BERLIN SieilStag 10. März 1931 10 Pf. Jlt. i 16 B 55 4».Latzrgüng Erscdeisttiqlich außer Evuatags. Zugleich Abeodau...it«r gestern auf dem Potsdamer Polizeipräsidium ein« Erklärung über den Hergang des Todessturzes geben und so ist die Polizei in oer Hauptsache aus Zeugenaussagen angewiesen. Bisher hat sich ein Mitreifender telephonisch genÄdet. der noch heut« im Laufe des Tages feine Wahrnehmungen schildern will. Wie die Reichsbahndirektion hierzu noch erklärt, ereignete sich der Unfall etwa ISO Meter vom Bahirfteig in Rowawes. Als Beamte bereits nach i Minuten die Unglücksstelle, die in einer Kurve liegt, erreichten, war das jung« Mädchen schon tot. Die ärztliche Untersuchung hat auch ergeben, daß der Schädelbruch den sofortigen Tod zur Folge hatte. -10000 Obdachlose aus Mauritius. Port Louis(Mauritius), 10. März. Infolg« des Mrbelstnrmes. der während der letzten drei Tage auf der Insel Mauritius große Verheerungen angerichtet hat. sind schätzungsweise 10 000 Mensche» obdach- los geworden. Es herrscht Mangel an Lebensmilleln. Die Regie- rung läßt die mit Trümmern bedeckken Siraßen und die zerstörte« Drücken in aller Eile wiederhe. stellen, um zunächst Lebensmittel in die heimgesuchten Vezirke senden zu können. Tragödie mit Dynamit. Wahnsinnstat eines VerxmannS.— Zwei Kinder sietötet. Pari». 10. März. Ein furchtbare» Zamlllendramo wird aus Gap ln den srau- zSstschrn Alpen berichtet. Zu einem Anfall von Schwermut suchte ein Vrrgarbelter sich selbst und seine aus neun Personen bestehende Aamille nw» Leben zn bringen. Aus der Grube nahm er ein Dutzend Dyuamllpatrouen mit. Vier davon fleckte« in seine Tasche, die übrigen legt« er offen auf den Tisch. Mährend seine Familie schlief, brachte der Vergwaon eine Patrone zu« Explosion. Rur diese ein« Patrone entzündete sich. Dem Manu wurde eine Hand abgerissen und ein Auge zerstärt. Seine Frau erlltt schwere Verletzungen an der Vrust. Die beldea jüngsten Kinder, zwei Mädchen, wurden t» ihren Letten gelötet. Oer Kampf um§ TIS Oie Stuttgarter Affäre Wols-Zaeobowiß zieht immer weitere Kreise Der Fall der Aerzte Dr. Mols und Frau Dr. Zacobowih- Kienle. gegen die von der Stuttgarter Staatsanwalt. schaft wegen Vergehens gegen den Abtreibungsparagraphen vor- gegangen wird, wächst sich immer mehr ans. Aerzte. Frauen und Mädchen werden ln täglich ansteigender Zahl in die Angelegenheil hineingezogen. Aerzte und Frauen bezichtigen sich gegenseitig, die nach dem Gesetz nuerlanbleu Eingriffe vorgenommen bzm. ihre Vor- nahm« veranlaßt zu haben. Bei dem Fall der beide» Stuttgart« Aerzte spielen die Attest«, auf die hin die Cingrisfe vorgenoinn'en wurden, eine große Rolle. Bis heute hat man noch nichts genaues darüber er« sahren, in welcher Form diese Atteste ausgestellt wurden. Wir«» fahren nun/ batz dief« Atteste, soweit ihnen vp» Frmi Dr. Zacoho- mig-Kicnle stattgegeben wurde, nicht nur von Dr. Wolf, sondern auch von zahlreichen andere» Aerzten stammtet Diese Attest« hatten zumeist de» Wortlaut, daß l»« Patientin auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand hin untersucht wurde, daß erhebliche Gesunbheitestömngen festgestellt seien(es folgt dann di« gcnai.e Beschreibung). Der Gesundheitszustand würde bei einem Weiter- bestehen der Schwangerschaft gesundheitliche Schädigungen der Patientinnen nach sich ziehen. Aus diesem Grunde sei eine Unter- brechung der Schwangerschaft dringend geboten. Dr. Friedrich Wolf hat im Gegensatz zu anderen Aerzten neben der medizinischen In- dikat'.on auch die soziale angeführt und seinen Attesten etwa folgenden Vermerk beigegeben:... da die Patientin b:i diesem Zuastnd auch noch gezwungen ist, beruslich tätig zu fein, haste ich... usw. Gerade dieser Passus gab der Staatsanwalt« schaft Veranlassung, gegen Dr. Wolf vorzugehen. Da die Staatsanwaltschaft nach den Bestimmungen des Gesetzes jede strafbare HandZ-.lg, die ihr bekannt wird, zu verfolgen hat, führt die Fülle de. Anzeigen zu einem förmlichen Rattenkönig von Untersuchungen. Der Fall greift nach Berlin und Rord- Neue Nazi-Oeksration Nach der großen,«einen goldenen, silbernen und bron« zenen Hltkee-Navel bat Adolf der G'oße für besonders folgsame und gut parierende Mitglieder den goldenen Nasenriag gestiftet! deutschland über, und es ist zu befürchten, daß die Zahl der peinlichen und menschlich tief beklagenswerten Pernchinungen nicht abreißen werden. Wenn die beschuldigten Stuttgarter Aerzte gegen ihre Kollegen im ganzen Reiche dasselbe Perfahren beantragen, oas gegen sie angewandt wurde(Durchsuchung und Beschlagnahm« von Kartotheken, Bernehmungen von Patientinnen und deren Ange» hörigen, Festnahme und Boruntersuchung), ist kein Ende abzusehen. Wie weit übrigens Frau Dr. Iacobowitz-Kienl« sich einer straf- baren Handlung bewußt war, zeigt die Totsache, daß, obwohl der Aerztin bekannt war. daß von dritter Seite aus gegen st« ein« Anzeige erfolgt war, sie nicht dos geringste unternahm, um ihre Patieniännenkartothek zu vernichten, durch die sie nachher �belastet" wurde. Eisenbahner gegen Lohnkürzung» Reichsbahn fordert Schlichtungsverfahren. Dl« Verhandlungen zwischen Reichsbahn und Gewerkschafte» über eine Lohnsenkung wurden heule forlgesetzk. Da dle Gewerkschafleu die Ausrechlerhallung der bestehen. den Löhne verlangten, hoben die Verhandlungen zu keinem Er. g e b a i s geführt. Die Reichsbahu-hauptverwaltung wird nunmehr die Einleitung eine» Schllchkungsverfohrens beantragen. Oer Wehretat. Einzelberatung im Ausschuß. Im Haushaltsausschuß wurde heute di« Einzelberatunz des W�hretat»(Heer) durchgeführt. Der Vorsitzende rief Kapitel nach Kapitel und Titel nach Titel auf. Bald holten sich die Kommunisten die erste Abfuhr. Sie hatten beantragt, daß Soldaten nicht als Ersatz für streitende oder aus- gesperrte Arbeiter verwendet werden dürfen. Das ist ein« Selbstverständlichkeit, über die nicht noch erst abgestimmt zu werden braucht, da aber der Antrag vorlag, stimmten ihm Sozialdemo» traten. Zentrum und andere bürgerlich« Parteien (Christlichsazialer Volksdienst) zu. Der Wehrminister erklärte, daß auch er mit diesem Antrag einverstanden sei. So hatten die Kam- munisten plötzlich eine„Einheitsfront' und einen Heiterteitsersolgl Der Abg. Kuhnl(Soz.) sprach über die Konkurrenz der Militär- musiter. Abg. Leber(Soz) fragte nach den Grundsätzen des Ersatz- wesen» und empfahl dem Minister, einmal einige junge Leute zum Einstellungsantrag bei der Reichswehr zu veranlasten, ohne daß die Einstellungsbehörden erfahren, daß er dahinter stehe. Der Wehr- minister werde dann ein Wunder erleben, immer wieder werde auch ungeeigneter Ersatz auf Empfehlung rechtsstehender Kreise eingestellt Was nütz« dann spätere Erziehungsarbeit? Bei der Einstellung der jungen Leute müsse richtig verfahren werden. Der Wehrminister antwortete, daß er die Einstellung der Offiziere selbst sehr genau beobachte. Bei jeder Beschwerde über eine Ablehnung prüfe er den Fall persönlich. Der Ersatz aus städti- schen Arbeiterkreisen betrage bei den Mannschaften SS Prozent. Die bürgerlichen Parteien beteiligien sich an der Einzelberatung fa» allgemeinen nicht. Auf kommunistische Angriffe erklärte Abg. SchSpslin(Soz.): Wenn di« Sozialdemokratie in diesem Jahr« keine spezialisierten Streichungsanträge gestellt hat, so deshalb, weil unsere» Erachten» die finanzielle und wirtschaftliche Situation zu nachträglichen Einschränlungen bei den Etat» zwingt. Selbstverständlich dann auch beim Wehretat. Der Wehrminister hat dann ein« noch abzustreichend« Summ« selbst auf die einzelnen Kapitel zu verteilen. Der gestrige Ausspruch des Ministers, daß er keineKonzessio- n»» machen könne, sei unhaltbar und könne vom Reichstag unmöglich gebilligt werden. Die Entwicklung der Reichsfinanz«« werde die Richtigkeit der sozialdemokratischen Auffastung bestätige». Abg. Stückleu(Soz.) verlangt, daß die Ausgaben für Gefechts- und G-ländefchteßübungen eingeschränkt werden. Wenn di« tommu- nistischen Streichungsanträg« angenommen worden wären, würden an der Spitze der Reichswehr von jetzt ab 7S Musikmeister stehen. so unüberlegt seien dies« Anträge. Das Bildungswesen dürfe bei der Reichswehr nicht s o weit ausgedehnt werden, baß s e d« r Soldat später Beamter werden wolle. Neuer Finanzskandal in Paris. Finanzminisier Fiandin bloßgestellt. In Paris ist ein neuer politischer Finanzskandal ausgebrochen infolge des Zusammenbruchs einer Flugpostgesellschaft „Compagnie Aero-Posteile*, die einen Postvertehr nach Südamerika eingerichtet hat. Trotz aller verzweifelten Vertufchungsversuche bringen immer neue belastende Einzelheiten an die Oefsentlichkeit. Die Gesellschaft hatte annähernd 200 Millionen Obligationen auf den Markt gebracht, denen sie unberechtigterweise eine staatliche Garantie zuzuschreiben wagte. Außerdem sollen zwischen der Eompognie und ihren Tochtergesellschaften in Südamerika sowie den hinter ihr stehenden Banken die üblichen Wechselreitereien vorgenommen worden sein. Das Gesamtdesizit soll sich auf über 400 Millionen Franken stellen. Was den Zusammenbruch der Gesellschaft, die wie alle anderen Lustverkchrsunternchmungen jährlich staatliche Subven« tionen erhielt, veranlaßt hat, ist noch nicht genau ersichtlich. Es scheint aber, als hätten die hinter ihr stehenden Banken bei der Revolütion in Brasilien empfindliche Verluste erlitten. Genau wie der Bankier Oustric hatte sich die Fluggesellschaft mächtiger Unter st ützung in den Kreisen des Parlaments zu erfreuen. Der Aufsichtsratsvorsitzende war der Vizepräsident der Kammer, Bouilloux-Lafont, ihr Rechtsberater der frühere chandelsminister im Kabinett Tardieu und heutige F i n a n z m i n i st e r F l a n d i n. Er soll etwa die gleiche Rolle gespielt haben wie einst der Iustizminister Päret im Oustric- Skandal. Seine Bloßstellung bildet für das Kabinett Laval dieselbe Gefahr wie die Kompromittierung Perets für die damalige Re- gierung Tardieus. Man erwartet daher, daß Laval seinen be- drohten Minister schnellstens ausschiffen wird. Vorläufig hat er allerdings, und zwar mit unbestreitbarem Erfolg, die Pariser Presie zum Schweigen bringen können. In der Frcitagvormittag- sitzung der Kammer aber hat die Linksopposition alles getan, um dieses Manöver zu' durchkreuzen und Flandin vor der gesamten Oefsentlichkeit aufs schwerste anzuklagen. Di« Luftsahrtkommission der Kammer hat mit 13 gegen 3 Stimmen das von der Regierung eingebrachte Sanierunzsprojekt in Bausch und Bogen �abgelehnt. Lava' wnd Fiandin rickst loS Der Skandal der Compagnie Aero Postale hat am Montag un Ministerrat eine leidenschaftliche Erörterung gefunden. Wie der „Populaire" berichtet, soll Ministerpräsident Laval alles aufgeboten haben, um seinen schwer kompromittierten Finanzminister Flandin zur D e m i s s o n zu veranlassen. Dieser habe sich jedoch entschieden geweigert und habe gedroht, noch zwei seiner Ministerkol. cgen bloßzustellen. Wie der Nationalsrzm'sst cherve in d«r„Dictoire" erklärt. handelt es sich dabei um den Marineministcr Dumont und den Minister für öffentliche Arbeiten D e l i g n e, die beide als Industrielle und Geschäftsleute sowie als Aufsichtsräte zahlreicher Gesellschaften bekannt sind. Nazi-Zudenium. Naiionaldeutsche Juden mit Hitler«Argumenten. In der Zeitschrift„Der nationaldeutsche Jude", Mitteilungsblatt des Verbandes der nationaldcutfchcn Juden e. V., henrüht sich der Herausgeber um den Nachweis, daß der Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen 218 eine jüdisch« Mache sei.'Als Anlaß hierzu dient ihm der Stuttgarter Fall Dr. Wölf— Ftümchiv Kfi e n l e. Wir wMeit.die''Säche dicht öfMtlich itttoShntn,' wenn nicht der Artikelfchreibv sich die nachstehende Argumentation zu eigen machte, um den„jüdischen" Hintergrund der Affäre zu beweisen: Dr. Wolf und Frau Dr. Kienle sind dem Vernehmen nach N i cb> t j u d e n, aber Beziehungen zu den erwähnten jüdischen Kreiien bestehen, für den Mann durch seine Tätigkeit als B ü h n e n f ch r i f t st e l l e r, für die Frau als Gattin eines Juden. Und für jeden, der seben kann und sehen will, ist völlig unoerkennbar, daß diese Beziehungen bereits genügt haben, um gewissen journalistischen Klüngeln das Stichwort für den Sprechchor der Entrüstung zu geben. Man steht: die übertriebene Angst vor dem Zlntifemitismus zeitigt genau die gleichen Methoden, mit denen die Haken- kreuzler selber jede ihnen nicht genehme Person zu„künst- lichen" Juden machen. Wenn die Eigenschaft als Bühnenschrift. st e l l e r bereits hinreicht, um einen Nichtjuden in einen Juden zu verwandeln, so werden am Eind« doch dl« Hitler-Leute damit recht haben, die da behaupten, daß alle großen deutschen Dichter— von Lessing, Goethe und Schiller angefangen bis zu Gerhart Haupt- mann— des Judentums hinreichend verdächtig seien. Entschädigung für die Ealmette-Opfer. Das Säuglingssterben nochmals vor der?ürgerschast. LObeck. 10. März. Am Montagabend hatte sich die Lübecker Bürgerschaft wieder einmal mit dem LübeckerSäuglingssterbenzu beschäftigen. Der Senat hatte dem Parlament eine Vorlage unterbreitet, die die Durchführung der Fürsorge für die durch das Calmette- Verfahren Geschädigten und den Abschluß eines Schieds- gerichtsvertrages. für die Schadensersatzansprüche der Betroffenen regeln soll. Dabei wurde erwähnt, daß dem Lübecker Staat bis Ende Januar bereits 172Zö5MarkKosten entstanden sind. und der Senat ersucht nicht nur um Bewilligung von 200 000 Mark zur Abgeltung dieser Kosten, sondern auch um Einstellung der gleichen Summe in den Haushalt des nächsten Jahres. Im Anschluß an diese Senatsvorlage entwickelte sich eine außer- ordentlich lebhafte Aussprache, in der der Sprecher der Rechten noch einmal auf die Zusammenhänge einging und besonders Angriff« gegen den Leiter des Gesundheitsamtes, den sozialdemokratischen Senator Mehrlein, richtete, daß weder er noch sein Stellvertreter in der entscheidenden Sitzung des Gesundheitsrats anwesend gewesen seien. Auch sei dem Gcsamtsenat vor Einführung des Verfahrens keine Mitteilung gemacht worden. Dle sozialdemokratischen Abge- ordneten wandten sich energisch gegen die gegen Mehrlein er- hobenen Angriffe. Senator M e h r l e i n nahm daraus selbst das Wort und betonte zunäckst, daß das Untersuchungsoer- fahren gegen die angeschuldigten Aerzte am 24. Februar abge- schlössen und nunmehr vom Oberstaatsanwalt die Anklage erhoben werden wird. Er erklärte aber, daß die Aussichten der Anklage sehr fraglich seien, da selbst von fachwissen- schastlichen Autoritäten noch kein endgültiges Urteil über die Schäd- lichkeit oder Unschädlichkeit des Calmette-Verfahrens gefällt werden tonnte. Nach weiterer Aussprache wurde schließlich den Senats- anträgen zugestimmt. wegen Beleidigung de« preußischen Ministerpräsidenten Brau» wurde vom Erweiterten Schöffengericht in Görlitz der national- sozialistische Reichstagsabgeordnete Brückner-Breslau zu 000 Mark Geld straf« verurteilt. Oer Gehaltsabbau Die„kalie" und die amtliche„Ermäßigung" der Angestellten-Gehälter Im Märzheft der„AfA-Bundeszeitung" bringt Genosse Dr. S u h r sehr mtevessantes Zahlenmaterial über die Gehalts- kämpfe der Angestellten. Dieses Material läßt nicht nur die Größe des miHenblicklichen Angriffs auf die Tarif- g e h ä l t e r der deutschen Angestellten erkennen, sondern beweist darüber hinaus, daß dem jetzigen Abbau der Tarifgchäller mit Hilfe der staatlichen Schlichtungsinstanzen schon etwa seit Mitte 1330 ein genereller Abbau der übertarifllchen Gehälter vorangegangen ist und daß mit Sicherheit für die zweite Hälft« dieses Jahres mit einem neuen Genevolangriff auf die Angestelltengehäller gerechnet werden muß. Zunächst stellt Dr. Suhr fest, daß nach der Statistik des AfA-Bundes über die tariflichen Durch schnittsgehälter die TarifgehäUer der Angestellten von Mitte 1029 bis Ende 1930 fast unverändert geblieben sind. Daß aber wählend dieser Zeit die tatsächlichen Einkommen der Angestellten noch ge- funken sind, ist durch ein« Untersuchung der Angestelltenverbände in Mannheim ermittelt worden. Ein« Umfrage b«i 2300 Angestellten hat dort ergeben, daß im Laufe des Jahres 1930 fast der Hälfte der Angestellten das Einkommen um 13,3 JJroj. gekürz« worden ist, und zwar durch Abbau der Leistungszulagen, Umgruppierungen usw. Wenn auch diese Feststellungen nur für die Stadt Mannheim getroffen wurden, so bedarf es doch keines besonderes Bewdsss dafür, daß eine verartige Droste- lung der Einkommen nicht nur in Mannheim, sondern im ganzen Reiche erfolgt ist. Nachdem dieser kalt« Gchaltsabbau durchgeführt war. setzte gegen Ende 1930 eine wahre Flut von Tarif» tündigungen ein. Don den 130l Tarifverträgen, die du:ch die AfA-Statistik erfaßt werden, waren bis zum 1. Januar dieses Jahres 404 gekündigt. Für die übrigen 937 Verträge laufen die Kündigungsfristen erst später ab, zum Teil erst im vierten Quartal 193l und teilweise sogar erst 1932. Don den 800 Tarifver- trägen jedoch, die im ersten Quartal dieses Jahres gekündigt werden können und die für 543 000 Angestellte Gültigkeit haben, waren bereits bis Mitte Februar 313 Verträge für 317 000 Angestellte gekündigt. Es besteht also gar kein Zweifel mehr darüber, daß die Unternehmer bis zum 31. März jeden kündbaren Tarifvertrag kündigen werden, um den einmal begonnenen Gehaltsabbau mit Hilfe der Regierung vollends durchzuführen. Di« Tatsach«, daß die Unternehmer wie bis Schlichtung?