Morgenausgabe Sonnabenb �«*### rf*'«.»U ür« ZSNW?A!NW■■ mm uW I I I HB MMM»-*■. Au-w-ri« 15 pf. .inlchli, blich so P,. P°iiz.'mms». und!M U�mg W W HB B // B'ZlW MtD/ 72 PI.Poftd-IIellgebüdren. Auslands �IWUW IC�HI Hl WW W» BM HM WW j�H y/ Die elnlpalt. Nonpariillezell« SV Ps. adonnemenl S>— M. vro Mona!; für V�HH|B MM BH HH Bf HP) WW WM X Rellamezeil« S,— AM.„Kleine Au- Länder nril ennäbiglem Drulksachin- WMUVjd WW WW WW �W �W WW �W WW WW �W W> WW l«eigen" da» iettgedruitte Wort 25 Pf. Porto 5,— M. hÖ8 W> HB WW �W �Wl WWl.|H\ WW WW �W W» tzulassig zwei seNgedrnckie Worte), fede« OBS H■■—\ �W■ f weitere Wort 12 Pf. Radott lt. Tans. WW � �WWWr'M�� ��WV �W �V/ WW l Stellengesuche da» erfte Wort>ä Pf, Der.Vorwort»- erich.tnt wochentig. �W �Wi �Wp> WW) W> jede» weiter- Wort 10 Pf. Won. üd-r üch zweimal Sonntag» und Montag,»W�' S~/ MMV>7 WW 15»uchftaden zählen für zwei Worte. einmal, die Adendau-gad« für»erlin �WS S /J��. B&\«rd«il»martt Zeile 60 Pf. Familien. und im Handel mit dem Titel.Der ��WWW»�� anzeigen Zeile äOPs. Anzeigenannahme WMWZ rsMrsr .Jugend.Lorwüsse gegen den Gkondal der ik'lmzensur. Der Reichstag nahm gestern mit den Stimmen der Sozialdemo» kraten, der Kommunisten uiid der Staats parte! einen sozial- demokratischen Antrag an, wonach der Reichstag das Per- boi des Films„3 m Westen nichts Neue s" für nicht b e» gründet hält und von der Reichsregierung erwartet, datz sie gsie Vorbereitungen trifft, um die Prüfung des Bildstreifens zu beschleu- nigcn, wenn dieser durch die Hersteller erneut vorgelegt wird- 3n erster und zweiter Beratung wurde ferner der sozialdemo- kratischc Gesetzentwurf angenommen, der aus Anlah des Verbotes des Remarque-Filins bestimmt, datz solche verbotenen Fllm« wenig- stens in geschlossenen Gesellschaften gezeigt werden können. Em kommunistisches Mißtrauensvotum gegen Reichsinnen- minister Wirth wurde mit 27l gegen 6« Stimmen bei M Ent- Haltungen abgelehnt. Was sich die Nazi-Pcesse leistet. »Die französischen Gozialiflen gegen Abrüstung." Der mutig« Kampf, den unsere französischen Genossen gegen den Militarismus im eigenen Land« und für eine ernsthafte Ab- rüstung führen, verdient um so größer« Anerkeitming. als das Wachstum der Nazis bei den letzten Reichstagswahlen die Prvpa- ganda der Nationalisten in Frankreich für neu« Rüstungen naturgemäß sehr erleichtert hat. Unter sozialistischer Führung ist in der Kammer in den letzten Tagen an der Politik des franzöfl- fchen Kriegsministeriums schörffte Kritik geübt worden. Es war der sozialistische Abgeordnete Chousfet, der als erster di« unwahren Zahlenangabe� des Berichterstatters über die Stärke des Heeres und über die Höhe der Rüstungsausgaben enlhüllt«. Es war der sozialistische Abgeordnete Grumbach, der wenig« Tage danach die ailßenpolitisch« Debatte zum Anlaß nahm, aus die provokatorische Rede des Kriegsministers Moginot zurückzukommcii, um si« auf dos schärfste anzugreifen. Der Kamps, den die Sozia. listische Partei Frankreichs für die Abrüstuna sührt. wird von den französischen Rationalisten und Faschisten mit maßlosen Beschimp- fangen beantwortet, ja in der„Libere" sind deshalb sogar unmiß- verständltch« Aufforderungen zur Ermordung Leon Blums erschienen. Und da wagt es der„Völkisch« Beobachter" vom S. März, gerade anläßlich der außenpolitischen Debatte eine Riesen- schlagzeile aus der ersten Seite zu bringen:„Französische Sozial- demokraten gegen die Abrüstung!" Es gibt kein« noch so dreiste Lüge, die sich die Presse unserer extremen Parteien nicht leisten zu können glaubt. Die kom» muniskische mutet ihren Lesern zu. an die parteiischen Moskauer Prozeßberichte zu glauben, die nationalsozialistischen Blätter oer- künden kaltblütig, daß die französischen Sozialisten gegen die Ad- rüstung seien: Edeltonkurrenz In der Derleumdung der Soziallsti- schen Internationale und der deutschen Sozialdemokratie. Wir begnügen uns. dies« Infamie zu registrieren. Indessen sei noch bemerkt, daß jener rassige Korrespondent des„Völkischen Beobachters". aus dessen unwahren Bericht sich das Blatt stützt und der bescheiden mil einem R. zeichnet, ein ehemaliger Pfarrer K o e r b e r ist. der bis vor einig» Zeit die.deutsch« Tageszeitung" dort vertrat. Dessen Sekretär, der in Wirklichkeit die Hauptarbeit Vorwarts-Verlaa G. tu. b. H. nung gerufen werden, desgleichen ein Sozialdemokrat, der aus be- rechtigter Empörung über diese Gemeinheit die Nazis Lausejungen genannt hatte. Im Schlußwort zu seinem Antrag unterstrich der nationalsozia- listische Fraktwnsführ» die Flegelei seines Genossen, indem er sagte: „3>ie Sozialdemokratie sei die Partei des verstorbenen Reichs- Präsidenten Ebert, dem im Magdeburger Prozeß gerichts- notorisch Landesverrat bescheinigt wurde." Die vierzig Sozialdemokraten sprangen bei dies» infamen Beschimpfung aus und drangen zur Redn»tribüue vor. Die Nazis drangen gleichfalls noch vorn, so daß es fast zn einem Hand- gemenge gekommen und d» Nazired n» auf der Stelle bestraft worden wäre. Er durfte kein Wort weil» reden. Die stark« Eregung machte eine Wetterberatung unmöglich. Der nationalsozialistische Präsident, der sich seines Amtes nicht gewachsen zeigte, mußte die Verhandlungen abbrechen und bis auf weiteres oertagen.« für das Nazi-Blatt leistet, hört auf den echt arischen Namen Landau und war noch vvr«inigen Monaten der private Infor- mator eines bekannten Berlin» Verlagsdirektors, der alles andere denn„rasserein" ist. Heil! Ausnahmegerichi— ewig. Keine Berufung, keine Bechtsaarantien im Fafchifienstoat. Rom. 6. März.(Eigenbericht.) Der groß« faschistisch« Rat, das oberste Organ der faschistischen Partei und gleichzettig das entscheidende Staatsorgan, hat in seiner am Frettag abgeschlossenen kurzen Sitzungsperiode u. o. beschlossen, daß ab l. Juli all« politischen Delikte, auch die, die bisher auf ordentlichem Wege abgeurteilt wurden, dauernd Zur Zuständigkeit des Auenahmegerichts gehören. Dieses Ausnahme- gericht, das eigentlich nach einer bestimmten Zeit aufgehoben werden sollte, wird damit zu einer D a u e r e i n r i ch t u n g. Alle politischen Vergehen und Derbrechen werden demnach auch nach der Einführung des neuen Strafgesetzbuches ohne Möglichkeit der Be- r u f u n g und der normalen Rechtsgarantien von einem politischen Gericht abgeurteilt. Im übrigen ist aus den Beschlüssen des Rates noch interessant, daß der Eintritt in die faschistische Parte! bis zum 1. Oktober 1932 gesperrt und«in weiterer Ausbau des Zunft- wesens beschlossen wurde. Faschistischer Gumpf in Floren«. Mailand, 6. März.(Eigenbericht.) In der Stadtverwaltung von F l o r en z. die durchweg mit faschistischen Funktionären besetzt ist, sind große Unterschla- qungen und Betrügereien aufgedeckt worden. Neun hohe faschistische Funktionäre wurden verhaftet, wettere Verhaftungen stehen bevor. Englands Nüsiungslast. 800 Millionen allein für das Heer.— 360 Millionen für die Luftwaffe. London, S. März. Der englisch« Heeresvoranschlag für 1931 beträgt 39,9 Millionen Psund, S70 000 weniger als voriges Jahr. Für die Lustwaffe werden 230 000 Psund mehr eingesetzt, mit der Begründung, daß Englands Luftwaffe an der fünften Stelle rangiere. Die Ausgaben für die Luftwasse sind mit 18,1 Millionen Pfund angesetzt. Ohne die indischen Truppen zählt das englische Landhe» zur Zeit 148 800 Mann, die sich vom 1. April 1931 ab um 10 000 Mann vermindern. Oer Londoner Landesrat. London, S. März.(Eigenbericht.) Das Endresultat der Wahlen zum Londoner Landesrat(Stadt- und Londbezirk) lautet wie folgt: Labour Party 3.3(bisher 42) Sitze. Liberale 6(3), Rechtsparteien 83(77) Sitze. Die Rechte hat damtt ihre seit 30 Iahren bestehend» sichere Mehrheit noch erhöht, während die Verminderung der Stimmen der Labour Party größer ist als der durchschnittliche Stimmenrückgang, Das Befinden des Schatzkonzl»» Snowden. der an«in» schweren Influenza erkrankt ist. ist«np. Postscheckkonto; Berlin 37 526,— Bankkomo: Bank derArbeilcr, Angestellten und Beamten, Lindcnstr. 3, Dt. B. u, Disc-Ges., Depostienk., Jerusalemcr Str. 6566, Wirtschaftliches Trauerspiel. Das unwirtschaftliche Beichskuratorium für Wirtschaftlichkeit. Nach der Stabilisierung der Mark bekam die deutsche In» dustrie das A m or i k a f i e b e r. Amerika, das war das Wunderland. Rationalisierung hieß das Zauberwort. Un» bedingt mußte jetzt rationalisiert werden. Jeder wollte der deutsche Hoover sein. Darum gründeten die großen In- dustriekonzerne unter Vorantritt von Siemens, gefördert vom Wirtschaftsministerium, ein Kuratorium zur För» derung der Rationalisierung in Deutschland mit dem Namen Reichskuratorium für Wirtschaft- l i ch k e i t(RKW.). Der Zweck dieses Reichskuratoriums war „die Hebung der Mrtschaftlichkeit auf allen Gebieten der ge- samten Wirtschaft", allerdings mit der Präzisierung, als„Ver- mittlungs- und Unterstützungsstelle zur Förderung der Ratio- nalisiening in Deutschland" zu dienen. Die F i n a n z i e- r u n g der Arbeiten des Reichskuratoriums wollte selbstver- ständllch die Industrie durchführen. Rur um sich einen gewissen Einfluß zu sichern, behielt sich das Reich„ganz be- scheiden" ebenfalls die Zahlung eines Beitrags vor. Leider begann das neue Unternehmen gleich mit einer bösen Panne. Schon im Gründungsjahre 1925 findet man im ReichshaushaU die Sätze:„Infolge der schlechten Wirt- schaftslage werden diese Beiträge(der Industrie) nicht in genügender Höhe aufrechterhalten werden können... Eine Beitragslei st ung des Reichs ist daher zur Zeit unumgänglich notwendig." Das war der vielversprechende Anfang des Reichskuratonums. Was ist nun in den fechs Jähren seines Bestehens au>? ihm geworden? Die Antwort ist bedauerlicherweise vollkommen negativ: zwar besteht heute das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit immer noch. Aber neben ihm haben sich zahlreiche andere Körperschaften, wie das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft, entwickelt,- die ebenfalls Rationalisierung und, was das schlimmste ist, mit öffentlichen Mitteln betreiben. Es ist dem RKW. also nicht einmal gelungen, die zentrale deutsche Rationalisierungskörperschaft zu werden. Um festzustellen, warum dos so ist, muß man auf die Arbeitsweise des RKW. näher eingehen. Die Amerikakrankheit der Industrie ist dem RKW. offen» bar nicht gut bekommen. Es hat sich gezeigt, daß man bei der deutschen Rationalisierung nur versuchte, das amerikanische Borbild möglichst getreu auf Deutschland zu übertragen. Den Männern des Kuratoriums ist nämlich nicht der Gedanke ge- kommen, daß die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Ratio» nalisierung in den Bereinigten Staaten in dem hohen Lohnniveau Amerikas bestanden, und daß dadurch die Technisierung des Arbeitsprozesses durch die mit ihr ver- bundene Lohnersparnis dort eine Senkung des Kosten» Niveaus bedeutete. Es ist den Herren vom Reichskuratorium nicht aufgefallen, daß bei dem wesentlich niedrigeren deutschen Lohnniveau und bei der Begrenztheit der Ausdehnungsmög- lichkeiten der deutschen Industriewirtschaft eine Rationalisie- rung ganz anders geartete volkswirtschaftliche und sozial- polftische Probleme stellt, als in Amerika bestanden haben. Darum hat fast bis zuletzt das RKW. eine Arbeit geleistet, die sowohl volkswirtschafllich wie sozialpolitisch betrachtet. absolut in der Luft schwebt. Den Problemen der deutschen Wirtschaft ist man bis heute auch nicht einen Zenti- meter nähergekommen als am Anfang der Arbeiten. Rur in den letzten Wochen des Februar 1931 zeigten sich magere An- sätze zu einer anderen Betrachtung der Dinge, aber auch nur deshalb, weil die Sozialdemokratie im Reichstag durchgesetzt hat, daß Reichsmittel für die deutsche Rationalisierung nur hergegeben werden, wenn sich das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit einmal ausführlich mit den sozialpoli- tischen Zusammenhängen der deutschen Rationali- sierung beschäftigt. -Aber nicht allein vom volkswirtschaftlichen Standpunkt sind die Arbeiten des RKW. bedenklich, sondern mehr noch vom finanzwirtschaftlichen. Denn heute zeigt sich, daß die ganzen Versprechungen und Verheißuygen der In- dustrie. eine deutsche Rationalisierungsbewegung materiell zu ermöglichen, ein reiner Bluff gewesen sind. Alle Bar- m i t t e l bis zum letzten Pfennig, die das RKW. feit seinem Bestehen erhalten hat. sind ausschließlich vom Reich bezahlt worden. So hat das RKW. im Laufe der Jahre 6)4 Millionen Mark an Steuergeldern verbraucht. Bei dieser Sachlage besteht ein großes öffentliches Interesse am RKW. Und darum wirken die folgenden Feststellungen besonders be- fremdlich, die über die Verwendung der Reichs- mittel durch das Reichskuratorium zu machen sind. Zunächst hat das RKW. die Reichsgelder nicht nach den Richtlinien Sturm in der Bremer Bürgersthast Hakenkreuzler besudeln das Andenken Eberts und beschimpfen die SpO. Tumult und Abbruch der Bürgerfchastsfihung. Schließung dt Ein Beschluß des Landtagsausfchuffes. Kultusminister Grimme sprach gestern abend im.Haupt» ousschuß des Landtags über die Kunstpslegc in Preußen, insbesondere über die Theaterpolitik. Er äußert« sich zunächst zu der Frage derDichteratodemi«. Die junge Gründung seines Amtsvorgängers habe zunächst natürlich« Schwierigkeiten des ersten Einarbeiten« überwinden müssen. Ihr« Arbeit werde eingeordnet werden bei einer Reform der Gesamtarbeit der Akademie der Künste, die in Angriff genommen worden sei. Zu der Sonderfrage, ob der Dichterakadcmie auf den Schul- Unterricht ein vermehrter Einfluß einzuräumen sei, verwies der Minister darauf, daß das Gegeben« für de« schaffenden Künstler, seinen Einfluß auf die Jugend geltend zu machen, die Wirkung seine» Werkes selber sei. Auch freue er sich, wenn, wie es vereinzell berei's vorgekommen sei, dem Künstler Gelegenheit gegeben werde, zur Jugend selbst zu sprechen, um persönlich Fühlung zu gewinnen. Was aber die Mitbestimmung bei der Auswahl der geistigen Kost, der Gestaltung etwa der deutschen Lesebücher, betreffe, so fei dies im wesentlichen eine pädagvgisch« Aufgabe. Die aus kunstverständigen Schulmännern zusammengesetzt« Prüfungslom- Mission habe bisher gute Arbeit geleistet. Das beweise der Fort- schritt, der in der Gestaltung der Lesebücher deutlich bemerkbar sei. Es sei durchaus erwägenswert, bei der Beurteilung von Lesebüchern den oder jenen Künstler mitzubeteiligen. Eine neue Kommission zu bilden, dafür liege sedoch kein Anlaß vor. Minister Grimme wandte stch sodann der Frage der künstlerischen Ausgestaltung der staaillche» Theater beiriebe zu. Er gab zu. daß mancher Eingriff in d» Auswahl der in der letzten Zeit gespielten Stücke nicht unberechtigt sei. Es hatten Ber- pflichtungen vorgelegen, denen die Theaterleitung sich nicht hätte ent- ziehen können. Dafür, daß solche Verpflichtungen zustand« gekommen seien, eine Person allein verantwortlich zu machen, müsse er ablehnen Wenn jetzt auf I e ß n e r und die Aera Ießner von vielen Seiten Steine geworfen würden, so müsse man doch anerkennen, daß Ießner das Verdienst habe, dem phystognomielosen Staatsthcater ein Ge- ficht gegeben zu haben. Er habe dem Staatscheater die Fühlung mit der lebendigen Kunst wiedergegeben. Um an der Gesundung der r Kroll-Oper? - Minister Grimme zur Theaterpolitik. Staatstheater zu arbeiten, müsse man darin klar sehen, daß sie einen Sondercharakter tragen und eine besondere Aufgabe haben. Sie müßten nicht ein Repräsentationstheater im gesellschaftlichen Sinne, sondern ein repräsentatives Theater sein. Das bedeute, daß sie das geistige Gesicht der Nation zu repräsentieren haben, indem sie die Klassiker der Nation in vollendeter Form für die Gegenwart lebendig machen und das Neue, was einmal klassikerhasr werde i! könne, zur Diskussion st eilen. Dieses Neue könne nicht ander« als umstritren sein, denn es lasse sich nicht ein«»er- schwammen« Linie des allgenreinen Ausgleichs finden. Es gibt kein Theater der großen Koalition. Da« Slaalsthealer muß zum repräsentativen wagoi«, zur Darbietung lebendiger junger Kunst bereit sein. Für solche Aufführungen hat Berlin unbestritten die ersten Schau- spieler der Welt. Die Zukunft de« Staatstheaters hängt davon ab, daß wir für«in in diesem Sinn« repräsentatives Theater ein auf- nahmefreudiges Publikum bekommen. Abg. Dr. Lauschereater seine Bühnen nicht halten können, wenn man ihn staatlich nicht unterstützt hätte. Zu empfehlen seien Ersparnisse bei der Lindenaper, beim Gastspie.'- frnds und bei Neuinszenierungen. Aus diesen Ersparnissen solle man versuchen, die Krolloper weiierzufiihrcn. 3n der Abstimmung wurde der Antrag des Zentrums aus Schließung der Krolloper mit tS gegen 14 Stimmen angcncmmm, Gegea die Schließung stimmten die Kommnaistcn, die Sozialdemo. kraten und die deutschnalionalen Abgg. weißcrmel und Freu Roack. bei der Gründung zu ihrem größten Teil zur Förderung d« Rationalisierung verteilt, sondern in erster Linie zum Aufbau emer neuen �Rationalisierungsbehördc" verwandt. Von den un Rechnungsjahre 183» zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von rund 600 0»» M. wurden von dem Apparat des Reichskuratoriums selbst rund 30» 000 M. ver- schlungen. Ueber 250 000 M. entfallen davon allein auf Psrsonalkosten. Der Personalaufwand des RKW. steht in keinem Ver- hältnis zu den Leistungen. Zum Teil mag das daran liegen, daß neben von der Industrie abgebauter Ingenieuren im Reichskuratorium ein erstaunlich hoher Prozentsatz von a b- gebauten Militärs angestellt ist, deren geistige Ver- bundenheit mit den schwierigen Problemen der Rationalisie- rmig wohl kaum vom Reichskuratorium nachgewiesen werden kann. Volkswirtschaftler gibt es im RKW. selbst unseres Wissens einen einzigen. Auch sonst hat man die Reichsmittel anscheinend nicht sehr pfleglich behandelt. Die leitenden Angestellten, die ihre Qualitäten bisher noch nicht bewiesen haben, erhalten Gehälter, die von Minister- gehältern nicht sehr weit entfernt sind. Außerdem hat man — es waren ja Reichsgelder— anscheinend besonders den inneren Betrieb„rationalisiert", indem man das Direktions- büro unter Hinzuziehung besonderer Architekten komfortabel einrichten ließ. Dem Zweck des Reichskuratoriums wurden dadurch Mittel entzogen. Die Vorwürfe über die Finanzgebarung des Reichs- kuratoriums treffen allerdings auch die Aufsichtsbehörde, nämlich das Reichswirtschaftsmini st erium, dessen Referenten wohl in etwas zu vertrauensseliger Weise die Dinge beim Reichskuratorium haben gehen lassen, ohne sich allzu oft einmal selbst dorthin zu bemühen. Wieder ist es die Sozialdemokratie.gewesen, die im Reichstag die notwendigen Beschlüsse zur Aenderung dieser Zustände durchgesetzt hat. Insbesondere hat sie erreicht, daß vom nächsten Jahre an alle Mittel, die das Reich für Rationalisierungszwecke zur Verfügung stellt, im Etat des Wirtschastsministeriums zentralisiert werden, um hier eine rationellere Bewirtschaftung vorzunehmen. Außerdem muß auf Beschluß des Reichstags das Reichskuratorium so organi- sicrt werden, daß es in erster Linie einer vernünftigen wissenschaftlichen Forschung über die Möglich- keiten der Rationalisierung in Deutschland und nicht der Unterbringung abgebauter Ingenieure und ehemaliger Ossi- ziere dient. Bisher sind in der Oefsentlichkeit recht häufig die Arbeiten des RKW. unter dem Gesichtspunkt der Unwirtschaftlichkeit bekannt geworden, der volkswirtschaftlichen Unwirtschaftlichkeit insbesondere im Umgang mit den ihm anvertrauten Steuer- geldern. Alle Angriff«, die das RKW. in der letzten Zeit des- halb aushalten mußte, hätte es oermeiden können, wenn sich feine Geschäftsführung nicht so«inseitig orientiert hätte, wie es anscheinend der Fall ist, sondern mehr erwogen hätte, daß einer allzu einseitigen Politik durch Mehrheiten im Reichs» tag immer Grenzen gesetzt werden können. Jetzt geben die Beschlüsse des Reichstags dem Reichskuratorium« i n e l e tz t« F r i st, um bei der Vorbereitung der Umorganisation d«r deut- ichen Rationalisierung alle Erfahrungen, die es in den letzten Jahren hat sammeln können, zu verwerten. Aber es � wird Zeit» damit anzufangen. Denn die Sozialdemokratie wird darauf achtem daß die von chr durchgesetzten Beschlüsse in allernächster Zeit in die Praxis umgesetzt werden'. (Schieles Locarnofrühsiuck. Eine Auekemandersetzvna mit Freytagh-Lorinqhoven. Bor einigen Tagen hatte Herr von Freytagh- Loringhoven dem Ernährungsminister Schiele vor- geworfen, er habe im Jahre 1823 dem englischen Bot- ichafter Lord d'Abernon ein Frühstück gegeben, um die deutschnationalen Führer für den werdenden Locarnovertrag zu gewinnen. Schiele habe ein doppeltes Spiel getrieben, indem er der Partei gegenüber so getan hätte, als ob er die Locarnopolitik bekämpfe, während er sie hinter den Kulissen gefördert habe. Gegen diesen Vorwurf setzt sich nun Herr Schiele in einer außerordentlich langen Erklärung zur Wehr. Das Hauptstück dieser Erklärung bildet ein gleichfalls sehr langer Brief des Grafen Westarp, in dem auseinandergesetzt wird. Zweck des besagten Frühstücks fei gewesen, nicht die Deutschnatio- nalen für di« Absichten d'Abernons, sondern umgekehrt, d'Abernon für die Ansichten der Deutschnationalen zu ge- «innen. Das Frühstück hätte nur«inen Teil einer Aktion dargestellt, mit dem Ziel, den Locarnovertrag in der Form, wie er abgeschlossen worden sei, zu oerhindern. Diese Aktion sei durch den Beschluß des deutschnationalen Partcivorstandes, die Regierung zu verlassen, zum Scheitern gebracht worden. In einer Schlußbemerkung zu dem Brief Westarps wirft Herr Schiele Herrn von Freijtagh-Loringhoven vor, er habe „verletzende Verdächtigungen" der Oefsentlichkeit übergeben, ohne sich über den wahren Sachverhalt unterrichtet zu haben, und er habe damit„eine unfaire Unterstellung" gemacht. Zu der Geschichte der Deutschnationalen Partei liefert der Streit Schiele-Frehtogh einen schätzenswerten Beitrag. Uebri- gens sind damals auch Luther und Stresemann von der Eindeutigkeit des Verhaltens chrer deutschnationalen Ministerkollegen keineswegs überzeugt gewesen. Herr Schiele schließt seinen offenen Brief mit folgendem Appell: Die jetzigen Auseinandersetzungen über Gefrierfleisch- einfuhr und Brotgesetz sind bei aller Bedeutung erst Bor- feld kämpfe. Es liegen schicksalhafte Entscheidungen in lebenswichtigen agrar- und handelspolitischen Fragen unmittel- bar vor uns. Heute wie 1925 gilt es nicht,«in Abgleiten der deutschen Politik und Wirtschaft in gesährliche Bahnen zu kritisieren, sondern zu verhindern. Dafür zu kämpfen, halte ich sür mein« Pflicht gegen- über Staat und Volk und insbesondere gegenüber der vom Lersinten bedrohten Landwirtschaft. Wer in diesem Kampf« beiseite steht, der wird einmal nicht nach seinen Worten und Gesten, sondern nach seinem Tun und Unterlassen gerichtet wexden. Herr Schiele setzt damit seinen Kampf mit den Sezessio- nisten um die Seele der Landwirtschaft fort und führt ihn — wie die Gegenseite auch— mit rein agitatorischen Mitteln. Denn sachlich hat die Landwirtschast durch den Auszug der Rechten gar nichts verloren. Die �ekordöiäienfchsucker. Die Hakenkreuzler gestehen ihre Betrugsabsicht ein. München, tz, März.(Eigenbericht.) Die Mitteilung der sozialdemokratischen Presse, daß die Mit- glieder der Razi-Reichstagsfraktion den Betrug an den Erwerbslosen vervollkommnet und sSmtlichlhre März» diäten eingesteckt haben, hat in dem hiesigen Hitler-Blatt wie ein« Bombe eingeschlagen. Es wird jetzt offen eingestanden, daß der betrügerisch« Antrag der ausgezogenen Naziabgeordneten nicht etwa zum Ziel gehabt habe, den Erwerbslosen die ge» samten Diäten der Abgeordneten zukommen zu lassen, sondern nur die Summ« jener Abzug«, dl« den Abgeordneten für geschwänzte Sitzungen gemacht werden. Mit diesem Eingestöndnis wird die Bekrugsabsscht d«» I Nazi-Antrages noch offenkundiger. Die Herren Hiller-Abgeordneien wollten großmäulig auf jenen Teil der Diäten verzichten, auf d«n sie nach dem Perlassen des Reichstages rechtlich überhaupt keinen Anspruch lnehr hatten. Die Ztzll M. sür nicht geleistet« Arbeit wollen sie jedoch wiederum skrupellos für sich einstecken. Nach der fetzt in dem München«? HiL«r-Llatt«rfolgten Interpretation des Antrage« soll nur der Rest von 249 M.,„diese erkleckliche Summe, den Erwerbs- losen zugeführt werden". Das hätte der„rote Genosse Löbe" ver- hindert, wobei die Nazis verschweigen, daß weder der Reichstag«- Präsident noch sonst jemand nach eigenem Ermessen über die den Abgeordneten nach den gesetzlichen Vorschriften gemachten Abzüge oerfügen kann. ES stinkt? kiel, 6. März.(Eigenbericht.) Hitler hat einen Beauftragten nach hier entsandt, der in der Kieler Ortsgruppe der Nazis Ordnung schaffen soll. In der Führung dieser Ortsgruppe soll es ebenso bedenklich aussehen wie in deren Kasse. Gchulhe-Naumburg als Rowdyheros. Kunstdebatte mit(Schlagringen. München, tz. März.(Eigenbericht.) Ihre Knüppel- und Schlagringmethoden über- trogen di« Nazis neuerding» auch auf Versammlungen, in denen keine Polittt, sondern künstlerisch« Fragen behandelt werden. Am Donnerstagabend sprach im Konzertsaal de« Katholischen Kasinos in München der Weimarer Frick-Professor Schultz«- Naumburg über„Kampf um die deutsche Kunst". Etwa die Hälfte der 590 Zuhörer waren Münchener Künstler, die sachlich an dein Thema interessiert waren, während die ander« Hälft« aus Partei- freunden des Vortragenden bestand. Di« es in München üblich ist, erlaubten sich die Künstler auch Zwischenruf«. Da kamen sie aber schön an. Der Saalschutz, der nach Feststellung des Polibeiberichts aus uicht uniformierten SS.-Leuten bestand, ein in außerpolitsschen Versammlungen bisher unbekanntes Ding, fiel sofort über den ersten Zwischenrufer, den Maler Wolf Panizz», her. Er wurde umringt, mit Schlagringen, Fäusten und Fußtritten bearbeitet und schließlich mit schweren Verletzungen aus dem Saal hinausgeworfen. Das gleiche passiert« dem Mckler Günther Theater am Gchiffbauerbamm. Savoir:„Der Oomptear'. Alfred Savoir entdeckt im liebenden Weib den teuftischen Dämon. Da bi» zu dem Autor nach Pari» offenbar noch nicht die Kund« gedrungen ist, daß wir schon lange einen Wedekind kennen hüll er sein« Entdeckung für großartig genug,«in« Komödie gu schveiben. Dab« verbreitet er sich in langstieligen Tüfteleien. Carola N«h«r scheint«ine hervtich« darstellerisch« Leistung an diesem jaden Abend vollbracht zu haben. Genau konnte ich da» von dem Platz aus nicht erkennen, den da« Theater dem Kritißer de« „Vorwärts" anbietet.* Dgr. Graßmann, der e bensall» erheblich« Kopfverletzungen davontrug. Ebenso wurde seine Ehefrau hinausgeworfen. Als zum Zeichen des Proteste» eine ganze Anzahl von Künstler» den Saal oerlassen wollten, wurden sie mit Gewalt daran gehindert. Schließlich wollten Kriminalbeamte, die inzwischen mit dem Schutz anderer bedrohter Lcrsammlungsbesucher beschäftigt waren, eingreifen. Jetzt nahm der Saalschutz Reißaus. Schlägerei im Palais Bourbon. Oer Reger-Minifier für Zwangsarbeit in vea Kolonien? Paris, tz März. In den Wandelg ringen der Kammer kam es heut« nachmittag zu«inen, Zusammenstoß zwischen dem sozialistischen Abgesrd- netcn M as so n und dem Unterstaatssekvetär an Kolonialministe- rium D i a g n« bei einer Diskussion über die Zwangsarbeit in den Kolo»i«n. D io g n«. der selbst aus den Kolonien stammt, verteidigte die Zwangsarbett(!) und ließ dabei eine den Direktor de« Genfer Ardettsamtes Albert Thomas herabwürdigend« Leußerunz fallen, worüber e* zu«ine? Schlägerei zwischen ihm und dem Abgeordnete« kam. Sacl- diener mußten im Verein mit einigen Abgeordneten eingreifen, um dem Zwischenfall ein End« zu machen. Verstärkung der spanischen Opposition. Santiago«Iba mit ihr solidarisch. Pari». 6. März.(Eigenbericht.» Santiago Alba, der in Poris in stciwilliger Verbannung lebend« spanisch« liberal« Führer, hat om Freitag den Besuch de« spanischen Polttiker» Pri«to«inpsangen. der ihn über die Ad- sichten der Opposition und ihr« Vorarbetteu zur Bildung eine» Wahlblock» für di« Einberufung einer gesetzgebende u Nationalversammlung in Kenntnis setzte. Santiago Alba erklär e sich mit den ihm unterbreiteten Zielen vollkommen«rnvcr- st a n de n und versprach, noch in diesen Tagen öffentlicheAuf- rufe an Molquiatez Alvorez. Villanueva und Burgos Mvza zu richten._ Ein Schock Lügen richtiggestelli. Genosse Th. Don schreibt uns: Lügen Hoden bekanntlich kurze Beine. Wenn aber diese Lügen übermäßig zahlreich sind, gibt e« keine Möglichkeit mehr, sie alle rechtzeitig Zu ertappen. Ich bin also gezwungen, mich einstweilen mtt-der Festnogelung der dreistesten über mich im Zusmnmen- hang mit dem Moskauer Schandprozeß verbreiteten Lügen zu bc- gnügen: 1. Es ist«in« Lüge, daß ich mich in meinem Nachwart zum Buch« Kautsiy»„Der Bolschewismus in der Sackgasse" im Sinne des „Interventionlsjrats" ausgesprochen habe: das gerade Gegenteil ist wahr, was mir jeder bestätigen wird, ber dieses Nachwort In deutscher Uebersetzung im Vezemberhest des Wiener„Kampf" nachliest. Z. Es ist eine Lüge, daß ich im Frühstchr 1928 in Stock- Holm eine Zusammenkunft mtt Tetteldaum hatte: wahr ist dagegen, daß ich in jenem Jähre überhaupt nicht m Stockholm war. Z. Ei ist«ine L ll g e, daß ich in Berlin jemals mit Berlatzky. Pettmin oder Ginsbnrg zusammenkam und durch ihre Bermittlung irgendwelche schriftliche oder mündliche Austräge Herrn Scher über- gab: wahr ist vielmehr, daß ich alle genannten Herren seit mindesten« neun Jahren, seil meiner Auzweisung au« Sowjet- rutzland, nicht gesehen habe und weder durch ihre Vermittlung. noch auf irgendeinem anderen Wege in meinem perlönlichen Namen oder im Namen unserer Delegation mit Scher in Verbindung trat. 4. Brauch« ich noch hinzufügen, daß die Behauptung des Berliner Vertreters der TASS.(f.„Prawda" vom Z. März), daß unsere Ausland»delegation oder die Redaktion des„Sozialistischen Boten" im„Vorwärtihans" ihren Sitz haben, eine ebenso krasse wie leicht zu lviderlegend« Lüge ist? Ebenso seine Behauptung, daß irgendein Mbglied der Redaktion des„Sozialistischen Boten", die bekanntlich aus Abramowitsch. Dalin und mir besteht, zugleich Mit- gl-ed der..Vor-värts'-Redattion sei? Daß unser« Redaktion ihren EM? nn Hernie der Druckerei H-mpel(Zimmcrstraße 7—8). wo der „SB." gesetzt und gedruckt wird, hat, do» sollten doch olle bolsche- «Pische» Spitz«!«ig«! Schützt die Volksgesundheit! Drei sozialdemokratische Neichstagsredett. Im Reichstag setzte am gcstTigen Freitagnachmittag Abg. Frau EJsb«(Z.) die innerpol ilischc Debatte mit einer Rede fort, in der sie zunäckst die Auflösung der Familie durch das feupjet- russische Er�ehungsiyjtem tadelte und unter fartviährenSen lärmeichen Zurufen und Zwischenreden der Kommunisten Verhinderung solcher Theateraufsührungen wie Z 218 und der Sowjetfilmvorführungcn verlangte. Die Freidenkerbewegung enthält fast nichts Positives, die beschäftigt sich nur mit der Kirche, und wie! Die Regierungen sollten sich auch um die 5ziNeintragvng des Ktasjenkampses in die Schulen kümmern. Abg. Frau Dr. Mah(D. Bp.) bespricht Schulfrogen und legt den Schulbehörden nahe, für grtßrre Einheitlichkeit der Sprachensolge auf den höheren Schulen zu sorgen. Abg. o. hammerstcin coxlen(L.-chaNN.) begrüßt die Aus- führungen des Ministers gegen die Zentrale der Gottlosen. Abg. Schlange(Landvolks spricht zunächst gegen die Religionshetze der Gottlosen und dann gegen die Rechtsradikalen. Ein nationales Verbrechen ist es, den Ver zwei selten vorzureden, dag es erst nach einer Katastrophe bester werden könnte. Ein Volk, das so gefesselt ist, kann durch einen BürgertrieF nichts gewinnen. Unruhen ernsthafter Art würden einen katastrophalen Kreditoerlust für Deutschland bedeuten, der sich auswirkt von Rem Jork bis Oppeln. Statt der gewaltsamen Herabsetzung des Zinssatzes würde eine gewaltige Zinssteigerung unsere wirtschast ganz ruinieren. Aus der jetzigen Stimmung kann nur eine seste Führung das Volk tierausbringen, wie einst der Freiherr vom Stein mit seinen geradezu grundstürzenden Reformen. Den Russen geht es heule schlecht, aber sanatisch begeistert erwarten sie vom Fllnssahrplan, daß es Ihnen dann besser geht. Solch« Mastensuggestion für den Wiederaufbau wünschte ich unserem Volke auch. Minister Dr. Wirih hel>t gegenüber dem Vorredner hervor, daß er keineswegs über dl» Gefahr des Bürgerkrieges leicht hinweggegangen sei; aber nach seinen Besprechungen mit den Innenministern von Preußen, Bayern und Württemberg könne er nur fragen: Glaubt jemand, daß irgendwo in Deutschland eine SA., oder ein kommunistischer Trupp auch nur einen Umsturzversuch wachen könnte, ohne d»ß dieser im Keim erstiikl würde? Gewiß, wenn Millionen'Berzwoiselter anfstÄiben, dann märe die iaziale Revolution vor der Tür. Große Parteien haben hier ihre Programm« zurückgestellt zugunsten der allgemeinen Notwendigkeit. Freilich, wenn die Nationalsozialisten draußen eine wüste hetz««m- iesteln, auch gegen einzelne Politiker dieses Hauses, so sehen wir darin, geistige Kriie.(Zurufe der Kommunisten:... in der Sie sich beimden!— Heiterkeit.) Im jetzigen Augenblick geht es nickst i;m geistig« Diskussionen, zu der ich Übrigens immer gern bereit bin. Da» Reichsgericht Hot dieser Tage in einem Urteil festgestellt, daß mindestens Teile der NSDAP deren Ziel durch aewaltsamen Umsturz erreichen wollen. Dagegen gilt es zusammenzustehen. Uist> dann hat der deutsch« Staat in diesem Winter keinen Grund zur Besorgnis. (Hei fall.) Abg. Or. Motak(Soz) nerwesst auf die von ihm dem Reichstag vorgelegt« D«nkichrist über die Gefährdung der Bolksgesundheit durch die gewaltige Arbeit». loikokeit und ihre Fstgeri Fünf Millionen Arbeitslose bedsutet 20 Millionen direkt davon Petroffene. In allererster Reih« wird dt« Volksgefundheit dadurch beeinträchtigt. Direktoren von ktaderkllnltev sagen, daß die Mißstände bereits in lebhafter weife an. die ärgste Not der Kriegsjahre erinnern. Äerfchmutzung und Bertausung. wie in jener Zeit, wird wieder beobachtet. Kinder können nicht gebadet werden, weil die Eltern kein« K o h t e zum Wasserwärmen haben. Es fehlen Kleider u«d Schuh«. In einzelnen Familien mit mehreren Kindern können diese nur abwechselnd zur«chule aehen, weil nur ein Paar Stiefel vorhanden ist. Kinder werden morgens hungrio ohne Frühstück In die Schule gejagt, ihre Kleider sind zerschlissen, sie haben kein Hemd aus dem Leibe. Die ärztliche Hilfe wird da und dort nicht mehr in Anspruch ge- nommen, weil die Mütter kein Fahrgeld haben. In einzelnen Gegenden wird schon die Besorgnis ausgesprochen, daß wir über kurz oder lang wieder Fälle von Skorbut zu verzeichnen haben werden. Eine schwere Beeinträchtigung des körpertichen Zmtandes, eine sehr b-bäuerliche Zunahme des Altoholismus sind weitere Folgen. (Hört, hört« links.) wir sollten alle unsere politischen Maßnahmen, alle Gesetze uad alle Ausschußberatungen immer wieder nach ihren Wirkungen auf die volkzgcsuadheit beurteile». Man spricht soviel von der Bolksgesundheit. man darf sie aber nicht durch«ine unsoziale Potttik verkümmern lasten und das einreißen, was mühsam ausgebaut worden fft. Nach den schweren Attacken der Kriegsjahrc mit dem Kohlrüben» winter van 191(5/17 und der Inflation bat fetzt die deutsche Volke- Gesundheit die dritte, viel gefährlichere Attacke auszuhallen. Di« dem Menschen eigene Rescrvekrast wird schon das drittemai beansprucht. Wer willens ist. dieser ernsten Situation Rechnung zu tragen, der muß setzt vor allem an die Volkegesundheit.denken und wir müssen unsere Maßnahmen danach einrichten.(Lebhafter Beifall der Soz.) Abg. Beck er-Berlin(Komm.)— da» jüngste Mitglied de» Haus«? — polemisiert gegen da« B«rlanaen von Kardarsss nach Erhöhung des Wablalters, das nur der Angst vor der Arbeiterjugend entspreckz«. In der Sowjeiunton besteht das Wahlrecht vorn 18, Jahre an.(Rufe der Soz.: Aber was für eins.) Abu. Frau Bohm-Schuch(Soz.) wird von den Kommunisten mit beleidigenden Rufen empfangen und antwortet ihnen: Ich bin die Müller eines Kindes, das ungefähr so dll ist wie der Vorredner. Gerade darum habe ich dos weiteste Verständnis für die ungeheure Ro» der erwerbslosen Jugend. Aber nicht komwu- nistische Vhanlasiegebilde können helfen, und»ich» der weg in eln Dunkel, das ebenso groß ist wie bei den Faschisten aus der rechten Seile. Leider ist es ja so. daß kommunistisch« Unternehmungen die Grundlage für die faschistische Entwicklung geliefert hoben.(Lär- mende Zurufe der Kommunisten.) In dem Verbot des Remarque- Films erblicken wir«inen Teck der Kulturmktton. Die Rechtslage ist allerdings so. daß weder di« Reichsrepierung noch der Reichstag dos Berdot anfheden können. Ebenb eshatb beantragen mir eine Aenderung des Gesetzes Neben der Mißbilligung des Verbots fordert unser Autrag, daß verboten« Filme vür geschlossenen �erbnentmsen ung�nücti oorqeführt werden können. wir sehen in dem R-margu-.Filw die augenblicklich stärkste und Friedenspropaganda. Und gerade st« muß in» Volk dringe»." Da- Verbot«st«fec politisch« Entscheidung, di« ta» Schtsptrigesch 1 ausdrücklich untersagt. Das Verbot ist unter dem Druck eines Straßenterrorismus erlassen worden, der die wahrheitsgemäß« Darstellung des Krieges unterdrücken wollte. Dabei kann selbst die vaturgetreueste Darstellung mir ein schwacher Abklatsch der grausigen Wahrheit des Krieges sein.(Lebhaste Zustimmung link».) Wenn hier ein Redner von Zllüttern gesprochen hat. Mi anders über den Krieg denken sollen, so können da» nnr Ausnahmen sein— Eltern, die den Krieg selbst nicht kenne», aber ihre Kinder hineintreiben würden. (Sehr wahr! links.) Es ist dos schwerste Unrecht gegen die Müller, ihnen nachzusagen, daß sie nicht allts WN wollten, um einen Neuen Krieg zu verhindern.' Während dieser Film dem Volk vorenthalten wird, können die kriegstreibenden Ufa-Prvdukt« ungehindert wirken. Ms schönstes Weihnachtsgeschenk war in„n-llionalen" Blättern ein solcher Krieg»film für die Jugend angepriesen.(Hört, hört! und Entrüstungsruse links.) Nicht so wollen wir unsere Jugend erzogen wissen, sondern zum Frieden und zur Kriegsdetämpsung, dos sind wir der Ehre unserer Gefallenen schuldig. Ihr Tod soll uns ein« mahnende Warnung sein. Nehmen Sie unsere Anträge an! (Lebhafter Beifall der Sozialdemokraten.) Abg. Schlack(Z.) schildert den schlechten Ernährungsgusland der Arbeiterschaft und weist die beim Crnährungsetat gehaltene Rede des Wirtschaftsparteilers Schneidewind zurück. Da Schneidewind behauptet hatte, bei ihm in Köln kvst« ein Pfund gutes Ochfenfett tzü Pfennig, und da Köln sonst als eine der teuersten Städte bekannt ist. habe Ich telearaphifch angefragt und folgende Antwort bekommen: „Bei Schneide wind kostet ein Pfund Schweinefett<*> Pf. stop(Heiisk- keit), ein Pfund Blutwurst, billigste, öl) Ps.(Große Heiterkeit und Rufe.stop"), ein Pfund Leberwurst 6<1 Pf., ein Pfund Suppenfleisch mit Knochen M> Pi., alles geringe Qualität/(Groß« Heiterkeit.) Herr Schneidewind ist übrigens seit 19?5 Mitglied des Konsumvereins „Eintracht" in Köln unter Nummer 81 Ä?(Große Heiterkeit) und bat dort 5000 Mark Spargeld eingezahlt.(Stürmische Heiterkeit, da Schneidewind auch scharf gegen die Konsumvereine geredet hatte.) Herr Schneibewind, ich rate Ihnen in Zukunft bei der WahrheU zu bleibeni(Beifall.) Abg. Geilert(Goz.) verweist aus den großen Umfang der Polkskrankheiten, nennt die gewaltiaen Zahlen der Anstottsinsassen und erweist unter Berufung auf ärztlich« Autoritäten den großen Wert der Körperpflege und der Leibesübungen für die Volksgesundheit und besonders für die Stär- hiua und Ertüchtigung der Jugend. Darin iawahl wir in sanitärer Hinsicht hat die Arbettersportbewegung die größie Bedeutung. So hat der Arbeiterwasserrettungadienst im verflossen«» Jahr bei j2i)ÖÖ0 Wack/stunden 1180 Lebcnsrettuugen, davon 1076 mit Erfolg, in Angriff genommen. Bei den Hochwasserschäden an Rhein, Elbe und Oder!>at diä ArbeiterspoktbewcgUstg viel Rettungsarbeit geleistet. Dazu kommen die Leistungen an neuen Plätzen. Jugendheimen und Unterkünften, welche Einrichtungen einen Gesamtwert von über ll! Millionen Mark haben, wovon aber nur 6 Praz. au» öffentlichen Mitteln stammen und über ZI Prvz. durch frciwilliao unbezahlte Arbeil der Mitglieder geschaffen wurden. Die Erhaltung dieser Einrichtungen köstst jährlich iVt Millionen. davon 15 Pro*. Steuern und Abgab«».(Hört, hört! link».) Di« vom intiisraktronellen Reichstapsau�chüß für Leibesübungen beschlossene Erhöhung der Reichsbeihilfe ist von der Regierung w'ncher auf 780000 Mark gekürzt wordric Mr beckktragsn Erhöhung und werden auch«inen DeckungsantrUg einbringen. Die sporiiick>en W«ttkämpi«, sreiklch nicht die unsinnlgen Lechs- tagerennen und die Rekordjaqd, müssen mehr als bisher unttrstützt werden. Während wir für die erst« Arbciteroiympiade in Frankfurt am Main 10zS nur Zl 000 Mark vom Reichsinnenministerium er- hallen baden, bekamen die internationalen Kampfspiele in Amsterdam 450 000 Mark. Für die neuen Kampfspiele in La» Angeles sollen 50 000 Mark gegeben werden. Für die Arbeiterolympiade in Wien ober nur 18 000 Mark, drzu 10 000 Mark aus dem nächst» jähriaen Etat! Das klein« Finnland stellt für die Arbelterblympi-ade 500 000 finnische Mark zur Verfügung. Da müßte Deutschland doch mehr tun!(Sehr wahr! linls.) Wenn Herr Schlange der Jugend nachgesagt bat, daß sie keinen Idealismus habe, so weise ich auf di« vielfache Anerkennung auch bürgerlicher Beobachter für unser großes Fest In Nürnberg hin. IZ ZOO unserer Festkleilnehmor besuchten damals das Dürer. Museum, während acht Tage daraus beim hitler-lag nicht einmal Hunderl hakenkreuzler da» Bedürfnis halten, sich alte deutsche Kultur anzusehen. Wenn die Arbeiterjugend singt„Mit uns zieht die neue Zeit", so marschiert mll ihr die Kraft und der Wille, zu einer besseren Zeit zu kommen.(Lebhafter Beisoll link».) s Abg. Schneidewiad(Wp.): Ich habe nicht gesogt, daß c5 bei mir so billige Wurst gibt. Mein SPärguthoben bA de?„lStKWuchl* ist durch die Inslätwn aufgezehrt worden. Der„Eintracht" bin ich nur beigetreten» um zu kontrollieren, wie die Genossenschaft des Herrn Schlack am Mittelstand verdirill. Ich habe dadurch auch wertvolles Material über Ihr« Geschäftspraktikep erlangt. Abg. Schlack(Z.): Das alles wird stch ebenso als unwahr erweisen wie die vorigen Rede».desselben Herrn. Abstimmungen. Damit ist die Debatte beendet.— Zur Abstimmung über den kommunistischen Mißtrauensanträg erklärt Abg. Döbrich(Catche,) dos Mißtrauen seiner Freunde gegen Dr. Wirih. Bei der jetzigen Besetzung des Reichstages ist aber ein Mißtraucnsantrog«in« wertlose Demonslralion, und drin aus ganz anderen Motiven cingebrochteim tamnruinstischen Antrag stimmen wir nicht zu. Die namentliche Abstimmung ergibt die Ablehnung mit 271 gegen 66 Stimmen. 38 Wirtschostsparteiler und Lantnxstkleme cill- hallen sich. Die sozialdemokratische Eillschließung auf Urlaubsentziehung für di« Beamten-Abgeordneten, die dem Reichstag fern bleiben, geht an den Geschästsordnungsausjchuß. Ein komiNnnistischer Antrag auf Streichung der Polizeiko st« n z u j ch ü s f e für Thüringen und Braunschweig wird in namentlicher Abstimmimg mit 308 gegen 64 Slimmcn abgelehnt: ebenso«in kam, nuuistischer Antrag aus Mißbilligung der Erklärungen Dr. Wirths gegen die Freidenker- bcweguno. Mll den Stimmen der Sozialdemokraten Und der Kommunisten wird ein Emschließungsantrag der letzteren angenommen, de? Tfeuregeirmz des Verhältnisses von Staat and klrche, Kirche und Schule verlangt, aber nur die allgemeine Einleitung, während die Einzel- vorschlage der Kommunisten gegen deren Stimmen abgelehnt werden. Dosselbe Schicksal hat der Ausschußantrag aus Einführung emev neunten Schuljahres. Angenommen wird ein Zentrums- antra», der Hochschule für Politik wieder 100 000 Mark zu bewilligen. Verschiedene Anträge der Rechten werden mm der sazialderno- kratisch-kommuniftischcn Mehrhell abgelehnt, so auch aus Er- höhung der Ausgaben sür die Technische Hochschule. Dabei erheben sich rechts einige Smokingträgcr, toos einen KonmmN nisten zu dem Ausruf veranlaßt:„Ober, ein Helles?" Abgelehnt wird der chrlstlich-fvziale Antrag, daß die sticichsregierung die Riedrichchung des„Bundes der GotilofeN" in Deulfchland nicht zulassen falle. Der «eitere Antrag dieser Partei aus Einbringung eines ReichSfchul- gesctzes, das die Bekennknissthule schützt, geht an den Bildungs- ousschuß. Abgelehnt wird der kommmiistische Antrag, das Remarque- Filmverbot sofort auszuheben. Angenommen wird dagegen mit den Stimmen der Sozioldrins. kraten, der Kommunisten und der Slaatspartei auch in Zweiler Lesung her berests pekannle sozialdemokreifZjchc Anlr«« und Gesetzenlwurs zum Lichtspielgesetz. Der soforligen drUlen Lesung wird rechts widersprachen. Der Gesetzentwurf gegen den Wais«mnißbrauch wird dem Rechts- ousschuß überwiesen. Angenommen werden valksparteiliche Anträge aus Varleguirg eines RrichsoNgehnrigkcilsqesetzes und einer Zu- sammenfassung des internationalen Rechts, sowie eine Eittschließung der Linken, die Aushebung des 1020 erlassenen Streikverbol« sür lebenswichtig« Betriob« verlangt. Bon den Auslieferungsonträgen wird Nur, und zwar als un- strillig, der angenommen, der die Genehmigung zur Vorführung des Abg. Vr. Goebbels vor Gericht erieill. Gegen 21 Uhr vertagt sich das Haus auf heute, Sonnabend, 10 Uhr: Hausholt das Reiehstages, kleinere Barlogen» Genier Handelsabkommen......... Aricks Rache. Ein Monckl Gefängnis für sozial Vemokrak'schen Aedatteor. Eise noch, 6. März.(Eigenbericht.) Da» EisttnachS bst-ndgkrichk verwarf am Frettag die Berufung in dem Prozeß des Oberbürgermeisters Dr Jons an gegett den verantwortlichen Redakteur der„Eisenacher Lvlkszeitun g". Der verantwortliche Rsdatteur des betreffen- den Blattes war vor llltonaten wagen der Vervfsenllichung eines Ge- sprächs, das Oberbürgermeister Ianson in einem Berliner Hotel mit eineut Polizeikommissar hatte, zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden In der Veröffellllichung wurde u.«. darauf hin- gewiesen, daß Oberbürgermeister Dr. Ianson sich hochverräterischer Umtriebe schuldig gemacht habe, da er einen Polizeilommissar gesucht habe, der den Nazis oder dem Stahlhelm angehörte. 251«lästig« Ausländer" aus Amerika ausgewiesen. I» der letzten Woche sind in Verfolg der zur Bekämpfung der Arbeitslspg- kell eingeleiteten Kampagne 25 t Personen als läskize Ausländer aus- t gewiesen worden. Eichwänz-Dm�en. Seht sie sera mm Rktchstag Mm— doch der Segen kommi von oben! Sonnabend. 7 i Staats-Oper Unter d. Linden 187. A.-V ZO Uhr Sie[QttSliniflg ans dem Serail bnde Uhr Sonnabend. 7. 3. Städt. Gper Bismarck str Turnus IV 20 Uhr fiolalbea Lord Spleen Ende 22% Uhr Slaats-Qper 1« Plrlr tv Ripoblü. Uhr Die Hodizeif des Figaro OeflnO. brtnnrknf Ende g. 23 Uhr In Gm 161 A.-V. 20 Uhr Ende n.22h.Uhr Sraai.Sliiiiler-Hieaier.liiarliiig 20 Uhr: Zorn 1. Male Die Bekehnino desFredjsPislora AbonneraentvOutsch. ungflltig Ende 22»- Uhr Wirtp � Carlen• Zulr. 2819. RiiKtien irinbt. Tanna China, Dnncan Colllns. Ioiib Wrrkmelster. 4 Phllilpps. Karolcvna's. Dormonda usw. Sonnabend und Somtag je 2 Tonttltangen 4 und R" Uhr. 4 Uhr kleine Pr 1 Tägl 2 Vorst?. 5 u- 8 Uhr { Barbarossa 9236 Ridm. 50 Pf. bis 3 H. abends I bis G IL Oollie u. Billle Dance Fablet Co. mit Estclle Nattern und wnltnr« Attrakt'onen. I Täql. 5 u. 815 sonnt. 2. Sa. g» E 4. Alex. 8066 Nehm. 50 Pf— I M., abdn. 1-2 M Bu-Bu D&ZV£l- Peter Plel, Das Original �syBBonde Rfoo, Harfenijüartftt es*. •■�CASWO-THEATER Lothringer Strafte 37 titHiuitinrunitir Sic werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 fliese schwtegervater Dazu das neue März• Programm! CuUefacln 1— 4 Personen Fauteuil l-2i AU Sessel 1,7S M- Sonstigc Pr. Parken 7t PI. Ring 60 PI. däT bläüeTiemd VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEN BACH DnaHEiMögaEBi VolKsbUbne Theater en Sfllowjlatr. 8 Uhr flans Albers in Liliom Vorstadtlegende von Franz Molnar ilaalt. Sdiiller-Tti. 8 Uhr Die Bekedrong des Fredvs Pistora Ttiuter am sctilitoauerdamni 8 Uhr Der Dompfear Oeatsdies TDeaiei 8 Uhr Der Hauptmaoo voo ROpeoKk v. Carl Zuckmayet Segle: Heinz Wert Kammerspiele 8'/« Uhr Pariser Platz 13 von Vicki Baum Btgi«: Gostaf Grüudjaos Die Komödie 8V. Uhr Die Fee nn Franz Molnar ügie: Stefan HuL Barnowskn-dDhoBi Theawr Ii dnr Slrescmonnsn. >>'/. Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnovrsky KomBdienhaus &k Uhr Eine königliche Familie Neues Theater —— am Zoo• SoBibnlLZni. StpLSSSl Täglich 8". Uhi Emmy Storni a. G. Halifornlsdie FrQdite Musik. Komödie v Mai Hansen iFiDyPrager GROSSES SCHAUoPiELHAUo Tägl. 8 Uhr. IM WCIMeo EtfiStL Stg. nachm 3Uhr Originalbesttzung billige Prese Reg e: Erik Charell ROSE-THEATER Tägiidi El : ED EEHH M .4« n Oparette tos Smlmin Regie Paul Rose Tänze: Georges Blanvalet In den Hauptro'len: Traute Rose. Lonl Pyrmont, Ilse Vollborn, Hans Rose, Kart Gfiillch. Kurl MiknlsU Abendpreise von 50 Pf bis 3 M. Dienstag, Mittwoch. Donnerstag nächster Woche 5.30 Uhr: „Das Parüni meioer Frafl" von Leo Lenz. Preise von 30 PL bis 1 50 M. 20 Minuten Kaffeepause. Kaffee u Kuchen 30 Pf etägiger Vorverkauf n-l und 4— 9 Uhr. Alexander 3422. Grote Frankfurter Strafe 132 U Bahn Strausberger Platz ImW-IlM Täglich 8V. Uhr Die schölle Alexandra Usseft. Sdmllver. FuH. fesjiermann. Sikla Sonntags 4 Uhr Kleine Preise Viktoila ddiI ihr Basar [ THBENDOWi R PFEIFFER KÄ-ÄÄe RnrfOrstendamm- Tkeater Bismarck 449 EH] Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regle: Mai Reiobardt Komische Oper . 8'-, Uhr Kleine Preise. Peppina anter penanlidir Lfitug 4« Konpooatia Robert Stolz ia dir Premismbiutzng Kleines ineai. Täglich 8V. Uht Liehe umoodern Grete Reiowald Will Kaufmann. Heinz Klubertanz. Sonntags 5 Uhr I x ist keinmal kl Preise 1—4 M. Zimmer WKWK ood;Mk.ä- doIoniH W? »arlln HOTELaAnrjM EXCELSIOR Gtnbmeitsjiig 5. ÄIüJIc 36. Preubisch'SüddeulIche Staats-Lollerte. Ohne Gewahr Nachdruck verboten Bus leb« Sfzogtne Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und ll 23. Ziehungstag 6. März 1931 In der Heuligen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 400 ivt. gezogen 4 OUDtnnc n> BOOO M. 282983 3321 19 24»«»ian. m 3000 TO. 13434 14427 42446 89793 144262 169778 192880 205649 224987 260388 357626 359345 62«tminnt 2000 DL 6590 9790 18925 37391 61326 62861 68663 70922 107271 107647 128394 167258 182562 185795 188541 219146 228737 230701 240657 242488 243709 257104 271813 286774 292080 3041)87 306587 351582 365767 392994 393791 138«ewinn. w 1000 TO. 2780 7863 8377 15486 27432 30162 33071 34576 37700 40821 43394 44012 44710 46996 54457 7858678852 101619 101650 102922 110749 123345 135128 140722 145804 146561 155948 158663 159064 159763 161671 163360 169199 172530 174314 174618 181778 185126 194345 200707 204456 219998 223669 233653 235369 235516 243042 243666 253035 267308 259193 260733 261712 284300 293325 294001 305501 315812 320316 322021 330395 333326 346651 348578 354095 383072 389271 397895 393568 180•«Winnt ,» 500 TO. 2605 7633 14620 16567 22212 33179 33696 42604 53589 54326 56686 63649 74622 75003 76420 78658 79267 80632 90503 108944 110043 112877 116810 122519 123084 126656 128035 135161 138631 140299 142997 143848 145947 147697161736 166273 163358 164506 164791 168487 168496 191598 200676 201524 207380 208286 203625 210751 21 1664 217585 221020 224952 225932 226932 241363 242137 242383 249126 252997 255896 260433 261786 269988 272939 281958 286322 286380 201604 308125 308807 324436 330066 335622 336807 336859 340198 350682 359317 360004 362415 367024 372238 374214 381112 382433 386076 388185 389716 392981 395296 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über<00 M. gezogen 6»«Bin« gn 10000 TO. 30490 111163 155716 8»«Bin« gu 5000 TO. 157458 203957 274390 341411 32»«Bin« in 3000 TO. 34742 44161 86404 113013 119315 136089 182384 205522 285380 237570 312130 316174 316743 325944 349186 363877 38»-»in« gn 2000 TO. 23986 29618 30491 45727 61254 79294 04990 103909 108316 111368 140442 153670 167786 172407 199573 208�°t3�e1?n318OOO®i3&3604 7696 25097 25307 27302 31995 83815 86900 87717 92821 94533 98079 107358 115412 132801 138182 154667 163549 1G9608 203081 2051 17 207540 219316 220807 229715 235902 251800 254954 277007 280091 288358 326332 328943 341821 973 352231 375075 375450 333416 398754 142»«Bin« gn 500 TO. 2530 8394 9572 19660 21228 29452 38756 41746 48439 51723 57023 59024 67559 67683 67901 78085 81803 85647 86565 94598 105579 122375 133603 139776 160469 153128 1 54720 157233 1 57361 1Ö8031 159712 102623 165719 166976 174184 175947 176175 182961 191774 200660 208321 212053 213077 213319 216207 220838 222700 228040 223259 2416o3 2j8928 264101 278040 233942 293416 295298 300400 301738 305 28 316933 320681 321948 323087 337481 339249 354837 357065 360184 370821 373988 378768 Im Gewinnrade oerblieben: 2 Prämien zu ie SODlOO, 8(Semirme zu je 250U0, 26 zu je 10000, 92 zu je 5000. 200 zu w S000, OSO zu it 200a 11�4 Jtt je looa 1884 zu I« 60Q, 5938 zn jt 400 Mark. Reichshallen-Theater Uadi|T| Stiegtag Radnittag mn Dtu Stettiner sanger �Dte Uro er oiu dem Hmt-pennr Pnis-lbbao: Hira-Parkitnspi. : Miltel-Part.tt I M. fSp Onbestarsiiz oed logee Ufl M. Nachm. ermäBjgte Preise I DSnhon-Breifl: Variete-Ronz.-Tanz BETRIEB e K KEMPIHSRlO Rose-Theater Br.Franktnitväir.iäZ Tel. Alex 3422 u 34»< 7 Uhr und 10.13 Uhr Die Faschingsfee rbeaterlWeiteoi Täglich g!>äi unb Bflid-.tireue. fem» Befcheibenheit unb griebTertigteit sicheln ihm ein ehrende« Anbenken. 9 et lin, ben 7. Mär, 1931. Gesdiaitsletlong und Persona! der Vorwirt» Bndidrackercl Trauerfeier; Bienetag. 10. März. 17 Uhr, im Krematorium Baum. fchuienweg. Nach langem fchwerem Leiben verstarb am ä. März mein innig. geliebter Mann und herzensguter Zahn, Zchwtegerfohn, vruberunb Schwager »«Verl Irefmer im Aller von 36 Jahren. In tiefem Schmerz Johanna Trainier, geb. lunga, Familie Wilhelm Komm, Familie Bernhard Junga. Beerdigung findet Sonnabend. den 7. Mäiz. 13'/, Uhr. auf dem Zeniraiiricdhof Friedrichs- leide stall. Hileine Anzeigen. utirkungsveU undbtUia � 1 0».?000 Wort.«OOO Wort. ,0* i« durch ömm Vcrta«, Imdanatr. 3(*»9 hu 5 Uhr), und tbmMuh» Vorwdrtz Filialen u. Auegabaetnllao »fKhrWtiwen tS W., T»rImibi i I J Ff./ Wl»dmrhAlufiwermbu j SSwWfifaeucPwt Uh»fschrmtwre>r4 ,5 W.. Tantwart IQ H. Annohew« Berliner Iflk TrlO N■■ k S 1 1■. w Lahnau- 74/76J Wir hrtRts tltftate Anzöge und nSntel so#■Ucrtrscbtea Stoff« Für M 39.- ___ dnichlleßllch unseier simtlichcn Zutaten— Tadelloser Sitz— Boßbaarrcrarbeituni; Ans unseren Stoffen. von 75 Mark HerrenhlelderiUileMi Sijt irj Gebr. Piket tegi 1111 Kleaterstraße 6B 8er»iig«Mts Moabit: Snllnoer Strai» e Orten: Frtnklurter Alle* 3S4 Wmtan: AHn»burper StraBe 43 Elngtng Paolenieschlll Nomen: ChautstealraSe 47. Luien OberechSneweltfe: Slimonsstralo 14 NtukOln: PflOnentraB» 2« Tand: Brunovntraae 49 TomoellMl; Kal«.-ln-A«i)U»U-Str. 71 «�Herr.-u.Knah.-KonleKilon( flofungehaibez Slnteloerrauf bitert verhaute| Wenig geteaaene I MoftermSbel. I Hanalictflarbtrob»'TfusilcllunB Namer» I»lus Ist von Millionären, lina. Nastanien- I iRätrUßlCIltl Herzten. Anwälten, alle» SS. Nusibaum. 1 Aabelhaft billige büfett 90.—: Eland. mian,,_ ctiäaei Breis». Smpfchle übten 75,—: Wäfche» Riefcnlager Bedi. Zaillkiunäntei.Pale. schränk« 20/—. Nie. gxjn Bflllhnkt lots. Track«, sma- fenauswahl. Sah. Eixinwa» Schwcdr 1000 Teppiche. 5000 Meftr Läufer in Coco« Boucle. Befaur. Beltvor- p":\pir_ �npienv. MHloe Bresie°Är«' Mtof'änf«""mmcr. UTan™' Dtaifle� �ruer TinzelmSbel Weit«, zz�nger, Marsiliu«. ftrasie acht. Nähe «IcranbervfaK_ Teilzahlung! Teilzahlungl Teilzahl-ngl kulant, billig, reell. Au-w-hi>uch� bu Mobe. Mongolische Els-Is'rstr. 5. 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Es heißt darin: Die Arbeitslosigkeit im Berliner Baugewerbe hat einen erschreckenden Stand erreicht. 53 468 Bauarbeiter sind in Berlin zur Zeit erwerbslos, des sind mehr als drei Viertel sämtlicher im Baugewerbe Beschäftigten. Die freien Gewerkschaften Berlins fordern ein baldiges Arbeitsbeschaffungspro- g r a m m für das Berliner Baugewerbe, wenn nicht die Erwerbs- losigkeit in diesem wichtigen Produktionszweig, deren politische Auswirkungen in der Reichehauptstadt weit verhängnisvoller fem können ats in anderen Orten des Reichs, zu unerträglichen Konsequenzen führen soll. Gerade wenn der Leitgedanke der neuen Reichsgrund- sätze für den Kleinwohnungsbau, daß die Verteilung der Hauszins- sieuermittel für den Wohnungsbau künftig nicht mehr unter Berücksichtigung des Auftommens, sondern ausschließlich unter den Gesichts- punkten des dringendsten Bedarfs erfolgen soll, konsequent durch- geführt wird, muß anerkannt kverden, daß die Reichshanpffladt unter den Orte» mit allerdriugendflem wohnuvgsbedars und stärkstem Wohnungselend an erster Stelle fleht. Anfang 1931 wohnen in Berlin noch rund 113000 Familien in Untermiete. Weitere 40 000 Hausen in Kellerwohnungen. Mit rund 40 000 Haushaltsgründungcn muß tn diesem Jahr gerechnet werden. In den Jahren. 1926 bis 1930 sind 148 690 Wohnungsberechtigte von außerhalb nach Berlin zugezogen, während der Reinzugang an Wohnungen in dem gleichen Zeitraum insgesamt nur 121 186 be- trug. Während die gesamte Bautätigkeit Berlius nicht eiamal ausreichte. um den Wohnung-bedarf der von außerhalb Zogezogeueu zu befriedige», hat die Reichshauptstadt umgekehrt in den letzten sieben Iahren 313 Millionen Mark Hauszinssteuermittel für den Wohnungsbau an den Preußischen Ausgleichsonds ohne Rückleistung abgeiührt. Diese Benachteiligung Berlins darf nicht fortgesetzt werdem Die im vorigen Jahr zweifellos vorhandene, wenn auch in der Oeffentlichkeit stark übertriebene Dermietungsirts« am Ber- lincr Neubauwohnungsmorkt hat zu völlig irrigen Schlußfolge- rungen der Reichsbehörden geführt, die«ine Sättigung des Woh- nungsbedarss in der Reichshauptstadt annahmen. Nicht zuviel Woh- nungen. sondern zu hohe Neuboumieten kennzeichnen das Berliner Baujahr 1930. Wenn nicht am Bedarf der breiten Masse vorbeifinanziert worden wäre, hätte auch die außergewöhn- lich hohe Zahl von 43 892 Wohnungen, die im Vorjahre fertiggestellt wurden, unverzüglich Absatz gefunden. Da Berlin im Vorgriff auf das Etatsjahr 1931 bereits über 53 Millionen Mark und damit über den Betrag verfügt hat, der ihm nach der Kürzung der Hauszinssteuermittel durch die Notoerord- nung noch zur Verfügung steht, fordern die freien Gewerkschaften rine Sonderregelung durch einen vom preußischen Staat bereitzustellenden Kredit, der in den folgenden drei Jahren aus den Mitteln des Ausgleichfonds abgedeckt werden soll. Dieser Kredit würde Berlin in die Lage versetzen, ein Mindcstbauprogramm von 14 00« Hauszinssteuer- Wohnungen durchzuführen. Nach den Dorfchlägen der freien Gewerkschaften sollen 60 Proz. davon als I�-Zimmer-Wohnungen von 45 Quadratmeter, 10 Proz. als Wohnungen von 36 Quadratmeter für linder- lose Haushalte und 30 Proz. in Größen von 50 bis 60 Quadratmeter Wohnfläche gebaut werden. Die freigewerkschaftlichen Spitzenovganisationen Berlins be- tonen, daß das von ihnen geforderte und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten zweifellos zu verwirklichende Mindeftbaupro- gromm nur geeignet ist, das Schlimmste von der Wohnungs- Wirtschaft und den Bauarbestern Berlins abzuwenden. Berlin noch einmal im Schnee. Leberall Verkehrsstockungen.— Viele Lln älie. 3n Berlin und einem großen Test des Reiches ist der Winter noch einmal eingekehrt. Bei einem Temperaturstand von nur wenigen Graden unter Null setzte in Berlin gestern früh ein sehr heftiges Schnee- treiben ein. das bis in die Msttagsftunden hinein andauerte. Zeitweise teiste sich der dichte Wolkenschleier und es wirkte sestsam, die wirbqlrHxu Zchneemetzgen■ q8 hMki� S on aifN.lche.iN zu sehen. Entgegen der ersten Annahme, haß. der Schnee, den lieber- ganz zu neuem Tauwetter bedeutete, sank das Thermometer nach- mittags erheblich. Aber nicht alle Stadsteile Berlins sind im gleichen Maße von der „weihen Pracht* bedacht worden. Wenn auch in der Innenstadt schon herzlich wenig vom Schnee zu merken war, so zeigen doch einige Außenbezirke eine herrliche Winterlandschoft. Im Osten und Norden Berlins waren die Schneefälle bedeutend ergiebiger als beifpisls- weife im Westen. Viele, die gestern mit Rodelschlitten und Skiern hoffnungssreudig in den Grunewald hinausfuhren, erlebten eine arge Enttäuschung, denn vom Schnee war nur wenig zu sehen. Durch den Schnee trat gestern eine starke Bereifung der Fahr- dämme ein und vielfach konnte man beobachten, daß schwere Last- fuhrwerke stecken blieben. In vielen Fällen stürzten Pferd«, so daß die Feuerwehr helfend eingreifen mußte. Auch eine Reihe Passanten kamen auf den glatten Bürgersteigen zu Fall. Für fünf Personen hatten die Stürze üble Folgen. Mst Schenkelbrüchen, Armbrüchen und Rückgratverletzungen mußten sie in die nächsten Krankenhäuser gebracht werden. Zahlreiche andere Giätteopfer mußten die Hilfe der Städtischen Rettungsstellen in Anspruch nehnien, von wo sie nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen werden konnten. Vald geht das Ireibaöen los! Für die Eröffnung der st ä h t is che n Freibäder sind folgende Termine vorgesehen: Das Strandbad Wannsee hat Iahresbetrieb und trifft lediglich die Vorbereitungen, um für den Sommer wieder gerüstet zu sein. Das Strandbad Müggelsee wird am 1 April den Badebetrieb aufnehmen, und das Flußbad Lichtenberg, das mit warmem Kondenswaffer vom Großkraftwerk Klingenberg ver- sorgt wird, öffnet am 15. Mai. Die übrigen Freibäder werden am 1. Juni in Betrieb genommen und am 15. September ge- schloffen, während für das Flußbad Lichtenberg infolge der Warm- wasserzusührung die Badezeit bis zum 30. September läuft Der Schlußtermin für das Strandbad Müggelsee ist noch nicht festgelegt. Feuer im Kino. Zwei Borführer durch Stichflammen verletzt. 3m Borführungsraum eines Tageskinos im Haufe Brunnen. straße 181 entstand gestern ein gefährlicher Brand, bei dem zwei Borführer durch Stichflammen erhebliche Brandvcrlehungen erlitten. Das Feuer beschränkte sich glücklicherweije auf den Vorsühruugs- räum und wurde von den Zuschauern überhaupt nicht bemerkt, da die Sicherungsklappen sofort in Funktion traten. Während der 23jährige Vorführer Karl Hamann aus der Kleinen Hamburger Straße 10/11 gerade am Apparat den ablausenden Film beobachtete und der 24jährige Fritz Roll aus der Rojenthaler Straße 18 den Auswickelungsapparat bedient«, riß plötzlich der Filmstreifen. Durch die Reibung und Hitze« n t z ü n d e t e sich der Film sofort und loderte explosivartig auf. Die beiden jungen Leute wurden von den Flammen ersaßt und erheblich verletzt. Glücklicherweise gelang es beiden, den Raum trotz ihrer Verletzungen noch rechtzeitig zu ver- lassen. Hamann mußt« in die Charite gebracht werden. Roll konnte nach Anlegung von Notverbänden auf der nächsten Rettungsstelle in feine Wohnung entlassen werden. Das Feuer im Vorführungsraum konnte von der Feuerwehr schnell erstickt werden. Lkeberfall auf Bankboten. 20000 M. erbeutet.— Die Räuber im Auto enttomme«. Altona, v. März. Am heutigen Freitagmitlag gegen 1Z Uhr wurde in der Schillerstraße ein außerordentlich frecher Raubüberfall auf einen Bankbolcu ausgeführt. Aus einem mit vier Personen besetzten Kraftwagen stiege» plötzlich z«»ei Männer aus und sprangen auf den Bankboten zu. während einer von ihnen den lleberfallenen mit einem Re- volver bedrohte, entriß der andere ihm eine Aktentosch« mit 20 000 Mark Inhalt. Die beiden Räuber flüchteten dann wieder in den Kraftwagen, der in schneller Fahrt in Richtung Hamburg davonfuhr. Die geraubte Geldsumme bestand zum größten Teil aus 10- und 20- Mark-Scheinen, während 4000 Mark Silbergeld waren. Bei dem Kraftwagen Handell es sich um einen vierfltzigen braunen Personen- wagen mtt grauem Segellnchoerdeck. Drei Tote bei einem Hauseinsiurz. Mailand, 6. März. In der Rächt auf Frestag stürzte in R o n c« I l o bei Monza ein Haus ein und begrub die Bewohner unter den Trümmern. Bei Fackelbeleuchtung arbeiteten Karabinieri an der Rettung der Ver- unglückten. Das Oberhaupt der Familie und zwei seiner Töchter konnten nur als Leichen geborgen werden. Die anderen sechs Hausbewohner trugen schwere Verletzungen davon. Deutsche Banausstellunq stark beschickt. Die Anmeldungen zur Deutschen B a u a u s st e l l u n g Berlin 1931 sind m den letzten'Wochen so zahlreich eingelaufen, daß die etwa 60 000 Quadratmeter umfassenden gedeckten Au»- ftcllungshallen bis auf etwa 2000 Quadratmeter und das zirka 70 000 Quadratmeter umfassende Ausstellung-sreigelände bis auf etwa 3000 Quadratmeter fest belegt sind. Infolgedessen ist der offizielle Ausstelleranmeldeschluß der am 9. Mai beginnenden Ausstellung endgültig auf den 25. März d. I. festgesetzt worden. Führung durch das Pergamon-Mufeum. Der Bildungsausfchuß Eharlottenburg veranstaltet Sonntag. 15 Uhr, eine Führung durch das Pergamon-Mufeum. Arbeiterjugend und Gaste willkommen. Treffpunkt Eingang Neues Museum. „Sie hat mir dasselbe geboten für mein ungcrodetcs Land wie damals Ihnen für das gerodete", sagt Herr Schmitzer. „Gratuliere!" „Ich habe nicht verkaust." „Dann werden Sie. schon wissen, warum." „Jawohl. Well ich von Ihnen noch mal das Doppelte dafür kriegen werde, Herr Korn." „Wenn Sie mit mir� und meiner Frau das letzte Jahr durchgemacht hätten, würden Sie das nicht sagen", sagt Andreas ernst.„Aber hoffen können wir es immerhin. Noch 'ne Kartoffel?" In diesem Augetchlick schnauft es: Papendieck stapft aus sie zu. «Denken Sie", ruft er schon von weitem,„der Rüde wird scharf! Denken Sie bloß, der Rüde hat gebissen!" Er ruft Lenen zu, die an der anderen Feldleite die Fe''er überwacht.„Hö, Lene, Rolf hat gebissen!" Er winkt ihr; die am Feuer sehen erst jetzt, daß er seine Hand mit dem Taschentuch verbunden hat. „Wen hat er denn gebissen?" fragt Korn. „Mich!" sagt Papendieck stolz und zeigt seine blutige Hand,„vorerst mal mich!" Sie lachen alle, lange und laut, so daß Lene herantritt. „Nu ja", sucht Papendieck sich gegen das allgemeine Ge- lächter durchzusetzen,„es ist doch ein Anfang, meine Damen und Herreit! Ein sehr schöner Anfang sogar! Sie werden schon sehen, in Kürze—" Luise gibt ihm eine Kortoffel: nun will auch Lene eine. Papendieck findet plötzlich, daß bei dem improvisierten Kar- toffelpicknick doch eigentlich Maschkes fehlen— und schon bat er sie aus ihrem Häuschen geholt ihre Feuer find bereits heruntergebrannt, well sie nur dünnes, einjähriges?raut hatten. Die Anna Maschke, die sonst in letzter Zeit immer so vergrämt aussieht, hat ordentlich leuchtende Auoen im Glanz des Feuers-, ob auch Herr Schmitzer nur vom Feuer so rot ist, oder auch wegen Lene Papendieck, die neben ihm sitzt— das ist schwer zu sagen. Und es kann auch vom vielen Husten sein: der Qualm beißt ihn so in der Lunge: aber er bleibt. Das Gespräch ist bald bei den Käfern, wie könnte es anders: überstandene Leiden streichelt man gern mit Worten. Man lacht über Lenes Achtlosigkeit und lobt Maschkes Zuver- lässigkeit: der wendet sich ab. Der Zettel mit der Adresse ist nicht mehr in seiner Geldtasche; aber er weiß sie auswendig, diese Adresse, und andere mehr: und er hat den Verkauf von Annas Schürzen selbst übernommen und somit einen Grmid» um selten im Stubbenland und oft in der Stadt zu sein... Nach ihren Leiden sprechen sie von ihren Hoffnungen, und es sind die einen so groß wie die anderen, und das lodernde Feuer macht sie nicht kleiner. Wieder fällt Luisen was Religiöses ein, ein Bibelspruch aus der Schulzeit: Siehe, wie fein und lieblich es ist, wenn Brüder einträchtiglich mit- einander leben. Es paßt nicht ganz, denn sie sind"ja keine Brüder, und es paßt genau, denn sie sind wiederum doch Brüder: am liebsten möchte sie den Spruch sagen, aber das wagt sie doch nicht: und wer weiß, wie lange man das bleibt: Brüder... Die Not ist so groß, und der Mensch ist so klein... Das Feuer verlöscht: mit feuchten Fellen kriechen die Novembernebel in den mondlosen Abend Was Papendieck vom Stubbenlander Wind gesagt hat, ganz im Anfang, den Zeigefinger in die Luft und den Land- wirtschaftlichen Ratgeber im Herzen haltend: daß er ein Segen sei für die Landwirtschaft— das stimmt nicht ganz. Und was Andreas Korn vom Stubbenlander Wind be- hauptet hat, oft und immer wieder, wenn er Sand in die Augen warf und die Spargelstauden umdrehte wie Zwirn: daß er ein ganz infames Ekel sei— das stimmt auch nicht ganz. Sondern der Wind ist weder ein Segen noch ein Ekel: er ist der König auf Stubbenland. Ein gewaltiger König— und noch jeder gewaltige König ist ein großes Ekel und ein großer Segen gewesen. Von unten betrachtet ein Ekel: von oben betrachtet ein Segen. So ist auch König Wind unten, wo er seine Füße hat und den Sand aufwirbelt bei seinem immer schnellen Lauf über Stubbenland, ein Ekel: oben ober, wo er seine weißen, wilden Wolkenhände hat, ein Segen. Und es fehlt droben der Segen, wenn drunten der Sand nicht wirbelt: wenn der König nicht da ist: wie in diesem April. Anfang März ist er gekommen und hat dem Frost das gläserne Kleid zertreten; und seither nicht mehr. Seither ist kein Regen gefallen überm Stubbenland. Zum ersten Male bleibt der Wind aus;„natürlich!" sagt Andreas Korn bitter, denn die Stubbenlander wollen ernten; nein: sie müssen ernten, um zu leben. Zwei volle Jahre hindurch haben die Pflanzen Kraft gesammelt: nun werden sie die Wunden ertragen, die das Spargelmesser schneidet. Drei Wochen nur wird Heuer gestochen, nicht acht oder zehn wie in den späteren Jahren; die Pflanzen müssen geschont werden. Sie haben sich gut gerüstet für diese drei Wochen, die Stubbenlander: sie sind ein einiges Volk geworden durch die Not mit den Käfern, und ihr Feldherr heißt Papendieck. Nach Hamburg ist der Feldherr gefahren und hat Ab- machungen getroffen mit einem Kommissionär. Der wird Papendiecks und Korns gesamte Ernte übernehmen und zum Tagespreis verkaufen; Maschkes stechen ja erst im nächsten Jahr. Zehn Prozent Verdienst beansprucht der Kommissionär, und das ist nicht viel.„Na, wie habe ich das mal wieder gemacht!" hat der Feldherr gefragt, als er heimgekehrt ist; und diesmal hat man bedenkenlos geantwortet:„Gut, Papendieck!" Das dicke Ende freilich kommt nach, als die schriftlichen Verträge einlaufen. Darin heißt es:„Die Abmachungen beziehen sich auf frischen, gewaschenen und sortierten Spargel." Gewaschen und sortiert! Daran hat der Feld- Herr nicht gedacht. Das erfordert Arbeitskräfte und bauliche Einrichtungen: Becken, in denen die vier Sorten gewaschen und aufbewahrt werden können. Feldherrngröße aber zeigt sich erst in der Not. Eine Konservenfabrik wird benachrichtigt. Der Vertreter kommt gleich im Auto, will die ganze Ernte fest kaufen, unsortiert und ungewaschen. Aber zum halben Preis. Das geschieht drei Tage vor dem voraussichtlichen ersten Erntetag. dem 28. April. Da zeigt Papendieck nicht mehr Feldherrngröße, sondern Menschengröße.„Ich werde die Waschanlage bauen lassen. Dann können auch Korns ihren Spargel bei mir waschen. Ich greife eben Lenes Mütterliches an und zahle es nach der Ernte zurück." Und er hebt Lenes Mütterliches, das ganze tausend Mark beträgt, von der Bant ab und läßt Arbeiter kommen und baut die Waschanlage und engagiert Anna Maschke: nur zum Waschen, ihrer Schwäche wegen. Und Paul Maschke soll, trotz seiner neuerlichen Unzuverlässiakeit, die Spargelzentner zur Bahn fahren. Und Korns und er und Lene wollen stechen. Tag für Tag schleift und putzt er die Spargelmesser: jeder Zoll ein Feldherr. (Fortsetzung folgt.) Der Tod des Schaustellers. Oer schießwütige Nazi.- Kommunist wegen Laadfriedens« bruch verurteilt. Das Schöffengericht Berlin-Wedding hatte am 23. Januar den 28jährigen SA.-Führer beim Stabe Standart» 4, den Kaufmann Spring st ub, wegen fahrlässiger Tätung in Tateinheit mit un- befugtem Waffenbesitz zu der äutzcrst milden Strafe von neun Monaten Gefängnis verurteilt. Nach einer Propagandafahrt von etwa zwölf Kommunisten mit Steinen beworfen und durch Revolver- schüfse gefährdet, flüchtete er in sein« Wohnung, ergriff ein Jagd- gewehr und schoß, obgleich die Gefahr eigentlich bereits vorüber war. auf den völlig unbeteiligten 4vjährigen Schausteller Sohl, der an der Verwundung starb. Nach langen Bemühungen gelang es der Polizei,«inen der Kommunisten, die über den SA.>Führer und seinen Begleiter hergefallen waren, den 30jährigen Funktionär der Kommunistischen Partei Silberhaar, hinter Schloß und Riegel zu bringen. Gestern verantwortete dieser sich vor dem Schöffengericht Berlin-Wedding als Rädelsführer wegen schweren Landfriedensbruchs. Der Angeklagte bestritt nicht, sich den Vorfall als Zuschauer angesehen zu haben, widersprach aber entschieden der Behauptung der Anklage, er fei an dem Uebersall beteiligt gewesen. Die Be- weisaufnahme schien ihm unrecht zu geben; u. a. hatte ihn «in völlig unbeteiligter Zeuge rufen hören„Jetzt aber all« weg!' Hinzu kam, daß er erst wenige Wochen vor diesem Borfall gleich- falls für eine politische Rowdyhandlung zu neun Monaten Ge- fängnis oerurteilt worden war. Gerade dieser Umstand brachte ihm diesmal ein« hohe Strafe ein. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust beantragt, das Gericht er- kannte wegen einfachen Landsriedensbruchs auf zwei Jahre Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshast: gegen das politische Rowdytum müsse mit aller Entschiedenheit vor- gegangen werden: derartige Handlungen hätten mit politischen Ueber- zeügungen nichts mehr zu hm. Silberhaar wird gegen das Urteil höchstwahrscheinlich Berufung einlegen. Als Vater zweier Kinder sollte er aber Einsicht genug haben, mn sich zu sagen: Der Ueberfall der zwölf Kommunisten auf die beiden Nationalsozialisten war keine Heldentat. Die Folg« dieses Ueberfalls war aber der unverzeihlich« fahrlässige S ch u ß des Nationalsozialisten Springstub und der T o d des Schau- stellers Sohl. Allerdings hat Spring st ub nur neun Monat« Gefängnis erhallen... Schiffe in höchster Not. Acht Meter hohe Eiswände in der Ostsee. Stockholm. S. März. An der schwedischen Ostseeküste haben Schneestürme am Freitag der Schiffahrt große Schwierigkeiten bereitet. Zn kritischer Lage be- finden sich die beiden schwedischen Dampfer„R a n e" und„Mars o" die von einem Staatseisbrecher noch Gävle einbugsierl«erden sollten. Der versuch muhte aufgegeben werden, da acht Meter hohe Eiswände jedes vorwärtskommen unmöglich machte. Da der Sturm 20 Sekundenmeter beträgt und außerdem dichter Nebel herrscht, hat man ernste Besorgnisse. Zm Finnischen Meerbusen sind die beiden deutschen Dampfer„E r e m o n" und .ch ü x t er- aus Hamburg bei Gräsegrund eiugefroren. Ihre Lage wird als ernst bezeichnet, da ein in der Nähe befindlicher Ei» brecher keine Hilfe bringen kann,.: 3; C.v.c wie ein junge zum Rauher wurde. ner uenertaii auf das rosiamt 54/ nie Tatar- opier der oronsiadi? Rattengist und Leuchtgas. Sie wollten gemeinsam sterben. In ihrer Wohnung in der Manteuffelstraße wurden heute früh der 26jährige Elektrotechniker Heinz M. und seine 2l jährige Braut Thea K. bewußtlos aufgefunden. Die jungen Leute wollten aus noch unbekannten Gründen freiwillig in den Tod gehen. Nachdem beide zuvor«ine größere Dosis Rattengift zu sich genommen hatten, drehten sie die Gashähne auf Durch den Gasgeruch wurden Flur- ncchbarn aufmerksam, die sofort die Feuerwehr alarmierten. Das lebensmüde junge Paar wurde ins Urbankrankenhaus überführt. Magneiismus und Hypnotismus. Beider Berliner Gesellschaft für Psychologie und Eharakterologle sprach Geheimrat Dr. A. Moll über „Tierischen Magnetismus und Hypnotismus". Bei der Entdeckung des tierischen Magnetismus wurde dieser von vornherein mit Hypnotismus verwechselt. Der tierisch« Magnetismus behandele die Frage, ob ein Mensch auf den anderen magnetischen Einfluß ausüben und iyi Sinne einer Heilwirkung über- tragen kann, also ähnlich der Kraft, die im mineralischen Magnetismus zu spüren ist. Das Rätsel sei noch nicht endgültig gelöst. Mesmer, der Vater des tierjschen Magnetismus, sah schon etwas anderes in ihm, als seine heutigen Vertreter. Mesmer ließ sich von astrologischen Deutungen leiten, wie den Einfluß der Gestirne auf den Menschen. Brachte man den Kranken in eine solche Ein- flußspäre, so sollte er geheilt werden. Es war also bei Mesmer nichts von persönlicher Uebertragung, wie sie die heutigen Heil- magnetopathen üben, es genügt«, daß er die„Verbindung" herstellte. Mesmer hat z. B. auch nicht daran gedacht, daß ein Fluidum au» den Händen ausstrahle. Die vielen rätselhaften Erscheinungen, die Mesmer und sein« Schule bei Hysterischen beobachteten, waren mehr oder weniger aus das Konto des Hypnotismus zu setzen. Braid in Manchester veröffentlichte 184Z den Nachweis des Hypnotismus. bei dem man ohne Fludium einfach durch Suggestion in der Loge war, einen Menschen einzuschläfern. Seitdem fehlt dem tierischen Magnetismus jeder wissenschaftliche Beweis. Der Redner berichtete von seinen langen Versuchsreihen, die sich durch viele Jahr« erstreckt haben, in denen kein Heilmagnetiseur in der Lage war, den tierischen Magnetismus als Kraft nachzuweisen. Arbeitslosenwelle steigt auch in den Landkreisen. Die Zahl der in den Landkreisen unterstützten Wohlfahrts- erwerbslosen hat im Januar tSZt weiter zugenommen. In den deutschen Landkreisen wurden am 51. Januar 1SZ1 Z2S0 lausend unterstützte Wohlsahrteerwerbslose festgestellt. Gegenüber dem Stande vom 31. Dezember ILSi)(290 000) bedeutet die» ein« Steigerung um 12.2 Proz. Auch dt« Zahl der im Weg» der Wahl- sahrteerwerbslosensürsorge nut unterstützten Angehörigen der Wohl- fohrtserwerbslosen ist um 50 000 von 510000 am 31 Dezember 1930 aus 561 000 am 51. Januar 1931 gestiegen. Mithin mußten im Weg« der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge am 31. Januar 1931 in. den deutschen Landkreisen 886 000 Personen(gegenüber 800 000 am 31. Dezember 1930) unterstützt werden. Der Raubllberfoll auf das Postamt 54 in der Lothringer Straß«, am 27. Februar, fand bereits gestern vor dem Schnellschöffengericht sein« vorläufige„Sühne". Die Einzelheiten seien hier ins Gedächtnis zurückgerufen. In den Abendstunden überreichte ein junger Mann dem Postbeamten ein« Geldanweisung. Während dieser einige Korrekturen vornahm, ergriff der junge Mensch eine Anzahl 50-Mark-Scheme, der Veamte hielt sein« Hand fest, erhielt einen Schlag mit der Faust über den Puls, ließ den Räuber los, schrie: Haltet den Räuber!, andere Beamte stürzten herbei, packten den Uebeltäter, dieser biß einem der Beamten in die Hand, dem anderen gab er einen Fußtritt, wurde ober schließlich überwälligt. Das Geld fand man bei ihm nicht mehr. Vor dem Schnellschöffengericht stand jetzt ein 24jähriger, viel jünger aussehender Bursche, anscheinend zerknirscht, von der Schnelligkeit der Aburteilung bestürzt. So hatte er sich die Sache nicht gedacht, als er mit seinem Komplicen auf dem Bahnhof Zoo den Plan faßte, das Postamt auszurauben.„Der Gedanke gehört dem anderen", sagte der lMjäHrig«.„Ich hatte eigentlich kein« Lust mitzumachen. Wer das Geld ergreifen und wer Schmiere stehen sollte, wurde durch das Los bestimmt. Ein Dritter sollt« dabei sein, kam aber nicht." Wie die beiden Burschen überhaupt aus die Idee gekommen waren, gerade dieses Postamt auszuplündern, wie sie die Hemmungsoorftellungen in sich überwunden haben,— davon erfuhr man nichts. Wohl hört« man etwas aus dem Leben des Angeklagten. Wie der Zunge auf die schiefe Bahn geriet. Der Vater, Kaufmann in Halle(Saale), starb im Jahre 1924, die Mutter 1927. Der Junge besuchte das Gymnasium, macht« das Ein- sährig«, wollte Elektromechaniker werden, der Dater sogt«:„Du wirst Kaufmann wie Großvater es war und wie ich es bin."„Man kann einem doch nur zu einem Beruf raten, nicht zwingen", meinte der junge Mensch gestern. Er kam in ein Bankgeschäft, eine I n- j flationsquetsche mir 56 Lehrlingen, wurde während der Deflation abgebaut und vom Vater in die F ü r s o r g« gegeben, als er, die Mutter schützend, gegen ihn einen Revolver zog. 1927 verließ er die Fürsorgeanstalt. Gleichgeschlechtliche Beziehungen führten ihn in homosexuelle Lokale. Es ging bald abwärts mtt ihm, ständig befand er sich in Not und wurde bald wegen Bettelei, bald wogen Obdachlosigkeit bestrast. Bis er im Jahre 1928, gemein- sam mit einem anderen, eins Reihe Gelddiebstähle aus dem Straßen-Fernfprechautomaten beging. Dafür erhiell er ein Jahr. vier Monate Gefängnis, beging zwei Selbstmordversuche und ver- büßte einen Teil der Straf«. Kurz« Zeit lebt« er in einer Bodel- schwinzhschen Anstalt, dann in der Arbeitskolonie Hoffmannsthal, wollte sich aber weder von der Gefängnisfürsorge noch von anderer Seite helfen lassen, verludert« als„Strichjunge" immer mehr und beging den Postraub. Di« neuen Fünszigmarkscheine, die er er- beutet hat, will er beim Abtransport verloren haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Man fragte sich gestern, ob der Fall für das Schnellschöffen- gericht geeignet war. Die Polizei hatte noch nicht Zeit genug, den Komplicen zu finden, der der geistig« Urheber der Tat gewesen sein soll. Die Recherchen über die Persönlichkett des Anze- klagten konnten gleichfalls nicht zu Ende geführt werden. Ministeriell- dirigent Dr. Bürger, der über den Angeklagten, den er von früher her kennt, sein Gutachten zu erstatten hatte, konnte sich nur äußerst vorsichtig ausdrücken, da er den Angeklagten neuerdings nicht untersucht hat. Aehnlich logen die Ding« vor einigen Tazeu. Da war ein bisher Unbestrafter, gleichfalls wegen Raubes angeklagt. Sein« drei Komplicen waren noch unentdeckt geblieben; die Polizei dürfte sie aber den Umständen nach bestimmt finden. War hier die getrennte Verhandlung mn Platz«? Man glaubt, dies aus Ab schreckungsgründen tun zu müsien. Ob es richtig ist, mag dahingestellt Weihen! Vielleicht liegt hier doch eine Ueberspanvung der Schnelljustiz vor. Zwischen Winter und Frühling. Ein Laichschaftsbild von seltenem Reiz bietet gegenwärtig der Große Scharmühelsee. den der Berliner in knapp zwei Stunden über Crkner/Fürstenwalde im Vorortverkehr erreicht. Viele kennen Saarow und Saarow» Pieskow im Sommer, aber nur wenige pflegen Saarow auch im Winter zu besuchen. Wer gegenwärtig«inen Ausflug an den Scharmützelsee unternimmt, wird das sicherlich nicht bereuen. Während der Frühling schon in der Lust liegt, die Sonne täglich stärker wärmt und mit ihren Strahlen die Vogelwell in den unendlichen Wäldern, die Saarow und die Rauener Berg« umschließen, herauslockt, liegt der See noch als riesig« silbern« Eisfläche vor dem Beschauer. Wer in diesen Sonnentagen auf den stillen Terrassen am See verweill, dünkt sich inmitten einer finnischen Landschaft. Ringsum ragen die dunklen Wälder gegen den blauen Himmel empor, eine seltsam reine, kühl« und dennoch nicht unwirtliche Luft schwebt über dem See, und unter dem Eise grollen dumpfe Erschütterungen, deren merk würdiges Rollen sich Hunderte von Metern weit unter der schneeigen Deck« sorpflonzt.___ Ein unangenehmer Marokkaner. Er fletscht die Zähne und schwingt sein Messer. Einen ziemlichen Auflauf verursachte ei» Marok- kauer am hackefcheu Markt au der Roseuthaler Straße. Rollenden Auges uud ein Messer in der Havd Nes er durch die Straßeo. In seinem angetrunkeneu Zustande belästigte er die Passanten, die sich durch das Messer bedroht fühlten. Ein Polizeibeamter, »er herbeigerufen wurde, wollte ihm das offene Messer wegnehmen. Jetzt wurde der Marokkaner rabiat und schlug auf den Beamten ein. Der Beamte machte ihn aber durch B o x h i e b c unschädlich und brachte Ihn mll Hilfe eines Kameraden zur Wache. Auf dem Wege dorthin tobte der Sistierte, schlug um sich und versuchte zu beißen. Am Freitagfrüh wurde er dem Polizeipräsidium eingeliefert. Es ist ein 30 Jahre alter Arttst Trifpan H a m o, der aus Casablanca stammt. Mit der französischen Besatzung sarme« war er nach Deuts h lond gekommen und ist vom Regiment desertiert, lieber Köln und Hamburg war er jetzt nach Berlin gekommen. Als herumziehen- der Artist hatte er seine Künste im Messerwersen und Ringe- klettern gezeigt. Hammo behauptet, er habe niemand etwas zu Leide tun wollen, sondern sich nur sein Mesier„angesehen". Die Aussagen der Pas- santen lassen sein Gebaren aber in einem wesentlich anderen Licht erscheinen. Sie hatten den Eindruck, daß der Marokkaner beinahe Amok lief. Der Festgenommene wird dem Richter vorgeführt mrrden. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr: U e b u n g s st u n d e in der Aula der Schule Danziger Straße 23. die Ausführungen Geno Keine wetterschiitternden „Kleine Prozesse in Moabit" heißen O h l i s ch l ä g e r s. Er liest zwei Szenen. Vorgänge, kein Pathos. Die Szenen schälen in gedrängter Form das Charakteristische heraus. Sie zeigen die Belanglosigkeit, um die es bei diesen Prozessen geht. Klar kommt die Notwendigkeit zum Ausdruck, daß der Richter in erster Linie ein wissender Menschen- tenner sein mutz. Oskar Baum aus Prag stellt die Frage: „Können wir und können uns unsere Träum« beeinflussen? Er bejaht sie. Ohne durch Fachausdrücke zu verwirren, versucht sein Bortrag den Hörer mtt denTraumtheorlen bekannt zu machen. E» handett sich nicht um einen Vortrag, der in wissenschaftlicher Art einen Gedanken logisch aus dem anderen entwickell E, ist«her ein« Plauderei. In der Jugendstunde spricht Friedrich Wendel. Er nennt seine Betrachtungen„Reise durch unser« Stube". Von einfachen Gebrauchsgegenständen ausgehend kommt er zu ihrer Fabrikation, ihrer Entstehung. Er gibt knappe historische Ueberblicke und macht Ausflüge ins Soziale und in die Naturwissenschaft. Ein« Veranstaltung, der.auch der Erwacksen« gern folgt, lieber das A b e n d k o n z e r t pnrd hier an anderer Stelle berichtet werden. Eine Bemerkung noch-zu Verb!»„Riaaletto? aus Schallplatten.' Die Auswahl ist nicht immer glücklich getröffey und auch manche Stimmen weisen Mängel aus. F. heb. Kulicke durchquert Berlin. Die Werbeparole Otto Wels' hat nun auch ihr« lebendige Ge- stallung auf den Brettern, die die Well bedeuten, gefunden. Die 4. Abteilung veranstaltete kürzlich einen Werbeabend in Vogels Fest-' sälen, der die große poltt.sch. satirische Revue„Wo bleibt der zweite Mann?" aus der Taufe hob. In gemeinsamer Arbeit der Genossen der Abteilung war Stück und Aufführung entstanden. und was gab es nicht alles zu sehen! Kulicke. der- politisch Indifferente, stößt aus seinem Rundgang durch Berlin mtt Nazis aller Art zusammen, besucht eine Goebbels-Bersanvnlung, eine Sitzung des Kriegervereins SchlechtiusterHausen, nimmt an einer Rundfunkstunde teil, in die Moskau feine berühmten„Parolen" funkt. Sogar eine neue Fassung des für die Zensur gereinigten Films„Im Westen was Neues" wird„gedreht". Schließlich führt ihn sein Begleiter in eine sozialdemokratische Versammlung, in d'.r Genosse Heidmami dann das Wort nahm, und nach dieser Rede meldet sich Kulicke als„zweiter Mann" zum Bettritt m die Partei.— Ein Doppelquartett unserer Arbeitersänger, Arbotterboxer. Reichs- banner, SAJ„ vervollständigten, im Rahmen. der Rcvue, den viel- fettigen Abend, her darstellerisch und auch in kechnffcher Beziehung. Hervorragendes bot. Und. was die Hauptfach« war,'Kulicke Wieb. nicht der einzige, der sich der Partei anschloß, eine ganze Reihe hon N e u a u s n a h me n konnten gebucht werden. Zm Kampf gegen Lüge und Verleumdung. Die Friedrichshagener Parteigenossen hatten kürzlich wieder eine sehr gut besucht« und glänzend verlaufene Volksversammlung gegen die Nationalsoziatisten veranstaltet. DerLroß« Saal des Gesellschafts- Hauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es sprach Genosse Pros. Dr. Nölting über das Thema„Wo sitzen, die wahren Rovember-Verbrecher?" Genosse Rölling stellte linier anderem fest, daß die Sozialdemotratte das, was sie in dey Nooembertagen des Jahres 1918 getan hat, federzett verantworten kann. Ihre Taten bezweckten nichts anderes, als Deutschland vor' dem völligen Untergang zu retten. Nicht die Sozialdemokraten seien Novcmberverbrecher, sondern alle diescnigen. die in ihrer Begeisterung für die Politik des Chauvinismus und des Imperialismus keine Grenzen kannten und dadurch den unglücklichen Ausgang des Krieges mit verursachen halsen. Die Ausführungen wurden wiederHoll von stürmischem Beifall unterbrochen. Obwohl Nationalsozialisten anwesend waren, und Ihnen das Wort ausdrück- lich zugesichert war. fand keiner den Mut zur Abgabe einer Wort- Meldung. Die Dersammlung fand mll einem begeistert mifge- nommenen Hoch auf die Partei ihr Ende. Chaplin kommt auch nach Berlin. Seit rund einer Woche ist Charlie Chaplin, der Film- tünstler, in London. Bor 20 Jahren verließ er arm und un- bekannt das judische Zlrmenviertel von London. Als er am Donnerstagmittag in seiner Heimat ankam, standen Zehntausende von Menschen auf dem Dahnhof und in den Straßen, um den großen Künstler begeistert zu begrüßen. Auf den Schullern wurde, er aus dem Bahnhos getragen. Chaplin erklärte� er werde vier Monate in Europa bleiben und Zeit finden, auch nach Berlin zu kommen. .Oesierreichischc Rhapsodie." Oesterreich, das Land der Berge und Seen, das Land der alten Städte- und Kirchenkultur, zeigt uns der am Sonntag, dem 8. März, 11.30 Uhr vormittags, in den Kammerlichtspielen zur Berliner Uraufführung gelangende Film der. Kuitursilm-Gesellschast«. B.. der als einmalige Sonder- Vorführung stattfindet. Die Aufführung findet unter Milwirlung des vollen Ufa-Orchefters unter Leitung von Kapellmeister Walt-'r ©innig statt. 25?ahre Oberlyzeum Weißensee. Am 26. März feiert das Städtisch« Oberlyzcun, i» Weißense« das Jubiläum seines 2öjäbriae!! Bestehens. Das Oberlyzeum siedelte Ostern 1928 in das neu« Schul. gebäick« über, das sich auf dem Gelände zwischen Pistorius-, Part« und Tassostraße erhebt. Die Schule zählt jetzt 526 Schülerinnen und wird noch heute von ihrem Mitbegründer. Studiendirektor Dr. Lange, gefcttet. ZSsöhrige» Zubiläum eine» Schülervereiu». Am 28. März 1931 sieht der Bereln ehemaliger Schüler der M e n'z e l- R« o l s ch u l e aus>lN„ajahriges Bestehen zurück. Zur Feier dieses für einen Schlelerver ein recht seltenen Jubilöums tindet am Jubiläumstag« im akademischen Vereinshaus.Mite". Bachstraße.(am. Bahnhof'Tier- garten), ein Festabend statt. Eventuell« Antragen beantwortet Herr Oberschullehrer August Körner, Berlin NW. 21, Wilhelmehavener Straß« 68... Theater am Schissbaucrdamm. Tie sür heute, 23 llhr, angesetzte Vorlesung von Frau Effc Lasker-Schlller beginnt erst 23' e Uhr. Lugend gegen Faschismus. Sie durchschaut den Nationalismus. Der Kamps gegen den Faschismus ist mit in erster Linie auch ein Kamps der Jugend. Der Nationalsozialismus füllt seine Reihen mit irregeleiteter Zugend ans. Wie ander» ist dagegen die Sozialistische Zlrbeilerjugend, sie lähl sich nicht von lönernen Phrasen betrügen, sie kennt die Ursachen des Uebels unserer Zeil, und sie will auch die Woiive der gegnerischen Zngend verstehen lernen, um sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen! Man mutz die jungen Gesichter der Genossen und Genossinnen des Prenzlauer Bergs gesehen haben, wie sie aus allen sozialistischen Jugendorganisationen, aus der Arbeiterjugend, vom Sport, aus der Gswerkschaftsjugend u. a. herbeigeeilt waren, um bei dieser öffent- liehen Aussprach« dabei zu sein, welche leidenschaftliche Hingabe an die Sache' Der Saal des Ledigenheims in der P a p p e l a l l e e war überfüllt, bis auf den Korridor hinaus standen die Iugendgcnossen: nur der Gegner, den es anging, hatte wie immer gekniffen. Genosse Fritz L e w y beleuchtete die Stellung des Faschismus im Wirtschafts- prozstz, bei dem sich die notirnalsozialistische Jugend mitzbrauchen läßt, den verlogenen Tiraden der Führer zu folgen. Die Jugend der Nationalsozialisten besitzt die geschichtliche Ersahrung nicht, um in ihren Führern die Vertreter des alten Klassenstaates wieder- zuerkennen, die alte verknöcherte Beamtenbürokratie, die Morgenluft wittert, in Hitler den Beauftragten und Ausführenden des allmäch- tigen Großkapitals. Die nationalistische Jugend läßt sich aus einem verstiegenen Idealismus heraus willig für die Jnteresien einer Rüstungsindustrie opfern, sie läßt sich für ein Arbeitsdienstjahr«in- sangen, für militärisches Gepränge, sie will nicht sehen, dotz das Ganz« nur dem Zwecke dient, eine geheime Aufrüstung vorzunehmen. Faschismus bedeutet Krieg! Den Frieden kann nur die sozialistische Gesellschaft garantieren. Der Redner appellierte zum Schluß nochmals dringend, alle Kräfte in der Jugend anzuspannen, um die nationalistische Gefahr niederzuringen, bevor es ihr gelingt, sich in den Sattel zu schwingen. Mqetnettte Wetterlage. &MäPZ 4934, abds. vwlkafllocO heirtr.O halbbedeckf »rnlkig.ebedeokt'Rege�&Gfsupaln Metel, TiGevv«w®Wn�ill* Oer preußische Etat geordnet. Obstruktion gegen Volksbühnenvertrag/ Hakenkreuzler als �ekorddiatenfchlucker Der preußische Landtag erledigte am Freitag den wichtigsten Teil der Etatsarbeil: er nahm in driller Lesung den Finanzausgleich für lgZl und die drei preußischen Stenergesehe: Grundsteuer. Gc- werbesteuer und Hauszinssteuer endgültig an. Die Steuern sind nur insowest geändert, als das durch die Not- Verordnungen und die Beschlüsse des Reichstags unvermeidlich war. So ist z. B. die Verzinsung der Aufwertungshypotheken von bisher ö auf 7H Proz. erhöht worden, eine Zlnserhöhung, gegen die sich Preutzen vergeblich gewehrt hat, die aber von Thüringen, Braun- schweig und anderen nationalsozialistischen Brechern der Zinsinechi- lchaft durchgesetzt worden ist. Die unvermeidliche Konsequenz war eine Herabsetzung der Hauszins st euer um durchschnitt- lich 4 bis 5 Proz., damit die Hausbesitzer ihren erhöhten Zins- Verpflichtungen nachkommen können. Das hat«inen schmerzlichen Ausfall im preußischen Etat zur Folge— übrigens auch eine Schä- digung der notleidenden Kreise, denen jetzt die Hauszinssteuer erlassen worden war; aber wenigstens hat die Sozialdemokratie Verbindern können, daß der für Neubauzwecke bestimmte Anteil an der Hauszinssteuer noch weiter verkürzt wurde. Das Eigenartige an der gestrigen Beschlußfassung war, daß, entgegen dem Vorjahr, die Opposition keinerlei Versuch machte, die Verabschiedung der Steucrgesctze zu verhindern. Sie befürchtete wahrscheinlich, daß dann die vorjährigen Steuern durch eine Not- Verordnung des Ständigen Ausschusses ohne wesentliche Aenderung weiter in Kraft gehalten würde und daß Hansbesttzer und Gewerbe- treibende um die vorgesehenen Steuerermäßigungen kämen. Jedenfalls ist nach den gestrigen Beschlüssen der preußisch« Elal bis zum 31. Mörz 1932 geordnet Volksbuhnenvertrag verhindert. Die Obstruktivnsmaschine der verbündeten Rechtsparteien und Kommunisten trar dafür bei dem nachfolgenden Vertrag zwi- i chen Preußen und der Volksbühne wieder prompt in Aktion. In der kurzen vorausgegangenen Debatte hotte Genosse .König-Potsdam sowohl Konnnunisten wie Deutschnationalen urkund- lich nachgewiesen, daß sie, die jetzt über Stillegung der Krolloper ! jammern, dies« im vorigen Jahr ausdrücklich durch besonder« An- i träge gefordert haben. Bei der Abstünmung über den Vertrag bc> | iciligen sich sämtliche Rechtsparteien nnd die Kommunisten nicht. j Aon den Regierungsparteien werden 209 Stimmen für den Vertrag j abgegeben. Das Haus war also nicht beschlußfähig. Auf die Dauer wird auch diese kindische Obstruktion d'e Verabschiedung des notwendigen Vertrages nicht verhrndern. Zwischen der mittleren Elbe und Oder kam es am Freitag im Bereiche einer Hehicn Störung, die öort einstanden war, zu leichten Schneefällen. Auch Ostpreußen hatt« leichte Schneefälle. Im übri- gen Deutschland kamen kein« Niederschläge vor. Die Temperatur«» blieben im größten Test des Reiches unter dem Gefrierpunkt: nur im äußersten Westen und Südwesten wurde der Nullpunkt etwas überschritten. Da der Druck jetzt über dem größten Test Mittel- europas fällt, ist anzunehmen, daß die Störungen über der östlichen Ostsee und über Westrußland unser Wetter beeinflussen werden. Auch da» atlantische Ties scheint seinen Bereich jetzt wieder ostwärts auszudehnen._ Es wir« aber zunächst noch kalt bleiben, da die Lust- zufuhr au» nördlichen Richtungen anhalten wird. ❖ Welteraussichtcn für Berlin. Wolkiges oder trübes Frostwetter mit einzelnen leichten Schneefällen.' Oestlich« bis norböftfichc Winde.— Für Deutschland. Größtenteils trübe und kalt, vielfach etwas Schnee. Der Rest der Sitzung war politisches Kabarett. Beim Etat des Landtages gaben die Komnmnisten, namentlich ihr„fach- verständiger"' Gastwirt Paul Hossmann, ihre Weisheit über das Landtagsrestaurant zum besten, und das Haus amüsierte sich aus- gezeichnet. Diäten für Parlamentsfaulenzer. Beim Etat des Staatsrats beschimpfte der kommunistische Abgeordnete Kasper in den stärksten Tönen den nationolsqzialisti- schen Reichstagsabgeordncten und Staatsratsmitglicd Post- Inspektor Sprenger- Frankfurt a. M., den er einen Diäten- schinder und gemeinen Betrüger nannle. Vielleicht hatte Kaspar gc- dacht, weil zusallig der Nationalsozialist Haake im Saale anwesend war, daß er antworten würde.'Aber er hatte sich geirrt; die Nazis schwiegen weiter wie das Grab. Der preußische Landtag steht jetzt im dritten Monat der Etats- beratung. Während dieser drei vollen Monate haben die Jla- «ionalsozialislen sich Tag für Tag in die Anwesenheitsliste eingetragen, aber an den Debatten und Verhandlungen nicht mit einer Silbe teilgenommen. Die nationalsozialistische Landtagssraktion macht Parlamentsstreik, aber nickst etwa den gleichen Parlamentsstreik wie im Reichstag. Sie ist im Landtag anwesend, nur nicht im Sitzungssaal, sondern in der Restauration. Ihre gesamte parlamentarische Tätigkeit erschöpft sich seit drei Monaten im Diätenabheben; zur Mitarbeit hat sie noch nicht einen Finger gerührt. Auch die bittersten Vorwürfe Kaspers reichien ossenbar nicht hin, um die Nationalsozialisten zu veranlassen, ihre Schmeige- taktick zu durchbrechen- Wir müssen den Nationalsozialisten darin recht geben. Wer doch nichts Gescheites sogt, tut am besten zu schweigen. Die Nationalsozialisten können der Arbeit im Staat nur dienen, wenn sie nicht mitarbeiten. Auf der Tagesordnung der SonnabeiüZsitzung steht die zweite Lesung des Groß-Berliner Gesetzes. Neue Abstimmung über die Krolloper am IS. Mäa rtchir» Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabc' heute. Sonnabend. 7. März. b S. strei». Zuristischr Sprcchftaad« von I? bl« U Uhr Iugrndheim, ifincnfti, 4. Sel-gevhrit»um Stürdwnauftrttt: t. Di«(J* ncffcn, die noch itine iSimeciiil's t 7. und 3. strei». Zi» 12.«d erhalten habe», melden sich ioiort beim Senossi-n Wen»«/, Cldrnburgct Str. 2f. 37. stdt. 20 Uhr Raschk«, Mattrrnftr. 14, Sihung alle« in der Wohlf»hrt»,sle>e tätiqen Senoffinnrn nnd Genossen und der zur Ardelterniohlsahit vor, ' 7«n«n«ennffen. SSrntliiT-—- lOliqen i .... ....______. gnnlt.inZr, nehmen daran teil. rridenkcrzruossen! 19 Uhr Zusammenkunft bei stlindt. Frtedenzplah. Morgen, Sonntag, ö. März.' t. strei». Vilhu»g««u»schuh. 20'/, Uhr Ausführung„Ius.iztrise" Theater stlos.er- 1 Sozialistische Arbelteriugend Grost- Berlin «.asendunarv tür».es, Rndn. nur m, da« zuaendtrframtat Neel.» 0X3 M. ZlnduiOraOt S Streichorchester Sroh»B«rI.n: Pfl.chtvrob« heute IS Uhr Lorhinq- Ecke Kraun» strasie i Gesund rnnnen, U-Bahnhof Boltaftrasie). heute. Sonnabend. 7. März. Arsten! Sprechchorsahrt nach Nowawcs. 19 Uhr Bahnhof Biilomstrosi«. Sann- loa. Vä Uhr Sadwiwler ebendort.-«eddin«. Roed: 18 Vi Uhr Bahnbo. W-ddin». Sallcnsror'fen. � Schönhauser Borstad.! Wnarren-stursus in Bitders- Vors. 18 Uhr Bahnhof echönhauker Allee.— Sallesche» Tor: gahrt nach«er. nau im Uhr Do.« ade und I89i Uhr Stettin«! Babn>>of.— stntsenstadt! Walleriorstr. 9. Lichtbilder:.D«r Epreewald-.— Rctch«nbrr«er Viertel- Reichen- beraer Str. siii. Mätaliederversammluna.—«rth: shuntt'onlirsistuna im..chick- eisen".— Rculölln VU: Is-Hr» nach Botadam. 17 Uhr r-ais-r�sriedrich�-tvah-. Schlahack. I M. g-bra-ld.- RrntLllu IV, S»Iett»str. 44. I9V4 Uhr«robr. «erdedezirk Prenzlauer««»«! Wochrnrndkurs«: Iünu«r« in Rilderodorf. ..D!« volitischrn Parteien in Deutschland." Aeltcr« in P-Hlrsanz.„Wirtschafts- dcmokraiie." 18 und 20 Uhr Bahnhof Prenzlauer Aller. Aerdrbezirf Zeltowkaual- gohrt nach Uehdorf. Treffuunkt nach Echlusi de» Hallensportfest«» um 1IV4 Uhr Blllowtvarn. Aerb«dc,irt Neulrlln: Besucht die Bcranstaliuna ins Dolksbildungsauitc», Stadtsaal, Berastr. 147. Eintritt frei. der brrllhmien Au». ..WWi_____,...WWW Treffpunkt: Eingang »um Reuen Museum. l"l. Abt. Bez. Blanlcnseld«. 10 Ilhr Mitgliederversammlung Lokal Müller, Schildomcr Straße. Versammlung am 7. fällt aus. Montag. 9. März. 2. strei«. 20 Uhr Eandow, Flensburger Str. z, st..B.-Ciiung mit Beisitzern und I. Abteilungsleitern. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrl. l». strei». Sonntag, 8. März, Ii) Uhr, Besichtigung de» Ooeor. Helene. Heimes Dahlem. Senofsen und Dinossinnen treffen sich 9 Uhr U-Bahnhof Binetastrasie, Pankow. Arbeiterbildungsschule. Arbeitskreis Abraham. Fahrt am Sonntag, 8. März, nach Bernau. Vestch- tigung der Vundesschule des ADDB. Treffpunkt: 1% Uhr Steltiner Boror:- bohnhof. Eenosien, die über Ring fahrrn, steigen Eesundbrunnen 1. Nich!. rauche rwagen zu. Äoche«endn:rsn». Sonnabend. 7., 19',4 Uhr und Sonntag, 8., III Uhr, Im Borrragssaal der Arbeiterbildungsschule. Lindenstr. 3, 2. Hof, II. Zimmer 11. I Gen. Dr. Artadis Kurland behandelt da» Thema:„Der stommuntsmus nnd Probleme der russischen Revolution". Air laden hierzu«in. Unkosten ent- stehen nicht. Arauenveranstaltungen. 2. strei». Heute, Sonnabend, 7. Mär«, trefscn sich die Konossinncn 19'/ Uhr zur Besichtigung der st ät-.stollwitz. Ausstellung in der Rtüllerstr. 148 in der Ausstellung. 7. Abt. Heute, Eonnabend, 7. März, 19 Uhr, Besichtigung der stäte. Kollwitz- AlmsteUung in der Müllerltr. 146. Führung Dr. stvrt ffren-r. Wir schließen un» der Führung der 4. Abteilung an. U-Bahn bis Leopotdspiatz. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. D», Bostel» für die 1ll-Iahre».Au»st«llung am Sonnabend und Sonntag sindet nicht statt in der Schule Weisestraß«, sondern besauderer Umstände wegen In der Schule RütNstraße(17. Bahn Hermannplatz). Itrrg-rt-n. Znng.FaUen: Sonntag, 8, Mär», treffen_. stl. Tiergarten zur Fahrt. 50 Pf. Fahrgeld mitbringen.— Rest.Falle» tag ebenfalls 8Vi Uhr Treffpunkt stl. Tiergarten zur Fahrt gemeinsam mit den Preuzlauer Berg. Zur Parteiveronstaltung im Elysium Musikinstrumente mitbringen! Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 24. Abt. Unser lieber Genosse Hermaun Arbajtlang, Marienburger Sit. 37, ist im 69. CeScnsjalict verswrbcn. Ehr seinem Andeuten. Die Einäscherung findet am Montag, 9. März, IL/h Uhr, im Krematorium Gerichtstroße statt 34. Sit Am 4. März verstarb unser Genosse Rodert Treimrr, Memeier Straße 88. Die Beerdigung findet am Sonnabend. 7. März, lll'-j Uhr, auf den, Zentralfriodhof in Friedrichsfetde statt. Rege Beteiligung erwartet der Ab- teilunasvorsloher. 48: Abt.- Bezirk 1ÜV Genosse Artur Hchilge, Urbanstr. 25. ist vlätzkich ge storkrn. Ehre reinem Andenken. Einäscherung Montag, 15 Uhr. stronintorlum Baumschulcnweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge,Vereine undVersammlungen. W kulln Sieoli» I: Fahrt morgen. Sanntag. 8 Uhr, Rathaus Steglitz.— Zivu- , IX: Fahrt 7 Uhr Bahnhof Reuiölln. «crbrbezerk T'ergartea: Sprechchorfahrt nach Rowaw-s. i> Uhr Bahnhof n&vfs verbabrzirl«»»»»«ra: Fahrt nach Rauen. TVh Uhr Bahnhof Schllneberg. Verb« bezirk R«l»iek«-d»rf: 9 Uhr«urfu». Te-,1. städtisches Heim. Schön»- beraer Strcktz-...Di» Sozialdemokati« vor und nnd nach dem Kriege'. Refi- renl: Pauk Ätbold. Mitgliedsbücher mitbringen. wir un, Uhr im ----- A: So: Fung-Falkcn. Houl«, Sonnabend, 18 bis 20 Uhr, Parckstr. 11. Buch. '"—"" bis 23 Uhr. Heiser. � Gruppe Vorwärts. Äe Nestflilkeu rots Qdt. 60 Pf. und strei,«h-rloUe-burg Ro� Falleu tressen N»»ur Fahrt nach Zossen 17 Uhr am Bahnhof Eharlottenburg. 1,30 M. Rotten. Zungfalken-Fahrt fällt aus. «mi»»rruzberg. Haute, Sonnabend, 18 bis 20 UI> hefprechuna sHelferkreisl.— Dienstag, Borifftr. 11, 20 kurlus. Di« Programme müssen adaerechnc: werden.- Morgen, Sonntag, 8Z1 Ubr. treffsn WWmM'---- mm Proviant für einen Tag mirbringen. Reichsbanner �Schwarz-Rot-Gold". Geschäft, stelle: Berlin E 14. Eebastianstr 87—38 Hot 2. Tr. Saunabeud, 7. Mär,. Treptow sstamerodsckmsli. 20 Uhr bei Käme. rad Monz, Kiesswlzstr. 21.«ameradichaftsversammlung— Montag, ». März. Prenzlauer Berg. 19«i Uhr an bekannter Stelle außcrordentllche Generalversammlung. Kameradschaft Falke. Rctäwtaasbestchtigung am 8. Mär-, fällt au». Dieselbe findet am 28. April, 18 Uhr, statt. Steglitz tOrtsveralnt, 20 Uhr Mitgliedervcriammlu-dg bei Schulz, Birlbufchstr, 90. Referent: stamerab Erich Kuttner, M. d, L, Köpenick sOrtsvcrein). 20 Uhr Generalverfamwlün« im Siadttheatcr Köpenick,_ Arbeiler-Samariler-Vund e. v.. Kolonne Verlin. Selchaitastelle: R. 24. Gr. Hamburger Str. 20. T«l.t v 1 R-rdeu 8340, Mnniag. 9. März. Wedding: Lokal Dmve. Schulstr. 109.— Neu- kölln: Kirchhof- Ecke Wtpperstratze.— stöpenick: Lokal Hinze. Schönerlindcr Str. ö.— Weitzensee: Lokal Dcnkmann, Langhans. Ecke Wil- helmstratze.— Dicns'ag, 10. März. Frtedrichshain: Lokal Busch, Tilsiter Str. 27. — Schiineberq: Lokal Gehrke, Ebersstr. 58,— Treptow: Lokal Dommnick. virae». Ecke Wildendruchstrasie,— Donnerstag. 12, Mär,. Tiergarten: Loka! nlaule, Stromitr, 80.— Eharlottendurg: Jugendheim Rosinenslr. 4.— Freitag, 13. Mär,. Krru,berg: Lokal Krepp. Am Urban 20.— Steglitz: Lokal Rahde, Lichterseld«, Roonftr. 89.— Temvclhos: Lokal Lindisch, köniastr. 44.— Adlers- Hof: Sanitötsboracke Hackenbergftr. 14.— Lichtenberg: Lokal Seipke, Krön- prinzenstr. 47.— Montag, 28. März. Bohnsdorf: Lokal vcimann. Wallers- dorfer Sir. 100.— Donnerstag, 12. Mär,. Pankow: Jugendheim Kisstngcnstr. 48. Reichsvereinigunq ehem. Kricgsgeiaagencr Berti», vrtagruup« Berlin. Rarde» ll. Versammlung 7. Mär, im Bornholmer Vereinehaus. Berlin R US. Dornholmer Str. 72. Anfang 20Zo Uhr. Frelreligtöle Gemeind«. Sonntag, 11 Uhr. Papprlalle« 15, muükalifchc Mittagstunde. Nordisch« stomponisten sSrica. Sibelius u. a.1. Gäste willkommen. Republikanisch« Rcdaeraereiniguna. Montag, 20 Uhr, Portragsabend mit Diskussion im Alten Asionier, Anhallstr. 11. Korlwaltcr Lilger spricht über: „Moderne Literatur". Vereinigung der Freunde»an Religio» und Völkersrieden. Im Rahme» einer rcliaiisseu Feierstunde wird Genosse Pfarrer Bleier am kommenden Sonniag, dem 8. Mär,. 20 Uhr, über das Thema:„Stellvertretende, Leiden" sprechen. Munt-Umrahmung. Sonntag, 15. Mär,. 10 Uhr, Predigt gegen die Gewalt. Beide Feierstunden finden in der Trinitatiskirch«, Charlottenburg, «arl.August.Platz. statt._ i Gardinen bei Otag. Frühling und Gardinensckssiu sind zwei unzertrennlich« Begriffe geworden."So zeigt auch das Teppichhaus Otag, Leipziger Straß« 90,«ine reichhaltige Ausstellung moderner Fensterdekorationen. Bunt« Voile nnd leichte farbige Kunstseiden bestimmen in dieser Saisvn das Modebildi Luft. Licht und Hygiene sind die drei Haupt- saktorcn des»eu zeitlichen Wohnftiles, dem sich auch Dekoration und Einrichtung völlig anpassen. Man sieht sehr hübschen Fensterschmuck in den genannten modischen Geweben mit Falbel- und Fransen- Verzierung, in bczug aus die Drapierung sind der Phantasie die weitesten Grenzen gezogen. Bald ist die Gardin« einseitig gerafft, dann wieder verlängert sie sich zur Mitte in einem langen Zipfel mit Kordelabschluß, oder sie hangt ganz lose zu beiden Seiten. Die Querbehänge werden länger wie bisher gearbeitet, damit sie gleich- zeitig Snnnenschutz bieten, mag man bei so duftigen, hellsardencii Stoffen ohne Lichtbeschräntung ruhig riskieren kann. Florentiner Tüll, Kunstseide mit Filetarbeit und Tüllstoffe mit farbigen Durch- zugsmustern bilden neben Voile und Markisette äußerst dekorativ wirkendes Material für Fensterverkleidung. M lüde 54 PfT . Große. Tube�ao pl�. Itlax Oppenheimer: �OUätt'CS �>OCl Voltaire, schon alt, beschließt, noch einmal Paris zu sehen. Die Stadt seiner ersten Erfolge, seiner großen Kämpf«. Di« ihn Um- gebenden fühlen: Abschied für immer, niemals kommt er wieder. «sein Arzt macht Einwendungen. Er warnt den Greis, warnt vor den Beschwerden der langen Reise, warnt vor Aufregungen. Der» geblich. Weltgeist und Weltgewissen sind stärker. Der Vierund- achtzigjährige bleibt unerschütterlich. Graziös hüpft er in den Reise- wagen, sorglich eingehüllt in Decken und Pelze. Zögernd folgen Wagnier«, sein Sekretär, und der Koch. Auch sie fühlen: Abschied für immer. Den Kampsplatz wiedersehen und die Freunde. Sein neues Stück „Irene" zeigen, es selbst den Parisern bringen: und dann d'Argental, Richelieu und d�lembert die chond gedrückt— noch einmal die Jugendliebe umarmt, seit die Einzige, die C hobelet, tot ist. Einem Trilunphzug gleicht die Reise. Bauern bringen ihre besten Pferd«, ihn schneller fahren zu machen. Volk strömt herbei, umsäumt die Alleen, chüte werden geschwenkt und Tücher. Bive le roi, Aoltaire! In den Gasthöfen bedienen ihn Bürgersöhne, als Kellner verkleidet, um genauer in dies ewig« Antlitz zu schauen. Di« Diener besticht man. Da nehmt Geld. Laßt die Saaltüven offen: auch wir wollen ihn sehen, der für Menschenrecht kämpft, der für Calas eintritt, für Montbailly und La Barre! Als er in Paris einzieht, verläßt de? andere König die Stadt. Grollend verschanzt sich Louis XVI. in Versailles, denn Paris jubelt, wie es noch nie gejubelt.— Dreihundert Menschen empfängt er tag- lich. Di« Akademie schickt eine Abordnung und den Dichter Mar- montel, die Schauspieler eine Deputation: dann kommen La Harpe und der Ritter Gluck, der sich selten verneigt, und nach ihm sein Gegner und Widersacher, Piccini.„Er kommt wirklich nach Gluck". sagt Voltaire sarkastisch. Doch ihr Streit ruht, wie alles zur Stunde ruht, denn Voltaire ist jetzt Gegenstand der Verehrung. Der Phy- siker Franklin überquert den O.zean, begleitet von seinem Enkel, damit Voltair« den Knaben segne. Der Patriarch von Ferney legt seine Hand auf den Scheitel des Fünfzehnjährigen und sagt ergriffen: „ne zu Pferde, dann Garden, die Munizipalität, dt« hundert Schweizer, die Künstler, die Klubs, Wähler, Handwerter, Musiker, die Abordnungen der Theater, auf ihren Schultern aufrecht Sie golden« Statue Vollcrires, die Stirn« von Lorbeer beschattet; dahinter Akademiker und Dichter, in ihrer Mille ein kostbarer Schrein, Dol- taires Werk, die siebzig Bände der Ausgabe von Kehl. Ueber die Boulevards, an der Oper vorbei, gelang! der Kondukt auf den Quai der Tuillerien. Vor dem Haufe Vollaires ragen vier Pappeln in den Himmel. Bon der Blumenkrone, hoch in den Lüsten, fallen Rosen aus den Sarg. „Sein Geist ist allenthalben, sein Herz jedoch ist hier." Vor der alten Comedie, der Stätte seines ersten Ersolges, staut sich der Zug. Dort grüßen die Düste Vollaires, von Genien umgeben, und die Worte- „Mit siebzehn Iahren schrieb er„Oedipe"." Die Ode Cheniers erschallt, griechisch sind die Gewänder der Sänger, aus antiken' Instrumenten ertönt die Musik von Goffec. Jetzt sind der Marquis de Billett«, Vollaires Adoptivtochter Bell« et Bonne und die beiden Fräulein Ealas im Zuge. Die Schauspieler umringen vor dem Nationaltheater die Inschrift: „Mit vierundachtzig Iahren schrieb er„Irene"." Zehntausende sind im Zuge und Hunderllausend« auf den Straßen. Das„Bio« Voltaire" liegt über Paris es hallt über Plätze, über Dächer, durchbricht Sprühregen und Sonnenstrahlen. Feierlich geht der Zug und langsam rollen die riesigen Bronzeräder des Leichen- wagens. Seht die herrlichen Räder, ruft eine Stimm«, sie zcr- malmen den Fanatismus. 3)as£and der blinder Auswanderer in Amerika Moses Singermann ist ein angesehener rumänischer Weinbauer. Aber die Zeiten werden schlechter, Krieg droht, die Ernte mißrät. Und aus Amerika kommen Briefe von einem Beller, der es dort zu Wohlstand und Ansehen gebracht hat. Moses ist schon über dreißig Jahre all, Vater von vier Kindern, deren ällestes gerade zehn Jahre geworden ist. Das Land jenseits des großen Ozeans lockt und zieht Moses endlich zu sich herüber. Drei Kinder und die Frau Rebekka bleiben in Rumänien. Nur der Aelteste, der schon ein paar 5)ände mllschassen hat, wandert mit dem Later aus. Amerika ist ein wunderbares Land. Alles darin ist unfaßbar groß: die Städte, die Bahnhofsgebäude, die Ströme, die Drücken, die fruchtbaren Ebenen. Aber diese befremdenden Ausmaß« be- drücken Moses nicht, erjchrecken ihn nicht: sie find ihm eher eine Verheißung. Mit dem Knaben Josef zufammen beginnt er seine Eroberung des Landes. Nach einem Jahr hat er sich darin Raum geschaffen auch für Frau Rebekka und die drei jüngeren Kinder. Zuerst handelt,«r M Minneapoliz mit Obst und Gemüsen; später macht er im Gebiet der Kupferminen, in Silver Bow,«in Manu- fakturgeschäft auf.-Die Schar seiner Pnder ist auf sieben angc- wachsen. Als das jüngst«, der Sohn Michael geboren wird, ist Josef 20 Jahre alt. Moses ist begütert und angesehen in der Ge- mdnöc. Zur Feier der Beschneidung des kleinen Michael ist Moses Singermanns Haus voll Gästen, denen das kleine Hausmädchen Speise und Trank fast in Uebersülle aus schönen Damosttüchern vor- setzt. Im großen Messingbett des Schlaizimmers aber liegt die noch nicht vierzigjährige, früh gealterte Rebekka, und während sie ge- quält den Schmerzensschrei ihres Kindes erwartet, steigen Erinnc- rungen aus: an ihre Stiefmutter und die vielen Geschwister, die chre Kindheit mit Arbeit und Pflichten beluden, an den klugen, ver- träumten, lebensfremden Bater, der so schön Geige spielen und singen tonnte, an ihr« Hochzeit mit dem angesehenen Moses Singer- mann, die ihr damals eine unermeßliche Verheißung für die Zu- kunft schien, und die dann doch auch eben nur Arbeit und Pslichten brachte. Und die Mutter des Kindes Michael weint, daß sie nie ein« eigene Jugend, ein eigenes Glück hat leben dürfen. Rebekka weiß: sie ist eine unmoderne Frau, die zuviel an Vergangenes denkt. und die darum in Amerika nicht heimisch werden kann, obwohl sie diesem Land« für den Wohlstand ihrer Familie zu Dank verpstichtet ist. Ihr Land ist es nicht geworden, wird es nie werden. Doch den schreienden Michael wiegt sie in den Schlaf:„Was wennst denn. mei Liebche? Marge is alles gutt. Ei. so frei dich, daß de kannst leben in dies groß« Land, wo's der werd gutt gehe. Bfch... bfch... bfch!" Amerika wird das Land ihrer Kinder fein. Josef ist der erste, der den Boden der elterlichen Heimat ver- läßt und ein amerikanisches Leben beginnt. Er heiratet ein« schöne gefchäststüchtige Frau, die, obwohl sie als Jüdin geboren wurde. längst nichts mehr mit dem Judentum gemein hat. Moses verstößt seinen liebsten Sohn, er verstößt auch seinen Sohn David, als dieser eine Christin heiratet. In Loui», dem Zweitältesten Sohn, spuken bunte, kraftlose Sehnsüchte von Kunst und Künstlerfchast: aber sie enden schließlich doch in dem väterlichen Geschäftsbetrieb, dem auch die Brüder Sol und Harry ihre Arbeitstraft— weniger ihre Neigungen— widmen. Rahel. die einzig« Tochter, dos zweitgeboren« Kind, ist schön und klug. Jeder in der Familie liebt si«, wenn es auch bei den Singermanns rncht üblich ist, Gefühle groß zu zeigen. Aber auch Rahel schlägt einen Weg ein, der sie weit fortführt aus dem Leben chrer Familie. An der Celle eines russischen Hochstablers erlebt sie ein bunte- Liebeszlück, das jäh venveltt. Nichts bleibt davon zurück: selbst das geliebte Kind des geliebten Mannes Holl der Tod. Wie David, den seine von leidenschostlichem Lebenshunger durch ihr Dasein getriebene Frau verläßt, landet auch Rahel wieder unter dem väterlichen Dach Als Moses Singermann stirbt, wohlhabend und Heimallos, um- stehen all« fein« Kinder sein Lager. Selbst Josef Hot auf eine kurze Stunde heimgefunden Roch einmal ist Moses der unermüdliche Geschäftsmann: mit klaren Sinnen macht er sein Testament. Dann spricht er mit deutlicher Stimm« da» Sterbegebet, und nun erst, wo er dem Leben gleichsam schon ausgelöscht ist. kehrt feine Phantasie heim zu den freundlichen Bildern einer beschaulichen Bergangenheil Auf dem Gesicht des wten Moses steht wieder ein friedliches Lächeln. Rebekka ist nun ganz einsam. Di« Kinder wissen ja nichts von der rumänischen Heimat, in der die Landleute bei nächtlichem Tanz. den bunt« Lampions beleuchten, das Fest der Weinernte feiern, und wo der Walddoden so süß duftet, wenn der warme Regen ihn be- netzt. Wird es den Kindern hier in Amerika gut gehen, so gut. wie die Müller es einst erhoffte? Die alte Rebekka weiß nickst mehr ganz genau, wie sie sich dieses„Gut gehen" vorstellen, in welcher Form sie es ihren Kindern wünschen soll. Sie muffen ihren Weg allein finden. Die sechs ällesten schreiten vorwärts in das Leben des amerikanischen Durchfchnittsbürgers. Wenn sie dieses Ziel noch nicht ganz erreichen, so werden doch sicher die Enkelkinder von Moses Eingermann darin landen. Sie werden arbeiten, verdienen und sich die Vergnügen, den Lebensgenuß kaufen, die gerade Massen- mode sind. Moses Singermann hat geglaubt. Amerika sich und den Seinen zu erobern; aber das große Land war stärker als er. Michael, der jüngste, ist von der Jagd der Singermanns nach dem geschäftlichen Erfolg nicht so mttgeriffen worden wie sein« anderen Geschwister, für die alles Tun immer nur einen Zweck und nie«inen Sinn haben durste. Das Leben hat sich chm longsam aufgetan, ihm nach und nach seine Geheimniffe enthüllt. Und Michael begreift: die Oberfläch« ist das wirtlich« Leben nicht. Irgendwo tief drinnen liegt der Kern; wenn man auch nicht bis zu ihm vorstoßen wird, so ist es doch einZiel, nach ihm zu graben. Michael Singermann wird so weil vordringen, wie seine Kräfte reichen: aber flach oder tief— das Land, das Moses Singermann, seine Frau und sechs ihrer Kinder spurlos auslöscht«, wird die Zeichen von Michaels Dasein tragen. Myron Brining hat mtt seinem Roman„Die Singer- mann s"*), in dem er bis in scheinbar belanglofe Einzelheiten hinein die Schicksale dieser jüdischen Auswanderer zeichnet, viel mehr gegeben als nur die Geschichte einer Familie. In diesem Buch ist ein wesentlicher Teil der geistigen und sozialen Entwicklung Amerikas wie im Röntgenbild festgehalten. Truste E. Schulz. Sin Qefpräch mil Qoeihe Ein bisher unbekannter Brief des Philosophen und Aesthetiiers Ludwig Thilo aus dem Jahre 1802 wird von Dr. Erich Ebstein jetzt veröffentlicht. Der damalige Privatdozeist in Halle, spätere Profeffor in Frankfurt a. d. O. und Breslau, schreibt da an Riemer. den Goethe erst im nächsten Jahre als Lehrer für feinen Sobn August nach Weimar zog:„Goethe ist acht Tage in Holle gewesen und hat bei Friedrich August Wolf logiert. Ich habe ihn mehrmals in Gesellschaft und einmal allein gesprochen und in ihm einen äußerst interessanten Charakter liebe» und verehren gelernt. Bor allem nahm ich an ihm ein« ruhige Wärme wahr, wamst er sich für alles einigermaßen Bedeutend« interessierte und im Gespräch den Gegenstand faßte und sich in eine gemeinschaftliche Untersuchung einließ. Seine Gestell hat etwas Stolzes, feine Physiognomie. besonders der Blick feiner Augen drückt bald eine Erhabenheil. bald die kindliche Liebe seiner Gefühle über die Natur aus Sein Körper hat nicht den Grad von Gewandtheit, den fein Geist vermuten läßt. auch hat fein mündlicher Ausdruck nickt die LSichtigkeit. die man aus seinen Sckriften kennt. In seinen Urteilen fand ich eine gänzliche Unparteilichkeit, eine große Billigkeit und ein ausgezeichnetes Be- streben, überall auch im Mittelmäßigsten, das Gute hervorzuheben und dankbar als Bereicherung menschlicher Fortschritte anzunehmen. Man war hier sehr gegen ihn eingenommen, als er kommen wollte, und ist sehr für ihn eingenommen, nachdem er dagewesen ist." Während der Hungersnot in Zrland von 1846 bis 1847 kam 1 Million Menfcken um. Die Hungersnot in Italien im Jahre 1866 forderte 1>- Millionen Opfer, und der großen Hungersnot in China im Jahre 1878 erlagen nicht weniger als 9), Millionen Menfcken. Sluch bei der jetzigen sind über X Million Menschen zugrunde gegangen. Sprvngkünskler. Die Antilopen können auf der Flucht Sprünge bis zu 10 Meter west und 3 Meter hoch machen. Zeildisserenzen. Wenn wir 12 Uhr mittags haben, ist es in New gork erst 6 Uhr morgen, in Japan dagegen schon 8 Uhr abends. Adolf Spanholz Verlag. Hannover. Bcrontwortlich iflt Tolifil:?r.«urt emtt;«irtWaft-». (Bcrnuftd altsfcrmtqun«: Z«rtflüCi! RruUluoif It. tcSn! Lotale« uitt-ro tt a-'«: 7tls La! päd: Ämciaen- Iii fWc fcmilid) in Serl ir. Verlaa: Sorroärtä-flerloa® m t. 6. Ber!!». Druck- Vor«»rt,.Bltck»N'ckeret unt» Berlagsanslalt Paul Singer u. Co. Keriiu SS.«, Lindenftrak« 3, Hier,» 3 BlUage». Ar. Iii• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 7. März iSZi Reinigung bei Gchulze-Oelitzsch Genoffenschastliche Kreditpolitik unter kritischer Lupe. Gestern fand unter starker Beteiligung aus dem Reiche der 6. Giroverbandstag der gewerblichen Kreditgeuoisenschosten in der Ärolloper statt. An der Tagung nahmen mehr als tausend Genossenschaftsvertreter teil. Die Bedeutung, die den im Deutschen Genossenschaftsverband zusammengeschlossenen kleingewerblichen Kredit- und Waren- genossenschasten im Rahmen der deutschen Dolkswirtschast zukommt— betrug doch der Umsatz der Warengenossenschastcn mit 300 000 Mitgliedern rund eine Milliarde Markim letzten Jahr und die Bilanzsumme der Kreditgenossenschaften rund Ich Mil- liarden Mark bei einer Million Mitglieder Ende 1030—, rechtfert'gt eine nähere Betrachtung der Entwicklung im gewerblichen Genossen- schaftswesen. Diese Entwicklung ist nicht immer erfreulich gewesen. Wenn auch die Schulze-Delitzsch-Organisationen von der- artigen Verwüstungen, wie sii« die landwirtschaftlichen Raiffeisengenossenschaften durch die unselige Geschäfts- Politik ihrer Zentralinstitute erlitten, verschont blieben, so hat doch die nicht geringe Zahl der Zusammenbrüche bei den gewerb- lichen Genossenschasten den Veweis erbracht, daß die traditionellen qenossenschasllichen Geschäftsprinzipien nicht durchweg mehr Gemeingut oller verantwortlichen Leiter sind. Di« folgen dieses Dersagens mancher Genossenschaftsleiter mußten in den letzten beiden Iahren um so schärfer zutage treten, als die Ge- uosienschaften infolge der Krisenftürmc vor besonders schwerwiegend« Aufgaben gestellt wurden. Die gestrige Tagung lieferte den Beweis, daß die verantwort- lieben Führer der gewerblichen Genossenschaften die vorhandenen Mißstände erkannt und auch den Mut besessen haben, die Ding« beim rechten Namen zu nennen. Sie zeigte ober auch, daß das Selb st vertrauen zur genossenschaftlichen Arbeit nicht gelitten hat und die Erkenntnis an Boden gewonnen hat, welche Bedeutung der genossenschaftliche Zusammenschluß für den kleinen Mitielstand besitzt. Wie die früheren Tagungen leitete auch die gestrige Direktor Kleemann von der Dresdner Bank, deren Genossenschafts- abteilung des Spitzeninstitut der Schulze-Delitzsch-Organisation darstellt. Der langjährige Berbandscmwalt, Professor Stein, deutet« in seiner Ansprache bereits an, daß die Tagung zum Anlaß einer gründlichen Selbstkritik genommen werden müsse, die der Leiter der Genosscnschaftsabteilung der Dresdner Bank, D i re k t o r R a p m u n d, sodann auch in aller Offenheit ablegte. Die vorhandenen M i ß st ä n d e konnten nicht abgestritten werden., Aller- dnigs seien die entstandenen Verluste im Verhältnis zur Gesamtzahl der Genossenschasten gering. Wenn auch die veränderten Zeit- verhästnisse Unruhe in das Genossenschaftswesen hineingetragen hätten, so müsse um so eher an den idellen Grundanschauungen des Genossenschaftswesens sestgehallen werden. Es Hüsten sich in letzter Zeit durch Großmannssucht, unvorsichtige Geschäfts- und Kredit- Politik Mißstände herausgestellt, die zu einer Vernachlässigung der Eigenkapitalbildung zugunsten hoher Verzinsung der Anteile geführt hätten. Ausschlaggebend sei die Frage einer möglichst großen finanziellen Flüssigkeit. Kredite an Aufsichtsrats- Mitglieder und Direktoren bildeten eine sehr ernste Gefahren- quelle. Die Zusammenbrüche der letzten Zeit seien hauptsächlich auf Verstöße gegen solide kaufmännische Grundsätze und auf mangelndes Verantwortungsgefühl der Verwaltung zurückzuführen. Wie das Bankgewerbe stünden jetzt auch die Kreditgenossenschaften in einer Reinigungsaktion. Sodann ging der Redner auf die notwendigen Borbeugungs- maßnahmen ein, die Hr in erster Linie in einem sorgfältigen Auslefeprinzip der Verwaltungspersönlichkeiten erblickt. Auch sei an eine Verschärfung der strafrechtlichen Be- st i in m u n g e n zu denken. Unbedingt notwendig sei ein A u s b a u der Revisionen nach der materiellen Seite hin. Die Revisionen müßten durch eine völlig unabhängige dritte Stelle erfolgen. Als nächster Redner sprach Prof. Grünfeld, Halle, über „Die Genossenschaften gestern, heute und morgen'. Der Gedanke der wirtschaftlichen Selbsthilfe habe Einbuße erlisten(Subventionen), dafür aber habe das Genossenschaftswesen im Handwerk, im Einzel- Handel und im Proletariat wie auch auf dem Lande eine außer- ordentliche Ausdehnung erreicht. Die Feststellung des Redners, daß die Voraussetzung für das Bestehen freier Genossenschasten B e- jahung des Kapitalismus fei, muß um so abwegiger er- scheinen, als auch die Schulze-Delitzsch-Organifation nur aus dem Abwehrkampf des steinen Mittelstandes und des Handwerks gegen einen ständig mächtiger auftrumpfenden Kapitalismus heraus zu verstehen ist. Lltid nichts dazu gelernt! Das Traumbild der freien Wirtschafi des Professors Mahlberg. Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit hielt am Freitag feine öffentliche Mitgliederversammlung ab. Der Geschäftssührer. Herr Schaefer, gab eine Uebersicht über die Tätig- kest des Reichskuratoriums. Das Hauptreferat über das Thema .„K.a pitolleitung und Arbeitslosigkeit' hiest der Pro- 'esior der Betriebswirtschaftslehre Dr. M a h l b e r g aus Freiburg. Mahlberg brachte die interessante Formulierung, daß der heutige krisenhaft« Zustand der Volkswirtschaft weniger durch Kapitalmangel al« durch Kapitalfehlleitung gekennzeichnet sei. Aber fast alles, was als Erstärung für diesen Zustand, und alles Wesentliche, was an Besserungsvorschlägen(über das Betriebswirtschaftliche hinaus) vorgebracht wurde, muß zurückgewiesen werden. Mahlbergs Vorschläge waren manchesterlicher als das M a n ch e st e r t u m! Heute noch Lohnabbau zu fordern, ohne zu zeigen, wie der Ausfall an Umsätzen ausgeglichen wird, ist auch für Betriebs- wirtschasts-Prosessoren zu dürftig. Die Aufforderung an die Unter- nehmer, ihre Kalkulation auf eine volle Beschäftigung der Anlagen einzustellen, kann da wenig verfangen— und wäre privatwirtschaftlich auch Unsinn in einer Zeit, in der mit Rotwendigkest bei voller Tätigkeit.�Ladenhüter' produziert werden müßten. Goldwert- tchwankungen spielen natürlich eine groß« Roll«: aber chre Besei- tigung würde die kapstalistifche Wirtschaft keineswegs von ihrer Unordnung befreien. Daß man bei sinkenden Preisen nicht neues Kapital investieren dürfe, ist nur eine Teilwahrheit— die Geschichte de» Kapstalismus ist von jahrzehntelangen Preisrück- gängen und gleichzeitig steigenden Investitionen beglettet gewesen. Die Frage des Eigentums(am Kapital) interessiert Herrn Prof. Mahlberg nicht; er hätte Marx»der auch Rodbcrws gar nicht einmal zu lesen brauchen, um zu wissen, von welch ausschlaggebender wirtschaftlichen Bedeutung diese„juristische" Frage ist! Alles in allem: nach Prof. Mahlberg ist.das Privatwirtschaft liche System bei wirNich freier Wirtschaft absolut voll- kommen", freilich vorläufig noch mit dem Mangel der ,dis- herigen mangelhaften Kapitalleitung" behaftet! Die Meinung, diesen Mangel durch.Meform der betriebswirtschaftlichen Instrumente" zu beheben, ist so grotesk, daß es schwer ist, keine Satire über die Sendung der modernen Betriebswissenschaft zu schreiben. Die Vokabeln„Macht",„Interesse" oder gar„Klasse" kchrnt Herr Prof Mahlberg nicht. Daß es etwas wie gewastige private Mono- pole, gebundene Preise in ausschlaggebender Zahl gibt, so daß das Konjunkturinstitstt ganz getrennte Indizes aufstellen muß, das wird kaum am Rande bemerkt: es könnte sonst ja auch die Illusionen über die Vollkommenheit der freien Wirtschast etwas be- einträchtigen. Dabei hätte Mahlberg es doch leicht gehabt. Er hätte sich von feinem Kollegen Schwalenbach belehren lassen können, daß es heute wirklich fo etwas wie„organisierten Kapita lismus" gibt, der ganz notwendig aus der„freien Konkurrenz- Wirtschaft" hervorgegangen und keineswegs eine böswillige marxi (tische Erfindung ist. preag'Berlin. Die Sofina beginnt eine ZeitongSoffensive.—„Oentsche" Fraktion im Landtag sekundiert. Allmählich wird erkennbar, weshalb die Sofina des Herrn Heinemonn und die Gesfürel des Herrn Oliven vorläufig darauf verzichtet haben, die preußischen Verhandlungen mit Berlin zu „stören". Man hatte sich den Weg zum Erfolg zu leicht vorgestellt. Das zum Sturm auf die öffentliche Kraftwirtfchaft in Deutschland verbündete ausländische und inländische Privatkapital hat eingesehen, daß es für die Durchführung seiner Pläne erst noch die öffentliche Meinung in Deutschland sturmreis machen muß. Wie in solchen Fällen üblich, arbeitet man mit der aus alle Fälle dem Prioatkapital treu ergebenen„deutschnationalen" Presse und den für deutfchnationale Blätter in solchen Fällen zur Wahrung des Dekorums erlorderlichen Entstellungen, frommen und unfrommen Lügen, auf die deutsche Spießer und auch Unternchnier gewohnheit-gemäß reagieren. Dos heißt man arbeitet mit dem.roten Tuch. Daß man dabei die Geschäfte ausländischer Großfinansters macht, jür die kleinere deutsche Finanziers deutschnationale Beiträge zahlen, das hindert solche deutsche und nationale Presse nicht. Bis- her haben sich die„Deutsche Tageszeitung", die„Berliner Börsen- zettung" als Geburtshelfer schon zur Verfügung gestellt. Wir haben nicht die Absicht, jetzt schon auf diese bestellte Arbeit zu am- warten. Wir denken diesen würdigen Film ablaosen zu lassen, weil sich so mit seiner leichtfertigen Demagogie einfacher abrechnen läßt. Aber die aus- und inländischen Verbündeten zum Ausverkauf der deutschen üffenttichen Kraftwirtfchaft haben im Preußischen Landtag auch schon einen Statisten gefunden, nämtich die „Deutsche' Fraktion. Diese hat«ine Große Anfrage«in. gebracht, die sich fachlich gibt, da man bei der Herausforderung einer I ministeriellen Antwort nicht einfach nur das rote Tuch schwenken darf. Diese Anfrage wiederHoll den längst schon dementierten Inter- essentenschwindel vom„angespannten Status der Preag' und spricht die Befürchtung aus. daß der preußische Staat„für noch nicht abzu- schätzende Derluste' werde einspringen müssen.(Wofür noch richt der Schatten einer berechtigten Vermutung Anlaß gibt.) Zum Schluß wird das rot« Tuch aber doch noch ein kleines bißchen geschwenkt mil der Bemerkung, daß„diese Ausdehnung der ttaatlichen Elek- trizitätswirtschaft grundsätzli ch bedenklich' erscheint. Wir glauben, daß es dem Herrn preußischen Handelsminister. der nicht deutschnational> ist, nicht sehr schwer sallen wird, nach- zuweisen, daß der Staat öifenllilhe und gesamtwirtschaftliche Inter- essen wie im Falle Berlin auch in Deutschland wirklich noch wahrnehmen darf, nachdem wenigstens im Ausland niemand an solchen Rechten des Staates bisher zu zweifeln gewagt hat, befon- ders keine sich nattonal nennende Parte!, Gruppe oder Presse. Gegen die Vorzugszölle. Professor Eulenburg vor den Berliner Kaufleuten. Professor Eulenburg von der Handelshochschule sprach vor dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller über das Thema „Europäische Zusammenschlüsse und europäische Zusammenarbeit'. Man düri« sich nicht vorstellen, daß dos Problem europäischer Zusammenarbeit mit der Beseitigung der Zollgrenzen schon gelöst sei. Währungspolitik, Tarif- und Bankpolitik, Sozial- und Steuerpoliiit müßien für ein einheitliches Wirtschaftsgebiet ebenfalls oereinheU licht werden. Insbesondere dürfe man nicht vergessen, daß man nur dann mehr ver- kaufen kann, wenn größere Kaufkraft geschaffen wird. Neuestens feien regionale Zufammenschlüffe zu- stände gekommen, so der Zusammenschluß zwischen den Nordwest- europäischen Staaten(Verteidigung der Handelsfreiheit) und den südosteuropäifchcn Staaten(Verwertung der Gctreideüberschüsse). Die Parsser Konferenz habe sich dafür ausgesprochen, den südost» europäischen Agrarländern durch eine Bevorzugung in der Z o l l f ra g e(Präferrenzsystem) zu helfen. Deutschland habe aber von der allgemeinen Einführung dieses Systems keine Bor» teile zu erwarten, da andere Staaten, insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien, ganz andere Möglichkeiten zur B»- vorzugung bestimmtes Länder hätten Bon der europäischen Zusammenarbeit verspricht sich Eulenburg nur dann einen Erfolg, wenn sie von Industrie und Handel ipi Wege der Selbsthilfe unternommen werde(was die politischen Möglichkeiten denn doch sehr unterschätzen heißt— D. R�d). Neuer Baukrach. Zahlungseinstellung derF. Klein Bau- und SiedlungS-A.-G. Berlin.— Wie groß soll die pleitenferie noch werden? Die F. Klein Bau- und Siedlungs A-G. Berlin, Leipziger Straße, hat ihre Zahlungen eingestellt, nachdem sie 80000 Mark, die fällig waren, nicht zahlen konnte Die Höhe' der Schulden und realisierbaren Aktiven ist noch nicht bekannt. Wenn die Gläubiger 200- bis 600 000 Mark nachlassen, hofft man auf einen Vergleich. Die Deutsche Bau- und Bodenbank hat Zwischenkredite gewährt, die, wie immer bei Zwischenkrediten, voll gesichert sind. Die Firma Klein hat in erster Linie Wohnbausiedlun» gen gebaut. Der letztjöhrige Umsatz soll über 10 Millionen Mark betragen haben, wobei natürlich auf die im Baugewerbe üblichen Rechnungs- und Zahlungsmethodcn Rücksicht genommen werden muß. Geprüft müßte werden, inwieweit die Leitung, was in der Vauwirtiäxift vorkommen soll, nicht fahrlässig gehandell Hot. Die Serie der Baupletten wird allmählich unheimlich. Nach Heinicke, Held u. Franke, Magdeburger Bank cedit und Korner jegt Klein. Eine Reinigung im Baugewerbe war zwar unvermeid» lich. denn fett 1922 hatte man sich allzu sorglos aufgebläht, diese Reinigung kommt aber jetzt doch mit sehr plötzlicher Wucht. Es wäre vielleicht zu überlegen, ob man nicht wenigstens überflüssigen Schädigungen in der Bauwirtschaft, die mit der Kredit- erschütterung bei solchen Anlässen für den ganzen Industriezweig sich bemerkbar machen, entgegenwirken kann. Eine Sache, die die Banken angeht. Pfandbriefe und Schuldverschreibungen Zugang �930 doppelt so hoch als i929. Der Pfandbriefumlauf hat sich von 7168 Millionen Mark Ende Rovember auf 7222 Millionen End« Dezember erhöht. Der Zu- gang betrug 119.6 Millionen(114,4 Millionen), der Abgang 62,7 Millionen(44.2 Millionen), so daß ein Reinzuzang von 24 Millionen(70 Millionen) SDkark zu verzeichnen war. Der Absaß von Pfandbriefen im Ausland ist inuci�r noch ganz minimal und erreicht noch nicht ein« Million Mark, wahrend 9,2 Millionen durch Tilgung aus dem Auslande zurückflössen. Der Umlauf von Kommunalobligationen erhöht« sich um 6 Millionen von 2118 auf 2124 Millionen Mark. Der Gesamt- umlauf an Schuldverschreibungen stellte sich Ende Dezem- der auf 12 124 Millionen. Der B e st a n d an Hypotheken, Kommunal- und sonstigen Dar- lehcn erhöhte sich im Neugekchäft auf 11 640 Millionen; unter Hinzurechnung der Aufmertungsbeträge ergab sich Ende Dezember eme Gesamtsumme von 14 372 Millionen. Im ganzen Jahre 1930 erreicht« der Rettoabsatz von Pfand- briefen die Höhe von 1044 Millionen gegen 362 Millionen in, Jahre 1929; der Okcttoabsatz von Ko�mmunalobligationen hat sich mit 332 Millionen(128 Millionen) ebenialls mehr als verdoppelt. Vierte Brotfabrik des Konsums Trotz Krise noch llmsatzsteigerung- Auch Februar relativ gut. In den ersten acht Monaten des neuen Gefchäftefahres (Juli 1930 bis Februar 1931) hat die Konsumgenossen. s ch a f t Berlin trotz aller Wirtschoitshemmungen und Preis- fenkungen ihren Umsatz gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres noch zu steigern