Morgenausgabe �33* 4S.Iahrgang Wöchentlich KSPf� monatlich 3, SO N. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. 2luslands« obonnement 6.— M. pro Monat; fü? Länder mit ermäßigtem Drucksachen» pono 6,— M. * Der.Vorwärts� erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berns und im Handel mit dem Titel.Der Abend- Illustrierte Beilage.Boll und Zeit*. Ferner.Frauenstimme-. Technik-,.Blick in die Bücherwelt". »Jugend-Vorwarts-u.»Stadtbellage- Berliner Volksblatt Dienstag 10. Marz 1931 Groß-Serlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Me einfpalt. Nonpareillezeile 80 Pf. Rellamezeile 5,— RM.„ttlelne An« zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckie Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Taiif. Stellengesuche dos erste Wort lS Pf., jebe» weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Arbeitsmarv Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. 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Die von dem zuständigen Ausschutz des Reichsrats an dem Gesetz vorgenommenen Erweiterungen wurden von dem Plenum des Reichs» rats gutgeheißen. Danach werden Schleswig- Hol st ein und die östlich der Elbe gelegenen Teile der Provinzen Sachsen und der Länder Sachsen, Anhalt und Oldenburg in den räum- lichen Bereich der Entschuldung«ingeschlossen. Der bayerische Antrag auf Einbeziehung der bayerischen Ostgrenze wurde vom Aus- schütz abgelehnt. � Die Reichsregierung hatte im Ausschuß folgende Erklärung zu Protokoll geben lassen:„Die Reichsrcgierung erkennt an, daß ähnliche Notstände, wie sie in den im Gesetz aufgeführten Kreisen bestehen, mich andere Landesteile bedrücken. Eine Ausdehnung des Anwendungsgebiets der Hilfsmaßnahmen über die im Katalog bezeichneten Gebiete hinaus ist der Reichsregie- rung jedoch wegen der angespannten Finanzlage nicht möglich. Die Rcichsregicrimg beabsichtigt, von der Ermächtigung möglichst weitgehend Gebrauch zu machen, sobald sich die Möglichkeit dazu eröffnet. Die Reichsregierung betrachtet das bayerische östliche Grenzgebiet als ein« durch die politische Grenzziehung wirtschaftlich und kulturell bedrängte Grenzzone.� Bor der Abstimmung ließen Zahlreiche Länder und Provinzen Erklärungen abgeben. So die bayerische Regierung, daß sie die Nichteinbeziehung der bayerischen Ostgrcnzen bedauere, aber von einem dahinzi-elenden Antrag mit Rücksicht auf die von der Reichsregierung im Ausschuß abgegebene Erklärung absehe. Der verireker Ostpreußens. Freiherr von Gayl. zeigte sich wieder einmal als reiner deutschnalionaler Parteiverlreler. Er erklärte, das Osthilfegesetz biete keineswegs die Möglichkeit, die in Ostpreußen bestehende Rot zu beheben. Infolgedessen sei er nach eingehender Prüfung der Gesomtlage zu der Ueberzeugung ge> kommen, daß er bei aller Anerkennung der Absichten aller beteiligten Stellen d!« Beraniwortunz für das Gesetz vor seiner Heimat und vor seinem Gewissen nicht mittragen könne. Er wolle aber auch nicht gegen das Gefetz stimmen, da es dem Osten wenig st ens einig« Hilf« bringen könne und werde sich deshalb der Stimme enthalten. Reichsmlnifter Trevlranus erwiderte dem deutschnationalen Agitator sofort, daß die Reichsregierung mit dem vorliegenden Gesetz» entwurf bis an die Grenze des Möglichen gegangen sei. Trotzdem nahm sich der Vertreter der Provinz Brandenburg, eben» falls ein deutschnationaler Großgrundbesitzer, die Haltung seines Parteifreundes aus Ostpreußen zum Vorbild. Auch er er» klärte, daß«r der Vorlage nicht zustimmen könne, da sie den Wünschen seiner Provinz nur unvollkommen Rechnung trag«. Der Vertreter Oberschlosiens begrüßt« dankbar d!« Oskhilf«, obwohl die Wünsche seiner Heimat darin nicht 10l)prozeMig erfüllt seien. Als dann der Vertreter von Bremen mit Rücksicht auf die Erklärungen der dcutschnationalcn Agitatoren im Reichsral den Antrag auf Vertagung der Abstimmung stellte, da er zunächst seiner Regierung berichten müsse, nahm der preußische Staatssekretär Dr. Weißmann das Wort zu folgender Erklärung: „Ich habe volles Verständnis für die Gefühle des Vertreters von Bremen, die von den Vertretern vieler Länder geteilt werden. Auch ich war über die Erklärungen der Vertreter von Ostpreußen und Brandenburg außerordentlich erstaunt. Man verlangt von sämtlichen Teilen Deutschlands, daß sie für die starkbsdrängten östlichen Grenzprovinzen Opfer bringen und wenn dieses Verlangen erfüllt wird, bekommt man als Dank dafür die Antwort, daß man nicht bis hundert Prozent erfüllt habe. Die Vertreter von Ostpreußen und Brandenburg wissen sehr wohl, daß die Reichs- finanzen unmöglich dazu ausreichen, um das ganz« deutsche Reich zu sanieren, und das ganze Deutsche Reich ist doch heute ein Rol- gebiet. Die Preußisch« Regierung hat immer darauf gedrängt, die Aktion auf Ostpreußen und die wirklich abgeschnitte- n c n Gebiet« zu beschränken, weil jede weitere Ausdehnung zu unabsehbaren Konsequenzen führen mußte. Trotz der verständlichen Erregung, die sich infolge der Erklärungen der Vertreter von Ostpreußen und Brandenburg aller Reichsratsmitglieder bemächtigt hat, bitte ich den Verireter Bremens doch, seinen Antrag zurückzuziehen, weil sonst die Gefahr besteht,. daß vielleicht der Reichstag gar nicht mehr in die Lage kommt, vor der Ofterpaufe das große Wert der Osthilse zu verabschieden.'' Rcichsminister Treviranus: Ich darf mich diesen Worten anschließen. Die Reichsregierunz war sich darüber klar, daß in der heutigen Notzeit die Gefahr besteht, daß jeder die Meinung vertritt, daß sein Gebiet wegen der besonderen Notlage an der Spitze der Leiter stehen müßt«. Wir haben aber den dringenden Wunsch, das Osthilfewerk dem Reichstag so schnell vorlegen zu können, daß es noch in dieser Tagung verabschiedet lverden kann. Der Vertreter Bremens zog daraufhin seinen Antrag zurück, so daß zur Abstimmung geschritten und das Gesetz trotz der O b st r u k» tion der deutschnationalen Provinzvertreter angenommen werden konnte Vorher erklärte Reichsministcr Treviranus noch, die Reichs- regierung wolle die an der tschechischen Grenze liegenden fach- fischen Gebiete nicht schlechter behandeln als die bayerischen Gebiete an der tschechischen Grenze. Auf Antrag Mecklenburg-Schwerin wurde mit 3t gegen 32 Stimmen beschlossen, Mecklenburg � chwerin zu einem besonderen Haftungsverband zu machen. Aniworten an Hugenberg. Oer Reichspräsident wollte zurücktreten, wenn... In einer Rede am 8. März in Lemgo hat der Abgeord- riete Hugenberg u. a. die Frage gestellt: „Läßt es sich nach heutigen Begriffen entschuldigen, daß der Minister Schiel« mir durch einen Abgeordneten, der die Sach- lag« nicht voll übersehen konnte, am 17. Juli 1330 vor der Ab- st i m m u n g über die Notoerordnungen des Kabinetts Brüning o n- kündigen ließ, daß, wenn die Deutschnationalen nicht den Auf- Hebungsantrag zu Falle bringen würden, der Reichspräsident zurücktreten werde? Es hat sich dabei um ein an den Namen des Reichspräsidenten angeknüpftes unverantwortliches Be- einfluffungsmanöver gehandelt." Hierzu veröffentlicht der Reichsminister Schiele fol- gende Erklärung, zu der ihn der Herr Reichspräsident aus- drücklich ermächtigt hat: „Der Herr Reichspräsident hat im Juli 1330 vor der Abstimmung über die Aufhebung der Notverordnung sich in einer Unterhaltung mit mir(Schiele) dahin geäußert, daß er, falls im Reichstag der An- trag auf Aufhebung der Nowerordnung— und zwar mit den Stim- men der Deutschnationalen— beschlossen würde, nur zwei Möglich- leiten sehe, entweder selbst von seinem Amt zurückzutreten oder den Reichstag aufzulösen. Der Herr Reichspräsident ermächtigte mich ausdrücklich, dies den Herren der deutschnationalen Fraktion mitzuteilen und hinzuzufügen, daß er. angesichts der gegen eine derartige Neuwahl des Reicbstags bestehenden Bedenken ernstlich den Gedan- ken seines Rücktritts erwäge, falls der Reichstag die vom Reichs- Präsidenten im Interesse des Landes erlassenen, lebenswichtigen Ver- Ordnungen aufhebe." Hugenberg hat in sener Rede noch weitere falsche Be- Häuptlingen wiederholt. Unter anderem führte er aus: „... daß der preußische Ministerpräsident Broun die falsche Behauptung, die er in einer Bielefelder Rede über die Ver- »ögensvsrhältnifs« Hugenbergs aufgestellt habe, noch I nicht widernisen habe, sondern wider das bessere Wissen von ein- wandfreien Zeugen bestreite, diese Aeußerungen getan zu haben." Hierzu schreibt der Amtliche Preußische Pressedienst:„Die Hartnäckigkeit und Unbelehrbarkeit, mit der Herr Dr. Hugen- berg diese Behauptungen von Zeit zu Zeit immer wieder aufstellt, ändert nichts daran, daß sie objektiv falsch ist. Ministerpräsident Dr. Braun hat vor der Oeffentuchkeit festgestellt, daß e r die Aeußcrunq, Herr Dr. Hugenberg sei fünfzigfacher(oder fünffacher) Millionär, in jener Bersamm- lung nicht getan habe: vielmehr sei sie aus dem Munde des Berfammlungsleiters Schreck gefallen. Reichstags- abgeordneter Schreck, Stadtrat in Bielefeld und Mitglied des Preußischen Staatsrats, bekennt sich in jeder Form zu dieser Aeußerung, sei bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen und dem Reichstagsabgeordneten Dr. Hugen- berg an jeder von ihm gewünschten Stelle dafür Rede zu stehen. Herr Dr. Hugenberg hat diese eindeutige Aus- forderung anscheinend nicht verstanden. Anstatt den ihm gewiesenen Ausweg zu wählen, durch eine g e r i ch t- l i ch e Klage gegen den Reichstagsabgeordneten Schreck den Sachverhalt auch für stch endgültig zu klären, zieht er es vor, immer wieder seine alte Behauptung aufzustellen." Christenkreuz und Hakenkreuz. Selbstschutz vor Hiüer-Zellen. Rlünchen, 3. März.(Eigenbericht.) Die Bezlr-kcdelegierten der katholischen Männer- o e r e i n e in München wenden sich in einer einstimmig gefaßten Entschließung gegen den Nationalsozialismus. Die Entschließung lautet:„Die karholische und die völkische Welt- anschauung sind miteinander unvereinbar. Aus diesen« Grunde halten wir es für unmöglich, daß ein Rationassozialist Mit- glied eines katholischen Männervereins sein kann. Mitglieder, die der Hitler-Bewegung dienen, sind deolzalb konsequenter. weis« auszuschließen." Das Moskauer Llrteil. Ein Iustizmorv— Revolution oder Reaktion? Moskau. S. März. Nach 25 1/.. stündiger Beratung hat das Oberste Gericht am Montag im Menschcwisten-Prozeß folgendes Urteil gefällt: Die Angeklagten Groman, Bucha- now, Ginsburg. Petunin. Ainn-Zona- tajewskl. Zakubowitfch und Scher werden zu zehn Iahren Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten Berlacki. Teitelbaum, I ko w, Sokolowski und andere erhalten Gefängnis- si rasen vonbbisLZahren. In der Urteilsbegründung wird u. a. ausgeführt. das Gericht habe als mildernd anerkannt, daß die Angeklagten ihre Schuld eingesehen und sich bereiterklärt hätten, sich in den Dienst des Sowjet- regime» zu stellen. Da die innenpolitische Lage der Sowjetunion sehr stabil sei. habe das prole» tarische Gericht von Todesureilen abge- sehen. In dem sehr dramatischen Prozeß, der soeben in Moskau zu Ende gegangen ist, gab es, den Berichten der kommunisti- sehen Presse zufolge, eine besonders dramatische Szene. Das war am Montag der vergangenen Woche, als der Ankläger Krylenko die letzte soeben aus Berlin eingetroffene Nummer des„B o r w ä r t s" hervorholte und die darin ent- haltenen Erklärungen vorlas.„Der Angeklagten und des ganzen Saales", so las man in einer sehr eindrucksvollen Schilderung,„bemächtigt sich eine große Erregung. Alle Angeklagten springen empört auf, um gegen den „P o r w ä r t s" zu protestieren." Was war es, das die Angeklagten so sehr empörte? Daß sich irgendwo in der Welt eine Stimme erhob, die für ihre Unschuld eintrat! Daß eine Hand wagte, das Lügen- gespinst jener phantastisch erfundenen Anklage zu zerreißen, die sich gegen sie richtete, ja sie anscheinend sogar am Leben bedrohte! Die deutsche bürgerliche Presse hat— sei es aus geschäftlichen, sei es aus politischen Gründen— gegenüber der russischen Iustizmovdmaschine eine ganz auffallende Zu- rückHaltung bewahrt. Gerechtigkeit und gesunder Menschen- verstand sind nur im„Vorwärts" zu Wort gekommen. Und die Angeklagten? Sie haben ihren Verteidiger verflucht und ihren Ankläger gesegnet. Sie haben nicht nur gestanden, was er ihnen vorschrieb, sie haben sich sogar„empört", wie er es ihnen befahl. Das jetzt gefällte Urteil spricht eine Todesstrafe nicht aus. Damit zahlt es den Angeklagten den Preis, der ihnen für ihre erlogenen Geständnisse versprochen worden ist. Trotzdem bleibt es westeuropäischem Bewußtsein unerfindlich. wie vierzehn Männer, bloß um ihr Leben zu retten, so entsetz- lich lügen können, wie sie gelogen haben. Und diese vierzehn Männer sind keineswegs die ersten Besten; es ist mehr als einer unter ihnen, der in gefährlichen Situationen Proben von Mut und Charakterstärke gegeben hat. Das unverständliche und wenig sympathische Verhalten der Angeklagten darf jedoch kein Grund sein, das Verbrechen, das an ihnen begangen worden ist, milder zu beurteilen. Im Gegenteil, es drängt stch die Frage auf. welche infamen Künste angewandt worden sind, um diese vierzehn Menschen wie Tiere zu dressieren, sie zum Lügen zu zwingen, alle Menschenwürde in ihnen zu ertöten. Seit der� Zeit der Hexenverfolgungen hat es keinen Prozeß mehr gegeben, in dem so viel und so sinnlos gelogen worden ist, wie in dem Prozeß gegen Groman und feine Schicksalsgefährten. Immerhin waren die Hexenrichter aber» gläubische Menschen: sie nahmen die Geständnisse, die sie er- preßten, für bare Münze. Herr Krylenko ist nicht abergläubisch. Er und die anderen politisch unterrichte- ten Bolschewisten wissen ganz genau, daß es weder eine Schäd- lingsarbeit der 2. Internationale noch Interoentionsabsichten bei ihr gibt. Sie wissen, daß Abramowitsch im Sommer 1S23 nicht in Moskau gewesen ist. Sie wissen, daß die Gespräche mit Dan, Hilferding und anderen, von denen die An- geklagten erzählten, nie stattgefunden haben. Und auch die Redakteure der deutschen Kommunistenpresse wissen, daß sie schmutzige Berleumder sind, wenn sie behaupten, die deutsche Sozialdemokratie wolle einen Krieg gegen Rußland. Das Märchen von der aufgedeckten Verschwörung ist zu innerpolitischen Zwecken erfunden worden. Der Prozeß gegen Groman und Genossen ist ein Schachzug im inneren Richtungskampf der herrschenden Bolschewistenpartei. Groman, Suchanow und die anderen müssen entlarvte und geständige Verschwörer sein, weil man nach dem Satz„Sage mir, mit mem du umgehst, und ich werde dir sagen, wer du Hst", andere treffen roüf. Welleicht wird die Welt die Namen derjenigen, die mit Groman und Suchanow Umgang hatten, bald kennen lernen.-Vielleicht aber hat schon dieser Prozeß genügt, um sie einzuschüchtern und sie unschädlich zu machen.') In der Urteilsbegründung heißt es, das Gericht habe als m i l d e r n d anerkannt, daß die Angeklagten ihre Schuld ein- gesehen und sich bereit erklärt hätten, sich in den Dien st des Sowjetrcgimes zu stellen. Bekanntlich haben die meisten Angeklagten sich schon vor zehn oder elf Jahren in den Dienst des Sowjetregimes gestellt, in diesem Dienste sollen sie ja„Schädlingsorbeit" verrichtet haben. Trotzdem will das Sowjetregime sie gnädig wieder in seine Dienste nehmen? Genau wie den Professor R a m s i n, der auch wegen„Schäd- lingsarbeit" verurteilt ist, jetzt aber als Verurteilter weiter im Dienste des Sowjetregimes arbeiten darf!? Dos Vertrauen des Sowjctregimes zu seinen„entlarvten Schädlingen" ist erstaunlich groß. Waruni. das erklärt sich sehr einfach: Die Sowjetgewaltigen wissen genau so gut wie wir, daß die Ge- schichte von der menschewistischen Schädlingsarbeit nichts als ein plumper Schwindel ist, ein Schwindel, mit dem man das arme russische Volk betrügt! Gegen diesen schamlosen Betrug, der an einem ganzen Volke verübt wird, erheben wir flammenden Protest. Die blöden Verleumdungen, die im Verlauf dieses Prozesses gegen die deutsche Sozialdemokratie und gegen die Sozialistische Arbeiterinternationale geschleudert worden sind, berühren uns nicht, sie entsprechen nur dem bekannten moralischen Niveau kommunistischer Agitation. Sie sind nicht das schlimmste an diesem Prozeß, ja selbst der kaltblütig inszenierte und theatra- lisch aufgezogene Justizmord, der durch ihn verübt worden ist, ist noch immer nicht das schlimmste. Das schlimm st e ist. das ein ganzes Volk so belogen werden kann I Wir erheben gegen die gegenwärtigen Machthaber Ruß- lands die Anklage, daß sie das russische Volk bewußt belügen und betrügen. Die gegenwärtigen Machthaber Nußlands nennen sich Revolutionäre und berufen sich auf das Recht der Revolution. Wir jedoch vermögen Lüge, Volksbetrug n n d I u st i z m o r d als erlaubte Waffen der Revolution nicht anzuerkennen. Wir verstehen unter einer Revolution eine Bewegung, die der Wahrheit, der Freiheit, der Menschlichkeit Bahn bricht.— Wo Lüge und Knecht- � schaff herrschen und wo die Menschenwürde so zu Boden ge- treten wird, herrscht nach unseren Begriffen nicht Revolution,• sondern Reaktion. Wir sprechen hier nicht von der bot- � schewistischen Wirtschaftspolitik, die ein Kapitel für sich ist. In seiner Art, die Wahrheit zu vergewaltigen, die Menschen- würde zu vernichten und die Justiz zur Dirne einer gemalt- tätigen und lügnerischen Politik zu machen, istdasheutige Rußland das reaktionärste Land der Welt. Moskau mit Bonig einig. Ein amtlicher«Schlußbericht Moskau, S. März. Aon amtlicher russischer Seit« wird über die Rußlandreise der deutschen Industriellen nachstehende Verlautbarung be- kanntgegeben: „Ms Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem Borsitzen- den des Obersten Volkswirtschastsrates der Sowjetunion und der Abordnung deutscher Industrieller sind beide Seiten übereingekom. inen, folgenden amtlichen Bericht zu veröffentlichen: Die Verhandlungen zwischen dem Vorsitzenden des Obersten Bolkswirtschoftsratez und der deutschen Jndustrieabordnang, die der Beseitigung der Schwierigkeiten in den gegenseitigen wirtschaftli6)en Beziehungen und der Erörterung von Fragen der Erweiterung und Vertiefung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen gewidmet waren, haben zu einem beide Seiten befriedigenden Ergebnis geführt. Nach beiderseitigem Einoernehmen wurde fest- gestellt, daß eine möglichst weitgehende Stabilisierung der wirtschaftlichen Beziehungen die beste Grundlage für die Erweite- rung der Wirtschaftsbeziehungen abgeben würde. Es wird infolge» dessen möglich sein, ständige Lieferungen mit dem Ziele ein- zuführen, daß jedem einzelnen Unternehmen ein ausreichend breites Betätigungsfeld für feine Geschäftsbeziehungen verbleiben wird. Dieser Weg wird die beste Ausführung des Programms sein, das den tatsächlichen Bedürfnissen der Industrie ange- naßt ist. Beide Seiten find zu einem Uebereinkommen über die Sicherung der Ausfühnmg weiterer Lieferungen für die Sowjetunion in kürzester Frist mit der Maßgabe gelangt, daß die Aufträge in Deutschland untergebracht werden." Spekiakel in Kasse!. Die Tumultbrüder von Grevenstein. Kassel, 9. März.(Eigenbericht) Die 97 Kommunisten, die sich heute vormittag 9 Uhr vor dem hiesigen Großen Schöffengericht wegen Landsnedensbruchs usw. verantworten sollton, versuchten in geschloisenem Zug« mit M u- s i k in den G e r ich t s s a a l zu marschieren. Um 9 Uhr vor- mittags versammelten sich sämtliche 2lngeklagtcn in unmittelbarer Nähe des Gerichts zu einem Zuge. Als die Polizei den Zug auf- lösen wollte, griffen die Demonstranten die Beamten a n und versuchten sie zu entwaffnen. In dem dadurch entstehenden Handgemenge wurden zahlreiche Personen verletzt. Schließlich er- schienen nur drei Angeklagte vor Gericht, da die anderen sich wei- gcrten,„die Reihe der Polizeiknüppel zu passieren". Der Staats- anivalt beantragte Vorführungsbefehle gegen sämtliche ausge- dliebenen Angeklagten. Das Gericht beschloß jedoch, die Verhandlung ohne solche Anordnungen auf Dienstag zu vertagen. Kommltnisijfche Messerhelden. Ein polizeibromter schwer verlehi. Aranksurl a. 9. März.(Eigeichericht.) Am Sonntag wurde hier im Verlaus einer kommunistischen Demsnstratwnsoersammlung ein Polizeivachtmeister durch einen Stich in den Hals lebensgefährlich verletzt. Der:nui mißliche Täter,«in Kvininunis! aus Worms, wurde sofort verhostei. Der Zwischenfall lpielte sich vor der Wirtschaft des k o m- miinistischen Stadtverordneten Aschenbrenner ab. Die Polizei hat seine Wirtschaft sofort geschlofien. Die Reichswehr im Brennpunkt. Durchleuchtung des Wehretats. Der haushaltsousschuh des Reich? lags beschäftigt sich gegen- märkig sehr au-sührllch mit dem Haushall der Reichswehr. Wir hoben über die politisch bedcuksame Polemik des Wehrmiuisiers Groener gegen den franzSjischen krlegsminifter Mogluol und über einen Teil der Debatke bereits in der Abendausgabe berichtet. Im weiteren Verlaufe der Debatte antwortete Dr. Leber(Soz) dem Abg. v. Geeckt. Dieser habe den Leipziger Prozeß kritisiert, da die Reichswehrleitung nicht genügend Fühlung mit der Jugend gezeigt habe. Seeckt Hobe schon einmal, im Auswärtigen Ausschuß, dies« freundlichen Worte für die Nationalsozia- l i st e n gefunden. Goebbels habe sich damals verbeten, daß „ein so verknöcherter Vertreter des alten Systems",«in„Haupt- schuldiger an unserem Untergang", der nationalsozialistischen Jugend Rat erteilen wolle. Trotzdem findet Seeckt heute dieselben Töne. Seine Kritik gipfle in der Feststellung, daß es vor allem und nur darauf ankomme, daß die Reichswehr in der Hand ihrer Führer sei. Das ist Seeckls großer Zrrlum. Heule gibk es keine Truppe mehr, die bedingungslos in der Hand der Führung sei. Die Disziplin allein genügt heute nicht mehr. Andere Im- pulse sind nötig, die aus dem Wollen und den Idealer' des Volkes selbst kommen. Jugend braucht natürlich Ideale, und die Rcpu- blit brauche darin nicht zurückzustehen: denn die Völker haben, wie alle Geschichte lehrk, ihre größten Leistungen nicht unter Diktatoren und Monarchen vollbracht, sondern aus eigenen Frei heil> impulsev. Im übrigen sei es auffallend, daß man jetzt von viele» Seiten den Prozeß wegen nationalsozialistischer Betätigung kritisiere. Ms es vor etwa einem Jahr gegen die KPD. ging, da hörte man kein Wort der Kritik. Weshalb der Unterschied? Abg. Dr. Moses(Soz.) erklärte, es gehöre auch zur Kritik, daß man offen und ehrlich ausspricht, wenn man etwas für gut befunden hat. Der Redner hat sich eingehend in Lazaretten umgesehen und kann nur sagen, daß er als Arzt überall in der Reichswehr durch die dort vorgefundenen Einrichtungen in größte Befriedigung versetzt worden ist. Abg. Biedermann(Soz.) kritisierte ungenaue Wirtschaftsführung bei Bauten. Der Kommunist Stöcker versuchte vergeblich, sich an de,, Sozia- dcmokraten zu reiben. Abg. Stücklen stellte ihm gegenüber fest. daß die K o in m u n i st e n mit den französischen Nationa- listen in einer Front stehen. Reichswehrminister Groener antwortet« nach Schluß der allgemeinen Aussprache auf die an ihn gestellten Fragen. Die politischen Fragen in der Reichswehr seien ein unerquick- liches Thema. Die Nationalsozialisten machten viele Tiraden über die Reichswehr. Die sollten nur mal kommen! Wenn sie die Reichswehr durch Gewalttaten auf die Straße rufen, könnten sie eine Lehre erl/llte». Di« D c u l a l r o f t bekommt seit 1930 keine Mittel in e h r, der Botrieb wird liquidiert. Vei der Beuirteilung des Leipziger Osfizi-rsprozesses fei von Seeckt auf falschem Ivege. Die Ossizicre hätten ihren höchsten Vorgesetzten belogen, des- wegen reichten disziplinare Mittel nicht mehr ans, es mußte ger.cht- liche Klarheit geschaffen werden. Der Generalserlaß war notwendig, weil Klarheit über die»berste Führung der Wehrmacht bestehen müsse. General von Schleicher erklärt auf die Anfragen des Abq. K ü n st l e r, daß nach dem L e g a l i t ä t s s ch w u r Hitlers vvr dem Reichsgericht verschiedene 2l r b e i t s g e r i ch t c die Reichswehr wegen der Entlassung nationalsozialistischer Arbeiter zu Entschädigungszahlungen verurteilt haben. Erst durch dos neue Reichs- gerichtsurteil über den Hitler-Schwur werde wohl wieder eine klare Situation geschaffen. Das Reichswehrministenum verlasse sich in solchen Fragen ausschließlich aus die Stellungnahme des Reichs- Ministeriums des Innern. Damit war die allgemeine Debatte zum Heeresetat abgeschlossen. Aus der Httler-Küche. Große Abwäsche dringend erforderlich. Bor kurzem erstihr die Oefsentlichkeit davon, daß das oberste Porteigericht der Hitlerleute den derzeitigen Reichs- tagsabgeordneten und Gauleiter der illazrs in Hamburg, Herrn Kaufmann, des mehrfachen Ehrenwortbruchs, der Urkunden. salschimg. des Ordcnsschwiadels und der Hochstapelei überführt hol. Diese Jnfainicrung dos Herrn Kaufmann hat inzwischen die Runde durch Deutschland gemacht, ohne daß weder Kauf- in a n n, no 6> d i e P a r t e i H l t l e r s irgendwie darauf reagiert hätte. Peinliche Verlegenheit auf der ganzen Linie der Hitlerfront'. Wir verstehen Herrn Kaufmann: wie soll er sich wehren gegen Tatsachen, dre sich dokumentarisch beweisen lassen? Und wir verstehen auch Hitler: er mußte schon vor Jahresfrist zu dem vernichtenden Urteil„seines" Parteigerichts schweigen und muß es auch heute tun! Kaufmann ist über allzu viel« Interna unterrichtet und man weiß nicht, ob er dicht halten würde, wenn er in die Wüste geschickt wird. Kaufmann ist G a u l e i t e r der Nazis in Hamburg. Sein Nachbar ist Herr T e l ch o w, der Gauleiter in Hannover— gleich ihm Mitglied des Reichstags. Dieser T e l ch o w hat gleich- falls eine interessante Geschichte: als er Ende 1928 der NSDAP. sich anschloß, wandte sich der R e i ch s l a n d b u n d durch den Land- bundführer in Uelzen, Herrn Dr. M e y c r h o l t, mit Schreiben vom 29. Dezenchcr 1928 an Hitler persönlich, um ihn vor dem„Schädling" Tclchow zu warnen. Außer verschiedenen anderen Dingen wurde T e l ch o w in diesem Schreiben der„U r- kundenfälschung" bezichtigt. Der Tatbestand— übrigens charakteristisch für jene Kreise!— war folgender: Teich am, dessen„Kricgsverdienste" recht frag- würdige sind, war kurz vor seinem Uebertritt zur Hitlerpartci in den Vorstand des„Kreiskriegervcrbandes" in Buchholz (Lüneburger Heide) gewählt worden. Und wie es in diesem„Milieu" üblich ist, reichte man T e l ch o w ein zum„Kriegervereins- kreuz II. Klasse". Nachdem dieser Antrag von dem zweiten Vorsitzenden und dem Schriftführer unterzüchnet worden war. gelang es Tclchow. den Brief abzufangen: ohne Wissen und Willen des Gesamtvorstandes fügte er in den Ordensvorschlag selbstherrlich die Worte ein:—„und I. Klasse." Di« Sache wurde ruchbar und Tclchow mußte sein Amt als Mitglied des Vorstandes niederlegen. Man war der Meinung, daß „solche Urkundenfälschungen keine Gewähr bieten für sauber« Amts- stihrung".--- In, übrigen läuft zurzeit gcac» T e l ch o w sin Verjähren, an- gestrengt von Mitgliedenr seiner eigenen Partei, wegen„U nie lisch lagung oo n Mitgliederbeiträgc n". Und da wir gerade dabei sind: gegen die Leiterin des mationäl? sozialistischen„Deutschen Fraue nordens" in Berlm. Fräulein Elsbeth Zander, ist vor einem Jahr ein Be vi ihren vor dem„UntersuchungZ- und Schlichtungsausschuß" der Hitlerpartei durchgeführt worden: man machte ihr bedenkliche Unregelmäßigkeiten in der Finanzoerröaltung— Unregelmäßigkeiten zu ihren eigenen Gunsten!— zum Dorwurs. Der Urteilsspruch des Parteigerichts war ver- n i ch t e n d für Fräulein Zander. Lediglich der Fürsprache ihres Freundes Goebbels hatte sie es zu verdanken, wenn dos Urteil. das ihren politischen und s o n st i g« n Ambitionen ein jiches Ende bereitet hätte, inhibiert und der Oefsentlichkeit vorenthallen wurde. Und es entbehrt nicht der Komik, daß Herr Goebbels in das Verfahren eingriff mit der klassischen Begründung, das„A»sehen der NSDAP, oertrage ein solches Urteil gegen eine leitende Per- sönlichkcit der Partei nicht". Ein Nachspiel ist noch zu verzeichnen: der damalige Vorsitzende des Berliner Untcrfuchungs- und Schlichtungsausschusses, Rechts- anwalt Dr. Wolfgang Z a r n a ck. legt« als Protest gegen dieses „würdelose Perhalten" des Gauleiters sein Amt, dazu sämtliche sonstigen Ehrenämter in der Hitlerpartei nieder! Das Geheul bei Goebbels. Eine Warnung des Berliner Polizeipräsidenien. Der Polizeipräsident teilt mit: Gegenüber irreführenden Meldungen in einem Teil der Tagespresse sei folgendes festgestellt: In die öffentliche Versammlung der NSDAP, am 6. März im Sportpalast wurden gemäß§ 13 des Reichsvereins- gesetzes zwei Polizeibeamte als Beauftragte entsandt. Sie haben sich in gesetzmäßiger Weise dem Leiter der Dcrsammlung zu erkennen gegeben. Der Versammlungsletter hat in seiner Er- öfflUlNgsrede auf die Anwesenheit der Polizeibeamten hingewiesen. Es war ihm sowie den in der öffentlichen Versammlung ange- lündigten Rednern und auch den Versammlungsteilnehmern demnach bekannt, daß die Polizeibeamten sich in rechtmäßiger Aus- Übung ihres Amtes und zur Durchführung eines ihnen von der zuständigen Behörde erteilten Auftrags in dem Versammlungsraum befanden. Trotzdem haben die Versammlungsteilnehmer den Hinweis des Versammlungsleiters auf die dienstliche Anwesen- hell der Polizeibeamten mit einem minutenlangen„Pfui!- und Rausi-Geheul beantwortet. Der Versammlungsleiter hat diese Rufe schweigend geduldet und hat weiter zugelassen, daß der zweit« Redner Dr. Goebbels die Beamten gröblich beschimpfte und in den Augen der Versammlungsteilnehmer lächerlich machte.„Der Angriff" unterstreicht in seiner Nr. 47 die Ausführungen des Dr. Goebbels. Er spricht von der„Ver- achtung der lävl», von der die Beamten umtobt wurden": von den„Wellen lsidcnschafflicher Erregung, von denen die Beamten umbrandet wurden": von den„Kosewortcn der Berliner Partei- genossen, welche die Beamten entgegennehmen mußten": von einem „traurigen Amt, einer sie selbst bedrückenden Pflicht" usw. Vorgänge der vorgeisanmen Art sind geeignet, den öffentlichen Frieden in schwerer Weise zu stören und einen friedlichen Ver- ians öffentlicher Versammlungen unmöglich zu machen. Der Polizeiprösideill wich daher lünstia alle A« r j a in in l u n g e n verbieten, bei denen der friedliche Verlauf nicht ge- währleistet ist. Hitter-Banben mit Schießprügeln. Ein Kommunist durch Bouchschuh schwer verletzt. Wuppertal. 9. März. In der Vogenstraße. in deren Nähe die Kommunisten ihr Partei- lokal haben, kam es In der Nacht zum Montag zu einem Z u- fammenstoß zwischen Kommunisten und National- soz i« listen, bei dem auch von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wurde. Hierbei wurde ein Kommunist durch«inen Bauch- schuß lebensgefährlich verletzt und ins Krankenhaus geschafft. Ein unbeteiligter Mann, der zufällig die Straße herunterkam, erhielt «inen Schuß in den Fuß. Die Polizei rückte mit einer Wache und dem Uebersalllominando an den Kampsplatz und sperrte die Gegend ab. An den Häusern sind verschiedene(Anschläge von Revolver- kugeln sestgestellt worden. Eine Anzahl von Patronenhülsen wurde gefunden. Die Polizei hat 16 Verhaftungen vorgenommen. HZ-lS. Hunöett Aerzle in gleicher Verdammnis!. Stulkgarl. 9. März.(Eigenbericht.) Die Voruntersuchung in dem Versahren gegen die Stull- oarter Aerzte Dr. Wolf und Frau Dr. I a t u b o w i t s ch- K i e n l e ist inzwischen aus 8 Aerzte ausgedehnt worden. Jnsgefomt dürft« jedoch gegen 100 Stuttgarter Aerzte die gleiche Beschuldigung zu erheben sein, die gegen Wolf und Frau Iakubowitsch erhoben wird. In den drei großen Stuttgarter Frauenkliniken sind nach der Meldung des hiesigen Kommunisten- blatte? zahlreiche Schwangcrschaitsunterbrechunyen an Frauen aus wo h l h a b e» d e n Kreisen vorgenommen worden. In diesem Zusammenhang weist das lommunistifche Blatt insbesondere auf die unter Leitung von Professor Baisch stehende städtische Frauenklinik hin. Rußlands Außenpolitik. Rede Molotoffs auf dem Rätekongreß. Das unnachahmliche Goebbels-Lächeln. Chaplin imponiert uns Berlinern nicht.- Wir sind ganz andere Grotesk-Komiker gewöhnt! Henderson siegt über Chamberlain. England der Generalakte beigetreten. London, 9. März.(Eigenbericht.) Mit einer großen Ovation empfangen, erhob sich am Monwgnachmittag im Unterhaus Außenminister HenDerson, um den Beitratt Großbritanniens und des britischen Reichs zu der Generalakte über die Schieos fprechung zu empfehlen, durch die olle Streitigkeiten zwischen den dein Völkerbund angeschlossenen Staaten von einem Schiedsgericht geregelt werden sollen. Mit Ernst und tief empfundenen Worten erklärte Henderson, England müsse der Welt mit gutem Beispiel und Ermunterung vorangehen. Durch den Veitritt zum Kellogg. Pakt habe England bereits grundsätzlich die friedliche Austragung aller internationalen Streitigkeiten anerkannt, und es sei an der Zeit, das große Werk nunmehr zu vollenden. Vor allem aber gelte es, durch Annahme der Regierungsvorlage jene Atmosphäre zu schassen, die Voraus- setzung sei für den Erfolg der kommenden großen Abrüstungs- k o n f« r« n z. Mit aller Wucht wandte sich Außmmüusier Heilder- son dann gegen den körissrvokloen Wlehnungsankraa, in dem«ß heiß«, ein internationales Schiedsgericht sei der Autorität de? Völkerbundes abträglich..Acht Völker haben bereit? angerwm- men," rief Henderson,.die sronzö fische Kammer hat zugestimmt, für Italien versicherte mir in Rom Außenminister Grandi ebenfalls den Beitritt zum internationalen Schiedspaki Die britische Reichskonfcrenz hat ihre Einwilligung gegeben und olle konservativen Einwände sind nicht stichhaltig." Verlegenheit bei den Konservativen, großer Beifall bei Libe- rolen und Arbeiterabgeordneten, alz Henderson auf seinen Platz zurückkehrt. Sir Austen Chamberloins Gegengründe waren mehr als dürftig und wurden sowohl von dem Liberalen Sir Herbert Samuel als auch von der Arbcrterab geordneten Frau Man- ning leicht zerpflückt. Damit ist die Annahme der Vorlage und der Beitritt zur Generalakte gesichert. Schließlich genehmigte das Unterhaus mit 231 gegen 139 Stimmen den Beitritt Englands zum inkernatlonalen Schiedspaki. 3n der Debatte halle auch der Sprecher der unabhängigen Arbeiter- parte! das große Friedenswerk der Labourregierung ge- rühmt, dem durch diesen Pakt ein neuer wichtiger Stein hinzugefügt sei. x Gnowden ernstlich erkrankt. Der Austand des Schahkanzlers S n o w d e n, der seit Tagen an einer Grippe leidet, hat sich durch ein« Entzündung innerer Organe verschlimmert. Die Acrzte haben Snowtxm deshalb ge- zwungen, sich in den nächsten Wochen jeder dienstlichen Tätigkeit zu enthalten. Es ist infolgedessen unbestimmt, ob der Schatztanzlcr seine große Dudgetrede wird halten können. Lim die Verlängerung der Schulpflicht. Die Regierung Macdonald ließ durch den neuen Unterrichts- minister Lees Smith erklären, daß sie das vom Oberhaus abgelehnte Schulgesetz im Unterhaus neu einbringen und dann unter die Parlamentsakte stellen werde. Dadurch wird das Gesetz, wenn die Regierung nicht gestürzt wird, nach zw« Iahren o u t o- mo tisch Rcchtskr oft erholten. 40000 werden enklaffen. Die Amnestie in Indien.— Voykoit aufgehoben. Neu Delhi, v. Marz. Die Freilassung der indischen Gefangenen auf Grund des Irwin- Gandhi-Abkommens, wird weiter fortgesetzt. Am Sonntag wurden 3000 politische Gefangene aus verschiedenen Gefängnissen entlassen, denen heute weitere 200 folgen sollen. Im ganzen dürften enva 4�000 Gefangene auf Grund des Abkommens ihre Freiheit wieder erlangen. Auf einer Volksversammlung erklärte Gandhi, er werde aus der kommenden Tagung der Kongreßpartei in Karachi mit Rachdruck f ü r die Ratifizierung des Abkommens mit Irwin eintreten. Sollten die Delegierten die Bestimmungen des Abkommens für unannehmbar halten, so stehe es ihnen frei, dem jetzigen Arbeitsausschuh des Kongresses ihr Mißtrauen auszusprechen und einen neuen Aus- schuß zur Verwirklichung ihrer Pläne zu wählen. Er gebe sich aber wird. Zum erstenmal seil acht Monaten sind am Montag die großen öffentlichen verkaufsmärkle für ausländische Kleider wieder geöffnet worden. Bor dem allrussischen Rätekongreß legte„Reichskanzler" Wolotow die Weltlag« der Sowsetumon dar. Dabei beklagte er sick? vor allem über die amibolschewistische Haltung Frankreichs und sagte über die Beziehungen zu Deutschland, daß sie sich seit Mitte 1930 sehr gebessert hätten. Zur Abrüstungskonferenz führte er aus: Die Kriegsgefahr hat sich nach vierjähriger Tätigkeit der Abrüstungs- kommission verstärkt. Die Sowjetunion macht sich keinerlei Illusionen über Richtung und Arbeit der künftigen Internatio- nalen Abrüstungskonferenz� Die Erfahrunzen der Washingtoner und der Londoner Konferenz zeigen, daß diese Konferenzen Kriegs- Vorbereitungen nicht hinderlich sind. Die Sowjetunion hält ihre Teilnahme an der bevorstehenden Konferenz für möglich. falls diese tatsächlich die Abrüstung, oder zumindest einen Teilabbau der Rüstungen anstreben wird. Dabei wird die Sowjetunion nicht dulden, daß man ihr Beschlüsse aufoktroyiere, die angenommen wur- den, ohne daß sie an ihrer Erörterung teilnahm. Die Uebersicht der internationalen Lage abschließend, führte Molotow aus: Die grundlegende Losung unserer Außenpolitik war und bleibt die Festigung des Friedens. Unter dieser Losung ist die Sowjetmacht geboren und unter dieser Losung wird sie auch fernerhin kämpfen. Der Kampf für friedliche Entwicklungsbedingun- gen in der Sowjetunion ist unlöslich verknüpft mit dem Kampfe um den Weltfrieden, mit der Befestigung der fr«:ndschastlichen Beziehungen zu anderen Völkern. Unter den gegebenen Verhältnissen bedeutet der Kampf um den Frieden vor allem den Kampf gegen die Interventionsgesahr. Diejenigen, die es wagen soll- >cn, den Frieden zu stören und die Sowjetunion anzugreisen, werden als erste darunter zu leiden haben." Im einzelnen heißt es in der Rede: Die Bürgerlichen versuchen mit allen Mitteln, die Sowjet- regicrung z» bekämpfen durch Organisierung einer W i r t s ch a f t s- b l o ck a d e sowie durch Gerüchte von einem russischen Dumping und mn Zwangsarbeiten. Ueber die Abrüswngskonferenz mact- sich Rußland keine Illusionen. Wenn der Völkerbund meint, sie könnten die Sowjetunion hineinlegen und ihr Beschlüsse anbieten, die gegen sie gerichtet seien, so irrt er. Frankreich sei das Haupt des politischen Kampfes gegen die Sowjetunion. Die Beziehungen zum Deutschen Reich seien 1929 M nicht die besten gewesen, da die deutsche Presse und die deutsche Oesfentlichkeit an einem Feldzug gegen die Sowjetunion teilgenommen hätten.?lb 1930 hätten sich diese Beziehungen sehr gebessert, und heute stehe man vor einer Erweiterung der deutsch-russischen Beziehungen. Er hoffe, daß die Reise der deutschen Industriellen diese Beziehungen weiter vertiefen werde Tie deutsch-russische Freundschaft sei nicht nur im Interesse der beiden Völker, sondern mich im Interesic des Friedens not- wendig. Die Beziehungen zu Italien seien sehr herzlich, obwohl beide Länder verschiedene soziale Systeme hatten. Die Sowjetunion stehe jetzt vor einem wetteren Ausbau ihrer Handels- beziehungen zu Italien. Die Besprechungen des Außenkommissars mit dem Ualiemschen Außenminister Grandi in Mailand hätten die politischen Beziehungen noch freundschaftlicher gestaltet als l'lshsr. Molotow rühmte dann das soeben unterzeichnet- Abkommen üb« eine Verständigung beim Bau von Krieg sschissen im Schwarzen Reer. Sowsetrußland habe alle« unternommen, um ein freund- chastlichcs Verhältnis mit England zu unterhalt- n. und es fei nicht leine Schuld, wenn dieses freundschaftliche Verhältnis durch die englische Oefsentlichkeit und Presse gestört worden sei. Das eng- tisch« Parlament sei jetzt zu einem Schauplatz politischer Hetz« ocgcn die Sowjetunion geworden. Die Sowjetregierung treibe kein« riitienglisch« Propaganda. Sie well«, daß auch England keine Anti- lomjetprapaganda betreiben solle. Sie wolle in sreundschaftkichen Beziehungen zum englischen Volk leben. Das russische Angebot eines Nichtangriffspaktes habe die sran- zöstschc Regierung abgelehnt. Die Sowjetregierung wisse, daß der französischen Regicrung Nahestehend« sich die Aufgabe gestellt hätten, den Kamps gegen die Sowjetunion zu führen: ebenso habe die polnische Republik die russischen Vorschläge in der Vorabrüstungskonserenz obgelchnt und auch andere Vorschläge für die Abrüstung. Die pol- nisch« Regierung habe es noch nicht oer standen, gute De- Ziehungen zu dem sowjetrussischen Staat anzuknüpfen. Die Oeffentkchkeit und die Regierung in Amerika führten einen starken Kampf gegen die Sowjetunion. Sie haßten nicht mir alles, was in Rußland geschehen sei, sondern auch was aus Rußland tomms. Wenn man versuche, die russische Einsuhr nach Amerika zu verbieten, so werde die Sowjetregierung gezwungen sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nach Ausführungen über das Verhältnis zu den ballischen Staaten ging Molotow auf die Beziehungen zum Datikan ew: Dieser habe sich eingebildet, eine groß« politische Rolle spielen und den Kamps gegen die Sowjetunion übernehmen zu können. Alle Priester und Missionare, die im Dienste des Balikans ständen, seien Agenten der Nachrichtendienste verschiedener Generalstäbe und hätten dos Ziel, einen Krieg mit Rußland herbeizu- sühren. Zufällig sei der Sowjetregierung ein Dokument eines Vertreters des Vatikans in W i« n in die Hände gefallen, worin die Notwendigkeit der Einberufung eines antibolschewistischen Kon- g r e s s e s dargelegt werde, der einen Feldzuq gegen die Sowjet- union organisieren solle. Sowjetrußland fürchte den Feldzug des Vatikans nicht und werde alles unternehmen, um auch diesen Plan zum Scheitern zu bringen.__ Liebermann über Oiamanb. Ekste öffentliche Rede seit Brest-Otowsk. Warschau, 9. März.(Eigenbericht.) Im Verlauf einer Gedächtnisfeier für den unlängst verstorbenen polnischen Sozialistenführcr Dr. Diamond nahm auch eines der Opfer von Brest-Lttowsk, Dr. Liebermann, der auf den Händen in den Saal getragen und mit Blumen über- schüttet wurde, zum erstenmal sell seiner Befreiung ösfentlich das Wort. Liebermann charakterisierte in einer mit großem Beifall aufgenommenen Rebe das Leben des Derstorbenen, der seit seiner frühesten Jugend in den Reihen der sozialistischen Bewegung ge- arbeitet l>abe. Kurz vor seinem Tode habe er unter Bezugnahme auf die Pilsudfki- Diktatur einen Brief geschrieben, in dem es heiße. daß die Diktatur aus der polnischen Masse charakterlose M enschen gemacht und auch das Niveau der Gegner der Demo- trotte notgedrungen erniedrigt habe. Die polnischen Arbeiter- «nassen— so erklärt« Lieb ermann— müßten dieser Sorg« des Der- storbenen um die Hebung des Niveaus der Massen gerecht zu»erden trachten. Stürmische Zusttmmungsrufe wurden laut, als Lieber- mann dann noch die Wort« D i a rn a n d s zitierte:„Brest. Ltkowfk werden wir niemals vergessen und niemals verzeihen!" Geheimgehalienes Aiieniat in Belgrad? Enthüllungen der„Tribuns-.- Wurde Diktator Zivlewitsch schwer verlcht? Ron», 9. März.(Eigenbericht.) Ueber ein Attentat auf den jugoslawischen Ministerpräsiden- ten General Zi v k o wits ch erhält die römische„T r i b u n a" nähere Mitteilung von einer hochstehenden kroatischen Persönlichkeit, deren Namen sie verschweigen muß, deren Angaben aber als durch- aus zuverlässig zu betrachten seien. Das Attentat auf den General— so meldet die Tribuna— habe der Sohn des jüngst verstorbenen früheren Ministerpräsidenten B u k i z e w i t s ch verübt. Er habe sich in Belgrad zu General Zivkowitsch begeben, habe ihm mehrere Reoolverkugeln in den Leib gejagt und den Schwerverletzten für tot gehalten. Darauf habe der junge Mann Selbstmord begangen. Da? Ganze. sei geheim gehalten worden. Der König habe davon in Agram cr- fahren. Es sei durchaus richtig, daß der König fett langem in schwerem Gegensatz zu der milttärischen Diktatur stehe und ihn nur deshalb nicht zu entfernen«vage,«veil Zivkowitsch gleichzeitig das allmächttge Haupt der Offiziersvereinigung„Die weihe Hand" sei. Der König habe aber die Gelegenheit von Zivkowitschs schwerer Verwundung und langem Krankenlager da, zu benutzt, das Kabinett u in zubilden, und zwar noch feinen eigenen Wünschen. Die spanischen Gememderatiwahle« sind aus den 12. April festgesetzt. die Parlamentswahlen sollen erst Mitte Juni sein. Oer Faschismus in Paris. Blum gegen die Kunstzensur der Straße. Pari», S. März.(Eigenbericht.) Der sozialistische Parteiführer Leon Blum fjat ein Protest- schreiben an den Ministerpräsidenten Laval gerichtet,«»eil wegen des Terrors der nationalistischen Radaubanden das Dreyfus- Stück abgefetzt und das Auftreten Felix Weingartners«ls Dirigent in Paris abgesagt worden ist. Blum bezeichnet diese beiden Ereignisse als unerträgliche Unterwerfung des rcpu» blikanischen Staates gegenüber Reaktion und Faschismus. Die Ablveisung Weingartners fei das schlimmste. Man begründe sie damit, daß Weingartner am Wellkricgsbeginn das Manifest der 93 deutschen Intellektuellen gegen Greuelberichte und Kriegsschuld- bezlchttgung unterzeichnet habe. Selbst wenn man aber annehme, daß di« Unterzeichner mit Ihrer Unterschrift eine ungerechte Sache gedeckt hätten— was voraussetze, daß Deutschland wirklich die Alleinschuld am Kriege trage— dann sei ihnen wenigstens der gute Glaube zuzubilligen. Bei Kricgsbeginn habe niemand Schuld und Nichtschuld abschätzen können. Auch Frankreich habe schon ungerechte Kriege geführt. Jeder Friede aber sei eine Art gegen« fettiger Amnestie. Wenn man ihn nicht so auffasse, wenn man den Haß aufrechterhalten und die Revanche zu schüren suche, werde jede Versöhming nrtter den Bölkern unmöglich. Massengasvergistung in Aew �ork. Hundert Arbeiter ins Krankenhaus aestbafft. New Jork. 9. Blifcj. Infolge Ausströmens von Gas erkrankten etwa h u n» dcrt Arbeiter und Arbeiterinnen einer Kleidersobrik unter v«r. giftungsersch einungen Sie wurden ins Kraukenhan» gebracht. Fünfzig von ihnen siegen in bedenklichem Zustand« danieder. WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Sottfd*(Dornst* (8«ll«£e Jßehensmittel Hammel-Vorderfl. 0.98 Rinderkamm"pfü'd 0.82 Kalbskamm... rtuna Quai., pi± 1.78 Holsteiner feiarnuViund 1«3® Leberwurst«.Filahnnt 1 � Teewurst 1.45 grobe 1.55 Speck an 0.82 magar 1.08 Konserven D;'U Schnittbohnen 0.35 0.46 Brechbohnen. 0.38 0.48 Kohlrabi mit Grün... 0.33 Leipziger Allerlei•. 0.68 Gemüse-Erbsen... 0.46 Junge Erbsen..-'ein 0.85 Marmelade 0.80 Aprikos-Kontit. Eime, 110 WWW �Garten* Zur Einsegnung! Größtes Spezialgeschäft seiner Art in;ganz Dctitschländ KLEINE ANZEIGEN TltcaUe LtJtlsptele Am 2. März starb im 67. Lebensjahre durch einen Unglücksfall mein lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Schriftsetzer S,5lllv. Zentr. 2819. Paudien erlauM. Tonno China. Doncan Collies. Lotte Werkmeister. 4 Phllilpps, Karolewna's. Dormonilc nsw. (iiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiuniiiniiiiiiniiiiiiiimiiiuniiniiiii Uebarschriftswort 25 Pf.r Tflztwort 12 Pf. 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Geselisdiait der Uensdienredite So. u Stg. 8 Uhr Hans Albers Staats-Oper tn Piltz iKr RimWk. VB. 19'/, Uhr Die Hodneit des Figaro OlflilH. Rarttnrcrluil Ende g. 23 Uhr Im GndinniDramt). 163 A.-V. 20 Uhr Prinz Friedridi von Somtnirg Ende 22% Uhr Kammerspieie SV, Uhr: Pariser Platz 13 von Vicki Baum Regie; Gustaf Gründgens äarnowsKj-olllinen Theater in der Stmemanasir. SV, Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnowsky Vorstadtlegende von Franz Molnar Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und Vater, der Bauarbeiter Otto Glasow am 6 März entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Frau Anna Glasow. Lychener Straße 100 Die Einäscherung findet Donners'ag. den 12 März, abends 6,30 Uht im Krematorium OerlchtstraEe statt ÜM.WKl'MM.MIU 20 Uhr Don Carlos Ende gegen 23 Uhr Theater am Schinoauerdamm 8 Uhr Der Pompfcnr Staalsoper Am Pt.d Republik Vk Uhr Die Hotfizeil des Figaro j Plscator-Bünnc (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Täglich SV, Cyankali von Fr Wolf. Für User uisemZeitDng: Oi.-Sessel statt 6 nur 3 M. Paikelt-F.. 4.2.. .. 3. 1.3° Haitz. 2.1«. Rose■ Theater 6r.rninkiunerStr.i32 Tel. Alex 3422 u. 3494 5J0 Uhr: Das PartQm meiner Freu 815 Uhr Die Fascliingsfee Neues Theater — am Zoo—• JmBalratiZoo. StpL 6551 Täglich 8'/« Uhr EmmyStnrm a. 6. Haiifornisdie Früdil« Musik. Komödie v Max Hansen Q.WilljPra;jer Traufe.'Äo*e f. d. Titelrolle Tänze: Georges Blanvalet AbcndprcUc von 50 PL bis 3 M. ötägiger Vorverkauf: 11— 1 u 4— 9Ü. Komödienhaus 8V« Uhr Eine königliche Familie Dentsdier Metallarbeiter-Terbanil Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Dm Mitgliedern juc Ziachricht. baß unser Kollege, der Anllreicher Tägl 2 Vorsts. i u. 8% Uhr Barbarossa 9256 Kurförstendamm Idealer Bismarck-14? Ausnahme-Guischein für die Leser des „Vorw&rls" Gültig nur am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 5,30 (Die unwiderruflich vier letzten Aufführungen von:„Das Parfüm meiner Frau." Für 1— 4 Personen. - 1. Rang-Balkon 50 Pf - 1 Parkett-Sessel 75 Pf. - Orch.-Sess. o. Log. 1.10 M Name: Wohnung; Der Gutschein ist von heute an täglich von N— I und 4—? Uhr an der Tageskasse einzulösen iTietropoi-iiieater Täglich 8% Uhr Das Veikhen v. Montmartre Operette v. Kaiman Gitta Äluar. Snnl Aniers, Kail ICken, Him. Wulügniar a. 6., Emon Bosio als Gast. Sonntag 4 Uhr Kleine Preise. Der Toäeibaniiier. Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regie: Max ReiaMI geb. 4. Januar 187g, am 8. März ge- starben ist. Die Veerbigung findet Dienstag, den Ig Mfirs, X3X, Uhr. oon der Leichenhalle de» geniralsriedhof» in Friedtichsieide au» flau. lag.. S u, 015 Soiki. 2, 3 a. B" >MWWWWB E 4. Alex. 8066 Nehm. 50 Pf-1 abd». 1-2M. B,._ O„ Der Wunder- kl O U Sdiimpaxuc Peter P I e t. Des Original Raymonde Eloo, öirienqnsrtetl K». Ilieaterd. Mim Täglich 8% Uht; settön ist die weit Franz Lehärs Opeietten-Erfolg Sonntag, nachm.%3 billige Preise SdiSn Ist die Well Am 5 März starb unser Kollege, der Werlzeugmacher Di« Beerdigung findet Dienstag. den 10. Matz, 16 Uhr. don der Le�en- Halle de« Friedrichshagener Kird). Hofes au» fiait. CASINü-THEATEIl Lothringer Strmfye 37. ■iiimiiiitiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiitimiiiiimiMitnimiiiiiiiiiiiniMi Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 diese sctiwiegeruäter Dazu das neue März- Programm! Ciaijchctn 1— 4 Personen Fauteuil 1�5 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Pr. Parkett 75 Pf, Rang 60 Pf. Eilte- Staeer fKattbuss. Str. 6 Tlfl. 8f u Uhr Der Instiicnte Abend! Sonntaga nacbm..TV? Uhr ermaß. Preise. Kleines Theat. Täglich 81/« Uhr Liebe unmodern Grete Reinwald Will Kaufmann, Heinz Klubertanz. Sonntags 5 Uhr I x ist keinmal kl Preise I— I M. hniiifl-Tneatet Täglich SV, Uht Die scMne Alexandra LcsulL Sdmllver. FüB, Vessrnmaon. Südä Sonntags 4 Uhr Kleine Preise Viktoria snii ihr Hiisa; Am 5, März starb unser Kollege, der Schleifer geb. 8. Januar 1880. Die Sinä.cherung findet Dienstag. den 10 März. I« Uhr, im Krem lorium Baumschulenmeg, Kieshclz. straße statt._ Am 5. März starb unser Kollege, der Schmied Reinster Dessert-Apfelwein, süö....... Liter Ov72 Johannis- und Stachelbeerwein, süß.....„ 0.85 Echter ital. Vino Vermouth„Marke Special"„ 1.15 Echter Tarragona„Special" unverschnitten.„ 1.20 Echter Pepsinwein für Kranke... X/z ,, 1.25 Echter Malaga„Special" unverschnitten...„ 1.35 Echter Tasano„Mach mich fröhlich"....„ 1.80 Echter Insel Samos„Edel"......... 1.80 Nordhäuscr Branntwein- Aqua vit......„ 3.20 Feinster Weinbrand Verschnitt.......„ 3.60 Feinster echter Weinbrand„Masue"...... 4.40 Prima Pfälzer Weißwein.......... x/, Fl. 0.75 Prima roter Tischwein...........'/, Fl. 0.75 29er Licbfraumücb-Nlersteiner etc...... 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Str. 42 Weißensee: Berliner Allee 247 SO, Grünauer Straßei5 Tcmpelhof: Berliner Straße 152 SO,KöpenickerStr.i2l Pankow: Woilankstraße 98 W,Mart.-Luther Sti.86 Lichtenberg: Wismarplatz I Oberschöneweide: Wilhclminenhofstrafle 40 Frankfurt(Oder), Richtstraßc 72| Rathenow, Dunckcrstraße 29 Küstrin, Landsberger Straße 4 und Berliner Straße 19 Brandenburg(Havel), Hauptstraße 38 Oranienburg, Berliner Str. I| Angermünde, Berliner Str. 23 Zimmer IBett Mk.7,-bl5 U- 26etten H.-bisZZ.- &ad;Mlc.3- SotofdCr GROSSEÜ SCHÄUöPlELHÄÜü Tägi. 8 Uhr. im ttieiuen stösai. Regie; Erik Charell. Die Beerdigung findet Dienstag. den 10. März. 16% Uhr. von der Leichenhalle des Reuen Iakodi-Kirch» Hof s in Neutolln, Herutonnftr. 100, aus statt_ Em 7. März starb unser Kollege. der Maschinenarbeiter Komiscne oper 8% Uhr Kleine Preise. Reppina jntrr piniollihtr Uiteag des Ksopunf« Robert Stolz I» der PimUnghBitnnd Lusupiomaus Kurt Götz Täglich 5% Uhr Oer LDgner u. die nenne HW Berlin HOTELoAnnihf gxceLsmp Die Beerdigung findet Mittwoch, den IX. Marz. 16 Uhr. oon der Leichen» Halle des Soigatha-Sirchhofe», Bar- susfiratze(am>vch>llerpari>, au» statt. Rege Beteiligung wird erwartet musiKu. Gesang Oonnerslog. Ben 12. Mstr,. abend» Z Ahr. im Aosenthnler£>of.»ojen- thaler Strohe IX— X2 VerLSmmtung aiser Bau-. Gas- undtuasser- Kiempner Tagesordnung: t. Die Kündigung des Lohntarif,. 2. Verbands» und Vranchenangelegen- heilen. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Für guten Besuch der Bersammluug ist zu agitieren. _ Die Ortsverwal lang. Nachruf Äm 27. Februar starb unser Kol- lege, der Schmied llermgiill korster geb. 3. Seutember 1875. Die Beerdigung hat bereit» statt- gesunden_ Am 5. März starb unser Kollege. der Berzinker Joltann Andtzejewskl geb. 2. März 1883 Die Beerdigung hat bereits statt- gesunden Thre ihrem Andrnkeiri vir Ortsverwaitnng. uiaschereien Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beim Hinsche den meine» lteie» Maiinr» und Vater» Georx Müiler sagen wir allen Beteiligten herz. Ilchsten Dank. Frau Etaabefh Müller aud Todiler. Hennsgsdorier 6tc. 87. Reichshallen-Theater Sonntxg Nadiin. fTT) und Jlinds|T| dtir ß Stettiner Sänger G?„Die Uro er»a. den jr Kiarpensi- « fl» Prtisab.«u beide lettiner. BA.'.ySfS auch Sonntag abend «vi'W Nachm. ermäßigte Preise! � Oönhoti- Brettl: Heut« verstärktes ProgrJ Anfang 5tj2 iiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiinK'.iiuiiiuiiiiiiiii von Gebrüder Lange Berlin-Lichtenberg, Wartcrxbcrgsir, 54, Fercsr.recher E S, Lichtenberg 4187. flr. Ii5• 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 10. März 1981 Schinkel, die Humboldts und ihr Schlößchen Es ist tatsächlidt, so, daß die meisten der vielen tausend sonntäglichen Besucher Tegels kaum eine Ahnung davon haben, daß ganz in ihrer Nähe ein altes, erinnerungsreiches Schlößchen steht und dicht dabei ein kleiner, stiller Friedhof in einem stimmungsvollen Fichtenhaine verborgen liegt. Ist man an der Humboldtmühle vorübergegangen, die an der Stelle einer alten Mahlmühle aus dem 13. Jahrhundert liegt, und hat man den schmalen Mühlengrahen, der sich, roeil- hin sichtbar durch die Wiesen schlängelt, die einstmals Kampfplatz zwischen den Mannen Berlins und den Quitzoros waren, überschritten, dann steht man bald vor dem abseits liegenden, fast schmucklosen Schlößchen der Familie Humboldt. Die Humboldts sind gleich nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges in den Besitz des kleinen Schlosses gekommen, als es der damalige Familienälteste, der Major und Kammerherr Alexander Georg von Humboldt, durch Kauf erwarb. Dadurch wurde audt das Haus die Heimat der beiden bekanntesten Humboldts, Wilhelm und Alexander, des liberalen Staatsmannes und Gründers unserer Berliner Universität und des Naturforschers, Weltreisenden und Verfassers des„Cosmos". Wilhelm von Humboldt, der hier auch den Besndi seines Freundes Goethe empfing, wohnte in dem Tegeler Schloß dien bis an sein Lebensende, während sein Bruder Alexander bis über sein 90. Lebensjahr hinaus in der Oranienburger Straße 67 wohnte. Das Sdüoßgebäude, so wie es heule innen und außen dasteht, ist von dem berühmten Baumeister Schinkel, dessen zum läO. Male wiederkehrenden Geburtstag die Berliner Kunst- und Bauwelt gerade jetzt feiert im Jahre 1824 umgebaut worden; vordem halte es statt der jetzigen vier Türme einen blauen, barockenen Zuckerhut als Dadizierde. Die wenig bekannte Sammlung im Innern des Schlosses ist durdi den atheistischen, fast anardiistisdien Wilhelm von Humboldt angelegt worden. Sie enthält römisdie und griechische Antiken, Gipsabdrücke und Bilder, daneben kostbare Marmorwerke. Im Atrium steht z. B. der mit Reliefs des Bacchuszuges geschmückte lateinische Brunnen, in dem der Papst C ali xtus einst den Glaubenstod fand und der kunstvoll restauriert wurde. Kostbare, griechische, weibliche Torsos stehen dort neben moderneren Skulpturen von Thorwaldscn, Rauch und'Lieck. Daneben hängen mertoolle Familienbilder von Schadow, Steuben, Schick und Hildebrand. Ein Bild des Letztgenannten stellt Alexander von Humboldt in seiner damals weltberühmten Bibliothek dar, die dann nach Amerika oerkauft wurde und auf der Hinfahrt mit allen ihren Seltenheiten unterging. Etwa zehn Minuten westlich Hegt, durch eine breite Lindenallee mit dem Schloß verbunden, die Grabstätte der Humboldt an einem stillen Plätzchen mitten unter den Jahrhunderte alten Kiefern. Die hohe Granit säule mit der „Hoffnung" von Thorwaldsen aus Marmor überragt weihevoll die in dichten Efeu gehüllten Gräber. Wenn nun erst der Winter dem Frühling das Feld geräumt hat, dann findet man dort draußen in Tegel ein wunderbares Ostcridpll. U.R. Zwei Lehrlinge wegen Totschlag gesucht. IlMX) Mark Belohnung. Am 17. Februar 1331 gegen 21.43 Uhr wurden, wie erinnerlich, auf das LokÄ Edelweiß in Röntgental, Bucher Str. R, tschs Schüsse abgegeben, durch die der im Lokal befindliche Maler Tcheado t-%ilt aus. Röntgental getötet und zwei wsitere Person«», mehr oder weniger schwer verletzt wurde?». Als Täter wurden vier Personen ermittelt von denen zwei in Unter- juchimgshaft genominen sind, zwei weitere Personen si?id flüchtig und hätten sich seit 19. Februar 1931 verborgen, und zwar sind es der om 25. Dezember 1912 in Berlin geborene Tischlerlehrling biudois Schiemann, zuleW wohnhaft Berlin, Brunnenstraße 36, und der am 3. Mai 1914 in Berlin geborene Lehrling Kurt Kuhnert, zuletzt wohnhaft Berlin, Swinenniiider Str. Hl. Gegen beide hat der Untersuchungsrichter beim Landgcnchl III Berlin chaftbefchl erlassen. Es ist damit zu rechnen, daß die Fiüch- tigen sich unter falschen Namen verborgen halten. Für die Ernritt- lung und Ergreifung der Täter sowie für Angaben, die zur Aus- klärung der Tat führen, hat der Regierungspräsident m Potsdam unter Ausschluß des Rechtsweges eine Belohnung von 1966 Mark oosgesetzt, die ausschließlich für Personen aus der Bsvölke- rung bestimmt ist. Alle Angaben, die zur Ergreifung der Täter führen, werden auf Wunsch streng vertraulich behandelt. Sie sind zu richten an die Landeslriminalpolizeistelle Berlin Krimi» al kommi s- sar Dr. Braschwitz. Polizeipräsidium Berlin, Abteilung l A, Zimmer 249, Anruf Berolina E I 0023, Hausapparat 380, oder an den UMcrfuchungsrichtcr beim Landgericht III Berlin. Fund an der Gchloßbrücke aufgeklärt. Närrischer Wiener Fabrikant als Urheber. Wie mir berichteten, wurde am Donnerstag, dem 3. März, frühmorgens von einem Straßcnr«i??iger an der Ziuriürstcnb rücke ein Kästchen init einem Schriftstück, einer Art Testament, gefunden. Nach dem ersten Beftind sah es so aus, als ob«in junges Mädchen sich das Leben genmranen habe, weil die Eltern einer ehe- lichen Verbindung Widerstand entgegensetzten. Bei einem Notar in Dresden sollten für zwölf junge Mädchen je 1000 Dollar als Erbe hinterlegt sein. Bei den Nachforschungen in Dresden stellte es sich heraus, daß dort zwar zwei Anwälte des erwähnten Nomens ansässig sind, daß aber keiner von ihnen von dem Erbdepot etwas wußte. Weitcrc Nachforjchulzgen haben nun die anfangs geäußerte Vermutung bestätigt, daß es sich wieder ein- mal um einen der berüchtigten„Scherze" des Wiener Füllieder- fabrikaiüen Ernst Wickler ho?idelt, der in jenen Tagen in Berlin war und b«? seiner Vernehmung tatsächlich zugegeben bai, daß er � der Fabrikant dieser duimnen und frechen Täuschung ist. Sollten die Gesetze wirklich keine Handhabe bieten, diesem Mann das Hand- werk zu legen? Selbstmord oder Llngiücksfatl? Nätselhafier Borfall auf der Bahnstrecke Berlin-Potsdam Am Montagnachmillag gegen VA Uhr ereignete sich ans der Bahnstrecke Berlin— Potsdam ein bisher noch nicht restlos aufgeklärter Borfall, kurz vor der Einfahrl in den Bahnhof Noivawes stürzte ein junges INöachen aus einen» Abteil des Stadtbahnzuges und blieb mit schwersten Verletzungen liegen. Das Personal eures nachfolgenden Zuges hatte den Unjall bemerkt, hielt den Zug an und hob die Verlegte auf. Im Poisdainer Krakikenhaus, wohin die Veruirgläcktc gebracht worden war, starb sie den Aerzten unter den Händen. Wie sich ergab, hatte das Mädchen nicht nur beim Aufschlagen auf den harten Tckzoiter erhebliche Kops- wunden davongetragen, sondern auch mit dem Körper die c!ek- irische Strorrrschierre berührt, die Brandwunden verursachte. Es wurde festgestellt, daß es sich um eine aus Prenzlau gebürtige 20 Jahre alte Agnes Vax handelt, die bei ihrem Onkel, dein Gau- wirt Renner aus der Königstraße 24 in Wannsee angestellt war. Am Montagmittag hatten Renner, ein ihm befreundeter Chaufseur und Agnes Vax den nach Potsdam sahrcndeir Zug auf dem Bahnhof in Wannfce bestiegen. Wie die Vernehmung der beiden Männer durch die Potsdamer Kriminalpolizei ergab, hatte dos zunge Mädchen kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Nowawss plötzlich die Abteiltür aufgemacht und war entweder hinausgesprungen oder-gefallen. Der Onkel zog sofort die Not- bremse, der Zug hatte aber bereits den Bahnsteig erreicht und hielt. Bisher konnte nicht festgestellt werden, ob sich das Mädchen in selbii- mörderischer Absicht hinausgestürzt hat oder ob es, in der Annahme, der Bahnhof sei erreicht, zu sruh die Tür des Abteils öffnete. Die Potsdamer Kriminalpolizei ist bemüht, Zeugen a u s f i n d i g zu machen, die vielleicht durch ihre Veobochtungen zur Klärung des Unglücks beitragen können. Die Leiche des Mädchens ist bis dahin beschlagnahmt worden. Die Vernehmung des Gastwirtes und seines Begleiters, die ja im selben Abteil wie das Mädchen waren, ist noch nicht abgeschlossen. Warenhausbrand in Neukölln. Drei Feuerwehrleute und ein Angeslellier vcrkht. Dos Warenhaus Joseph u. C o. in der Berliner Straße 31/33 in Neukölln wurde gestern nachmittag von eine.'? gefährlichen Feuer betrossen. Di« im 4. Stockwerk des Seitenflügels befindlichen Kuhla?? lagen und der D a ch st u h l würden„ieü- wesse zerstört. Glücklicherwesse tonnle' der Brandherd' schnell ein- gekresst werden, so daß schlimmeres Unheil verhütet wurde. Kurz nach 14 Uhr drangen aus den Bodenluken plötzlich dichte Quolmwolten hervor. Die sofort alarmierte Feuerwehr, die unter Leitung des Branddirektors Pozdziech anrückte, stand zunächst vor einer sehr schwierigen Situation, da dichter Qualm den oberen Ge- bäudetctl einhüllte und giftige A m m o?i iakg a s e, die den Kälte- anlagen entströmten, die nach oben vordri??ge!?dcn Löschtr?lpps n? Gefahr brachten. Schließlich gelang es, d?!rch starkes Wasjergcben von drei Seiten das Feuer zu lokalisieren und in zweistündiger Löscharbeit niederzukämpfen. Ein A b t e i l u i?g s ch c f, der sich gleich zu Beginn an der Löschakrion beteiligt«, erlitt eine erheb- liche Armoerletzung Außerdem trugen dröi Feuerwehr- L??r seiner Hütte, an deren obere Leiste Papeudieck in krästiger Fraktur das Wort„Rüdensruh" gemalt hat, liegt Rolf auf den Steine??, die Kühle der Nacht in den trocke?ien j hwarzeü Schlund japsend und' schläfrig aufblinzelnd in die Weiße der Sterne. Papeudieck. der sonst recht gut für ihn zu sorgen pflegt, hat ihn heute, über der Aufregung wegen der dummen weißen Wolke vollkommen vergessen; Freßnapf und Wassernapf sind seit gestern leer. Rolf hat Durst und Hunger; ee nimmt beide Gefühle?nit in einen unr?lhigen Schlaf. Di« Pfoten zircken, dos Maul bellt leise, die Lauscher stehen spitz: Nols träumt; in seinem Traum läuft er, klefft er. wittert er; vor ihm her sliegt ein Vogel von der Art, die am Tage aus dem Hose umherwackelt, unerreichbar für den Kettenhund: jetzt aber, da ii?? Traum seine Angst zu laut wird— jetzt holt er den ungeschickt Fliegenden ein, schnappt zu-- Mit einein winselnden Beller fährt Rolf aus dem Schlaf, geschreckt von eitler jähen, spitzen Helle, einem hallenden Häm- inern am Himmel; so lvild hat der eochreck seinen Körper zur Seite geworfen, daß die 5iette reißt; Rolf jagt in weiten Sätzen aus dem Hof, gehetzt von Blitz und Donner. Fahlrot glimmt das Gewitter am Himmel, fremd uird drohend erscheinen Rolf alle Bäume und Steine, bis ein schwerer Tropfen sch?nerzhaft seine trockene Nase trifft und brodel??de Schwärze die letzten Sterne frißt und rings???» Regen ist, Regen... Aber lveiter peitscht der Blitz, dröh??t der" Donner: dunkle Erinnerungen zucken durch Rolfs Gehirn an Kindheitserlebnisse, an eine Flucht durch Reihen schlagen- der. treteirder, fluchender Männer, krallenden Hunger im Bauch, blutiges, gestohlenes Fleisch in den Zähnen. Wilder i ininer werden Blitz und Donner, Peitschenknall und Männer- gebriill, Rolf rennt um Rettung, heulend, die Kruppe gesenkt; eine Bretterwand ist plötzlich vor chm. eine Tür darin schlägt. aufgerissen vom Winde, hin und her, Rolf fliegt mit einem Satz Issnein, ein heftiger Sturmstoß wirst knallend die Tür wieder zu...„ Rolf hat[ich gelangen, rrgeiLZwo gelangen; aber er bc- denkt es nicht; er kommt nicht dazu, es zu bedenken. Es ist eine Wärme hier drin; nicht nur die Wärme eines ge schlösse- neu Raumes: sondern eilte Wärme von Fleisch, von Federn, von Dogelfleisch. Ringsum muß es sein, es hackt ivohl ein Stück über ihm; die zitternde Nase stellt es fest, die unge- schickten Hundeaugen müssen sich erst gewöhnen ans Dunkel. Dam? aber sehen sie: ringsum Fleisch, feistes Fleisch, von Federn umkleidet, die zittern, zittern vor den durchs Dunkel glimmenden Lichtern... Diese beiden grüngelb schiinmernden Kreise: das ist alles, was die zehn Hühner wahrnehmen können?nit ihren nacht- blinden Auzen. Sie stellen die Köpfe schief, um hineinzu- blicken in die Gefahr; es ist umsonst; sie sehen nichts. Ein Drang ist in ihnen, laut zu schreien, jammernd zu gackern; aber ihre Angst frißt das ineiste von den Tönen schon in der Kehle weg, nur ein arinseliges, stotterndes, leises Piepen kommt zwischen den Schnäbeln hervor, nicht zu hören von draußen; kein Rufen, kein Drohen, nur ein hllfloscs Flehen ins Dunkel hinein, in dies unheimliche Dunkel mit den grausamen Augen. Rolf liegt auf dem Bauche, die Gelenke der Beine ge- strgfst, zum Sprung bereit, der gar nicht nötig ist: dicht vor ihm beben die Flügel... Es ist alles vergessen in Rolf, Prügel, Papendieck, Gefangenschaft; es ist nur Hunger da und Jagdinstinkt und Fleischgenich ringsum. Seine Zähne schlagen zu; der Hals des Huhns zerbricht, ehe es schreien kann. Die andern hocken auf ihren Stangen, noch immer die blinden Köpfe schief gegen die iveiß schimmernden Zähne da unten gestellt, unter denen die Knochen ihres Mithuhns knacken, noch immer mit dem winselnden Piepen... Blutdunst steigt auf. Die Feuchte von draußen macht die Wärme von drinnen noch dicker, den Fleischgeruch noch stärker. In Rolf wachsen Hunger und Durst zum Taumel. Fast besinnungslos schnappt er zu, immer zu nach allen Seiten, zerbricht Knochen, zerreißt Fleisch, säuft Blut: ein Tier, das ausgegangen ist auf Raub; ein Raubtier; aber kein freies Tier. Das freie Tier, der Fuchs: der hätte wohl das Huhn genommen, nachdem ihn hungerte, und wäre vor- sichtig zurückgelaufen in seinen Wald, in seine Freiheit: das Haustier aber holt tausend in vielen Jahren ansgeprügelte Gelüste nach in einem einzigen großen, sinnlosen Würgen. Als die glimmenden Augen nichts mehr sehen, die Lauscher nichts mehr hören, die Nüstern nichts mehr riechen von lebendigem Fleisch, sinkt der Körper, müde vom Fraß. ans das weiche Bett aus blutigem Gefieder, das geblieben ist von zehn Hühnern, die sterben mußten, weil sie nicht zu schreien wagten. Der Stall ist mit Dochpappe gedeckt; der Regen trommelt nicht anders auf dies Dach als auf das von Rolfs Hütte: Rolf schläft, zusammengerollt, traumlos, satt. Aber als draußen Schritte hörbar werden, erwacht er sofort. Helles Licht stiehlt sich durch die Brettersugen. Die Tür wird geöffnet— an der aufschreienden Anna Maschke vor- bei rast Rolf ins Freie. Ist das zu glauben? Immer wieder landet Luise K-orns Selbstgespräch bei der Rhetonk der Frage. Es ist aber auch wirklich nicht zu glauben. Vor zwölf Stunden, um Mitternacht, brachte das Gewitter den Regen— viele Stunden erst nach seinem weißen Wolken- Herold, und nun sitzt sie schon in der Küche und schält Spargel. Selbstgebauten Spargel! Viele Köpfe sahen bereits heute morgen aus dem Sand; gleich nach dem Mittagessen wird man zun? zweiten Male stechen können. Erst aber kommt eben dies Mittagessen... dies teuer erkaufte Mittagessen. Die Schnitzel fallen unter ihrem hobelnden Messer: iin- ansehnliche, graue Blättchen. Aber was in ihrer Hand bleibt, sind leuchtend weiße, dicke, zartköpfige Spargelpfeifen; eine nach der andern. Luise denkt an die ersten selbstgebauten Kartoffeln, die sie aßen, und seufzt. Aber die Seufzer und Sorgen fallen nebenbei ab wie die Spargelspäne. Das Ereignis ist ja nicht traurig; ist fröhlicher Art. Trotzdem ist Luise nicht gerade lustig. Es ist ihr eigentlich mehr feierlich zumute. Sorgsam wäscht sie die Pfeifen, die leise quietschen und knarren, lvenn man sie reibt. Sorgsam tut sie die gewasehenen in das Wasser, in dem sie kochen sollen. Aus diesen zarten, weißen Säulen sollen sie also nun ihre Zukunft bauen. Ihre ganze Zukunft. Luisens Hände zittern leise. Aster in ihren Augen ist himinelblauc Zuversicht. Die Kartoffeln ivaren klein, das Getreide nicht geraten; aber der Spargel ist au?; der Sand bat ihn groß werden lassen trotz der Dürre. Wie inerde» erst die Jahre sein, die Regen bringen werden im April!• Sie gibt ein paar derbe Holzklötze in den Herd, damit es bald kocht. Kien knallt auf. Ach. du langer, du harter, du lieber Weg jvom ersten Ofenfeuer in der Bauhütte bis zum Herdseuer, das den ersten Spargel kocht! Ach, du schwerste Stunde, da man den Weg verlpssen, da man verkaufen wollte, verkaust hätte, wenn Schmitzer nicht gewesen wäre— och, du leichteste Stunde, die zetzt bevorsteht, du Stunde des Fest- nnhls!(Fortsetzung folgt.) tcutc der Neuköllner Juowache» Brandverletzungen ün Gesicht und an den Händen davon. Der Warenhausbetrieb wurde durch dos Feuer in keiner Weise gestört. Das kaufende Publikum benahm sich völlig ruhig. Wie von der Feuerwehr betont wird, waren die feuerpolizeilichen Maßnahmen und feuertechnischen Siche- rungen vollkommen einwandfrei. Die Aufräumungsarbeiten waren erst nach 18 Uhr beendet._ Europa unter Schnee und Eis. Weißer März in England, Frankreich, polen und Dänemark ?n einer Zeil, in der sonst mildes Frühlingsweller herrscht, wird plötzlich ganz Europa von Schnee und Eis blockiert. Aus England, Frankreich, der Schweiz, Polen, Schweden und Dänemark kommen Nachrichten, die in dieser Zeil seltsam und fast unglaublich anmuten. Ueberall haben die heftigsten Schneefälle zu schweren Störungen geführt. Die Londoner haben zum ersten Male seit vielen Jahren wieder einen Schneefall erlebt, der vom frühen Morgen bis in die Mittagsstunden unaufhörlich andauerte. Die vergangene Nacht war die kälteste, die London seit 1917 jemals im März erlebt hat. Sogar Kohlenknappheit stellt sich ein, da die Gruben ihre Vorräte für andere Zwecke bestimmt haben. Auch aus anderen Teilen des Landes werden schwere Schneefälle gemeldet. Heftige Schneefälle, die in den westlichen Provin- z meinwirtschaftlichen Geist zu durchdringen. Dr. Franz N e u m a n n, Syndikus des Deutschen Baugewerks. bundes, behandelle die rechtlichen Probleme der Organisation der öffentlichen Wirtschaft. Er macht« auch einige Rcsormvorschläge, die sich sowohl auf die gemischt-wirtschaftlichen Unternehmungen, als auch auf die rein öffentlichen Gesellschaften erstreckten. Für die letzteren schlug er eine neue Rechtsform vor, die er als A n st a l t s- g e s e.l l s ch a s t be, zeichnet wissen wollt«. Ein Vorbild für diese neue Rechtsform fand er im Ausbau der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft. Die neue Rcchtsfonn soll der öffentlichen Wirtschaft eine höchstmögliche rationelle Betrieb-sllhrung gewährleisten, ohne sie dem unmittelbaren Einfluß des Muttergemeinwesens zu ent- ziehen. Der Referent legt« im einzelnen dar, wie er sich den Auf- bau der Anstaltsgesellschaft vorstelle. An die beiden Vorträge � knüpft« sich ein reger Meinungsaustausch. Vermögonsverwalter werden. Sie Hobe einen Grafen be- erbt, der in Potsdam gestorben sei: die Erbschaft liege in Kanada. Ich Hab« es ihr geglaubt. Sie bat mich, ich soll ihrem Mann sagen, ich hätte Sachen und Geld zur Aufbewahrung, er mißhandele sie und fordere die Gegenstände von ihr. In meiner Gutgläubig- kcit— ich war ja überzeugt, daß st« die Erbschaft wirklich erhallen habe— erzählte ich dem Mann, daß ich ihr Vermögensverwallcr sei und hatte settdem keine Ruhe mehr. Sie forderte von mir Brillantgegenstände, Geld und ein Kind— wohl dos vom Grafen, find dann kam plötzlich die Anzeige." Was sagte Frau Götte? Sie tischte den alten Schwindel von der Erbschaft auf, die sie angeblich von der Schwester ihres Freundes aus Peru zu erwarten habe, ließ ihrem Mundwerk freien Lauf, wich immer wieder der eigentlichen Anklage gegen sie aus und muhte schließlich zugeben, daß sie de» Justizwachtmeister fälschlich beschuldigt habe. Das Ganze war gewissermaßen nur die Folge der Lügen, in die sie sich selbst seit Iahren verstrickt hatte. Als sie ihren Mann heiratet«, crzähll« sie'hm von ihrem angeblichen Reichtum� er forderte später von ihr Geld, sie hatte keins, er mißhandelte sie, da schob sie den Justizwachtmeister als ihren Vermögensverwaller vor, und als der Schwindel aufzufliegen drohte, blieb ihr nichts anderes übrig, als zur Beruhigung ihres Mannes gegen den Ii-stizwachtmeifter falsche Anzeige zu erstatten. Das Gericht vexurteille Frau Götte, die sich augenblicklich in Strafhaft befindet, zu zwei Monaten Gefängnis. Eine Bewährungsfrist wurde abgelehnt: es besteh« keine Hoffnung auf Wohlverhalten der Angeklagten, meinte der Vorsitzende. Er mag damit Recht haben. Frau Götte ist eine ebenso gefährliche wie unverbesserliche Crbschastsschwindl-rin. Die Dumm->n. die nie oll« j werden, seien vor ihr gewarnt. Neuköllns Reichsbanner feiert. Auch in ernste Zeit sind kurze Stunden der Erholung und Freude erlaubt und geboten: Das sagten sich unser« Reichsbanner- kamerade» vom O r t s v e r e i n N e u k ö l l n- B r i tz, als sie für Sonntag zu einem republikanischen„Volksfest in den Alpen" nach der„Neuen Welt" einluden. Musik, Tanz und Fröhlichkeit In allen Räumen, schwarzrotgoldener Schmuck und FahneneinmArsch! Das Ulk-Trio teilt scharf« Hiebe an die Gegner der Republik aus und wird stürmisch bejubelt. Aber die ernste Mahnung des Fest- redners, Reichstagsabgeordneten Genossen Fritz Ebert, die in ein Treuegelöbnis ausklingt, wird mit heller Begeisterung ausgenommen: Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold steht gerüstet und bereit, die Republik mit den Waffen des Geistes und des Körpers zu ver- teidigen gegen alle Feinde, die xs wagen sollten, sie anzugreifen! Tchüler konzertiert«. Die Albrecht-Dürer-Oberrealschui« in Neukölln veranstallete kürzlich einen gelungenen Konzerwbend. Das reichhaltige Programm wurde vom Schulorchester und Chor bestvitten und außer. dem sind noch«in Streichquartett, ein Klaviersolo und ein Violinsolo zu erwähnen. Besonders hervorzuheben wäre die Andante aus der Zweiten Sinfonie von Haydn, vom Orchester gespiell, und die Dar- biewng des Streichquartetts Largo aus Opus 76 Nr. 2 von Haydn. Der Schulchor rundete dos Programm mit einigen frischen Liedern ob. Die gesamten Leistungen standen auf einem beachtenswerten Niveau. Im Publikum fielen einige blonde Jünglinge mit Haken. kreuz und Wolfsangel unangenehm auf, anscheinend Schüler der Albrecht-Dürer-Oberreallchule. Franz Diener wahrt seine Ehre. Der frühere Schwergewichtsmeister Franz Diener hatte eine Privatbeleidigungsklage vor dem Amtsgericht Schöneberg gegen den Kaufmann Paul Vogel angestrengt, weil Vogel am 9. August vorigen Jahres i» einem Lokal, in dem auch Diener regel- mäßig oerkehrte, geäußert haben soll, Diener sei ein„Lude", ließe sich von Frauen ernähren und werde jetzt von einer Eaföhaus- besitzen» ausgeholten. Auf einen Vergleichsvorschlag des Vorsitzenden ließ sich Diener nicht ein. Er beabsichtige, ein Lokal aufzumachen und dürfe daher derartige üble Nachreden im Interesse der Konzessionserteilung nicht auf sich sitzen lassen. Einen Vergleichs- Vorschlag des Vorsitzenden lehnte Diener energisch ab. Als der An- geklagte beantragte, den Prozeß zu vertagen, um den früheren Chauffeur Dieners zu laden und der Vorsitzende erneut seinen Ver« gleich mit dem Hinweis anpries, daß der Vergleich doch wohl besser sei als das ganze Privatleben aufzurollen, erklärte Diener sehr erregt:„Ich habe ein einwandfreies Leben geführt und ich bin ge- spannt, was der Chauffeur erzählen wird. Lassen Sie ihn nur an- lanzen." Das Gericht lehnt« den Beweisantrag ab und Herr Vogel wurde wegen übler Nachrede zu 33 Mark Geldstrafe oder fünf Tagen Haft verknackt. Psleae und Ernährung des Säuglings. Am Donnerstag, dem 26. Marz 1931, beginnt im Kaiserin-Auguste-Victoria-Haus, ! Eharlottenburg, Frankstraßs 3(Bahnhof Westend), ein Kursus für Mütter und Mädchen, in dem alles das praktisch und theoretisch ge- lehrt wird, was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kursus umfaßt vier Doppelstunden jeweils Donnerstags von 3 bis 5 Uhr. Die Einschrei' 8 Mark ist im Ausnahmebüro der Anstalt zu entrichten. «»» nein/�nurkemm ixbeliebigm MtzflMe/ Rat Kr e in er muß es sein... OerGchMmackK/ Chlorodont-Mimdwasser Schicksal der Landarbeiter- Anfiedlung. Ein Nundfvnkvortrog. Jui Rumdsiint sprach am Sonntag Oberregierungsrat Genosse A l b r e ck? t über die Ziote und bisherigen Erfolge derjenigen staot- tichen Maßnahmen, die in Preußen zur Ansiedlung von Landarbeitern und damit zur Verbesserung ihrer Wirtschaft- lichen Lage getroffen worden sind. Durch die Stein- Hardenberg scheu Reformen sind die preußischen Vau er n persönlich frei geworden. Aber nicht weniger als drei Fünftel der Gesamtzahl sind dabei wirtschaftlich ent-. eignet worden: sie wurden zu Deputatarbeitern oder Insten und Tagelöhnern. Ihre wirtschaftliche Mihängigkeit van den Gutsbesigem, den Arbeitgebern, war offiziell gewollt. Erst die dauernd wachsende Landflucht und die stets wachsende Zahl aus- .Kindischer Wanderarbeiter(in den letzten Jahren vor dem Kriege über chXIOOO!) oeranlaßte die staatlichen Stellen, Versuch« zur An- siedlung von Landarbeitern zu unternehmen, entgegen dem Willen der Gutsbesitzer, die mit chiffe von Polizeigesetzen die alten Zustände zu erhalten wünschten. Aber erst nach der Revolution gewann der Gedanke der Siedlung breiteren Boden. Auf der einen Seite ging man daran, mit Hilfe von Mitteln der werteschaffenden Arbeitslosen- fursorge Eigenheime für Landarbeiter zu bauen: damit hofft man. die Landarbeiter an ihre Stelle zu fesseln und der Landslucht entgegenzuwirken. Andererseits will man Landarbeiter durch Ansiedlung zu selbständigen Kleinbauern machen. Das ist möglich bei der Austeilung von Großgütern, bei der man die arbeitslos werdenden Landarbeiter mit soviel Land ansiedelt, daß es mindestens für«in Kuhhaltung ausreicht. Dazu werden jetzt durchschnittlich »i bis 8 Morgen, in einzelnen Fällen bis zu 20 Morgen Land, auf die Stelle gerechnet. In der Regel muß der Siedler 1t> Proz. des Kaufpreises ausbringe»: der Rest wird aus öffentlichen Mitteln gegeben und ist zu niedrigen Sätzen zu verzinsen bzw. zu tilgen. Die Nachfrage nach solchen Arbeiiersiedlungensstellen ist dauernd größer gewesen als dos Angebot: nur selten sind die Zahlungen im Rückstand geblieben. In den Jahrzehnten vor dem Kriege sind nur etwa 9000 Siedler- stelle» ge schassen worden. In den 12 Jahren seit der Revolution wurden aber bereits 38 000 Landarbciterstedlungsstellen mit Staats- Mitteln errichtet. Rund eine Vicrtelmilliarde hqt das arme Nach- kriegs-Preußen ausgewandt, um die wirtschaftliche und soziale Lage eines Teiles der Landarbeiter zu bessern. Hoffentlich wird das be- gönnen« Wert im großen Maßstab fortgeführt. Gutenbergs Grab wird gesucht. Die Gutenb erg-G e s« lisch a st läßt zurzeit in Mainz Grabungen auf dem Parkplatz hinter dem Thealer vornehmen, die der Feststellung des Grabes von Sutenberg gelten. Ein Bersuchsgraben soll zeigen, ob die Gräber der in der früheren Franziskanertirche beigesetzten Mainzer Persönlichkeiten noch vor- Händen sind. Da wistenschasltich einwandfrei festgestellt ist, daß «Sutenberg auch in der Franziskanerkirche beigesetzt wurde, werden die Aersuchsgrabungen ergeben, ob Gutenbergs Grab überhaupt jemals aufgefunden werden kann. Ob und wann mit irgendwelchen Ergebnissen gerechnet werden kann, ist noch Ansicht Direktor Ruppels von der Gutenberg-Gesellschoft, der die Grabungen leitet, ungewiß. Osffentl. Kundgebung der ItT. Abt.(Uichtenbero), am Mittwoch» dorn 11. Mtfrr« 19Va Uhr| in Kerns Festtäien, Törrschmldtstr. 45 Tagesordnung: Nicht Rettung, sondern Katastrophe ist das Ziel der Nazis Redner: Kari utk«, M d.*. Vollajenossen, erscheint In Massen I Helft den Faschismus bekSmpfen. Allgemeine Wetterlage. 9. März )welkBnle3.0 heiter.O halbbedeckt ►wolkig.abaJeiAtsRegenjcGraupeln l£Heb«l,'RGeivitt8C®WindstÄi Das winterliche Wetter bestand auch am Montag in ganz Deutschland fort: die Temperaturen blieben fast überall unter Null. Vielfach kam es zu leichten Schneefällen, die jedoch nur in Süd- deutschland erheblich waren. Die Luftdruckgegensätze zwischen Skandinavien und Mitteleuropa schwächen sich jetzt tangsam ab,«ine wesentliche Aenderung in der Verteilung des Luftdruckes dürfte jedoch zunächst nicht eintreten. Wir müssen daher in unserem Bezirk vorerst mit Fortdauer der winterlich«» Witterungsperiode rechnen. -i- wettcraussichleu für Lertm: Weiterhin kalt, meist stark wolkig mit einzelnen leichten Schneefällen.— Für Deutschland: Ueberall Fortdauer des wmterlichen Wetters mit verbreiteten, ineist leichten Schneefällen. „Bei uns im Hinterhaus" nannte sich die Äugend- Veranstaltung des Rundfunkes am Sonntag, linier Leitung von Lila Tetzner spielten Kinder der Spielschar Hans Feuer eigene Erlebnisse. Jugendliche Hörer unterhielten sich wahrscheinlich recht gut bei der Aufführung, ober sie war auch sür Erwachsene Körens- wert, denn sie zeigte ein Stück von jener Welt, die von den Mauern der Mietskasernen umschlossen ist, aus der Perspektive des Kindes, ebrlich geschaut, ohne Absicht zur Bosheit. Trotzdem gaben di« Erwachsenen in diesem Spiel nicht immer sehr schmeichelhafte Bilder.— Das Gespräch zwischen Joachim Ringelnatz und Hans Jacob über „Die Nachbarn" war fast eine Art Ergänzung zu dem Sp'el, «ins Erklärung für die Atmosphäre der Spannung, die um die Hinter- Häuser und ihre Bewohner sich manchmal bilde«: die Menschen sind hier zu eng anetnandergepfercht und zur unausweichbaren Gemein- fchaft gezwungen. Die beste Nachbarschaft aber— das versuchten Ringelnag uno Hans Jacob in fröhlich-« rnfthafteni Zwiegespräch zu beweisen— hxißt: Nicht di« Kreise der anderen stören, ihnen Freund sein auch aus der Distanz, aber jeden sein Leben nach seinem Geschmack führen lassen.— Felix S i ö ß i n g« r zeigt» in einem Vortrag„Der Tod bei V e r d i'. wie der Kam- pynist in den Todesszenen seiner Opern immer stärker vom traditio- nellen Pathos abrückte und um seelische Vertiefungen rang. Sehr schöne Schallplattenoufnohmen machten dsese Entwicklung deutlich. Bon einer„Kurzen Reise im Orient" von Kairo bis zu den Königsgräbern erzählte Dr. Ernst Cohn-Wiener am Montag. In einem Bericht, in dem kein Wort Fülsel bedeutete. kein Satz leer lief. Alles wurde trotz der schmucklosen Sachlichkeit Bild, Farbe, Form. Man möchte wünschen, daß die geplanten Ler- anstaktungen„Bon der bildenden Kunst" Vortragende vor das Mikrophon bringen, die in gleichem Maße die Fähigkeit besitzen, in Worten nachzugestolten. Nur so kann der Wunsch erfüllt werden. den Geheimrat Professor Dr. Waetzoldt in seinen einführenden Worten äußerte, daß diese Vortragsreihe das Verständnis weiter Kreise für die Kunst unserer Zeit lebendig macht.— Bon den Indianern Kanadas, ihren Sagen, ihrer Kultur und ihrem Untergang an der europäischen Zivilisation berichtete Polarforscher Ehrifttan Leden-Oslo.—„Berlin in der Posse" nannte sich die harmlos-hettere Abendveranstaltung, die einen Rückblick auf Alt- Berliner Bolksstücke gab. Tes. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin ilMmUmtai ffc tiefe Jts/tiO av mM zsscsftltlreUriai gerda CS«, flübuiffi.»« i «etthwaaifldUum tat UuKrtifta«. TS. SRäxi, Vi Uhr.«tariert so SO für SwMrfrltftt Mnfchrn 14 mit 18 Sehten nnh mch tthnlilid). Heute, Dienstag, 19 Uhr. HtteaalaJa*:(EiHehethflnfiflt. 19:.eciflebun.i des Proletariats".— ttearerf. tchaftshaa»: SSjunirfn.- Str. 92: feuntoriftifdjrr Abend..— NöAnilchrr Pari: •SJatfatftc. 18:.Aliobol— Sikotin".— vraaievburaee Tee, Rascnthaler Bor- ftadt: Tiecksir. 8; Äarnm 9. Schuljahr?"— zenitam: Land-derber Str. 50; „Paul Singer".— Pruaaeaplag: Panksk. 22: Indien und die englische Arbeiler, henngung".— Sesandbeunaea I: ISorcnbutatr Str. 2:„ikrenablchaft. Kamerad schalt, Liebe", 1. Teil.— Soch»las>: Setichiftr. 12—13:„©emerttchoften und LohrtJänrjnV.— SnmhelMViin: Puibusscr Str. 3:„Srtucil« ffregen",— SeapoldPlag: Utrechter Stroät(Schule):„Srrutlle Klagen".— Wedding: Will: denomltr. ö:„Durch Dentolraüe tum Scvialimmi»".— Bebhinq. R. 3-: Will. denowitr. 3:„Anarchismus".— Weddinq-Raed: 3 irritier Ecke Serst.age:„S-�urUr Kragen".— Ballon t Mandelfir. 2t„Der Jugendliche im Betrieb".— Kelml>o!ti- «la»:?a».,iger Str.«2. D. 2t„23 Jahr« Aebeiterbeweoung".— Sumannplant (bleimstraget„Indien— Sitgland".— Weidensee: Paeistr. 38:„Kasckiisnt::, in Stallen".— Wöetber Plag: Kasbanienailee 3):„Arbeiteriugeud und Revubli!"..- Arnsaialder Plai, tt Rastenbuiger Str. IL: Kue�eierate.— Sasenheide: Baffct. fotftegqe 9:„Die 48er Sicnolutiait".— Sahen; Porckstr. 11, Sinnner 3;„Tie Seschichte der SPD-". 2. Teil.— Siibwesten: Linden nr. 4: Kurzreferate.— Schönebreg I; Haupt sir. 13:„ckiilkiibrung in den Marcismue".— Schone- wag III:(vauvritr. löt..iSrnndgedanken des Rarrismua".— Schöaeberq IV; Sauptktr. 13:„Die sozialistischen Ulopiften".— SchSnowrg V: Lauvtstr. 13: .Seruelle Kragen".— Chatlatteahuig: SoCmenftt, 4:„Au Ken politische Rund. schau".— ckKaelatteaSueq.Siari, sAeltere): Oldersstraße:„Einführung in den Sozialismus".— Wefteud: SpoetplaKt.chewer?schaftsfra«en".— Steglid l: Aldrechtirr. 47:„Seruelle Kragen".— Kais,: Ehausfeeftr. 48:„Wir uird der Kilm".— ZteuZsila l: Sander. Ecke chobrechtstrafte:..Sngland.?sndien.Sons!itt". — ReulZlla II: Steinmegslr. 94:..Zieichstagslihung".— tRciabfln III:.Ziethen. Äietbenftr. öS:„aoniniuiiqlaolitip'.— Siealelln IV: Sonnet Stroit;:„Programm der SiSDAP."— Renkölln VI; Treptower Sic. 93—90:„irrete(Serocrffchafien und Z!GO."— SratöB o IX: Schierkestr. 41;„Kirche, Religion und Sozialismus", I. Teil.- SnilDln X; Bergflr.£9: �Tatsache..".— RenISlla XI: Klughasen. nrahe 88:„Paul Leoi".— Schtaeweide: Berliner Str. ZI: Lagesrolitil".— Söpieaick U; Dablwiger Str. Ii:„Somfeitnftlanb".— Soel- borst: Treskow. alle« 44:„Die proletarikche Resolution".— Kermshsrf: Roonstrabe: Strien".— Tegel: Bahnhosstr. Ii:.Itolonialfrgge".— Riedeeschonhaasen: Lindenstr. 47: „Der Reichs'aq".— Paniow I: Eiirfchstr. 14. Bunter Abn.d. «SO. Pauioa,; fllfsirtaenftr. 48. Vli Uhr;„Bio benehme ich mich und was nehme ich auf Kahrt mit?" Werbebezirl stenloiln: Alle restlichen Abrechnungen nniiieu morgen in der Sanechostrstrake zwischen 171- und lS'-r Uhr»orgenomtnen werden. Ausgabe der Ciusttttskarteu zum KUmaiend erfolgt ebcndort. ivertewgiAk Tiaraarte»; Ewoerdslosenzmammenkunft S>l Ilhe Lehrter Strafte 18-1». Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Beelw S 14. Sebastianste 87—88, Set!. Li. Dirnstag. 10. Mörz. Prenzlauer Berg: 20 Uhr fiftö�Luhtbitter. Vortrag an bekannten Jugendheim. Referent Kamerad Reubauer. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen Pflicht. Sch-neberg-Kriedenau. Kamerad. sck«-> Rathaus: 20'/, llh: iSeneral-erlammiung. Kinanzktaufe. Btilhlenitr. 8. W Rrichsbund der Srieqsheschabigten. KriegsteUaehmer und Hrleqcrhieter. bitebenen, Ortsgruppe Lichtenberg. Mi Ig! iedervevsammlu ng a» Dienstag. 20 Uhr, im Eäeilien.Lvzeum. Ratbausstr. 8. Berliner Kither-Klub, gegr. 1838, übt jeden Dienstag, 20' r Uhr, int Klubhaus, Ohmstr. 2. Znteeeien- Per band der durch Berkehrsuafälle cheschäd igten.„Uuiall.Kilfe". Gefchöftsstelle: Berlin RS. 40. Rathenower Sic. 4(am Kriminglaerichtl. Sprech- stunden und kostenkose Auskunftserteiluna täglich von 11—12 Uhr und 17 bis 19 Uhr. s chottische Frühjahrsmoden. Di« Frühjahrsmode steht auch bei Eords in der Leipziger Straße steht im Zeichen des Schotten: Karos, gerade, schräg»der auf den Kops gestellt in braunen, grünen und pastellsarbenen Tönen bilden das Stoffmaterial für Kleider: oftmals wird auch ein Eomplet, oder ein Jackenkleid mit Schotten und Unisloss kombiniert, daneben behauptet sich nach wie vor der kleidsame und schmiegsame Wolltweed in braunen und bleusarbenen Musterungen. Für die Verarbeitung von Sportmönteln bevorzugt man immer noch Noppengewebe, englisch gemustert in bcige-braunen Tönen, in diesem Jahre auch viel di'agonalgestreiste Stossc. Für den Nachmittag und Abend beherrschen Crepe de Ehine, Crepe Georgette, Wall- Georgette, Crepc-Romain das Modenbild: hier dominiert schwarz- weih, daneben steht man viel bunte Muster in Pastellfarben, wie lavendelblou, alkrosa, blaßlila. Ausgesprochene Modefarben des kommenden Frühlings sind grün und braun. Das Jackenkleid mit Hemdbluse setzt sick) wieder durch: es weichen dazu gestreiste, klein- gemusterte Kammgarnstoff« und Woll-Georgette in marine und schwarz verarbeitet. Die Hemblus« ist aus weißem, farbigen oder gemusterten Toile oder Seidenpiques. Alle Sausfraven, die Iparsa« wirifchaiten und bock zufriedene(Sriiihter am Kamilieutisckie sehen wollen, seien daraus aufmerksam gemocht, dast schon wenige Tropfen der altbewährten Maggt-Würze hinreickien. um auch den mit bescheidensten Mitteln hergerichtetrn Speisen kräftigen Bohlgeschmack zu geben. Sonstige teuer Zutaten macht Maggis Würz« cutbehrlich. Gelvinnauszug 5. Klasse 36. Preußisch-Söddevlfche Staats-Lotteric. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans fede gezogen« Rümmer sind zivci gleich höh« Gewinne gefalle», und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und II 25. Ziehungstag 9. März 1931 In der Heuligen Vonnittagszichling wurden Gewinne über 400 M. sezogra 10 Gewinne ZU 5000 ZU. 22823 7S2g3 1 28922 238886 250354 24 ffietninn«.« 3000 M. 61273 103585 122123 171632 20561» 22SZS7 256010 200831 318816 320720 252075 283232 52 Gewinn« zu 2000 ZN. 16361 18174 40200 55020 67120 8743« 74072 101175 139062 155495 171200 189580 198483 200550 203701 204289 220535 227170 239216 234329 250339 292898 342463 345027 376246 383337 98•etolnne in 1000 ZU. 379 14209 14946 19447 20866 31619 35027 42822 50391 61582 60175 70165 72303 86714 844396 90437 99198 99766 110371 114426 13)758 136708 175611 189670 208044 233043 233924 538368 261301 265039 262724 284519 271147 277844 284490 288846 289130 289620 294 1 26 298732 300045 329844 3521 17 258241 359240 269183 270622 391172 291911 158«rtmrc. ,» 600 M. 3750 4347 10596 13000 14712 14888 15613 2212s 2S7S3 29924 34014 28523 40755 56345 63772 66438 7133« 77366 82963 83372 90110 92061 115088 116021 122932 123169 130732 133727 138563 147725 149459 150875 152697 173834 174639 175694 177353 182527 135240 137784 190300 196433 197935 204923 212511 218067 218865 220954 233153 235496 237699 237972 240193 243245 253376 256101 260713 203550 2.56831 270732 272483 29240... 293625 297261 318363 323724 336131 337174 340-235 341367 365432 368724 376337 37S597 331991 383782 392625 392798 393317 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M, gezogen 2»-Winne tu 10000«I. 47704 8«eDrr.ne j:t 5000 50. 143945 2770SS 279856 324684 20»twtnr.« ju 3000 Dt. 32014 50088 218658 219S09 228229 231090 333556 349327 367775 333630 «0 Oetamne ,n 2000 M. 20541 33983 51400 73526 88395 195245 126067 133973 150036 162546 163434 165849 166107 176567 181202 203477 210036 214452 273193 297208 302762 309960 313462 318317 326159 344946 347639 348875 373128 385780 102«ewian«»a 1000 98. 10260 11423 15902 05527 27117 35173 42453 65107 72981 74857 79789 95252 113166 118132 129120131086 130946 158143 162436 163299 167171 174302 175530 201053 214239 217997 223085 223354 227901 246822 253871 262936 269157 276717 283134 288718 293164 304700 309206 311511 347355 349003 354301 3561 76 339439 380740 382604 333800 384148 385929 398497 166»«Winne zu 500 93. 1009 3877 9038 9161 20923 26786 31812 36759 37671 42194 43908 52196 36834 68745 82189 83127 86405 36440£8496 91853 98741 98886 102818 104539 106672 107831 114470 113830 127490 145256 149340 153342 153502 179774 180115 181240 131820 182272 183327 191285 191941 197146 200205 210988 219161 231940 233105 240663 252206 262032 262327 264408 277205 282732 284732 292931 296978 297832 300191 300555 30158D 302727 303056 315561 323034 325686 226405 329597 333639 340261 342507 344675 350200 359812 362994 354109 370923 372543 375073 379570 383484 336445 399292 Im Vewinnrad« verblicoem 2 Prüluisn ZU je 500000, 8 Gewinne ZU je Löst«). 34 stt je 1000-3, 34 zu je 5000, 128 zu je'3000, 420 zu je 2000, 748 zu je 1C00. 1230 zu je 500, 3853 zu je 400 Marl. Verantuwrtlich für Polilikt Dr. 6urt Seger; Wirifchaft: te. Klingelhiifrr: Eewerlscho stÄ>ewegung t I Steiner: Feuilleton; Dr. Zahn Echikowski:«okoles und Sonstiges: K-ig Karst ädi; Anzeigen: Th. stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Porwstri-.Verlag S. 01. d. H.. Berlin. Druck: Porwäris-Buchdruckerei und Periagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SB. 63. Uindruftrgge 4. Hierzu 2 Beilege». Flasche Mk. 0.70 und 1.35. In Apotheken und Oroaorien, sonst durch OTTO REICHEL, Berlin SO, EiserhehralraSe 4. Verlengea Sie koatenlo* da» reich Illustrierte Buch, Guter Rat in gesunden und kranken Tagen". btzi iigen wir eine neue ZigareUe ENVER BEY VALUTA EinhsUsPachung dich und rund 0/m. die Iroiz Billigkeit Jeden anspruchsvolleti P.auther befriedigen wird ?!r. Ii5• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 40. März 4934 Das Loch im Osten. Kriiik der neuen Osthilfe.- Enistheidend ist die Sicherung des Erfolgs. Der Rcichsrat hat gestern die Beratung der neuen Ost» gesetze abgeschlossen. Die neue Osthilse stellt sowohl in ihrem räumlichen Umfang als auch in ihrer Organisation«ine K o m p r o- mißlösung dar. Gefordert war, daß die Hilfsaktion auf das ganze Oftelbien, ja sogar auf das östliche Bayern ausgedehnt werden sollte. Dieser ungeheure Subventionsplan wurde aber fallen ge- lassen, weil die hierzu erforderlichen Mittel nicht aufzubringen sind. Der Geltungsbereich der allgemeinen Hilfsmaßnahmen umfaßt im großen und ganzen die gleichen Gebiete, die im Osthilfegesetz vom Sommer vorigen Jahres als stügungsbedllrftig angesehen worden sind. Jedoch soll das Entschuldungsprogramm der landwirtschaftlichen Betriebe nach Erledigung der von dem alten Osthilfegebiet gestellten Anträge auch auf sämtliche Teile der Provinzen Brandenburg, Pommern, Niedersckstesien und auf beide Mecklenburg ausgedehnt werden. Tatsächlich ist also ein Wechsel von der sogenannten kleinen zur erweiterten Osthilse erfolgt. Den eigentlichen Kernpunkt des Osthilfsprogramms stellt der zweit« Test des Gesetzes dar, in dem die Entschuldung der lond- wirtschaftlichen Betriebe behandelt wird. Die ungeheuren Summen, die für die Entschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe vorgesehen sind, bedeuten in weitem Umfange eine Sankkioaierung des Besitzes für niehr oder minder bankrotte landwirtschafilich« Großbetriebe. Es soll erreicht werden, daß die teilweise west über ihren Wert ver- schuldeten Güter nicht unter der großen Zinsenlast zusammenbrechen. Die Form der Entschuldung hat in dem neuen Osthilfegesetz seine gänzlich andere Grundlage erhalten. Sie beruht aus dem Verzicht des Reichs auf die Jndustrieumlage. Diese Umlage sollte schon in Fortfall kommen, als durch den Ioung- Plan die Reparationslast ermäßigt wurde. Durch die Verschlechte- rang der allgemeinen Finanzlag« blieb diese Steuer jedoch bestehen. Während für l9Z1 der Reichsetat nach 180 Mill. und für 1932 noch 80 Will, aus dieser Steuer für allgemeine Zwecke verwenden niuß, sollen die Einnahmen aus dieser Steuer in den dann folgenden Jahren für die öffentlichen Finanzen überhaupt nicht mehr in An- spruch genommen werden. Gleichwohl soll die Industrie für die Jahre von 1931 bis 1936 zusammen 300 Mill. Mark ausbringen: nur werden dies« Summen nicht in die Reichskasse fließen, sondern bei der Bank für Industrieobligationen angesammelt und durch ihre Vermittlung als Darlehen an die Landwirtschaft gegeben werden. Weitere 200 Mill. Mark kann die Bank sich durch Aufnahme von Anleihen beschaffen. Darüber hinaus wi!i) der Reichsfinanz- mimster ermächtigt, gemeinsam mit der preußischen Regierung Bürgschaften bis zu 230 Millionen Mark für Entfchuldui�szwecke zu übernehmen. Im ganzen können 850 Millionen Mark im Laufe von sechs Iahren für die Uni- schuldung der o st deutschen Landwirte bereit- gestellt werden, wenn sich die Finanzierungshosfnungen voll erfüllen, was allerdings kaum zu erwarten ist. Der große Nutzen für die Landwirte besteht darin, daß ihre jährlichen Zinslei st ungen in den ersten fünf Iahren nur 5 Proz., in den weiteren Jahren 6 Proz. des Entschuldungsdarlehns betragen sollen. Da diese gering« Verzinsung nicht ausreicht, um die laufenden Aufwendungen an Amortisation, Geidbcschaffungs- und Verwaltungskosten zu decken, muß das Reich die Differenz bezahlen. Für diesen Zweck sollen für die nächsten 7 Jahre je 36 Millionen Mark aus allgemeinen Finanzmitteln bereitgestellt werden. Getilgt sollen die Darlehen schon innerhalb von 30 Jahren werden. Mit Hilf« dieses Subventionsfonds kann sich also die oft- deutsche Landwirtschaft auf kosten der Allgemeinheit und des Reiches in 30 Iahren von ihren Schulden befreien. Vicht allein das ist bedenklich, daß ein verufsftand sich aus kosten der Allgemeinheit ent- schulden kann, sondern daß hier aus Sleuermitteln ein Zweckver- mögen gebildet wird, über welches weder das Reich noch der Staat das alleinige Kontrollrecht ausübt. Außerdem ist es nicht zu billigen, daß die Stencrpftichtigen, also in diesem Falle die Industrie, direkten Einfluß erhalten aus die Verwendung der von ihnen aufgebrachten Steuern. Denn um solche handelt es sich bei der Industrie- Umlage. Wenn dieser Grundsatz allgemeine Bedeutung erlangt, ist nicht abzusehen, zu welchen Konsequenzen das führt. Es kommt dann vielleicht dahin, daß die Brauereien beschliehen können, was mit den Einnahmen aus der Lierstencr geschieht. Die Durchführung der Ents chuldungsa ktion wird nämlich von der Dank für Industrieobligationen in Gemeinschaft mit den Kommissaren der Osthilse(Landstellen) und zu diesen, Zwecke ge- bildeten landwirtschafllichen Interessenvertretungen vorgenommen. Dies« Organisation der Entschuldungsaktion ist ein politisches Kompromiß. Don den landwirtschaftlichen Interessenten war ein wütender Kampf gegen die der Regierung unterstehenden Land- stellen geführt worden, weil diese in objektioer Weise geprüft haben, ob der Subventionen verlangend« laadwirtfchoslliche Betrieb überhaupt noch lebensfähig ist. Die preußische Regierung hat sich aber mit aller Energie gegen die Ausschaltung der staatlichen Auf- sicht über die Verwendung der zur Verfügung gestellten Geldmittel gewandt. Sie vertrat mit Recht die Ansicht, daß die Landstellen völlig ausreichten und daß es völlig überflüssig ist, daß die Bank für Industrieobligationen noch einen besonderen Kontrollapparat auf- baut, zumal die bestehenden Agrarkreditinftitut« über einen solchen verfügen. Eine E i n i g p n g erfolgte dann in der Weise, daß die Schuldner sich in Haftungsoerbände zufammeufchließen können, die zur Prüfung der Entschuldungsanträge mit herangezogen werden sollen. Die Entscheidung über die Entschuldungsanträge ift aber durch übereinstimmenden Beschluß der Landstellen und der Bank für Industrieobligationen zu treffen. Bedenklich ist jedoch, daß bei einem ablehnenden Votum der Landstellen die Bank die Ent- schuldung doch vornehmen kann, wenn der landwirtschaftlielze Haftungsverband die Bürgschaft übernimmt Die Landwirte sind ja. wie die Erfahrung zeigt, leicht geneigt, solche Verpflichtungen einzugehen, da sie genau wissen, daß, wenn es hart auf hart kommt, sie von diesen Verpflichtungen wieder befreit werden. Zusammenfassend ist zu sagen. daß die Eiufchuldungsakiion einen uiel zu breiten Raum i» dem neuen Osthilfegesetz einnimmt. Durch sie werden ungeheuere H-nnmn, den anderen ebenfall» unter der allgemeinen Krise leidenden Zweigen unserer Wirtschaft und dem Reich entzogen, wobei zu befürchten ist, daß diese Mittel nur dazu dienen werden, die derzeitige Verfassung der o st ei bischen Agrarwirtschast aus- rechtzuerhalten! Eine Umstellung auf Grund der völlig veränderten Wirtschafts- läge kann jedenfalls durch das neu« Osthilfeg.'setz nur erreicht werden, wenn der notwendige Einfluß der Landstellen gewahrt bleibt. Eine Sicherheit, daß die öffentlichen Gelder zur Erhaltung und Umstellung der Produktion und nicht zur Sanierung unfähiger Gutsbesitzer ausgegeben werden, ist nur dann gegeben, wenn in objektioer Weise von den staatlichen Landstellen entschieden wird, welche landwirtschaftlichen Betriebe überhaupt umschuldungssähig, d. h. kreditwürdig sind. Der Einfluß der landwirtschaftlichen Haftungsoerbände muß möglichst eingeengt werden, denn bei den verwandtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen, die zwischen den Grundbesitzern eines Kreises bestehen, wäre es nicht verwunderlich, daß, ebenso wie bei der Osthilfe von 1928, von der Entschuldungsaktion nur die Großgrundbesitzer profitieren, nicht aber die kleineren Landwirte. Eine Gesundung des landwirtschaftlichen Ostens ist auch mir zu erwarten, wenn dafür gesorgt wird, daß alle» Betrieben, die mit Staatshllfe entschuldet werden, eine im Rahmen des technisch Mög- lichen liegende Umstellung der Produktion vorge» schrieben und diese Umstellung auf marktfähigere Erzeugnisse als Roggen, Hafer und Kartoffeln auch kontrolliert wird. Schließlich muß dafür gesorgt werden, daß die Großbetrieb«, die einen zu großen Umfang haben und aus diesem Grunde unrentabel wirtschaften, Land für Siedlungs zwecke abgeben zu Preisen, die von dem bisherigen von der Rentabilität völlig los- gelösten Niveau herabgedrückt sind. Wenn es bei den Funktionen der Bank für Industrieobligationen bleibt, müssen an ihrer Verwaltung olle Kreise der Wirtschaft, das heißt auch die Verbände der Arbeitnehmer beteiligt werden. Nur wenn dies« Bedingungen erfüllt werden, ist es möglich, daß die ungeheuren Mittel, die hier neuerdings von der Gesomtbevölle- rung für den deutschen Osten bereitgestellt werden sollen, zur dauernden Ueberwindung der wirtschaftlichen Rot Ostdeutschlands wenigstens beitragen»nd daß sie nicht lediglich für die Erlzalwng bestehender Besitzverhältnisi« vergeudet werden. Es wäre töricht und kurzsichtig, zu verkennen, daß sich für Reich. Staat und Wirtschaft ein Loch im Osten aufgetan hat, das wirklich erfolgreich vor- stopft werden muß, wenn es nicht ähnliche lebensgefährliche Wirtungen haben soll wie seinerzeit das Loch im Westen bald nach dem Kriege. Lsttd wieder: Bauen tut not! Kundgebung auf der Leipziger Messe.— Kostensenkung und Auslandskredite. Die außerordentlich trüben Aussichten in der Baumirtschaft haben maßgebende private Kreise der Bauwirtschost, der Geld- iustitute, des Reichsstädtebundes, der Landkreistage und anderer Organisationen veranlaßt, in Verbindung mit der Leipziger Messe am 7. März im Festsaal des Leipziger Rathauses für die überragende Bedeutung der Tauwirtschaft für die gesamte Volkswirtschaft zu werben. Oberbürgermeister Goerdeler sagte in seiner Begrüßungsansprache, daß die Stadt Leipzig, die 1929 noch 2 0 Millionen für Hoch- und Tiefbautcn, 1930 noch rund 13 Millionen ausgeben konnte, in diesem Jahr n u r 2, 5 M i l- l i o n e n(!) vorgeschen hat. Syndikus Richard Schubert, Berlin, Mitglied des Preuhi- schcn Staatsrates, zeigte die Bedeutung des Baugeroerbes als Schlüsselgewerbe auf. Alles in allem sind in der Dauwirtschaft, in der 3 Millionen der kräftigsten Bvllarbeiter jährlich Beschäftigung fanden, wenn wir an die Ausrüstung der Bauten mit technischen Einrichtungen, Tapeten, Stoffen, Möbeln usw. denken, für 9 Milliarden Mark Werte produziert worden. Der Ausschwung der letzte» Jahre bracht« es mit sich, daß die Zahl der Baubetriebe von 26 000 im Zahre 1926 auf 33 000 im Iahte 1929 stieg, die Zahl der beschäfliglen Arbeiter von 600 000 auf 900 000. Allerdings stehe ein« Reinigungskrisc, die andere Industrien in den Jahren nach der Inflation durchmachen muhten, dem Bau- gewerb« jetzt bevor. Die Verflechtung der Bauwirtschaft mit der öffentlichen Hand sei heute so stark, daß diese sich nicht mit jähem Ruck zurückziehen dürfe, besonders nicht in einem Zeitpunkt, in dem sie die Ausgabe hätte, konjunkturausgleichend zu wirken. Generaldirektor Knoblauch, Vorsitzender des Auftichtsrates der Deutschen Bau-und Bodenbank, sprach über Arbeits- Möglichkeiten in der Bauwirtschaft im Krisenjahr 1931 und betonte, daß alle Maßnahmen, die zum Ingangsetzen der Bauwirt- jchaft getroffen werden, darauf Rücksicht nehmen müssen, daß die Bmiwirtschast auf langfristige Kredite angewiesen ist. Es müssen für die Baumirtschaft Auslandskredile auf- genommen werden. Abgebaut werden müssen nicht nur die Preise, sondern auch die vielen össentlichen kosten, die bei der Durchführung von Bau- vorhaben entstehen. Die hohen Zinssähe haben ebenso wie die fraglos Übersehlen Baukosten zu einer lleberhöhung der Zinsen für langsristiges Kapital geführt, der mit allen ZNitteln entgegengearbeitet werden muh. Zm Zahre 1930 seien 270 000 Wohnungen vergeben worden. Das Wohnungsbauprogramm für 1931 sieht eine Einschränkung auf Z1S000 Wohnungen vor. Doch auch dies Programm sei heule noch nicht so vorbereitet, daß seine Durchführung möglich wäre. Weder die Frage der Bürgschaft noch die der Zinszuschüsse ist gelöst, so daß die Länder sich von dem Gedanken der Wohnungs- sinanzierung entfernen mußten, um überhaupt bald ein Wohnungs- Programm aufzustellen. Bei dem oorgejehencn Wohnungsbau- Programm könnten mit den zur Berfügung stehende».300 Millionen Mark Hauszinssteuermitteln nur MOOO Wohnungen finanziert werden. Und auch die vom Reich geplanten und mit Zinszuschüssen finanzierten 50 000 Wohnungen werden vielleicht nicht zur Aus- führung kommen. Dadurch würde die Wohnbautätlgkeit gegenüber 10.30 um zwei Drittel verringert werden. Wenn man ferner bedenke, daß die Wohnungen noch um 20 Proz. kleiner werden, dann schrumpfe das Wohnungsbauprogramm von 1931 sogar auf ein Viertel des Umfangs von 1930 zusammen! Zunächst müsse gefordert werden, daß dies Programm schnellstens in Gang gesetzt werde. Für die zweite Hälfte dieses Jahres müsse ein Zusatzprogramm kommen, um der Arbeitslosigkeit ent- gegenzuwirken. Um die erhöhten Risiken der Bauaustraggeber auf- zusangen, sollte für jede Wohnung ein kleines Darlehen gegeben werden. Geldmittel aus dem öffentlichen Markt müssen als zweite Hypotheken gegeben werden, für die B ü rg s ch a f t u n d Z i n s- Zuschüsse bereitgestellt werden müßten. Es sei zu fordern, daß der Reichsrat so bald wie möglich die Ausführungsbestimmungen über die Bürgschastsübernahme des Reiches ver- abschiede. 2 bis 3 Proz. des Aufkommens aus Hauszinssteuermitteln, festgelegt auf die Dauer von 20 Jahren, würden die Möglichkeit geben, Zinszuschüsse bis zu 15 Millionen Mark jährlich zu gewähren. Zur Beschaffung ösfentlicher Baudarlehen müsse ein Vorgriff auf die Steuermittel von 1932 von 300 Millionen in Höhe von 10 Proz. getan werden. Wenn man auch dann noch Mittel der produktiven Erwerbslofenfürfvrge in beschränktem Maße bereit- stelle, dann könne das zusätzliche Wohnungsbauprogramm durch- gejährt werdem Der Redner betonte zum Schluß, daß eine meseiü- lich« Förderung der Baumirtschaft aber erst erreicht Werden könne, wenn der ausländische Kapitalmarkt für Deutsch- l a n d offen sei. Ministerialrat Dr. Markus hatte schon ausgesprochen, daß das Vertrauen des Auslandes nur errungen werden könne, rocim jeder dafür sorge, daß imAuslond nicht dieMeinungauf- komme, Deutschland stehe vor einer neuen Um- wälzung. Hassen wir, daß auch die vielen in Leipzig an- wesenden Unternehmer, die so gut klagen können, aber für die Nazis stets ein offenes Portemonnaie haben, diese Mahnung verstanden haben. Große Gewinne bei peischeck. 2,24 Millionen Reingewinn uns 4v Prozent Dividende. Schon der vor wenigen Tagen veröffentlichte Gewinnabschluß des„Jlse�-Braunkohlenkonzerns ließ erkennen, daß die Absatzverluste im letzten Jahr sich in den Gewinnen der führenden Braunlohlcn- Unternehmungen des ostelbischcn Reviers(Lausitz) jo gut wie gar nicht auswirken. Der jetzt vorliegende Abschluß des größten Petscheck-Unternehmens, der„Eintracht" Braunkohlen-, und Brikettfabriken A.-G., mit 24 Millionen Aktien- kapital bestätigt das vollauf. Obwohl die Rohkohlenförderung bei Peischeck um 17,4 Proz. von 7,3 auf rund 6 Millionen Tonnen und die Briketterzeugung sogar um 21,5 Proz. auf 1,79 Millionen Tonnen sank— der Brikett- absatz verringerte sich sogar um 21,7 Proz.— ist der ausgewiesen« Reingewinn mit 2,74 Millionen Mark auf der Höhe des vorjährigen Konjunklurabschlusses geblieben. Auch die Aktionärsgewinne bleiben mit 10 Proz. unverändert. Der Geselljchost ist die Stabilisierung des Reinertrages trotz des Rückganges der Rohgewinnes von 10,78 auf 9,87 Millionen dadurch möglich ge- worden, daß ähnlich wie bei der Ilse die Unkosten und Soziolabgaben ganz erheblich gedrosselt wurden. So weisen die allgemeinen Unkosten einen Rückgang von mehr als 15 Proz. auf. Angesichts dieser hohen Gcwimiabschlüsse haben die vorgenommenen Abbauten und Betriebs st illegungen, die neuerdings bei der gleichsalls zur Petscheck-Gruppe gehörenden Riederlausitzer Braunkohlenwerke A.-G. vorge- nommen wurden, große Erregung ausgelöst. Dies um so mehr. als die durch die Feierschichten verkürzte Produktion nicht mehr ausreicht, die den Werken überschriebe»«» Syndikats- oufträge zu erfüllen, so daß die fehlenden Mengen den Halden- beständen entnommen werden. Warenhausumsähe im Lanuar. Nach den Ermittlungen des Konjunkturmstituts blieben die Ja- uuarumsätze der Warenhäuser wertmäßig um 9,7 Proz hinter dem Januar 1930 zurück. 9lur bei den Lebensmittel« abteilungen war eine Steigerung um 6,5 Proz. festzustellen. In Anbetracht der Preissenkungen gegenüber dem Januar vorigen Jahres müssen also im Lebensmittelgeschäft die tlmsatzmengen gaiiz bedeutend gestiegen sein. Wie schon im den letzten Monaten zeigt sich also auch im Januar, daß sich das Lebensmittelgeschäft der Waren- Häuser ganz unabhängig von der Wirtschaftslage sehr stark entwickelt. Die Reichsbank wird wie im vorigen Jahr eine Dividende von 12 Proz. auszahlen. 1,33 Millionen Mark Gesamwerlufl bei Stahlwerk Hennigsdorf. Der Abschluß der Stahl- und Walzwerke Hennigsdorf A.-G. in Berlin-Hennigsdorf weist über 1929/30 einen Verlust von 280 000 gegen 1,09 Mill. M. im vorhergehenden Jahr auf. Das Unternehmen hat also seine Unterbilanz gegenüber dem Vorjahr er- heblich verringern können, obwohl das Geschäsl in Feinblechen, dem bauptjächlichen Produktionszweig der Gesellschaft, auch im Berichtsjahr äußerst schwierig war. Der Gesamtverluft erhöht sich damit auf insgesamt 1,33 Mill. M., bei 8 Mill. M. Altien- kapital. Der zahlenmäßig nicht angegebene Umsatz hat sich 1929/30 erhöht. Im laufenden Geschäftsjahr hat sich der B e l ch ä s t i- gungsgrad erheblich vermindert. Es ist der Gesellschaft gelungen, den hohen Schuldenstand von 4,68 auf 4 0 Mill. M. ab- zubauen und auch den Wechselbestand von 1,33 auf 1,42 Mill. M. etwas zu verringern. Da auf der Gegenseite jedoch nur 2,51 Mill. M. Forderungen(i. P. 2,8 Mill. M.) ausgewiesen werden, bleibt die Bilanz noch stark angespannt. Dies kommt auch In der immer noch sehr hohen Zinsbelastung von rund 540 000 M. zum Ausdruck. Die Wanderer-Werke teilen in Ergänzung unserer Bilanz» besprechung vom 22. Januar mit. daß sich das Fahrradgeichäft des Unternehmens in aufsteigender Linie bewegt. Im neuen Geschäfts- jähr haben sich die Aufträge gegenüber der entsprechenden Zeit bes Vorjahres fast verdoppelt. Stegerwaids gute Lehren. Lwd die praktische Wirkung seiner Politik. Auf der Kundgebung der christlichen Gewerkschaften, die wir in unserer gestrigen Abendausgab« bereits kritisch betrachteten, war der Reichsarbeitsminister wieder einmal sehr freigebig mit guten Lehren, denen er selbst sich völlig unzugänglich zeigt. Was sollen die Gewerkschaften mit diesen guten Lehren an- sangen? Daß schwere Jahre bevorstehen, wissen sie selbst. Daß das privaikaplialistische Wirtschaftssystem nicht morgen von dem soziali- stischen abgelöst wird, wissen sie auch. Daß gerade der Gaul, der den chaser verdient, ihn nicht bekommt, ist ihnen ebenfalls nichts Neues. Sie wissen auch ganz gut darüber Bescheid, warum das in vielen Fällen so gekommen ist, und warum der Arbeiter ganz gern seinen Jungen einen Beamten werden läßt. Soll er vielleicht nicht, wenn er sieht, daß sein Lohn allmählich auf das Niveau der Armenunkerstühung herabsinkt, daß er trotz der chungerleiderei keine sichere Arbeitsstelle hat, daß«r sich bald nicht mehr getrauen darf, krank zu werden, daß er immer nur schuften und brav und sein« Steuern und sein« Sozialbeiträge bezahlen darf, um vielleicht eines Tages hören zu müssen, das Geld der Sozialoersicherung sei zu knapp geworden, es reiche nicht mehr und der Staat könne nicht allen helf«n. Jawohl, cherr Minister, gerade die Produktivkräfte, die ehrlichen fleißigen Arbeiter, die Leute ohne Rente, ohne Pension, ohne Doppcl- oder Dreifachverdienerei, die Leute, die nichts haben als ihren kargen Lohn, werden von Stunde zu Stunde niehr und mehr das Opferlamm, das für alle herhatten soll: für Gestehungskosten, für Steuern, für Sozialbeiträge, für Kapital- bildung. Wegn der Minister der Ungerechtigkeit gegenüber diesen hart arbeitenden und vom Schicksal hart angefaßten Menschen zu Leibe rücken will'— wäre es da nicht zweckmäßig gewesen, wenn er etwas mehr auf das von den christlichen Arbeitern in Münster an- geschlagene L o h n n b b a u t h e m a eingegangen wäre? Dieses Thema ist aktueller als die Frage nach der Existenz des privat- lapttalistischen Wirtschaftssystems. Wir haben, wenn wir nicht irren, schon seit mehr als einem Jahr Lohnabbau. Aber in L e i p z i g auf der Wesse hat man nichts von einer Verbesserung der deutschen Konkurrenzfähigkeit beobachten können. Statt dessen kann man beobachten, daß jetzt auch das Ausland am Lohnabbau Geschmack bekommt. Das ganze Opfer des Lohnabbous, d. h. die damit verbundene Vermehrung der Zlrbeitslosigkeil, war umsonst. Daß an dem Lohnabbauexpcriment etwas nicht stimmt, leuchtet all- mählich sogar den Unternehmern ein. So sprach dieser Tage die Unternehmer fachzeitschrift der Baustoffbranche„-Ziegel und Zement" davon, daß der Lohnabbau— ganz allgemein gesprochen— für unsere Wirtschaft ein„zweischneidiges Schwert" sei. Auch die„Ziegelwelt", ein anderes Organ der Bau- stoffindustrie, ist gegenüber dem Lohnabbau skeptisch geworden. Dieses Unternehmerorgan betont, der Lohnabbau habe auch«ine Kehrseite, er schmälere die Kaufkraft, ohne daß die Arbeitgeber die Gewähr hätten, daß die ersparten Beträge dem Betrieb zugute kommen. Vorläufig handelt es sich freilich erst um weiße Raben, die rein theoretisch gegen den Lohnabbau reden, in der Praxis aber ihn um so energischer handhaben. Am verbissensten sind natürlich immer noch die Metallindustriellen, wie die Aussperrung gegen den Schiedsspruch in Bayern zeigt. Wie uns aus Nürnberg gemeldet wird, sind dort die eigentlichen Draufgänger die junge Garnitur der Syndizi, die stark mit Hitler sympathisiert. Der eine oder der andere gehört wohl dieser„Arbeiter"partei an. Wir erwarten, daß ihnen Hitler für diesen Beweis von Schneid gegenüber der ver- fluchten Republik niii den proletarischen„Untermenschen" die Groß« Goldene Hitlcr-Nadel verleiht. Herrn Stegerwald aber, der anderen gute Lehren geben möchte nnd seinerzeit betonte, sein Lohnabbau solle mäßigend wirken, Herrn Stegekwald können wir angesichts dieser Aussperrung nur beglückwünschen, wie sehr ihm wenigstens die mäßigende Wirkung geglückt ist, wenn auch die Arbeitslosigkeit sich zur Kata- strophe auswächst. Schluß mit dem Lohnabbau? Sparen, gewiß; aber am rechten plah. Der Borstand des Einheitsverbandes der Eisenbahner hat gestern aus die Zumutung der Reichsbahn, die Löhne der Eisenbahner um lll Proz. zu kürzen, mit solgender Entschließung geantwortet: Der Gesamtvorst and des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands hat sich in seiner Sitzung am 9. März 1931 mit der von der Deutschen Reichsbahngesellschast beabsichtigten Kürzung der Arbeiterlöhne von durchweg 7 P f. pro Stunde beschäftigt. Die Z�rwallung fordert eine Lohn? senkung von 19 Proz. im Durchschnitt. Dos bedeutet für die über 24 Lahre alten Arbeiter der Lohngruppe 7' sogar eine solche v o n 13,2 Proz. Der Vorstand lehnt diese unerhörte Zumutung ab. Er wendet sich entschieden. gegen jede Kürzung der durch Feierschichten und herobsknfungcn bereits stark reduzierten Löhne. Die bisherigen Ergebnisse des Lohnabbaues haben klar erwiesen, daß die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit durch einen Lohnabbau nicht gemildert, sondern eher v e r s ch ä r s t wurde. Der Aorstand betrachtet serner eine weiter« Senkung der Eisen- bahncrlöhne für kein geeignetes Mittel, die finanzielle Lage der Reichsbahn zu erleichtern. Er verweist erneut darauf, daß nach übereinstimmender Auffassung des R«ichsverkchrsininisteriums, des Reichstages und des Eisenbahnpersonals noch manche überflüssige und unproduktive Ausgabe eingespart werden kann. -Solange die Reichsbahn Gehälter an ihre oberen Beamten zahlt, die weit über die Sätze der Reich sbefoldungsordnung hinausgehen, und die Leistungszulage mcht beseitigt ist, fehlt jede Berechtigung für eine weiter« Verschlechterung der Lebenshaltung des Personals. Der Vorstand des Einheitsverbandes richtet in dieser ernsten Stunde an alle, die es angeht, den Appell, den Bogen nicht zu überspannen. - n»- Der Abbau bei den Banken. Treibereien der?�GO. gegen die Getverlschast. Der Gau Berlin-Brandenburg-Pommern des A l l g e m einen Verbandes der Deutschen Bankangestellten hielt am Sonntag in Berlin seinen neunten ordentlichen Gautag ob. Der Gaugeschastsführer Genosse Meier gab in seinem Geschäftsbericht für das Jahr 1939 zunächst einen allgemeinen Uebcrblick über die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse des Vor- jahres, um dann die Auswirkungen der Krise für die Bank- onoestelltenschost zu schildern. Auch das Bankgewerbc folgte 1939 dem Zuge der Zeit, das sogenannte Porsonalunkostenkonto durch Abbau des Personalbestandes und Abbau der Gshällsr zu entlasten. Die Arbeitslosigkeit unter den Bankangestellten am Jahresbeginn wurde durch einen neuen allgemeinen Abbau vor- n e h m l i ch der älteren Bankangestellten bei fast allen Großbanken und einer großen Zahl von mittleren und kleineren Banken gesteigert. Die Gehälter der Bankangestellten wurden um 6 Proz. gekürzt. Der Reichstarifvertrag für das Bankgewerbe hätte wahrscheinlich nicht mit einem sechsprozentigen Gehallsabbau ab» geschlossen werden brauchen, wenn die Bankangestelltenschast orga- nisatorisch geschlossen hinter dem Allgemeinen Verband der Bankangestellten stehen würde. Angesichts der organisatorischen Zersplitterung innerhalb der deutschen Bankangestelltenschaft ist es daher ein frevelhaftes Spiel d e r K P D.. wenn sie mit Hilfe ihrer RGO. diese Zer- splitterung noch vergrößern will. Ein Teil der Verbandsmitglieder hat, angewidert durch das Treiben der RGO.. es leider vorgezogen, die Veranstallungen der Organisation nicht mehr zu besuchen. Einen wesenllichen Einfluß auf die Mttgliederbewegung hat dieses orga- nisationsfeindliche Treiben der RGO. jedoch nicht gehabt. Durch die rege und systematische Werbetätigkeit der Verbands- ftmktionäre und Mitglieder konnte der Mitgliederbestand nicht nur gehalten, sondern, wenn auch in geringem Umfang, noch erhöht werden. r Genosse Meier schloß seinen Geschäftsbericht mit de? Erwar- tung, daß es den vereinten Kräften aller Verbandsmitglieder auch in diesem schweren Krtsenjahr gelingen wird, alle Aufgaben zu meistern, die an die Organisation gestellk werden. In der Diskussion wurde allgemein die Tätigkeit der Gau. und Verbandslettung anerkannt. Zum Schluß wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der an den Hauptvorstand des Verbandes die Aufforderung gerichtet wird, sich mit allen Kräften bei den Spitzenorganisationen der deutschen Arbeiter- und Ange- stelltenschaft dafür einzusetzen, daß die dringendsten Forderungen, wie die Einführung der 4ö-Stunden-Woche usw., möglichst bald verwirklicht werden. Dulsberg hält Wort. Fünftagewoche und Öünstellting von Arbeitslosen. Litlerseld. 9. Alärz. Wie von der Direktion der ZG.-Farben-Fabrik in Greppin mitgeteilt wird, hat die werksleilung ab heule bereits in einem Teil der Betriebe eine Verkürzung der Arbeitszeit aus 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich durchgeführt, hierdurch ist es möglich, eine ganze Anzahl von Arbeitslosen in den Produk- lionsprozeß wieder einzureihen. ChristU'ch-nationase Abfuhr. Zm preußischen Statistischen Landeeamt. Di« Leser des„Vorwärts" werden sich erinnern, daß die Leute der„christlich-nationalen Etnheitsfroitt", die bisher im P r« u ß i- schen Statistischen Landesamt sowohl im Angestellten- rot wie im Betriebsrat eine dominierende Stellung innchatten, eine Art Herrenregime gegen Andersdenkende, besonders aber gegen Sozialdemokraten und freie Gewerkschafter aufzurichten sich be- mühten. Als ein Sozialdemokrat zum Personalrcjerenten ernannt wurde, ging der Kampf mit den bekannten schmutzigen Mitteln gegen diesen los. Sogar der Landtag und auch das Arbeitsgericht wurden bemüht. Mit Hilfe eines Spitzels ver- suchte man, dem gehaßten Sozialdemokraten einen Strick zu drehen. Der Streich mißlang. Nun hatten die Angestellten jclbst ihr Urteil abzugeben. Am Sonnabend war Betriebs ratswa hl. Das Ergebnis steht folgendermaßen aus: Angestelltenrat: Zentroloerband der Angestellten vier Mandate(bisher drei), DHV. zwei(vier), GdA. zwei(eins). Zum Arbeitcrrat war nur eine frei gewerkschaftliche L i st c aufgestellt, so daß die freien Gewerkschaften im Betriebs- wie im Arbeiterrat nunmehr für sich allein die Mehrheit haben. Bemerkenswert ist, daß die„Christlich-Nationalen" ihren Zu- ttäger, der bisher als eifriger Freigewerlschafter maskiert herumlief. preisgaben und ihn auf die Kandidatenliste fetzten. Man nahm an, daß ein so beschaffener Christlich-Natunoker auf die Ange- stellten eine besondere Anziehungskraft ausüben würde. Man hat die Angestellten aber zu niedrig eingeschätzt. Bemerkenswert ist wetter,"daß die Deutsche L o l k s p a r t c i in den WahUampf offiziell eingriff und daß die Nationalsozialisten auf die Ausstellung einer Sondcrlistc verzichteten. Trotzdem die Niederlage! Nun aber heißt es: arbeiten, Erfolg verpflichtet.___ Taien„revolutionärer" Betriebsräte. Zhre Solidarität mit den Arbeitslosen. Bei der Firma Stahl- und Walzwerk, Hennigs- darf, fand am 7. Februar eine Verhandlung über den Antrag auf teilweise Stillegung statt. Die Firma beabsichtigte, etwa lt>9 Arbeiter zu entlassen. Da in dem Betrieb noch 48 Stunden pro Woche gearbeitet wird, wurde der Vorschlag gemacht, Entlassungen nicht vorzunehmen, sondern eine Arbeitszeitverkürzung eintreten zu lassen. Der kommunistische Betriebsratsvorfißende Küppers erhob dagegen Einspruch, mit der Begrün- dung, daß durch Kurzarbeit die Arbeiter weniger verdienen würden. Er als Betriebsrat ist ja vor Entlassung gesichert! Gegen diese Auffassung wandte sich das freige werks chaftliche Bc- triebsratsnntglied, das im Namen seiner Abteilungskollegen, die fast restlos im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert sind, erklärte, daß— ehe Entlassungen erfolgen— Kurzarbeit eingeführt werden müsse. Durch dies« Erklärung war es möglich, Entlassungen für diese Abteilung abwehren zu können. Die Handlungsweise des„revolutionären" Betriebsrats zeigt wieder auf das deutlichste, wie sie nur auf ihre eigenen Vorteile eingestellt sind. Solidarität ist ihnen ein fremder Begrisf. Hoffentlich werden die Arbeiter, die auf Vorschlag jetzt eine Ab- stimmung vornehmen sollen, ob si« kurz arbeiten wollen oder ob 169 Kollegen entlassen werden sollen, sich bereit finden, lieber kurz zu arbeiten, ehe ihre Arbeitskollegen auf die Straße geworfen werden. Bei den kommenden Vetriebsrätewahlen müssen sich die Arbeiter aber auch daran erinnern, wer wirklich ihre Interessen vertritt: freigewerkschaftlich organisierte Betriebsräte. Wirischastssührer als Klageweiber. SelbflerteilteS Armutszeugnis. Düsseldorf, S. März.(Eigenbericht.) Die Tarisgemeinschast Nordwest setzte heute in Düsseldorf die Aussprache über die Wirtschaftslage derEisenindustrie fort, die bereits am 27. Februar in Essen eingeleitet worden war. Man hotte erwartet, daß die llnternehmcraorschläge für die Gestaltung des Rahmentarifvsrtrages, der von ihnen gekündigt werden wird, machen würden. Sie begnügten sich jedoch wiederum d«nrt. die Lage der Industrie in den schwärzesten Farben zu schildern. Die Besprechungen wurden schließlich auf den 16. März vertagt. Aach dem Lohnabban— Enilassungen. Lochum. 9. März.(Eigenbericht.) . Im. Rphrbergbou mehren sich die E n tl a s s u n g s o njr ä g< fortgesetzt. Die Gewerkschaft Konstantin der Große legt ihre Schacht. anlage 10 setzt ganz still, so daß der Rest der Belegschaft der An- läge, 709 Mann— die anderen wurden schon früher gekündigt—. entlassen wird. Die Zeche Hannibal der Krupp A.-G. entläßt 259 Mann und die Zeche Königsgrube des Magdeburger Bergwerk- Vereins 173 Mann. Die Zechen Ewald Fortsetzung und König Ludwig sowie der Hoesch-Köln-Ncuessener Bergwcrksvercin entlassen je 399 Mann. Auf der Zeche Emschcr-Lippe werden 899 Mann nnd auf der Zeche Kaiserstuhl I 199 Mann entlassen. Lohnabbau auch in Gemeindebeineben. Für die städtischen Arbeiter in Breslau wurde vom Bezirksschiedsgericht«in Schiedsspruch gefällt, der ab 1. April «ine Lohnsenkung um 6 Proz. bei 48 Stunden Arbeitszeit bis her» unter zu 1 Proz. bei 43 Stunden vorsieht; bei 42 Arbeitsstunden sollen die alten Löhne bestehen bleiben.— Für die Straßenbahner wurde ein Spruch gefällt, der 3 Proz. Lohnkürzung vor- sieht. Beide Sprüche wurden vom Magistrat der Stadt Breslau ab- gelehnt. Für die Landstraßenwärter im Regierungsbezirk Breslau wurden mit Wirkung ab 1. April die Löhne um 3 Proz. (2 Pfennig) gesenkt. Für die Gemcindearbeiter in H e s s c n- N a s s a u wurde eine Vereinbarung getroffen, nach der sich die Löhne der männlichen Arbeiter ab 1. April um 3 bis 3, die der weiblichen um 2 bis 4 Pfennig senken. Reichtbuad der?«omtcn und«»nestelten in de» öst«ntlich«» Betriebe» iiad VeriMlfamaen. Sa»-, aleltrfiitat».»nd Sasscri»«»!«: Mlttrsvch. 11. Wärt. 19 Ichr. Rolenthaler-ötr. 40—11. vackescher c-rroder öaal), Bollverjzmi». laag:„Die Sedeutuaa der Berliner Besoldunqzordnuna. Droht ei» neuer De. haltoabbau?" groie BuslnroK«. Mitglieder anderer freier SttvcrischaftkN haben gutritt. k��reieGewerkschafts-ZuaendBerZin Vslä» s-ut-, Disnstao, 1«. Märt, 191- Uhr, wo«» die Sruiwer: Trevt»»,: \sr Srupoenheim. Schul? Wilde ndcuchstr A— 34, Lorytimurer. JBit it. kämvfsn die Sernerkschaften die IlrbeUslolwkeit?"— Krankturter«lee: Städt. Iueendheun Litauer Str. 19..Ircis-Wäbchenodend.— Lichleadera: .Nvaendheim Dosseltr. ZT. Lustiae« Nleinhalt von Gutheit.— Reu-Lichtenbcra: Iuacndheim Gunterstr. 44.„Prostitution, She und S 218.'- Paaloo; Sruoven. heim Pankow. Kissinaenstr. 49, gimmer Z.„Dchlichtunaswesen.'— Sewert- (iSoftrtou*: Gruppenheim Enaelurer 24—23. Saal 11.„Panevrova."— Schone- n-eide: Iuaewdheim Niederschöneweide. Berliner Str.. St.„Dia wirtschaftlichen Ursachen»er N-wolutron 1949".—«dl»r»I»»I: Iuqendhaim Bismarckftr. 1. Wir irden Voltstänre.— Bend:»«: Iua-nöheim Willdenowstr. 311.„Tie beuiifle Bcrkehroordnunq."— ONende: ftuorndhelM jtarl-zhorfl. Tre-kowallee 44 lttan!. Schule).„Berlin wie es weint und lacht."— Sävenick: Grievvenabend in Schonew�ide.— Oftirr, z: 191,!, Uhr Juacn-dhcim Litauer Str. IS. Steis. Mädchenadend: Abschluß unserer Winterarbeit.— Sarttmcitlrcl«: isix Uhr Juxen dbeim BiAdenowstr. 3. Areis�Mädchrnabend:„Dia JZrau im Berufsleben". .�uoenSaruppe Ve6?-ntra>vesbanpes ver Anaeste it«n Beute, Dienstaa, finden lofttende Veranstaltunaen statt: Zlordweften: Iuxendh-eim Lehrter Str. 18—19. Vortrax:„«ktienlursdividende unb tiefere Bedeutunq". Referent Christian Mahl.— Lichte aber«: Zuaendhcim Gunterstr. 44. War., seier.— Der Sorech. und B«We«un<;schor hält an jedem Dienstax ob 2k> Uhr in der Schule lTurnhalle) Baruthcr Str. L0 feine Uebunzs. abend« ob. Inser Lager echter ___________ PPICUE iqjt Siücke von seltener Schönheit ... airekre Import ohne Zwischenhandel ermöglicht unsere billigen Preise q-* BELUDJiSTAU BRÜCKENco� Ofr enth Der IV/OLLPLOSCH- LÄUFERSTOFFE I TEPPICHE iacqUord-BoUCleireinMaargam 885r 1•'yuuwva Jvfpkhi DAUNENDECKEN Kunstseid. DomashDückseite osster Dounensahn rn NantdichfunqcaifiC 1 uRnopfleiV' BOUCLE| TEPPICHE. j- rrod.Jacauard musler 1 i-mi-i K.- Jlndreas Xafmko: JößlMOISCllC Cs sind jetzt genau zweihundert Jahre her, da besteigt ein unansehirliches, knochiges, kleines Bürgsrmädchcn die vergoldete Karosse eines adligen Grandjeigneurs, der Diener schlägt die Türe zu. springt neben den Kutscher auf den Boik, und die Tochter des niedrigen Steuerbeamten Poisjon rollt aus Strohe und Stadtviertel, aus der Welt ihrer niedrigen Geburt hinaus,— kaum daß die zusammengelaufene Nachbarschaft Zeit Hot, das ungeheure Ereignis mit der gebührenden sittlichen Entrüstung zu kommentieren. Vor jedem anderen Hause hätte das Scharren und Stampfen der Rosse, das Klirren des silbernen Zaumzeuges einen Auflaus vcr- ursacht, Neugierige in allen Fenstern, Weiber und Kinder aus den Nebenstraßen hätten ehrfurchtsvoll flüsternd über das Geheimnis so vornehmen Besuches ihre Vermutungen ausgetauscht, ohne direkte Frage an den goldbetreßten Diener und Kutscher zu wagen. Kein Grenzstrich, in das tiefste Strombett oder auf Berggipfeln gelegt, trennt die Menschen so scharf, wie die unsichtbare Scheidewand des Standesunterschiedes. Auch die„Dienerschaft" blickt mit der Süffisance der geborenen Herren über das bürgerliche Pack» die „Roture" hinweg, fürchtet wie Aussatz die Berührung mit Geschöpfen, die keine Schnallen an den Schuhen tragen, keinen Degen um- schnallen und keinen Flintenschuh abfeuern dürfen. Nur einen Schmugglerpfand gibt es, im Handumdrehen führt er aus dem tiefsten Morast der Romenlosigkeit hinüber in das Himmelreich der Auserwählten, man muh ihn nur auf gut- gedrechselten Beinen, kleinen Füßchen in hochgestöckelten Schuhen betreten, und dari keine Scham mehr kennen, wie dieses verkommene Weib, die Mutter Poisfon. Dann freilich ist es leicht, wie eine große Dame zu leben, vornehme Besucher empfangen, und auch das Fräu- lein Tochter, den kaum zehnjährigen Fratz— die Satansbrut!— in vergoldete Karossen zu setzen. Wer sich nicht scheut sein«igen Fleisch und Blut zu verkaufen? Könnten die Lästerer in die Zukunft schauen, die Leichenbcrge sehen, die jede Nation Europas wird opfern müssen, für die gekränkte Eitelkeit der Demoiselle Poisfon,«in Blick in das besiegte, ausgesogene Frankreich, in die rotgeweinten Augen vieler tausend Mütter und ihrer geschändeten Kinder, die zusammengesangen, verschleppt und wie Abfall fortgekchrt werden nach Gebrauch, alles auf Befehl und zum Vorteil des kleinen Mädchens, das eben in ihr„Glück" hinaus- fährt, zum Verderben der Welt,— statt der zotigen Scherzworte schwirrten wohl Steine der Karosse nach, und es fänden sich beherzte Männer, die gefährliche Raupe zu zertreten, ehe sie sich einspinnen, als Schmetterling ein blühendes Land mit seinen Feldern, Wäldern, Saaten vernichten kann. Aber wer sollte sich weiter Gedanken darüber machen, daß die Tochter einer sittenlosen Mutter irüh verdorben dem bösen Beispiel folgt? Ein kleiner Steuerbeamter, wie d«r arme Poisson, hat es 1 nicht leicht. Das Volk drückt sich wo es kann, Fronherr, Kirche, Militär holen aus Keller, Scheune und Stall, was der Himmel hat wachsen und werden lassen, dann soll der Stcuercinnehmer dem jammernden Gesindel das Geld aus den Poren quetschen, für den Generalpächter, dessen bodenlose Taschen alles verschlingen. Für den kleinen Wann die Flüche, die Plackerei— für die großen Herren der Nutzen? Ist es ein Wunder, wenn auch der Arme gern« die Beine unter den Tisch strecken und einen guten Tropfen trinken möchte? Wer hat je was geschenkt bekommen für seine Sittsamkeit Dumm mußte emer sein, gotteslästerlich dumm, nicht durch die Finger zu schauen, wenn seidene Börsen voll Dukaten auf dem Tisch vergessen werden von den Besuch eru, die schönsten Rehchicken und Bärenjchinken .. i..ftzz Haus regnen und die Frau-in Seid« und Samt die vornehmen Besucher empfängt, statt sich mit geborstenen Händen und ver- schwitztow, zottigem Haar zuschanden zu rackern! Laßt die Leute grün werdcn vor Neid und Galle. Ter liebe Gott läßt Kohlköpfe und Rosen wachsen— di« schönen Augen, koketten Grübchen, die feine Haut und di« runden Glieder Mutter Poissons sind auch nicht des Teufels Blendwerk. Die reichen Herren tragen nichts fort von des Hauses Schätzen und kommen auch selbst nicht zu kurz, und wo keiner Schaden leidet und alle zufrieden sind, geht es noch lange nicht am ärgste» her!— So denkt Herr Poisfon und befindet sich wohl dabei. Wer nicht aus einer anderen Gegend kommt, bleibt längst nicht mehr stehen, die Nachbarschaft hätte viel zu tun, dürfte Tag und Nacht zum Fenster hinausschouen, wollt« sie in jede Sänfte und jede Karosse hinein- gucken, die bei Poissons vorfahrt. Dank dieser Gewöhnung wird es erst nachträglich richtig bekannt, daß die Tochter in die vornehme Welt übersiedelt ist. Wahrscheinlich denk«n die liebenden Eltern nicht viel anders als die Nacbbarschnst über die weiteren Folgen der Um- Pflanzung, endlich muß der reiche Herr, aus dessen Kosten Tanz- und Sprachlehrer, Aerzte und Kosmetiker für die weitere Entwick- lung des nach struppigen Kükens sorgen, für Mühe und Auslagen entschädigt werden. Anders denkt nur die zehnjährige Tochter! Wie weit die Großmut der Kavaliere geht, hat das Kind im sogenannten„Boudoir" der Mutter mit ossenen Augen beobachtet. Dünne Arnchändcr und Ringe mit fragwürdigen Steinen, einige Dukaten— für derlei Bettel wird die Gunst einer kleinen Bürgersfrmi gekaust, ist ihre Schönheit auch noch so begehrenswert. Die vornehmen Dame» der Gesellschaft dürfen ganz andere Ansprüche stellen! Das kleine Mädchen hat auf« merksam allen Erzählungen und Gcspräcben gelauscht, es kennt den ganzen Hosklatsch, weiß genau, wie leicht es in Versailles ist, zu Diamanten, Palästen, Landgütern zu kommen! Wenn Adlige den Mund öffnen, sprechen sie von den Intrigen bei Hof, um die Person des Monarchen rotiert seit den Zeiten des Sonnenkönigs ganz Frankreich, wovon sollte ein vornehmer Gast der kleinen Beamten- frau erzählen, wenn nicht von den Begebenheiten in jenem unerrelch- baren Wunderland, in dos durch eins Wolkcnspalte hineinzuspöhen der Traum Wadame Poissons ist? Und so trägt das zehnjährige Mädchen tief ins Gehirn geschnitten die selbst abgeleitete Lehre: eine Frau brauche weder schön noch klug zu sein, wenn sie nur einen starken Willen hat und die günstige Gelegenheit herbeizuführen weiß. Dann!... Wer weiß es nicht, daß man dem Waschlappen, der Ludwig X V. ist, die Frauen in d«!> Weg schiebt, und jede einen Hampelmann aus dem gekrönten Schwächling machen kann, wenn sie ihn richtig anzupacken versteht? So romanhast unwahrscheinlich es sich lesen mag, schon das zehn- jährige Kind tritt mit dem festen Vorsatz in die vornehme Well Über, die Mätresse des Königs zu werden! Solche posthume Prophe- zeiunge» sind allgemein beliebt. Biographen beweisen nur zu gerne, daß«ine scharjsichtigcre Mitwelt früh schon hätte erraten sollen, was nachträglich vorauszuahnen der Ges-bicktsschreibunq nicht schwer wird. Im Falle der kleinen Demoiselle Poisson ober ist nur die Formu- lierung ein Anachronismus, wenn man sagt, es sei von Kind aus ihr Ziel gewesen, die— Marquise von Pompadour zu werden! Ob der reiche � Lebemann wirklich nur den Wohltäter spielen will, well es ihm vielleicht«-paß macht auszuprobieren, wie weit es ein Mädchen von niederer Geburt bringen kann, wenn es zwei so scharsc Augen im Kopfe hat und so gut aufzumerken versteht, wie di« kleine Poisson? Ob er hinterher erst entdeckt, daß er genarrt worden ikt?— Fest stcht jedenfalls, daß die Demoiselle, einmal aus. gebildet, von Dankbarkeit, im Sinn« de? übliche» Auffassung, nichts 9>ommn wissen will. Auch andere Männer bemühen sich vergebens, in einer Zeit, die das heiratsfähige Alter für Mädchen mit dem erfüllten sechzehnten Jahre nach oben zu abgrenzt, während ringsum die Töchter aus höheren Kreisen mit 14 oder 15 Jahren unter die Haube kommen, und das Interesse der reichen Kavalier« um die niedersten Altersklassen der Ballettschule am höchsten ist, bewahrt sich die Tochter Mutter Poissons ihre Unberührlhett bis ins zwanzig sie Jahr. Die Berführungskünste der berühmtesten Herzensdiebe von Poris und Versailles versagen, die verlockendsten Angebote prallen erfolglos ab von der Panzerung ihres unerschütterlichen Entschlusses: geheiratet, von einem hochgeborenen Herrn geheiratet und— hoffähig zu werden. Aus dem„Boudoir" der Mutter Poisson in das alte Adelsschloß des Herrn von Lenormand d'Etioles ist es ein weiter Weg? Der Freier braucht kein Geck zu sein, um sich einzubilden, die junge Gattin werde sich glücklich, am Ziele ihrer schönsten Träume, fühlen an seiner Seite. Weit gefehlt! Ihr Mann ist einer her Steuergewaltigen der Normandie, kein armer Landadeliger, dessen Frau sich einschränken muß, ober auf einem Rittergute zu herrschen, von den Frauen auf den umliegenden Gütern, trotz allem, mit Herablassung behandelt zu werden, nicht das war der Wunschtraum, dessen Erfüllung dem zehn- jährigen Kinde voranleuchtete, als es auf vergoldeten Rädern aus dem schäbigen Kleinbürgervietel hinausfuhr. Der arme Herr d'Etioles muß sich dem Willen seiner Frau fügen. Sobald sie von dem ersten Kindbett genesen ist. macht er von seinem Adelsrecht Gebrauch, die Gattin bei Hofe einzuführen, und— damit ist seine Rolle zu Ende, auch der König macht von seinem ungeschriebenen Rechte Gebrauch, die Frauen seiner Untertanen zu begehren. Es hilft dem stolzen Manne nichts, daß er jedes Amt, jeden Titel, jedes königliche Gnaden- geschcnk ablehnt. Da er sie nicht verkaufen will, verliert er eben die Gattin, wie später auch die Tochter, die lieber als den kleinen Habenichts d'Etioles, die allmächtige Mutter für sich sorgen läßt. Der Name Pompadour sagt viel, aber noch lange nicht genug. Genau dort angelangt, wohin emporzuklimmen nur ihre unwissende Kinderkühnheit träumen konnte, gönnt sich die kleine Poisson Vilich als„maitresse en tirrs" keine Entspannung. Ihr Wille bleibt geballt! Wie das kleine eckige Kind, horcht sie immer noch mit überwachen Sinnen, bereit zu jeder Kasteiung, jedem Verzicht. Ihr Vermögen mehrt sich um mindestens zwei Millionen jährlich, jeder Geburtstag bringt ihr ein neues Landgut, auch der Bruder steigt mit auf, ist reich, und da ihm der Titel eines Marquis de Vandiöres den Spott- namen„Marquis d'avant hier" einträgt, läßt ihm die Schwester als Pflaster einen anderen Titel mit dem dazugehörigen zweiten Marquisnt verleihen. Aber das alles ist nur Versorgung, Geld. Be- quemlichkeit, Glanz, Vergnügen,— gesicherte Zahmst, aber nicht gesicherte Macht, kein Schutz gegen den Verlust der Position. Demoiselle Poisson will herrschen!... Ludwig XV. ist schwach und träge, er ist froh, wenn ihm alle Sorgen des Regierens abge- nommen werden— nur in einem Punkte verträgt er keine Bevor- mundung: er mag nicht immer das gleiche Weib in seinem Schlaf- zimmer sehen, er will Abwechslung— Jugend—, und Die Marquise von Pamp«dour ist schon eine überreise Frucht, als sie an den Hof kommt. Also organisiert sie selbst den Nachschub, sorgt für roschen Derbrauch, damit die Sinne des Königs befriedigt werden, ohne daß den Nachfolgerinnen Zeit bliebe, Einfluß zu gewinnen. So entsteht der berüchtigte„paro au cen's". Hunderte von Spitzeln durchstreifen mit Geld und Vollmochten versehen das ganze Königreich, kaufen, oerführen, rauben hübsche Mädchen aus allen Ständen, man kann den Ilmsatz nur ahnen, auf Grund der staatlichen Finanzgebaruna, die für den Hirschpark, während seines etwa IZjährigen Bestandes, insgesamt hundertundsechzig Millionen verrechnet! Wenn sie nebenher auch Weib bleibt, für den Verlust sich tröstet, verliert die Pompadour doch nie die Hauptsache aus den Augen, ist bei der Wahl ihrer Günstlinge vor allem auf die Festigung ihrer Machtstellung bedacht. Weil sie in dem jungen Grasen Stainville den maßlosen Ehrgeiz errät, schenkt sie sich ihm, schickt aber de» Geliebten als Gesandten nach Italien, dann nach Wien, läßt ihn erst zurückkehren, da er gereist und ein würdiger Mitarbeiter geworden ist. Zum Herzog von Choiseuil erhoben, setzt sie ihn neben sich in den Ministerfauteuil, duldet gleichgültig sAne Liebesabenteuer, zu- frieden, daß er ihr als Werkzeug die Treue hält. Der wahre Ge- liebte ihres Herzens, an dem sie mit der fast widernatürlichen Un- bedingtheit ihres Kindheitsentschlusses hängt, ist und bleibt ihr eigenes Ich, ihre Rolle in der Welt, auch sie selbst ist nur der erste Diener ihres Willens. Sieben Jahre muß Friedrich II. Krieg führen, weil er gewagt hat, die Tochter der Madame Poisson in einem Spott- gedicht herabzusetzen: die ganz« europäische Politik wird umgeworfen, die traditionelle Feindschaft zwischen den Häusern Bourbon und Habsburg muß einem Bündnis weichen, Nationen verbluten und verarmen: keine Niederlage und keine Gefahr, kein Zureden und Bitten der Feldherren und Minister hilft: und wenn nach sieben Jahren doch Friede geschlossen wird, ohne daß der königliche Dichter gestraft wäre, könnte die Pompadour persönlich die Schlachten lenken, statt nur di« Generäle absetzen und ernennen, sie kapitulierte wohl auch nach sieben Jahren nicht, gäbe dem preußischen König noch mehr zu schassen als seine andere Feindin Maria Theresia. Wie wird sie aber geschätzt und umschmeichelt von der sonst so sittenstrengen Kaiserin, die in Wien, bei IMichtem Tag, die spazieren« den Paare kontrollieren läßt, und das Zusammengehe» ohne Trau- schein als„unzüchtig" verbietet! Die Marquise von Pompadour, die ihren angetrauten Gatten mit dem Ehemann der Königin von Frank- reich betrügt, ist die liebe Tochter,„ma tre eher« fille"; in manchen der vielen handschristlichen Briefe auch die„liebste Freundin" der großen Kaiserin und Königin! Wäre der Preis nicht, den Frankreich und Europa, die Toten des siebenjährigen Krieges und die vielen tausend entehrten, ver-. feuchten kleinen Mädchen des Hirschparkes für diese Laufbahn zahlen müssen, wahrhaftig, man könnte schwer den Respekt versagen dem gefährlichen Weibsbild, das mit zehn Jahren schon so fest zu wollen versteht, daß es entgegen den strengsten überliesertcn Porschnsten Ii» Königsschlosse von Versailles sterben darf. Erst als der Tod Augen und Willen gebrochen hat, wird die Leiche rasch fortgeschafft:— so lange sie atmet, wagt sich keine Hand an Demoiselle Poisson. In dar Rächt erhebt« sich mit geschlossenen oder wert geöff- neten Augen, führt oft recht komplizierte Handlungen aus, ohne nach dem Erwachen von allem Reden oder Gehaben da» geringste zu wissen. Unker dem Einfluß des Mondes soll der Nachtwandler von seinem Lager förmlich abgezogen werden, in den Mond starren. oder aufs Dach klettern und dort in Rinnen oder auf dem First spa- zieren gehen. So erwacht ein« frühere Patientin von mir in kalte? Winrer- nacht. Der grelle Mondschein fällt ins Zimmer, das Fenster steht weit offen, obwohl«s vor dem Schlafengehen sicher geschlossen war. Und in der Frühe findet sie unterhalb des Fensters ihr Kopfkissen. Was hat das zu bedeuten? Wie bei der Analisse von Träumen ließ ich auch hier assoziieren, das heißt, ich stellte mir einige Worte zusammen, die mit ihrem Nachtwandeln in Beziehung standen, las di« einzelnen Worte vor und ließ sie nach jedem Wort sofort aus- sprechen, was ihr einfiel. Auf das Wort„Kopfkissen" antwortete sie sofort mit„Kind". Das Kopfkissen hatte also für sie irgendein« Beziehung zum Begriff„Kind". Ihr Traum hatte zum Derständnis ihrer nachtwandlerischen Handlung den besten Beweis geliefert. Sie träumte, sie habe«in Kind bekommen und sich deshalb vor den Menschen schämen müssen. Das Kind, das sie bekam, symbolisierte das Kopfkissen, und damit die Leute nichts erführen, warf sie es einfach zum Fenster hinaus. Nachdem ich ihr diese ihr unbewußten Gedanken bewußt mochte, indem ich dies« Handlungen, natürlich unter ihrer Mithilf«, erklärte, wurde sie völlig von der Mondsucht geheilt» Ludwig Ganghofer schilderte_ in seiner Selbstbiographie „Buch der Kindheit" seinen eigenen Heilintgsprozeß. In einer flacht erwacht« er friereich, graue Dämmerung war um ihn her und viele Stern« funkelten. Er saß auf dem Schindeldach einer Kegelbahn. Auf den Boden�hinunter war es kein hoher Sprung, aber dt« Kieselstein« des Seminorgartens zerstachen ihm die nackten Sohlen: und als er ins Haus wollte, fand er das Tor verschlossen. Irgend- wo fand er ein offenes Fenster und kletterte ins Haus urch lotttlos hinauf in den Schlafsaal. Am nächsten Abend aber nahm er von Mutter? Garnknäueln«inen mit hinauf ins Bette, knüvlts sich zwei doppelte Zwirne um di« Handgelenke und band die Enden um die Knäufe der Bettlade. In der Nackt, als er wieder wandern wollte, spürte er den Zug von Mutter? Fäden und erwachte. So heilte er sich selbst. Früher meinte man, der Mondsüchtig« verfüge über wunder. bare Körper- und Geisteskräite, die er im Wachzustand nicht be- sitz«. Ln diesen gebier verfielen schon viele, die die Handlungen der Hysteriker, Hyp-notisierten und Medien menschlich tiefer und echter ansahen als die Gesunden. Von diesen wunderbaren Taten und Ge- danken nachtwandlerischer Menschen Hai die Wissenschast nichts berichten. nur beweisen können, daß dos Wunderliche, Unerklärliche nur fetten das Wahrhaftere darstellt. Das Aufollende beim Nachtwandler ist, daß er mit weitgeöff- neten Augen das wahrnimmt, was mit dem ihm beschäftigenden Ge- dankengong in Verbindung zu bringen ist. Von einem Mönch wird berichtet, daß er eines Nachts träumte, der Prior seines Klosters habe seine Mutter getötet. Nachtwandelnd erhob sich der Mönch mit einem großen Messer bewaffnet, rannte nach der Zelle des Priors und führte gegen dos Bett, in welchem er chn liegen zu sehen glaubte, mehrere Stöße aus, worauf er sich ganz ruhig in seine Zell« zurückbegab. Der Prior aber lag noch nickt im Bett. sondern saß am Schreibtisch. Schon Shakespeare hat diese Beschrän. kung des wirklick)«» Sehens schon lxilluzinatorijchem Sehen bei Lady Macbeth so geschildert. Arzt:„Ihr sagt, daß Ihre Augen offen sind?" Kammerfrau:„Ja, aber deren Sinn ist geschlossen-" Und der Dichter läßt die Kranke während des Nachtwandeln? einen nicht vorhandenen Bkutfleck mch chrer Hand sehen und ein Gespräch mit lel und W-ondmchl ihren, nicht anwesenden Gatten führen. Trotz Psychiater und Psy- chasogen sind Dichter die ollerfeinsten Seelcnkenner, die Jahrhun- derte früher Seelenrätsel ahnend voraus lösten mit schauende»! Geist«. Sie schöpften dabei aus dem eigenen Inneren, oder weil sie selbst in der Jugen� Nachtwandler waren. Man weiß,- welch tiefes Interesse Otto Ludwig und Kleist an der Mondsucht «ahmen und wie sie geradezu jene dunklen Probleme in ihre Htafie hinetntrugen. In der Novelle„Maria" laßt Ludwig die Heldin mondwandeln zum Geliebten kommen und sich ihm hingeben, ohne im Bewußtsein die Erimrerung an das Erlebte zu bewahren. Im „Prinz von Homburg" wird der Kern des nachtwandlerischen Traumes als Wunscherfüllung dargestellt: Erlangimg von Ruhm und die Hand der Geliebten. Ich glaube, daß das Nachtwandeln der Mondsüchtigen zu den Flugträumen gehört. Das Fliegen ist das Symbol des Ehrgeizes, man erhebt sich mühelos, um sich von den auf der Erde wandelnden Menschen bewundern zu lassen. Die Mondsucht könnte man syni- bolisch deuten, daß man sich über alles Irdische erhebt, um dahin- zueilen, zum Monde, wo keines Menschen Fuß geweilt, kein Haß und keine Erdenschwer« ist Das Mondlicht ist dann nur symbolisch als rein geistige Zlnziehungskrast anzusehen, als sichtbares Gebilde, wo jeder Wunsch schon deshalb in Erfüllung gehen muß, wei hier Menschen sehen, die einen an der Erreichung des Hoffnungsideales hindern. Eingeboreiumbi'äuchc im iKougogebiel Tief im Innern Afrikas, in dar Näh« des Kongo, und im fron- zösifchen Koloinalgebiet lebt der Stamm der Taba'.Kaba-Neger. Eine mertwürUge Sitte der dortigen Frauen, das Durchbohren der Lip- pen und das Einlegen schiverer hölzerner Platten in die entstandenen Löcher, konnte bis heute noch nicht völlig erklärt werden. Man versucht«, den Ursprung dieser Sitte mit einer absichtlichen Entstellung und der daraus folgenden Entwertung der Frauen aus Furckst vor den Eroberung?- und Raubzügen feindlicher Stämme in Zu- jammenhang zu bringen. Diese Annahme dürste indessen kaum zu- treffen, die Sitte vielmehr von vergcssenen kultischen Bräuchen und Ueberlieserungen herrühren. Im Alter von 14— 16 Jahren werden den Mädchen diescs Stammes die Ober- und Unterlippen durchbohrt oder mit einein svctzen Gegenstand durchschlagen. In die Oefsnuirg eingeführte Strohhalme verhindern alsdann das Schließen der Wunden. Durch ständiges Ziehen und Zerren an den Lippen und durch Einführen von Holzstäben, die nach und nach durch immer dicker« ersetzt wer- den, erweitern sich die Löcher, dehnt sich die Haut. Schließlich wer- den tellersörmige flache Holzplatten verwendet, die mit zunehmendem Atter der Frau und fortschreitender Erweiterung der Lippen durch immer größere und schwerere ersetzt worden. Die Platten können auf diese Weise bis zu einem Durchmesser von 3? Zentimeter anwachsen! Dieses Maß gilt jedoch nur für die untere Lippenscheibe, da die Oberlippe nicht bis zu solckcm Ilmsang« ausgedehnt werden kann. Eine Folg« dieser Berunstaltttna ist das beitändige Olfen- stehen des Mundes dieser Frauen: ein Herabhängen der Unterlippe, die manchmal durch die Hand untorstützt und geh-ilten werden muß, ein fortwährender Speickelslliß des Mundes sowie beträ'Hliche Schwierigkeiten beim Essen und Trinken. Die franzöliscke Regierung hat daher aus gesundheitlichen Gründen in ihren Gebieten den noch nicht ve-runltaltetcn Negerinnen verboten, sich solche Lippen- scheiden zuzulegen. Die stärksten und schnellsten Tetnperoturverändervnqen weist Bolivien auf, und zwar vor allem in Alto Cvuccro. Hier ist an einem Tag« starker Frost, am nächsten aber schon brennende Wüstenh itze. Btafenbttngcn für diese Rubrik sind O r r l i» SB«Z. Ltndeaiirahe Z. parieinachnchien für Groß-Vertin stet» an da» Bezirkeseiretariai i.Hos, 2Trevpen recht», zu richte» Die Eintrittskarten �ur Sportpalast-Kundgebunff am 2. März sind von einer großen Anzahl Adteilungen nach nicht ab- «rechnet worden, trotzdem deretits im Zirkular vom 7. Februar als letzter Termin der 14. März angegeben worden war.— Die Kassierer werden nochmals dringend um Jnnehaltung dieses Termins gebeten. I. A.: A l e x P a g e l s. -b Beginn aller Veranstaltungen 19W Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Zldt. Dicnstoa, 20 Uhr, iTiinttionärfiiuma bei Rickert, Eteinmedstr. A». dd. Abt. Tempclhof. Zablabend Mens'ofl. 10. Marz, 20 Uhr. 4. Bezir!: Lokal �ommcrcninq, BcrNner Str. 100. Oppenheimct:„Arbeitslosen, und Krisen- unterstüduna".- Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, ZNikkwoch. tt. Zliärz. in nachstehenden Lokalen: I. Abt. feufeftficr Sof, Roscntbaler Str. 40—41. Dllrarrmcistrr Dr. Ostrowski: .�lur politischen Lope". 2. Abt. Lohan». Drüdrrstr. 10. Wilhelm Leunnski:„Die Etrafrechtsvorlaae". 3. Abt. Saal I de» Gewrrkschastshauses, Euaelufer 24— 2S. Dr. Surland: „Di« Wirts elxiflstrisc nnd die Ausqaben der Arbeitereiasie". 4. Abt. Klubhaus Beloedere, Alerandertlralie. Genosse Altmann:»ssaschis- mus und Kirch«". 3. Abt. Rosentholer Kos, Rosenlhaler Str. 10—11. Stadtperordnetcr Paul Ziobinfon:„Das nru« Gesetz Srotz.Tcrlin". «. Abt. riahlobende in den bekonnten Lokalen. 7. Abt. klahlobcnd« in den bekannten Lokalen. tz. Abt. zahlabend« in den bekannten Lokalen. !». Abt. Keplerheim, Quitzonr., Ecke Perleberpcr Strotze, Mitaliederpersomm. lunq. Erich Kuttner, M. d. L.:.gusti�kriie". Abt. Schule Gerhardtstratze, Valtin Hartip:.Liationalistischer»der inter. uadionaler Sozialismus�'./ Abt. Derper, Lepctzowslr. 2l. Eck« Iaaowstiotze.. Stadtoerorimeter Mar ktreuziper:„Das neue Gesetz Grotz-Berlin". Abt. Tischer. Beussclssr. 32. Dr. Gerhard Luckow:„Rutzlanü". Abt. Arminiusbolleu, Bremer Str. 73. Stadwrrordnrtrr bans Wovwvd: Kur politischen Lope". bi» 23. Abt. 13. Kreis Weddioq). gablabend« sSr all« Abteil»»»«» l» den bekannte» Lokalen. Abt. 1. Gruppe: Riisner, Immanuelkirchstr. 23. Stodtperordnet« Minna Lodenhope»:..Das neue Gesetz Grotz-Berlin". 1». Gruppe: Ahlschliiper, Winz- Ecke Ehristburarr Strotze. 2. und 4. Gruppe: 20 Uhr, Schulaula Danziger Sit. 23. Lichtbilde rvortrop:„Der historisch« Klerus in der Kari. katur". Parteibuch dient als Ausweis. 3. Gruppe: Wcnzke, Eprmeu. Sniva�tr. 51. Ecke Sosemannstratze. Abt. Kohlabeud« in den bekannten Lokalen. Abt. 2. Gruppe: Genosse Kürbis:„Treidenkertum und Sozialdemokratie". 3. Gruppe: Portraa:„Arboitcrwobl'ahrt".— l. Gruppe: Douu«r»tap, 12. Mär,: Seiles. Prenzlauer Aller. Wilhelm Miethkc. Abt. Kahlabcndc in den bekannten Lokalen. Abt. Popens T-stsiile. Schwedter Str. 23. Mar gechner, M. d. L.t „Acorpanisation der Gemrindeperfossunp Berlin". Um 1» Uhr Besvrechuna aller lsunktionilee im aleichen Lokal. Abt. Altersheim, Danziper Str. 02, Walter griebländrr:„Gemeinde- propramm der Nazis". Abt. god lebende in den bekonnten Lokalen. Abt. gahlaber.de. Gruppe Isicdtkau bei Krvmphardt, Paul�inper-Str. 40. Gruppe Wartmann bei Schmidt. Truchtstr. 36a. Gruppe Buchmann bei Drescher, Straloucr Platz 5. Gruppe Kluoe bei Balcntin, Ärautstr. 30. Kruppe Sclzibcl bei Lmbcrland, Andreas- Ecke Solzmarktstratze. Bez. 304/305 bei Schrölcr. ssriedrichsfelder Slratz».— Gruppe Mepcr: Donnerotap bei Bakentin. Krautslr. 30. Abt. Kahlabende: Lokal Soffmann. Slralauer Allee 17. Referent Berkow: Arbeiterschaft und Soz-alrolilik". Wertalla, Sehe nloheilr. 3. Genosse Irre. maschunlli über„Eeorpien". Becker, Simon-Dach�tr. 9. Genosse M. Saas«: „Die Berfassuna der Stadt Berlin". Müller, Simplonstr. 21. Genosse Möburp:..Bcrkchrswefcn". Abt. Lokal Neumann. Gubener Str. 47. Mar Schorfstädt:„Arbeltslvsspkeit nnd Derufswahl". Scidlitz. Romintener Str. 7. Dr. Walter Kratz:»Grund- Ippen der neuen Erziehuna. Abt. Kohlabende in den bekannten Lokalen. Abt. I. Gruppe: Dusch, Tilsstcr Str. 27. 2. Gruppe: Sorn, Korndorfer Ecke Ldwcstratzc. 3. Kruppe: Kirsch, Petersburger Str. 82. 4. Gruppe: Wittschutz. Petersburaer Str. 5. Abt.. Kahlabcnde in den bekannten Lokalen. Tortrape:»Die politrfchc Lope". Abt. Kablabende in den bekannten Lokalen. Bezirke 183 und 105: Donners- taa. 12. März, bei Späch, Georacnkirchftr. 05. Eduard Kackiert, M. d. L. Abt. 20 Uhr Grotzbeercnstr. 30. Viktor Malina:»Wo bleibt der 2. Mann?" Abt. Knblmorqen. Krüh 5 Uhr Lokal Martaraseneck, Marlqrafenstratze Ecke Bessclsiratze. Sottlieb Reese:..Wtrlschaftskrlse und Demokratie." Abt. 20 Uhr Kahlabrnbe in den bekannten Lokalen. Abt. 20 Uhr Kahlabendc in den bekannten Lokalen. Abt. Bez. 79 bei Gorich, Koltbusser User 57. Bez. 80 und 87 bei Ewald, Ekalitzrr Str. 128. Bez. 81 nnd 80 bei Gloger, Adalbertstr. 5. Bez. 85, 88, 89 bei Ewald. Abt. 13 Uhr KaHlabende in den bekannten Lokalen. Gruppe Hohlstein: Friedenshüttc, Wiener Str. 57». Abt. 1» Uhr Schnlanla, Görlitzer Str. 51. Ott» Meirr, M. d. L.:»Do bl-ibt der 2. Mann?" Abt. Wliefmps gestsäle, Wassertorstr. 08. Eduard Kochert, M. d. L.: »Der Parteitap in Leipzig." Abt. Kahlabende mit Portrag in den bekannten Lokalen. Abt. 20 Uhr Koffle, Kaiserin.Auausta.Allee 81. Hans Bauer:»Die polt- tische Lope und die Macht des Zentrums." Abt. KaHlabende in de» bekannten Lokalen. Abt. KaHlabende in den 3 Gruppen. Abt. 20 Uhr, neues Lokall Türkische» Zelt, Berliner Str. 58, Stellung. »ahme zum Deeirkstap. Delegiertenwahl. Abt. gahlabcnde in allen drei Gruppen. Abt. Schulaula, Ioachimelhaler Str. 31/32, Wahl des Borsstzenden. Vor» trog mit anschließender Diskussson. Thema wird in der Brrsammlung bekaninzepebcn. 10. 11. 12. 13. 14. 34. 25. 28, 27. 28. 28. 30. 23. 34. 35. 36. 37. 38. 38. 33a. 41. 42. 44. 45. 48. 48. 51. 52. 53. 54. 55. 57. 58. 88. 85. 92. «2. 07. 88. 71. 72. 73. 74. Abt. 20 Uhr Marsandt,. Ronneitdammalle« 89, Mitgliedcrpersanimkuna. Abt. Wurzbacher, Dahnhofsrestaurant. Genosse Graul:»Sozialistische Kulturpolitik." Bericht über Kreisvertreterversammlung. Abt. 20 Uhr Sandmann, Westfälische Str. 42. Dr. Fritz Goldschmidt: „Die bürgerlichen Partcirn und Sozialdemokratie." Abt. 20 Uhr KaHlabende in den bekannten Lokalen. Abt. 20 Uhr Rosenau, Barziner Straße Ecke Laubacher Straße. GottNeb Reese:.Agrarprobleme." Abt. 20 Uhr Deutsches Saus, Breite Str. 34, Mitglicdrrpersanunlunp. Abt.(Fischtal). 20 Uhr Mitgliederpersammlung Waldhous, Spandauer Glratze. Dr. Erohner:»Politik dir Sozialdrmokratic und des Faschismus." Freie Sozialistische Hochschule Sozrnabendj den 14. März, 19,30 Uhr, Im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3 Vortrag des Genossen Raphael Abramonritscfa, Mitglied der Excknliyc der Sozialistischen Arbeiter-Internationale Der Funktionswandel der bolschewistischen Diktatur Karten zum Preise von 50 Pf.(einschl. Oarderobel sind an folgenden Stellen zu haben: Buchhandlung J. H. W. Dietz N'achf. Lindenstr 2. Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Deutscher Holzarbeiter-Verband, Am Köllnischen Park 2 u Buchhdlg Rungestr 30. Verband der graph Hilfsarbeiter, Ritterstr. Ecke Luisenufer: Zigarrengeschaft Horsch. Engelufer 24/25. Verlag des Bildungsverbanaes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr.5. Zentralverband der Angestellten, Hedemannstraße 12. Verlagsaesellschaft des ADGB. Abteilung Sortiment, Insclstr. 6a. Geschäfisstelle des Touristenvereins Naturfreunde, Johannisstr. 15, und an der Abendkasse. 74». Abt.(Zehlendorf- Mitte,-West). 20 Uhr Mitgliederpersammlung Schneider, Potsdamer Straße. Polizeipräsident a. D. Zörgiebel:»Wohin treibt der Faschismus?" 76. Abt. 20 Uhr Schilling, Königin-Luife-Stratzc, Mitgliederversammlung. 78. Abt. 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 79. Abt. Zablabende in den bekannten Lokalen. 79a. Abt. Ledigenheim, Epthstratzc, Mitgliederpersammlung. Bericht vom Krcispertrelcrlag. 88. Abt. 20 Uhr Selmholtz-Gymnassum. Rubensstraße. Fritz Kaspar, Hans Wessel:»Kommunalpolitik— Arbcitslosensragcn." 8t. Abt. Zahlabcnde in den bekannten Lokalen. 82. Abt. gahlabendc in den bckantcn Lokalen. I.. 2. Bezirk Lichtbilderportrag. 83. Abt. Zahlabcnd Lichtersclde-West: Rohde, Sindenburgdamm Ecke Roon- stratze. Genosse Echönwstter. Ost: Dubcrick, Lorenzstr. 50. Genosse Spließ- Snrt. Süd: Fritsche, Berliner Str. 12Zb. Genosse Wcnzke. lbt. Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31. Bernhard Krüger:»Arbeits- koscnproblcm." 88. Abt. Zahlabend Schule, Roonstratze. Abt. In allen Bezirken Zablabende in den bekannten Lokalen. Abt. Tcmpelhos. 2. Bezirk: Lokal„Zur Linde", Werder- Ecke Fricdrich-Karl- Straße. 3. Bezirk: Lokal Sennig. Manteuffel- Ecke Friedridi-Wilhelm-Stratze. Oppenhcimer:„Arbeitslosen, und Kriscnunterstützung." 5. Bezirk: Lokal Henning, Moltke- Ecke Kaiscr-Wilhelm-Stratze. 0. Bezirk: Lokal Schäfer, Ringbahnstr. 12. Abt. In folgenden Bezirken 20 Uhr Mitgliederzusammenkstnfte. Bez. 51, 58 und 00 im„Iägerheim", Wildenbruchstr. 81.„Sozialistisch« Erziehungs- arbeit." W. Wolf. Bez. 52, 53 und 57 bei Schikorra, Schandauer Str. L „Grotzstadtbevöllcrung und Landwirtschaft." W. Paetzel. Bez. 54 und 55 bei Gauter, Harzer Str. 88.„Gefesselte Justiz." Rcg.,Rot Kempner. Bez. 50 bei Fischer, Heidelberger Str. 31.. Wohlrcdstsresormen." S. Turtz. Bez. 59. 81 und 82 bei Wolfs, Kaiser.Friedrich.Str. 173.„Wahlreckitsreformen." E. Lampka. Bez. 02, 0? und 7g bei Simon, Berthclsdorfcr Etr. 9.„Wirt- sdiaftsdcmokratie." Dr. Decker. Bez. 80 und 85 bei Schwabe, Roseggerstr. 3. „Die wirtschaftlichen Unternehmungen der Arbeiterschaft." S. Kögler. Bez. 87 und 88 bei Eckmeider, Rosenstr. 7.„Wahlrechtsrcformen." K. Arnold. 93. Abt. Bei. 83 und 105 bei Schauer, Treptower Str. 90.„Quer durch die Agrarpolitik." Babing. Bez. 84, 80 und 103 bei Damm. Hcrtzbcrgstr. 22. Bcz. 104. III und 114 bei König Nochflg.. Böhmische Str. 43—44.„Die Angestellten, und Invalidenperndierung." Röhn. Bez. 100, 107 und 110 bei Einkopf, Marcsch- Ecke Kaiscr-Friedrich-Stratze.„Partei und Arbeiterklasse." Goldstern. Bez. 108 nnd 109 im Bärwinkel.„Im Lande de» Dollars." Weigelt. Dez. 112 nnd 113. bei Just, Ricmctzstr. 13. Bez. 115 bei König, Kanncrltr. 14. Bcz. 110 und 117 bei Warnstedt, Thüringer Strotze Ecke Kannerstratze. 34. Abt. Bez. 40, 03 bei Kuhfcld, Lichlcnrader Str. 58. Emont«. Bez. 42, 00 bei Lenk, Selchower Str. 0. Bez. 70, 93, 90 bei Sell, Schillerpromenade 11. Aschrnbrenncr. Bez. 07. 08 bei Breuer. Echillerpromcnade 33. Bez. 71, 34, 35 bei Schröder. Steinmctzstr. 52,»Polizei und Publikum". Bcz. 37, 38 bei Kwclla. Okerstr. 15. 95. Abt. I. Viertel: Kcnsch. Iägcrstr. 10.»Kommunole Rundschau." Radke. 2. Viertel: Klein, Prinz-Sandjern-Str. 34,„Rationalisierung". Händel. 3. Viertel: Grieger. Lesüngstr. 3,„Bersassnngssragen". FeNr FNgg. 4. Viertel: Gase, Steinmctzstr. 78. Vortrag des Genosse» Grotzinonn. 30. Abt. 1. Gruppe: Zillmcr, Nopatftr. 50. Genosse Albrecht. 2. Gruppe: Lübbe n. Thomasstr. 5. Sladlrat Eugen Rosemann:»Das Wesen der Wohl. fahrlsfiirsorac. 3. Gruppe: Lesehalle. Rogat- Ecke Iksestrvtze. Genosse Friedcmaun. 4. Gruppe: Brandt, Thüringer Ecke Wipperstratze. Anna Sartoch. 37. Abt. M-iscls Festsöle, Ionasstratzc. Lanbtaasprässdent Friedrich Bartels: Demokratie oder Diktatur?" 3». Abt. 147. nnd 148. Bezirk bei Thomas, Britz, Ehausscrstr. 10. 152.. 153. Bezirk im Parteihcim, Sarlemer Straße. Sans Kunstmanirn:„Die weltliche und freie Schule". 154. Retirk bei Schröbcr. Ehausseestr. 54. Ecke Franz- Körnrr-Stratzr. 155. Brzir? bei Becker, Ehausseestr. 37. 150/153. Bezirk bei Tristram, Bllracrftr. 48—43. Otto Strobel:„Politische Tagesfragcn". 100. Bezirk bei Discher, Buckow. Ehausseestr. 12. 39a. Abt. Neue Lokale: 20 Uhr Bezirk 143: Barockrnsckrole, P-archimer Allee. Bezirke 150. 101. 102: Lokal Buckow-Ost, Rudowcr Str. 35. Bezirk 1»: Biisdikrua. Rudowcr Straße. 101. Abt. KaHlabende in den bekannten Lokalen. 102. Abt. Strenbel. Baumschulen. Ecke Scheiblerstratze. Stadtverorb neter Georg Kermes:„Ersetz Grotz-Berlin". Reu-Tinoli, Reue Krugallee 33. Stadtverordneter Otto Virrgeme ister:„Das Gesetz Grotz-Berlin". 194. Abt. Lokal Kubat. Brückenstr. 15. Dr. Karl Thirme? �sst eine Arndernng des Rcichstaaswahlaesetze« notwendio?" 105. Abt. Ratskeller. Bismarcks!!. 58. Rrktor Gustav HLdicke:»Zur ppkitischen Lage". 106. Abt. Lpgenhan,. Friedrichstr. 0. Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthol: „Das neue Gesetz Grotz-Berlin". 108. Abt. Köpenick. Köllnische Vorstadt: Stippekohl, CchönerNnder Str. 5. Genosse«alle:„Arbeiterschutz". Kirtz-Vorstadt: Schulz«. Müggelheimer Stratz« 12. Genosse Ilfermannt„Sunger bei rollen Scheuern". IHOa. Abt. Kablabende: Bezirk nördlich der Bahn: Klosr, Mahlsdorfer Str. 1. Dr. Salaw:„Kampf um den Lebensstandard". Bezirk südlich der Bahn: Sckmlz, Vahnhofstr. 34. Dr. Bien stock:„Prozeß der Menschewiken". 188. Abt. Näckiste Mitaliedcrvcrsammlung ausnahmsweise Mittwoch. 18. März. 118. Abt. Grünau. 20 Uhr. Werner. Köpenicker Etr. 125. Kurt Kietzmann:»Zur politisdien Lag«". 114. Abt. Loaenianno, Knprrpromenode 2. Robert Breuer:„Zur politischen 115. Abt. KaHlabende in den bekannten Lokalen. IIS. Abt. Senfeier. Boshagener Etr. 0U. Pastor Hans Francke:„Die Bedeutung de» Völkerbundes". 118. Abt. Gruppe I, neues Lokal: Bökel, Sophien- Ecke Friedrichstratze. Gruppen 2, 3, 4 in den bekannten Lokalen. 118. Abt. Wcgener, Frankfurter Allee 236. Dr. Ott« Friedländer:„Gegen den Volksbetrug der Nationalsozialisten". 128. Abt. Wiehes Gesellschastsbaus. Wilhelmstr. 38. Siadtverordneter Hermann Amberg:„Das Gesetz Grotz-Berlin". 121. Abt. Kahlabcnd, Lokal König. 122. Abt. Poralb. Marzahner Str. 31. Dr. Mönchen:„5 Jahr« In Rußland". 122«. Abt. 20 Uhr. Lindner, Köpenicker Str. 105—107. Stadtverordneter Kurt Knopf:»Da- neu«»«setz«rotz�erRuck.«llo 8t«,»»r»»e aeiio»o8 müsseu erscheinen.____„ 123. Abt. Cchützenklaus«. Sönoiver Str. 5. Friedrich Olk:.SoldmShr-iiig und Frciwirtschaftslchre"......»»„._. IM. Abt. 1. Ort: Anders. G-noss« Krätzig:„Die politische Soge". 2. Norden: „Nordstern". Hönower Str. 43. Genosse Siegle:.Fdoinmunalpolltik". 3. Mahlsdorf-Höhe: Jacobs, Lemkcstratz«. 4. Teil II: P. Schmidt. Marien- knirger(Strafte. 124a, Abt. 20 Uhr, Draber. Uhlandstr. 18. Genosse Abramowitsch:„Das Ruß. land pon heute".__ 127. Abt. 20 Uhr, Götze. Berliner Str. 33. Lichthilderportrag:„Die neu« 128. Abtf'V. Bezirk: Roack, Kaiser.Friedrich.Str. 58. 2. Bezirk: Griffel,«aiser. Friedrich-Str. 15. Flegel:„Grundfragen des Arbeitsrechts". 3. Bezirk: Kober. Berliner Str. 86. Norbert Marx:„Streifzüge durch bi- Innen- und Außenpolitik". 4. Bezirk: Fulde. Lindenpromenadc Ecke Berliner Straße. Preutz:„Die Bedeutung des Sturmvogels". 5. Bezjrk: Borcik. Berliner Str. 38- 33. Gutjabr:..Wirtschaftsfragen'. 8. Bezirk: Heiiw, Kisssngenstr. 40. Sengst:„Keitungswcsen". 7. Bezirk: Bader. Kisstngcn. stratze 4. Born: Jugenderziehung und dos neunte Schnliahr". 8. Bezirk: Grosse, Kisstnacnstr. II. 3. und 10. Bezirk: Lehmann, Mühlen. Ecke Mar:- milianstratze, Dr. Mar Schütte:„Gcschiehte der Sozialdemokratzc". 123. Abt. Sängerhcim, Florastr. 33. Günther Scheele:. Außenpol, tisih« Um. slhau." Türkisches Kelt, Breite Straße:„Mictrcchtsfragei,." Mantel, Mendelstratze Ecke Dalcnusstratze. Stadtrat Kubig:„Altes aus Pankow." 130. Abt. Schul,. Tiniusstr. 00. Kurt Schindler:„Kur politischen Lage.". 131. Abt. 20 Uhr Sanssouci, Nordend, Kaiser. Wilhelin-Etratzc, Mitglieder- persammlung._„.„ 132. Abt. Klug, Dorfstr. 2. Politischer Frageabend. JEeiterc Wilhelm Ti-tg-ns 133. Abt. Rossack. Hauptstr. 71. Alfred Fla tau:„Wo bkcibtdcr 2. Mann?" 134. Abt. Göpfert, Am Bahnhof.„Lebe» und Kampf zweier Dorkämpfer." August Nicmann. 13«. Abt. Zahlabend- in den belannten Lokalen. 137. Abt. 20 Uhr getrennte Zahlabende für alle Betrieb- In den bekannten Lokalen. 138. Abt. Alte» Forsthaus, Augustc.Diktoria.All-e 34. Regierungsrat Muhle; „Faschismus, Partei und Reichsbanner." �. 133. Abt. Alter Krug, Hauptstr. 14. Genosse Tangcrmann:»Unser« Arbeit ,n der Bezirlsversammlung.". HO. Abt. Lokal LSoitschach, Srnststr. 1..Koinmunoles ans dem 20. Berwal- tungsbezirk." Gustav Kreutlein. P-rteiang-legenheit-n. 1t»>. Abt. 20 Uhr Heese, Berliner Str. 73, an der Kremmrner Bahn. Em,I Barth' Der Weg aus der Krise." Achtung, Genosfinncnl Sclfcrinneii- sstzung 1316 Uhr öm gleichen Ort. Wahl der Delegierten für die Funktio- närinncnsttzung.___._., 141. Abt. Soffmann, Sdelwcitzstr. 5. Ernst Reumonn:.D,e letzten politischen 143. Zbtf' Wcebcabend im Freibad Lübars. 28 Uhr Mag Hepdcmonn:»Warum Demokratie und»icht Dittatue?" Waidmauusluster Genosse» I9'/tz Uhr Ab. marsch Oranicndamm Eck« Plataucnstratze.»äste mitbringen. Bezirks. fiibzct laben ein. 148. Abt. 16 Uhr Odd-Fellow.Logenhaus, Alte Iakobstr. 128, MitgNedervcrsamm. Wildall�'1314 Uhr beim Genossen Scholz, Bergcaf« Wildait. Arbeilsgemeivschast der Kinderfreunde Groß-Derlin- Kelserbrmegnugschor: Nächst« Ucbungsstunde Freitag. 13. März, 20 Uhr, Schule Neukölln, Donaustratze....._ Siugchor zur 1». Jahresfeier: Uebungsstunbe Donnerstag. 12.Mörz, 17 Uhr. Ob-rlp>eum, Berliner Stratz«(nahe Sermannplatz). Es bat zn erscheinen her Sellerfingetreis, die Rot. und Iungfalken der»rrise«reuzbcrg. Neukölln, Friedrichshain. Treptow. Tempelhos und Köpenick.»....„., Keei» Tempelhof. Donnerstag. 12. März. 13 Uhr. Helfersitzung im Lokal von Pommerenrna. Berliner Str. 100, 20 Uhr ebenl», Eltcrnpersamutlung de» Kreises. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 83. Abt. Unser treuer langjähriger Genosi« Gustav Thilo ist am 1. Marz verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch. 11. März, 1814 Uhr, im Krematorium Bonmschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. >17 Abt. Unser lieber Genosse Artur Hacker. Augustastr. 3, ist tödlich per. unglückt. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch, 10 Uhr. Krematorium Baumschulcnweg. Wir bitten um rege Beteiligung. I«k bin S0 Jahre alt und(Ohle mich nach Gebrauch von 2 Flaschen Ihres Knoblauchsaftes sehr frisch und wohl. Der frühere starke Blutdruck ist bedeutend herabgemindert worden und auch der Druck im Kopf ist vollständig beseitigu Ich schwöre auf Ihre Mittel und werde sie allen meinen Bekannten empfehlen. 25606 A. Schröder, Waldegk/Mecklbg. Ich litt seit einiger Zeit an Magen- und Darm- heschwerden Seitdem ich Ihren Knoblauchsaft gebrauche, ist mein Leiden fast ganz verschwunden und ich bin wieder recht froh. 34410 Marie Friedrichsohn, Berlin, Flieders traße. Heilert echter bulgarischer Knoblauch-Saft hat sich bei Arterienverkalkung, Rheumatismus, hohem Blutdruck, Herzleiden, Hämorrhoiden und Qallenleidcn vorzüglich bewährt. Aeizilich empfohlen. I Flasche kostet M. 3.— und reicht 4— 6 Wochen. Achten Sie aber darauf, daü Sie auch wirklich Heilert echten bulgarischen Knoblauchsaft bekommen und nehmen Sic nichts anderes. In vielen Apotheken und Drogerlen zn haben, sonst direkt Dr. Zinsser& Co. Leipzig 75 Eagros-Lager Berlin: Friedrldutratze 107 Telephon: D. II, Weidendamm 2274 36578 Anerkennungen Ober Zinsser-HausmltteL Frisches Fleisch Schweinebaudi o. Bali, rtd. 0,76 Schweineschinken m.3«iii. 31110,84 Schweineblaft........ Ltd. 0,80 Schweinekamm oder schuft, ohne Beilage................... Pfd. O�oo Schweinekotelettpfd.von0>94»p Kassler mua....... pii von 0,88.n Eisbein mit Spitzbein, gep., Pfd. 0,58 Rückenfett bra«.,o.8chw.,pka. 0,64 Kalbskamm o.Bau.,Pfd.v. 0,64»n Suppenfleisch... Pfd. von 0,68»n Rinderbacke». 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Fleisch und leichtverderbliche Bestellung von 5.00 Mark an Käse und Fette Molkereibulter..ptd. 1,50 Tafelbutter....... pm. 1,56 Dänische Buller.. pm. 1,78 Romadour.,..2Btftok 0,35 Alg.Slangenk8sept,a°0.44 Tilsiler voiifett...... pm.0,8S Wurstwaren Sülze............... pm. 0,48 Sülzwurst.......... pm. 0,72 Pleisdiwursf....... Pfd. 0,88 Dampjwurst...... pm. 0,88 Feine Leberwurst pm. 1, 1 8 Zervelal u.Salami nt 1,38 Königsb. Fleck z 0«« 0,95 1928erSngelheimer Eoiwein 'u n. io fi 8�00 — Preise ohne Flasche— Konserven ,,Do» Stangenspargel»tah..... 2,30 Stangenspargel dons..... 1,65 Kohlrabi in Scheiben, mit Orttn 0,33 Spinat.......................... 0,44 junge Erbsen.............. 0,54 Junge Erbsen n. siebung.. 0,86 Erbsen mit Karotten........... 0,65 Gemisdifes Gemüse fetn 1,20 Konsumgemüse aus getrockneten Erbsen........... 0,44 Zunge kleine Karotten 0,74 Teltower Rübchen...... 0,86 Rote Rüben................. 0,52 Sellerie i» Bcheibea........... 0,55 Pfefferiinge................ 1,30 Pfirsiche...................... 1,18 Sauerkirschen mit stein.. 0,92 Singapore-Ananas...... 0,95 Die Modellhut- Äussfellungen In allen unseren Häusern sind eröif net. Wir zeigen in fast allen Häusern Orig.-Pariser Modell- hDte sowie eine Auswahl Kopien der letzten Nodeschäp'ungen.