- inftanzen bei den Tarifabschlüssen zu Ende des Vorjahres sich jeder Geltungsdauer über den Spätsommer hinaus energisch widcrsetzt'.n, läßt weiter darauf schließen, daß zu diesem Zeitpunkt mit der zweite n Abbauosfensive zu rechnen ist. Sei« Dezember 1930 ist bereits für 332 000 tariflich erfaßte Angestellte ein Abbau der Tarifgchäller um durchschnilt.ich 6 Proz. vorgenommen worden, wobei noch nicht die im Februar erfolgten Gehaltskürzungen ein, gerechnet sind. Durch diese Fessstellungen wird wieder einmal der Volkswirt- schaftliche Unsinn der ganzen Lohn» und Gehaltsabbauaktion dar» gewn, von der man einen Rückgang der Preise und ein« Wiederbelebung der Konjunktur erwartet. Seit Mitte 1929 sind die Tarifgehälter der Angestellten im allgemeinen unnerändert geblieben, die tatsächlichen Einkommen aber gesunken. Bei der Arbeiterschaft ist ungefähr die gleiche Entwick- lung zu verzeichnen, was erst vor kurzem durch die Erhebungen des Textilarbeiter-Perbandes festgestellt worden ist. Di« Lohn- und Gehaltsabbauaktion sst also im Grunde genommen schon seit Mitte 1929 im Gange, ohne daß bis zum Jahr« 1931 auch nur- ein nachweisbarer Erfolg dieser Aktion hinsichtlich der Preis- senkung oder Konjunkturbelcbung zu verzeichnen ist. Die in dem Artikel des Genossen Suhr an des Reichs- regierung gerichtete Forderung, den Lohnabbau«nd- lich dadurch einzudämmen und Abbauschied: spräche nicht mehr für verbindlich zu erklären, muß von allen Gewerkschaften mit dem größten Nachdruck erhoben werden, weil der Lohn- uns Ge- Haltsabbau kein geeignetes Mittel ist, um die Krise zu beseitigen. Skiläufer gewarnt! Aeußerste Lawinengefahr in den Alpen. Inden bayerischen Berge» befleht außerordentlich große Lawinengefahr, so daß offiziell vor Skitouren gewarnt wird. Unweit des Nordbahnhoses Ingolstadt kam bei dem Schienen- gleisübergang der Staatsstraße Ingolstadt-Nürnberg der fahrplanmäßige Personenzug Riedenburg-Ingolstadt zur Entgleisung. Die Lokomotive des Zuges sowie der Tender und Packwagen spran- gen aus den Schienen und fielen die Böschung hinab, während lie sechs Personenwagen auf den Gleisen stehenblieben. Auch in Tirol, sind außerordentlich starke Schne$Me.,zu. verzeichnen. In iden ikalle'nischen Dolomiten stich sämtliche Pässe" durch Schneemassen bis' zu drei Meter blockiert. Im AdämellotGebiet sollen durch«in« riesige Lawine etwa' 2000 Bäum« umgerissen worden ssrin. Verkehrsstörungen durch Schneeverwehungen werden auch aus Polen und O st g a l i z i e n berichtet. Aus Schweden werden gefährlich« Cisverhältniss« gemeldet. Hier liegen ebenso wie an der dänischen Küste zahlreiche Schiffe im Eis fest. Knesebeck, der Ooppelverdiener. Ohne Veschästiaunq doppelte Einnahmen. Auf Veranlassung des preußischen Innenministers ist gegen den Nazireichstagsabgeordneten und Rsgierungsrat von dem Kues«- b e ck das förmlich« Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entfernung aus dem Amte eingeleitet worden. Knesebeck wurde bereits lange vor den Reichstagswahlen von dem Düsseldorfer Regierungspräsidenten wegen seiner öffentlichen Betätigung für die Nazipartei seines Amtes enthoben. Als dann der Reichstag aufgelöst wurde, bestimmten die Nazis den beamteten Propagandisten van dem Knesebeck zum Reichstags- kandidaten. Nicht weil er irgendwelche Qualitäten besitzt, sondern weil er von der preußischen Regierung gemaßregelt worden war. Die Naziwelle vom 14. September brachte dann den Naziregierungs- rat In den Reichstag, so daß das gegen ihn schwebende Disziplinar- verfahren unterbrochen werden mußte. Nachdem der Reichstag am 9. Februar zur Weiterverfolgung der Angelegenheit seine Zu- stiiranung gegeben hat. ist das Verfahren wieder aufgenommen worden. Schon seit Monaten bezieht Knesebeck für nichts und wieder nichts sein volles Gehalt, darauf hinaus monatlich auch noch mehrere hundert Mark Diäten, obwohl er den Reichstag nun schon seit Wochen schwänzt. Wie bei Knesebeck, so ist es bei allen Beamten der Nazifraktion. Sie alle tun, obwohl sie den Reichstag schwänzen, keinen Dienst. Sie sind aber pünktlich zur Stelle, wenn es Gehalt kassieren und Diäten in Empfang zu nehmen heißt." Labour gegen Mosley. Mandaisniederlegung gefordert.— Korruptionsversuch. London, 10. März.(Eigenbericht.) Der konservative Abg. Allen sst aus der Partei aus- getreten und hat sich der Mosley-Gruppe angefchlosisn, während der aus der Labourfraktion ausgeschieden« Abgeordnete und Beamten- gewerkschastler Brown einstweilen neutral bleibt, bis seine Orgam- sation entschieden hat. Zur Zeit reisen die Mosley-Abgeordncten durch ihre Wahlkreise. um ihre Haltung zu rcchssertigcn, stoßen jedoch überall auf den heftig st en Wider st and und aus die Erbitterung der Arbeiter. Die Labourorganisationen verlangen die Niederlegung der Mandate. Mosley und seine Freunde weigern sich jedoch. Daneben sucht die Mosley-Gruppe, Funktionäre der Arbesterpartei durch hohe Gehälter als Sekretäre ihrer Partei hinüberzuziehen. Diese Versuche vermindern lediglich das unter der Arbeiterschaft berests gesunkene Ansehen Mosleys. Die Mehrzahl seiner Ver- sammlungsbesucher sind M i t t e l st ä n d l e r und Neugierige. Mos- leys Aktion ist heute bereits bei der Arbeiterpartei und chren An- hängern erfolglos abgeprallt. Inzwischen ist der Kampf unter den Konservativen voll«nt- brannt. Er tobt sich offen und ungehemmt im Londoner Wahlkreis St. George aus, einer unbestrittenen Hochburg der Konservativen, wo weder Arbeiterpartei noch Liberale einen Kandidaten aufgestellt haben. Es stehen sich jedoch zwei konservative Kandidaten gegen- über. Es ist der Kamps um die konservative Parteiführung. Ein Sieg der Zcitungskönige wäre für Baldwin eine Niederlage, die er schwerlich lange überleben könnte. Giadiestreii um den Abrüstungskongreft Teilnehmer w rden ei wartet.— Kann Genf sie unterbringen? Genf, 9. März. -Der Generalsekretär bcs Völkerbundes hat an sämtliche Sttust-cn eine Note gerichtet., in der.die Regierungell aufgefordert werden, bis zum 13. April die Zahl und die Zusammensetzung ihrer A> orduungen für die Abrüstungskonferenz sowie die Zahl der benötigten Räum« mitzuteilen. Die Rote erklärt, diese Daten seien für die aus der Mastagung des Völkerbundsrates endgültig fallende Ent- scheidung über den Ort der Abrüstungskonferenz notwendig. Der Note sst ein Fragebogen beigefügt, in der ins einzelne gehende An- gaben über die Zahl und die Namen der Hauptoerlreter, der stelloer- tretenden Vertreter, der Sachverständigen, des technischen Hilfs- Personals, der Journalisten, sowie Angaben über die benötigen Hotelräum«, Salons und Büros usw. gefordert werden. Bisher haben außer Genf noch Wien, Viarritz, Cannes und Barcelona ihre Kandidatur für die Abhaltung der Konferenz angemeldet. Die Genfer Kantonrcgicrung versucht, die Abrüstungskonferenz für Genf zu sichern. Sie hat einen besonderen Kommisiar ernannt, in dessen Händen die gesamte technische Vor- bereitung der Konferenz liegt. Da die Stadt Gens nicht über die genügenden Räumlichkeiten für die Abhaltung der Konferenz und die Unterbringung der aus 3000 bis 4000 geschätzten Konferenz««!!- nehmer besitzt, ist der Neubau von Versammlungsräumen, Hotels und Wohnungen für die Delegierten vorgesehen: jedoch haben Wien, Biarritz, Barcelona und Cannes gleichfalls dem Generalsekretär Vorschläge eingereicht, die eine Abhaltung der Abrüstungskonferenz in diesen Städten technisch möglich machen würde. Klotiensrieden im Echwarzen Meer. Russifch-lürkisches Abkommen. Moskau, 10. März. Amtlich wird mitgeteilt, daß das soeben abgeschlosiene russisch- türkische Marmeabkommen folgenden Worstaut hat:„Rußland und die Türkei oerpflichten sich, leine Kriegsschiff« weder m ihrem eigenen Lande nrch in anderen Ländern zu bauen, um ihr« Flotten im Schwarzen Meer zu verstärken, ohne die andere Seite einige Monate vorher davon in Kenntnis zu setzen." Das Abkommen gilt nach seiner Ratisizierung als untrennbarer Teil des russisch-türkischen Protokolls vrm 17. Dezember 1929. Als Grund für die Unterzeichnung dieses Zusatzprotokolls wird cmge-. geben, daß die türkische und die scwjetrussische Regierung nach einer eingehenden Aussprache beschlossen haben, durch die Unter- Zeichnung eines solchen Abkommens„ihre freundschaftlichen Be- Ziehungen zu erweitern und den Frieden zu besesttgen". Ehaplin-Empfang als Anlaß lür politische Demonstrationen. Der Polizeipräsident teill mit: Bedauerlicherweise haben polittsch radikal eingestellt« Elemente die Ankunft Charlie Chaplins dazu benutzt, um innerhalb des Bannkreises Unter den Linden vor dem Hotel Adlon und dem preußischen Miwsterium des Innern politisch« Kundgebungen zu veranstalten. Der diensthabende Polizeioffizier sah sich daher ver» anlaßt, die Mittelpromenade der Linden räumen zu lassen. Bolen kürz« die Beamleagehäller. Der polnische Finanzminister erklärte im Senat u. a.. im Rechnungsjahr 1931/32 sei ein Fehlbetrag von ungefähr 3S0 Millionen Zloty zu erwarten, die Regie- rung sei aber gewillt. Ersparnisse in Höhe von 300 Millionen Zloty zu erzielen Davon sollen 200 Millionen Zloty allein durch Herab- segung der Beamtengehälter um 13 Proz. voraussichtlich ob 1. Juli dieses Jahres eingespart werden. Das Kabarett-Studio. Willi S ch o e f f e r s Hot die glückliche A>ee gehabt, ein Studio für angehen.« Kabarettkünstler ins Leben zu rufen. Kurt R o b i t- schek hat sein„Kabarett der Komiker" dafür an Nachmittagen zur Verfügung gestellt. Es konnte bereits das erst« ZZiertelhundert vollendet werden. Mit Genugtuung hörte man, daß bereits 132 junge Künstler vorübergehend oder dauernd ein Engagement auf Grund ihres Auftretens im Studio gesunden haben. Einige von ihnen wirkteii als Jubiläumsgäste mit Das„T i n g e l- T a n g e l" Friedrich Holländers stiftete als Jubiläumsbeitrag«ine luftige Parodie auf das Studio und auch aus anderen Kabaretts und benachbarten Regionen waren Gäste erschienen, die sich produzierten. Vor allem aber erlebt« man auch an dem neuesten Nachwuchs, der zum erstenmal auftrat, mancherlei Freute. Es gibt alle Arten Kabarettkunst. Ein. junger Chanson- nier Kley verspricht schon etwas, C h a m i n a(sranzöflsche und spanische Chansons) und Louise Jordan fenglische Songs und Steps) find schon beinahe Erfüllungen. Ein Tanzduett muß abgebrochen werden, aber man sah ernstes Streben; eine Stepramuner(zwei lieben einen) ist schon recht ulkig. Neue Repertoire führen bereits Erprobte vor: Ellen Frank und Genta N i k o l a j e w a. Hoppla, die haben schon ihr eigen Go ficht. M..und P. B o od von der Femüra sind Tanzparodisten, die die Zuschauer schon am Bändel haben. Willi Schaesfers, der selber in einer Szene von Dymow auf- trat, hat sich um die jungen Menschen sehr verdient gemacht. Das Studio marschiert. r. „Wann w'r schreiien Seii an Geii." linier diesem Titel wurde ein Film geschaffen, der eindringlich für die Schaffung deutscher Jugendherbergen wirkt. Industrie und Technik haben die Steinmcere von Großstädten aeschasfen, in denen Menschen bei täglich gleichen Handgriffen an' Maschinen sitzen, in Gespräche mii Masaryk Veröffentlicht von Karl Capet Der bekannte tschechisch« Schriftsteller und Dramatiker Karl C a p e k ließ vor einigen Tagen in Prag den zweiten Band seiner „Gespräche mit Masaryk" erschienen, in welchen der tschechoslowakische Staatspräsident, dessen 81. Geburtstag am 7. März gefeiert worden ist, sein Leben schildert und sich über verschiedene Zeitfragen äußert: Der Sozialismus hat Masaryk, wie er in diesen Gesprächen betont, immer interessiert. Schon als Universttätsstudent in Wien hat er das„Kapital" von Marx gelesen. In den neunziger Jahren begann er praktische Beziehungen zum Sozialismus zu pflegen. „Ich ging unter die Arbeiter und trug ihnen vor. Als in Prag und! Kladno Streiks waren, rief ich Vortragskurse ins Leben und trug j selbst den Streikenden vor. Ich wollte, daß ihr Sinn dadurch ab-, gelenkt wurde, damit sie im Kopfe nicht nur Hunger und Elend haben. Steiner(verstorbener Führer der tschechischen Sozialdemo- kratie) und anderen gab ich die Anregung zur Gründung der„Ar- beiter-Akademie", wo Arbeiter und ihre Journalisten sich in der Politik ausbilden sollten. In der Kampagne für das allgemeine Stimmrecht im Jahre 19l)S sprach ich beim Meeting auf dem Prager Heuwagsplatz und ging mit meiner Frau im Demonstrationsumzug. Schon vorher schrieb und sagte man von mir, daß ich Sozialist sei, und ich wurde immer mit sozialistischem Breithut auf dem Kopfe karikiert." Ueber seinen Sozialismus sagt Masaryk:„Mein Sozialismus, das ist einfach Menschenliebe. Humanität. Ich wünsch«. daß es kein Elend gebe, daß alle Leute anständig � durch Arbeit und in Arbeit leben, daß ein jeder für sich genügend Raum. Sldew-room, wie Amerikaner zu sagen pflegen, besitze. Humanität ist nicht die frühere Philanthropie. Philanthropie hilft nur hie und da, aber die Humamtät trachtet die Verhältnisse durch Gesetz und Ordnung zu korrigieren. Wenn dies Sozialismus ist, dann gut." Masaryk er- klärt, er sei nicht Marxist und auch nicht Anhänger des Klaffen- kampfs und halle den Kommunismus nur zwischen Brüdern, in der Familie-oder in einer Religions. oder Freundezemeind« für mög- lich.„Meine Ansichten über den Sozialismus gehen aus meinem Begriff der Demokratie hervor. Revolution, Diktatur können manch- mal schlecht« Sachen zerstören, aber si« pflegen nicht gute und dauernde zu schaffen." Masaryk hält sich nicht für alt. Er erzähll, wie er überrascht war, bei seiner Heimkehr nach dem Kriege seine Bekannten, seine Zeitgenosien, gealtert vorzufinden. Er sagt:„Viele Leute werden nur aus Bequemlichkeit alt, well sie nichts mehr machen wollen. Nicht all werden, das ist nicht bloß sich erhallen, sondern immerwährend wachsen, immerwährend gewinnen Ein jedes Jahr soll so sein, als ob der Mensch eine Sprosse auf der Leiter hoher aufgestiegen wäre. Ich selbst gebe acht, ob ich all werde: ich kon- trolliere meine geistigen Fähigkeiten, das Gedächtnis, die Kombi- nationasfähigkeit und anderes. Sobald ich sehen sollte, daß ich irgendeine Hauptfähigkeit verliere, mache ich sofort Jüngeren Platz." Ueber sein Präsidentenamt erzähll Masaryk:„Daß ich Präsident würde, daraus war ich nicht vorbereitet. Auch wenn ich als das Haupt unserer Auslandsregierung anerkannt war, auch wenn ich schon dessen sicher war, daß wir aus diesem Kriege frei hervorgehen werden und daß ich zurückkehren werde— darüber nachzudenken, was ich zu Hause wn würde, hatte ich keine Zeit. Noch eine Weile an der Universität dozieren? Nebenbei Abgeordneter und Journalist zu sein? Als man mich im November 1918 daheim zum Präsidenten wählle, gut; viel konnte ich mir den Kopf damit nicht sofort zerbrechen, es gab so viele Sorgen vor der Ab- reise aus Amerika. Daheim mußte ich mich in die neuen Verhältnisi« einfügen. Meinetwegen eine solch« Kleinigkell: ich vergaß mein Präsidenkeukum und versprach Kameraden, daß ich am Tage nach meiner Eidesleistung in das Kaffeehaus kommen werde, wo wir im Jahre 1914 unsere politischen Beratungen hatten. Ich gehe aus der Burg in die Stadl— ein Blenschenauflauf." Einmal sagt Masaryk:„Wenn ich sage, worin mein Leben gipfelle, also nicht darin, daß ich Präsident geworden lliin und daß ich diese gleich hohe Ehre wie schwere Pflicht tragen kann. Meine persönliche Genugtuung, wenn ich es so nennen kann, liegt tiefer: daß ich nicht einmal alz Staatsoberhaupt etwas Wesentliches davon gestrichen habe, woran ich geglaubt und was ich geliebt habe als armer Student, als Lehrer der Jugend, als unbequemer Kritiker, als Reformpolitiker. Daß ich, in der Macht stehend, kein anderes sittliches Gesetz und auch keine andere Beziehung zu den Nächsten, zur Nation und zur Welt für mich finde, all» solche sind, die mich vordem gelellet haben." Rudolf Illovy. Hermann Keffer:„Rotation" Schauspielhaus Krankfuri a. Main sjer iCarenhaustn and in WeulwWt llr-'et Bild zeigt die gefahrvoll« Tätigkeit der Feuerwehr"bei der Löfcharbell auf dem brennenden Dach des Warenhauses. denen Menschen In engen Räumen arbeiten und Kinder in lichtlosen HinterlKusern groß werden. Diese Jugend weiß es kaum, daß draußen Blumen blühen und Däche rauschen. Doch darf das heran- wachsende Geschlecht nicht im Staub der Städte verkommen, und darum setzen sich alle Jugendverbände energisch für das Wandern ein. Der Land-, Licht- und Lufthunger der Großstädter ist enorm, er muh befriedigt werden, und die Jugendherbergen tragen mit dazu bei, berechtigte Wünsche zu erfüllen. Im Film, den Hubert Schonger mit bewährter Hand gestaltet«, sehen wir, wie die Jugend sich tummell in Feld und Wald, wir genießen manches Dorfidyll und manche dörfliche Schönheit, wir sehen das Korn auf dem Halm und gewahren, wie die Jugend ihr Evdgebundsnsein wieder erlebt. Ein Gefühl, das kein Mensch un- gestraft verliert. In den Jugendherbergen herrscht unter der Füh- rung kindfroher Erzieher ein hannloses, fröhliches Treibe. Einige Jugendherbergen sind nach Großen unseres Volkes genannt, so die Jugendherberge Ernst Moritz Arndt in Saßnitz auf Rügen und das der Sozialistischen Arbeiterjugend gehörende Friedrich-Ebert-Heirn in Tännis in Thüringen. Weingartner brandmarkt Friedensgreuel. Felix Weingartner stellt der Baseler Press« einen Brief zur Berfügung, den er an den französischen Mimsterpräsidenten L a v a l gerichtet hat und in dem er zur Absage der von ihm zu dirigierenden Pas d e' oup-Konzerte Stellung nimmt: „Ich Hobe das„Manifest der 93" im Jahre 1914 unterzeichnet, meine Unterschrift aber im Jahre 1917, also noch während des Krieges, öffentlich zurückgezogen, als ich meine Ueberzeugung mit dem Inhalt des Manifestes nicht mehr vereinbaren konnte. Das Ritterkreuz der Ehrenlegion habe ich nie zurückgesandt, sondern be- wahre es noch heute. Aber auch wenn diese letzte Anschuldigung wahr wäre, und wenn ich meine Unterfchri't nicht zurückgezogen hätte. wäre es ganz unangebracht, daß man heute, wo soviel von Per- söhnung und von Annäherung der Völker geschrieben und gesprochen wird, eine verjährte Verfehlung des Weltkrieges herouszieht. Einen Künstler meines Namens aber, der mit dem verstorbenen Charles Malesherbes in jahrelanger Arbeit die monumental« Ausgabe der Werke von Hector Berlioz bewältigt hat und der außerdem durch Aufführungen französische:: Werke und Engagements sranzö- sischer Künstler für die französische Kunst stets eingetreten ist, in solcher Meise zu behandeln, wie es jetzt geschehen ist, kann nur mit einem Ausdruck beurteilt werden, den in diesem Briefe zu gebrauchen mich lediglich die Hochachtung abhält, die ich für Euer Exzellenz empfinde."