Morgenausgabe flr. 97 A 49 -tS.Zahrgang Wöchentlich SV Pf, monatNch 3,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Posibestellgebühren. Auslands- obonnement 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen» porto 5,— M. * Der„Vorwärts� erscheint Wochentag- kich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin nnd im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beiloge„Volt und Zeit". Ferner„Frauenstimme". �Technik",„Blick in die Duckerwelt". »Jugend-Vorwärts"u.„Stadtbeilage� P- TTW-Wy, Berliner Soltsblatt Freitag 22. Februar 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswäris 15 pf. Die einspaltige Nonpareillezeik« LO Pfennig. Retlamezeile S,— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen� das lettge» druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort IV Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 6v Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt- gejchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von S1/» bis 17 Uhr. Jentvalorgan der GozialdemosvaMOen Oavtei Deutschlands Re ittionundVerlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 sfcrn cchcr: Dönhofl 292—297 Telegramm-Adr.: Eozialdrmolrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Vostschecklonto: Berlin Z7 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr.Z,Dt.B.u.DiZc.-Ges.,D«Positenk.,Jerusalemcr Str.LS/66. Gewerkschaften und Krise. Die Führer beim Reichspräsidenten.— Erklämngen von Gtegerwald und Brüning.— Die Verhandlungen werden sortgescht. Der Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern die Führer der deutschen Gewerkschaften. Es waren vertreten die freien Arbeiter- und Angestelltenverbände» die christlich- nationalen Gewerkschaften und der freiheitlich-nationale Ge- werkschaftsring. Für die Gewerkschaften sprach der Bor- sitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Theodor Leipart. der an den Reichspräsidenten folgende Aussprache richtete: Herr Reichspräsident! Wir erscheinen vor Ihnen als Vertreter von 5% Millionen organisierten Arbeitern und VA Millionen organisierten Angestellten. Wir sprechen aber nicht nur im Namen unserer fast 7 Millionen Mitglieder, sondern im Namen der 12 Millionen Arbeitnehmer, für die unsere Verbände Tarifverträge abgeschlossen haben und deren Interesse sie zu schützen berusen sind. Wir sprechen also im Namen von mehr als ein Drittel des erwerbstätigen Volkes, im Namen der Hälfte der städtischen Bevölkerung. Wir vertreten vor Ihnen jene Schicht deutscher Bürger, die von der gegenwärtigen Krise am schärfsten und am peinlichsten betroffen sind. Ende Januar waren 34.5 Pro;, unserer Mitglieder arbeitslos. weitere 20 Pro;, arbeiteten verkürzt, und weniger als die Hälfte waren noch voll beschäftigt. Durch unseren Mund sprechen also auch die 5 Millionen Arbeits- lose, auf deren trostlose Lage wir Ihre Aufmertsamteit>lenken und für die wir Ihre Hilfe anrufen möchten. Wir wissen natürlich, dost die jetzige große Arbeitslosigkeit eine internationale Erscheinung ist, daß ihre Ursachen nicht im eigenen Lande allein zu suchen sind, daß es sich um ein« schwere Wirtschaftskrise in der ganzen Welt handelt. Wir wissen auch und nehmen darauf Rücksicht, daß die deutsche Wirtschaft und das deutsche Voll vor anderen Völkern vorbelastet ist durch die schweren Reparotionslasten. Diese Lasten sind nicht die eigentliche, zum mindesten nicht die einzige Ursache der Krisis in Deutschland, wie manche es uns weismachen möchten. Aber sie haben natürlich zur Verschärsung der Lage in Deutschland wesentlich beigetragen. Wie scharf die Krisis in Deutschland wütet, habe ich bereits an- geführt. Besonders verzweifelt sieht es unter der Arbeitnehmerschaft in Ostpreußen und P o in ni e r n aus, wo End« Januar 48 bis 49 Prozent unserer Mitglieder arbeitslos waren. Nicht viel besser ist auch die Beschäftigung in Schlesien, Sachsen und Mitteldeutschland. Ich darf, Herr Reichspräsident, in einem kurzen Wort darauf hinweisen, welche Gefahr sür Staat und Gesellschaft sich hier cm- wickelt hat, und sich immer weiter vergrößern wird, wenn der Arbeitslosigkeit nicht endlich gesteuert wird. Es besteht auch eine große Gefahr für die Aukunst der deutschen Wirtschaft, von der wir wissen, daß sie sich nur mit Qualiiäts- arbeit der ausländischen Konkurrenz gegenüber behaupten kann. Es ist aber klar, daß der Arbeiter, der jahrelang an der Ausübung feines Berufes gehindert ist, seine Berussfertigkeit und Berufs- tüchtigkcit und damit auch natürlich die Eignung zum Qualitäts- arbeitcr verlieren muß. Und wie tst nun die wirkliche Lage der Arbeitslosen? Rur ein Drittel von ihnen erhält noch im vollen Umfange die Unter- stäizung aus der Arbeitslosenversicherung. Zwei Drittel sind angesichts der langen Dauer ihrer Arbeitslosigkeit ausgesteuert und auf die dürftige Krisen- und Wohlfahrts- fürsorge angewiesen. Wir fühlen uns verpflichtet, vor Ihnen bc- sonders im Namen dieser unserer Bolksgcnossen das Wort zu nehmen. Aber auch die Arbeiter und Angestellten, die in den Betrieben stehen, fühlen sich von zwei Seiten durch die ungeheure Krise ge- troffen. Erstens leben sie unter der ewigen Furcht bevorstehender neuer Entlassungen: weiterhin fühlen sie den gewaltigen, nach ihrem Dafürhalten durch nichts gerechtfertigten Druck auf ihren Arbeitslohn. Schon Ansang 1930 setzte der stillschweigende Lohn- ab bau in den meisten Wirtschaftszweigen ein. Im Laufe des vergangenen Jahres sahen die Arbeitnehmer ihre Akkordlöhne und sonstigen übertariflichen Verdienste allmählich absinken. Die Ein- kommensbezüge, die die Lohnempsängcr infolge des Ausfalls an Arbeitsstunden und der Kürzung der Akkordlöhne zu tragen haben. übersteigen um ein Vielfaches die Opfer, die man den Festbesoldeten aufzuerlegen für billig hält, lind nach diesem„fallen Lohnabbau" begann dann der Angriff der Unternehmer auf die Tariflöhne, dem die Reichsregierung ihre Unterstützung leistet und die die Arbeit- nehmer als eine große Ungerechtigkeit empfinden. Vis jehl wurde dieser zweite Lohnabbau für rund 3 Millionen durchgesührt. in den nächsten Monaten stehen aber neue gewallige Tarifbewcgungen in den verschiedenen Berufen bevor, und die Arbeitnehmer haben das Gefühl, daß sie bei diesen Aus- einandersehungen mit den Unternehmern, bei diesem General- engriss auf ihre Löhne und Gehälter, aus die Lebenshaltung ihrer Familien, nicht den Schuh der staatlichen Macht finden, auf den sie glauben, wie alle anderen Bcrussschichten einen berechtigten Anspruch zu haben. Nach dieser Ansprache trug Leipart dem Reichspräsidenten die gemeinsame Erklärung der Gewerkschaften vor, die wik bereits veröffentlicht haben. Nach Leiparts Ansprache sprach I m b u s ch treffende Worte über die Unmöglichkeit, der Landwirtschaft jetzt durch Zoll- crhöhungen und ähnliche Mahnahmen eine Gefälligkeit zu erweisen. die zur Folge haben müßte, daß die Lage der Arbeitslosen und der gesamten Arbeitnehmer durch Verteuerung der Lebenshaltung noch weiter verschlechtert würde. Außerdem würde das Ausland sicher zu Gegenmaßnahmen greifen, so daß auch der Export von Industrieerzeugnissen ge- schädigt und die Zahl der Arbeitslosen noch vermehrt würde. B e ch l y sprach alsdann über die Gefährdung der An- gestelltenversicherung, da von Arbeitgeberseite bereits auf die vorhandenen Reserven der Angestelltenversicherung hingewiesen und ihre Verwendung für die Wirtschast verlangt worden sei. Außerdem sprach er besonders von der traurigen Lage der älteren Angestellten, die im Gegensatz zu den Arbeitern für alle Zukunft keine Aussicht hätten, überhaupt wieder Beschäfti- tigung zu erhalten. Auf Grund einer kurzen Zwischenbemerkung des' Reichs- Präsidenten sprach Leipart noch einige Worte über die Notwendigkeit der Arbeitszeitverkürzung. Schneider unterstützte diese Ausführungen und sagte, daß nicht nur die älteren Angestellten der Arbeitslosigkeit ausgesetzt seien, sondern ebenso auch die jungen, die jetzt in der Regel schon nach beendeter Lehrzeit entlassen werden. Graßmann sprach dann gegen die Politik der Lohnsenkung. Erklärungen der Negierung. Keine Außerlraflsehung des(Schlichtungswesens.— Zollerhöhungen an Bedingungen geknüpft. Dann antwortete Reichsorbeitsminister Steger- w a l d in längerer Rede. Erwähnenswert daraus ist, daß er mehr- fach mit starker Betonung erklärte, er würde an dem Kern der Tarifverträge, an dem Kern des Schlichtungs- Wesens, an dem Kern der Sozialversicherung während seiner Amtszeit nicht rütteln lassen. Aber, fügte er hinzu, es gebe auf diesen Gebieten noch eine Anzahl Jnflationserscheinungen und eine Anzahl Ilnausgeglichcnheiten, die noch beseitigt werden müßten und wo die Gewerkschaften auch noch Konzessionen machen könnten. Den Vertretern der Arbeitgeber, die In den letzten Togen von ihm verlangt hätten, das staatliche Schlichtungswesen wenigstens vorübergehend zu suspendieren, habe er geantwortet, daß er das entschieden ablehne. Reichskanzler Brüning erklärte zum Schluß, daß die Re- gierrmg die Verhandlungen mit den Gewerkschaftsvertretern von sich aus weiter fortsetzen werde. Er wolle aber heute schon gegenüber irreführenden Mitteilungen in der Oeffentlichkeit sagen, daß die Ermächtigung, die die Regierung in dem neuen agrar- politischen Gesehentwurf vom Reichstag verlange, nicht so gedacht sei, daß die Regierung nun sofort Zollerhöhungen durchzuführen beabsichtige, abenc8: Kundgebung im„Sperftgalast», Potsdamer Str. 72 Stglnn 7'/, Uw-— Etutrlttskartcn bei den Funktlenlree. Per Bexlrkevoretand vielmehr solle jede evtl. Zollerhöhung davon abhängig sein, daß die Landwirtschaft zuvor gewisse Bedingungen auf dem Gebiete der Selbsthilfe erfülle, z. B. auf dem Gebiete der Rationalisierung, der Standardisierung der Verkaussorganisation durch Ausbau des Ge-, nosienschaftswesens usw. Der Reichsernährungsminister habe erklärt, daß er der Landwirtschaft sür die Durchführung dieser Selbsthilsemaßnahmen bestimmte Termine setzen werde, und erst nach Ersiillung dieser Bedingungen werde die Regierung sich bcreiterklären, von der Ermächtigung evtl. Gebrauch zu machen. Reichspräsident Hindenburg wiederholte, was er zwischendurch schon bemerkt hatte, daß er sür die Aussprache sehr dankbar sei, daß er die Sorge der Gewerkschajten telle, daß er gewiß hm wolle, was in seinen Kräften stehe, zu helfen, und daß er glaube, daß auch die Regierung ihrerseits das Notwendige und Mögliche gleichfalls tun werde. Brennende Arbeiterfragen Schluß mit dem Lohnabbau! Von L. �ukbänssr. Die deutsche Arbeiterschaft ist in den letzten Monaten den Bemühungen der Reichstagsmehrheit auf Aktivierung des Parlaments mit Interesse und Verständnis gefolgt. Sie ist sich bewußt, daß ein arbeitsfähiger Reichstag und die ordnungs- mäßige Verabschiedung des Reichsetats die beiden unentbehr- lichen Voraussetzungen für die Aufrechtcrhaltung der sozial- politischen Gesetzgebung sind. Nachdem der Reichstag durch den geschäftsordnungsmäßigen Selbstschutz seine Arbeits- fähigkeit gesichert hat, erwarten die Arbeiter und Angestellten, daß sich nun aus der parlamentarischen Tätigkeit auch soziale Ergebnisse erzielen lassen. Der vorliegende Sozioletat, der den Budgetausschuß des Reichstags beschäftigen wird, kann indes nicht befriedigen. Der Schritt, den die Gewerkschaften in diesen Tagen bei dem Reichspräsidenten unternommen haben, kennzeichnet die große politische Bedeutung der aufgeworfenen sozialen Probleme. Im Mittelpunkt der Etatberatungen für das Reichs- arbeitsministerium werden die Erwerbslosenhilfe und die Lohnfrage stehen. Es wird von den Arbeitern. und Angestellten nicht verstanden, daß bei aller Finanznot ständig wachsende Mittel für die Landwirtschaft zur Ver- fügung gestellt werden können, während im Zeitpunkt der höchsten Arbeitsmarktkrise an den Erwerbsiosenausgaben weitere Sparversuche gemacht werden sollen. Die Beunruhi- gung in der Arbeiterschaft ist um so größer, als die Reichs- rcgierung einem Verlangen der Deutschen Volkspartei auf Einsparung von weiteren 306 Millionen im Etatjahr 1931 keinen Widerstand entgeg»/.gebracht hat. Die Gefahr eines weiteren Sozialabbaues kann vor allem solange nicht als ge- bannt angesehen werden, als neben der Arbeitslosen- auch die Invalidenversicherung ausreichend saniert worden ist. Der Reichsarbeitsminister sollte die Etatberatungen benutzen, die Befürchtungen auf Abbau der Jnvalidenversiche- rung zu zerstreuen. Es wird auch notwendig sein, über die Absichten jener Kommission von Wissenschaftlern nähere Aus- kunft zu geben, die das Arbeitslofenproblcm durchforschen und Vorschläge machen soll. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion wird auch künftig die Aufrechterhaltung der Arbeits- losenversicherung über alle anderen politischen Er- wägungen zu stellen wissen. Sollte die Kommission etwa mit dem Gedanken weiterer Entrechtung der Saisonarbeiter oder der Errichtung von Arbeitslosenersatzkassen spielen, so könnte sich daraus nur ein entschiedener sozialdemokratischer Wider- stand entwickeln. Die Etatberatung kann aber auch nicht vor- übergehen, ohne daß der Reichstag zum Schicksal der aus- gesteuerten Erwerbslosen klare Stellung nimmt. Der vor- liegende- sozialdemokratische Antrag, wonach die bestehende Krisenfürsorge und die gemeindliche Erwerbslosenwohlfahrt durch eine einheitliche Reich sarbeitslosenfür- sorge abgelöst werden sollen, zeust den einzig möglichen Weg, um den Gemeinden unerträgliche Wohlfahrtslasten zu ersparen und andererseits den langfristig Erwerbslosen aus- reichende Unterstützung zu sichern. Die Sozialdemokratie wird sich nicht damit abfinden können, daß mit dieser dringlichen Reform, die am 1. April d. I. in K�aft treten müßte, etwa gewartet werden soll, bis die erwähnte Untersuchungs- lommission ihren umfangreichen Beratungsstoff abgeschlossen haben wird. Auch die übrigen arbeitsmprltpolitischen Anträge von sozialdemokratischer Seite sollten mun schleunigst in Angriff genommen werden. Dazu gehören z. B. das Verbot von Schwarzarbeit für die beamteten Perscmen, unter der insbesondere Musiker leiden, die Entlastung des Arbeitsmarktes von Staatspensionären, Wartegeldempfängeni usw. Angesichts der Erwerbslosenziffer von rund 5 Millionen können die gesetzgebenden Körperschaften auch nicht länger an der Neuregelung der Arbeitszeitbe st immun- gen vorübergehen. Der sozialdemokratische Vorschlag, bei Einführung der 40stündigen Arbeitswoche freiwerdende Unterstützungsmittel der Arbeitslosenversicheruna zum teilweisen Ausgleich des Lohnausfalles zu verwenden, ist sicher ein gang- barer Weg. Ueberstunden sollten allgemein verboten werden; soweit sie in zwingenden Ausnahmefällen als notwendig zu- gelassen werden, sollten aus dieser Mehrarbeit erhöhte Zu- schlüge für die Arbeitslosenversicherung und damit wieder für die Zwecke des Lohnausgleichs erhoben werden. Die Zahl der Arbeitslosen ist nicht zuletzt durch jene Lohnsenkung gestiegen, die alle Teile von Handel. In- dustrie und Verkehr erfaßt hat. Die hier erzeugte wesentliche Verringerung der Kauftraft der Massen hat geradezu ver- hängnisooll gewirkt und jede Neubelebung des Inlands- Marktes verhindert. Schon deuten Anzeichen darauf hin, daß der ersten eine zweite Lohnabbauwelle folgen soll, wenn es nach dem Willen des Unternehmertums geht. Hier erwächst der Reichsregierung die politische Aufgabe, den staatlichen Schlichtungsapparat nicht länger in den Dienst des Lohnabbaus zu stellen. Das staatliche Schlichtungswesen muß als sozialpolitische Einrichtung zum Schutze der wirtschaftlich Schwächeren angesehen werden, nicht aber dazu, die Lasten der Wirtschaftskrise einseitig auf Arbeiter, Angestellte und Konsumenten abzuwälzen. Die in den letzten Monaten amt- licherseits betriebene Lohnpolitik muß einen sichtbaren Kurs- Wechsel erfahren. Die Reichsregierung hätte um so mehr An- laß, bei der Beratung des Sozialetats zur Lohnfrage be- friedigcnde Erklärungen abzugeben, als ihre Preissenkungs- aktion nur zögernd und unzulängllch vor sich geht. Wir fordern: Schluß mit dem Lohnabbau; und sind uns bewußt, damit nicht nur den Lohn- und Gehalls- cmpfängern, sondern der gesamten deutschen Wirtschaft einen Weg zur Entspannung der Krise zu weisen! Die Reichsregie- rung kann diesem Verlangen Rechnung tragen, indem sie vor allem weitere Schiedssprüche auf Lohnabbau nicht mehr für verbindlich erkbarb. Rtzckst minder wichtig aber ist. daß den wachsenden Bestrebungen des organisierten Unter- liilWertums auf Lockerung des Tarifwesens schärfster Widerstand entgegengesetzt wird. Wenn das deutsche Volk in all den Stürmen der Sozialreattion aus den letzten Monaten den festen Boden unter den Füßen trotz größten Elends behasten hat, so ist das ein Verdienst der Gewerkschaften. Ohne die grundsätzliche Beibcholtung kollektiver Lohn- und Arbeits- vertrüge wären die einzelnen Arbeiter und Angestellten in schlimmste Abhängigkeit und Not versunken. Auch die Reichs- regierung sollte sich bewußt bleiben, daß das kollektive T a r i f r e ch t den einzigen Damm gegen chaotische Zustände in Wirtschast und Betrieb bildet. Die für die Existenzbedin-' gungen der Arbeiterklasse in dieser Krise besonders notwendige soziale Schutzgesetzgebung ist schon hier und dort durch Maß- nahmen des organisierten Unternehmertums, aber auch durch Fehlurteile des Reichsarbeitsgerichts stark ausgehöhst worden. Es wird erforderlich fein, durch arbeitsrechtliche Ergänzungen der Gesetzgebung das geltende Arbeiter- und Angestclltenrecht wieder herzustellen. Die sozialdemokratischen Anträge zum Betricbsrätegesetz, zum Bürgerlichen Gesetzbuch, zur Tarif- Vertragsordnung, zum Handelsgesetzbuch und zur Gewerbe- ordnung enthalten die erforderlichen Korrekturen dieser Ge- setze, um der weiteren willkürlichen Durchlöcherung des kollektiven Arbeitsrechts vorzubeugen. Die Arbeiterschaft ist sich auch bewußt, daß eine Wendung in der Agrarpolitik nützlich, eine Umkehr in der Handelspolstik dagegen schädlich für die deutsche Volkswirtschaft und den Ar- bcitsmarkt wirken müßte. Die Steigerung einer Agrarpolitik, die bei hohen Zöllen den deutschen Export aufs Spiel setzt, ver- mehrt die Erwerbslosigteit; nur eine Fortsührung der Handelspolitik auf der Grundlage der Meistbegünstigung kann international Erleichterungen bringen. Reichsregierung und Reichstag haben bei der bevor- stehenden Beratung des Sozialetats eine Aufgabe von ge- schichtlicher Bedeutung zu erfüllen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft hat in den letzten Wochen und Monaten gegen- über dem Scheinradikalismus und Pseudosozialismus ihre große organisierte Kraft zur Erhaltung des parlamentarisch- demokratischen Systems eingesetzt. Ihr ist es mit zu danken. daß die Hitlcr-Helden im Reichsparlament in die Flucht ge- schlagen werden konnten. Denwkratie und Arbeiterschutz sind aber nicht voneinander zu trennen. Dem erfolgreichen Kampfe für die Demokratie muß nun die parlamentarische Aktivität für das Recht und die soziale Betreuung der werktätigen Menschen folgen. Schutz gegen weiteren Lohnabbau und Er- werbslosigkeit, ausreichende Unterstützung für die erwerbslosen Arbeiter und Angestellten bilden den Gradmesser für die politische Leistungsfähigkeit der heutigen Reichstagsmehrheit. wie für die derzeitige Reichsregierung. Sie werden beide sozial sein— oder sie werden nicht sein. Die polnischen Bauernparteien wollen am 17. März ihren V c r- eiiugungskongreß in Warschau abhalten: ihr künftiger Führer soll der chenialiae Ministerpräsident W i t o s werden, den Pilsuidjkis Militärputsch 1926 gestürzt hat. Witos war der Zellen- gcnosse des Sozialisten Hermann Licbermann in Brest-Litowst. Die Reise n Abfahrt der Gchwerindustriellen.- Durch da« tVolsi-Büro wird mitgeteilt: Gestern abend hat die deutsche Zndufiriellendelegation ihre Reise nach Moskau angetreten. Bei der Abfahrt waren auf dem Bahnhof Ariedrichslratze anwesend: Geheimral Ca stl von dem Reichsverbavd der Deutschen Industrie, Handelsvertreter der Sowjetunion L j u b i m o w und Botschaftsrat Bratmann-Brodowski. Moskau wünscht NeSenregierung der deutschen Großindustrie. Moskau. 26. Februar. lWTB.) Zum bevorstehenden Eintreffen einer Gesellschaft deutscher Groß- industrieller in Moskau schreibt das Wirtschaftsblatt„Für In du- st r i a l i s a t i o n": Wir erkennen deullich, daß für die d e u t s ch« n Industriekapitäne, die hierher kommen, an erster Stelle wirtschaftliche Faktoren maßgebend sind, da die Weltkrise mit voller Stoßkraft gerade die deutsche Industrie getroffen hat. Die spezifische internationale Lage Deutschlands habe die Schwierigkeiten der deutschen Industrie oermehrt. Ungeachtet der Zugehörigkeit zum Völkerbund und des Versprechens der Westmächre sei dem„oersaillierten" Deutschland die Gleichberechtigung aus den Weltmärkten oersagt geblieben.(?) Die an die Industriellen ergangene Einladung des Obersten Wirtschaftsrates sei also aus rein geschäftlichen Gründen erfolgt. Die Sowjetunion suche zur Erfüllung des Fünfjahr- planes Verbindungen mit ausländischen Firmen, die aus eine Reihe von Iahren berechnet seien, und rechne damit, daß ihr an- nehmbare materielle Bedingungen angeboten werden, und daß der Vertragspartner„dieselbe feste und deutliche Einstellung zeige wie 50000 Tonnen Gefrierfleisch (Sozialdemokratischer Antrag angenommen! llm handelspolitischen Ausschuß des Reichstags wurde am Donnerstag mit 1t gegen 8 Siimmen der sozialdemokratische Antrag angenommen, wonach ab 1. März zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit billigem Fleisch wieder ein Koniingeni von 50 000 Tonnen Gefrierfleisch jährlich zur zollfreien Einfuhr zugelassen wird.§ 12 des Fleischbeschau- gesehes soll für dieses fionlingent aufgehoben werden. 3n die Durchführungsbestimmungen sollen besondere Sicherungen aufgenommen werden, daß das Gefrierfleisch auf dem Wege vom Importeur zum Verbraucher nicht ungerechtfertigt verteuert wird. Die Durch. sührungsbestimmungen solleo daher eine planmäßige Beaussichtiguug und wirksame Kontrolle der Vreisgestalluag sowohl beim Groß- Handel als auch im Kleinvcrkauf enthalten. Willkür in Braunschweig. Zeder Hakenkreuzler macht was er will. Vraunschweiz. 26. Februar.(Eigenbericht.) Der Druck, den Franzens Parteifreunde auf die Braunschweiger Polizei ausgeübt haben, hat zu ungeheuerlichen Folgeerscheinungen geführt Ein Polizeibeomter hatte ein Protokoll aufgenommen, in dem es hieß, daß ein Nationalsozialist einen Passanten wahrend des letzten Gautages der Nazis mit einem Messer gestochen habe. Der nationalsozialistische Landtagspräsident Zörner ließ sich den Polizeibericht vorlegen und forderte von dem Beamten, daß aus dem Worte„Nationalsozialist' das Wort„eine Person' gemacht werde. Der Beamte weigerte sich, in dem Protokoll etwas zu ändern Darauf setzte sich Zörner mit dem vorgesetzten Beamten in Verbindung, der dann anordnete, daß die Aenderung zu geschehen habe. Nationalsozialisten haben also unter der Herrschaft Franzens bereits das Recht, daß amtliche Protokolle ihren Wünschen ent- sprechend geändert werden! Reichsgericht gegen Hakenkreuz. Ein Urteil von grundsätzlicher Aedeutung. Der 4. Strassencl des Reichsgericht, hat eiu Urteil von gruadsöhticher Bedeutung gegen die Ratioaalsozialist i. s ch e p a r t e i gefällt. Gegen dos verbot der nalionalsoziatistischen wochcnzeilung..Schlesischer Beobachter' war Beschwerde eingelegt worden. Der Oberpräsideat hatte da, verbot dami, begründe� daß in einer Reihe von Artikeln dieser wocheazeilnag der Tatbestand der Vorbereitung eines hochverräterischen Unter. nehmen» gegeben sei. In der Beschwerde wurde auf den Eid Hitler« sowie aus seinen letzten Aufruf oerwiesen. Das Reichsgericht verwarf jedoch die Beschwerde und gab folgende Begründung zu seinem Beschluß: „Es ist allerdings richtig, daß der Führer der NSDAP. Adolf Hitler in dem vom 23. September bis zum 4. Oktober 1930 vor dem Reichsgericht verhandelten Strafprozeß gegen drei Ulmer Reichs- wehroffiziere eidlich bekundet hat. er verfolge sein« Ziele nur noch auf streng legalem Wege. Wie indessen gerichts- bekannt ist, strebt die NSDAP, die Aenderung der Der- f a s s u n g des Deutschen Reiches an. und es sind, wie das aus zahlreichen Artikeln der nationalsozialistischen Presse gefolgert werden muß, zum mindesten Teile der NSDAP, der Ueberzeugung, daß die von der Partei angestrebte Aenderung der Verfassung nur durch einen Gewaltakt erfolgen könne und daß dezhalb die breiten Massen ideologisch auf einen solchen gewaltsamen Umsturz vorbereitet werden müssen. Wenn daher auch der Parteiführer Adolf Hitler darauf holten mag, daß revolutionäre Bestrebungen innerhalb der NSDAP, unterdrückt und unter Umständen mit Aus- schluß aus der Partei geahndet werden sollen, so schließt das noch nicht aus, daß solche revolutionär« Bestrebungen innerhalb der Partei auch ohne Zustimmung des Parteiführers Hitler und selbst gegen seinen Willen stattfinden.' Wenn es aus heißt, der Ncoember-Staat werde.ganz legal zu wackeln beginnen", so ist doch der ganze Ton, in dem die Artikel geschrieben sind, nicht auf ein legales, sondern vielmehr auf ein gewaltsames Vorgehen und somit aus einen gewaltsamen Sturz der Berfassung gestimmt. Zwar wird das Ziel des bewaffneten Aufstandes nicht so offen proklamiert wie z. B. in den kommn- nistischen Propagandazeiffchriften, aber es handelt sich hierbei nur um eine vorsichtiger« Ausdruckswcis«, wie es ja Methode in den nationalsozialistischen Zeitschristen ist, in Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen nach Möglichkeit das Gesetz zu umgehen, ohne dabei ach Moskau. Stalins Funktionäre am Bahnhof. Moskau; anderenfalls würden Abschlüsse großen MaUtoibes nWhk zustande kommen' Unklar sei, ob die deutschen Geschäftskreise den deutsch- russischen Beziehungen bei diesen Erwägungen Rechnung tragen, und darin bestehe die Schwierigkeit der Loge. Die Sowjet- union wünsche in ihrer Außenhandelspraxis keine bürokra- tischen Zwischeninstanzen, wie sie von einigen deutschen Firmen ins Leben gerufen worden seien(gedacht ist wohl an den Ruffenausschuß). Die Reise der deutschen Delegation trnge zwar Prioatcharakter, jedoch würde eine Reihe von Fragen berührt werden, die die Stärkung der deutsch-russischen Be- Ziehungen betreffen, zumal da es sich um so mächtige Vertreter der deutschen Handclswelt handle. Die Einladung des Obersten Wirffchaftsrates und ihre Annahme durch prominenteste Vertreter der deutschen Industrie bedeuteten an sich einen Antrieb zur EM- scheidung der wichtigsten im Interesse beider Staaten liegenden Probleme. » Der Sinn dieser Auslassungen ist kaum mißzuverstehen: man betont„zwar", daß die Reise einen„rein' wirtschaftlichen Charakter trage, aber man will die deutschen„Industriekapitäne' dafür ge- Winnen, daß sie die politischen Probleme der deutsch-russischen Beziehungen in ein bestimmtes Fahrwasser lenken. Nicht genug alsa damit, daß die Bolschewisten mit den schlimmsten Scharfmachern der deutschen Großindustrie über Industrie- geschäste oerhandeln, sie wollen sie sogar als politisches Druck- mittel gegen die Reichsregierung gebrauchen. Wo es um das russische Staatsinteresse geht, wird von den Bolschewisten eine großindustrielle Nebenregierung in Deutschland ge- radezu gewünscht und gefördert. tatsächlich auf die vom Gesetz verbotenen Handlungen verzichten zu wollen. Diese Erwägungen zwingen dazu, Wendungen wie„Wann geht es los?— Von der Oder zum Rhein glimmt der Funke des Aufruhrs unter der Oberfläche. Der Führer brauchte nur zu rufen, dann marschierten Millionen.— Und hinter dieser SA. da wird der Marschtritt klingen von Männern mit den Zuschlaghämmern aus den Fabriken und den Sensen der deutsche» Bauern' und der- gleichen mehr nicht etwa nur bildlich, sondern vielmehr als eine ideologische Beeinflussung der Massen zur Vorbereitung auf einen revolutionären Gewaltakt aufzufassen. Und das Ziel eines solchen Gewaltaktes kann im Sinne der NSDAP, nur die gewaltsam« Aenderung der Verfassung des Deutschen Reiches zur Errichtung des„Dritten Reiches' im Sinne Adolf Hitlers sein. Hiernach stellen die beanstandeten Artikel eine Vorbereitung zum Hochverrat im Sinne der§§ 81 Ziffer 2, 86 StGB, dar.' Die Flotienverhandlungen m Nom. Günstige Aussichten.— Deutschland wird sortlavfcnd unterrichtet. Rom. 26. Februar.(Eigenbericht) Die einstündige Besprechung zwischen den englischen M i n i st e x n und Mussolini, die am Donnevstagnachmitlog in Gegenwart des italienischen Außenministers und des Marine- minister« stattfand, hat d« dort vom außenpolitischen Standpunkt aus behandelte Frage des Flottenübereinkommcns augenscheinlich sehr geklärt. Unseren zuerst gegebenen Informationen, daß das Problem der Flottengleichheit zwischen Frankreich und Italien beiseite gelassen bzw. bis 1936 oerschoben wird, werden jetzt von best informierter Steile bestätigt. Die langen Bor- und Nachmittagsverhandlungen der Sachverständigen drehten sich um rein technische Fragen über di« Beschaffenheit des Frankreich oerbleibenden Flottenübergewichts. Da gibt es noch manche Schwierigkeiten, aber allgemein überwiegt die optimistische Stimmung. Die englischen Minister bleiben bis zum Sonnabend in Rom. Dann dürften sie wohl ein für all« Teile annehmbares Uebereinkommen nach Poris und London mitnehmen. Es ist übrigens als sicher anzunehmen, daß auch Deutsch- kand, und zwar von englischer Seite durch die Botschaften. offiziell über den Gang der Verhandlungen unterrichtet wird. Es fall in Deutschland der Eindruck vermieden werden, als trete es zur Abrüstungskonferenz zwecklos einer Reihe fester Ab- machungen zwischen den Staaten des Londoner Flottenpaktes gegen- über, und als ob diese Abmachimg auch irgendwie die Rüstungen zu Lande betreffen.__ Oliver Baldwin scheidet aus. Mosleys Austritt steht noch aus. London. 26. Februar.(Eigenbericht.) Ein dritter Anhänger Mosleys. Oliver Valdwiv. Sohn de, SonservaNvensührers. ist ov« der Arbeiterpartei ans- getreten. Valdwin junior war im Jahre 1929 von dem kreis Dudley in das Parlament gewählt worden und stand auf dem linken Flügel der ILP. Die Austrittserklärung 2N o S l e y s ist immer noch nicht erfolgt. Schwierigkeiten der Labour-Regierung. London, 26. Februar.(Eigenbericht.) Der Prüfftein für die Zusammenarbeit der Laöour Party und Liberalen und zugleich die schwierigste Klippe für die Arbetter- regierung ist das neue Ge w e r k s cho f ts g e s e tz. Es lonnte vor einigen Wochen mit Mühe und Not durch die zweite Lesung und in die Kommissionsberotungen gebracht werden. Die Absicht der Liberalen war jedoch, in diesen KominissiortsverhandLangen dem neuen Gesetz di- Zahne auszubrechen. In vorderster Linie'steht die rytage der Gesetzlichkeit des Sympathie» und General- streik,. Dieser wichtigste Stein in der Regierungsvorlage ver- einigte om Donnerstag die Konservativen und die Mehrheit der Liberalen gegen die Arbeiterpartei, deren Kommisstonsmitglieder mit 31 gegen 37 totinuncn in der Minderheit blieben. Fünf Liberale stimmten für die Regierung. Es wurde ein liberaler Zusatzantrag angenommen, der nicht nur den Generalstreik verbietet, sondern in der Praxis jeden größeren Streik unmöglich machen und die Arbetterfchast noch hinter das Badwinjche Ausnahmegesetz zurückwerfen würde. Bei den Beratungen kam es zu den heftigsten Auseinandersetzungen. Hermann Diamand gestorben. Ein Vorkämpfer des Sozialismus. Mit tiefer Trauer erfüllt uns die Nachricht vom Tode unseres alten Freundes und Mitarbeiters Dr. Hermann Diamand. Oftmals in den Jahren feit dem Krieg haben wir ihn bei uns begrüßen können, bis in feine letzten Tage ist er uns ein treuer Mitarbeiter gewesen. Nicht wenige Berliner Parteigenossen werden sich aus großen internationalen Kund- gedungen seiner erinnern können als einer stämmigen Manncsgcstalt mit einer starken und weithin tragenden Stimme, dem Werkzeug einer außerordentlichen Rednergabe, von der Diamand auch in deutscher Sprache höchst wirkungs- voll Gebrauch zu machen wußte. Das Haupttätigkeitsgebiet dieses feurigen Agitators, der er in feiner Jugend war, ist in den Parlamenten zu Wien und Warschau die Wirtschafts- Politik gewesen, in der er eine international geachtete Autori- tat war. In seinen letzten Lebensjahren mußte er die schändlichen Verbrechen der Pilsudsti-Clique gegen die Demokratie er- leben. Für i h n war diese Entwicklung Pilsudskis nicht über- rcschend. Diamand hatte Pilsudski lange beherbergt, als der spätere Marschall 1903 vor der zarischen Gewaltherrschaft, die er nun imitiert, nach Galizien, dem österreichischen Teil Cmpsang in Moskau. 5t Zum Eintreffen der deutschen Schwerindustriellen. � � Yfxn)ö) Stalin:„Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!" Protest gegen Sowjetmechoden. Gegen neuen Terror und alte Spitzelei. Polens, geflohen war. Schon damals hat Diamands scharfes Auge Verdächtiges an dem späteren Diktator wahrge- nommen. Nach mehr als zwanzig Jahren zwang der Kampfgenosse von einst Diamand, gegen ihn zu streiten. Und wahrlich. Diamand schlug eine gute Klingel Aus Rache dafür entfernte man Diamand von der wichtigsten Stelle des eigentlichen Leiters der polnischen Handelsabordnung in Berlin. Lebenslauf und Tod. Warschau. 26. Februar.(Eigenbericht.) Dr. Hermann Diamand, der heut«, kurz vor Bollendung des 71. Lebensjahres, gänzlich unerwartet einem ihn seit längerer Zeit quälenden Leiden in Lemberg erlegen ist, war eben erst von der Tagung der Internationale in Zürich zurückgekehrt» wo er nach leb- hast an den Debatten teilgenommen hatte. Aus begüterter Familie stammend, hatte er niemalas seinen juristischen DottortiM ausgenutzt(höchstens als politisch Angeklagter vor den Gerichten), sondern sich ganz der Werbung für die sozialistische Massenbewegung ge» widmet. Dafür wurde er z. B. als„nicht wückng zum Reserveoffizier erachtet' und blieb k. und k. Reseroefeldwebel. Bon 1907 bis zum Ende Alt. Oesterreich« gehört« er dem Abgeordnetenhaus zu Wien an, von der Wiedererrichtung Polens bis zu der Wahlgaunerei im vorigen November dem Sejm zu Warschau an. Immer saß er in den leitenden Körperschaften der polnischen Sozialistischen Partei. Es ist«in tragischer Zufall, dag Diamand an dem Tage dahin- geschieden ist, an dem der Ausschuß des polnischen Sejms dem deutsch-polnischen Handelsvertrag« zugestunmt Hai, für den sich der Perftorbene stets mit ollen Kräften einsetzte und um den er sich sehr verdient gemacht hat. polen und Oeuisthland. Völkerverständigung durch Handelsverträge.-Oer deutsch- polnische Handelsvertrag. Darschau, 26. Februar.(Eigenbericht.) Im Auswärtigen Sejmousschuß wurde am Donnerstagwittag die Debatte über den d e u t s ch. p o l n i sch c n Handelsvertrag abgeschlossen. Die Regierungsvorlage wurde mit den Stimmen der R-gierungsabgeordneten und der Sozialisten gegen die der Rechten und der Bouernsraltion angenommen. Der Rc- ferent, ebenfalls ein Rcgicrungsobgeordnetcr. der sich für den Auf- schub der Ratifizierung ausgefprochcn hatte, cnthiell sich der Stimm« und verzichtete aus die Berichterstattung, die für das Plenum einem anderen Regierungsobgeordneten übergeben wurde. Die Beratung über den Handelsvertrag vor dem Plenum beginnt am Montag. In der Debatte sprach der s o z i a l i st i s ch e Abg. C z o p i n s t i. der die große Bedeutung des Handelsvertrages für die Befriedung und Normalisierung der deutsch-polnischen Beziehungen hervorhob. Die ungeregelten Beziehungen Polens zu seinen beiden großen Nachbarstaaten Deutschland und Rußland könnten aus die Dauer nicht aufrechterhalten werden. Der dcutsch.polnische Handelsvertrag mühe daher, wenn er auch keine vollkommene Lösung darstelle, ratifiziert werden. In politischen Kreisen hat die Unterstützung der Rc- gi-rungsvorlage durch die Sozialisten lebhafte Zustimmung ge- funden. Sie ist ein Beweis für die durchaus sachliche unh zielbewußte Haltung der Sozialiften, die keine politische Gegnerschaft an-rkenn-n. wenn es gilt, für die Völkerverständigung und die Regelung der nachbarlichen Beziehungen zu wirken. Der Reichsrat nabm am Donnerstag den Ergönzungs- haushält zum Reichshaushalt für 1031 mit einigen Aendcrunacn an. Von der Annahme der Novelle zum Prefssacsetz durch d-n Reichstag nahm der Reicksrat Kenntnis, ohne Einsprach zu erheben. Thüringen und Braunschweig enthielten sich jedoch der Stimme.— Angenommen wurde auch«ne Novelle zum Gesetz über die privaten Dersicherungs Unternehmungen, die eine verschärfte Aufsicht über die privaten Versicherungsgesellschasten bringt und die Bausparkassen neu in das Gesetz einfügt. Eine Ver- ordnung über F i n a n z st a t i st i k wurde bei Stimmenthaltung der Länder Bayern und Baden gegen die Stimmen der Stadt Berlin angenommen. Die sieben Milliarden dcnlsckc Papiermark. die aus der Kriegs- zeit stammen und die die Bant von Belgien feit fglg jn ihrem Besitz hat. werden demnächst eingestampft werden. Ihr Gewicht betrögt 140 Törwe». Auf«instimmigen Beschluß der Exekutive der Internationale sandte ihr Borsitzender Vanderveld« folgendes Protest- Ich r ei b e n an den Rat der Volkskommissare in Moskau: »Der„Vorwärts" veröffentlichte ein Telegramm der Sowjet- agentur, wonach die Untersuchung wegen der konterrevolutionären Organisation eines angeblichen Büros der sozialdemokratischen Ar- beiterpartei Rußlands(Menschewiki)) beendet ist und die Angelegen- heit in wenigen Tagen dem Obersten Gerichtshof der Sowjetunion zugewiesen werden wird. Diese Nachricht ist der Exekutive der SAI. während ihrer Tagung in Zürich zugekommen und macht einen um so energischeren Protest der Exekutive erforderlich, als sie sehr ernste Mitteilungen über die furchtbaren Bedingungen, unter denen die Angeklagten im Gefängnis leben, erhalten hat. Die Exekutive der SAI. ist ständig in enger Fühlung mit der sczieldemokrattschen Arbeiterpartei Rußlands, deren Tätigkeit sie sorgsam beobachtet. Sie weiß, daß die russische Sozialdemokratie im Kampf gegen die bolschewistische Diktatur jede konkerrevostlkionäre Intervention in der Sowjetunion und alle Versuche, Aufstände zum gewaltsamen Sturz de» Sowjet. regime? zu orgonisiercv, immer und in der entschiedensten Weise bekämpft und daß kein Unterrichteter mit gutem Gewissen bestreiten kann, daß sie stets für diese Auffassung innerhalb der SAI. gewirkt hat. Unter diesen Umständen ist es et» schändlicher Miß» brauch der Gewalt, wenn man Männer, deren ganze» bis- heriges Verhalten und deren stets bekundete Meinung gegen die gegen sie erhobenen Anklagen protestieren, der revolutionären Justiz über. antwortet. Das gehört zum Terrorsystem und der verleumde- rischen Kampagne, dl« gegen die russische Sozialdemokratie und ihre Repräsentanten geführt wird, nur um sie in den Augen des Proletariats zu diskreditieren. Ich bin von der Exekutiv« der SAI. beauftragt, gegen diese Schandtat energischst zu protestieren und sestzustellen, daß der Bol- schewismus durch dieses Vergehen die verhängnisvoll« Spaltung der internationalen Arheiterklasie nur immer mehr vortieft, obwohl es ein Lebensinteresse der Arbeiterklasse wäre, in allen Ländern gegen die Mächte der Reaktion, die sie bedrohen, Front zu machen." Gplt.-Spihel als Gesandtfchastseinbrecher. Warschau. 26. Februar. Ein« dem sawjetriissischen Außcnkommijsariat in Moskau über- reichte Note der polnischen Regierung stellt fest, daß am 16 d. M. in Abwesenheit des polnischen Gesandten Patek, der sich in Warschan befindet, gegen 10 Uhr a b e n d s die Beamten der Gesandtschaft einen Mann in flagranti festgenommen hoben, welcher in, Gebäude der Gesandtschaft eingedrungen mar und mit Hilfe eines mitgebrachten Schlüssels die Tür zum Kabinett des Ge- sandten geössnct hatte. Im Kabinett stehen die Äassenschränk« mit den amtlichen Akten. Eine sofortige Mitteilung dieses Vorfalls an die Sowjet- behörden stieß aus Schwierigkeiten. Nach längerer Zeil gelang es einem Mitglied der Gesandtschaft, den Ehef des Protokolls F l o r y n s k i ausfindig zu machen, der die Polizeibehörden aus- forderte, in die Gesandtschast zu kommen. Die Polizei erschien in der Gesandtschaft erst um 2,15 Uhr früh. Der Einbrecher erklärt«, daß er D i ni i t r i P e t r o f f heiße. Er war ordentlich, ja sogar vor- n e h Ni gekleidet. An der Mütze hatte er ein A b z e i 6; e n der Genossenschast der Mitarbeiter der GPU. Petroff hatte weiter bei sich eine Briefträgertasche, versehen mit der Nummer der Moskauer P o st. Im Innern der Tasche wurden ein Lederportefeuille für »Dokumente und vier fiktive Telegramme an der Gesandtschaft un- bekannte Personen vorgefunden. Außerdem fand man bei dem Festgenommenen eine Anzahl Schlüsselbunde und Werk- zeuge, die sonst von Einbrechern verwendet werden, sowie zwei zur Anfertigung von Schlüsselabdrücken gebrauchte Dachskugeln. Petroff schien sich bei der Auswahl der Schlüssel geirrt zu babcn, wodurch sein Eindringen etwas mehr Zeit erforderte. Der Schlüssel, dessen er sich bediente, paßte zu anderen Türen des Gesandtenkabinstts. Obwohl oll des in Gegenwart der Sowjet- behörden festgestellt wurde, ist dic: Ausnahme dieser Einzel-, heilen ins Protokoll abgelehnt worden. Petroff be- houptcte anfangs, er fei Briefträger, später erNärte er. daß er verussdieb fei und keine Mithelfer habe. Diese Behauptung wird durch die Tat- loche umgestoßen, daß er sich längere Zeit in den Räumen der Ge- sandtschost. in welchen wertvolle Gegenstände freistehen, befand und nichts angerührt hat. Dagegen machte er den Versuch, in das Kabinett des Gesandten einzudringen, in dem keine wertvollen Gegen- stände, sondern amtliche Dokumente sich befanden. Die Note sagt, daß nach den Umständen der Einbrecher Mit- Helfer hatte und daß er nach einem im einzelnen festgelegte« Plan und mit vorgesehenen Mitteln arbeitete. Darüber hinaus haben Mitglieder der Gesandtschaft iu der kritischen Zeil mehrere verdächtige Individuen sowie eine leerstehende Autodroschke in der Umgebung des Gesandtschafts- gebäudes gesehen. Diese Individuen sind dann plötzlich verschwunden. Gleichzeitig fuhr die Autodroschke weg. Die Note betont, daß die Eowjetbchörde in der Angelegenheit nicht aktiv genug vorgehe, daß sie kein« detaillierte Untersuchung am Ort der Tat vorgenommen hat, und die Gesandtschaft über den Gang der Untersuchung nicht i n f o r- miere. Die Note fordert«ine genügende Slufklärung, Genug- t u u n g und Bor sorge, daß ähnliche Vorfälle in Zukunft sich nicht wiederholen. ->- Die Sowjctregierung wird schon„bedauern" usw.: vorläufig scheint sie den GPU.-Spitzel als— polnischen oder vielleicht auch menschewistrschen Lockspitzel hinstellen zu wollen, der Rußland schaden wollte. Auf die GPU. hat nämlich die Regierung gar keinen Einfluß und das Auswärtig« Amt muß es nun ausbaden, wenn mal die Spionage oder noch schlimmere Berbrechen der GPU. durch Mißlingen aufgedeckt werden. Rjasanoff ausgeschloffen. Moskau, 26. Februar.(Tel,-Agentur der Sowjetunion.) Wogen biretter Unterstützung der Menschewiken und Interventionisten sowie wegen Derrat? an der Parter wurde auf Beschluß der Zentralkontrollkommlssion der Kommumsti. schen Partei Sowjetrußlands R j a s a n o f f aus der Partei aus, geschlossen,_ Lappo-Oiener regieren Kinnland. Soz aldemokratische Anprangerung. Helsingfors. 26. Februar.(tVigeubericht.) Die soziasldeurokratischc Fraktion erhebt in einer Interpellation cne�ischen Einspruch gegen die Passi, vität der Regierung gegenüber den zahlreichen Gewalttätigkeiten der Lappo-Leute nnd die Tuldnng der Verfassung«) feindlichen Lappo-Trohungen. Tie innerpolitische Unruhe könne nicht beseitigt werden, bevor die Regierung nicht ausreichend Wandel geschaffen hat. wie die öffentliche Meinung fordere. Die Interpellation verlaugt eine klare Antwort der Regierung, ob sie gewillt sei, für die Aufrcchterhaltung der Ordnung zu sorgen und die Umsturzbemühungen der Lappo-Aktivisten zu unterbinden. Spanische Sozialisten gegen Wahlen. Präsident und Sekretär der Partei demissionieren, Madrid, Zö. Februar.(Eigenbericht.) Mit 35 gegen 14 Stimmen hat der Ralionalrat der Sozialist!- scheu Partei Spaniens beschlossen, eine Beteiligung an den von der gegenwärtigen Regierung ausgeschriebenen Wahlen abzulehnen. Die Mehrheit ist mit der großen Masse der Arbeiterschaft und des spanischen Voltes der Aussassung, daß der Augenblick gekommen sei, das gegenwärtige Regime zu liquidieren und durch eine demo- kratische Republik zu ersehen. Diese Mehrheit wird geführt von Largo Eaballero, dem Generalsekretär des Gewcrkschasts- bnndcs, Fernando d e los R i o s und Zndolecio P r i e t o. Die Minderheit war vertreten durch B e st e i r o. Präsident der Partei und des Gewerkschaflsbundes, Sab o ri l, Sekretär der Partei und Chefredakteur von„El Socialista" und drei andere Mitglieder der Parteileitung, die zusammen nach der Abstimmung ihre Aemlec niederlegten. Doch bleiben sie als disziplinierte Milglieder der Partei mit dieser verbunden. Die Gefahr einer Spaltung besteht nicht. Australien druckt Notgeld. Weil es keine Anleihe bekommt. Sydney, 26. Februar.(Eigenbericht.) Da alle Anleihcoersuche der australischen Regierung an dein Widerstaird der Banken gescheitert sind, hat der australische Bundes- rat mit Stimmenmehrheit der Zentralregierung die Genehmigung gegeben, für 18 Millionen Pfund Sterling Notgeld zu drucken. Bon dieser Summe werden 12 Millionen zur Ber- Minderung der Arbeitslosigkeit und sechs Millionen zur Agrarhilje verwendet. Der Antrag des Ministerpräsidenten von Neusüdwoles, die ausländischen Anlcihezahlungen einstweilen«in» zustellen, wurde mit dien Stimme» abgelehnt. Genosse Kuttner spricht zum Zustizetat. Abstrafung der Verleumderclique.— Der Fall Oeerberg vor dem Landtag. In der Donnerstag-Sitzung wurde zunächst ein Antrag der Volkspartei, daß der Bau des Mittellandkanals nicht verzögert, sondern beschleunigt werden soll, debattelos dem Vertehrsausschuß überwiesen. chierauf wurde die zweite Lesung des Justizetats fortgesetzt. Abg. wdßermcl(Dnatl.)(mit lebhaften Zurufen links empfan- gen: Wo bleibt Steuer?) Ich habe nicht die Absicht, mich mit dem bekanirtcn Buch über die..Gefesselte I u st i z" eingebender zu beschäftigen. Aber wenn nicht große Teile des deutschen Volkes an politische Einflüsse auf die Rechtsprechung glaubten, wäre es nicht möglich, daß diese Schrift solche Wellen schlägt und solchen Widerhall findet. Mit vollem Recht hat deshalb unser früherer Kollege Deerberg im Hauptausschuß von der erneuten schweren Ver- trauenskrisc der Justiz gesprochen und gefordert, daß sie in Zukunft wieder zu einem unantastbaren Palladium gemacht werde. (Lebhafte Zurufe links: Warum muhte er denn sein Mandat niederlegen?) In der Partei hat kein Ausschlußverfahren gegen Herrn Deerberg geschwebt, und die Fraktion ist durch seinen Mandatsverzicht völlig überrascht worden.(Große Heiterkeit links und in der Mitte.) Der Justizinimster hat im Hauptausschuß eine Justiz gefordert, die auch nicht den kleinsten politischen Einschlag habe. Aber er hat dann selbst erklärt, er wolle die Richter in den Geist und die Ausgaben des Bolksstaats einführen. Dieser Weg ist um so gefährlicher, als von der Linken ein Trommelseuer aus alle Richter gelenkt wird, die nicht noch ihren Wünschen urteilen, eine planmäßige Erschüttcrungstaktit gegen die Gerichte angewendet wird. Die Richter, die von der Linken fortdauernd mit Schmutz beworfen werden, sind gar nicht mehr in der Lage, nach ihrer freien Ueberzeugung Recht zu sprechen. Auch die Personalpolitik ist von politischer Beeinflussung nicht frei. Wir wallen Recht und Gerechtigkeit, nicht Staatsraison.(Beifall rechts.) Abg. Kuttner(Soz): Nachdem in der Presse angekündigt war, die Justizrede werde an Stelle des Senatspräsidenten Deerberg Herr Steuer halten, erblicken wir eine gewisse Courtoisie darin, daß die Deutschnotionalcn Herrn Weißer mel dazwischen geschoben haben. Denn all- zu schroffer Wechsel in der Atmosphäre könnte gesundheitsschädlich sein.(Heiterkeit.) Herr Wcißermcl ist seiner Aufgabe, den Abstieg von Deerberg zu Steuer zu über- brücken, durchaus gerecht geworden. Er hat die Frage aufgeworfen, wie ein solches Machwerk wie das Zarnowsche Buch solches Auf- sehen erregen konnte. Ja, wie konnte dieses Buch de» Mandats- Verzicht des Abgeordneten Dr. Deerberg herbeiführen? Die Ant- wort ist: Mit untrüglich sicherem Instinkt haben die Deutschnationalen, vor die Mahl zwischen Deerberg und Morih-Zarnow gestellt, Moritz gewählt. (Sehr wahr! links.) Und dann fragen Sie hier naiv und erstaunt, wieso ein solches Gemisch von Verdrehungen und offenkundigen Lügen die Oeffentlichkeit so intensiv beschäftigen kann. W e r i st Herr M o r i tz? Er hat über sich selbst im„Deutschen- spiegel* erzählt, daß er 1Sl9 bis 1924 Deutsche Volkspartci, danach deutschnational und neuerdings nationalsozialistisch gewählt habe. Inzwischen war er aber l92l Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und ist aus dem Bezirksparteitag des Magdeburger Bezirks als Delegierter für Wernigerode aufgetreten. Nach dem hier vor- liegenden Bericht hat er in seiner Rede beklagt, daß auch in der Republik noch die freiheitlich gesinnten Beaint'en verfolgt würden. (Heiterkeit.) Im Jahre 1929 hat sich Herr Moritz meinem Partei- freund Redakteur Zimmermann als Zeuge dafür angeboten, daß die deutschen Offiziere in der Etappe geschwelgt und gehurt hätten. Die gleiche Auffassung hat er in Zeitungsartikeln vertreten. Im Jahre 1924 endlich hat dieser dcutschnationale Wähler, wie er selbst im „Deutschenspiegel* mitteilt, die Grundzüge seines jetzt erschienenen Buches in der„Roten Fahne* veröffentlicht. Moritz ist also das Urbild einer geschlossenen und charakterfesten Persönlichkeit, und er wußte schon, warum er sich hinter dem Pseudonym Zarnow ver- barg, bis ich die Maske gelüftet habe. Das ist Herr Moritz p o l i t i s ch, m o r a l i s ch hat das Schöffen- gcricht Berlin-Schönebcrg bereits im Jahre 1924 in rechtskräftigem Urteil festgelegt, daß Moritz Querulant und obstinate: Rechthaber Ist. Er sollte sich damals in der Universitätsklinik Halle auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen, hat sich aber ge- weigert: er ist insofern in einer glücklicheren Lage als der national- sozialistische Landtagsabgeordnete Hinkler, dem die Universitätsklinik in Halle die Geistesschwäche bescheinigt hat.(Große Heiterkeit. Ab- geordneter Steuer: Da ist wohl ein republikanischer Professor?— Erneute schallende Heiterkeit.) In einem neueren, noch durch die Revision angefochtenen Urteil heißt es von Moritz, er habe die UnHaltbarkeit der von ihm erhobenen Vorwürfe genau gekannt: sein Verhalten st reife nahe an Verleumdung. Das Berufungsgericht hat dieses Urteil dem Grunde nach bestätigt und ausgeführt, Moritz habe durch Ver- schweigen aller Ergebnisse der Beweisaufnahme bei seinen Lesern den Zlnschein zu erwecken gesucht, als seien die erhobenen Vorwürfe doch wahr. Für diesen ganz gewöhnlichen Verleumder kleinsten Formats hat die Dcutschnationale Volksparlei den Senatspräsidenlen Dr. Deerberg geopfert. (Allgemeine Bewegung, Widerspruch rechts.) Herr Abg. Steuer, Sie haben persönlich am wenigsten das Recht zu protestieren, wenn ich feststelle, daß die Deutschnationalen einen Deerberg dem Fälscher und Lügner, dem Psychopathen und Querulanten Morig geopfert haben.(Lebhafte Zustimmung links und in der Mitte.) Nach einem Wort des Marburger Professors Kretschmor ist es an der Zeit, daß die Politik sich nicht länger von Psychopathen terrorisieren läßt, sondern sie wieder nach Gebühr zum Gegenstand ärztlicher Unter- suchungen macht.(Zustimmung.— Zurufe: Steuer, geh nicht nach Halle!) Herr Abg. Weißcrmel hat sehr abschätzig über unsere Er- schütterungstaktik, über unsere ganze I u st i z k r i t i k gc- urteilt. Äber wenn Herr Landgcrichtsdirektor»siegert Feme- Mörder aburteilte, wie war das Echo bei den Deutschnationalen? Ich habe bereits im Vorjahr die Zeitungen mit der Ueberschrift „Ipst-zmord" und„Bluturteil* hier vorgezeigt.(Abg. Weißermel: Das ist einmal: Sie machen es immer!) Einmal? Wie war es denn, als derselbe Siegert Georg Grosz freigesprochen hat? Soll ich Ihnen Stöße Ihrer �Justizkritik über die Urteile im Bombenleger- prozeß vorlegen?(«ehr gut! links.) Ihre Justizkritik und unsere Iustizkritik unterscheidet sich nur in einem: Sie sagen:„Ich weiß es zwar nicht, aber es kommt mir fast so vor*(Große Heiterheit) und wir belegen unsere Kritik Stück für Stück mit Tatsachen.(Leb- haste Zustimmung links.) Seil der Beratung im hauplausschuß sind noch keine 14 Tage vergangen, und schon wieder muß ich lauter neues Materiol vortragen. Die Antworten des Ministers auf unsere Großen Anfragen haben uns n i ch t b e f r i c d i g t. Im Düsseldorfer Fall hat er'mitgeteilt, daß die Strafe der schuldigen Nationalsozialisten in der Berufungs- instanz ohne jede Begründung von 19 Monaten auf drei Monate Gefängnis herabgesetzt worden ist. In dem Fehlen jeder Begrün- dung liegt einfach eine Pflichtverletzung. Die politischen Fehlurteile im'Naumburger Bezirk erklärt er für Einzelfälle. Wieviel Einzelfälle müssen wir vortragen, bis er zugibt, daß System darin liegt?(Sehr gut! bei den Soz.) In Zeitz erscheint immer dieselbe Bande von Nationalsozialisten zum Teil als Zlngeklagte, zum Teil als Zeugen vor Gericht und schwört sich frei. Wann endlich werden die Gerichte erkennen, daß die ganze Bande unglaubwürdig ist? Im Fall des Theologieswdenten Giesler hat tatsächlich das Gericht das Urteil mündlich damit begründet, man könne dem Theologie Studierenden nicht zutrauen, daß er mit einem Bierseidel geschlagen habe: und daß er dem Polizisten den Gummiknüppel entrissen habe sei wohl nur zur Verteidigung geschehen.(Heiterkeit und Bc- wegung.) � Landgerichtsdirektor Lau in G l o g a u hat schon wieder die Verleumdungen eines Naziagitators mit mildester Strafe belegt, weil es sich um die„einnialige Entgleisung eines ehrenhasten Bürgers" handele. Andere Verleumder spricht er auf Grund seiner neuen Theorie von der sortgesetzten Handlung frei. Da hat der Justizministcr noch«ine sehr ernste und eindringliche Erziehungs- arbeit zu leisten. Weder er noch die Gerichtspräsidenten sind, wenn sie wollen, gegenüber dem parteipolitischen Fanatismus gewisser Richter wehr- los. Auch die U n a b h ä n g i g k c i t d e r R i ch t e r ist kein Selbst-' zweck, sondern nur Mittel der Gerechtigkeit. Sollte diese Unabhängigkeit dazu mißbraucht werden, offen- sichtliches Unrecht zu begehen, hätle sie ihre Existenzberechtigung oerwirkt. (Sehr gut! bei den Soz.) Genau wie die Immunität der Abge- ordneten aufgehoben werden mußte, als sie im großen Umfang zur straffreien Verleumdung mißbraucht wurde. Auch wir wünschen die weit ausgedehnten Monstreprozesse nicht. Aber darüber, daß in Sachen Raiffeifenbank und Uralzefs erst jetzt nach fünf- jähriger Voruntersuchung Anklage erhoben wird, habe ich deutsch- nationale Beschwerden nicht gehört. Zluch nicht dagegen, daß Stinnes freigesprochen wurde, weil er, wie das Urteil sagt, sich zwar schamlos auf Kosten des notleidenden Staates zu be- reichern versuchte, aber durch seine gesellschaftlicheStellung vor dem Verdacht absichtlichen Betruges geschützt sei.(Hört, hört! links.) Auch wir bedauern die S e n s a t i o n s m a ch e einer gewissen Presse. Aber ein Verbot der Pressekritik während schwebender Prozeßverhandlung ist undurchführbar.(Zuruj rechts.) Herr Steuer, Sie bekommen«s doch einfach physisch nicht fertig, ein Jahr lang den Mund zu halten.(Große Heiterkeit.) Viele Richter urtellen in politischen Prozessen trotz ihrer sonstigen Presseverachtung einfach auf Grund dessen, was sie in ihren Zeitungen gelesen haben. Da muß die Justizverwaltung gemeinsam mit uns einen systematischen Kampf gegen Lüge und Verleumdung führen. Wir erstreben eine objektive Richtcrschast, die verleumderische Hetzereien mit Verachtung zurückweist.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Die Debatte wird durch die Abstimmungen zum Handelselal. Bergetal und Finanzausgleich unterbrochen. Es werden fast durch- weg die Beschlüsse des Ausschusses mit den Stimmen der Regie- rungsparteien bestätigt. In der fortgesetzten Iustizdebatte erklärt Abg. Rhiel(Ztr.): Moritz-Zarnow habe den traurigen Mut besessen, den toten Am Zehnhoff mit Schmutz zu bewerfen. Lediglich aus Agitationsgier hätten sich die Deutschnationalen schützend vor diese Schmähschrift gestellt.(Zuruf rechts: Sie treiben doch auch Agitation!— Zuruf im Zentrum: Aber nicht mit so dreckigen Mitteln!) Die Aeußcrungen des Reichszcrichtsrats Georg Müller für Zarnow seien mit Amt und Ehre eines Reichsrichlers nicht zu vereinbaren. Gegen den Landgcrichtsdirektor Lau habe der Preußische Richteroerein das Notwendige gesagt. Die Personalpolitik der Rechten in ihrer Regierungszeit habe darin bestanden, daß z. B. Fulda nie einen katholischen Landrat und nie mehr als einen katholischen Richter gehabt hätte.(Hört, hört! im Ztr.) Der Justiz- minister habe der Richterschaft seine herzliche Anerkennung aus- gesprochen. Dafür verdiene er Dank, und die Richterschast habe zu ihm volles Vertrauen.(Beifall im Zentrum.) A b g. Obuch(K o m m.) bespricht harte Urteils der Schnell- gerichte. Er erhält für die Ausdrücke„Polizeimörder" und„Polizei- bestic" zwei Ordnungsrufe. Abg. Losenhausen(D V P.) Eine Schmähschrift wie das Buch von Moritz dient nicht der Gerechtigkeit. Wir verlangen absolute Zurückhaltung der Richter auf politischem Gebiet, aber auch Zurück- Haltung der Kritik. Der juristische Nachwuchs erscheint uns sehr gefährdet. Abg. Freiherr von Wangenheim(Welse): In der Zeit deutschnationaler Herrschaft konnte kein Anhänger meiner Partei Richter werden. Dafür wurde der letzte hannoversche Außenminister Graf Platen wegen seiner Ministerhandlungen zu 1? Jabren Zucht- Haus wegen Landesverrats gegen Preußen verurteilt.(Bewegung.) Wir halten es für möglich, daß die Deurschnationale Fraktion durch den Mandatsverzicht Deerbergs überrascht wurde. Was hat denn die Fraktion schon zu sägen? Die Dcutschnationalen haben doch das absolute Regime des Herrn Hugenberg wieder eingejührt. Wir wollen heraus aus dem preußischen Polizeistaat. Abg. Dr. Grzimek(Staatspartei): Die Deutschnationale Volkspartei hat in dem Fall Deerberg bewiesen, daß sie unab- hängige Richter nicht verträgt und in ihren Reihen nicht duldet. (Lebhafte Zustimmung links und in der Mitte.) Wir erstreben in der Juftizdes Dolksftaats ein wirklich modernes, freiheitliches Recht. Die Weiterberatung wird auf Freitag, 19 Uhr, vertagt. tGewerkschaftlichcs siehe 2. Beilage.) Verantwortlich für Politik: 0r. Carl Seqcr: Mrilchaft:®. Sliugclhi icr: Dewcrkschaitsbeweaung: 3. Steiner: Feuilleton: R. K. Döicher: Solole? un» Eonstiges: Rrifc Rarstädt; Anleinen: Tb. SloSe: sämtlich I» Ver!!::. Verlao: Vorwärts-zicrlo« s m. b. k>.. Verlin. Druck: Vorwärts-Buckdrucke:: un» Veilagsanftalt Paul Einher u. Co.. Verlin£38 68, Lindenftrunc 3. Hierzu 3 Beilagen un».Stadtbcilaac'. Grippe, Erkältungskrankheiten werden mit den hervorragcnd bewährten Togol-Tabletten erfolg- reich bekämpft. Im Anfangsstadium genommen, verschwinden die Krankheitserscheinungen sofort. 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Robinson empfahl der Versammlung folgenden im haushaltsausschuß von den Sozialdemokraten gestellten Antrag zur Beschlußfassung: Räch der Erklärung des Magistralsvertrelers im haushaltsausschuß, daß die ausgesprochenen Kündigungen entsprechend dem einmütigen Beschluß der Versammlung vom Donnerstag voriger Woche zurückgenommen werden, wird der diesbezügliche Teil der Anträge für erledigt angesehen. Die Versammlung erwartet vom Magistrat die u in g e h e n d e Bekanntgabe der Verfügung, die die Zurücknahme der Kündigungen ausspricht und ferner, daß Maßnahmen, die die Angestellten betreffen, g« m ä�z d e n Ta.ri s v« rträg e n und dem Betriebsrä'kegesatz vorbereitet und durchgeführt werden im Einvernehmen mit den am Angestclllentaris beteiligten Gewerkschaften und den zuständigen Auge st eilten- r ä t e n. Die Versammlung lehnt den übrigen Teil der Anträge ab. Zn Erledigung des Antrags der sozialdemokratischen Fraktion ersucht die Versammlung den Magistrat, die K ü n d i- gungen von vauarbeiterschuhkontrolleuren zu- rückzunehmen und neue Kündigungen nicht auszusprechen. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion. Stadtv. Rogah. wandte sich msbesondere gegen die Absicht des Magistrats, gerade durch die Kündigungen Ersparnisse machen zu wollen. Ganz unver- ständlich seien die Kündigungen„vorsorglicher" Art, die recht- lich überhaupt nicht zu verstehen sind, und dem Magistrat einen Rattenschwanz von Klagen beim Arbeitsgericht einbringen würden. Im haushaltsausschuß hat der Magistrat selbst zugegeben, daß die Groß ist man nicht, kaum einen halben Zentimeter mißt man. der Puppenräuber, der da vorbei hastet, ist ein Riese gegen einen: aber hübsch ist man, schmal und flach gebaut, hat zinnoberrote, harte Flügeldecken mit schwarzen Punkten, hat scharfe Freßwerkzeuge und benötigt sie auch: denn man ist hungrig. Ganz erschöpft vom Buddeln nach oben, hat man eine halbe Stunde lang auf dem Sande gelegen, hat Sonnenschein gegessen und sich in Wind gebadet: nun läuft man blindlings auf den nächsten grünen Stengel zu, der vor einem ist, klimmt hinauf, es geht noch mühsam: ober da ist schon das nährende Grün. Die Freßzangen schrapen, es gibt ein leise zirpendes Geräusch, das junge, schmale Blattwerk zernagt sich leicht. Den ganzen Tag bleibt man hocken und frißt, schläft auch ein auf demselben Halm, als die Nacht be- ginnt, ist klamm gefroren und beinahe tot, als die Sonne wieder aufgeht, und frißt wieder. Fressen, das gibt Lebenskraft: das ist Zeugungskraft. Man will hinunter von seinem Stengel, man braucht nicht mehr zu klettern, wie gestern: oh, man kann fliegen, nicht sehr gut, aber es reicht, um auf den Sand zu gelangen, über den man nun hastig läuft, dunkel getrieben zu seinesgleichen. Wenige davon traf ymn im Vorjahr an: man war vereinzelt unter dem sonstigen Getier des Spargelfeldes, war immer auf der Hut, stellte sich sofort tot. als drei-, viermal Menschen- äugen einen sahen, Menschenhände einen berührten. Menschen- lippen elnen belichten: in diesem Frühling eiber ist das anders. Ueberall. an jeder Pflanze fast, findet man die Zinnoberroten mit den Schwarzpunkten: überall findet man auch Weibchen. Man setzt ihnen nach, wenn sie fliehen, man ist schlanker und schneller, man erklimmt sie im Lauf, daß sie einen tragen müssen, daß sie langsam krabbeln müssen, nur noch kriechen können; man trommelt leise mit den beiden Vorderbeinen auf den Kopfschild, bis die Fühler unter einem sich zuckend auseinanderbreiten, die Füße unter einem stillestehen, der Körper unter einem sich wollüstig ergibt... l gegen AöDaii. Kommamsien gegen Beuiehsrsie. Fvrmulierunq fc«r Kündigungsschreiben hätte anders sein müsicn: das beweist doch wohl, daß das Zusammenarbciken gewisser Stellen in der städtischen Verwaltung sehr viel zu wünsäjen übrig läßt. So hat man sich bedenkenlos über alle Bestimmungen arbeitsrechtlicher Natur hinweggesetzt, und einfach darauflos gekündigt. Wie in den kaufmännischen Gruppen, so steht es auch bei den städtischen Technikern, die durch die Stadt aus Lohn und Brot gebracht würden und dann, ohne Arbeit für d'e Stadt zu leisten, den Stadtsäckel mit Erwerbslosen-, Krisen- und Wohlfahrts- Unterstützungen belasteten. Rogatz legte dann dar, wie ein rllcksichts- loser unbedachter Angestelltenabbou durchaus nicht mit Notwendigkeit auch Ersparnisse hätte bringen müssen: in der städtischen Verwal- tung sei die Arbeit liegengeblieben, die sich jetzt schon in einzelnen Dienststellen ganz ungeheuer angehäuft hat, die Verwaltung sei ins Stocken geraten, kurz, die Bevölkerung und damst die Stadt habe mehr Schaden als Nutzen gehabt. Die Zahl der Vaukonkrolleure sei nicht zu groß, sondern viel zu gering. Die Bauarbeiterschaft habe Anspruch auf weitestgehenden Schutz bei der gefährlichen Arbeit, deshalb fordere die sozialdemokratische „Nationaler Arbeitersekretär." Und seine Behauptungen im Etadtparlament. Di« sozialdemokratische Stadkerordnetenfraktion hat sich mit folgender Anfrage gegen den Stadtverordneten B a r t h e i s, seines Zeichens deutschnationaler Arbeitersekretär, gewandt: In der Stadtverordnetenversammlung vom 8. Januar 1931 hat der Stadtverordnete B a r t h e i s, Mitglied der deutschnationalen Fraktion, kritisch den Fall eines Arbeitnehmers der Berliner Ver- kchrsgesellfchaft behandelt, der trotz besonderer Verfehlungen— anscheinend aus sachlich nicht zu rechtfertigenden Gründen— im Dienst belassen worden war. Trotz der Widerlegung dieser Behauptungen durch den Stadtrat Reuter in der Stadtverordnetenversammlung vom 15. Januar 1931 hat in der Stadtverordnetenversammlung vom 22. Januar 1931 der Stadtverordnete Bartheis unter zustimmenden Zurufen von Mitglieder der deutschnationalen Fraktion in einer erneuten schriftlich formulierten Erklärung seine Beschuldigungen in verschärfter Form wiederholt. Nach Zeitungsmeldungen sollen!n einem arbeitsgerichtlichen Verfahren, das infolge der inzwischen erfolgten Kündigung des betreffenden Arbeitnehmers eingeleitet worden war, sämtliche wiederholt durch den Stadtverordneten Bartheis vorgebrachten Beschuldigungen so einwandfrei als haltlos und gänzlich unbegründet festgestellt worden sein, daß der Stadt- verordnete Bartheis schließlich erNären mußte, er wäre von seinen G e wä h r s m ä u n e r.n v 0 i l k 0. m m e n falsch in- formiert worden._•... Wir fragen an:"1. Jst'der Magistrat(in seiner Eigenschaft als GsnerälversammluNg) bereit, durch Einwirken auf die Leitung der BVG. im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der BVG. dafür zu sorgen, daß der leichtfertig beschuldigt« Arbeitnehmer nicht nur wieder eingestellt, sondern auch für allen ihm entstandenen Schaden voll entschädigt wird?— 2. Ist der Magistrat ferner bereit, durch die Leitung der BVG. prüfen zu lassen, ob und in welchem Umfange der Stadtverordnete Bartheis zum Schadenersatz(Rück- Vergütung der durch die BVG. nachzuzahlenden Beträge) in diesem Falle herangezogen werden kann?— 3. Ist der Magistrat endlich bereit, nach einem positiven Ergebnis solcher Prüfung, die Leitung der�BVG. zu entsprechenden Mahnahmen gegen den Stadtverordneten Bartheis und fein« eventuell feststellbaren Gewährsmänner zu ver- anlassen? Man verweilt lange so: dann eilt man behende fort: schwerfällig aber ist das Weibchen geworden. An den gelben Fasern eines Spargelstengels bleibt man hocken, einen ganzen Tag lang: als es wegkriecht, schnell wieder wie ein Männchen, kleben kleine, graue Eier neben den Fasern und sehen aus, als seien sie selbst aus der Pflanze gewachsen... Leicht und schwach ist man geworden, Hunger hat man und fressen muß man, neue Kraft sich fressen zum Zeugen, einen Sommer lang— ehe es wieder zum Schlafen geht, einen Winter lang. Bald ist man nicht mehr allein auf dem Spargelstengel. Grüne, schwarzköpfige Raupen sind da, die man zuerst gar nicht sieht, die ganz aussehen wie ein Stück Halm, auch dann noch, wenn sie zollgroß und fett geworden sind: und das werden sie schnell, denn sie fressen noch hungriger, noch wilder als ihre Väter und Mütter, die nicht zu wachsen, sich nicht zu oerpuppen brauchen: sie müssen das, sie tun es bald, denn die Sonne glüht und zwingt zu schnellem Leben: sie sind Käfer eines Morgens, Spargelkäfer, zinnoberrot mit schwarzen Punkten, fressen und zeugen und fressen... Es ist noch stockdunkel, als um drei Uhr der Wecker los- bellt: erst nach scharfem Hinsehen erkennt Andreas Korn das Fenster als graues Viereck: ein blasses Segel des langsam herangleitenden Tages. Er zieht sich schnell an. „Soll ich mitkommen?" fragt Luise. Er lehnt ab: nicht nötig: wird's ja wohl noch alleine schaffen: Vorsicht ist besser als Nachsicht, nicht wahr, darum nur.. Sie glaubt es ihm und schläft sofort wieder ein. Es bleibt auch noch dunkel, während er unten in der Küche hastig den aufgewärmten Kaffee schlürft. Vorwürfe macht er sich immerhin. Er hat sie im Vorjahre zwei-, dreimal gesehen, die Ludersch: hat sich aber natürlich nichts dabei ge- dacht: es lief viel Käfervolk herum im Sand, es rvaren auch solche drunter, die ganz ähnlich aussahen wie der Spargel- käfer und nie Schaden toten: wer wollte auf alles achten... Trotzdem: im„Lehrbuch des Spargelbaus" hatte es gestanden, daß die kleinen Biester unter Umständen gefährlich werden konnten: man hätte aufpassen müssen: na, er hatte es ja schließlich jetzt selbst auszubaden mit ein, zwei durchfrorenen Frühen. Er nimmt eine Literflasche, füllt sie halb mit Petroleum, läßt den Trichter drauf und geht hinaus. Es ist bitterkalt; er zieht die dicken Wollenen über die Hände. Im Osten ein roter Schimmer er hat also Elle und stapft dem Felde zu. Fraktion auch die Zurücknahme der Kündigungen bei den Baukontrolleuren. Von den anderen Fraktionen sprachen die Stadtverordneten Faust(Dnat.), kleine(Komm.), Sommer(D. Staatsp.), Engel tNsoz.) und andere. Nach einer Erklärung des stellvertretenden Kämmerers Lange(Soz.), wonach der Mogistrat die zentrale Ver- waltung und die Bezirksämter anweisen wird, die ausgesprochenen Kündigungen zurückzunehmen, wurde der vorerwähnte Ausschuß- beschluß angenommen. Die KPO gegen Gewerkschasten und Betriebsräte. Bei der Abstimmung ereignete sich ein Vorgang, der verdient, in weitester Lessentlichkeit bekannt zu werde». Gegen den Passus in der Aueschußentschließung, die den Magistrat verpflichten will, seine Maßnahmen gegen die Angestellten nur im Einvernehmen mit den am Tarifvertrag beteiligten Gewerkschasten und mit den Betriebsräten zu treffen, stimmlen die Kommunisten im kraule» verein mit Deutschnationalen und der volksparkei. Die Kommunisten wandten sich also auch gegen ihre eigenen Betriebs- räte. Die Sozialdemokraten nahmen die Gelegenheit wahr, die Kommunisten aus ihr« Gewerkscbafts- und Betriebsrätefeindlichkeit festzulegen. Besonders auf den Tribünen, die mit städtischen An- gestellten stark besetzt waren, rief das Verhalten der Kommunisten lebhafte Verwunderung hervor. Für die Beschaffung von zwei Gramm Radium zur Behandlung bösartiger Krebsgeschwüre in den städtischen Krankenhäusern setzten sich die Demokraten m einem Antrag ein, der angenommen wurde. In einem weiteren Antrag derselben Partei wurde die Umgestaltung der Ver- l i n e r City zwischen Jägerstraße und Alexanderplatz gesordert. Er verfiel der Ablehnung: dafür stimmten nur die Antragsteller. Nach der Erledigung einer Reihe kleinerer Vorlagen schloß der Vorsteher Genosse Haß die Sitzung Der weiße Schrecken. Drei Hoiels und 32 Bauernhäuser durch Lawinen zerstört. Bozen, 26. Februar. Da nach den letzten bayerischen Schneefällen nun- mehr wärmeres Wetter eingetreten ist, haben sich die L a w i n e n st ü r z e in den Bergen Südtirols stark gehäuft. Besonders in der Provinz T r i e n t wurden durch Lawinen große Schäden angerichtet. Zwei Hotels in Pajo und ein Hotel in Rabbi, sowie 36 Bauernhäuser sind durch Lawinen zerstört worden. Zum Glück waren die Hotels unbewohnt. Auch in den Dolomiten gingen Lawinen nieder. Bei Buchenstem wurden durch eine Lawine zwei Häuser ebenfalls vollkommen zerstört. Eine Person wurde getötet, zwei weitere schwer verletzt. Ltrteil gegen Bauwächter Schulz. Das Schöffengericht Lichtenberg verurteilte nach kurzer Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlich- keit und der Presse geführt wurde, den Bauwächter Richard Schulz wegen sortgesetzter schwerer Kuppelei an seiner Ehefrau zu weiteren 6 Monaten Zucht- h a u 5, nachdem er vor einiger Zeit wegen Blutschande a» ftinex 11jährigen. Tochter zu.2. Jghrev Zuchshaus verurteilt worden»st. Da? Gericht hatte-dem Angeklagten aus Antrag von Rechtsanwalt Dr. Reiwald und nach dem Gutachten von Sanitätsrat Leppmann wegen schwerer Pstichopathie mildernde Umstände zugebilligt. In den Tod geschlendert! Auf entsetzliche Weise ist gestern der S8jährige Brückenschlosser Fritz Roth aus der Residenzstraße 92 in Reimckendorf-Ost ums Leben gekommen. R. war am Bahnhof Tiergarten mit Montagearbeiten beschäftigt. Die Lokomotive eines vorüber- fahrenden Vorortzuges erfaßte ihn und schleuderte ihn in einen mehrere Meter tiefer gelegene» Kabelschacht. Der Unglückliche wurde auf der S t e l le getötet. Die alarmierte Feuerwehr hatte große Mühe, die Leiche des verunglückten Arbeiters zu bergen? Sein Atem stellt sich vor ihm als graue Wand, zerteilt sich und läßt ihn widerwillig durch. Er beugt sich über die erste Pflanze, die am Wege steht: hält die Flasche unter, klopft mit dem Finger gegen den Stengel, als bäte er um Einlaß. Es trommelt im Trichter, ein Wirbel von zwölf, fünfzehn Schlägen rollt durch den Flaschenhals hinunter: die hat er! Viele sind nebenbei gefallen, er hats gottlob gesehen, wirft sie den andern nach und kratzt sich a>n Ohr: zwanzig an einer Pflanze! Wenn das so weiter geht... Als er nach drei Stunden heimkehrt, ist längst Heller Sonnenschein: trotzdem ist noch der blaue Schimmer der Kälte in seinem Gesicht. Er ist müde, fällt auf den Stuhl: „Strengt mehr an, als man glaubt." Sie bleibt am Herd stehen.„Erledigt?" „Für heute ja", weicht er aus. „Mußt du morgen noch mal gehen?" „Es sind mehr, als ich dachte. Ich glaube, du wirst mit- kommen müssen." Sie nickte nur. Es freut sie, daß er so vorsichtig ist. Schnell geht er in den Schuppen unter dem Bonvand, Holz zu hacken: aber er will allein sein mit seinem ernsten Gesicht. Wenn es nicht gerade im zweiten Jahr wäre, denkt er. Im ersten hatten die Pflanzen mit dem Anwachsen zu tun, kamen langsam und boten wenig Nahrung. Im nächsten Jahre werden wir drei Wochen lang jeden Trieb wegstechen, es wird lange nichts Grünes geben— bis es kommt, sind sie längst oerhungert und erfroren, die Biester. Aber gerade in diesem Jahr, wo der Spargel frei schießen und kräftig weiden muß... er hackt wild ins Holz. Noch ist es nur Aerger... Am nächsten Morgen gehen sie alle beide. Sie lachen, während sie Kaffee trinken: kommen sich vor wie die Lehrer ihrer Kindheit, die auch immer Käfer sammelten. Sie erhält ebenfalls ihre Flasche mit Trichter, pustet in die kalten Hände, als sie draußen steht, tapfer und draufgängerisch: also los! Es ist beinahe lustig, so an die Stengel z, klopfen, daß sie unwillig wackeln und den Tau abschütteln— den Tau und die Käfer. Die Käfer fallen alle, von den Raupen bleibe»» viele haften: nun gut. wird»nan sie'kriegen, wenn sie Käfer geworden sind: es ist sowieso einzusehen, daß man länger mit dem unnützen Zeug zu tun haben wird, als man amiahm. An die Eier, die kein Klopfen vom Halme löst, denken sie beide nicht.(Fortsetzung folgt.) Stiefvater und Stiefsohn. Notwehr in Bestürzung, Furcht und Schrecken. Die Verhandlung gegen den 24jährigen Ileischergesellen und Molkereigehilfen Rudolf 23., der am 12. September v. 3. seinen Sliefvaler getötet hat, ist gestern nicht zu Ende gegangen. Der an und für sich eindeutige Tatbestand ist un- nützerweise aus zwei Tage gestreckt worden. I« weiter aber die Zeugenvernehmung rortschritt, desto klarer wurde es: ch i e r kann von Totschlag kein« Redesei n. Entweder war es vermeintliche Notwehr, die nicht strafbar ist, oder eine Notwehr, die aus Bestürzung, Furcht und Schrecken die notwendigen Grenzen der Verteidigung überschritten hatte und deshalb gleichfalls straflos bleiben muß, oder schlimmstenfalls eine im Affekt begangene Körperverletzung mit Todeserfolg. Daß unter diesen Umständen dieser u n b e- schollen« und bedingungslos snmpathische junge Mensch von der Kriminalpolizei in Haft genommen und vom Untersuchungsrichter in Haft behalten werden mußte, wollte den Zuhörern nicht einleuchten. Man stelle sich nur vor: Ein Junge wurde von seinem Stief- roter von klein auf mißhandell: der Unhold zwingt ihn, sich nackt auszuziehen, bindet ihn an einen Baum und prügelt ihn mit der Peitsche. Schlimmer als das war aber vielleickst, daß der Knabe die Mißhandlungen der über alles geliebten Muller mit ansehen mußte. Der Stiefvater bedrohte die Frau mit Messern, warf nach ihr mit Steinen, klemmte sie zwischen seinen Beinen«in. Sollte sich da nicht in dem Sohne ein unbändiger Haß gegen den Peiniger fest- setzen? Weil er nicht in der Nähe dieses Unmenschen sein wollte, ging er nach Schlesien in die Lehre zu einem Fleischermeister und später auf Wanderschaft. Als er dann im Jahre 1329 zur Mutter zurückkam, lebte der Stiefvater bereits bei seiner Geliebten, bedrohte und mißhandelte aber die Mutter nach wie vor und spielte sich zum Herrn des Molkereibetriebes aus. Nichts war vielleicht charakte- nstischer für diesen Menschen, als ein Vorfall, den ein Vetter des Angeklagten erzählte. Dieser Vetter, ein solider Schlosser, trat eines Tages dazwischen, als der Mann der Frau das verdiente Geld weg-' nehmen wollte. Die Folge war, daß der Wüterich den Zeugen mit dem Revolver bedrohte Der Sohn bat die Polizei um Hilfe, aber die Polizei erklärte, das seien Familienverhältnisse und in die mische sie sich nicht ein. Als dann am 12. September das Unglück geschehen war, lief der Sohn zur Mutter, stammelte:„Mutter, Mutter, was ist geschehen. Später weinte er unaufhörlich. Wenn der Vater nur am Leben bliebe, sagte er, wenn ihm nur nichts passiere. Ein Nachbar rief das Ueberfallkommando an und erhielt auch diesmal Air Antwort: Das sind Familienangelegenheiten, wir mischen uns nicht ein. Unter den Zsugenaussagen. die fast durchweg für den Ange- klagten günstig sind, gibt es nur zwei, die in den Tatbestand der Notwehr nicht hineinpassen wollen. Ein Ehepaar will nämlich beob- achtet haben, wie der Angeklagte nach den ersten Schlägen, die er dem Vater verabreicht hatte, aus dem Kuhstall gekommen sei, um gleich daraus nach Rückkehr in den Kuhstall aus den Vater noch weiter einzuschlagen. Diese Aussagen scheinen aber auf irgendeinen: Irrtum zu beruhen: sie stehen in vollem Widerspruch sowohl mtt der Darstellung des Angeklagten als mit den übrigen Aussagen. Das Gericht wird heute zu entscheiden haben, ob hier ein gänz- lich unbescholtener junger Mensch, der einem zweieinhalb Zentner schweren Manne gegenüberstand, auf diesen in Notwehr eingeschlagen, oder ob ein Vorsatz zu irgendeiner strafbaren Handlung vorgelegen hat. Dr. Wolff weiter in Hast. Warum nimmt er nicht die angebotene Kaution? S k u i l g a r l, 2ö. Februar. Die Verteidiger des Angeklagten Dr. Wolfs gaben in einer Donner, lagnachmitlag mit den verlrekern der presse statt- gefundenen Besprechung folgende Erklärung ab: „Die Haftentlassung Dr. Wolfs ist noch nicht erfolgt. Im Einverständnis mit Dr. Wolf haben seine Der- teidiger heute vormittag dem Untersuchungsrichter gegenüber zum Ausdruck gebracht, daß Dr. Wolf weder willens noch'in der Lage fei, eine Kaution von 25 000 M zu stellen, da er sich völlig i m R e ch t f ü hl e. Es wird jetzt bekannt, daß der gestrige Beschluß des Untersuchungsrichters, der die Aufhebung des Haftbefehls in Uebereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft von der Hinterlegung einer Kaution von 25 000 M. abhängig macht, ausdrücklich betont, daß Derdunkelungsgesahr nicht bestehe, sondern daß nur noch Fluchtverdacht vorliege. Demgegenüber stehen die Ver- teidiger auf denk Standpunkt, daß der Haftbefchl tatsächlich und rechtlich unhaltbar ist. Sie verlangen daher, daß der' für morgen angesetzte Haftprüfungstermin trotz des gestrigen Beschlusses statt- findet. Diesem Verlangen muß nach den bestehenden gesetzlichen Vorschriften stattgegeben werden. Die Verteidigung bezweckt mit diesem Vorgehen, entsprechend der von Anfang an«ingenommenen Haltung, das ganze Verfahren auf«Ine einwandfreie vollständige juristische Durcharbeitung des Prozeßstoffes zu bringen." Ein uns aus Stuttgart zugehender Bericht besagt jedoch. daß«ine angesehen« Verlags gesellschaft bereit ge- wesen sei, die Sicherheitssumme für Wolf zu stellen. Es scheint auch, so heißt es in dem Bericht weiter, daß sich Wolfs eigen« Auffasiung von der Art, wie seine Sache geführt werden soll, etwas geändert hat, seit er die Fühlung mit der w ü r t t e m- bergischen Bezirksleitung der Kommunistischen Partei wieder aufgenommen hat. Von dieser war für Donners- tagabend eine große Protestversammlung gegen Wolfs Verhaftung einberufen worden, die natürlich durch seine vorherige Freilassung an Bedeutung verloren hätte. Auf jeden Fall bleibt die sonderbare Tatsach« bestehen, daß Wolf aus der Haft nicht entlassen worden ist, obgleich ihm schon fett Mittwoch die Möglichkeit dazu gegeben war. Achtung, Gesundheitspaß! Nutzt er dem arbeitenden Menschen?- Vorzüge und Nachteile. per Rundsunkoorlrag des Genossen Crispien:„Aus den An- sängen der Arbeiterbewegung", der heute. Freitag. 27. Februar, um 15.40 Uhr. stattfinden sollte, muß wegen Erkrankung des Referenten aussallen und wird an einem späteren Termin abgehalten werden. Ueber die im Naiser,griedrich.Lalis veranstaltet« stuniaebung „Werbung fllr den Sesundheltsvak" schreibt un» unser medizinischer Mitarbeiter. Genosse Dr med. Norbert Marx: Im Hörsaal des Kcüserin-Frledrich-Haufes fand eine Kund- g e b u n g des Reichsausschusses für hygienische Bolksbelehrung statt, in der für den Gedanken eines Gesundheitspasses ge- worden wurde. Der Generalsekretär dieses Reichsausschusses ging von der Notwendigkeit einer Schaffung von Familien st amm- bäumen aus, indem er darauf hinwies, daß viele Krankheiten, die in der Kindheit des einzelnen oder auch bei den Vorfahren vor- kamen, wieder bei den Nachkommen auftreten. Andererseits können aber auch wieder viele Krankheiten, wenn die Familiengeschichte genauer bekannt ist, in ihren Anfängen wirksam bekämpf� werden. Ueber die Bedeutung einer solchen Familien- geschichte für Säugling« und Kinder sprach Professor L a n g st e i n. Er wies darauf hin, daß z. B. ein Keuchhusten bei "einem Kinde von sieben Jahren,!kis mit zwei oder drei Jahren schon eine Bronchialdrüfentuberkulos« hatte, anders zu werten ist, als bei einem Kinde ohne eine solche Belastung. Das gleiche trifft z. B. sür Gelenkschwellungen zu, die bei einem Arzt, der das Kind zum erstenmal sieht, den Gedanken an einen Gelenkrheumatismus auf- kommen lassen, von ihm aber als auf angeborener Syphilis beruhend erkannt werden, wenn er weiß, daß dieses Kind von syphilitischen Eltern stammt. Diese Beispiele lassen die Führung eines Gesundheitsbuches für jeden Menschen von der Geburt bis ins hohe Zllter als sehr notwendig erscheinen. Auf die Nachteile aber für die Zukunft eines Kindes mit einem GefundHeitspaß wies Ministerialrat Dr. Beyer hin. Er führte aus, daß wenn Gesundheitspässe allgemein üblich werden würden, jeder Unternehmer bei der Einstellung eines Arbeiters dessen Gesundheitsbuch verlangen würde. Die Leute würden dann gezwungen werden, die Gesundheitsbllcher entweder falsch oder nur mangelhaft zu führen. Er erinnerte daran, daß schon vor dem Kriege, als noch die allgemeine Militärpflicht bestand, von den Unternehmern den gedienten Leuten der Vorzug gegeben wurde, indm sie glaubten, daß diese gesünder sein müßten als nicht gediente. Auf den Vorschlag, daß die Gesundheitsbücher an neutralen. Stellen wie Standesämter usw. hinterlegt werden könnten, sei zu erwidern. daß sie ja dann, wenn sie nicht von den behandelnden oder begut- achtenden Aerzten eingesehen werden könnten, für«ine ärztliche Ve- Handlung zwecklos wären. Hier ist besonders auf die Gefahren hinzuweisen, die von feiten der Betriebskrankenkassen der Belegschaft drohen würden, indem die Vertrauensärzte mehr oder weniger im Austrage des Unternehmers zur Begutachtung der Ar- beitsfähigkeit sich Einblick verschaffen würden. Aus diesem Grunde ist auch der Allgemeine Deutsche Gewerkschaslsbund gegen eine Einführung solcher Gesundheitspässe. Nach der Verlesung einer Zusummungserktärung für d« Gesundheitspässe von feiten einer Frau S ch l o ß m a.n n- L ö n n i e s für die Mütter sprach in äußerst temperamentvoller Weise Dr. T h o- m a l l a, der Dater des noch zu gebärenden Kindes Gesundheitspaß. Cr berichtete von seinen Erfahrungen mit der Einführung der wissenschaftlichen Kinematographie, daß er damals beim Fortgehen von einem bekannten Kliniker der Universität Berlin aufgefordert wurde, den Hinteraufgang zu benützen, da vorn die Studenten kämen, und schloß seine Ausführungen mtt dem Satz: Neue Sachen können immer nur gegen die Fachleute durch- geführt werden. Von unserer Seite ist auf diesen Vorschlag folgendes zu be- merken: Bei einer planmäßigen Durchführung würden alle die Ar- beitnehmer, die keinen guten Gesundheitspaß aufweisen könnten. ms Hintertreffen kommen oder gezwungen werden, ihn zu fälschen oder nicht vollständig zu führen. Denn alle Unternehmer, die Fürsorgeeinrichtungen hätten, würden Leute, die z. 23. eine Tuberkulose oder eine Syphilis hatten, ja vielleicht aus solchen Familien stammen, bei dem Ueberangebot an Arbeitskräslen. ablehnen. ?lllein bei der Syphilis muß man bedenken, daß in B e r l i n«in Drittel aller Männer im Zllter zwischen 15 und 50 Jahren eine Syphilis hatten, und daß die Mchrsterbllchkeit in diesen Atters- gruppen im Verhältnis 100: 186 ist. Trotzdem ist sowohl die Syphilis wie auch die Tuberkulose bei rechtzeitiger sachgemäßer DeHandlung heilbar. Wir müssen deshalb verlangen, wie es auch Prof. Grotjahn kürzlich vorschlug, daß erstens einmal eine plan- mäßige Propaganda zur Bekämpfung aller Volksseuchen gemacht werde, zweitens daß die heute in den Fürsorzestellen, bei den Schulärzten usw. ruhenden Unterlagen zusammengetragen und daß diele Anhaltspunkte den Berufsberatungsstellen sür die Schul- entlassenen zugänglich gemacht werden. Denn durch eine ent- sprechende Berusswahl können drohende Berufskrant- beiten vermieden bzw. bestehende Krankheiten entsprechend behandell werden. Gerade in den Ka s s e n a m b u l a t o r i e n, in denen augenblicklich nur Familienangehörige behandelt werden dürfen, wäre durch die dort bestehenden gutgesührten Kronken- geschichten schon heute ein großes Material vorhanden, das für die Berufsberatung im Interesse der Dolksg«sundl)ett zu verwenen wäre. Ein Gesundheitspaß, wie er uns heut« vorliegt, ist aber wegen seiner Aliswirknugen gegen die Lebensinteressen der Arbeitnehmer für d!S heutige Zeit abzulehnen. Folgen des„Weltkampftages". Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Bereits am gestrigen Donnerstag hatte sich dos Schnell- gericht beim Amtsgericht Mitte mit zwei Erwerbslosen zu beschäftigen, die bei Zusammenstößen mit der Polizei am uer- gangenen Mittwoch, dem„Weltkampftag der Erwerbslosen" fest- genommen wurden. Insgesamt werden sich 25 Festgenommene vor dem Richter verantworten müssen. In den gestern zur Verhandlung anstehenden Fällen handelt« es sich um Demonstrationen, die sich am Potsdamer Platz und am Bülowplatz ereigneten und zu schwersten Uebergriffen der Erwerbslosen gegen die Polizeibeamten führten. Am Bülowplatz wurde der Erwerbslose P. festgenommen, weil er bei Angriffen auf die Polizei sich auf einen Beamten ge- stürzt hatte und ihn zu Boden werfen wollte. Nur durch schnell hinzueilende andere Beamte konnte der Angegriffene aus der johlen- den Menge befreit und der Angeklagte festgenommen werden. Wegen Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen und Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurde P. zu insgesamt sieben Wochen Ge- f ä n g n i s verurteilt. Der zweite Angeklagte, der Erwerbslose Erich H. wurde bei einer Tumultszene am Potsdamer Platz festgenommen. H. wurde wegen des Rufes„Bluthund" zwangsgestellt. Bei der Sistierung leistete er den Beamten erheblichen Widerstand und trat einen Beamten mit Füßen. Gegen ihn wurde aus eine Woche Gefängnis st rase erkannt. Schiveden verschneit. Mittel- und Nordschweden wurden von schweren Schneefällen heimgesucht. Der Zugverkehr zwischen Stock- Holm und den westlichen Provinzen war am Donnerstag stark be- hindert. Ebsnjo sind die Fernsprechverbindungen mit Värmland und Oslo in Mitleidenschaft gezogen worden. Aus Köln übernahm Berlin das Hörspiel„Rheinland und W e st f a l e n". Ein« Bildersolge kuilurgeschichtlichen und volkskundlichen Inhalts, aber nur selten lehrhast betont: fast immer wurde in lebendigster, anschaulichster Buntheit Land und Volk gezeigt. Man hatte Dichtungen der verschiedensten Etappen herangezogen, auch den Oberhofbauer«inen Augenblick lebendig gemacht, Musik, Schallplatten, alles so miteinander verbunden und zerschmolzen, daß stets ein einheitlicher Zusammenhang gewahrt schien. Rheinland- darstellungen gleiten leicht ins Kitschig-Schablonenhafte hinein. Ernst Hardts Inszenierung vermied diese Entgleisung: höchstens, daß ein paar Rheinlandschlager hätten wegsallen dürfen— ebenso wie der Ruf, der wie Donnerhall braust. Sehr glücklich war die akustische Kulisse der Dichtung: flüchtig angedeutet in Glockentönen, Fluß- plätschern, Tiergeräuschen, alles fast immer vom Kroß-Reolistischcn ferngehalten und meist noch durch Musik aufgelockert.— Eindrucksvolle Hörszenen sandte Berlin am Nachmittag. Schnellger ichts- Verhandlungen wollten die drei Bilder„Der Fahradmarder", „Der Strolch".„Der Unverbesserliche" von Ernst Leroi zeigen. Justizrat Dr. E. Heilfron gab die juristischen Erläuterungen zu der Veranstaltung, die eine volkstümliche rechtswiffenschaflliche Aorlesuirg im besten Sinne darstellte. Tm. Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. In der Mittelstraße 55 konnte gestern von der Berliner Kriminalpolizei eine modern eingerichtete Folschmünzerwerkstälte ausgehoben werden. Die Druckmaschinen, zahlreiche Platten, Papier usw. wurden beschlagnahmt. Drei Personen, deren Namen im Interesse der weiteren Untersuchung von der Polizei noch nicht genannt werden, sind festgenommen und in Gewahrsam ge- bracht worden. Die Falschmünzer befaßten sich mit der Herstellung von polnischen 100-Zloty-Scheinen. Zahlreiche äußerst geschickt angefertigte Falsifikate wurden gefunden. Die Wertstatt war in einer Prioatwohnung untergebracht und gegen Ueber- raschungen stark gesichert. Da sich die Fäden dieser Falschgeld- zentrale über das ganze Reich erstrecken, ist mit»wetteren Verhas- tungen zu rechnen. Drei unier der Laterne. Ort der Handlung: Schönhauser Allee in der Nähe des Untergrundbahnhoses Senefelderplatz. Drei Männer, lebhaft grölend, kommen nach ergiebigem Kneipenbesuch die Straße entlang. An einer Laterne packt den einen ein menschliches Rühren. er tut etwas, was man auf der Straße nicht darf. Seine Heiden Kumpane amüsieren sich. Zwei Schupobeamt«, die des Weges kommen, machen die Gruppe pflichtgemäß auf das Ungebührliche ihrer Aus- sührung aufmerksam, aber— und jetzt kommt das Schlimme— die drei Betrunkenen hören nicht auf die Warnung, sondern schreien auf die Beamten«in. fallen über sie her und bedrängen sie mit den Berserkerkräften des Betrunkenen. Der Lärm alarmiert andere Beamte, die Randalierenden werden überwättigt. aber ein Mann kann nur durch Anlegen von Handschellen bezwungen werden. Seine Kräfte sprengen die Fessel. Der Mann greift nach dem Gummi- knüppcl des Beamten, fällt Ihn wiederum an und wird nur mit Müh« bewältigt. Man bringt die drei zur Wache. Die Sache hört sich heiter an. Ein alltäglicher Zwischenfall, grober Unfug mit Polizeistrafe, denn was dem Hund auf der Straße erlaubt ist, ist dem Menschen verboten, und ein altes Wort sag,: „Es scheidet sich der Mensch vom Tier durch seine Formen, und da- für gibt es ganz bestimmte Normen." Die Sache hat aber auch eine sehr ernste Seite: Aus dem kleinen Verstoß wird Widerstand, Be- amtenbeleidigung. Körperverletzung. Das Wort:„Meidet den Alkohol!" hat wohl seine Berechtigung. 700 Jahre Bayreuth. Bayreuth, die Stadt Richard Wagners, kann in diesem Jahre aus ein 700jähriges Bestehen als Sladt zurückblicken. Aus diesem Anlaß wird am 28. März eine einfache Feier stattfinden, die mit der bis zum 31. März dauernden Tagung des Londesoer- bandes der bayerischen Geschichts- und Urgejchichtsforschervereine verbunden ist.— Die älteste noch vorhandene Urkunde, die Boyreuth als Stadt bezeichnet, stammt aus dem Jahre 1231. doch ist anzu- nehmen, daß Bayreuth als Siedlung mehr als 1000 Jahre alt ist. volk-rachenessen auch Sonnlaqs. Das Bezirksamt Köpenick teilt mit: Pom 1. März d. I. ab wird— � zunächst versuchsweise— auch Sonntags in den Volkcküchen Mittagessen ausgegeben werden. Di« Ausgab« erfolgt für den Ortsteil Köpenick in der Aus- gabestelle Joachimstr. 8 in der Zett von 12 bis 13 Uhr, für die Ortsteile Friedrichshagsn und Grünau in den bisherigen Ausgabe- stellen zu der üblichen Zell 112� bis 13 Uhr). Protest der Kriegsopfer. Der Relchsbuud der Sriegsbeschädlgteu Halle feine Mitglieder zu einer Sssentlichen Kundgebung in kliems Jeflföien ausgerufen, in der zu der verfchlechlerung der Kriegsopferversorgung durch die Rolverordnung Stellung genommen werden sollte. Der Referent Genosse Paul M« n d e ironisierte die Anwendung des Zlrtilels 48, den man auch zur Beschneidung der mageren Renten der Kriegsopfer herangezogen hätte, während er nach dem Wortlaut der Verfassung doch nur in Funktion zu treten habe, wenn die „öffentlich« Sicherheit und Ordnung� gefährdet fei. Der Redner kritisierte die neuen Krankenkassenbestimmungen, die für Kriegs- rcntenempfänger keine wesentlich« Erleichterungen vorsehen. Es fei im höchsten Maße unsozial, daß man rigoros die Unterstützungs- gclder für die Eltern der Kriegsopfer gestrichen habe und die alten Leute mit einer einmaligen Abfindung von 100 Mark abspeise, die dann bis zu ihrem Lebensende ausreichen soll. Auch die Mittel der Erziehungsbeihilfe sind stark gekürzt. Das groß« Mißver- hältnis der verschiedenen Rentensätze, nach denen z. B eine einfache Kriegerwitwe nur im Jahr 730 Mark erhalte, während die Witwe eines Offiziers eine Pension von 2S1S Mark beziehe, fei durchaus nicht dem Geiste unserer Zeit entsprechend. Im ganzen spare die Notverordnung 96 Millionen Mark an Kriegsrenten ein, deren größter Teil aber von den Armen und Bedürftigen genommen würde. Im letzten Jahre sei die Kriegerhinterbliebenenversorgung dauernd abgebaut worden, während andererseits die Versorgung der neuen Wehrmacht durch die Notverordnung wieder um 8 Proz. erhöht wurde. Der Redner verurteilte aufs schärfste die Aufstellung de» Etats, der immer noch große Posten, z. B. Ausgaben für neue Kriegszwecke, hohe Subventionen für die Industrie u. a.— auf. weise, bei denen gespart werden könnte, ohne daß man den Lebens» fonds der Aermsten der Armen angreife, die sich um das Vaterland verdient gemacht haben._ „Klötenkonzert" muß ausfallen. Uns wird geschrieben: Vor kurzem wurde in der 38. Gemeindeschule, Chor- lottenburg, Kamminer Straß«, von rechtsgerichteten Lehrern der Versuch gemacht, die S chm l k i n d e r zur Teilnahme an einer Vor. führung des üblen nationalistischen Hugenberg- Films„Flötenkonzert' zu bewegen. Für die Filmvorführung, die Diens- tags, anschließend an den Schulunterricht, im„Picadilly", Charlottenburg, Bismarckstraße, geplant war, sollten die Kiirder 30 Pf. mitbringen. Diese Aufforderung wurde in den oberen Klassen an die Kinder gerichtet, so besonders in der 3. Klasse durch den Lehrer Kurze. Erfreulicherweise waren Kinder und Eltern dieser Klassen v er- n ü n f t i g genug, den chugenberg-Kitsch, der Kriegsbegeisterung in der Jugend erwecken soll, abzulehnen. Da sich nur wenige Kinder zur Beteiligung meweten, mußte die Vorführung ab- gesagt werden. Das war die beste An t w o r t auf die dreiste Zumutung nationalistischer Lehrer, selbst in der Volksschule re> attionäre Kriegspropaganda zu treiben. P-i-l OeftXiA, der Sttettrtt Schulrefonoer, spricht am g«itag. 27. iZebruar, ISZi Uhr, im Patai» des Ostens, Warschauer Str. 34— St, Uber da» Thema Lugend und Tolitil" w einer Iugendverlammluna lIuacnh. gruppe de» Bundes Entschiedener Schulreformer). Allgemeine Wetterlage. *«iis.s heirtr.Otalhdedeckr ® wolkig,• bedeck ij.RegeaaGraupelfi 'S��SebetTtGewiNeeigWimlstille Die milden ozeanischen Luftmassen, die bereits gestern Englands Temparaturen bis zu 13 Grad Wärme brachten, sind weiter nach Osten mtt den Westwinden vorgerückt. In Deutschland herrschte allgemein TauweUer selbst in Ostpreußen stieg das Thermometer auf 4 Grad Wärme. Im Bmnenlande wurden stellenweise 10 Grad überschritten. Dabei kam es allgemein zu Regensällen. die im Nordwesten des Reiches erheblich waren. In das Warmlustgebiet drangen von Nordwesten her kühlere Lustmassen arktischen Ursprungs ein, vi« jetzt in breitem Strome vom Eismeer nach Süden fließen. Am Donnerstag hatten sie die deutsche Nordseeküst« erreicht und dort wieder ��-raturrückaana gebracht Bei dem Druckanstteg. der innerhalb der«attluft Herr, cht. wird sie den Weg nach Süden fort- setzen und unser Wetter in den nächsten beiden Tagen bestimmen. welleranssichkeu für Berlin: Wechselnd wollig mst einzelnen Schauern und noch ziemlich windig, Temperatur wieder sinkend— Für venlschlnnd: In Nord- und Mitteldeutschland Uebergang zu unbeständigem Wetter mtt Schauern Temperaturen niedriger als am Donnerstag, im Süden noch trübe, regnerisch und mild. Parteinachrichten fäpk für Groß-Bertin iiesentasecn fB» diese Rubrik find N Jjj stet, u da»«e,trk»s«kretarta> Berti» SB M. Lwde»itrahe Z. l. Hos. 2 Treppe» recht», zu richte» Heule, Freilag. 27. Februar. Beginn 19k liht, sosern nicht besondere Zeilangabe. 3. Streit, jlre,-sertix-terversamailmig, Kochsckinlbrauerei. 33. Bdt. Searrtsfühtct rechnen heute Svortpalalt-Billett» mit Kassierer ab. Nicht abgerechnete Billett» gelten als verkauft. Billett» Luftijttlfe" 3. Mär» abrechnen. Alorgeu, Sonnabend. 28. Februar. es. Abt. IVA Uhr Wirechnuna, Keller, ssllrltenltr. 1. 37. Abt. IS Uhr Tbunack, Wielaub str. 4, ssunktilmärsihuna mit Kreisnertpetern. 131. Abt. 20 llbr ffmcktinnLrsltiuna, �Solfsschlucht�, Tre»Ion», Ecke Bwcherstraje. Dienslag. 3. März. 4. kreis. 20 Uhr, Theater«l-sterstrahe. Ur-uNübr-na de, Stücke«.Zttiti,. frife" von Crebe. karte» SS Pf. bei alle» Bildiwg»»blenten nnb Abtei- lrnsalasfierera. Abrechnung b!» Mentagabenb. Frauenveranstaltungeu. 2. krei. Tiergarte». Leute, ffreitaq. 27. szebruar, 20 Uhr. bei Stein, Äal» steiner Ufer 14, isunitwnärlnnenkkuna. 19. flrri» Pankow, ssreitag. 27.(Tcbruar, 14 Uhr. Treffpunkt vor dem Debänd« der Gehag-Ausltellung. W. s, Wilhelmstr. S2— SS. SS. Abt. AU-Brig. Me Besichtigung der Gebag-Ausstellung hat bereits am 20. fsebruar stattgefunden. Genossinnen, die noch Interesse für die Au»- ftellunq haben, tonnen dies« sich noch einzeln bis zum 1. Mär, ansehen. 137. Abt. Reinickend» rs-Wesi. Leute, Ireitag, 27. sZebruar, Besichtigung der Sehag-Ausstcllung, Bithrlmsir. W— SZ. Treffpunkt 10% Uhr vor dem Gebäude. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt. 3. Abt. Connadenb, 28. ffebruar, 20 llhr, Dobrohlaw, Sminemllader Straße 11, Sißung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen G«nossen< innen). Todenhagen. 17. Kreis, ssreitog, 27. ffebruar, ls llhr, ssortseßuna Schulung»tu rsu», Gesaugssaal Reformgnmnasium Lichtenber«, Pariaue. Wachenheim. Arbeilsgemeluschaft der Siuderfreunde Groß-Berlin. Krei» Nenläll». Lelserkrei»: Am Sonntag um 10 Uhr im Leim Steinmeh. straß« 114 Musik- und Literaturabend der Selker. Gäste können mitgebracht werden.— Gruppe Lichtkämpser: Morgen, Eonnadend, Elternabend um 10>4 Uhr im Leim BSHmisch« Eck« Kanner Straße. Me Eltern miissen erscheinen. ü Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berich Gioseobunaeo für»lese JluHU ax mbtd Znoeadietnetoeiat Lertw C38 68. Ttodendrage J Achtung, Tn»kti»»Sre! Tie Ar owrgen-ageseßte isuuttiouiruersammluug findet umständehalber uiM statt. »eneraloersammln», Sonntaa. 1. März. V/> Uhr. im Plenarsaal de» Neich«. Wirtschaftsrate», Bellevuestr. 13. Ohne Auswei» und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Knabqebnng der SPD. Montag. 2. Mär,, ISth Uhr. im Eportvalgsi. Es sprechen O'to Braun, preußischer Ministerpräsident, und Pietrp Renni, Per- fasser de» Buche»..Todeskampf der itveibeit". Karten zu ZV Pf. sind im Sekre» tariat erhältlich. Gruppenfobnen sind«ltznbringen. Soiideruorsteluna der»»Nibübne 22. März. 13 Uhr:.Die GeseUchaft der Menschenrechte«,«arten zu»0 Pf. sind im Sekret-riat erhältlich. SSG-�Gruppe»!.Der Rote E-Hitler« Nr. 2 kann abgehoU werden. Heule, Freitag. 19 K llhr. «ewerkschastoh-»,- KZoenicker Str.«2:.Ariedri» Gbert«.-«Aloischee Park, Rosen thaler Porstadt, ssentrum: Treffpunkt 19\k llhr Brstckenstr. 2.— vranlenburgee Tor: 1S% Uhr Brsickenstr. 2.—«rkonapla»- Elisabethkirch. straß« 19:..Auflösung der Iunasozialiften. wa, nun?«— Moabit l: Schule Waldenserstr. 2V:.Friedrich Eberl al, Staatsmann«.— Moabit n: Lehrter Straße 18—19:.ffriedrich Edert«.— Moabit ni: Leiter Str. 18—19:.Indische isreihestedeweaung«.— Westend: Gent hiner Str. 17: Stellungnahme»at Seneralversanunluna.— Arnim» laß: Eonnendurger Str 20:.Wege zur neuen Wirtschaft".— Arnswalbee Plaß I: Rastendurger Str. 16: Stellungnahm« zur Generalversammlung.— Balkon: Manbelsir. 2, Aufgang link», Zimmer 6: .Modern« Architektur«.— galkplaß II: Eonnendurger Str. 20:.Tagespolitik«. — Lelmdolßplaß! Da mager Str. 62:.Tri«brich Eberl'— LoheuschSnhause»: Troienwalder Str. 6:.Warum keine Einheitsfront mit der KPD.?«— Lumauu- plaß: Gleimstraße:.Triedrich Ebert«.— Beißeusee: Parkftr. 36:.Di« ffranzb- sisch« Revolution«.— Andreainlaß! Brommvstr. 1:..Di« Bedeutung der Preußen- Regierung Ar die Sobald« molratie«.— Balteaulaß: Tilsiter Str. 4—»: JSz. werbslose Jugend«.— Krank furter Pierteli Trank sterter Me« 907: Tunktionär. Versammlung.— KriSrichahatu: Diestelmenersir. 3—6: Heben.— Stealaner Sierttj: Eoßlerstr. 61:»Tagespolitik«.— Warschauer Piertel: Litauer Str. 18: Elternabend.— Barichaner Piertel, R. T.: Litauer Str. 18: 10»M!nu'en. Referat«.— KZpenicher Btertel! Wronaelstr. 128: Auaschußsißnng.— Site. lottenburg.SLd: Goethestraß«:.Sexuelle Tragen«.— Ebarlottenburgi Rosinen. straß« 4: August-Bebel�Sedenkfeier.— Westend: Rostnenstr. 4: Tunktionär- sißung.— Wilmersdorf: Wilhelmsaue 123:.Erwerbslosenproblem««.— Lank- »iß: Schul« Schulstraße:»Zehn Minuten au» meinem Beruf«.— stealiß II: Tlemmingstraße:..Reichstagssißuna«.— Neukölln I; Sander. Ecke Lobrecht- straß«: Tunktionärsißung.— Renköll» N: Steinmeßstr. Of. Tunktionärsißung.— Neukölln III: Ziethenstr. 38:..Taaesvolitik«.— Reukill» IV: Kanner Straß«: Mitgliederversammlung.— Reuköll» vm- N II«II-Schule: Lagesvolitik«.— Neukölln IX: C-ffetfefre. 44: Scimabend.— Baumschule»»««: Ernstste. 16: „Wir und die Kirche«.— Schönrweide: Berlin-r Sir. 81:«ffriedrich Ebert«.— Treptow: Elsenstr. 8: karikiert« Rolitik in der Presse«.— Köpenick II: Dahl. wißer Str. 13:„Polizei In der Karikatur«.— Triedrichoselde: Guntersir. 44: .Kirche und Sozialismus«.— K»rl»horst: Treskgwallee 44:»Der modern« Mensch«.— Lichtenberg-Mitte: Scharnwebersir. 29:„Eine Arbeiter-llniversität«. — Licht enb«ra>Nord: Guntersir. 44: Mitaliederversammlung.— Lichteaberg- Nordwest: Dossestr. 22:„Russische Literawr".— Lermsdori: Roonstraß«:.Grnnd. lagen des Sozialismus«, 2. Teil.— Reialckendorf�st: Lwbauer Straße: .Friedrich Ebert".— Tegel: Bahnbokstr. 13: Triedrich Ebert«. Werbebeziri Tempelbok: Zusammenkunft der Delegierten, Lei« Mariendors, Dorkstr. 7. pünktlich 19 Uhr. Werbebeziri Rrukillu: Funktionärversammluna, Leim Ziekhenstr. 38. Vorträge, Vereine nndVersammlungen, FA% Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". AWM«eschll't, stell«:«erlin S 14 Sebasiiansir 87-68 So» 2. Tr Saunorstand. Den«aalfchnß am Montag, 2. Februar, im«»»rt. '*** palaft stellen die vrteverein« Kreuzberg: Parkett«echt« Seite: Neukölln: Parkett linie Seite: Mitte: 1. Rang recht»! Trtedrichshai»! L Rang link»: Eharlottenburg: 2. Rang recht,: Tiergarten»nd Schöuebeea: 2. Rang link». Antrete» 18)4 Ahr ia de» Wandelgängen der zugewiesene» Plate. Wie »eise» auedeücklich darans bin, daß bei Saallchut nur uorgenanute» Ort«. nereiucn übertrageu ist.— Freitag, 27. Februar. Mitteeßen im Wilhelmshof lnabe Bhf. Lirfchqarten) Zentralperband der ArbeiUinoaliden und Witwe» Denifchland».»au Seoß-Berl!». Geschäftsstelle: Berlin W, 37, Bsilowstr. 49, rech'er EtN. 1 Tr. Freitag, 27. T-brnar. Krculchera III: 17 llhr im Reichenberger Los. Reichen. bcrger Str. 147. Referent Gauleiter Kollea« Poiat.— Lermstori: 19 Uhr im Lokal Vkrent, Berliner Ecke Bahnhotstraße, Referent Kollege Steinbeiß.— Sonnabend, 28. Februar. Mahledorf: 17 llbr im Lokal Schlief«, Lönower Straß« 188. Referent Kollege Steinbeiß. Bortra«:.Der Kampf um den Rentenabdau«. Znteressenqemeinl-Hgst etemallger Schußpolizeibtamte», Slß BerN». Ber- sammlnng am Montag, 2. März, 20 Uhr. Lohenzollern-Säl«, Berlin NW. 21, Bandelsir. 33. Re!4— 22)4 Uhr, im Idealkasino, Neukölln. Deichsilstr. 8. Bläser und Streicher willkommen. Eröffnunq de» CapIIol» Karlshorst. Die Eapital-Lichtspiele Äarlshorst, Treskowallee 96(unmittelbar am Bahnhof Karlshorst), «in vollständiger Neubau mit 1000 Plätzen, werden am Mittwoch, dem d- März, eröffnet. Zur Aufführung gelangt der Tonfilm „Afrika spricht". Das Theater verfügt über alle movernen technischen Einri-chtungen und eine erstklassige Klangfilm-Apporatur. Zu volks- tümlichen Eintrittspreisen von 80 Pf bis 1.20 M. gelangen in unmittelbarem Anschluß an die Berliner Uraufführungen die Spitzenfilme des In- und Auslandes zur Vorführung. Die Leitung de» Theaters hat Hanns Brodnitz. Klei»— aber»ho! Di« diesjährig« Wintersaison bat der Rundfunk- Industrie eine unerwartet starke Nachfrage nach 2-RAven.Geräten gebracht. DesHalt haben nrf» Siemen, u. Lalske entschlossen, ihrem bewährten Siem'n» 21 den.Siemen» 22 folgen zu lassen. E» bandelt sich um ein 2»Röhren»iS«rät für Bezirks, und Großsenderempfang. Die verbesserten Sendeverhältnlss« in Deutschland nnterstsißen die vorzüglichen Leistungen de» neuen Geräte» auf das. beste. An einer guten Antenne dringt der neue Empfänger die deutschen ßsender und einige der starken ausländischen Sender im Lau iprcchcr zu ..ir. Bemerkenswert ist. daß das Gerät in seinen äußeren Maßen ein Znlirg ist: fast läßt es sich tu einer größeren Zigarrenkistc verpacken. Dies« Form bietet den Vorteil, daß das Gerät sich siberall aufstellen und unauffällig den-Snrichtung anpassen läßt. Di« Riesenlkala, das Wahrzeichen fast aller Siemems-Empfänger, ist auch bei ihm zu finden. Eklückliche Lausfrauen von heute. Wenn man bedenkt, wie schwer es noch die Laussrau vor 30 Jahren hatte! Denn wie einfach und leicht ist ießt da» WilUtchaften! Da sind die weltbekannten Eunlicht-Wasch- und Pußmittel: die reiche Eunlichi-Seif« zum Einseifen der Wäsche, fsir die Lände und zur Körperpfleg«, die milden Lus-Seifenflockeu fsir alle Wäsche, Euma fsir den Waschlkkssel und Bim zum schonenden Pußen aller SausgerSt«. Diese vier Lelfao ersparen der Laussrau viel Arbeit und schonen alle», was sie damit reinigt. Dabei trägt jede Packung der Sunlicht-Erzeuqnisse einen wertvollen Gutschein, fsir den sie nsißiich« und hsiblche Wcrbegaben erhält. Der reich illusdcherte Sunlicht-Werbegaben-Kaialog liegt bei jedem Ländler zum Ans» suchen: schöner Sachen bereit. Nchr« Z-Pfennig-Stsick« und neu« 8-Pfennig-Stsicke wllrd« die Münz« ohne weitergs prägen, wenn ein höherer Bedarf an«upfergeld durch größere Ver. breituwg der Pfennigrechnung nötig wäre. Zurzeit ist Kupfergeit naiilrlich in ausreich»: den Mengen vorhanden, da mit Pfennigen lang« nicht so wie frsihe: gerechnet wird. Jedoch es scheint so, als ob hier durch das bahnbrechende Perhaltdn. vieler Hausfrauen bald Wandel gefchaffen werden wird. Denn die Lausfrane» erkennen erfreulicherweise immer mebr, daß„viele Wenig ein Biel" vmlhen, daß auch im kleinen, sooar b.m Kaffeegetränk, viel Geld gespart pzerden kann. Und seitdem die Sausfraucn wissen, daß der neue „Msihlen-feanck« wirklich sparen hilft, verwenden sie stets diele gute Kaffee- wsirze, w-pil st« dann für weniger Geld ein Kafieegetränk erhalten, das nicht nur kräftiger und herzhafter, fondern auch viel biMger ist. Mit fach» Ansnahmetage«, vom Montag b!» Sonntaa dieser Woche, beginnt die Reihe der besonderen Möglichkeiten, welch« die Firma Weribeim ihren Kunden im März bieten wird. Durch delspieNos gsinstigen Einkauf und zeitgemäß« Anpassung an die Wsinfche der Käuferinnen ist es hier in den vier Wertheim-Äänsern erreicht worden, ein« große Anzahl von reizenden und doch billigen Damenkleidern. Morgenröcken, moderner und zweckmäßiger Kinderkleidung, von preiswerten und interessanten Kleider, und Seidensioften, von Etrsimnlrn und Trikotagen zur vorteilhaften Wahl stellen zu können. Aber anch dch vorbereiteten berrenartikel. Schub«, Lanbtascheu. sogar Teppich« und Gardine» nehmen mit so niedrigen Preisen an dieser Eonderveranstaltunq teil, daß in« sechs Ausnahme tage der Firma Wertheim auch in dieser Zeit eine ungern ähnlich« Kaufgelegenheit bieten. 00 beweist 24000000 mal ihre Qualität Ein sprechender Beweis!- Es 10 ist keine übereilte Nen* schöpfnng- sie besteht schon seit Jahren.- Ans den besten Provenienzen der bevorzugten Tabakländer der Erde schafft deutsche Handarbeit HL 10- die gnte Loeser& Wolff- Zigarre mit dem ansgegliehenen Aroma für lOPfg: Sieist, wie alle unsere Harken: L&W- Qualität LOESER A WO L F r Die größte Zigarrenlabrik in Dentsehland �BESSER ESSEN• WEN 1/ GER DAFÜR ÄUSGEBEN DURCH KARSTADT-LEBEN SMIT T/fe L ONFiTUREN W U R S T WA R ENKONSERVEN BUTTER UND KÄSE WEINE u. SPIRITUOSEN Vollm. Nuß-Bruch. Pfd. 1.25 Nuß-Pralinen-Mischg»Pfd. I.CO Vollm. Relief.Schokol. Pfd. 1.20 Gef.Schok.- Plättchen ffd 0.80 Kokosflocken gem..Pfd 0.60 Kokosflocken m. Schok. Pfd. 0.80 Halbmondkeksm.Schk.Pfd. 1.00 Herrenkringel........ Pfd. 1.00 Brustkaramellen..... Pfd. 0.50 Malzbonbon.......... Pfd. 0.50 Bienenbonbon....... Pfd. 0.50 Haushalt-Kakao.... Pfd. 0.50 Burgm.-Kakao.... Pfd 1.00 Burgm.-Creme Schok- 3Tfl 0.50 Burgm.-Krok.-Schok.. 1O0 gr 0.25 Fr. Blut- u, Leberwurst Speckwurst......... Fleisch wurst......... Hausm. Leberwurst Dampfwurst WienerWürstchen... Feine Leberwurst_____ Bierwurst............ Filetwurst Jagdwurst....... Streichmettwurst.... Schin'kenpolnische Ceryelatwurst!. Fettd. Speick mager 1.12, fett Gek. Schinken..... •••••••••■ Pfd 0.60 Pfd. 0.74 Pfd. 0.82 Pfd. 0.82 Pfd. 0.88 Pfd. 1.08 Pfd. 1.18 Pfd. 1.48 Pfd. 1.50 Pfd. 0.98 Pfd. 0.S8 Pfd. 1.18 Pfd. 1.58 Pfd. 0.82 Pfd. 0.40 KOLONIALWAREN OBST UND GEMUSE Auszugsmehl �Pfd.BeutU Kart. Mehl............ Pfd. Weizen-Puder....... Pfd. I Hartweizengrieß.... Pfd. I Burma-Reis...... pfd( Eier-Schnittnudeln.. Pfd. I Hartgrieß-Makkaronipfd.( Bohnen, Erbsen, Linsen an Pfd. I Mandeln, süß........ Pfd. Sultaninen........ an Pfd. 1 Korinthen........... Pfd.( Zitronat............... Pfd. 1 Aprikosen........ an Pfd. I Mischobst......... an Pfd.! Kaffee frisch geröstet an Pfd. 1 Apfelsinen......... 4 Pfd. 0.78 Blutapfelsinen..... 3 Pfd. 0.72 Joffa-Apfelsinen... 3 Pfd. 0.95 Kiochäpfel....... 3 Pfd. 0 98 Amerik, Tafeläpfel an Pfd. 0.38 Am er. Tafelbim. Pfd. 0.48, 0.35 Ananas..... an Pfd. 0.65 'Rot- und Weißkohl. Pfd 0.tt7 Sellerie............ 3 pfd. 0.20 Rosenkohl.......... 2 Pfd. 0.48 Blumenkohl....... an Kopf 0.30 Rhabarber...ca. 2 Pfd.-Bd. 0.38 Frische Fische preiswert in unserer Fischhalle V, Ds. Ds. V.Ds. • V, Ds. Vi Ds. Jg. Schnittbohnen Jg. Brechbohnen Jg. Wachsbohnen Spinat......... Junger Kohlrabi... Gemüse-Erbsen..... Vi Ds. Jg. Erbsen......... V, Ds. Jg. Erbsen fein....... Vi Ds. Kaiserschoten..... V, Ds. Gemüse-Erbs. m Kar.V, Ds. Karotten geschn...... Vi Ds. Jg. Karotten...... Vi Ds Gem. Gemüse V...»/, Ds. Gem. Gemüse____»/i Ds. Gem. Gemüse mittelf ViDs- Gem. Gemüse fein V, Ds. Rot-, Weiß- u. Grünkohl Vi Ds. Prinzeßbohnen mittel VlDs. Prinzeßbohnen extraf.1/! Ds. Brechspargel mittel.. Vi Ds. Stangenspargel... ViDs Stangenspargel«>/„ Ds. Stangenspargel mittel Vi Ds. Tomatenmark....... 3 Ds. Sellerie............. Vi Ds. Pflaumen mit Stein..>/, Ds. Kirschen mit Stein... V, Ds. Gem. Früchte ö F.... Vj Ds. Preißelbeeren..... 1/1 Ds. Mirabellen......... Vi Ds Apfelmuß extra...... Vi Ds. Birnen............... 1/1 Ds Erdbeeren........... Vi Ds. 0.35 0.38 0.48 0.40 0.33 0.46 0.50 0.85 1.15 0.48 0.25 0 48 0.56 0.66 0.84 1.20 0.33 0.80 1.60 1.59 1.28 1.65 1.96 0.20 0.55 0.60 0.88 1.05 0.90 0.92 0.80 1.20 1.30 Molkereibutter....... Pfd. 1.50 Tafelbutter........... Pfd. 1.58 Bratenschmalz....... Pfd 0.60 Margarine, Cocosfett Pfd 0.40 Pa. Bayr. Schweizer ptd 1.1 8 Emmenthal. o.Rd.,vollf Pfd 1.20 Tilsiter o. Rd, 200/0t Pfd.- Pak. 0.60 Geheimratskäse vollf. Pfd. 1.20 Feinster Butterkäse. Pfd. 1.20 Vollfetter Brie... Pfd 0.85 Steinbuscher vollfett Pfd. 0.88 Alpenkr.-Käsestreichf Schtl.0.25 Camembert vollf.Schacht.an 0.20 Harzer Käse.... Pfd.-Pak. 0.32 Eier reinschmeckand an 10 Sldt. 0.75 Frankfurter Apfelwein Ltr. 0.65 Bowlenwein 10 Ltr. 7.00 Ltr 0,75 Bockenheimer 10 Ltr. 9.50 Ltr. 1.00 Moselwein 10 Ltr. 13.50, Ltr. 1.40 Montagne(Rotw.)10Ltr.10.00,Ltr.1.05 Dürkheimer 10 Ltr. 9.00 Ltr. 0.93 Tarragona 10 Ltr. 10.00 Ltr. 1.05 Muskat.... 10 Ltr. 11.00 Ltr. 1.15 Wermut. 10 Ltr 11.00 Ltr 1.15 Douro Portwein 1 0 Ltr. 17.50, Ltr. 1.80 192? er Hambacher m. Fl. 1.10 1928 er Bechtheimer m. Fl. 1.10 Weinbr.Spezial 1 Ltr. m. Fl. 4.80 Weinbr.Verschn. 1 Ltr. m.FI. 4.30 Alter Korn. 1 Liter m. Fl. 3.75 Suppenhühner,..an Pfd. 0.94 Wolgahühner..... an Pfd 0.92 Poulets gefr......... an Pfd. 0.98 Mast-Puten....... an Pfd. 0.95 Hirschbraten....... an Pfd. 1.05 Hirschkeule........ an Pfd. 1.18 Hirschrücken...... an Pfd. 0.98 Rehkeule............ Pfd. 1.80 Rehblatt........... an Pfd. 1.08 Wildschweinkeule an Pfd 1.10 Kaninchen i. Fell..... Stück 1.50 Hasen gestr..ausgew. Pfd. an 0.82 Gänse n-s gefroren---- an Pfd. KARS Abschieds- Konzert SCHACHMEISTER Sonnabend 3—6 Uhr GEFLÜGEL u. WILD VELIK., RAUCHERWAR. Olsardin�n... 2 Dosen 0.85 Franz. Olsardinen. Ds. 1.00 Makrelenfilet in Tom. Ds. 0.55 Brieslinge in Ol u. Tom Ds. 0.65 Filethappen in Rem. Ds. 0.90 Salm.......... Ds. 1.50, 0.80 Sardellen.,........... Pfd 0.60 Div.Fisdimannaden V:Ur.-D«.0.48 1 Ltr. 0.78 Würstchen..... 5 Paar-Ds. 0.88 Gurk.-Sal.2Pfd D. 0.95,1 Pfd.D. 0.65 Heringssalat m.May. �Pfd. 0.45 Mayonnaise la..... Va Pfd. 0-50 Fettbücklinge........ Pfd. 0.26 Sprotten ca. 1 Pfd.- Kistchen 0.32 Schellfisch geräuchert Pfd. 0.45 L«ichty«rderblichG War« ist vom Vorsand ausgosdilosson Zusendung nur bei Bestellung von Mk. 5.00 an u-Bahnhof" hermankPlat 2. DE p. kar st adi- Bahnhof Freitag, iV 2 Staats-Oper Unter d. Linden 12—14 Uhr M-Iitt- Sohl 20—22 Uhr S.Sialonie-Konz. Leitung: Erich Kleiber staats-Oper »i» Platz der Rttnhlil. V-R 20 Uhr Die verkaufte Braut Oetfenll. Kartenvertauf Ende n.2ZI/2 Uhr Freitag. 27.2. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus IN 20 Uhr Tosca Ende g 22'h Uhr Staat). Schaospli. fj tan GandanieaaurUl. 154 A.-V. 20 Uhr Prinz Friedridi von Homburg Ende 221/2 Uhr Staat JcbiHater.Cliarltbg . 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uht Täqi. 5 u. 81* gomi. il. 5 a. 8" E 4. Alex- 8066 Nehm. 50 Pf.-t M., ahds. 1-2 M. Nur noch bis morgen I 4 Bronettm, Oollynoffs Jazz- und Tanz-Revue Daunton- Show. Kremo- Familie und weitere Attraktionen Das große Lach- und Sport- Programm im csi io WinNär • Garten- Sonnabend und Sonniag fe Z Vorstellungen— 4 a. 8.15 fj. 4 Uhr kleine Preise. Kleines Theat. Wich 2 Vorclellungen 7 Uht i x ist keinmal 9 Uhr liebe unmodern Grete Reinwald Will Kaufmann, Heinz Klubertanz Theat xottb. Tor Bottbmct Sir. 6. IflBl 88 Uhr auch So nt uchm. 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Fet-iuar, nachm.> lihr, im Krematorium Baumichulenweg statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsrcrwalhuif!. Nr. 97* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Kreiiag. 27. Februar 1931 Arbeiter und Bauern. Schluß der Landwirifchastsdebaite. Am gestrigen dritten Toz der Landwirtschaftsdebatte im Reichs- tag, über deren Beginn wir schon berichtet haben, empfahl Abg. Dr. Webcr-Pvtsdom(Staatsp.) feinen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften Weidebau mit Luzerne und kritisierte die Zollpolitik. Abg. von Schlange. Schoningen(Landvolk) verurteilte die An- griffe der äußersten Rechten auf Minister Schiele, dem er Dank und Anerkennung ausspricht. Neichslandwirtschafisminister Schiele: Die Wiedereinführung des zollfreien Gcfrierfleijchkontingents läßt sich angcfichls der llebcrprl>dullion an deutschem Bich aller Arten heute nicht verantworten. Der Antrag der GEG. auf Ein- räumung eines Vcrcdelungsocrkehrs für Flomen ist widerruflich be- willigt worden, aber es bedeute nicht ein Monopol für die GEG. Zwangsmittel will die Regierung keineswegs zur Durchführung des Generalbestellungsplans anwenden. Sie verläßt sich da aui die land- wirtschaftlichen Organisationen. Zur Senkung der Zinslasten sind ainter der Führung der Reichsbank in den einzelnen Landcstcilcn Verhandlungen teils durchgeführt, teils noch im Gange. In Oft- preußcn ist schon der Höchstsatz der Zinsen auf 10 Proz. festgesetzt worden. Darüber hinaus will die Regierung eine Erhebung über die Spanne zwischen den Zinsen herbeiführen. Damit soll der lieber- setzung der Zinsspanne entgegengetreten werden. Der Einheits- verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften hat sich zur Unter- stützung dieses Vorgehens bereit erklärt. Die Bestimmung, daß In Gastwirtschaften nur Roggenbrot gc- hallen werden darf, ist praktisch schon durch die vielen Ausnahmen aufgehoben. Zu warnen ist aber vor einer Aufhebung des Roggeitbeiinischungs- Zwangs für Weizcngroßbrot. Die Deulschnationalcn haben durch ihr Ausscheiden aus der Rc- gievung wegen des Locarno-Vertragcs sich der Mäglichkeit beraubt, die gegen landwirtschaftliche Interessen verstoßenden Handelsverträge rechtzeitig anders zu gestalten. Nun werde ich angcgrisscn, weil ich diese Vertragspolitik natürlich nicht mit einein Schlage ändern kann. Wenn man der Landwirtschaft helfen will, dann darf man sich nicht von dem Kompsplatz entfernen, auf dem um das Schicksal'der Land- Wirtschaft gerungen wird. Den Herren, die aus dem Sitzungssaal aus die Tribüne gestiegen sind, möchte ich zurufen: Laß es jetzt gut sein. Seni, komm herab, Mars und Kampf regiert die Stund« der deutschen Landwirtschaft! (Heiterkeit und Beifall.) Abg. Dr. Prüh(Volksnat.) verlangt, daß es dem Arbeiter besser ermöglicht werde, sich anzusiedeln, um so die mcnschenüberfiilltc Industrie zu entlasten und dafür den menschenarmen Osten mit einem neuen Stamm freier Bmiern zu bevölkern. Abg. huth(B. Vp.) beantragt, in Fällen eines dringenden Vc- dürsnisses die Zulassung von Ausnahmen von den Vorschriften der Notveroidirung über den Weizenausmahlungszwang. Er wendet sich wefter gegen die große Einsuhr von ausländischem Obst und Gemüse. Wenn jetzt im Reichstag manches nicht erreicht wird, was sonst für die Landwirtschaft erreicht werden könnte, so tragen die Schuld daran die Deutschnationalen und Nationalsozialisten, die sich aus der Kampf- front in die Etappe begeben haben. Sie werden von den Bauern die Quittung dafür erhalten. Abg. Frau Dr. Weber(Z.) bedauert, daß beim Etat des Er- nährungsministers zu wenig von den Konsumenten gesprochen wird. Der Minister sitzt hier nicht als Beauftragter der„Grünen Front", sondern des ganzen Volkes. Das Schicksal der deutschen Landwirtschaft ist zum großen Teil davon abhängig, wie die deutsche Hausfrau einkaust. (Sehr vichtig!) Es sollte vielmehr Ausklärungsarbeit geleistet werben im Sinne einer Bevorzung deutscher Produkte. Abg. Putz(Komm.) schildert das Elend der Klein- und Pacht- dauern, daß die agrarischen Behauptungen aller Jnteressengemein- schaft oller Landwirte Lügen straie und in Deutschland solche Au- stände berge, wie man sie Rußland nachsage. Nur der aemeinsame inafchinelle Betrieb, die Sozialisierung könne dem Kleinlandwirt gegen di«� moderne übermächtige preisdrückende und dabei sehr ein- trägliche überseeische Großbetriebskonkurrenz helfen. 432 Millionen Dufhel Weizen können in der well nicht unter- gebracht werden, aber Millionen Menschen hungern. Nach dem Sowjetplan soll 1934 auf den Staatsgütern ein Mann für die Bedienung von 220 Hektar ausreichen, da wind— wie Professor Fehr richtig gesagt hat— der Arbeitslohn im Getreidepreis keine Rolle spielen. Die Angaben des Dr. Baabe im Roggenausschuß erweisen chn als den Märchenerzähler, wie er sich selber genannt hat. Die Zwangsarbeitshetze gegen Rußland ist ein Teil des Kampfes gegen den Funftahrplan. k»»c>«ingsn von Mk.1.10«n: Waoholder-Sohokolade, der naturolle Wacholder- Extrakt In Schokoladon-Uborzug, die bequeme Teechenpackung Mk.-.90. In Apoth. und Drpfl, eonat durch Otto Relehel, Berlin SO. Elsenhahnstr. 4. Abg. Lehmann-Frankfurt(Landvolk) verspricht von einer kräitig im Sinne seiner Partei betriebenen Agrnrpolitik die Beseitigung sowohl der Bauernnot wie der Arbeitslosigkeit: er beschuldigt oie Gegner Schieies auf der äußersten Rechten der Demagogie und des Verrats an ihren bäuerlichen Wählern. Zum Schluß ruft er dem Minister zu: Mark graf werde hart!(Zuruf van den Kommunisten: Solche Titelverleihunoen sind hier untersagt.— Heiterkeit.) Abg. kerth(Z.) tritt für Forderungen der Winzer ein. Abg. Frau Dr. Malz(O. Vp.) verweist auf die gewaltige Steige- rung des Obst-, Gemüse-, Butter- und Käsebezuges aus dem Aus- lande, wodurch die inländische Erzeugung goheirmil wird. Es gilt die Käufermoral zu stärken, aber auch die Jnlandsproduktion einheitlich zu sortieren, zu verpacken, kurz zu standardisieren.. Abg. Haag(DL.) bestätigt die Angaben des Abg. Putz über die Notlage des würllainbergischen Kleinbauern: der Kommunist Hörnte hat aber jede Stützung der Produktprcise eben dieser Bauern be- kämpft. Wovon soll denn der Bauer Steuern, Handwerker, Industrie- waren usw. bezahlen, wenn er nichts verkaufen kann, oder es so schlecht bezahlt bekommt? Die Rezepte, die uns Bauern hier so oft gegeben werden, können wir i» unserem parzellierten südwesddeutschcn Kleinbesitz nicht ausführen. Die Bauern und ihre Angehörigen werden sür ihre'Arbeit entweder gar nicht oder selbst unter dem Lohn sür ungelernte Arbeiter bezahlt: wir bringen also Opfer für die Allgemeinheit, nicht umgekehrt. Schließlich äußert der Redner als Weingutsbesitzer und Obstzüchter noch Wünsch« dieses Bernfes nach Erhöhung des Schutzes, Gleichstellung von Weiß- und Rot- Weinbau usw. Abg. Dr. horlacher(Bayr. Vp.) hebt hervor, wie die Landwirt- schaft unter der Arbeitslosigkeit leidet, weshalb sie auch an den Be- strebungen zu ihrer Behebung mitarbeitet. Die Einsuhrscheine für Rindvieh haben uns den alten Absatz im Saargebict und Elsaß- Lothringen zum Teil wiedergewinnen lassen. Abg. Märicke(Komm.): Der Vollstreckungsbcamle der Groß- gruttdbesitzsr, Minister Schiele(Unruhe rechts), hat kein Wort von den 3 Millionen Landarbeitern gesprochen. Das holt der Redner jetzt nach: er spricht besonders über den Lohnabbau. Natürlich unter- läßt er nicht, von„sozialdemokratischem Verrätertum" zu reden. Er bestreitet, daß die„roten Einheitsverbände" Ergebnisse komnrunisti- scher Spaltungsarbeit seien imd behauptet, unter der Führung der „sozialdemokratischen Bonzen" gingen die srcien Gewerkschaften an Mitgliederzohl ständig stark zurück. Mit dem Streikverbot seiner Satzungen stützt der Deutsche Landarbeiterverband die Großgrund- bcsitzer: er vertröstet die Arbeiter mit ihren Lohnforderungen auf die Zeit, wo die Landwirtschaft wieder rentabel sein werde. Damit schließt die Berawng: die Abstimmungen werden auf Dienstag verschoben: nächste Sitzung Montag, lö Uhr: Haushalt des Innen:. Schluß nach 17 Uhr. Solidarität mit den Erwerbslosen. Ein Beispiel wie RGO.-Helden sie auffassen. Die Berliner R o rd- S üd- B a h n A.-G. hat unter anderem auch eine Abteilung für Ausführung von Steinsetzarbeiten, in welcher zeitweise eine ganze Anzahl Steinsetzer und Berufs- genossen beschäftigt wurden. Der Mangel an Mitteln brachte es mit sich, daß, trotz ausreichender Arbeitsmöglichkeit, die Belegschaft dieser Abteilung aus die Hälfte verringert wurde. Die Organisation, der Zentralvcrbond der Stcinarbciter Deutschlands, setzte alle Hebel in Bewegung, um durch eine Arbeitszeilverkürzung Entlassungen zu verhüten oder soweit solche bereits vorgononunen waren, sie durch Wieder- oinstellung rückgängig zu machen und durch Neucinstellung Arbeits- lose unterzubringen. Verhandlungen mit der Betriebsleitung, dem Laridesavbeitsamt und den Vertretern des Oberpräsidenten brachten«ine V e r st ä n d i- g u n g, daß durch Einführung der32-Stundcn-Woche eine Anzahl Arbeitsloser wieder eingestellt werden sollte. Bei der Rücksprache mit der Betriebsvertretung der Steinsetzer- gruppe äußert« aber bereits der RGO.- Mann Anders, Bczirksverord neter in Neukölln, in Gegenwart des Vertreters der Geschäftsleitung, wenn er mir vier Tage arbeiten solle, dann wülde er lieber stempeln gehen, da er dann besser wegkäme. Anders hätte bei viertägiger Arbeit, immerhin noch einen Wocheirverdienst von 57 M., zuzüglich 1,60 M. Fahrgeld. Da aber auch von den anderen Mitgtiedern der Betriebsoertretung Bedenken geäußert wurden, ob die Belegschaft dem Vorschlag aus Einführung der Viertagewoche zustimmen würde, wurde darüber verhandelt, die Fünslagewoche einzuführen. da auch dann noch die Gcschäftsleitung bereit war, eine Anzahl Arbeitsloser neu einzustellen. In einer Betriebsversammlung sollte darüber abgestimmt werden. Run geschah folgendes: Zu der Betriebsversammlung am 25. Februar trat wiederum der kommunistische Bezirksocrordnete. RGO.-Mann und Edelkommunist, der Steinsetzer Fritz Anders aus und sprach sich gegen die Einführung der Fünstagewoche aus, so daß diese mit Mehrheit abgelehnt wurde. Wenn ein Hilfsarbeiter, dessen Verdienst in fünf Tagen auf rund 40 M. herabgedrückt wird, dagegen stimmt, kann man dies noch verstehen. Bei dem Steinsetzer Anders hätte aber bei fünf Tagen der Verdienst immer noch 68,80 M., zuzüglich 2 M. Fahr- geld, also 70, 8 0 M. betragen. In beiden Fällen wären natürlich noch die Sozialbeiträge abzuziehen, so daß A. immerhin noch 6�, 6 0 M. ausgezahlt erhalten hätte, wozu bei ihm noch die Diäten als Bezirksoerordneter kommen. Gegen die Einführung der Fünftagewoche stimmten aber auch die Vorarbeiter O. Schemin ski und H. Bartel, deren Lohn noch etwas höher liegt. Sehen wir uns dies« bereits jahrelang im Betrieb beschäftigten Leute eimnol etwas näher an. Der Führer der RGO. bei den Berliner Steinarbcitern. der Steinsetzer Anders, hat noch im Krisen- jähr 1930, d. h. von November 19'29 bis lllovembcr 1930, 230315 Stunden— 48 Wochen zu 48 Std. gearbeftet, in dieser Ze-it einschließlich lieberstunden und Nachtzuschlägen rund 4100 M., d. h. pro Woche 85,50 M.. zuzüglich 2,40 M. Fahrgeld, also 8 7,90 M. verdient. Dazu erhielt er zu Weihnachten 130 M. Ferien- geld(Wohlsahrtsgeld) ausgezahlt. S ch e m i n s k i hat gar 234715Stunden gearbeitet, rund 4250M. verdient, dazu pro Woche 2,40 M. Fahrgeld und zu Weihnachten 138 M. Fcriengeld erhalten. Bei Bartel kommen 248015 Stunden in Frage, entspricht mit Zuschläge» einem Verdienst von rund 4700 M., zuzüglich Fahrgeld und 153 M. Ferieiigeld. Das ist nun die von der KPD. und ihrer RGO. so oft gepredigte Solidarität mit den Arbeitslosen, daß man sich weigert, einige Wochen mit einem etwas niederen Lohn zufrieden zu sein, der immerhin noch das Drei- bis Sechssgche dessen ausmacht, was ein langfristiger Erwerbsloser erhält. Hunderte und Tausendc Arbeitsloser liegen monate- und jähre- lang aus der Straße. Jeden Augenblick werden sie zu D c m o n- strationen mißbraucht, um das Parteisüppchen der KPD. und RGO. zu koche». Wenn aber von der Gewerkschaft verlangt wird, sür die verelendeten Arbeitslosen praktische Hilse und Solidarität zu zeigen, dann machen diese Herrschasten nicht mit. Wir machen be- sonders darauf ausmerks am: die G es ch ä f t s l ei t u n g war mit der Verkürzung der Arbeitszeit einverstanden, nur durch die Agitation dieser Bctriebsratsmitglieder und RGO.-Leutc wurde'sik' verhindert. �'.; In derselben Betriebsvevsaminlung wurde aber aus Vorschlag desselben„Revolutionärs" ein anderer RGO.-Mann als D e l e g i e r- t e r für den Anfang März geplanten Kongreß der RGO. ge- wählt, dessen Tagesordnung unter anderen Punkten auch die Forde- rung der Einführung des Sieben st undentages vor- steht. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.— Wo sitzen also die Verräter der Arbeitslosen? Es ist unerläß- lich, die Arbeitslosen endlich aufzuklären, daß nur die freien Gewerkschaften es find, die ernstlich versuchen, den Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit durchznführen und wenigstens einen Teil der Arbeitslosen irr den Produktionsprozeß wieder einzureihen und fö den Arbeitslosen wirklich zu Helsen anstatt sie mit„revolutionären" Redensarten zu füttern. Msch''Ddnmßofinmkaffeß /mfKathreiner.Otf ift gefünder-iM das koßet (erfmdütjerweife/) weniger als die�üljie• Das sind die vier Salamander- Preise 1 yJ 12 15 1 18 1 'V? v\ Kein höherer Preis mehrl SALAMAND Damen-Strümpfe und Herren-Socken in allen modernen Farben 21- Andrem tlagy: Das fMMi desffil Aus den Erstählungen des TtliloSch JßokHfch (Schluß.) Auerst sah ich einc enorme Steinmoucr, die sich in der Unendlich- keit verlor, von einem Bnrggraben umgeben. Neben dem riesigen Tor wachte eine himmelhohe Turmbastci, und das Auto mußt« so lange warten, bis der Wächter die Zugbrücke herabließ. Als wir dann durch die Torcinsahrt kamen, sperrte ich Mund und Augen auf vor Staunen. Hinter der Steinmauer war ein Hof, so groß, wie... wie... sehr groß. Das Gan�e war im V«rsailler Stil«rbaut, mit Marmorbassins, Statuen, Vasen und Terrassen vollgepfropft. In der Mitte des Hofes stand ein enormes Marmorpalms, starrste Gotik mit anmutigstem Rokoko wild vermengt. Und was mich am meisten überraschte: alles war echtl Die gotischen Steinblöcke waren zer- bröckelt und mit Moos überzogen, und der Rokokomarmor wies Sprünge auf, die Merkmal« vieler vergangener Jahrhunderte.'Vom Doktor erfuhr ich den Grund: Diese Steine waren stückweise aus dem alten Europa geliefert worden, auf Mr. Cartels Wunsch. Als unser Auto vor dem Tor des Palastes hielt, nahm uns ein feierlicher Lakai in Empfang und führte uns in die Halle, die so groß war, wie das Inner« der Peterskirche in Rom. In der Mitte hing ein Kronleuchter herab, mit Kerzen so groß wie slowakische. Fichten. Ueberhoupt schien diese» Palais für Riefen angefertigt, die Türen waren so breit, daß ein Heuwagen bequem durchfahren konnte, und die Türklinken so hoch, daß zwei Männer sie nicht hätten greifen können. Ich sah dort zum Beispiel ein Malachitbasstn. von dem sich herausstellte, es sei ein Aschenbecher, und die Sessel waren ganz eigen« Gebäude. Wir gingen durch ungezählte Säle, und mir war schon schlecht von den vielen Gobelins, Fresken, Vergoldungen, die hier aufge- stapelt waren. Obwohl ich die Säle des Louore, Vatikan und Prado so genau kemre wie meine Tasche. Nachdem wir eine Flucht von Sälen durchquert hatten, kamen wir zu einer kleinen Türe, und hier hörte der sinnlos« Luxus plötzlich auf. Wir kamen in einen weißen Badesaal, wo sich Duschen und wassergefüllte Becken befanden. Hier mußten wir uns entkleiden, und der Lakai stopfte unser« Kleider in«inen hermetisch verschließ- baren Stahlschrank und ließ sie mittels eines schlauen Versenkungs- apparates unter die Erde verschwinden. Ich sah meinen Fetzen mit saurem Gesicht nach, aber der Doktor beruhigte mich: „Nur keine Angst, Sie erhalten alles wieder zurück, wenn wir das Haus verlassen. Es wind nur entlaust." Er stellte mich unter die Dusche und machte mich darauf auf- merksam, ich sollte vom Wasser nicht trinken, weil Sublimat darin gelöst sei. Nach der Dusche tauchten wir einmal durch das Becken, und als wir trocken waren, zogen wir Papierkleidung und Papier- Pantoffeln an. So gingen wir weiter. Wir gingen einen langen, schmalen Korridor entlang, der mit seinen abgerundeten Ecken wie«in Rohr wirkte. Die Wände waren mit glänzendem weißen Lack überzogen, der Fußboden bestand aus geschliffenem Glas. Fenster gab es nirgends. Hinter Milchglas- schirmen oerbreiteten mächtige Quarzlampen künstliches Sonnenlicht, und stellenweise mündeten Trichter in die Wand, zu Dentilations- zwecken. Me ich vom Doktor erfuhr, war die einströmende Lust von bervorragenden Chemikern zusammengestellt, die daraus achteten, daß keinerlei fr«nd«. schädliche Stoffe darin enthalten waren. Aus dem Gang gelangten wir in den Empfangssaal, der eben« felis weiß lackiert war. Hier war eine schwer« Stahllüre in die Wcmd eingefügt, und dar Doktor sagte, einen Finger auf die Lippen gepreßt ehrfürchtig: ..Das ist Mr. Cartels Zimmer. Wir müssen warten." Tiefe Stille herrscht« hier, aber dieses Schweigen war durch. woben von leisen, unbeschreiblich süßen Melodien, gleich den blassen lssnien. die den Carraramarmqx durchzogen. Und märchenhaft« Düste schwebten in dieser Lust, wie ferne, ahnungslos« Reminiszenzen. Wie -ch erfuhr, wurden in der Zentrale der Luftfabrik die Düste der teuersten Blüten und das Spiel der berühmtesten europäischen Birtuosen in jene Atmosphäre gemengt, die Mr. Cartels Lunge ernährte. Die Türe öffnete sich und«in hochgewachsener, stattlicher, be» brillter, weißbärtiger Herr trat«in. Ich konnte sein Gesicht zur Ge- nüge aus den Zeitungen. Es war Mr. Hammsrick, der weltberühmte Dozent des Rockeseller-Jnstituts, der unsterbliche Biologe, der durch seine wissertf chastlichen Entdeckungen die Heilkunst viele Meilen we-iter gebracht hatte. Er hatte jetzt seine Forschungen endgültig unter- krochen und war Chef jenes Aerztekollegiums geworden, das über Mr. Cartels Gesundheit wachte. Er schüttelte mir freundlich die Hand, als uns der Doktor be- kanntmacht«, und setzte sich zu uns. „Wir müssen warten, Mr. Eortel ernährt sich gerade." Es war ihm die Freude anzumerken, endlich unter Menschen zu kommen und nach Herzenslust plaudern zu dürfen. So erfuhr ich eine ganze Reihe vertraulicher Kleinigkeiten über Mr. Cartel. Ich erfuhr zum Beispiel, daß Mr. Cartel von Muttermilch er- nährt wurde und daß zu diesem Zwecke ständig sechzehn ausgewählte Rossemütter im Schloß gehalten wurden, deren Kinder in einem zu diesem Zweck gegründeten Säuglingsheim künstlich aufgezogen wurden. Die Aerzt« erhielten ein Einkommen, das sich von Jahr zu Jahr quadratisch steigerte. Mr. Cartel wünschte programmgemäß ein Alter von hundert Jahren zu erreichen, denn er hatte berechnet, daß es ihm bis zu diesem Zeitpunkt gelingen werde, Rockefellers Vermögen zehnfach zu überbieten. Endlich hörte man leises Klingeln aus dem Nebenraum. Der Professor sprang aus und sagte freundlich zu mir: „Warten Sie. bitte, erst will ich Mr. Eartel melden, daß der erwartet« Bluttransport aus New Bork eingetroffen ist." Er trat ein und winkte nach ein paar Augenblicken, daß ich kommen könne. Befangen ging ich hinein. Efi war ein ganz kleines. kugelförmiges Zimmer, ebenfalls weiß lackiert, mit Glasboden. In der Mitte saß zusammengekauert in der Ecke eines enormen Lehn- stuhls kompliziertester Konstruktion Mr. Cartel. Ich erschrak bei seinem Anblick. Er sah aus wie ein leerer Tabaksbeutel. Sein« Haut war gelblichbraun vom vielen Quarzlicht, aber so faltig und nrürbe, als wäre gar nichts dahinter. Als ich eintrat, drehte er mir feine leblosen furchtbaren Augen zu, steckte ein« spitz« Zunge zwischen den blutlosen Lippen hervor und leckte sie wie«in Gourmand. Psüh, war er häßlich! Ich bin nicht sehr etepetete, aber ich schauderte bei dem Gedanken, daß mein ängstlich gehütetes Blut in diesen elenden Schlauch gefüllt werden sollt«. Sie arbeiteten richtig amerikanisch, ohne Ausschub und ohne Mätzchen. Ich mußte mich neben den Lehnstuhl setzen und der Pro. fessor stellte einen geheimnisvollen Apparat auf, der offenbar zu diesem Zweck konstruiert war. aus Kautschuk, Glasröhrchen und Platinschrauben. Das«ine Ende der Vorrichtung stach er in die Schlagader meiner linken Hand, das andere Ende steckt« er in Mr. Tartels Acksselhühl«. Mit einer Drehung brachte er einen gut aussehenden, kleinen Motor in Gang, der mein Blut surrend ü» Mr. Cartels platte Adern hinübertrieb. In der Mitte des Apparats war eine Uhr, die genau anzeigte, wieviel Blut abfloß. Unaussprechlicher Stolz schwellte meine Brust, als ich dort neben diesem elenden Mcnschenwrack saß und zu spüren begann, wie aus meinen elastischen Adern das frisch«, heiße Blut in seinen Körper hinübersloß. Ich fühlte mich wie ein reicher Maharadscha, der aus dem Ueberfluß seines Blutes diesem Elenden ein sürstliches Ge- schenk übergab. Der kleine Motor surrt« leise, der Uhrzeiger bewegte sich langsam vorwärts. Er zeigte erst zweihundert Kubikzentimeter an, und schon begann ich mich komisch zu fühlen. Ich schien im wahrsten Sinn« des Wortes ein aufgeblasener Ballon zu sein, aus dem durch ein kleines Loch der Atem zu schwinden begann. Ein merkwürdiges Schwindel- gefühl durchfuhr mein Hirn, wie die Schatten drohender Wolken, und das unaussprechlich« und unsichtbar« Etwas, das den Menschen auf- recht hält, schien von Stufe zu Stufe in mir einzustürzen. Und ich sah voll Erstaunen, daß in demselben Maße, in dem ich verfiel, Mr. Eartel aufblühte. Auf seinen Backenknochen dämmerte gesunde Röte, sein« Lippen schwollen an, sein« Augen wurden lebendig und seine Gestalt begann sich zu strecken wie ein Luftkissen. Wir mochten beim sünshundertsten Kubikzentimeter sein, als er plötzlich mit schneidend dünner Stimme zu sprechen begann: „Stop! Wieviel haben Sie mit diesem Menschen vereinbart?" Der Doktor stellte die Maschine ab und stotterte erschrocken, als antworte er auf eine Prüfungsfrage des gestrengen Lehrers: „Zehn Dollar pro Kubikzentimeter." Das Gesicht des Bleikönigs verzerrte sich und er röchelte wütend: „Ihr wollt mir das Geld aus der Tasche stehlen? Ihr wollt mich zugrunde richten? Zehn Dollar? Für so minderwertiges Blut? Sechs will ich dafür geben, nicht einen Cent mehr! Sonst lassen wir's lieber!" Mein Kopf schwindelte hundemäßig vom Blutoerlustt, aber ich wußte, daß ich jetzt stark sein müsse, sonst betrog mich dieser Gauner. Ich nahm also alle meine Kraft zusammen und sagte mit starker Stimme: „Mit mir wurden zehn vereinbart! Keinen Cent weniger! Wer hat schon so was gehört? Denkt der Herr, ich hätte mein Blut ge- stöhlen?" Jetzt begann— ich gesteh' es offen—«r» häßlicher HenW zwischen uns beiden. Wir näherten uns einander erst mit«men� dann mtt einem halben und schließlich mit einem viertel Datov und garnierten jedes unserer Angebote mit den übttchcn Beteuerungen. Schließttch reckte sich Mr. Cartel hoch und kreischte nnt furcht- barer Stimme: „Sieben Dollar fünfuiidsiebzig Cents. Mehr geb' ich nicht, beim Leben meiner Kinderl Wenn es Ihnen nicht paßt, auf Wiedersehen!" Ich erschrak ernsttich bei diesen Worten. Schließlich hatte er es leicht, denn wenn ich nicht wollte, fanden sich sicher tausend arme Teufel, die ihren Blutüberfluß gern um weniger verkauften. Ich bruminte also besiegt: „Allright! In Gottes Namen denn siebenfünfundsiebzig..." Siegerlächeln huschte um die Lippen des Bleikönigs, und der Doktor brachte den Motor wieder in Gang. Ich begann furchtbor schwach zu werden. Meine Augen flimmerten, mein Kopf sank herab, tödliche Müdigkeit begann meiner Herr zu werden. Ich zwang das Bild jener kalifornischen Farm vor mein« Augen, um mich einigermaßen am Leben zu erhalten. Und währenddessen sah ich unentwegt nach dem Zeiger, der immer weiter vorrückt«. Endlich waren tausend Kubikzentimeter erreicht. Ich seufzte erleichtert auf, aber der Bleikönig schrie mich mit starker Stimme an: „Halt! Noch zweihundert Gramm!" Jetzt wurde ich wütend. Mit der geringen Kraft, die mir noch verblieb, ächzte ich, ich hätte genug, ich könne nicht weiter, wir hätten tausend abgemacht, zu mehr sei ich nicht verpflichtet. Natür- lich weinte ich das mit armseliger leiser Stimme vor mich hin, denn ich konnte mich kaum noch einer Ohnmacht erwehren. Aber um so stärker fear der Bleikönig. Er brüllte unerbittlich: „He, Doktorl Dann lassen Sie das ganze Blut zurück! Entweder noch zweihundert oder ich verzichte auf das Ganze!" Ich fluchte fürchterlich. Aber ich konnte meinen Fluch nicht mehr beenden. Ich verlor das Bewußtsein. Ich erinnere mich nur mehr dumpf, als wäre es im Fieber geschehen, wie sie mich an- kleideten, ans einen Wagen verluden und irgendwo weit, weit fort- schafften. Als ich erwachte, lag ich in der Nähe einer kleinen Bahnstation auf der Erde. In meiner Tasche befanden sich hundert Dollar und eine Fahrkarte dritter Klasse bis New Aork.(Hier schlug einer der An- Hörer mit der Faust auf den Tisch: Lüge nicht, du Gauner! Es gibt keine dritte Klasse auf den amerikanischen Bahnen!) Lokitsch erwiderte ergeben: Ich war vom großen Blutverlust etwas wirr im Kopf. Möglich, daß ich mich täuschte.) sbuch auf den Namen K urt N e u m a n n ab. Dieser angebliche Schwarz-Neu- mann war also ein Spitzel der RGO.! In rasender Flucht verließ«r das Gewerkschaftshaus, mn der Feststellung seines wahren Namens zu entgehen. Das nennt man in der KPD.„revolutionäre Klaflenkämpser". Absage an die Spalier. Vie VeiriebSräte im Gesamwerband zu den Wahlen. Eine gut besuchte Vollversammlung der Betriebsräte im Gesamtverbond tagte am Montag im großen Saal der Kammersäle zur Entgegennahme eines Berichts über die Reichs- konferenz für Betriebsvertretunaen im Gesamtverband und zur Stellungnahme zu den Betriebsrätewahlen 1931. In kurzen aber eindringlichen Ausführungen legte hierzu der Betriebsrätesekretär des Gesamtoerbandes, Genosse S e h n e r, der Versammlung dar, daß die diesjährigen Betriebsrätcwahlen erfolgen müßten in der Situation einer auf der Arbeitersst�ft lastenden Wirtschaftskrise von noch nicht dagewesenem Ausmaße, unter deren Ausnutzung die Unternehmer in konzentrischem Angriff einen unerhörten Wbau der Löhne und Gehälter, Verschlechterungen der sozialpolitischen Gesetzgebung, Abbau der tariflichen und sonstigen Rechte der Arbeiterschaft durchzusetzen versuchten. Gegenüber dieser für die Arbetterschaft außerordentlich ernsten, gefahrvollen Situation müsie mehr denn se Wahrung der gewerkschaftlichen Einigkeit das Gebot der Stunde sein, vor allem auch bei den Betriebsrätewahlen. Gegenüber den Ver- suchen der Kommunisten und Nationalsozialisten, unter Ausnutzung der gegenwärtigen Situation Profelyten für Aufstellung kommunistischer oder nationalsozialistischer Vorschlagslisten zu den Betriebe- rcstewahlen zu machen, müsse es Aufgabe der frotgewerkscheftlichm Betriebsräte sein, den Belegschaften das wahre arbeiterfeindliche� Gesicht dieser„Auch-Arbeiterparteicn", die Verlogenheit und Unsinnig- keit ihrer Parolen, die Unvereinbarkeit ihrer Parteibestrebungen mit wirklichen Arbeiterinteressen aufzuzeigen und alles daranzusetzen, daß die diesjährigen Betriebsrätewahlen zu einem machtvollen Zeichen der Einigkeit und Geschlossenheit der freigewerkschaftlichen Arbeiterschaft in den Betrieben werden. Nach einer regen Aussprache, in der unter anderen einige„oppo- sitionelle" Kommunisten gegen das Vorgehen der KPD. bzw. RGO. bei den Bctriebsräiewahlen auf das schärfste Stellung nahmen, wurde eine Entschließung im Sinne der Ausführungen des Refe- rcnten e i n st i m m i g angenommen. Wenn die Organisation stark ist. Jahresbericht ver Tabakarbeiter. Zum erstenmal legt die Berliner Zahlstelle des Tabakarbeiter- Verbandes vor ihren Mitgliedern in einem gedruckten. Jahresbericht Rechenschaft ab über ihre Tätigkeit. Diese Neuerung ist ober auch nach außen ein sichtbares Zeichen dafür, daß sich die Berliner Tabakarbeiterbewegung nach der jahrelangen kommunistischen Luderwirt fchaft wieder in Händen befindet, die eine Orza- nisation richtig zu führen vermögen. In dem Jahresbericht wird zunächst ein« ausführliche Darstellung der damals auch im„Vorwärts" eingehend besprochenen skandalösen Vorgänge gegeben, die zunächst zu der Absetzung der kommunistischen Ortsoerwaltung und schließlich zu der Einsetzung und späteren Wahl der Genossen Reckes, Fischer und Genossin Tobies zu Bevollmächtigten führte. Die Flut der Lügen und Verleumdungen der abgehalfterten kommunistischen„Führer" der Ortsverwaltung und ihres geringen Anhanges brach sich an dem unerschütterlichen Willen der neuen Berwaltung> die Berliner Tabak- arbeiterbewegung frei von dem kommunistischen Phrasengebimmel und wieder stark für die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder zu machen. Der Versuch der Spaltung der Zahlstelle durch die RGO. ist kläglich gescheitert, so daß heut« in den Mitglieder, und Funktionärversammlungen eifprieß- liche Arbeit geleistet werden kann. Die schon seit Iahren ungünstige Beschäftigungelage in der Berliner Zigarettenindusttie Hot sich auch im Borjahre infolge der weiteren steuerlichen Belastungen und der aufs äußerste gesteigerten Rationalisierung noch mehr verschlechtert. Allein durch dt« Still- l eg u ng der bekannten Zigarettenfabriken M a n o l i und Massary, deren Personal zunächst von der Firma Iosetti übernommen wurde, ist die Zahl der noch im Januar 1930 in allen drei Bettieben beschäftigt gewesenen Arbeiter und Arbeiterinnen bis zum Oktober des Vorjahres von 1560 aus 1015, also um 545 zurückgegangen. Auch während der Hochkonjunktur im November 1930 ist die Zahl der Beschäftigten nur wieder auf 1208 gestiegen. Nicht organisiert waren je nach der Gesamibefchästigungszahl rund 7 bis 16 Proz. Trotz der nicht sehr rosigen Beschäftigung ist es daher der Organisation gelungen, noch im vorigen Jahr eine wöchtenliche Lohnerhöhung für die Arbeiterinnen von 1 M. und für die Arbeiter von 2 M. herauszuholen, sowie die von den Unternehmern geplanten Verschlechterungen des Manteltarifvertrages abzuwehren. Auf die schlecht« Veschäftigungslage ist der Verlust von 322 Mitgliedern im Berichtsjahr zurückzuführen. Die Zahlstelle hatte zu Ende des Vorjahres 3075 Mitglieder, darunter 2882 weibliche. Dciß die Organisation finanziell gut fundiert ist, beweist die «fc» erxmignis dar arfurtar rnacha- aitchaa schohfabrilc a.-g, arfiir». ein quoll töharzawgnis, baster arfurterl traditio»» der ersten Schuhfabrik mit flla6-| verfahren(ford-system) gesetzlich gesth.S — das erzeugni« wurde bisher ousschnefi-l steh i» den besten und größten schuh? geschflften des In- und ausländes bisj 50*/0 teurer verkauft— so In den füh-| renden geschöften berüns, pari,' etc.— j wir gehen von jetzt ab einen neuen weg! und bringen unsere modernsten quaii-d töls erzeug nisse bis 50% billiger» direkt ab fabriki direkt du pubnki wir schalten aus: jeden Zwischenhandel— besoedere Verkaufsgesellschaften— teere ladenausstattungen- schaufenster- e brich tung e*— jede unnotwendige wir ermögtichen ihnen > 1 jri I ||h/VJI �11 arminarm! bessere schuhe billigere schuhe und mehr schuhe «e kaufe® mehr crbeltertr? arbfthT brat. 1 Ifiipzifler stuQe ecke wilheimstra schuhe Isind in 6 weiten c-h resp. J 3-8 fabriziert, jeder ein» -seine ortikel in mlnde» j stens 4 weiten, deshalb j nicht bloß fOr sehmale ) und breite füße passen» j de schuhe, sondern in j jedem einzelnen faste bessere passform 'bessere fformbe- | ständigkell bessere Ihaltbarkelt wer bisher teure schuhe kauf»e,kaonfOr dos gleiche geld mehr schuhe kaufen,wer bisher billige schuhe kaufte, kann für dos gleiche geld hochwertige schuhe kaufen I\f\\m wAfl W Potsdamer strafle 29 orlginalffabrlkprels+ 75 pffennlg i r e k t Tatsache, daß trotz der hohen Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung, Weihnachtsunterstützung usw. sich der Bestand der Lokalkasse im Lause des Berichtsjahres nur um 259 M. verringerte, mithin am Jahresschluß einschließlich der zinzbringend angelegten Gelder 22 731 M. betrug. Alles in allem darf ohne Ueberhebung gesagt werden, daß die feit verhältnismäßig kurzer Zeit amtierende„reformistische" Orts- Verwaltung bewiesen hat, daß sie den Anforderunzen, die an ver- antwortungsbewußte Gewerkschaftsführer gestellt werden, in jeder Beziehung gewachsen ist. Vereinigte Abbau-Stahlwerke. Sie wollen 150(1 Äergleute aufs Pflaster werfen. Hamborn, 26. Februar. Am Donnerstag wurde bei der Bergbaugruppe Hamborn der Bereinigten Stahlwerke A.-G., Düsseldorf, unter dein Vorsitz des Oberbergrats Sommer vom Oberbergamt in Dortmund über die Teilstillegungsanträge der Bereinigten Stahlwerke oerhandelt, wo- nach am 1. März 1599 Bergleute der Schächte 4/8, 3/7, Beecker- werth und Weftcnde zur Entlassung kommen sollen. Die Gewerkschaften und Betriebsvertreter er- hoben Einspruch gegen die Abkürzung der Sperrfrist, so daß die Entlassung der bereits gekündigten Bergleute erst am 14. März erfolgen würde, falls nicht noch nachträglich eine Verkürzung der Sperrfrist erfolgt. Die Kürzung der Texiilarbeiterlöhne. Verbindlichkeitserllämng soll nachhelfen. Der Schiedsspruch für die s ä ch s i s ch- t h ü r i n g i s ch e n Webereien vom 29. Januar, der ein« Herabsetzung der Zeitlöhne van 6,1 bis 6,4 Proz. mit Wirkung vom 12. Februar 1931 ab vorsah, ist vom Reichsarbcitsministerium für verbindlich erklärt worden. Bon der Lohnkürzung, die bereits im Laufe dieser Woche erfolgt, werden etwa 25 999 Arbeiter betroffen. Die Schiedssprüche für W e st s a ch s e n mit einer Kürzung der Grundlöhne von fünf bis sechs Prozent und einer Neuregelung der Ueberarbeit wurden von den Arbeitern abgelehnt. Der Reichsarbeits- minister hat sie für verbindlich erklärt. Ein Schiedsspruch für Baden sieht eine Lohnkürzung der bis- herigen tariflichen Sätze um fünf Prozent vor, und zwar sowohl der Zeitlöhne wie auch der Akkorddurchschnittslöhne des bisherigen Tarifes bis zum 1. Oktober. Tarifverhandlungen für Bielefeld, Gütersloh und Herford blieben ergebnislos, worauf der Schlichter die Parteien zum 3. März nach Dortmund geladen hat. Für die niedcrrheinische Textilindustrie, Kempen und Um- gcbung, wurde ein Schiedsspruch gefällt mit einem Lohnabbau von 6 Proz. ab 1. Februar, der jetzt verbindlich erklärt wurde. Skandalöse Opel-Wirtschast! 40000 lleberflunden im Januar. D a r m st a d t, 26. Februar. Die Sozialdemokraten haben im hessischen Landlag folgenden Antrag eingebracht: Schon seit Monaten werden bei der Firma Adam Opel A.-G. in Rüsselsheim lieber- stunden geleistet. Es wurde festgestellt, daß im Monat Januar mehr als 40909 lleberflunden geleistet wurden. Am Sonntag, dem 22. Februar, wurden 1609 Arbeiter zur Arbeit bestellt. Diejenigen, die an diesem Tage nicht zur Arbeit erschienen waren, wurden am daraussolgendcn Montag fristlosentlassen. Wir ersuchen die Regierung, alles zu tun, daß die Bestimmungen der Gewerbeordnung und des Arbeilszeilgesehes auch in dem Betriebe der Finna Opel eingehalten werden. Straßenvahnerstreik in Wuppertal Beendet Verbindlichkeitserklarung verhindert Solivaritatsakt. Wuppertal, 26. Februar. Der von der Belegschaft der Barmer Berg- und Straßenbahnen abgelehnte Schiedsspruch, der eine sechsprozentige Lohnkürzung vorsah, war bekanntlich vom Schlichter gestern für verbindlich erklärt worden. heute nachmittag fand eine Versammlung der Belegschafis- Mitglieder statt, in der über die Weiterführung des Streiks oder die Wiederaufnahme der Arbeit verhandelt wurde. Wie von der Bor- waltung mitgeteilt wird, wurde beschlossen, morgen früh die Arbeit in vollem Umfange wieder aufzunehmen. Deutscher Bekleiduna-arbeitcr-Verban!», ZZiliale Berlin. Aerrci!Ma»branck?c: ?onntog, 10 Uhr, Branli�nversammluiig im„Deutschen Snf", Luckaue? Etr. 13. DoqcfOvMurnfl; t. Wahl der Delegierten Zur Ibcncraloersaiumlung. 2. Bericht und Beschluftkassuna übet den Schiedsspruch. Rur Mitgiieder der Branche, welch« mit dcn Beiträgen nicht über 4 Wochen rückständig slird, haben Zutritt. Die Brauchcniommission. m EPD.'Buchdruckcr! Wichtige ssraktionssii-ung in folgenden Bezirken: k-l 2. Bezirk: Sonnabend. 28. ssebruar, lll'a Uhr, bei Julius Sachse, Lin. E5 dower Strafte l gegenüber Dahnhof Weddinal: 3. Bezirk: Eonnabend, M 35. lZebrnar, 19'; Uhr. Oranicnsir. 180; 6. Bezirk: Sonntag. 1. März. g in Ühr, im„Schultheift". Krcuzberg, Lichterfelder Str. 11—17; 8. Bezirk: ! t Sonnabend, 28. Kebruar, 20 Uhr, bei Kuftli. Scrmannstr. 73. Boll- ; Z ziihlrgcs Erscheinen erwartet Der Araktionssorstand. 01iuaendaruppe des�entralverbandes 9er Anqesieüten Heute, Drcitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Südwest: Jugendheim Borckslr. 11, 2. Hof, Oucrgebönd: 1 Dr.. Zimmer ä>. Wir lesen aus dem Buch„Aus der Art geschlagen".— Norden: Jugendheim Lorftingstr. 19. Vortrag:„Was ich im kcfängnis sah". Referent Wilhelm Lewinski.— Heute kommt die Pholo-Arbeitsgenreinschoft um 20 Uhr im Iugcndwarteraum unseres Verbandshaufes zusammen.— Heute tagt die Arbeitsgemeinschaft der Ostbczirke unter Leitung der Kollegin Ellert.— Lorten zur Iugendoorstellung der Volksbühne am 22. und 29. März sind zum Preise von 80 Pf. im Iugendsclretariat zu haben. lU»>o t. gJ C U 4/ "0 c-t-'S& g W E x r"® 'S""'SOS ® ch E. 3S jj— C M c*.« w «X X«7 0 N C 5 j n mi �"ö cna < es; n .32= — 41 0 r= d« = ö> S B 5 41® 3 B 3 3 «JeBB SüS 41 31 E X BiS-g j; 3t; da Preise nur Freitag und Sonnabend. Fleisch und leichtverderbliche Waren vom Versand ausgeschlossen. Mengen- abgäbe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung von 5,00 M. an Wurstwaren Rof- od. Leberw. pm. 0,68 LandleberwursiPki 0.82 Fleischwurst....pid. 0,82 Damp{wurst.„.Pfä. 0,88 Jagdwurst....... ph. 0,98 Mettwurst a""8!™: 1,04 FeineleberwurstPfd. 1,18 Teewurst........ Pia. 1,45 Gänsebrust i gi„Pf(i 2,30 Fetter Speck....pid. 0,82 Ootpreotoisctc Speiiol-Worstwiren Cer vel al o, soiami, Pfd. 1,38 Knoblauchwurst Pfd. 1 ,35 Filetwurst........ Pfd. 1,50 {{. Leberwurst... Pfd. 1,50 Kön igsbg.Fleck SD« 0,95 Kolonialwaren Bruchreis........ Pfd. 0,14 Italien ischerReispfd. 0,20 Haferjlocken...Pfd. 0,22 Eierbandnudeln pw. 0.44 Eierladennudelnpw. 0,48 Bruchmakkaronipw. 0,44 Viktoria-Erbsen pti 0.16 Bohnen u.Linsen ph 0. 1 6 Polierte Erbsen Pkd. 0,30 Backobst......... pfd.0,40 Pflaumen pfd.o,«,ii,3a.O,28 Ringap|elii»ii(oB..Pid. 0,62 Pfirsiche kiiifon, Pfd. 0,65 Aprikosen kaiif, Pfd. 0.72 Fischej Räucherwar. 'Zander gefroren, Pfd. 0,34 *GrüneHeringe3Pfd.0,42 *KabeIjau i.gam �.«0,24« *S€eladlSLg«ra.,P(d.T. 0,20 an 'Rotbars i.gaw.pn». 0.3 2 an 'Sehe I Ifisch iginz„Pfd.0,24 'Fischfilet....... Pfd. 0,36 'Hechle gefr„ Pfd.v. 0,48 an "Lebende Spiegelkarpfen«»0.90» Bücklinge........ pm. 0,26 Seelachs ger...... Pfd. 0,42 Schellfisch ger....Pfd. 0,46 Stückenflundern �0.50 Sprotten......... Pfd.0,32 Port. Sardinen�-«» 0.95 •In all. lUnsem ansser Ändrearatr. Fette und Käse Molkereibutter. Pfd. 1,50 Tafelbutter...... Pfd. 1.58 Margarine....... Pfd. 0,40 Romadour..... stflck0,15 Camembert stT.0,20*n Harzer............ Pfd. 0,32 Aügaaer Stangenkäse;«*, Pfd. 0,42 Frühslückskäse Holle ca.!>,» Pfd. 0.58 Tilsiler Tollfe«, Pfd.r. 0,88 an Sleinbuscher___ Tollfe«......... Pfd. r. 0,8 8 an Münslerkäse.... pid. 0,98 Dänisch. Schweizer 80°/»................. Pfd 0,80 Schweizer... Pfd.r. 1, 1 8 an WEINE ZUR KONFIRMATION! Preise ohne Flasche 1929 ar Llebfroumlich........... 1929er Alsterweilerer Letten.. 1929er Windeshelmer In den Felsen 1929er Treiser Treppdien od. Castel 1929 er Brauneberqer Riesling 1927er Sehlens Bödielheimer.. 1928er Erlauer Natur-Rotwein. Orlg. Insel Samos od. Alt. Malaga, is:en;;.:)".F|0j95 stel---- J 10 Flaschen 9,00 liiiKMs laga, dunkel J 10 Flaschen 14,00 1927er Graacher Himmelreich...........\ 1927er Winkeler Hasensprung.......... I Feiner alter Sherry..................... j Vermouth-Clnzano od. Cop-Desserlweln J 2,25 10 Flaschen 21,00 Frankfurter Aptelweln, herb......... Ür. 0.5» 5 Llr. 2,75 Roter Johannisbeerwein, süss........ Llr. 0,75 5 Llr. 3,50 Rhelnpffilzer Weisswein............. Llr. 0,85 5 Llr. 4,00 Roter Torragona, I. Qua'nai.......... Llr. 1,10 5 Llr. 5,25 Insel Samos, II. Qualliai............... Llr. 1,20 5 Llr. 5,75 Gold-Malaga, sehr gule. süsse QualHäl.. Llr. 1,60 5 Llr. 7,53 Ssudak Krim-Rolweln..............'ltH.1�5 10 PI. 12,00 Alusdlta Krlm-Deiserhreln.........'/> FL 1,50 10 R. 14,00 Deutscher'"Weinbrand................. Liier 4,60 Obst u. Gemüse Apfelsinen1'10'� Pfd. 0,78 Blutapfelsinen 3 Mi 0,72 laffa-OrangensPH. 0,95 Ktliforniicha Tafelbirnen..... Pfd. 0,38 Kaiserkronen..Pfd. 0,48 Ananas friBch, pid.». 0,65»n Bananen...... zpfd. 0,85 Ammikanlicha Tafeläpfel Pfd. 0,38, 0,48 Bayr. Rettiche stück 0,10 Rot-, Weisskohl Pfd. 0,07 Wirsingkohl....Pfd. 0,07 Grünkohl........ Pfd. 0,10 Schwarzwurzelnpid.0,22 Blumenkohl ropi.. 0,30an Konserven.,lDo5e Stangenspargelso/eol.öS Stangenspargel dann 1,45 Schnittbohnen....... 0,35 Kohlrabi i.Scheib.m.G. 0,33 Spinat................ 0,40 Qem.Qemüsefein.. 1,20 Berliner Allerlei... 0,70 Konsumgemüse ans getrockneten Erbsen",45 Preisselbeeren..... 0,90 Span. Aprikosen.. 0,98 Sauerkirschen...... 1,20 Morcheln vo«o 1,08 Änanasiiui»ji,5Scii.v4Ds.O,55 Wolgahühner gefroren, 0 92 Pfd. von � � Ä" an Hühner frlich g e b o h I a o h t• t, 0 94 Pfd. Ton~J| an Hirschrücken Pfd. Ton 0,98. Hirschkeulen Pfd. Ton 1,18 gestr. n. aasgew. Pfd. von Hasen 0,82.. Frisches Fleisch Kalbskamm o. Beilage, Pfd. t. 0,62 an Kalbsbrust od.»eken, Pfd. von 0,72 an Kalbskeulen w« 9 pid.«cüwer, ganz oder geteilt................... Ptd. 0,84 Kalbskotelett....... pfd,«n IJOan Kalbsrouiaden jiroin, pw.»n 1,20» Kalbsschnitzel..... Pfd. von 1,50»n Roastbeef o. Knochen.. Pfd. von 1,32 an Scliweinebaucho. Beilage. Pfd. 0,74 Schwesneschinken«. Beia.ptd. 0,86 Schweinekamm oder-tcbin, ohno Beilage...................... P(d. 0,88 Schweineschulferblatt Pfd. 0,78 Schweinekotelett.. pfd. von 0,90 m RÜCkenfett bratfertig........ Pfd. 0,64 Kassler mild............ Pfd. von 0,88 an Eisbein mit Spltibeln, gepöbelt, Pfd. 0,58 Hammeivorderfl. pid-von 0,90 an Schmorfleisch Kenle.o.Kn, Pfd. 1,16 Roulade...................... m 1,28 Suppenfleisch...... pid. von 0,68 an Schweineköpfe mit Backe, pid. 0,40 Hammelvorderfleisdi g»tro""..................... Pid. von 0,58 an Qetüns öens&iion: M« eginn beute ßemann Gieit- Serienverkauf Nr. 97* 48 Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Freitag, 27. Februar 4934 Elektrotechnische Ausfuhrrekorde Aber scharfer Kampf um die europäischen Markte zu erwarten. Im Iflhre 1930 betrug die deutsche Ausfuhr elektrischer M a- s ch i n e n rund 108 Millionen Mark oder 10 Millionen Mark mehr als im Jahre 19L9. Die Aussuhr elektrischer Geräte und Einrich- tungen ging von 481 auf nicht ganz 460 Millionen Mark zurück, also um etwa IS Millionen Mark. Beide Posten zusammen ergeben eine Summe von S73 Millionen Mark, das sind etwa 5 Millionen Mark weniger als im Jahre 19S9. Diese Ziffern sind noch nicht ganz vollständig. Rechnet man noch hierzu die Ausfuhr isolierter Drähte, elektrischer Kohle und einiger weiterer Warengruppen, so kommt man auf rund 630 Millionen Mark Elektroaussuhr, das sind etwa 8 Millionen Mark weniger als im Vorjahre. Der Ausfuhrrückgang betrögt also insgesamt nur etwa l'/? Prozent. Besonders angesichts der teilweise gesunkenen Preise ist dieser Aus- fuhrrückgang als unerheblich zu bezeichnen, um so mehr, als die Einfuhr elektrischer Maschinen und Geräte aus dem Ausland von rund S1 auf 44 Millionen Mark gesunken ist. Der Exportüberschuß an elektrischen Maschinen und Geräten konnte somit gegen 1923 noch um 2 Millionen Mark gesteigert werden. Abgesehen von elektrischen Maschinen(Stromerzeugungs- Maschinen, Elektromotoren usw.) tonnte insbesondere die Aussuhr von Kabeln, von FernGrech- und Telegrapheneinrichtungcn und von Rundfunkgeräten gesteigert werden. Die Funkgeräteausfuhr Hut sich trotz des schärferen internationalen Wettbewerbs von knapp 69 auf über 78 Millionen Mark vermehrt. Diese günstige Entwicklung der deutschen Elektroaussuhr ist um so bemerkenswerter, als die meKten übrigen tänder über starke Aussnhrrückgänge berichten, tediglich Schweden meldet eine vermehrte Aussuhr an elektrischen Maschinen und Schwach'Irom- einrichlungen um etwa 10 Pro;., eine Folge davon, daß die kapital- kräftigen schwedischen Elektrogruppen die Aussuhr in besonders großem Ausmaß finanzieren können. Dagegen ist 1939 die amerikanische Elektroaussuhr nach den vorliegenden Berichten um mindestens 10 Proz., die englische um etwa 7 Pro;., die holländische um IS— 20 JJioj. zurückgegangen! Der deutsche Anteil an der Wett-Elektroausfuhr betrug im vergangenen Jahr knapp 28 Proz. und dürfte infolge des Exporlrückgangs der wichtigsten Länder aus annähernd 30 Prvz. g e st i e g e n sein! Worauf ist diese offenbar sehr günstige Entwicklung zurück- zuführen? Ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang der englischen und amerikanischen Elektroaussuhr liegt darin, daß diese Länder in der Hauptfache nach Südamerika, dem Fernen Osten, Australien Kanada, Aegypten usw. exportieren, d. h. nach solchen Gebieten, die von der Weltwirtschaftskrise besonders schwer betroffen worden sind. Infolge des Preissturzes für Agrarerzeugnisie und zahleiche in- dustrielle Rohstofs« hat sich der Wert der Ausfuhr gerade dieser Ge- biet« teilweise katastrophal verringert, und die Kehrseite dieser Ent- Wicklung ist ihre verringerte Kaufkraft. Dies nmßte sich auch bei der englischen und ainerikanischen Elettroaussuhr auswirken. Die e n g l i s ch e E l e k t r o i n d u st r i e hat aus dieser Sach- läge bereits begonnen die Schlußfolgerungen zu ziehen, indem d a s Augenmerk wesentlich stärker als bisher auf die Belieferung der besseren europäischen Märkte g e r i ch t e t ist. Es ist z. B. charakteristisch, daß sich die Ausfuhr elektrischer Maschinen aus England nach Britisch-Jndien, Australien, Südamerika und Japan von 1928 bis 1930 um ehva 16 Millionen Mark verringert hat, während gleichzeitig diese Ausfuhr nach euro- päischen Ländern um über 8 Millionen Mark gewachsen ist. Selbst das Jahr 1930 brachte eine erhebliche Vergrößerung der Europa- Ausfuhr gegenüber dem Jahre 1929. Auch die beiden schwedischen großen Elektrokonzerne beliefern in der Hauptsache die europäischen Märkte In besonders starkem Maße aber trifft dies für Deutsch- land zu. Etwa vier Fünftel der gesamten deutschen Elektroaussuhr gehen nach europäischen Ländern. Aber der Wettbewerb um den europäischen Markt verschärst sich zusehends. Nicht nur die englische Elektroindustrie bc- teiligt sich stärker an der Versorgung Europas mit elektrischen Mn- ichincn und Geräten, sondern auch die schweizerische, die französische, ja auch die tschechsiche, ungarische und österreichische Elektroindustrie tragen zur Verschärfung der Marktlage bei. Auch die A m e r i- k a n e r widmen den europäischen Märkten gesteigerte Aufmerk- samleit. Faßt man dies allis zusammen, so darf man das erwähnte günstige deutsche Aussuhrergebnis doch nicht darüber täuschen, daß in Europa mit einer allmählichen Zuspitzung der Wettbewerbslage zu rechnen ist. Den Wekzenzott herunter! Die Weizenpieise steigen unv steigen... Die Berliner Produktenbörse zeigte in den letzten Tagen e:n sprunghaftesEm porschnellen der Weizen- preise, das eine Folg« der zunehmenden Weizenverknappung ist. Der Bedarf der Mühlen nach inländischem Weizen ist geradezu drin- gend geworden. Dagegen hält die Landwirtschast, soweit sie noch im Besitz von Weizen ist, augenscheinlich mit der Ware zurück. Teil- weise ist der Roggenpreis durch den Weizenpreis mit nach oben gerissen worden. Die Bewegung der Preise geht aus folgender Auf- stcllung hervor: Ankanq Jan Anfang ffebn 25. ZZebr. 2K.?ebr ftllr eine Tonne ab mäeklschc Station in Mark) Weizen am Locomarkt. 250—254 266—269 284— 286 289- 291 Terminweizen für März 277-279 281—282 294-298 302 Roggen..... 156—158 156—158 162-164 166 Selbstverständlich versuchen auch die Mühlen höhere Mehlpreise durchzusetzen. Die Erhöhungen haben am Donnerstag bis 75 Pfennige betragen. Diese Entwicklung muß natürlich die ganze Preissenkungsaktion für Mehl und Mehlprodukte, wie sie in den letzten Monaten durchgeführt werden konnte, über den Haufen werfen. Maßnahmen dagegen, daß der deutsche Weizen Seltenheits- wert bekommt, sind unbedingt erforderlich So muß der Ver- mahlungszwang geändert werden. Dazu hat eine Ermäßigung des Weizenzolls zu treten. Der Augenblick, wo der im Gesetz festgelegte Verbraucherschutz Tatsache werden muß, ist jetzt gekommen. Der gegenwärtig geltende Weizenzoll, der rund doppelt so hoch ist wie der Preis für ausländischen Weizen ohne Zoll, ist an einen Richtpreis von 260 M. pro Tonne geknüpft. Der Weizenpreis(Loko- preis) steht aber schon auf 290 M. Nach dem Gesetz braucht die Regierung den Weizenzoll jetzt noch nicht zu erniedrigen, denn der Preis von 260 M. pro Tonne ist als gewogener Durchschnitt für das ganz« Jahr gemeint. Nun haben allerdings viele Landwirte ihren Weizen zu den niedrigeren Preisen in der ersten Hälfte des Getreidejahres verwertet. Diesen Landwirten kann es gleichgültig sein ob der Weizenzoll jetzt heruntergesetzt wird oder nicht. Diejenigen Landwirte, die noch über Weizen verfügen, sind aber die kapitalkräftigsten und in der Lage, einen Notstand auszunutzen, der die Ernährung der Massen bedroht und verteuert. Die Einschaltung des Verbravcherschutzes in das Gesetz darf kein Rechenexempel sein. Man muß den im Gesetz ver- ankerten Verbraucherschutz dem Sinn« nach auslegen und das bedingt ein« Heruntersetzung des Getreidezolles, um zu verhüten, daß aus der Enbwicklung am Weizenmarkt eine bedenkliclS allae- meine Berteuerung entsteht. Man soll der Volksnot nicht spotten, wenn nur Paragraphen im Wege sind. Hackebeil aanz am Ende. Am 30. Juni 1Ä29 ist die Hackebeil A.-G. saniert worden. aber so wenig erfolgreich, daß jetzt der Verlust mit 3,41 Millionen Mark das Aktienkapital von 2,5 Millionen Mark erheblich übersteigt. Das ist der Erfolg höchst merkwürdiger Kredit- geschäfte: um die Bereinigung der Verluste kämpfen die Groß. aktionäre noch, und sicher werden einige Schadcnsc'.ioyklagen folgen. Gegen die Genehmigung des Absihluises gab die Opposition Protest zu Protokoll; der jetzigen und der früheren Verwaltung wurde die Entlastung nicht erteilt. Die Verwaltung selbst hat den Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens gestellt, mährend ein Gläubiger inzwischen den Konkursantrag gestellt hat. Eine Gerichtsentscheidung über die Anträge ist noch nicht erfolgt. lkTH frq? fav/uft ßetüfks-UAtd fyrtfisertci&h Die Großsender Haben eine Verschiebung der Empfangsverhältnisse verursacht. Darauf haben wir uns bei derEntwicklung desSiemens22 bewußt eingestellt. Das Gerät besitzt die bewährte Riesenskala und zeichnet sich durch besonders große Lautstärke aus. Seine gefällige Form u. seine Rreiswör- digkeit machen es mit Recht zum Empfänger für alle, die dem Rundfunk noch fernstehen Vollnetzanschluß Preis mit Röhren RM 98. «SIEMENS&HALSKEAG. WemePwark.Berhn-Siemensstadt MIX Koriiöbel! Sonderangebot! An Priveie ru Engrospreisen. Eigene Fabrikate in gediegenen Au>ffliiningen kaufen Sie in großer Auswahl und billig bei uiimeim scnmze monbijoupiatz 12, Hol pari. Nähe Hackescher Markt ZablaBtfaerlcichtcrnng Telephon: Alexander«12 Wahret eure trinkt teurlgen SuBwein der Wein zur Stärkung I Engros J. F. Rauch Berlin W 9 r: Wenn die Hausfrau ein Kaffeegetränk wünscht, das herzhafter schmeckt und weniger kastei/ dann muß sie es mit der guten Kaffeewürze Mühlen Franck zubereilen. Mühlen Franck würzt/ kräftigt/ verbilligt jedes Kaffeegetränk. »Mcher'-Weisheit nach Siemensdemagogie Mehr Kaufkraft ohne Lohnausgleich?— Taschenspiel um Theorien. Nach Herrn von Siemens(siehe im gestrigen Morgenblatt) versuchte auch Herr Geheimrat Bücher, der neuerdings nicht mehr bestrittene Präsident der AEG., in der gestrigen Generalversamm- lung das Schuldkonto der deutschen Unternehmer gegenüber den innerwirtschaftlichen Ursachen der deutschen Wirtschaftskrise zu reinigen. Dabei zerschlug der geistig elegantere und wendigere Herr Bücher freilich etwas weniger Porzellan als Herr von Siemens. Er vermied es. die Gewerkschaften und den politischen Lohn für die deutsche Wirtschaftskrise verantwortlich zu machen, gah aber in seinem Bemühen, die Notwendigkeit einer „generellen Reduktion der Einkommen" bei der jetzigen Lage Deutschlands(auch nur ein vornehmerer Ausdruck für Lohndruck) zu rechtfertigen, auch nicht weniger wenn auch andere Angriffs- flächen als Herr von Siemens. Bei der Rechtfertigung des unterlassenen Lohnausgleichs gelegentlich der Einführung der Fünftagewoche konnte er zunächst nur hypothetisch voraussetzen, daß die Streckung der Arbeit auch zu einer Neucinstellung von Arbeitern und Angestellten führen werde. Da er aber ein Versprechen nicht gab, ist die Vermutung nicht unberechtigt, daß man in der AEG. bei verkürzter Arbeitszeit ohne Lohnausgleich dasselbe erreichen und nach Möglichkeit niemand neu einstellen will. Er bemühte sich nun um den Nachweis, daß die Unterlassung des Lohnausgleichs keine Kaufkraft- schwächung bedeute und sagte:„Daß durch diese Maßnahmen die generelle Kaufkraft geschwächt wird, ist ein Irrtum. Wenn der Lohn der gesamten beschäftigten deutschen Arbeiter- und Beamten- schaft auf die gesamte vorhandene Arbeiterschaft umgelegt würde, würde Deutschland viel konsumfähiger sein, denn die 4,5 Millionen Arbeitslosen sind, trotzdem sie das Budget des Reiches, der Länder und Gemeinden ruinieren, kein« Konsumenten, während der um ein Fünftel oder ein Sechstel in seinem Verdienst Gekürzte ein Konsument bleibt und das, was ihm an Konsumkraft genommen wird, sich mehrfach auswirkt bei dem, der wieder dem Konsum zugefühi� wird." Wir stellen zunächst gerne fest, daß Herr Bücher sich mit dieser Ueberlegung prinzipiell zu dem Gedanken der Arbeitszeit- Verkürzung wenigstens in der jetzigen Wirtschaftskrise bekennt. Wir verkennen auch nicht die von uns immer wieder betont« große moralische Bedeutung der Beseitigung der Dauerarbeits- losigkeit, die mit der ollgemeinen Arbeitszeitverkürzung und der entsprechenden, wenn auch verkürzten Arbeitsbeschaffung für alle verbunden ist. Volkswirtschaftlich läßt sich aber zwischen der Kaufkraft eines Arbeitslosen und der Kaufkraft eines noch Be° fchäftigten kein anderer linterschied machen als der, daß der Ar- bettende in der Regel mehr verdient und ausgeben kann als der Unterstützte. Wird aber die Arbeitszett ohne Lohnausgleich verkürzt und werden nur entsprechend mehr Arbeiter eingestellt(was Herr Bücher, nvie gesagt, nicht einmal versprochen hat), so läßt sich nach Adam Riese, der kein Taschenspieler sein wollte, an der Tatsach« nichts ändern, daß die Gesamtkaufkraft die gleiche bleibt, obwohl sie sich jetzt aus reinen Lohnsummen und nicht mehr, wie vorher, auch aus Unterstützungsgeldern zusammensetzt. Auf diesem Wege ist es also möglich, die Unterlassung des Lohnausgleiches zu rechtfertigen. Es hätte Herrn Bücher nichts geschadet zu- zugestehen, daß der Lohnausgleich eine Machtfrage ist und daß die AEG, darüber hinaus wahrscheinlich kaum bemüht sein wird, neue Arbeiter einzustellen, wo sie es nicht muß. Herr Bücher hätte damit den AEG.-Betriebsräten die Aufgabe, auf Neueinstellungen jetzt zur Abwehr stärkerer Ausbeutung noch mehr zu achten, etwas erleichtert. Gegen die gewerkschaftliche Lohnpolitik in Deutschland versuchte Herr Bücher mtt anderen und etwas vor- nehmeren Mitteln als Herr von Siemens anzugehen. Er sagte: „Wir haben die früher von Amerika verbreitete Theorie— hoher Lohn, hoher Konsum, hoher Beschäftigungsgrad, hohe Prosperität— in den letzten Jahren mtt negativem Erfolg zu betätigen versucht." Zunächst haben die Gewerkschaften in Deutschland keineswegs nach amerikanischen Theorien argumen- tiert, sondern die Forderung nach steigenden Löhnen war zunächst eine nach der Inflation nicht zu bestreitende Notwendigkeit, später aber war sie das wichtigste volkswirtschaftliche Instru- m e n t, um die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie der- jenigen ihrer Weltmarttkonkurrenten wieder anzupassen. Herr Bücher macht sich aber auch die Behauptung, daß die Kaufkraft- steigerunastheorie in Deutschland mit negativem Erfolg angewendet worden sei, zu leicht und bedient sich dabei, wir sagen nicht bewußt, eines kleinen Taschenspielertricks. Es genügt nämlich nicht angesichts der jetzigen Wirtschaftskrise, nur den negativen Erfolg der Lohnerhöhungen f e st z u st e l l e n. sondern man muß nach den Ursachen fragen, wenn man wie Bücher den negativen Erfolg als Tatsach« unterstellen will. In Deutschland gingen Rationalisierung und Lohn- steigerung Hand in Hand. In Deutschland fehlt« aber, und zwar durch die Scknild der deutschen Unternehmer, der Rationalisierung der mit der Lohnsteigerung und Anlaaenausdebnuna notwendig zu verbindende und auch zu wollende Erfolg: in Deutschland fehlte nämlich die der Leistungssteigerung und Kosten- senkuna entsprechende Preissenkung, die der er- höbten Leistungsfähigkeit der Industrie auch den«rforderlick>«n Absatz gesichert hätte. Weil die Preissenkung fehlte, blieben die teuren Anlagen unbenutzt, ein großes Kapital war vergeudet, fraß aber dennoch Zinsen, und der Kapitalpreis blieb in Deutschland höher, als es notwendig gewesen wäre. So mußte die Arbeitslosigkeit in Deutschland ebenfalls stärker wachsen, und zwar nicht durch die Schuld der Gewerkschaften, sondern durch � die der Unternehmer, stärker als es aus der Welt Wirtschaftskrise und Welt agrarkrise unvermeidlich gewesen wäre. Aber auch für Amerika argumentiert Herr Bücher falsch. In Amerika war nicht die Prosperitätstheorie falsch, son- dern der falsche Gebrauch, dem nachgewiesenermaßen das amerikanische Spekulantentum und die amerikaniscken Finanziers auf der Börse davon machten. Man finanzierte schließlich die riefen- hafte industrielle Expansion im Verlauf der zu einer Psychose ge- wordenen Börsenhauss« überhaupt nicht mehr aus wirklich erübrigten Gewinnen und Reserven, sondern fast nur noch aus den vermittels der Börsenpsychose möglichen Kursgewinnen. Dazu kam freilich die Tatsache, daß die amerikanischen Notenbankleiter nicht früh genug die Börsenkredite drosselten, woraus sich der fehlerhaft« Zirkel einer falschen Industriefinanzierung erst entwickeln konnte. Herr Bücher machte sich also in jeder Hinsicht den Beweis seiner Behauptung, daß eine generelle Reduktion der Einkommen in Deutschland zweckmäßig sei und daß sich das aus den amerikanl- sehen und deutschen Erfahrungen ergebe, zu leicht. Herr Bücher hat weder die volkswirtschaftliche Zweckmäßigkeit des fortgesetzten Kampfes um höhere Löhne widerlegt, noch auch gegen die Berech- ttgung der Forderung des Lohnausgleichs bei verkürzter Arbeitszett etwas beizubringen vermocht. Leise Mahnung an Hiller und hugenberg. Immerhin hat Herr Bücher doch den Mut aufgebracht, der Herrn von Siemens fehlte, auf die seit den Septemberwahlen ein- gettetene Vertrauenskrisis hinzuweisen.„Was- Deutschland am meisten schädigt", so sagte Herr Bücher,„ist die durch diese(politische) Unsicherheit verursachte Vertrauenskrisis", und er fügte hinzu, daß die Gesundung der politischen Situation solange ver- zögert, wenn nicht illusorisch gemacht werde, als weite Kreise des deutschen Volkes die Stärkung der Autorität der Regierung deshalb unterlassen, weil ihre Beschlüsse sich nicht mit ihren Idealen decken. Wir bemerken wohl, daß Herr Bücher mit dieser Mahnung auch noch eine Verbeugung vor den kritisierten Gruppen macht, aber immerhin schweigt er nicht und macht auch keinen Kotau. Bemerkenswert war Bllchers Feststellung, daß auch für die Elektroindustrie die Erfahrung gelte, daß die Gestallung ihrer Ren- t a b i l i t ä t trotz des großen Exportanteils von der Gestaltung des Inlandsmarktes abhängt. Zur Geschäftslage bemerkte Bücher, daß im Beschäftigungsgrad keine Aenderung eingetreten, daß aber anzunehmen sei, daß der Tiespunkt der Depression er- r e i ch t ist. Die auf 7 Proz.(Vorjahr g) festgesetzte Dividende wurde ohne Diskussion gutgeheißen: durch Zuwahlen sind im Aussichtsrat der AEG. jetzt alle Berliner Großbanken vertreten. Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt. In seinem letzten Wochenbericht sagt das Institut der Konjunktur- forschung zur Wirtschafts- und Arbeit-marktiag«: Die Wirtschaft steht gegenwärtig an ihrem saisonmäßigen Tiefpunkte. In den kommenden Wochen und Monaten wird die übliche Frühjahrsbciebung eine gewisse Erleichterung verschaffen. Da- bei wird freilich der Vorjahrsumfang der Gefchäftstäligkeit bei weitem nicht erreicht werden können. Auch die Arbeitslosigkeit wird wesent- lich höher bleiben als im Frühjahr 1930. Der Inlandsmarkt steht immer noch unter starkem Druck. Di« Aufnahmefähigkeit der Aus- landsmärkte dürfte eher nachlassen als steigen. Die Rohstofspreise sinh— trotz Belebungen auf Teilmärkten— im ganzen noch abwärts gerichtet. Di« konjunkturelle Entspannung am Geldmarkt hat in den letzten Monaten so gut wie kein« Fortschritte gemacht. Die jüngsten Kurssteigerungen am Effektenmarkt sind— gemessen an dem voran- gegangenen Kurssturz— noch gering. Die Arbeitslosigkeit hält sich gegenwärtig auf ihrem saisonmäh igen Höhepunkt. Sicher ist aber, daß auch bis in die jüngst« Zeit hinein die konjunkturelle Arbeitslosigkeit nicht unerheblich zugenommen hat. Anzeichen für eine wesentliche konjunkturell? Besserung auf dem Arb«itsmarkt, die ein« mehr als saisonmäßige Entlastung in den kommenden Monaten zur Folg? hätte, sind bis jetzt noch nicht festzustellen. Die deutsche Ausfuhr ist beträchtlich niedriger als vor einem Jahr. Die deutsche Industrieausfuhr ist von ISN auf 1830 um rund 1 Milliarde gesunken. Von diesem Rückgang entfällt un- gefähr die Hälfte auf die allgemein« Preissenkung. Die„echte" Ver- Minderung der Jndustrieausfuhr ist daher mit etwa 500 Millionen Mark zu oeranschlagen. Versucht man diese Größenordnung aus den Arbettsmarkt zu übertragen, dann kommt man zu dem Ergebnis, daß allein die Verschlechterung der Absatzmöglichkeiten im Ausland den deutschen Arbeitsmarkt im Jahre 1930 mtt mehr als 100 000 Menschen belastet hat. Trotz dieser Verluste im Auslandsabsatz ist die deutsche, Ausfuhr immer noch verhältnismäßig hoch."Auch der gegenwärtige Umfang des Auslandsgeschäfts bindet immer noch schätzungsweise 100 000 Arbeitskräfte mehr als es das Auslandsgeschäft im Jahre 1928 getan hat, Vi« Sonlichtgaben eine große Hilfe im Haushalt bedeuten können, teilt uns Frau Minna Gera, mit: Jeden Monat verbrauche ich in meinem Hause: 5 Pakete Lux Seifenflocken k 30. 6 Doppelstücke Sunlicht Seife ä30. 4 Dosen Vim 4 30....... 4 Gutscheine 15 Gutscheine ... und dafür habe ich zn m*inATn Sunlicht-Besteck wieder einen neuen Eßlöffel! Das bringt nur an Gutscheinen: Doppelter Vorteil auch für Sie— billiges Wirtschaften, wertvolle Gaben. G Jetzt so billig- dabei wertvolle Gaben! SKI-56 Sparsame Hausfrauen wollen das Beste für ihr Geld haben und wählen deshalb als Wasch- und Putzmittel die bewährten Sunlicht-Erzeugnisse: die prächtig schäumenden Lux Seifenflocken zum schonenden Waschen aller— auch der großen— Wäsche; die milde Sunlicht Seife für Wäsche, Hand und Haus und schließlich Vim, das sparsame Putzmittel, zum Reinigen und Polieren aller Gegenstände. Für die gesammelten Gutscheine kann sich die kluge Hausfrau am Ende des Monats manchen Wunsch erfüllen; ohne Mehrkosten erhält sie wertvolle Gaben, die sie nach Ihrem Geschmack aus dem Sunlicht-Werbegabenkatalog wählt Normalpaket 30 PL Doppelgroße Pack. 50 Pf. SUNLICHT Seife Doppelstück 30 Pf. Großer Würfel 25 Pf. VIM Normaldose 30 P£ Doppelgroße Dose 50 PL Kindheit edel Sturm auf die Berufsberatungsstellen. Der Wechsel der Schulbank mit der Lehre bedeutet für den Arbeiterjungen beileibe keinen Sturz aus goldigem Kinderland in die«ntgötterte Welt täglicher Fron: dafür sorgt schon die wirklich- keitsnahe häusliche Szenerie: Vaters Arbeitslosigkeit und Müllers ewiges Stöhnen, daß Brot, Kohle und Miete fehlt. Und so guckt man sich, während man noch die Schulbank druckt, schon fleißig nach irgendeinem kleinen Verdienst um: hilft dem Grünkramfritzen oder besorgt Gänge, Weihnachten und Siloester wird reger Straßen- Handel betrieben, man hilft Muttern beim Zeitungsaustragen und spielt daheim Kindermädchen. Mit Sehnsucht erwartet man die Zeit, wo man die olle Lernerei endlich hinter sich hat, richtig zur Arbeit geht und regelmäßig ein paar Pimperling« in die Tasche kriegt. Bloß die körperlich« Beschaffenheit hält nicht immer Schritt mit der schönen Bereitschaft zum Kamps ums Dasein, und wenn man sich vorstellt, daß solch kleiner, überzarter Junge Schweres heben oder schleppen, oder den ganzen Tag gebückt über der Arbeit stehen soll, dann wird man traurig. Arbeitsfreude, Arbeitswille- nur keine Arbeit. Wenn die L e h r l i n g s z i f f e r vor dem Kriege 1 3000 betrug gegenüber 600 000 für das Jahr 1930, so müßte man denken, die Unterbringungsmöglichk«ll sei gegeben. Aber es sieht von Jahr zu Jahr trostloser damit aus. Auf den 9 Berufsberatungsstellen Groß-Berlins drängt sich die Armee jugendlicher Berufsanwärter: in einer Sprechstunde holen sich 70. 80, oft 100 Jungens Rat, vor allem wollen sie Stellung nachgewiesen haben. Die sind mehr als rar gesät: in diesem Jahre macht sich die Menge der Kon- kurse auch auf dem Lehrlingsstellenmarkt fürchterlich bemerkbar. Pleite gegangene große Firmen aus der Bau- und Metallbranche schalten hunderte von Lehrlingen aus, die anderswo untergebracht werden sollen, ebenso ist die Konjunktur im kaufmännischen Fach gegenüber dem Vorjahr bedeutend schlechter geworden. Firmen, die sonst schon vor Weihnachten ihre Stellenlisten ausgaben, kommen diesmal knapp vor Schulschluh, weil ihr Bedarf sich un- geheuer reduziert hat. Am aussichtslosesten ist der Bäckerberuf, und es ist ein« irrige Ansicht der Jungen, wenn sie sich zur Berufswahl eines Bäckers und Konditors entschließen in der Meinung, diese beiden Berufsarten feien eines. Der Konditorenberuf bedarf einer ganz besonderen Ausbildung neben bestimmten Fähigkeiten, da die Arbeit von der des Bäckers ganz grundverschieden ist. Ein Konditor kann wohl Bäcker,«in Bäcker aber niemals ohne welleres Konditor sein. Aber selbst mit all der hierzu notwendigen Ausbildung ist von diesem Beruf entschieden abzuraten: in zweiter Linie sind die Aussichten in der Gelbmetallindustrie(Schleifer, Drücker, Former usw.) recht trostlos. Auch zum Friseurberuf kann man nicht mit gutem Gewisien raten, hauptsächlich dann nicht, wenn es sich lediglich um das Erlernen von Rasieren und Haareschneiden (Herrensalon) handelt. Auch der G ä r t n e r ist nicht auf Rosen gebellet, ebenso hat der Installateur, oder wie er im Volks- mund heißt, der Strippenzieher, wenig zu hoffen, und der Arbeits- markt des Aujoreparaturenschlossers leidet an starker Ueberfüllung mit Lehrlingen. Kochlehrlinge werden in diesem Jahr überhaupt nicht verlangt, vor der Ausbildung im Warenhaus ist entschieden abzuraten: hier herrscht groß« Ein- seitigkeit der Beschäftigung— so bildet ein Kaufhaus bloß Taschen- tuchspezialisten heran—, außerdem erhalten die Lehrlinge keine ordnungsmäßigen Lehroerträge, sondern gellen als jugendliche An- gestellte, denen naturgemäß bei der ersten pasienden Gelegenheit „Flügel" wachsen. Es empfiehlt sich bei Antritt eines solchen Dienst- Verhältnisses die Beratung durch den ZdA. Wo noch etwas Aussicht ist. Soweit man in. der heutigen schlechten Zeit überhaupt noch von „guten" Berufsarchen sprechen kann, ist der Beruf des Eisen- k o n st r u kt i o n s-s ch l o s s e r s, Bauschlossers und des Großmaschinlsten aussichtsreich, da neben dem Betonbau der Stahlskelettbau gqoße Zukunft hat— immer vorausgesetzt, daß die Bautätigkeit wieder Aufschwung nimmt: für den Beton fach- arbeit er ist eine dreijährige Ausbildung erforderlich. Zusammen- fassend hat heute.nur der Beruf Existenzberechtigung, der die meiste Umstellungsmöglichkeiten bietet. Dazu gehört nicht der Bäcker, dazu gehört aber unter anderem der Branchenkaufmann mit spezialtechnischer Ausbildung(Auto, Maschinen usw.), der sowohl über technisches wie über fabrikationsmäßiges Wissen oerfügt. Auch der T i s ch l e r bl e r u f ist empfehlenswert, besonders der Fach- t i s ch l e r, der die Fachschule besucht hat. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß in den Schulen im allgemeinen ein zu geringer Wert auf Linear- und Werkzeichnungen gelegt wird und die künst- lerische Zeichnung stark im Vordergrund steht. Das mag ja im großen und ganzen angängig sein, bei Jungens jedoch, die sich dem Vau. oder Maschinenfach zuwenden wollen, macht sich dieser Mangel unangenehm bemerkbar, und die vorgelegten Zeichnungen werden dem Lehrherrn meist nicht allzusehr imponieren.' Beliebt sind und bleiben jene Berus«, die die höchste Lohnziffer aufzuweisen haben: Maurer, Buchdrucker, Schriftsetzer; sehr begehrt ist weiter immer der Installateur, der Friseur, der Bäcker und der Autoschlosser mit dem geheimen Wunsch des Auto- sahrens. Eine neu« Nuance in der Berufswahl lieferte Otto, der Filmstar werden will und behauptet, seine Eignungsprllsung bei Asta Nielsen abgelegt zu haben! Dann hat ein anderer sein Herz für den Berus eines Theaterfriseurs entdeckt,'weil sein Freund Fritz bei der Ufa frisiert und ihm versprochen hat, ihn„rein- zubringen". Abgesehen von der nicht restlos erprobten Zuverlässig- keit seines Protektors eignete sich der Junge infolge feuchter Hä»de sowieso gar nicht für diese Arbeit. Vorsicht bei inserierten Stellen' Lehrstellen, die in den Tageszeitungen ausgeschrieben werden, sind meist mit Vorsicht zu genießen, denn e» muß doch schließlich einen Haken haben, wenn der Lehrherr 3 bis 4 M. an Jnfertions- kosten verauslagt, während er auf der anderen Seite durch einen bloßen Telephonanruf bei der Arbeitsvermittlung genügende und vor allem für ihn passende Arbeitsuchende zugewiesen erhält. Vor- sicht ist überhaupt geboten, denn es gibt hier, wie überall, faule Kunden: so gibt es Lehrherren, die sich Lehrgeld zahlen lassen, mit dem Geld« arbeiten und, wenn es alle ist, den Jungen wegen „Untüchtigkeit" an die frische Luft setzen. An einer anderen Stell« verlangte der Meister von der Mutter des Lehrlings nicht weniger als 2S0 M. Kaution, auch eine allzu durchsichtig« Geschäftsmethode. Wenn auch die Berufsberatungsstellen allerhand Besuch aufzuweisen haben, so gibt es doch immer noch eine ganze Menge von Berufs- anwärtern, die es versäumen, sich hier Rat in allen Bcruss» und Arbeitsfragen zu holen. Sie haben es nachher noch immer be- reut, wenn ihre Lehrherren und Arbeitgeber Mißbrauch mit ihrer Arbeitskraft trieben, indem sie ihnen eine ungebührlich lange Arbeitszeit, allzu frühen Beginn oder zu spätes Ende. Sonntags- dienst usw. ausbürdeten. Der gewerkschaftliche Anschluß gewährleistet jugend- lichen Arbeitern und Lehrlingen unbedingten gesetzlichen Schutz nach S§ 120c, 135, 136, 137a, 138 und 139 der Gewerbeordnung. Erfahrene Berater auf dem Gebiete der sozialen und Jugendpflege, der gewerkschaftlichen und fachmännischen Ausklärung stehen der neuen Generation Arbeitender jederzeit und kostenlos zur Verfügung. und jeder, der den Schritt ins Leben tut, soll sich ihnen anvertrauen. Die Jungen sollen es ja fein, die das große Werk fortsetzen und beenden: Aufstieg der Massen! KLEINE ANZEIGEN niiniiiiiiiiuiiiiiiiiiiiinniiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimi Preise: Ubers ctirlfti wort 29 Pfennig, Textwert 13 Pfennig Wlsderholungirobatt: 10 mal 3 Proz, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Prot., 200U Worte 15 Präs., 4000 Worte 20 Prot. /- Stellengesuche. Oberschriftswort 15 Pf„ Textwort 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4>, Uhr nachm. im Verlag, Llndenstr. 3, oder auch in sämtl. Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein I Sdintllfätbctiibr Privat, irlil, ftÜM. schritt. Maschinrn- ftflteiien, Buchbal» tun«. SQdiettfOirot ÄuNch. ecnbclftt l, 5aitlelmattt* I uerhame| Sjillat. Kolonie. Krake 9__• etanbubzcn 95,-, Metallbeit. kellen 35,00 Sah. lungserleichteruna Kamerlina. 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Wie setzt sich eine Parteiabteiiung zusammen? Zur Beurteilung der Stärke und Schlagkraft einer politischen Partei genügt es nicht, daß man weiß, wieviel Mitglieder sie hat, es kommt ebenso sehr darauf an, was für Mitglieder sie hat. Dieses„was" bezieht sich gewiß in der Hauptsache auf Eigenschaften i de oller Art, aber auch auf die Zusammensetzung der Mitglieo- schaft nach Lebensalter, Mitgliedschaftsbauer, wirtschaftliche Stel- lung und Beitragsleistung. Es dürfte deshalb von Interesse sein, an einem Querschnitt durch die Organisation die Struktur unserer Partei aufzuzeigen. Den folgenden zahlenmäßigen Feststellungen liegen die Verhält- nisse einer milsteren Berliner Parteiabteiiung zugrunde, die sich als winziges Glied in der großen Kette unserer Organisation im allgemeinen sicher in nichts von den anderen Gliedern unlerscheidet. Es lassen sich deshalb wohl zutreffende Schlußfolgerungen für die ganze Partei daraus ziehen. Wie sich die Mitgliedschaft der Abteilung nach dem Lebensalter zusammensetzt, zeigt folgende Tabelle: Diese Alterszusammensetzung ist im Singe der Mitglied- schaftsverjüngung sicher günstiger alz die natürlichen Alters- Verhältnisse, denn allein ein Viertel der Mitglieder sind zwischen 18 und 30 Iahren. Noch vor wenigen Jahren war die Generation, die erst nach dem Krieg ins wahlberechtigte Alter trat, in unserer Partei bedenklich schwach vertreten. Die immer wieder auf allen unseren Tagungen ausgesprochene Erkenntnis:„wir müssen die Jugend an uns heranziehen" ist dann auch in erfreulichem Aus- maß in die Tat umgesetzt worden. Auch die übrige Zusammen- setzung der Mitgliedschaft ist durchaus gesund, denn die Jahrgänge von 20 bis 50 Jahren, die doch für die Parteiarbeit und für das politische Wirken der Partei die Kerntruppen bilden, stellen mehr als vier Fünftel der gesamten Mitgliedschaft. lieber die Mitgliedschaftsdauer gibt folgende Tabelle Auskunft, V»4|V iivw Vtt-vuiyutuvi,|UIÜ VIJI III vcil letzten drei Jahren zur Partei gekommen. Hierin spiegelt sich der gewaltige Aufstieg, den unsere Partei im ganzen Reiche nach dem großen Wahlersolg von 1928 hatte. Als Ergänzung der vor- stehenden Tabelle dienen folgende Angaben über das Wachstum der Abteilung. Sie zählte an Mitgliedern jeweils am Jahres- schluh: Zu diesem starken Wachstum hat allerdings der durch die stark« Wohnungsbautätigkeit veranlaßte Zuzug mit beigetragen. Aber mir zu etwa zwei Fünfteln, während drei Fünftel der Zunahm« N e i> a u f n a H in e n waren. Im letzten Jahr« standen 74 ein- tritten 20 Austritte und 61 Zuzügen 49 Wegzüge gegenüber. Co ähnlich war das Verhältnis auch in den vorhergehenden Iahren. Die starke und erfolgreiche Werbearbeit der lehlea Jahre hat die Organisation der Witgliedschaftsdauer nach außerordentlich stark verjüngt. Diese Tatsache legt uns die Pslicht auf, alle unsere Veranstal- tungen und vornehmlich die Mitgliederversammlungen der Aufklärung und der Verankerung der sozialistischen Weltanschauung zu widmen, daß aus den neuen Mitgliedern auch Mitarbeiter und Mit- kämpfer werden. Je mehr die Partei von diesen hat, um so größer werden die Ersolge unserer Bewegung sein. Andererseits wird aber auch auf die Dauer nur der Befriedigung in der Bewegung finden, der für unsere Ziele mitarbeitet und kämpft. Die eingangs erwähnt« Frage nach der wirtschaftlichen Stellung der Mitglieder mag vielleicht etwas eigenartig anmuten, denn die Sozialdemokratische Partei ist und will nichts anderes sein als die Partei des schaffenden Volkes. Und doch ist es gut, wenn wir uns auch über dies« Frag« Rechenschaft ablegen. Bon den 394 männ- lichen Mitgliedern der Abteilung sind: Hierin weicht die als Beispiel angezogene Abteilung sicher von den meisten andenm ab; der verhältnismäßig hohe Prozentsatz von Angestellten und Beamten findet seine Erklärung in dem Umstand, daß im Bereich der Abteilung viele Neubauwohnungen errichtet worden sind, die wegen der hohen Mieten für die Mehrzahl der Arbeiter leider noch nicht zugänglich sind. Für die meisten Ange- stellten und Beamten sind die Neubauwohnungen ja auch nur er- reichbar, weil sie im allgemeinen doch nicht so häufigem Wechsel zwischen Arbeit und Arbeitslosigkeit ausgesetzt sind wie die Arbeiter, Es ist ja auch ein gewollter Erfolg, daß wir die Angestellicn und Beamten für unsere Bewegung gewonnen haben. Die regelmäßige Beitragszahlung ist ja für jede Organisation der Lebensnerv. Deshalb würde die Mitgliederzahl allein wenig besagen, wenn nicht gleichzeitig nachgewiesen würde, daß es Kund�eBiuift�en Koulsdorf, 123. Abt. Heute Freitag, den 27. Februar, 20 Uhr, Turnhalle. Adolfsirabe— Thema iNationalsozialismus- Volksbetrug. Redner: Erich Ruitner, M. d. L. Mitte, 4. Abt. Heute Freiiag, 27 Februar, 191'. Uhr, Vogels Fesfsfile, Brückensir. 2- Thema: DasdritfeReich. Redner: Genosse Ritzel. M d.R.— Polilisdi-satirisdie Revue:. Wo bleibt der zweite Mann 7'— Unkostenbeitrag 0,30 M., Erwerbslose Genossen trei. Blankenburg, Sonntag, den 1 Mfirz, 17U r. Lokal Krug, Dorfstr,Z Thema: Wollen die Frauen den Bürgerkrieg? Rednerin: Kfithe Rem.— Hans PleMner: Gegen Bürgerkrieg und Faschismus. Volksgenossen! Erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! sich um tatsächliche Mitglieder handelt und nicht etwa zum Teil um solche, die nur in der Mitgliederliste stehen, um sogenannte Papier- soldaten. Es war immer unser Prinzip, mich in dieser Beziehung reinen Tisch zu halten und uns nicht selbst etwas vorzutäuschen. Die Kontrolle der MitKiedsbücher erbringt den Beweis: Mitglieder In Prozent Vielleicht ist das noch nicht das best« erreichbar« Ergebnis, zur Unzufriedenheit gibt es aber keinen Anlaß. Eine hundertprozentige Einkassierung der Beiträge ist gewiß ein erstrebenswertes Ziel, es wird aber kaum von irgendeiner vergleichbaren Organisation erreicht werden. Es liegt ja nicht nur an den Funktionären, die diese Auf- gab« zu bewältigen haben, auch unsere Partei ist nicht ganz frei von „schlechten Zahlern": zeitweise wirtschaftliche Nollagen einzelner Mitglieder und sonstig« Umstände müssen ebenfalls in Rechnung gestellt werden. Es ist notwendig, daß wir uns über die Beschoffenheik unserer Organisation von Zeit zu Zeit Gewißheit verschaffen und prüfen. ob sie in allen Bestandteilen gesund und intakt ist. Auch wenn wir sie so vorfinden, wie das vorstehende Beispiel zeigt, gibt es noch recht viel Arbeit zur inneren Festigung. Dazu ist die gegenwärtige Depressionszeit die wertvollere. Die Zeit kommt und hoffentlich recht bald, wo die Sozialdemokratie wieder zur Offensive übergeht, dann zeigt es sich im harten politischen Kampf, wie stark die Partei gemacht worden ist. G. Ansorge. Billiger Sonnabend und Sonnlag im Zoo. Zum zweiten Male in diesem Jahr solgcn am 28. d. M. und am 1. März der billige Sonnabend und der billige SonMag des Zoologischen Gartens auf- einander. Am nächsten Sonnabend beträgt von 14 Uhr ab der Ein- trittspreis nur 50 Pf., für Kinder 26 Pf', am Sonntag gellen diese ermäßigten Preise den ganzen Tag, OeuischnaiionaleBankroiieure! In der Bezirksversammlung Neukölln wurde der bekannte Kloth als unbesoldeter Stadtrat eingeführt. Die Kommunisten versuchten dabei, obwohl sie sonst mit ihm ganz gut zusammenarbeiten, ein bißchen Theater zu spielen. Weil ihr Redner zur Einführung nicht das Wort erhielt, entfesselten sie eine wüste Geschästsordnungs- debatte, die sie aber auch nicht an ihr Ziel brachte. Die Versamm- lung bewilligte dann 10 000 M. aus Vorbehallsmitteln für Er- neüerungsarbeiten in dcn�ischulen Knesebeck- st r a h e und Kaiser-Friedrich-Straße 20 8, erklärte sich mit der Aushebung des Fluchtlinienplanes für das Böhmische Dorf und Einrichtung einer Pflasterkasse einverstanden. Ein Antrag der KPD., auf Zurücknahme der Verfügung des Hauptgesundheitsamtes. daß Diphlerie- und Scharlachkranke aus den Krankenhäusern em- lassen werden, die noch Bazillenträger sind, wurde auf Vorschlag des Gen. Schulz zurückgestellt bis ein Obergutachten eingeholt worden ist. Auf eine kommunistische Anfrage über die Anzahl der in N e u- kölln leerstehenden Neubauwohnungen und die Zahl der Exmissionen erwiderte Stadtrat Gen. Woldheim, daß am 1. Januar 167 Neubauwohnungen leer standen. Das Be- zirlsamt kann dafür aber nicht verantwortlich gemacht werden, weil diese Wohnungen von privater Seite erstellt worden sind. Die Zahl der Exmissionen betrage 200, von denen sich aber nur fünf auf Neu- baumieter beziehen. In allen Fällen war es dem Wohnungsamt möglich, für Ersatzraum zu sorgen. Neukölln, das heute über 12 000 Wohnungsuchende habe, leide, wie viele andere Bezirke Berlins, an dem starken Zuzug von außerhalb. Der neu- gebacken« Stadtrat Kloth schimpste in der Debatte auf die Wohnung?» zwangswirtschait und so ganz hintenherum wollte er Korruptions- erscheinungen bei den gemeinnützigen Baugesellschaften entdeckt haben Gen. Gutschmidt hakte sojort aus diesen versteckten Vor- wurf ein und erwiderte, daß das bei privaten Baugesellschaften des öfteren vorgekommen sein soll. Er erinnerte dabei an die„Praktik" der Stadtschastsbank, deren Leiter der Rechten sehr nahe stehen, die ja auch Bauunternehmer finanzierten. Wenn dort Korruption fest- gestellt worden sein sollte, so habe er nichts dagegen. Der KPD. hielt er die„Erfolge" in der Bauwirtschaft Rußlands vor. Als er einen besonders eifrigen Zwischenrufer der KPD. mit dem Hinweis ab- fertigte, daß sich der Zwischenrufer damals, als er berefts sich mit Wohnungsfragen befaßte, noch in die Hosen gemacht haben dürfte. stürzte die kommunsstische Meute auf ihn, aber der Angriff konnte abgewehrt werden. Kloth, der nochmals versuchte, den privaten Woh- nungsbau herauszuhauen, wurde von Gutschmidt vollständig zu- gedeckt. Im weiteren Verlauf der Sitzung wandte sich die Per- sammlung gegen die geplante Einführung von Lese- gebühren in den städtischen Büchereien. Ein sozialdemokratischer Antrag, der sich gegen die 7öprozentige Kürzung des Haushalts für die bauliche Unterlmltung der städtischen Gebäude und Schulen wandte, gab dem Führer der Deutschnationalen, Langula, wieder einmal Gelegenheit, die Stadt Berlin bankrott zu erklären. Gen. Gehrke und Polenske zeigten diesem Herrn, der schon seit Monaten eine unglaubliche Schädigung der städtischen Finanzen mit seinen Reden betreibt, wo die eigentlichen Bankrotteure sitzen. Gewinnauszug Z.Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche Etaals-Lolterit. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar se einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 10. Ziehungslag 26. Februar 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 s-win»- ,» 25000 M. 72073 2 Gewinne zu 10000 M. 837 Ö Gewinne zu 5000.108800 175987 275181 287687 16 Gewinne an 3000 M. 11103 35120 1 04002 1 38068 289132 308366 322224 326901 42-t?rDtnnrinr2000 OT.' 36326 38639 96)52 103944 f331 35 1 52651' 173718 174376 193412 209726 245257 259134 267335 272749 295297 324974 351425 362382 372642 382032 397575 1 42«nrinne HU 1 000®. 1819 4233 5315 7649 25426 31093 31808 35301 39809 59196 63842 71571 75309 84941 87735 89400 80626 93545 100903 10I5I7 101531 108542 114240 I 17513 122728 133551 138732 138968 144715 145589 151290 152395 160533 164476 169102 172796 173683 174490 175301 190819 194411 196318 197519208792 211662 216053 218714 222485 227476 229079 239732 239357 240192 253337 263460 264461 294907 308860 309236 316670 318353 328890 332054 345434 364358 369291 373928 384953 386954 383554 39451 7 144 iu 500®. 1713 7181 7250 7912 15900 18164 22060 22615 27504 28562 31325 37028 39380 39633 42064 44495 46040 55036 63912 90657 95960 101486 107367 110928 128938 140509 152625 155361 156197 162720 165047 166377 168141 177639 131745 186308 191235 192137 199034 201631 205421 205978 217329 218043 225278 249445 251522 27 937 269523 272476 280224 286232 291839 302245 306216 308225 316358 319117 319854 333954 335336 335671 336948 337405 347368 351889 357744 363835 367755 368448373273 394573 In der heutigen Nachniittagsziebung wurden Gewinnt über 400 M. gezogen 2 v-wtane zu 75000 M. 3558 1 7 4 IS-winn- ju 10000 M. 34894 342437 10 K-Winne zu 5000'II. 11850 45207 130694 221 176 313952 14 s-winn-�u 3000 M. 3446 261598 235544 320532 323541 42 vewinn« zu 2000 911. 33463 55849 71323 74531 76321 89321 101353 121027 136702 181832 137972 210364 245417 277863318087 319136 330133 343533 360283 330002 336082 477868 81000, 94 0«Winne zu 1000 M.__ 6591 18139 31891 37734 48428 61014 63789 66801 70779 36722 89910 95682 113527 118552 135828 js 2??44e? ä min itVsit mm s Wmt 352082 SE 361251 368SS2 344343 346,22 348206 346223 1 56 G�w.nne zu S(1l) M. 413 7953 9737 19573 13979 15295 16574 43367 63627 65722 66215 66402 84907 102809 1 0801 8 1 1 301 B 124368 125333 127263 127754 128670 129483 140330 148020148634 152600 159502 171559 179533 185516 190239 190532 194173 199379 205657 2I653I 217851 223669 224064 232676 238580 244338 244981 247217 248603 250738 254550 260233 265734 271574 275962 276535 277600 283393 285126 294904 303502 304236 306332 30G675 3I1237 313154 320031 322749 325957 334831 335595 356911 3�197 368702 375016 376763 380160 384094 386040 392515 396894 397591 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je SOOOtXI. 2 Gewinne zu je 5000U), 2 zu je 300000. 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 16 zu je 25000, 70 zu je 10000, 198 zu je 5000, 456 zu je 3000, 1392 zu je 2000. 2662 zu je 1000. 4278 zu je 500, 12940 zu je 400 Mark. bringen wir eine neue ZigareUe ENVERBEV VALUTA EinbeiisPachung dich und rund 0/m. die Irolz Billigl?eil Jeden anspruchsvollen Raucher befriedigen wird