BERLIN Zreitag 20. Zedniar 1931 10 Pf. flr. 86 B 43 48. Jahrgang 2 �»1.°!. � � � e r S s ll u t« s». j 4% m\ß y J �»»iei,«n»rei<:Dtt einsr-lttg« No»»-r«illtinlt Svzle.ch Ab-nd-u-g-b. �mtpm* XU � Jj�» g l Uz> r! Ol VsV+itWl �dX« Pf-. R-kI-m.,-il- d M. LnnSß.gung-n n.ch T-rif. b-.d-A�.b.n8üPf»r«W»ch...-�M. r» SJJlllWlUAsJKlAPfZ AjUCÖ MJWXYIVXXAtÖ P.«sch°ck'°nt. Vorwärtt-V-rl-g G. m. b. H.. Redaktion und Lk» ehalten. London, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die Ersatzwahl in dem Londoner Wahlkreis Islington für die verstorbene Labour-?lbgeordnete Ethcl Bentham führte zu einem «rsreulichen Erfolg der Arbeiterpartei. Ihre Kandidatin Frau M a n n i n g wurde mit 2277 Stimmen Mehrheit gewählt. Diese» Ergebnis ist bemerkenswert, weil es dem„Reichskreuz- sohrer ynd Relchskreihändler" General E r i t ch l e y trotz riesiger Propaganda der Beaverbrook- und Rothe r in ere- Presse nicht gelungen ist. den Wahlkreis zu erobern. Lord Beaverhrook. der sich mit einer Anzahl öffentlicher Reden am Wahl- kämpf beteiligt Hot. wird von den Konservativen bitter a n g e- griffen, weil er den Sozialisten durch Spaltung der konservativen Stimmen den Wahlkreis ausgeliefert Hab«. Tatfächlich er- geben die kanfernatine:! und bieichsireihändlerstiimnen eine Mehrheit «m beinahe 5000 über die Stimmen der Arbcitcrpartci. Gin Raubüberfall, der in der Art seiner Ausführung I an die unruhigen Zeiten der Fahre 1922/24 erinnert, wurde in der vergangenen Nacht auf dem Unter» gruudbahnhof Lnkel Toms Hütte ausgeführt. Eine Bande von sieben Räuber« besetzte diesen Bahnhof und hielt das anwesend« Personal in Sehach. Ohne daß jemand in der Lage gewesen wäre, ihnen erfolgreich Widerstand zu leiste», raubten sie die Sasse« aus und flüchteten mit der Beut« in den nächtlichen Grüne- waid, in dem fie entkamen. Nach vorläufiger Schätzung sind de« Räubern etwa fast Mark in die Hände gefalle». Alle polizeilichen Mgßnahmen haben sich bisher als der- geblich erwiesen. Von den Räubern ist keine Spur mehr vorhanden. Der U-Bahnhof Krumm« Lank« hat zwei Ausgänge. Am, Donnerstagabend war mir der Ausgang geöffnet, der zur Riemeifter- ftraße führt. Die Kafstcrerin Gertrud Stübb« hatte kurz noch Heute abend Kundgebung des Reichsbanners im Sportpalast- Beginn: 8 Uhr 1 Uhr ihre Tageslosung abgerechnet und das Geld zur Ablieferung bereitgelegt..Sie zog von den Fingern drei Ringe ab, die sie zu tragen pflegt, legte sie aus den Tisch und begab sich zum Waschbecken, um ihre Hände zu reinigen. Plötzlich hörte sie vor chrcm Schotter die Tritts mehrerer Leute und wundert« sich, wer zu so später SMnde noch kam. Als sie an das Schallerfenstcr ging, sah sie zunächst drei Männer, die Masken vor den Gesichtern hotten. Immer noch ahnte sie nichts Böses, glaubte vielmehr, die Leute kämen von einem Maskenfest und wollten Fahrkarten lösen. Da an ihrem Schalter nichts mehr verkaust wurde, die Äartenausgabe zu dieser Zeit von zwei Schaffnern an der Sperre besorgt wird, so winkte sie den vermeintlichen Fahrgästen zu, sich dorthin zu wenden. Statt zu gehen. hob einer der Männer das Bein hoch und trat in die Schaller. scheide hinein, die klirrend zersplitterte. Durch die Oeffnung richteten zwei der Männer Revolver auf die Kassiererin und forderten sie aus, heraus» zukommen. Da sie sich in dem kleinen Raum nirgends verbergen konnte und befürchten mußte, daß geschossen werden würde, trat sie aus der Tür. Erst jetzt sah sie, daß es noch mehr als drei Personen waren. Wöhrend einer der Räuber bei dem wehrlosen Mädchen stehen blieb und sie mit der Waffe in der Hand bewachte, ging ein anderer in den Kassenraum hinein und steckte das aufgeftapette Geld, zusammen 111,95 Mark, in die Tasche. Barsch wurde sie dann ans- gefordert, zu sogen, ob noch mehr Geld vorhanden sei. In ihrer Angst zeigte die Kassiererin auf einen kleinen Schrank, in dem in einem Säckchen noch S4/r0 Mark Wechselgeld standen. Auch dos steckt« der Räuber zu sich. Inzwischen war den Schaffnern an ihren Ständen aufgefallen, daß am Kassenraum eine merkwürdige Unruhe war. Als sie hinginge ,, um nachzusehen, wurden auch sie von drei Männern mit Massen in den Händen gezwungen, ihre Hände hoch zuheben. Sie mußten mit ansehen, wie die Täter sich des Geldes bemächtigten. Jeder Widerstand wäre zwecklos gewesen, da angesichts der Uebermacht niemand etwas hätte ausrichten können. Plötzlich kam auch der Wächter, der nachts den Bahnhof kon- lrollier«. mit erhobenen Händen die Treppe hinunter. Ihm folgte— auch eine Pistole in der Hand— ein großer kräitig gebauter Mann, dessen Gesicht uimiaskiert war. Dieser war ohne I Zweifel der Aufpasser, der draußen den Verlauf des Ueberfalls ab, gewartet hotte. Da er immerhin mtt der Möglichkeit rechnen nmhte, daß noch verspätete Fahrgäste erscheinen würden, so tonnte er sich natürlich nicht maskieren. Der Wächter war ahnungslos au ihm vorübergegangen und wie die anderen gezwungen worden, die Hände hochzuheben. Die Räuber trieben die Eingeschüchterleo vor sich her auf den Bahnsteig und drohten, sofort zu schießen, wenn einer Miene mache, sie zu verfolgen. Wie der Blitz rannten sie dann der Trepp« zu, die Stufe» hinauf und in den Wald hinein. Einer dir Schaffner rief durch den Fern» sprecher-die Zentrole an, von der aus das Ueberfallkammando alarmiert wurde. Obwohl das Kommando und Beamte des 161. Reviers so schnell als möglich an den Tatort eilten, war von den Räubern nichts mehr zu sehen. Wie sicher sich die Banditen gefühlt haben, geht daraus hervor, daß keiner geschossen hat, sondern, daß all« nur gedroht haben. Wie sie an den Tatort herangekommen sind, weiß man nicht. Sicher ist nur, daß sie keinen U-Bahnzug benutzt haben. In den srühen Morgenstunden traf Kriminalkommissar Werneburg mit den Beamten des Raubdezernats und einigen Suchhunden am Tatort ein. Einer der Räuber hat eine Patrone 6,Z 5 verloren. Die Suchaktion mit den Hunden ist jedoch abgebrochen worden. Der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte ist der Zugangsbahnhof zu der van der G e h o g erstellten Grohsiedlungam Fischtal im Norden Zehlendorfs. Seit Monaten bemüht sich, so wird uns mitgeteitt, die dortige Einwohner- und Siedlungsvertretung um dauernden polizeilichen Schutz der Siedlung. Von Zeit zu Zeit sieht man dann ein paar Tage lang Polizei- streifen, ohne daß man die Gewißhett hat, daß dieser Schutz zu einer dauernden Einrichtung wird. Würde am Eingang zum U-Bahnhof Onkel Tonis Hütt«, wie z. B. schon seit Jahren an den, keineswegs verkehrsreicheren U-Bahn hofThielplatz, ständig ein Polizei- Posten stehen, wäre der Ueberfoll unmöglich gewesen. Eonderschuß für Lugendliche. Oie Forderung von hundert Lugendverbänden. Der Reichsregierung und den Fraktionen des Reichstages sin!» am Donnerstag Eingaben des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände, der Spitzenorganisation von mehr als 100 Reichsjugendverbänden aller Richtungen, zugeleitet worden, in denen die beschleunigte gesetzliche Regelung eines Sonderschutzes für jugendliche Arbeitnehmer auf- gestellt wird. Die Forderungen beziehen sich aus eine Herabsetzung der Arbeitszeit erwerbstätiger Jugendlicher bis zu 18 Jahren, auf Per- bot der Nachtarbeit, auf Einfichrung des Sonnabend- Frühschlusses, auf das Verbat der Sonntogsarbett und auf die Gc- Währung eines bezahlten Mindest Urlaubs von 2l Kalendertagen für jugendliche Arbeitnehmer unter 16 Jahren und von 1t Kalendertagen für Arbeitnehmer vom 16. bis zum voll- endeten 17. Lebensjahre. Die Forderungen des Reichsausjchiisscs werde» durch stntistische Angaben über die Arbeitsoerhättnisse Jugendlicher belegt. Roch den Erhebungen des Reichsausschusses nuiß jeder dritte Jugend- liche mehr als ItzStunden in derWachc arbeiten. jeder achte Jugendliche muß Sonntagsarbeit leisten, joder zwo-te Jugendlich« hat keinen Wochenend-Frühschluß, jeder viert« Jugend- liche erhält überhaupt keinen Urlaub. In seiner Eingabe an die Reichsrcgierung drückt der Reichsaus- schuß als seine Ueberzeugung aus, daß der heutige Staat feiner Jugend kein edleres Geschenk machen, die Jugend nicht besser von seiner hohen Ausgabe, Gerechtigkeit zu üben, den Schwachen und Unmündigen Schutz zu gewähren, überzeugen kann, als daß er durch Gesetzeskraft der erwerbstätigen Jugend eine aus- reichende Freizeit und damit den Lebsnsroum gewährt, in dem die Jugend sich bilden und gebildet werden kann zu reifen, Boll und Staat mittragenden Menschen. Reichsbanner im Luflgarten. Alle anderen Aufzüge am Sonntag polizeilich untersagt. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Am Sonnlag, dem 22. Februar, flndek im L u st g a r l e n eine Kundgebung des Reichsbanners flott. Der Anmarsch beginnt um l2.Z0 Ahr. Alle anderen Kundgebungen, wie sie verschiedentlich in der Presse angekündigt wurden, sind für den 22. Februar im Luft garten verboten. Mit Rückfick)l auf offenbar bcabsichligle Störungen wird darauf hingewiesen, dasi die Polizei die zugelassene Kundgebung des Reichsbanners gegen Störungen jeder Art schützen und eine etwaige Le- einlrächligung des Versammlungsrechts mit ollen Mitteln verhindern wird. Auf die slrosrcchllichen Folgen von Dcrsammlungsslörungen wird hingewiesen. Andere Aufzüge als die genehmigten werden in Durchführung des bestehenden Dcmonslrationsverbols nicht geduldet werden. Spaniens Monarchistenkabinett. « Regierungsprogramm verspricht und droht. Madrid, 20. Februar.(Eigenbericht.) Die neue Regierung hat in der Nacht zum Freitag«ine Proklamation beschlossen, worin sie sich zunächst als eine Regierung der Sachlichkeit und der Versöhnung hinstellt. Zwar seien all« Minister überzeugte Monarch! st en, doch wären sie ge- willt, die Ileberzeugungen der Opposition zu respektieren, so lange sie sich im Rahmen der Gesetzlichkeil halte. Die Ralionalversammlung werde volle Freiheit zur Reform der Verfassung haben, doch unter der Bedingung, daß auch sie „die Grenzen der Gcschllchkeil nicht überschreite". Unbeugsam dagegen werde sich die Regierung zeigen, wenn irgend- wer versuchen sollte, die össentliche Ordnung zu stören. Im Finanzprogramm der Regierung wird eine„teilweise Auf- werhmg der Währung" und eine„harmonische Lösung" des katholischen Problems versprochen. Von einer A m n c st i e ist in der Erklärung nicht die Rede. Alfonsos letzter Trumpf. eondou. 20. Februar. Der Madrider Berichterstatter des„Daily Herald" lzatte trotz der schorien Ueberwachung iin Gefängnis eine Untcrrodung mit dem republikanischen Führer Z o m o r a. Dieser meint, daß die öffent- liche Meinung sich in scharfem Gegensatz zu der gegenwärtigen Re- gierung befinde. Das jetzige Kabinett könne nicht lange im Amt bleiben, da die Meinungsverschiedenheiten unker den Ministern sehr groß seien. Der König habe mit diesem Kabinett seinen letzten Trumpf ausgespielt. Kommunisteniheaier vor Gericht. Oer lleberfall auf den Polizeipräsidenten in der Derufungsinstanz. vor der Großen Strafkammer des Cand- gericht I begann heute die verufungsverhand. luvg gegen den 21jährigen Kommunisten Hermann hei ndrich, der am 7. November v. I. in dem Prozeß gegen die Kommunisten Schwarz und Wille dem Polizei- Präsidenten a. D. Zörgiebel einen Schlag oerseht hat. Polizeipräsident a. D. Zörgiebel, der nach seiner erfolgten Ber- nehmung im Begriff war, den Gerichtssaal zu verlassen, wurde ganz unerwartet von dem Zeugen hei ndrich mit den Worten „Arbeitermörder" angefallen. Später meinte er noch:„Wenn ich eine Knarre gehabt hätte, so wäre noch ganz was anderes passiert." Dos Schöffengericht Berlin-Mitte hatte heinbrich von der Anklage der Bedrohung freigesprochen, ihn jedoch wegen tätlicher Beleidigung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Zur heutigen Verhandlung sind vvm Verteidiger Dr. Litten 67 Zeugen ge- laden. Der Erste Staatsanwalt Dr. Köhler beantragt, sämtliche von der Verteidigung gestellten Zeugen nicht ,zu vernehmen. Die Rechts- läge, erklärt er, sei die, daß die Vernehmung sich auf die von der Verteidigung gestellten Zeugen zu erstrecken habe, sofern die Labungen nicht in Lerschleppungsabsichten geschehen und das Be- weisthema erheblich sei. Die Vers chleppungsabficht liege aberaufderha nd. Das Gericht fei erst in den allerletzten Tagen durch die Ladung dieser Zeugen gewissermaßen überfallen worden. Aus einer Bagatellsache soll eine politische Demonstration gemacht werden. Die Absicht gehe auch aus dem Beweisthema selbst hervor. Die Zeugen sollen bekunden, daß die Polizei am 1. Mai auf Vcr- anlassung des damaligen Polizeipräsidenten Zörgiebel gemordet, geraubt, gestohlen und wer weiß was noch alles getan habe. Dies Beweisthema fei aber auch für die Sache unerheblich. Es sei denn, es könne erwiesen werden, daß der Polizeipräsident einen Arbeiter- niord veranlaßt habe. Von der subjektiven Seite könne ja unter- stellt werden, daß der Angeklagte bei seinem Ruf„Arbeitcrmördcr" auf Grund von Zeitungsnachrichten der Ueberzeugung gewesZst sei, es liege ein lchutdhaftes Verhalten des Polizeipräsidenten vor. Aus ntl diesen Gründen, schließt Erster Staatsanwalt Köhler seine Er- klärungen, bitte ich das Gericht, sich lediglich auf die Tatzeugen zu beschränken. Rechtsanwalt Dr. Litten widersprach dem Ersuchen de- Ober- staatsanwalts und stellte eine große Anzahl neuer Be- weisanträgc. die Hinzuziehung von Sachverständigen. Ver- lesung von Protokollen u. d. m. Für den Fall, daß das Gericht diesen Beweisantrügen stattgeben sollte, müsse er auch auf die Vor- nehmung der 67 von ihm gestellten Zeugen bestehen. Oberstaatsanwalt Köhler bat. sämtliche eben gestellten Beweisanträge abzulehnen. Sechs Kinder verbrannt. Vrandungliic? in einem spanischen Dorf. Paris. 20. Februar. Ein furchtbares Unglück, bei' dem sechs Kinder verbrannten, ereignete sich am Donnerstag in dem kleinen spanischen Dorf Hoyas in der Provinz Avila. Ein Landwirt und seine Frau waren in die Stadt gefahren, um Einkäufe zu machen, und hatten ihre vier Kinder und zwei Neffen im Alter von drei bis sieben Jahren in der Wohnung eingeschlossen. Als sie abends zunicktchrten, stellten sie zu ihrem Entsetzen fest, daß ihr Haus nur noch ein Trümmerhausen war, in dem die Dorfbewohner die vollkommen verkohllen Laichen der unglücklichen sechs Kinder suchten. Man nimmt an, daß eins der Kinder mit Streichhölzern gespielt hatte und so Feuer aus- gekommen war, das das Haus in Asche legte. Der Feldzug gegen die BVG. Zusammenbruch einer Verleumdung Der denischuationale Stadwerordnete und„Arbcitervertreter" B a r t h e i s hat in der Stadwercndnetenversammlung am 8. Januar erklärt: Im Bahnhof X war ein Schaffner beschäftigt, der Fahr- scheine unterschlagen hatte. Er wurde sofort abgelöst und als Wagenwäscher weiterbeschäftigt Dann wurde er am Bahnhof Kassierer der Bahnhofskasse. Dort hat er 100 M. unters chlagen. Dann kam er nach Dahlem als Wächter bei der Straßenbahn, wo er da draußen an der Unter- grundbahn stehen mußte. Da hat er in der Untergrundbahn ein Portemonnaie mit 2S0 M. gefunden und den Fund unter- schlagen. Dieser Mann ist heute noch im Dienst." In der Stadtverordneteiwersammlung am IS. Januar hat Stadtrat Reuter diese Angaben des Stadtverordneten B a r t h e i s als unwahr bezeichnet. Darauf hat Bartheis m der Stadt- verordnetenfitzung am 21. Januar seine Behauptungen nichi nur aufrecht erhalten, sondern sie in verschärfter Form wiederholt. Darauf hat die BVG. dem Beschuldigten, Wagenwäscher R., am 27. Januar gekündigt und der Arbeiterrat hat beim Arbeits- gericht Klage auf§ 84 BRG. erhoben, die am Mittwoch vcr- handelt wurde. Mes erster Zeuge wurde Stadtverordneter B a r t h e i s ver- nommen. Aus eigener Kennfnis weiß er nichts von alledem, was er als angeblichen Beweis für die Korruption bei der BVG. öffentlich hinansposaunt hatte. Vor Gericht trat Bartheis ziem- lich kleinlaut auf. Er berief sich auf„Material", das ihm feine„Gewährsmänner" zugetragen hätten. Aber von seinem „Material" konnte Vartheis nichts vorlegen, auch feine „Gewährsmänner" traten nicht in Erscheinung. Es zeigte sich viel- mehr, daß seine Angaben lediglich auf haltlosen Klatsch übelwollender Parteifreunde des V a r t h e i s zurückzuführen sind. Durch einwandfreie Zeugen wurde folgendes fest- gestellt: Der gekündigte R., der s e i t 1 g 1 4 im Dienst der BVG. bzw. ihrer Vorgängerin steht, hat im Jahre 1028 als Schaffner Fahrscheine außerhalb der Nummernfolgc verkauft. Einen Vorteil hat er davon nicht gehabt und konnte er auch nicht haben, denn bei der Abrechnung muß ja der Schaffner dos Geld für die verkauften Fahrscheine abliefern. Aber der Verkauf außer der Reihe verstößt gegen die Dien st Vorschrift. Deshalb wurde R. dem Fahrdienst entzogen und als Wagcnwäscher beschäftigt. So haben also verleumderische Bursckzen aus der Uebertretung einer Dienstvorschrift«in strafwürdiges Vergehen gemacht. Noch übler schnitt Barth eis mit seiner Behauptung von der Unter- schlagung bei der Bahnhofskass« ab. In dieser Hinsicht wurde festgestellt, daß die Angestellten auf dem Bahnhof X eine private Kasse für private Zwecke(Kranzspenden bei Beerdigungen, Unterstützung notleidender Kollegen usw.) haben. R. war zweiter Kassierer dieser Kasse und hat— wie der Vor stand bekundete— die von ihm eingezogenen Beiträge pünktlich ab- geliefert. Als er einmal durch einen Todesfall in Geldverlegen- heit kam, hat er vom Vorstand ein Darlehen van Z9 M. erhalten, was längst zurückgezahlt ist. Run die angebliche Fundunterschlagung. An der End- Haltestelle der Straßenbahn in Dahlem fand R. in einem von den Fahrgästen verlassenen Wagen eine Brieftasche mit 250 M. und nahm sie an sich, um sie, der D i e n st v o r s ch r i i t gemäß. nach Schluß seines Dienstes im Büro abzuliefern. Aber sogleich kamen drei Herren, fragten nach der Brieftasche und ob R. sie gefunden habe. R. verneinte, denn die Dienstvorschrift verlangt, daß er Fundsachen nicht an die Nachfragenden ausliefern, sondern im Büro abgeben muß. Dies den Verlierern zu sagen, scheute sich R., denn er fürchtee, die drei herern würden ihm die Brief- tasche gegen seinen Willen abnehmen. Dem Bahichofsverwalter hat R. dann die Vriestasch« ohne weiteres obgeliefart. Der als Zeuge vernommene Bahnhofsverwalter be- zeichnete das Verhalten des R. gegenüber dem Verlierer zwar als nicht korrekt, aber nach Lage der Sache durchaus verständlich. Das ganze Verhalten des R. widerspreche der Annahme, daß er den Fund habe unterschlagen wollen. Nach diesem Ergebnis der Beweisausnahmc, das mit dem Inhalt der Personalakten der BVG. übereinstimmt, mußte man sich wundern, daß R. aus Grund der Verleumdungen, deren Haltlosigkeit der BVG. bekannt war, gekündigt worden ist Der Personalchef der BVG., hei den reich, gab dafür folgende Erklärung: „Wir wollen eine gerichtliche Klarstellung, in der Annahme, daß dann die fortgesetzt gegen uns ausgestreuten Verleumdungen ein Ende nehmen. Wir werden uns überlegen, ob wir R., wenn wir verurteilt werden, wieder einstellen. Mag er dann die Urheber und Derbreiter der Verleumdungen für den ihm«nt- standenen Schaden ersatzpflichtig machen." hierauf glaubte der„Nationale" Vartheis wohl, sich salvieren zu müssen. Er gab die Erklärung ab, daß er jetzt einsehe, daß ihn seine Gewährsmänner vollkommen falsch informiert haben. Das Gericht kam, wie nicht anders zu erwarten, zu dem Urteil, daß R. weiter zu beschäftigen oder mit 142? M. zu ent- schädigen ist, da sich alle ihm gemachten Vorwürfe als unzu- treffend erwiesen haben. Wie sehr es Herrn B a r t h e is daraus ankam, der BVG. eins auszuwischen, wozu er sich des Schaffners R. bediente, ergibt die Taffach«, daß er von einem sozialdemokratischen Stadtverordneten, der Angestellter der BVG. ist. zweimal aufgefordert wurde, die Akten des Falles einzusehen, um sich noch revidieren zu können. Vartheis hat das beide Male abgelehnt. Erst mußte der Apparat des Arbeitsgerichts in Bewegung gesetzt werden, um zu zeigen, wie leichtfertig ein deutsch nationaler Arbeitersekretär mit der Ehre Andersgesinnter umspringt, wenn er politisch« Geschäfte machen will. Walionale Sorgen. ettiuW t'1 fftrtte, Jxtittt#. 10. Zedev» 1 431 Öle Klöke Mönchs öesGroßen gerettet vor Oer vergrigcrung jururfgtjogtn Xricheptnfiär Das ist die wichtigste Meldung der heutigen„Deutschen Zeitung", des„nationalen" Hauptorgans der Patent�atrioten. Mögen Millionen von Arbeitslosen nach Brot schreien, die Hauptsache ist:...die Flöte, die Flöte gerettet! � Straßenraub in Weißensee. 