_ „Die Stunde der Werbung." Am Montagvormittag trat die „Kamera" erstmalig mit einer neuen Form der Werbefilmvorführung hervor. Es gilt den Versuch, dem Werbefilm ein„neues" Publikum zu gewinnen, das jeweils in bestimmten Beziehungen zum Thema des gezeigten Films stehen soll. Die„Kamera" will unter einem Sammelgesichtspunkt, so u. a. die„Ostseebäder" oder.Hausfrauen- woche" eine Auswahl von Werbefilmen täglich von 12 bis 13 Uhr unentgeltlich einem Publikum zeigen, das aus Interesse zur Sache eine Delchru.rg durch das laufende Bild empfangen will. Di« „Kamera" plant die„Stunde der Werbung" auch ideellen Werbe- möglichkesten zu erschließen. Wenn der Dichter, der Verfasser einer Reche von Romanen und von Dramen, die wenig aufgeführt wurden, von sich selbst sagt: ,M ein Anfang als Dichter ist das soziale Herz- klopfen gewesen. Ich wurde Parteimann. Ich begriff die Partei der Menschheit!", so beweist er die Richtigkest seines Urteils über sich mit seinem neuen Drama„Rotation". Aus jedem Wort, aus Szene herPis spürt man die � ehrliche� Entrüstung des Dichters über die Not der Annen. Und packend greift er das wich. tigste Problem dieser sorgenvollen Tage heraus: Die Arbeits- lösi gleit! Ein Weltkongreß zur Beratung der Arbeitslosigtest tagt. Di« unparteiische„Internationale Metropolzeitung" gibt lange Vorbericht«. Aber, was nützen alle Kongresse, auf denen die Nurwissen- schaftler in strengster Sachlichkest zwischen den beiden Gegnern Kapstal und Arbest vermitteln sollen? Sie führen zu endlosen Diskussionen und Resolutionen, denen das wichtigste sehst: die Tat! Und immer wieder läßt der Dichter im Zuschauer die Erkenntnis reifen: helfen kann sich der Ausgebeutete nur allein! Durch Einig- lest unter sich! Eine kleine Szene unter Arbeitern vor einem Neubau gibt in wenigen markanten Strichen eine Kritik der proletarischen Selbst- zersleischungl Der Chefredakteur der großen unpolitischen Zestung. die in erster Linie dem Zwecke des Profits dienen soll, erkennt, daß dies« Position nicht sein Platz ist. Er will von nun an der Seite der Rechtlosen kämpfen. In der Nacht vor seinem Abgang aus der Chsfredaktion stellt er die ganze Metropolzeitung auf den Kops. Diese Sonntagsnummer ist ein einziger Aufschrei gegen die Unge- rechtigkeit der Weltordnung. Der Erfolg ist beispiellos: die Zahl der Leser vervielfacht sich, weil die Massen aus den proletarischen Vorstädten diese Kritik an der bestehenden Gesellschaft mst Begeiste- rung aufnimmt. Ein scharfer Angriff der„Arbeiterzeitung" aber, die in dieser Wandluyg des.Chefs der bürgerlichen Zeitung pur einen„Geschäststrick" sieht,'lößt den Helden verzweifeln. Und et jagt sich eine Kugel in den Kopf! Ob dieser Schluß notwendig und berechtigt ist, darüber wollen wir mit dem Dichter nicht stresten. Dagegen wollen wir freudig an- erkennen, daß er getreu seinem Wort in seinem Drama handell: das Gesicht seiner Zest bestimmen, abzurechnen mit der Vergangenheit. -i- Die Aufführung am Frankfurter Schauspielhaus uister der Leitung des trefflichen Fritz Peter Buch ließ das Leben, wie es ist, bunt rotieren und gab dem Drama wohl mehr Leben, als in den Zeilen des Dichters steht. Ilm wirkungsvollsten war der Akt, der bei hellerleuchtetem Haus Zuhörerraum wie Bühne zu einem großen Versammlunzssaal machte, in dem die Arbeitslosigkeit diskutiert wurde. Der große Menschendarsteller Robert Taube hotte wesent- lichen Anteil an dem Erfolg des Werkes, an dessem Gelingen das gesamte Personal in begeisterter Gefolgschaft mitwirkte. Max Eck-Trol!. Nordische Karikaturisten. Aussiellunq in der Deutschen Kunstgemeinfchafi. Di« Kunstgemeinschaft im Schloß vermittell uns wieder einmal auswärtige Kunst, die m. W. bisher in Berlin noch kaum bekannt geworden ist: 21 Karikaturisten der nordischen Länder Schweden, Norwegen, Dänemark und Estland. Olaf Gulbransson. der Norweger, ist allerdings jedem freiheitlich gesinnten Deutschen seit 39 Jahren durch den Simplizisiimus bekannt, und auch der Schwede A i> a m s o n(der in Wahrheit Jocobssohn heißt) ist durch sein« vielen Bücher mit dem urkomischen Pechvogel letzthin bei uns sehr beliebt geworden. Endlich ist auch Bltx aus Norwegen, dessen geistreiche Eharakterisicrungslunst ihre Herkunft von dem einzigartigen Genie der Karikatur, von Erich Wille nicht verleugnet, durch langjährige Mitarbeit am„Siftiplizisiimus" uns freundschaftlich verbunden. Es sind tatsächlich auch die drei bedeutendsten Zeichner des Nordens: kein anderer kann sich mit ihnen messen, vor allem nicht mit dem der Zeit ihr Gesicht prägenden Gulbransson. Don den anderen hat Lindahl(Schveden) sehr gut die Gul- bran-sansche Ausdrucksweise verorbettet, G. T o n i s s o n(Estland) die reine Umrißlinie zu geistreichen Karikaturen von Zeitgenossen in Serien benutzt: H. Jensenius(Dänemark) ist in der graphischen Ausdrucksweise am freiesten und reichsten, sein Witz neigt aber zu leichter llebertreibung. Sehr amüsant, witzig sind die abenteuer- reichen Kinderbilderbücher von V i ck e- V i r e. Außerdem sieht man noch Arbeiten des Frauentunst- b u n d e s und heiter leichte Landschaftsaquarell« des Dresdners OttoSchubert. p. k. scb. Else Lasker-Gchüler liest. In einer Nachtveranstaltung des„Theaters am Schiffbauer- dämm" las Elfe Lasker-Schüler am Sonnabend Lyrik und Prosa. Ist es heute, in einer unlyrischen Zell, nicht ein kühnes Unter- sangen, vor das Publikum mit Gedichten zu treten, wenn sie nicht kämpferischen, kritischen oder sozialen Charakter trogen, wenn si« nicht zu irgendwelchen Zeitgeschehnissen Stellung nehmen? Der ichwach« Besuch der Vorlesung schien dem recht zu geben. Anderer- setts jedoch heißt die Ablehnung einer nicht für den Tagesbedarf de- stimmten Lyrik Vorgänge generalisieren, die kaum ohne Reibung auf einen Generalnenner aufgehen können. Man hat Verdacht gegen Menschen, die in der ekstatischen Periode des Expressionismus Bedeutung gewannen und ihre Gefühle und Bistonen in die Well brüllten. Uebertreibung, Theater. Derlogenheif? Bielfach war es der Fall, doch es gab Ausnahmen, und zu diesen gehört Else Lasker-Schüler. Ihre Dichtungen, die sie am Sonnabend las, bewiesen es von neuem. Eine ausgeprägte Individualität spricht hier aus ihrer eigenen Anschauungswelt heraus, ein einmaliger Mensch, der auch die ein- malige künstlerische Form findet. Eine sonderbare Welt allerdings. Achtestamentarische Pathettk wird ins Vertrauensvolle, fast Kindliche abgebogen, und dieses Kindlich« ist mit intellektuellen, begrifflichen Vorstellungen durchsetzt. Die Sprache scheint mit einem Ueberreich- tum an Bildern gesättigt, aber die Elemente dieser Bilder entstammen nicht der Anschauung, sondern meistens dem Gedanken. Und trotzdem fühlt man keinen Bruch. Selbst die gottsucherischen Gedicht« unter- malt«in Humor,«ine Grundstimmung, die das Pathos entlastet. Dieser Humor tritt dann in den Prosaarbeiten deutlich in die Er- scheinung. Man darf nicht immer bei einer künstlerischen Persönlichkeit fragen, ist sie noch zeitgemäß, denn jede Zeit läßt viele Deutungen zu. Jedenfalls bleibt Else Lasker-Schüler«ine Dichterin von eigenen Gnaden.>— t, Die Philharmoniker in England. Das Berliner Philharmonische Orchester beschloß seine Englandreise am Sonntag mit einem außer- ordentlich gut besuchten Nachmtttagstonzert in der Alberthall zu London. Furtwängler und sein Orchester ernteten nicht enden- wollenden Beifall, besonders nach der 7. Sinsonie von Beelhoven. Auch in den Proolnzstädten Englands und Schottlands hat das Orchester große Erfolge erzielt. Ueberall waren die Konzertsäle bis auf den letzten Platz besetzt. Das Publikum nahm die Darbietungen mst Begeisterung auf. Das Orchester verließ London am Sonntag- abend und setzt sein Gastspiel in Holland fort. B-nro Walter In ASil. Bruno Voller ist soeben iör die Leitung de« New Yorker Philta'.inonic-eymptony.OlcheslerS veipfficktet worden. Er wird wirrend der WiiNerinNon 27 Konzerte dieses Orcheli erS diriaieren. Die»estlichen Konzerte werden von Erich Kleiber nnd Arthur ZoScanint dirigiert werde«. I Reichs-Handwerts-Woche. Gehört der Kampf gegen die Regiebetriede dazu? Die.L a n d w e r k s- Z e i t u n g", das Amtsblatt der Hand- wtrtstammer zu Berlin, bringt einen Aufruf des Reichsberbandes des deutschen Handwerks zu einer Reichs-Handwerks-Woche vom IS. bis 22. März 1931. Der Aufruf appelliert an alle Voltsgenossen, dem Handwerk mehr, als«s in der letzten Zeit der Fall war, Aufträge zuzuwenden, um die qualitätsfchaifende Tätigkeit des Handwerts zu unterstützen. Kommen auch die Erwerbslosen, die Krisen- und Wohlfahrts- unterstützten dafür überhaupt nicht, und die vor dem weiteren Abbau nicht sicheren Arbeiter und Angestellten nur bedingt in Frage, so ist dennoch gegen die Absicht einer Förderung de» Handwerk» an sich nicht nur nichts einzuwenden, sondern der Reichs-Handwerks-Woche der möglichste Erfolg zu wünschen. Der Ehrenausschuh der Veranstaltung weist daher auch w unteren Kreisen wohlbekannte Namen auf, wie Präsident Brühl, Stadtrat Czeminsti, Präsident Grzesinski, Landrat Siering. Landrat Schlemminger und Stadtrat Wutzki. Die.�andwerkS'Zeitung' bringt es aber fertig, in derselben Ausgab« mit diesem Aufruf einen Artikel zu oeröffentlichen: ..Die Regiebetriebe müssen verschwinden.