Morgenausgabe Nr. 101 A 51 4S.Ieile 5,— RM.„Kleine Anzeigen" das lettgedruckte Wort 2S Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt It. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 00 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannohme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen- täglich von JP/a bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentralorgan der Sozialdemokratischen Kartei Neutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 892— 297 Telcgramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Banklonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u.Disc.-Gcs., Dcpositenk., Jerusalemer Str. 65/66. Oer Vormarsch wird fortgesetzt! Genossinnen und Genossen! Aus den verschiedensten Gebieten Deutschlands geht uns die Nachricht zu, daß allenthalben mit Feuereifer neue Mitglieder geworben werden! Welches Land, welcher Bezirk, welche Ortsgruppe wird sich als kampfkräftigste und erfolgreichste erweisen? W e r ist der beste Werber des Reiches? Großer Mitgliederzuwachs wird besonders aus den Groß- und Mittelstädten berichtet. Prachtvolle Resultate liegen aber auch aus den kleinsten Orten vor. Genossinnen! Genossen! Verdoppelt eure Bemühungen! Zeigt, was unsere kampferprobte Organisation zu leisten imstande ist! Zeige jeder, was er selber kann! Wer den zweiten Mann geworben hat, wirbt den dritten, den vierten! Das Wichtigste ist, daß sich an dieser Werbung nicht nur die kampfbegeisterte Jugend und die alte Garde der Partei, nicht nur jene treuen, allezeit kampfbereiten Genossen beteiligen, die immer und unerschütterlich ihren Mann stehen, wenn die Partei eine Aufgabe stellt, sondern daß auch alle diejenigen jetzt für die Partei werben, die sonst im Hintergrunde der Bewegung blieben. Sie stehen jetzt an der Front! An sie ergeht besonders der Ruf: Seht euch eure Bekannten an. Bringt sie zur Partei! Reißt sie mit! Rüttelt sie auf! Der erste große Stichtag kommt mit Riesenschritten näher. Sehe jeder Genosse und jede Genossin, daß bis dahin die Parole durchgeführt ist: daß der»zweite Manne Mitglied der Partei geworden ist: Und vergeßt nicht: der Werber ist dafür verantwortlich, daß der Geworbene so schnell wie möglich in unserer Organisation, insbesondere in der zuständigen Abteilung, heimisch wird. Macht den Geworbenen mit den anderen Genossen und Genossinnen bekannt, namentlich auch mit dem Abteilungsvorstand und den Funktionären, und seht zu, daß er selbst so schnell wie möglich fähig wird, nun seinerseits ebenfalls für die Partei zu werben! Jeder ist für seinen»zweiten Mann« verantwortlich! Schließlich erinnert euch tagtäglich: Unsere Parole gilt auch für unsere Parteizeitungen! Genossinnen! Gefnossen! Es gibt kein Zurück! Es gibt kein Erlahmen unserer Anstrengungen! Wir geben dem Gegner keine Atempause! Der Vormarsch wird fortgesetzt! Wir greifen an! Die Partei ruft! Berlin, den 1. März 1931 ' i. Der Parteivorstand. Wo bleibt der zweite Mann? Willkommen in Moskau. Offizieller Empfang der deutschen Industriellen. Moskau, 2«. Februar. lWTB.) Tic Gruppe t»«r deutschen Industriellen, die eine Studienreise nach der Sowjetunion angetreten hat, ist heute in Moskau eingetroffen. Am Bahnhof wurden die Industriellen von Vertretern der deutschen Botschaft, der Ausländsabteilung des Obersten Volkswirtschaftsrates und des Anftenkommissariats empfangen. An der Grenze war die Delegation bereits von einem Ver- treter des Obersten Volkswirtschaftsrates namens des Dorfttzenden des Lbersten Volkswirtschaftsratcs Ordschonikidfe begrüftt worden. » Ordschonikidfe ist der engere Landsmann und intime Freund Stalins, er hat einen Hauptanteil an der Annexion der georgischen Republik durch die russische Sowjetregierung und an allen Terrorakten des Systems Stalins. Für aus- reichende Bewährung in dieser Richtung hat Stalin seinen Getreuen nach der Absetzung des„Rechtslers" Rykow zum Wirtschaftsminister gemacht. polenierror vor Gericht. Vertagt- eingestellt- Vewahrungsfrist. Sakkowlh. 28. gebrunr. Das Burggoricht verhandelte über zwölf im Landkreis Äattowitz verübte Wahlterrorakte. Fünf Prozesse wurden sofort ver- tagt bzw. an andere Gerichte überwiesen, während vier weitere Prozesse niedergeschlagen wurden, da die Anklage nicht fristgemäß eingereicht worden war. In einem Falle, wo es sich um eingeschlagene Fensterscheiben handelte, erfolgte Frei- sprechung. Lediglich in zwei Fällen kam es zu einer Ver- urteilung. Wegen Diebstahls mehrerer Zeitungspakete des„Ober- schlesischen Kurier" wurde em Angeklagter zu einer Woche Geiängnis mit einem Jahr Bewährungsfrist verurteilt, während ein zweiter Aufständischer• wegen Einschlpgens von Fensterscheiben zwei Wochen Gefängnis mit gleichfalls«nein Jahr Bewährungistist erhielt. Allgemein siel das herausfordernde Benehmen der Angeklagten auf, die während der Verhandlung nicht nur die Belastungszeugen, sondern auch die Berichterstatter deutscher Zeitungen osfen bedrohten, falls diese sich erlauben sollten, über die Prozesse zu berichten.,.'j Zur Amtsführung polnischer Gerichte. ist nur zu erinnern, daß durch Dekret des Ministers Car die llnabsetzbarkeit der Richter ab- geschasst wurde: das bedeutet für sie:„Richtet nichr, aus daß ihr nicht gerichtet werdet." Alarm aus Spanien. drohender Verkehrsflreik.; Poris. 28. Februar.(Eigenbericht.) Die„Agencc Fournicr" veröffentlicht alarmierende Nachrichten aus Madrid. Danach hat die Ruhe, die noch der Bildung des monarchistisch-liberalen Kabinetts provisorisch hergestellt war, bereits ihr Ende erreicht. Im Kabinett sollen schwere Meinungs- Verschiedenheiten herrschen, ebenso dem Regime von der Straße her wieder schwere Gefahren drohen. So hätten am 26. Februar morgens die Eisenbahnarbciter der Madrid- Saragossa-Bahn ihr« Arbeit mit der Absicht oerlassen, vor dem Arbeitsministerium zu demonstrieren: die Kundgebung sei aber durch die Zivilgarde unterdrückt worden. Die Gewerkschaften hätten sofort eine außerordentliche Delegiertrnversammlung einberufen, die darüber beschließen werde, ob für Montag der Generalstreik der Eisenbahner proklamiert werden solle. Die Regierung habe angesichts der drohenden Gefahren die Pionierregimenter aufgeboten und bereits Sorge dafür ge- tragen, daß das Eisenbahnpersonal im Rotsall durch Arbeitslose ersetzt werde. Das Transportwesen wäre auf diese Weise gesichert, die politische Lage erscheine jedoch noch gefährdeter. Montag abend: Kundgebung in«„Sportpalast'*, Potsdamer Str. 72 Beginn 7'/, Uhr.— Eintrittskarten bei den Funktioniren. O«r Bezirksvorstand Endlich Berlin Geseh? Ergebnis: Ein Kompromiß nach Schwierigkeiten. Selten hat ein Gesetzentwurf einen solchen parlamen- tarischen Passionsweg zurücklegen müssen, wie das neue Selbstverwaltungsgesetz für die Reichshauptstadt. Der erste Regierungscntwurf sollte die Bllrgermeisterverfassung in der Zentrale, das Einkörpersystem in den Bezirken durchführen. Sofort nach seinem Bekanntwerden wurden schwerwiegende Einwände gegen e.ine Allmacht und Alloerantwortung des Oberbürgermeisters in der großen und komplizierten Berliner Verwaltung wie gegen die Neuwahl aller Körperschaften er- hyben. Die Berliner Parteiorganisation reichte einen im wesentlichen von dem Genossen Dr. Carl Herz stammenden. a(lf den sozialdemokratischen programmatischen Forderungen folgerichtig aufgebauten Gegen entwurf ein. Die Deutschnationalen legten einen zweiten Gegenentwurf ihres Stadtrats Steinhoff vor, der den Schritt zur Vereinheitlichung Berlins rückgängig machen wollte. Das Ministerium unter.S e v e r i n g kam den von der Kritik erhobenen Einwänden durch weitgehende A b ä n d e- r n ngen des ursprünglichen Entwurfs entgegen. die als Anträge des Berichterstatters eingebracht wurden und der allgemeinen Aussprache im Gemeindeausschuß zugrunde lagen. Es folgte der Vorstoß des Zentrums gegen ein so umfassendes Gesetz überhaupt. Das Zentrum legte an seiner Statt eine kleine Novelle' vor. Durch Splitter der Regierungsvorlage sowie durch deutschnationale und volks- parteisiche Ergänzungen, im besonderen auf dem Gebiete des Bezirksrechtes, wurde die Novelle ergänzt. Ein K o m- pro miß, das die zweite Lesung überstand, obwohl es niemanden befriedigte. Die Sozialdemokratie lehnte es ebenso ah wie die Regserung. Morgen tritt nun der Gemeindeausschuß des Landtages in die dritte Lesung ein. Die Besprechungen, die in der Zwischenzeit zwischen den Koalitionsparteien und der Re- gierung stattgefunden haben, haben erfreulicherweise das Bild wesentlich verändert. Sie haben zu einem gemeinsamen Antrage aller Regierungsparteien zur dritten Gegen den Moskauer Justizmord. Erklärung der Auslandsdelegation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands(Menschewiki). Am 1. März beginnt in Moskau eine üet schändlichsten Gerichtskomödien, bei denen Aussagen notorischer Provokateure und durch Terror erpreßte Geständnisse unglücklicher Angeklagten'als Beweis« gegen diejenigen dienen sollen, die die Sowjetregierung jeweilig für die unsäglichen Leiden der Volksmassen verantwortlich machen will. Den gegenwärtigen Prozeß wollen die bolschewistischen Dilta- toren als einen Prozeß gegen das„Büro des Zentral- komitees der Sozialdemokratischen Arbeiter» partei Rußlands" aufziehen. Wir behalten uns vor. aus- sührlicher auf diese Justizkomödi« einzugehen, sobald wir den ge- nauen lLext der Anklageschrift und die Ergebnisse der Voruntersuchung erfahren. Aber schon jetzt müssen wir als Auslandsdelegation der SDAP., einer Partei, die der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale angeschlossen ist. mit aller Entschiedenheit folgendes erklären: l. Die gegen unsere Partei erhobenen Beschuldigungen,„Schädi- gungstätigkeit" geführt oder gar organisiert, mit konterrevolutsonären Organisationen der russischen Bourgeoisie in Verbindung gestanden, von ihnen Geldzuwendungen erhalten zu haben und auf eine wirb schaftliche oder Finanzblockade Ruhlands oder gar mif«in« militä- rische Intervention imperialistischer Mächte in Rußland hingearbeitet zu haben, stehen in einem derartig schroffen Gegensatz zu der all- gemein bekannten Stellung und der Politik der russischen Sozial- demokratie, daß der notorisch-verleumderische Cha» rakter solcher Anschuldigungen für joden gewissenhaften Menschen ohne weiteres feststeht, wie dies auch von der Exekutive der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale öffentlich bezeugt wurde. 2. Unsere Partei, der die Bolschewik!, die keine anderen politischen Parteien in der Sowjetunion dulden, jede Möglichkeit der legalen Existenz geraubt haben, ist infolgedessen gezwungen, wie zur Zeit des Zarismus, ihre Propaganda und Agitation durch geheime Organisationen zu sühren, die in der Sowjetunion durch «in Büro des Zentralkomitees geleitet werden. Aber dieses Büro war niemals und konnte niemals sein jenes von den Bolschewiken willkürlich zusammengeschleppte angebliche Kollegium der 14 Männer, die jetzt auf der Anklagebank in Moskau sitzen, von denen die übergroße Mehrheit unsere Partei vor zehn oder mehr Jahren verlassen hatten und seitdem niemals in sie zurückkehrten, die anderen unserer Partei niemals angehörten. Sollten daher Groman, Suchanow und Scher wirklich erklärt haben, wie dies von der Anklageschrift behauptet wird, daß sie im Jahre 1S28 ein „Büro des Zentralkomitees der SDAPR." gegründet hätten, so kann man ihre Auesagen nur als eine Notlüge verstehen, die sie begehen, um ihr Leben zu retten. Bor 1928. wie nach dieser Frist hat unser wirkliches„Büro" aus ganz anderen Personen bestanden als den Genannten. Weder Groman, noch Suchanow, noch Scher gehörten jemals diesem Büro an, dem sie auch nie angehören konnten. 3. Unsere Partei Hot weder im Jahre 1928 noch zu einem anderen Zeitpunkt, weder in ihrem russischen Teil, noch in ihrer ausländischen Organisation jemals eine Aendetung ihrer grundsätz». lichen Stellung vorgenommen, insbesondere nicht in der Richtung auf Anerkennung der Methoden der wirtschaftlichen„Schädigung" oder fremden Intervention. Die Bevollmächtigrcn. die unsere Delegation von Zeit zu Zeit nach der Sowjetunion entsandte, hatten immer nur Aufträge rein organisatorischer Natur zu erledigen. Deshalb haben auch die Reisen unserer Parteimitglieder nach der Sowjetunion, darunter auch die in Ler Anklageschrift erwähnte Reise des Genossen Braunstein, nie etwas zu tun gehabt mit der erwähnten„Aendcrung unserer grundsätzlichen Einstellung". Was den Genossen Abramowitsch anbelangt, so hat er, seitdem er gezwungen war, im Jahre 1929 die Sowjetunion zu verlassen, niemals«ine Reise nach der Sowjetunion unter- nommen, weder im Jahre 1928 noch zu einem anderen Zeitpunkt. 4. Was endlich die phantastische Summe von 289999 Rubel(etwa 600 000 Mark) anbetrifft, die der angebliche Sekretär des angeblichen Büros in den Iahren 1929— 1930 von unserer Auslandsdelegation erhalten haben soll, die chrerseits das Geld von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bekommen haben soll. so wird die ganze Lächerlichkeit dieser Behauptung erst offenbar, wenn man mit diesem Betrage das wirkliche Budget vergleicht, über das unsere Auslandsdelegation in dem fraglichen Zeitabschnitt ver- fügte, und aus dem sie sowohl alle Ausgaben für unsere Zeitschrist „Der Sozialsstische Bote", im Auslande, als auch das Defizit der Organisation in Rußland und die Kosten der Unterstützung für unsere zahlreichen Gefangenen und Verbannten in der Sowjetunion decken mußten. Das Ausgaben- wie das Einnahmenkonto unserer Delega- tion steht dem Sekretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale jederzeit zur Einsicht und Kontrolle bereit. In den Einnahmen der Jahre 1929/1930, die sich aus Sammlungen unter unseren Gesinnungs- genossen in Amerika und Europa sowie aus Subventionen stma- listischer Bruderparteien zusammensetzen, ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands nicht mit einer einzigen Mark vertreten. Berlin, 28. Februar 1931. Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands: Th. Dan, Vorsitzender. Hilferding entlarvt die frechen Lügen. Gen. H i l s e r d i n g schreibt uns: Nach der Anklageschrist gegen das sogenannte„Uuionsbüro" in Moskau, soll der Angeklagte Groman ausgesagt haben, es seien Mittel von auswärts durch Dan und Abramowitsch über- sandt worden, die das Geld von der deutschen Sozialdemokratie durch H i l s e r d i n g erhalten hätten. Der Parteioorstand hat diese Behauptung bereits durch öffentliche Erklärung als unsinnige Lüge gcbrandmarkt. Da in der russischen Anklageschrift mein Name besonders genannt ist, schließe ich mich dieser Erklärung ausdrücklich an. Weder Dan noch Abramowitsch noch irgendein anderer russischer Sozialdemokrat hat von mir oder durch mich auch nur einen Pfennig Geld erhalten. Berlin, 28. Februar. Rudolf chilferding. Lesung gefsthrt, der zwar an dem Charakter der Novelle zum bestehenden Qksetz festhält, aber durch Ergänzungen und Abänderungen der Beschlüsse zweiter Lesung eine nach wichtigen und einheitlichen Gesichtspunkten vorgenommene Reform des bestehenden Gesetzes darstellt. Da die Annahme dieses Antrages gesichert erscheint, so seien die Ziele und Mittel, mit denen er sie zu verwirklichen strebt, kurz dargelegt. * Die Magistratsoerfassung, die die Sozial- demokratie wegen ihrer unklaren und vielfältigen Verteilung der Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten von jeher be- kämpft hat, hat ihre Ungeeignetheit gerade für die verwickelten Verhältnisse Groß-Berlins in den ersten zehn Jahren bewiesen. Der neue Entwurf strebt daher eine Verbindung der Magistratsverfassung mit der rheinischen Bürgermeisterver- fassung einerseits und dem süddeutschen Einkörpersystem andererseits an. Der M a g i st r a t besteht fortan aus dem Oberbürgermeister, 2 Bürgermeistern, 9 besoldeten und t> unbesoldeten Stadträten. Die bisherigen besoldeten Mit- glieder bleiben im Amt. Die Stellung des Oberbürger- m e i st e r s witd gegenüber der reinen Magistratsverfassung dadurch verstärkt, daß ihm die gesamte Exekutive übertragen wird. Diese Vermehrung an Macht und Ver- antwortung wird dadurch ausgeglichen, daß das Magistrats- kollegium sowohl den Etat wie alle Stadtoerordnetenvorlagen zu beschließen hat, die Grundsätze für die Verwaltung aufstellt und die Beamten und leitenden Angestellten ernennt. Das letztere Recht wird wieder eingeschränkt durch die Bestimmung. daß die Ernennung„auf Vorschlag des Oberbürgermeisters" zu erfolgen hat. Die Sozialdemokraten hätten dieses Recht gern dem Magistrat uneingeschränkt gegeben, die beschlossene Fassung stellt ein Kompromiß dar zwischen ihrer Forderung und dem Wunsche der Regiening, das Recht dem Oberbürger- meister allein zu übertragen. In das Zweikammersystem, das durch Beibehaltung eines Magistrats im Prinzip fortbesteht, ist neu ein Organ nach, dem Einkörpersystem eingebaut: der Stadt- gemeindeausschuß, ein Gremium aus 45 Stadtverordneten beschließt unter Vorsitz des Oberbürgermeisters über alle Vorlagen der laufenden Verwaltung sowie über Angelegenheiten, die die Stadtverordnetenversammlung ihm ausdrücklich überträgt. Das Einkörpersystem ist bekanntlich nach Ansicht der Sozialdemokratie die geeignetste Form der Gemeindeverfassung überhaupt, weil es im Sinne wirklicher Demokratie Beschlußfassung und Verwaltung in einem ein- zigen Organ, bestehend aus gewählten Volksvertretern und dem Inhaber der Exekutive, vereinigt. Der Stadtgemeinde- ausschuß tagt als Verwaltungsorgan nicht öffentlich, hat aber das Recht, Angelegenheiten von allgemeinem öffent- lichen Interesse mit qualifizierter Mehrheit der Stadtverord- netenvcrsammlung mit seinem Votum zur öffentlichen Ver- Handlung zu überweisen. * Die Befugnisse des Stadtgemeindeausschusses tragen zu ihrem Teile dazu bei, das zweite wesentliche Ziel der Reform, die Arbeitsfähigkeit der Stadtver- ordnetenvcrsammlung, zu gewährleisten. Das Ziel wird weiter dadurch erreicht, daß in der Stadtverordneten- Versammlung in Zukunft nur wirkliche Kommunalangelegen- hissten zur Behandlung und Beschlußfassung kmnmen dürfen. Es ist ein genauer Katalog der für die Stadtverordneten- Versammlung bestimmten Aufgaben eingefügt. Dieser Katalog nimmt der Stadtverordnetenversammlung keine der für ihre Verantwortung in städtischen Dingen wesentlichen Rechte— sie beschließt nach wie vor über Etat, Aufgabenkreis der Stadt/ Anstalten und Betriebe, Steuern und Tarife, Grundstllckskäufe und Beamtenstellen, über Ortssatzungen wie Anstellung von Wahlbeamten—, aber Debatten über Dinge wie Boung-Plan und Rot-Front-Verbot, die in kein Stadt- Parlament gehören, werden in Zukunft ausgeschaltet sein. Dazu kommt endlich eine Vermehrung der Geschäfts- ordnungsgewalt des Vorstehers, dem in Ergänzung der Städteordnung das Recht des selbständigen Ausschlusses randalierender Mitglieder bis auf die Dauer von 6 Monaten zugebilligt wird.' Es ist also zu erwarten, daß die Stadt- verordnetenversammlung ihre Vorlagen und Anträge, soweit sie sich aus städtische Zlngelegenheiten beziehen, schneller und — entlastet von allem überflüssigen Material— auch noch gründlicher erledigen kann als bisher. * Die dritte große politische Frage, die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Zentral- und Bezirksoer- waltungen, ist im Entwurf noch nicht gelöst: die Lösung wird aber ermöglicht, ja binnen Jahresfrist erzwungen, da bis dahin die Stadt durch eine Ortssatzung die Gebiete endgültig abgrenzen soll, widrigenfalls das Staätsministerium die Abgrenzung selbst vornimmt. Die festgelegte Tendenz der an- gestrebtcn Lösung geht dahin, daß nur die für die ganze Stadt bedeutsamen Angelegenheiten zentral, alles übrige in den Bezirken verwaltet werden soll. Dieser dezentralistischen Tendenz steht das Recht der Grundsatzgesetzgebung der Zen- trale für alle Verwaltungsgebiete und das Recht des Ober- bürgermeistcrs, den Bezirksämtern in diesem Rahmen An- Weisungen zu erteilen, ausgleichend gegenüber. Völlig in den Anfängen stecken geblieben ist die Reform der B e z i r k s v e r w a l t u n g, selbst. Hier bleibt nahezu alles beim Alteb: Magistratsverfassung, Bezirksämter und Bezirksversammlungen. Ein erster winziger Schritt in der Richtung des Einkörpersystems ist dadurch geschehen, daß der Bezirksbürgermeister fortan Vorsitzender der Bezirksver- fammlung ist. Dadurch ist allerdings nur der Fassade der Bezirksversammlung der Charakter des Parlaments ge- nommen. Das reicht u. E. nicht aus. um die Nichtöffentlich- keit ihrer Sitzungen zu begründen. Aber der sozialdemokra- tische Widerstand dagegen scheiterte an der unbestreitbaren Tatsache, daß von den radikalen Parteien mit diesem In- strument der Bezirksoerwaltung gerade in den letzten Jahren ein grober Mißbrauch getrieben worden ist, der die Forderung ihrer völligen Beseitigung oder doch grundlegenden Um- bildung ja bekanntlich immer lauter werden ließ. Ob die Bezirksoersanunlungen in dem neuen Rahmen arbeitsfähiger sein werden, bleibt abzuwarten. * Damit ist alles Wesentliche der neuen Berliner Verfassung nach dem gemeinsamen Antrag der Regierungsparteien umrissen. Das so geänderte Gesetz trägt deutlich die Züge eines schwierigen Kompromisses. Kejn entschiedenes Entweder-Oder, sondern ein zögerndes Sowohl-als-auch gibt ihm das Gepräge. Vieles von dem, was die Sozialdemokratie von ihrem programmatischen Standpunkt aus und auf Grund ihrer praktischen Verwalwngscrfahrungen gefordert hatte, ist nicht erreicht worden. Aber das neue Gesetz enthält nichts. was sie unter den obwaltenden Verhältnissen unbedingt ab- lehnen müßte. Sein größter Vorzug ist der, daß er die Arbeitsfähigkeit der zentralen Verwaltung neu beleben wird und zugleich die Möglichkeiten schafft, um die wichtigen personellen und sachlichen Fragen, die augenblicklich der Stadt Berlin auf den Nägeln brennen, zu lösen. Wenn es darüber hinaus durch die Schaffung einer vernünftigen Ortssatzung, der im Gesetz der Boden bereitet ist, gelingen wird, den Leer- lauf der Verwaltung zu beseitigen und eine einfachere und klarere Organisation durchzuführen, so wird die neue Ver- fassung die Augenblicksaufgaben, für die sie geschaffen ist, erfüllt haben. Die Kundgebung im Gporipalast. Redner: pietro Nenni, R. Abramowitsch, Otto Wels. Genosse Otto Braun wirb in der morgigen Sportpolastkund- gebung nicht sprechen: er wird vielmehr in allernächster Zeit in einer neuen Berliner Massenkundgebung austreten, die dem Kampf gegen die deutschen Faschistcnfreuirde aller Schattierungen gellen wird. In den letzten Tagen waren beiamtlichenReichs stellen Bedenken gegen ein gemeinsames öffentliches Auftreten des führenden Staatsmannes des größten deutschen Landes und eines prominenten Vertreters der italiensscheu Emigration laut geworden. Man fürchtete diplomatische Vorstellungen der Regierungen Musio- linis. Obwohl Genosse Otto Braun diese Bedenken nicht teilt, will er keinerlei Anlaß für den Vorwurf geben, er hätte die deutsche Außenpolitik unnötig belastet. Die morgige Kundgebung im Sportpal ist wird infolgedessen einen mehr internationalen Charakter tragen: sie gilt dem Kampf nicht nur gegen den italienischen Faschismus, sondern auch, was angesichts des neuen Verleumduitgsfeldzuges der Sowjetregie- rung gegen die Sozialistische Internationale besonders dringend und aktuell ist, gegen das blutige Wüten der anderen, der bolschewistischen Form der Diktatur. Es werden sprechen die Genossen Pietro N« n n i- Italien, R. Ab r a m o w i t s ch- Rußland und der Vor- sitzende der deutschen Sozialdemokratie Otto Wels. Di« Berliner Sozialdemokratie wird durch diese Aenderung der Dispositionen nichts verlieren. Die Kundgebung mit Olto Braun findet doch in nächster Zeit stall, und in der morgigen Massenversammlung sprechen drei prominente Mitglieder der Exekutive der Sozialssllschen Internatio- nale für die Demokratie, gegen alle Formen der Diktatur! Herr Grützner. der aus der Sozialdemokratischen Partei aus- geschlossene Senatspräsident am OberocrwaUungsgericht,«st der Nationalsozialistischen Partei beigetreten. Schiele schreit nach Hugenbers. Gr soll die Einfuhr von Gefrierfleisch verhindcrn. In Fortsetzung seiner Korrespondenz mit dem Grasen Kalchreuth hat Herr Schreie einen neuen Brief gr- schrieben. Darin fordert der Reichsminister den Landbuud- führer auf,„nichts unversucht zu lassen, um ans d i e f e h il e n- d e n Rechtsparteien einzuwirken, daß diese durch ibre Anwesenheit im Reichstage das Zustandekommen von Bc- schlüssen verhindern, die für die Landwirtschaft verhängnisvoll find". Tunlichste Beschleunigung sei geboten, da am Dienstag bereits die Entscheidung über die Abänderung des Brot- g e s e tz e s und möglicherweise auch über das Gefrier- s l e i s ch k o n t i n g e n t fallen würde. In dem Brief widerspricht Herr Schiele der Auffassung. als ob die Regierung mit Hilfe des Art. 48„die l a n d- wirtschaftsfeindlichen Beschlüsse des Reichs- tags" korrigieren könne. Die Behauptung des Ministers, die Beschlüsse des Reichs- tags seien„landwirtschaftsfeindlich", ist objektiv unwahr und subjektiv ungehörig. Wir weisen sie mit aller Schärfe zurück. Aber auch abgesehen von dieser Entgleisung ist es eine Groteske, daß ein Minister die Hilfe der davongelaufenen Deutschnationalen und Nationalsozialisten anruft gegen eine Partei, auf deren Unterstützung die gegenwärtige Regierung angewiesen ist. Zu verstehen ist das Verhalten des Ministers nur aus taktischen Gründen. Er will seine politischen Gegner aus der Rechten ins Unrecht setzen, indem er die Behauptung propagiert, durch ihr Fernbleiben seien irgendwelche bcreck)- tigte Interessen der Landwirtschaft geschädigt worden. Daraus läßt sich seine Brieffchreiberei verstehen— aber billigen kann man sie nicht._ Oer Galgen als Lernmittel. Höchste« Entzücken über einen Gebängten. In München erscheint der„III. Beobachter", dos Bilderblatt von Hillers„deutscher" Kulturbcwegmrg. Dort finden wir in der Nummer 9 dieses Jahres auf Seit« 216«in ekelerregendes Bild: An einem Dreigestell aus Baunsstämmen„hängt" ein Mensch in weißem Kittel. Zwei Soldaten halten Wache, daß der Leichnam nicht gestohlen wird. Das Bild soll angeblich die Hinrichtung eines der aus- ständischen Derwische(mchammedanische Mönche) darstellen, die im Auftrag Ketmls in Angora von, Leben zum Tode befördert wurden. Hitler läßt dieses roh« Bild mit dein Text begleiten:„Woraus Alfons XIII. lernen könnte!" Man fühll ordentlich die Freude über die Möglichkeit, daß in Spanien oder gor in Braunschweig. Thüringen die Galgen errichtet würden, um die Gegner der Hakenlreuzler daran aufzuknüpfen. Wir hängen diese Hakenkreuzroheit niedriger, damit die .Kultusminister" von Weimar und Brauirschweig sie auch erkennen können. Earl Geora Bruns, der lich um die deutschen Minderheiten in Posen und Westpreußen als Rechtsberater und Vertrauensmann der dortigen deutschen Volksräte besondere Verdienste erworben hat. ist nach längerer Krankheit 40jShrig gestorben. Einigung in Rom. Ein Erfolg Englands. Rom. 28. Februar.(Eigenbericht.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die Flottenverhandlungen ein prin- zlpislles Uebereinkommen über die auf der Londoner Flottenkonferen; nicht geklärten Fragen erzielt haben. Das Abkommen wird der eng- tische Außenminister Henderson zunächst der französischen Regierung unterbreiten und soll für den Fall der Zustimnmng durch Frankreich den Regierungen der Vereinigten Staaten. Japan und den britischen Dominien zugestellt werden. Henderjon ist nach Paris abgereist. Die Tatsache, daß das Uebcreinkomnien der Regierung in Paris unterbreitet wird, läßt daraus schließen, daß Italien die zwischen Henderson und Briand in Paris vereinbarten technischen Vorschläge und Tonnageziffern nicht restlos angenommen had Die Differenzen sind nach unseren Informationen jedoch so gering, daß Paris das Uebereinkommen kaum scheitern lassen wird. Die Art der Differenzen wird noch geheim gehalten. Das Hauptverdienst an der Einigung zwischen Frankreich und Italien und damit an der Verwirklichung des Londoner Flotten- Paktes muß der englischen Arbeiterregierung zugeschrieben werden. Ihr energischer moralischer Druck hat in Rom das ganze Pro- blein der Flottengleichheit zwischen den beiden Rivalen auf Jahre beiseite geschoben. Der Arbeiterregierung ist es gelungen, mit diesem Erfolg die psychologische Grundlage für die weiteren Vcrhand- lungen zwischen Frankreich und Italien über alle strittigen K o> lonialfragen zu schassen. Natürlich hat Italien nicht auf das ..Bündnisangebot" der deutschen Hitlerleute gewartet, um sich mit Frankreich zu einigem Es benutzt derlei höchstens zur Besserung seiner Stellung. Daß aber Deutschland durch irgendwelche Zugestand- nisse Englands an Frankreich auf dem Gebiete der L a n d r ü st u n g geschädigt wird oder überhaupt durch den Abschluß des Flottenpaktes Nachteile erleidet, wird von England ausdrücklich bestritten. Die italienische Flotte rechnet bestimmt auf Annahme des lieber- einkommens durch Frankreich, sieht die internationale politische Atmosphäre als sehr geNärt an und zeigt sich von dem Ausgang der Verhandlungen. hoch befriedigt, obwohl sie noch wenige Tag« vorher nicht die geringste Uebersegenheit der sranzösischen Flotte anerkennen wollte. Oer Kampf um die Tonnage. Zum Verständnis der technischen Seite des Flotten- koinpromisies dienen nachstehende Angaben über den Kampf um die T o n a g e, der ei»stweilen beigelegt ist: Auf der Londoner Konferenz vor einem Jahr verlangte Frank- reich«ine Flotten Überlegenheit über Italien in Höhe von 244 lXX) Tonnen. Der Abrüstungsreserent des englischen Auswärtigen 'Amtes, E r a i g i e, hat in Paris erreicht, daß Frankreich sich mit etwa löüOOO Tonnen begnügt. England gegenüber hatte Frankreich in London über 700 OOS Tonnen verlangt: es begnügt sich jetzt etwa mit S30 000 Tonnen. Italien, das s«it einiger Zeit den P a r i t ä t s- a n s p r u ch vorläufig— bis 1936— zurückgestellt hat, scheint sich mit ungefähr 480 000 bis S00 000 Tonnen zufrieden zu geben. Die Verhandlungen drehen sich auch um die S ch l a ch t I ch i f f e, und zwar insoweit, als Frankreich und Italien gemäß dem Londoner Vertrage noch das Recht haben, etwa 70 000 Tonnen. Schlachtschisf- tonnage zu bauen. .... Englands Interesse an den.Verhandlungen bestand insbesondere an der Herobdrückung der sranzösischen ll- B ü o t � Tä3 NM a z e. .Frankreich hott« nach dem Stand vom Herbst 1930 rund 95 000 Tonnen, während England nach dem Londoner Vertrage nur ciwas über SO 000 Tonnen hat. Das Hauptziel und vielleicht das Hauptergebnis der englischen Verhandlungen in Paris war die Herobdrückung der französischen U-Boot-Tonnage-Jiffer. Budgetäre Abrüstung möglich. Gens. 28. Februar.(Eigenbericht.) Die Sachoerständigenberatungen über die technische Durch- führbarkeit der budgetären Rüstungsbegrenzung sind am Sonnabend abgeschlossen worden. Das Ergebnis der Arbeiten ist in einem Bericht von 90 Seilen zusammengefaßt. In dem einstimmig angenommenen Bericht, der dem Kon- ventionsentwurf für die Abrüstungskonferenz zugrundeg«legt werden soll, vertreten die Sochoerftä nidigen die Auffassung, daß die Methode der bugetmätzigen Begrenzung der Rüstungen sehr wohl durchführbar sei, wenn sie von allen Seiten loyal angewendet werbe. Die Sachverständigen selbst haben eine Art Modellbudget für Rüstungsausgaben ausgearbeitet und dos Prinzip ausgestellt, daß als Grundlage für die Begrenzung nicht die Budgets, sondern die tatsächlichen Ausgaben auf Grund eines vierjährigen Durchschnitts angenommen werden sollen. In allen zweifelhasten Fällen sehen die Experten als Ergänzung eine vollständige. Veröffentlichung der Rüstungsausgaben vor. Der Bericht des Komitees schließt wörtlich:.Das Komtee hat sich bemüht, so objektiv wie möglich gleichzeitig die technischen Mängel wie Vorteile des Systems aufzuzeigen. Wenn die Re- gierungen im vollen Vertrauen auf diese Borzüge genau so von den Schwierigkeiten unterrichten und bereit sind, dieses System loyal anzuwenden, so ist das Komitee einstimmig der Ansicht, daß man vom rein technischen Standpurrkt aus für diese Methode ein zufriedenstellendes Funktionieren gewährleisten kann." Abrüstungsprogramm der belgischen Arbeiterpartei Brüssel. 28. Februar.(Eigenbericht.) Der belgische sozial! st isch« Generalrat hat nach mehrwöchikntlichen überaus gründlichen Debatten über die Ab- rüstungsfrage eine Kommission beaustragt, einen diesen Punkt betreffenden Text für das neue Parteiprogramm aus- .marbeiten. Die Kommission hat sich auf folgende program ma- tische Forderungen geeinigt: Eines der Ziele, die die belgische Arbeiterpartei versolgt, ist der Kamps gegen den Krieg und für die Organisierung des Friedens. Zur erfolgreichen Durchführung dieler Ziele wird solgendes in das Parteiprogramm ausgenommen: a) aus internationalem Boden: kollektive und unverzügliche Aktionen zwecks de? sortfchreitenden gleichzeitigen und kontrollierten Her Absetzung der R ü st u n g e n mit dem Ziele der o l l g e° me ien Entwafsung, sobald die Organisierung des Friedens durch die Demokratie fest genug sein wird, um die allgemeine Sicherheit zu gewährleisten und jeden militärffchen Apparat überflüssig zu machen. b> auf nationalem Boden: schon jetzt und unabhängig von sonstigen allgemeinen internationalen Abkommen Herabsetzung der Rüstungen Belgiens auf ein Niveau, das den internationalen Ber- pflichtungcn des Landes gemäß dos Gleichgewicht der Rüstungen am Rhein herstellt. Die Herabsetzung muß er- fassen: a)"die Militärausgaben: b) das Kriegsmaterial: c) die Dienst- «ü toi Heere, die auf keinen� Fall 6 Monate überschreiten darf: d) die Zahl der Berufssoldaten und Offizier* Ordnung und Ruhe in Braunschweig. .hitler-Tag— da können wir rauhen Kämpfer uns mal nach„Ein Schupo— ist der Kerl verrückt geworden? Nehmt ihm Herzenslust austoben." die Plempe weg, bringt ihn zu pg. Aranzen!" Franzen:„Sie haben gegen ZNEZNE Getreuen den Säbe! gezogen. Sie verlassen bis Montag die Kaserne nicht!" ,3a. ja, wir Haben s gleich gesagt: in Braunschweig herrscht Ruhe und Ordnung!" Etegerwald als Pessimist. Es soll alles beim allen bleiben. Der Reichsarbeitsminister hat gestern in seiner großen Rede im Haushaltsausschuß des Reichstags seine Haltung in der Frage des Lohnabbaues zu rechtfertigen versucht und gleichzeitig ange- kündigt, was er zur Behebung der Arbeitslosigkeit zu tun— oder vielmehr iricht zu. tun— beabsichtige. bei den auf dem Weltmarkt schwer kämpfenden Industrien, wie der Textilindustrie, in den Löhnen leicht nachgeben müsse, um Kon- kurse und Stillegungen großen. Stils hintan zu holten. Aber auch bei den Löhnen der Jnnenwirtschaft, des Verkehrs-, Bau-, Holz- und Buchdruckgewerbos, der Reichs-, Länder- und Gemeinde- arbciter müsse man ebenso vorgehen, denn dort seien die Löhne hoher als in den Wettbewerbsindustrien auf dem Weltmavtt. A.u sich ist das ein Widerspruch, so daß man geneigt ist, diesen Widerspruch aus einen falschen Zungenschlag zurückzuführen. B«i reinen Binnenmarktlöhnen ist es bedeutungslos, ob hier das Lohnniveau gegenüber dem Auslande höher oder niedriger liegt. Am Schluß seiner Rede stellt« Herr Stegerwald jedoch selbst fest,„daß in Europa, in den skandinavischen Ländern, in England, in Holland und in der Schweiz die Löhne meist höher... als in Deutschland sind". Weiter sagte der Reichsarbeitsminister ganz richtig: „Endlich� ist die Lohnhöhe kein ausreichender M a-ß.st a b für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Es kommt auch darauf an, was Für die Löhne geleistet' wird. Und hin- sichtlich der Leistung steht der deutsche. Arbeiter im allgemeinen m i t an der Spitze von allen europäischen Ländern:" Zu dieser Bemerkung ist noch hinzuzufügen, daß es sehr wesentlich auch auf die technische Vervollkommnung der Industrie lpikommt. Auch hier ist für Deutschland das zu sagen, was der Reichsarbeitsminister hinsichtlich der Leistung des deutschen Arbeiters ausgesührt hat.> � Wenn diese Umstände den deutschen Unternehmern gegenüber dem Ausland trotz, aller Belastung einen Vorsprung geben— und die Außenhandelsstatistik der Fertigwarenindustrie beweist dies—, dann fällt jeder volkswirtschaftliche Grund für einen Lohnabbau. Der Reichsarbeitsminister hat in seiner Rede selbst ganz richtig auf die Ursachen der hohen Ge- stehungskosten hingewiesen, die nicht in den Löhnen zu suchen sind. Da in einen, industrialisierten Lande die Kaufkraft des Lohnes ausschlaggebend ist für die Läge des Innenmärktes, ist der Lohnabbau in keiner.Weife zu rechtfertigen. Trotzdem will der Reichsarbeitsminister den Kurs des Lohnabbaues bis zum 1. April durchhalten. Es ist daher durchaus begreiflich, daß der Reichsarbeitsminister nach der Revue über die Möglichkeiten der Belebung der Wirtschaft zu einem durchaus pessimistischen Schluß kam, der sehr stark absticht von den Ankündigungen, die er im Vorjahr in die Welt pdsaunk hak.- � Auch zur Frage der A r b e i t? st r e ck u n g. d.h. praktisch zu», Uebergang zur Fü n fta g ew och e. verhielt sich Herr Stegerwald sehr skeptisch, obwohl er selbst feststellte, daß gegenwärtig in In- dustrie, Gewerbe, Handel und Verkehr bei den vorhandenen Arbeits- kräften ein Arbeitstag von SiF Stunden genügen würde, um die vorhandenen Ärbeitsmöglichkeiken zu bewältigen. Immerhin kündigte er an, daß die Regierung jm April oder Mai durch Gesetz die Arbeitslosen in den Produktionsprozeh eingliedern werden müsse, wenn bis dahin nicht ein fühlbares Nachlassen der Arbeitslosigkeit eingetreten sein würde. Ganz daneben trifft sein Vergleich der gesetzlichen Re- gelung der Arbeitszeit mit den, ollgemeinen Tarif- recht. Wenn dieser Vergleich— man dürfe in dem einen wie in dem anderen Falle nicht eingreifen— zuträfe, dann dürften über- Haupt keine Schutzgesetze gemacht werden und man müßte alles den tariflichen Vereinbarungen überlasse». Was die Unternehmer fordern, und was Herr Stegerwald„von Fällen äußerster Not abgesehen" ablehnt, ist die Beseitigung des Tigrifrechts überhaupt. In diesem Punkte versprach der Reichsarbeitsminister f e st z u bleiben. Wir möchten den Reichsarbeitsminister sehen, und wäre er ein Mitglied der Nativnpl- sozialisten, der den Schwerindustriellen zuliebe heute es fertig brächte, das Tarifrecht einfach zu beseitigen, nur damit die Schwerindustriellen ihre Fehlleituirgen und Fehlinvestitionen nicht, dafür die Arbeiter mit ihren niedrigen Löhnen und ihrer skandalös langen Arbeitszeit zu büßen hätten. Außerhalb der Schwerindustriellen gibt es keine Unternehmergruppe von irgendwelcher wirtschaftlicher Bedeutung, die die Forderung ausstellt, daß Verträge van Staats wogen inhibiert werden sollen. Es ist also wirtlich keine Großtat, wenn Herr Stegerwald. in diesem Punkte fest bleibt. Im übrigen ist die Rede des Reichsarbeitsministers nicht nur auf den Ton dxs absoluten Pessimismus gestimmt; sie läßt auch für die Zukunft schon deshalb keine Besserung hoffen, weil der Reichsarbeits- minister sich auf seine Lohnpolitik versteift, die unS die katastrophale Verschärfung der Wirtschaftskrise gebracht hat. Hiilers Wachtparade. Die Schloßwache für den Mttlionenpalüst. T.■. München. 28. Februar.(Eigenbericht.)' Der Parteipalast Hillers wird am 1. März offiziell in Betrieb genommen. Gleichzeitig tritt für die Hakenkreuztruppen eine besondere Dienstordnung in Kraft, die der Oberbefehlshaber ell?r militärischen Streitkräfte der Nazipartci, der bolivianische Oberst- leutnant R ö h,m ausgearbeitet hat. Die Dienstordnung ist eine Kopie des militärischen Reglements für den Standort München und ein neuer Beweis dafür, daß unter dem Kommando Hunderter ehemaliger aktiver Offiziere Hitler in München ein regelrechtes Truppenkontingent unterhält, das dem Kasernenhofton der kaiserlich�, Arme« unterworfen ist. Im Stil der früheren Schkoßwache haben die Hakenkrcuztrckppcn täglich von mittags 12 Uhr bis zum Mittag des anderen Tages für den Partei- palast eine Wache zu stellen, an deren Spitze ein sogenannter Stabsführer den' Tagesdienst hat. Er ist zugleich Führer des örtlich«» Sicherheitsdienstes«nd Vorgefetzter der Bereitschaft. Die Münchener Bevölkerung steht also in Zukunft Tag und Nacht unter dreifachem militärischen Schutz, nämlich unter den, der Reichswehr, d�r- Polizei und der Bürgerkriegsarmse Hitlers. Man muß sich fragen, wie lange der bayerische' Polizeiminister den niilitärischen Apparat der Lfttlerei noch dulden will, zunial sich ein Teil der Funktionen der Nazi-Bürgerkriegsannee in der Bann- meile Münchens, also in allernächster Umgebung der Ministerien und des Parlaments abfpielft Oos Zollermachiigungsgeseh. Das dem Reichsrat von der Reichsrcgierung zugeleitete Zoll- ermächtigungsgesetz hat folgenden Wortlaut: „8 1. Die Regierung wird ermächtigt, im Falle dringender mirt- schaftlicher Bedürfnisse Einfuhrzölle für einzelne Waren abweichend von den geltenden Borschriftcn zu regeln imd zweiseitige Wirtschofts- abkämmen mit ausländischen Staaten vorläufig in Kraft zu setzen. § 2.- Die Regierung ist oerpsiichtct, diese Abkommen später dem Reichstag zur Ganehmignng-vorzulegen und sie auf Wunsch des Reichstags wieder außer Kraft zu setzen." Die Ermächtigung ist befristet bis 3L März 1982. Her mit dem Schwurgericht! Oispuiation bei der Liga für Menschenrechte. Seitdem(Emmhujer im Jahre 1924 aus„Ersparnisgründen" mit einem Sirich die Schomrgcrichtc. diese Errungenschaft der Demokratie, vernichtet hat, hört der Ruf„Her mit den Schwurgerichten" nicht auf. D!« Liga für Menschenrechte hatte am Freitagabend in das Virchow-Langcnbcck-Haus mehrere hundert Personen zu einer Dis- putation über neues und altes Schwurgericht ver- sammelt. Landgerichtsdirektor S i e g e r t will zwar grundsätzlich die Laienrichter nicht missen. Die Rolle, die er�ihnen zuteilt, ist aber mehr als ein« untergeordnete. Hatten die Laienrichter bei den alten Schwurgerichten— die neuen„Schwurgerichte" sind dies bekanntlich nur dem Namen nach, in Wirklichkeit sind es ja nichts anderes als erweiterte Schöffengerichte— über das Schuldig oder Nichtschuldig des Angeklagten zu befinden, so sollen sie in Zukunft nur bei der Strafzumessung mitzureden haben. Das Gesetz ist für Land- gerichtsdirektor Siegert eine„Wissenschaft": die zu beherrschen nur gelehrte Richter in der Lage sind. Dagegen soll die Menschen- kenntnis des Laienrichters bei der Strafzumessung zur Geltung kommen. Da es aber unter Umständen auch nötig werden kann, daß trotz des Schuldspruchs Straflosigkeit eintritt, so muß den Laien- richtern auch diese Möglichkeit gegeben werden.' Rudolf Olden bestritt, daß das Gesetz eine Wissenschaft sei. Wenn das Strafrecht so ist, daß es nicht von jedem Volks- genossen verstanden werden kann, so erfüllt es nicht seinen Zweck, eine ethische Richtschnur zu sein. Der Vorschlag des Landgerichts- direktors Siegert bedeutet eine Herabdrückung des Laien- richters. Für einen wertvollen Menschen kommt es in erster Linie auf das Schuldig oder Nichtschuldig an: nicht so sehr aber darauf, ob er ein Jahr hinter Gittern sitzen soll oder nicht. Ein un- gerechter Schuldspruch bedeutet für ihn unter Umständen den bürgerlichen und seelischen Tod. Bei den sogenannten Schwurgerichten von heute sind die Schössen nichts anderes als Staffage. Sie tragen nicht die Verantwortung für das Urteil. Die Schwurgerichte, eine Errungenschaft der Demokratie, sind auch eine Schule der Demo- kratie. Hier lernt der Bürger Verantwortung tragen. Daß das deutsche Volk sich den Raub der Schwurgerichte ohne weiteres ge- fallen ließ, beweist nur, wie wenig es seine heiligsten demokratischen Güter zu schätzen weiß. Es wird aber eine Zeit kommen, da es sich die Schwurgerichte zurückerobern wird. Auch Rechtsanwalt Dr. Alsberg wandte sich gegen Komödienhaus. Kaufmann und Zerber:„Eine königliche Familie". Ein Schaufpielerstück, in dem Berlins Lieblinge von ihrem Ijandtverk und seiner Seele den Schleier ziehen Großmutter, Mutter und Kind, mit Adele Sandrock an der Spitze, packen aus. Es ist amüsant bis zur letzten Silbe. M- H. den Siegertschen Vorschlag. Die heutigen„Schwurgerichte" sind etn Spiel mit ungleichen Waffen. Die Laienrichter sind nicht vollrecht- liche Mitglieder des Gerichts. Sie stehen einem geschlossenen Kollegium von Berufsrichtern gegenüber, die ihnen in Ersahrung, Gesetzes- und Aktenkenntnis voraus sind. Der Laienrichter ist äugen- blicklich auf vollkommene Bedeutungslosigkeit heruntergedrückt. Seine Mitwirkung ist nichts mehr als eine Farce. Falsch ist es zu be- haupten, daß die Laienrichter nicht imstande wären, sich in den Rechtsfragen der zur Aburteilung gelangenden Fälle zurechtzufinden. In der Regel sind diese Fälle Mord, Totschlag, Meineid rechtlich gor nicht kompliziert: und nicht alles, was die Richter als Juris- prudenz bezeichnen, ist Jurisprudenz. Es wurde früher auch viel besser behandelt als jetzt. Di« Vorsitzenden gaben sich die größte Mich«, den Geschworenen die Einzelheiten zu erläutern, damit sie sich ein richtiges Bild machen können. Es mag sein, daß die alten Schwur- gerichte in vieler Beziehung reformbedürftig waren: darüber ließe sich reden, nicht aber über die Notwendigkeit der Schwurgerichte. Die heutigen Schwurgerichte tragen zu Unrecht ihren Namen. Die Forderung des Tages ist und bleibt: Her mit den Schwur- geeichten I Das Volksbegehren des Stahlhelms auf vorzeitige Auslösung des Preußischen Landtags wird von dem preußischen Minister des Innern Ende dieser Woche zugelassen werden. Eine entsprechende Ver- ösfentlichung im preußischen Gesetzblatt steht bevor. tGewerkschaftlichcs siehe 4. Beilage.) Verantwortlich kitr Politik: Dr. Cart Geyer: Wirtschaft: S. itliagelhöscr: Sewerkschaitobcweaung: J. Steiner: gcuillclon: tt. S. Döicher: Lolale» und Sonstiges: Kr'y itarsiödt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b. 6., Verlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstal: Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 5 Beilagen und Zugeud-Vorwärta. >C .. .-. t O M« fc* e . vV & .u �.*C'{ß-'.ifP tA* Xo- X** �. - ffi«Ä >•> q ■*%*<>' pvk* Ä „„d®.> o iAÖ t-' ■ v�ab o®' AP bl & af bfP \oS 1q' 4-® v® f? 0-C .�2»' ---- O**® � 5 O' d 6"oll. r&oe e."» �)50 i.» i®lde'«* /90 tH�'®"-00'800* r®_ forb»«" /l E". foconn" Procain ray« � He Chine- �7. 5.'6. CrSP® d® L0 ,0� v.»0.\® \en v> qOi i 'für"r-'ü o- 72 ' Z' k Tür--'-r�olaoonotySO ——---- �eidersto�0 Kunstseiaene�oile .» i d e B v Qua- A® �0ka0 *0 r» & b' oW ■r. x<-.x" - 6�' %€< c? & e,0e 0, l e 5 s t s e i d . e?'".,0°-. .e» v. ebo� vO® ,(eb »Sf® y<*■ s oV�' ette P. fer.iOOC �)- r c o r 9®.'.6. G?,s.id..®®,xuci � \o V rv oW®0 8 I R L I N C 2. A® \o: <®.e«' AO®\® . vi» - �x>6 SFANDAUEB STRASSE KONIGSTBASSS OBOBUNOSS IBIS Nr.» 4S. Jahrgang Connfog/ 1.2Jlor$ 1931 GcgenmSrHg ist ein Zehntel der Berliner Bevölkerung auf den Arbeitsnacfyjveisen des Landesarbeitsamles eingetragen. Die Statistiker redinen zu. jedem Erroerbslosen noch 254 Angehörige dazu, so daß also ein ganzes Drittel der Einwohnerschaft Berlins ohne Erwerb ist! So hoch brauchte jedoch die Erwerbslosigkeit nidit zu sein. If ir wissen heute, besonders der Abschluß der Preußischen Staatsbank hat es mit erschreckender Deutlichkeit dar getan, daß diese katastrophale Entwicklung eine Folge des. unseligen 14. S e p- tember 1930 ist, dessen Wahlergebnis alle Ansätze jener sdiwachen Konjunkturbesserung des vergangenen Sqrnmer.s auf das gründlichste verniditete. Und das Furchtbare dieser Entwicklung ist, daß sidi allein unter den rund 4'xQOOh Erroerbslosen beinahe 100 000 WöhlfalitlsefWfiftkltfst beenden, fflejfidifn, ifie schon weit über'ein Jahr ohne Arbeit sind. Es gibt in' den (lesdiaftsvicrteln d'er Reidishauptstadt heule ganze Straßen, in denen kein Ilammersdilag mehr ertönt, und es gibt in den Proletarier quartieren noch mehr Straßen, wo jedes Haus nur nodi Erwerbslose beherbergt.. Spiel statt Arbeit. Auf den überfüllten Arbeitsnachweisen ist kein Vorwärtskommen.„Kannst dn 5)alma spielen?"„Ja."„Dann los. komm her. nimm die blauen Steine. Gelb fangt an." So sihl eine Gruppe von Erwerbslosen nebeneinander längs der Aenslerwand der grohen Nachweishalle und spielt, fmlma, Dame, Schach. Ein betrübender Eindruck: starke Männer Halma spielen zu sehen. Sie könnten ebensogut einen Kreis auf den Fußboden malen und immer in die Mitte dieses Kreises spucken. Arbeit gibt es so nicht und so nicht. Die Hauptsache ist, keiner denkt an das Stück Brot, das er nicht hat. Trvtzdem taxieren alle Arbeitslosen untereinander. „Wie lange bist du schon arbeitslos?" fragt einer. Es genügt zu sagen einer, weil es albern wäre, den Mann zu b«° schreiben, seine Haarfarbe, seine Schulterbreite oder seine Kops- bedeckung. Das Ganze ist einfach so: der junaffling dieses Waschzobers hätte ausgeben müssen. Nackt und bloß stand mit einem WiKe das--Paterlanh aller Urbeiter da, als- sich jeder ausrechnen konnte: Karl halte einmal einen ganzen UZochcnlohn aufwenden müssen, als er sich seine Stiefel bejohlen ließ, wo ein Nollarbeiter in Deutschland immerhin seine Stiefel für einen halben Tagelohn besohlt kriegt. Slndere Dinge kommen hinzu, der Schwerpunkt der Debatk? neigt sich zütn Essen hin: was es denn dort eigentlich zu essen gibt, wollen alle wissen.„Borscht und Sascha".„So genau wollten wir das gar nicht wissen," seixen mehrere her Umstehenden.„Ja," apt- ' wartete Karl,„zu übersetzen geht schlecht, Borscht gibt es jeden Tag. Das ist' eine Suppe aus Rindfleisch mit Speck und Weißkohl, dann sind rote Rüben drin, Zwiebel» und Sellerie, über das Ganze kommt noch roter Riibensast, saure Sahne und eine Prise Fenchel. Ich sage euch, ihr steht kam» am Schraubstock, niacht gerade noch ein paar Feilenstriche, dann habt ihr schon Wieder die Tür in der Hand und reimt raus. Als wir rüberkamen, gab es noch drei Wochen lang ans der Gemeinsäzaftsküche auf deutsche Art, dann ging das russische Zeug los und wir marschierten immer truppweise zum Magenarzt. Nee, Kinder?, laßt mir die Knochen ganz." Arme-Z�iiter-Straße. Wenn in diesem griesgrämigen, mißvergnügten Winter jemand dann nachher durch die Ritterstraße im Süden und Südwesten Verlins geht, wo soviel Lampen hängen, um den Bedarf eines ganzen Wieder Gistgaswelle. Dreißig Personen in der Gegend von Lüttich erkrankt. Brüssel. 28. Februar. Wie„Libre Belgique" meldet, hat sich gestern abend eine neue Gistgaswelle über die Ortschasten Tille ur und Tclessin. südlich von Lüttich, ver- breitet. Etwa dreißig Personen zeigten Ver- gistungsshmptome. Die Lütticher Ztaatsanlvaltsck»aft hat sich an Ort und Stelle begeben. Kontinents für ein Menfchenaltcr zu decken, dann zeigen schon die Jungen mit den Fingern auf die ausgeräumten Läden und ver- künden, daß hier einmal vierzig Jahre lang die Gebrüder Schulz gelebt, geliebt und genossen haben vom Verkauf ihrer Beleuchtungs- lörpcr. Heut« ist von diese» Gebrüder Schulz nichts mehr übrig, der Laden hat das Aussehen einer Schuttabladestclle und eb-.n sind die Maurer gekommen, um ihn wieder herzurichten für ten Betrieb einer Kartoffelpufserdiele oder einer Eiskonditorei. Das ist so wahr, wie nebenan die Geschwister Müller an ihren Laden geschrieben haben, man möchte hereinkomme» und sich die schönste Krone aus- suchen, sie koste nur noch das halbe Geld, denn ab l. April gedenken die Geschwister Müller die brotlos gewordene Kunst der Veleuch- tungskörperfabrikation nicht mehr auszuüben. Ja, wenn das die Krise allein wäre in der Armen-Ritter-Straße zu Verlin. Aber seitdem die Mode nicht mehr die Bronze, sondern das Glas bevorzugt und seitdem die Technik nicht mehr den Gürtler, sondern gerade noch so den Stanzer ernährt, seitdem nimmt das Weh- klagen in der Ritterstraße kein Ende mehr. Vor dem Kriege ver- dienten im Berliner Beleuchtungsviertel 1400 Gürtler und 300 Drücker ihr Geld und wenn man einen alten Gürtler spricht, sagt er, daß die 73 Pf. Stundenlohn für die Friedenszeit sogar ei» schönes Stück Geld waren, heule sihen aus dem Fachnuchwels der Gürtler von den l4 Berufsongehörigcn nicht weniger als 1100 und die paar Drücker, die von den 300 noch Arbeit haben, die lasse» sich buchstäblich an den Fingern herzählen, so daß wir hier eine Branche vor uns haben, deren Erwerbslosenziffer ein« fast hundert- prozentige ist. „Aber erlauben Sie mal," wirft jemand ein,„Lampen werden doch auch heute noch gebraucht?" Das stimmt schon, natürlich werde» noch Kronen gebraucht, aber zu ihrer Herstellung braucht man die Ritterstraße nicht mehr. Ein kleiner Baldachin, der oben an der Decke hängt, den nahm früher«in Drücker dreimal aufs Futter, zwei- mal glüht« er ihn und ebenso zweimal mußte er ihn abschmirgeln. Das macht die Stanzerin heute alles in einem Arbeitsgang, fünfzig, hundert, fünfhundert Baldachine hintereinander, wenn nötig, auch gleich ganze Kronen, je nachdem, wie die Serie gebraucht wird. Und da sprachen vor dem Kriege die Gürtler und Drücker verächtlich von „Kiepenarbeit", wenn sie eine Serie von nur zehn Stück anzufertigen hatten!„Sehen Sie," sagt einer,„was für ein gutes Geschäft waren früher die schweren, verzierten und verschnörkelten Kirchcnkronen, aber heuteT. Heute machen wir oben einen Baldachin an: von dun herunter läuft ein Pendel und daran befestigen wir eine Milchglas- oder Alabasterschale. Es ist aus mit unserer Branche." So liegen heute die Teepuppen, Aktentaschen, Kaffeemühlen, Fußbälle und Thermosflaschen in der Ritterstraße zu Bergen herum. Mancher hat sich umzustellen versucht und exportiert heute statt grün xatinierter Herrgottsfiguren aus Bronze lila schimmernde Bajazzo- oder Mephistogestalten: aber was soll der Mann mit den bunten Glaskugeln dort drüben machen, die zu bemalen früher ein feines Handwerk war, wohingegen heute jeder Schuljunge die Abziehbilder als Ersatz sür die Handmalerci auskleben kann. Arbeitslose, Achtung! Guch neidet man Zweckbauten, aber ein Palast sür Hitler! Unter der Ucberschrist„Erwerbslose hungern— Bonzen bauen Paläste" weiß die nationalsozialistische Presse zu berichten, daß mit einem Kostenaufwand von 4 Millionen Mark der Neubau des Arbeitsamts Südost am Bahnhos Köllnrsche Heide in Beölin in Angriff genommen werden solle. Trotz unzähliger Proteste von verschiedenen Seiten, so heißt es dort weiter, hätten die verschiedenen Bonzen und Bönzchm doch durchgesetzt, daß das Avbeitsministerium den Neubau als unumgänglich notwendig bezeichnet habe. Der Neubau für dieses Arbeitsamt soll jetzt in der Tat in Angriff genommen werden. Nicht länger mehr sollen die Arbeitslosen von Neukölln stunden, und lagelang auf ihre Abfertigung warten und sich in überfüllten dumpfen Räumen herumdrücken müssen. Wenn je eine Kategorie von Menschen Anspruch darauf erheben darf, daß man sich um sie so gut wie möglich sorgt, so sind es die erwerbslosen Arbeiter und Angestellten. Mit der Errichtung des Neubaues für das Arbeitsamt Südost wird diese Forderung wenigstens für einen Teil der Opfer der Wirt- schastskrise erfüllt. Allerdings wird er nicht 4 Millionen Mark kosten, sondern nur 1K Million Mark. Es wild auch kein Palast v»44 fettern Gr»»» Federn p. PIA 69 Pf. WelBe Federn......» 1.30 Halbdaunen. 3.85 ScblelBfedern....... 1 80 Daunen.......... 5.75 Stand Betten irtnret Inldt, m. graiii Federn. I Ober bett. I U eterbetl, 4p qo I Kieeee, leeirneee... Fertigei Oberbett ecbtldrkiicb-rel ed.lili.(reiee told, ble-j Inlett, i»dtelbre».m. OCi ekle Halbdiueee, 130»20oOO-75 Fertige rat eder ret-rena. ackt tlrkiscb-ret. Inlette Oberkail Kieaea . 7.75 1.85 13.50 3.95 Ueberlak® ■itkandterateiee Sekltäanaa, S 50 ea. 150 x 250.......... 0.,, r't Stickerei. Eliaati.«•>*'' • ed f e z e{ e n e e Bekl-O-75 «ieeien. ca. 150x250.... � Oberbettbezug Linon. feinUdiz, 1«« Kndpfen. O OK ca. 130 X 200........... Kissenbezüge ■ it KUppel-E liiatz.... 95 PI. »11 Ha t i d a■•Sllekerel 1.4-5 Bettlaken kriltlzer OeeUe, ca. 140x210 2-45 It lilblalaee, ee. 150x220... 3-95 Frottierhandtuch Jaeeuardeiater. iedaatkree, 1-rca ca 60 x 120........... ,-'0 iONDERWOCHE! Jacquard- Handtuch Peiileieei. 45 X 100 78 PL Steppd ecke ki»n«t«Bidenf L«rt«tiDe, Rucks« it« Sati|. 40-ye divirt« Farbe».. 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Ecke oebastian-S4rasse Wilmersdorferftr. 1ZS., an der Bismarck-. Str. Frankfurter-Allee 30a mevdon, füiiöcrn ein in den einfachsten Formen gehaltenes Büro- g e b ä u d e. Wenn die Hakenkreuzler über Verschwendung von Geldern lamentieren wollen, so hätten sie allen Anlaß, sich um die Vorgärige in ihrem e i g en e n Lager zu kümmern. Vor einigen Tagen schilderte Herr Adols Hitler auf neun Spalten des„Völkischen Beobachters" das Aussehen und die Einrichtung des„Polais Barlo w" in München, das zum Parteipalast der nationolsozia- listischen Bewegung gemacht worden ist. Während die Erwerbslosen hungern, haben sich die national. sozialistischen Bonzen einen herrlichen„Palazzo" geleistet, mit Deckcnlöselungen. Wandmalereien und mit wundervoller Fer» ficht über die Stadt." Hitler berichtet von den umfangreichen Um- und Ausbauten, die notwendig gewesen seien, um dem Palast ein seiner Partei würdiges Aussehen zu geben. Das„Palais Varlow" in München wurde vor etwa SO Jahren von einem englischen Tuchhändler errichtet, der mit einer sehr reichen Russin verheiratet war. Rund 1 200 000 M. haben die Hakenkreuzler jetzt ausgewendet, damit aus diesem Haus ein„Palazzo" für ihre Partei werde. Für diese Verschwendungssucht können die National- sogialisten allerdings eine Entschuldigung vorbringen. Hitler selbst erzählt, daß er sich in seinen Versammlungen S M. Eintritt zahlen ließ, und daß diese Einnahme zur Finanzierung seines Partei- palastes herangezogen wurde. Proleten können keine 5 Bi. Eintritts. gcld zahlen. Hitler denkt in diesem Punkte auch gar nicht an Arbeiter, sondern nur an Unternehmer und sonstige leistungsfähige Kreise. Die Nationalsozialistische-„Arbeiter". Partei will nicht umsonst sür das Kapital tätig sein. Die Erwerbslosen hungern— indessen aber bauen sich die nationalsozialistischen Bonzen aus Unternehmergeld einen Partei- palast! Göring kein Kriegsdienstverweigerer. Ikazi'Vronnen nimmt alles zurück. Der nationalsoziafistische Schriftsteller Arnold Bronnen hatte den Dichter Reinhold Goring, Verfasser der Dramen„Seeschlacht" und„Kapitän Scotts Reife nach dem Südpol" einen„Kriegs- dien st Verweigerer" genannt. Nun ist der Ausdruck Kriegs- diensiverweigerer durchaus keine Beleidigung. Im Gegenteil, unter Umständen kann das eine Ehrenbezeichnung sein. Denn es gehört Mut dazu, de» Kriegsdienst zu oerweigern. In dein Zusammen- hang, in dem dieser Ausspruch gefallen war. erblickte Reinhmd Göring eine Beleidigung. Arnold Bronnen hatte nämlich im Januar-Hest des Scherl-Magazins, das die Ueberschrist trug.Zeitgeschichten im Spiegel von Theater, Rundfunk und Film" in einer Besprechung des Göringschen Dramas„Die Seeschlacht" gesagt: Die Sceschlackit am Skagerak regte den Kriegsdienstverweigerer Göring zii dein Kriegsstück„Seeschlacht" an. Bor dem Amtsgericht Berlin- Mitte war Göring nicht erschienen. Bronnen war zur Stelle. Der Richter regte einen Vergleich an. Aus den Lergleichsverhandlungen ergab sich u. a., daß Göring sich freiwillig zum Kriegs- dienst gemeldet hatte, daß er wegen Tuberkulose für d. u. erklärt worden sei, daß er also für sich nicht in Airspruch nehmen lcniie,„Kriegsverwcigerer" gewesen zu sein. Noch längerem Hin und Her kam schließlich folgender Ver» gleich zustande: Arnold Bronnen erklärte, daß ihm ferngelegen hätte, den Prioatkläger in seiner Besprechung des Stückes„Die See- schlacht" Unwahrhastigkeit vorzuwerfen. Er könne dem Privatkläger nach den voraufgegangenen Erörterungen auch nicht für einen Kriegsdienstverweigerer halten, und er bedauere, den Privat- klüger dem Verdacht ausgesetzt zu haben, daß er sich seiner Dienst- Pflicht im Kriege entzogen habe. Dieser Vergleich wurde von den Vertretern des Klägers vorlmifig unter Vorbehalt angenommen. Die nächste Sladlverordnelenversammlung am kommenden Donnerstag, dem 5. März 1931, wird sich u. a. mit den Kosten der Untergruiidbahnbauten und Ermächtigung an den Magistrat zur Aufnahme von Anleihen für diese Zwecke be- schäftigeii. Die Vorlage ist bereits im H a u s h a l ts a u f ch u ß beraten worden, Berichterstatter ist der sozialdemokratische Stadt- verordnete Schäfer. Die Beratungen beginnen um 1(5� Uhr. Schuldkonto< Ucberfall auf die Sparkasse h Wir kürzlich berichtet, wurde von der Kriminalpolizei der seit Dezember v. 3. aus Fuhlsbüttel flüchlige Wilhelm Friedrich Diekmann verhaftet, der wegen Mordes noch 17 3 a h r e Zuchthaus zu verbüßen hol. Es gelang, den Gesuchten in der Prinzenallee auf der Straße dingfest zu machen. Diekmann gab u. a. zu, M i i t ä l e r an dem Uebersall auf die Sparkasse in hohen- neuendors gewesen zu sein. Diekmann war der Mann, der mit zwei Revolvern bewaffnet, die Angestellten der Kasse in Schach hielt, während sein Komplize sich des Geldes bemächtigte. Weiter hatte eine Berliner Kolonne am 29. Dezember vorigen Jahres einen Einbruch in das Postamt in Burg im Spreewald versucht. Die Täter wrren mit einem Auto hingefahren, wurden aber überrascht und mußten flüchten. Di« Verfolger hiellen sie sich mit Schüssen vom Leibe. Das zur Tat be- nutzte Auto gehörte einer Gsschästsfrau in der Friedrichstraße und wurde von ihrem Geschäftsführer an einem ihm angeblich bekannten Mann oerliehen. Der Geschäftsführer erscheint der Mit- Wisserschaft so dringend verdächtig, daß er dem Richter vor- geführt wurde, der Haftbefehl erließ. Da nachweislich das entliehene Auto zu dieser Diebesfahrt nach dem Spreewald benutzt wurde, so liegt der Verdacht nahe, daß es auch zu der Fahrt nach Hohen- Neuendors gedient hat. Diekmann hat erklärt, daß der Wagen in vielen Einzelheiten dem Wagen der Geschäftsfrau ähnelte. Er habe in Berlin einen unbekannten Mann getroffen, der ihn be- auftragte, ein Schild zu malen. Soweit er sich erinnern kann, trug das Schild, das er anfertigte, die Erkennungsnummer l. E. 43 639. Hinter Berlin wurde dieses gefälschte Schild über das richtige geschraubt. Den Ehausseur des Wagens will Diek- mann nur von hinten gesehen haben, seinen Begleiter im Inneren des Autos aber überhaupt nicht kennen. Nach dem geglückten Streich vertauschten die Räuber unterwegs die Schilder wieder und kehrten unangefochten mit der Berliner Nummer m die Stadt zurück. Da für die Ermittlung und Aufklärung des Uebcrfolles in Hohen-Neuendovf ZOOM. Belohnung ausgesetzt sind, so werden alle Personen, die über den Umgangskreis des Diekmann Näheres bekunden können, gebeten, sich bei Kriminalrat Gennat, Inspektion A. im Polizeipräsidium, zu melden. Der lleberfatt auf den Kaffenboten. lkOOO Mark Belohnung von der Sanatbank. Zu dem Uebersall auf den Sasienboken Otto Schulze erfahren wir, daß die Direkkiou der Darmstädler und Ratio- nalbank eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzl hak für Mitteilungen, die zur Festnahme der Täter führen können. Außerdem sind 10 p r o z. vom Werl der wieder- herbeigeschasflen Summe des geraubten Geldes zugesichert. Der schwerverletzte Bote konnte über seine Wahr- nehmungen nur erst kurz befragt werden. Nach seiner Schilderung waren die Täter Leute im Alter von 2Z bis 30 Jahren und von mittelgroßer Gestalt. Der eine trug einen leichten hellen Mantel, der zweile«inen schlvarzen Mantel und schwarze Glocke und eine Brille mit dunkler Einfassung, vielleicht, um sein Gesicht VroKss Schauschwimmen iiiiiiiiiiiiiiiiiniitfiniiiiiiiiiHiiitiiiiHtininiiniiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiniiiiiiuiiHiiuiiniiiiiiiiniiniiininiiiitniimniiiiniiiiiitHiiiin im„Luna-Wellenbad'', Halensee der ,/Freien Schwimmer Groß-Berlin"(E.V.) Am Sonntag, dem I.März 1931, 15 Uhr Am Start; Beste Berliner Klasse— 450 Startende, Großer Kombinationskunstreigen Wasserbailspiele, Kunst- und Turmspringen Eintrittskarten zu M. 1.—, l.SO u. 2— an der Tageskasse ines Räubers. Hohenneuendorf aufgeklärt. unkenntlich zu machen. Der dritte, der sich mehr im Hintergrunde hielt, kann weniger beschrieben werden. Nach den Beobachtungen von Strahcnpassanien hoben sich die drei Täter schon eine halbe Stunde vor dem Uebersall in der Nähe der Bank aufgehalten. Ebenso lange stand auch die Autodroschke da. Ms nach dem Uebersall die beiden ersten Täter aus dem Haufe herausgestürmt kamen, riefen sie dem Ehausseur über die Straße hinweg laut zu„Ansahrenl" Darauf schattete er seinen Wagen ein und war startbereit, als die Täter hineingesprungen waren. Ueber die Nummer des Autos gehen die Zeugenaussagen so weit auseinander, daß das Kennzeichen mit Sicherheit nicht fest- steht. Als Tatinstrument ist nicht, wie es zuerst angenommen wurde, eine Eisenstange benutzt worden, sondern eine lange schwere Zange. Sie wurde beim Absuchen des Hausflurs noch gesunden, die Täter hatten sie zurückgelassen. Der um den Zangenkopf gewickelte Lappen hat die Wucht des Schlages zum Glück etwas abgeschwächt. Zwischen dem K a s s e n b o t e n und den Räubern hat sich ein heftiger Kampf abgespielt. Die geraubte Tasche bestand aus braunem festem Leder. An der Schloßstelle war sie kürzlich mit einem helleren Lederstreifen unterlegt und ausgebessert worden. Unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung werden alle Personen, die über die Flucht der Täter etwas bekunden können, gebeten, sich bei Kriminal. tommisiar Werneburg beim Raubdezernat A5 im Polizeipräsidium zu melden. Benzinexplosion in der Wohnung. In der Wohnung des llbjährigen Kontrolleurs Reinhold Kirsch im Hause Kieler Straße 1 in Moabit ereignet« sich gestern abend eine starke Benzinexplosion. Der Wohnungsinhaber und seine 36jährige Wirtschafterin Margaret« Rausche nberger erlitten erhebliche Brandwunden. Die Feuerwehr brachte die Verunglückten ins Augustahospttal. Di« Erplosion erfolgte rn der Küche, als Frau R. mit dem Reinigen von Kleidungsstücken beschästigt war, wozu sie Benzin verwandte. Die gefährlichen Benzindämpfe, die[ich angesammelt hallen, wurden offenbar durch die Gaslampe unter hef- tiger Detonation zur Entzündung gebracht. Eine Stichflamme durch- schoß den Raum und setzte die Kleider der Frau und des Mannes in Brand. Glücklicherweise gelang es beiden, die Flammen zu er- sticken, so daß das Schlimmste verhütet wurde. Die Feuerwehr konnte den Brand, der die 51ücheneinrichtung ergriffen hatte, in kurzer Zeit löschen._ Wohin reisen wir? Die nächsten Reisen des Reichsausschusses für sozialistische B ild u n g sa r b e it gehen an die blaue A d r i a und zwar nach Venedig— Lussin(vom 5. bis 18. April) und Bosnien— Dalmatien(vom 3. bis 16. Mai): außerdem findet eme Mittelmeerreise nach Tunis(Nordafrika)(vom 5. bis 19. Mai) statt. Eine Frühjahrsreise an die Bergstraße, in den Odenwald und Schwarzwald(vom 3. bis 10. Mai) deren Glanz- punkte Heidelberg und Baden-Baden sind, sowie eine Fahrt n ach Paris(vom 10. bis 17. Mai) ergänzen das Programm in glücklicher Weise. Ferner soll eine k u n st h ist o ri s ch- soz l o.i o- gische Studienreise durch Franken an den Bodensee(vom 24. Mai bis 4. Juni), die die schönsten Stätten mittelalterlicher Bon- kunst berührt(Wiirzburg, Bomberg, Nürnberg, Rothenburg a. d. T.j, veranstaltet werden. Anmeldungen zu diesen Reisen nimmt der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, entgegen. Der ausführliche, reich illustrierte Prospelt kann gegen Einsendung von 35 Pf. durch de» Reichsausschuß direkt oder von folgenden Nerkanfsstellen bezogen werden: ZlfMBnnd, Berlin NW. 40, Werftstraßc 7: Allgemeiner Verband der Deutschen Bantangestellten, W. 8, Französischesttaße 21: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, S., Inselstroße 6; Bczirksbildungs- ausschuß der SPD., SW, Lindenstraße 3; Butab, NW. 40, Werftstraße 7; Deutscher Metallarbeiter-Verband, N., Linicsistraße 84: Buchhandlung Dreß, SW., Lindenstrahe 2: Zigarrengeschäst Harsch, SO., Engeluser 24/26: Konsunigenosienschasi, Berlin-Lichtenberg, Rittergutstraße 24/26: Verlagsanstalt„Courier". SO. 16, Michael- kirchplatz 4, und in sämtlichen Speditionen des„Vorwärts". Grau wird das Feld. Die Stengelspitzen welken. Es ist nur Sand da und die Zinnoberroten. Kein Grün mehr, kein schönes, ersehntes, liebes Grün. Liebes, liebes Grün... Sie sitzen am Feldrand, al« die Sonne zum vierzehnten Male aufgeht über ihrer Ohnmacht. Sitzen der Million gegen- über: zivei. Zwei aiternde Menschen gegenüber dem Leben, das zeugt: zeugend vernichtet. Zwei Besiegte. Es ist schwer, das zuzugeben: es macht so hoffnungslos. Er tut es trotzdem: � „Der Berfasser vom Spargellehrbuch hat recht. Es geht nur mit einer Giftspritze. Arsenik— sonst hilft nichts." Sie nickt.„Ich habe nachgesehen, schon vor acht Tagen. Die Spritze kostet sechzig Mark." „Jawohl. Sechzig Mark. Wir haben keine sechzig Mark." „Nein. Wir haben keine sechzig Mark." Sie schweigen.„Dann können wir nächstes Jahr ver- hungern", grölen ihre Gedanken in jeden hinein. „Kannst du sie dir nicht leihen?" fragte sie ganz leise. „Bei wem?" „Bei— bei Papendieck?" Er steht auf.„Ich werde rübergehcn." Sie weiß, was ihn das kostet. Weiß, daß er viele Mchte, die leer von Schlaf und voll von Sorge waren, um. diesen Schritt gerungen hat. Sie streichelt sein Knie, lächelt, es zer- reift ihr fast das Gesicht:„Biel Glück." Es ist heraus.> So lange man redete, gings eigentlich: die Scham ver- kroch sich hinter dem Grau der fachlichen Worts. Aber Papen- dieck, der eben von einer achttägigen Fahrt nach Berlin zurück und noch im Reifeanzug ist, Papendieck schweigt, es gibt ein« Pause, und die ist qualvoll. Denn man weiß, gleich wird es wieder losgehen: „Aber selbstverständlich! Gut, daß Sie zu mir gekommen sind! Man hat es ja, man gibt ja anderen gern, die weniger haben—* und so weiter. Nichts davon. Papendieck sagt, und kratzt sich hinterm Ohr, und sein Gesicht ist voll wirklicher, vielfach und tief ge- sälteter Sorge: �„£ja— tja, Herr Nachbar— gewiß. Ich weiß man bloß nicht, wie... es sind da so.., so momentane, so ganz momentane Schwierigkeiten.. Das sollte nun eigentlich peinlich sein. Aber es tut wohl. Nicht gerade aus Schadenfreude: aber weil man doch nun auf eine Linie miteinander kommt. Sogar dem Protz Papendieck beginnt es schlecht zn gehen. Darum also in letzter Zeit die häusigen Fahrten nach Berlin: um Geld zu beschaffen. Auch den kriegt es, das Elend hier... es fällt Andreas zum erstenmal auf, daß Papendieck dünner geworden ist. Inzwischen sieht Papendieck die ganze Angelegenheit wieder gedruckt.„Wiederaustreten des Spargelkäfers(Füller im Lokalen). Einer der schlimmsten Schädlinge unseres auf- blühenden heimischen Spargelbaus..." Weil er nicht recht weiter kommt, holt er den Landwirtschaftlichen Ratgeber mit Lenes Register. Aber er findet nichts, schüttelt erstaunt den Kopf. „Warten Sie mal", fällt ihm da plötzlich was ein.„Rot sind die Biester, sagten Sie? Mir ist da vor nkeiner Abreise auch schon was aufgefallen; habe mich über die vielen Marienwürmchen gewundert auf meinem Feld." Run könnte man wirklich lachen, herzlich lachen, wenn es nicht so bitter in der Kehle säße, so eng um den Hals. Wenn nicht in diesem Augenblick wieder tausend Käfer gezeugt, ge- legt, geboren würden... wenn nicht die Frau am Feldrand säße, verzweifelt... Papendieck hat seinen Hut aufgesetzt.„Wollw-doch mal nachsehn." In der Küche, wo Lene geräuschvoll hantiert, tröstet er sich laut:„Werden ja wohl Marienwürmchen sein. Lene wird ja wohl aufgepaßt haben. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht." Auf seinem Acker stellt sich dann heraus, daß es zur Vor- icht zu spät und Nachsicht nicht am Platze ist. Es ist schtnmn: chlimmer als drüben bei Korns: es ist eine zinnoberrote. urrende, krabbelnde, sich paarende, fressende Glut aus Mil- iarden kleiner, tödlicher Flammen... Acht Tage war Papendieck nicht da; acht Tage war Lene allein und hat nichts gesehen. Warum nicht? schreien Papen- diecks Gedanken und retten sich in die Gedankenlosigkeit der Wut. Papendieck gebort nicht zu denen, die sich beherrschen; er läßt Korn stehen, der still fortgeht und stürzt in die Küche. „Kennst du das?" hält er Lenen einen rasch aufgegriffenen Käfer unter die Nase. „Das ist ein Käfer. Es gibt genug davon." „Ein Käfer ist das?" Papendieck ist ganz kalte Ironie. „Das ist mein Bankrott. Das ist der Spargelköfcr." Papen- dieck ist ganz Pressenotiz:„Einer der furchtbarsten Schädlinge des einheimischen Spargelbaus. Schärfste Bekämpfung ist ge- boten." Papendieck ist ganz Bekämpfung: schmeißt den Käfer auf den Boden, tritt vier-, fünfmal wütend derauf:„Da, da! Luder du!" Lene hat dem Theater überlegen zugesehen. Sie neigt sich wieder über einen Roman, in dem sie las. Aber da reißt ihr Papendieck das Buch aus der Hand, es klatscht in die Zlbwaschschüssel.„Und du? Wie hast du be- kämpft, hö? Bankrott machst du mich mit deiner Roman- leserei, jawohl, du! Was hast du eigentlich gemacht die acht Tage lang?" Lene richtet sich auf, blaß bis in die Lippen. Sie macht sich innerlich bereit für diese Auseinandersetzung, die einmal kommen mußte. Wut war tief in ihr gespeichert seit einem Jahr: in diesen acht einsamen Tagen ist sie bis in die Keble geklettert und sucht nach Worten. Daß sie sich hier die Hände blutig reißen muß an gröbster, dreckigster Arbeit, die sie haßt: das will sie ihm sagen. Während sie in Berlin sein könnte. In Berlin, wo sich jetzt die Lichtreklamen im feuchten Asphalt spiegeln, wo die Wärme, die aus den Häusern wie Nebel durch die Straßen weht, die gepuderten Frauen alle bleich aussehen läßt und wie verwunschen, wo die Zigaretten der Männer wie Augen glimmen und erregend riechen wie Räuchcrwerk... Indes hier in dem blöden Stubbenland bloß der Sand einen pudert; und einem höchstens der schäbige kleine Jude aus dem Pavillon mit Bettelaugen nachblickt; und der eigene Bater wie ein Prolet vor einem stellt, mit Spucke vor dem Mund und Knallröte im geschwollenen Gesickst und einen anschreit wegen alberner roter Käfer... Mit einer wütenden Handbewegung zerhaut sie ihm den Satz, den er gerade brüllt: „Und ich sage dir, ich mache nicht mehr mit! Ich schmeiße den ganzen Zimt! Ich pfeife auf deinen Spargel und gehe nach Berlin! Ich will nicht versauern in diesem Kaff! Ich habe Schreibmaschine gelernt und nicht Spargelpflanzen!" Papendieck steht mit offenem Munde. Dann hebt er die Hand zum Schlag. Lene weicht nicht. So stehen sie und starren sich an.(Fortsetzung folgt) Planetarium als Kino? Man schreibt uns: Der Vorschlag im„A b e n d" vom 26. Februar erscheint durchaus beachtenswert. Es wäre tief zu bedauern, wenn die winibcr- volle Anlag« unbenutzt bleiben und das große hineingesteckte Kapital brachlicgcn sollte. Wie es bisher gewesen ist, kann es freilich nicht bleiben. Ich habe bei einem Besuch zu Anfang Januar wohlgczählte zwanzig Besucher getroffen. Es wäre sicher eine wertvolle Er- gänzung des bisher Gebotenen, wenn verwandte Gebiete hinzu- genommen und die laufenden Bilder, die nun einmal heute verlangt werden, einbezogen würden. Dazu aber möchte ich einen er- gänzenden Vorschlag machen. Der starke Besuch des Zoo- logischen Gartens beweist, welch lebhaftes Interesse für das Leben der Tier in unserer Bevölkerung vorhanden ist. Und man mutz der Verwaltung die Anerkennung zollen, daß sie sowohl in An- läge der Behälter wie in Ausstattung und Stil ihr möglichstes getan hat, um, soviel es eben angeht, das Leben der Tiere in ihrer heimischen Umgebung nahezubringen. Aber das ist doch nur in beschränktem Maße möglich. Wir haben nicht die riesigen Gelände, noch die reichen Mittel, die es z. B. in New Jork ennöglichen, das Leben der Tiere in der Freiheit in echeblichem Umfange vorzu- täuschen. Und auch dort ist das nur in einem gewissen Maße möglich. Daher bedarf der Zoo einer Ergänzung, der plan- mäßigen Vorführung des Tierlebens in der Freiheit, wie es in einer großen Zahl einheimischer und ausländischer Filme in weitem Umfange dargestellt wird. Die Lage des Planetariums, un- mittelbar am Zoo, ist hierfür glänzend geeignet. Ergänzte man diese Filme nach Art des astronomischen Museums, durch Licht- bilder und sonsttge Sammlungsgegenstände, so hat man ein hervor- ragendes Bildungsmillel, das, zusammen mit dem anderen, sicher auch imstande sein wird, mit einem geringen Zuschuß auszukommen oder auch voll seine Kosten zu decken. Man könnte auch, wie bei dem Aquarium, den Besuch vom Zoo aus ermöglichen und in diesem Falle einen ermäßigten Eintrittspreis festfetzen. Man könnte Zeitkarten ein- sichren und dadurch nicht allein Mehreinnahmen, sondern auch ver- tiefte Bildungswirtung erzielen. Man könnte noch manches. Tue man zunächst eimnai das Nötige. Die Schuldigen am Grabe. Was sich bei Befiationg des Iiöntgentaler Opfers begab. Die Aufklärung des Verbrechens in Röulgeu. tat, die bisher mit der Festnahme von zwei kommunistischen Tälern endete— die haupltäler sind bekanntlich uoch flüchtig— verursacht der kommunistischen parteizeutralc einige Kopfschmerzen. Langsam sickert durch, was sich hinter den Kulissen abspielt. So ist es zu erheblichen Differenzen zwischen der kommunistischen Berliner Bezirks- und der Unterbezirksleitung gekommen. Den Anlaß dazu dürste wohl das mehr als eigenartige Berhalten der Röntgcntaler Kommunisten gegeben haben. An der Beerdigung des von den Jungkommunisten erschossenen Malers A r l t hat nämlich eine K r a n z d e l e ga ti o n der Kommunistischen Partei teilgenommen, obgleich an der Tat nachgewiesener. maßen mehrere Röntgentaler Kommunisten beteiligt waren, was zahlreichen Eingeweihten nicht ganz unbekannt war. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß eiiüge anständige Elemente in der Kommunistische» Partei kürzlich bei einer Versanimlimg in NönigeiüÄ ihren Abscheu über das Verbrechen zum Ausdruck brachten. Was nützt das aber, wenn in der kommniiistischen Presse weiter tagtäglich eine üble Mordhctzc getrieben wird, die bei den jugendlichen fana- tischen Mitgliedern auf einen nur allzu fruchtbaren Boden fällt. Daran ändert auch nichts, daß in den nächsten Tagen die intellektuellen Urheber, die wahren Schuldigen, die in den Redaktions- stuben der Bolschewistenblätter sitzen, mit einer größeren Erklärung herauskommen werden, in der man von dem Verbrechen abrückt und die Täter einfach preisgibt. Das ist zwar nicht sehr schön, aber es gehört zur Taktik und zum System.• In dieser Beziehung über- trumpfen sich die links- und rechtsradikalen Blätter gegenseitig: erst schlimmste Mordhetze— dann Abrücken von den verblendeten irre- geführten Menschen, die glaubten, eine„große Tat" ausgeführt zu haben. Künf neue posiämier in Nerlin. Vier weitere werden modernisiert. Die Oberpsstdirektion Berlin beabsichtigt, in den verschiedensten Gegenden Berlins insgesamt fünf neue Post- ä m t e r einzurichten, die zum Teil bereits schon im Frühjahr eröffnet werden sollen. Charlollenburgs größtes Postamt, das Postamt C h a r- lottenburg l im großen Neubau Berliner Straße 62, wird Mitte April eröffnet werden. Elf offene, bankmäßig eingerichtete Schalter werden hier dem Publikum zur Verfügung stellen. Gleich- zeitig gelangt in Wilmersdorf in der Brandenburgischen Straße ein Z w e i g P o st a in t mit vier Schaltern zur Erössnung, und auch das neue Zweigpostamt in der Reichs st raße. Neu- West- e n d, wird noch in diesem Frühjahr seiner Bestimmung sibergeben werden. Weitere neue Postämter sind außerdem geplant in Schmargendorf und am Bahnhof Zoo. Außer diesen Neueinrichtungen läßt die Reichspost noch einige andere Berliner Aemter modernisieren. So werden die Aemter in K a u l s d o r f und Lichtenrade modernisiert, und auch W i l- mersdorfs Postamt in der Uhlandstraße und das Post- a in t Schöneberg in der Hauptstraße werden erweitert. Deutsche Garte, ,kultur. Alljährlich veranstalten die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst, Gruppe Brandcirdurg, und der Verein für deut- sches Kunstgewerbe in Berlin einen gemeinsamen Abend. Diesmal schilderte der Begründer der Deutschen(Gesellschaft für Gartenkunst, Camilla Schneider, die bisherige Entwicklung der Gartcnkuldir und s'ellie sie in stark betonten Gegensatz zur Gartenkunst im technischen Sinne. Vor hundert Jahren sei die Gartcnkulttrr bei uns aus einer viel höheren Stufe gewesen als heuie. Der Karten wäre damals der geiellschastliche Mittelpunkt gewesen im engen Zusammenhang mit der Wohnkultur. Seit 1990 mache sich aber in Deusichland sin« gestoigertc Freude am Garten bemerkbar. Von der Einiachheit der Baukunst und der Wohnkultur werde auch diese neue Ganenkulmr des 29. Jahrhunderts beeinflußt. Der Gartsn trag« wieder die persönliche Note seines Besißers Man inüssc die in der Garlenanlaqe schlummernden ethischen Mom nie stärker hcrücksichtiigen. Der Bortragende selbst hat eine Arbeits- qemcinfchaft für deutsche Gartcnkultur gegründet, in der den Mit» gliedern besaudere Aulgaben l» ihrem Garten gestellt werben, mit dem Zweck den Garten zu einem Erlebnis für feinen Besitzer und iür olle zu machen, die den Garten beireten, wie dies z. B. bei den japanischen Gärten der Fall ist. Em« große Reihe von Licht- bildern aus Gartcuanlagcn in ganz Europa waren die beste Jllu- strattov zu diesen Ausführungen. Freiwild von heute. Die Nacht der schönen Frauen."- Und was dahinter lauert. ff ftüraTiA flinn durch die Scitirnncn die kurze Notiz, dog sich die erst SSjädrtg« Gesellschaftstäuzerin Grete Miklai das Leben neitommon hall«. Krankheit und wirtschaftliche Sorqen Haiku ste zu dem Ver- zwrifwnasschritt actricbcn. „Die Nacht der schönen Frauen!"„SO Tanzschönheitcn!"„Die schönsten Girls Berlins tanzen!" So lauten die fettgedruckten Schlagzeilen der Inserate, mit denen die Unternehmen der exklusiven Berliner Tanzpaläste ihre Gäste anlocken. Die Mädchen werden angepriesen wie Reklameartikel, wie Gelegenheitsware zu besonders günstigen Preisen. Und dabei übertreiben die Unternehmer kaum: die Frauen sind jung, sind hübsch und außerdem elegant gekleidet. Sie führen hochtrabende Berufsbezeichnungen, wie Gesell- schafts- oder Unterhaltungsdamen oder auch Parkettänzerinncn. Den Unternehmern aber gelten sie nicht mehr als ein notwendiges Uebel. Sie werden nach bestem Können ausgenutzt. Einmal dienen sie dazu, die Gäste anzulocken, denn ein Tanz- palast ohne„Gesellschaftsdamen" wäre niemals existenzfähig. Sie find gezwungen, in der Zeit von zehn Uhr abends bis drei Uhr morgens jeden Tanz mitzumachen, damit der neu eintretende Gast an den stimmungsvollen Hochbetrieb glaubt, der ihm in den Inseraten und vom Porttcr versprochen worden ist. Ein G e- schäftsführer ist allein zu dem Zwecke des Aufpassens ange- stellt, damit die Frauen nicht einmal einen Tanz auslassen. Sie sind von diesem Tanzzwang nur dann befreit, wenn sie das Glück haben, von einem Gast eingeladen zu werden. Tritt dieser Fall ein, ist es Pflicht für die Damen, mit allen Mitteln für einen möglichst großen Konsum zu sorgen. Dazu gehört nun nicht etwa nur Essen und Trinken, es gibt bo vielmehr noch Verkäuferinnen von Zigaretten, Pralinen, Parfüm, Blumen, Puppen usw., die alle ErtnaKigung der Anzeigenpreise des Vorwärts Mit Rücksicht auf die gegenwärtige ungünstige Wirtschaftslage gewähren wir bis auf weiteres auf alle tarifmäßigen Anzeigenpreise des„Vorwärts" und„Volk und Zeit" einen Konjunkturrabattvon 50/c Anzeigen nehmen entgegen die Hauptexpedition, SW 68, Lindenstraße 3(Dönhoff 292-297). sämtliche Vorwärts-Fiiialen und-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen vom Chef angehalten werden, recht viel von ihren Waren zu verkaufen. Diese Verkäuferinnen machen die jeweils eingeladenen Damen verantwortlich dafür, daß der Gast reckst viel kaust. Ebenso handeln die Kellner. Mit einer Gesellschaftsdame aber, die nach Ansicht ihrer Aufpasser, zu denen vom Direktor bis hinab zum Portier fast jeder Angestellte zählt, zu wenig Konsum erzielt, wird wenig Federlesens gemacht, sie erhält unter irgendeinem Vorwand L o k a l v e r w e i s. Es ist eine unwidersprochene Tat- fache, daß die Einnahmen eines solchen Lokals zu zwei Dritteln von den Gesellschaftsdamen herangeschafft werden. Aber das ist noch längst nicht alles, was der Unternehmer von ihnen verlangt. Er schreibt ihnen mehrere, meistens fünf elegante Abend- kleider vor, die mit der dazugehörigen Wäsche oft ein kleines Kapital darstellen. Weiterhin müssen die Gesellschastsdamen, obwohl sie in keinerlei vertraglichem Verhältnis zur Direktion stehen, bis zu einer bestimmten Zeit das Lokal betreten haben und dürfen es erst bei Eintritt der P o l i z e i st u n d e verlassen. Der Gast soll eben bis zum Eintritt der Polizeistunde an das Lokal gefesselt werden. Und für olle ihre Dienste, für ihre bedeutenden Auf- Wendungen und dafür, daß sie den Interessen des Unternehmers ihre Gesundheit opfern, für alles das erhalten die Gesellschastsdamen von den Unternehmern nicht einen einzigen Pfennig! Das einzige, was der Unternehmer seinen Gesellschaftsdamen bietet, ist die Chance, einen Mann kennen zu lernen, der ihre Gesellschaft wünscht und... bezahlt. Das Ausbeutersystem der Unternehmer geht aber nock) viel wetter. Die Gesellschaftsdamen müssen alle einen bestimmten Betrag für die Benutzung der Toiletten bezahlen. Das ist das Geld, mtt dem die Pächterin der Toilette ihren Pachtzins an den Unternehmer abführt, denn nur auf diese Einnahmen kann sie mit Bestimmtheit rechnen und Pachten bezahlen, die monatlich von vierhundert Mark an aufwärts betragen. Dieses System ist nur in Deutschland üblich. In A m e- rita und in den von England beeinflußten Ländern werden die Gesellschaststänzerinnen, Taxi-Girls genannt, pro Tanz bezahlt. Jeder Gast, der tanzen will, muß eine Tanzkarte kaufen, die in Bons eingeteilt ist. Tanzt er nun mit einer der vom Lokal angestellten Damen, gibt er ihr für jeden Tanz einen Bon, den sie an der Kasse gegen.E eld umtauschen kann. In den romanischen Ländern, auf dem Balkan und in Südamerika erhalten die Tanzdamcn bis fünfzig Prozent der Beträge für van ihnen selbst genossene Speisen und Getränke vergütet. Ein Herauskommen aus diesem Elendslcbcn ist für alle diese Mädchen recht schwer, wenn sie nicht geheiratet werden. Darauf warten sie alle, und sind nicht einmal anspruchsvoll. Das, was man gemeinhin unter solider bürgerlicher Existenz versteht, gilt ihnen als höchstes Glück, doch gelingt es nur wenigen von ihnen, dieses Glück zu finden. In Berlin fristen viele Izunbcrt Mädchen ein derart elendes, von trügerischem Glanz überblendetes Dasein, verbrauchen nutzlos ihre Jugend und Gesundheit, bis sie eines Tages auf die Straße geworfen werden. Llm S Mark Kirchensteuer. Ein Leser des„Vorwärts" schreibt uns: Daß die K i r ch e n b e h ö r d e die Not der sowieso schon schwer genug gestraften Arbeitslosen einfach nicht anerkennt, klingt unwahr- scheinlich, ist ober leider Totsache, die ich nächste he ud kurz schildern will: Seit dem 30. September r>. I. bin ich stellungslos und feit dieser Zeit nur auf meine Unterstützung angewiesen. Di« Ver- anlagung über die Kirchensteuer 1930 wurde mir Ende M a i»ergangenen Jahres zugestellt. Da ich meine kranke Mutter mit unterstütze, erhob ich Einspruch und bat um Reduzierung auf 5 M., die ich damals(ich befand mich noch in fester Position) allenfalls in Raten van 1,23 M. pro Vierteljahr auftreiben konnte. Unterm 8. Juli 1930 bekam ich den Bescheid, daß aus„Billigkeitsgründen" t>ie Kirchensteuer auf 8 M. ermäßigt worden wäre. Inzwischen wurde mir meine Stellung gekündigt, ich stand vor dem Nicht» und mußte die paar Pfennige, die ich bis zum Kündigungstermin nach verdiente, äußerst zusammenholten, um wenigstens das Los meiner Mutter einigermaßen zu erleichtern. Umgehend bat ich daher, unter Schilderung meiner nicht gerade rosigen Verhältnisse, die leid- lichen 8 M. niederzuschlagen. Ain 1. August bekam ich die Aufforderung, für die rechtzeitige Zahlung der ersten beiden Raten in chöh« von 4 Vi. freundlichst Sorge tragen zu wollen, da diese bereits fällig waren. Für den Steeurrestbetrog wurde mir anHeim gestellt, meinen Antrag im September zu erneuern, falls ich bis dahin noch keine neue Stellung haben sollte. Nun korrespondiere ich bis heute auf die angenehmste Art und Weise mit meiner Kirchen- behördc, jedoch vermag sie die Gründe, ganze 8 M. einem Erwerbs- losen zu erlassen,„nicht in> vollen Umfange anzuerkennen". Was blieb mir weiter übrig, ich sah mich gezwungen, meinen Austritt aus der Kirche beim Amtsgericht einzureichen. Auch jetzt wurde mir die Kirchensteuer, wohlgcmerkt, nicht erlassen, sondern„zunächst noch- malz bis zum 1. April 1931 gestundet". Das ist bereits die dritte Mitteilung über Kirchensteuerstundung: aber meine wirkliche Nollagc wird einfach übergangen. Ich glaube, wenn ich mit den Zehen durch die Schuhe komme, wird mir das Schuhwerk ge- pfändet, daniit die Kirchcnbehörde nur keinen Steuerausfall erleidet. Ein neuer Batterieempfänger. Auf einem Prcsscabcnd, den die Deutsche F u n k g e s e l l- schaft, Uhlandstr. 40/41, veranstaltete, wurde über einen neuen Batterieempfänger referiert. Der Leser wird sich über das Thema wundern, denn jeder Ein- geweihte weiß, daß die Entwicklung des Radios zum N e g e m p- f ä n g e r geht, daß die Industrie diesen Weg verfolgt, und daß es deute überall Netzempfäiiger gibt, die auch den verwöhntesten An- sprächen genügen. Die vielen Vorteile dieses Geräts liegen auf der Hand: jedes Kind kann sie bedienen. Aber vor allem die äußerst geringen Betriebskosten(ohne Batterie und Akku) machen es zu dem begehrten Gerät aller Radiofreunde. Ucberall geht es jedoch nicht mit dem Netzanschlußgcrät, und da ist es sehr dankenswert von der Deutschen Funkgesellschaft, durch ihre Anregung dafür zu sorgen. daß auch das durch Batterie getriebene Gerät weiter entwickelt wird. Ein Ergebnis lag schon vor.. Der Apparat, in gefälliger Form. enthält gleichzeitig alles zum Betrieb Notwendige. Batterie, Akku und Lautsprecher. Jede Kabelverbindung ist vermieden. Durch einfaches Einschieben der Batterie zum Beispiel wird der Kontakt und gleichzeitig auch die richtige Gittervorspannung her- gestellt, so daß sparsamster Verbrauch der teuren Batterieenergie gewährleistet ist. Das Anwendungsgebiet des Batteriegeräts ist ja noch sehr groß. Eine große Anzahl Funkhorer ist nicht dem clck- irischen Netz angeschlossen, in einigen Teilen der Großstadt ist außerdem das Netz derart durch Störungen„verseucht", daß nur durch äußerst teure und komplizierte Nebengeräte die Störungen aus- geschaltet werden können. Und vor allem, das Batteriegerät versagt a u ch a u s Ausflügen nicht. Wassersportler, Zeltler und so weiter sind, wollen sie aus die Rundninkdarbietungen nicht verzichten, immer aus den Battericcmpfang angewiesen. Kinder spielen eine Oper. Die Kleinsten der K a r l- M a r �- S ch u l e in Neukölln spielen Hindenüths Kinderoper„Die singende Stadt". Die hellen Kinderstimmen singen: Wir bauen uns selber unseren Staat. Und man fühlt, daß dieses ungezwungene heitere Spiel einen wichtigen Faktor in der Erziehung zur bewußten Selbständigkeit der neuen Generation darstellt. Die Eltern jubeln ihren 5lleincn zu. Und als dann noch das lustige Spiel„Kai aus der Kiste" folgt, gehen viele vielleicht mit der Erkenntnis nach Hause, mehr mitgenommen zu haben als aus manchem Theaterabend in der Welt der Erwachsenen.___ In der Versammlung der Slandinhaber der Berliner Marklhollen hat, wie uns zu unserem Bericht mitgeteilt wird, in der Diskussion außer dem Genossen Arndt auch der Genosse Klingler gesprochen. In Vorbereitung des Bczirkspartcilages am 23. und 26. April findet am Oonnersiaa, dem 12. März 1931, 20(5) Llhr in den Musikerfestsälen, verlin C. 25. Kaiser- Wilhelm- Str. 29— Zt. eine Konferenz der politischen Funttionärinnen statt. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Vorschläge zum Frauenausschuß. 2. Fraucnvorschläge für die weiblichen Kandidaten des Reichspartci- toges und der Frouenkonicrenz. Z. Bericht und Aussprache über Agitation und Organisation. 4. verschiedenes. Zutritt zu dieser' Konferenz l)ab«n: 1. Die Krcisleiterinnen für Agitation; 2. die Abteilungsleit« rinnen für Agitation: 3. je eine Delegiert« aus jeder Abteilung: 4. die weiblichen Mitglieder der Abteilungs- und Kreisvorstände(darunter sind.zu vorstehen bei den Abteilungsoorständcn die weiblichen Schriftführer, Kassierer und bei den Kreisvorständen die weiblichen Beisitzer): 5. die weiblichen Bezirks- und Stadtverordneten, Land- und Reichstogsabgeordneten Berlins. Zutritt ist nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches, der grünen Funktionärkart«(die den Funktionärinnen ousgcbändigte Funkttonärkarte für das Jahr 1930 gilt bis.zum 1. April 1931) und des Mandats gestattet. Die delegierten Genossinnen haben Zutritt zu dieser Konferenz gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches und des Mandats. Die Türkonlrolle hat der 1. Kreis-Mitte. Das Zrauenselreiariat Gewiimausziiz S. Klasie 36. Preußifch-Sübbeulsche Etaats-Lstlenc. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer iu den beiden Abteilungen l und II 18. Ziehungstag 28. Februar 1931 ön der heutigen Vormütagsziehung wurden Gewinne über 400 Dl. gezogen 14 Utarni™ ju 5000 93156 165760 220769 223984 233255 250712 299833 22««»in», ,« 3000 OT. 66739 138093 167891 174204 176241 191513 255662 279340 284880 297244 397463 50»«winn« zu 2000 M. 10514 1671 1 18152 25999 103183 108843 119343 124829 126061 176424 187049 190117 200288 226753234450 256697 265070 265323 268530 288518 296322 321360 333334 356612 395043 122««winu» 1000 M. 4890 8430 14141 16966 23249 23604 23835 27992 33967 34550 39042 39929 64964 63097 65434 66392 69192 910779472393595 109977 110242 110997 120214 135609 141037 141634 157881 162739 178012 200974 228377 235363 240010244959 246631 258020 258104 258388 260194 268230 238362 274518 274933 284362 287869 293179 295496 298619 302114 324431 341219 347842 350735 352101 356177 362402 332830 367360 392778 395244 188««triruf rj 500 11152 12094 29783 32112 32716 36504 36939 42320 63134 67932 63746 69092 72160 74191 76071 76967 77130 35719 85961 91715 95376 100466 102311 104307 109272 111480 114537 114303 116384 129179 129738 132413 140129141805 154011 1 59421 131449 166423 170474 177119 183393 1 83598 133877 187099 190123 192019 203043 214531 2IS385 220435 221705 227099 230470 231423 23! 731 232937 235667 244428 245290 248135 257233 253260 261150 266915 263762 271005 275756 235115 290637 293034 295786 296495 297454 300499 300354 307934 312166 314405 315395 317774 3 1 838 1 329034 334927 351689 354523 356455 359198 373816 362707 337363 393073 3S4433 394349 396556 In der heutigen Nachmillagsziebung wurden Gewinne über 400 SDL gezogen 4»esinnt zu 10000 OT. 35273 335567 6»EiDitm, zu 5000 U!. 40348 249100 391899 10®f»tnue ,u 3000 DI. 106036 264915 267789 301151 391216 48©ttoiur.c zu 2000 M. 13161 2348135843 69610 73495 92620 133993 146382 137134 157931 198703 204114 219328 246313250089 252882 282575 300270 304542 319976 341897 353872 376949 379914 120«-»wu- zu 1000 M. 469 2775 4872 6145 17021 26123 32653 37467 41974 52922 59074 77107 833S9 86184 90063 93324 95816 97573 101391 102124 102273 108176 133259 141543 145681 153481 155423 176384 183593 195553 212565 219691 222917 2303Z3 234371 257440 257521 268420 273586 276041 282571 285003 304835312882 326679 336463 341972 346283 351333 351774 354811 35773S 361403 367234 367872 382266 323832 394744 294951 395304 158 Gewinne ,» 500 M. 16406 20904 23137 34380 38224 44IS6 49673 54391 80080 61 354 79303 83321 84283 88846 83080 108930 110382 1 1 3003 120404 122525 I93572 124489 125475 123123143215 149016 151443 170494 173406 132633 136339 I9I002 191506 194921 123362 202538 292565 204278 211019 213940 214378 227300235699 243099 242942 2153:7 247325 257669 263355 274912 275033277686 281074 283471 293511 294585 297414 299332 304613 313721 321989 326154 326201 325281 327346 523648 330261 335801 347632 353221 359567 361369 378379 383598 383169 390017 391773 398169 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je ölXXXX), 2 Gewinn« zu je SOOOW, 2 zu je 800000. 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 14 zu je 2S000, 60 zu je 10000, 152 zu je 5000, 3S8 zu je 3000, 1190 zu je 2000, 2200 zu je 1000. 3570 zu je 500, 10920 zu je 400 Mark. Die Staatliche Porzellan- Manufaktur Perliu hat ihren Verkauf von weißen und bemasten Porzellanen, die kleiner Fa- brikationsfehlcr wegen mit Nachlaß abgegeben werden, bis zum 7 März einschließlich verlängert. Zum Angebot gelangen kom- plelte weiße Tasel- und Kafsecservice, E nzelteilc für Service- ergänzungen wie Tassen. Teller, Schüsseln, ferner Körbe. Schalen. Vasen und Figuren. Den Freunden von Berliner Porzellan wird hierdurch die Möglichkeit geboten, schöne Stücke zu äußerst günstigen Preisen zu erwerben. Die Verkoufsränme, Wegelystr. 1, ani Sladibahnhof Tiergarten, sind werktäglich von 9— 19 Uhr geöffnet. IM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße Roeentbaier Str. MerRzpiatz //I C/i&SQT VifOCtlGf ÖAus/naAme- soweit Vorrat 31r. 101• 48. Sl�tlPClrt� Sonniag, 1. März 1SZ1 Das alic Pfcm�cii Fünf Monate Gefängnis für öffentliche Ministerbeleidigung Am 1. November v. I. befand sich der 62jährige Koch Bert auf dem Wege zu einer Scherl-Filiale, um sich die letzten Hugenberg- Neuigkeiten anzuschauen. Mit der politischen Einstellung dieses Koch war es so ein eigen Ding.„Ich bin für die alte Tradition", sagte er gestern ausweichend vor Gericht,„als ehrlicher Beamtensohn, bin ich für das gute alte Preußen. Es braucht nicht unbedingl «ine Monarchie zu sein. Wenn nur die richtigen Menschen an der Spitze stehen. Nur die innere Sauberkeit muß sein." In Wirklichkeit haßte aber der 62iährige Koch die Republik wie die Pest, und als er im„Lokalanzeiger", im Schaufenster der Scherl- Filiale, die Juchthausurteile gegen die Bombenleger las, da lief er vor Empörung über und veranstaltete so etwas wie eine kleine Bolksversammlung.„Dieser Lump Braun", sagt er,„hat sich den Lumpen Seoering geholt. Ein schöner Mann auch dieser Brüning, dieser Strolch mit dem Pfaffengesicht. Wo sind die Mil- lionen Kriegsanleihe geblieben. Die Lumpen haben sie untereinander verteilt und sie sich eingesteckt. Ist das eine Art, daß Seoering, der vor 35 Iahren in Bielefeld den Streikbrecher spielte, heute das preußische Boll regiert?" So ging es minutenlang weiter. Die Leute kamen, die Leute gingen, cherr Berk fuhr in seinen Boltsrcden unentwegt fort. Der Wllmersdorfer Kaufmann S., ein guter Republikaner, stand da, hörte zu, ärgerte sich und notierte all die Aus- Mit der griechischen Bibel. Oer neue Trick eines Heiratsschwindlers. Daß„ältere junge Mädchen" aus einer gewissen bürgerlichen Schicht für sogenannte Frömmigkeit oft sehr empfänglich sind, hatte der dreißigjährige Albert M o z m y erkannt. Aus dieser Einsicht baute er ein schwunghaftes Geschäft für Heiratsschwindel ans. Da saß in der Elektrischen oder in der Stadtbahn, unbekümmert um gckegentliche Verulkurrgen,«in würdiger junger Mann, der mit ernstem Augenaufschlag in einer griechischen Bibel las.„Lesen" ist übertrieben, denn der fromme Jüngling kannte keinen griechischen Buchstaben. Aber er tat, als ob er lese, wenn er vielleicht manchmal sogar das Buch oerkehrt herum hielt. So lernte er denn die törichten Jungfrauen der Bibel kennen, und ihnen gegenüber gab er sich als canä. weck, oder stuck, jur. aus. Das war Herr Mozmy, der niemals studiert oder gearbeitet, sondern nur den Heiratsschwindel gelernt hatte. Eines Tages schickte er beispielsweise dem Datcr eines Mädchens ein Telegramm:„Staatsexamen gut bestanden. Durch die Ringclein sind wir äußerlich schon verbunden. Durch die Gnade unseres Herrn Jesus Ehvistus werden wir auch einer glücklichen Jukunft entgegensehen." Inzwischen hatte der Hochstapler seiner Braut aber— ihre ganzen Ersparnisse in Höhe von 2500 M. entlockt. Das Mädchen war frellich nicht seine einzig« Braut, denn gleichzeitig war er auch noch mit einer Krankenschwester und mit der Tochter eines Missionars von der Adoentistengemeind« oerlobt. Bei den Adventiften zeigte er Neigung, zu ihrem Glauben überzutreten. Weiter machte er die Bekanntschaft einer fünfzig- jährigen unverheirateten Frau, die ebenfalls einer religiösen Sekte angehörte. Bei ihr führt« er sich ein mit einem selbstverfertigten Empfehlungsschreiben eines Glaubensbruder» der Frau, in - Zcncraicfic liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiuiiiiiiHimuiiinniiuinmimiiiiiniiiiiiiiiiiiiimtiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Sonntag, den t Marz, to Uhr, Lokal Siebert, Bfirwaldstrafee öffentliche Kundgebung gegen die feigen Meuchelmörder. Es sind wieder drei hiesige Einwohner den Meuchelmördern zum Opfer gefallen. Referent: Oberlt. a. D. Backlke. Thema: Börgerkrieg und Faschismus. spräche des„alten ehrlichen Bieamtensohnes". Dann holte er einen Polizeibeamten und ließ den Namen des Kochs feststellen. Das Polizeiprotokoll wanderte zum Ministerpräsidenten und zum Minister Seoering, beide stellten Anklage wegen öffentlicher Beleidigung, Seoering auch wegen übler Nachrede, und so hatte sich der Volksredner jetzt vor dem Schöffengericht Charlottenburg wegen öffentlicher Beleidigung, übler Nachrede und B e- schimpfung der Republik zu verantworten. Der Mut hatte den braven Koch doch ein wenig verlassen. Er wollte nur das Severings„Streikbrechertum" wahr haben, und führte geradezu kindische Beweise für die„Richtigkeit" dieser Berleumdung an; alles andere wollte er nicht gesagt haben. Der Kaufmann S. bestätigte aber seine frühere Aussage. Der Staatsanwalt Steenig beantragt« 5 Monate Gefängnis; Rechts- anwalt Dr. Wolfgang Heine, der den Nebenkläger Minister Seoering vertrat, meinte, daß er während der 46 Jahre, die er im politischen Leben stehe, nie eine politische Kampsesweise erlebt habe, wie sie jetzt beliebt sei; im übrigen seien die völkischen Bomben, zu deren Herstellung Chemiker nötig waren, weniger gesährlich, als die Bomben, die aus den ungewaschenen Mäulern in die Oeffentlichkeit explodierten. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen öfsent- licher Beleidigung und übler Nachrede zu fünf Monaten Ge- f S n g n i s. dem stand, daß sie sich„u nseres lieben Bruders Mozmy" annehmen möchte. Auch dieser„Braut" knöpfte er 300 M. ab. Wegen all dieser Schwindeleien hatte sich jetzt Mozmy vor dem Schöffengericht Charlottenburg zu verantworten. Das Gericht verurteilte Mozmy zu zweiIahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Die Strafe nahm der Angeklagte sofort an. Aazis blamiersn sich vsr Giudenien. Die Internal ionale Sludenlen-Vereini- gung, die ihre Mitglieder während des letzten Semesters mit den Programmen der verschiedenen politischen Parteien vertraut machen wollte, hatte in das heim der Auslands- fludenten zu einer Aussprache über die nationalsozialistische Bewegung geladen. Schon zu Beginn der Veranstaltung versuchten es die national- sozialistischen Studenten mit Krach, weil nicht ein reinrassiger Hit- lerianer, sondern einer der„Revolutionären Nationalsozialisten" zu- erst sprach. Die ausländischen Studenten wollten sich jedoch sachlich über die nationalsozialistische Bewegung unterrichten und wiesen die Krakehler sehr energisch zur Ruh e. In der Aussprache wollten die Nationalsozialisten die Bersammlung erneut ausfliegen lassen. Ihr Redner erklärte, daß sie vor einem Forum ausländischer Studenten nicht über ihre Ziele debattieren und forderte die anwesenden deut- schen Studenten aus, die Veranstaltung zu verlassen. Unter dem Gelächter der überfüllten Versammlung fanden sich schließlich auch fünf Hakenkreuzjünglinge, die der Parole folgten.— Die Darstellung über die„nationalsozialistische Revolution" war äußerst dürftig, wie man es ja längst gewohnt ist, wenn man National- sozialisten zwingt, sachlich sich über die Ziele ihrer Bewegung zu äußern. Als dem Redner von den Studenten Fragen aus den ver- schiedsnen politischen Gebieten vorgelegt wurden, zu denen er sich klipp und klar äußern sollte, sing er an zu stottern, und sein Schlußwort ging schließlich in dem Gelächter der Versammlung unter. Die internationale Studentenschaft hat an diesem Abend ein wirklich treffendes Bild über die„nationalsozialistische Revolution" erhalten. -t- Zigareiien m'chi mehr einzeln. Ab 1. März 1931 dürfen endgültig Zigaretten nur noch in ganzen geschlossenen Packungen verkauft werden. Das Rcichsfinanz- Ministerium erklärt ausdrücklich, daß eine Absicht, den stückweifen Verkauf von Zigaretten über die bis zum 28. Februar festgesetzte Frist hinaus noch zuzulassen, nicht besteht, und daß Verkäufer, oi« nach dem 28. Februar noch Zigaretten stückweise verkaufen, B e- ftrafung zu erwarten haben. Es handelt sich hier um eine nicht nur für die Zigovettenhändler unangenehme, sondern gegenüber den notleidenden Massen auch sehr unsoziale Maßnahme. Sie entspringt einer von der Reichsregierung geduldeten Vereinbarung, auch die Verbraucher mit der letzten Tobaksteuererhöhung zu belasten, die mindestens von den großen Zigarcttenkonzernen leicht hätte getragen werden können. Wir eröffnen die Saison mit Friedenspreisen! Wir haben den Ehrgeiz und setzen unser ganzes Können, eine 40jährige Erfahrung daran, Berlin die schönsten und besten Schuhe zu den billigsten Preisen zu verkaufen. Bei uns gibt es keine sogenannten Gewohnheiten, keine unzeitgemässen Methoden, die etwa aus Mangel an Geld oder Mangel an Nachdenken weiterbestehen könnten. 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März, täglich von 10 bis 1 Uhr geöffnet.__ Allgemeine Wetterlage. 23.Febp. m�abds. 3� © wolifenlos.0 heirer,® halb bedeckt ® wolkig,® bedecl(b»f?egervA6raup«ln S(iinee,=Nebel,"RGew#t«c<§)lW!Klsfill» Mit einem Vorstoß mtlder subtropffcher Luftmassen nach Mittel- eurapa kam es am Sonnabend in einem großen Teil Deutschlands zu starken Niederschlägen. Im Westen und Nordwesten des Reiches wurde als Niederschlagshöhe vielfach über 10 Millimeter gemessen. Im Süden und Südosten Deutschlands blieb es dagegen meist trocken. Die Temperaturen lagen am Tage, abgesehen von Ost- preußen, überall mehrere Grade über Null. Die umfangreich« De- pression. deren Kern jjber Norddeutichland liegt, bewegt sich unter langsamer Verstärkung langsam nach Osten weiter. Unser Bezirk wird daher am Sonntag im Bereich des kühleren Lustkörpers an der Rückseite der Depression liegen. Da der Tiefdruckeinfluß auf unser Wetter fortbesteht, so wird dieses unbeständig und ziemlich unfreundlich sein, wobei es noch zu einzelnen Niederschlägen kommen wird. * Wetter für Berlin: Unbeständig, mit einzelnen Niederschlägen, etwas kühler, jedoch Tagestemperaturen über Null, böige Winde. — Für Deutschland: Ueberall unbeständig mit oerbreiteten, vielfach als Schauer fallenden Niederschlägen, Tagestemperaturen am Tage meist über Null._ Briefkasten der Redaktion. G. Jf. 3«. X. Zweifelhaft. Wir raten, sich auf das Ztilnbigungsschuhaeseh ,u berufen und eventuell eine Entscheidung des Arbeitsacrichts herbeisukilbren. 2. Jeder Gcwerbetrieb unterlfeat der Gewerbesteuer. Nach den neuen Beftim- mungen gilt als Besteuerunüsarunblaa« nur der Dewerbeertrag. Bleibt der Gewerbeertrag hinter v Pro,, des Sewerbekavitals mirllct. so sind al» fteuer- Pflichtiger Kewcrbeertraa 6 Pro,, des Gewcrbetapitals ,ll sehen.— Th. xoo. Durch die Eheslltlienunq verliert die fsrau ihren Geburtsnamen und erhiilt den ssamiliciinameu des Mannes. Diesem kann der ooreheliche Name heiaeitfat werden. Die Beifiiauna aber muh so aeschehen. dag keine Zweifel entsteben. also ,. B. mit dem Zusah„aeborcne". Antriiae auf Aendenrna de« Namen» sind in Preußen an das ,ustandiae Am'sa«richt ,u richten. 2. Die Tochter bat nur Anspruch auf eine anaemessene Aussteuer. Die Anaemessenheit ist unter Veriiltsichtiauna der Verhältnisse der Eltern«i bestimmen'.— v. P. Ihre ssraa- ist aesehlich nicht aereaelt. Die Gerichte entscheiden verschieden. Vielleicht lassen Sie es auf eine aerichtliche Cntfcheiduna ankommen.— 8. S- 100. Wenn auch eine Vcrlehuna der UnterhaltunqspNicht des Vermieters vorlieat. so ist e« doch froalich, ob das Gericht ihn ,um Schadenersah verurteilen wird. Sittten die Diebe rricht auch in den Boden aelanaen können, wenn das Bodenfenster i» Ordnuna aewefen wäre? «lter Abonnent. Gin Recht, den Erlaß der Gebühr w fordern, haben Sie leider nicht. Wir raten, rinen schristlichen Antraa auf Niederschlaauna der Gebühren an die Oberrostdiretrion ,u richten.—«»»ialrentne-. Unseres Er. achtens ist der Ab,ua der Bttraersteuer ,u Recht ersolat. da Ihr Iaheesein» kommen mehr als soo M. beträat. Es schadet aber nichts, wenn Sie«int Eni» scheiduna der Steuerkast« über den Ab,ua berbrifstbren. Denken Sie daran, daß Ihnen Persil recht lange die Freude am Tragen der hübschen Sachen erhält. Mühelos schonend und billig ist die Pflege mit Persil! Umständlichkelten gibt es da nicht. Sie brauchen nur kaltes Wasser und etwas PersiL (Auf 2 Liter kaltes Wasser einen gehäuften Eßlöffel voll.) Darin drücken Sie die Wollsachen leicht durch. Im Nu sind sie sauber. Kaltwaschen mit Persil Ist nicht nur bequem, es ist auch hy»- gienlsch. Persil hat nämlich, eine vorzügliche Desinfektionseigenschaft. 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Haben Sie schon den neuen Zehnmarkschein gesehen?„Neu" ist allerdings nicht der ganz richtige Ausdruck dafür, denn die Scheine sind schon im Jahre 1929 gedruckt worden,— sie sind also bereits 2 Jahre alt Auf Ihrer Vorderselte prangt das Bildnis von Albrecht Daniel Thaer. Ein Mann, von dem man wohl behaupten kann, daQ sein Leben und seine Taten in weitesten Kreisen unbekannt sind, obwohl 3 deutsche Städte: Berlin, Leipzig und Celle ihn in einem Denkmal verewigt haben. Doch aber warThaer ein Mann, der auBerordentlich vieles geleistet hat, und insbesondere für die Rationalisierung der Landwirtschaft hat er Grundlegendes geschaffen. Das wirklich Interessante an diesem Zehnmarkeebein ist aber der Unterschied in seiner Kaufkraft die er vor 2 Jahren hatte, als er gedruckt wurde, und der, die er heute bei seiner Ausgabe besitzt Nichts charakterisiert so deutlich das vollkommen veränderte Preisniveau für alle Dinge, das Innerhalb dieser zwei Jahre eingetreten ist Und zwar am stärksten bei Kleidung. Wo Sie 1929 noch 3-5 solcher Scheine benötigten, um ein gutes Kleidungsstück zu kaufen— heute genfigen schon 2— 3 dieser neuen Zehnmarkscheine, tun gutmodern und elegant gekleidet zu gehen. Und wie groß ist nun erst die Kaufkraft eines solchen Zehnmarkscheines, wenn Sie bei uns kaufen!— Wahrlich— unsere heutigen Preise für hochwertige Kleidung bedeuten eine wesentliche Erleichterung der Lebenshaltung. Und das ist des neuen Zehnmark- Scheins scfaönsteBedeutung Keiner braucht mehr zu sorgen, wie er sich neue, moderne Kleidung beschaffen kann.— Wenige Zehnmarkscheine genügen, wenn er dem Rat folgt: Madame... Der FrüUtng und seine Truppen Sleh'n vor der Tflr. Und sie entpuppen Sich diesmal wieder, wie jedes Jahr. Als das Schönste, was seit langer Zelt war. Denn diesmal gibt es die schicken, flotten Muster in Karos und reizenden Schotten. Auch Tweed und Flamengo sind wieder da, Und- natürlich„auf neu"- die Tunika. Doch ganz besonders zum 5 Uhr-Tee. Gibt es das damenhafte Komplet Mit der enganliegenden, langen Kasak. Madame, das Ist doch Ihr Geschmack I Und dann die Mäntel I- Ein Frübllngstrauml Mit Pelz am Kragen, Aermel und Saum- Und bezaubernde Hütchen I— Ein Hocbgenuht Doch jetzt kommt das Sdiönste— Wie Immer- am Schluh; Alles Zweifeln und alles Bangen stUT Ich Alles Ist billig- fabelhaft billig I Was kann der Sigismund dafür... Sie kennen doch sicherlich diesen Schlager- Siegfried Arno, der beliebte Komiker, singt cht» In der großen Revue:»Im weißen Rößl". Im Liebe kann er gar nichts für fein« Schdn- Heit und dafür, daß er von den Frauen geliebt wird. In Wirklichkeit Ist das aber ganz anders. Denn ungeheuerlich viel kommt es heutzutage darauf an, daß der Mann gut gekleidet aussieht— modern, flott und elegant. Es öffnet ihm nicht nur die Türen in fei» nem beruflichenLeben. es öffnet ihm auch den Weg ins Herz der Frau. Und es Ist ein leider immer noch verbrei. teter Irrtum, daß solche Kleidung viel Geld kostet.— Rom« men Sie nur einmal zu uns und schauen Sie sich bei uns um Sie werden bald merken, wie wenig dazu gehört— sicher» lich viel, viel weniger, als Sie geglaubt haben, um den Anzug oder den Mantel sich zu kaufen, der nicht nur gut aussieht, fon» dern gleichzeitig auch wirklich gut ist. Hl« Ist da«: Diese» moderne blau« Sakko- Anzog au»»reinem Kammgarn�, aus rein Leine» und Roßhaar ver» arbeitet, ttptop sitzend, von elegantem An». sehen, kostet trotz selner viel«» vor. züge bei uo» doch nur..... 28 SO 4 Alk« in dieser Seite enthaltenen Angebot« stehen Ihnen ab Man- lag früh bei uns zur Ber- fügung. Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! "g Berfönmen Sic nicht, diese nun wohl schon allseits bekannt« gnt« Kaufgelegenheit für Kinderkleidung auszunutzen. Denn nach hier trifft in reichstem Maß« zn, was nebenan von de« jetzt geltende» Prets-Rivea» gesagt ist. kseuf nacht Hab' ich xl geträumt von Vir... ic Du süßer Frühjahrshut. Natürlich war's einer von den ganz modernen, die so fabelhaft kleidsam sind. Ach, und«» gibt ja so viele ihrer Art: da sind die feschen Glocken,— die glatten, enganliegenden Käppchen— die schicken Turban«— die keck aufgeschlagenen Formen— manche treten zu Ehren des Frühlings mit einem zarten Schleier auf, der sich über die Locken legt. Aber welche» ist nun dl« richtige Form für Sie?— In unserer Hut-Abteilung werden Sie sie finden, und unsere Derkituferin wird Ihnen bei der Wahl helfen. Und da» eine ist sicher: Sie werden über» rascht sein, wie reizend und jung Sie mit dem neuen Hütchen aussehen, und--- wie fabelhaft preiswert dl« neue» Hüte bei nn» find. Diese Glocke au» zartem ' Seilecht hat den hoch« modernen Schotttntopf. Sle- M 90 floßt gefüttert toste« sie nur � Da» modern« Tweed- Neid, schick verarbeitet. in neuer Kasalsorm mit Faltenpartie. Dir elegante Not« gibt die dustige. knopsgezierte Weste ou» Kunstseiden- Maroeain.<|C&50 E» kostet nur la# D« neue, flotte Ueber- gangs-Raglanmantel in reinwollenem, kamel- haarartigem Flausch. Auch hoch zu schließen, der Rücken mit breiter Kellersalt«, ganz aus � 75 utem Futter guten lostet 22 pariser �tixen weilten in ber vorigen Woche al» Gösi« in Berlin und zeigten dort Im Wellenbad ihr« Kunst Sie waren so«izend und scharmant, wie wir uns eben die Pariserin vorstellen, die wir früher so heiß um ihre Anmut und Eleganz beneidet haben. Heut haben wir da» nicht mehr nötig. Fllr die Anmut hat der Sport gesorgt. Und daß auch die deutsche Frau in der Eleganz den Frauen anderer Länder in nichts nachzustehen braucht, das ist eifrigstes Bemühen unserer Modehäuser. Die schaffen nicht nur bezaubernd« Modelle, sondern auch Preise dafür, daß jede Frau sich so anziehen kann, wie sie gern möchte: immer fesch, immer modern. Auch St« sollten sich all die kapriziösen, lustigen Einfälle der neuen Frühjahrsmode zu- nutze machen, sollten sich da» kaufen, was Ihnen besonders gut gefällt, und gut gerüstet und doppelt gut gestimmt mit Ihrem sonnigsten Lächeln dem Frühling entgegen gehen. Kennen Sie Jen? .Was hast du denn da für eine Uhr', fragt Hacke. .Das hier, das ist ein« ganz fabelhafte Uhr�, sagt Peter..Dt« geht 14 Tage, ohne daß sie aufgezogen wird." .Donnerwetter. Donnerwetters, staunt Hacke. .wie lange würde die erst gehen, wenn man st» doch aufzögel" 0ranlenrtr.40 Am Ortmanplati Chaimeettr.11 3 ICönisttraSe 33 »«!■ Statila«! Saluilio« AmBaholiotMaxandarslati - bzw. Knahm-Klridintg in den beides Geschäften i Könlgttr./ o»«»««##»*»- m allm mtdiöclm SEiDENSTO Crepe Marocain hervorr. Kunstseid. größt. Farb-Sorti- ment, ca. 100 cm br.. Sonderpr. Mtr. M. „Duppion" neuartige, reinseid. Chappe-Bindung, letzteFrühjahrsfarb.ca BOcmbr.MtrM. Aura mille fleurs feinfädigste Kunstseide für elegante Wäsche, ca 80 cm breit, Meter.. M. Honan schwere original asiatische Ware, alle Modefarben, ca. 80 cm breit, MeterM. Liberty-faconne Seide mit Kunstseide, neueste Effekte, modernste Forben, ca. 80 cm br.,Mtr.M. Crepe Georgette elegante reinseidene Kleiderqualitfit, groß, modern. Farb-Sortiment,Mtr,M. Crepe Marocain- Druck, schönst franz. Druckmust., reine Kunstseid. sol. Grundware,Mtr M.5�50, Satin-Charmeuse- Tweed-Geschmack, schwer. Qual., neu. Druck f. Nachm. u. Sport, ca 1 40, Mtr. 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Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 4. März, nachmittag»>ä« Uhr. aut dem Emmaus�riedhos Neutölln, Hermannstraße. statt. Ehre ihrem Andeuten I Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwalhmtf. DsuUto Metaliaibeiter-Vertiaaii Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Wertzeugmacher Auxust Tauch geb II August 1872. am 24. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenten! Die Einäscherung findet am Dien»» tag. dem 3. März. Ig Uhr. im Krema» tortum Baumschulenweg statt Rege Beteiligung wird erwartet. VI« Ortsrerwaltang. Dar.ksacung. Für die ausricht'ge Teilnahme und die reichen Kranzsvenden bei der Be. grabnwfeier meine» lieben Manne» Otto«lochen sage ich allen Teilnehmern meinen herzlichsten Dank. In tieier Trauer trau Marth« Jochen Wilhelin-Stot e-Slr. 37. FUr die herzliche Teilnahme bei der Einäscherung meine» lieben Mannes sage ich allen besten Dank. Clara Gnldtg tettern Oaue.heilungl Eigenes System FacfaiDstiinl G Naeckei, Berlin, DahlmannseraBe 24. Ecke Kur- tfirstendamm. Sprechst.3— 7. Prosp. frei s ÜMMWMIlM-WlllllI Olensfog. den 3. März. abends Z Ahr, im Parterrelaal des Verbandshans«», Ltnieastrah«»3, SS vFsnenen-voi'Lsmmillng oep EienwomonleuFe Tag esordnung: 1. Bortrag:„Das Ardeitslosenproblem." Referenten: Kollegen H UN g er und Krauter. 2. Verbands» und Branchenangeiegen» heilen 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch lein gutritt. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt notwendig. Mittmoch, den 4. März. nachm. 1 Uhr. im verbandahan», Liniensiratze 83 85 Sißungszimmer 1 Arbeitslosen-Versammlung aller Homer, Bohrer, stoßer, Fräser und weiblichen Beruts- angshOrigen Tagesordnung: 1. Die Lohn» und Arbeitsbedingungen in unserer Branche 2. Branchenangelegenheiten. 3 Verschiedene». Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Es ist Pfiicht aller Kolleginnen und Kollegen, au dieser Versammlung teil» zunehmen.__. fteftung! Ausgesteuerte u. nichtbezugsberechtigte fflitgiiederi vienstag, den 3. März, Mittwoch, den 4. März. Donnerstag, den 5 März. Zwecks Einh iiung der Wahikiirver finden n der Zeit oon 10 di» 1 Ahr im parterresaai des verbandshoufe», Scholler IS, die Einl ragungen iian. Zpielpisn naserer Aaltnrabtellnag. Z» der Woche vom 2. di» S. Marz I. Freiheit IN Fesseln< Bewährungsfrist.) 2 Slaveilaus eine» Rirsendamviecs. 3 Ein merkwürdige» Abenteuer Zn der Woche vom S Iiis 15. März: L Der Jini des Norden». lGroßer Berg. und Eportst m.| 2. Am Lawinsimnnkel bei Oberstdors 8. Sinderräuber n der Woche oom t«. dt, 22. März: I. Iugenitragödie. 2. Bilder au» de» Ziordseemarchen 3. Hygienefttm Antragen wegen Beuch und Ueber- astung der Abteilung sind leleobonisch oder Ichristlich an die Kiitturabteiluna Büro LmiensIrB3, 85. Zimmer 20) zu richten. Ain Monta", dem 2. 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Kieidervsänder usw., und Freitag, den 20. März 1931, vorm 9 Uhr, für«o d» und Wertsachen im Rathause zu Beriin-Reukälln gegen sofortige Dar- Zahlung strlt. Der etwa verbleibende Psandiibcr'chnß lann vom t. April I93i ab gegen Rück gäbe de» Psandscheine» in Empfang genommen werden Die binnen Jahresfrist nicht abgehobenen Beträge werden dem Bezirks- wohifahrisami Neukölln überwiesen Berlin-Neukölln. den I. März>981 Städtisches Leihami verlin-ZtoukSkln B8lten.Beniedern alle Arien BannMaren billig und dauerhaft bei Ed. Hofffmeister, SO 36, Wiener S&raOe 20 seit 40 lahren am Görlitzer Bahnhof MenSW-i W i r fertigen elegante Anzüge und Mäntel aus nltgebrachten Stoffen für M 3S. einaciilieBIich uuseier sämtlichen Zutaten— Tadelloser Sitz— Roßhaarverarbeitung Ana onaeren Mark Stoffen von Ä Oi Herreiiiileider-AnlertiHnnH Bezr 1919 Gebr. 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Bor einiger Zeit brachte der„Vorwärts" die bisher nicht dementierte Nachricht, Hitler arbeite an einem neuen Wirtschasts- Programm und dieses neue Programm sei zur Begutachtung den Herren Kirdorf und Thyssen zugegangen. Ueberraschend konnte das nicht sein. Die Kaltstellung Gottsried Fevers war symptomatisch dafür, das; der Nationalsozialismus in Zukunft nicht mehr um d�e Brechung der Zinsknechtschaft wie um«ine„stählern.' Achse" kreisen werde. Schon bisher vertrug das Programm der RSDAP. die verschiedenartigsten Auslegungen. Hitlers Kommentar beschränkte die progranimatische Enteignung des Grundbesitzes aus„das jüdische Spekulantentum". Die Unter- redungen Hitlers mit Herrn von Staujj und die vor sächsischen, hamburgischen und westdeutschen Jndustriellenkretle» gehaltenen Borträge konnten ebensowenig ohne Rückwirkung bleiben, wie die von schwerkapitalistischer Seite gegebenen Gelder. Die von Otto Straher veröffentlicht« Auseinaitdersetzung mit Hitler brachte bereits bemerkenswerte neue„revisionistische" Aeutzerunaen des Trommlers Hitler zutage. Nicht nur daß Hitler erklärte, die große Masse der Arbeiter wolle nichts anderes als Brot und Spiele, und er wolle daher die Auswahl einer neuen H e r r e n f ch i ch t, die ihre Herrschaft über die breite Masse rücksichtslos aufrechterhalte und sichere, sondern er erklärte nach Straßer wörtlich:„Wir haben hier ja ein Vorbild, das wir ohne weiteres annehnten können, den Faschismus. Genau so wie die Faschisten dies bereits durch- geführt haben, werden auch in unserem nationalsozialistischen Staat Unternehmertum und Arbeiterschaft gleichberechtigt nebeneinander stehen, während der starke Staat, der bei Streitigkeiten die Entschci- düng sällt, dafür sorgt, daß nicht Wirtschafskämpfe d�s Leben der Nation gefährden." Hitler proklamiert damit eindeutig die Ziele des Faschismus als seine Ziele. In dieser Entwicklung zum offenen Faschismus ist durch zwei Veröffentlichungen ,zum nationalsozialistischen Wirtschasts- progranuu jetzt ein« ziemliche Klarheit geschaffen worden. Sie stammen von dem Berliner Rechtsanwalt Dr. Hans Reupke, der nach unseren Feststellungen als Rechtsberater in einem vertragsmäßigen Ver- hältnis zum Reichsverband der Deutschen In- dustrie steht.(I!) Reupke hat nahezu gleichzeitig«in« Arbeit„Unternehmer und Arbeiter in der faschistischen Wirtschaft-- idee" mit dem Untertitel„Ein neues Dognra der industriellen Zu- fammenarbeit rmd des sozialen Kampfes" und eine Broschüre ,T>er Nationalsozialismus und die Wirtschaft" mit dem Untertitel„Er- läuterungcn der wirtschaftlichen Prugrammpunkte und Jdcenlehrc' der Nationalsozialistischen Bewegimg" erscheinen lassen. Beide Schriften stehen durch Klarheit der Sprache und des G«. dankengangcs nicht unerheblich über dem sonstigen nationalsozialistischen Niveau. In der Einleitung zur zweiten Schrift wiederholt Reupke zum rtcn Male die eigenartig« Definition eines„deutschen Sozialismus". der„für den Internationalismus der Marxisten de> nationalen Gc- danken, für die materialistische Weltanschauung den deutschen Idealismus, für den Klassenkampf die Harmonie der Stände, für den Kollektioisinus die organische in dos Voltsganze eingegliederte Per- lönlichkeit, für den Glcichheitsgedanken das aristokratische Prinzip" setzen will. Ueber die internationale Verbundenheit des Kapital s. wie sie durch die Fülle internationaler Kartelle und Unternehmungen deutlich sichtbar wird, verliert Herr Dr. Reupke kein Wort. Die Zu- sammenhunge zwischen dein Marxismus und den Ged-inkengängen der deutschen klassischen Philosophie werden von ihin ignoriert. Eindeutige Umrisse empfängt sein„deutscher Sozialismus" erst dort, wo von Klasscnhannonie und Führer tun, die Red« ist. Denn da läßt er die K a tz e aus dem Sack. Faschismus und Nationalsozialismus sollen eine neue Ideologie liefern, als deren Ahnen er neben der deutschen Romantik und ihren späten Nachsahren, den Wiener Kathederuniversalisten Ottmar Spann und neben dem Saint- Simonismus Walter Rathenau in Anspruch nimmt, und zwar offenbar dazu, um seinen Faschismus dem deutschen Pürgertum zu empfehlen. Reupke zitiert Sätze Rachencais aus seinem Buche„Die neue Wirtschast": Die neue Wirtschaft wird keine Staatswirtschast sein, sondern eine der bürgerlichen Entschlußkraft onheimgestellte Privatwirtschaft, die freilich zum organischen Zusammenschluß, zur Ueberwindung innerer Reibungen und zur Veroielfälligung der Leistungen und Tragkraft staatlicher Mitwirkung bedarf. Reupke erklärt unzweideutig, daß man sich mit der Forderung auf B r c ch u u g der Zinsknechtschaft in der bisherigen Form nicht nrehr zu befassen brauche. In seiner Schrift über die„Wirtschaftsideoiogie des Faschismus" sagt er: „So rebolulionör sich diese neue Richtung geistig gebärdet, so evolutionär ist sie in der praktischen Verwirklichung. Sie steht In wirtschaftlicher Hinsicht aus dem voden des Kapitalismus, erkennt Eigentum und llnternehmersunktion an. Sie verwirst den klossenkomps und erstrebt die wahre Einheit der Wirtschaft." Eine solche Wirtschastsideologie ist natürlich dem modernen Hochkapitalismus mit seine» industrielle» 5icrzoglül.iern und seiner kartellistisch gebundenen Winschast außerordentlich angemessen. Der Unternehmer als Persönlichkeit ist auch Reupke, wie dieser immer hervorhebt eine unersetzliche Kraft der Volts- wirtschast. Die Bedeutung von Männern wie Ford, Krupp, Kirdorf, Ttzyssen, für die Voltswirtjchast wird„ausdrücklich und energisch betont". Wie sollte das auch anders sein? Die Bedeutung der 5)err«n Kirdorf und Thyssen braucht ja nicht nur für die Volkswirtschaft, sondern kann vor allem für die Privatwirtschaft der nationalsozia- listischen Parteikasse nicht ausgiebig genug betont werden. Um aber doch irgendwie den Schein kämpf gegen das Kapital aufrecht- erhalten zu können, wird die nationalsozialistische Unterscheidung in „schassendes" und„rafsendes" Kapital von Reupke wieder ausge- griffen. Aber zugleich wird die Furcht vor„unsinnigen Ex- perimenten" beruhigt, und zwar amüsanterweise mit den gleichen Pillen, die Herr von Stauß im„Bankarchiv" seinen Kollegen zu speisen gegeben hat. Es ist nur von einer„etwas groben Jnter- pretation der neuen sozialen Kampffront gegen das Finanzkapital" die Rede und noch der ausdrücklichen Erklärung, daß Sozialisierung, Kollektivwirtschaft und zentral geleitete Planwirtschast abgelehnt werden, ist die Möglichkeit gefunden, sich um die von den National- sozialisten gesorderke Sozialisierung der Banken herumzudrücken. „Urwüchsiige Angriffe der nationalsozialistischen Presse" werden ent- schuldigt, den Bankmognoten wird vor Augen geführt, daß sie der Wirtschaft Hilfsstellung zu leisten hätten, und dem Staat wird lediglich die Pflicht zuertcilt, Rücksicht auf die Sparer, die kleinen Effektenkapitolisten und auf der anderen Seite auf die bedrängten und kreditbedürftigen Unternehmungsleiter zu nehmen. Was bleibt aifo von gem Kreuzzug gegen das raff sende Kapital übrig? Nichts als der zahme Wunsch nach Zinsverbilli- gung. Rühmend wird hervorgehoben, daß der Faschismus«ine Sozialversicherung eingeführt habe, deren Lasten nur so hoch gestellt sein sollen, daß sie für die W i r t s cha s t tragbar sind. Wer erinnert sich da nicht der alltäglichen Forderung der Wirt- schaftsverbände auf Herabminderung der„unerträglichen Sozial- lasten". Und was gibt dieser neue Nationalsozialismus dem Arbeiter? Reupke verheißt ihm eine doppelte Befrciungsaktion: die von der kapitalistischen Ausbeutung der in- und ausländischen staat- tichen(?) und privaten Plutokratic, einem Druck, dem Arbeitgeber(!).wie Arbeitnehmer in gleicher Weise unterliegen, und zweitens die Befreiung von der Sozialdemokratischen Partei,„die den Arbeiter in der proletarischen Massen- und Klassenlage zu erhalten(!) bestrebt ist und feine Verwurzelung mit der Arbeitsstätte und dem Grund und Boden zu verhindern sucht". Wahrlich, Herr Dr. Reupke hätte es gar nicht so deutlich auszu- sprechen brauchen. Wir wissen auch so, was gsmeint ist: Ablenkung aus eine staatliche(?) und vrivate Plutokratie, die man behandeln will nach dem Rezept„Wasch mir den Pelz und nwch mich nicht naß". Und dann der Kampf gegen die Sozialdemokratie, aus deren Cinsußbereich man vor allein die Gewerkschaften zu lösen trachtet, um sie aus Kampsgewerkschaften zu einer gelben Werksgemcinschaft zu führen, in der„etwas wie das Gefühl schicksalshafter Verbunden- hcit der Wirtschaftsfaktoren lebendig ist". Eine Frage an den Reichsverband der deutschen Industrie? Wenn es bisher noch zweifelhaft sein mochte, ob die Rational- sozialistische Partei wirklich nur eine Schutztruppe der In- dustriehcrzöge und Scharfmacher ist, der wird durch die Schriften von Reupke von jedem Zweifel befreit. Hier wird dos ehedem revolutionär scheinende Wirtfchafisprogramm der NSDAP. endgültig zum faschistischen Unte:uchmerprogramm zur Zerstörung der demokratischen Gleichberechtigung der arbeitenden Massen. Die Schriften Reuples werfen aber auch auf den Reichsverband der Deutschen I n d u st r i e, die neutr ile zentrale Wirtschasts- organisation der deutschen Unternehmer, ein sehr charakteristisches Licht. Herr Dr. Reupke steht zum Reichsverband in einem engen vertraglichen Verhältnis. Der Reichsverband der Deutschen Industrie muh Kenntnis haben von den Publikationen seines Angestellten. Uebcrnimmt der Reichsverband und seine Geschäftsleitung die moralisch« Mitverantwortung für Reupkes politische, die Verfassung Deutschlands bedrohenden Auffassungen, eine moralische Mitverantwortlichkeit, die sich zwangsläufig aus dem Angcstelltenverhältnis ergibt? Wagen mit Hubraum bis l'/, Liter von l'/a bis 2Va„ von 21/-, bis 3, über 3 Liter... Ausländische Auto-Moniage. Sieben Werkstätten erzeugen jeden vierten deutschen Wagen. In„Wirtschast und Statistik" werden weitere Zahlen aus der Produktionsstatistik über die deutsche Automobilindustne für die Jahre 1929 und 1939 veröffentlicht. Interessant ist, die Ent- Wicklung der ausländischen M o n t a g e w c r k st ä t t e n mit der der deutschen Fabriken zu vergleichen. Im Jahre 1929 befänden sich unter den 60 Betrieben in Deutschland sieben ausländijchc Montagewerkstätten. Die Produktion von Personenwagen zeigt folgendes Bild: Gelamtzabl dav. in Montagefabr.hcrgcstcllt . 37 207— . 27 12« 6 499 . 13 402 4 942 _■ 18 424_ 11 134 96 161 22 575 Es wurden also säst 25 Proz. aller auf deutschem Boden hergestellten Personenwagen in den Montagesabriken ausländischer Firmen produziert. Bei den Kleinwagen besteht keine aus- ländische Konkurrenz: je stärker die Wagen werden, desto größer wird der Anteil der Montageautos. La st- und Lieferwagen wurden 29 922 hergestellt, davon 11258 in den Montagewerkstätten, die säst ausschließlich in die Gruppe der leichten Wagen(bis zu 2 Tonnen Eigengewicht) fallen. Insgesamt haben also die sieben Montagewerkstätten im Jahre 1929 den vierten Teil der in Deutschland erzeugten Kraftwagen hergestellt, die freilich nur den s ü n f t c n Teil des Gesamtwertes darstellen. Im Jahre 1930 ist die K r a f t f a h r z c u g f a b r i k a t i o n stark zurückgegangen, gegenüber 1929 um 39 Proz. bei Last- und Lieferwagen, um 22 Pro;, bei Personenwagen. Die ausländischen Montagewerkstätten haben nun in der Fabrikation von Per- sonenwagen einen noch st ä r k e r e n Rückgang zu verzeichnen, so daß ihr Anteil an der Gesamtcrzeugung von 24,3 auf 21,6 Proz. sank. Der Rückgang ist aber ausschließlich bei den kleinen Wagen bis 3 Liter Hubraum ein- getreten: bei den großen Wagen ist der Zlnteil der Montagesabriken sogar noch gestiegen, so daß er im Jahre 1930 an der Pro- duktion der Wagen von 3 bis 4 Liter Hubraum 71 Proz., an der Produktion der Wagen über 4 Liter Hubraum 41 Proz. erreichte. Last- und Lieferwagen werden von den Montage- betrieben nur noch in der Größenklasse bis zu 2 Tonnen Eigen- gewicht hergestellt. Ihr Anteil an der Produktion dieser Wagen ist von 1929 zu 1930 von 52 auf 58 Proz. gestiegen. Im Dezember 1930 waren die ausländischen Montagewerkstätten verhältnismäßig schlechter als die deutschen Unternehmen beschäftigt. Man darf aus ihre weitere Tntwicklung gespannt fein. Bier von den elf einmal errichteten Montagewerkstätten haben ja schon die Fabrikation eingestellt, und es scheint fast lo, als ob die übrigen durch den Zoll auf eingeführte Teile immer mehr zur Verwendung deutschen Materials gezwungen würden. In!)iescm Jahre, in dem Ford seine neue Montagcfabrik in Köln in Betrieb nehmen wird und die deutsche Industrie nach dem Zeug- ins der Ausstellung besondere Anstrengungen macht, dürfte der Konkurrenzkampf der deutschen Fabriken gegen die ausländischen Montagewerkstätten in das entscheidende Stadium eintreten. Argentinische Zölle gegen Neutschland. Die argentinische Regierung hat weitere sofort in Kraft tretend« Zollerhöhungen verfügt. Die für Deutschland hauptsächlich in Betracht kommenden Artikel sind Feinsalz, Gewebe, Lederwaren, Kartons, Filme, Anilin, Zement, Eisen, Schreib maschi- Registratur- und Rechenmaschinen. n e n, Ruhrkohlensyndikat verlängert. Da die Bergwerksunternehmen sich bis Ende Dezember 1930 über die Umlagefrage nicht einigen konnten, weil der G e g e n- s a tz zwischen den Hllttenzechen mit großem Selb st verbrauch an Kohlen und den freien Zechen, die nur für den V e r k a u f Kohle sördern, nicht überbrückt werden konnte, so wäre die Geltungsdauer des jetzigen Vertrages über das Rheinisch-Westsälische Kohlensynditat am 31. März 1931 abgelaufen. Am 21. Februar nun wurde beschlossen, der Syndikatsoertrag sollte vorläufig weiter gelten, aber am 30. Juni s931 enden, wenn nicht die strittige Umlagefrage bis zum 31. Mai geregelt sei. Zu dieser vorläufigen Verlängerung hatten alle Unternehmen mit Ausnahme der Deutschen Erdöl A.-G. und der Magde- burgcr Bergwerksvereins A.-G. zugestimmt. Diese beiden sind durch eine Verordnung des Reichswirtschostsminifters vom 28. Februar dem Syndikat zwangsweise beigeschlossen worden. Noch wi« vor bleibt also die Frage offen, ob die beiden großen Gruppe» von Bergbauunternehmen im Verhandlungswege endlich den Streit und die Umlage beilegen werden oder ob die end- gültige Regelung doch dem Rcichswirtschaftsminister überlassen bleibt (was zweifellos von einem Teil der Unternehmer gewünscht wird). Zucker nährt— und ist billig! MORSEN BESINNT DIE DIE SCH0NE DAS SCHON E GRü N FELD- AUSSTELLU N6 landeshuter leinen." und Gelrildwelerei Führungen zu jeder holben und vollen Slunde— von MIT EINER SONDERSCHAU: GARDINEN 650 � Grösstes Sonderhaus für Leinen and Wasche bis 4/ Mark Leipziger Straße 20-22 Erfolge der Volksfürsorge. Widerstandsfähigkeitin der Krise.- Der Stand Ende Wir Hab rrr an Hand der Zahlen einer großen Versicherungsgesellschaft die Konjunktur im Ledensoersicherungsgeschaft als günstig bezeichnet. Diese Beurteilung gilt nicht in vollem Umfange für die sogenannte Kleinlebcns- oder Nolksoersicherung, die unter dem besonderen Druck der Krise steht. Die V o l k s f ü r s o r g e, das führende Unternehmen dieser Art. konnte im Vorjahre 41S 000 neue Anträge mit 178,5 Millionen Mark Versicherung ssumnre abschließen. Dieses Ergebnis liegt zwar unter dem von 1929, darf aber unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Wirtschaftslage als sehr gut be- zeichnet werben. Dieser Erfolg ist allerdings im wesentlichen begründet in der großen Leistungsfähigkeit dieses gewerkschaftlich- genossenschaftlichen Unternehmens. Während die Leistungsfähigkeit der besitzenden Schichten und hohen Gehaltsempfänger anscheinend noch wenig gelitten hat, wie aus unseren Feststellungen über die Konjunktur im großen Lebensversicherungsgeschäst hervorging, ist die Arbeiterschaft durch ihr geringes Eiickmnmcn zum großen Teil behindert, einen Versicherungsvertrag abzuschließen. Der Versicherungsbestand der V o l k s f ü r s o r g e bezifferte sich Ende 1939 auf rund 2,2 Millionen Versicherungen(299 999 mehr als Ende 1929) mit rnnd 999 Millionen Mark Ver- f i ch e r u n g s f u m m e. Das Vermögen ist ans 139 Millionen Mark gestiegen. Davon sind Eigentum der Versicherten 99 Millionen Mark Prämienreserve und 29 Millionen Mark Gewinn- einteile. Nach Beschluß der Generalversammlung über die Verwendung des Uebevfchusses vom Geschäftsjahr 1930 werden sich die Gewinn- anteile voraussichtlich ans 39 Millionen Mark erhöhen. Im Bor- jähr wurden erneut 49,5 Millionen Mark als Hypotheken vergeben: davon der weitaus größte Teil für den gemeinnützigen K l e i n- Wohnungsbau. Das gesamte ausgeliehen« Kapital beläust sich jetzt auf 121 Millionen Mark. Die seit November 1923(Ende der Inflation) ausgezahlten L e i st un g e n fü r B e rf i che rnn g s- fälle betragen rund 11,5 Millionen Mark. Än Januar hemmte die Krise unvermindert auch das private Volksversicherungsgeschä-st. Die Volksjürsorge kann aber trotzdem für den Januar 26 999 neue Verstcherungsanträge mit 11 564 926 M. Versicherungssumme buchen. Es ist erfreulich, daß dieses gewerk- schaftlich-genossenschaftl'iche Unternehmen trotz der Wirtschaftskrise noch so hohen Zuspruch hat. Stettin will in die Osthilfe. Der Magistrats dex Stadt Stettin hat eine Eingabe an die Reichsregiernng und an den Reichsrat gerichtet, in der' die Ein- beziehung Stettins in die O st h i l sie gefordert wird. Stettin sei mit der Provinz Pommern nicht nur durch Verkehrs- und Handels- beziehungen, sondern auch durch den steuerlichen Z u s a m m e n- schluß im Kommunalverbande der Provinz verbunden.»Es wird gesordert, die Stettiner Wirtschaft durch weiteren Ausgleich der frachttarrftichen Nachteile zu unterstützen: die I n d u st r i« b e- lastung solle in Stettin nicht länger erhoben werden: Arbeits» austrüge müßten nach Stettin gelegt werden, zum Auebau der Dderwasserstraßen und zur Entlastung von Ausgaben der Er- »erbslosesfürforg«, die hSher als tn fast allen ander« Großstädten seien. Schließlich wird eine Kreditgewährung zu niedrigen Zinsen an gesunde Unternehmen verlangt. Vom iniemationalen Godairust. Gewinnruckgang im belgischen Solvay-Konzern. Der belgische Solvay-Konzcrn, der einschließlich seiner zahl-� reichen ausländischen Tochtergesellschaften und Beteiligungen einen der größten Che in iekonzerne derWelt darstellt, weist für das' Krisenjahr 1939— soweit seine Spitzengesellschosten über- Haupt über ihre finanzielle Entwicklung berichten— starke Gewinn» rückgänge aus. Der Reingewinn der Mutuelle Solvay, einer Dachgesellschaft für ausländische Beteiligungen, ist von 19Ä) bis 1930 von über 64 auf knapp 21 Millionen belgische Franken zu- sammengeschrumpft. Die ebenfalls zum Solooy-Konzern gehörende F i n a b e l- Gesellschaft(Belgische Finanziernngs- und Industrie- Gesellschaft) teilt eine Verminderung ihres Reingewinns von fast 33 auf 21,5 Millionen belgische Franken mit. Die hauptfächlichste deutsche Solvay-Gruppe sind die Deut- scheu Solvay-Werke in Bcrnburg, deren Aktienkapital in Höhe von 75 Millionen Mark zum größeren Teil bei der belgischen Muttergesellschaft liegt. Diese deutsch« Gesellschaft kontrolliert etwa zwei Drittel der deutschen Produktion von kalzinierter Soda und ein Drittel der A e tz n a( r o n h e r st e l l u n g. An der beut- schen Kolisörderung ist sie zu etwa 2,4 Proz. beteiligt. In der ganzen Welt werden vom belgischen Solvay-Konzern direkt oder indirekt etwa drei Viertel der Sodaproduk- tion kontrolliert. Woolworih verdient gut. Der Woolworth-Konzern, der größte Kettenlädcn- Konzern der Welt, der auch in Deutschland seit einigen Jahren festen Fuß gefaßt hat, hat das Jahr 1939 im Gegensatz zu vielen amerikanischen Trusts ohne wesentliche Einnahmeverluste überstanden. Der Umsatz ging etwas zurück, von 1273 auf 1214 Mil- lionen Mark, hauptsächlich infolge durchgeführter Preissenkungen. Durch diesen wertmäßigen Rückgang litt der Reingewinn aber nicht erheblich: er ging von 159 auf 146 Millionen Mark zurück. Die Zahl der von ihm betriebenen Verkaufsgeschäste hat sich im Laufe des Jahres um weitere 56 vermehrt und beträgt jetzt 1881. Der Großhandelsindex ist in der Woche zum 25. Februar von 114 auf 114,2 Proz. leicht gestiegen. Die Agrarstoffe sind um 9,4 auf 196,3, Kolonialwaren um 9�3 auf 99,8, Rohstoffe und Halb- waren um 9,3 auf 106,7 Proz. erhöht, und industrielle Fertigwaren sind um 9,3 auf 139,3 Proz. gesunken. Neues Russengold für die Reichsbank. Die russische Staaisbank hat eine neue Goldsendung im Werte von mehr ats 29 Millionen Mark zum Versand an die Rcichsbank gebracht. Mit dieser neuen erreichen die russischen Goldsendungen seit Beginn dieses Jahres einen Betrag von mehr als 89 Millionen Mark. Um das Tauern-Krafkwerk. Seit Jahren wird von dem Plan zur Errichtung eines gewalligen Wasierkraitwertes in den öfter- reichischen Alpen, den Ta u e r n, gearbeitet. Bisher hatte die A E G. besonderes Interesse dafür bekundet. Jetzt wird die Gründung einer Studiengesellschaft zur Durchführung des Tauernkraft- Projektes bekanntgegeben: an dieser sind die Siemens» Wo bleibt der Zweite? Die Parole der Partei:„Wo bleibt der zweite Mann?" hat überall im Lande eingeschlagen. Ucberall im Reiche wer- den Scharen neuer Mitkämpfer in die Parteiorganisation ein- gereiht. Was für die Partei so erfreulich begonnen hat, muß auch für die P a r t c i p r e s s e durchgeführt werden. Jeder Leser, der für den„Vorwärts" neu gewonnen wird, stärkt die Kampffront gegen faschistische Unkultur und kommunistisches Rowdytum. Darum laßt den Monatswechsel nicht ungenutzt vorübergehen. Benutzt den unten angefügten Bestellzettel beim Werben für den „Vorwäris" Ich abonniere den»Vorwärts"(und die Abend- ausgäbe für Berlin»Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- lagen„Frauenstimme",„Technik",„Blick in die Bücherwelt", „Iugend-Vorwärts" und„Stadtbeilage" in Groß-Berlin tag-\ (ich frei ins Haus. (Monatlich 3,69 Mk., wöchentlich 85 Pf.) Name: Wohnung: Straße Nr.. vorn- Hof— Quergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts", Berlin SW öS. Lindenstraße 3. S ch u ck e r t-W e r k e und die Oesterreichischen Wasser- kraftwerke(diese mit 51 Proz. des Kapitals) beteiligt. Gleich- zeitig werden Meldungen über eine bevorstehende Einigung zwischen der AEG. und den Siemens-Sstuckert-Werken zur Beseiti- gung der Konkurrenz zwischen beiden verbreitet. Ein neues Kartell. Unter dem Nanien„Gemeinschaft deutscher Hohlglasfabriken" ist das Syndikat der Weiß- Hohlglasindustrie für die Gruppen Hohlglas, Beleuchwngsgla, und Preßglas zustande gekommen. Es soll eine Steigerung der Leistungen, Senkung der Unkosten, Zusammenlegung und Vereinfachung der Produktion und des Verktiufsapparates herbeiführen. Diese Ziele sollen weniger durch Stillegungen als durch Spezialisierung der einzelnen Werke auf bestimmt« Glassorten, vor allem durch ge- meinsame Bearbeitung des Exports erreicht werden. Gegen Sowjetrußland. Die kanadische Regierung hat die Einsuhr von Kohle, Papierholz. Nutzholz, Asbest und Fellen m>s der Sowjetunion nach Kanada verboten. :'V: r' •«9"'-ct'V" GENOSSENSCHAFT BERLIN u. UMGEGEND E.G. M.B.H. Anläßlich unserer Frühjahrs- Reinigungs-Woche vom 2. bis 7. März 1931 haben wir unsere Preise für Reinigungsmittel aller Art, Lk.Ä Bürften/Befen, Scheuertücher, Seifen/ Wafchmittei stark herabgesetzt/ In allen unseren Abgabestellen erhältlich- SEIFEN GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG GRG GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG- GEG GEG- -Seife„Spezialmork«"..... 250-Gramm.Slüdt 28 ■Spezialkernseife nackt, 2S0.Gramm-SKIck 18 -Oranienb. Kernseife 250-Gromm.siüdc 18 -Haushaltslcernseife. 200-crainm.siodc 14 -Prima-Fettseife____ zoo-Gramm-stodc 26 >Palmöi-Oberschalseife2so.Gr.-stsck 25 ■Elfenbeinseife...... loo-cramm-stüde 11 -Reine Kernseife.... zso-cramm stüdc 18 -Weiße prima Kernseife zso-Gr.-st. 25 -Seifenfiocken...... ioo-Gramm-Pak.t 25 -Nitor-Edelseife....... VrPfund.Paut 80 -Nitor-Edelseife.......'/a-Ptund-Paket 40 -FamOS»Ibsttätlges Waschmittel, Vj-Pfund-Pak«! 68 ■FamOS selbsllStiges Waschmittel,'vPfund-Paket 36 -Seifenpuiver 30% Fettgeh., 250-Gr.-Paket 24 ■Waschextrakt 15% Fettgeh., 250-Gr.-Paket 1 5 -Saimiak-Terpentin-Seifenpuiv. 10% Fettgehalt, 250-Gramm-Paket»46 ■Lanolinseife............... stod< 20 -Paimitinseife............... stsdc 25 ■LHienmiichseife............ stode 28 -Badeseife.................. sts* 36 -Eigenmarke............... stock 30 •Kleebiütenseife.-t......... stah Uhr. Rathaus Pankow, Breite Straße, Sitzungssaal Sturaß,„Interessante Fälle au» der Sozialversicherung". storste». Arbeilsgemeinschasf der kinderfreunde Gron-Lerlin. Pjnck-Isgi-.Stuelvo Beruselb am Dienstag, 19 Uhr. Strei« Mitte. Freitag, 8, März, 18 Uhr, im Jugendheim, Elisabethiirchftr. 18, Eruvrenleitersttzung. Alle Gruvpen müssen vertreten fein. Slrei» Wedding, illiiilwoch HCMI Utrechter Straße Zusammenkunft der Falken, gemeinschaft. Gruppe Gelnndbrunnen. Helferversammlung Dienstag bei Ge, nnffin Mader. Privzenallee 48.'. Beginn 20 Uhr, Mittmoch wird Nestfalken- gruppe rrölsiiet. Alle Hiuder von 5 bis 19 Jahren kommen 17 Uhr ins Jugend» "strei, Strepzberg: Freitag Matcr'alfpreckiftnnde 18-19 Uhr, Schule Walde. morftraße, Sirvh'act: adhol'N,— Gruppe Gärliger Straße: Mittwoch, 20 Uhr, Eiternverfammlung, Schule Goriitzer Straße._ Strei» Schöneberg. Elterngeneralvermmmlung Mittwoch, 4. Diärz, tm Rot. Haus Schöneberg, Zimmer 144, Wir sprechen über die Sommerverschickungen in die Linderiroundalager, Faltenratssttzung Donnerstag, Z. März, im Zugendheim Hauptstraße. Beginn 5 Uhr....__ Strei» Lichtenberg. Heute 18 Uhr Bunter Abend. Heim Snnterstraße. Stöpenick. Sonniao. 18 Uhc. bunter Nachmittag, Lichtbildervortraa.Zelt» lager". Jugendheim Dahiwitzer Str. 15 tGasanstaltl. Eltern und Gäste bcrz. Üch willkommeu, Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation{ 46. Abt. Unser lieber alter Genosse August Tauch ist für UN» unerwartet aus dem Leben geschieden. Einäscherung Dienstag, 8. März, 19 Uhr, Baum- schulcnweg. Um rege Betrillgung bittet die 48. Abteilung. (faeinCcldiiHf H*ampfaäetge6citfi>üte &*{> SOJafw* tn fasf alt norddJJportfzken et. 4$ PI l'j-, verlange iginwrd Paftnfsefujti�SefiHamee Tinger. 9 � drin*n9t» 29* Oeffentflidic Kundgebungen Blankenburg. Sonntag, 1. Mörz. 17 Uhr, Lokal Krug. Dorfstr. 2. Thema: Wollen die Frauen den Bürgerkrieg? Rednerin: Käthe Kern.— Hans Plehner: Gegen Bürgerkrieg und Faschismus. Charlottenburg. Miftwodi, 4. Merz, 19V3 Uhr, Ahlerfs Festsfile, Berliner Sir. 88. Thema: Der Volksbetrug der Nafional- sozialisien Redner: Sfaaisanwali Dr. Hoegner, M.d.R. Volksgenossen! Erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! 1 Sozialistische Arbeiterjugend Sroß-Serliu Ginsendungen säe dies« Bvbrit nur»» da» Zugendletretarlat. Berit» GW 99. eindrniirabe 3 Generalversammlung heute, g'.h Uhr, im Plenarsaal des Raichswirifchafts- rotes, Bellevuestr. 15. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. nrntgi»«t» 7� Stundgebung der SPD. morgen, Montag, 19>4 Uhr, im Sportpalost. W Ml Es sprechen Otto Bräun, preußischer Ministerprästdent. und Ptetro W t! Renni, Verfasser des Buches„Todeskampf der Freiheit". Starten zu i! 51 39 Pf. find im Sekretariat erhälllich.— Gruppcnfahncn find mitzn- � 51 bringen. Sondervoeftcllnng dee Bollsbühsc, 22. März, 15 Uhr:„Die Gesellschaft der Menschenrechte". Starten zu 80 Pf. find im Sekretariat erhältlich. heute, Sonntag: Heimabende. Hochplatz: Willdenowstr. 5.— Webding-Rord: Willdenowstr. 5.— Arn». walder Platz II: Rastenburqer Str. 18.— Nordosten II: Jmmanuelkirchstt. 24.— Schönhauser Borftadt: Schönfließcr Str. 7, 19 v» Uhr.— Tegel: Bahnhofstr. 15. — Lichtenberg-Ritte und-Norbwest: Echarnwcberstr. 29, 18'/- Uhr.— Marien- dorf II: Besuch des Films, 9'� Uhr.— Neukölln I: 19 Uhr Reuterplatz.— Neukölln III: Zictlienstr. 59: Mustiabend.— Reuköll» IV und IX: 9 Uhr Probe, Kanner Straße, großer Saal. WM Uhr cbendort Bunter Abend.— Britz: Ehausseeftr. 48:„Fasching", 18 Uhr.— Köpeaicker Viertel: ITfr Uhr„Roter Treff".— Steglitz' I: 18 Uhr Rathans Steglitz. Werbebezirk Prenzlauer«era: Delegierte: 9 Uhr U-Oilif. Potsdamer Platz, Ausgang Wcrtheim. 19 Uhr Danziger Str. 82: Aelterenbei'vrechung. Werbebczirt Kreuzberg: Porckftr. 11, 19� Uhr: Soscmann kommt! Weebebezirk Teltowkaual: Lichterfelde-Weft, Albrechtstr. 14a: Mitgliederver- saunnlung:„Unsere Freund« von links". Werbebezirk Tempelhof! EStzitraße, 19 Uhr:.Internationale Mufik". Werbebezirk Müggelsee: Beteiligung an der Werbcfeier der Gruppe ssriedrichshagen. W Abteilung Friebrichshageu: Aula, Richord.Wagncr.Luzeum, Bruno» s' W Wille-Etraße, Werbeabenb. Gesang, Rezitation. Film, Ansprach«, D? Ej Politische Revue. Beginn 20 Uhr. Unkostcnbeittag 35 Pf. Morgen, Montag, Kundgebung der Partei im Sportpalast! Alle Gruppenveransiallungen fallen aus. Gruppenfahnen mitbringen. Treffpunkte der Abteilungen: Arnimplatz: 18% Uhr Nordring.— Neukölln: I 19 Uhr Reuterplatz.— Rcniölla VU: 18-.- Uhr Rathaus Neukölln.— Falkenberg: 1814 Uhr Bhf. Grünau.— Steglitz I: l8'4 Mir Rathaus Steglitz.— Prenzlauer Vorstadt: 181- Uhr Hochblif.'Danziger Straße. Werbebezirk Tiergarten: 18'- Uhr Meiner Tirrgortcn. Werbebezirk Tempelbof: 181- Uhr Tempelhof, Dorsstraßc. Neues Seidenhaus im Westen. Im früheren Leiser-Seidenhaus, Taueiitztenstr. 17, hak die intecrationole■3eibcnfirmo AGA. ihre erste Berliner Niederlage eröffnet. Die Firma führt in der � auptfod)« Seidenstoffe etgener Erzeugung, die in ihrer Fabrik in Lp o n, der Seiderchemiat. her- gestellt werden. Der Verthus ermöglicht daher eine vorteUhastc Preisgestaltung. Neben djM Seidenstoffen gelangen aber auch Woll- stoffe zum Verkauf. Da Frankreich für die Seidenmode dnmer noch der allein maßgebende Diktator ist, so werden die Modebefllffenen des Kurfürftendamms durch die Firma AGB. stets an laufenden gehalten, was man trägt. Di« diesjährige Frühjahrsmode bringt viel Schworzweiß mit gclblichroter Musterung, zitronengelb und bräunliche Tone. Der Verkaufsraum umfaßt das Parterre und den ersten Swck. Unten gibt es Seide, oben Wolle. Helle Wanderklei- dung, Mahagonimöbel und gefällige Beleuchtungskörper geben der neuen Verkaufsstätte ein angenehmes Aeußere. Der �Oirekt-Schuh". Was Ford in der Äutomobilfabrikation erreilht hat, erstrebt die Erfurter Mechanische Schuhfabrik auf dem Schuhmarkt: Billigste Herstellungs- und Verkaufsmöglidikeit der Ware unter Ausschaltung des Zwifdicnhandels. Anläßlich der Er- öffnung ihrer beiden ersten Berliner V»rkaufsstäiten. Leipziger Straße 123o und Potsdamer Straße 29, zeigte die Firma ein reid)haltiges Lager verschiedener Gebrauchs- und Luzus- schuhe bei weitmöglichster Preisredliktioii. Der neue„Direkt-Säiuh" gelangt, wie schon sein Name besagt, vom Erzeuger direkt in die Hände des Verbrauchers. Amerikanische Maschinen sollen im Verein mit tüchtigem Personal Außerordentliches an Schnelligkeit voll- bringen undjm Zeitraum von 257 Minuten sind die bereits zuge- schnittenen Schuhteile in ein gebraud)sfertiges Ganzes verwandelt. Die Produktionsmäglichkeit ginge bei solchem Tempo, die notwendige Absatzmöglichkeit vorausgesetzt, ins Grenzenlose. Vorläufig werden bei voller Arbeitszeit pro Tag etwa löM Paar Schuhe hergestellt. Praktisch und sachlich präsentiert sich auib die Vcrtaussnicderlage. Ein größer Raum, der durch eine stattliche Fensterfroiit und helle Wandoerkleidung viel Licht empfängt, moderne Nickelstühle und in einfachen Regalen die Ware. � Da» weltbekannte Deutsche Teppichbau» Emil fiese»«, Berlin, seit 49 Jahren nur Lpaujeustr. 158, Haltestelle Maritzplatz, aibt hierburch bekairnt, daß die Prelle für olle Wareil, auch für die berühmten Marken-Teppiche Vorwerk und Atcker der Zeit entsprechend gesenkt find. Ferner ist ein«roßcr Posten Teppübe nrit«ertnaen Webfehlern weit unter Preis vorhanden. Auf Wunsch Zahlung». erlelchterung ohne scalichen Preisauffchlaa. Svczialiataloa kostenlos. 29 Proz. Ermäßigunq auf ihre zettgemäß billigen Preise gibt Ihne» die Firma E. Adam, Leipziger Ecke Fried richstraßc, auf all« fertigen Waren sStlei» dung für alt und jung, fllr Straße und Sport in hochwertiger Qualität), wenn Sic Ihre Einkäufe i» der Zeit vom 2. bis 12. März tätigen. 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Daß beim Einkauf von Skiicherschuhen im Wert« voll über 5 M. jeder Jung« ein Statapultflugzeug und jedes Mädel eine große Tafeh Schokolade als Geschenk ctbäii, sei nur nebenbei erwähnt. Di« große Rttnigunq beginnt! In allen Lanshaltunge» regen sich fleißig« Hände, um die heimischen Räum« durch gründliche Säuberung fllr den Früh- lingseinzua zu rüsten. Die besten Reiniaungsmiit-I iBllrstc». Besen, Scheuer. tücher, Seifen, Waschmittel) finden die Hausfrauen in den 287 Lebensmittel- abgabestellen der«ousum-Geupfieafchast Berlin und Umgegend. Alle ang«. boteneu Waren find Erzeugnisse der technisch hochstehetchen und hnaienisch aufs best« eingerichtete» Sigenfabrilen der Sr-ßeintauf»4S«scllschaft Deutscher Skonfumperelne. Wie die Anzeige in der heutigen Dusgabe unserer Zeitung beweist, tragen dl« Preis« der Parole„Preisabbau" weitest aeheich Rechnung. 22 Jahr« kaust Berlin— gut beim„Mobel'Magazin". 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Ein erschütterndes Bild über di« Auswirkung der Krise im Baugewerbe ergibt sich aus einer Erhebung über die Arbeits- lofigkeit, die der Deutsche Baugewcrksbund mit dem 17. Novembev 1930 als Stichtag unter seinen Mitgliedern durchführt«. Der Bundesvorstand wandte sich init einer vorgedruckten Karte an jedes einzeln« Mitglied. Bon den rund 462 000 Mit- gliedern sandten 294 256, das sind rund 64 Proz. der Mitglieder, di« Karte mit den erbetenen Angaben an den Bundesvorstand ein. Hichl arbeitslos in den zwölf Monaten vor der Erhebung waren nur 25 515 gleich 8,75 Proz. der an der Erhebung beteiligten Mitglieder. Diese Zahl zeigt die ganze Trostlosigkeit des Arbeitsmarkts. Bei näherer Betrachtung stellt sich dann heraus, daß mrtcr diesen 25 513 Glücklichen noch 5168 Lehrlinge sind, die eigentlich überhaupt nicht arbeitslos werden sollten, und 1200 W c r k m e i st e r(Polier«, Schachtmeifter), deren BeschastigungsverhäUnisse naturgemäß etwas stabiler sind. Zieht man diese beiden Gruppen ab, so bleiben nur noch 19 327 gleich 6,5 Proz. übrig, denen ein glücklicher Stern bisher über diese Elendszeit hinweggeholfen hat. lö 197, gleich 6,2 Proz., hoben In den zwölf Monaten vor dem Echebongstage überhaupt keine Arbeit gefunden. Unter ihnen sind 12 650, die am 17. November schon länger als 52 Wochen arbeitslos waren. Es ist sehr imwahrscheinlich, daß auch nur einer von ihnen seither Arbeit gefunden hat. Ihnen ist die Zeit, in der sie noch einen gesetzlichen oder satzungsmäßigen A n- s p r u ch auf irgendeine Unterstützung hatten, nur noch eine ferne Erinnerung. Und soweit man die Zukunft zu beurteilen vermag, bleibt Hoffnungslosigkeit auch ihr ferneres Los. Zwischen diesen beiden Extremen stehen die anderen mit ihren Sorgen und Röten, die aus der Unsicherheit der Beschästigungsver- Hältnisse entspringen. Weitere 38 349(rund 13 Proz.) waren zwar nicht di« ganzen zwölf Monate hindurch, aber doch in diesem Zeit- räum mehr als 39 Wochen arbeitslos. Nach dem nun seit dem 17. November 3>1 Monate verflosien sind, werden auch von diesen Bauarbeitern die meisten das traurige Jubiläum der«injährigen Arbeitslosigkeit schon hinter sich haben. Unterstützung können auch sie nur noch von den Wohlfahrtsämtern erwarten. Zu den Wohl- fahrtsempfängern werden inzwischen wohl auch die meisten Bau- arbeiter aus der Gruppe gestoßen sein, die am 17. November 27 bis 39 Wochen Arbeitslosigkeit innerhalb der vor- ausgegangenen zwölf Monate hinter sich lzatten. Das waren damals 64 076, gleich 21,8 Proz. Insgesamt dürften nach diesen Erhebung?- «rgcbnissen etwa 40 Proz. der Dauarbeilcc aus allen llnkerslühungen ausgesteuert und nur auf die Hilfe der Wohlfahrtsämter angewiesen sein. Noch der ständigen Arbeitslosenzähwng des Baugewcrksbundes waren am 16. Februar 1931 76 Proz. seiner Mitglieder arbeitslos. Bon ihnen wird also nur knapp die Hälfte noch Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung bekommen, wobei nicht zu vergesscn ist, daß jetzt während der Zeit der sogenannten bcrufs- üblichen Arbeitslosigkeit, auch die Arbeitslosenunterstützung nur nach den Sätzen der Kriscnunterstlltzung ausgezahlt wird. Wer hinter statistischen Zahlen die Wirklichkeit zu sehen vermag, dem enthüllt sich hieraus ein Bild unsäglicher Rot und Trostlosigkeit; der sieht, daß die gesamte Bauarbeiterschaft in«inen Zustand der Hoffnungslosigkeit zu versinken droht, der die Menschen zu allem sähig mackt. Es wird höchst« Zeit, daß die wirtschaftlichen und politischen Machthaber auch diesen Faktor in ihre Rechnung einsetzen. Für den gemeinsamen Sieg! Gegen die Zerseßung der Arbeiierklasse. Wir befinden uns inmitten der Betriebsrätewahlen. Noch nie stand das gesamte Unternehmertum geschlossener der Arbeitnehmer- schast gegenüber als gegenwärtig. Die gewaltige Arbeitslosenarmec gibt ihnen Mut und Selbstvertrauen. Ihre Lohnabbauoffensive ist ihnen geglückt. Weiterer Lohnabbau ist ihr Ziel. Darüber hinaus glauben sie einen Vorstoß wagen zu können gegen das Arbeitsrecht. In diesem Bestreben kommen den Unternehmern nicht nur die von ihnen ausgehaltene NSDAP., sondern auch die Kommunisten zu Hilf«. Mittels ihrer NGO. suchen sie in allen Betrieben die ge- meinsam ausgebeutete Belegschaft zu zersetzen, so mit gegenseitigem Haß zu erfülle», daß sie sich nirgends mehr als gemeinsam Kämpfende zusammenfinden kann. Täglich neue Zersetzungsbestrebungcn. Das Ekki, die RGO., das ZK. die BL., die verschiedenen RGO.-Firmen, die Antisa, di« IAH., die RH. usw. usw., sie all« kommen mit„Parolen". Hebt auch eine die andere auf, was macht es? Wenn nur geschimpft, zersetzt, der Glaube des Proletariats an seine Masse, seine Macht und seine Mission zerstört wird, wenn nur ihre Partcisuppe brodelt. In allen Betrieben versuchen sie nun, zu den Betriebsratswahlcn RGO.-Listen aufzustellen. Sie machen den Nazis Mut, dasselbe zu tun; der Haß gegen die freien Gewerkschaften vereint sie. In allen Betrieben erscheinen„Betriebszeitungen". Es gibt keine Berleum- dung, keine Niedertracht und keine Schurkerei, die nicht gegen die eigenen Kollegen in diesen Pamphleten behauptet würde. Bei der Belegschaft wird nicht appelliert an sozialistische Er- kcnntnis, an Kollegialität und Solidarität, sondern nur an den Neid, die Scheelsucht, den Haß, an alle erdenklichen niedrigen Instinkte, alle tradstionellen Auffassungen über proletarische Solidarität werden zerschlagen. Diesem wüsten Treiben stehen nun unsere Genossen in den Be- trieben gegenüber, um mit Ruhe und Sachlichkeit, mit bewunde- rungswürdiger Zähigkeit und aufopferungsvollster Hingabe ihren Organisationen und ihrer Idee und somit der Aufstiegsmöglichkeit und Zukunft ihrer Klasse zu dienen.» Doch ein Teil unserer Genossen sind angeekelt und verbittert, angewidert und stehen beiseite. Das muß anders werden: In der Stund« der Gefahr bewährt sich der Kämpfer. Keine Tat ist zu gering, um nicht beizutragen für den gemeinsamen Sieg. Vewag und Wasserwerke ein Erfolg. Nachstoßen in den Gaswerken. Am Dienstag und Mittwoch finden in den Berliner Städtischen Gaswerken die Wahlen zum Betriebsrat statt. Bei den Arbeitern stehen sich die freigewerkschaftlichc und«-ine R G O.- L i st e gegenüber: bei den Ange st eilten sind neben 8-7 freigewerkschaftlichen List« noch Listen des DHD. und des Konrba aufgestellt worden. Auch hier geben sich also die gegnerischen Orgonssationen alle Mühe, den freien Gewerkschaften den Rang abzulaufen und Zer- spl-itterung in die Belegschaft hineinzutragen. Bei den Elektrizitäts- und den Städtischen Wasserwerken sind alle Bemühungen der Gegner, die einheitliche Front zu zerschlagen, an dem gefunden Sinn der Belegschaftsmitglieder gescheitert. Bei den Städtischen Elektrizitätswerken ist von den Arbeitern nur e i n e� f r e ig c w c r k s ch a f t l i ch« L ist e aufgestellt worden. Bei den Städtischen Wasserwerken hat die Wahl bu den Arbeitern schon stattgefunden. Sie hat her RGO. trotz chrer schamlosen Hetze gegen die freien Gewerkschaften den gewünschten Erfolg nicht gebracht. Es sind hier insgesamt 1174 Stimmen' abgegeben worden, von denen mif die freigewerkschaftliche Liste 752 und auf die RGO.-Liste 422 entiallcn. Im vorigen Jahre erhielt die Liste der freien Gewerkschaften 701 Stimmen und die der RGO. 455. Der Anteil der RGO.-Stimmen an der Gesamtstiimnenzahl ist also gegenüber dem Vorjahr von rund 40 Proz. auf 36 Proz. zurückgegangen, obwohl die Wahlbeteiligung stärker war als im vorigen Jahre, während die freien Gewerkschaften ihren Anteil von 60 auf 64 Proz. gesteigert haben. Die Arbeiter der Städtischen Gaswerke werden sich bestimmt an ihren Kollegen aus den Elektrizitäts- und Wasserwerken ein Beispiel nehmen und den geschworenen Feinden der freien Gewerk- schaften, den RGO.-Leuten, die verdiente Niederlage bereiten. Es ist Pflicht aller städtischen Gasarbeiter, sich an der Wahl zu beteiligen, für die freigewcrkschastliche Liste 1 Propaganda zu machen und ihre Stimmen dafür abzugeben. Angestetlie der Bewag, wählt Liste V, Die Angestellten der Bewag nahmen in einer überfüllten Be- triebsversommlung im großen Saal der Kammersäle nach dem Ge- schäftsbericht des Angestelltenratsoorsitzendcn, Genossen Lucas, Stellung zur Neuwohl. Genosse Zeitz vom Zentraloerband der Angestellten legte im Namen der freigewerkschoftlichen Organisationen dar, daß nur durch die gute Zusammenorbcit der sreigewerkschast- lichen Angestelltenvertretung mit den freigewerkschaftlichen Organi- sationen die günstige Regelung der Arbeitsbedingungen gelungen fei. Auf die feindliche 5)altung des Komba und die bedeutungsvolle Rolle des GdA. wurde mit Nachdruck hingewiesen. Nach einer aus- s'ihrlichen Aussprache stellte Genosse Zeitz unter dem stünnischen Beifall der 1400 Bersammlungsbefuchcr fest, daß gerade in der jetzigen Zeit der Sozialabbaubestrcbungen die gesamte Angestellten- schast der Bewag ihren entschlossenen freigewerkschaftlichen Kampf- willen zum Ausdnick bringen»miß durch restlose Stimmenabgabe für die freigewerkschaftlichc Liste 1 Lucas. Arndt. Die Unterwchmcr der Schokoladeuinduslrie haben sich auch in die Kampsfront der Scharfmacher eingegliedert und das Gehalts- abkommen zum 31. März gekündigt. Diese Maßnahme läßt darauf schließen, daß die vorgenommen« Preissenkung von den An» gestellten der Industrie getragen werden soll. Der Ausgang der Bewegung wird davon abhängig sein, inwieweit die Angestellten die Kampssront des Zcntralverbandes der Angestellten stärken. Noch höhere Braudividenden? Man will die Löhne abbauen! Wie im„Borwärts bereits mitgeteilt, hotten die im Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbciler organisierten Berliner Brauereiarbeiter beschlossen, ihren Funktionären zu empfeh- len, von einer Kündigung des Lohntarifes aus Grund der allgemeinen Wirtschaftslage Abstand zu nehmen. Die Mit- glieder des Gcsamtocrbandes haben den gleichen Beschluß gefaßt. Am Freilag fand die entscheidende Funktionärkonferenz statt, doch erübrigte es sich, zu den Beschlüssen der Mitglieder Stellung zu nehmen. Der Verein Berliner Brauereien hat bereits von sich aus die Kündigung desLohnlarises zum 31. März ausgesprochen. Er begründet die Kündigung damit, daß er zu ihr „gezwungen" worden sei auf Grund„des steigenden Mindcrabsatzcs und der vollkonunenen Undurchsichtigkeit der zukünftigen Entwick- lung— auch aus steuerlichem Gebiet". Di« Funktionäre nahmen mit Entrüstung von dieser Maßnahme der Brouun-ternehmer Kenntnis. Sie vertraten einmütig die Auffassung, daß gerade die Berliner Brauereien, die noch für das letzte Geschäftsjahr Dividenden von 12 bis 24 Proz. aus- zahlen konnten, gor keine Veranlassung zum Lohnabbau haben. Sie brachten ebenso wie die Mitgliederversammlungen zum Ausdruck, daß den Lohnabbauforderungen von den Brauereiarbsitern der schärfste Widerstand entgegengesetzt werden wird. Mit der gleichen Einmütigkeit unterstrichen die Funktionäre die Erklärung des Genossen Hc-dapp, daß sich die Brauereiarbeiter in ihrem Kampfe gegen den Lohnabbau von der RGO. und anderen unberufenen Stellen nicht hineinreden lassen werden, fondern fest entschlossen sind, nur im engsten Einvernehmen mit ihren Organisationsleitungen zu handeln. Auch die Gehälier will man abbauen. Der Verband Berliner Brauereien hatte auch den Mantellanf- vertrag gekündigt, mit der Absicht, Gruppierungsoerschlechte- rungen durchzuführen, um Gehaitseinsparungen zu erzielen. Durch das ablehnende Berhalten des Zcntralverbandes der Angestellten konnten die Abbauwünsch« der Arbeitgeber noch nicht verwirklicht werden. Nunmehr ist das Gehaltsabkommen zum 31. März gekündigt worden. Die Mindereinnahmen durch geringeren Bierabsatz sind-bereits ausgeglichen durch E n t l a s s u n- gen und Arbeitszeitoerkürzung. Damit aber die Unter- nehmer die Möglichkeit haben, ihre enormen Reserven weiter- hin zu erhöhen, geht es nunmehr auch an den Abbau der Gehäller. Es gilt daher, dasür zu sorgen, daß die noch abseits Stehenden un- verzüglich dem Zcntralverband der Angestellten zugeführt werden. Nazis gegen Arbeitslose. „Bonzen bauen Paläste." Unter der Ueberschrift„Erwerbslose hungern Bonzen bauen Paläste", berichtet die N az i p r« s s e. daß mit einem Kosbenaufwand von 4 Millionen Mark am Bahnhof Köllmsche Heide in Berlin für das Arbeitsamt Südost ein Neubau errietet werde. Trotz unzähliger Protest« hätten die Bonzen und Bönzchen die Durchführung des Baus beim Arbeits- Ministerium durchgesetzt. Daß das Arbeitsamt Südost in Berlin einen Neubau erhält, stimmt. Es wird höchste Zeit, daß dieser Bau errichtet wird; denn wie bisher die Arbeitslosen in Neukölln in überfüllten dumpfen Räumen während ihrer Abfertigung eingepfercht waren, spottet jeder Beschreibung. Der Neubau war wirklich notwendig. Er kostet ober nicht 4 Millionen, sondern VA Millionen Mark. Er ist ein einfaches Bürogebäude und kein Palast. Paläste bauen die Hakenkreuzler. Ihr Häuptling Adolf Hitler hat ja erst dieser Tage in feinem„Bvlkifchen Beobachter" die Pracht seines P«r t e i-„P a l a z o" in München ge- schildert, die Deckentäselungen, Wandmalereien, die umfangreichen Um- und Ausbauten. Rund 1200000 Mark haben die Haken- kreuzler für Hitlers Parteipalast aufgewendet. Sie haben ja Geld in Hülle»nd Fülle. Wenn den Arbeitslosen irgendwo durch die Errichtung eines Arbeitsamtsneubaues eine kleine Wohl- tat erwiesen wird, dann ist bei den Hakenkreuzlern der Teufel los. Die Erwerbslosen können ja in Stinklöchern warten, während sich die Nazibonzen aus Untcrnehmergeld einen Parteipalast bauen. Neingefatlene Kondiioreninnung. Sie hat noch nicht genug. Der tavifwidrige Vorstoß der Berliner Konditoren� Innung gegen das Lohnabkommen für das Konditoreiperfonal ist, wie vor Beginn dieser Aktion vorauszusehen war, kläglich im Sande verlaufen. Der„hervorragende Jurist" der Konditoreninnung, wie sich der Syndikus Dr. Ruhnke zu nennen beliebt, Hot auch rn zweiter Instanz vom Landesarbeitsgericht eine Abfuhr evhalten. Das Arbeitsgericht hatte bekanntlich auf Antrag des Bevbapdes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter ein« e i n st w e i l i g« Verfügung erlassen, wonach die Innung bei Androhung einer Geldstrafe von 1000 M. verpflichtet wurde, ihr Rundschreiben vom 17. Januar zu widerrufen. In diesem Rundschreiben wurden die Innungsmitgliedcr aufgefordert, die noch bis zum 30. Juni gelten- den Löhne diktatorisch zum Ende des Monats Iamior um rund 10 Proz. abzubauen. Die Innung hatte das Rundschreiben nicht widerrufen, fondern 1000 M. beim Gericht hinterlegt und gegen die einstweilige Bcvfügung. beim Landeso rbeitsgcricht Berufung«in- gelegt. Obwohl das Laudesarbeitsgericht am 26. Februar die Berufung zurückgewiesen hat, versucht der blamiert« Syndikus auch diese Tournay-Velour rei rie W ItmQlMijflo ' fes FoSnkof i-mw PrimaToürnoyVelour reines KomrTW5am,>i/unaer. volle Persermuster Boucle'-Teppiohe erste Horken-Quoiirat bestes Haarqorn ilgPJ BoudeTeoDiche mod.Jocquoramjs'er •Sl9-5ä28: -DÄ-KAs Qualiläl's-Teppiche seiMohrzennrcncr. probte Mai kc, beste Kommqcnwoi!« -Ä-Sfil--» Beffumrandunqen co. 60« 1 20 Smyrno. schwere mechQyolil-oh m�ronsfe Uöjterco. 90* 360 fZC u. 2 Bettvorlagen co 75*150 UU: &t//i ■fr Läuferstoffe j Gardinen shoffc ;,mod5ctiotten.| Nfoile.Oetore.indarithfen./.r- Ailover-Nef, gute Quol.m.�onttOtr� :5oi f Boucle',... ww— streifen. rein.Hoorqorn , jöScnOJScaPOott�lS ijrt HtU. brt Ute J. i "bedruckt- r �cettOuioOaIbrfc Mlr.v , Beltd ecken 6cwebt.T0il,gvfeÄ Qual eweibettig �[65 dnbelhQ musrer ca 90* 19 dOOTX 3S/JTJL»*3077» Per« rmuster m.Uond franse oiA Persermyster m. 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Daß die Konditoreninnung aber gerade das Gegenteil davon erreicht bat. zeigte der Verlauf und der Massenbesuch der Bcrsamm- lung, die vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeitcr und den anderen Berufsvertretungen des Konditoreipersonals zur Berichterstattung über den Verlauf des Rechtsstreites einberufen worden war. Freudigen Widerhall fand die Aufforderung, sich nunmehr restlos z» organisieren, um den Konditoreibesitzern, die beim Tarifablauf am 30. Juni mindestens mit den gleichen Lohnabbau- forderungcn auf den Plan treten werden, eine geschlossene A b w e h r f r o n t entgegenzustellen. Die Anerkennung der Tätigkeit der. Organisation in diesem Rechtsstreit und der Kampfwille des Ber- liner Konditoreipersonals wurden in einer einstimmig an- genommenen Entschließung zum Ausdruck gebracht. Chronik des Lohnabbaus. Köln, 27. Februar.(Eigenbericht.) Für die Textilindustrie des Kölner Bezirks wurde ein Schiedsspruch gefällt, nach dem der Tarif-Stundenlohn aller Ar- beitcr und Arbeiterinnen um S,S Pro.}, gesenkt wird. Ebenso die Branchen-Stundenlöhne und die Wo6)enlöhne. Die Lohnregelung gilt bis zum 31. Juli 1031. Ein Schiedsspruch für die Aachener Textilindustrie senkt die Löhne vom 0. März ob um 5,8 Proz. Hier haben die Ber- treter des Deutschen Textilarbeiterverbandcs und des Christlichen Textilarbeiterverbandes die Lahnregelung bereits abgelehnt. Ein Lohnabkommen für die rheinische Basalt-,Lava-und T u f f st e i n i n d n st r i e senkt die Stundenlöhne und Akkordlöhne mit sofortiger Wirkung um z e h n Prozent. Das Abkommen gilt bis zum 1. Juli 1031. Durch Spruch des Trierer Schlichtungsausschusses wurden die Angestelltengehälter im Einzelhandel von Trier ab 1. März um scäis Prozent gesenkt, mit Ausnahme der drei untersten Klassen, bei denen die Herabsetzung drei Prozent beträgt. Für die G e m c i n d e a r b c i t e r der Bezirke Bremen und Ostpreußen wurden von den Bczirksschiedsstellen Lohn- abbauschieds spräche gefällt. Für den Bremer Bezirk ist ein Abbau um 4 Proz. ob 1. März und ein weiterer um 2 Proz. ob 1. April vorgesehen, für Ostpreußen«in Abbau von ö Proz. ab 1. März. In beiden Bezirken haben die Arbeiter die Schiedssprüche abgelehnt. Die Entscheidung liegt jetzt beim Zcntralausschuß in Berlin. Die von der Reichsbahn zum Zweck des Lohnabbaues ge- forderten Tarifverhandlnngen mit den Eifenbahnerorgani- satianen beginnen am kommenden Dienstag. Bescheidene Llniernehmer. Die Bezirksgruppen H e s s c n- U n t.c r f r a n k e n des Reichsverbandes deutscher Zigarrcnhersteller haben ihrer Zentrale Vor- schlüge zum Neuabschluß des Tarifvertrags in der Zigarrenindustric unterbreitet, die einen Lohnabbau bis zu 28 Proz. vor- scheu. Zunächst soll die nach dein 1. März 1028 in Kraft getretene Erhöhung der Reichsgrundlöhne um 8 Proz. vollständig beseitigt werden: serner wird die restlose Streichung des Bezirks- Zuschlages für das lintermaingebiet in Höhe von 8 Proz. ge- fordert und dazu eine Kürzung der O r t s z u f ch l ä g e bis zu 8 Proz. Aber damit noch nicht genug:- neben den genannten vor- geschlagenen Lohnkürzungen werden noch eine Reihe von Ber- schlechterungen für einzelne Arbeitergruppen gefordert, so z. B. die Herabsetzung der Kistcnmacherlöhne um 10 Proz. Massenauösperrung in Dänemark. Kopenhagen, 28. Februar. Oer Arbeilgebcrverein kündigt an, daß die Slussperrung von 60- big 70 000 Arbeitern beabsichtigt sei. Der Schlichter wird demnächst mit beiden Parteien verhandeln. „Der Südosten" als Lohndrücker. Der Zcitungsvcrlog Otto Scheuman» in Köpenick zahlte bisher für das Austragen der Zeitung„Der Südost? n" pro Monat und Exemplar 2» Pf. Schon diese Bezahlung lag weit unter der, die in den Berliner Zeitungsvcrlagen üblich ist. Der Verlag mutet nunmehr noch dem Austrageperfonal zu, sich ihre» Austragelohn ans 15 Pf. pro Exemplar und Monat abbauen zu lassen. Den Aus- träger» und Austrägerinnen, die sich mit diesoni Lohnabbau nicht einverstanden erklären wollen, ist bedeutet worden, daß dann der Verlag auf ihre weitere'Arbeitsleistung verzichtet. Die miserable Bezahlung war überhaupt nur möglich, weil das Austragepersonal bis vor kurzer» verhältnismäßig schlecht organisiert gewesen ist. Da es jetzt jedoch restlos im Gesamtvcrband organisiert ist, wird diese Organisation alles ansbiejen, um nicht nur den geplanten Lohnabbau abzuwehren, sondern darüber hinaus auch Aus- tragelöhne tariflich zu vereinbaren, die der Arbeitsleistung cnt- sprechen, die von dein Austrageperfonal verlangt werden. Iahresverkrekerversammlung des AfA.-Orkskarkells Berlin. Morac», Montau, Ig'., llt>r, im Saal ä des Berliner Hcwcrtschoftagausc«, Engeluscr 24—25. Eeschästa- nirt) Kassenbericht 1930. Waiilcn. ist SPD.-Krattian der zr-vbischc» Silssarbeiter und Arbeiterinnen. �4 Mantna, 12's llbr, Lakai Laudahn, Luisenufer 52, Bersanwilun« arbeit»- M In[er(yenasslnueu und Genossen. Der!?raktio»»ooritaub. Ws SPD.-!?raktia» der.Deutschen Industrlracrte Svandon. Dien-taa, MI IK'.z Uhr, bei Saal, Slrcsowploh, ssratiiansoersammlung aller EBD.- Us Genossen. Bartes, und Gewerkschaftsbuch nritbriunen. MI EBD.-zraktian im Gesamtacrband, Be,irt Pank»«. Mittwoch, g 20 Uhr.„Türkisches Zelt", Pankow, Breite Straße, straktiansucrsamm- lung. Robiniou:„Haushalt der Stadt Berlin" F?d»�reie Gewerkschafts-Lugend Berlin Heute, Sanntag, I.-März, finden folgende Veranstaltungen statt: Mädchcnknrsu»;..grauen wirken— grauen schassen", S'i Uhr im Sitzungssaal des Buchbindervertandes, Engelufer 24—25, Aufgang O, 3 Tr.:„Die grau in den kaufinännilchen Berufen". Rrfcrcntin Gertrud Ellert. „Die grau in den sozialen und freien Berufen." Refercntin Margarets Hartlg.— Stidkreis: IZ'.h Uhr im Jugendheim Engelufer 24—25. Literarischer Abend:„Der ftmnDtf.— vsttrei«: 1» Hte SBoradW» zichteubeng,»nntee- ftrah« 44.„Die französische gremdrnlegoon.— Rordtrei«: 19H Uhr trn Jugendheim Ticckstr. 18.„Meirzstürme."— Rorbwestlrel-: 20 Uhr Zum-ndheim Wrdding. Willdenowstr. 5. Wilhelm-Busch-Abend.— Schtunq! Karte» fiir die Sondervorstellungen der Volksbühne am Sonntag, 22., und Sonntag, 2l>. März, find»um Preise von 80 Pf. noch in der Iugendzentrale, Engelufer 24—25, 2 Tr.,.-.immer 28,»u haben. ©Iuaendaruppe SeSZeniralverbandeS der Angestellten Heute, Sonntag, finden folgende Bcranstaltungcn statt: Eonntagsner» anstaltunqcu im Jugendheim Zlastenburaer Str. l0: Die Erzählung der Woche. 18.20: Monstrzprozessb. 19: Kurt Thomas. Konzert. 19.30; Aus dem Sportpalast: „Große Sportscbau" des Arbelter-Turn- und Sportbundes. 20: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„Was bringt die Abendzeitung?" Ein lustiger Abend. Danach; Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, i. März: Ab 7; üebertrsgung aus Berlin. 18: Stunde des Landes. 1830: Friedrich KajBler liest eigene Dichtungen. 19: QroBe Schauspieler mit Sehallplatten. 19.30: Der sittliche Mut. AnschlieBend; Üebertrsgung aus Berlin. Montag, 2. März: 15: Pädagogischer Funk. 15.30: Aus Berlin: Nachmiltagskonzerl. 17.10: Lieder, zur Arbeit gesungen. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30; Das Mittelmeer und die grollen Mächte. 16: Englisch für Anfänger. 16.25: Stunde des Landwirts, 16.45: Vorschau au! das März-Programm. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Uebertragung aus Berlin, üeutschlandscndcr: 21; Aus Köln: Militärkonzert. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 3. Marz: 16: KOnstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Leipzig; NachmitU;skODZcrt. 17,30: FinfüUrun« in die neue Musik. 18: Der Znsammenhane der Sinne. 18.30: Die religiöse Kunst der Geßenwart. 19: Französisch für Anfänger. 19.30: Volkswirtschaftsfunk. 19.55; Wetterbericht fflr die Landwirtschaft. Deq(sch|aadsendcr: 20: Aus Stuttgart:..Rosen aus Florida". Operette von Leo Fall. 23.10: Politische Zeitungsschau. Danach: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Hamburg; Unterhaltungskonzert. Miftwodi, 4. März: 15; Volks-, Kultur- und Berufskunde. 15.30; Aus Hamburg: NachmiTiags- Uonzert, 17.30; Das Volkslied im osteurop3lschcn Raum- 18: Lehrgang für Linhcltskurzschrift. 19,30: Skandinavien in der Weltliteratur. 19; Stunde des Beamten. 19.20: Vorherrschaft des Staates oder der Wirtschaft? Dcutachiand- sonder; 20: Unterhaltungsmusik. 20.30; Aus Hamburg;„Dio Nummer läuft". Li ii Hörspiel aus dem Zirkusleben. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 5. März: 16: Pädagogischer Funk. 15.30: Aua Berlin: Naehmittagskonzert. 17.30: Hausmusik. 18: Künstlerische Spaziergänge durch die Straßen Prags. 18.30: Hochschulfunk. 19; Englisch(ür Fortgeschrittene. 19.25: Uebertragung aus Berlin. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Völkerbund und Weltwirtschaftskrise. Deulscblandsender: 26,30: Aus Wien: Viertes Europäisches Konzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. AnschlieBend; Uebcr- tragugg aus Bersiq. Freitag, 6. März; 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Leipzig: Nachrnittafskongcrt. 17.30: Bucherstunde. 18; Volkswirtschaftsfunk. 18.50: Hochschulfunk. 19; Wjsscn- sckaitlicher Vortr�x für Aerzte. 19.30;' Die Welt des Arbeiters. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschiandscndcr; 20: Aus Bielefeld: Zum 100. Geburtstage Vater Bodelschwinghs. 21: Aus Köln:„Ruhm". Komödie. Frei nach A. A. Mllncs. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachricbten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 7. März: 16; Der Sprcchchor In der Grundschule. 16.30: Aus Hamburg: Naehmittagskonzert. 17,30: Viertelstunde für dis Gesundheit. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.30: Einführung in die Aesthetik. 19; Die Dichtung der Gegenwart und die Schule. 19.30: Ludwig Finkb liest eigene Dichtungen. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Se/bst dia billigsten dar hier angebotenen Sumatra- Fabrikate sind aus rein überseeischen Quafitäts-Tabaken herggstelft. JHvtlrltrt» Prawuta kotttnfreL BERLIN W8■ FRANZÖSISCHE STR. 21 HAUS AM JOO ICAPsTQU«ÖNieaTRASSE« BAYERISCHEfl PLAT5• »CWLOSS-STR. n(STEGLITZ) KOCHSTRASSE«9 INVAUOENSTRASSSt« •owi« WUPPERTAL-eLBeRFtLO, KÖHtOSBEHO ML, LEIF2I« OrdenWer Vezirkspattettag Ans Veschlug des Vorstandes findet der ordentliche Vezirksparteitag am Sonnabend, dem 35. April, abends 7 Uhr und am Sonntag, dem 36. April, vorm. 0 Uhr UN Plenarsaal des Preußischen Staatsrats, Leipziger Straße z, statt. Tagesordnung: l. Geschästsbericht: A. Künstler. 2. Kassenbericht: Zt. Pagets. 3. Bericht der Revisoren: H. Wolfs. 4. Jtouenbcrichf: Käthe Kern. 5. Aussprache. 6. Wahl des Bezirksvorstandes und der Kommissionen. T.„Der Reichsparteitog in Leipzig." Referent wird noch bekanntgemacht. 8. Aussprache. g. Wahl der Parteitagsdclegierten. Antrage zum Bezirkstag müssen bis zum Sonnabend, dem 28. März, an den Bezirksvorstand eingereicht werden. Vorträge,Vereine undVersammlungen. LA» Reichsbanner„ S chwarz- Rot Gold". jMMkh S-libSkt-N-ll»! Berlin S 14. E-daKianlir 37—38. Soi 2. Tr SauDorftani). Den&iaITcf)Kfe ont Montan, 2. Mär?, im Eportvalalt MT» stelle» die Lrtsvercine Ztrcu?bera! Parkett rechte Seite! Neukölln: Parkett linke Ecitc: Mitte: l. Ran« rechts: Irriedvicholmin: I. Ran« links: Charlottrnbur«: L. Ran« rechts: T>er«artcn und Schönrbcr«: 2. Rang links. Antreten 18i4 Uhr in den Wandelgängen der zugewiesenen PläKc. Wir weise» ausdrücklich darauf hin, dah der Scalschuh nur den rorgenannten Ortsoereinc» Übertragen ist.— Sanutag, 1. Mär?. Bernau: 8«4 Uhr Antreten im Verein«. lokal?nr iZahrt nach Röntge ntal. Pflichtreranstalwnq.— Mouta«, 2. Mär». 5tveu?b«rg(Ortsvercin): 20 Uhr erweiterte Vvrstandssitmnq bei llrcnv. Plan» ufer.— Dienstag. 3. März. Aren, bergt 20 Uhr Mitglieder»« rsaunnlungen. Sag IV bei Grllndlcr, ZZimiuerstr. 30. Zug V bei Tchlafs. Rittcrstr. 53. Zug VI bei Wolff, Sracfcstr. 20. Bericht ron der Generalversammlung. Erscheinen Pflicht. Pankow: 20 Uhr Uaineradschaftsvcrsammiungen. Kanreiadschaft Pankow-Siid: Sonntag bei liohcr, Berliner Str. 56. Kameradschaft Pankow- Nord: Türkisches Zelt, Breite Strohe,»ameradsämft Niederschönhausen: Wolf«» schlucht. Wintersrortabteilung: Wie bisher jeden Dienstag 20 Uhr Wellenbad Lunapark. Ermäßigter Preis, 45 Pf. Einiritt gegen Ausweis.— Mittwoch. 4. März. Mitte, 4. Kameradschaft: 30 Uhr Versammlung bei Brandis, Stralauer Str. 10. Wichtige Tagesordnung. Kreuzberg: 20 Uhr Mitgliederoer. sammlunge». Zug II bei Ärcvp. Planufcr 75— 76. Zu» in bei Grahl. Warten. burgstr. II. Zug VII im Reichenhcrger Sof, Reichenberger Str. 147. Zu» Vlll bei Siedentops, Musiauer Str. 35. Bericht von der Generalversammlung. Er. scheinen Pflicht.— Donnerstag, s. März. Wilmersdorf sOrtsverein): 30 Uhr ssunktionärsthung bei Ärsifi. Lolsteinische Straße. Erscheinen Pflicht. Sttglih lOrtsverein): 20 Uhr Tunktionärsthung bei Rosenthal. Lichlerfelde, Sändel» platz 2.— Sonnabend, 7. März. Kreuzberg: Maskenball in der Großen ffunk. I balle, JMWfwf Witzleb«. Temmmt«: Ott» Kermidach. Die Karten»u» Preise von 1 M. stnd bei den sfunktionären erhältlich. Eintrittspreis an der Ahend- taste 1,50 M.____ Arbeiter-Samariter-Bund e. B.. Kolonne Berlin. Gelchäftsstell«: R. 24, Sr. Homburger Str. 20. Tel.: D 1 Norden 3340. Am Montag, 2. März, um 20 Uhr, Iugendausschußsttzung in der Geschäftsstelle. Räitnerchur Fried richshoia Der Chor stngt am Montag, 2. März, ISIH Uhr, im Sportpalast. Potsdamer Str. 72, bei der Kundgebung des Bezirksverbande?. Einlaß auf Cängcrausweis des Gaues. Erscheinen aller Sangcsbrllder ist Pflicht. Zuftitut für Meereskunde. Ocffcntliäxr Lichtbildervortrag Dienstag, 3. März, 20 Uhr, im großen Hörsaal des Instituts, Eeorgenstr. 34—36. Univ.- Prof. D. A. Defant:„Ebbe und sslrit" Karten 50 Pf. «rbeiter-Nadio-Bund Deutschland», e. B., Ortsgruppe Groß. Berlin. Unter. grupp« Lichteuberg: Freitag, 6. März, Lokal Lämmcrlein, Rigaer Elr. 51: Bau eines Kraftverstärters.— Untergruppe Friedrichshain: Donnerstag, 5. März, Besuch der Ausstellung des Sportkartclls, an der die Gruppe sich eben. falls beteiligt, danach Besprechung.— Untergruppe Charlottenburg: Freitag. 6. März, 20 Uhr, Lokal Lehmann, Königsweg 8: Mitgliederversammlung, Neuwahl des Vorstandes. Di«.Kaufmännische Prinatschnle Kvstatz', welche am Dahnhof Gesundbrunnen, Badstr. Sl, seit nun schon 21 Iahren besteht und stch in dieser langen Zeit den besten Ruf als Lehranstalt auf ihrem Gebiete erworben hat, teilt uns mit, daß ihre Lehrgänge im Tages- und Abendunterricht am 0. April d. I. neu beginnen. OLEISER A KT. GES. ALEXANDER PLATZ DER E R E O LG unserer Serientage übertraf alle Erwartungen. Einige Modelle sind bereits vergriffen. Trotzdem bringen wir heute neue Angebote. Benutzen Sie diese einzigartige, Kaum wiederkehrende Gelegenheit Schlafzimmer Siehe mit Zebrane Schrank 1,85 m, mit rrlolortoilatl« Speisezimmer hanhasisch Nußbaum Büfett 1,80 m, Vitrine 4turla mit Unterbau, --— Ausiiahtlach, 4 Stühle----------- Herrenzimmer kaukaaiseh Nußbaum Bibliothek 1,65m, Dipl., Tisch, Sessel, 2 Stühle pro Zimmer 595.- Schlafzimmer Elche mit Nußbaum Schrank 1,80 m. mit Frloiertollette Speisezimmer Birke poliert auch In Mahagoni oder Nußbaum lieferbar Büfett 1,80 m, Vitrine, Ausziehtisch, 4 Stühle Herrenzimmer kaukas. Nußbaum pol. 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C 5 Hansa 4095. „ Huttenstr 67 bei 3M 1 1 e r 1 1 n g. »Wedding: Müllerstr 24, Ecke Utrechter Str<35 Hansa 4034. »Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Waitstr. 9. v 4 Humboldt 78.75 »Gesundbrunnen: Baslianstr. 7. v 4 Humboldt 7874. »Schönhauser Vorstadt: Greisenhagener Str. 22. v 4 Humboldt 7805. Adlershos: Hermann P e tz o ld, Gemeinschostsstr 10 Alt-Glienicke, ZlnnaHallmann, Grünauer Str. 40. »Baumschnlenweg: Strahl. Kicsholzstr. 179. Ober schönewride 1073 Bernau. Römgental, Zepernick. Schönbrück, Karow und Buch: H-tnrich Brase, Bernau, Mübtenstr. 5. Bcrgfelde: Hermann Thicß, Bergfelde, Beltheimer Straß« 15. Bicsdorf-Rord: Karl Kellermann. Köniastr 17. BleSdors-Slld' Georg Winkler, Fortuna-Allee 40. Birkcnwerder: Frau Z p o r. Bahnhosstr 6 Bohnsdors: Karl K u s k e. iLtchbnschslr. 9. Bvrgsdors: Oswald Borner, Siedl, Borgsdon 36. Borsigwalde: Max Gehrmann, Borsiglvaldc, Reuschslr. 51, vorn 1 Tr. »Vnchholz-Blanlenburg: Wagner. BurgwaUstraße 63. Pankow 333. »Charlottenburg III: I o a ch t m i, Kailerdamm 93, Eingang Rognltzstraße. C 3 Westend 3154 Charlottendurg IV: P u I e n t a t, Augsburger Str. 47, Ponter. Chartottenburg V: Schulz, Drohsenstr. 12, L Garten- Haus 3 Tr Charlottenburg VI: Kantstr. 128, Laden. Geösfnet 2 bis 6 Uhr Dabendors: Walter HohlS, Dabendorf, Prvvtnzial- Chaussee. Eichwalde: Hans Düll, Waldstr. 24/27, Siedl. DBB. Erkner: P o i k e Flakenstr. 9. Fichtenau: Sobierajski. Hauptstr. 36. Falkeuberg: Salz mann. Fallcnberg, Gartenstadt- straße 10. Fredersdors-Petershageu: Otto Wtltnskt, FrcderL- dorf, Arndtslraße Friedenau: Gcbr Petermann, Rönnebergstr. 3 Rheingau 9054 u. 8027 WUmersdors. Lauenöurger Strohe 23, Laden Rheingau 9054 Friedrichshageu: M r t t e n z w e r. Lrnbenallee 14. Frohnau: A d o I> Z u r l t e s. Hcnnsdors, Schloßstr. 8. Glienicke a. d. Nordbahn: Willr Engler. Hohen- zallernallce 208 Grätzwalde: M ü b 1 b a ch. Fichtenau, MiNclstr. 14. Grünau: Frau P f i tz n c r, Bahnhosstr. Sa III. Halensce, Grunewald. Eichlamp: Frau N o a ck, Ktosk Henrietteuptay. Privatwohnung: Katharmenstr. 4. Helnersdors: Schulz. HUdestr. 28. Senniosdorf: Frau R u d a t. Altenborfstr. 18. Hermsdors: Gustav Schlev. Moltkestr. 11. Hohenncuendorf: Frau Werner. Hohcnneucirdorf, Berliner Sir 23. Hohenschöuhanleu: Fron S a h r. Orankcstr. 19. Hof Part. Hoppegaricn: R a u l ch. Hoppegarten-Birkenstein. Bar- teile Ar>19 Johannisthal: Lehmann, Katscr-Wilhelm-Str. 6. Äarlshorst: Berücke. Hcntigstr. 35. und Kiosk am Babnhofplatz. Kaulsdors: Bogt. Bredereckstr. 19. »Lichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. E 5 Lichten» iRosenthal: Fritz Kossert. Kronprinzenstr. 4. berg 1536 Rudow: Otto Kaiser Waltersdorser Cbausle«. »Lichtenberg II. Rummelsburg, Stralau: Boxhagcner iSadowa, Kaulsdors-Süd: Henschke. Kaulsdors-Süd, »Charlottenbnrg I: Sesonheimer Str. 1. Ol Steinpl 4156. Königswosterhausen: E. M e v e r Potsdamer Str. 9. »Charlottenbnrg O: Ei« seid, Tauroggener Str. 11.! Köpenick. Hirschgarte«. Mahlsdors-Süd: Schlag, Kö- C 4 Wilhelm 7798. I penick, Kietzer Str. 6(Laden). Straße 62 E 8 Andreas 733 Lichtenberg III, Fricdrichsfelde, Frau Groß, Prinzen- Allee 66. v. I. »Lichterselde-Oft, Lankwitz: A. Wenzel, Lankwitz, Zictenstr 15 Tel.: Lichterfelde G III 2703 Lichterfelde-West: Hohn, Zehlcndors. Teltowcr Str. 3. Telephon: Zehlcndors 1853. Lichtenrade: Frau Lenz, Bahnhosstr 20. Mahlsdorf: Ulrich H a e s e, Am Rosenhag 23. Mariendorf: Frau L e i p, Chausteestr. 29. Mariensetd«: Alfred Pöschk, Berliner Str. 85. Marzahn: Siedlung der Kinderreichen. Gimper- lein. Landsberger Chaussee 39c, Block I, Wohnung 4 Neuenhagen: W e n z k e. Ziegelstr I »Neukölln I: Neckarstr 2 F 2 Neukölln 5707. »Neukölln II: Siegfriedstr 28/29 F 2 Neukölln 5706. Neukölln III; W i n k 1 e r, Hobrechtstr 40, v 1 Tr »Reukölln-Britz: Mittag. Britz. Chaussccstr. 82 F 2 Neukölln 2550 Neuschul, endors, Zeuthen: Franz Kühl. Ncuschulzcn- dorf, Ernststr. 54. Nicdcrlehme: Hermann Schnitze, Zernsdorf. Niedcrichöncwssd«: Hermann Bindig, Seban- straße 62. Niederschönhaufen-Oft: Frau G o l d b a ch, Schloß- allee 45. v. 3 Tr Nowmrcs: Eiienbabnstr. 10. Orantenburg: Hetnr. Leonhardt, Stralsundei Straße 6. Oberschöncweide: Robert Paul. Wilbelmiilenhos- straße 44a F 3 Obcrsprce 0621 Pankow: R i ß m a n n. Mühlenstr. 70 Pankow 2452 Potsdam: Gebr Schubert, Junkcrstr 26 Rahnsdorf, U r b a n i a k, Straße 7. Haus 4. Reinickendors-Oft: Wahle. Proornzstroge 56. Ge- öfsnct 2— 6. Reinickendorf-West: B e n d t, Scharnweberstr. 114, Bolkshaus. Reinickendorf 3621. Waldstraße 66. 'Schmargendors l: N e h a b, Breite Str. 3. U 1 Pfal»- bürg 3541. Schönblick: Nenendorf, Schönbiick. »Schöneberg: Belzigcr Str 27<5 1 Stephan 7409. Senzig: Friedewald, Cdausseestr. 54. TiemenSstadt: S t e n ,, e l Brunnenstr. 6, v. 1 Tr. Steglitz: F r r st Schadenrute 2. Straußberg: Alfred Bannicke, Straußberg. Dirschauer Straße. Tegel, Tcgetort, Heitigensee, Schulzendors: Spieß, Tegel. Schlicperstr 32 Teltow: H ä s c l. 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Zollen: M' 1 1 Barutber Str 12 Sämtliche Lrteratnr towie alle wtllcnlchaftltchcn Werke werden adietert Sonntags ftnd die«clchättSst-Oen g-lck>!ollen Die mit ernem» vericbenen AnSgadcstcllen find nachmittags van 2— 6 Uhr unter der angegebenen Num- mcr telcphonisch zu erreichen. 7!r. loi* 48. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 4. März 4 934 w. jippeu:Wee$ Qnebbcken Sächfifche Qejdiivhlen Ziadio Nu, wie ißn das mit Jhrn Radio? Hammse schon mal Kobben- Hagen geheert? — Hoechsdwahrschemlich. Da werd mr doch bein b«sd«n Willn nich klug draus, wer da alles drinne rumkwasselt. Manchinal reden simse off eemal. Un frschdehn kennse kee Wort. Awr nachher machen se drwegen gons scheene Musik. Das heeßt, wenn nich grade dr Embsang geschdecrt ift. Bloh deier kommt e«n das. Wieso denn? Ich denke, das ih enn« einmalige Anschaffung? — Das schon, son Ersotzdeiln abgesehn— awr die andern Kofden, die so drmit frbunden sinn, die habb ich mir sorher nich so hoch forgeschdellt. Was sinn denn da noch fr Kosden drmit frbunden? Sie hadden doch sogar mal gesagt, so ä Radio, das kennde Ihn' siel Geld er- schbarn. — Das habb ich ooch gedacht. Weil mei Mann mir doch frfchbrochen hadde, dahr nich mehr so oft in de Kneib« zehn wollde, wemmier bisse! Musik hädden. Un nu hadr wohl nicht Wort geHalden? — Ach, Wort hadr schon geHaiden. Awr schbarn duhn mir drohdem nischt. Rechen Se sich doch mal aus: frieher ihr de Woche zwee, dreimal fordgegang. Un da hadr allemal seine drei, vier Glas Bier gedrunken. Un die andern Ahrnd«, da ihr um zehne ins Bedd«, manchmal ooch schon um neine. Awr jetzt, da sagkr jeden Ahmd: Mier wern doch den nischt schenken. Zu was schbieln denn die in dr gansen Welt un schdreng sich an, bis tief in de Nacht, wemmier nich drvffhorchen? Sehnse, un so bleibt der jeden Ahmd bis um zwelf« nun off. Un dabei roochdr eene Zigarre nach dr andern, un wenn ich nicht mindesdens fünf Flaschen Bier geholt habb, da schickvr nachher nochmal iewr de Schdrahe un lüht sich enn Lider aus dr Kneibe holn. Nu machen Sc sich mal ä Bild, ob mier da son den Radio was brofidiern kenn. Seit mier das Hamm, da seift der in zwee Dagen sofiel wie frieher de ganse Woche. Awr Dobbelkobb schbieln gehdr doch nich mehr? Un die Schbielahmde warn doch immer fiel deirer, als was die boar Glas Bier ausgemocht Hamm. — Warden Ses nr ab! Recht Hamm Se schon, Dobbelkobb schbieln gehdr nich mehr. Awr weiln die Schbielbrieder immer so .zugesetzt Hamm, waruin er denn nich mehr kam', un s war doch so scheen gemiedlich gewesen, da hadr se mal olle eingeladen, se sollden sich doch das Radio mal anheern. Un wo die nu da warn, un das Radio machdx so seine Underhaldungsmusik, sa sagde eener: das iß gans scheen un gans gut, awr die Musik kemmier doch ähmfogut heern, wemmier drbei enne Bordie schbieln. Selbsdfr- schdändlich warn s« alle sofort«infrschdanden, un mei Mann konndc ncdierlich ooch nich wiederschdehn— un dann Hain se Bier holn lassen un ham geschbielt. Bis bletzkch eener sagde: che, was meendrn, so kenndcn mier doch das in Zukunft immer machen? ... Nu ja. un jetzt jetzt Halden die ihre Dobbclkobbahmde bei uns ab. Sei Bier bezahlt ja joder selwer, awr gebessert sinn mier oss die Weise nischt. In Gegendeil. dn Dreck muß ichn bloß noch nachretm', un de Gardin' frsaun se mr ooch mit ihm Gekwalme. Das StiffungSfest Wceßt du mit Schdifdungsfesden Bescheed? — Warum dn? Ich meene, wie mr sowas macht. Die Sache iß nämlich die: meine Braut oder wie mr sogen soll, die meent, jetzt wör doch die Zeit, wo jeder Ferein sei Schdisdungssesd hädde, un was ich denn fr ä drauriger Mond war, daß ichr nich ooch mal sowas bieden kennde. Ihre foiehern, die hädden sich da nich tünchen lassen. Un iewrigens war s« ja ooch nich off mich angewiesen. — Mensch, da lasse doch loofen! Das mecht ich ahm nich. Die ih doch in enner Siedfrichoe- Handlung. Un da krieg ich immer das Zeich, was nich mehr gans gut iß. Was glaubsdn du. was ich da schbarn kann. Un deswegen mechde ich der doch den Gefalln gen?« duhn mit den Schdifdungs- fesd. Awr ich weeß doch nich, wie mr sowas arrangschiert. — Willsde denn das selwer arrangschiern? Wohl oder iewl. Die sagt doch, ihre sriehern, die hädden in den bedreffenden Ferein' immer so ne Rolle geschbielt. Der eene war Frgniegungsforschdand gewesen, und der andre Schriftfiehrer, un da hädden die immer Arischbrachen geHalden un Schärben um- gehabbt, un nachher hädde s« eener hochlähm lassen, weil se alln so enn scheen Ahmd bercidet hädden. Un eener hädde sogar mal gesagt, mr brauchde doch bloß ihre Dam' anzugucken, da kennde mr schon sehn, was das fr Kerle wärn, un dr Heids« Ahmd, das wär de Beschdädigung drfier. Sisde, so ä Kerl mechde ich ähm nu in der ihrn Dogen ooch gerne sinn. Sonst krieg ich doch keene angeschim- melden Abbelsin' mehr un keene steckjen Domaden. Awr das mußde doch einsehn, daß ich da nich s erschde beide Schdisdungssesd besuchen kann in ärgendeen fremden Ferein, wo ich bloß eener bin wie alle andern. Un wo kee Hoch off mich ausgebracht wird. — Awr wenn de koen Bescheed weeßd mit sowas, da werd das doch ooch nischt Richdjes. Da geheert nämlich allerhand drzu. sowas zu arrangschiern. Desondersch enn« dichdje Bordsjon Er- fahrung. Un was dn noch? — Nu, da mußde enn Saal beschdelln, un da mußde ä baar Musiker angoschiern. un um de Dekoradsjon nuißde dich kimmern, un ä Dafellied mußde dichden, off die Melodie:„Schdrceint herbei, ihr Felkerfcharen!.. Ich? Um Gotdeswilln! — Nu, de kannsds ja ooch dichden lassen. Awr s Brogramm mußde off jeden Fall selwer zusammschdelln. Un bei dr Bollizei mußde dei Fest anmelden, wegen dr Frniegungsschdeier. Was? Schdeiern kost' das ooch? Wiefiel dn? — Das kommt gans off de Midgliedcrzohl an. Was ißn da» iewrbaubt fr ä Ferein? Dr Ferein„Drei« Lieroe". — Wiefiel Midglieder hadn der? Fan ben hahb ich doch noch garnischt geheert. Bon den kannfde ooch noch nischt geheert Hamm. Den will ich nämlich«rscht grinden, daß ich nachher ä Schdifoungsfcfd drmit sranschdalden kann.... Schwierige Fütterung. Wenn bloß dr Winder erscht frbei wär. Jeden Dag muß ich bei Wind und Wedder Zwei Schdunden draußen rmnloofen. Mal srstnkt mr m Schnee un mal in Matsch. — Na, iewrdreim Se nr nich! De Hauswerde missen doch de Droddoars reene machen, wcnns geschneit hat oder wenn Dan- wedder iß. Wer redt denn son Droddoars? Gibbds denn in Walde Dron- doars? — Missen Sie denn jeden Dag zwee Schdunden in Wald? Wohl son Arzt aus? Nee, awr ich muß doch unfern Schdar fiddern. — Ihrn Schdar? Hamm Sie denn enn Jogel? Un ooch noch in Wald? Nu ja. Wissense, den hadden mier uns forges Friehjahr ge- kooft. Da wor'r jung. Un dann hammiern ofsgebäbbelt, weil mier gedacht Hamm, der lernt reden, un mr kennde sich midn underhalden. Awr da hadden mier uns in de Finger geschnideen. Der hat weider nischt gelernt wie Fressen. Un well der sofiel fraß, da hat der nadierlich ooch enne sehr gude Frdauung gehabbt. Nu machen Se sich mal ä Bild, der lief doch bei uns frei in dr Schduhwe rum. Wieda unsre Debbje wussahn! Un de Gardinschdang, die sehn Heide noch aus wie de Hiehnerieidern. Jedenfalls wurde uns das midr Zeit zu bunt, un da hammier beschlossen, oen Fogel fortzuschafsen. So leid wie's uns daist, awr was blieb uns denn weider iewrig? Un wo der immer greeßer wurde, da brauchde der ooch ooch immer mehr Fudder. Das Geld wollden mier erHalden, weilr sowieso nich reoen daht. Un well das alles so war, da Hobbich gedacht, ich meens gut, mit uns un ooch mit den Dier, wenn ichs in Waid naus- schaffde un gabn seine Freiheit wieder. Das Habbich dann eines Dages ooch gemacht. Awr an nächsden Dag, da ließ mir's keene Ruhe, da mußde ich wieoer naus, bloß mal sehn, was'r machde un obr sich eingericht hädde. Da war der noch genau off den Fleck, wo ichn freigelassen hadde, baar Drän habbch nadierlich ooch frgossen drbei— un guckdc mich so dreiherzj an, als wie: awr ich habb Hunger. Ich bin nu an eiern scheen Kardoffelbrei geweent un an eier Gemies«, un nu schmeckds mir hier hwußen nich. Was Habbich gemacht? Ich bin heem, habbn Fudder geholt un habbsn nausgejchafft. Das hat der mit solchen Abbedied gefressen, daß ich richdj gcriehrt war. So geriehrt, daß ich n nächsden Dag wieder naus bin— un was glaum Se denn, da hat der doch wahrhafdj schon off mich gewart! Sehnse, sa hat sich das eingericht. Seiddem geh ich jeden Dag naus, unjsrn Schdar jtddern. Da kanns Wedder sinn, wie's will. — Awr da nemm'jn doch wieder mit heem! Ja, das Habbich ooch schon gedacht, mogr sofiel Schweinerei machen, wie'r wollde. Awr da Hamm s« mich drbei erwischt, un da Habbich zehn Mark Schdrafe bezahln missen, wegen Wildsrefel oder sowas. Das Hamm die mir nämlich nich gegloobt, daß der Schdar eegendlich unser Eegenduhm iß. Da habb ichn ähm wieder frei- lassen missen. — Heernse, da iß das ja nu ä komischer Zuschdand. Da missen Sie nu under dn greesden Obfern enn Fogel fidoern, son den Sie garnischt Hamm. Oia, Fudderkosden un srsaude Kleeoer un abgeladschde Schdiefelsohln. — Dauert S« denn da nich s Geld? Freilich. Awr der Fogel dauert uns ooch. Bloß eens hat mich geärgert, un das ärgert mich jeden Dag wieder. An das Fudder draußen kannr sich nich geween', awr Freindjchaft hadr midn gansen Wald geschlossen. Wenn ich jetzt komm, da wart' der nich bloß alleene sondern da hadr allemal so n« ganse Rasselbande um sich rum fon ä baar Dutzend Feegeln, die ooch alle mit gcsiddert sinn wolln. Erscht Habbich immer enne kleene Schisset midgenomm, un jetzt brauch ich jeden Dag enn Halm Eemer.... Walter milier: 3)ie Geltung in 50 Jahren Amerikanifche und englifche Prophezeiungen Die Frage liegt nahe: w:rd es in fünfzig Jahren überhaupt Zeitungen in unserem Sinn« geben?— Wir haben heut« schon die sprechende Zeitung in der Form der Radionachrichtensendung. Fernsehen und drahtlose Filmübertragung sind Errungenschaften, die wohl noch mancher Berbesserung und Vereinfachung bedürfen, immerhin aber erfunden sind. Di« klncmatographische und sprechende Zeitung ist auf dem Wege zu uns! In zwanzig oder dreißig Jahren, vielleicht auch in einer ge- ringeren Zeitspanne, werden wir in unseren Wohnungen Empfangs- apparale haben, die es uns ermöglichen werden, bedeutende Er- cignisse nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Man wird beispielsweise einer Feierlichkeit, die irgendwo in Europa stattfindet, beiwohnen können und wenige Minute» nach Beendigung derselben ein Ereignis in Australien oder Südafrika sehen und hören. Die kombinierten Fernseh- und Hörapparate werden kaum größer sein als unsere heutigen Empfangsapparate mit Lautsprechern und ihre Bedienung wird so einfach sein, daß sie von einem Kind gehandhabt werden kann. David Sarnoff, Präsident der Radio Corporation of America, geht in seinen, in der„New Jork Times" kürzlich veröffentlichen Ausführungen über Television noch weiter. Er ist nicht nur über- zeugt davon, daß es gelingen wird, Ereignisse in Ton und Bild augenblicklich dem Publikum zu übermitteln, sondern sie auch im Studio etwa in der Art des Tonfilms aufzunehmen, um sie zu einem geeigneten Zeitpunkt zu senden. Angenommen, daß das frag- liche Ereignis um zehn Uhr vormittags stattfindet, so wäre wohl ein großer Teil der Radioabonnenten außerstande, die Uebertragung anzusehen und zu hören. Solch« Ereignisse sollen also nicht nur übertragen, sondern auch in den Abendstunden, wenn die Mehrzahl der arbeitenden Menschheit in ihren Heimen weilt, vom Studio ge- sendet werden. Radiozeitung und Radiosendung verschmelzen— abgesehen von musikalischen und dramatischen Darbietungen— zu einem Begriff. Der Radiooortrag und das wandernde Mikrophon werden— illustriert! Man wird zum Beispiel ein« Wandcruna durch den brasilianisiben Urwald mitmachen und nachher dem Besuch einer Pariser Gemäldegalerie beiwohnen, wobei man die 5iiinktwerte zwar verkleinert, aber vielleicht in natürlichen Farben präsentiert bekommt. Alles— via Radio! Man setzt sich einfach vor den Superradioapparat, schaltet ihn ein und hat höchstens das Zimmer ein wenig zu verdunkeln. Ein« silberig schimmernde Fläche, die vor dem Gerät in einen rechteckigen Rahmen gespannt ist, zeigt so- fort die Bilder der gegenwärtigen Sendung und gibt zugleich die dazugehörigen Geräusche oder Stimmen naturgetreu wieder. Und die gedruckte Zeitung?— Es ist klar, daß ihr im Radio von morgen ein beachtenswerter Konkurrent ersteht. Es scheint. daß die kinematographische und tönende Zeitung ganz und gar ge- eignet ist, die Bedeutung der gedruckten Zeitung zu reduzieren, ihre Daseinsberechtigung ins Wanken zu bringen. Darum ist es wohl interessant, die Meinungen erfahrener Zeitunasfachleute zu hören, die sich der Erkenntnis der voraussichtlichen Weitercntw'cklung der Radiotechnik und ihrer Bedeutung für die Allgemeinheit keineswegs verschließen. Man erwartet wohl gewisse Aenderunoen im Charakter der heutigen Presse, hegt aber für deren künstige Lebensnotwendig- keit durchaus keine Beiürchtungen. Das Wesen der Zeitung ist in der Tat von der des Rundfunks prundverschiedest. Obzwor beide mehr oder weniger dem gleichen Zweck der Berichterstattung und Unterhaltung dienen, läßt si-b ebensowenig eine Parallel« ziehen. wie etwa zwischen Buch und Tbeater: eher könnte man sagen, daß sie einander ergänzen. Der Rundfunk— ob nun mit oder ohne Bild— mag in der Berichterstattung gegenüber der Zeitung im Vorteil sein, da er unvergleichlich schneller funktioniert. Da es aber stets nicht allein auf d'e nackten Tatsachen, sondern auch auf Details, Meinungen und Diskusstonen ankommt, die der Radio- reparier niemals seinen Zuhörern oder Zuschauern gleichzeitig übermitteln kann, so stellt der Rundfunk in mehrfacher Hinsicht eine Reklame für die gedruckte Zeitung dar. Man kauft den gedruckten Bericht über ein Ereignis, das man in knovven Worten im Radio gehört hat. und man wird die gedruckten Bilder kaufen, vielleicht gerade deshalb, weil man sie im Radio flüchtig gesehen hat. „Flüchtig", das ist(für die gedruckten Zeitungen glücklicherweise) der Nachteil der tönenden und kinemotogrophischen Zeitung. Das gedruckte Wort sst bleibend! Man kann den gedruckten Bericht oder Artikel zu jeder beliebigen Zeit lesen und ihn aufbe» wahren, wenn er von besonderer Wichtigkeit für den Leser ist. Das gedruckte Bild, die reproduzierte Photographie, ist vielleicht eine wertvoll« Erinnerung, die man nach Monaten oder Iahren gerne wieder betrachtet. Infolge der Fülle der Tagesereignisse und der Menge des Unterhaltungsstoffes, der geboten werden muß, wird das„Teleradiophon" niemals einen vollwertigen Ersatz für die ge- druckte Zeitting bieten können. Ob es sich nun um Uebertragungen von Ort und Stell« oder Sendungen vom Studio aus handelt, wird man sich in der Berichterstattung stets auf ganz große und bedeutend« Ereignisse beschränken müssen. Darüber hinaus gibt es aber so viel Interessantes und Wissenswertes für das Publikum, das heißt für den Leser, daß man keinesfalls annehmen kann, daß die Mensch- heit in fünfzig Iahren weniger Zeitungen kaufen wird als heute! Der amerikanische Zeitungsfachmann William Preston Beazell, der zweiunddreißig Jahre lang Reporter war, ist der Ansicht, daß sich die gedruckte Zeitung der kommenden Jahrzehnte kaum von der Zeitung der Gegenwart unterscheiden wird. Dogegen glaubt er, daß die Zeitungsproduktion in den Vereinigten Staaten den Sätti- gungspunkt erreicht hat. Damit meint er, daß die Zeitungen kaum mehr imstande sein werden, ihre gegenwärtigen Auflagen zu erhöhen. Je fünf amerikanisch« Familien kaufen täglich zusammen acht Zeitungen, was den Bedarf vollkommen decken dürfte. Eine geringe Erhöhung der Auflageziffern werde vielleicht der Zusammen- bruch weiterer kleiner Provinzblätter bringen, für die Auto und Flugzeug als Transportmittel der großen Blätter eine beachtens- werte Gefahr bedeuten. Seit dem Jahre 1924 sind in den Vcr- einigten Staaten etwa siebzig Tageszeitungen eingegangen. Auch R. D. Blumenfsld, Chefredakteur des Londoner„Daily Expreß", der vor einiger Zeit Über Einladung des St. Bride Instituts einen Vortrag über die Zukunft der Presse hielt, erwartet, daß sich die Anzahl der Zeitungen verringern wird. Aehnlich den kleinen Fabriken, die von Großbetrieben ihrer Branche aufgesogen werden, dürften auch Zeitungsverlage, deren Blätter Verhältnis. mäßig kleine Auflagen haben, in bestehenden oder kommenden Kon- zernen oerschmelzen. In England wird es im Jahre 1981? gewiß weniger Zeitungen geben als heute, dafür werden sie aber— stündlich erscheinen und bis zu sechzig Seiten Umfang haben! Man wird die Zeitungen stets verbessern, und zwar in dem Ausmaße, als die Allgemeinbildung der Bevölkerung zunimmt. Blumenfeld erklärt die Beobachtung gemacht zu haben, daß man in England lieber eine bessere Zeitung für mehr Geld kauft, als eine billige, die nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. Man konnte dies bei einer Zeitungsgründung vor mehreren Iahren feststellen. Es handelte sich um ein Blatt, das man für einen halben Penny verkaufte, das aber nur wenig Anklang beim Publikum fand. Man verbesserte den Inhalt und die Ausstattung, vergrößerte den Umfang und verkauft« es für einen Penny. Bon dieser Zeit an nahm das Blatt einen bedeutenden Aufschwung. Aber nicht nur eine Erhöhung des geistigen Standards und kulturellen Wertes der Zeitung prophezeit Blumenfeld, sondern auch cine bedeutend« Verbesserung in technischer Hinsicht, wobei er be- sonders an die Bildberickterstatwiig denkt. Man wird in fünfzig Iahren so weit sein, erklärt er, daß Photographien, die in einer Entfernung von mehreren tausend Meilen aufgenommen wurden. sofort in eine Maschine übertragen werden können, die ähnlich der heutigen Setzmaschine auch Bilder behandelt und druckfertig macht. Die Herstellung der Druckstöcke muß durch ein vereinfachtes Ver- fahren ersetzt werden. Die sechzig Seiten starke Zeitung, die ver- scbiedene belehrende und unterhaltende Beilagen enthalten wird, wird etliche Seiten Bilder in natürlichen Farben bringen. Die Maschine, die mehrfarbige Bilder in einem Arbeitsgang herstellt und weniastens 35 000 Drucke in der Stund« liefert, muß kommen imd ein Königreich an Vermögen erwartet ihren Erfinder! Die gedruckte Zeitung wird kaum verschwinden, solang« e» Menschen gibt, die lesen können. Die Zeitung ist im Verlaufe ihre« Bestehens mehr geworden als die Vermittlerin von Nachrichten. als die sie erkunden wurde. S'e ist das geistige Bindeglied zwischen Millionen Menschen und der Freund und Berater des einzelnen. Die älteste Stadt der Welt soll Damaskus sein, das heißt, es hat natürkich ältere Städte gegeben, von denen jedoch heut« nur noch allenfalls Trümmer erhalten sind. Damaskus wird schon in der Bibel zu Abrahams Zeit erwähnt, und zwar wird von einem seiner Diener erzählt, daß er aus Damaskus gebürtig gewesen sei. R. R. mubert: Tor einer... Ich besucht« Cella. Sie war schon eine Woche krank. Grippe. Es war Abend, ein« Stunde vor Aejchästsschlub, in den Läden drängten sich die Leute, um noch Einkäuse sür das Abendbrot zu machen. Mir fisl«in. daß ich zum Te« etwas Rum besorgen könnte, und ich trat in die Eckkneip« und erstand ein« kleine Flasche Iamaikarum. Dicker Zigarrenrauch lagerte über den Tischen, der Wirt am Schanklisch hatte den Rock ausgezogen und hantierte am Bierhahn in Hemdsärmeln. Aus einer Ecke kam Lallen und Singen und manchmal war es, während ich auf Wechselgeld wartete, als schlüge am Tisch hinten jemand mit der Faust auf. Draußen atmet« ich auf. Die feuchte, kühle Luft kroch tiefer in die Lungen. Der Abend roch nach Grippe. Ich flüchtete mit der Rumflasche, ein paar Häuser weiter. Der Lärm der Straße oersank hinter Mir... Sie lag im Bett, nicht mehr so schwach und blaß und müde wie gestern, vorgestern. Es ging ihr besser. Sie lächelt«. Sie hatte wieder etwas Farbe m den Wangen. Sie hatte sogar Hunger. Hungerl Gott sei Dank! „Ich werde mal«in schönes Abendbrot bereiten!' sagte ich. Aber es war nicht mehr viel da in der Küche:«in Stückchen Wurst... „Ja. also, da muß ich eben etwas holen...' Ich nahm eins alte Aktentasche, sagte Adjiis und lief die Trepp« hinunter. Weit und hell öffnet« sich mir die Straße wieder mit ihren Läden. Ich lief, die Tasche unter dem Arm, über die Brücke, von der schon öfters Leute in den Kanal gesprungen waren, weil sie Hunger hatten.' „Wie schön kann Hunger sein', dacht« ich an die Genesende, hie mich erwartete. Aber ich sah in den Geschäften Frauen, dl« tauften einen Bückling für die ganze Familie zum Abendbrot. Sie gingen mit sorgenvollen Gesichtern, man sah es ihnen an, wie st« den Bückling teilten, man sah sie dasitzen am Tisch: drei, vier Menschen, Brot, etn Bückling. Ich kehrte mit«in paar kleinen Paketen zurück. Der Asphalt war schlüpfrig von tauendem Schnee, die Autos schleuderten auf dem Damm, und ihre Räder spritzten die Pfützen breit. Wohloerborgen in der Aktentasche lagen die billigen Eßwaren, alles Viertelpfund- weiss, darunter ein viertel Lachs.„Ein ganzes Viertel?' hatte die Verkäuferin gefragt.. Auf der Brücke standen Menschen in Gruppen, leise flüsternd oder lebhaft debattierend, wie immer, wenn semand in» Wasser gesprungen war. „Was ist denn hier lo»?' fragt« ich einen jungen Mann, aber der wußte es auch nicht. Ich ging weite? und sah, daß der schwarze Menschenstrom sich bis drüben zum Ecklakal staute, in dem Ich vor- hin den Raum gekauft hatte. ..Ein«? ist tot!' hörte ich aus einer Gruppe. Ich ging mit meinen Paketen über den Damm, ich vergaß. daß da» Teewasier bereits kochen mußt«, ich dachle:..Eimr ist tot!' „Einer.' Jetzt sah ich. daß das Lokal geschlossen war. vorher war doch noch alle» hell, und man trank und lärmte, jetzt brannte nur die Lampe über dem Inhaberschild, und die Tür war mit einem Gitter obgeschlosien. Ein Schupo ging aus und ob und ermahnte die Leut� weiter. zugehen, aber man ging nicht, man blieb nur ruhig beisammen. Um einen Mann, der Details zu wissen schien, gruppierten sich die Neugierigen, ich hört« leise, zornige Wort«:„Notwehr? Mord! Totschlag!' „Was ist das für eine Welt!' klagte eine Frau im Umschlage- tuch, die ein Kind an der Hand führt«,„komm' nur. Hilde...' Das Kind hatte die Augen weitausgerissen und sah sich ein paarmal um, dann stolperte es über den Damm. „Das kommt von der Politik, von der verfluchten Politik!' sagte jemand. „Meinungsfreiheit!' höhnte ein anderer. „Sagen Sie mir bitte,' wandte ich mich an den Mann, der mehr zu wissen schien,„was fiel hier vor?' Er zuckte mit den Schultern. Er hatte kein« Lust, die Sache noch einmal, zum wievielten Male?— zu wiederholen, er klärte mich nur kurz auf:„Im Lokal hat jemand geschossen...' „Einer ist tot!' dachte ich. Ich hatte es schon auf der Brücke gehört. „Der Verletzte ist gleich ins Krankenhaus geschafft worden!' erzählt« ein« Frau Hinzugekommenen in der Nachbargruppe. „Und der Tote?' wollte jemand wissen. Di» Frau zeigt« auf das Lokal:„Liegt noch drinnen!' Wir sahen alle hin, die Kneipe war völlig dunkel, nur die Lampe über der Tür brannte, e« machte«inen unheimlichen Eindruck, wenn man hinsah und sich vorstellte... „Wegen der Aufklärung!' fuhr die Frau fort, ,cher Tote soll noch photographiert werden.' „Meinen Sie, daß dabei etwas herauskommt?" fragte ein Herr mit Brill« und Aktentasche,„Notwehr kommt heraus, wie immer!' Er entfernte sich gleich, sein Gesicht hatte einen Ausdruck von Ekel. „Daß sie den Kerl, der geschossen hat, nicht gleich in Klumpen gehauen haben!" sagte ein Mqnn. „So?" mischte sich eine junge Frau ein,„wissen Sie denn, ob er von den anderen nicht bedroht worden war? Waren Sie denn dabei? Würden Sie sich etwa den Schäkel«inschlagen lassen?" Der Mann sah finster an der Frau vorbei. Es ging hier um andere Dinge, mochte er denken. Es geht hier darum, daß man angepöbelt, angeschossen, niedergeschlagen wird, wenn man sich die Weltordnung ankers vorstellt als der Mann am Nachbartisch, der schon einige Mollen getrunken hat..." „Diese perfluchten Kneipen!" jammerte eine ältere Frau, die gewohnt war, ihren Mann Abend sür Abend aus dem Lokal zu holen,„warum bleiben solche Spelunken nicht geschlossen?" „Warum macht man keine Lesehalle daraus? Kein« Wärm«halle für Arbeitslose? Oder wenigstens«in Kino? Warum schleppt ihr die paar Groschen dorthin, statt zum Bäcker, zum Fleischer? Ihr habt doch wirklich nicht zuviel?" Ich sah mir die eifernd« Frau näher an,«» war die Frau, die vorhin eine» Bückling getauft Haft«, einen Bückling für die ganz« Familie, ich hatte einen schlechten Geschmack im Munde, und hie Aktentasche mit den kleinen Paketen drückte mich. „Ein ganzes Viertel Lachs?" hört« ich die Verkäuferin fragen. Die Frau sprach' immer lauter, immer aufgeregter, immer mehr Leute scharten sich um sie, bi»«in Schupo kam und zum Weitergehen mifforderte, ober auch«r blieb stehen, weil kein Vorgesetzter in der Nähe war, und die Menge sich ruhig oerhielt. „Meint ihr, Männer, daß es besser wird, wenn ihr in de» Kneipen sitzt und mit der Faust aus den Tisch haut? Wenn ihr eure letzten Groschen in Schnaps umsetzt und große Reden schwingt? Warum bleibt diese Kneipe nicht geschlossen? Morgen sitzt man wieder da, der Wirt schenkt in Hemdsärmeln Vier aus, ihr haut mit der Fairst aus den Tisch, weil es euch dreckig geht, und drüben von der Brücke springen die Arbeitslosen ins Wasser, well sie genug haben von diesem Leben." „Gehen Sie weiter! Hören Sie auf!" befahl jetzt der Schupo, dem es unheimlich zu werden begann. Die Frau schluckte«in paar- mal. Sie sah sich in der Meng« um, als hätte sie sich verlausen, und schwankend ging sie, mit ihrem Bückling. Wir hatten den Toten ganz vergessen, um den es doch hier ging, um den und um viele andere, die schon erschlagen waren und um solche, die man noch erschlagen würde, wie den heute... Die Lampe vor dem Lokal brannte grell wie immer, hinter den großen Fenstern aber schlummerte Finsternis. In der Finsternis lag der Tot«... Ich wandt« mich ob. Mir fiel wieder ein, daß ich Einkäufe für das Abendbrot besorgt hatte. Das Teewasser dampfte. Cella wartete. Und ich hatte„ein ganzes Viertel' Lachs für sie besorgt. Eilig lief ich weiter.„Einer ist tot!" dachte ich dumpf. Di« Menschen versanken hinter mir. Der Lärm der Wagen wurde schwächer. Ich war»m Hausflur. Oben erwartete mich Cella schon ungeduldig.„Mein Gott, wo bleibst du so lange?" Sie streckte die Arme nach mir aus, In der Küche war die Gasflamme durch das llberschäumend« Wasser erstickt, es roch leise, ich riß das Fenster auf, Cella merkte nichts, sie rief nur aus dem Nebenzimmer:„Herrlich, Hab' ich einen Hunger!" Für einen Moment stand ich hilflos da mit dem Viertel Lachs und den anderen Kleinigkeiten, dann ging ich zu ihr hinein... €rna Rüting: Mefnrolh, derllogelforfcker Dr. O. Heinroth, der Direktor des Berliner Aquariums, wird i falls durch Gegensliegen verunglückt, während ein anderer jeden am 1. März SO Jahre alt. Sein« Lebensorbett ist mit dem Ent- stehen und Wachsen de« Aquarium, aufs engste verbunden: denn Dr. Heinroth arbeitet« 1911 hie Pläne aus, noch denen das 1913 eröffnete Aquarium erbaut wurde. Jedoch ist dieser Gelehrte von internationalem Ruf den weitesten Kreisen als Vogel- forscher bekannt. Sein ganzes Leben hindurch hat er sich zum Vogcloolk hinge- zogen gefühlt. In allersrühcster Jugend war er bereits ein scharfer Beobachter seiner gefiederten Freunde. Er konnte kaum sprechen, als er schon anzudeuten verstanS, weiche Henne ein Ei gelegt hatte. Trotzdem studierte der junge Heinrath Medizin, zwar auf Wunsch der Eltern, die dem Sohn durch ein Brotstudium die Zukunft zu sichern hofften. Als er dann pftichtgemäß seinen Dr. med. gemocht hatte, studierte er sofort Zoologie. Hernach war«r am Berliner Zoologischen Garten tätig. Dennach war Dr. Heinroth bmifen, als Menschenarzt zu wirken, nämlich 1900 bi, 1991, wo er als Zoolog« an einer Südseeexpedition teilnahm, und später al» Stabsarzt im Weltkriege. Weltberühmt ist sein W«:k„DieDögelMitteleuropas", ein Standardwerk, das er, gemeinsam mit seiner Gattin, in 25jähriger sorgfältiger Arbeit schuf. Durch Frau Heinroths pflegend« Hände sind„vom Eierschlupf bi» zum Todekhupf' so ztamlich all« in Mittel- eurapo vorkommenden Böget gegangen, vom Goldhähnchen bis zum Kronich. Di« Vögel wurden von Dr. Heinroth vom Ei bis zum ausgewachsenen Vogel beobachtet und Singvögel, die man nicht vom Ei aus betrachten konnte, vom vierten Tage ihres Lebens an. Früher hatte die Wissenschaft einzig und ollem ein umfassendes Studien- Material an toten Vögeln und Abbilloungen noch Bälgen, das Werk der beiden Heinroths aber enthält nur Abbildungen nach lebenden Tieren. Sie wurden unter großen Mühen von den Verfassern photo- goaphiert und zudem von Künstlern in den richtigen Farben gemalt. Neuheiten über das Benehmen der Iiingvögel wurden allen Bogelliebhabern erschlossen, während gleichzeitig die Wissenschaftler noch über Federwachstumgeschwindigkeit und Mauser aus das aller- genauest« unterrichtet wurden. Wie viele Mühe steckt in all den vielen Aufzuchten. Jedes kleine werdende Leben will fein« ihm bekömmlich« Behandlung haben und für den pflegenden Menschen macht gegebenenfalls ein Nest mit fünf Grosmücken nicht so viel Arbeit wie eine Trappe, währ nd wiederum ost kleine Vögel schwerer hochzupäppeln sind als große. Di« Trappe, der im Gewicht schwerste Vogel, der von den beiden Heinroths aufgezogen wurde, verunglückte im Atter von einunddrei- viertel Jahren durch Anfliegen. Sie hatte noch nicht ihr endgültiges Kleid und nun müßt« eigenttich noch einmal eine Trappe aufgezogen werden. Nicht mir die Auszucht, auch die Eibeslhaffung ist schwer; denn die Trappe ist ein geschützter Vogel. Da muh sogar ein be- rllhmter Wissenschaftler all« Verbmdungen spielen lassen, um ein Ei zu bekommen. Von den aufgezogenen Kranichen ist einer gleich« Morgen vom Zoo aus em wenig spazieren stiegt und dann getreulich wiederkommt. Vier Störche wurden großgezogen, drei weih« und«in schwarzer. Die weißen wurden weggegeben, als sie flügge waren, und der schwarz« kam im Zoo m den Flugkäsig. Ihm könnt« man nicht da» Freifliegen erlauben, denn er ist ein große? Einsamer, der keinen Gefelligkeltstrieb hat. Er hätte sich irgendwo aus«inen Bamn gesetzt und wäre— Freund Langbein hieß Schorsch»— auch nicht getommen, wenn man sich unter den Baum gestellt und gerufen hätte:„Schor- schie, sollst mal runter kommen!' Ohne jede Aufforderung sind hingegen Eiderenten heimattreu geworden. Sie sind, zusammen mit Eiern von Wken. Heringsmöoen. Steinwälzern und Raubsees chwalden, von den schwadischen Schären geholt. Sie stammen au» der Gegend von Bongt Borgs einsamer Insel. Die übrigen? sehr schwer zu erreichen ist. da die Naturkräste einen natürlichen Wall um da» vielsättige Leben der Kreatur dort ziehen. Von den kleinen Eiderenten schlüpfte ein« auf der Fahrt nach Berlin im Schlafwagen des Nacht-v-Zuges. Man nannte ft« Edla. man wußte ja rncht, welchen Geschlechts sie war. Eoda wurde ein Mann. Nachdem sich die Wissenschast genügend mit ihm beschäftigt hatte, wurde er(sein Pflegevater ist noch Pros. Thienemann, Rück- tritt, seit April 1929 Leiter der Bogel warte in Rositten), versehen mit dem Ring von Rositten, auf den Ententeich des Berliner Zoo- logischen Gartens gesetzt. Edda denkt nicht ans Wegfliegen. Di« einst als Eier mitgebrachten Eiderenten brüteten im Borjahr. Es handelte sich um zwei Weibchen und drei Männchen. Da aber Edda ein richtiger Menschenvogel ist und immer die Menschen anguckt, ver- paßte dos kleine Eiderentchen den richtigen Anschluß und genießt nun nicht Bater-, sondern bloß Onkelsreuden. Dr. Heinroth ist Borsitzender der deutschen ornithologischcn Ge- s-llschasl. Wenn er im Bortraasraum des Aquariums Borträg« hält, werden mittinter seine jeweiligen Pfleglinge als lebendes An- schauungsmaterial benutzt. Sie sind dann vorerst einmal mit ins Aquarium genommen, haben sich an die Raumoerhältnissc gewöhnt und erscheinen dann, natürlich ohne jede Abrichiungsmaßnahme, im prächtigsten Defeliermorsch vor den ersrouten Zuhörern und Zu- schauern. Im Vorjahr ging ein seit langem gehegter Wunsch in Erfüllung: denn Dr. Heinroth tonnte sich emgehend mit Haselhahn und Auer- Hühnern beschäftigen. Nun fehlt noch ein Auerhahn. Der CojShrige Gelehrte hat noch unendlich viele Arbeitswünsche. Gar zu gern würde er auch einmal in den Tropen Vogelgruppen, di« man bei uns zu Lande nicht kennt, an Ort und Stelle studieren. Na. die Maharadschas sind schon so weit interessiert, daß sie heutzutage Vögel beringen. Vielleicht gelingt«s darum einem deutschen Gelehrten noch einmal, in den Tropen Arbeiten leisten zu können, aus denen die Allgemeinheit Nutzen zieht. GsSww Mstw 5 JIssuzL? Wann Ihr Frühlohrs klcid rgchFzgiUq FcrHq sein soll, mussan Sts dan Shoff kaufen! ftfn .,ue'Te'i' Sn *eü all®' M®" earb«n.' 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