BERLIN Donnerstag s.Mrz 1931 10 Pf. Nr. 1 08 B 54 48. Lahrgang Ersch«i«t tSglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Borwän«'. BejugSprei« beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche, 3,609R. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin GW 68, kmdeustr.s Fernsprecher: Dönhoff 292— 29? ffboiWasJ& Anzeigenprel«: Die einspaltige Nonpareillezeile 8« Pf., Reklameieile b M. Crmäßigun en nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärls-Verlag G. m. b.H.. Berlin Nr. 8? b3b.— Der Vcrlaa behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Das Kästchen in derMauernische Ein Straßenreiniger findet ein„Testament" Einen selkscemen Fund machte heute früh gegen 7 Uhr der 46 Jahre alle städtische Strahenreiuiger Max Engel, der dem Abfchaill am Schloß zugeteilt ist. Engel fegte an der Wasserseite am Grünen Turm zwischen dem Schloß und der Kursürstenbrück«. Dabei fand erineinerMauer. nische ein kleines Kästchen, auf dem ein Brief lag. Engel nahm beides auf und betrachtete es genau. Der Briefbogen trägt das geprägte Monogramm'Ä. S. und darüber eine Frei- h e r r n t r o n«. Er enthielt folgenden Text:„Ich bitte den Finder, dieses im Polizeipräsidium abzugeben, und habe ich für den Finder afür eine Belohnung von 1000 Mark in meinem Testament letzwillig bestimmt." Eine Unterschrift trug dieser Brief nicht. Engel begab sich mit seinem Fund sofort zu Kriminalrat Gennat ins Polizeipräsidium und lieferte dort Kasten und Brief ab. Das Kästchen hat anscheinend früher einmal zur Ausbewahrung von Schmuck gedient. Es besteht aus R o f e n h o l z und ist mit ntarfien geschmückt. Der Begleitbrief trägt das Datum in 4. März, also vom gestrigen Tage. An die Fundstelle wurden fort Kriminalbeamte entsandt, die aber leine Spur finden konnten, o etwa die Person, die das Kästchen niederlegte, ins Wasser ge- >«gen sein konnte. Auch weitere Funde, etwa Kleidungsstück«, urden nicht gemacht. Das Kästchen wurde geöffnet und man fand arin ein kleines Tischtuch und kleine Servietten, üe sie etwa zu einem Frühstück- oder Teegedeck gehören. Außerdem nthielt der Kasten ein Bild von Mussolini und einige andere i r i e f e. Die Anhaltspunkte, aus denen man Adresien gewinnen �nnte, sind sehr gering. Die Namen sind zum Teil undeutlich ge- �rieben, so daß sie vorläufig nicht entziffert werden tonnten. Aus er Schrift und dem Inhalt der Briefe geht aber hervor, daß die 'üljere Besitzerin des Kästchens eine Frau aus adligen Kreisen ge- wesen sein muß. Ihr Vermögen von 12 000 Dollar soll bei nem Notar in Dresden deponiert sein, und die Erblasserin bittet �e Kriminalpolizei,«mige junge Mädchen ausfindig zu machen, an e das Geld verteilt werden soll. Aus verschiedenen Anzeichen schließt man. daß die Erblasserin etwa 18 Jahre alt war und mit ihren An- gehörigen einen Streit hatte, weil sie in eine cheirat nicht einwilligen wollte». Die Auswahl der jungen Mädchen soll nach ähnlichen Gesichtspunkten erfolgen. Nach allem muß man vermuten, daß das mnge Mädchen, die den Kasten und den Brief hinterließ, von der Brücke in die Spree gesprungen ist. Die Kriminal- polizei, die Inspektion A, ist bemüht, das Geheimnis der unbekannten A, S. und ihres Testamentes zu lösen. Feuer in der Lüdenfiraße. Dachgeschoß und Oachstuhl auesgedrannt.— Feuerwehrmann schwer verletzt. Die Feuerwehr wurde heule früh gegen 6 Uhr nach der Züdenstrahe 55 alarmiert, wo in einer Schueider- w e r k st ä l t e. die ihre Räume lm Dachgeschoß hat, aus noch unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen war. Das Feuer muß stundenlang unbemerkt geschwelt haben, denn als die Gefahr bemerkt wurde, stand die ganze Werkstätte und ein großer Teil des Dachstuhls bereits in Flammen. Da für die Nachbar- Häuser und für die unter dem Brandherd gelegenen Stockwerke Schlimmstes befürchtet wurde, trat die Feuerwehr unter Leitung des Baurats Meusser gleich mit vier Löschzügen in Aktion. Ueber drei mechanisch« Leitern und über das Treppenhaus drangen die Löschtrupps gegen den Brandherd vor. Der Feuerwehrmann K l a n i tz e r von der Zugwache 32 wurde gleich beim ersten Lösch- angriff durch Stichflammen am Kops und an den Händen so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden niußte. Straßenbahnunglück in der City. Au der Ecke E h a r l o l l e n- und Akohrenstraße fuhr heule früh ein Straßenbahnwagen der Linie 96 in den Anhänger eine» vollbeladeoen Kohlenlaslzuges hinein. Durch die Wucht de» Zusammenpralles kippte der Last- anhänger um und der Straßenbahnwagen sprang aus den Schienen; der Vorderperron wurde völlig zertrümmert. Der Führer de» Straßenbahnwagen«, der 43jährige Wilhelm Haufe au» Tempelhof. erlitt schwere Kopfverletzungen. Er fand im Urban-Krankenhau» Aufnahm«. Der Mitfahrer des umgestürzte» Lastzuganhängers kam wie durch ein Wunder mit leichten Der- lefpmgen davon. Durch den Vorfall entstand»in« fast halb» ftündig« L«rk«hr»ftLrung. da es längere Zeit dauert«, den entgleisten Straßenbahnwagen wieder in die Schienen zu bringe». Angeklagte winseln um Strafe Oer Lügenfilm von Moskau Moskau, 5. Mörz. Die Angeklagten Scher, Ginsberg, Salkind und Gromann machten Aussagen über die im Juli 1928 erfolgte Moskauer Reife des Mit- glieds der Auslandsdelegation der Menschewiken, A b r a m o w i t s ch, und ihre Begegnungen mit ihm. Abramowitsch habe erklärt, er sei auf Beschluß der Auslandsdelegation gekommen, um an Ort und Stell« die Durchführung einer neuen Menfchewikentaktik zu be- sprechen, die das Ziel hoben sollte, die Interoentions- Schupo als Elubenmädsl In Braunlchweig mußte nach dem Hitler- tag die Schupo auf Befehl Kränzen» da« Stroh au« den Naziquartieren ausiäumen. .Wir Nazi machen uns unfern Dreck nicht alleene?" Vorbereitungen durch Erweiterung der Schädlingsarbeit zu beschleunigen. Der Angeklagt« Salkind sagte aus, Abra- rnowitsch habe die Notwendigkeit einer Intervention bewiesen und die engste Verbindung mit der konterrevolutionären Gruppe Kondrat- less-Tjchajanoff empfohlen. Nachdem er sich von der Hosfnungs- lesigkeit der menfchewikischen Arbeit unter den Arbeitermassen über- zeugt habe, habe Abramowitsch die Direktive erteilt, das Schwer- gewicht der menschewikischen Tätigkeit unter die Staatsange- stellten zu verlegen, um den Einfluß der letzteren in, Apparat der Schädltngsarbeiten auszunutzen. Abramowitsch habe Salkind und den anderen Unionsmitgliedern erllärt, daß die Unumgänglichkeit einer Intervention von den Führern der zweiten Internationale, be- sonders von den Führern der deutschen Sozialdemokratie anerkannt werde, die das Wachstum der kommunistischen Bewegung und die damit verbundenen Schwierigkeiten der zweiten Internatio- nale beunruhige. Abramowitsch habe darauf hingewiesen, daß die Sozialdemokratie angesichts ihrer offiziellen Stellung in verschiedenen Staaten für em« Intervention nicht offen auftreten könne und ge- zwungen sei, den Stimmungen der Arbeiterklasse Rechnung zu trogen. Die von Abramowitsch mündlich erteilten Direktiven seien in einem Schreiben an Gromann im Rovember 1928 von der Auslandsdele- gation offiziell bestätigt worden. Der Gerichtshof gab dann dem Antrage des Staatsanwalts auf Verlesung des Berliner Telegramms Abramowitschs statt In diesem Telegramm erklärt Abramowitsch unter Berufung auf seine eidlichen Aussagen vor einem deutschen Gericht, daß er nach dem Jahr« 1920 t»l»« R»if» i» die Sowjetunto» unternommen habe. Da« Tele» Folgenschwere Keffelexplosion. Maschinist im Bahnbetriebswerk getötet.- Heizer verletzt. Im Heizwerk des Dahabelriebswerkes Grunewald der Reichsbahn ereignete sich heule früh ein schweres Unglück. das ein Menschenleben forderte. Gegen 6.30 Uhr waren im Kesselhaus der Maschinist Arthur Hacker aus der Augustastraß« 3 in Lichtenberg und der Heizer Willi Heise aus der Leonhardstroß« S in Charlottenburg als Bedienungspersonal der Feuerungs- und Kesselanlogen anwesend. Plötzlich wurde unter großem Kroch die schwere eiserne Tür des Kessels abgerissen. Mehrere Stichflammen schlugen heraus und groß« Dampfmassen schössen ins Freie. Im Augen- blick war die ganze Hall« in einen undurchdringlichen Dampf g«- hüllt. Aus dem Kesselhaus ertönten gellend« Hilferufe. Als sich Bahnongeftellte Zutritt in den Unglücksraum verschafften, fanden sie den Maschinisten Hacker mit furchtbaren Verbrennungen am ganzen Körper tot aus. Der Heizer Heise hatt« ebenfalls schwere Verletzungen erlitten: er wurde in dos nächste Krankenhaus gebracht. Ueber die Ursache des entsetzlichen Unglücks ist sofort eine Untersuchung eingeleitet worden. Danach scheint es, daß ein Wasserrohr im Kesselraum geplatzt ist und die Wasser- mengen, die sich m den Feuerungsraum ergossen, dos Unglück herbei- geführt haben. gramm, das In gleichem Wortlaut auch dem Vorsitzenden des Gerichts und der Verteidigung zugegangen ist, wurde den Gerichtsatten bei- gefügt. Die Zlngeklagten Gromann und Scher hallen an ihrer Darstellung, sie seien mit Abramowitsch in Moskau zusammengetroffen, fest und weisen darauf hin, daß es sozialdemokratischen Traditionen nickst entspreche, vor einem bürgerlichen Gericht Aussagen unter Eid abzugeben. Der Angeklagte Iakubawiffch fordert, Abramowitsch solle an Stelle seines Eides konkret? Beweise für sein Alibi beibringen, und der Angeklagte Ginsburg verlangt, daß Abramowitsch nach Moskau komme und seine Aussagen vor dem Moskauer Gericht mache. Der Angeklagte Teitelbaum, der von 1922 bis 1929 ver- ontworllich« Posten in den Sowjethandelsv-rtretungen in Wien, Berlin, Stockholm und Prag bekleidet«, sagt« aus, daß seine ersten drei Zusammenkünfte mit der Auslandsdelegation Ende 1923 statt- fanden, die seine Rückkehr in die Russische Sozialdemokratische Arbeiterpartei zur Fotg« hatten. Die Behauptungen über Friedlanö. Wir erhalten von den im Moskauer Prozeß genannten Juri Friedland folgend« Erklärung zu den.Geständnissen' der An- geklagten: Den Menschewiki-Prozeß In Moskau betreffend, wurde in der Zeitung.Prawda' vom 27. Februar d. I. Nr. 37 berichtet, daß Prosessor A. I. Finn-Ienotajewsky und W. Gromann aussagten, ich sei der Verbindungsmann zwischen ihnen und dem Zentralkomitee der russischen Menschewiki in Deutschland gewesen. Als solcher hätte ich Geld, Pakete und Direktiven an sie weitergegeben, desgleichen Direktiven von ihnen zur Weitergab« an das Komitee in Deutschland angenommen. Hierzu kann ich nur folgendes erklären: 1. Niemals, auch nicht in den Jahren 1928 bis 1930, noch zu anderen Zeiten, bin ich«in Beauftragter oder Ver» bindungsmann zwischen der ausländischen Delegation der Mensche- wiki und den Angeklagten geweseni Ich habe mit niemandem irgendwelch« Fühlung gehabt. 2. N i« m a l», auch nicht in den Iahren 1928 bis 1930, noch zu anderen Zeiten, habe ich Geld. Post oder irgendwelche Direktiven vom Zentralkomite« der Menschewiki für die vorstehenden Mitglieder, oder umgekehrt, eichalten»der weitergegeben. 8. Richtig ist nur, daß ich seit mehr als 25 Iahren mit Professor Finn-Jenotajewsty bekannt bin. Ich habe ihn mehrmal, in Leningrad gesehen: auch hat er mich, wenn er in Moskau war, besucht. Das letzte Mal. so erinnere Ich mich, habe ich chn im November 1329 gesprochen Wenn Herr Finrt- Ienotajewsky sagt, er habe mich das letzte Mal im Februar 1939 gesehen, so stimmt das nicht, da ich bereits am 15. Dezember 1929 von Rußland nach Deutschland verreist bin und noch nicht wieder in Rußland war. 4. Was Herrn Gromann betrifft, so habe ich ihn das letzt« Mal im Jahre 1925 gesehen; seitdem habe ich ihn nie wieder getroffen, noch habe ich mit ihm telephoniert. 5. 2lusdrülklich erkläre ich, daß bei diesen Zusammentreffen, sowohl mit Herrn Finn-Ienotafewsky als auch mit Herrn Gromann, niemals auch nur ein Wort über das Zenlralkcmitee der Menschewiki noch über damit zusammenhängend« politische Fragen gesprochen wurde. Diese Erklärung bin ich bereit, auch eidesstattlich abzugeben. Blüten vom Hitlerbaum. Oiatenschlucken und Schimpfen. München, 5. März. In der Vollsitzung des bayerischen Landtages ereignete sich heute vormittag ein Zwischenfall. Der natlonalsozia- I i st i s ch« Abgeordnete Streicher(Nürnberg) erklärt« u. a., daß «in Staat, der Verbrecher wie Barmat schütze, ein Staat, der mit Verbrechern und Zuchthäuslern geschaffen worden sei, kein« Autoritär besitze. Es kam zu erregten Auseinandersetzungen, in deren Verlauf der Landtagspräsident dem Redner wiederholt Orb» nungsrufe erteilt» und ihm schließlich das Wort entzog. Streicher gebrauchte beim Verlassen des Rednerpultes Schimpf- worte, wie„Volksbetrüger' usw. Der Landtagspräsident bezeichnete das Benehmen des Abgeordneten als gröbliche Verletzung der Ordnung des Hauses und wie» ihn aus dem Saal. Der Ab- geordnere Streicher verließ den Saal mit den Worten:.Ich blo ja froh, wenn ich draußen bin aus diesem haus der Dolksbekrüger, wenn ich Euch nicht sehe. Euch schwarze Gesellschaft". Der Präsident be- merkte dazu, er halte es unter seiner Würde, auf diese Aeußerung noch etwas zu erwidern. Kroh, wenn sie draußen sind... Die Noziabgeordneten, die„froh sind, wenn sie draußen sind", und deshalb die Reichstagsarbeit schwänzen, haben auch am 1. März gesetzmäßig ihr« Diäte» zugesandt erhalten, üeluar von Ihne» hat die Annahme verweigert und keiner hat Auweisung gegeben, die mindesten» Zö0 M.(nach Abzug der Gelder für die ver- säumten Sitzungen) für die Arbeitslosen zu oerwcuden, wie sie es vorher angekündigt hatten. Sie sind froh, daußen zu fein und leben auf Kosten des Reiches, das heißt der Wähler, jedoch nicht ihrer eigenen! Verleumder verurteilt. Diegulh, 5. März.(Eigenbericht.) Die schamlose Verlogenheit der Naziredner bewies wieder einmal Strafprozeß vor dem Erweiterten Liegnitzer Schöffengericht gegen den Nazi-Wanderredner Wilhelm Sappke aus Landeshut i. Schief., der des Vergehens gegen das Republitschutz- gcsetz und der öffentlichen Beleidigung angeklagt war. Er hatte in einer Raziverfammlung u. a. gesagt, daß mit Zustimmung Stresemanns ein bewußt gefälschter Auszug über den Dawes-Plan durch die Zentrale für Heimatdienst über ganz Deutschland verbreitet worden sei. Ferner hatte er über den Vberpräsidenten 6er Provinz Nieders chlesten, Genossen Lüdemann, zu Pressevertretern uind Kriminalbeamten geäußert:.Melden Sie das alles brühwarm ihrem Herrn Oberprösidenten, diesem„Voll- idioten 1" Als Quell« für die erst« Behauptung zitierte er das berüchtigte Buch des Nazi-Feder über den Dawes-Plan. Die Aeußs- rung über Lüdemann gab er zu, will jedoch nicht Vollidiot, sondern Vollblutjude gesagt haben. Er behauptete auch dreist nach wl« vor, Lüdemann müsse Jude sein Der Oberstaatsanwalt beantragte wegen Vergehens gegen das Republikschutzgefstz(Beschimpfung des verstorbenen Außenministers) drei Monats und wegen der öffent- lichen Beleidigung zwei Monate Gefängnis, insgesamt vier Monate Gefängnis. Das Urteil lautete wegen öffentlicher Beleidigung auf— 299 Mark Geldstrafe! Das Derfahren wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz wurde zur weiteren Beweiserhebung abgetrennt. Linier ha us für Wahlrechtsreform. Teilweise Stimmenthaltung bei Labour. London. 5. März. Das Unterhaus hat die Bestimmung des Wahlreformgssetzes, durch die das Alternatiostimmrecht eingeführt wird, mit 277 gegen 251 Stimmen angenommen. Zwölf Mitglieder der Arbeiterpartei brachten ihren Unwillen über die Haltung der Liberalen in der Frage des Streitrechts dadurch zum Ausdruck, daß ste mit den Konservativen stimmten, und aus der Zahl der abgegebenen Stimmen geht hervor, daß sich ungefähr 29 Arbeitermitglieder der Stimme enthalten haben. Lady Cynthia Mosley, die Gattin von Sir Oswald Mpsley, Ist aus der parlamentarischen Arbeiterpartei ausgetreten. In einem Briefe an den Premierminister begründet sie ihren Schritt damit, daß die gegenwärtige Arbeiterregierung sich nur wenig von den früheren konservativen und liberalen Regierungen unterscheide. Nach ihrer Ansicht gebe es sür die wirtschaftlichen Probleme Englands einzig die sozialistische Lösung. Oer Völkerbund muß sparen. Wegen der Zinanzschwierigkeiten der MitaliedSffooken. Gens, 4. März. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat an sämtliche Stellen des Völkerburidsekretaviats ein Rundschreiben gerichtet, in dem wegen der außerordentlich ernsten Finanzlage zahlreicher Mitglieds- staaten schärfste Sparmaßnahmen sür das gesamte Völkerbundsekretariat gefordert werden. In dem Rundschreiben' wird hervorgehoben, daß zahlreich« Mitgliedsstaaten zu drastischer Herabsetzung der Beamtengehälter geschritten sind und daß deshalb das Vö'kerbundsekretariat in dem nächsten Hans- halt keinerlei Erhöhung der Personalausgaben oder Er- Weiterung des gegenwärtigen Bcamtenstabes vornehmen könne. Der Generalsekretär fordert ferner weitgehend« Einschränkung der Dienstreisen, die nur noch mit seiner Zustimmung er- j folgen dürfen. Ferner wird daraus hingewiesen, daß wegen der fchr�ren finanziellen Belastung durch die kommende Ab» rüstungskonserenz im nächsten Jahre alle Konferenzen und Kommlsfionen, die nicht statutengemäß vorgesehen sind, nach Mög- lichkeit verschoben werden sollen. Sklarek-Klatsch Bürgermeister Gcholh und die Tischgäste auf dem preffebaN vor dem Schöffengericht verlla-vtllte mußte sich heule Leo S k l a r e k verankworlen. Die Anklage lautete auf üble Nachrede gegen den Bürgermeister S ch o l h. Leo Sklarck hol io dem Privat. bcleidlgungsprozeß Brolat gegen kommunistische Redaktcure am 2. Juli v. Z. u. a. erklärt, der Bürgermeister Scholh habe auf dem Pcesseball 1979 au feinem Tisch Sekt aus Kübeln getrunkeo und Kaviar mit Löffeln gegessen. Er wundere sich, daß er nnler solchen Umständen hinterher in dieser Welse gegen ihn und seine Brüder vorgegangen sei. Bürgermeister Scholh halte in jenem Prozeß unter seinem Eide ausgesagt, daß er sich am Tisch der Brüder Sklarek nur kurze Zeit aufgehalten und nur ein Glas Rotwein getrunken habe. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte die Verhandlung zu vertagen und die Sache gemeinschaftlich niit einer ähnlich lautenden Anklage gegen drei Redakteur« zu verhandeln. Es geht nicht an. daß Sklarek heute als Angeklagter und in wenigen Tagen in einer ähnlichen Sache als Zeuge vernommen werde. Der Verteidiger stellte weiter eine Reihe von Beweisanträgen, die darauf Bezug nehmen. daß der Angeklagte Sklarek noch heute der Ansicht fei, der Bürger» nieister Scholtz habe nicht aus Gründen der öffentlichen Reinlichkei:, sondern aus persönlichen Motiven Strafanzeige gegen ihn und seine Brüder erstattet Der Borsitzende erklärt, daß das Gericht der Ansicht sei, es müsi« gegen den Angeklagten Sklarek geson- dert verhandelt werden. Als erster Zeuge wird Amtsgerichtsrat Dr. Bues vernommen. der in dem Privatbeleidigungsprozeß Brolat gegen die Redakteure am 2. Juli v. I. das Urteil gefällt hat. Seiner Erinnerung nach hat sich der Vorfall so abgespielt, daß der jetzige Angeklagie Sklarek, der erst kurz vorher aus der Haft entlassen war, während seiner Zeugenaussage allmählich sehr aufgeregt wurde, dann in seiner Rede sich einfach überstürzte und erklärte, früher hätten sich alle an ihn und seine Brüder herangedrängt, darunter auch der Bürgermeister Scholtz, der an allem die Schuld trage, da er einfach zugegriffen habe, anstatt die ganze Angelegenheit in Ruhe abwickeln zu lassen, damit niemand geschädigt werde. Ja diesem Zusammenhang seien dann die Worte gefallen. Es folgte die Vernehmung des Bürger- m e i st« r» D ch o l tz. Er erklärt: Ich kenne Herrn Leo Sklarek überhaupt nicht. Nur Max Sklarek ist mir im Haufe des Stadtrats Rosenthal vorgestellt worden. Auf dem Presseball 1929 erschien ich ziemlich spät. Während eines Rundganges durch den Saal wurden meine Frau und ich vom Stadtrat Rosenthal aufgefordert, an seinem Tisch Platz zu nehmen. Es war eine größere Gesellschaft, unter der ich auch Max Sklarek bemerkte. Ich setzte mich neben Frau Nosenthal, die mir ein Glas Rotwein einschenkte. Daß Kaviar gegessen wurde, habe ich überhaupt nicht gesehen. Stadtrat Rosen- thal bestellt« für mich einen gebackenen Fisch, den ich am Nebentisch verspeiste. Im ganzen habe ich mich vielleicht zwanzig Minuten an dem Tisch aufgehalten. Der Angeklag-e Sklarek übt nun sein Fragerecht aus, und wird dabei äußerst ausfallend. Er wirkt Bürgermeister Scholtz vor, daß er hunderte Arbeiter arbeitslos gemacht habe und schreit schließlich in größter Aufregung: Wenn ich keine Kinder hätte, so würde ich Sie umbringen. Der Vorsitzende ruft den Angeklagten zur Ordnung und sagt: Wenn Sie geisteskrank sind, dann können wir ja gleich aufhören. Auch die Aussage des Stadtrats R o f e n t h a l ergibt nichts Wesentliches. Bürgermeister Schlitz hat nur ein Glas Rotwein gs- trunken. Es stimm«, daß Max Sklarek die ganze Zeche bezahlt habe. Aber auch er, der Zeug«, Hab« des öfteren größere Zechen bezahlt, an denen Max Sklarek teilgenommen Hab«. Der Vorsitzende macht schließ.ich von sich aus dem Angeklagten noch einmal den Vorschlag, durch eine anständig« Erklärung die Sache aus der Welt zu schaffen. Der Angeklagt« Sklarek erklärt, daß er gar nicht die Absicht gehabt habe. Bürgermeister Scholtz zu beleidigen. Bürgermeister Schal g sogt seinerseits, daß auch er der Ansicht fei, man habe sich in der jetzigen Zeit mit anderen Dingen zu beschäftigen, als mit derartigen Be- lcidigungsklagen. Cr habe den Sirafantrag gestellt, well er im An- ichluß an die Aeußerung des Angeklagten in einer unmöglichen Weif« durch die Presse geschleift worden sei. Er wäre ober der Letzte, der sich weigern würde, eine befriedigende Erklärung des Angeklagten entgegenzunehmen. Das könne er nur für feine Perjon erklären. Er glaube aber, daß auch der Oberpräsident von sich au» Strafanirag gestellt habe. Das Gericht läßt eine Pause eintreten, damit Sklarek sich über ein« Erklärung schlüssig werde. GNarek erNärt: Nach der Pause gab der Angeklagte Sklarek folgend« Erklärung ab: Ich habe in der Verhandlung am 2. Juli v. I. als Zeuge in bezug auf den Bürgermeister Scholtz Aeußerunoen gemacht. aus denen der Bürgermeister Scholtz und die Oeffeiulichkeit ent- nommen haben, daß ich in bezug auf ihn und andere Teilnehmer des Presseballes 1929 behaupten wolle, es wäre Seckt aus Kabeln getrunken und Kaviar mit Löffeln gegessen worden. Ich erkläre, daß ich auf Grund der heutigen Beweisaufnahme die Ueberzcugung von der Unrichtigkeit meiner vorgenannten Aeuße» rüngep in bezug auf Bürgermeister Scholtz ge- gwonnen habe, ich bedaure diese in meiner Erregung ge- machten Aeußerung«». Bürgermeister Scholtz gab sich mit dieser Erklärung des Angeklagten zufrieden; der Staatsanwalt zog darauf feine Anklage zurück. „Massenkämpfe" Was eine tommunisttsthe Organisation leistet «rimwrNch. hat die KPD, den Streit der M« t a l l- a r b e i t e r im Herbst des Vorjahres zum Anlaß genommen, um die kommunistischen Splttterarzan�ationen der Rohrleger und der Dreher entsprechend dem Befehl von Moskau zu einen,„Einheitsver- band" zufanimsnzüsassen. Wenn man der komnmnistischen Presse glauben dürfte, dann strömten die Metallarbeiter zu Zehntaufenden diesem angeblich revolutionären Verband zu. In der Folge meldet« denn auch die kommunistische Presse fast täglich große Siege. die von diesem die Arbeiterzersplitterung als Grundsatz aufstellenden ..Einheitsverband" errungen worden seien. 2lm meisten überrascht über die„Riesenkämpfe", die dieser sagenhaft« Verband geführt hat, waren zweifellos die Metallarbeiter selbst, die davon nichts gemerkt haben. Soweit nämlich Streiks überhaupt geführt wurden, handelt es sich um Kleinbetriebe. Für den Deutschen Metall- orbeiteroerband sind solche Lohnkonflikt« sozusagen das täz- liche Brot. Sie werden geregelt, ohne daß darüber ein großes Ge- schrei gemacht wird. Da die kommunistische Presse und die RGO. aber sich bemühen, diese klemen Lphntonflikte zu„Massenkämpfen" aufzubauschen, wollen wir einmal summarisch fess'tellen. wie es niit diesen Kämpfen in Wirklichkeit bestellt ist. Im Vorjahr führte asso die NGO. bei der Firma H a r t m a n n«inen Streik, der siebzehn Wochen dauerte. Der groß« Sieg bestand darin, daß die Arbeil bedingungslos wieder aufgenommen wurde. Ein anderer Streik betrifft die Firma Härtung in Lichtenberg, der nach sechs Wochen mit dem gleichen Resultat wie der Streik bei der Firma Hartmann endete. Dann kam der„Massen- streik" bei der Firma Pleps. Dort stellte» vier Metallschleifer die Arbeit ein. Das Ergebnis dieses„Massenstreiks": zwei wurden gemaßregelt, zwei wurden wieder eingestellt. Eine besondere Erwähnung oerdient der Streit bei der Friedrich shafener Zahnradfabrit. Jnfoizc eines Lohnabzuges von 6 Pf. legten elf Arbeiter die Arbeit nieder. Da unter diesen sich einige Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes befanden, wandten diese sich an ihre Organisation, die dann auch mit der Firma verhandelte. Als Ergebnis dieser Ver- Handlungen wurde erreicht, daß der Lohnabzug statt 6 nur 3 P f e n Ni g betragen sollte und daß die Firma sich bereit erklärte, einen Tarisverlrag mit dem Deukschen Mewllarbeilerverband abzuschließen. Als der Vertreter des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes den Streikenden über das Ergebnis der Verhandlungen Bericht erstattete, erschien der Vertreter des„Einhsitsverbandes", Braun, und widersetzte sich der Zustimnmng zu dicseni „B e r r a t". Am anderen Morgen ging aber Braun zu der Firma, die es jedoch ablehnte, mit Ihm zu vc? handeln. Darauf erbat sich Braun die E r l a u b n i s, den Betrieb zu besichtigen, ging dann zu den Streikenden zurück und verkündete, daß er eine Reduzierung des Lohnabzuges von— 6 auf 3 Pfennig erreicht habe und empfahl, unter diesen Bedingungen die Arbeit aufzunehmen. In den darauf' folgenden Tarifverhandkungen mit dem Deutschen Metallarbciter- rerband erreichte dieser, daß der Lohnabzug nur noch 2 Pfennig bckrug. Schließlich sei noch erwähnt der Streik bei der Firma R e u b e r g». Behrens wegen Lohndifferenzen. Nachdem der„Einheitsverband" den Korr«, wieder einmal gründlich verfahren hatte, wandten sich die bei der bestreikten Firma beschäftigten Mitglieder des DMD. an diesen. Der Ortsverwaltung des DMA, gelang es auch, mit der Firma einen Tarifvertrag abzuschließen, ivoaach die bisherigen Löhn« ohne jeden Abzug tariflich festgelegt wurden. Da» sind die großen„Siege" de» sogenannten Einheitsver» band«». Das Ergebnis ist 9,99. Nur da, wo der Deutsche M e- tallarbeiterverband Mitglieder hatte und eingreifen kcniiie, ist eine Niederlage vermieden worden. Die großen „Siege" sind so wie der„Einheitsverband" selbst: eine Pleite. Gcheiniot begraben. Zwei Tage noch lebend im Grobe. Pari». 5. März. In einer kleinen Ortschaft in der Gegend von Malaga hat sich ein furchtbares Ereignis abgespielt. Dort war ein Schäfer namens Frasquito begraben worden, nachdem der Arzt ihn für wt erklärt hatte. Zwei Tage nach dem Begräbnis hörten die Einwohner zu ihrem Schrecken, wie aus dem Sarge Klopfzeichen und Stöhnen laut wurden. Man össnete das Grab und bemerki« die völlig verkrampfte Leiche des Schäfers. Der Arzt stellte fest, daß der Todeskampf des Unglücklichen erst eine Stunde vor der Ausgrabung beeudet gewesen sein konnte. Die Nachbarn erzählten alsdann auch, daß Frasquito. dessen Gliedmassen infolge seiner Anstrengungen. aus dem Sarge herauszukommen, blutig gerissen waren, au epilep- tischen Anfällen litt; es ist also klar erwiesen, daß der Arzt, als er das erste Mal den Tod des Schäfers feststellte, sich geirrt hat. Neue Selbstanfchlußämier. Karlshorst, Hohenschönhausen, Humboldt und Eüdring. In der Nacht zum 8. März werden die Fernfprechvermittlungs. stellen mit Selbstanschlußbetrieb Karlshorst und Hohen- schönhausen m Betrieb genommen und die Bermitttungsstellen Humboldt und S ü dr i n g unter Beibehaltung ihrer Namen vom Handbetrieb aus den Selbstanschlußbetrieb umgestellt. Karlshorst übernimmt all« Teilnehmer der Vermittlungsstelle O b e r f ch ö n e w e> d e, die in derselben Nacht außer Betrieb gesetzt wird, Hohenschönhausen übernimmt einen Teil der An- schlüsse der Vermilllungrstellen Lichtenberg und W e i ß« n f e e. Es empfiehlt sich, vor jedem Anruf eines Tcilnehmeranfchlusses der Vermittlungrstellcn Humboldt, Südring Lichtenderg und Wcißense« im Fernsprechbuch nachzusehen, ob der Teilnehmer etwa eine neue Anschlußbezeichnung erhalten hat. Arbeikerbildungsschule. 1. kreis Mlle. Kursus M-ndelsohn fällt wezen Ertrankuim des Gcncfsen Mende'.falm heute abend. Donnerstag, aus. Nächster Kurfusabend am 12. März. Reue Sowsclseuder. Der Rat der Volkskommissare der Sowset- union hat den Doranschlag sür den Bau von sechs neuen Funk- stationcn bestätlot. die in-befonkere für den'Fernen Osten errichtet werden sollen. Die Stationen sollen so leistungsfähig fein, daß sie auch in Indien und Afrika gehö-t werden können. Die Sen'.unaen sollen in fremden Sprachen durchgeführt werden. Die neuen Stationen sollen zum Teil noch in diesem Jahr« fertiggestellt werden. Eonderschau der Luryfreien Eine Ausstettung intereffanter Künstler Zunächst gibt es hier ein sehr verdienstliches Unternehmen der Jurysreien: alles zusammenbringen, was heute in Deutschland an Kupser-, Holz- und Stahl st ichen geleistet wird. Man verwechsle diese graphischen Techniken nicht mit Radierung, Holz- schnitt usw.(Es handelt sich um die mühsame Stichelarbeit, wie sie Schongauer und Dürer geübt haben, die im Lause des 19. Jahr- Hunderts fast gänzlich abhanden gekommen ist, und die nur im letzten Jahrzehnt eine Reihe von deutschen Künstlern wieder aufgenommen und mit neuem Geist und neuem InHall gefüllt hat. Man kann mll dem Stichel(ohne Aetzung) ebensowohl aus Kupfer- und Stahlplatten, wie auf hartem Holz und lithographischem Stein arbeiten. Für den Holzstich(der im 19. Jahrhundert als unkünstle- risches ReProduktionsmittel für die illustrierten Zeitschriften gehand- habt wurde) haben sich in glänzender Weise Rössing in Essen (mll großartigen Gesellschaftskarikoturen) und H. 21. Müller in Leipzig eingesetzt, der sehr minutiöse Wirkungen mit mehrfarbigen Druckplatten erzielt; für den Steinstich A. W. D r e ß l e r in Berlin. Die meisten und bedeutendsten Künstler halten sich an den Kupfer- stich, der die erschöpfendste Verwendung sehr harter und bestimmter Umrisse und modellierender Strichlagen erlaubt. Das erlebt man vor allem bei den ausgezeichneten Görlitzer Stechern Johann Wüsten(von dem die zugrunde liegenden haarscharfen Bleistift- Zeichnungen mit ausgestellt sind, um die künstlerische Entstehung zu oerdeutlichen) und Lotte Wege leben, die schon heute als Führer dieser neuartigen Graphit anzusehen sind; verwandt in der Gesinnung: E. Smith mll scharf pointierten Karikaturtöpfen, Gertrud Lerbs-Bernecker aus Königsberg mit ganz vor- trefflichen bildhaften Geschehnisien, Bantey, Robert Mayer (reiner Umrihstil) und Walter Bernhardt, meist aus Berlin. Erstaunlich ist auch die monumentale Größe und Strenge der großen Blldnisköpfe von Erich Büttner; sie sind wohl das Beste, was er je geschaffen hat. 2luch B a r t n i n g s Blumenstiche, Felix- müllers 2lrbeiter und des alten Ka l k r e u t h Porträts gehören zu den wiederentdeckten Pionierleistungen. Im oberen Stockwerk sind wieder Einzelkollektionen in je einem Raum zu sehen; diesmal fast durchweg von Bedeutung. 2ln die Spitze möchte ich die Skulpturen und Malereien des sehr merk- würdigen Richard Haizmann stellen. Die Vereinfachung der Form kann kaum weiter getrieben werden: Katzen. Vögel, Pferde, Elefant usw. in plastischem Material, Menschen in slächenhafter Malerei sind auf die letzten Möglichtellen suggestiver Linien ge- bracht, mit einer außerordentlichen Intensität des Formerlebnisses. Interessant und vielversprechend ist die abstrakte Malerei von Otto Hofmann, Dessau; man spürt Vorbilder, stärker aber die selb- ständig fortbildende Phantasie. Theodor Lux, ebenfalls aus Dessau, wandelt noch in eigentümlich zugespitzter Weise und mit Eigenart das große Borbild Feiningers ab. L o e b« r und Hilde Broer bieten interessante, ja bedeutende Skulpturen; Ilse Kühner sinnlich stark empfundene farbige Zeichnungen. Ein be- sonderer Fall ist der Russe Leonid Feinberg, stark in realistt- scher Lebenswiedergabe, vor allem im Porträt. Hier ist eure große Kraft, altertümlich gebunden, von verblüffender Geschicklichkeit und nicht ohne Größe, nicht ohne Hoffnung auf Befreiung vom Traditionellen. Paul F. Schmidt Keine Hauszinssteuer mehr! Oer Wohnungsbau noch weiter verlürzt. Die Weiterberatung des 2lrbeitshaushalts im Haus- haltsausschuß des Reichstag» begann mll Ab st immun- gen über den Abschnitt„Arbellsoermittlung und Arbellslosenver- sicherung*.— Angenommen wurden die folgenden sozial- demokratischen Anträge: 1. die Reichsregierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzu- legen, der die Benutzung der öfsentlichen Arbeitsvermittlung und die Anmeldung ojsener Stellen zur zwingenden Vor- schrift macht; 8. die Reichsregierung zu ersuchen, Vorsorge zu treffen, daß alle Einrichtungen für jugendliche Erwerbslose in vollem Umfange auf- rechterhallen und ausgebaut werden; 3. die Reichsregierung zu ersuchen, Maßnahmen zu ergreifen um die Äinderarbell auszuschollen; 4. die ReichSIcegierung zu ersuchen, den katastrophalen Folgen, die bei den Gemeinden durch die Unter stühung de» ständig wachsenden Heere, der Vohlsahrt»ern»erbslosen eingetreten sind. größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. E» ist dem Reichstag alsbald ein G e f e h e o t w u r f vorzulegen, der eine Zusammen- sassung der Srisensürsorge und der Fürsorge für Wohlfahrt, erwerbslose in einem Gesetz über Arbeitsloseusürsorge vorsieht Mit dieser Entschließung ist zugleich der gesamte sozialdemo- kratische Vorschlag über die einzelnen Bestimmungen des vorzulegen- den Gesetzentwurfes angenommen worden. Der Haushaltsausschuß begann dann die Beratung des Abschnitts Arbeitsrecht. Arbeitsschutz und- schlich tu ng. Frau Schröder(Soz.) weist im Hinblick auf die vom Arbeits- Ministerium beabsichtigte Erhebung über die Säuglings st erb- l i ch k« i t aus dem Lande daraus hin, daß die Sterbllchkcll auf dem Lande noch um einige Prozent höher lieg« als in der Großstadt. tzie sordert deshalb, daß durch die Erhebung nicht«ine Verzögerung in der Schaffung eines Wöchnerinnenschutzes für die Landarbeiterinnen eintritt Ferner dürste das Ministerium mll solchen Erhebungen nicht einseitig kleine Organisationen be- trauen, wie es ofsensichllich mll einer Untersuchung über die Wirkungen der Rationalisierung auf die Heimarbeit geschehen sei. Außerdem sei eine Untersuchung über die Kinderarbeit dringend notwendig. Nach einer kleinen kommunistischen Rede über das Schlichtung?- wesen und Bemerkungen eines Wirtschaftsparteilers und eines Land- Volksvertreters über die Frauenarbell bei den Kleingewerbetreiben- den und beim Kleinbauern forderte der Vorsitzend« des Deutschen Baugewerksbundes, Bernhard(Soz.), durchgreifenden bau- gewerklichen Arbeitsschutz. Es fehl« immer noch ein Reichsbauarbellerschutzgesetz und damit eine einheitliche Gesetz- gcbung. Wohl seien unter Mitwirkung der Bauarbeiter Unfalloer- HUtm.gsoorschriften der Berufsgenossenschasten vereinheitlicht und verbessert worden, aber die Arbellerfürsorg« aus Bauten sei noch unhellooller zersplittert Es beständen mindestens dreihundert ver- Ichiedene Polizeivorschriften. Der preußische Wohlfahrtsminister habe das zugegeben und mitgeteill, daß mll dem Reichsarbeitsmini- sterium«ine Musterverordnung ausgearbellet werde. Wo sei dieses Muster? Die Arbeiter wünschen, daß sie vor Erlaß der Vorschriften rechtzeitig gehört werden. Frau Dohm- Schach(Soz.) begründete eine ausführliche Cnt- fchließung, die einen Gesetzentwurf zum Schutz« und zur Erhallung der jugendlichen Arbeitskraft verlangt Von 14S000 befragten Jugendlichen unter 18 Jahren arbeitete jeder dritte mehr als 48 Stunden und noch 9.4 Proz. mehr als Sl) Stunden die Woche, jeder zweit« hatte keinen Sonnabends rühschluß und jeder achte mußte Eonntagsarbell leisten. Von IIS 990 Jugendlichen bekam jeder vierte überhaupt keine Ferien. Sie wies in diesem Zusammenhang auf die groß« Slrbcllslosigleit unter den Jugendlichen und ihre Ge- fahren hin. Der Regierungsvertreter tellte mll. daß der Entwurf eine» Hausgehilfinnengesetzes dem Reichstag demnächst vorgelegt werden würde. Di« Kinderarbell spiele zahlenmäßig als Einfluß auf den Arbeitsmarkt keine große Rolle. Der ZZauarbeiterschutz sei in Deutschland gut und werde noch weiter ausgebaut. Das deutsch« Personal des Internationalen Arbellsamts müsse entsprechend der Bedeutung Deutschland» verstärkt werden. Angenommen wurde der sozialdemokratische Antrag, der einen Gesetzentwurf zum Schutz« und zur Erhaltung der jugend. l ichen Arbeitskraft fordert und der Amrag auf einen Ge- sctzentwurf. der zur Cnllastung des Arbeitsmai ktes die vierzig- stündig« Arbeitszeit vorschreibt. Weller wurde mit großer Mehrheit ein Antrag angenommen, der einen Gesetzentwurf verlangt, nach dem die Besoldung der Angestellten nur in festen Monatsbezügen festgesetzt werben darf. Der Arbellgeber soll nicht berechttgt sein, durch Der- zicht auf Arbellsstunden ein vereinbartes Monatsentgelt zu kürzen. Im Anschluß an jene Beschlüsse begann die Beratung des Ab- schnitte» Mphoungs- und Siedlungswesen. Mg. clpinski(Soz.) verlangt« von der Regierung Auskunft. wie well bei der Lohnsenkungsattion auch«ine Senkung der Mieten vorgesehen ist Er erklärte sich zwar mit dem Bau von Wohnungen, deren Mieten im angemessenen Lerhällms zum Arbeits- lohn stehen, einverstanden, lehnte ober den Bau von Klein st wohnungen für Familien mll Kindern als un- zweckmäßig ab. Die Notverordnung verminder« die Mittel der Hauszinssteuer für den Wohnungsbau um jährlich 299 Millionen Mark., Durch die Mehrauszahlung der Sparkassen gegenüber den Einzahlungen werden sie für die Hypothekenhergabe nicht in Be- trucht kommen. Die Etatsausgaben für Wohnung und Siedlung werden um etwa 299 Millionen Mark gekürzt. Die Rückflüsse aus der Hausztnssteuer sind für Anleihen der Gemeinden bereits ver- wendet worden, so daß insgesamt der Wohnungsbau außerordentlich gefährdet wird. Dabei hat der Reichstag zweimal beschlossen, daß die Mittel für den Wohnungsbau nicht oermindert werden dürfen, im Gegenteil mchr Mittel verwend«t werden. Zu den Ausführungen der Redner verschiedener Partei«nnahm Minister Stegerwald zusammenfassend Stellung: Die Kernsrage sei die F i n a n Z i« r u n g. Erst wenn die Gemeinden ihr« kurzfristigen Schulden in langfristige umgewandelt haben, könnten sie wieder an die Finanzierung von Wohnbauten denken. Wie dann das Geld zu beschaffen sei. könne man aber heut« noch nicht sagen. Im Jahre 1932 würden nochvielwenigerHauszinssteuermittel zur Verfügung stehen als heute. Erst nach der Sanierung der Zteichsfinanzen könne in Zukunft einmal wieder mehr gebaut werden._ Das Slahlhelm-volk--begehren auf Auflösung de, Preußischen Landtags ist jetzt zugelassen worden. Die amtliche Mllteilung wird am 19. März verojfenllicht werden. Gesinnungsdramatit. »Iustizkrife* von Grete Gute Dinge finden stets chren Absatz— trotz der Wirtschaftekrise. Die von den Moralreaktionären so reichlich produzierte Dummheit ließ sich daher leicht nach Frankreich exportieren. Es geschah, daß die französischen Mucker«inen Skandalprozeß um den ominösen Ab- treibungsparagraphen im gleichen Augenblick provozieren, als der brav« Schriftsteller und Arzt Dr. Wolf die Stuttgarter Heuchler um chren Verstand bringt». In Paris ließ Herr Mathenus, sonst ein Kabarettsänger, einen Theatersketch, betitelt„Dein Körper gehört Dir!' aufführen. Darin wird die These aufgestellt: Die Frau, die fürchtet, ein schwind- süchtiges Kind, Erzeugnis eines kranken Baters, zur Well zu bringen, hat das Recht dieses Unglück zu oerhüten, bevor es in seiner tragischen Wirklichkeit greifbar ist Der französische Ankläger leitete gegen den Verfasser des Stückes das gleiche Verfahren ein, in das Dr. Eredä und Dr. Friedrich Wolf bei uns verwickelt wurden. So ist es natürlich, daß die Menschenfreunde, die zur Zlufklärung und vernünftigen Wohlfahrt neigen, mit Teilnahme anhören, was Credö gegen die unausrottbare Borniertheit zu sagen hat Er machte aus seiner Gesinnung eine theatralische Abhandlung in vielen Bildern. Der gute Arzt wird wegen seiner Güte gerichtlich oerfolgt, verurteilt und erst freigelassen, nachdem die Seelenqualen seinen Körper zerstört haben. Während Frau und Kinder wehklagend und anklagend das unschuldige Opfer der Justiz beweinen, freuen sich die allmächtigen Herren des Gesetzes, daß sie mll ihren Paragraphen die alle Well der -sozialen UoerbWichkell gerettet und die Entstehung der neuen und klügeren wieder für einige Jahr« ausgehallen haben. Credö ist weder Künstler noch Dramatiker Ihn kümmert nicht die 2lchtung vor dem Lühnenwort, nicht die Achtung vor der feineren Psychologie, nicht das ganze Handwerkszeug, auf das der Schriftsteller auch dann achten sollte, wenn er nur Gesinnung aus seinem Innersten herausreißen möchte. Crede predigt fanatisch Das ist sein moralisches Verdienst. Sein künsllerisches Verdienst ist gleich Null. Trotzdem stellen sich die Zuschauer und Zuhörer auf seine Celle. Sie sind überzeugt daß ihre Sache von einem tapferen Mann geführt wird. Sie sind in dem Theater der Klosterstraße, das einstmals eine Kirch« war. der Meinung, daß in entscheidenden Augenblicken der reine Verstand und das reine Herz ebenso wichtig sein müssen wie die rein« Kunst hs. H. Glückssträbne." Theater in der Behrenfirahe. Die Autoren G. B e r r und L. V e r n e u i l, betriebsame Ver- waller des französischen Lustspiels von gestern und heute, müssen einen Einfall zum Motor ihrer stehenden Figuren machen. Der Einsall ist nützlich, die Menschen haben ihre Glücks- und Unglücks- strähnen; man kann einen ganzen Abend damit bestreiten. Aber bereits im zweiten und erst recht im dritten Akt ist der Einfall ver- flogen, und das Schema tritt zutage. Die ausgezeichnete Dar- ftellung. die den ewigen Typen des bourgeoisen Unterhaltungsstückes Reiz und Farbe verleiht, hilft freilich über die Klippen hinweg und dos leichte Fahrzeug bleibt, vom Beifall der Zuschauer ange- trieben, flott. Ralph Arthur Roberts, Prinzipal und Hauptdarstell«? der Bühne, weiß dem von der Trottulosis befallenen, m seiner Vergeßlichkeit zu allen Indiskretionen aufgelegten Baron, der trotzdem große Geschäfte macht, die ergötzlichsten Seiten abzugewinnen. Fritz Schulz hat mll dem stärksten Erfolg das Exempel für die Strähnen- theorie abgegeben: aus dem vom Unglück verfolgten armen Klavier- lehrer wird mit einem Schlage der glückgesegnete Generalsekretär und Liebhaber der Baronin. Er muß schließlich vor dem allzu großen Glück fliehen, um das süße Glück zu finden: Lucie Englisch, die das bald schwächere, bald stärkere Geschlecht entzückend keß verkörpert. In dem flotten Zusammenspiel fielen angenehm auf: Hans-Otto Stern als unwahrscheinlich Dicker, Ernst B e h m e r als Typ des Willensmenschen, Traut« E a r l s e n, die die Seitensprünge ihres Barons mit gleicher Münze heimzahlt,„ohne Anstoß zu erregen". K. II. D. Oos Veilchen vom Montmarire. Metropoltheater. Paris, S9er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Historische Gestalten, französische Künstler des zweiten Kaiserreichs bevölkern die Bühne: der Maler Delacroix, der Boheme-Dichter Henry Murger, der Operetteniomponist Florimond Ronger. genannt H«ro4. Sie mußten auch für das Libretto— es ist keineswegs besser als sich von Brammer und Grünwald erwarten ließ— die Motive liefern. Im ersten Akt herrscht Boheme-Stimmung mit Puccini-Klängen; den dritten retten bewährte Situationen aus„Mamzelle Nitouche". Im zweiten blüht herkömmlicher Operettenunsinn. Im Verborgenen blüht das„V e i l ch e n v o m M o n t m a r t r e", blüht ihre— Bioletta»— entsagungsvolle Lieb« zu Delacroix in Tönen von zweifelhafter Lehar-Melodit Wer die Musik ist immerhin von Emmerich Kaiman, und der ist als Komponist heute vielleicht der einzige. durch den die verblühende Wiener Operettentradition noch einmal fruchtbar wird. Beherrschung der Form und Orchesterbehaudlung zeigen den Musiker von achtbarem Niveau. Die Titelrolle wird für Gitta A l p a r eine„Traviata"-Partt« mll schluchzenden und jubelnden Koloraturen: und mll einer großen Käthe-Dorsch-Szene, in der sie viel echtes Gefühl der Hingebung in» vestiert. Karl Iöken besticht durch den strahlenden Glanz seines Tenors, Anni Ahlers hat Temperament und Charme einzu- setzen. Zwei neue Erscheinungen fallen aus: Egon Brosig: dürr, riesenhaft, unwiderstehlich als Tänzer, von verblüffender Ge- lentigkeit, und«in herrlicher Komiker. Richard Waldemar, in der Pallenberg-Figur eines böhmischen Gerichtsvollziehers. In der Tat. es geht diesmal lustig her im hochvornehmen Operettenhaus der Brüder Rotter, und es wird viel gelacht, auch über eine witzige Ballettparodi« im letzten Bild. Eine in vielem gelungene Aus- führung: der Erfolg wäre noch größer, würde nicht durch den Unfug der Dacapos, die nicht vom Publikum erzwungen, sondern dem er- müdenden Publikum aufgezwungen werden, der Abend unmäßig in die Länge gezogen. Die Leute sollen sich für ihr Geld gründlich amüsieren; aber fast 4)4 Stunden Operette, das ist auch für den beifallfreudigsten Premierenbesucher des Metropoltheaters zuviet K. P. �Zhre Hoheit befiehlt." Gloria-palost. Auf einem Gesindeball lernen ein adeliger Leutnant und em« Prinzessin sich keimen. Beide lieben sich auf den ersten Mick, beide bedienen sich falscher Personalien; denn er gibt sich für einen DAi- katessenwarenverräufer und sie sich für«ine Manllürdame aus. Nach vielen lustigen Zwischenfällen findet sich zum Schluß das Paar zu» fainmen. Das Manuskript verspottet reizvoll(und in Zlnbetracht, daß es für einen Ufafilm benutzt wurde, sogar kühn) das alberne höfische Getue. Alle erstarren in Ehrfurcht vor dem König, man sieht nur die Kehrseiten katzbuckelnder Menschen, und al» man endlich de» König zu Gesicht bekommt, da ist das ein kleiner, ungezogener Jung«, der schilt well sein Grießbrei angebrannt ist Ferner wirkt es sehr ulkig, wie der protegiert« Offizier innerhalb von zwei Tagen vom Leutnant zum General avanciert, bis es ihm selbst zu dumm wird und er aus eigener Laune wieder beim Leutnant ansängt. Trotzdem hat das Publikum Anspruch auf«in anderes Milieu. Man muß die Filmoperetten endlich aus der Starrheit der Schoblonenarbeit befreien. Der Regisseur Hans Schwarz hat un- bedingt sehr gut« Einfälle, aber da ihm zu viel« Vorgänger im Wer« stehen, schafft er nichts aufsehenerregend Neues. Auf das rein Bild- liche legt er großen Wert, und die Photographen konnten Eislauf» fzenen von bestrickendem Reiz festhalten. Werner Hey manns Musik ist recht gefällig und zwei schön« 2Lalz«r schmeicheln sich derart ein, daß das Publikum sie sofort singt Willi F r i t s ch ist der fesch« Leutnant und die tonfi/mgecigggenstützung brachte gestern wieder die üblichen Angriffe der deutfchnational-kommu- ni�tisch- unid wirtschaftsparteilichen Einheitsfront gegen die öffentliche Wirtschaft. Diesmal kam aber eine ergötzliche Note in diesen Komp', der in seiner Eintönigkeit schon langweilig zu werden drohte. Herr Stubbendorff und ebenso die Kommunisten enthüllten nämlich dem Ausschuß ihre geheimsten Gedanken, wie sie sich eine Kredit- transaktion vorstellen, und e» mußte eine richtige, wenn auch erfolglos« Unterrichts st und e, insbesondere mit Herrn Stubbendorff abgehalten werden, um ihn den naiven Dilettan- tismus seiner krevitwirtschaftiichen Anschauungen klarzumachen. Zwischen der Deutschen Getreide-Handelsgesellschaft als Stützungs- stelle war durch Bermittlung der G. I, C. mit einem Konsortium aus Preußenkaste, Rentenbank und Reichskreditgesellschaft«in Lom- bardkredit von 30 Millionen Mark abgeschlossen worden. Der Stützungsstelle und insbesondere dem Reichskommissar Dr. Baabe wurde nun zum Vorwurf gemacht, daß er statt mit diesem unter Fuhrung der öffentlichen Banken stehenden besonders leistungsfähigen Kreditkonsortium abzuschließen, nicht lieber das K r e d> t a n g e b o t eines Herrn Hoffnung von der Berliner Getreide-Börfe angenommen hätte. Der„Gsneraliachverständige" des Ausschusses für Frozen des Getreideharidels, Kommerzienrot Zielen- z i g e r, von dem wir schon neulich berichteten, daß er seinerzeit den vom Ausschuß aufgedeckten Kampffonds gegen die öffentliche Ge- treidewirtschafl zusammengebracht und oerwallet hat, bemühte sich „sachverständig" darzulegen, daß das Kreditangeboi des privaten Händlers vorteilhafter gewesen wäre, als das der öffentlichen Gesellschaften. Der Hauptoorteil sollte darin bestshen, daß Herr Hoffnung das Getreide mit 80 Proz. des jeweiligen Kurswertes beleihen wollte, während die öffentlichen Ge- sellfcha'ten vorsichtigerweis« nur eine Beleihung mit 80 M, je Tonne — etwa 50 Mk, des Kurswertes zugestanden. Herr Stubbendorff und die Kommunisten bemühten sich im edlen Wettstreit die ungeheuren Vorteile hervorzuheben, welche die Stützungsstelle angeblich durch eine höhere Belechung des Roggens gehabt hätte. Herr Stubbendorf entwickelt« dabei einen Kredit- plan, der vom Ausschuß zunächst mit ungläubigem Staunen und dann mit immer stärkerem Schmunzeln entgegengenommen wurde. Ex war der Ansicht, man hätte auf Grund des Kredites von Herrn Hcffnungö en vorhandenen Roggen beleihen, mit dem geliehenen Gilde neuen Roggen kaufen, diesen wieder beleihen sollen, aus Grund des neuen Geldes wieder Roggen kaufen, wieder beleihen ustv. Mit diesem genialen Kreditsystem kam er zu der Berechnung, daß die Stützungsstelle mit ganz geringfügigen eigenen Mitteln 500000 Tonnen Roggen hätte kaufen können. Die Berichterstatterin des Ausjchusies, Genossin Sender, stellt« dazu fest, daß dies anscheinend die kreditpolitffche Methode sei, mit der Herr Stubbendorsf seinerzeit die Landbund-Ge» nossenschasten pleite gemacht hat. Eine besonders krästige Ohrfeige von landwirtschaftlicher Seite Holle sich Herr Stubbendorsf, als der Vertreter des Deutschen Landwirtschaftsrates zu diesem Kroditprojekt erklärte, daß eine der- artige mehrfache Beleihung des Getreides mit den Grundlagen deutschen Pfandrechtes und mit den" Grund- Wider- d«» s ä tz e n eines ordentlichen Kaufmannes in s p r u ch stehen wünde. Die Kommunisten bewiesen bei dieser Gelegenheit wieder Herrn Stubbendorff ihre volle Bundestteue im Kampf gegen die öffentliche Wirtschaft. Auch sie hiellen den Krcditabschluß mit dem öffentlichen Konsortium für ungünstig und priesen die Vorzüge des Kredit- angebotes des Herrn Hoffnung, und zwar aus dem gleichen Grunde wie Herr Stubbendorff wegen der angebotenen hohen Veleihungs- grenze. Genosse Hilserding erinnerte sie dabei an die 140 000 Tonnen Roggen, welche die Sowjetregieruna in den letzten Tagen in Rotterdam an ein Konsortium von holländischen und deutschen Getreidespekulanten verschleudert hat, und zwar zu einem Preise, bei dem Sowjetrußland nach Abzug von Frachten, Zins- und Lagerkosten nur etwa 1,70 M. pro Zentner erhalten hat. Einer der Gründe dafür, daß die russische Regierung diesen Roggen, den die russische Bevölkerung wahrfyistig bitter nötig zur Derbesie- rung ihrer Ernährungslage brauchen könnte, zu einem solchen Schunid- preis hergeben mutzte, liegt darin, daß Rußland den in Rotterdam eingelagerten Roggen bei einer Privatfirma verpfändet hatte, und zwar zu der sehr hohen Beleihungsgrenze von 4Hfl. je Doppelzentner. Die Preise siird jedoch noch unter 4 Hfl. gesunken und als die Rusien dieses Quantum jetzt für 3,47 Z4 Hfl. verschleudern mußten, hoben sie nicht nur keinen Pfennig bares Geld in die Finger bekommen, sondern noch bares Geld zuzahlen müssen. Minister Schiel« erläuterte dann, in welcher Weise bei dem zweiten Kreditvertrag mit dem öffentlichen Konsortium im August noch Verbesierungen gegenüber dem ersten Bertrag herausgeholl worden sind. Er bescheinigte der G. 2. C., daß sie die im Zusammen- hang mit der RoggenstüHung übertragene Aufgabe, deren steigender Umfang eine betyuttame organisatorische und kaufmännische Leistung erforderte, nach besten Kräften und mit geschäftsmännischem Geschick durchgeführt habe. Di« Bedingungen, zu denen sie die in großem Umfange«rforderlichen Kredite bei ihrem Bankkonsortium erwirkte und der Deutschen Getreide-Handels-Gcsellschast zur Derfügung stellte, könne er nur als kulant und angemesien bezeichnen. Im Zeichen Oes(Ätegerwa 0-Kurses. Was die rheinischen Baunnternehmer»ordern. Köln, 5. März.(Eigenbericht.) Auf Grund der zentralen Vereinbarungen haben am MUtwoch in Köln die Parteiverhandlungen für das rheinische Bau- gewerbe zur Neuregelung der Löhne stattgefunden. Was sich die Unternehmer im Baugewerbe bei den gestrigen Lohnverhand- lungen geleistet haben, spottet jeder Beschreibung. Sie fordern für die Großstadtgebiete Düsseldorf und Köln«in« Herabsetzung e«r Fach- arboiterlöhne um 38 Pf. pro Stund«, somit ein« Lohnsenkung von 28,15 Proz. Die Hilfsarbeiter sollen 31,1ö Praz. Lohn- ab bau schlucken. Für das gesamte Wuppertal, einschließlich Solingen-Remscheid, ebenfalls das linksrheinische Gebiet Krefeld- Gladbach, soll eine neue Lohnklasse gebildet werden, zu dem Zweck, für dies« Gebiete eine Lohnsenkung von 41 Pf. gleich 3 3.7 Proz. zu erreichen. Durch di« neue OrtstlasieneinteUung wirken sich die Forderungen noch verrückter für die Gebiete Koblenz und Tri«r aus. Dort soll der Facharbeiterlohn um 4 0 Pf. gleich 3 7,7 Proz. herabgesetzt werden. Di« Arbeitervertreter sind natürlich den Unternehmern die ge- bührende Antwort nicht schuldig geblieben und haben mll Rückst ht auf die große Arbeitslosigkeit im Baugewerbe in sehr geschickter Weise die Notwendigkeit der Einführung der Vierzig st unden- w o ch« gefordert und begründet. Di« Verhandlungen sind gescheitert. Nunmehr muß das bezirkliche Tarifamt eingreifen. Vravo, Osthafen-Velegfchast. Sie hat augefpaßt' „Osthafen-Belegschast, aufgepaßt!" stand am 19. Februar 1031 in der„Roten Fahne". Es wimmelte im Osthafen von„Verrätern" und wer die riesengroße RGO.-Fahn« auf dem Dache des Osthasen- Speichers in der„Fahne" abgebildet fach, mußte glauben, daß die RGO. dort einen sicheren Sieg erringen und die„gebrandmorkten Verräter" zur Streck« bringen wird. In der Betriebsversammlung der Oschofendelegschaft vom 28. Februar wurde der Artikel der„Roten Fahne" unter die Lupe genommen und von den Angegriffenen gebührend beleuchtet, wobei der unbekannt« Artikelschreider verdammt schlecht abschnitt. Das, was unserem Genossen im Betriebsrat vorgeworfen wurde, zer- flattert« in nichts. Hall, doch! Die Saufereien mit der Geschäfts- l e i t u n g mußten zugegeben werden, aber unter schallendem Gelächter der Versammelten von den Kommunisten, die seinerzeit dem Betriebsrat angehörten. So sahen diese Helden aus. Beschimpfen anders mit Dingen, die sie selbst getan haben. Ein von ihnen in di« Versammlung geschickter RGO-Mann mußte, trotzdem er sich große Mähe gab seinen Spruch anzubringen, den Versammlungsraum verlassen Nach Schluß der Versammlung gelang es dem„Revolutionär", seine Walze vor. einem halben Dutzend Zuhörern abzuleiern, ohne daß«s ihm trotz mehrmaliger Aufforderung gelang, ein« rote RGO.-Lffte.fertigznstellen. Die Belegschaft hat eine freigewerkschaftliche Liste aufgestellt und unser« angegriffenen Genossen sind wiedergewählt! Oer Prinz a s Unternehmer. Wie Arbeiter ins Elend gejaff werden. Im schlesischen Gebirge hat ein Schneesturm, der dort vor einigen Wochen getobt hat, riesige Waldverwüstüngen angerichtet. Auf der deutschen Seite sollen dem Unwetter rund«ine Million Fest- meter Holz, aus der tschechischen Seite rund 2 Millionen zum Opfer gefallen sein. Die preußische Staatsregierung hat für die De- feitigung der Sturmschäden und insbesondere für die Aufarbeitung des geworfenen Holzes Gelder zu verbilligten Zins- säßen auf längere Zeit zur Verfügung g-ftellt. Die Gelder sollen in der Hauptsache an diejenigen Waldbesitzer vergeben werden, die keine flüssigen Mittel zur Verfügung haben. Solche Wakdbesitzer sind in erster Linie die vielen bäuerlichen. Den Großgrundbesitzern gefällt die Art nicht, in der das Geld vergeben wird. Wo der Staat Mittel ausschüttet, da wollen auch sie profitieren. Daß sie den Staat sonst bei joder Gelegenhell bekämpfen und ihm Schwierigkellen über Schwierigkellen.zu be- reiten versuchen, läßt sie kalt. Geschäft ist eben Geschäft. Um an die Stoatogelder heranzugehen, versuchen jetzt einige Großwaldbesitzer, eine Elendslag« vorzutäuschen. Es geschieht das, indem sie Masfenkündigungea von Forstarbeitern mit der Erklärung vornehmen, daß sie der Mangel an Betriebs- milleln dazu zwingt. Friedrich Heinrich, Prinz von Preußen, Besitzer von zirka 4000 Hektar Hochwald in der Graffchafl G la tz, hat seinen Forstarbeitern ein Schreiben folgenden Wortlauts zukommen lassen: Herrn „Forstamt....... den 30. Januar 1031. Mit Rücksicht auf unseren augenblicklichen gänzlichen Mangel an Geldern sehen wir uns unter Stützung auf§ 11 des Arbeitsund Lohntarifoertrages für die fchlesifche Forstwirffchaft aus Grund des verbindlich erklärten Schiedsfpruchs vom 14. Oktober 1030 gezwungen, Ihnen das Arbeitsverhältnis zum 14. Februar 1931 zu kündigen. Der Oberförster, gez.: Unterschrist. Der Fürst v o n P l e ß, der im Waldenburger Bezirk über riesige Waldbestände verfügt, demonstriert sein« angebliche Notlage durch Kündigungsschreiben folgenden Wortlauts: ....... den 28. Januar 1931. Der Mangel an Betriebsmitteln zwingt zur sofortigen Ein- stellung des Holzeinschlages. Wir kündigen Ihnen aus diesem Grunde das Ardellsverhalt- nis zur Beendigung am 14. Februar 1931. Forstamt des Fürsten von Pleß. gez. Pleß.". Wir haben das Vertrauen zur preußischen Staatsregierung, daß sie sich von dem Vorgehen der schlesischen Großwaldbesitzer nicht lc- einflussen läßt, sondern sich ihnen gegenüber so«instellt, wie sie es verdient haben und wie es di: Gerechtigkeit verlangt. Angst vor der Wahrheit. Flucbt vor dem Vrest»t.i5 Ulli. Zcuti. 2019. fiiudiai erlail Tomd CWia, Dnacai Collies, Laut Venuntlsier, 4 Ptituipps, Karolevna's, Dormoade atv. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 Uhr. Im UlllSMn HUK. Stg. Dachm. 3Uhr OrigloaJbesttzung bilMgePre.se Reg e: Erik Charell. TögtkhÖlS DAS BLAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEMBACH THEATER IM APMIRALSFAIAST VoihsbUhne Hinter in BOlovglali. 8 Uhr Das uiinternMen So u Stg. 8 Uhr Hans Albers Lillom Vorstadilegende von Franz Molnar itiatUdiillor-Ili. 8 Uhr Don Carlos Rose- iheater 8r.rraDMiitir3tx.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 5J0 Uhr Das Parfüm meiner Frau 8 15 Uhr Die Fascbingsfee Nomiscne oper 8-, Uhr Kleine Preise. Reppina nitn unialidsr Uitng des Knfflponiittti Robert Stola I, DeM meaiei TV, Uhr Uraufführung Der Haoptmaan von Köpeniöt v. Carl Zuckmayei Refi«: Heinz Kilput Bühnenbilder: ErnstSchütte Kammerspiele 8'/s Uhr Pariser Platz 13 von Vic ki Baum nqli: Gntsf Crtidins Die Komödie 8Vs Uhr Die Fee m Frau Molnar liO»: Sletan floi. Knrlürstendanini- Theater Bismai CK 449 8 Uhr Das schwache eeschiecm v. Edouard Bourdet bgü; lax UiMt Bamowsky-äohnen niatir Ii der StresemaiDSh. m/4 Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung; Vlcior Barnowsky Komödievshaua 8V« Uhr Eine königliche Familie Kleines Theat. Täglich SV« Uhr Liebe uomodern Grete Reiowald Will Kaufmann, Heinz alubenanz. Sonntags 3 Uhr I x ist keinmal kl Preise 1—4 M. Lusispisinaus Kurt aotz Täglich 3«, Uhr Oer Logner u. die nenne Neues Theater — am Zoo»» InBalHiUui). SstLOSSI Heute 8V* Uhr zum U tz en Male Oer pr. Lacherfolg I Oes onentuehe Aergernis Preise I bis 8 M. rheaterl Mi Täglich 8V< Uhs: Schön ist die weit Franz Lehdrs Operette n-Erfolg Sonntag, nachm. Vs3 billige Preise SdiSn Ist die Weit L«iLte Täglich SV« Uhr Die schöne Alexandra losaff. SttaHitr. Fil leSBOBUB. lltll Sonntags 4 Uhr Kleine Preise Die tciiöne Alexandra Piscaior-BQhne (Wallner• Theater) Alex. 4592-93. Täglich SV« Die Frau in Front Ab Freitag Cyankali metropol-Tlieater Täglich 8V« Uhr Das Veüdien v Montmartre Operette v. Ka man Gitta Alpar. Annl Ahlen. Kail Idke*. Bidi. VaHlemar a. S.. Brgoi Bos o als Basl. »v.uhr CÄSINO-TBEATER Lothringer Strahe 37 Nor noch heute Onltei itttnn am Kenroppin Freitag, den 6. März zum 1. Male 0 diese Schurlegervater Gniscfaein 1— 4 Personen Fauteuil 1,25 M., Sessel 1,75 M. Arnold Scholz U-BaAa StnnimipljMastDtiiiiie I0M4| Gr. BocHhieriest und GROSSES' SCHVEINESCBLiCHTEH. 7 Kape len, Neue Dekorationen,| Bayr. Bedienung EinlaB 6 Uhr. ROSE-THEATER Wim MiMv. CD SoDötaflJiEElEENH Fi •i Operette von Keim Ab Rt gie Paul Rose Tänze: Georges Blanvalet In den Hauptro'Ien: Traute Rom. Lonl Pyrmont, Jlee Vollborn, Hai» Rose, Karl Gflllids. Karl Mlknlikl Abendpreise> von 50 Pf bis, M Donnerstag, Freitag u Dienstag. Mittwoch, Donnerstag nächster Woche 5-50 Uhr: „Das Parllin neioer Frair von Leo Lenz. Preise von ZW PL bis 1 90 M. 20 Minuten Kaffeepause. Keflee u Kuchea»o Pf btäglger Vorverkauf II— 1 und 4-9 Uhr Alexander 3422- Grpte FrasskfnHer /trete 132 U-Bahn Strauaberger Platz (Beilage Donnerstag, 5. März 1931 9i>HUn*nft SfuUauigalfe �i»«ottodrü Wie behandelt man schwierige Kinde«? Merkmale/ Unterschiede/ Methode« In der Erziehung gibt e- fast immer irgendwelche Schwierig- leiten. Manche sind harmlos, und auch die Eltern nehmen sie nicht zu trogisch. Oft gehen sie vorüber, genau so, wie sie gekommen sind', sie hängen ja nicht selten mit der Entwicklung des Kindes zusammen. Schwer ist es nur für die Eltern, wenn die sich daraus ergebenden Konflikts ihnen über den Kops wachsen, wenn sie auch beim besten Willen mit den Kindern nicht fertig werden können und di« üblichen pädagogischen Maßnahmen nicht mehr ausreichen. In solchen Fällen ist es am vernünftigsten, sich an«inen Menschen zu wenden, der Erfahrung in dem Erkennen und Beeinflussen von Crziehungsfchwierigkeiten besitzt. Ein Dritter sieht alles o b- jektiver, er kann eher Eltern und Kind und ihre gegenseitig« Beziehung ohne gefühlsmäßige Befangenheit beurteilen. Manch- mal stellt es sich heraus, daß das Kind eigentlich gar nicht das ist. was man mit.schwer erziehbar" bezeichnen könnte-, es reagisrt nur in einer den Erwachseuen unverständlichen Form aus ihre selbst ver- schuldeten, ihnen nicht immer bewußten Erziehungsfehler. In solchen Fallen wird man, nachdem die Situation erkannt wurde, die Kinder von den Erwachsenen trennen müssen, oder aber es wäre eine vollkommene Umstellung der Erwachsenen notwendig. Nicht nur im Elternhause, sondern auch in Kindergarten, Heim, Schul« und Lehr st«ll« machen Kinder und Jugend- liche'Schwierigkeiten. Dieselben Kinder, die in der Famsti« keinerlei Anlaß zur Klage geben, werden den Ellern»st von außen als schwierig gemeldet. Da heißt es objektiv prüfen, woran«s liegt, daß es gerode dort nicht recht gehen will; und es wird sich im Inter- esse des Kindes eine Herausnahin« aus dem betreffenden Kinder- garten, der Schule oder Lehrstelle nicht vermeiden lasten. Man kann beobachten, daß solche Kinder in anderer geeigneter Umgebung ihr Verhalten völlig ändern. Aber Erziehungsschwierigkeiten, die durch Wechsel des Milieus oder Umstellung der Erwachsenen sich beheben lassen, sind ja ver- hällnismäßig harmlos. Eine weittragendere Bedeutung gewinnen "sie«rst dann, wenn sie durch eine Reihe von entscheidenden Ent» wicktangsjahren, durch Anlage und Milieueinslüss« im weitesten Sinne in ihren Wechselbeziehungen vorbereitet und groß- gezogen wurdon. Da heißt es: auf den Grund gehen. Unsere Zell erfordert eine neue pädagogische Einstellung. Wir gehen heute nicht mehr mit dem Bcgrif der unfehlbaren Autorität an Kindar heran. Wir haben gelernt, sie als selbständige Wesen mit eigenen Anschauungen und eigenen Problemen zu bettachten. Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir auch gelernt, die sogenann- ten Ungezogenheiten, Fehler und auffallende Charaktereigenschaften anders zu beurteilen und zu werten. Es nützt wenig, das Kind wahllos zu strafen, ihm sein« Unarten vorzuwerfen und Moral- pauken zu halten. Es läßt sich auch vermeiden, daß die sogenannten mißratenen Kinder di« Harmonie der ganzen Familie gefährden. Wieviel Zwietracht ist dadurch schon zwischen Dater und Muller gesät worden!„Daran bist nur du schuld," wersen sie sich gegen- seitig vor.„Das kann vas Kind nur von dir haben!" Besonders unerquicklich find solch« Szenen dann, wenn die Kinder dabei anwesend sind. Es heißt vielmehr für die betroffenen Eltern, nicht d«n Mut zu verlleren, sondern sich schnell an berufener Stelle Rat zu holen, um dem Kinde und gleichzeitig auch sich selbst zu helfen.' Run fragen wir. welche sind di« häufig st enCrziehung»- fchwierigkeiten und wi« können wir ihnen abhelfen? Wir können hier nur einig« ollgemein gültige und auf langjährige Er- fahrung gestützte Beobachtungen bringen. Es lasten sich zwei groß« Gruppen von schwierigen Kindern unterscheiden: di« einen sind solche, di« wenig auffallen, die Erwachsenen nicht sonderlich stören und sich den Anforderungen der Außenwelt ziemlich put anpassen, die es aber mit sich selb st sehr schwer haben. Das sind die sogenannten nervösen, empfindlichen, zarten Kinder. Kinder, die an Schlaflosigkeit leiden, die unruhigen und leicht erregbaren Kinder, auch die verschlossenen, grüblerischen, schwermütigen und die Kinder. die keine Kameraden haben, di« am liebsten allein sind und auch zu den Erwachsenen kein richtiges Berhältnis finden können. Nur liebende und aufmerksame Eitern, Erzieher und Lehrer bemerken, daß etwas mit diesen Kindern nicht stimmt, daß sie doch nicht so sind, wie sie sein müßten. So bemerkt z. B. die Lehrerin in der Schule, daß die 7jährige Lilli immer sehr müde ist, und das schon in der ersten Unterrichts- stunde. Lilli ist ein sehr zartes Kind, und deswegen glaubt die Lehrerin, daß das einfach eine körperliche Schwäche ist. Der Schul- arzt aber findet das Kind zwar zart, aber doch nicht krank und meint, daß die Müdigkeit andere Ursachen haben müste. Die Lehre- rin spricht mit der Mutter, und von ihr erfährt sie nach einigem Zogern, daß es ihnen jetzt sehr schlecht ginge, daß die ganz« Familie, fünf Personen, in einer kleinen Stube wohne und des- wegen das Kind mit den Eltern in einem Bett schlafen müsse. Sie habe es längst bemerkt, daß das Kind in der Nacht entweder sehr unruhig oder überhaupt nicht schlafe und sich ängstlich an die Mutter anklammere. Darauf wurde das Kind einer Beratungsstelle für Heilerziehung zugeführt und von da aus erst einmal für einige Zeit zur Erholung v er schickt. Dort gelang es nach einer gewissen Zeit, das Kind daran zu gewöhnen, allein und gut zu schlafen. Nach Hause zurückgekehrt, hatte das Kind von jetzt an ein Bett für f i ch, das den Eltern inzwischen vom Jugendamt zur Verfügung gestellt worden war. So konnte dank der Aufmerksamkeit einer Lehrerin diesem Kinde, wenn auch nicht restlos, so doch wesentlich geholfen werden. Es war auch eine Hilfe für die Mutter, die von nun an sich mit der Lehrerin ohne Scheu über alles aussprechen und- sich Rat- Hofen tonnte. Zu der zweiten Gruppe d«r schwierigen Kinder gehören die- jenigen, mit denen die Umwell aus irgendeinem Grunde schwer auskommen kann. Eltern und Erzieher sind, ob sie wollen oder nicht, ganz einfach gezwungen, sich mit diestn Kindern zu be- schäftir«n. um dl« Störungen, die sie verursachen, zu befestigen. Das sind vor allem die geistig zurückgebliebenen Kinde? »erfchiedenen Grades. Die Erstehung diefer Kinder erfordert eine besonder» Aufmerksamkeit und Sorgioll. Wurde die geistige Schwäch« von den Elte« in d«r Borfchulzeit nicht bemerkt, st», ttitt sie mst Sicherhest nach der Einschulung zutage. Früher oder später stellt es sich heraus, daß die Kinder im Unterricht trotz der größten Anstrengungen nicht mitkommen und in der Klasse nicht Reiben können. Solche Kinder müssen in andere geeignetere Schulen umgeschult werden, wo der Unterricht sich nach dem Auffassungsvermögen und der Eigenart eines solchen Kindes richtet. Hier begehen die Eltern oft den großen Fehler, daß sie sich in unvernünftiger Weis« gegen die Umschulung in die Hilfsschule wehren. Di« Tatsache, daß ihr Lind geistig nicht auf der Höhe ist, verbittert st« und macht sie dem Kind gegenüber ungerecht. Sie nennen es blöde und faul und machen ihm Vorwürfe bei jeder Gc- legeichest. Dies« Ellern wollen nicht einsehen, daß doch das Kind gar nichts dafür kann, und daß sie durch ihr Benehmen dem Kinde auch seelisch sehr schaden. So kommt es, daß di« meisten geistig zurückgebliebenen Kinder im Charakter und Gemüt gestört sind. Es ist klar ersichllich, daß hier das Wohl der Kinder hinter einer falschen Scham der Ellern zurücktritt. Sie glauben bei sich selbst und den Nachbarn etwas zu verlleren und an Achtung einzubüßen, wenn ihr Kind die Hilfsschule besucht. Sie fürchten den Klatsch und die oerletzenden Aussprüche, wie:„Der Apfel fällt nicht west vom Stamm", die, wie sie meinen, auf sie zurückfallen, wogegen sie lieber die SÄbsterziehung und Kraft aufbringen sollten, sie mit Würde zu erttogen. Vor diesem Fehler kann nicht genug gewarnt werden. Die Hilfsschule ist nämlich in ihrer Organisation und Lehrmethode dcm Wesen des geistig zurückgebliebenen Kindes angepaßt. Auch die Hilfsschullehrer haben ein« andere Einstellung zu diesen Kindern als die Lehrer einer normalen Schul«. In der Hilfsschule ist die Möglichkeit einer eingehenden und intensiven Beschäftigung mit dem einzelnen Kind« gegeben. Auf diese Weise kann der Lehrer alle vorhandenen Fähigkeiten der Kinder erkennen und sie entwickeln. Denn nicht sellen sind solche Kinder auf irgendeinem Gebiete besonders begabt. So können sie z. B. handwerklich sehr geschickt sein und später in einem ihren besonderen Fähigkeiten an- gepaßten Berufe so manches leisten. In der normalen Schule mst chren großen Klassen wttd es den Lehrern kaum möglich sein, sich dem einzelnen Kinde zu widmen und auf die Eigenart seiner Persönlichkeit einzugehen. Deswegen lernen wenig begabte und geistig zurückgebliebene Kinder in solchen Klassen wenig. Sie sind aber der Qual des Sich-zunickgejetzt- und Minderwerttgfühlens oft Jahr« hindurch ausgesetzt. In einer Hilfsschulklassc dagegen können dieselben Kinder als die besten und geochtetsten Schüler gelten, wo- durch für sie ein« viel günstiger« seelische Situation eiststeht. Aus all diesen Gründen müssen die Erwachsenen sich ganz be- wüßt für dos Ansehen und den Ruf der Hilfsschule auch bei den Kindern einsetzen. Heute heißt«s noch unter den Kindern: in di« �Dostnschule" gehen. Diese Gesinnung muß bei den Kindern für die Kinder von allen Eltern bekämpft werden. Ganz ander; liegt dos Problem der Erziehung und Behandlung des psycho pathifchen Kindes. Dr. Maria Fassbender. 3m Zeicht« öes bfi Nur Hochfchulöebatte In diesen Tagen beginnt im Preußischen Landtag die Hochfchuldebatt« anläßlich der Beratungen des Haushalts für das Kultusministerium. In dem Zusammenhang ist es zweck- mäßig, sich die Ereignisse nach den bekannten Krawallen an den Hochschulen ins Gedächtnis zu rufen. Di« Wahlen zu den staatlich anerkannten oder privaten Körper- schaften der Studenten haben an«inigen deutschen Hochschulen wieder «inen st a r k e n Aufstieg der nationalsozialistischen Sind entengr Uppen gebracht. Ueberall haben die Nazis als stärkste oder zweststärkste Gruppe die Führung übernommen, wie in Bonn und Breslau, wo sie IS(vorher 5) bzw 22(vorher Iii von 78 und 31 Mandaten in der rechtsstehenden Deutschen Studenten- schaft(D. St.) erlangten. Dabei ist in Bettacht zu ziehen, daß sich die anderen stark zersplstterten Studcntengrüppchen nur allzu leicht ins Schlepptau der Nazis nehmen lasten. Das ist ersichtlich aus den Degrüßungstelegrammen. di« diese Körperschaften den Führern der Nazis geschickt haben, u. a. mehrfach an den thüringi- schen Kullusminister Dr. F r i ck und an den Rasteprosestor Günther, ja sogar an die vom Reichsgericht wegen Nazizellen- bildung in der Reichswehr verurteilten Offiziere. Es ist nur eine Frage der Zell, wann Vorstand und Haupt- ausschuß der D. St. sich offen zu den Nazis bekennen werden. Sie haben jetzt schon einen Beschluß gefaßt, daß sich„die Einzelstudenten- schaften m nächster Zeit wissenschaftlich mst dem numerus clausus auf Volksdeutscher Grundlage" beschäftigen sollen Dieser Beschluß ist auch schon an«inigen Hochschulen aufgenommen worden, indem man den Ausschluß von Studierenden jüdischer Ab st am- m u n g fordert«. Den Juden nennt man, und den S o z i a l i st e n meint man! Das zeigt auch in diesem Semester deutlich das Bei- spiel Wien, wo die sozialistische Studentenschast von den Wahlen zu der neuen Studentenverttetung durch di« akademischen Behörden weitgehend ausgeschlossen wurde. Aus dieser Hetze gegen die Sozialisten konnte auch in Deutsch- land der folgende Fall entstehen: Der bekannte religiöse Sozialist Pfarrer Dehn erhielt einen Ruf für praktische Theologie an die Universität Heidelberg. Die Studentenschaft protestierte und revoltiert« wi« im Fall« Gumbel. Kurz vor dem ablehnenden Beschluß der Fakultät entschied sich Pfarrer Dehn für einen von Halle ausgegangenen Ruf. Di« rechtsstehende Studentenschast hat auch hier Protestkundgebungen angekündigt. Der Kampf geht gegen die Ernennung eines Sozialisten zum Dozenten. Zu gleicher Zeit hielt die Deutsche Studentenschaft eine Hoch- schulreformtagung ob, von der besonders ein Vortrag über„Mäste und Bildung" interestiert. Der Referent führte an Hand von „wissenschaftlichem und statistischem" Material aus, daß wissen- schaftliche Erfolg« von Studenten und Schülern der pro- l e t a r i s ch e n Klaste kaum festgestellt werden könnten, während die besten Leistungen von Angehörigen des gehobenen Bürgertums stammen. Von dieser Feststellung aus erfolgt dann die Forderung, den Einbruch der„Masse" in die Hochschulen völlig zu verhindern und diese dem intellektuellen Bürgertum zu überlassen. Hier wird so kraß wie noch nie der Gedanke des Bildungs- Privilegs des Bürgertums ausgesprochen. Die objektive Unter- suchung der Leistungsfähigkeit der Arbeiterstudenten muß schon daran scheitern, weil bisher nur eine ganz verschwindend geringe Anzahl von Arbeiterkindern an den Hochschulen studieren(S Proz. seit 1920, früher, noch weniger). Das„wissenschaftliche" Material, auf dem der Referent seine Gedanken aufbaut, entzieht sich unserer Kritik, weil es uns nicht zugänglich ist, doch darf man hier wohl sagen, daß Statistik und Beweisführung in den Dienst des polittschen Willens des Re- ferenten und der Zuhörer gestellt worden sind und mit Recht ange- zweifelt werden können. Es bleibt uns die Feststellung, wie allge- mein und zäh das Bürgertum Front macht gegen einen Aufstieg der Arbeiterschaft in die wistenschastlichen Berufe. In letzter Zeit bemüht man sich auch stark um die Wiedercin- führung einer staatlich anerkannten Studentenver- t r e t u n g in Preußen. Nach den stürmischen Ereignissen zu Beginn des Wintersemesters in Berlin und Königsberg haben die Hochjchul- behörden Bemühungen zur Einführung eines studentischen Selbst- schutzes angestellt, die jetzt auf eine Wiedereinführung der staatlichen Studentenschaft hinauslaufen. Dieses Bemühen ist von den Rechts- studenten freudig ausgenommen worden, denn mit staatlicher An- erkennung wäre für die D. St. wieder regelmäßige Finan- z i e r u n g durch Zwangsbeiträge aller Studenten ver- bunden. Der Gedanke der Wiedererlangung der Selbstverwallung wird mir als Deckmantel vorgeschoben. Sollte er ehrliches Ziel der D. St. fein, so braucht« sie nur dem vom Minister Becker entworfenen Stndentenrccht zustimmen, das die Interessen aller Studenten und des Staates regell. Diese wichtigsten Einzelheiten der letzten Zell muß man sich vor Augen hallen, wenn im Landtag über die Fragen der politischen Haltung der Studentenschaft, der Hochschulreform, der Lockerung des Bildungsmonopols und der studentischen Selbstverwaltung gesprochen wird. Sie sprechen deutlicher als die Redner der politischen Rechts- ! Parteien im Landtag, wo die Mehrheft der Studentenschaft steht, welche politischen Ziele st« oerfolgt und wozu ihr die Hochschulresorm und das Studentenrecht dienen soll. Erst so gewinnt man ein um- fastendes Bild über die Stellung der Hochschulen und der Studenten- schaft im heutigen Staat. Wiliielm Tietgens. Aeberfullung der Hochschulen Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage auch der Akademiker nimmt der Andrang zu den Universttäten von Jahr zu Jahr zu. Di« allerjimgst« Statistik berichtet, daß zur Zeit 13 2 0 0 0 Studierende an den deutschen Hochschulen immatrikuliert sind. Bisher wurde die Zahl 100 000 noch n i e überschritten. Der Zu- wachs entfällt in der Hauptfache aufdiemedizinische Fakultät: während 1928 olles in allem 17 000 Medizinstudenten vorhanden waren, betrug im vergangenen Jahre ihre Zahl 2 6 0 00. Die Zahl der männlichen Studenten in diesem Fach betrug gegenüber früher 135 Proz., die der weiblichen sogar 170 Proz. Unaufhaltsam, fast lawinenartig ist die Zahl der A k a« demikerinnen im ganzen gewochsen. Die Zahl der studierenden Frauen beträgt zur Zeit 19 428. Gegenüber 1914 beträgt der Zu- wachs 358 Proz. Es ist interessant, daß die Frauen im Gegensatz zur Vorkriegszeit nicht nur zur Universität gehen, sondern auch in erheblichem Maße ander« Hochschulen besuchen, Insbesondere tech- nische Hochschulen. Mehr als ein Drittel der studierenden Frauen betreibt geisteswissenschaftliche Studien. An zweiter Stelle steht das Studium der Medizin, dann folgen in absteigender Reihe Naturwissenschaften, Rechts- und Staatswistenschaften, und die Aus- bildung der Lehrerin. Die Zahl der Theologiestudentinnen beträgt in Deutschland zur Zeit 257. vr. 5. Wochenende für Schulkinder! Der Fürsorgearzt Dr. R. Iänecke in Hannover hat in einem Spezialartikel in der„Medizinischen Welt" die Forderung erhoben: „Schafft auch für das Schulkind ein Wochenende." Er bedauert, daß das Plakat der Internationalen Hygiene-Aus- stellung in der Abteilung Kinderfürsorge mit dem angegebenen Text bei den Behörden anscheinend keinen Widerhall gefunden hat. Iänecke gibt zu, daß die gesundheitlichen Störungen der Kriegs- und Nachkriegszeit in allen Schulen dank der gewaltigen Entwicklung der Leibesübungen heute endgültig verschwunden sind, daß aber in jüngster Zeit aus anderen Gründen(Folgen der Arbeitslosigkeit der EUern?) ein Nachlassen des allgemeinen Gesundheitszustandes der Schulkinder allgemein beobachtet wird. Besonders zahl- reich seien nervöse, asthenische Kinder, und für diese müßten in jeder Woche ununterbrochen iVs Tag absolut freigemacht werden zum Sammeln der verbrauchten Kraft. Iänecke wünscht, daß zu seinen Dorschlägen Lehrerschaft und Elternbeirat das Wort ergreifen. Or. Leling. Wir und die Kommunisten Zwei Ausstellungen der Arbeitersportousstellung im Bezirk �riedrlchshain wird uns von Mitgliedern der dort ousstellenden „Freien Fallbootsahrer" geschrieben: Wochenlang haben die Berliner Kommunisten auf die„reoolu- tionäre" Wassersportausstellung der„Ficht«-Faltbootfahr«r" hin- gewiesen. Große Plakate forderten zum Besuch auf. Doch wer zu dieser Ausstellung hinging, war enttäuscht. Jeder meinte, daß die Fichteleute nun zeigen werden, was sie im Wassersport leisten können. Aber weit gefehlt. Firmen, weiter nichts als Firmen, hatten ausgestellt: die Faltbootwerften und oerwandte Industrien hatten eine Reklameausstellung aufgebaut. Nur an ganz verlorenen Eckchen und Winkelchen war etwas verstreut, was man unter den Wassersport, von„Fichte" betrieben, einrangieren konnte. Selbst die bei den Kommunisten üblichen Plakatphrasen hatte man ganz ausgeschaltet: offenbar wollte man bei den kapitalistischen Firmen keinen Anstoß erregen. Einen besonderen Spaß erlaubt« sich„Fichte" bei den abendlichen Vorträgen, die von einem Sportprominenten des bürgerlichen d e u t s ch e n K a n u-v e r b a nd e s gehalten wurden. Herr Schulhof ließ seine Schmalfilme, die er mit Hilf« der Industrie und des DKP. drehte, laufen. Also, da man nichts eigenes bieten konnte, mußte man den sonst so befehdeten DKB. zu Hilfe nehmen, um Interessenten für den„revolutionären" Wassersport zu gewinnen. Es war sür alle«in erhebender Anblick, als der Film am Anfang einen großen schwarzweißroten Wimpel des Deutschen Kanuoerbandes zeigte! Die Ausstellung der bundestreuen Sportler in den Andreas-Festsälen, Andreasstraßc 21, ist dagegen ohne die reklamehafte Vertretung von Firmen ganz aus dem eigenen Material der Arbeitersportvereine aufgebaut. Das ist der be- merkenswerte Unterschied zwischen uns und den Kommunisten! Sdmvrrende Kommunisten und der proleiamierle»Paule* Der kommunistischen Sportzentral« ist das große H a l l« n s p o r t f e st, das die bundestreuen Arbeitersportler am 7. März im Sportpalast ahhalten werden, schwer auf die Nerven gefallen.„R o't e F a h n e" und„Welt am Abend" müssen einen furchtbar langen Aufruf der Sportzentrale abdrucken, in dem der ganze Aerger gegen die Veranstaltungen der Bundestreuen zum Ausdruck kommt. Da man sonst weiter nichts weiß, mokiert man sich darüber, daß die bundestreuen Arbeitersportler für ihre Genossen, die aus dem Reiche zum Hallsnsportfest kommen, Freiquartier« suchen. Das soll ein Vorwurf gegen die Bundestreuen sein— aber in derselben„Roten Fahne" findet man die Mitteilung, daß Jung» kommunisten am vergangenen Sonntag im Osten Verlins bei einer Haus» und Hofpropaganda zum Reichsjugendtag SS Freiquartiere und einen Zentner Kartoffeln geschnorrt hätten! Der Opfermut scheint bei den Parteikommu- nisten nicht sehr groß zu sein, sonst brauchten sie nicht auf die Höfe singen und betteln zu gehen. Bei den bundestreuen Arbeiter» sportl«rn dagegen wird es als eine Ehrenpflicht angesehen, aus- wärtigen Sportgenossen weitestgehende Gastfreundschaft zu gewähren. Den Unwillen der kommunistischen Sportzentral« haben- die bundestreuen Arbsitersportler auch damit erregt, daß. auf. dem Hallensporffest der bekannt« Schauspiel«? Paul Graß»in«n Prolog spricht. Die gleiche„Welt am Abend", die den giftigen Aufsatz der KPD.»Z«ntrale veröffentlichen muß, kündigt für«ine Nachtveron- staltung einer kommunistischen Bücherei als Mitwirkenden— Paul Grätz an. Er ist allerdings für die k o m m u n i st i s ch e Veram'tal- tung etwas proletarisiert worden, man nennt ihn„Paule"! Friedmann ist geplatzt! Die Kommunisten schmissen ihn raus Friedmann, ein ehemaliger ungarischer Offizier namens H a y d u war eine Zeitlang der wildgeworden« Spießer im Berliner Arbeitersport. Nach dem großen Rausschmiß der Berufshetzer und -spalter aus den bundestreuen Vereinen macht« der inzwischen zum ehrlichen Grundstücks- und Häusermakler emporgestiegene Fried- mann-Haydu als kommunistischer„Sportführer" gewiss« Zeit von sich reden. Jetzt ist er auch von der KPD.-Zentrale a b g e- halftert worden. Cr reist nun in Petroleum. Di« KPD.-Opposition weiß in ihrem Blatt„Gegen den Strom" vom 28. Februar zu berichten, daß der Hauptein- pcitscher der Spaltung im deutschen Arbeitersport Friedmann- H a y d u in aller Stille als Sekretär des jkPD.-Sportoerbandes abgesetzt worden ist und seit«inigen Wochen im Privatberuf in Pommer weilt Cr soll sich dort einen gutbezahlten Posten als Per- treter einer Petroleumgesellschaft gesichert haben. Friedmann war einer der übelsten und skrupellosesten Spaltcrführer, der mit besonderer Brutalität arbeitet«. Den einheitlichen Arbeitersport zu spalten, dafür war ihm sedes Mittel recht. Zur Seite standen ihm gleichgesinnt« Berliner Berufefpalter. Friedmann wurde mehrmals offen der Verbindung mit deutschen Industriellen und bürgerlichen Sportverbänden bezichtigt. Wegen der ersteren Behauptung drohte er der.Arbeiter-Politik" vor zwei Iahren mit einer 5Uag«. Es blieb bei der Drohung, geklagt hat er aber aus guten Gründen nicht. Wegen der anderen Behauptungen gegen ihn hat ihn die KPD.-Sportverbandsleitung gedeckt. Mit dem Abgang des Friedmann ist im KPD.-Sp nckverband keine andere Wendung eingetreten. Die Kaltstellung fft m persönlicher Uneinig- keit mit seinen Berliner Kumpanen zu suchen, die seinen überheb- lichen und schnoddrigen Umgang sicher nicht m«hr ertragen wollen. Friedmann flog, sein System bleibt. Sie organisieren sich zu Tode „Der Bankrott d«r Gellert, Wildung u. Eo. wird von Tag zu Tag offensichtlicher." So kräht es der kommunistische„Westdeutsche Arbeitersport" vom 2. März auf seinem Titelblatt. Aber die angeblich neu zum KPD.-Sportoerband gestoßenen Dereine kann er nicht nennen. Dafür werden wir ein kleines Gegenstück aus den letzten Tagen anführen. Der Verein„P r e u ß« n"- A l t e n« s f e n, der früher rheinisch- westfälischer Fußballmeister des Arbeiier-Turn- und Sportbundes war und dann im westdeutschen KPD.-Sportverband eine groß« Rolle spielte, ist aus dem kommunistischen Sportiager ausgetreten und hat sich wieder im ATSB. angemeldet. Das gleiche hat die Freie Sportoereinigung Wermelskirchen im Bec- gischen Bezirk getan. Daß von Fichte-Berlin mehrere Gruppen ab- gesprungen und zum ATSB. zurückgekommen sind, darüber haben wir bereits berichtet. Im übrigen ist die vielgerühmte große Zentralisation der Berliner KPD.-Sportoereine in großes Schweigen versunken. Die Vereine, besonders die Fußballverein«, denken nicht daran, ihr« Selbständigkeit im Interesse der Kommunistischen Partei zu opfern. Der in die Oeffentlichr«it hinausposaunte Berliner ZeNtralversin Ficht« gleicht einem ausgelKasenen Frosch, der jed«n Augenblick zu zerplatzen droht.. Wenn di« Kommunisten nicht all« möglichen und unmöglichen Parteiunternehmen in den großen Sport- Müllkasten hineingeworfen hätten, sah« es zahlenmäßig noch trauriger bei ihnen aus. Ein Massenaufgebot bcstrcilci das Hallensportfest Den Auftakt der Hauptkämpfe beim großen Hallensport» fest der Arbeitersportler am Sonnabend, 7. März, im Sportpalast, gibt um%8 Uhr ein erstmalig in der Halle auszetragene» Fuß» b a l l f p i e l zwischen der Mannschaft der Bundesschule des ATSB.-Leipzig und derBerlin er Städtemannschaft. Man darf gespannt sein, wie sich Fußball in der Halle bewähren wird, denn nur ausgezeichnete Techniker sind in der Lage, ein wirklich gutes Hallenspiel vorzuführen. Laufvorführungen mst 400 Sportlern und 100 Schwimmerinnen folgen. Dann wechseln Kämpfe und Sonder- vorsührungen einander ab. Durch die Beteiligung von 130 Sportlern aus Ham» bürg, Stettin, Leipzig. Braunschweig, Magd«- bürg, Dresden erhält das Fest«ine besonders interessant« Note. Aus der Reihe der Sondervorführungen erwähnen wir: Die Frauen der Kreieschule bringen Gymnastik und Tanz, die Männer einen Ausschnitt aus dem Uebungsbetrieb. Die Turner erscheinen mit der Sreisreckriege, der Arbciter-Achletenbund entsendet die Artistennummer„Luri-Luri". Sehr schön wird sich di« kleine Sondernummer„Tanz" der Luckenwalde? Sportlerinnen ausnehmen. Mit den Lorführungen der Neuköllner Verein« Bolksfport und ASL. dürften die besten Vertreter der modernen Gymnastik am Start sein. Eine weiter« Abwechslung im Leichtathletikprogramm bildet das Spiel mit dem 1,80 Meter großen Pushball, sowie«ine Rezitation von Paul G r a« tz. Den Schlußstrich unter die Per- anftaltung zieht die FTGB. mit ihrer Massenaufführung„Finale". Die Berliner Arbeitersportler werden, soweit sie frei sind, ersucht, zum Empfang der auswärtigen Gäste an den folgenden Bahnhöfen zu erscheinen: Sonnabend, 7. März: Ankunft der Hamburger 16.20 Uhr, Lehrter Bahnhof: der Magdeburger 16.21 Uhr, Pots- damer Bahnhof: der Leipziger 16.11 Uhr, Anhalter Bahnhof: der Dresdener 17.33 Uhr, Anhalter Bahnhof: der Stettiner 17.58 Uhr, Stettiner Bahnhof.— Training im Sportpalast Donnerstag ab 18 Uhr. Trainingsleiter ist bis 18.30 Uhr ver- tretungsweif« Eicke-Oftring. Wetturacn der Knabenschulen Das Gerätewetturnen der Knabenvolksschulen führt« die Turnvereinigung Berliner Lehrer in der Zentralturnhalle in der Prinzenstraße durch Eltern und Schüler hatten sich in so großer Zahl als Zuschauer eingesunden, daß di« weiten Räum« der Halle bis auf den letzten Platz befetzt waren. Die Zuschauer kamen auch voll auf ihr« Rechnung. Es hatten sich rund 300 Jungen zum Wsttkampf gestellt. Sie zeigten nicht nur, daß sie die ge- forderten Uebungen beherrschten, sondern eine ganze Anzahl von Riegen bot darüber hinaus Leistungen, die mustergültig waren. Vorgeschrieben war«in Schulmannschaststampf, der aus einer Hindernis-Pendelstaffel und je einer Reck-, Barren-, Pferd, und Bodenübung bestand. Di« Ergebnisse waren folgende: 1. 18. Schule Schöneberg-Friedenau, 934 Punkt«: sie erhielt den Wanderpreis der TBL.: 2. 138. Schule. 883 P.: 3. 4. Schule Schöne- berg, 882 P.: 4. 242. Schule. 869 P.: 5. 18. Schule Schönoberg. Friedenau, 2. Mannschaft, 853 P.: 6. 241. Schul« 850 P.; 7. 172. Schule. 837 P.; 8. 205. Schule, 826 P.; 9. 227 Schul-, 824 P.; 10. 7. Schill« Neukölln, 818 Punkt«. Hein Domgdrgcn oder Tobeck? Um die Mittelgewichts-Boxmeislerschaft Das Kampfprogramm der Kölner Rheinlandholl« am kommenden Sonntag gruppiert sich um die d« u t f ch« M« i st« r» ichaft im Mittelgewicht zwischen dem ungeschlagen zurück- getretenen früheren Titelhalter Hein Domgörgen- Köln und dem derzeitigen Meister Erich T o b e ck- Breslau. In der Geschichte de» deuffchen Boxsport» sind es gerade die Mittelgewichtsmeisterfchaften gewesen, die stets mit größter Erbitte- rung ausgetragen, neben den Schwergewichtstitelkämpfen die meiste Anziehungskraft auf die Massen ausübten. Man erinnert sich noch der großen Fights, di« Leute wie Dubais, Prenzel und Wiogert lieferten. Auch der Kölner Kampftag wird, zumal der Lokalmatador Hein Domgörgen im Ring steht,«inen großen Publikumserfolg haben. Der Rheinländer stellte vor Jahresfrist seinen Titel zur Per- iügung, da ihm die gebotenen Börsen nicht zusagten. An seiner Stelle erkämpfte sich der Breslauer Tobeck die Meisterschaft, die er inzwischen einmal erfolgreich verteidigt«. Ob ihm dies auch am Sonntag gelingen wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Domgörgen ist ihm in bezug auf Technik. Kopf. Aielseitigkeit klar überlegen, Tobeck wiederum in physischer Hinsicht im Vorteil. Ist Domgörgen ernsthast vorbereitet, muß man ihin die größere Chance einräumen, denn sein großes technisches Rüstzeug sollte ihn auch noch heute dazu befähigen, die Iugendkrast des derzeitigen Meisters erfolgreich zu überwinden. Die Dänemark-Boxer unterliegen Am Abschluß der Deutsc�and-Tournee starteten die dänischen A r b e i t e r b o x e r in W« i tz w o s s e r gegen den dortigen Athletik- Sportverein„Hansa". Die Dänen konnten di« ersten drei Kämpfe in Deutschland überlegen gewinnen: gegen di« Görlitzer Mannschaft siegten sie 9:5, Waldenburg wurde 12:2 geshlagen und die Grün- berger Boxstaffel unterlag mit 10:4 Punkten. Den legten Kampf in Deutschland, in Weißwosser, mußten die Dänen aber als verloren anerkennen. Die„Hansa'.Mannfchaft schlug die Gäste mit 7: 5 Punkten. Auch dies« letzte internationale Boxveranstaltung wurde vor ausverkaustem Haus ausgetragen, 1100 Zuschauer oer- folgten mit größtem Interesse die Kämpfe. Arbcitcr-Hockcy Frauen- Blitzturniere am Sonntag Die Frauenabteilungen der Hockeysparte im 1. Kreise des Arbeiter-Turn- und Sportbundes wollen am Sonntag, 8. März, mit vier Berliner Blannschaften und unter Beteiligung einer L e i p- z i g e r Frauenmannschaft, des Sportvereins„Amateure 04" in einem Blitzturnier vor die Oeffentlichkeit treten. Schwere und zähe Aufbauarbeit in den legten drei Iahren haben eine statt- liche Anzahl Arbeiterfporllerinnen dazu gebracht, den Hockeyball und-stock zu gebrauchen. Anmutig und in schnellem Laus kann hier- bei der weibliche Körper ohne Gefahren im Spiel gestärkt und ge- stählt werden Es beteiligen sich die Frauenabteilungen des Leipziger Sport- Vereins Amateure 04, die Freie Turnerschaft Groh-Berlin, Bezirke Nordring und Pankow, der Verein für Leibesübungen Ostring und Tennis-Rot Groß-Berlin. Als Favoritinnen gelten die Leipziger und Tennis-Rot, aber auch Ostring und Nordring sind ebenso vorn zu erwarten. Die Spiele finden auf dem Platz in der Schön- hauser Allee statt und beginnen um 13!� Uhr; jede Mannschaft spielt gegen jede, und zwar zweimal 10 Minuten. Gespielt wind nach Punkten. Die Spiel« werden in folgender Reihenfolge ausgetragen: 13.00 Uhr: gTEB Pantow-VfL LsUiu, tSckiedsrichter T-emis.?-» 13.55, gTS?. Z!oi5ring— LB. Amotrur?«4 VkL. Oilvinq— Tennis.?"ot Grnft-Berlin 13.10, gTS?. Nnrdiina—Tennis-'i.'ot(Echicdsr'.äiter Lankow) Ib.»?-. VfL. 0, Irina— Amateure 04 ISchi'dsrich'er VerSrina) 16.00, Panlaw— Aortirina(ächicdsrichter O.irina) 16.25. Tennis.?«'- Amateure 04(Schiedsrichter Zlorhrina) 16.30„ VfL. Ostnina—!?T SV. Zlardrina(Schiedsrichter Vankaw) 17.13„ gTGV. Panlau>— Tenn is-Z.ot«Schicdsrichrcr Lstrin«) Außerdem, finden am Vormittag noch folgende Serien- spiele statt: Um 9 Uhr auf Platz Ost. Laskerstraßc, Tennis-Rol 1 gegen FTGB. Moriendorf(Schiedsrichter Nordring). Der Sport- oerein Moabit und der Achletit-Sport-Club spielen um 10 Vi Uhr in Plötzenfee(Schiedsrichter Ostring 1). Tennis-Rok 3— FTGB. Mariendorf 2, Plag Ost(Schiedsrichter Ostring 2). VfL. Oftring 3 gegen FTGB. Nordring 3 im Neuköllner Stadion, Platz 4(Schieds- richter Neukölln) um 10� Uhr.— Gesellschaftsspiele: ASV. Wedding— SD. Moabit 2 um 9 Uhr in Plötzenfee. Freibad, und Volkssport Neukölln-Britz— FTGB. Osten in Neukölln, Platz 4, um 9 Uhr._ 166%-Meter-B ahn im Sportpalast Geschwindigkeit ist kein« Hexerei. Noch am Sonirtaza''end Eisarena und Schauplatz der Kunstlauf-Weltmeisterfchaften ist der Berliner Sportpalast innerhalb von dreimal 24 Stunden wieder zur Radrennbahn umgewandelt. Architekt Schürmann, der früher selbst«in guter Rennfahrer war. hat hier wieder ein Meisterstück geliefert. Die Kurven der schmucken 5)olzbahn sind steiler und auch breiter als bisher, auch ist die Länge der Bahn um 6% SDleier* vergrößert worden, sie beträgt jetzt genau 16651 Meter, so daß sechs Runden gerade 1000 Meter ausmachen. Den Auftakt zu der nur kurz bemessenen Nachsaison bildet Sonntag, 8. März, ein 100-K il o m e t er- M anns cha stsre n n e n, dos von folgen- den 13 Paaren bestritten wird: Schün-Pijnenburg, Tietz-Dinalc, Petri-Faudet. Rausch-Hürtgen, Äroll-Miethe, Krüger-Funda, Ehmcr- Maczynsti. Gebr. Wolke, Engelman-Nickel, Alex. Maes-von Nevcle, Maidorn-Mandeikow, Lehmann-Wisjel, Bauer-Kantorowicz. TnflimiiU her SafferTmittJeciiu» zum£a9enfp.Vorwärts�. Cannabenb, 7. März, 20 Uhr, Gäste- teseln im Thomashof, Gorfenstr. 44. ffreitaa fällt au». Ein tägliches 5 pect Hoff in Wien wird vom.Kleinen Blatt" neu Herausgegeben. Das Sportblatt kostet nur Z Groschen(3 Pf,). es ist nämlich in Oesterreich soeben«ine Münz« dieses Wertes ein- geführt worden. Das Blatt dient in erster Linie dem Arbeiter» fport, ohne sich aber auf ihn zu beschränken, da es auch über Pferderennen, Golf usw. berichtet. Donnerstag, 5. März. B c r Ii a. 16.05 Artur Sejal; Kunst und Wirtschaft. 16,30 I. Weist: Ans..Mann Ist Mann". 2. Anthell: Aus..Koni: Oedipus". 3. Teich: Aus„Was Ihr wollt". 4. Jacobi: Aus„flans Dampf. 5. Qro- nostay: Aus„Lady Windermeres Fieber". 6. Ratbaus: Aus„Die Ehe". 7. Weist; Aus„Happy end"(Dr. Ernst Römer und sein Orchester. Verbindende Worte: Dr. Wolig. Hofimann-Harnisch). 17.30 Die Lage der Jugend in Berlin(liermann Maall). 17.50 Bolivianische Musik. 18.30 Reichenbach und eine Studentin: Warum studieren wir Philosophie? 18.55 Ouarlett D-Moll, op. 25 von August Reu 3. Quartett: Frani Strobl, 1. Vio- lino: Ernst Schneider, 2. Violine: Robert Manier, Viola; Franz Noii, Ceiio. 19.25 Dr. Kurt Magnus: Vom Rundfunk. 19.50 Tanzabend. Kapelle contra Qrammophon. Panl Qodwin und sein Orchester. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Der Thespiskarren(Ein bunter Abend mit Deutschlands SIteslen Theater- Toarnee-Unternehmungen). Zusammenstellung: Fritz Lankisch. Leitung: Edief Köppen. 22.40 Wetter, Nachrichten uud Sportnachrichten. Anschließend 0.30 Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.00 Kurt Herbst; Die Ilpdlicbe Fortbildungsschule. 17.30 Mersmann: Hausmusik. 16.00 Dr. Oskar Schürer; Die Straßen Prags. 18.30 Prof. Dr. von Srbik: Die Möglichkeit einer gesamtdeotschen Geschichtsauffassung. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 20.00 Staaissekretir Frbr. von Rbcinbaben: Völkerbund und Weltwirtschalts. Krise.- 20.30 Wien: Viertes Europäisches Konzert(Dir.: Prof. Chemens KrauB.) I. Mozart: Ouvertüre zu„Figaros Hochzeit". 2. Beethoveu: Sinfonie Nr. 4. B-Dur. 3. Schubert: SiHioaie Nr. 7, C-Dur(Wiener Phiibanno- niker). 22.15 Wetter-. Tages- nnd Sportnachrichten,