BERLIN Dienstag Z.Mrz 1931 10 Pf. Nr. 104 B 52 4». Lahrgang Avgwch abraboofgabe 6«.vonvSrtt'. Demg«preis beide Susgaden ssPf.»roWoche. S.KvM. rr» Monat. Nedaktion und Eroedttion! Berlin SW6S, LindenKr. s Sjuilauigaße xle&„Vrfutotsk:: Aaietgennrei«: Die elnsoaltize NonoareMqeil« Pf.. Reklamei-ile ü M. Ermäßigungen nach Tarif, ßscheckkoat»! Vorwän«-Vcrla, G. m.d.H, Berlin Nr. iNöZk. Fernsorecher; Dönboss«2 di« 2S7 Sturm auf Altersrenten Geheimpakt der Versicherungsbürokratie?— Invalidenrenten sollen verringert werden! Erlogene Berichte! Erlogene Avssagen! 5n einer Zeit, die als der Wirtschastswelsheit letzten Schluß, nur die Lohnsenkung kennt, gibt es noch immer Leute, die glauben, wenigstens die kärglichen Unter st ützungssätze aus der Invalidenversicherung wären vor der Abbauwelle gesichert, Sie sind isdoch im Irrtum. Hinter den Kulisien wird an einer Generalsenkung der Alters» und Invaliden- r e n t e n eifrig gearbeitet. Die Träger der Invalidenversicherung, die sogenannten Landes- Versicherungsanstalten, haben unter sich einen Reichsoerband gegründet, desien„Ständiger Ausschuß' seinen Sitz in Kasiel hat. An diesen Ständigen Ausschuß ist ein Brief des Londrats Dr. G o«z e von der Londesversicherungsanstalt Brandenburg ge- richtet, der einen Geueralsturru aus die Zaoasidenrenleu einzuleiten bestimmt ist. In diesem Brief, der auf dem Provlnzial- landtag der Provinz Brandenburg dieser Tage durch die Wachsamkeit sozialdemokratischer Abgeordneter zur Besprechung kam, findet sich eine Serie solcher Abbauoorschläge: „Der Lohnabbau, wie er seht allgemein durchgeführl wird, rechl- ferllgt auch eine enljprcchende Herabsetzung der Renten, wir begrüßen deshalb vor ollem die Erwägung einer gleichmäßigen Senkung der Renten durch Minderung des Grundbetrages oder der Steigerungssätz« und den Plan, die Walsenrente und den Kinderzuschuß durchweg mit dem IS. Lebensjahr wegsallen zu lasien. Auch die Einführung einer besonderen Wartezeit für die Altersinoalidenrcnte gehört hierher. Wir bitten, diese Pläne, die zusammen allein eine wirkliche Entlastung bringen können, m i t Nachdruck zu verfolgen. Die gleichmäßige Kürzung de» Grundbetrages um 2 Mark monatlich würde den Gesamtbetrag einer Invalidenrente von 2b Mark um 8 JJtoz, eine Durchschnittsrente von 35 Mark um 6 Proz. und eine Rente von 50 Mark um 4 Proz. herabsetzen. Eine Staffelung, die gleichmäßig eine dem Lohnabbau entsprechend« Kürzung der Gefaintrente un, K Proz. herbeiführt, ist also notwendig. Sie könnte sich durch die Wiedereinführung der früheren Bercchnungsart. wie auch von dort angeregt, erreichen lasien. Eine ähnliche Regelung in der Angestelltenversicherung wäre aller- ding» notwendig. Die durchschnittliche Kürzung der Rente um S Proz., wie sie sich aus der Minderung des Grundbetrages um 2 Mark monatlich ergibt, würde bei der Provinz Brandenburg für die Landesversicherungs- anstolt 3 450000 Mark ausmachen. Die Senkung der Steigerungs- fätze von 20 aus lö Proz., entsprechend dem Satz der Angestellten- Versicherung, bedeutet eine Minderung des Steigerungsbetrage» um 25 Proz. Die Herabsetzung der Steigerungslätze von 20 aus 15 Proz. stellt eine Kürzung der vurchschnittsrente von 35 Mark monatlich um rund 9 Proz. dar. geht also über den Lohnabbau um ein Geringes hinaus. Durch den Wegfall der Waisenrente und des Kinder- Zuschusses mit dem 15. Lebensjahr würde bei uns annähernd ein Betrag von li� Millionen Mark gespart werden. Im Jahre 1930 sind rund 75 000 Mark Altersinoaliden- r e n t c n wegen Vollendung des 65. Lebensjahres festgesetzt worden. Nimmt man an. daß diese Zahl sich durch Festsetzung e'ner besonderen Wartezeit etwa um ein Drittel verringert, so ergibt dies bei einer Durchschnittsrente von 35 Mark monatlich eine Ersoarnis für die Londesversicherungsanstalt Brandenburg von rund n Million Mark. Auch die weiteten Anregungen über die Einsparungen von Rentenbeträgen dürsten nicht abzuweisen sein. Wen» die Beträge auch nicht in allen Fällen erheblich sein werden, so darf man doch beim Sparen aus sie nicht verzichten.' Wie man aus dem Inhalt entnehmen kann, wird brieflich unter den Leitern der Versicherungsanstalt schon seit längerer Zeit über die planvolle Kürzung selbst der schäbigen Durchschnitts-Altersrentei' von 35 M. monatlich oerhandelt. Dabei stellte sich durch die Anfrage des sozialdemolratischen Abgeordneten, Landrats Freier, auf dem Prooinziallandtag her- aus. daß weder der Landesdirektor noch der gewählte «orstand der Landesversicherungsanstalt von der Existenz des Brieses eine Ahnung hatte! Der Landesdirektor versprach, noch in dieser Woche eine Sitzung des Vorstandes einzuberufen, damit«r zu der eigenmächtigen Handlung des Landrats G o e z c Stellung nehme. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Moskauer Zustiz nach Art der Hexenprozesse Moskau, 3. März. Im Menschewiki-Prozeß wurde heute als erster Scher verhört. Er sagte aus, daß man in Kreisen der Menschewiken bereits 1925 zu der Ueberzeugung gelangt sei, daß man die Taktik der Mensche- wiken-Partei andern und menschewistische Zellen bilden müßte. Er schildert dann weiter, in welcher Form die Verbindung mit der Aus- landszentrale der Menschewiken angebahnt worden sei, und wie ihm m-?" .Pielru itenni, der italienische Sozialist, sprach am Montag in der Riesenkundgebung der Bertiner Sozialdemokratie über die Greuel des italienischen Faschismus. der Mitangeklagte Derlatzki schriftliche Vollmacht überbracht habe. B e r l a tz k i hätte in Berlin mit V a n d e r o e l d e, mit den beut- schen Sozialdemokralen H i l f e r d i n g und K a u t s k y, dem fran- zösischen Sozialisten Blum und anderen Führern der westeuropäi- schen sozialdemokratischen Parteien Fühlung genommen, die die Pläne der Menschewiken ebenso gebilligt hätten wie die Zweite Internationale. Der Angeklagte G r o m a n n. der früher Präsidiumsmitglied der staatlichen Planwirtschaftskommission war. bestätigte Scher» Aussogen im wesentlichen und gab zu. im Jahre 1926 die praktische Arbeit zur Bildung menschewistischer Zellen ausgenommen zu haben. Trotz mancher Bedenken hätte er sich mit den rechtsgerichteten An- hängern einer Intervention politisch solidarisch erklärt, weil er eine Diktatur des Proletariats verworfen hätte. Seine Stellungnahme wäre ihm dadurch erleichtert worden, daß, wie ihm berichtet worden sei, Hilferding und andere bekonnte Führer der deutschen Sozialdemokraten sich zu dem Standpunkte der rechtsstehenden Menschewiken bekennten und für eine Teil- nahm« an der Zweiten Internationale wären. Auch die Angeklagten G i n s b u r g und P e t u n i n. der ehe- mals Direktionsmitglied des Zentrosojus war, bestätigten die Ver bindung mit dem Auslande und die Bildung menschewistischer Zellen. Moskau, 3. März.(Telegraphenag. d. Sowjetunion.) Nach dem Verhör der Angeklagten ging das Gericht zu ein- gehender Prüfung der Tätigkeit des Unionsbüros über. Es stellte auf Grund der Aussagen des Angeklagten Scher fest, daß das Büro endgültig im Jahre 1928 aus zehn Mitgliedern gebildet wurde. Es bestand programmäßig aus Militär» und anderen Wendung im Fall Bullerjahn. Oer französische Zeuge wird in Oeutschland vernommen. Leipzig, 3. März. 3n der heutigen Verhandlung de» schon seil zwei Wochen vor dem Reichsgericht schwebenden Prozesie» wegen der Leipziger wassendiebfiihle teilte der Vorsitzende mit. daß sich wahrscheinlich eine Vertagung des Prvzesies aas Sonnabend für notwendig erweisen werde. E» sei ihm von Rechtsanwalt Dr. R o f e n f e l d, der da» Miede ranfnahmeverfahren im Prozeß Vuller» sahn betreibe, mitgeteilt worden, daß der französische Leui» nank Zoo» sich entschlossen habe, dentschen Vöde» zu de- l r e t e a, so daß er wahrscheinlich in Aachen vernommen werden könne. Da voraussichtlich zwei der an dem Masfendiebstahlsprozeß de- teiliglen Richter auch beim Miederausnahmeoerfahren in der Sache Bullerjahn mitzuwirken haben, werde sich eine Unterbrechung der lausenden Verhandlung bis Sonnabend kaum vermeiden lassen. Dem Senat werde eine endgüllige Mitieilung über die Entschließung de» Leniaant» Zoo» durch den Verteidiger Dr. Rosen- seld allerding, erst in den Rachmiitagsstunden zugehen. Gruppen. Das Büro hielt drei Volloersammlungen unter Teil- nähme der in der Provinz tätigen Menschewisten ab. Die Uuslandsdelegalion der Menschewisten genehmigte im Zali 1928 die Zusammensetzung de» Unionsbüros, wovon das Büro schriftlich verständigt wurde. Kurz danach santtio- vierte Abramowitsch, Mitglied des Zentralkomitees der Menschewisten, der 1928 illegal in der Sowjetunion emtraf, noch- mals die Zusammensetzung des Büros. Die Auslandsdelegation der Menschewisten hatte ihn beaustragt, eine Namensänderung des Büros vorzuschlagen und es„Russisches Zentralkomitee' Im„Unions- büro des Zentralkomitees der Menschewisten' zu nennen, wodurch die Abhängigkeit des Unionsbüroe von der Auslandsdelegation unterstrichen wurde.— Staatsanwalt Krylenko gab daraus die Erklärung der Auslandsdelegation de» Zentralkomilee» der Menschewisten im„vorwärts' bekannt, wonach die Angeklagten nicht Mitglieder des Unionsbüros leien, daß sie vielmehr Provokateure seien oder daß ihre Aussagen mit Gemalt erzwungen wären. Sämtliche Angeklagten bezeichneten diese Erklärung als Lüge. G r o m a n erklärte, die Auslandsdelegation habe keinen andere» Ausweg, da sie nicht offen vor dem Weltprotetariat über ihre Schädlings- und Interventionspolitik zu sprechen wage, sondern diese im geheimen durchführ«. Pe tu Nitz sagte aus, Abramowitsch habe ihm persönlich die Notwendigkeit angedeutet, nicht offen über die Schädlingstätigkeit und Interoentionspolitik zu sprechen, um nicht die Menschewisten in den Augen des Weltproletariats zu„brandnmrken'. Der Angeklagte Scher erklärte, die Taktik der Menschewisten sei doppelzüngig. Diese Doppelzüngigkeit sei der Grund für die Er- klärung im..Vorwärts'. Kein Mensch wird glauben, fuhr der Angeklagte fort, daß wir olle 14 alle Sozialdemokraten, die 25 bis 30 Jahre in der Partei tätig waren und widerholt in zaristischen Ge- tängnissen gesessen haben. Provokateure sind oder daß unsere Aus- lagen mit Gewalt erzwungen wären. Iakubowitsch erklärte, dieser Prozeß sei ein schwerer Schlag für den russischen Mensche nmnms. Vierzehn Führer In der mensche- wistifchen Tätig kell in der Sowjetunion entsagen, ko fuhr er fort, öffentlich freiwillig ihrer Vergangenheit. Der Auslandsdelegation bleibt nichts anderes übrig, als uns für Provokateure oder Opfer der Gewall zu erklären. Alle Angeklagten lehnten die Erklärung der Auslandsdele- gation über Gewaltanwendung während der Voruntersuchung ab und iKHwn hervor, daß sie ihre Aussagen freiwillig geniacht hätten, veranlaßt durch den Umschwung ihrer Gesinnung. »» « Hier ist nur zweierlei möglich: Entweder der Bericht selber ist rrlogen, oder die Angeklagten lügen aus Angst vor Mißhandlung und Hinrichtung. Alle 14 Angeklagten sollen erklärt haben, sie hätten ihre Aus- lagen freiwillig gemocht,„veranlaßt durch einen Umschwung ihrer Gesinnung". Nach den Anklage waren die Angeklagten Menschewiki. Sie arbeiteten zunächst an den verantwortungsvollsten Stellen der Sowjetunion loyal mit. Dann aber kam laut Anklage- schrist im Jahre 1928 Abramowitfch nach Moskau und gewann die 14 sür eine Politik der Schädlingsarbeit und der Intervention. Danach war lm Jahre 1928 bei allen Angeklagten gleichzeitig ein erster „Umschwung ihrer Gesinnung" eingetreten; sie hatten sich allesamt aus loyalen Sowjetbürgern zu Verschwörern verwandelt. Und nun im Jahre 1931 ist bei ihnen ein neuer„Umschwung ihrer Gesinnung" eingetreten und wieder bei allen gleichzeitig! Sie sind allesamt aus finsteren Verschwörern, Schädlingen und Interventionisten wieder loyale Sowjetbürger geworden, und gebärden sich freiwillig als Hilfsorgane der Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen sich selber. Solche„Umschwünge der Gesinnung", bei 14 Menstl;en gleichzeitig hin und zurück, sind Wunder— Wunder, wie sie nur in Rußland vorkommen. In einem Lande, in dem es Presiefreiheit und gewisse Garantien eines geregelten Gerichtsverfahrens gibt, ereignen sich solche Wunder niemals. Wir wiederholen: Nur zweierlei ist möglich. Entweder lügt der russische offiziöse Bericht. Oder aber vierzehn gepeinigte Menschen leiern aus Angst vor neuer Peinigung alle erlogenen Aussagen herunter, die ihre viehischen Peiniger ihnen in den Mund gelegt haben. Im übrigen verweisen wir auf die Ausführungen des Genossen Dan an anderer Stelle dieses Blattes. Verkürzte Renten. lFortsetzung von der 1. Seite.) Hierzu wird uns noch mitgeteilt, daß auch der frühere Leiter der Landesversicherungsanstalt, Landessyndikus Gerhardt, in Sachen der Anstalt vielfach unverantwortlich gehandelt hat. Zur Anerkennung seiner Leistungen hat ihm die Rechte im Provinzial- ausschuß neben seiner Pension von 18 900 M. noch einen Zuschuß von jährlich 6000 M. aus den Mitteln der Landesversichcrungsanstalt bewilligt. Dieser Bewilli- gung hat auch der Nazi-Vertrcter im Provinzialausschuß z u g e st l m m t. trotzdem die Hakenkreuzlcr sonst demagogisch gegen Pensionen zu wettern pflegen! «• » Der beabsichtigt« Ansturm auf die Invaliden- und Altersrenten kam heute auch im Haushaltsausschuß des Reichstags beim Kapitel Sozialversicherung zur Sprache. Dort führt« Abg. Karsten(Soz.) aus: Die Invalidenversicherung gewähre schon so niedrige Renten, daß ein weiterer Abbau gänzlich ausgeschlossen ist. In der Rechtsprechung d«s Reichsver- sicherungsamts wird der Begriff„Invalidität" überaus eng gezogen. Die Renten der Unfallversicherung sind den heutigen Löhnen nicht angepaßt. Ganze Berufe stehen»och außerhalb der Versicherung. Die Bestimmungen über Berufskrankheiten sind viel zu eng gefaßt, namentlich in bezug auf Staublungen und Haut- erkrankungen. Das Reichsversicherungsamt braucht sehr viel Zeit, im Durchschnitt«in Jahr, zur Beurteilung einer Revision. Abg. Zanschek(Soz.): Die sür die Reichsknappschaft angesetzten Mittel sind völlig unzureichend. Die Selbsthilfe der Knappschaft durch Abbau der Leistung wird zum Beispiel von den Kriegsblinden als Strafe angesehen. Es ist auch beinahe als Strafe anzusehen, wenn die Bergarbeiter in gesunden Tagen hohe Beiträge leisten und schließlich Pensionen erhalten, die sich im Rahmen der Wohlfahrlssähe bewegen. Beiträge können nicht weiter erhöht, Leistungen nicht ab- gebaut werden, es bleibt vorläusig nur die Reichshilse. Wo zwei Mann dasselbe leisten, was früher drei Mann, oder im Braunkohlen- bergbau gar«in Mann, was früher zwei Mann leisteten, müssen Beitragszahler abnehmen, während die Anwärter bleiben. Das Produkt kann und muß die Soziallasten tragen. Abg. Litke(Soz.) fordert, daß die Familienangehörigen der Arbeitslosen, der Krisenunterstützungsempfänger, der Ausgesteuerten, die aus der össentlichen Fürsorge Unterstützung beziehen, der Personen, die Renten aus der Invaliden-, Angestellten- oder Unfallversicherung erhalten, von der Entrichtung des Arznei- k o st e n a n t e i l s und der Krankenscheingebühr befreit sein müssen. Diese Befreiung hat sich ferner auch auf die An- gehörigen der Schwerverletzten, die nach der Reichsoersorgung Rente ol« Schwerverletzte oder als Schwerbeschädigte beziehen, zu«rstrecken. Minister Stegerwald antwortet auf die Wünsche der Redner, daß wir sür 1931 noch ein ganz schweres Jahr vor uns bätten. In dem größten Krisenjahr des Jahrhunderts könne die Sozialgesetzgebung nicht noch erweitert werden, er wolle froh s«in, wenn er alles halten könne. Abg. Müller- Lichtenberg(Soz.) sprach über die Notlage der Invalidenversicherung. Wenn einzelne Landeever. sichern ngsanstalten Zuschußanstalten seien, so liege das nicht in Mängeln der Selbstverwaltung, sondern an den schon imm«r vor- lxmdenen unterschiedlichen industriellen Perhält» n i sf«n des Gebietes der einzelnen Anstalten. Die Znvalidenrenlen seien ohnedies schon sehr niedrig. 40 Prozent aller Znvalidengeld. empsönger seien wohlsahrlsempfänger, hier könne nichts mehr ge- strichen werden. Die Renten müssen erhöht werden, und zwar muß das Reich einspringen. Abg. Grolewohl(Soz.) meint, die Reform der Invalidenvcr- sicherung müsse bedenklich lange hinausgezögert werden, wenn erst die Besserung der Lage des Adheitsmarktes abgewartet werden soll«. Es erschein« verfehlt, wenn an diese Problem« auf di« Art herangegangen werde, daß ein Zweig der Sozialgesetzgebung kurzer- Hand und provisorisch für den anderen herangezogen werde. So komm« man womöglich einmal dahin, daß die ganze Sozial- Versicherung ins Rutschen gerate. Verbrecherischer Motorradfahrer. Rast in Reichsbannertrupp und tötet einen Knaben. Auf der Straß« von Arnswalde nach Reetz fuhr gestern ein Motorradfahrer in rasender Geschwindigkeit an einer etwa 100 Mann starken Reichsbann erabteilung vorbei. Dabei wurde ein zehnjähriger Zunge von dem Moiorrad erfaßt und etwa Z0 Meter weit mitgefchieifl. Dem Kinde wurde der Kopf voll- ständig zerschmettert, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der rücksichtslos« Fahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Heraus mit Vauausträgen! Sozialdemokratische Forderung im Reichstag Im Haushaltsausschuß des Reichstags wurde gestern die Besprechung des Arbeitsetats fortgesetzt. Dabei erklärte Abg. Ersing(Ztr.), er würde es begrüßen, wenn endlich mit dem Lohn- abbau aufgehört werde. Der Reichsfinanzminister habe eindeutig � erklärt, daß bei den Festbesoldeten ein weiterer Gehalts- und Lohn- abbau nicht erfolgen werde. Er wünsche, daß der Arbeitsminister eine gleiche Erklärung für die frei Arbeitenden abgebe. Die Reichsregierung sei doch eine Einheit, sie müsse hier auch eine einheitliche Stellung einnehmen. DiegenerelleArbeitszeitverkürzung könne � n i ch t von den Behörden aus angeordnet werden, aber das Reich könne mit seinen Betrieben vorangehen. Die Reichs- regierung sollte mit den Ländern und Gemeinden gemeinsam an- ordnen, daß Doppelverdiener, daß mehrere Mitglieder einer Familie bei einer Behörde nicht beschästigt werden. Der frühere Arbeitsminister Brauns(Ztr.) ruft darauf seinem Fraktionskollegen Ersing zu, daß er in die verfassungs- mäßigenRechtederBeamten eingreifen wolle. Abg. Bernhard(Soz.): Mit der Beteuerung des Ministers, daß er in der Arbeitslosenfrage keine Bogel-Strauß-Politik treibe, steht die Wirklichkeit im Widerspruch. Die Arbeitsbeschaffung sei die wichtigste aller Fragen für die Arbeitslosen. Hier sei nicht genügend getan worden. Allerdings sei hier nicht der Arbeitsministcr allein, sondern die gesamt« Reichsregierung verantwortlich. Es fei nicht richtig, daß die Gesamtwirtschaft benachteiligt wird, wenn man die Bauwirtschaft pflegt. Bei der Schlüsselstellung, die das Bau- gewerbe einnimmt, ist doch sicher, daß mit dem Bau von Woh- nungen und ihre Vermietung tausenderlei Gegen- stände aus dem Markt gezogen werden. Dem Baumarkt haben 1930 schon die billigen erststelligen Hypothekarkredite für den Wohnungsbau von den Sparkassen und der Sozialversicherung ge- fehlt. Di« Hypothekenbanken und die össentlich-rechtlichen Kredst» anstauen bieten keinen Ersatz, weil ihre Zinsbelastung viel zu hoch ist. Haben die in der Reichstagssitzung vom 4. November 1930 an- gekündigten Berhandlungen inst den Hypothekenbanken stattgesunden und welchen Erfolg haben sie gehabt? Di« Hypolhekenbanken haben eine Zeit ununterbrochener Konjunktur hinter sich. Ihre Dividenden von 9, 10, 11 und 12 Proz. und offene Reserven bis beinahe SO Proz. des Kapitals sprechen«ine deutliche Sprache. Unter der Krise des Baumarktes leiden naturgemäß am meisten die Bauarbeiter. Ihre Arbeitslosigkeit ist nicht mehr berufsüblich, sie hängt mit der Krise der Gesamtwirtschaft zusammen, ist also konjunkturell. Wie schwer die Lebenshaltung der Bauarbeiterschast und dadurch ihre staats- politische Stellung getroffen wird, kann sich jeder leicht ausdenken. Die Sanierung der öffentlichen Finanzen darf nicht nur auf Kosten der Bauarbeiter betrieben werden. Die Steuersenkung durch die Notverordnung beruht allein darauf, daß der sür den Wohnungsbau vorgesehene Teil der Hauszins st euer ge- kürzt wird. Die Regierung muß eine Konjunkturausgleichpolitik betreiben, sie muh unverzüglich mit Bauaufträgen her- auskommen. Sie darf sich nicht auf Versprechungen der Länderregie- rungen einlassen. Neben dem Wohnungsbau muß der Straßen- bau und der sonstige öffentliche Bau gefördert werden. Dos Spar- kassenwasen muß unter Gesetzesnormen gestellt werden, damit nicht die Millionen, diedi« Bausparer einzahlen, verloren gehen. Beim Abschluß der allgemeinen Aussprache kam es noch zu einer besonderen Erörterung der Frage der Doppelver- d i e n e r. die von den Zentrumsvertretern eng gegen die Arbeit der verheirateten Frau ausgelegt wurde. Abg. A u f h ä use r(Soz.) antwortete darauf, daß es auch noch andere Doppewerdiener gebe, wie z. B. Beamte, di« abends noch als Musiker gehen, bei denen ein Verbot ihrer zweiten Berufstätigkeit besser am Platze sei als gegenüber der verheirateten Frau. Werkspionage im großen Betriebsleiter, Obermeister und Schweißer aus der Antlageban? Znteressanke Einblicke in die Methoden der werk- s p i o n a g e, wie sie von ungetreuen Angestellten z a• g u n st e n von Konkurrenzfirmen betrieben werden, geslallele eine Verhandlung von dem Schöffengericht Berlin- Mille. Aus der Anklagebank sitzen der frühere Ingenieur-Ehemiker der Firma Stock u. Co., Marienfelde, Erwin Paul» der Obermeister Franz Wirsing und der Schweißer Alfred K o e r b e r. Alle drei sind augenblicklich angestellt bei der größten Konturrenzsirma des früheren Arbeitgebers der Angeklägten, bei Rohds u. Dörrenberg in Düsseldorf-Oberkassel. Als Nebenkläger sind zugelassen sowohl die Firma Stock u. Co. sowie der Verband Ber- liner Metallindustrieller. Die Anklage lautet auf unlauteren Wettbewerb. Diebstahl und Verrat von Betriebsgeheim- nissen. Im Dezember 1929 besuchte der technische Leiter der Spiralbohrerfabrik R. Stock u. Co., Iereczek, die Ofenbaufirma Bruno Schilde In Hersfeld. Sie offerierte ihm O e f e n zum Härten hochlegierter Stähle. Der Direktor stellte zu seinem Erstaunen fest, daß die Konstruktion dieser Oefen Ideen der Firma Stock u. Co. entstammten. Die Oefen waren aus Grund von Unterlagen gebaut worden, die die Firma Rhode u. Dörrenberg der Firma Schilde geliefert hatte. Der Verdacht lag nahe, daß srühere Angestellte der Firma Stock u. Co. Betriebsgeheimnisse ihrer neuen Slrbeitgeberin verraten haben müssen. Haussuchungen bei Angestellten der Firma Rohde u. Dörrenberg bestätigten den Ver- dacht. Der bei der Firma Rohde u. Dörrenberg als Betriebsleiter beschäftigte Paul hatte am 30. November 1928 seine Stellung bei Stock u. Co. verlassen. Er erhiest von der Finna Rhode u. Dörrenberg den Austrag, die Härterei auszubauen. Er setzte sich in Verbindung mit dem bereits seit 17 Iahren bei der Firma Stock u. Co. beschäftigten Obermeister Wirsing, und ver- anlaßte ihn unter Versprechungen materieller Vorteile zu Rohde u. Dörrenberg überzutreten. Da er aber der Unterstützung eines Praktikers bedurfte, trat er ferner an den Schweißer K o e r b« r heran und überredete auch ihn, seine Stellung zu verlassen. Borher sollte er jedoch noch einige Erfahrungen bei Stock u. Co. sammeln. Im Mai 1929 traf man Koerber in dem" Härle- räum an, wo eigentlich nur bestimmte Personen Zuirstt hatten;, er zeichnete auch elektrische Schaltoorrichtungen für elektrische Härte- äsen ab und machte photographische Aufnahmen. Als eines Tages der Meister bei ihm Photographien entdeckte, wurde er fristlos entlassen. Einige Wochen später arbeitete er bereits bsi Rohde u. Dörrenberg. Sämtliche drei Angeklagten hatten, wie es stet» üblich ist, bei Ausgab« ihrer Stellung dahingehende Erklärungen unterschrieben, daß sie keinerlei Zeichnungen, Modelle usw. besäßen und, sofern sse ein derartiges Material besessen haben sollten, es der Firma wiedergegeben hätten. In der heutigen Verhandlung versuchie der Angeklagte Paul für die Aussindung des so reichhaltigen Materials harmlos« Er- klärungen zu geben, die aber bald durch große Unsicherheit Bedenken erregten. Ehetragödie in Tegel. Zn ihrer Wohnung in der WIlleuauer Straße 7g in Tegel wurden heute mittag der ZS Zahre olle Zeichenlehrer Bruno w a g n e r und seine ZtjährlgeFrau hlldegardlolanf- gesunden. Nach dem Befund ist da« Ehepaar im gegenseitigen Einverständnis aus dem Leben geschieden. Beide nahmen eine größere Wenge Sublimat und öffneten dann die Sashähne im Schlafzimmer. Das Motiv zn der verzweiflungsiat ist noch unbekannt. Die Tat des Tobsüchtigen. Das Spandauer Zamiliendrama. wie wir lm Morgenblatt berichteten, mißhandelte der ZSjährige Friß Deutschmann aus dem Hause Planlage g in Spandau seine Frau fürchterlich. Er ist seht als gemein- gefährlicher Geisteskranker nach der Anstalt Dalldorf ge- bracht warben. Die Tobsuchtsanfäll« des D. hallen in der letzten Zeit be- ängstigende Formen angenommen. Die geringste Menge A l t o h o l versetzt« ihn in derartige Erregungszustände, daß er sofort zu toben begann. Unter diesen Anfällen hatten Frau und Kinder schwer zu leiden. Auch am gestrigen Montag hatte Deutschmann wieder etwas getrunken. Kaum war er nach Hause gekommen, so setzten die Wahnsinnserscheinungen wieder«In. Sch.>n am Sonntag hatte die bedrängte Frau um polizeilichen Schutz gebeten. Als der Ermittlungsbeamte, der waffenlos und in Zivil war, im Haufe am Montag erschien, tönte ihm aus der Weh- nunz das Geschrei der Mißhandelten entgegen. Deulschmann riß die Tür auf und stürzte heraus, um sich wahrscheinlich nach ireuen Opfern für seine Wut umzusehen. So geriet er an den Beamten. Im selben Augenblick kam auch Frau D., die stark blutete, aus der Wohnung gelaufen und suchte sich zu retten. Der Tobende fiel wieder über sie her und riß sie zu Boden. Es war dem Beamten nicht möglich, einzugreifen und den Mann zu bändigen, da er der Riesenkraft des Wahnsinnigen nicht gewochsen war. Erst die Beamten des Ueberfallkommandos tonnten ihn mit vereinten Kräften fesieln. Roch in der Nacht wurde er vom Kreisarzt untersucht, der di« Ueberführung in eilte geschlossene Anstalt an- brdnet«. Di« erheblich verletzte Frau schwebt zum Glück nicht mehrinLebensg, fahr, die Aerzte hoffen, sie durchzubringen. 22000 statt �S00! Vctrugsanzeige gegen ein Hugenberg-Blatt. Dessau, 8. März.(Eigenbericht.) Di« in Dessau erscheinende deutschnationale Zeitung„Anhaltische Rundschau", die ein Ableger des Hugenberg-Blattes in Magdeburg („Magdeburgische Tageszeitung") ist. wurde, zum Teil aus An- zeige vonInserenten. wegen Betruges angeklagt. Dos Verfahren gründet sich daraus, daß das Hugenberg-Blatt z. D. gegen- über dem Zeitungsverlag Rudolf Mosse eine Auflage von 2 20 00 angegeben hat und auf Grund dieser Angabe Inserate und Beilagenaufträge erhielt, in Wirklichkeit ober nur eine Auflage vonlSOOimganzenLande Anhalt hatte. Feuer bei General Motors. Zn der Lackiererei der General Molars werke in der Charlottenburger Straße SS/bS in Wittenau entstand heule vormittag gegen Vall Uhr ein gefährlicher Oel- brand. Die großen Lackieröfen in der Lackierabteilung, die eine starke Hitze entwickeln, werden mit Oelfeuerung betrieben. Ein Zuleüungsrcchr war plötzlich undicht geworden und das aus- tretende Oel flammte sofort auf. In kurzer Zeit stand der Raum zum größten Teil in Flammen. Die Fabrikfeuerwehr trat icsso-t in Tätigkeit und unter Zuhstscnahme von drei starken Schlauchleitungen sowie zwei Schaumgeneratoren konnte dos Feuer, das«inen starken, beißenden Qualm entwickelte, bald gelöscht werden. Mehrere Zuge der Berliner Feuerwehr, di« müer Leitung des Oberbauraies Zilius ausgerückt waren, brauchten nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Arbeiter sind glücklicherwerf« nicht zu Schaden gekommen, sie hatten den gefährlichen Raum rechtzeitig verlassen können. Eurtius in Wien. Außenminister Eurtiiis ist zu einem mehr» tagrgen Bejuch der österreichischen Regierung in Wien eingetrosten. ... Bernn: Ruhiges und ziemlich hesteres Wetter mit kaller Nacht. Tagestemperaturen etwas über Null.— Für Deutsch- land: Im größeren Teil des Reiches beständiges und teilweise heiteres Wetter mit Nachtfrösten. Im Küstengebiet noch stärker« Bewölkung. Zum Moskauer Schandprozeß Die Henker haben Kurcht/ Von Theodor Van Die Moskauer Zeitutujen vom 27. Februar bringen envlich den TextderAnklageschrist gegen das sogenannte.Unionsbüro de- Zentralkomitees" der sozialdemokratischen(nienschewistischen) Peirtei. Alle schlimmsten Erwarwngen werden durch d!« grenzenlose Verlogenheit und Unverschämtheit dieses Dokuments übertrofsen. Ein Ding der Unmöglichkeit ist es, alle die Lügsn und Verleumdungen, von denen diese Anklageschrift strotzt, im Rahmen eines Artikels zu entlarven und gebührend zu charakterisieren. Ich muß mich damit begnügen, die krassesten Beispiele anzuführen. Die ganz- Anklage geht von der Bchaupwng aus. daß im Jahre 1928 in der taftischen Einstellung unserer Partei eine grundsätz'iche Wendung vollzogen sei— zur.Schädlingsarbcit' und zur Politik der wirtschaftlichen Desorganisation de- Landes und der imperialistischen Intervention. Ts gibt ober unbestreitbare Talsachen, die beweisen, daß diese angebliche taktische Wendung unserer Partei nichts als eine dreiste Ersindung der Tschekisten ist. Noch im April 1929 wurden z. B. von der Zentral« unserer Partei Thesen über die nationale Frage in der Sowjetunion angenommen und veröffentlicht(deutsch, sranzösisch und englisch w der„Jnt.r- nationalen Information"), die ihren an die Arbeiter aller Nationen gerichteten Rat, sich von allen separatistischen Bewegungen sernzu- halten, eben dadurch begründeten, daß bei den gegebenen Berhält- verbunden sind, müssen ganze Fässer gemeinster Lügen glaubhast machen, die zusammen mit dem nicht existierenden anderen„Unions. büro" von den Tschekisten glatt erfunden worden sind! Aber die Angeklagten selbst haben doch die ihnen zur Last ge- legten Verbrechen eingestanden? Ja, sie haben vieles eingestanoen! Die haben ausführlich alles erzählt, was Genosse Abramowilsch in Moskau gemacht hat; wie er angekommen ist, was und mit wem er gesprochen hat, wo er gespeist und wo er übernachtet hat und sogar Oer Name des Kutschers, der ihn zum Bahnhof fuhr, wurde ausdrücklich von dem Angeklagten Scher genannt. Die Spinne in die Suppe kommt aber nur durch den kleinen nebensächlichen Umstand, daß nämlich Abrainowitsch vom Jahre 1920 anüberhaupt niein Mo». kau war! Gleich dem Genossen Abramowitsch selbst können es hunderte russischer und ausländischer Genossen eidesstattlich be» teuern, die mit ihm in Europa und Amerika verkehrten gerade in der Zeit, wo er in Moskau gewesen sein soll. Das hindert die Angeklagten nicht, die ihnen van den Tschekisten ausgezwungene Lüg« zu wiederholen, wie sie nichts hindert, van meinen persön» lichen Zusomenkünften in Berlin mit Beraltzky, Petunin, Ginsburg zu erzählen, obgleich ich eidesstattlich versichern kann, daß ich diese Leule in den letzten S Jahren, die ich im Auslande weile, nicht gesehen und nicht gesprochen habe. geschweige denn, daß ich ihnen irgendwelche.Direktiven", und noch dazu im Sinne der.Schädlingsarbeit" oder des.Interventionis- > mus", gegeben hätte I Aber auch dies genügt noch nicht. Nach der von dem Sowjetsender in die ganze Welt am Abend des 2. März ausposaunten Aussage von Beraltzky waren dies« mörderischen ! Direktiven von mir in einer Berliner Konferenz gegeben, an der außer Beraltzky und mir noch Breitscheid, Hilserding, Panderveld« � und Leon Blum teilgenommen haben sollen! Und doch erzählen 'tftiniflerirecJifel in England. Der bisherige Unterrichtsminister der englischen Arbeiter» regierung Trevelyan(links) ist. wie bereits mitgeteilt, über» raschend zurückgetreten. An'einer Stelle hat der bisherige Post. minister(Generalpostmeister) S). B. Lees-Smith(rechte) da» Unterrichtsministerium übernommen. nisten der Separatismus wirtschasllich« Gefahren und noch mehr Gefahren der Konterrevolution und der imperia» listischen Intervention in sich birgt. Im nächsten Jahre (Mai 1930) hat eine Resolution der Exekutive der SAI, an deren Zustandekommen ich selbst als Vertreter unserer Partei eifrig mit- gearbeitet Hab«, diesen unseren Standpunkt in vollem Maße be- kräftigt, indem sie allen angeschlostenen Parkeien vorgeschrieben hat, in ihrem Kampfe für die nationalen Recht« alles zu oermeiden. was zur wertschasttichen Desorganisation, zum Bürgerkrieg, zu Bünd- nisten mit konterrevolutionären Kräften oder.zu irgendwelchen Formen einer Intervention gegen die Sowjetunion" führen könnte. Diese unbestreitbare Tatsache, diese klare und eindeutig« Ein- stellung unserer Partei wie der Internationale hindert ine Lügner der GPU., der Prokuratur und des Obersten Gerichtshoss nicht, nicht nur unsere Partei, nicht nur die„deutschen Soziolfaschisten". die.französischen Sozial-Puankaristen", die„Austro-Marxisten" und Sie.Berrätcr des Sozialismus in Polen"(f..Prowda" vom 28. Fe- bruar), sondern die gesamte Sozialistisch« Arbeiterinternationale des Verbrechens der Begünstigung der.Schädlingsarbeit" und der imperialistischen Intervention zu beschuldigen, wobei der be- kannte Renegat Safslawsky dem Vorsitzenden der Inter- nationale, Genossen Dandervelde, ausdrücklich droht, daß auch er. Vandervelde. noch.an die Reihe kommt" t Danach können die Millionen Arbeiter, die zur SAI. gehören, ver- stehen, wie grenzenlos oi« Verlogenheit und die Unverschämtheit der Stalinschen chenker und Lakaien denen gegenüber ist, die in ihre Hände geraten sind und denen der Mund zur Erwiderung ver- stopft ist. Wird doch sogar schon ein Mann wie R j a s a n o o in den.stürmischen Protestresolutionen", die jetzt den Arbeitern aus- gezwungen werden,»als Verräter gebvandmarkt"! Nehmen wir ein anderes Beispiel. Gerade in Verbindung mit der glatt vom GPU. erfundenen.taktischen Wendung" unserer Partei im Jahr« 1928 soll in demselben Jahn« von G r o m a n n, Scher, Ginsburg und andeven Leuten, die, wie schon mehr- mal» betont wurde, vor zehn>md mehr Iahren aus unserer Partei ausgetreten sind, dos.Unionsbüro des ZK. der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands"" gegründet worden sein. Nun kann jeder sich überzeugen, daß das nicht erfundene, sondern wirkliche.llnionsbüro" unserer Partei nicht im Jahre 1928. sondern 5 bis 8 Jahre früher gegründet wurde. In der Nr. 20 des.Soziallstischen Boten" vom 19. Oktober 1922 ist der Beschluß unseres Zentralkomitees über die Gründung dieses „Unionsbüros" abgedruckt und seitdem sigurieren Nachrichten über dieses Büro sowie von ihm unterschriebene Dokumente unzählige Male in den Spalten desselben.Sozialistischen Boten", des Zen- tralorgans unserer Partei. Wie tonnte also das.Unionsbüro". das vom Jahre 1922 an ununterbrochen existiert«, im Jahre 1928 noch einmal.gegründet" worden sein? Hier kommen wir gerade zum Meisterstück des juristischen Trickfilms, der von den bolschewistischen Diktatoren in Moskau gedreht wird. Wie st« in jedem Prozeß Personen.amalgamieren". indem sie sie aus eine und dieselbe Anklagebant setzen und ir. einer.Or- ganisation" Leute verbinden, die«inander ganz fremd sind, so .amalgamieren" sie auch die Tatsachen. Das wirNiche.Unions- büro" unesver Partei wirb absichtlich mit dem nicht existierenden „Unionsbüro" von Scher. Gromann, GIn-burg u. a. vermischt. Die Körnchen Wahrheit— einer für unsere Partei ehrenvollen Wahr- hestl die mit der Existenz unseres wirtlichen.Unionsbüros" die Angeklagten von diesen nie stattgefundenen Zusammen- tünften mit der größten Ausführlichkeit! Und doch machen sie«rlle die„Geständnisse", die man von ihnen fordert. Warum? Der aufmerksame Leser der Anklageschrist wird schon cm« ihr selbst herauslesen, wo der Hund begraben liegt. Es sitzen auf der Anklagebank Leute wie T e t e l- bäum, die in der Anklageschrift selbst mit keinem Sterbenswört» chen erwähnt sind. Noch mehr Leute gibt es. die in der Anklage- schrist erwähnt sind, die man aber auf der Anklagebant vermißt. Und noch eins: monatelang sitzen schon die Angeklagten in dem berüchkigien»Inneren Gefängnis" der GPU. Beinahe olle ihre Aussagen aber, auf die oie Anklageschrist in ihren unsinnigen Beschuldigungen gegen unsere Partei stützt, sind aus den letzten Tagen datiert. Erst am 14» 19., 20., ja 22. Fe» bruar wurden die entscheidenden Aussagen gemacht, und schon am 21. wurde von der Sowjetagentur das bekannt« Telegramm über die Beendigung der Untersuchung ausgesandt(siehe„Vorwärts" vom 22. Februar) und am 1. März begann der Prozeß. Dieser Um» stand ollein spricht schon Bände über die schändlichen Methoden, mit deren Hilse man alle dies«„Bekenntnisse" den unglücklichen Opfern der GPU. aufzwingt! Durch diese Methoden, über die, wie ich hoffe, unser« Partei bald imstande sein wird, der sozialistischen Welt ganz genau und aussührlich zu berichten, wurden di« stand» Hastesten Gefangenen mürbe gemacht. Rur derjenige, bei dem den Tschekisten diese Operation gelungen ist. kommt aus di« Anklagebank des öffenkiichen Gerichts. Di« Verhandlung über ander« wird, wie die Antlagefchrist sagt, „aus dem Prozeß ausgeschieden" und.auf spätere Zeit verschoben", in ganz„aussichtsiosen" Fällen wird sie auf administrativem Weg« von dem»Kollegium der GPU." durchgeführt. Und doch sind di« Henker in diesem Prozeß ihrer Regie nich� ganz sicher. Sie fürchten, daß durch ein unerwartetes und unoor- hergesehenes Austreten der Angeklagben das ganze Lügengewebe mit einem Ruck zerrissen wird. Im Prozeß von Ramsin u. a. standen Mikrophone im Gerichtssaal und ganz Rußland konnte den Gang des Prozesses verfolgen. In diesem Prozeß ist es anders, nur sorg- sam zensuriert« offizielle Bericht« werden den Sowjetbürgern und der ganzen Welt mitgeteilt. Die Henker haben Furcht. Ich will hoffen, daß ihre Furcht begründet ist. Vier Vluigruppen/ vier Menschenrassen Eine interessante neue Theorie verfocht Professor I. B. S. Hol- d a n e in einem Vortrag in der Gesellschaft für Wissenschaften in London. Er stellte das jüngste Ergebnis der prähistorischen Forschung, wonach die Unmenschheit in vier verschiedenen Typen vermutet wird, in Parallele mit der wissenschaftlichen Entdeckung, daß di« gesamte Menschheit in vier Blutgruppen einzuordnen ist. Er kommt dabei zu dem Schluß, daß die vier Blutgruppen mit den vier Menschentypen in ursächlichem Zusammenhange stehen. Ein konsequentes Zuendedenten dieses Gedankens würde eine neue Ab- stammungslehre ermöglichen und damit jede bisherige anthropo- logische Theorie und die heute gellend« Einteilung der Rassen zu» nicht« machen. Die Tatsachen der zahlenmäßigen Gleichheit von Urmenschentyp und Blutgruppen einerseits, das Vorkommen sämtlicher vier Blut- gruppen bei ollen Menschenrassen und der nach Professor Holdane erbrachte Nachweis, daß klimatisch« und geographisch« Bedingungen die vier verschiedenen Blutgruppen nicht beeinflussen andererseits. zwingen zweisellos zu neuen Ueberlegungen über die Hertunst der Menschheit und über die viel angefochtene Rassentheorie. 30 Monaie Hungersnot. Während der letzten dreißig Monate hat der Hunger In der großen(Ebene des Gelben Flusses gewütet und soviel Menschenleben gefordert, daß man diese Katastrophe als eine der größten in der ganzen Geschichte der Menschheit überhaupt bezeichnen kann. Der Europäer kann sich kaum vorstellen, was eine Hungersnot ist. Hunderte und hunderte Kilometer weit sind alle Bäckereien. Lebensmittelgeschäfte usw. geschlossen. Es gibt nichts zu kaufen außer Korn, das doch so hoch im Preise steht, daß eine Handvoll davon mit dem Ertrag einer ganzen Arbeitswoche ausgewogen werden muß. Es gibt teil« Eisenbahn, mit der man Lebensmittel von einer weniger notleidenden Provinz in die andere schaffen könnte, keine Automobile, nicht einmal Fuhrwerke; denn die Tiere, di« sie ziehen könnten, sind längst Hungers gestorben oder von den Darbenden geschlachtet worden. Die Felder sind völlig ausgetrocknet, verdorrt, denn seit Monaten ist nicht ein Tropsen Regen gefallen. In einigen Teilen des Landes herrscht im Winter bittere Kälte, und die Einwohner können sich dagegen nur mit armseligen Kleidungs- fetzen schützen: Holz zum Verfeuern gibt es nicht. So läuft das Leben seit Monaten, seit einem Jahr, seit zwei Jahren, jetzt seit nicht weniger als zweieinhalb Jahren ab. Die Not dauert fort und Millionen von Chinesen sehen im Tod dl« einzig« Möglichkeit der Erlösung. In einem Dorf, wo 800 Familien wohnen, haben die Bewohner seit mehr als einem Jahr von nichts anderem gelebt als von Wurzeln und Blättern. � i Robinson im Film. „Safti" im Mozartsaal. Tief unten in den Eingeweiden des Dampfers schuftet der Heizer Cain in Schmutz und Hitze. In Irgendeinem Kohlenhasen im Indischen Ozean oerläßt er das Schiff unter Mitnahme der Beute, die er einem Passagier entwendet hat, und läßt sich auf einem Kahn der Eingeborenen dahintreiben. Wind und Wellen führen ihn schließlich auf eine kleine Insel, aus der in tropischer Ueppigteit alles gedeiht, was er für seinen Lebensunterhalt-braucht. Der Heizer, der gegen die Knechtschaft der Zivilisation rebellierte— daher sein Name Com— wird hier zum modernen Robinson, der sich sein Leben selbst aufbaut. Es kommen Eingeborene von anderen Inseln, er raubt sich ein Mädchen und treibt die anderen in die Flucht. Nun entwickelt sich ein reines Idyll mit Frau und Kindern in einer wahren Wunderwelt. Eines Tages kommt ein Dampfer vorbei, es gelingt ihm an Bord zu kommen: aber als er wieder Heizer werden soll, entflieht er aufs Neue zurück auf seine Insel. Er wird in die Zwllisation nicht zurückkehren. Der französische Regisseur Leon P o i r i« r läßt auf dem Pro» gramm erklären, daß de? dritte Hauptdarsteller des Films die Natur ist. Noch besser hätte er die Natur als die erste Hauptdarstellerin be- zeichnen können. Denn so gut der Darsteller des Cain, B o u r d« l l e, ist, wenn er auch Immer eine gewisse Theaterpose heraussteckt, und so frisch und anmutig Roma T a h ä, eine Kreolin, die Eingeborene in Wildheit und Schmiegsamteit, im Tanz und bei der Arbeit wiedergibt, so ist doch der Haupteindruck die Natur selbst In ihrem unerschöpflichem Reichtum, in der Schönheit des tropischen Waldes mit entzückenden Tierszenen und den herrlichen Etrandlandschasten. Die Handlung selbst artet ins Süßliche und gemachte Naive au», und di« Robinsonade schmeckt manchmal stark nach dem Schulbuch. Sehr anschaulich ist das Leben des Heizers auf dem Dampfer geschildert. Aber die Filme ohne Spielhandlung, die sich darauf beschränken, Leben und Umwelt eines wirklich Primitiven widerzuspiegeln, wirken einheitlicher und natürlicher als diese gestellte Sache.— r. Gänger und Tänzer. Das neue Programm des.Blauen Vogel". Nach längerer Abwesenheit von Berlin nimmt die russisch« Kleinkunstbühne.Der blau« Bogel" ihr« künstlerische Tätigkeit in der Reichshauptstadt wieder auf. Ihr Sitz ist das frühere Palmen» haus am Äurfürstenbamm. Direktor I u s h n y bring: ein neues Programm, aber man fragt sich, ob er es wirklich bringt. Gescmg und Tanz, hineinkomponiert in«inen entzückenden, deko» ratioen Rahmen, bleiben der Generalnenner auf den dies« Im» pressionen ausgehen. Die Harmonie von Farbe, Musik und Rhythmus schafft einen Eindruck, dem sich niemand entziehen kann. Alle««st von dieser Einsicht durchdrungen, olles wirkt wie ein kostbares Kunst- gewerbe von erlesenem Geschmack und unantastbarer Kultur, und alles klingt wie die Hollönder-Melodie„Wie aus der Ferne längst vergangener Zelten". Ein« wundervolle Musikalität lebt in den Aufführungen. In einer Szene wie.Plaudereien qm Samowar" etwa wird der Klatsch von Kleinstadtfrauen in musikalischen Rhythmen vor- getragen, Rhythmen, die das Eharatteristische prägnant zum Aus» druck bringen, und so ähnlich verhält es sich mit dem Finale .Holländischer Käsemartt". Alltägliches Geschehen in Musik und rhythmische Bewegung umgesetzt, alltägliches Geschehen, das auf seinen Gehalt an Humor untersucht wird und«in« ins Groteske gehende Steigerung erfährt. Man belächelt liebenswürdig die Well; man zeigt ihre Komik und gleicht alles durch den Farben- glänz der Inszenierung aus. .O, Königin, dos Leben ist doch schön". Das spiegelt sich in jeder Szene selbst in den.Namenlosen", die einen Kriegsgesong vortragen. Di« Harmonie der Musik versöhnt, und Harmonie muß bei Iushny unter allen Umständen vorhanden sein. Seine Ironie verwundet nicht, sie streichelt sanft über Ding« und Menschen. Sie ist nie bösartig. Iushny zeigt eine problemlose Welt, eine Welt, die aus einer Freude am Dosein entsteht, ein« dekorative Welt für dekorative Menschen, die den Kopf frei von Sorgen haben, eine Welt, die untergegangen ist. F. Seh. Das Gummidenkmal. In Belfast wurde dieser Tage zu Ehren von I. B. Dunlop, dem englischen Erfinder des Pneumatiks, ein Denkmal aus Hartgummi gefetzt. Das Denkmal, das den Erfinder in Lebensgröße darstellt, wurde aus einem 280 Pfund schweren Hartgummiblock unter dem ungeheuren Druck von 250 Tonnen ge- preßt und 110 Stunden lang vulkanisiert. Wenn diese Sitte Schule machen sollte, dann werden wir in nächster Zeit Nirostadenkmäler für Maschinenfachleute, Pappstatuen berühmt gewordener Buchhändler u. a. m. erleben. Ein neue» Element. Das bisher nicht feststellbare Element Nr. 87 ist nach amerikanischen Blättermeldunc>en von F. AUison rniö I. Murphy im Physikalischen Laboratorium des Alabama- Polytechnic-Instituts In einem Glimmermineral nachzewiesen worden. Das Dorf der Vegetarier. Ueber 2000 Budapester Begetaner haben ungefähr 150 Kilometer von Budapest entfernt eine Ortschaft gegründet, der sie den Namen„Vegctana" gegeben haben. Sie haben sich«ine eigene soziale Gesetzgebung geschaffen und erhielten pro Kopf«In großes Stück Land zur Bewirtschaftung. Fleischgenuß gilt als größtes Berbrechsn und zieht sofortige Ausstoßung nach sich. Varl vergeest, Lisa Ezobel. Elilobelh Gre-ior und Zla Tribell wurden für di« K. dieejShrige Zanzmatince der voltsbübne vcrvflicktet, die Sonn- tag. vormittags 1l>/, Uhr, im Theater am Bülowplatz stattfindet. „Eos Idealer der Chinesen- ist das Thema eines Vortrag«, den Intendant Carl Yagemann auf Einladung der Volksbtihne am Freitag, S Ilbr. im Ralbau», Eingang Königftrahe. hält. Einlahkarten zu«0 Pf. ver Fall vullerjahu auf der Sühn». Unter dem Proteltorat der »Trulichen Liea für'.vtenlchenrechlc E. V." wird Sonntag, den 15. März. vormittags„Die ZIsiäre BuNerjahn-, ein Bericht in tü Bildern lind drei Zwifchrnipiele» vov Felix Ziege, im Deutschen Künstlertheater zur Aus- iührung gebracht. Tag de» vuch-e» tstZt. Am Sonntag, dem 22. März, findet die Feier de».Tags des Buche»' statt, die dieSmel unter der Devise steht:„Frau und Buch.' Für Berlin hat sich ein besonderer OttsauSschust gebildet. Seraiwe kwue veranstaltet mit ihrer Schule am DonneiSIag. S Uhr, im Johann-GeorgbauS, Berlin-Halenfee, Johann-Georg- Strohe lg. eine Tanz, und« hm nastik-v orführung. Kartenz» 1�0 M. Johann- Georg-Strahe IS und an du Abendlasse. Unternehmer und Lohnstatistik. Die deutschen Unternehmer als Vunkelmänner. Die deutschen Unternehmer kommen nicht darüber hinweg, daß >1« in Genf mit ihrem Amrag, die Veröffentlichung des internatio- nolen Neallohnoergleichs in der Internationalen Rundschau der Arbeit«ingtstellen, abgefallen sind. Mit 17 gegen 1 Stimme hat der Vcrwaltungsrat die Fortführung der Statistik be- schlössen, nachdem Vorschläge zur Beseitigung orniger Schwierigkeiten und zur Ausmerzung von Fehlerquellen angenommen worden stn-d. In den Kreisen der deutschen Unternehmer scheint man indessen trotz des fast einstimmigen Beschlusses des Verwaltungsrats sich über den internationalen Reallohnoergleich des Internationalen Ar- beitsamts nicht beruhigen zu können. Allem Anschein nach hat nunmehr jene Hetzkampagne gegen das Internatio» nal« Arbeitsamt eingesetzt, die in Genf schon von einem jugrnMichen Vertreter der privatwirtschaftlichen Profitinteressen grotzmäulig agnetündigt worden ist. Durch die Press« geht eine Notiz„Um was handelt es sich bei den Genfer Reallohnvergleichen?� Mit dieser Notiz werden offene Türen eingerannt, weil die Schmie- rigkeiten. die in ihr angeführt werden, durch die Genfer Beschlüsse bereits beseitigt sind. Dieses Treiben läßt klar erkennen, daß «s den Unternehmern nicht darauf ankommt, eine richtige Statistik zu bekommen, sondern daß sie sich vor der Wissenschaft- Schon Ermitblung der Weltlohnverhältnisse fürchten u»rd aus diesem Grmrde gegen das Internationale Arbeitsamt Sturm laufen. Wir begreifen diese Furcht. Während in der Welt 2 0 Mit- lionen Arbeitslose mit mehr als 60 Mil- lionen Familienangehörigzn hungern, während Millionen von Arbestern ein so minimales Einkommen haben, daß «s sich nicht einmal auf dem Existenzminimum bewegt, wurden in Brasilien 4 Millionen Kaffeefträucher vernichtet. Das so- genannt« Kosfewertsteigerungsinstitut in Brasilien hat be- schlössen, Kaffee zu Düngezwecken zu verwenden, nur u in die Preise zu halten. Dasselbe geschieht in zahlreichen Län- dern mit dem Zucker. Die Holländisch--Ostindifche Handels- kompagnie läßt Taufende von Zentnern von Ge- würzen vernichten. In Amerika und Aegypten wird die Baumwolle verbrannt. In den Bereinigten Staaten und In Kanada werden Weizen und Mais verfeuert. In Frankreich wurden viel« Hektoliter Wein oerschüttet, wril man die Anschaffungskosten für neue Fässer sparen wollt«. Da man aus Hochofenschlack« ein« Art Zement für den Straßen- und Häuferbau sehr billig herstellen kann, zahlt der Zement- verband den Hochofenwerken eine Entschädigung, wofür sie sich verpflichten, die Schlacke aus die Halden zu schütten. Der Arbester soll in der internationalen Lohnfrag« in der Finsternis herumtappen, weil man ihm so besser das Fell über die Ohren ziehen kann. Der Arbeiter hat aber nicht Lust, sich ewig mit der faulen Ausrede, es gebe keine internationalen Lohnoergieichs- Möglichkeiten, zum Narren halten zu lassen. Er will Klar- he it. Die wissenschaftliche Durchleuchtung der polstijchen, wirtschaftlichen und sozialen ZZerhältnisse der Welt ist die erste Voraus- fetzung für vernünftige sozial« Lösungen. Die Wahrheit über alles! Der Elillegungsunfug. Wann werden die Stillegungen stillgelegt? Daß die Gutehoffnungshütte 2321 Arbeiter der Z e ch e Oberhaufen die letzte Hoffnung nehmen will, haben wir berests berichtet. Die Hütte der guten Hoffnung hofft, etwa 600 Arbester auf anderen Zechen beschäftigen zu können. Soll dies«.Hoffnung"' da» Stillegungsoerfahren erleichtern. Die Gelfenkirchener Bergwerks A.-G. hat die Berwaltung ihrer Zeche Monopol beauftragt, die Entlassung von je LS0 Berg- teuten der Schächte Grille und Grimberg zum 31. März zu fordern. Die im Abbau berests rühmlichst bekannten Vereinigten Stahlwerk« wollen die Schachtanlaye Nordstern I/II um IIS Bergleute entlasten. Die Zustimmung der D e m o b i l m a chu n g s k o m- misfare zu den Stillegungsanträgen der jinonzzewalttgen Kon- zerne scheint die selbstverständlich« Sack)« zu sein und rein o u t o- ma tisch zu erfolgen. Ein �Arbeiier-Musik-Verband". Eine solche Gründung fehlte noch. Ein von den Anhängern der ausgeschlossenen Gruppen des Arbeiter-Mandolinenbundes Berlin und des Fichte-Streichorchesters Berlin unterzeichnetes Flugblatt sagt u. a.: „Die sozialdemokratischen Führer der Arbeiter-Musik-Organisa- ttonen denken nicht daran, ernsthast einen Kampf gegen die Kultur- reaktlon zu führen." Dieses Flugblatt fordert zur Bildung des„Arbeiter- Musik-Berband Deutschlands" auf und ladet zur Gründungsversammlung am 2. März 1g3l ein. Die REO.-Leute wollen also auch die Arbeiter-Dilettanten-Musiker„revolutionär" organisieren! Angesichts der katastrophalen Arbestslosigkest der Berufs- mufiker wäre dies geradezu ein Derbrechen, wenn diese Neu- gründung an sich nicht schon ein totgeborenes Kind wäre. Steckbrief wird eingeführt. „Führungspaß* für die russischen Arbeiter. Auf Anregung der Schriflleitung des„T r u d". des Zentral- organes der russischen Tewertschaften, soll demnächst für die Arbeiter und Angestellten ein besonderes Arbeitsbuch eingeführt werden, in dem all« Einzelheiten über Daukr der Arbeit In industriellen Betrieben, Höhe der Lohnbezüge, Arbeitsquolifikation, vorgelegte Besserunzsvorfchläge, Aus- Zahlung von Prämien, Berweife, Strafen, Ursachen von Entlassungen, Ausübungen von gewerkschaftlichen Funktionen usw. eingetrogen werden sollen. Nicht nur, daß das Zentralorgan der russischen Regierung für die russischen Staatsgewerkschaften«ine derartig«„Anregung" geben muß. wurden die Stoßtrupps mobil gemocht, um diesen Plan zu„begrüßen" und chm zuzustimmen. Die Regierung wird sich beeilen, diesen„Wunsch" der russischen Arbester schleunigst zu erfüllen und jeden mit einem„Führungs- paß" zu versehen. Das Arbeitskommissariat hat seinen Entwurf des Steckbriefs berests fertig, der insbesondere dem häufigen Stellen» Wechsel begegnen, die Freizügigkeit aufheben soll. Wer keinen „Führungspaß" hat, wird nicht eingestellt. Jahrzehntelang hat die deutsche Arbesterschaft die Steckbrief« der Innungen und der sonstigen Unternehmeroerbände bekämpft, bis sie endlich verschwunden waren. In Rußland führt man sie ein. Das ist für die„Arbeiter"regierung des„Vaterlandes der Arbester" so bezeichnend, daß jede weitere krstssche Bemerkung dazu überflüssig erscheint. Sechsstundeniag. Bei gesundheitsschädlichen Arbeiten. Die Absicht, für die als gesundheitsschädlich zu bettachtenden Arbeiten die Arbestszest auf sechs Stunden zu beschränken. ohne Lohnkürzung, ist nicht etwa in Deutschland oder einem anderen europäischen Industrielande aufgetaucht. Es ist die vorläufige Regierung der Republtt Argentinien, die einen Ausschuß eingesetzt hat, zur Feststellung der als gesundheitsschädlich geltenden Arbeiten, aus die sich die Verordnung beziehen soll. Dienstag, 3. März. B e r 1 1 a. 16.05 Arntscerichtsrat Dr. Peter Gleim; Krlctsbliadl 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.05., Wasserbalispiel"(Erich Schultie). 17.30 Bücherstunde.„Bücher über Amerika." Am Mikrophon: Pellz Stösslnjer. 18.00 1. Bach; Das Italienische Kontert(Jascha Spiwekowalor. Flügel). 3. Beethoven: Sonate C-Moll, op. 30(Tossy, Violine, and Jascha Splara- kowsky, Klavier). 18.35 Dr. Theodor Maubach und M. M. Oehrke; Pressereierent aad Journalist. 19.00 Arbeltsmarkt 19.05 Interview der Woche. 19.30 Militärkonzert 21.00 Tages- nnd Sportnachrichtea. 21.10 Die Lesebühne. 22.43 Dr. Jos. RSuscher: Polltische Zeihinssschaa. Anschllefiend Welter. Nachrichten, Sport KAnlgsvatterhiaaen. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Oskar Baum; Der Zusammenhang der Sinne. 18.30 Redslob: Die religiöse Kunst der Gegenwart 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Dr. Pohl: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit 20.00 Muhlacker:„Rosen aus Florida". 22.10 Dr. Josef Räuscher: Politische Zellnngssehan. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Von Hamburg; Unterhaltungskonzert V-ranlwortl. für btt RrdoPinn: Setherl Heprre, Sellin; Anaeinen: Ct. Siede, Jierlln. Perio«: f ormörle Setion IS. m. b. 6.. Berlin. Druck: flormärta Sud)» htntfetei und Deciogpanftalt Poul Sinner& Co.. Verlin SW 68, kinbenßtatt S, Sictin 1 Veiiane. P RO G R AH M »Ür die Zeit vom 3, bis 5. März KINO ©io IO Potsdamer Strafe 38 W 5. 7, 9 Uhr S. 5. 7. 9 Uhr Ein Tonfilm Ober den internationalen Mädchenhandel: Der Wet nadi Rio mit Maria Solvcg, Oskar Marlon Rheinstrafjc 14 Älch. W. 5.15 Uhr S. 3.15 Uhi Duitdbe Herzen am den'tchen Rhein M l Hans Albe»», Grete Rein- wald— Außerdem Anny Onara in Die Kariarprinzessin Jugdl Zutritt Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen lag geöffnet I Verlängert: Der Mörder Dimliri Karamaaoli mit Frlia Kortner • W.aten fc Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr W 515, 715. 9.15 Uhr S. ab 3.15 Lhr Uraufführung: Siegfried Arno in dem Tonius:spicl; Moritz macht seinGtbcb (Meyer& Co. mit>» A.-tll«hrkf Fi,m"" � � 515 Uhr lUSnOI Bona,, s.a. 5 Uhr Perlebergei uaBe 29 Bahoenscfaai Der lebende f.el-Fnam m M. Jacobtal- AbMkiedawalzcr ICinrk Wochent 6.45, 9.05 Vr Cll-ivino Sonntags ab 4 45 Mi-Moabit vi Wegen Riesenerfolg verlängert: Das Tagesgespräch Berlinsl 101 pro r. Tonius'spiel: Die Privat- »ekretSrin mit Renale Mfliler, Felix Breaaart— Betncb Im Karzer— Fox tönende Wocben.chan Kant-Lich tspiele Kan sir 54(an der Wilmersdorfer Str. W. S. 7, 9 Uhr Sig. ab 3 Uhr Tonfilm: Geld auf der Strafe mit G. Alexander, B. Thtmlg- ßelpr. Mariendorr |V4a T i Mariendortcr Wochentg t la— Kai gädttentele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 I00 proz. Tonoperette: Der Bettclatadcnt mit JnrmtUi No- »otna, H. Bo'.lmann, Sebatx hclpr, gr TompolhoF Schlüter-Theater SchlQterstr 17 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg ab 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonfilm: Ken e Nachf, eventneil m. J. Ingo. F. Sdtnix,$. Arno— Mlcky Maus— Fox-Tonwocfae ����»»llmorioorF���p Atrium ueb.-p.i� Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend u Sonntags 4.30.6 43, 9. Ii Uhr Urautlührung. 100 proz. Tonfilm I Die Drcigioidttnopcr mit Rndo'l Forster, Carola Netaer, Rcinhold Schänzel, Friiz Resp. Frei nach Brecht Musl>. Weiil Tönendes Beiprogramm d Scnöfiotaors« Fitania Schönebg. s,�i> iauptstra'ie 149 100 proz. Tontllm: Ein Mädel v. d. Reep ibahn mit Oiga Ts nediowa. Trade Berliner Beiprogramm stRaiit« 1 Titania-Palasl��S Stegliiz. SchloBstr. s. Ecke Quismutnsstr Ein A fa-Tonfilm stürme über dem Honib anc m Lenl Kiefen. tahl, Ernst Uiie, Fticdr. Kayh er, Ma;hia> Wie- mann, A. Leier le. Regie, ür. Arnold F. ante— tonendes Beiprogramm Wochenta. s 7. 9.10 Uhi Sonntags S, 7. 9.10 Lhi Potsdamer Str. 5t> Oer Weg nach Rio, dazu Eta Jagd- aarOng Im Sudan Tönende WocPcnsdian Zeli Tivoli Berliner Str. 97 Beg 5, 7, 9, Sonntags 3 Uhr: Jug.-Vorst. 100 proz.Tonfilm; Danton m Kortner, Lncic Mannheim, Alexand. Oranacn Beiprogramm >«O Lichtspiele Südwest BIQcheistr. 12 W. 5. So. ab 3 Uhr Kriminal lonNIm: Van banqne mit LH Oagover, Goatav Grflndgena Fox-Tonwoche FUm-Paiast Kammersäle Teltower Str. I W. 5J0, Stg. 3 30 U. 100 proz. Tonfilm: Drei Tage Mitte!. arreat mil Fr. Sehn z, Lncle Engllacb, Breaaart— Beiprogramm ■«fld.a"h Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir 72/76 Wo 6.4 i. U„ Sonnt ao 3 U. Nur drei Taget Die lustige Tonoperette: Kopfüber Ina GQek mit Jenny Ingo, Friiz tdmls Beiprogramm, Auf der Bühne- rnicrnationale Lfihnensdiaa Th. am Moritzplatz Beg. Wöchig ab 5 Uhr, Stg ab 4 Uhr Tonfilm- Die blonde Nadiiigall mil Else bis her Gretes gase« Beiprogramm Mercedes- Palast HermannstraBe 212, Ecke jägerstraSt Werktags 6», Uhr. Sonn.ags 3 Uhr Tonfilm: MU Byrd snm Sflr'pol Beiprogramm— Cfthnenadtan Jugendliche haben Zutritt I 4— v g* f* 1 c- rv t* Wochent. 6.43. 9 U. L>A.l,ClSlUr Sonntags 3, S, 7, 9 U Kaiser-Friedrich-StraBe 191 100 proz. Tonoperette: Der Betfef- afodeni mit Jarmlla Novo na, Fritz Scholz, H Bollmann— Tonbcipr, Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstrahe 49 Wochentags 6,45, 9. Sonntags 3.5 7.9 U 100 proz. Tonfilm Zapfcnatretcfa am Rhein mit Siegfried Arno Tonftlmbciprogr Südosten Sternwarte- Treptow MiPwoch 8, Donnerstag 8 Uhr Italien Vom ewigen Rom zu Siziliens Lavaströmenim) Nordosten wElySlUm Prenzlauer Allee W. 5.15. 7. 9.15. S 3.15.5, 7.15. 9.15 Uhr Tonfilm: Oer Mörder Dimilrl Kara- mar.off m. Fritz Kortner, Anna Sien Foxfonwodie Grobe goie Bfibnensdian fiora-Lichtsp. Xdesb4eor5f Wo. 6.30, 9. SDd. ab 5. Sonnt ab 3 Uhr. Tonfilm: Die PrlTJifsckrciärfn mil Felix Bressart. Renale Müller, H. Thimig- Beiprogramm » 0,te"» Germania» Palast Frankfurier Allee 314 Wochen gs. 6 3j U. Sbds 5, Stgs 3 U. 100 proz, Tonlus spiel: Eine Freandln so goldl«< wie ou mit Amv Cnd.a, Siegfr.ed Arn», Felix Brczsarx tönendes Beipio rc mm Auf der Bühne 2 erstklassige Varlelö-Al raktioncc Luna-Palast Ä�uh?' Gr Franklurter Str. 12i Tonfilm: Firma heiratet mit Ander, Robert«. Bühne Mario Guidos lllus. Jazz-Show, Boys. Girls, Tanz- Atuakiion Schwarzer Adler �99 Woch. 5, 7, 8.45, Lonnig. 3. 5. 7. 8 45 100 proz. Tonfi m! Zapfenstreich am Rhein mi Chart. Sasa, Hans Siflwe Tönendes Beiprogramm Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab SU., Stg. ab 3 U Tonoperetle: Llcbcsp.r.dc mit Maurice Chevatirr Beiprogramm— Gr. Varicf6«baH leiilriala Wochent 6.45. 9 U. äVUKUK Sonnt, i 5. 7. 9 U. Koithusscr Damm 92 100 proz. Tonposse Kaecrnenzaaber mit Lncle Englisch, Fritz Scholz— Tonfllmbelprogi amm Frankcnburg, aahne Grote Frankfurter Straße 74 W. 6 9,S g. ab 5 Uhr. Stg 3 Uhr iugendv Die Aaviarprlnzecsin mit A. Ondra König der Senra*)onca ml' W. Fair. bnnks Bühne; Revue. Rund omi V artet« Viktoria-Lidhtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7. ca 845. Stg. 3, S, 7. 845 U. Verlängert! 100 proz.Tonlustspiel Die Prfvalsekrctirln mit Renale Malier, Felix Bressart, Herrn. Thlmlg Beiprogramm W Xcntriim��- 1 Babylon, am BOlowplalz Wochentgs. 5. letzte 9.10, Sonntgs. ab 3 U. 100 proz Tonfilm: Die Föritcrchri»l> mit.rene öitinger, Paul Richter Vörie: dschaa U Neu-Llchtaitberg Kosmos-Liditspiclc Lfickstraße 70 Beginn: Tägl. 5, 7, 9 U. 100 proz Tonfilm: Pas MIdel von der Reepcrbahn mit Olga Tscbedio. a, Tr. Berliner— Tonbeiprogramm Kino Busch sVftte Mi-Friednchstclde Kars aal die Ehe mit IIa Rinn Seemanns iebthen mit Oor. MaccaÜ Bciprog«amm W' WefOonze»| Schloßpark Film. BOhne Berliner Allee 206—21*' Tonfilm: Aschermittwoch m. Et. Holt Z mmer 107 Tonbeiprogramm— BOhnenschau Pharus-Licfatspiele Müllerztr 142 W.5.7,9U, Slg.3,S.7,9a 100 proz. Tonoperetie; Die blond« Nadit galt mit Else EU her, Artnr Hell- Tonbeiprogramm Pratcr-Lidiisptel-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 8 Stgs 4 U. 2 Menschen m. G. Fröhlich, Ch. Sola Oer Hcldcnriti In S&d-Wcst Bühne; Und das alle* tür die Liebe Alhambra ���«tsiraße i36 rvällQiliiri a SeesiraBc Wochent. 5, 7, 9 U., Sonnt 3. 5. 7. 9 U Tonfilm: Der Mörder Dimliri Kar ama oti mit Frll* Kortner Betpiogri--- Mila-Pa'ast BaSSSS.« Schönhauser Allee 130 W. S.S. 3 a Harrv Fiel In seinem enteo Toniiim: Er oder IcbT Beiprogramm— BOhnenicban Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S 3>, a Weg. Riesenerfol> nochmals verlänge Tonfilm; Die Privaisckreilrtn mit Bressart, Renale Malier Böhne Danke iZ3 Palast-Theater Breite Straße 21 a W 7 u. 9, Stg. S, 7, ♦ Prunktonfilm: Marunise von Pom. paaour mit A. Ablers, W, Janknhn BOhnensdtaa lauas filmpalast Tegel �Snehf Stgs 2 U Jgd.-VorsL W. 6. Stg. 4'm a Tonfilm On bist nicht die Erste ( hie Majes.ät die Lieber mit K. v. Nagy Ungiarturobe mit Charly Chaplin Beiprogramm Union-Theater Haupistr.a w o. e"j, Sti.»>b. 6>, 8». a Stg. 2 U. Jg Karinhorst B rVartrtnl Wochentags 7. 9 Uhr V,apil01 Sonnibds 5. 7. 9 Uirr Am Bahnhof Sonntags 3, o, 7, 9 Uhr Etöffanng 4. Märst Afrika spridtll (Beilage Dienstag, 3- März 1931 SprMsmÄ StuUexuigafte xlM* totvyäxib culag�ende Wetter Uhrc diilstehung; und ihre Verhütung 99 Prozent aller �ohlengruben-Masieminglücke sind auf Explo- sion«n zutüdzufüiircit. Vei der vorjähngen Katastrophe in 5) a u s- i>orf waren es Kohlensäureau-brüche, in Alsdorf eine bis heute in ihren Ursachen ungekannte Explosion, in Maybach Schlag- weticrexplosionen mit darvnfsolgender Kohlenstaubexplosion oder umgekehrt. Normalerweise entweichen diese Gase— Kohlensäure und Schlagwetter— bei der Gewinnung der Kohl« ohne äußere Wahr, nehnrung. Manchmal jedoch, doch glucklichkerweis« selten, haben sich diese Gas« in ooihandenen, von außen unsichtbaren Gebirgc spalten angesammelt. Nähert sich der Abbau der Kohl« diesen Ge» birgsspalten, entströmen die Gase mit elementarer Gewalt. Hands'.t es sich um Kohlensäureausbrüche, so ver- fällt jedes Lebewesen dem Erstickungstod« innerhalb ganz kurzer Zeit, da S bis 6 Proz. Kohlensäure, der Lust beigemischt, unbedingt den Tod herbeiführen. Hierauf ist das furchtbar« Grubenunglück zu Hausdorf am 9. Juli zurückzuführen. Schätzungsweise sollen hier ans einen Schlag 25 000 bi, 30 000 Kubikmeter Kohlensäure ausgeströmt fein, die mit urplötzlicher Gewalt 3000 bis 4000 Tonnen Kohle und Berge ausgeworfen haben. Da di« kohlesäurereichcn Gruben aber äußerst selten sind— es handelt sich nur um einige wenig« Kohlengruben des In- und Aus- landes—, sei nur noch darauf hingewiesen, daß Kohlensäure schwerer ist als Luft, sich also zuerft unten ansammelt und von unten nach oben steigt. Jeder Bergmann hat täglich einig« kleine Sauer. st o f f p a t r o n e n mit sich zu führen, um mit deren Hilfe in Ge- fahr einige Zeit ini Kohlensäurestrom aushalten und sich zum Schacht retten zu können. Weiter ist in diesen Gruben alles Schlagen der Kohle mit Pickel usw. verboten. Es darf nur g e- schössen werden unter Aussicht und nur zu ganz bestimmten Zeiten, während welchen die Arbeiter aus der Gefahrzone heraus- gezogen werden. Das Arbeiten unter diesen Verhältnissen ist natürlich sehr erschwert. Die gefährlichsten aller Feind« des Bergmanns sind ober di« Schlagwetter, eine Verbindung von Kohlenstoff und Wasser- stoff, auch Sumpfgas, Methan oder allgemein„Grubengas" genannt. In den Kohlengruben bildet sich heute noch zu dem bereits vorhandenen Methan weiter Gas derselben Art, in der einen Grube mehr, in der anderen weniger, abhängig von Druck, Temperatur und Gebirgsverhältnisien. Grubengas ist«in geruchloses, farbloses, im Gegensatz zu Kohlensäure beim Atmen ungefährliches Gas, welches brennbar ist. Weiter im Gegensatz zu Kohlensäure ist Gruben- gas leichter als Luft, sammelt sich also zuerst oben an, füllt alle Hohl- räume aus, besonders die bereits abgebauten und mit Versatz wieder aufgefüllten Kohlenpartien(Alter Mann). Gegen die Ansammlung von Grubengos wirkt die weiter- führung. Dauernd durchziehen frische Wetterströme, von außen künstlich er- zeugt ourch Ventilatoren, geleitet durch Wctterlutten, unterstützt durch Wettertüren und Wettcrtücher, alle Grubensirrcken. Trotzdem kann es vorkommen, daß sich in einem bestimmten Teil der Grube Schlagwetter ansammeln; ist dies bekannt, wird der gesamte frisch« Luststrom nach dieser Stell« hin gerichtet, um die Grubengase abzuführen. Da die Grubengase färb- und geruchlos sind, sind sie nicht ohne weiteres erkennbor. Die Feststellung erfolgt aber auf eine ganz einfache Art und Weise, und zwar durch die Sicherheit?- Benzingrubenlampe. Diese Lampe besteht aus einem ur.tc- ren Behälter für Benzin, über dem sich ein Glaszylinder befindet. in welchem die Flamme brennt, als Abschluß nach oben sitzt ein engmaschiger Drahtkorb auf, welcher der Flamme den nötigen Sauerstoff von außenher zuführt und so ein Leuchten ennöglicht. Sind Schlagwetter vorhanden, so treten diese natürlich auch durch diesen Drahtkorb ins Inner« der Lampe, und da dieses Grubengas brennbar ist, brennt es an der Benzinslamine der Lampe. Es entsteht über der Flamme«in Kranz, ein« sogenannte Aureole oder auch Kegel genannt. Je nach dem Pro- zentsatz der Luft on Grubengas ist diese Aureole niedrig oder hoch. Hieran hat man also ein untrügliches Zeichen, die Schlagwetter in der Grube feststellen zu können. Auch sind bestimmte vereidigte Manner, die sogenannten„Wettermänner" und„Wetter- st e i g e r" beauftragt und befahren vor Anfahrt der Belegschast die Grube. Die Unterfuchungsergebmsse dieser„Wettermänner" werden in der Grube an hierzu bestimmten Tafeln bekanntgegeben. Aber nicht alle Gemische der Lust mit Grubengas sind«xploflo. Entha't«in Lust-Methan-Genüsch nur geringe Mengen Sumpfgas, und zwar bis zu 5,5 Proz., so ist dasselbe nicht explosiv, da die Wärmcentwicklung de« an einer Stelle ent- zündeten Grubengases nicht ausroicht, um das übrig« Gemeng« auf die Entzündungstemperatur zu bringen. Sckstagrvettcr mit 5,5 Proz. bis l3,5 Proz. sino unbedingt explosiv, und zwar erreichen die Erplosionssähigkeit und die Explosionshestig- keit ihr Maximum bei 9,5 Proz. Grubengas. Bei Sckfagwctter mit l3,Z bis 100 Proz. Gruberaas tritt eine Explosion nicht mehr auf. Also nickt alle Luft-Methen-Gemisck« explodieren, solche mit 5,5 bis 13,5 Proz. Grubengos aber unbedingt und zwar dann, wenn auch ein noch so k'einer offener Funk« an sie herantritt. Hierin liegt eben die große Gefahr, daß durch die Unoorsichtizkell eines einzelnen hunderte von Menschen dem Tode unrcllbar geweiht sind. Kaum hat nun die Explosion stattgefunden und alles mit elementarer Gemalt von dem Explosionsherd weggeschleudert, er- folgt der„R ü ck s ch l a g". Nach der Explosion verschwindet der zur Verbrennung des Methans verbrauchte Sauerstoff der Luft o's Raum, es entsteht ein Lufthohlraum, während auf ter ande- ren Seite die durch die Exp'osion zusammengepreßten benachbarten Lustmasien sich wieder ausdehnen und die zuerst vom Explosions- Herd meggefcklcuderten Gegenstände wieder mit Gewalt zu dem Ausgangspunkt zuiückschleudern. Etwa noch lieb erlebend« werden. wenn sie in der Sefahrzon« sind, zerschmettert. Ferner treten nach jeder Explosion die„Nachschwaden" auf. Es sind dies von der Explosion und der Verbrennung her- rührend« Dämpfe und Gase. Erfahrungsgemäß fordern die Nach- schwaden bei weitem mehr Opfer als die Explosion selbst. Weiter erhöht wird di« verheerend« Kraft dieser Schlagwetter- «xplosionen außerdem, wenn hiermst gleichzeitig ein« Kohlenstaubexplosion auftritt. Bei der Gewinnung der Kohlen, bei der Förderung der- selben bis zum Schacht, auch durch«ine Reihe anderer Ursachen bildet sich Kohlenstaub, der sich in den Strecken, auf dem Gruben- ausbau, kurz, überall aufsetzt. Diese Kohlenpartiket nehmen gierig Sauerstoff auf, dt« mechanische Sauerstoffaufnahm« entwickelt Wärme, die zu einer chemischen Verbindung des Sauerstosts mit Kohlenstoff führt. Hierdurch wird die Wärme wiederum gesteigert und die Sauerstoffaufnahme weiter erhöht. Sauerstoffausnahme und Erwärmung steigern sich also gegenseitig, bis Selbstentzündung der Kohle eintritt. Diese Selbstentzündung der Kohl« kann unter gewisien Bedingungen eine Schlagwetterexplosion mit sich führen, wie auch umgekehrt«ine Schlagwetterexplosion eine Kohlenstaub- expjiosion im Gefolg« haben kann. Daß die Wirkung solch einer kombinierten Explosion in seinen Erfolgen weil ver- hoerender und schrecklicher ist als eine einzelne, ist ohne weiteres klar. Nach den Zeitungsberichten log solch«ine kombinierte Explosion dem furchtbaren Grubenunglück in Maybach(Saar) am 25. Ok- tober 1930 zugrunde. Diesen Kohlenstaubexplosionen tritt man schon seit Iahren wirk- sam entgegen durch Berieselung des Kohlen st aubes mit Wasser, durch Anbringen von Gesteinsstaubsperren und Gesteinsstaubberieselung. Geeigneter Schüfer oder Kalk wird zu Staub vermählen. Dieser Staub wird in besonders ge- formten Käten brückenartig in gewissen- Abständen über den Strecken «ingebaut, auch wird die Streck« mit Gesteinsstaub berieselt. Tritt nun irgendwo ein Kohlenstaubbrand auf, brennt er sich an dem vor. findenden Gesteinsstaub wt und kann nicht weiter. Gegen Kohlenstaubexplosionen hat man Gesteinsstaubsperren, Gesteinsstaub- und Wasierberiefelung. Gegen Kohlenfäureausbrüche hat man Sauerstoffpatronen. Gegen den fürchterlichen Feind aber, die Schlag- weiter, hat man ein geeignetes Mittel nicht. Diesem heimtückischen Feind« des Bergmanns kann man nur gegenllbertreten durch Anwendung äußerster Vorsicht und Derant- wortungsgejühl sich und den andern gegenüber, durch Inneh lten der Bergpolizeivorfchriften, durch strengste Ueberwochung der Wetterführung. vr. Goeäert. Der Gesundheitspaß ]£inwände gegen eine voreilige Propaganda Der„Reichsbund für hygyienifche Dolksbelehrung", der zum großen Teil vom Reiche finanziert wird, hat den Gedanken der Ein- führung eines„Gesundheitspasses"», Deutschland mit großer Reklame propagiert. An sich könnte ein solcher„Gesundheitspaß" seine Vorteile haben. Er soll nicht nur beim Kinde, sondern auch bei Erwachsenen all« ge- sundheitlichen Beobachtungen und Eintragungen von ärztlicher Seite vereinigen und die Mütter bzw. Erwachsenen veranlassen, ihren und ihrer Kinder Gesundheitszustand zu beobachten und auf diese Weise Krancheiten rechtzeitig vorzubeugen. Auch dem Arzt könnte so die Möglichkeit gegeben werden, sich durch einen Blick in den Gesundheils- paß des Kranken über dessen Konstitution, vorherige Krankheiten und überhaupt gesundheitliche Entwicklung zu informieren, ohne sich erst auf die manchmal lückenhaften Angaben des Kranken verlassen zu müssen. Inoffiziell und versuchsweise ist bereits mancherorts, speziell bei Schulkindern, ein solcher Gesundheitspaß eingeführt worden. Den wenigen sozialhygiemschen Vorteilen stehen gefährliche Nachteile, die sich aus einer allgemeinen, auch frei- willigen und nicht amtlichen Einführung eines solchen Paffes für breite Kreise des arbeitenden Vokkes ergeben, gegen- über, und es ist bedauerlich, daß man es nicht für nötig gehalten Hätz bevor man mit der Propaganda für den Gesundheitspaß ein- setzte, sich mit den G e w e r ks ch a f t e n und den Versicherung s- t r S g e r n in Verbindung zu setzen, um dies« zu befragen, wie s i e zu einer solchen Neueinführung, die von entscheidender sozialer Bedeu- tung sein muß, sich stellen. Warum? Auch die freiwillige Einführung eines Gesund- heitspasies ist ein Steckbrief der G e f u n d h e i tz Er ist ge- eignet, sich im Kampf um den Arbeitsplatz als eine ausschlaggebende soziale Erschwerung und Belastung des arbeitenden Menschen aus- zuwirten. Es ist psychologisch verständlich, daß jeder Arbeitsuchende das Bestreben hat, den Konkurrenten im Existenzkampf durch egoistische Mittel auszuschalten. Was liegt nun näher, als daß der- jenige, der über einen solchen„freiwilligen" Gesundheitspaß verfügt, ihn dem Arbeitgeber als überzeugendes dokumentarisches Argument für seine Arbeitsqualitöt vorlegen wird? Und was liegt ferner näher, als daß der Arbeitgeber, sobald ihm die Einricktung eines freiwilliaen oder unfreiwilligen amtlichen oder nichtamtlichen Gefundheitspasies bekannt wird, bei dem Ueberangebot an Arbeitskrästen, die Aus- wähl der Arbeitsuchenden nach dem Gesundheits» paß vornehmen wird, ja, daß er die Borlage eines solchen Gesund- heitspasies fordern und jeden, der lhn nicht besitzt, von der Arbeit ausschließen wird? Mag auch im Sinne der A'tion des„Reichs- ausschusses für hygienische Volksbelehrung" der Gesundheitspaß nur zur Einsicht des Inhabers und des Arztes, aber keines Dritten bs> stimmt sein, so kann niemand einen Menschen, der im Existen,zramps steht, daran hindern, diesen Gesundheitspaß wirtschaftlich zu seinem Vorteil zu verwenden, und niemand kann den Arbeitgeber verhindern, diesen„freiwilligen" Gesundheitepaß als entscheitendes Moment für die Aufnahme oder Weiterbeschäftigung eines Arbeiters oder Angestellten zu betrachten. Auf diese Weise wird in den heut« bereits verzweifelt geführten Kampf um die Arbeit ein neues erbitterndes und Unheil stiftendes Moment hineingetragen werden. Kann es der Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung als seine Aufgabe betrachten, eine derartige unsoziale Maßnahme zu propagieren oder zu verantworten? Was er erzielen wird und muß, ist genau das Gegenteil besten was er beabstchtigt: auf der einen Seite wird der Arbeitgeber die Beschäftigung eines Arbeiters oder Angestellten von der Vorlag« eines Gesundheitspasses abhängig machen und so wird der„frei- willige" Gesundheitspaß zu einem„unfreiwilligen", zu einem erzwungenen werden! Aus der anderen Seite werden arbeitende Menschen genötigt sein, vor dem Arzt ihre Leiden zu ver- he i m l i ch e n, um eine ungünstige Eintragung in den Gesundheits- paß zu vermeiden. Schon heute sehen wir, daß Tausend» krank« Ar- beiter und Angestellte ungeachtet ihres Leidens und der gesundheit- lichen Gefahren, die sich aus der N'chtbehandlung derselben erleben. weiterarbeiten, um nicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren! Dieser, jeder Sozialhygiene Hohn sprechend« Zustand wird sich vervielfältigen, wenn kranke oder leidende Arbeiter oder Angestellt» ihr Leiden oder ihre überstandenen Krankheiten dokumentarisch festzulegen gezwungen sind. Sie werden einfach den Ausweg wählen, den Arzt überhaupt nicht aufzusuchen oder ihn über ihren Gesundheitszustand absichtlich täuschen, um im Kamps um den Arbeitsplatz konkurrenzfähig zu bleiben. Das würde der traurige Ejsett d-s Planes des..Rei-b-ans- schuste» für hygienisch« Dolksbelehrung" sein. Es Ist deshalb kein Wunder, daß sich Gewerksckaften und Versickening'trnger in der schärfsten Weis« gegen diesen„Gesundheitspaß" wenden, der in sozialer und sozialhygienischer Hinsicht mehr Schaden anstiften müßte, als sich feine Propagatoren in ihrer Gedankenlosigkeit träumen lasten. Auch rein medizinische Gründe sprechen dagegen. Wir stimmen diesmal vollkommen mit dem„Deutschen Aerztevereinsbund" überein, der nach Zeitungsmeldungen in einer Aussprache in seinem Geschästsausschuß auf die Gefahren hinwies, die durch eine über- steigerte Selbstbeobachtung und schriftliche Fixie- run g unerwünschter Wirkungen in bezug auf Hypochondrie, Krank- heitsangst und Krankheitszüchtung auslösen können. Der Plan des„Arbeitsausschustes für hygienische Volksbelehrung" ist somit zu seinem überwiegenden Teil nicht allein oolks- gesundheitlich bedenklich und muß diesbezüglich zu schweren Ein- wänden Anlaß geben, er ist in sozialer und wirtschaftlicher Beziehung aber eine klare außerordentliche Bedrohung des Wohles des or-. bellenden Voltes, er gibt dem Arbellgeber eine neue Waffe in di« Hand zur willkürlichen Auslese bei der Arbeitsverteilung. er erschwert oder macht gar dem Arbeitsuchenden, der einen ungünstigen Gesund- heitspaß besitzt, die wirtschaftliche Existenz unmöglich und gibt ihn der Rot preis, er bedroht schließlich den sozialen Frieden innerhalb der Arbeiterschaft und ist deshalb unannehmbar, ja verwerflich' �� Terbrennangcn bei elektrischer Behandlang In zunehmendem Maße werden Schadensersatz. Prozesse anhängig gemacht durch Patienten, die be! Dia- thermiebehandlung bzw. bei Behandlung mit elektrischem Licht angeblich Schaden genommen haben. Die Urteilssprüche sind in fast allen Fällen zugunsten der klagenden Partei ausgefallen. In der Mehrheit der Fälle war das Unglück dadurch herbeigeführt worden, daß di« notwendige dauernde Aufsicht während der Behandlung nicht vorhanden war. Besonders gefährlich können Diathermiebehandlungen werden. Durch die Fachzeitungen ging kürzlich folgender Fall: In einer Badeanstalt erschien eines Tages ein Kriegsverletzter, dessen Bein mit Diathermie behandelt werden sollte, obgleich es fast gefühllos war. Der Pritient war also nickt tn der Lage, die Stärke des Stromes gefühlsweise zu beurteilen. Ohne daß der Anstaltsarzt den Kranken sah, wurde«r an den Bodemeister gewiesen, der den Fuß nnt Stromstärk« 0,1 Ampere behandelte. Die ersten drei Behandlungen gelangen gut und waren von Erfolg. G«° legentlich der vierten Behandlung, die gerade beginnen sollte, wurde der Bademeister vom Anstalts-irzt abgerufen. Die Elektroden waren gerade aufgelegt wordca, und der Strom war wieder auf 0.1 Amper« eingestellt. Vorsorgend hatte der Bademeister noch die V a d e h i l f e angewiesen, noch Ablauf der Behandiungszeit den Strom auszuschalten. Die„Badehilfe" war ein 62jähriger Patient!! Dieser fragte den Kranken, ob er etwas fühle. Gleich.-eitig verstärkte er den Strom auf 1,5 Ampere. Als schließlich die Ekettroden ab- genommen wurden, war der Fuß deutlich sichtbar mit starken Brandwunden bedeckt. Obwohl d«r Kranke nach dem Arzt ver- langte, benachrichtige der Bademeister den Anstaltsarzt aber nicht. Nach kurzer Zeit mußte der Fuß amputiert werden. Nunmehr wurden Arzt und Badsmeister strafrechtlich belanat wegen fahr- lässiger Körperverletzung. Das freisprechend« Urt.-il wurde vom Reichsgericht ausgehoben. Es stellte sich auf den Stand- punkt, daß für die Stromstärke das Gefühl der einzige zuverlässig« Maßstab sei. In der Entfernung des Bademeisters sah das Reicks- gericht— trotz der Badehils«— eine Fahrlässigkeit. Dem Arzt macht« es zum Dorwurs. daß er sich vorder Diithermiebehandluna nicht danach erkundigt Hab«, was dem Patienten eiaentlich scble. In er- neuter Verhandlung verurteilte das Landgericht Chemnitz den Arzt zu 2000 Mtz. den Bademeister zu 100 Mk. Geldstrafe. Or. b. 8ebn'aebsinnixe»'« Fiirsor}ceyöirl5n",e . Deutsck'and hat zur Zell(1930) insgesamt 63 000 hilfsschul- bedürftige Kinder, von denen nur 50 Proz. die Hilksschulen besuchen. Die übrigen sind in Volksschulen zwischen no-molen Kindern untergebrachtz Viele von den nicht durch Hilfrschu'besuch vor- beugend erzogenen Schwachsinnigen fallen als Fürsorgezögling« der öffentlichen Fürsorge zur Last. H>r em Vüspi-I: 19W?9 n-�en in die Provinzialerziehungsanstalt Wohlau in Niederschlesien 120 Neulinge aufgenommen. Von diesen waren nur 70 intellsktuell vollwertig: 50 dagegen zeigten deutliche Merkmale de? Schwackstnns. Don Ihnen basten nur fünf, also der zehnte Teil,»in« Hilfsschule besuchtz Die Provinz Niederschlesien gibt ihre weiblichen Fürsorge- Zögling« nach den Anstalten Jakobahaus in Brerlau und Frciburg in Schlesien. Im Berichtsjahre 19S8/29 wurden 181 Neulinge aufgenommen: 74 davon waren schwachsinnig, nur neun hatten eine Hilfsschule besucht. Es ergibt sich daraus, daß das Sonderschul- wesen weiter ausgebaut werden muß. vr. L. -ARBEJTEH TUSSEtiLL Minerva von Eidie geschlagen. Die gestrigen Fußballspiele hatten sehr unter dem starten Wind zu leiden. Daß dadurch keine größeren Ueberraschungen vorkamen, ist verwunderlich. Eiche- Köpenick erfreute seine Anhänger durch einen verdienten ä: 3-S>eg über Minerva Die Neuköllner zeigten eigentlich nur. wie Fußball nicht gespielt werden soll. Mit 10 Mann begannen sie das Spiel, um mich in der 17. Minute nach einem prächtigen Alleingang des Mittelstürmers in Führung zu gehen. Damit war es mit der Kunst aber auch schon zu Ende. Zug mn Zug a« wannen die Köpenicker an Boden. Nach einer guten Vorlage des Mittelstürmers erzielte der Linksaußen in der 28. Minute den Ausgleich. Erst jetzt vervollständigten sich die Neuköllner. Sie hätten ober besser getan, ohne diesen Spieler den Kamps weiter zu führen: er schadete seiner Mannschaft mehr, als er nützte. Di« Köpenicker nutzten diese Schwäche auch weidlich aus. Bis zur Pause erhöhten sie das Resultat durch die linke Seite auf 3: L Nach der Pause glaubte man im allgemeinen,, daß die Neuköllner aufholen würden, die Köpenicker verteidigten jedoch zäh« ihren Vorsprung. Immer wieder wurde der Sturm noch vorn geworfen. Aus einem Gedränge heraus vermochte der Mittelstürmer den vierten Tresser zu buchen. Damit war das Schicksal der Neuköllner besiegett, sie wurden voll- konimen in chver Hälfte eingeschnürt. Erst beim Stande von S: 1 machten sie sich etwas srei, um erst kurz vor dem Schlußpfiff dos Re- sullat auf 5: 3 zu verbessern. Weiter« Resultate: Luckenwalde I gewann gegen Pankow erst in der zweiten Hälfte mit 6: 2, nachdem das Rofultat bei der Pause noch unentschieden 2: 2 lautete. Lichts rberg I mußte gegen Luckenwalde III mit 2:2 einen Punkt abgeben. Mit dein gleichen Resultat trennten sich Spandau 2ä und Butab. Das Orts- derby zwischen Luckemvald« II und Hertha konnten die Turn« erst tn der zweiten Hälfte mit 3: 2 für sich entscheiden. Schöneberg gegen Teltow 3: 2. Wacker 30 gegen Kogel 8: 0. Schöneberg 2 gegen Teltow 2 5:3. Schönsberg 3 gegen Teltow 34:1. Luckenwalde I 2 gegen Woltersdorf 2 3:2. Pankow 2 gegen Vutab 27:0. Eiche 2 gegen Minerva 2 1:1. Eiche 3 gegen Strausberg 0: 0. Zur MSolidarität"-Gaumeisfcrsdiaft Aus allen Teilen der Provinz Brandenburg des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbundes Solidarität werden am 7. März in der Neuen Welt Kunst, und Reigenfcchrer. Ball, und Polospieler an den Start gehen. Kapuch, Luckenwalde. Jüterbog und Groß-Räschen werden ihr« Kunstfahrer entsenden. Im Schulreigen werden die Mannschaften Kolzenburg. Diehlo, Schmerzke, Jüterbog, Branden- bürg und Luckenwald« vertreten sein. In den zchn verschiedenen Wettbewerben im Kunstreigen starten Luckenwalde, Dobristroh. Velten. Lontswerk. Ketschendorf, Sommerfeld. Guben. Brandenburg und Friedrichshain Niederlausitz mn die Gaumeisterschaft. Im Schmuck-, Farben-, Steuerrohr- und Einradreigen sinden wir Roß- dorf. Dellen. KetschendiKf. Landsberg a. d. W.. Kapuch. Nowowes, Seifersdorf-Sorau, Marwitz. Schönfließ, Lautawerk, Brandenburg. Potsdam. Berlin und Luckenwalde am Start. Meldungen für zweier und dreier Radball und Radpolo liegen 20 vor. Di« Ausscheidungs- spiel« der Lall» und Polospieler werden am Vormittag vor sich gehen, während am Nachmittag die Borkämpf» in den anderen ZLettbewer» ben zur Austragung kommen. Am Abend werden dann die er- millellen Gaumeister am Start erscheinen. Arbcifer-Gerätcscric Allmählich gehen ine Serienkämpfe im Geräte- turnen dem Ende entgegen. In der Jugendklasse steht FTGB.-Nordring an der Spitze. Bei den Frauen wird FTGB.- Lichtenberg an erster Stelle erwartet. Bei den Männern ist die mtgenblickliche Reihenfolge: Klasse A: Freie Turnerschast Eberswaid«. an zweiter Stelle liegt FTGB.-Osten. Von den«ls Mann. schatten der L-Klasse sind noch einige Kämpf« zu erledigen. Zur Zeit sind FTGB.>Lichtenb«g und SV.-Moabit noch ungeschlagen. Erst wenn dies« beiden sich gegenüber gestanden haben, wird sich sagen lasten, auf wen sich die ersten beiden Plätze verteile ir. Bei den Altersturnern Hot sich noch kein klares Bild ergeben, ob FTGB.» Nordring oder Eintracht-Mahlsdorf an erster Stelle landen wird. Die Resultate der letzten Kämpfe aus der Männer-L-Klosse melden die Ueberlegenheit von SA.-Mvabit gegen FTGB.-Mitte mit 492: 4Z0 Punkten. Durch die Unvollkonnnenheit im Pferdturnen kam FTGB-Mitte ins Hintertreffen, war aber dafür in der Gymnastik ein ebenbürtiger Gegner. Der schärfste Kampf der Woche wickelte sich in Nowowes ab. Nur mit zehn Punkten Dorsprung konnte sich FTGB.-Lichtenberg von der dortigen Sportvereinigung verabschieden. Die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer bewiesen, daß immer noch«in reges Interesse für das Geräteturnen vorhanden ist. Endresultat 519: ö09 Punkten für Lichtenberg. Einen an- sprechenden Sieg konnte sich Eintracht-Mahlsdors bei FTGB.-Nord- ring sichern. Di« Ueberlegenheit kam durch dos 403: 382 zum Aus- druck. In dieser Woche sinden keine Serienkämpfe statt, da alle Vereine sehr stark für das am Sonnabend stattfindend« Hallensport- fest rüsten. Vilavzc der Auto- Ausstellung. Erfolge für Veranstalter and Fabriken. Die Bilanz der Berliner Automobilaus st ellung fleht für die Veranstalter, den Reichaoerband der Automobil- industri« und das Berliner Messeamt, wie auch für die Industrie gleich günstig aus. In den elf Tagen der Ausstellungsdauer sind die beiden Riesenhallen am Kaiserdamm von über 850 000 Per» s o n e n besucht worden: die Besuch« haben sich auch nicht dadurch abhalten lassen, daß der normale Eintrittspreis 2 Mark betrug, daß an Sondertagcn sogar 3 und 4 Mark erhoben wurden. Wie der Reichsoerband der Automobilindustrie mitteilt, ist der geschäftliche Erfolg für die einzelnen Aussteller sehr verschieden, im ganzen betrachtet überstieg er erheblich die unter Berücksichtigung der herrschenden Wirtschaftskrise gehegten Erwartungen. Insbe- sondere sind gute Abschlüsse in den Personenwagen der untersten Preisklassen gemacht worden. Nach den vorliegenden Meldungen werden einzeln« Firmen sogar Schwierig» leiten in der ordnungsmäßigen Lieferung haben. Dagegen kann eine gewiss« Enttäuschung beim Verkauf der Wagen in der Preis- klaffe von etwa 5000 bis 12 000 Mark festgestellt werden. Ueber» raschend gut haben jedcch die Fabrikanten der großen und sehr teueren Repräsentationswagen abgeschnitten. Der L a st- krastwagenbau berichtet über ein« befriedigend« Rachsrage. Dabei zeigte sich, daß die seit mehr als einem Hachen Jahre vor» liegende Zurückhaltung der öffenttichen Betrieb« nicht mehr im bisherigen Umfang« aufrecht«halten werden konnte und daß jetzt Nachbestellunzen erfolgten. Einen schönen Erfolg haben die Diesel- Motorlonstruktionen davongetragen, obgleich gesagt wer» den muß, daß der Kamps um die Bor- und Nachteil« zwischen dem Benzin, und dem Diesel-Motor noch nicht abgeschlossen ist. Die Automobilausstellung 1931 kann also als ein Erfolg auf der ganzen Linie bezeichnet werden. Zportler als Aussteller im Bezirk Friedrichshain Einen interessanten Ouersclmitt aus dem vielseitigen Tätigkeits- gebiet der Arbeiter-Sport- und Kulturorganisationen im Bezirk Friedri6)shain wird die groß« Sport» und Kulturschau bringen, die vom 3. bis 6. März in den Andreassälen, Andreasstroße 21. stattfindet! Die dem Kartell angeschlossenen Or- gamsationen werden in Wort, Bild und Schrift sowie durch praktische Vorführungen für die Eigenart ihrer kulturellen und sportlichen Be- tättguug, wie für den Gedank.m der Jugendpflege und der Leibesübungen überhaupt, werben! Die Turner mtt ihrer erflklafsige» Kunstturnrieg«, die Kaimfahrer. die Kinderfreund« und SAI., der Arbeiter-Radiobund, an dessein Stand mancher Radiobastler wert. »olle Anregungen finden wird, der Sturmvogel, der Modellflugzeuge sowie ein selbstgebautes Leichtflugzeug ausstehen wird: Alle Orgaui- fotionen. Bereine und Abteilungen sind vertreten. Der Eintritt kostet 20 Pf., für Iugendlickze und Erwerbslose 10 Pf. Kinder sind frei, jedoch werden sie nur in Begleitung Erwachen« zugelassen. Schulen können die Ausstellung von 10 bis 15 Uhr tlassenweise besuchen. Die Ausstellung ist geöffnet von 16 bis 22 Uhr. An den Ausstellungstagen finden folgende Sonderveran- staltungen statt. D!«il»t«g, 3. Rar,. 19—30 Uhr: ScflcTIhiitbe b icher» freunde: d) Tymnastlk der Klndcrgrupven der Beiirk Oft;".— 1914 Uhr: Das Leben und Treiben der soaialtstifchen«rbeiterfugrnd und drr Sind erfreunde in Bild und B»rt.— 2014 Uhr: Abendveranstaltung der Trcicn Kanu-Un!on. Ansprache. Lagerleben i Lieder ,ur Laute. EchrammclmuslO.— Donnerstag, 5. RSr». 1914 Uhr: Lich'Sildervoriraq de, Ardeiler.f-'adia.Aundes: .Di, kulturell« Bedeutung de, Nundfunt» fUc die Arbeiterschaft".— 20 Uhr: ..Drvles". Verein für Körperkultur..Unsere chnmuasddscknlle w Wort und Brarl».'— AI« Uhr:..Der Arbei'er.Dad. und ikrasifahrer-Bund.Solidarität". Lichtbildervortrag.— 2994 Uhr: Surgreferat über die BoilssUrlora«.— greitag. 8. Mär,. 19'4 Uhr: Evrechchor der Dreien Serverfschaftoiugend.— 20 Uhr: Rcekturnen.-Osten, Männer. Seulengnmnaftik. DTD?., Iungmädchen. — 201» Uhr: Artistik. ssTSB.. B»,irt Stralau.— 2114 Uhr: Surzreirro« 9 der die Bestrebungen des Soiialiftischen Esperanlobunde,.— 2194 Uhr: Dreikörper» kultursparte der IsTDB. I. Brtlder ,ur Sonn«(Laienspiel). 2. Lichtbildervor. .rag.— 22 Uhr: öchluÄonfproche. Gcrätewcfhirncn der höheren Schulen Dreißig Bollanstalten und acht Realschulen schicken am Sonntag, 1. März, ihre besten Turner zum Geräteturnen in die Zen- tralturnhalle, Prinzenstraß« 70. Die Veranstaltung wird vom Berliner Turnlehrerverein unter Förderung der Behörden bereits zum 10. Male durchgeführt. Im Einzelwettlampf müssen die Schüler, in drei Altersklassen eingeteilt, sechs Hebungen, je zwei am Reck und Barren, einen Pferdsprung und einen Weithochsprung, turnen. Im Schulmannschaftskamps geht es um die beiden Wander- preise des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung. In der Gruppe der Realschulen hat die Menzel-Realschule den Wander» preis zu verteidigen. Für die Bollanstalten, deren Preis sin Borjahre von der Schöneberger Hohenzollern-Oberreakschule endgültig gewonnen wurde, hat der Herr Minister einen neuen Wanderpreis»ur Verfügung gestellt. Nach Beendigung des Wetturnens findet ein Kürturnen der Besten am Reck und Barren statt. Noch mehr Inter- esse wird das Handballspiel Ost gegen West(Kirschner-Oberreakschule gegen Stabila) sinden. Das Wetturnen beginnt vormittags mn v Uhr._ Training im Sportpalast Am Donnerstag, 5. Mörz, steht der Sportpalast ob 18 Uhr den Arbetterfporttern zuin Training zur Berfügung. Ab 19.30 Uhr werden nach dem Stillaus der Leichtathleten abwechselnd die Kreis» schule, ASV.-Nenkölln sowie Volkssport-Neukölln die Generalprobe der Sonderoorführungen abhalten. Bundesbuch bzw. Vereinsaus- weis gllt als Legitimation.— Die Kreisleitung benötigt zum Hallen» fest am 7. März 100 Ordner. Die Altersabteilungen werden um- gehend mn Meldungen an Paul Graes, O 34. Eckertstr. 13, gebeten. Anzug: Weiße Hose, Schillerhemd, Antreten 15.45 Uhr im Sport, polost._ Nochmals der«Fall Schönrath* Der Sportausschuß hat die gegen den Krefelder Schwergewichts« boxer Hans S ch ö n r a t h verhängt« Bestrafung dahingehend ab- geändert, daß die weitere Betätigung Schönraths nicht von einem Befähigungskampf abgehängig gemacht wird, sondern von der Bei- bringung eines Attestes über seine voll« Kampffähigkeit. In Ber- brndung damit wurde auch die Untersuchung gegen den Beran» stalter Damski abgeschlossen und festgestellt, daß dieser von d«r Unabkömmlichkeit des Franzosen Gardebois(für den in legier Mimit« der Däne Sören Petersen einsprang) erst am Mittag des Kampftages aus Paris Nachricht erholton hat. also viel zu spät, um die Oeffentlichkeit noch rechtzeitig mit den veränderten Verhältnissen bekanntzu machen._ Wieder Radrennen im Sportpalast Schon wenige Stunden nach Abschluß der Kunstlaufwellmeister. schaften war im Berliner Sportpalast von der Eisfläche nichts m.hr zu sehen und der Innenraum durch Bohlenbelag bereiits für die kommende kurz« Radsportsaison hergerichtet. Der Einbau der Radrennbahn wird so schnell erfolgen, daß di« Fahrer schon am Donnerstag mit dem Training beginnen können. Der erste Renn- tag am Sonntag, 8. März, verzeichnet als Hauptnummer ein 100- Inn-Mannschaftsfahren, zu dem bisher so namhafte Paar« wie Rausch-Hürtgen. Lehmann-Wissel, Kroll-Miethe, Schön- Pijnenburg und Dinole-Göbel verpflichtet worden sind. Das Lezlrkckarlell Prenzlauer Berg veranstallet mtt den be- freundeten sozialistischen Iuoendverbänden SAI.. FGI. und ZdA.» Jugend am Donnerstag, 5. März, 13 Uhr, im Ledigenheim. Pappel- allee eine große Kundgebung: Jugend gegen Faschismus. Erweiterter Uebungebetrieb In Stralau. Di« Frei« Turnerschast Groß-Berlin eröffnet heute, Dienstag, in der Bolt»schule Alt, Stralau 35 eine Kinderabteilung. Die Uebung»abend« der Erwachse- nm sind ebenfalls vermehrt worden, so daß nun folgend« Uebungs- zetten gelten: Männer Mittwoch und Freitag, Frauen Dienstag und Freitag 20 Uhr, Kinder Dienetag und Freitag 18 Uhr. Sitzung joden ersten Dienstag im Monat im Lokal Nollenbach, AU-Stralau 8. Anschrift: Otto Langendorf, Berlin 0. 112. Schreinerstroß« 25. Außer Turnen wird Handball und Leichtathletik gepflegt. FZEV., Bewegupsscklar»nm 7.»in. Dauptprod« beute, 20 ISlr, nicht in der Turnhollc Prinzenstrake, sondern Turnhalle Weinmeisterstr. Ii, Ein» flanq steinstrane.— Bezirk Nordrinq, Sportabtetluns. Mittwoch,«. März, 20 Uhr, Dänenstr. 14. Bolsanrniluna. Soc'toa;»Di« ülympiad« in Wien". Freie SrSwimmer Sdarlattcnbvra. ksunadteilnng. Monatsvcrsammlnng 4. März, 20 Uhr, bei Zünickc, Naiserin-Auististo.Bllee 73. Aufnahme neuer Mii- gkieder.! nTSB., Pankow,©onnetste#, 5. März. Seneralprob« Im Sportpalast kilr St-fellenläufer. sfidlag, 6. März, lehtcr Ausaabe'ag für Stötten zum Hallen- sportfest und Abrechnung. Teilnehmerkarten abholen. Prole». Sonntag. 8 März. 14 10 Uhr. Spielsonntag, Plag Zaskrrstrahr am Bhf. Warschauer Brücke. Anschliehend Beisammensein. Gäste auf olle» Bei- anstaltungen ettn gesehen. AGB. Neukölln, ffüt all« 60 Stafettenläufer zum Sallenfeft am Mittwoch. 20 Uhr, Training bei ber Srortabteiluna in der BoddimHall». Am Donners- tag. IS Uhr, Trrffpimkt für all« Teilnehmer am Sallenfest zum Trainina im Sportpalast. Mitglieder, die noch nicht im Befl» ihr«,»undesbuche,(Ind. erhalten am Mittwoch bei der Sporlabteilung einen Brrrinsansweis zum Sin. tritt in den Sportpalast. konelsten verein.Di« Naturfreunde", zentral« vleu. Dienst-«. I. Mär». 20 Uhr. Abt. Dmtr'chshoin: Besuch der Spvrlausstrlluna tn den AnArrassäleu, Andreasstr. 2l, 20 Uhr.— Abt. Triedcnau: Offcnbacher Str. s». Geschäftlicher. — Abt. Norden: Sonnenburger Str. 20. Weihnachtsfghrt der.stuaend lSvi).— Abt. Neukölln: Arbeitskreis der Jüngeren. iÄuahafcnstr. 68. Com I. di, zum Z. Reich.— Ab! Wedding-Gefuichbrunnen: Willdenowstr. l>..Einstein."— AM. Sumdoldlchoin: Willd-nowstr. 5.„Der historische Materialismus."— Naturkundlich» Abteilung: 5ol>annitstr. IS..Di« Dubrow."— Pho ogemein. fchast. Abt. Ritte: Iohannisstr. 13.— Mittwoch, 4. Mär». 29 Uhr. Osten fIugenbgruppe): grgnefurler Allee 00?— D«aner»tag, 5. Mörz, 2« Uhr. Abt. Lichtenberg: Gunterstr. 44.— Streichorchrstrr: 19—21 Uhr bei Weihen. berger, Freiligraihslr. 9. v. I.— Mandolinenorchester: 19—21 Uhr Zohannis- strahe 13.— Abt. Prenzlauer Berg: Danziqrr Str. 62. Baracke N. Geschäft- liches.— Abt. Südwest: Porckstr. 11..Bon Hamburg zum RorMap(Licht- bildet).— Abt. Neukölln: Böhmisch, Str. 1—4. Geschäftliche,.— Abt. Tier. Rotten: Lehrter Str. 18—19. Diskussionsabend.— Abt. Spandau: sindenufer 1. — Abt. Weihense«: Pistoriusstr. 24. KTGB. Handballfpieler: Die ssreie Turnerschast Guben und die Trri» Turnerschaft Grünberg suchen für Ostern in Berlin gegen ssTGB.-Mannschakten Spiele auszutragen, und zwar Gründer« am«arfreitaa mit 1. Männer und 1. Jugend, Rückspiel im August: Guben am 2. Ostrrseirrtag mit 1. Männer und 1. Jugend. Rückspiel»u Pfingsten. Umgehende Meldungen an den Ber- einsspielleiter L. Boh. Berlin-isritdenau. Blantendergftr. 1. senden. Tum 1. Jahrestag. Ära 3. �lär? 1930 entriß mir der unerbittliche Tod meinen lieben Mann, Vater und Bruder, den Putzer Emil Müller Wer ihn gekannt, weiß, was wir verloren haben. Namens der Hinterbliebenen Wwe. Klara Müller, Zehlendorf, Waldhütorpfnd 21. I Tim. s u. 8i« S0BB1. 2. il*u E 4. Ale*. 8066 Nehm. S0P(.-1 M., abds. 1-2 M. gÜSpHi Alwin Neuss Bu-Ba. Affendressur. Heros, Krsfisongleur- Akt usw. GROSSES SGHAUbPlELHAUo T»gl, 8 Uhr. I Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesttrung bllllee Pre se Reg e: Erik Charell. Reichshallen-Theater Abeoilj 0 Smatsg Sjdnüittjg fTTl Uta Stettiner ssnger Das neue Programm I Preis-lhlmi: ftim-PuhttiSPi. ■■ Hittil-PatkittlM. Ordintuslti nnd Inj« I.SO M. Nachm. ermälllgte Preise! Voilea Programm! BBniioH-argni: Vnrletft-Koiu.-TMK Jtmihmte Tam-Tfaffee u. JMwtät STEINMEIER FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF*