Morgenausgabe Dienst «Kt W°ch-N!lich 8S P,. monatlich Z�so Üir. W I W» aB W iB BTr � Ausworts 1 km vor-»,- zaMbar. Poswezug 4�32 M. WG i TM W HH // H H«> W Bl>M< gen*' �W>- � �iuvu�unv J ein-chttkbNch KOPs. Poftz-itun?-. u�d MI krfiM B B B Lfs B B RM B B B // B| M W iB B B 1 1 BB fl � B lr/ Cänbcr m,t'rm°h!g,-m Drucksache. WWW ZW BB B BBB BB gt SS£&' Jß*. mark Ä.Iu.«n»,a uono�-sa ▼» 9 B B JBL JlJLw MM fl fl MKM äää KU BW L mk\ J33U�> MMV �B f fettgedruckte Worte), jede Der„Vorwärts" erscheint wochentäg- P||gf �r/ vv EBil 12 Pfennig. Stellcnges> sich zweimal, Sonntags und Montags««B�<. WWN«X // K» l Wort 15 Pfennig, jedes einmal, die Abendausgabe für Berlin �W/ s /fanrn* 19 Pfennig. Worte über und im 5)andej mit dem Titel„Der V zählen für zwei Worte. Abend" Illustrierte Beilage„Volt � p W'# Zeile 60 Pfennig. Familie! und Zeit"� Ferner„Frauenstimme", v9/9r�94feA9 � �0 Pfennig. Anzeigenanm .Technik",„Blick in die Bückerwelt". �rM9F9�9« 9 9»�9� WN« K»9 W«9 MM Seschäst Lindenslraze 3. .Iugend-Dorwärts"u.„Stadtbeilage� e��*® W VVVV�r 00n �&iS � Jenteatovsan der«SoziatdemoSvatischen Oavtei Deutschlands ag 1951 10 Pf. 5 Pf. ionpareillezeN» le 5,— Reichs« in' das ettge« lzuläffig zwei s weitere Wort uche das erst« weitere Wort 15 Buchstaben Arbeitsmarkt nanzeigen Zeile ahme imHaupt» wochentäglich ' Übe Vorwarts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 S3(x— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Di. B.u.DiSc.-Ges., Depositen!., Jcrnsalemer 6tt. 65/68. Hitler als Polizeichef. Braunschweiger Polizei von SA. abgesetzt. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbofs 332—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Bratinschweig. 23. Februar.(Eigenbericht.) Ein ungeheuerlicher Vorfall, der die bekannte Affäre Franken auf der Berliner Polizeiwache noch in den Schatten stellt, hat sich am Sonntag in Braunschweig anläßlich der Nozitogung zugetragen. Ein Obcrwachtmeistcr der Braunschweiger Schutz- polizei wurde auf der Straße von zwei oerletzten Männern aus- gefordert, die?!amen von chakentretizlern fest zu st el- l e n, die die beiden ohne Grund überfallen und blutig geschlagen hatten. Der Polizeibeamte kam, wie es feine Pflicht war, dieser Aufforderung nach und begab sich vor das Börsenhotel, das Haupt- quartier der Nazi, wo Adolf Hitler abgestiegen war. Hier wurde er von einem SA.-Führer mit den Worten angehalten:„Die Polizei hat hier nichts zu sagen." Die SA. griff dann ein und schlug erneut auf das umstehende Publikum los. Der Wachtmeister schützte die beiden Verletzten, die sich unter seinen Schutz gestellt hatten und zog dabei seinen Säbel, wurde aber gewaltsam daran gehindert, seine Waffe zu gebrauchen. Jeht erschien Hitler selbst in der Hotcltür und er- klärte großspurig zu seinen«A.-Leuten:„Stellen Sie den Namen des Polizeibeamten fest, alles Weitere wird sich finden." Der Pokizeibeamte ging darauf zur Schutzpolizeikaserne zurück. Dort erschien eine halbe Stunde später der Polizeimini st er F r a n z e n persönlich und untersagte dem Polizeiwacht. meist er die weitere Ausübung des Dienstes. Außer- dem ordnete Franzen in seiner Eigenschaft als Polizeiminister an, daß der betreffende Beamte die Kaserne nicht oerlassen dürfe. Diese Anordnung blieb bis Montag in Kraft. Der Polizei- minister Franzen hat also einem Polizeibeamten, der nur gemäß seinen Dienstvorschriften handelte, die weitere Dienstausübung unter- Zürich. 23. Februar. Auf der Tagung der Internationalen Arbeiterexekutive in Zürich berichtete Otto Bauer- Wien über die Verhandlungen und Beschlüsse der gemeinsamen Kommission der Sozialistischen Arbeiterinternatio- nalc und des Internationalen Gewertschaftsbundes zur Prüfung der Fragen der Arbeitslosigkeit. Gemäß einem Antrag Grimm- Schweiz nahm die Exekutive die Beschlüsse zur Kenntnis und fnrdert« die Arbeiter auf, den Kampf für die Durchsetzung dieser Forderungen energisch aufzunehmen und das Bewußtsein für st« zu steigern, de die gegenwärtige Krise des Kapilalismus immer dringender die lleberwindung der kapilaliflischcn Gesellschaftsordnung zur Notwendigkeit macht. Ein weiterer Beschluß betont, daß internationale Verträge über die Herabsetzung der Zölle für einzelne Warengruppen als Mittel zur allgemeinen Herabsetzung der Zölle auf der ganzen Linie zu schaffen sind. Schlteßltch wird die Einführung der Arbeits- lofenverstcherung in jenen Ländern, in denen sie noch nicht besteht, Lriiigend gefordert. Ein besonderer Beschluß der Exekutive, auf Zlntrag von Bauer-Oesterreich, erhebt unbeschadet der Ralisizierung der Dashingkoner Konvcnkion über den Achtstundentag die Forderung nach der Fünftagewoche. Der Internationale Gewerkschastsbund hatte den Wunsch ausge- sprachen, die Aktion für die Abrüstung, die durch den bevor- stehenden Zusammentritt der Weltabriistungskonferenz des Völker» bundes erforderlich wird, im Einvernehmen mit der Sozialistischen Arbcitcrinternationale zu führen. Diesem Wunsch hat die Erekutioe entsprochen und den Vorsitzenden ihrer Abrüstungskommisston, Abg. Albarda-Holland und den Sekretär Adler beaustragt, die erforderlichen Derhandlungen mit den Vertretern des 3GB.. Jouhaux-Frankreich und Sekretär Scheoeneis. zu führen. Es ist u. a. in Aussicht genommen, eine gemeinsam« Ab- rüstungskommission zu bilden. Die Frage der Abrüstung wird auch einer der Hauptgegenstände der Beratungen auf dem Internationalen Sozialistenkongreß in Wien sein, der am 23. Juni 1931 eröffnet werden wird. Als Tagesordnung des 3nter- nationalen Kongresses in Wien wurde festgesetzt: 1. Der Kamps um die Abrüstung und gegen Kriegsgefahr. Referent de Brouckere- Belgien. 2. Die allgemeine Lage der sozialistischen Bewegung und der sagt und hat damit die Ungesetzlichkeiten der SA., gegen die der Polizeibeamte einschreiten mußte, gebilligt und die schuldigen SA.- Leute der Bestrafung entzogen. Ein derartiges Verhalten dürft« in Deutschland wohl einzig dastehen! Das blutige Ergebnis. Vraunschweig, 23. Februar.(Eigenbericht.) Die Liste der von den Hakenkreuzlern in Braunfchweig am so- genannten Hitler-Tag begangenen Berbrechen war am Montagabend einigermaßen zu übersehen. Ein 72jähriger Arbeitsinvalide wurde von den Nazis mtt brennenden Fackeln niedergefchla- gen und schwer mißhandelt. Die Verletzungen sind lebensgefährlich. Genau so war es bei einem Zimmergesellen, der beim Umzug einen Zuruf machte. Ihm wurde von einem Braunschweiger Haken- kreuzler Salzsäure ins Gesicht geschüttet, wahrscheinlich wird der Schwerverletzte erblinden. Dem feigen Attentäter wurde zum Schutze seiner Wohming von Franzen eine Polizeiwache gestellt. In einer Arbeiterstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen provozierenden SA.-Leuten und Anwohnern. Die Nazis schössen scharf, wurden aber zurückgeschlagen und schafften drei Schwer- verletzte fort. Hörsing in Braunschweig. Braunschweig. 23. Februar.(Eigenbericht.) Unter riesiger Beteiligung der werktätigen Bevölkerung nahm hörsing am Bkonkagabend den Appell über die Broun» schweizer Schuso ab. Anschließend sprach der Bundesführer des Reichsbanner» in einer Riesenkundgebung, die wegen Ueber» süllung polizeilich abgesperrt war. Zu Zwischenfällen ist e» nicht gekommen. Kampf der Arbeiterklasse um die Demokratie. Referent Otto Bauer- Wien. 3. Die Weltwirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit. Referent noch nicht bestimmt.) Zum Resultat der Jndienkonferenz nahm die Exekutive «ine Resolution einstimmig an, die dem Präsidenten des indischen Rationalkongrcsses und Gandhi übermittelt wurde und die die Hoffnung ausspricht, daß die gegenwärtigen Verhandlungen, die aus der Indienkonferenz hervorgegangen sind, erfolgreich sein werden. Auf Beschluß der Exekutive sandte ihr Borsitzender vanderoelde ein Schreiben an den Rat der Volkskommissare der USSR. in Moskau, in dem er auf die vom„Vorwärts* wiedergegeben« offizielle Sowjetagenturrnelvung Bezug nimmt und ausführlich gegen die Behandlung der wegen angeblicher konterrcoolutio- närer Bestrebungen verhafteten Angehörigen der Sozialistischen Arbeiterpartei Rußlands(Menschewiki) protestiert: im Kamps« gegen die bolschewistische Diktatur hätten die Sozialisten Rußlands alle Der- suche zum gewalbsnmen Sturz des Sowjelregime» immer be- kämpft. De Brouckere- Belgien erstattete Bericht über die Sitzung der Völkerbundskommission der Arbeiterinternationale. Di« Exekutive nahm zur Kenntnis, daß die Sozialistisch« Partei von Uruguay auf ihrem letzten Parteitag beschlossen hat, um die Aufnahme in die Sozialistische Arbeiterinternationale nachzusuchen. Di« Exekutive beschloß weiter, dem Zlusnahmegesuch der radikal- sozialistischen ukrainischen Partei in Polen stattzugeben und die Aufnahme zu vollziehen. AäoiUag, 2. März, abends ZVe Uhr, „Sportpalast'', Potsdamer Straße 72: Otto Braun, JS�äsid.,* Pietro Nenni, Italien (Verfasser des Buches„Todeskampf der Freiheit!") Einlaßkarten bei den Funktionären. Bezirksvorstand. Washington und Moskau Der amerikanisck-rusfische Konflikt. New Zock, im Februar.(Eigenbericht.) Unter den Weltgroßmächten haben die Vereinigten Staaten Nordamerikas von Anfang an gegenüber dem Sowjetstaat eine Sonder st ellung eingenommen, die in gewisser Beziehung an die Haltung Clemenceaus erinnert. Clemenceau wollte zwischen Sowjetrußland und der übrigen Welt einen scharfen Trennungsstrich ziehen: nicht nur durch das Versagen der Anerkennung der Sowjetregierung, sondern auch durch wirtschaftliche Blockade. Die Amerikaner haben nur den ersten Teil dieses Programms angenommen: aber sie halten an ihm seit Anbeginn der Sowjetrepublik bis zum heutigen Tage mit eiserner Konsequenz fest: also kein wirt- schaftlicher, wohl aber ein diplomatischer Drahtver- hau zwischen den zwei Riesenstaaten. Demgegenüber bemühten sich die Sowjetmachthaber zu- nächst, durch die offene kommerzielle Luke die Handels- beziehungen soweit als möglich zu erweitern; sobald es aber geschehen war, versuchten sie immer wieder— freilich stets mit negativem Erfolg— auch die politische Blockade zu durchbrechen. Schon 1919 wurden die Handelsbeziehungen zu Amerika durch zwei Gesellschaften, die Products Exchange Corporation und die Arcos-Amcrica, wieder aufgenommen. 1924 wurden beide zur„Amtorg Trading Corporation" ver- einigt. Der amerikanische Export nach Rußland, der 1913 rund 25 Millionen Dollar betragen hatte, erreichte 1928/29 die Summe von über 199 Millionen Dollar. Die Handels- bilanz blieb— für Amerika— dabei stets aktiv. Dennoch be- harrte das Weiße Haus auf seiner politischen Ablehnung des Sowjetstaates. Ein Versuch, ohne die Anerkennung der Sowjetregierung eine Art diplomatische Vertretung in beiden Länden: zu schaffen(wie sie zwischen Rußland und der Tschechoslowakei besteht), mißlang vollkommen. Kurz vor Hardings Regierungsantritt wurde der diplomatische Sowjet- Vertreter Martens aus den USA. ausgewiesen. Vor- her hatte der USA.-Vertreter Francis Rußland oerlassen. Tschitscherins Verhandlungen mit dem Staatssekretär Hughes 1923 über die Anerkennung der Sowjetregierung scheiterten. Dieselbe Haltung wie Hughes nahmen später Kellogg und Stimson ein. Ebestso scheiterten die Bemühun- gen des amerikanischen Senators B o r a h und der an Ruß- land interessierten R o ck e f e l l e r- Gruppe, die Anerkennung durchzusetzen, wie die das gleiche Ziel verfolgenden Amerika- reisen des damaligen russischen Staatsbankdirektors Schein- mann und des Leiters der russischen Handelsvertretung in London, Brown. Rußland hat nicht einmal Kon- sulate in den Vereinigten Staaten. Amerika hat es bisher sogar abgelehnt, auch nur einen Handelsvertrag mit Moskau abzuschließen, weil dos die Anerkennung zur Vor- aussetzung hätte. Die Haltung Amerikas oerfehlte ihren Ein- fluß auch auf andere Länder nicht, und besonders in England wirkte in dem Streit für oder gegen die Anerkennung Moskaus das Argument, daß Ainerika eine aktive Handels- bilanz, England hingegen trotz Anerkennung der Sowjetregie- rung eine passive Bilanz im Geschäft mit Rußland aufweist. Da das amerikanische Geschäft mit Rußland sich gut ent- wickelte kann und muß die Washingtoner Unversöhnlichkeit durch eine Polltik des Prinzips erklärt werden, der die USA. leicht zuneigen. Man fürchtet, durch die Anerkennung der .Sowjetregierung etwas zu sanktionieren, was dem im eigenen Lande sc hochgehaltenen individualistischen Wirtschaftsprinzip zuwiderläuft und dadurch dieses Prinzip selbst zu diskredi- tieren. Man will ferner nicht, da man sich unentwegt zur Demokratie bekennt, ein System anerkennen, das alle d e m o- kratifchen Grundsätze mit Füßen tritt. Und da man auch das Eindringen der Sowjetpropaganda ins Land nach Möglichkeit verhüten will, so läßt man auch keine durch Exterritorialität geschützten Sowjetleute zu. Seit etwa einem halben Jahre beginnt die Feindschaft gegen das Sowjetsystem auch in den Wirtschaftsverkehr ein- zudringen. Im August erregte es großes Aufsehen, daß Sowjetschiffen mit Papier-, Holz- und Streichhölzerladungen die Landung in Amerika verboten wurde. Die Motivierung war, daß amerikanisches Gesetz und Herkommen die Einführung von Produkten der Sklavenarbeit ver- biete und die Zwangsarbeit der nach den nördlichen Wald- gebieten der Sowjetunion Verbannten der Sklavenarbeit gleichzuachten fei. Diesen Standpunkt vertraten nicht nur die Handelsbehörden, sondern auch der amerikanische Gewerk- s ch a f t s b u n d. Das Landungsverbot wurde, nach Protesten der Sowjetregierung, vor allem deshalb wieder aufgehoben, weil amerikanische Industrielle erklärten, auf die russische Zellulose, die bester als die kanadische sei, nichtverzichten zu können. Seitdem hat aber die Arbeitslosigkeit in USA. bisher ungeahnte Ausmaße angenommen— und heute ist das antirustifche Warenverbot abermals erlasten. Das Wort von der russischen Sklavenarbeit ertönt immer lauter. Senator Oddy erklärte erst dieser Tage, selten habe in der Weltgeschichte ein Staat seinen Burgern diese Arbeit in solchem Maße auf- gezwungen wie Sowjetrußland. Die Sowjetpreste zetert, de- mentiert und droht mit Entziehung der Aufträge. Beschlüsse der Internationale. Ergebnisse der Züricher Tqgung. Der erste Antrieb diesem ganzen Konflikt war und ist der Kampf gegen das S o w j e t d u m p i n g. Noch nicht lange ist es her, da verlangten britische Arbeiter die Wiederauf- nähme der Beziehungen zu Sowjetrußland in der Hoffnung. dadurch eine gewisse Hilfe gegen die Arbeitslosigkeit zu schaffen. Heute aber fordern amerikanische Arbeiter die Sperrung der Sowjeteinfuhr— aus Rücksicht auf die eigene Arbeits- losigkeit. Gewiß ziehen alle Staaten ihre Sträflinge zur Zwangsarbeit heran. Aber das sowjetrussische Strafrecht tritt aus der Reihe aller zivilisierten Staaten schon deswegen her- aus, weil es nicht einmal die elementare Regel„keine Strafe ohne Gesetz" kennt und olles, wie unter dem Zarismus, wieder der administrativen Willkür überläßt. Daher konnte sich die Sowjetregierung bisher, trotz aller Proteste, von den erwähnten Borwürfen nicht reinwaschen und wird es kaum je können, solange das geltende System dort besteht. Denn wir und auch mohl die Amerikaner wissen, daß die„Ent- kulakisierung" sich nicht mit der gewaltsamen Enteignung von Bauern begnügte, sondern massenweise Verschickun- g e n in die Wälder Norvrußlands und Sibiriens zur Ab- bolzung vorgenommen hat. Wir wissen das auch aus den Briefen deutscher Wolgakolonisten, die zu einem großen Teil dasselbe Schicksal erlitten haben. Die Bewegung greift neuerdings auch auf England hin- über. Dort hat sich ein«„Liga zur Bekämpfung der russischen Sklavenarbeit" gebildet. Es sind, über das rein Oekonomischs hinaus, allgemein-menfchliche Motive, die die außerrussische Odsfentlichkeit heute.derart erregen. Diese Tatsache bildet nur eine Parallele zu dem fast einstimmigen Ergebnis aller Beobachter des heutigen Rußland: daß nämlich der„Fünfjahrplan" für die Masse des russischen Volkes eine Anspannung seiner Dulderkraft bis zur physischen Erschöpfung bei gleichzeitigem Mangel einer auch nur entfernt gleich- wcrtigen Entlohnung bedeutet. Gchufierie-politik. Kleine Intrigen Neiner Männer. Das Schreiben des Reichspräsidenten an den deutschnationalen Aligeordneten Wege, die Deutschnationalen möchten zur sachlichen » Arbeit in den Reichstag zurückkehren, hat Herrn Hugenberg Veranlassung gegeben, sich zur augendlickkichen politischen Lag« zu äußern. In einem Aufsatz bezeichnet er die angekündigten land- wirtschaftlichen Hilfsmaßnahme!» als„Bestechnngsgelder zwecks Auf- rechtcrhalwng der preußischen Koalition zwischen Zentrum und Sozialdemokratie". Das Ziel der Deutschnationalen sei die Rechts- regierung in Preußen und im Reich. Die nationale Opposition sei aus dem richtigen Wege zur Erreichung dieses Zieles.