BERLIN Sonnabend 28. Zebruar 1931 10 Pf. Tlr.-100 B 50 43. Jahrgang Satetge«»r«iogSprei» beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. s.mM. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW KS, Lindenstr.S arteivorstand gegen Lustizmord Krylenkos Behauptungen sind unsinnige Lügen Der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie erläßt folgende offizielle Erklärung: Zu der Anklageschrift gegen das angebliche..Unionsbüro" des Zentralkomitees der ZNenfchewiken wird behauptet, daß der Angeklagte Scher als angeblicher Sekretär des Büros ausgesagt habe, das llnionsbüro habe innerhalb von drei Jahren von der Auslandsdelegation der ZNenschewiken und der Jndustrie-Parlei insgesamt 480 000 Rubel in Teilsummen erhalten. Aach der angeblichen Aussage G r o m a u s sollen die Rliltel von auswärts durch die Mitglieder der Auslands- delegation Dan und Abramowilsch übersandt worden sein, die das Geld von der deutschen Sozialdemokratie durch h i l f e r- ding und aus anderen Quellen erhalten hätten. Räch der angeblichen Aussage des Angeklagten S a l k i n d soll sich die deutsche Sozialdemokratie bereit erklärt haben, die angebliche Schädlingsarbeit der Menschewiken in der Sowjetunion zu finanzieren. hierzu erklären wir: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat niemals durch Geldzuwendungen oder anderweitige Unterstützungen irgendeine Art von Schädlingsarbeil in Rußland gefördert. Sie hat auch niemals durch Geld- Zuwendungen oder anderweitige Unterstützungen irgendwelche Jntervenlionsabsichlen oder Aufslandsbewegungen begünstigt. AllegegenteiligenBehauptungen. dieoffen- sichtlich nur erfunden worden sind, um unsere russische Bruderpartei zu verleumden, erklären wir für unsinnige Lügen. Berlin, den 28. Zebruar 1SZ1. Der Vorstand der Sozialdemokralischen Partei Deutschlands. Das Lügendokumeni. Der gestern in Moskau veröffentlichte aintliche Auszug aus der Anklageschrift, auf den sich die vorstehende Erklärung bezieht, lautet: Auf Grund der Aussagen der Airgeklagten und der Urkunden stellt die Anklageschrift fest, daß das Unionsbüro der Mensche- wikcn Anfang 1928 nach den Anweisungen der Auslands- delegation des Zentralkomitees der Menschewiken durch die An- geklagten Gromann, Scher und Ginsburg gebildet worden ist, wäh- rend die übrigen Angeklagten späterhin zugezogen wurden. Wäh- rele- oation der Menschewiken und der Jndustriepartei insgesamt 4Zl> OVO Rubel in Tellsummcn erhallen, und zwar in, Jahre 1928» 120 000. 1929: 700 000 und 1930: 150 000 ' bel. Von der Jndustriepartei habe das Unionsbüro 200 000 Vubel uig� vom Aus�nd 280 000 Nubel erhalte». Der Angeklagte G r o m a n n hat ausgesagt, die Mittel von al-"- warts seien. durch die Milgliedcr der Zl'�landsdelcaalion Dan und Abra- mawilsch übcrsaudt fwvden, die das Geld von der deutschen Sozialdemokratie dur�) chilferding. ferner von der Zweiten Internationale und dem Pariser Handels- und Industrictomitee erhallen hätten. Der Angeklagte Salting bestätigte die Aussagen der Ang-- klagten über die Finanzierungsguellen und erNärte. im Sommer 1928 sei er mit dem illegal in Moskau aus Berlin eingetroffe- ncn Abramowitsch zusammengetroffen, der berichtet habe, die Auclandsdelezation werde durch die großen westeuro- päisch-n sozialdemokratischen Parteien, auch durch die Zweite Jnter- natiarale finanziert: die Hauptmittel kämen von der deutschen Sozialdemokratie, die{ich bereit erklärt habe, die Partei und beson- ders die Schädlingsarbeit der Menschewiken der Sowjetunion zu finanzieren. Nach den weiteren Aussagen der Angeklagten machte die Schäd- lingsarbeit des Unlonsbüros verschiedene Stadien durch. Diese Schädlingsarbeit war die unumgängliche Bedingung für eine erfolg- reiche Verwirklichung der Intervention. Nach dem Be- richt des Angeklagten S u ch a n o s f hat das Unions- büro die Schädlingsarbeit mit unmittelbarer Borbereitung einer Intervention verbunden. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Schädling» dein Zentrosojus, dem Handelskommissariat, dem Lbersten Bolkswirtschastsrat und der Staatsplankommission, wo sie Schädlingszellen bildeien.— Der Angeklagte Petuin nutzte seine Stellung als Verwaltungsniitglied des Zentrosojus zur Organisation einer Schädlingszelle aus, die eine Desorganisation der Lebensmittel- Versorgung in den Arbeiterzentren, eine Berringerung der Produkten- bcschafsung, Preiserhöhung der Lebensmittel, unrichtige Verteilung der notwendigsten Bedarfsartikel usw. anstrebte. Der Angeklagie Sokolowski, der im Handeskommissariat arbeitete, bekundete, daß die Schädlingszelle im handel-kommiffarial auf eine Stockung der Getreideeinbringung und auf Verlangsamung des Anwachsens der zentralisierten staatlichen Getreidevorräte und Rohstoffe hinzielte. Durch solche Maßnahmen sollte ein« Verschärsunz des Mangels an Industriewaren, eine Vergrößerung der Schwierig- keiten in der Lebensmittelversorgung der Städte und in der Roh- siofsoersorgung der Industrie bewirkt werden. Der Angeklagte Gromann glaubte, daß auf diese Weise die Unzusriedenheit breiter Bevölkerungsschichten hervorgerufen würde. die die politische Agitation und den Kampf gegen die bolschewistische Diktatur erleichtern sollte. Weiterhin hat das Unionsbüro mit der Ausiandsdelegation Be- Ziehungen unterhalten, und zwar durch Zufanmienkünftc zwischen Mitgliedern des Unionsbüros und den Führern der Auslandsdelcga- tion bei Auslandsreisen, ferner mittels Briefwechsels und illegaler Rußlandreisen zweier Mitglieder des Zentralkomitees der Mensche- wiki, Abramowstschs und Braunsteins. Die Ankunft dieser beiden hatte eine entscheide, rde Bedutung für die Taktikänderung des Unionsbüros zwecks intensiver Vorbereitung des Sturzes der Sowjetmacht. Die Verbindung ver Auslandsdelegation mit dem Unionsbüro dauerte bis zuletzt und wird bestätigt durch urkundliche Angabe?, die in allen Einzelheiten in der Anklageschrift aufgezählt sind. Di« Behauptung von der angeblichen Reise Abra in o- I w i t s ch' nach Moskau ist, wie wir schon einmal festgestellt I haben, eine aus den Fingern gesogene Erfindung. Schützt die Das wertvollste Gut der Aation! Der Haushaltsousschuß des Reichstags hat am Sonnabend die Beratung des Haushalts des Rcichsarbeitsministeriunis ausge- nommen. Abg. Aufhäuser(Soz.) als Berichterstatter bemerkte einleitend, die Sparmaßnahmen des Reichs hätten den Sozialetat be- RaubübetfaU auf Kaffenboten. Llederfaliencr schwer verletzt.- TOOOv Mark geraubt. Cein ungewöhnlich dreister Naubiiberfall, bei dem den Tätern 10 000 Mark in d i e Hand fielen, ist an» heutigen Tonnabendvormittag gegen 1014 Uhr im Hause der Filiale der Tarmstädter und National» dank in Neukölln, Herthastraße Ecke Hermannstratze, verübt worden. Durch zwei unbekannte Täter ist der 42 jähr ige ttassenbote£tto Schulze in dem Hauöslur des Eckhauses, als er sich durch den Nebeneingang in die Bank selbst begeben wollte, niedergeschlagen und seiner Tasche, in der 10 000 Mark bares Geld waren, beraubt worden. Die Filiale d«r Darmstädter und Nationalbant befindet sich in dem Hause Hermannstr. 148 Ecke Herthastraße. Jeden Mvrgen hatte der Kassenbote Otto Schulze, Neukölln lvvhnhast. von der Zentrale Geldbeträge zur Filiale zu bringen. Diese Tatsache nruh den Räubern bekannt gewesen sein. Auch am heutigen Sonnabend hatte Schulze einen Betrag von 10 000 Mark für die Filiale zu holen, die sich in einer Aktentasche befanden. Ahnungslos betrat der Kalsenbo»« den N.bencmgang zur Bank von der Herthastraße aus. In dem ziemlich langen Gang sttnidcn, als Schulze mit der Geld- lasche zu ückkchrte. zwei, noch anderer Aussage drei Männer. von denen der ein? dem vollkommen überraschten Bolen einen Revolver entgegenhielt. Im gleichen Augenblick erhielt Schulze von einem zweiten Mann zwei Schläge über den Kopf, die mit einer Eiscnstange aurgcsuhrt waren. Schulze vermochte noch um Hilfe zu rufen und sank dann blutüberströmt zu Boden. Auf die Schreie des Ueber- fallenen eilten ihm die Bankangestellten zu Hilfe. Die Täter flüchteten mit ihren, Raub« etwa 10 000 Mark in barem Gclde, sprangen in eine Autodroschke. die vor der Tür hielt und deren Fahrer offenbar im Bunde mit den Räubern war, um dann im schnellsten Tempo h, Richtung Hern, annplatz zu flüchten. Schulze, ein langjähriger, erprobter Angestellter der Bank, wurde ins Neuköllner Krankenhaus gebracht, wo er zur Zeit schwer � daniederliegt. Arbeilskrast — Arbeitsetat vor dem Ausschuß sonders hart getrosfen. Durch die Juli-Rotverordnung ist der Etat 1929/,30 nachträglich um 34,7 Millionen gekürzt worden, der G e- samtzuschuß des Reiches zum Arbeitsetat ist 193t um 448,9 Millionen geringer als 1930. Der Ausschuß müsie prüfen, ob die soziale» Slufgabcn im Rahmen dieses Etats bewältigt werden können. Bei der Verminderung der Ausgaben ist sestzu- stellen, daß allein die Zuschüsse zur Arbeitslosenversicherung 374 Mit- lionen Mark weniger betragen als im Vorjahre. Die für die Krisen- sürsorg« angesetzten Mittel von 400 Millionen sind ulizureichend. Besondere Belastungen erfährt ini neuen Etat die Invalidenversicherung. Es sind in Wegfall gekommen SO Millionen Einnahmen aus dem'Lohnsteuerüberschuß, 20 Millionen aus den Zolleinnahmen, während auf der anderen Seite die Bezahlung an die Reichspost für den Markenvertrieb und die Rentenerledigung die Invalidenversicherung in diesem Jahre mindestens mit 16 Millionen Mark belasten werden. Der Berichterstatter vennißt im Etat irgend- welche Borsorgemaßnahmen zur Sanierung der Invaliden- Versicherung, die schon in diesem Jahre mit einem erheb- l ich e n Defizit rechnen muß. Edenso dürften für die Reichs- knappschaft insgesamt rund 100 Millionen Mark Reichszuschuß er- forderlich sein Schließlich wendet sich der Berichterstatter gegen die mechanische Kürzung um 5 Millionen, die nunmehr der Reichsrat an dem ohnehin schon eingeschränkten Arbeitsetat noch vorgenommen hat. Wenn damit weitere Abstrich« bei den Bersorgungsdienststellen und beim Reichsoersorzungsgericht gemacht werden sollen, so ist der Gcschästsgang in der Betreuung der Kriegsbeschädigten ernsthaft bedroht. Allgemein sollt« der chaus- haltsausschuß bei dem Sozialetat neben den finanziellen vor allem die sozialen Gesichtspunkte in dieser Zeit höchster Rot maßgeblich berücksichtigen. Die Verabschiedung des Sozialetats ist gleichzeitig eine der wichtigsten Entscheidungen über die Lebenskraft und Ar- beitsfähigkeit unseres Volkes. Hierauf hielt Reichsarbeitsminister Stegerivald zu seinem Haus- halt eine umfangreiche�Redc, die sich immer wieder auf sein engeres Arbeitsgebiet zurückzog, iin allgemein«» aber auf alle Probleme und Fragen der deutschen und internationalen Wirtschast aus- schweifte. Trotz der Läng« seiner Ausführungen, trotz vieler Zahlen und richtiger Einzelbemerkungen in der Beurteilung unserer Lag«. blieb der Gesamteindruck, daß das Arbeitsministerimn kein« neuen Gesichtspunkt« zur Lösung der Arbeitslosenfrog« hat. Als erster Diskusilonsredner nahm nach dem Minister i~~ Abg. Graßmann(Soz.) das Wort: Meine politischen Freunde haben bis in die jüngste» Tage bewiesen, daß sie den wirtschaftlichen Notwendigkeiten de« Inges flcr ins Auge sehen. Sie müßten allerdings das gleiche auch von den anderen Bevölkerungsschichten verlangen. Die Vereitstellung von einer Milliarde aus der Zndustrie. Belastung für die Osthilse laste befürchten, daß in Verbindung mit dem vorliegenden Ermächtigungsgesetz der Reichsregieruag es zu neuen schmerlaflenden Zollerhöhungen kommen würde, die die landwirtschaftlichen veredelungsproduktc< Butter, Käse usw.) verteuern und zu entsprechenden Repressalien der beteiligten Länder führen würde. Nicht zu rcchtierligen sei die teilweise Aushebung des a r i s? e ch l e s durch die Neichsbehörben und gemischrwirtschast� lichen Betrieb« auf öiriind der Notverordnung. Trog bestehender Tarifverträge seien hier Gehälter gekürzt worden, selbst im Gegen- (ig zu Schiedssprüchen des Schlichtungsausschusjes. Bon der Reichs- legicrung müsse verlangt werden, daß das Tarifrecht wieder her- gestellt und nicht mehr angetastet wird, andernfalls sei zu befürchten, die P r i v a t i n d u st r i e diesem behördlichen Beispiel »olgt und auch die Arbeiter sich künftig in günstigeren Zeilen UN! bestehende larisverlräge nicht mehr kümmern. Der seit Ende vorigen Iabr?s einsetzende Lohnabbau werde fälschlich als die erste Lehnabbauwelle bezeichnet. Das sei unrichtig, denn schon Monate vorher seien die übcrtarislichen Löhn« in beträchtlichem Maße isduziert worden. Der jetzt für verbindlich erklärte Schiedsspruch bewirk?«inen Lohnabbau von 4 bis 8 Prozent und treffe zum crößlen Teil Arbcilnchmerschichten, deren Lebensstandard bis zur Grenze des überhaupt noch erträgliche» verschlechtert werde, wenn der Minister für die Erportindustric diesen Lohnabbau für gerecht- sertig« hält unter Hinweis auf Länder mit niedrigen Löhnen, so sei die» eine falsche Rechnung. Die Qualität bleibt entscheidend, aber Qualitätsarbeit fei nicht zu leisten bei dauerndem Sinken der Real- löhne. Man übersieht gegenüber dem Export immer die Be- d e u t u n g des innerdeutschen Konsums, der 8(1 Pro- zent der Produktion aufnimmt, während andererseits die Preis- senkung ein« ganz ungenügende sei. Unter Darlegung der Vcrhällnilsc auf dem Arbeitsmarkt und stärkerer Betonung der Bereinvilligkeit der Arbeitnehmer zu einer Perkürzung der Arbeits- zeit auf 4i> Stunden wöchentlich mit teilweisem Lohnausgleich zum Pwecke störterer Unterbringung der Arbeitslosen fordert Graß- mann von Regierung und Parlament Maßnahmen, die dem wert- vollsten Ikationalgu», nämlich der deustchen Arbeitskraft und deren Trägern noch die Existenz ermöglicht. Der frühere Avbeitsminister Brauns(Z.) meinte, die Kritik an der deutschen Soziotpolitik sei nicht berechtigt. Auch Amerika, das Land ohne Gefetzgebuitzz, leide heute unter der Krise. Die Kritiker gingen meist ohne Materialkenntnis gegen die Sozialgesetzgebung vor und oerhetzten ihre Anhänger. Der Hansabund propagiere die freie Lvhngestaltung, geschähe das, stünden wir bald im Bürger- krieg.' Die Kartell- und Syndikatspolitik von heute verhindere dos Nachgeben der Preise,-was früher, als sie noch nicht in diesem Maße vorhanden waren, die leichtere Lösung von Krisen ermöglichte. Auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung müsse schnellstens etwas geicheben, in einer Notzeit wie heute müßten besondere Mittel an- gewandt werden. Gegengründe ließen sich gegen jeden Vorschlag immer finden, wenn man nichts tun walle. Di«. Ausgaben de» Ar- beitsministeriums s«ien nicht überflüssig, seien aber schwieriger ge> worden. # Berserker in Braunschweig. Sntlaffungsseuche beim Hakenkreuz. Vraunschwrig, 28. Februar. sEigenberichi.), Fronzen setzt seilten Nächrfeldzug gegen di« Marxisten fort, heute bat rr oon den lZ Boltsschullehrern, tue verpflichtet sind, im Nebenamt den Polizeibeamtcn Unterricht zu erteilen, acht als Sozialdemokraten bekannte Lehrer entlassen. Andere Lehrer, deren politisches Glaubens- bekcnulnis unbekannt ist, bleiben im Amt. Oer Nazi als Polizeihäuptling. Als Nachfolger des vor einiger Zeit in Pension geschickten sozialdemokratischen Polizeikommandcurs Sie- ring hat Franzen den nationalsozialistischen Hauptmann a. D. Selle aus Lachstedt als Kommandeur der Schupo ein- gesetzt. Di? Entrepubtikanisierung der Polizei geht also in Braun- schweig mit Riesenschritten iwrrwrts. Die Partei Der Herren D i n- g e l de y und Curtius Hilst an dieser Faschisierung Mitteldeutschlands tapfer mit. Mussolini herrscht in Neutschland. Seine Oiplomateu üben Dersammlnngszensnr. Breslau, 28. Februar.(Eigenbericht.) In Schlesien wurden in diesen Tagen zwei große a n t i- faschistische Kundgebungen von der Sozialdemokrat!« angesetzt, in denen der italienisch« Genosse P. N c n n i spricht. Zur Ankündiguiig wurden für Schweidnitz, die bekannte Nazi» zentral« Schlesiens, und Breslau gleichartig« Plakate in den italrenifchen Landesfarben Grünweißrot gedruckt, auf denen u. a. stand:„Kommt und hört, mos ein blutdürstiger Diktator aus dem schönen Lande gemacht hat.. Dieses Plakat hat den italienischen Konsul in Breslau, Q d e n i g v, auf den Trab gebracht. Er beschwerte sich, kaum daß die ersten dieser Ankündigungen in Schweidnitz an den Plakatsäulen erichienen, persönlich beim Breslauer Regierungspräsidenten und verlangte polizeiliche Beschlagnahm«. Als man ihn freundlich ab- wies, setzte er sich in den Zug, um in Schweidnitz den Staats- anmalt mobil zu machen, denn Herr Odenigo ist der Aus- sassung, daß ein« Charakterisierung Mussolinis auch nach deutschem Recht ein fluchwürdiges Verbrechen darstellt. Da in Schweidnitz keine Italicner wohnen, wäre es übrigens nicht uninteresjant festzustellen, wieso der Konsul so schnell von diesen, das faschistische Regime erschütternden Berfammlung-plakaten erfuhr. Eine Znsel versinkt. Sin Teii der griechischen Znsel L>uka6 ins Meer verschwunden Athen. 28. Februar. Aus der griechischen Insel L e u k a s ist ein großes Londstück von etwa XS Kilometer Länge und 1 Kilometer Breite mit zahl- reichen Oelbäumcn und Feldern plötzlich ins Meer ver- funken. Menschenleben sind jedoch nicht zu beklagen. Man nimmt an, daß es sich um eine außerordentlich starke Erdsenkung Hondell Ans dem Peloponnes ereignete sich im Dorfe Gumero eine ähnliche Erdsenkung um 5 Meter, wobei zahlreiche Einwohner in den versenkten Häusern eingeschlossen wurden: sie konnten jedoch vitrc-.tet werdet». Tragödie der Ausgewiesenen Kindesmord nach-1-1 Jahren aufgeklärt Durch die Streitigkeiten zweier Frauen ist jetzt ein Kinbesinord ausgeklärt worden, der vor ll Jahren verübt wurde. Zwei Brüder namens Klein lebten mit ihren Familien früher in Graudenz. Noch der Abtretung des Gebiets wurden sie ausgewiesen und zunächst im Loger ha mm erst« in untergebracht, hier starb am l. März 1920 der damals 4 Jahre alte Sohn Fritz des Zimmermanns Klein. Bald nach dem Tode des Kindes wuchten Gerüchte auf, daß der Junge u m g c- bracht worden sei. Feststellen ließ sich aber nichts, da beide Aamitien inzwischen nach dem Lager Jüterbog übergesiedelt waren. Bon dort aus kam der Händler Klein mit feiner Frau nach dem Osten Berlins, und hier ist der Mann auch verstorben. Sein« Witwe, Berta Klein, hat die Wohnung noch inne. Der Zimmermann Klein mit seiner Frau Marie erwarb ein kleines Anwesen in der Nähe oon Fredersdorf. Beiden Familien ging es vor dem Kriege wirtschaftlich sehr gut. Nach zeitweiligem Niedergang haben sie sich jetzt wieder emporgearbeitet, so daß sie ihr Auskommen haben. Bei dem engen Zusammenleben in den Baracken war die natürliche Folge ein Streit zwischen den beiden Frauen, der nach und nach in haß umschlug. Bei den Zusammenstößen, die sich hauptsächlich in Wortwechseln äußerten, kam auch der Tod des kleinen Jungen zur Sprache. Dabei beschuldigte Frau Berta ihre Schwägerin und diese wieder die Schwägerin. Auch die Kriminal- Polizei erfuhr oon diesen gegenseitigen Anschuldigungen und sah sich oeronlaßt, oiire Untersuchung einzuleiten. Kriminalkommissar Dräger, der die Ermittlungen führte, ocrnahm die beiden Frauen und den noch lebenden Zimmermann. Nach langem Streiten und Leugnen kam endlich die Wahrheit ans Licht. Frau Berta, die Tante de» kleinen Fritz, gab zu. den Tungen mit in Wasser ausgelöstem?leesalz vergiftet zu haben. Sie behauptet serner, daß die Mutter des Kindes, Frau Marie, davon gewußt, ja. sie sogar zu der Tat ausgefordert Hobe. Uebcr die Gründe erklärt sie, daß der Junge geistig und körperlich zurückgeblieben gewesen sei und, besonders vom Vater, schlechte Behandlung zu erdulden hatte. Mitleid mit dem Schicksal des Jimgen habe sie schließlich veranlaßt, seinem Leben ein Ena- zu machen. Die Mutter habe zunächst selbst das Gist reichen wollen. sei dann aber zurückgeschreckt und habe es ihr, der Schwägerin, überlassen. Von den Elten, des Kindes wird dies« Darstellung mit aller Entschiedenheit bestritten. Die Mutter behauptet, sie habe oon den Absichten der Tante überhaupt nichts gewußt, und der Zimmer- mann bestreitet, daß er seinen Sohn mißhandelt Hobe. Aus Grund ihres Geständnisses ist Frau Berta oorläufig in Haft genommen worden und wird dem Richter oorgeführt werden. Die andere Frau ist wieder entlassen worden. Der wahr« Grund zu dem Kindesmovd ist ohne Zweifel in der Ausweisung aus der angestammten Heimat und in der Bedrängnis des Borackenlebens .zu suchen. Raubmord im Nachtexpreß. fön Algerier als Mörder festgenommen. Ein im R-chkexpreßzog Ostend«— Köln begangener Raubmord ho« in Westdeutschland größte Erregung Kervorgerusen und zwar um so mehr, al» die» in 14 Tagen bereits der zweite Fall ist. Damals entging ein holländischer Kaufmann mit knapper Rot dem Tode. Glücklicherweise gelang e» der Polizei, den Täter zu fassen: es ist ein ZbjShrlger Algerier namens wuley den Hamid. Der Ermordete ist ein Handlungsreisender VIcior Schwarz au» Budapest. Als der Nachlexpreß Ostend«— Köln am Freitag nwrgcn gegen 3 Uhr in Herbesthal einlies, entdeckten koittrollierend« Beamte in einem Abteil 2. Klosse Blutflecke und unter einer Bank «inen Hammer, der ganz neu war und noch dos Berkausserikett trug. Sofort wurden sämiliche Stationen benachrichtigt, und um 6 Uhr fanden Arbeiter bei der Station Varenne vor L ü tt i ch die entstellte Leiche eines jungen Mannes. Ein Bein lag, vom Zuge adgesahren, zwischen den Schienen. Bei dem Ermordeten, dem in der rohesten Weise der Schädel zertrümmert worden ist, fand man weder Papier« noch Geld oder Wertsachen. Nur in einer Westentasche wurden einig« Besuchskarten mit dem Namen Victor Schwarz, handelsverttet«r in Budapest, ebenso ein i n t« r n at i v n al« s F o hr s che in h e s t gesunden. Wie der Mörder ermittelt wurde. Aon dem Mörder war zunächst keine Spur zu finden. Vor 14 Togen war jedoch aus derselben Strecke ein in Brüssel wohn- haster holländischer Kaufmann angegriffen worden. Von seinem Angreiler konnte er eine genaue Beschreibuno geben. Am Freitag abend wurde nun in Lüttich ein Algerier verhastet, in dem der Holländer bestimmt seinen Angreiser wiedererkannt haben will. Zu- gleich konnte di« Polizei feststellen, daß der Algerier am Freitag morgen, gegen 2 Uhr, also etwa eine halb« Stunde nach der An- kunfr des Zuges von Brüssel in einem Lütticher Hotel Unterkunft gesucht und gefunden hatte. Eine Durchsuchung des von ihm be- wohnten Zimmers förderte die Hälfte einer Zeitung zu- tag«, deren andere hälft«, mit Blut beschmiert, in dem Eisenbahn- abteil gefunden worden war, in dem der Mord begangen worden war. Trotzdem der Algerier immer noch leugnete, melde!« sich in demselben Augenblick der Inhaber eines Cafes in der Nähe des Bahnhofs, der von der Mordtot in den Zeitungen gelesen hatte, imd teilte mit, ein Unbekannter Hab««inen Ledert off er zur Auf- bewahrung gegeben. Es war der Kosser des ermordeten Reifenden. Di« Schlüssel zu dem Koffer fand man in den Taschen des Algeriers. Der Mörder sah sein Spiel als verloren on und legte darauf ein umfassendes Geständnis od. Schneetreiben über Berlin. Dorübergehtnde Erwärmung./ Schlechte Wetteraussichten Ueber Verlin ging heute vormittag ein Schneetreiben von ungewöhnlicher Stärke nieder, während sich die gewaltigen Schneemengen in der Innenstadt sehr bald zu Matsch verwandelten vnd Fahrdämme sowie Vürgersleige in vielen Straßen kaum passierdor machten, bot sich in d«n Außenbezirken eine ganz prächtige Winter- landschast. Die„weiße Freude" währt« aber auch hier nicht allzu lange, denn gegen Mt2 Uhr mittag» ging der Schnee in Regen über. Gestern befand sich unser Gebiet, das unter dem Einfluß eines hochdruckausläufers stand, zwischen zwei starken De- pressionen. Die Wetterlage hat inzwischen schnell gewechselt, und bereits heute machen sich die Auswirkungen eines Tiefs, dos mit seinem Kern über Holland lagert, bemerkbar. Auf der Südseite dieser Depression befanden sich warme subtropische Lustmassen, die im Westen des Kontinents bereits Temperaturen bis zu 12 und 14 Grad Wärm« gebracht haben. Dieses Warmlustgebiet hatte heute vormittag bereits die Rheingrcnze erreicht. Die Auswirkungen der warmen Lustmassen traten bei uns in Form des heftigen Schneesolls in Erscheinung. Für den»n o r g i g« n S o n n t a g ist mit unfreundlichem und unbeständigem Wetter zu rechnen. Es wird ousge- sprockenes Aprilwetter bei wechselndem Himmel mit Schnee-, Graupcl- und Regenschauern geben. Verkehrsunfälle. Bei dem heftigen Schneetreiben ereigneten sich eine ganze Reihe von schweren Verkehrsunfällen Am Attila- platz in Tempelhos fuhr ein Privotauto mit einem Lastauto so heftig zusammen, daß der Laftkrastwogen auf die Straßenbahnschienen geschleudert wurde und umkippte. Der Führer de» Lastauto» blieb unverletzt, dagegen wurde ein vorüber- kommender Radfahrer von dem Fahrzeug erfaßt und schwer verletzt. Der Verunglückt« fand im St.-Ioseph-Krankenhaus Aufnahme. Der Strahenbahnverkehr, der längere Zeit gestört war. wurde später durch Ilmleitungen aufrecht erhalten. Zu einem weiterem Zu« s a m m e n st o ß zwischen einem Motorradfahrer und einer Autodroschk« kam es an der Ecke der Petersburger Straß« und Frankfurter Allee. Dabei erlitt der 32jährige Wilhelm See- b a ch aus Niederschöneweide einen Beinbruch. Der Verletzte wurde in das Virchowkrankenhaus übergeführt— Auf den st ö d- tisch e n Rettungsstellen wurden heute vormittag zahlreiche Personen behandelt, die auf den glatten Bürger st«igen zu Fall gekommen sind und zum Teil schwere Knochenbrüche erlitten hatten. Mehrere Verunglückte muhten in die nöchstgelegenen Krankenhäuser gebracht werden. * Der plötzliche starke Schneefall hatte die B e t r! e b s b a h n- Höfe der BVG. sofort in A l a r m z u st a n d versetzt. Zahlreiche Arbeitskolonnen wurden ousgesondt, um di« Weichen vor der Ver- eisung und Verschlammung zu schützen. Durch diese vorsorglichen Maßnahmen ist es daher nirgends zu nennenswerten Störungen gekommen.* Krlebrich Wolff hastenikassen. Stuttgart, 28. Februar. Der praktisch« Arft Dr. Friedrich Wolfs ist heute vormittag 10.1ö Uhr aus ber Haft entlassen worden, nachdem er di« Kaution von 10000 Mark gestellt hatte. In dem Fall Wolss-Kienl« sind«tiva dreihundert Frauen verwickelt. Selbstmord wegen nichtbestandener Prüfung. heute Vormittag wurde in der?« g» l« r F o r st in der Röhe des Humboldt-Schlößchens ein junger Mensch in der Unisorm eines Stroßenhohners erhängt ausgefunden. Die Ermittlungen er- gaben, daß es sich um einen 30jährigen Straßenbahuer Max Sch. aus der Gerichtftraße handelt. Aus Hj»terlosseneii Papieren ging hervor, daß Sch.«ine Prüfung als Belriebsonwärter nicht bestanden hatte und deswegen in den Freitod gegangen war Llnterdrückte Revision- gefährlich. Belgischer Sozialifienbefchluß. Brüssel. 28. Februar.(Eigenbericht.) Die Außenpolitische Kommisston der beigischen Arbeiierpirtei veröffentlichte«ine Erklärung.zu dem Problem der Revision der Verträge. Es heißt darin: Ein« rein neqatwe Haltung in der Re- vifionsfrage fei nicht mir unzulässig, sondern auch gefährlich, denn die neue Organisation des Weltfriedens habe ausdrücklich eine Revision der Verträge vorgesehen, di« den Frieden gefährden. Die Sozialistische Internationale müsse sofort an dos Studium der Lösungen herangehen, di« für die dringendsten Probleme zu suchen seien. Vor allem müsse man jetzt versuchen, die durch die Re- visionssrage geschaffene Spannung dadurch zu beseitigen, daß man schon setzt in Genf aus eine europäische Einigung hm- arbeite. Die Mittel zu dieser Einigung seien Herabsetzung der Zoll- schranken, einheitlich« Organisation der europäischen Wirtschast und grundlegende Verfassung des Loses der Minderheiten. In der Abrüstungssrage hätten anscheinend die Regierungen jetzt end- lich begriffen, daß die rlsr« Stunde geschlagen habe und daß man unmöglich die vollständige Entwaffnung Deutschlands oufrechl- erhalten könne, wenn die allgemeine Entwaffnung kein« Forlschritle , mache. Berliner Künstler im Rathaus von Eharlottenburg Die„Freie Vereinigung Deutscher K ü n st l« r" stellt im großen Saal des Charlottenburger Rathauses aus(Eintrilt 30 Pf). D«r Raum ist für die Wirkung der Bilder ganz angenehm, die Bilder sind es auch: viel mehr läßt sich darüber nicht eben sagen. Es sind keine Spitzenleistungen da. aber gute Miltelwore. die zeitlos ist in dem Sinne, daß sie auch 1890 oder 1910 und vielleicht auch 1930 gemalt sein könnte: wahrscheinlich wird diese eingängige Malerei, di« treu und solid in. der Schilderung der Natur ist, nie ganz aus- sterben, solange es überhaupt noch Kunst gibt. Man liebt sie ihrer unauffälligen leicht zugänglichen Darstellungsart wegen und weil sie hübsche Motive gefällig ausmacht. Es sind sast nur Landschoslen zu erwähnen: D i e in e n st e i n. v. A r n i m. L o w r e n z. N i k o 1»s. Sieber seien hervorgehoben: den anmutigsten Eindruck machen' die reizenden Aquarelle mit spielenden Kindern von Else Michael- s 0 n. p. I. seh. Oer Theatersegcn der nächsten Woche. Für die nächste Woche werden in Berlin elf Premieren und Erstaussührungen angekündigt. für Mittwoch allein vier! Es scheint danach, daß unsere Zukunst im Theater liegt und wir kein« anderen Sorgen hoben, als uns tagiäg- lich durch ein paar neu« Stücke erlösen zu lassen. Die Planlosigkeit unserer Privattheaterwirtschaft schreit nach Reform und der Kritiker- verband, der ein wenig dabei mithelfen könnte— schläft. Wilhelms Flucht nach Hottand. Exkaiser und Gergeani. Druffel. 27. Februar.(Eigenbericht.) Ein Redakteur des sozialistischen„Peuple* in Brüssel hatte in dem holländischen Grcnzdarf Eysden eine Unterredung mit dem früheren holländischen Sergeanten Brinckers, der am Ii). November 1918, als Wilhelm II. nach Holland flüchtete, die Grenze bewachte. Sergeant Brinckers machte folgende Mitteilungen: „Wir brauehrn keine Pässe, wie sind Militär!" ..Ich wartete mit vier meiner Leute im Cafe Walpot, als um 8 Uhr morgens einer meiner Wachtposten zu mir kam und mich davon benachrichtigte, daß etwa zehn deutsche Autos sich dem Posten näherten und vermutlich die Grenze überschreiten wollten. Ich rief ineine Leute zur Wache und. ging sofort zum Schlagbanm, um zu erfahren was los fei. Zwischen dem belgischen Grenzposten und dem holländischen Posten bestand«in Streifen Land von ungefähr 100 Meter. Die Deutschen hatte bereit» die Kette losgemacht und dos Niemandsland überschritten. Zwei deutsche Ge- nerale kamen zu mir, der eine sagt«:„Wir wollen nach Holland." Ich:„Haben Sie Ihre Pässe?" Antwort:„Nein." Ich:„Unter diesen Umständen kann ich Sie nicht durchlassen." Antwort:„Aber wir haben keine Pässr notwendig. Wir sind Militär." Ich sagte: „Militär oder nicht. Wenn Sie keine vom holländischen Konsul visierten Pässe haben, dann kann ich sie mcht durchlassen." Antwort: „Wir müssen noch dem Hoog in einer Angelegenheit von allergröyter Wichtigkeit. Wir haben kein« Minute zu verlieren."„Wenn Ihre Papiere nicht in Ordnung sind, dann werden Sie holländischen Loden nicht betreten." Der deutsche General war wütend. Dann änderte er plötzlich seinen Don und sagte zu mir:„Es ist uns unmöglich, wieder zurück- zukehren. Wir müssen unbedingt nach Holland. Lassen Si« drei unserer Autos passieren. Wir werden dann sogen, daß wir unbefugt nach Holland gekommen sind und überlassen Ihnen dann die übrigen sechs Autos. Ich lehnte diesen Handel kategorisch ab und das ganze Abenteuer schien mir mehr und mehr verdächtig. Die verdächtige Sache. „Die Autos"— so fuhr Brincker fort—„hatten sich inzwischen hart der holländischen Grenze genähert. Die Insassen waren höhere Offiziere. Einer von ihnen iragie mich:„Wer rst der Kommandant dieses Postens?" Ich: ,�!m Augenblick bin ich es."„Gibt es keinen Regiments- oder Bataillonskommandanten?"„Die Offiziere sind in Maostricht."„Ist das weit von hier?"„IZ Kilometer." „Dann gehen wir selber hin, um sie zu finden."„Nein, Sie müssen bier bleiben. Wenn Ihre Papiere nicht in Ordnung sind, kann ich Sie nicht durchlassen." Daraus rief der erste Offizier:„Ich wiederhole Ihnen, daß es uns unmöglich ist, zurückzukehren." Ich antwortete ihm daraus:„Wenn Sic unbedingt durch wollen, dann werden Sie interniert werden."„Das ist es ja, was wir wollen." Ich sagte ihm, daß ich in diesem Falle den Major herbeirufen werde. Ich ging dann auch selbst zum Telephon, zumal keiner meiner Leute bisher jemals in seinem Leben tclephoniert hatte, und der Major antwortete auf meinen Anruf, daß er sofort kommen werde. Uebrigens wußte ich noch immer nicht, wer die Offiziere eigentlich waren, ober Sie werden verstehen, daß mir die ganze Sache sehr verdächtig vorkam. Ich hatte bemerkt, daß einer der Ossiziere, der eine alte Generalsunisorm trug und ein« platte Soldatenmütz« auf dem Kopfe hotte, von den anderen mit der�größten Achtung dehandelt wurde und daß jeder, der» mit ihm sprach, militärische Haltung einnahm. Ich bemerkte auch, daß alle Automobil« sehr stark van Schmutz bedeckt waren, der ofscnbar absichtlich aus die Autos geworfen worden war. Als ich die Autos näher betrachtete, sah ich, daß sie den kaiserlichen Adler trugen. Der(thinesenfdjnurrbart... Als ich zu den Offizieren kam, sprach mich der mit der Generalsuniform folgendermaßen an:„Hör mal, Soldat, das Land ist hier sehr schön." lind dann dem Pietersberg zugewendet:„Man könnt« glauben, daß man in Deutschland sei. Ich kenne Ijolland sehr gut." Er hielt den linken Arm gegen den Körper gelehnt und in der rechten.Hand hatte er einen gelben Stock. Sein Gesicht war mir ausgefallen, e» schien mir irgendwie bekannt. Ich hatte min mehr und mehr die Gewißheit erlangt. i»h ich den deutschen Kaiser- vor mir hatte. Als ich das zweite Mal an ihm vorüberging. „Die Affäre Redl im Klm.« Ll. T. Kurfurfirnvamm. Die bekannte politische Skondalafsär« aus dem kaiserlichen Oesterreich des Jahres 1913. Der Chef des österreichischen Spionage- dicnste», Oberst Redl, betreibt selbst mit dem Verkauf von Auf« marsch- und Feslungsplänen an Rußland ein dlüh-nd:s Geschäft. bis ihn das Schicksal ereilt. Dies« Vorgänge enthüllen mehr als einen bloßen individuellen Verrat. Sie zeigen darüber hinaus die Dummheit des militärischen Systems und die ganze Fragwürdigkeit des sogenannten geheimen Dienstes. Oberst Redl, ein nach außen tüchtiger und unbestechlicher Mann, braucht Geld. Er braucht es. weil er den Luxus liebt und den Neinen Ulanenleutnant Dolan. Unter Chriffr« erhält er aus Ruß- land Geldsendungen: sie werden verdächtig, und Redl wagt nicht mehr, sie zu kassieren. Da oerlobt sich der Liebling Dolan. Redl will ihn in letzter Verzweiflung an sich fesseln. Geld ist dazu not- wendig. Er Host die Briese ab und wild durch«in« Verkettung grotesker Umstände gestellt. Er endet auf höheren Bcsehl durch eigen« Hand. Die A'färe sollte totgeschwiegen werden. Vertuschungspolitik des ölten Oesterreichs. Ein Zufall brachte sie wenige Stunden nach der Tat an die OesseiUlichkeit. Der Film„Der Fall des General st absober st Redl' nimmt Umstellungen vor. Ein« russische Geheimagentin sorgt für dos mondäne Parfüm. Der Selbstmord Redl» geschah in Prag. Hier wird er nach Wien»er- legt. Im großen und ganzen folgt er ober der historischen Wahrheit. Der Film verfolgt keine einheitliche Linie. Er gib! von jedem etwas. Neben dem Einzelfall Redls deutet«r die Technik der Spionage an. Rußland und Oesterreich ähneln sich in oieser Beziehung wie«in Ci dem andern und es ist sehr zweifelhaft, ob in der Gegenwart eine Aendcrung eingetreten ist. Die Regie Karl Antons baut den Film mit geschickten Re- tardierungen auf. Anton weiß zu steigern und die Spannung zu erhöhen. Theodor Laos ist Oberst Redl,«ine genial« Leistung. Hintsr dem Landesverräter zeigt er den von seiner«rotischen Der- anlogung gequälten Menschen. Mit wenigen Strichen deutet er diskret die Homosexualität Redls an. Ganz groß ist tr im Zu« sommenbruch F. Seh. sprach er mich wieder an und erzählte mir von seinen Iugenderinne- rungen in Amerongen und in anderen Teilen Hollands, vom Reichs- museum in Amsterdam und vom Haag. Schließlich sagte der Kaiser: „Werden Sie auch glücklich sein, wenn der Krieg zu Ende ist?" Ich antwortete ihm:„Gewiß, dann würden wir wenigstens nach Haufe gehen können. Der Krieg hat schon lang« genug gedauert." „Ja," antwortete er,„er hat zu lange gedauert. Die Alliierten wollten nicht, daß er zu Ende sei. Jetzt ist er zu Ende. Morgen wird der Waifenstillstand unterzeichnet." In diesem Augenblick kam der Major van Dyl im Auto an. Es war ungefähr 148 Uhr morgens." Auf die Frage des Berichterstatters, wie stch der Kaiser bis dahin benommen hatte, antwortete der Sergeant Brinckers. er schien sehr gedrückt und außerordentlich unruhig. Sein berühmter Schnurr- bart war nicht nach oben gebürstet, sondern hing traurig herab, wie bei einem Chinesen. Schließlich erklärte der Major, daß die deutschen Offiziere zu Fuß nach dem Bahnhof Eysden gehen sollten, der ungefähr 1100 Meter entfernt ist. Die Autos kamen langsam hinterher. Di« Ossi- ziere begaben sich sofort auf die Plattform des Bahnhofs. Sofort wurde der Bahnhof von einer Truppe von Soldaten, die in Eysden einquartiert waren, bewacht und der Zutritt dem Publikum streng untersagt. „Nieder mit dem Kaiser!" Auf die Frage des Berichterstatters, wie sich die Bevölkerung dieser Nachricht gegenüber oerhielt, erzählte Brinckers:„Als man sich von der Wahrheit überzeugt hatte, begab sich eine große Menge nach dem Bahnhof, darunter auch eine Anzahl belgischer Flücht- finge. Es sielen Ruf« wie:„Nieder mit dem Kaiser!" Wir hatten di« größte Mühe, zu verhindern, daß der Zaun des Bahnhojs nicht durchbrochen wurde. Um 8.40 Uhr morgens kam ein langer Eisenbahnzug von Vise in Eysden an. Auf beiden Sellen wurden Maschinengewehre ausgestellt. Den ganzen Tag wurde unaufhörlich von Eysden aus tclephoniert und telegraphiert. Die Entscheidung der holländischen Regierung ließ jedoch lange auf sich warten. So war Wilhelm lange Stunden hindurch in Unsicherheit. Sein Verhalten an der Grenze und auf dem Bahnhof ließ darauf schließen, daß er nur daran dachte, um jeden Preis nach Holland zu kommen. Er hatte osfenstchtlich die Absicht, Holland vor ein« vollendete Tatsache zu stellen. Im Augenblick, wo er sich auf holländischem Boden befand, war die holländische Regierung gezwungen, ihn zu internieren und für ihn zu hasten. Endlich, noch einem ganzen Tag. ließ die hollän- dische Regierung den Kaiser wissen, daß seinem Ersuchen um In- ternierung in Holland entsprochen werden würde. Der kaiserliche Zug verließ Eysden am ll. November 1918, 9.42 Uhr morgsns, 25 Stunden nach der Ankunft an der Grenze Leichte Musik in schwerer Zeit Schallplattenschau von Klauspringsheim Es ist nicht leicht, in dieser Zeit unseren Lesern die Anschas- fung von Schallplaticn zu empfehlen, gor, wenn sich's um Produkte der Unterhaltungsmusik handelt. Aber auch das Musitbedürfnis des Arbeiters verlangt nicht immer nach Ewigkeitswerten. Wir wollen nicht in törichtein Hochmut Song, Jazz und Schlager mit Schund gleichsetzen: aber Sichtung des allzu reichlichen Angebots, die das Unwcrtige ausscheidet, scheint stets wieder erforderlich. Noch immer freilich sind die P l a t t e n p r« i s e für viel« unerschwing- lich. Daß sie zu hoch waren, beweist die in letzter Zeit bei den nxisten Produktioiissixme» durclzgesührte, übrigens nicht ganz frei- willig erfolgte Preissenkung. So sind bei E. und Br. die hier in Betracht koinmcndcn Platten von 3,75 M. auf 3,25 M. herabgesetzt. In den Produktionen des K ü che n in- i st« r. Konzerns sind die Preise im Durchschnitt um niehr als 2» Prozent ermäßigt worden: die kleine Orchcstrolaplatte, vor kurzem erst von 2,25 M. auf 1,80 M. herabgesetzt, kostet jetzt 1,25 M.: trotz einer Verbilligung um ins- gesamt 45 Prozent steht sie qualitativ hinter den teuren Produkte« anderer Firmen nicht zurück. proletarische Lieder. „St e m p e l li e d" und„Lied der Bergarbeiter", Mu- sik von Hanns Eisler: Nicht nur durch den dichterischen Inhalt, der uns nahe angeht,.hebt dies« Platte jZo.) sich von der Gattung ab, der sie mir kotalogmäßig angehört. Nicht„leichte", sondern leicht faßlich« Musik, sehr charakteristisch und eiodringlich, und von Ernst Busch in dem klaren, harten, anklägerischen Ton innerster Ueberzeugimg gesungen, die seinen Vortrag unwiderstehlich macht. Ein wirksames Stück Z«>tkritik und Klassenkampf. „Vreigrofchenoper". Die Grenzen der Unterhaltungsmusik sind bei Kurt W e i l l ausgehoben, der in der„Dreigroschenoper" den Typ des künstlerisch modernen Songs geschaffen hat. U. gibt in einer Folge von vier Platten daraus einen Querschnitt: Lotte Lenjo, Erika Helmke, Erich Ponto, W. Trenk-Trebitsch und Kurt Gerron, der auch die verbindende» Worte spricht, sind die singenden Darsteller dieser geschickt zusainmeiigesaßteii Dreigroschenrevu«. die vielen willkommen sein wird. Doch endlich hören wir nun auch Harald Poulsen, dessen mitreißende Intensität des Singens der Bühne nicht bedarf, im„Kanonensong" und in der„Ballade vom angenehmen Leben" (Ho.). Brechts Dortrag der„Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens", im Tonfall und in der scharf artikulierten Sprache an die Art Frank Wcdekinds erinnernd, interessiert nicht nur als persönliches Dokuineiit(Orch.). Carola N e h e r singt mit wenig Stimme aber viel Ausdruck„Die Seeräuber-Ienny" und den „Barbora-Song"(Orch.). Albert Pro je an mit Marga Lion als Partnerin singt Brecht auf Französisch, nicht ohne sein« Härten liebenswürdig zu sänftigen(U.). Und der Geiger Stefan F r e n k« l hat die Songmelodien zu einer gefälligen Suite verarbeitet(Ho.). Kabarett, Tonfilm, Operette. Bon Cloire Wald off, der unvergleichlichen, in ihrer Ur- berliner Art vollkommenen, bringt P. Neues in reicher Auswahl. Es genügt, ein paar ihrer Lieder, nur die Namen, zu nennen: „Wegen Dir"— ,/Ir is nach mir verrückt"—„Die Großstadt- pslanze". Auch bekannte, anerkannte, beliebte Kabarettisten, wie Max Hansen(DG.) oder Trude Hesterberg(U.) bedürfen kaiiin erneuter Empfehlung. Aber ein jusiges Talent ist zu«nt- decken: Barbara D j u fingt, persönlich und echt im Ausdruck, rus- sische Zigeunerlieder(U.). Als Chansonsänger kann Alfred Braun (Ho.) wohl nicht mit den Besten konkurrieren. Mit geistig beschei- densten Ansprüchen der Hörer rechnet der Humorist Manfred L o m m« l(Ho.). Immer mehr versucht die Industrie. Tonsilm«rfvlge für di« Schallplatte auszunützen. E. präsentiert in bester Form den 5zelden der„Liebesparode", Maurice Chevalier. Den auch bei uns volkstümlich gewordenen Walzer aus„5ous les toits de Taris* kören wir, wie wir ihn kennen lernten, französisch gesungen, von Albert Pröjerin(U.): und nicht iv«)iig«r charakteristisch von M Prio. l e t(DG-). Willy F r i t s ch und Lilian H a r o e y als Ducttisten — mit d«r Stimme und mit dem Singen ist's bei beiden nicht weit her— lohnt es immerhin eher in„Einbrecher"(P.) als in„Drei von der Tankstelle"(O.) zu hören. Aber A l I o l s o n, groß in der Aiinst,„es mit Liedern zu sagen", hat au- seinem danach benannten Film eine Reche ausgezeichneter Platten gewonnen(Br.). Auch auf Harry R i ch m o n n(Br.) ist von neuem hinzuweisen, und vor allem wieder aus Jack Smith, der ein kleines Lied„Wenn du in mein« Augen stehst" mit rührender Zartheit des Ausdrucks still verhalten vor sich hin singt(U.). Sanfte Negerchorwciscn aus dem Tonfilm „ihallelüstch" erscheinen bei E. in guten Originalaufnahmen. Zum Teck dieselben Sachen singen auch die R« o« l l e r s(E.) in chrer musikalisch sehr kultivierten Art. Mit volksliedhaften, nur leider ein wenig sentimentalen Gesängen führt das im Typ ihnen ähnliche „B r e o i t i e s"-Quartett sich oorteichaft ein(Br.). Eine der besten Operettcnnummern seit langem, das Walzerlied „Auf dem Ball" aus„Jim und Iill", findet in Harald Paulssn, wie in der Aufführung des Künftlercheaters, einen hinreißenden Interpreten(E.). Für die Rotter-Operetten der Saison—„Viktoria und ihr Husar" und„Das Veilchen von Montmartre"— wirot Karl I ö k e n mit seinem hell leuchtenden Tenor(Tr.) Rita Georg singt mit H. H. V o l l m a n n. der auch im Admiralspalast ihr Partner war, Duette aus Kalma»?„Ezardasfürstin"(Ho.). Endlich eine instrumental« Spezialität von allerhöchstem Rang: der Banjo- spieler W. O r t u s o, verblüffend durch Tempo und rhythmischen Elan(E.). Auch der Kunstpfeifer Guido Gialdini(U.) und der Saxophonvirtuose G. V o g e l h u t(Ho.) verdienen genannt zu werden. Abkürzungen: Br.=- Brunswick; C.— Columbia: DG.=- Deutsche Grammophon: E.— Elektrola: Ho.= Homocord: O.= Odeon: Orch.— Orcheltrolo: P.= Porlophon: Tr.= Triergon; II.— UltrAphon. Rührfilm:„Ihr Junge." Mit ihrem Kind: verläßt die reiche Frau ihren sausenden Mann. Si« wird Bardame, damit aus diese Weise der brave Spieß- bürqer eine chm ungefährlich« Fleischbeschau im FUm genießen darf. Als nach vielen Unerquicklichkeiten für das Publikum die Frau endlich stirbt, steht ihr Jung«, für den ein verkonrmcner Geiger einen Manager gefunden hat, ein„Vaterunser" betend, an ihrem Sterbebett. Alle rührserinen Bilder, mit denen früher die Herrschasten die Dienstbotenzimmer austapezieren ließen, werden in diesem Film wieder lebendig. Das Manuskript strotzt oo» Un Wahrscheinlichkeiten. Worum zieht die Mutter den reichen, gesetzmäßig verpflichtet.-» Vater nicht zum Unterhalt ihres hungernden Kindes heran? Eben- so verlogen ist der Geiger gezeichnet. Er treibt sich lieber(ahn: jede innere Bindung an die Vagabunden) im Obdachlosenasyl her- um und sammelt ous dem Hos Kupfermünzen für sein Spiel auf, als daß er eine glänzende Konzerttournee mit Riesenhonoraren an- nimmt. Der Aermst« hat nämlich eine unglückliche Lieb«. In der Heutigen Zeit der Massennot aber verträgt man nicht diese ver- logen«» Elendsbilder mit ihrer Spekulation auf ein gutes Geschäft. Der Junge Hans Feher ist sehr groß, doch ist der Regisseur Friedrich Feher sehr klein. Im Spiel hindert er das Kind nicht, doch foba/d es spricht, klingt jedes Wort emstudiert. Auch Magda Sonja verdient« eine bessere Rolle und einen anderen Regisseur, denn bei ihm hält das Können mtt dem Wollen nicht stand. Die Tonübertragung war oft unangenehm kreischend. Obwohl die Photographie mitunter stark« Eigenart oerriet, war sie durchweg recht schlecht. Bei der Uraufführung, die zugunsten Oes Waisenhauses der Stadt Berlin stattfand, zeigt« sich das Publikum ziemlich radau- lustig.«. b. Oer neue Chaplin-Mlm in London. Charlie Chaplins Film.Lichter der Stadt" erlebte am Freitagabend in London seine europäische Erstaufführung, die sich zu einem beispiellosen Erfolg gestaltete. Um den Ovationen aus dem Wege zu gehen, hott« sich Chaplin bereits zwei Stunden vor der Zluf» tührung ins Theater begeben. Chaplin hiett nach Beendigung der Vorstellung eine kurze Ansprache und verschwand dann durch eine Seitentür. Die Londoner Presse bezeichnet den neuen Film Chaplins als Meisterwerk. Es wird hervorgehoben, daß der Film nichts Neues bringt und einer leitenden Idee entbehrt. Der Slllgemeineindruck fei ober eine Bestätigung des großen Könnens Chaplins für den stummen Film. Iii der Plscalor-Süha« im Dallner-Thcaicr sindel Sonnlaqvoi.inittag die große Friedrich-Wolfs-Kundgebung, verbunden mit einer Ausiührung von'„Eyankali", statt. Montag geht.Chankali" regelmäßig in den Spielplan über. Der Duchgewerbesaal, Drelbundstrane 5, stellt eine auilchlußreiche Schau von Kalendern und NeujahrSlorten der grapbi'chin Branche aus. Si« zeigt etn« reiche Fülle geichmacklich und lechniich dervo. ragend ausgestatteter Drucke, und ist bis Ende Mäiz täglich von S bis t8, Sonnabends von g bis 14. und am Sonntag, dem 8. März von 11 bis 18 Uhr. geöffnet. INuseumsiührunaev. Sonnlag, 9 Uhr: Dr. Llümel über den Tele- pbvSfricS im Pergamoiimulelim. 10 Uhr: Dlrettor Deinmler über .Deutsche Kunst imZettalter der Reiormation illf» im Deuttchen Auscum. Dr. Krickeberg über„Wirtschaftsleben der amerilanischen Ureinwohner" im Völler lundemuseum l. Dr. Braun über.Deutsche FrühlingSbräuchc' im Museum für deutsche VollSIuude. vi««ufiShruag»er»owidl«„Durchaus unerlaubt- imRenaiilanc«- T b e a t e r mußt« wegen plötzlicher Srkrantung von Livio Pavanelli aui Dienstag, den 8. März, verschoben werden.— Di« zur Premier« gelösten Karten behalte» Sültigleit. 40« Stundenwoche eingeführt. Das gute Beispiel macht keine Sctiule. Magdeburg, 28. Februar(Eigenbericht.) Die größte Oelfabrik Mitteldeutschlands von H u b b e u. F a h r e n h o l z hat nach dem Beispiel der Hamburger und niederrhcinischen Oelsabriken im Einverständnis mit der Beleg- schast nun ebenfalls die Mtündige Arbeitswoche eingeführt. Auf diese Weise sollen 60 Wohlsahrts-Erwerbslose neu eingcstcqt werden, die der Stadt Magdeburg zur Zeit monatlich 4200 M. Unter- stüßung kosten. * Das Unternehmertum versucht zwar mit aller Gewalt, die Löhne und Gehälter, soweit es ihm möglich scheint, herabzudrücken, es führt je nachdem Kurzarbeit, Feierschichten oder Heberst um den ein, droht unausgesetzt mit Arbeiter- entlassungen und Betriebs st illegungen— allein von der Einführung der 40slündigen Arbeitswoche, auch nur vorüber- gehend während der Zeit der Hochkrise, will es in seiner Gesamtheit nichts wissen. Nicht einmal der Teil des Unternehmertums, der für feine Arbeiter nicht mehr Arbeit genug hat, daß sie für eine 40stündige Arbeitszeit ausreicht. Wie riesig billig hat es heute dos Unternehmertum in Deutschland, sich durch eine Geste auf dem Gebiete der Verkürzung der Arbeitszeit in einen besseren sozialen Geruch zu bringen, was es wirklich bitter notwendig hätte. Die Herrschaften glauben es verschmähen zu können. Cyste- mat i sch gegen sie den entgegengesetzten Weg und bringen es oben- dr»i fertig, bei all ihrer Einsichtslofigkeit und Gefühlslosigkeit a n die Einsicht und das Gefühl der Vertreter der organisierten Arbeiterschaft zu appellieren, ihnen den Loh ndruck zu erleichtern. Nichts zeigt deutlicher als die Haltung der Gesamtheit des organisierten Unternehmerkims zu der Forderung der 4(3-Stunden- Woche als Notmaßnahme, wie klein doch das Geschlecht unserer n du st r ie k a p it ä n e" in der großen Notzeit ist, die die privatkapitalistische Wirtfch:jfts„ordnung' heraufbeschworen hat. Für die Arbeitnehmerschaft ist dieser opfervMe An- schauungsunterricht nur dann von bleibendem Wert, wenn sie ge- schlössen hinter ihren Gewerkschaften steht. Ltm die Vauarbeiierlöhne. Oer Gang der Verhandlungen. Wir konnten bereits im gestrigen„Abend" berichten, daß die Verhandlungen um einen neuen Reichstarifvertrag im Baugewerbe in der nächsten Woche fortgesetzt werden sollen. Zu- gleich soll mit den Lohnverhandlungcn in den Bezirken be- gönnen werden. Zunächst sollen die Parteien verhandeln. Falls diese freie» Verhandlungen in den bezirklichen Tarifgebieten zu leinen Vereinbarungen führen, soll an die Stelle der bisherigen zwei bezirklichen Tarifämter nur e i n bezirkliches Tarifamt treten, das aus je vier Beisitzern von jeder Partei und drei Unparteiischen zusammengesetzt ist. Jede Partei hat einen Unparteiischen zu benennen. Der Bor- sitzende dieses Tarifamtes soll durch Vereinbarung der Parteien be- stimmt werden. Falls sich die Parteien nicht bis zum 8. März über die Person des Lorsitzenden des Tarifamtes einigen, soll der Reichs. arbeilsminister den Vorsitzenden benennen. Das bezirkliche Tarif- amt soll mit Stimmenmehrheit über sämtliche Löhne und die Orts- klasieneinteilung entscheiden. Ist für«inen Vorschlag im Tarifamt eine Mehrheit nicht zu erreichen, so können die drei Unparteiischen einstimmig einen Vorschlag machen, der dann als Schiedsspruch gilt. Bis zum 18. März muß dos Verfahren im bezirklichen Tarifamt beendet sein. Wenn der bezirkliche Schiedsspruch von beiden Parteien inner- halb einer Frist von sechs Tagen nicht angenommen wird, so soll eine zentrale Schiedsstelle entscheiden, die bis zum 24. März zusammenzutreten hat. Diese zentrale Schiedsstelle soll entscheiden über die Löhne der Hauptbauarbeitergruppen(Maurer, Zimmerer, Zementfacharbeiter, Tiefbauarbeiter und Maschinisten) der obersten Ortsklasse, lieber die dann noch strittigen Lohnfragen hat das bezirkliche Tarifamt zu entscheiden. Die zentrale Schiedsstelle ist zusammenzusetzen aus je vier Bei- sitzern von jeder Partei und drei Unparteiischen, um deren Venen- nung der Reichsarbeitsminister zu ersuchen ist. Die zentrale Schieds- stelle stimmt mit einfacher Mehrheit ab. Der Spruch kann inner- halb acht Togen angenommen oder abgelehnt werden. Die zu ver- einbarenden Löhne sollen Geltung haben vom 1. April 1931 bis zum 2. März 1932._ Aach Lohnabbau- produkiionseinfchränkung. Die Baumwollspinnereien bauen ab. Chemnitz, 28. Februar. Die Vereinigung der deutschen Baumwollspinnereien hat be- schlössen, die Produktion von Mitte März ab allgemein einzuschränken. Diese Mahnahme gilt einstweilen auf etwa sechs Wochen im Ausmaß biszu23Proz. je nach dem gegen- wärtigen Beschäftigungsgrad. Der Beschluß, dem fast alle Mitglieder der Spinnereiorgani- sationen zustimmen, wurde infolge der großen Absatzschwierigkeiten notwendig. Er erstreckt sich auf das ganz« Reich. Nur ganz feine Garne, Zweizylinderspinncreien und für das Ausland be- stimmte Garne werden von dieser Maßnahme nicht betroffen. Der Lohnabbau wird als volkswirtschaftlich notwendig erklärt, um die Produktion anzukurbeln. Erfolgen trotz Lohnabbau weiter« Produktionseinschränkungen, dann ist der Lohnabbau verfehlt und dient lediglich der Bereicherung des Unter- nehme rtums. Auch die Baumwollkonzerne, die umfangreiche Kurzarbeit undAussetzen ankündigen, denkennichtdaran, eine regel- rechte Arbeitszeitverkürzung einzuführen. Z6Z 000 Erwerbslose in Polen und 83 006 Kurzarbeiter wurden am 21. Februar gezählt. Im März rechnet man mit Steigerung der Arbeitslosigkeit, von April ab mit einer Besserung. Eine außerordentliche Generalversammlung des Deutschen Ar- beiler-Abstinentenbund«». Ortsgruppe Berlin, aus Anlaß des zu Ostern stattfindenden Bundestages wird am Sonntag, 1. März, vor- mittags 19 Uhr, in der alkoholfreien Gaststätte, Skalitzer Straße 6, abgehalten. Tagesordnung: 1. Referat über unsere Bundesardeit. 2. Anträge zum Bundestag. 3. Wahl der Delegierten. 4. Ver- schiedcnes. Funktionärsitzung um 9 Uhr abends. Theater der Woche. Vom ± bis S. März. Volksbühne. Theater am Bül-wplah: 1., 7., 8. Liliom. 2., 8.. 8.««lellschaft der Memchenrechtt. 4., 5. Das WilNermärche». I. U'h Uhr. V. aenyert; Artur Echnabcl. 8. lli-j Uhr. law.natincc: Berge« ft-Czobel, Gregor-Tribcll. Staatstheater. Vgcr Unter de» Linde»-. 1. Der fliegende Solleinher. Z. Aiha. 8. und 8. Eine Nachr in Venebig. 4. Frau ohne schatten. Fürst Igor. 8. Tosen. 7. Di« Sirtsührung aus dem Serail, s. Andre Chenier. 0i«t»m Plag her Zieonblil: I. und g. Madam« Butterfln. 2. und 8. Der Paroier von Sevilla. Z. und 7. Die Hochzeit des Fiaaro. 4. Luise. 3. V. Sinsonic- lonnert. 6. Ziigoletto. Städiliche 0;et: 1. TannhSnser. 2. Troubadour. 8. Tiefland. 4. Di« Asrikancri». Z. Boheme. 6. Lofnnanns Erzählungen. 7. Galalhca und Lord Sple«n. 8. Don Giovanni. 8. Das Nheinoold. Staats- Theater: 1. und 2. Gustav Adolf. Z. Die Weber. 4. Prin, Friedrich von Lomburg. s. Minna von Barnhelm. k. und 7. Ouim 1. Mail Agamemnon. 8. Wilhelm Tell.?. Die Jungfrau von Orleans. Schillcr-Thealrr: l. und 2. Scherz, Satire. Ironie und tiefere Bedeutung. 8. und 8. Don Carlos. 4. Nathan der Weife. 3. und 8. die Journalisten. 7. und 8. Tic Bekehrung des Frcdns Pristorn. Theater mit festem Spielplan: Theater»nv Sä isfba verdamm: Bis 1. Di« Quadratur des Steif«. 2., 3.. 4. g-fchtosfen. Ab 3. Der Tomvtcnr.— knrsürstendamm. Theater: Das schwache Geschlecht.— Deutsche» Theater: Bis z. Glifabelh von England. 4. gefchiosse». Ab ö. Der Aauviman» von ttävenick.— ttammerfpiel«: Pariser Plag 18.— Die Lomcdie: Die Fee.— Theater in der Stresemannstrah«: Amph! rnon 88. — Komcdicnhaus: Eine königliche Familie.— Grohc» Tchausvielhans: Im weihen Nflfn.— Theater de» Westens: Der Zarcwitfch.— Ztomifch« 0i>er: Pcovina.— Deutsches Ztünftlertheater: Ritter Blaubarts achte Frau.— Rcnailfance-Theater: Durchaus unerlaubt.— Lessing-Thca'er: Bikiorio vnb ihr Susar.— Lustspiclhaus: Der Lügner und die Nonne.— Metrovol- Theater: Schön ist die Well.— Rene» Theater am Foo: Das öffentliche Aergernis.— Die Tribüne: Liebe. Niord und Alkohol.— Sleinc, Theater: 7 Uhr. Einmal ist keinmal.» Uhr. Liebe— unmodern.— Wallncr. Theater iPiscator-Bühne): 1. Frau i» Front. Ab 2. Cnankali.— Rofe-Theater: B- 8. Die schöne Seien«. Ab 4. Die Faschingssee. 7. Nachtvorstellung. Die Faschingsfee.— Castno-Thrater: Onkel ttühn aus Ncuruvvin.— Theater in der Sloitcrftrahe: l. Ehen werden im Himmel aei'chloifcn. 2. Maria Stuart. Ab 8. Juftizkrtse.— Schtrchparl. Theater Etrgliti: Wiederaufnahme beantragt. — Theater im Admiralsvalaft: Das blaue Semd von Ithaka.— Winteraarten. Plaza, Skala: Internationales Barle:«.— Reichshallen.Theater: Etettincr Sänger.— Theater am stottdufler Tor: Clätc länger. Nachmittagsveransialtungen: Bolksbüha«. Theater am Bülomplah: l., 8. Das Wintermärchen.— Theater in der Stresen.or.:!strahe: I.. 8. Sturm im Wasserglas.— Somödirnhauv: l., 8. Eochtail.— Grohe» SEauipielhaus: l.. 8. Im roeigcn RLF'l.— JUmische Over: 1., 8. Peppina.— Deutsch«, itünstiertheater: l. Boruntersuchung.— Metropol-Theater: 1., 8. Schon ist die Welt.— Ballner-Theater lPiseator- Bithne): 1. u und 1« Uhr. Cnankali.— Rofe-Theater:-..«. Dos Parfüm meiner Fron. 8. 17?» und HM, Uhr. Die Fafchinassee.— Theater in der klostersttastc: 1., 8. lb Uhr. Aschenbrödel. 17 Uhr. Der fröhliche Weinberg. ö., 6. Weh' dem, der lügt. 7. Aschenbrödel.- Schlostpark. Theater Steglit,: 1. Frau Lolle.— Wintergarten: 1., 7., 8. International« Barict«.— Plaza. Skala: Internationales Barietä— Reichahallea-Theater: l.. 8. Stettiner Sänger.— Theater am Sattbnflcr Tor: 1., 8. Eiite-Sänger. Erstaufführungen der Woche: Dienstag. Lesslna-Theater: Tie schöne Alexandra.— Renaissance- Theater: Turchous unerlaubt.— M e t r o p o l- Theater: Tos Beilche» von Montmartre.— Theater i n der «lost er st raste: Zustizlrile.— Daa»er»taa. Deutsche, Theater: Der Hauptmann von Sopenick.— Freitag. Schauspielhaus: Agamemnon.