Morgenausgabe Tlr.HS..„, A57 �s.Iahrgang wöchentlich SVPf� monatlich 3.60 Tt, im vorons zahlbar. Postbezug 4.32 M« einschließlich 6V Pf. Postzeitun go- und 72 Pf.Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 6.— M. oro Monat; für Länder mit ermäßigtem Dnutsachen» vorto S.— M. Der.Vorwärts' erscheint wochentäg. lich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgabe für Berlin und im chandel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilage.Boll und Zeit'. Ferner.Frauenstimme', „Technik'..Blick in die Bücherwelt', „Iugend-Dorwärts'u..Stadtbeilage' Acrttncr voltsblatt Gonniag 8. Marz 1.981 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 Z)f. Die einspalt. NonpareMezelle 80 Pf. ReNamezeile 5,— RM.„Kleine An« zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. tzulassig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pst, jede» weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien» anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenslraße 3, wachen- täglich von 8�/z bis 17 Uhr. Der Lerlag behält sich das Recht der. Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentralorgan der«Sozialdemoöraiischen Kartei Deutschlands Nedattion und Verlag: Berlin SW 68. Sindenstr 3 Fernsprecher: DönbosI 292—297 Tclcpramm.Zldr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: BankderArbeiter. Angestellten und Beamten, Lindenstr.3,Dt.B�u.TiSc�GeI�,Deposil«nk.,Jerusalemcr Str.SS'KS. Verantwortung der Mitte! Zu den bevorstehenden Entscheidungen imReichstag Seit dem Sturz der Regierung Hennann Müller hat d i e M t t t e im Reich die unbestrittene Führung. Die Politik, die getrieben wird— so gut oder so schlecht sie sein mag— ist ihre Politik. Eine Koalition existiert nicht. Der Reichskanzler B r ü- n i n g regiert, solange er das Vertrauen des Reichspräsidenten besitzt, solange er die Parteien der Mitte notdürftig zu- sammenhalten kann und solange die Sozialdemokratie ihn toleriert. Es ist ein beliebter Agitationstrick unserer Gegner von rechts und links, die Dinge so darzustellen, als ob die Sozial- demokratie in Deutschland mindestens feit 1918 unbeschränkt regieren würde. Auf diese Weise kann man sie für alles ver- antwortlich machen: füx den verlorenen Krieg, den schlechten Frieden, die hohen Kriegsentschädigungen, die Inflation, die Weltwirtschaftskrise des Kapitalismus und die Arboitslosigkeif. Vielleicht haben wir den Fehler begangen, dieser Art von Agitation nicht energisch genug entgegenzutreten. Jetzt ist es aber jedenfalls Zeit, an» die wirklichen Tatsachen und an die Zahlen der Wahlstatistik zu erinnern. Die Sozialdemokratie steht außerhalb der Reichs- r e g i c r u n g, sie verfügt im vollbesetzten Reichstag über 143 von 377 Sitzen. Aber auch nach dem Auszug der Rechten bleibt sie für sich allein eine Minderheit von 143 unter 426. '** Eine Partei, iie ein Viertel oder ein Drittel des Parla- ments umfaßt, kann immerhin sehr einflußreich sein. Die Größe ihres Einflusses hängt von der Kräfteverteilung rechts- und lirtls von ihr ab. In dieser Beziehung ist aber die So- zialdemokratie keineswegs in einer günstigen Lage, denn ihre linke Flligelstcllung wird durch das Verhandenscin einer ziem- lich starken k o m m u n i st i s ch e n P a rt e i erheblich ge- schwächt. In einer viel günstigeren Stellung befindet sich dos Zentrum. Schon im kaiserlichen Reichstag befaß es in- folge seiner Fähigkeit, sowohl nach rechts wie nach links Mehr- heiten zu bilden, eine starke Machtstellung. Heute stellt es im Reiche den Kern der Regierungsmacht dar. Das Zentrum aber will den Bau des Panzer- s ch i f f e s It. Ob seine Liebe zum Flpttenprogramm des Herrn G r o e n e r echt ist und aus dem tiefsten Herzen kommt, steht hier nicht zur Entscheidung. Wahrscheinlich ist man auch im Zentrum der Meinung, daß dieses Schiff eigentlich ein überflüssiges Ding ist und daß man in diesen erbärmlich schlechten Zeiten das Geld, das man nicht hat, zu besseren Zwecken verwenden könnte. Aber zum mindesten aus taktischen Rücksichten hat das Zentrum beschlossen, die erste Rate für den neuen Ersatzbau zu bewilligen. Stünde das Zentrum anders, so gäbe es auch nach Rück- kehr der Rechten keine Mehrheit für das Schiff: jetzt ist eine tatsächliche Mehrheit dafür vorhanden, die nur darum nicht ohne weiteres zur Geltung kommt, weil 151 Abgeordnete an den Beratungen des Reichstags nicht teilnehmen. Wie die Dinge nach dem Auszug der Rechten stehen, kann die Sozialdemokratie gemeinsam mit den Kommu- n i st e n die Streichung der ersten Rate bewirken— immer vorausgesetzt, daß die Rechte nicht mittlerweile in den Reichs- tag zurückkehrt. Es wird an der sozialdemokratischen Reichs- iagsfraktion liegen, ob sie von dieser Möglichkeit Gebrauch mächen will oder nicht. Schon jetzt aber muß gesagt werden, daß die endgültige Entscheidung über den Schiffsbau nicht bei der Sozialdemokratie, sondern beim Zentrum liegt. Denn ob die Sozialdemokratie die Inangriffnahme des Baues in diesem Jahr verhindern kann, hängt von der Haltung der Rechten ab: im nächsten Jahr aber wird— wenn bis dahin auch nur 41 Deutschnationalen zurückgekehrt sein werden— eine Mehrheit von 241 gegen 220 für das Schiff vorhanden sein. Das ändert nichts an der Tatsache, daß bei dem Fort- bestand der augenblicklichen Konstellation für. die Sozialdemo- kratie die Möglichkeit besteht, in der Schiffsbaufroge wie in allen anderen Fragen die bürgerliche Mitte zu überstimmen. Was tut die bürgerliche Mitte, um das zu verhindern? * Die Mitte trägt die Verantwortung. Sie trägt die Ber- antwortnng auch dafür, daß der sozialdemokratischen Reichs- tagsfrattion die Möglichkeit zu einem Verhalten gegeben wird, das zur Erhaltung der Mitte in ihrer gegenwärtigen Machtstellung führt. Die sozialdemokratische Reichstags- ftaktion verlangt, daß in der Finanz- wie in der Sozialpolitik den Wünschen der arbeitenden Massen entgegenkommen wird. Sie hält es durchaus für möglich, daß die Steuern der leistungsfähigen Schichten noch um etwas erhöht, werden, wodurch nicht nur die Kosten für das neue Panzerschiff, sondern auch darüber hinaus noch einige Mittel zur Behebung krassester Notstände gewonnen werden könnten. Die Forderung der Sozialdemokratie ist ein Appell an die Vaterlandsliebe der besitzenden Kreise, die hinter der bürgerlichen Mitte stehen. Diese Kreise sollen zeigen, daß auch sie zu einigen Opfern bereit sind, um Deutsch- land van dem Schicksal zu bewahren, das ihm aus einer neuen politischen Krise droht. Die Sozialdemokratie kann vielleicht genötigt sein, auch weiter noch eine Regierung der Mitte zu halten, um das Kommen einer halb oder ganz faschistischen Rechts- regierung zu verhindern. Schon jetzt aber muß mit aller Deutlichkeit gesägt werden, daß sie in ihrer Entschließung wie in ihrer Kritik frei ist. Die Politik, die jetzt im Reiche ge» trieben wird, ist nicht eine Politik, die die Mitte mit der Sozialdemokratie gemeinsam treibt, sondern es ist eine Po- lttik, die die Mitte allein treibt. Das Bürgertum ist stark, well die Arbeiterklasse zerrissen ist. Das ist die Situation, vor der wir stehen. Sich über sie zu beschweren, haben diejenigen am wenigsten Recht, die sie herbeigeführt haben: die Kommunisten. Wer sie ändern will, muß dafür sorgen, daß die. Sozialdemokratie stärker wird! Einstwellen trägt die bürgerliche Mitte die Verantwor- tung. Sie wird sie auf die Dauer nicht zu tragen vermögen. wenn sie nicht willens und imstande ist, sich mit den Vertretern der Arbeiterklasse ehrlich zu verständigen. Meine Reise nach Moskau. Von R. Abrain o witsch. Trotz oller meiner durch unwiderlegbare Zeugnisse erhärteten Dementis, blieb das Moskauer Gericht bei der Behauptung, daß meine Reise nach Maskau im Sommer 1928 doch stattgefunden habe. In den sonst sehr ausführlichen Schitdcrungen der Angeklagten meines Aufenthalts in Moskau fällt es auf, daß keiner von ihnen ein genaues Datum nennt. Sie erinnern stch an alles! Wie ich aussah, wo meine Köster standen, wie der Kustcher hieß, der mich zum Bahnhos brachte, usw., aber niemand weiß einen bestimmten Tag, ja einen bestimmten Monat zu nennen. Sie sprechen alle ganz allgelnein vom„Söumier 1928". Rur aus den Aussogen Scher«, läßt sich tn- direkt feststellen, daß es sich um die Zeit von etwa Mitte' Juli bis Mitte August 1928 handeln muß. Er sagt: ,.Am anderen Tag'(nach d«m Gespräch, das in der Stadtwohnung Schees statt- gefunden haben soll! R. 2t) fuhr.Abramowitsch aus Moskau weg (um„die Peripherie zu bereisen". R. 21.). Ende Juli fuhr ich nach Polnowo zum Seligersee. Das von Abramowitsch versprochene Telfgrqmm erhielt ich nicht und kehrte Ende August nach Moskau zurück, wo ich von Salkind erfuhr, A. sei noch Moskau zurückgekehrt und die Konserenz habe bereits stattgefunden..."(„Inprekorr.", Nr. 19. S. Sil). Laut Leningrader Radiobericht vom 5 d. M. soll Scher in der Abendsitzung dieses Tages das Datum meiner An- kunft in Moskau etwas genauer präzisiert haben: zwischen dem 15. und 20. Juli. Der Zeitpunkt meiner Zlbreise blieb nach wie vor im dunkeln. Nun habe ich bereits dem Gericht in Moskau und der Oeffent- lichkeit mitgeteilt, daß ich den Monat Juli(wie ich jetzt endgültig festgestellt habe, nicht bis zum 26., sondern bis zum 3 0.«inschließ- lich!) in Plau(Mecklenburg) zugebracht. Dies wurde berests in der Presse von dem Sekretär der Liga für Menschenrechte KurtGroß- mann bestätigt. Ich besitze nun eine amtlich beglaubigte Beschelnigung der Besitzerin der Pension Wendenburg in plau, daß ich in ihrem Hause ununlerbrochen von 9. bis einschließlich 30. Zuli 1928 gewohnt habe. Eine Bestätigung des früheren Besitzers des Hotels„Strand- Hotel", in dem ich die ersten Tage meines Aufenthalts in Plau wohnte, sowie eine Reihe anderer Aussagen von Leuten, die mich in Plau zu jener Zell kennenlernten, steht zu meiner Verfügung. Noch schlimmer füs Knilenko liegt die Sache mit der ersten Hälfte des Monats 2lugust Krylenkos Agenten haben in der Eile über- sehen, daß es gerade in jenen Tagen einen Internationalen Soziali st ischen Kongreß gab, und zwar in Brüssel. Jedermann kann es aus den Protokollen dieses Kongresses erfahren, daß ich in der Zeit vom 1. bis zum 12. 2lugust einschließlich an ver- schiedenen Tagungen der Organe der SAI.(Kommifiionen, Büro, Exekutwe) sowie an den Kongreßsttzungen teilnahm. Wer die Pro- tokolle nicht zur Hand hatte(im Marx-Engels-Jnstitut von Rjasanom wären sie sicherlich zu haben), konnte das aus der„P r a w d a" vom 5. August 1928(Nr. 181) oder der„Roten Fahne" vom 7. August 1928 erfahren! Also: es steht fest, daß ich im„Sommer 1928" nicht in Moskau war. Es bestand für Krylenko eigentlich keine zwingende Notwendig- keit, seinen Prozeß aus meiner angeblichen Reise noch Moskau auf- zubauen. Cr hätte ebensogut und mit der gleichen Beweiskraft mich in Berlin„geheime Zusammenkünfte" zwecks„Organisierung der Intervention" mit Wels, Läon Blum, Hilferding, Kautsky, Poincarä, Pilsudski und Mussolini abhalten lassen können, mit dem letzteren allerdings nur an den Tagen, an denen er keine Verabredung mit Litwinow hatte. Ein Alibi wäre für mich dann nicht gut möglich, denn daß ich seit so und so vielen Iahren in Berlin lebe, ließe ssch unmöglich abstreiten und daß alle Genannten tatsächlich unter den Lebenden weilen, steht ebenfalls für jeden Unterrichteten fest Aber Herr Krylenko wollte mich partout in Moskau haben, und zwar ausgerechnet im Sommer 1928. Ist er durch einen b e• sonders ungeschickten Spitzel schlecht informiert worden, oder hat der betreffende Untersuchungsbeamte der GPU. an den betreffenden Tagen z» eifrig der„Rykowka" zugesprochen,.oder— oh schrecklicher Gedanke!— hat sich in die GPU. ein„mensche- wistischer Schädling" eingeschlichen, kurzum, die Anklage stellte diesen meinen Besuch in Moskau in den Mittelpunkt der ganzen Affäre. Ich soll e» gewesen sein, der nach der erwähnten„geheimen Be- sprechung" in Berlin mit dem Geld des Parteivorstandes ausge- rüstet, im„Sommer 1928" nach Moskau gegangen war und durch meinen Druck unter Hinweis auf die zugesagte Unterstützung der .�Zweiten Juternatioiialc" und'der SPD. die schwankenden Mit- glieder des„Unionsbüros" überredet und zur Annahme der„neuen Taktik", der Schädlingsarbeit, des Ausstand'es und der Intervention bewogen hatte. Ich soll es gewesen sein, der in Moskau private und offizielle Besprechungen mit einzelnen Genossen abhiell, die „Peripherie", d. h. wohl die Provinzorganisätionen bereiste, und zum Schluß jene Dollsitzung des„Uniönsbüros" in Moskau ver- anstaltete, der die Anklageschrift entscheidende Bedeutung beimißt, und deren Beschlüsse sodann von der Auslandsdelegation offiziell bestätigt worden sein sollen. Fällt nun aus der in der Anklageschrift aufgebauten Konstruktion der Schlußstein meiner Mostau-Reise hinaus, muß diese ganze Konstruktion zusammenstürzen. Dann gab es eben keine„geheime Besprechung" in Berlin, kein« entscheidende„Vollsitzung" des„Unionsbüros" unter meiner Leitung und unter meinem Druck, dann gab es aber auch keine„mündlichen Instruktionen" von mir zur Organisierung von Schädiingsarbeit und Intervention, dann tonnten diese.�Instruktionen" auch nicht offiziell von der Allslandsdelegation bestätigt werden, usw. Eine Anklage, .die in einem politisch und juristisch so wichtigen Teil auf einer Lüge aufgebaut ist, kann auch in allen anderen Teilen kein Vertrauen beanspruchen. Sie ist als elende s Machwerk entlarvt Roch viel wichtiger ist die Frage, ob ich zu der angegebenen Zeit tatsächlich in Moskau gewesen bin oder nicht, für die Be- uxteilung der Glaubwürdigkeit der 2lngeklagten- aussogen. Die Aussagen der verschiedenen Angeklagten(Scher, Groman. Salkind, Petunin u. a.) über meinen 2lusenthall in Moskau und ihre dortigen Zusammenkünfte mit mir sind nicht etwa flüchtig hin- geworfene einsilbige„Geständnisse", sondern sehr eingehende mit erstaunlich vielen Einzelheiten ausgestatteten Schilderungen. Die Aussage des Angeklagten Scher über diesen Punkt füllt, z. B. in der deutschen„Inprekorr'-Zlusgabe der Anklageschrift fast zwei dichtgcdruckteSpalten.die Aussage des Salkind eine Spalte und dergleichen. Ihre in der Voruntersuchung zu diesem Punkt ge- machten Aussagen haben die Angeklagten im Laufe des Prozesses selbst wiederholt bekräftigt und erweitert. Als in Moskau meine Dementis bekannt wurden, haben sich die Angeklagten über mein„hartnäckiges Leugnen" und meine„Doppelzüngigkeit" e n t r ü st e t und in allen Details ihre Zusammenkünfte mit mir. ja sogar ihre persönlichen Eindrücke von meinem Aeußeren und meine Haltung geschildert. Roch in der Sitzung vom 6. d. M., als Krylenko meine eidesstattliche Erklärung mit genaueren Angaben und die im„Vorwärts" abgedruckte Erklärung von Kurt Großmann verlas, sprachen die Angeklagten höhnisch über meine„vergeb- lichen Versuche" mit Hilfe von«falschen Zeugen" ein„falsches Alibi" zu konstruieren. Wie wird es nun, da es mir gelungen ist, ein absolut einwand- freies, dokumentarisch unwiderlegbares Alibi aufzustellen? Dann sind alle diese detaillierlen Schilderungen als glatte Erfindung ent- larvk. Dann stehk es fest, daß die Angeklagten, aus Gründen, die wir vorerst nicht näher unkersuchen wollen, in diesem übrigens sehr wesenttichen punkte sämtlich gelogen haben. Dann entfällt auch für den politisch Nichtunterrichteten jeder Anlaß, diesen notorisch un- glaubwürdigen Angeklagten auch olles andere zu glauben, was sie über ihre Organisation, ihre Tätigkeit, ihre Verbindungen und ihre Geldquellen aussagen.(Für den politisch Unterrichteten sind diese perlen aus bei Byzaniinisthe Verlogenheit al Man muß die Denkwürdigkeilen der Politiker aus dem wilhelminischen Zeitalter lesen, um einen Einblick in die Atmosphäre der Heuchelei und der Per- l o g e n h e i t zu gewinnen, die dieses byzantinische System künstlich großzüchtete. Es ist in letzter Zeit mehrfach von den ..Denkwürdigkeiten" B ü l o w s die Rede gewesen, in denen dieser Liebling des kritiklosen Bürgertuins den letzten Kaiser und seine Umgebung verketzert, daß die Patrioten von ehedem jetzt- sogar Bülows Bild aus dem Reichstag entfernen lassen wollen. In dem Zusammenhang gewinnt der nachstehende Brief Bülows an Philipp Eulenburg ein besonderes Interesse. Er wird im neuesten Heft der von Thomas Mann und Ernst Jaeckh in Gemeinschaft mit anderen Politikern herausgegebenen Zeitschrift„Der Staat seid Ihr!" veröffentlicht. Der Brief stammt aus dem Jahre 1598 und war augenscheinlich dazu bestimmt, daß Philo als Günstling Wilhelms ihn dem Kaiser so oder so in die Häyde spielen solle: Nicht als ob ich an und für sich der Menge unsympathisch wäre: dazu b-in ich nicht gewichtig genug, habe auch manche Eigenschaften: die eher die Menschen versöhnen und gewinnen. Aber was sie mir nicht verzeihen werden, ist. daß ich zwischen den teuren, ange- beteten Kaiser und so viel Ungerechtigkeit, Bosheit. Lüge, Der- leumdung getreten bin und den Bösen die Waffe entwunden habe, mit der dieselben den edelsten und bedeutendsten aller F ü r st e n bedrohten...Mit der Unzufriedenheit ist kein Geschäft mehr zu machen", klagte kürzlich ein oppositioneller Journalist. Hinc iilae irae. Man wird natürlich versuchen, mich zu untergraben, mir Steine in den Weg zu legen, das Vertrauen des lieben Herrn zu mir zu erschüttern. Ich gehe aber ruhig meinen Weg. So lange Ich da» Vertrauen des Kaisers habe, fürchte Ich mich vor gar nichts und vor gar niemand. Verlöre ich dieses Vertrauen, würde ich nicht eme Sekunde länger bleiben. Aus Vernunfts- und Herzensgründen stehe und falle ich mit dem Zutrauen meines Herrn und Königs. Es geht durch Gottes Gnade politisch wirklich alles wunderbar gut. Di- von Seiner Majestät so genial erdachte und mtt isclcher Tatkraft durchgeführte K i a u t s ch o u- A k t i o n ist ohne ernstliche Mißhelligkeiten mit anderen Mächten abgelaufen. Die Mi- litärsttafprozeßfrage erregt keine Unruhe mehr, sie interessiert kaum noch und die Bayern sühlen sich aufs Trockene gesetzt. In der Lippeschen Sache hat der Bundesrat einstimmig das Indibi. torium contra Succession der Biesterfetder Söhn« angenommen. Die Aussichten der Flottenvorlage sind günstige. Unser Ansehen nach außen hat sich gehoben: die Stimmung im Innern ist eine ganz andere geworden... Vollends mein eigenes Verdienst an der eingetretenen Besserung wird sehr überschätzt. Aber wahrlich nicht von mir selbst!. Ich war innerlich nie so demütig. Mein einziges wirkliches Verdienst ist, daß goldenen Zeit. l Zeichen höchster Gtaatskunst. ich Ziele und Intentionen des teuren Herrn ver- stehe, rvenn auch in der Ausführung mein« Kraft oft hinter der Macht seiner Ideen zurückbleibt. Aber ich denke manchmal, daß Gott— dessen Weg« so wunderbare, dessen Mittel so geheünnis- voll« sind— mich armen Kerl dem lieben Kaiser als ein« A r t von Talisman gegeben hat. Seitdem ich da bin, gelingt eigentlich ohne mein Zutun vieles. Wo sind die ewigen Aanzlerkrise.i geblieben? Wie haben sich die früher halb dickfällig-reniten- t e n,-halb verschwörerifchen Minister in die reinen Ohe- Würm che n verwandelt! Was ist aus der Hetze gegen die.La- binette", die angebliche Kamarilla, die Armee, die Marmeplän«, die „uferlose" Politik geworden! Wo sind alle diese Schreckgespenster geblieben? lind sind nicht mtt Gottes Beistand die viel, sehr viel ernsteren Gefahren beseitigt, an die ich nur schaudernd zurückdenken kaNn, denn diese Gefahren waren reell. 3ch hänge mein herz immer mehr an den Kaiser. Er ist so bedeutend! Er ist mit dem großen König und dem Großen Kar- fürsten weitaus der bedeutendste hohenzollcr, der js gelebt hat. Er verbindet in einer Weise, wie ich es nie gesehen habe, Geyialität, echteste und ursprünglichste Genialität mit dem klarsten Kon sc»s (gesunder Menschenverstand). Er besitzt eine Phantasie, die mich mit Adlerschwingen über alle Kleinigkeiten emporhebt, und dabei den nüchternsten Blick für kas Mögliche und Erreichbare. Und dabei welche Tatkraft! Welches Gedächtnis! Welche Sckinelligkeit und Sicherheit der Auffassung! Heute morgen im Kronrat war ich geradezu überwältigt! Er gab«in Expose über die so verwickelten Wasserfragen mit allem was materiell und. reist rt- mäßig drmn und dran hängt wie es kein Fachnnnistcr präziser, und genauer hätte geben können, aber mit einer Frische, Anschaulichkeit, Großartigkeit des allgemeinen Ueberblicks, kurz— Genialität, wie sie kein Minister auch nur annähernd erreicht. Gott erhalle uns den großen Monarchen und edelsten Menschen! Widerlichste Speichelleckerei, geradezu hündische An- himmelung eines Herrn, den er fast für einen Gottgesandten zu halten— vorgibt, das ist der Inhalt dieses Schreibens, das ein Höfling an den anderen richtet, von dem er annahm, daß er bei dem„wundervollen Herrscher" noch besser schmeicheln könne! Dabei muß man festhalten, daß Bülow von all-dem Geschreibsel selbst nicht ei n< i n z ig e s W or t glaubte., wie die nach seinem Tode veröffentlichten Niederschriften dieses' Windmachers hinlänglich beweisen. Ist es nicht eine begehrenswerte Institution, dieses herrliche Kaisertum, in dem solche Blüten des lügnerischen Bnzantinismus wachsen können? Blamabel sind diese Beröffentlichungen— nicht für die Demokratie, die derartige Sumpfgewachse meist schnell erkennen und ausmerzen kann, falls sie irgendwo auf- tauchen, blamabel aber für das politisch-unpolitische Bürger- tum jener Zeit, das den Bülow noch sozusagen sür einen „modernen" Politiker großen Ausmaßes halten konnte! Aussagen schon durch ihre innere Un«ahrschei«lkchkelt genügend gekennzeichnet.) Dann bricht die ganze Beweiskraft der Angeklagtenaussagen zusammen und mit ihr der ganze Prozeß. Denn man darf ja nicht vergessen, daß in dem ganzen Anklaoematerial, aus allen 110 Seilen der Anklageschrist kein einzige» Dokument. kein einziges Beweisstück angeführt ist, das die Anschuldigungen gegen die Angeklagten erhärten, ihre Aus- sagen bestätigen würde. Die ellichen kleinen Zettel, die dort veröffentticht sind, sind absolut harmloser Natur und„beweisen" nur das, was keiner Beweise bedarf: nämlich, daß es in der Smvjct- Union, seitdem dort im Jahre 1921 die letzten Reste der politischen Freiheit vernichtet wurden, eine illegal wirkende Orga- nisation unserer Partei gibt, deren Vertreter oder»in- zelne Mitglieder mit unserer Auslandsvertretung in Berlin im brieflichen und organisatorifäzen Verkehr stehen. Aber dies« illegale Organisation besteht, wie jedermann in unseren Publikationen, ins- l>esondere in den vielen Jahrgängen unseres„Sozialistischen Bote n" nachlesen kann, seit neun Iahren. Hunderle, wenn nicht Tausende unserer Genosien sind tu diesen Sichren sür die Zugehörigkeit zu unserer Partei und für die Tätigkcil in dieser illegalen Organisation verhastet, eingekerkert vnd verbannt worden. Ilm dies nachzuweisen, bedurfte man wirklich nicht eines iierartigen Prozesses. In dem Verlag Dietz hätte Krylenko für 60 Reichs- Pfennige meine im Austrage der SAJ. verfaßt« Broschüre erstehen können(„Die politischen Gefangenen m der Sowjetunion", Berlin 1930), in der er das gesamte„Anklagematerial" zu diesem Punkt gegen uns fertig und systematisiert vorfinden würde. Aber der Pro- zeß der Ii ist ja nicht dazu in Szene gesetzt worden, um zu be- weisen, daß die Menschewiki ihre politische Propaganda in der Sowjetunion mit Hilfe einer illegalen Organisation führen,— die einzige Tatsache, die aus den veröffentlichten Schriftstücken hervor- geht. Die Anklageschrift sowie die Aussagen der Angeklagten sprechen ja von„Verschwörungen zwecks Schädigung der Wirtschaft", von„Vor�reitungen zu einem Ausstand", von„Organisierung einer imperialistischen Intervention", vom„Verrat militari- scher Geheimnisse und Pläne", von gewaltigen Geldzuwendunzen, die aus dem Auslande kamen, von„Verbindungen mtt konter- revolutionären bürgerlichen Organisationen", von einem„radikalen Umschwung" in der ganzen grundsätzlichen Einstellung unserer Partei seit dem Sommer 192S, an dem mein famoser Aufenthalt in Moskau stattgefunden haben soll. Wo sind die Be- weis« für all« diese Behauptungen? Wo ist auch nur ein einziges Schriftstück, eine einzige Refolukion unserer Parteiorgane in diesem Sinne, d. h. mit Anweisungen zur Sabotage, Intervention und dergleichen mehr, ein einziger Brief unserer Auslands- Vertretung? Nichts finden sie davon in der Anklageschrift, nichts in dem ganzen Beweismaterial. Rubin will solche„Direktio- briefe" in den Safes des armen Rjasanow aufbewahrt. Scher soll eine ganze Kollektton solcher Dokumente besessen haben, das „U n i o n s b ü r o" soll Dutzend« von Aufrufen, Berichten und Re. solutionen, handgeschrieben und vervielfältigt ausgegeben haben(sechs bis acht Rundschreiben im Jahre 1928, zchn im Jahre 1929, fünf im Jahre 1930. Aufruf« und Resolutioven nicht einge- rechnet), aber der ahnungslosen Tscheka, die durch ihre Harmlofig- keit und unzureichenden Spitzeldienst in der ganzen Welt bekannt ist/ ist nichts, aber rem nichts in die Hände gefallen! Wie durch«in Wunder gelang es allen vierzehn Angeklagten und den anderen Verhafteten, deren Zahl in die Hundert« geht, alle kompromittierenden Dokumente restlos und rechtzeitig zu verbrennen oder zu vernichten! Es ist ein charakteristischer Zug all der großen Prozesse, die von Krylenko sett Schachty inszeniert werden: in ihnen kommen Dokumente und materielle Beweisstücke, vor. Alle? wird nur durch„freiwillige Geständnisse" und Selbst- bezichliguugeu„reumütiger Angeklagten" bewiesen, nichts durch Schriftstücke. Jede Tendenzjustiz hat eben ihre be- sonderen Methoden und Prinzipien, wie jede Banditenorganisation ihre eigenen„Arbeitsmethoden" und„Bräuche" hat. Im D r e y- fus-Prozeß in Frankreich oder im Agram-Prozeß im alten Oesterreich wurde mit gefälschten Dokumenten gearbeitet. Der stalimsttsch-lsiinffttsche„Marxismus" verschmäht solche Mätzchen, er arbeitet nur mtt garantiert echten,„aufrichtigen Geständnissen", die durch eine wunderbare„prädestinierte Harmonie" immer genau den letzten Richtlinien des„Polbüro" der Kommunistischen Partei «iltspvechen. Es dürfte eigentlich der GPU. kein« nenenswsrten iechnischen Schwierigkeiten bereiten,«in paar sehr schön«„Schrift- stücke" zu fabrizieren: bei maschinengeschriebenen Dokumenten läßt sich jene graphologische Untersuchung nicht durchführen, die seiner- zett für das berühmte Dreyfus-Bordereau so verhängnisvoll wurde. Und außerdem: wer hätte in Rußland jetzt eine derartige Unter- suchung durchführen können?! Aber wie gesagt, in den bisherigen Prozessen hat krylenko die Methode der„Dokumente" nicht angewandt. Eigentlich könnten wir, Sozialisten ihm für diesen Prozeh. dessen AnNage an»schließ- tich auf den rätselhaften Geständnisien über meine Moskauer Reife aufgebaut ist, dankbar sein: denn mit dem Nachweis, daß di:se Reise nie stallgesunden hat, ist nicht nur diese Anklage zusammen- gebrochen, sondern die ganze Krylenko-Zustiz hol In den Augen aller denksähigen Menschen, bi» lies in die Reihen der kommunistischen Partei hinein, einen vernichtenden Schlag erlitten. Tschechisches aus Moskau. Oer mysteriöse Fall 6>ti»ip. Die Sowjetagentur Taß benchiete, daß der Legationsral S t i l i p von der tschechoslowakischen Vertretung in Moskau um dauernde Aufenthattsbewilligung in Rußland gebeten habe, da er der Rückberufung nach Prag nicht folgen wolle, wo er zu Unrecht schwer beschuldigt werde. Dazu erklärt das Außenministerium in Prag: Nie bestanden und auch heute nicht bestehen irgendwelche Gründe, den Legationsrat Stilip irgendwelcher politischer Berbrechen oder irgendwelcher Unregelmäßigkeiten zu bezichtigen. Seine Erklärung könne einzig und allein mit seiner Nervenerkrankung motiviert werden, deren ?lnzcichcn in der letzten Zell bei ihm bereits sichtbar waren. Wenn damit zugleich aber WTB. aus Prag meldet, daß mtt Ermächtigung des»Präsidenten Masaryk(der am gleichen Tage 81 Jahre alt geworden ist), Minister Benesch den Leiter der tschecho- slowakischen Vertretung in Moskau. Josef G i r s a. von seinem Amt in Moskau enthoben und Girsa mit dem 1. April 1931 in die Zentrale nach Prag berufen hat, so drängt sich ein Zusammenhang der Amtsenthebung des Chefs mit der Flucht des Legationsrates geradezu auf. Dazu erfahren wir nun aus Prag spät nacht«, daß den Redak. tionerr der Hauptstadt eine Meldung über die Rückberufung Girsos nicht zugegangen ist! ja' dös Außenminlsterium in Prag hat auf Anfrage danach sogar erklärt, ihm sei ni cht s davon bekannt! Dadurch wird die Sache noch dunkler— wenn nicht etwa das Datum de» 1. April 1931 die Lösung ergibt, daß nämlich die Meldung von der Rückberufung Gilsas ein verfrühter Aprilscherz wäre? Das„Prager Tagblatt" meldet, daß Stilip in Moskau spurlos verschwunden sei. Traurige Helden. Prag, 7. März.(Eigenbericht.) Als„Partei gegen die gebundenen Listen" sind bei der vorigen Wahl drei F a s ch i st e n ins Abgeordnetenhaus gelangt. Einer von ihnen, P« r g l e r. hat letzthin fein Mandat verloren: er war vor dem Kriege nach Amerlka ausgewandert, hatte dort während des Krieges eifrig für die tschechisch« Sache gearbeitet, wurde dafür zum Gesandten in Tokio ernannt, aber wegen Geldgeschichten heim- berufen und nun hat ihn das Wahlgericht wegen Mangel.» der Staatsbürgerschaft das Mandat aberkannt. Der Abg. S t r i b r n y legte jedoch dem Parlamentspräsidenten einen aus dem Auhenministerium stammenden Brief vor, in welchem dem Pergler amtlich mitgeteilt wurde, er fei tschecho- slowakischer Staatsbürger, da er Gesandter der Republik in Japan gewesen ist. Wegen der Erlangung dieses Briefes soll Stribrny der Mitschuld am Raub amtlicher Dokumente angeklagt werden. Ein Z4gliedriger Untersuchungsausschuß soll feststellen, wie der Obersaschist Stribrny in kurzer Zeit zu außerordentlich großem Vermögen gekommen ist! Der dritte Faschist, der abgesetzte Generalstabsches G a j da, hatte vor drei Jahren nächllich aus dem Landhaus des Bearbeiters feiner Spionagetättgkeit Belastungsdokumente„abholen" lasten und wurde dafür zu drei Jahren Kerker verurteilt. Das Abgeordnetenhaus hat die Genehmigung zu Gajdas Verhaftung erteilt, damit er sein« Straf« absitze. Darauf beschimpfte Gajda das Parlament und wegen Wiedergabe dieser Beschimpfung, die erst nach der Sitzung aus dem Protokoll ausgemerzt wurde, wurden mehrere Prager Zeitungen konslsziert. darunter das amtliche Regie- rungsblatt und die offiziöse, deutsch geschriebene„Prager Presse". Oeuischland und polen. Amtsantritt des neuen Gesandten. Mtt herkömmlicher Feierlichkeit hat der neue Reichsgesandte in Warschau, o. Moltke, dem polnischen Staatspräsidenten M o s c i s k i sein Beglaubigungsschreiben überreicht. In seiner Ansprache dankte der Gesandte für die Trauer- kundgebungen der polnischen Regierung und Oestentlichkeit zum Tode des Gesandten Rauscher. Daran schloß der Gesandte den Ausdruck der Zuversicht,„daß bei dem ernsten vnd ehrlichsten Be- mühen der Fortsetzung der Arbett meines Vorgängers, in den die Interesien unserer beiden Länder berührenden Fragen praktische Lösungen hebeizuführen, auch ich bei der polnischen Regierung ver- trauensvolles Entgegenkommen finden werde. Die Erkenntnis, daß die höchste Entfaltung der nationalen Kräfte nur möglich ist bei vertrauensvoller internationaler Zusammenarbeit im Geiste der Billigkeit, der gegen- seittgen Achtung der Völker und der friedliche» Eittwicklung der Menschheit Ist in steigendem Matze Gemeingut der öffentlichst Meinung Europas geworden".- �~ Der Staatspräsident antwortete unter'anderem: Mtt Zufriedenheit nehme ich zur Kenntnis, daß Sie, Herr Gesandier. ernst? und loyale Anstrengungen nicht scheuen wollen, um auf dem Wege fortzuschretten, der durch Ihren so früh verschiedenen Vorgänger gebahnt wurde, welcher neben einem Andenken voll Wert« schätzung so ostenkundige Beweise seiner Tätigkeit hinter- lassen Hot. Di« gründliche und genaue Kenntnis der Aufgaben, die Ihrer harren, erleichtert Ihnen sicherlich die Erfüllung der Ihnen anvertrauten Mission im Geiste der billigen Interessen unserer beider Völker." Dann wiederholte Mosciski die programmatischen Worte des Gesandten und bat ihn. überzeugt, z» sein, daß er bei diesen Bemühungen auf die volle Unterstützung des Staatspräsidenten und der Regierung der polnischen Republik rechnen könne. Die Aufwertung in polen. Stach einer Mitteilung der denisch-polnischen Handelskammer ist das deutsch-polnisch« Aufwertungsabkommen vom S. Juli 1928, welches vom Reichstag bereits genehmigt worden ist, nunmehr auch vom polnischen Sejm ratifi- ziert. Dieses deutfch-polnische Abkommen sieht vor, daß deutsche Staatsangehörige, die Aufwertungsansprüche auf Hypotheken, Pfand- briefe usw. in Polen zu stellen haben, bei der Anwendung der Aus- wertitnasoorschristen polnischen Staatsbürgern gleich- gestellt werden. Eine Einschränkung in diesem Punkt« sieht nur die Bestimmung vor, daß deutsche Staatsangehörige ihre entsprechen- den Ansprüche nicht vor dem 1. Januar nächsten Jahres gellend machen können. Da das deutsche Gesetz zur Bereinigung der Grundbücher ein« Anmeldungsfrist bis zum 31. März 1931 und bei Nichtanmeldung eines Antrages ein Erlöschen der Hypo- thek vorsteht, ist die Möglichkeit gegeben, daß auch die polni- scheu Aufwertungsbestimmungen diese sogenannte Präkluswfrist:n Anspruch nehmen. Die deutschen Staatsangehörigen. dir Aufwertungsansprüche w Polen zu stellen haben, tun daher gut, ihr« Forderungen bis spätestens End« dieses Monats anzumelden. Das polnisch« Generalkonsulat in Berlin wird zweifellos nähere Auskunft über dl« Formalitäten der Anmeldung geben.___ Aufstandsprozesse in Spanien. Gegen vie Militärrebellen. pari», 7. März.(Eigenbericht.) Wie der„Paris Midi" aus Madrid meldet, sollen die Profile gegen die Führer des Ausstand«- vom vorigen Dezember für den 22. März anberaumt sein. Es sind drei Prozesse, und zwar einer in Iaca„ dem Schauplatz der blutigen Ereignisse, einer in Madrid und der dritte in Quatros Viendos, dem Fort, von dem der allgemeine Aufstand seinen Ausbruch nehmen sollte. Man nimmt an, daß jeder Prozeß sechs Tage in Anspruch nehmen wird. Schahkanzler Snowden ist noch einer Grippe an einer Blasen- entzündung erkrankt und wird mehrere Wochen das Zimmer hüten müssen. Slelrische Heimwehrfaschisteu hatten einen Zug jugendlicher Ar- heiter überfallen und beichosien: sie wurden dafür vom Schössen- aericht Graz zu vier Monaten Gefängnis bzw. einer Woche Gefängnis und 20 Schilling Geldstrafe verurteilt: drei wurden freigesprochen, da ihre Täterschaft nicht erwiesen sei. Polizei und Hakenkreuz. »GetnaKregelte* polizeioMere.- Deschimpste Beamte. Im Nachtpapier des chugenberg-Korrzerns loht heilige nationale Entrüstung» weil angeblich der Berliner Polizeipräsident zwei Polizeioffiziere wegen ihrer Beziehungen zur Hitler-Partei vom Dienst suspendiert und gegen sie das Drsziplinarverfahren eingeleitet habe. Nach Meinung des Hugen- berg-Blattes sind die„Sympathien" oder sonstige Beziehungen zur hochverräterischen Hitler-Partei bei Polizeioffizieren völlig unantast- bar. Ob das gleiche auch für Kommunisten gelten soll, wird freilich nicht gesagt, aber nach der ganzen Aufmachung.wird man das bei Hugenbergs Meinungsfabriken wohl voraussetzen dürfen. Inzwischen interessiert aber sicher auch weitere Kreise, wie die Hakenkreuzlcr selbst über Polizeiorgans denken. Da ist zum Beispiel „der Angriff" des Herrn Goebbels, der über die Versammlung des Fememörders Schulz in großer Ausmachung berichtet. In dieser Versammlung waren auch als Beauftragte des Polizei- Präsidiums zwei höhere Beamte erschienen. Doch losten wir das Naziblatt selbst sprechen: Als der stellvertretende Gauleiter.... die Massen begrüßte, schlug nach wenigen Sätzen der Jubel der Tausende in Em- p ö r"u n g und Verachtung um, brandeten immer und immer wieder die Wellen einer leidenschaftlichen Erregung um zwei arme, bleich und verstört darelnschauende Menschenkinder. Sie saßen, der eine im Schmuch seiner Hauptmanns- unizorm, der andere im Schmuck seiner Adlernase und seiner schmisse, bald klein und häßlich auf den Stühlen in unmittelbarer Nähe des Versammlungsleiters. Es muß diesen Äuten s p e i ü b e l gewesen sein... Das denken wir auch! Indessen kommt es noch schöner: Die zahlreich um die Späher Grzesinslis versammelten S A.» Leute, denen besonders der Herr Kriminalrat in nicht gerade angenehmer Erinnerung war, hatten nahezu Träne,» des Mitleids in den Augen, als sie«s miterleben mußten, wie diese beide» bedauernswerten Mitbürger... die Koseworte der Berliner Parteigenossen entgegennehmen müßten. Man kann sich vorstellen, wie das Gebrüll der Hitler- Beorderten um die Vertreter der republikanischen Staats- gcwalt brandete. Die politische Unterwelt scharte sich ja um den wegen mehrfacher Anstiftung zum Morde verurteilten Fcmedirigenten, dem sie begesstertc Huldigungen darbrachte. Aber soll wirklich die republikanische Polizei Offiziere dulden, die zu dieser politischen Unterwelt in anderen als dienstlichen Be- Ziehungen stehen, während gleichzeitig die F r a» z e n und F r i ck republikanische Polizeibeamtc unter dem Beisallsjubel der Hugenberg- Presse auf die Straße setzen?-"— Landfriedensbruch von Grebenstein. Blutige Saalschlacht verwandter Seelen. Kassel, 7. März. lEigenbericht.) Am Montag beginnt in Kassel ein Landfriedensbruch- prozeß gegen 37 Kommunisten Im Verlaus der Der- Handlungen werden etwa 100 Zeugen vernommen werden. Am 25. Januar veranstalteten die Nazis unter üblichem Tamtam wie„Straße frei den braunen Bataillonen" usw. in Grebenstein. einem HMjchen Landstädtchen, eine Versammlung. Aus der Umgebung von Grebenstein waren zahlreich« Kommunisten zu dieser Versammlung erschienen. Aus Kassel trafen mehrere Lastwagen- mit Angehörigen der KPD. ein. Vor Beginn der VersamnWng'waren bereits zahlreiche Kommunisten im Saal. Zlls dann die SA.« und S S.- Ad 1 eiluchg en aus Ka sse l, die von Hitler inzwischen aufgelöst, worden sind, das Versammlungslokall betraten, be- gannen die Plänkeleien. Auf ihr H ausrecht pochend, verlangten die Nazis, daß sich die Kommunisten entfernten. Die Angehörigen der KPD- kamen der Aufforderung jedoch nicht nach, so daß bald Stuhl- beine, Biergläser und Tische durch den Saal flogen. In der„Heist- ichen Volkswacht", dem hiesigen Naziblatt, wurde nach der Schlägerei zugegeben, daß die SA.- und SS.-Leute mit den Gewalt- tätigkoiten begonnen haben. Die meisten Prügel aber be- zogen die.'Nazis, denn die Kommunisten setzten sich mit Nachdruck zur Wehr. Auf der Heimfahrt wurde ein Teil von ihnen von Kasseler Schutzpolizei angehalten und festgestellt. Jetzt haben sie sich wegen Landfriedensbruchs zu verantworten. Die randalierenden Nazis treten dagegen zum größten Teil als Nebenkläger auf. Händlermieressen gegen �eichsinteressen Das Spiel im Roggen-Ausschuß. Die letzte Sitzung des Roggenuntersuchungsaus- fchuffes stand im Zeichen des' Kampfes der einzelnen Int er- effentengruppen gegen die halböffentliche G-treide'irma, die Getrcideindustrie- und Kommiffions-A.-G. So wurde versucht, ihr einen Strick daraus zu drehen, daß die Heraufsetzung des Roggen- zolls durch die Einfuhr größerer Partien Auslands- r o g g en, die vorwiegend durch die GIC. importieil wurden, ver- ursacht sei. Demgegenüber wurde von einem Vertreter der GJE. erklärt, daß sie nicht an diesem Russengeschöft beteiligt fei, wohl aber eine private Getreidefirnia, nämlich der Kampsmeyer-Konzern. Lediglich von der Düsseldorfer Filiale der GIC. sind kleinere Mengen Roggen eingeführt worden, die für die Pumpernickelhcrstellung be- nötigt wurden. Von einem Rostocker Getreideimporteur wurde ferner der Vorwurf erhoben, daß die GJE. den Ruf des guten deutschen Roggens im Ausland in Mißkredit gebracht hätte, weil die von ihr mit Genehmigung der deutsch-polnifchsn Kommission ausgeführten Roggenmengen stets unter der Bezeichnung„deutfch-polnifcher Roggen" angeboten worden sind. Außerdem wären die Abladungen von derartig schlechter Qualität gewesen, daß die Ausländer sich vom. deutfch-polnifchen Reggen abwandten und zum Einkauf russischen Roggens übergingen. Der„Sachverständige" mußte sich aber sagen lassen, daß die Preise, die er als Beweismaterial für die angeblich der deutschen Wirtschast enstandenen Verluste angegeben hatte, falsch sind, da wäh- rend der Tätigkeit der deutsch-polnischcn Kommission das Preisniveau des Roggen bereits tiefer lag. Außerdem sei es im allgemeinen haudslsübtich gewesen, schon vor Bestehen der deutsch-polnijchen Kommisston, Roggen unter der Bezeichnung„deutsch-polnischer" zu verkaufen. Durch die Tätigkeit der Kommission ist es gelungen, daß die einheitliche Marke„deutsch-polnischer Roggen" gegenüber dem wichtigsten Konkurrenten Rußland U eb c r p r e i s e erzielen könnte. womit der Vorwurf hinfällig wird, daß die Export« der TIC. ein« schlechtere Qualität hatten als der russische Roggen. berichtet ischer Antrag dem Aeltestenrat überwiesen wurde, wonach die Mitglieder dem Präsidenten mitzuteilen_ haben, ob und in welchen Unterneh- umngen lprioaten, gemischtwirtschastluhen und öffentlichen) fi« Auf- stchtsratsmitgliedsr sind. Diese Liste ist halbjährlich zur Kenntnis des Reichstags zu bringen. Die Industriellen amüsieren sich in Maskau: Ankunft:..Sehr schön hier— aber, sagen Sie. wo kann man sich ein bihchev vergnügt unterhalten?"— „Ich werde Sie sogleich in das amüsanteste Theater unserer Sowjet-llnion führen." ..hier sehen Sie den Prozest gegen die Zsteuschervisten. Es handelt sich um dressierte parteilose. Sobald Krylenko aus einen Knopf drückt, springt der betreffende Angeklagte aus und macht Geständnisse." „Und so machen wir es mit den wirklichen Sozialisten. die nichts gestehen. Das besorgt die GPU. ohne jedes Gerichtsverfahren." Die 3 n d n st r i e l te n:„Herrlich hak uns das ge- .fallen! Wir erheben unser Glas auf 3hr wunderbare» proletarisches Vaterland, ein dreifaches hoch!" Serenissimus Meschugge. Haus-Nadeln 1. bis xier Güte. ----- Wir haben dieser Tage die erhebliche Tatsache yerzeichnet, wie Hohert-Ad-ols I<«u» dem Geschlechte Hitler durch besondex« Verordnung zu bsstimmen g'eruhie, dog sämtliche SW-Mannen— Osiziere und Gemeine— in Zukunft das.Hoheitszeichen" des Drckten Reiches zu tragen berechtigt find... Serenissimus ist jetzt einen Schritt weitergegangen. In seinem Leibblatt läßt er eine lange„Ehrenliste" veröffentlichen. Sie tut kund und zu wissen, daß eine mehr oder weniger erheblich« An- zahl seiner urnertänigen Getreuen für besonders eifrig« Werbearbeit Ehrenzeichen in verschiedener Abstufung erhalten hoben. Wir finden zunächst folgende Rangstufen: l. Die Große Goldene Hitler-Radcl 2. Die Kleine Goldene Hitler-Radel Z.' Die Große Silberne Hitler-Radel 4. Die Kleine Silberne Hitler-Radel 5. Die Bronzene Hitler-Radel. In Anbetrackst der nach Hitlers Ansicht festgestellten Minder- Wertigkeit der Frau sollen seinen A n h ä n g« r i n n e n, die bekannt» lich alle noch den„Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Knoten" an Stelle des Bubikopfes tragen, in Zutnnft noch goldene, silberne oder bronzene Hitler-Hut- Radeln verliehen werden, und zwar in gleicher Abstufung wie die Männer-Radeln. Dem Sanitätsgehilfen von Norderney und ehemaligen Pastor Münchmeyer ist, nach der gleichen Ehrenliste, für besonders er- folgreiche Werbung ein A u t.o(allerdings nicht aus Gold) verliehen worden. Dagegen findet sich in der langen Werber-Liste nicht der Name des August Wilhelm Prinz von Preußen(ge- nannt Auwi). Das ist sehr bedauerlich. Denn es bekundet aller Welt, daß der Sproß des Herrn von Doorn, trotzdem Hitler die Hohenzollernschcn Hausorden streulich nachahmt, nicht die ge- ring st e Werbekraft zu entwickeln vermag. Was zu be- weisen war.... Anwärter auf Hitler-Radeln. Reichenhall, 7. März.(Eigenbericht.) In Reichen hall endet« eine Razioersammlung mit einer regelrechten Saalschlacht. Von 30 Personen, die verletzt wurden, mußten 13 ins Krankenhaus eingeliefsrt werden. Redner der Versammlung war der Raziabgeordnet« Wagner, der dieser Tage im Bayerischen Landtag«inen Journalisten mit Ohr-. fcigen traktierte. U. a. war die Versammlung von vielen Sozial- demokraten und anderen linksgerichteten Leuten besucht. Nach dem maßlos hetzerischen Referat des Naziabgeordneten fielen die uniformierten Hakenkreuzler. die während der Versammlung aus Salzburg und anderen österreichischen Orten; Zuzug erhalten hatten, über die politisch Andersgesinnten her. Cs entstand«ine wüste Saalfchla.cht, bei der die ganze Einrichtung kurz und . Schiller-Theater. langer: ,Oie Bekehrung ves Zerdys pistora". Eine mit offenen Augen gesehene Schilderung eines Prager Clendsmilieus, in dem sich die Menschen ganz behaglich fühlen, und ein Ausschnitt aus einem Stück Leben, das uns halb fremd ist und gerade deshalb interessiert. Dazu ein neues und versprechendes Darstellertalent— Willi Trenk-Trebitsch— neben vielen altbswährten Kräften. Arn Schluß werden sie mit Leopold Ießner gerufen,"den die Zuschauer trotz seiner matten Regie lebhast begrüßen....... v«r. klein geWagen wurde. Die Prügelanten von Reichenhall kommen auf die nächste �Liste dsr. Empfänger goldener Hrtler-Radslv. Reif für die goldene Hitler-Nadel. Franksurl a. RL, 7. März.(ErgenKericht.) Wieder ist«ine Säüle des Dritten Reichs geborsten. Der Ratio- nalsozialist Breilhecker, der im Oktober vorigen Jahres als Führer der nationalsozialistischen Störungskolonne während der Aufführung der Oper„Mahagoni" in Frankfurt a. M. verhaftet wunde, ist vom Schöffengericht Frankfurt wegen V-Zugs- Diebstahls und Einbrüchen zu zwei Iahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht bescheinigte dem nationalsozialistischen Kämpfer für deutsche Kultur dos geistge Niveau eines elfjährigen Kindes und bezeichnete den vielfach vorbestraften Mann als Gewohnheitsverbrecher. Dr. Wolf in Berlin. Diskussion um den Stuttgarier Aerzteprozeß. Unter dem Vorsitz von Herrn Chefarzt Dr. Bendix fand beim Komitee für Geburtenregelung ein« Aussprache über den§ 218 statt. Als erster Redner sprach Herr Dr. Friedrich Wolf, Stuttgart, über seinen bevorstehenden Prozeß. Er wies darauf hin, daß der Vorwurf der' Bereicherung durch ge- wcrbsmäßige Abtreibung gegen ihn nicht zutreffe, da er sehr häufig kostenlos« Zeugnisse zur Entfernung der Leibesfrucht ausgestellt höbe. Er betont«, daß er schon seit langer Zeit für Geburtenregelung ein- trete und die Abtreibung nun als letzte Maßnahme ansehe. Er fordert, daß bei wirtschaftlicher Notlag«, wenn z. B. die Frau schon mehrere Kinder habe und dabei lungenkrank, der Mann arbeitslos ist, von Aerzten in staatlichen Kliniken der Eingriff vorgenommen werden müsse. Aber die Hauptausgabe sei die Sexuolberawng, die eine unerwünschte Schwangerschaft verhindere. Der nächste Redner war Rechtsanwalt Dr. Apfel. Er führte aus, daß Dr. Wolf von zwei Kollegen, darunter einem Mitglied der Stuttgarter Aerztekammer, der Staatsanwalt- schaft denunziert worden sei, als er. Apfel, in Mitteldeutsch- land mit dem nationalsozialistischen Innenminister wegen der Auf- führung des Stückes„Cyankali" oerhandelte, fragte er diesen, ob des einer Arbcitersxau, die acht Kinder habe, eine neunte Schwanger» schaft nicht entfernt werden dürfe. Daraus hat ihm dieser Innen- minister erklärt, dieses neunte Kind könnte der Er« retter Deutschlands fein! Prof. Grotjahn, der, wie bekannt, gegen eine bs- dingungslose Freigabe der Schwangerschaftsimterbrechwrg jst, ver- langt als nächster Redner eine Strafherabsetzung, Bewährung-- frsst und Straflosigkeit des Versuchs. Er bezweifelt, daß eine rest- lose Freigabe der Abtreibung im Interesse der Frau liege, da in 80 bis 80 Prozent die künftigen Ehepaare vor der Heirat Verkehr hätten und häufig eine Schwängerung zu einer Eheschließung führe. Ex.vegiMrgte. z�..SchlM nicht die völlige Freigabe, sondern eine Legalisierung(gesetzliche.-Anerkennung) der Schwangerschastsuntcr- brechung aus medizinischen, eugenischen und sozialen Gründen. Ferner sprach noch Sanitätsrat Dr. V o l l m a n n, der seiner- zeit für de» Deutschen Aerztebund das bekannte Gutachten über die „Fruchtabtreibung als Volkskrankheit" schrieb, indem er auf Seite 81 ausführte:„Ein Staat, der die Abtreibung— fei es auch in den ersten drei Monaten— für straffrei erklärt, würde dem noch im Volke vorhandenen sittlichen Bewußtsein im Bereich des Geschlechtslebens den letzten Stoß versetzen und die Grundfesten seines Bestandes erschüttern." Wochenprogramm de Sonntag, S. März: Ii Punk�ymnastnc. Anschließend Frflhkonzert 8: Für den Landwirt. 8.58: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 10.20; Jugendstunde. Iis Aus Magdeburg: Gedächtnisfeier zum 250. Geburtstag des Magdeburger Komponisten Georg Philipp Telcmann. 12: Aus der Städtischen Oper Charlottenburg: Konzert. 14: Elternstunde. 14.30: Der Tod bei Verdi 16; Aus Leipzig: Vom Hockcy-Länderkampf: Deutschland- Holland. 16.20: Unterhaltungsmusik. 18: Das Werk Bodelschwinghs aus Bethel. 10: Tanz-Tec-Musik, 19.30:..Die Nachbarn." 20.10; Orchesterkonzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 9. März: 7: runkgymnastlk. Anschließend Frtthkoniert 12.30: Wettermeldunien für den Landwirt 14: Schallplatlcnkonzert IS.20: Kampf ccccn Gartenschädlinge. (5.40: Kann die Zuckerkrankheit verhütet werden? 16.05: Von Kairo sunt Tal der Königsgräber. 16.30; Das russische Volkslied. Anschließend Konzert 17.30: Jugendstunde, 17.50; Von der biidenden Kunst 18.05: Karl Jakob Hirsch liest eigene Arbelten.(8.25: Tanz-Tec-Musik. 10.25: Mitteilungen des Arbeitsamtes, (0-30: Unter den Indianern Kanadas. 20:„Berlin In der Posse". Oudrschnitl von Hans Brennert 21.30: Tages- und Sportnachrichten. 21.30: Konzert Danach Tanzmusik. Dienstag, 10. März: 7; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Besuche bei arbeitenden Frauen. 15.40; Die Bedeutung der Rohprodukte für die deutsche Wirtschaft 16.05: Kurt Faber. ein Dichter und Welten wandercr. 16.30: Aus Leipzig: Konzert 17.30: Bücherstunde. 18: Musikalische Jugendstunde. 18.20: Blindentumen. 18.40« Programm der Aktuellen Abteilung. 19: Arbeitsbeschaffung und gewerbsmäßige Stellenvermittlung. 19.30; Volkstümliches Konzert. 20.50; Tages- und Sportnachrichten. 21:„Orpheus", Oper von Claudio Monteverdi. Mittwoch, 11. März: Ts Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.2#: Jugendbühne. 16.10: Friedrich von Mathisson zum 100. Todestage am 12. März, 16.40; Ludwig von Wohl liest aus eigenen Werken. 17; Aus dem Großen Schauspielhaus: Brigitteutag. 18: Menschen jenseits der Pyrenäen. 18,25; Die verheiratete berufstätige Frau. 18.46: Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.50: Tanzabend. 20: Politische Zeitungsschau. 21.20; Tages- und Sportnachrichten. 21-30: Gustave Flaubert Ein Querschnitt durch seine Werke. Danach Ahen dtmter hal tung. Dl« Zahn-Zwischenranms ob Sh llb-lrl-chend« SpefTeteüe rthtlgl «tmt zweckmäßig mit der eigens balüt konstruierten Chlorodont-Zahnbllrst» wiB gezahntem Borstenicknltt in zwei Härtegraden von höchster Qualität. Nur echt in blau-weiß-grüner Originalpackung. Kausen Sie sich noch heute eine Tube Thlorodont-Zahnpaste zu 64 Ps. und dte dazugehörige Chloiodont-Zahnbllrste. 8 Berliner Rundfunks. Doimerstaj», 12. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzerl 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Märkische Landschaftsbilder. 15.40: Schwerhörigkeit durch Berufslärm und die Entschädigungspflicht. 16.05; Reformpolitik im Unabhängigen Orient 16.30; Kammerorchester-Konzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Vom germanischen Götterglauben. 18.15: Aus den Archiven der Männergesangvereine. 18.35: Interview der Woche. 19;„Bravour", aus Opern. 20.30: Reportage vom Alltag. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10; Konzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 13. März:, 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14; Schallplattcnkonzert 15.20; Reiseerlebnisse in Nordamerika. 15.40: Bildung ohne Vorbildung. 16.05; Rund um die Secbstagefahrt 16.30: Budapester Trio. Konzert 17.30; Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Eine Novelle von Erich Frey. 18.30; Karl Friedrich Schinkel zum 150. Geburtstag. 19: Unterhaltungsmusik. Als Einlage: Nordische Tänze und Lieder. 20.30: Wovon man spricht. 20.50; Tages- und Sportnachrichten. 21:„Die gelbe Jacke", ein chinesisches Spiel für die westlichen Länder. Danach Stunde für die Winterhilfe. Als Einlage: Vom 25. Berliner Sechstagerennen im Sportpalast. Sonnabend, 14. März: 7; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 11.05: Ans dem Plcnar- saalc des Reichswirtschaftsrats: Eröffnungsfeier der Reichs-Handwerks-Wochc. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14; Schallplattenkonzert 15.20: Jugendstunde. 15.45: Schachstunde. 16.05: Bilder kämpfen für Ideen. 16.30: Aus Leipzig: Unterhaltungskonzert 17.30; Zehn Minuten Film. 17.40; Dieser und jener. 18,10: Zum öOjäbrigen Besteben der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. 18.30; Bewegung und Schlagwort 19.10; Lieder- und Musikvorträge. 19.40; Die Erzählung der Woche. 20: Unterhaltungsmusik. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„Sic werden von mir hören". Ein heiterer Abend. Danach Tanzmusik. Als Einlage: Vom 25. Berliner Sechstagerennen im Sportpalast Königswusterhausen Sonntag, 8. März: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Menschen Im Beruf. 18.30: Deutsche Charaktere. 19; Löwen und wie ich Löwen filmte. 19.30; Lehrspiel:„Briefe unterwegs." 20: Deutschlandsender: Aus Köln: Richard Wagner. 21.15; Ans Karlsruhe: Blasmusik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 9. März: 16: Neue und neueste Wege ha Rccbtschrclbennterricht 16.30: Ans Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Das Volkslied im osteuropäischen Ranra. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30; Das Mittelmeer and die großen Mächte. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Kapitalismus oder Sozialismus. 20.05: Deutsch- landseoder: Aus Frankfurt a. M.; Sondcrkonzcrt des Frankfurter Orcbester- wtim. 2L30; Ans Bfcdaa: Volkslieder.*L48: Utz«rf rwti Flügel«. Ah schließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 10. März: 16: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Ans Leipzig: Nacbmittagskonzert. 17.30: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften. 18: Deutsche Schicksale f* Rußland. I8J0; Der Arbeiter als deutscher Kulturträger an der Ostgrenze. 19; Stunde des Landwirts. 19.30: Bedenken gegen die Arbeitszeitverkürzung. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Dcutschlandsendcr: Von der Deutschen Welle: Das Reich und der Osten. 20.30: Unterhaltungsmusik. 21.10: Aus Leipzig:„Das Meer der Entscheidungen." Von Schirokaucr. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20: Politische Zcitungsschan. 22.40: Aus Hamburg; Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 11. März: 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg; Nachmittagskonzerf. 17.30; Das Volkslied im osteuropäischen Raum. 18; Lehrgang für Einheitskurzschrift. 18.30; Skandinavien in der Weltliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts. 19; Organisationsfarmen der deutschen Beamtenbewegung. 20: Deutscblandsender; Aus dem Rathaus Friedenau: Poscncr Abend. 21.-15: Aus Hamburg: Heitere Stunde. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Doonersfag, 12. März: IS: Padagoslschcr Funk. 16.34: Aus Berlin: Nachraittasskonrert 17-30: Hausmusik. 18: Karl Friedrich Schinkel zum ISO. Geburtstage am 13. Mlrs 193L 18.30: Arbeitsphysiologie unxJ Lebenserfolg. 19; Englisch für Fort* geschrittene. 19.25: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19-30: Deutschland* sender; Aus Leipzig:„Querschnitt durch die„Lustigen Weiber von Windsor". Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 13. März: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachraittagskonzert. 17.30: Das 700jährige Tborn. 18: Arbeiterzahl und Arbeitsmöglichkeit- 18.30: Deutsche Geschichte und deutscher Charakter. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc. 19.30: Die Welt des Arbeiters. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Von der Deutschem Welle: Der Weichsclkorridor In der internationalen Diskussion. 20.30: Aus Breslau: Volkstümliches Konzert. 21; Aus Breslau: Abendmeldungen, Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 14. März: 16: Pädagogischer Funk- 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17-30; Viertelstunde für die Gesundheit IS: Französisch für Fortgeschrittene- 18.30: Grundfragen der modernen Psychologie. 19; Wie ist die kulturelle Lage der deutschen Minderheit in Polen? 19.30; Stiflc Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Dcutschlandsender: Aus Stuttgart: Ursendung:„Zeitung". Ein Hörspiel. Anschließend Uebertragung aus Berlin. tGewerkschaftlichcs flehe auch 3. Beilage.) verantwortlich für volitil: Dr. Satt Seqrr; Wirtschaft: s. 5Ui»aelhßfcr! Gewerkichaftsbeweaunq: I Steiner: Feuilleton; Dr. Sohn Sdiiloawli; Lolales attb Sonstiges: Frig flatflöht; Anzeigen: Tb. Stocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts-Verlag"fleider�"; �«QO' CfhOt*®" 2»-» Neue g5 färbe«.,,.' w 0 0-" iiv�r0 �'rrm .,_tla wb K Jfi«_ Der Tep pich verkauf zu Extra-Preisen geht weiter Tischdecken Kunstseide und Gobelin, Grösse ca. IX/160 cm, zum Aussuchen Diwandecken schwere Gobeilnquolifät, zum Aussuchen, GrSsse co. 130/280 cm MohairplOsch Diwandecken, gewirbelt. viel# Forben oder Fell- ■ u••• f, Grösse ca. 150/280 cm Noppenrips htdonthren, IM cm bre». Meter Gobelinstoff ® d•r» 8•*•• t• r t, "30 cm brau, Meter Mokette-PIüsch Wall», ■ 3 0« m «Uta Qualität, B r• I 1. Meter 12* 245 522 P e P JlunsV C90 , WM ei»0akVe'd. e0, oWn®"** liogbu*� �50 .in es < D A Kl pmm SSI e KONIOSTRASSI e OIORUNDIT 18IS Nr. 113• 48 Jabrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag. 8. März 1931 Das mar ein abmedislungsreicheg Leben für das Seeoolk am Mühlendamm: heute in Cosel Kohlen laden mit Bestimmung nach Mecklenburg, in Zehdenidc mal nachsehen, ob eine Ladung Steine als Rückfracht nadi Berlin zu ermischen ist, oon Berlin gleich mieder mit einer I�adung Dung nach Hamburg, hier gerade noch Zeit zum Lösdien und Laden haben und dann hinüber mit Eisenerz nach Polen, mo ein neuer Kreislauf beginnen mag mit Brettern oon Bromberg nach Berlin. Das hieße Fleisch hn Topf und Kuchen im Ofen. Aber schon der bloße Augenschein{ehrt das Gegenteil Selten lagen so viele � ähne an der Fise herbrücke vertäut, mie an dieses IF int er t Ende, selten standen die charakteristischen Gruppen der Binnenschiffer so dicht auf allen Gassen der Berliner Altstadt mie heuer.„Ach", sagt ein Sdiiffer, nodi gar nicht so hoch in den Fünfzigern,„ich habe zmanzig Jahre lang meinen eigenen Kahn gehabt, heute fahre ich als Steuermann, kriege meinen Lohn, der nodi so einigermaßen ist, da ich auch das Patent für die Elbe habe, und brauche mir nidit mehr den Kopf zu zerbrechen, mo ich die Uypolhekenzinsen herkriege." Geteilte Arbeit, geteilter Lohn. Run ist kein ZweifÄ darüber, daß in dieser schweren Krisenzeit wenig Ladung da ist. Was sollen die märkischen Ziegeleien oder die polnischen Holzhändler schon groß verladen, wenn in den Städten vorläusig kein Mensch ans- Lauenau denken wagt. Diese Aeststellung rcrlangt jedoch eine Einschränkung: man kann ihre Gültigkeit nur noch für'die ersten Märzwochen bemessen. Denn an der Fischerbrücke regt sich etwas, wer bei einem Spaziergang vom Mühlendamm zur Friedrichsgracht etwas die Ohren spitzt, erhält mehr als eine» Beweis hierfür. Anfangs noch schüchtern und vorsichtig, aber schon deutlich erkennbar, beginnt der Handel die geräumten Läger wieder auf- zusüllen. Da war am Montag ein Steinhändlcr am Mühlendamm und meinte, er brauche vier Kähne, ain Dienstag war wieder c-n»r da und am Mittwoch noch einer. Und ein Schiffer zeigt einen Brief von einem Hoizhändler ans der Netzegegend, er könne sich so langsam auf die Strümpfe machen, Mitte April sei ihm eine Ladung Breiter sicher Entsprechend diesen Nachrichten, daß der Tiesstand der Krise zum mindesten erreicht ist. erhält der Gesprächsstoff der Schüfer eine andere Richtung: Zm Vordergrund steht jetzt die Frachtrate. Acht Mark wollte der Steinhändler, der die vier Kähne brauchte, für je 1000 Mauersteine von Zehdenick nach Berlin aurgebea. Nein, haben die Schiffer zu ihm gesagt, und dachten dabei an d'e Frachtraten vom letzten Herbst, wo es für 1000 Steine von Zshden-ck nach Plötzensee noch 0,25 Mark und nach Ruinmelsburg 10,25 Mark gab. Denn rechnen können die Schiffer vom Mühlendamm, 50 000 Mauersteine für ihren Finowmahkahn(das ist ein hölzerner ungedeckter Kahn oon rund 250 Tonnen, im Volks, nund„Zille' genannt) würden ganze 400 Mark bringen. Aber von Zehdenick nach Berlin mit Fracht bs» deutet viermal 8 Mark Schlcusengebühren, in Zehdenick, in Liebenwalde, in Lehnitz und in Plötzen fee. das sind schon 32 Mark. Dazu kommt das Schleppgeld, für das die Dampfer- befitzer ihre festen Tarif« haben, für eine Zille nehmen sie 40 Mark, dazu die Maklerprovision, die Versicherungsprämie, gut, sollen drei Hundertmarkscheine übrig bleiben. Dann geht dieses Geld nach einen, alten Grundsatz in drei Teile: ein Drittel dem Bootsnwnn, ein Drittel dem Schiffseigner und ein Drittel dem Schiff. Aber jetzt kommt der große Haken, weniger der Fahrzeit nach als der Zeit für das Laden und Löschen, sind mir zwei Fahrten m t Steinen oon Zehdenick nach Berlin und zurück im Monat möglich dann lzat also nach Adam Riese glücklich der Bootsmann einen Wochen lohn von knapp 50 Mark uud der Eigner einen von 100 Mark, die er auf- esien kann, wenn fein Schiff schuldenfrei ist, sonst muh er davon noch die 7 Proz. Zinsen, die heute für Schisfshypotheten gefordert werden, bezahlen.' Frachten und 3'nsen. Die Schisferkneipen an der Fischerbrücke sind im Nebenamt kleine Maklerbüros. Vorn am Fenster sieht nicht die Biertheke, sondern dos Kontorpult, lieber dem Pult hängen schwarze Tafeln, mit Kreide beschrieben: Briefe für Gustav Stange aus Wehlen, „ Wilhelm Gerloff aus Westerhüsen, „ Hermann Schröder aus Zerpenschleufe und noch vier andere Schiffer mehr. Für Julius Thiede aus Küstrin ist sogar Geld da. Interessanter ist aber die Tafel, aus der Kähne zum Verkauf stehen. Tausend Mark Anzahlung werden für einen alten Kahn verlangt, für einen anderen noch zweihundert Mark dazu; ein großer Finowmaßkahn, wcrslneu, soll 24 000 Mark kosten bei 4000 Mark Anzahlung.