1100 Mark Lohngelder geranbi. An Weißensee in der Franz-Josef-Ttraße wurde heute mittag die Kontori st in einer Groß- Wäscherei und-Färberei, die 110 0 M. L o h n- gelder von der Bank abgehoben hatte, von zwei Burschen niedergeschlagen und beraubt. Schwer- verletzt wurde die Uebcrfallene i«S Krankenhaus gebracht. Einer der Täter wurde festgenommen. Oer Wilmersdorfer Kanonenschühe. (Sr verschoß Bleikugeln, die er selbst gegossen haite. Die Uutersuchung der seltsamen Schießerei am Ludwig- kirchplatz in Wilmersdorf wird jetzt von der politischen Polizei geführt. Nach seinem ersten Verhör auf der zuständigen Revierwachc wurde der Schütze, der 38 Jahre alle Johannes L a u k l i e n, zu- nächst wieder entlassen. Er hatte seiner Festnahme keinen Wider- stand entgegengesegr, tat ganz harmlos und schien sich über die Aufregung, die er verursacht hatre, zu freuen. Es bedrückte ihn nur, daß man fein selbstgesertigtes Geschütz b e s ch l a g n a h m I hat!« und nicht wieder herausgeben wollte. Seine Hoffnung, ols Erftnder anerkannt zu werden, ist wohl endgültig begraben. Die sonderbore Kanons, die L. gebaut bat, erinnert an die Tcschinqs, System Flonbert, mir daß sie stärker ist und aus einer bcyelse- mäßigen Losette montiert war. Lauktien war bei den Kindern in' in seiner Gegend überaus beliebt. Wenn er mit seinem Geschütz zum„Probe schießen in den Grunewald" zog, hatte er gegen ihre Begleitung nichts einzuwenden Die Aussahrica wurden ihm aber untersagt, denn wenn er von den Anhöhen nach der Havel herübersckzoß. beunruhigte er die Fahrgäste der voruberfohrenden Dampfer. Lauktien selbst war früher Bankbeamter und arbeitete auch eine Zeitlang in einer Munitionsfabrik in Spandau. Dort hat natürlich feine Vorliebe für Gcfchiitzbau reiche Nahrung geftin- I den. In seiner Wohnung wurden nennenswerte Mengen Munition nicht gsfundan, nur noch ein Desching, mit dem er im Zimmer ge- schössen hat. Auch der Schaden, den die Kanonade, an den Gebäuden gestern angerichtet hat, ist- nicht sehr beträchtlich.■ L. verfeuerte Bleikugeln 10h Millimeter stark, di« er selbst gegossen hatte. Sie sind zu weich, um Durchschlagskrast zu haben. Im Laufe des Tages wird Lauktien dem Kreisarzt zur Untersuchung vorgeführt werden._ Meuterei bei Hitler. Die Razi-Funklionäre in Görlih streiken. Bei den hakenkreuzlern sieht es nicht gut aus. An allen Ecken und Enden werden Gauleiter, Ortsgruppenführer und ähnliche Respektspersonen ihrer Aemter enthoben. Hitlers Erlaß an die„rauhen Kämpfer" gewährt«inen deutlichen Einblick in die inneren Zustände der Nationalsozialistischen Partei. Jetzt ist es in Görlitz sogar zu einer Meuterei gekommen.„An alle Pg." dieser Stadt verschickt der Reichstagsabgeordnete und Telegraphen- inspekior Ienzen ein Rundschreiben Nr. 1 vom 14. Februar 1031, in dem mitgeteilt wird, daß der Gauleiter Brückner den bisherigen Ortsgruppe nleiter Schuhig vom Dienst suspendiert habe,„veranlaßt durch die außerordentlichen Ver- Hältnisse in Görlitz". Ienzen sei mit der Wahrnehmung der Ge- schäfte beauftragt worden und er habe angeordnet, daß alle Funk- tionär« der Bewegung bis auf weiteres in ihren Dienststellen verbleiben und ihre Arbeiten ordmingsgemäß durchzuführen hätten. Diese Anordnung ist aber nicht befolgt worden, und das wird in dem Rundschreiben folgendermaßen festgestellt: „Die Funktionäre der OG. Görlitz haben aber zum über- wiegenden Teil auf gemeinsame Verabredung ihr« Aemter niedergelegt. Damit haben sie, gewollt oder ungewollt, die Absicht des Pg. Gauleiter auf schnellste reibungs- lose Uebernohme und Weiterführunq der propagandistischen und verwaltungstechnischen Geschäfte durchkreuzt. Dieser Versuch. Schwierigkeiten zu bereuen, bedeutet Meuterei." Zum Schluß wird jeder Pg.,„der in Adolf Hitler seinen obersten Führer, in Hellmuth Brückner dessen Stellvertreter sieht", dazu aufgemuntert, der nationalsozialistischen Bewegung auch in Görlitz zum Ausschwung zu verhelfen. Wir glauben, daß es mehr ein Ab- s ch w u n g sein wird! Drei Millionen- oder! Razi gegen die„Deutsche Äuch-Gemeinschast". Die„Deutsche B u ch- G e m e i n s ch a f t" hat seit einiger Zeit unter den Angriffen der Nazis zu leiden. Neben andern Dar- würfen wird ihr mich der der„Berjudung" gemacht. Es kam schließlich zu einem„Voroergleich" zwischen den streitenden Parteien, der aber zu keinem definit!ve?i Friedensschluß führte. Und zwar. wie die„Deutsche Bnch-Aemeinschaft" mitteil, aus folgendem Grund«: Rechtsanwalt Dr.h.Fntzsche. Leipzig, der sich als R e ch i s b c- rater der Aationalsozialisttschen Deutschen 2Ir« beiterpartei ausgab, drohte mit der Mobikisierung der NSDAP. wenn sich die..Deutsch« Buch-Gemeinschaft" nicht bereitsänd«,«ine hohe „Entschädigungssumme" an diejenigen ihrer Anhänger zu. zahlen, die seinem politischen Einfluß zugänglich seien. Er nannte die Summe von 3 Millionen Mark als Basis für eine Ver- ständigung. In dem Voroergleich Höffen nur die immateriellen, aber nicht die materiellen Dinge ihre Erledigung gefunden. Die„Druffche Buch-Gemeinschaft� brach daraufhin die weiteren Verhandlungen ob. Wir haben keine Veranlassung, in diesem Streit Partei zu nehmen. Unklar bleibt nur, wofür die Anhänger des Nazi-Rechts- beraters„emschädigt" werden fallen und wie eine Berjudung durch Zahlung von 3 Millionen beseitigt werden kann. Ulm, Kultur und Llntultur Wirih im Kreuzfeuer der Kritik Im �aushaltsausfchuß wurd« die politische Aussprache über den chaushalt des Reichs mini st eriums des Innern fortgesetzt. Der Wirtschoftsparteiler P a e tz o l d sprach sich auf Grund zweimaliger Vorsühningcn des Remarquc-Filmes gegen dessen Verbot aus. Der bayerische Doltsparleiler Freiherr v. Thüngen sprach für da» verbot. Auf Zwischenfragen Sollmanns ergab sich, dcrh er zwar das Buch gelesen, den Film aber überhaupt nicht gesehen Halle. Derselbe Abgeordnete trug kommunistisches Freidenker- Material vor und wollte damit die Sozialdemokratie belasten, ohne zu«rkemien, daß diese zum Teil sehr rohen Flugschriften gegen die .Fonkordatsmarristen", also gegen die Sozialdemokratie, gerichtet sind. Am Donnerstag hatte der Kommunist Stöcker unvorsichtiger- weile bestritten, daß die kommunistische Bewegung in Deutschland russisches Agitationsmatsrial verbreitet. Nun mutzte er erleben, dah der Reichsinnenminister Dr. W i r t h ihm eine endlose Liste von Schriften Moskaus vorlas, die in Deutschland von den kommunistischen Organisationen auch unter der Jugend verbreitet werden. Der Minister wandte sich dann gegen die Roheit der nationalsozialistischen Werbe- arbeit und verlangte, datz die kirchlichen Instanzen ebenso wie bürgerliche Gruppen sich mit dem Nationalsozialismus auseinander- fetzen. Als im altea Preußen ein Sozialdemokral, der Physiker Dr. Sktotw, ein einwandfreier Mssevschastler, Privatdozent werden sollke, Höllen sich Blassen von Professoren dagegen auf- gelehak. wenn jetzt ein Nationalsozialist ohne die nötigen wisseu- ichasMchen Voraussehungen berufen werde, sei Schwelgen im Professorenwalde. Es gäbe keinen Bürgerkrieg, dem, die Polizei sei in der Lage, jeden Versuch dazu niederschlagen. Den in ihrer Presse und ihren Interpellationen über Spitzel«! klagenden Nazis sagte der Die Privatkanone. Endlich ward uns in Berlin Ein uralter Traum lebendig: Ein Kanönchen baute sich Herr Lautkin Und mochte damit sich selbständig. Er hat die Uhlandstratze hinauf Ganz ohrenbetäubend gebollert. Drsi Dachziegel sind dadurch vom Knaus Der Ludwigskirch« gekollert. Das Publikum fühlte sich peinlich berührt: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten? Derartiges wird doch nur aufgeführt Von Goebbels und seinen Leuten. Doch datz hier mit seinem Privatgeschütz . Ein Bürger, ganz unpolitisch Di« Strotze setzt unter Donner und Blitz— Das macht die Sachlage kritisch. Findet er Anklang, was soll dann geschehn? Man kann es sich leicht ausmalen: In Eckläden, in Mansarden entstehn , Kanonabfeuer-Filialen. Für 20 Pfennig, als Mann der Tat Kann jeder„drei Scharfe' abfeuern. 'Was tut man dagegen nur?— Halt, ein Rat: Man muß dies Vergnügen— besteuern! �onstdan. Rcichsminister, datz aus den Bechen der Bationolsoziallstcn selbst eine Menge Oeulc sich gegen Geld anböten, Nachrichten zu liefern, so auch au» Thüringen. Abgeordnclcr E r i S p i e n(Soz.) wandte sich mit großer Schärft gegen da» Verbot des antifaschi st ischensozial- demokratischen Trickfilms. Alles, was in dem Film gegen die Nationalsozialisten dargestellt werde, beruhe auf Tatsachen: Mordhetze, Mord und Totschlag, Herabwürdigung der Republik und ihrer Organe. Es lieg« ein nalionalsozialiftifcher Film vor, dar als Wahrzeichen Berlins einen heruntergekommenen, verlausten und verdreckte» Bären darstelle, mit einem Ring durch die Nase, und korruple Bonzen führten diesen Bären(Zuruf bei den Soz.: Und so etwas wird nicht verboten!). In diesem erlaub- t e n Nazi-Filoi werden die Parlamente alz Schwatzbuden dargestellt. Glauben Sie nicht, datz wir ganz andere Aufmärsche veranstalten könnton, wenn wir mit den Milteln der Nationalsozialisten solche Filme stören wollten? Für dos Verbot unseres Tricksilmcs wird auch ongcsührt, datz ein Unternehmer Lohnforderun-- g«n ablehnt, obwohl er noch Geld habe. Es kommt doch olle Tage vor, datz leistungsfähige Firmen Lohnerhöhungen nicht bewilligen. Skandalös ist, datz die Oberprüfstclle für da» Vor- bot de» Film, anführt, die Nationalsozialisten seien beleidigend herabgesetzt und müßten geschützt werden, auch wenn sie den Staat angreifen. Ebenso toll ist es, wenn für das Verbot angeführt wird, darin werde Hitler karikiert.(Zuruf S o l l m o n n s: Wie ist das möglich Der Original-Hiller ist doch eine Karikatur.) Was gehen der Oberprüfttelle die Kämpfe zwischen uns und den Nationallozialisten an? Dieses Urteil hätte von ber Reichsleitung der Nationalsozialisten nicht anders formuliert werden können. Mit solchen Urteilen »miß Schluß gemacht werden. Abgeordneter Tri spien fragt ferner, ob im Reichsinnen- Ministerium Pläne bestehen für eine Besonn de» organisatorischen Ausbaue» de» Rundsunk». Minister Wirth antwortet mit ja. Weiter fragt C r r s p i c n, ob die Absich bestünde, daß die a m Rundfunk interessierten Kreise rechtzeitig zur Be- ratung der Revrganisationsplän« hinzugezogen werden. Der Reichsinnemninrster sagte, er wäre dazu bereit. Abg. Frölich(Soz.) kritisierte dl« Vereinbarungen Wirchs mit Thüringen, die von Thüringen nicht eingehalten werden. Verschiedene V«rsammlungso«rbo.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. bruckerei unb Derlagsanlialt Paul Singer& Co.. Berlin SZL 68, Lindeuitrabc 3 Sietja 1 Vellage. i The Thealer Lidtlspiele usw GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tagl. 8 Uhr. IM VielUSn RSMl. Stg- nachm. 3 Uhr Origiralbesttrung billiec Preise Regie: Erik Charell. plAza Tägl. S U.-8U Saut.!, 5 0. 8" E 4. Alex. 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abd*. 1-2 M. 4 Bronelts, Dollyitofffs Jazz- und Tanz-Ravua Daunton- Shaw. 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Drei Tage Mlttclarrest mit Lncfe Englisch, Fritz Schulz« F. Bressart Turmstratie 12 Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Die PrlvatsckrciSrin mit Renate Müller, Felix Bressart q q Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. W 5.1ö, 7.15, 9.15 S. ab 3 15. 5.13, 7.15, 915 Uraufführung: Förslerchrlstl mit Irene Elslnger, Paul Rlditer Regie: Friedridi Zelnlk g Friedrichstadt B Tageskino ab II Uhr vorm. Franziskaner GcorgensiraSc(Ecke Fricdrichstraßcj Um IT, 3, 5, 8 und 11 Uhr: Der Narr and die Dirne(nach dem Roman von Selma Lagerlöf) m. Lon Chaney, Norma Sbearer Um 13. 3, 6 und 9 Uhr: Neueste Wochen- nnd Kaltarschaa (Frühling unter Wasser) Tönendes Beiprogramm Um 12�0. 3.30. 6.30 und Uhr: Tonfilm-Lustspiel; Der Herr aaf Bestellung Täglich■ 3. 5. 7. u Uhr Die Kamera Unter den Eindcn H Urantiührung des HUsseniilms-. Igdenbn, der groge Jäger— Eine gute Hctrat— Die k' Wochent. 6.45. 9.03 Sonntags ab 4 45 100 proz. Tonfilm Der Weg nad> Rio mit M. Solveg K, Gcrron— Miclti— Foxtonwochc W Chaiiottenbüra"'� Kant-Lichtspiele Rani Sir 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr' Tonlustspiel: Kopfüber In» GlOck mit J. Jogo. F. Sohnlr.— Tonbeipr. c Wilmersdorf Atrium Beba-Pala»! �Tuiu" Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend und Sonntags S. 7,9.15 Uhr Uraufführung, 100 proz. Tonfilm! Die Dreigrosdienoper mit Rndoli Forrtcr, Carola Neher, Reinhold Schänzel« Frllx Rasp. Frei nach Brecht MusiK. Weill Tönendes Beiprogramm g_»chöndbe�B"*- h Titania Sdiönebg. �3 Hauptstraße 149 lOOproz. Tonfilm! Der Bettelstndeni mit Fritz Sdinlx, Jarmila Novotna, H. Bollmann T onbeipr ogr amm U Friedenau W Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7, 9, Sonnabds Tönendes Beiprogr. Sonntgs. ab 5 Uhr: Tonlustspiel: Der Hampelmann mit Maz Hansen, Lien Dcyers Reichhaltiges Beiprogramm ■ St.»III.■ Til«ni«-P Zehlendorf-Mitt* U MarlnndorF Mjs f« Martendorf er Wochentg. t ia' lal Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm! Zapfenstrddi am Rhein m. Siegfr. Arno, Vercbcs, Jnnkermann Tonbeiprogramm Tivoli Berliner Str. 97 Beg, 5. 7, 9, Sonntags 3 Uhr: Jug.-Vorst lOOproz. Tonfilm; Ihre MaJcsMt die Liebe m. K. ▼. Nagy, R. A. Roberts Beiprogramm Lichtspiele Südwest BIflcherstr. 12 W. 5, So. ab 3 Uhr lOOpror. Tonposse: Drei Tage Mittel' arrest mit Lncic Engltsdi, Schale, Bressart— Tonbeiprogramm Excclsior Wochent 6.45. 9 U. Sonntags 3, 5, 7, 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm; Ihre MafestU die Liebe mit K. ▼. Nagy, F. Lederer Beiprogramm Stern, Hermanmira�e 49 Wochentags 6,45, 9, Sonntags 3, 5, 7, 9 U. lOOproz. Tonfilm: 1914, die SchOsse v. Serajewo, mit Heinrldi George. A. Bassermann Jugendliche haben Zutritt Zeli Wochentags 7. 9 10 Uhi Sonntags 5, 7. o.io UTir r-otsdarnc: Str. 50 Sonntag 2-.s Uhr: Jugendvorstcllung Pal nnd Patadion— Tonsprechfilm: — Tonbeipr. kleine tdsranbc1 too« Wart* Deuts« Film-Palast Kanunersäle Tcltower Str. 1 W. 3, 7, 9, Stg. ab 3 U. lOOproz. Tonfilm: Oer Weg nach Rio mit Maria Holreg, Kart Gcrron Betprogramm •»oaan■ PrimuS'Palast Am Herrn annplatz, Urbanstr. 72/76 Wo 6.45, U, Sonnt, an 3 U. Auxstattungs-Tonoperette: Die Marqoisc ron Pompadour mit Anny Ablers, Waller Jan kühn, Ida WOst, Vercbcs, K. Gerron Beiprogramm Auf der Bühne: Internationale Bflhnensdsau Th. am Moritzplatz Be?.: Wochtg ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonlustspiel: Die Prlvalsekretirin mit Renate Müller, Felix Bressart Die Liebe vom Zigeuner stammt Mercedes- Palast HermannstraBe 212, Ecke JlgerstraBe Werktags 69« Uhr, Sonntags 3 Uhr CroBer Russenfilm: Feuers auber Ist Nacktheit nnsltlHsh T(Lachendes Leben)— Bö.; Da* 7-Tage- Rennen mit Ehmer-Tiefz. Lehmann- Wissel, Dure-Nickel, Buse-Miethe, Gebrüder Wolke, KrOcke anw. Orch Steinke Kukuk Wochent. 6.45. 9(.'. Senat. 3. 5. 7. 9 U. ivottbusset Uannn 92 lOOproz. Tonüim., Die PrWalsekrcUrte mit Renate Müller, Felix Bressart- Tonbctpr* Sternwarte— Treptow Sonnabend. 4, 8, Sonntag, 4, 6, 8 Uhr Am Rande der Sahara, Film Nordosten «Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. 5.13, 7. 9.15, S. 3.15, 5, 7.15, 9.15 Uhr Sdsabert« FrOhllndttraam mit Arno Jöken, Lacie Englisch Foxtonwoche— Bahne Flora-Lichtsp. Wo. 6-30, 9, Sbd. ab 5. Sonnt ab 3 Uhr. Tonfilm: Asdicrmittwadi( Offiziers- Trasödie) mit Evelyn Holt, H, StOwc Beiprogramm O'fH■ Germania'Palast Frankfurter Allee 314 Wochemgs. 6 30 U, Sbd5. 5. Stgs 3 U. 100 proz. Tonfilm; Danton, der große Revolutionär mit Friix Korlaer» Lade Mannheim, Alexander Granach Dazu das tftnende Beiprogramm Auf der Bühne: 3 erstklassige V artete- Attraktionen Frankenburg, S" bm«« Große Frankfurter Straß« 74 Die Dritte ron rechts m. O, Orwolda Das Erwachen des Weibes mit Gr Mosheim Bühne: Lilipataner«Remc der ________ jllch Sonntags Schwarzer Adler l,™« Woch. 5, 7, 8.45, Sonntg. 3,5,7,845 f00proa.Tonrilm: O.PriTatsckrcKrln mit Renale Müller, Felix Bressart Tfincndcs Beiprogramm Concordia'Palast Andreasstr. 64 W. ab5U,Stg.ab3U. lOOproz Tonfilm: Danton mit Fittr Korfner Beiprogramm- BgbnensAan Viktoria-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7, C3 845, Stg. 3, 5, 7. 845 U. Tonschwank: Die zärtlichen Verwandten m Ch Ander. H. Penisen, Ralph A. Roberts— Beiprogramm Itiafonrin�hi» hahptl 7llfrlffT Jugendliche haben Zutritt! Zantrum Babylon, am BQlowpIalz Wochentgs. 5, letzte 9.10, Sonntgs. ab 3 u. lOOproz. Tonfilm: Kopfüber tu Clfich mit Jennp Jugo Bühne: Fredy Rolls Harm ou Ist er* Mont: Schachmatt m. Gerda Mannt: � Nnu-llchfnbnrg KosmoS'Lichtspielc Lückstraße 70 Beginn: Tägl. 8 7, 9 U. lOOproz- Tonfilm: Ihre Mafestlt die Liebe m K. ron Nagy, Fr. Lederer Tonbeiprogramm Luna-Palast Woch. ab 5 Uhr Stg. ab 3 Uhr Gr. Trankfurter Str. 121 Tonfilm: Ihre Maiestat die Liebe mit Käthe ▼. Nagy, Franz Leder er Bühne; Else Bens«, Ausstattungs. Ri Kino Busch Alt-Friedrichsfelde. Beiprogramm Weibe Schalten m. M. Blue Liebe nnd Trompetessblasen mit Lilian Harrey. Harry Liedlke W WIOensasT Schloßpark Film-Bühne Berliner Allee 206—210 Tonfilm: Die Prisratsckretgrln mit Renate Malier, Felix Bressart Tonbeiprogramm— BObnenschaa q worden W Alhambra Wochent. 5, 7. 9 U, Sonnt. 3, 5. 7, 9 U. lOOpror. Tonfilm: Das Schicksal der Renale jLan�ea m. Mady Christians, PharuS'Lichispiele MDIlerstr.142 W.S,7,9U, Stg. 88 7, 9 U. Erstaufführung: lOOproz. Tonfilm; Der Liebesa rxt mit H. Lledtke, D. Gratia. F. Schote Tonbeiprogra Praler-Lichtspicl«Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 8 Stgs. 4 U. Wilde Orchideen tsi- Grete Garbo Pat a. Patachon als Bankdircklorcn BUmeaschaa Mila-Palast»«hnensiau Schönhauser Allee 130 W. 5, S. 3 U. lOOproz. Tonfilm: Leutnant warst du einst bei den Husaren m. Christians, G. Alexander— Bohnen* chao Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. 3 1. U. Tonfilm: Die PrWatsekretgrin mit Bressert, Renate Möller BOhnenschan ■ Pankow b Palast-Theatcar Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. S, 7, 9 Joe-May-Tonfilm: Ihre Mafestlt die Liebe m. K. r. Nagy, F. Lederer Bfihnenschaa Film-Palast Blankenburger Str. t So. 2>.'z Jgd.-V Wochtg 830, 9 U-, So. 4.30, 6.45. 9 U. Tonoperette; Zapfenstreich a. Rhein mit ChatL Snsa, H. Slfiwe Beiprogramm * T*«a>» Filmpalast Tegel suSSc 2'' StgSe 2 U Jgd.- Vorst W. 6. Stg. 4'.'« U. Ton-Sprechfilm: Kohlhie««!* Tftchicr mit Henny Porten, F. Kampcrs Gnies Beiprogr.— Aaf Tob.-Appar. Union-Theater uauptstr.s W 6, SIC, Stg. 4V«. 61.:. 8' s U. Stg. 2 U. Jgd.-V. Das schvas se Kuvert m. Harry Piel Opfer der Liebe > Tnnnla'sclor»"fc Filmpalast S((?. Berliner Strade 59 stg. 2U. jug.-Vorsu Tonfilm. Zapfenstreich as Stellage Freitag, 20. Februar 1930 DrHOmti §£laai/fat» 4* il3*ioüJ& Partei und Nrbeiterbilöung Äbschtuß öer Diskussion Konzentration-- aber auch Velebung! Mit den Artikctn der Genossen Decker und Hartig ist eine auch in der heutigen Zeit der schärfsten politischen Zuspitzung sehr wosent- lichc Diskussion eröjsnet wanden. Alle Glieder der Arbciterbildungz- Bewegung sollten kurz skizziert dazu Stellung nehmen. Nicht zum wenigsten erscheint mir das auch notwendig nom Standpunkt der Arbeiter-Sport- und Kulturbewcgung. lind dabei wurde meines Crachtens die Basis bisher zu eng ersaßt, nämlich zu sehr von der Grundlage der Berliner Arbeiterbildung- schn l e her. Wenn man den Grad der allgemeinen Zlrbeiterbildungstätigkeit selbst nur in Berlin betrachtet, so wird schnell manches non dem ersaßt, was Decker für die Gestaltung der Schule wünscht. Praktisch erstreckt sich nämlich bereits heute die Arbeiterbildung auf den ganzen Menschen. Wir werden noch sehen, wie. Es ist hier gewiß nicht der Ort, über das Thema sozialistische Weltanschauung zu debattieren. Sehr wohl aber bin ich der Äussassung, daß die Tärigkeit der 2srbeiterbildungsschule und aller sonstigen Arbeiterbildungskurse auch der Erziehung zum So- z i a l i s m u» dienen muß. Denn ein so wichtiges Problem kann man nicht der willkürlichen Gestaltung im allgemeinen Parteileben überlassen. Und in Kursen usw. wird durch die Jusamnienarbeit mit Gleichgesinnten eine Erziehung zum sozialistischen Mechchen rirl intensiver ucch fruchtbarer sein. Nun bin ich mit Hartig der Auffassung, daß man in der Arbeiter- bildungsschule weder Bildungssatot noch oberflächliche Pielwisserei fordern soll. Auch eine Eingliederung der Volkshochschule in unsere Betrachtungen ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist dabei zu beachten, daß für den noch nicht allzu kritischen Hörer die Gefahr gegeben ist, den Darlegungen bürgerlicher Wissenschaftler vollen Glauben zu schenken, auch dann, wenn sie— besonders in scheinbar neutralen Wissensgebieten— wesentlich von sozialistischen Anschauungen abweichen. Zum anderen ist aber noch eins wichtig, das ist der Hörer- kreis. Er fetzt sich sehr oft aus jüngeren Kreisen unserer Partei- gcnosseirschaft zustimmen, die gewiß nicht im-ner mit dem einfachen tlehrpstm, der meist„trockenen" Wissensstoff bietet, zufrieden sind, sondern auch darüber hinaus gesellig und in lebendigerer -form zusammen fem möchten. Hiervon geht sicher auch Decker hfj seinen Vorschlägen aus, und wir müßten sehen, dem gerecht zu werden, ohne zum gefürchteten„Bildungssalot" zu gelangen. Wie dem nun abhelfen? Es geht gewiß nicht so, wie Decker«s wünscht, daß die Arbeiter- bildungsschule sich solcher Aufgaben annimmt. Und zudem wies ich oben schon darauf hin, daß in Wirkliclzkeit in der Gesamtheit der Ar- beirerdiidungsbestrebungen auch der ganze Mensch bereits erfaßt ivird. Was Arbeitersportler, Naturfreunde, Jugendorganisationen, Freidenker und sonstige Kulturorganisationc» an Kurien durchführen, berührt alle Gebiete menschlicher Lebcnserscheinungen. Nur mühie die Zusammenfassung und die Verantwortlichkeit der Organisationen gegeneinander mehr forciert wer- den. Dazu gehört in erster Linie, daß die genannten Organisationen ihre Mitglieder immer wieder auch auf die Perpflichiung zur Mir- arbeit im politischen und im gewerkschaftlichen Leben hinweisen. Und wenn z. B. kürzlich die Naturfreundejugend in einem Kursus ihre Funktionäre u. a. auch mit der politischen, gewerkschaftlichen und gcnoisenschaftlichen Bewegung der Arbeitcrllosse sowie mit ihren sonstigen Einrichtungen oertraut mochte, so ist dies sicherlich ein sehr richtiger Weg in jene Richtung. Zum anderen könnte aber auch durch engere Zusammenarbeit der Kulturorganisationen mit der Arbeiterbildungsschule sehr viel Wünschenswertes erreicht werden, ohne daß der Bildungsplan der Schule selbst übermäßig belastet wäre. Alle die Dinge, die Decker als Interessengebiet zur Erfassung des ganzen Menschen erwähnte, sind tatsächlich auch für viele Besucher der Bstdungsknrse der Partei wichtig. Die Bildungsschule kann sie nicht in ihrem Plan bewältigen, denn es würde ein heilloses Durcheinander geben, und eine Bildungs- fpeisekarte dient nicht dem Grundsatz konzentrierter Ardeiterbildung. So muß«kn Mittelweg gesunden iverden, der nur in lockerem Zusammenhang mit der Arbeiterbildungsschule beschritten werden soll. Beispiele sollen das erläutern. Einige möchten Gymnastik betreiben. Mit Hilfe der Ar- beitersportler läßt sich derartiges zweifellos durchführen. Die Führersektion der Naturfreunde wäre keinesfalls abgeneigt, interessierte Partei- und Jugendmitglieder bei Gelegenheit und Inter- esse zu naturkundlichen Wanderungen zusammenzusassen. Ein wei- teres Beispiel wurde bereits vor kurzem Praxis. Engelbert Gras b, handelte bei den Naturfreunden Themen der Berliner Siedlungs- aeschchte und des Städtebaues in soziologischer Beleuchtung. Partei- und Iugendgenoffen waren eingeladen und auch zahlreich erschienen. Weiter das L o i e n s p i e l. Es wird in der Hauptjache in den Jugendorganisationen gepflegt. Warum sollten nicht einmal neben den Kursen der Arbeiterbildungsschule kleine gesellige Zu- sammenkünfte der Hörer stattfinden, in denen dann mit Hilst be- stimmter Laienspielgruppen der Arbeiterjugend das Laienspiel prat- tiziert wird? Und k ü n st l e r i s ch c Veranstaltungen sind gleichiolls wichtig. Da könnte die Volksbühne helfen. Sie wird absolut nicht abgeneigt sein, bei Auftreten von genügendem Interesse und dci genügender Beteiligung wertvolle Ausführungen oder Borträge in Farm von Matineen oder Sonderveraiistoltungen zu wiederholen. In ollen diesen Fragen wäre natürlich eine gesunde Per- teilnng der Kräfte und der Arbeit Grundbedingung. Die genannten Beranstoltüngcn— sie lassen sich noch vervielfachen— würden nicht im Plan der'Arbeiterbildungsschule, sondern im Rahmen der betreffenden Organisationen vonstatten gehen, ohne daß die Teilnehmer zur Mitgliedfchast in diesen verpflichtet wären. Ueber die Gestaltung der finanziellen Seite ließe sich eine Einigung finden. Und die Arbeiterbildungsschule wiederum hätte die Ausgabe, m ihrgm Hörertreis das Interesse, snr diese oder jene Sache zu er- tuirden. So würde man meines Erachtens am besten zu einer g e- Kunden Kvnzentrotüw der gesamten ArbeiterWbunzstätigken unter Benutzung der so sorgfältig bereits vorhandenen Einrichtungen gelangen können. Das aber wäre zugleich ein Weg zur Ueberwin- dnng des Vereinsegoismus und zur Erziehung der Organisationen selbst zu sozialistischem Gemeinschoftsrvollen! Adolf Lau. Mehr Kontakt! Auf den ersten Blick hat das„Erfafstn des ganzen Menschen" in der Bildungsarbeit, wie es Genosse Decker anregte, vieles für sich, aber Genosse Hartig wies schon am 22. Januar mit Recht daraus hin, daß wir für jedes Spezialgebiet Organisationen haben. Diese besitzen den Borteil, daß sie auch Außen st ehende er- fassen und auf Grund ihrer Arbeit sehr oft in die Partei überführen können. Viele Genossen sprechen von einer Zerrissenheit der Bil- dungsarbeit und propagieren den Gedanken, eine einzige Organ i- sation zu schaffen. Dies müssen wir schon darum ablehnen, weil dann vielfach der werbende Charakter dieser Gruppen verloren- gehen würde. Selbstverständlich ist das Zusammenarbeiten in der Form eines Kartells notwendig. Kommen wir aber zurück auf die spezielle Bildungsarbeit unserer Partei. Wenn wir die Zahl der in den Kursen erfaßten Genossen zusammenzählen, so kommt eine ziemlich hohe Summe heraus, mit der wir aber dennoch nicht zufrieden fein dürfen, wenn wir ihr die Zahl unserer Parteimitglieder gegenüberstellen. Vergegen- wärtigcn wir uns noch, welchen Slufschwung unsere Partei in den letzten Jahren genommen hat, so ergibt sich klar, daß wir eine große Zahl von Genossen haben, die beispielsweise noch unter SJahren in der Partei sind. Man kann nicht aimel?men, daß all diese Genossen auf Grund der Erkenntnis sozialistischer Theorien zu. uns gestoßen sind. Fragen wir uns, ob wir alles getan haben.i�iese Genossen zu erfassen? Ich glaube es nicht und sehe den Grund tu der Art der Werbung für die Parteischule. Es genügt nicht, am Anfang des Semesters den Kursusbeginn in die Presse setzen zu lassen und die Bildungspläne herauszugeben. Davon nehmen nur die besonders interessierten Genossen Notiz, aber gerade bei d«n anderen gilt es, das Interesse zu wecken. Und hier wirkt am besten, wie bei jeder Werbearbeit, die persönliche Rücksprache. Das erfordert gor keine neue Funktion, sondern wäre nur eine neue Ausgabe der Bezirksführer, ist also bei dem Aufbau unseres Parteiapparates eine Kleinigkeit. Die Ge- nassen müssen gewissermaßen moralisch verpflichtet werden, und dos können Zeitungsnotizen nicht erreichen. Wenn das Interesse erst einmal geweckt ist, kommen die Ge- nassen später von selbst. Darüber hinaus aber noch ein paar Vor- schläge. Die Wirtschaftskrise Hot viele Genossen auf die Straße geworfen, oft mit der Aussicht, überhaupt keine Zlr- beit mehr zu bekommen. Es ist klar, daß die wirtschaftliche Not viele dieser Genossen schwankend machen kann, außerdem haben sie am Tage viel Zeit. Hier gilt es Arbeitslosenkurse zu schaffen. Diese müssen möglichst in den Kreisen stattfinden. Nicht nur jüngere, sondern auch die älteren. Genossen müssen hier erfaßt werden. Um Störungen durch den Stempelbetrieb zu vermeiden, wäre die Zeit von 2— 6 Uhr am besten. Hier könnte systematisch eine Schule ausgebaut werden, die wöchentlich mehrmals, m i t wechselndem Stundenplan, stattfindet. Die Gefahr, daß viele Hörer durch Arbeitsübernahme abspringen würden, ist ja leider nicht sehr groß. Es könnte hier cinganzer F u n k t i o, n 5 rst a b herangefchult werden und die arbeitslosen Genossen hätten eine Ausgabe. Dann noch eins. Die„Freie S o z i a l i st i s ch e Hoch- schule" veranstaltet in vierwöchigen Abständen Sonnabends im Herrenhaus Vorträge über aktuelle Themen. Der Besuch ist immer sehr stark. Daran zeigt sich das Interesse für diese Art von Deranstaltungcn. Sonnabends haben viele Genossen eher Zeit und Lust daran teilzunehmen. Man muß ihnen nur entgegenkommen und diese Borträge in den Kreisen veranstalten, schon wegen der Fohrgeldersparnis. Und dann keine Säle, wogeraucht und getrunken wird, sondern Schulgulen. Die Abende im Herren- haus müssen natürlich weiter bestehen.bleiben. Es kann bei uns überhaupt kein Zuviel an Bildungsarbeit geben, wenn man sich unsere Mitgliederzahl vorstellt. Theodor Schrvieger, Bczirksfülircr und Kursusobrnairn. Sechs Kinder schreiben... <£tm Schuler Reportage Zöglinge der neuen Schule sollen frei, offen, selbständig, ver- ontwortungsbereit sein. Dir liebe Zeit, da kann man ihnen doch nicht den Mund verbieten, wenn sie ihren offenen Blick einmal auf den Gesamtbetriab ihrer Schule richten und Schüler wie Lehrer mit kritischen Augen betrachten. Aber die 12° bis lijährigen B o l k s s ch ü l e r, die die nachfolgende kleine Schnsreportage als Gruppcnarbeit geschrieben haben, sind keine herzlosen Kritiker und Spötter. Sie kommen gar nicht auf den Gedanken, daß etwa ihre Lehrer Ausbünde von Tugendhaftigkeit sein mühten� es gehtmensch- lich bei ihnen zu, wie etwa bei den Eltern zu Haufe oder bei Er- wachsenen überhaupt. Und die kleinen Kritiker verstehen die Kunst, ihren Booachtungen ein Nassisches Mäntclchen umzuhängen; frisch- weg schieben sie ihren Schiller, den sie in der Literaturstunde kennen und lieben gelernt haben, als Gewährsmann vor und schreiben, fünf oder sechs an der Zahl, in seinem Namen diese kleine Sammlung von Momentaufnahmen aus ihrer Schule. Aon der Siirne heiß. rinnen muß der Schweiß. Pustend und schnaufend, aus dem Keller heraus, kommen die Bühnenarbeiter. Das sind meistens die Jungen aus der ersten oder.zweiten Klasse, dir die Ausgabe haben, die Bühne für irgendeine Vorführung auszubauen. Auch vom Boden herunter kommen einige Kulissenschieber mit Haustcilen, Bäumen, ganzen StatNmauern. Ja sogar ein Waldhintergrund quält sich mühsam uni alle Ecken und Vorsprünge. Von der Stirn rinnt der Schweiß in kleinen Bächen und gräbt sich eine Spur durch den Staub, der die Gesichter bedeckt. Zl m Abend sitzen die Zuschauer bequem, fidel, erwartungsvoll auf ihren Bänken und freuen sich, wie sich alles io glatt ab- spielt. Keiner hat Nachgedanken darüber, wieviel Mühe der ganze Ausbau gekostet hat. Jetzt. Gesellen, frisch. prüft mir das Gemisch Im Lehrerzimmer stehen dampfende Kannen und Tassen. Ein Deckel klappert. Würziger Dust verbreitet sich. Fräulein N. schenkt den Tee in die bereitstehenden Tassen. Zucker wird herum- gereich. Es wird gerührt und geschlürft. An einer Stelle wird Kaffee getrunken. Von dem bloßen Geruch kriegen einige schon Herzklopfen. Nun kondensierte Milch aus der Büchse dazu. Der Lössel vcrrührr die Mischung; er bleibt gleich stehen. Es sehlt bloß noch, daß der Schulleiter seine Stimme mit den Meisterworten erschallen läßt; Jetzt, Gesellen, frisch, prüft mir das Gemisch! ttehmet holz vom Fichenslamme. Werkunterricht. Zehn, zwölf Jungen stehen vor ihren Bänken und warten aus Malerial. Herr M. kommt. Was willst du machen? Einen Nagelkasten. lind du? Eine Fußbank. Der nächste? Ein Packhaus. Und fragt er alle der Reihe nach durch. Es ijl larjvor Weihnachten und jader will noch rasch irgendein Geschenk an- fertigen. Aber es ist noch lange nicht so weit, daß man loslegen kann. Hast du'ne Zeichnung? Wieviel Holz brauchst du? Rechne mal eben zusammen. . Hast du deine Beschläge mitgebrocht? Wo ist dein Bleistift? Erst ganz zuletzt kommt di« Aufforderung; Hol dir dein Holz aus den, Holzraum! 