— Theater am Schifsbauerdamm: Der Domo eur. — Sannabend. S ch i l l« r- T h e a t e r: Die Bekehrung des Ferdns Pistora. Welker für Berlin: Unbeständiges Wetter mit einzelnen Nieder- schlügen, Tagestemperattiren über Null. Für Deutschland: Ueberoll zu Niederschlägen neigendes, windiges Wetter, Temperaturen am Tage vorwiegend über Null. Berantwortl. kür die Rcdak'ion: Herbert Lepor«, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Berlag: Vorwärts Berta« G. m. d. S.. Berlin. Druck: Borwärt» Buch» druckerei und Perlagsanstalt Paul Singer 6: Co.. Berlin CW 88. Lindenstraste 3. Hierzu> Beilege. dm hbühmkfäm-'Kaffee v-Jtotmett iniNMEIBR FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF' Kleines meai. lizlich 2 Tontellunjen 7 un- 1 x ist keinmal 9 Uhr Uene nnmodern Grete Reinwald Will Kaufmann, Nein?- lüde: taut metropo:-Tiieater räelich 8"e Uhr Schön ist die weit Operette von Uehä: Rüiri liildik, Gittir Alpar, stfiutundor Sosnlaz oadim. ♦ Qbi K eme r-reise SflinD ist die Welt sdMll. Westeoi Täglich 8>ü Fram Lilian Htistirwut Der Zarewitsch Car a Carlsen, Hendrik v Möllendort Komiscne oper 8h, Uhr kleine Preise. Reppina ditir pminlichtr Uitug 4it Rmpulrtig Roher Soli , 4fr Premitrenbnehnn: Kammerspiele 8»,. Uhr Pariser P atz Ii von r/icki Bautr Rtrli: Culit Ortadjenr >jgTögnch8.15 DAS BLAUE MEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OPFENBACH THEATER IM APMIRALSPAIAST •••••••••• Neues idealer — am Zoe—— IniBiliDlIu. StpLCSSl raalich h«« Uhr Bnt< 75. HulfOlmiDg! jer r. Lac crial- I Guido Thieisclier Das ottentiicne ßePüernis Preise' r>is« V ooocoooooo Piscalor-BOhne (Wallner■ Theater) Alex. 4597-94. Utzte Toistillnigei S1/« Lhr Die Frau in Front Komödie v. Glebo« Sonntags II Uhr Sondervonlel diiFridirikk-Volt-lliKiitii Cyankali Kose- Iheater ir.FnuklBrtrSlr.iä: Tel. 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Februar 1931 Stiainukaatfe xte* Henry Ford in Detroit Ein Werkreportage von Karl Möller lieber dem Portol des Ford'schcn Derwaltungs. gebautes aus dem Rouye P-lant in Tktrnit ist der saigende Sai; in den Stein gehauein„Die industrielle Verbindung des erfinderischen Genius niit"den natürlichen Quellen der Erde ist der Grundstock der steigenden Zivilisation." Ich weist nicht, ob diese Worte von .ricnry Ford selber stomincn.�jedenfalls sind sie der Ausdruck seine« Geistes, der nur beruflich und geschäftlich ausuxirtbar- Bildung für notivsndig und wünschenswert erclärt, alles andere aber für Unsinn hält. Man erzählte mir'ogar, dast die unter seinem Namen veröffentlichten dicken Bücher nicht Produkt seines Gehirnes sind, sondern aus der Fader tüchtiger Sekretäre stammen. Auf einer Gerichtsverhandlung hat sich außerdem ein erstaunlicher Tiefstand der Allgemeinbildung des Mr. Ford gezeigt, es mag also sein, dost seine Erkenntnisse aus Mangel an besserem Wissen entstanden sind. Jedenfalls entspringen sie einem ganz engen, kleinlichen Gesichtspunkt und die Fohsche Behauptung vom Segen der durchrationalisierten Monotonie der Arbeit erklärt sich aus der Auffassung, dast Kultur und Zivilisation zusammengehen mit Technik und Tempo der Pro- duktion.— Das waren die Ge- danken, die mir kamen, bevor uns ein vollkommener Gentleman, den nur eine blank« Erkennungsmarke als osfizsellen Führer kennzeichnete, in seine Obhut nahm. Sämtliche Photoappa- rate mußten vor dem Rundgang abgegeben werden, dann konnten wir den Morsch durch die Fabrikstadt des Rouge Plant, dem Sitz der chauptproduktion Fords. etwas außerhalb von Detrost, nach D e a b o r n zu. wo Ford geboren wurde und sein erstes Automobil das Licht der Welt erblickte, an- treten. Sicherheit und Gesundheit ist ein Kapitel in dein kleinen Bändchen „rorck Industries* überschrieben, das vor dem Rundgong verteilt wurde. In diesem Abschnitt wird eilt« Menge über die Auslese der Arbeiterschaft für die ge- ährlichsten Beschäftigungen ge- lagt, über die Verhütung von Un- Glücksfällen und die schönen Lehren und Pegeln, die man dem Arbeiter gibt, bevor er an ein? neue Maschine kommt. Wie sieht«s nun in der Wirt- sichkeit aus? erklärte, er wäre froh, nie nach Detrost gekommen zu sein und statt der dauernden Ungewißheit seine aste, zwar schlechter bezahlte, ober feste Stellung zu hoben. Wöhrend der Umstellung des Modells wurde der größte Teil der Belegschaft entlassen und nmstte warten... Zwei, drei, vier Monate und noch immer öfsneten sich nicht die Fabriltore. Zweifellos verdient der amerikanische Arbeiter besser als fem deutscher Bruder und die Prosperitätsphantasten jubeln, wenn an- geblich 73 Prozent der Fordschen Arbeiter Einzelhäuser besitzen und 78 Prozent ihre eigenen Autos fahren. Es gibt sogar Arbeiter, die elektrische Klaviere, große Radioapparate und auch sonst jeden bürgerlichen Komfort haben. Die Spitzenlöhne der gelernten Hand- werter ginge» in der Zeit vor der großen Krise bis zu 7ö Dollar die Woche, also etwa lAW Mark im Monat, selbst für amerikanische Begriffe und in der Kauskrast umgerechnet ein sehr guter Verdienst, wie er von deutsche» Arbeitern nur selten erreicht wird. Aber was nützt das alles, wenn gerade die hochbezahlten 5?0llgs Rant, Fords Hauptfabrikationsgebäude Der erste Eindruck beim Betreten der Fabrlthallen ist allerdings eine peinliche Sauberkeit überall, gegenüber den sonst ziemlich schluderigen eunerikanischen Betrieben. Leider erstreckt sich dieses Reinlichkestsbedürfnis aber lediglich auf das W k r k g u t des Mr. Ford: denn ich habe später sehen müssen, dast die Arbeiter ihre Kleider auf Bügeln in den Fabrikationsraum hängen müssen, wo doch immerhin allerhand Metallstaub und Schmutz herumwirbelt. Roch schlimmer ist es mit den Verhältnissen beim Essen. Jedem Arbester werden IS Minuten zum Einnehmen der Mahlzeit gemährt. Besondere Speiseräume gibt es nicht, auf freistchenden Karren neben den sausenden, dreckaufmirbelnden Maschinen kann man eine Suppe, Obst, Getränke oder kür 25 Cents ein fertiges L n n ch p a k« t(2 Stücke belegtes Brct, Kaffee. Früchte und Suppe) kaufen und in aller Hetze heruntcrfchlingen, denn ein wesentlicher Teil der spärlichen Freizeit wird noch durch das Warten an den überfüllten Eststände» verschlungen. Davon, und von den unmöglichen sanitären Anlagen in den Fabriken wird in dem famosen Retlamebüchlein nichts geschrieben. Es ist ja überhaupt die raffiniert« Politik dieses Jndustriekönigs. seine Lehren und Methoden, die im Grunde nur seiner Produktion und seinem Profit zugute kommen, als allgemeine Hcilslehre auf- zustellen. Wie aber geht es dem Proletarier m diesem industriellen Paradies und wie steht es mit der Sicherheit und Gesurrdhest des Arbeiters?„Ilenrv Ford doesnotbeb.eve in charity," erklärte mir achselzuckend der Führer auf meine Frage, d. h. bei Henry Ford gibt es überhaupt keine Sozialfürsorge mehr. Die in früheren Jahren aus diesem Gebiete xesch-afsenen Einrich- tungen sind rücksichtslos abgebaut worden, als der verschärfte Kon- kurren.zkampf mit der General Motors begann. Sein angebliches Prinzip ist, dein Arbeiter so„hohe* Löhne zu zahlen, dost«r sich in zeder Notlage alleine helfen kann. Wie demgegenüber die Wirklich« lest Mssieht, zeigte sich am besten in der zweiten Hälfte 1927, als Tausende von Fordarbeitern mit ihren Faniilien der staatlichen Wohlfahrtsp,l«ge zur Last sielen, ihnen Abzahlungen auf Wohnungen und Familienhäuser verlorengingen, zu deren Kauf nicht selten das ehemalige„Soziale Departement* Fords geworben hatte, und ihnen aus den Wohnungen auf Teilzahlungsplan erworbene Möbel mir den letzten Ersparnissen herausgeholt wurden. „Fast alle sozialen Theorien lassen sich, wenn man alles Gefühls- bciwerk abstreift, auf die Fonnel bringen: Leben ohne zu arbeiten.* Auch diese schöne Formulierung in all ihrer Verlogenheit stammt von Mr. Ford, dem Messias der amerikanischen Prosperität. Für einen Arbeitgeber, der mit solchen Phrasen appelliert, ist es klar, dast er nur Arbeiter anstellt, die keiner Gewerkschaft angehören. Er nennt das die Ausschaltung des oiganisiertsi, Kriegszustandes zwischen Unternehmer und Arbester. Seine Leute sollen aus„Lust zur Arbeit* zu ihm kommen, um an dem Segen der Fünftagewoche und dem Lohnminimum von sechs Dollar am Tage teilhastig zu werden. Dieses Jdealverhältnis konnte ich beim Einsetzen der großen Automobilkrise so recht studieren. Morgens werden die Leute noch zum selben Tag« gekündigt, da eine ordnungsgemähe Frist nicht besteht, und draußen sitzt der Arbeiter dem Nichts gegen- über. Ich habe mit so manchem gesprochen, der mir weinerlich Arbeiter mit Vorliebe bei Produktionseinschrän- k u n g e n entlassen werden. Dann muß der Arbestslose von den Ersparnissen leben, seine Sachen wieder versetzen und in vielen Fällen dem zufälligen Mitgeiübl privater Wohlfahrtsorganisationen zur Last fallen, wo er oft sogar die erhaltene Unterstützung in besseren Zesten wieder zurückzahlen muß. Die dauernde Unsicherheit beherrscht das Leben der amerika- nifchen Arbeitnehmer und der Kampf um die nackte -E x i st e n z macht sie oft zu skrupellosen Geschäpsen. Der Wahn von dcni business, dem Verdienst an jeder Sache, die materielle Aus- Nutzung aber auch jeder möglichen Gelegenheit und die ewige Hotz nach dem Dollar ergeben ein allgemeines Rennen naä) dem Erfolg, das dem Neueingewandcrten im Anfang unerträglich erscheint. Auf und ab geht das Schicksal und wer heute nach europäischen Begriffen noch in Saus und Braus gelebt hat, geht morgen bettelnd von Haus zu Haus oder verdient sich notdürftig durch Gelegetrhcits- arbeit sein tägliches Brot. Kollegiale Rücksichtnahme und kanieradschastlilhe Zusammenarbeit gibt es nicht. Rück- sichtslos gebraucht leder seine Ellenbogen und wenn es zum eigenen Vorteil gereicht, wird der Arbeitskollege naä) Möglichkeit herunter- gerissen und beim doss schwarz gemacht. Leider üben auch die Gewerkschaften in dieser Beziehung keinen erzieherischen Eiiifluß aus. Sie sind reine Zwcckorgani- fationen, die das wirtschaftliche Jpteresse ihrer eigenen Mitglieder in oft egoistischer Weise vertreten und damit Schluß. Manchmal wird dabei sogar mit Methoden gearbeitet, die nad) den deutschen Moral- bcgrifsen innerhalb der Arbeiterschaft verpönt sind Trotzdein genügt sclbjt dieser Zusammenhalt, üni wenigstens eine ge- ichiossene Front gegenüber dem Unternehmer durchzusetzen und in«inigen, fast voll organisierten Bernsen haben die amerika- Nischen> raste Unions(Gewerkschaften) tatsächlich ein Monopol in der Hand. Wie aber muß es nun aussehen, wenn der Arbeiterschaft, wie bei Ford, jeder Zusammenschluß sehst und sie sich gegenseitig l» der Angst um die Futterkrippe bekänipft. Bekräftigt wird dieser fürchterliche Zustand noch durch das ausgedehnte Spitzel- s n st e m in den Betrieben. Es wimmelt in allen Fakki träumen von Werkpolizisten und Aufpassern, die die Slrbeit-r kontrollieren. Ohne jede verst'.llungsredMiche polizeiliche Handhabe laufen sie mit Knüppel und Revolver herum und verhaften kurzerhand jeden, der sich der Verletzung irgendeiner der Fabrikordmingen schuldig macht. So sieht die„goldene Freiheit* des Aincrikaners aus, die amie Miss Liberty im Rew-Porker Hafen ist schon lange verrostet und aus Tod und Verderb ist der Prolet« dem Kapstatisten verschrieben. Die riesenhafte, eine kleine Stadt, für sich darstellende Anlage in River Rouge macht auch aus den nicht vorsätzlichen Bewunderer Henry Ford einen großen Eindruck: Wie hier Bauten, Maschinen- und Menjchenkrast den tägl'ch einfließenden Rohmaterialstrom nach einem übersichtlichen Plan mit zusammengeballter Massenwirkung verarbeitet, wie hier morgens, nachmittags und um Mitternacht Tausende von Arbeitern beim Schid)twechsel in einem großen Rennen und Strömen an die Arbeit gehen, in den Mechanis- mus eingeschluckt werden und bald daraus die Straßen draußen öde daliegen, das ist ein ungeheuer wirksames Bild der menschlich..! Konzentration. Wie später mir noch die Lichtfülle kalt-bläulicher Quecksilberlampen, die Schütterungen des Bodens vom Stampsen der tausend Maschinen, der Lärm von Presien und Schleifmaschinen' vom Zwongsrhyihnrus der Arbeit in den langen Hallen künden, wie dort die acht hageren Arme der Kraftstation sich in den Sternenhimmel aufrecken, beim Stahlwerk rotglühende Schlacken- massen in die Sammelwagen stürzen, während weißgeballte Dampf- wölken wie in kraftbewußter Selbstbesreiung aus den Löschtürmen aufsteigen: all das könnte den Künstler wohl das Hohelied der Arbeit anstimmen lassen, wenn er die Menschenleben dahinter vergessen könnte... Der ganze Produktionsgang vom Rohprodukt bis zum fahrbereiten Auto ist heut« auf o i e r Tage heruntergeschraubt. Ja wenigen Stunden wird das Erz geschmolzen und das Eisen in Blocks gegossen. Das Zusammensetzen der verschiedenen Teile eines vollständigen Autos gefäsieht in einer einzigen Swndc, unaufhörlich läuit das Band und Wagen für Wagen verläßt mit Benzin gefüllt fahrbereit die Fa- brikationsräume. Nachdem sie die Kontrollstation passiert haben, werden sie von den wartenden Agenten übernommen und in we- »igen Stunden dem Käufer zugev führt. Denn Ford fabriziert in jedem Werke n uj s o v ie l fertige Autos, wie bestdillt und be- zahlt sind. Die einzelnen Teile werden nicht auf Lagerplätzen auf- gestapelt. Sie werden vom Ar- beitsplatz in von Ford hergestellte Kisten geladen und mit Kränen in Eisenbahnwaggons gehoben, die auf Schienen in der Halle stehen. � 40 Züge mit 400 Waggons verließen in der Zeit, in der ld> die Werke besichtigte, jeden Tcw die Halle. Wie ist eine svld) fabel- haste Leistung möglich? Die Antwort lautet: nur durch das Opfer der 100 000 Arbeiter, die Ford täglich in diesem eirrzigen Riesenbetrieb beschäftigt. Zwei- ma) hunderttausend Hände machen- acht Stunden lang i m in e r denselben Hand g r j.f f. Dicht über den Köpfen der geföhr- lich gedrängt stehenden Arbeiter rollt das lausende Band mit den Arbeitsstücken vorüber. Jede Hand tut daran ihre genau vargeschrie- bene Arbeitsleistung in der aufs raffinierteste berechneten Mindestzeit. Ganz unmerklich wird nämlich das Band schneller laufen, und der Arbeiter schreibt es seiner eigenen Müdigkeit zu, ivenn er nicht Schritt halten kann. Da keiner der Fordarbeiter mit seinen Nachbarn auch nur ein Wort reden darf, kann keine Verständi- gung erfolgen und jeder spannt sid) auss äußerste an, um mit- zukommen und seine Stelle nicht zu verlieren. ilnd so sd>uften sie, ahne auszusehen: Der eine steckt eine Schraub« ein, der nächite dreht sie fest, ein anderer bohrt mit dem autogene» Schiveistbohror ein bestimmtes Loch, so sieht es in der Manufaktur aus, wo jedes Einzelteil nach dieser Methode hergestellt wird. Fast noch schliiinner ist es In der Final Asseinbly, in der Halle, wo die Einzelteil« zufänunengebaut werden und a:n Ende di« blitzblanken Wagen herausfahren. Dort sind fast nur ungelernte Kräfte angestellt, die in wenigen Stunden ihre Tätigkeit gelernt haben und nun jahrelang ein Rad In die Achse schieben, oder die Fensterscheibe einsetzen usw. Ford stellt es ja angeblich frei, daß jeder Arbeiter nach einer be- stimmten Zeit seine Besd>äftigung wechseln kann. Aber ivas ist es schon für ein Unterschied, ob ich diesen oder jenen Handgriff verrichte, die endlose Monotonie bleibt doch, es� i>t in allen Abteilungen dieselbe völlig entseelte Arbeit, die jede Freude am Werk verloren hat, mechanische Berrichtungen, bei denen man nicht mehr denkt, sondern döst. Mehr als irgendwo anders sind hier alle menschlichen Beziehungen ausgelöscht, der Arbeiter als Nummer in den Riesenbetrieb eingegliedert, totlädsiich nur noch ein dienendes Teilchen an einem großen Mechanismus, der alle sd;affende Freude tötet und Meirschenwesen in seinen gehandhabten Takt zwingt, bei dem von einem natürlichen Rhythmus nicht mehr die Rede fein kann. Etwas besser ist die Lage der g e l e r n t e n Leute, die etwa 10 bis 15 Proz. der ganzen Belegschaft ausmachen. Sie haben bessere Löhne, bessere Behandlung und noch einige individuelle Leistung beim Schaffen. Der gelernte Arbeiter, der sog.„white collar man* hat ein recht deutliches Untersä)iedsgefllhl gegenüber den Massen der Ungelernten: er, der„Aristokrat" unter den Ar- heitern, kann doch bei wettem freier atmen, wenn auch hier durch dos i» allen Abteilungen eingerichtete'Auspassersystcni(„spy") manche Grenzen a«setzt sind.. Die Mechanisierung der Arbeft hat für die menschliche Gesell- schast.zweifellos groß« Bedeutung. Wenn aber der Mensch so zum leblosen Wertzeug wird, wen» die Maschine nldst dienend im Dienste des Menschen steht, sondern ihn in seinen Takt Zwingt, dann muß der Nutzen fragwürdig werden. Ein Gegengewicht kann mir dadurch geschossen werden, dast der schöpferische Mensch in seiner r e i z e i t Gelegenheit zur Entfältnng seiner Persönlichkeit hat und schaffend an einem Werke mitarbeiten kann, das ihm und seinen Fähiakciten Raum gewährt, Das aber ist heute in Amerika unmöglich. Auch der L e b e n s r a u m ist zu einer kapitalistischen Hölle ge- worden, Dergnügungen und Ausspannung erso'oen in solch irren Formen, dost sie mehr schaden, ols gutmack-cn. Kleidung, Wohn- knliur. ja selbst dos äußere Benehmen der Mensäaen ist gleicharii typisiert, normalisiert, und wehe dem, der aus der Reihe tanzt An die Kanufahrer und solche die es werden wollen Di« AaiMahrer der Unterhavcl, die ihren Standort in Tief- werder, dem idyllischen allen Fischerdarf in Spandau haben. rüsten für die komemnde Saison. An de» Sonntagen regen sich auf dem Bootspiotz der Freien S ch w immer Charlottenburg fleißige Hände; die Mitglieder schleifen die schlanken Kajaks, ver- sehen sie mit einem guten Lackanstrich. Andere wieder prüfen das Gerüst des Faltbootes und reparieren unter sachkundiger Leitung ihr Gerät, um beim Anpaddeln im Frühjahr wieder bei der ersten Fahrt dabei zu sein.?n einein besonderen Raum des neuen Bootshauses finden wir die Scldstbauer, die eifrig dabei sind, nach guten Unter- lagen neue Boote herzustellen, die billig und nach den neuesten Erfahrungen im Bootsbau gebaut werden. Gerade die Selbstbauten der Charlottenburger Kanufahrer genießen im Arbeiter-Turn- und Sportbund einen guten Ruf. Erste Techniker beraten die Mitglieder bei den Arbeiten. Der vergangene Sommer sah die Freien Schwimmer beim Bau des Bootshauses, nun find sie endlich fertig und bieten Kanufahrern, die den Sport unter gleichgesinnten, sozialistischen Sportlern betreiben wollen, ein Heim an der Havel. Die günstig« Lage, acht Miimten vom Hauptbahnhof Spandau, vier Minuten von der Haltestelle der Straßenbahn Reue Welt(Linie 54 und 154, U-Bahnanschluß Ruh- leben) läßt es zu, daß nach Arbeitsschluß die Sportler schnell dos Bootshaus erreichen und ihre Freizeit auf den schönen Havelseen verbringen können. Durch die Errichtung des Bootshauses waren die Charlottenburger in der Lage, die Beiträge bedeutend zu er- mäßigen, was bei der schlechten Wirtschaftslage, die sich bei den Wassersohrvereinen besonders stark auswirkt, viel besagen will. Wer ein Baot erstehen will, kann sich von den Freien Schwimmern be- laten lassen; günstige Berbindungen ermöglichen die Anschaffung eines guten billiges Bootes. Wer nun noch Unterricht im Schwini- men und im Rettungsschwimmen braucht, der gehe zu den Kanu- fohrern der Freien Schwimmer Charlottenburg. Schriftliche Aufnahmen durch die Geschäftsstelle Eharlottenburg, Kirchstr. 6, oder auf den Bodeabenden Montag, IS Uhr und Donnerstag, 20 Uhr, auch auf dem Bootsplatz Sonntags in Tiefwerder am Jürgengraben, Tief- werderbrücke. «Ktttusport ist Volkssport" Unter dieser Devise findet die A u s st e l l u n g der Freien Kanu-Union Groß-Berlin im Rahmen der Veranstaltung des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 21, in der Zeit vom 2. bis 6. März statt. Trotz der Wirtschaftskrise ist es den führenden Arbeitersportorganifationen ge- lungen, auch auf diesem Gebiet des Kanusports bahnbrechend zu wirken. Etwas, was den Kanusport besonders fördene, war der Selbstbau van Booten. Daß sich auch im Selbstbau gut« geklinkerte Wanderboote herstellen lassen, zeigt die Freie Kanu-Union auf ihrem Sondcrstand in der Ausstellung. Eine Möglichkeit, mit geringen Geldmitteln den Wassersport zu betreiben, ist der Mannschaftssport in vereinseigenen Bierer- und Zweierkajaks. Die Freie Kanu-Union besitzt genügend Bootsmaterial, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Eine Sonderoeranstaltung gibt die FKU. im Rahmen der Ausstellung am Mittwoch, 4. März, 20.30 Uhr, im Ausstellungsraum. Eintritt 20 Pfennig. Die Freie Kanu-Union besitzt Abteilungen an der Obcrspree und an der Havel. Etwas für Segler. Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, die den schönen Segelsport ausüben wollen und noch keinen Bootsstand haben, werden noch als Mitglieder bei den Freien Seglern S a a t w i n k e l E. V. aufgenommen. Das Gelände liegt an günstiger Stelle zwischen dem Tegeler See und der Oberhavel. Auch zur Unterhavcl ist eine gute Verbindung. Zluslunsi erteilt Otto Flohr, Berlin NW 21, Oldenburger Str. 5a. Die Rcllungsgesellschast der Massersportoereine, eine freiwillige Organisatton, wird ain 13. Marz ihren Rettungsdienst auf den Berliner Wosserftraßen ausnehmen. Im legten Jahre hat die Gesellsckfaft 79 Perfone» vom Ertrinken gerettet und mißerdem bei den großen Regatten wirtsame Hilfe bei Unfällen und Erkran- lungen geleistet. Der Rettungsdienst wird in diesem Jahre weiter ausgebaut. Die Rettungsstation Grünau erhält ein neues Schnellmotorboot. Ein derartiges Boot wird im kommenden Somrner zum ersten Male außerdem zwischen Grünau und Schmöckwitz Patrouillendicnst versehen. Die Station Rahnsdorf soll ebenfalls ausgebaut werden und eine große Unterstellmöglichkett für Ruderboote erhalten, die bei plötzlich austretendem Unwetter nicht nwhr über den Müggelsee zurückkehren können. Während diese Ge- sellschaft den Dienst auf den Gewässern der Oberspree versieht, wird der W an N s e e auch in diaseni Jahre vom Roten Kreuz betreut, während die A r b e i t e r s a m a r l t e r die Havel oberhalb Span- das und den Tegeler See beaufsichtigen. Nieder Krach im Sportpalast Die„Früchte* eines„Walzerwctlbewerbes* Der erste der drei Eissporttage im Sportpalast drohte gestern in einem gewaltigen Krach unterzugehen. Das Pro- gramm sah zwischen den beiden Eishockeyspielen einen„W a l z e r- Wettbewerb" vor, der im Rohmen der an den drei Tagen Freitag, Sonnabend und Sonntag stattfindenden Eiskunstlauf- Meisterschaften dargeboten werden sollte. Obwohl die Eintrittspreise— 15 und 18 Mark für einen Tribünenplatz!— unerhört hoch angesetzt waren, leistete sich die Sportpalostlettung den merkwürdigen Scherz, zum Wolzerwett- bewerb ein paar Kunstläufer in die Arena zu schicken, die sich etwa fünf Minuten lang produzierten. Dann war der„Wolzerwett- bewerb" beendet und das zweite Eishockeyspiel wurde angesagt. Für diese ebenso kurze wie nichts Außergewöhnliches bietende Vor- stellung waren also den Besuchern Preise abverlangt worden, die bedeutend höher sind als die Preise, die man für erste Opern- aufführungen bezahlen muß. Schließlich soll man es doch bei den auftretenden Eissportlern mit„Amateuren" zu tun haben, die doch ivvhl keine Stargagen beanspruchen. Oder ist dem nicht so? Das Publikum reagierte dann auch auf diese Herausforderung mit einem ungeheuren Lärm, bei dem die Galerien auf ihre Art eingriffen. EineFlutvonProgrammen, zusamincngeknüllten Zeitungen, Aepfeln und Apfelsinen verwandelte bald die Arena in einen ungefegten Ma r k t p l a tz. Das Eishockcyspiel konnte zunächst nicht abgehalten werden, weil die Eislausfläche unbenutzbar war. In aller Eile rief man einige andere Eislaufspezialistcn herbei, die dann de»„Walzerwettbcwerb" fort- setzten und ergänzten. Die Sportpalastteitung hätte es wirklich nicht nötig gehabt, die sportlich und finanziell ertragreiche Eissport- soison dieses Winters mit einem solchen Mihklong enden zu lassen. Das Programm begann mit dem Eishockeywettpiel zwischen den Manitoba-Kanadiern und dem Berliner Schlittschuh-Club. Kurz nach Beginn konnte Iänecke im prächtigen Alleingang den kanadischen Torhüter überrunipeln und den BSC. zum ersten Tor verHelsen, das auch das einzige bleiben sollte. Für die Folge waren die Kanadier stets überlegen und drückten dies auch durch einen 8: 1(4: 1, 0: 0, 4: 0) Sieg aus. In die Torerfolge teilten sich Mac Bey(3), Dr. Wotson(2), Mac Kenzie(2) und Pidcock. Dos ob- schließende Spiel, das die Mannschaft der Tschechoslowakei gegen die des SC. Rissersee mit 5: 1'(0: 1, 2: 0, 3:0) leicht gewann, wurde von beiden Seiten unnötig hart durchgeführt. Nachdem Schröttle zunächst unerwartet dos Führungstor erzielt hatte, konnten die technisch überlegenen Tschechen durch Maleck fünf Tore heraus- holen. Aus Arheiter-Boxrin�en Auf einer Boxtournee durch Deutschland kämpfte eine starke Boxmannschaft des dänischen Arbeitersportver- bände s in Görlitz, Waldendurg und Liegnitz. Da Dänemark nur feine besten Boxer mit der Vertretung im Auslande betteut, war das Kräfteverhältnis zur Lettenmannschaft, die im vorigen Jahre in Deutschland weir, um einige Punkte bester. Während der vor- jährige Bundesmeister Braunschweig die Letten mit 8: 4 schlagen konnte, erkämpften die Boxer aus Dänemark gegen si« ein 7:7« Resultat. Den ersten Kampf trugen die Gäste in Görlitz gegen die erste Mannschaft des dortigen Kreismeistervereins aus. Das Ergeb- iris war ein 9: 5- Erfolg für die Gäste. Am folgenden Tag starteten die Dänen in Waldenburg und siegten diesmal mit 11: 3 Punkten. Gegen den Sportklub„Eiche"«ßi«gnig erreichte die Kampfstaffel nur ein 7: 7- Punktergebms.— In Riga fand ein Boxkampf statt zwischen dem Fiiegengewichtsmeister des lettischen Sporwerbandes „Dolgicer"-Riga und dem gleichen Titelhalter des deutschen Ar- beiter-Athletenbundes„Penkert". Trotz der größeren Wettkampf- erfohrung verlor die deutsche Mannschaft den ö-Runden-Komps nach Punkten.— Eine ostdeutsche Mannschaft, bestehend aus Boxern der Städte Görlitz. Weißwoster, Forst und Liegnitz, kämpfte gegen die besten Boxer Polens in Warschau. Der Mannschaftskampf wurde vor einigen tausend Zuschauern ausgetragen. Polens Länder- Team konnte den Sieg mit 9': 7 Punkten erringen. SturmvoZel-Wintersrbelt Während der Wintermonate wird natürlich der Flugbetrieb tm „Sturmvogel" etwas eingeschränkt. Trotzdem herrscht in den einzelnen Orth- und Bezirksgruppen des Flugvcrbandes regste Tätig- keit. Ueberall werden Werbevorträge veranstallet und die Zahl der Neuaufnahmen beweist, daß sich innerhalb der werktätigen Bevölke- rung'immer weitere Kreise für di» Bestrebungen des„Sturmvogels", ! � Beim Tragflachenbau ®.,■» yrvt->W.vy*>S? Die„Kreuzberg" beim Start des Flugverbandes der Werktätigen, interessieren. Neben der Werbe- arbeit wird aber der Bau von Segel- und Modellflug- zeugen nicht vernachlässigt. In Wohnungen. Ateliers. Schuppen wird gebaftett, und es ist erstaunlich, mit welch geringen Mitteln sich gute Bauergebniste erzielen lassen. Da die Umgegend Berlins für längere Segelflüge nicht geeignet ist. sind einige Berliner Bezirks- gruppen an den Bau von leichten Motorflugzeugen herangegangen. Auf die Ergebnisse dieser Arbeit muß man besonders aufmerksam sein, denn es gill augenblicklich als wichtige Aufgabe, die Schaffung eines äußerst billigen Leichtflugzeuges zu betreiben, an das selbst- Srokes Schauschwimmen imiiimiiiiiiiiiiiiminiHnmiiimiiiiiiuiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiimiiiiiiiimmmiMiiiiiiniiiimiiimiimiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiMimiiiHiiMi im„Luna-Wellenbad77, Halensee der„Freien Schwimmer Groß-Berlin''(E. V.) Am Sonntag, dem I.März 1931, 15 Uhr Am Start: Beste Berliner Klasse— 450 Startende, Großer Kombinationskunstreigen Wasserballspiele, Kunst- und Turmspringen verständlich keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden dürfen. Mit diesen Leichtflugzeugen sollen ja auch vorerst keine Ueberland- slüge ausgeführt werden, sondern man wird sich auf Schulflügc innerhalb der Flugplatzgrenzen beschränken müssen. Der„Sturm- vogel" schlägt jedenfalls den richtigen Weg ein, um aus dem Flug- spart einen Volkssport zu machen. Sportpslast-ltiiiidZelnmA! Zu der Kundgebung der Sozialdemokrakischen Partei am Montag, 2. März, im Sportpalast treten alle Fahnen de legotio- nen der Arbeilerfportler und die Slurmfohnenträgerinnen und.träger um IS?-! Uhr im Sportpalast an. Die kortcUeilung. Arbeiter-Haudballer und-hockeyspieler! Das Wetter der letzten Tage hat die Plätze unbefpielbor gemacht. Alle angesetzten Spiele fallen daher aus. Die Kreisleitung. Das Photo als Ralurdokument, so lautet das Thema einer Abendveranstaltung der Photogesellschast des Touristenvereins„Die Naturfreunde" am Montag, 2. Mörz. Referent des Abends ist der Naturschützter Dr. Effenbcrgcr. Beginzz 20 Uhr, Johannisftr. 13. Eintritt frei. .Solibotitäf. Touren für Sonntag, 1. Mär,. 2. Abt.:{fcUenhotft, Bohnsdorf td ßdmann, Woltrr�borfcr Str. 100.£tart: 13 Uhr bei Robbe. Tieffen» bcdü'tr. A>.— 3. Abt.: Wie 2. Abteilung. Start: 13 Uhr WartannenplaK.— 9. Abt.: Durä> bin Grmicwälb. Start: 13 Uhr Xtiftto. 63.— Abt. Durbrichs» fioin: Baumschulenwcg. Lokal Marien toi. Start: 14 Uhr Poteroburger Vkatt.— Abt. Woiftense«: Rundfahrt Schwancbcck-Buch. Start: 13 Uhr Antonvlah. � Beranftallunaen in der Woche vom 2. Mär« bis 7. Mär».— Zvgendleiter! Am J. Mir, bei Lohann, Drilderstr. 16, Iuaenbleitersitmng.— F-Hrwarte! Tie Ortsgruypenfahrt»och Ker,felde am 29. Mär, ist auf den 19. April ver- legt.— Motorradfahrer! In Marienäorf ist eine neue Motorfahrerabteilung gegründet. Abteilungsleiter:>3. ftesfc, Berlin-Moriendorf.«urfürstenstr. 19. Äbteilungslokol: Marler, Mariendorf,«urfürsten- Lebe Schittienstrahe. Sihungen jeden 1. Tonnerstag im M»at. Arbeiter-Säniheabnnb, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, 9 Uhr. stleinkakider- fchieüen in lsriedrich-.feide. Dienstag. 3. Mär.,. 20 Uhr, Technikers, Huna in der..Goldenen Nagel", Kommandanten. Site Grün strafte. Kartell für Arbeitersport»nd Ztörperpsleg«.»«,>rl Schö-ebe-«.«nebenan. Siftung nicht Montag, 2. Mär,, sondern Montag, 9. Mr,. 20 Uhr, bei Lach» gcschur,. Mühlenftr. 9._ Kartellbezirl Weiftensee. Die Siftung am Montag, dem 2. Mär,, fällt wegen der Kundgebung im Sportpalast aus. Termin und Ort der Siftung wird durch schriftliche Einladung bekonnlgegeben. Kartell für Arbeitersport UN»«örperpslege, B«,irt Renkölln. Siftung nicht Montag. 2. Mär,, sondern Montag, 9. Mär,. Idealkastno, Weichselstrafte. äieie Kanu-Union Eroft-Derlin 8. B. Sonnabend, 38. Tebruar, 29 Uhr. leftter Uebung-abend bei Tempel. Lichte nberg�Zriedrichsfelde ttl-Bah»),©unter- strafte 7. Zreie gallbootsahrer Berlin. Sonntag, 1. Mär,, erst« fsaltbootsahrt. Bon �ürstenwaide soweit eisfrei bis Erkner. Abfahrt 7.53 Uhr Stralau. Rummels» bürg, Bahnsteig L. Führer: Zungbluth.©äst« willkommen. ©roft-Beeliner Anftballoereine und Abteilungen, lfitr das am Sonpabenb, dem 7. Mär, 1931, im Sportpalast stattfindend« 7. Lallensportfest des 1. Kreises hat die«reisfuftballoitnnq noch einige Eintrittskarten lgut« PkäfteZ lwr Ber. fnanng Ausgabe Zeeitag und'Montag ab 19 Uhr in der©eschästsftclls Elfässer Str. 86—8«. Zimmer 8. Kartell für Arbeiteriport und Körperpflege. 7.«e,f-k llbarlotteubnrg. Dienstag, 3. Mir,. 2V Uhr, Kartellstftunq«ailer-lsriedrich�tr. 94. bei Adler. Bolksiport Wedbin, 8. B. Dienstag, 8. Mär,. Bodeabend im Stadthad Svarllartell B«,Irk Treptow. Wegen der Kundgebuns im Sportpalast findet die Siftung nicht am 2., sondern am 9. Mär, statt. Di« Sportgenosse» beteiligen sich an der Äundaebung. Alle Zähnen ,nm Ewmarsch mitbringen. 8onii»beiid, 28. Februar. Berlin. 16.05 Manfred Sturmann liest aus eigenen Werken. 16 30 Orcheslerkonzert. Dirigent; Bruno Seldler-Winkler. I. Smetana: Ouv. zu..Die verkault. Braut". 2. Wunsdi: Kleine Lustspielsaite. op. 37. 3. Höfler: Partita für zwei Streichorchester, op. 24. 4. Glinka: Capricc brillant. 5. Delibes; Ballettsnite aus„Sylvia". 6. Job. Strauß; Walzer,(runkorehester.) 18.00 Alfred Mfihr und Ernst Toller: Reaktion oder geistig« Erneuerung? 18.30 l. Beethoven: Sonate G-Dur. op. 96. z. Mozart; Sonate Cs-Dor K.-V, 481.(Eva Hauptmann. Violine, und Conrad Hansen. PlflaeU 19.10 Die Erzählung der Woche.(Sprecher: Georg W. Pilet.) 19.35 Entgegengesetzie Unterhaltung(Schallplatten). 20.00 Empfindsame� Reise durch Berlin. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Lustiger Wochenschluß. 22.10 Wetter, Nachrichten und Sport. Tanzmusik. KSnlgswusterhaosen. (6.00 Prof. Erich Hylla: Der Aushau der oberen Jahrgänge der Volksschule, 16.30 Hamburg: Konzer«. 17.30 Dr. Meißner: Cremoneser Geigen nnd der modern« Geigenbau. 18.00 Eranzösisch für rorlgeschrlUen«. 19.00 Mechanisierung als Lebcnsschlcksal(Mehrgespräehl. 19.30 H. Kraze liest eigene Dichtungen. 20.00—22.10 Uebertragung von Leipzig. 22.10 Leipzig; Nachrichten. Anschließend bis 23.30 Erfurt; Tanzmusik. Sonntag, 1. März. Berlin. 7.00 Fuakgyiniiastik. AnschlieBcud; rrübkeuzert. 6.00 i ur den Landwirt, 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.30 Orgelkonzert. 1. Bach; Toccata und Fuge D-Moll. 2. Liszt: Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H(Prot. Walter Fischer. Orgel). 12.00 RcichsUg: Gedenkfeier des Volksbundes Deutscher KriegsgräberlOrsorge. 13.00 Orchesterkonzert. 14.30 Aus deutschen Kriegsbttchern(Albert Ste(fihn). 15.00 1. Chopin: Rondo für zwei Klaviere, op. 73(Bruno Seidier-Winkjcr und Rudolf Schmidt, Flügel). 2. Lieder(Frieda Meyer-Heinze. Sopran; Flügel: Bruno Seidler, Winkler). 3. Mozart: Sonate für zwei Klaviere(Bruno Scidler-Winkler und Rudolf Sohmidl). 15.45 Priedel Joachim liest eigene Novellen. 16.15 Unterhaltungsmusik. 17.30 Programm der Aktuellen Ableilnng. 18.00 Orcheslerkonzert Dir.: Generaimusikdir. Dr. Ernst Kunwald.!. Wagner; Vorspiel zu„Lohengrln". 2. Bruckner: Andante aus der Sinfonie Nr. 4. 3. Wagner; Trauermarsch aus„Götterdämmerung". 4. Wagner: Vorspiel zu„Parsital". 5. Haydn: Sinfonie„Mit dem Pankenschlag" Nr. 3, G-Dur (Sinfonie-Orchester). 19.25 Augenblicke des Schicksals. Oskar Baum. 19.45 Sportnachrichten. 20.00 Stadtkirche zu Wittenberg: Abendkonzert 1, Brahms(lür Olpe! und Chor bearbeitet v. Kempff): a) Fuge A-Moll: b) 0 Welt, ich maß dich lassen. 2. Vorlesung mit Sprechchor; Davids Trauergesang. 3. Händel: Trauermarsch a.„Sani und Samson". 4. J. S. Bach: Wer hat dich so geschlagen? 5. Rosenmüller; Aus den Klageliedern..Jeremiae"(für Bariton und Orgel). 6. J. S. Bach: a) Ich, ich nnd meine Sünden: b) Ich will den Kreuzstab gerne tragen. 7. J. S. Bach; Kantate Nr. 118. 8. J. S. Bach; Fuge C-Moll(Gesang und Orgel: Pfarrer Georg Kempff. Wittenberg; die Wittenberger Bach-Oemeinde). 21.00„Die Totenfeier." Hörspiel von Leo Weismantel. Regi«: Alfred Braun. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Königsberg; Konzert. Königswusterhaaten. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 11.00 Studicndir. Dr. AgnÄ Moithan: Aufbauschulen. m 17.00 Hamburg:„Die schweigende Glocke". 18.00 Dr. Otto Banmgard: Bauern am Niederrhein. IS.50 Priedr. Kayßier liest eigene Dichtungen. ■______..««« i ka—.~__._■(8) Dr. W. Hoffmann-Harniscb: Große Schauspieler. Eintrittskarten zu 1.50 u. 2.— an der Tageskasse 19.30 Dr. Paui Emst: Der sittliche Mut