„Ja", sagen die Schiffer,„viertausend Mark Anzahlung ist ja ganz schön, aber wer kann bei den heuttgen Frach- ten die 7 Proz..Zinsen für die restliche» 20 000'Mark aufbringen?" „Ne�yaren�IeW chie�Frachten � in der Vorkriegszeit?" Die Arit- warten ergaben ein Merkwürdiges BUd: damals/ vor nuMnehr 17 Jahren, brachte ein Zentner Kohle von Kofel nach Stettin oder Berlin 28 Pf. und nach Hamburg 48 Pf. Heute sind Stettin und Berlin'- geteille Positionen, der Zenter Kohle von Oberfchlesien nach Stettin kostet 25 und nach Berlin 32 Pf. Fracht. Nehmen wir da- gegen Dung von Berlin nach Hamburg, dann wird das Bild voll- An der tßulze beim Steuermann kommen uneinheitlich. 1913 brachte der Zentner Dung für diese Strecke 14 Ps. Fracht, im vorigen Jahre noch 19 Pf. und heute, zur Zeil der Krise, sind die Schiffseigner zufrieden, wenn sie mit 9 Pf. pro Zentner Dung von Berlin nach Hamburg abschüeßen können. Bei einem derartigen enormen Rückgang der Frachtraten kam, natürlich die Zinslast für eine größere Hypothek nur schwer ausgebracht werden. Gerode ging der Besitzer eines Breslauer Maßkahnes (600 Tonnen Vermessung) zur Tür hinaus: er hatte gar keine schlechte Fracht von Hamburg nach Berlin, war eben noch seinen Verpflich- wngen nachgekommen, hatte den Bootsmann und alles ander« ausbezahlt. den Kahn vertäut und wollte jetzt in seine Heimat fahren, um sich ein paar Hundertmarkscheine zu borgen. Zwischen Bremen und Bromberg. In jeder Schifferkneipe hängt von der Deck« herab, verrußt und verstaubt, das Modell eines uralten Kahnes, wie sie heute keine deutsche Werst mehr baut. Die Riefen der imtteleuropäi- jchen Binnenschiffahrt kamen aus Holland. Keiner dieser Riesen hat bisher die Mühlendommschleuse passiert: gegenwärtig ist einer bis Potsdam vorgedrungen und hat dort festgemacht: 67 Meter laug, über S Meter breit, bei 1000 Tonuen Wasserverdrängung. Den horrenden Preis von 96000 Mark ohne jedes Geschirr hat dieser Kasten gekostet und als er seine Jungfernfahrt von Bremen über die stürmische Nordsee nach Hamburg aus die Elbe machte, hat er gehörig das Salzwasser zu schmecken bekommen.„Hoho", meint sein Besitzer, „er lag so ruhig im Wasser trotz der Brise, die ziemlich steif aus- frischte, aber Kinnings, wir hatten auch Kokostaue angebunden, dicker als ein Männerann." Trotzdem hat einem dieser Tausendtonner neulich auch sein ganzer seemäßig versteifter Bug nichts genutzt, mtt einer wertvollen Ladung Kohle sackte er elend ab: des Meer verlangt Schisse, keine Kähne.„Ja", wirst ein alter Kapitän von der Fürsten- berger Dampfgenosse-iischaft ein,„man kennt die Elbe nicht mehr wieder, wenn man ein paar Jahre nicht mehr dort gewesen ist, alles Motorschiffe, wie Tag und Nacht ist heute der Unterschied zwischen Elbe und Warthe."—„wie sieht es denn heule in Poleu aus?"— „Wir holen ganz gerne Holz von drüben, und wenn wir in Posen oder in Bromberg in unsere alten Schisferkneipen kommen, da wird mnner noch deutsch gesprochen. Uns ist das doch gleich, ob wir in Breslau in die Oderstraße zu Otto Stein gehen oder in Stettin ins Bollwerk zu Franz Hein, in Magdeburg sitzen wir alle am Knochen- hauer-Ufer bei Albert Müller und in Hamburg an der Dovenfieth geht's zu Oskar Ballenthin, jeder kennt bei uns den anderen. Aber m Polen, wenn wir unsere Mark in Zloty umgewechselt haben, dann ist das Leben drüben billig. Für das Ei.zahlen wir nach unserem Geld 6 Pf., das Pfund Butter kostet 1,20 Mark und die gute Dauer- wurst auch nur 1,50 Mark das Pfund. Augenblicklich liegt ein pol- nisch gewordener Kollege draußen auf dem Seddinsee und wartet. daß er bald durch die Wernsdorfer Schleuse durchkommt. Der kann sich für seine Zloty keiae Butter und Eier kaufen, der zerschneidet mittags einen Hering und titacht sich eine Stippe an der Pfanne. ?tein, wir haben«inen derartigen Andrang vor der Wernsdorfer Schleuse noch nie gesehen, alles, will auf die Oder, entweder ober- halb nach Maltfch oder unterhalb nach Hohenfaateu und Güstebiese, Bon der Bude zur Buße. Ja, schön ist anders, als sein Leben lang auf einem Kahn zu ver- bringen. In der Vorderkajüte. Buhe genannt, haust der Bootsmann, und hinten, in der Bude, wohnt der Schisfseiguer oder der Steuer» ■ mann. Genau wie auf einem seegehenden Schiff ist also der vordere - Teil des Schiffes der Mannschaft, der Hintere Teil den Steuerleuten | oder dem Schiffsbesitzer vorbehalten. Wenn, jeder seine Frau an Bord hat, dann hat er auch sein Essen, aber als junger lediger Boots- manu den ganzen Tag schwer Steine karren und dabei jahrelang nur das obligate Junggesellenessen, die bekannten Rühreier mit Speck, sich in den Bauch schlagen, dos hält auf die Dauer kein Bootsinoun aus. Auch bei der Heringsstippe winkten die Schiffer ab, Heringe geben nun einmal zu großen Durst. Und um diesen Durst zu löschen, müßte es erst einmal Lohnzulag« geben, meinten sie. Da ist es also lchon besser, jeder hat seine Frau an Bord, die«in Stück Fleisch schmort und das gute Brot backt. Jawohl, was eine richtige Schiffer- frau ist. die holt heute noch nicht ihr Brot vom Bäcker, sonder» schiebt es selber in den Bratosen der eisernen Lochmaschinen wie früher in die sogenannten„Magdeburger Oefen", die ebenso gut kochten, backten und heizten. Auch ansonsten steht jede Schisfersfrau ihren Mann. Heute muß jeder Schleppdampfer unter 120?? seine drei Mann Besatzung haben, einen Steuermann, einen Maschinisten und einen Bootsjungen, hat der„Steamer" über 120 PS, dann kommt noch ein vierter Mann hinzu, oder besser gesagt oben- aus. das ist der Kapitän.' Heute ist wieder alles strenge geworden, viel zu strenge, seufzen die Seeleute vom Mühlendamm. Wo früher ein Kahn bis zu einem Alter oon 60 Jahren noch ein Schifssrevistonsattest 1. Klasse bekam, soll dies heute ein eiserner Kahn mir noch.bis zu 30 Jahren be- kommen und ein hölzerner Kahn gar nur bis zu 18 Iahren Lebens- alter, �lnd wenn somit ein hölzerner Kahn von 19 Jahren nur noch ein Schifssrevisionsottest 2. Klosse bekommt, dann ist es kein Wunder. wenn man jetzt am Mülstendamm einen Fmowrnaßkahn für ganze tausend Mark Anzahlung erstehen kann. FÜR; BILLIGE WOCHENEN Polster-Bettstelle iSStniBtnkUp». b»r, ü ramr,—f__ tosttf B«:»f..•-ÖO Wodienendbett doppalter Splralboilpg, ilsaBimanklipp.Q bar, foib- bfocairt 0.95 Hlprtupasieiiiatgflasg. doppelagjlig Oreli, O gpa tgfkpSpfgpO 95 Metall-Bettstelle G.L. ■ IttggtaiUr- matralr«.«ie.er-S__ 80x186 95 Reformunterbett Orgll, T rlkgt. Q 0. itark gefüllt..»-SO Prinzenitr. Ecke Sebostion-Strosse Stahlrohr- Wochenend. Möbel mit Sparrbelzplattea, otm klein züsamgigg- i«gbar.f»d«rltlcli!i Ä_ W.U. Klappsessel I-B5 W.12. Klappstuhle__ Bit Ränkenlghraw.oO V. 10. Klapptisch 3.45 Wandbettstetle ?ub Hochklappe«, mit Oard ine nvorrlchtoo«. Raembodarf 90 cm hoch 190cm breit. 38 OÄ an tief. vel8 �-0.50 Bank- Bettstelle istiantaklappgti, n. iragga. laaten B»:cg 9.so Bettfedern gtralüigl. gedimpft, CQPf. aorlierl. Pfotid roa. u Stand Betten graurotlplett. m. grao»a Fadaro I Oberbett, t Uater- iOQrs bett. I Kisaea, a-airaman I&.ÖU Fertiges Oberbett Kipar-mett. rat eder rat- raaa gaatrailt. fadardlcbt, mit«eiebaa ebiaetisebaa Eataaladera. OQ ISO x 200... CO.— Kissen-Garnitur fr Korbsesss!, I Sil!- tad Labekiitti. baitar Bazag... Varsud'Utlg.: PrlojetStr. '..u; l85 Oberbettbezug Wiaebailaffaanttdpfai, O, c ca. 120x200...... C.45 Kissenbezug mit laagaetiaiaar-~70 z i ar aig....... /57P(. Bettlaken ORsebl Nessel. iee ca. 140x210....... I.OO Waffelbettdecke • alt. alt Fniiii.. 2.75 Schlafdecke braaa. mit farbiger Kaata.i__ 140x190......... 1.90 Steppdecken Salli dappiltalllg. di-~T r\r\ »eraa farbea.....' 90 kaiataaldna. ü>»i»tina.1 0 • Sckaalta Satia... lO./ö Kinder-Klappwagen CVarkaul nur Piinzenatr. Eck« Sabastlanatr.o Frankt.AMaeSH) Wochenend Klappwagen mit vernickeltem Metall- ÄA„— rohrgriff, helle Farben»> �0 Kfappwagen mit Verdeck eed 6 Rieaee- OQ crx Fedareog��.. fcs7.oO T eilhabersch winde). Ein Quartett von Betrauern, Bas Dumme suchte. Vor dem Schöfsmgerichl Berlin-ZNilte verantwortet sich ein eigenartiges Bekrügcrquortcll. Eine Frau Wunsch, eine Frau Hedwig Specht, ein Pferdehändler Wattuschka und ein Händler Koalinsti. Alle Angeklagte» find vorbestraft. Die vier. sind nicht bloß durch eigenartige gemeinsame„Geschäfte" verbunden: es besteht zwischen ihnen auch ein eigentümliches per- sönliches Ueberkreuzverhältnis. Frau Wunsch, ihres Zeichens Kartoffelhändlerin— ihr Schuldnerregister zeigt 8 Offenbarungs- eide und 36 Haftbefehle zur Erzwingung von Offenbarungsciden—, lebte längere Zeit zusammen mit Herrn Koalinski; der Freund- schast entsproß auch ein Kind. Frau Wunsch besaß eine Bierzilmner- wohnung in der Wafiertorstraße. Als Koolinski Ende Dezember von ihr zog, hatte fie wieder einmal nichts. Koolinski schickte chr den Angeklagten M a t t u s ch k a, damit er ihr die Wohnung abkaufe und zwar für Frau Specht, mit der er unterdes ein inniges Berhältuis begonnen Halle. Matwschka kauft« die Wohnung, fand auch Gefallen an Frau Wunsch, zog zu ihr, Koalinski und Frau Specht zogen gleichfalls in die Wohnung, nun wohnten alle vier zu- fammen.„Ein etwas eigenartiger Zustand, etwas peinlich dies ZusammenwoHnen', meinte der Vorsitzende.„Gar nicht peinlich". erklärt Koalinski. Die Wohnung war groß genug, jeder Halle seine Zimmer." Dann zog Frau Wunsch fort, mietet« sich einen Laden in der Rostocker Straße, kam aber bald zur Wassertorstraße zurück. Von hier aus wurden dann die Inserate aufgegeben. Man sucht« Teilhaber für Kartofsel-Engrosgeschäfte, für Kaffees, für Speiseeisläden und dergleichen mehr. In der Hauptsache war es Frau Wunsch>nll den acht Offen- barungseiden, die Teilhaber suchte. Und sie fanden fich in Menge». Bald waren es lSvv Mark, bald 2000 Mark, bald imchr, bald weniger, die in ihre Tasche übergingen, aus der Teichabcrschail wurde nichts, die Interessenten wurden ihr Geld los, nur ab und zu erhiellen sie Teilsummen zurück. Frau Wunsch übertrug ihnen dos Eigentumsrecht auf Autos, die chr nicht gehörten, auf Rennpferde in Karlshorst, die Frau Specht gehörten, nnetete bald da, bald dort einen Laden und spiegelle gutgehenden Geschäftsgang vor. Der Angeklagte Koalinski meinte. Frau Wunsch sei einfach von der Sucht, Läden zu mieten, besessen; er habe sie sogar in ein Irrenhaus stecken wollen. Aber er selbst und die beiden anderen Angeklagten halsen Frau Wunsch bei ihren„Geschäften". Ja. machten auch selbst welche. Auch sie gaben Inserate auf, juchten Teilhaber für Engros-Äartosfelha i, diu ngen, waren ober weniger bescheiden als Frau Wunsch, unter 3000 Watt machten sie es tu der Regel überlioupj nicht; und zahlten natürlich den Betragenen keinen Pfennig zurück. Es waren nicht bloß die„Teilhabe r", an denen die Angeklagten verdienten.' sie erschwindelten sich auch in anderer Weise Geld. Da kauft« z. B. Frau Wunsch eine Ledergarnitur, ein anderes Mal eine L-adeneinrichtimg für 3000 Mark, dann wieder einen Opelwagen, für den sie nur eine ganz geringe Summ« an- zahlte. Automobile koufte» auch die anderen Angeklagten. In einen, Falle ging der Wagen kaputt, bevor noch die Garage erreicht war; trotzdem wurd« er für 2000 Mark weiterverkanit. Wo blieb ober das viel« Geld? Frau Wunsch Halle van den vielen Schwindeleien letzten Endes doch nichts. In ihrer Sucht. Läden«inMrichten, steckie sie einen Teil des erschwindellen Geldes in das„Geschäft" das keins war, und befriedigte mit einem anderen Teil die vorher Betrogenen Die Verhandlung geht ain Dienstag weiter. Zur Anklage stehen 31 Fälle. Es wird nicht uninteressant fem, sich die Teilhaber nähet anzusehen. Es kam«in Vergleich zustande, in dem Thums erklärte, daß er nur auf die Bertchrszusiänd« in Dresden, nie ober über Deutschland geschimpft Hab«. Auch der Beklagte erklärte, daß er Thums nicht habe beleidigen wollen. Noilandung an der Holland-Grenze. Llnglücksfall des Amsterdam-Aannover-ztugzeugeS. Das Flugzeug D 1353 d-r Strecke A m st e r d a m— H a n- nover, Typ Rohrbach-Rolaud, mußte gestern nachmittag gegen 15.13 Uhr zwischen Oldenzaal und Amelo etwa zehn Kilometer von der Grenze enlsernk aus holländischem Gebiet eine Landung vornehmen, da der Flugzeugführer eine Beschädigung des rechten Motors wahrnahm. Die Landung aus einer Wiese ging glatt voustallen. während das Flugzeug selbst später durch Brand zerstört wurde. blieben Fahrgaste und Besatzung völlig unverletzt. Bäder bleiben billig! Keine Erhöhung der preise in den Bottsbadeanstalte«. In den letzten Tagen wurden vachrichten verbreitet, wonach eine Erhöhung der preise in den städtischen Volts- bädern von 35 und 50 Prozent beabsichtigt sei. Diese Vachrichten sind unzutresfcnd. Eine Vorlage, die Erhöhungen vorsah. wurde bereits vor beinahe einem 3ahr von der Stadlverordneten- Versammlung abgelehnt. In letzter Zeit wurde lediglich erwogen. ob iu einigen Bezirken nicht die gleichen preise für wannen- und Brausebäder wie in den Bezirken Mitte, Schöncberg und Steglitz erhoben werden könocu. Das würde bedculeo. daß der preis für ein Brausebad in allen Anstalten 20 Pfennig betrogen würde. Beschlüsse wurden aber nicht gefaßt und der Magistrat beabsichtigt auch zunächst nicht, eine Erhöhung der Bäderpreise eintreten zu lassen. Geschäfte eines Majors. Vom Reichswehrministerium fristlos entlassen. Kürzlich wurde vor einem Berliner Gericht die Beleidigungs- klage eines Majors a. D. Kurt Schmidt aus Berlin-Schlachten- jee gegen den Kaufmann G u n d a u verhandelt. Schmidt war als Leiter der Druckereioerwaltung des Heereswaffenamtes im Wehr- Ministerium beschäftigt und hall« Gundau früher mehrfach finanziell unterstützt. Als dieser sich am Magdeburger Platz eine Spirlluosenfirma kaufte, kam es vor zwei Jahren zwischen den beiden zu Differenzen. Die Streitigkesten fühtten zu dem Prozeß, der mit der Verurteilung Gundaus zu einer Geldstraf« endete. Dem Äeichswehnninisterium aber schien die Rolle, die der Ma- jar bei den Geschäften seines Freundes g«spi«lt Halle, nicht ganz einwandfrei. Ein« eigene Untersuchung ergab, daß der Major Schmidt ohne Berechtigung eine Bürgschast in erheblicher höh« für das Ministerium übernommen Halle. Mit llokerslühung der Rheini- scheu Mekallwarenfabr» wollte Sch. ein große, mililörische» Werk herausbringen. Er hatte jedoch den Erscheinungstennin zu früh an- gefetzt, die Druckerei geriet in Schwierigkeiten, und unier Benutzung der amtlichen Briefbogen des Heereswaffenamtes übernahm damals Schmidt die Bürgschaft Sosort nach Bekaimtwerden dieser Tatsachen hat das Reichswehrministerium Major Schmidt fristlos entlassen. Naziüberfall auf Reichsbanner. Am Bahnhof Bellevue wurden gestern abend zwei Reichsbannerleute, die dort Flugblätter verteilten, von einer Horde Hakenkreuzler überfallen. Die nationalsozialistischen Burschen kamen in größerer Zahl aus dem Lokal„Spreehallen" und schlugen auf die beiden Reichsbanner- kameraden ein. Den Bedrängten eilten Gesinnungsfreunde zu Hilfe, so daß sie vor dem Schlimmsten bewahrt blieben. Bei der Schlägerei erlitten mehrere Personen leichte Verletzungen. Drei Hakenkreuzler wurden von dem alarmierten Ueberfallkommando festgenommen und der Abteilung I A des Polizeipräsidiums eingeliefert. Gerüchte über eine Explosion. In den nördlichen Aüßenbezirken Berlins war gestern abend das Gerücht von einer Explosion verbreitet. In Pankow, Weißens« und Reinickeudorf war zwischen 19 und 1,9.30 Uhr ein starker Feuerschein beobachtet.worden, dem uiimsttel- bar darauf eine dumpfe Erschütterung folgte. Diese vermeintliche Explosion hat eine recht harmlose Aufklärung gesunden. Aus freiem Gelände bei Buchholz hat aus dem sogenannten„Dühringshof" eine große Feuerwerkerei ihre Fabrikations- und Verfuchsräumo. Gestern abend wurden nun starke Feuerwerkskörper versuch?- halber zur Explosion gebracht, was dann zu den Gerüchten Anlaß gab. Wo reisen Sie in den Ferien hin? Das wissen Sie nicht? Sie fahren selbstverständlich mit Gesinnungsgenossen! Die erste Reise startet bereits am 5. April nach Venedig— Luf sin. Noch wenige Tags ist Zettl Setzen Sie sich noch heute mit dem Reichs- Was aber ist ein Feldherr ohne seinen König? Und König Wind oersagt; daran kann auch Papendieck nichts ändern. Im Anfang denken sie sich nichts dabei, lassen es be- wenden beim Schwitzen, wenn sie Unkraut jäten, und bei gelegentlichem Seufzen und unwilligem Verwundern: warum wächst die Queeke twtz Hitze und Dürre, wilder fast als sonst, und warum wächst der Spargel nicht? Und sie glauben dunkel: morgen. Und Papendieck kommt und hat im Rund- funk gehört, daß von Schottland ein Tief sich nähert. Und sie glauben dunkel: Tief über Schottland. Und hacken. Und jäten. Der Himmel aber denkt nicht an das Tief. Er hört wohl nicht Rundfunk, wie Andreas müde witzelt. Und ans Morgen, und daß morgen ein anderer Tag fein muß als heute, daran denkt er wohl auch nicht. Er ist tagüber blau von Fernen, und nachtüber weiß von Sternen, er trägt immer die gleiche, undurchdringliche Rüstung. Tag und Tag und hat kein Gesicht. Die Sonne, in die kann man nicht eine Sekunde hinein sehen; sie ist kein Auge mehr, blickt nicht mehr auf den trocknen Sand und die nassen Menschen; sie ist eins geworden mit dem Stahlblau, eins mit dem ganzen Himmel und so groß wie er. und der ganze Himmel brennt. Die Schläge ihrer Hacken ticken den Menschen die Se- künden in» Ohr; aber trotzdem ist es. als stehe die Zeit M und der Raum.� Wenn man nicht aus der Erinnerung wüßte, daß der See und die Kiefern Bewsgmig haben und Leben: man würde es vielleicht gar nicht bemerken. Man ist eine Schar Marionetten zwischen toten Kulissen; die Rot zieht an unsichtbaren Drähten und bewegt die steifen Körper. die man nur noch an ihrer Mattigkeit fühlt; nur des Scherzes halber hat jemand zwei stille Habichte und eine Unzahl lärmender Kuckucke in Himmel und Wipfel gesetzt. Manchmal blickt man, des Mißerfolges von vornherein gewiß, zum flimmernden Horizont, ob der Wind mit einer Wolke winke: nichts. Und die Augen suchen wieder im gelben, stichigen Sand nach graugrünem Unkraut. ausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, in Verbindung. Sic haben Gelegenheit, ohne übermäßige Kosten mit Gesinnungsgenossen die Well zu sthen.._ Deutschland nicht beschimpst. Beleidigungsprozeß eines holländischen Sängers. Nationale und nationalsozialistische Zestungen operieren gerne, um einen Nachweis für den Haß des Auslandes gegen Deutschland zu haben, mit angeblich abfälligen oder gar gehässigen Bemerkungen und Urteilen an Ausländern über Deutschland und das deutsche Volk. So wurde seinerzeit von dem holländischen Sänger Willy T h u» i s behauptet, er habe bei einem Gastspiel in Dresden die Beschimpfung „Deutsche Schweine" gebraucht, woraus gegen den Sänger das Aus- weifungsverfahren eingeleitet worden war. Der Fall kam nunmehr zu einer gerichtlichen Austragung, bei der ssch einwandfrei ergab, daß der Sänger die unflätige Beschimpfung nicht gebraucht Holle. Ein Herr, der in einem Kaffeehause die Zeltungsnotiz über Thums' Ausweifung las und sich über den Sänger abfällig äußerte, wurde von Thunis wegen Beleidigung verklagt. Thuuis erbot sich, den Beweis zu erbringen, daß er niemals die obenerwähnte Beschimpfung gebraucht habe. Es wurden daher Per- fönen als Zeugen vernommen, die sich in der Garderobe Thunis in Dresden, wo das Schimpfwort gefallen sein sollte, aufgehalten hatten. Die beiden Garderobiere und der Friseur gaben an, daß Thunis nach einem Autozusammen stoß s e h r e r r e g t in die Garderobe gekommen sei und geschimpft habe. Sie hörten wohl Worte wie„Schweinerei" und„Deutschland", aber ihren Zusammenhang und den Sinn der Aeußcrung konnten die Zeugen nicht angeben. Klogevertreter Dr. Frey erklärte, daß man diesen Personen getrennte eidesstattliche Versicherungen abgenomnien und diese dann zu einer einzigen eidesstattlichen Versicherung zusammengezogen habe. Aus dieser Grundlage sei die Ausweisung Thunis eingeleitet worden. Vielleicht steht die Welt überhaupt still; hat keine Lust mehr, weiter durch den Raum zu rollen, ist stehen geblieben unter einem Himmel, dessen wolkenlose Bläue ihr gefällt, und steht nun da seit Wochen, und es ist immer derselbe Himmel, den man Morgen kür Morgen sieht? Vielleicht wird sie nie mehr weiterwanoern und nie mehr Spargel wachsen lassen und nie mehr Durst und Hunger wecken und man wird tot sein, und es hat alles keinen Zweck gehabt, keinen Zweck und keinen Sinn, alles nicht... und es ist so viel gewesen... Mitte Mai muß man versuchen, selbst für ein Bruchteil der Feuchte zu sorgen, die der Himmel nicht gibt. Pavendieck gießt aus Kannen kleine Ströme von Wasser zwischen die Hügel; es läuft ab vom trockenen Sand und erreicht die Wurzel nicht. Korns ziehen Rillen neben den Pflanzen hin und lassen das Wasser langsam hineinlaufen; das durch« sickert den Boden, in dem kein Dung vertorft ist wie in dem Papendiecks, und hilft etwas; aber es ist kein Regen. Wenn sie manchmal nachgraben, dann sehen sie, daß der Spargel wenige Zentimeter unter der Oberfläche steht und wartet, und schon da unten sind die Köpfe blau, und blauköpfigen Spargel kauft man nicht gern in Deutschland, und man wird keine gut bezahlte erste Sorte haben... und es ist mehr als Geste, wenn Andreas die langen, hohlgeschlistenen Spargel« messer ansieht und Luisen zeigt und sagt:„Spargel werden wir wohl nicht damit schneiden: aber..." Und wenn sie erschrickt:„Aber selbst dazu ist es zu heiß."» Rur deswegen: nur des Schweigens wegen, das ringsum ist, und des Todes wegen, der ringsum schleicht, und der Hoffnungen wegen, die er ringsum würgt; nur um der Größe der Tatsachen willen, die sie zu verkünden hat. klingt Luisens Stimme so schrill, als sie eines Morgens ruft: „Eine Wolke!" So laut hat sie geschrien, daß es Papendieck und Lene gehört haben, die auf ihrem Felde hacken, und daß Andreas mürrisch sagt:„Brüll doch nicht so! Du machst ia das ganz« Land rebellisch!" Sie schnauzen sich viel an in diesen Tagen; trockene Gaumen schimpfen viel. Aber Luises Zeigefinger weist nach Westen: und er zittert, zittert heftig. Ein winziger Teil eine» weißen Kreis- bogens schneidet in die fahle Bläue des Horizonts. Es könnte wohl eine Wolke fein... sie bleiben alle stehen, halten inne in ihrer Arbeit, haben die Hände über die Augen gelegt und sehen nack; Westen. Ihre Gedanken siebern. Es muß ja eine Wolke sein. Was fall sonst für em weißes Etwas am Horizonte stehen? Aber es ist doch kein Wind? Also werden die Wölken, 21 Siaaten auf der Vauausstettung- Di« A u s la ndsb eschi ck u n g der im Rahmen de« Deutschen Bauausstellung stattsindenden Internationalen Ausstellung jür Städtebau und Wohmingsivkscn ist nunmehr endgiistlg-Jüj 2 1 Staaten gesichert. Es werden vertreten sein: Australien.. China mst Gr. Schanghai, Dänemark. England. Estland, Finnland. Frankreich mll Paris, Holland, Indien mit New Delhi, Italien, Jugoslawien. Lettland mst Riga, Norwegen mst Oslo, Oesterreich, Palästina, Polen mst Warschau, Rußland(Ut�SSR.), Schwei, Tschechoslowakei, Ungarn, Dereinigte Staaten von Nordamerika. Entsprechend dieser regen Beteiligung ist auch mit einem starken Auslandsbesuch zur Deutschen Bauausstellung Berlin zu rechnen. Seinen 75. Geburlsiag begeht am 9. März Genosse Ferdinand Ehringshausen. Frankfurter All« 26. die dieser einen nachfolgen müssen, also wird der Regen nicht herankommen können? Vielleicht aber ist da oben Wind, da, wo die Wolke ist? Ganz, ganz langsam wird sie breiter, die Helle am Horizont, höher, dichter: gewinnt Form, runde, geballte, kräftige Wolkenform, sieht ans wie eine neroige Hand, die ihre Finger in die blaue Himinelsscide krallt; gewiß, um sie aufzureißen, ein Loch hineinzureißen; und durch das Loch wird Regen fallen, Regen... Sie arbeiten alle nicht gut an diesem Morgen. Sie haben alle Augenschmerzen vom Blicken zum Himmel. Sie matten alle auf die vielen, weißen, schönen, lieben Wollen- kameraden, die dieser einen folgen werden. Weiten Abstand halten die freilich; zur Mittagszeit steht die eine fast senkrecht über ihnen, dicht neben der Sonne, so daß man nicht nach ihr blicken kann; aber am Horizont ist es noch immer blau. Sie sagen sich gegenseitig, daß dies gleichgültig ist; eine einzige Wolke, das gibts einfach nicht. Ob die ganze Schar eine Stunde früher erscheint oder später: daraus kommt es nicht � mehr an. Nun nicht mehr. Sie gehen zum Mittagessen, und es schmeckt ihnen nicht. Als sie zurückkommen, können sie die Wolke wieder sehen. Sic hat ihre Form auch nicht um ein Weniges verändert; sie ist immer noch die kräftige, geballte Faust; sie ist immer noch sehr schön, und sie ist immer»och allein... Die Menschen unten ducken sich tief über das Unkraut; die Wolkenfaust ist über ihnen, im Osten, wie me Drohung: heute morgen, als sie im Westen stand, war sie ein Versprechen. Die Hacken ticken ihre Sekunden weiter. Der Sand schwelt vor Hitze. Der Schweiß beißt in die Augen. Der See unten ist eine Scheibe Blei. Die Kiefern sind wie aus Stein gebaut. Die Herzen verdorren. Bald nach der Sonne geht auch die Wolke unter. Sie ist jetzt ganz rot.«s ist. als ob Blut durch ihre blassen Finger fließt, Blut durch eine weiße Leiche. Ueber dem tilllichen Horizont liegt sie noch eine kurze Zeit als kleines Stück. eines Kreisbogens, wie sie heute morgen im Wellen gelegen lzat. Sie ist ein Wesen, das an den Himmel gehött. Sie ist von Hottzont zu Horizont gewandert und ist im Zenit der Sonne begegnet und ist allein geblieben. Mst den Menschen da uitten hat sie nichts zu tun. Und die Menschen unten gehen nach Haus, gebeugt unter ihren leichten Hacken. Ihre Kopfe dröhnen. Ihr Hunger ist sehr klein, denn ihre Not ist sehr groß; sie hockt schon in ihren Mägen, und es wird ihnen übel. Luise Korn erbricht. (Fortsetzung folgt.) Widersprüche. Zum �züchtigen" und„unzüchtigen" Gebrauch. Während in Stutkgari die Skaaisanwaltschast immer noch in den Kartotheken herumstöbert, um'Aerzte uod yun- derle von Fronen aus Grund der Bestimmungen des 8 21$ aus die Anklagebank zu bringen, fand neulich in Moabit eine Gerichtsverhandlung gegen einen Mann statt, der Empfängnisverhütungsmittel in durchaus anständiger Form anpries. Der Mann, der sich in der B e r u f u n g s v e r h a n dln ng vor dpr Strafkammer des Landgerichts I veratrtwortete, war der Zu h ach e r eines Versandhauses namens F. Er hatte in verschiedenen Zeitungen eine Broschüre„Ehenot" inseriert, die Be- steller fanden im Büchlein einen Zettel, den sie nur auszufüllen und an das Versandhaus zurückzusenden brauchten, um eine Preis- liste mit empfängnisverhütenden Mitteln zu erhalte». Außer zwei Mitteln, di« besonders empfohlen wurden, konnten all« anderen gleichzeitig auch als Mittel zur Verhütung von Geschlechtskrank- hc�en dienen. Die erste Instanz verurteilte F. auf Grund des 8 18� Absaß 3 des StGB, wegen Anpreisung empfängnisoerhüten- der Mittel zu 500 Mark Geldstrafe. In der Ürteilsbegründung hieß es u. a., das Gericht sei im Einklang mit dem Reichsgericht der A nsicht, daß die von dem Angeklagten angepriesenen Mittel„im Widerspruch zu dem normalen, dem züchtigen Zweck des Geschlechts- Verkehrs, festen Wesensinhalt ist, der Zucht, der Fortpflanzung zu dienen", zu einem unzüchtigen Gebrauch Verwendung finden sollten. Rechtsanwalt Dr. Klee hatte gegen dieses Urteil für seinen Atandanten Berufung eingelegt. In der Gerichtsverhandlung führte cr ungefähr folgendes aiu Mit der unmöglichen Rechtsprechung des Reichszevichts muß endlich Schluß gemacht werden. Sie sichre zur Ilnmahrhaftigkeit. Die Mittel, deren Anpreisung sie verbietet, finden tagtäglich Verwendung. So habe er neulich in Jena in einer 8-21S-Sache verteidigt. Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plä- doyer, daß der Ehemann angesichts der Familien- und sonstigen Verhältnisse seine Frau nicht in eine Situation hatte bringen dürfen, daß sie sich gegen Z 218 strafbar machen mußte; es gebe ja heut« genug Mittel, von denen Gebrauch gemacht werden könnte. Das habe«in Staatsanwalt gesagt. Wie verhalte sich aber die Judikatur des Reichsgerichts? Kein Ding fei unzüchtig an und für sich, heißt es da. Ob es das ist oder nicht, bänge vom Gebrauch ab. Jeder außereheliche Derkelzr sei aber unzüchtig, also auch die Verwendung verhütender Mittel bei diesem Verkehr. Fände das Gericht den Mut, in dieser Sache im Widerspruch zur Judikatur des Reichsgerichts, ein freisprechendes Urteil zu fällen, so wäre das Reichsgericht vielleicht dach gezwungen, den Forderungen der neuen Zeit gemäß eine andere Entscheidung zu treffen. Das Gericht beriet fast anderthalb Stunden. Das Ergebnis war: an Stelle von 500 Mark Geldstrafe eine solche von mir 30 Mark. J» der Urteilsbegründung hieß es: Das Gericht mußte sich den Ausführungen des Reichsgerichts anschließen. Di« von dem Verteidiger angeführten Gründe werden seit Jalzren vorgebracht. Das Reichsgericht hat sie jedoch stets zurückgewiesen. Die vorn Angeklagten angepriesenen Mittel waren nicht bloß zum züchtigen, sonder» auch zum unzüchtigen Gebrauch bestimmt. In dicler Doppelmoral kenne sich einer ans. Ä-' Y** Mi Preßlust geiöiei. furchtbare Folgen eines unbedachten Scherzes. Essen, 7. März. Ei» einzigartiger Fall von fahrlässiger Tötung beschäftigte das hiesige Schöffengericht. Angeklagt»vor der ZOjährijp Bergmann 0, der seinen Freund und Arbeits- kollegen B. aus furchtbare Weise getöte« hat. Auf den Zechen gibt es sogenannte S t a u b k a m m e r n, in denen meist jugendliche Bergleute beschäftigt werden. Auch der Angeklagte O. war in einer solchen Stanbkammer beschäftigt. Er hatte unter anderem einen Prcßluftschlauch zu handhabe», durch den der ungeheure Druck von fünf bis sechs Atrno- s p h ä r e n geleitet wurde. Unter den jungen Leuten hatte sich die Unsitte herausgebildet, nach der Arbeit einander die verschmutzte Kleidung aus größerer Entfernung mit Preßluft roinzublasc». Bei dieser gefährlichen Säuberungsarbeit kam es oft zu groben Spaßen, zu.„Jux und D o l l e r e i", wie sich O. vor Gericht ausdrückt«. Eine» Tages hatte O- wieder einmal seinen Freund abzublasen. Hierbei erlaubte er sich den„Spaß", die Auspuffspitze des Schlauches dem B. ans Gesäß zu se�en. B. schrie vor Schmerz auf und sank zu Badem Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und dort wurde festgestellt, daß die Preßluft in seinen Körper gedrungen war und daß die Darm- und Magenwände durch den iurchtbaren Druck gerissen waren. Cr starb nach zwei Tagem O. erhielt dreiMonateGefängnismit Bewährungsfrisi. Börsianer mit Messern. Sin Kampf in der Amfierdamer Nörse. Amsterdam, 7. März. An der Amsterdamer Börse ereignete sich heute vormittag ein sensationeller Vorsoll, der den späteren Verlauf der Börse erheblich beeinträchtigt«. Angesehene Makler gerieten in einen Streit, der io hißig« Formen annahm, daß der«ine der Streitenden ein Messer zog und seinem Gegner einen tiefen Stich in die Brust beibracht«. Der Verletzte mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie verlautet, besteht jedoch keine Lebensgefahr. Der Täter, der sich in einem Zustand völliger Uebervciztheit befand, wurde von mehreren Freunden nach Haus« gebracht. Briefkasten der Redaktion. __ Di««Itotn biauckxn nickt,» tu v«i»nlass«n. Xbjet Sckwnttr»«dt ii« Wodmmo nickt otilönn. DU itteistn Erben müssen fcOßocrftaivblick«"f SU Wodnuna— Anrncr. Dein.— ZUaterrab. Der Anspruch dc? Sc Udler« dürft« deqründet sein. Di« Verpfticktu»» Mt Wdlun» der echtfen erfBlSt»u» dem Wechsolrecht.— ck. Z. Der Mackbar tonn»on Minen per- lonaen, daß Sie den gaun»ur Unterbaltun» ütcrncdwen. Er dürft« auck berecktlat keilt, de» Kaun fatUuneirncs. uut fit dadurch au Amin»«», ibrer- Ul'« eine« rtaun Au errichten. Denn nach dem SeseK ist jeder Saentüme: vnmklicktet. de»?au» rechter tand vom Eintritt in den S»u«,i»aan» uj bauen und AU unterbaltrn. Sckeidunaen«wischen SSftn müssen nicht unter».»mischen «iirM» nicht unter S ffuk bock sein. Wegen de» Schaden», den der Sund ansertchtet hat. ist 5ibr Nachbar baftbar.— Slowack. Sie sind im Deckt. E» sielst?bo«n auch» das Pfandrecht an den«inaebrachten Sacken Ibres Unter» mieters AU. Las Vermieterviandrecht-rftrechi sich jedoch nicht aus die noo der VfilniUtna oussefdtloffctten Sachen. IIX>AU auch der Ulster»eböreu dürfte.— 1. Senn Di- dem Schuldner kein« wettere Siundun»«ewitbren wollen, so müssen Sie die ttoüen durch den Eericht»vollAi-der bettreiben lassen. 2. Wenn di« stoste» festaesedt stick, to bttraat We»�Sruwfrist» Zech». Sollte tn« stestfestnn« d-e Rosten noch nicht erfolat sei», s» Müsse« Sie beim Gericht ihre beantragen. 3. Nein» liilMMüzUlMMS Montau. b«n 0 MSr». abend»? Uhr. in vookers Zests Meberflrage 17 voii-uersammiung alier(Vagen- u. Karoeserie- arbeiter Tage-ordnung: I. Die Auswirkung des Tarifvertrages. 2. Ctellungnohme zur Belriebsrälc- wohl ,0Sl S. Pronchenangeiegenh-iten. Das Erscheinen aller Kollegen wird de° stimmt erwartet.__ Dienstag, den 10. Utfirj, obbs. 7 Uhr, im Zugendhein, be» verbondshonfes. Cinicnflc. 83 SS II. Branchen-Versammlung »Ucr Scfaranben-, Automaten, und Handbank.Eiarlditer, Schrauben. dreher* und-drchcrinnrn cowtc aller in der SdbraobeiuadDiiric beert» 81» tltflea KoUedinaea nn«t Kollegen Tagesordnung, 1. Bortrag dco Kollegen Soase vom Hauptvoistand de« DMP., „Der Faschlsmu» und die freie» Sewerkschostcn." L. Disluiston S. Neuwahl der Branchenlommijstoo. 4- Br-nchenongeieg-nhette» und Per- fchiedenc». Mitgliedsbuch legitimiert. .„Del der Wichtigkeit der Tagesordnung i„ 04 üilcheinen oller Kolleginnen uno Kollegen drmgend erforderlich. Dienstag, den>0. Mdr», abends 7 Uhr, Im Uerdandshan», Cialenstr. 83/85. Sitznngssaat« IV. Portal I Branchen-Versammlung aller(VeriKeugmacher- Lehrlinge GroB- Berlins Tagesordnung: 1. Parttag:„Bürgerliche nnd prole> larifche Zugendbewegung." Referent: Kollege Tüpfer. 2. Branch«nange,eg-nHett-n Zngenvratlegen: Di« Frage, ob bürgerllche oder proletartlche Zugend- bewegung. w,rd immer aktueller. Eine klare Enttchrtdung ist darum unbedingt notwendig, liniere Arbeitsdrüder wolle» wir in diesem inneren Kampf, bei» sie mit stck IbHren, tariranig uniergütze». Da- rum agitiert in der Bertstau und in der schule für einen guten Besuch und bringt alle Zugendkollegen, dle unseier Organ,. satwn noch nicht angehören, mit. Dienstag, den 10. MSr». abend» 7 Uhr, im verbnndshan», Linienftrahe 83/8» Branchen- Versammlung her Bauanschläger Tagesordnung 1. Verbands» und Branchenangelegen» Heiien. 2. Dtetulsion. 3. Verschiedenes., Die arbettslosen Kollegen werden be. sonder» darauf Hingnoiesen, diese Ver- sanunlung in besuchen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutrift.. Valilkörper- Versanunlungen der arbeitslosen und inva.iden Mligtleder. AtahItSrper I. Dienstag, den 10. Marz, varniittag» llst, Uhr, im Sihnngssnnl de» verbanbshanje», Linienstr. 83,85: Bau- und Berlftatttlempner. Anker. Wickler, Autagenschweiß«-, Drahtardeiter, Sillsmonteure, Elettramaateur«. Email lft"r. Bauauichläger. Industrieschmiede. Kestellchmtev«, Aupierfchmied«,«agen. und Husschmiede. wahlkdrper II. Mittmach, den 11. Mdrz. narmittago ll'.p Uhr. im ckihnngs.aal des Verbandshanse», oinienstraste 83 8» Eisentonstrutttou»..«Uta... Maschinen, Bau-, Schwarzdlech. und Karasserte. schlaffer. wahltörper III. Donnerstag, den 12. Marz mittags 12»- Uhr, im Sitzung», nal de» Verbandshause»,einien,iratze83 85: Eilen-, Metall-, Revoloer-, Karussell. und«ohrwerkedreher. Schraudenoretzer. Rundschieiter, Einricht.r. Bulomaien einriltzter, Rohrleger, Rohrtegerhelser. wahltörper IV, Zreitag, den 13. Mörz. aormUlaga a Uhr, im Sitznngs»aa> des Verbandshause», Linienstr.«3 86: Graveure, Ziseleure. Gürtler, Drücker, Schleifer, Galvavii-ur«, Eilen, armer. Metnllformer, Kernmacher. Arbeite. rinnen, veileahauer, Gletzerel- ,l»d Hiftsarveir r, gignrcttcnma>chinenführer. Betriedshanower.er, K inovorsührer. wahltörper V. .chreltag, den 13. MdrA,»achuiittags 2 Uhr. tm Sitzung», aal de» ver. bondshan,es, cinienssratze 83,85: Hobler, Bohrer, Stößer, Fräser, Schnitt. arbetttr, Aalzweriaroeitcr. Gulu- und silberardeitee, Mechanitee, Optiker, Uhrmacher, BertzeugMachrr, Scharf. Ichleifrr, Aractterianen. Ti»g»»ordnnng Beratung der Antrage und wnhl »er velegterten»er«enernlner- lamminng am 23. Mdrz. Zuteilt haben nur diciemgen Mitglieder, dir lmBcrdandsdnch die Beruisbezelchnuvg haben, für welche die Perfammlunge» einberufen stnd Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen- karte kein guirill. Zpisiplsn unserer llnxuradieüung. S» der Woche vom g. di» 15. MZrz: l. Der Rui de» Slordeu».(Eroßer Berg. und Spuotfi.m.) ?. Am üawiueiurinkel bei Ob-rstdorf ll.>.u>darräul.er. „a der Wache vom 1«. bi» 22. Marz: l. Zügen, tragödtd, 2. Biider au» den Rordf-emarcheu. il Hygi-nestun In der Woche vom 22. dl, 2». Mörz t. Mu So»» Hedin durch Asten, Wüsten. 2 Hyg«ne-Film. ll Humaiesie. Anfragen wegen Bestick»ud Ueder- lanung'der Abteilung sind t-I-vbonifch oder ichnstUch on die«utturadttiluug ( Büro LinienftrBS. 8ö, Zumner 20 J ju richten. W« >';■ p emetv Htiscrcr Pro�Ldktuj>a \WXVV/ �cnj�%cri' wir so vlrl hass htese, auf ei'jw M-H| rwhcrwwxxnjber gereiht, von. •.•C'-.-.-ew V/ w " retckexi. wtlr�ert. WMVW , C,GAR N [. Alle sammein jetzt die J, f "Kurma rk-Sportwappen„Fussball"� WERTHEIM Leipziger Str. CVersand-Abi) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz �rühfuhrsstcffe Ausstellung Rein woli. Tweed* qc neue Dessins, Mefer Twecd-Gcorgcttc � 4A neue Kleiderfarben, Mefer Composc-Twecd r* fzg\ reine Wolle, Mefer Woli- Georgette eleg.Kleiderqualit., neueMode- färben, ca. 100 cm br., Meter Schotten reinwollenes Armuregewebe, inferess. Färb- 2 A Stellungen, ca. 100 cm br., Mir.«»r« W Georgette-Mouline* qa Kleiderneuhcif, 100 cm br., Mir. Frisella 4 so plefs, ca. 130 cm breit, Mefer Tweed- Diagonal Neuheit f. Mäntel u, Complets, 4 Oll ca. 1 40 cm br.. Mir.—" Georgette-Romain reine Wolle, für das elegante jS Comolef, ca. 130 cm br., Mfr.— Cr6pc-Chinctlc für Wäsche und Kleider, gute 1 Kunstseide, ca. 85 cm br., Mfr. Satin ridic i 74 Farben, ca. 70 cm breit, Meter J V-Trkr« Art waschechte Ware, nonan bewährte Qualität,« on ca. 80 cm breit, Meter—" Cr6pc-Mcrccdcs j» qa Kunstseide, ca. 80 cm br., Mfr. J*«'" Cr6pe-Gcorgcttc« qa reine Seide, ca. 96 cm br., Mfr. 4.90 4.90 Crepe de Chine e bedruckt, reine Seide, Mefer �*3" Crepe-Romain o aa reine Seide, gute Qualität, Mfr. Oe»rV Reinsd.Marocain besond. gute Qualität, Meter Seiden-Musselin ca. 100 cm breit, Mefer pe de Chine bedruckt, reine Seide, Mefer BCt@iäC»l'*TVt6GCi mit neuen MouUne-Eflckien..Meier WOil-MUSS�Bm neueste Drackmuster...... Meter neueste Webort, In FrOhjahrsfarben, Meter [iQSf reine Seide, naturfarbl�, ea. 80 cm breit, Meter *«- rn.-__ Lk b«>■ 1—_ a. reine Seide, moderne Drackmuster, 53&IH Drlllani ca. 95 cm breit, Meier Cr�PC dG Chine reine Seide, Sro�es Sortiment, Meter 1.25 1.65 1.85 1.95 2.65 2.90 Jugend'.Glocke � glänzende Strohborte n�VU KaPPe..... 590 750 975 Schoftenborte, sehr kleidsam Trolteur<-» m bunt u. einfarb,, aparte Carnit. Glocke Exofensfumpe, m. Unferblende Canoticr bunt. Slrohgefl., rweifrb. Band i Trottcur aus Japan- 6 42 A A strumpf, handgehäkelt Damenhut-y* �a elegant. Form, Atelierarbeit Är*•*/" Kleiderhut nevho;-( Form, aus Sisolsiumpe nehme QQ 2.90 Stroh-Höf chcn für Kinder, verschied. Carnit. Backfisch-Kappe a yc buntfarbig � Kinderhut G!�n- 6.90 Jungmädchen- n rrt Hat, elegante Ausführung Hutblume a � a phanfasleartig, flach, alle Färb. V.VV Sisol-Capeline o 7 r schwarz, farbia und oasfell 7 Hut-Borten Äbg a 65 ca. 10 cm breit, Meter Velour d'Et�-Bortc 7*rc ca. 15 cm breit, Meter � schwarz, farbig und pasfell DIE GROSSE MODE: Engelhaut-Blumen Engelhaut-Band ca �c£br" alle Modefarben, Meter alle Paslelifarben 20 30 45 pl Am 6 März flotb na® lanpcTn i®meren CciDra meine liebe Frau, untere flute li-.uttec Emi>ie Krüger� Um tt'lles Ve'leid baten Paul Ki Gier Paula Schmidt, geb. Kröger Wilhelm Schmidt ®lcbi!fd)ftr 3a Die Einliicherunq findet am Diens- tag dem 10. Mct'.z, 18 Vj Uhr. Im Veroanfl der Budibtnder und Paplerverarbeiler Deutsdilands OrtsverKaltunfl berlin Todesanzeice Den Mitgliedern zur Nachricht das unser Kollege, der Porteieuiller liermgllv ürdeitlsrg mohn Ott ajiotienbutger Str. 37, ge Horben i'L Ehre feinem Andenken I Sie<£:nä chcrung findet am Montag dem it. Marz, abends»n? Uhr, im Stiematocium Serrchtltraße statt. Um rege Beteiligung ertlich! Ote vravervalteeoi'. Zum l.Jahtcsiagl Am 8, Marz 1030 entriß mit der Tab meinen lieben Mann, unseren guten Vater, den Mbbewalierer Otto Büdner Wer io gestrebt wie du im Leben, Wer la erfüllte(eine Pflicht. Wer stets'ein Bestes hingegeben, Stirb: selbst im Tode nicht. Berlin O, gorndorier Sir 61 Iran Anna«tUme r L«! e urd Bi wfn Von der Re sc znrGck f>z?. 5V. fÜFCzixzi Facharzt für Bcinlcidcxi Berlin N, Frfedrldutr. 1( 8 MAN SCHREIST tlEUTE AUF OLYMPIA! Industrie, Handel und Behörden kennen und schätzen die Vorzüge unserer SCHREIBMASCHINEN und BUCHUNGSMASCHINEN mit»SALDOMATc Erleichterte Zahlungsbedingungen Schreibmaschinen mietweise Europa Schreibmaschinen A. G. 8 I* LI H. I B F U 8 ▼ Berlin N 24 Frledrichstr. 110-112 (Haus der Technik) Tel.: Sammelnummer D2 Weidendamm 5421 l/Bln. Verkaufsböros; Berlin N 24, Frledrichstr. 110-112 Breslau, Kaiser-Wilhelm- StraBe 88-90. Dresden, Neustäater Markt 11. Düsseldorf, Ost- straße 51. Erfurt, Mainzerhofplatz 13. Frankfurt a M., Friedensstraße 2. Hamburg, Kaiser-Wilhelm-Str. 25-31. Hannover, Am Schiffgraben 15. Köln, Weißenburgstr. 78 Leipzig C 1, Augustusplatz 7. Magdeburg, Otto-v.-Guericke-Str. 11. Mannheim N. 7. 5. München, Färbergraben t. Nürnberg, Marientor- grabenll. Stuttgart, TUblngerStr.33. Köln,Hohenzollernring46. Vertreterbesuch unverbindlich oder für Wohn- und Bürozwecke ist 1. Stock mit 10 oder 7 Zimmern(das sind 296 oder 375 qm exkl. Korridor) zu vermieten Ganz heivorragendc Lage nahe Potsdamer P.atz und Bahnhöffe. Näheres Königin-Augusta- Str. 12, Quergebäude. Sprittpunpn mn SdintasfsteUca Filfesaigtr. Sdütake nl. KrDger A Lathan Pnnpwfafcrik Im FHfdridutr. 107 ! üb- t. ttf. Jaoowitxbrfd Bauzelclmung con 8 Mt. an. K. Heinrich, Prenzlauer Allee 313. Erlinder— Vorwärtsstrebendc 10000 marKBeiohnung Näheres kosten os durch F. Erdmann£ Co.. Berlin Sitf 11 ftyui4n ftufjm Schoaefclb.«5H-», sie«. qm von RM. I. an, unmeu See. 2) Sblg..«iqenhela,«- liaier»- hof. Linie M nach 2tilgiieai>t» S>al;cftenc Bergstrafie. Einhcitaprcie RM lS Sdlg..«igeuheia, 6-,«uaoa, Lin'e 47 bis QalicficUc Buöon», SSpeaiircc Sic.. 5 Mm gustmeu bis Büro SSpenider Sie, 66 c, qm RM 2.- an Unjahlang BOT. 100.-,«bjah- lung am 30.-. lol«uilaflung. verlaas tügiich Jtaaj Schlüter.»«clln-Bueon», ftapemder Siratze«6 c Telephon! F»«blershos 271 jHerp.u.KnaD.-iionie.Hiion® AnflSfungehaiacc Eln>elberiaui bue.i.0 Fabrik! Geaffnei 3-6 Richter ch Ca.. tionigstratze 4i, vo. Telebhon Oliva riti zur Miete W50,Ansbacherstr.l Denen, Beitfedern Konkurrenzlos!.'»>«-»— Patente DRGM Warenz erwirkt Dr. r)ogdahnf GWK> Gitschinerttr b alle Arien Baumuisliuiaren billig und dauerhaft bei Ed. Horfmeister, SO 36, Wiener StraBe 30 seit 40 tjabren am Cörlitzer Bahnho; rleiceterune Rollfiim-Klappkamca 6X9, Lcderbezm mit Apiana 1:8 in Vario nur 20 0: dito mit Anastigmat 6� nur 27.50; 9X12 Kamera. Trieb- -■insteliung, Rahmensucher mit Anastigmat 6J in Vario nur 33.U0; dito mit Anast. 4.5 nur 41.00; Metallmessin�staiiv, 4-ieiltg, nur.-.60; diro, 5-teiliff. nu- 7-2 Meta kassette 9X12"chS; Filmpackkassetie 9X1 2 nur 2.40; 1 Rollfi m 6X9 nur 0.7; Filmpack 6X> nur 2 U1. 9X12 nui i.; I Dizd.Exira-Sp.rial-Platten 9X12 nur I 60; 1 Dtzd. Bromsilber oriholich Platten 9x 12 nur 1.80; 10 U Postkarten nur 0 40 Verlang Sie unsere Liste V kosten Foto-HUItns M BiumensMUen jede» Art liefert preiswert Paul Golletz vermaU ftotert bey r Marlannenatr. 3 5 8. Obarbaum 1303 Poinpßn, (Sliren, Flltsr ttsaaielle. Fr.ulisl.-n'l« ÄkaCo. Pumpenlabrik BE3UR H 69. Beisidiestolir Sti. 95 DAMH NIEL AB FABRIK 3flu$nahme.age Grosse Mäntel m Preisen, die snnst dir Backlischmäntel bezehlt werden Ein üessniel; Der netie, elcpanie Frühjahrsmantel eiis liiedernsler Onaiilä'swarj in giatr bchwaiz und blan odei mit weiftRen Rifeklaa ganr, ge.Qiien *jf% n. auch in«rossen hiaaen weiren. BeitBUr Moses Kurstraße 31 IX*™* Ooocuillwc.t S— i Jtr. 113• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag- 5. März 1931 Etaatsdefizite sind international. Die Weltkrise zerstört überall das Gleichgewicht im öffentlichen Haushalt. Man ist in Dentslfjfand gewohnt. Fehlbeträge im öfssntlichen Haushalt ousjchließlich als eine deutsche An. gclegenheit zu betrachten. Defizite Sffentlicher Haushalte sind ober ein umfassendes internationales Problem geworden. Fast überall gibt es Nöte der Staatsfinanzen, und überall ist der Ausgangspuntt die internationale Wirtschaftskrise. die zu einer Verringerung der Einnahmen und gleichzestig zu einer Erhöhung der Ausgaben führt. Auch in anderen Ländern sind die Einnahmen aus den indirekten und direkten Steuern entsprechend der überall verminderten Gefchäftstätigkest und dem zusammen- geschrumpften Verbrauch zurückgegangen. Ueberall sind die Aus- gaben gestiegen, wobei der Hauptgrund, ebenfalls wie in Deutschland, vielfach in den erhöhten Aufwendungen für die Arbeitslosenunter- stützung liegt. So ficht es ia anderen Ländern aus: Vereinigte Staaten: Das Defizit im laufenden Finanzjahr beträgt nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge rund 375 Mil- lionen Dollar, d. h. annähernd I.K Milliarden Mark. Für zusätzliche Beschäftigung von Arbeitslosen wurde jüngst abermals«in Betrag von 125 Millionen Dollar für Straßenbauarbeiten ausgeworfen. Frankreich: Die französtschen Staatseinnahmen haben sich zwar gegenüber dem Voranschlag vermehrt, doch sind die Ausgaben noch stärker gewachsen. Das Defizit dürste 800 bis 900 Millionen Franken betragen. Der neue Staatshaushalt für das kommende Finanzjahr zeigt zwar auf dem Papier einen Ausgleich zwischen Aus- gaben und Einnahmen, doch war dies nur durch eine Art Kunstgriff möglich: an Stell« von K Milliarden Franken, wie vorgesehen, werden im neuen Finanzjahr 1931/32 nur noch 4 Milliarden Franken Staats- schulden getilgt werden. Im übrigen machen es. die vermehrten Aus- gaben für die Arbeitslosenunterstützung, die Regierungsgarantien für die Eisenbahnen(deren Einnahmen sich von Monat zu Monat ver- ringern) und weitere Maßnahmen wahrscheinlich, daß auch das Jahr 1931/32 einen neuen Fehlbetrog bringen nrrfo. Großbritannien: Nach den letzten Mittellungen des Schatzkanzlers Snowden kann das englische Defizit auf 800 bis 1000 Millionen Mark veranschlagt werden. Italien: Die Monate Juli bis Oktober des Jahres 1930 brachten bereits einen Fehlbetrag von 729 Millionen Lire. Di« Um- fatz- und«inig« wichtige Verbrauchssteuern, ebenso zahlreiche Zölle, wurden erhöht, die Leamtengehölier um durchschnittlich 12 Proz. herabgesetzt. Tschechoslowakei: Im Jahr« 1930 blieben die Ein» nahmen des Staates um 424 Millionen Kronen hinter dem Vor- a«schlag zurück, während die Ausgaben um 472 Millionen Kronen höher waren als vorgesehen. Der Sta.it ist gezwungen gewesen, sein« beträchtlichen Finanzreserven anzugreifen. Zur Finanzierung umfangreicher Notstandsmaßnahmen nimmt er jetzt eine Anleih« in Hähe von 1,8 Milliarden Kronen auf. Oesterreich: Nach Ausweis des Nechnungehofes ergibt der Bundeshaushalt für das Finanzjahr 1930«inen Fehlbetrag von 17 Millionen Schilling. Hauptursache des Defizits find verstärkt« aTirfwendungen für die Sozialversicherung. Die Einnahmen im vergangenen Jahr betrugen 121ö. die Ausgaben 1233 Millionen Schilling. Bulgarien: Im ersten Halbjahr des laufenden Finanzjahres waren Einnahmen in Höhe von 4.4k Milliarden Lewa vorgesehen. Die tatsächlichen Einnahmen detrugen aber nur 3,35 Milliarden, blieben also um rund 25 Proz. zurück. Im Haushalt wurden starke Abstrich« vorgenommen: die Beamtengehäster erfuhren umfangreiche Verkürzungen. Rumänien: Infolge verminderter Einnahmen ist der Haus- hast für das Jahr 1931 gegenüber dem ursprünglichen Plan von 29.9 auf 31,9 Milliarden Lei gekürzt worden. Alle Beamtengehälter wurden gesenkt. Türkei: Für dag laufend« Finanzjahr wird ein Fehlbetrag von 40 Millionen türkischen Pfund erwartet, vorwiegend«ine Folge drr dinier dem Voranschlag stark zurückze'oliebenen Zolleinnahmen. Infolgedessen wird der kommende Staatshaushast 1931/32 gegen- über dem jetzigen stark zusammengestrichen werden. Große Finanzschwierigkeiten haben durchweg die südamcrika- mschen Regierungen. In Peru werden zur Zeit etwa 20 Proz. staatliche Einnahmen wenigxr erzielt als vorgesehen war. Die Folge ist«me durchgehend« Kürzung aller Gehälter um 25 Proz. Diese der Zahl der Länder nach beliebig vermehrbaren An- gaben müssen durch den Hinweis ergänzt werden, daß nicht nur die Staatshaushalte, sondern auch die der Bundesstaaten, Pro- vinzen. Departements. Gemeinden usw. in«nt- iprechendsm Umfang Fehlbeträge aufzuweisen. Und zwar überall in der Well. Allein die Staatshaushalte von 14 wichtigeren europäischen Ländern(Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien Italien, Niederlande. Dänemark, Schweden, Norwegen, Oesterreich, Polen. Schweiz. Spanien. Tschechoslowakei) hatten im Jahre 1936 den Voranschlägen nach einen Ausgabenetat von zu- so minen rund 50 Milliarden Merk. Die durch die internationale Mrkschaflskrisc verursachken Zehlbelräge der Skaals- haushalte dieser t< Länder machen mlndeskens vier, vielleicht noch mehr Milliarden Mark aus. Es ist nicht abzusehen, mtt welchen Fehlbeträgen im Jahr« 1931 zu rechne« sein wird. Da sich der größere Teil der Staatseinnahmen immer auf das vorhergehende Wirtschafts» jczhr bezieht, da also die Einnahmen der europäischen Länder vielfach noch auf der günstigen Wirtschaftslage des Jahres 19 29 beruhten, waren im Jahr« 1930 die Einnahmen noch verhält- nismäßig wenig von der Weltkrise betroffen. Erst im Jahr« 1931 werden sich die Auswirkungen in vollem Umfang zeigen. Die Maßnahmen, die die verschiedenen Staaten ergreifen, lausen natürlich entweder auf eine Erhöhung der Einnahmen oder ein« Senkung der Ausgaben hinaus. Ein beliebtes Mittel bei der Aus- gobensenkung ist allgemein die Kürzung der Beamtengehälter, Pensionen und Unterstützungen. Der Einnahmssteigerung dienen nicht nur Steuer. undZollerhöhungen, sondern in immer größerem Umfang die Vergebung verschiedener Monopole(Zünd- Holzmonopol, Alkoholmonopol usw.) und die Ausnahm« kurz- und langfristiger Anleihen. Gehaltskürzungen und Zollerhöhungen müssen Bessemngstendenzen der internationalen Wirtschaftslage entgegenwirken, da ja überall die(durch solche Maßnahmen ge- schmälerte) Kaufkraft der Massen eine der wichtigsten Voraus- setzungen für die Wiederbelebung der GeschäftstStigkest ist. Eine interessante und wichtig« Kehrseite der Weltnot der Staatshaushalte sind steigende Profikmögiichkeiten des vaak- und Ziuavz- kapilals. Sowohl bei der zu erwartenden Vergebung langfristiger Staats- anleihen— durchgeführt wurden solche Anleihen in den letzten s Monaten bereits für Rumänien und für eine ganze Reihe füdamerika- nischer Länder, vorbereitet werden sie für die Tschechoslowakei, Polen und Griechenland—, bei der Umschuldung von Anleihen, bei der Vergebung neuer Stäatsmonopole, wie auch bei der Privatisierung öffentlichen Eigentums werden die führenden Bank- und Fimmzic- rungsgruppen aller Länder, am stärksten natürlich der kapital- kräftigsten, Rekordgeschäfte machen. Eine traurige politische Kehrseite der Krisen- Wirkungen auf die Staatshaushalle ist der unwürdig« politische Gebrauch, der. bewußt oder unbewußt, mit solchen unausbleiblichem Krisenwirkungen auf den öffentlichen Haushalt von Parteien in aller Well gemacht wird, die nicht mft der Aufklärung, sondern mit her Verhetzung der Staatsbürger ihre Ziele versolgen. Freilich findet in allen Ländern solche Propaganda bei unvermeidlichen Steuer- erhöhungen und steigender Arbeitslosigkeit nur zu guten Boden, was wiederum aber nur die Unverantwortlichkeit der Hetze unterstreicht. Angesichts des internationalen Charakters der staatlichen De- fizfte ergibt sich die Frage, ob die Regierungen, wenigstens die- jenigen Europas, nicht zur gemeinsamen Beratung dieses Zustandes und zur Erwägung gemeinsamer Maßnahmen zusammen- treten sollten. Augenblicklich sehen die einzelnen Länder leider und dummerweise noch in der wachsenden gegenseitigen Absperrung ihr Heil, und zwar sehr zu Unrecht. In welcher Richtung gemeinsam« Maßnahmen liegen könnten, dafür nur ein einziges Beispiel: Würde infolge der internationalen Wirtschaftskrise erreicht werden können, daß die Länder Europas sich ein oder einige Jahre lang zur Senkung der Militär- und M a r i n e a u s g ab e n um die Hälfte bereit fänden, so würde das ausreichen, um den größten Teil der Fehlbeträge mit einein Schlag« weit» zumachen, und Steuererhöhungen wären überflüssig Aber freilich, wenn die Völker auf einmal so vernünftig würden, wie sollten die nationalistischen Parteien und die Rüstungsprofitler ihre traurigen Geschäfte weiter betreiben zu rönnen!? Mißwirtschast der Eisenindustrie. Schwedischer Grängesberg-Konzern steigert seine Gewinne.- Ruhrherren bezahlen es! In einer Zeit, wo sämtliche Rohst oft gruppen der Erde unter Absatzstockungen und scharfen Preisrückgängen zu leiden haben, meldet der schwedische Eisenerzkonzern Grängesberg für 1930 einen noch etwas höheren Gewinn als für 1929! Auf ein Aktienkapital von 119 Millionen Kronen zeigte der Reingewinn in den letzten Jahren folgendes Bild: 1927 1928 1923 1330 20,30 Millionen Kronen 0,56..(Streit) 20.34. 20,41 1930 ist der Gewinn also noch um etwa 70000 Kronen erhöht. Die Gesellschaft hatte mit Leichtigkeit die im vergangenen Jahr aus» geschüttete Rctorddioideude vtra 17 Proz. zahlen können. Statt dessen werden nur 12 Proz. verteilt: der Rest dient al» Krifenresero« für 1931. Das Gesamtvermögen erreicht nach der Bilanz die Summe von 271 Millionen Kronen(rund 304 Millionen Mark). Die leichtfertigen Erzverkräge unserer Ruhrherren. „Diese Resullai« werden in Finanzkreisen als ganz außer- gewöhnlich günstig bezeichnet und zeigen die Solidität der Gesellschaft und den guten Zustand ihrer Finanzen', so urteill die französisch«„Agence Economiqu« et Financiäre' über den Gränges- berg-Abschluß. Wir in Deutschland müssen aber hinzufügen, daß ohne die mit den deutschen Eisen- und Slahlkonzernen bestehenden Erzlieferungsverträge der Grängesberg-Abschluh wesentlich anders ausgesehen hätte. Der Geschäftsbericht von Grängesberg sagt, daß der Krisen- einfluß lediglich gegen Jahresende sich geltend gen, acht habe, während zu Beginn des Jahres die Crzlieferungen größer gewesen waren als 1929. Diese Steigerung der Erzlieferungen des Grängesberg- Konzerns waren fast ausschließlich vermehrte Verschiffungen nach Deuftchland, eine Folge des Vertrages, den die deutschen Konzern« Krapp, Klöckner, INannesmann, vereinigte Stahlwerke und Gute- hossnungs-hütle im Jahre 1929 bis 1942 abgeschlossen hatten. Die Grängesberg-Gewiane blieben infolge der festen Otesernngsverträge. In denen auch die Preise sestgelegk waren(!), von Sriseneinslüssen bisher unberührt. Die deutschen Konzerne waren zur Abnahme der gar nicht wehr benötigten Erzmengen gezwungen. Für mindestens 100 Akilllooen Mark Schwedenerze liegen jetzt in Deuftchland fest. fressen Zinsen, hindern wohlseileren Elntaus und hindern die so verbilligte Schrollverwendnng. Indessen werden Taufende auf die Straße geworfen und der Lohnranb organisiert! Mehrmalige Verhandlungen waren nötig, um die Erzlieferungen etwas zu vermindern und die Preise etwas herabzusetzen. Dadurch ging erst in der letzten Zeit der schwedisch« Export zurück In den letzten Monaten betrugen sie: November 1930......... 41.0 000 Tonnen Dezember 1930......... 470 000„ Januar 1931.......... 363 000, Februar 1931.......... 306 000, Den deutschen Konzernen soll es aber nicht gelungen sein, die Liefermenge«ndgüllig einzuschränken, vielmehr Handell«s sich lediglich um eine Hinausschiebung der Liefertermine. Bei einem Konjunkturaufttieg wird die Belastung mtt den übermäßig verteuerten schwedischen Erzlieferungen also nur noch stärker an- schwellen. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit der deuftchen Konzerne auch für den Konjunktnrauftchwung empfindlich geschwächt und die deutsche Gesamtwirftchaft von neuem geschädigt. Respekt vor deutschen W i r t s ch a f t s f ü h r e r n? Wir haben ihn immer für eine gefährliche deutsche Krank hell gehalten. Die Mißwirtschaft in der Eisenindustrie beweist die Berechtigung unserer Haltung von neuem. Die stabile„Ilse". Konjunkturdividende in Krisenieiteu. Der erst« Konzernabschluß aus der Ostelbischen Braunkohlen- industrie, deren sozialreaktionäre Einstellung ihrem seit Jahren betriebenen Zweckpefsiimsmu» ungefähr entspricht, liegt jetzt mit der Veröffentlichung der„Ilse*-Bilanz vor. Wie bei den Steinkohlenzechen hat auch im Braunkohlenberg- bau die Krise«npfindliche Absatz oerlgft« und entsprechenden Produktionsrückgang mit sich gebracht. So ist auch bei dem„Ilse"- Konzern die fest vier Iahren ständig erhöhte Rohkohlenför- derung van 12,3 auf 9,3 Millionen Tonnen gesunken, tnähreud die Brikettproduktwn erstmalig seit 1924«inen Rückgang von 3,4 auf 2.6 Millionen Tonnen ausweist. So sehr sich also die Krise in den Betrieben und bei der Bc- legschaft auswirkt«, so wenig kann bei den Gewinnzifscrn der Ilse A.-G. von einem Krisenabschluß die Rede sein. Es ist für den Umfang der Rationalisierungsgewinn« im Braunkohlenbergbau äußerst bezeichnend, daß ein führender Konzern wie die Ilse durch Selbstkostensenkung und die ständig erhöhten Mehr- leistungen der Belegschaft In der Lage ist, die Absatzver- luste bei den Gewinnzisfern nahezu auszugleichen. Während der Rohertrag um mehr als 13 Prozent auf 20 Millionen Mark gesunken ist, konnte der Reingewinn infolge starker Einspa- rungen bei den Unkosten, Steuern uerd Soziaiabgaben(starker Bc- legschastsabbau!) mtt 7,36 Millionen fast auf den, Stande des sehr guten Braunkohlenjahres 1929 gehalten werden. Unter diesen Umständen denkt die Ilse-Verwaltung auch nicht daran, die hohe Di- vidende aus den letzten Konjuntlursahren abzubauen, sondern zahlt auch diesmal wieder ihren Aktionären einen Gewinn von 10 Pro- zenl aus. Die Kapitalbildung, die im ostelbischen Braunkohlenbergbau und bei dem Ilse-Konzern insbesondere von jeher im großen betrieben wurde, hat in den schlechten Zeiten d«s letzten Jahres nicht die geringste Einschränkung ersahren. Sie ist im Gegenteil im letzten Jahr eher noch forciert worden. Von dem Umfang dieser Kopitalbildung gibt die Feststellung einen nn» gefahren Legriff, daß seit 1925 der Jsse-Konzern soft 4 4 Millionen Mark neu in seine Anlagen gesteckt hat. Zur An Zucker sparen, grundver k e h> t! Der Körper braucht ihn �; Z u c k e r n ä h r t! k___■___'■. L 8*agiBg____ Anzug OT«n Gabardinemantel � I BP WWW blaue* reinwollenes Kammgarn M 4881 m reine Voll*....... M wWST M»'» ftJIIHIg�I Trenchcoat lO-n Knabenmatrosenanzüge � Ar Damen und Herren... M IdBlaÖm V GtOflc 0—3.................. M aaP w Besser Mcacaukcak« rwhebsUcB BAER SOHN8 b e r 1 1 n m G Chausseestr. 