4. Wie sich schon die Pfeifen bräunen. Im Lehrerzimmer. Das Frühstück ist vor.zehrt. Noch ein paar Minuten Zeit. Für eine Pfeife oder eine Zigarette langt es noch. Bald hüllt Qualm das ganze Zimmer ein. Wenn man um diese Zeit hineintritt, um etwas zu bestellen, oder um einen Lehrer ans Telephon zu rufen, dann muß man sich eine Gas- maske aufsetzen. Nach Schluß der Pause liegen in den Asch» bechern die Zigorettenreste oder di« braunen, verkohlten Pfeifen herum. 5. Er zählt die Häupter seiner Lieben. Als wir nach klein waren, mußten die Lehrer und Lehrerinnen uns bei jeder Gelegenheit zählen. Bei unseren Ausflügen, beim Einsteigen in die Elektrische, in den Zug, in den Dampfer, beim Aussteigen, beim Baden—, immer wurden wir abgezählt, somit bloß keiner von uns verschü.t ging. Was für ein Krabbelzeug! denken die Großen, die sich über die Kleinen lustig machen; ein Segen, daß wir nicht mehr ab- gezählt zu werden brauchen. 6. wenn gute Beden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort. Einige haben einen Motor im Mund, eine richtige Rabbes Maschine. Die ist überhaupt nicht zu bremsen. Wenn der Lehrer am Pult sitzt und schreibt, so wie er. einmal den Rücken dreht, wenn wir beim Rechnen sind—, gleich geht das Geschwätz los. Eine Bremse ist wohl da. das ist das Gebot; Stillschweige»! Aber sie versagt; die Maschine hat zu starken Druck. 7. holder Friede, süße Eintracht. Der Dichter Schiller in eigener Person bclri.t unsere Bcrsuchsschulci Es hat mich herzlich gefreut, daß ihr mein Gedicht von der Glocke so brav auswendig gelernt und auch angewandt habt. Run sagt mir aber mal: Wo steckt denn eigentlich eure Schul- g l o ck e? Die haben wir schon l ä n g st a b g c s ch o f s t.- So? Wer ruft euch denn zur Zlrbeit oder zur Pause? Das tut unsere Aussicht. Wenn die uns Bescheid sagt, beginnen oder schließen wir. Nuy ja, auf die Glocke selber kommt es ja auch nicht ait. Wenn ihr nicht auf die metall'nc Stimme hört, so handelt wenig- stens aus ihrem Geiste heraus; Holder Friede, süße Eiy- tracht mögen immer unter euch weilen. �Verducddscstulc: an der Helgolauder Strafle, Bremen.) S x bayerische Seele Zknekdoien, erlebt und erzählt von Gerhart HermanniMBiiiiiiMuiu!iiiiiiiiiiiiiiiuiaiiiiiiiiiiiiwiiiiuiHiiaiiiiMiwiiiniuimmiimniniHiiMiniiiiiiiiiiiiii»uiuuiaiuniimuiiiiiimuuBmiHiiiHiiiiiiiiinuiiiniminMWiiiiBiiui Beregnung In Lorträgen von Prof. Freckmann und Prof. Maurer über die Beregnung größerer und kleinerer Flächen wurde als wichtigster Grund hierfür das fast alle Jahre sich wiederholende trockene Frühjahr angefithrt. Gleich noch der Pslanzzeit im März, April und Mai ist dem norddeutschen Klima eine oft noch mit scharfen Winden verbunden« Trockenbeständigkeit eigentümlich. Die Schäden für die Pflanzen, die hierdurch entstehe», werden verstärkt durch die Beeinträchtigung der Tätigkeit derKlein- orgonismen, die sich in der oberen Schicht des Ackers auf- halten und das Hauptverdienst an der Herstellung der Bodengare haben. Prof. Freckmann wies daraus hin, daß die deutsche Land- -wirts chaii in der Veredelung ihrer Erzeugnisse die Ausgab« der kommenden Jahre sehen müsse, daß«in großes Gewicht auf die Biehzucht zu legen sei und demgemäß Sorge a« trogen werden müsse, die Viehweiden auf den höchsten Grad der Dollkommen- heit zu dringen. Ihre Schädigung durch die Frühjahrsdürre müsse beseitigt werden, deshalb solle man in ollen geeigneten Fällen von der nun schon hinreichend erprobten Beregnung Gebrauch mach-:». Der Kunstdünger, so wertvoll er sei, könne allein die Höherleistung nicht bewirken. Prof. Maurer zeigt«, daß das Problem bei Gemüse und Blumen noch genauer zu untersuchen sei, um das jeweilige „Optimum" für ein« Pflanzenart zu erkunden. Gelänge«s durch Düngung und Bewässerung die beste Humusdeck« zu erziele», so würde noch eine Steigerung des Wachsens und Blühens zu er- zielen sein. Wie oerschieden die einzelnen Pflanzen auf die Wasser- zufuhr reagieren, ergibt die Tatsache, daß Erdbeeren über 60 Prozent cm Ertrag gewonnen, während bei Tomaten nur eine Steigerung von 20 Prozent erfolgte. Es wird Aufgabe der jetzt durch die Bildung des Vereins der Freunde der Feldberegnung konzentrierten praktischen Arbeit sein, die Bedingungen für erfolg- reiche Anwendungen festzulegen. Der Kleingärtner, der unter der durch Dürre verursachten Arbeit nicht minder leidet, sollte eine g e- nossenschaftliche Beschaffung von Beregnungs- anlagen erwägen. Die leichte Beweplichkeit einer Anlage unter- stützt das gemeinschafiliche Arbeiten. An Intensirät der Wirkung ist die fein verteilt« Beregnung dem Gießen mit dem Schlauch be- deutend überlegen. Einzelverkauf von Obst Von den gewöhnlich feilgebotenen Obstsocien worden nur?lpsel- sine und Banane stückweise zum Verkauf angeboten. Wir schlagen vor, auch A e p s e l und Birnen einzeln zum Bertauf zu stellen. Bekanntlich haben deutsche Obsterzeuger nicht alle— «in Südfruchtmonopol vorgeschlagen, das dem Volke den Apfel- finen- und Bananen-Brotkorb höher hängen soll. Vielleicht ließe sich der Absatz deutschen Obstes auf imserem Wege einfacher gc- stalten. Man wird vielfach die Beobachtung machen können, daß Angestellte und Arbeiter auf ihrem Wege zur Arbeitsstätte sich mit Apfelsinen versehen, um dem in der heißen dumpfen Luft sich einstellenden Durst anders zu begegnen, als durch Bicrtrinken. Warum sollen sie nicht für das gleiche Aepfel und Birnen kaufen? Mit einem Pfund Obst schleppt man sich nicht gern— das rundliche Paket läßt sich schwer einstecken, und zudem ist der Preis zu hoch— man scheut vor der einmaligen großen Ausgabe zurück. Wenn die Klage begründet ist, daß gutes deuffches Obst unverkäuf- lich ist, so darf keine Mühe gespart werden, um den Kauflustigen so zu interessieren, daß er Käufer wird. Bon verschiedenen Obst- erzeugergenossenschafren haben wir gehört, daß die frische Ware den Weg zum Publikum gesunden habe; es dürfte chnen wohl«in leicht«? fein, bestehende Derkaufsstellen für den Einzelverkauf zu interessiere» und sie demgemäß zu beliefern. Wie man schon richtig erkannt hat. muß die Auslese beim Produzenten beginnen und darf nicht erst dem Handel überlassen bleiben.- Die Korbweidenkultur Im Jahre 1900 betrug die Gesamtfläche der mit Korbweiden bestandenen Ländereien etwa 36 000 Hektar, im Jahr« 1925 nur noch etwa 20 000 Hektar—«in Rückgang, der durch die abgetretenen Gebiete, durch Beseitigung von Flußweiden und durch Verwahr- losung während des Krieges bedingt worden ist. Millionenwerte an Flechtmaterial müssen daher eingeführt werden, und man be- greift, daß aus öffentlichen Mitteln Kredite fürNeuanlagen unter gewissen Voraussetzungen gewährt werden Die Bodenwahl ist für den Erfolg der Kultur wtchlig, denn sie bestimmt, welche spezielle Sorte zu wählen ist. Es gibt etwa ein Dutzend anbau- würdige Sorten, solche, die auf reinem Moorboden und solche, die auf trockenem Boden gute Resultate ergeben. Der Boden wird rigolt und gut gedüngt. Man unterscheidet drei Kulturarten: den Flechtweidenanbau mit«injährigem Umtrieb, den Bandstockbe- trieb zur Züchtung starler Ruten und einen gemischten Betrieb. Beim Flechrweidenanbau gebraucht man für den Morgen als Pflanzgut 50 000 Stecklinge, die 200 Mark kosten. Reinhaltung durch Hocken und starke Düngung mit Kunstdünger erfordern weit«« Kosten. Einen guten Einblick in die verschiedeneu Anbaumelhoden gewährt eine Schrift von Hans Doth. Kutzow i. M., der durch langjährige Praxis reiche Erfahrunzen zu'sammeln imstande war. Neue Karotte Als«ine neue, aber doch schon genügend erprobt« Karott«, die weg«» ihrer frühen Äebrauchsfähigkeit Beachtung oerdient, wird die K a r o t t«„Verton" genannt. Sie ähnelt der zylindrischen Amsterdamer Treibkorotte. Die Farbe ist dunkelro:— das Fleisch zan und süß. Ihre Frühzeitizkcil soll gegen andere Sorten 8 bis 14 Tage betragen. Die Rangliste von Mürzzuschlag Deutschland an zweiter Stelle DU techvijchc Kommission hat nunmehr von der 2. Ar- beiler- wtnlersporlolympiade in Mürzzuschlag die Mertungslabelle serliggestclli die wir weiter unten wiedergeben. Die Winteosportolympiade mar mit über 1000 Wettkämpsern die größte Wintersportoeranstaitung. An den Olympiawettkämpfen beteiligten sich von acht Verbänden der Sozialistischen Arbeiter- Sportintcrnational« 273 Wintersportlcr, die übrigen nahmen an den ebenso intercssaiüen Rahmenkänipfen, wie Eisschießen, Wehr- sportlänse und an anderen Sportarten teil. Die sportliche Uebcrlegenheit der Finnen trat nicht mehr so in Erschei- nung wie bei der ersten Olympiade 1925 in Schreiberhau. Immer- hin nehmen sie<18 Wettkämpfer) in der Gesamtplaciening mit 139 Punkten mit großem Borsprung den ersten Rang ein. Davon entfallen 83 Punkte auf Skilauf- und Sprungerfolge und 56 auf das Eisschnelläufen. Fast gleichwertige Gegner in der Gesamtplacierung sind an ywoner und dritter Stelle Deutschland<36 Wettkämpfer) nüt 52 und Oesterreich(133 Wettkämpfer) mit 50 Punkten. In den Skiläufen war Deutschland den Oesterreichern überraschend weit überlegen. Es kam auf 50 Punkte, Oesterreich erhielt 25. Dafür hotte sich Oesterreich im Eislaufen und Eishockey 23 Punkt«. Deutschland nur 2. Lettlaich(10 Wettkämpfer) beteiligte sich nur an den Eislauf- und chockeywettbewerben und brachte es mit 23 Punkten zum vierten Plag. Den fünften Platz niinmt der deutschtschechische Verband(23 Wettkämpfer) mit 6 Punkten im Skilaufen und Springen ein. An sechster Stelle steht der tschechoslowakische Arbeiter- turnverbcmd mit 10 Wettkämpfern und 4 Punkten im Skilaufen, die von den Läuferinnen errungen wurden. Ungarn mit 19 Teilnehmern und die Schwei; mit 4 gingen leer ai's. Gewertet wurden 18 86 1S3 30 23 10 10 2 2 1 2 3 14 7 14 1 6 50 1 25 2 U 1 4 die sechs Besten jedes Wettbewerbs, an denen Wettkämpfer von mindestens drei Verbänden teilnahmen. An Plätzen belegen: WkittZmpfer L, 3.