. äiort. llntostrnb.Uraa fllr Wäfte A Pb ffwitoo, ä». sf-bruar. J9 Uhr. Criedrichstr. 218. ftt-iäflnmnallll Soitu. laR',�«2cbc- A-i-l- Mnsrum. Steffpunft Stall 0% Mir. «nirt Noibtms. SaWcioccfommlunfl um 18 iT-btuot, 20 Mir, im Siltemstotar. Coiwinticct R.itenschwimmcrin Mr Lunabads-si nicht Mitteroch Bateanstalt. Kartlnstrun«. sontern Turnhalle Neukölln, Tvnausirafte, am ffreitea, SO. g-bruar. 18Va Uhr. .'"'IS',?®8' P«>UMN'Britz. Männer�bumnastikariipit«:»cfontet« ll-bunaa, abl-te Mitti�ch. lS. ls'bruar. mi Uhr. nicht Richardhall«, s-ntern otere Lalle Cciimsftr. 88.« einer f-HIe! »-invfrichteroertteiavaa ter Zurnspart-. SiwMichr«amvfrichter sind ,unl Nreiewetturncn am 22. ssebruar. 12% Uhr. in der Turnhall-«riit*nRt. 70 eingeladen. Donnerstea n. E-bruar. 20 Uhr. Dunkel- kämm er» Wasscriorstr. v.„Entwickeln unterbelichteter Platten". «SB..Mcddmg-«eschijfisstcll.: iTaui Ribf.Idt, Berlin R.«i. vutenard-r Sltose 30. L-ickllathl-tlkabt-Iluna: Technischer Leiter Seinrich Schirm-r, Berlin R. 31. EraunNr. 7. Loll-nNatnin«: Männer und Iuaench Llltticher Str. 4, I-d-n Dienolaa und gr-ito« 20 Uhr: Stauen jeden Mantaa und Donnerota, LUl.rcher Etr. 4, 20 Uhr. Waldlauf jeden Dvnncrslao ab 20 Uhr und jeden Sonntaa ab 10 Uhr Volkapart Rehterae.— Sock-vabt-iluno: Zechnisch-r Leiter Lein� Schul». Berlin 91. 65. Schulstr. 7. Lallcntrainlna jeden Dienstag Llltticher Str. 47—48, 1014 Uhr. Londdalleiter Hans Stürmer. Berlin 9!. 55, Torfstr. 25. Trainina siehe Leichtathletitabtiiluna jw,e Dchwim««. tetcfi.Beilin, Sauvtearstandsllhuna Dienste«. 17. gebruar, 19 Uhr, Eeschäflsstelle. Lauptauaschiihllhuna Eonnahrnd. 21. l?e- bruar, 20 Uhr, ebenda.— chrnppc griedrichahain: Gruvtevoersammluna Mi::. «och, IS. ssebruar. 1914 Uhr. bei L-Hniak. Mithl-nstrahe. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 17 2 Staats-Oper Unter ck. Linden 169. A-V. 20 Uhr Der Dleoeode Houanfler Ende ZPh Uhr Staats-Oper (n PUti du fUflaWil- V-B. 19-9 Uhr Die ?M». OelfnU. Iirtanrtul Ende n 22'4 U. Dienstag. 17.2. Stadt Oper Bismarckstt Turnus II 20 Uhr Das Rhelngold Ende 2?» Uhr Staatl. Sthaosph. Hb Gadareuiaiihl. 14S A.-V. 20 Uhr Mann Ist Nana Ende 22>4 Uhr M.Wiet-IIlMMW 20 Uhr Don Carlos Rnde«Uhr Tägl 2 Vorst» « u.»-,4 Uhr Barbarossa 92 56 Ibdun. 50 PL bis Z M. atuods I bis i K 3 Jlndreu Xlcr.l Stoben» de Xateonedlm*, VlalSie« Stty uarr. Tiqi. s u. an S0D1I. 2, 3 1. 6U E 4. Alex. 8066 Nehm. 50Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. 4 Bronetto, Dollynetfs Jaas- und Tanz-Revu* Daunton- Shaw. Kremo• Faonllla und w*ltar« AttraKtlonan Wintej, ' Garten- GROSSES SCHAUäPiELHAUc Tägi. a Uhr. in wettsu mul Stg. nachm. 3 Uhr Original bettBung blllice Pre s* R«« a: Erik Charetl. Voiushttiine IbHler am BCIovjlili. 8 Uhr Hans Albers in LKliom von Franr Molnai Hegidtiri Hein Martin itaatlJdiitler-Ih. 8 Uhr Don Carlos Thiataran stniimauepdamm 8 Uhr DleQoadratiir des Kreises Staatsoper Am Pl.d Republik Vh Uhr Sie Zaobetflöte SeDtsdiei Ibeaier 8 Uhr Elisabeth von England «oortni Brackntr Rkgie; Hein Hilpert Kammerspiele 8V« Uhr Pariser Plate 13 von Vlckl Baum hfl«; 6 Bte OrisdjMi Die Komödie 8>U Uhr Die Fee niFrauNBinar Hegi«;»ifn.HML Piscaior-BPime (Wallnar• Theater) Alex.«592-9A Mi TVi Ar Piain Die Frau In Front Komödie v. Qlebov Berliner lllhTriO N•■ k• 1 1■. w lAhBMc. Tdnaj dab miüAnm fämjfafkz u HcumM STEINMEIBte FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF*