Nr. 116. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 11hr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 1hr vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bum Prozek gegen die Tozialdemokratischen Organisationen. Es sollte und mußte einmal wieder eine staatsrettende That geschehen. Im Ministerium des Innern und am Alexanderplat empfand man das dringendste Bedürfniß, einen Beweis polizeilicher Leistungsfähigkeit gegenüber der Partei des Umisturzes zu liefern. Mittwoch, den 20. Mai 1896. Was haben nun die Verhandlungen erwiesen? An Thatsachen weiter nichts, als was bereits ohne den umständlichen Ermittelungsapparat einem jeden bekannt war, der das öffentliche Leben zu verfolgen gewohnt ist. Aber offenbart hat sich bei dieser Gelegenheit in wünschens werthester Deutlichkeit die Unzulänglichkeit polizeilicher Beugenaussagen. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. darauf ankam, die Ungesetzlichkeit des VertrauensmännerSystems zu beweisen, nahm er es auf seinen Beugeneid, daß jene nämliche Versammlung eine sogenannte Korpore" gewesen sei. Wäre er sich über den Unterschied zwischen Bekundung von Thatsachen und Wiedergebung persönlicher Urtheile klar geworden, so würde Herr Schöne sowohl in dent einen wie in dem andern Falle sein persönliches Urtheil nicht als Thatsachen- Bekundung ausgegeben haben. Aber diese beiden einander widersprechenden Aussagen zeugen obendrein von einer derartigen Gedächtnißschwäche und von einer derartigen Ueberwucherung des logischen Denk vermögens durch die Phantasie bei dem bedauernswerthen Herrn, daß seine Zengenaussagen dadurch allen Werth verlieren. Ein Glück für ihn immerhin, daß er nicht Sozialdemokrat ist! Da fönnte er gar leicht in einen bedenklichen Verdacht gerathen. M er's Nicht, daß es den Bolizeibeamten an Eifer gemangelt hätte. Im Gegentheil! Sie sagten nicht blos das aus, was sie selber aus eigener Beobachtung wußten, fie mischten das mit unterschiedslos durcheinander, was sie von anderen Seit Jahren hatten allerhand Werkzeuge der politischen Leuten erfahren hatten. Erst dem Gerichtshof, den AnPolizei in und außer Uniform, mit und ohne Marke, geklagten und ihren Vertheidigern war es vorbehalten, die sich bemüht, irgend welchen Ungesetzlichkeiten der Sozial Aussagen nach ihrem Ursprunge zu sichten und zu werthen. demokratie auf die Spur zu kommen. Sozialdemo- Den Polizeibeamten ist es vermuthlich heute noch nicht klar, kratische Versammlungen und Zusammenkünfte, oder daß bei einem objektiv urtheilenden Gerichtshof es nicht in was man dafür hielt, waren überwacht worden; betracht kommen darf, was ein Polizeibeamter als unden bekannteren Sozialdemokraten Berlins waren die verbürgte Aussage irgend eines Spitzels, über dessen Persön- Und wie der Kommissar, so die Schutzleute. Welcher Späher nachgeschlichen bis in die obersten Stockwerke der lichkeit er gefliffentlich den Deckmantel obrigkeitlichen Ge- Reichthum an Phantasie ruht da verborgen in diesen Privathäuser hinauf, hinein bis in die geheimsten heimnisses breitet, in seine eigene zeugeneidliche Aussage würdigen Männern! Hat einer von ihnen mehrere SozialKabinette der Restaurationen; sie hatten sie umkreist hineinflicht. bemokraten in ein Haus hineingehen sehen, beobachtet er bei Sonntagsnachmittags- Ausflügen in den Gehegen Aber noch einen andern bedauerlichen Mangel an Unter- ihrer mehrere Sonntags nachmittags im Grunewald des Grunewalds. Eine Unzahl von Berichten über scheidungsvermögen verrieth gerade das geistige Haupt der zusammen flugs notirt er ins Notizbuch: Ge= Korpore Versammlung! fann Dann die gemachten Entdeckungen lagerte aufgestapelt in den Polizeizeugen, der Kriminalkommissar Schöne. Er wußte heime Archiven des Alexanderplates. Aber trotzdem durch polis nicht die Bekundung von Thatsachen zu trennen von seinem schwarz auf weiß getrost nach dem Alexanderplat tragen. zeiliche Phantasie allerhand beobachteten Verrichtungen der persönlichen Urtheil über die Bedeutung dieser Thatsachen. Als Eröffnet uns dieser Prozeß somit doch die frohe Aussicht, daß jozialdemokratischen Kneipenbesucher und Ausflügler der man ihm klar zu machen versuchte, daß sein Urtheil in die wir an der Zukunft der deutschen Dichtkunst nicht zu verAnstrich eines Verschwörerle- Spiels verliehen war, fehlte der Zeugenaussage nicht hineingehöre, versicherte er: aber das zweifeln brauchen. Ließe die Staatsretterei den Beamten staatsretterischen Deutungskunst doch noch das geistige Band ist doch außerordentlich wichtig! der politischen Polizei nur mehr Muße, so würden ihrer zur Verknüpfung aller jener Einzelbeobachtungen zum Bilde Wenn er mit der Werthung seines persönlichen Urtheils viele, gleich ihren isländischen Kollegen, von denen man einer ungefeßlichen Organisation. berart über das Ziel hinausichoß, so ist das aller- dieser Tage las, sich sicher noch in der Literatur einen Da wurde denn in Berlin auf die Initiative des dings aus allgemein menschlichen Gründen verzeihlich. Namen machen. Ministers v. Köller oder des Kriminalkommissars Für den Gerichtshof konnte indeß das persönliche So wie die Dinge jeht eingerichtet sind, liegen ihre Schöne hin die Autoritäten sind in Wider- Urtheil des Herrn Schöne um so weniger Werth haben, Kräfte eigentlich völlig brach auch für den Staat. Denn spruch gerathen über den Ursprung der rettenden als es sich herausgestellt hat, daß ihn seine augenscheinlich das ist ja das bemerkenswerthefte Ergebniß dieses Prozesses, That ein großer polizeilicher Beutezug veranstaltet. Die recht lebhafte und fruchtbare Phantasie zu abweichenden daß die Verurtheilungen, die dennoch bei dem Prozeß gegen Parole erging, und hunderte pflichteifriger Beamter Beurtheilungen der nämlichen Thatsache bei verschiedenen Auer und Genossen herausgekommen sind, durchaus nicht schwärmten aus. Bei den Mitgliedern des Partei- Gelegenheiten verleitet. Da ist einmal eine Zusammenkunft beruhen auf den polizeilichen Observationen und vorstandes, bei den Vertrauensmännern der Partei, bei im Lokal" Märkischer Hof" beobachtet worden, die auch in Haussuchungen, daß sie außer Zusammenhang stehen den Vorständen der Wahlvereine wurden Haussuchungen einem anderen Prozeß( gegen Hinge und Genossen) eine aus- mit der gesammten politischen Thätigkeit des Instituts für veranstaltet. Alles Hausgeräth wurde durchsucht, schlaggebende Rolle gespielt hat. In jenem Prozeß, in Staatsrettung am Alexanderplatz. alles Papier bis auf halbverbranntes Backpapier dem es sich die Polizei zur Aufgabe gestellt hatte, zu be- Weshalb sind denn die Mitglieder des Parteiin der Küche geprüft, ganze Ballen Briefmakulatur werden weisen, daß der vorläufig aufgelöste Wahlverein im zweiten vorstandes und der vier Wahlvereins- Vorstände zu Geldzusammengetragen. Monatelang hatte das Untersuchungs- Berliner Reichstags- Wahlkreise im geheimen fortbestehe, strafen verurtheilt worden? gericht mit der Sichtung des Materials zu thun, ein- nahm Herr Schöne es auf seinen Zeugeneid, daß Auf grund folgender zweier vom Gericht als erwiesen gehende Verhöre aller Berdächtigen wurden veranstaltet die fragliche Versammlung eine Versammlung des aufgelösten angenommener Thatsachen: und endlich kam es zu einer Antlage wegen Vergehens Vereins gewesen sei. Vierzehn Tage später, in dem Prozeß 1. weil der Gerichtshof angenommen hat, daß der gegen das Vereinsgesetz. gegen Auer und Genossen, in dem es der Polizei auch Parteivorstand einen politischen Verein bildet; 28 Tene. ( Nachdruck verboten.) Roman von Nicolaus Krauß. Lene hörte aufmerksam zu, so oft die Bäuerin von ihrem geheimen Rummer zu reden begann, warf hie und da eine Frage, ein paar Worte dazwischen, aber weiter erstreckte sich die Vertraulichkeit nicht. die Schusterweiber rebellisch geworden, das Rathhaus gestürmt, auch in seiner ganzen Lebensführung mit peinlichster Ge mit den Fäusten auf den Tisch geschlagen und den Magistrat wissenhaftigkeit an das Herkommen. Der Vater und der aus den Fenstern werfen wollten. Was die zwei uralten Großvater hatten es so und so gemacht, genau in derselben Steinkreuze zu bedeuten hätten, die draußen an der Fried- Weise hielt es der Sohn und Enkel. Die kleinste Abhofmauer ständen. Der schwarze Mann mit dem weißen weichung und Neuerung wäre ihm als Verbrechen, als Herzen, der sich noch vor zehn Jahren im Bernert- Hof zu Mißachtung der Vorfahren erschienen. Dieser Gleichklang Förba habe sehen lassen, wurde zitirt, die Sibylle- Weiß, die erschien auch im Verhältniß des Bauers zur Religion, zur Die Wochen vor Weihnachten brachten noch harte mit dem nackten Fuß in einen harten Stein getreten sei Kirche; er that was sich gehörte". Wenn der Pfarrer Arbeit. Das angesäuerte, zum Füttern bestimmte Kraut wie in weiche Butter, und die arme Melusine, die schon auf der Kanzel stand und predigte, glaubte er ihm, was und die gelbrothen Futterrüben mußten täglich mit dem seit tausend Jahren in einem Thurm zu Babylon gefangen der Geistliche sonst noch redete, hatte für ihn weniger Messer gestoßen werden, das Dreschen ging gleichmäßig gehalten werde. Ganz einsam sei das Mädchen, und von Werth, als wenn es ein anderer Bauer gesagt hätte. Er weiter. War die Kälte gar zu streng, dann saßen der Beit zu Zeit seufze es; und ihre Stimme sei es, die aus ging jeden Sonntag zur Kirche, einmal jährlich zur Beichte Bauer und seine Magd den ganzen Tag im warmen Kuh- einem draußen rasenden Sturm erklinge. und Kommunion, und am Sterbetage seines Vaters ließ ftall und drehten Strohbänder, wie man sie zum Defter kam die alte Frau auch auf ihren ehemaligen er eine Seelenmesse lesen. Damit hielt er seine Pflichten Garbenbinden braucht. Und dann kam am Abend das Inwohner zu sprechen, den„ Bombardon- Schneider". Der sei gegen den Herrgott erfüllt, seinen Anspruch auf schönes Spinnen. Den Flachs hatte der Bauer vom Vülwat Wetter und Gedeihen der Saaten für begründet und gegen Hafer eingetauscht; seine Frau konnte wegen ihrer gerechtfertigt. Gebrechlichkeit das Dörren, Brechen und Hächeln nicht mehr leisten, Lene verstand es noch nicht. Aber spinnen konnten sie beide. tein Einheimischer gewesen und habe zuerst drüben im andern Theil des Dorfes, auf dem Flohberg" gehaust. Aber die jungen Burschen, und auch die jungen Männer Sein Acker, das war er selbst. Wer jenen beschädigte, hätten ihn so lange gefoppt, bis er weggezogen. Sie sagten, gering schätzte und herunter machte, beleidigte ihn, den er sei fein und zierlich wie ein Mädchen. Das stimmte auch. Bauer. Wenn im Herbst das Koru blutigroth aufgegangen An dem großen Kachelofen recte sich ein Eisenkorb Schuhe hatte er, die brauchte man nicht zu wichsen und zu und die jungen Triebe im Winde leise zitterten, beglückte hervor überdacht von einem thönernen Lehnhut. In den schmieren und doch hätten sie allweil geglänzt wie Hunds ihm das Gefühl, als wäre er selbst wieder jung geworden, Korb wurden harzige Holzspähne und fette Braunkohlen beutel. Und vorn an den Hemdsärmeln hatte er Dinger, die als verspürte er das Schwellen, Recken und Wachsen am gelegt und angezündet. Die Flamme roch schauerlich, aber waren so hart gestärkt wie ein Brett. Mit allem hätte er eigenen Leibe. Jm Winter, wenn unterm Hauche des fie erhellte die ganze Stube und wärmte dabei. Auf der verlieb genommen, und man hätte es kaum gemerkt, daß ein Frostes die Schindeln des Daches krachten, war sein erster Ofenbank saßen Lene und die Bäuerin und spannen; das Inwohner im Hause wäre. Aber mit dem Verdienen hätte Gedanke die junge Saat und ihre Schicksale. Jedes Feld Mädchen mit dem Rade vom stehenden Rocken, die Frau er halt sein Kreuz gehabt. Genäht habe er wie gestochen, hatte seinen eigenen Namen; er überhäufte es mit Lobsprüchen, von der Kunkel mit der tanzenden, springenden und aber die Bauern hätten kein rechtes Butrauen zu ihm wenn es bei der Ernte hielt, was es im Herbste und Frühjahr aufpolternden Spindel, frei aus der Hand. Gesprochen faffen können, und dann habe er auch mit der Sprach nicht versprochen, er gab ihm gute Worte und ermunterte es, wurde dabei nicht viel. Der Bauer hatte sich in die Ecke so recht fortgekonnt. Aber nie hatte er sich etwas merken wenn es mit dem Ertrage zurückgeblieben. Wenn er an hinter den Tisch zurückgezogen, in der ganz nahe der Holz- lassen, jederzeit sei er freundlich und aufgeräumt gewesen, Sommerabenden, den Rainen folgend, durch die Aehren decke einige Heiligenbilder hingen, rauchte still seine Pfeife selbst dann noch, als er anfing, immer schwächer zu werden. langsam dahinschritt, schwoll ihm das Herz voll Stolz und oder buchstabirte in einem alten Kalender. Wenn die alte Auch der Bauer hätte ihn gern gehabt, schon deshalb, weil Befriedigung. Alles, was da stand, raschelte und rauschte, Uhr, deren Gehäuse schier so hoch war wie die Stube, die er sogar viel schön Bombardon blasen konnte. Als er ge- die hängenden, körnerschweren Aehren, die sich leise neigten, neunte Stunde feuchte, ging man zu Bette. Lene spann storben, habe sich niemand von seiner Freundschaft blicken als wollten sie einander etwas erzählen, den dickköpfigen gern. Man fonnte so gut träumen bei der gleichmäßigen, laffen, der Bauer hätte das Geld für die Leich' ausgelegt, Klee, in dem man versant bis über die Knie, den Hummeln nicht viel anstrengenden Arbeit, der Vergangenheit ge- und bis heute noch lägen dem Schneider seine Sachen und Bienen umflogen und rothe und weiße Feuerfalten", denken und der Geschiedenen und sich Hoffnungen ausmalen, droben im Stüberl. Nur der Bombardon sei weg, nun die hatte er geschaffen mit seiner Hände Arbeit, seinem Schweiß, chön und farbenprächtig, für die Zukunft. Lene wisse ja, wo er hingekommen. Und gern und leicht er und der Acker, die Scholle. gestorben sei der Schneider, so etwas hätte sie, die Bäuerin noch gar nie erlebt. Wenn der Flanger hinter dem Tische eingenickt war, erzählte die Bäuerin im halben Flüstertone allerlei Geschichten. Von der großen Theuerung Anno 47, wie in Eger! Wie bei der Arbeit, so hielt sich der Flanger- Bauer ( Fortsetzung folgt.) " 2. weil die Wahlvereinsvorstände über- rebitvorlage für Eisenbahnen und Korn ist die Verhaftung des hiesigen fozialdemokratischen Rolporteurs schüssige Gelder aus den Vereinsbeiträgen an bäuser in der vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Fassung Dylong in Bittkow nur dadurch möglich geworden, daß wir die Vertrauensmänner abgeführt haben nach unerheblicher Debatte an. Zu der letztgenannten Vorlage in dieser Beitung bekannt gaben, dem Dylong wäre seinerzeit und der Gerichtshof angenommen hat, daß die Ver- beantragte die Kommission eine Resolution, wonach beim Grund- die Konzession zum Kolportiren vom Bezirksausschuß versagt erwerb für Bahnstrecken Sachverständige zur Ermittelung des worden. Es war auf unsere Zeitungsnachricht in Bittkow bekannt trauensmänner, die ihrerseits die aus allen möglichen Grundwerths zugezogen und ferner Versuche und Ermittelungen geworden, daß Dylong ohne Konzession kolportiere, und als er Quellen ihnen zufließenden Parteigelder theilweise über die unseren heimischen Verkehrsbedingungen am besten am Sonnabend dahin kam und von Haus zu Haus seine Schriften au den Parteivorstand abzuliefern pflegten, nur die entsprechenden Formen und Einrichtungen der Kornhäuser an- austrug, wurde er verhaftet." Mittelsmänner, die Deckadressen für die Adresse des Partei- zuordnen sind. In Verbindung damit stand auch ein Braunschweig, 19. Mai. Die Finanzkommission des Lands vorstandes gebildet haben, womit dann der Nachweis für Antrag des Grafen Udo Stolberg zur Diskussion, welcher tags beantragt, die Vorlage betreffend Errichtung eines staatdie Verbindung des Vereins Parteivorstand" mit den die Regierung ersucht, im Bundesrath dahin zu wirken, lichen Kalibergwerkes bei Remmlingen zur Zeit abzulehnen und Wahlvereinen gegeben sei. daß dem Terminhandels Berbot zugestimmt und der Zollkredit die Regierung aufzufordern, sie möge versuchen, mit Privats Beide Schlußfolgerungen des Gerichtshofes find an- für Getreide aufgehoben wird. Nachdem der Landwirthschafts- unternehmern einen Abschluß bezüglich der Ausbeutung der Kalifechtbar; aber wären sie auch unumstößlich richtig, so hätten Regierung mit Rücksicht auf die große Mehrheit im Reichstage Minister Freiherr v. Hammerstein erklärt hatte, daß die lager herbeizuführen. Staatsanwaltschaft und Gerichtshof in den Besitz der ihnen voraussichtlich dem Verbot des Terminhandels zustimmen wird, Braunschweig, 16. Mai. In der Landesversamm zu grunde gelegten Thatsachen gelangen können, ohne daß fand auch der Antrag sowie die Resolutionen Annahme. Hierauf lung wurde Don neun Abgeordneten folgende Inter die politische Polizei am Alexanderplatz einen Finger zu erledigte das Haus den Gesetzentwurf betr. Ausdehnung pellation gestellt:„ Durch welche Gründe hat sich die herzog rühren oder eine Feder einzutauchen gebraucht hätte. des Anerbenrechts auf Renten Anliche Landesregierung bewogen gefunden, von dem ausgesprochenen Jene Thatsachen liegen seit Jahren fiebelungsgüter. Bekanntlich hat das Herrenhaus dies Grundfah abzugehen, nach welchem eine Einschiebung von öffentlich vor. Gesetz bereits zu Beginn der Session angenommen; da aber das nicht braunschweigern in den Beamtenkörper Hätte Herr Ober- Staatsanwalt Drescher oder Herr Abgeordnetenhaus den§ 24 gestrichen hat, wonach eine Renten- des Herzogthums zu vermeiden ist, so lange nach ihrer völligen oder theilweisen tüchtige Braunschweiger vorhanden sind?" Staatsanwalt Schweigger das Drganisationsstatut der bant- Rente auch Tilgung im Grundbuch nur gelöscht werden foll, Da scheint ja der Partikularismus recht üppig ins Kraut zu Partei zur Hand genommen, so konnten sie daraus alle jene wenn das Gut die Anerbengutseigenschaft verloren hat, schießen. Merkmale ermitteln, die nach Ansicht des Gerichtshofes aus- so mußte sich verfassungsmäßig das Herrenhaus nochmals Dem Landtag ging eine Vorlage zur Bewilligung von gereicht haben, um den Parteivorstand als politischen Verein mit der Vorlage befassen, die es heute mit den Alen- 2500 000 M. für Errichtung eines staatlichen Ralifalzzu charakterisiren. derungen des Abgeordnetenhauses en bloc annahm. Bu dem Bergwerkes an der Asse unweit Remlingen zu. Hätten sie die Berichte des Vorwärts" über die General- hierauf entgegen genommenen Bericht über die Ausführung Summe soll durch eine 3/2 prozentige Anleihe aufgebracht versammlungen der Wahlvereine gelesen, so würde sie dort des Kommunalabgaben Gesezes vom 14. Juli werden. Gotha, 16. Mai. Der Speziallandtag für das Herzogthum die Beschlüsse, Gelder an die Vertrauensmänner abzuliefern, die Regierung zu ersuchen, auf eine Aenderung der Reichsvermerkt gefunden haben. Hätten sie die monatlich im Gesetzgebung dahin zu wirken, daß den Gemeinden eine schärfere fammentreten. Vorwärts" veröffentlichten Duittungen des Parteivor- Heranziehung der Getränke zur Gemeindefteuer ermöglicht wird. standes durchgesehen, so hätte sie dort die von den Ver- Nach längerer Debatte, in der sich der Finanzminister Dr. trauensmännern der Wahlkreise eingezahlten Gelder quittirt Miquel ausführlich über die Wirkungen der Steuerreform gefunden. ausließ, wurde die Resolution angenommen und die Denkschrift durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. Morgen steht u. a. das Richterbesoldungs- Gesetz auf der Tagesordnung. So steht es um die Thatsachen, auf denen sich das Urtheil aufbaut. Es brauchte kein Kommissar Schöne mit ein paar Duhend Polizeibeamten vom Alexanderplatz herzukommen, um Staatsanwalt und Gerichtshof darüber zu belehren. " in wird. Diese Gotha wird nach Meldungen gleich nach Pfingsten hier zuund = den im Lande bewegung in Bayern liegen einige Thatsachen vor, die München, 18. Mai.( Eig. Bericht.) Zur Bauern anzuzeigen scheinen, daß nicht nur an das Zustandekommen einer Einigung zwischen den Oberbayern und dem Bunde nicht zu denken ist, sondern daß eher ein völliger Krach im bayerischen Bauernbund überhaupt bevorsteht. Zunächst ist von Interesse, daß Presstimmen über den Prozeß gegen Auer und Ge- die Generalversammlung nicht, wie anfangs beschlossen war, in Und zwar noffen: Ansbach sondern in Bamberg stattfindet. Die, National 3eitung"( nationalliberal) schreibt: wird der Platzwechsel interessant durch eine im„ NiederDie gerichtlichen Schlußfolgerungen aus diesen " Schon die Thatsache, daß der Gerichtshof für die Beschluß- bayerischen Anzeiger", dem Organ der Straubinger Führer, entThatsachen sind aber vor allem um deshalb anfechtbar, wie insbesondere die Frage, ob im einzelnen Falle eine ftatt, weil es zu toll gewesen wäre, dem Bund der LandDie Verlegung findet faffung sieben Stunden brauchte, läßt erkennen, wie das Urtheil, haltene Motivirung. Da heißt es u. a.: weil die Vertrauensmänner nicht ausschließlich von den durch das Vereinsgesetz verbotene„ Verbindung" verschiedener wirthe zu Liebe in Ansbach zu tagen, der früheren preußiallerlei schwierigen und feinen schen Stadt und dem Hauptsitz des Freimaurerthums und Stod personen Geld für Parteizwecke bezogen und weil sie auch unterscheidungen abhing. Erreicht ist durch die umständliche und preußenthums in Bayern. Der Kandidat der Konservativen die von ihnen eingesammelten Parteigelder nicht ausschließ- langwierige Aftion, welche noch unter Herrn von Köller einge:( für die Erfahwahl Ansbach- Schwabach) hat sich dahin daß lich an den Parteivorstand abgeführt, sondern selbständig leitet wurde, gar nichts: strafbare Handlungen ernster Art sind ausgesprochen, er dem Bunde der Landwirthe dem Bauernbunde nichts wissen über ihre Gesammteinnahmen im Bartei- Interesse verfügt nicht nachgewiesen worden; die Verurtheilungen sind nur wegen angehöre Den Bund der Landwirthe, der ein Gegner haben. Sie sind deshalb nicht als Mittelsmänner zwischen formaler Verstöße und demgemäß nur zu geringen Geldstrafen wolle. Parteivorstand und Wahlvereinen anzusehen, und damit fällt erfolgt; der ganze Prozeß hat lediglich bestätigt, was alsbalb des Bauernbundes und nicht bayerisch ist, zu unterstützen hat der das logische Bindeglied, mit dessen Hilfe der Gerichtshof die nach seiner Einleitung allseitig ausgesprochen wurde: daß die Bauernbund keine Veranlassung." Bestimmungen des preußischen Bereinsgesetzes gegen die Verbindung Dieser Umschlag der Niederbayern ist ganz neuen Datums, Verbindung des angeblichen Vereins Parteivorstand" mit von Vereinen mit einander veraltet, daß sie mit dem unab- denn anfangs Februar d. J. propagirte das genannte Blatt die den Wahlvereins- Vorständen konstruirt hat. weislichen Bedürfniß des heutigen öffentlichen Lebens, welches Einigung aller Bünde, selbst im äußersten Falle Anlehnung an Angenommen indeß, daß das Urtheil nicht mehr um für jede Partei eine zusammenhängende Organisation verlangt, den Bund der Landwirthe". Der fonservative Quy, wie zustoßen ist und Rechtskraft erlangt, so ist jedenfalls die unvereinbar sind." man sagt, der kommende Mann für die BundespräsidentUnvereinbarkeit des preußischen Vereinsgeseßes mit den" Bossische Beitung"( freifinnig):„ Au weh! ich habe schaft, wurde gefeiert als der geistvolle, ritterliche, unAuch Anforderungen des öffentlichen Lebens für jeden, der nicht gewonnen." Mit diesem Schlagwort endigt eine bekannte Geschichte entwegte Führer des Bauernbundes im Landtage". absichtlich die Augen dagegen verschließt, erwiesen. Keine Hebel's Echaßtäftlein.„ Au weh! ich habe gewonnen" mag nach den Kundgebungen auf verschiedenen in den letzten Partei hat wie die unsere ihre Organisation sorgfältig den die Polizei, die das Verfahren gegen die Sozialdemokraten wegen Wochen abgehaltenen Bersammlungen und Zusammenkünften Verlegung des Vereinsgesetzes anhängig gemacht hat, sagen, und scheint der Rausch der Niederbayern für die militärbestehenden Gesetzen anzubequemen versucht. Es ist bereits Serr v. Köller, dessen letzter ministerieller Wille mit diesem Pro- freundlichen und muckerischen konservativen Landtagsgrößen einem wiederholt auch von uns nachgewiesen worden, daß zesse wohl vollstreckt worden ist, mag einstimmen; wir würden uns natürlichen Kazenjammer gewichen zu sein. Bleiben sie konandere Parteien sich weit weniger Mühe gegeben haben, nicht wundern, wenn die Sozialdemokraten mit der Gegenstrophe fequent, dann stehen die Franken in Bamberg allein, wobei für die Klippen des Gesetzes zu umschiffen. Uns könnte erwiderten:" Juch he, wir haben verloren."... Der mit so die Beurtheilung der Gesammtlage noch in's Gewicht fällt, es ja recht sein, daß trotz dieser offenbaren Thatsache großem Geräusch eingeleitete Prozeß endigt damit, daß der Sozial- daß bei der Reichstagswahl 1893 von 83 846 bauernbündlerischen Stimmen 40 951 nur unsere Partei eine Strafverfolgung wegen eines Ver- demokratie eine Summe von etwa dreihundert Mart entzogen abgegebenen stoßes gegen das Vereinsgefeh zu gewärtigen hätte. Solche Die Verhandlung des Prozesses, die sie demnächst im also fast 50 Prozent allein auf Niederbayern entfielen. In Oberbayern wurden 8857 bauernbündlerische Stimmen geverschiedene Behandlung würde mächtig für uns Propa- Reichstage neu aufnehmen wird, ist ihr diese Summe werth." " Bolts Zeitung"( freifinnig) schreibt, anknüpfend an zählt, und nach allem, was man von der allgemeinen Agitation ganda machen. Aber der Staatsanwalt hat ja bereits eine" Wendung des Erkenntnisses: Schön! Streng an das liest und hört, bat seither die Bauernbewegung in Ober- und angekündigt, daß er auch andere Parteien mit dem bestehende Gesetz muß sich der Richter halten. Und Niederbayern ungleich weitere Kreise ergriffen, als in den nämlichen Maße zu messen beabsichtigt. Dann wird sich eben weil er das muß, und weil§ 8 für Vereine übrigen Kreifen. Wie oben bereits erwähnt wurde, ist aber ein bald ein den Anforderungen des öffentlichen Lebens an- jeder Richtung gilt, so ist in der gestrigen Ver- Anschluß der Oberbayern an den Bund nicht mehr zu erwarten. gepaßtes Vereinsgesetz unabweisbar durchsetzen. Und auch handlung das Vereinsgefes gerichtet worden. diese Errungenschaft wird uns mit den kleinen Unbequemlich Vereinsgefet, fo wie es jetzt ist, kann nicht mehr aufrecht wurde vorbereitet durch nicht gerade kluges Schimpfen der hiesigen teiten des Brozesses Auer nicht zu theuer erkauft sein.- erhalten werden. Jeder falte Schlag, der auf grund bündlerischen N. Fr. Volkszeitung" und der Memminger'schen, N. B. deffelben gegen irgend eine eine Partei geführt wird, ist Landeszeitung" in Würzburg auf den Agitator Dr. Kleitner, ein Schlag ins Gesicht der Staatsidee, daß mündige Bürger dessen Einfluß die persönlich gereizten Artitelschreiber jener Blätter zur Ausübung ihrer Bürgerrechte das Recht haben müssen, vollständig unterschätzten. In Rosenheim fand nämlich gestern die Gesetzgebung, an der sie als Wähler Theil haben, durch Vormittag die zweite Generalversammlung des Oberbayerischen Vereine und Versammlungen vorzubereiten, zu beeinflussen, zu Bauern- und Bürgerbundes statt, zu der sich 74 Delegirte eins Aus dem Reichstage. Bom Nachtragsetat für fördern. Dies Recht ist ein so unerschütterliches, so elementares, gefunden hatten. Die niederbayerischen Führer Dr. Geich und die aur Theilnahme eingeladen waren, Südwest- Afrika wurde heute ohne eine Debatte im größeren startes, daß alle Parteien, ohne daß Bewußtsein, zu fündigen, Bieland, weil sie abgesagt, angeblich, Stil in erster und zweiter Lesung kurz erledigt. die engen unwürdigen Feffeln des§ 8 bereits gesprengt haben. batten brieflich Die Freunde der Vorlage beschränkten fich auf eine Ein Gefeß, daß dergestalt durch die Macht der Thatsachen einer auf heute anberaumten gerichtlichen Bernehmung verannullirt wird, schadet dem Staate unendlich, weil es den hindert seien. Im Vordergrunde der Berathungen stand furze Erklärung, während der Abgeordnete Richter in Konflikt mit dem allgemeinen Rechts- und Volts- Bewußtsein naturgemäß die Einigungsfrage. Es gab darüber eine lange treffender Weise auf den ganzen Unwerth dieses Kolonial- verewigt." Debatte, die damit endigte, daß ein Antrag des Vorstandsbesizes hinwies. Die Vorlage über die Kanalabgabe für Die Freifinnige Beitung", die ihrer Besprechung mitgliedes Eisenberger einstimmig angenommen wurde. den Nord- Ostseekanal wurde unverändert genehmigt und die Ueberschrift giebt:„ Der Prozeß über das Vereins Nach diesem Antrage soll angesichts der Vorkommnisse in letzterer ebenso ohne Debatte einige Wahlprüfungen erledigt. Die geset" tommt nach einer Bergliederung des Urtheils zu dem Beit" der Oberbayerische Bauern- und Bürgerbund vorläufig Entscheidung über das Mandat des Antisemiten Köhler Ergebniß: Aus dem Vorstehenden ergiebt sich, daß die Straflammer elbständig bleiben und für sich allein, wie bis. wurde verhindert, da der Abg. Liebermann die Absetzung sich die weitgehende Auslegung des Begriffes" Verein" zu eigen ber vorgeben, bis zu den nächsten Reichstags= dieses Gegenstandes von der Tagesordnung beantragte; und machte, welche das Reichsgericht getroffen hat. Danach ist ein und Landtagswahlen. Weiter wurde beschlossen, die gänzliche Aufhebung der Bodenzinfe als Programm da eventuell bei Ablehnung des Antrages von Herrn Verein schon vorhanden bei einer dauernden Bereinigung mehrerer aufzustellen, und forderung endlich wurde ein An= Personen zur Verfolgung bestimmter gemeinschaftlicher Ziele. Es Liebermann eine Auszählung des Hauses provozirt wäre, tommt nicht darauf an, ob den einzelnen Mitgliedern der Vertrag Dr. Kleitner angenommen, wonach die Generalso mußte der Reichstag wohl oder übel dem Herrn Köhler einigung bestimmte Rechte und Pflichten durch ein Vereinsstatut Versammlung fich im Prinzip für die Forderung eines freien die Galgenfrift gönnen. auferlegt werden. In dieser weitgehenden Auslegung des Begriffs Vereins- und Versammlungsrechts, auch für die Frauen, Damit wäre die Tagesordnung erledigt gewesen, wenn Berein liegt die Hauptgefahr für alle politischen Organisationen nicht die Regierung den Wunsch gehabt hätte, den Nachtrags- ohne Unterschied... Der Richter muß sich streng an das be: Schlusse der Berathungen ein einstimmiges Vertrauensvotum. etat auch in dritter Lesung zu verabschieden. Einem dahingehen- stehende Gesez halten. Das ist formell richtig. Aber um so den Verlangen des Abg. Arnim gab der Präsident statt und berechtigter erscheint das Verlangen, nunmehr solche widersinnigen beraumte um 4 Uhr eine neue Sigung an, in der ohne Bestimmungen in der Gesetzgebung zu beseitigen." Debatte in dritter Lesung der Nachtragsetat für SüdwestAfrika seine Erledigung fand. Hierauf vertagte sich das Haus bis zum 2. Juni. Politische Nebersicht. Berlin, 19. Mai. * Deutsches Reich. A wegen erklärt. Dr. Kleitner, der Vielverleumdete, erhielt zum In einer Danfrede für dieses Vertrauen gab Dr. Kleitner den Bauern den Rath, die Augen offen zu halten, auf daß sie sich nicht durch das Schlagwort Einigung" blind hineinlocken laffen möchten in eine preußische Falle, denn Baron Thüngen und Luz haben nur das eine Bestreben, die bayerische Bauernbundbewegung ins preußisch konservative Lager hinüberzuführen". Die Herren Möller und von Eynern er- Sein einziger Ehrgeiz sei, Licht in das Volk zu bringen, damit widern heute in der National- Zeitung" auf den wuchtigen An- die hab und herrschsüchtige Klasse ihre Krallen nicht weiter Das preußische Abgeordnetenhaus lehnte am Dienstag griff des Herrn v. Rottenburg. Was sie vorbringen entfräftet ausstreckt, um das Volk zu berauben". Nachmittags fand eine nach unwesentlicher Debatte auf Antrag der Budgetkommission in teiner Weise das Material des Herrn v. Rottenburg. Sie von ca. 600 Personen besuchte öffentliche Versammlung den Antrag der Nationalliberalen Dr. Kruse und Dr. Martens verlangen, daß sie als einzige Autoritäten für die Beurtheilung statt. Die dort auftretenden Redner verbreiteten sich„ über betreffend Borlegung eines Gefeßentwurfes über die Medizinal- der sozialen Berhältnisse angesehen werden. Was Aerzte, Bweck und Ziele des Oberbayerischen Bürger und Bauern reform ab und beschloß einstimmig, die Regierung zu ersuchen, Fabritinspektoren, Gelehrte, Parlamentarier, Arbeiter über unsere bundes". Die Ausführungen gipfelten zumeist in scharfen Abdem Landtage möglichst bald einen Gefeßentwurf vorzulegen, sozialen Zustände fagen, ist für die Möller und Eynern werthlos, un fagen an die voltsfeindlichsten Parteien, die konservative Partei der eine den jetzigen Ansprüchen der Gesundheitspflege Fabrikbesitzer und Fabrikdirektoren verdienen gehört zu werden. und das Zentrum. Der Beifall war ein allgemeiner und widerReorganisation entsprechende der Medizinal Behörden Beide, die so eifrig für die Schutzzollpolitit eingetreten sind, er spruchsloser. in allen Instanzen herbeiführt. Der Kultusminister flären, daß die Aera der Manchesterdoktrin wiederkehren müsse, Desterreich. Dr. Bosse erklärte sich mit dem Antrag einverstanden natürlich nur für die Beurtheilung des Arbeitsverhältnisses. Für Wien, 19. Mai. Bei der heutigen Vereidigung des Entwurfs in baldige die Großgrundbesitzer und Großindustriellen Staatshilfe, für die Bürgermeisters Strobach drückte der Statthalter Graf und stellte die Vorlegung eines Aussicht. Hierauf sollte in die Berathung des Antrages Dr. Arbeiter das freie Spiel der wirthschaftlichen Kräfte, das ist die Rielmannsegg die zuversichtliche Erwartung aus, daß die nene Bürgermeisters Strobach drückte der Statthalter Graf Arendt( f.) getreten werden, der die Regierung ersucht, im Sozialpolitik der Möller und v. Eynern. Bundesrath dahin zu wirken, daß die Bestimmungen über den verwaltung - Die preußischen Byzantiner find bitterböse Stadtvertretung sich streng auf die Aufgaben der Stadt. verwaltung innerhalb Der gefeßlich gezogenen Grenzen Betrieb von Bäckereien und Konditoreien nicht in Wirksamkeit auf die bayerischen Byzantiner, weil bei den Friedens beschränken und fich Gerechtigkeit und Achtung allen treten. Da aber das Haus bereits eine deutliche Ferienstimmung festlichkeiten in Bayern nur bayerischer Patriotismus und Prinz Mitbürgern gegenüber, ohne Rücksicht auf ohne Rücksicht auf Barteistellung zeigte und nicht geneigt war, über eine so wichtige Angelegenheit Regenten- Begeisterung fultivirt fein soll. Von Kaiser und oder Konfession, angelegen sein laffen werde. Ein fruchtbares vor leeren Bänken zu verhandeln, so wurde dieser Gegenstand Reich" sei teine Rede gewesen. Für das Volk ist die Art und Zusammenwirken mit der Staatsverwaltung sei nur denkbar von der Tagesordnung abgesetzt. In der ersten Sizung nach Weise, wie offizielle Feste gefeiert werden, jedenfalls höchst gleich auf dem Boden der Gesetze, welche die Regierung genau ausden Ferien, am 9. Juni, ſteht außer kleinen Vorlagen der An- giltig. zuführen entschlossen sei. Der Statthalter sprach die Hoffnung trag Brockhausen betr. die Besteuerung von Waarenlagern auf Eines sauberen Denunziantenstückleins aus, daß die Aera des leidenschaftlichen Kampfes feine der Tagesordnung. bekennt sich die Königshütter Zeitung" schuldig. Wie der Fortsetzung finden werde. Nach der Eidesleistung hob der Das Herrenhaus nahm am Dienstag die Novelle zum Proletarier aus dem Eulengebirge" berichtet, fagt die Königs Bürgermeister hervor, Wien verdante den Wiederbeginn der 3entralgenossenschafts Rassengesez und die hitter Zeitung" in ihrer Nr. 105 vom 7. Mai:" Wie wir hören, allzu lange unterbrochenen Selbstverwaltung dem patriotischen $ Opfer eines felbftlofen Mannes( Luegers). Die neue Mehrheit des Gemeinderaths werde sich den bei den letzten Wahlen deutlich hervorgetretenen Voltswillen zur Richtschnur nehmen, felbstverständlich unter genauer Beobachtung der Gesetze und mit Gerechtigkeit, Gewissenhaftigkeit und Objektivität nach allen Seiten. Erzherzog Carl Ludwig, der nächste der Erben des Thrones, der Bruder des Kaisers, ist gestorben. Er war der Hauptvertreter der klerikalen Richtung am Hofe. Seine Söhne ließ er von Jesuiten erziehen. Der nächste Anwärter auf die Kaiserkrone ist der schwer erkrankte Erzherzog Franz Ferdinand, der durch seine noch nicht in Vergeſffenheit gerathenen Jugend streiche keine Sympathien in der Bevölkerung besigt. Schweiz. rücksichten sofort aller amtlichen Arbeiten enthoben zu werden; infolge| Preises von Brot und Fleisch im Verhältniß zu den Preisen, dessen sei der Advokat Cloete zeitweilig zu de Wet's Nach welche auf dem Markte Getreide und Vieh erzielen, und folger ernannt worden. Die Regierung beabsichtige keinen defini- im Falle, daß die Bäcker und Fleischer sich dem widersehen tiven Nachfolger zu ernennen, ehe fie Gelegenheit gehabt habe, sollten, Einrichtung von städtischen Bäckereien und Schlachtmit dem Gouverneur der Kapkolonie Sir H. Robinson darüber zu häusern, wo genannte Artikel zum Rostenpreise verkauft werden; berathen. Howard Vincent fragt die Regierung, ob Berichte Bestrafung, nicht nur zum Schein, sondern strenge, so strenge, von den Konsuln aus Deutschland über die Errichtung des von wie sie den Arbeitern zu theil wird, wenn fie fich des geringsten dem preußischen Staate unterstützten Exports west Bergehens schuldig machen, und manchmal sogar, ohne daß sie fälischer Rohlen nach London eingegangen feien. Der etwas begehender Bäcker, die minderwerthiges und zu leichtes Präsident des Handelsamtes Ritchie erwidert, er habe die Brot verkaufen, und der Lebensmittelverkäufer, die ähnliches thun; Berichte der Konsuln in Berlin und Düsseldorf erhalten; daraus und daß sie öffentliche Arbeiten von allgemeinem Intereffe unter gehe nicht hervor, daß die Errichtung eines staatlich unterstützten nehme, bei welchen der Achtstundentag Geltung haben und jeder Kohlenexports wahrscheinlich sei; auch sei es zweifelhaft, ob Arbeiter wenigstens einen Tagelohn von 8 Pesetas( 2,40 W.) Leichterschiffe von 700 Tonnen Gehalt für diesen Verkehr auf erhalten muß. Dieser Lohn soll auch den von der Stadt bedem Rhein verwandt werden könnten. schäftigten Arbeitern und Beamten zu theil werden, die jetzt eine geringere Summe erhalten." Rußland. Italien. neuen Zürich, 16. Mai.( Eig. Ber.) Seit etwa 14 Tagen ist hier die nationalräthliche Kommission zur Berathung der Krankenund Unfallversicherung versammelt. Nach den kurzen Rom, 16. Mai.( Eig. Ber.) Zuerst die Verhandlungen über Berichten, welche jeden Tag über ihre Verhandlungen veröffent. Afrika, dann die Interpellationen über die Lücken, welche Crispi, Zu den Krönungsfeierlichkeiten in licht wurden, hat sie an den Entwürfen mehrfache Abänderungen um die Presse zu bestechen, in verschiedenen Rassen des Mo3tau schreibt man der„ N. Fr. Pr." von dort: Die vorgenommen, jedoch nicht im arbeiterfreundlichen Sinne. Wir Minifteriums des Innern zurückgelassen hat, haben zu wieder- Krönung, rechnet man, wird eine Million Fremder herbeiführen. werden darauf zurückkommen, wenn die Entwürfe in der holten Malen die Diskussion über das Gesetz unterbrochen, Der Hof hat zur Bestreitung der Krönungskosten 32 Mill. Mark der Kommission beschlossenen Fassung und ihr welches in Italien die Versicherung der Arbeiter bestimmt, 90 Millionen Mark verausgaben die Städte und Bericht hierüber vorliegen werden. Das wird frei- gegen Unfälle beim Betrieb einführen soll. Die auch jetzt noch Deputationen Rußlands. Alles in allem dürfte die Krönung lich offenbar nicht so bald geschehen, denn in der nicht beendete Diskussion über dieses Gesetz ließ folgende Um weit über 300 Millionen Mark in Moskau ins Rollen bringen. heutigen Sigung hat die Kommiffion beschlossen, sich bis auf stände hervortreten: Das Gesetz geht von dem Grundsay So hoch schäßen die Banken die Summe, zum theile auf grund Es find manche von weiteres zu vertagen. Das bedeutet wohl auch, daß die gehegte aus, daß die Versicherung gegen Unfälle einen Theil der Kreditbriefe, bie bei ihnen einliefen. Hoffnung, die Kranken- und Unfallversicherung werde in der an- des geschäftlichen Risitos der Unternehmer ausmache und enormer Höhe unter diesen. Li- Hung- Tschang ist für eine fangs Juni beginnenden Sommerfeffion der Bundesversammlung, deshalb von diesen zu bewerkstelligen sei. Es entstand Million Rubel beglaubigt; der französische Botschafter Graf fpeziell im Nationalrath behandelt werden, nicht erfüllt wird. nun die Frage, ob die Verpflichtung der Unternehmer zur Ent- Montebello hat einen Kreditbrief bei der hiesigen Filiale In ber That figurirt unter den 42 Geschäfts- schädigung der von Betriebsunfällen betroffenen Arbeiter durch des Crédit Lyonnais für eine unbegrenzte Summe; einzelne nummern auf der Tagesordnung der beiden Räthe die die Bestimmungen des vorliegenden Gesezentwurfs völlig er russische Würdenträger haben Anweisungen auf 200 000 Franks: Kranken- und Unfallversicherung nicht. Da im Ottober die schöpft werden oder ob sie über diese Bestimmungen noch eine ähnliche Höhe erreicht der Kreditbrief des Prinzen LiechtenNeuwahl des Nationalraths stattfindet, so könnte er sich in der hinausreichen solle; mit anderen Worten, ob, nachdem stein, der für 47 000 Rubel und 150 000 Frants beglaubigt ist. laufenden Legislaturperiode damit nur noch beschäftigen, wenn die Unternehmer den Bestimmungen des Arbeiter Bescheidener sind die deutschen Fürsten dotirt, so Prinz Georg auch im Monat September eine Session stattfinden würde. Auf versicherungs- Gesetzes entsprochen haben würden, gegen von Sachsen mit 35 000, der Prinz von Baden mit 20 000 Jubeln. jeden Fall zieht sich nach dem bisherigen Tempo die Erledigung fie im einzelnen Falle auch auf grund des Zivilgesetzbuches Diese Summen lassen auf den Reichthum schließen, der sich der Kranken- und Unfallversicherung noch Jahre lang hin und wegen Schadenersages vorgegangen werden könne. Wenn leyteres anschickt, sich über Moskau auszuschütten. wenn sie nicht recht voltsthümlich gestaltet wird, können erst noch ausgeschlossen sein solle, so müßten, hoben einige Redner hervor, Dem ungeheuren Aufwand, der anläßlich der Krönungsbeide Gesetze in einer Voltsabstimmung verworfen werden. In die Entschädigungssummen, welche das neue Gesetz normire, er feierlichkeiten in Moskau zu tage tritt, steht das toloffale Glend der Demokratie ist die Gesetzgebung eben kein so leichtes Geschäft höht werden; andernfalls würden sich die Arbeiter unter dem des russischen Boltes gegenüber, das aus dem Vergleiche Schlüffe wie in den halb und ganz konftitutionellen Staaten. neuen Geseze schlechter stehen, als sie sich bisher bei alleiniger ziehen wird, die den russischen Staatslenkern nicht angenehm Geltung des allgemeinen Zivilrechts gestanden hätten. Man dürfe ins Ohr flingen werden. also durch das vorliegende Spezialgesetz die Geltung des ZivilParis, 16. Mai.( Eig. Ber.) Bei den Orleanisten foder für die Arbeiterversicherung nicht außer kraft sehen, sondern geht es drunter und drüber. Der kleine und immer mehr zu- es müsse das Spezialgefeß nur als eine Ergänzung des Zivilkoder Washington, 18. Mai. Schatzsekretär Carlisle fandte an fammenschrumpfende Anhang des orleanistischen Prätendenten behandelt werden. Dieser Gesichtspunkt wurde in folgendem Antrag den Senat ein Schreiben über den Gesetzesantrag, durch welchen gönnt sich den Lugus einer Spaltung, wohl in der richtigen( Bonacci) zusammengefaßt: Wenn der Unglücksfall durch der Präsident ermächtigt wird, Differentialsölle fremder Erkenntniß, daß die verlorene Sache des angestammten böse Absicht oder grobe Schuld des Unternehmers oder seiner Länder gegenüber dem amerikanischen Handel zu bekämpfen. Königs" nichts mehr zu verlieren hat. Der Bor Betriebsbeamten verursacht worden ist, so haben die Geschädigten Carlisle hält eine derartige Maßnahme für unausführbar. sitzende des orleanistischen Direktions Komitees, Herzog oder deren Angehörige das Recht auf Entschädigung nach Das Repräsentantenhaus begann die Debatte über die Eind'Audiffret Pasquier hat sein Amt niedergelegt wegen Meinungs- dem gemeinen Recht, unter Abzug dessen, was sie auf grund wanderungsgesetze, von denen zwei Prüfungen über die verschiedenheiten mit dem Prätendenten über taktische Fragen. Der Bestimmungen des neuen Versicherungsgesezes erhalten Schulbildung der Einwanderer, das dritte die Aufsicht der Kons Dieser scheint die demagogischen Kniffe aus den Beiten des haben." Von der Annahme dieses Antrages wird möglicherweise suln über die Einwanderer vorsehen. Boulangismus wieder aufnehmen zu wollen, während Audiffret- die Annahme des ganzen Gesetzes abhängen. Frankreich. " Amerika. Erklärung. Pasquier den damals fläglich gescheiterten Versuch zurückweist. Rom, 18. Mai. Deputirtenkammer. Auf eine AnDazu kommt die Nebenbuhlerschaft des Prinzen Henry d'Orleans, frage des Abgeordneten Cavallotti, aus welchem Grunde der Kammer des Vetters des Prätendenten, der auf eigene Fauft den Präten- die Aften betreffend seine bekannte Anklage gegen Crispi denten spielen möchte, nachdem er sich durch seine Forschungsreisen nicht vorgelegt seien und wann diefelben vorgelegt würden, erklärt Bom Genoffen Stadthagen erhalten wir mit dem Er. in Indochina bemerkbar gemacht und dafür( unter dem Kabinet der Justizminister, er werde das betreffende Dokument, das indessen suchen um Veröffentlichung folgende Erklärung: Bourgeois) den Ritterorden der Ghrenlegion erhalten hatte. Sein fein öffentliches sei, der Kammer vorlegen, wenn diefelbe beschließen Der Polizeikommissar Schöne hat als Zeuge am 16. d. M. persönlicher Anhang, die Henriquiften", bauen nun auf seine sollte, daß es vorgelegt werden soll. Der Justizminister betont wiederholt behauptet, nach einer ihm zugegangenen Mits geographische Popularität" und hoffen, mit ihm am schnellsten die Dringlichkeit der übrigen parlamentarischen Fragen und theilung habe im Juli 1895 in Berlin eine geheime Sigung mit zur Wiederherstellung des Thrones gelangen zu können. Gegen- bittet Cavallotti und die Kammer, diese bereits erledigte An- einer Tagesordnung über unzüchtige Handlungen, wärtig macht er eine geographische Vortragsreise durch Frankreich, gelegenheit ruhen zu lassen. Cavallotti bespricht in längerer Aus- die der Abgeordnete Stadthagen vorgenommen haben soll", wobei er, wie ein ministerielles Blatt berichtet, streng überwacht führung die Art, wie der Prozeß geführt worden sei, und schließt stattgefunden. Diese angeblich dem Herrn Schöne zugegangene wird. Der unternehmungsluftige Brinz scheint jedoch ganz außer mit dem Verlangen, daß die Prozeßakten im Archiv der Mittheilung ist von Anfang bis zu Ende eine frech erfundene acht zu lassen, daß der Weg von Indochina nach dem Elysée Kammer niedergelegt werden. Nachdem noch andere Redner ge- unwahrheit. Denn niemals war ich zu einer solchen oder ähnlichen unendlich weiter ist als der Weg von Egypten nach den Tuillerien, sprochen, bringt Cavallotti den Antrag ein, daß die Abtheilungen Sigung geladen. Auch hat eine Umfrage bei Genossen, die an den Bonaparte vor hundert Jahren zurückgelegt hatte.. der Kammer über das zu befolgende Verfahren sich äußern sollen. der angeblichen Sigung theilgenommen haben sollen, ergeben, daß Aus Tontin tommen wieder einmal Nachrichten, die ein Muratori beantragt, der Beschluß des Untersuchungsrichters soll eine Sigung mit einer solchen Tagesordnung niemals stattmerkwürdiges Licht auf die„ Pazifikation" dieser vor zehn Jahren im geheimen Archiv der Kammer niedergelegt werden. Auf Vor- gefunden hat. Endlich hat Herr Schöne es abgelehnt, seinen eroberten Kolonie werfen. In Hué wurden nicht weniger als schlag des Ministerpräsidenten di Rudini wird die Berathung Gewährsmenschen zu nennen. 22( zweiundzwanzig!) Häuptlinge der Aufständischen hin- dieser Angelegenheit bis nach der Berathung des Budgets ver gerichtet. Die Gesammtzahl der gefangen genommenen Häupt- tagt.linge beträgt 50. Wie groß mag also wohl die Masse Rom, 18. Mai. Nach der heute in der Kammer abgegebenen der Aufständischen sein! Weiter wird über ausgezeichnete Erklärung Rudini's wird die Anklage gegen Baratieri Resultate" aus der Umgegend von Hagiaup berichtet, von wo auf grund des Artikels 88 des Militär- Strafaus die„ treuen" Einheimischen zwölf Köpfe von Seeräubern, gefeßes erhoben werden. Artikel 88 bedroht den Komdie im Walde erwischt waren, den Behörden( wohl doch mandanten, der vor dem Feinde unter Umständen, welche die gegen Bezahlung!) überbracht haben. Todesstrafe. Sicherheit des Heeres gefährden, das Rommando verläßt, mit Paris, 19. Mai. Der Figaro" meint, der Brief des Herzogs von Orleans werde vielleicht die royalistische Partei, faum aber das Land in Revolution versehen. Um den Gerüchten von Zwiftigkeiten mit dem berathenden Bentraltomitee die Spitze abzubrechen, läßt der Herzog von Orleans den Brief veröffentlichen, welchen er an den Herzog von Audiffret- Pasquier gerichtet hat. In diesem Briefe spricht der Herzog seine Verwunderung über die schlechte Aufnahme aus, welche die Arbeiter(??!!), die Anhänger des Prinzen find, bei dem Komitee gefunden haben. Herr Schöne modifizirte denn auch, nachdem er gehört hatte, daß ich auf mein Ersuchen als Zeuge geladen war, am 18. d. M. feine Aussage nach dem von mir eingesehenen Stenogramm bahin: es sei nach einer vertraulich ihm gewordenen Mittheilung ob im Juli und in welchem Lokal tönne er nicht angeben der Vorgang der gewesen, daß 2 Frauen über mich Beschwerde geführt hätten und daß daraufhin Genosse Fritz beauftragt worden fet, fich nach den Beschwerdefällen zu erkundigen. Auch diese abgeschwächte vertrauliche Mittheilung" ist ein mit der Wahrheit unvereinbarer Schwindel. da die Die sogenannten„ Seeräuber" laffen sich übrigens nicht nur im Walde erwischen, sondern sie greifen auch die auf dem Festlande gelegenen befestigten Pläge an... Um die" Pazifikation" noch quartier des Generals Baldiffera ein. Der Italie" zufolge trifft Major Salfa morgen im HauptDas Gericht hat den Antrag der Vertheidigung, mich als vollständiger zu machen, sind drei Schüßenregimenter aus den Zeugen über diese Lügen des ehrenwerthen Hintermannes bes Einheimischen formirt worden und werden neue Kasernen für die Maffauah, 18. Mai. Die Uebergabe der italienischen Ge- Bolizeibeamten Schöne und über die Möglichkeit der Art ihrer aus Frankreich erwarteten Truppenverstärkungen gebaut. 3um aus Frankreich erwarteten Truppenverstärkungen gebaut. Zum fangenen, welche sich den italienischen Stellungen am nächsten Entstehung zu vernehmen, abgelehnt, weil es die von dem Schluß noch ein„ ausgezeichnetes Resultat" der Kolonialpolitit: in befanden, nämlich von 3 Offizieren und 88 Soldaten, hat heute Polizeikommissar Schöne mit breiter Behaglichkeit vorgetragenen manchen Gegenden wüthet gegenwärtig die Hungersnoth, die früh ohne bemerkenswerthe Zwischenfälle stattgefunden. In Mittheilungen feines ungenannten Gewährsmannes für völlig Einwohner fliehen aus den Dörfern. Zigre verbleiben noch einige Verwundete und Kranke, deren unerheblich erachtete. Paris, 18. Mai. Am 26. d. M. wird der Finanzminister ungefähr 50 an der Bahl, hofft man gegen Ende des Monats mag ich nach Lage der bestehenden Gesetzgebung nicht zu Transport gegenwärtig unmöglich ist; die Gefangenen in Lasta, Herrn Polizeikommissar Schöne oder dessen Vorgesetzte vers der Budgettommiffion den Steuerreform- Entwurf vorlegen. Nach zu befreien. dem Entwurf wird das Einkommen nach verschiedenen Rategorien Gefangenen Schwierigkeiten, Gestern entstanden bei der Uebergabe der zwingen, die Namen ihrer Zuträger zu nennen, Iebie weil die wenigen hundert Strafprozeß- Ordnung leider in Verkennung der Reinlichkeitspflicht besteuert; besonders wird das Einkommen aus Arbeit geringer Abeffynier, welche sie begleiteten, im Hinblick auf die Adigrat und in Privilegirung gewerbsmäßiger Verleumder Beamten gebelastet, als das aus Rapital. Auch die französische Rente soll, beherrschenden Stellungen der Italiener eine Ueberraschung von stattet, jene Sorte Lumpenterle, die mit Lügen und Verleumdungen gleich den übrigen Werthpapieren, einer 4 prozentigen Steuer italienischer Seite befürchteten. Um sie zu beruhigen, ließ General hausiren gehen, dann nicht namhaft zu machen, wenn Abnehmer unterworfen werden, jedoch vom Stempel und der Uebertragungs- Baldiffera die Division Del Mayno einige Kilometer zurück der von diesem Auswurf der Gesellschaft feilgehaltenen Waaren gebühr befreit bleiben. ziehen. Das Fort von Adigrat wurde von Waffen und Vor- Mitglieder der Polizeibehörde find. Selbstverständlich kann es keinen Paris, 19. Mai. Wie der Figaro" meldet, begiebt sich der räthen vollständig geräumt und alsdann verlassen. Scium Tesfai, anständigen Menschen geben, der den Lügen jener gewerbs, Botschafter Herbette heute nach Berlin, um sein Abberufungs- ber, wie abgemacht, zur Besetzung der Thalmulde von Adigrat mäßigen Ghrabschneider etwa deshalb Glauben schenken könnte, schreiben zu überreichen. bestimmt war, drückte den Wunsch aus, das Fort in die Luft zu weil die Lügen durch zeugeneidlich vernommene Polizeibeamte sprengen, damit es nicht in unbeschädigtem Zustande in die Hände weiter folportirt sind. Indeß halte ich es doch für zweckmäßig des Ras Sebat falle. General Baldissera wollte indessen nicht nachdem das Gericht mich als Zeugen an derfelben Stelle zu hören, darauf eingehen, da er es vorzog, zwischen den beiden Neben- wo es vorher die vertraulichen Mittheilungen" hatte entgegen. buhlern nicht zu interveniren. Da General Baldiffera nehmen müssen, abgelehnt hat folgendes öffentlich zur Klar die wichtigste Phase des gegenwärtigen Feldzuges für abgeschlossen legung, weshalb die vertraulichen Mittheilungen" erfunden betrachtet, wird das Operationstorps morgen kolonnenweise nach sein mögen, anzuführen. Im Jahre 1889 behandelte ich als VerDongollo und allmälig nach Barachit und Senafe marfchiren. theidiger in der Straffache wider Baumgarten und Genossen Der General beabsichtigt in Uebereinstimmung mit Nas Man- einen Kollegen des Herrn Schöne in einer Weise, die nach Angascha zwei Kompagnien Genietruppen nach dem Schlachtfeld von ficht des wohl damals schon verrückten Herrn Brausewetter dua zu senden, die italienischen Gefallenen begraben und ein nicht den Grad von Rücksicht enthielt, auf welchen ein PolizeiDenkmal errichten zu lassen. beamter nach des genannten Herrn Ansicht Anspruch habe. Desbalb wurde ich zu 50 W. Ordnungsstrafe" verurtheilt. In Die Wahlrechts Debatten, welche der Beschwerde über diese Verurtheilung legte ich klar, 12. d. Mts. in der Zweiten Kammer eröffnet sind, bieten daß möglicherweise eine in Ausübung meines Berufs lich keine neuen Gesichtspunkte. Die Frage ist schon einige Jahre DieSozialisten und die Dürre. Die Sozialisten- mir gewordene Bekanntschaft mit ben geschlechtlichen hindurch in allen Tonarten besprochen worden. Angenblicklich partei in Madrid veranstaltete dieser Tage eine Volksversamm Handlungen jenes Kollegen des Herrn Schöne meiner Stimme ist noch nicht festzustellen, ob der van Houten'sche Entwurf Aus- lung im Liceo Rius, um sich mit der Lage zu beschäftigen, die unwillkürlich eine etwas schärfere Tonart aufgenöthigt habe. ficht hat, angenommen zu werden. Die Katholiken bestehen die andauernde Trockenheitsperiode in Spanien den Arbeitern Denn von jenem Herrn, der in Geheimbnndsprozessen in Berlin darauf, daß die Wahlpflicht in das Gesetz aufgenommen bereitet. Nachdem die Genossen Germeno, Gonzalez, Simal und und in Bosen während des Sozialistengesetes wiederholt werde. Geschieht dies nicht, so werden sie gegen stimmen. Pablo Iglesias gesprochen hatten, wurde folgende Resolution als Organ für von unnennbarer Seite ihm gewordene Den Konservativen geht der Entwurf zu weit. Die angenommen: Mittheilungen fungirt hat, war mir durch zweifels. Anti- revolutionäre Gruppe des Dr. Knyper machte Die im Liceo Rius versammelten Arbeitervereine von freie Mittheilungen folgendes bekannt geworden. Während des ihre Zustimmung von gewissen Umständen abhängig, so auch ein Madrid und die Sozialistenpartei fordern, in anbetracht der Aufenthalts des letzten Kaisers in San Remo war der betreffende Theil der Liberalen. Andere fortschrittliche Abgeordnete werden furchtbaren Arbeitskrisis, die gegenwärtig existirt, und in an- als Polizeibeamter nach San Remo kommandirt. Dort gehörte gegen den Entwurf stimmen, weil er nicht weit genug betracht der ungeheuren Bertheuerung der nothwendigsten er einem Klub von Personen männlichen Geschlechts an, die in geht. Der Minister van Houten erklärte, daß er nicht Lebensmittel, das folgende: Von der Regierung: Die Worten und Handlungen ihrer Empfindung über nackte männ bereit fei, auch nur einigermaßen wichtige Aenderungen im vollständige Aufhebung der Einfuhrzölle auf Getreide liche Körper in geheimen Zusammenkünften Ausdruck gaben. seiner Arbeit anzubringen. Der Erminister at van Boor- und Mehlsorten; die Abschaffung der Konsumsteuer auf Ginem solchen Mann gegenüber, wenn er als Vertreter für toliet, der als Urheber eines früheren besseren Wahlrechts: Getreide und Mehl, soweit sie den Staat angeht; und Sitte und Ordnung" von dritter Seite ihm Mitgetheiltes beentwurfes van Houten den Platz räumen mußte, wohnte bis jetzt daß fie sofort gemeinnüßige öffentliche Arbeiten in Angriff funden solle, sei es schwer, die tonventionelle Achtung zu zeigen. den Sigungen nicht bei, obgleich er Rammermitglied ist.- nehme, bei welchen von den Arbeitern eine Tagesarbeit von nicht Möglicherweise hat diese damalige Beschwerde zu Weitemehr als acht Stunden verlangt werden darf und ihnen ein zur rungen Anlaß gegeben. Dies würde es begreiflich erscheinen England. Befriedigung ihrer Hauptbedürfnisse ausreichender Lohn gewährt laffen, daß Lumpenterle gerade für Verdächtigungen der bezeich werden muß. neten Art gute Abnehmer bei Polizeibeamten zu finden hofften und Herrn Schöne nach dieser Stichtung hin anlogen. Holland. Heute wurden 1129 Mann zur Rückkehr nach Italien einSpanien. gefchifft. am London, 18. Mai. Im Unterhause erklärte der Staatssekretär für die Kolonien, Chamberlain, der britische diplomatische Agent in Pretoria de Wet habe gewünscht, aus GesundheitsVon der Stadtverwaltung: Die Abschaffung der Konsumfteuer auf Brot, Getreide und Mehl; die Herabsetzung des Der Beschluß des Gerichts, mich nicht abzuhören, hat mich u. a. gehinbert, biefe Thatsachen zur Beurtheilung der Glaub würdigkeit polizeilicher Hintermänner als Zeuge zu bekunden. Berlin, den 19. Mai 1896. Arthur Stadthagen, Mitglied des Reichstags. Partei- Nachrichten. = סטן " Die Töpfer Magdeburgs sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern einen einheitlichen Lohntarif und Beschränkung der Akkordarbeit. Einige Unternehmer haben dieſe Forderungen bereits anerkannt. Wegen Uebertretung bes Breßgefehes wurden vom) Die Bildhauer Kiels haben ihre Forderungen, 21 Mart Schöffengericht in Hannover die beiden Rebakteure des Minimallohn und Neunstundentag, bewilligt bekommen. Boltswillen", die Genossen Rauch und Thielhorn, zu je 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Die Uebertretung soll darin liegen, daß durch die Bezeichnung:„ Verantwortlich für den politischen und provinziellen Theil: Fr. Rauch, Limmer; für den übrigen Theil: W. Thielhorn, Hannover", nicht genügend flar gestellt sei, wer von den beiden Redakteuren für die seiner Sämmtliche Zimmerer Eisenachs haben die Arbeit eins Zeit erschienene Artikel- Serie:" Herrn von Egidy's neues gestellt, weil die Unternehmer sich weigerten, die bestehenden DiffeEvangelium" die Verantwortung trug. Genoffe Thielhorn war renzen durch das Gewerbegericht ausgleichen zu laſſen. dieserhalb damals aus formellen Gründen vom Landgericht freigesprochen worden. Nach der jetzigen Anklage soll§ 7, Abs. 2 des Preßgefeßes verletzt sein. Das Wiener Mrtheil. In München find die Streits der Penzberger'schen Bürstenmacher und der Landes'schen Former Gegenstand der Verhandlungen des Einigungamts des Gewerbegerichts. In Nürnberg dauert der vor 4 Wochen ausgebrochene Stimmenmacher streit unverändert fort. Die Fabrikanten 24 Jahre 51/2 Monate Kerker und Arrest haben die vier Köhler u. Pleyer fuchen fortgesezt auswärts Arbeitskräfte. Wir Richter in Wien, die über die Vorgänge bei der Maifeier im bitten alle Kollegen, nicht hierherzureisen. Das Streitfomitee. Prater zu urtheilen hatten, über 40 Angeklagte verhängt; nur( Lokal: Gasthaus Zur Sonne", Gostenh. Hauptstraße.) Alle brei Angeklagte wurden freigesprochen. Die Arbeiter Zeitung" Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. kennzeichnet diese Sorte von Justiz wie folgt: " Streif Aus dem Wahlkreis Ruppin- Templin wird uns be. richtet: Die Aussichten bei der am 21. d. Wt. vor sich gehenden Nachwahl zum Reichstag find für uns sehr günstig. Es handelt sich hier zwar uns einen ländlichen Kreis, die Industrie- Arbeiter äußerst venig vertreten sind; aber in der Landwirthschaft, wo der Großgrundbesitz dominirt,' macht sich unter den Tagelöhnern und der zahlreichen Gutsarbeitern faft ohne Ausnahme ein erfreulicher Umschwung in den bisherigen Anschauungen bemerkbar. Während sonst von diesen Arbeitern gegenüber unseren Flugblattverbreitern vielfach gine schroff abweisende Haltung eingenommen wurde, können unser Barteifreunde diesmal allgemein von einer äußerst sympatischen Aufnahme berichten. In den wenigen Versammlungen, die abgehalten werden können, bemerkt man eine rege Betheiligung und lebhafte Zustimmung zu den von unseren Rednern vertretenen Anschauungen. Selbst unter Was ein Akt boshaften Muthwillens war, das erschien den Der internationale Bergarbeiter- Kongreß wird nunmehr den Ziegelei Arbeitern, dieser so schwer zugänglichen Arbeiterschaft, Richtern als schweres gewolltes Verbrechen, und was die selbst bestimmt in Aachen abgehalten, und zwar im Gasthaus zum zeigt sich ein regeres Interesse für die politische Bewegung; auch unter verständliche Regung gegenüber dem Vorgehen der Polizisten ist, Goldenen Thor. Die Verhandlungen beginnen am 2. Pfingſtihnen hat die Partei in letzter Beit viele Anhänger gefunden. wurde als strafbare Auflehnung gegenüber staatlicher Autorität, feiertag, morgens 9 Uhr. Allerdings werden viele von diesen Arbeitern nicht in den die sich den Arbeitern als Polizei darstellt, erklärt und bestraft. Ueber eine neue Art des Streiks wird aus Brünn beWählerlisten verzeichnet sein, da die meisten kurz vor Aufstellung Die drakonischen Bestimmungen eines Strafgeseges, das kein Er- richtet: Die 97 Weber der Wollwaarenfabrik von der Liften in ihrer Arbeitsstätte antrafen, und nur wenige barmen fennt, fielen mit voller Schwere auf die unglückseligen Moses Löw Beer stellten am 9. Mai wegen Lohndifferenzen dürften nachträglich die Eintragung veranlaßt haben. Menschen, die nicht wußten, kaum ahnten, daß sie mit jedem die Arbeit ein. Um zu verhindern, daß an ihrer Stelle andere In den letzten Tagen wurden in Zehdenick, Gransee, Rheins- Steinwurf ein schweres Verbrechen begingen. Schwere Kerfer- Weber aufgenommen werden, erschienen die Streikenden täglich berg, Waliz, Neu- Lego, Grieben, Lindow und Neustadt a. D. ſtrafen sind wegen Verbrechen verhängt worden, die keine Merk- pünktlich in ihren Arbeitsräumen, setzten sich zu ihren Webgut besuchte Bersammlungen abgehalten, wo die Genossen Apelt male hinterlassen haben. Würden die körperlichen Verlegungen fühlen, rührten aber keine Hand. Sie glaubten hierdurch die ( der sozialdemokratische Kandidat), Timm, Abgeordneter an den Polizisten, von denen man nach der Maidemonstration Chefs mürbe zu machen. Und so thaten sie bis zum 15. d., früh, Molkenbuhr und Abg. Förster referirten. In Zehdenick die erschütterndsten Meldungen in die Oeffentlichkeit brachte, wo ihnen der Eintritt verwehrt und ihnen die Entlassung ges war die Versammlung von den Antisemiten einberufen, zu drei fo bestraft werden, wie bestraft wird bei Gefährdung der geben wurde. Auf gütliches Bureben des anwesenden Chefs der Vierteln aber von unseren Parteifreunden besucht. Der Abg. förperlichen Sicherheit überhaupt, so hätten die Richter taum Sicherheits- Polizei, Stadtrathes Walet, gingen die Streitenden 3immermann hatte hier keinen leichten Stand gegenüber leichte Arreststrafen aussprechen können. Denn die schwerverlegten ruhig auseinander. unferem Kandidaten Apelt, der unter lebhafter Zustimmung Bolizisten und Inspektoren sind eine Fabel; den Hütern der gegen den antisemitischen Redner polemisirte. Die Arbeiternnion schweizerischer Transportanstalten Sicherheit, an deren Säbelhiebe mancher Arbeiter sein ganzes Während es nun im Kreise Ruppin noch möglich ist, einige Leben denken wird, ist im Prater nichts passirt. Ein Paar hielt kürzlich in Luzern ihre Delegirtenversammlung ab, die Bersammlungen abzuhalten, gelang es bisher noch nicht, auch Schrammen, schlimmstenfalls Beulen sind die That, die mit fünf- von 11 Sektionen durch 34 Delegirte beschickt war. Die Arbeiternur eine Versammlung im Kreise Templin zu arrangiren. Die undzwanzig Jahren Kerkerluft gebüßt werden wird. Die berittene union hat 2430 Mitglieder. Beschlossen wurde die Gründung obligatorischen Sterbefasse sowie einer Beschwerden über die nach Ansicht unserer Parteigen offen zu un- Bolizei ritt in die Menge hinein, und mancher Mensch fiel unter einer recht verbotenen Versammlungen werden regelmäßig vom Landrath Die Hufe ihrer Pferde: das ist eine Amtshandlung, die den Straf- und Reſervekasse. In Beziehung auf die Zentralbahn, des Kreises, dem Herrn v. Arnim der zugleich kon richter nicht bekümmert. Die Polizisten zückten ihre Säbel und welche die Forderungen der Arbeiter abgelehnt hat, wurde fervativer Kandidat ist als unbegründet" zurückgewiesen. Es scheint fast, als ob die Bestimmung des Vereins- rangen in die Massen, und viele trugen Wunden heim, weil sie eine Resolution angenommen, welche das Zentralkomitee des nicht schnell genug laufen konnten. Auch das ist eine Amts- Verbandes schweizerischer Transportanstalten auffordert, gemäß gesetzes, daß Bersammlungen unter freiem Himmel der handlung, nothwendig zur Aufrechterhaltung der Ruhe und den Beschlüssen von Aarau mit allem Nachdruck auf die VerGenehmigung dedürfen, von den Amtsvorstehern and Ordnung. Aber die ideelle Bedrohung" der Wache- denn die wirklichung der gestellten Forderungen zu dringen. dem konservativen Kandidaten Herrn Landrath v. Arnim nur Steine trafen nicht, und wen fie trafen, der blieb unverletzt In Speyer ist es zwischen den Brauereiverwaltungen und dahin ausgelegt wird, solche Versammlungen überhaupt das ist Verbrechen, schweres Verbrechen, dem gegenüber jedes den Brauern zu einem Vergleich gekommen. Die Brauer und u verbieten. Der Herr Landrath befindet sich Mitleid der Richter schwieg, und dem nun schwere, allzu schwere Stüfer erhalten einen Minimallohn von 22 M. pro Woche, die dabei in der Lage, mit einer gewissen Berechtigung, unter Strafe nachfolgt. Hilfsarbeiter im ersten Jahre 18, im zweiten 19 und im dritten Hinweis auf das Vereinsgefeß, seinen politischen Gegner D, es ist eine merkwürdige Gerechtigkeit, die aus diesen Jahre 20 M. pro Woche. Die verheiratheten Leute werden sofort bei der Wahlagitation mundtodt zu machen. Es ist dies Urtheilen spricht! Wenn die Polizisten die Arbeiter mit ge- wieder eingestellt, haben jedoch auf ihre früheren Boften feinen wiederum ein Beweis, wie traurig es um die Versammlungs- zogenem Säbel estortiren, so hat der österreichische Staatsbürger Anspruch. Die ledigen Arbeiter werden nach Bedarf eingestellt; freiheit und um die Ausübung der politischen Rechte in Preußen es ruhig und stumm zu erdulden; wagt er" Pfui" zu rufen, so die Einstellung anderer Arbeiter unterbleibt so lange. Austausch bestellt ist. Ob dem Herrn Landrath diese Taktik als Kandidat begeht er eine qualifizirte Wachebeleidigung und wird nach dem einzelner Arbeiter unter den Brauereien behalten sich die nüßen wird, ist fraglich; wir sind der Meinung, die Wähler Geseze mit wochenlangem Arrest bestraft. Fühlt ein Zivilift Direktoren vor. Der Boykott ist infolge des Vergleichs aufgehoben. werden ihm die Antwort geben. die Faust eines Wachmannes oder Detektivs am Hals und Die Brauer Speyers sind bei dieser Regelung der Sache recht gut geDer Parteigenoffe in Stralsund, der Agitationsmaterial ruft, der natürlichsten Empfindung folgend: Selft's mir!". fahren. Der Streit, an dem sich trotz der gefaßten Beschlüsse entgennimmt, heißt nicht Genze, wie in Nr. 114 des Vorwärts" so hat er mehrere Menschen zur Mithilfe oder zur Wider nur wenig Brauer betheiligten, und noch mehr die durch und angegeben war, sondern Genzen. fegung aufgefordert" und muß den Ruf mit zwei Monaten durch leichtsinnige Erklärung des Boykotts, der ausgesprochen strengen Arreftes büßen. Jede Bewegung gegenüber den vor wurde, ohne daß man die Arbeiterschaft vorher befragt hätte, Wuth besinnungslosen Polizisten ist das Verbrechen der öffent- find Beispiele dafür, wie eine Lohnbewegung nicht geführt lichen Gewaltthätigkeit" werden soll. Unsere Parteigenossen in Südwestdeutschland haben Man brauchte nur die Angeklagten zu sehen, um zu erkennen, einen großen Beweis von Selbstverleugnung gegeben, indem sie welche Kluft hier zwischen That und Strafe waltet. den ohne ihre Befragung ausgesprochenen Bontott nachträglich Da stand ein 22jähriger Mensch vor den Richtern, der nie fanttionirten. Um die Partei vor Schaden zu bewahren, möchten in die Schule ging, nicht lesen und schreiben kann und fein Wort wir ihnen wie anderen eindringlich abrathen, tünftig sich wieder Von einer schweren Niederlage unserer Partei kann nicht die Deutsch versteht. Er kam zur Swoboda, um dort zu tanzen, für Sachen zu engagiren, worüber man ihre Meinung vorher Rede sein. Bei den früheren Stadtverordnetenwahlen gingen die wahrhaftig nicht, um gegen die gesellschaftliche Ordnung zu nicht eingeholt hat. Arbeitern die Kastanien aus dem Feuer zu Wurzener Sozialdemokraten mit dem radikalen" Flügel des demonstriren. Der Angeklagte bekannte, gegen das Lokal Steine holen, die, wie die Mehrheit der Brauer Speyers für ihre Interdortigen Bürgerthums gemeinsam vor, diesmal völlig selbständig. geworfen zu haben, nachdem es auch andere thaten. Der essen nicht selber mit eintreten wollen, dazu ist der Boykott Die Mitglieder der Hallischen Genossenschafts- Buch- Polizeiagent sah drei Steinwürfe von ihm, zwei gegen das Lokal, nicht da. druckerei haben in einer außerordentlichen Generalversammlung bildeten das Verbrechen der Eigenthumsbeschädigung und die einen in der Richtung gegen die Wuche. Die zwei Steinwürfe Die Tapezirer Budapests haben ihren Streit stegreich bes die anläßlich der bekannten Differenzen mit den Segern zurückendet. Errungen wurde u. a. der Neunstundentag und ein getretenen Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrathes wieder- Richtung" des dritten Steinwurfes das Verbrechen der öffent: Minimallohn von 10 Gulden. Der Streit hat sechs Wochen gedauert. und an stelle zweier, nicht zurückgetretener Mitglieder zwei lichen Gewaltthätigkeit unter erschwerenden Umständen. Der unandere neugewählt. Ein Antrag auf Auflösung der Genoffens glückliche Mensch wurde, weil der Agent die Richtung des dritten Steinwurfes anders gesehen haben wollte, au dritthalb Jahren Der Ausstand der Glasarbeiter in Maastricht ist in schaft wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. schweren Kerfers verurtheilt. Die Konkurrenz zweier Ver- ein neues Stadium eingetreten. Der Fabritant P. Regont hat brechen nannte der Gerichtshof das, was nichts anderes alle ausständigen Arbeiter aus seinen Diensten entlassen. Anwar als eine andere" Richtung" des legten Steines, vielleicht gesichts der fräftigen Unterstüßung, welche die Arbeiter noch eine unwillkürliche Handbewegung. Dritthalb Jahre schweren immer erhalten, macht diese Maßregel wenig Eindruck. Zuzug Kerkers! ist noch immer fernzuhalten. Man darf der Empfindung nicht Worte leihen, die diese unerbittliche Gerechtigkeit in jedem fühlenden Menschen hervor rufen muß. Wir haben mit unserem Tadel über die begangenen Ausschreitungen nicht zurückgehalten, die, wie selbstverständlich, Ein bemerkenswerthes Urtheil hat dieser Tage die Die Nummern 98 und 103 der Stadtausgabe der nicht von Sozialdemokraten begangen worden sind, sondern, Kammer VI des Gewerbegerichts unter dem Vorsitz Der Hausdiener E. Thüringer Tribüne" sind auf Anordnung des Erfurter soweit die Verhandlung darüber Aufschluß giebt, von unwissen des Assessors Böhlau gefällt. seinem Chef, dem Fabrikanten Lüdke, Amtsgerichts wieder einmal beschlagnahmt worden, weil sie Artikel den und verwahrloften Elementen ausgingen. Wer aber die mit beleidigenden Inhalts enthalten sollen. Von unserem Erfurter Attacken, die Gleichgiltigkeit der Polizisten gegenüber der törper- gerathen und hatte diesem u. a. auch vorgeworfen, daß Parteiorgan erscheinen in der That bald mehr Nummern die lichen Sicherheit der Arbeiter fah, der begreift wohl, daß nicht man bei ihm nicht fatt zu effen friege. Lüdke fagte schließlich beschlagnahmt werden als solche, die frei bleiben. allen die engelhafte Selbstverleugnung eigen ist, um jede Provokation zu E., er könne den nächsten Montag oder Dienstag seiner Wege - Das Reichsgericht verwarf die Revision des Partei ruhig zu ertragen. Daß man die Gaffenjungen nicht so straft, gehen, worauf der lettere antwortete:„ Meinetwegen." E.„ ging" genoffen Karl Dertel in Nürnberg, der wegen ver- wie sie es eigentlich verdienen, nämlich mit der Ruthe, das über dann auch, betrachtete die Sache aber damit noch nicht als ersuchter Erpressung" vom Landgericht verurtheilt ist. Dieses Ver- rascht uns nicht. Aber diese harten, furchtbar schweren Kerter- ledigt, sondern flagte auf Zahlung einer Lohnentschädigung gehen wurde darin gefunden, daß Oertel, der im Auftrage einer strafen, die die Existenz der schwachen Körper, die Gefundheit wegen unberechtigter Entlassung. Der Gerichtshof vers Bolksversammlung bei dem Fabrikanten Marschüß vorstellig ge- der Verurtheilten zu grunde zu richten geeignet sind, sind mehr urtheilte den Beklagten, indem er annahm, daß weder ein Ent worden war, um diesen zu bestimmen, dessen streitende Arbeiter als die Sühne für die begangenen Verbrechen, und sie lassungsgrund, noch ein Einverständniß des Klägers mit der wieder einzustellen und die Streitbrecher zu entlassen, dabei zu sind nur zu erklären durch die Tendenz, ein besonderes Entlassung vorgelegen habe. Mit dem Worte meinetwegen" Marschüz dem Sinne nach gesagt haben soll, wenn er diesen Beispiel zu statuiren. Man darf sich darüber nicht täuschen: es hätte G. eine solche nicht ausdrücken wollen, er habe es vielmehr Ausgleich ablehne, werde er, Dertel, dahin wirken, daß die Ar- war ein politischer Prozeß, und zwar gegen die Arbeiter über nur so hingesagt, weil er nicht gleich wußte, was er anderes beiterschaft das seinem Geschäft entgelten lasse. haupt. Nicht ein einziger Polizist befand sich auf der Anklage- sagen sollte. Sei die Aeußerung auch sehr zweifelhaft, so gehe Wegen Beleidigung eines Lehrers eines Lehrers wurde Genosse bant, obwohl es unzweifelhaft ist, daß auch einzelne Wachleute doch noch nicht ein Einverständniß mit dem Gebot des Beklagten Bogeniz in Altenburg, der Redakteur des Wählers", vom schwere Verfehlungen gegen das Gesetz begangen haben, Menschen daraus hervor. Es wäre Sache des Beklagten gewesen, den Vorstehende Entscheidung ist um so Schöffengericht in Eisenberg zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. aber die Vorfälle des 1. Mai, als sie zu dem Verschulden bemerkenswerther, als sie vortheilhaft absticht von einer großen beschimpften und verwundeten. Warum verfandete die Untersuchung Zweifel aufzuklären. Gegen den Redakteur Henschel vom Zeizer der Wache kam? Die Ergriffenen wurden zu den schwersten Reihe von Urtheilen, die gerade bezüglich des Einverständnisses Boltsboten" ist ein Prozeß wegen Verächtlich machung pon Staatseinrichtungen" anhängig, verübt durch einen Artikel über Strafen verurtheilt, und gegen die Wachleute wurde nicht einmal der Arbeiter mit Willenserklärungen der Unternehmer sich nur eine Untersuchung eingeleitet! Die den Polizisten zugefügte Unbill an das Wort, auch das leichtsinnig ohne Bedacht hingeworfene die Gesindesklaverei. und die zertrümmerten Fensterscheiben der Frau Swoboda haben Wort halten und nichts auf deffen jeweilige innere Bedeutung nun eine furchtbare Sühne gefunden. Aber was den Arbeitern und die Umstände geben, unter denen es ausgestoßen wurde. von den Polizisten angethan wurde, das, obwohl es schlimmer und gefährlicher war, ist gleichgiltig, und darob wird das Gesetz niemals in Bewegung gefeßt. Arbeiterknochen sind eben teine Fensterscheiben oder Polizeiheime, die heilig und unantastbar sind. Aus Wurzen berichtet die bürgerliche Preffe von einer schweren Niederlage", die unsere Partei bei den dortigen Stadtverordnetenwahlen erlitten hätte. Bisher hätten die Sozialdemokraten 8 und die Ordnungs" parteien 10 Bertreter im Stadtverordnetenkollegium gehabt, von jetzt ab hätten die ,, Ordnungs" parteien 16 Vertreter. Bei den Gewerbegerichtswahlen in Ludwigshafen stimmten von 1557 Wählern der Arbeiterklasse 1538 für alle Kandidaten der sozialdemokratischen Lifte und auch die übrigen 19 Wähler stimmten mit einigen Abänderungen nach derselben. Tie Gegner hatten im Bewußtsein des sicheren Reinfalls auf die Aufstellung einer Liste verzichtet. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Redakteur Kauffmann vom Boltsblatt" in Sar burg hat in einem Artikel zur Unterstützung der ftreifenden Arbeiter der Delfabriken aufgefordert. Hierin erblickt die Staatsanwaltschaft eine öffentliche Geldsammlung, und auf ihren Antrag erhielt Genoffe Kauffmann vom Amtsgericht auf grund des alten Hannoverschen Polizeiftrafgefeges von 1847 in Verbindung von§ 20 des Reichspreßgefehes einen Strafbefehl in Höhe von 21 M. event. 7 Tagen Haft. Dieses alte Strafgeset ist in teiner Buchhandlung, selbst nicht in Hannover, erhältlich, so daß es für den Laien unmöglich ist, sich darüber zu unterrichten. Der§ 119, In Leipzig haben 220 Klempner die Forderungen beauf den in dem Strafbefehl bezug genommen wird, willigt bekommen. Im Streit stehen noch 68. Streitbrecher lautet: Wer ohne Erlaubniß eine Sammlung( Kollekte) von waren 20 zu verzeichnen. Gewerkschaftliches. Soziale Rechtspflege. war in Streit Depelthen und lehte Nachrichten. Reichenberg i. Böhmen, 19. Mai. Eeit Montag wird hier der Prozeß gegen den gefürchteten Raubmörder Rögler verhandelt. Der heute als Zeuge in dem Prozesse vernommene Polizeikommissar Hübner aus Gablonz fagte aus, Rögler habe vor seiner Ausweisung aus Gablons längere Zeit als Polizeispion gedient und weitverzweigte Verbindungen mit der Verbrecherwelt unterhalten. Die vermutheten Beziehungen Rögler's zu dem Bombenattentate bei Rosenthal konnten nicht festgestellt werden. Die KirchenGeld oder sonstigen Beiträgen, oder von Unterschriften dazu Der Tischlerstreik in Halle a. S. ist durch Vergleich mit dienersfrau Wawerfich und deren Begleiterin erklärten, in Rögler unternimmt, oder die erwirkte Erlaubniß überschreitet, verwirkt der Innung beendigt. Bewilligt wurde eine Lohnerhöhung bestimmt jenen Mann zu erkennen, der auf die erstere geſchoſſen Geldstrafe bis zu 10 Thalern oder Gefängniß bis zu 8 Tagen. von 10-12 pct., 30 Pf. Mindestſtundenlohn für Ausgelernte im ( W. T. B.) Rigau's TeleIn besonders leichten Fällen Verweis." Der§ 120 befagt: zweiten Jahre, 25 pCt. Aufschlag für Ueberstunden und 50 pet. Kopenhagen, 18. Mai. Das unbefugt Gesammelte verfällt der Armentasse. Ist der für Nachtarbeit; 59 Stunden Arbeitszeit pro Woche( Montags graphisches Bureau" meldet aus Esbjerg: Das dänische Kanonen3wed ber Sammlung ein angemessener, so ist es zu diesem zu eine Stunde späterer Arbeitsbeginn). boot Groenfund" brachte den Dampftrawler Dr. Giese", verwenden." Jm§ 121 heißt es: Aufrufe an die MildthätigKapitän This, aus Altona ein. Das Schiff wurde beim Fischen In Stettin ist der Holzarbeiter Streit nun auf dänischem Seegebiet angetroffen. Der Fang und die Trawlfeit in öffentlichen Blättern, Sammlungen bei Mitgliedern einer Gesellschaft und eines Freundeskreises durch Mitglieder fallen gänzlich beendet, nachdem auch mit der Neuen Dampfer- Kompagnie geräthe wurden tonfiszirt, der Kapitän zu einer Geldstrafe von nicht unter die Bestimmungen des§ 119." eine Vereinbarung zu stande gekommen ist. 200 Kronen und zur Tragung aller Kosten verurtheilt. Verantwortlicher Redakteur: Für den Artikel„ Erklärung": Arthur Stadthagen, für den Inseratentheil: Th. Glocke, für den übrigen Theil: Angust Jacobeh, sämmlich in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. S " , Beilage zum„Vorlviirts" Berliner Bolksblatt. Kr. 116. Mittwoch, den 20. Mai 1896. 13. Jahrg. Meichskstg. vom 19. M a i I89S. Bundesrathes: von 1 Uhr. B o e t t i ch e r, Hcimath ist sechsmal im Alle unsere Deshalb sind 93. Sitzung Am Tische des von Marschall. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Nachtrags zum Etat der Schutzgebiete und zwar speziell für das s ü d w e st a f r i k a n i s ch e Schutzgebiet. Dem Reichszuschuß von 2 Millionen Mark, welcher gefordert wird, stehen gegenüber an Ausgaben: 1. Fortdauernde: Besoldung der Schutztruppe, die um 400 Köpfe verstärkt werden soll, 433 339 M.; für Farbige 23 000 M., für sachliche und vermischte Ausgaben 1 139 400 M.; 2. Einmalige: Für Neubauten und Beschaffung der inneren Einrichtung w. 100 000 M., und für die Ausreise des Verstärkungstransports 130 000 M.; 3. Reservefonds zu un- vorhergesehenen Ausgaben 132 061 M. Direktor der Kolonial-Abtheilung Kayser weist darauf hin, daß seit einigen Monaten in Südwest- Afrika ein Aufstand der Khauas-Hottentotten ausgebrochen sei; es habe ein heftiger Zusammenstoß stattgefunden, der auch schwere Verl» st e mit sich gebracht habe. lliedner gedenkt der braven Männer, welche zum theil die ganzen Strapazen des Witboikriegcs durchgemacht haben. Es stand zu befürchten, daß sich die Hereros mit den Hottentotten vereinigten. Sowohl die Nachrichten des Landeshauptmanns als auch der Missionare bezeichneten es als dringend nothwendig, eine solche Vereinigung zu verhindern. Damals wurde unsere Schutztrnppe verstärkt. Man hat es dem Landeshauptmann zum Vorwurf gemacht, daß er nicht den Hendrik Witbor vernichtete. Das wäre aber eine sehr schwierige Aufgabe gewesen, weil unsere Truppen zu erschöpft waren. Deshalb wollte der Landes- Hauptmann lieber durch Wohlwollen und Entgegenkommen die Eingeborenen gewinnen und schloß ein Bündniß mit Witboi. Die Hereros hätten nun uns dankbar sein sollen, daß sie von einer langjährigen Plage befreit waren. Das war aber nicht der Fall. Sie haben einen großen Viehbestand, brauchen ausgedehnte Weideplätze, drängen infolge dessen immer weiter vor und belästigten schließlich auch die deutschen Ansiedler. Diese verlangten, daß wir einmal ernst machen sollten. Im Gegensatz dazu hat sich der Major Leutwein be- müht, zu einem friedlichen Verhältniß zu kommen. Wir würden es als ein Unglück betrachten, wenn so ein Krieg ent- stände, der nur mit der V e r n i ch t u n g dieses Stammes und mit der Verwüstung großer Länder st recken enden könnte. Umso wunderbarer ist es jetzt, daß un- geachtet dieser Bemühungen es zu einem Aufstand gekommen ist, an dem nicht blos die Hottentotten sondern auch Hererostämme betheiligt sind. Die Verbindung unserer Schutzgebiete mit der eine ganz ungenügende, wir haben nur Jahre einen regelmäßigen Schiffsverkehr. Depeschen müssen über Kapstadt gehen. auch unsere bisherigen Nachrichten über diesen Aufstand äußerst dürftig. Wir haben aber von unserem General- konsulat in Kapstadt die Mittheilung erhalten, daß es dringend geboten sei, eine Verstärkung von mindestens 400 Mann so schnell als möglich nach Südweft-Afrika zu schicken, damit der Landeshauptmann im stände sei, etwaigen Angriffen der Hereros entgegenzutreten. Wir haben geglaubt, dieser Aufforderung nach allen Richtungen entsprechen zu müssen, weil wir die Ver- antwortung dafür nicht tragen können, daß in unserem Schutz- gebiete das Leben der Weißen in derselben Weise gefährdet werde, wie es im Lande der Matabele geschehen ist, wo eine ganze Menge von Europäern von de» Eingeborenen abgeschlachtet worden ist. Als Gründe des Aufstanoes werden mehrere angeführt; es scheint, daß die Nachricht von o�m Tode des Herrn Stokes am Kongo mit dazu beigetragen hat. Zweifellos verbreiten sich unter den Eingeborenen dergleichen Nachrichten mit großer Schnelligkeit und unter großen Uebertrcibunge». Es kann auch sein, daß die Nachrichten aus Abessynien es den Eingeborenen nahe gelegt haben, sich ebenfalls gegen die Herrschaft der Weißen auf- znlehnen. Am allerwahrscheinlichsten ist es, daß die benach- barlen Matabele, welche mit den Eingeborenen unserer Schutz- gebiete, insbesondere mit den Hereros, eine gemeinsame Abstammung haben, auf den Aufstand der Eingeborenen ein- gewirkt haben. Wie dem auch sei, wir müssen, entsprechend dem Rufe des Landeshauptmanns, der Kolonie zu Hilfe kommen, wenn wir sie nicht in die größte Gefahr bringen wollen. Wir haben uns in der Forderung für Südwest-Afrika die größte Sparsamkeil auferlegt. Wenn diese 400 Mann, für die alles vorbereitet ist, wie wir hoffen am 3l. Mai von Hamburg ab- fahren können, wird der Landeshauptmann dort über eine an- sehnliche Macht versügen. Es werden ihm über 1200 Mann zu geböte stehen. Wir hoffen, daß er mit dieser Truppe im stände sein wird, den Aufstand zu unterdrücken und den Frieden auf die Dauer wieder herzustellen, in die Lage kommen kann, auch mehr Entwaffnung der Eingeborenen zu denke». unser erster Kommissar»ach dem Schutz- gebiet kam, befanden sich kaum 40—30 Weiße in dem dortigen Gebiet; gegenwärtig befinden sich, abgesehen von Beamten, mehr nüe 200 Deutsche daselbst; darunter sind Ansiedler aus unserer Schutztruppe selbst, ein gutes Zeichen dafür, daß die Leute die Hoffnung und gute Zuversicht haben, daß sie sich im Lande eine sichere Existenz bilden können. Auch wandern dauernd An- siedler nach Südwest-Afrika aus, und die Explorationen über die Vortheile des Schutzgebietes sind noch nicht beendet. Das mag als Beweis dafür betrachtet werden, daß unser Schutz- gebiet in einer günstigen Entwickelung begriffen ist. Vielleicht wird man einwenden, daß die großen Mittel, welche wir hier verlangen, nicht sowohl den deutschen als den englischen Interessen dienen werden. Dieser Einwand ist unbegründet. Als die eng- lischen Gesellschaften konzessionirt wurden, war den deutschen Gesellschaften, welche in Südwest-Afrika Interessen zu vertreten hatten, ihr Kapital völlig ausgegangen, und es war auch in Deutschland unmöglich, die Kapitalien dafür zu finden. Seit der Zeit hat sich aber der Zuspruch des deutschen Kapitals erheblich vermehrt; das kann ziffermäßig nachgewiesen werden. Im übrigen haben die englischen Gesellschaste» bisher nur beträchtliches Geld ausgegeben für Explorationen und Expeditionen, die noch nicht zu Ende sind, sie habe» noch kein thatsächliches Interesse an der Kolonie. Wir verlangen also nichts für fremde Interessen. Es würde aber eine Lücke in meinen Ausführungen zurückbleiben, wenn ich nicht wenigsten die Andeutung niachte, daß die Aufrechterhaltnng der deutschen Herrschaft in Südwest-Afrika nicht allein im kolonialen sonder» im allgemeinen deutsch-politischen Interesse liegt. Die ver- bündeten Regierungen sind der Ansicht, und sie hoffen dabei auch auf die Zustimmung wenigstens der überwiegenden Mehrheit dieses Hauses daß wir uuter keinen Umständen und zu keiner Zeit unsere deutsche Herrschaft in Südwest-Afrika ausgeben können und werden.(Beifall rechts.)....... Abg. Richter- Es kracht in der Kolonialpolitik. Die Berliner Bankiers sangen an kühl zu werden in Neu-Guinea. sie wollen die Sache auf das Reich übertragen. Welche Hoffnungen hat man nicht auf Wißmann's Ernennung gesetzt und nun kehrt er auf längeren Urlaub zurück und man bezweifelt, ob er je wieder nach Ostasrika gehen wird. Für Südwest- weil er nunmehr und mehr an eine Als vor 11 Jahren Afrika verlangt man eine Verdoppelung des Reichs- zuschusses. Wie leicht wird es. solche Ausgaben zu beantragen für Südwest- Afrika. In Preußen ist dagegen ei» Lehrer- besoldungs- Gesetz gescheitert, weil der Finanzminister sich nicht dazu verstand, l�si Millionen Mark herzugeben. Steigende Ausgaben in Südwest-Afrika— aber keine wirthschaftlichen Er- solge. Früher begnügte man sich, die Landeshoheit zu markiren durch einen Gouverneur und einen Sekretär; das kostete 30 000 M. Dann erhielt er eine Leibgarde von 30 Mann. Dann begannen die Händel mit Witboi und sofort wuchs der Reichszuschuß in die Millionen hinein. Mit Ende des Etats- jahres werden 10 Millionen hineingesteckt sein. Wenn man die Reden der Regierungsvertreter liest, dann bekommt man eine ganze Sammlung amtlicher Illusionen. Lüderitz wurde gefeiert als deutscher Pionier und doch hatte er bald die ganze Gescknchte an England verschachert.(Heiterkeit.) Dann wurden uns Goldklumpen in der Budgetkommission vor- gezeigt.(Heiterkeit.) Dann kam eine große Schlächterei- gcnossenschaft in Berlin auf für Südwest-Afrika, welche Fleisch- konserven importire» wollte. Dann kam die Periode der Woll- schafzucht. Aber die Anlage Kubub wurde durch Witboi zer- stört. Nun wird die ganze Hoffnung gesetzt auf die An- siedclungen in der Nähe von Windhoek; das sind aber nur Ansiedelungen, wie überall in der Nähe von Kasernen, von Leuten, die von der Schutztruppe leben wollen. Der Stolz, daß da 200 Deutsche sind, ist also nicht so besonders gerechtfertigt. Ohne die Schutztrnppe würden es nur 20 bis 30 Deutsche sein, welche eine selbständige wirthschastliche Stellung hätten. Das ist keine Unterlage für eine Schutzherrschafl, die größer ist als Deutschland selbst. Wenn das Land einen Werth hätte, hätten die Engländer nicht bis zu unserer Flaggenhiffung gewartet, sondern das Land selbst in Besitz genommen. Die englische Gesellschaft ist über Expeditionen und Explorationen noch nicht hinausgekommen. Trotzdem wirthschastliche. Jnter- essen nicht in bedeutendem Maße vorhanden sind, wächst die Gefahr der Verwickelung mit den Hirten- und Nomadenstämmen, die sich ihre Bezirke nicht vorschreiben lassen wollen. Diese Aufständischen, wie man sie nennt, vertheidige» ihr natürliches Recht. Wenn sie besiegt werden, ziehen sie sich wo anders hin und dann fängt die Geschichte wieder von vorne an. Gefährlich wird der Aus- stand, weil die Eingeborenen mit Hinterladern versorgt sind. Abg. Graf Arnim(Np.) polemisirt zuerst in ganz allgemeiner Weise gegen Eugen Richter und fährt dann folgendermaßen fort: Ich danke der'Regierung dafür, daß sie sich entschlossen hat, diese Vorlage zu machen. Die Kämpfe mit Witboi haben sich jahrelang hingezogen. Das System des Fabins Cunctator ist endlich anfgeaeben und man hat eingesehen, daß schnelle Siege billige Siege sind. Man sollte für die Schutztruppe nur Bauern- söhne oder Handwerker auwerben, keine Städter, weil diese sich drüben nicht so wohl fühlen. Redner verweist darauf, daß die englischen Gesellschaften einer strengen Hontrolle unterzogen werden müssen. Der Direktor einer dieser Gesellschaften ist zu- gleich Direktor der Chartered Compagnie. Durch diese Aktion werden wir beweisen, daß wir die Absicht haben, Südwest-Afrika zu behalten gegenüber der großen Anzahl der Gegner, welche es schon für Ueberhebung halten, daß wir es überhaupt wagen, in Afrika Kolonien zu haben. Redner verweist darauf, daß in Hongkong zwei Deutsche verurtheilt worden feien; es hieß zuerst zu Zwangsarbeit; jetzt soll blos eine Geldstrafe aus- gesprochen sein. Es wäre mir erfreulich zu hören, ob das blos im Wege der Gnade geschehen ist. Staatssekretär f. Marschall: Es liegt ein Telegramm unseres Konsuls vor. Der Kapitän und der Arzt des Postdampfers „Hohenzollern" sind gelandet an einer Stelle, deren Betretung unter besonderer Strafe verboten ist. Sie wurden beide bestrast, der eine mit drei, der andere mit vier Monaten Zuchthaus. Es ist eine Wiederaufnahme des Versahrens eingeleitet worden und es wurde auf eine Geldstrafe von Ivo Dollars erkannt. Etwas weiteres weiß ich von der Sache noch nicht. Abg. Hasse(natl.): Bei der Sachlage ist es geboten, die Vor- läge möglichst schnell zu erledigen. Abg. Förster-Nenstettin(Reform-P.): Für eine allgemeine Kolonialdcbatte eignet sich die Frage nicht. Wenn die Hottentotten keinen Schuß Pulver werth sind, dann wollen wir bessere Leute an deren Stelle fetzen, nämlich unsere Landsleute, da sich das Land sehr gut zur Ansiedelung eignet. Es handelt sich schließlich heute nicht um die Frage, ob wir kolonisiren wollen oder nicht, sondern darum, ob wir unsere Landsleute dort retten wollen oder nicht. UnsereIEHre erfordert es, unsere Stellung aufrecht zu erhalten. Der Ausstand soll durch englische Einflüsse veranlaßt sein; davon ist bisher nichts erwähnt worden. Abg. Prinz Arenbcrg(Z.): Wir erkennen die geschäftliche Zwangslage an und akzepuren die Vorlage. Abg. Graf Limburg- Stirum(k.) erklärt ebenfalls namens seiner politischen Freunde die Zustimmung zur Vorlage. Abg. Richter: In Südwest-Afrika können Deutsche sich ansiedeln; aber es fehlt an Wasser und Holz und dadurch ist die ganze Entwickelung unterbunden. Wenn Herr Förster die Deutschen dort ansiedeln will, so rathe ich doch seinen Partei- genossen, dorthin zu gehen, denn das Land ist noch judenrein (Heiterkeit), also nur hinüber!(Heiterkeit). Hinter den Kolonialfreunden sind so viele Millionäre, daß diese allein das Kapital für die Kolonien ausbringen können. Bilden Sie doch Gesellschaften zum Bau von Eisenbahnen ohne Reichsgarantie und zapfen Sie nicht immer das Reichssaß an. Abg. Graf Aruini: Es gilt etwas zu holen; weshalb hätten denn sonst die Engländer sich so beeilt, den Guano weg- zuholen? Wie lange sind die Buren in Transvaal gewesen, ehe Gold gefunden wurde. So kann es in Südwest-Afrika auch gehen. Aber Zeit und Geld wird es kosten. Abg. Förster-Neustettin: Ich weiß nicht, ob Herr Richter meinte, ob wir dorthin gehen oder unsere Gegner dorthin ab- schieben sollen. In letzterer Beziehung könnten wir mit Herrn Richter Hand in Hand gehen. Uebrigens giebt es auch dort von dem jüdischen Volke schon genug, sodaß wir es nicht zu ver- mehren brauchen.(Zuruf Richters: Sie sollen ja selber hin- gehen.) Endlich sollte doch Herr Richter mit seinen Konfratres in Südwest-Afrika, den Ehelosen, denen es an Frauen fehlt, etwas Mitleid haben.(Heiterkeit.) Damit schließt die erste Berathung. Die einzelnen Titel des Nachtragsetats werden in der zweiten Berathung ohne Debatte gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freisinnigen genehmigt.' Abg. v. Bennigsen beantragt, sofort nach Schluß der heutigen Sitzung eine Sitzung zur Erledigung der dritten Berathung statt- finden zu lassen. Präsident v. Bnol ist damit einverstanden und setzt, da ein Widerspruch nicht stattfindet, diese Sitzung auf nachmittags 4 Uhr fest. Auf der Tagesordnung steht weiter die dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend den Abgabentarif für den Kaiser- Wilhelm- Kanal. Abg. Jebsen(natl.) empfiehlt dringend eine Reform des Tarifes und zwar müsse derselbe so einfach wie möglich gestaltet werden. Besonders empfiehlt Redner, den Zuschlag für die Wintermonate zu streichen. Staatssekretär v. Böttichcr: Es ist richtig: je einfacher der Tarif, desto besser. Bon diesem Satze haben wir uns auch leiten lassen, und wenn die Frequenz nicht so zugenommen hat, wie wir das wünschen müssen schon im Interesse der Deckung der Verwaltungskosten, so bin ich weit davon entfernt, die Schuld nicht mit auf die Tarife zu schieben. Die Konferenz, welche wir gegenwärtig zusammenberufen haben, wird uns hoffentlich die Gesichtspunkte angeben, wie man den Tarif besser normiren kann. Aber eines bitte ich dabei zu er- wägen: so irrationell ist der Tarif und namentlich der Winterznschlag nicht gewesen. Wenn wir dem Verkehr von den näheren Häfen einen größeren Tarif auferlegt hätten, so würden wir gegen die Einfachheit verstoßen haben. Die Kanalverwaltung hat im Winter höhere Verwaltungskosten, um den Verkehr aufrecht zu erhalten; im Winter ist der Weg für die Schiffe um Skagen gefährlicher, der Vortheil des Kanalweges also ein größerer. Ich bin kein Freund der Aufrechterhaltung des Winterzuschlages, wenn nur auf andere Weise die Kosten gedeckt werden. Die Ersahrungen beim Suez-Kanal sprechen nicht für Herabsetzung des Tarifs. Die Einnahmen sind erst sehr gering gewesen und erst nach Erhöhung der Tarife ist eine größere Frequenz eingetreten. Abg. Hahn empfiehlt eine besondere Berücksichtigung der deutschen Küstenschifffahrt, die in bezug auf den Tarif der ans- ländischen vollständig gleichgestellt sei. Redner beruft sich auf eine Resolution, welche der Reichstag in dieser Beziehung beims Binnenfchifffahrts-Gcsetz angenommen habe. r Abg. Rickcrt meint, daß diese Resolution wohl nur au Versehen angenommen sei; man habe gar nicht gehört, daß de Präsident sie zur Berathung gestellt habe. Staatssekretär V. Bötticher: Die holländische Flagge ist längere Zeit ausgeschlossen gewesen von der Küstenschifffahrt; sie ist 1886 der deutschen gleichgestellt. Wollten wir wieder den Ausschluß herbeiführen, so würde das als ein Akt der Feinfeligkeit betrachtet werden, der einer Begründung ent- behren würde. Jedenfalls können wir keine Nation von dem Verkehr auf dem Kanal ausschließen. Die Begünstigung der kleineren Schiffe kommt den deutschen Schiffen in erster Linie. ja fast ausschließlich zu gute, weil die niederländischen Küsten- fahrer größtentheils einen größeren Tonnengehalt haben als den, welcher zum niedrigeren Tarif berechtigt. Die Vorlage wird nach kurzer, weiterer Debatte in end« giltiger Abstimmung genehmigt. Darauf wird die Wahl des Abg. v. D z i e m b o w s k i(Rp.) beanstandet und die Wahl des Abg. Grafen Bismarck für giltig erklärt. Zum Mitglieds der Reichsschulden- Kommission wird Abg. Schall durch Zuruf gewählt. Schluß 3>/l Uhr. Nächste Sitzung präzis 4 Uhr.(Dritte Berathung des Nachtragsetats für Südwest-Afrika.) 9 4. S i tz u n g. 4 U h r. In dritter Berathung erledigt das Haus ohne jede Debatte den Nachtrags-Etat für das südwe st- afrikanische Schutzgebiet; derselbe wird endgiltig genehmigt. Schluß 4 Uhr 10 Minuten. Nächste Sitzung: D i e n st a g, den 2. Juni, 2 Uhr nachm.(Nachtrags-Etat und Anleihegesctz; Verträge zwischen dem Reiche und Japan und zweite Lesung des Depotgesetzes). AlS gesetzliche(in Ermangelung des Vorliegens eines Testaments eintretenden Erbfolge-Ordnung setzt der Entwurf für ein Bürgerliches Gesetzbuch folgende fünf Grade ei»: Es erben(als e r st e Ordnung) die Kinder des Erblassers und die Abkömmlinge eines etwa verstorbenen Kindes. Gesetzliche Erben zw ei t e r Ordnung sollen sein: die Eltern und deren Abkömmlinge. Sind auch solche nicht vorhanden, so erben(in dritter Ordnung) die Großeltern und deren Abkönnn- linge(also Onkel. Tanten und so weiter). Lebt keiner dieser Verwandten, so sollen— in vierter Ordnung— die Urgroßeltern und deren Abkömmlinge Erben sein. Als in letzter (fünfter) Ordnung will der Entwurf auch die entfernteren Voreltern des Erblassers und deren Abkömmlinge erben lassen. Dann soll der Fiskus eintreten. In der Konunission beantragte am Dienstag Abg. v. C u n y die Streichung der fünften Ordnung, Abg. Gröber die Ausdehnung der Verwandtschasts- Erbschaft durch folgenden Antrag:„Gesetzliche Erben der fünften Ordnung und der folgenden Ordnungen sind die entfernteren Voreltern des Erblassers und deren Abkömmlinge." Die Kommission nahm mit 11 gegen 8 Stimmen diesen Antrag Gröber a». Unsere Genossen F r o h m e und Stadthagen stimmten gegen den Antrag und führten aus: Die Erbfolge ist im Entwurf nach mehrfachen Richtungen hin antisozial und inkonsequent geregelt. Wolle man überhaupt eine gesetzliche Erbfolge— also den Er- werb ohne Arbeit und ohne Willen des Verstorbenen— zulasfen so sei der Standpunkt, daß die Blutsverwandtschaft erbe, doch nur so weit sozial verständlich und berechtigt, alS der Kreis der Blutsverwandte» gegen einander alimeutationsverpflichtct sei. Von demselben Gesichtspunkt aus würde dann nicht der Fiskus, sondern die eventuell alimentationsverpflichtete Gemeinde als erbberechtigt zu bezeichnen sein. Eine der Ge- rechtigkeit entsprechende Ordnung hätte also, auch wenn sie im Rahmen der bestehenden Gesellschaftsordnung ein gesetzliches Erbrecht anerkennen wollte, die Alimentationspflicht in Ver- bindung mit der Unterstützungspflicht der Gemeinden oder anderer Verbände das Erbrecht regeln müssen. Der Entwurf hält sich leider hiervon fern. Bei der kursorischen Durch- peitschung des Entwurfs in der e r st e n Berathung der Kommission seien Anträge nach dieser Richtung hin aussichts- und zwecklos. Aber auch wenn man dem Entwurf darin folge, daß lediglich die Blutsverwandtschaft zu einer gesetzlichen Erbfolge berechtige, sei der Entwurf zu Ungunsten der sozial fchlechter Situirten inkonsequent. So wolle er im Interesse der Aufrechterhaltung einer Adelsmacht eine Be- schränkung selbst des Pflichttheils Hochadliger zulassen, das Anerbenrecht begünstigen, das in seiner Konsequenz dazu führen müsse, die jüngeren Geschwister erb- und eigenthumslos zugunsten des Erstgeborenen zu machen und dem Proletariat zu nähern. J»s- besondere sei doch aber im höchste» Grade die Inkonsequenz hervor- zuHeben, daß uneheliche Kinder nicht als bluts- verwandt und deshalb nicht als erbberechtigt gelten sollen. Der Entwurf und in Uebereinstimmung mit ihm die Kommission lehnen im Gegensatz zu vielen Gesetzgebungen ein gesetzliches Erbrecht eines unehelichen Kindes seinem Vater gegenüber ab, anerkennen aber da, wo es dem unehelichen Kinde zum Nachtheil gereiche, eine Art Verwandtschaft(bei dem Eheverbot fZ 1293j zwischen Personen, von denen die eine mit Eltern, Voreltern oder Abkömmlingen der anderen Geschlechts- gemeinschaft gepflogen hat, und bei dem in§ 1688 dem Erben deS außerehelichen Vaters beigelegten Recht, den Alimentations- ansprüch des außerehelichen Kindes durch Hingabe eines Betrages zu beseitigen, der dem Kinde als Pflichttheil gebühren würde, wenn es ehelich wäre). Für die zweite Lesung behielten sie sich einen Antrag auf Bewilligung eines gesetzlichen Erbrechts des unehelichen Kindes vor. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde folgender Antag G r ö b e r> C u» y als 1939 a angenommen: Familienangehörige des Erblaffers, frischgebackenen Ehegatten zählten mehr als 50 Jahre; der Nestor dabei nicht verlegt worden. Der Betrieb der Bahn mußte vor die bis zu seinem Tode in häuslicher Gemeinschaft mit ihm unter ihnen, ein 76jähriger( mit einer um 18 Jahre jüngeren übergehend eingestellt werden. Tokales. In der nächsten gelebt haben und von ihm unterhalten worden sind, sind befugt, Gattin). Im ganzen schlossen 19 Männer nach Erreichung des bis zum dreißigsten Tage nach seinem Tode in dem Gebrauche Alters von 70 Jahren den Ehebund. Beinerkenswerth sind noch daß man die Leichen des Referendars Dr. v. Bötticher und des Unrichtig ist die von hiesigen Blättern gebrachte Nachricht, der Wohnung und des für sie nothwendigen Hausraths zu drei Fälle, in denen Männer vierter Ehe zum fünften Mal den bleiben und den erforderlichen Unterhalt in bisheriger Weise Chebund schlossen( zwei mit Jungfrauen, einer mit einer Wittwe Steuereinnehmers Jäger, die beide in der Nähe von Rheinsberg aus dem Nachlaffe zu beziehen." Die weiteren Bestimmungen zweiter Ehe, und die Hochzeit eines Wittwers zweiter Ehe mit ertrunken find, bereits aufgefunden habe. des Entwurfs bis einschließlich§ 2204 wurden nach Ablehnung einer Geschiedenen vierter Che. einiger Abänderungsanträge angenommen. Nochmals der Unglücksfall in der Yorkstraße. Von Sigung( am Mittwoch) soll der Rest des Entwurfs( bis§ 2359) Musstellung erhalten wir folgende Mittheilung: Es ist den möglich war, mit Anwendung von Flaschenzügen die Arbeit, bei Ueber die Arbeiterbehandlung auf der Gewerbe- betheiligter Seite wird uns mitgetheilt, daß es technisch schwer und eine Reihe noch unberathen gebliebener Bestimmungen des Frauen der verheiratheten Arbeiter, welche Mittagbrot bringen, richten. Einführungsgesetzes durchberathen werden. gekommen ist, aut vers verboten, das Gelände der Ausstellung zu betreten. Als die richten. Bei dem Unfall war ein Versehen von seiten der Arbeiter der Gruppe III sich deshalb bei der Parkinspektion be- beschäftigten Mitarbeiter ausgeschlossen und der Tod des Verzugeschrieben schwerten, wurde ihnen bedeutet, ihr Mittagbrot auf der unglückten kann nur unglücklichen Umständen Straße einzunehmen, hinein dürfe teine Frau. Auf eine werden, die zu verhindern in feines Menschen Hand lag. Bur neuen Lokalliste haben bislang einige Vororte immer weitere Beschwerde bei dem Inspektor sagte dieser allerdings zu, Die Auslieferung des früheren Rechtsanwalts Frih noch nicht ihre Beiträge eingesandt. Wir fordern die in betracht eine Aenderung eintreten zu lassen. Diese Aenderung trat denn Friedmann ist vom französischen Ministerrath genehmigt tommenden Parteigenossen auf, spätestens heute die Verzeichnisse auch ein. Diejenigen Arbeiter, welche sich an dem Protest be- worden. der Redaktion zuzusenden, falls sie Anspruch auf Berücksichtigung theiligt hatten, wurden nämlich entlassen, die andern bemachen. Wird unsere Aufforderung von den Parteigenossen gnügen sich entweder mit Stullen oder aber benutzen die 30 Jahre alte Bürstenmacher Richard Jade in seiner Wohnung Polizeibericht vom 19. Mai. Gestern früh wurden der negirt, dann haben dieselben für die etwa entstehende Mangel. Straße zur Verzehrung ihres Mittagbrotes! haftigkeit in der Lokalliste auch die Verantwortung zu tragen. Rügenerftr. 10 und der 51 jährige Kaufmann Anton Borgmeier Die Hilfsarbeiter am Statistischen Amt der Stadt Berlin, in seiner Wohnung Lübeckerstr. 51 erhängt aufgefunden. Vordie schon mehrfach ihre Leiden im Vorwärts" zur Sprache mittags tödtete sich der 42 Jahre alte geistestranke Gerichtsbringen mußten, finden es befremdlich, daß der Magistrat seinen assessor a. D. Franz H. in seiner Wohnung in der BlumenthalVerpflichtungen dem Alters- und Invaliditäts- Versicherungsgeseh straße durch einen Schuß in die Schläfe. Auf dem ehemaligen gegenüber nicht nachkommt und feine Marken für fie flebt. Pionier- Uebungsplate wurde der 21 jährige Arbeiter Hermann Vielleicht äußert sich der Magistrat gelegentlich einmal darüber, Kreuz sinnlos trunken und mit einer bedeutenden Berlegung Der Erziehungsbeirath für schulentlassene Waifen" Verpflichtungen des Arbeitgebers nicht zu erfüllen. aus welchen Gründen er sich berechtigt glaubt, die gefeßlichen am Kopfe aufgefunden und nach dem Krankenhause am Urban hielt dieser Tage eine erste Versammlung seiner Pfleger und gebracht. Hinter dem Grundstücke Köpenickerstraße 16/17 fiel Pflegerinnen ab. Erschienen waren, sammt den nur zahlenden Im Vergnügungspark der Ausstellung sind in Schippa- der untersten Stufe der Ufertreppe in die Spree und ertrant. der sechsjährige Sohn des Maschinisten Vogel beim Spielen von Mitgliedern und den Gästen, noch keine 200 Personen. Das nowsti's Konzerthallen eine Anzahl Münchener und andere von deutet nicht darauf hin, daß man sich bisher sehr nach der auswärts verschriebene Kellnerinnen thätig, die sich durch die Die Leiche wurde nach längerem Suchen aufgefunden. Uebernahme einer Pflegschaft gedrängt hat. Wie viele sich be- Vorspiegelungen von Stellenvermittlern, die ihnen eine tägliche Kutscher Wilhelm Geldner beim Abladen von Fässern von einem mittags verunglückte vor dem Hause Friedrichsgracht 13 der reits gemeldet haben, erfuhr man nicht; doch wurde mitgetheilt, Trinkgeldereinnahme von 10-12 M. in Aussicht stellten, verdaß in einigen Bezirken Ueberfluß an Helfern sei, bagegen im locken ließen, ihre bisherigen Stellungen aufzugeben und ein Wagen dadurch, daß ein Faß herabrollte und ihn am Kopfe und Norden, Dften und Südosten der Stadt( wo weniger Leute mit Engagement in der Ausstellung anzunehmen. Zur Bestreitung der am Unterschenkel so schwer verletzte, daß seine Ueberführung in viel fauler Zeit wohnen) noch weite Strecken ganz unbefeht Auslagen( Anschaffung der vorgeschriebenen Kostüme, Reisegeld, das katholische Krankenhaus, Niederwallstraße 11, erforderlich feien. Da in Berlin jährlich etwa 2000 Waisen die Volksschule 20 M. an den Stellenvermittler) mußten sich die armen Mädchen In Weißensee steht das Lokal Schloß Weißensee" ( Sternecker) der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung. Die Ar beiterschaft wird gebeten, diese Mittheilung namentlich bei Beerdigungen sowie bei den Pfingstausflügen zu beachten. Pasewaldt, Bertrauensmann. " " wurde. Witterungsübersicht vom 19. Mai 1896. Ihr Swinemünde Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 762 SW ( 1-1) 233212BL Wetter NachTemperatur ( 5° G.= 4° R.) nach Gelfius Abends fuhr ein mit zwei Männern und einer Frau verlassen, also bei Annahme einer nur dreijährigen Lehrzeit meist in für ihre Verhältnisse nicht unbedeutende Schulden besetztes fleines Boot auf der Spree, am Helgoländer Ufer, gegen zu jeder Zeit mindestens 6000 Pfleglinge vorhanden sein stürzen. Der erhoffte glänzende Verdienst ist bis jetzt gänzlich einen Schleppdampfer und schlug um. Die Infaffen fielen dabei werden, so dürfte das Ideal, jedem Pfleger und jeder Pflegerin ausgeblieben, denn die Mädchen, die außer Kost und Logis ins Wasser, wurden aber durch den Führer des Dampfers womöglich nur 1 Pflegling, jedenfalls aber nicht über 3 oder teine Vergütung beziehen, haben bei dem einstweilen noch gerettet. Während die beiden Männer feinen Schaden genommen höchstens 4 zu überweisen, schwerlich so bald verwirklicht werden. recht schwachen Besuch des Lokals kaum einige Groschen an täg- hatten, scheint die Frau, Marie Schmidt, innere Verlegungen Die Verhandlungen machten den Eindruck, als ob die Leiter des lichen Einnahmen. Biele von ihnen möchten am liebsten Berlin erlitten zu haben, so daß sie nach dem Krankenhause Moabit Vereins ihre Hoffnungen inzwischen ebenfalls etwas herabgestimmt wieder verlassen, wenn sie nur das Reisegeld hätten. Die Schlaffäle gebracht werden mußte. In der Leipzigerstraße fiel der Maschiniſt haben, zumal da ihnen auch das Geld immer noch nicht nach für die Kellnerinnen befinden sich in einem aus Erdgeschoß und einem eine erhebliche Verlegung am Kopfe zu. Er wurde nach der Waldheim Sobilacki plößlich besinnungslos zur Erde und zog sich Wunsch zufließt. Dem Anscheine nach wird das Unternehmen Stockwerk bestehenden Gebäude. Die Räume, welche nur zwei in der Hauptsache über eine bloße Lehr- und Dienststellen- Ver- Meter hoch sind, waren für die Menge der darin einquartirten 26 jährige Kellner Gustav Andre am Elisabeth Ufer in den Charitee gebracht. In der vergangenen Nacht sprang der mittelung faum hinaustommen. Es ist anderen Vereinen ähn- Mädchen viel zu klein, auch hatten die Bewohnerinnen des Erdlicher Art ebenso ergangen. Einen Fortschritt bildet der„ Er- geschosses darunter viel zu leiden, daß durch die undichte Decke Landwehr- Kanal, wurde aber noch lebend aus dem Wasser ziehungsbeirath" nur insofern, als bei ihm mehr als anderswo von obenher Staub und Schmutz herunterfiel. Da in der Nähe gezogen und in das Krankenhaus am Urban gebracht. auf Neigung, Befähigung, Körperentwicklung und Gesund- des Gebäudes auch die Küchenabfälle hingeschüttet wurden, so heitszustand Rücksicht genommen werden soll. Zweifellos herrschte hier gerade kein angenehmer Dust. Diese Uebelbietet das den unterzubringenden Knaben und Mädchen stände sind jedoch auf energisches Verlangen der Kellnerinnen manchen Vortheil. Den größeren haben aber die Lehrherren feit etwa acht Tagen beseitigt und ein Theil der und Hausfrauen. Der Erziehungsbeirath" liefert ihnen, Mädchen ist in anderen Räumen untergebracht worden, so daß Stationen. wenn fie Lehrlinge und Dienstboten brauchen, ein Material, hinsichtlich der Schlafräume jet Zufriedenheit herrscht. das mit Hilfe von Lehrern und Aerzten so vielseitig und voll- Ein anderes Beispiel von Arbeiterausbeutung können wir ständig wie nur irgend möglich geprüft und gesichtet ist. Der von der Ausstellung Kairo berichten. Die hier beschäftigten Budrang von Lehrherren ist denn auch bereits sehr start. Aufsichtsbeamten erhalten pro Tag drei Mark Lohn. Wieviel Lehrlingszüchter wohl darunter sein mögen! In der Dienst beginnt morgens um 9 Uhr und dauert ohne An manchen Tagen, Bekämpfung der Lehrlingszüchtung könnte der Hauptwerth des Pausen bis abends 11 Uhr. Vereins liegen. Anfangs wurde ja auch etwas Aehnliches ver- von der Direktion bestimmt werden, tritt ein Theil der sprochen, aber der Eifer hat sich rasch gelegt. Man will jetzt bei Angestellten erst um 2 Uhr nachmittags an, und diese erhalten Unterbringung von Lehrlingen seine Forderungen im allgemeinen für dieſen verkürzten, aber immer noch neunstündigen Arbeitstag Wien auf das beschränken, was bei den Jnnungen üblich ist, be- eine Vergütung von 2 M. pro Mann. Um eine solche Stelle zu Haparanda greiflicherweise übrigens, da gerade die Innungen sehr um die erhalten, muß der Betreffende noch 50 M. Kaution stellen; Petersburg Gunst des Erziehungsbeiraths" werben. Es fällt uns nicht im niemand weiß, wozu diese Sicherheit erforderlich ist, da die Anentferntesten ein, dem„ Erziehungsbeirath" Vorwürfe deshalb zu gestellten keine Kündigung haben, das Arbeitsverhältniß vielmehr Aberdeen. machen. Wollte er mehr fordern, so behielte er seine Pfleglinge jeden Tag gelöst werden kann. auf dem Halfe, weil sich dann die Lehrlingsausbildung nicht mehr lohnte. Wir haben in dieser Beziehung bereits früher auf die Erfahrungen der städtischen Waisenverwaltung und des hiesigen ,, Bereins für das Wohl der aus der Schule entlassenen Jugend" hingewiefen. Er besteht zwar noch, aber die anfangs gehegte Hoffnung, die Lehrlingsausbeutung wirksam bekämpfen zu können, hat er längst zu Grabe getragen. Die Lehrlingsausbeutung ist eben viel weniger eine Folge der Gewissenlosigkeit der Lehrherren mancher Kleinmeister hat ja selber kaum das liebe Leben und müßte ohne Lehrling völlig verhungern als der Herrschaft schlossen, den Ort kanalisiren zu lassen. Des Rapitalismus. Und die tapitalistische Gesellschaft tönnte man mit der freien Liebesthätigkeit" gemeinnüßiger" und wohlthätiger" Bereine selbst dann nicht aus den Angeln heben, wenn diese Vereine das beabsichtigten, und wenn in ihnen wirk lich immer die Liebe" und das warme Herz" die Herrschaft führten. " " die Postamt Gewerbe- Ausstellung zur Ausgabe, von denen allerdings Ueber 2200 Zeitungen gelangen jetzt täglich auf dem der größte Theil dem Stangen'schen Reisebureau gehört, welches damit die Lesehalle im Wandelgang ausstattet. Unter diesen Beitungen befinden sich etwa 700 Exemplare aus dem Auslande, 1600 politische und unpolitische Tageszeitungen, über 300 Fach zeitungen und 300 Monats- und Wochenschriften. Die Gemeinde- Vertretung in Groß- Lichterfelde hat ber Hamburg Berlin Wiesbaden. München Cork 762 SM • 764 MN W 764 NNW 765 NO 764 WNW 757 Still 762 Still 770 762 • 765 NW WNW N 4 • halb bedeckt bedeckt halb bedeckt wolkig 11 9 10 12 heiter 12 wolfig 14 bedeckt 4 13 7325 15 woltenlos wolkig halb bedeckt 12 Paris.. wolfenlos Wetter- Prognose für Mittwoch, den 20. Mai 1896. Nachts etwas wärmeres, am Tage fühleres, ziemlich trübes, regnerisches Wetter mit mäßigen bis frischen nordwestlichen inden. Berliner Wetterbureau. Runs und Wissenschaft. Herr W. Meißner und Herr Paul Steuer werden sich bei dent Frau Laura Rauchstein- Schauchmann, Herr Hans Krünih, Mittwoch, den 20. Mai, mittags 12 Uhr, in der Marienkirche stattfindenden Orgel- Vortrage des Musikdirektors Otto Dienel betheiligen. Der Eintritt ist frei. Die Von einer verheerenden Ueberschwemmung wird bereits feit Montag voriger Woche das ganze Havelthal heim gesucht, so daß dort viele tausend Morgen von zum zweiten Male bestellten Aeckern verwüstet und nicht nur die Winter, sondern auch die Sommersaaten verloren find, mithin zum größten Theil an eine Ernte in diesem Jahre nicht mehr zu denken ist. Auf Von der unglücklichen Idee, die immer stärker werdende vielen Stellen steht das Wasser bis zu 2 Meter hoch. Friede unter der Münchener Künstlerschaft. Ausbreitung der Sozialdemokratie auf dem Lande Münchener Neueste Nachrichten" melden, der Prinzregent habe Der Gegen das Unwesen gewisser Lokale in Spezial- Berfügungen getroffen, welche die Betheiligung der Sezession an mittelst der Saalabtreibung zu hindern, ist man Ausstellungen scheint die Polizei mit ganz besonderer Schärfe der alle 4 Jahre stattfindenden internationalen Kunstausstellung bekanntlich auch in nächster Nähe Berlins noch erfüllt. Recht vorgehen zu wollen. So ist in der verflossenen Woche in Alt- im Glaspalast ermöglichen. Ueber die betreffenden Modalitäten bezeichnend sind in dieser Hinsicht Hinsicht die Zustände in Berlin" ein Lokal mit Damenbedienung polizeilicherseits geschlossen schweben noch Verhandlungen zwischen der Sezeffion und der Alt: Glienecke. Als im Herbst vorigen Jahres der Gast- worden. Wir berichteten bereits vorige Woche, daß die Direktion Künstlergenossenschaft. Lettere bleibt in der Nuznießung des wirth Karl Witte sich hatte beikommen laffen, den Arbeitern sein in einer Verwarnung an die Wirthe dem unfittlichen Treiben Glaspalastes. Die Sezeffion giebt vom 1. März 1898 an ihr Lokal zu einer Versammlung zur Verfügung zu stellen, dauerte es Einhalt zu gebieten suchte. gerade drei Tage, bis der Wirth, der bis dahin bis 12 Uhr eigenes Ausstellungsgebäude an der Prinzregenten- Straße auf W " = aachts schänken durfte, das Gebot erhielt, fortan feine Räume In ihrem Beruf ist Montag Abend in der Weltmusik im und bezieht das von dem Prinzregenten überwiesene Ausstellungsnbends 10 Uhr zu schließen. Diese empfindliche Verfügung Vergnügungspark der Ausstellung die Tarantella Tänzerin gebäude am Königsplatz behufs regelmäßiger Jahresausstellungenwurde wieder aufgehoben, als Witte feierlich der Sozial Nunzia Tino de Melio, ein Mitglied der Tarantella Tänzerin Nach den Neuesten Nachrichten" hat der Kultusminister v. Landdemokratie abgeschworen hatte. Noch auffälliger ist eine An- Truppe, verunglückt. Die Dame glitt während der Aufführung mann die Ginigung vermittelt. gelegenheit, die sich vorige Woche zugetragen hat. Der den eines Zanzes aus und fiel so unglücklich, daß sie einen Beinbruch Photographien der Sphing von Franz Stuck waren in Berliner Parteigenoffen zum theil wohlbekannte Wirth Saß, erlitt und nach dem Krankenhause überführt werden mußte. Magdeburg polizeilich beschlagnahmt worden, weil das Bild mit dem wegen Ueberlassung seines Lokals zu Arbeiterversammlungen Ein Streik der Blumenmädchen ist in der Gewerbe- unzüchtig sei. Das Amtsgericht bestätigte die Beschlagnahme; verhandelt wurde, ging in seiner Herzenseinfalt zum Drts- Ausstellung ausgebrochen. Die dort mit dem Vertrieb der auf weiter erhobene Beschwerde erkannte das Landgericht jedoch schulzen Hannemann, 1m fich bei diesem Herrn in duftenden Waare betrauten jungen Mädchen erhielten ein monat- auf Freigabe der Bilder. ber schwierigen Frage Rath zu zu holen. In Gegenwart liches Gehalt von zwanzig Mark und 10 pCt. Provision der mehrerer Beugen berichtete Herr Saß über das Revon ihnen verkauften Waaren. Der Verkauf der Blumen ist je bekannte Pädagog Dr. Friedrich Dittes gestorben. Damit ist ein Dr. Friedrich Dittes. Am 15. Mai ist in Wien der fultat feiner Unterredung mit dem Schulzen dahin, daß doch außerordentlich gering, da bei den hohen Preisen nur sehr Mann ins Grab gesunken, der zu den dünngefäeten Männern biefer ihm furz und bündig erklärt habe, er würde fofort auf wenig Räufer finden. Der Durchschnittsumfaß, welchen eine unter den die Polizeistunde gefetzt werden, wenn er sein Lokal zu sozial Verkäuferin zu erreichen vermochte, betrug nur etwa drei Mart heutigen Bolts Schullehrern gehörte, die demokratischen Versammlungen hergäbe. Es wäre interessant su täglich, so daß also der Verdienst anßerst gering war. Mit solch brungen von wirklich freiheitlichem Geiste nicht nur durch erfahren, ob die Ortsvorsteher aus eigenem Geheiß oder auf geringen Einnahmen vermögen die Mädchen nicht zu existiren aller persönlichen Anfechtungen offen und freudig Ausdruck geben. find, sondern die demselben auch unbeschadet höhere Weisung der sozialdemokratischen Arbeiterschaft auf diese und so hat seit vorgestern ein großer Theil der Verkäuferinnen Kein Wunder, daß Dittes eine ungezählte Schaar von Feinden Weise das Versammlungsrecht verfümmern. Wann werden diefe die Thätigkeit eingestellt. Leute zu der Einsicht kommen, daß durch derartige Mittel aus allen Lagern der Reaktion besaß. Er wußte den Wider höchstens Erbitterung hervorgerufen, der sittlich und ökonomisch ebenfalls zu Nuge. Im Bereiche einer Dekoration, welche das Feder zu pariren. Im Apollo- Theater macht man sich die Gewerbe- Ausstellung fachern aber mit seiner ebenso scharfen wie glänzenden nothwendige Sieg der Sozialdemokratie aber nicht im geringsten Hauptgebäude darstellt, spielen sich die Kunststücke ab, die dem gab Bis zum 1. April dieses Jahres Dittes das„ Pädagogium", eine ber inhaltverzögert wird? Adolf Ernst- und dem Thomas- Theater zu ihrem vielfommentirten reichsten und vorurtheilsfreieften Lehrerzeitungen heraus. Wegen Auf die Leiden und Freuden des Ehelebens in Ber- Ruhm verholfen haben. Ballet, Rostüme, Gesang, Tanz, seiner Krankheit stellte er dann das weitere Erscheinen der Zeitung liner Familien lassen die Veröffentlichungen des statistischen Gruppirungen und was sonst noch zum Bau gehört, wirken in ein. Daß ihm sein Tod so nahe bevorstehen würde, ahnte man Amts der Stadt Berlin, die soeben allerdings erst für das dem neuen Zugstück Die Spree Amazone" zusammen, um das damals nicht. Die Bedeutung Dittes' liegt fast ausschließlich auf Jahr 1894 erschienen sind, manch intereffantes Licht fallen. Publikum, das ohne geistige Anstrengung sehen und genießen will, pädagogischem Gebiete. Zwar erreicht er seinen Borgänger DiesterEheschließungen fanden in diesem Jahre zwischen 16 820 Paaren zu befriedigen. Sogar so etwas wie Handlung findet sich zu- weg nicht ganz, ebensowenig wie Diesterweg an Pestalozzi heranstatt, darunter 99 Heirathen unter Blutsverwandten, in 94 Fällen weilen unter den Ausstattungseffekten, die hier in so bunter reicht. Dafür ist aber auch die bürgerliche Klaffe, der alle drei zwischen Geschwistertindern, fünfmal führte ein Onkel ein Nichtchen Bracht, wie wohl felten anderswo in einer gleichwerthigen Bor- Männer tapfere Vorfämpfer waren, seit 100 Jahren mit Riesenheim. Dabei war der„ Dntel" 20, die" Nichte"-Gattin 16 Jahre führung verschwendet werden. schritten bergabwärts gelaufen. Die Bedeutung aller drei wird alt, bei einem anderen jungen Ehepaar zählte der Onkel 65, " die Nichte 20 Lenze. Unter allen Bräuten, die in Berlin Das auf der Berliner Gewerbe- Ausstellung belegene viel weniger in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, als in den Bund fürs Leben schlossen, standen 27 im Alter von Alpenpanorama ist auf Anordnung des Treptower Amts. einer späteren gewürdigt werden, weshalb denn auch Dittes seine 16, 187 im Alter von 17 und 376 im Alter von 18 Jahren. feuerpolizeilicher Bedenken bis zur Ausführung der verlangten vorstehers und auf Anregung des Branddirektors Giersberg wegen Bedeutung für das Proletariat besitzt. Unter den jungen Ehemännern hatten 5 das 20. Lebensjahr Umbauten geschlossen worden. Luigi Cossa, der bekannteste bürgerliche Nationalökonom noch nicht erreicht, 117 waren 20 Jahre alt, unter ihnen heirathete Italiens, bekannt durch seine auch ins Deutsche übersetzten Lehreiner eine 42jährige. Erwähnt mag auch sein, daß ein 22jähriger Ein Betriebsunfall ereignete sich gestern, Dienstag, Nachbücher, unter denen die Einleitung in die Volkswirthschaftslehre junger Mann eine 50jährige Matrone heimführte. Unter den mittag um 14 Uhr auf der elektrischen Rundbahn im Ausstellungs- ein Buch ist, das in der deutschen Literatur kein Gegenstück bejungen" Frauen des Jahres 1894 gab es nicht weniger als 160 gelände. In der Nähe des Haupteinganges entgleifte ein Wagen, fist, ist im Alter von 65 Jahren soeben gestorben. im Alter von 50 Jahren, darunter eine 66jährige; 532 der weil die Schienen auseinander gegangen waren. Menschen find Gewerkschaftliches. 1 Achtung, Tapezirer! Der Streit bei der Firma Bodenheim u. Meyer in Berlin, Bellealliancestraße, dauert unverändert fort. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Filiale Berlin des Allgem. Deutschen Zapezirer- Vereins. Der Berliner Arbeiterverein hielt am 18. Mai eine Gerichts- Beitung. Vermischkes. ungefähr die Hälfte der vom Streik berührten Kollegen. Weitere au 9 Monaten Gefängniß, 2 Jahren Ghrverlust, 1000 M. Gelba Bewilligungen stehen in nächster Zeit bevor. Redner bezeichnet strafe und Einziehung des Pferdes in Haft geblieben ist, hat, Achtung, Klavier, Klaviatur- und Piano Mechanik den Stand der Bewegung als dauernd günstig, da bis Dato auch nachdem das Reichsgericht die Sache am 28. März in die Borfabrik Arbeiter! Der Ausstand ist noch unverändert. Die teine Streitbrecher zu verzeichnen seien. Gerügt wird instanz zurückverwiesen hatte, von neuem den Antrag auf HaftArbeiter verharren auf ihren Forderungen. Trotzdem die petuniäre das Verhalten einiger Bodenleger aus der Firma Ende, welche entlassung gestellt. Der Antrag ist jedoch auch vom KammerUnterstützung fehr minimal ist, find fich die Streitenden alle troh ihres Versprechens der Bewegung bis jetzt fern geblieben gericht abgelehnt worden. einig, dem Unternehmerthum nicht zu willfahren. Das Wieder- find. Da die Firmeninhaber Verhandlungen mit der Parquetaufnehmen der Arbeit zu den alten Bedingungen verlangt eine bodenleger- Kommission wünschen, werden Nerre, Ramet Zumuthung, die um so größer ist, als man die Klaviatur- und Heß als Vertreter der Arbeiter bestimmt. arbeiter ohne weiteres auf's Pflaster geworfen hat. Arbeiter, bedenkt, wir stehen einer wir stehen einer der rücksichtslosesten öffentliche Versammlung ab, in der er zum Achtuhr- Ladenschluß worden, von der man sich in Lancashire eine industrielle RevoHolzfeide. In England ist eine Erfindung gemacht Unternehmer Vereinigungen gegenüber; es ist Eure Pflicht, Stellung nahm. Das Referat hatte ein Handlungsgehilfe, das lution und einen großartigen Aufschwung der Textilfabrikation uns moralisch und materiell zu unterstützen. Vor allem ist Geld Rorreferat Herr Schlächtermeister Jacob übernommen. Als be- verspricht: nämlich die Herstellung eines der Seide zum Vernöthig, um den 2600 Ausständigen wenigstens ein paar Groschen sonders charakteristisch darf es bezeichnet werden, daß Herr wechseln ähnlichen Stoffes aus Holzfafer, der alle Vortheile der vor den Feiertagen auszahlen zu können. Geldsendungen und An- Jacob, Inhaber eines Ladengeschäfts der Lebensmittel- Branche, natürlichen Seide bietet, noch leichter als diese zu bearbeiten ist fragen sind zu richten an A. Kleinlein in Berlin SO, per fich rückhaltlos für den Achtuhr- Schluß aussprach. Nach einer sehr und sich auch nicht leichter entzündet als andere Webstoffe, obAdresse: Henke, Naunynstr. 27. Sämmtliche Arbeiterzeitungen werden um Abbruck gebeten. Liga zur Herbeiführung des Achtuhr- Schlusses in allen kauflebhaften Debatte, an der sich auch anwesende Mitglieder der gleich die gewöhnliche Holzfafer bekanntlich explosiv ist. Achtung, Zimmerer! Bei dem Zimmermeister H. Franssen männischen Betrieben betheiligten, wurde eine Resolution zu oftbahn beabsichtigt, ihre Haupt- Reparatur- Werkstätte von Zürich Reingefallene Spekulanten in der Schweiz. Die Nordin Berlin, Lutherstr. 20, haben am Dienstag früh ebenfalls gunsten des Achtuhr- Ladenschlusses einstimmig angenommen. fämmtliche Zimmerer die Arbeit niedergelegt, weil sie wieder weg zu verlegen. Lange schwankte der Verwaltungsrath mit Die Freie Vereinigung der Militärmützen- Arbeiter seiner Wahl unter einer Reihe von Orten. Da entschied man sich 10 Stunden arbeiten sollten. Der Platz ist deshalb vorläufig zu veranstaltete am 9. Mai eine Vorlesung aus Stadthagen's für Wettingen, einer kleinen aargauischen Gemeinde an der Grenze meiden. Die Lohnkommission. Arbeiterrecht. Hierauf wurde mitgetheilt, daß vom Stiftungsfest des Kantons Zürich. Schnell stürzten sich die Spekulanten wie ein Ueberschuß von 4,25 M. erzielt ist. Auf Anregung Fischöder hungrige Wölfe auf den Boden und bezahlten die Zuchart mit erboten sich die Mitglieder, welche am 1. Mai arbeiteten, 1 m. 10 000 Fr., die sonst für 2000 bis 2500 Fr. zu haben war. Da dem Agitationsfonds zu überweisen. zog der Verwaltungsrath seinen Beschluß in Wiedererwägung Der Verein zur Wahrung der Interessen der auf Holz- und beschloß nun die Verlegung auf Dietikon, welches um etwa Achtung, Parquetbodenleger Berlins! Folgende Firmen Arbeiter und Kutscher nahm in seiner Vereinsversammlung den erhofften fetten Profit ist es nun vorbei und an dem verdienten und Kohlenpläßen, Bahnhöfen und Gasanstalten beschäftigten zwei Stunden näher bei Zürich liegt als Wettingen. Mit dem haben unseren neuen Tarif bewilligt: Bangemann, Deutsch- Kaffenbericht vom Maskenball entgegen, der einen Ueberschuß Reinfall foll sogar ein Frankfurter Konsortium beWilmersdorf; Kuhnert u. Kühne, Martinicenfelde; Rooch, Berlin; Lesser, Berlin; Schramm, Charlottenlung die erfreuliche Mittheilung machen, daß im letzten Monat von 77,50 M. aufweist. Der Vorsitzende konnte der Versamm- theiligt sein. burg; Stelmatcet, Berlin, und Wildt, Dt.- Wilmersdorf. 105 Mitglieder dem Verein beigetreten sind. Von einem ausgestorbenen Kriegsschiff berichtet die in Alle übrigen Geschäfte gelten als solche, die nicht bewilligt haben. S. Paolo erscheinende Germania": Das schreckliche Schicksal, Die Werkstatt- Kontrollkommission. Brit. In einer am 12. d. M. stattgehabten öffentlichen das im Rio- Hafen die Besatzung des italienischen StriegsVolksversammlung erstatteten die Revisoren des Vertrauens- dampfers Lombardia" getroffen hat, dürfte in der Geschichte der Der Verband der Porzellan- und verwandten Arbeiter| mannes Bericht über die Kassenführung. Da gegen die Geschäfts- Seuchen immerhin als eines der traurigsten Beispiele verzeichnet hält am 24. Mai von früh 9 Uhr an und folgende Tage in leitung keine Einwendung erhoben wurde, so ertheilte die Ver- werden. Dieses Schiff lag seit Monaten im Hafen von Dio. Charlottenburg im Restaurant zum Hirsch, Englische sammlung dem Vertrauensmann Decharge. Bei der hierauf Sein dortiges Verbleiben, tros der grausam herrschenden GelbStraße 27, feine ordentliche Generalversammlung ab. Die vollzogenen Neuwahl des Vertrauensmann es wurde Genosse fieber- Epidemie entschuldigt man damit, daß der italienischTagesordnung lautet: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Weniger und zum Revisor Schliebig gewählt. brafilische Entschädigungsstreit bisher so stand, daß eine plötzliche Referent: Jahn. 2. Jahresabschluß und Bericht der Revisoren. Abreise des Gesandten stets erfolgen konnte. Ob das einen Referent: Be y. 3. Berichte der Delegirten über Lohn- und Arbeitsbedingungen. 4. Stellung zu den Gewerkschaften Deutschlands. genügenden Entschuldigungsgrund angesichts dieses ungeheuren Unglücks bilden fann, ist wohl sehr fraglich. Die Besatzung des Ref.: Poesenecker. 5. Berathung der Anträge zum Verbands. Unser Parteigenosse Paul Jahn hatte in einer Ver- Kriegsschiffes bestand aus 249 Personen. Mitte März waren davon Statut und den Reglements, sowie der besonderen Anträge. sammlung von Arbeiterinnen und Arbeitern sich über die Zu- bereits 121 Mann sammt Kommandant und Vizekommandant geReferenten: Kern und Wollmann. 6. Wahl des Vorortes, stände in der Berliner Velvetfabrit, Köpnickerstraße, ausgelassen. storben, 94 genesen, 14 frank im Spital und nur noch 20 Mann vom des Vorstandes, der Hauptrevisoren und Stellvertreter, Obmänner Seine Ausführungen waren dem Leiter der Fabrit, Herrn Fieber unversehrt. Nun tam am 16. März von Rio de Janeiro des Schiedsgerichts und Gewerkschafts- Abgeordneten. Dr. A. Mengers, derart nahe gegangen, daß er die Be- die Meldung, daß von diesen 20 Mann 10 auch noch erkrankt An die Maurer Berlins! Am 19. Mai früh Morgens strafung unseres Genossen wegen Beleidigung beantragte. Statt feien, darunter der Arzt selbst. Die noch gesunden 10 Mann beglückte man die Kollegen, 35 an der Zahl, auf dem Bau aber mit seinem eigenen Namen zeichnete er mit dem der Firma. fuhren nun, ohne den neuen Kommandanten abzuwarten, nach Kreuzbergstraße( Meister Schröder, Polier Gelbe) mit dem Auf- Das Schöffengericht stellte das Verfahren mit der Begründung den Capverdischen Inseln. Diese Nachricht hat in Rio großes trag, wieder zehn Stunden zu arbeiten; die Kollegen haben sich ein, daß eine Firma nicht beleidigt werden könne. Das Landgericht, Aufsehen erregt, aber fein Mensch fann die Handlungsweise, den einmüthig dagegen erklärt und mußten deshalb den Bau ver- welches Dr. Menger dann anrief, hob aber die Vorentscheidung letzten Rettungsverfuch jener paar Leute, mißbilligen. Nachdem einmüthig dagegen erklärt und mußten deshalb den Bau ver- auf und verwies die Angelegenheit nochmals vor das Schöffen der größte Theil der Leute vom Fieber ergriffen war, tam man lassen. Die Arbeit ruht vollständig. An die Kollegen, die gegenwärtig arbeitslos find, richten wir nun die dringende Bitte, diese gericht. Es läge doch ein Strafantrag vor, über den zu ver- dazu, Gesunde und Krante wegzuschaffen, und erstere in Baracken Baustelle zu meiden. Weiter machen wir darauf aufmerksam, handeln sei, denn Herr Menger habe sich nur falsch ausgedrückt unterzubringen. Es wurde dann eine fogenannte Desinfektion daß heute, Mittwoch, abends 8 Uhr, zwei große öffentliche Ver- und in Wirklichkeit gemeint, er sei beleidigt worden. Mit dieser vorgenommen, die von der einheimischen Presse der schärfsten fammlungen abgehalten werden, eine bei Mertens, Friedrich- Frage hatte sich am 18.. Wiai das Kammergericht zu beschäftigen, Sritik unterzogen wurde und deren Eigenschaften jetzt durch die straße 236, die andere in Joel's Festsälen, Andreasstr. 21. das auch die Revision für zulässig erklärte, sonst aber dem Spruch weiteren Erkrankungen beleuchtet werden. Referenten sind Gustav Keßler und Bruno Pörsch. der Strafkammer beitrat. Nächstens wird nun das SchöffenKollegen, agitirt für guten Besuch dieser Versammlungen! Die gericht über die Angelegenheit abermals zu entscheiden haben. Lohnkommission. J. A.: W. Frißsch. Wegen vollendeter und versuchter Nöthigung hatte sich Ein schenkliches Verbrechen wurde in der Nacht zum An die Maurer Deutschlands! In der Voraussetzung, Emilie Bleck zu verantworten. Im Februar d. J. fiel einem höheren stadt verübt. Ein Kutscher des Ostravorwertes fand in einem der Koch Otto Oppermann und dessen Braut, das Dienstmädchen 18. Mai zu Dresden in der Nähe des Ostragutes in Friedrichsdaß die Mehrzahl der organisirten Kollegen darüber informirt ist, Beamten ein Brief in die Hände, welcher an seine von einem Saatfelde den Leichnam eines etwa 20 Jahre alten Mannes. in welcher Stellung wir uns gegenwärtig befinden, richten wir an schweren Nervenleiden geplagten Frau gerichtet war und die Der Kopf des Getödteten wies mehrere Messerstiche auf. Der Euch die dringende Bitte, uns in unserm Kampfe um Verkürzung der Unterschrift des Angeklagten Oppermann trug. Der Inhalt des Stich in der Nähe der rechten Schläfe hatte den Tod des UnArbeitszeit von 10 auf 9 Stunden moralisch zu unterstüßen, moralisch Schreibens war für den Beamten unverständlich, er erfah nur glücklichen jedenfalls auf der Stelle herbeigeführt. in der Beziehung, daß Ihr alle Euch zu Gebote stehenden Mittel daraus, An dem anwendet, um uns vor Zuzug Indifferenter zu bewahren, der versuchs werden sollte. daß seine Frau das Opfer eines Erpressungs- Störper des jungen Mannes hatte der Mörder eine Verstümmelung jedes Jahr nach Pfingsten, was auch dieses Jahr der Fall sein die Kranke, daß sie seit geraumer Zeit in schwerer Unruhe ge- erinnerte. Der Ermordete ist der 20 jährige Töpfer Max Koch Auf sein Befragen erzählte ihm vorgenommen, die an die Schandthaten des Londoner Jacks ivird, in eminentem Maße hier eintrifft. Kollegen, unsere Stellung halten werde. Oppermann sei der Bräutigam ihres Dienst- aus Mügeln. Die gerichtliche Sektion ergab als Todesursache ist gut und wir werden dieses Jahr, wenn jeder in betracht mädchens Bleck und vor längerer Zeit mit der Behauptung auf- Erstickung; eine Verstümmelung erfolgte nach eingetretenem Tode. tommende Kollege seine Pflicht thut, den Neunstundentag auf getreten, daß sie sich einer Anstiftung zum Diebstahl schuldig ge= der ganzen Linie erringen, was für die ganze Kollegenschaft macht habe, indem sie gelegentlich eines Aufenthalts in der zu melden: Der„ Reichshund Tyras", bekanntlich ein Geschenk Tyras. Eine Lokalkorrespondenz weiß folgende Neuigkeit Deutschlands gewiß von größter Bedeutung ist. Es steht fest: Sommerfrische ihrem Mädchen den Auftrag gegeben habe, aus Raiser Wilhelms II. an den Fürsten Bismarck, ist an Altersfiegen wir, so ist dem Neunstundentag in unferem ganzen Ge- dem Walde etwas Holz zu holen. Sie wisse zwar nichts davon, schwäche gestorben. Der Fürst hat dem Kaiser telegraphisch Mitwerbe der Weg geöffnet. Wir appelliren nochmals an Euer aber durch die Drohung, Anzeige erstatten zu wollen, sei sie doch so theilung von dem Ableben des Thieres gemacht. Der Hund ist Solidaritätsgefühl: Haltet den Zuzug fern. Hoch der Neuns eingeschüchtert worden, daß sie sich schon einmal zur Hergabe eines auf der Höhe begraben worden, wo die Hirschgruppe steht. stundentag! Hoch die Solidarität der deutschen Maurer! Mit Schweigegeldes habe bereit finden lassen. Jezt trete Oppermann Gruß und Handschlag mit neuen Ansprüchen hervor. Der Beamte schrieb an Oppers Die Lohntommission der Maurer Berlins. mann und ging zum Schein auf dessen Forderung ein. Bei J. A.: W. Frisch. Alle arbeiterfreundlichen Blätter bitten wir um Nachdruck. findungssumme von 1000 M., die er gebrauche, um heirathen zu einer Zusammenkunft forderte Oppermann eine einmalige Abtönnen. Jetzt erstattete der Beamte Anzeige. Im Termine tam zur Sprache, daß die Bleck auch einen ihrer früheren Dienstherren bezichtigt hatte, sich in moralischer Beziehung gegen fie Eine sehr gut besuchte Versammlung der Parquet vergangen zu haben. Dennoch wurde die Angeklagte Bleck freibodenleger fand am Sonntag Bormittag bei Zubeil, Linden- gesprochen, da zu ihren gunsten angenommen wurde, daß sie ein straße 106, statt. eß berichtete über den Stand des Streits. willenloses Werkzeug in den Händen ihres Bräutigams gewesen. Bewilligt haben bis jest folgende Firmen: Rooch, Bangemann, Dieser wurde zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Kuhnert u. Köhne, Schramm, Stelmatcert, Wildt u. Stein in P. S. Wir haben erst kürzlich an dieser Stelle mitgetheilt, Bob Kneebs, dessen Prozeß wegen der Traberstute, Bethel" daß das Rathhaus bis zur Attika des dritten Stockwerks 27 m Rigdorf. Bei diesen Firmen arbeiten insgesammt 70 Leger, also noch in frischer Erinnerung steht, und der seit seiner Verurtheilung hoch ist und daß der Thurm 74 m mißt. Versammlungen. ortièren Restbestände Pa 2 bis 8 Chals, à 2,50, 3, 4, 6 bis 15 Mark. Probe- Chals bei näherer Angabe franco zu Diensten. mit Portièren- AbPracht- Katalog bitbungen gr. u. fr. Teppich Emil Lefèvre, Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Milchkübel, Kannen, Satten, Dezimal- u. Tafelwagen Jordan, Kleine Markus- Straße Nr. 28 Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahnziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Lausitzerplat 2, Elsafferstr. 12 Hochmoderne Capes vertauft 50 pct. billiger um zu räumen, nur nachmittags von 4-7 Uhr. 14316 Arbeitsstube Prinzenstr. 46 H. r. I. Destillation, Restauration anderer Unternehmungen halber sofort zu jedem annehmbaren Preise zu vertaufen. 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Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Große Gesangsposse. Apollo- Theater und Concert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. in der Viktoria- Brauerei statt. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung Eintritt 50 Pf. binder Verband der Möbelpolirer. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß Herr Just, richt, daß unser lieber Sohn, der Buch- Blumenstr. 30, den Abzug nur halb retour genommen hat; ferner werden hiermit die Herrn F. Schöneberg, am 18. d. Mts. am Herzschlag ver- St. Nowack und Amtenbring, welche daselbst die PolierDie Beerdigung findet am Donners arbeit verrichten, ersucht, heut Abend 8 Uhr, bei Wilke, tag, den 21. d. M., nachmitt. 5 Uhr, Andreasstr. 26, zu erscheinen. storben ist. Paul Thieman von der Leichenhalle des St. ElisabethKirchhoses( Prinzen- Allee) aus statt. Die tiefbetrübten Eltern H. Ruppe und Frau. Danksagung. 1496b Theilnahme bei der Beerdigung meines Für die vielen Beweise der Liebe und in lieben unvergeßlichen Mannes Karl Daselbst ist jeden Mittwoch Abend Ausgabe der Bibliothekenbücher. Der Vorstand. Sonntag, den 24. Mai( 1. Pfingstfeiertag), Schneider's Gesellschaftshaus, Belforterstraße 15: 5. Stiftungsfest jämmtlichen Kollegen und Kolleginnen Fröhlich ſage ich dem Geſangverein und des fozialdem. Lese- u. Diskutirklubs der deutschen Hutfabrik, insbesondere Herrn Manasse meinen aufrichtigsten Dant. Wittwe Franziska Fröhlich. Johann Jacoby. Zur Aufführung gelangt: ,, Sein Jubiläum." Ein Bild aus dem Boltshumoristen Herrn Lewandowsky und der Geschwister Groselli, Original Danksagung. 14895 Duettisten, und anderer bewährter Kräfte. Nach der Vorstellung: Für die vielen Beweise herzlicher Duettisten, und anderer bewährter Kräfte. O Tanz. Handwerkerleben in einem Aufzuge von Ernst Preczang; sowie Auftreten des Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um geneigten Zuspruch bittet Theilnahme, sowie für die reichen Blumenspenden bei dem Begräbniß meines lieben, unvergeßlichen Mannes, Anfang 6 Uhr. unferes guten Vaters, des Lackirers Julius Saar, sage ich allen Verwandten, Kollegen, Freunden und Befannten, auch dem Musikverein Paukenschwengel meinen innigsten Dant. Die trauernde Wittwe nebst Töchter. Danksagung. 14936 Eintritt 30 Pf. Das Komitee. Schweizer Garten Für die überaus vielen Beweise eröffnet die Haupt- Saison herzlicher Theilnahme und für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unferes unvergeßlichen Sohnes und Bruders Rudolph Mollenhauer sagen wir hiermit allen Verwandten und Bekannten, dem Verband aller im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter und dem Disfutirklub unseren tiefgefühltesten Dank. Frau Auguste Mollenhauer u. Kinder. Die ausgesprochene Beleidigung gegen Frau Liersch, Thaerstr. 42, nehme ich zurück. Bertha Diefing, Weidenweg 33. Puhlmann's täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. 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Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Südostschule, Waldemarstraße 14: Geschichte.( Neuere Geschichte von der 175, Galvaniseure 45, Graveure und Biseleure 28, Former 1054, äußerten sich in demselben Sinne, und wurde beschlossen: In Kupferschmiede 10, Gießerei- Arbeiter 240, Heizer und Maschinisten anbetracht der guten Geschäftslage mit aller Energie die ge 15, Nadler und Drahtarbeiter 45, Gold- und Silberarbeiter 12, stellten Forderungen zur Durchführung zu bringen. 74. Sigung vom 19. mai, 11 Uhr. Monteure und Hilfsmonteure 52, Uhrmacher 39, Hilssarbeiter Am Ministertische: Dr. Bosse und Kommissarien. 1600, Arbeiter anderer Berufe 45, insgesammt 10 999 Personen. Charlottenburg. Am 12. Mai tagte hier eine gut besuchte Gingegangen ist von dem Landwirthschaftsminister Freiherrn Aufnahmen erfolgten im Januar 849, Februar 1586, März Bersammlung der Bauarbeiter, in der Genosse Görke über den v. Hammerstein eine Mittheilung betr. die Verpachtung 2550, in Summia 4985, im ganzen Jahre 9837 Personen. Zweck und Nuken der Gewerkschaftsorganisation sprach. In der des Bernstein Regals an die Firma Stantien u. Becker in Skönigsberg und den Strafprozeß wider den Fabri⚫ drei Monaten ihre Beiträge, im März allein 10 040 Mitglieder. Die Aufnahme der Mitglieder geschieht durch den Kassirer Im Durchschnitt zahlten 8170 Mitglieder in den letzten Diskussion wurde allseitig zum Anschluß an die Organisation aufgefordert und eine dementsprechende Resolution angenommen. tanten Westphal in Stolp. Ueber die Frequenz des Arbeitsnachweises berichtete Litfin. Vom Auf der Tagesordnung steht der Bericht der Budget- 1. Oktober 1895 bis 31. März 1896 ließen sich 1585 Mitglieder Röttger, Leibnitzstr. 3. tommission über den Antrag Kruse Martens betr. die Medizinalreform. gegen 1196 im voraufgegangenen Sommerhalbjahr als arbeitslos Die Kommission beantragt: Die Regierung zu ersuchen, dem eintragen, und zwar: 306 Klempner, 111 Rohrleger, 73 Rohrleger- Reformation bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der EntLandtage baldigst einen Geseßentwurf vorzulegen, der eine den helfer, 302 Schlosser, 118 Dreher, 71 Mechaniker, 170 Gürtler, widelung des Sozialismus und der politischen Parteien Deutschlands) Herr 80 Drücker, 39 Former, 64 Schleifer, 250 Hilfsarbeiter. Ver- Dr. 6. Pinn. Nordschule, Müllerstraße 179 a: Deutsch.( Literatur jetzigen Ansprüchen der Gesundheitspflege entsprechende Redes neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. Die organisation der Medizinalbehörden in allen Instanzen herbei- angt wurden im gleichen Zeitraum 724 Personen gegen Schulräume sind zur Benuzung der Bibliothet und des reichhaltigen Zett747 Personen im vorausgegangenen Sommerhalbjahr. Verschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. führt. wurden: langt 211 Klempner, 55 Rohrleger, 45 Helfer, Abg. v. Waldow( t.) hat gegen die früher geäußerten 147 Schlosser, Lese- und Diskutirklubs. Mittwody. JohannJacoby, bei Friz 44 Dreher, 24 Mechanifer, 44 Gürtler, Sießte, Schweb terstraße 33. Gesundbrunnen, abends 8% Uhr, bet Wünsche der Antragsteller nicht unerhebliche Bedenken. Er bittet 27 Drücker, 23 Schleifer, Gleichheit, abends 8% Uhr bei Stramm, und 28 Former 77 Hilfs Haferland, Bell ermannstr. 87.Die Regierung, namentlich bei einer gesetzlichen Regelung dieser arbeiter. Das Angebot der Arbeitskräfte überstieg die Nachfragetterstraße 123; eine, mine by be up, in a theaterGinigteit, abends 8% Uhr Zeige, Triftstr. 1. Materie das Land nicht nach der gleichen Schablone zu behandeln um 45%/ 3 pet. gegen 37 pct. im voraufgegangenen Sommerhalb- und Leseklub Morgenroth, abbs. 9 Uhr, im Reſtaur. Diete, Lothringerftr. 67. Sozialdemokratischer Agitationstfub Osten, abends 8% Uhr, bei Jauer, jahr. Besetzt wurden 405 Stellen. Von 1585 Mitgliedern, Abg. Kruse( natl.) erklärt, dem Antrage der Kommission welche im Arbeitsnachweis eingetragen waren, konnten nur Beſener. Fruchtstr. 52. Freigeist Artona, abends 8 Uhr, Artonaplat 3 bet Friedrich Engels Norden" alle Mittwoch Uhr bet zustimmen und zu gunsten dieses Antrages den feinigen zurück 251/2 pet. Arbeit nachgewiefen erhalten, während 741/2 pet. teine Obigo, Suffitenstr. 26. ziehen zu wollen. Arbeit erhielten. Insgesammt waren die 405 Kollegen, ehe sie in Neumann, Pasewalterfir. 3. Alle Wenderungen im Bereinstalender find zu Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Adolf Arbeit traten, 415 Wochen arbeitslos, und zwar: 1 Tag richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Mittwoch. Nebungs149 Kollegen, bis zu 1 Woche 131, bis zu 2 Wochen 59, bis zu funde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.- Siebesfreiheit 1, Wochen 33, bis zu 4 Wochen 19, bis zu 5 Wochen 6, bis zu 6 Wochen 4, Andreasſtr. 26, bei Witte. Norddeutsche Schleife, Melchiorftr. 15 bis zu 7 Wochen 1 Kollege, bis zu 8 Wochen 2 Kollegen, bis zu( Gemischter Chor), Rosenthalerstraße Nr. 57 bei Wernau. bei Stehmann. Unverzagt 1, Manteuffelfir. 9 bet Nowact. Freya I, Lorbeers 12 Wochen 1 Kollege; demzufolge war jeder einzelne von diesen tranz 1, Weinstraße Nr. 28 bei Späth. Deutsche Eiche 1, Echo 1, Pantow, Mühlen Abg. Dr. Langerhans( frf. Bp.) steht nach den gemachten der Arbeitslosigkeit hat sich demnach für die im Arbeitsnachweis maun- u. Herrfurth fraßen- Ecke bei Weiß.- Ginigkeit( Hutmacher), Resen405 Arbeitslosen im Durchschnitt 7 Tage ohne Arbeit, die Dauer Große Frankfurterstraße Nr. 133 bet Gold. straße, Störr'sches Gesellschaftshaus.- Gefangverein Arion III, Rigdorf, HerrErfahrungen der ganzen Sache sehr ffeptisch gegenüber, die Eingetragenen um 5 Tage verringert. Zur Ersaywahl des thalerstr. 12 bei Brüning. Allegro, Wrangelstr. 141 bei W. Schmidt. Forderungen sind seit 20 Jahren vergeblich geltend gemacht. Er Freiheit 1 Vorstandes schreitend, wurde zum ersten Vorsitzenden Litfin, walterstraße 3 bei A. Neumann. Bülowstraße 65 bei Richter. Steinnelte, PaseSüd- Ost, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwird dem Antrage Kruse zustimmen, der die Forderung der zum Rendanten Pezold, Kassirer für Osten Herbst, für wig.- Liedes luft, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freier Reform schärfer zum Ausdruck bringt. Norden Krebs, für Süden Gerstmann, für den Westen Männerchor Nord- West( früher Klempner) Moabit, Emdener- und Nachdem der Abg. Im Walle( 3) sich namens feiner poli- ippich gewählt. Zu Revisoren wurden Freythaler, Heß Siemensuraßen- Ede 14.-& upferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind a Appolonia, tischen Freunde für den Kommissionsantrag Rothe Schöneberg, aus: und Aß muß ernannt. Beyer( Lampenbranche), Meufing( Rohrleger), Rofenthalerstr. 57 bei Wernau. Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bet gesprochen, wird derselbe angenommen. Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Hermann- und KarlsgartenEs folgt die Berathung des Antrages der Abgg. Arendt Massalsch( Former) wurden als Beisitzer im Vorstand bestätigt, Mathies. Matengruß 3, Friedrichshagen, Rundund Genossen, die Staatsregierung zu ersuchen, im Bundesrath das Amt als Bibliothekare für die Norden- Bibliothek. Die gegen Felsenburg, Langestraße 65 bei Dwezarec. ebenso Joseph für Moabit. Spengler und Pieper übertrug man ftraßen- Ecke bei Hilpert. theil, bei Lerche. Unverdrossen, Lindowerstraße 26 bei Sachs. Vorwärts 7, Rummels= dahin wirken zu wollen, daß die von demselben unter dem wärtigen Streits betreffend beschloß die Versammlung den Streit burg, Göthe und Kantstraße Ecke bei Greinert Hoffnung 8, Freiheits. 4. März d. I. erlaffenen Bestimmungen betr. den Betrieb von bei der Firma Moosdorf u. Hochhäusler, weil die Plätze dort Brandenburg a. S Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. Bäckereien und Konditoreien nicht in Wirksamkeit treten. flänge 1, Stallschreiberstr. 29, 3um eichenen Stabe" bei Schöning. besetzt sind, auszuheben, von der Verhängung einer Sperre wurde arbeitergefangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn. SeegerAbg. Letocha( 3.) beantragt, diesen Gegenstand 0011 - Maiengruß 2, der Tagesordnung Abstand genommen. Den Streit bei der Firma Mix u. Genest scher Männerchor, Landsberger Allee 156 bei Göbel. abzusetzen. Derselbe betreffe Die Charlottenburg, Wallstr. 96 bet Beyer. Dämmerlicht, Zorndorfer= cinen Aktiengesellschaft erklärte man gleichfalls für beendet. sehr wichtigen Gegenstand der sozialen Gesetzgebung und weiteren sonstigen Streits santtionirte die Versammlung und munifation 16 bei Glafer. straße 17 bei Hoffmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger Kom Heimathflänge, Rcpenick, Rosenstr. 101 muthe dem Hause zu, die Staatsregierung zu veranlassen, werden die wegen Der Maifeier Gemaßregelten unter- bet Troppens. Männer Gefangverein Palme, Belten i. b. M. bet den Bundesrath zur zur Zurücknahme einer Verordnung stützt. Den Weiße Rose, Reinickendorf, Residensstr. 101 bei Malchin. im Ausstand befindlichen Bemlin. Formern Sangesbestimmen, welche dieser erst vor kurzem erlassen hat. Ueber Gießerei- Arbeitern wurden pro Woche aus Verbandsmitteln blüthen, Stralauer Platz 10-11 bet Poppe. Männer: Gesangverein Ziederlust, Adalbertstr. 21 bei Roll. Gleichheit, Schönhauser einen so wichtigen Gegenstand könnte bei einer so schlechten Be- 300 M. Unterstüßung gewährt. In anbetracht der sich jetzt im allee 185 bet Ramlow. Gesangverein Frohsinn II, Friedrichsberg, setzung des Hauses nicht verhandelt werden. weiteres die Differenzen mit den Unternehmern zu vermeiden, Ausstand befindenden Kollegen empfahl man, möglichst bis auf artenbergftr. 67 bei Lange. damit es möglich sei, die Ausständigen genügend unterstützen zu können. Drei beim Vorstand eingelaufene Unterstützungsgesuche wurden an denselben zur Untersuchung zurückverwiesen. Einigen früher ausgeschlossenen Mitgliedern gewährte die Versammlung auf Wunsch ihrer Werkstattkollegen die Aufnahme in den Verband. Ein Widerspruch wird gegen diesen Vorschlag von keiner Seite erhoben; derselbe ist genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Der Präsident beraumt die nächste Sigung an auf Dienstag, den 9. Juni, 11 Uhr, mit der Tagesordnung: Kleinere Vorlagen und Antrag Brodhausen betreffend die Besteuerung der Waarenhäuser. Schluß 12 Uhr. Versammlungen. und bewußt, Benghofstraße 8 bet Behlendorf. dantenstraße 15, Snoblauch's Bierhallen. Einig, Blumenstraße 32 bei Reich. Sängerchor der Maler, Komman Männer- Gesangverein 8 tel Arbeiter Gesangverein Arbeiter- Gesangverein Neue Bruderherz, Bernauer, straße 40-41 bet R. Boit.- Kreuzberger Harmonie, AdmiralSängerchor der Töpfer, ieue Friedrichstr. 44 bet Röllig.- Gesangverein der Buchdrucker u. Schriftgießer, Mixdorf u. Briz, Bergstraße 162 Lei Thomas.- Gesangverein Sangesluit I., Puttbuferftr. 30 bei Reimann.- Gesangverein Bruderbund, Usedomstr. 22 bei Fickinger. Gesangverein Treue, Mariannen- Ufer 2a, Restaurant Lurhof. Beit, Ewinemündetjaße 45 bei Stenter. fraße 18c bei möhring. Froh- Stunde, Rottbuser Ufer 57 bei Kinzel. 1 11 Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend.( Buschriften sind zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177c. Mittwoch: Geselliger Verein Brüderlich teit, Georgenfirchir 65 bet Späth. Verein het orit, Manteuffelstr. 95 bei Schulze. Theaterverein Broletariat, Naunynftr. 88 bei Stöhn. Rauchklub Rothe Fahne, Cuvryftr. 48 bei Liehs. Geselliger Verein Freundschaft, Zimmerftr. 89 Geselliger Verein Deutsche Eiche, Fürbringerstr. 7 bei bet Engel. Grothe. Mundharmonita== Verein Vorwäris, Kreuzbergstr. 12 bet Rothe. Theaterverein Nora, Admiralstr. 18c, Märkischer Hof. Verein Geselliger Bund, jeden 2. Mittwoch im Monat, bei Sommer, Verein Gesellige Brüder, Pallisadenstr. 20 bei Schäffer. Grünftr. 21. Musikverein Pautenschwengel, Oranienstr. iso bei Rautenberg." Etattlub Vorwärts, Schwedterstraße 28 bet Muchow. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwody. Arbeiter Gefang Verein Hoffnung, Friedrichsberg. Nebungsstunde abends 9 Uhr, Restaurant O. Schulze, Friedrich Karisſtr. 34. Gesangverein Lerche, uebungsst. abends 9-11 Uhr bei War Mörschel, Schönhauser Auee 28.- Gefang verein Normannia, abends 8 Uhr bei Wiele, Spandauer Brücke. Privat= Theatergesellschaft Seimath lust, 9 Uhr Sigung im Vereinslokal bei Lange, Tamen, abends 9 Uhr, Beughofstraße 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Witglieder. Alte Jatobstraße 96/97: Sigung mit Damen. im Restaurant Wohllebe, Orantenstraße 121. 1. Männer- Abtheilung Stromfir. 28. Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Theaterverein unitum, abends 9 Uhr bei Wiersdorf, Theaterverein Variété, Turnverein Fichte, turnt Mittwoch und Sonnabend Don 8 bis 3. Männer Abtheilung turnt Mitt10 Uhr, Turnhalle Friedenstraße 37. und Sonnabend Abend Don 8-10 Uhr, Turnhalle Böchstr. 27 woch 2. Lehrlingsabtheilung turnt Mittwoch u. Sonnabend 8-10, Staligerstr. 56-57 Vereinigung der Turnfreunde. Mittwochs und Sonn von 8-10 Uhr abends int ber Turnhalle abends, Turnen Arbeiter Turnverein( Adlershof, Demminerſtraße 56-57. jeden Mittwoch und Sonnabend von 8 bis 10 Uhr bei Wöllstein. Berliner Radfahrerverein Solidarität". Sigung jed. Mittwoch nach dem 1. und 15. im Monat, abends 9 Uhr, Restaurant Bergener, Annenstr. 16. Geselliger Verein Unter uns, Sigung 8 Uhr bet Fischer, Beusselstr. 66. Musikdilettanten- Verein Preciosa abends 8½ uhr bei Einer öffentlichen Stuckateurversammlung, die am Sonntag bei Ebert in der Kommandantenstraße tagte, lag die Begutachtung eines Lohntarifes ob, der von den Vertretern der Gehilfen und Meister vereinbart war. Die Durchführung eines In der Freien Vereinigung der Bauarbeiter sprach vordem von der Gehilfenschaft aufgestellten Tarifes scheiterte an am 10. d. M. Krens- Hamburg in einem beifällig aufgenommenen der ablehnenden Stellung der Prinzipale. Ein vo11 Vortrag über die Ziele der Gewerkschaftsbewegung. Die Dis- der Meisterschaft aufgestellter Tarif mußte von der kussion, an der sich Werner, Wallenthin und Gaßmann be Gehilfenschaft als unannehmbar verworfen werden. Cin theiligten, bewegte sich im allgemeinen zustimmend zu dem Referat. leitend gab Marker, Mitglied der Gehilfenkommission, Die nächste Sigung findet am 14. Juni bei Wilke, Andreas- einen kurzen Ueberblick über die äußerst schwierigen Verstraße 26, statt. handlungen, die zur Festsetzung des Tarifs führten. Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Der Tarif felbst entspreche seinen Wünschen nicht, doch sei Arbeiter Berlins und der Umgegend hielt am 11. Mai seine unter den obwaltenden Verhältnissen nicht mehr zu erlangen. ordentliche Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tages- Vorläufig sei eine Grenze bei der Bezahlung geschaffen, unter ordnung wurde der seit letzter Generalversammlung verstorbenen die nicht mehr hinuntergegangen werden darf. Selbstverständlich Kollegen Martens, Hanisch, Gruß, Bloch, Gentsch und Badewitz seien die Stuckateurgehilfen, die gegenwärtig schon höhere Preise in üblicher Weise gedacht und deren Andenken durch Erheben erhielten, wie der vorliegende Minimaltarif besagt, verpflichtet, von den Plätzen geehrt. Hierauf wurde der Jahresbericht über darüber zu wachen, daß ihnen keine Abzüge gemacht würden. Der die im fünften Geschäftsjahr vom 1. April 1895 bis 31. März Redner ergeht sich sodann in fachmännischen Auseinandersetzungen 1896 innerhalb der Organisation entwickelte Thätigkeit erstattet. Die der einzelnen Positionen und erklärt, daß eine Reihe von Punkten Organisation hat im letzten Geschäftsjahr bedeutendere Fortschritte eine Verbesserung der Zustände vor dem 20. April bedeuten. In gegen die Borjahre gemacht. Die Mitgliederzahl ist von 5615 im Vor der Diskussion machte sich eine heftige Opposition gegen die Anjabre auf 10 999 gestiegen. Zugleich sind aber auch die Anforderungen erkennung des Tarifs geltend. Der Vorschlag, denselben abzuan die Organisation bedeutend erhöht, sodaß es Pflicht der Wlit- lehnen, wurde mit lebhaftem Bravo beantwortet, während man gliet er ist, in immer weitere Kreise der Metallarbeiter die Befürwortern des Tarifs nur mäßig zustimmte. Eine Resolution, Agitation für Anschluß an die Organisation zu tragen. Es die die mühsame Thätigkeit der Kommission anerkennt, den vorfanden im letzten Geschäftsjahr 4 ordentliche und 2 außerordent- liegenden Tarif verwirft, dagegen den 96er Gehilfentarif anliche Generalversammlungen, 1 beschließende Versammlung, 33 Bezirks- erkennt, und überall da, wo am Sonnabend nicht danach bezahlt und 42 Brauchenversammlungen, sowie 51 Werkstattsizungen statt; wird, verpflichtet, die Arbeit sofort niederzulegen, wurde eben- Geisler, Jenn- und Tegelerstraßen- Gae, uebungsstunde, Aufnahmen. nebenbei hatte man noch verschiedene kleinere Werkstattsigungen falls zur Debatte gestellt. Die Diskussion nahm wiederholt einen musit- Dilettanten- Verein orbische klänge, bet denter, Swinemünder= Schwimmverein Nord, abgehalten und belief sich die Zahl der Vorstandssigungen auf 27. recht erregten Verlauf. Grüneberg, Kommissionsmitglied, griff firaße 45, Uebungsstunde von 8 bis 11 Uhr. abends 7% Uhr Admiralsgartenbad, Friedrichstr. 102, ilebungsstunde. Ge In einer ganzen Reihe von Werkstätten kam es zu Differenzen noch einmal energisch in die Debatte ein und theilte darauf mit, daß ſelliger Verein Anna- Marte, abends 9 Uhr, im Restaurant Roll, AdalbertStatflub Die Lustige 8wölf, im Restaurant Ruhlmit den Unternehmern, welche in 13 Fällen zur Arbeitseinstellung bis Donnerstag 22 Firmen diesen neuen Revers unterschrieben straße 21, Sigung. Gtattlub 50, 8% Uhr Sigung bei Fechner, Wiener= führen, in 9 Fällen war es den Arbeitern der bertreffenden hätten. Marter theilte mit, daß sich ungefähr 60 Prinzipale Andree, Chorinerfir. 63. firaße 50. Etattlub Pique Golo, abends 9-12 Uhr im Lotal det Werkstatt möglich, in Verbindung mit dem Vorstand die Diffe zusammengeschlossen haben, mit dem Prinzip, den Gehilfen unter Serru Gichmann, Neue Hochstr. 28.- Stattlub Treff, Frankfurter Allee 90 Kraft- und Artistenflub Eiche, Mittwochs von 9-11, Sonnrenzen zu gunsten der Arbeiter zu erledigen. Die im August teinen Umständen mehr als der Tarif besagt, zu gewähren. bei Babel. jedes Geschäft einen tags von 11-1 Uhr, bei Augustin, Kastanien- Allee 11. Artisten und vorigen Jahres ins Leben gerufene Metallformer Bewegung Außerdem sei bekannt, daß sich Stingsport Verein Vereinte raft. Mittwoch abends von 9-11 Uhr, Leute halte, die bereit sind, die Streifenden wurde, infolge der guten Organisation der Former im Verband, Stamm Sonntag vormittags 10-11% Uhr bei Herrath, Plan- Ufer 920.- Vergnügungs Währenddem war dem verein Fortuna, abends 8% Uhr, Sigung bei Stübet, Friedenstr. 74. ohne nennenswerthe Opfer zum Vortheil der Former geregelt. bei jeder Gelegenheit zu ersetzen. eine zweite Resolution Musikdilettanteneingereicht, die besagt, Theaterverein ariete, bet Weigt, Wartgrafenſtr. 87. Die Metalldrücker hatten in einer Reihe von Werkstätten Bureau die Versammelten Verein se natsch, abends 9 Uhr bei Steffens, Stolbergerstr. 2, Vereinsabend. beiden von Kommissionen die Forderung auf Einführung der neunstündigen Arbeits- daß Propfenverein Nord- Ost. Jeden Mittwoch bei A. Vogel, Glbingerstr. 9. bis fie Bauchtlu h Grüne Quaste, abends 9 Uhr bei Schwarz, köpezeit durchgesetzt, ebenso die Klempner, Schraubendreher, ausgearbeiteten Tarif so lange anerkennen wollen, Orientalischer Rauchtlub, abends 9 Uhr, Reichen= Echnitt- und Stanzenbauarbeiter und Mechaniker, letztere befinden energisch dagegen Front zu machen im stande sind und einen nicerfir. 121 a. Rauchtlub Frisch gewagt, abends 9 Uhr bet sich augenblicklich noch in der Bewegung. Die Unterstüßung von der Gehilfenschaft ausgearbeiteten Tarif erkämpfen können. Die bergerstr 24 bei Tauschte. F. Rockendorf, Posenerstr. 5. Stauchttub stoochloch, Admiralstr. 38 im Rauchtlub Ohne 8 wang, Weinstr. 28 bet fireikender Verbandsmitglieder erforderte in diesem Jahre die hierauf vorgenommene Abstimmung ergab die Annahme der zuletzt testaurant abends 9 lhr. Summe von 13 650 M. Rauchflub Die Dampfenden, Langestr. 24 bei Jeratsch. Hieran Späth. An 35 Gemaßregelte, welche wegen erwähnten Resolution mit großer Stimmenmehrheit. Die Ver- Rauchflub Humoristische Pfeifenbrüder, abends 9 Uhr bei Salzihrer agitatorischen Thätigkeit entlassen wurden, zahlte der Verein schloß sich die Annahme folgenden Antrages: wedel, Klosterstr. 83. Rauchtlub Schmotes Werte, jeden Mittwoch Rauchklub Abguß I von 9 Uhr ab bei Nawrott, Martus1650 M. Unterstützung. Zur Unterstützung anderer im Streit sammelten verpflichten sich, ihre Beiträge zum Unterstützungs- Krautjiv. 39. Rauch tlub Einfach, jeden mittivoch Manteuffelsur. 5 bei Bier befindlicher Gewerkschaften verausgabte man 1700 M. Vierzehn fonds vom 20. April an bis heut( 17. Mai) innerhalb 14 Tage fraße 23. Verbandsmitgliedern wurde Rechtsschutz gewährt, der 450 M. voll zu begleichen, und dafür zu sorgen, daß die Säumigen ihre baum, Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Kosten verursachte. Für die Bibliotheken hatte man 865 M. für Pflicht erfüllen." Einem weiteren Antrage, einen wöchentlichen Bereinstalender find zu richten an Otto Schulz, Kottbuserdamm 72. Wittwoch: Neuanschaffungen verwendet. Durch den Tod verlor die Dr Beitrag von 50 Pf. zum Unterstützungsfonds weiter zu erheben, artona, Stalizerstr. 41 bei Nichter.- Gemüthlichteit I, Admiral- Gemüthlichkeit II, Faltensteinstr. 7 bet Zum Schluß erging an die nachstraße 18 bet Bergemann. Trittelwiz. ganisation 24 Mitglieder und mußten 7 Mitglieder ausgeschlossen wurde ebenfalls zugestimmt. Sumatra Güd On, Liegnizerstr. 18 bei Manegold. werden. Die Gesammteinnahme im letzten Jahre belief sich auf außerhalb Reisenden der Rath, sich darauf erst einzulaffen nach aldesgrün, Forsterfir. 22 bei Stunze. Congo II, Wienerstr. 44 bei - Virginia, Admiralstraße 21 bet Schnieber. Frei Weg. 36 989,10 M., die Ausgabe auf 29 275,77 M.; verblieb ein schriftlicher Abmachung und Zustellung des nöthigen Reise- Schmidt. Schöneberg, Marsir. 7 bei Müller. Fidele Raucher, Rixdorf, May= Neberschuß von 7713,33 M., der Gesammtkassenbestand betrug geldes. bach- Ufer 3 bet Schmot. Edelweiß, Mirdorf, Kottbuser Damm 105 bet Ende März 26820,34 M. Nach Erledigung des Geschäftsberichtes In einer öffentlichen Schuhmacher Versammlung, die Peters. Granate, Forsterstr. 40 bei Tujuntte. Arbeiter Stenographenverein Eintracht, Unterricht und Uebungss erstattete der Rendant den vierteljährlichen Kaffenbericht vom am Montag in Marten's Saal tagte, berichtete Hammacher, nach 1. Januar bis 31. März 1896. Einnahme Januar 3402,80 M., dem er einen Ueberblick über die allgemeine Lage des Schuhmacher Ausgabe 1137,89 M.; Einnahme Februar 4089,40 M., Ausgabe gewerbes gegeben, über den Stand der Lohnbewegung. Danach 6772,04 M.; Einnahme März 4890, M., Ausgabe 4589,13 M. haben bis jetzt 27 Geschäfte mit 196 Gehilfen die Forderungen Der Rendant wurde hierauf entlastet. Die Mitgliederstatistit bewilligt, während in 27 Geschäften mit 304 Gehilfen von Klempner denen aber viele Berlin verlassen haben gestreift wird. Wenn ergab folgende im Verband vertretene Branchen: 975, Rohrleger 156, Rohrlegerhelfer 44, Schlosser und auch der Streit schon länger als drei Wochen dauert, so ist es Maschinenbauer Eisens 2208, und Metalldreher 1105, nach Ansicht des Redners bei einiger Energie doch noch möglich, Schrauben und Façondreher 523, Schmiede 187, Mechaniker, die gestellten Forderungen durchzusetzen. Um dies zu erleichtern, Optiter, Instrumenten- und Büchsenmacher 623, Gürtler 1110, sollten aber die streikenden Kollegen nicht all zu sehr die Meister, den 20. Wiat 1596, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Vereinslotal Gelboießer 100, Metalldrücker 316, Schleifer 297, Schnittarbeiter welche bewilligt haben, um Arbeit bestürmen. Mehrere Redner Kommandanten- Garten, Kommandantenfir. 10/11. den " = 1 funden abends 8½ Uhr in den Reſtaurants Owczaret, gangejtr. 65 und Seidler, Ratiborstraße 16. Roller'scher Stenographenverein Pionir. suffitenfir. 9, Diestaurant Stausch, abends 8 Uhr, Unterricht und FortGerman- American Klub ,, Uncle Sam"( established 1892). 9 o'clock p. m Wallstrasse 57. Ladies und Gentlemen welcome. German American Society. Berlin C., Münzstr. 17, at Frieboes bildung. Restaurant, 9 o'clock p. m. Topic: Relations of women to crime." Theater- und Vergnügungs- Verein Helgoland. Abends 9 Uhr, Ackern. 144, Sizung. Gäste willkommen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Metallarbeiter Am Mittwoch, den 20. Mai, abends 82 Uhr: 3öffentl. Versammlungen im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8, Referent Paul Litfin; im Märkischen Hof, Admiralstraße 18e, Referent W. Pätzel; in Henke's Salon, Naunynstraße 27, Referent Otto Naether. Zages Ordnung: Der Stand der gegenwärtigen Lohnbewegungen der Metallarbeiter und unsere weiteren Maßnahmen. Zahlreiches Erscheinen nothwendig! Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto aether, N., Antlamerstraße 44. 282/8 Deffentliche Versammlung Achtung! der Holz- u. Bretterträger, sowie Brettschneider Muffinstrumenten- Arbeiter! Am Sonntag, den 17. d. M. ver starb plöglich der Kollege Georg Ballnus, Berlins und Umgegend 286/6 am Donnerstag, den 21. Mai, abends 8½ 1hr, in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29. im Streit bei Klingmann u. Komp. Die Beerdigung findet heute, Mitt woch, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die Lohukommission der Berliner Musikinstrumenten- Arbeiter. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tabalarbeiter Deutschlands. Oertl. Verwaltung Berlin I. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: Tages- Ordnung: OVERO 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches und 292/1 pünktliches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Achtung! 4. Wahlkreis! Achtung! Montag, den 25. Mai( 2. Pfingstfeiertag), morgens 4 Uhr: Gr.Pfingst- Frühkonzert arrangirt von Mitglieder- Versammlung. Varteig enoffen des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1896. 2. Anträge zur Generalversammlung in Altenburg. 3. Wahl eines Delegirten zu derselben. 4. Verschiedene Kassens angelegenheiten. 189/11 Die Mitglieder werden bei der Wichin den Lokalen: Ostbahn- Park, Rüdersdorferstr. 71, unter Mitwirkung des Ihn'schen Gesangvereins", Brauerei Stralau in Stralau, tigkeit der Sache ersucht, zahlreich zu unter Mitwirkung der Gesangvereine Borax, Edelweiß, Collegia und Treue, erscheinen. Die örtliche Verwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Berband. Deutscher Porter. ( Zahlstelle Berlin.) Heute, Mittwoch, den 20. Mai, abends 84 Uhr, bei Deffert u. Malzkraftbier 1. Ranges. Cohn, Beuthstr. 21/22( großer Saal): Vertrauensmännerversammlung sämmtl. Bezirke Tages Ordnung: 1. Die Lohnkämpfe in unserem Gewerbe. 2. Verbandsangelegenheiten. 284/8 Die Kollegen werden ersucht, darauf zu achten, daß aus jeder Werkstatt ein Vertrauensmann erscheint. Die Ortsverwaltung. Derband aller in der Metallindustrie besch. Arbeiter Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 21. Mai 1896, abends 8 Uhr: Branchenversammlung der Drücker in Cohn's Festsälen, Benthstraße 2122. Tages Ordnung: 278/20 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Diskussion. 3. Die gegenwärtigen Streits. 4. Berbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen, sowie um die weiteste Verbreitung dieser Anzeige ersucht Der Borstand. Brauerei Burghalter, Potsdam, gegr. 1736, befond. f. Blutarme, Brustfr., Bleichs., Wöchn., fowie der musikalischen Clowns Gebrüder Marcelli. Von früh 5 Uhr ab im großen Saale: Tanz. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. 216/10 Billets find an den bekannten Stellen zu haben. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vertrauensmann. Refonv. 2c. b. leicht Ostbahn- Park, Rüdersdorferstraße 71. bekömml., nahrhaft träftigite Bier.- it blutbildend, desh. bess. Gesichtsfarbe u. Gewichtszun. überrasch. 14 Fl. drei, 50 F1. zehn Mt. exkl. In Geb.( 1/4, 1/8, 1/16) 3. Selbstabz. wesentl. billiger. Allein. Verfandist. f. Berlin 1. Provinz: Porterfellerei Ringler, Berlin, Brunnenstraße 152. Nicht Flaschenzahl, Qualität entscheidet! Es ist kein Wunder wenn die Leute selbst aus den Vororten ihren Bedarf in Hosen Bans Stoff, Leder und 3 wirn der Achtung! Maurer. Achtung! Gormannftr. 2, 1Tr. Ordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 21. Mai 1896, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderstraße 27c( Englischer Garten). Zages Ordnung: 1. Bortrag über:" Der Kampf ums Dasein. Referent Th. Mehner. 185/12 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Alle Maurer sind hierzu eingeladen. Neue Mitglieder werden auf genommen. Diejenigen Mitglieder, welche noch Bücher von der Bibliothek haben, werden ersucht, dieselben abzuliefern resp. umzutauschen. Der Vorstand. Achtung! Putzer. Achtung! Donnerstag, den 21. Mai, abends 8½ hr, Grenadierstr. 38: Oeffentl. Versammlung der Bandeputirten der Putzer Berlins u. Umgegend. Ecke Rosenthaler u. Weinmeisterstraße beziehen. Die Leistungsfähigkeit dieser Firma ergiebt sich durch folgende Fattoren: Spezialgeschäft. 47278* Eigene Fabrikation, Keine Ladenmiethe. Bedeutender Engrosabsah. Verkauf nur per kaffe. Geringe Geschäftsspesen. Parteigenossen 14116 Freunden und empfehle mein Bigarren- u. Tabakgeschäft. Führe nur reelle Waare aus hiesiger Fabrit, dessen Inh. tarifmäßige Löhne zahlt. Otto Rasche, Reichenbergerstraße 160, nahe der Mariannenstraße. Kuchen! Kuchen! Zum bevorstehenden Feste in faum glaublicher Güte und Größe liefert die Bäckerei von Steinbach, Lichtenberg. Unter anderem: Gute, echt hausZagesordnung: Der Stand unserer Lohnbewegung. Wichtige Mittheilung. Die neu angefangenen Bauten werden ersucht, einen Ball- backene Napftuchen, über 4 Pid. schwer, deputirten zu wählen.[ 135/18] Die Lohnfommission der Buter Berlins. Achtung! Klempner Achtung! à 1,20 W.; Stollen desgl.; Sträufelfuchen ebenfalls über 4 Bfo. à 1,50 M. 2c. Verkaufsstellen sind: In Berlin in der Andreas- Martthalle Stand 128, in der Wedding- Halle im Stande der Frau Dwortoweli und in der Niederlage Die Vertrauensmänner- Sihung findet nicht wie bekannt Tilsiter u. Zorndorferstraßen- Ece. In am Mittwoch statt, sondern am Freitag, den 22. Mai, abends 8 Uhr, in Cohn's Festfalen, Beuthstr. 21, I, da am Mittwoch die 3 Versammlungen stattfinden; daselbst müssen alle Listen der Klempner abgerechnet werden. Ersuche die Kollegen, ihrem Vertrauensmann dies mitzutheilen. Vertrauensmann F. Zimmermann, Bücklerstr. 55. 282/9 Achtung! Bimmerer! Achtung! Donnerstag, den 21. Mai, abends 8, Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 21: Mitglieder- Versammlung der Beutral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Siz Hamburg), Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Tages- Ordnung: 259,9 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1896. 2. Bericht der Delegirten von der General- Versammlung zu Kaffel. 3. Gründung einer Filiale für Wedding Gesundbrunnen. 4. Bericht des Vorstandes und Neuwahl deffelben. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Charlottenburg: Donnerstag u. Sonnabend Vormittag auf dem Wochenmarkt in der Spreestraße u. Freitag auf dem Wittenbergpl.; in Schöne berg ebenfalls Donnerstag und Sonnabend auf dem Markte Gr. Görschen straße u. Winterfeldpl. In Nigdorf, Weißensee, Friedrichsberg und Rummelsburg auf den Abendmärkten, in Köpenick u. Friedrichshagen auf den entsprechenden Wochenmärkten. Montag, den 25. Mai( 2. Pfingstfeiertag), Morgens 4 Uhr: Grosses Früh- Konzert, arrangirt von den Parteigenossen des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises 216/9 unter Mitwirkung des Jhn'schen Gesangvereins u. s. w. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vertrauensmann. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Park. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Garten- Concert von der 24 Mann Barken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn P. Nimscheck. Kaffeeküche 3-5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier gratis. Volksbelustianngen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. H. Jmbs. Olympia- Riesentheater. Alexanderstrasse, Ecke Magazinstrasse. Heute zum zweiten Mal: Bolossy Kiralfy's ,, Orient." Grösstes Schaustück der Welt. Feenhafte Wasserschauspiele. Grossart. Scenerien. Circa 1000 mitwirkende Personen. In London 500 Mal hintereinander aufgeführt. Beginn des Garten- Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Morgen: 2 Vorstellungen. Nachm 5--7, abends 9-11 Uhr. Gewerbe- Ausstellung 1896. Spezial- Ausstellung KAIRO Von 7 Uhr abends ohne Gewerbe- Ausstellungs- Billet direkt v. Köpnicker Landstrasse u. v. Ausstellungs- Bahnhof zugänglich. Waffensammlung d. Chediwe. Ausstellungen egypt. Staatsbehörden. Salon bedeutendster Orientmaler. Hofkapelle des Chediwe in Uniform. Riesen- Arena: Monstreaufzüge v. ca. 500 Arabern etc. um 5 u. 81/2 Uhr nachm. Entree 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren Elitetag( Dienstag) 1Mk. die Hälfte. Dauerkarten: à 15 M. f. Erwachsene; Kinder unter 12 Jahren 8 M. Coscomoooo Berliner Gewerbe- Ausstellung 1896 M. J. Hahlo, Patentanwalt, Berlin NW., Karlstrasse 8. Pateninachsuchung und Verwerthung.[ 50149* Rath, Auskunft und Konferenzen hostenfrei. Erste Referenzen im In- u. Auslande. Mai bis Oktober. Deutsche Fischerei- Ausstellung Deutsche Kolonial- Ausstellung Kairo Alt- Berlin Riesenfernrohr Sport- Ausstellung * * Alpen- Panorama Nordpol Vergnügungspark. Warenhaus Wertheim Mohair- Jupons 2,25 u. 5,25 Mk, Batist- Blusen 1,30 u. 3 Mk. Seidene Taffet- Blusen 19,50 Mk, Ausserdem wird an diesen drei Tagen auf sämmtliche Jacketts, Capes u. Mäntel 3 besonderer Rabatt ein Nur für in Abzug gebracht. Tage giltig Sonnenschirme Ausnahme Treise Halbeden Qualit mit Stahlstock 3 u. 4,75 Mk. Mittwoch Donnerstag Freitag. Reinseidene Qualität, 20., 21., Frühjahrs- Preisliste kostenfrei. 22. Mai. einfarb. u. changeant 7 Mk., gestreift 8,25 Mk. 7 Mk., gestreift 8,25 Mk. Aus crème Köper 2,25 u. 2,70 Mk. 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Meine Lager umfassen folgende Artikel: Schuhwaaren, Herren- und Knaben- Garderobe, Cigarren, Weine und Spirituosen, Hüte für Herren und Knaben, Gardinen, Teppiche und Damenkleiderstoffe. Jacques Raphaëli, Berlin, der Brücke No. 2. An SpandauerRaucht Ben Anaty Cigaretten! Neues Adreß- Buch für Berlin und seine Vororte. 9219 020 Wie bereits bekannt geworden, hat sich die Firma W.& S. Loewenthal auf Grund einer mit mir getroffenen Vereinbarung entschlossen, das bisher in ihrem Verlage erschienene Adreßbuch endgiltig eingehen zu lassen. Das von mir herausgegebene„ Neue, Adressbuch für Berlin und seine Vororte" wird vom nächsten Jahrgange ab unter dem Titel: Adrehbuch fürs Berlin und seine Vororte erscheinen und auch unter diesem Titel den Grundsätzen treu bleiben, die ihm die Gunst und den Beifall des Publikums in reichstem Maße gewonnen haben. Eingedenk der hervorragenden Bedeutung eines so wichtigen Nachschlagewerkes werde ich es mir nach wie vor zur besonderen Aufgabe machen, das Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, welches numehr das einzige Adreßbuch der Reichshauptstadt ist, in jeder Beziehung zu vervollkommnen. Wie ich das Adreßbuch- Unternehmen im öffentlichen Interesse begonnen habe, so werde ich dasselbe auch unter steter Berücksichtigung der berechtigten Wünsche und Verbesserungsvorschläge des verehrlichen Publikums und der von Jahr zu Jahr wachsenden Entwickelung der wirthschaftlichen Verhältnisse und des Verkehrs der ReichsHauptstadt und seiner Vororte fortführen. So wird beispielsweise schon der im December d. J. zur Ausgabe gelangende Jahrgang 1897 bedeutsame Neuerungen aufweisen, die sicherlich den Beifall aller Interessenten erwecken dürften. Zuvörderſt werden die sämmtlichen, bisher in den gesonderten Einwohnerverzeichnissen der einzelnen Vororte aufgeführten Vorortsbewohner in den Einwohnernachweis Berlins aufgenommen werden. Diese Neueinrichtung ermöglicht es, jeden Vorortsbewohner, selbst dann, wenn man nicht weiß, in welchem Vorort der Gesuchte wohnt, in dem die Reichshauptstadt und die gesammten Vororte umfassenden Einwohnernachweis schnell und leicht aufzufinden. Außerdem wird für jeden Vorort ein besonderer, ausführlicher Gewerbenachweis eingerichtet. Diese Gewerbenachweise werden die Auffindung der in den Vororten wohnenden Gewerbetreibenden in gleich müheloser Weise ermöglichen, wie dies bezüglich der Gewerbetreibenden Berlins der Fall ist. Der Preis des Adreßbuches für Berlin und Vororte bleibt unverändert. Derselbe beträgt für das in einem Band dauerhaft gebundene Exemplar bei rechtzeitiger Vorbestellung wie bisher sechs Mark. Um aber auch den Wünschen Derjenigen entgegenzukommen, welche eine Theilung des Buches in zwei Bände vorziehen, wird das Adreßbuch auch in zwei elegant ausgestatteten Bänden zum Vorbestell- Preise von 8 Mark geliefert. Schließlich erlaube ich mir, darauf aufmerksam zu machen, daß der Nachtrag zum Jahrgang 1896 des Neuen Adreßbuches für Berlin und seine Vororte nunmehr fertiggestellt ist. Der mit größter Sorgfalt und Genauigkeit durchgearbeitete Adreßbuch- Nachtrag 1896 verzeichnet die seit dem Erscheinen der Hauptansgabe eingetretenen Wohnungs- und Personalveränderungen, insbesondere auch die April- Umzüge, und sichert dadurch dem Adreßbuche die Vorzüge der Vollständigkeit und Zuverlässigkeit bis zur Herausgabe des Jahrgangs 1897. Die Besitzer des. Neuen Adreßbuches erhalten den Nachtrag, welcher 25 Druckbogen umfaßt und elegant gebunden ist, unentgeltlich in der Hauptexpedition des„ Berliner Lokal- Anzeiger", SW. Zimmerstraße 40/41, sowic in dessen sämmtlichen Filialexpeditionen vom Freitag, den 22. Mai d. I., ab ausgeliefert. Berlin, den 20. Mai 1896. August Scherl, Begründer und Verleger des Berliner Lokal- Anzeigers und des Adreßbuches für Berlin und seine Vororte. டு, Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin,