Morgenausgabe Oonnersiag •fft � � � v.;srIt ■■ MM WTF E WWW M �* Auswärts ilS Pf. einschließlich 6OPf. Pq�ltzeimng». �JgB Hl H| HB Lk\ WM HM IM Hl WW A/|H 72 Ps.PoftdeliellgedLhnn. Ausland»-! ILJBN[ WW— HB MM MM IHM WD Ls. WM bH| f/ Die«Inipalt. Nonpareillezeil» Sil PI. Gdonnement 6,— iK. uro lffionot; füe DMMW I MW» �W �M �W �W MM �W �W �W VJ WW MM I // ZieNamezeUe S,— RM.„Kiew« Bn- Länder mit ermäßigtem Drucksachen- WM WM MM �M WW WW WW MM �M �M MM �W!W�»eigen" das seitgedruckle Wort 2S Ps. � �>> U M JEUl■■ WM/ Dw.Bonsärtt--r�heim mochemag- Hl�l �wI y/Wj i JfbS'nrtm V«rt 10?Jf. �ort�üb« ä�ää JB|L� � � V Ä>XH bÄr3Ä«S; «säk仕�irointw? a��ii�pia» Jentralovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbofs LS2— L97 Telegramm-Adr: Eosialdcmokrat Berlin. Curlius für gleiche Sicherheit. Aeußerungen in Wien. Wien, 4. März.((Eigenbericht.) Der zur Zeit hier weilende Reichsauhenminister Dr. C u r t i u s veranstaltete am Mittwoch in der Deutsche» Gesandtschast einen Dresseempsang, in dessen verlaus er sich über seinen Besuch in Wien und die deutsche Politik äusserte. Lurtiu» führte u. a. aus. daß dle Rcparalionsfrage nur durch gemeinsame Anstreogungeu aller Beteiligten gelöst werden könne. Das deutsche Volk sei zu jeder Mitarbeit an der tösung der Meltwirtschaftskrise bereit. Vor allem wolle es die wirts chastllchea Baude uad ockle übrigen Beziehungen zu dem öster- reichisck>en Brudervolk immer inniger gestalten. Deutschland fordere vom Völkerbund eine allgemeine Abrüstung, ohne die eine Zusammenarbeit der Völker nicht möglich sei. Das gleiche Recht aus Sicherheit sei für Deutschland nicht nur ein relalioer, sondern ein absoluter Begriff. (Schacht meint es ernst. Oer lleberhitler in Eiockholin. Die Telegraphen- Union stellt noch einmal nach Rückfrage bei dem Reichsbankpräsidenten a. D. Dr. S ch a ch t ausdrücklich fest, daß ihr Bericht über die Pressebesprechung Schachts in Stackholm am 2. März zutreffend gewesen ist. Die Auffassung, daß Dr. Schacht seine Bemerkung bezüglich der Kündigung der Reparationen(„w e n n er Diktator werden würde, so würde er vom an- deren Tage. 8 Uhr morgens, ab keinen Pfennig Re- parationen mehr zahle n'). sarkastisch oder scherzhast gemeint habe, ist irrig. Dr. Schacht hat diese Bemerkung ebenso wie sein« übrigen Ausführungen durchaus so ernst gemeint, wie sie wiedergegeben waren. Herr Schacht hat es ernst gemeint— die Frage ist nur, ob er nach seinen letzten Leistungen noch ernst genommen wirdl Ernst Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. gemeint oder nicht— schließlich ist es gleich: denn, daß er Diktator von Deutschland werden würde, ist eine unwirkliche Voraussetzung. Sollte es aber im Ausland noch Leute geben, die ernst gemeinte Worte von Herrn Schacht politisch� und wirtschaftlich bewerten wollen, so wäre es an der Zeit, daß die Reichsrcgierung bei Herrn Schacht anfragte, ob ihm ein Sanatoriumsaufenthalt auf Reichs- kosten nicht willkommen wäre. Hitlers bewaffnete Garden. Parole: nur nicht erwischen lassen. Der„Völkische Beobachter' veröffentlicht folgende Anordnung des„Chefs des Stabes' der Hitlerschen Bürgerkriegstruppe: Folgend« Stürme werden mit sofortiger Wirkung aufgelost: Sturm t. Ich Reservesturni, Sturm der SS., alle in Kassel. Grund: Es besteht der dringende Verdacht, daß mehrere SA.- und SS.-Männcr gegen den Befehl des Obersten SA.-Führers Adolf Hitler gehandelt haben. Sämtliche Schuldigen sind augenblicklich aus der Partei aus- zuschließen. Bei der Kasseler Polizei wurden vor einiger Zeit 47 Armee- pistolen und 10 000 Schuß Munition gestohlen. Die Waffen haben ihren Weg zu den Hitlerleutcn genommen. Nachdem die Sache ruch- bar wurde, will der Stab der Hitlergarden den Folgen zuvorkommen Waffenfunde bei Nationalsozialisten. Eschweiler. 4. März. Gestern nachmittag fanden bei verschiedenen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, Ortsgruppe Eschweiler. Haus- s u ch u n g e n statt. Es wurden Schußwaffen, größere M e n- gen Jnfanteriemunition und verschiedene Schlag- waffen gefunden und beschlagnahmt. Der Sturmführer der SA. und einige andere Nationalsozialisten wurden vorläufig festge- nommen, jedoch nach langen Vernehmungen durch die Landes- kriminalpolizei. die sich bis abends 10 Uhr hinzogen, wieder auf i .freien Fuß gesetzt. Postscheckkonto: BerIin37SZL.— Bankkonlo: BonkderArbeiler.Angestclllenund Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. DiSc-Gef., Tepost!cnk.,Jerulalemer Str. SS'6ö. Friede in Indien! Ein Triumph englischer Arbeiterpolitik. ' Seit ihrem Amtsantritt im Juni 1929 hat die englische Arbeiterregierung auf innerpolitischem Gebiete eme Reihe von Enttäuschungen, aber auf außenpolitischem Gebiete eine. Reihe von großen Erfolgen erlebt. In dem gleichen Augenblick, in dem sich die Lage in England ernst- hast zuspitzt, besonders infolge der liberalen Sabotage an der Gewerkschaftsvorlage, kann die Regierung Macdonold auf zwei bedeutsame Erfolge außerhalb des Mutterlandes hin- weisen: die F l o t t e n e i n i g u n g mit Frankreich und Italien ist perfekt und, was für das britische Weltreich von noch viel größerer Wichtigkeit ist, auch in Indien ist der Friede geschlossen. Die am Mittwoch besiegelte Einigung zwischen G h a n d i und dem Vizekönig I r v i n ist ein wahrer Triumph der Staatskunst der englischen Labourregierung. Noch vor einigen Monaten konnte es scheinen, als ob sich die Gegensätze zwischen der nationalistischen Bewegung in Indien und der britischen Macht so hosfnungslos zugespitzt hätten, daß nur noch ein Kamps auf Tod und Leben übrig bleibe. Unter Führung Ghandis war ein großer Teil des indischen Riesen- reiches in offenem Aufruhr gegen die britische Verwaltung. Der Kampf durch Boykott und Gesetzesübertretung wurde von Ghandi proklamiert, überall fanden blutige Krawalle statt. Tausende füllten die Gesängnisse, Hunderte fielen im Kampf, Zehntausende wurden verletzt, an den Grenzen gab es regel- rechte bewaffnete Aufstände. Mit einem Wort: die Zeit der riesengroßen, entscheidenden, gewaltsamen Auseinander- fetzung zwischen Großbritannien und seiner wertvollsten, un- entbehrlichsten Kolonie schien gekommen zu sein. Sie wäre zweifellos gekommen, wenn in diesem Augenblick eine k o n- s e r v a t i v e Regierung in London am Ruder gewesen wäre. Aber selbst in dieser kritischen Zuspitzung behielten Mac- donakd und sein Minister sür Indien, Wedgwood Venn, klaren Kopf. Sie hielten an dem Gedanken der„Kon- ferenzamrundenTis ch" fest, die sie versprochen hatten und die den Weg für die allmähliche Erhebung Indiens zu einem Dominion mit- weitgehender Unabhängigkeit ebnen sollte. Als Grundlage sollte der Bericht der Simon-Kom- Mission dienen. Der Bericht erschien, und er erwies sich als ungenügend, um einen positiven Erfolg der Konferenz zu er- möglichen. Kurz entschlossen schob Macdonald den Bericht beiseite und gab der Konferenz freie Hand. Auf der einen Seite tobten die konservativen Iingos, denen selbst der Simon-Bericht viel zu weit ging und die für eine Politik von„Blut und Eisen" Stimmung machten. Auf der anderen Seite erklärten die indischen Nationalisten unter Führung des im"Gefängnis fitzenden Ghandi, daß die Londoner Konferenz zweck- und aussichtslos sei, und daß sie sie nicht beschicken würden. Macdonald ließ sich nicht beirren. Die Konferenz fand statt, und zwar eben mit jenen Teilen der indischen Be- völkerung, die sich zur Teilnahme bereiterklärten. Dank der von sozialistischer Gesinnung getragenen Bereit- Willigkeit der Labourregiening zu Konzessionen kam die Kon- ferenz innerhalb weniger Wochen zu einem posittven Er- gebnis Vergebens versuchte der Scharfmacher Churchill die Oeffentlichkeit Großbritanniens gegen die Nachgiebigkeit Macdonalds aufzuputschen: selbst Baldwin mußte ihn des- avouieren, well das englische Volk über diesen Ausgang förm- lich aufatmete. Vergebens auch versuchten die Unentwegten in Indien, das Erreichte zu vorkleinem. Es war für die indischen Delegierten nach ihrer Rückkehr in die Heimat ein Leichtes, d�en inzwischen freigelassenen Ghandi davon zu über- zeugen, daß die jetzige Regierung Großbritanniens es mit Indien ehrlich meine, und daß es ein unverzeihlicher Fehler wäre, das Erreichte abzulehnen. Wenige Tage der direkten Verhandlungen zwischen Ghandi und dem Vizekönig haben, genügt, um die scheinbar unüberbrückbaren Gegensätze aus- zugleichen. Wieder einmal hat bei diesen Verhandlungen die Arbeiter- regierung belesen, daß sie sozialistisch denkt und handelt. Sie hat keinen hundertprozentigen Erfolg gesucht, sondem weitgehende Konzessionen an ihren bis- herigen erbitterten Gegner gemacht und diesen damit in die moralische Zwangslage versetzt, sich seinerseits nachgiebig zu zeigen. Alle strittigen Fragen sind auf diese Weise inner- halb weniger Tage aus der Welt geschafft worden. Der Boykott englischer und fremder Waren wird nicht mehr amtlich stekämpft, dafür nimmt Ghandi seinen Befehl zum Ungehorsam gegen die Gesetze und die Behörden aus» drücklich zurück. Die Salzgewinnung aus dem Meere wird nicht mehr untersagt, das staatliche Salz Monopol bleibt im übrigen ausrechterhalten.- Unter die Vergangenheit wird ein Schlußstrich gezogen, eine neueAera kann beginnen. So ist die Bahn frei gemacht für eine allmähliche, fried- liche Entwicklung Indiens zu einem.völlig unabhängigen Reich. Der aussichtslose Traum einer gewaltsamen Befreiung : Indiens und seiner sofortigen restlosen Loslösung vom Britischen Reich, die gar nicht einmal im Interesse der indischen ( Völker und der übrigen Welt liegen würden, ist vorder: ebenso aber auch die Gefahr eines Derzweiflungskampfes auf Leben OieKammerrust: Tlnt 14 Stimmen gegen Vriand, zw Paris, 4. März.(Eigenbericht.) Mit 533 gegen 14 Stimmen hat die französische Kammer sich wiederum für die Friedenspolitik Br�iands aus- gesprochen. Neben den 14 oppositionellen Stimmen, die von Franklin Bouillon und zweien seiner Freunde sowie den berufsmäßigen elf kommunistischen Nein-Sagern abgegeben worden waren, hatten sich etwa zwei D u ß e nd�P a t r i o t e n der Stimm« enthalten. Die französischen„Kriegshetzer" sind also in der Kammer ungefähr 40 Mann stark. Di« Bedeutung der Abstimmung wurde durch ein« sponta-— Kundgebung unterstrichen. Als Außenminister Briand seine Rede beendet hatte, in der er zum Schluß die negative Kritik Franklin Bouillons als ebenso destruktiv bezeichnete wie den Krieg selbst, erhoben die Sozialisten den Ruf„Nie wieder Krieg", der sich in wenigen Augenblicken über die Bänke der bürgerlichen Linken bis zur Mitte fortpflanzt«.„Was soll das heißen?", schrie der reaktionäre Abg. Abarnegaray zornrot in das Getümmel, während Franklin Bouillon mit letztem Stimmaufwand Briand die Anklage zuschleuderte,„Locarno ist der vollkommene Bankrott". Aber„Nie wieder Krieg" übertönten Hunderte von Stimmen die beiden Opponenten. Frankreich hat es gewiß leichter als Deutschland, für die Politik des Friedens einzutreten. Und so hatte der sozialistische Partei- führer L�on Blum das Recht auf seiner Seite, als er erklärte, daß die Sozialistisch« Partei die Politik Briands lang« nicht entschieden genug sind«, da sie vor allem ,cher kühnen Tat ermangele, wenn sie auch von guten Absichten getragen sei". Auch die Rede Briands hat neben der wiederhatten Beteuerung der französischen Friedens- und Ver- ftändigungsbereitschaft nicht viel Neues und Greifbares gebracht. Nur in zwei Punkten, und auch da mir in kaum schärfer betonter Schattierung, ging Briand aus sich heraus. So betonte er einmal hinsichttich der Revision des Versailler Vertrckges, daß es ein« „schlechte Politik wäre, sich von einem Nachbarn abzuwenden und mtt ihm zu brechen, wenn er nicht völlig mit uns übereinstimme". „Frankreich— so fuhr Briand fort— könne Deutschland das Recht zur Geltendmachung seiner Revisionsforderung nicht streitig machen und es verstoße damit keineswegs gegen seine vündnispslichten gegenüber Polen." An zweiter Stell« sprach Briand von der moralischen Stärke des Weltgewissens und zitiert« als Beispiel dafür, daß er sich NiewiederKrieg? i Ouhend„Patrioten" enthalten sich. „kein tragischeres, eindrucksvolleres Schauspiel" denken könne, als „diesen Kampf des deutschen Volkes gegen die Verantwortung am Kriege, die ihm seine leitenden Staatsmänner von 1314 aufgebürdet haben". Briand bewies mit diesen Worten volles Verständnis doiür. daß nicht das deutsche Volk verantwortlich gemacht werden dürfe. Auch verzichtete er darauf, auch nur andmiwngswcise von der Alleinschuld Deutschlands zu sprechen. Kinanzhilfe nach Klottenfrieden. Italienisch-französische Verhandlungen. Paris, 4. März. Die„Agence Economique et Financiere" bestätigt, daß eine Fühlungnahm« zwischen italienischen und französischen Finanzkreiscu über die Eröffnung eines Bankkredites für die italienische Industrie beretts stattgefunden hat. Die Verhandlungen seien noch im Gange. ZollverstSndigung folgt noch. Paris, 4. März.(Eigenbericht.) Infolge der Beilegung des französisch-ttalienischen Flottenstreites scheint nunmehr die Liquidation einer ganzen Anzahl zwischen Frankreich und Italien schwebender wirtschafts» und zolltechnischer Fragen mit� Beschleunigung vonstatten zu gehen. So hat jetzt die Frage der französischen Zollsätze sür Ualienische Teigwaren ihre Bereinigung erfahren. Danach hat Frankreich dos Recht, die betreffenden Zölle über das Maximum von 83 Franken zu erhöhen, während Italien die Zollsätze für die Knopf- und ähnliche Produktion heraufsetzen darf. Dem dringenden Bestreben nach Niederreißung der Zollmaucrn kommen diese neuen Abniachungen leider nicht entgegen. Beifall im Unterhaus. London, 4. März.(Eigenbericht.) Henderson wurd« am Mittwoch im Unterhaus m i t großem Beifall empfangen. Diese Begrüßung wiederholte sich, als er sich später erhob, um dem Haus« die Unterzeichnung des englisch-französisch-italienischen Flottenpaktes mitzuteilen. Henderson führte u. a. aus, daß der Vertrag dem Wettrüsten zwischen Frank- reich und Italien ein Ende mache und gute Aussichten für die all- gemeine Abrüstungskonferenz eröffne. Einstweilen könne der Vertrag noch nicht bekanntgegeben werden. SA.-Mmsler Ranzen und die Polizei. Belastende KeststeNungen im braunschweigischen Landtag. 1IN?> Tod, wie ihn eine konservative Regierung zweifellos heraufbeschworen hätte. Der Kampf um die Zukunft Indiens geht selbstoerständ- lich weiter, und die Sympathien der internationalen Arbeiter- lliisse werden den aufstrebenden indischen Bölkern nicht ver- sagt bleiben. Aber es muß ein evolutionärer Kampf mit friedlichen- Methoden der Aufklärung und der Verhandlung fein. Die W e l t t a t a st r o p h e eines allgemeinen Gemetzels im 330-Millionen-Reich mit ihren unabsehbaren Folgen für Indien selbst und für die ganze Menschheit ist durch die zähe Geduld und die generöse Gc- schicklichkeit der englischen Labourregierung vermieden worden. Dafür verdient sie nicht nur den Dank der eigenen Nation, sondern auch aller Menschen guten Willens und fortschtstt- I icher Gesinnung in sämtlichen Erdteilen. Die Konservativen toben. Die konservative Presse speit zu dem indischen Friedens- schluß Gift und Galle und sieht in dieser Verständigung, ein großes Unglück und ein« Kapitulation Englands. Die liberalen Zeitungen sind sehr befriedigt und rühmen die geglückte Verständigungsarb«it der Labourregierung. Der„Daily ch e r a l y sieht in der Verständigung den ersten großen Schritt zur endgülitgen Versöhnung und den beiderseitigen Willen zur Vollendung des auf der Londoner Konferenz begonnenen Werkes. Sowohl Gandhi wie der Vizekönig verdienten den Dank und das Lob beider Völker. Das Uebereinkommen von Delhi fei' ein großer Sieg, nicht für Gandhi und nicht für den Lizekönig, sondern für das Gemeinwohl. Das eirglischc Unterhaus wird am Donnerstag über den Friedensschluß informiert werden. An der Londoner Börse steigen sowohl die indischen Papiere wie die englischen Baumwollaktien. 's\ Jubel in Indien. Bombay, i. März.(Eigenbericht.) Während es im extrem nationalistischen Lager Indiens Unzufriedene gibt, die den unterzeichneten Friedensschluß beklagen, herrscht Jubel und Freude bei den Massen der Be- o ö l k e r u n g. Gandhi hat die übergroße Mehrheit des allindischen Kongresses hinter sich. Der offizielle Beschluß, der den Ungehorsam gegen die Gesetze aufhebt, steht bevor. Die Zeitungen beglückwünschen Gandhi und den Vizekönig und drücken beiden ihre höchste Be- wunderung aus. Selbst das zur Regierung stehende rechtseingestellte Blatt„Der Staatsmann� sagt:„Die Zeit wird kommen, da dieser Friedensschluß als ein ebenso großes Ereignis bewertet wird wie der vom ll. November 1918." Die unmittelbaren Folgen des Friedensschlusses zeigen sich bereits in einer Besserung des Wirtschaftsmarktes. Einseitige Liebe. Die Bolwpartei und das Hakenkreuz. In Thüringen und Braunschweig spielt die Volkspartei nach wie vor die Rolle des Steigbügelhalters der Natumal» sozialisten. Sie kuscht und dient, obwohl sie täglich Tritte ins Gesicht von den auf hohem Roß sitzenden Hakenkreuzlern erhält....;; Herr Goebbels hat gestern im„Angriff" Herrn D i n g e l d e y vorgenommene. „Die nationalsozialistische Bewegung hätte wertvolles Material zur Aufbauarbeit siefern können", sagte Herr Dingeldey in Köln. Ein dröhnendes Gelächter aus unseren Reihen ist die Antwort... Was wir mit der Macht einmal tun werden und Gallen, das geht in der Tat niemandem, vor allem nicht Herrn Dingeldey. etwas an. Das geht nur das Volk etwas an. Mit seinen Lebensinteressen wird dabei durch- aus kein leichtfertiges Spiel getrieben: wohl aber werden die Lebensinteressen der Deutschen Bolkspartei dabei auf das Bedenklichste in Gefahr geraten." Herr Walter Dauch, volksparteilicher Reichstags- abgeordneter für Hamburg, hat die gleichen Erfahrungen gemacht wie Herr Dingeldey. Er wollte in einer Verfamm- lung sprechen, zu der die Nationalsozialisten von Hamburg die Rechtsparteien einschließlich der Volkspartei eingeladen hatten. Er fühlte sich unter Freunden: denn die Versammlung ging unter der Parole:„Für Privateigentum und Privatwirtschaft". Er wurde jedoch beim Betreten des Rednerpultes von den Hakenkreuzlern mit solchem Lärm empfangen, daß er nicht reden tonnte. Die Nationalsozialisten wissen, was sie der Volkspartei alles bieten können!__ Vorstandebeschlüsse des ZGB Die kommenden Tagungen. Amsterdam. 4. März.(Eigenbericht.) Die heutige Borstandssitzung des Internationalen Gewerk- fchaftsbundcs beschloß, für das n o rdf ra nzö sis ch- luxem- burgische Industriegebiet zwecks gewerkschastlicher Organisierung der dortigen ausländischen Arbeiter, zunächst aus die Dauer eines Jahres, zwei Sekretäre zu ernennen. Auf die Tagesordnung der Ausschußsitzung des Internationalen Gewerk- fchaftsbundes in Madrid im April d. I. wurde die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Abrüstungspropaganda gesetzt. Auf den ersten Jum-Sonntag soll gleichzeitig miyier Tagung des Internationalen Arbeiterinnenausjchusses eine Arbeite vi nnen- konferenz nach Lausanne einberufen werden, um die ver- schiadenen Probleme der Frauenarbeit zu behandeln. Wahr- scheinlich soll dieser Konferenz in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine besonder« gewerkschaftliche Frauentagung folgen. Das gewerkschaftliche Iugendkomite« wird in der zwei- tön Maiwochc in Amsterdam zusammentreten, wober ein beson- de res Unterrichts Programm des Jnternasionalen Ge- werkschaftsbundes in Zufamenarbeit mit der Lehrerinter» national« aufgestellt werden soll. Der Vorstand ernannte so- dann die Delegierten für den gemeinsamen A b r ü st u n g s- ausschuß der gewerkschaftlichen und der sozia- listisch ep Arbeiterlnternationale, der am 19. April in Brüssel zusammentreten wird. Uuser Mitarbeiter Peter Garwy legt Wert aus die Feststellung, daß die Behauptung der„Roten Fahne", er habe früher einmal im Svkde des französischen Hauptauattier, in Südrußland gestanden: eine blödfinnig« Berlemndung ist. Braunschweig. 4. März.(Eigenbericht.) Die braunschweigische Regierung hatte am Mittwoch im Haus- Haltsausschuß des Landtags gegenüber den Angriffen der Sozialdemokratie einen schweren Stand. Der Naziminister Franzcn versuchte die Vorfälle während des Braunschweigcr Hitler-Tages als harmlos hinzustellen. Immerhin mußte er zugeben, daß er dem Polizcioborwachtmeister F a h l d i e k, ohne vorher mit dem zuständigen Kommandeur Rück- spräche genommen zu haben, befohlen hatte, in der Ka> ferne zu bleiben. Diese Maßregelung war erfolgt, weil Fahl- diek, nachdem ihm von SA.-Leuten im Handgemenge der Gummi- knüppel entrissen worden war, zu seiner Verteidigung seinen Säbel gezogen hatte. Franzen behauptete, der Auseckthalt in der Kaserne sei von ihm als vorsorgliche Maßnahme getroffen worden.(Viel- leicht fürchtete er, daß die SA.-Lcute am nächsten Tage an Fahldiet Rache nehmen würden.) Außerdem sei die Bewachung der Kaserne auch eine wichtige Angelegenheit. Franzen mußte ferner zugeben, daß Schutzpolizeibeamte die Schulturnhallen der Stadt Braunschweig von dem Stroh gereinigt haben, auf dem die SA.-Leute über- nachtet hatten. Der Nazi-Landtagspräsident Zörner, der in diesem Falle für den Minister antwortete, meinte, da das Stroh von der Polizei gekauft worden sei, hätten es die Schutzpolizeibeamten auch abtransportieren müssen. Das gehöre nun einmal zum Dienst, und bei der Hilfeleistung bei Bränden machten sich die Beamten auch schmutzig. Auch der Regierungsvertreter fand es �durchaus in der Ortmung, daß die Polizeibeamten die Aufräumungsarbeiten für die Nazis übernehmen mußten. - In größte Verlegenheit geriet die Regierung, als sie sich zur Entlassung des sozialdemokratischen Komman- deurs der Schutzpolizei äußern sollte. Die Naziregierung ist auf alle Bedingungen des sozialdemokratischen Kommandeurs ein- gegangen. Sie zahlt ihm bis zum 1. Oktober das volle Gehalt, um chn wegen des pensionssähigcn Dienstalters noch eine höher« Gruppe erreichen zu lassen, zahlt ihm Wohnungseiurichtungstosten, Umzugs- kosten und die reichsgesetzsiche Abfindung, obwohl sie dadurch mit der Rechiiungskammer und mit der Haushaltsordnung in Konflikt kommen muh. Auf die Frage der Sozialdemokratie, welche Gründe zur Entlassung vorgelegen hätten, wußte der Regierungsvertmer nichts zu erwidern.' Endlich erklärte der Fraktionsführer der Nationalsozialisten, man könne einem nationalsoziali st ischen Polizei- mini st er nicht zumuten, mit einem Sozialdemo- traten Zusammenzuarbeiten. Franzen müsse einen Kommandeur haben, auf den er sich verlassen könne. Schließlich wurde beschlossen, Franzen zu zitieren, damit er sich zu der Pensio- nierung des Kommandeurs Sicrung äußert. Das Hakenkreuz enieignei. pcrteibriefe auf Briefpapiere vom Norddeutschen Lloyd. In Wesermünde, wo vor Weihnachten«ine gründliche Si>al- tung der NSDAP, stattgefunden hatte, wurden von den Haken- kreuzinstanzen massenhaft Parteiausschlüsse fabriziert, wobei es vor- kam, daß Leute einen Ausschluß zugestellt bekamen, die der Orts- gruppe niemals angehört hatten. Die dazu benutzten B r i e s- bogen trugen dos Wasserzeichen des Norde utschcn Lloyd. Der Briefbogen verkörpert die erste von der NSDAP. praktisch durchgeführte Enteignung am großkapimliftischen Besitz! Krick und die„Dreigroschenoper". Für Thüringen verboten, verbot für Deutschland beantragt. Der thüringische Nazi-Minister F r i ck hat die öffentliche Vor- sührung des Films„Die D r e i g r o s ch e n o p e r" für Thüringen verboten und bei der Filmoberprüsstelle» Berlin beantragt, die Zulassung des Films zu widerrufen. Daraufhin hat der Leiter der Oberprüfstelle die Hersteller der„Drcigroschenoper" aufgefordert, den Film innerhalb zweier Wochen zur erneuten Prüfung vorzulegen. Preußens Steuergesehe. Scharfe Abwehr rechtsradikaler Demagogie. Der Preußische Landtag beschäftigte sich am Mittwoch mit der zweiten Lesung der Steuergesetze. Es handelte sich um die A e r. längerung der Gewerbesteuer, der Grundver- möge ns st euer und der Hauszins st euer bis 1932. Di« drei Vorlagen wurden gesondert beraten.- Die Gewerbesteuer soll im wesentlichen unverändert verlängert werden. In der Aussprache wandten sich Deutschnotionale und Wirtschastspartei sehr scharf gegen die Vorlagen, während der Vertreter der Volkspartei dx« Besteuerung der Kundengewinn« der Konsulngenossenschaften und ein« progressiv gestaffelte Lohnsummen. und Filialsteuer für die Großbetrieb«. forderte......., Abg. Raüi enb crg(Soz.) erklärte für seine Fraktion die Annahme der Vorlage und die Ablehnung der Oppositionsanträge. Mit Recht konnte er darauf hinweisen, daß die Kritiker der Gewerbesteuer die große finanzielle Notlage der Gemeinden und Ge- meindeverbände völlig unbeachtet lassen. Schon jetzt zahlen 42 Pro- zent aller Gewerbetreibenden keine Ertragssteuer und 74 Prozent keine Kapstalsteuer. Den Vorstoß der Volkspartei gegen die Kon- sumgenossenschast wies er sehr scharf zurück. Im Gegensatz zu anderen Berufsständen hätten die Konsumgenossenschaften nie Sub- ventionen vom Staate verlangt. Sie wollen nur gerechte Be- Handlung. Auch bei der Beratung der Grundvermögens st euer kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung. Die Rechte lies gegen diese Steuer-Sturm und Finanzminister Dr. Höpker- A s ch o f f ging in seiner Verteidigung der Vorlage zum Angriff über. Er kennzeichnete das agitatorische Streben der Rechtsparteien, möglichst so zu tun, als könnte die Landwirtschast überhaupt keine Steuern zahlen. Einen Stand ober, der alle Leistungen des Staates auf dem Gebiete des Schulwesens, der Wohlfahrtspflege, des Rechts» wefens usw. in Anspruch nimmt, von allen Steuern zu befreien, würde den Zusammenbruch des Staates und damit auch aller seiner Berufsstände bedeuten. Eine lebhafte Auseinande�etzung entwickelte sich auch bei der Beratung der Verlängerung der Hauszins st euer. Hier war es insbesondere der Zentrumsredner, der die Demagooie der Wirt- schaftspartei kennzeichnete und sich mit großer Entschiedenheit gegen die unberechtigten Ansprüche der Hausbesitzer wendet«. Di« drei Vorlagen wurden schließlich unter Ablehnung aller Aenderungsanträge in zweiter Lesung mit den Stimmen der Re- gierungsparteien gegen die vereinigte Opposition von sinks und rechts angenommen. Hierauf vertagte sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr. Tages- ordnung: Beratung der Einzeltitel des Iustizhoushalts, Vertrag mit der Berliner Volksbühne. Hymans über Belgiens Außenpolitik. Erklärungen im belgischen Parlament. Brüssel. 4. März.(Eigenbericht.) Im belgischen Parlament fand am Mittwoch eine große Debatte über die außenpolitische und die internationale Lage Belgiens statt. Außenminister Hymans sprach ausführlich über den V e r s a i l l e r Vertrag, dieLocarno- Pakte und schließ- lich über das Abrüstungsproblem. Er war bemüht, die Stellung Belgiens gegenüber diesen Problemen mit aller Genauigkeit aufzuzeigen. Im Jahre 1920— so führte Hymans aus— wäre Belgien zu schwach gewesen, um allein einen eventuellen Angriff abzu- wehren. Aus diesem Grunde sei das französisch-belgische Militärabkommen zustande gekommen. Dieses Abkommen lasse beiden Ländern Freiheit und lege ihnen keine Verpflichtung auf, in jedem Falle gemeinsam zu handeln. Nur im Falle eines Angriffs Deutschlands gegen Belgien oder Frankreich würden sie sich gegensestig Helsen und unterstützen. Fünf Jahre später seien die L o c a r n o- Verträge abgeschlossen worden. Einer dieser Verträge, der Rheinland-Pakt, sei eine Bürgschaft für die Unoerletzlichkest Belgiens. Belgien brauche Frieden und es habe immer alles getan was möglich war, um im Rahmen des Völkerbundes die Garantien gegen den Krieg zu verstärken. Belgien habe die Bedingungen zum obligatorischen Schiedsspruch durch den Internationalen Gerichtshof im Haag anerkannt und habe auch an der Vorbereiiuiigskommission� zur Abrüstungskonferenz des Völkerbundes teilgenommen. Der Abrüstungskonferenz wünsche Belgien ein glückliches Ergebnis. Denn ein neues Wettrüsten würde Nur einen neuen W �t t l a u f zum Abgrund nach sich ziehen. Die Rüstungen müßten zu den Bedingungen der nationalen Sicherheit und der i n t e r- nationalen Berpflichtungen mit Rücksicht auf die geographische Lage und die einzelnen und besonderen Z u st ä n d e in jedem Staate in ein Verhältnis gebracht werden. Ein kleines Land wie Belgien könne jedoch dazu kein Beispiel geben. Eine einseitige Abrüstung würde für die kleinen Länder eine gefahrvolle Unvorsichtigkeit sein. Wenn Belgien dazu gezwungen würde, müht« es sich verteidigen. Getreu seiner Ver- gangcnhcii und seiner Tradition würde es immer seinen mternatio nalcn Verpflichtungen nachkommen. Nur zum Schutze seiner Grenzen und seiner Unabhängigkeit, sowie in Erfüllung internationaler Ver- pflichtungen wsrde es feine Zuflucht zu deu Waffen nehmen Musterangeklagie, Musterzeugen. Krylenkos Negickunstsiücke. Das Haupt einer weiteren im Untersuchungsgefängnis der GPU. sitzenden„Schädlingsorganisation", der sogenannten„Agrargruppe", Kondratjeff, wurde gestern als Zeuge vernommen. Nicht allein, daß er natürlich alles bestätigte, was die Angeklagten bereits „gestanden" hatten, er benutzte die Gelegenheit, um einen mit Krylenko offenkundig verabredeten Lobeshymnus auf den Fünfjahresplan anzustimmen. Laut sowjetamtlichcm Bericht sagte er: .Infolge der entschiedenen Wendung der Bauernschaft zur Kollektivierung im Jahre 1929, der klar zutage getretene!» Uehcrlegenheit der Kollektivwirtschast über die Individualwirtschaft, der ungeheuren Erfolge der Indu- strialisierung und der B e g e i st e r u n g der alle' Kräfte zum Aufbau des Sozialismus anspannenden breiten Massen strecke ich die Waffen und fordere alle Gleichgesinnten auf, dasselbe zu tun." Die besten russischen Filmregisseure sind durch Krylenko über- boten. Nächstens wird noch ein angeklagter„Saboteur" sich im Gerichtssaal die Kleider vom Leib« reißen und einen echten Wein- kraytpf aufführen, vor lauter Zerknirschung über seine früheren Sünden. Und ein anderer wird noch«inen Tobsuchtsanfoll kriegen und sich auf Krylenko stürzen wollen, weil dieser ihm mildernde Umstände zubilligen wird. Eine Danziger Demonstration. Gericht gegen inte« nationales Vcrtragsrecht. Der Freistaat Donzig gehört zum polnischen Eisenbahn- und Zollgebiet und wird außenpolitisch durch Polen vertreten. Zlus Grund des gleichen Staatsrechts, das man mißbilligen kann, das aber besteht, hat die polnische Post in der Hafenzone eine Anzahl Briefkästen. Der Kellner Paul S. hatte mit einigen anderen am Abend des 12. Oktober v. I. einen dieser Briefkästen abzubauen begonnen. Ein Schupo- beqmtcr nahm ihn fest. S. weigerte sich, seine Personalien anzü- geben, worauf er zur Wach« gebracht wurde. Der Angellagt« be- hauptet« nun vor Gericht, so stark betrunken gewesen zu s«in, d-�z er sich die Tat nicht erklären könne. Der Amtsanwalt beantrag! e wegen Widerstandes ein« Geldstrafe von 1Z Gulden und wegen Sack»- beschädigung 100 Gulden. Im Falle der Sachbeschädigung erkannte der Richter jedoch auf Freisprechung, denn für«ine Anwen- dung des Z 304 StGB.(Beschädigung von der Allgemeinheit dienen- den Einrichkungen) könne sich das Gericht deshalb nicht entschließen. „weil ein polnischer Briefkasten in Danzig nicht zum Nutzen der Allgemeinheit, sondern höchstens zu deren Schaden gereiche". Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt gab es eine Geldstrafe von 15 Gulden bzw. drei Tag« Haft. Ei« hugeuberg-prefieschwindel. daß der sozialdemokratische Polizeipräsident von Elbing feinen Untergebenen jeden Verkehr mit Ihren Danziger Kollegen oerboten hätte, wird vom preußischen Innen- Ministerium, da, diese, Verbot oeranlaßt haben soll, al» voll- kommen unwahr erklärt. Bekenntnis zum Marxism Reichstagsrede von Genoffen Löwenstein zur Kulturpolitik. Die Reichstagssitzung am gestrigen Mittwochnachmittag begann mit dem Nachruf des Präsidenten L ö b e auf den verstorbenen Gc- sieimrat Dave, der von 1S12 bis 1918 Vizepräsident des Reichstags war. Das Haus ehrt das Andenken des Verstorbenen durch Aufstehen. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsfinanzministe� riums wird sortgesetzt. Abg. Hesse(Volksnat.): Die Reichsreform ist die Voraussetzung für die Lösung des grotzdeutschen Problems. Die Reichsreform inuh dep Wahlreform voraufgehen, aber viel weiter gehen, als bisher ge- plant ist. Die Einführung eines neunten Schuljahres lehnen wir ab. Der Film„Im Westen nichts Neues" zeigt nach dem Zeugnis meines Freundes Abel in der französischen Vorführung Szenen, die das deutsche Ansehen herabsetzen.(Rufe links:„Haben«ie den Film gesehen?") Ich stütze mein Urteil auf eine feste Grundlage.(Lachen links.) lieber Parteidogmen hinweg müssen wir uns in deutscher und christlicher Gesinnung zusammenfinden. Abg. Freiherr von Thüngen(Landvoll) versagt dem Reichs- innenminister dos Vertrauen, zumal er der Rechtsorienticrung, die der 14. September offenbarte, nicht Rechnung trage. Der Redner unterstützt den volksparteilichen Antrag, das aktive und das passive Wahlaller aus 2S Jahre herauszusetzen. Dann beklagt er das Verschwinden des guten alten deutschen Kasernenhofes. Die widersprecheirden Kommunisten verweist er auf Sowjetrußland, worauf ihm ein Konnnunist zuruft:„Wenn wir Sie ansehen, er- kennen wir, daß wir in Deutschland noch genug zu tun haben!" Der Redner verwirst auch die Politisierung des Sports, soweit sie sich in „roten Fetzen" äußert. Das Buch„Der junge Gottlose"«nthäll nur Schmutz und Roheit, wie sie der bolschewistischen Vauernbebandlung und Kindererziehung entspricht. So heißt ein gottloses„Schnada- hüpfl": Wenn's Gott wirtlich gäbe mit dem Vollbart ums Kinn, dann säßen die Pfaffen als Läufe gewiß drin. (Sehr richtig! bei den Komm.— Pfuirufe rechts und in der Mitte.) Dr. Wirth hat hier gegen die„Gottlosen"-Propaganda gesprochen, am gleichen Abend war Dr. Curtius bei einem Festessen der Gesell- schast zum Studium Osteuropas, wo der Sowjetfilmregisseur Pudow- kin und seine Filme„Das Ende St. Petersburgs" und„Sturm über Asien" vorgeführt hat.(Beifall bei den Komm.) Solche doppelte Buchhaltung darf die Reichsregierung nicht treiben. Dem bolsche- wististhen Generalangriff muß entschlossen begegnet werden. Der Hersteller des R e m a r q u e- F i l in s, Herr Lämmle, hat während des Krieges mit Hetzfilmen gegen Deutschland Geld verdient. Der Hauptheld und Regisseur Lämmle jr. ist erst 21 Jahre alt, er kann sich wohl kein Urteil über das deutsche Heer im Weltkrieg erlauben. (Abg. Iaddasch sKomm.j: Es gibt auch alte Esel! Zurufe links: haben Sie den Film gesehen?) Rein!(heikerkeit.) Abe» was ich vortrage, ist einwandfreies Material.(Iaddasch rust: „Einwandfreie Lügen!" In der amerikanischen Fassung sagt der Schüler aus eine Frage des Lehrers:„Unehreichaft und schmutzig ist es, für das Vaterland zu sterben." Soll man denn der Iugend die Schrecken des Krieges vorführen? (Lebhafle Bejahung links.) ochliejjlZch zitiert der Redner ein sehr abfälliges Urteil des Pazifisten Professor Förster über den Remarqc-gAm. Wenn man nur den Krieg wahrheitsgemäß darstellen wollte, warum wird dann der deuffche Soldat vorgestellt und nie ein' anderer? Der Rewarque- Film ist kraß einseitig und dazu unhistorisch. Der Krieg war nicht nur so, wie ihn Remarque darstellt.(Zuruf links: Wo S i e waren, ist er anders gewesen!) Abg. Torgeler(Komm.): Der Kamps gegen den„Kulturboffche» wisrnus" richtet sich gegen jede geistige Freiheit und gegen die Arbeiterbewegung überhaupt. Bischöfe fordern Wirtschaftskrieg gegen Rußlani) und der„Völkische Beobachter" erklärt die Bereitwilligkeit zum Mittun bei der Intervention, in der der Wirtschaftsboykott münden solle. Von 25000 Gebetsstätten in der Sowjewmon sind ungefähr 2500 geschlossen worden, und nur dort, wo die Mehrheit der Bevölkerung es will. Geistliche sind nur wegen Amtsmißbrauchs zu konterrevolutionären Zwecken im Bürgerkrieg erschossen worden Als der Redner Romain Rolland und Bernard Shaw zitiert, die für die Sowjetunion eingetreten sind, ruft ein Lanbooll- abgeordneter:„Die Herren sind iür uns nicht kompetent." i Gelächter der Komm.) Bernard Shaw begrüßt es, daß kein Sowjet- film s U Hollywood den„sex appeal" ausnutzt. Shaw erklart, er würde wünschen, daß die Sowjets die Leitung des englischen Bil» dungswesenz übernehmen. Ist es nicht Barbarei, daß täglich� Klein- rentner und Erwerbslose sich das Leben nehmen? Haben Sie, die die Unterstützungen für diese Armen abbauen, ein Recht, andere der Barbarei anzuklagen? Der Redner zitiert aus der von Dr. I o s e p h Wirth herausgegebenen„Deutschen Republik" eine scharfe Ableh- mmg des Schlagworts vom Kulturbolschewisrnus. Die bürgerliche Filmproduklion muß zum TNaufoleum von Potsdam und zum kascruenhof zurückgreifen. der Sowjetfilm steht ebenso hoch darüber, wie der russische Rund- funk über dem deutschen mit seinen kitschigen und religiösen Dar- bietungen. Das Verbot des Remarque-Films zeigt, wie das Licht- spielgefetz angewendet wird, wenn ein Film den Herrschenden nicht paßt: wer aber gegen das..Flötenkonzert von Sanssouci" protestiert, wird von der Polizei niedergeknüppelt. Wenn die Sozialdemokraten beantragen, daß verbotene Filme in geschlossener Gesellschaft unge- hindert vorgeführt werden können, so ist das kein Schutz gegen Polizei- liche Anzweiflung des Cbarakters solcher Gesellschaften als ge- fchlossener. Nationalsozialisten wurden in Goslar wegen Uniform- traaens freigesprochen, viele RotfroMleute sind wegen angeblichen Uniformtragens verurteilt worden. Rechtsradikale Waffenbesitzer bleiben unbestraft, die 31 Leipziger Kommunisten vor dem Reichs- gericht wirb man gewiß schwer verurteilen. Das ist Ihre Politik Der einzige Ausweg für die Arbeiter ist Sowjetdeutschland.(Hände- klatschen der Komm.) Abg. Frau eanq-Vurmanu(Bayer. Vp.) verurteilt das Schau- spiel der Frau Fleißncr„Pioniere von Ingolstadt", das die Ehre der Inqosstädterinnen herabsetze, und polemisiert gegen da» Eintreten der Abgg. Sollmann(»oz.) und Külz(Staatsp) für die Reichsverelnheitlichung. Die hsraufschung des wahlalicrs verlangen wir nichk. denn die bayerische Zugend sieh! zu uns.� Ausiührlich befaßt sich die Rednerin mit den chr beruflich naheliegen- den Fragen des Berechtigungswessns und des Schulausbaus. Gegen Institute und Personen, die den Massagebetrieb als Aushängeschild für Unsittlichkeit benutzen, muß streng eingeschrilken werden. Abg. Dr. Löwenstein(Eoz.): Herr Torgler hat darin, daß wir im Ausschuß gegen den kam- muiüjtischen Antrag gestimmt haben, den Minister zur Aufhebung der Entscheiduno der Oberfilmprüfstelle aufzuforderis einen der uns gewohnten Drehs gesehen, um einer Entscheidung aus dem Wege zu gehen. Dieser kommunistische Antrag bedeuletc vichl» weiter alz einen moralischen Prolest, tonnte aber eine Aenderung in der Eni- scheidung der Oberprüsstelle gar nicht herbeiführen. Au moralischen Protesten haben wir nichts fehlen lassen. Ich ver» weise auf unsere Interpellation, auf unsere Reden und daraus, daß unsere Presse den Proteststurm angefangen hat. Falsch ist die Dar-� stellung in der Presse, als ob unsere Stellungnahme von unserer Kollegin Bohm-Schuch bestimmt worden sei.'Unsere Entscheidung entsprach dem Willen unserer ganzen Fraktion. Man sollte doch nicht de» Sprecher einer Fraktion persönlich herunterreißen, wenn man weiß, daß er die Meinung seiner ganzen Fraktion vertritt. Die vom Abg. Mu mm verlangte Ueberweisung seines Antrages auf Vorlegung des Reichsschulgesetzcs an den Bildungsausschuß können wir nicht mitmachen— auch wenn wir uns dadurch des Ver- gnügens berauben, zusammen mit den von Herrn Mumm zu Hilfe gerufenen Deutschnationalen und Hitler-Leuten das Reichsvolksschul- gesetz zu beraten. Selbstverständlich streben wir danach, daß die Verheißung der Verfassung erfüllt und das Reichsschulgesetz geschaffen wird, nicht etwa, weil die Sammclschulen und weltlichen Schulen der Der- fassung widersprechen. Das Gegenteil ist der Fall, aber der Mangel einer verfassungsrechtlichen Sicherung ermöglicht allerhand Schikanen gegen diese Schulen. Der Vorschlag Mumm würde allerdings das Zustandekommen des Reichsschulgeletzes verhindern. Dieses kann nicht alle Wünsche erfüllen, die die Verfassung Ihnen(nach rechts) unerfüllt gelassen hat. Um das Reichsschulgesetz zustande zu bringen, muß man sich auf die allerwesentlichsten Rahmenbestimmungen be- schränken. Schöne Worte hat Herr Mumm für die Freiheit und das Eltern- recht gefunden. Die Freiheit aber, die er meint, beglückt ihn, ist aber nicht die, die wir nieinen und kann uns nicht beglücken. Wir müssen aus aller Engherzigkeit herauskommen und Toleranz nicht nur von anderen verlangen, sondern auch selbst üben. Der Kultur- bolschewismus ist ein überaus verhängnisvolles Schlagwort. wir glauben nicht, daß Unkultur ein Wegbereiter der feultnr sein kann. Deshalb hallen wir weder Gummiknüppel noch Vier- feidel oder Schimpfworte und Gemeinheiten für Argunienle. (Sehr gut!) Es wird auf allen Seiten dagegen gesündigt. Wir wünschen eine mehr kulturelle, eine höherstehende Zeit. Es gibt nicht nur«ine Empfindlichkeit der Religion in Weltanschauungssrage», sondern auch eine Empfindlichkeit d«r anderen. Die Reichsverfassung gibt der religiösen Weltanschauung kein besonderes Vorrecht und kein Monopol. Das Frcidenkcrlum ist genau so berechtigt wie die religiöse Weltanschauung und hat das Recht, seine Zdeen zu verbreiien und sich zu organisieren. Die Anhänger der Religion sollten die Großmütigkeit des Besitzenden haben: sie haben eine Reihe Vorrechte, die die Verfassung ihren Gesellschaften garantiert, si« haben eine alte Kultur, eine Menge Pslegcstätten ihrer Anschauung, staatliche Unterstützung und Hisse nach jeder Richtung hin. Aber auch das Freidenkertum war in der Vergangenheit ein gewaltiger Hebel des Kulturfortschritts, und es erschöpft sich in der Gegenwart nicht in kulturwidrigen Rol)«itsakten, die wir mit Ihnen verurteilen.(Sebr richtia! bei den Saz.) Die sogenannt« ontimarxistische Front ist hier von den Rednern zweier Mittelpartci«» abgelehnt worden. Es ist verständlich, daß sie nicht mit der Hitlee-Hugenbergschen Antimarxistenfront qehen wollen, die mit Fememord, tnU Bruck des Ehrenwortes und anderen Mitteln gleichen Wertes arbeitet. Aber die bürgerlichen Parteien selb't haben die Bausteine zu dieser Antimarxistenfront geliefert. Keine ToMll.tg.d«o..Vol1spartet..am. ter.nicht.ein. Festyeducr«inen Bortrag gegen den Marxismus für seine höchste Aufgabe hält. Seiue vcraustalküüq der Deutschen Volkeparkei, oho« daß man sich durch das Bekenntnis zum Auttmarxlsmus die Eintrittskarte zum nationalen Salon»u cnverfen strebt. (Sehr gut! bei den Soz.) Sie werben verstehen, daß wir dem eine starte Marxistenfront entgegensetzen. Nichts hat dem Marxismus so genügt wi« diele antimcrrxisüsche Front. Sie ist m«hr als ein theoretisches Bewußtsein, sie-ist ein praktisch«- Wollen. Wenn die Deutsche Nokkspartei Antimarxismus predigt, dann hören die Ar- beiter nur die werbende Einleitung.zum Lohnabbau, zum Kampi gegen di« Sozialreform heraus. Wenn die Herren um Drewitz gegen den Marxismus poltern, dann wissen die Arbeiter ganz genau: das ist das Aufbegehren der Krämerseele gegen die Genossen- schaften! �Lebhaste Zustimmung links.) Wir Sozialdemokraten sind kein« Dogmatiker, bei uns herrscht Meinungsfreiheit im äußersten Maße bei sehr starker parteimäßiger Disziplin. Einer Meinung sind wir alle aber darin, daß der Marxismus die Theorie der Arbeiterklasse ist, die der Arbeiterbewegung Richtung und Ziel ge- geben, die den einzelnen Arbeiter nus der Dumpfheit des Massen- gefühls zur kwrheit und Bestimmtheit gebracht Hai. Damm mögen Sie dem Marxismus vorwerfen, daß er nur mate- rialistisch wäre und ihm die ideolbildend« Kraft fehle: wir freuen uns, daß in die materialistische Front jetzt auch schon Oskar von Wller durch die Hakenkreuzler eingereiht worden ist, die ihn vielleicht morgen zum Marxisten erklären werden: wenn wir auch von der materiellen Realität ausgehen, so sehen wir bei den sozio- listischen Arbeitern den größten Idealismus der Aufopferung für die Zukunft ihrer Klasse und der Menschheit. Wir sehen, wie diese Arbeiter bei aller Rot Kvast und Zeit und auch Geld opfern für ihre Ideale. Die Arbeiter gewinnen die Erkenntnis, daß ihre Rot die Rot ihrer ganzen Klasse ist, so werden die kollektiviert, nicht weil wir es predigen, foydern weil ihre gesellschaftliche tage diesen Kollektivismus schafft. Die Arbeiter denken nicht, daß der jetzige Zustand ewig ist: er ist mit ihnen geworden, sie wollen ihn ändern. Wenn sie erst zu dem Bewußtsein gekommen sind, nicht als einzelne, sondern als orga- nisiert« Kraft nicht mehr nur die Hoffnung zu haben,' sondern den Weg.zum Ziel beschreiten zu können, dann erheben sie sich von ihrer Einzelnot und ihrem Einzeldasein zu jenem gesellschaftlichen Idea- lismus, dem der Marxismus die theoretische Unterlage gibt. Da hören die Arbeiter auf, geknechtete Menschen zu sein, da sind sie jene organisierten Menschen, die aus der Dumpfheit der Masse sich her- ausgehoben haben. Wenn die Arbeiterklasse heute«in so bedeut- samer Faktor im öffentlichen Leben geworden ist, wenn si« die Kraft zu einer neuen Gesellschaft in sich spürt, so verdanken wir das dem Marxismus, der ihnen den Weg gezeigt hat, auf dem sie zu dieser Erhebung gekommen sind. Herr Torgler hat den„18. Brumaire" von Karl Marx zitiert und auf die Gegenwart angewendet. Aber die Arbeiterklosse im 20. Jahrhundert ist eine andere, als im 13. und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. 'Die Arbeiterschaft hat inznJifchen den Weg von der Schwärmers zur Klarheit zurückgelegt und erkannt.'daß ihr Schicksal das Schicksal d-r Menschheit ist Wir schulden es den Arbeitern, die tagaus tagein trotz aller Not ihren Tagelohn, ihre Zeit, ihre Vergnügungen ihrem Ideal opfern, um der marxistischen Lehre zu dienen, einmal öffentlich zu sagen, welch hoher gesellschaftlicher Idealismus eben der Marxismus ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen der Soz.) Das ist auch der innere Grund, warum wir unsere Jugend mit diesem Idealismus erfüllen: sie braucht diese Aktivität und diese Verbundenheit mit dem Sozialismus, damit sie nicht dem Scheinradikalismus zum Opfer fällt. Wir fürchten nicht den Radi- kalismus der Jugend, wir begrüßen ihn, wenn er konsequent an die Wirklichkeit herangeht. Nur der Scheinradikalismus. der Not und Elend bloß ausbeutet,, ist verwerflich. Der Radikalismus aber, der in sich die Verantwortung für die Durchführung seiner Ausgabe entwickelt, der entspricht der Umwertung, in der wir mitten drin stehen. Tu diese Verantwortung wollen wir auch die Tugend hineinführen. Biel ist-in dieser Debatte vom höheren und Hochschulwesen ae- sprachen warben, dss anders auch von der Ueberfüllunft dieser Schulen. Nur 2 Prozent der Schüler sind äirbelterkmder: der Wit.ei- stand schickt seine Kinder dahin, well der Arbeitsmarkt so überftillt ist und weil das Berechtig ungsipesen die Aussicht auf eins leichter« Existenzmöglichkeit und höhere soziale Stellung zu verleihen sche-yt. Würde man die Anforderungen der höheren Schulen steigern, so würde man das Martyrium dieser jungen Menlchen noch per- größern. Wir wünschen, daß der Prozentsatz von Kindern aus der Arbeiterklasse an den höheren und Hochschulen außerordentlich ge- steigert werde. Mir lassen uns dle Ferr.halluua so vieler begabter Arbeil«. findet von diesen Schulen aus die Dauer nicht mehr Mollen. (Lebh. Beifall links) Wir fordern die Zulassung als em Recht der Arbeiter. Bei ihrer politischen Bedeutung ist es kein Rechtszustand, daß nur andere Volksklassen Rechtsanwälte, Aerzte, Richter usw. werden können. Kann man denn von einer Auslese sprechen, wenn die pg. Kaufmann, der Ordensriiier. Sin Schiedsgericht der Nationalsoziaiistischen Partei wies diesem M. d. R. und Gaulgiter Ordensschwindel, Verfälschung seiner Geburtsurkunde, Shrenwortbmch usw. nach HAumAM -Für die Einweihung des braunen Hanfes werbe ich mir«och ein paar Orden mehr verleihend künftigen Zahnärzte, Lehrer alter Sprachen und Ingenieure ebenso wie Juristen ufw, bis zum 20. Lebensjahr die gleiche Ausbildung erhalten? Es gibt nur eine Auslese, dos ist die praktische Be- Währung, und darum muß eine Verbindung von Volks- und Be- rufsschule mit der höheren Schule geschaffen werden, die diese Aus- lese ermöglicht.(Zustimmung links.) Das neunte Schuljahr fordern wir sowohl mr Entlastung des » Arbeilsmarkles um rund 630 000 jungen Menschen, als auch zur Besserung des körperlichen Zusiandes, in dem heule so viele Jünglinge ins Erwerbsleben treten müssen. Selbstverständlich muß bedürftigen Eltern ein malcriellcr Ausgleich dafür qe. schassen werden, wie das die englische Labour Parly und ihre Regierung in vorbildlicher Großzügigkeit getan hoben. Wir fordern auch wieder, wie wir schon vor drei Jahren beantragt haben, eine dauernde Ausbildung für die Erwerbslosen. Die dafür bewilligten 18 Millionen dürfen nicht zerflattern, sondern müssen durch Initiative des Reichsinnenministcriums unter Heranziehung der Gewerkschaften und Kultrirorganisationen planmäßig verwendet werden. Auf diese Weise werden wir die Arbeitslosigkeit nicht ab- schaffen, aber den Arbeitslosen die Kraft geben, die nicht nur zer- schlägt, sondern die verantwortungsbewußt Hand anlegt, vielleicht im Gedanken an eine anders Welt, aber jedenfalls im Bewußtsein der Verantwortung.(Anhaltender lebhafter Beifall und Hände- klatschen der Soz.)• Aus persönlichen Bemerkungen des Abg. Torgler(Komm.) und des Oberregierungsrats Seeger(vom Reichsinnenministerium) ergibt sich, daß die Obersilmprüfstelle aus Verlangen der württembergischen Regierung 1928 den Film„Panzerkreuzer Potcmkin* nochmals geprüft, ihn aber ohne Kürzungen freigegeben hat. Nach 19 Uhr wird die Weiterberatung auf heute, Donnerstag, IS Uhr, vertagt. Gibi es noch Mchier in polen? Aufgehobenes Fthiurteil oegen den Führer der deutschen Sozialisten. Marschau, 4. März.(Eigenbericht.) Das Lodzer Bezirksgericht hatte kürzlich den Führer der deutschen Sozialistischen Partei in Polen, den ehemaligen Abgeordneten Ge- nassen Z e r b e, zu sechs Monaten Gefängnis wegen angeblichen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilt. Heute abend wurde in zweiter Instanz das Urteil aufgehoben und an das Bezirksgericht zurückverwiesen. Die Benurteilung war erfolgt, weil Genösse Zerbe Polizeispitzeln, die sich in eine sozialistische Mitgliederversammlung eingeschlichen hatten und sich nicht legitimieren wollten, hatte hinausbesördesn lassen. Grützner, der„Barmate". Aus dem Vorleben eines Nationalsozialisten. Herr Senatspräsident Grützner hat einen zweimonatigen Urlaub vom Amte, den er nach eigener Angabe wegen völligen Nerven- zufauimenbruchs angetreten hat, mit dem Beitritt zur National- sozialistischen Partei abgeschlossen. Als Ausdruck eines gänzlich labilen Nervenzusiandes ist dieser Schritt wohl erklärlich, zumal Herr Grützner ihn damit begründet, daß die NSDAP, die Partei der „anständigen Menschen" sei und daß die R e i n i g u n g der Selbstverwaltung seine besondere Aufgabe sein werde. Herr Grlltztier hat infolge seiner Erregung offenbar vergessen— vielleicht will er auch vergessen machen—, daß er selber vor einigen Iahren beliebtes Objekt von Reinigungsaktionen der Rechten gewesen ist. Ms die berüchtigte Barmathetze tobte. konnte man in der ganzen Rechtspresse lesen, daß Herr Grützner ein „P a r m a t e" sei. So schrieb z. B. die„Kreuz-Zeitung" in ihrer Nummer 114 vom 9. März 192o wörtlich folgendes: Neben Herrn Jules Barinat, als Freund und Förderer seiner öchwindelgeschüfte stehen heute sehr namhafte Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie: Herr Wels, ihr Vorsitzender; Herr Hermann Müller(Franken); Herr Heiimann; Herr Vaake; Herr Lauer; Herr Grützner. Noch deutlicher wurde die„Deutsche Tageszeitung", die in ihrer Nummer 112, Abendausgabe vom 7. März 1925, über eine Aus- schußsitzung des Barmat- Ausschusses vom gleichen Tage wörtlich mit folgenden Sätzen referierte: Der Direktor der Reichsfleischslelle wurde durch seine Barmat- feindlichkeit offenbar verdächtig. Plötzlich erhielt er einen A d j u- tonten. Und plötzlich erschienen in der sozialistischen Presse bösartige Angriffe. Die Beamten der Reichsfleischstelle waren empört. Der Adjutant verschwand und mit ihm— Akten, die erst mit Hilse der Gerichte wieder zurückgebracht werden konnten. Und der Lldjutant war— der Soziali st G r ü tz n e r, zur Zeit Regierungspräsident in Merseburg. So kommt man zu Amt und Würden!... Wer verstünde die Erregung nicht, wenn diesozialistischen Größen in Schoren als Barmaten in ihrer ganzen mo- ralifchen Schönheit aufmarschieren. Dieser Artikel ist gezeichnet E. M. Es sind dies die Initialen des ständigen Berichterstatters der Rechtspresse im Bannat-Ausschuß. Es sind die Anfangsbuchstaben desEwaldMoritz alias Gottfried Zarnow, des Verfassers der„Gefesselten Justiz"! Moritz und der von ihm als„B a r ni a t e" bezeichnete Grützner sind jetzt in der Nationalsozialistischen Partei als deren Wähler bzw. Mitglied brüderlich oereint. Moritz, der im Lahr« 1S2S den Grützner als korrupt en Barmaten abtat, läßt ihn dafür jetzt Im zweiten Bande seiner„Gefesselten Justiz" als Vorkämpfer für keusche Sittlichkeit und moralische Reinheit wieder auferstehen. Es lohnt sich, das Protokoll des Barmat-Ausschusses nachzulesen, auf das sieh der obenstchende Bericht der„Deutschen Tageszeitung" bezieht. Auf deutschnationalen Antrag wurde der ehemalige Leiter der Reichsfleischstelle S ch w o o n vernommen. Aufgemuntert durch entsprechende Fragen der Deutschnationalen, zog Schwoon kräftig gegen seinen früheren Prokuristen Grützner, damals sozialdemv- kratischen Regierungspräsidenten in Merseburg, zu Felde. Schwoon beschuldigte Grützner, gegen ihn intrigiert, ihn beim Minsstcr Schmidt durch eine anonyme Anzeige, in der er sich selber als Zeugen angab, in niederträchtiger Weise denunziert zu habeil. Er bezeichnete das Borgehen Grützners als„Verleumdung und Racheakt"» und behauptete, daß die neun leitenden Be- a m t e n der Reichsfleischstelle aus eigenem Antrieb erklärt hätten, nicht einen Tag länger mit Grützner zusammen- arbeiten zu wollen. Wenn Grützner nicht sofort auf der Reichsfleisch st eile verschwände, so würden sie sämtlich ihr Amt niederlegen und die Reichsfleischstelle würde noch am gleichen Tage stillstehen. Schließlich beschuldigte Schwvon auch noch Grützner, daß dieser ihm seine Akten e n t- wendet habe, die er dann erst auf gerichtlichem Wege habe herbeischaffen müssen. Die Aussagen des Herrn Schwoon, die von den Deutschnationalen mit freudigem Gewieher begleitet wurden, waren reichlich tendenziös. Auf sozialdemokratische Fragen mußte Herr Schwoon mehrere Be- hauptungen zurücknehmen, so z. B., daß er die Akten erst durch das Gericht habe wieder zurückerhalten können. Herr Senatspräsident Grützner aber wird nach seiner heutigen„Ueberzeugung" sicher bekunden, daß die D e u t s ch n a t i o- nalen damals den energischen Kampf gegen die Korruption führten, während die Sozialdemokraten nur einen„korrupten Bar- maten" in der Person des Herrn Grützner hätten decken wollen. Nicht wahr, Herr Scnatsprüsident! (Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage.) Verantwortlich Mr Politik:?r. Kurt Vollbäder............. u,Du 1 fir. Tobe Se2ia- Zahnpasta 0,50 1 fir. 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Nanikfirekasien mit... guten Instrumenten.......... 4,011 Wöhrend der Aussteltungen HI Die Ernährung von Mutter und Kind in unseren Häusern Leipziger Strasse und Alexanderplatz werden an den kommenden Nachmittagen Ärzte der Reichsanstalt zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit einzelne Abteilungen der Ausstellungen erläutern Leipziger Str., Iii. Stock, nachm.4 Uhr/ Alexanderplatz, II. Stach, nachm. 5 Uhr ERMANN UETZ Nr. 107• 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag. S. März 1931 Der freigesprochene„Prophet". wann wird Ihm endlich das Handwerk gelegt?/ Die Urleiisbegrondung 7DU der„Lorwärls" bereits gestern meldete, ist der „Iveihkäse. Prophet" Weihenberg, der durch seine„Lehre" schon so viel Unheil über leichtgläubige, verirrte Menschen gebracht hat, in zweiter Znstanz vor der Strafkammer des Landgerichts l freigesprochen worden. Zn erster Znstanz war er wegen fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der..göttlich« Meister" zweifelte keinen Augenblick, daß er nach Verlassen des Gerichtsgebäudes von seiner Gemeinde als Triumphator begrüßt werden würde. Vor der Verhandlung prophezeite er: Ich werde sreigesprochen werden! Er wußte aus der ersten Verhandlung nur zu gut, worauf es ankommt. Es war interessant, zu hören, wie dieser siebzigjährige„Stellvertreter Christi" auf Erden, sich wand und drehte, und konkreten Antworten auf die Fragen des Vorsitzenden auswich. Die Mutter des erblindeten Kindes hatte diesmal ihre Aussagen zugunsten des göttlichen Meisters abgeschwächt, und die beiden neuen Sachverständigen, auf dieser Aussage süßend, kamen zu einem für den Angeklagten günstiges Gutachten. Deshalb besagte auch u. a. die Urteilsbegründung: Die Sachoer- ständigen waren der Ansicht, daß der weiße Käse, der laut Aussage der Mutter des erblindeten Kindes nur einen ganz geringen S a l z z u s a tz hatte(in der ersten Verhandlung war er weniger gering), nicht schädlich, also auch nicht Ursache der Erblindung sein konnte. Allerdings ist die Mutier durch den Brief Weihcnbergs davon abgehalten worden, die Augen des Kindes einer sachgemäßen Behandlung zu unterziehen. Die Sachverständigen konnten aber nicht mit Bestimmtheit die Frage beantworten, ob nicht schon damals Keime zur Erblindung vorhanden waren. Infolgedessen hat sich das Gericht nicht entschließen können, aus tatsächlichen Gründen zu verurteile», wenn es auch das ganze Tun und Treiben des Angeklagten verurteilt, insbesondere die Uebernahme der Behandlung durch Briese. Der Schlag der Staatsanwaltschaft gegen Weißenberg ist also ins Wasser gefallen.— Gegen das freisprechende Urteil erster Instanz in der Sache des Drogisten W e r n i ck e, der seine Furunkulose mit weißem Käse kurierte und an Blutvergiftung verstarb. hatte die Staatsanwaltschaft überhaupt keine Berufung eingelegt. Vielleicht hätte sie es tun sollen; die Urteilsbegründung war für Weißmberg vernichtend, er hatte sich aber auch hier her- auszureden verstanden. So war es zum Freispruch gekommen. — Vernichtend war letzten Endes auch die freisprechende Urteils- begründung zu dem Urteil zweiter Instanz in der Sache der er- blindeten Hildegard F e n z k e. Und doch auch hier Freispruchl Sticht umsonst prahlte der göttliche Meister in der Gerichtsverhandlung, daß er nach wie vor seine Fernbehandlung durch Briefe fortsetzen werde. Er wird wohl nach dem Freispruch einen noch größeren Zulauf haben als früher, und noch mehr Unheil anrichten, als schon bisher. Es liegt aller Grund vor, ihm noch schärfer auf die Finger zu schauen. » Zum Schluß eine Bemerkung allgemeiner Natur: Es ist zu bedauern, daß die Verhandlung gegen Weißenberg erst für Uhr mittags angesetzt war. Das Urteil ist um 10� Uhr nachts gesällt worden. So war der Presse aus technischen Gründen die Möglich- keit genommen, der Verhandlung beizuwohnen. Es scheint in Moabit wieder die beklagenswerte Sitte einzureißen, bis in die späten Nacht- stunden hinein zu verhandeln. Das ist z. B. auch in dem Werk- spionageprozeß in Berlin-Mitte vorgestern und gestern der Fall gewesen. Derartige Verhandlungen gehen dann gewissermaßen unter Ausschluß der Ocffentlichkeit vor sich.... Mordgerüchi im Zentrum. Ein Arbeiter tot aufgefunden. Zu seiner Wohnung in der Rosenlhaler Straße SS wurde gestern der ZSjährige Arbeiter Paul Meusling unter verdächtigen Am- ständen tot ausgesunden. Beben der Leiche lag ein zerbrochener Stuhl und au der Stirn des Toten wurde eine leichte Berlehung festgestellt. Bon den Beamten der Mordkommission des Polizei. Präsidiums ist jedoch festgestellt worden, daß ein B er brechen so gut wie ausgeschlossen erscheint. Dafür spricht auch der Srzlliche Befand. wonach Meusling infolge Herzschwäche plötzlich zusammengebrochen ist und sich beim Fallen die Stirnwände zbzog. Die Leiche soll heute obduziert werden. .„Der tleme Kexenski," Eine wohtbdktmnt« Pensönlichkett ist in der Gegend des Schle- sischen Bahnhofs der Hausdiener Baccow, ein Russe. Neben fciner Tätigkeit hat er auch wiederholt Landsleute zum Zechen ver- anlaßt und sie dann, wenn sie betrunken waren, gefleddert. In jenen Kreisen kennt man den Hausdiener unter dem Spitznamen„der t l c i n e K e r e» s k i". In der vergangenen Nacht I�abm aber Zech- ln üder, wahrscheinlich auch Londsleute, den Spieß einmal u m g e- kehrt. Sie luden Baccow in ein Lokal in der Schicklcrstraße ein und schenkten ihm fleißig ein. Dann nahmen sie ihm sein Geld und seine Wertsachen fort und verschwanden. Der Gefledderte«rstatteie Anzeige bei der Polizei. Die Landsleute, mit denen er zechte, will er nicht näher kennen. Autounglück in Nikolassee. Filmarchitekt lebensgefährlich verletzt. Der Z-ijährige Filmarchitekt Alex Zerenczy aus der Luilpoldftraße ZZ In Schönebcrg wurde gestern aus einer Autosahrt nach Beubabelsberg von einem schwereu Anfall betroffen. In Nikolassee, auf der Höhe des Stellwerkes, raste Ferenczy in hoher Geschwindigkeit beim unvorsichtigen Nehmen einer Kurve gegen einen Baum. Das Auto wurde zertrümmert: Ferenczy erlitt einen doppelten Schädelbruch und so schwere Brustverletzungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt werden muß. Ein jugendlicher Begleiter des Architekten, der 22jährige Kunstmaler Ferdinand B c l l a n, kam wie durch ein Wunder mit leichten Verletzungen da- von. Der bekannte Chirurg Gehennrat Sauerbruch, der mir Augenblicke später tn seimm Wagen die Unfaktstelle passierte, nahm sich sofort des schwcroerltzten Ferenczy an und überführte ihn ins West-Sanatorium. Zwei Studenien ertrunken. Marburg, 4. März. Gestern nachmittag sind die Studierenden der hiesigen llniversi- tat Römer aus Berlin und D i t f ch g e aus Danzig in der hoch- gehenden Lahn ertrunken. Sie hatten versucht, dos große Wehr bei Wehrda mit ihrem Faltboot zu überfahren. Dabei kippte das Boot um und beide Studenten oerschwanden in den Fluten. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Verhungert... Zm Schauhaus fand gestern die Sektion der Leiche des immer noch unbekannten Mädchens statt, das in einem Hotel- zimmer in der Znvalidenstraße tot aufgefunden wurde. Der Befund ergab vorgeschrittene doppelseitige Lungentuberkulose und starke Unterernährung. So sagt der Polizeibericht. Und er sagt in seinem grausamen nüchternen Deutsch noch mehr:„Aus der sehr mageren Gestalt und aus verschiedenen anderen Anzeichen läßt sich darauf schließen, daß das Mädchen in den letzten Wochen— vielleicht sogar Monaten— weder eine Wohnung noch genug zu essen hatte" Keine Sensation. nein, eine fast alltägliche Großstadttragödie! Ohne Unter- kunft, ohne Nahrung, im Winter, bei Schnee, Nebel und Regen ging sie auf dem Straßenpslaster, suchte in diesem Hausflur sich hmzukuschen wie ein Hund, um vom Wächter verwiesen zu werden, hockte, sich zu wärmen, in jenem Wartesaal, um vom Kontrolleur „pflichtgemäß" wieder in die Nacht hinausgejagt zu werden. Das verhärmte, verhungerte Mädchen suchte Männerbekaiintschaften, und von„Sitllichkeit" triefende Moral wird sagen, daß sie ein„Straßen- mädchen" war. Aber sie will einmal einen Löffel warme Suppe im Leibe haben, und vielleicht hat sie sich auch gefreut, sich endlich, sei es auch mit einem fremden Manne, in einem Bett ausstrecken zu können. Der Körper setzt aus, ein Röcheln, ein Japsen, sie ist tot. Der Mann läuft fort, bestürzt, verwirrt, ernüchtert. Als die Tote gefunden wird, stellt er sich bei der Polizei. Bei der Toten findet man in einem allen Bürstentöschchen ganze 40 Pfennig. Man findet zwei stark verwaschen« Taschentücher, in deren eines mit unbeholfenen Stichen und braunem Garn die kaum erkennbaren Buchstaben R. Sch. eingestickt sind. Man ftndet zwei Bubikopfspangen mit kleinen Similisteinen, eine abgegriffene, einst braun« Aktentasche, deren Traggriff durch einen dünnen Riemen ersetzt ist, zwei Kämme mit ausgebrochenen Zinken und ein Zettelchen, auf dem„140 cm Stoff" steht. Die Ohrläppchen sind durchstochen, aber Ohrringe findet man nicht. Alltagstrogödie dieser Zeit! Erschütternd, aber gerade darum für jeden Fühlenden, weil wir wissen, daß es sich nicht um«inen Menschen handell, der hungernd und frierend durch die Straße ging, sondern daß Hunderte, Tausende heute und morgen Tag und Nacht ohne Arbeit, ohne Nahrung, ohne Bett das mordende Pflaster der Großstadt treten. Giadtbad Mitte wird nicht geschlossen! Einige Berliner Zeitungen brachten die Meldung, dos Bezirks- amt Mitte beabsichtige die Schließung des in der Garlenftraße gelegenen Stadlbades Mitte, bekanntlich das schönste und größte Bolksbod Berlins und das modernste Hallenbad Europas. Besonders kommunistische Radaublälter hatten die Falschmeldung in großer Aufmachung veröffentlicht und behauptet, den Angestellten sei endgültig zum 1. April gekündigt worden. Demgegenüber stellen wir fest, daß an eine Schließung des Bades, an dessen Schaffung die Sozialdemokratie maßgeblichen Anteil hat und das Tag für Tag von Tausenden arbeitender Menschen besucht wird. nirgends gedacht wird! Die Anstalt ist jeden Tag von 7 Ahr früh bis 19� Ahr abends geöffnet. Das aroße Los gezogen. Zn der heutigen Bachmittagsziehung der Preußisch-Süddeutschen klasseulolterie ist das Große Los in höhe von 500 000 Mark auf die Losnummer 14lZZS gezogen worden. Das Los wird in Hessen und Hessen-Basfau gespielt. Welterausfichlen für Berlin: Trocken und meist heiter, Tages- tcmperaturen über Null.— Für Deutschland: Auch in: Südwestm longsame Besserung, Temperaturen im ganzen etwas niedriger, im übrigen Reiche beständiges auch am Tage sehr kühles Wetter. Die Käfer schlafen jetzt, werden langsam klamm in der 'Kühle des Morgens. Maschke schläft nicht. Die Explosionen schlafen nicht. Sie peitschen die winselnden Räder über die Zentimeter, Meter, Kilometer. Sollen ihnen nachher die Knochen brechen, den Rädertieren. Wenn sie jetzt durchhalten. Es gilt Wettlauf. Wettlauf mit der Sonne. Ehe sie auf- geht, müssen die ersten Giftladungen verspritzt sein, auf beiden Leckern. Herrliche Kerle, die Scheinwerfer! Wenn sie einen Baum genau in der Mitte voraus fassen: Kurve. Wird ohne Bremsen genommen. Maschke holt auf. Kurz vor vier Uhr, als Morgenatem den Nebel kriechen macht, springt er im Stubbenland vom ratternd verpustenden Rad. Sein Messer zerschneidet die Stricke, die um die Spritze sind, seine Füße laufen, taumelnd zuerst, über den Acker auf zwei Gestalten zu, die dunkelgrau geneigt stehen in hell- grauem Schimmer: Korns. Sie sind wieder beim Absammeln, aUs Borsicht, und etwas Hilsts immer. Nun, als sie Maschke sehen, hören sie auf, bewundern die Spritze. Maschke erzählt von seiner tollen Fahrt.„Aber zu spät kommen— das gibts nich bei Paul Maschken!" bramabasiert er.„Na. nu spritzen Se man los! Rasch, rasch!" Korn sieht ihn erstaunt an. Man müsse doch am Tage spritzen, wenns recht warm ist: damit das Gift an die' Pflanzen antrocknet, nicht mit dem Tau abläuft; ob er denn das nicht gewußt habe? Nein, das hat er nicht gewußt. Dann hätte er ja noch Zeit gehabt? Ja, dann hätte er noch Zeit gehabt. Aber er ärgert sich nicht, er lacht, herzlich lacht er. voll Anerkennung für sich selbst: die beiden Alten lachen mit. Es wird schnell viel Heller. Er verabschiedet sich: ist müde: muß schlafen: kassiert die Danksagungen ein. Schon als er noch in seiner Tür steht, den Blick ins halb- helle Zimmer schickt, richtet sich Zlmia im Bytte auf.„Ich hebe gar nicht schlafen können, Paul. Solche Angst hatte ich. Man gut, daß du da bist. Soll ich Kaffee machen?" Er sieht sie fremd, beinahe finster an. Ihre Stimme ist dünn. Ihre Arme sind dünn. Ihr Haar, ihre Brust, ihre Lippen: alles ist dünn. Bloß ihr Buckel: der ist dick. Wie eine Spinne kommt sie ihm vor. Noch nie hat er das so ge- sehen wie heute. „Bleib liegen!" sagt er kurz: er hat Angst, sie sehen zu müssen, wie sie verwachsen durchs Zimmer geht. Die Freude über seine Leistung ist hin. Mürrisch beginnt er sich auszuziehen. In seiner Tasche knistert ein Zettel: die Adresse aus Berlin. Er faltet ihn sorgsam zusammen, steckt ihn in sein Porte- monnaie, sieht eine kurze Weile vor sich hin ins Nichts und schnalzt mit der Zunge. Schweinfurter Grün nimmt man. Das ist auch ein Grün, aber ein Grün aus Gift; keines aus Leben wie das da draußen. Kalk gibt man hinzu und Wasser, damit es stäubt, fließt, haftet. Mass verrührt es gut, das Grün verschwindet fast §anz, das hormlose Weiß des Kalks drängt sich vor. Die arbe hat sich gewandelt: das Gift ist geblieben. Es ist wie in einer Hexenküche. Man locht ingrimmig und füllt das Ganze in die Spritze. Dann trägt man sie aufs Feld. Man ist wie eine Armee, die eine Kynone hat. In den Spargel- stauden kampiert orglos der Feind: surrt und zirpt in der Sonne wie kochender Rotwein. In der ersten Furche wird das Geschütz aufgestellt. Der Fuß hält es fest, die Hände ziehen den Hebel der Pumpe auf und nieder. Luft pfeift» zischend schießt der erste Strahl Gift aus der Schlauchmündung: ist schon nicht mehr Strahl, ist schon Schwade, die über den Sand kriecht, in die Spargel- stauden sinkt. Die kleinen roten Kampfflieger ziehen davon, fünf, sechs Stunden weiter: sind vorerst gerettet. Aber die Larven, die am Blattwerk sitzen und noch eben fraßen und nicht fliegen können: die grünen Larven winden sich, immerzu um sich selbst, wie wahnsinnig gewordene Schrauben: man wundert sich, daß sie sich nicht herauswinden aus ihrer Haut, die lang- sam zerfressen wird vom Gift. Mancbe wollen eilig weg- kriechen. Aber man kann kriechend fressen; man kann nicht kriechend fliehen. Breite Wege findet das Gift im porösen. grünlich-schwarzen Fleisch. Das Sichwinden hört auf. muß aufhören: das Hautkleid wird zu eng: das Fleisch darunter entzündet sich, wird aufgetrieben, der Kopf hebt sich vom Leib ab in wahnwitzigem Schmerz— dann zerplatzt die Haut. Das letzte Zucken ist nur mehr das Zittern eines grünlichen, schnell ins Schwarze verwesenden Breis. Fünfzig, hundert kleine Tote wüten so an jeder Staude. Das Geschütz arbeitet, von Pflanze zu Pflanze, von Furche zu Furche, von Morgen zu Morgen getragen. Bor ihm stehen die Stauden grün und rot: hinter ihm stehen sie weiß bestäubt, überzuckerte Skelefte. Es sieht nicht gut aus: noch der schönste Sieg schafft ein häßliches Schlachtfeld. Aber es macht Freude, zu siegen: in den Menschen freut sich jeder Wirbel, der schmerzte, jeder Finger, der fror, jeder Gedanke, der sich sorgte. Sie zählen noch nicht, wieviel gerettet ist: sie zählen nur, wieviel Feindliches vernichttet wird. Und das ist sehr viel; alles an Larven und Eiern. An den Rainen aber schwirrt es rot: die Käfer. Sie leben. Sie können fliegen, schneller als das Gift, und sie können fliegend warten, bis der Tod nach Hause muß. Aber der Tod geht lachend nach Hause. Sein letzter, gc- waltigster Berbündetcr stellt sich nun von selbst ein: der Hunger. Denn ob auch das Feld voller Spargel ist: wo ist Speise? Das Grün ist verschlungen vom Weiß, und im Weis; ist der Tod. Einen Tag lang hält man das vergebliche Suchen aus, das Suchen nach freßbarem Blattwerk: dann siegt der Hunger, der Wille, Kraft zu saugen aus Halm und Blatt, Zeugungskraft. Man findet Stellen an den Stauden, die sind nur ganz dünn bestäubt: man wagt sich heran, wagt zu naschen, zu fressen: und hat Gift gefressen. Frcllich: man hat keinen weichlichen Larvenlcib. Man hat Käferfleisch: das ist weiß und fest. Aber die zarten, gläsernen Flügel: die sind bald zerstört. Aber die dünnen, flinken Beine: die werden bald langsam und schwer. Man kriecht: Weibchen kriechen neben einem; man sieht sie gar nicht. Es schmerzt zu sehr. Ueberall. Dann, irgendwann, aber einmal bestimmt, steht man stille- Die Fühler breiten sich weit: aber es ist nicht Wollust: es ist Tod. Man sinkt um: liegt auf dem Rücken; die Beine strampeln noch eine Weile, legen sich dann demütig flach an den Leib; es ist ein elendes Sterben. Ein unwiderrufliches Sterben: die Eier sind tot, die Larven sind tot, die Samen sterben mit ihren Bätern. Einige wenige bleiben am Leben, finden irgendwo Nah- rung, bis der Spargel neue, zartgrüne Triebe hat. Sie sitzen im Herbst an den welkenden Stauden, traurige, frierende Ueberreste eines Millionenvolkes. Die Sieger streifen sie im Vorübergehen ab und zertreten sie. Achtlos.(Fortsetzung folgt.) Petroleumzug entgleist. Ein Tank explodiert.- Heizer umgekommen. Bukarest. 4. März. In der Bähe der Hafenstadt L o n st a n z a ist aus der Eisenbahn. slallon Sighireanu ein Pelroleumzng infolge falscher Weichen. stellnng entgleist, wobei ein Tank explodierte. Ein Heizer buhte bei dem Unfall das Leben ein, zwei Bahnarbeiter sind mit lebensgefährlichen Berlchungen ins Krankenhaus gebracht worden. Sämtliche Bediensteten haben nach dem Unglück die Flucht ergriffen Zn?5-Kilometer-Tempo überrannt. Genf, 4. März. 'Auf der Simplonstrecke in Wallis hol sich am Mittwoch zwischen den Stationen Brig inld St. Maurice ein schweres Eisenbahn- -unglück ereignet. Eine Draisine, auf der vier Schweizer Eisenbahnbeamte Platz genommen hatten, stieß kurz hinter der Station St. Maurice aus freier Strecke mit dem von Malland kommenden, mit 75 Stundenkilometer Geschwindigkeit fahrenden Simplon- Expreßzug zusammen. Während die zwei auf der Rückseite der Draisine sitzenden Beamten noch rechtzellig abspringen konnten, wurde die Draisine mit den zwei übrigen Beamten von dem Zug ergrijfen und einige hundert Meter mitgeschleift. Di« völlig zerstückelten Leichen der beiden Beamten konnten nur mit Mühe ge° borgen werden. Oer Kassierer des Kriegervereins. Von der Anklage der llnierschlagung freigesprochen. Ein Zustizsekretär kämpfte gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg um seine Existenz. War er schuldig, so konnte er nichl länger Beamter bleiben. Wae er aber schuldig? Das Gericht sprach ihn frei. Die Anklag? lautete ans Unterschlagung. Der Staatsanwalt hatte fünf Monate Gefängnis beantragt. Der Iustizsekvetär N., im Kriege mit den höchsten Auszeich. nungen geschmückt, wurde noch dem Kriege Mitglied des Krieger- und Landwehrvereins Friedenau und Ende 1924 erster Kassierer. Es fiel auf, daß er viel weniger Gelder abführte als der zweite Kassierer. Die Kontrolle ergab Ende 1925 ein Defizit von 1339 M. Man forderte von ihm das Zkossabuch an—. seine Frau hatte es verloren. Man lud ihn zur Bor- jtandssitzung; er erschien nicht. Seine Frau hatte die Ladung unter- schlagen. Elchlich zur Rede gestellt, erkannte er das Defizit an und gab u. a. zu Protokoll: Ueber die näheren Umstände meines un- überlegten und leichtsinnigen Schrittes nwchte ich mich aus bestimm- ten Gründen n�i ch t auslassen. Der Kriegerverein forscht« auch nicht nach den„näheren Umständen�. Ihm war es darum zu tun, dos Geld zurückzubekommen, er scheute die Oeffentlichkeit, ihm lag auch nicht an einer Bestrafung des ungetreuen Kassierers. Am 4. Mai fand der Ausschluß des Jüstizsekretärs aus dem Verein statt, „wegen ehrenrührigen Verhaltens". Nun hätte man meinen sollen, daß der Justizsekretär die R ü ck- Zahlungstermine einhalten würde. Statt der Zahlungen trafen aber von ihm innner wieder Briefe mit Bitten um Stundung «in. Mit Hängen und Würgen zahlte der Justizfekretär feine lliaten—, bis eines schönen Tages bei der Staatsanwaltschaft ein« anonyme Anzeige einlief. So kam der Iustizsekretär vors Gericht und die Sache in die Oeffentlichkeit.., ,, bestritt gestern die Unterschlagung � trotz des verdächtigen Tentes mV Gestandnisprotoköh, ftoß' des H'riefweMels," Das De- sizit sei höchstens auf feine Bummelei' zurückzuführen. Er habe von feinem Vorgänger die Kasse ohne Kontrolle Übernommen, er habe iii seiner Gutgläubigkeit, wenn die Kameraden erklärten, ihre Mir- güedsbeiträge bereits beglichen zu haben, seinen Stempel„Bezahltauf die Karte gesetzt. Die früheren Kameraden des Angeklagten versuchten auch jetzt noch ihren ehemaligen Kassierer zu decken, sie wollten ihin Unterschlagung überhaupt nicht vorgeworfen haben, alles sei wohl auf„Bummelei" zurückzuführen. Der Staats- anwalt gab feiner Verwunderung darüber Ausdruck, wieso ein Justizsekretär von einem unüberlegten Schrill gesprochen haben konnte, obgleich er sich eines schuldhaften Verhaltens nicht bewußt war, und wie er den Ausschluß wegen ehrenrührigen Verhallens auf sich habe fitzen lassen können. Das Gericht kam zum Freispruch. Das von der Frau verlorene Kassenbuch hatte ja ohnehin eine richtiggehende Kontrolle unmöglich gemacht. Selbstmordversuch des Mörders. Kabelih verschluckt wieder einen Löffelstiel. Der Mörder des Chauffeurs Ponfick, der Händler Kabelitz, der vor einigen Tagen von Berlin in das Potsdamer Unterfuchungs- gefängnis gebracht wurde, hatte vorgestern an den Potsdamer Unter- fuchungsrichter einen Abschiedsbrief geschrieben. Er gab darin an, daß er die Schande nicht überleben könne, über die Chaufseursamilie Ponfick soviel Unheil gebracht zu haben. Bald nach diesem Brief hat Kabelitz wieder einen Selbstmordversuch unternommen und einen L ö s s e l st i« l in der Zelle verschluckt Er mußt« von Potsdam in das Staatstrankenhaus nach Berlin übergeführt werden. wo er von neuem operiert werden muß. Bekanntlich hatte Kobelitz gleich nach seiner Verhaftung Selbstmordyersuche unter- nvmmen, indem er Strumpfbandschnallen und Löffelstiele verschluckte. Kreispruch im Wertspionage-Prozeß. In dem Prozeß wegen Werkspionage, der am Dienstag und Mittwoch vor dem Schöffengericht Berlin-Milte verhandelt morden war, wurden sämtliche Angeklagten mangels Beweises frei. gesprochen. Ueberführung Otto Reutters nach Gardelegeu. Die Leiche Otto Reutters wird am Donnerstagmorgen im Auto noch Gardelegen, Reutters Geburtsstadt, übergeführt wer» den> wo die Beisetzung voraussichtlich am Sonnabendnachmillag statt» findet. „Spiel und Freude" find die'Motive, die dem diesjährigen Schau« turnen der Fries en-Oberrealschule zugrunde gelegt stnd. Die Veranstaltung findet in der Schulturnhalle Kamminer Str. 17 (nahe Bahnhos Jungfernheide) statt, und zwar am Sonnabend. 7. März. von19bis21Uhr, undamSonntag. 8.MSrz, vonI7bis19Uhr. Wer Hot bei der Sportpalast-Kundgebung eine Tasche gefunden? Rotbraune Tasche(DMA.) mit ZdA-Buch, Parteimttgliedsbuch, An- gestelltenkarte, Stempelkarte, Notizbuch, ist auf der Sportpalast- Kundgebung am Montag, dem 2. März, verlorengegangen. Wir bitten den ehrlichen Finder, die Tasche abzugeben im Büro, Linden- strnße.Z, 2. Hos. 2 Tr., Zimmer 5. Zoo rüstet zum Sommer. Gro�e Neuanlagen.— Selbstbedienung des Publikums. Ende Marz wird der Berliner Zoologische Garten als neue Attraktion das neue Becken für Seelöwen, Seerobben, Pinguine und See-Elefanten der Oeffentlichkeit übergeben. Die neue große Anlage hat die Form eines riesigen Felsenaufbaues. Der Aufbau wird von einer großen Brücke überspannt, die dem Publi- kum zur Benutzung freigegeben wird. Um den Aufbau gruppieren sich die einzelnen Becken. Mit ihren leuchtenden Farben bietet die Felfenanlage ein äußerst malerisches Bild. Hier werden 19 bis 12 Seelöwen, 5 bis 6 Seerobben und«in« ganze Anzahl von Pin- guinen untergebracht, die aus der Südpolgegend stammen und Ende März eintreffen werden. Der See-Elefant ttimmell sich bereits neben dem Elefantenhaus im Wasser. Außer dieser großen Anlage wird noch ein neues Frei- gelände an der westlichen Seite des Elefantenhauses geschaffen, das für das in Berlin geborene Elefantenbaby Kalifa bestimmt ist. Geplant ist ferner u. a. eine große Felsenanlage für Stein- oiKimau88Cviik Iflp Arbeiterwotillahrt! Am Freit. t, dem 20. MIrx, 20 Uhr, im BQrder.a.I des R.th.oiu. Eingang KSnlgstrafte. Einlach 19'� Uhr. Generalversammlung (Tagesordnung wird noch bekanntgegeben) Stimmberechtigte Mitglieder der Genera Versammlung sind: a) Der engere BezitksausschuB/ b) Die Rtvlsoren y c) Die K-eis- leiter(-innen) und deren Ste Ivertretcr y d) Aus jeder Abteilung zwei gewählte Delegierte y e) Je ein Vertreter der angeschlossenen Organisationen und die Mitglieder der zentralen Wohlfahrtsdeputation und des Verwaltungsausschusses des Landesjugendamtes bocke.— Neben der Tanzfläche wird in diesem Sonuner ei» neues großes Büfett zur Selbstbedienung des Publikums fertiggestellt. Schließlich soll die zum erstenmal im letzten Jahre ein- geführte indirekte Beleuchtung des Zoologischen Gartens weiter aus- gebaut werden und weitere, der Bequemlichkeit des Publikums dienende Anlagen geschaffen werden. Das Sommersemester der Tischlerschule. In der Berliner Tischlerschule(städtische höhere Fachschule), Leitung Prof. Fntz Spannagcl, beginnt das Sommer- semester am 8. April 1931. Tischler, Drechsler, Holzbildhauer und Jntarsienschneider erhallen eine technische, praktische, kauf- männische und künstlerische Ausbildung. Die Schule unterhält Tages- und Abendabtcilungen. Je nach der Begabung bietet sich den Schülern Gelegenheit zur Ausbildung zum Werkmeister, Möbel- techniker und Innenarchitekten. Die Innenarchitekten werden in der Tagesschule in geschlossenen, sechssemestrigen Lehrgängen mit fest- gelegten Lehrplänen ausgebildet. Nach erfolgreichem Besuch der Schule findet eine Abschlußprüfung unter staatlicher Aufsicht statt. Bedingungen für die Aufnahme sind: an der Tages- schule: Nachweis einer zweijährigen praktischen Tätigcit als Tischler, Mindestatter 19 Jahre; an der Abendschule: Nachweis der abgelegten Gesellenprüfung. Anmeldungen in der Hauptabteilung, Berlin O34, Straßmannstr. 6, von Montag bis Sonnabend von 19— 12 und 16— 18 Uhr. In der Nebenabteilung, Berlin N29, Grünthaler Straße 5, Montag und Freitag von 16— 18 Uhr. //Spezialist für Wochenendhäuser." sKonO 20 Einbruchsdiebstähle auf dem Kerbholz. Das Erweiterte Schöffengericht Bcukälla hatte sich mit den Dicbevzügen de» erst ZZjährigen Arbeiter» Richard D r S ck zu befchäfligeo, dem die Anklage nicht weniger als 29 Einbruchsdiebstähle, uncrlaublen Waffen- besitz. Urkundenfälschung und Gesangenenbefreiung zur Last legke..»... Trotz seiner Jugend hat der Angeklagt« beretts recht erhebliche Zell hinter Gcfängnismauern- zugebrachL Im Frühjahr vorigen Jahres verlegt« er sein Arbettsgebiet nach den südlichen Vororten Berlins, wo er in die Wochenendhäuser einbrach und sie ausraubt«. In Senzig, Bindow und Zernsdorf brach der Angeklagte innerhalb kurzer Zell in etwa 29 Wochenendhäusern ein, in denen er es sich recht behaglich machte. Bon den vorhändenen Lebens- Mitteln beköstigte er sich, er schlief dort des Nachts, stand morgens um 3 Uhr auf und verließ dann wieder das Wochenendhaus unter Mitnahme aller möglichen Gegenstände. Bei einem dieser Ein- brüch« konnte er im Mai vorigen Jahres gefaßt und in das Königs- wusterhausener Gefängnis eingeliefert werden. Nach einer v e r- wegenen Flucht aus dem Gefängnis fertigte er sich falsche Schlüssel zu dem Gefängnis an und befreite noch zwei ge- fangen« Insassen. Nach weiteren.Diebeszügen wurde er eiidgüllig im Oktober wieder gefaßt und hinter Schloß und, Riegel gefetzt. Wef vollkontmenew(NnbruchsVerkLeug fand man bei; ihm, auch noch einen geladenen Revolver. In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte lediglich mit seiner Notlage, die dos Gericht ihm außer feiner Jugend auch zugute hielt, so daß es ihn zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis und drei Iahren Ehrverlust verurteilte. Der Staats- anwalt hatte drei Jahre Zuchthaus, fünf. Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht beantragt. Brandstistung als Racheakt. Grundstück eines Reichsbannermannes in Brand gesteckt Stralsund, 4. März.(Eigenbericht.) In dem Städtchen Richtenberg war es kürzlich zu einem schweren blutigen Zusammenstoß zwischen Reichs- bannerlenten und Nazis gekommen. Im Anschluß daran erhielt der Reichsbannerkamerad Dördel einen Drohbrief, in dem ihm angekündigt wurde, daß er auf seiner Arbettsstell« er- schössen werden sollte. Um Weiterungen zu vermeiden, verließ er sofort die Stadt. In der letzten Nacht wurde nun sowohl i n seinem Wohnhaus als auch in dem Stall Feuer an- gelegt. Die Familie Dördels konnte nur mit knapper Not da» nackte Leben retten. Polizeiliche Ermittlungen nach den Brandstiftern sind eingeleitet. Mau vermutetf daß Notionolsoziaiisten aus Rache die Brandstiftung begangen haben. Ausbeulung Arbeitsloser. Uns wird geschrieben: Im Interesse anderer armer Arbeitsloser erlaube ich mir über das mehr als merkwürdige Geschäftsgebaren der Firma Continental. Industrie, und Handels- verlag, Berlin NW. 7, Am Weidendamni 1a. hinzuweisen. Auf eine Annonce im„Berliner Lokal-Anzciger" bewarb ich mich bei obiger Firma um den ausgeschriebenen Posten als Kassiererin, da ich seit zwei Iahren stellungslos bin. Da nach Erkundigungen beim Polizeipräsidium gegen diese Firma nichts vorlag, nahm ich den Vertrag an. der bei siebenstüMger täglicher Arbeitszeit ein« monat- liche Mindestprovision von 199 M., im übrigen 39 Proz. vorsah. Ich habe für die Firma nachweislich und anerkannt sieben Stunden .Das Kabinett des Edgar Allan Poe"; eine unheimliche Stunde. Das Trauen, das aus Poes Dichtungen spukt, hatten Ernst B r i u- g o l f und Hans Georg Brenner erweckt. Schemenhaft geisterten die Phantasten des Dichters durch den Raum, ein beängstigsndsr Reigen, verworren pyosphorhaft aullsuchtend«, traumyäjt er- löschende Gestalten. Als Grundton zog sich durch die Veranstaltung die düstere Lebensaeschicht« Poes. Es waren für die Rezitationen täglich gearbeitet, treppauf, treppab, bei Wind und Wetter. Nachdem ich von dem Bevollmächtigten Ä. am Monatsschluß eine Woche lang hingehallen wurde, fuhr ich nochmals ins Büro. Das Wartezimmer war voll von Menschen, und zwar ntuc Bewerber, da sse von der Firma ein« Karte zwecks Vorstellung erhallen hatten und vorzeigten. Wiederum erklärte mir der Bevollmächtigte der Firma, ich würde mein Geld bestimmt erhalten, vielleicht morgen schon, spätestens übermorgen Ich begab mich zu dem.zuständigen Polizeirevier. Der Borsteher der Kriminolabteilung erklärte mir, es lägen schon mehrere Beschwerden vor, die Polizei könne aber nicht eingreifen, da keine strafbare Handlung vorläge. Da die Polizei in dieser Angelegenheit vorläufig nicht«ingreiien kani), bitte ich Sie dringend, oor allem auch im Interesse der vielen anderen, die in der äußersten wirtschaftlichen Not sich für diese Arbeit zur Verfügung gestellt haben und noch stellen, ihre ganze Zeit und ihre letzten Mittel dafür hergeben, um sich einen Erwerb zu sichern, rechtzeitig zu warnen. Eckeucr iu New-Bork. Dr. E ck e n e r ist am Mittwoch an Lord der„Europa" in N«r. Port eingetroffen. Er beabsichtigt, am Donnerstagabend nach Akron im Staate Ohio wetterzureisen, wo sich der Sitz der amerikanischen Zeppelin-Gesellschast befindet. Dr. Eckener stellte einen neuen Süd- amerikaflug von Friedrichshasen nach Rio de Janeiro in vier Tagen in Aussicht. Der Ortsoerein Berlin- Kreuzberg des' Reichsbanners Schwarz. Rol-Go.ld yqraizstaltct anj Sonnabend, dem 7. Mörz 1931. 29 Uhr, einen Mäslenbäll in der großen Funkhalle. Musik wird aus- geführt von der Kapelle Otto Kermbach. Karte» im Vorverkous bis zum S. März 1 M., an der Abendkasse 1,39 M., find erhältlich im Gaubüro, Sebastionstraße 37/38. Der Gesamtüberschuß soll den aktiven Abwehrkampf auf dem flachen Lande fördern, der bitter nötig ist. N Soziallstische Arbeiterjugend Groß-Berlin «afmftroqtn für diese Jtndtfl trat• Nil 3oMn6'efrc*rtat, itertta SW HS. ciudenffrai« 3 unerträglichen Zerrbildern für die Hörer werden müssen. Der Querschnitt fand hier die richtige Grenze des Möglichen. Auch wer nie eine Zelle von Poe gelesen hat, bekam durch dies« Darbietung «in« Ahnung von feinem Geist und feinem Schassen.. Tcs. ionlictuotfttfiuttfl bn Loitsbäimc am"ü. Mär, um lö Mir. Aaiicn üu SO Pf. finb Ttod) rtfmliltd). Sit Scranftaltim« uriti öurck» Umcohmuns»tut SUuftf, Eprcchchor und Ansprache»u einer Märt- Gefallenen. Gedenkfeier aus. fleftaUeL Sikana b«» Pezirk-a-sschnife, am Moniaa. dein S. MZu. ISt.; Mr, im Süiunqsfaal der Partei, SSB., Linbanfir. 3, U. S»f, 2 Treppen rechts. Ableilungsmikgliederverfammlungen heute, 19% Uhr: Karben: Eorttins- Eike Eraunstraste.— ÄBncniict Bicrtel: Wrnn«elstr. 123. —»-libnff-r Tori Brijtrr Elr. 27—30.— Siedsspriich für die Maßschneiderei ist nunmehr von den Vertragsparteien angenommen worden. Die neuen Löhne treten ab 1. März 1931 in Kraft. Das neue Lohnabkommen für Berlin kann für die Mitglieder des Deutschen Bekleidungsarbeiter- Verbandes im Büro, Sebastianstr. 37/38, entgegengenommen werden. loo voo Arbeitslose in Südslawien sind zwar nicht gezählt, aber geschätzt morden. Es soll sich um etwa 39 999 qualifizierte und 79 IM nnquolisizierte Arbeitelose Handel». Im Bergbau herrscht Kurzarbeit vor. Es ist bequemer zusthätzen als zu zählen und zeugt von ziemlicher Sorglosigkeit der amtlichen Stellen, wenn sie sagen, daß genaue Angaben nickt zur Verfügung stehen. yp:rj-4 rc-tH.-.; d-M t ä-t i t�t' z t-tä t m J I Turbine. Snmiabcnd.!> Uhr, Iiel Schlschliiaer. Scrlichiillicnstr. 3, R i Zkrakl onssitzun«. Aufstellung der Vetriebsriilc. er; 11131 Äfc 5reie Gewerkschaits-Iuaend Berlin \Scl i>rirtc- Donnerstag, lü'i Nlir, lagen Sic Gruppen:«öpenick: 3ugcnd- yj/fff heim Grünauer Slr. i. Keinihcsprcchuug und ssorlsetiung des Reihe». � Vortrages:„Unsere Ardeilernihrcr".— Sebönhanser Tor: Jugendheim Tic-dslr.>». Arhcilerdlchtcr auf öchallpIaNen.— vesiinddruilnen: Jugendheim Rote Grliule. Gotcnhurger Etr. 2. Sermhesprechung. töeimspielc.— Eüdoste»: Eruvvcnheiin Rcichcubcrger Str. fifi lsseuevwelirhaus). ldeiuihespreckiung. Nirrj- referate.— Tcuipelhoi: Gruppen heim. Luteum Eeruiauiastr.■)—<>, Eingang Göhstrafte. Leimhcsprcchung. Bunter Abend.— Moabit: Jugendheim Lehrter Strohe 18- 19. Selmbcspr-chung. Zehn-Minuleu-Referate.— Reu-Lickitenberg: Tugcudhcim Gunterstr. 14.„Gewerkschaften und Rationalsswalismus.� Lichtenberg: Jugendheim tdauffstrahe, au her Lcssiugstrahc.„Der russische Mus- jahresvlan."— Landsberger Plag: Jugendheim Diestclmencrstr. Z. Keim» desprcchuug.— Stanlen: Gruppeuheim, l7. Bollsschulc. Staaken-Gortenstadt, Schulstrahc. Seimdesprcchung.— Zugcnhgruppc des Verbandes der Rahrunge. mittel, und Setränkearbeiter. Sihungssaal, Reue Echönhaussr Str. 4— ö. Heimabend./ @.4Usiendarupve des 2?enend am 25. Mär� in der Mädchcnmittelschul« Donaustr. 120. Eintrittskarten aum Preise von 20 Pf. sind bei den Gruppen». funktinnören su haben.— Karten zur Iuqendvorstcllung der Valtöbühne am 22. und?S. März find zum Preise von 80 Pf. im Iugendsekretariat zu haben. rJTrzfüch empfohlen zum Schutz gegen f infen&nngtn für dies» Rubrik stnd >» r l I» DB tt. Lindruitraii» Z. Parteinachnchien/S� fürGroß-Vertin ftrt» an da»«aztrtasekrrtariai 2. Hot, 2 Trroven recht», zu richte» Heule. Donnersiag, S. März: 4. Kreis. Obleute der BeamtenrverbeaussckNsse der Abteilungen 24 bis A treffen sich vor Beginn der Kreisvertretcrverscunmlung am Eaaleingang. 17. Aeis. B lldungsausschuk. Kursus:„Mensch und Maschine", Alexander Nosam, Nathans, Möllendorfftraße, Ummer 31, Dislussio nsabend. �orstandsschung vor der ssunktionärversammlung niuft ausfallen. 114. Abt. Vorstands- und Funktionörsttzuna bei Lchwarzer, Gabriel.Mar.Str. 17. 118. Abt. 19 Uhr ssunittionarkonfereiM bei Lartmann, Irenen- Ecke Rosen. selber Straße. Morgen. Freitag, 6. März: 1. ttrri». ÄrcUorrtttUrtaa im Seoxrkschattsbau», Dugelufer, arotrr 6üäL Ohn« ananxt« und Mitgliedsbuch lein Zutritt. 2.«rei». Blidungsau-Ickuft. Sifcuna Lolol Sübner, Dil-nacker Str. 2«. «ursu» Kabion t-llt S. und 12. Mär» au». Rächst««ursusubeude 1». und M. Mörz bei Röste!. Putlidstr. Ii».— ffreideulergeuosteu. Zusammen» ftntft ftetflMkt fftegieiifctatn&ffta am ffcetla«, de» t. SKSqb 99 UHe. #. abteiluna bei Räber, Sievbanstr. 11. 12. Abteilung bei Schul ibt, ZSiclef. strafe 17. IS. Abteiluna bei RSstel, PutNbstr. 10. 22. Abt. Schmlbt. Kruchtstr. 36h.{Tunfionäclitpiitg mit ftrclsoettretertu 79. Abt. Holt, Siegfried str. 9, ffunktionärfitzuna. 89. Abt. Graumieck, Eanbcrstr. Iii, ffunttionärfldung. 99. Abt. Sckmoe.ko. Wcichselstr. b, ssunktionärsibuna. »1. Abt. Mcuseler, ssluabafenstr.«. Kunktionärslbunff. 93. Abt. 29 Ubr»Zmn N-uköllttcr Kcglcrheim", 5!aisc:.?riedr:ch»S!r. 197—198, ssunttionarsttiung. 95. Abt. Pflan.,, Prin�Sanbjerii�ütr. 72. Sibuna des Borfwnbks mit ffunk» tionärc». Materialausgabe. 98. Abt. sfunktionärstduno bei Leban, Wippccstr. 18—19. 97 Abt. 19 Ubr bei Rohr, Siegfriebstrake, ssunktionärlitiung. 99. Abt. 29 Uhr Hanncmannstr. 19. Runttionärsthung. 12». Abt. Parteimitglieder, die Mitglied des Volksfeueroestgttungsvereins stirb, geben zur Wahlversammlung und Delegiertcnmahl im Prälaten, Reu» Lichtenberg, Eitelstr. 79, Ecke Sophienstraß«. Mitgliedsbuch des Verein, mitbringen. ii4. Abt. 30 Uhr bei Anders. Bahnhokstr. Z7, lsunltionärsttzung. 124». Abt. 29 Uhr!?unklvnärsthung bei Draber. 127. Abt. 39 Uhr Rreidenkerverlammlung im Lokal Berliner Hof, Berliner Sirahe 93. Lichtbildervortrag:„Das Gesicht der Nazis". 141. Abt. Hoffmann, Edelweihstr. S, Kuncktionärsthung. Frauenveranstakkuns» 35. Abt. Donnerstag. 5. März, vllnktlich, IVA Uhr, bei RSseler, Eoldav« Strohe 9, Zusammenkunft der Strahcniiihrerinnen. Arbeiter-Bildungsschule. 5. Kreis Friedrichshain. Heute Beginn der Ardeitsgemeinichaft I. V. Mape? m der Schule Petersburger Str. 4, Zimmer K. 20 Ithr. Thema: �arl Marr.' Leben und W«ck". Dauer: 4 Abende. Hörgebühr 1 M. Ermerbslose frei. Anr Sonnabend Arbeitskreis Bernstein im Jugendheim Tilstter Str. 4—>z, 19� Uhr. Ausspracheabend über das Thema:„Was ist Sozialismus?" 13. Kreis Pankow. Der Kursus des Genossen Levi fällt am Donnerstag, dem o. Mär�, aus. Nächster Kursusabend Dolurerstag, 12. Mär.z. Arbeitsgemeinschafl der Sindcrfreunde Groß-Lerliiu Kreig Kreuzberg. Achtung, Gruppenleiter! Die Anträge für die Kosten* Übernahme der Schulräume sind umgehend an das Jugendamt einzureichen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 19». Abt. Unser Genosse Albert Eobin ist verstorben. Ehre seinem An» denken. Einäscheruna Tonnerstag, 5 März. 1414 Uhr. Ztrcmatorium Baum- sckmlenmeg. Wir bitten um rege Beteiligung. [ Zlte&let Ltcltlsptcle usw 3 JL»■» 1■■■■■■■ Uonneist., ö 3 Staats-Oper Unter d. Linden 185. A.-V 20 Uhr FflrsfUor Ende 23 Uhr Staats-Oper In Platr üv RitiUit. 29 Uhr S. Sinfonie-Konz. Kapelle dir Staatuper Ltg. OMIempeier Seilst: Edwin Flsdier Ende 22 Uhr Donneret., S. 3. staut. Oper Bismarckstr Turnus IV 20 Uhr Boheme Ende g. 221/* Uhr Staat!. Schaaspii. Ii» PeseamBinuriih. 159 A.-V. 20 Uhr Minna viarnbelm Ende g 22V« Uhr M.MiHeateiüiarltbg 29 Uhr Don Carlos Ende gegen 23 Uhr Winkej, ' Garten■ 8 is Ohr. Zentr. 2819. Raudien erlast!. Tobbd China, Bnncan Collies. Lotte Werkmeister. 4 Pülliipps. Karolewna's. Dormonfle nsv. erlast!. I lies. � I VoiKsblltine Tteataram BCbwplatz. 8 Uhr Das Ulintermarchen So. u Stg. 8 Uhr Hans Albers in Liliom Vorstadtlegende von Franz Molnar Staat!.'diiller-Th. 8 Uhr Don Carlos Piscator-Büluie (Wallner- Theater Alex. 4592-93. Täglich SV* Die Frau in Front Ab Freitag Cyankali Zimmer; IBett blk V.-dld 11.- 2öettenl4,-bi522,- BodiMk.l- SolonilCt Tägl 2 Vorstp. J u. 6% Uhr Barbar ossa9256 Hutm. 50 Pf. bis 3 M- abends t bis 6 M. Dollle u. Blllie Dance Fabies Co. mit Esielle Mattern und waitera Altrakt'onen, Täql. S u. 814 soaai. 2. si. 6U E 4. Ale*. 8056 Nehm. 50Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. R U. R 11 Der wander- 0 U 0 U Schimpanse Peter P I e t. Das Original Raymonde Rioo, Hirfuuzuriitt»!». Täglich öl 2 PAS BLAUE HfMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEN BACH THEATER IM ADMIRALSPAUST GROSSES SCHAlbPiELH&lL Tagi. 8 Uhr. IM weisson 1108*1. Stg. nachm. 3 Uhr Originaibesttzung bini«e Pre se Rese; Erik Charcll. HAüSmUND rcrgnipng* Restaurant Berl i ns ■ wo»eist man> BUS und Dillig T Nur Gross-Berlin Alezandorplatz :\e »•Min HOTELoAeMM EXCELS90R tagi.»h u 8k, eaioeauaaun 3*40. Prima— Prima und dazu sobilligll ROSE-THEATER MüZWljZi □ j: eoi�i Sil Operette toq Rai min R. gie: Paul Rose Tänze: Georges Blanvalct In den Hauptrollen: Traaie Rose. Loni Pyrmont, JUc Vollborn, Hans Rose, Karl Güliidi. Kart Mikalski Abendpreise von 50 Pf. bis 3 M. Donnerstag, Freitag u Dienstag, Mittwoch. Donners ag nächster Woche 5-30 Uhr: Jas Parliin raeioer Frau" von Leo Lenz. Preise von 30 Pf. bis I SO M. 20 Minuten Kaffecpausc. Kaffee u Kuchen 40 Pf 6tägiger Vorverkauf II— 1 und 4—9 Uhr. Alexander 3422. Grobe Frankfurter 3 trage 192 U Dahn Strausberger Platz Homiscne oper 8-, Uhr Kleine Preise. Reppina ajtir unöciidmr Ltlhiaj du Rggipogistn Robert Stolz HEUE O WELK Arnold Scholz O-bbo Beraiännjlaii, bäsenbeidt 188-14 fip. Bochhierlest und GROSSES SCHVEINESCflLACHTEH. 7 Kape len. Neue Dekorationen, Bayr. Bedienung i Einlaß 6 Uhr Oeuisehes Kflnsller-Theii. Barbarossa 3937. v* Uh' Riller Blauharts adite Frau Renaissance- llieater Stein platz 6780 8>/. Uhr Dnrdians unerlaabl »Pru�Obis 13.51■ Niedrige Preise! Schone Modelle! Sie finden bei uns in großer Auswahl Schlaf-, Herren- und Wohnzimmer, Polstermöbel und sonstige Einzelmöbel Moderne Kuchen KBnsom-Mölielliaüs Berlin S. 59. Graelestrafie 21 Besonders gOnstige Angebote: Teppiche, Läufer, Tischdecken, Vorlagen, Gardinen, Chaiselongues- und Tischdecken Warenhaus I: Berlin S.42,Oranienstr.1 64-1 65 Warenhaus II: hl. 65, Reinickendorfer Str. 21 Warenhaus III: Charlottenburg, Rosinenstr. 4 Gtivinnauszug 5. ftfaffc 36. Preubisch-Eüddklllsche Staals-LpIIene. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf j:de gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 21. Ziehungsiag chMärz 1931 In der heutigen Vormiltagsziehung wurden Gewinne über 4U0 M. gezogen 2 Oewinne ,» 10000 M. 127843 10 s-wi-n-|u 5000 SK- 95955 107617 219162 308177 333187 20»g-inn- ,a 3000®!. 7403 37974 134402 158785 214860 265729 269471 328260 377266 393269 68 Oetcinnt in 2000 DI. 2271 3952 36931 37135 43573 44180 55055 71611 74403 83120 94112 95021 98513 102682 107177 156422 167212 131539 193316 207043 207396 222210 225427 231016 231801 239830 267321 290647 305267 308060 303230 342629 350226 394493 106««Winne,» 1000 M. 3940 15625 18235 18568 20142 25088 26626 34312 35371 37838 38214 38881 39851 46443 61661 76020 85079 89357 101 Ol 4 102909 110050 112874 120138 143124 143576 145664 156587 186486 191714 199297 222116 227196 230618 237920240869 246381 248068 251382 270556 271488 273492 275304 280006 309785 313188 316707 328084 330132 330682 337618 355263 356059 361191 174 Sewinn» ,n 500 Dl. 5264 8662 12939 13946 14088 48488 49993 54036 61323 63380 63643 70380 72525 75546 77900 80922 81952 87343 88442 92976 102355 111591 112443 120752 124659 I269I8 128077 123107 I3I393 133969 151655 153250 155304 169064170634 171166 175998 178853 183358 185691 191097 192150 194753 195698 203774 207439 217043 217776 220172 224241 224398 227601 233746 235432 240899 246292 246446 252785 267948 268383 271426 279906 283111 297217 310713 315297 320673 336952 337974 338819 343318 343545 344808 3490S9 350727 355462 355989 356294 367505 371632 372148 37717t 382311 385675 388015 290354 395470 In der heutigen Nachmittagzziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Vewimig zu 500000 DI. 141320 2«-Winne ,» 75000 DI. 1 53400 2»-Winne ,» 25000 Dt. 1 521 58 6 S-wmne ja 10000 M. 69995 122515 350468 6»-Winne ju 5000 DI. 30115 166610 343328 8 Sewinn-»n 3000 Dl. 89555 104144 316267 355493 34».Winne ,n 2000 DI. 36508 43702 130053 133228 135529 166266 173169 231777 246755 285281 306182 328135 353860 357284 366258 375141 386912 102le Ort»vCTW»Itelri>>. CASINO-THEATER 8'"Uh' Lothringer Sftrafce 37. iiiiieiimMtiinimiMfiiniiMiinniniuiiniiiutiiiMuniiiuiiiiiiiiiin Nur noch beute Onhel Httün an» Meurappln creiiAg, den 6. M&rz zun I. MaJr 0 diese schwiegeruater Gnisdieln 1— 4 Personen Fauieuii 1�6 M-, Sessel 1,75 AL Kammerspielp S'U Uhr-'' Pariser P»atz 1 3 von Vicki Baum Rtgii: Gustaf ürändgpns Die Komödie 8V« Uhr Die Fee wn Franz Moinar ftyie: Sitlan Hodo KLEINE ANZEIGEN iiiiifliiidüliiiniiiiiilHniinimiiiiiiniuiniriiruajirdmniiniiiiiiiiiiiiiiiniiiniiif� Preis«: übarschriftswert 25 PL, Textwort 12 Pf» Wiederholungsrabott: 10 mal 5 Fror», 20 mal oder' 1000 Wort« Abschluß 10 Proz., 2000 Wort© 15 Fror., 4000 Wort© 20 Proz. Stellengesuche: uberschrift.s- wort 15 Pf., Textwort 10 Pst/ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4l/n Uhr nachm. im Verlag, Undenstr. 3, oder auch in sämtlichen Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein Karfürslendamm- Theaier Bismarck 449 Das senu/aeno Geschiecht v. 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Am Dienstagabend sind die Anträge der Sozialdemo- kratischen Partei, wieder 50 000 Tonnen Gefrierfleisch zollfrei einzuführen und die den Verbrauch beschränkenden Paragraphen des Brotgesetzes aufzuheben, von, Reichstag angenommen worden. Im April vorigen Jahres hatte sich der Reichstag auf Drängen der Landwirtschaft bereit erklärt, das zollfreie Gefrierfleischkontingent zu beseitigen. Dieser Beschluß war aber gefaßt worden, nachdem der Reichsernährungsminister Schiele feierlich versprochen hatte, für oerbilligten Ersatz des Gefrierfleisches zur Versorgung der Minderbemittelten zu sorgen. Dieses Versprechen ist niemals e i n g e l ö st worden. Der Vorschlag der Regierung, die durch Fortfall der Zollfreiheit für Gefrierfleisch entstehende zusätzliche Zolleinnahme für die Ver- l'illigung von Frischfleisch zu verwenden, war aber hinfällig ge- worden, da durch die Wiedereinsührung des§ 12 des Fleiscicheschau- gesetzes die Einfuhr von Gefrierfleisch überhaupt unterbunden ist. Da eine Verbilligungsattion, die einen vollwertigen Ersatz für den Ausfall der Gefrierfleischeinfuhr bieten konnte rund 500 bis K M!l- lionen Mark gekostet hätte und wegen der schlechten Finanzlage des Reiches unmöglich aus öisentlichen Mitteln bestritten werden tonnte, bracht« die sozialldemokratische Fraktion wiederholt Anträge auf Wiedereinführung des zollfreien Gefrierfleifchkontingentes ein. Gestern ist nun endlich unserem Antrag entsprochen wovden. Damit ist wieder die Versorgung der notleidenden Vevölkerung mit billigem und'dazu hochwertigem Fleisch möglich. Das B r o t g e f« tz. dessen schädlichste Bestimmungen jetzt eben- falls beseitigt sind, wurde im vorigen Sommer eingeführt. Mit seiner Hilfe sollte der Roggenverbrauch gehoben wenden. Nach diesem Gesetz durften die Mühlen den Roggen nicht mehr zu 70 bis 75 Proz. ausmahlen, sondern nur noch zu KV Proz. Kluge Leute hatten berechnet, daß durch die Ermäßigung der Ausmahlung ein jährlicher Mehrverbrauch von 750 000 Tonnen Roggen«ni- stehen würde. Diese Erwartungen sind aber nicht eingetroffen. Es hat sich gezeigt, daß die bisherige Ausmahlung, da sie den Bedürfnissen der Verbraucher entsprach, nicht ohne den Roggen- verbrauch einschränkende Folgen abgeändert werden kann. Die Brotkäufer haben das durch die geringere Ausmahlung hell« Roggenbrot abgelehnt, weil es schlechter schmeckt und schneller austrocknet. Die Folge war, daß der Roggenverbrauch, anstatt sich zu heben, um 10 Proz. zurückging! Das Brotgesetz war also ein Fehlschlag. Ebenfalls sind die Bestimmungen aufgehoben worden, nach denen zum Weizenbrot 30 Proz. Roggenmehl beigemischt werden muß und zu den Brötchen 10 Proz. Kartoffelmehl verwendet werden kann. Auch hierdurch erfolgte eine Verminderung des Konsums, denn selbswerstänidlich wurde das Weizengebäck durch die Beimischung verschlechtert. Die Aufhebung im. Interesse der Konsumvereine ist zu begrüßen, da diese und teilweise die Brotfabriken sich wegen der bei ihnen viel leichter durchzuführenden Kontrollen strikt an die Bestimmungen des Gesetzes halten muhten, während die kleineren Bäckereien leichter die Möglichkeit hatten, das Gesetz zu übertreten. Die Landwirtschaft hat durch das Brotgesetz nicht'den geringsten Nutzen gehabt und sie kann, wenn sie gut beraten ist, noch der Sozialdemokratie dafür danken, daß diese den Konsum einschränkende Mahnahmen aufgehoben sind. Südostgetreide und Handelspolitik In der vergangenen Woche sind in Paris zwei internationale Konferenzen, die sich mit dem Getreideabsatz der Donau- st a a t e n beschäftigten, zu Ende gegangen. Der Europa-Ausschuß des Völkerbundes hatte sich bei seiner letzten Tagung im Januar d. I. auf Veranlassung durch den neugeschaffenen Agrarblock der Ost- und Südostslaaten mit der Absatzfrage der europäischen Getreideüberschüsse beschäftigt. Es wurden zwei Kommsssionen ein- gesetzt, die sich mit der Verwertung diesjähriger und zukünftiger Getreideüberschüsse der Südoststaaten beschäftigen sollten. Diese beiden Kommissionen haben inzwischen unter Briand in Paris getagt und haben in einer Schlußakte die Ergebnisse niedergelegt. Bezüglich der noch vorhandenen Getreidevorräte aus dem E r n t e j a h r 1 9 3 0—.sie sollen sich auf etwa 3H Millionen Doppelzentner belaufen— sprachen die beteiligten Abnehmerländer und Züschußgebiete ihr« Bereitwilligkeit aus, Getreide aus den in Frage kommenden Ländern im Rahmen des Möglichen zu be- ziehen. Selbstverständlich haben die Regierungsvertreter nicht die Einzelheiten der Kauf- und Handelstransaktionen besprechen können, sondern lediglich die Verpflichtung übernommen, auf derartige Auf- käufe hinzuwirken. Bei der Erörterung der grundsätzlichen Frage der Unterbringung der Getreideüberschüsse aus den kommenden Ernten stand vor allem die Frage eventueller Vorzugszölle zur Diskussion. Der Schlußbericht zeigt in dieser Frage eine starke Zurückhaltung. Die Konferenz hat sich jedenfalls nicht auf diesen Weg festgelegt, sondern auf eine Reihe von anderen Möglichkeiten verwiesen. Selbsthilfe- maßnahmen, insbesondere Qualitätsverbesserungen, Anpassung an die Bedarssrichtung der Aufnahmeländer, Schaffung von zentralen Ex- portstellen, Transporterleichterungen werden empfohlen. Schließlich wird auch auf die in Aussicht genommene internationale Agrarbank als wesentliche Förderungsmaßnahme für die jetzt von der Agrarkrise schwer betroffenen Länder hingewiesen. In der Erklärung der deutschen Delegation zu dem Abschluß dieser Konferenz wird betont, daß es für Deutschland von Bedeutung gewesen ist— insbesondere im Hinblick aus die be- vorstehenden Handelsvertragsverhandlungen mit Rumänien—, daß man das System der Präferenzzölle als Möglichkeit zur Erleichterung des Absatzes von mittel- und osteuropäischem Getreide ernstlich er- önert hat und.chaß die Widerstände gegen die deutfcherseits gewünschten Präferenzzölle allmählich weiter abgetragen worden sind." Wir verkennen nicht den Wert dieser beiden internatio- nalen Konferenzen und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Zu- sammenarbeit der europäischen Lästder, insbesondere auf dem Agrar- gebiete. Aber wir sind nach wie vor der Auffassung, daß der hier erneut erörterte Weg der Vorzugszölle seine großen grundsätzlichen Bedenken hat. Bei der Fortführung der Verhandlungen muß auf deutscher Seite jedenfalls immer darauf Rücksicht genommen werden, daß nicht eine Verschlechterung der Handelsbeziehungen zu den überseeischen Agrarländern eintritt und das für den deutschen Export unerläßliche handelspolitische System der Meistbegünstigung keine Erschütterung erleidet. Deutschland be- zieht heute schon seinen Bedarf an Gerste zu 50 Proz. aus Rumänien, seinen Bedarf an Mais zu mehr als 20 Proz. von dort. Bezüglich des Weizeneinfuhrbedarfs muß Deutschland vor allen Dingen den kleber- reichen enordamerikanischen und kanadischen Weizen zur Ergänzung heranziehen, so daß also dem deutschen Bezug von Weizen aus den Donauländern— insbesondere nach der stärkeren Umstellung auf die Weizenproduktion in Deutschland selbst— ziemlich enge Grenzen gesetzt sind. Andererseits darf nicht übersehen werden, daß die Haupt- lieferanten Deutschlands für den Getreidezuschußbedarf aus Ueber- fee, insbesondere Argentinien und Kanada, wichtige deutsche Export- gebiete sind, deren Aufnahmefähigkeit für deutsche Waren beträchtlich über den Absatz Deutschlands auf den füdosteuropässchen Märkten hinausgeht. Bei aller Bereitwilligkeit, der notleidenden Landwirtschaft in den Donauländern zu helfen und ihre Absatznöte zu mildern, darf die deutsche Handelspolitik nicht einseitig«inen falschen Kurs steuern. Endlich stabile Peseta? Die Stabilisierung der spanischen Währung. Paris, 4 März.(Eigenbericht.) Die Verhandlungen des Direktors der Bant für internationale Zahlungen, Q u e s n a y, mit dem Finanzminister in Madrid haben zu einer Einigung über die Stabilisierung der Peseta geführt. Die ersten Maßnahmen sollen bereits in den nächsten Tagen ergriffen werden; doch soll der endgültige Stabilisierungskurs von der spani- schen Naitonalversammlung bestimmt werden. Ein amtliches Kom- muniaue teilt mit, daß die Bank für internationale Zahlung ihre volle Unterstützung zugesagt habe. Textilmaschinen weichen Krise aus. Schubert S Salzer statt 16.nur" 12 Prozent Dividende. Der sächsische Textilmaschinenkonzern Schubert u. Salzer AG. in Chemnitz— nach der Stillegung von Hartmann das mächtigste Maschinenbauunternehmen im Freistaat Sachsen— ist in der Lage, seinen Aktionären für das schwere Krisenjahr 1930 eine Dividende von 12 gegen 16 Proz. in den beiden letzten Jahren auszuzahlen. Während die Krise die sächsischen Metall- arbeiter noch weitaus schwerer getroffen hat als ihre Berufskollegen im übrigen Deutschland, ist es dem führenden Metallunternehmen Sachsens möglich gewesen, von seinen Aktionären die Krisen- Wirkungen so gut wie gänzlich fernzuhalten. Der Verwaltung ist dies nicht allein durch Anhäufung von Reserven in einem derartigen Umfang gelungen, daß ein Aktionär auf der Generaloersammlung die Behauptung aufstellen konnte, in Deutschland gäbe es kaum ein zweites Unternehmen, daß in einem solchen Maße Gewinne anhäufe und verstecke wie die Schubert u. Salzer AG., fondern hauptsächlich durch scharfen Belegschaftsabbau bei gleichzeitiger verstärkter Ausbeutung der Arbeitskraft in den Betrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung sagt zu diesem Kapitel genug. So sind die G e s ch ä f t» u n k o st e n von 4.15 auf 1.98 Millionen Mark gedrosselt worden und die soziale» Abgabe» gleichfalls weit über die Hälfte von 1,1 auf 0,49 Millionen Mark gesunken. Obwohl daher der gesamte Betriebsüberschuß des Unternehmens nur mit 7,70 gegen 14,5 Millionen Mark im Vor- jähr ausgewiesen wird, ist es der Gesellschaft möglich gewesen, die Aktionärsgewinne nur um 25 Proz. von 16 auf 12 Proz. Dividende zu kürzen. Die Belegschaft, die schon von 1929 zu 1930 von 6000 bis auf 3700 Mann zusammengeschmolzen war, ist bis zum Ende des letzten Jahres auf weniger als 2500 Mann gesunken. Um einen Einblick in die Mehrleistungen je Mann und Schicht zu verhindern, werden die U m s o tz z i f s e r n des letzten Jahres von der Ver- waltung verschwiegen. Man weiß aber, daß die Umsätze von 1926 bis 1928 von 27,4 auf 55 Millionen Mark gestiegen sind, sich also rund verdoppelt haben und auch im Jahre 1929, noch der Ertrags- rechnung zu urteilen, sich auf dem Stande des Vorjahres gehalten haben dürften. Wenn also die Umsätze bei der Gesellschaft im letzten Jahr— was sehr hoch gerechnet ist— um 25 Proz. zurückgegangen wären, so läge auch bei diesem gesunkenen Umsatz eine ganz be- deutende Mehrleistung der verkleinerten Belegschaft vor. Ein guier Werstabschluß. Deutsche Werst Hamburg we»st erhebliche Gewinn» steigerungen aus. Der Abschluß vom 31. Dezember 1930 der Deutschen Werft AG., Hamburg, deren Aktien zum Teil in Händen der Guteho.fsnungshütte, zum Teil in Händen der AEG. sich befinden, zeigt, daß dieses Unternehmen in Anbetracht der b e- sonders schlechten Lage der Werftindustrie überraschend gut abgeschlossen hat. Der Reingewinn des Jahres 1930 ist um 50 Proz. höher als im Vorjahr«: er stieg von 1,06 auf 1,59 Millionen Mark, so daß aus das Kapital von 10 Millionen die Vor- jahrSdividende von 8 Proz. mühelos gezahlt wenden kann. Die mögliche DioidendenerhShung unterbleibt: dafür wird den Reserven mit 0,6 Millionen ein viermal so hoher Betrag als im Vor- jähre(0,15 Millionen) zugewiesen. Auch die Abschreibungen mit 0,76 Millionen(0.66 Millionen) wurden erhöht. Außerdem zeigen die Anlagekonten Zugänge, die eine halb« Million weit überschreite» vad natürlich auch»och verdient wurden. Im Gefchästsjahr 1930 find Dampfer, Tankmotorfchifse und Baggererfahrzeuge mit insgesamt 67 000 Tonnen Tragfähigkeit zur Ablieferung gekommen. Der Absatz der S o n d« r f a b r i k a t e ist im In- und Ausland erheblich gestiegen. Das Reparatur- g e s ch ö s t der vor einige» Jahren angegliederten Reiher- st i e g- W e r s t ließ gegen Ende des Jahres nach. Alle Anlagen wurden erheblich ausgebaut. Die Zahl der Arbeiter stieg von durchschnittlich 4100 im Jahre 1929 auf 4,362 im Jahre 19,30. Die Hereinholung neuer Aufträge sei sehr schwierig, doch garantiert der Auftragsbestand noch für das ganze Jahr 1931 eine(allerdings geringere) Beschäftigung. Die viel diskutierte Subvention der Wcrftindustrie wird von der Deutschen Werft abgelehnt. Unter den Aktiven sind im Bau befindliche Schiffe mit 13,42 Millionen<13,65 Millionen) bewertet: Schuldner sind von 6,16 auf 3,63 Millionen zurückgegangen: Kasse, Bankguthaben und Wertpapiere blieben mit 9 Millionen(8,9 Millionen) auf der alten Höhe. Unter den Passiven gingen die Anzahlungen auf unvollendete Neubauten von 21,87 auf 16,45 Millionen Mark zu- rück, während die sonstigen Gläubiger sich von 3,8 auf 5,8 Millionen Mark erhöhten, Weltmonopol für Zinn. Die Zinnekzeugvng wird planmäßig eingefchränlt. Nach monatelongen Vorverhandlungen ist am 1. März der internationale Einfchrönkungsplan für die Zinnerzeugung endgültig in Kraft getreten. Er wird zunächst aus ein halbes Jahr Geltung haben. Die vier hauptsächlich interessierten Staaten lassen die Produktionsdrosselung durch ein gemeinsam bestelltes Komitee kontrollieren. Die bisherige Produktion und die nach dem Drosselungsplan zu erwartende Produktion dieser vier Länder ergibt sich aus den folgenden Ziffern: Malayenftaaten.» Bolivien..... Niederländifch-Indien Nigeria..... Tatsächliche Produktion 1928 1929 19j0 65,4 70,5 65,0 42,1 45,7 37,7 35,5 35,5 35,0 9,2 10,7— Geplante Jahresproduktion 53,9 Tonnen 34,3 29.9„ 7,8 Die gesamte Zinnsörderung der Welt betrug im Jahre 1929 fast 199 000 Tonnen, davon entfielen über 162000 Tonnen allein auf diese vier Staaten. Im Jahre 1930 ging die Weltproduktivn auf etwas unter 180 000 Tonnen zurück. Würde die Produkrionsdrosse- lung ab 1. März strikt durchgeführt werden, so würden auf die vier Hauptländer nur noch eine Zinnerzeugung von etwa 125 000 Tonnen entfallen. Gegenüber der Erzeugungsfähigkeit aller Anlagen betrügt somit die Drosselung rund 30 Proz. Es ist allerdings eine zweite Frage, ob diese vier Staaten und die hauptsächlichen, überwiegend mit englischem Kapital arbeitenden Konzerne die Produktionsdrosselung in dem genannten Umfang werden durchführen rönnen, da insbesondere in den Malayenftaaten zahlreiche kleine Zinnbetriebe der Eingeborenen sich den bisherigen Drosselungsversuchen vielfach widersetzt haben. Auf jeden Fall ist durch das gemeinsame Vorgehen der führen- den Zinnkonzerne mit einer Steigerung des internatio- nalen Zinnpreifes in absehbarer Zeit zu rechnen. Haupt- verbraucherländer sind England und die Vereinigten Staaten, an dritter Stelle folgt Deutschland mit etwa 10 Proz. des WeltverZiimverbauchs. Weltkrise und Eisenerzeugung. Das Reichsstatistische Amt gibt eine Uebersicht über die Eisenerzeugung imJahre 193 0. Sie betrug in D e u t s ch- l a n d 9,69 Millionen Tonnen gegenüber 13,40 Millionen Tonnen im Jahre 1929. Damit hat sich die a r b e i t s t ä g l i ch e Leistung von 36 700 Tonnen im Jahre 1929 auf 26 000 Tonnen im Jahre 1930. gesenkt. In England ging die Erzeugung von 7,71 auf 6,30 Mil- honen Tonnen zurück. Das'entspricht einem Rückgang der arbeits- täglichen Produktion von 21 100 Tonnen auf 17 300 Tonnen. Die amerikanische Produktion senkte sich von 42,96 Millionen Tonnen auf 31,90 Millionen Tonnen oder arbeitstäglich von 117 700 Tonnen auf 87 400 Tonnen. Frankreich hat Verhältnis- mäßig günstig abgeschnitten. Die Senkung von 10,36 Millionen Tonnen auf 10,09 Millionen Tonnen entspricht einem Rückgang der arbeitstäglichen Leistung von 28 400 Tonnen auf 27 700 Tonnen. Die arbeilstägliche Leistung in Belgien ging von 11 200 arbeitstäglich auf 9300 zurück, was einer Verringerung der Gesamtmenge von 4,09 Millionen Tonnen auf 3,39 Millionen Tonnen entspricht.� Die polnische Produktion sank von 704 000 auf 478 000 Tonnen ab. In I t a l i e n sank die Leistung von 678 000 Tonnen auf 534 000 Tonnen. Von Bedeutung ist, daß Frankreich im Jahre 1930 an die Spitze der europäischen Eisenproduktion ge- treten ist, während bisher Deutschland die Führung hatte. Korderungen des Reichsftädiebundes. Der Gesamtvorstand des Reichsstädtebundes verlangt dringend, noch vor Beginn des neuen Rechnungsjahres ein Reichsgefctz über Beteiligung des Reiches, der Länder, Gemeinden und Bezirks fürsorgeverbände an den Kosten einer einheitlichen Arbeitslosen fürsorge. Die mißliche Finanzlage der mittleren und kleineren Städte gestatte eine Beteiligung der Bezirksfürforgeverbände an den Gesomtkosten nur bis zu höchstens 20 Prozent. Die unzulänglichen Ausgleichsfonds der Länder bedürften einer ausreichenden Erhöhung. wichtige Aufwertungsfristen laufen am 31. März d. I. ob. Anträge auf Umschreibung der noch in Papiermark eingetragenen Auswertungshypotheken in Goldmark sowie Anträge auf Wieder eintragung gelöschter Hypotheken müssen fpätestens am 31. Mädz d. I. bei dem zuständigen Grundbuchaml eingegangen fein. Ist der An- trag nicht rechtzeitig gestellt, so erlischt die ausgewertete Hypothek und wird die aste Papiermarkeintragung vom Amis wegen gelöscht. Es gibt keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Der Gläubiger verliert sein Recht durch Vcrfäumung der Frist endgültig. Grund- ftückseigentümer können den ihnen durch das Auswertungsgesetz ge- währten Rangvorbehalt ebenfalls nur noch bis zum 31. März aus- nutzen. Es empfiehlt sich dringend, die Anträge rechtzeitig zu stellen und nicht bis zum letzten Tage zu warten. Konkurse und Vergleichsverfahren im Februar. Nach Mit- teilunq des Statistischen Reichsamts wurden im Februar 1931 durch den Reichsonzeiger 1065 neu« Konkurse— ohne die wegen Mass«-- mangeis abgelehMen Anträge auf Konkurseröffnung— und 546 eröffnet« Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Di« entsprechenden Zahlen für Januar 1931 stellten sich aus 1085 und 510 A. Soriiich:— i. Umsun-Cu hatte ihren sechsten Geburtstag. In der Früh« kramte vi« Mutter im Kasten und holte ein Paar großer, billiger Ohrgehänge heraus, die in ein Stück farbiges Tuch eingewickelt waren. .Komm Herl Jetzt bist du schon ein großes Mädchen, ich werde dir das Gesicht waschen und die Ohrrings einziehen."' Umfun-Eu lies herbei, behende und fröhlich wie«in junges Zick- lein. Sie hielt der Mutter das Gesicht hin, prustete zum Spatz und ließ Siisenblasen von ihren dicken Lippen aussteigen. Di« Mutter wusch sie lächelnd, fuhr ihr mit der dürren, rauhen Hand über das Gesicht und trocknet« tue letzten Wassertropsen. Plötzlich bemerkte sie einen kleinen weißen Fleck an der Schläfe des Kindes. An dieser Stell« schälte sich die Haut, am Rand des Fleckes war«in roter Streifen, fein wie ein Faden, zu sehen. Di« Haare an der Schläs« Umsun-Eus waren ganz grau. .Schau gegen das Licht!" sagte die Mutter erschrocken und si« fühlte, wie ihr Herz plötzlich wild zu schlagen begann..Schau gegen dos Licht! Warum schllietzt du die Augen? Tut dir das Licht weh?" Umsun-Eu versuchte die Augen aufzureißen, blinzelte aber nur hilflos. Die Pupillen waren rot und wie mit Wasser g.süllt. „Mein Gott!" sagte die Mutter. Sie wurde ganz schwach, die Beine zitterten. Kraftlos glitt sie auf dem Boden nieder..Mein Gott!" UmsumEu blickte beunruhigt und verständnislos in das bleich- gewordene Gesicht der Mutter und wollte gerade zu weinen be- ginnen, als draußen vor dem Tor Lärm hörbar wurde. Die Nach- barknabcn schlugen mit einem Stock auf einen Metallkrug und brach- ten damit ihren Esel in größte Aufregung. Das Schauspiel war viql zu Interessant, als daß man es sich hätte«ntgchenlasien können. Umsun-Eu steckte besorgt den Finger in den Mund, vergaß äugen- blicklich die Mutter und die Ohrgehänge und saufte wie ein Pfeil hinaus. Die Mutter kauerte regungslos auf dem Boden, sie lehnte sich an die Wand und hielt ihre Augen geschlossen. Ihr« plötzliche Ver- mutung wurde fast zur Sicherheit, als sie in die roten Pupillen der halbverschlossenen Augen ihres Kindes gebllckl hattei sie machte An- strengungen, die quälenden Gedanken zu oerjagen, aber sie wichen nicht, brannten sich ihr ins Herz und erfüllten si« mit unendlicher Bangigkeit. Sie wußte ollzugut, was Lepra ist, um sich irgend- mcilchen falschen Hoffnungen hinzugeben. Einmal hatte si««ine Parti« Kranker gesihen, die in die Lepratolonle geführt worden waren. Das Schauspiel blieb für immer in ihrem Ge.ächtnis hasten und weckte in ihr namenlose Angst und glühenden Haß gegen das Unheil. Jene Menschen wankten damals dahin mit aufgedunsenen, oorzerrten, versteinerten Gesichtern, die allen menschlichen Ausdruck verloren hatten. Die Haut auf ihr«n Stirnen bildete schauug? Beulen, die Wangen waren von Narben entstellt, über welchen sich grünliche Krusten gebildet hatten: die Lippen waren aufgequollen und trotzdem stand das zerfoessene Zahnfleisch vor, die Augenlider waren nach außen gestülpt, die Augen tränten, dos Kinn ragt« un- wahrscheinlich weit vor. Diese Gesichter waren so unbeweglich und sinnlos, daß es schien, als trügen sie entsetzliche Masken, die die Hand eines Irren bemalt hatte. Der Atem war pfeifend, die Stim- men heiser, das Haar grau: Brauen und Wimpern fehlten. Bei vielen waren Finger von der Hand abgefallen, aus den zerstörten Gelenken ragten nackte Knochen. Der Anblick kieß alles Lebende erzittern. Menschen, die ihnen begegneten, bedeckten das Gesicht mit den Händen und flohen in die Nebengasien. Di« Hunde liefen winselnd davon und versteckten sich in den Toren. Steine flogen durch die Luft. Diese Elenden tonnten auf kein Mitleid, kein Mit- gefühl hoffen, denn sie erweckten bei den Gesunden nur qualvolle Angst um das eigene Leben. Wer kennt die Wege des Schicksals, wer weiß, auf wesien Haupt seine strafend« Hand fallen wird! Der sagenumwoben« Orient, der vielbesungene Orient hinter feinem Schleier zarter Romantik— bettelnd, schmutzig, mittelalterlich, grauenhaft. Wei schrecklich, wie qualvoll sind seine Krankheiten, wie hilflos sind hier die Menschen gegen das Unglück, wie erbarmungslos bringt der Tod fein« Ernte ein in den unendlichen Weiten der Wüsten. Im schmutzigen Wasser seiner Tümpel wimmeln Myriaden von Bazillen. Skorpionen, Phalangen, dl« Spinne Kara-Gurt, deren Biß ein Kamel tötet— sie lauern zu Tausenden im dürren, stäche- ligen Gestrüpp, im Sand der gelben Einöden. Das furchtbare Pendiner Geschwür zerfrißt und entstellt die Gesichter der Menschen. Rischta, der widerliche Wurm, dringt unter die Haut und umgürtet den ermatteten Leib mit einem Band aus Geschwüren. Das Tropen- fiebr oerwandelt die Menschen in Gerippe, bedeckt mit gelber, trocke- ner Haut. Ab«r über all dem herrscht das Entsetzen der Lepra, das furchtbare Brandmal, das wie das Grauen des letzten Fluches auf ihren Opfern lastet. Und wer ist dagegen gefeit, daß nicht schon morgen«in giftiger, totbringender Atemzug auch sein Gesicht be- rührt?' Das war schon vor sehr langer Zeit, daß die Mutter Umsun-Eus den Zug der Leprakranken gesehen hatte, aber di« Erinnerung daran blieb für immer in ihr lebendig und für immer schlummerte von jenem Tage an in ihrer Seele di« Angst für sich, ihren Mann und das Kind. Als sie jetzt di« weiße Schläf« ihres Kindes gesehen hatte, erwachte dieses Entsetzen und ergriff sie mit unerhörter Gewalt. Die Verzweiflung lähmte sie. „Mein Golt!" wiederholte sie noch immer, auf dem Boden kauernd, mit stumpffinnigem, unbeweglichem Blick.„Mein Gott, mein Gott!" Die Trän« rollten über ihre gebräunten Wangen, fiel«» in den Mund, aber sie fühlte nicht ihren salzigen Geschmack. Aus einer Spalte in der Lehmwand kroch ein Skorpion hervor, kam näher, zog sich zusammen und stach sie in den nackten Fuß. Aber sie spürte den Schmerz nicht. Die Eindrücke der Außenwelt drangen nicht an ihr erschüttertes Bewußtsein. Von der Straß« hörte man das ent- zückte Lachen Umsun-Eus, das hell war, wie der Klang einer Glocke, ein sorgloses Lachen. Wahrscheinlich war der Nachbaresel in Zorn geraten und trieb wunderlich« Dinge. Gegen Mittag kehrte Tilau, der Vater, von der Feldarbeit nach Haus« und di« Frau erzählte ihm stotternd und schluchzend vom weißen Fleck und dem ergrauten Haar an der Schläfe ihres Kindes. Niedergeschmettert ging er fort, um den Tabib, den Medizin- mann, zu holen, der in der ganzen Umgebung durch Kräuter und Zaubersprüche Krankheiten oertrieb. Di« Mutter begann eilig die Dankspeis« für den Tabib vorzubereiten. Si« kochte das Fleisch und den Reis dazu, richtet« Nüsse und Rosinen her und wartete dann unbeweglich mit ersterbendem Herzen, mit eingefallenem, ge- altertem Gesicht. Der Tabib kam. dick, gewichtig, schweigsam, und ließ sich auf dem alten Teppich nieder, auf dem das Essen bereit stand. Er aß bedächtig, mit quälender Langsamkeit, schmatzte und leckte immer wieder feine Finger, aus welchen das Fett erstarrt«. Er tat, als derXepraSlMck | wäre er nur deshalb gekommen, um gut und ausgiebig zu esien. Als er mit dem Reisfteisch fertijf war, verzehrt« er zwei Schafen Rosinen, verlangte dsn Tee und begann, ohne sich zu beeilen, die heiße Flüssigkeit zu schlürfen. Er benahm sich wie in einem Kasste- haus auf dem Markt, weil er glaubte, daß Ruhe dem gesetzten Mann« zieme, der seinen Wert zu schätzen weiß. Dab«i schwieg er hartnäckig und dieses Schweigen nwcht« d«n Eltern, die an der Tür standen und dem Essenden zuschauten, das Warten besonders schwer. Aber si« wagten es nicht, ihm irgend etwas zu jagen und lehnten unterwürfig an der Tür. Si« traten nur beide so rasch von einem Fuß auf den anderen, als stünden sie aus brenn«nden Kolsten. Endlich war«r fertig, atmete befreit aus, wischte sich dsn Schweiß von der Stirn, und besohl, das Mädchen hereinzuführen. „Mochaul" ri«f er. ais er die weiße Schläfe d«s Kindes er. blickte. Er hatte seine Hand zurückgeriss«» und versteckte sie hinter dem Rücken.„Lepra! Jagt sie fort!" Seine Stimm« wurde plötzlich dünn und winselnd: er sprang auf mit ein«r Schnelligkeit, di« seiner Dicke und seiner Gewichtigkeit widersprach und lies in den Hos. „Machau!' rief er nochmals von draußen, schon während er drm Haustor zueilte.„Machau! Jagt st« fort! Steinigt siel" II. Kaum hatte der Tabib das furchtbare Wort ausgesprochen, so sank die Mutter zu Boden und drückte ihr verzehrtes Gesicht an die staubigen Füße des Kindes. In ihren weit aufgerissenen Augen stand das Entsetzen, die Lippen bebten und Schweiß bedeckt« di« bteiche Stirn. „Geh hin, geh doch, tu etwas!" rief sie dem Mann mit heiserer Stimme zu, und ergriff das Kind, um gleichsam schon jetzt seinen Leib gegen den Hagel von Steinen und Flüchen zu schützen. Umsun-Eu verstand nichts von dem, was um sie vorging. Aber di« Angst der Mutter steckte sie an: sie begann laut zu weinen. „Mein Kindchen, meine Freude, mein Herzchen!" murmelte die Mutter und bedeckte den Körper des Kindes und den weißen Fleck der Schläfe mit inbrünstigen Küssen.„Fürchte dich nicht, di« Mutter ist da, die Mutter läßt dich nicht wegführen." Tilau stand einen Augenblick unbeweglich da und zog an den farbigen Enden seiner Gürtelschnur Er atmete schwer, die Adern schwollen ihm an. Dann ergriff er feine Mütze uno ging hinaus wie einer, der einen Entschluß gefaßt hatte. An der Kreuzung hatte er den Tabib«ingeholt. Dieser schritt rasch aus und blickte jeden Augenblick zurück, als fürchtete er, daß das Lepragefpenst hinter ihm her jage. .„Tabib", sagte Tifau, als er ihn eingeholt hatte und im Trab neben ihm herlief.„Tabib, was soll denn jetzt geschehen?" „Wenn der Mann, dem Allah den Leprafluch gesandt hat, sich der Stadt nähert, steiniget Ihn!" sprach der Tabib die Worte des Korans und bog um die Ecke. Tilau lief noch immer hinter ihm her. „Ich habe nur diese«in« Tochter, Tabib!" „Der Mensch, auf dem das Brandmol der Lepra lastet, ist tot", antwortete der Tabib trocken.„Seine Nächsten mögen ihn beweinen und ihm im Geiste«in Begräbpis feiern." „Was wird denn mit der Kleinen werden, Tabib?" „Man wird sie aus dem Dorf hinausjagen und sie bis zur Leprakolonie mit Steinen oerfolgen." Tilau schwieg, der Atem ging ihm aus, er riß krampfhaft az seinem Hemd. Eine Zeitlang schwiegen beide. „Tabib!" sagte plötzlich Tilau und berührt« bittend die Hand des Medizinmannes.„Ich gebe dir einen Teppich, alle Stroh- matten, die ich habe und noch fünf Rubel dazu." Der Tabib ging weiter, ohne umzuschauen. „Ich gebe dir alle meine Schafe und oll« Aepfel dieser Ernte." Der Tabib schwi«g, aber er ging langsamer und schielte einmal verstohlen nach dem«rregten, flehenden Gesicht neben ihm� „Ich werde das Kind einschließen, für immer einschließen. Niemand wird vom Fluch chrer Krankheit erfahren. Ich werde sagen, daß sie den Verstand verloren hat, Tabib." „Niemand erfährt es—, Allah erfährt es", sagte der Tabib. Tragödien auf dem Weeresgrunde In den Tiefen des Ozeans spielen sich oft die furchtbarsten Schreckensszenen ab, mit denen die Tragödien, die sich auf der Erde ereignen, nur selten einen Vergleich aushalten können. Ein amerikanisches Blatt berichtet über das grauenhafte Er-' lebnis eines Tauchers, der vor einiger Zeit di« Schätze eines ge- funkenen Schiffes bergen sollte. Er war glücklich in das Innere des Schiffes gelangt und glaubte, in kurzer Zeit feine Aufgabe durchführen zu können, als plötzlich die Klapptüre, die den Zugang zur Kajüte bildete, Ins Schloß fiel. Dadurch wurde der Luftschlauch, durch den er mit der Oberwelt verbunden war, zusaminengepreßt und der Taucher sah den sicheren Tod vor Augen. Er fühlte, wie die Luftzufuhr immer mehr versagte. Durch einen kleinen Spalt, der sich noch im Luftschlauch befand, da die Tür ihn nicht völlig zusammengepreßt hatte, konnte er mühselig atmen. Aber der Zeitpunkt mußte mit Sicherheit kommen, wo di« zugeführt« Luft nicht mehr zum Atmen ausreichen würde und er elend in dieser Totenkammer auf dem Grunde des Ozeans ersticken mußte. Im letzten Augenblick sah er unter dem Sofa der Kajüte eine schwere Eisenstange hervorragen. Di« Todes- angst gab ihm Riesenkräste, und er konnte mit diesem Werkzeug unter Ausbietung der letzten Kräfte die Tür soweit heben, daß er wieder atmen tonnte. Der ungeheure Wasserdruck, der aus der Tür gelastet hatte, wurde durch«ine Drehung des Schiffes ein wenig ge- mildert. Mehr tot als lebendig stieg der Taucher wieder zum Tages- licht empor. Ein Erlebnis von ähnlicher Furchtbarkeit hatten zwei amerika- nifche Seeleute aufzuweisen, die die Ueberlebenden des gesunkenen hl-Bootes 8 4 retten wollten. Der Torpedvsteuermann Michels war auf den Meeresgrund hinabgestiegen, um dort Rettungsversuche zu unternehmen. Aber als er das gesunkene Unterseeboot festgestellt und durch Klopfsignale erkannt hatte, daß sich noch Lebende darin be- fänden, hatte sich, ohne daß der Taucher es mertte, fein Luftschlauch um einen verrosteten Anker, der auf dem Meeresgrund« lag. gewickelt und dadurch die Gefahr eines Erstickungstodes für den kühnen Taucher gebracht. Er tonnte noch der Oberwelt das Signal geben, daß er eine starke Drahtzange brauche, als er auf dem Meeresgründe ohn- mächtig wurde. Sein Gefährte Cadie,«in Mann wie aus einem amerikanischen Heldenfilm entsprungen, besann sich nicht einen Augen- blick und stieg in die Tiefen des Ozeans hinab, um den Freund zu retten. Cr hatte schon vorher nach dem hl-Boot erfolgreich getaucht. Cr fand den Michels, wie er mit dem Kopf auf dein Rumpf des gesunkenen ist-Bootes lag. Es gelang ihm. den Freund frei zu machen, dabei aber wurde er selbst in die Gefahr des Erstickens gebracht, denn sein eigener Luftschlauch hatte sich an einem tückischen Eisen oerheddert. Es kam noch dazu, daß durch einen Haken sein Taucher- anzug aufgerissen wurde. Das Wasser, das eine Temperatur von „Ich gebe dir noch zwei Röcke und einen Kampfhahn, weißt du, meinen Kampfhahn, der auf dem Markt in Samarkand alle Höhn« geschlagen hat. 1l) Rubel hat man mir dafür geboten. Der Tabib schüttelte den Kopj, ab«r seine Augen erglänzt«» gierig. Er überlegte und schwankte. „Ich werde bei dir arbeiten, so oft du es verlangst. Ich schick« meine Frau zu dir aufs Feld und wir werden zusammen dein« Erde begießen." „Das Pferd gib her!" sagte der Tabib unerwartet und schnell und leckte mit der Zunge die trockenen Lippen. „Das Pferd nimmst du, alles nimmst du, das Leben nimmst du!" Verzweiflung lag in der Stimme Titaus, uno er breitete hilflos di« Arme aus. „Dann laß mich in Ruhe, ich bin ja nicht aufdringlich." Der Tabib verlieh seinem Gesicht«inen gleichgülligen Ausdruck und ging rasch weiter. Aber Tilau holte ihn sofort ein.„Nimm das Pferd, nimm alles!" sagt« er leise mit zusammengepreßten Zähnen. Er stand gebückt da und senkte di« Augen, in denen der Haß ausloderte. Si« kehrten um und gingen durch Nebengäßchen in die Felder, um dort ohn« Zeugen olles zu besprechen. Zwei Stunden später kehrte Tilau nach Haus« zurück uno rief seine Frau in den Hof hinaus. Er berichtete ihr, daß der Tabb geschworen habe, niemandem von dem Unglück zu erzählen, das si« betroffen hatte. Umsun-Eu würde in einem Sarai sSchuppen für Gerumpel)«ingesperrt, wo sie für ewige Zeiten ungesehcn Reiben sollte, damit niemand das Geheimnis ihrer Krankheit erforsche und sie nicht die Umgebung gefährde. Er wiederholt« der Frau die Wort« des Korans, daß der Mensch, auf oem das Brandmal d-cr Lepra lastet, beweint und im Geist« begraben werden möge. Er er- klärte, dem Blick der geröteten Augen der Frau ausweichend, welche Gefahr sie alle und der Medizinmann liefen, wenn si« vor den Dorfgenosien die Wahrheit über dl« Krankheit des Kindes oeiheim- Uchte». Wenn di« Sache ruchbar würde, würden sie aus dem Dorf gejagt und ihr Haus verbrannt. Man würde die Nein« Umsun-Eu töten und ihren Körper In die Steppe werfen, den Schakalen.zum Fraß. Si« selbst würde man viel« Kilometer lang mit Steinen und Stockhieben in die Wüst« jagen und nie mehr würden sie ihre Heimat sehen, kein einziges Dorf in der Umgebung würo« sie auf- nehmen, in furchtbaren Qualen müßten si« in den heißen, wasi r- losen Sandebenen zugrundegehen. Sie hätten. sich zu einer Tat«nt- schlössen, für die das Dorf kein« Rechtfertigung kennt, und sie haben darum nicht auf Schonung zu hoffen: sie müßten vorsichtig werden wie das Tier in der Wüst«, das von allen Seiten von Feinden um- geben ist, sie müßten schweigen lernen, als wäre ihr Mund ver- mauert. Die Frau hörte ihm kaum zu und begriss von seiner ganzen Rede nur, daß die unmittelbare Gefahr scheinbar gebannt war. UmsumEu bleibt zu Hause, kein' Steinhagel wütender Dorsteute wird auf si« herniederprasseln. Di« Mutter blieb stumm, si« weinte und schrie nicht mehr. Sie nahm die Tochter auf den Schoß, streichelte si« mit zitternden Hän- den und blickte unverwandt in ihr Gesicht, wie um sich für ewig di« teuren Züge einzuprägen Dann bekam Umsun-Eu zu esien. Sie wurde umgezogen und zu einem klein«» leeren und dunklen Sarai im Hofe geführt. Das Kind ging folgsam mit, sie hüpft« und sprang. Di« Unruhe und die Angst von früher waren vergesien. Umsun-Eu war sehr lustig. Di« Mutter schluckte die Tränen, spürte, wie in ihrem Hals ein heißer, kochender Knäuel emporstieg, und lächelte schmerzerfüllt dem Kind« zu. Umsiin-Eu ahnte nichts und darum kamen sich die EUern wie Verräter vor. Sie kam zum Sarai. Tilau stieß das Kind hinein, es begriff noch immer nicht», drehte sich um und lächett» heiter und sorglos. Die Mutter wankt« und bedeckte das Gesicht mit den Händen. Tilau warf eilig die Tür zu und hängte«in großes Schloß in die Ringe. Und«rft als sie das Knarren des Schlosies oernahm, schrie Umsun-Eu auf. flehend und ängstlich Sie rüttelt« an der Tür. Die Mutter steckt« die Finger in die Ohren und ging davon mit schlotternden Knien, wankend wi« eine Blind«. Eine Zeitlang stand Tilau unbeweglich da. Er horchte. Sein Gesicht war blaß, das Kinn hing schlaff herunter und zitterte. Dann holte er mit dem Arm weit aus und schleudert« den Schlüsies von sich. Der Schlüssel beschrieb einen riesigen Bogen in der Lust und fiel irgendwo in der Sandebene hinter dem Hause nieder..., (Schluß folgt.) nur 1% Grad Celsius hatte, drang ihm durch den Taucheranzug bis zum Hasse. So fühlte er den Tod in doppelter Gestalt nahen. Aber er nahm den Freund und gab den Leuten des Kreuzers„Falcon", von dem aus die Rettungsversuche unternommen wurden, das Zeichen, sie empvrzuziehen. Dabei verlor er den Freund aus den Augen. Beide aber wurden wie durch ein Wunder gerettet. Zwischen den beiden furchtbaren Erlebnissen auf dem Meeres- gründe, die hier geschildert wurden, gibt es ein« große Anzahl von ganz ähnlichen Erscheinungen, die einen Vergleich zwischen ihnen interessant erscheinen lassen. Auch über die letzten Augenblicke von Sterbenden, die in Toten- tammern auf dem Grunde des Ozeans eingeschlossen waren und so zugrunde gingen, gibt es bemerkenswerte Auszeichnungen, di« von Tauchern in gesunkenen Schiffen gefunden wurden. In der fest ver- schlossenen Kajüte hatte der Steuermann noch kurze Zeit nach dem Untergang des Schiffes gelebt. Er teilte schriftlich mit, daß nicht nur der Mangel an Luft ihn quäle, sondern vor allen Dingen der un- geheure Wasserdruck, der auf dem Schiff lastete und sich zuerst im Platzen des Trommelfells bemerkbar machte. Aus den übrigen Auf- Zeichnungen kann man ersehen, daß hier auf dem Grunde des Ozeans sich fern der Welt die Tragödie eines furchtbaren Todeskampfes ab- gespielt hatte, wenn auch der Steuermann nicht die geringste Hoff- nung auf Rettung hatte. Trotzdem kann man aber aus einzelnen Wendungen herauslesen, daß er sich mit aller Kraft ans Leben klammert« und wohl bis zum Schluß noch an das Wunder einer Rettung geglaubt hatte. Der erste Streik in der Geschichte. In einem Vortrag vor der Akademie der Wissenschaften zu Paris wurde dieser Tag« mitgeteilt, daß der erste geschichtlich bekannte Streik den Zeiten Altägyptens angehört. Unter der Herrschaft des Ptolemäers Philadelphus wurde der Ingenieur Kleon mit der Ausführung großer Trockenlegung»- und Bewässerungsanlagen in Aegypten bettaut. Kleon hat Do- knmcnts hinterlassen, aus denen sich viele Einzelheiten über die Technik der Arbeiten, den Preis der Materialien, die Leitung der Arbeiter usw. ergeben. Die bemerkenswerteste Mitteilung in diesen Urkunden besagt, die Arbeiter seien müde gewesen, auf eine Er- höhung ihrer Löhne zu warten: sie hätten sich geweigert, die Arbett fortzusetzen und seien in den Streik getreten, hätten Sabotage aus den Bauplätzen getrieben und sogar ihre CHZs mißhandelt. Der Ptolemäer Philadelphus regierte um 300 o. Chr. Vogelappetit. Die Vögel haben im Verhältnis zum Menschen einen geradezu gierigen Appetit. Zum Beispiel hat man festgestellt. daß die Krähe täglich im Durchschnitt dos Doppelte ihres eigenen Gewichts oerzehrt. Die größte Kuppel der Dell hat das Pantheon in Rom. Gl« mißt 45 Meter im Durchmesser. Die Kuppel der St.-Pauls-Kathedrale in London hat nur einen Durchmesser von 35 Meter.