BERLIN Mittwoch 25. Zebmar 1931 10 Pf. 7!r. 94 B 47 48. Lahrgang erschet»t t»»Iich Zugleich Abendauezade d«.Vorwörtt'. BeMglrrei« beide Ausgabe« 85 Pf. pro Woche. 8.60SOL pro Monat. Redaktion und Expedition; iverlia SW 6», kindenSr. 2 Antetsenpret«: Die einspaltige Nonpareillejeile So Pf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poüfcheckkontv Dorwäno-Verlag G. m. d. Berlin Nr.»758«. Fernsprecher! Dtndoff?S2 bi« 20? Schöffe in der Gormannstraße Kommunistische Ausschreitungen gegen Polizei Obgleich Uc flonaniniffat wochenlang bemüh! waren, die Er- m erb»losen f&t de» 25. Zebruar mobil zu machen, ist der heutige vormittag«rhSltnlomSFig ruhig verlause», v« einige» Stelleu kam e» z» S»»schr«ituugea. die unblutig verliefen. Hier allein hat das völlige Demonstrationsverbot in erster Linie dazu beigetragen, daß größere Ausschreitungen, mit denen zweifellos zu rechnen war. oermieden wurden. Zum andern scheint aber auch ein großer Teil der Erwerbslosen den Kommunisten einfach die Gefolgschaft gekündigt ui haben; sie sind oernünftigerweise zu Hause geblieben. Di« Polizei stand heut« vormittag unter Alarmbereitschaft, die Streifen waren eicheblich verstärkt worden und in den bekannten ständigen Uiwuhszentren patrouillierten Polizeiautos. An«»er Stelle, und zwar vor dem Arbeitsnachweis in der Svrmannstraß«, kam es zu Krawallen. Als die Polizei anrückte, um die Menge zu zerstreuen, würden die Peamten mit Gefohle und Schimpfworten empfangen. Dana Hagel- ten Sieine. Siergläfer und Stühle auf die Schuvo nieder. Als die Reansten vorgingen, wurden aus der verhehien Meuge mehrere Schüsse abgefeuert. Auch die Polizei machte von der Schuß- waffe Gebrauch, beschränkte sich aber üarauj, in die Luft zu feuern, um die Angreifer zurückzuschrecken. Obgleich bald Der- stärkungen zur Stelle waren, sammelten sich di« Demonstranten in don umliegenden Straßen immer wieder, so daß die Polizei mm einer Ecke zur anderen eilen mußte, um die Ansammlungen aus- ziitösen. Bei den wiederholten Ansammenstäßen gab es eine Reihe von Leichtverletzten. Der Arbeitsnachweis mußt« geräumt werden, zahlreich« Scheiben wurden durch Steinwürfe zertrümmert. Iu weitere» Tumulten kam es es vor dem Arbeits» Nachweis am Stiftweg inPankowundvor dem Neuköllner Rat- Haus in der Berliner Straße. Mehrer« Rädelsführer wurden wegen Aufhetzung, Widerstandes und Verstoß gegen das Demon- srration-werbot festgenommen und der Politischen Polizei übergebem Gegen Mklag war dir Ruhe überall wiederhergestellt. Da bei Ein- brnch der Dunkelheit mit weiteren Störungsversuchen zu rechnen fein dürft«, wird di« Polizei auch in den Abendstunden die erhöhte Atannbereitschaft beibehalten. • Gegen 12 Uhr mittags drangen etwa 15 junge Burschen in den Schlächterladen von KarlÄisch, Linden st raße 105. mit dem Ruf«:.Wir haben Hunger!', ein. und stahlen für etwa ? 0 0 Mark W ü r st e, mit denen sie die Flucht ergriffen. Dos inzwischen herbeigerufene Ueberfallkommando verfolgte die Täter und nahm fünf von ihnen fest. Bülow soll beseiligi werden. Ehristlich.joziale Avrdtrung im Reichstag. Im Ausschuß für de« Reichshaushall verlangle bei verawng des Etals des Reichstags der evangelische Theologe Abg. S l r a l h- mann(Ehr. S. V.) die Defeiligung de» Pülow- Bilde» ans dem Sitzungssaal des Relchsrats. Die Beseitigung soll« ein« symbolische Handlung sein. Präsident Löbe weist als verlreler des Reichshausholt» darauf hln, daß fest 1915 der frühere Reichskanzler Lütow ein weiteres, von Lenbach gemalte, Porträt, dem Reichstage vermacht habe. Nach dem Tode Bülaws werde die llebernahme auch jenes Bildes jetzt aktuell. Abg. Blüller. Frauken(Saz.) meinte, der Reichekanzler Lütow habe immer mit der Wahrheit aus ge- spannlem Fuße gelebt, da, sel aber längst bekannt ge- wesen. Zlbg. H« i n i g(«oz.) betonte die Notweirdigkeit einer Regelung der Haftbarkeit von Reichstogsabgeordneten. die als Aufsichtsräte in reichseigene Gesellschaften entsandt werden. Frau Bohm-Schuch(Svz.) fordert«, daß die über 12 Jahre tätigen weiblichen Arbeitskräfte des Reichstages endlich ins Beamtenoerhältnis übergeführt werden. Danach begann der Hou-Haltsausfchuß mit der Beratung des Etats des Auswärtigen Annes. Der Mitberichterstatter Dr. Breit- scheid sprach zuerst über den Wechsel in der Etatsabteilung des Aus- «artigen Amtes, der dringend notwendig war. dann über die Un- Möglichkeit, die«uslandsbeamten in ihren Bezügen so weit zu kürzen, daß derartige Posten nur noch für reiche Leute übrig bleiben. Der auswärtige Dienst dürfe nicht wieder ein Reservat sürdie Besitzenden werden. Falsche Sparsamkeit und sozial bedenklich sei es. Angestellte auf Privatdienstvertrag jetzt Die Schuldigen von Ziöntgental Drei neue Verhaftungen— Zwei Personen geftüchtet A« der Röntgevtaler Mordnffäre sind gester» abend drei neue Festnahme» erfolgt. Soweit sich bis jetzt Überblicken läßt, steht damit der Feuerüberfall auf das Lokal„Edelweiß" vor der eudgültigea Auf» klärnng. Zwei weitere Täter werden noch gesucht. Ihr« Raa»«» find der Polizei bereits bekannt, es ist fest» gestellt, daß die Verdächtige« ausBerliageflüchtet sind und vermutlich bei Gesinnungsfreunden in der Pro- vinz verborgen gehalten werde». Die erste Festnahme, über die wir gestern berichteten, erwies sich als«in Fehlgriff, denn der Verdächtige konnte für den ?lbent> des verhängnisvollen 17. Februar ein Alibi beibringen. Er konnte bereUs gestern, ebenso wie sein Bruder wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Das Derhör dieser beiden scheint der Mord- kommifsion jedoch manchen wertvollen Fingerzeig gegeben zu haben. Schon bald darauf wurden nämlich drei junge Röntgen- taler Burschen, die sämtlich dem„ft a m p s b u n d' angehören. aus den Betten heraus festgenommen. In Rvntgental gibt es ein Restaurant„Blaue Grotte', das als ausgesprochenes kommunistisches Berkehrslokal gilt. Hier kamen auch die Mitglieder der Iugendgruppen zusammen. In der„Blauen Grotte' scheint auch der Feuerübersall auf„Edelweiß' in allen Einzelheiten vorbereitet und besprochen worden zu sein. In wenigeu Tagen jährt sich der Tag. an dem der kommunistische Arbeiter K u b a w in Räntgental oon Hakenkreuzlern bei dem nächtlichen Feuerüberfall auf die Gastwirtschaft von Meisel erschossen wurde. In dgp Ortschaft war bekannt, daß von den Kommunisten oer- schledene Protestaktionen für den damals verübten feigen Mord geplant waren. Danach sieht es beinahe so aus, als oh es sich bei der Schießerei am 17. Februar um einen Rache- oder Vergeltung»okt gehandelt hat, nur daß dabei völlig Un- schuldige da, Opfer geworden sind. Drei der Burschen befinden sich zur Zeit in Haft und ihre bis herige Vernehmung hat fo gut wie sicher deu Beweis erbracht, daß sie an dem llebersall beleiligk waren. Alle drei haben kaum dos 20. Jahr erreicht; die beiden zur Zeit noch Flüchtigen kommen oer- mutlich als Haupttäter in Frag«. Mit ihrer Festnahme ist bald zu rechnen. Wirbelstürme über Sizilien. Zahlreiche Tote.- Bevölkerong in großer Not. Rom. 25. Februar.(Elgenberichl.) Die Verwüstungen de» furchlbare» Wirbel» stürm», der Sizilien und st o 1 a b r 1 e n heimgesucht hol. sind besonder» groß Im Hasen von Girgentt. Da die Tele. graphen- und Telephonleikungen zerstör! find, fehlen jedoch noch nähere Elnzelhelteu. Im Hafen von Palermo gingen viele Fischerboote und Last- schisse unter. Ein Teil der Fischer fand dabei den Tod. Bisher hat man zehn Tote geborgen. Zahllos find die Leicht- und Schwer- verletzten. Man rechnet jedoch mit einer bedeutend höheren Ziffer. Ueberall spielten sich während des Orkäns unbeschreibliche Schrecken»- szenen ab, vor allem bei den Ueberschwemmimgen. Die Bevölkerung mußt« vielfach aus den Betten heraus gerettet werden. Auch die graßenXstefängnisse wurden oon Wassermassen eingeschlossen. Zwei Eisenbahnbrücken der Strecke Palermo— Trapani und eine Eisenbahnbrücke der Strecke Palermo— Mss sine sind ein- gestürzt. Eine Eisenbahnbrücke stürzte gerade in dem Augenblick „Mehr Volk!" (Ausspruch Wilhelms de« Zwoien) sivliMibsrniit" Unfcftihr . 7000 Tejlnehmtr sm .HrtUr-Ttzq* Brnunsrhwtig Oichtung vnb Wahrheit über deu Hitler-Tag in Lraauschweig. ein. Als ein Personenzug sie passierte. Ein Soldat wurde dabei ge- tätet, die übrigen wenigen Passagiere konnten sich nur mit Müh« retten. Die Ueberjchwennnungen haben in den Pflanzungen des sizlliansschen Flachlandes überall unübersehbaren Schaden angerichtet. Schneekaiaftrophe in den Hochalpen. Hotels in Kurorten vollkommen abgeschnitten. Genf, 25. Februar.(Eigenbericht) Der ungeheure Schneefall in den S6)weizer Hoch- a l p e n hat eine ganz« Reihe von Kurorten und hochgelegenen Siedlungen von der übrigen Welt abgeschnitten. Die meisten Hotels sind jedoch genügend mit Lebensmitteln eingedeckt. Die unterbrochenen Bahnverbindungen sind an einzelnen Stellen erst nach mühsamer Arbeit wieder hergestellt worden. Die Expreßzüge über den St. Gotthard und S i m p l o n kamen nur mühsam vorwärts, obwohl die großen elektrischen Schneepflüge der schweizerischen Bundesbohnen die Strecke von den Schneemassen fortwährend säuberten. Die Bahn- höse Göschenen uird Brieg waren von den Schneemassen fast vollständig blockiert. In den Dolomiten sind die be- kannten Kurorte M i s o r i n a und E o r t i n a von der Außenwelt abgeschnitten. Italienisches Militär ist zur Zeit dabei, die Straßen kroizumachen. Die Situation ist dadurch erschwert, daß im gesamten Alpengebiet noch immer Schneemassen und Lawinen niedergehen. Auch die im Ortlergebiet liegenden Ortschaften S u l d e n und T r a f a i sind durch die großen Schneefälle von der Außenwelt vollständig abgeschnitten, lieber dem Grand Hotel Sulden ging«ine Lawine nieder, die den Speisesaal und ein daneben- liegendes Magazin zerstörte. Auch das Elektrizitätswerk wurde von den Schneemassen gestreift."Es entstund ein Kurzschluß, bei dem alle Maschinen oerbrannten. Kein Gasalarm. Kindereien aufgeregter kommunistischer Journalisten. Nu Verls»« kommunistische» morgen»lall hatte heute früh tu spalleulangeu Ausführungen und im Stil übelster Srnfattousjouruallstlk üb« einen Gasalarm über Verll» be- rlch'el, der angeblich als Plansp'el des Innenministeriums für den 15. April beabsichtigt sein soll, wie WTL. nunmehr mitteilt, ist die ganze Uleldung eine grobe Entstellung und daraus berechnet, Unruhe unter der Groß-Beriluer Bevölkerung hervorzurufen, wie weiterhin au» sich«« Quelle mitgeteilt wird, handelt es sich bei d« ganzen Angelegenheit um eine theoretische Uebuug, der die Annahme ein« großen Explosion in einer chemischen Fabrik zugrunde lag. Diese ilebung ist bereit» vor einigen Tagen vor sich gegangen. Die Hebung fand in all« Oefenttichkeit statt unter Hinzuziehung zahlreich« Vertreter privat« Orgauljattonea. Ser Behördenschreck. Scheintodpistole als Allheilmittel gegen Arbeitslosigkeit. vor dem Schöffengericht Verlin-Millc stand heule der ZSjährige Historien- und Kirchenmaler Schäfer. Der Unglückliche war feil ISZl arbeitslos und drang am 21. Dezember vorigen Jahres in das Zlrbeilsministerium ein, verfuchle hier zum Arbeilsminifler Slegerwald Zulrilt zu erhallen und zog schließlich eine Schein- ? o d p I sl o l e. Lei der körperlichen Durchsuchung fand mau bei ihm auch einen Gummiknüppel. Da» Schnellgericht erklärte sich für nicht zuständig, ordnete eine Untersuchung de» Geisteszustandes Schäfers an und leitete die Sache in das ordentliche Verfahren über. Schäfer war. wie gefugt, 3 Jahre ohne Arbeit. Der Schwer- lnegsbeschüdigie war anscheinend außerstande, sich in semer Arbeit umzustellen. Stempeln ging«r nicht. Er lebte beim Vater, einem pensionierten Beamten, und ließ sich von diesem unterhalten. Seme einzige Beschästigung bestand im Sä) reiben von Eingabrn an alle möglichen zuständigen und unzuständigen Stellen. Er ver- rannte sich schließlich hofsmmgÄos in die Idee, daß ihm ganz be- sonderes Unrecht geschehen sei. Cr glaubte auch«inen Weg aus der Arbeitslosigkeit herausgefunden zu haben und überreichte Denkschriften an das Ärbeitsministertum usw. Auch an den Reichstag wandte«r sich. In seiner nervösen Ueberreizthelt faßte er schließlich den Enf- schluß, den Arbeitsminister mit Schemtodpistol« und Gummiknüppel zur Rede zu stellen. „Was beabsichtigten Sie damit", fragte ihn der Torsitzende.„Ich wollte aufs Ganze gehen", erklärte der Historienmaler,„hätte eine Waste versagt, so hätie ich zur anderen gegriffen. Ich wollte aus dies« Weise meinen unzähligen Gesuchen um Arbeit nachHelsen." Dem Angenagten wird Hausfriedensbruch und an» befugter Waffenbesitz vorgeworsen. Als er am 22. De- zember im Arbeitsministerium von dem MinisterialaMtmann an den Regierungerat gewiesen wurde, verließ er das Zimmer, lehrte aber kurze Zeit darauf zurück und verlangte noch einmal den Arbeit»- minister Slegerwald zu sprechen. Da ihm das verweigert wurde— der Rcichsarbeiismmister sei nicht im Hause—, begab er sich eigen- mächtig zum Zimmer des Arbeitsministers. Dia Axamten stillten sich ihm in den Weg, er versuchte mit dem Stock zu schlagen, warf sich zu Boden und zog die Schcintodpistole. Sie wurde ihm entwunden. Der Staatsanwalt beantragte wegen unbefugten Waffenbesitzes drei Wochen Gefängnis und wegen hautsriedenobruchs zwei Wochen Gefängnis; beide Strafen seien zu Äner Gesomtstrase von vier Wochen zusaminenzuziehen. Der Angeklagte hielt ein« sehr aussühklich« Ter- tcidigunzsrede und bat um seinen Frcispruch. Hausfriedensbruch habe er nicht begangen, da«in Sfsentliches Gebäude für jeden ossen stehe, von der Waffe habe er keinen Gebrauch gemacht. Zu seiner Tat sei er durch die ständigen Abweisungen durch die Arbeitsämter gezivungen worden. Er legte dem Gericht sowohl seine Denk- schriftin als auch seinen endlosen Briefwechsel urlt txnver- schiedenstcn amtlichen Stellen vor. Das llrtell wird erst am Roch- mittag gefällt. Auw» folgt Hitler. (£r Hilst ihm den Marxismuck ausrotten. . In aincr Chemnitzer Nazi-Dersannnlung sprach gestern Auw? der Kaisersohn. Es set, sagte er,«in Ding der Uirmäglichkeit, daß all« gleichberechtigt sein könnten. E» müsse Führer und Geführte geben. Cr Hab« sich Adolf Hitler als Führer voll und ganz unterworfen. Wenn man den Füliver erkannt hob«, so sei es deutsche Art, ihm zu folgen. Hitler habe das große Botksübcl, den Marxismus, erkannt und wall« dieses Uebek ausrotten. Das Versagen des Bürgertums habe zur Gründung der Ratonalsozialistischen Partei geführt. Das Lolk sollte den Braunhemden dankbar fein, die ihr Leben für das tom- mende Deutschland einsetzen. Wenn sich das deutsche Volk wieder völlig zusammenschNeße, so sei er überzeugt, daß der deutsch« Name wieder Klang und Geltung in der ganzen Welt finden werde. Ob- wohl er und seine Familie vielen Verleumdungen ausgesetzt seien, «erde er' von dem einmal beschritten«?! Weg nicht abweichen. Das Reden hat Auw! vom Papa; mich der hat schrnt mit großem Erfolg den Marxismus ausgerottet. OasAttentat auf den Schwedenzug Ein Arbeitslose? unier Anklage des versuchten Mordes Aazi schimpfen nicht. Sie sind viel feiner als wir. Aus dem„Angriff" vom 24. Februar, erste Seite: „In d«r Abendausgabe des„Vorwärts" vom 18. Februar waren irnter der geschmackvollen Ueberschrist:„D i ä t e n a n g st der Davongelaufenen" die Abgeordneten, die den Poung-Reichs- tag verlassen haben, in der denkbar gemeinsten Weise beschimpftworden... Was die Abgeordneten der nationalen Opposition trieben, wäre nichts anderes als„ordinärer Nepp und gemein« Nassau er«i auf Kosten der Allgemeinheit"... Wir müssen es aus Gründen der Selbstachtung natürlich ablehne», uns ähnlicher Schimpfworte zu bedienen, wie sie der„Vorwärts" anzuwenden für gut befand." Aus dem„Angriff" vom selben Tag letzte Seit«: „In Lyck in Ostpreußen veranstaltete das Reichsjammer «in« Kundgebung. Brüllend und tobend zogen die Horden des Säufers Härfing durch die Stadt." pack schlagt sich... Saalschlacht zwischen Nazi und Bazl-Opposition. Die„Kampsgemeinschast Revolurionärcr Nationalsozialisten", die Strassersch« Opposition gegen die NSDAP., veranstalteie gestern abend in haverlands Festsälen in der Neuen Fnedrlchstraßc«ine Propaganda Versammlung, bei der als Haupt. iedn«r der bekannte Major Buchrucker sprechen sollte. Als die Einberuser der Versammlung den Saal mit ihren Anhängern beiroten, mußten sie feststellen, daß das Lokal bereits durch Angehörige der Sturmabteilung 1, der sogenannten SA. der Berliner Ratio- nalsoMist«n, besetzt war, die die Revolutionären Rationalsozia- listen überhaupt nicht zu Wort« kommen ließen. Zwischen d«n feind- l-chan Brüdern kam e? in kurzer Zeit zu einem wüsten Hand- gemenge, wobei die politischen Gegner mit den Fäusten, Bierseideln und Stuhlbein«» aufeinander losschlugen, so daß mehrere Personen Äopfverletzungen davontrugen. Vom Ge schäftssührer des Versammlungslokals wurde das Ueberfallkommando zur Berstärkung herangezogen, das die Streitenden mit dem Gummi- inüppel auseinandertreiben mußte. Die Verletzten suchten zum Teil die Rettungsstelle auf oder wurden durch ihre Gesinnungsfreund« selbst in Sicherheit gebracht. Zwangs feststellu ngen eriolgten nicht, da die Polizei sich darauf beschränk«» mußte, die Kämpfenden aus- a'maatxrzutretben. Da weiter« Stärungsversuch« zu bentrchten waren, wurde die Versammlung polizeilich geschlossen. Vor dem Landgericht Prenzl«! begann heut«»wrgen die Ler- Handlung gegen den Arbeitslosen Ernst Ladewtg. Der Sechs- unozwanzigjährige hat am 2 6. November v. I. einen Anschlag auf den auf der Strecke Berlin— Stockholm verkehrenden Schweden-V-Zug verübt. Zum Glück ohne Erfolg. Er ver- antwortet sich heute wegen versuchten Mordes, versuchten Raubes und Transportgefährdung. Seit dem Attentat von Leiferde ist die deutsche Oefsenyichkeit von einer ähnlichen gefährlichen Handlung nicht beunruhigt worden. Wie damals, so gaben auch hier Plünderungsabsichten das Motiv zur Tat ab. Das Attentat auf den Schwsdenzua spielte sich folgendermaßen ab: Am 26. November brauste der D-Zug zwischen den Stationen Angermünde und P a s e w a lk mit der Ge- schwindigkeit von etwa 80 Kilometern dahin. Dicht bei der Ortschaft Seehausen verspürte der Zugführer plötzlich einen heftigen Stoß und dann mehrmaliges Rucken im Vorderteil der Lokomotive; ein taut vernehmbares Krachen und Splittern folgt«. Der Zug war im Nu zum halten gebracht. In der Kurve, die in einer Erhöhung des Bahndammes um mehrere Meter über den, Boden lag, waren Eisenteile eines Brückengeländers festgeklemmt. Durch die Wucht der Maschin« waren diese Brückenteile von dem Schienenräumer zur Seite geschleudert worden. Neben dein Geleise fand man außerdem einen anderthalb Meter großen zertrll>mn«rten Gnmitstein. Er war von der Ehoussee herbei- geschleppt Worten. Mehrere Schraubenknöpf« an den Schienen- schwellen waren nusgerisien und deformiert worden, die Beschädi- gungen am Gleis erstreckten sich aus etwa 80 Meter, auch der Schienenräumer wies schwere Beschädigungen auf. Es hätte sin gräßliches Unglück geben können: der Zug wäre ein« Anhöhe von 16 Metern hinuntergestürzt. Der Tät«r war schnell gefaßt. Ein Cisenbahnosststent aus See Hausen hatte einen jungen Menlchen den Zug nach Berlin besteigen sehen, hatte Verdacht geschöpft und ihn in Angerinünde festnehmen lasten. Der junge Mann, der 26jährige Arbeitslose Ernst Ladewig, war geständig, dos Attentat auf den Schweden- .zug begangen zu Hab«?. Ais Motiv nannte er Not und Arbeits- lofigkeit. Cr Hab« bei seiner Feldarbeit in der Nähe von Seehausen des öfteren den Schwedcnzng vorbei iaustn sehen und da sei Ihm der Gedanke gekommen, ihn zur Entgieisung zu bringen und die verlehken Passagiere auszuplündern. Ganz wie im Falle Leiferde: auch in jenen Attentätern war unter ganz denselben Umständen der Entschluß gereift, Ihr« hirnverbrannte Tat zu begehen. Ernst Ladewig war zur Zelt der Tat gerade ein Jahr oerheiratet, er lebte mit Frau und Kind als Untermieter in dsr Wiclesftvaß« in Moabit. Er bezeichnete sich als Kommunist. Im Lause der Borunterjuchung taucht« der Verdacht aus, daß er i»l»e Tat vielleicht nicht bloß aus Plünderungsabsichten begongen hatte, sondern auch aus der verstiegenen Idee heraus, mit einem Schlag««ine große Zahl von Kapltakisten vernichten zu können. Zur heutigen Verhandlung sind vierzehn Personen geluden. Oer Augettagte, et» ichlauter,«uva 1,70 Meter großer Mann mit blondeat chaar und sehr intelligentem Gesicht mit Brill«, macht seine Aussagen zunächst ein wenig zögernd und zurückhaltend, trägt dann oder in sließender R«de. an den kritischen Punkten vorsichtig und langsam sprechend, die Schilderung seines Lebenslaufes vor. Ladewig. der verheiratet ist und ein Kind von zwei Jahren hat, ist bei Pirna geboren, war zuächst landwirtschaftticher Arbeiter, kam im Jahr» 1327 nach Berlin, wo er sich verheiratet« und bei den Bergmann- Werten arbeitete. Dort zog er sich ein Magenleiden zu, war lange Zeit krank, wurde im cherbst 1330 arbeitslos und mußte stempeln gehen. Als der Vorsitzende ihn aufforderte, nun die Tat zu schildern, erklärte der Angeklagte zunächst vorsichiiz und zögernd, daß er sich auf da» Protokoll der Voruntersuchung berufe. Dann aber, nach einein längeren, auf seinem Gesicht deutlich sichtbaren Kamps, begann er die Motive darzulegen, die ihn angebttch zu der Tat getrieben haben. Er erzählt«, daß er und seine Frau u n v« r- schuldet in große Not geraten seien, daß er bei seinem Vater 800 Mark Schulden gehabt hätte und daß ihnen die Exmittte- rung gedroht habe. Sein« Frau sei zu ihren Eltern aufs Land ge- fahren und er Hab« wenige Tage vor der Tat seine Frau zurückholen wollen, da nicht nur er selbst in Berlin trank gewesen, sondern auch sein« Frau bei den Schwiegereltern an einem Nierenleiden erkrankt sei. Er habe sich fünf Mark Fahrgeld geborgt, habe für dieses Gell» Werkzeuge gekauft, einen Schraubenschlüssel, eine Elsensäge mit zwei Reserveblättern, eine Drahtzange, ein« Taschenlampe usw. Der Angeklagte schildert« dann, daß er infolg« seiner Wirtschaft- lichen Sorgen zu dem Entschluß gekommen sei, sich das Leven zu nehmen. i£t habe Äe Reife zu.»einer Frau aufgegeben, dajür aber noch einmal seinen Dater besuchen wollen, der in der Näh« von Prenzlau ans einen» Gut tätig»st. Er sei mit der Eisenbahn von Verlin nach Seehausen gefahren und dort ausgestiegen. Diesen Ilmweg habe er gemacht, weil er aui dem Gut Sievertshos zwei Jahre lang Kutscher gewesen sei. Er sei an der Bahn entlang- gegangen und habe plötzlich vor der großen Kurve von Secluebbe gestanden, die ihm von früher her auch genau bekannt gewesen sei. In diesem Augenblick sei ihm plötzlich der Gedanke gekonnne», wie wohl ein Eisenbahnunglück aussehen würde. Gr sei auf den Bahndamm hinausgeklettert und Hab« von einer Wasserleitung, die dort zum Schutze des Bahndammes«ingebaut war, das Geländer abmontiert und auf die Schienen gelegt. Wemg« Minuien später sei ein Güterzug aus Pas« walk vorbeigekommen. Die Borderröder der Lokomotive hätten das Hindernis einlach beiseite geschoben und es sei nichts passiert. Vors.: Wenn Sie bis dahin wirklich nur einen Dummen- jungenstreich iin Kopf hatten, so mußten Sie doch nun in diesem Augenblick erkennen, daß Sie eine furchtbare Katastrophe hätten anrichten können. Trotzdem haben Sic kaltblütig dann noch«in Zweites, viel gefährlicheres Hindern!» gebaut. Der Angeklagte hat nämlich von dem Geländer des Bahndamines ein schweres, etwa zwei Meter lange» Eisen stück, das U-Form hatte und so ans die Schienen gelegt werden kann, daß es wie ein Hemmschub die Schienen auf drei Seiten umschließt, ob- montiert und aus da» rechte Bahngleis gelogt. Um die Wirkung zu erhöhen, klemmt« Ladewig unter die eine Sekte des Geländer? einen Stein, so daß das Eisenstück gewissermaßen eine ansteigend« Erhöhung aus der Schien« bildet« und die Entgleisungswirkung er- höhen mußt«. Weiterhin wuchtet« er einen etwa 3 bis 4 Zentner schweren Kilometerstein herauf und legte ihn neben dos Hindernis, um zu vermeiden, daß der D-Zug, wie der Güterzug, die Eisenichiene beiseite schieben könnt«. Vors.: Das taten Sie, obwohl Sie genau wußten, daß kurze Zeit, nachdem Sie fertig waren, der O-Zug au» Berlin koinmen mußt«? A n g e k l.: N«in, j das wußte ich nicht. Jchhabsdasallesnurfogedanken- los gemocht. Vors.: Das kann Ihnen kein Mensch glauben. Sie haben jahrelang auf einem Gut umnittelbar neben dieser Bahnstrecke gelebt. Aus den Gehöften auf dem Lande pflegt man sagor die Uhr nach dem Eintreffen der D-Züge zu stellen. Selbswerständ- tich mußten Sit wissen, wann die Güterzüge und die D-Züge im allgemeinen vorbeikommen. A n g e k l.: Ich hatte das aber ver- Jessen und bin auch, nachdem ich das Hindernis gebaut hatte, fort- gegangen und hatte wenig« Augenblicke später über- Haupt vergessen, was ick getan hatte. Der Schwedenzug. der von Prenzlau her kam urtd in Richtung Pasewalt weiterfuhr, hat diese Unfallstelle glücklicherweise passiert, olzne daß es zu einer Katastrophe gekommen ist. Di« Lokomotive oernwchre das Hindernis zu zerqucffchen, und so gelangte der ganze Zug unzefähichet über dt« Streck« hinweg. Der Angeklagt« schilderte dann weiter, daß er, nachdem et gesehen hatte, daß auch dieses Attentat mißlungen roar, an der Eisenbahn wieder entlang gegangen sei bis zu der Station Ssehaule». Dort bszing«r ein« Dummb:!!. Er wollte nach Berlin zurückfahren und schlich sich, vom Walde her- kommend, quer über die Schienen auf den Bahnsteig, um den Zug zu besteigen. Er hatte zu dem Weg etwa 1%' Stunden gebraucht und wurde gerade in dem Moment von einem Beamten über» rasch t, als er in ein unbeleuchtetes Abteil hinein- st eigen wollte. Man hatte in Seehausen bereits von dein Attentatsversuch gehört, und da man Ladewig nicht kannte, war man mißtrauisch und ftagt« nach seinen Papieren. Der Angeklagte hatte keinen Ausweis bei sicki, wurde deshalb festgenommen und von den Landjägern vemammen. Vors.: Auf der Fahrt von Berlin r.ack, Seehairscn haben Sie im Äupee mit einem Zeugen, den wir noch hören werden,«in Gespräch über allge meine politisch- Dinge gehabt. Angetl.: Das ist möglich, aber ich«nxsinn« mich nicht mehr an Einzelheiten. Vors.: Sprachen Sie nicht davon, daß Sie einer politischen Partei oder einer politischen Trupp« angehörten? Angetl.: Ich bin politisch nicht organisiert. Vor s.: Sie haben aber zu dem Zeugen gesagt, daß Sie Mitglied der Revo- lutionär«n Gewerkschaftsoppositon seien und es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kapitalisten aller Länder zu ver- Nichten. Angetl.: Daran erinnere ich mich nicht. Uebrigens ge- höre ich der Revolutionären Gewerkschaftsopposttion nicht an Vors.: Besuchten Sie in Berlin politische Versammlungen? Angekl.: Hin mck» wieder. V o r f.: Hat Ihre Tat politische Himer- gründe? Angekl.: Das bestreite ich. Vors.: Run» wir werden darüber noch Zeugen hören. Skandal bei der Bestattung. kommunistische �ärmszenen am Grabe der tlnglücksopfer. Aachen, 23. Februar.(Eigenbericht.) Wie jetzt bekannt wird, sind bei den Becrdigungzfeierlichkeitcn auf dem Friedhof Nothberg bedauerlich« Zwischensälle durch Kommu. nisten provoziert worden. Zwei kommunisttsche Redner hielten sehr jcharse Redner, wurden aber von der Polizei vom Friedhos ver- wiesen. Als hierauf die Menge mit Pfeifen und Johlen eine Gegen- tundgebung veranstalten wollte, wurde der Friedhof von der Polizei geräumt. Hugenbergsche Geschichisforschung. Wie Revolutionen gemacht werden. Der„Tag" bringt in seiner Unterhaltungsbeilage eine lange Darstellung unter der Ucberlchrift:„Wie wurde die Revowtton gemocht?" Man braucht die vier Spalten dieses Aufsatzes nicht zu l-sen, sie sind«in« einzige, r.on niedriger Gehässigkeit triefend-: Variation solzender vorangestellter Leitsätze: .Twß die Rooemberrevolution tatsächlich nach einer voll- kommen neuen Taktik durchgeführt wurde, ist zu weniz beachtet worden. Diese Taktik war der modernen Zeit angepaßt. Basrillen, die man stürmen konnte, gab c, nicht. So mußte man »ich mit Zuchthäusern begnügen. Es war ja nicht ganz so romantisch, dafür aber praktischer. Man braucht e dann nur Militär und Polizei zu entwaffnen und die Gewehre den befreiten Sträflingen zu geben. Sie besorgten das übrige. Und durften zur Belohnung«in wenig plündern." Womit das Rätsel der siegreichen Revolution gelöst wäre.„Man brauchte dann nur" noch zu erklären, warum Milltär und Voliz«! sich eigentlich so gänzlick, widerstandslos entwaffnen ließ«»?! Von der Bühne verschwunden. Llitb in einem bayerischen Sanatorium wieder aufgetaucht Seit dem 22. Februar war der 2? Jahre alte Schaufpieker Hans- Joachim M ö b i s verschwunden. Der jung« Mann stammt aus Hamburg und wohnt« zuletzt in Berlin als Untermieter in der Jlmenauer Str. lllb in Schmargendorf. Am Sonntagnachmittag hatte er noch in der Ausführung im Englischen Theater in der Dehrenstraß« mitgewirkt und war um llhr fortgegangen. Er lehn« nicht nach Hause zurück. Auch am Montagabend, wo er bei der Uraufführung des neuen Stückes in der Volksbühne auftreten sollte, fand er sich nicht ein. Seine Wirtin, die ihn ei» pünktlich kannte, suchte ihn überall vergeblich. Sie erstattete schließlich Anzeig« bei der Polizei. Nun hat das rätstlhafte VcrschwstHen leine Auftlärung gefunden: Möbis Ist in einem Sanatorium in Thalkirchen in Bayern ermittelt worden, wo er erklärt«, völlig überarbeitet zu fein, feinen in Dortmund wohnenden Eltern— sein Vater ist Industrieller— hat Möbis bereits Nachricht uitvinrnen lassen._ .�u»wärtt«r Ausschuß tagt am Daaacrstaz. D«r Auswärng« Ausschuß de» Reichstags ist von feinem stelloenr senden Dorsigenden, dem Abg. Scheidemann(Soz.), für Donnerstag zu einer Sitzung einberufen worden, um eimg» Abkommen mit i rem den Staaten beraten. Auf der Tagesordnung steht der Handels- und Schifsahrtsverrrag mit Irland, der deutsch- luxemburgische Schiedsgerichts- und Vergleichsvertrog, das Ab- kommen MU Groß-Brilannien über Aenderungen des Luftverkehr«» Abkommen über die deutich-belgifch? Grenz« und schließlich der Vertrag mit Oesterreich über Sozialversscherung. Sckuilrot Ludek-Kalkowih, Leiter der Schulabteilung des Deut- scheu VollebuiidiZs, wurde vom Oberst«» Gerichtshof in Warschau gl«ich! der Lormslanz wegen„Verrats militärischer G-Heimnisse" zu Jahren Gefängnis penuicilt Weltproblem Arbeitslosigkeit Gozialisienerfolg in der französischen Kammer Paris, 25. Februar.(Eigenbericht.) Die französisch« Kanuncr hat am Dienstagabend für die Zlr- beiislafenunterstiigung einen Sonderkredit von 100 Millionen Franken bewilligt. Die Regierung hatte 25 Millionen beantragt mit der Begründung, daß das Budgetjahr am t. 2lpril zu Ende geh« und ein höherer Kredit bei dem augenblicklichen Stand der Arbeits- losigkeit gar nicht verwendet werden könne! Es gelang dem fozia- liitischen Parteiführer 06 on Blum, die Bewilligung des 100-Mil- lionen-Äredits durchzusetzen. Blum betonte, es gehe unter Uinen liinstkinden an, den Arbeitslosen imr ein Almosen zu bewilligen. Gerade den Arbeitslosen gegenüber seien die Regierung, das Par- ljment und dos ganz« Volk zusammen sozial verantwortlich. Vergeblich versuchte Ministerpräsident Laval den fozialistiiciffn Führer als Demagogen zu diskreditieren. Die Kammer bewilligte den lOV-MIllionen-Kredit mit 285 gegen 2S8 Stimmen. Differenzen in England. London. 25. Februar. Zwei Anhänger Sir Oswald Mosleys, die Abgg. Strachey und F a r g a n, sind aus der Arbeiteriraktion ausgetreten, well sie deren Politik nicht für genügend sozialistisch hallen. On einer neuen Denkschrift Mosleys heißt es: Die Lage der Industrie und der Arbeiterschaft wird täglich schlimmer. Der Ar- beitslosenverstcherungsfonds ich bankrott. Der durch jahrzehntelange Anstrengungen aufgebaute Lebensstandard der Arbeiter und die Sozialfürsorge sind vom Zusammenbruch bedroht. Solange eine Krisis besteht, ist eine Lohnoerminderung oder ein Angriff auf die Sozialfürsorge unangebracht. Unternehmer und Arbeiter sollten die Notlage gemeinsam bekämpfen. Wir müssen uns klar machen, daß unser Ausfuhrhandel immer mehr durch das vorgehen anderer tänder. aus dos wir keinen Einfluß haben, bedroht und eingeschränkt wird. Die ausländischen Tarife machen sich immer empfindliche.- fühlbar. Der einzig mögliche Auswez für England ist, die beste Produktion zu leisten, um die Industrie vor Eimvirkunz un- kontrollierbarer ausländischer Faktoren zu schügen. Die Denkschriit bezeichnet die Förderung der heimischen Märkte als die wirksamste Lösung der Schwierigteiten Englands. Der Schutz der Inlandsmärkte müsse durch Kontrolle der Einsuhr, wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Dominien und den Kolonien durch chandels- abkommen gesichert werden. Ein nationaler Wirtschafts- r a t zur Regulierung der Einfuhr und zur Rationalisierung der Pro- duktion und des Absatzes, ferner ein nationales Innistitionsamt zur Mobilmachung von Kapital für den industriellen Wiederaufbau sollten geschafien werden, ferner eine neue Währungspol Uik, vor allem zur Schaffung und Aufrechterhaltung st abiler Preise für Industriewaren. Schließlich fordert die Denkschrift die Bildung eines kleinen Notstandsausschusses aus M i n i st e r n ohne Portefeuille, der den Premierminister bei der Durch- führung dieser Politik unterstützen soll. Tschechischer Minister fordert Twifteuer. Prag, 25. Februar.(Eigenbericht.) Die bürgerlichen Blätter, nicht nur tschechische, sondern auch deutsche, äußern sich sehr erregt zu einem Artikel, den der sorial- demokratische Ernährungsminister Bechynje in einer Wochen» schritt veröffentlicht hat. Bechynje bezeichnete die Erwerbs- l o s i g k« i t in der Tschechoslowakei, die nach der oisiziellen Statistik 310(M, nach Schätzung des Fürlorgeminifters Dr. Ezech aber 600 000 Personen beträgt, al» Katast roph« und forderte eine entweder freiwillige oder obligate Besteuerung der Per» mögenden zugunsten der Arbeit»tos«n durch einen Notzuschlag zu Steuern bei großen Einkünften, Hergabe eine« de- trächtlichen Teils der Tantiemen an den Staat und Besteuerung der Einnahmen, welche ösfcntlichen Aintsträgcrn aus der Vertretung des Staates, der Bezirke oder der Gemeinden in verschiedenen Unter- nchmungen zustießen, lieber diese Anträge, die Bechynje dem Ministerrat vorgelegt hat, wird bald entschieden werden. Nazi-Justiz Verhöhnung des Gerichts.— Milde Strafe. Vor dem«wetterten Sclzösfetigericht in Liegnitz hatte sich am Dienstag der nationalsogialistilch« Agitator Wilhelm Hütt- mann wegen einer ganzen Reih« von Delikten zu verantworten. Hüttinann. der Leiter des Gaues Oberschi esieii der NSDAP, ist, gitt als bekannt dafür, daß feine Reden ein einzige» Konglomerat von llnslätigkeilen, blutrünstigen Phrasen und persönlichen Verdächtigungen ahn« jeden politischen Gedanken darstellen. Dersammluyzen pflegt et sich zu rühmen, wieviel Strafen er schon„a u f d e m H i n t« r n" hob«.(Dieser Körperteil spielt in seiner Ausdrucksweise eine beson- der« Rolle.) Die Schimpfereien, wegen derer er sich diesmal zu veront» warten haus, sind tn ihrem Niveau dadurch charakterisiert, daß er den Reichskanzler a. D. Müller einen.Reisenden in Spül» klosetts*. den Polizeipräsidenten G r z e s i n s t i als.Sohn einer Magd aus dem Hause Eohn"' bezeichnet hatte. Außerdem hatte er zu Giiwalttättgkciten aufgefordert mit den Worten:„Schlagt das kommunistisch« Lumpengesindel tot, wo ihr es trefft." Nach inpischer Art der verannvortungsfeigen Hetzer batie er dann hinzugesügt.»natürlich nur, wenn es euch angreift". Durch dieses Sicherheitsventil«nttchlitpfie Herr Hüttmann denn euch prompt der Straf« wegen Aufreizintg. Wogen der Beschimpfungen beantrag« der Oberstaatsanwalt — es handelt« sich um mszesamt fünf Fälle-- drei Monate Gefängnis. Er verwies daraus, daß wegen der gleichen De- schimpsung Grzesinski, der Angeklagte bereit» einmal durch Urteil des Schöffengerichts Harburg- Wilhelms- bürg zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt sei. Der Angeklagt« de- nutzte sein Schlußwort zu einer dreisten Verhöhnung des Gerichts. Er erklärte: Der Slraszweck würde bei ihm nie erreicht, selbst wenn man ihn 10 Jahre ins Zuchthaus stecke. Lr rühmte sich, daß noch 24 verfahren gegen ihn schwebten, jede Verurteilung sei für ihn ein Eisernes kreuz I. Klasse. Das Gericht beantwortete diese Provokation mit rührend er Milds. Ss ertonnte wegen der Beleidigung de» Reichskanzlers a. D. Hermann Müller, die«s als.nicht schwer" ansah, auf ganze 100 Mark Geldstraf«. Dagegen wurde das Verfahren wegen Beleidigung Grzestnskis«ingestellt mit der famosen Begrün- dunz. daß diese berett» durch da« Urteil de« Schöffengerichts Hör- burg-Wilhelmsburg gesühnt sei. obwohl es sich bei diejem Urteil um eine bel ganz anderer Gelegenheit ausgestoßen« Beschimpfung des Angeklagten handelt«. Danach macht die Methode Schule, die jüngst ebenfalls ein schlesifche» Gericht zugunsten des Landvolkogitators Hampkens an- wendete, und die darin besteht, daß Agitatoren der Rechlea die gleiche veschimpfung in beliebig vielen Versammlungen wiederholen, aber nur einmal deswegen bestraft werden können, weil nach Ansicht der Gerichte ein« .fortgesetzte Handlung" vorliegt. Selbstverständlich ist diese Rechtsaussasiuitg unsinnig, da jede Rede einen neuen Entschluß des Redners erfordert. Nach der schlesischen Praxi» könnt« ein Nazi-Agitator wegen einer hundert. mal cm verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten wiederholten Veschimpfung nur«in einziges Mal bestrast werden! Der Oberstaatsanwalt hat gegen das Urteil Berufung ein- gelegt. Es wird notwendig fein, das auch einmal die schlesisch« Praxis der„fortgesetzten Handlung" zu höchstinstanzlicher Entschei- dung gelangt. Oer bayerische„Biberpelz". Johannes Timm als Dramatiker.• Daß eln aller Politiker, der noch fest in den Sielen steht und einmal auch bayerischer Iuslizministcr gewesen ist eii-e Komödie schreibt, die eriolgreich über die Bretter eine» Provinzcheater» geht, ist»in» Seltenheit. Roch interessanter ist es für uns, daß der Autor in der vordersten Reihe jener Männer steht, die vor und nach der Jahrhundertwende die frei» Arbeiterbewegung in ihrer ersten Blüte« zeit geführt haben: Johannes Timm, der ehemalige Holsteiner Schneidergesell«, der nach seiner rühmlichen Berliner Bewährung nun länger als«in Menschenalter an der Spitz« der Münchener Gewerkschaften und der boherifchen Sozialdemokratie lebt und wirkt. Sein Bühneinoerk dramatisiert in dichterischer Nachcmpfindung ungeschminkt eine wahre Begebenheit aus der wirbelnden Berufs« arbeit des ersten Mimchener Arbettersekr-tärs. Auch den Anstoß zur Niederschrift seiner Polizeisattre»Der kriminalistische Blich" empting unser Hanne» nicht von ungefähr, fondern aus jenen dunklen Tagen der Münchener P ö h ne r- F r i ck- Polizei, als durch die Fememordatmosphäre in der Kahr-bayerilchen Haupt- stadt die Sicherheitszustönde obruzzenhaft geworden und Morde, Entiührungen und Uebersäll« auf linksgerichtete Personen an der Tagesordnung waren. Damals erinerte sich Tinnn, wie er sich schon als Atbeiterfekretor vor 20 Jahren mit dünkelhaften Poltzeibüro- kraten herumgeschlagen und chnen manchmal übel miigespiell hatte, besonders im Falle dar E'ttführung eines Studenten, bei der sich die Polizei unsterblich blamiert haste. So wurde der Segensatz zwischen dem gesunden Menschenverstand eine« Balksmannee und der dalvoertrottellan Ausgedlofenheit eine« obersten Kriminal- beamten da« dramatische Konzept für eine wirtsame Krmödi«. die man ohne Schmeichelei den bäuerischen„Biberpelz" nennen darf. Nur ist die dem Amtsporsfcher Werhahn entsprechend« Fiour. der Oberregierungsrat Dunkelmann, sreundlicher gezeichnet. Schon vor zwei Jahren wurde die lustspielhafte Komödie van erwerbslosen Schauspielern auf einer Münchener Larstadtbühne aus der Taufe gehoben. Inzwischen interefsterte sich da» Augs« burger Stadttheater dafür, nachdem der österreichische Pühnenrotainier Anton H a m i t den Dialog da und dort schmissiger gestaltet hatte. Nicht zum Vorteil de» Ganze« erhielr der dritte Akt einen schwankmäßlgen Austlang, denn dadurch wird die Urs mittelbarkeit des wirklich Erlebten zurückgedrängt. Leider wurde auch dl« Augsburger Aufführung der sittirisch-erchten Tendenz nicht gerecht. Der Beamte hatte kaum etwas vom Typus des bayerischen Bürokraten, und dem Arbellerselretär gestattet man derart clswn- haste Gebärden und hanswurstiges Benehmen, daß er sich zum Träger des vom Autor obetran gestellten gesunden Menschen- Verstandes unmöglich mehr eignet. Trotzdem machte das Stück großes Vergnügen, und der neugebackene Bühnenschriftsteller Hans Brodau alias Johannes Timm mußte sich am Schlusie viele Male vor der Rampe zeigen. Or. Lium. Grock im Tonfilm. llfa-palaff am?oo. Schon fett langem hatte Grock angekündigt, daß er sich mit dem Felm beschäftigen wolle. Nun ist endlich sein erster Film heraus. Aber leider werden die Erwartungen, die man an den großen Artisten geknüpft hat, im Film nicht erfüllt. Grock hat sich selbst mtt Eduard Behrens eine Artistentragödie aus den Leib ge- schrieben, die glücklicherweise zum Schlnß eine Wendung ins Po- siliv« nimmt. Karl B o e s e hat den Namen des Regisieurs dazu hergegeben: auch er in diesem Falle«in« Enttäuschung. Denn diese» Artistenschicksal ist hundertmal dagewesen und wird in der neuen Fassung auch nicht lebenswahrer. Grock ist de» ewigen Herum- wanoern» müde geworden, er will endlich auch«in Mensch für sich sein, käust sich ein herrliches Schloß an der Revieva und nimmt ein« hübsch« junge Frau dazu. Aber er kann fein altes Leben nicht aufgeben, er bleibt eben der Clown, der er immer war. Al» er mit einem durchreisenden Zirkus tn setner Villa Fest« feiert, ver- läßt ihn die Frau, die ihn nur des Geldes wegen genommen hatte. Grock aber kehrt in seine früher« Dell zurück, vi« Filnchandlung ist zu Ende und es kommt«in« Wledergab« Grocks in seiner bekannten Roll« ol» Musikciown, durch die er in de? gan,z«n Welt berühmt geworden ist. Der Bürger Grock. der die Protzengewohnhetten der reich«» Leute angenommen Hai. ohnz doch in diesem Milieu heimisch zu werden, interessiert im« wenig, und sein« angeblich« Tragödie mit s der Frau erscheint um so unglaubhafter, well Liane Haid aber auch alles tut, um ihm immer wieder zu beweis««, daß sie nicht zusammen- gehören. Sie nimmt dauernd übel und Grock ist oarauf au?, dauernd Anstoß zn erregen. Den Film soll also Grock in Zukunft den Film- lcuten überlassen— auch seine Art, Artisten ins Feld zu führen, gefällt mir nicht—, wir haben an ihm als an dem Artisten völlig genug. Durch den Tonfilm, der die Stimme Crocks bis in alle Nuancen wiedergibt, und onrch die Großaufnahmen, die scin Mienenspiel deutlicher macht als auf der Bühne, feiert er, nachdem cr un- widerruflich(?) das letztemal aufgetreten ist, nun im Film mit seiner besten Nummer Dauertriumphc. In der Tat ist dieser große Spatz- macher in seiner Treuherzigkeit, in seiner unerreichten Maske und seinem biedeven Humor ein wahres Lebenselcrier ftir die leidgeplagte Menschheit. Er wird in seinem Kamps mit allen Tücken des Objekts immer wieder Sieger, und cr schöpft immer neuen Mut aus jeder vcriorkstcn Situation. Er ist ein Philosoph eigener Art, d«r s«st in sich süßend sich über alles lustig macht. Welch eine Skala van Grimassen beherrscht er! Dieser viereckige Bauern ichndcl mit seinem etwas blöden, treuherzigen Lachen verwandelt sich.im Ru in die Maske einer zimperlichen und korrekten alten Jungfer, die ihr süßestes Lächeln aifssttzt. Bald strahlt ihm die Schlauhett aus den Augen, bald drückt er tiefen, feierlichen Ernst aus, wenn e» zu seiner Musiknummer paßt. Was Mienenspiel und Auehruckskunst ist, das könnten unser« Filmdarsteller hier bester als irgendwsanders lernen, und insofern hat dieser Film auch seine stlmriche Bedeutung. Im übrigen aber: Grock ist Grock, möge er uns am der Bühne oder im Film noch recht lange erhalten bleiben. O. Die deutschen Städte und die Theater. In Berlin sind vor einigen Tagen wieder zwei Theater ge- schlössen worden, nämlich das Zentral- und das Walhalla. Theater. Nunmehr sind nicht weniger als sechs Berliner Theater außer Betrieb, denn Vits Residenz-, Trianon-, Thalia- und Koinnfandontenstraßen-Theater sind aus ihrem Winterschlaf noch nicht erwacht. Die Hauptursache ist in der großen Zahl von Theatern zu erblicken, die tn Berlin vorhanden sind. Bei einer Einwohnerzahl von rund•! 300 000 verfügt die Reichshauptstadt über 43 000 Theater- Plätze, also ein Platz kommt auf 100 Einwohner. Aon den deutschen Großstädten hat nur noch Dresden eine größere Anzahl von Plätzen mtf'.zuwetsen, denn auf rund 630000 Einwohner kommen ungefähr 8200 Plätze, also«in Platz aus 78 Einwohner. Hier ist die Bevölkerung aufs engste mit ihren Kunstinstituten verwachsen. Aus- slihrungen in der sächsischen Hauptstadt waren nicht selten l'ünsUerische Ercigniste, zu denen man aus ganz Deutschland wallfahrteie, und so ist es zu erklären, daß in dieser Kunststadt eine so verhältnismäßig groß« Zahl von TheaterplStzen vorhanden ist. M ü n ch e v hat trotz seiner größeren Einwohnerzahl fast 1500 Theaterplätze weniger als Dresden, denn hier kommen aus 730 000 Einwohner 6600 Plätze. Hamburg hat bei ungefähr einer Million Einwohnern 0000 Theater- plätze, also auf 110 ungefähr je einen. In Stuttgart kommt auf 123 Menschen je l Theaterplatz. Besonders ungünstig ist das Ver- hältnis in Frankfurt a. M. Hier gibt«s bei einer Anzahl von 550 000 Einwohnern nur 3800 Theaterplätze, also auf 145 Einw ahner ein Platz S t u t t g a r t hat trotz seiner Einwohnerzahl von 375 000 fast ebensoviel Plätze wie Franlsurt aufzufvetsen, nänckich 2(120. Die Mtttelstädt« wie Chemnitz, Hannover, Kiel, Königsberg, Bremen usw. haben unter der Theatermisere nicht in dem gewaltigen Umfange zu leiden wie die Großstädte, besonders Berlin. Die Ursache für diese Erscheinung ist in dem engeren Zusanunengehörigkettsgefühl zu erblicken, das in den deutschen. Mlltel« städten zwischen Theater und Pifblikum besteht und das schin für Dresden festgestellt werdsn konnte. In vielen deutschen Provinz- städten sind die Theater oft hundert Jahre alt. In manchen sogar noch viel älter. Sogar über die größten Kriscnzeiten werdon sie ge- halten, w:nn nicht di« wirtschaftliche Loge jeden Versuch als aus» geschlossen erscheinen läßt. In Berlin sind viele Theater geradezu Eintagserscheinungen. Heut hat es der Direktor, morgen ein anderer. Die Namen wechseln so häufig, daß oft der eingesessene Berliner rncht weiß, welches Theater sich unter irgendeinem neuen und unbekannten tziarnon verbirgt. Auch die Besucher rvechjeln sehr stark. Nur wenige Theater haben eine Art bodenständigen Publikums wie die Theater der Pro» vinzstädte. In Berlin ist der Theaterbetrieb— außer in den Staats- theatern und der Volksbühne— in erster Reihe ein Geschöstsbetrieb. Madame Vuttersiy fietlt sich um. Die Geisha» dürften bald von der Blldfläch« verschwunden sein, wie ee bis.Samurai", die alte japanische Kriegervasse, längst sind. Sie fallen al» Opfer der Kabaretts und Jazzbands, der hnouisation des Musikcofis, die sich in den Städten des Jnselreichs seit d-m großen Erdbeben von 1923 eingenistet hat. Tokios Ctty mtt ihrer Bastardarchitektur, mtt ihren taufenden, in billigem Flitterstaat pnin- kenden Eafö.s und ihren Autobussen, ist nicht mehr der Boden, wo sich die Vertreterinnen der tlasssschen Geif'hatunst heimisch fühlen tönnon. In dieser oeränderten Umwelt heißt es sich anpassen»der erliegen. Madame Autterfly ist, wenn sie leben will, gezwuoga� sich umzustellen. Wenn sie also auf den anmutigen Fächertanz zugunsten de» Foxtrotts verzichtet, so ist das ein bitteres Muß. kein freiwilliges Aufgeben ihrer Wesensart. Sie tut es widerwillig genug. Aber die Kaffeehäuser mit ihren Grammophonen und ihren Huldinnen im Bubikopf sind billig, und selbst in den besseren Restaurants braucht der Gast weniger für«ine Abendunterhaltung auszugeben als in den Getfhahäuscm. Deshalb sind di« billigen Kaffeehäuser für die minderbemittelteu Studenten und Angestellten ein wirkliches Lebensbcdürsm». Mit großer Unruhe sehen die Geishas, wie in der Gesellschaft Tokios, bei alt und jung, der Jazz zur Herrschaft gelangt ist. Sie fühlen sich ernstlich gefährdet, denn die meisten ihrer festen und besten Kunden lassen sich von dem lackenden Talmi alanz der Kaffeehäuser blenden, wenden sich leichten Herzens von der feinen Kunst der Geisha» ab und lauschen lieber dem Saxophon, da» Ihnen angenehmer ins Ohr tllnqt als die ge» wohnten Klänge des Koio und Samisen und der anderen Jnftni« Nfetrte der fapanischen Heimatsmusik. Was bleibt da den Geishas anderes übrig, als sich in das Unvvvmcidliche zu fügen und dem veränderten Zeitgeschmack sich anzupassen. Die Geisha kauft sich also«in Grammophon mtt den dazugehörigen Plasten und macht öfsemsfch bekannt, daß sie von nun an statt vor ihren Gästen, jetzt mtt ihnen tanzen will. � Cafeinifche Schrift bei den Tartaren. Das rujsiich« Zentral» Exekutiokomtte« hat di« neuen gesetzlichen Vorschriften über die Ein- führung des lateinischen Alphabets bei den türnsck>on und tarj rischen Bolksstämmen der©oiojctunion bestätigt. Einem besonderen Komitee ist die Aufgabe übertragen worden. do§ fertiagesteM« ein- heitüche lateinische Alphabet mit möglichster Beschleuniaima in den Schitten der betreksenden Vökkerschatten einzuführen. wieder„vlaeer Vogel". Tirekwr IlUhav tzt pon einer Eurooa Tournee nach Berlin zurückgeteSrt und wird am 1. Marz mir seinem En'emble«in «astspiel mtt»ollftSndiz neue« Programm Kursirstendam« Ige begümea. Oer Strom des Lohnabbaues Werden auch die Arbeiter der chemischen Lndnstrie mitgerissen? Die chemische Industrie ist jetzt ebenfalls in die Lohnabbaufront eingeschwenkt. In einer Reih« von Bezirken wurden die Tarif» vertrage gekündigt. Auch die chemische Industrie will an den Gewinnsteigerungen, die das deutsche Kapital durch den all- gemeinen Lohnabbau einzuheimsen hofft, teilnehmen. Auch sie will, angesichts des riesigen Angebots, den Preis für die Ware Arbeits- kraft herabdrücken, wie es die Gefetze des kapitalistischen Warenmarkts befehlen. MrkschafSiche Gründe find es nicht. die für«inen Lohnabbau in der deutschen cheimschen Industrie geltend gemacht werden könnten. Das in der chemischen Industrie investierte Kapital hat in den letzten Iahren reich« Gewinne aus- schütten können. Seine Reingewinne und Dividenden haben stch von Lahr zu Jahr gesteigert. Die chemische Industrie gehört n«ben den Brauereien, Banken-, Papier- und Zementfabriken zu den ren- tabelsten aller deutschen Industriezweige. Die folgende Aufstellung, der amtlichen Bilanjstatistik deutscher Aktiengesellschaften entnommen, enthält die wichtigsten Bilanzzohlen der Aktiengesellschaften der deutschen chemischen Industrie mit einem Aktienkapital von 1 Million Mark und mehr, die ihr Ge- schöstsjahr in der Zeit vom 1. Oktober bis 3l. Dezember beenden. Ein« fast elfprozentige Verzinsung des Aktienkapitals der großen Gesellschaften im Jahresdurchschnitt, das ist das Hewinnergebnis für das Jahr 1929. Es dürfte im Jahre 1930 kaum geringer fein. Zu den ausgewiesenen Reingewinnen kommen Ab» schreibungsquoten von einer Höhe, wie ste keine andere Industrie aufweist. Nach dem Bericht des Enqueteousschusfes wurden von den Anlagewerien der chemischen Industrie abgeschrieben: 1926 1927 1928 1929 13�3 Proz. 13,1 Proz. 12,1 Proz. 11,8 Proz. Die Konkurrenzfähigkeit der deutschen chemischen In- dustrie, dieser in oller Welt bewunderten Synthese deutscher Wissen- schaft und kühnem Unternehmungsgeist, ist aufdem Weltmarkt unbestritten. Nun auf einmal soll dieses Paradcpferd, das so oft und gern zur Schau gestellt wird, nicht mehr lebensfähig sein, solange der karge Lohn der Arbeiterschaft nicht noch kärglicher fließt? Der Wert der ausgeführten chemischen Erzeugnisse war 1929 um 132 Proz. höher als 1924 und um 44 proz. höher als 1913. Der Zlusfuhrrückgang im Krisenjahr 1930, an sich erklärlich durch die schlechte wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft und Industrie in fast allen Ländern, war verhältnismäßig am stärksten in der Roh- stoffgruppe„Chemische Grundstoffe, Säur«, Salz« usw.". In der Ausfuhr der arbeitsintensiven Produkte, wie Farben, Farbwaren. PharNmzeutika, ist der Ausfuhrrückgang verhältnismäßig gering D e r W e rt der Ausfuhr an chemischen Erzeugnissen im Jahre 1930 übertraf noch der amllichen Statistik den Ein fuhrwert um 924 Millionen Mark, also um fast eine Mil- liarde Mark. Im Jahre 1913 überstieg der Wert der Ausfuhr den Einfuhrwert nur um 326 Millionen Mark. Der Enqueteausschuß konnte hinsichtlich der Entwicklung des deutschen Außenhandels an chemischen Erzeugnissen in der Nach- kriegszeit mit Befriedigung feststellen: .... Sei der Annahme einer Preissteigerung gegenüber der Vorkriegszeit um durchschnittlich 25 proz. zeig! sich, daß ein» seit dem Zahre 1927 die Ansfnhr chemischer Erzeugnisse den Vorkriegs. stand wieder erreicht und in der Zwischmzeit übertroffen hat, während andererseits die Einfuhr nunmehr etwa 50 Proz. des Standes von 1913 erreicht hat...." Diese Feststellung des Enqueteausschusses wurde von Dr. B o f ch, von der IG. Farbenindustrie AG., und von anderen Konzernleitern für ihre Unternehmungen bestätigt. So erklärte Dr. Bosch: ..... Auf die Ausfuhr entfallen heut« ungefähr SS Proz. unseres Gefamtabsatzes. Der A u s f u h r a n t« i l ist bei den ein- zelnen Erzeugnissen ganz verschieden groß. Er liegt aber im Durch- schnitt heute noch fast genau so hoch wie vor dem Kriege...* Die bisherige Lohnhöh« hat den Ausstieg der deutschen chemsschen Industrie sicher nicht gehindert, so wenig wie«ine Lohnkürzung die Konkurrenzfähigkeit der deutschen chemischen Industrie auf dem Welt- markt erhöhen könnte. Die Löhn« der Arbeiter in den chemischen Industrien der wichtigsten Konturrenzländer in der Schweiz. England, Norwegen, Schweden, ganz zu schweigen von Amerika, sind bedeutend höher als in Deutschland. Der Tariflohn eines ungelernten Betriebsarbeiters in der englsschen Schwerchemikalienindustrie beträgt im Minimum 66 Mk. pro 48-Swnden-Woche, eine Lohnhöhe, die von den deutschen Arbeitern auch unter Hinzurechnung von Prämien, Sonderzulagen bei weitem nicht erreicht wird. Der Lohn bildet nur einen geringen Anteil an den Produktionskosten der chemischen Industrie. Räch den Dar- lcgungen der Sachverständigen vor dem Enqueteausschuß nicht mehr als höchstens 10 Proz. Ein Lohnabbau, wie er jetzt in Deutschland üblich sst, würde nur den Bruchteil eines Prozents der Produktionskosten ausmachen. Auch bezüglich der Arbeitsleistung sst ein Lohnabbau in der chemischen Industrie durchaus ungerecht- fertigt. Die Anforderungen, die an die geistige und körperliche Spannkraft der Arbeiterschaft in der rationalisierten chemischen In- dustrie gestellt werden, werden immer größer. Der Enqueteausschuß hat diese Frage einer gründlichen Prüfung unterzogen. Wir können uns auch hier mit gutem Recht auf ihn berufen. Er kam zu folgen- der einmütigen Schlußfolgerung: „Hinsichtlich der Arbeitsleistung waren die Sachverständigen der Auffassung, daß bei zahlreichen Betrieben der chemischen Industrie zwar der Anspruch an physische Kraft zurückgegangen ist, daß aber gleichzeitig an alle Arbeitskräfte, gleichgültig, ob ihre Tätigkeit hohe Sil- dung beansprucht oder nicht, mit der Weiterbildung der chemischen Prozesse und mit dem Fortschritt der kechulscheu Ausflalkuug der Betriebe vermehrte intellektuelle und allgemein physische Er- forderniste gestellt werden." Ein Lohnabbav in der chemischen Industrie sst weder sozialpolitisch»och»olkswirtschaftlich z» rächt» fertig«». Er kann nur unter dem Gesichtspunkt kapitalsstsscher Machtpolitik verstanden werden, der dahin geht, unter allen Umständen den Lebensstandard der gesamten deutschen Arbeiterklasse bis an die äußerste Hungergrenze herabzudrücken. Dys ist eine ganz übliche Wirsschasts- und Sozialpolitik, die sich einmal bitter rächen muß. Eine vernünftige Wirtschaftspolstik müßte durch Pr«is- abbau, durch Steigerung des Bedarfs und Erweiterung des Lei- brauchs, durch Steigerung der Löhne der Wirtschaftskrise zu begegnen suchen. Q.R. Die Wahl in den Wasserwerken. Gin.revolutionärer' Held. Auf unsere Feststellungen im Falle Schobert erwidert die „Rote Fahne": „Wahr ist— daß Sch. sich dreimal zwecks Ausschluß vor der Beschwerdekommission als revolutionärer Arbeiter oerantwortete und nicht, wie behauptet wird, seine Gesinpung zur KPD. und REO. verleugnete. Er hat vielmehr beim Streik der Berliner Metall- arbeiter seinen, in der Obleutekonfcren; getanen Ausspruch:„D i e Gewerkschaften sind gelb", aufrechterhalten und bekräftigt." Wie es damit in Wirklichkeit steht, ergibt sich aus folgender Erklärung des Schobert, die er vor dem Gesamtverband mit setner Unterschrift abgegeben hat: „Ich habe mit meinem Ausdruck, die Gewerlschakten seien gelb, weder die Obleute, noch die sreigewerkschafilichen Funktionäre beleidigen wollen. Der Ausdruck ist nur in der Er- regung gefallen. Im übrigen halte ich mich an meine Er- klärung, die ich schon am 17. Januar 1930 abgegeben habe. gez. W. Schobert." Die Erklärung des„roten Betriebsrats" Schobert vom 17. Januar 1930, auf die er sich hier bezog lautet: „Wegen der Beschwerde des Kollegen Deusschmann für den Ge- samtbetriebsrat gegen mich erkläre ich auf Grund einer Aussprache mit dem Kollegen Schaum folgendes: Ich erklär« mich bereit, den Gewerkschaflsbeschlüffea nach- zukommen, sowie an gewerkschastsfewdllchen Veranstaltungen nicht teilzunehmen. gez. Willi Schobert. Berlin-Fricdrichshagen, Ahornallee 4. Di« auf ihren unwahren Angaben ertappte„Rote Fahne" such: vergeblich den Spieß umzukehren, indem sie von einer.Lügenhetze gegen die rote Eiicheitslsste" phantasiert. So wenig wie ste unsere übrigen Klarstellungen bestreiten kann, kann sie die eigenen Er- klärungen ihres„revolutionären" Helden bestreiten. Die Wasserwerksarbeiter müsse» sich ihren Lers darauf machen und Liste l wählen! Disputation über das Schwurgericht. Aus Einladung der „Deutschen Liga für Menschenrechte" findet Freitag, den 27. Februar, 20.15 Uhr, im Langenbeck-Birchow�iaus, Luisenstr. 58, nöd« Karls- platz,«ine Drsputation über das Schwurgericht unter dem Vorsitz des Senatsprösidenten Orgler statt. Die Disputation wird zwischen Herrn R.-A. Dr. Mqx Alsberg, Rudolf Owen und Landgerichtsdirettor Siegert geführt. Karten an der Abendbisse. Wetter für Berlin: Größtenteils trübe mit einzelnen leichten Niederschlägen und ansteigenden Temperaturen, südwestlich« Wind«. — Für Deutschland; Auch im Süden zunehmende Vewötk'lng und Milderung, im Norden strichweis« leichte Niederschläge. Mittwoch, 25. 2. Staats-Opsr Unter d. Linden ITT. A.-V. 20 Uhr Eins NadU In VfiBUfliQ Ende n. 23 Uhr staats-oper In Rit? tti ImUiL V.-B. Uhr Die Hodizeil des Figaro MintL brtonibif Ende j. 23 Uhr Mittwoch. 25. 2. stam. oper Bismarcksrr. Turnus ill 20 Uhr Entnfflllinnjtg! Galatbea na Wahr Smateli lord Spieen «m Mark Lothar Ende 22� Uhr Staatl Schansoh. (jb&ndimra*artt). 152 A.-V. 20 Uhr Die ionglrao von Orleans Ende ZTIt Uhr Mj.MIet'MeirwlU 20 Uhr Die Journalisten Ende gegen 23 Uhr CASI1II0-THEATER Lothringer Strafe 57. «miMHimiiitnimiiiiniuiiiiimiiimiiiiiiuiiiminiiiiitinmmiii Trotz des grofi o Erfolges m Iis 8. März OnBel Hülm aus Henrnpg n und ein erstkl. bontes Programm! Montag« den 9. MÄrz zum 1« Male 0 diese scnwiegnrvdter Onlsdiela 1-4 Perxmeit Faateuil 1,25 M-. Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett TS Pt. Rang 60 PI. GROSSES SCHAUoPiELHAUo Tägl.« Uhr. In weltwil UMl. Stg. nachm 3 Uhr Originalbesttzung billige Pre se Reg e: Erik Charell. Tägl 2 Vorst?. S u.»'/> Uhr Barbarossa9256 fedEi. SO PL bis S IL absnib I bis fi IL 3 Andren Sütel Stoberl« de Taaooneeliaa. ItUldie 4 3Uy tum. Nehm. 50 Pf- Tägi. 5 u. SU £aui. 2. 5 B. t" B i. Alex. 8066 1 M., abds. 1-2 M 4 Bronotts, Oollynoff» Jazc- und Tanz-Rovue Dounton- Show. Kremo- Fomili« und wnitera Attraktionen Volüsbtlline Theater ao BOievplati. 8 Uhr tea'lsdaft der v Ft. Th Csokor ZL Ftbr. md 1. Hirz 8 Uhr Bans Albers ■ in Liliom Vorstadtlegende von FrantMolnar StaadSdiiller-Th. 8 Uhr Die ionmalisten. Thaater am scaittDauemamm 8 Uhr Die Quadratur des Kreises Staatsoper Am Pi.d Republik 7% Uhr Die Hodizeil des Fidaro Piscator-Dlluie (Wallner- Theater) Alex. 4502-93. Utzti Tarstellnofli! S'U Uhr Die Frau In Front Komödie v. Qlebow Sonntags 11 Uhr Sondervorstel nng disFriidridi-Woli-lniiltie Cyankali metropoi-Theater Täglich 8W« Uhr schon ist die Welt Operette von Lefait Bdivd Tubv, üittv Ulnar, Sdiühndorl Rose-Theater 5k.kNW»»N«t«7.132 Tel. Alex 3422 u 3494 SJO Uhr Das rartflm meiner Frau 8 15 Uhr lOie Ä UeIeos OsatsdiEs ThEatir 8 Uhr Elisabeth von England m kein Bratknr Beza; Betoi Bilptrt Kammerspiele SV« Uhr Pariser Platz 13 von Vicki Banre laii«: thrtif Die Komödie SV. Uhr Die Fee vsd Franz Uolgar Regie: Steile Roch lanrarsk)-881)0« Tktatsr in der«rnenMMli. W, Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnovsk]' Komödionhaua 8"/. Uhr Cocktail m Rul Toilauller. MosibUiIpbRcatilii Täglich sv. fmu Lebais Hiislnnb Der Zarewitscli Carla Carlsen, Will Thunis. v Möllcndon Dealselles iQDSiier-Tbiai. iarbarossa 3937. Wt Uhr Kiner BlanDaris Bdite Frau Renaissance- Theater Stemplau 6780 8"» Uhr mua die Kuh mi ich geben? Lpr.fljflbif UJO— W R'SObr. Zoti. Uli 7 Alfradoa—„Areana Oollnoffs— 3 Cmsoo Den intneflanlc Terieti-San. 1000 Helena" Dar crofo Promo- und Pabltlciiw Erfolg: im ßOSETffiATEB Grobe Fraikfarter Strafe 152 V- Bahn Straasberger PI. Alex: 3422 nd 3494 TSglld. 8.15 Uhr SoBBabead 1 o. 10.15 Uhr SoBalag UO, 5.45,» Übr Akandprtls« Von SO Pf. kl« J M. THenetmB, MittwBdk. BMBeretBBT, FreMm* 83« uhr: „Das Parfüm meiner Frau" Das pikante Lustspiel ▼on Leo Lenz PreUe 30 Pf. bis 1.50 X. 20 Minuten Kulfeepaase Kaffee snd Kuchen 30 Pf. 6 t«Olo. Vorverk.: 11—1 a.4— ÖU. DAS BLAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEN BACH THEATER IM ÄDHIRALSFAUST K T» fejchSnstenfäaußn. in BadetcM?°i STRAfID-BALLETT— WEBKEMD KAI Qix>5ea&a£.cmuSti�inde. lOMBEflBETRlEB üinRAMPICORBEn •FEETIHAFTE-BElEUCHTUne- KEin-wEinzwAne- •EiniRlTTFREI' llll FKlE DMCHSTfr.96.AM' BA-HM-HOf. Rgstaimnf Berlins BETRIEB /{O. KEMPIKSKlti Arnold Scholz O-Saln BinnanisiiiatiHEnbtidi 100-14 Elitetag 1 fir. Bocköienesi 7 Kape Ten, Neue Dekorationen, Bayr. Bedienung EintaB: Wochen tags 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Ich. Donners tats: SCRWEltzESCHUCHTEB Reichshallen-Theater ibnds|T| Sontsz Hidraitlsg ITTI Hu Dos«anderbare Februar-Programm der stettiner sanger Populäre Preise! Nachm. etmäUigte Preise! i�S üönhott- Brettl; TSellch das etile tarlete- und Kabarett-Proer mm Homiscna oper S't Uhr Kleine Preise. Peppina utv unUidm UHng 4e bopulttn Roben Stolx h 4r htaämhBröMj [ iiiim-Tueater Täglich 8V. Uhr Viktoria undllirHusar Usn Uiss»fl.llBsdnf. lall Strümpfe wasche Gardinen Kaonaos Emil Moses »adl. Birkenslr.20{Eflte Pu'lllzslr.) �Beilage Mittwoch* 25. Februar 1931 SprAbM jfn toAOtl�Ä c�cß feießm fiandfu £ift(OfttcXvicfV/ �0« pauC(faeet-(faomßay Bombay, 7. Februar 1931. Es ist sin Vorzug, gerobe jetzt in Indien zu leben, wo sich«in Kampf abspielt, wie ihn dos Buch der Geschichte bisher nicht ver- zeichnet hat. Der Umstand, dost dieser Kampf von der einen Seite ohne Waffen geführt wird, niacht ihn so merkwürdig. Und daß diese 3>X> Millionen Inder ein abgemagertes, gebrechliches, zahnloses Männlein anführt, hebt diesen Kampf ins Märchenhafte. Nachdem ich die große Cheopspyramid« gesehen hatte, verschlies ich ruhig, die Nacht. Nach meinem Besuch bei Gandhi lag ich lange wach. Ihn anzusehen macht Freude. Er strahlt von Güte. Unbegreiftich, daß dieser Mensch soeben aus dem Gefängnis kommt, daß er Jahre hinter Zuchthausmauern zubrachte. Güte muß auf unserer Erde ein« sehr gefährliche Eigenschaft sein. Wie ein unschuldiges Kind lacht er, wie ein harmloser Großvater scherzt er. Wenn einer nicht wüßte, wer dieser da ist und er begegnet ihm, er würde ihn für einen der indischen Kukis halten, die Lasten tragen und den Boden anfwafchen. Da ist kein Jota Pose, keine Spur „berühmter Man«*, lein Wunsch nach Macht. Armut. Einfach- h« i t, Leid. Man muß an Christus denken... Englisch« Lords und indische Maharajas haben am Konferenz- t fch in London wochenlang über Indien geredet und am Ende be- merkten sie. daß sie ohne die Hilfe des mageren Männleins in einer ZeNe des Zuchthaufes von Poona zu keinem Ergebnis kommen. Denn dieser Zuchthäusler repräsentiert Indien. Und kaum ist die Konferenz in der Metropole des großbritannischen Reiches zu Ende, beginnt eine neue Besprechung in Allahabad mit dem aus dem Ge- iängnis entlassenen Gandhi. Manche glaubten, es habe ihn der Aufenthalt im Gefängnis geändert. Doch er fordert heute dasselbe wie vor seiner Inhaftierung: die Abschaffung der Salzsteuer, das Verbot des Mohalverkaufs, den Boykott britischer Stoffe. Die Freilassung aller politischer Verbrecher ist dazu gekommen. Als ich zu ihm sagte: �Verlangen Sie nicht zuviel, denken Sie an Nahas Pascha. Als der die Sudanfroge anschnitt, erhielt er gar nichts. Bester ein Sperling in der Hand als«ine Taube auf dem Dach", ant- wartete Gandhi:„Die Augen der Welt sind auf mich gerichtet. Ich habe übrigens nie zuviel verlangt. Ich habe sogar stets mehr bekomme», als ich verlangte." Barfuß, barhäuptig, mir mit einem Schurz, der voin Nabel bis zu den Knien reicht, bekleidet, so sitzt er auf gjner weißbespanmen Matratze, die auf dem Mosaiksteinbodcn liegt in der Wohnung seines Freundes Riwaschankar. Um ihn sitzen mit unterschlagenen Beinen etwa vierzig in orangefarbiges Tuch gekleidete Hindu- f r a u« n, einen roten Punkt auf der Stirn. Rückwärts stehen die Männer: Hindus, Parscn. Moslims. Gandhi hat alle Sekten und Kasten zu vereinen oerstanden in dem Rufe: Inder. Sein Kopf ist kahl geschoren: Nur am gewölbten Hinterhaupt flattert ein Haarbüschel. Die schwarzen Haare halten den weißen die Wag«. Dreieinhalb Falten laufen über die schräg ansteigend« Stirn. Wie zwei Lächlcin schlängeln sich die Arterien über die Schläfen. Auch die Adern am Unterarm sind etwas vorgequollen. Die Ohren sind durchlocht. Der tote Punkt auf seiner Stirn fehlt. Wer hätte ihn auch hinsetzen sollen, wo er noch die letzte Nacht im Gefängnis zubrachte? Seine Augenbrauen sind alltäglich. Seine tiefliegenden Pupillen von einem Tränenglanz poliert. Seine Brille ist ein Viertel der langen krummen Nase heruntergerutscht Er trägt einen kleinen englischen Schnurrbart. Soweit geht also sein Boykott Englands nicht. Im Unterkiefer hat er noch große blendendweiße Zähne: nur in der Mitte fehlen vier. Seine Knochen sind sichtbar, Schlüsselbein, Jochbein, Kehlkopf. Seine Haut ist kupserfarben. An seinem Schurz pendelt an einer Spagotschnur alz einziger Luxus ein« Uhr in einer Zelluloidhülse. Journalisten kommen, um ihn auszufragen. Er diktiert langsam. Iqdes Wort ist überlegt. Er spricht englisch Nicht laut und nicht deutlich Sein Blick ist gesenkt. Ab und zu schlägt er ihn auf. wenn er etwas unterstreichen will.- Sein« feinen Finger müsse» immer irgendwie beschäftigt sein. Er spielt mit einem LSsfel oder er zupft während des Interviews an einem Stückchen hart» gewordener Haut seiner linken großen Zehe. Die Zeitungsleut«. die ihn am Boden umlagern, werden nicht müde, Fragen zu stellen. Elnige Male sagt er Sch l u ß. fegt aber immer wieder fort, wenn roch jemand fragt. Oft lachen alle. Er gibt spaßig« Antworten. Er hat viel Sinn für Humvr. Endlich sagt er energischer: Nun ist Schluß.' IHc Reporter gehen. Doch der Raum rmiu schnell voll yeuer Besucher. Zu diesen spricht er in ihrem indischen Idiom. Das wärmer. Die Gäste hänge» ihm Llumenkette» und weiße Garnstränen um den Hals. Er streift sie ab und legt sie neben sich. Mädchen und Frauen falten die Hände, verbeugen sich, bis sie den Boden berühren. Ein weißbärtiger Hindu legt seine Stirn unter die Fußsohle Gandhis. Wenige wagen ihn anzusprechen. Briese und Telegramme kommen aus allen Teilen Indiens. Und immer neue Blumen regnet es. Am Ende sitzt Gandhi zwischen zwei Bergen von Blumen. Hinter ihm steht sein Spinnrad. Vor ihm steht ein Dlechgesäß mit Milch Trinkt er, hält er den kleinen Finger zierlich weggestreckt. Durch die Straßen, die zu seinem Hause führen, kann kein Fahrzeug. Säe sind weiß von Gandhi-Kappen. Seil fünf Uhr früh stehen die Menschen da. Jetzt ist Nachmittag. Tritt er auf de» Balkon, braust„E s s i e g e Gandhi" empor. Er weist den Leuten soin Spinnrad, damit sie ihr« Zeit besser benützen. Aber keiner rührt sich vom Fleck und immer wieder ruft man„G a n d h i j i- k i- j a i!" Er ist ins Zimmer zurückgetreten, hat sich in ein graues Tuch verkrochen und schläft. Das Zimmer wird leer. Nur ein« Frau hält an seinem Lager Woche. Nach einer Viertelstunde setzt er sich auf und sagt:„Ich habe Sie nicht vergessen, jedoch Sie müssen noch etwas warten, dann kann ich mit Ihnen allein sprechen: wenn Sie schon die orientalisch« Geduld erlernt haben, dann wird das ja gehen." „Geduld habe ich schon in Aegypten gelernt," erwidere ich. In wenigen Sekunden war das Zimmer wieder vollgeströmt. Unter den Frauen sitzt auch ein altes Mütterlein, eine rührend« Erscheinung. Kasturibai Gandhi, seine Frau. 45 Jahre ist sie mit ihm. Ich hörte über sie dos höchste Lob, das Inder über«in Weib fällen:„Sie i st« i n e folgsam« Frau." Ich bin sehr froh, daß ich noch warten muß, denn so habe ich Zeit, Gandhi zu skizzieren. Mein Zeichenblatt liegt am Boden und liegend arbeite ich. Es ist die erste Darstellung Gandhis nach seiner letzten Haft. Alte Freunde behaupten, er sei im Gefängnis körperlich heruntergekommen. Er jedoch meint, es sei ihm dort noch viel zu gut gegangen. Es gibt von Gandhi zahllose Photos, kein Haus in Bombay, das nicht sein Bild an der Wand hätte, aber es gibt fast keine Zeichnung von ihm. So bin ich doppelt sroh, diese Lücke aus» zufüllen. Wieder wird das Zimmer leer. Gandhi will sich für setn« Ansprache am Abend vorbereiten.„Nun stellen Sie ihr« Fragen," sagt er, sich an mich wendend. „Erinnern Sie sich, wer Sie in ihrem früheren Leben waren?" „Nein." „Wie alt sind Sie?" „Einundscchzig." „Wieviel Jahre wollen Sie noch leben?" „So lang' Gott will." „Ist dieses Leben ihr letztes Leben auf Erden?" „Ich möchte, daß es so wäre." „Was ist der Sinn des menschlichen Lebens?" „Dienen, Opfern." „Wer ist Ihr bester Freund?" „Gott." „So fühlen Sie sich wohl sehr einsam auf Erden?" „Nein, ich fühle mich nicht ollein. ich fühle mich mit allem verbunden." „Was ist das Ziel Ihrer Aschramschul« in Achmedabad?" „Suchen noch Wahrheit und Selbsterkenntnis." „Glauben Sie an die Möglichkeit des Weltfriedens?" „Wenn Indien frei wird, dann ja." .Glauben Sie, daß der Weitfrisde noch innerhalb Ihres jetzige» Lebens Wirklichkeit wird?" „Es kann so sein." Nun verlange ich, daß er sein Porträt unierschreibt. Er lacht, als er es erblickt und sagt:„Wozu? Sie können jedem sagen: Das ist der Mensch, der Mahatma Gandhi genannt wird." Ich bestehe aber auf der Unterschrist und er tut mir meinen Willen. Dann legt er seine Hand aus meine Schulter, blickt mich mit seinen großen dunklen Augen an und fragt:„W i e alt sindSie?" Litt Süppcften fla&ftotn Hüekenqofutlmnhhc au* dem£oeiogU>cficH faxten 3600 Pensionäre zu beköstigen, macht allerhand Arbeft. um so mehr, wenn die Herrschaften aus aller Herren Länder zusammen- ströme» und ihr« heimatlichen Eßgepflogenh eilen aus Gründen körperlichen und seelischen Wahlbetiogens gern« beibehaiten möchten. Ja, wenn es„ wie bei uns Meuchen, bloß Vegetarier und Fleisch- fresfer gäbe, dann wäre die Sache trotzdem höchst einfach: dem ist aber nicht so, denn der Organismus mancher Exoten oerlangt eine ebenso abwechslungsreiche wir komplizierte Zusammenstellung der Nafjrung. Die überaus große Sorgfalt in der Ernährung und sonstigen Betreuimg gewisser Tiere hat neben dem rein wisienschast- lichen vor allem auch materielles Interesse, da ihr Anschasstmgspreis oft ein sehr hoher ist.«v kostet beispielsweise ein Gorilla 20000 bis 30000 Mark, sein Wert steigert sich aber noch, sobald er sich in der Gesangenschait besauders gut eingewähnt hat. wie dies bei dem Zoo-Insassen der Fall ist: das Nashorn k o st e t 30000 bis 40000 Mark, der männliche See-Elefant 4 000 0 bis 50000 Mark. So ist es immerhin erklärlich, daß man auf das Wohl solch„hochqualifizierter" Herrschaften mich ent- sprechend bedacht sein muß. Früh morgens, wenn die Hähne kräh'n. Die Wächter vom Nachtdienst sind die Vorköch«: in großen Eisentöpfen stellen sie gegen 3 Uhr morgens Mohrrüben. Kartofseln, Reis, Haferschleimsuppe und Fieisch znrecht: was einer langen Koch- zeft bedarf, wird gleich aufs Feuer gesetzt und hat dann, wenn der Betrieb beginnt, schon ein wenig vorgekocht: während in der Küche die Vegetori ermahlzeit ihrer Vollendung eutg egenreist, wird im S ch l a ch t ho u s die Pferdefleischration für die wilden Bestien bereitet, mit Ausnahme des Montag, an dem F a st ta g ist. Es wird im Haus geschlachtet, weil das Fleisch zum Teil biutwarm ver- füttert wird. Daran delektieren sich Löwen, Tiger, Wölfe. Leoparden, alle Katzenarten und Wildhunde. Außerdem wird aber auch dem Futter verschiedener anderer Tiere Fleisch in ganz kleinen Mengen beigefügt: so bekommt beispielsweise die Drossel ob uird an ein wenig rohes, durch den Wolf gedrehtes oder gekochtes Fleisch ihrem recht pikanten, aus Mischsntter, gekochtem Reis, getrockneten Insekten und Obst bestehenden Mahle beigemengt, ebenso freut sich der Ameisenbär, wenn sein labbriges Haierschleimsüppchen durch rohe Fleischstückchen etwas Anregung erfährt. Die kleineren Railbtiere wqrden zwischendurch auch mit etwas Hammel oder Kalb gefüttert. Der tägliche Fleischtonfum| schwankt zwischen 300 bis 500 Pfund. Der König der Tiere oertilgt gewöhnlich b bis 7 Pfündchen, starke Fresser bringen es bis zu 12 Pfund, Rekordfresser sind die s i b i r i s ch e n T i g e r, die auch mit 20 Psund pro Tag fertig werden. Während die großen Raubtiere sich mit Vorliebe an Riesenbrocken heranmachen und dje mit ihren Fletschern zerreißen, beanspruchen die feinen Schleich- k atzen eine weit zierlichere Zubereitung ihres Mahles: in Blech- impfen kriegen sie entweder gekochtes oder geschabtes robes Fleisch mft Lebertranüberguß serviert. Das mit dem Lebertran.ist, genau wie bei uns Zweibeinern. Sache des persönlichen Geschmackes. Der eine trinkt es möglichst aus der Flasche und dies mft Wonne, dem anderen gerät schon beim bloßen Anblick der Magen in Streik- zustand: so treten auch viele lebertrangefütterte Tiere zu Anfang in Hungerstreik, bis sie sich mit der Zeit doch an das Unabänderliche gewöhnen. I« der Bogeltüche wird das Weichfutter gekocht, das vielen Vogelarten neben dem Körnerfutter gereicht wird: es besteht entweder aus bloßemRei», den beispielsweise die Loris(australische Papageienart) m flüssig gekochrein Zustande mft Honigüberguh erhält, oder aus Weich- f U t t e r. das ist gekochter Reis, vermengt mu kleinen Fleifchstückchen,! Sprattmischfutter. getrocknete» Insekte». Im Vorraum der j Vogetküche befindet sich das reichhaltigst sortiert« Zkörnerstttter, dos alles enthält, was ein Dogelherz bzw. einen Vogelmagen orfreut: Hafer, Hirse, Zirbelnüsse, Erdnüsse, Spitzsamen, getrocknete Ameisen- «er. getrocknete Infekten, getrockneter Mm«. Muskat, Weißwurm, Mehlwürmer und was es der schonen Dinge noch mehr. gibt. In der AffentücHe brodelt das morgendliche Haferschleimsüppchen, am Vormittag gib; es dann pflanzliche Nahrung wie Hafer, Haferflocken oder Weißbrot und am Nachmittag Obst, Mohrrüben, Reis und etwas Kärnerfutter: die Affen müssen öfter Nahrung erhalten, während die anderen Tier« bloß einmal am Tage gefüttert werden: die Asien erfreuen sich eines gefunden Appetites, sie verzehren ihre Ration hastig und naschen gern: an billigen Sonntagen, wenn ihnen allzuviel durchs Gitter gereicht wird, verweigern sie oft die Nahrung. Das Sorgenkino unter den Affen ist der Gorilla. dessen zarter, leicht anfälliger Organismus sorgsamst behütet sein will. Neben dem Gorilla ist das Nashorn trog seiner reichlich stabil wirkenden Struktur«in außerordentlich empfindliches Tier, das täglich seine 17 Liter Milchiuppe säuft und sich ansonsten am Heu delektiert. Der Dritte im Bund« ist der M ä h n e n w o l i. das erste Exemplar seiner Rosse, das sich in Europa Haft: auch er will sehr gut behandelt und gesüttert werden und sein Eßtisch weist Tauben. Hühner(selbstgczüchteie, älter« Tiere) und Bananen aus. Die Giraffengazelle, obwohl bereits von recht stattlicher Höbe. fühlt sich immer noch als Baby und bevorzugt Milch neben Mohr- rüden und Laubheu. Im Fischraum lagert die Nahrung für die Fischfresser, von denen der»nächtig« See-Elefant mit einem Tagesverbrauch von 80 bis 100 Pfund den Rekord hält: jetzt, in der Brmistzeft, wurde e? allerdings auf die eiserne Ration von 30 Pfund herabgesetzt: die kleineren Fischfresscr vertilgen je nach Größe pro Tag einige Pfund Fische, die direkt aus Hamburg geliefert werden. Gin stattlicher Heuboden enthält die verschiedenen Heusortcn wie Elefantenheu l Schilf' heu). Büffelheu, Antilopenheu, vom gröbsten bis zum feinsten Laubheu(getrocknetes Lirkenlaub): für Elche und Anti- lopen müssen frische Weiden- und Birkenziveige, im Sommer frisches Akazienlaub, im Minier getrocknetes, vorhanden sein, die Biber haben eine Vorliebe für Weidenstämme und Zweig«, daneben g fressen sie dann noch Brot, Haser und Rüben. Das Haifutter kommt aus der Mark, wo auch die Renntierflechte für die Renmiere mächst. Der„dicke Harry", der G r o ß- El« f a n t, vertilgt pro Tag 4 bis 5 Zentner Pflanzenfutter, bestellend aus Schilf- Iku, Futterrüben. Brot und Äraftfuttcr(Kleie). Das Beschaffen des Futters für die Elche, die ständig frisches Laub und Holz verlangen, niacht im Winter nmnchmal Schwierigkeiten. In der ivormen Jahreszeit wird die Nahrung durch allerlei Leckerbissen verbessert. co gibt es zur Maikäsersaison eitel Freude unter manchen kleinen Raubtieren, den Affen und vielen Vögeln. Die Fische wiederum wissen den Wohlgeschmack frischer Wosserflöhe, kleiner Würmchen, Fliegen und anderer Insekten sehr wohl zu schätzen. Damit der Nachwuchs kräftig gedeih«, wird er mtt V i t a k a l t (KaS verfetzt mtt«iuem Hefepräparat), rntt Vigantol(ultraviolett bestrahtte Hefe in Oel aufgelöst), mit Lebertran, Kondensmilch und anderen Vttaminen gut aufgepäppelt. Der täglichen Fütterung. die in die Vormittagsstunden von 9 bis 11 Uhr fällt, geht ganz zeitig in der Frühe die Morgenvisite voraus, die der Tiervater Dr. Lutz Heck, gemeinsam mft dem Tierarzt, dem Baumeister. dem Futtermeister und dem Oberwärter macht: hierbei meldet jeder Rem ermärt er, was es bei ihm etwa Neues gibt: eine Geburt, ein Krankheitsfall, eii'e Dcmolierung der Behau simg. Der»eweils Zuständige trifft daim seine Anordnungen, er ändert den Speisezettet oder schickt de» Tischler. Clarissa Kahlenberg- lOeizie Zlef zraclif gmgfen. „Euwpiiiacbe ftttchvichlen" Gibt es für öle Pflege des Deutschtums im Ausland etwas Wesentlicheres als die deutsche Presse im Ausland? Wer annimmt, daß diese deutsche Presse im Ausland in Erkenntnis desseu ihren Lesern das bringt, was ihnen von der amerikanischen Presie vorenthalten wird: ein klares Bild von den Wesenheiten des neuen Deutschland, irrt sich. Ein Beispiel aus USA. Vor mir liegt ein- Nummer des„California Demo-. trat", der in San Franziska erscheint. Da gibt es eine ganze große Seite unter der Rubrik„Europäische Nach- richten". Das klingt vielversprechend. Und ich lese:„Innerhalb weniger Wochen hat sich in Berlin der dritte Selbstmord in Schnciderkreisen zugetragen..."„Groß-Dannewerk. Die Mtwe Marie Ernst beging in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 5 0. Geburtstag. Sie liest ohne Brille und geht noch täglich ihrer Arbeit nach..."„T r a p p ö n e n, Kr. Tilsit- Ragnit. Der letzte Alt vcteran unserer Gemeinde, Rentenempfänger Ditsch- mann, der ein Aller von 8-1 Iahren erreicht hat, wurde zur letzten Ruhe geleitet. Der Kriegeroerein Trappönen folgt« mir Fahne urrd Gewehrgruppc und ehrte den Kämpfer durch Abfeuern der Ehren- salve■._ Zürich:„Der in Baar in Dienst stehend« Metzger- bursche Rücdi von Schaffhausen sprang auf der Station Baar vom Züricher Schnellzug ab. Er kam unter die Räder und verlor das Leben." Ja, und sonst? Gar nichts, und wer keinen Kopf hat, kommt umsonst herein. Einem gewissen Derein, der dos Deutschtum im Auslande auf feinem Wappen führt, zeigt dieses Beispiel vielleicht, daß es außer der Verhetzung des Deutschtums im Inlande auch noch anders Auf- gaben gibt. p-p. fieee E wird zum Konsul ernannt Das Konto wächst, dar Bauch wächst und doch ist heute in der Nepublik die Freude der Herren mit dem schwellenden Geldbeutel über ihren finanziellen Erfolg nicht mehr so groß.... Noch eine Villa, noch ein Auw und doch— es fehlt etwas! Früher, wenn dos Konto wuchs und die Derbengungen tiefer wurden, dann füllte sich die Frackbrust mit Orden und die Visiten- karte mit Titeln? -Heute dagegen...?? Schlechte Zeiten für die Eitelkeit: Orden weg, Titel weg. Am„Generaldirektor" hat man auch keine rein« Freude mehr. So nennt sich heute jeder, der in zwei Schreidnwschinen diktieren kann! Wie kann aber Herr Fabrikant I. bei Herrn Kommerzienrat I-, Ritter hoher Orden, der sich vorsorglich mit Titeln und Orden früher eingedeckt hatte, erscheinen und seine einfache einzellige Bisitenkarte überreichen?! Das geht nicht. Und so macht sich Herr Fabrikant I. auf die Titeljägd.- Mit dem Scheckbuch in der Hand wendet er sich an ein fremdes Land: besser Konsul eines Negerstaates als einfacher Bürger des eigenen Landes! Der Konfullllel von ABZ ist gar nicht teuer. Ist das Konto groß genug, kann man sogar einen ZIeneraskonful" kaufen. Wie so etwas gemacht wird, zeigt ein Beispiel aus einer skandinavischen Monarchie(ich bin diskret), das deswegen wert ist.«r. zählt zu werden, weil es in hcllsamer Lehre die unheilsame Leere ■dieser Eitelkeit aufdeckt. Großkaufmann Z. beschoß, etwas für feine Seele zu tun und inachte sich wie ssine Kollegen in aller West auf die Titeljägd. Lernte, o Wonne, einen Hern, kennen, der sich als diplomatischer Agent auswies und sür eine südamerikanische Republik aus der Suche nach einem gddschweren Konsul war. Herr Z. überlegt« keinen Moment, füllte den Scheck aus und er. hielt sein Konsulpytent. Der Schneider sür die Uniform wurde bestellt. Disttenkarten ge- druckt und Herr Z. macht« sich auf zu s e i n e m Konsulat, dem ein- geborenen Sekretär sein spanisches Potent zur Uoberfetzung vorzu- legem Der Sekretär nahm das Patent, las. stutzt««mb— lachte low auf. Und dann— hier ist die Uebersetzung: „Zm Namen der Republik e.l Herr z. wird zum größten EKEL des curapäischeu Sontlaeuls uns Lebenslange emannir Wie war's, wenn man allen Herren Z. dieses Patent aus. stellte? G* Hemarcfuc vor dreißig Jahren In kurzem wird Franz Adam Beyerlein 60 Jahr« alt. ein SchriMeller. dessen neuere Produktion unter dem Fluche steht, dem beispielsweise auch die der Bertha van Suttner ausgesetzt war. nämlich dem Fluch«, von der Reminiszenz an«inen literarischen Wellerfolg völlig überschattet zu werden. Franz Adam Beyerleln hat ein reichliches Dutzend Romane und auch einige Theater- stücke geschrieben. Er mag in dem langen Leben, das ihm gewünscht sei. noch viel wichtige und erfreuliche Literatur produzieren: mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird sich mit seinem Namen doch immer nur der Titel eines einzigen seiner Werke assoziieren, des Werkes:.Lena oder Sedan?" Es ist von eigenartigem Reiz, in diesem Buch, das 190Z erschien. rasch in alle Kultursprachen übersetzt wurde und von dessen deutscher Ausgabe 1911 das 250. Tausend gedruckt wurde, heute herumzublättern. Was hatte Beyerlein fo Aufregendes gejagt, daß Deutschland, daß die Welt die Augen aus Ihn richtete? Er hatte die Wirklichkeit des Sosdatenlebens zu� Debatte gestellt. Worauf er in seinem Buche hinauswollte, das ist am konzentriertesten in den Gedanken enthalten, die er seinen Oberst Güntz,«inen von lhm synHMlhisch gezeichneten Soldaten, denken läßt: „Statt entwickeltere Intelligenz nutzbringend zu verwerten, spannt man alles in den polmfchen Bock eines Drills, der mecha» ntfcher auch nicht zur Zell Friedrichs des Großen eingebläut worden war... Die ganze Erziehung der Mannschaften ist in weit höherem Maße durch Bc s i cht i g u ng s° und Paradezwecke geleitet als durch Rücksichten auf eine Verwendung im Kriegsfall... Das Offizierkorps, durch cinfellige Erziehung auf«inen engen Kreis der Erlenntnis und Erfahrung beschränkt, steht de» Veränderungen der neuen, schnellebigen Zeit, die auch im Heerwesen sich bemerkbar machen, fremd gegenüber... lieber all dem Drill und der Pedanterie fft ihm das neue, ausschlaggebend« Moment einer neuen Zeit de? Hesresidienstes, die Liebe zum Lande, fremd geblieben...� > Beyerlein war nichts weniger als radikal in diesem„dem beut sehen Heere" gewidmeten Buche: auch dann nicht- wenn er zu dein � Schluß kam, daß dieses Heer einem neuen Jena entgegenmarschiere. Cr wollte die Rolle des wohlwollenden Tadlers spielen. Er war ein ehrlicher Patriot und sogar ein begeisterter Freund der bewaffneten Macht: nur beides nicht in dem um 1909 üblichen Sinne kritiklosen ElnvcrstSnidnisseo mit allen Maßnahmen eines vom l5äjarenwahn bejessen-n Monarchen. Er wollte nicht rcoalutioniercn, er wollte reformieren, ein paar krasse Mängel der Dienst- ausbildnng beseitigen, das war alles. Bsyerlom war auch kein Pazifist und erst recht natürlich kein Sozialist. Er begnügte sich lediglich damit, zu fordern, daß man diese beiden, im Volke nun einmal vorhandenen Richtungen aus dem militärischen Kalkül nicht völlig herauslasse und ihnen nicht in blinder Feindschaft, sondern mit ein wenig Einfühlungsgabe gegenüberstehe. Aber eben, daß der Mahner nicht feindselig dem von ihm kritisierten System sich nahte, daß er es nicht von außen her berannte, sondern von innen her zu erneuern versuchte, gab feinen Worte» Widerhall auch in jenen Kreisen, die Einwände von eigentlich oppositioneller Seite prinzipiell zu überhören pflegten. Hat Beyerlein recht behalten? Er selbst hat in Oinem Borwort, das er 1911, also drei Jahre vor dem Kriege, schrieb, die Vorwürfe seines Romans als unaktuell gewordene und vielfach überholte Angelegenheit hingestellt, und in einem Borwort von 1926 rückte er vollends von der Meinung ab, daß die Mängel schlechter militärischer Pädagogik beim Ausbruch des Weltkrieges noch vorhanden gewesen wären. Beyerlein ist da allzu nachsichtig. Ganz zweifellos ist die Soldatenerziehung sogar noch während des Krieges fanimerschlecht und bar allen psycho- logischen Verständnisses gewesen. Die Fälle, in denen wenige hundert Meter hinter dem Feind, wenige Stunden nach schrecklichen Schlachten, schon wieder ödes Exerzieren, stumpfsinniges Para- Vieren die Schauer des Schützengrabens ablösten, gehörten' zu den trübsten Erscheinungen einer gottverlassenen Unfähigkeit, die Kon° ftruktion einer Seele zu begreifen. Immerhin hat Beyerlein schon darin recht, daß der Geist der Trupp-, militärisch und national g»- sehen, während des Krieges gewiß nickst minderwartig war. Dies aber trotz des von Beyerlein jo scharf angegnsfenen geistlosen Drills, nickst wegen. In vielem erinnert Beyerlein» berühmtes Buch an das be- rühmteste Buch unserer Tage, an Remarques„Im Westen nichts Neues". Beidemal sind es milltärische Themen, die gestaltet werden, beidemal wird milllärische Wirtlichkeit zu geben versucht, bei Remarque die des Fronterlebnisses im Kriege, bei Beyerlein die des Soldatenerlebnisses im alten Heer. Remarque ist artistisch vollendeter als Beyerlein und er geht auch viel weiter in der literarischen Reproduktion von Wirklichkeit, als Beyerlein dies in einer Zeit tun konnte(und wohl auch tun wollte), deren An- forderungen in dieser Hinsicht noch recht wenig resolut waren. Aber sein Verdienst wird es immer bleiben, in militärfrömmsten Tagen wenigsten»«in Stü>ckch«n blaues Licht der Wahrheit an einem im übrigen von den Wolken fiißlich-verlogener Lcutnantsseligkeit und schöntuerischer Phrase verhangenen Himmel byzantinischer Soldaten- liieratur gewesen zu sein FI. B. 'Bescheidene Frage Bor einem gewissen Lokal stehen Herrrn(Sie wissen schon, die von der üblichen Sorte: Melone, Monokel, dicke Ringe an ebenso dicken Fingern, Gehpelz.) Besehen di« Fenster mit den Photos nackter Frauen(die kein Mensch nackend zu sehen je begehrt hält«, sollte man glauben...). Schmunzeln, zwirbeln an dem Menjou- und Ehaplin-Bärtchen, verschwinden hinter der Pendeltür. Run ja, konzessionierter Nackt- und Nachtbetrieb. Aber: Was, trage ich, würde geschehen, wenn jemand im Hochsommer nur mit Bade- hos« betleidet in diesem Lokal erscheinen würde? epr. eBuch Sinclair: Sias Qeld fchrcibl In seinem unter dem Titel ,L e i d w e g der Liebe' neu erschienenen autobiographischen Buch hat Upton Sinclair die Verquickung von Geld und Geist im amerikanischen Literatur- geschäft romanhast, als eigenes Erlebnis, dargestellt. Einclairs„Das Geld schreibt"(Malik-Berlag) ist eine Art Ergänzung zu dem Roman. Was dort gestaltet wird, wird hier untersucht. In dem großen Zyklus sozialanalytsscher Bücher, der vom..Sündenlohn" über di«„Profite der Religion" zum„Parade- marsch", zum„Rekrut" und zur„Goldenen Kette" führt, ist dieses Buch das letzte. Es stellt die amerikanische Literatur der Gegenwart dar. nicht vom literarischen Gesichtspunkt aus, sondern von gesell- schaftskritischcn. Upton Sinclair nimmt einen der amerikanischen Dichter nach dem anderen her und oersucht zu zeigen, wie das Werk dieses Mannes aus dem Geist der kapitalistischen Welt, in der er lebt und die ihn bezahlt, wächst. Das geistige Gesicht der amerikanischen Literatur wird ja nicht oom schöpferischen Willen der Dichter bestimmt, sondern von den Geschäftsinterssen der Verleger und der Herausgeber der Magazins Upton Sinclair zeigt mm, wie junge Autoren, die mü ihren Büchern di« soziale Struktur der Well ändern wollen, von den Besitzern der Verlag« und Zellfchristen einfach gekauft werden, wie sie durch Riesenhonorare dazu verlockt werden, lieber den himmelblauen süßen Unsinn zu dichten, den das Publikum angeblich oerlangt und der viel Geld elnträgt. Diese Verlockung ist keine amerikanische Spezialität. Der oermchtende Zauber ihres Geldes ist hüben und drüben der gleiche, bloß' die Ramm der Verleger lauten in Europa anders. Der größte Teil des Buches muß, das liegt im Wesen der Kritik Upton Sinclairs und im Wesen der amerikanischen Literatur, fchäristc Ablehnung sein. Eine ganze Reih« von Autoren wird, einer nach dem anderen, als skrupellose Verdiener entlarvt. E» sind unter diesen Gezeichneten auch Namen, die bei uns Kfang und sogar guten Klang haben, wie Joseph Hergesheimer; man muß dem literarischen Urteil Upton Sinclair- nicht immer beistimmen, wenn seine soziale Kritik eines Autors auch richtig sein mag. Außer den Ltteraturindustriellen, die mit mondäner Tünche übergössen« dumme Liebesgeschichten fabrizieren, gibt es aber auch Dichter, die Kämpier sind. Die junge amerikanische kämpserische Generation, als deren berühmtester Vertreter Sinclair Lewis genannt sei(der eben erst den Nobelpreis für Literatur erhalten hat), ist zum Teil ja unter Upton Sinelairs Leitung und Förderung groß gemord-n. Und es ist eine erfreuliche Erscheinung, daß von den Namen der jungen, ledendigen, nicht dem Literaturgeschäft verhasteten Autoren uns viel mehr geläufig sind als von den Namen der Nur-Verd!ener. O'Neill, MichelGold, IohndosPassos, FloydDell, von den älleren Theodor Dreiser haben, wenn schon auch nicht in Amerika selbst, aber doch in Europa die Klischeeromau- erzeug«? vom Schlag des Z a ne G r e y und Konsorten überflügelt. knte Rosenfeld. Qoihaii dies Jahrbuch 1931 Bon allen in Deulsck�and erscheinenden politischen Almanachs bleibt doch das Gothaische Jahrbuch, das im alten Verlag Justus Perthes für 1931 nelierschienen ist, das gediegendste und zuverlässigste. Es ist mit anerkennenswerter Gründlichkeit so aktuell wie nur denkbar gehalten, fast jede, seSsst in den letzten Dezember- tagen des verflossenen Jahres vorgenommene Perfonalveränoerung ist darin berücksichtigt. So steht bereits als deutscher Gesandter In Warschau Rauschers Nachfolger von Moltt«, obwohl das Agrement für ihn erst in der zweiten Ianuarhälfte nachgesucht worden ist: ebeuso ist der künftige Dizetöing von Indien. Lord Willingtav eben- falls schon verzeichnet. Freilich bleibt das Gothaische Jahrbuch aus- schließlich ein amtliches Verzeichnis, in dem den natranolen oder imernationolen Einrichtungen mit nichranttlichem Eharover— Per- teien. Gcwerkschaften, Wirtschaftstörperschasten und dergleichen— und den nichtbeamteten Persönlichkeiten der Politik, Wirtschast. Kunte und Literatur kein Raum gewährt worden ist. Und deshalb kommt man mit ihm allein nicht aus, im Gegensatz z. L. zu dem glänzenden, englischen„Europa year Noch", das. wenigstens für den alten Kontinent, geradezu alles cmhäll, was man als Politiker oder Wirtschaftler von einem Nachschlagewerk erwartet. Sclü. Rätsel=Ecke des„Abend" Kreuzworträtsel Waagerecht: 3. Stadt in Schweden: 6. Romonschriststeller: 10. Stadt ui Schlesien: 11. polnisch« Festung:. 12. langsames Ton- stück: 11. italienischer Dichter: IS Haltrus sür' Pierde: 10. Ort in Norwegen: 18. ägyptischer Sonnengott: IS. sachlich: 20. Gewebe: 21. lateinisches Bindewort: 22. italienische Note: 25. Pronomen: 27. Kleidungsstück: 30. exotische Pflanz«; 83. Dialektdichter: 34. Unterwelt: 3ö. französischer Männername: 36. Titel.— Senkrecht: 1. weiblicher Vorname: 2. Teil des Auges: S. Roman von Meyrint: 4. überseeisches Landgut: 5. Unwahrheit: 7. Halspelz: K Figur srucht: SS. norwealjcycr XMcqicr; S4. Grafen des Wildes: 26. 28. biblisch« Person: 29. englisches Bier: 21. Ausruf: 22. Zahn- Pflegemittel.— cltr.— Logogriph muimmlminuimvuomu» Verwandlung Oft zum Spessentransport Dient das Rätselwort, Wenn~_ geschrieben es ist. Doch gehört es sogleich In ein andres Bereich, Wenn geschrieben—a— e— du es stehst. Da. auf ebener Bahn Geht voll Eiser man dran—, Auch viel Zuschauer finden ü-d ein—. Da töltt's Hott und tönt's Hühl Und es geben sich Müh' Roß und Rester zu schönem Gide ihn. Dreierlei An jeder Flinte ist./eines' zu sehn, In„zwei— drei" pflegt«in Bett zu steh'n. Ein großer Vorratsraum wird's letzt, ........ tzt. ab. Wenn man die drei zusammensetzt «kr,— 1 Hasen 2. Armband 3. Baum 4 Frucht 5. Ball 6. Blind 7. Feti 8. Ganse 9. Purpur 10. Dorf 11. Drei 12. Wall 13. Eis 14. Fahnen —» Hund — Glas — Haue — Bein — Frost — Saite — Blatt — Bau — Wurst — Stelze — Stein - Arzt — Hofer — Genosse Ergaazungsräisel Anstatt der Striche ist je ein Haupt» wort zu setzen, da» sowohl mll dem vorangehenden als auch mit dem nochfolgenden ein neues Wort bildet. Die Anfangsbuchstaben der Ergänzungs- Wörter, von oben nach unten gelesen, nennen eine moderne Unterkunsts« ftätte. gh Auslösungen in der nächsten Rätselecke. Mit„s"«in Kurort w der Schweiz, Mit„rn" ein Dust von seinem Reiz. ekr. Kryptogramm Au» jedem der nachstehenden Wörter: Diadem. Mensur, Ge- schenk, Genie. Stern. Einmaleins, Zensur. Schnee, Hochzeit, Himmel- bete, Perle, Giebel. Meran, Ilse. Kiiu-n�atograpy, Angelika find drei (zuletzt vier) zusammenhängende Buchstaben zu«mtnehmon. die. an« emandergcreiht, ein Zitat aus„Nathan der Weise" von Lefsinz er» geben. Auflösungen der letzten Rätselecke 0 ä V/ � Waagerecht: 1 Oboe: 1 M: 6.«res: *1'fl l1' �rnam: 12. Annual: Ii. no: IS. Nobel: 21 Nwbe: 23 Öo; 24. Maund; 26. Deronal: 25. Gabun.- J0'edcm echten Sportsmann ein Greuel. Di« Sache gestaltet sich sofort anders, wenn es sich um die Verwendung nicht der festen Schlinge handelt, sondern wenn die Schling« in der Hand de, Jägers selbst als Wass« gegen das Tier benutzt wird. Di« Jagd mit der beweg- lichen Schling«, deren bekanntest« wohl dos Lasso ist. erfordert sogar besonder« Leistungen des Jägers. Mut, Gewandtheit und Ausdauer, Kraft und Gelstesgegenwart sind nöttg, um beispielsweise den wilden Stier oder das wild« Pjerd auf diese Art«inzufangen, und von den Pampasindianern Südamerikas wird sogar die Jagd aus den Jaguar mit dem Lasso betrieben. Die Anwendung der Schlinge beim Fischfang ist in Deutsch- land durch das Gesetz verdotem Gehandhabt wird diese Methode aber doch. Reizvoll ist der Schlingensang etwa beim Hecht auf jeden Fall, denn zum Erfolg braucht der Fischer hier ebenso genaue Kenntnis der Gewohnheiten und des Standortes des Fisches wie Ruhe, eine sichere Hand und Konzentration. Bei den Naturrvlkern ist diese Art des Fischfangs ziemlich ver- breitet, genauer, die Kenntnis dieser Methode: ihre Äusübung ergibt aber wohl nicht die Masssnbeute, die der Primitiv« für die Sicherung seines Lebensunterhaltes braucht, denn die Houptfangarten bleiben beim Netz, der Reuse. d«r Fischfall« und der Angel, bei bestimmten Völlern beim Fsschspeer und dem Pfeil mit dem Bogen. Zu den Völkern, die über die älteste Tradition beim Fsschtanz verfügen, gehören unter anderm di«-hsibirischen Stämme. Merk- würdizerweis« kennt man hier di« Schlinzenfischerei nur bei den Tschuk-schen. die den nordöstlichen Zipfel von Asten bewohnen und selbst hier, wo di« Mechod« bekannt ist, findet sie verhältnismäßig sellen Verwendung. Di« Tfchuktschen fangen mit dieser Schling«, di« aus biegsamem Fischbein besteht und an einem Stasi befestigt ist, vorwiegend Hein« Forellen.. Die Schlinge wird, sowie der Fisch sich barm befindet, angezogen. Zuerst lockt man die Fisch« an. indem man einen klelneren Stein auf einem größeren herumrallt oder so damit klopft, daß ein plätscherndes Geräusch entsteht. Besonder» geübt wurde dieser Fang in Lagunen mit tiesien Wasserlöchern, wo die Fische nicht so leicht ausweichen konnten. An den Stellen, wo man solche Jangmelhod« zu beobachten Gelegenheit hati«, waren an«inigen Stellen die Felsen von dem wiederholten Klopfen ganz glatt gehämmert, ein Zeichen, daß diese Art der Fischerei früher eifrig geübt wurde. Es scheint aber, als feien die Eingeborenen von dieser Methode seit Einführung fabrikmäßig hergestcllter Fanggeräte wieder abgekommen. Da» Hauptgebiet des Schiingenfifchsangs sind dre Inseln im Südteil de» Stillen Ozeans. Hier wagt man sich mit der Schlinge an so gewaltig« Fisch« heran, daß man wirklich von einem feinen und aufregende» Sport sprechen kann. Einen Fünfkilofssch zu lanaen erfordert schon allerhand Anstrengung: man kann sich ungefähr aus- malen, wa» die Fischer in ihren leichten und gebrechlichen Booten zu leisten haben, wenn sie«inen in der Schling« gefaßten Haifisch von mehreren Zentnern Gewicht heranholen wollen. Em besonder, interessantes„Haifischlasso" ist in bestimmten Fischerdörfern von Neumecklenburg, einer Ins«! nordwestlich von Neu-Guinea, in Ge- brauch. Die Schlinge hängt durch dag Loch eines Schwimmers ras Wasser, der wi« der Oberteil» eines Reitsattels aussieht. Mit diesem Schwimmer neben dem Boot lassen sich die Eingeborenen weit ins Reer Hinauetreiben. Wenn sie auf der hohen See draußen sind, bewegt einer von der Mannschaft am Bordrand ein« Klapper hin und h«r, d»« aus halben Kokosscholen. aufgezogen auf«in«n Reis«n au» Rotangrohr, besteht. Das Rasseln lockt die Haie herbei, sie Uinkressen das Boot in immer engeren Windungen, und endlich ist einer so nahe, daß man ihm rasch die Schlinge aus Rchrgeslccht über den Kopf streifen kann. Ist etwa ein Drittel des Tieres durch di« Schlinge gegangen, dann zieht dec Fänger schnell zu und nun wird der kämpfend« Tiger des Meeres mit Speeren angegriffen und mit Keulen getötet. Aul den samoanischon Inseln lockt man bei |di«l«r Art Fang den Hai nicht durch Geräusche an, sondern durch einen lünfrlichcn Köder aus dicken, kugelförmigen Schiffstau, oder Kotossaserenden. Zum Fang kleinerer Fische benutzt man in diesen Segenden eine» ähnlich gebauten Köder aus zusammengeknäullen Spinnweben: der Fisch schnappt nach diesem Gegenstand und bleibt mit seinen spitzen Zähnen darin hängen. Bei einzelnen Stämmen In Südamerika oerwendet man ein« entsprechende Fangmethode, bei der man statt der Spinmveben feine Pftonzensasern benutzt. C. B. Sigmund Ruud steht 81 Meter Großartige Ski'Sprungieistangen in Davos Einen sensationellen Verlauf nahm die internationale Stisprungkonkurrenz. die am Dienstag auf der neuen Voigenschanze in Da oo s zur Durchsührung kam. Der Held des Tages war wieder einmal der in Zürich lebende Norweger«ig- in u n d R u u d. In der Konkurrenz selbst mußte er mit dem zweiten Platz hinter dem Schweizer Kaufmann vorlieb nehmen, aber außer Konkurrenz schoß er bei den Rekordversuchen doch den Vogel ab. Schon beim ersten Versuch kam S. Ruud auf«ine Weit« von 81 Meter, aber der Aufsprung war zu heftig, so daß der Sprung mit einem Sturz endigte. Der Neine Norweger ließ sich jedoch nicht entmuttgen und ging noch einmal über den Hügel. Diesmal glückte ihm sein Borhaben und unter dem Jubel der 4000 anwesenden Zu schauer konnte Ruud einen zweiten 81-Met er-Sprung tn prächtiger Haltung stehen. Es Ist die» der bicher weitcstc gestanden« Stssprung, denn Sigmund Ruud» jüngerer Bruider Btoger, der Sprunglaufsieger von Oberhof, hatte es vor einigen Wochen in seiner Heimat Norwegen nur auf 76)4 Meter gebracht, während er bei 82� Meter gestürzt war. Als Weltrekord kann man die Leistung S. Ruuds natürlich nicht bezeichnen, denn denn Ski- springen ist die Bauart der Sprungschanze von ausschlaggebender Bedeutung. Der Schweizer Meister Fritz Kaufmann suchte es Ruud gleichzutun, kam aber nach einem guten 68er bei 78 Meter zu Fall, nicht anders erging es auch dem Norweger Kiellcn'd, der nach einem v9-Meter-S?ning stürzte. Die Wettkämpfer für Wien sind von der ZK. ermittelt i Nach eingehenden Feststellungen ist es dem Technischen Ausschuß der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege gelungen, einheitlich« Anschauungen über die Zusammensetzung der deutscheu Olympia-Londesmannsäioft für Wien zu erzielen. Es werden ins- S'amt 397 Sportler und Sportlerinnen ausgestellt, die folgend« uptsportarten vertreten: Teilncliinkr Wintersport(Arbeiter-Turn- u Svortbuud u. Naturfreunde) 33 Fußballspiel(Arbeiler-Turn- und Sportbund).... 18 Handballspiel(Arbeiter-Turn- und Sportbund).... 18 Tennisspiel(Arbeiter Turn- und«portbund)..... 12 Radsport(Arbeiter-Radsahrcrbund)........ 77 Schwerathletik(Arbeiter-Athletenbund)....... 88 Letchtcnhletik(Arbe iter-Athlctenbund und Arbeiter-Iurn- und Svortbcmd).............. 50 Turnen(Arbeiter-Turn- und Sportbund)...... 22 Schwimmen(Arbeiter-Turn- und Sportbund).... 45 Kanusport(Arbeiter-Turn- u. Sportbund u. Naturfreunde) 28 Schützen(Arboiter-Schützenbund)......... 6 Zusammen 397 Außerdem soll jeder Tonderzug von zwei Arbeiter-Samaritern begleitet werden, so daß— 12 Sonderzüg« angenommen— noch 24 Arbeiter-Samariter zu den 397 Wettkämpfern hinzukommen würden. Der deutsche Arbeiier-Keglerbund und der deutsche Arbeiter- Schachbund hat' beim internationalen Büro beantragt, ebenfalls Wettkämpf« auszutragen: sie verlangen Zuteilung von je einer Mannschaft. Das international« Büro lehnte die Anträge ab. Es hat aber nichts dagegen einzuwenden, wenn die beiden Verbände auf ihre Kosten chre Sportarten als Werbcoorführung in Wien zeigen. Die Zentralkommission wird sich In ihrer nächsten Sitzung mit dieser Angelegenheit befassen müssen. Die Beröffentlichung der Wettkämpse zum Sominer-Qlympia wird amtlich in der„Sportpolitiichcn Rundschau" und in den Vor- bandsblättern noch erfolgen. Bis zu dem dafür festgesetzten Tage müssen die Meldungen zur Teilnahme an den Wetttämpfen beim Technischen Ausschuß, Leipzig S. 3, Fich'.eftr. 32/34, eingegangen sein. O Der Technische Ausschuß wird dann jedem Verein, der sich meldet, entsprechende Fragebogen zustelle». Reuer Gegner für Eder im Ständigen Ring. Der Verlincr Spich« rnring muß bei.seiner Freitag, 27. Februar, stattfindenden 102. Veranstaltting eine Programmänderung vornehmen. Don dem als Gegner für Weltergewichtsmeister Gustav Dder-Dortmund per- pflichteten Belgier Frankie Paul Ist eine Absage emgctrofscn, da sich der Belgler im Training«ine Augenverletzung zuzog. An seiner Stelle wird sein Landsmann Emile Meulebroeck mit dem dein- scheu Meister durch dl« Seil« Netter». Armeeboxen Deulschland-Eagland. Der gute Eindruck, den die Berliner Polizeiboxer in ihren Kämpfen um die englischen Polizei- Meisterschaften in London hinterliehen, hat Früchte getragen. An- läßlich eines Banketts äußerte der Leiter der Vereinigung englischer Armeeboxer, Oberst Smith, daß«r im nächsten Jahre eine deutsche Reichswehrmannschajt nach England einladen will. Der Reich»- vcrband für Amatcurboren steht diesem Projekt synipathssch gegen- über, die Sportler der Armee und Marine dürfen daher auf volle Unterstützung durch den DRfAB. rechnen. Ü'olrt.««rei» für Köierctntlai. G«sck>Ss!»st.'IIe: Rorl JUrabcian, 1-2. Sauntmftt.«. Älercmdcr JW3. ero«ltttt«r Turndetrieb in tn'c Slotbfltunpe SSebOins;lich- mit» cirwaödbi» Cbribtrtri Grschlcchis) lurntinilc Liuonstr. 3fr— 40. ffteitocis utld DienÄaa«. Die Äinfrer üben von 18 bi» 20 Uhr In fcer untettn ödtlt, ÜflUutjcr Stt. 4. Mo„Ine. 2. Miir,, ISZH Uhr, Bersammliin« d«r Nordqruoo« bei SceseUi', Schulstr. III. Die rcinberobleilun« in her Lchhnhauler«nrfloM mirt demnächst noffitti.— Tüdostarnppe: tzunqmabtfKiioMoiluna icicn Pionslcq mH> Doiinerswo uw 30 Uhr in der vallc Woldeinorltr. 77.. OftfltnviK:(Subrntt Str. A. stindir- adteilunq feden Dirneioa»»d greiicia von I7>/, di» ISZi, Uhr. 7lnsck>Ui'!«nd tzligend- und MZnnernbleilnnci. Zu der ffrilchenstraste A üben iedri, Miitwaüi um 20 UV die iil'eren meid Ii che» Mitqliedrr. Sdendn 20 Uhr jcdcu Freilos di« eiltcrso&ieilmia räftänntr). ÖBft* qern ocftfxr. 51®®., 5tti»rpeiruUvrbe,irf. SeftdcinifluniKn sofort einschicken. Shjif- badendend jeben Mittmocki um ÄVi Uhr in der SerichtstroV. Äckste wip. kommen.—®e,i« Slotbrima, SofcsaWrll«»#. ITtrttaa, 27. fltbtum, 2V Uhr. (Slftunq im SkcclnsIoInX. BSB. üenföUu. fyjji« nach dem Snllentoaiirina Seortnutschuüsttuom d>< Vru'iool. KB. Lorwärt». Vomtersta«,«. Zebrv«. V ftaii-hbslfliJnK.£oimt«g, 1. März, 17 Iftt. Mi tgl iodrrver ag. LvrmMa«- grei« W-sters-h», ttipnii 1214.«et�n fttt«udef und Mo»at»stiiuna ffreita«.«7. ffebtuot, 30 Uhr. Vi fteenf. Söpentck. fflcktitnm:. tfS. Mitalled-r. auch au««rfcIllu»). 8 Uhr iSandsdeoqcr Wa».-- Ad,. Zlordcn: flies am Star». 18 Uhr Stcflt. fri— eiikrtun«. Kraftfahrer. ÄbiciluicaÄeucr! flusammsnktmfi am i. Mär», 20 Uhr. im SolmrVilcr�tr dandvhäu«. SiunvstvaV-— 71 b»«bpeirick: SrrsvMmlunq nicht am? Riitj, '' m 1». Mar». Ziepublikschlch im Strafgesetz. Verruf wegen Abstimmungen strafbar. Der Reichstagsausschuß für die S t r a f r« ch t s r e f o r m be- handelt« den dritten und werten Abschnitt des neuen Strafgefeg- buch es. Der dritte Abschnitt hat zum Inhalt die Angriff« gegen die republikanische Staatsform und gegen verfaifungs- mäßige Körperschaften. Nach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses soll sowohl den Trögern der Regierungsgewalt in ihrer Gesamtheit wie auch in ihren einzelnen Mitgliedern die freie Ausübung ihrer Befugnisse gegen Angriff« gesichert werden, die an der Grenze des Hochverrats liegen. In der Aussprache wurde betont, daß ein kräftiger Schutz bei der jetzt leider eingetretenen Verrohung politischer Polemik um so nöttger sei. Es komme hinzu, daß infolge des Ueberganges zum parlamentarischen System die Regierunge» nnt den gesetzgebenden Versammlungen weit enger ver- bnnden sind als früher und die Mitglieder der Regierungen zum großen Teil den gesetzgebenden Versammlungen angehören oder doch aus ihnen hervorgehen:«in Schutz der Regierungen und ihrer Mit- glieder bedeute jetzt mittelbar einen Schutz der gesetz- gebenden Versammlungen selbst. Weiter falle ins Ge- wicht, daß die Regierungen der Länder deren Staatsgewalt repräsen» tieren, so daß für ihren Schutz ähnliche Erwägungen sprechen wie für den Schutz der Mitglieder der Reichsregierung. Die Straf- bestiminungen richten sich in der Hauptsache gegen Be- schimpfung oder Verleumdungen. Der Ausdruck „Veschimpsung" umfaßt jede Kundgebung, die einen nach Form oder Inhalt rohen Ausdruck der Mißachtung enthält. Mit Gefängnis wird bestrast, wer öffentlich die verfassungsmäßig festgestellte republikanische Staatssorm beschimpft. Der vierte Abschnitt des neuen Strafgesetzbuchs enthält die Ver- gehen bei Wahlen und Abstimmungen. Besonders aktuell erscheint der Paragraph, der den Wahlverruf be- st r a f t, d. h., es wird derjenige bestraft, der einen anderen wegen der Ausübung de» Wahl, und Stimmrechte» de» Wirtschaft- lichen oder gesellschaftlichen Verruf erklärt. Riach Ansicht der Mehrheit des Ausschusses erschien die Bestrafung auch dann geboten, wenn jemand ohne vorherig« Drohung nach der Wahl wirtschaftlich oder gesellschaftlich Nachteile durch Verruf- erklärung bereitet werden. Der Ausschuß nahm die Abschnitte, die�die Angriffe gegen die republikanische Staatsform, die Vergehen bei Wahle» und Ab. stimmungen und die Störung der Beziehungen zum Ausland be- treffen im wesentlichen in der Fassung der Vorlage an. Siraßenbahnerstreik im Wuppertal. Solidarität geht über Egoismus! Wuppertal, 25. Sebtaat. Die velegschastsversammlung der Barmer Straßen- und Berg- bahne» hol heule nacht befchloflen. in den Streik zu treten. Der Slrelk hat heule begonnen. Die Straßenbahner lehnen be. kanntlich den Dortmunder Schiedsspruch ab, der eine sechsprazeulige Lohnkürzung vorsieht, und verlangen dafür Arbeitszeit- türzung ohne Lohnausgleich und wiederein- stellung von Arbeitslosen. Blatternepidemie in Indien. 167 Todesopfer.— lleber 1000000 wurden geimpft. Kalkulla. 23. Februar. Einer seit Wochen hier herrschenden Blatternepidemie sind, wie offiziell bekanntgegeben wird, bisher 1K7MtnschenzumOpf«r gefallen. Ueber eine Million Menschen wurden in den letzten 14 Tagen von den Geslmdheitsbehörden wegen dieser Krankheit geimpft. Mittwoch, 25. Fei) mar. B e r Ii«. 16.05 Prograratn der Aktaellcn Ahteilan«, 16.30 I. Vollincr: Duo für Violine und Viola« op.?. 2. Beetzon: Sonate für Fajott, Violine und Viola.(Nicolas Lambinon, Violine; Heinz Weiden. Viola; Walter Raff. FazoiO 17X0 Hans Cathmann liest eizeno Arbeiten. 17X0 Jnzendwerke Mozarts(Oskar Wappeasdmitt, PliseO. 18.00 Qrai Arco: Moderne Erfinder. 18-35 Wovon man spricht 19.00 Moritaten und hochtraziscbe Bafladen. fQesmifee rrm Kate Kühl; Flügel; Allan Gray.) 19.30 Pbilharrnonie: Orcücsterkonzert Dir.: Generalmusikdirektor Fritz Ensch. I. Beethoven: Sinionie Nr. 4. B-Dur, op. 60. 2. Mozart: Konzert für Klavier und Orchester, F-Dnr, K--V. 459,(M. Horszowski, Flügel.) 3L Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dnr, op. 73.(Dresdener Staatskapelle.) 22.00 Frankfurt: Zeitberichta. 22X0 Wetter, Nachrichten und Sport. Tanzmusik. • Könifswustcrhaasan. 16.00 Stnd.-Rat C. Schettler: Scholfunktechnlk. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Dr. Felder: Jannacek, der Komponist 18.00 Prof. Dr. Amsel: Lehrgang für EinheitskmTsdrrtft. 18.30 Dietrich: Gegenwärtige Philosophie, 19.00 Günther: Deutsch. 19.30 Alfred Beieric: 1. Mozarts Brief aus Paris über den Tod seiner Mutter. 2. Lndwig van Beethoven; Heiligenstädter Testament. 3. Schuberts Brief: ..Hilfe, schickt mir 30 Gulden, ich verhungere!" 20.00 Leipzig: Lehdr-Stunde, 21.00 Leipzig: Vom Tage. 21.10 Leipzig:..Die Gefängnissonate*4. 22.10 Wetter, Nachrichten und Sport SJcTcnhnottl. für die Redaktion: Serbert Sepd«, Berlin; Unäeigen: Tb. Slocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin EW 68. Lindenstra�e Z. Sierzu l Beilage. �(Befchäfts-Jtnsmer föezirfr füden-Weften malerhütte Wangrin& Bntz Cöpenicker-Wäsclierei Berlin C.n.B.N. VORMALS MALEREIBENOSSENSCHAFT REGRÜHOET Itli N018,LANDSBERGERALLEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 3C28— 30 ALLE MALERARBEITEN 186 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG � i GEBRÜDER GROH Gegründet 1882 Butter/ Käse/ Eier Kolonialwaren alier Art 60 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen GroB-Beriins 10 eigene Dampfmolkereien Immortella- Camembert und Brie ■■■■■ geteilt und ungeteilt- Edeierzeugnisse derCentral Molkerei Reichenbach I.Schi. Erhältlich 1 in allen einschlägigen Geschäften Max Frankenbach Berlin S 14, WallstraBe 76-79 � Spezial>Nlederlage der Gruschwitz Textil A.-G., Bindfäden:::: Cordel Elektr. Udrt-, Kraft- uJUiDoelanlogen Konzess. für sämtL elektrische Werke r n Bln.-Neukölln r o 1|] Hobrachtstr. S9-eo f" ,1 ■" Telephon: Neukölln 5157 e» W Paul Borsch Berlin• Seoerkschaftshatts Kubasch Cöpenick, Grünauer Str. 45 (Mitgl. d. SPD.) Tel. 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