BERLIN Montag 2. März 1931 Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis Beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Ervedition; Berlin SW68, Lindenftr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts " 10 Pf. Nr. 102 B 51 48. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Braunschweiger Wahlergebnis Kein Umschwung im Kräfteverhältnis- Hakenkreuzwelle kommt zum Stehen Braunschweig, 2. März.( Eigenbericht.) Die Braunschweiger Gemeindewahlen haben ins. gesamt folgendes Ergebnis gehabt: 14. Cept. 1930 SPD. Nationalsoz. .. 112 408 126 993 80 017 83 492 14585 3475 64793 Bürgerliche Kommunisten 26 113 82400 21 314 17 607 +4799 In der Stadt Braunschweig wurden Stimmen abgegeben für: ( 14.9 1930) Mandate Sozialdemokraten NSDAP. Kommunisten Staatspartei Deutschnationale. Nat. Einheit lifte Mittelstand Nation, Mitte • 37 672 27.040 41 621 14 25 252 10 12 234 8828 4 14% 7 2968 0 4471 4 999 7924 13 538 3 6 200 154 3 606 176 2 0 Im ganzen stehen 14 jozialdemokratische und 4 Lom tunistische Mandate 17 bürgerlichen Mandaten gegen Die Wahlbeteiligung betrug 85 Proz. Die Zahl der Stimmberechtigten belief sich auf 115 560. 15.560. Bürgerliche Hoffnungen enttäuscht. Braunschweig, 2. März.( Eigenbericht.) Die braunschweigischen Gemeindewahlen, die am Sonntag nach einem außerordentlich heftigen Wahlkampf vor sich gingen, haben gezeigt, daß die Welle des Radikalismus noch nicht ganz abgeebbt ist, aber längst nicht mehr so ansteigt, wie noch vor wenigen Monaten. Nationalsozialisten und Kommu nift en vermochten ihre Stimmen im Vergleich zum 14. September noch etwas zu steigern, während sich die Sozialdemokratie im allgemeinen gut behauptete. Die Gewinne der Nationalsozialisten erfolgten fast ausschließlich auf Rosten der bürger lichen Parteien, und zwar insbesondere der Deutschnationalen. Wiederum zeigte sich, daß Hitler Hugenberg frißt und die Politik der Deutschnationalen nach und nach zu einer völligen Auflösung dieser Partei führt. In Braunschweig- Stadt sind von der Deutschnationalen Partei nur noch Splitter übrig geblieben. Das gleiche gilt von der Deutschen Volkspartei; die eine besitzt zwei, die andere mur noch drei Mandate im Braunschweiger Stadtparlament. Das Ziel des Bürgertums in Braunschweig- Stadt war vor allem, die rote Mehrheit im Stadtparlament zu brechen. Man hoffte, dieses Ziel unter allen Umständen zu erreichen, zumal die Linke nach dem Ergebnis der legten Reichstagswahlen ihre Mehrheit im Stadtparlament eingebüßt und nur noch 48 Proz. der Braunschweiger Bevölkerung hinter sich hatte. Dennoch ist die Hoffmung des Bürgertums getäuscht worden. Die rote Mehrheit in Braunschweig- Stadt besteht weiter, und zwar mrit 51 Proz. aller abgegebenen Stimmen. Immerhin hat die Sozialdemokratie in Braunschweig- Stadt im Bergleich zum 14. September mehrere tausend Stimmen verloren. Damals tonnte sie 41 621 Stimmen für sich buchen, diesmal nur 87 672, während die Kommunisten von 8828 Stimmen am 14. September des vergangenen Jahres am Sonntag auf 12 236 anstiegen und die Nationalsozialisten ihre Ziffer von 25 252 auf 27 040 erhöhten. Hier zeigen fich deutlich die Folgen der katastrophalen Arbeitslosigkeit, von der Braunschweig zur Zeit außerordentlich in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Deutsche Staatspartei murde in Braunschweig fast halbiert. Sie bleibt ohne Mandat im Stadtparlament. Bon den sechs Landkreisen, von denen vier bisher eine sozialdemokratische Mehrheit hatten, wurde Braunschweig- Land an das Bürgertum verloren. Die Sozialdemokratie ging hier von 11 171 Stimmen am 14. September auf 9624 zurüd. Auch die Nationalsozialisten verloren. Sie gingen von 7868 auf 7230 Stimmen zurüd. Die Kommunisten stiegen von 1251 auf 1640. Die bürgerliche Einheitsliste ging im Landkreis Braunschweig sogar von 8217 Stimmen bei der Reichstagswahl auf 5710 Stimmen zurüd. ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) [ 190 m Die Leipziger Messe Die falsche Rechnung der Lohnsenkungspolitik- Unternehmerpolitik verschärft Krise Leipzig, 2. März.( Eigenbericht.) Die diesjährige Leipziger Frühjahrsmeffe dürfte, soweit die vermietete Fläche in Frage fommt, mit etwa 6 Proz. hinter dem Vorjahre zurückbleiben. Die Zahl der Aussteller hat sich um rund 10 Proz. vermindert. Das ist eine Bilanz, die deutlich von der Schmere der gegnwärtigen Wirtschaftskrise spricht. Optimismus über die Wirtschaftsentwicklung. Das Geschäft ist bis jetzt schwer zu beurteilen und entwidelt sich in den einzelnen Branchen durchaus uneinheitlich. Allerdings dürften die Pessimisten, die gar nichts von dieser Beranstaltung erwarteten, Unrecht behalten. Der Besuch war am Sonntag äußerst lebhaft. Es murde auch gelauft. Es mag fein, daß viele Einkäufer diesmal in Rücksicht auf ihren Spesenetat Aufträge bereits am ersten Tag der Meffe herausgegeben haben, die sie unter anderen Umständen erst in der Mitte der Woche aufgegeben hätten. Das scheint für das Zegtilgeschäft zu gelten, das im großen und ganzen am Sonntag befriedigte. lleberall wo man Neuheiten bot, ist man auf die Kosten gekommen. Gut dürfte die Krawattenindustrie abgeschnitten haben. Die schwarzweiße Mode hat teilweiſe große Geschäfte gemacht. Ueberraschenderweise wird auch von der Möbelmesse über befriedigende Abschlüsse berichtet. Gefauft wurden auch Sportartikel, vielfach auch' Spielwaren. Jm großen und ganzen herrscht die Auffaffung vor, daß der Tiefstand der Krise überwunden sei. Man hat wieder eine bessere Meinung von der Wirtschaftsentwicklung. Schließlich hat das gute Inventurgeschäft die Läger redu ziert, und da man die Käufer mit alten Ladenhütern nicht anreizen fann, ist man wohl oder übel zur Ergänzung seiner Bestände gezwungen, wozu sich in Leipzig die beste Gelegenheit bietet. Daraus so ein günstiger Impuls die Situation beherrscht, deutet sich das Drängen nach Neuheiten in allen Branchen. Wenn so ein günstiger Impuls die Situation beherrscht, wirkt auf der anderen Seite die Furcht vor neuen Cohnabbaubewegungen hemmend. Die letzten Lohnabbaureden prominenter Industrieführer haben weite Kreise des fleinen Handels stugig gemacht, und aus der Beurteilung des Leipziger Geschäfts fann man Herrn Siemens im Zusammen hang mit seinen vor einigen Tagen auf der Generalversammlung des Siemenskonzerns aufgestellten Forderungen nach neuem Lohnabbau nur bescheinigen, daß er der deutschen Wirtschaft einen Bären dienst übelster Art geleistet hat. Unseren Industrieprominenten wäre zu empfehlen, daß sie sich einmal im stillen Kontor überlegten, welche Wunschtraum eines Nazi- Erziehers w 520 5 Wenn wir Nationalsozialisten zur Macht gelangen, werden wir jeden, der sich uns entgegenstellt, niederschießen! Wir werden dabei das Kind in der Biege nicht schonen." Lehrer Wilhelm Müller in Reustadt bei Roburg. praktischen Auswirkungen ihre Alarmrufe unter Umständen haben tönnen. Hier tut nur Berantwortungsgefühl not. Export und Lohnpolitik. Nach alter Tradition ist die Frühjahrsmesse in Leipzig vor allem auf den Export zugeschnitten. Die Tendenz finfender Ausfuhr, die die legten Monate erkennen ließen, wird sich auch hier natürlich geltend machen. Das Meffe- Exportgeschäft muß messebefucher auf dem Augustusplatz auf die Verfassung des Weltmarktes reagieren, der jetzt die Wehen der Krise start zu spüren bekommt und weniger aufnahmefähig als zuvor ist. Wenn es hoch kommt, wird es diesmal in Leipzig im Export ein schmales Mittelgeschäft geben. Vor allem fehlen die Amerikaner, die früher immer den Markt beherrscht haben. Allerdings ist die ausländische Kontur. renz starter als früher pertreten. 10 Proz. aller Aussteller, . h. mehr als 1100, sind ausländische Firmen. Neben den Tschechen und Desterreichern, die auffallend billig offerieren, finden wir die Engländer mit Textilien und Maschinen, Schweizer, Franzosen und Italiener. In den Kollektivausstellungen ist eine neue, die nor wegische, vertreten. Die start angewachsene ausländische Konkurrenz erklärt sich aus dem krisenhaften Zustand der Märkte in aller Welt. Man sucht in Leipzig das Ventil für die eingetretene Ueberproduktion. Das wirft natürlich auf die Preise zurück. Daß hier Länder mie England und Deutschland im Hintertreffen sind, versteht sich von selbst und erklärt sich aus der anderen Struktur dieser Industriestaaten. Man hat den ersten Lohnabbau in Deutschland mit dem Hinweis propagiert, durch niedrigere Löhne die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im Ausland zu steigern. Illusionisten haben auch mit dem Gedanken gespielt, durch Lohndruck ein deutsches Dumping zu inszenieren, und hier und da hat man auch politische Folgerungen an ein solches Dumping gefnüpft. But, der Lohnabbau hat Zeit gehabt, sich auf die deutsche Kalkulation auszuwirken, und es zeigt sich, daß die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gegenüber dem Ausland auf ganz anderem Boden und nicht auf Lohndrud beruht. Die Formbedingungen für die Preisstellung beispielsweise bei den Haupttonturrenten auf der Leipziger Messe, also bei den Tschechen, Desterreichern und Polen sind derart, daß sie durch Lohnbrud nicht eingeholt werden können. Dafür haben die Länder schon so billige Lebensmittelpreise. Die Preisstellung auf der Leipziger Frühjahrsmesse beweist das flipp und flar; sich hier in ein Rennen cinlassen zu wollen, wäre hoffnungslos und müßte die Hauptstützen der deutschen Wettbewerbsfähigkeit, die Qualität der Ware und die hochstehende Wertmannsarbeit, zerstören. Wenn das Bestreben, den deutschen Export durch Lohndruck wettbewerbsfähiger zu machen, wirklich eine Rolle in der Cohnpolitik der letzten Monate spielte, hat sich das als Täuschung schlimmster Art herausgestellt. Die Braunschweiger Wahl. ( Fortseßung von der 1. Seite.) Im Kreis Holzminden ging die bisherige fozialdemo kratische Mehrheit ebenfalls verloren. Es bleibt jedoch nach wie vor eine Mehrheit von Sozialdemokraten und Kommunisten. Im Holzmindener Kreis erhielt die Sozialdemokratie am 14. September 14049 Stimmen, gestern 12 387 Stimmen. Die Kommu nisten wuchsen von 1417 auf 2058 Stimmen an, die Nationalsozialisten von 5712 auf 7620 Stimmen. Das vereinigte Bür gertum erhielt auch hier eine fatastrophale Niederlage. Es ging von 9529 Stimmen am 14. September auf 5626 Stimmen zurüd. Im Kreis Blantenburg, der bisher eine fozialdemofratische Mehrheit hatte, bilden nunmehr Sozialdemokraten und Kommunisten gemeinsam die Mehrheit. Hier ging die Sozialdemo fratie von 8157 auf 7933 Stimmen zurüd. Auch die KPD. verior von 3355 auf 3196. Die Nationalsozialisten steigerten ihre Stimmen zahl von 3810 bei der Reichstagswahl auf 5893. Dagegen ging das vereinigte Bürgertum von 6535 auf 4396 zurüd. Im Kreis Gandersheim vermochte die Sozialdemokratie die sozialdemokratische Mehrheit zu halten, im Kreise Wolfenbüttel behauptete sie ebenfalls ihre Stimmziffer. Insgesamt wurden im Freistaat Braunschweig am Sonntag abgegeben für die Sozialdemokratie 113 114 Stimmen gegen 126 972 Stimmen bei der Reichstagswahl. Die Nationalsozialisten erhielten 85 079 gegen 83 398, die Kommunisten 26 231 gegen 21 317 Stimmen. Der Rüdgang der Sozialdemokratie beziffert sich gegenüber der letzten Reichstagswahl, wo fie 38,8 Proz. aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigte, auf 1,4 Proj. Der Moskauer Lügenprozeß Nur zwei Angeklagte laffen sich verteidigen Die Ausstoßung Rjafanoffs. Mostau( über Kowno), 2. März. Dem Empfang, der etwa zwei Stunden dauerte, wohnten and In dem großen Prozeß gegen die ehemaligen Menschewiti Außenhandelsfommissar Rosenholz, der stellvertretende Bor wurden nach der Berlefung der Antlageschrift die Angeflagten auffigende des Obersten Bolfswirtschaftsrats, offior, fomie der gefordert, über ihr Leben zu berichten. Der Borfizende Schwerni! Mitglieder des Präsidiums des Obersten Bolfswirtschaftsrats, fragt die Angeklagten, ob sie irgendwelche Einwände gegen das Krschisch a nowsti und Biatatoff, bei. bekennen sich zu der ehemaligen russischen sozialdemokratischen Partei Gericht haben. Die Angeklagten perneinen. Alle Angeklagten und erklären, daß sie lange Jahre im Dienste der Sozialdemokratie gestanden haben. Oberreichsanwalt rŋlento verlangt im Intereffe des Prozesses die Ladung folgender Zeugen: des Führers der russischen Bauernpartei, Professor Kondratjew( felt 14 Monaten in Haft), des in dem Industrieprozeß abgeurteilten R amsin, feines Gehilfen Larische und der verhafteten Ingenieure Gwosbow, Metrassom und Schelubtom. Das Gericht gibt dem Antrag statt. Der Borsigende fragt, ob die Angeklagten eine Berteidigung wünschen. 3 mei von den 14 Angeklagten er klären, daß sie eine Berteidigung wünschen. Das Gericht ernennt die Moskauer Rechtsanwälte Rom mobom und Braude zu ihren Berteidigern. Die übrigen 12 Angeklagten haben auf die Verteidigung verzichtet. Der Vorsigende erklärt sodann, daß die Verhandlungen des Gerichts öffentlich sein werden. Damit ward die Sigung geschlossen. Die Angeklagten wurden unter strenger Bewachung wieder ins Gefängnis geführt. Mostau, 2. März. Das Präsidium der Zentralfontrollfommission der Kommunisti schen Partei veröffentlicht zum Ausschluß Riasanoffs, des ehemaligen Direttors des Mary- Engels- Instituts, aus der Partei folgende Begründung: Ueber die tonterrevolutionäre sowjetfeindliche Tätigkeit der in der Sowjetunion lebenden Menschewiten orientiert, erwies Rjajanoff ihnen Beistand, hielt ihre Berbindungen untereinander und mit der ausländischen Menschemifenzentrale aufrecht, bewahrte den ihm von dem Menschewiken Rubin übermittelten Direktiobrief des Auslandsbüros der Menschewifen über den Bloc mit ben bürgerlichen fonterrevolutionären Parteien und über die Interventionsvorbereitungen auf. In Anbetracht dessen wird Rjafanoff aus der Kommunistischen Partei als Verräter an der Partei ausgeschlossen. * Auf Anfrage erklärt uns das Auslandsbüro der Sozialdemo WTB.: Alle Angeklagten haben auf die Frage des Borfizenden fratischen Arbeiterpartei Rußlands, niemals einen Brief mit sämtliche erhobenen Beschuldigungen anerkannt. Deutsche Scharfmacher bei dem Oberbolfchewifi. Mostau, 2. März. Die deutsche Industriedelegation wurde von dem Vorsitzenden des Obersten Volkswirtschaftsrats, Ordsonitidse, empfangen. Hakenkreuzverlufte auf dem Lande. Der sozialdemokratische Gegenangriff wird wirffam. Braunschweig, 2. März.( Eigenbericht.) In einer politischen Auswertung der gestrigen Braunschweiger Kommunalwahlen tommt ber„ Bolfsfreund" zu der geft. stellung, daß sich die Vorwärtsentwicklung der Nazis längst nicht mehr in dem Tempo vollzogen hat, wie beispielsweise bei den Reichstagswahlen 1930 und auch noch bei den diesen Wahlen folgenden Kommu nalwahlen in Bremen, Bielefeld usw. Die vor allem in der Stadt Braunschweig erfolgten Einbußen der Sozialdemokratie find nicht der Hitlerbewegung zugute gekommen, sondern sind durchweg von der KPD. aufgesogen worden. Mit dieser Abwanderung sozial demokratischer Stimmen nach der extremen Linken war angesichts beregnenals großen Ermerbslosigkeit besonders im Harz- und Wesertreise zu rechnen. Der ,, Volksfreund" stellt eine ganze Reihe von Orten zusammen, in denen es der Sozialdemokratischen Partei gelungen ist, die Stimmenzahl der Wahl des vorigen Jahres zu verbessern und gleichzeitig den Nationalsozialisten schwere Verluste zuzufügen. Die Nationalsozialisten haben in einer ganzen Anzahl von Orten ihren Bestand der Reichstagswahl nicht behaupten tönnen, viel fach haben sie an solchen Orten einen geradezu fatastropahlen Stimmenschwund zu verzeichnen. Unser Braunschweiger Parteiblatt schließt seine Betrachtung mit der Bemertung, daß die Parteifreunde im Lande aus fleinen örtfichen Schlappen die nötige Lehre verstärkter Arbeit in der 3utunft ziehen werden. Borübergehende Einbußen tönnten teine Sozialisten beirren, den Kampf für die Aufklärung und Eroberung der Massen fortzusetzen. Auch in Braunschweig marschiert die Sozial demokratie in stolzer Höhe an der Spige aller Parteien. Diese Führung wird sie nicht abgeben! Direttiven für Schädlingsarbeit, Eabotage, Intervention oder der gleichen geschrieben und abgesandt zu haben. Genosse R. Abramowitsch hat seine bereits veröffentlichte Ertlärung dem Oberreichsanwalt Rrntento zur öffentlichen Ver lefung im Moskauer Prozeß telegraphiert. 12 Schneesturm verwüstet das Land Berheerungen in Dänemark- Verkehr überall unterbrochen Kopenhagen, 2. März. Seit Sonnabendabend wület über ganz Dänemark ein schwerer Schneesturm, der überall sehr große Berheerungen ange richtet hat. Auf der Insel Seeland liegt an vielen Stellen der Schnee 3 bis 4 Meter hoch. In vielen Orten sind die Telephon- und elettrischen Leitungen völlig zerstört worden. Der Verkehr auf den meisten Privatbahnen und auf allen Kraftverkehrslinien mußte eingestellt werden, da der Schnee stellenweise bis an die Knöpfe der Telegraphenstangen heranreicht. Der Expreßzug Kopenhagen- Jütland fam mit vier Stunden Berspätung an. 3wischen Aalborg und Kopenhagen find die Tele. phonverbindungen zerstört. In Aarhus mußte auch die Straßen bahn ihren Verkehr einstellen. In Randers hat der Schneesturm große Ueberschwemmungen verursacht. In einigen Straßen steht das Wasser in den Wohnungen einen Meter hoch. In Odensee hat der Sturm Hochwasser verursacht. Da Deichbruchgefahr besteht, sind alle Hilfsmannschaften aufgeboten worden. Sämtliche Züge von Kopenhagen gehen, soweit sie überhaupt verfahren tönnen, mit großen Berspätungen ab. So tam der Deutschlandschnellzug von Kopenhagen mit großer Verspätung in Gjedser an. Mehrere StaatsNähe von Kopenhagen allein 300 Autos aus dem Schnee heraus geholt. Die Wettermarte hat Sturmwarnungen ausgegeben. Es herrscht Frostwetter und man rechnet mit weiteren Schneestürmen. Ein sozialdemokratischer Wahlerfolg. bahnzüge auf Seeland fizen feit. Rettungstolonnen haben in der Sozialdemokratische Gemeindemehrheit. Durch den Zusammenschluß mehrerer Gemeinden ist in £ udau im Zeißer Braunkohlengebiet Neuwahl der Gemeindevertretung erforderlich gewesen. Sie fand am Sonnlag flatt und hat ein für die Sozialdemokratie in jeder Beziehung erfreuliches Ergebnis gebracht. Die SPD. 771, die kommunisten 218, die bürgerlichen Parteien 448. Es sind somit 7 jozialdemokratische, 4 bürgerliche und 1 kommunistischer Bertreter gewählt worden. Die Sozialdemokratie hat gegenüber der Reichstagswahl ihre Stimmenzahl vermehrt, die Bürgerlichen und die Kommunisten haben Stimmen verloren, die Nationalsozialisten haben überhaupt feine Cifte zustande gebracht. Gegen Filmreaktion. Sozialdemokratische Anträge im Reichstage. Die Sozialdemokratie hat zum Reichshaushalt des Innern, der heute zur Berhandlung steht, folgende Anträge eingebracht: Der Reichstag hält das Verbot des Films 3m Besten nichts Neues" fachlich für nicht begründet. Er erwartet von der Reichs regierung, daß diese alle Vorbereitungen trifft, um die Prüfung des Bildstreifens zu beschleunigen, wenn dieser durch den Hersteller erneut vorgelegt wird. Ferner: der§ 2 des Lichtspielgesezes erhält folgende Faffung: Bildstreifen, gegen deren unbeschränkte Borführung Bersagungsgründe aus§ 1 vorliegen, sind zur Vorführung vor bestimmten Bersonentreisen oder unter beschränkenden Borführungsbedingungen zuzulaffen. Im Gegensatz zu der leeren und wirtungslosen parlamentarischen Gefte der Kommunisten nügt also die sozialdemokratische Reichstagsfrattion zur Rettung des Remarque- Films alle überhaupt gegebenen Möglichkeiten aus. Republikanische Einheitsfront. Eine Dachorganisation aller republikanischen Organisationen Am Sonntag beschloß eine von 112 Delegierten verschiedener republikanischer Organisationen des Reiches besuchte und von dem Führer des Reichsbanners, Hörfing, geleitete Berliner Konferenz einmüfig, eine Dachorganisation zur Zusammenfaffung aller republikanischen Bünde und Organisationen zu schaffen. Der Republitanische Reichsbund wurde als Dachorganisation bestimmt und beauftragt, die Initiative zur Durchführung des Befchluffes zu ergreifen. Er wird bestrebt sein, die republikanischen Kräfte in Zukunft dort zusammenzufaffen, wo sie zu gemeinsamen Affionen geführt werden müffen. Wirbelsturm tötet 160 Menschen! Suva( Fidschi- Inseln), 2. März. if ur m 160 Personen ums Leben gelommen, darunter Wie amtlich gemeldet wird, find durch den lehten Wirbelvier Europäer. Zahlreiche Personen werden noch vermißt. Gastod einer Familie. Frau und 3 Kinder als Opfer einer Tragödie.is Hanau, 2. März. Die 30jährige Frau des Bersicherungsagenten Hensberger wurde heute früh mit ihren drei Kindern im Alter von 8, 5 und 4 Jahren im Bett fotaufgefunden. Der Ehemann gab noch Lebenszeichen von sich und fonnte später ins Leben zurüdgerufen werden. Man hatte die Betten in die Küche geftellt und den Gashahn aufgedreht. Die Ursache der entsetzlichen Familientragödie ist noch nicht geklärt. 12 Mufifer ertrunken. Schweres Bootsunglück in Chile. Santiago de Chile, 2. März. Im Zusammenhang mit dem Besuch des Prinzen von Wales und feines Bruders, des Prinzen Georg, hat sich ein schweres Unglüd ereignet. 3wölf Militärmusiter, die bei einem Abend effen aufgespielt hatten, find bei ihrer Rüdfahrt nach Baldiva während der Ueberfahrt über den Clanquihui- See ertrunken. Ihr Boof war von einem anderen Fahrzeug gerammt und zum Sentern gebracht worden. Sieben andere Insassen des Bootes konnten gerettet werden. Maffenvergiftungen durch Eis. 175 Krankheitsfälle in Budapest. Budapest, 2. März. Nach dem Genuß von Eis find in Budapest Massenvergiftungen aufgetreten. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hat bie Rettungsgesellschaft in verschiedenen Gegenden der Stadt in zahi intervenieren müssen. Bis zum Sonntag ist die Zahl der Erkrankungen reichen Fällen von Ertranfungen unter Bergiftungserfcheirumgen auf 175 gestiegen. Die Polizei hat festgestellt, daß die Erkankungen auf den Genuß von Fruchteis, das alle Erkrankten in dem Cormien Warenhaus verzehrt hatten, zurückzuführen sind. Die meisten Erfrantten fonnten nach ärztlicher Behandlung aus dem Spital entlassen werden. Sechzig Berfonen liegen noch schwer. trant in den Spitälern. Sechs Patienten schweben in Lebensgefahr. Die Polizei hat den Direktor des Warenhauses verhaftet. In der Küche des Warenhauses fand man noch Reste des verdorbenen Fruchteises, die jetzt chemisch untersucht werden. land retten, Handel und Bandel neu erblühen machen, die Land Sturm aufdie Gemeinwirtschaft wirtschaft, der Induſtrie, dem Mittelstand, dem Arbeiter, den Neue Angebote an Berlin- Die Stadt lehnt ab Der Verfuch der„ Sofina", die Mehrheit der Bewag" zu erwerben, ist nicht der einzige dieser Art. Bielmehr sind, wie eine zuverlässige korrespondenz zu melden weiß, auf das Bekanntwerden andere, und zwar fubftantiierte Angebote an die Stadt der Verhandlungen zwischen Berlin und der Preag" noch zahlreiche Berlin gelangt. Auf städtischer Seite ist man aber der Auffaffung, daß es, solange mit der Preag verhandelt werde, nicht möglich sei, sich mit diesen Offerten zu befaffen. Der Wunsch der Sofina ift es bekanntlich, 51 Proz. der Anteile der Bewag zu erwerben. Die Stadt Berlin denkt jedoch nicht daran, auf anderen Jntereffenten tonne fie fich nicht befaffen, wenigstens nicht das Angebot der Sofina einzugehen. Auch mit den Angeboten der ,, soweit diese eine Affienmajorität verlangen". Mosleys neue Partei. Uebergang zur Scharfmacherfront. London, 2. März.( Eigenbericht.) Sir Oswald Moslen hat seinen Austritt aus der Labour Party vollzogen und sich selbständig gemacht. Da er nicht der Führer der Labour Party sein konnte, hat dieser ehrgeizige Draufgänger Die neue Bartei" gegründet. Mit 400 Kandidaten will Mosley in den nächsten Wahlkampf ziehen. Da er einer der reichflen Leute Englands ist, so fehlte ihm auch nicht das zu diesem Rennen nötige Geld. Es fehlen ihm ebensowenig Bersprechungen, daß die neue Partet EngGroßen und den kleinen helfen werde. Arbeitslosigkeit und Wirt schaftstrise sollen beseitigt, die Steuern niedriger und die Löhne höher werden. Dieses Sammelsurium von einem Programm stellt eine Baarung von Nationalismus und Kommunismus, Reattion und Liberalismus, eine politische Mischung von Demokratie und Diktatur dar. Für die englische Arbeiterbewegung fann das Ausscheiden Mosleys und feiner Anhänger nur nüßlich sein, denn es befreit die Labour Party von fonfusen Elementen, die ihr in den letzten Monaten wie ein Bleigewicht an den Füßen hingen, und die lediglich Durcheinander und Schaden anrichteten. fahrenen politischen Zustände in dem durch die wirtschaftliche Die neue Partei Mosleys ist ein Spiegelbild der völlig zer Krise erschütterten England. Mosleys Hoffnung auf Zuzug und Anhang beruht in der Hauptsache nicht einmal auf der Arbeiter partei. Er verspricht sich viel mehr von den Deferieuren aus den Reihen der Liberalen und der Konservativen. In beiden bürgerlichen Parteien tobt der Aufruhr, die Revolte gegen Baldwin ift in vollem Gange und die Ronservativen bestehen bereits aus zwei Parteien, die sich auch offiziell scheiden werden, wenn es den Zeitungstönigen nicht gelingen sollte, die Herrschaft an sich zu reißen. Mosley wird von den fonservativen Schutzölnern und Beitungstönigen wie ein Schoßfinb verhätschelt; und wenn eines Tages diese Erzscharfmacher zu Mosley fommen werden, gleich Hugenberg zu Hitler, so wird Mosley in den Armen der Beaverbroot und Rothermere enden. Flieger Major Franco und etwa ein Dugend anderer Offiziere find aus der Lifte des spanischen Offiziertorps gestrichen worden. Lugend kampfi für die Partei Die Arbeiterjugend Groß-Verlins marschiert Gestern sanft im Plenarsaal des Reichswirlschaslsrols die Generalversammlung der sozialistischen Ar- beilerjugeuft Groß. Berlins stall. Schon auf der Straße wurden unseren jungen Genossen kommunistische Pamphlete in die häuft gedrückt, die von einer Liquidierung der Arbeiterjugend saseln. Verloreue Liebesmüh; Die Tagung unserer Zugendgenossen bewies in ihrem ganzen verlaus, daß kommunistische Einslüfteruugen auf die Elil: des Berliner Zugeadprolelarialz ohne jeden Einfluß sind. Der gememsame Gesang des Kampfliedes„Wir sind das Vau- voll der kommenden Zeit' eröffnet« die Versammlung. Der erste Vorsitzende Genosse Erich Lindstacdt beleuchtete in seinen Ein- leitungsworten die ernste Situation, in der sich durch Arbeitslosigkeit und faschistische Gefahr der Kampf der sozialistischen Jugend ab- rollt. Große Anforderungen wurden an unseren Arbeitswillen und an unser« Ueberzeirgunigskrast gestellt. Trotzdem sind wir vorwärts gekommen, unsere Zahl hat sich um 400 Mitglieder in einem Jahr« vermehrt. Di« Herren von der„Roten Fahne', deren«pitzel vielleicht in diesem Saale sitzen, mögen sich sagen, daß die Berliner Arbeiterjugend nicht„liquidiert" ist, son- dern daß sie lebt und vorwärts schreitet. Die Anträge zu den Satzungen wurden nach den Dorschlagen des Bezirksvorstandes angenommen, lieber den Jahresbericht 1930, den Genosse Bruno Lösche erstattete, haben wir im„Jugend- Vorwärts" vom Sonntag bereits berichtet. Aus dem mündlichen Geschäftsbericht ist noch nachzutragen, daß«in Appell aus der Ver- sammlung an die Kommunalbehörden von Grotz-Bcrlin gegen den Abbau der städtischen Jugendpflege vom Bezirksvorstand der Ar- beiierjugend und von der Sozialdernokratifchen Partei Berlin- Brandenburg nachdrücklich unterstützt wird. Es geht nicht on, so sagt« der Reimer, daß bei den Einschränkungen der Ausgaben Groß- Berlins Streichungen der Mistel für Jugendpflege und Leibes- Übungen gemacht werden sollen. In der Tat würde dies, wie die vorgeschlagene Resolutton sagt, die gesamte öfscnNiche vorbeugende Fürsorge ernstlich gefährden. Ganz besonders bedenklich sind in einer Zeit größter Arbeitelosiisteii die Bersuchc, die Schutznaßnahmen für erwerbslose Jugendliche abzubauen. Die Mittel für die Jugend- pfleg« sind ohnedies unzulänglich. Was besteht, entspricht kaum den Mindestforderungen, ein Abbau würde die Jugendlichen in die Arme des Radikalismus treiben. Alle für die Jugendpflege aufgewandten Mittel aber werden sich rentieren und Segen bringen. Weider ver- langt« Lösche die Bildung eines Kartells der Arbeiterjugend, Oer Gewerkschaftsjugend, der AfA-Jugend und der Arbeitcnportler und sprach den Wunsch aus, daß die Bedenken der Gewekschasts- jugend gegen dies Kartell bald behoben werden. Scharf wandte sich Lösche gegen die K o m m u n i st e n, öle mit den Kampfmitteln der Lüg« und Dertcumdung Zwiespalt in unsere Reihen tragen und durch Spitzel- und Zersetzungsarbeit schmutzige Geschäsic machen wollen. Mit allen Kräften wehren wir uns gegen die Versuche der Kommunisten, unsere Veranstaliungen zu stören. Finden sie in Jugendheimen statt, so werden wir durch den Heimleiter für Ord- nung sorgen lassen. Falschheit und Hinterhältigkeit sollen uns nicht in unserer Arbeit stören. Aus der Diskussion über den Geschäftsbericht, sind besonders die Darlegungen der Genossen Willi Kreßmann und Erich Schmidt vom Beziksvorstand über den Widerstand gegen kam- munistische Zersetzung hervorzuheben. Kreßmann sagte: Junge Arbeiter werden als Spitzel benutzt, um unsere Kampffront zu hemmen. Diese Spitzelei ist«in Zeichen tief- sten Standes proletarischer Ehr«. Unsere Kritik, die unter uns aus- getragen wird, will die große Masse unorganisierter junger Arbeiter gewinnen. Und wenn die Komunisten daraus fälsche Schlüsse ziehen, so sag«n wir ihnen, daß die Sozialdemokratische Partei und die so- zialistische Arbeiterjugend die Organisationen der Arbeiterklasse sind. Wir sück» nicht zu liquidieren, wir schreiten voran und sind über- zeugt von unserem Siege über Kommunisten und Nationalsozialisten. Erich Schmidt sagte: Wenn wir unter uns kritisieren, dann soll die kommunistische Jugend nicht glauben, daß sie fähiger ist als wir. Wir sind im Gegenkeil der lieberzcugnng, daß niemand unfähiger ist, der prolekarischen Zngend weikerzuheksen. als gerade die Kommunisten. Di« Anträge fiirden zum großen Teil einstimmige Annahme. Anträge auf Aendcrungcn im Jugendsekretariat werden nach längerer Debatte in einer vom Genossen Künstler vorgeschla» gonen Form von 0er Versammlung genehmigt, daß der neugewählte Bezirksvorstand der SAJ.-Verlin in Gemeinschaft mit dem engeren Bezirksvorstand der Partei die Aufgabe hat, die Möglichkeit des Ausbaus des Jugendsekretariats zu prüfen. Di« Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Zum 1. Vorsitzenden wurde Genosse Erich Schmidt mit 99 Stimmen gegen Genossen Lindstaedt(92 Stimmen) gewählt. In den Bezirksvorstand sind zu Jugendvcrtretern Walter Marotzke(116). Richard Meier(146), Fritz Reimann(löl), Friedel Schmiedel(132), Erich Schneider(131) und Gustav Seegcr(!2ä), zu Parteioortretern Willi Kreßmann(112). Erich Lindstaedt(39), Max Schwarz(69) und Theo Thiele(96), zu Revisoren Horst Bcrthold(135). Erich Lock(127), Franz Bothur (130), Nathan Klein(134) und Rudi Langhammer(116) gewählt. Der nrugewählte Vorsitzende Genosse Erich Schmidt betonte in einer kurzen Ansprache, daß gerade scharfe AuscinanOerfetzungen innerhalb der Organisation gesimd und förderlich sind. Sie werden unseren unaushaltsainen Fortschritt nicht hemmen. Trogen wir Mai- nungsverschieden aus, indem wir die ehrliche Ueberzcugung des anderen innerhalb der sozialistischen Jugendbewegung anerkennen. Das ist«ine Boraussetzung dafür, daß wir die große Idee des prole- tarifchen Kampfes vorwärtstragen. In einer Zeit gesellschaftlicher Umschichtungen hat die arbeitende Jugend gewaltige Ausgaben. Machen wir sie zu einer festen Bastionen diesem Kampfe. Das sei das Leitmotiv für unser neues Arbeitsjahr. Der gemeinsame Gesang der ersten Strophe der Arboitermar- soillaise schloß die Generalversammlung. Sie war den Freunden zur Ehre, den Feinden zur Lehre, in ihrem neunstündigen Verlauf van der ersten bis zur letzten Minute«in Beweis dafür, daß die Berliner Arbeiterjugend in unerschütterter Einigkeit unter der Fahne der Partei im Kampfe steht. Ein Komödiantenstück Komödienhaus:„Eine königliche Kamilie" Eine Dynastie von Schauspielern: 70 Jahre die älteste, 40 die mittelste, 20 die jüngste. Probe, Abendanssührung, Schminke, Skandal. Ruhm, Durchfall, weder Zelt zum Schlafen noch zum Essen. Wer das nicht kennt, wer das nicht liebt, weiß nichts vom Komödianten. Die Aeltcste! Einmal im Leben sagt sie ab— als sie den Sohn zur Welt brachte, diesen Berrücktcn, dies Genie, dies Wild der New-Iorker Reporter, den Filmstar, halb Charlie, halb Fairbants, halb Alespone. Der Junge will immer Gentleman sein, Philosoph oder heiliger. Er wird niemals etwas anderes sein als Clown, Kuliffe bis in die Knochen. Als die Doyenne ihr« Tochter zur Welt brochtc, brauchte sie nicht abzusagen, denn Julia wurde am heiligen Abend geboren, und dann sind ine Theater geschlossen. Gott sei Donk! herrliches Komödianten- schicksal! Solche Pointen, komisch und ernsthaft, flitzen durch die Schau- spielertomödie der Autoren Kaufmann und F e r b e r. Natürlich hat die ganze Familie einmal, nein.hundertmal, die Sehn- sucht, statt Sotfittenstaub Landsreihest und Blumenduft zu atmen. Doch stets liegt im verführerischen Augenblick ein neues wtück vor, eine neue Bombenrolle. Der Theatertölpel ist sogar starker als der Milliardär, der sich und fein Vermögen Julia zu Füßen legt. Alles das trieft von Rührseltgkeit, doch meist ist es lustig und beinahe wahrhaftig. Das Stück vom Leben der Schauspieler ist mit Theateressetten geladen. Es ist ein grobes Handwerkerstück, doch«« darf nicht anders sein. Der Stoff reizt unsäglich, obwohl die Ver- arbeitung ofl scheußlich ist. Wichtiger ist die Ausführung. Die Komödianten schwimmen in ihrem Ilrelement. Adele S a n d r o ck spielt die Patriarchin, die ewige Kunstzigeunerin, die mit Erinnerungen gelpickt und auch dem Rum nicht obhotd ist. Die alte Dame sink: in Ohnmacht und stelzt am Stock, doch sie wird sofort wieder lebenstoll, da sie den Musen- stall wittert. Eugen Burg und Rosa B a l e t t i bilden das Schmierantenpaar, stets verzankt, weil einer dem anderen die Kulissenparade streitig macht. Selbstpersiflage bis zur Selbst- «ntäußerung. Maria Fein stolziert und ziert sich als die Heroine in der zweiten Linie. Sie ist kostbor verlogen und doch goldecht. Es folgt T h o n y. dos männlich« Element im Komödioistennest. W o h l b r ü ck spielt den irrsinnigen Aufschneider. Er schlägt die Volte mit dem Maul, mit Armen und mit Beinen, er ist Akrobat und Liebhaber, lächerlich und zum Anbeten, immer Extrem. Als jüngstes Kind der königlichen Komödiantenfamili« Gwen: kaum hat sie den bürgerlichen Honigmonat ausgekostet, als sie schon wieder nach dem Theater schmachtet. Edith Edward spielt die Rolle tapser, sogar täuschend ähnlich nach dem Leben. Felix Bressart gibt den Impresario, schnoddrig, geldgierig, mit dezenter Mauschelei. Anders ist alles das nicht vorzustellen, nur eine Angst hört nicht auf: der Gedanke, daß schlechtere Künstler dies« wundervolle Verlogenheit und Verrücktheit durch drei Akte verschleppen und zer» trampeln könnten. Man grout sich, an so etwas zu denken. dl« Hochdorf. Stegerwald gegen Schiele. Zollpoliik verursacht Arbeitslosigkeit. Der Haushaltsausschuß setzte die allgemeine Aussprache über den Etat des Arbeitsministeriums fort. Der Abgeordnete Schwarzer(Bayr. Dp.) betonte, daß ein« Verkürzung der Ar- beitszest schon aus Gründen der technischen Entwicklung irgendwie c intreten müsse. ZNe Doppelverdiener müßten beseitigt werden. D ö b r i ch(Landvolk) meinte, bei der Krankenversicherung und bei den Berufsgenossenschastcn werde noch viel neben- und gegen- einander gearbeitet: hier müsse eine grundsätzliche 2l«nderuirg«in- treten. Der Minister Stezerwoid erklärte in Veantwortnnz der an ihn gerichteten Frage-?. daß mit zollpolilischen Maßiiahinen vielleicht in Zukunft die Landwirischofk?i-n-n Do-te-l haben könne, dojiir würde aber in der Gegenwart durch jene Maßnahmen die Arbcilerslojigkcit verqroßerl werden. Deswegen müsse man mit solchen agrarpob'tischen Hilfsmitteln sehr vorsichtig sein. Di« amtliche Lohnpolitik sei viel weniger am Lohn- ab bau beteiligt, als man wahr haben wolle. Auf die Zunahme der Arbeitslosigksit habe der Wahlausiall vom 14. September viel mehr Einfluß gehabt, als die amtliche Lohnpolitik. Die groß« wirst. hastlich s Frage der nächsten Zeit sei die U m- Wandlung de-' kurzfristigen Anleihen der Kom- m u n e n. Mit der bisherigen Preissenkung sei er— sa erklärt« er— ebenfalls durchaus nicht zuicitden. Für Schuhsohlen und Absätze müsse man z. B. auch immer noch doppelt so viel zahlen, wie in der Vorkriegszeit, obwohl das Lsder billiger fei als damals. Wenn nicht bald eine wirklich« Preislenkung komme, müsse er es ablehnen, immer wieder mit einer zweiten Lohnsenkungs- welle zu kommen. Vor dem Kriege war der Reichstag nur eine Beratungskörperschast, der Bundesrat regierte. Die jüngere Generation mache sich keine vorftellong von den Verhältnissen der vorkriegszeil Deutschland habe seinen wirtschaftlichen Tiespunkt erreicht, aber viele Länder, die unsere Daren abnehmen, haben ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht. Deswegen werde 1931 noch ein schwere» Jahr sein! Einstein am Mesenrohr. Die neuen Versuche des Forschers in Amerika. Professor Einstein unternimmt auf seiner Reise durch Amerika gemeinsam mit Professor Micheison Versuche, deren Ziel eine noch genauere Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit ist. Aehnlich« Ver- suche haben ja Einstein zur Begründung seiner Theorien gefühn. Di« Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit ist zuerst durch Foueault erfolgt, der sicherst« Versuch ist im Jahr« 1924 van Micheison unter- nommen worden. Damals ging ein Lichtstrahl vom Mount-Wilson- Observatorium zu dem 35,2 Kilometer entfernten Spiegel und wieder zurück. Die Idee der Messung beruht auf folgendem Prinzip: der Strahl wird an der Ausgangsstelle durch einen sehr rasch rotierenden Spiegel an die entfernte Stelle geworfen, kehrt in gleicher Richtung zurück, doch hat sich der Spiegel nunmehr um ein winziges Stückchen gedreht, so daß der zurückgeworfene Strahl nunmehr unter einem etwas änderen Winkel den Spiegel verläßt. Dieser Winkel ist«in Maßstab für die zwischen dem ersten und zweiten Aufireffen auf den Spiegel verflossene Zeit, somit für die Lichtgeschwindigkeit. Man versuchte sogar, den Strahl zwischen zwei 140 Kilometer entfernten Punkten wandern zu lassen, aber der Versuch mißglückt« iufolge schlechter Sicht in nebliger Atmosphäre. Nunmehr wird der Versuch so wiederholt, daß der Strahl durch ein Fenster in ein 1,6 Kilometer langes, leergepumptes Wellbl«hrohr fällt, dort zehnmal durch Spiegel» Wirkung hin- und hergeht und durch ein Fenster wieder in den Meßapparat austritt. Zum Auspumpen benötigen Pumpen von 20 PS 15 Stunden, da das Gesamtvolumen der Röhre 10 000 Kubik- meter beträgt, der Gesamtdruck aus die Röhr« beträgt 55 000 Tonnen. Die Lötstellen für die Längsnäht« des Rohres haben eine Länge von 7 Kilometer. / Iubilaums-Maiinee von Artur(Schnabel Volksbühne. Seit 25 Jahren hört das Stammpublikum der Bolksbühne all- jährlich Meister Schnabel«in- oder mel)rerema1. Diese große Vorliebe hat aber der treuen Gemeinde nicht etwa durch Einseitigkeit geschadet, wie es wohl vorkommt, sondern ihre künstlerische Kultur gefördert und oertieft. Ob er früher mit seiner Gattin Therese oder mit seinen Genossen Karl Flesch und Hugo Becker auftrat, fast immer spiest« er Sonaten unserer klassischen Meister. Und gerade in dieser großzügigsten aller Formen ist er der Be- rufensten einer. Mögen andere in den kleineren„Nummern' vielleicht durch einschmeichelnderen Anschlag oder farbenfreudigere Stimmung ihn noch überflügelt haben, hier, in dieser ernstesten aller Musik- domänen ist er der Herr. Wenn man von ihm eine Brahms- oder Beethovensonate genossen hat, dann vermag man aus längere Zeit dieselben Werke nur noch von wenigen Ebenbürtigen anzuhören. Schnabels ungeheurer Ernst, sein« gewaltige Cestaltungskrast und eherne Energie meißeln da Meisterwerke, an die keine Kritik heranreicht. Und wie arbeitet dieser Künstler an sich selbst! Schnabel hat gestern ln der Volksbühne unter dem begeisterten Beifall seiner verständnisvollen Hörer die L-Moll von Brahms in gigantischer Größe hingestellt, die rassige, fast ungarische J-Moll von Mozart mit elektrischen Fingern hingezaubert und die Waldstein-Sonate von Beethoven in all ihrer stürmischen Romantik erstehen lassen. Es ist nicht das schlechteste Lob für ihn, daß er das Schönste immer in den großen Spannungsmomenten der Ecksätzc und den wunderbar empfundenen langsamen Sätzen gibt. Das Andante und der tragische„Rückblick' in der?-Moll, das Adagio in der Waldstein- Sonate wird bei allen Zuhören: noch lange nachhallen. Mögen Volksbühne und Älaviermeister noch lange In innigster Gemeinschaft mit einander verbunden bleibenl!!. M. Troßkl» Haus auf Priafip ist durch Feuer völlig zerstört worden. Die Garderabe und zahlreich« Wertgegenstände. die Bibliothek, sowie Trvtzkis Bücher mit zahlreichen Randbemerkungen und Einlagen sind verbrannt. Gerettet worden ist angeblich nur das Archiv mit dem umfangreichen Briefwechsel Tvotztis mit Lenin. Tratzki soll schwer trank fein. Vetter für Verlin: Ruhiges, zeitweise Hefter« Wetter ohne nemienswerte Niederschlag«. Nachts kalt, Tagestemperaturen nahe bei Null. Für Deutschland: Im größten Teile des Reiches kaltes und niederschlagsfreies Wetter, nur im äußersten Südwesten Trübung und etwas Milderung. Abschied vom„Sterbenden Schwan". Kroll.Oper. Eine Gedächtnisfeier für Anna Pawlowa fand gestern mittag in der K r o l l« O p e r statt. Ueberfüllter Zuschauerraum. die Berliner russische Kolonie stark vertreten. Der erste TeU der Darbietungen brachte einen klugen und feinen Lortrog Labans. Er pries die Verstorbene als die in ihrer Art große Künstlerin, die die Tanzbühne zu einer Stätte leuchtenden Lebens machte, wie wir es in Wünschen und Träumen schauen. Ein Vortrag von Heinrich Mann litt unter mehreren tatsächlichen Irrtümern. So stammt die Choreographie von Pawlowas Meisterleistung, dem„Sterbenden Schwan", nicht von der Tänzerin her, sondern ist für sie von Fokin komponiert worden. Die beiden Gedächtnisreden wurden von Musik- vortrügen umrahmt. Das Orchester der Siaotsoper brachte„Das Lied des Schicksals" von Glazounofi, Georg Baklanosi fang die Arie des Fürsten Schaklawity aus Mussorgskys Oper„Ehowantschina', die Professoren Enrico Mainardi und Saal spielten den„Sterbenden Schwan'. Während ihres Spiels zog der blau« Lichtstrahl, der einst den Tanz der Pawlowa beglellete, langsam über die leere Bühne. Im zwsftsn Teil gab es tänzerische Vorführungen. Das Ballett unserer Städtischen Oper zeigte Fragmente aus dem 1. Akt der „C o p p e l i a' in der meisterhaften Inszenierung von L i Z Z i e Mäudrik: den Franz tanzte Jens Keith, die Swanilda Alice U h l e n— zwei bekannte Glanzleistungen. Ein choreo- graphisches Poem„La Valse' wurde von der Ballettgruppe Eugen!« Eduardowo vorgesührt, und die schmissigen Wirbel der P o l o w e tz o r- T ä n z e aus Borodins„Fürst Igor"(Ballett der Staatsoper unter Laban) mochten den Schluß. Im Rittersaol waren Zeichnungen de» verstorbenen Maler- Ernst Oppler und Pawlowa-Bilder von Artur Gnmenberg durch die Galerie Flechcheim ausgestellt.' J. S. Das Philharmonische Orchester in London. Mit großer Be- geisterung Hot London am Sonnabend das Berliner Philharmonische Orchester begrüßt, das seine diesjährige Äonzertr-ise in England mit einem Konzert in der Londoner Queenshallc eröffnete. Dos hous war bis auf den letzten Platz gefüllt. „D>« Gesellschaft der Menschenrechte". Czotvrs Drama um Georg Büchner, das jetzt mft großem Erfolg t» der Rolksbühn« gespielt wird, ist als Buchausgabe im Verlag Paul Zsolnäy erschienen. Kurl weills Schulopcr„Der Zasager' ist nun auch mft bestem Gelingen in der Walther-Rathenau-Schut« in Neukölln ausgeführt morden Mft Ausnahme der Rolle der„Mutter' und der Bläserstimmen konnten im Sinne der Aufgabe, die der Komponist der Schul« gestellt hat, alle Gesangs- und Jnstrumentalpartien von Schülern wiedergegeben werden. Unter der sachkundigen, be- geisternden gülzrung Siegfried Günthers waren all« Beteiligten mft Hingabe bei der Sache. Der Erfolg war so groß, daß die Auf. sührung noch dreimal wiederholt werden konnte. Um den proletarischen Chor Generalversammlung des Arbeiterfänger- Bundes, Gau Berlin Am Sonntag hielt der Arbeiter Sänger- Buud, In der Diskussion wurde auf das Heranziehen der Jugend Gau Berlin, im Gewerkschaftshaus feine Gene- noch einmal eingegangen. Der Diskussionsredner verlangte, daß ralversammlung ab. Der Vorsitzende, Genoffe Schneider, man ihr die Kost vorfeßt, die fie verlangt. Leider ist feine richtige gab eine gedrängte Uebersicht über die Tätigkeit des Bundes Literatur dieser Art vorhanden. Eine Behauptung fibrigens. die als im vergangenen Jahr. problematisch angesehen werden kann. Unter dem Drud der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise ging die Zahl der Mitglieder zurüd. Aber die Befürchtung, die man gehegt hatte, erfüllte sich nicht, da ein Teil der Ausgeschiedenen burch neue Mitglieder ersetzt wurde. Trotz der allgemeinen Nate fage gelang es 13 neugegründete oder schon bestehende Bereine dem Gau anzugliedern. Diesem Erfolg steht mur ein Berluft von sechs Chören gegenüber, die an sich schon nicht mehr lebensfähig waren. Der Bestand ist heute mit 228 Vereinen zu beziffern. Einen Erfolg erzielte der Gau vor allem durch die in regelmäßigem vierzehntägigem Turnus miederkehrender Chorsorträgen im Rundfunk. Hier bietet sich die Gelegenheit, auch Außenstehenden zu zeigen, was die Arbeiterfänger in fünstlerischer Beziehung leisten. Auch für gemeinnützige Zwede wurden im vergangenen Jahr eine Reihe von Konzerten peranstaltet. In Itersheimen, Rrantenhäusern, in heil. und Bflegeanstalten wurde 87mal gesungen. Außerdem fanden acht Ronzerte in Strafanstalten statt, neben den fünftlerischen Veranstaltungen auf freien Plätzen und für die Bezirks und Wohlfahrtsämter. Um den Tendenzchor. Im Mittelpunkt der Debatte stand jebody eine andere Frage, die für die Konzerttätigkeit der Chöre von großer Bedeutung ist Eine Anzahl Vereine hatte im Laufe des vergangenen Jahres Konzerte und Morgenfeiern mit ausgesprochenen tendenzmäßig angelegten Programmen veranstaltet, und diese Beranstaltungen zeigten meistens schlechten Besuch und finanzielle Mißerfolge. Es tam daher zu der Diskussion, in welcher Form sich Chortonzerte aufzubauen haben. Borwürse wurden wegen dieser Feststellung gegen den Borfigenden, Genoffen Schneider, erhoben. Man behauptete, er fei gegen Tendenzlonzerte. Keineswegs steht Genosse Schneider da gegen, alfo gegen Konzerte, die allein in ihren Darbietungen den proletarischen Standpunkt betonen. Aber entscheidend bleibt ein anderes Moment: ein Konzert muß rationell aufgebaut sein. Es geht nicht an, daß nur eine Richtung betont wird. Es bedeutet eine Bünstlerische Steigerung, wenn man Abwechslung bietet. Auch Kart Fehse, der Bundesvorsitzende des DAS., wies an Hand der großen öffentlichen Aufführungen und der angenomunenen Kompofitionen nach, daß unter feinen Umständen der Leitung Rüdständigkeit vorgemorfen werden kann. Die Zentrale tut alles, um die Tendenz literatur zu unterstützen und zur Aufführung zu bringen. Das große Gaufeft, anläßlich des 40jährigen Bestehens des Berliner Gaues im Mai dieses Jahres wird davon Zeugnis ablegen. Es kommt darauf an, daß sich die Arbeiterfängerbewegung allmählich und organisch entmidelt. Eine große Humanität und Toleranz ist dazu notwendig. Die Arbeiterfänger müssen ihre proletarische Tendenz betonen, aber es ist nicht notwendig, daß sich Tendenz auf Tendenz häuft. Außerdem wurde noch ein anderes Problem behandelt, nämlich das der Jugendchöre Die Jugend tommt nicht in dem richtigen Maße mit. Erfolge sind allerdings bei Fichte- Georginia, zu vere zeichnen. Ueberhaupt ist der gesellschaftliche Zusammenhang in den den großen Chören verloren gegangen. Der Chormeister muß es vers stehen, die Menschen zu erfaffen. Theater, Lichtspiele usw. Montag, 2. 3 Staats- Oper Unter d. Linden 182. A.-V. 191 Uhr Montag, 2. 3. Städt. Oper Bismarckstr. Geschl.Vorstilg. 20 Uhr Der Aida Troubadour Ende 23 Uhr Staats- Oper Am Platz der Republik. V.-B. 20 Uhr Der Barbier von Sevilla Ende 22 Uhr Oeffentl. Kartenverkauf Kein Kartenverkauf Staatl. Schausph. ( am Gendarmenmarkt). 32. R.-S. 20 Uhr Gustav Adolf ( Der 30 jährige Krieg) Ende 22 Uhr Kein Kartenverkauf Staat. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Scherz, Satire, Ironic und tiefere Bedeutung Ende gegen 221 Uhr GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 Uhr. Im weissen Rössl. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesetzung billige Preise. Regie: Erik Charell. 8 Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr Lothringer Straße 37. Trotz des großen Erfolges nur bis 8. März Onkel Kühn aus Neuruppin und ein erstkl. buntes Programm! Montag, den 9. März zum 1. Male O diese Schwiegerväter Gutschein 1-4 Personen Fauteuil 1,25 M, Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PL, Rang 60 Pi. Täglich 8.15 DAS BLAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFENBACH THEATERIM ADMIRALSPALAST Winter Garten 815 Uhr. Zentr. 2819. Rauchen erlaubt. Young China, Neue asiatische Kunst Duncan Collles, Bunde- Komödie und weitere Varieté- Neuheiten ROSE -Theater „ Die schöne Helena" Heute 8.15: Zum 50. Male Dienstag 8.15: Zum letzten Male „ Die Faschingsfee“ Operette von Kalmán Premiere Mittwoch, den 4. Märs 8.15 Uhr In den Hauptrollen: Karl Gulllch, Edgar Kanisch, Kurt Mikulski, Loni Pyrmont, Traute Rose, Hans Rose, Erich Wilde Preise von 50 Pf. bis M 3 Ab 4. März allabendlich: ,, Die Faschingsfee" Das Parfüm meiner Frau ausnahmsweise nur Donnerstag u. Freitag 5.30 Uhr Gr. Frankfurter Str. 132 U- Bahn Strausberger Platz Alexander 3422 und 3494 6 tägiger Vorverkauf! HAUS VATERLAND KURFURST 7460 Das # ergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Von den eingegangenen Anträgen wurden zwei sehr wichtige angenommen, die sich mit den finanziellen Noten der Chöre auseinandersehen. Den in ihrer Lebenseristenz bedrohten Chören muß Hilfe gebracht werden. Die Frage wird untersucht, ob nicht durch planmäßige Konzentrierung der Kräfte und durch Förderung der Zentralisation dieses Ziel erreicht werden kann. Außerdem soll mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß die Schulaulen für die Uebungsstunden unentgeltlich den Ber einen überlassen werden. Die Wahl bestätigte von neuem Genossen Schneider als ersten Vorsitzenden. In seinem Schlußwort mies er noch einmal darauf hin, daß die Arbeiterfänger jede fleine Intereffenpolitif auf zugeben und eine großzügige Kulturpolitik zum Heile des Proletariats zu betreiben haben. Das Recht auf Freude. Die ZDA. Mitglieder laffen sichs nicht nehmen. Das Winterfest am Sonnabend in den Räumen des 300 mar von über 7000 Mitgliedern des Zentralverbandes der Angestellten und deren Angehörigen besucht. Die Organisationsleitung sorgte dafür, daß die Ueberschüsse der Veranstaltung den Erwerbslosen zu tommen. In allen Sälen wehte die Fahne des Verbandes, die in ihrer Farbenstellung den Willen zum Kampf für eine beffere Zukunft und das Bekenntnis zum demokratischen Volksstaat verkörpert. Zu den fünstlerischen Darbietungen waren Kammerfänger Kart Jöfen, Violetta de Strozzi von der Berliner Staatsoper, die Ballettgruppe der Staatsoper mit Jens Reith, erster Solotänzer, die Robbyfon- Girls, Senta Söneland, Edith Braun und die drei Kutirolers gewonnen, während erste Tanzkapellen den längeren Teil des Programms bestritten. Die reichbeschickte Tombola mar bald gestürmt. Die ganze Veranstaltung bemies, daß gerade in Zeiten der Not einige Stunden frohen Beisammenseits das Gefühl der Berbunden heit stärker und inniger gestalten können. Die Jugend vor allem läßt sich das Recht auf eine paar frohe Stunden nicht streitig machen. Drüben wie hüben. Immer noch mehr Arbeiter werden entlaffen. Kaffowih, 2. März.( Eigenbericht.) Die Donnersmard- Hütte in Hirbenburg wil thre Röhrengießerei ftillegen und 260 Arbeiter entlassen. Die Entlassungspläne der Industrie haben innerhalb ber beiterschaft außerordentliche Erbitterung hervorgerufen.. Zehn Prozent Lohnkürzung! Die chemische Industrie will sich gesund machen. Lohnnertrag für Berlin und die Provinz Brandenburg zun 31. März gefündigt. Die Unternehmer fordern eine Lohntürzung von 10 Prozent. Wie die Chemieherren diesen Lohnabbau begründen mollen, das ist vorläufig noch ihr Geheimnis. Doch was braucht's Begründung, die Konjunktur zum Lohndruck ist günstig. Der Arbeitgeberverband für die chemische Industrie hat den Der Lohndruck in Oesterreich. " In einigen Fällen bis zu 48 Prozent! Wien, 2. März. In der gesamten österreichischen Elektroindustrie sind die Stollektivverträge gekündigt worden, ebenso wie in der Metall. und chemischen Industrie Verhandlungen über den Abschluß neuer Kollektivverträge geführt werden. Die im Stahlmerts. verband zusammengeschlossenen Unternehmungen mallen bereits heute, Montag, eine Herabsetzung der Affordlöhne von 12 bis 25 Prozent in Kraft treten lassen. In einigen Fällen soll die Herabfeßung fogar bis zu 48 Prozent gehen. Der Steierische Heimatschutz veranstaltete in Brad an der mur unter freiem Himmel eine Protestversammlung gegen den Dom Stahlwerksverband angefündigten Lohnabbau. tam es zu großem Krach. Die Gummiknüppel der Polizei reichten nicht aus, so daß die Gendarmerie mit gefälltem Bajonett ,, Ordnung" schaffte. Ergebnis: fieben Personen mehr oder weniger schwer verlegt. Bezeichnend ist immerhin, daß selbst die gelben Heimat. Schüler gegen die Lohntürzungen protestieren, obwohl sie sich als Gelbe das Recht dazu moralisch verscherzt haben. Wie das bei dem Heimatschuh" taum anders zu erwarten, Wozu den Oberlotsen? Das Lotsenwesen im Königsberger Seetanal unter steht einem Lotsenkommandeur in Pillau. In all den langen Jahren genügte dies. Jetzt will man unbedingt in Rönigs berg in Preußen einen beamteten Oberlotsen einstellen, der die in Königsberg in Preußen stationierten Lotsen beaufsichtigen foll. Irgendwelche Gründe für diese Notwendigkeit sind nicht zu erfennen. In all den Jahren haben die in Königsberg in Preußen statio= nierten Lotsen ihren Dienst zur vollsten Zufriedenheit ihrer vorgesetzten Behörde, sowie der intereffierten Schiffahrtstreise verrichtet. Irgendein Betätigungsfeld für den Oberlotsen ist nicht vorhanden. Trotzdem soll die Einstellung erfolgen. Seit etwa einem halben Jahr steht auch schon eine Dienstwohnung, gemietet non der Basserbaudirettion, für den Oberlotsen zur Verfügung. Da fie nicht bezogen ist, zahlt die Verwaltung Monat für Monat den MietIm Kohlenbezirk von Polnisch- Oberschlesien stehen neue Arbeiter entlassungen bevor. Zahlreiche große Gruben, darunter der Don nersmard Konzern, haben umfangreiche Entlassungen beantragt. Teilweise beabsichtigen die Werke, die Hälfte ihrer Gesamtpreis für die leerstehende Wohnung von ca. 100 m. belegschaft zu kündigen. D G Insgesamt werden mehrere tausend Arbeiter von den Maß nahmen betroffen werden. Die Pleß Gruben fordern u. a. die Schließung der Grube, Alexander I. Dadurch würden weitere 1000 Arbeiter brotlos. R Bielleicht nimmt das Reichsvertehrsministerium diese Gelegenheit zum sparen an richtiger Stelle alsbalb wahr. Berantwortl. für die Redaktion: Serbert gepere, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Sierzu 1 Beilage. Die schönsten Frauen in Badetrikots" STRAND BALLETT- WEEKEND KABARETT Großer Bal am Strande BOMBENBETRIEB in STRAND KORBEN -FEEN HAFTE- BELEUCHTUNG. -KEIN- WEINZWANG⚫ -EINTRITT- FREI Steinmeier FRIEDRICHSTR.96.AM BAHNHOF: Theater In Piscator- Bühne Deutsches Theater Die Komödie Alex. 4592-93. Kleines Theat. Barnowsky- Bühnen Wallner- Theater) Volksbühne Täglich 2 Vorstellungen Theater am Bülowplatz. Gesellschaft der 8 Uhr 7 Uhr 1x ist keinmal 9 Uhr der Stresemannstr. 8% Uhr 8. Uhr 8% Uhr Täglich 8% Elisabeth Die Fee Sondervorstellung Menschenrechte Liebe unmodern Amphitryon 38 desFriedrich- Wolf- Komitee Von England von Franz Moinar So. u. Stg. 8 Uhr Traute Flamme Hans Albers Grete Reinwald in Liliom Vorstadtlegende von Franz Molnar Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr: Scherz, Satire, Ironie u. tiefere Bedeutung Staatsoper Am Pl.d. Republik 8 Uhr Der Barbier von Sevilla Will Kaufmann, Heinz klubertanz Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937. 8 Uhr Ritter Blaubarts achte Fran RenaissanceTheater Steinplatz 6780 8½ Uhr Muß die Kuh Milch geben? Pr.0.50 bis 13.50Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnowsky Komödlenhaus Täglich 8% Uhr Eine königliche Famlile Neues Theater am Zoo Am Bahnh. Zoo. Stpl. 6554 Nur noch bis 5. März! Täglich 8 Uhr Der gr. Lacherfolg! Das öffentliche Aergernis Preise bis& M Cyankali Rose- Theater von Ferd. Bruckner Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele 8% Uhr: Gr. Frankfurter Str.132 Pariser Tel. Alex 3422 u. 3494 815 Uhr Platz 13 von Vicki Baum Die schöne Helena Regie: Gustaf Gründgens Reichshallen-Theater Regie: Stefan Hock. KurfürstendammTheater Bismarck 449 8 Uhr Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regie: Max Reinhardt Theater d. Westens Täglich 8% Uhr: Schön ist die Welt Franz Lehárs Operetten- Erfolg Sonntag, nachm. 123 Verkäufe Möbel Batenimatrakeu Metalbetten, Auflegematraken, billige Preise Chaiselongues, Wal Schön ist die Well ter, Stargarderstraße achtzehn. Reingaden Komische Oper Mabel- Ubelsmans 8 Uhr Kleine Preise Peppina unter persönlicher Leitung des Romponisten Robert Stolz in der Premierenbesetzung Lustspielhaus nur noch Meganberstr. 14/ 14a Sensationspreise! Mahagoni Schlafimmer, Gelegen heitstauf, 370Rußbaunt, Bizn baum, Birke, Eiche, 345,- Speifeaim mer mit Rristallni. trine 295,-: Serrenaimmer 285: Rüchen 85,-: Eina Kurt Götzmöbel au Guott Täglich 8 Uhr Der Lügner u. die Nonne preifen! Riefenauswahl! Langjährige Garantie! MusikInstrumente Sintpianos, Lessing- Theater iepianos aus ilber preismert. Diens'ag, 3. März, Pianofabrit gint, 7% Ubr: Die schöne Losseff, Schollwer, Fuß, Alexandra Vespermann, Sikla Elite- Sänger Kottbuss. Str. 6 Tigl. 81 Uhr Der lustigste Abend! Sonntags Bachm.31% Ubr ermäß. Preise. Fillhalter bei Abends Sonntag Nachmittag Uhr Metropol- Theater JUERGENS Stettiner Sänger Das neue Programm! Preis- Abbau: Num. Parkett 75 Pl. Mittel- Parkett 1 M Orchestersitz und Logen 1,50 M. Nachm. ermäßigte Preise! Volles Programm! Donhoff- Brettl: Variete- Konz.- Tanz Mittwoch, 4. März, 7% Uhr Kalman- Premiere Das Veilchen V Montmartre Gitta Alpar, Anni Ahlers, Karl Jöken, Rid. Waldemar a. 6., Ergon Bosig als East Brunnenstraße 35 ianos-Flügel, Riefenlager, Bech ein. Blüthner, Steinway, Schwech ten, Salonpianos 275,390,-, 425,-, gebrauchte Abend toth. Botsdamer ftraße 74. Kaufgesuche 8inn Rabugebiffe, Blatinabfälle, Quedfilber, metalle ,. Gilber fchmelze. Goldschmel zeret. 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Im Kapland waren Epidemien die Ursachen rambo in der Kalahari leben noch einige versucht besonders die Deutschen später in Südwest die Busch dieser Entnölkerung; Epidemien, die allerdings von europäischen Sippen, deren Tage wohl auch gezählt sind. leute dem neuen Leben anzupassen, indem sie die Kinder Schiffen eingeschleppt waren. Im Transvaal, Freistaat und in Unzähmbar wild, durchstreifen sie diese un- der gefallenen oder gefangenen Buschleute aufzogen, indem sie den Natal war die Entvölkerung durch die mit unerhörter Grausamkeit mirtlichen Teile Südwestafrifas, schlafen Buschleuten selbst wildreiches Land zumiefen, fie als Farmarbeiter geführten Raubzüge der Sulus verursacht. So hat der Sulu in flachen Erdmulden, die sie notdürftig anstellten usw. Im ersten Fall hat der Krieg das Experiment fatta, der schmarze Napoleon Südafrikas", den ganzen mit abgebrochenen Zweigen gegen den unterbrochen. Alle anderen Bersuche scheiterten aber an der un Dranjefreistaat und meite Riftengebiete am indischen Ozean ente talten Nachtmind schützen, jagen mit Gift- bezähmbaren Wildheit, Verschlagenheit und Faulheit des Busch völfert. Moseletatse auf der Flucht vor Tschatta, von dem er pfeil und Schlinge und manns. Stehlen Bieh abgefallen mar, verwandelte mit feinen Matabele Jmpies Einer meiner Boys" ist ein Busch ( Regimentern) den Transvaal in eine Wüste, um sich so vor seinem mannablömmling. Er ist nicht viel über ein Verfolger zu schützen, was ihm auch vollkommen gelang. Dafür Meter groß. Dabei aber ziemlich fett. Bemarf fich Moseletatfe dann auf die Basutos, die ihm aber widersonders seine hinteren Extremitäten sind vor ftanden. bildlich entwickelt und quellen förmlich unter seinem furzen Jöppchen hervor. Man kann mit Leichtigkeit eine Kaffeetasse daraufstellen. Auch ohne seine überwältigend häßlichen Ge fichtsformen und fein fraufes Pfefferkornhaar verrät dieser edle Fett steiß( Steatognge), den man sonst nur bei Frauen antrifft( allerdings auch bei Hottentotten), den Buschmannabkömanling. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Buschleute, die heute fast ausnahmslos erfchredend mager und sehr tlein find, einst Mit den Hottentotten fomohl mie später mit den ver schiedenen Bantustämmen schlossen die Buren, wie man schon früh die füdafrikanischen Siedler nannte, Berträge ab, die ihnen Weiderecht ufw. an bestimmten Fleden sicherten. Berühmt wurde Franz von Sickingen auch größer und stärker waren. Doch diese Zeiten liegen sehr, sehr 3um 450.Geburtstag des ,, legten Ritters" meit zurüd. Es waren die Zeiten, als ihnen noch niemand ihre Jagdgründe streitig machte. Friedlich ist es anscheinend selbst unter diesen idealen Umtänden nicht zugegangen. In Ennangelung feindlicher Raffen betämpften sich die Familien gegenseitig. Die Jagdgebiete der einzelnen Familien waren durch markante Formen der Landschaft oder durch Steinhaufen( Heitfi- Eibib- Gräber) a bgegrenzt. Wer diese Grenzen nicht achtete, murde früher oder später mit einem Giftpfeil bedacht. Häuptlingsgewalt egiftierte nicht. Jeder half fich felbft Diese Angaben sind natürlich sehr unsicher. Neuere Forschun gen scheinen wieder anzudeuten, daß die Buschleute selbst in diesem weiteren Sinne nicht seßhaft waren und daß auch der Eigentums begriff nicht so start entwidelt war. Man hat nämlich vielfach ganze Galerien non Buschmann- Felszeichnungen( die gewöhnlich nur in Höhlen vorkommen) im Freien gefunden und hat an genommen, daß die streifenden Buschmannfamilien und Sippen nachfontmenden Sippen auf diese Weise jagdreiche Gebiete bezeichneten. Kampf mit den Hottentotten Der eigentliche Rampf begann für die Buschleute erit, als die gelbhäutigen, hageren hottentotten, von Norden kommend, in ihre Gebiete eindrangen. Man meiß nicht, non wo sie famen. Aber ihr fast mongolisches Aussehen und viele Merkmale, die auf ara bischen und malanischen Ursprung hindeuten, lassen vermuten, daß fie bereits eine weite Wanderschaft hinter sich hatten und daß der Ursprung ihrer Rasse wahrscheinlich nicht Afrifa ist. Da die Burschleute selbst nur von der Jagd lebten und über feinerlei Eigentum verfügten, fehlte ihnen auch jedes Verständnis für das Eigentum anderer. Die Hottentotten aber waren in geringem Umfang auch Biehzüchter. Ihre Ziegenherden wurden so ein leichtes und beliebtes Jagbobjekt für die Buschleute. Sie tonnten sich der Buschleute kaum erwehren, denn nie tamen hiefe in Scharen. Einen einzelnen aber in den mit Flesblöden überfäten Weidengründen zu entdecken und zu fangen, war eine schwierige Aufgabe. So herrschte ein ständiger Guerillakrieg zwischen Hotten totten und Buschleuten, in dem beide Rassen sich allmählich zerrieben. Die Hottentotten hatten aber ihre alten Jagd- und Weidegründe im Norden nicht freiwillig verlassen. Sie waren von den zahlreichen and gutorganisierten Bantustämmen langsam verdrängt worden. Die Bantus waren mehr noch als die Hottentotten Bichhirten. Aber ihren großen Herden konnten die Buschleute meniger anhaben. Die gute Stammesdisziplin der Bantus machte es ihnen möglich, die Buschleute in den von Bantus bewohnten Gebieten völlig auszurotten oder sie daraus zu vertreiben. Eine gute Zeit fam noch einmal für die Buschleute, als im Jahre 1713 eine odense uche die Hottentottenstämme dezimierte. Niemand machte ihnen nun die herrenlosen Herden streitig. Sie fonnten ein sorgen- und arbeitsloses Leben führen, an das sie sich bald gewöhnten. Zur Zeit, als die Bantustämme, vom Norden kommend, bis in die heutigen Gebiete von Transvaal und Oranje- Freistaat vorgedrungen waren, landeten in der Tafelbai die ersten euro päischen Siedler. Die Weißen greifen ein Streift man von Sidingen ab, mas dem Individuum in seiner besonderen Bildung, Naturanlage usw. angehört, io bleibt übrig Göz von Berlidingen. In diejam letzteren miserablen Kerl... Kari Marg. Wenn Franz von Sidingen nichts weiter für sich hätte, als daß er Ferdinand Lassalle den Bormurf für seine einzige Tragödie geliefert hat, märe feine Gestalt schon näherer Betrachtung wert. Allerdings hat das Stüd des Aufrüttlers der deutschen Arbeiterklasse nicht nur durch den Mangel an fünstlerischen Eigen schaften einen furzen Atem, sondern 2 asfalle faßte auch, an dem gefchichtlichen Sidingen vorbeisehend, den Ritter als deutschen Nationalhelden, deffen politiches Ziel fühn in die Zufumft mies: Was wir wollen, Das ist ein ein'ges, großes, mächtiges Deutschland, Bertrümmrung alles Pfaffenreginients, Wiedergeburt, zeitmäßige, der alten, Der urgermanischen gemeinen Freiheit. Bernichtung unfrer Fürstenzmergherrschaft 1lnd usurpierten Zwischenregiments lind machtvoll auf der Zeit gemalt gem Drang Gestützt, in ihrer Seele Tiefen wurzelnd, Ein evangelisch Haupt als Kaiser an der Spizze Des großen Reichs. Aber stand Lassalle die Entschuldigung zur Seite, daß er im Spiegel dieses Schicksals das Schicksal schaute, das das deutsche Bürgertum, auch bedacht ,,, in großen Dingen schlau sein zu wollen." der Märzrevolution bereitet hatte, so haben auch noch Historifer nach ihm Sidingen als Vorfämpfer deutscher Freiheit und Einheit ungebührlich romantifiert. ,, Dieser Franz, berichtet eine zeitgenössische Chronik von ihm, ist geborn worden im jar von chrifti geburth 1481, den 2. Marti, und ist ein dapfferer, manlicher, gesichter man worden, wehrlich unnd beredt, thech unnd in allen burgerlichen und triegshemndeln anstellig." Namentlich dieses Lettere, denn mit der geistigen Bildung Sidingens war es so wenig weit her wie mit der des Adels jener Zeit überhaupt. Vor allem hielt er nicht entfernt den Vergleich mit Ulrich von Hutten aus, der, ein weißer Rabe unter feinesgleichen, in den Wissenschaften beschlagen, mit den feinsten Delen des Humanismus gesalbt und als Pamphletist des lateinischen und deutschen Wortes mehr als mächtig war, sondern er blieb seine Rebtage ein Zecher, ein Fechter, ein Reiter, bis ihn das Zipperlein hinderte, zu Pferde zu steigen. Aber als so tüchtigen Ritter sich der von Sidingen für Der er entstaminte und zugehörte. Der niedere Adel batte seine seine Berson auswies, so windig stand es mit der Gesellschaftsschicht, soziale Daseinsgrundlage eingebüßt, seit das schwere Ritterbeer in der Feldschlacht nicht mehr den Ausschlag gab, sondern durch Fuß volt, durch Söldner, durch Schüßen mit Pulver und Blei verdrängt ward. Auch sonst blidte das Rittertum, mit dem Uebergang von der Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft täglich mehr Boden unter der Füßen verlierend, verblüfft in eine gänzlich gewandelte Melt. Auf Kosten der stets schwächer werdenden Reichsgewalt erstartten die Territorialfürsten, die nicht mehr aus der feudalen Gliederung ihre Kraft schöpften, und die Städte, in Schon früher hatten portugiesische Landungsabteilungen ner denen sich das Kaufmannsfapital fammelte, bliihten auf. Da das fchiedentlich Gefechte mit den Hottentotten und Buschleuten gehabt, Rittertum sich nicht umzustellen mußte, suchte es sich durch scham die den Bortugiesen einen so heillosen Schrecken eingejagt hatten, loses Schinden der leibeigenen Bauern wie durch freches Ausplündern daß sie das Kap für über anderthalb Jahrhundert in Ruhe ließen und Erpressen der Bürger zu behaupten; wenn Raubritter, Aber um 1700 lebten bereits etwa 2000 Weiße im Rap- einen Warenzug überfallend, Pfeffersäcke zur Ader ließen, kamen fand. Holländer, Deutsche, Franzosen usm. Und wieder waren es hauptsächlich die Buschleute, die durch ihre Bichdiebstähle diesmalfie fich wahrscheinlich noch als gottgewollte Borfänpfer gegen das mit den Siedlern in Konflift gerieten. Aber zu einem Kampf zwischen„ raffende Kapital" vor. ühnen und den Weißen tam es erst, als die Buschleute- durch ihre Erfolge nach der Bodenepidemie bei den Hottentotten übermütig gemarden einfame Farmen überfielen, niederbrannten und alles Rebende, Menschen und Tiere, abschlachteten oder mit fich führten. Und wie vorher die Hottentotten, so zogen jekt die Beißen gegen die Buschleute ins Feld. Im Anfang mit demselben Erfolg oder beffer Mißerfolg. Später aber gelang es ihnen, die Buschleute bei ihren Tänzen und Gelagen zu überraschen und sie mie Raubgeug abzutun Was hier in Afrika von den Weißen getan murbe, tann durch aus nicht mit dem Borgehen der Spanier in Mittelamerita oder dem der Engländer und Franzosen in Indien und Nordamerika verglichen merden. Dort wurden ganze Völkerrassen von den Weißen gemaltfant vertrieben oder vernichtet. Die Buschleute aber maren bereits nicht mehr herren hes Auch Sidingen erwarb sich seinen Namen zunächst als Straßenräuber großen Stils. Ein Musterbeispiel seine berüchtigte Fehde gegen Worms, die er nur vom Baun brach, um fich an unrecht Gut zu bereichern; er führte diesen seinen Brivatfrieg gegen die Reichsstadt, indem er sie zmar gelegentlich belagerte und beschoß, in der Regel aber, indem er auf den Bandstraßen thren zur Frankfurter Messe ziehenden Kaufleuten auflauerte und sie nur gegen ordentliches Löiegeld von seiner Ebernburg entließ. Um fich gegen die Reichsacht zu sichern, stellte sich der deutiche Nationalheld" in den Schutz des Königs Franz von Frantreich. aber da er allmählich eine Macht wurde, umschmeichelte auch der deutsche Kaiser Maximilian den dreisten Rechtsbrecher, warf ihm ein Jahresgehalt aus und behängte ihn nut Aemtern und Würden. Das focht Sidingen nicht weiter an: bald darauf er preffte er non der deutschen Reichsstadt meg, mit seinen Raubhorhen VonHermann Wendel vor ihre Mauern rüdend, 30 000 Goldgulden und brandschatte, Darmstadt belagernd, die Gaue des jungen Landgrafen von Hessen aufs grausamste Zum Bolitifum wuchsen sich die Räubereien des blaublütigen Räuberhauptmanns in der Zeit der Gärung aus, die durd) Luthers Auftreten zwar nicht hervorgerufen, body gekennzeichnet wurde. Ulrich von Hutten, hinreißender Agitator für die Ziele des niederen Adels, gewann Sidingen als Bundesgenossen. Beider Freundschaftsverhältnis hat die Legende sentimentalisiert, aber wenn der Verfasser vieler zündender Schmähschriften von seinem Kampfgefährten große Stücke hielt und ihm verhieß: Wo etmas mein Geschrift vermag, Dein Lob muß sterben feinen Tag, verleugnete der beutsche Nationalheld" auch im Berkehr mit Hutten einen häßlichen Grundzug seines Wesens nicht: treulos, mie er gegen Freund und Feind war, suchte er den Jüngeren und Bedeutenderen tüdisch beiseite zu schieben, sowie er in ihm ein Hindernis für seine ſelbſtfüchtigen Abfichten witterte. " Immerhin gelang es utten, Sidingen der Lehre Buthers zuzuführen und auf die Reichsreformpläne festzulegen, für die er felber schwärmte. Diese Pläne zielten auf Wiederher stellung einer rettungslos versinkenden Schicht, des Ritter= tums in seiner alten Macht und Herrlichkeit; was die Uhr geschlagen hatte, begriffen Hutten und Sidingen so wenig wie der gesamte niedere Adel, von dem Lamprecht jagt:„ Er ignorierte die sozialen und politischen Veränderungen der egten fünf Generationen; er lebte gleichsam nicht in seiner Zeit." Da der Adel von einer starten Reichs und einer schwachen Fürstengemalt nur Ruhen haben fonnte, schien er ein nationales, ein Ziel anzustreben, das auf der Linie der geschichtlichen Entwidung lag, wenn er die Beseitigung aller weltlichen und geistlichen Landesfürsten und die Einziehung aller Kirchengüter heischte. Aber obwohl die Sutten und Sidingen die revolutionären Geistesströnungen, Humanismus und Reformation, auf ihre Mühlen zu leiten trachteten, verschmähten sie doch einen Rückhalt bei den wirklich revolutionären laffen jenes Jahrhunderts, Bürgern und Bauern, zu suchen. Deshalb blieb ihr Gesicht der Vergangenheit zugefehrt; ihr Reichsideal unschloß eine Adels de motratie mit monarchischer Spine, wie sie sich etwa unter der Wahlmonarchie in Polen ausbildete, also nach dem Urteil von Friedrich Engels ,, eine der rohesten Gesellschaftsformen". Dieses reaktionäre Ziel fuchte Sidingen, nachdem ihn die ihrer neuen brüderlichen Vereinigung gemählt hatte, durch das Ritterschaft am Mittel- und Oberrhein zu Landau zum Hauptmann Mittel revolutionärer Gewalt zu erreichen, durch einen frischfröhlichen Pfaffentrieg", den er im Spätsommer 1522 gegen das geiftliche Kurfürstenham Trier begann. Aber der reisige Erzbischof von Greifen clau schlug ihn mit seinen Mannen aus dem Felpe; unter entsetzlichen Verwüstungen zog sich der letzte Ritter" ins untere Rahetal, dem Hauptsitz seiner Dracht, zurüd und verschanzte sich, in die Reichsacht erklärt, in seiner, stärksten Feste Landstuhl. Da im Frühjahr des folgenden Jahres turtrierische und turpfälzische Heerhaufen sowie die Scharen des Landgrafen von Hessen Landstuhl einschlossen, gestaltete fich das Ende Sidingens zu einem Ereignis non finnbildlicher Kraft. Ohne Verständnis für die Waffe der neuen Zeit, das Geschüß, hatte er seine Ritterburg so ausgebaut, daß er wähnte, die Kugeln seiner Widersacher würden an ihrem Gestein unschädlich abprallen. Aber in einem halben Tag legten Hauptstüde, Scharfmeßen, Kartaunen und Notschlangen den Turm mit seinen zwanzig Fuß dicen Mauern in Trümmer und fegten die lange Südmauer glatt meg. Da mußte Sidingen. selber von einem Schuß auf den Tod getroffen, die Feste übergeben; an der Leiche des Mannes, mit deffen Niederlage der ganze gegen die Zeit gemanbte Aufstand des Rittertums zusammenbrach, stauden am 7. Mai 1523 trummphierenb bie Fürften, ber Trierer, der Pfälzer. der Hesse. Aber abseits ihrer geschichtlichen Bedeutung zwingen Glück und Ende Sidingens einen Bergleich aus der Gegenwart auf. Denn auch in unseren Tagen gebärdet sich die politische Bemegung einer versinkenden Schicht, des Kleinbürgertums, trugiglich revolutionär und ist doch nur hoffnungslos reaktionär. Und darum ebenso zum Untergang verurteilt mie die Bewegung, der Hutten feine Feder, Sidingen sein Schwert lich. Nur daß die Führer des Hafenkreuzheerbannes nichts Ritterliches an sich haben und feine Ritter finb, höchftens folche non der traurigen Gestalt. Sezplzzi sezzdef Kunst und Technik im Körspiel Äriiü kann nur fruchtbar werden, wem, sie an Dingen geübt wird, von denen der Kritiker eine klare Vorstellung Hot und an deren Wert er glaubt. Dann kann er die Einzelheit, den Sonderfall mißbilligen, und auch dieses„Neu," wird eine Bejahung fein,«ine An- regung. eine Verheißung. Der Berliner Funkintendont Dr..ljans F l e f ch scheint, nach seinen kürzlich gemachten„Bemerkungen zun, Hörspiel" zu urteilen, diese Einstellung zum Hörspiel»um zu hoben. Eine m Stichwörtern abgefaßte Auszahlung des nicht Vorhandenen ist nach keine Lerl)«ißung für die Zukunft, lind leider gab Herr Dr. Flesch nur solche Aufzahlung, obwohl er natürlich den besten Willen hatte, Positiveres zu bieten. Er mar sogar ehrlich bemüht, den, Hörspiel, obwohl das nach seiner Auffassung vorläufig noch gar nicht wirklich vorhanden zu sein scheint, bereits einiges Gute nachzusagen. So glaubte er konstatieren zu dürsen, daß vor dem Mikrophon der Sendebühnc alles Unechte und Seelenlos« verpuffe und nur das Echt«, die wirkliche Dichtung, durchschlage uist» ergreife. Allerdings hatte Dr. Flesch wenige Säße zuvor gesagt, daß der alt« Theaterreißer— er zitierte als Beispiel„A l t- H e i d« l b e r g"— den Publiluinserfolg auch auf der Sendebühne bringe. Da nicht anzunehmen ist, daß der Berliner Funkiptendant den Erfolg s«ner Rundfun kdarbictiiNgen nur von einer zahlenmäßig sehr kleinen geistigen Elite festgestellt zu sehen wünscht, so blieb der Zusammen- hang zwischen den beiden Gedankengängen ziemlich dunkel, und man tonn nur annnehmen, daß Herr Dr. Flesch den, Hörspiel aus jede» toll auch ein Lab spenden wollte und ihm leider kein begründeteres einfiel. Denn auch ein für den Funk geschrisbenes Hörspiel im Stile von„Alt-Heidelberg* wird Begeisterung in breiten Kreisen auslösen. Gefühlsduselei macht noch immer aus viel mehr Menschen Eindruck als echtes Gefühl. Die Sendebühnc ist das neuzeitlichste Kunstinstitut. Wie sie sich in Einzclhestei, entwickeln wird, läßt sich natürlich nicht aus weste Sicht uoranssagen. Sicher aber ist, daß große Kunst und kleine Kunst, Wertvolles neben rasch Vergänglichem auf ihr erscheinen und auch— in richtigen Grenzen— aus ihr Berechtigung haben werden. Die Feststellung Dr. Flcschs, daß der plötzliche Bedarf an Hörspielen eine Fabrikation dieser Werke angeregt habe, dürften im Lause der Zeit wohl olle Funkhörer gemacht haben. Die Erscheinung dieser unkünstlerischen Massenproduktion ist eine gewiß bedauernswerte Kinderkrankheit, deren Auftreten man aber den Um- ständen„ach nicht einmal als unnatürlich bezeichnen tonn. Künstlich abkürzen kann man solche Krankheit schwerlich, wohl aber ihre lästigsten Symptome mildern. Notwendig ist vor ollem ein klarer Ueberblick. Herr Dr. Flesch rechnete auch dialogisierte Berichte unier die Hörspiele. Das darf man nicht. Der einzige Zweck solcher Darbietungen ist Belehrung: si« haben mit Kunst nichts zu tun. Die gut durchgcformte Wechsel- rede hat sich in vielen Fälle» als an sprechend st« und volks« tümlichste Vortrags form bewährt. 5)ier halten wir nicht mehr beim unsicher tastenden Experiment. Ganz anders sieht es mit dem wirkliche!, Hörspiel aus, dessen Sinn es ist, eine unbekannte k u n st l e r i s ch e Welt zu er- ober». Der Breslauer Intendant F. W. B i f ch o f f sprach in sanier Einführung zu dem Hörspiel„Das Leben des Johann Christian Günther* sehr gut von einer„U e b c r di m en- sianalität* der Funtbühns, die es zu erforschen gälte. Die Krise des Hörspiels, sagte Bischofs, ist die Krise unserer literarischen Produttion überhaupt— und diese Krise ist, wenn man genau hin- sieht, vielleicht gar nicht vorhanden. Aber die Technik habe vielfach den Vorsprung gewonnen: die schöpferischen Menschen müssen erst besser lernen, sie zu gebrauchen. Damit dürfte wirtlich die Problem- stcllung für die gegenwärtige Sendabühne gegeben sein. Erst wenn das für sie richtige Verhältnis zwischen Kunst und Technik von den maßgebenden Stellen erkannt ist, öffnet sich der gerade Weg für die Sendebühnendichtung. Erst dann wird die Gesahr, von der Herr Dr. Flesch sprach, abgeschwächt: daß in der ungeheuren Menge der angebotenen Stücke der künstlerisch wertvolle, ober vielleicht scheinbar abseitige Versuch untergeht. Heute ist bei den meisten Hörspielaufsührungen die Technik dos beherrschende und bestimmende Moment: das Hörspiel hat«ine deut- lich« und traurige Parallel« auf einem anderen sogenannten Kunst- gebiet: es ist dem Tonfilm peinlich nah« verwandt, dessen Motto lautet: Noch und noch, lind Dr. Flesch vertritt nun gar die Ansicht. das Hörspiel müsse überhaupt alz Platten» oder Tonsilm ausna!)me lzergestellt werden! Nur so sei ein« Fixierung des künstlerischen Aus- drucks möglich, unabhängig von Zufälligkoiten Auch die richtige Ineinanderverjlechtung der einzelnen Szenen, die akustischen Ucbcr- schneidungcn seien nur dadurch klar herauszuarbesten. Schlimmer kann man die geistigen Möglichkeiten des Hörspiels kaum verkennen. Nicht die überwältigende Fülle der äußeren Ein- drucke, sondern die Tiefe der geistigen Schau gibt dem Hör- spiel den Wert— sofern es überhaupt über den Augenblick hinaus Bedeutung als Kunstwerk anstrebt. Dos Berliner„Hamlet"-Expen- ment. wenn es auch in der Ausführung nicht recht gelang, stand im Zeichen dieser Erkenntnis, und deutlicher noch und erfolgreicher das Breslauer Hörspiel ,Las Leben des Johann Ehristion Günther" Der erste Teil war eine rein verstandesmäßige Konstruktion, ein Hin und Her von ausgetüftelten Reden und Gegenreden,«in viel zu breites Vorspiel für den folgenden Hauptteil. In diesem jedoch stieß das Werk in steiler Linie vor in jenes Reich der„Ikberdimeirstonali- tät". Johann Christian Günther hat bei deq, Verfasser des Werkes, bei dem Komponisten, bei der Spielleitung dos gefunden, was er sein Leben lang vergeblich suchte: Verständnis. Niemand von allen, die an der Schöpfung dieses Hörspiels beteiligt waren, ist ein Genie: ober alle waren fähig, das Genie Gunthers zu fühlen, zu erkennen, zu lieben. Und darum zog sich eine klare künstlerische Linie durch das Werk: nichts wesentliches wurde verwischt, im Hauptleil keine Einzelheit mehr betont, als ihr im Sinns des Ganzen zukam. Nicht Menschen und Geschehnisse wurden in dem Spiel lebendig, sondern eine geistige Welt. Flesch zitierte in seinem Vortrag als verheitzungs- vollen Versuch einer Höraufsühruno die vor einiger Zeit von Berlin gebotene o b s i a d e", die in der Art der Verflechtung von Wort und Ton mit dieser Breslauer Sendung einige äußere Aehnlichkeit auszuweisen scheint: ober die„Iobsiadc" war stach, ganz auf Eftekt gestellt,«in« breitgewalzlc Belanglosigkeit. Daß Dr. Flesch an dieser künstlerischen Unzulänglichkeit keinen Anstoß nahm, zeigte vielleicht cm deutlichsten, wie sehr er Kunst zugunsten von Technik verkennt. Mst Hilfe von Tonfilm- oder Plattenausnohwen können natürlich auch gelegentlich Älangessckte in sublimierter Form m ein Hörspiel überführt und darin zu geistigen Akzenten werden— falls nämlich der Dichter sie als Teil seines Werkes vorempfunden hat. Menschliche Stimmen ober müssen vor dem Mikrophon unmittelbar erklingen, wenn das Hörspiel seine eigene Welt erfühlen und erfüllen soll. Dr. Flesch meinte, es fehle bei solcher einmaligen Mikrophon. aussührung der künstlerisch« Elan der Mitwirkenden, das einheitliche Ensemblespiel, dem die Gosiaufführungcn der Berliner Bühnen in der Funtstund« ihren Erfolg verdanken. Es scheint, daß Dr. Fkekch den ausübenden Künstler zu gering cinschäßt: wenn dieser sich nicht von belanglosem akustischen Beiwerk zu sehr gehe mint fühlt, wird er sich sicherlich von seiner Rolle mitreihen lassen, und zwar umso stärker, je mehr sie von bildhaften Aeußerlich- leiten losgelöst und aus geistiges Gebiet gelagert ist. Was das oft sehr unzulängliche Ensemblespiel vor dem Mikrophon betrifft, so dürsten ausreichende Proben woscntliche Besserung bringen können: sehr beachtenswert ist dazu ein Vorschlag, den kürzlich Alfred W o l s e n st« i n in einem offenen Brief an den Berliner Funk- Intendanten machte: di« Aufführungen der Berliner Scndebühn« aus der Bcrdammnis ihrer Einmaligkeit zu erlösen. Wie Wolfenstein sehr richtig schrieb, muß die ganze Vorarbeit für solch« einmalige Sendung uister geistigen und wirtschaftlichen Hemmungen leiden. Wiederholungen wertvoller Scndebühnenaufführungcn wurden für die Hörer in zweifacher Richtung einen Gewinn be- deuten: sie bekämen sorgsästiger und liebevoller einstudiert« Dar- bictungen, die abzuhören sie wenn nicht an den einen, so vielleicht an einem anderen Tag« die sNöglichkeit hätten, besonders, wenn der Zestpunkt der Aufführungen auf verschiedene Stunden gelegt werden würde. Dr. Flesch begann seinen Vortrag mst einigen imponierenden Zahlen: im Reich seien im letzten Jahre 321 Theaterstücke und 58Z Hörspiele über die Sendebühnen gegangen, in Berlin allein ch? Theaterstücke und 7? Hörspiele. Wenn er aber die dramatisierten Zeitbilder und Anstich« lehrhafte Darbietungen nicht mitgezählt hätte, dürste sich das Verhältnis ganz wesentlich zugunsten der bearbeiteten Schauspiele verschieben. Run sagte Dr. Flesch: der Versuch, klassische Theaterstücke für die Sendebühn« zu bearbeiten, war aussichtslos. Diese Feststellung mußte in ihrer großzügigen Verallgemeinerung befremden. Ob solch Versuch Erfolg hat, hängt schließlich von der Wohl des Stückes und von der Art der Bearbeitung ab. Natürlich durfte man klassischen Werten nicht, wie das gelegentlich versucht worden ist,„Funkisches aufpfropfen": wohl aber wird es in vielen Fällen gelingen, den Überwiegenden geistigen Gehalt auf«in Mini- mum von Handlung zu stützen und so den Hörern das W« s e n t- liche des Kunstwerks zu übermitteln. Aus solch« Dar- bietungen kann gor nicht verzichtet werden, wenn nicht im Funk- Programm eine Lücke entstehen soll, die von den fabrikmäßig her- gestellten Hörspielen nur auf sehr peinliche Weis« zugestopft werden könnte. Herr Dr. Flesch kundigt« an, daß er als Ersatz klassische Bühnenstücke oder einen Querschnitt daraus wieder— wie das in den ersten Jahren des deutschen Rundfunks geschah— vor dem Mikrophon lesen lassen walle. Auch mit dieser Feststellung verkannte Dr. Flesch Wirkungskreis und Wirkungsmögtichkeit der Sendebühnc. Eine gute Höraufsührung löst gefühlsmäßiges Mitschwingen, uu- mistelbarc seelische Reaktionen aus. Die Vorlesung dcamatijcher Werke sondert Aufnahm« durä) einen wachen Verstand. Solche „Lesebühne", wie sie Dr. Flesch vorschwebt, kann unter Umständen eine angenehme und nachHallig« Literatur st und« für die Hörer bedeuten, aber sie vermag niemals die Unmittelbarkeit einer sende- spielaufiiihrung zu ersetzen. Te«. e Buch 'Drei Ständchen„Junge Jiunsl" Erfreulicherweise wird die bekannte Serie Bäudchen„Junge Kunst" vom Verlag Klinkhapdt u. Biermann weiter fortgesetzt, nach- dem eine Zeitlang befürchtet werden mußte, daß sie nicht weiter werde erlcheincn können. Die neuen Bändchen sind nicht mir ein Anzeichen für das Vertrauen des Verlegers und Herausgebers Georg Biermann, sondern auch ein Beweis für das wieder- erwachende Interesse an der Kunst der Gegenwart, das in den legten Jahren manchmal leider von der Spekulationssrcude an alter Kunst erstickt zu werden drohte. Diese Bändchen sind je einem hervor- ragenden Künstler der lebenden Generation gewidmet,«insührender Text und 33 Abbildungen(darunter«in« Farbentafell unterrichten ausgiebig über ihr Wesen; das Format ist ein angenehmes Klein- oltav, die Ausstattung solide und geschmackvoll, der Preis(2,50 M.) mäßig. Die drei Büchlein gellen Erich H e ck e l, mit vortreislich ein- führendem Text von Erich Thormählen, dem Bildhauer Georg Kolbe, über den L u d w i g Iusti Worte von ieinstem Verständnis findet, und dem großen belgischen Maler James E n f o r, der— namentlich durch seine phantastisch-. mausigen Radierungen— zu den Bahnbrechern der modernen Kunst schon am Ende des 10. Jahrhunderts gehörte: der Text von Paul Colin gibt einen Begriff von dem problematischen und rätselhaften Künstler. Man kann in dieseni Zusammenhang noch aus das ausgezeichnete Büchlein über die Graphik Erich Heckels hinweisen, das im Euphorion-Verlag als erstes einer Reihe„Graphik der Gegenwart" erscheint. Ganz ohne Text wird hier eine Auswahl der wichtigsten Graphikblätter eines unserer führenden Künstler geboten, um dos ctivas abgeflaut« Interesse an diesen, Host, entwickelten Zweige unsere? Gegenwartskunst zu beleben. L�ul F. Sebrnidt. 5)er Sthein In der Reih« der Schaubücher(Orell Füßli-Berlag. Zürich! ist als 40. Band erschienen„Der Rhein von den Alpen bis zum Meere". Preis 2,40 Mk. In 07 Bikdtai'eln sehen wir diesen otram mst seinem ungeheuren Reichtum an Naturschönheit, Kunstfchätzen, Lebensfülle und Werkkrast. Die begleitenden Worte Emil Schaeffers zu den ausgezeichneten, oft neuartigen Bildern sind knapp, aber erschopfeiü» der kurze einleitende Text von Hennair von Wedderkap gibt einen zusanimcnsossendcn Ueberblick. V>'. Tictgcns. geheimnisvolles Jfoili Die in W. B. S e a b r o o k, G c h c i n, n i s v o l l e s 5, a i t i. Rätsel und Symbolik des Wodu-Kultes(Rudolf Moste, Buchverlag, Berlin 1931, 222 6., 32 Abbildungen, Preis kort, 5,23 geb. 6,75 M), geschilderten Dinge zu glauben, mochte man sich fast fürchten, trotz der Photographien, so fcstsam ist alles. Beschreibungen von sonderbaren, orgustttschen Opferfeiern, denen der Verfasser beigewohnt hat (oder haben will?). Berichte über grausigen Leichenkult: fremdartig und kaum saßbar! Und doch auflösbar in eine sonderbare Mischung aus uraltem afrikanischem Neger-Zaubergstutben und nach Neger- weise zurechtgemachten katholischen Formen. Ein Jahr lang hat Seabrook als nahezu einziger Weißer die Negerinsel Hasti kreuz und quer durchzogen und tiefe Einblicke in das Volksleben ihrer kulturell noch ganz im asrikaniichen Mutterland« verankerten D.'- wohirer getan. Fesselnd auch die Beleuchtung der Oberschicht, der politischen und sozialen Struktur des Landes und Volkes. Drastisch und scharf die Umrisse der Persönlichkeiten, mst denen Seabrook in Berührung kam. Ob der schwedische Botaniker Ekman von seinem boshaften Porträt sehr begeistert sein wird? vr. K. Lewin. WAS DER TAG BRINGT HmimmimiinimniiiiiiiminmnnnimmmnniiminmmimiimmiiimmHiMimiiiMimiiiiniiiimiminmmttUwnnmmmimimiHimiwwimrawiinnimmimiiwiiim ERZÄHLT VON YORICK Schreinerei Auf der Landstraße von W-Landsb«rq nach Berlin lenkt ein Kutscher einen Schlächterwagen der Großstadt zu. Durch die Straßen dieser Großstadt streicht ein struppiger, seit längerem herrenloser Köter. Noch haben sie nichts miteinander zu tun, der Kutscher und der Hund; noch wissen sie nicht, daß sie vom Schicksal sozusagen füreinander bestimmt sind. Um das deutlich zu machen, werden erst noch ein Durst, eine Kneipe und ein Eannovc benötigt. Den Durst bekommt der Kutscher, begreiflich nach der langen Fahrt: in der Kneip« stillt er ihn: der Gannove hat das beobachtet und stiehlt zwei von den elf geschlachteten Schweinen, die der Kutscher nach Berlin transportiert hat. Im gleichen Moment, in dem der Bestohlene aus der Kneip« und a» seinen Wogen getreten ist und den Diebstahl bemerkt hat, kommt der Köter vorbei. Damit ist die Vorgeschichte beendet: die Komödie beginnt. Der Kutscher näinlich Hot eine plötzliehe Idee und eine plötzlich« Erinnerung an die übermenschliche Schlauheit der Filmhunde vom Schlage Rintmttns. Da er von den Feinheiten der Rastetheoric so wenig versteht wie von den Schwierigkeiten einer ordnungs- oemätzen Polizeihunddrcstur, greiit er sich den Köter, hält ihm ein Stuck Fleffch vom Wagen unter die Nase und folgt ihm im naiven Vertrauen, der L)und werde di« richtige Spur schon finden. Der ober rennt sofort in die Kneipe, aus der sein neuer Auftraggeber eben heraustrat. Den Kutscher erbost es, daß das Vieh quasi ihn selbst verdächtigt. Er haut den unfreiwilligen Detektiv durch, präsentiert ilM das Fleisch nochmals und ersucht ihn wiederum um Aufnahme der Spur. Und jetzt ereignet sich das Wunderbare. Der Hund läuft die Straße herunter. Nase am Boden, dann links ab, dann rechts ob, dann»och einmal links ab. bleibt vor einem Hause stehn, stellt sich mst den Pfoten an einem Fenster im Parterre empor: dies Fenster ist mir angelehnt, der Kutscher stößt es auf. der Hund springt hinein, der Kutscher klettert nach. Drinnen liegt im gemeinsamen Bette ein Ehepaar: der Hund, undelikat noch Hundeart, siöhert unier der Decke, der Kutscher hebt sie trotz Protestes— und zwischen den Liegenden werden sichtbar die gestohlenen Schweine. Mit der Verurteilung des Ehepaars nimmt die Schweinerei ihr Ende, die Freundschott zwffchcn dem Kutscher und dem Köter ihren Anfang. Wie gesagt: das Schicksal hat Durst,.Kneip« und Gannovcn ge- braucht, um diesen Effekt zu erzielen Das Schicksal nämlich liebt Umwoge. Di« Menschen wissen das und nennen es Zufall.. Auto nach Maß In London lebt Major Slowby. Daß man das weil über Londons Weichbild hinaus weiß, hat weniger mst seinem militärischen Rang als mst seiner Leibesfülle zu tun. Die Zeitungen behaupten. er habe einen Durchmesser von zwei Meter, sowohl in Höhe wie in Breite und Tiefe. Major Slowby hör eine Tochter(nicht jo dick), Miß Slowby hat einen Bräutigam und den Wunsch, sich mit diesem trauen zu lassen. Major Slowby wiederum hat das Verlangen, an der Trauung teilzunehmen. Dem steht nichts im Wege alt der Um« stand, daß ein seinen Körpermaßen entsprechendes Auto, das ihn zur Kirche bringen könnt«, in ganz England nicht aufzutreiben ist. Major Slowby zieht die Konsequenz und bestellt sich ein Auto nach Maß. Nicht in England, obgleich doch dessen Maßschneider berühmt sind, sondern, weil er sich geniert, in Frankreich. Die Maße schickt er der Fabrik ein. Drei Tage vor der Trauung von Miß Slowby trifft der be- stellt« Wagen ein. Er Ist— zu klein.. Major Slowby behauptet, die Firma sei schuld, und verlangt 20 000 Mark Schadenersatz. denn man habe ihn durch die Geschichte lächerlich gemacht. Di« Firma behauptet. Major Slowby sei schuld, denn er habe die Maße zu klein angegeben. Aus— Eitelkeit... Die Trauung indes läßt sich wegen dieses Streites nicht vcr- schieben. Guter Rot ist teuer. Dann aber treibt man im Besitz eines befreundeten asten Geschlechts eine riesenhafte Pserdekutsche aus der Zeit der Queen Viktoria auf. Die Korosseriebaucr von 1831 scheinen mehr Kunden vom Ausmaß Major Slowbys gehobt zu haben als die von 1931: in diese Kutsche paßte der Major hinein. in dieser Kutsch« fährt er zur Kirche. Allerdings ist es ein« offen» Kutsche... eine geschlossene, die ausgereicht hätte, gab's auch damals nicht. Die Londoner Jugend läuft neben dem Wagen her und freut sich. Und der Prozeß schwebt noch. Neues auf Korsika Herr Danjou, Journalist in Paris, macht eine Reise nach Korsika. Sagt«r. Dort erlebt er allerhand tolle Dinge. Schreibt er. Die Abonnenten seines Blattes können es schwarz auf weiß lesen, daß aus Korsita geradezu scheußliche Zustände herrschen. Daß jeder zweite Korsikaner ein Bandit ist. Daß Herr Danjou es sogar serttg gebracht hat, einen dieser Banditen, den größten und gesurchtetsten natürlich, zu interviewen. Spada heißt dieser be- rühmte Bandit. Und zufrieden mst seiner journalistischen Leistung, kehrt Herr Danjou nach Paris zurück, und soweit wäre alles ganz gut gewesen— wenn es in Paris nicht auch einen korsikanischen Journalisten gegeben hätte, Herrn Carbuccia. Der los Herrn Danjous Artikel zuerst mit Verwunderung und dann mst Zorn, und dann tat er. was Journalisten in solchen Fällen zu tun pflegen: er griff Herrn Danjou in geharnischten Artikeln an und scheut« sich nicht, ihn einen Lügner zu nennen. Woran t ihn Herr Danjou am Pistolen fordert«. Das Duell fand statt, Herr Earburria schoß in di« Luft, ohne zu zielen. 5?err Donjr-u ziette. traf aber auch nicht. Abermals wäre danach olles gut gewesen, wenn rncht jener Herr Spada auf dem Plan erfchienen wäre, und zwar tu Gestalt eine? Telegramms aus Korsika. In diesem Telegramm tat Herr Spada das, was Bandst«» auf Korsika rn solchen Fällen zu tun pflegen: er schwor Herrn Danjou Rache. Denn er habe Herrn Danjou nie gesehen, sei nie von ihm interviewt worden.. Was Herr Danjou nun zu tun gedenkt, ist noch nicht bekanm. Gewiß ist lediglich so viel, daß er nie wieder noch Korsika reist. Denn derarttge Schwüre, wie Herr Spada einen tat. pflegt man auf Korsika zu holten: und in die Luft zu schießen, pflegt man dort auch nicht... Montag 2. März 1931 Technik Elektrische Handwerkzeuge Die Werkzeugmaschine hat den Gebrauch von Handmertszeugen nicht befeitigen tönnen. Auch in der Industrie müssen noch sehr viele Arbeitsgänge direkt von der menschlichen Hand ausgeführt werden. Die Technik schuf jedoch auch hier wesentliche Erleichterun gen. Und nun beginnt man das einzelne Werkzeug selbst mit einem elek= trischen Antrieb zu versehen, so daß bei deren Gebrauch Körperkraft gespart wird. und ihre Anwendung in der Praxis Da ist einmal die altbekannte Brustleier. Maschinell hergestellte Einzelteile erfordern beim Zusammenbau immer Handarbeit, z. B. Ver= schraubungen bei der Montage. Das Einziehen von Schrauben in Hartholz mit porgebohrten Löchern bei Vermendung einer Brustleier ist eine anstrengende und erschöpfende Arbeit. Bei Leistungsprüfungen ergaben sich 235 Schrauben in der ersten Arbeitsstunde als obere Grenze. Durch die Ermüdung fant die Leistung in den folgenden Stunden bis auf die Hälfte. Dieselbe und ähnliche Arbeiten mit der Elettro Schrauben Ein U ziehmaschine ausgeführt, verur jachen nicht entfernt diese Anstrengung. Beim gleichen Prüfstüd wurden 910 Shrauben Stündlich eingezogen, ohne daß in den anschließenden Stunden die Leistung nachließ. Schleif- und Polierarbeiten an größeren Werkstüden mußten früher meist mit der Hand ausgeführt werden. Heute benützt man elektrische Handschleif-| großen Teil auch elektrisch angetrieben. Merkwürdigerweise gelang maschinen und handpoliermaschinen. Um eine weit gehendste Bemeglichkeit der Werkzeuge zu erreichen, ist dabei der Motor nicht im Werkzeug selbst untergebracht, sondern das Werkzeug durch eine biegsame Welle mit einem Motor verbunden, dessen Standori nach Belieben gemechselt werden kann. Während man zum Beispiel früher bei der Anbringung eines neuen Anstrichs piele Stunden auf mühselige und anstrengende Weise die alte Farbe abfragen mußte, fann dies heute in vielen Fällen durch den Elektroschleifer gefchehen Elektrische Schleifscheibe im Karosseriebau Die Elektrowerkzeuge weisen gegenüber den Werkzeugmaschinen einen grundlegenden und typischen Unterschied auf: Das Werkstüd braucht nicht an die Maschine herangebracht zu merden, sondern das Elettromerkzeug fann mie jedes Handwerkszeug in jeder Lage an jebem Gegenstand benugt werden. Die im Bergbau, Hoch- und Tiefbau viel gebrauchten Breß Inft hämmer und Nietwerkzeuge werden heute zu einem Neues elektrisches Prüfgerät es noch nicht, eine vollkommene Elettrohade zu fonstruieren, wie sie etwa zum Stopfen der Kiesbettung zwischen Eisenbahnschienen gebraucht wird. Diese Arbeit geschieht immer noch mit der Hand, und die dafür erfundenen Maschinen konnten sich nicht durch sezen. Elektrowerkzeuge bedeuten eine große Erleichterung der Arbeit, weil sie auch bei der durch sie möglichen erhöhten Leistungen die förperliche Anstrengung sehr fühlbar vermindern. Ihr Segen wurde in unserer Wirtschaft zum Fluch. Wir sehen, daß die Elektrowerkzeuge eine Leistungssteigerung von etwa 200 bis 600 Pro3. bewirken. Die Anschaffungs- und Betriebskosten find ganz neben fächlich, fie find so gering, daß das Elektrowerkzeug auch im Kleinhandwerk vordringen kann. In der unkontrollierbaren Private wirtschaft bewirkt dieser technische Fortschritt einer unter den vielen des Rationalisierungsjahrfünfts von 1925 bis 1930 aber Bersonalabbau und Lohnkürzung. wwww Bories Axelrod. Die hydraulische Kuppelung Autos fahren rucklos an Neuerdings ist eine hydraulische Kupplung für Autos auf den Markt gekommen, die sich in England bereits vorzüglich bewährt hat. Tatsächlich bietet eine solche Kupplung außerordentliche Vorteile: Man kann in jedem beliebigen Gang starten und anfahren, braucht während der Fahrt nicht fuppeln und schalten, der Motor läuft stoßfrei in jedem Gang, bei jeder Tourenzahl und bei jeder Fahrgeschwindigkeit. Weiter werden infolge der außerordentlichen Elastizität der Flüssigkeit die Motordrehschwingungen absorbiert, so daß das Drehmoment stets gleichmäßig ist. Du Nr. 102 48. Jahrgang toffeln einen synthetischen Gummi herzustellen, der dem echten Produkt außerordentlich nahekommt und sicherlich weitgehende Bermendung finden wird. Der Kartoffelgummi" entsteht durch Ber mischung von Kartoffelstärfe mit gewissen Chemitalien, bie eine Koagulierung hervorrufen; er unterscheidet sich von echtem Gumini einzig durch seine etwas geringere Elastizität. Das ist allerdings die Haupteigenschaft beim Gummi. Die Lichtwarte von Berlin Sie regelt die Straßenbeleuchtung Bor einiger Zeit wurde von der Stadt Berlin eine sogenannte Lichtwarte dem Betrieb übergeben. Sie liegt auf dem Dache des Abspannwertes Scharnhorst" in der Sellerstraße in Norden der Stadt. Die Veranlassung zur Errichtung einer solchen Lichtwarte lag in der Unzulänglichkeit der bisher benutzten Hilfsmittel zur Bestimmung der Tageshelligkeit, die für das rechtzeitige Ein- und Ausschalten der öffentlichen Straßenbeleuchtung maßgebend war. Die Betriebszeiten der Straßenbeleuchtung murden nach einem hierfür besonders ausgearbeiteten Brennkalender festgelegt, dem die Zeit des Sonnenauf und Unterganges und die Dauer der Morgen- und Abenddämmerung zugrunde lagen. Die jeweiligen außergewöhnlichen Wetterveränderungen, mie Nebel, Regen, Schnee, Gewitter, die alle eine bedeutende Verminderung der normalen Tageshelligkeit verursachen, berücksichtigte dieser Kalender nicht. Das war ein großer Nachteil, der sich im Klagen der Einwohner über die Unzulänglichkeit der Betriebszeiten der Straßenbeleuchtung auswirkte. Für die Wahl des Standortes der Warte war eine möglich, t hohe und zentrale Lage maßgebend, die einen weiten und freien lleberblick über das große Stadtgebiet gestattete. Die Lichtwarte ist ein Glashaus, das dem Tageslicht von allen Seiten ungehindert Zutritt gestattet. In der Mitte der Warte befindet sich auf einem besonderen Tisch ein Photometer, also ein ,, icht stärtemesser", dessen Lage genau figiert ist. An anderer Stelle befinden sich die notwendigen Schalt- und Signalapparate, die durch drei Fernsprecher ergänzt werden, die zur Sicherheit gegen Störungen in den Signalleitungen dienen, Zwei Fernsprecher stehen direkt mit den Gas- und Elektrizitätswerken in Verbindung, der britte ist an das öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen. Eine Akkumulatorenbatterie von 40 Volt dient als Reservestromquelle für diesen einen Betrieb, um ihn vom Hauptstromnetz unabhängig zu machen. Von der Lichtwarte erhalten alle Schaltstellen der Elektrizitätswerte und die Druckstationen der Gaswerfe gleichzeitig die Order zur Inbetrieb oder Außerbetriebseßung der Straßenbeleuchtung. Entsprechend dem Zweck der Warte wird sie an gewissen Stunden am Tage bedient. Mit Hilfe einer künstlichen Lichtquelle wird das Photometer auf die für die jeweilige Jahreszeit ermittelte Beleuchtungsstärke eingestellt und mit der draußen herrschenden, also mit der natürlichen Beleuchtungsstärke verglichen. Hat die natürliche Beleuchtungsstärke die fünftlich eingestellte erreicht, so bedeutet das den Zeitpunkt für das Einschalten der Straßenbeleuchtung. Das geschieht durch einfache Hebelschalter, die auf einem besonderen Schalttisch angebracht sind. Das Umlegen der Hebelschalter löst über das örtliche Postleitungsnez ein Hupenfignal in den Schaltstellen der Elektrizitätswerke und in den Druckstationen der Gaswerfe aus, das den Wärtern das Zeichen zum Einschalten der Beleuchtung gibt. Die Wärter bestätigen den Empfang und die ordnungsgemäße Ausführung des Befehls durch einfaches Drücken eines Signalinopjes, das in der Lichtwarte durch Aufleuchten einer roten Signallampe empfangen wird. Nach dem Aufleuchten aller roten Lampen macht der Beamte die nötigen statistischen Eintragungen und der Dienst ist beendet. Ebenso erfolgt in den Dämmerstunden des Morgens das Ausschalten der Straßenbeleuchtung. der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere zur Messung der zu den Die Lichtwarte dient außer dem oben genannten Zweck auch verschiedensten Tages- und Jahreszeiten herrschenden Beleuchtungsstärken. Für den Erfinderschutz Ing. M. Grell. In der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Erfinder e. V. sind eine große Zahl berufsständischer Organisationen der Industrie und Technik zusammengetreten. Sie fordern die endliche Durchführung der seit drei Jahrzehnten schwebenden Reform der Gefeße über den gewerblichen Rechtsschutz( Patente, Gebrauchsmuster). Grundlage für die Gesetze soll ein einstimmig gefaßtes Gutachten des Reichswirtschaftsrats sein. Ohne daß vom Staat Geldmittel verlangt werden, ist es hierdurch möglich, eine starte Förderung technischen Neufchaffens herbeizuführen. Das aber ist unbedingt erforderlich, um den Stillstand in Kriegs- und Inflationsjahren wieder einzuholen. Die„ Deutsche ArbeitsgemeinPersönlichkeiten aus allen Streifen der Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt werden, hat sich dieses Ziel gesetzt. Wer auch dazu helfen will, wende sich an die Geschäftsstelle: Berlin- Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 73. In der Arbeitsgemeinschaft ist unter vielen anderen Verbänden auch der freigewerkschaftliche Bund der technischen Angestellten und Beamten vertreten. Eine hydraulische Kupplung benutzt die Eigenschaft der Flüssig. feit, daß fie praktisch nicht zufammendrückbar ist und daher unter Druckt wie starres Material wirft, aber nur so lange eben der Druck besteht. Hat man z. B. in einem Pumpenzylinder zwei Kolben, pon denen die Kolbenstangen an den beiden Enden herausragen, und befindet sich zwischen ihnen eine Flüssigkeit, die durch Betätigung des einen Kolbens unter Druck gesetzt wird, so wird die Wasserfäule den anderen Stolben in der gleichen Richtung wie die antreibenden Kolben bewegen und zwar sanft, nicht mit einem Ruck. Das tann man nun Es sind längst Einrichtungen bekannt, die zum Prüfen auch für rotierende Bewegung machen. Man denke sich eine Zeniri Don Stark- und Schwachstromleitungen und elektrischer Appa- fugaldruckpumpe durch ein kurzes Rohr mit einer Wafferturbine vers rate dienen. Um die Prüfapparate in den Stromkreis einzu- bunden, die bekanntlich durch Drudwasser angetrieben wird; eine schalten, wird in der Regel mit jeder Hand ein Leitungsdraht Turbine ist bekanntlich weiter nichts wie eine umgekehrte Bentri- schaft für Erfinder", deren ideelle Bestrebungen von führenden gehalten, wobei man mit beiden Händen die zu untersuchende fugalpumpe, ebenso wie der Elettromotor ein umgekehrter Dynamo Leitung oder die Kontakte des zu untersuchenden Apparates ift. Arbeitet die Pumpe and hat sich Druck gebildet, so rotiert die abtastet. Bei dieser Art Prüfung bestehen für den Unter- Turbine und ihre Welle. In der hydraulischen Kupplung ist in suchenden erhebliche Gefahren dadurch, daß er erstens seinen einem Maschinenkörper vereint ein Zentrifugal- und ein Tubinenrad, ganzen Körper bei schadhaften Prüfleitungen oder bei Ueber- beide durch einen Spalt von einander getrennt und jedes freitragend spannung in den Stromkreis einschaltet und dadurch lebens- auf einen Achsstummel befestigt. Wird das Zentrifugalrad von dem gefährlichen elektrischen Schlägen ausgesetzt ist. Außerdem Motor angetrieben sobald genügender Drud vorhanden, wird auch benötigt der Prüfer bei der Prüfung beide Hände, so daß er das Turbinenrad, mit dessen Achsstummel das Wechselgetriebe versich, etroa auf der Leiter stehend, nicht festhalten kann. Gegen- bunden ist, zu rotieren anfangen und zwar sanft und ohne Stöße. stand der abgebildeten Erfindung bildet nun eine Vorrichtung, Die Tourenzahl beider Achsen ist praktisch gleich, finkt aber die Tourendie zwei auf die Finger der einen Hand aufzustreifende zahl der Treibachse, so läßt auch infolge des geringeren Wafferdrudes Isolierringe mit einer eingebetteten Stromleitung hat, so daß die Lourenzahl der hydraulisch gekuppelten Achse nach und sie hört man durch Abtasten der zu untersuchenden Leitung oder ganz auf zu rotieren, wenn die Treibachfe, also der Automotor, nur Apparate mittels zweier Finger das Prüfgerät betätigt. Der ein Fünftel seiner normalen Tourenzahl macht; damit ist das Wechsel Untersuchende hat also eine Hand frei und er schaltet auch getriebe abgeschaltet. nicht seinen ganzen Körper in den Stromkreis ein. Ein Film über Rundfunkstörungen. Für die wirksame Be kämpfung der Rundfunkstörungen hat die Reichsrundfunkgesellschaft einen neuen Film herstellen lassen, der in einer Länge von 477 Meter das Thema„ Rundfunkstörungen und ihre Beseitigung" behandelt. Der Film zeigt in Naturaufnahmen und Tridzeichnungen die Ent. stehung der hauptsächlichsten Rundfunkstörungen und die Maßnahmen zu ihrer Beseitigung. Interessenten fönnen den Film bei dem Commerz- Film, Berlin N. 4, Chauffeestraße 123, anfordern. 340 Dipl.- Ing. Dr. Hannach. Gummi aus Kartoffeln Amerita ist heute in der glücklichen Lage, somohl in bezug auf Rohmaterialien wie auf Fertigwaren unabhängig vom Weltmarkt zu sein ein Zustand, der schon im Frieden von höchster mirtfchaftlicher Bedeutung ist, im Kriege aber ausschlaggebend wirkt. Nur ein einziges, aber um so wichtigeres Rohmaterial produzieren die Amerikaner nicht im eigenen Lande, und das ist Gum mi. Viele Chemiker und Wissenschaftler sind dauernd auf der Suche nach fünftlichem Gummi. Neuerdings ist es Chemitern gelungen, aus Rar| maschine, die den Vorzug besitzt, auch für den kleinen Privathaushalt Geschirrspülmaschine für Kleinhaushalf. Eine neue Geschirrspülerschienen. Im Gegensatz zu älteren Systemen ist die Maschine derverwendbar und erschwinglich zu sein, ist neuerdings auf dem Markt art eingerichtet, daß jeder Bruch vermieden wird und das Geschirr unten nach oben geschleudert und strahlenförmig verteilt wird. Teller, Beſtede und Gläser fönnen gleichzeitig gespült und getrodnet werden, da sie in drei verschiedenen Körben untergebracht sind. Die Maschine arbeitet so rasch, daß ein Service für zehn Personen innerhalb pon zehn Minuten fertig wird und so gut wie trocken die Behälter verden; die Stromkosten betragen etwa einen Pfennig pro Füllung. läßt. Der Apparat tann an die Heißwasserleitung angeschlossen werin ihr feststeht, während das Spülmaffer durch einen Propeller von 14 Millionen Rundfunkhörer in Amerika. Nach den neuesten Schäzungen der New Yorker Handelstammer beträgt die Zahl der Rundfunkhörer in den Bereinigten Staaten insgesamt 13 478 600. Siernon entfallen auf Nem Dorf allein ungefähr 1800 000, auf Salifornien 1 470 000, auf Jinois 1 100 000, Nevada sima 23 000. Schauſchwimmen im Lunabad Was der Berichterstatter bei den Freien Schwimmern Groß- Berlin" sah Ein riesiges Aufgebot von Schwimmerinnen, Schwimmern und Springern bestritt gestern im Lunabad in Halensee ein Schauschwimmen, zu dem Berlins größter Arbeiterschwimmverein, die Freien Schwimmer Groß- Berlin s" eingeladen hatten. Neben den meisten Berliner Schwimmvereinen hatten auch 2udenwalde und Dresden Kampfmannschaften geschickt. Nur schade, daß die schön mit roten, schwarzrotgoldenen und Berliner Flaggen dekorierte Halle nicht, wie man es sonst bei den Freien Schwimmern gewohnt ist, besser gefüllt war. Mancher Play blieb leer vielleicht hat die im Preis unterschiedliche Blazeinteilung bei der jezigen Wirtchaftskrise doch auf manchen Freund der Schwimmerei abschreckend gewirkt. Das ist zu bedauern, aber der Kassierer wird sicher daraus für die Zukunft lernen. Der Techniker schreibt: Ein prächtiger Auftakt zu den sportlichen Kämpfen war die ein leitende Kraul Stafette über 20 X 33% Meter. Hellas führt vom Start ab, Groß- Berlin und Charlottenburg folgen. Fast sieht es aus, als wenn sich das Verhältnis nicht ändern will. Da setzt Groß- Berlin zum Schluß zwei erstklassige Leute ein, die die von Hellas bis zum 18. Schwimmer gehaltene Führung übernehmen und unter dem Jubel des Hauses den Sieg für sich buchen. Zeit 6:37, Hellas brauchte 6: 39,7; als nächste kommen Möwe und Charlottenburg ein. Das hierauf folgende Frauen- Brustschwimmen über 100 meter hat, wie alle weiteren Frauenfonkurrenzen, sehr unter der Tatsache zu leiden, daß im letzten Moment die abgegebenen Melungen wegen Krankheit zurüdgezogen wurden. übermäßige Haft zieht Grühn los. Eine Bahn mie die andere. Man sieht und fühlt das genaue Einteilen der Strede. Ein systematisches Schwimmen. Der Versuch ist geglückt. Der Bundesrekord ist von Grühn um 1 Sefunde verbessert von 1: 06,2 auf 1: 05,2. Erwähnt müssen die Springer merden, die in altväterlicher, richtiger gesagt, altmütterlicher Badebekleidung Grotestsprünge ausführten, das Haus war dabei vom Jubel der Zuschauer erfüllt. Zum Schluß spielt die Jugend von GroßBerlin Wasserball gegen Weißensee und gewinnt 3: 2. Bei den Männern spielen Spandau und Groß- Berlin. Beide Mannschaften spielen hart. Spandau gewinnt verdient 5: 4( 3: 2). S. Ergebnisse: Eröffnungsstafette, 20 × 33% meter: 1. Groß- Berlin 6:37; 2. Hellas- Berlin 6: 39,7. Frauen- Bruftschwimmen, 100 Meter, Klaffe A: 1. Roßmehl( Möwe) 1: 42,6; 2. Schutalle( Kreuzberg) 1: 42,7. Jaffe B: 1. Radtle ( Groß- Berlin) 1: 49,2. Männliches Jugend- Kraulschwimmen, 100 Meter, 14-16 Jahre: 1. Teste( Sellas) 1: 15,6. 16-18 Jahre: 1. Volte( Sellas) 1: 09,1. Männer- Turmspringen( 4 Kürsprünge): 1. Sühn( Groß- Berlin), 30 Bunkie; 2. Nachtigall( Sellas), 29 Punkte. Männer- Lagenstafette, 4x100 Meter: 1. Groß- Berlin 5: 15,5; 2. Sellas. Weibliches Jugend- Brustschwimmen, 100 Meter, 14-16 Jahre: 1. Weber( Freiheit) 1: 46,2. 16-18 Jahre: 1. Braun ( Groß- Berlin) 1: 40,1. Kinder- Bruststafette, 6 × 33% Meter( abwechselnd ein Knabe ein Mädchen): 1. Groß- Berlin I 3:04; 2. Union 3: 04,2. Frauen- Kraul Schwimmen, 66% meter: 1. Scharper( Groß- Berlin) 0:52; 2. Ruphal( Hellas) Arbeiter- Wasserball- Serie Hellas I- Spandau 5: 2 Hellas und Spandau standen fich am Sonnabend zum Spiel um die Punkte gegenüber. Spandaus Chancen für den Kampf waren von vornherein sehr gering. Im so mehr verwunderte es, daß die Spandauer den Kampf dank vorzüglicher Dedungsarbeit lange Zeit hindurch völlig pffen halten konnten. Hellas fand trotz seiner flaren schwimmerischen Ueberlegenheit nicht seine erft letthin gezeigte große Form. Nach vier Minuten gelang es Spandous rechtem Stürmer einen ihm gut zugespielten Ball sicher zu ver mandeln. Denn endlich konnte Hellas seine technische Ueberlegenheit einigermaßen auswerten. Schnelle Borstöße verschafften ihnen furz hintereinander zwei Erfolge und damit den 2: 1- Stand zur Halbzeit In der zweiten Halbzeit ließen sich die Hellasstürmer auf ein zu enges Spiel vor dem Gegnertor ein, so daß fast alle Angriffe verpufften. Der Hellasmittelstürmer erhielt in bedrängter Lage den Ball, gab schwach aufs Tor, der Torhüter griff vorbei, 3: 1 für Fellas. Eine genaue Vorlage der Verteidigung verwandelte der Rechte von Spandau um zweiten Tor für seinen Verein. Die restlichen Minuten gehörten den Hellasleuten, die jetzt Angriff auf Angriff einleiteten. Zwei Tore waren die Ausbeute der Bemühungen, 5: 2 hieß es, Hellas hatte verdient gewonnen, allerdings nicht fo leicht, wie anzunehmen war. Sonja Henic und Schäfer bleiben Meister 0:55. Männer- Atraulſtafette, 4 × 66% Dieter, Klaffe B: 1. Sellas I 3: 04,8: Die Eislauf- Weltmeisterschaften 2. Möwe 3: 05,6. Weibliche Jugend- Lagenstafette, 3 × 66% meter: 1. Sellas Männer- Bruststafette, 4 × 100 Meter: 1. Hellas 3:19; 2. Groß- Berlin 3: 19,8. 5: 48,8; 2. Groß- Berlin 5:52. Männer- Rückenschwimmen, 100 Meter, Klaffe A: 1. Frohn( Groß- Berlin) 1: 17,4; 2. Remmler( Sellas) 1: 18.2. Männer- Kraulschwimmen, 100 Meter, Klaffe B: 1. Lissakowski( Möme) 1: 14,2; 2. Ronrad ( Union) 1: 14,8. Männliche Jugend- Beliebig- Stafette, 4 × 66% Meter: 1. Sellas 3: 08,2; 2. Groß- Berlin I 3: 12.9. Mädchen- Brustschwimmen, 66% Meter: Knaben 1. Roniegłe( Groß- Berlin) 1: 09,6; 2. Gchell( Ludenmalde) 1: 12,2. Der Lauf der beliebig 66% Meter: 1. Banghammer( Groß- Berlin) 0: 52,8; 2. Altenkirch( GroßBerlin) 0:53. Männer- Springen, Klaffe A: 1. Greufing( Groß- Berlin), 46 Bunkte; 2. Nachtigall( Sellas), 43 Bunkie. Männer- Kraulschwimmen. 100 Meter: 1. E. Grühn( Charlottenburg) 1: 05,2; 2. Müller( Weißensee) 1: 09.1. Wasserballspiele: Männer: Spandau- Groß- Berlin 5: 4( 3: 2); Jugend: Weißensee- Groß- Berlin 2: 3,( 1: 1). lasse A ist ein Kampf zwischen Koßmehl- Möwe und SchukalleKreuzberg. Die bessere Technit entscheidet, Roßmehl gewinnt mit to Set. Borsprung in 1: 42,6. Den Lauf der Klasse B gewinnt Radife- Groß- Berlin umangefochten in 1: 49,2. Daß Kraulen der große Trumpf ist, sieht man in allen Rennen Der Jugend. Immer wieder müssen die Konkurrenzen in mehreren Läufen ausgetragen werden, um nur jedem die Möglichkeit der Teilnahme zu geben. Die geschwommenen Zeiten sind großartig. So zieht im Lauf der 16-18jährigen der HellasJugendliche Bolte seinem Felde auf und davon, die gestoppte Zeit ift 1: 09,1 für 100 Meter. Aber auch die nach ihm Anschlagenden sind noch gut. In der Gesamtwertung ist Zweiter Richter- Freiheit mit 1:10 vor Kienemann- Freiheit 1: 13,2. Bei den 14-16jährigen das gleiche Bild, Sieger ist hier Teste- Hellas mit 1: 15,6 vor Schröder Freiheit und Kiefebusch- Groß- Berlin. In der Männer- Cagenstafette, klaffe A, 4X100 Meter treffen die beiden Mannschaften von Groß- Berlin nur auf Helles als Gegner. Durch gates Schwimmen des in der 1. Mannschaft von Groß- Berlin fraulenden Lichtenberger Engel siegt Groß- Berlin, Hellas folgt dichtauf. Dem Veranstalter ist zu empfehlen, in 3ufunit die Lagenstafette unter Weglaffung des Seitenschwimmens nur über 3X 100 Meter auszuschreiben. Die Zahl der eingehenden Meldungen dürfte dann weit größer sein. Eine angenehme Unterbrechung er= jährt die Reihe der schwimmerischen Vorführungen durch das Männer- Turmspringen. Weit zurückgebogen sigen die Zuschauer und sehen auf die Springer, die sich hoch oben von der 10- Meter- Plattferm einer nach dem anderen in egatten Sprüngen loslösen. Die beffe Berliner Klasse ist am Start, unter anderem die schon oft international Repräsentativen Greusing und Nachtigall Das schwerste Brogramm hat sich Nachtigall- Hellas gestellt. Seine„ Auerbach" Sprünge gelingen prächtig. Großartig, ist die Beherrschung seines faft etwas zu lang geratenen Körpers. Obgleich er seinen Konfurrenten in Lebensjahren weit voraus ist, wird er hoffentlich noch recht lange bei den Meisterspringern ein Wörtchen mitreden. Greusing- Groß- Berlin zeigt gute Hod- und Hechtsprünge. Den schönsten Sprung zeigt aber Kühn- Groß- Berlin. Sein vollendeter Handstand- Salto verdiente den von den begeisterten Zuschauern gespendeten Beifall vollauf. mit zu den interessantesten Rennen gehört Die Kraulftafette 4 × 66% Meter der Klasse B, die in 2 Läufen aufgetragen wird. Im 1. Lauf übernimmt Möwe die Führung, ohne sie jedoch lange halten zu können. Beim 2. Mann Itegt schon Hellas vorn und so bleibt es bis zum Schluß. Zweiter ist anfänglich Charlottenburg, dann Freiheit und zum Schluß Möme. Im 2. Lauf wechselt die Führung dauernd. Nach Freiheit führt Groß- Berlin, dann fommt Union sehr schnell auf und fann gewinnen. Im Gesamtklassement ist die Reihenfolge: Hellas I, Möwe, Union. Eine feine Leistung zeigt in der weiblichen Jugendlagen stafette 3 × 66% Meter die Kraulerin der 1. Mannschaft von Groß- Berlin. Nachdem sie ihre Rückenschwimmerin, die in fast aussichtsloser Position lag, abgelöst hat, zieht sie rom 3. Platz nach einander an Hellas und Groß Berlin II vorbei nach vorn. Der Beifall war verdient. Biel Freude macht es, den Kindern zuzusehen. Der Eifer ist bewundernswert. In einem Rennen starten 26 Mädchen, in einem anderen 22 Knaben. Besonders die Knaben fassen die stolze Gewißheit aufkommen, daß um den Nachwuchs Bangigleit nicht bestehen braucht. Sie krauten gleichmäßig gut. Erster ist Langhanuner- Groß- Berlin, ein fleines Kerlchen nur, Zeit 52,8 Set. für 66% Meter, 3weiter Altenkirch- Groß- Berlin 53 Sef., Dritter Noezel- Union 53,2 Set. Unterschiede von nur Zehntelfelunden. Sie stehen also einer wie der andere schon ihren ,, Mann". In der Männerbruststafette 4x100 Meter, Klasse A, ift Hellas überlegen und verweist Groß- Berlin I und Charlottenburg auf die Plätze. Das Männer- Rückenschwinumen der A- Klasse war eine ziemlich einfache Angelegenheit, da 2 Schwimmer nicht antraten. Frohn- Groß- Berlin hält sich Remmler und Bohle, beide von Hellas, genügend vom Leibe, so daß er mit 1: 17,4 gewinnen fann. Bei tem Männer- Krausschwimmen der Klasse B gibt es für die ersten beiden eine Ueberraschung. Dadurch, daß Lissakomiti Möwe und Konrad- Union Zeiten wie 1: 14,2 und 1: 14,8 fdywimmen, wandern sie jest ab in die A- klasse. Dritter murde Knobel- Charfottenburg mit 1:15. Wieder löst Männer- kunftspringen das Schminumen ab. Jeder Springer zeigt 6 Sprünge. Das Publikum miro nicht müde, zuzusehen. Sieger ist Greusing mit 46 Buntten var Nagtigall 43% Punkte. Dann springen etwa 20 Mann einige Gruppen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Nun folgt das Rennen des Tages, 160- Meter- Kraufen für Männer Klaffe A. Den Eingeweihten ist inswijzen bekanntgeworden, deß Grühn- Charlottenburg einen Angrijf auf den Bundesreford unternehmen will. Ueberall werden die Uhren gezogen. Dann ist Start. Mit motorischer Gleichmäßigkeit ohne Der Kritiker meldet sich Was man in sportlicher Hinsicht sah, befriedigte, mie gesagt, in vollstem Maße. Hervorgehoben sei noch der 32er. Frauenreigen, den Hilde Klapschinski meisterlich einstudieri hatte. Zwölf Kinder ergänzten thn am Schluß. Wochenlanges leben in der Turnhalle und im Wasser gingen voraus- eine Unfumme von Arbeit und Begeisterung für die Sache! In der Dr ganisation flappte auch das meiste gut, was nach unserer Meinung zu bemängeln wäre, wollen wir hier offen sagen. Zunächst darf der in amtlicher Mission erscheinende, geladene Gast darum bitten, daß ihm vom Veranstalter ein guter Platz angewiesen wird, auf dem er gut sehen und, falls er zu den Presseleuten gehört, auch arbeiten fann. Berichterstatter sind sehr be scheiden, weil sie im Laufe der Zeit gelernt haben, auch auf den Knien zu schreiben; um was wir aber bitten, ist, daß man uns einen iportlich versierten Funttionär beigibt, der uns unterrichtet, uns Fragen beantworten fann. Wenn beispielsweise felbst mit dem Fernglas die Kappennummern der Schwimmer nich zu entziffern sind, dann weiß man eben auch nicht, wer das Rennen gemacht hat. Gestern suchte ich mir einen Platz neben einem Sportgenossen, der alle vom Ansehen fannte; er wurde von mir fofort zum Presseattaché" ernannt, was aber doch Sache des Ver anstalters gewesen wäre! Dann noch eines: Liebe Arbeiter sportler, sucht euch als Ansager Leute, die flar, langsam und deutlich sprechen können, sonst versteht, wie gestern, niemand etwas und niemand kann das Programm verfolgen. Wenn Lautsprecheranlagen vorhanden sind, sorgt bitte vor Beginn des Festes dafür, daß fie funktionieren, sonst geht die beste Rede des schönsten Vor fienden, pardon, die schönste Rede des besten Vorsitzenden, flöten, wie gestern die von Völker. Und dann( zum Schluß für heute): Verpflichtet die aktiven Sportler und Sportlerinnen dazu, daß sie ihr Volksgemurmel vor allem dann unterlassen, wenn die Funktionäre reden müssen. Feuert meinetwegen eure im Kampf liegen den Genossen durch Zurufe an, das bringt Kampfgeist in die Halle, aber zeigt auch, daß ihr diszipliniert! chweigen fönnt. Und nun: wohlan zum nächsten reformierten" Schwimmfeft! M. J. Sportergebnisse vom Sonntag Die Weltmeisterschaften im Eistunstlaufen im Sportpalast ergaben nach dem Kürlaufen am Sonntag den Sieg des Weltmeisters Schäfer Wien vor dem Amerikaner Turner und dem Berliner Bayer, der sich überraschend in der ersten Klasse bewährte. Sonja Henie fonnte ihren Titel verteidigen. Den meisten Widerstand bot ihr ein kommendes Talent, die 13½ jährige Wienerin Hilde Holovski, die zweite murde; den dritten Platz be= legte Frizi Burger- Wien, einst Europameisterin. Die Meisterschaften im Paarlaufen holten sich Fräulein Rotter= Szallas. Den Abschluß der Weltmeisterschaftsveranstaltung bildeten die beiden legten Eishodentämpfe um den Europapofal. Im bisher schönsten Spiel des Turniers siegten die Kanadier der Universität Manitoba über die Mannschaft der Tschechoslowakei mit 2: 1( 2: 0, 0: 1, 0: 0). Bei den Kanadiern mar wieder Blate Watson der weitaus beste Mann, während bei den Bragern der Torhüter Peka alles überragte. Die Gäste aus lleberfee stellten durch diesen Erfolg ihren Gesamtsieg im Turnier sicher. Auf den zweiten Plaz fam nicht ganz verdient der Berliner Schlittschuh- Club, dessen Sieg von 3: 1( 1: 0, 1: 1, 1: 0) über den Sport- Club Rießersee nicht allzu überzeugend war. Radrennbesitzer tagen Akkordarbeit für die Fahrer beschlossen Die außerordentliche Hauptversammlung des Berbandes Deutscher Radrennbahnen, die am Sonntag in Berlin stattfand, war aus allen Teilen des Reichs sehr start besucht. Mon beschäftigte sich in erster Linie mit den sogenannten Sampfbörsen", d. h., man will die Rennfahrer in Zukunft nicht mehr Linie mit fest verpflichten, sondern sie auf Teilung fahren lassen. Dieser Vorschlag, der auf der Jahreshauptversammlung, jamie bei den Rennfahrern schon verschiedentlich diskutiert worden war, bei den Fahrern aber auf Ablehnung stieß, fand diesmal fait einmütig die Billigung der Radrennbahnbefizer. Nachdem eine Kommission die entsprechenden Vorschläge ausgearbeitet hatte, murte gegen die Stimmen von Hannover und Berlin( Olympiabahn) be schlossen, die Rennfahrer in Zukunft mur noch auf Kampfbörse fahren zu lassen, ihnen werden lediglich die tatsächlichen Reisespesen garantiert. Man darf gespannt sein, wie sich die Rennfahrer dazu ftellen werden. Denn der Beschluß bedeutet nichts anderes, als daß in Zukunft das Risiko des Geschäfts auf die Fahrer abgewälzt wird. Bundestreue Vereine teilen mit: FIGB. Bewegungshot: Zum Sportpalaft aut 7. Därg: Die Turnhalle Brinzenstraße fain Dienstag, 3. Mära, nicht benust merden. Dafür Gesamt. Tennis- Borussia schlägt die Argentinier/ Arbeiter- probe Turnhalle Beinmeisterstr. 15, Eingana Steinftraße, 20 Uhr.- Soden Hallensport in Frankfurt- Main Tennis- Boruffia schlägt die Argentinier. Das Gastspiel der südamerikanischen Fußballmannschaft Gymnasia y Esgrima de la Plata hatte etwa 8000 Zuschauer nach dem Berliner Poststadion gelodi, dessen Plaz sich in einwandfreier Verfassung befand. Die Gäste konnten die vielleicht etwas zu hoch geschraubten Erwartungen nicht rechtfertigen und wurden von Tennis- Borussia zwar nur knapp, aber durchaus verdient mit 2: 1( 1: 1) Toren geschlagen. Arbeiter- Hallensportfest in Frankfurt am Main. Die Frankfurter Arbeitersportler hielten am Sonntag ihr drittes Hallensport feft ab. 12 000 Zuschauer umfäumten das weite Rund der Festhalle und ihre große Begeisterung war der beste Beweis dafür, daß die Frankfurter Arbeitersportler es wieder einmal mustergültig verstanden hatten, eine glänzende Veranstaltung aufzuziehen. 1000 Attive aller Turn-, Spiel- und Sportarten traten auf. Hochschulen Geräte- Wetturnen. Der Berliner TurnlehrerVerein.brachte am Sonntag. zum zehnten Male das Gerätemettturnen der höheren Schulen Berlins in der Zeniralturnhalle, Prinzenstr., zum Austrag. Unter den Ehrengästen bemerkte man auch Hauptmann Holmberg vom Gymnastischen Zentralinstitut- Stockholm. Es wurden durchweg recht gute Leistungen geboten. Den Wanderpreis des Kultusministers errang bei den Vollanstalten die Menzel- Oberrealschule, bei den Realschulen die Fontane- Schule. Einzelergebnisse: Mannschaftstampf. a) Bollanstalten: 1. Men3. Kirschnerschule 834; b) Realschulen: 1. Fontanefchule 794; 2: Heder zel- Oberrealschule 952 B.; 2. Hohenzollern- Oberrealschule 877; Realschule 735; 3. Liebig- Realschule 615 P. Einzelwett. b) mittlere R.: 1. Erich Schröder( Menzel- DR.); e) jüngere M.: tampf. a) ältere Kl.: G. Müller( Friedrich- Werdersche- Schule); 1. H. Bollow( Menzel- DR.). 90 kilometer auf Stiern. Der längste Gfilauf der Welt, der zum zehnten Male durchgeführte Wafa- Bauf, tam unter Beteiligung Don 117 Bewerbern bei 10 Grad Kälte auf der historischen Strece Don Sälen nach, Mora in Nordschweden zum Austrag. Aus dem scharfen Kampf ging Anders Ström aus Mora in 6:37:17 vor H. Olsson( Loos) hervor, der nur 37 Sefunden mehr benötigte. Den dritten Platz belegte E. Rufén( Orfa) in 6:38:14. auch in Friedenau: Der Bezirk Friedenau der Freien Turnerschaft Groß- Berlin eröffnet heute, Montag, 20 Uhr, eine Sodenabteilung. Interessenten wollent sich bitte einfinden im Vereinslotal, Rofenau, Laubacher Ede Varziner Straße. Auch Fußballer finden noch Aufnahme. Schüßen Bereinigung, Abt. Mitte: Dienstag, S. März, 20 Uhr, Uebungsabend bei Braffer, Michaeltirchstr. 29a. Raturfreunde- Bildungskonferenz. Der Sportpalafttimogebung megen findet die ursprünglich angefekte Sigung der Abteilungsvertreter nicht heute, sondern straße 16-17, statt. Montag, 23. März, 20 Uhr, im Gesangssaal des Sophien- Lngeums, WeinmeisterFUNK UNDAM ABEND Montag, 2. März. Berlin. 16.05 Heinrich Pfeiffer: Erlebnisse eines Tropen- Journalisten. 16.30 1. Mozart: Romanze As- Dur( Ellen Epstein, Flügel). 2. Kilpinen: Lieder ( Carin Edelberg, Sopran). 3. Händel: Lieder( Leo Kaplan, BaB). 4. Chopin: Etude C- Moll u. Ges- Dur( Ellen Epstein). 5. Lieder( Carin Edelberg). 6. Lieder von Meyerbeer und Nicolai( Leo Kaplan). 7. Tießen: Drei Klavierstücke, op. 31( Ellen Epstein; am Flügel: Julius Bürger). 17.30 Jakob Haringer liest eigene Dichtungen. 17.50 Vom Tonfilm bis zum Dreiklang. Walter Gronostay. 18.10 Programm der Aktuellen Abteilung. 18.35 Louis Verneuil und Paul Nikolaus: Wie schreiben Sie Ihre Stäcke? 19.00 Unterhaltungsmusik. 20.00 Logensaal, Stettin: Chorkonzert der Stettiner Singakademie. 1. Schreker: Schwanengesang, op. 11. 2. Joh. Brahms: Zigeunerlieder, op. 103.( Für Gemischten Chor und Klavier.) 20.30 Rückblick auf Platten( Februar). 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Die Wandlungen des Opernstils." II. Abend. 22.15 Wetter, Nachrichten und Sport. Königswusterhausen 16.00 Kurt Higelke: Erziehungswissenschaftliche Literatur 1930. 17.30 Lieder. zur Arbeit gesungen( Dr. K. Dürre; Gesang: Charlotte Theile). 18.30 Hans Rohde: Das Mittelmeer und die großen Mächte. 19.00 Englisch für Anfänger. 18.00 Günther: Deutsch für Deutsche. 19.25 Dr. Schindler: Der deutsche Landwirt muß sich auf den deutschen Absatz einstellen. 19.43 Dr. Karl Würzburger: Vorschau auf das März- Programm. 21.00 Köln: Militärkonzert. 22.15 Wetter, Nachrichten, Sport.