„Wir haben den Hebel am richtigen Punkte angesetzt. Jetzt nur nicht los- lassen." Lehnt so Hugenberg die Mitarbeit der Deutschuationalen bei den landwirtschaftlichen Maßnahmen ab, so tut das. gleiche der deutsch- uationole 2lbgcordnete S ch m i d t- Hannooer bezüglich des Wehr- ctats. Auf einer deutschnationalen Kundgebung erklärte er: Der W e h r h a u s h a l t ist die nächste Klippe für die Mehr- heit. Das Fernbleiben der Rechten gefährdet nicht den Bestand der Reichswehr, sondern nur den Bestanü d�r Koalition von Breitschcid bis Westarp. Schluckt die Sozialdemokratie seufzend den Wehretat, so verschärfen sich die innerem Gegensätze dieser Partei. Bricht sie, wehrftindlich, aus der Runepfkoalition aus, so nmß der Weg der R o t v>e r o r d n u n g oder der Kabinetts- k r i s e beschritten werden. Jede dieser Lösungen muß schließlich der Rechten dienen und zugleich der Wehrmacht nützen. Beide Aeußerungen zeigan den Kurs, den Hugenberg zu steuern gedenkt. Er widersetzt sich mit allen Kräften der Rückkehr in den Reichstag. Er hat die Hoffnung, daß auf diesem Weg« die politischen Schwierigkeiten vergrößert und die Regierung dennoch gestürzt werden kann. In der sozialistischen Arbeiterschaft dürste nur eine Meinung be- stehen, daß dieses neue Manöver von Hugenberg unter allen Umständen durchkreuzt werden muß. 5iugenb«rgs Ziel ist die Niederschlagung der Arbeiterklasse, der Abbau der sozialen Lei- stungen, die Verminderung des Lohnes. Das soll erreicht werden mit Hilfe einer Regierung, in der die Nationalsozialisten ausschlug. gebend vertreten sind. Aber auch die Regierung sollt« aus diesen neuesten Drohungen Hugenbcrgs die Erkenntnis ziehen, daß der Bogen nicht überspannt werden kann. Die Interessen der breiten Massen der Bevölkerung müssen gewahrt bleiben, wenn es gelingen soll, Demokratie und Verfassung zu sichern und damit den Wiederausstieg Deutschlands vorzubereiten. Inkonsequenz der Schwänzer. Die Hatenkreuzanträge im Aeltestenrat. Der A e l t est e n r a t des Reichstag hielt gestern vor der Plenarverhandlung eine Sitzung ab, an der auch der Vorsitzende der deutfchnationalen Fraktion Dr. Oberfohren teilnahm. Der Aeltestcn- rat beschäftigte sich u. a. mit dem Ersuchen des Abg. Stöhr, die Diätononträge der Nationalsozialistischen Partei im Plenum in Abwesenheit dieser Partei zu verhandeln und dabei die. 107 nationalsozialistischen Stimmen trotz ihrer Abwesenheit als für die Diätenanträge abgegeben anzusehen und mitzurechnen. Der Aeltestenrat schloß sich der Meinung des Reichstagspräsidenten an, daß die Mitzählung abwesender Stimmen nicht möglich sei und daß die Antragsteller selber dafür sorgen müßten, daß ihre Anträge auf die Tagesordnung gesetzt würden. Es wurde darauf hingewiesen, daß die jetzige Regelung der Diäten im Plenum des Reichstags ohne jeden Widerspruch, auch der Nationalsozialisten, beschlossen sei. Es wurde weiter zum Ausdruck gebracht, daß die National- sozialisten, als sie ihren Austritt aus den Verhandlungen erklärten, versichert hätten, daß sie kein Gesetz, das dieser Reichstag an- nehme für rechtsverbindlich halten würden, und es wurde eigentümlich angesehen, daß die Nationalsozialisten das Ver- langen stellten, daß der Reichstag von chnen beantragte Gesetze annehmen solle, die sie selber nicht als rechtsverbindlich bettachteten! Die kommende Reichsprüsidenkenwahl wirft ihren Schatten vor- aus. Herr M a h r a u n hat in einer Rede von einem Volksbegehren «Nif Verlängerung der Amtszelt Hindenburgs auf Lebenszeit geschwärmt. Rechtsanwalt Hermann Martin in Leipzig schlägt in einer Broschüre„Deutschland erwache" vor. die Amtszelt Hinden- burgs schon jetzt durch ein die Verfassung änderndes Reichsgesetz zur Vermeidung politischer Unruhen um drei Jahr« zu verlängern. Veruanische Zensursperre läßt keine Nachrichten heraus, doch soll der gesamte Süden aufständisch sein. Eine au-ständische Garnison beherrscht mit Hilfe der meuternden Kriegsschiffe den Seehafen Mollendo. Die übrige» Garnisonen im Süden sind anscheinend regierungstreu geblieben � Der argentinische Generalkonsul Oyhanarle in Hamburg ist Plötz» lich heimberwfen worden. Schwere Betrügereien werden ihm nach- gcsags. Zölle und Export. Beginn der Landwirtschastsdebatte. Im Reichstag verlangte am Beginn der gestrigen Montagssitzung Adg. Sattler(Komm.) fosortige Beratung eines Antrags auf l! Millionen Mark Reichshilfe für die Hinterbliebenen und An- gehörigen der Opfer des jüngsten Bergwerksunglllcks auf der Zeche Eschweiler Reserve bei Aachen, sofortige Verhaftung der Zechenleitung usw. Präsident Löbe: Sofortige Verhandlung ist nur möglich, wenn niemand widerspricht; unter der gleichen Bedingung könnten wir den Antrag dem Sozialpolitischen Ausschuß überweisen und ich würde vorschlagen, das ohne Debatte zu tun. Abg. Müller-Franken(Soz.): Nach der neuen Geschäftsordnung bedarf der Antrag, da er Mehrkosten fordert, eines Deckungs- Vorschlages.(Lärmende Gsgenrufe der Komm.) Der Anttag müyte daher an den Haushaltsausschuß gehen. Präsident tzöbe stellt das Einverständnis des Hauses mit der Ueberwcisung a» diese beiden Ausschüsse fest. Abg. Stoecker(Komm.) beantragt nun, den Gesetzentwurf seiner Partei über Eonderbesteuerung der großen Einkommen und Ver- mögen sowie der Tantiemen sofort ohne Debatte zu erledigen. Dem Vorschlag des Abg. Esser(Z.) auf Ueberweisung an den Haus- Haltsausschuß erwidern die Kommunisten, dieser Vorschlag sei bereits im Ausschuß durchgesprochen worden. Nunmehr scheitert das Ver- langen Stoeckers am Widerspruch von rechts. Einige kleinere Vorlagen werden ohne Debatte erledigt. Ein Zusatzhandelsabkommen mitFrankreich veranlaßt den Abg. hörnle(Komin.) zu der Bebauptung, i» diesem Abkommen seien einige deutsche Agrarzölle erhöht und die Regierung berate schon über einen neuen' Zollwucherroubzug. Die ganze Zollpolitik der europäischen Staaten sei ein Teil des Kapitalistenkricges gegen die billige Zlusfuhr Eowjetrußlands, die man als Dumping verleumde. Abg. Tom Sender(Soz.): Wir bedauern, daß dieses Zusatzabkommen notwendig geworden ist und wir bedauern, die Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit Frankreich, die ihren Grund in dem Handelsvertrag hat. Wenn die Regierung schon Zugeständnisse an Frankreich machen mußte, so hätte sie eine Verminderung der Einsuhrzölle auf deutsche Industrie- waren in Frankreich anstreben und erreichen sollen. Das wäre nützlicher gewesen, als die jetzt vereinbarten Zollerhöhungen. Gegen- über dem Vorredner stelle ich fest: hätte man aus die Zustimmung der Kommunisten warten müssen. dann wären die hnndelsverlräge in der ganzen Vergangenheit nicht zustande gekommen; mit Ausnahme des Handelsvertrags mit Rußland haben die Kommunisten jeden Handelsverttag und jedes Handelsabkommen ab- gelehnt.(Andauernde störende Zurufe der Komm.) Die Konimu- nisten haben kein Interesse daran, daß in Genf die verschiedenen Staaten über eine Verbesserung ihrer handelspolitischen Beziehungen beraten. Rur durch Handelsverträge können gegenseitig« Zollherab- setzungen geschaffen werden.� Wenn Sie(zu den Komm.) das nicht gelten lassen, so beweisen Sie nur, daß Sie gar nicht begriffen haben, um was es sich handelt.(Lärm der Komm.) Ihr Geschrei beweist nur, daß Sie sich auf dem Boden, den Sie seit Jahren be- schritten haben, nicht sicher fühlen.(Sehr gut!) Wenn wir ans Sie gewartet hätten, wenn das deutsche Proletarial auf Ihre Stimmen zum Abschluß von handelsverlrägen angewiesen gewesen wäre, dann würden von den 3 Millionen deutscher Arbeiter, die heule noch für den deutschen Export arbeilen können, die meisten auch noch mit den anderen S Millionen deutscher Arbeiter erwerbslos auf der Sttaße liegen.(Lebhafte Zustimmung.) Die Regierung fordern wir aus, daß Genfer Zollfriedensabkommen als- bald dem Reichstag vorzulegen und nachdrücklich für seine Ratifi- zicrung einzutreten, damit künftigen Zollerhöhungen vorgebeut wird. .(Lebhafter Beifall der Soz.) Abg. Schneidcr-Dre-den(D. Vp.) befürchtet von dem Abkommen eine Schädigung der Chemnitzer Textilindusttie und eine daraus folgende Minderbeschäftigung ihrer Arbeiter. Abg. Dr. horlacher(Bayr. Vp.) begrüßt die in dem Zusatz- abkommen enthaltene Erleichterung für den deutschen Hopsenbau. Nach weiterer kurzer Debatte wird das Zusatzabkommen dem Handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Der Gesetzentwurf zum Ausbau der Angestelltenversicherung, der u. a. die selbstverstcherten Redakteure von der Versicherungepflicht befreit, wird nach einer Kommunistenredc dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Hierauf wird die Haushalisberatung fortgesetzt, und zwar beim Ministerium für Ernährung und Landwirtschast. Abg. Schmidt-Köpenick(Soz.) sprichr als Berichterstatter über die Ausschußverhandlungen. Cr zeigte u. a., wie manches Geld, das die Reichsregierung zu billigem Zinssatz an die Landwirtschaft abgibt, bis zu 14 Proz. kostet, wenn es endlich an den letzten Empfänger kommt. Die Konsum- genossenschaften bemühen sich mehr und mehr, deutsche Butter zu verkaufen; es ist ihnen gelungen, den Anteil der deutschen Butter an ihrem gesamten Butterumsatz von 8 Proz. auf 14 Proz. iin Jahre 1030 zu steigern.— Der Ankauf von Weizen hat zugenommen, der Roggenanbau dagegen abgenommen.— Die reichseigcne Deutsche L a n d k u l t u r A.- G. kaufte zur Herstellung von Motoren eine deutsche Automobilfabrik. Ein Dr. Kann, der 00 000 Mark Aktien dieser Fabrik besaß, versuchte, es dem Reich für 160 000 Mark anzudrehen. Es wurde ihm die Türe gewiesen. Im Ausschuß ist darüber geklagt worden, daß ein..ualionalsozialistischer" Abgeordnerler und Rillerguisbesißcr in einem Schloß wohnt, während seine Landarbeiter entsetzliche Elendewohnungen hakten; ein Rationalsozialist habe dies zugestanden, jedoch im Auskrage seines Parteigenossen Rilterguls- bcsihers erklärt, die belrcfsenden Landarbeilcr wollten durchaus aus diesen Wohnungen nicht ausziehen! Danach schlägt Präsident Löbe bereits gegen 1614 Uhr die Vertagung vor, da das Kabinett noch über Landwirtschaftsfragen berate. (Heiterkeit.) Nach kurzcr�Geschäftsordnungsdcbatt« wird die Tagesordnung für die nächste Sitzung am heutigen Dienstag, 15 Uhr, folgender- maßen festgesetzt: Kle-ne Vorlagen, Abstimmung zum Haushalt der Kriegslasten und der Versorgung, kommunistischer., Millionärsteuer. anttag", Haushalt des Ernährungsministeriums samt Ausschußbcricht über verbilligten Frischfleischbezug. Das Grubenunglück von Aachen. Besprechung der sozialdemokraiischen Anfrage im Landtag. Im wetteren Verlauf der Landtaassitzung. über deren Beginn wir bereits im„Abend" berichteten, führte zum Etat d erBerg- Verwaltung Abg. Osterroth(Soz.) als Berichterstatter aus, daß dieser Etat 1931 16 Millionen Mark Zuschuß erfordert. Die Grubeirkatostrophen des letzten Jahres und insbesondere das letzte Unglück im Aachener Revier beweisen, daß am Grubensicherheitsamt nicht gespart werden dürfe. Er fordert den Ausbau des berg- und hüttenmännischen Instituts in Clauschal, der von Arbeitgebern und Arbeitnehmern dringend gewünscht wird. Das Siegerländer Erz- aufkommen dürfe aus nationalwirtschastlichen Gründen nicht zum Brachliegen verurteilt werden. Die Pensionskaif« der Knappschasts» Versicherung müsse ohne Reichshilse zusanmienorechen. Ein Abbau der Leistungen ist undenkbar, da die Bergarbeiter Opfer der Wirt- schaft sind. Er fordert weiter auch eine Versicherung für Gruben- sichernngsbeamte und regt eine internationale Verständigung für die Regelung des Kohlenadsatzes an.• Angesichts des spekulativen Treidens in- und ausländischer Kreise m der Oelindustrie fordert er die Unterstellung derselben unter das Bergbaugesetz. Zum Schluß weist er die kommunistischen Angriffe gegen das Grubenficherheitsamt mit dsm Hinweis zurück, daß in der Frage der Bekämpfung der Erubenkatastrophe Deutsch- land an erster Stelle stehe. In Rußland sei z. B. die Zahl der Berg- bauoerunglückten doppelt so hoch wie in Deutschland. Handelsminister Or. Schreiber setzt sich zunächst mit den Bemerkungen des Abg. Sobottka aus- einander, der in der Gefchäftsordnungsdebatte gegen ihn den Vor- wurs erhoben hatte, daß er sich um kommunistische Beschwerden über die Zustände auf der Eschweiler Grube nicht gekümmert habe. Ihm sei von solchen Beschwerden nichts bekannt. Er habe aber fe st gestellt, daß auf der Unglücksgrubezwei Kom- munisten Sp r e ng stof fd i eb stäh l e verübt haben und dafür bestraft worden find.(Große Unruhe bei den Komm.) Der Minister bezog sich auf seine schon abgegebene Erklärung und fügte hinzu, daß nach den bisherigen Ermittlungen die Wetter- sührung in Ordnung gewesen sei. Das auß der Grube Arbeiter ent- lassen sind, weil sie sich über mangelnde Sicherheitsmaßnahmen be- klagt haben, sei unrichtig. Im übrigen habe seine Erklärung die Antwort aus die sozialdemokratische Anfrage schon vorweg genom- men. Die Staatsregierung werde die Ürsache der Katastrophe gründlich untersuchen und auch selbslversländlich für die Verletzten und Hinterbliebenen alles wn, um ihr schweres Los zu erleichtern. Das Jahr 1930 habe dem Bergbau schwere Rückschläge gebracht. Die Hoffnung, daß die Zeil der großen Grubenkatastrophen vorbei sei. habe getäuscht. Diese großen Katastrophen hätten die Bergverwaltung vor neue Pro- bleme gestellt. Man sei sich darüber klar, daß das Gesteinstauboer- fahren weiter eingeführt werden müsse und daß die wissenschaftliche Forschung sich mit den Ursachen der Gasausbrüche bcschäsrigen muß. Trotzdem— und erfreulicherweise— sei die Zahl im Bergbau Ver- unglückten zurückgegangen. 1927 waren noch auf je 1000 Berg- arbeiter 229 Unfälle zu verzeichnen. Bis 1929 konnte diese Ziffer auf 214 zurückgedrängt werden. Im Steinkohlenbergbau waren aus 1000 Mann 1929 noch 234 Unglücksfälle zu verzeichnen, 1930 da- gegen nur 216. Die Entwicklung zur Weltwirtschaftskrise hat sich auch auf die Kohlenförderung mengenmäßig ungünstig ausge- wirkt. Die Förderung an Steinkohle ist von 159 Millionen Tonnen im Jahre 1829 auf 139 Millionen Tonnen 1930 zurückgegangen. Die Förderung von Braunkohle fiel von 148 Millionen Tonnen 1929 auf 123 Millionen im Jahre 1930. 10 Millionen Tonnen Kohle lagern zurzeit aus Halden. Der Absatzrückgang hat zu zahlreichen Entlassungen gefuhrt. Gan.z allgemein wird die soziale Loge charakterisiert durch die große Zahl von Feierschichten Eine welkere Arbeilssi reckung könne aber kaum noch in Frage kommen.* Der Kohlenaußcnhandel leide naturgemäß unter der Weltkrise. Es sei unerfreulich, daß noch immer 6,9 Millionen Tonnen Kohle vom Ausland eingeführt werden. Das nationale Selbstbewußtsein der Industrie sollt« das verhindern. Eine internationale Verständigung über den Kohlenabsatz sei notwendig. Dabei könne aber nicht allein über das soziale Problem der Arbeitszestoerkürzung gesprochen wenden. Der Minister äußerte sich sodann noch über die Lage des Berg- baues in R i e d e r s ch l e f i e n. Angesichts der Gasgnabr auf der Wenzcslaus-Grube in Neurode, die schon so viele Opfer gekostet hat, sei vor einer Wioderinbetriebnahme dieses Unternehmens zu warnen. Gewisse Einschränkungen seien in dieser Hinsicht zur Auf- rechterhaltung des Eesamtbergbaues in Schlesien notwendig. Die Staatsreaierung werde nichts unoersucht lassen, um die katastrophale Lage dieses Gebietes, namentlich des Kreises Landshut. zu bessern. Auch der M e t a ll b e r g d a u sei durch das Absinken der Metallpreise in große Schwierigkeiten gekommen. Hier stehe die Staatsregierung auf dem Standpunkt, daß mit Subventionen ge- Holsen werden müsse. wSil beim Erliegen dieser Industrie dem Staat sicher größere Lasten auferlegt werden. Die Erdülprcduktion zeige eine erfreuliche«teigeruna. Es habe sich als zweckmäßig heraas» gestellt, daß sich auch der Staat daran bdeilmt. Der Minister schloß in der Erwarlling. daß die Krise am äußersten Punkt angelangt sei und daß sich in der Wirtschast in diesem Jahre hoffentlich ein Forlschritt bemerkbar mache. ltöbg. Zakobs-Gladteck(Soz): Wir sprechen den Opfern der neuen Bergwerkskatastrophe und den Hinterbliebenen der 32 getöteten V:rgIeuU unsere w ä r m st e Anteilnahme aus und sügen hinzu, daß wir, soweit unsere Kräfte reichen, ihnen ihr hartes Los erleichtern werden. Wie neigen aber zu der Ansicht, daß im Gegensatz zu den hier ansgestellten stze- hauptungen auf der Grub« ElchmeilerlReserve nicht olles in Ordnung gewesen sein kann. Deshalb fragen wir: Sind schlagende Wetter scstgestelll? Wenn nicht, wie konnte sich dann die Explosion ereignen? Wir haben leider feststellen müssen, daß in den. einzelnen Verg- revieren eine ordnungsmäßig« Kontrolle nicht siollfindcn kann, weil die Kontrolleure oft genug mit anderen Arbellen bcschäsligl werden.(Hört, hört! bei den Soz.) Oft genug haben wir auch auf das rücksichtslose An- treibersystem hinweisen müssen, das besonders bei dem E s ch- weiter Unternehmen üblich ist. Dieses fluchwürdige Syslcm ist schon von uns anläßlich des A l s d o r f e r Grubenunglücks kritisiert worden. Die Toten dieser Katastrophe haben die Eickweiler Verwaltung also noch immer nicht veranlaßt, hier Abhitse zu schassen. Im Ruhrgebiet herrschen dieselben Zustände. Gehl es mit dem Antreibersystem so weiter, muß es auch dort unweigerlich zu Katastrophen kommen. Dieses Antteibersystem bedeutet die Herabwürdigung des Bergmannes vom Menschen zur Maschine.(Sehr wahr! bei den Soz.) Dabei hat man im Ruhrgebiet in den letzten Jahren über 90 000 Bergarbeiter abgebaut. Eine Reihe von Anlagen ist gänzlich stillgelegt. Das alles steht in schreiendem Widerspruch zu der Tatsache, daß man aus dem Osten 20 000 junge unerfahren« Menschen herangeholt hat, die an die Stelle der allen, erfahrencn Bergleute getreten sind, und die damit die Grubensicherheit gc- fahrdcn. Bergarbeiter werben mit 45 Jahren abgebaut urtb können fcarr.ii kaum in den Genuß der Knappschaftsrenle kommen. Dieje Tatsacke, sowie die sortschreitende Technisierung und das rücksichts- lose Antreibersystem sind die Faktoren, die die Opfer der Gruben- katasirophen auf dem Gewissen haben. Die Rationalisierung hat zum TeU eine Leistungssteigerung auf den Kopf des Bergarbeiters bis auf das Doppelte feit ISIZ gebracht. Hierin liegt der Grund für die im Ruhrgebiet noch nie dagewesene Slillegungs- und Enilassungsepidemie. besonders bei den„Vereinigten Stahlwerken". Angesichts der Tat- fache, daß Arbeiter im Ruhracbict 22 bis 25 M. pro Woche ver- dienen, müssen wir uns das Eingreifen des Duisburger Ober- bürgermeisterns Jarres in Tariffragen ganz entschieden oerbitten. Wir warnen den Minister bei seinen Entscheidungen nur nach dem Rechenstift des Unternehmers zu sehen. Er muß sich fragen: Was wird aus den Menschen? 1924 waren noch über eine Million Bergarbeiter beschäftigt. Jetzt sind es nur noch 600 000. Diese Entwicklung ist katastrophal.(Sehr walzr! bei den Soz.) Der Bergarbeiter ist die Grundlage der Wirtschaft überhaupt. Er muß für sein Alter geschützt werden. Das wird nicht mehr der Fall fein, wenn die Knapplchaftsversicherung wciter in Schwierigkeiten bleibt. Ein'Abbau der Leistungen kann bei dieser Sachlage überhaupt nicht in Frage kommen. Es ist unbedingt notwendig, daß«ine Sanierung durch das Reich, und zwar auf lange Sicht erfolgt. Der Redner fetzt sich dann unter Bezugnahme auf die Mit- teilung des Ministers, daß noch immer 6,9 Millionen Tonnen Kohle eingeführt werden, mit dem Kohlensyndikat auseinander, daß u. a. die Sadt Magdeburg unter Berufung auf vertraglich« Bestimmungen gezwungen hat, englische Kohle zu kaufen. Er kritisiert sehr scharf das Verhalten der K o m m u n i st e n und rechnet dann mit den Nationalsoziali st en ab, die mit demagogischen Mitteln Zlrbeiterstimmen fangen wollen, andererseits aber die Interessen der Bergherrcn oertrelen. Er schließt: Ungeachtet dieser Schützlinge des Grubcnkapilals von rechts und links werden wir mit den Bergarbeitern kämpfen um ihre Zllenschenrechte und rufen ihnen zu: Glück aus!(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. v. Waldthausen fDnat.) gedenkt der verunglück- ten Bergleute und bemängelt dann die zu sparsam« Aufstellung des Etats. Durch steuerliche und sozialpolitische Belastungen s«l der Bergbau auf den Hund gekommen. Eine Berständigung über den Bergbau mit anderen Ländern sei zu wünschen, doch werde sich eine Herabsetzung der Arbeitszeit nicht durchführen lasstn. Er warnt vor „politischen Löhnen". Abg. S t e g e r(Z.) bringt ebenfalls das Beileid seiner Fraktion zu dcni letzten Unglück zum Äusdruck. Cr fordert vorbeugende Schutzmaßnahmen und erörtert die schwierige Lage der Knapp- schaftskasse, die durch das Reich gestützt werden müsse. Trotz des Widerstandes d«r Unternehmer müsse ein Ausschuß eingesetzt werden, der die Rentabilität der Betriebe nachprüfe. Ein« internationale Verständigung über Kohlenpreis, Arbeitszeit und Absatzgebiete sei unumgänglich. Die Lohnablurupsychche sei nicht länger zu tragen. Abg. Sobottka(Komm.) weist die Angriffe aus die Zustände im nissischen Bergbau zurück. Die kommunistische Presse Hab« wieder- holt auf die Zustände aus der Grube Eschweil«r»Referve hingewiesen. Arbeiter, die sich geweigert haben, einzufahren, seien entlassen worden. Ministerialrat Rother weist als Leiter des Gruben- sich«rhsitsamt unter großen Lärm der Konmivstcn Angrifse der- selben auf diese Vchord« zurück. Abg. Wigand(D. Bolksp.) wünscht Verständigung zwischen den kohlenproduzierenden Staaten, insbefondere mit England. Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag, 12 Uhr. vertagt. Wie Präsident Bartels mitteilte, hat Abg. Deerberg(Dnat.) sein Mandat nicdergelsat. Ebenfalls hat sein Mandat niedergelegt Abg. K a a s ch(Komm.). Für den letzteren tritt der frühere Abg. S t o l t wieder in den Landtag ein. Capelle gestorben. Ein StaatssUreior 0es v-Voot»KriegS. In Wiesbaden starb gestern Admiral von Capelle, bar ehemalige Staatssekretär des Reichtmarineamts. Capelle, geboren am 1. Juli 18SS, s«it 1891 im Reichsmarinoomt und wurde dort erster Mitarbeiter de» Staatssekretärs von T i r p i tz. für den«r namentlich im Reichstag die verschiedenen Kämpf« um die Flottenvorlagen durchkämpft«. Tirpitz hielt auf die Parlaments- diplomatie s«ines Direktors und späteren Unterstaatssekretärs große Stücke, obwohl bei der Bewilligungssreudigkett des allen Reichs- tags die Arbeit gar nicht so schwer war. So malte einmal der „Simplizissimus" Herrn von Capelle ab, wie er, aus dem Reichstag kommend, zu seinen Offizieren sagt:„Vier Panzerschiffe haben wir gebraucht, sechs haben wir verlangt— fünf haben uns die Esel bewilligt! Was tun wir nun mit dem sünsten?" Im Kriege nmhte zunächst Capelle aus Gesundheitsgründl n aus dem Amte scheiden. Aber als Tirpitz wegen der U»Boot-Frag: im März 1916 zurückgetreten war, wurde Capelle sein Nachfolger. Unter der Regierung Michaelis unternahm er dann in dir Reichstagssitzung am 9. Oktober 1917 eine leichtfertige Attacke gegen die Unabhängig« Soziakdemokvat»«. Seinen gänzlich rmdokumen- tierten Beschuldigungen traten nicht nur Haase und Dittmann entgegen, sondern, vielleicht nnt noch stärkerer Wirkung, auch Ebert und David. Ebert sprach bei jener Gelegenheit die Worte:„Jeder Tag. der das deutsche Volk früher von dieser Regierung befreit, wird von uns begrüßt werden" Capelle reicht« nach diesen Vorgängen seine Entlassung ei», sie wurde nicht genehmigt. Noch war es nicht so weit, daß ein Minister und noch dazu ein Admiral parlamentarisch gestürzt werden konnte. Michaelis freilich mußte bald darauf oerschwinden, Capelle ober konnte bleiben, bis im Herbst 1913 allen offenbar wurde, daß der auch von ihm vertretene U-Boot-Krieg kein« entscheidende Erfolge zur See, dafür aber auch durch Eingreifen Amerikas das erdrückende Uebergewicht der Entente zu Lande herbeigeführt hatte. Seit seinem Sturz am 7. Oktober 1918 lebte er als kranker Mann in verschiedenen Kurorten, bis er gestern einem Herzschlag erlag. Agrarberatung abgeschloffen. Schiele wirv die Kabinellsbeschlüsse vertreten. Das Reichskabinett schloß am Montagabend unter dem Vorsitz des Reichskanzlers seine agrar- und wirtschastspolitischen Er- örterungen ab. Die gefaßten Beschlüsse wird Rcichsminister Dr. Schiele in seiner Rede zum Haushalt des Reichvministeriums für Ernährung und Landwirtschaft vertreten. * Die Verhandlungen des Reichskabinetts über das Agrar- Programm des Ministers Schiele sind gestern nach dreitägiger Dauer zu Ende geganzen. Di« lange Dauer der Beratung zeigt, wie schwierig es gewesen ist, zu einer Einigung zu kommen. Wenn nun Herr Schiel« heute nachmittag sein Programm in der Fassung, in der es vom Kabinett genehmigt worden ist, vortragen wird, so wird es voraussichtlich ungefähr folgendermaßen aussehen: Die schon bestehenden Zollennäßigungen sollen um zwei Monate. bis zum 31. Mai. verlängert werden. Ferner soll das Kabinett ein- neue Ermächtigung erhalten, den Butterzoll zu er- höhen. Mit Italien soll über die Zölle auf Südfrücht« oerhandelt werden, die in dem Handelsoertrog mit diesem Land« Die große Abfuhr. �/ •V"* «-.Hier ist der Krückstock von Fridericus ZUjr. Bitte untertänigst damit alles, was nicht veutschnational ist, aus dem Tempel zu hauen!" «-Um Gotteswillen! Der Alte hat selbst 'n Krückstock!" gebunden sind. Die Zölle auf Hülsenfrüchte, besonders auf Erbsen, sollen erhöht werden. Ferner dürfte der Ernährungsminister einen Gesetzentwurf zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens an- kündigen, an dem der Reichsarbeitsminister Stcgerwald stark mit- gewirkt haben soll. Daß die Pläne des Herrn Schiele nicht nur bei der Sozialdemo- kratie, sondern auch bei den Jndustrievertretern der bürgerlichen Mitte auf sehr starke Bedenken stoßen, ist bekannt. Holland warnt Oeutschland. Ouisberg gegen Schiele-Kurs. Bei der Feier des 25jährigen Bestehens der Niederländischen Handelskammer in Köln sagt« der holländische Botschafter in Berlin, daß«» die holländischen Wirtschaftskreise mit Unruhe«r- fülle, wenn man sehe, daß aus künftige Beschränkung der holländi- scheu Agrareinfuhr nach Deutschland gedrungen werde. Cr wünsche. daß die Spamiungen. die in früheren Zeiten die Beziehungen zwischen beiden Ländern getrübt haben, nicht wieder auftreten. Sensationell wirkte eine Erklärung Dulsbergs, des Vorsitzenden des Reichsoerbandes der Deutschen Zndnslrie. zur Schleleschen Zollerhöhungcpolitik. Die Frcundschafk zwischen der Industrie und der Landwirkschast müsse ein Ende nehmen und. so sagte Dulsberg. i'ch in Feindschaft verwandeln, wenn die deutsche candwirtschafl den bisher eingeschlagenen weg weiter verfolgen werde. Bluiige Krawatte in Zittau. Nazi und Kommunisten im Kampf. Zitkau, 23. Februar. Bei einem Fackelzug, den die Rakionalsozialiflische Deutsche Arbeiterpartei heule abend durch die Hauptstraßen der Stadl veranslallele, kam es zu schweren Ausschreitungen. Als der Zug auf der Bauhener Straße anlangke, wurde er von K o m- in u n i st c n angegriffen. Em Ralionalsozialist wurde hierbei schwer verletzt, während zwei wettere Personen leichte Verletzungen erlitten. Gleich darauf sielen in der Frauenstraße mehrere Schüsse, durch die ein unbekelligler Mann tödlich verletzt wurde und ein weiterer einen leichten Rückenschuß erhielt. An dem herbeigerufenen polizcieulo wurde durch einen Schuß eine Scheibe zerkrümmerk. während der anschließenden Kundgebung in dem Gasthaus„Drei Kronen" kam es wiederum zu Zusammenstößen, bei denen ein Gendarm schwer und ein städtischer Schutzmann leichk v e r� lehk wurden. Demonffraiionsverbot für Mittwoch. Keine Demonstrationsfreiheit für die BGO. Der Polizeipräsident hat an die sogenannte revolutionäre Ge- werkschafisopposiiion in Berlin-Brandenburg folgendes Schreiben gerichtet: „Auf das Schreiben vom 20. Februar 1931, in dem sie für Mittwoch, den 25. Februar 1931 die Aufhebung des De- monfirationsverbotes beantragen, für die in dem Antrag näher angegebenen Siraßen Musikerlaubms nachsuchen und die „Zurückziehung der Polizei von den Straßen und vom Lustgarten fordern", erwidere ich Ihnen: Di« in den letzten Tagen vorgekom- mcnen Plünderungen und Gewalttätigkeiten sowie die wetter- gehenden erkennbar gewordenen Absichten lassen mit aller Deutlich- lest ersehen, daß die von ihnen für den 25. Februar geplanten und vorbereiteten Versammlungen unter freiem Himmel die öffentliche Sicherheit unmittelbar gefährden Ich lehne daher nicht nur Ihre Anträge ab, sondern darüber hinaus verbiete ich aus dem gleichen Grunde gemäß Artikel 123 der Reichsversossung für den 25. Februar 1931 auch für den Lustgarten, die Treptower Spiel» wiese, den H u m b o l d t h a i n und die Jungfernheidc alle Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel Das am 10. Dezember 1930 erlassene Demonstrationsverbot gilt demnach am 25. Februar dieses Jahres ausnahmslos für ganz Groß-Berlm. Ein Tendenz-Llrteil. Ein sozialdemokratischer Bedakteur zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Zwickau, 23. Februar.(Eigenberichts Eitt Tendenzurteil hat dos Schöffengericht in Zwickau gegen den verantwortlichen Redakteur des„Sächsischen Volksblatt" Walter Mctor gefällt. Nachdem Victor in der ersten Instanz von der An- klage der Gotteslästerung freigesprochen worden war und das Reichsgericht die Sache zur nochmaligen Beratung an dos Zwickau« Gericht zurückverwiesen hatte, ging das Gericht über den Antrag des Staatsamvalls, der zwei Monate Gefängnis oder eine Geldstrafe beantragt hatte, hinaus und verurteilte Victor z u vier Monaten Gefängnis. Der Anklage liegt der Tatbestand zugrunde, daß im Witzblatt«' teil des„Sächsischen Volksblatt" eine Satire von Paul Körner veröffentlicht war, die davon handelt, daß ein sterbender, langjähriger Zuchthäusler Anstaltspfarrer und Gefängnisgeistlichen neben sich Platz nehmen läßt und zu ihnen sagt:„Unser Jesus starb ja auch zwischen zwei Halunken." Während die Verteidigung des sozial- demokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Rofenfetd darauf ver- wies, daß es sich um eine Satire gegen den Strafvollzug handle, erblickte das Gericht eine Gotteslästerung rn der Taffache, daß der Zuchthäusler mit Jesus Christus verglichen worden sei Die Urteilsbegründung nannte die Veröffentlichung der Sattre eine „abgefeimte Tat zur Zersetzung unseres Volkstums" und kennzeichnete damit selbst den Tenidcnzchorakter des Urteils. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt worden. Volksbühne. Esokor:„Gesellschast der Menschenrechte*. Ein balladeskes Drama mit Georg Büchner als Helden. Revo- luttonsstiinmung. Bosheit der regierenden Justiz, Spitzeltum, Romantik und Liebe. Zusammenhänge mit der Gegenwart, die geahnt und beifällig begrüßt werden. Das sehr literarische Stück hatte einen Erfolg, der aui die Rechnung der vorzüglichen Darsteller und der erfahrenen Kenner der Büchner-Tragödie zu setzen ist. M. H. Nach Ziatten verdufiet. Mörderhelfer Maltih verschwindet. Innsbruck. 23. Februar.(Eigenbericht.) Die Innsbrucker Polizei hat den Hauptmann von Maltitz ausgewiesen. Er ist noch am Sonntag nach Bozen abgereist. Maltitz' Korrespondenz beschlagnahmt. Der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Beckmann hat jetzt größtenteils das durch die Berliner Polizei bei den Hans- suchungen in den Räumen der Berliner nationalsozialistischen Partei- organijationen beschlagnahmte Material nach Durchsicht der National- sozialistischen Partei wieder zurückgegeben. Unter den freigegebenen Sachen befindet sich auch die beschlagnahmte Kartei. Lediglich d i e Korrespondenz zwischen der Berliner S A.- L e i t u n g und dem Hauptmann von Maltitz in Innsbruck, die aus neun bis zehn Briefen besteht, ist van Landgerichtsrat Beckmann bei den Untersuchünosarten zurückd« halten warten. glich de« 199. Geburt-tuge» von M„iyiuglon fand am Mon- Carl- Schurz- Gesellscha ft, Anlaß tag ein Empfang der Carl-Schurz-Gesellschaft, deren Gründer— Anton Erkelenz die Gäste begrüßte, darunter den amerrka- nischen Boffchafter Sachett, und die Ziele der Bereinigung erläutert«. Der durch die Kabinettssitzung verhinderte Dr. C u r t i u s ließ seine vorbereitete Red« durch Geheimrat Füler vom Auswärtigen Amt verlesen, ans der man entnahm daß die amerikanische Regierung im Jahre 1932 den 2 0 0. Geburtstag Washingtons mir einer bsson- deren Ehrung seines deutschen und seines französischen Mitarbeiters verbinden wird, des preußischen Gcncrals von Steuden und des französischen Generals La F a y e t t e. WERTHEIM Sotveit dfoffatt Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Obst MusSpfei.... 3 ptund 0.95 Jßehensmittel Rinderkamm"*'p'ünd 0.84 Hammel-Vorderfl. 0.92 Gulasdl gemischt.. Pfund 0a92 Schweinerüd(en.Baud<0.7S Liesen....... p«und 0.65 Rückenfett bra,,er"�nd 0.66 Kaibskamm...Pfund 0.70 Kalbsbrust ,,nd 0.80 Gehacktes.... Pfund 0.80 Fr. Bratwurst Spe™ 1.10 Pökelkamm... Pfund 0.98 Nierenfalg au,9Ännd 1.75 Rinderleber gefror, Pfd. 1.18 Amerik. Äpfel Pfd. 0.38 0.45 Kaliforn. Birnen Pfund 0.38 Zitronen Mutzend 0.30 0.38 Apfelsinen o»d. 0.45 0.60 Gemüse Möhren gewaschen, Pfd. 0.05 Weifs« u.Wirsingkohl 0.07 Sellerie...Pfund 0.06 0.09 Schwarzwurzeln pm. 0.22 Blumenkohl Kopf*. an 0.30 Ganse gefroren, Pfd. 76,86,96* Suppenhühner 98* Pfund von an Hirschfleisch Pfund R«gout Blatt van 0.35 0.85 Grüne Heringe Pfund von an 28�- Wolgahühner gefroren, O � w Pfund von an � A"• Brathühner Pfund von an 1.15 Eier 10 Stüde von an 76 Bratschoilen 2 Pfund von an 25« Seelachs ohn. Kopf, ganze � O... Fische, Pfd. v. an Jt O Pf* Zander gefroren Pfund von an 38 Pf* Wurstwaren Wien. Wursfchen Paar 0.14 Dampfwurst tfrithdiw'. 0.88 Leberwurst 1.15 Käse u. Fett Camembert 0.25 Tilsiter Art ÄRt],nd?}d. 0.70 Limburger 0.48 0.84 Tilsiter volifett, Pfd. von an 0*88 Holländer"�r�und 0.90 Kokosfett t-Pfund-Tafal. 0.40 Margarine Pfund 0.40 0.52 Tatelbutter Pfund 1.60 1.72 Teewurst 1.45 grobe 1.55 Speck ilan 0.85 mag« 1.12 Gek.Sehinken9,Äd0.45 Räucherwaren Bücklinge Pfund von an 0.26 Sprotten"„0.35 Kistch. 0.40 Flundern Pfund von an 0.42 Gebrannter Kaffee eig. Rösterei, 3.60|fl 3.20, 2.80, 2.40 l.TW Tee-Mischungen Paket 125 Gr., 2.40 J-- 2.20, 1.90, 1.80 Tl. A3 Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 14 2. Staats-Oper Unter d. Linden 176. A.-V. 20 Uhr Oer Troubadour Ende 22'ti Uhr Dienstag, 24. 2. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus III 20 Uhr Ein bnde 22", Uhr Staats-Oper Am PUti der Rtpolllt. V.-B. 20 Uhr Ffdelio Qeftentl. Kartenverkauf Ende 22»Ä Uhr Staat!, (am Gendai Schaosph. iraienraarkt). 151 A.-V. 20 Uhr Die Weber Ende n.22V4 Uhr StaaUcbilleKtieater.Hg. 20 Uhr Herr Doktor, haben sie zu essen? Ende 22'/« Uhr Tägl 2 Vorstg. 5 ll. SVs Uhr Barbarossa 9256 Hadun. 50 Pf. bis 3 M, abends 1 bis E M. 3 Andren Utivel Stoberlo de Tascoticellos, Wlatdle& 3tay usn. PLAZa I Täql. 5 u. SIS Sonnt.*2, So,«» E 4, Ale*. 8066 Nehm. SOPf.— 1 M., abds. 1-2 M. 4 Bronettm, Dollynoffa Jazz- und Tanz- Revue Daunton-Show. Kremo- Familie und weitere Attraktionen CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. •miMtefniiiiimiiiiiitiiiiiiiiiiitiniiiiiiiiiiiiniiiiiiHimmtHenetiii Trotz des groB;n Erfolges nur bis 8. März Onttel Htllui aus Nenruppin and ein ersikl. bantes Programm! Moniag« den 9. März zum 1. Male 0 diese Schwiegerväter Gnltchcin 1— 4 Personen Fauteuil 1,25 M., Sessei 1.75 M. Sonstige Pr.; Parkett 75 Pf.. Rang 60 PI. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägi. 8 Uhr. im weissen ROSSI. 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Täglich SV, Uhr Grete Reinwald ÜBlK!- mit Will Kaufmann, Heinz Klubertanz Lewing-Tlieatgr Täglich SV, Uhr Viktoria undihrHusar Marjlosseff.Dnsdij.Loefi Reichshallen-Theater Ibends 1 8_l Sonntag Hadunittag fä-TI Rdr Das wunderbare Februar-Programm der Stettiner sanger Populäre Preise! Nachm. ermäßigte Preise! Oönhoft- Brettl Täglich das gute VarletC- und Kabarett-Programm! Männer- und Gemiiditei Our COpintt, AS8. Nachruf Am 20. Sgebntat oerllntb pTSklidi und ganz unermatttt unftc Mtlziirb Berthold Dressel im Alt« hon 55 JaHrin. Wir»«li»t»n in ihm eintn stets steiftigm unb tutfrichligEn Sanges. brubet unb tncrbtn ihm ein ehrendes Anbenfen bewahren. Stumm schläft der Sänger. Dez Vortlsnd. Die Sinäichernng erfolgt am Mit» wach, dem:S b M.. nachmittag» 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Sewlnuauszug S.«lalse SC. Ttrrvblfch.Eädbni Ische Sfaafs-Lottede. Ohne Gewähr Nachdruck verbot«» »Bf lebe gezogen» Kummet sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar|» einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilunge» I und II 13. Ziehungstag 23. Februar 1931 3n der heutigen Bvrniittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 eMnim« j» 10000®L 171979 10»«Win-. ,n BOOO M. 112532 121006 123980 207957 387865 372481l?395297tt 3000 � 22906 83066 145,68 103891 290841 298183 68«.Win-- 3000 SB. 5712 6971 12756 27990 28043 60473 61268 68624 89562 94741 102276 127545 135749 157827 183298 217778 227668 233600 238341 263027 264124 282916 305970 310449 314780 338764 372454 377335 384657 100««wian, 1000 M. 13046 25182 34182 35038 46322 47273 48736 64838 68590 70725 70852 76243 01356 99718 101032 117430 128972 130698 133799 146233 150377 155719 156891 168938178152 197841 205963 210558 234232 262845 273212 280374 294482 296077 297263 306598 309067 313834 318131 319588 336358 343888 345139 347621 371393 373543 378783 379393 381026 399086 194»-Winne«u 500 M. 6667 14465 22105 29235 36114 39224 60920 61891 54265 57974 60166 70351 71795 72612 72614 76283 78295 78670 79618 83549 86739 66265 91442 92604 93543 97614 99550 126954 129903 140043 142336 142451 142496 151100 163299164146 171 171 172946 173666 184732 184823 203435 205799 206214 206482 212195 214031 223383 235584 238921 239270 240312 253226 254463 254987 259232 259608 261539 265162 266848 267261 268058 277346 278623 284338 287456 288322 293523 294076 297802 306686 308440 309855 321209 323732 325581 326760 327860 329421 329932 332611 351941 353299 355268 356872 357344 365058 366583 368877 369923 371029 371768 376396 382152 336501 393839 399664 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 vi. gezogen 2»-Winne ,n 50000 M. 82629 8 Sewinne ju 10000 M. 14816 92283 287873 288889 6»-Winne ,u 5000 M. 1110 249221 266510 6»«Winne ,n 3000 731. 136223 202847 295055 36»«Winne ,u 2000 M. 15465 18628 22030 122094 135206 137579 138006 150527 159108 159375 236108 240487 242786 270166 300871 �n77qn 82»«Winne ,u 1000 93L 4198 4972 8898 11090 33253 37103 74635 89296 93049 93515 95168 95454 103014 113780 140029 157656 159372 165687 177425 229107 238086 244733 250782 262533 269821 278130 285756 293778 299547 312389 323850 348236 358616 359175 361733 363191 373224 386496 386502 397777 397887 124»«Winne ,» 500 M. 6928 44948 47707 50237 51085 63942 65872 76842 77520 90601 100418 104808 106133 1 22496 150661 161292 167776 169009 180251 1 62058 186468 190505 191900 194490 196947 207003 210430 216293 217146 221150 222130 222558 236644 259020 265840 265971 266576 267305 274119 281482 282464 283582 284691 288211 289778 298460 301737 307734 312390 314611 318690 336688 337397 339026 346274 368998 371668 377013 383111 383885 384487 394958 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000. 4 zu je 75000, 2 zu je 50000, 22 zu je 25000, 92 zu je 10000, 246 zu je 5000, 560 zu je �000, 1700 zu je 2000, 3306 zu je 1000. 6270 zu je 500, 15950 zu je 400 Mari. Die Geburt einer Tochier zeigen an Dr. Ernst u. Grete Fabian Rittersira�e 87 OitsibeMlaMei-lleM Mißtmoch den 25. Aebrnar. abends 51- Uhr, im Verbands Hans, Cinieaftr.«3/85(Slhnngsfaal 2) Branchen-Versammlung der BQromaschfnen- Riechanlher Tagesordnung: Bericht vom Schlichtungsmisfchuh und Stellungnahme dazu. D:e Funktionäre treffen fich eine halbe Elunbe früher in bemfelben Saal. Mitgliedsbuch legitimiert. Rege Beteibgung wirb erwartet. KLEINE ANZEIGEN miuuiiiiiiiimimumiumiiiiiittimiiiiMiiiiiimiimiiiiu Ueberschriftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf. Wiederholungsrabatt; 10 mal 5 Proz, 20 mal oder 1000 Worte AbschluS 10 Proz. 2000 Worte 15 Proz. 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche; Ueberschriftswort 15 Pf., Textwurt 10 Pf/ Anzeigen, welche für die nächste Nummer Destimmt sind, müssen bis 4�/, Uhr nachmittags im Verlag. Undenstr. 3, oder auch In sämtlichen Vorwärts-Filialen und -Ausgabestelen abgegeben sein uerKMe ]! Linoleum. Szillat, ftolonicftt.9. TTZitfrasef). den 25. fffebenar. abends 7 Uhr, im parterrefaal des f, verdandsyanfe». cinieaflr. 83/S5 KleidungssttlsKe. Djascne usw. Branchen- Versammlung aller in den Fahntchlbeirieben Im Kran- nnd Aofzngban Bcacfaäfitglcn, elnadilieglid) der ani kanten de- »dläiligten Monieare and Heller Tagesordnung: L Branchenangelegenhetten. 2. Berichiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. Zahlreiche Beteiligung wirb erwariet SUffiaad), de» 25 Aebrnnr, abend» 7 Uhr, Im Uarterrefaal das Verbandohanfes, cinienstrahe«3 SS Branchen- Versammlung aller In der Eloenbonotrnlctlon, Signalban, Fahrstuhl- und Anizngbaa hesrhSttlgten Kollegen sowie aller Monlenre nnd Helfer aal kanten Tag esarbnnng: 1. Branchenangelegenhetten. 2 Berfchiebenes. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Da der erste Punkt sehr wichtig Ist. muS jeder Kollege ericheinen. vonnerstna. den 2». Februar. nachm. 5 Uhr. Im Dresdener Garten, Dresdener Straf,« 45 Versammlung der Geld- und Li-ner- schmiede Tagesordnung: 1. Bartrag. 2. BranchenangelegenHeite». 3 Verich:ebene». Ohne Milgiiebsbuch leiu Zutritt. Das Erscheinen aller Ztollegen ist unbedingt notwendig. 7181'MSI'lIl Schleiersuchtfische, Wasseroflansen. ob» zugeben. Äbolf Reimann, Strast* buDgerstrahe 20.(3 Senig getraaene stavaliergarderobi oon Millionären. -iiertten. Anwälten. Fabelhait billige Preise. Smviehle Taillenmäntel.Palc. lots, Fracks. Smo. linas. Eehrockau» »llae. Losen.. Svart-. Sehvelxe. Selegen. heitstäufe in neuer Karderobe. Weite. ster Wen lohnend. Lothrinaerstraste W, 1 Treppe, Rosen* I Haler Dlat__• Wenig getraaene Serrenaorberobe, teils aufSeibe, per. kaufe spottbillig. siackettanzllge. Sma kinaantlla«. Dole. tot», Ulster. Beim kleiber sowie erst. Zlasstge neue Darb«. rode. Srsak wr Mast. Spezialität: Bauchanzllge. Bei- leih von Gesell- lchoftsantllaen. Dfanbleihe Wein- qarien. Prinzen. strage SS. l!!GllW8UellG> Zahngebiffe, Platinabfälle. Oueckstlber, Zinn» metalle, Silber. schmelze. Said. schmelzerei Christio. not. stäpenicker. straße 33, Lalle» stelle Adalbertstrah« Puppenwagen. gebraudü, tauft Leise. O. 34. Zio. miuteuerstraße 31. nnoDsi Donnerstag, den 28. Februar. nachm. 5 Ahr. in Smald» Vereins Stalitzer Slrage 128 Paten tmatrahen Metallbetten. Auf. legematraken. Chaiselongue», Wal. ter.StaraarberstraRe achlrehn. NeiuLadei, Mustermöbel. Ausstellung Ramer. Fing, Rastanien. alle- 86. Schlaf. timmer ß7ö.—! Ruhedetien 28.—. RiesenauswahI.Zah. lungserleichterun». EtvwlmöbeZ aller Aol». und Stilorten lu beben. Hans, Versammlung der Graveure u. Ziseleurs 6eM*ai!,cAtc,n Steifen. Model- Tagesordnung:-— 1 Portraa: Der Sport und nnser Berus. 2. Distusston. 3. Bran-henangel-genhetten. Das Erscheinen aller Rollegeu ist unbe- bingl notwendig. Donnerstag, den 28. Februar. add». 7 Uhr, im Gemerkschaflshan», Sagelnser 24/2«(Grober Sani) Branchen-Versammlung der Behrleger und«euer Tagesordnung: Z. Perband». unb Branchenangelegen- Heilen. 2. Berichiedenes. Milgiiebsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wirb erwartet. vonnersfng, den 26. Aedrnnr abend» 7 Uhr. im Zitznngssnal»es Verbandshans«». Dintenstr.»5.85 II lienkerenz der hau» Morih Sir» schowih. Ellbosten. Skalisterstrahe 28, Lochbahn Rottbuffer Tor.' I»imi'l'icin| Jeder ghei zieht Btwerbcr mit Svrachlenntniffen vorl Drum lerne Sprachen in brr Berlik Schoo!, Le-ip» xiaer Etron« 110. Rurfllrsten. dämm 26». Einzel» unlerrichi. ZirtcL Preisabbau: 10°'o. Technische Prioalschul« Dr. Werner, Regie» rungsbaumeister, Berlin, Neander» straffe 3. Moschinen» bau, Elektroiechnit. Lochbau. Tiefbau. Eteinmeffsdiule, Leizungstechnik._* Technische Privatschule von Ludwig Barth, In. ' Iber und Leiter ipL.Ing. Hermann Haase.NI.Chauffee. straffe I sOranien. burger Tori Mo» schinenbau. Elektro» technik, Tages», Abendschule. Be» ginn Oktober. fflusm* instrutnsnte Deieltivbäro Staschel. C Hanffee. istraffe 77 Fern» sprecher Wedding �7366 Beobachiun» '«cn. Srmitteliinaen. Auskünfte allerorts. 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Der Inhalt der inkriminierten Artikel , ist seinerzeit unter anderem auch vom sozialdemokratischen Reichs- tageabgeordneten Schöpft in gelegentlich der Beratung des Reichewehretals zur Sprache gebracht worden. Im„8- U h r- A b e n db lo tt"' vom 20. Juni 1929 erschien in grojzer Ausmachung«in Artikel:„Neuer Reichswehrskandal. 30 000 Kavatleriesättel, Preis 5 Millionen, trotz völliger Unbrauchbarteit abgenommen! Nach dem Moito:„Setzen wir den Kavalleristen nur in den Sattel, reiten wird er schon können"... Zum Fenster hinausgeworfene Millionen. Ist das dem Herrn Reichswchrmi- nister bekannt?" Der Artikel befatzte sich mit angeblichen Mißständen im Reichs- wchrniimslerium und brachte insbesondere zur Sprache, daß die Heeresverwaltung einen Auftrag auf 30 000 neue Reichswehr- sätlel nichlfachkundigen Firmen, darunter auch einer nicht«in- gearbeiteten und ungeeigneten München» Firma er- teilt habe. Die gelieferten Sättel hätten sich als unbrauchbar er- wiesen, dem Reich sei auf diese Weise ein Verlust von 3 Mit- lionen Mark entstanden. Der Artikel inachte in der Hauptsache den für die Sattelvergebung zuständigen Referenten des Reichs- wehrministcriums und früheren Tierarzt einer Trainabteilung, der nicht die leiseste praktische Erfahrung habe, für den Verlust verant- wortlich. 10 000 Kilogramm dieser unbrauchbaren Sättel seien be- reits als Altmaterial weiterverkauft worden. Die Reichswehrkom- mandeure schrieben empörte Briefe über die Untauglichkeit der Sättel, ein Teil derselben sei in die Spandauer und in die andere Werkstätie zur llmarbeiiung übergeben worden. In einem weiteren Artikel der genannten Zeitung.Las Reichswehrministerium läßt die Mitteilung über den Millionerrskandal unwidersprochen" wurde die Anklage noch detaillierter wiederholt und in einem weiteren Artikel mit der Ucberschrist„Neue Enthüllungen über skandalöse Zustände in der Bcndlerstraße" wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Referent des Reichswchrministeriums, der Aufträg« vergibt, Aktien einer Firma besitzen dürfe, welche bei den Austrägen be- sonders bevorzugt worden fei. Das Reichswehrmini st erium bestritt die Darstellun- gen der Zeitungsartikel. Es gab allerdings zu, daß sich bei den neu gelieferten Sätteln gewisse konstruktive Mängel her- ausgestellt hätten, behauptet« aber, daß selbst bei Berücksichtigung dieser Mjingel nach deren Beseitigung sich eine Kosten e r s p a r n i s ergeben hätte. In der gestrigen Verhandlung erklärte sich Re- dakteur Zucker aus die Anfrage des Vorsitzenden zu einem Ver- gleich bereit. Der Angeklagte Becker wollte jedoch von einem solchen nichts hören und trat den Wahrheitsbeweis an. Der als erster Zeuge oernomme«! Oberst Müller bestritt, daß von den Reichswehrkommandeurcn wegen der Sättel Klagen eingelaufen wären: richtig sei allerdings, daß der größte Teil der Sbttel aus dem Gebrauch zurückgezogen worden fei, jedoch nur aus Sparsam- leitsgründen, damit die alten Sättel zuerst aufgebraucht würden. Wo kamen die vielen Lederabfälle her? Der Vorstand der Heereswertstätten in Spandau Major G u s e wußte aber zu bekunden, daß an rund 10000 Sätteln verschiedene Abänderungen am Obersig und an den Polsterungen vor- genommen werden mußten. Die Kosten der größten Reparatur stellten sich auf 33 Mark. Entscheidend war die Aussage des Generalvcterinärs Dr. Voigt, gegen den sich hauptsächlich die Vorwürfe der Artikel gerichtet hatten. Er erklärte, daß er als Leiter des Ausschreibungswesens sich an das M o d e l l zu halten hatte, iws ihm gegeben worden sei. Zur Bedingung sei ihm gemacht worden, sich nur Firmen zu bedienen, die schon vor dem Kriege in der Branche beschäftigt gewesen und die Aufträge über das Reich zu verteilen. Die Münchener Firma Schröter sei von der Bayenschen Landesauftragsstelle empfohlen, und die Unterlagen dafür, daß diese Firma das Heer vor dem Kriege beliefert habe, seien von der Handelskammer bestätigt worden. Das erstaunlich billige An- gebot der Finna habe diese durch ihre neuen Fabrikationsmethoden erklärt. Ein Teil der von dieser Firma gelieserten Sättel sei tat- sächlich fehlerhaft gewesen. Schließlich" erstihr man noch von einem weiteren Zeugen, daß die vielen tausend Kilogramm Leder- abfalle wenigstens zum Teil von den umgearbeiteten neuen Satteln herrührten. Da auch die übrigen Zeugen wenig günstig für den Angeklagten Becker aussagten, regt« der Vorsitzende am Schluß der gestrigen Verhandlung erneut einen Vergleich an. Redakteur Zucker erklärte seinerseits, daß auch er noch dem Ergebnis der Beweis- aufnähme und nach der von dein Gewährsmann Becker erfolgten Erklärung die Vorwürfe zurücknehme. Die Parteien wollen sich bis heute den Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden überlegen. Noi irieb sie zur Falschmünzerei/ Trotz Zuchthausstrafen neue Herstellungsmethoden. vor dem Schösscngcricht Berlm-Mitte lernte man eine Falfchmünzerfamilie kennen. Auf der Anklagebank saßen der Landschaftsgörtner£. und sein Sohn Karl, ans der Zeugenbank ober die Muster. Der Vorsitzende meinte vkblleicht nicht zu Unrecht, daß höchst- wahrscheinlich auch die Mutter und der Sohn Georg sich an der Herstellung von Fünfmarkstücken beteiligt hätten. Totsache ist. daß der Landschastsgärtner mitsamt seinen beiden Söhnen Karl und Georg im Jahre 1926 s« zwei Jahre Zuchthaus wegen Fabrikation von Zweimarkstücken haben hinnehmen müssen. Karl ließ scheinbor die Zeit hinter Gittern nicht ungenutzt. Er knobelte an neuen Her- slelluugsmethoden, bastelte iin Gedanken an neuen Maschinen, und kaum hail« er die Freiheit wieder, da verfertigte er ein« neue Risselmaschine: Seine neuen Fünfmark stücke waren von den echten kaum zu unterscheiden. Er bracht« sie mit Erfolg an den Mann und hielt sich in seiner Arbeitslosigkeit auf dies« Weise über Wasser, bis er eines Tages, am 29. September v. I., von der Zigarrenhändlerin Rosa L. gestellt und der Polizei übergeben wurde. Karl erklärte jetzt, nicht zu wissen, wo.er bos falsche Fünsmarkstück her habe: die Zentrale zur Bekämpfung des Falschgeldes stellte aber zuerst die Be? breitung von 32 Fünfmark stücken und später eine solche von 67 Stück der gleichen Fabrikation fest. Als die Zentral« am IL. Januar d. I. endlich bei Karls Vater, dem Landschastsgärtner, eine Haussuchung vornahm, fand man sämtliche Fabrikationsuteasilieu hübsch zusammengebunden im Fahrrad be- festigt: der Vater war wohl gerade im Begriff, die Beweisstücke zu beseitigen. Sein Portemonnaie barg aber eine Kupfermünze von der Größe eines Fünfmarkstückes und außerdem ein Fünsmarkstück mit einem eisernen Ring. In der Verhandlung war Karl bereit, die ganze Schuld auf sich zu nehmen: er habe in Abwesenheit von Vater und Mutter je nach Bedars vier bis sünf Fünfmarkstücke in der Woche hergeftellt, im ganzen nicht mehr als 120: erseiinNot gewesen, seine Frau habe vor der Entbindung gestanden, er habe die Grenzen seines täglichen Bedarfs nicht überschritten. Das Gericht verurteilte jedoch Bat er und Sohn zu je zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Li« Zahl der Falschmünzer scheint ttn Wachsen begriffen zu sein: auch hierbei spielt Arbeitslos ig- k e i t und Rot nicht die geringste Rolle. Daß es Rot gewesen, die Vater und Sohn auch in diesem Falle zur Falschmünzerei ge- irieben. mußte selbst das Gericht zugeben. Wegen der Gemeingesähr lichkeit ihres Treibens und der Beharrlichkeit ihrer Jabrikations- iäiigkeit wurden ihnen mildernde Umstände versagt. Magistrat gegen Arbeitsnot. Jede Nebenbeschäftigung für städtische Beamte verboten. Zur Unlerstüßung der Blaßnahmen gegen die A r b e i l s n o k hak sich der B1 a g i st r a k veranlaßt gesehen, ernenk die Verwalkungen aus die Beachtung der schon lange bestehenden Vorschriften über die Rebcnbeschästigung der Beamten hinzuweisen und ihre sirengste Durchführung zu fordern. Danach ist es grundsätzlich keinem Beamten gestaltet, ohne Genehmigung eine bezahlte Reben- beschästigung selbst gelegrnllicher Art. anzunehmen, noch viel weniger ein Gewerbe zu betreiben oder in den Vorstand des ver- waltnngs- oder Auffichlsral einer auf Erwerb gerichteten Gefellfchost cinzukrcten. Auch zum Gewerbebetrieb der Ehefrau muß die Genehmigung eingeholt werden. Die Verwaltungen sind angewiesen, alle etwa noch bestehenden Genehmigungen sofort zu widerrufen, wenn nicht ganz zwiagende Gründe dem entgegenstehen. Besonders hat der Magistrat nochmals darauf hingewiesen, daß Musizieren gogen Entgelt verboten ist, auch wenn es sich um eine Betätigung auf künstlerischem Gebiete handelt. Den Beamten ist aber außerdem dringend nahegelegt worden, auch das Musizieren ohne Entgelt, das an sich nicht verboten werden kann, zu unterlassen, um nicht dadurch die Arbeitslosigkeit unter den Berussmusikern noch zu vergrößern. Außerdem wird zunächst für die Dauer von zwei Jahren die Verwaltung sämtlicher städtischer Mietshäuser nicht mehr städtischen Beamten, sondern abgebauten älteren schriftgeaiaiidten kausmünnischen Angestellten übertragen. Alle vorhandenen Ver- ivalter, die städtische Beamte sind, werden abgelöst. Die weiblichen verheirateten Beamten, auf die nach den gesetzlichen Bestimmungen kein Zwang zum Ausscheiden aus- geübt werden kann, hat der Magistrat erneut auf die Möglichkeit des freiwilligen Ausscheidens gegen Gewährung einer Abfindungssumme hinweisen lassen, damit ihre Arbeitsplätze für andere Kräfte frei- gemacht werden können. Die Beachtung des seit Jahren bestehenden Grundsatzes, daß von Beamten und Festangestellten keine Ueber- stunden geleistet, werden dürfen, ist'den Verwaltungen nochmals nachdrücklichst zur Pflicht gemacht worden. Für einmalige große Mehrarbeiten(wie Vorarbeiten von Wahlen, Pcrsonenstandsanf- bahme u. ä.) werden auch künftig Angestellt« durch Vermittlung der Arbettsnachwesse vorübergehend eingestellt werden. Warnung vor unüderlegtem Parzellenkauf. Immer wieder werden Fälle bekannt,!n denen Siedl« r Grundstücke erwerben, ohru� sich vorher Gewißheit darüber zu verschaffen, ob bzw. unter welchen Bedingungen ihnen die Bau- c r l a u b n i s erteilt werden kann. Besondere B o r s i ch t ist beim Erwerb einer Parzelle aus neu aufgeteiltem Gelände geboten. Häufig lassen sich Baulustige durch den scheinbar niedrigen Preis des Grundstücks zum Kauf bestimmen, um erst zu spät zu erfahren, daß für das Gelände ein Bebauungsplan überhaupt noch nicht besteht, oder daß im Anbaufalle recht erhebliche Straßen- baukosten zu bezahlen find. Das Vorhandensein eines Be- bauungsplanes und Sicherstellung der Kosten für den Straßenbau sind— neben anderen— die wesentlichsten Voraussetzungen für die Bauerlaubnis. Wer ein Baugrundstück erwerben will, erkundige sich Er hockte vor ihr und sah, wie kurz ihr Stengel war unter der Erde, und wie lang darüber, wie weiß und zart unten und wie hart und ungenießbar oben. Da gab sein Hirn einen Gedanken in seine Hände, einen von jener Gedankenart, die ihn mächtig machte über alle anderen Wesen: er wählte einen Pflanzentrieb, der eben die Erde verlassen wollte, er ließ ihn stehen und tat vier, fünf Hände Sand darüber: und dannn ging er weg und merkte sich die Stelle und kam wieder nach drei Sonnenaufgängen. Da hatte der Wille zum Licht den Stengel hindurchgetrieben durch den Sandhügel: da war jenes Stück, das weiß war und zart, dreimal so lang ge- worden: da brach es der Mensch dicht über der Wurzelkrone und gab wieder Sand darüber und erntete abermals nach drei Sonnenaufgängen, und erntete oftmals: da gab die Lilie des Sandes zwanzigfache Frucht zwischen die lachenden Wulst- lippen des-schmatzenden Menschen. Ruhig, gemessen weiter schritten Jahrtausende: aber die List blieb und wurde seiner und wurde Anbau, und die Freud« des Menschen an der �Pflanze blieb und wurde feiner und wurde Genuß: und der Wille des Menschen, über seinesgleickfen zu herrschen, schied auch hier diejenigen, die anbauten, von denen, die genossen. Die Stubbenlailder zählen zu denen, die anbauen. Viel- leicht werden sie reich: sie treten das Erbe eines listigen Ahnen, sie treten die Macht über die Pflanze, sie treten eine Herrschost an: aber ihre Rücken schmerzen vom Lücken, ihre Lider und Lippen vom wehenden Sand, ihre Herzen von der Armut der Gegenwart: sie gehen unter einen Fluch, sie gehen in eine Sklaverei. Es ist nötig, Gräben auszuheben, fünfunddreißig Zenti- ineter breit, vierzig Zentimeter tief; Zwischeirräume zu schassen mit Hügeln, hundertfünfzehn Zentimeter breit: Dünger in die Gräben zu geben, zehn Zentimeter hoch: Erde darüber zu schütten und darein zu mischen, bis zwanzig Zentimeter gefüllt stnb; Standen z» pflanzen mit dreinnddreißig Zentimeter Abstand: sorgsam das alles mit Spaten und Händen, ausge- glichen und eben und glatt. Es ist nötig, bis ins dritte Jahr zu warten, um die halbe, bis ins vierte Jahr, um die volle Frucht zu ernten: es ist nötig, weil die Pflanze anspruchsvoll geworden ist unter der Pflege des Menschen. Denn es ist kein Ding, das man beherrschen könnte, ohne von ihm be- herrscht zu werden; kein Ding, das gestaltet würde, ohne zu gestalten. „Ach bitte, Herr Korn— würden Sie wohl gestatten, daß ich mit aufsteige?" Das„Brrr!", mit deifl Andreas den Hans zum Halten bringt, klingt unfreundlich. So ganz bereitwillig ist es auch nicht gesagt, denn am Wege steht Herr Schmitzcr, und Andreas hat was gegen die Juden, seit er die„Sandkuhlc" aus jüdi- scheu Händen gekauft hat. Gegen Herrn Schmitzer allerdings richtet sich das weniger; an dem schätzt er nur die übertriebene Liebenswürdigkeit daneben.„Man ruff!" sagte er deshalb mit betonter Grobheit. „Wenn ich aber störe—" „Man ruff!!— Was haben Sie denn da in der Hand?" „Eine Hundeleine." „Wo ist denn der Hund dazu?" „Der hat sich wieder versreckt, glaube ich. Er ist so scheu." Andreas steigt wortlos ab. befestigt die Leine, an der ein großer, hagerer, in Todesangst winselnder Köter hängt, in der Schere, so daß der Hund zwischen den Rädern laufen muß. und steigt schweigend wieder auf. Herr Schmitzer be- dankt sich wortreich.„Es ist übrigens nicht mein Hund. Ich habe ihn für Fräulein Papendieck besorgt. Sie will ihn morgen Herrn Papendieck zum Geburtstag schenken." Andreas haut dem Hans eine über. Ja, die Papcndiecks. Können sich noch Hunde schenken. Und haben sich doch mit größten Kosten auf die Spargelkultur umgestellt. Spargel- pflüg. Spargelwalzen, die besten Pflanzen— alles hat sein müssen. Korns Pflüge waren ihre zehn Finger, und die Hand- flächen ihre Walzen, und die Pflanzen— .La liegen die letzten fünftausend", sagt Andreas und weist mit der Peitsche nach hinten.„Unsere Ziege hat dran glauben müssen. Die letzte, graublau mit schwarzen Füßen. Sie haben dos olles ja eigentlich auf dem Gewissen, Herr Schmitzer, mit Ihrem Ratschlag von damals. Na, wcnn's man gut geht." Warum soll's nicht gut gehen, Herr Korn?" „Weil's ein Wettlauf ist zwischen meinen allen Knochen und dem Spargel", sagt Andreas ernst.„Wer kann am langsamsten? Darum gehts. Drei Jahr braucht der Spargel bis zur Ernte: drei Jahr wird also Schmalhans Küchenmeister sein. Schwierig für'n alten Kerl. Na, mal sehn. Hü, Hans!" Hans will nicht recht oder ist verträumt: obgleich es auf den Stall zu geht, obgleich es dämmerig wird. Vielleicht be- schäftigt ihn der Hund, der da zwischen den Rädern läuft. Viele Hunde hat Hans in seinem zwanzigjährigen Pferdeleben gesehen; manche wundgetreten, wenn sie nach ihm bissen; einen überfahren: das ist lange her. So etwas Aengstliches, Zittriges wie dieser Köter war noch nicht darunter. Der Hund tapst unter dem Wagen, Schnauze gesenkt. Schwanz im Geläuf, und hat Angst vor allem: vor den Weg- steinen, vor den Pferdefüßen, vor dem Dunkel. Mit Steinen hat man ihn bisher nur geworfen, mit Füßen nur getreten. Weit sehen kann er nicht; er hat auf einem engen Hof kurz angekettet gelegen, auf dem Misthaufen: der Blick stieß nach fünf Metern auf eine graue Mauer. Die Nase hilft ihm nicht, gibt ihm keine Witterung: die Ammonrakdünste des Mistes hoben sie verdorben. Was vordem war, weiß er nicht mehr; eine unklare Erinnerung ist da an Verlaufensein. Umherirren, Stehlen, Verprügeltwerden. Eine unklare Angst ist da. daß es nun wieder so kommt. „Die rechte Freude kann ich nicht finden am Spargelbau", sagt Andreas in den Maiabend hinein, der sich zögernd mit Sternen schmückt.„Alles ist so grau, so sandig. In der Land- Wirtschaft greift alles ineinander, aus Getreide wird Vrot, aus der Kirh kommt Milch, das Pferd pflügt uick> gibt den Dünger gratis dazu.— Hö, Hans! Mußt du denn alles auf die Straße fallen lassen? Kannst du nicht bis zu Haus warten, hö? Der Hund unten winselt auf: k>ie fallenden Kugeln haben ihn erschreckt. Hans läßt den Schwanz wieder sinken, ohne Uebereilung. Er ist solche Ansprachen gewöhnt und legt den Dünger dahin, wo's ihm paßt. „Sie sehen's ja schon an den Wörtern", sagt oben Andreas.„Beim Getreide hat man Ernten. Beim Spargel bloß Kampagnen." „Hallo! Herr Schmitz«?" ruft Lene Papendieck, die am Wege gewartet hat.„Haben Sie den Hund? Ich möchte ihn Ihnen gleich hier abnehmen, damit Vater noch nichts sieht." Andreas hält. Schmitzer steigt ab, sonderbar verwirrt. Lcnc bedankt sich bei Andreas, weil Schmitzer es vergißt. Man sagt sich wieder etwas herzlicher Guten Tag. seit Papendieck die Kuh abgeschafft hat: wenn er's auch bloß wegen der Um- stellung auf den Spargelbau tat. (Fortsetzung folgt.) otfo in seinem eigensten Interesse rechtzeiSz. d. h. tat Vertragsabschluß, bei den zuständigen Dienststellen— Bermessungs- amt und Tiefbauamt— nach den für das betreffend« Grund- stück vorliegenden Verhältnissen. Drang zum Oberbürgermeister. Wie man heute Reklame für den Zirkus macht. Ein Z i r k u s d i r e t t o r ist ein ehrennxrter Mann. Wir ziehen den Hut vor ihm, wenn er sich noch dazu aus kleinen, ärmlichen Verhältnissen mit eigener Kraft zu einer international anerkannten Persönlichkeit emporgearbeitet hat. Solch ein Mensch ist zweifellos der in der ganzen Welt berühmt« Direktor des Zirkus Sarrafmn, Hans Stosch-Sarrasani. Und trotzdem hat nie- mand seine kürzlich an die Stadt Berlin gerichtete Aufforde- rung, ihn zum Oberbürgermeister zu wählen, ernst nehmen können. Man erklärte sein Schreiben für einen geschickten R e k l a m e t r i ck. Dagegen hat sich Herr Stosch-Sarrasan: in einem zweiten Schreiben energisch gewandt,«r erklärt«, es fei ihm mit seiner Kandidatur vollster Ernst. Jetzt kommt ein zweiter Mann der Manege, der Direktor des Zirkus Gleich, und behauptet in einem Bewerbungsschreiben an den Magistra: von sich, «r sei als der„geboren« Diplomat, Organisator und Kaufmann" der Mann, den Berlin brauche! Um seinen Konkurrenten Sarrasani endgültig aus dem Felde zu schlagen, will er der notleidenden Stadt Berlin in dem Augenblick, in dem seine„Bestallung" erfolg:, ein Darlehen von mindestens drei Millionen Mark zur Verfügung stellen. Man sieht:«in nobler Herr! Und dazu ein fabelhafter ?! e k l a m c m a n n. Er hat den Sarrosani noch üdertroffen. Nur werden wir uns für seine„menschenfreundlichen" Darlehnsangebote bedanken müssen. * Wie schade, da st die amerikanisch«, darum natürlich allergrößte Zirkusfirma B a r n u in u- B a i l e y nicht mehr zu existieren scheint, die. Welt verdankte ihrem Betrieb das einst so gebräuchllche Wort von der„Barnum-Rcklaine". Wie schön waren auch die vielfarbigen Plakate, die vielmcterlangc Zäune und Mauern deckten und leckend riefen: „Angenehm erwärmt!...-- Elegant beleuchtet! Raum für zehntausend entzückte Besucher!" Das könnte ja am Rathaus— oder vielmehr an den Messe- gebäudcn in Witzleben in Schrift und Flammen wiedererstehen, wenn solch ein— Direktor von Berlin, ehemals vom Zirkus, die Magistrats- und Stadtoerordnetenringkämpfe dorthin- verlegen. wollte. Der Kampf um Dr. Wolff. Ein Schlag der süddeutschen Kulturreaktion. Der Stuttgarter Arzt Dr. Ariedrichwolff.der Verfasser des§ 21S Kampfdramas„L y a n k a l i" und die Acrztin fiienle-Zacobowih befinden sich immer noch in Stuttgart in Haft. Die Umstände, die in Stuttgart auf Deren- laflung des Staatsanwalts Kuhorst zur sensationellen Verhaftung geführt haben, werden seht allmählich bekannt. Den Anlaß zur Ausrollung der Angelegenheit bot Sie-- C i n- lieferung eines jungen Mädchens in bcdenklichein Zu-' stand in ein Krankenhaus. Der Arzt des Krankenhaufes/crfstittetr. darauf Anzeige. Ein bei Dr. Wolff vorgenommene Haussuchung ergab, daß er in etwa 80 bis lOVFällen Bcschciniaun- g e n ausgestellt hatte, auf Grund deren die Aerztin Frau Jacobo- witz den Eingriff vornahm. Dr. Wolffs Frau bestreitet, daß ihr Mann in der Regel Geldbeträge für die ärztlichen Bescheinigungen bekommen habe; in den Fällen, wo dies geschehen sei, habe das Honorar nicht mehr als 3 bis 6 M. betraaeti. Dr. Wolff führte über die von ihm ausgestellten Bescheinigungen eine genaue Kartothek mit Angabe des ärztlichen Krankheitsbcfundes. In einigen Fällen soll er seiner Ueberzeugung gemäß, die er sowohl m seinem Drama „Cyankali" als auch in seinen Broschüren und Vorträgen stets ver- treten hat, als Grund zur Vornahme des Eingriffes die„soziale Indikation" angegeben haben: d.h. er war der Ansicht, daß die- Auelragunz der Frucht durch die Patientinnen bei den sozialen Verhältnissen, unter denen sie lebten, mit dem Gewissen des Arztes nicht zu vereinbaren gewesen wäre. Wie verlautet, soll auch bej. der Aerztin Kienle ein« Kartothek gefunden worden fein,- 4Mis- der biiroorgshe. daß auch ander« Aerztc ihre Patienten zu ihr gesch-ckt haben. Di« Feststellung der Namen dieser Patientinnen durch- die- Staatsanwaltschaft hat in Stuttgart ungeheure Aufregung verursacht. Es sollen im ganzen etwa 200 Fr auen-in Mit?.. Leidenschaft gezogen fein. Dr. Wolff behauptet nach wie vor, in allen Fällen einwandfrei . gehandelt zu haben: er steht zu dem, was er getan hat und ist bereit, im Interesse feines Kampfes gegen den 8 218 die Veranswartu.ng.zu tragen... Ll in O. Man glaubt es kaum, daß der Bau der U-Bahn üben Licht« n- t-erg noch Friednchsf.elde vier Jahre gedauert hat, und doch konnte wgn sich ans Anlaß einer bemerkenswerten Filmvorführung von' dieser Tatsache erneut überzeugen. Der Leiter der Städtischen Jugendbühne und des Filmarchivs in Lichtenberg Stadtoberinfpektor Fritz G ri e p e, gleichzeitig ein ausgezeichneter Filmkameramann, hat das Kunststück fertig-. gebracht, vier Jahre hindurch alle paar Wochen mit dem schweren Aufnahmcapparat loszuziehen und die einzelnen Phasen des Riesen- baues aufzunehnien. Nun führte er den Gesamtftlm einer Anzahl geladenen Gästen vor, unter denen auch Stadtrat Reuter und der Senior der Lichtenberger parteigenössischcn Kommunalpolitiker Stadt- rat T e m p e t waren. In einer launigen Ansprache begrüßte Ve- zirksbürgermeister Dr. E i g g e l die Erschienenen, würdigte das schwierige und mühsame Werk Fritz Gricpes und entwarf auch ein anschauliches Bild von der pädagogischen und gemeinnützigen Tätigkeit der Lichtenberger Städtischen Jugendbühne. Voller Weh-- Heist die MöPdej1 Sinden! Belohnung für die Aufhlürung der Rintgentaler Blnttaf. Vom Regierungspräsidenken in Potsdam ist für die Ergreifung der Täter an dem»ächllichen Feuerüberfall auf das Restaurant Edelweiß in Rönlgeulal, bei der ein Todesopfer und zwei Schwerverletzte zu beklagen waren, eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. Nach den Ermittlungen der Mordkommission, die unter Leitung des Kriminalkommissars Dr. D r a s ch w i tz seit acht Tagen ununter- brachen an der Ausklärung des Verbrechens arbeitet, kommen noch den verschiedenen Zeugenaussagen mehrere Täter in Frage. Von einem Röntgentaler Einwohner ist unmittelbar nach den vcr- hängnisoollen Schüssen ein Mann beobachtet worden, der sich in eiligen Schritten in Richtung Zepernick entfernte. Er scheint der mutmaßliche Täter zu sein. Er ist etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß und von schlanker Gestott. Der Fremde trug eine Ballonmütze, Windsacke oder kurzen Mantel und Breccheshosen mtt Stutzen oder Gamaschen. Wenige Minuten darauf hielten dicht am Lokal zwei Radfahrer, deren Räder unbeleuchtet waren. Einer »on beiden schlich sich in gebückter Haltung zum Lokal und spähte in den Gastraum. Dann fuhren sie in schnellem Tempo davon. Der eine Radfahrer war etwa 1,70 Meter groß, trug einen Sweater, darüber einen kurzen Rock, jmf» Kniehosen mit braunen Stutzen. Ferner sind alsbald nach der Tat in der Bucherstrahc, unweit des Restaurants„Edelweiß", zwei Männer gesehen worden, die mir schnellen Schritten dem Bahnhof zustrebten. Nach ihrem Verhalten sind sie ebenfalls mit dem Verbrechen in Zusammenhang zu bringen. Der«ine trug dunklen Mantel, weichen Hut von dunkler Farbe und lange Hose. Nach einer anderen Beobachtung war der Anzug mög- I licherweise drmkelblau, die Kopfbedeckung war eine blaue Segler- mütze. Der andere war etwa 13 bis 20 Jahre all und 1,60 bis 1,70 Meter groß. Er hatte Brsecheshojen mtt schwarzen Leder- gamaschen und trug wahrscheinlich ein braunes Hemd. Der letztere hielt mtt der linken Han'a seinen rechten Unterarm und als ein Passant fragte, was es gäbe, gab der Verdächtige im Laufen die kurze Erklärung, aus dem Lokal„Edelweiß" sei geschossen worden. Es wird vermutet, daß er sich beim Schießen verletzt hak. oder bei der Flucht gestürzt ist und sich eine Verstauchung zugezogen hak. Alle Mitteilungen, die streng vertraulich behandett werden, sind zu richten an Kriminalkommissar Dr. Braschwitz, Anruf Buch 8197, an das Polizeipräsidium Berlin, Zimmer 250, oder on die Staatsanwaltschaft des Landgerichts III Berlin.. Eine Festnahme bereits erfolgt. In den gestrigen Abendstunden ist in Röntgental bereit- ein Mann festgenommen worden, der im Verdacht der Täter- s ch a f t, zumindest ober der Mittäterschaft steht. Der Berhaftete, Mitglied des sogenannten„Kampfbundes", bestrettet jedoch, an dem Verbrechen beteiligt zu fein. Mtt weiteren Fe st nahmen dürste bereits heute zu rechnen sein. Noch in den späten Abend- stunden wurden von Kriminalkommissar Dr. Braschwitz mehrere wichtige Verhöre vorgenommen, über deren Ergebnis näheres nicht mehr bekannt geworden ist. 2. Kreis Tiergarten! Heaie, Dienstag, den 24. Februar, tS'/z vbr, Inden Arminiushallen, Bremer Straße 62: Oeflentiidie Frauenversammiuig Genosstn Mathilde Wurm, M. d. R., spricht über: „Die Gefahren eines neuen Krieges". Frauen erscheint In Nassenf Mut sah man dann auf den ersten Filmbildern den Stolz der.Frank- furter Chaussee, die in 30 Iahren prächtig herangewachsenen Bäume unter der Axt zusammenbrechen. Darauf kamen in fesselnder Folge viele, viele Arbeitsbilder, darunter auch die Ausfüllung von Krauses Sumpf bei Rummel-burg, dessen Bedeutung als«in Naturschutzgebiet man erst erkannte, als es zu spät war. Besonders interessant für den Laien waren die technischen Trickbilder, die die einzelnen Bauphafen ausgezeichnet erläuterten. Der Film hat den bezeichnenden Tstel:„U i n O, das heißt U-Bahn im Osten und wird in der Städttschen Lichtbildbühne, Holteistraße 7— 9, bis Donnerstag dieser Woche einschließlich laufen. Noch eine besondere Ueberraschung gab es. Herr Sttydanowski,' der deutsche Eesinder des Urkinemato- graphen, führt« seine bereits 30 Jahre ckltcn ersten dcuffchen Filme vor. � OrWFfoMrt fünf�vte.' Wirbelsturm über Sizilien. vi vl a i l a n d. 22. Februar. Ein wirbelsturm. wie er seit öahrzehnleu nicht zu verzeichnen war. ist über Sizilien hinweggegangen und hat schwere Verwüstungen angerichtet. 18 Stunden lang-wütete der Orkan, entwurzelte Bäume,' beschädigte Telegraphen-, Telephon- und Stromleitungen. Die Flüsse find über die Ufer getreten und haben weite Gebiete überschwemmt. Zu Uditora find dem Orkan fünf Menschen zum Opfer gefallen. In Palermo hat das Wasser die Mauern am Hafen überschwemmt, hier wurde ein großer eiserner Kran vom Stürm umgerissen und stürzte auf ein Gebäude, das zum Teil niedergelegt wurde. Zufolge von Erdrutschen mußte der v e r- k e h r auf zwei Eisenbahnskrccken eingestellt werden. Sand gibt, dann muß es sich doch wohl tatsächlich so verhallen. Besagter junger Mann kam in diesen Tagen zu einem Pfandleiher im Westen der Stadt und bot ihm ein« Perlenschnur mit hundert Perlen im Werte von 10 000 M. an. Das Märchen, das er erzählte, glaubte ihm der Pfandleiher natürlich nicht, er hotte vielmehr die Polizei, und vor den Beamten erklärte der junge Mann, er sei mtt feiner jungen Frau im vorigen Jahr in Saarow gewesen, habe am Sandstrand das Schmuckstück gefunden und habe sich nicht entschließen können, es abzuliefern. Jetzt habe ihn die Not dazu getrieben. Die Kette wurde natürlich beschlagnahmt. Explosion in Kronstadt. Filmlaboraiorium in die Lust geflogen.— Drei Tote. Bukarest. 23. Februar.(Eigenbericht.) Zn Kronstadt in Siebenbürgen ereignete sich heule nachmittag in einem Filmloboratorium eine furchtbare Explo- s i o n. Der Raum, wo die Filme ausbewahrt wurden, flog ans bisher uubekaunter Ursache unter furchtbarer Detonation mit dem ganzen Laboratorium sgebäude und sämtlichen Lüroräumen in die £uft\ Bisher wurden dreiTodesopfer aus den Trümmern gezogen: sie waren vollständig verstümmelt. Man befürchtet aber, daß die Zahl der Talen noch größer ist. Durch die Gewalt der Explosion wurden sämtliche Fensterscheiben der umliegenden Häuser zectrüm- merf. Der Molerialschadcn wird aüf mehrere HfWmen Lei geschäht. Fünf Lagen Koks und sechs Mollen. Ein Kassenboto G-, der bei einen: Dauerstat schon ganz hübsch -.geladen" hatte, trudelte endlich doch heimwärts. In der Nähe des Schlesischen Bahnhofs schob er noch in eine Kneipe, lernte hier ein paar nette junge Leute kennen,, denen er spendiert und die sich nicht imnpen lassen. Im ganzen wurden hier fünf Lagen Koks(Rum mtt Zucker) und sechs Mollen konsumiert. Als er nun wieder losging. nahmen die beiden neue::'Freunde drt: Boten— da er setbster kaum noch gehen- konnte, ging es natürlich nicht anders— in die Mitte und gebetteten ihn heim.. Bar der Haustür aber verabschiedeten sich die jungen Leute nicht, wie� es üblich ist, mit einem Handschlag, sondern mtt einem Faustschläg.. Als. der Kassenbote wieder zu sich kam. war sein Portenronnoi?-mit sig- M. Jnhall und seine Tasche verschwunden. Das- S ch nell g er i cht sah diese-Sache, die be- stimmt nicht so vertausen wäre, wenn nicht alle drei Beteiligten stark getrunken hätten, sehr ernst an und verurteilte wegen gemeinschaftlichen Straßenraubes den 21jährigsn noch nicht vorbestraften Ertch. I. zu der MinSesfftrafe von 1 Jahr Gefängnis, während der ältere und schon vorbestrafte V. 1 Jahr und 9 Monate Gefängnis bekam. Wunder im �and von Saarow. Man wird es kaum für möglich hallen, daß es eine Frau geben kann, hie in das Bad Saarow am Scharmützelsce fährt und dort im Sand am Strand einen Perlenschmuck im Werte von 10 000 M. verliert oder— vergißt. Wenn man aber einem jetzt verhafteten jungen Mann glauben darf, daß es solch Wunder im Dr. Goldberg hat sich gestellt. Wie wir erfahren, hat sich Dr. Äoldberg, der am Montagmorgen in Berlin eingetroffen war, am Nachmittag der Staaisanwallschaft zur Verfügung gestellt, die rninmehr das Ermittlungsverfahren gegen ihn einleiten wird. Di« Staatsanwaltschaft hatte gegen Rechtsanwalt Dr. Goldberg beretts einen Haftbefehl er- lassen, doch wird dieser, wie mir hören, nicht vollstreckt werden, wenn es dem beschuldigten Notar gelingt:«ine angemessene Kaution zu stellen. Dr. Goldberg hat um eine zweitägige Frist gebeten, um von Freunden und Verwandten die erforderliche Summe zu erhalten.~. Zu der doppelten Gasvergiftung in der Tieckstraße 34, über die schon berichtet wurde, erfahren wir, daß der Schauspieler Frank bereits aus dem Ärankenhausc- e n t'l a s s e n werden konnte. Bor der Kriminalpolizei bestreitet er, daß er die Absicht gehabt habe, sich das Leben zu nehmen. Glücklicherweise chat sich dos Befinden des jungen Löffler-soweit gebessert, daß Lebensgefahr nicht mehr besteht..> Die Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden feierte in der vorigen Woche ihr zehnjähriges Bestehen. Biels Per- sönlichketten des öffentlichen Lebens hatten Glückwünsche übermittelt, ii. a. auch Kultusminister Dr. Grimme. Der Vorfitzende Genosse Schönherr betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß die Gründung dieser Bereinigung eine Notwendigkeit war Besonders Pfarrer Bleier hat es sich während dieser Zell angelegen sein lassen, die Ideale Völlerfrieden und Religion innerhalb und außer- balb der Kirche wirkungsvoll zu vertreten. Dix schlichte eindrucksvolle Feier machte auf alle Teilnehmer die nachhalligste Wirkung. Toller diskutiert mit Mühr vor dem Mikrophon der Ber- l i n e r F ii n k st u n d e am Sonnabend, dem 28. Februar. Tiber das Thema„Reaktion oder geistige Erneuerung". Der„Ausschuß für R u n d f u n k h ö r st u n d c n" veranstaltet wegen der Bedcu- lung des Themas um 17?1 Uhr unter der Leitung von Regierungsrat Dr. Viktor Engelbardt eine gemeinsame Hörstunde im Vortragssaal Lin denstraße 3 mit anschließender eingehender Aussprache. Zutritt nur gegen Teilnehmerkarten, die erhältlich sind bei der Buchhandlung Dietz, Lindenstraße 2, beim Bezirksausschuß J für sozialistische Bildungsarbeit, Lindenstraße 3, Arbeiter-Radio- Bund, Porckstraße 14(Bergmann 768), und der Ortsvcrwaltung des ZdA., Hedemannstraße 12. Die Ausstellung„Die Gchagwohnung 1331" m der Wilhelm-' straße 92/93 mit vier A r b e i t c r- Kl e i uw o h n u n g e n in Originalgröße und sämtlichen Möbeln ist nur noch bis Ende dieser Woche geöffnet. 'zufoasdieni Das ist riditig: Sie können Persil anwenden wie Sie wollen, immer werden Sie ein befriedigendes Waschergebnis haben. Aber das allein sollte Ihnen nicht genügen! Von einem Waschmittel wie Persil sollten Sie mehr verlangen. Als Persil erschien, war sein großes ZieI,dasWaschen zu erleichtern und zu vereinfachen. Sie sollten es künftig nicht mehr nötig haben, die Wäsche umständlich einzureiben und sollten nicht mehr zwei- oder dreimal kochen. Die mühevolle Waschbrettarbeit sollte Ihnen erspart bleiben und ebenso das Bleichen mit all seinen Gefahren für die Wäsche. Nur Einweichen mit Henko und Kochen mit Persil- das ist alles, um eine tadellos gepflegte Wäsche zu haben- das ist der große Fortschritt der Persil- Idee. Machen Sie sich diesen Fortschritt zunutze durch richtige Anwendung! Denn um diese großen Vorzüge ganz zu erreichen, ist es nicht gleichgültig, wie Sie mit Persil waschen. Versuchen Sie es in Ihrem eigenen Interesse. (Warum etwas umständlich machen, wenn es einfach viel besser geht?) Auf je 3 Eimer Wasser kommt f Paket Persil Auf einen Kessel also, der beim Waschen 6 Eimer Wasser faßt, nimmt man 2 Normalpakete oder t Doppelpaket Persil(Das Doppelpaket Persil ist 5 Pfennig billiger als 2 Eimelpakete.) Die Waschlauge wird immer kalt und für jeden Kessel frisch bereitet Einmaliges kurzes Kochen der Wasche genügt /um Kinwelchen der Wäsche, 2UM Welchinachen des Wassers; HENKO, Henkels Wasch- und Bieich-Soda. ii�v-i" f �....-.... lllax tBarthel: Slb, Wir fuhren von Astrachan hinauf in die Fijchgründe. Es war initten in der Nacht. Wir konnten nicht schlafen, und Charlie Moser, ein ehemaliger Kriegsgefangener, erzählte von den wilden Iahren des Burgerkrieges. Von allen Geschichten ist mir die aus Barnaul am gegenwärtigsten. „Einmal war die Stadt Barnaul weiß, und dann wieder war sie rot", sagte er,„und die Soldaten spielten um sie wie um eine schöne Frau. Es gab Siege und Niederlagen, und uns war nicht immer l)eiter zumute. Einmal wurden wir von den Weißgardisten überrascht, ich konnte nicht mehr türmen, zog Zivilkleider an und blieb in der Stadt. Nach drei Tagen wurde ich bei einer Razzia verhastet. Man schleppte mich ins Stabsquartier zu einem Hauptmann. „Was bist du für ein Mensch? Wie kommst du nach Barnaul?" fragte er und legte die Knute zwischen uns. „Bin englischer Sprachlehrer, Euer Gnaden, wurde von den verfluchten Roten hierher verschleppt", sagte ich. Bor einiger Zeit l>atte ich in einem verlassenen Haus eine englische Sprachlehr« ge- funden, mußt du wissen. Das waren meine einzigen Beziehungen zu England.„Bin Kriegsgefangener, Euer Gnaden", erklärte ich, „und war im Lager von Miraissinft." „Nun", sagte er lächelnd,„das wollen wir ausprobieren, teurer Bürger, ob du englisch kannst. Wir brauchen Uebersctzer. Lauf zu, , Hundesohn, und melde dich beim Oberst Uchatschewski." Ick) dachte, das kann ja gut werden, klappte die Hacken zu- sammen, verzog keine Miene und ging zum Oberst Uchatschewski. Eine bewaffnete Wache begleitete mich. Der Oberst war ein alter Mann, so gegen siebzig. Er war mit den Weißen nach Barnaul gekommen und wollte weiter nach dem Osten. In Amerika hatte er Verwandte. Mit siebzig Iahren wollte er noch nach Amerika! „Cnglisckimen", sagte er zu mir,„du bist jung und icH bin alt, aber der Mensch lernt nie aus.' Noch am letzten Tage lernt der Verzweifelte den Wert des Lebens kennen. Sprachlehrer bist du?" „Englischer Sprachlehrer, ehemaliger Kriegsgefangener aus dem Lager von Mimissinst und hierher verschleppt, Euer Gnaden", ant- wartete ich. „Bin ein Mensch und nicht voller Gnaden", knurrt« er,„du kommst jeden Morgen zu mir, von elf bis eins. Ich fahre nach Amerika. Ich will von dir englssch lernen. Verstanden?" .Lawoll, Euer Gnaden", sagte ich und klappte wieder mit den Hacken. Das haben wir ja gelernt, die Hacken zusammenklappen und ein beherrschtes Gesicht machen, das können wir alle, auch dann noch, wenn uns der Schrecken in der Kehle fitzt. Der Oberst entließ die Wache. Ich durste allein nach Hause gehen. Hnb in den folgenden Tagen kam ich pünktlich um elf Uhr *nd gab meinen Unterricht. Der Oberst war ein großes Kind, und einmal sagte er zu mir: .�Brüder sollten wir sein, und Wölfe sind wir." Seine Geschichte ist in wenigen Worten erzählt. Als der Krieg begann, meldete sich Uchatschewski freiwillig an die Front. Er kam als hoher Sechziger ins Feuer, kannte den Krieg nur als heroische Angelegenheit und klappte nach der zweiten Schlacht zusammen. illeroenzusammcnbnuch Lazarett, Entlassung. Pension und so weiter. Und dann kam die Revolution. Was konnte sie einem pensionierten Oberst geben? Er zählte sich selbst zu den Liberalen, war für Demokratie und schöne Literatur. Für schöne Literatur und Demo- kratie war daingls keine Nachfrage. Haussuchungen schreckten ihn auf. Mit über siebzig wachte er sich noch heimlich auf und davon, ließ Moskau und war für New Uork. Ja. er wollte nach Amerfta, und ich kann dir sagen, ineln Junge,. Äh habe ein verrücktes Englisch fabriziert! Vor jeher Stunde lernte ich selbst erst mal meine Lektion. Wer konnte mich in Barnouk kontrollieren? Kein Mensch konnte das, und ich war frech und heiter. Uchatschewski machte erstaunliche Fortschritte. Er war sehr liebenswürdig zu mir, erkundigte sich nach den» Westen, und ich erzählle, was ich wußte. Eines Tages aber kam ein« amerikanische Delegation durch die Stadt und reiste nach dem Ural weiter. Sie wollte die Platin- gruben untersuchen und instandsetzcn. Als die Leute erfuhren, daß irifche ffiallade ein englischer Dolmetscher in Barnaul sei, forderten sie mich an und reisten, ohne mich zu sprechen oder zu prüfen, gleich weiter. Glück muß der Mensch haben, und ich hatte Glück, saumäßiges Glück. Eine Ordonnanz kam und brachte mir den Befehl, mich im Stabsquartier bei dem Hauptmann zu melden. Ich ging sofort hin. „Du mußt nach Irkutsk, sehr geehrter Bürger", sagte der Haupt- mann,„die Amerikanski haben dich als Dolmetscher angefordert. Mach' dich reisefertig. Dapnt du Hundesohn aber nicht den Weg verfehlst, geben wir dir zwei Soldaten mit, die verdammt gut schießen können. Du fährst noch heute abend mit dem Güterzug ab." „Zu Befehl", sagte ich und riß die Hacken zusammen. Ich war kein Russe, aber danach fragte man damals nicht.„Zu Befehl", sagte ich,„aber was soll aus seiner Gnaden, dem Herrn Oberst, werden?" „Das ist meine Sorge. Melde dich bei ihm ab und fahre heute abend", sagte der Hauptmann und musterte mich mißtrauisch. Ich sah ihm starr ins Gesicht, machte kehrt und schob ab. Mir war durchaus nicht heiter zumute, lieber Junge", erzählte Charlie weiter,„aber ich stiefelte los, was konnte ich weiter machen? Meldete mich ab und hatte ein bitteres Gefühl im Muich. Ja, hier in Barnoul war ich sicher und englischer Sprachlehrer, ober was war ich in Irkutsk? Ick) komme an und melde: Englischer Sprach- lehrer zur Stelle!„Allnghi", sagen die Leute und quatschen mich amerikanisch an! Junge, Junge, das waren schlechte Aussichten für meiner Mutter Sohn! Dann war es aus mit der Dolmetscherei! In jenen Zeiten wurde man wegen viel leichterer Dinge glatt an die Wand gestellt. „Charlie", sagte der alte Oberst zu niir,„du bist jung und hast Mut wie ein Wolf, das freut mich, Charlie, der Feigling ist vom Anfang an verloren. Du fährst nach Irkutsk. Das ist eine große Stadt. Und nun, Bruderherz", senkte er die Stimme,„nun will ich dir zum Abschied mal was sagen: du englischer Sprachlehrer kannst ja überhaupt gar kein englisch! Was hast du dir nur alles ausgedacht, um dein Leben zu reiten! Der Hauptmann hätte dich erschießen lassen können. Mein Kind, ich spreche sehr gut englisch. Reise mit Gott, auch wenn du nicht an ihn glauben solltest, wie es jetzt bei den jungen Menschen Mode wird. Laß dich zum Abschied umarmen, laß dich küssen!" Ja, er umarmte und küßte mich. Dann sagte er noch: „Höre mal zu.„Sir* wird wie„Sörr" ausgesprochen, das ist nur ein ganz kleines Beispiel, aber so ist es mit vielen Diipgen auf der Welt� sie werden anders gesprochen als geschrieben. Das, mein Lieber, ist auch eines der grauenvollen Mißverständnisse unter den Menschen. Lebe wohl, denke an mich, und hier ist eine Anleitung über die Aussprache englischer Texlel" Cr gab mir ein kleineg Heft, sah mich traurig an»ich schüttelte den Kopf. Ich war erschrocken und glücklich zu gleicher Zeit. Der Oberst wußte alles und hatte mich doch nicht verraten! Ich sagte kein Wort, ich drückte ihm nur immer wieder die Hand und schob ob." Die Wolga rauschte. Vom Wasser und aus der Steppe stiegen Kühle und Dunkelheit. Gespensterhaft schwamm der Schattenriß eines tief im Wasser liegenden Petroleumschiffes vorbei. Nichts war zu hören als das klirrende Schüttern und Stampfen unserer kleinen Bariasse, diese metallische Musik über dem glucksende»» Verströmen des großen Wassers. „Ja, der Uchatschewski war schon«in Mensch", sagte ich,.Lein Leben war in seiner chand. Und wie geht«? weiter?" wollte ich wissen.„Bist km gut nach Irkutsk gekommen? Hat der Oberst New N»rt erreicht�"' � ■„Ich kam schon, nach Irkutsk und floh in die Wälder", ant- wartet« Charlie,„aber der Oberst kam nicht nach New. Jork. Als die Roten wieder nach Barnaul kamen, wurde Uchatschewski mit vielen anderen Gefangenen an die Wand gestellt und erschossen. Der Tod war schnell in jenen Togen, er war schnell und billig: der weiß« Tod, der rote Tod." Charlie schwieg nun. Wir fuhren und fuhren, hörten in den Dörfern die Hunde bellen und erreichten am frühen Morgen, die Sonne stieg aus der Steppe, unser Ziel, die große Fischerei. 3)r. Jluvl Sloerivke: 3)as Schiff der Hüfte Für manche.Länder und Völkerschaften ist das Kamel, und zwar sowohl das einhöckerige Dromedar wie das zweihöckerige Trampeltier, zweifellos das nützlichste uiü> uirentbehrlichste aller 5)aushere. Trotzdem kann man es eigentlich nicht liebgewinnen, so wie man«in feuriges Roß oder einen treuen Hind liebt.'Das Kamel ist zu häßlich, zu widerborstig, zu wenig anhänglich an die Person, z» dumm, als. daß man mit ihm einen wirklich innigen Frcundschaftsbund schließen könnte. Sa. lang« es geht, wird man dos edle Pferd als Transportmittel immer vorziehen. Aber oft ist nmn zur Kamelreisc eben geradezu gezwungen. Man hat dabei reichlich Gelegenheit, mit der eigentümlichen Natur dieser Tiere näher bekannt zu werden. Liebenswürdige Geschöpfe sind sie ja gerade nicht, ober in höchstem Grade geduldig, ausdauernd, leistungs- und Widerstands- fähig, wenn auch langsam. Die sogenannten Rennkamel«, die sich freilich weniger zum Tragen schwerer Lasten eignen, sind ja be- deutend schneller und gescheiter, kosten aber dafür auch das Dkei- fache. Natürlich gibt es auch beim Kamel wie bei allen Haustieren verschieden« Rassen, deren Wertschätzung erhebliche Unterschiede aus- meist. Die gewöhnliche Färb« ist sandgelb, aber es kommen auch alle möglichen Spielarten in Grau und Braun vor. Sehr selten sieht man mal ein völlig schwarzes Kamel, niemals«in weißscheckiges, obgleich diese Färbung doch sonst bei den Haustieren eine große Rolle spielt. Die Hengsie sind stärker gebaut und massiger behaart als die Siuien. Im allgemeinen neigen die Kamele weniger zur Rasscnbildung als andere Haustiere, weil sie ja aus den Wüsten- ländern ihrer Heimat nie recht hinausgerommen sind. Da sie also ganz' auf die Wiistcniiainr eingestellt bleiben mußten, unterscheiden sie sich so schari von allen anderen Haustieren. Das geht so weit, daß sie in fruchtbaren und wasserreichen Gegenden bei reichlichem und nahrhaftem Futter rasch entarten und ihr« besten Eigenschaften einbüßen. Wohl sind sie in höchstem Grade anspruchslos und doch iu einem gewissen Sinne wählerisch. Sie bedürfen zum Gedeihen un- bedingt der salzhaltigen Wüstenpflanzen. Mit besonderer Gier sah ich sie an den Saxaulsträuchern hcrumknabbern, und von gewissen Lieblingspslanzen kann man sie auch durch die ausgiebigsten Peitschenhiebe kaum weiter bringen. Bei starkem Hunger� fressen sie sogar Knochen, Mist und andere ungenießbare Dinge. Bei fast- reichem Futter können sie natürlich länger ohne Wasser auskommen als bei trockenem. Die Darbietmrg eine? gewissen Salzmeng« im Futter ist unerläßlich für ihr Wohlbefinden, und wenn der Mcntk- geruch der Tiere unausstehlich wird, so ist das das best« Zeichen dafür, daß es ihnen an Salz fehlt. Sie lecken dann gerne die Salz- ausblähungen in den Salzpfannen der Wüste auf. Auf anstrengen- den Reisen genügt die gewöhnliche Aesung nicht, sondern der Kara- wanensührer muß seinen Tieren dann auch noch«in besonderes Kraftfutter verabreichen in Gestalt von Kugeln aus rohem Gersten- mchlteig. Die Kamele sind so versessen auf diesen Leckerbissen, daß sie zur gewohnten Stunde sehnsüchtig danach brüllen und stöhnen und beständig das häßliche Maul öffnen wie Nefwögel ihren Schnabel. Die viclgefchmähte Siörrigkeit des Kamels ist durch unerfchöpf- lich« Geduld und liebevolle Behandlung schließlich doch übcrwind- bar, aber Kränkungen oller Art vergißt es so leicht nicht und rückst sich für. solche namentlich in der Brunstzeit durch grausame und tückische Bisse. Auch untereinander sind dann namentlich die Kainelshengste zu dieser Zeit sehr kampflustig und bissig, und die Eingeborenen benutzen dos, um Zweikämpfe zwischen ihnen zu»er- aastolien, aus deren Ausgang hohe Wetten abgeschlossen werden. Die dem Kamel angeborene Gangart ist der Paß, der bei den Rennkamelen viel leichter und gefälliger sich ausnimmt. Scheut es vor einem ihm unheimlichen Gegenstande, was sehr leicht vorkommt. so verfällt«s für kurze Strecken in Galopp. Am besten geht es auf fchwersandigem Boden, und zivor bergauf besser als bergab. Das unangenehme Gefühl, des Geschauteltwerdens empfindet der Reiter eigentlich nur bei schwerfälligen Lastkamclen, nicht aber bei guten Reitkamelen, auf denen man so bequem sitzt wie in einem Groß- vaterstuhl. Bei längeren Märschen über steiniges Gelände be- kommen die Tiere leicht Satteldruck oder wunde Füße und beginnen zu lahmen. Ein das übliche Gewicht tragendes Lastkamel legt ja nach der Beschaffenheit des Bodens stündlich 3— 414 Kilometer zurück; bei Tagesmärschen von 3ö bis Kilometern muß man an jedem vierten bis fünften Tag einen Erholungstag einschieben. Das Rennkamel wetteifert an Schnelligkeit mit dein edelsten Pferde, übertrifft dieses aber weitaus an Ausdauer. Im Alter van 2% Jahren werden die jungen Kamele erstmalig zum Tragen leichterer Lasten lxmutzt. die allmählich gesteigert werden. Der erwachsene Hengst trägt ohne Beschwerde 180 bis 230 Kilogramm. Im allgemeinen behandelt der Wüstenbcwohner feine vierbeinigen Gefährten gut. schlägt si« nur selten und schmückt sie mit bunten Troddeln oder Schnüren oder hängt ihnen, nament- lich den Leittieren, leise läutende Glöckchen um', was den Kamelen offenbar auch selbst gut gefällt. Die ganze Karawane marschiert im Gänsemarsch, wobei jedes Tier lose mit seinem Lorgänger ver- knüpü ist. Der cinrönize Gesaifz der menschlichen Begleiter spornt die Tier« ersichtlich an. Mit vorgerücktem Alter werden die Äa- m�ke in der Regel leberkrank und erreichen selten das 30. Lebens- fahr. Fleisch und Leder des Kamels sind nicht viel wert, aber die Wolle erfreut sich grsher Wertschätzung. 25{Pfennig die{Prinseffin! Der sellsaine Ruf klingt warm auf unter den leeren Linden- krönen des Klsnistadtplatzcs, der in der' kraftlosen Februarsonne friert.„25 Pfennig die verzauberte Prinzessin, nur 25 ganz« Pfennig die schöne Goldprinzejsin...." Der Mann, der so ruft hat einen Tisch vor sich gestellt; da- hinter steht«r mm und ruft, und seine Schultern lassen den grau- haarigen Barttopf immerzu hin- und her- und herauf- und her- unterwiegen, das kommt aber von seinen Beinen, von deren einem er vor Kälte fortgesetzt aufs andere treten muß. Wie man heran ist, wird hinter vielen enggedrängten Kinderschöpfen auch ein Wasserbecken sichtbar, das auf dem Tisch steht—, darin hat er fein« Prinzessinnen: Es sind Goldfische.... „Das ist doch'ns alte Sage,'ne wahre, alte Sage, Kinder und Herrschaften, nich wahr? Die kleenen Goldsischla her, das sind verzauberte Prinzessinnen, un wenn einer bloß das richiige Wort findet un vüst'z hinein, also denn hdt er mit einem Male lauter richtige Prinzessinnen!" »Wozu denn?" fragt ein Kind, das ist eben aus der neuen Zeit, das erkundigt sich allen Ernstes, was es denn nun mit einer Prinzessin anfangen soll? Aber der Fischonkel ist um eine Ant- wort nicht verlegen, und die fällt märchengerecht und materiell zugleich aus:„Nu, die haben doch Schlösser un Güter, die Prin- zessinnen, die kann mckn denn Mitbesitzen— un jede Prinzessin tostet dabei bloß fimstinzwanzig Pfennig." Ein paar Kinder laufen nach Hause, kommen nach einer Weil« mit einer noch äußerlich widerstrebenden und innerlich schon längst geschlagenen Mutter an der Hand wieder, die andere Hand hält schon, in Gewißheit des Sieges, eine leere Marmeladenbüchse; durch die schimmernde Schar der Prinzessinnen sährt flüchtig und räuberisch das tieine Netz, einen Augenblick lang zappelt ein goldenes Gewirr durch die zartneblige Luft, und dann nimmt die Marmeladendcse das geraubte Königstöchterchen in ihre proleton- scheu Wände. Inzwischen erzählt der alte Mann einem Neu- gierigen, wie er nur allein in die Städie kommt, nie mit den Jahrmärkten— nein, da gehören sein- Prinzessinnen nicht hin: „Wissen Sc, man muß das auch nicht entwürdigen!" Aber hinter- her kommt auch hier der materiell« Grund:„Un denn beachtet das ja auch ksener!" Ja. so ist das mit der Würde, die hat der Mensch immer dann, wen» sonst nichts zu machen ist—, der Fischmann hat sie auch schon wiedergefunden:„Nee, wissen Sc, mein Vaier selig hat schon mit Fischla gehandelt, mit Gold- prinzcßla, schon seit Achtzehnhundertsechzig, a so a alles Geschäif. das is nischie auf die Jahrmärkte... Nu jaja, gleich, mein Junge; ja, ich habe überall meine Kundschaft, muß sich ja auch lohnen, das viele Umherreisen und immer der Transport, aber sterbe»? Nee. nee, sterben tut sellen mal so ein Goldprinzeßchen—, fimf- nnzwanzig bloß, liebe Frau!" Die Käufer werden seltener, das sonderbare Blau des Abends sinkt über den Schnee, und der Mann packt zusammen: tut die Prinzessinnen in eine große Kanne und den Tisch in einen Ruck- sack und stapft klammen Fußes dem Bahnhof zu. Zurück bleiben in Lein kleinen Landstädtchen gute Zwei Dutzend Goldfische, hinter vielen der Fenster, deren gelbgllmmendes Licht jetzt oufzuslai innen beginnt in vielen der Küchen, deren Abendbrotdüfte jetzt von der «iraße in die Häuser locken, in runden und oiereckigen, scheußlichen und leidlichen, engen und wellen Gläsern geiangen, warten' auf das Wort, das sie zu Prinzessinnen macht— und wirklich in dein ärmlichen Raum ein lebendiges Stückchen vom Strom des Goldes, der irgendwo fließt und immer vorbei an den Durstigen, unfl wirklich gehätschelt«tz unterbewußtem Trazirn von betserer Zukunft. und wirklich mit Ameiseneiern gefüttert von grauen Menschen, die selbst auf das seltsame Wort warten, das sie zu goldenen Königen macht— und das Wort konimr nicht, und das Gold bleibt Fisch und der Strom ein Marmeladenglas, es har ja eben bloß fünfundzwanzig Pfennige gekostet; und wir haben sie gern, obwohl si« alle nicht mehr wert sind: alle unsere kleinen, goldenen Lügen. Oerbart tferrmarrn Mo»tar. HeUeniufeln oeit einigen Iahren begegnet man in ostronoinischen Arbeiten, die sich niit den großen Fragen des Weltdaus beschäftigen, den, Ausdruck..Welleninseln". Das bildhafte Wort kennzeichnet die Vorstellung vom All. die wir während der letzten Iahrfünite in sprunghaft scheinender Entwicklung gewonnen haben Jede„Insel" ist eme Well für sich, aus Millionen oder Milliarden„Welten" auf- gebaut— und doch nur eine Insel im Meer des Sternenraumes, eme unter Millionen Inseln innerhalb der Blickweile, die unsere »ernrohriesen meistern. Alte Ahnungen erfüllen sich in diesem Bilde der Gesamtwelt, und sie erfüllin sich großartiger, als mensch- E'nbildungstrast zu träumen wagte. Von den Millionen Welteninseln, um deren Dastin der Astronom mehr oder minder sicher we-ß. kann dos unbewaffnete Auge nur einige wenige sehen. Sie gehören zu denen, die„unserer" Welteninsel am nächsten liegen. gebraucht das Licht Taufende un�) Hunderttausende van Jahren, um die Entfernung zwischen ihnen und UNS zu Überbrucken. Die nächsten Nochbarinseln erscheinen an unserem Himmel als„Wolken" � der Milchstraße; und mit der bisherigen und künftigen nähere» Erforschung unserer Nachbarinseln findet das Rätsel der Mllchstraße seine Läsimg, an das lange schon das Nachdenken über die größten, allgemeinsten Frage» des Weltbaus anknüpfte. Schon frühzeitig hat M. Wolf darauf aufmerksam gemacht, daß die Welteninsel» häufig in ganzen Gruppen oder Schwärmen beisammenstehen. Man hat auf Hnnmelsphotographicn bisher schon mehr als vierzig solcher Schwärme von Sternsystemen miigeiimden. Sie sind sehr ungleich. In manchen ist die Zahl der Mitglieder leicht zu zählen. In airderen beläust si« fixh airj oder selbst auf Hunderle, ja Tausende. wo sind Goethes Handschriften? Di« meisten Hondschrütcn Goethes sind im Goethe-Schiller-Archio in Weimar erhalten. Außer- dem können sich zwei Städie rühmen, mehr als.300 Handschriitcn Goethes zu besitzen: Leipzig in seiner Universitätsbibliochek und den Pnvatiammlungen Brockhaus und Kippenberg, scmic Berlm in der Preußischen Staatsbibliotbet. Dann folgt Frankfurt mit dem Goethe- Museum, Stuttgart mit dem Archw des Sotloichen Pertags Bonn mit der Umoersitätsbibliothck und erst in größerem Abstand eine Anzahl anderer Orte.. Ein Naturschuhpark aus Island. Auf Island ist die Ihingstätte, an w,r der isländische Reichstag abgehalten würbe, mit ihr«r mehrere taufend Hektar umfassenden Umgebung zum Ratwnalpart erttart und dem Schutze des Reichstags unterstellt worden. Das gonze Gebiet soll in seiner natürlichen Beschaffenheit erhallen bleiben; Pflanzen und Tiere sollen hier geschützt und Kult!- vlerungsaroeiten, Wege» und Hauserbau, Errichtung von Elektrizitäts- anlacjen ura>. verboten sein. Verantwortlich für Politik:' Dr. nach dem Beispiel von Berlin und anderen Stödten unter 48 Stunden herab- zusetzen und Wohlsahrtsunterstützte einzustellen, erklärte gestern der Vertreter der Stadt Köln, er denke nicht daran, die gesetzwidrig lange Arbeitszeit zu verkürzen und Ersparnisse durch Herabsetzung des Wohlfahrtsetats zu machen. Es ist also wirklich nicht über. roschend, wenn die Arbeitervertreter die Sitzung auffliegen ließen. Wasserwerkswahlen. Troh Wahllügen der?iGO.— Liste 1. Zur Betriebsrätewahl der Wasserwerksarbeiter vom 23. bis 27. Februar bezeichnet die„Rote Fahne"«s als unwahr, daß die Bereinbarung auf Einführung der 44stündigen Arbeitswoche mit Zustimmung der Funktionäre getroffen sei. Aber schon im nächsten Satz widerlegt sie ihr« eigene Angabe wieder, indem sie schreibt, daß bei der Abstimmung die Funktionäre der Resormisten für An- nahm« und die roten Funktionäre für Ablehnung gestimmt haben. Tatsache ist, daß eine Fimktionärocrsammlung der Vertrauens- leute mit 36 gegen 6 Stimmen die Organisation beaustragt hat, Verhandlungen zur Einführung der 44-Stund«n-Woche zu führen und daß«ine zweite Funkiionärocrsammwng dem VerHand- lungsergebnis mit der gleichen Stimmenzahl z u g« st i m m t hat. Ferner behauptet die„Rote Fahne", Schobert sei aus dem Gesamtverband ausgeschlossen worden, nachdem er 23 Jahre ge- werkschaftlich organisiert war. In Wirklichkeit hat Schobert 1928 bei den Wasserwerken als Unorganisierter Arbeit er- halten. Er ist am 4. April 1928 der Organisation beigetreten,«st also noch nicht ganz drei Jahre Mitglied gewesen. Sein Verbandsbiich war vom 17. November bis 12. Dezember 1939 aus Anlaß einer Beschwerde, die gegen Sch. vorlag, in Händen des Berbandes. Seit dieser Zeit hat er angeblich wegen Geldmangel keine Beiträge mehr entrichtet, trotzdem er als Akkord- arbeiter einen durchschnittlichen Verdienst von über 79 Mk. pro Woche erzielt«. Scbobert wurde aus der Mitgliederlist« gestrichen, weil cr keine Beiträge zahlt«. Für diese Heldentat wird er in der „Roten Fahne" als„Ausgeschlossener" gefeiert. Die Wasserwcrksarbeiter lassen sich durch solche Lügen nicht irre machen und werden ihre Stimme der freigewerk- schastlichen Liste 1 geben. Betriebsräie der Giadi Berlin? Morgen, Mittwoch, von 9 bis 14 Uhr, im Bürgersaal des Berliner Rathauses, Eingang Königstraße, Neuwahl des G c s a m t be t r i e b s r a ts der Betriebe und Ber- waltungen der Stadt Berlin. Jeder Frcigcwerkschafter hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die freigewerkfchaftlichen Betriebsräte der freigewerkschaft- l> ch e n Einheitsliste— für Arbeiter H e p p r i ch und Deutschmann, für Angestellte Volln berg und Schul- in i st r a t— ihre Stimmen bei der Wahl geben. Jeder muß er- scheinen und sein Wahlrecht ausüben. Keine Stimme der RGO.! Die clstenvertreker der freigewerkschastlichen Einheitsliste, Liste l. Die Arbeiislosigkeii in Frankreich. Bei der Beratung des Budgets des Arbeitsministeriums machte im Bcrlaufe einer Nachtsitznng Arbeitsminister L a n d r y über die Arbeitslostokeit in Frankreich folgende Angaben: Wenn man die 2 59 999 Arbeiter, die normalerweise in- folge Stellungswechsels ohne Beschäftigung sind, beiseite läßt, beläuft sich die Zahl der völlig Arbeitslosen gegemvärtig auf 190 000 und die Zahl der teilweise Erwerbslosen auf«ine Mit- l i o n, von denen zwei Drittel nur acht Stunden je Woche Arbeit haben. Der Ari-eiteminister erklärte zum Schluß, daß die Zahl der bei der neuen Sozialversicherung eingetragenen Versichs« rungspflichtigen acht Millionen Arbeiter in Industrie und Handel und 899.999 Landarbeiter beträgt und. daß sich die Ein-- Zahlungen der Mitglieder aus eine Milliarde belausen. Der Streik in der Buchdruckerei Wilh. Greve A..-nbruck>iir. 53-34 iScrtninm-rl. JWlrflnliAe und h.m?U!»"0b«rcrun�--»ranlf«r(««-». SiSbt. Zus-nd- beim Litauer Str. 18.„Stoas Uber den iNnfiäbr«.pla»."— Lichtend?-«: .iUS-nbbelin jioffoftr. 22...Schlichiuntiswel-n und Sorifredii."— Scu-Oiibtci;. ber«.- Su««WibriBl®un(?rftt. 44. Lichtbildcrpdrtra«:„StiiBl".-«««fosi: Wruwenbeiai P-n!ou>. Nbiwaenktt. 48. Ziimn.r 5. SSoteann br.üi« Liebet»ue Bunler Äbend.- vli-nt--! Iuscnddelm«otleharfi, Tre-towolle« 44 l'lUut*- ia)üte).„W4tum clreif im Slufttflcfnctt— Köpenick: �uqcntHeim GrllNlZuor etrcfo 5: Wir Ircfb-n UN. im Stbnnnrmib-t Zinrendbeim.—«icht-ei»!«r. roertreftaftebau», Gngcluf-r 24—25:«reisnadchenabend:.L>i« Zrau wi Kampf de« Alltag.". �.�uaendoruvve tes�entrolrerbandes Per Anaestettten Seilte. Dien.taa. finden folaenb: Veranftattunaen statt: XotbnMfl; � SiMcnbWm Lebrier Str. 14—19. Vortra«:„Kütbe StoCml* und Sri». tich Sifte— 4 wei.Zeichnet b«. uebtitenben Boll-.". Zieferrnt Albert Manage, — Lichtenber«: IuatndWrn Gunterslr. 44. DotUisch« Satire. Piitlraafiibct Seine Liitvi.— Der Sprach, und N->»eauna.chor killlt an sedem Dienxla« ab «0 Übt i« der Schul« Darutd-r Str. 20 fein« Ucbuna.obcnbe ab.— Karten zur gunenbootfieDunfl bet Bolkibabne am 22. und SS. März stnd»um Dreine von 80 Pf. im Iuaendfelretariat ,u baban. biMligen wir eine neue ZigareUe ENVERBEY VALUTA EinhsUsPachung o dieb und rund 0/m. die Irdlz Billigbeii jeden anspruchsvollen Raucher befriedigen wird Schulraumnot in Britz. SOS-Ruf der Britzer Eltern- und Lehrerschaft. Heber unzureichende Schulvechältnisse in Britz klagen Eltern und Lehrer. Es herrscht«ine solche S ch u l r a u m n o t, daß bei den wenigen vorhandenen Schulen überall„fliegende Klassen"«ingerichtet wurden, d. h. es wird zweimal in den Räumen Schule ab-. gehalten, einmal vormittags und einmal mittags. Der Eltern- betrat sowie Vertreter des Siedlervereins und des Bewohner- eiusschusses hatten sich deshalb unter dem Borsitz des Genossen Betten zu einer Beratung zusammengefunden, bei der der Direktor der Realschul« Dr. Sachrow ein allgemeines B ld von den Berhältnifsen gab. Nach semer Statistik liegen für Ostern'ZOO N c u a n m el- düngen schulpflichtiger Kinder vor; sie verteilen sich auf die 47.148. Schule mit 190, auf die 49./50. Schule mit 85, aus die 51./52. Schule mit 60 und auf die 57.758. Schule mit 72 Anmeldungen. Die Abgänge dagegen sind äußerst gering, sie werden teil- weise nur auf 8 Prozent geschätzt. In der Schule Chausseestrahe wird«ine Klaffe frei, gebraucht werden aber 4 Räume. In der Schule Bürgerstraß« werden zwei neue Räume gebraucht, in der Schule chanwemannstrahe bestehen schon drei fliegende Klassen, die Baracken in der Großsiedlung sind fcljon l ä n g st überfüllt. Britz marschiert auf der DringlichkellÄiste beim Magistrat bereits an 6. Stelle, aber es geschieht nichts zur Abhilfe. Seit 1927 ist der Schulneubau beschloffen und die erste Baurate'st auch bereits bewilligt worden, die aber jedes Jahr wieder vom Etat abgesetzt wird. Der Berichterstatter wies auf die Gefahren hin, die sich für die Kinder aus der Ueberfiillung der Schulen ergeben: viel« Eltern werden ihre Kinder an den heißen Tagen des Sommers nicht in die Schule schicken, wenn die Schulstunden in die Mittags- zeit fallen. Er empfahl, mit allen Mitteln vorstellig zu werden, daß wenigstens vorläufig Barocken ausgestellt werden. Bei den meisten Elternbeiräten fand dieser Borschlag keine Gegenliebe, da man das Barackensystem begreiflicherweise nicht unterstützen und verewigen helfen will. Es soll nochmals durch die politischen Parteien bei den Behörden auf eine Beschleunigung des Schulbaues hin- gewirkt werden. Genvffe Grabe warnte vor einem Schulstreik, der das verwerflichste Mittel sei, um zum Ziele zu kommen. Da in diesem Jahr die Großsiedlung einen Zuzug von 1500 Fa» Milien bekommt, wird die Frage noch brennender. Man darf Durch Sprachkenninis zum Frieden. „Die Freunde der inlernallonalea Kleinarbeit" hielten ihre Generalversammlung, die gleichzeitig die fünfte seit Bestehen der Bereinigung war. in der Aula de» köllnischen Gymasiums ab. Genoffe W. F l o e r k«, der den Geschäftsbericht gab, erinnert« an die Zeit, von vor fünf Iahren, als einige Genossen die „F r e d i t a" gründeten, heute gehören ihr einig« lausend Mit- glieder an, sie hat viele Ortsgruppen in Deutschland und Ber- bindungen nach vielen außerdeutschen Ländern. Dem Ziele der Organisation, die internationale Berftändigung unter den Arbeitern zu fördern, dienten Ferienreisen der Mitglieder ins Ausland, besonders noch England, und Empfänge ausländffcher Freunde, die bei den deutschen Freunden zu Gast weilten, lind wohl jeder, der einmal als Gast in einer sozialistischen Familie im Ausland gewohnt und feine fremden Arbeitsbrüder näher kennen gelernt hat, wird im Kreffe seiner Arbeitskollegen ein eifriger Arbeiter für eine wahre Verständigung unter den Böllern sein und so im kleinen dem F r i e d en dienen. Vorbereitung für die Auslandsreisen sind die Kurs«, die in englischer und französischer Sprache abgshalten werden. Der Unterricht geschieht nach der direkten Methode, und die guten Erfolg« ermöglichten es- den Teilnehmsm- oft schon noch kurzer Zeit, sich mit cmMndischen Freunden zu verständigem In unerinüd» licher Kleinarbeit aus internationaler Basis, schloß Genosse Floerk«, «ollen arch wir der Verwirklichung des Sozialismus dienen. Die Wahlen ergaben im wesentlichen eine Wiederwohl de» bisherigen Borstandes, die Geschäftsführung wurde wieder dem um die„Fredita" so verdienten Genossen Floerke übertragen. Theater vor Gericht. Oie Pioniere von Ingolstadt und der keusche Stadtvater. vom Eivzclrichlcr des Amtsgerichts Rerlill-BUtt« umrde der frühere Oberbürgermeister von Ingolstadt, Dr. Grub er. wegen Beleidigung der Schriftstellerin Marie- luise Fleiß er. Versasseria der Komödie„Die p i o- niere von Ingolstadt, zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Dies der Tatbestand: Marlcluise F l e i ß e r, geborene I n g o l- st ä d t e r i n und mit der Luft ihrer Heimatstadt deshalb aufs engste vertraut, schrieb vor etwa zwei Jahren«in Stück mit dem Titel: '„DiePionierevonIngolstadt". In diesem Stück werden mit dichterischer Krast, in volkstümlich lebendiger Sprache und mit viel Humor gewisse Eigentümllchkeiien beleuchtet, die dem Ingolstadt der Vorkriegszeit das dank der Anwesenheit der„tüch- tigen"«soldaten charakteristische Gepräge gegeben hoben. In Ingolstadt ober regten sich gewisse Leute fürchterlich über die.78« r- unglimpfung" der teuren Heimatstadt auf. Besonders der da- irwfige Oberbürgermeister Dr. Gruber geriet in Ekstase und donnert- seinen Bannfluch gegen die unselige Marieluise, die seiner An- Kranke am Kassenschalter. 3m Nachricht-ndicvlt der Derlaasgeselllchaft Deutscher Kranken- lassen m. b. S>. lesen mit: In der breiten Oefsentlichkeit und in ihrem Spiegel der Presse beginnt der Sturm, den die Aenderungen in der Krankenoer- s i ch e r u n g durch die Notverordnungen heraufbeschworen haben, ollmählich abzuflauen. Der Berichterstatter hinter der Front könnte heute auch von diesem Kriegsschauplatz melden:„In der Kranken- Versicherung nichts Neues." Aber auch hier sieht das Bild an der Front, am Kaffenschalter, weit weniger friedlich aus. Eine lange Menschensch lange drängt sich im engen Raum, abgehetzte Menschen. Als erster kommt ein Arbeitsloser— seit Monaten kein Erwerb— zu Hause fünf Kinder. Schon vorher hat er nicht viel verdient, so daß es unmöglich war, etwas auf die hohe Kante zu legen. Di« knappe Unterstützung reicht kaum aus, das Allernotwendigste zu schassen und nun ist das Jüngste noch krank geworden und liegt mit fiebrigen Wangen und röchelnde!» Atem zu Bett.„Schnell'n Krankenschein, inein Mädel muß gleich zum Doktor: hier is de Stempelkarte!"„Familientrankenschein, Gebühr 50 Pf.", erwidert der Angestellte.„Siehst? denn nich, ick bin arbeitslos, da bin ick doch frei! So hat's in der Zeitung gestanden."„Für Ihre Person sind Sie von der Gebühr txsreit. Die Befreiung gilt aber nicht für die Familienangehörigen."„Wat is dat nu wieder für'n Schwindel. Kinder soll man in de Welt setzen vor'n Staat un dann darf man se verrecken lassen."„So is et," ruft eine Frau mitten aus der Reihe,„un mit den Fufziger is et noch lang nich alle. Denn kommt erst noch de Arznei, die der Dokter ver- schreibt. Zwo Märker Hab ick zahlen müssen für en janz kleenet Ilas. De Kasse zahlt nur mehr de Hälfte für uns Frauen un de Kinder. Immer Voller wird's. Zahlen und zahlen und nischt davor kriejen" Ein zustimmendes Murren geht durch die Reihen und manches nicht gerade liebenswürdige Wort fliegt dem Slngestelltcn,„dem Bonzen', cm den Kopf, der doch ganz gewiß nur seine Pflicht erfüllt.„Wenn die König« irren, müssen die Böller leiden", sagt ein lateinisches Sprichwort. Ins Moderne übersetzt: Wenn der Gesetzgeber unlieb- same Bestimmungen trifft, dann entlädt sich auf die unschuldigen Häupter der Beamten und Angestellten der ganze mehr oder weniger berechtigt« Groll der Bevölkerung. Landaufenthalt für Jugendliche. Das Bezirksjugendamt Pankow beabsichtigt, auch in diesem Jahre erholungsbedürftige schulentlassene Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Iahren auf dein Lande nmerzubnngen. Ganz besonders dürften für dies« Stellen Jugendliche in Frage kommen, bei denen die Schul- oder Gewerbeärzte einen längeren Äusenthalt auf dem Lande zur Erlangung der Berufsfähigkeit für notwendig halten. Die Unter- bringung erfolgt in Landpfleg« st ellen im Inland, Berpfle- gnng und Unterkunft werden unentgeltlich gewährt. Bedin- gung ist, daß die Betreffenden nicht krank sind, sondern nur zu schwächlich, um in die Lehre zu treten. Anmeldungen werden bis zum 15. März werktäglich von 8 bis 13 Uhr Sonnabends bis 11 Uhr— Mittwochs keine Sprechstunde— im Bezirks- jugendamt Berlin-Pantow, Reue SchönlMzer Str. 35, Zimmer 254, entgegengenommen. ficht nach Ingolstadt in den Augen der ganzen Welt verächtlich gemacht habe. In seiner Erregung griff'Dr. Gruber mit sliegendor Hand zur Feder urid schrieb einen grimmigen Anklagebries an das Berliner Polizeipräsidium. Weiterhin erhob er im Namen aller ehr- samen Ingolstädter flammenden Protest gegen die„Pioniere", so- wohl beim preußischen Innenmimsterium als auch beim deutschen Städtetag. In seinen Briefen behauptete«r, daß das Stück der Schriftstellerin Fleißer, Ingolstadt, seine Einwohner und vor allem die wackeren Männer der einstigen Pioniergarnison auf das schwerste und schmählichste beleidige. Cr nannte in wemg höflicher Art die„Pioniere von Ingolstadt" ein„Schandstück", ein „Schmähstück" und ein„gemeines Machwerk", woraus Marie- d»s« Fleißer, durch das furiose Temperament des Stadtvaters Gruber schließlich aus ihrer bajuvarischen Ruhe gebracht, Privat- klage gegen den entfesseilten Ober anstrengte. Die Eltern stunde am Sonntag berührte ein ichwieriges Zeitproblsm: das Schicksal der A b t t u ri c n t e n, die zu Ostern die Schule verlassen. Die meisten von ihnen haben keine sicheren Zukunstspläne, können sie nicht haben. Denn die Ueber- nillung der Berufe, die Arbeitslosigkeit auf allen Gebieten, macht die Frage der Berufswahl heute allen jungen Menschen bitter schwer. Dr. Gerhard Borahorsts Ausführungen beschäftigten sich leider nur mit den akademischen Berufen. Cr erwähnt« zwar in den Schluß- sätzen seines Lortrages, daß nur Befähigte diese Berufe ergreifen sollten, aber welche Schüler, die da, Reicezeugyis errungen haben, welche Eltern, deren Auch» bis«on.Abitururnr gsbraqt hat. be- zwecjetn dies« Bsfähiauna? In oen allermsisten. Fälle«»«den lecher nur die winschaftlichen Verhälrniss« Dafür ausschlaggebend sein, ob der junge Mensch die Unwersitot besucht oder sich einem oroktischen Beruf zuwendet. Die Warnung vor dem Streben nach dem„höheren", dem otodemischen Beruf ohne wirkliche Berufung hätte viel überzeugender ausgesprochen werden müssen.— Die Jugendstunde enttäuschte leider diesmal etwas. Lisa T e tz n c r weiß sonst mit ihrer Kinderschar so anschauliche Bilder vor dem Mikrophon zu gestalten. Die Szenen, die als Bor- und Zwischen- spiel zu Hoydns.Lindersinfonie aufgeführt wurden, wahren recht belanglos. Schillers„Verschwörung des Ftesko zu Genua" wurde am Montag als Hörspiel geboten. Die weiblichen Rollen waren aus dem Drama herausgestrichen worden, um das akustisch« Bild des revolutionären Trauerspiels klarer zu formen. Leider blieb es trotzdem ziemlich bloß. Fast alle Personen wirkten farblos: der Aufführnng mangelte besonders in der ersten Hälfte das Tempo, und die meisten Sprecher ließen die überzeugende Begeisterimg ver- missen, von der dieses Spiel getragen werden muß. Einzig Friedrich K a y ß l« r als Berrina war immer eine Gestalt von Fletsch und Blut, dem Spiel vorauf gingen„Bemerkungen zum Hör» spiel" von Intendant Dr. Hans Flesch, aus die noch aus- sührlich eingegangen werden wird.— Mascha Kaleko las eigens Gedichte, in denen sie die Einsamkeit des Großstadt- menschen nachformte, am erschütterndsten dann, wenn sie ganz einfache Alltagsbllder gibt.— Ein philosophisches Gespräch„W a s ist Wahrheit?" führte Dr. Hans Reichenberg mit einem Arbeiter. Es wurden keine philosophischen Systeme diskutiert, sondern der dankenswerte Versuch unternommen, philo- sophischez Denken aus den Alltogsorlcbnissen des einzelnen heraus- zu kristallisieren und die so gewonnene Erkenntnis nutzbringend zur Bereicherung seines Weltbildes zu verwerten. Tes. Dr. Klee, der Verteidiger der Dramatikerin, stellt fest, daß seine Mandantin durch die ungewöhnlich heftigen und kränkenden Be- merkungen des Dr. Gniber Schaden erlitten habe. Sie märe durch diese ungerechtfertigte Attacke in den zweiselhasien Ruf gekommen, sich auf„Pikanterien" zu spezialtstercn. Ein solcher Verdacht dis� kreditiere natürlich eine ernsthafte Schriftstellerin sehr erheblich. Der Berteidiger der Dmmatikerin stellt weiterhin fest, daß Herr Dr. Grwber das von ihm so leidenschastlich befehdete Stück weder gelesen noch gesehen hat! Das Gericht verurteilt den allzu zungenkräftigen Ober a. D. wegen Beleidigung zu 30 M. Geldstrafe und zu den Kosten des Berfahrens. Aus der Partei. Der vorstand der Sozialdemokralischen Partei Hollands hat den Beschluß gefaßt, daß der Tagungsraum der Parteitage alkoholfrei gehalten werden soll: von den Programmen der Parteiabteilungen sollen Alkoholanzeigen fernbleiben. Ein Schritt zur Alkoholfreiheit oller Parteioeranstaltungen und zur Unterbindung jeglicher Empfehlung des Alkoholgenusses— Ziele, die die Arbeits- gemeinschost sozialistischer Alkoholgegncr in ihrem Gegemvartepro- gramm ausgestellt hat! Vorträge, Vereine und Versammtungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Berlin 6 14. Eebaltianftr S7-38 Sof 2.»t StatZSOa-lMfc fOttroceein): Mittwoch, 25. Tfclmiar, lg'/.»Tir, in ftlkm» ffcf'fäleit, S>at«rTi?fie IS. JachMSbetiiSt, Neuwabl. Ohn« Mitalirdsbuch lein zutritt.— Lichteubern'Ort-- ixtAO; Mittwoch. 25. ffrfmiort, J, Uhr. Saalfcfm* ffit 6i« SPD. Tt-if'vun-t '"'" adicho-t®vift03 Tetnvrl an kür 6w ftonaraMchcfte* in ihrrn Selal«'. »chavnt« CM«... SiocheLleibunz. Erfchrwen Ztottich« aittfdjufcncteiit w Berlin. Dpnnerntaa. 25. ssebruar. Zrt Hör. im 28itt«Iat«6ef, Sniaitstr. 12 iAnhalter Bahnhof). BortroatabenS. C, trrtch", tat dichtbildern: SHoint». Sloonit llbeo muß 5-r Ti.rfchitßkr npm Pferd« missen f", v.•SMunertrcrs üJkt„Lchlachtpferdl". Kopilün Z?olss übet W«„ffafirfiSalVb Dentsch« frieden«Ml rllschaft. Te»«!: Tuscuwm. Kauotftr.\'a. OeffrotTichf Persanwiluna cm ffmto«, 27. StJituor. 2ft Uür Scfmnt RUifer.Strlin. T7>«mc:„SctenlMiiii und StchOelm lint, Drntschlcnd« UntftRonc". Frei««Jus« sprach« fiir®«qner- Dentsch« Kcltrcaaescllschast. e.?., vrt-qrup»« Berlin. Mcnio«. 2. 3Röri, 16H Uhr. WilhtlUlshof, Bnhaltstr. 12, LichtbtldervortraR. Eiistr herzlich will. lomm«v. Berlinr Zithrr-Slnb,««gr. ISö«, übt i-drn Dienstaa. 2014 Uhr, Im Kluh. hau», Ohmftr. 2. ... raisdien?/ Bitte /-über- je weniger Bohnenfefee und je mehr Rathreiner. desto vorteilhajter für Sie/ Grofie Do«e Wjrbcrt Rl Klein« Do» Wybert Pflege Deteefl HaU tigficii- gurgle trockcfi mit Wyb«t ,\,ne pklsysn S/e fogiich— und Ihren Oberlegen Sie doch nur, was Ihr Hals alles afl Unreinheiten und Bakterien „abfangen" muß. Ist es da erstaunlich, daß er hin und wieder ein bißdien versagt und man dann die Folgen zu tragen bat? V Sie müssen dem Hals bei seiner Arbeit etwas helfen. Lassen Sie doch täglich, namentlich draußen und überall dort, wo durch Menschenansammlungen die Ansteckungsgefahr erhöht wird, hin und wieder ein paar Wybert im Munde zergehen. Das beugt Erkältungen vor, wirkt also wie Gurgeln, ist aber einfacher und schadet dem Magen nicht. UIvsenduogen fSr dies« Rnbrir sind stet» an da» B«zirk»sekr«tariai B« r l i a GW A. Liadenstra�e Z, S. Hof, 2 Trevpe» rrcht», zu richte» Von den(kinkaftkarten zu unserer Kundgebung crtn 2. März sind noch einige Hundert zum Preise von 30 Pfennig gegen Bor- zeigung des ÄlZitgliedsbuches in unserem Büro zu haben.— Abteilungen, die noch Bedarf haben, müssen die Karten schleunigst anfordern.— Die etwa nicht verkauften Karten sind bis zum Freitag, dem 27. Februar zurückzuschicken. I. A.: Alex Pagets. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, ZNiltwoch, 25. Februar in nachstehenden Lokalen. Beginn aller Versammlungen Uhr. 3. Abt. Ecbastianstr. 37, Jtäpcaiäer Str. 54a, SoDenfcfet Str. 137, Annen. strafte 44, Luisenuser 21, Mickxlelkirchnlaft lg, Stallschreiberstr. 47, Runae» strafte 30. Thema in allen V«rsammlu»acn:„Preisbildunti und Konsum. aenossenslhaften". Referenten die Genossen Bördel, Buchholz, Erovvler, Giittlcr, Kegel, Krause, Riede. Echulze. 4. Abt. Brandis, Etralauer Ctr. 10.„Grundae danken des EoziaNsmusck Genosse Mauer. ft. Abt. Loffmanns t?«stsälc, Echwcdter Str. 23. Dortroq des Genossen Wolf. aan-, Eilnvarz. 7. Abt. ssriedrichstadt-Kassno, Chausseessr. IB. Rektor Gussow Aüdide: ..Kulturpolitik". Kreisvrrlretertag. Bezirkspartcitag. ». Abt. Bezirke 727 bis 732� chilbnrr, Wilsnader Etc. 34. Bezirke 733, 733 bis 739: ssaber, Etcphanstr. II. 10. Abt. 20 llhr Sandom, srlensdurger Str. 3. 12. Abt. 20 Uhr ssunktionarssftuno bei Schmidt, Wiclefssr. 17. 14. Abt. Stoutemilnier Gesellschaftsbaus. Ewinemllnder Str. 42. Stadtvee. ordnete Dr. Kitte fsrankenthol:..Berliner Gesundheitspolitik". 15. Abt. Rusch, Brunnenssr. 140. Dr. Theodor Saubach: �Kampf dem ssaschi«» mus". Wahl des 1. Abteilunasleiters. 17. Abt. Aula der 39. Eemeindelchule. Mllllerssr. ISO— 159, Ecke Triftslrafte. Dr. Krenftig:„Ursaclx und Wirkung der Wirtschaftskrise". 18. Abt. Löwcnbrauerei, Kochssr. 2. Dr. Richard Lohmonn:»Das neu« Gefeft Groft-Berliu und seine Auswirkung". 19. Abt. Rote Schule. Eotenburgcr Strafte. Emil Barth:»Arbeitslossakeit oder Aussperrung?" SO. Abt. Wende. Koloniessc. 147. Genosse Longe sDeschäftsfllhrer der Konsum. gcnoffenschaft):»Wirtsd>aftskrise und Doeisbilduna". ZI. Abt. Schraderhaus, Molplaquetstr. 14—13. Ernst Rernnonn:„Kur voki. tischen Lage». 23. Abt. Eleinader, Scestr. 44. Dr. Mendelsohn:„Kollpolitik und Sozial- demokrotie". 24. Abt. Altersheim. Danziqe? Slr. 92. Käthe Kern:.Unsere BorschlZge zur Lösung der Wirtschaftskrise". 25. Abt. 20 Uhr Bordersaal des Eoalbaus ssrietrichshain. Karl Michaelis: Konsum und Partei". Mitgliedsbuch dient als Ausweis. 23. Abt. Soffmanns ssrstsäle, Echroedtcr Str. 23. August Niemonn:»Unser Kampf gegen den Faschismus". 27. Abt. Schönhauser isestsäle, Schönhauser Alle« 129. Bllrgermeisler Dr. Ostromski:»Dos neue Geseft Groft-Berlin". 28. Abt. Zahlobende in den bekannten Loktlen. Lokal Bartelt. Wörther Strafte 19. sselir ssliga:..Wirtschastseindrllde aus Schweden". 29. Abt. 20 Uhr Kahlabende in den bekannten Lokalen. 30. Abt. Kassno.sscsn'äle, Pappelollee 15. Dr. ssranz N-umam,:»Das Bar- lamrnt in der Demokratie". 31. Abt. Schulaula Schönfliefter Str. 7. Jockel Meier:„Kur politischen Lage". 32. Abt. Echmidis Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 30». Dr. Lomberg:»Agror. Politik, Partei und Presse". 33. Abt. 18 Uhr Vorstaudssiftung bei Werialla, Sohenlohestr. 3. IVA Uhr Schulaula Sohenlohestr. 10. Robert Breuer:»Die Nächsten Aufgaben de» Reichstags". 34. Abt. 19 Uhr Schulaula Litauer Str. 18. Rudolf Karsten foom gentrol- verband dcr Arbeitsinvaliden):»Sozialpolitik der Nazis". 35. Abt. frankfurter Sof. frankfurter Allee 313. Gertrud Sann«, M. d. L.: ..Demokratie oder Diktatur?" 33. Abt. Schulaula Petersburger Str. 4. Dr. Norbert Narr:„Kwech rnrt Ausgaben der Ambulatorien". 37. Abt. Paftenhoser Brauerei, Landsberger Alle« 24—27. Sans ffraiwfe: ..Die steigende Bedeutung de» Bölkerbundes". 38. Abt. 20 Uhr Schmidts Gesellschoftshaus, frnckttstr. 33«. Theodor Koftur: „Der Nationalsozialismus, was er verspricht, liatten kann und hält". 39. Abt. Groftbecrenstr. 93. Emil KIcnz:»Ilnker« Suftvoliz«i". 40. Abt. 20 Uhr bei Schmidt. Teltower Str. 18. Richard Barth. Keirfner, Sagelberger Str. 29«. Lotte Knauer. förster, Dreibundstr. 11. Mar Sende mann. 41. Abt. friesenschlöftchen, friesenstr. 14. Genosse Altmami:»Kirche mnö Staat". 42. Abt. Blllchersäle. BlLcherslr. 31. Mar Scharfstäbt:»Arbeitslossakeit rmd die Berufsmahl". Abreckwimg der Bezirksfithrer. 43. Abt. Rabe, fichtestr. 20. Otto Most:„Mieterscktuft und Meterrecht". 45. Abt. 19 Uhr Schulaula forster Ecke Reichcnberger Strafte. Mar Briniber: „Droht Weltkrieg?" 43. Abt. Burckhardt, Görliftrr Str. Z2. Stadtverordneter Paul Robinson: „Der Kampf rnn Berlin". 47. Abt. Saal 5 Gewerkschaktshatis. Enqeluser sl— B. Gertrud Dubo-kkllrich: „Dcr Weg zum Sozialismus". 48. Abt. 20 Uhr bei Killer. fllrNenstr. 1. PreSe, Prinzenstr. 23. Ehemann, Brandenburgstr. 1..Kimmerling, Brandenburgssr. 29. Teftlaff, Ritter- strafte 33. 51. Abt. Kehlabende in den bekannten Lokalen. 1., 2., 3. Gruppe: Bortrag des Genossen Etodlra: Walter friedländcr. 53. Abt. 50 Uhr„Kuni Ruftbaunss'. Straft« 12 am Berbftnbnngsfanal. Adolf Wusäiick:„Sozialismus und faschismus". 54. Abt. Kleiner Saal �Türkisches Kelt, Berliner Str. 53. Bortra« be» Stob!» verordnet«:: Sans Wonwed. 57. Abt. Schillersaal, Bismarcks««. 110. Karl Drcssel:„Unser Kampf gegen Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit". Mitgliedsbticher milsscn vorgezeigt, Gäste können eingcsslhrt werden. 77. Abt. Werbe» und Mitqliebcrverlammlnnq. Achtung, neue» Sokal! Csf« Schöncberg. Sauotstr. 23—24, Ecke Akaziensteafte. De. Knnt Löwenstei», M. d. R.:.Die Ausgaben der«ebeitertlasse in der Krise". 78. Abt. 20 Uhr bei Thiele, Ebersstr. 18. GoltNeb Rees«:„Wirkt chafkskrkse und Demolratie". 81. Adt. 20 Ubr Eesellschastszimmer des friedenauer Ratskeller«. 83. Abt. 20 Uhr Lichierkcldcr feftsäl», Kehlendorfer Str. 5. Kurt Setnig, M. d. R.:„Die wirtschaftliche Lage". Mitgliedsbuch ist vornizeigen. 85. Abt. 20 Uhr im Lolol Mali. Chausseestr. 305. Simon Kottenstein:»Ar» beitsloienfstrsorge,»risrnfstrsora« und was dann?" 88. Abt. Lichtenrade. Lokal Schlickert, Berliner Str. 13. San, Kögter. 89. Abt. 20 Uhr wichtige funktionärsitiung mit den Kreisoertreter» bei Wro mmcck, Cauderstr. 10. »3. Abt. 20 llhr bei Damm, Kcrftbergstr. 22, Knsammenkunst der»reisbrle. aicetrn mit Abteilnngsvorstand.(Nicht am Dienstag.)— Kvnlnmmrt. «lieber der 45., 120.. 183. Abgabestellc: Berfammlun» ZdeaMause. Marosch. straft- 14. 97. Abt. Bezirke 131, 136, 133: Krtlger. Emser Strafte. Neuwahlen. Bortrag des Genossen Riedel, M. d. R. 99. Abt. Becker. Vrig, Ehaussccstr. 97.»r. Iultn, Moses, M. b. R.t.G«oen die Kriegshcfter". IL« i»«I K e I»» i» ze«>» Koplskopzft. düttwocii. den 25. kekruor, 20 Uhr. ün Lokal Deutsches Haus, Stolzenfelsstraße.- Thema: Nationalsozialismus. Redner: Carl Lifke, M. d. R. Lichtenberg, 117. Abt. Miltwodi, den 25. Februar, 19% Uhr, Lokal Stfidtlsches Flußbad, Köpenicker Chaussee 63a.— Thema: StreifzQge durch das dritte Reich. Redner: MaxSterers. Kaulsdorf, 1 23. Abt. Freitag, den 27. Februar, 20 Uhr. Turnhalle, Adolfatraße— Thema:Nationalsozialismus— Volks- betrug. Redner: Erich Kuftner, M. d. L. Mitte, 4. Abt. Freitag, den 27 Februar, 19% Uhr, Vogels Festsfile, Brüdten»fr.2.— Thema: DasdritteReich. Redner: Genosse Ritzel, M d.R.- Politisch-satirische Revue:»Wo bleibt der zweite Mann 7*- Unkosfenbeifrag 0,30 M., Erwerbslose Genossen frei. Volksgenossen! Erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! 100. Abt. Diskusslonsabend Im Lokal Ruppevt. Neuköllner Straft«. 104. Abt. 20 llhr funktionärstttung bei Thomalla. Berliner Etr. 38. 108». Abt. Köpenick. Aula der 3. Volksschule, Borgmannsirafte. Dr. Richard Mischlcr:„Reichsbanner und Partei". 114. Abt. l. Gruppe: Kohnert. frankfurter Allee Ecke Mainzer Strafte. 2. Gruppe: Hesse. Wllhlischstr. 30. Brendow:„Das neue Ruftland". 3. Gruppe: Schwarzer, Dabriel-Mar-Str. 17. Willi Roqge. 4. Gruppe: Schiller, Wiihlischstr. 33. Martens:„Die englische Arbeiterpartei". 119. Abt. Kubisch, Pfarrstr. 13. Klucke, Cchesfelstr. 10.„Kampf gegen die Nazis." 129. Abt. Tllrlisches Zeit, Breite Str. 14. Kurt Kicftmann:„Kur volltischen Lage". 139. Ab«. 20 Uhr Kufammenkunft der istngeren Genossen fällt aus. D»Dr Be- triliguna an der Beranstaltung der freien Schulgemeinde»frei« Scholle" im Schollentrug, Sermsdorfcr Strafte, zugleich auch für alle Eltern schul- pslichkgrr Kinder. Donnerskag. 26. Februar. «. Kreis. 20 Uhr»reisvertretertag in L-ntwi». Lokal Lehm»»». Kaiser. Wilhclrn-Sti. 29-31. 22. Abt. Sochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Straft«, MtgU ederv ersan»» lung. Vortrag des Genossen Dr. Ott» friedländer. 103. Abt. Mlraervark(Inhaber Truhe), Deiftkopfstrafte, Ritglieberverfamm. lung. Sans Bauer:„Unser Kampf gegen dir Nazis". Mitgliedsbuch ist am Saaleingang vorzuzeigen. Sonnlag. 1. März. 13. Kreis. Sonata», 1. Mär,. 1014 Uhr, läuft als geschlossen« Baetrieeran. staltung i- den Tivoli-Lichtspielen, Tearpelhof, der film»Atiamtkea Lebe»". Karten müssen die Genossen au« bei ibreu Beztrisführeru abhole», da keine Tageskasse geführt werden darf. Preis 30 Pf. Arbeitslose Sc- nassen und deren fronen frei, gegen Bescheinig»»« ihre, Bezirisführer«. Ixgeodliche»atcr 18 Jahre» bei» Zutritt. Arauenveranstaltungea. Politische funktionärln»e»! Unsere f»»kti»»äri»»«nk»»ker«», ist für Donnerstag. 12. März, vorgesehen. Wir bitten all« fn-ktionärinne-, diesen Tag»»» anbeten Veranstaltungen freizuhalten. Da» feaaensetretariat. * U. Abt. Sahnt«. Donnerstag. 36. februar. 29 Uhr, hei Sondmann.»est. fälisdie Str. 4L. Referent Genosse Lervin-Dorfch:„Nie wieder Krieg". 93. Abt. Renkölln. Mittwoch, 25. Februar, 1SU Uhr. in der Lesehalle Nogat., Eck« Jllestrafte. Referent Sans Marx:„Die EminTlika des Papstes". «23. Abt. Kanlsdorf. Der für heut« angeseftte frauenabeud fällt aus und findet erst am Dienstag. 3. März, statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 131. Abt. Riederschönhausrn. Mittwoch. 2k>. februar. WA Uhr, in der Gemein. schaftsschulc, Bismarckstr. 11. Referentin Senn» Iaduezonsli:»Die frau im dritten Reick,". 139». Abt. freie S-Holle. Der frauenabeud fällt im Monat Februar ans. Dafür " b-teifigen stch die Genosstnnen an der Wrrbrfeier der freien Schal» gemeinde am Mittwoch, 25. februar, im Scholle nkrug, Sermodorfcr Strafte. Arbeiksgemeinschafl der Sinderfreunde Grob-Verlin. All« Berliuer Nestsalken für Lichta« staltuna Zar UbIaheea-fri« übe» Donnerstag, 17—19 Uhr, Rütlifchul«. Neukölln. Kret, Mitte nud Prenzlauee Berg. Kaspeelevorstellnao Mittwoch. 17 llhr, Danziger Ctr. 33, Schill«. Kindersreundemitgkied« fr«i, Gäste Eintritt 19 Pf. Kret« Krcuzberg. Heule. Dienstag, 29 Uhr, Kreishelfrrstftnng im Jugend- heim Porckstr. II. K«i» Reuköll». Hekferkrei«: Am Donirerstog ist Helferftftnn« in der Baracke Ganghoferftrofts um 29 Uhr. Wer erwarten alle. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei« Organisation 153. Aht. Käpealck. Unker alter Genosse Berthold Dresfol, Grün« Trist, Am Wald« 45, ist pläftlich verstorben. Die Einäscherung findet am Mittwoch, 25. februar, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, statt. Wir bitten um reg« Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjogend GroH-Serli» «nsendongrv fär btefe Rndeg am«» da« Zvgrndfetretaehc Bertln«M m. ftaSendrafc S funktioaäroersammluaq Sonnabend, 29. februar, 1914 Uhr. i» der Aula Kochür. 13.»Di« Jugend in der Kampffront«eaen den Faschismus." Alle Funktionäre müssen erflheinen. Interessiert« Mitglieder lind eingeladen. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. -Der Rote Schüler" Nr. 2 kann von den GSG.-Gr»ppen abgeholt werden. heule. Menstag. 19� llhr. Gewerkt ch-ft�a»: Köpenicker Str. 9t:»Unsere fahrten".— Köllnischer Park: Waisenstr. 18:»Rechte und PMchtcn der Funktionäre".— Rosenthaler Borstadt: Elisabethkirchstr. 19:»Gewerkschastssragen".— Zentrum: Landsberger Straft- 50:.Gewerkschaftsfragen".—»rnuaenpla«: Pank. Ecke Wiesenttvafte: Politisch- satirischer Abend.— Geiundbrunncn I: Gotrndurger Str. 2:»Konzen. ttaHon der Industrie".— Kochplaft:«Serichist r. 12—18;»Tagespokkt»". Kumboldthain: Putbusscr Str. 3: Generalversammlung.— Leopolhplah: Utrechter Strafte:„Wirtschaftskrisen".— Norden. Lorfting- Eck« Graunstrafte: Stellungnahme zur Generalversammlung.— Schillerpark: SchSningsir. 17: „Togespolstik".— Wedding: Willdenowstr. 5:»Imperialismus".— Wedding. Nord: Turiner Ecke Eeeitraft«:»Tagespolitik".— Arnimplaft: Sonnenburger Strafte 30: Aufterordentliche Mitgliederversammlung. Besprechung dcr Anträge zur Generalversammlung.— falkplaft I: funktionärsiftung bei der Denossn E. Stoldt, Rhinower Str. 5, vorn 1 Tr.— falkplaft II: Sonnenburger Str. 20: funktionärsiftung.— Kelmholftplaft: Danziger Str. 32:»Seruelle fragen".— Sumannplaft: Gleimstraftr:»Deutschland und der Völkerbund".— Weiftense«! Parkstr. 33:»Die Gewerkschaften in England".— Wörther Plaft: Kastanien» aller 82:»Die frau im Beruf".— Kaseuheid«: Wassertorstr. 9:»Fürsorge. erziehunq".— Reichenberger Viertel: Reichenberger Str. 38:»Dam Lehrlings» verein zur SAI.". 1, Teil.— Süden: Porckstr. 11:„Die gewerkschastlichen Organisationen in Deutschland".— Südwesten: Lindenstr. 4:»Tagespolitjk".— Schöneberq l: Sauptstr. 15:.Äie kam es zur deutschen Revolution?"— Schöncberq III: Saup'st� 15:„Tagespolitik".— Eharlotteuburg.Rord: Olbers- strafte: Besprechung der Anträge zur Generalversammlung.— Siemonsstadt: 11. Volksschule:„Religiöse Sozialisten".— Westend, R. f.: Sportvlaft Wesrend: „Scruell? fragen", 2. Teil.— Lichterfcldc: Li