29-30 U-Bahn EnHImr Bthnhot Vezahtung dieser enormen Summe hat die Gesellschaft sich aber keineswegs neue Mittel durch Kapitalerhöhung oder Anleihen zu nerschaffen brauchen, sondern«s war ihr mit Hilfe der Glanzgewinne der letzten Jahre ein leichtes, diese Willionen aus lausenden Betriebsgewinnen aufzubringen. Das Spiegelbild dieser Neuinveftitionen stellen die Abschreibungen dar, mit deren Hilfe der Betriebsausbou finanziert wird. Seit ii>2i hat die„Jlie" rund 37,4 Millionen allein an Abschreibungen auf die Anlagen von ihren Gewinnen abgesetzt, so daß trotz der ge- waltigen neuen Betriebsanlagen der Wert der Werke in der Bilanz sich nur ganz unwesentlich verändert hat. Trotz verringerter!)teu- onfchoffungen sind im letzten Jahr die Abschreibungen mit 6,33 Mil- lionen Mark nur wenig gegen ISZö gesunken. Auf die geförderte Tonne Rohkohle umgerechnet, erhöhte sich der Ab- schreibungssatz im letzten Jahr von 56,2 auf 68 Pfennig. das heißt um rund 21 Prozent. Die„Ilse" kann damit voller Stolz darauf hinweisen, daß sie nunmehr auch die bisher höchsten Abschreibungssätze bei den Petschek-Betrieben noch übertrumpft hat. Aber die Glanzgewinne noch die starke Kapitalbil- düng haben den ostelbischen Braunkohlenbergbau daran gehindert, sich der P r e i s s e n k u u g s s o rd e ru u g der Regierung gegenüber so widerspenstig zu zeigen wie die Eisemnagnaten im Ruhr gebiet. Sie wenden sie auch in Zukunft nicht hindern, ihre sozial- reaktionäre, arbeiterfeindliche Haltung beizubehalten. Landesbanken kritisieren Osthilft. Strittige Fragen um die Äank für Znduflrieovligationen. Die Deutsche Landesbanken-Zentrale A.. G. in Berlin, das Gemeinschaftsinstitut der öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten. hat jetzt seinen Abschluß für 1930 vorgelegt. Der Umsatz konnte im Berichtsjahr von 4,86 auf rund 5 Milliarden Mark ge- steigert werden. Aus dem Ueberschuß von knapp 286 000 Mark wird wieder eine Dividende von 8 Prozent ausgezahlt. Da die dies» jährige Bilanz erstmalig nach dent Reichsbankschema aufgestellt ist, lassen sich die einzelnen Posten mit dem Vorjahr nicht vergleichen. In der Bilanzbesprechung der Gesellschaft äußerte sich der Vor- sitzende eingehend über die landwirtschaftliche II m s ch u l- chung und die Osthilse. Unter Hinweis auf die Ergebnisse der ersten Umschuldungsaktion, die im Lahre 1928 mit Hilfe einer 25-Millionen- Dollaranleihe durchgeführt wurde, nahm er gegen die Vorwürfe wegen unwirtschaftlicher Verwendung dieser Gelder Stellung. Diese Vorwürfe seien wohl mehr darauf zurückzuführen, oah die Erwartungen der Oeffentlichkeit auf eine Bessening der Ren- tabilität infolge der Umschuldung nicht In Erfüllung gegangen seien. Bei den notwendig gewordenen Umfchuldungskrediten handle es sich fast ausschließlich um Ostpreußen(hier lag jedenfalls unwirtschaftliche Verwendung des Geldes vor. Red. d.„V."), während die Verhältnisse in den anderen Provinzen nach den Berichten der beteiligten Bankinstitute weitaus günstiger lägen. In die genannte Um- fchuldungsaktion seien seinerzeit 7300 Betriebe einbezogen worden, wobei sich öS Prozenr sämtlicher vergebener Kredit- p o st e n auf Betriebe bis 20 Hektar erstreckten.(Und der Prozent- fatz der Summen bei den Betriebsgroßen? Red. d.„V.".) Bei der jetzt bevorstehenden neuen Umschuldungsaktion habe man der daran beteiligten Bank für Lnduftrieobli» g a t i o n e n das Recht auf Ausgabe von Anleihen zugedacht, wo- gegen erhebliche Bedenken beständen. Man sei der Meinung, daß die 650 Millionen Mark, die diesem Institut aus der Industrie- belastung zufließen würden, genügen müßten, da es sich ja bei der neuen Osthilfeaktio» in erster Linie Um eine Schaffung von Gläubiger sicherheiten und die Senkung der über- höhten Zinsen handle, und nicht darum. Hunderte von Mil- lionen für die Landwirtschaft zu pumpen. Die Verwaltung hielt es gleichfalls für unzweckmäßig, die Dank für Industrieobligationen als neues zentrales Agrarkreditinstitut aufzuziehen, da die beiden vor- bandenen Zentralinstitute die Preußenkasse und Rentenbankkredit' anstakt ihre Aufgabe völlig ausfüllten. Itase»d»»Ma ffit tieft Stuferit ftab Q c c 1 1■ S«<8, SinftenUcagt 3. parteinachrichten für Groß-Verlin stet»«a da» Bezlei.fekret.eim I.®»f, 2 treDpea recht», ,» eichte» Das Mitgliedsbuch Nr. 97 nebst Fuuktionärkarte des Ge- nosien Wilhelm Schönberg, Mechaniker, geb 27. Dezember 1877, wohnhaft in Spandau, Weißenburaer Str. 38, ist verlorengegangen. — Sollte dieses Buch iogendwo als Ausweis benutzt werden, dann ist es anzuhalten und an das Sekretariat einzuschicken. I. A.: Alex Pagets. * Beginn aller Veranstaltungen lg'/- Ahr. sofern keine besondere Zeilangabe!—(SV.— Sreisvorstand.) Heule, Sonntag. S. März: 2. Neri» Tieraa rirn, Natten für die hcaiiqc Tdrateraorstelana»ack bei be» Bilduag.fuitkiianärea. Alle Karte». d!e aichi bi» 18% Uhr bei« vb- ma»» aba-rcchnct find, miiffe» bezahlt werde». Morgen, Montag. S. März: Kre!»»ertrctee»ersa»»»l»aq Andrea»- ftefifäle Statu ff Um. Neuwahlen. Selegierienau-wei,>nl «ndrea.i iflcafic 21. ■ Parte!- 3. Kreta. Jahresbericht. Mitgliedsbuch ist«itzubriagru, 15. Kreis. KB.-Eitzung KiipemS, Schloßstr. 27. 17. Kreis. 1» Uhr lfuttltionärtonfercnj an bekannter Stelle. 1«. Kreis. 20 Uhr KV.-Sizung bei Gallas. 1». Kreis. Meyer, Türkisches Zell, Kreisdeleziertenversalnnliung. Funklionärsihungen in nachstehend angegebenen Lokalen: 14. e. ?. 15. 16. 17. 18. 19. 2». 21. 22. 23. 25. Kreis Neukölln. In den Paisaae-geiitZlen, Perastr. 151. Abt. Dabrohlaw, Snuncir.ünbet S:r. 11. Abt. Pärwalbe, Schlebelstr. 9. Abt. Obligo, Straifunder Str. lt. Abt. Kinzcl, Uscdainstr. 22. Borstandsfitznng 18% Uhr im gleichen Lokal. Abt. Dose, Rordhafen 0, Abt. Schade, Kitaliner Str. 8. Abt. Schrepel, Grllnthaler Str. 18. Abt. Päse, Kolonioslr. 15. Abt. Krall. Ulrechirr Slr. B. Abt. Senkel, Utrechter Str. 10. Abt. Grunewald, Kameruner Str. 10. Abt. 18 Uhr Boistandsfikung, 19 Uhr BezirksfÜchrerfitzung, 30 Uhr faintliche postaufiräge für 400 Millionen. Nach dem Beschluß des Verwaltungsrntes der Reichspost werden im lausenden Rechnungssahr für 400 Millionen Marl Auf- träge an die Wirtschaft vergeben werden. Außer diesem sage- nannten' normalen Beschaffungsprogramm greift auch das zusätzliche Arbeitsbeschaffungsprogramm vom Herbst vorigen Jahres noch in das laufende Rechnungsjahr über, da ein großer Teil der Aufträge noch nicht durchgeführt worden ist. Ein if den rozenl Rückgang der Großhandelspreise im Aebrnor. Die tichtag des 4. März berechnete Großhaudclsrichtzahl des auf den Stichtag Oes 4. Marz verecynete wroßyauscisrlchizahi oes Statistischen Rerchsamts hat mll 113,9 gegenüber der Vorwoche (114.2) um 0,3 Proz. nachgegeben giinktiouäre. 27. Abt. Reell, Tannenburger Str. I. 31. Abt. An bclaunter Stelle, 39. Abt. Iuriitifche Svrechflunde. Lindenstr. z, Airei,___ 40. Abt. 20 Uhr Mitgliederuersammlunp Lokal Istjrfier, Dreihund str. 11. Bor. trag:»Das neue Gesetz Groh-Berliu". Rei. Dr. Käte Frankenthal, Stadt». 41. Abt. 20 Uhr Lipsert, Mariendorfer Str. 0. 42. Abt. Wiersdorfs, llrbanftr. K. 43. Abt. Krepp, Planufer 73, 76. 44. Abt. ewnld, Skalitzor Str. 120. 45. Abt. 19 Uhr bei Konekeil,?':i Uhr. bei Spiegel. Ackerfkr, 1. Funvta. nSrinnenfitzung. 11. Keei». Montag. 9. Mfirz, 20 Uhr, bei Will, R»ri!n.l!uiher.Siraße, Fnnktta. närinnenfitzung.. 13. Kreis. Montag, 9. März, 18ZH Uhr, hei Görlitz, Mariendorf, Chausseestr. 19, Funttionäriniienfitzuna. 6. Abt. Montag, 9. Mörz. 20 Uhr. bei Dobrohlaw. Swlnemünder Str. 11, Vortrag:„Grundsätze sozialiftlfchcr Erziehung". Referent Lehrer Hans Kunstmann. 57. Abi. Dienstag. 10. Mörz. 20 Mr. bei Arndt, Kantft«. 51,.Ernste» und Heiteres". Vortragende Elfriede Wollmann, 70a. Abt. Montag, 9. März, 20 Uhr, bei Engel, Lindenhof. Rödlingstr. 1«, Vortrag:„Im Westen nichts neues— ober im Osten". Ref. Kükhe Kern. M. Abt. Dienstag, 10. März, 19is Uhr, Hanneoninnstr. 40, Funktionärinnen. fitzung. 89a. Abt. Montag. 9. Mörz, 20 Uhr, FunNionfirinnenfitzung hei Kupfersihmidt, Fritz.Reuter-Allee 108. 13». Abt. Donnerstag, 12. Marz, 20 Uhr, in der Lindauer Straße Helferinnen. fitzung., 139. Abt. Dienstag, 10. Mär,. 20 Uhr, im Zugendhelm, Schönelrrger Str. s, wichtige Funktlonürinnenfitzung. Bezirksausschuh für Arbeilerwohlfahrk. 8. Kreis. Marstag, 8. März, 1914 Uhr, bei Krüger, Grtemstr. 1, Kreisaus. fchußfltzung. 18.»rei«. Dienstag. 10. Mär?, 19% llhr, Rathens Kdperstck. Sitzungssaal, Kursus. Genosse Reinemann. Arbcilerbildungsfchule. 1- Kreis. Der Kursus„Mar?' Lebey und Werk" von Z. V. Mayer beginnt nicht am Montag, 9. MärZ, sondern am Montag, 13. A v r i 1, und wird am 29., 27. Avril und 4. Mai fortgcfcfet. 3. Ätctfl Wedding. Der Kursus von Dr. I. Schlesinger:„Bolschewismus und Faschismus" beginnt am Freitag, 13. März, 19�2'llir, in der Weltlichen Schule, Pank- Ecke Wiesenstraßc. Bier Abende— �Hörgeld Ir— Mk.. Erwerbslose frei- Arbeitsgemeinschaft der Hinderfreunde Groß-Berlin. Siugchor, bestehend aus den Kreisen Neukölln, Friedeichsdain« Treptow, Tempelhof und Köpenick, hat am Donnerstag, IT Mär,, 17 Uhr. in der Karl. Marx, Schule lAula). Neukölln. Kailer-Friedrich-Slratze 208—210 lZungfallen. Rote Fallen und Helfet), Uedungsimudr. Rcstfalkenkurius Montag, 0. Mar,. 20 Uhr, Wossertorstr. 9. Restfalleu-Flötenkurfus. Jeden Freitag von 17 bis 19 llhr Uebnngsabenb Gemeindeschole Kailer-Friedrich-Str. 4 kbermannplatz). Schlußtermin für An- Meldung Freitag, 13. Mar,. Wer noch einige Flöten ,um Preise von 6,80 M. taufen will, kann die Pestellung, bei Rudi Barihel ausgeben. Ktei» Wcdding. Alle Bastelarbeiten zur Ausstellung find am Donnerstag tu der Sprechstunde st>b,uliefern. Gruppe Rciuuleuborf.Ost. Montag, 9. Mär,. 20 Uhr. Elternabend in der Baracke Lindauer Strafte fZugendheim). Kreta Preu,lauer Berg. Mittwoch, 171 h Uhr, Kreisfalkenratsfitzuug Sonnen- burger Etr.' 20. Mittwoch, 18. Mar,, 18 llhr, tressen fich im Iuacndheim. Ebertystr. 12. Jung- und Rote Falten ,ur Vorbereitung der Maifeier der Partei.— Gruppe Bittor Adler. Rote Fallen: Dienstag Jehnmimuenreferat: Freitag Gefellichaitsfpiele.— Gruppe Friede. Eberl. Heim: Kastanienallee S1'32, 17—19 Uhr. Dienstag Besuch der Ausstellung �Schaffende Hönde". Donnerstag Rote-ssalken-Bastetabr>st>. Frritag Inngfalken-Kasperleabrnd.— Gruppe Frei. heil. Heim«onnenburger Str. 20. 17—10 Uhr. Heute bta llhr, Bhf. Schön- hauser Allee. Rote und Jungfalken ,ur Sprechchorüdung. Montag Bastei- nachmittag für alle. Mittwoch Rote Fallen sBunter Abend). Donnerstag Jung- und Restfallcn Brettspiele. Freitag in der Aula Singekreis. Kreis Friedrlchahain. Montag, 9. Mär,: Kreisturuabrna für Restfalken Tirrl.galle Schule Koppenstrafte. Dienstag. 10. Mar,: Kreishelferfitzung, pünit» lich 19 Uhr, im Seim Diestelmeyerftr. 5/6: anschließend Kursus mit Maria Loewenftein. Donnerstag, 12. Mörz: Sreiselterversammlung, 20 Uhr, im Heim Litauer Strafte:.Zehn Jahre Kinderfreunde." Ref.: Maria Loewenftein. Kreta Neukölln. Heute. Sonntaa, ist Heimnachmittag für alle Falken um 14tb Uhr im Heim Böhmische Strafte: Ausoeftaltung Gruppe Jungvolk. Am Montag, 18 Uhr. tagt in der Barocke Ganghoferftrafte der Fallenrat. Jode Gruppe muß verirrten fein.— Die Kreisfunktionäre kommen om Mittwoch ,u einer Sitzung(20 Uhr, Ganghoferstrafte).— Sinoeireta. Ab Mittwoch wird der Eingekreis wie folgt eingeteilt: 16—17 Uhr Nestfallen, 17—18 Uhr Jung- und Rote Falken. 18—19 Uhr Ehorardeitsgemeinschaft. Sterbetafel der Groß« Berliner Partei« Organisation 4. Abt. Genosse Robert Riftling, Waftmannstr. 11, ist»erstorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung Montag, � 9 Mär,. 13 Uhr, auf dem Andreas- Marlus-Friedhof. Hohcnfchönhausrn. Wir bitten um rege Beteiligung. 1 Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlio Swsendvnaen für dies« Xnbril am«> das JoftnötetnuxiM, 3erfiM 62B 68. tinDcnftraß« 3 heute. Sonntag. S. Februar. Heimabende: Willdenowstr. 8.— Hochplatz: W-vdenowstr. 3.— Wcdding Uhr.„Sowietruftland nnd wir." Referent: Daniel Broido. Berbebeziek Westen: Roie-Fallen�reften in der Jugendherberge Westend, Sportplatz. 8 Uhr..Kirche. Staat und Arbeiterklasse." Werbebe, irk Tempelhof: Sötzstrafte. 10 Uhr Werbebezirksmltgliedevoer. fammlung. Anfchliefteud Heimabend. Unsere Mädel haben das Dort. Werbebe, irk Lichtenberg: Heim Karlsborft. Treskowallee 44. 9 llhr Echnlungs- knrfus. Referent: Paul Bernstein. 19 Uhr eben dort offene Singt stunde. Weebebeziek Renkölln: Beranstaltuna im Siodttaal. Berqftr. 147.„Die Tot des Genossen Winiewski." Einlaß 191» Uhr. Besinn 20 Uhr. Eintritt 30 PI. Weetebe,iek Reiuickenborf: Tegel,«chöneberaer Strafte. 9 Uhr.„Die So- ,!aldemokrat!e oor und nach dem Kriege." Referent: Dan! Siebold. Mitglied»» bllcher mitbringen. ilbleilungsmikgliedewerfammlungeu morgen. 19% Ahr: Hansa« Bachum er. Str. 81>.— Moabit ltWäldensetstr. 2t.— Moabit Tt Lehrter Sta. 18—19.— Westen: Gcnthiner Str. 17.— P reu, lauer Borstabi: Gleimstr. 35. » Aenmvalbee Platz n: Raster.burger Eft. 18...Programm der RSDAP."— Faliplatz Ii Sonnenburoer Str. 20.„Die Stellung der Frau im Faschismuo." — Faltplatz II: Sonncnbnrger Str. 20.„Die Elemente der kapitalistischen Wirtschaft", M. Teil— Rardosten ll: Dan, iget Str. 62..Wirtschaftsdemokratie." — Schönhauser Borstabt: Sonnenburger Etr. 20.„Die Arberterbeweguna in Ungarn."— Stralauer Siertel: Doftlerftr. 61. Abeiisgemeinfchast.— Kalles»e» Tor: Porckstr. 11.„Wie ist das Leben auf der Erde entstanden?"— Liade». hos: Siedlung..Einführung sn den So,ialismus", II. Teil.— Zohauutathal: Raihaus.„Die Parteiprogramnie unserer Gegner."— Treptow: Arbeitsgemein. fchast. Wildenbruchftr. 58. Weebebe,irk Mitte: Landsberger Ekr. 50. Wanderleilerkonftren,. Werbebe,!e« Peeo, laute Berg:„Zlote Rotte" und interefsterta Genossen lSprechchsr). Schule Danalger Etr. 28. 'IJtffaiiüfipffjajinrK te.f B03a*f9n m fasta/t nordd ßporhetten a.*t5Pt Hq* vartengummtsd PaisnfschuU, Scfißaxtr fing er. 9 7 Mn&'tßfh+ffsbJfdL Gutachten ----- 1--- itMC- H. H T CM CT*3.'i=Jk hf*3M B 9 r/in S Mk* 60 A/axoncfrln�nstc 29a Ski Ziffer alm X Kraakeaacbeta. Wie enfstehf 'der Wäsche? Nehmen Sie zum Klarspülen der Wäsche immer einige Handvoll Sil, die Sie- kalt ■verrührt— dem ersten v armen Spülwasser beigehen. Dann geht das Spülen viel schneller. - Die Ursache ist mangelhaftes Spülen; eingetrockneter Seisen- staub, der im Gewebe verhlie- beo tot, verfliegt, wenn man die Wische aus dem Schränk nimmt und ansehuaderhrcitet. Und Sie haben immer mit wenig Mühe die schönste, gepflegte Wäsche! S W/uS BERLIN HAMB. URO ALTONA KÖLN ESSEN OOSSELDORP HANNOVER DORTMUND DU IS BÜRO MAGDEBURG FRANKFURT Vm WUPPERTAL BREMEN tPahr�asä� I9S1 Clewxd.xxiei allen freunden unseres HÄiises und denen, die es'werden'wollen Copurlght bu Kurt Lisser Reklame 1931_ NachdrucK von Wort und Bild verboten! KUfe! tiii&cecfiec! tu Setten-�ftS« B'i 0rn" b«" wurdet ninfwi" qjiotgcnftunftcn"n- b»ut.>" d-n„j, S»°us-nst» 7� wng.« � seinem tntwende« ioW"fL itTbiflfn DcsckM(Aon fo« Das gebart Wochen Programm. 80 lautete der Bericht einer Berliner Mittags- Zeitung über die allerdings wahre Begebenheit Und hier sind einige Anmerkungen dazu. So sagte z. B. Unser Verkaufsleiter: „Da sehen Sie ja, meine Herren, daB ich Recht habe, wenn ich Ihnen immer wieder sage:„Runter mit den Preisen!" Dann hätten auch diese Herren die Sachen bei uns kaufen können und nicht nötig gehabt, sie bei Nacht und Nebet aus dem Fenster zu holen." Unser Reklametncotn kratzte sich hinterm Ohr und meinte:. „Punnerlittchen! Etwa« anders hatte ich mir ja doch die Wirkung gedacht. als ich den Werberuf losMeQ„Gehen Sie zu C& A!" Die Herren von der Glas- und Einb ruch- Versicherung: (aber nein, die unparlamentarischen Ausdrücke befinden sich ja jetzt immer unter der Rubrik„Reichstag") Unser Chefdekorateur blähte sich etwas auf und sagte: „Tja. es ist eben, wie bei Wailace's Büchern, unmöglich, von meinen Dekorationen nicht gefesselt zu sein I" Unsere Privatsekretärin nahm zweifellos den eigenartigsten Standpunkt ein. die sagte naserömpfend: „Da sieht man doch wieder diese egoistischen Männer! Immer denken sie nur an sich selbst und überhaupt gar nicht an ihre armen Frauen, die zuhause sitzen und„nichts anzuziehen" haben!" Aber, verehrte Herren Einbrecher, das soll keinesfalls eine Aufforderung zum Tanz sein, Auch dann nickt, wenn wir in gewohnter Weise wiederholen: (das gilt nämiick nur für die. die manierlich zurTür hereinkommen und für die Ware, die sie mit- •nehrpeu, bezahlen, wenn's auch noch so wenig ist)—- FtenotMlstln oöer yausangestellte? Die Dahl zwischen diesen beiden Derufsarten wird mancher Mutter und manchem jungen Mädchen arge Kopfschmerzen machen.— Bietet doch die endlich wieder zu Ehren gelangte Hauswirtschaft ihren Bewerberinnen jetzt völlig neue Aufstiegsmöglichkeiten— vom Haushalt! ehrllng zur Hauswirtschaftsmeisterini Jedoch, wie der Entscheid auch ausfallen möge — nett und adrett angezogen zu gehen, wird sich im Berufsleben für bewe von gleicher Wichtigkeit erweisen. Unwillkürlich wird man von ihrem Aeu Heren Rückschlüsse auf ihr« inneren Qualitäten ziehen. Ein arges Mißverständnis wäre es nun. wollte«in junges Mädchen hierin eine Rechtfertigung übertriebener Eitelkeit und Putzsucht erblicken, denn ein anspruchsvoller Anzug wäre natürlich fehl am Platze. Auch hier ist der goldene Mittelweg der einzig richtige! Und diesen werden Sie' bald erkennen, wenn Sie einmal unsere enorme Auswahl an ganz reizen- den Kleidchen mustern. Wie rasch ist da das Passende für Sie heraus- efuuden: ein hübsches, modernes Kleid, in dem Sie nicht nur zweckentsprechend, sondern auch adrett und flott angezogen sind. Vor allen Dingen aber wird ein Besuch bei uns Sie davon überzeugen. . Hab Sie..sich Mia unnütz neben Ihren Berufs- sorgen auch noch Klei« dungssorgen machen. Unsere fabelhast niedrige« Preise werden auch Ihne» erschwinglich sein. Den Haushaltsanwär- terinnen seien noch besonders die buntfreudi- gen, sarb- und wasch- echten Zephir- und Kunst- seidenkleider empfohlen, die sich als unentbehr- lich erweisen werden. Hier ist z. D.«w solches Kleid au» indanthreu Sunstseiden-Belderwand. Mit flottqesustertem Be- (atz und Suopfgaruitur ist t* ein schmuckes Kleidchen. Die Faltenpartie und zwei Taschen machen e, der angehenden Hanswirtschaftdweisterw A80 besonder« begehrenswert. E» kostet nur m Klein, flehtet, an kleinsten, So thront sie ans einen Ohr. Sie ist aus modernen feinste» Geflecht. Born lugen Löckchen hervor. Und olle» de» blonden nnd. braune« Frauen steht sie ganz wundervoll, Ihr Preis ist— Sie werden staunen— 2.40— Ich sind« da» toll! E» handelt sich um«ine der hochnodernen Kappen— tiptop für die Uebergangszeit— au» leich- tem, hochglänzendem Geflecht mit Zfarbiger Rips- bandfchleije— und natürlich ganz gefüttert. Prachtvolle» Mode- Neid in eleganter Sa» sokforn. Cs ist aus Be» lautine hochschick kombiniert: reiche Ouetschfal» teupartie, oparteBegen- Kante, dazu die duftige Weste au« postellfardi- gen Kuustselden-Maro« eaw— und nn«) kostet doch nur ifetfe Jugendlich- flotter Frühjahrsnantel. Zu der neuen sportlichen Linie, in der taU- lenrgemäßen Ausstat. tung mit vier Tasche» und Rückensalten wird er Zhneo gut gefallen. Au» Phantasie-Diogo- ual.gnnz ousgu-zmz��. tem Futter nurz&d» Enfant terrible? .Pengel, wirst Du wohl aufstehen! In dem neuen, teuren Anzug auf dem Boden herum- zurutschen!� .Eiehste, Tante, daß er neu ist. das stimmt ja. Aber von wegen teuer?--- Ich habe doch gehört, wie Mutti gesagt hat, das wäre doch unglaublich, daß man einen so schönen Anzug soo billig bekommen kann!" Wie von jeher— daran hat sich nichts geändert! Wohl aber an unseren Preisen, die sind nämlich fest vorigem Herbst noch wesentlich niedriger geworden. Die entzückendsten Mäntel und Kleider für Ihre Mädels, flotte strapazier- fähig« Anzüge für Ihre Jungen»— eine wirk- lich kaum übersehbare Auswahl steht Ihnen zur Verfügung. Und wen« Sie z» uns könne«, werdea Sie sehr rasch da» Gefühl haben, daß Sle besser als bei»n» Ihre Kinder mit Kleidung nicht ver- sorgen können. 4 Alle t» dieser Seile enthaltenen Angebot« stehen Ihnen ab Mo»- tag früh bei un» zur Ber- sügung. Schriftlich« Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Lr!au»cKte5 vor umeren» Schaufenster Säumig:.Donnerwetter. Sie sehen ja aus wie ein Lord Sie waren wohl kürzlich am Großen Los beteiligt?' findig:.3 bewahre, habe ich eben fix und fertig erstanden. Was meinen Sie wohl, was solch ein Mantel kosten darf?'" Säumig.Lassen Sie mal fühlen. Auf Stoffe versiehe ich mich.— Großartig! PZirb schweres Geld gekostet haben.' Findig..So seh« ich aus. bei den Zeiten! Aber ich meine, anständige Kleidung ist der beste Kredit. Man wird immer ganz anders angesehen und viel besser aufgenommen.' Säumig:.Stimmt schon, aber das kostet doch allerhand!'' Findig:.Ja, wenn man nicht die richtigen Quellen kennt! Aber ich bin ein alter Praktiker!' 5änmiK.-.Ra. dcnij mal raus mit der Sprache. Wieviel und woher?" Findig(ichmunjclnd): .Natürlich hier, von E � A. Und gekostet hat er 3550. Da staunen Sie. gelt?" Genau so wird'» auch Ihne» gehe«. Auch St« «erde» staunen, wen» Sie wissen, daß Sie einen salchen Mantel t» Raglanfarn au» blauen Gabardine— sehr gute.ichwcre War« in reinen Kammgar» — und ganz auf Karo- Kunstseide--»»«o schon für S9 bei nn» belomme» können. . Und so ist's mit allen Sachen bei uns: gut in der Qualität, ebenso in der Berarbeiwng, tadellos im Sitz und unerhört niedrig in Preisi Wenn Sie sich bei uns etwas kaufen, werden Sie Ihre Freude daran haben und«In Klei- dungsstück besitzen, das allgemein weit teurer geschätzt wird, als es tatsächlich kostete. Kennen Sie den? Zwei Männer stehen in der Haustür und stemmen sich gegen ein Klavier. Schieben und schieben Das Klavier rührt sich nicht. .Zwei Mann sind zu wenig", sagt Hacke, der vorbeikommt, zieht seinen Rock aus. und alle d«i schieben und schieben Zwanzig Minuten lang. .Rein", schüttelt schUeßlich der eine den Kopf. .so kriegen wir das Klavier niemals hinein" .Wieso hinein", fragt« Hacke und wischt sich den Schweiß von der Stirn,.ich dachte, es sollte heraus?" Harra», bzw. Knabco- Klddaug in den beiden Ondiliffep: VOnigstr./ Chatuseolr- Oraniemtr.40 Am Otaaianpiatt Chautfeettr.il 3 KönisrtraOe 33 6« 1*1 St«iiib o> Baswo« /ünBaiinbofAleiaaaarMtt 9. Reichs-Gastwirts-Messe u. KOCHKUNST AUSSTELLUNG BERLIN 1931 14.-19. Marz Aatttailiinstliallan • m Kalzardamin Geöffnet 10—20 Uhr, Eintrittspreis RM.1,50. Tfiglich ab 15 Uhr PREISWETTKOCHEN «n 2 5 0 Herden Führende Berliner Hotels, Restaurants, StadtkOchen, Kuchenmeister und Köche stellen durch fast taglich wechselnde Schaugerichte die Leistungsfähigkeit und internationale Geltung der Berliner Küche öffentlich unter Beweis Die 6 Tage für die Hausfrao Jeder Tag ein Ereignis Sonnabend: ELITE- ERÖFFNUNGSTAG OHNE PREISAUFSCHLAG Sonntag, 3. 3 Staats-Oper Unter d. Linden ISS. A.-V. » Uhr Eine Nadit in Venedig WxitnH Mi Inth- ttwirairt MzvtlI Endet2£|»Ulw staats-oper ig um jo iwkh. 7. R,-6 » Uhr Berlatiiira Nills OtlhiH. Kirtf»»iiüll Ende 22'» Uhr Sonntag, g. 3. Stadt oper Bismarcksti- Turnus IV Wh Uhr. Don dovannl Ende Z2'h Uhr Sinti. (ra'rttinm.Tjitt; 162 A.-V. 2» Uhr Wilhelm Teil Ende g 22V» Uhr Mi.MlZt'MMMW. IS Uhr zu besonders ermäBIgten Preisen 100000 Taler zo>/« Uhr Dia bkihnng to Frdyi Fistun _ Ende gegen 22� Uhr_ WinNäi. 'Carlen- 8'311h. latr. 2111 ImdinirUU. Intan Coliln. __________ ii«f. 4 nutinu. Rirsliwui's. SornnDts usw. Riat« 2 verstenunijen i und 8» Uhr. 4 Uhr kleine Pr ■ysuj ran». laut vtrkniii Täfll. S u.«1» Sunt. 2.»».«» E 4. Alex. 8066 Nehm. 60Pf.—1 M., ahd». 1-2 H. Bu-Bu Peter Plet, Das Original Raymonde Rlon, UidiBiiurtttt u». av» ubr CÄSlNü-TllEATER Lothringer 5 trabe 37. • 1 1 1 ifUttHi i n i tnii i it ii 1 1 1 1 1• 1 1 1< i ii ntnt(nmiinimii HtmitninMnni Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager o fliese senwiegenUter Dazu das neue Mtr;• Prograntai! ünlecbeln 1-4 Personen Fauteuil 1.33 M., Sessel 1.73 M. Sonstige Pr. Parkett 73 PI. Rang 60 Pt. Täglich 6.15 DAS BLAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J, OFFENBACM THEATER IM ADMIRALSPAIAST TolksbOluie PmtraniflrylilL 3 Uhr Das lifintermarclißn 8 Uhr Sans Albers in Uliom VorstadtJegende von Franz Molnar Sinti. kbilltr-Th. 8 Uhr OlBBekeknag des Predys Pisioro ThBsnram stntnDauBrtamm 8 Uhr Der Domptenr Piscaicr-Batine (Wallner- Theater) Ale*. 4502-93. Täglich SV», u. Sonntag ZV: Uhr Cyankall von Fr. Wölk. Rlr Ibp nsiwleirtmg: Or.-SwsilslalttirarJK. Parteil-F.„4.2, .,. Z. 1.50 Btn;. 2« 1 1L DMHtt Tleatet 8 Uhr Der Haoiitmani vooKOpeiidi V. Carl Zuckmayer »qit: Hein üitjwt Kammcrsplele 8V« Uhr: Parltar Platz 13 von Vlckl Baum bfli; Eatit Sräaitm Die KotnOdle S>ü Uhr Die Fee m Franz Molnar hgä: SWm Htdc Kartflrstendaaui- Thealar Bismarck 449 J�SUhrJ Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Hu Pratanll Kleines Theat. Täglich 8V» Uhr liebe nnmodera Grete Reinwald Will Kaufmann, Heinz Mubertanz. Sonntag, 5 Uhr t x Ist keinmal. Kl. Preise 1-4 M. 1 DikMÄt-MM ntattrli der ätrescBonslr. SV» Uhr Amphitryon 36 Komödie von Jean Clrandoux Inszenierung: Victor Barnowskj Kemödlonhaue 8>/» Uhr Eine KCRigiichc Famliia ROSE THEATER Grohe Freaktnrler Strohe 182. U-Bahn Strausberger Platz Telephon: Alexander 3422 und 3494 taiityi: >2 8> Ir.uol loiMwlaj bis Pteilag: FT? 44 8» Operette von Kdlman Regle; Paul Rote 13»»-' Kraule Aa«e I.«L KilelraOe Tänze: Georges Blanvalet Ahendprelec von 40 Pf. W» S M. Stäglger Vorverkauf: ll— 1 u 4— 9U. A usnahme-Guf schein für die Leser des .Vorwärl»' Güllig nur am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 53 (Die unwiderruflich vier letzten Aufführungen von:.Das Parfüm meiner Frau* Für 1— 4 Personen. — 1. Rang-Batkon SO Pf - 1. Parkett-Sessel 73 Pf. - Orch-Sessel od. Log. 1 M. Name: Wohnung; Der Gutschein ist von heute an täglich von II— 1 und 4-9 Uhr an der Tageskasse einzulösen Bitte AnwcbBeldeal äetfgSS Der ieuWll«1 2« menget. 6»-�« hrin�n ttxt Rl � zutztTTerkauA aUf GWer-Hojbg*» TenSSekoro«?�� Y« Ss&s«5�60 tgmtip Tischen Karstadt U-BAHNHOF HERMANNPLATZ• OER K ARSTADT-EAHNHOP GROSSES SCHAUSPiELHAUo Tägi. 8 Uhr. Im weissen MUL Stg. nachm. Z Uhr Originalbesetzung billige Preise. Regie: Erik Charell. Tlgl 2 Vorst,— Tel.Weldendamm 3m aaehrn. 4K Uhr; SO Pfg�-I So Mk. abenda SViUkriSO Plg— 3�- Mk. |SraBtags3Vi)rst.;2t|2,5D.S1|2U. Ein Klasseprograinml Relchshaiien-Theciter Bult Mnittis mn ajd Utnili|T1 Ohl Slettiner sanger „Dte Ttra.er am üem lliuuocnoi** Preisabbau bei de"tettlaer, auch Sonntag abend Nachm. ermäBigte Preiset Dönhoff- Brettl: Heute verstärktes Progr.! Anfangs": Wer haf S(oH? Wir fertigen eleg. Anzug und Mantel für 29 M. mit uns. sämtl Zu aten, Rod- baarverarb� tadellos. Silz. Aus unseren Stoffen t5 M. MaOat«l:er„Chic", OranienstraOe 85, PotsdaBer Str. 48 a, Eisgang Stagtltzar Str. Frankfurter Allee 39, Turmttr. 70 n. Bad Altbalde ctiefarzt Prot. Dr, Emst Neissei (bisher Stettin) Klinisch geleitete Kuranetalt Ken- uil GeläBleidei, BlvtkruUeitn Basedow, Zuckerkriikbelt snr. Eigene Sprudelb3der im Hause Diätkuren Perniprecber 216 Prospekt« kos tcoloi meiropoMrigater Täglich 8"» Uhr Das Velldien y Montmartre Operette v. Ka'man Eina Muar, Agni Aiiitn, Kail lOkan, Bim. Waldenar a. G., Ergu Bos.g als fiast Sonntag 4 Uhr Kleine Preise. Der Togemandler. lüM-IdM Täglich SV« Uhr Die schöne Alexandra Loiaff. Sdialhrtf, Fui resjunuai, Mi Sonntags 4 Uhr Kleine Preise fiktoria Bad ihr Hra Wir hrtt-G•hnaw AnzOge und Mantel an« aütiebrzcbtea ftoffes für M ZS. ____ eiofeblieölidi •imtliebea ZntatRn— T«d«llo«er Sitz— RoBkEErrerzf ball bbc Aus aaa Stolle». Mark RR HerrenUeider-ABlerfiftflil hgr 111« Oebr. Piket Sejr. m> Klontemtraße 66 lertnwtKS Moabit: Sellngor Sind«• Fruikfurtor AN«, 884 Augiburgtr StrtC» 43 Elngtng Paplorgetchlft ---- Chiuisoutrat« 47. Luden OborsobdiKwild«: SlamonutrU* 14 Kaukdln: PflOgirslral«»S Tagk: BrunowttraSo 48. Tomabihot: KzlMrln-Auguitb-ttr. 71 Otlon: WuIm: Oper «V, Uhr Klein« Preise. Pcpplna Robert Stolz Rose- Theater ir.rmktutir ur.U2 Tel. Alex 3422 0 3494 2JB. 5-45 und« Uhr Die Faschingsfee LMttpMihaiis Kurt aotz Täglich S'v Uhr Oer mgner u. die nenne MLVetteQi Täglich 8V« Uhr: schon ist dts weit Franz Lehärs Operetten-Erfolg Sonntag,nachm.>?3 billige Preise SdifiB ist die Veit Nooes Theater »Bam Zoo— tagHaLZu S9LS55« Täglich SV» Uhr EBunfStnrBa.G. HalHornbdie nuttic Musik. Komödie v. UllSSBlBTLWSljPtdttT iatc-S«Bdcr bttbon. Rr. I Tdat.H'.vb: Der iBKtlKotr Abend I Sorntag» iKbn.3V,tlir «rBllfttl«. Unserer beutigen«ulloge liegt ein dimleev her Ztreta Uarna. TMs, Berlin' betr. Modenbut-AnMlcUungra, bei. woraus wir unsere Leser beleubers hlnwelfee' ?!r.» 4S. Jahrgang ��6 ��OVtöOt�� Gonniag, 8 März �93� Feierschichten und Lleberstunden. SSV Eisenbahner verklagen die Reichsbahn. Die Rcichsbahnverwcütunq hatte bekanntliä) mit den zuständigen Ecwcrkschosten über eine Arbeits st reckung verhandelt. Die Derrvaltung hatte vorgeschlagen, für die Arbeiter in den Aus- besserungsrverlen und in den Bahnmeistereien in jeder Woche eilte Feierschicht einzulegen. Dädurch wäre die tarifliche 4S-Stundcn- Woche auf 40 Stunden verkürzt worden und den Arbeitern wäre jede Woche ein voller Tagclohn verloren gegangen. Die Vertreter der Gewerkschaften koiliifen sich mit diesem Vorschlage nicht ein- verstanden erklären, da der Lohnverlust für viele Arbeiter untragbar ist. Gibt es doch in den Bahnmeistereien Arbeiter, die mit einem wochenloha von l8 Mark nach Hause gehen müssen. Don diesem hungerlohn noch etwas cinzirbühen, das durfte den Arbeitern nicht zugemutet werden. Arbeitsinangel bestand nicht. Wenn auch in einzelnen Betriebs- teilen die Arbeit knapp war, so gab es andere, die die 4?-Shmd«n- Woche erheblich, manchmal bis zu 54 Stunden, ausdehnten. Nach der Uebcrzeugnng der Gewerkschaftsvertreter hätte sich hier ein Ausgleich schaffen lassen, der für die Arbeiter einen wesentlich geringeren LoHnausfoll zur Folge gehabt hätte. Die Gewertschafts- Vertreter, in der Absicht, eine für beide Teile annehmbare Der- stäitdigung herbeizuführen, waren bereit, der Einlegung von sechs Feierschichten in der Zeit vom 1. Januar bis ZI. Mörz zuzustimmen. Die Der- waltung der Reichsbahn zeigt« aber kein Entgegenkommen, sondern beharrte auf ihrem Borfchlag«. Die Reichs bahn Verwaltung hat darauf diktatorisch bestimmt, daß die Arbeiter vom 1. Januar bis Zl. März jede Woche eine Feierschicht mit ciü- sprechendem Lohnabzug zu machen haben. Gegen dies diktatorische Vorgehen haben die Arbeiter die Hilfe des Arbeitsgerichts angerufen. 680 Arbeiter traten als Kläger auf. Sie wurden vertreten vom Einheitsverband der Eisen- bahner, von der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und vom All- gemeinen Eisenbahnerverbond. Die Kläger fordern Zahlung des Lohnes für zwei bisher von ihnen gegen ihren Willen gemachten Feierschichten. Sie berufen sich aus den Tarifvertrag, der bestimmt, daß die regelmäßige Arbeitszeit täglich 8 Stunden, wöchentlich 48 Stunden betrögt. Eine von der Verwaltung eigen. mächtig vorgenommene Verkürzung der Arbeitszeit fei ein Verstoß gegen den Tarifvertrag. Der Vertreter der Reiihsbahn incinte dagegen, durch die tarif- liche Bestimmung über die Arbeitszeit sei nur nach oben, aber nicht nach unten«ine Grenze scstgelegt. Demgemäß sei nur eine Heber- schreitung. aber nicht eine Unterschreitung der 48-Stunden-Woche tarifwidrig. Nachdem die Prozeßoertreter mehrere Stunden verhandelt hatten, wurde die Urteilsverkündung auf den 11. März festgesetzt. Die Sache mit den Kartoffelpreisen. Oer Großhandel will billiger— arbeiten lassen. Wie im„Vorwärts" seinerzeit ausführlich berichtet wurde, hat der Reichsarbeitsminister die Allgemelnverbindllchkeit des Lohntarises für die Arbeiter im Berliner Sarkofselgroßhondel ausgehoben mit der Begründung, daß es nicht vertretbor sei, „einer kleinen Gruppe von Arbeitnehmern Arbeitsbedingungen zu sichern, die eine Sonderstellung gegenüber und auf Kosten der übrigen Arbeitnehmerschaft bedeuten". Die Berliner Kartoffelgroßhändler haben jetzt diese unoerhüllte Aufforderung zum Abbau der„hohen" Löhne ihrer Arbeiter auf- gegriffen und dem Gesamtverband den Lohntarif zum 31. März gekündigt. In den Verhandlungen hatten die Herren die Stirn, den Kut- s ch e r n einen Abbau ihrer Löhn« von 68 auf 40 Mark und den Kraftfahrern von 78 auf 40 Mark anzubieten. Außerdem oerlangten st« die Beseitigung des Ueberstundenzuschlages, eine starke Einschränkung des Urlaubs und die unentgeltliche Pferdepflege durch die Kutscher an den Sonntagnach. Mittagen. Bisher erhielten die Kutscher für die Pferdepslege an den Sonntagnachmittagen pro Pferd 50 Pfennig, mindestens aber 2 Mark für den Nachmittag. Die Arbeiter des Berliner Kartoffelgroßhandels nehmen heute Sonntag zu diesem Anschlag der Unternehmer auf ihr« Existenz- beding ungen Stellung und werden im Einoernehmen mit ihrer Branchenleitung d i e Beschlüsse fassen, die zur Abwehr dieses im- goheuerlichen Vorstoßes notwendig sind. Ob und inwieweit die Herren Großhändler mit ihrem schweren Verdienst heruntergehen wollen, hoben sie noch nicht verraten. Sine Abrechnung der Steinarbeiier. Sie haben von ver?iGO. genvg. Einen sehr interessanten Verlauf nahm die Generalversammlung der Berliner Steinarbeiter im Gewerkschaftshaus. Prof. Dr. Nöl- ting schilderte in einem sehr lehrreichen Referat die Auswirkungen der letzten Reichstagswohlen auf unsere Wirtschaftslage. Durch den Zulauf der an der kapitalistischen Wirtschaftsweise irre gewordenen Wähler zu den extrem rechts, und links,.revolutionären" Parteien I wurde das Vertrauen des Auslandes zur deutsche» Wirtschaft unter- graben, und statt der den Nachläufern der Nazis versprochenen Hebung der Wirtschaft trat eine weitere enorme Berschlcchlerung ein. Ein Appell an die Vernunft der Arbeiterschaft schloß die mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Vortragenden. In seinem Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr legte der Vorsitzende N i t s ch e ausführlich und ichsrzeugend dar, daß die Organisation alles versucht hat, um den Arbeitslosen in jeder Weise zu Helsen, sowohl durch Arbeitsbeschafsung wie durch direkt« Unter- stützung. Im letzten Jahre wurden für Erwerbslosen-, Weihnacht--, Sonder-, Invaliden- und Notsallunterstützung insgesamt 76 950 Mark ausbezahlt, und dos bei einer Mitgliederzahlvonrund2400 Mann! Den Versuche», den Erwerbslosen praktische Hilfe zu bringen, Hot die RGO. direkt entgegengewirkt. Das beweisen ins- besondere die Vorkommnisse bei der N o r d s ü d b a h n(siehe„Vor- w ä r t s" Nummer 97), wo die Einführung der 40- S t u n d e ,r- W o ch e und damit die Einstellung einer Reche Arbeits- loser durch den Leiter der Bertiner Stcinarbeiteroppositwn. den Steinsetzer Anders, verhindert wurde. Dieser„revolutio- näve" Akt löste in dem überfüllten Saal berechtigt« Entrüstung aus. Der Versuch eines kommunistischen Redners, diese schofle Handlungsweise noch zu verteidigen, stieß auf den heftig- stcn Widerstand aller übrigen Diskussionsredner. Der Erfolg war der, daß auch dieser„Revolutionär" nachher bei der Abstimmung über die Dertrauensfrage für die Angestellten und bei der Bestätigung der Wahlen des gesamten Oxtsvorstandes nicht mehr den Mut aufbrachte, dagegen zu stimmen, so daß eine einstimmige Wiederwahl zu verzeichnen war. Die S t e i n o r b e i t e r Berlins haben damit erneut be- wiesen, daß sie nicht daran denken, gtwerkschrjtlichen und politischen Hanswürsten zu folgen, sondern fest und treu zu ihrer Or- ganisation stehen. Moskauerei. Bei den Handelsarbeitern verfängt sie nicht. Tlle letzte Jahresversammlung der im Gesamt verband organisierten Handelsarbeiter beschäftigte sich neben dein vom Branchenleiter Genossen P o l l m« i e.r erstatteten Jahresbericht auch mit der Lohnbewegung im Berliner Einzelhandel, die durch einen verbindlich erklärten Schiedsspruch beendet wurde. Eine große Anzahl von Betrieben, danmter auch Mitgliedsfinnen des Arbeitgeberoerbandes, hat den Lohnabbau nicht mit», gemacht, also mehr Verständnis an den Tag gelegt als die Scharf- macher im Arbeitgeberoerband des Berliner Einzelhandels und des Berliner Schlichtungsausfchusses. In der Diskussion zu dem Referat des Reichsfachgruppenleiters der Handelsarbeiter, Genossen Schreiber, über „Die Einheil der Gewerkschaftsbewegung" wollten einige RGO.-Anhänger für Sowjetrußland eine Lanze brechen. Sic stellten u. a. die naive Behauptung auf, daß die deulfche,, Industriellen Borfig. Poensgen usw. hauptsächlich deshalb .•'J "M Nirgends besser und blinder Veraleiche bringen es an den Tag W .. n. O" �- - � Nrv: N.* V *>. vx ..>\' -N * // ///' i'', iksT1* o*%..> vW N.» /■///////■' V>'ö\\\\ � Prüfen und vergleichen Sie Leiser-Schuhe mit anderen. Nirgends werden Sie so schöne Schuhe, bei gleich guter Qualität, billiger kaufen können. Leiser-Schuhe haben vorbildlichen Sitz, besonders gute Passform und sehen immer elegant aus! Versand darth Zentrale Leiser, Berlin SO I*, Sehmidslr. 24.25 Berlins arösstes Schuhhaus iwch Nußland gefahren sind, um dort„jSi« sozialen Einrichtungen" zu studieren. Von den„reformistischen" Bronchenonzehörigen wurde den Moskausüngern entgegnet, daß die deutsche Arbeiterschaft nur wünschen könne, daß dies nicht der Zweck der Reis« der deutschen Industriellen sei, weil sonst noch ihrer Rückkehr das Schlimmste für die deutsche Sozialpolitik zu befürchten sei. Genosie Pollmeier ging nochmals auf den von der RG£t „geführten" Streik bei L e i s e r ein und in Verbindung dmnit cirf die oon der KPD. und ihrer SR(30. ausgestreuten Verleumdungen gegen ihn und die gesamte Branchenleitung. Er erklärte dem fonu munistischen Reichstagsabgeordneten T o r g l e r, der für einen dieser verlogenen Artikel verantwortlich zeichnete, als einen gemeinen Ver- leumder, um ihn dadurch zu zwingen, für seine Aehaupwngen den Wahrheitsbeweis zu erbringen. Trotz der üblen Hetze der NGO. gegen die Branchenleitung der Handelsarlxiter im Gesamtoerband wurde sowohl der Genosse Poll- meier als Bronchenleiter und auch die übrigen Mitglieder der Branchenleitung einstimmig wiedergewählt. Kampf der Maßschuhmacher? Im Tarifstreit der Berliner Maßschuhmacher sind direkte Verhandlungen gescheitert. Die Arbeitgeber haben nun den Schlich- tungsausschuß angerufen unter Wiederholung ihrer bisherigen An- träge auf Lohnabbau von 16 bis 2 4 Prozent. Bisher waren all« Mitglieder des Arbeitgeberverbandes in der 1. Lohnllosse. Jetzt wird verlangt, daß fünf Geschäfte in die 2. Lohn- klaffe versetzt werden. Die Inhaber dieser fünf Moßgeschäste sind scheinbar der Meinung, daß sie das Handwerk mit zweitklassiger Arbeit retten können. Di« Arbeiter vertreten dagegen den Stand- punkt, daß die Äundschost nur mit bester Arbeit befriedigt werden tonn, denn Durchschnittsware erhält sie genug in den Schuhwaren- lüden. Die Maßschuhmacher treffen sich mn 12. März bei Petran, Schlegelstr. 9, wo sie ihre Karnpsmaßnahmen beschließen werden. Die Herausforderung dick Arbeitgeber fall mit den schärfsten Mitteln zurückgewiesen werden. Holzarbeiier, geht zur Ltrwahl! Am Dienslognachmitkag zwischen 4% und 7 Ahr muß jeder Holzarbeiter in das Stimmlokal seines Bezirks zur llrwahl gehen und seine Stimme für die an der Spitze der L l st e flehenden Kandidaten abgeben! 4,Sv bis 2,50 Mark weniger Lohn. Der Schiedsspruch für die Wäscheverleihbetriebe. Für die gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Großwäscheverleihbetriebe hat. der Lohnabbau, ! ammissar, Gewerberat Körner, einen Schiedsspruch gefällt, der wie fast alle seine Entscheidungen der letzten Zeit den Wünschen der Unternehmer weit entgegenkommt. Die Unternehmer verlangten einen Abbau der Löhne des Innenpersonalz um 15 Proz. und des Außenverfonals um 20 Proz. Dar Schiedsspruch sieht in zwei Etappen im Endeffell eine Kürzung. der Lohne der über 23 Jähre alten Mitfahrer mn 450 M. pro' Woche und der Kutscher und Kraftfahrer um 7,50 M. vor. , Daß Herr Gewerberat Körner sich bei. seinem SchiÄisspruch nicht von den ihm zu hoch erscheinenden Berdiensten des Fähr. Personals hat leiten lassen, sondern die Generallinie des Reichs- orbeltsmimsteriuws einhält, beweist die Tatsache, daß er auch die Lahne der sehr gering bezahlten Arbeiterinnen um etwa 6 Proz. verkürzt wissen will. So sieht der Schiedsspruch z. B. für die Arbeiterinnen. SR ä h e r i n n e n usw. einen Abbau des Stundenlohnes von 52 auf 5Z Pfennig vor und für die Plätterinnen von 64 auf 60 Pf. Obwohl die Stellungnahm« beider Parteien zu dem Schiedsspruch noch aussteht, kann schon mit Bestimmtheit erklärt werden, daß das fast restlos organisierte Fahrpersonal kampflos keinen Lchnabbou hin- nehmen wird. AfA-Kunktionäre der Meiattindustrie. Wie bereits bekannt, hat der Verband Berliner SNetallinduftrieller den Gehaltstarifvertrag zum 31. März 1931 gekündigt, worüber am Mituvoch, dem 11. März, verhandelt wird. Zur Be- richterftattung und eventuellen Beschlußfassung haben wir für den gleichen Tag, für Mittwoch, den 11. März, 19% Uhr, (7% Uhr), im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, großer Saal, eine AfA.-Funktionär»Versammlung angesetzt. Wir erwarten, daß bei der Wichtigkeit der Tagesordnung alle AfA.-Funktionäre bestimmt erscheinen. AfA..Melall.Sartell. Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groh-Berlin. G o t t f u r ch t. Lange. Deutscher Werkmeister. verband. Jäger. Bund der technischen Angestellten und Beamten. G-ü n t h e r. Aschinger-Belegschast gegen �GO. Durch Schaden wird man klug. Am Donnerstag nahm die Belegschaft der Aschinger A.-G. im großen Saal des„Hackeschen Hofs" den BerichtdesBetriebs- r a t s vmn verflossenen Geschäftsjahr entgegen. Aus dem Bericht geht hervor, daß die Beleafchoftsziffer von 3800 gewerblichen Ar- beitern auf 3060 zurückgegangen ist. Eine ganz besondere Leuchte muß das RGO.-Betriebsratsmit- glied Bollert gewesen sein. Er wurde fristlos entlassen, weil er des Öfteren fein Fernbleiben oon der Arbeit mit falschen Angaben entschuldigte. Beim Empfang seiner Papiere unterschrieb er eine Ausgleichsquittung und entschuldigte sich nachher damit, daß es im Personalbüro so dunkel gewesen sei. Die Bqlegschoft scheint von dieser Sorte Bctriebsratsmitglieder die Nase voll zu haben, denn ohne Diskussion, also mit Zustimmung der an- wesendcn bisherigen Anhänger der RGO., wurde folgende Resolu- tion angenommen: Die Versammlung der Handwerker und des Fahrpersonals der Aschinger A.-G. nimmt in schärfster Weise gegen die Spal- tungsversuche der RGO. Stellung. Die Versammlung ver- urteilt das Vorgehen der RGO. um so mehr, da es ein dringendes Gebot der Stunde ist, eine geschlossene Abwehrfront gegen den Vorstoß der Unternehmer für Abbau des Lohnes und Mantel- tarifs zu bilden. Rur eine restlos organisierte SSeflegschaft kann sich dagegen zur Wehr setzen. SRur eine große Organisation, wie es die freien Gewerkschaften sind, können gegen diesen Generalangriff der Unternehmer Stellung nehmen. Die Versammlung lehnt daher diese verwerfliche.Handlungsweise der RGO. ab und stellt sich geschlossen hinter die freien Gewerkschaften. Für die bevorstehenden Betriebs- ratswahlen beschließt die ZZersammlung, m»r für eine frcigewerk- s ch a f t l i ch e Li st e zu stimmen. Die Lohnkürzungsseuche. Auch die Ziqarreafabrikanten angesteckt. Wo alles auf die Lohne drückt, glauoen auch die Zigarren- fabrlkanten nicht zurückbleiben zu können, zumal die Arbeitslosigkeit unter den Tabakarbeitern ihnen die Gelegenheit günstig erscheinen läßt. Die Herren haben bei den Verhandlungen in Hamburg ein« Herabsetzung der Bezirks- und Ortszufchläge, eine Kürzung der Reichsgrundlohne für eine Reihe von Arbeiten und von den in außerordentlich komplizierter Form zu errechnenden Gefamckohn einen Abschlag von 12 bis 14 Prozent gefordert, wobei Lohnkürzungen von 12 bis 48 Prozent heraus- kommen. Die Vertreter der Tabakarbeiter lehnten ab. Die Tabcckarbeitervsrbände werden fetzt den Reichsark>eö?> minister um Bestellung eines Schlichters ersuche». Sie rechnen dabei darauf, daß die Reichsregierung, die durch ihr Tabak- steuergesetz die Zigarrenarbeiterschaft so schwer heimgesucht hat, dem Lohnabbauwahnsinn der Zigarrensabritanten Halt gebietet. Was die Ziaarrenfabrikanten oerlangen, ist Wahnstirn, denn man muß bedenken, daß der Durchschnittsverdienst eine» voll- arbeilers in der Zigarrenherstellunz noch nicht einmal 1700 Mark im Jahr erreicht. Aussperrung in Dänemark veriagi. Kopeuhagen, 7. März.(Eigenbericht.) Die Aussperrung von 50 000 Arbeitern, die von dem dänischen- Arbeitgeberverband für Montag angedroht war, wurde durch ÜZermittluirg des staatliche» Schlichters bis auf weiteres ver- schoben. Der Dänische Gewerkschaftsbund hat dem Arbeitgeber- oerem mitgeteilt, daß eine Aussperrung unter Umständen mit S y m- pathiestreits beantwortet weide. Die Aussperrungsandrohung umfaßt die ganze Eisenindustrie mit 32 000 Arbeitern, 1400 Arbeiter der Zementindustrie, 1100 der Zuckerfabriken, 3500 der Schuhwarenindustrie, 4100 der Holzindu- strie und 5700 der Kalk- und Ziegeleiwerke. Di« Unternehmer haben angekündigt, eventuell alle Arbeiter auszusperren. Die Bemühungen des Schlichters, eine Berftändigung herbeizu- führen, stoßen auf starken Widerstand, da die Unternehmer bis jetzt an ihrer Forderung auf Lohnkürzung bis zu 25 Prozent festhalten. Di« Arbeiter verweisen cmf die Jahresabrechnungen der Unternehmer, die ausnahmslos günstige Ergebnisse für 1930(Dividenden- ausschüttung von 6 bis 10, ja bis zu 20 Prozent) ausweisen. Die Reichsgewerkschafl Deutscher kommunolbeamlen veranstaltet zu Dienstag eine Protestkundgebung(näheres siehe Inseratenteil) gegen die Anforderung des Oberpräsidenten. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste arbeitsrechtliche Informatiansabeud kfit Pctriebsräte ist am Diensiaq, dem 10. Mae,, 19 Uhr. im Saal 5 des Scroerkschaftshauses, Enacl- uker S4— 2b. Besprochen werden orbeitsrechtiich« stragen, i»sl>eson0ire leHl- iirstan-Iichc EiUscheidunaen. steder Betriebsrat bat die MLakichkeit von sich aus ffraaen ,u itcllcn b,w. praktische gallc Uhr, in den Residenz- scftsälen, Landsberger Str. 81. Tagesordnung: 1. Das BrteiebsrätcacseN und seine Anwendung. Referent: stollge kuhcbach. 2. Wahl der Delegierten zur Senergloersammlung. 3. Mitteilungen und Perschi ebenes. Rur Mitglieder. welche mit ihren- Beiträgen nickt über 4 Wochen im Rückstand« sind, haben Rulritt. Die Braachenkomneission. Gewerkfchafis-Iusend Verlin Leute. Sonntag. Sstkecis: 19 Uhr Jugendheim Diestelemeperstr. Z. ssilmabend.— Rordlrei«: 19 Uhr Iuaendhaim Pankow. Oilrschfte. 14. »Sin Blick ins dritte Reich."— Rordwestkrei«: 29 Uhr Jugendheim Spandau. Eeeburger Straße, lsilmabend:»Rm Sonnenland Brasilien".— Söd. »st: Wir gehen zum ssriedhof der Märzgefallenen. Treffen 10 Uhr vor dem kewerkschaktshans.— Ingen dqruppe de, Deutsche» Betleidungsarbeiteroer- band«,: Besichtigung des Pergarnon-Musrums. Treffen 19 Uhr S-Bahnhof Börse.— Iugendgruppe de» Berbardes der Nahrungsmittel, und Geträn!«- arbciter: Bestchtlguna des Dückerkundemuseums. Treffen 10 Uhr Prinz-Albrecht- Ecke Etresemannstrasie.— Morgen, Montag. Wanderleiter. Sursn«:»Augen auf". 1S% Uhr Saal 8 des Eewertschaffsbauses. Snaakufer 24—2?.»Lngienisches beim Wandern." Referent: Stadtarzt Dr. Leinz ikranzmepsr. .�upendorupve des�eplra'vertandes der AnaesteNten Äeuts, Som'äg.'' Toirlitaasveranlickltmioen' im Jugendheim TMkrr- Straße 4—5, von 18 bis 21% Uhr. Jugendheim Lehrter Str. 18— 19, von 18 bis 22 Uhr. Jugendheim Charlottenbura. Ballstr. 76. von 18 bis 22 Uhr. Jugendheim Lorgingstr. 19. von 18 bis 22 Uhr. Jugendheim Rowames. PriesterNrahe, von 1» bis 22 llhr.— Morgen, Montag. Wedding! Zugsnt- deim Turiner Ecks Seestraße. Bortrag: �affeerlsbniffe in Belgien und ffronff «: Wilhelm Lewinski.—_«rig: Städtische» Ingendhei« Mat. reich". Referenr: hau»). Diskusstonsabcnd über J ragen unserer Berliner Jugendarbeit.— Urban: Jugendheim Lobrecht- Ecke Sanderstraß«. Bortraa: �Zie wollen die Zugend drillen".(Arbeitsdienstiahr.Z Referent: Georg Leilbrunn.— Weihen se«, Ig-. gendheim Pistoriusftr. 24. Liederabend.— Karten zur Zügen kworstellung de: Bolksbühnc am 22. und 29. März sind zum Preise von 59 Ps. im Jugend- sckrewriat zu haben. fMe März spätestens Anfeng April verlegen wir unser Geschäft und unsere Fabrik von der Leipziger Str.9? nach Charlottenstr.2? Ä�onLIÄfrQa"le Die bedeutende Ersparnis an Spesen ermöglicht einen erheblichen Preisabbau. Alle Waren sind milden bisherigen deutlich sichtbaren Preisen versehen.Wrgewähfenaufifiese Rabatt Men-Uhren-Gold-iiSillieiwalen LeiDZi8erS)r.971iöniost[3flE In der Jiierlieitsdasse" d«r Mode befinden Sie sich, wenn Sie uns besuchen, um Ihre Frühjahre-Einkäufe zu machen. Unter der sachkundlfen Leitung unsere« geschulten Personale werden Sie aus der Riesen-- fülle vorzüerllcher Waren bestimmt das Ihnen Fehlende herausfinden. Die überaus nledrigren Gadlal'schen Preise tragen zur ErfOllung aller Ihrer Wünsche aranz besonders bei. Komplets, die große FrüBliagsmode! Prachtsges Komplet aas schönem Cröpe Cald, Bltu»e ans kunstseidenem Marocain mit modernem Bombenmuster, Jflck- chcn mit entsprechendem Besät* der Aermel und Taschen, Rools in neuartiger Fal- tenlagc, in allen Größen o. vielen Farben....nur »sehen, Roelr ZS- Prachtvolles Trikot-Charmeuse- Kleid ml» sparter Eragcs-«nd Westen-Garnitur,(einer Bieaea gamierung, □enreitlgem Faltenrock. In vielen Farben, bis Größe 54 B«r 25r Sehr elegante Komplet« eus retnsetdepem Maroentn, prachtvoll gearbeiteter Jack« mit Volant and GUrtel, Binse langärmlig ans hellem reinseidenen Marocafn mit schönem Jabot, saekigaogesetstem~ Faltenrock, in pllaa Größen n. vielen Farben nur icbönem Jabot, 59; Praktisches und geschmackvolles Tweed-Kleid mitschdner Kragen- nndAer««]- sarnlenmg. hübseber Krawatte Tiachehennrd Gürtel, in vielen Mastern. bis Größe 54 vorrttig. nur In unserer Traaerabtfilang größte Auswahl in Traoer-Kleidero, Msotelo, Binsen g». in allen modernen Stoffen, für jeden Geschmack und für jede ihgnr, anch die stirkste, zu saBer- ordentlich niedrigen Preisen. Hochmodern* Uebergangs- Kostüme eniachfinen Stötten enerlleoliea Cbaralrten,«pertmlSig verarbeitet, Jacke gana auf elegantem Falter, mit Brual- und Seltenteacben u. Gürtel, Bock m.»eitlieh eua- «crlngenden Falten, Ig alle Wallea.. ami ke gana aal eil 45: Uebergangs- Mäntel aus weichen Stoffen ensllacheB Stils, gans auf vornehmem Futter, mit apartem Leder- kragen nnd anfgesefsten Taschen, mit abgesteppten Rfickenfalten, mit GOrtel apartem Leder» 39: Frühjahrs- Mäntel fbr Damen ans veraflglieben HerrenstoSen, gas« auf hochfeinem Futter mit eingeschnittenen Taschen mit Klappen, schöner Biesen- garnierung d. Rückens, in vielen Farben und allen Welten mit Klappen, sebö- 29: Modern« kariert« Gummi- Mäntel speziell in dunklen � f m Farben mit starker| Gummierung.. nur M Trench-Coats die beliebten Wetter- mtntel...» dlhaatmäntel InSerst praktisch, In vielen Farben.. nur .15: 19; Kleiderröcke aus Stoffen engrllecher Art und Tweed hup 8.— Reinseidene piinierts Röcke in Schwarz und Braun•«.••.«■ uup Elegante kunstseidese 3Tar oeuln- B 1 u■ c mit modern. Madein Stickerei. Blusen aus sehfinem Trikot- Okermeaeo aar 8.— 5: 18? •"11 Ab llr 1 a» 9: ® BC? W Qan« beeondere Gelegenheit In 3 Serien; Besitzen....... nnr 1 7fr. 113» 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 8. März 1931 Ständiger Zuwachs an Mitgliedern Delegiertenversammlungen im 4, und 6. Kreis Der Kreis Prenzlauer Berg nahm auf seiner Delegierten- Versammlung im„Friedrichshain" zunächst eine Ehrung der im Berichtsjahre verstorbenen 56 Parteimitglieder vor und gedachte dabei insbesondere der in der Neujahrsnacht von Hitlcrleuten erschossenen Genossen Schneider und Gros. Genosse D o h n c r t konnte in seinem Bericht daraus hinweisen, daß die Erwartungen auf die Steigerung der Mitgliederzahl libertrossen, das siebente Tausend weit überschritten wurde. Der Zuwachs an Mitgliedern beträgt 96?. worunter 245 Frauen. Dabei wurde ausdrücklich bemerkt, dah diese Steigerung keineswegs nur aus die Neubauten im Bezirk, insbesondere die der„Gehog" zurückzuführen isti dem Zuzug von 556 Mitgliedern steht vielmehr ein Wegzug von 61 l Mitgliedern gegenüber. Die Abgabe schwarzer Marten zeigt, dah im 4. Kreis ein Viertel der Partei mitglreder erwerbslos ist. Das Organisationsleben war recht gut, doch macht sich der große MangclanSälcn unangenehm bemerkbar. Bei seinem Ueberblick über die Bsidungskurse und die sonstigen Der- anstaltungen warf Genosse D ö h n« r t die Frage auf, ob nicht des Guten mitunter zuviel geschehe und eine gewisse Rationalisierung notwendig sei, um den einzelnen Veranstaltungen einen besieren Erfolg zu sichern. Die Arbeiterjugend habe sich an den Parteiarbeiten gut beteiligt und verdiene auch deshalb eine stärkere Förderung. Die Vorzugsstellung der Jugend bei der Anwartschaft aus die Zukunft könne nicht ohne weiteres auf das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Leben übertragen und Vcrantwortungs» bcwugtsein mit„Verkalkung" verwechselt wenden. Der Konflikt zwischen Jungsozialisten und Junobanner habe zu einer erfreulichen Einordimng in den Rahmen der Gesamtorganisation geführt. Diele Jugendliche sind dem Reichsbanner beigetreten. Mehr denn je gelte es jetzt, alle unter geroimeten Meinungsverschiedenheiten beiseite zu stellen und die Treue zur Partei hochzuhalten. Die Wiederwahl der Kreisleitung erfolgte en bloc. Der Erhöhung des Extrabestrages von 5 auf 16 Pf. vierteljährlich für die Arbesterjugend und die Kinderfreunde wurde zugestimmt und nüt dem Gesaug der Internationale die gut ver- laufene Versammlung beendet, die von dem festen Willen der Tele- gierten zur Einigtest zeugte. «- In der Areisdelegierienversammlung des 6. K r e i s e s(K r e u z- berg) erstattete der Vorsitzende, Genosse Schweitardt, den Jahresbericht. Er konnte auf die erfolgreiche Werbearbest der Gc- nosfen und Genossinnen hinweisen und widmete der Jugend Worte des Lobes für ihre tätige Mstarbest be, deu Wahlen und sonstigen Parteiarbesten. Die Kreisdelegierten sind jedoch der Ansicht, daß die jungen Genossen, wenn sie das rechte Aller erreicht haben, zu den Abteilungen übertreten sollen, um hier als vollgüllige Mitglieder in der Partei mitzuarbeiten. Die Elternbeiräte haben im Bezirk Kreuzbcrg einen schweren Stand! die Genossen hoffen, daß durch die Landtagsfraktion die weltliche Schule eine tatkräftige Uisterstützung erfahren wird Die diesjährige Maifeier soll in der„Neuen Well" stattfinden. In der Zeitungskommission ist rührig gearbeitet worden. Die Arbeiterwohlsahrt hat drei große öffentliche Versammlungen veranstallet: ihre Arbeit ist durch das Steigen der wirtschaftlichen Not sehr gewachsen. Die Kindcrfreundebewegung weist «inen starken Aufstieg auf. Die kommunale Kommission konnte berichten, daß über 1666 Genossen ehrenamtlich im Kreis Krcuzberg tätig sind, zu den 116 Wohlsohrtskommissionen stellt die Partei allein 89 Vorsteher Auch die anderen Sparten, Freidenker, Mieter u. o. arbeiten im besten Einvernehmen mit der Partei. Der Vorsitzende regte an, die Genossen öfters, mindestens olle zwei Monate einmal, zu großen eindrucksvollen Kreisver- anstaltungen zusammenzuführen, um die Geschlossenheit der Partei im 6. Kreis zu zeigen. Trotz des Bevölkerungsrückgangs in diesem alten Bezirk Berlins weist die Partei eine erfreuliche Zunahme von Mitgliedern auf; sie hat ihren Bestand seit 1924 fast verdoppell und zählt heute 6552 eingeschriebene Mit- glieder. In seinem Schlußwort betonte Genosse Schweikardt die Einigkeit und Geschlossenheit der Partei im 6. Kreis und gab der Gewißheit Ausdruck, daß man trotz der schwierigen Wirtschafts- Verhältnisse zu einem Pejsimisnws keinen Anlaß habe. Der Kassenbericht des Kassierers, Genossen Bogt, wurde einstimmig gutgeheißen und dem Kassierer Enllastung erteilt. Bei der Wahl des Vorstandes wurden die Genossen Schweikardt und Litke zum 1. und 2. Vorsitzenden, Vogt zum Kassierer. Rosenberg zum 1. Schriftführer und Weideman» zum 2. Schriftführer wiedergewähll. Als Beisitzer fungieren Eichberg(sen.), hübscher, Jacobi, Rieger, Rossak und Otto. Als Frauenleiterih wurde die Genossin Liesbeth Mayer bestellt. Der Bericht wurde mst großem Beifall von der Versammlung entgegen- genommen: von einer Diskussion wurde Abstand genommen. v«iM8Sll88CliuK(flr Arbeiterwohlfahrt! Am Freitag, dem 24). Marz, 20 Uhr* im Bflrgertaal des Rathaases» 6iaganufo und Iungba mit Tornister, Sinei- Icute mit Insttmnenhni.— Montag. S. März. Friedrich-haia(Zungba). 20 Ul>r ilugendlietm irrankfurter Allee 307(Aotbenau.Riuuner). Referat Brendel. W!d>- tige Mitteilung Uber Osterfahrt nach Lagon, in der Srenzmarl. Friedenau (Slanieradschaff). 20 llbr Kameradklbaftsversammluna bei«atz, Bornstr. S. Rrfe- rrnt Kamerad(Susiling. Thema:„SEUe arbeitet die RSSAP.?" Pento ni lOrts- verein). 19 lo Ubr in bekannter Turnballe in Bundeskletdung.— Dienetag, 1». Rärz. Prenzlauer Berg lZungbanner). 20 Uhr an bekannter Stelle. Gollendorf(Äameradsihoft). A'2 Uhr Kameradsdgiftssttzung bei ZUrgeno, Barba- rossastr. öo. Referent Äamerod Senoisvrijstdenf Zrenmutb. Thema:„Deutsche Justiz und der Tall Bulleriahn". skunkfrnnäre 19% Uhr. Tegel(Kameradschaft). 20 Uhr im Bootshaus, llferste. 1. Monatsversammlung. Erscheinen Pflicht. Referat des Kameraden Polizeihauptmann Doberan Uber..Faschismus". — Wilmerodorf(Ortsoetein). Montag. 9. März. 30 Uhr. Turnen„nd Iiu- Iitfu. Trritfchte. Oberrealschule.— Wedding(Ortovcrein). Sonntag, 8. März, 10.13 Antreten Bahnhof Gesundbrunnen. Rentrainerband der Arbeitsinualiden und Bituien Deutschland». Gau Grosi» Berlin. Sonntag, 8. März. Prenzlauer Berg N: Lokal Altersheim. Danziger Strasie W, 9'/i Uhr.— Kreuzberg I: Gliestngs Zeftfäle, Äastertoritr. 68. 10 Uhr. — Wedding I: Lokal Sängerheim. Deddmostr. 0. 14 Uhr. Referent: Gauleiter Kollege Boigt.— Montag, 9. März. Weddina II: Lokal Tuhrmanns Bier. hallen, Denuninrr Ecke Graunstraste. 18 Uhr. Referent: Gauleiter Kollege Borgt. Reichnbnnd Deutscher Nieter c. P. Verband Berlin e. V. Montag. 9. März. W Uhr, Berliner Rathaus. Saal 109, Eingong iclldenstraste. monatlichcr luristischrr Borlragoabend. Rechtsanwaft Dr. Th. Tichauer mird llber dos Thema:.Mie wahrt der Meter seine Rechne?" referieren, llnentgeltliche Ein. trittskarten in der Sauptgefchäftsstelle, Berlin SW. M, Kleinbeerenstr. 25, Gartenhaus IT. Reichsbund der Kriegsbeschädigte», Kriegsteilnehmer und Kriegerdiutrr. bltrbenen. Bezirk Wedding. Mitgliederversanunlung Dienstag, 10. März, 20 Uhr. im Lokal Pohenhofer, Chausseeftr. 64. Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Stieben. Oeffentliche Kundgebung am Mittwoch, dem 11. März, um 20 Uhr. im Tn'f. faul der„Gesellschaft der Treu n de", Potsdamer Str. 9. Thema:„Ration und Triebe". Referenten: Ministerialrat Dr. Goslar, Pfarrer Sie. Sasse. {Trau Lberlehrenin Mr. Schmitt. Borsth: Dvmkapitular Msgr. sichtenderg, Päpfiltcher Geheimkämmerer. Käte Graber rezitiert{sricdeusgefänge der Ar. beiterdichter Briiger, Engelke, Lerfch, Schänlank. Das Quartett Hirfelandt spielt Kompositionen von.Bach, Händel. Giordawi. Rubinstein und Tschai- iowstp. Eintritt frei Arbeiter. Radio- Bund Deutschlands E. D. Ortsgeuppe Grost-Berli». Anter, grnppe{seledeichshain: Donnerstag. 12. März. 20 Uhr. Lokal Wertalla, Sahen- loheftr. 3. Mitgliederversanrmltmq. Vortrag:„E:ttwicklun.g des Rundfunks".— Untergruppe Eharlottenburg: Lokal Lehmann, Königsweg 8. Treifog, 13. März. 20 Uhr, Werbeoeranstaltung.— llnteraruppe Liehtenberq: Lokal Kämmerlein. Rigarr Str. 5l. ssreitaq. 14. März, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Neuwahlen. Beruht de» Borstandcs. Gruppenangelegenheiten. Verschiedenes. All« Genossen nehmen am Sonntag, dem IS, Mär,, an der Beranstaltung der Swielen Radiob lse teil. Karten sind bei den Un'eraruppenlrirungen zu haben. Deutsch««ig- sie Menscheurechte E. B. Sonntag, 15. März. UH Uhr. Der von iTells Sitae ueriagr» atttberidit;„Die Affäre Bulleriahn". Bereu. staltuna im«llnstlertheater Rllrnderaer Str. 70. Mitwirkende sind u. a. Jos? Alma«. Vaul Bildt. Ernst Ginibera, Bernhard Minetti. Leonhard Stecke!, Erich Thormann. Mntthzao Wiearann. Regie: Rolf Kindler. Bühnenbilder- Auerbach. Die Maschinenzkgarre. In Berlin werden seht die ersten maschinell hergeftlell? tcn Zigarren verkauft und geraucht. Ein oewilses Vorurteil licht ihnen entgegen. Die Handarbeit soll angeblich nicht zu ersetzen fem, aber der Erfolg scheint beweisen zu wallen, dost es sich wirklich nur um ein Vorurteil handelt. Da fast atisschlichlich maschinell her- gestellte Zigaretten im Handel sind, wird man sich auch an die Zigarren derselben Fabrikation gewöhnen können. Die Maschinenzigarre der K r e u t e r Z i g a r r e n m a f c in Döbeln wird auf folgende Weise geboren: Die Maschine kombiniert auf stnnreich« Weise das Stopfen, Abwiegen. U m b l o t t- und Deckblatt schneiden, das Wickeln und Bügeln der Zigarren. Die Hand legt die Zigarrcneinlagc.n eine Norniolrille. Ein Rädergreiswerk nimmt unter automotischcr Einschaltung einer Wägevorrichtung, die das Gewicht der Einlage genau reguliert, den Tabak auf. Nebenher läuft die Beschneidung des Umblatts und des Deckblatts, die über eine vielfach gelochte Platte gestreift und automatisch ausgestanzt werden. Die zureckii- geschnittenen Blätter werden durch Lustsauggreiser an die Stelle der Maschine geführt, die automatisch die Zigarre wickelt und fertig- macht. Der Vorteil der Maschine liegt darin, daß aus einem Tabakblatt nicht wie im Handbetrieb ein oder zw?rochtbriefmasdnne mit einer Svezialschrist für die Ausfertipuna von Frachtbriefen lJUtb dergleichen. Besonderen Anklang hat die„Seräuickloie Lli>mvia"-Schreibinaschinen. und Schreibmaschinentisch-Kombinatipn gefundr». hingewiesen f?i noch auf die Spozialwerkstätten Kr Büromöbel d.u Europa-Schroibmaschinen.A.-S. Unter anderen ffadritanten. die hieraus hervor- gehen, erfreuen sich hefonterer Beliebtheit der weitverbreitete Erfurter Dürpstuhl Modell E, 28. sowie hierfür paiiettde Schreibmas cknmntif ch Rr. 89. Di« Dirmn Belmvnt« u. En.. Leipziger Str. 97, an der Eharlottenftrane. und Känigstr. 39, an der Renen Kriedrichstrahe, bringt eine Mlle sehr schöner, moderner Einsegnung»- und Ostergeschente in Uhren, Gold- und Silberivaren. Anch für weniger Bemiitelte bieict sich Gelegenheit, einen Gegenstand von dloibendeui Wert zu erstehen. Bei Belmonte kann man sich darauf verlassen, daß die dort gekaufte Ware von solcher Qualität und io gut hergeitcllt ist. da« sie den: Käufer und dem Beschenkten immcr Treude machen wird. Entmann, Etage. Ein paar Säufer vom Dönhoffplah entfernt— Leipziger Si raste 83— ist ein spezialhau» für Seiden- und Wollstoffe eröffnet word-n. Inhaber dieses Unternehmrns ist Tran, Gutmann, dessen Erfahrungen auf gleichem Gebiet eine Garantie für Qualitätseoare und wohlfeile Preise Bieten. Die Svezialistevuna auf ein ganz enge, Gebiet der Tertilbranchv lästt die Möglichkeit einer ganz grasten Auswahl zu. Iudem ist da» neue Svezialhaus so freundlich eingerichtet, dast Wahl und Kauf eine angenehme Beschäftigung bedeuten. Ei» Stab VON geschulten Berkäufern steht mit fachmännischem Rat zur Verfügung. Freigewerkschaftliche Kommunalbeamte und-Angestellte des Magistrats und der Städtischen Gesellschaften! Um zu, dem Anschlag der Aufsichtsbehörden auf die Gehälter der Berliner Gemeindebeamten und -angestellten Stellung zu nehmen, veranstalten die unterzeichneten Gewerkschaften am Dienstag, dem 10. März 1931, 19 Uhr im Hackeschen Hof, Rosenthaler Straße 40-41, eine Funktionär- Versammlung Jeder freigewerkschaftliche Beamten- und Angestelltenfunktionär des Magistrats und der Städtischen Gesellschaften muß an der Versammlung teilnehmen. Mitgliedsbuch und Funktionärausweis legitimieren, Reichsgewerksehaft Deutscher Kommunalbeamten Mehlig Soldes Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs Schmidt Bund der technischen Angestellten und Beamten Tombrink Quens«! Deutseher Werkmeisterverband Rothe. Verband Deutscher Berufsfeuerwehrmönner Heyn Zentralverband der Angestellten Zeitz — Grolle Traaring-FabrlK verkauft fngenlo*« Trauringe direkt an Private 1 Ring 333gestcnip.aor 4 50bi5 7.$OAlk. 585 585 585 W 900 900 schwer 27.— Ges. geschützt «»ramieschein, emiertn gratis Eotort z. mimeninen s, iniiieneitnlc 30 iv. Pamoer Str. 12 3. KBtiDnssor Damm 3 Hermann Wiese (Bttttammsjug 5. ftlafle 36. Pitußisch-Süddeulsche Gteeis-Lokkene. Ohne Gewähr Nachdruck verboken Auf jede gezogene Rümmer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar ie einer auf die Los» gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II original- üelema Patentmatratzen/ Ruhebetten mitBetema-Federuno Patcni-Drehbett(D.R.P.) et» Griff— et» Bett, sowie«las neue Holzbett mit Befema-FedciaDg sind vollkommen gerSiudsloil— Kein ElnUegen. Für •diwenie Beluhmg. Ueberall erhält!. 20 Jahre Garantie. Mrt.Feearnitratz.-Faep!K, Koopenstr.o 24. Ziehungskag 7. März 1931 In der heutigen Bvnnlkwgsziehung wurden Gewinne über 400 Vi. gezogen 18 Gewinn- m 5000 W. 55386 98947 117046 134254 261841 338684 362173 375198 16 Gewinne>» 3000 SB. 76471 118133 178244 262349 266197 268428 335644 345650 74 Gewinn- zn 2000 m. 11832 32568 37120 60012 50392 62185 63602 74428 86184 87000 91384 107790 109857 127417 142202 161254 168769 169604 174785 181041 202573 216896 236734 265650 291498 292772 295349 316642 319417 319496 324965 331090 341331 352557 363321 368684 393502 SS Gewinne m 1000 M. 5316 32992 35265 41059 47189 73157 75955 89938 108923 110237 113549 II 6578 120335 120357 124893 127355 129193 158753 187456 169169 171140 188809 196901 197377 205699 212485 214117 220025 237592 248432 264220 255353 261369 265221 267518 300651 303612 305630 308180 310428 341485 362745 367576 369336 872832 376305 386451 391476 1 72 Gewinne zu 500 M. 7295 34787 36737 39572 42581 46603 47348 47434 48790 55955 5S742 63177 71309 74180 7580« 75719 89902 91318 92232 99854 102894 103867 1 08062 112921 121600 129603 130415 131382 131492 133311 142201 143463 143768 149042 150057 154447 165127 157818 158216 153447 167461 176798 178547 182833 191300 199196 206274 211791 217831 225127 225430 237414 237658 239505 239898 252323 256244 265598 266600 270241 277994 278965 279077 288559 291645 291721 310820 314163 321631 321650 324564 328250 329766 334610 336764 336808 337283 338123 344306 345185 346382 351038 365098 389927 393056 3951 10 3n der heutigen NachmiUagsziehung wurden Gewinne über 400 Dt. gezogen 4 Gewinne ,u 5000 M. 12697 371077 12 Gewinne zu 3000 M. 27602 47683 214446 311673 349517 3616S1 44 Gewinne ,n 2000®t. 22297 33675 42209 61368 84085 105516 143093 166313 184513 189363 198747 220022 228654 240900 268628 278229 299469 31 7280 327446 336237 365039 386389 1 00 Gewinne«l 1 000 M. 4698 12752 25494 29410 33962 34624 73294 83409 S3S13 92890«2205 10S12S 110147 1129� 122977 1 26565 127259 130520 139702 140496 160160 166472 189387 195302 208825 212188 216502 236731 261653 255570 2956SO 300615 304430 206294 307379 303610 311342 ZI 508« 313739 320473 321760 32260o 326163 342601 352358 357932 390686 397240 398601 399109 � 122 Gewinne In SOO SB. 1 508 4585 9486 30571 34648 36898 41323 58116 621 22 66109 67629 73562 79029 83154 97270 109258 110192 IIS 05 123522 135169 136470 138988 141649 167392 167909 158711 164821 1 6�957 188842 172846 178137 186618 189267 193020194375 203846 207635 211039 214479 233016 242577 242994 244040 247138 255892 274682 275200 283811 287329 296343 296523 309947 314672 316814 317762 318764 331670 338870 342171 343722 347678 347888 352613 364343 366362 370125 "Hm Gewümrade verblieben- 2 Prämien zu je 500000, 8 Gewinne zu se 25000, 26 ju je 10000, 72 zu je 5000, 172 zu je«000, «3,1. je aooa«8 Itt i* 1000. Iwo je SN«70 p, j. 400 S&xtL (D«öiife Kapiliin-l Kautabak it j C. Köcker, Berlin L h kMenb arger Sliafta 22. ROalgsi. 3861- «SB �Betten IS« Kinderb- Potator, Chat»«!., an JedenLTan& Katalog fr«L BUeamObalfabrlk Suhl fTbOci Wir unterhalten ein iwRiesenlager Me-Teaoiie in allen Größen 2x3 mtr. von 17.50 Kl. an tBas weHBeHannfe Teppidihaus ■efevre Bcilm, sei 49laSucij nüfOraaüenstr.lSS Naltesteiie Horlttplat» Zahlungserleichterunfl ohne Aufschlag!! SDPZialkalaloO kosleolos! J MWÄ Mi •:-:-:'••-'•---'•■•■ .Jl -• VSSSs� sV A � lk� « w �8 «itSsSv-T�W V■• � ."'■•. � /MWW '''. v." �- x-x-xv: :• x- ☆XvxJwää:®: w fr WWß -�WM �;:xx-:xXv:-h.;-:>;.: x-'->>'X>'X<' ,>:• Ä ? ZW" iMm S'- :' ■r••Xv. ■' M. �>1 II>:::x:::>::x: XX. H 4<>i�4-.< �•i%jS-i5S>+ «NCMMMMk ........... .-■■;■;•: Sie werden der deutschen Volkswirtschaft helfen. Ihr Rrheiter des Geistes und der Hand werdet dieses Ereignis nicht vergessen. Es ist der Tag einer Preissenkung auf dem Zigarcenmarkt.wie man sie bisher nicht für möglich gehalten hat. Wir stellen zu billigen Preisen unübertreffliche Zigarren aus den wettbeliebten Ubersee-Tabaken her. Diese überragende Qualität ist uns nur möglich, weil wir die technisch vollendetste Zigarrentabrik Deutschlands sind. Tradition ist Mangel an neuen Ideen. Wer wird noch einen Pfennig mehr ausgeben, wenn er reine Übersee-Tabake bereits in 1D und 15 Pfg. Zigarren erhalten kann. Dies das Rezept: «96 Havanna 2596 Brasil 20 96 Java 1096 Sumatra Sumatra-llmbtatt Sumatra-Oeckblatl KREtlTER inOIHtlER IN» Rein Ubersee- Zigarre und doch nur lldHr> 15* KREDTER SIOWIMIIER Iinarre• Husuwählte Übersee-Tabake Dies das Rezept: 5596 Havanna 1596 Brasii 20 96 Java 1096 Sumatra Sumatra-Umblatt Sumatra-Oackblatt ULatne Anzeigen IAuf alle tarifmäßigen Anzeigen- 1 preise z. Zt 50'n Sonder-Rabatt tmrkungsv&ii und btlitg. Uberschriftswort 35 Pf., Textwort 13 Pf./ Wiederholungsrabatt: 10 mal S%, 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 30% Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Pf., Textwert TO Pf. Annahme durch den Verlag, Lindenstr. 3(ri9 bis 5 Uhr), und sämtliche Vorwärts Filialen u. Ausgabestellen | ueritötiie| EiiuiI-TkVpiS« Audi mit kl. Äclilcrn in Mmtl. Qualitäten ca. 2x3 24,—, 3-3,—, ca. 2'-■ 31 j 33,—, M. 3X4 33,—. 47,—. Scpoicfl.MöcucT, 7»tsdoinorstc. 23 b. Tcvpiä'Haus Emil gcftntf. Berlin, seit 49 Job- rtn nur Oranien- strafte 153. Zal,. lunaserleichtcruita oftne Aufschlatt. Lpe- ,,ialkatalott kosten- srei.___ Kändlee! »erschasseu sich aro- fteu Verdienst mit fcümmir. Patentmaieafte» Relallbelten, Auk- leaemalraften, )a!selo THaiselonaues.Bal, ler.Starttarderssrafte ochtztelin. ÄeinLadeu Tischlcrmste. Fiftner, Elsässerstc. ö. Echün« Veinftordtsir. 7, Schlafzimmer»on 475,— au. 180er Speisezimmer kam. plett 500,—. Zerren Lulnllus Relallbelten per. tauft Saale, RO. Gublftftr. 44»._<6 Plüstbaaruitur, Wnid. verkauft fla min, Tempelliof. _® Teilzalilunal TeilzaHluna! Teilzadlun«! kulant, billia. reell. '.IliclITI/ Ulli IC], tUCil« SÄ Ä; äv䮫;5I aeseftte Preise_ Frantfurterstr. 45/46 Teilzablunq. Komplette Simmer, Einzelmöbel billi«. Weuaer. Marsilius- strafte acht. Nabe illeranderplaft_ «uchen, Gleiser, Jute Möbel. Alexan terplati Zkassakäuferl Auiaepaftt! Eoldbirke-Schlafzim- mer, 130 breit! Aus- �""»uftbaumÄ klurzwaren. Valier- �b�uiend ks»nqcn, Eenkei, a-sef.. Mar Bcra 180 LottenHottcr. H?- senträaer. Wäsche.' � naariincaa,,...-, Inopse, Mlcktimauie Oranienftrafte 138, " Meiler, Brandenburg strafte: Goftkowstn strafte 23, Ette Ali Moabit._ Gleiser, Aleranberplaft. Mödtlkatalog Nr. 3? gratis. Criien. Messer, Kämme, Taschen. i sicher, Krawa'len Preiswerir Posten vorband'n. Lager- besuch lohnend. Äa- berfeld. Boch- Elke Mitnz strafte.__ Sarrpenziilinder eugroo verlauft spottlbillig Kos, EI- bre>_ .in«.«.rrt»IVUjvhh«"!. 495 " f ffn oSrfr.m,f,?®arf Speise, im. �'hritn,h««6o lmcr!'2lles rund! ,?�'fltc.bol.'Jc'|l80 breit. Seoul Kaukasisch Ruft- bäum. Rindleder stähle 475,—. Mo. belliauz Ncandcr strafte elf. MllSK- IIIZITUMSIII» Piano,— illSael. Schla>zimmer, Anrieideschran?.„ I bi,. gerstrafte 11. St»ir'°. poliert 200 V.esenlage� Be«. '"..-- breit, kompl. 625—, nein. BlMhner cu-,,-,; Speisezimmer, echt Etetnwan.<-»wrch. Bibbtothcl.«chreib-> zzy breit, m'r tcn. Salonpianoz sckretär. Bllse.>,. zzitriuc, koinvlctt 27�-—- 3iK),—. 425,—. Trumcay. Elsnct,1,-�. Reichhaliigc gebrauchte Abend. Auswahl in ein. roth. Potsdamer. sgäien und besseren iirane<4_ Einrichtungen sowirj Linkpiauoo, Einzelmöbel. 2500 Mietpianos über- Quadratmeter Gr- aus preiswert. fchäftsräume. Mö. Pianofabrik Link. belmagazin Inva. Brunnenstrafte 35 c lj"b L-simana.Pi-»»,. 131 sStettinerBahn- Pianofabrik Seorg hos». Stammhaus Ä0-fm27—., Flurschrankc, von 900,—. Slllgel Loezialität Zlauch. Waschtoiletten 24,—, 1870,—, Sarmo. anzllge. Spottbillig. Ehgiskianftues 24,—.i niums 180.— an Salpern. � Rosen. A�mmoden 19.— ,! Tausende Anerken tbalerstrafte 4 Treppe. eine Bücherspinde, inungcn. Sangläh Schreibtische 32,— /rige ssabrikaaran. Lor« Büket' e 75.—, Tru- tie. Ständig preis Grüns-iesäic Trüh. meaus 29,—. Stand»..werte. Gelrginbei. jahrhüte. Rcu-Tem- uhren 85,—, Klub» ten. Gebrauchte pelhof�Arnul!sti.7Z.-sesseI, Klaviere, Rie. 300.— an. Weitest» �" I senauswablu'spo't-. gehende.Sahltingsj , billig. SIX) Teppiche, erleichterung. Liese- »Illllll i Speisezimmer, gut rung frei Zaus. erhalten.- komplett Alte Instrumente 225,—, Zerrenzim-i Gegcnrechnung. mer, fast neu, kam- Stimmen, Repara. plett 295,—, Schlaf- luren fachmännisch. jzimmer. fabrikneu, Berlin SM. 53. komplett 268.—. Leipziaerilrofte 57 i Wohnsalon, wenig lSpittelmarlll.Mer- benuftt, 195,—. 100 tue 7535. Möbel- Udelsmana nur noch Alerar.derstr. 14 14--. Sensatioaspreile! Mahagoni» Schlafzimmer. Gelegen- hsitskauf. 370.—-,. Nuftbaum, Birit> Küchen, lxtum, Birke, Eiche Modelle. 345.—: Speisezitn. 43,—. mer mit Krifiallvi. Möbel, trin» 295,— tSerren- sbardlve'chcr. Brenz- zimmer 285,—: lauer Strafte sechs. Küchen 85,— t Ein-sSikc entzückende acbraucht« Stargardts und Lom Gebrauchte Pianos 120.—: 150.-: 175.-: 420,— sowie qroftes Lager von neuen. .»»' Langjährige Garan» Ltmenstrafte. tie. Besichtigung des zelmöbcl zu Svott- am Prenzlauer Tor. i reichhaltigen Lagers preisen! Ricsenaus» Sabrverbinduna bis lohnend Naienzal- wahl! Langjährige i Prenzlauer Tort�una. Serer. Brun- f**.*.?:' f'ir A ■•roa Wetter Mäntel für jede Tageszeit für jede Witterung für jede Figur für wenig Geld D aVfEH-WETTRRNAHTEL O Gummi- Mantel Kunstseide, gemustert, kleine Qrölien.... Trenchcoat mit imit Leder- kuöp'en. beige und mar.... 752 GM° lw»4- Bat' st-Mantel gumiriert, fedtrMcht, vi ig. Macintosh, engl. Erzeug- is, in allen Größen Trenchcoat VOU der Mode bevo'zugt, ganz mit Plaidfutter gefütleit, imitierte Lederfci öpfe m Lederette- Mantel orig. Macintosh, die Gewähr für Güie, viele Farben, alle Größen Oelhaut-Mantel praktisch, leicht, gern getragen, vorzügliche Qua ität, in allen Größen P Gummi-Mantel jonMeidi. otig. Macintosh, Qualiläts-Marse Seiden-Mantel imprägniert, reint Seide, mar u.schwarz.alleGr. WEimw-WETTEIWilTrEl 27a Garantik!__ Gebrauchte Möbel preiswert abzugeben Rieicnauswahl. Mö- I S'raft'nbabnlinicnt nenstrafte 191, ' 1, 2. 60, 61, 62, 71, ircDpc, Ölofeut '72, 73, 74 174. Auto..PiRg eine Rost nlhaler bus: 8. 12, 14. 30. mieienauswani. uuo-,-u:......, log,—, bel-Magazi... Inva.. 200,-, 250 ,-,300,-, lidenftraftc 131 Sutschci» 3,—, Mctallbettcu 12,—. Eon-r-s 55«—, Ehaifelouguc», Bettkasten 55.—, Patentmatraften i>,—, Ratenzahlung. Pgppelallrc 12: Pankow. Schmidt- straftc 1._____• Glciier, preiswerte Möbel. Alerandervlah._ Billig:' Eichen, Büfett 230, Schönhauser Tor. 306 Zimmer. Alle Hol», und Stil- arte», nie wieder» kehrend, preiswerl. Möbelhaus Morift Sirschowift, Süd- asten, Skalitter» strafte 25. Hochbahn Kalibusser Tor. M. liale: Osten, An. dreasstrafte 30, ar- genüb-r Martihalle. Kiuderbcttstclle. gut erhalten, billig zu verkaufen. 350,—, 375,— gc brauchte Klaviere, Tcilzahluug. kiercr, Prinzenstrafte ncunzia. Schreibtische 90.—. Spremberg. Mitien- Bibliolhcken 145.-.! walderstrafte 52.« Aiiklcideschrank Gleiser, 105.— Ricsenatio- 800 Zimmer am wähl Iuuungs» Lager Alexander- meiner Pohl. Acker- plag strafte 130.__*— Wegen Geschästi-aulaabe To'-l- Aueverkauf zu jedem auneh-baeeu Pr-'se! keilweisc bi« ZOProz. berabgeschtl Schlafzimmer, Spei- sezimmcr, Herren- Zimmer, Küchen, Ei u, Dornedme aedieaene Wohin möbei. Name: ling, Kastanien allce 56. Speisezimmer 390,—: Pol. Bandonionlager, Pianoakkoedeon», srachberatung. Ab- zahiverkauf, Unlrr» richt� Ackcrstraftc 38. Piano, 150,—, Teilzahlung. Pianohaus Ali- Moabit 80a. Bor- wärtsleier Rabatt. Rrftbaumpiano, kreuzsa'tig, verkauf' spotfbillig Nestau- rantStaNfterstp.131. Gnmrni-Mantel für fferren und Lurschen, haltbare Qualitäten...... 10.50 Gummi-Mantel viele Farben, bewährte Marken- Artikel••••••• 13.90 Lodenmantel imprägniert,'viele Farben, in großen Weiten..... Trenchcoat blau, mit Oeltuch• Einlage und Plaidfuiter 750 P P 17- frr5/~55 Radio Anoden, Neunziger 4, Hunderter 4L0, Sparröhren 2.— Apparate Teil ftetfeitcl Ifl!-.' Rie.«l'wng. Schönlein Äiuimc c,«uajcn/iiui» 1•' Ztimöbel ivottbillia! k�wple.t Gllust'ar Seleacn....... Itcit für Kassakäusee! Sicheren Käufern auch Kahlunaser- leichterung! Ho!»' i-nauswahl. Kah lungserlelchieruna. Preisabbau. Speisezimmer, Ruft- bäum, 200 breit, 765.—. Rosston. Norden, Kastanienallee 57, Preisabbau. Schlaiz'.mmer, her- varraaende» Mo mariistrafte 68. am bell. 180 breit, kam. Balinbof Iannow'ft.! piebtbbö�-.Rossten, brücke.Sausnummer Norden, Kastanien' beachten!'allee 57. strafte 3. Fanrräfler Laternen 1,50, Fabrraddecken 2.20. Schläuche 1,20. Pedalen 1.50. Dar- derrädee 3,50. Schönleinstrafte 2,* 150««brauchte lsaheräder. 15/—, 20/- 25,— 30,—. Machnow Iffieinmeiflctftt. 14. fabrikneue Jahr. »aber, 36.—, 39.—. 45,—. Machiww. Wcin- meisterftrafte 14. Bollonrcnncr. Ballautauren-. Bah londamen. Maichi- neu 58,—, 65,—, 1 75,—. Oriainal- Brennabor- Ballon- räter 85,—. Mach- now, Wcinmeister» strafte 14. Gebrauchte spottbillig Schlaw«, Beiumeilkerstrafte vier, | NZNinaaciiiiiea Siugcr-Rähmgschiue verlauft, 40 M. Ponnhauz, Ehgr- lottenburg, Eauer- straft« 34. G Rähmoschiuen. Ohne Anzahlung. sür Sausbedarf und Heimarbeit direk' ab isadrik. Bitte Postkarte. Jener. Taborstrafte 18. Bobnlanbe, Eigenlaird. Bäume, verkauft Soffmann, Lichtenberg, Wolf- «angstr. 11. Heim garten. Unterricht.! Seaolseu, Klovier. Bioline/bie Wäsche nur zur Gesang. Spezialität! Dampswäschcrei Ehorgcsanq Rolcu.„Merkur". Berlin tdal, Sparrstr. 27. O 112. irranklurter -----Allee 307. Andriao Rackows 12820. Preisliste per kaufmännische Pri- langen Freie Ab- valschule, W und holung täglich öurck A.Rockow. Will hclmstrafte 49. nahe Leipzigerstraftct Taucnfticnstrafte 1t Alcrandervlati50 Automobile Mit. glied SPD u. NB Märzbleichr Kubasch. Käpentck Grünaucrstrafte Äöpenickcr Dampfwäscherei „Eharlottc" Grü- nauerstrafte 33a, Telephon F 4.(1687, S-lb!°hre-..I-hres. �leph t F 4. 058�. bnhnnoBfn SZinOhnt' njäf<1't unb plättet innas lamtlichc Saus- und "r'b"°.Ä Leibwäsche Bezug r-*iL, l M- Sammihcmd 13. ollaeme�ee azr�n Abholung Tonncrz. ollgcme ncr Büro- jaf](Mitglied taligkeit. Eonoer. izgiz„nd RB 1 lehrgänge kür Da- � u a mm, Herren höherer Schtilbtldung. Bier. leljahreslehrgänge. Monatliche Privat- Zirkel. Einzelfächer..... deutsche und aus- wolchl ohne An- ländische Sprach- Wendung säxrrier lehrer. oreiprolvekl. Mttle,. lrockize.� Technische-.. Privalichule Dr Werner. Rcgic- rungsbaumeistcr. Berlin,- Neander- strafte 3 Malchin'-'i. bau, Elektrotechnik Hochbau. Sleinnirbschulc Hei zu n g stechnik- Abitnrium, Einjähriges Direk- tar Dr. Isackelmanns Anstalt. Hohen» zollerndamm 198. Möblierte, Kimnier zum Avrik. Lauser, Soldincr» strafte 32.__(6 Teilmöbliertrs Kimmer, Bad, Kü» chenbenufzu»«. Link, Karlsborst, Prinz» -Adoldert-SIroftc 16. Kleines möbliertes. laubcr. Kreuzberg. 15. März, Halbmonals- miete. Rogge, post- lagernd Berlin 61. Kimmer. möbliert, Bad. elektrisches Licht, an 2 Herren, wöchentlich 5 Mark, vermietet Tranke, Gracft- strafte 14. vorn II Treppen._ K Leerzimmer, zweifenstrig. vermietet Tischler, Weinmristcritlafte 10—11.._ S Möblierte« ,.• Kimmer vcrmictct iTemplinerstrafte 15, Abholung täglich|TTr �nls. tö Gräfte Mä'zdlcichcn, schneeweift und scho uend wascht Welk? Köpenick. Mitch Tiesbä» beide 30. Telcvbon! Befscrc,- 1 1 4 1235. Leib- Logierheim, fa;i= Wäsche 15. Abliolung berste Betten in Mittwoch__' Kabinen und luf- Pfundw-schl-ei- Deutscher Klrift. Waldemarstrafte 64 -7.11 sciüaistaü'n| Ehifioc Licht. Sei» sunfl, Wäsche. Bad, 6— Woche an. > Speisesaal. Radio Sotel Küche. weifte �Wäsche ho- �dchr�ttn mw, Praktischer Unter, deirfertig. Pfund richt in Küche, 03.8, getrocknet 0.23, Jganowiftbrück:. Backen, Garnieren, schrankfertig g«. Einmachen, in drei- mangelt. 0,32, Ober. monatigcn Kursen Täglich vormi'iaas oder zweimal abends. irröbel» Lolviz, Wilhelm. strafte 10. Hemd 0,55. Gsiduarnahr lsernfprecher. | miBlgMUCllB I et Maun futfit kleines möbliertes Zimmer möalichft in Neu- Anqcbote Kypotheke».__ Baugelder. Zwischeu. kredite. Privatgeld ab 1000 M. vergibt unter K. 48 an dl« sofort günstigst Sauptaeschal sstelle Bankgefchäft\ d«„Vorwärts". S Westers. Friedrich- Attwohuuno. lO-Mark-Kurf« Maschinelchrei. den, Stenographie. Buchführung Anna Platt, Berlin-Wil. ��ddovf, �dden- straft» 173(U-Bahn zwei Kimmer, Kube- zollernplag 14, u->.'C!,. Bahn-Station._ Alle Eramina Obersekunda, Abi- lur. Staatseramen, Vhnlikum usw. f?ratizöstlch« strafte). j MIIBIIIU.SSBBIIII j W �WWW> ahNUKtcf» Mathematik. PH». fBIasorchsiler) sucht 5k," Elscmie.' Dr. Holz.'umS' Blech-'> hör,»'uch! P.-nsio- när, weiteren Bor- ort. Angebote unter D. 46 an Houvt- ervedillon des „Borwärls". lS- Areitdt.. oerNrui: Albrecht 3250,�� Technische Privatschule von Ludwig Barth, In. ibcr und Leiter ipl.-Ing. Hermann Saase.N4. Chaussee- strafte t sOranirn. burger Tor). Ma. schinenbau Elektro. tochnik. Tages.. Abendschule. De» ginn April. uep- scmeuenes TiermapHt oescnaiis- uemsuiB 1800/- Blumengeschöft, re. nootette Wohnung, krankheitshalber zu verkaufen. Novalis- strafte 8. Wochenendhäuser, doppelwandig. von 300,—. an. und Lau. beumaterial liefert A. Ehrist. fsrieden- au, Rcmbrandt- strafte, Eingang Körnerstrnfte. Ehinaaachtigallcn 6,50. Kanarien. G rollcr. Küch terutcn- sslien spottbillig. Käfighaus Prinzen. strafte 107. RnindziiiciiS- uemauii Kanari enhähne verkauft billigst Gerlach, Johannis- >dal. Sreifstr. 12. Suche guterhallenen Pnppcnwaaen. Preisangebote)» Borwärls. ttManteuffelstrafte.) Radio, gebraucht, sucht bll- lig Lissel, Bärwald. strafte 7. E Photoapparat kauft Amateur. Of. ferlen unter. E. 47 an Vorwärts, Lin. d-nstrafte 3. S llneppMl Jeder Chef Zieht Bi Werber mit Sprachkeuntnissen vor! Drum Iren- Sprachen in dsi Berlift Sck-ool, Le.p» Ziaer Strafte 119 Kurfürsten- dämm 26a. Einzel. Unterricht. Kirkel Preisabbau: 10°l». Am Babnbos Gr- suvbbruanen. Kaut- männische Privat. schule von B Kollaft, Berlin R. 20. Bad- strafte 67. Dern- sprechcr: Humboldt '223. April beain. neu 3-, 4-, 6- unb IL-Monalslebr. aänge in sämtlichen Havbelsfälbern. Kurzschrift. Maschi- nrnfchreiben und Tartbilbuno.Deutsch und Fremdsprachen Säiönschrelben ieder Art. Pripatunter. richt iederzeit." und' bliiser. Musik. freunde rooll-n ssch vorerst schriftlich melden unter M. B. 93 Borwärls, Wil- helmshaoenerftr. 48. wer- mieiunsen Zimmer Ittlo nungs aospü] Tausche Stube unb Küche, Altwobnuna. geatu Altwohnung, nörd- sich« Vorortstrcckk. Offerten unter A. S.Borwärts-Tiliale Ackerstrafte 174. G Tanichwohnuno, zwoizimmrig, gegen Ilb Altwohnung, Innentoilette. Lich. irnberg bevorzugt. Tbeinhardt. ürieb- richsfelderftroftc 29. Tanfchwobnung, Vorteiaeaoss«. Georgier. Schrift. steller. sucht Sc- nassen oder Genossin zur Auswertung fei- ncr Arbeiten, da derselbe die deutsche Svroch« nicht voll, fonrmin beberrfcht. GefälligeKufchriktcn unter B. 44 an Saupterpediiion des Vorwärts.» Betriebsräte, lkuultionäre. Vceeinszimmcr von,�?����� 20 bis 80 Personen ibachufer 2o. � zu vergeben. Auch Möblierte» als Kahlstellen. halbes Neubauzim. Restauran'Hammer. mer vermietet Ro- Maekgrafenstr. 22. wack, Friedrichs. Eckbaus Kumncr. felde, Walderfee- Heimarbeiterin. jüngere, allein- �-"�de. jenltiac zzorderwih. rin, tonn oßt»> Mtwer kostenlos Ste�m® lal- einwohne» lctgencr �_ aw�. Echlafraum). aegen Haushattshilfe. Eckert, Rasten. buraerstraftc 3, I fspätnachmittags)._ Separates Kimmcr, Bad, elek. irisches Licht. 25 M. Herren oder Dame, mit Bett. Gabel. R. WS, Barnhagen. strafte 13, vorn. G Möblierte» Kinrmer vermielel billig Prill. Man- G strafte 18. Möblierte» Kimmer zu vermie. strafte.___ i Dctettlrbüra Staschel. Chaussee.- � m m strafte 77 Kern- ttN- Vrets 27 Mark. fprccher Wedding Schröder. Löwe 7886 Beobachtun. llraft« 6. vorn I. gen Ermitteluna.n Auskllnite allerorts kon, 46,— Miele. Wisbnerstrafto. ge- gen 28b. bis ö-Kim- merwobnuna. Westen, Elmrlo'ten. bürg bevorzugt, Reuban. Angtbote schriftlich. Wolters- darf, Pankow. Tal- strafte 14. Umzugs- vergllwng._© Cißouio'i. fonirige Einzimmerwohnung. Vorderhaus. argen gleiche. Sasse, Gentcrstrafte oierunddreiftig. IMLllSMgPiill Ra-khilfe. Dorbereitung, Gnm. nassolfächer. Schreib» Maschinenarbeiten, auch srrmdfvrach. liche. Gcvr. Mittel- schuNehrir Cohn, Berlin. Weiftensce. Bulchallcr 32._® Unterricht klsranzöstsch) auch Anfänger. wirb aründsschst erteilt. Dr. Boft. Friedrich z. Hagen, Kirchstr. 8. viaaenaraien\ Mär, bleich«. Wäschereibetrieb Erna Buftke, Köve- n!ck.Parrtsm«str.24, Telephon F 4 1516, liefert tabellofe Saus, und Leib» wasche. Schonen b« Bcbandluua, kein ' B-rtausch. Wäickc versichert. Be,u, 28, Daincnletdwäfchelö, Handtuch 5. Ober. bemd 55. Abholung .Auto Mittwoch. 1 Donnersiaa.* Ehrliches und kinderliebes lungcs Mädchen. _ S en'l. als Haus» Gut �tochter aefuchl. möbliertes Kimmer 2—8 Uhr. ssri-ba vermietet Hart- Kreft. ffredersdorf maun, Ehristiania. bei Berti». Peters- strafte 94a, II. E hagenerstraft« 52. FOr«n/ländUcfac Silbenvarenlabrik wird gesucht: 1 mie«»d«eir » SB t»«-"'«Br BBe»<««r 1»«e<««•«€■■ der g eichzeitig präaen Kann, ■ Gaalwaaaats««!'. der mit Qcwichtsversi berung Bescheid weiß. Offert. E. B. 417S durch Rudolf blosse, Berlin, Moriteplatz. Eehrlin� für La den bau. sowie Sdi'elfer- tehtling stellt ein McteUwateB- Fabrik Menke. ütbaLsir. 116 Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die � MW___—— �—MM_ MI_____ � mm HM__ MNM____ V wmm KranKen-«ind SMerbeküsse für das Deuisdie Reidi ■ na Jnlar« 1SS4 Bt«st» Bind«! (Alda!«!fl«S€l«a' Ersaizlcass«) i ■ an Jexstar« 1804 at«(t» Und«! die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken Versicherungsscnutz bietet KlauBAtwervrcHltfun�: Berlin M24, Oranienburger Sir. O? und SOO Verwaltungsstellen im Reich Nr. 4�3» 4S. Jahrgang Sonnias, S. MSrz lyZil Utax 3>oriu: Tuchfabrik Providentia Wo sind wir? In Südomeriüa. An der Westküste. Valparaiso. Chile. Mehr landeinwärts, den Anden zu. Wo sind wir jetzl? Heber Santiago— über Chiles Hauptstadt. Wir sitzen auf der freundlichen Banl, wir ruhen— am Cerro Santa Lucio, der ist ein schwarzer Porphyrhügel, über und über bunt von der blühenden Kapuziner- kresse, der Berg Santa Lucia ragt steil aus dem grauen und weißen Häusermeer von Santiago de Chile heraus. Ringsher sehen wir Berge. Ueber uns fliegen weiße Wolken auf blau, von Süd nach Nord. Mitten durch die Stadt hin schäumt der Fluß Mapocho, grün und silbern, der Mapocho— das lustige Kind der hohen Anden. Schaut osthin—< da seht ihr die gewaltigen Anden, vergletschertes Hochgebirge, bis zu 7000 Metern Höhe. Drüben liegt Argentinien. Im Süden schmaucht der Vulkan Maipo. Ho, droben in der glasigen Lust schweben zwei Adier, ihr kühner Schrei: Freiheit! Hier kommt Besuch, zu unserer Bank. Mutter und Kind. Ei. bitte sehr, nehmen Sie nur Platz. Sie ist jung, sie ist schön, die Mutter, sie ist braun und gelb und schwarz, ebenso ihr Kind, beide sind Mischblut— indianisch�paniolisch. Sie säugt ihr Kind, die Sonne wärmt ihren Busen— es ist alles so natürlich, so setbst- verständlich, seinem Kinde Nahrung zu geben. Das Kind lächelt, es ist satt, die Mutter lächelt— sie wirft uns einen stolzen und glück- lichen Blick zu. Wir verstehen uns— von Herz zu Herz quillt«in« warme Welle— schnell sind wir im Gespräch miteinander— sie heißt Maria Arauko, sie ist Weberin, drüben, sie zeigt mit der schmalen Hand— drüben liegt die Tuchfabrik Providenzia, in Santiago-Ost— dort arbeitet sie, seit acht Jahren, am Webstuhl. Mit vierzehn Jahren kam sie nach Santiago, aus den Bergen, aus den Anden— Äi« Eltern selber brachten sie her. Die Eltern sind Bauern, sie haben einen Weinberg und Ziegen und Schase. Daheim sind noch neun Geschwister. All« Monat schickte die Weberin Maria Arauka den Eltern ein wenig Geld— die vielen Kinder, alle wollen essen. Ein herber Zug legt sich um Marias rot« Lippen— jetzt werde ich kein Geld mehr schicken können— das Herbe um die Lippen wird plötzlich sanft und süß— jetzt habe ich für den hier zu sorgen, für ihn, meine Blume, meine Orange, meinen Goldstein— den Jcsos, Jssos, Iesos. Und sie hält thn mit beiden Händen von sich— den Leinen braunen Burschen, und sie schüttelt rhu vor Liebe— und reißt lhn an ihr Herz— und sie bedeckt sein Antlitz mit Küsten— und um uns her schaukeln weiße und rote und blaue und gelbe Folter, ein bunter Vogel singt im Mimosensttauch— da ist soviel Glück und Sonne und Liebe um uns her— am Berge Santa Lucia, über ber großen Stadt Santiago de Chile. Maria Arauka, die Weberin aus der Tuchfabrik Providenzia, sie fetzt sich näher zu uns. auf der Ruhebank— wir sind schon innig« Freund«,«eil wir ihr Kind lift>en, den kleinen Weberjung«» Iesos. Maria öffnet«m ledernes Handtäschchen, da heraus holt sie ein rotes Samtetui, es springt ans— horrijeh, da liegt ju n« goldene ll!>r drin,«ine ganz groß« golden« Herrenuhr. Unsere Augen werden spitz und fragend—. Ja, sagt Maria, dan Iesos gehört diese Uhr— heut« habe ich sie betoinmen, aus dem Rathaus von Santiago. Maria nmune ihre silberne Brosche vom Hatse. mit deren Nadel fährt sie unter den Hinteren Decket der goldenen Uhr— knips, der Deckel ipringt aus-- und wir lesen, staunend, überrascht— dieses steht cerovierr aus Gofc;»Don 600000. Einwohner von Sontioga. Ge- lauft ol«„Mos". In der Jesuttenkirch«. Anno 1031." Vor Erregung find wir aufgesprungen, Maria Arauko. wir gratulieren dir von ganzem Herzen, Glückauf zu deinem Kinde, dem ftOO 000. Bürger von Santiago de(Chile. Maria wird so ganz stolz, hohe Multerwurde strahlt aus ihr— fa, er ist nun sechs Monate alt, sein Vater— a«h er hat keinen Batcr, er ist cm Freche itskmd, ein Kind der Liebe ist er— drum habe ich chn Iesos geheißen. Haa, mein Herzchen, mein Stern, mein Diamant— Küste, Küste, Kussel Wir sitzen wieder, in der Sonne, wir schauen auf Santiago hinab— hier kommt noch Besuch, ein Arbeiter, müde, mit großen Händen, gleich den unseren— er sagt: Tag, Maria, er gibt Maria die Hand, er küßt den Iesos auf die Stirne— er blinzelt mit feurigem Auge zu uns herüber— Maria deutet, auf uns weisend, die da sind meine Freunde, eben gewonnen, sie lieben meinen Iesos. — Sooo, dann sollt ihr auch Freunde von nur sein, ich heiße Nando, ich bin Marios Kollege, ich bin Weber, von drüben, aus der Tuch- fobrik Providenzia, ich Hab's hier— er legt feine lcis zitternd« Hand flach auf die Brust, die Brust sollt und steigt scharf— wir verstehen, Nando ist lungenkrank. Cr setzt sich zu uns. Wir schweigen — alle fühlen wir plötzlich dos Leid, lungenkrank, die Tuchfabrik. Oellust,- Staub, Hitze. Täglich neu» Stunden gefangen, hinter den Gittern der Fabriktvre— nur eine Nummer, eine Nummer von tausend Numniern— aber eine fleißige Biene, Zelle füllt sich um Zelle, goldener Honig, die Wabe der Tuchfabrik Providenzia, hu— die dicken Drchnen kommen über den goldenen Honig— Bienchen wird krank, er hustet hohl, der Weber Nando aus Providenzia. Wind umweht uns, warmer Südwind, Februar, Hochsommer in Chile. Bunte Kapuzinerblüten, schwarzer Porphyrfels, unten rauscht und braust die Stadt. Da ist Leben und Bewegung in Nando ge- kommen— mit seiner mageren gelben Hand deutet er aus die Stadt hinab, er sagt: doppelt ist sie, die Stadt Santiago. Obendrauf die Senoren, die Reichen— unten die Rotos, die Proleten, das Volk. Do, im Osten von Santiago, da schmauchen di« Fabriken, Textit- sobriken, Maschinenfabriken, Lederfabriken, Mühlsn, Brauereien. Im Osten von Santiago wird Santiagos Gold! Aber wir haben nichts davon, wir Rotos, wir Plebejer— und so wie bei uns, so ist es überall in der Welt— bis einmal ein neuer Revolteur kommt, ein neuer Iesos, dieser hier— der wird's vielleicht fein? Und fein« Finger streichen sanft über die Stirne von Marias schlafendem Kinde. Marias Blick wird ganz weit und fern— sieht sie die Zu- kunft? Sie ist religiös erzogen, sie weiß von dem versprochenen Tausendjährigen Reich, aus der Bibel, von der Offenbarung Jo- hannis weiß sie—. Aber der andere, der Nando, der schwindsüchtige Weder-» der weiß auch von einer Offenbarung, von der Offen- barung wirtschaftlicher Verknüpfungen und Gesetze— er weiß vom Ausbau der menschlichen Gesellschaft, er ist Sozialist— seine Offenbarung ist das kommende Zeitalter der sozialen Gesellschast. Er hustet, hohl, er selbst wird die neue Zeit nicht mehr erleben— aber er wirbt für sie, er wirbt für die soziales Ideen, er ist Mitglied der freien Gewerkschaft— er hat mitgeholfen, die Belegschaft der Tuch- fabrit Providenzia zu organisieren. Der Sozialismus ist die Er- Weiterung des christlichen Gedankens— der Sozialismus ist Religion, übersetzt in Wirtschaft und Staatssovm! Unten zwitschert die Stadt, Santiago de Chile. Die Aoenida Higgins herauf und herab fahren sechs Rechen von Automobilen, nebeneinander. Auf der Plaza de Arma» läutet die Kathedrale, der Erzbischof ladet zur Messe. In reichen Loden taufen schöne Kre- olmneu Juwelen für ihr tisch laues Haar. AS er in Sankiago-Ost, da grollen und Ichmauchsn die hundert Fabriken. Ueber der doppelten Stadt, über der satten Stadt und über der Arbeitsstadt sitzt Mutter Maria Arauka, chren Iesos am Schöße, eben ist er aufgewacht— er blinzelt zur Sonne, Maria hebt ihn hoch. Antlitz nach vorne— da streckt dos Kindlein beide Händchen über die Stadt, er greift, er greift— kleiner Iesos aus der Tuchfabrik Providenzia, wirst du dereinst die Stadt Sauriaga für die soziale Idee erobern? Im Mimosenstrauch singt das bunte Löglein. Oswald Weimer: Irrfahrten des toten ZPaganini Sin Opfer des Aberglaubens Nie«och hat sich die Legende eurem Künstler so sehr an die Fersen geheftet, wie dies bei Nicola Paganini, dem Hexen- meister der Violin«, der Fall war. Er stand buchstäblich im Rufe der Sotanität und die Geschichten, die man sich von ihm erzählt, klingen wie herübergeholt aus dem finstersten Mittelaller. Charak- teristifch hierfür möge die Mittellung eines damaligen Leipziger Blattes sein. Wie dort ein„Augenzeuge" zu berichten wußte, seien den Pferden, mit denen Paganini nach einem seiner Konzerle heim- fuhr, aus Nüstern und Augen Flammenblitze entstiegen. Was aber noch schlimmer und beklemmeuder: Seine Karosse— an der Seite Poganinis habe eine totenbleiche, unirdisch aussehende Dame ge- sessen— habe den Weg durch eitie Reihe von Gähchcn genommen, deren Schmalheit jedwedes Befahren ausschloß. Es müsse also Teufclswerk gewesen sein, Zauber des Satans, dem sich der unhcim- liche Welsche verschrieben habe. Diese wüste Lezenbeubildung verstummte auch nicht, als Pa- ganin i, dahingerafft von Kehlkopftuberkulos«. am 27. Mai MO In Nizza starb. Die Kunde hiervon verbreitet« sich unter der Bevölkerung wie ein Lauffeuer und zeitigte sofort allerhand Verleumdungen, darunter die, er habe die Tröstungen der Religion in zynischer Weise zurückgewiesen. Daß diese Darstellung unrichtig ist, hoben die Forschungsergebnisse längst klargestellt. Tatsache von allem Gerede bleibt� nur, daß Paganini, dessen Kehlkopf schon vollkommen zerstört war. öie letzte Wegzehrung nicht mehr zu sich nehmen konnte und sie daher aus dem Munde wieder fallen ließ. Dieser Sachverhalt war aber genügend, um das Volk von Nizza in höchste Erregung zu versetzen. Man strengte ein hochnotpeinliches Verfahren an, dessen Schlußergebnis dann war, daß man dem Toten die Bestattung aus dem Ortsfriedhos verweigerte. Der embalfamierte Leichnam kam also in das Nizzaer Krankenhaus. Vergeblich unternalyn indessen der Sohn Poganinis, Achillk, alle mbgüchcii Schritte, um eure Aufhebung des Verbotes zu er- wirken. Seine Vorstellungen und Bitten stießen auf taube Ohre». Hier geschah es nun. daß die Pogamni-Psychose«ine ganze Menge von Personen erfaßte, sowohl Kranke, wie auch Pflegerinnen und Aerzte. Die einen behaupteten, man hör« fed« Nacht aus dem Tctenzimmer furchtbare Schmerzensschreie, andere wieder, sie hätten dort Dämonen gesehen, die unter entsetzlichem Lachen rund lim den Sarg einen wilden Tanz aufführten. Und nochmals kam ganz'Nizza in Aufruhr. Die Behörde stand anfangs dem ratlos gegenüber, entschied sich aber zuletzt, die Leiche Poganinis in das Lazarett von Villafranca, einer unweit gelegenen Ortschaft, zu überführen und die Wersmig des Papstes«bzumarten, an den{Ich der Sohn des Künstlers gewendet hatte. Aber auch in Villafranca sollte der Verfemte nickst Gnade finden: man scheut« sich, seinen Leichnam in das Innere des Hospitals zu schaffen und stellte ihn daher an den Strand, dicht bei der Mündung eines Baches, der den Abfluß einer nahe befindlichen Oelpreffe mit sich führt«. Mehr als einen Monat lag hier der Sarg Poganinis, über und über mit den öligen Ausscheidungen bedeckt und änzstlich gemieden von den Insassen des Lazaretts. Als aber noch immer die päpstliche Entscheidmrg nicht da war, rasften sich einige Bewunderer Poganinis zur Selbsthilfe aus und beschlossen, einverständlich mft dem Sohne des Meisters, den großen Toten zu begraben. Es waren sechs: Graf Cessoles, Graf Garin de Cocconato, Graf Pierla, der Maler Felix Ziem Uiid Alexis de Saint-Mary. In einer finsteren Nacht begaben sie sich in einer Barke zum Lazarett, legten den Sarg Poganinis auf eine mitgc- brachte Tragbahre und führten ihn bei Fackelschein zu der Landzunge Saint-Iean, dem damaligen Privatbesitz des Grasen Cessoles. Hier hotten die Behörden nichrs mehr zu sogen, und der so viel Verehrte, aber auch nicht weniger Gehaßte, konnte endlich Ruhe finden. Doch nickst für lang«. Nach drei Iahren wurde er exhumiert, denn der Sohn Poganinis wünschte, seinen Vater in die Heimat zu bringen und dort auf geweihtem Boden zu bestatten. Aber auch dieses Borhaben sollte anfangs durchkreuzt werden. Als der Kutter. der die sterblichen Ueberresie an Bord hatte, nach Genua kam, wurde ihm wegen der dort herrschenden Eholcro die Zlusschisfung des Leichnams verweigert. Und so nnißte Paganini weiterfahren, zuerst nach Marseille und von hier nach Cannes, wo ihn schließlich der Kapitän des Fahrzeuges auf der kleinen, Cannes benachbarten Insel Saint-Honorc in dem dortigen Zisterzrenserkl oster absetzte. Erst etliche Monate später, als die Cholera erloschen war, wurde Paganini noch Genua übergeführt und kurz darauf in seine bei Parma gelegene Villa. Mit päpstlicher Erlaubnis erfolgt« dann die Beisetzung in der Kirche„Delle Steccata". Für immer? Nein. 1876 errichtete ihm der Sohn auf dem Friedhof von Parma eine monumentale Grabställ« und der ruhe- los« Geigertönig mußt« nochmals wandern. Aber siebzehn Jahr« später wurde auch diese Gruft geöffnet diesmal von dem Prager Violinisten Ondricek, dem man die Auszeichnung gewährte, den großen Meister zu sehen. Der einbalsamierte Körper wurde da neu bekleidet und man legte ihm unter dos Haupt ein Polster. Seither ruht Paganini in Frieden, möge auch die Legende hier- von nichts wissen wollen. Denn noch immer, so heißt es im Volk«, spukt sein Geist auf dem Parmeser Friedhof und man hyrt dort «in phantastisches Geigenspiel, wenn die Herbstftürme durch die ZypreFen brausen... Briefe? Ton Qerhari Sterrmann fttofiar Kleineres Abfütterung slskal im Zentrum Berlins. Schäbige Tapeten, unfveundliche Kellner—, wie das schon so ist wenn die Ratton nur fünfzig Pfennig« kostet und mithin die Einkünfte der Bedienenden gering sind: dazu jener schwammig- warmseuchte Ge- ruch, der aus dem Gemisch vielen Essens und vieler Esser entsteht Die da ihre Erbsensuppe, ihren Klops, ihr« Bohnen hinunter- schlingen, sind Acheiter, Kommis, Vertreter, alle ärmlich, alle eilig, alle stumm, weil keine Zeit bleibt zmn Schwatzen. Plötzlich eine laute Stimme—, nein, eigentlich ist sie gar nicht kaut, sie spricht sogar leise, aber mit so scharfem Ton, daß all« Köpfe sich ihr zuwenden:„Jedenfalls sage ich dir, daß ich nicht für dich zahle." Es ist ein junger Mann von vielleicht zwanzig Jahren, der da» in jenem Tonfall bringt, den im Film, und nur dort, vornehme Leute bei Ehrenhändeln anzuwenden pflegen: und es ist ein etwas jüngeres, blasse-, vollippiges Mädchen, das erregt antwortet:„Das werden wir sehen." Der Jüngling, der Erscheinung nach abgebauter Verkäufer, fetzt sich, vertieft sich in die Speisentart«, tut so, als seh« er nicht, daß ihm gegenüber sich auch das Mädchen gesetzt hat; als der Kellner kommt, sagt er kurz:„Grüne Bohnen." Da ergänzt sie:„Zweimol." Der Kellner läuft schnell weg,«r hat viel zu tun, et hört wohl nicht mehr, daß er ihr zuruft:„Nochmal: ich zahle nicht!" Jetzt legt sie los, laut genug, daß die Umsitzenden dies und jenes verstehen können: Lump du, o du infamer Lump, du hast mir mein« Handtasche geklaut, wo mein Geld drin war, jawohl, fa einer bist du, man kann gar nicht sich mit dir sehen lassen." „Mso. dann geh' doch." „Ich soll wohl hungern, weil du«in Handtasche uräub-r bist, hö? Nee. mein Essen sollst du schon bezahlen, das noch, nachher zeig« ich dich an." Der Kellner bringt di« beiden Portionen. Di« erste steht kaum. vor dem Mädchen, da ist es auch schon mit dem Löffel hinein-. gefahren und hat einen großen Bissen hinunter. Nun aber wendet sich der junge Mann an den Kellner und sagt ihm vernehmlich: „Ich mache Sie daraus aufmerksam, Herr Ober, daß die Dame kein Geld hat." Dabei spricht er das Wort„Dame" als Schimpf'. wort aus. Der Kellner ist Hilst os oder hat bei aller UnfreuniMchkeft ein wenig Herzenstakt: also hält er diese Auslassung für eine Unüber- legt heil, die man übergehen muß, und geht wortlos weg. „Du wirst schon sehen, daß sie dich nachlzer festhalten, wenn du ohne Bezahlung wegläufst!" zischt er sie an. „Und ich werde sehe», daß du bezahlst, du Weiberschänder, du Lump infamer..." Sie verbrettet sich über seine ganze Famttie, die viel zu ordinär fei, um sich mit chr einzulassen: während sie schimpft, treibt der Haß das bißchen Hübschheit aus ihrem arm- seligen Skrofelgesicht, man glaubt in der Zwanzigjährigen die künftige Megäre zu sehen: wie alrer er antwortet, ist er in seiner gemachten, feigen Ueberlegeichett nicht sympathischer:«r sogt etwas von Hysterie.... Da ist sie mit ihrem Eisen fertig, steht rasch auf irnd geht hin- ovs. Tltr junge Mann ruft durchs Lokal:„Herr Ober ich zahl« nicht für die Dame!" Aber che der Kellner«inen Entschluß gesaßt hat. ist sie weg. Der Kavalier zuckt dl« Achseln:„Ich habe es Ihnen schon vorhin gesagt." Auch der Kellner zuckt die Achseln: „Allerdings", und streicht mit bitterer Miene und als das Opfer des Vorgangs die sünfuirdfünszig Pfennige für die eine Portion ein. Nun geht auch der Jüngling. Dem folg« ich sofort. Was ich feststellen will, was mir während des Streites bald sicher, bald unmöglich schien, was zu der Echtheit des Hasses, der ans beiden sprach, in schroffem Gegensatz steht und doch der Tatsache ollein einen vernünftigen Sinn geben kann, trat «in: drei Straßenecke» weiter treffen boide zusammen.... Trick! Nun gehen sse nebeneinander die lärmende Straß« eittlang, zwei Gesättigte, und ich könnt« mich zufrisdeirgeben: aber es fällt mir auf, daß sie so wortlos, so verbtttert nebeneinander hergehe». Etwas ist da nicht ganz so einfach, wie es jetzt aussicht. Ich spreche die beideq an. Sie fangen gleich an zu zittern—, zwei Ertappte. Ich beute ihre Furcht nicht aus: aber ich wecke ihre Redelust: dos ist nicht schwer, sonderlich nicht bei ihr. „Es ist alles wahr", sagt sie,„er hat nur die Tasche geklaut und das Geld, ich zeige chn noch an, wenn du auch mit den Achseln zuckst, jawohl, ich tu's noch.... Wann das war? Vor vierzehn Tagen, gerade als wir essen gehen wollten: und da bin ich hinter ihm her in ein Lokal gegangen, und da ist alles gewesen wie heute, bloß damals zufällig. wirNich und wahrhastig zufällig. Und ich hasse ihn mich noch heut«, den Lumpen." „Und ich dich", sagt«r. „Höhö, was das mir schon macht! Und ich schunpse auch rächt nur beim Essen, das müssen Sie nicht glauben, und nicht nur dcs Essens wegen, und ich möchte mn liebsten weit weg von ihm sein, ihn gar nicht mehr sehen, dos Luder.... Aber wie wir am näch- sten Tag wieder Hunger hatten und kein Geld, und wie wir so an einem anderen Lokal vorbeikamen.... wir lzoden uns gar nicht" vorher verständigt, wir sind gleich reingegangen, und es kam wieder so... und das war vor vierzehn Tagen, und nun ist das ünnicr so, wir nehmen Kloß Lokale, wo alles ganz billig ist, und wo sich's nicht lohnt die Sache zu uittersuchen, es ist immer gegangen bis- her.. wir können uns nicht riechen, aber wir haben doch Hunger." Dann sehe ich sie weitergehen, di« graue, häßlicbe, unerbittliche Straße enthong, aneinander gekettet durch die Möglichkeit für fünfzig Pfennige zwei Portionen schlechtes Essen zu kriegen an Stelle von einer.... Der Hunger, hat mal jemand gejagt, ist stärker als di« Liebe: aber das genügt nicht: der Hunger, dos lehren diese beiden, ist sogar stärker als der Haß. Trick...? b Die Riesenbäume Holisorniens kommen fetten in reinen Bc- ständen vor, sondern meist in Gesellschaft mit mehreren anderen Baumarten. Ein Baum von normaler Größe ist 7.Z bis 80 Meter hoch. Die höchsten Bäume erreichen ein« Größe von 00 bis 110 Meter mit einem Stanundurchschnitt von 7 bis 15 Meter. Die Bäume werden sehr alt. Man nimmt für die höchsten Crem- plane ein Alter von 4000 bis 5000 Iahren an Die meisten dieser Baumriesen sind leider gefällt worden. Teile der Stämme werben in einigen Müssen der Vereinigten Staaten aufb wahft. Di« meisten lebende» Bäume sind kaum 3000 Iadre alt Exemp'ar« mit einem Durchschnitt von 3 bis 5 Metern sckätzt man aus 1800 bis 2300 Jahre. In der Jugend wachsen die«tämme py-amiNm. förmig und sind unten am Boden mit kurzen Zweigen v-rsehm. Sie sind dann sehr schön. Da die Bäume nickt zu dicht steh:», be- ballen sie diese Form bis zu etwa 300 Iahren bei. dann ver. schwinden die Zweige in der Regel, und ältere Stämme sind bi» zu einer Höhe von 23 bis 30 Meter ganz kahl. Nja Ehrenburg: OtltlC SpF&CtW Xgel Sandström arbeitet in den Trzriruben von Gellioar«. Er verdient monatlich 600 Kronen; davon läßt sich leben, gut leben— mit Ädeen und Nachspeise. Wenn er spazieren geht, trögt er Glact- Handschuhe. Darunter aber sind ganz gewöhnliche Schwielen. Axel ist Kommunist. In seinen Fre stunden schreibt er Artikel, zum Bei- spiel:„Die Nationalsrage im Balkan und die Aufgaben des Prole- tariats." Diese Artikel schreibt er eigenhändig mit der Maschine ins Reine: er besitzt eine prächtige„Coronas Ich trank bei ihm Kaffee und unterhielt mich sogar mit ihm über die Unterschiedlichkeit vieler Dinge: über die der Parteifroktionen und über die der Automobil- marken. Axel ist mit Argumenten der schwedischen Opposition nicht «inverstanden. Was die Autos anbelangt, so gefällt ihm ganz be- sonders der„Buick"-Wagen, den sich der Sekretär der tommu- nisiischen Zelle in Gellivare vor kurzem angeschafft hat. Ich brauchte mich beim Zusammensein mit ihm nicht auf beredsames Lächeln zu beschränken: Axel spricht etwas Deutsch. Er ist ein netter Bursche — steile Stirn, moßartig zottige Brauen, darunter aber osfenkundig kirchlich« Augen. Cr Hot viel gelesen, hat seinen Kopf am rechten Fleck, kurzum, es verlohnt sich mit ihm zu reden. In Schweden gibt es viele Bergleute, sie alle trogen Handschuhe, sie alle sind Automobilkenner, und sie alle halten geschlossen zum Kommunismus. Wenn ich jetzt von Axel spreche, so deshalb, well sein Haus«ine wahre Sehenswürdigkeit birgt: nicht einen elektrischen Herd— damit ließe sich hier niemandem imponieren, mcht ein zwanzigbändiges Konversationslexikon mit Goldprägung— auch das wäre nichts Außergewöhnliches—, nem, etwas ganz anderes: eine russische Frau, «ine mollige Njuscha, nirgends anders her als aus Tula, na, und für Gellivare ist das in der Tat ein Unikum. Das nahm seinen Ansang durch die unerschütterliche Ideologie. Eine Delegation schwedischer Arbeiter fuhr nach der Sowjetunion. Axel befand sich plötzlich in Rußland. Nicht ein« Reise war das, sondern«ine Pilgerfahrt. Paul Morand sah in Moskau die zer- lumptsn Pelze der„Iswostschiks* und die das Fehlen seidener Strümpfe kompensierende exotische Leidenschaftlichkeit der halbasia- tischen Kommunistin. Di« englischen Industriellen schielten arg. wähnisch nach den Maschinen der Vorkriegszeit, nach den Schlangen vor den Bäckerläden, nach den fiebernden Augen verwahrloster Kinder. Axel sah nur eins— die Revolution. Er kannte von zu Haille her den Wohlstand, und das trug offenbar dazu bei, daß «r Betielarmut nicht verachtete. Begriff er doch gut, daß selbst »Buick�-Autos noch nicht Glück bedeuten. Handschuhe und Schwielen — er legte auf die Schwielen Wert. In Moskau ging dieser sonder- liche Pilger in e nem kurzen, ausländischen Mantel herum. Selbst zweifelhafte Wurst schluckte er mit Begeisterung, ohne auch nur für einen Augenblick zu oergesien. daß es keine einfache Wurst, sondern „Sowjetwurst" war. So schlucken Gläubige die Hostie: Axel Land- ström empfing das Abendmahl unseres Stolzes und unseres Miß- gesch ckes. Dann fuhr er nach dem Süden, nach dem Donezbecken. Dort bekam er eine Lungenentzündung. Man brachte ihn in ein„Er- holungsheim". Er trank Milch und dachte nach über die Revolution. Die Milch brachte eine junge Pflegerin ins Zimmer. Axel war achtundzwanzig Jahre alt. Er hatte Artikel geschrieben und nie an Frauen gedacht. In Gellivare hatte es nur Erzgruben und Autos gegeben. Hier erblickte er ein Mädchen. So ward eine Liebe ge- boren, die lächerliche Liebe eines tolpatschigen Nordländers, der nicht einmal fähig ist, sie zu bekennen: konnte er doch nur zwei Worte Russisch—„Tschai" und„nitschewo". Die Hand der Pflegerin blieb mehrmals längere Zeit auf der Stirn des Kranken liegen. Ich weiß nicht genau, was dann alles geschah: ob sie sich küßten oder sich aus Seufzer beschränkten: wie dem auch sei, Axel reiste nach seiner Genesung heim, nach Gellivare. Es war«in gewöhnlicher, lappländischer Winter. Am Himmel stackerie das Nordlicht. Die grellen Bogenlampen, der Schnee und Njufchas Augen ließen ihn häusig die Lider zukneifen. Er konnte und konnte d!« junge Pflegerin nicht vergessen. Das war ja doch nicht einfach ein Mädel, nicht eins„freken" aus Lulea, die an nichts anderes denkt als nur an«ine gute Parti« und an eine Wohnung mit Bequemlichkeit, nicht ein Filmstar aus Hollywood, der Sonnabends vor den Augen der Bergleute Glyzerinträn«n weint, weil Vater-Bankier sie verfluchte oder weil ihr Geliebter noch keine„sichere Position" hat, nein, Njuscha war eine Russin. Wenn Axel selbst die Sowjetwurst vergötterte, so läßt sich leicht erraten, wie er über das Sowjetmäd�en dachte. Im April schrieb Axel an den Sowjetkonsul und im Mai befand er sich, nachdem er bei der Direktion einen zweiwöchigen Urlaub durchgesetzt hatte, in dem ihm wohlbekannten„Erholungsheim" vor der leibhaftigen und nicht im geringsten veränderten Njuscha. Die Freuden geteilter Liebe und die Formalitäten des Standes- amtes bedürfen keiner Schilderung. Seitdem ist ein Jahr oer- gangen. Mich seiner Frau vorstellend, sagt Axel: „Wenn Sie wüßten, wie glücklich ich bin!... Ich bedauere nur eins: Njuscha hat bis jetzt noch nicht Schwedisch gelernt, das hindert sie daran, sich an unserer Arbeit zu beteiligen." Njuscha kann in der Tat nur ein paar Wort« Schwedisch, sie weiß, wie die Waren heißen, die sie im Konsumladen einkauft. Mit Axel spricht sie wie vor einem Jahr— mittels Gesten und Lächeln. Ich war der erst« Mensch, mit dem sie sich nach langem Schweigen sattreden konnte. Nun ja. sie erleichtert« ihre Seele.... Doch zunächst ein paar Worte über ihr Aeußeres. Sie ist eine üppige, russische Frau mit auffällnem Busen und den Augen einer gekränkten Kuh, die man beim Wiederkäuen gestört bat. Sie hat ein schönes Lächeln. ab«r ein« unanaenehme, zänkisch« Stimme. Solche Frauen gibt es bei uns in Rußland viele. Die klasien- bewußten sind meist Straßenbahnschaffnerinnen, während die nicht klasienbewuhten auf der Straße mit llnterleibchen handeln. Uebrigens macht man aus ihnen gelegentlich Turgenjewsche Heldinnen. Njuscha fragte mich zuerst mit einer gew ssen Aengstlichkeit: „Sind Sie also etwas bei der Partei?..." Als sie zu hören bekam, daß ich parteilos bin, zuckte sie ärger- lich die Achseln: „Na. und die hier.... Die st'cht der Haberl" Axel stand lächelnd daneben. Er dachte sicherlich in diesem Augenblick daran, daß Njuscha seine Frau und zugleich die Seele der Revolution sei.'« Njuscha aber prahlte: „Ich weih nicht, wie das dort bei Ihnen in Paris ist, ich meine, was die Kleidersto'fe anlangt, hjer aber gibt es davon, soviel man will, sowohl kariert als auch gestreist.... Dann mst den Kleidern, das ist hier sehr gut organisiert: man nimmt etwas aus dem Laden mit, trägt es eine Woche und bringt es dann wieder zurück, und zwar ohne Umstände— Hab' es mir anders überlegt — und kriegt das Geld bis auf die Krone zurück. Ueber den Haus» halt sind gar keine Worte zu verlieren: sogar eigene Wäscherei im Haus« und arbeitet mit Elektrisch, man braucht nur einzuschalten. Ehrenwort...." Bom Anfang des„Romanes" erzählte mir Axel. Njuscha schwieg sich darüber aus. Dafür schilderte sie begeistert, wenn auch ein wenig frivol, ihre Reise nach Schweden. „Wir setzten uns also in ein Schlafwagenabteil, da waren schon die Schlafplätze vorgerichtet und sogar— Sie verzeihen schon— ein Nachttöpfchen, man brauchte also nicht erst weit zu gehen.... Da begriff ich, was wahres Leben ist!" Sie wurde vor Verlegenheit rot. Sie lächelte ein liebes, herz- liches Lächeln. Ich fragte sie nicht erst lange aus, woher sie sei: vielleicht sah ich sie schon einmal in Moskau oder in Rostow, und wenn sie es nicht war. so war es ihre Schwester.... Sostschenko ist ein sehr talentierter Schriftsteller, aber seine Helden hat er doch nicht erfunden, sie leben leibhaftig in tausend russischen Städten. Njuscha ist noch gar nicht so übel. Man könnte sie vielleicht aus- rütteln: dann würde sie über Jessenins Gedichts gebeugt weinen und sich über ihr Los beklagen: der Mann— ein Fremder ohne Sprache, ringsum Schweden, nichts als Schweden.... Den Mann liebt sie mit echter, aufrichtiger Liebe, zugleich aber haßt sie ihn. Sie kann ihm eins nicht verzeihen: diese Gleichgültig- keit gegen Sachen und Sächelchen, gegen elektrische Schaller und Schlafwagen, gegen Covercoat und Kaffee, gegen eine warme Wob» nung und sattes Leben:„Diese Kerle sticht der Haber!..." Axel meint, sie sei eine Kommunistin, sie aber ist einfach die Njuscha aus Tula. Im Jahre neunzehn erschossen die Weißen ihren Bruder. Ihre Mutter starb am Typhus. Sie selber überstand den Typhus zweimal. Sie sah Tote auf der Straße, Hungersnot und geplatzte Wasserrohre. Sie heiratete nicht den„schuftigen Bank er" vom Plakat, sondern einen ganz gewöhnlichen Arbeiter. Sie bekam das„wahre Leben" zu sehen. Sie könnte vollkommen glücklich sein. Aber da kommen die Genossen und nehmen ihren Mann zu einer Versammlung mit.... Was kann da nicht alles passieren?... Njuscha beißt grollend die Lippen zusammen. Ihr Mann aber lächelt immerfort: er kann ja doch kein Russisch —„zu wenig Zeit, würde es so gern lernen, um russische Zeitungen lesen zu können, und dann mit Njuscha...* Auf dem Tisch siegen zwei mächtig d'cke Wörterbücher: Schwe- disch-Russisch, Russisch-Schwedisch. Wenn sie es gar nicht mehr aus- hallen, schlagen sie die Wörterbücher auf. doch da stehen so viel« Wörter drin, ein Menschentag aber ist so kurz!... Axel arbeitet in den Erzgruben. Sein Artikel ist noch nicht beendet.... Für Njuscha ist es Zeit, zum Einkaufen zu gehen.... Die Wörterbücher werden zugeschlagen. Sie betrachten ihre Stummheit als einen Fluch. Njuscha weint und Axel runzelt die zottigen Brauen. Sie begreifen nicht, daß dies ihre einzige Rettung ist, jedenfalls ein vom Leben gewährter Aufschub. Wenn er wüßte, was sie denkt!... Er würde natürlich weder die Toten auf den Straßen noch den Typhus noch ihr« ganze fieberartig« Kindheit, dies Hungerleben zwischen zwei Ge- wehrkugeln verstehen. Cr würde nur eins verstehen:„Kleider- stofse",„Nachttöpfchen". grausamer Betrug. Er würde zurti Witwer werden inmitten des Schnees von Gellivare, verfolgt in der Nacht von einem vertrauenden Lächeln und von Kuhaugen voll uralten Staunens: warum gewannst du mich sieb, und warum hast du mich verstoßen?... (OimAa dercAtiat, Uetefetöni« naät dem Oriainalmanulkrlvt oen fcan* f.aoff.) WM a�Sciiaif DM dir(MsliatMie MM in mren MiMra Miiiism m-m und MoiienDiirg. Men- sm n, voriongeu des ueninnien lUsi-H-xosuionies und des trat- und Bacuanuaraies Hucnciiuiiniiiep siaii. Glaswaren Bierbecher, Mattbd Senta Wein)... 0.16 Blerbeeher, Goldrand Flora...... 0.20 Llkörglüser, o. FuS, glatt.. 6 Stück 0.70 LlkBrgläser, o. FuB, Goldrand..... 0.20 Steingut Wirtschaftsartikel Preßglas Stangenvasen.............. 0.33 Vasen, bunt.......... 0.55 0.45 0.40 Streuer, 2 Stück Im Karton...... 0.18 Schiffe. Goslar.............. 0.90 Schalen............ 0.60 0.45 0.33 Compotteller............ 0 10 0.04 /Kuchenteller............ 0.90 0.78 Butterdosen............ 0.220.20 Käseglocken............... 0.63 Porzellan Teller, 19 cm, bunt........ 1 eller, 20 cm, bunt und gold.. Teller, 19 cm. gold......... Teller, 19 cm, glatt welB..... Tassen, Goldrand......... Tassen, Goldrand gerippt.... Tassen, indisch blau....... Kaffeekannen, welB..... 0 95 Zuckerdosen, Goldrand..... Milchtöpfe, bunt....... 0.22 Satz Schüsseln, 3-teilip, weiß.. Satz Schüsseln, 5-teilig, bunt.. 0.30 1.50 0 75 0.70 0.20 1.20 0.22 0.30 0.18 0.12 0.1 S 0.20 0.32 0.65 0.50 0.18 1.10 1.43 Teller, tief und flach, glatt.... Taller, 19 cm............ Teiler, tief und flach, gerippt.. Teller, 19 cm, gerippt....... Satz Schüsseln, 6-teifig, welB. Satz Schüsseln, 7-teilig, weiß. Milchtöpfe mit Schrift, Ist, Liter Platten, glatt......... 0 60 Platten, gerippt....... 1.75 Emaille Schmortöpfe, grau........ 0.80 0.70 Schmortöpfe, blau........ 0.93 0.75 Kasserollen, kon. grau.... 0.73 0.60 Kasserollen, kon. blau..... 0 80 0.65 Wasserkessel, grau........ 2.20 1.93 Wasserkessel, blau......... 2.40 2.10 Waschschüsseln. Porzellanform.... S. S. S.-Konsole.................... Konsole, mit MaS................... Leitungsschoner................... Waschschüsseln mit Seifnapf....... Kaffeekannen, welB........ 1.80 1.55 Elmer, grau.................... 0.75 Eimer, blau......................... Bazarwannen, grau................. Bazarwannen, blau................. 0.16 0.07 0.18 0.03 0.90 1.40 0.85 0.25 1.40 0.60 0.65 0.48 0.53 1.73 1.95 2.30 1.45 0.90 1.45 0.90 1.35 0,70 1.10 0.90 1.30 Brotschneidsmasch. Fleischmaschinen. Reibemaschinen... Mandelreiben....... Gasplätten, m. Erhitz Wringmasch nen, o. Wrlmmaschinen, m. Wirtschaftswaagen. Plättbretter........ Aerme. breiter...... 9.50 7.00 6.50 ...... 6.00 5.00 3.75 ...... 2.25 2 00 1.50 ...... 1.40 1 10 0.73 . Garn 8.00 7 75 7.25 Kugellag. 14 75 14.00 Kugellag 19 St) 18.50 ...... 5.50 3.50 2.75 ...... 3 90 3 75 2.50 ...... 1 95 1.05 0.83 Feston Goldrandgeschirr Porzellan Platten, Saueleren, Assietten..... 1.10 Teller, tief und flach.......... 0.48 Teller, 15 cm 0.25 Teller, 19 cm................ 0.35 Aluminium Schmortöpfe, Satz 5 Stuck 16.50 9 75 7.73 Wasserkessel............. 2.85 2.70 2.45 Kasserollen, konisch...... 1.15 0.85 0,70 Milchkannen, matt........ 1.35 1.50 1.40 Konsole mit MaB.............. 0.95 0.85 S. S. S.-Gestell................ 3 50 2.25 Zinkwaren Wulstwannen........... 19.75 17 25 lö.oo Drahtwannen........... 13 00 II 50 8.75 Zober, mit Fuß u. Ventil 21.50 1600 14.00 Stahlwaren EBbesteeke.............. 1.85 1.25 Dessertbestecke......... 1.75 1 15 Obstmassar, 6 Stck. i. Kart. 5.23 3 50 Brotmesser............. Tranchlerbasteeke...... Salalbestecke___________ KUchenmesser, rostfrei.. Alpaka Eßbestecke, S-Klinge EBbesteeke, rostfreie Klg. Dessertbastecke,........ Dassertbestecke, rostfrei EEIöffel.................. Kaffeelöffel.............. 0 38 0 25 Blechwaren Brotbüchsen, lackiert.... 2.83 2.23 Brotkörbe, lackiert.......... 0 45 Kaf.ee» u. Zuckerbüchsen, lack. 0.55 2 25 1.53 4 75 3.75 0.95 0 75 0 63 0.40 2.25 1.60 3.25 2 70 195 135 2.75 2.10 0.75 0,55 0.90 0.83 2.43 O 88 2 75 0 50 0.55 1.35 1.85 1.20 1.50 0 35 0.18 1.90 0.40 0.45 • X m kxg «bV KONSUM ■y •.'.-;,..- WAREN HAUSER S./ Oranienstraße 164/165 Charlottenburg/ Rosinenstraße 4 N./ Reinickendorfer Straße 21