vermocht. Der Umsatz in den acht Monaten des Vorjahres betrug 22 922 200 M., im Geschäftsjahr 1930/31 dagegen 33 026 438 M., so daß eine wertmäßige Umsatzerhöhung von 73 938 M. 0,14 Proz. festzustellen ist, der mengenmäßig ein« noch erheblich größere entspricht. Im Monat Februar machten sich die Auswirkungen der weiter verschlechterten Wirtschaftslage stärker bemerkbar. Der Februarumsatz betrug 2 874 046 M.; gegen- über dem Februar des Vorjahres beträgt die Umsatzminderung 474 322 M. oder 7,4 Proz., die aber durch Preissenkungen mehr als ausgeglichen ist. Den Eintritt in die Berliner Lerbroucherorganisation vol� zogen im Februar 1726 Haushaltungen; insgesamt betlögt nunmehr die Mitgliederzahl 208 981. Vom Beginn des Geschäfts- jahres ob(1. Juli 1930) bis Ende Februar 1931 haben 20 898 Fa. Milien die Mitgliedschaft in der Konsumgenossenschaft Berlin neu erworben. In der koissumgenossenichaftlichen Sparkasse hat sich der Einlagenbestand auf 49133124 M. erhöht; der Zugang neuer Spargelder im Februar bemißl sich auf 360 088 M. Die konsumgenossenschaftliche Warcnverinittlung erfuhr eine Erweiterung durch Eröffnung der 83. Fleischabgabestclle in Neukölln, Knesebeckstraße 133. Die zahlreichen Produktivbetriebe der Konsumgenossenschaft Berlin werden in Kürze um einen weiteren Eigenbetrieb vermehrt: Mttte März erfolgt die Inbetriebnahme der vierten Bäckerei in Spandau-Haselhorst, die in ihrer technischen und hygienischen Einrichtung alz die modernste Brot- und Ba�waren» fabrik anzusprechen ist. preußische Finanzstalistik. Das Preußische Statistische Landeso mt hat als kleines Taschenbuch die Ergebnisse der preußischen Finanzstatistik für das Rechnungsjahr 1928/29 vsröffsnt» licht und damit die neuesten Ergebnisse der Reichsfinangstatistik der Oeffentlichkctt zugänglich gemacht. Das Büchlein ist ein sehr wert« volles Hilfsmittel für jeden Stadtverordneten und Landtags- abgeordneten und für die Mitglieder der Haushaltsau�fchüsse fast unentbehrlich. Auf 68 Seiten wird das gebracht,' woz man im allgemeinen nur in dickleibigen statistischen Kompendien findet. Das Büchlein tostet 2 M. und kann vom Verlag des Preußischen Statistischen Landesamt?, Berlin SW 68, Lindenstratze Z8, bezogen uxrdM. Angriff auf die Selbstverwaltung. Gehaltskürzung nach(Schema F. Äom Ösjeuniw.rfcdal) wird UNK geschrieben: Li««tsdtoerordnctcnoersommlung Hot in ihrer gestrigen Eigung einen Dringlichkeitsontrag b« r sazialdewotrati- schen StaÄtverorbnetensraktion mit großer Mehcheit o»genommen, der sich gegen die vom Oberpräsidenten von.Berlin geforderten cSehaltskürzungen bei den städtischen Be- amten und Angestellten wendet. Obwohl die Berliner Gememdc- beamten und �angestellten ihr« Gehälter in der jetzigen Höhe bereits seit dem l. Oltober 1927. also fast 314 Jahr«, beziehen, hält es di« Aufsichtsbehörde für erforderlich, daß au» formellen Gründen, ohne den Besonderheiten der Verwaltung der riesigen Gemeinde Rech- nung zu tragen,«ine schcma tische Angleichung der Ge« hälter der Berliner Beamten und Angestellten an die Bestimmungen der Preußischen Besoldungsordnung vorgenommen wird. Dieser Angriff auf die Hohe der Beamten- und Angestelltenbezüg« ist gleich- Zeitig ein«ngrifs aus die kommunale Selbswer waltung. Unter großen Schwierigkeiten nur ist es den städtischen Körper- schasten, Mogistrat und Stodtverordnetenoersammlung gelungen. einheitliche Berwaltungsgrundsötze für die aus acht Städten, rund lOO Landgemeinden und Gutsbezirken gebildete Einheitsqememde Berlin auszustellen. Der Magistrot hat am 4. Mörz den Austrag erhalten, zur Nach- Prüfung der Bezüge der Beamten und Angestellten einen sogenannten Sutachterausschuß einzuberufen, dessen Ausgabe es fein soll. sich mit den Einwendungen des Oberpräsidenten ausöi»ai»derzvsetzsn. Dieser Gutochterausschuß, d-m unter dem Barsitz eines Unpartsiischen, des Stadwerordneten Dr. Easpari. je drei Magistrats- und Orgauifationsvertreter angehören, soll laut Anordnung des Ober- Präsidenten bereits am ZZ. März der Aufsichtsbehörde fem Gutacht«» überreichen. C» ist unmöglich, in dieser kurzen Zeit«ingehend sich mit den Forderungen der Aufsichtsbehörde auseinanderzusetzen. Aon dieser Maßnahme hängt nicht imr das Schiekjal von 24000 Beamten und 13 000 Angestellten ab. Wenn die Forderungen der Auf- sichtsbehörd« in die Wirklichtest umgesetzt werden sollten, würde dies einen völligen Umbau der Berliner Berwaltungs« organe bedingen. Der Haushaltsplan tStcllenplan). die Besol- dungsordnung, die Tarifverträge, die Anstellungsgrundsötze und Prüsungsbestimmungen für die Beamten und Angestellten müßten geändert werden. Statt einer Verbilligung der personalkosten würde ein« Verteuerung de» Verwaltungsapparates eintreten. Wiederholt sind die Aufsichtsorgan« darauf hingewiesen worden, daß an die Verwaltung einer Weltstadt mit ihren großen Wirtschaft- lichen und Verwaltungsausgaben ein besonderer Maßstab angelegt werden mutz. Es ist auch völlig irrig, daß mit den A m t s b e z e i ch- nun g e n die tatsächlichen Leistungen der Berliner Beamten und Angestellten zum Ausdruck kommen. Diese Amtsbezeichnungen mußten aber zwangsläufig Anwendung finden, da ja sowohl das Reich wie auch die Länder«ine Nachprüfung der Amtsbereich- nungen für absehbare Zeit abgelehnt haben. Der Gesamtverband und di« Reichsgcwerbschafi Deutscher Kam- munalbeamten werden in der Abwchr dieser Plön« einheitlich vor- gehen. Darüber hinaus wird gemeinsam mit den beteiligten ADB.- und AsA-Berbändcn in den Versammlungen unserer Funktionäre und Mitglieder öffentlich zu diesem Anschlag guf die Lebenshaltung der städtischen Arbeitnehmer Stellung genommen werden. In den Arbeiisämiern brennt's« lledle Personalpolitik der Zteichsanffalt. Di« Angestellten der Berliner Arbeitsämter wandten sich in «wer vom Zentraloerband der Angestellt«»«inberufenen, überfüllten Versammlung im großen Saal der Kammersäle am 3. März gegen die neuen Vcrschlechternngsabjichten der Reichs« imstalt. Genosi« Zeitz verwies auf die wachsende Zahl von Arbeits» gerichtsklagen gegen die Reichsanft alt. Diese Klogen müssen ausgeführt werden, da die Hauptstelle der Reichsanstalt fortgesetzt Anordnungen und Verfügungen erläßt, um sowohl die Rechte der von der Stadt übernommenen Auge- stellten ol» auch die Recht« der nach dem 1. Ottober 1927 eingestellten Angestellten zu schmälern. Di« bürokratlsche PersonalpolititderReichsanstalt. di» auf die schwierig«» Berholtnisie in d«n Arbeitsämter» keinerlei Rücksicht nimmt, muß auf die gesamt« Angestelltenschaft geradezu aufreizend wirken. Die Absicht, das Arbeitspensum der Angestellten ab 1. April 1931 durch«in« neue Veränderung der sageaauatea ZNeßzisser um etwa 50 Proz. ju«rhöh«». muß rurgesichts d«r i«tzi schon bestehenden migeh euren ÄrbestsübeAasmng und d«r Unmögtich- test, oll« Anträge sachgemäß zu heorbesten. als«in« Verhöhnung iu>r Angestelltcnichast ausgefaßt werden. Seit dem 1. Oktohcr 192? ist da» Arbeitspensum bereit» per- doppclt worden, obwohl durch di« wiederholten Aende« r u n g« n der Gesetzcsbestimmunggn und di: Vermehrung der statistischen Arbeiten schon jehl«ine lleberlastung des Personal» rmgatreien ist. Do» trifft sooKhl auf die Berliner Arbeitsamter als auf die Arbeitsämter der Provinz zu. in denen Ueber stunden» leistung bis in die späte Nacht und an Sonn- und Feiertagen keine Ausnohm«rfcheinung, sondern zur Regel geworden ist. In einer außerordentlich erregten Aussprache wurden von den AngeftelltenrSten der Arbeitsämter die unglaublichen Mißstände in räumlicher Beziehung und in der Behandlung des Personals aufgezeigt. Tritt nicht«in« radikale Aenderung in der Perjonalpolstik der Reichs- onstalr ein, dann wird es in der nächsten Zeit in den Arbeitsämtern zur Katastrophe kommen. Di« über läOO anwesenden Angestellten bekundeten ihr Vertrauen zum Zentraloerband der Angestellten durch einstimmige Wahl der von den Funktionären vorgeschlagenen Sektionsleitung. Großer Heiierkeitsersolg der J(GO. Krylenkos„Gefiandniffe" übertrumpfi. Di« durch die Notverordnung vom 1. Dezember vorgeschriebene Aenderung der Packungsarten machte«in« Neufestsetzung der A t k o r d p r e i s e für die Packerei der Zigarettenfabrik Garbäty nötig. Für ein« bestinwt« Menge, einen sogenannten Posten, war der Preis von 2,80 M. von den Packerinnen versuchsweise an- genominen worden. Durch Mehrarbeit, die besonder» bezahlt wurde, erhöhte sich der Preis um 16 Pfennig, reichte aber nicht aus,«inen annehmbar«» Verdienst zu erzielen. Eine Versammlung der Packerinncn am 26. Februar beaustragt« daher den Betriebsrat und den Genossen Necke» vom Deutschen Ta bo ko rb elt« rverbo n d, für diesen Posten 3,.50 M. zu fordern. DI« erst« Verlzandlung, die am folgenden Tag mit der Betriebs- lcitung geführt wurde, brachte kein Resultat; eine zweit« VerHand. lung am 28. Februar bracht««In Angebot der Firma von S Pfennig für den Posten. Dieses Angebot würbe von den Packerinnen ab» gelehnt. Bei einer dritten V-rhairdlimg a n 2. Mörz wurde«in weiteres Resultat nicht erzielt, ober dos Versprechen gegeben, daß am 4. Mörz ein Angebot der Firma erfolgen sollst. Die Sache ging der RGO. zu ordnungsmäßig vor sich. Sie mußte also versuchen,-ine..Aktion' au» dieser Angelegenheit zu machen und berief zum 2. Mörz ein«..öffentlich« Letriebsoersamm. lung'«in. nahm aber bei etwa 800 Beschäftigten al» Dersammlung»- räum ein Lokal, da» Platz für etwa SO Personen bietet. 5n der Ber- sommlung wurde«in„Ka mpfausschuß' und eine„Ve rha n d° lungsko m Mission' gewählt und folgende Resolution an- genommen: „An die Geschastsleitung der Firma Garbath. Di« am 2. Mörz stattgefunden« Belegschaftsversammlung der Packerinnen«tbermrttelt der S-schSsMettu*, W(K«d* Forderung«.: Die Kolleginnen oerlangen pro Posten einen Mindestlohn von 3,50 M. und müssen das bisher unverbindlich gemachte Angebot ab- lehnen. Der Betriebsrat Engel sowohl alz jeder Vertreter des Tabakarbeiterverbandes sind nicht berechtigt, im Auftroge der Beleg- schaft zu verhandeln. Die Kolleginnen haben ein« Verhandlung:. kommission einstimmig gewählt, die obige Forderung allein zu ver- treten berechtigt ist. Der Betriebsrat Engel und di« von ihm ver- lretene Liste ist nicht auf Grund de» Betriebsrätegesetzes gewählt worden und wird die Belegschaft ordminzsgemäß gegen diese Betriebs- Vertretung Einspruch einlegen.' Die RGO. versuchte also mit Hilfe der Firma«ine Bedeutung zu erlangen, die sie nicht hat. Die Firma zeigte aber keine Lust, mit dem Tobakarbeiterverband und der Belegschaft anzubinden, um der RGO. zu gefallen. In der Verhandlung am 4. Mörz machte die Firma das Angebot von 3,36 M. sür den Posten. Dieses Angebot wurde von der Versammlung der Packerinnen angenommen, nachdem di« Anhänger der RGO. den Versammlungsraum ver- lassen hatten und sich in das schon vorher erwähnte Vereinszimmer zu einer„Betriebsversammlung' zurückgezogen hatten. Was aber macht die„Rot: Fahne' aus dieser Blamage der RGO.?— Selbst nach den„Geständnissen' von Moskau wird man nicht erraten, wa» aus dieser sehr einfachen Angelegenheit wurde, in der die sogenannte RGO. die Rolle des dummen August im Ztrku» tpislb». der all« Kunststücke nachmachen mächt» und schließlich rott«dum Fußtritt hwauKbefördsrt wird.„VernA der'Reformsstem? „Dt» gekauften Gewerftchaftsbürokroten'?— Weit, sehr weit gefehltl Ein großer Steg dar RGO.l— Jawohl. Wir$iStrtn wörtlich: „Dia Packerinnen der Zigarettenfabrik Garbäty hohen unter FührungderRGO. durchgesetzt, daß sie«Ine Zulage von 40 Pt. pro Packung erhalten. Reckes vom Tabaka rb eiterverband und der sozialdemokratische Betriebsrat Engel hatten die Vertretung der Forderung abgelehnt, die REO. Hot sie d u r ch g« f e tz t. Nach dem Erfolg wurden für die RGO.-Bctriebsgn.ipp« 80 Neuaufnahmen gewacht.' Selbst in diesen traurigen Zeiten kann, man manchmal noch lachen. Aewag-Waht. Kreigeverkschostlicher Betriebsrat. An den Petriedsratswahlen in der Zeit vom 3. bis 5. März beteiligten sich SS Proz. der Angestellten. Für die Arbeiter er- übrigte sich«ine Wahl, da die freigew erkfchaftlich« Liste ohne Gegenlist« als gewählt galt. Die'NGO. hielt es für aussichtslos, ihren vorjahrigen Anlauf zum Sieg zu wiederholen. um sich eine glänzende Niederlage zu ersparen. Von 2509 Angestellten stimmten 2185 für die frei« gewerkschaftliche A f A- L i st e, 255 Stimmen erzielte die .Lomba', während ber GDA. bei seinem ersten Versuch 69 Stimmen bekam. Den Arbeiterrat bilden 17 Freigewerkschoftcr, den Angestellten. rat IS AfA-Genossen und ein Koncko.Miiglied. den Betriebs- rat 21 Freigewerkschafter. Bei der./Bewag', Berliner Eletirizitötswerken, herrscht Ordnung! Es muß erst alles demoliert werden. �ohnabbaufordrrungen der Bauunternehmer. Am 4. März wurde über die Festsetzung dcr Löhne für dic Hauptgruppen des Baugewerbes von Groß-Berlin ver- handelt. Frisch und frech beantragten die Unternehmer, den bis- herigen Stundenlohn von 1,53 M. auf 1,20 M. herabzusetzen. Der Tiesbauarbeiterlohn soll sogar von IM. aus 0.78 M. herabgedrückt werden. Außerdem verlangten die Unternehmer die Schaffung einer zweiten Lohngruppe mit 15 Pro- zent Lohnspanne, so daß dann aus den bisher bestehenden zwei Lohngruppen drei Lohngruppen gemocht würden, was noch eine weilerc große Verschlechterung der Löhne bedeute» würde. Die Arbeitervcrtreter forderten die Herabsetzung der Lrtxitizeil auf wöchentlich 40 Stunden und einen entsprechenden Lohnausgleich, außerdem di« Hereinnahm« aus dcr zweiten in die erst« Lohngruppe. Drei Stunden wurde verhandelt. Dann waren di« Der- Handlungen gescheitert. Nunmehr soll ein imparteiisches Tarifamt entscheiden. Auch über dic Person des unparteiischen Tarif- amtsoorsitzenden war eine Vereinbarung nicht möglich. Voraussicht- lich wird der Reichsarbeitsminister den Vorsitzenden zu ernennen haben. Mft welch«? Unverfrorenheit di» Unternehmer bei ihrem Vor. geh« handelt«, beweist, daß ein Unternehmernertret« k SoSffe* wistemnanier erklärte, wenn man ein neues Haus bauen wolle, müsse man«rst das erste zusammenreißen. Deshalb müsse das alte Lohngebäude zusammengerissen werden, um darauf ein neu«? Lohn- gebäude zu errichten. Die Arbeitervcrtreter blieben die deutlickzc Antwort nicht schuldig. Unverblümt wurde den Unternehmern gesagt, daß ihre Maßnahmen sür die Lohnabbaufordcrungen und ihre Politik zur Katastrophe im Baugewerbe führen müssen. Was wollen die Unternehmer? Wirtschaftlich gesehen, bestürmen sie genau so wie die Gewerkschaften die Regierungsstellen, möglichst große Beträge aus Hauszinssteuermitteln zum Bauen bereitzustellen. Politisch aber sabotieren sie die Hauszins st euer und ver- langen den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft. um die freie Wohnungsbauwirtschast wieder in Gang bringen zu können. Die Bauunternehmer verlangen Skaatsgelder. um ihr« Profite erhöhen zu können, während tue Bauarbeiter hungerv sollen. Im verflossenen Baujahr log die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter in Deutschland nur vorübergehend sür ganz kurze Zeit aus etwa 40 Prozent. Zur Zeit sind 78 Prozent oller Bauarbeiler Deutsch. l-mds arbeikslo». Voraussichtlich werden in diesem Lahr die deutschen Bauarbeiter n i e unter 50 Prozent arbeitslos fein. Di« Bauarbeiter sollen hungern, die Unternehmer wollen trotz schlechter Baukvnjunktur altgewohnte Profit« einstreichen. In dieser Richtung bewegt sich ihr Lohnabboubestreben und sie hoffen dabei aus die gütige Mitwirkung des Reichsarbeitsministeriums. Iedenfalls ist in dieser Angelegenheit noch lange nicht das letzte Wort gesprochen: Gegen die Bäckerlöhne. Einheitsfront der Brotfabrikanten und Kleinmeister. Nachdem die Vereinigung der Bratsabritante» Berlins schon ver einiger Zeit auf dem Wege der einstwetkigen Per- s ü g u n g versucht hatte, die mit den Tarisgewerkschasten abgeschlossenen Verträge zu durchbrechen, hat dieser Unternehmemrtwuii nunmehr den Gewerkschaft« die laufeichen DertrSze zum 31. März gekündigt. Wie nicht ander» zu erwarten, such« auch die Berliner Brotfabritanten die augenblicklich« Wirtschaft?-- depression gehörig auszunutzen, indem sie bei einzelnen Position« des bisherigen Tarifvertrages eine Kürzimg der Lohnsätze bis zu 23 Proz. forderten. Für die Gruppe» der Ofenarbeiter, Teigmacher und Brotfahrer scheinen sich die Fabrikant« noch einen gewissen Zwang auferlegt zu haben: hier wird„nur' ein Abbau der Wochen- löhne um 10 Proz. gefordert: statt bisher 60 M soll« in biese» Gruppen nur noch 54 M. pro Woche gezahlt werden. Dagegen sollen die Lohnsätze der Junggesellen, Hilfsarbeiter rmd Arbeiterinnen vollkommen umgestoßen und durch neue Tarifpastttoneu mit Lohnkürzungen bis zu 2? Proz. erfetzt werben. Ebenso wollen die Fabrikanten die Sätze für lleberstunden. Sonn- und Feiertagsarbeiten ganz erheblich kürzen. lieber diese Forderungen der llitternehiner ist am Dienstag verhandelt worden, d. h.«m eurer Berha»chlung kann kam» gesprochen werden, da die Gewerkschaftsvertreter selbstverständtich die Sitzung ohne Abgabe irgendeiner bindend« Erklärung verließen. nachdem die Fabrikanten ihre grotesk« Forderung« vorgetragen hatten. Das Vorgehen der Vereinigung der Brotfabrikant« hat uatist- lich den Zweckverband der Bäckermeist»r Grvß-Berlins nicht schlafen lassen. Auch dieser Verband hat den laufend« Tarif- vertrag gekündigt. Soweit man sich aus den Abänderungsvorschlägen der BSckermsistor überhaupt«ln Süd machen tan», verlanp« auch sie ein« generell«» Lohnabbau um 10 Proz. Darüber Henaus sollen aber auch die Ferientag« der Bäckergesoll« durch- schnittlich um 25 Proz. gekürzt werden und außerdem««laugen die Bäckermeister in Zukunft b« s v n d« r« Löhne fftt Kurzarbeiter. - Zu diesen Tariftündigungcn nahm Donnerstagabend«in vom Nahrungsmittel- und Getränksarbett er-Verband nach den Germania- Sälen einberufene Derfammlung der Bäckergesellen Stellung. Genosse Schumann erläuterte der überfüllten Ver- sammlung die einzelnen Forderungen und betont«, daß di» Bäcker- gesell« mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ihr Recht auf eine ausreichend« Lebenshaltung behaupten werden. In einer kurz« und sachlich« Diskussion schloss« sich die ein- zeln« Redner dies« Ausführungen an. Die prächtig verlaufene Kundgebung ist eine Mahnung an di« Meister, im Bäcker- gewerb« den Bogen nicht zu überspannen. Wahlen m den Ministerien. Di« diesjährige Neuwahl des Hauptbetriebsrats beim Preußischen Finanzministerium und Ministerium des Innern geht heut« und morgen vor sich, gemeinsam mit der Neuwahl der örtlichen und Bezirks bctriebsrät«(bei d« Regierung«). Wahlberechtigt sind die Büroangestellten, Techniker und Lohnempfänger(Arbeiter) bei den beiden Ministerien, beim Statisti- schen Landesamt, bei der Bau- und Finonzdirektion, beim Ober- Präsidium in Eharlottcnburg sowie bei den übrigen preußische» Oberpräsidien, Regierungen. Landratsämtern. Kreiskassen. Kataster- ämtern, Staatshochbauämtern und in der gesamten staatlichen Polizei- e verwaliung Preußens einschließlich der Schutzpolizei. Die freigcwcrkschaftlichen Angestellten- und Arbeiter- organisationen haben sür die Wahl des Hauptbetriebsrat» drei Vorschlagslist«»—|e«in« für Büro-, Kassen-'und Der- waltungsangestellte. sür technisch« Angestellte und fü« Lohn- empfänger(Arbeiter)— zur Wahl gestellt. Arbeitnehmer, die auch für 1931/32 eine put« Interessen- Vertretung bei ihren Zentralbehörden(Ministerien) wünsch«, dürfen nur diese Listen wählen. Es wählen also: Techniker Vorschlagsliste 1