�l0\ 5, x. Puntte Finnland... 18 10»« 2 1 2 130 D?utschlani>. Ottlerretch.. Leuland.., Auyig... Prag.... Ungarn... Schweis....—______— Während 1923 in Schreiberhau der Zeitunterschied im 15-Kilo- meter-Lanf zwischen dem besten Finnen und Deutschen 13.33 Minuten betrug, waren es in Mürzzuschlag nur 5.33 Minuten. Im konibi- nierten Lauf(13 Kilometer und Sprung) belegten 1925 drei Finnen die ersten Plätze, diesmal sielen der zweite und dritte an Deutsch- land. Ebenso verhiell es sich mit dem 3-Ailoinetcr-Hindermslaus. bei dem der zweite Finne erst an 8. Stelle am Ziel eintraf. Der chauptsprunglauf war ein scharfer Zweikampf zwischen Deutschland und Finnland. Mit drei gestandenen Sprüngen, mit guter Hallungsnote, erhiell Häusler-Schreiberl)au den ersten Rang. Der Finne Talsi. der den norwegischen Sprungstil zeigte, konnte nur durch die gute Hallungsnote den zweiten Platz belegen. Auch Günther-Aiissig seist« sich durch gute Haltungsnoten an die dritte Stelle. Kunz und Körner-Deutschland, die größere Weiten erreichten. mutzten sich mit dem vierten und fünsten Platz begnügen. Körner- Deutschland hätte sicher den ersten Sieg errungen, wenn er nicht beim dritten Sprung mit den Händen den Boden berührte. Der 10-Kiloineter-Abfahrtslauf war eine sichere Sachs der deutschen Mannschaft. Bon den sechs ersten Plätzen konnte Oesterreich den zweiten und sechsten Platz belegen. Finnland trat trotz Meidung zu diesem Wettkampf nicht an. Die Sportle- rinnenläufe gewonnen die Finnen vor Oesterreich und Prag. „Neutrales" bei den Bürgerlichen Im Rahmen eines vom„Hauptausschuß für Leibesübungen' veranstatteten Iugendpflegelehrgangs sprach kürzlich ein Vertreter der„Deutschen Turnerschaft', Herr Wiedemann. Wie schon die Auimachung des„neutralen" Gesamtoortragsprogramms -«igt— es wird darin unverblümt Propaganda nur für die bürgerlichen Verbände g-trieben—, war das Referat, von der Geschichte der Aegypter beginnend, ein Loblied auf die Deutsche Turnerjchait, ,.di« am bewährten Alten festhalte und nicht den Um- stürzlern in ihren modernen.Ideen und Formen folge". Wiede- mann, der im„Materialismus, Egoismus und der Ellenbogen- frcihejt" das Charakteristikum der neuen Zeit sieht, schwärmt für die Hoch-Zeit der Leibesübungen im Mittelalter, für das Rittertuin. eine Zett. in der bekanntlich die kleine Kaste der Adligen auf Kosten der rechtlosen, leibeigenen Bauern ihre Waffengänge unternahm. Roch Ansicht des Referenten gibt es zwei Arten'.'an Verbänden: Di« einen find politisch und weltanschaulich„neu- tral'— gemeint ist die D. T.— die ander« nicht! An litte r- nationalen Wetttämpfen nimmt die D. X. nur teil, wenn es sich mit der.nationalen Würde" vereinbaren läßt. Nach einer anderen Ein- teilung find die Verbände entweder national, bedingt national oder international eingestellt!(Atfo sind sie alle politisch!) Zustimmen konnte man den Ausführungen des Redners über Sensattons- hascherei, Rekordfimmel, verkappten Berusssport und Firmenspcrt- vereine, die er scharf geißelte. In der Aussprache legte ein Arbeiiersportler dem Redner aus dem Material der bürgerlichen Sportbewegung sclgcndc Fragen vor: 1. Wenn es so ist, wie Dr. Diem, der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, sagt, daß jede Leibes- Übung mst ethischen Forderungen innerlich verbunden ist. so haben die Arbeiter sportlcr das Recht, den Sozialismus als chr« ethische— weltanschauliche und politische— Forderung zu prollamieren. Ist es überhaupt möglich, wenn Leibesübung und Jugendpflege eng miteinander oertnüpsr sind, daß sie ohne Idee oder weltanschauliche Einstellung sind? Oder ist Leibesiibung nur Technik? 2. Der Iugendwart der Deutschen Turnerschaft Dr. Neuen- dorsf hat vor einiger Leit geschrieben:„Ein Pazifist von Grundsatz kann niemals ein wahrer Führer sein." Ist das politisch neutral? 3..hat nicht die D. T. während der Rheinlandbesetzung die rein- liche Scheidung vom-Deutschen Neichsausschuß für Leibesübungen mit der Vegründung vollzogen, daß die D. T. mit ehemaligen Feinden solange keinen Wettkampf austragen würde, wie noch ein feindlicher Soldat auf deutschen! Boden stünde. War das nicht eine polttische Maßnahme? 4. Wenn sich hie Derbünlde scheiden kn nakiStiäl Und iitternationol eingestellte, ist damit nicht für alle Verbünde eine politische Richtung ausgedrückt? En« eindeutige Antwort ist auf keine der 4 Fragen gegeben worden. Die Debatte zeigte deutlich, daß das Gerede von den neutralen Verbänden entweder sehr naiv oder unehrlich ist mft dein Ziel, die Arbeitnehmerschaft zu sangen. Eine Volksgemeinschaft, die die bürgerlichen Verbände durch den gemeinsamen Sport erreichen wollen, kann es erst dann geben, wenn die Forderungen der Ar- beiterschost erfüllt sind. H. H. -ARBEtm TUSSSALL Beginn der neuen Serie Mit dem kommenden Sonntag beginnt bei den Arbeitersußball- spielcrn die neue Serie. In Lichtenberg, Haufsstraßc, stechen sich Lichtenberg I und Luckenwalde V gegenüber. Die Luckenwalder haben bei den letzten Spielen die Bezirksmeisterschaft des 4. Bezirks erobert und nehmen jetzt zum ersten Male in der Kreisklasse an den Spielen teil. Die Lichtenbcrger standen in der letzten Serie an -weiter Stelle hinter Minerva. Auf den Ausgang dieses Treffens darf man gespannt sein.— In Spandau, Seneselder Straße, treffen Butab und Luckenwalde Iii aufeinander. Die Techniker werden einen harten Stand haben.— In Reinickendorf, Städtische Sport- plätz« Schornweberstraße, erhält Eintracht den Besuch von Pantow- Hicr dürsten die Platzbesitzer den Sieger stellen.— Spandau 25 fährt nach Luckenwalde, um dort dem Kreismeister Luckenwalde 1 gegenüberstttreten.— Karow fährt nach Trebbin und dürste die Punkte mit nach Hanse nehmen.— In Weißensee im Stadion am Faulen See stehen sich der dortige Ballspieloerein und Eiche- Köpenick gegenüber. Der Ausgang dieses Treffens ist sehr ungewiß. Weitere Spiele: Wilmersdorf gegen Schöneberg, in Wilmersdorf, Preußensportplatz. Friedenau gegen Tempelhof. Teltow gegen Brück. Treucnbrictzen gegen Kloster Zinna. Ruhls- dort gegen Luckenwalde 1(Vereiiismannschoft). Dahme gegen Jüterbog. Oderberg gegen Dannenberg. Schwedt gegen Freieiuvald«. Reucnhagen gegen Altranft. Wittstock gegen Kyritz. Havelberg gegen Perle berg. Zweite Mannschaften: Wilmersdorf gegen Schöneberg. Friedenau gegen Teltow 3. Wittstock gegen Kyritz. Havelberg gegen Perleberg. Wittenberg« gegen Wittenberge 3. Oderberg gegen Dannenberg. Neuenhagen gegen Slltranft. Schiff- mühle 1 gegen Freienwalde. Schwedt gegen Freienwalde(Jugend). — Iugendmonnschasteu: Minerva gegen Britz 88. Lichten- herg 1 gegen ASV.-Neukölln. Nowawes 2 gegen Lichtenberg lk. Wilmersdorf gegen Vorwärts-Wedding. Nowawes gegen Saxonia. Werder gegen Minerva 2. An V ö r sen s p i e l e» finden ficht: Briefe lang gegen Hoppe- garten(Schiedsrichter Sparta-Nquenl. Freie Scholle gegen Eiche- Köpenick ld(Eitttracht.Reinickendorff. Elgdow gegen Oberspree (Potsdam). Eichracht-Spandau gegen Osten(Sand). Lichtenberg!! im Stadion Hatenselde. Anfang 4 Uhr. Sparta-Nauen gegen Pankow 2(Spandau 23). Nowawes gegen Britz 88(Mertin-Ciche). Charlottenburg gegen Wacker 30(Schöneberg). Sokol gegen Schweif. sterns(Butab). Tellow 2 gegen Brieselang 2(Tempelhof). Freie Scholle 2 gegen Eiche-KSpenick 2 lEInirachl.' Reinickendorf). Minerva 2 gegen Strausberg 1(Hor.'p.'l-Ohe-'pree). Eladow 2 gegen Oberlprce 2(Potsdam). Eintracht-Spandau 2 gegen Osten j9 Uhr, Seeburger Straße). Sparta 2 gegen Pankow 3(Spandau 25). Nowawes 2 gegen Britz 88 2(Mcrttn-Eiche). Butab 2 gegen Weihensee 2(Wilmersdorf). Beginn der Spiele: 1. Männermaniischasten 15 Uhr, 2. Männermannschaften 13.15 Uhr, Jugend Mannschaften 10.30 Uhr. JIffiB.-ßarom. 2. Mannschaft, sucht zum Sonntag, 22. Februar, Gegner auf eigenem Platz. Anfragen: Heute, ab 20 Uhr, unter Tel. Buch 8248. Am 7. März: Sportpalast! Die große Arbeiter- Sporisdi au Eine großzügige Hallen ve ran st altung des 1. Kreises im Arbeiier-Turn- und Sportbund ist in Borbereitung. Nach unseren Informationen hat es den Anschein, als ob alle bisherigen Hallensportseste übertrofsen werden sollen. Im verflossenen Winter hotte man Gelegenheit, an den DeronstattunHen der bürgerliche» Verbände einen vergleichenden Maßstab zu setzen. Man kann wohl sagen, daß, abgesehen von Einzelleistungen der Sportkanonen bei den Bürgerlichen, die Hallenveronstaltungen der Arbeitersportler einen bedeutend abwechslungsreicheren, kulwrell hochstehenderen und sportlich interessanteren Eindruck hinterließen. In den Gym- nasttkvorsührungcn zum Beispiel sind die Arbeitersportler glatt um zwei Klaffen besser. Bei der„Großen Sportschau" ain 7. März im Sportpalast fielst vor allem die Kollektivarbeit im Vordergrund. Laufübungen von 400 Leichtathleten ausgeführt, Großstasfelläuse neit Braun- schweig, Leipzig, Hainbnrg, Stettin, Magdeburg und Berlin am Start, Turnen und Artistik der Extraklasse, moderne Gymnastik nach Musik unter Mitwirkung der in dieser Beziehung hervorragen- den Neuköllner Beveine ASB. und„Volkssport", Ausschnitte aus dem Ilebungsbetrieb der MusterNassen und vieles ander« wird geboten. Sogar die Fußballer Berlins führen mit der Mannschaft der Bundesschule Leipzig«in Hallenspiel vor. Es ist nicht zuviel gesagt, daß nach der Beurteilung der lebhasten Nachfrage nach Barver- kaufskarten das größte Sportereignis des Winters bevorsteht. Gerade den Arbeitern, die heute noch in den bürgerlichen Lereiucn als „Masse" zählen, sollte der Besuch dieses Arbeiterhallensportfefies empfohlen werden. Vorverkaufskorten zu volkstümlichen Preisen sind in der Geschäftsstelle des Arbeiter-Turu» und Sportbundes 1. Kreis, Elsasier Str. 86/88, zu haben: Weidendamm 4122, 4123, 4726. 6. hallensportfest der Berliner Polizei. Diesmal wird die große Polizeisportoeronstaltting, die Donnerstag. 26. März, im Sportpalast stattfindet, wiederum eine eindrucksvolle Schau der deutschen Leichtathletik in Sport und Turnen bringen. Das Melde- «rgebnis ist überrakchend gut ausgefallen und in jedem einzelnen Wettbewerb wird cs die heißesten Kämpfe geben. MSoIf-Gaumeisterschaffen im Saalsport Am Sonnabend, 7. März, wird der Gau 9. Provinz Branden- bürg, des Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer-Bundes„Solidarität" in der Neuen Welt sein« Gaumeisterschasten im 5iunst- und Retgensahren, Radball und Radpolo zur Aus- trogung bringen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen aus den Bezirken werden an 200 Fahrerinnen und Fahrer mit 68 Mann- schaffen am Start erscheinen. Aus den 26 Bezirken des Gaues dürfen in jeden Wettbewerb nur die drei besten Mannschaften starten. Die neuermittelten Gaumeister haben die Anwartschaft zn den Gauwettbewerbcn, die Pfingsten in Breslau ausgetragen werden. Der 7. März dürfte ein Großkampftag der. Brandenburger Soalfportler von„Solidarität" werden. Nieder Ringkämpfe in Berlin. In dem dicht am Alexanderplatz gelegenen Konzerihaus König- ftadt, Neue Königstr. 60/61, hat ein internationales Ring- kampfturnter begonnen, an dem von belannten Schwer- gewichtlern Pinehki, Wolke und andere, und von den Mittelgewicht- lern Grüneisen jr., Brückner. Weinert. Rauer-Finnland teilnehmen. Die Kämpfe werden in Gängen von je 10 Minuten bis zur Eni- scheidung ausgetragen, atiheidem werden mich sogenannte Handicaps auf das Programm gesetzt, bei denen«in besserer oder stärkerer Ringer einen schwächeren innerhalb einer festgesetzten Frist werfen muß. Die Sieger des ersten Abends waren Rauer über Brückner, Räber über Weinert und Grüneisen über Vandenborn. Schönrath bestraft Ein« Sportkorrespondenz meldet: Der Kreselder Sch)ver- gewichlsboxer Hans S ch ö n r a t h, der am Dienstag beim Boxabend «im Berliner Sportpalast einen so überraschend mäßigen Kampf lieferte, ist vom Sportausschuß des Verbandes Deutscher Fönst- kämpfer empfindlich bestraft worden. Der entsprechende Beschluß lautet: „Hans Schönrath wird in eine Geldstrafe von 500 M. genommen, weil er in nicht pflichtgemäßer DersassuiiK an, 17. Februar im Berliner Sportpalast zum Kampf angetreten ist. Schönrach wird ferner so lange suspendiert, bis er feine Rim» fähigkett in einem Befähigungskampf ernettt unter Beweis gestellt hat." So ist es richtig! Den Boxer hängt man, den Veranftatter läßt man lausen. Die Leistungsunsöhigkeit Schönraths mußte Herrn Domski ebenso bekannt sein wie dem Boxer selbst. Aber er mußte den Notnogel abgeben für die vielen vorbeigelungenen En- gagements des Veranstalters. Die �Arbeitenvasserballserienspiele am tommenden Sonnabend und Sonntag fallen wegen anderweittger Besetzung der Halle aus. Neuaufetzung der'Spiele wird bekanntgegeben. Bezlrksmeifkerschasken im Freien Seglerbund. Im Gau Berlin beginnen die swrtgeldsreien Bczirksmeisterschaftskämpfe für das Jahr 1931 Sonntag, 22. Februar, und zwar für den Bezirk Westen in der Sporthalle Südende, für den Bezirk Süden in der Sporthalle „Zum Elefant". Der Bezirk Norden beginnt seine Kämpfe nm 1. März in der Kegeljporcholle Alexandrinenstmße, der Bezirk Osten am 8. März ebenda. Zum Arbetier.hallensporkscst am 7. März im Berliner Sport- palast hat die Ausgabe der Vorverkaufskarten bereits begonnen. Dereine des Arbeitor-Turn- und.Sportbundes werden ersucht, um- gehend einen Vereins- oder Abteilungsvertreter zur Empfangnahme der Karten nach der 5lreisgeschäflsstell« ,gi entsenden. Preise der Plätze im Vorverkauf 50 Pf. bis 1,50 M. Die Vereine erhalten noch einen Sonderrabatt. Da die Nachfrage sehr stark ist, bitten wir die Abholungen am Donnerstag:, Freitag und Sonnabend von 18— 2014 Uhr vorzunehmen.__ Der Kreisvorstand. B»ll«I»»rt Reokolln. Britz. Sonnobeni, 21. ffriinior, SerrinältHrihmSe in icc Lesfing.Turnhall«, 17— IZ Uhr Nind-rl-iter und Vorturner, IX-tB Uhr Leiter und Z�rturncr der Ubriaen Wteilunzcn. ansKlichend Technikerfttzuna.— Z. grauen. oMnluno: Sonntaa, 22. gebruar, Wanderuni, Nanonen, und Milqaelberne. Tref-vuutt» Uhr Buschtru». Na-wttqler ob 15 Uhr Strandschlon am Mitaoets-e. g-»ie gaNboottahrer Berlin. L-nnabcnd, 2l. gebruar, geier in Neu. »«rinasdorf: J* Jahre ffg-S." Abfahrt mit Bampfcr.Bnolhia" 20', 4 Uhr vchlllinzibriicke. Gäste willkommen. groier Sooeioemii N-j»i«e»d»rs.W»ft. Lonnobend, 21. gebruoi, 20 Uhr, gunetioilörsttzuna bei Sridlitz, Mittwoch. 25. gedruar. 30 Uhr..,cmeiilsame Vorsammluna aller Handballspieler bei Eeidlitz. Vortro-i. grei« Schwimmer«rotz Berlin, Ortsqeuppe Lichtenberg. Die Ä eigen. »chwimmermnen treffen sich heu!« um I» Uhr auf dem Bahnsteig des Unter- «ru!U>bahnhof«g grantfurter Allee. Bie Nrigenprobe findet In Neukölln, Turn. Halle Donauftraste, statt. Turnseug mi«bringen, Kartell ffir Arbeitersport und Körperpflege BerlI», r.». GeschäftofLhre». d-r«»»schuh: Die Montag. 28. gcbruar. fällige Sitzung des Gefchaftsfilhrendeir Ausschusses muh später stattfinden. Tag der Sitzung wird n»ch detanntgcgri'en. Tinladungen und Material wird zugesandt. Der Brbritrr.KrgrMub„Borwärt,- übt jeden Zreita«. 20 Uhr, Sall-nbah« Thomoshof,«tzartenstr. 4-1. Gäste willkommen. AST.(Verein für Leichtathletik, Handball, Hacke», Wasser- und Winter- sport). In der Turnhalle NeutWn. Wcisesrr. 20. trainiert die Männer, und die Iugendabteilung Dienslags 20 Uhr und hi« sZrauenabtctlun« fsreitags 20 Uhr. Kaupttraining der MLunerobteilpng üreitags 20 Uhr Turnhalle Treptow. Neue Krugalles 10. Waldläufe finden jeden Sanntogvormittog durch den Blänterwald statt. Treffpunkt: Lokal Segboldt. am Poradieogartrn. Ctratze Alt-Trev'oip. 10 Uhr. ZTSB. Mär, frier. Die Ausgade der Eintrittskarten erfolgt a« fZreitag. dem 20. Aebruor. 10 Uhr, in d-r Geschäftsstelle. Jeder Bt,irk entsendet»iue» Vertreter. k'rcitnA, 20. Februar. ß e r I i a. 16.05 Vieren: Wellmcisler im Cislconstiaufen 16.30 norfgescbichteD. 17.15 Wir entdecken eine Insel(A. Kuhnert). 17.35 Oesterrcichiscbc Volkslieder(Adelheid Marnetie. All, und Rudoll fclhcr, Klavier). 17.55 Das neue ßncli. Emil Strauß(zum 65. Ceburtstac am 31. Januar lUZI). (Am Mikropliun; Hanns Heinrich Bormann.) 16. 05 Dr. Erich Ebcrmcytr: Die innre Schrlftsteller-QenoraUon. ISJD Die E|zäli1unr der Woche.(Sprecher: Hermann Resser.) 18.00 Tanzabend. 20.30 lirauitüdront:„Der letzte Akt." Ildrspieldiahinnr\mi Hans Kstcr. I...Wiener KonzreCrvalzer". Reric: Hans Kyser. 32.00 Wetter-, Tates- und Sportnachrichteij. Anschließend bis 0�0; Unierhaltuur&maslk. K6riesuu«terhaase« 16.00 Edmund Opree; Jnnrlehrer und Lehrerforthfldanr. 16�0 Leipzij: Konzert. 17.30 Dr. Sikorskl: Kosten des Hochdchnlstijdlmüs. 13.00 Pref. Dr. Volz: Die Bedeutung de« deutschen Osten»(er die deutsche Wirtschaft 13.30 Wissenschaftlicher Vortraz ffir A ernte. 1 0.00 Englisch für Forljcscbrirtenc. 20.20 Noorden: Eragrn der modernen Ernährunr. 70.50 München: Slm'onlekonzert. 22.30 Wetter-, Tages, and frort nichr ich Mo Es wird immer noch entlaffen! 10SS �uhrbergarbeiter sind an der?ieihe. Csseo. 20. Februar. Die Bergwerks A.- G. Rellinghausen hat unter Hinweis auf hie schlechte Absatzlage die Entlassung von 1083 Berg- leuten angezeigt. Betroffen werde» die Zechen Z w e ck e l und Scholven sowie die Schächte Moeller, Rhein b oben. Be r g m a n n s g l ü ck und W e st e r h o l t. Auch die Rheinischen Stahlwerke Essen haben neue Entlassungen auf den Zechen M o r g e n s o n n e und Zentrum 1/3 angekündigt mit 384 Arbeitern und Angestellten. Die Verwaltung begründet die starke Einschränkung des Betriebes damit, daß die angeführten Zechen als Magertohlenzechen besonders stark von der Absatzkrise betroffen werden. Entlassungen auch in Oberschlesien. Die Gräflich Ballestrcmschen Gruben im Kreise S ch w i e n- t o ch l o w i tz haben sich infolge Verschärfung der Absotzkrise zu weiteren Einschräntungsmaßnahmen gezwungen gesehen und beim Demobilmachiingskommiffar beantragt, zusammen mit der Emma- und Hojm-Grube niird 1000 Mann zu entlassen. Die Leitung der Friede ns-Grube erhielt auf ihren Antrag, 138 Arbeits- kräfte zu entlassen, die Erlaubnis zum Abbau von 90 Arbeitskräften. die nach Möglichkeit die Berechtigung zum Bezug der Knappschaits- Pension besitzen sollen. Schweigepflicht des Betriebsrats. Sie hat ihre Grenzen Die Firma V 0[ tz u. C o. in Berlin W 35 hat den Vorsitzenden des Betriebs- und Arbeiterrats fristlos entlassen, weil er seiner Vcr- pflichtung zur Verschwiegenheit nicht imchgekomnien sei. In einer Betriebsratsfitzung hatte die Firma mitgeteilt, daß ein« Anzahl Leute entlassen würden, die jedoch vorher nichts davon wisien sollten. Der Vorsitzende des Betriebsrats hielt es aber für seine Pflicht, die betreffenden Arbeiter zu verständigen. Die Firma vertritt die Auffassung, daß die angebliche Pflicht- Verletzung des Klägers sowohl als Anitsverletzung als auch als Ver- letzung seiner vertraglichen Dienstpflicht anzusehen sei und daß ihr deshalb ein Recht zur fristlosen Entlassung aus dem Arbeitsvertrag« zustehe. Der Entlassene klagte auf Feststellung, daß er zu Unrecht entlassen sei und verlangt Fortzahlung des Lohnes. Das Arbeits- g e r i ch t und auch das Landcsarbeitsgericht in Berlin hat dem Klageemtrag« des entlassenen Beiriebseatsvorfchende» statte gegeben. Die Firma erhob Einspruch beim Reichsarbeitsgericht. Sie stützte die fristlose Entlassung des Klägers darauf, daß dieser seine Schweigepflicht verletzt habe, die ihm als Mitglied des Bc- lriebsrats obliege. Durch die Ausplauderung fei die Ge-- fahr eingetreten, die die Firma habe vermeiden wollen, daß nämlich die zu entlassenden Leute passive Resistenz trei- den würden. Das Gericht habe die auf diese Behauptung gestützte Ent- lassung mit Recht für unbegründet erklärt. Die Ver- schwiege nheits Pflicht ist im Betriebsrätezesetz den Betriebs- rätcmitgliedcrn nur in bestimmten Fällen auscrlegt. Hier lag sie nicht vor. Der Arbeitgeber sei zur fristlosen Aushebung des Arbeits- Vertrages nicht berechtigt, weil eine vertragliche Verletzung nicht vor« lag. Wenn die Beklagte in dem Verhalten des Klägers eine Auf- hctzung der übrigen Arbeiter erblickt, so wäre dies nur dann ein Grund zur fristlosen Entlassung, wenn das Verhalten als ein Verleiten von Mitarbeitern zu sittenwidrigen Handlungen im Sinne des tz 123 der Gewerbeordnung angesehen werden könnte. Hierfür ist aber nichts erbracht. Das Reichsarbcitsgericht entschied: Die Revision der vcr- urteillen Firma wurde als unbegründet zurückgewiesen. � tikfchäfis-Jtnjßigur (iiezirft Jlorden-Cften Lanienberger& Ce. 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