r BERLIN Solmabeub 7. März 1931 10 Pf. B 56 48. Jahrgang etfdM{stti|It4«ttf((6esst«i<. Zugleich SbendauKqabe bei.VorwärU". Tezugipreis beide Aufgaben 8» Pf. pr« Woche. pro Moaat. Sled-kliv« mid Expedition: Berlin GW«8.Lmd«nKr.3 Fernsprecher: Dönhoff 292—29? ff\£f0ar& Äottigenprei«: Die einspaltigeNoupereillqeil« «O Pf.. ReLameteile 6 W. Ermäßigun«n nach Tarif.' PoKschecktont». Dorwäna-Verlag S.m. b.H� Berlin Nr. tri 536.— Der Verla« dehält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Aiqeige« vor! Fünf Todesurteile beantragt Vor dem Ende des Moskau-prozesses Mn statt. 7. Wtärz. Ter oberste Staatsanwalt krblento beantragte am Freitag«ach einer s�stnnbigen Rebe gegen die A»geklag. te« Groman, Scher. Aaknbowitsch. Gins- b n r g und Suchanow die Todesstrafe. Gegen die übrige« nenn Angeklagten beantragte er hohe Gefängnis» strafe«. Die Strafanträge wurden von den zahlreiche« Zuhörer« mit Beifall aufgenommen. Tie Fällung des Urteils wird in der Rächt vom Sonn- tag zum Montag erwartet. Staatsanwalt Srylenko hielt nach Schluß der„Beweisausnohme" eine Anklagerede von über fünf Stunden Dauer. Er betonte, der Eschweiler Llnglücksreviere. 3wei Bergleute durch Sprengfchuß getötei, fünf verleht. Eschweiler, 7. ZUärz. heule früh gegen S Uhr ereignete sich aus Grube Mario des Eschweiler Lergwerksvereins in Mariadors ein schwere, Grobenvnglüik. Ein« Bauarbeikcrgruppe von sieben Mann war beim Abteufen de, Sourmondschachtes mit dem Einsehen eine, Rü'ges beschäftigt. Dabei schlug ein Arbeiter mit der Spitzhacke in einen steckengebliebenen Sprengschuß, Der Schuß explodierte und zwei Arbeiter wurden getötet. Die übrigen süns wurden zum Teil schwer aerleht ins kranlenhaug gebracht. Prozeß liefere den Beweis dafür, daß die Menschewiki nach Unter- brechung des offenen Kampfes gegen die Sowjetmacht zu den neuen Kampsmethoden bürgerlicher Gegenrevolution, zu Schödlingsarbeit und Interoentionsvorbersitung zwecks Aufrichtung des Kapitalisnius in der Sowjetunion übergegangen feien. Der von den Dteitschewili mit der JRntstriepartei geschlossene Block Hobe auf offene Diktatur der Bourgeoisie und auf den faschistischen Umsturz hingeziell. Die auf der Anklagebank sitzenden verdienten Kämpfer der russischen Äozialdemotrati« seien in vollstem Maße fähig, die Bedeutung der durch sie geführten gegenreoolutionären Arbeit zu beurteilen. Nach Verlesung eines Schreibens Vandeboeldes an den Volks- tanmtifsarenrot der Sowjetunion im Rainen der Aweiten Inter- nationale, das die Solidarität der zweiten Internationale mit der Tätigkeit der russischen Sozialdemokratie zum Ausdruck bringt, erklärte Krylenko, daß dieses Schreiben der beste Beweis dafür fei, daß die Verantwortung der vcrbrecheriichen Tätigkeit der gegenrevolutionären Organisation der Menschewiken auä> aus die Aweite Internationale fällt. In den Taten der Angeklagten unter- scheidet Krylenko in der Hauptsache fünf Verbrechen: Anstreben einer Wiederaufrichtung des Kapitalismus in der Sowjet- untan, Abschluß eines politischen Blocks mit der gegen- rcnoltitionären Industriepa rtci und Empfang materieller Mittel von ihr zur Durchsührung der verbrecherischen Tätigkeit, Desorganisation der wirtschaftlichen Pläne und Organisation des Hungers, Bor- bereitung einer Intervention und schließlich Verrat an den Interessen des Proletariats. Der Staatsanwalt betonte mit Nachdruck, alle Angeklagten hätten vollkommen bestätigt, daß sie derartige Ziele verfolgten und daß sie die von der Auslandsdelegation der Menschewiki erhaltenen Direktiven praktisch verwirklichten, und stellte fest, daß die Hauptwucht der Verantwortung für die Toten der Angeklagten auf der Auslandsäelegatio» und der Zweiten Znlernalioaale laste. Krylento beschäftigte sich dann mit dem Block des Unionsbüros, der Industriepartei und der sogenannten werktätigen Bauernpartei und erklärte, daß die Schaffung dieses Blocks in einer Sonder- bcratung unter dem Borsitz Kalinnikoffs. eines Mitglieds des . Zentralkomitees der Industriepartei, beschlossen wurde, in der auch die Rollen der drei gehenrevolutionören Gruppen genau verteilt wurden. Zwischen dem Unidnsbüro und der Industriepnrtei wurde ein Abkommen geschlossen, daß nach Auffassung der Menschewiki »ach dem Sturz der Sowjetmacht ein Minimum an politischen Frei- hüten garantieren sollt«, und zwar sollten die Menschemiki Miliz- t r u p p« n bilden, die an dem Airfftoud nicht teilnahmen, aber ihn ermöglichen sollten, und unmittelbar noch dem Ausstand sogenannt« hamokr�csch» FreSststen erhandeln. c&tügu» steh« 1 Lette.)__ � Berlin-Gesetz im Landtag Letzte Aussprache vor der Entscheidung Ter Preußische Landtag begann heute vormittag mit der zweite« Lesung des Gesetzentwurfes über die„vor- läufig« Regelung verschiedener Punkte des Gemeinde- verfassungsrcchts für die Hauptstadt Berlin". Abg. Hirsch( wicht auf die Beibehaltung des Einkammersystems legen. Als das wichtigste hatte die Regierung die Funktion des Gemeinde- Vorstandes als Exekutivorgan vorgesehen. Dann erklärte sich die Regierung noch bereit, von Neuwahlen in dieser unruhigen und nervösen Zell abzusehen. Als Berichterstatter habe er sich dies« Anregungen in Anträgen zu eigen gemacht. Dann aber nahmen Bischöfe gegen Hitlerei. Erklärung der Kölner Bischöfe gegen die Nazis. Köln. 7. März. In der„KAmjchen Voit-zeitung" veröffentlichen die Bischöfe der Kölner Kirchenprovinz eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Di« Erwartung, daß es den Führern der Hitler- Bewegung ball) gelingen werde, ihre Ziele und Grundsätze so zu entwickeln und so zu klären, daß sie zu begründeten Mißverständ- nisien oder zu Bedenken bei gläubigen Katholiken keinen Anlaß »»ehr gäben, hätten sich nicht erfüllt, ebensowenig auch die Hoffnung, daß manches Beklagenswerte im Auftreten nationolsoziafisiischer Vertrete r. nicht zuletzt in der Sprache ihrer Prcsteorgane, sich als naeüber gehend« Erscheinung erweisen würdc. Auch die Stellung- nähme der Erzbischöse und Bischöse Bayerns hätte die verantwortlichen Führer der Bewegung nicht dazu vermocht, die der k a t h o- lisch«» Glaubens- und Sittenlehre widersprechen- den Kundgebungen aus chren eigenen Reihen klar und eindeutig ab, zu lehnen, Deshalb rufen die Biichöse der Kölner Kirchenprovinz die ihnen unterstellten Gläubigen mit oller Eindringlichkeit zu neuem ernsten Besinnen aus. Niemals dürfe man sich, auch nicht im Kamps gegen llnrechtz Unwahrheit und Gewalttat, zu Formen der Ab- wehr hinreißen lasten, die mit den christlichen Sittengeboten nicht vereinbar seien. Di« Erklärung ist unterzeichnet von Kordmal Schutte und den Bischöfen von Münster. Osnabrück, Trier und Limburg. Hiiler-Nanden mißhandeln Priester. SSla. 7. März.(Eigenbericht.) Am Freitagabend wurde eine Zealrumsverfammlung im katholischen Vcreiushaus in KSln Vraunsseld von Rational- sozialisten überfallen. Ein kalholischer Geistlicher. der über„Sowjetstern and haken kreuz' spreche« sollte, und der ver- sammlung« leiter wurden erheblich verletzt. Renn versamm- lnugsbefocher wurden leicht verletzt.?n dem Saal ist kel» Stuhl ganz geblieben. Selbst«in Marienbild wurde vollkommen zerstört und auch die straulcuchtee wußten daran glauben. Ein Uebersalllomwavda konnte lettzec nur nach einen der Vuefchen fest- die Verhandlungen im Ausschuß einen eigenartigen Berlauf. Der Ausschuß stellte sich weder auf den Boden des Regierungsentwurfes nach auf den der Anttäge des Berichterstatters. Er beschloß«llu» Novelle zum geltenden Gesetz von 1980. Diese sah die Mogistratsoerfassung vor, einen Magistrat aus nur bc- soldeten Mitgliedern, dann neben Magistrat und Stadtverordneten- vcrsanimlung die Einschaltung eines Ausschusses unter Vorsitz des Stodtverordnetenvorstehers und die nichtösfenUiche Tagung der Lezirksversammlungen unter Vorsitz der Bezirksbürgermeister. Schließlich wurde dann durch erneute Verhandlungen zwischen Regierung und Koalllionsparteien der — votliegende Entwurf als Kompromiß gesunden. Daneben bleiben die in Betracht kommenden Bestitmwtn» gen der Städteordnung und des Gesetzes vom 27. April 1S20 bestehen. Der Magistrat soll nach dem neuen Gesetz aus dem Ober. bürgermeifter, zwei Bürgermeistern, neun be- sold ecken und sechs unbesoldeten Stadträten bestehen. Die Stellung des Oberbürgermeisters wird insofern wesentlich ver- stärkt, als ihm die gesamte Exekutive übertragen wird. In das Zweikammersystem der Magistratsverfassung wird neu der Stadt- gemeindeausschuß eingeschaltet, der aus 45 Stadtverordneten bestehen soll und unter Vorsitz des Oberbürgermeisters alle Dorlage» der lausenden Verwaltung beschließt. Dieser Stadtgemeindeausschuß tagt nicht öjsentlich. Dadurch soll die Arbeitsfähigkeit der Stadtverordnetenversammlung gewährleistet werden. In der Der» fastung der Bezirke soll es keine wesentlichen Neuerungett geben. Aber die Bezirksversammlungen sollen künftig nicht öffentlich und unter dem Borstg des Bezirksbürgermeisters tagen. Als Bericht- erstatter empstehll Abg. Hirsch die Annahme des Entwurfes. Die Debatte eröffnet Abg. Or. Lohmann(Soz.) Zehn Jahre sind für das Leben einer Versostung eine kurze Zeit. Darum sind auch die Urteile über Wert oder Unwert des Groß- Berlin-Gesetzes vom April 1920 so verschieden. Unter normalen Verhältnisten wäre eine längere Bewährungsfrist nötig. Aber in den jetzigen außergewöhnlichen Zeiten hat der überwiegende Teil der Oefsenttichkeit und der Presse eine Reform der Berliner Verwaltung dringend gefordert. Wir kennen die Gründe der Verärgerung: Leerlauf der Verwaltung, unnütze« Hin und Her zwischen den Bezirken und der Zentrale, Notwendigkeit vielfacher Beschlüsse selbst in einfachen Sachen.(Sehr wahr!) Die Magistratsverfoffung bringt an sich die Gefahr der Deriangfamung mit sich: die verwickelten Partciverhälckniste Berlins haben die Schwierigkeiten noch erhöht. Die Beteiligung möglichst vieler Instanzen erschien den Berfastern des Groß-Berlin-Gefetzes als beste Garantie einmütigen Zusammenwirkens: aber sie wurde erreicht auf Kosten der Schnelligkeit und Billigkeit der Verwaltung. Dazu kam der ständige Mißbrauch des parlamentarischen Teils der Stadt- Verwaltung, die Radauszenen, die Flut der Anttäge, die unfruchtbaren Dlskufsionen, mit denen'die Kommunisten begonnen und an die sich die Nationalsozialisten harmonisch angeschlossen haben.(Heller- keit und Zustimmuiig,( Da sich die Selbstverwaltung dieser Schädling« nicht mehr erwehren kann, müssen wir ihr zu HUse kommen. Trotzdem sind wir noch heute der Meinung, daß sich der Gesetzgeber von 1920 seines. Werkes nicht zu schämen braucht: er hat den großen Schritt von der Wirtschaftseinheit Groß-Berlin zur kommunalen Verwaltungsrit mit Mut und Folgerichtigkeit gewagt, uns dieser Schritt ist nicht mehr zu widerrufen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Viele Teil« der Groß-Berün-Verfastung sind bester als ihr Ruf. Wer der Versuch, die Magistratsverfassung auf diese Riesengemeinde zu übertragen, hat sich nicht bewährt. Die Kompetenzen sind zu ungleich verteilt, und der Gedanke, an die Spitze der�Beziike nicht Derwoltungen, sondern Körperschaften zu setzen,«arfolsch, Bei der Reform wüsten wir die unliebsame» Vorgänge der letzten beide« Jahr«, die «t» Vahlnglbm»» zu einer Wellsensotion gestempelt ward« find,»ach Mögllchtert ausschatten. Dir haben uns deshalb mich gtgtRfilMf üherftüiPev, gnf»bltq*wd«» Peränderungen der Ser- I" iner Verfassung gewehrt. Aber wir haben aus der anderen Seite an um deswillen gern an der Neuordnung mitgearbeitet, um für Berlin nun eine längereZeitderRuhe und der geordneten Arbeit wieder zu erreichen. Der Entwurf unserer Berliner Partei- organisation, den wir dem Hause unterbreitet haben, hätte eine wirk- lich prinzipielle Lösung aller umstrittenen Fragen gebracht. Gc- messen an diesem Entwurf besrledlgl das vorliegende Kompromiß nicht. Aber Vollkommeneres war nicht zu erreichen, und der vorliegend« Reformentwurf bringt wenigstens eine ganze Anzahs praktischer Verbesserungen. Er beseitigt ine ollgemein anerkannten Mänget, was die Beschlüsse des Ausschusses in erster und zweiter Lesung nicht getan hatten. Er erhält die Arbeitsfähigkeit der Stadtverord- nctenoersammlung oder stellt sie wieder her. nimmt ihr aber kein wesentliches Recht, sondern nur einen Teil der laufenden Arbeit ab, die einem ebenso demokratischen Organ übertragen wird. Der vor- liegende Entwurf dritter Lesung führt eine klare Scheidung der Zuständigkeiten von Zentrale und Verwaltung herbei. Endlich führt der Entwurf zur Umgestaltung der Bezirks- organ« zu richtigen Derwaltungskörperschasten. wenn auch auf diesem Gebiet die Aenderungen schwerlich ausreichend sind. In der Zentrale wird das Mißverhältnis beseitigt, das auch zu den uner- guieflichen Debatten über die Höhe der Aufwandsentschädigung g�- führt hat. daß tatsächlich die Ehrenämter die volle Ar- b e i t s k r a f t der damit betrauten Personen in Anspruch genommen hoben. In dem Verhältnis der Zentrale zu den Bezirken war mit dem bisherigen Beanstandungsrccht nicht länger auszukommen Das in Z 22 eingeführte direkte Weisungsrecht des Ober- b ii r g« r m e i st e r s ist in vernünftiger Weife abgegrenzt. So glauben wir. in Uebereinstimmung mit der Regierung, ein tragfähiges Fundament für die Entwicklung der Berliner Verwal- tung in den nächsten Iahren gefunden zu haben. Wir hoffen, die Stadt Berlin durch dieses Gesetz zu besählgen, die dringenden persönlichen und sachlichen Aufgaben des Augenblicks zu lösen. Wir danken dabei in erster Linie an die Oberbürgermei st erfrage und an die Finanzschwierig. Zeiten, die allerdings durchaus keine Eigentümlichkeit der Stadt Berlin sind— nur die fpriwörtliche Berliner Zurückhaltung hindert mich, Vergleiche mit anderen Großstädten etwa in Rheinland und Westfalen zu ziehen fHeiterkeit.) Wir sind auch überzeugt, daß«ine später« Zeit über die Größe der kommunalen Leistung in Berlin in der Nachkriegszeit gerechter urteilen wird als die Gegenwart. Di« Sozialdemokratie jedenfalls bekennt sich schon heute mit Stolz zu ihrer Mitarbeit in Berlin und hat den Wunsch, recht bald wieder da anzuknüpfen, wo die verlierende Wirtschaftskrise die Entwicklung jäh»nterbrocken hat. Nach abermals zehn Iahren, wann wir aus der' drängenden Not der Zeit heraus sind, hoffen wir Groß-Berlm die! demokratische und soziale Ehiheitsoerfassung geben zu können, für! die wir diesmal noch vergeblich gekämpft haben.(Lebhafter Beifall' bei den Sozialdemokraten.) Abg. Sleinhosf(Dnat.): Wir hoben oie Zwangseinbeitsgemainde Berlin immer für falsch aehalten. Rur kzirch die volle Sekb�ver-; waltung der Bezirke und durch bodenständig« Kommunalbeamte: könnte Berlin gesund werben. Auch da»«heenamtlich« Element! wird viel zu weit zurückgedrängt. Die Mehrheit hat alle unsere vernünftigen Anregungen abgelehnt. Aber Sie werden schon noch einsehen, daß nur dos Verbot jede» Zuzugs von außer. halb noch Verliin den Berliner Sozialetat in Ordnung bringt. Im Gegensatz zu den Mrhrheitsparteien wünschen wir ball ige Wahlen. (Lochen bei den Mehrheitsparteien. Zurus«: Ihr wollt wohl von Hitl«r ganz ausgefressen werden?) Abg Schöning(Z.): Di« Mehrheitspatteien haben die Opposition lehr loyal an der Arbeit beteiligr. Wir erkennen die Fortschritte in dem vorliegenden Gesetzentwurf an. Abg. Schwenk(Komm): Was soll das ganz« Reden üb« Selbst- oerwaltung. In ÄSahrheit herrscht die Diktatur der Staatskommissare. Auch die Beschlüsse des Ausschusie» sind nur«in neues Diktaturgesetz. Auf der Rednerliste stehen noch die Abg. Leidig(D. Dp.), S ch m i l i a n lStaoisp.) und Mentz(Wirtschp.. Damit wird die Aussprache über das Kraß-Berlin-Gesetz schließen. Di« Abstimmungen finden am t8. März statt. Schäden auf dem Arbeiismarkt Sozialdemokratie fordert Beseitigung der privaten SteMnvermittlung Der Reichstag erledigte heute vormittag seinen eigenen Haushalt in zweiter Beratung. Abg. Heinig(Soz.) begrüßt einen staatsparteilichen An- trag, wonach die R e i ch s t a g s m i t g l i e d e r ihre Einkünfte aus industrieller oder sonstiger geschäftlicher Tätigkeit als Direktoren, Sekretäre, Syndizi, Berwältungsräte usw. dem Vorstand des Reichstages mitteilen sollen, ebenso auch die Ernennung zu össentlichen Beamten. Der Zweck dieses Antrages ist die Vermeidung von Konflikten zwischen polllischer Tätigkeit und persönlichem Interesse. Wir wollen, sagt Heinig, keine Schnüffelei, ober im Jnieresse der Reinhallung des politischen Lebens und einer klaren Scheidung zwischen Polilit und Znleressenverlreluug stimmen wir diesem Antrag zu. Darauf wird sowohl dieser Antrag wie auch dersozialdemo- kr at l sch e. daß Abgeordnete, die Beamte sind und dem Reichstag fernbleiben, ihre Beamtcnstelle zu oersehen haben, dem Aeltestenrat überwiesen. Es folgt die zweite Lesung des Gejegeniwurss über die Entschädigung der privaten Stellenoermiltler, die durch das Verbot gewerbsmäßiger Stellenvermittlung um ihre Existenz gebracht werden. Abg. Frau Sunert(Soz.): Im Ausschuß haben die bürgerlichen Parteien diesen Regierung-entwurf in einer Weise verändert, der wir nicht zustimmen können. Solange es die moderne Arbeiterbewegung gibt. Igt sie gegen die gewerbliche Stellenvermittlung ge- kämpft, die ungeheure Mißstände, z. B. durch zu hohe Gebühren, durch Verleitung zu häufigem Stellenwechsel geführt und eine einheitliche Arbcitsmarklpolitik unmöglich gemacht hat. Schon 1 922 ist das Verbot der gewerblichen Stellenvermittlung grundsätzlich beschlossen worden, und in dem späteren Gesetz über Arbeitslosen- Unterstützung und Arbeitsvermittlung ist dieses Verbot ergangen. Räch dem vorliegenden Entwurf aber soll die gewerbsmäßige Ver» mltllung gerade für Hausangestellte und für das Gast. wirtsgewerbe noch bis 193? fortgeführt werden können, wenn der Inhaber nicht die frühere Einstellung seiner Tätig- keit gegen Entschädigung vorzieht. Infolge der eingefügten Bestim- mlmgen Wer die W-iterführung solcher Unternehmen nach dem Tod« des InHaders für Rechnung der minderjährigen Erben oder der Witwe wird eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit ermöglicht. Wenn die vielen Mißstände nicht vor Gericht nachgewiesen werden, so liegt das an der Scheu vieler der Betroffenen, vor Ge- richt auszusagen, und an ihrer Angst vor Schädigung durch schwarze Listen usw. Besonders arg sind die ZKißbräuche auch in den privaten Heimen für Srankcnschwefiern und im Gastwirtsgewerbe. Da werden Kostenoorschüsse, Unkosten« beitrage, Extrabeiträg« gesetzwidrig in Rechnung gestellt. Die eigeat- lichen Vermittlungsgebühren erreichen eine p h a n t a ft i- s ch e H ö h«. Die Rednerin bringt Beispiele solcher Mißbräuche, besonders auch aus Schlesien vor und' fügt hinzu: Können Sie es den Opfern solcher Exzesse der Prositzier verdenken, wenn sie diese Ver- mittler als Parasiten bezeichnen und ihnen Hrndel mit Menschen- fleisch nachsagen?(Sehr wahr! links.) Mon führt als Vorzug der gewerblichen Stellenvermittlung an. daß sie durch den privaten Nutzen größeres Interesse an der Vermittlung habe und Die individuellen Wünsche besser zu berücksichtigen versteh«. Wir bedanken uns für«ine individuelle Vermittlung, die— z. B. bei Bar« damen— oft jeder guten Sitte widerspricht und durch die Forde- rung, zu animieren und mitzumachen, an das Strafgesetz streift. Die öffenlilchen Arbeitsnachweise sind den privaten weitaus überlegen, sie vermeiden den Leer- laus, arbeiten rationell und können auch jene Kontrolle über die Arbeitslosigkeit der Unterstützung, empsänger ausüben, die gegenüber der Hetze wider die Sozialpolitik unerläßlich ist.(Sehr wahr! links.) Fast alle Kulturländer haben infolge der Washingtoner Konferenz die gewerbsmäßig« Stellenvermittlung ver- boten, nur Polen, Jugoslawien. Rumänien und Ungarn lassen sie noch teilweis« zu. Deutschland darf nicht Himer den westlichen Kultur- iändern zurückblicken. Dringend notwendig ist die Beschaffung einwandfreier Unterkünfte für die erwerbslosen hmisangeslellten. die sonst in der größten Gefahr siurd, der Prostitution anheimzufallen Don 1310 000 Hausgehilfinnen sind 43«; 000. also ein Drittel, unter 20 Iahren!(Hört, hört!) Wir haben beantragt, daß bis zur Lösung dieser Frage die Gemeinden zur Schaffung solcher Untertünfle ver- pflichtet werden sollen. Wir appellieren an Sie alle, dafür zu sargen. Die Reicheverfassung gewährt der Arbeitskraft den besonderen Schutz des Gesetzes. Nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes hat die gewerb- liche Arbeitsvermittlung zu verschwinden. Wer mit uns die Aus- beutung des Menschen durch den Menschen verurteilt, wird diese Aukschußoorluge ablehnen.(Lebhafter Beifall links.) Die Abstimmung wird ausgesetzt. Einige Wirtschaft- lich« Dorlaxen werden ohne Debatte erledigt und noch vor 11 Uhr nach kaum einstündiger Sitzung, vertagt sich das Haus auf Donnerstag 13 Uhr: Haushalt des Arbeitsministeriums, Ab- stimmungen über Stellenvermittlung usw. Giützner Anschlag auf die Allen. Eine Bestätigung und Erklärung. Vom Vorsitzenden des Reichsoerbandes Deutscher Landes- Versicherungsanstalten wird uns geschrieben: „In der Nr. 104 pom 3. März 1931 befindet sich ein Aufsatz, überschrieben:„Sturm auf Altersrente. Geheimpakt der Versicherungsbürokratic? Invalidenrente fall verringert werden.* Dem gegenüber haben wir folgendes zu erklären: Am Ü. Februar 1931 sand aus Wiinsch unseres Verbandes eine Besvrechung im Reichsarbeitsministerium statt angestchrs des Um- standes, daß in der Presse(„Kölnische Zeitung*) ein Artikel er- schienen war, wonach die schwierig« Finanzlage der Knappschaft»- Versicherung durch. eine neue Belastung der Invalidenversicherung gelöst werden sollte oder könnte. Die Besprechung war eine ver- trauliche und insbesondere hat das Reichsarbeitsministerium ge- beten, bei einer Verwertung der Besvrechung nicht auf dieses Bezug zu nehmen. In der Besprechung sind eine Reihe von t h e o r e t i- schen Fragen erörtert worden, die sich auch aus der bekannten schweren Finanzlage der Invalidenversicherung mit Notwendigkeit ergaben. Irgendwelche oraktischen Vorschläge sind weder vom Reichsarbeitsministerium noch von dem Reichsverband Deutscher Landesoersicherungsanstalten gemacht. Richtig ist aber, daß innerhalb des Verbandes über diese theoretischen Fragen eine Aus spräche staltgesunden hat, um falls die Fragen praktisch werden sollten, mit entsprechendem Ma-erial ausworteu zu können. In einem amtlichen Schreiben an da» Reichsarbeitsministerium hat aber der Reichsoerband der Deutschen Landesoersicherungsanstalten aus- drücklich sich dagegen verwahrt, daß die Invalidenversicherung bei der Sanierung der Knappschaft mit irgendwelchen neuen Opfern herangezogen wird, und hat weiter erllärt, daß er zu allen Frage» der Sanierung der Invalidenversicherung erst dann Stellung nehmen könnte, sobald positive praktische Borschläge des Reichsarbeitsmiuisterlums vorlägen. Schon jetzt sei aber bemerkt, daß bei der Besprechung im Reichsarbeitsministerium eine ganze Reihe von Fragen, unter anderem auch solche, die in Ihrem Artikel angeschnitten sind, als von vornhereia untragbar von den Derbandsoertretern bezeichnet ist. vermögen wir angesichts der Bertraulichkeit sprechung nicht«inzugehen. An der Besprechung war auch ein Ver- treter der Arbeitgeber und der Versicherten beteiligt. �Wir bitten unj Verölientlilbung dieses Schreibens.*' Dies Schreiben bestätigt also die Tatsache, das innerhalb des Reichsverbandes der Landesversicherungsanstalten eine „theoretische Aussprache* über die Ersparnismöglichkeiten.stattfand. Daß der Londesrar Goeze von der Brandenburget Landesoersich«- »Mein llebertriik zur Tlationa'svjialifiischen Partei erfolgt aus Grünven der polittschea Sauberkeit.* Auf Einze'hejten der damaligen Be- rungsanstalt den bei uns wiedergegebenen Brief geschrieben hat, wird nicht bestritten. Dieser Brief nimmt Bezug auf gewist«„Er- wägungen* und erweitert sie in einer Weis«, daß mit Recht von einem„Sturm auf die Altersrenten* gesprochen werden kann. Wir hoffen, durch die rechtzeitige Verössenllichung den Plänen selbst ein Ende bereitet zu haben. Die Kättewelle. Berlins kältefle Nacht in der Znn-nfladt. Zn der vergangenen Rächt hatte die Quecksilbersäule in der Znueustadt verlin» einen Tiefsland erreicht, wie er in diesem Winter bisher noch nicht zu verzeichnen war. Räch den Messungen de, amtlichen Welle- d'enslc» herrschten 10 Grad kälte, in den Außenbezirk.; n lagen die Tempcraw.en wesentlich nled;iger. Damit wird für Berlin die kälteste Rächt diese» winters registriert., Die Kältewell« erstreckt sich über den größten Teil des Kontinents und selbstverständlich über das ganze Reich. Sogar Süd- Westdeutschland hatte heut«, nachdem die Tempsraturcn tage- lang erheblich über Rull Grad lagen, wieder strenge Kälte zu ver- zeichnen. Am kältesten ist es in Nordjchweden und Finnlaiw, von wo 23 bis 30 Grad Kälte gemeldet werden. Nach den vorliegenden Anzeichen wird schon in den nächsten Stunden ein« Wetterverschlechterung, die aber nur vorübergehend sein soll, erwartet. Bei sehr kalten Ost- und Nordost- winden wiro sich der Himmel zeitweise stark bewölken und es ist sehr wahrscheinlich, daß noch etwas Schnee fallen wird. Die Wetterprognose für S o n n t a g lautet: Nach Schneefall-eils heiter, teils wolkig, weiterhin Frost. Schwere verkehrsfiö'un'» in der potsdam-r Straße. Die Potsdamer Brück« mußte heute früh für den ge» samten Verkehr, mit Ausnahme der Straßsirbahnen, gesperrt wer- den, da das Holzpflaster plötzlich mit einem weithin vernehm- baren Krachen auseinandergeborsten war. Der Verkchrspostcn mußte zunächst die sofortige pnÜzeiliche Sperre anordnen und der Verkehr wurde in aller EU« über die Vittoriabrücke umgeteitet. In- zwischen wurde festgestellt, daß nur der B r ü ck e n b« l a g durch den plötzlichen starken Frost in Mitleidenschast gezogen war und für die Brücke selbst keinerlei Gefahr bestand. Die Schäden wurden ausgebessert und gegen �11 Uhr tonnt« die polizeiliche Sperr« wieder aufgehoben werden. Stürme über England. lleb.rsci wemmungen durch die Meeresbranduna. London. 7. März. lieber dem Kanal und dem briflfcheu Znselreich wüten zurzeit heftige Stürme, die an verschiedenen O-ten eine Seschw'.udizkeil von über 100 StundenNlomeler erreichen. An der Südküsie von Kent ist die Meereebraudung so sta-k. daß große Wassermassen über die Slippen gesch'endert und zahlreiche Häuser unter Wasser gesehl werden. Zn anderen Süstenorten stehen die Straßen oft mehrere Fuß hoch nuler Wasser. Di« Themse ist infolge der Stürme an einigen Slessen über dl» User getreten und hat Rebaschwemmongen angerichtet, ver Sachschaden ist bedeutend. 20000 Zeniner Pulver explodieri. Französisches Mua.tionS.ager in die Lust geflozen. pari».?. März. El« furchtbare Explosion ereignet« sich in den späten Abendstunden de» FreUag in einem Munitionslager in Ehemilly-sur-Ponne in unmittelbarer RSH« von Auxerre. Zwei groß« Baracken von über 100 Meter Länge und 23 Meter Breite, in denen gefüllte Sartuschen aller Kaliber untergebracht waren, flogen plötzlich unter ungeheurem Getöse in die Lust. Mehrere 1000 Tonnen Pulver waren explo- diert. Unter der Bevölkerung entstand große Beunruhigung, da dl« Gefahr bestand, daß weitere, in unmittelbarer Näh« gelegene Munitionslager, in denen sich fertige Geshoss« befanden, ebenfalls von den Flammen ergriffen würden. Die Ausmaße der Katastrophe wären in einem solchen Falle unübersehbar« gewejen. Festnahme eines Einfle'gedlebes. Mimte den harmlof-n Reifenden. Bei einer Wirtin in der Mühlhelmer Straß« in Spandau wohnte als Unie-mieter ein 49 Jahre alter angeblicher Reisender Max Kram m. Er blieb ab und zu einige Tage sorl und erklärt« das damit, daß er gesä,äfUich zwischen Bexlin und Hamburg kleinere Städte zu besuchen habe. Als er kürzlich von solcher„Reise* nicht wieder nach Hause kam. wurde die Wirtin besorgt und erstattete eine Vermißtenanzeige. Spandaucr Kriminalbeamte erschienen in der Wohnung, durchsuchten die Sachen des Berschwundenen und machten eine überraschende Entdeckung. In einem großen mit Eisen beschlagenen Koffer fand man eine ganze Anzahl Brieftaschen. Portemonnaies. Psand- scheine und Ausweispapiere auf alle möglichen Namen. Der Köster mit seinem sellsamen Inhall wurde beschlagnahmt und Nachforschungen nach der Herkunft der Pajstere angestellt. Dabei ergab sich, daß zu Pfingsten 1930- in das R e st a u r a n- Schützenhaus in Kremmen ein großer Einsteige- d i e b st a h l verübt worden war. In dem Gaschaus hatten sich zum Schützenfest viele Besucher aus der Umgegend eingefunden, die auch übernachteten. Kramm hatte die Gelegenheit ausbaldowert, war überall in d-e Zimmer geklettert und hatte mitgenommen was er tonnte. Jetzt hatte er es in einem Gasthöf in Paulinenaue ähnlich gemacht, war gefaßt worden und vom Amtsgericht in Rathenow zu mehreren Wochen Gefängnis oerurteilt worden Deshalb konnte er nicht nach Hause kommen. Als er nun aber die Strafe abgebrummt hatte und sich wieder in seine stille Spandauer Klause zurückziehen wollte, bekam er noch rechtzeitig Wind von dem Besuch der Polizei und flüchtete nach Berlin. Es nützte ihm aber nichts. In der M ü n z st r a h e wurde er erkannt und verhaftet. « Das wahre Gesicht Moskaus Erklärung der rusfischen Sozialdemokraten Die Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands ersucht uns um Verössentlichung der nachstehenden Erklärung: „Ulmnttelbar nach der sowjetamtlichen Bekanntmachung über den bevorstehenden Prozeß gegen 1-1 angebliche Mitglieder des„Unwns- lüros des Zentralkomitees" unserer Partei wurde von den Genossen Abramowitsch und Dan sin der Sitzung vom 24. Februar d. I.) der Auslandsvertretung der Vorschlag gemacht, sie zwecks Auftretens als Zeugen vor dem Obersten Gerichtshof der UdSSR, nach Moskau reisenzu lassen. Diese Frag« wurde in mehrmaliger Beratung erörtert, worauf die Auslandsvertretung zu der festen Ueberzeugung kam, daß die Sowsetregiernng auch nach Zusicherung„freien Geleits" uud der MSglichkeii der freien Zeugenautsage nicht den willen habe, die Vorbedingungen zu schassen, unter denen die Zeugenaussagen unserer Genossen ihre volle Bedeutung gewinnen und den Arbeiter- und Bauernmassea in Rußland nnd im Auelande wirklich bekannt werden könnten. Die Sowjetregierung würde unter keinen Umständen den beiden Ge- nossen die Möglichkeit gewährleisten wollen, über all das Material zu verfügen, das zur Wldertegung jeder neuen, nicht vorauszusehen- den Lüge benötigt werden könnte, und das sie also nicht vorher bereit- halten könnten. Di« uktverschämte Lüge über die angebliche Reise des Genossen Abramowitsch nach Moskau im Sonnner 1928 und die eingehenden Aussagen der Angeklagten über diese Reise, die nie- mal» stattgefunden hat, zeugen nur zu gut von der grenzen- losen Verlogenheit der Ankläger unserer Parte, und von den grenzen- lasen Gewallmaßnahmen, denen sie ihre Opfer, die in Moskau auf der Anklagebank sitzen, unterwerfen mußten, um sie ihr« notorischen Lügen mit allen Einzelheiten wiederholen zu lassen. Di« Sowjetregierung würde aus keinen Fall die Sicherheit der- jemgen Personen garantieren wallen, die irgendwie mit den Genossen Abramowitsch und Dan in Berührung kommen und sie in der Her- beischafsung des Materials unterstützen würden, oder deren Erscheinen vor Gericht zur Bekräftigung der Aussagen unserer beiden Genossen und zur sofortigen Widerlegung der immer wieder neu aufgehäuften Lügen notwendig würde. Di« bolschewistische Regierung würde nie- mal» die Bedingungen schaffen wollen, die dem Versprechen eines freien Gelells für die Genossen Abramowitsch und Dan erst seinen vollen Wert geben würden. S'e kann lo dies« Bedingungen nickst schassen, ohne das System von Willkür, von Gewalt, von wirtschaftlichem, physischem und moralischem Druck umzustürzen, das das russische Volk bedrückt und das die Basis der Stalinschen Diktatur bildet. Unter diesen Umständen würde die Reis« der beiden Genossen nur ein Mittel für die Sowsetregierung sein, um die ganze well mll neuen Lügenströmen zu überschwemmen. die Angeklagten neuen körperlichen und seelischen Peinigungen ouszu- setzen, um ihnen wettere Geständnisse abzupressen, weitere Dutzend«, ja vielleicht Hunderte von Menschen zu terrorisieren und sie in neue Leiden und Entbehrungen zu stürzen. Viellicht würde sogar die Sowjetregierung die Gelegenheit nicht unbenützt verstreichen lasten, die russisch« Sozialdemokratie ihrer Führer zu berauben— entweder in der Form eines Ausbruchs bestellter„Empörung" irgendeines Tscheka-Agenten, oder als Folge eines jener„Unglücksfälle" die der GPU. schon so oft zustatten kamen, und für die man dann so leicht, wenn auch keine„technischen" Mängel, so doch neu«„Schädlinge" verantwortlich machen kann, die nur daran denken, die bolschewistisch« Regierung zu kompromittieren und ihre lauteren Vorsätze zu„sabotieren". Aus all diesen Erwägungen heraus beschloß die Auslandsvcr- rretung, den Antrag der Genossen Abrrmowttsch und Dan de- treffend ihrer Reise noch Moskau abzulehnen. Bezugnehmend auf die Erörterungen Herrn Krylenkos, der sich erlaubte, die Frage des Erscheinens der Genosten Abramowitsch und Dan vor Gericht auszuwerfen, erklärt die Auslandsvertretung oufs Entschiedenste, daß sie keinesavegs gew'llt ist, durch Verband- lungen über„freies Gslett" usw. Herrn Krylenko und seinen Vorgesetzten darin zu unterstützen, durch erlogene und heuchle- tische Gesten di« öffentlich« Meinung Europas zu täuschen, die nur unter den größten Hemmungen sich zu dem Gedanken durchringen kann, daß die Regierung Sowjetrußlauds im zwanzigsten Jahrhundert in Rechtsprechung, Untersuchung. Polizei usw. Methoden anwendet, die in Europchunwiderruflich dem finsteren Mittelalter augehören. und die der Moskauer Schandprozeß so überzeugend aufzeigt. Die Auslandsvertretung ist nicht gewillt, dieses System zu decken, das mtt Rechtsbegriffen wie freies Geleit, freie Aussage usw. im schroffsten Widerspruch steht, noch den Henkern die Möglichkett zu geben, die Sozialdemokratie zu enthaupten, indem sie sie ihrer heroorrageudsten Führer berauben. Im Gegenteil, das schmnlose Auftrettn 5)errn Krylenkos zwingt sie dazu, noch einmal mtt der größten Entschieden- hett vor aller Well zu erklären: im bolschewistischen Rußland gibt es lein Gericht, es gibt mir durch nichts verhüllte Willkürakt« terrori- sierter Sklaven der allmächtigen Diktatur, die ihrerseits die Ange- klagten, di« Zeugen, ja die gesamt« Bevölkerung terrorisieren; die grenzenlose Unehrlichkeit der bolschewistischen Diktatur nimmt ihr jeden Anspruch darauf, daß ihr Versprechen des„freien Geletts" usw. anders aufgenommen wird, als die Vorbereitung eines neuen schmählichen Treubruchs." Aeschylos mit Sprechchören. Oer„A iamemaon" im Staats heater. Dr Leyhausen ist ein Fanatiker des Sprechchors. Er erzieht Studenten und Studentinnen der Universität iür i«in Menschen- li immenorchester. Daß die jungen Leute ihr« Zell vernünftiger bei den Berfen de» Aeck ylos als bei dem Brülley von„Juda verrecke" totschlagen, darf nicht bezweifelt weoden. Es kommt in die Sprecher, die ihre Zunge bewälligen. auch«ine gewisse Selbständigkeit des G«> v ist.ns. kldur dort der Lehrer, nur dürfen di« Schüler ihr Werk nicht überschätzen. Sie dürfen dos tiehleninstrument, dessen sie sich zu bemächtigen trachten, auch nicht falsch in di« Theaterkunst«infügen. Denn man vergesse nie: d«c dramatische Sprechchor soll«in polyphone» Orchester sein, er soll die Stimmung de« Dramas untermalen, er soll für die Solisten den Auftakt geben, er soll nach dem Solisten- oustritt noch eine Atmosphäre der Ergrisfenhett zusammenbrauen. Auch mimische und tänzerische Beweglichkeit sind vom Chor zu ver- langen. Was tut Leyhausen. der im Staatstheater seine Kunst zeigen darf, und der selber den„Agamemnon" des Aeschylos von neuem verdeutschte? Er stellt nur lebend« Bilder. Er läßt die Bilder sprechen» Mancher von den Zöglingen mag Talent haben. Die meisten besitzen nur den Diletto.nteneiser. Im antiken Drama ist der Chor ctwas Unw'rkliches, eine Vermehrung der schauspielerischen Solisten- >cet«. Im Leyhausenschen Chor sind nur die Bemühungen d«r sehr wirklichen und meist unzulänglichen Mitglieder spürbar. Die Chor- Mitglieder sind innerlich unbeteiligt, trotz des Willens, aus dem Ur- quell der Begeisterung zu schöpfen. L.'yhausen» Verdeutschung des griechischen Dramas ist tugend- hafte Philologenliebh-iberei. Die Geduld fehlt nickst, es sehll nur das untergründige Wort. Das ganz« Erperiment entspringt dem Gehirn, nickst dem fröhlichen Spieltrieb. Da» große, heilig«, neugestaltete Dort, der Tempeischatz de» Dichters und Nachist chters, wird nicht entdeckt.< Launisch und niederträchtig wallet in der Schicksalstragödie des Aeschylos der verbrecherisch« Uebermut der olympischen Götter. Diese? llar« Divma der menschlichen Nnwürdigkeit und Unmündigkeit spricht' Moria Koppenhöfe r. dl« Darstellerin der Älytemnästra. mtt bewundorungr wü rdiger Kunst. Auch Theodor Laos, der Aga- memnon. und Walter Frank, der Aegisthas, gliedern ihre Rolle schön und vollkommen. So siegen allein die Solisten. Sie verdienen den Beifall, den die Freunde des dramatischen Experimentes spenden. Im athenischen Theater des Herodes Atrkus und im antifen Bau von Delphi werden heute noch die griechischen Schicksals- tragödien aufgeführt. Dann bieten di« Landschaft und der strahleistie Tageshimmel den Boden und den Horizont für die Entfaltung der lchrccklick.en Ereignisse. Der Chor ist dann nicht mehr eine zufällige theatralische Beigabe. Wer solche Festspiele gesehen hat, der begreift bald, daß Leyhausens Experiment mir akademisches Interesse wecken tann._ m. h. Wedekind-Aufguß. Theater am Sckiffbauerdamm:„Oer Oamp�ur*. Das Theater am Schifsbauerdamm hat sich für seine neue Ko- mödie einen Alfred S a v o> r ausgesucht, der— die Götter wissen. warum— augenblicklich der in Berlin meist gespiell« Autor ist. Innerhalb zwei Wochen gab es in Berlin zwei Premieren von ihm. Das zwette dumm« Stück, das hier aufgeführt wird, hat den TUel „Der Dompteur", und die Hauptrolle spiell wieder das unoersicgliche Scheckbuch. Alfred Savoir lebt In einer bürgerlichen"Alörchenwelt, deren Dasein nur durch sagenhaft großen Reichtum möglich ist. Im �Dompteur" hat ein verstiegener Lord Lonsdal« nach aller Famikientradttion die Idee, irgend ettvas Rekordmäßiges für die Nachwell tun zu müssen. Die Lonsdales setzen sich für die Unter- drückten ein; da es nach Savoir keine unterdrückten Menschen mehr gibt, interessiert sich Lonsdale für die dressierten Tiere. Er haßt di« Dummhett und Brutalität des Dompteurs und hosft, daß er eines Tages von den Bestien aufgefressen wird. Um dies bemerkenswert . jade Thema drehen sich die acht Bilder in der Komödie, die ein für Berlin unbekannter Regisseur Günther H a« n« l ohne Schwung und ohne Linie abrollen läßt. Der Autor versucht dem Stück dadurch eine pikante Not« zu geben, daß er sein Thema mtt einer dämonischen Liebesgeschichte verquickt: Arabella, di« niedliche Frau des Dompteurs, verllebt sich Knall und Fall in den reichen Lord. Die Lebensweisheiten, die uns der Pariser Autor serviert, sind unver- dauter Wedekind, von dessen Existenz er kein« Ahnung zu haben scheint. E» lohnt sich nicht, das langstielige Hin und Her der Handlung näher zu beschreiben. Gerechterweise muß ich allerdings zugeben, daß einige erheiternde und geschickte dialogisierte Szenen«ingestreut sind, die sicheren Lacherfolg verbürgen. Den verdienten Durchfall verhindert die Glanzleistung des vom Regisseur schlecht zusammengehallenen Ensembles, das mtt Ausnahme von Peter L o r r e Ausgezeichnetes leistet. Einen blasserteren Lord, als ihn Gustav Gründgens spiell, einen kraftmeierischen Dompteur, als den von Fritz L a m p e r s tann man sich nicht denken. Auch Theo L i n g e n gibt einer dummen Gigolofigur Geftall und Farbe. Peter Lorre sehll der Humor für den Clown, den er darzustellen hat. Ein wirkliches Erlebnis vermlltell Carola Reher als Arabella, als Weibchen mit der Dämonie. Sie zwitschert und lacht und schimpft und liebt hinreißend. Jedes Wort, jede Miene, jede Bewegung ist ein reiner Genuß.. Tonntog, den 8. Mäiz. 10 Uhr. Prof. Scharff: .Kunll und Handwert«egdpten«" im Neuen Muleum. Dr. Hell:.IIa- lienflibe« und belgifcheS Barock' im Kaiier-Friedilcki-Museiim. tl 30 Uir, Dr. Cokin:.Chinesische Kunst der Tang-Dynalile' im Völterkundemuseum II. Zwanttz Sünslle au* Schweden. Norwegen, vänemrrt und Sstltrnd sind nu hier» Wochen in den«»«ilellunoeiüumeii dei Deutschen«unilgemeinichalt im Berliner Zchloh ,u Kaft.. S.. Berlin. Druck: Borwärt, Bult» druckerei und Terlazsanftalt Paul Linaer& Ca.. Berlin SW 68, 2tiibe»*xafie 3. Sierzu 1 Beilaae. (WÄliMMöbeKtM Land»lausgard inen, moderne, hübsche Muster, ca. 60 cm breit. Mir. 0.75 0.5S 0*25 Etamine, Bandstreifenmuster, weiß und farbig, ca. 150 cm breit... Mtr. 0.85 0.68 0»58 Tull'GardinenStoffe/modeme BJumenmuster, ca. 130 cm breit.......... Mtr. 1.25 0.95 0a68 Kunstseiden"NoppenripS, gemustert, gute Qualität, ca. 120 cm breit...... Mtr. 4.50 2.95 � ,95 StOre»-Meterwaren, Gitterstoff mit Klöppeleinsätzen, Mtr. 2.95 1.95, tnit Kunstseidenstreifen.. 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März 1951 Sn'M'nA SiiälatiifaA �iu lo* bis 1929, van Calles' Kulturkampf 1926 bis 1929, von Obregans Ermordung 192S und von der Wohl des neuen Präsidenten Rubio 1929. Als dann Staat und Kirche einen lvorläufigen?) Vergleich abgeschlossen hatten und Rubio wie zum Zeichen der Aussöhnung feinen ersten Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten machte, wurde es in den Zeitungen still um Mexiko. Die Periode des intensiven Aufbaues ist nicht spannend genug für drahtliche Tagesmeldungen. Dafür erlebt der Büchermarkt seine Merikoinflation. Bücher jeder Zlrt kreisen in großer Zahl um das Problem der mexikanischen Neugestaltung. Den Freunden und Mitgliedern der Vüähergilde Gutenberg sind die ausgezeichneten Merikobücher von T ra v e n bekannt. Eine packende dichterische Schilderung der Revolution liefert uns . der Mexikaner Mariano Azuela in seinem wuchtigen Roman„Die Rotte", der in guter Uebersetzung und angenehmer buchtechnischer Aus- stottung bei Kindt u. Bucher, Gießen, erschienen ist. chier spricht«in Schriftsteller zu uns, der mit seinen Romanen und Novellen die Weltliteratur erobert hat, weil er die Glut und die Wildheit des Mexikaners — dieser Erbschaft des tropischen Landes und seiner gualuvllen Geschichte meisterhaft schildern kann. Daß von dem starkleibigen Roman E r n st F. Löhndorfss„Bestie Ich in Mexiko" lDieck u. Co., Stuttgart) bereits die 6. Auflage er. scheint, beweist, wie sehr dieses glückliche Gemisch von Ahenteucr, Revolution, Tollkühnhest und Erotik die Leser zu fesseln vermag. Ueber Land und Leute unterrichtet man sich jedoch besser anderswo, obgleich dieser Roman gute Einzelbilder aus'dem Leben und den Verhältnissen der eingeborenen Indioner und cipp lebendig« Schilderung der Strsifzüge des Re- volutionörs Villa bringt. Dagegen sind die Iourna- listenberichte von Joachim Rügheimer, die als Buch„Das tolle Mexiko" bei Peter F. vestergaard, Berlin, erschienen sind, an Flachheit und Gewissenlostgkeit nicht zu überbieten., Das wissenschaftliche Interesse an Mexiko ist nicht minder lebhaft als das dichterisch« und journalistische. Di? Leipziger Graphischen Werk« haben in der „Sammlung interessanter Entdeckungsreisen" eine Darstellung der Eroberung von Mexiko herausge- bracht, die eine besondere Betrachtung verdient. Um die histonsche Erforschung Mexikos macht sich der Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, verdient, indem er als 24. Bond seiner bewährten Sammlung „Alte Reisen und Abenteuer" die erste deutsche Be- arbeituirg der berühmten Chichtmeea-Ehronik des Don Fernando de Alvo Ixlilxochite(1568—1645) berausgibt.„Das Buch der Könige von Tezcuco"(bearbeitet von Dr. Bonte. cholbl. 2,80 M), reich illustriert und in guter Ausstattung. schildert uns Aufbau upd Kultur des alten mexikani- schen Reiches in der bilderreichen Sprach« des indianischen Chromsten. Die Naturwissenschaften sind in dem.Wanderbuch eines deutschen Gelehrten, kreuz und guer durch Mexiko" von Prof. Dr. Karl Reiche vertreten.(Deutsche Buchwerkstätten. Leipzig.) Das Buch sucht und findet seinen Wert und seine Ancr- kcnnuny darin,„daß es naturgeschichtlich interessierten Lesern Vor- gange und Gegenstände aus der herrlichen Natur Mexikos vor 'Augen führt". Der politische und wirtschaftliche Kampf Mexikos, dos machtvolle Aufwärts und Vorwärts der Republik mit wechselnden Erfolgen und Rückschlägen, das gewaltige Ringen, dessen wir alle— wenn auch nur aus der Ferne— interessierte Zeitgenossen waren und sind, dos alles findet seine wissenschaftliche Darstellung in dem her- vorragenden Buch„Mexiko erwacht" von Prof. Dr. Adolf Reichwein(Bibliographisches Institut. Leipzig l9Z0. mit 15 Karten und 48 Abbildungen. Ganzl. 8,50 M). In tiefschürfender Arbeit werden uns der Stand der Fronten, die geographischen und volkswirtschaftlichen Bedingungen des Kampfes, seine kulturellen und weltwirtschaftlichen Ausmaße dargestellt Aber nicht darin allein liegt der Wert dieser vorzüglichen Arbeit. Der Verfasser will die Entwicklung Europas, unseres eigenen Schicksals an dem Beispiel Mexikos aufzeigen. Dieses Mexiko führt uns der Verfasser vor Augen: Erschließung und Frei- oabe von Ackerland, Festigung der sozialen Ordnung, Bündnis zwischen Staat und Arbeiters choft, Lösung des panamerikanischen Problems. Die mexikanischen Reoolutionskricg« und die nachfolgenden innerstaatlichen Unruhen sind nichts anderes als der große Kampf der Eingeborenen gegen die Feudalherrschaft fremdstämmiger und eingewanderter Unterdrücker. Der Kampfruf„Land und Frei- heit" führt ebenso wie der Wahlspruch der Sozialpolitik„Die Erde gehört denen, die sie bearbeiten!" zu dem agra- Tischen Grundgehalt der mexikanischen Neuordnung. � Die„(Eftados Unidos be Mexico" d. h. Vereinigte Staaten»an Mexiko, sind über viermal so groß wie Deutschland. Die" Bevölkerung von 14 Millionen verteilt sich sehr ungleich über das gesamt« Gebiet. Nur begrenzte Gebiete des südlichen und imitieren Hochlandes gestatten bei der zum Teil intensiven,»her noch steigerungsiähigen Bebauung eine stärkere Zusammenballuiig der Menschen, so daß diese Staaten mit einer Dichte von etwa 30 und darüber pro Quadratkilometer doch schon überbevölkert find. Dagegen sind weite Gebiete des Süden, und der große Rest des Landes mit einer Bevölkerungsdichte van oft unter 5 pro Quadratkilometer in ertensioer. also schwacher Belrirtscbistung. n-r wenig ausgenützt. Einer intensiven Bewirtschaftung widersprechen jedoch die Vcsiiz, Verhältnisse. ,«tt* de» Sap» der Entsteh««, tn* dex blutig« Mexikos liegt der gafize Besitz des Landes in den Händen der wenigen spanischen Herren, die di« Kultur des mexikoni- 'chen Indios zerstörten und ein grausames Feudalsystem errichteten. Die bäuerliche Gemeinwirtschaft, die unserer früheren ländlichen Wirtschaftsform sehr ähnlich war, siel auseinander, die Indios wur- den Sklaven der Großgrundbesitzer. Im Laufe der Zeit entwickelte sich, zumeist aus den Mischlingen, ein bäuerlicher, aber unbedeutender Mittelstand. Bei dieser Betrachtung mutz man sich frei machen von der«uro- pöisch-hochmütigen Ausfassung, daß der mexikanische Indianer (38 Proz. der Bevölkerung!) und der mexikanische Mischling (43 Proz. der Bevölkerung, von diesen wiederum etwa die Hälfte in indianischem Stil lebend!) unkultiviert oder minderkultiviert seien. Die Forschungen über die erstaunlichen Kultur schätze des Inn usamarlkanlsohan Interesaenfeld: Dar Triangel veranscnaulioMt «Jan gesohloaaanen Maobtaareloti dar Vereinigten Staaten von Nordamerika, Dia Pfeile zeigen daa Vordringen der USA. naob Mexiko und Mlttelamarlka. Es bedeuten: i Mexiko- Stadt, a Oalfelder von Tamploo, a PanamakanaJ Cunter Aufsicht der USA. IJ, a brltlsohe Besitzungen, dem Jetzt an USA. verlorenen Weg zum Panemakanal. s Inselgruppe Im Besitz der USA., Wag zum Panamakanal und Latein-Amerika, a die an USA. verlorenen Gebiete Mexikos. M.-A.: Mittel-Amerika. L.-A.: Latein-Amerika, Aztekenreiches widerlegen ebenso wie die kulturellen Leiswn- gen der Indios vn 19. und M. Jahrhundert, nämlich daß sie Mexiko aus einer Kolonie zu einem selbständigen Staat mochten, diese falsche Meinung, di« nur verbreitet ist, um die Herrschast einer kleinen Minderheit und die Ausbeutung des Landes zu rechtfertigen. Wir müssen erkennen, daß sich in der mexikanischen Revolution ein Bauernvolk gegen sein« Versklavung erhebt, so wie bei uns die Bauernkriege«ine sozial« Revolution waren. Der Erfolg der mexikanischen Revolution besteht vorerst darin, daß große Besitzungen, die vorher nur ivenig bewirtschaftet waren, auf- geteilt und an die landhungrigen, nunmehr freigewordenen Indios als Ackerland vergeben worden sind. Dieser Erfolg der Revolution mutz aber erst—#>ic der Erfolg jeder Revolution— zu einem festen Bestandteil der Gesellschaftsordnung werden. Dos-hieß und heißt noch für Mexiko, den Indio auch in jeder Hinsicht zu einem freien und leistungsfähigen Bauern zu machen, die neu« Ordnung der Wirtschaftsverhältnisse in allen Teilen des ideologischen Ueberboues weiter zu entwickeln und in allen Lebensäußerungen sichtbar zu machen. Bei dieser konsequenten Aufbauarbeit, die durch die enge Ber- slechtung aller Lebens- und Gesellschaftsformen sich überaus schwierig und kompliziert gestaltet, stieß die Regierung auf den heftigen Wider- stand der katholischen Kirche. Der Siegeszug der katholischen Spanier in Mittel- und Südamerika hott« den neuen Erdteil zugleich dem Katholizismus erobert. Di« tathofische Kirche wurde für die Hilfe, durch di« Glaubensgebot« den Großgrundbesig zu schützen, selber Großgrundbesitzer— auch hierin liegt eine Parallele zu unserem Feudoflystem. Die doppelte Hcrrschergewolt der katholischen Kirche ließ sie nicht nur oll die Jahchundert« hin- durch jede sozial« Verantwortung gegen ihre indianischen Mitglieder vergessen, sondern sie führte sie bei der Durchführung der Verfassung gegen die Regierung. Im Namen„Christi des Königs" wiegelten die Priest«« die plötzlich in ihrem Seelenleben bedrohten Indios gegen die„Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat", auf und führten sie zum rebellischen Kampf für die ökonomisch« Machtstellung der Kirche. „Die Regierung ist der Teufel!" war der Schreckensruf. der die gläubigen unwissenden Indio- sanatisierte und zu Slufruhr und Mord trieb. Di« mexikanische Regierung wurde von der Kirche selbst in Europa als„infamste Regierung der Welt", als„Haufen käuflicher verräterischer Mordgesellen" beschimpft. Wir haben den Höhepunkt dieses Kulturkampfes miterlebt, als die ganze katholisch« West aufgerufen wurde gegen die„Christen- Verfolgungen des neuen Nero", d. h. Calles. Und wenn 1929 ein für beide Seiten tragbarer Vergleich, ein Konkordat, den lcharfen Kampf vorerst abschloß, so ist �ch das für uns ein Lchr- beijpiel nachreoolutionärer Entwicklung, stehen wir dock) ebenso im Bemühen, in Kompromissen und Atempausen Boden und Kraft zu zewstnnm für«eiteren en-rgsschrn Porstob Der Entwicklungsprozeß der sozialen Revolution führt« folge- richtig zu einem Bündnis zwischen den Trägern der siegreichen Revo- lutian und der neuen Regierung— eine alle Lehre, die bei uns in Deutschland so wenig verstanden wird. Mit dem Erfolg der Revo- lution wurden die Revolutionäre die feste Stütze der neuen Staats- form und der Regierung, wurde diese Regierung„ihre" Regierung. Damit übernahm die revolutionäre Arbeiterschajt einen großen Teil der Sorgen und der Verantwortung der Regierung.„Damals waren wir eine Handvoll Agitatoren, und heute, nach den Erfahrungen des täglichen Kampfes, haben wir uns zu dem Standpunkt durchgerungen, daß die Industrie geschützt werden muß, damit das ganz« Volk gedeiht", heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft?- fühntng. Es wird festgestellt,„daß die organisierte Arbeiterschaft bereit sei, mit den Unternehmern wie mit der Regierung zusammen- zuarbeiten zum höchsten Zwecke des Augenblicks, näm- lich der Erhöhung der Leistungsfähig- keit der mexikanischen Industrie, der Unab- bängigkeit der mexikanischen Wirtschaft und der Stärkung des Binnenmarktes für mexi-' konische Produkte". Selbstverständlich fehlen nicht di« radikalen Dog- matiker, die von„Arbeiterverrot", von einem„mexi- konische nThermidor" und von einem„Bündnis zur Ausbeutung der Proleten" reden. Sie ver- stehen nicht, was«s bedeutet, wenn der Präsident Calles in einer Botschaft erklärt:„Das Ideal meiner Regieiknvj, dos sich mit dem Ideal meines Volkes deckt, ist, die große Masse dieses Volkes aus Armut iln d Unwissenheit zu befreien. ihren Leben-stand zu verbessern, sse zu lehren, besser zu essen, ihnen Schulen zu geben, sie aus ein höheres Niveau der Zivilisation zu heben, ein« homogene Nation aufzubauen und die Spannung zu beseitigen zwischen einer.Handvoll Mexikaner, die sich der Be- quemlichkeit freuen, des Wohlstandes und verfeinerten Lebens, und auf der anderen Seit« der großen Masse von Mexikanern, die durch jede Tyrannei ausgebeutet werden, durch jede Verwallung vernachlässigt, in Elend, Dunkel und Leiden begraben." Ebensowenig fehlen die Rufe von„Kultur- bolschewismus", von„roten Ketten" und dergleichen. Man setze für Calles die Namen S e n e r i n g oder Braun, für Mexiko— Preußen, und man studiert an der Darstellung der Vorgänge in Mexiko sehr gewissenhast und treffen� behandelt die innere Problematik unseres eigenen Schicksals. Zu diesen innerpolstischen Schwierigkeiten und Aufgaben kommt noch der Druck außenpolitischer Be- lastung. der neugeordnete Staatswesen immer beson- ders schwer trifft. Für Mexiko heißt dieser Druck: Nordamerika und Auslandsschulden. Di« Verschuldung des Staates, durch die Revo» lutionsjahre gestiegen, ließ einen Wiederaufbau nur einleiten nach lveiterer Verschuldung. So wurden für ein iniernationales Bankkomitee unter usamerikani- scher Führung die Oelproduktionssteuer ver- pfändet und die Einnahmen der zwangsläufig privo- tisierten Eisenbahnen sichergestellt, um neue An- leihen aufnehmen zu können. Di« G esamtt ilgu ngsfrist der gegenwärtigen Schuld von 1100 Millionen Pesos(I) beträgt 45 Jahre — wer wird bei diesen Angaben nicht an den D o u n g- P l a n erinnert? Die inner« und äußere Verschuldung Mexikos weist auf einen anderen wirtschaftlichen Zusammenhang. Die panamerikanische Be- wegung in USA hat zu einer KApitalexpansion geführt, die in stör- kein Maße die mfttelamerikanischen Staaten betrafst. Mexiko liegt im Brennpunkt dieser Interessen, es ist sein Schicksal geworden, daß cs Vorfeld für das reiche Lateinamerika ist und daß fein« 11 321. nah« Golfküste bei Tampico sehr ölhaltig ist. So sind unzählige M-llionen usamerikonischen Kapitals in Mexiko investiert, und der hartnäckige diplomatische Oelkampf hat gezeigt, daß das Weiße Haus in Washington gewillt ist, mit allen Mftteln di« Inter- essen seiner Bürger zu schützen. Wir erinnern uns, daß Mexiko als Vizekäuigreich Neu-Spanien noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts über doppell so groß war wie heute, daß es im Nordosten ungefähr bis zum Missouri und im Nordwesten bis zum Großen Salzsee reichte. Nachdem es im Schutze der Monroe-Doktrin 1821 von Spanien unabhängig und zu einer föderativen Republik geworden war, ging der Staat Texas(1835) zu den USA. über. Im anschließenden Kriege verlor Mexiko olle Gcbjete nördlich seiner heutigen Grenze(1848). Mit dem Vorrücken USA. über die Inseln bis zum wichtigen Panama- tanal geriet Mexiko völlig m den Machtbereich des„eoIo5oCUV «Fiditc'-Magdebarg in Berlin D«r B«zirt Süden der FTGB. hat am morgigen Sonntag für sein« 1. Männermmmschaft Fichte- Magdeburg als Gegner. Das Spiel findet um 15 Uhr auf dem Dominikusplatz in Schöneberg, Sachsendamm, statt. Dort spielt auch in der Abteilung B d«r 1. Klasse um 16 Uhr Schöneberg gegen Volkssport-Wedding 2. ßlowawes Hot um 16 Uhr Hennigsdorf als Tezn«r. In der Ab- tcilung A treffen sich um 10 Uhr in Stralau, Bödickerstratz« FTGB- Osten und Volkssport-Wedhing 1. Bei allen drei Spielen werden die Gästsmannschaften sicher die Punkt« mit nach Haus« nehmen. Die übrigen Spiel« in der 2. Klasse sind: Köpenick 2 gegen Kaulsdorf 1; Fürstenwalde g«g«n Erkner: Osten 2 gegen Fichtenau; Strausberg gegen FTGB.-Oberfpre«: Nordost gegen Pankow: Roseiudal gegen Moabit; Dernau gegen Norden 1;, Nordring 2 gegen Norden 3; Spandau gegen Wedding 3: Neukölln 2 gegen Luckenwalde-Sportler; Friedenau gegen Schöneberg 2; Berlin XII gegen Schönsberg 8: Teltow gegen Friedenau. 3. Klasse: Lichterrberg gegen Fußballklub Oberfpree: Müncheberg gegen Kall- berge; Hall« 1 gegen Baumschulenweg 2; Rosenthal 2 gegen Schwant« 1; Neuruppin gegen Sportklub 1930; Marwitz gegen Sokol; Nowawes 3 gegen Ketzin; Siemen�tadt gegen Rathenow 2; Lucken walde-Turnsr gegen Schenkendorf; Zehlendorf gegen Röhls- darf, Wannsee gegen Süden 3; Lankwitz gegen Neukölln 3. Frauen: Nowawes gegen Köpenick; Osten gegen Bohnsdorf; Lichtenberg gegen ASE.; Nordring gegen Dolkzsport-Wcdding 2; Hennigsdorf gegen Tegel; Doltsfport-Neukölln 1 gegen Lucken- walde-Sporller. In Gesellschaftsspielen stehen sich gepenüber: Männer: Rehfeld« gegen Friedrichsfeld«; Proles gegen Ficht«; Nordring gegen Reinickendorf-West: A SV.-Wedding gegen Schwimm-Umon; Bötzow gegen Potsdam; Reichsbanner-Nowawes gegen Tennis- Rot; Charlottenburg-Schwimmer I gegen Kleingärtner: Char- lottenbuvg-Schwimmer 2 gegen Schweifsterne: Trebbin gegen Atahlsdorf. Frauen: Dolkssport-Neukölln 2 gegen Berlin Xll; ASB.-Wedding gegen Stralau; Kaulsdorf gegen Südost. 1'tuinderg lauft wieder Weltrekord Bei der Fortsetzung der Eisschnellauf. Wettbewerbe in Oslo gelang dem finnischen Wellmelster Elas Thunberg eine neue großartige Leistung, die allerdings von sehr guten Eis- verhällniffen— es herrschten 12 Grad Kälte— begünstigt wurde. Nachdem Thunberg 24 Stunden zuvor den Weltrekord über eine englische Meile oerbessert hotte, glückte ihm am Mittwochabend ein« neue Weltbestleistung über 1000 Meter. Er legt« diese Strecke in der phantastischen Zeit von 1:27,4 zurück, um leinen im Januar 1930 in Daooz aufgestellten Weltrekord damit um ein« volle Sekunde zu unterbieten. Verlegung der Sportplätze am Funkturm Zur Durchführung der für 1931 geplanten Bauausstellung wurde die Verlegung der an der nördlichen Avusfchleife gelegenen ftädti- fchcn Spielplätze erforderlich. Ein Teil der Anlagen wurde zwischen den Siedlungen Elchkamp und Heerstraße— unweit des Bahnhofs Eichkamp— errichtet. Gleichzeitig war. um entsprechenden Ersatz zu schaffen, die Erweiterung der Sportanlagen aus Westend not- tuen. ig. In Verbindung mit den Plätzen bei Eichkamp mußte der Ausbau der Neufertalle«, zwischen Kön'geweg und Marienburgallee, durchgeführt Werden. Die Verkehrspolizei verlangte außerdem aus Sicherheitsgründen die Anlage von Parkplätzen und eines Fußweges längs der Bahn, zwischen Jahnhof Eichkamp und den neuen Sport- plätz-n. Die Mittel für den Ausbau der Plötze sind durch den Etat für 1030 mit 485 000 Mark bewilligt. Das mit 146000 Mark eingesetzte Umkleidehaus wird eingespart. Der Magistrat hat der »II« Ick«» beute abend zum Hall ernportf est der bundestreuen Ar bcitcrsportlcr im Sportpalast. Um 19V: Uhr beginnt die Riesensportsefaau. Volkstümliche Preise. feine Einzelmeister züchten, sondern da» Schachspiel ollen Volts- genossen lehren, deshalb werden nur Massenwetttämps« ourchgeführt. Das größte Interesse werden die Kreismannschaftskämpfe haben, die jedesrnal aus den 10 besten Spielern der einzelnen Kreis« zu- sammeng«stellt werden. E« haben beretts 6 Kreise ihre Beteiligung gemeindet. Ferner finven Kämpfe von Bezirks- und Städtemann- schaften zu je 30, 20 und 10 Mann sowie Iugendstädtemannschaften und GruppenwUtttämpfe statt. Zu den Städtewettkämpsen haben bisher gemeldet: Berlin. Stettin. Leipzig, Brandenburg. Rathenow. Bvaunschweig, Hannover, Bernberg. Köthen, Schönebeck- Helmstedt, Ascheosleben. Stoßfurt, Merseburg, Gommern, Roßlau. Calbe. Quedlinburg, Schöningen und Magdeburg. Für die Gruppen- turniere liegen zahlreich« Meldungen vor; neben obengenannten Orten bisher noch: Gladbeck. Schwiebus, Danzig, Stiel. Lübeck, Bremen. Münchberg. Wandsbek, Oberhausen. Zeitz, Apolda. Riesa, Erdmanns- darf. Radeberg. Kirchmöser. Bienow, Kottbus. Küstrin. Frankfurt an der Oder. Promnitz. Wittenberg«. Stendal. Piesteritz. Bi.-rc, Salzelmen, Blankenburg a. H.. Olvenstedt, Bad Lautcrberg, Halber- stadt und Neuholdensleben. An den Iugendwettkämpsen beteiligen sich bis jetzt: Hos i. B., Berlin, Engelsdors, Ascher-leben und Mogde« bürg. Ein« groß« Anzahl Meldungen steht noch aus. Neuer höhenwelkrekord für. Frauen Die Fliegerin Ruth R i ch o l l s stellte über dem Time Square einen neuen inoffiziellen Höhenwellretord für Frauen aus. Sie erreichte mit ihrem Flugzeug eine Höhe von 0850 Meter, während der bisherige Rekord 9000 Meter betrug. A-dk-tr«.S-lideritit». Zourrn SonnN-a. 8. Mär,. S. Äbt.:«Ctttrfc fitwftähauä, Start atenb»— 3.«dt.: SRahlsbotf-Süb bri Dräaer, S'att 13 Übt SDlatiannenplafc.—»bt. grtrbndjsboin; cm Stert 13 Übt ielctsburnn Pia».—«bl. Slfirlünn:«nfabrt na» 3cbaim:«tt)al-?aa>, Statt 13 Itbr L«l>?nsollttnv;cb. Sobir'obtct um 13 Übe tn Icbanniktbal.— Abt SPlcibif: Ausfahrt. Siel am Statt 13 Übt.— Sottftifle Scrartfialtunaen in bet»»cht com 7.— 14. Mat� 7. äRätj: Alle MItalirbet tteffen sich in b;n bavett'chrn Aloen »um Gaulaalfuottteft in bet Reuen Welt, fofenheibe.— Achtuna. Abteilungs- febtmoett! 0. Jibc», 20 ithr, ljobroorieribunn bet Lobann. Srilbctllr. 16.— Abt. gittbrichsba'.n; 10. Mär». 20 übt, Suaenbbe'm Gbccloftt. 12. 10-Minut'n- freferote. 12. Wä». 20 Ubr, irunft onütsibunq bei Di tschusi.- Abt. Seufälln: 11. Mär», 1!>V4 lllir. Mitalicbeioerfommluna btr?uacnb!m SuRenbbcim fflua- bafenftr. 68.— Abt. Seiniiier borf: 10. Mör», 30 Übt.»e.mob.-rb tut Ouaenb- beim Einbauet Strebe.— Abt. ffiiltnetebotf: 9. tffiär», 20 Ubr Saalfabren, Tutnballe Noble tuet Strebe.— Abt. Schinebeta: 10. unb 13. Mär», 20 übt. Saalfobrcn, Sebult Tempelbofet See.—$bt. ctcatltt-LfiJitrrfelbe: 18. Rät,, 20 übt. Soolfobten. Tutnballe grtesenstrrlsie.— Abt. Weigcnfee: 1. unb 12. Mär», 20 Ubr, Saalfabren, Turnhalle chuitäD-Abolf-Straße.— Abt. ItauX*- Stadtverordnetenversammlung Dorla gen zugehen lassen und bittet' um Zustimmung zu dem Projekt für die Verlegung von Sport- Plätzen von der nördlichen Avus schleife in das Gelände zwischen den Siedlungen Eichkamp und Heerstraße sowie Westend, und für den Ausbau der Neufertallee, der Anlage von Parkplätzen und eines Fußweges. Di« Kosten für die von der Verkehrspolizei oerlangten Anlagen in Höhe von 36 000 Mark sollen aus gemeinsamen Bor- behattsmitteln bewilligt werden. Aus den Boxringen Dfibbers schlagt Blaho, Pistulla fährt nach 3pan:en Der Kölner Leichtgewichtler Franz D ü b b e r s. der schon am letzten Sportpalastkampfabend die beste Leistung bot, zeigte auch gestern im„S p i ch e p n r i n g- wieder ganz hervorragendes Können. Sein Gegner, der österreichische Leichtgewichtsmetster Karl Blaho, erwies sich zwar ebenfalls als recht guter Techniker, er mußte aber 1 im Verlaus der acht Runden ständig schwere Kinn- und Körpertrefser einstecken und Dübl'ers einen überlegenen Punktsieg überlassen. Sehr schnell wurde der starte österreichische Mittelgewichtler Karl Neubauer mit dem Berliner Walter Funke fertig der gleich nach dein ersten Eongschlog einen schweren 5kinntreffer einfing und ausgezahlt wurde. Auch K i a u s ch- Berlin gewann in der 2. Runde entscheidend über seinen Landsmann Heinz Kern durch Niederschlag. Walter S a b o t t k e- Berlin fertigte den Mannheimer K r e i m e s über 6 Runden nachPimtten ab. Der deutsche Halbschwergewichts-Boxmeister Ernst P i st u l l a ist in Beglettung seines Managers Hans Brettensträter nach Va- l e n c i a abgereist, wo er am 17. März gegen den Spanier Mar- tinez zum Europameisterfchast-kampf anzutreten hat. Die frühere Abreise erfolgt« deshalb, damit sich Pistulla akklimatisieren und in bester Form seinem spanischen Widersacher gegenübertreien kann. Als Ringrichter für den großen Fight wird wahrscheinlich der Fron- !' zose Schemann fungieren, deutscher Punktrichter ist der Berliner ! Dr. Gutmann. Im Rahmenprogramm, das ebenfalls international aufgezogen ist, trifft der Berliner Simon auf den Spanier ! Velar. Hein Domgdcgen verletzt Aus der für Sonntag noch der Kölner Rheinlcmdhalle ange- setzten Boxmeisterschaft im Mittelgewicht wird nichts, da sich der Herausforderer Hein Domgörgen im Training eine Verstauchung der rechten Hand zuzog und deshalb nicht antreten kann. An seiner Stelle wird der stark« Holländer Arie oan Dliet mit Mttelgewichtsmeister Erich Tobet in den Ring steigen. �_ Schachspieler in Magdeburg Bundestag und Rieseniurnier des Arbeiter« Sdiarhburdcs Der Deutsch« Arbeiterschachbund halt vom 3. bis 6. April seinen Bundestag in Magdeburg im �ofjäger- ab. Mtt dem Bundestag ist ein großes Schachtrefseu verbunden, zu dem schon zahlreiche Metbungen eingegangen sind. Danach wird dos Osterturnier In Magdeburg der größte Schachkampf werden, der jemals in Deutschland stattgesunden hat. Wären die wirtschaftlichen Derhättnisi« besser, dann würden Ostern Tausend« von Schachspielern zu dem großep Schochtresfen nach Magdeburg kommen. Trotz aller Schwierigkeiten wird die Beteiligung nach den bisherigen Meldun- gen dennoch äußerst stark werden. Schon jetzt sind 600 Arbeiterschachspieler zu den Wettkämpfen gemeldet, so daß immerhin 1000 Spieler nach Magdeburg kommen werden. Der Arbeiterschachbund will bork: 13.®är», 30 übt, Soalfobten, SfAerich, ffiMtanUfcoit.— SaBT»- berf* 12. Rät». 20 Übt. Saalfabren bei Anders. Zcbnbofstr. 84.— Stonfabtet ?etIin-WiUe: 10. Mär». 21 Ubr. gunlttonätsisiune, Sräu-Qntlle, SeibeICtt. 21. 11. Mär». 1914 Übt. Sabtabcr.b. Stoätbab ÖVartcnftr. 6.— 12. Mär» Sallrn- Stete Vbetooereinteuse Berlin. Sonnlao, 8. ffiär», Tbo'ofabrt nach Bernau, iteffounkt 714 übt Babnbof Sefunbbnmnen. Kens'ofl, 10. Mär». Wir oboloeroobieran im Westbafin. Treffpunkt füt Schichtarbeiter 8 Übt Saupt. tinflana.__ SouriBenottcin»Die Slntntftcunbe', Sntone Pren, lauer Bcta. connta«. 8 Mär», gäbet nach Bernau. Stcffounit 8 Ubr Babnbof Srfunbirnnnen. Arbeiter. Bbstobübe. Sonn'aa. s. Mär,. Bbolofahtt nach Beman. Treff. Punkt 9 Ubr Babnbof Bernau. Theater der Woche. Vom S. bis-16 März. Volksbühne. �_ tet am Bnlosplcsi: 8., 14., 15. L Horn. 9., 10., 11. Gesellschaft brt Menschenrechte. 12., 18. Das Wint-rmärchen. 16. Die Matrosen oan Gattou. 8., 11',4 Ubr, latymatinee; Scrflccfi-tUobel. Sreaor-Toibell. Staatelheatec. Staatsoper Unter den Linden». 8., 14., 18. Sine Rächt in Bcuediq. 9. Andr- Cbsniet. 10. La Iraoiata. 11. Cbriftoob Solumb'is. 12. Margarete. 13. Spiel ober fftnft 13. Tannbäufct. Staat sooer am Bla» der Repnblik». 8., 18 Barbier von Sevilla. 9. Madame »uttetflo. 10., 12., 14.. 1«. Die Lockneit des fffaaro. 11. fflcdermous. 15. Carmen. Städtifä« Oper, 8. Eon Giovanni. 9., 11. Das Rbeingold. 19. Sie Afri- tanerin. 12. Zauberflöte. 18. Madame Butte rflp. 14. Loffmanns Srttiblunaen. 15. Sroitbadour. 16. Walkllee. StoaUtile» St'auip'.clbaus: 8., IS. Wilhelm Tell. 9., 15., Jungfrau von Orleans. 19. Friedrich von Hamburg. 11.. 13. Agamemnon. 12. Weder. 14. Minna von Barnbelm. Staatliche» StUIIet. Theater; 8., 11., 12-, 18., U. Die Brlebruna des g'etbn» BIstgra. 9., 15. Die Journalisten. 10. Ton Carlos. 14. Bürger Schipvel. Thealer mit festem Spielplan: Schiff deuerda nun; De» Dompteur.— Theater am Sntffitiieabanint: Das schwache Sefchlecht.— Dentsäe» Tbeatar: Ter Lauptmatm von Säpentck.— LaMn.».'rsp>ele! Pariser Ptad 13.— Die slomeble: Die ffee.— Theater i, her Strelemannftrabe: Ampbitrnon 08.—«omibienban»! Sine könlql che ffami e. — Grobe» Schaulpielhau»: Im weinen Röst'I.— Zheater de, SeBeo»; Schon ist die Welt.— ilomiiche Lpee: Bevvina.— Dentfche» KLuftler-Tbeatet! Ritter Blaubarts achte goau— Renaistanee.Zheater: Durchaus nn erlaub'.— Metropol-Tbeatrr: Das Beilchen von Montmartre.— Reue, Tbeatar am?»»: Kalifornische grllchle.— Tie TriSSne: Liebe. Morb und Allobol.— Blseatoe. «nbne im fflalnet.Sbcolet; Snonkalt.— Rnie-Tbeater: Die Safchinasfte.— Kastno-Thea'ee: O, diefe Schwiegerväter.— Schlohoark-Theater Steqli»: Ein iosier Einfall.— Tbcatce i» Abmitalspalast! Das blaue Semd von Jtbala.— Wintergarten, Blodo, Lealo; Iuternatlonale» zz artete.— SitüHsHellin-tHeolu: Stettimr Sänaer.— Tbcatce am ftattbaffer Tor: Elitt-SSnger. TtacHmitf ageoecan flaltungen: Bollabübne. Theater am BiUowplah: 8.. 15. Das Wftrkermärchen.— Tbeatee In bet Strefeaanufttahc: 15. Sturm im Wasserglas.— Komödien banst 13. Das Kon o 3C.— Große, echonfoielhon»: 8., Ii Im meiss'n ZUIPl.— Theater be» Westen«: S., 15. Schon ist die Welt.— Komische Oper; 8.. 15. Reppina.— Deutsche» Künstler-Theater: 8. Zum goldene» Anker.— Metropol- Theater: 8. Der Bogelhändlee.—»olc-Tbeater: 10.. 11.. 12., 18. Da» Parfüm mainer grau. 8. 15., 1444 unh 175» Uhr: Die isaschingssee.— Schlotzpael. Theater Steglih: 8. Die deutscht» Klelnstäbter.— Wintergarten: 8.. 14.. Ii. Internat anales Variete.— Pla»a, Ceata: Internationales Variete.— Reichs- h-llen-Theater: 8.. 15. Stottiner Sänger.— Theater am Koitbnsser Tor: 8., 15. Slite-Sänger. I Sonnabend, 7. März. ' Berll«. 16.05 Paul Ernst(rum 65. Oebortsfax). 16.30 Zehn Minutes Füm. 16.40 Tanz-Tee-Mnslk, 1750 Die Er»äJilun« der Woche.(Dr. Hatmana Zucker.) 18.20 OberoUareuwalt KSbler und ßeditMjrvalt Loermenthal; Moaxtuprazesse I92XI Kart Tbamu- U Sechs rvetstlmmlee Inveationos. op 16*. 8. Klavier- sooits C-Dur. OP- 13(Flu»et: der Kooiponiet). 19-30 Sportpalast: Ausschnitt aus dem 7. Hailessportfect: OroBe Sportschau des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Aus der Neaen Welt; Ansschni« ans des Cauraelsterscbaften Im Saalsport des Arbeiter-Rad- und Kralt- fahr-Buodes„SolldaritSi". 20.00 Unterbaltunasnuislk. 21-0ii Tatee- und Sportsachrtchten. 21.10 Was brlntt die Abendzeltune? Cia lusttger Abend. Vob Kurt Alexander und Elton Jacobsahn. Musiki Erleb Einers. 22.15 Wetter-, Tases- und Sportnachricblen. ranzmusUc. Känlssvasterhaasea. 16.00 KAtbe Stobke: Der Sprech Chor in der Grondschule. 16.30 Hamburj: Konzert. 17-30 Viertelstunde für die Oesnndheit. 18.00 Fraiuöslscb für Fortsescbriuene. 18-30 Prof. Dr. Em II Utltz: Einiahruua ia die AestheCllc. 19.00 Prof. Dr. Karl Victor: Die Dichtung der Gejenwart und die Scinle. 19-30 Ludwlf Finkb lieft clieae D ichtun»c a. Sonnteg, 8. März.> Berlin. 8.00 Für den Landwirt. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wetterrorbersaie. 10J0„Bei an» im Hlaterhans." Kinder spiele» eigene Erirfmlsse. Spie] schar Hans Feuer. Ug.: Lisa Tetzner. 11.00 Stadttheater Macdebutg: Zum 2SO. Geburtstag de» Magdeburger Komponisten Pb. Tclcmann. 12.00 Stadl. Oper Cbarioltenbarg: Konzert eines Orchesters»oa 200 arbeitslos«» Musikern unter Mitwirkung des Berliner Aerztc- Chors. Geoeralmusikdir. Paul Breisach. 1. Wagner: Melstersinger-VorspieJ. 2. Brehms: Schicksalslied(Berliner Aerzte-Chor. Dir.: Dr. Kurt Singer). 3. Mendelssohn- Barthol dg: Sinlonte A-Dur. Nr. 4. 4. J. Straub: An der schönen blauen Donau(Berliner Aerzte-Cbor mit Orchesterbegleltnng). 14.30 Der Tod bei Verdi. Ein Vortrag mit MetsterplaUea von Felix Stössingrr. 16.00 Leipzig; Hockey-Landerkampf Deutschland— Holland. 16.20 UnicrbaJIunxsmasik- 18.00 Mit dem Mikrophon in Bethel.(Am Mikrophon: Alfred Braun.) 19.90 Tanz-Tee- Musik 19.30 Die Nachbarn.(QcsprAcb zwischen Joachim Ringelnatz und Hans Jacob.) 20.00 Sponnacbrichteo./ 20.10 Orchesttrkonzert. Dir.: Bruno Seldler-WInUer. 22.15 Wetter, Nachrichten. Sport. Tanzmusik. K6nigswasterbansen. 7.00 Hamburg: Hafeokonzert. 14.00 Dr. Liebeuberg: Gegen den Pesaimismos bei der Berufswahl. 18.00 Der Reichswehrsoldat, 18.30 Mana Kvser: Flehte. 19.00 Arluz Heye: Wie Ich Löwen filmte. 19.30 Ernst F. Löhndorff: Au» eigenen Werken. 20.00 Kdln: Richard Wagner. 21.15 Müblacker; Blasmusik. 22.15 Abeodmeldungen. Tetefunken zur Miete «ittMMFWIIM jenne w'b, notwendig! türfl. J8.- mcratllcfa, die evtl. hei»päiete'n Kaution ver.tchnet werden Fernenp'ang In Berlin mönlich. nervor- ragendc muskaiischc Wiedergabe! Lassen Sic sie dieses enodcrcete ui iginal-Tclctaakea-erseagnts unveibindlich vor. Ohren in dem SUesten Psdio-fpczlaNKaus Deutsehlands Cbarloiicvbcroer Motoren Ges. d. b. H.. Charlolteoborg, Bbnnardi- *f,,z?-.£ahe..Knif- ecke LelbnizsiraBe. StraßenhahnS', 77. 75, 44. »4. 64, 78.— U-Bahn Knie. BismarckstraSe— Autobu» 9, 20. T.