- Dieser Artikel wendet sich gegen die Berliner Anschlag- und Reklame- mesen G. m. b. H., die„B e r e l", und fordert, diesen Regiebetrieb sehr schnell auszulösen und das Reklamewesen wieder in die Hände der Privatwirtschaft zurückzuführen. Hat das auch etwas mit der Förderung des Handwerts zu tun? Will das Handwerk sich Sympathien«werben, dann müssen feine Bertretungen sich endlich etwas sozialer einstellen. Oer Lohnkamps bei der Gtadt. Im Rathaus trat gestern vormittag der Gutachteraus- schuh unter Vorsitz des Stadtverordneten Dr. C a s p a r i zusammen, der laut Anordnung des Oberpräsidenten am LS. März der Aufsichtsbehörde ein Gutachten über die geplanten Gehalts- kürzungen bei den städtischen Beamten und Angestellten abgeben soll. Beschlüsse wurden noch nicht gesaßt. Der Ausschuß wird schon in den nächsten Tagen zu seiner zweiten Sitzung zusammen- treten._ Kür verbindlich erklärt! Textilschiedsjpnich mit 6 proz Lohnkürzung. Der Schlichter für die Provinz Brandenburg hat den Schieds- spruch des Schlichtungsausfchusies Kottbus vom 20. Februar 1931 beireffend 6-prozentige Lohnkürzung. Mehrarbeit und Manteltarif für die Textilarbeiter der Lausitz für verbindlich erklärt. S. Abteilung. Heute. 19.30 Uhr. Vorstaichssitzung bei Hübner, Wilsnacker Str. 34. 20 Uhr ebendort Funktionärsitzung. Weiler für Berlin: Größtenteils bewölkt mit einzelnen leichten Niederschlägen, Temperaturen um Null schwankend.— Für Deutsch. land: Im Nordosten noch kalt, sonst allgemein Milderung des Frostes, meist bewölkt, vielfach etwas Schnee. Rundfunk am Abend. Dienstag, 10. März. Berlin. 16.05 ü. ▼. Ucbbarg; Kart Fabcr. 16-30 Ltlpiig: Konzart 17.30 Büdicrstunde. Mozart(Am Mikropboa: P. Ohrmaoo.) 18.00 Duette, Terzette. Ouartctte. 18.20 M. Usner: Blmdeoturuen. 18,40 Aktuelle Abteilung. 19.00 Reg.-Rat Dr. Walther Ga-se: ArbeitsheschafJang und gcwerbsmäßig<| Stell cd verra ittl u ng. 20 JO Tages- und SportnachrichtÄU. 21.00 I...Orpheus*4, Oper von Claudio Monteverdt II.„Die Leiden des Orpheus". Oper. Musik v. Darius Milhaud. 22-35 Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. Königswusterhaase«. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Nachmlttagskonzcrt 17-30 Dr. Traub: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften. 18.00 Dr. N, Peinberg: Deutsche Schicksale in Rußland, 18.30 Landeshauptmann Caspari: Arbeiter als Kulturträger s. d. Ostgrenze. 19.00 v. d. Recke: Waldbrände und ihre Bekämpfung. 19.30 Dr. Landmann: Bedenken gegen die Arbeitszeitverkürzung. 20.00 Treviranus. Das Reich und der Osten. 20-30 Unterhaltungsmusik. 21.10 Leipzig:„Das Meer der Entscheidungen". 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20 Dr. Josef Räuscher: Politische Zeitung&schau. 22.40—24.00 Unterhaitnngskonzert Beiantwsrtl. für die(Tebaf'inn: Serbert Lepcre, Berlin; Änaefeen: Th. Siecke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlas G. m. b. Berlin Druck: Vorwärts Buch« brederei und Verlaasanstalt Paul Swaer&/- Uhr Barbarossa 9256 Itefm. SD Pf. bis I IL. abeublHsSK Oollie o. Billl« 0«n(c Pablts Co. mit Esiclle Nattern und waltar, AUrakt'onau. ■ VolKsbUtme Ihite n ninglati. 8 i ihr Gesellsdutt der Uensdieflredile Sa u Stg. 8 Uhr Hans Albers in Uliom Vorstadtlegende tob Frau Molnar ItaatUdiillM-Ui. 8 Uhr Don Carlos TAeater am ScMitiiauerdinni 8 Uhr Der Dompteur Staatsoper Am Pl.d Republik m Uhr DleHodizeU des Figaro MM MI« 8 Uhr Der Haoptmun too Hönenlöl v. Carl Zuelunayer Itjii: Biin Sljitrt Rammersplele 8»/« Uhr Pariser Pjatz 13 von Vickl Banm lql>; Cutil GiMpb Die Komödie 8»/. Uhr Die Fee niFraez Molnar bgii; SUfmBodL tustsptoinaus Kurt 6Qtz Täglich 8-9 Uhr Oerugnero. die nonoa Berliner HVlkTliO N««kaila. vUbs«tr. 74/7&J dm MdiknteMm-Jüi/fee uTMmdt STEINMEIER FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF* PROGRAMM tflr die Zeit vom 10. Ms 12. MSn KINO-TAFEL tOr dt* Zeit vom 10. bis 12. HSrs © QÖCO Potsdamer Strafe 38 W. 5, 7. 9 Uhr S.?, 5. 7, 9 Uhr Ttsgel'Tangd, Tonfilm mit EliMbetb Pinaietf, Ernst Verebet, Frllx Kämpen, Katla Stenut Rheinstrabe 14«i�Elche; W. 515 Uhr S. 3.15 Uht Meine Sdivnter und Id> m. M.dy ChrUtioiu— Kose de« Südens, 7 Akt W> 1t..Kinn Wochent 6.45. 9.05 yy Cu-nxno Sonntags ah 4 45 \lt-Moabit 99 IOj proz- Tonlustspiel Die letzten 3 Tage: Die Prtrnl- sekreMria mit Renale Müller, Felix Brrss.rt— BewMäl Im Karaer— Tonwodrc E._, CtiTtottüwbttrg�� K ant-Li di f spiele Kamslr 54 tan der Wilmersdorfer Str.' W. 5. 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tongroteske; Eine Frenndln, so goldig wie da mit A. Ondre. drennrl OdeOIl, Potsdamer Str. 75 W. 5.7.9 Uhr S.3. 5,7. 9Uhr Kriminal-Tonfilm Hokrupokn« mit Ulfen Harrejr. Willy FrtlMi» Turmstrabc 12 f w.'S Verlängert Tonfilm: Der Beile' dndent m. Haas Heinz dollmaan, Jormlla NoTolna. Fritz Schatz Fflr Jugendliche freigegeben! Alcxandcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Er oder ld> mit Harry Plel E Wstan M Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarelcnstr. W 5 15, 7 15, 9.15 Uhr S. ab 3.15 Uhr Uraufführung: Das große Tonfilm- Lustspiel: Moritz macht«ein Olflck m Siegfried Arno— Meyer& Co. m Irene Amiirns, Igo Sym Franziskaner abTfffh�m Oeo'rgensiraße(Ecke Friednclistraße) 11, 2, 5 8 und 11 Uhr Tonfi'm: Max Sdimeling In«einem Training„üt&adimail- 124D, 3J0, 630 und 9�0 Uhr Ncnrate Wochen, and Knllmschaa — WUde Orchideen m. Greta Garbo B Moaoit> Arfitehnf«Im- u. W a 5.15 Uhr 7\nuSnOI Bühne S. ab 5 Uhr Perleberger StraSe 29 Bühnenschar Carla, und EHsabe'b mit Wilhelm Dielerle, Cerrad Veidl— Die grüne Laterne mit Lax— Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüterstr. 7 Beginn: 7, 9 Uhr Stg ab 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Toniilm: Kavernen zanber mit L. M. Lommel, Schnlz, EagUtch— Ton. bei Programm wiimnraaor»» Atrium b�-p�o- KaJseraliee, Ecke Berliner StraBe Sonnabend u Sonntags 4M.6 45, 9. 15 Uhr Uraufführung, 100 proz. Tonfilm! Die Dreigioiihcaoper mit Radoft Forster, Carola Neber, Relnheld Schünzel, Fr Uz Razp. Frei nach Brecht Musi<. Weil! Tönendes Beiprogramm schsnohwra» Titania Schöncbg. W» tauprstraBe 149 100 proz. Tonfilm! Flachsmann als Erzieher mit Panl Henkels, Alfred Brenn- Bclpr. � Frleaenn:' b Kronen-Lichtspiele Rheinstt. 65 W. 7. 9. Sbd- So. S Tonoperette: MarqnUe T. Pampa- donr m. Anny Ablers, Janknhn— Harlendorf A4— f z norleadorrer Wochentg l ia-U uidtisnlele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 1 00 proz. Tonoperette: Da* Lied Ist an* mit Liane Haid, Willy rorat, Verebe»— Tonbefpr. TompclhoF TlVOll Berliner Str. 97 Beg 5, 7. 9. Sonntags 3 Uhr- Jug.-Vorst C'oStonfilm; Afrika spricht ölie) (Das Paradies der Hölh c Südwesten Lichtspiele Südwest Biücherstr. 12 W. 5, So. ab 3 Uhr 100 proz Tonfilm: Wie werde ich reich nad i"~....... Und- Ton reich nad gifickllch mit Georgia sbeiprogramm Tonbe. programm fl ategiuz Titania-Palast KiÄoa Steglitz. ScbioBstr. 5. Ecke Cutsmuchsstr 100 proz Tonfilm; Drei Tage Liebe mit Hans Alben, Käthe Dorsch— tönendes Beiprogramm SehlcndorF-Hut« Zcii Wochentags 7. 9.10 Uht Sonntags 5. 7, 9.10 Uhr Potsdamer Str. 50 Tonfilm Die Prtyalwknläria mit Renate Müller. Felix" Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W. 5J0, Stg. 3 30 u. 100 proz Tonfilm: Das Lied Ist ans mit Willy Forst, Liane Haid Gnies Beiprogramm E SOdaw b Primus-Palast Am Hermannplatz, llrbanstr. 72/76 Wo tAi, U, Sonnt, an 3 U. Tonfilm-Operette; Die FörstcrdnlstT mit Irene Eisinger, Oskar Kartwels, Adele Sandroch, Paul Richter Beiprogramm Auf der Bühne: Internationale BOhnenschan Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 649. 9 II. Sonntags ab 3 Uhr Ivo proz Toniilm: Föratcrchristl mi Ire e Eisinger, Pool Richter, Oskar Karlwelr, Adele tandrode Th. am Moritzplatz Beg: Wöchig ab 5 Uhr. Stg. ab 4 Uhr Tonfilm: Ihre Majes'll die Liebe mit K. y. Nagy, F. Leder Belprogis Mnukeim Mercedes- Palast HermannstraBe 212, Ecke JägtrstraSe Werktags 6%« Uhr, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Mordproze S Mary Oogan mit Nora Gregor, A. Korn Beiprogramm— BOhnenzrhaa tCisL-iiLr Wochen L 6.45. 9 L 1VUKUK sonnt. 3. 5. 7. 9 U. Kottbasser Damm 92 lOOproz Tonfilm. Da» Schicksal der Renate Longen mit Mady Christians Großes Betpro ramm Bwz-aslclekw Wochenu 6.45. 9 U. cxceisior Sonntags 3, A 7, 9 U Kaisar-Friedrieh-Straße 191 Croßtonfilm Afrika spricht(Da* Fat ad i es dar Hölle)— Bclpi ogramm Stern, Hermanmfrahe 49 Wochentags 6,45. 9. Sonntags 3, 5. 7,9 U. GroBionfüm: Afrika spricht (Das Paradies der Hölle) Emnn�WW�hbüwn�nME Filmeck Skalltzer StraBe. am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags; 630 und 9 Uhr Sonntags: 3. 3, 7. 9 Uhr CroBton'iim: Afrika spricht (Jas Paradies der Hölle> Beiprogramm Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W. 630 u. 9 U Stg. 3, 5. 7, 9 U. lOOproz. Tonfilm-. Ihre Majestät die Liebe mit Käthe y. Nagy, Ralph A. Roberts- Bühncnschan Bclpr ograi Bühncnschan Sternwarte— Treptow Donnerstag 8 Uhr: FrühUngstabri In die Schweizer Hocfaalpen(Vortrag mit farbigen Lichtbildern und Fiira) ■ Nordoston B wU— iv—— mwnn— «Elysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15. S. 3.15, 5. 7.15, 9.15 Uhr Stürme über dem Montblanc jugendliche haben Zu ritt TOaeade Wochen, chau Flora-Liditsp.«"Älf Wo. 640, 9, Sbd. ab 5. Sonnt ab 3 Uhr. Tonfilm: Tlngel-Tangcl(Schiumpsi mit Ernst Vrrebes, Eilsah. Ptnajett Betprogramm E o»*RW Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochen- gs. 630 U. Sbds 5. Stgs 3 U. IvO proz Tonfilm: Hans In allen Gassen mit Hans Alben. Camilla Horn Dazu: Gate* Beiprogramm Abgewählte Luna-Palast Qr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm; Kopfüber ins Cdflck mit Jenny Inga F. schnlz leldenrllf mit K. Maynard Bühne; S Barrls, int Attrakt Frankenburg, and oohne Große Frankfurter StraBe 74 W. 6, 9, S g. ab 5 Uhr. Stg 3 Uhr|ngendv MUternacht, die Stande des Todes Jagend— Bühnen, cc an Norden Albambra Wochent 5, 7, 9 U., Sonnt 3, 5. 7. 9 v. Tonfilm' Die Faschiagsfcc mit Anny Ablers, W. lanuea— Tonbdprogr. Ab Donn.: Stürme über Montblanc Schwarzer Adler Xn«% Woch. 5, 7. 8 45, Sonnig. 3,5.7.845 QioBtonfiim; Stürme über d. Moni- bleue mit Leai R cferu'.ahl. Tonbeiprogramm— Jugendi. Zutr. Concordia-Palast Andreassir. 64 W. ab 5 U. Stg. ab 3 U. Tonfilm i DraAcn äter mit Harold Lloyd- Wetilaoi am den Mann m. Gebe Daniel«- Bühne:. Arcano Viktoria Lichtbild Tb Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7. ca 8.45. Stg. 3. 5. 7. 8.45 U. GroBtonfilm:»Afrika snrlchtl-(Das Paradies der Hölle)— Tonbelprogr. Babylon, am Bülowplalz Wochentgz 5 U» Sonntgs. 3 letzte 9.10 U. lOOproz Tonfilm: Tänze» tnnea für Südamerika gesucht m Dita Parlo. H. Hardt— Beiprogramm Bü: Roll-Hilter-Balicii n. a. E Neu-llchtar bara Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 Woch 5.7.9U. Stg ah3U lOOproz Tonfi'm; Der Sohn d. weiSen Berge— Mlcky Man, Jugendliche hauen Zutritt Kino Busch All-Friedrichsfelde O. heilige Schwelgen m Beck-Gaden Autobus 3 m Kampeis, Lee Barry Beiprogramm Ijl��Weiann*««� Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206—210 Tonfilm; Orock(Aus d. Leben eines Artisten) mit Liane riatd Bühne- Tonbelprogr Pharus-Licfatspiele Mülierstr 142 W. 5. 7.9 U, Stg. 3.5,7,90. lOOproz Tonfilm; Die Nacht gehört uns m. Hans Alberz, Chart Ander Tocbclprogramm Pratcr-Lichtspicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 6. Stgs 4 U Unsichtbare Fesseln mit Qref a 8 arbe Achtnn Eng In Gefahr I Mit Ml ton Silk- Bühne: Internat. Varie 6 Mila-Pa'ast BohS�iSaa Schönhauser Allee 130 W.5, S. 3U. Tonfilm: Ein Mädel y.d. Reeperbahn mit Oiga Tscfaccbowa Bühncnschan Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W 5. S. 3>»0. 4. Woche verlängert! Tonfilm: Die Prlyafsekrelärln mit Bresurt, Renate Mülle» Bühne � Nlüdümhänhauifi � Film-Palast.Äiu«. Blankenburger Str.' Sonnt 2V» Jgd.-V. Wochent 640 9. Sonnt 4.30. 6.45, 9 U. Tonfilm. Ihre Molesiäi die Liebe mit K. r. Nagy, Fr. Ledercr Beiprogramm G küsh» 1 Filmpalas! Tcgci�nehf Stgs- 2 U Jgd.-VorsL W. 6. Stg. 4>„ U- Qroßonfilm: Afrika spricht I'Das Paradms der Hölle) Acgyptkchc T' Beiprogramm Union-Theater Hauputr.s w 6. 8»,. Stf. s«).. 6»a. 8»;« U Stg. 2 u. Jgd.-V. Der Ritt In die Senne mit 1» BlnäL M. Lande, Heldcspann g H&nr.igs-norr M Fiimpalast s,g fe/a Berliner Straß« 59 Stg. 2 U lug.-Vorst, Das groge, gnt« hdchUger-Program I Vellage Dienstag, 10. Marz 1931 DtrjQmft �ttnJniUitnfa xUt» icr*H0äsA Das„Hans Rottes** Bodelschwinghs Werk in Bethel In einem Tale des Teutoburger Waldes, nal)« den roten Industriestädten, zwischen katholischen Landstrichen und Ort- jchaften, die noch an altgermanisch-heidnischen Gebräuchen sesthalten. liegt ein Gebiet evangelischer Gesinnung. Zwischen der Leinestadt Bielefeld, dem alten Bischofssitz Paderborn und Lippe-Detmold.„einer wunderschönen Stadt, darinnen ein Soldat', baute Friedrich von Bodelschwingh Bethel, das aus Gottes'. Um das Heim für vier Epileptiker von 1867 schuf er in 46 Jahren die Stadt der fast 10 000 Fallsüchtigen jeder Art. Der Geburtstag dieses Friedrich von Bodelschwingh jährte sich in diesen Tagen zum hundertsten Male, Anlaß für Presie, Rundfunk und Behörden, sein Werk seiern zu lassen: Anlaß auch für uns. kritisch von ihm zu berichten. Denn wir würden Unrecht tun, wenn wir denen, die aus anderem Lager kommen, die Redlichkeit ihrer Gesinnung und die Hingabe ihres Dienstes absprechen würden: wir müssen die Wurzeln für ihr Werden suchen und aus dessen Kenntnis das Recht nehmen, unser Wollen und unsere Arbeit dagegen zu setzen. Bodelschwingh war der Sohn einer Mutter, deren Urahn Arnieus von Diest im Jahre 1200 als Freund der Tiere, Kinder und Kranken heilig gesprochen wurde. Er war der Nachkomme zweier im 16. Jahrhundert für ihren protestantischen Glauben auf dem Scheiterhausen verbrannten und im Sack er- tränkten Pfarrer. Sein Vater war preußischer Minister. Er selbst war als junger Mensch Hauer im Bergwerk und Landarbeiter, studierte Physik, Botanik, Geschichte und Philosophie, war Jurist und nahm endlich eine Stelle als Landwirt an. Bis in den Vierund- zwanzigjährigen eine Erkenntnis einschlug, ein zufällig gelesenes Kinder-Misstons-Traktot ihn so packte, daß er umsattelte, Missionar werden wollte. Dieser Umschwung, diese Auslösung einer inneren Bereitschaft durch den Zufall ist vielleicht nur mit der aus unserer Zeit bekannten Entwicklung des Goethe-Preisträgers Dr. Albert Schweitzer vergleichbar, der als Theologe und Orgelspieler plötzlich Mediziner wurde, um den Kamps mit der Schlafkrankheit aufzunehmen, um die Bewohner Afrikas von dieser Seuche zu be- freien. Schweitzers Weg ging vom Geistlichen zum Praktischen, der Friedrich von Bodelschwinghs umgekehrt. Er wurde Pfarrer der deutschen Gassenkehrer in Paris. In Deutschland dann, aus einer Dorspfarr« in Westfalen trifft es diesen, an Gott und seine Fügungen glaubenden, diesen gottessürchtigen Menschen, daß ihm in zwölf Tagen seine vier Kinder st erben. Er wird.später noch einmal Vater von wieder vier Kindern, wieder drei Knaben und einem Mädchen und es ergibt sich dem Frommen das Leitwort:„Nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, werden wir nicht müde.' 1872 berust man Bodelschwingh zum Leiter des Hauses der inneren Mission Bethel bei Bielefeld, in dem etliche Eplleput�gepslegt wMen. Auf weitem Gelaitbf baut"«""zu'benr ' Krankenhaus. Bethel die.beiden. Schulhägfer für dj«. Pfleger,, das� Diakonissen-Mutterhaus Sarepla und das Diakonen-Bruderhaus Nazareth. Und um diese drei Häuser und für sie entstehen aus über 1400 Morgen Land über 40 Häuser, eine Stadt mit fast 10000 Ein- wohnern. mit Elektrizitäts- und Wasserwerk, Poftamt und Fried- Höfen. Da. sind ältere und ganz moderne Krankenhäuser zur voll. ständigen Ausbildung der Pfleger. Waisen- und Erziehungshäuser. Feierabendhäuser für arbeitsunfähige Schwestern, Heime für Gc- mütsleidende und unheilbar Irre und neben ollem die unzählbaren Häuser für leichtere und schwerere Epilektiter. Diese Nervenkranken, die ein plötzlicher Krampfanfall, eine Bewußtlosigkeit, eine Tobsucht, ein minutenlanges Irre- und Benommensein befällt, das ihnen den Schaum vor den Mund treibt, das Gesicht blaurot werden läßt und in einem gellenden, tierischen Schrei sich ankündigt, sind häufig in den langen Pausen zwischen den einzelnen Anfällen durchaus normal und arbeitsfähig. Ihrer Hilfe gab Bodelschwingh das Wort:„Den Arbeitsfähigen Arbeit, den Arbeitsunfähigen Mitleid.' In Bethel arbeiten die leichter kranken Epileptiker in Tischlereien und Schuh- machereien, in Bäckereien, Schlossereien. Schneidereien und Wasch- anstalten, in der Gärtnerei, Sattlerei, Druckerei, Ziegelei— m allen Betrieben fast, die eine Stadt von 10000 Einwohnern braucht und hat. Mit ihnen leben und arbeiten Brüder und Schwestern, in jeder Werkstatt und in den Kirchen stehen Ruhebetten für plötzlich Befallene. Die Behörden zahlen für die Epllcptiker(Erwachsene und Kinder, leichter und Schwerkranke ohne Unterschied) einen täglichen Pflegesatz von 2,00 Mark, die tatsächlichen Aus- gaben betrogen 3,50 Mark. Die arbeitsfähigen Epileptiker be- kommen für Ihre stets wechselnde Leistung keinen Lohn und auch kein regelmäßiges Taschengeld, nur hin und wieder„kleiner« Belohnungen und Aufmunterungen'. Auch die Pfleger— die Diakonissen und die jüngeren, unverheirateten Diatone— bekommen keinen Lohn, nur freie Station, Kleidung und ein kleines Taschen- gelb. Für die älteren, verheirateten ist eine Gehaltsskala in Kraft, während die Angestellten und Arbeiter, die im Achtstundentag arbeiten, im Tariflohn stehen. Für die Epileptiker hat Bodelschwingh vor 40 Jahren das«in- geführt, was wir heute„Arbeitstherapie' nennen: sie arbeiten. so viel es ihnen möglich ist(sie stehen unter dauernder ärztlicher Kontrolle), für sich, für die ganze Gemeinde und für Gott und das ewig« Leben, in dem die armen Irren nicht mehr arm und nicht mehr irr. in dem diese Letzten hoffen, die Ersten zu sein. Bodcl- schwingh und feine Nachfolger wollen sie„aus der Passivität des Leidens zur Aktivität des Reiches Gottes führen' und es ist ihm gelungen und sie sind dabei heiter: am heitersten, wenn sie ihr- Choräle und Posaunenchpre vortragen können. Ich denke, daß wir den Glauben dieser Schwerkranken und vom Tode Ge- zeichneten an das Jenseits, an die besser« Zukunft schlechthin nicht antasten sollen. Eine andere Erklärung ihrer Leiden aufzunehmen, wären sie kaum fähig— lassen wir die Toten den Rückwärtigen, wir wallen Politik mit den und für die Lebenden machen.' VUbeu der Hilf« für die Eplleptiker entstanden in Bethel zwei Arbeitsgebiete besonderer Art: die Umschulung erwerb»- loser Jugendlicher aus Moor- und Heidekolonien und die Wanderersürsorge. Jugendliche Erwerbslose au, dem In- dustriegebiet werden zu Landarbeitern ausgebildet und dann zu Tarif- löhnen auf Güter vermutelt, die so oerhindert werden, durch die billigen polnischen Schnitter deutschen Kräften die Arbeit zu nehmen Das Wandererheim nimmt Landstreicher für kurz« Wochen, unent- a eltlich, auf. damit sie etwas zur Ruhe kommen, läßt sie auf Wunsch weiterziehen oder oersucht, ihnen seßhafte Berufe zu vermitteln. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit als preußischer Abge- o r d n e t e r hat Bodelschwingh übrigens viel für die gesetzliche Re- gelung der Wanderarmenfürsorge getan Damals auch, als er die Versammlung mit„Ihr' und die Minister mit..Du' anredet«, sprach er das bedeutsam« Wort:„Die Landwirtschast soll nicht so schreien und mehr fürs Landvolk sorgen.' Alle AnstaUen der Stadt Bethel bilden eine Arbeitsgemeinschaft aus landwirtschaftlichem, industriellem und kommerziellem Gebiet. Alles fast wird selbst gewonnen und selbst hergestellt. Zum Unter- halt trägt neben den behördlichen Pslegesätzen und den Erträgnissen aus der Krankenarbeit vor allem der„P f e n n i g- D e r e i n' bei, dessen Mitglieder wöchentlich 5 Pfennig beisteuern. Durch die Er- sindung der„L r o ck e n sa m m l u n g' wird aus dem Letzten etwas herausgehott. Jeder arbeitet für jeden und alle für die innere Mission. Und hier, wo die„Arbeit' sich auf die Gesunden erstreckt, wo die kranken Gläubigen als Boll des„Gottes der deutschen evangelischen Ehristenheit', als Vorbild für„arme Heidenkinderchen' und zur„Er- weckungsbewegung' beitragen sollen, da gibt es für uns nur ein „R« i n' und ein D a g e g e n s e i n. Das praktische Christentum der KJ«Kiu« Notizen Die Versuche, mit Goldpräparaten Tuberkulose der Haut zu heilen, haben sich bewährt. Die in Frage kam- wenden Mittel heißen Aurophos und Lopiom Nach Prof. Wirz in München sind zur Heilung 25 bis 30 Einspritzungen notwendig. Di« Kur verteilt sich auf 12 bis 15 Wochen, falls Aurophos oerwendet wird; von dem anderen Goldpräparat genügen durchschnittlich schon 13 Einspritzungen. Hier dauert die Kur nur 6(8 Wochen. Di«' Kranken dürfen während der Kur sich weder Nikotin noch Alkohol gestatten. Bei Fieber, Eiweiß im Urin, bei gehäuften Durchfällen darf nicht eingespritzt werden. Die Hauttubertulose in Form des Lupus ist auch durch Goldpräparate nicht immer beeinflußbar. Pros. Wirz beobachtete übrigens ein Wieberaufflackern der durch Gold geheilten Hauttuberkulosen noch nach 7 Iahren Die Mehrzahl der Bchandetten bleibt bei 1 bis 2 Kuren für viele Jahre gehellt. » Dr. Killian von der Umversitätsklinik in Freiburg Hot die wichtige Frage der Schmerzbetäubung in der modernen Chirurgie erörtert(„Deutsche Medizinische Wochenschrist' 1031. Nr. 7. Er weist darauf hin, daß je nach Umständen und Gepflogenheiten irgendein Verfahren technisch vollendet beherrscht wird und so weit über den zulässigen Umfang hinaus zur Anwendung kommt. So hält er es für einen Fehler, wenn man bei einer Zehemunputation ein« all. gemein« Narkose macht. Hier sei örtliche Betäubng angebracht und völlig ausreichend. Glücklicherweise stehen für ein und dieselbe körper- liche Region mehrer« Verfahren der ärttichen Betäubung zur Per- fügung. Für die Wahl der Betäubung spielt dos Alter de, Patienten eine wichtige Rolle. Die Aethernarkose vsrursachl beim Kinde leicht Vronchitis und Bronchopneumonie. Darauf darf aber nicht geschlossen«erden, d,ß«in Kind stärker empfindlich sei Stadt Bethel wird durch Wort« ergänzt, die durch die„Kinder. gäbe',„Licht im D u n k e l'.„F ü r Herz und H a u s'. das „W e st f ä l i s ch e Sonntagsblatt' und andere Zeitschriften wöchentlich in einer Gesamtaufloge von fast einer Million in die Well gehen. Wir lehnen uns auf gegen das Vorkriegswort Bodelschwinghs, daß„in dieser sündigen Well de, Krieg eine une'nt- behrlicheZuchtrut« sei und der sogenannt« ewige Friede ein f o u l i g e r M o r o st, in dem die ganze Völkerwelt unter- gehen müsse'. Wir sind auch durchaus anderer Meinung als der, der sagte, daß„ein gesundes Volkstum allein aus der Wurzel der Gottesfurcht und des Gollvertrauens' erwachsen könne. Und den „Heiden', den„armen Schwarzen' die„heilende Barmherzigkeit des Evangeliums' zu verkünden, hallen wir für genau so anmaßend, wie die..Seelenprügel', die statt der anderen die Zucht in den Heimen der Fürsorgekinder aufrecht zu erhallen scheint. Reben diesem, vor dem wir auf der Hut sein müssen, müssen wir die Arbeit Bodelschwinghs anerkennen: den Aufbau einer Stadt für 10 000 Fallsüchtige. Doch wir wissen, daß die Hilfe an den Kranken und für die Gesunden nicht die Arbeit eines einzelnen fein darf, sondern Pflicht der sozialen Gemein-. s ch a f t ist. Gerde WeyU j gegen ein Rartorttum als etwa der erwachsen« Mensch Bon dem neuen Mittel A o« r t t n gebraucht ein Kind z. B. die doppelle Dost» pro Kilogramm Körpergewicht wie ein alter Mensch, nämlich 0,15 Gramm gegenüber 0,07 Gramm bei alten Leuten. Interessant ist, daß eine G a s n a r k o s e bei der Frau besser wirkt als beim Mann. Fettsucht bedingt fast immer Narkoseschmierigkellen. Killian glaubt den Grund darin zu sehen, daß die riesigen Fettpolster Sammelbecken der Narkotika sind. Fettleibige neigen im Anschluß an Narkosen außerdem zu Thrombosen und Emboli«(Verstopfung von Blutgefäßen). Lokalanaestbeste ist hier aber sehr erschmert wegen der starken Fettschichten. lieber die Ischias hiell Roger- Marseille ein Referat auf dem diesjährigen Internationalen Neurologentage. Am bekanntesten, ist bei den Laien die„gewöhnliche' Jschiassonn. die auch schon die rheumatische genannt wird- Nicht immer ist nun der Ischiasnerv selbst ertrankt, sondern häufig geht der Schmerz aus von krankhaften Veränderungen in benachbarten Muskelgebietcn bzw. im Zellgewebe. In solchen Fällen liegt eine Pseudo-Jschias vor, befindet sich der Herd der Schmerzen in unmittelbarer Röhe des dicken Ischias- stamme«, dann spricht der. Facharzt vonPara-Jschios. Auf dem genannten Kongreß wurde auch ausführlich über die Behandlungsmethoden gesprochen. Di« Einzelheiten interessieren nur den Arzt. Au» der Reihe der Mittel seien für die gewöhnliche Ischias- behandlung genannt: Lichtbäder, Wärme, bzw. auch Källetherapie. Elektrizität. Veipezungsübungen, schließlich Einspritzung sterilisierter Lust in das Unterhautzellgewebe, jedesmal 20 Kubikzentimeter, ins- gesamt in Abständen von acht bis zehn Tagen 800 bis 1000 Kubik- zenttmeter. Bei den anderen Formen der Ischias fpiell die kunst- gerecht« Massage in d«? Behandlung nach wie ver ein« wesentliche Roll«. Dr. S. Kleingarten und Großstadt Aufgaben tob heute und morgen Ein Heer nun Kleingärten, Laubenkolonien, wie sie im Volts- munde heißen, begleiten die Ausfallstraßen unserer Städte. Sie füllen jede Baulücke aus, zwängen sich zwischen Eisenbahndämme und Reklamezäune, jedes kleine Fleckchen Erbe wird umhegt und bepflanzt. Kunterbunt durcheinander, klein und groß, wie es eben die Mittel erlaubt haben, oft mit den primitivsten Untertunfts- Möglichkeiten, meist mit vieler Mühe und großen Opfern dem kargen Boden abgerungen, so liegen sie zusainmcngeschachtell, eng anein- andergedrängt und untermalen eindringlich das unwirtliche Vorstadt- bild. Sie geben den überzeugendst-n Beweis, daß in den weitesten Bevölkcrungsschichtcn der Drang zur Betätigung auf eigener S ck�o l l e erhallen geblieben ist. In der Lehre des modernen Städtebaues spielt der Kleingarten als Ergänzung zu den öffentlichen Parkanlogen und Freiflächen eine wesentliche Rolle. Man hat längst eingesehen, daß die Erhaltung der Kleingärten für den unter unhygiensschen BerlMnissen arbeitenden uttd wohnenden Großstädter«ine Leben». Notwendigkeit darstellt, und die..Stadtoerwallunge»..sind deshalb bestrebt, diese Bewegung und die Wünsche breiter Volksschichten nach Kräften zu fördern und ihre Auswirkungen in geregelte Bahnen zu leiten. Das preußische Ausführungsgesetz vom 20. Januar 1925 zum Reichshennstättengesetz vom 10. Mai 1920 er- möglicht die Schaffung von Dauerkleingärten, sogenannten Heim- st ättcngar tengebieten. In diesen Gebieten dürfen An- logen, welche der Ansiedlung von Kleingärten abträglich sind, nicht errichtet werden: sie sind also jeglicher Industrie- oder Wohn- bebauung für immer entzogen. Damit wurde die längst berechtigte Sicherung der Arbeit des Meingärtners, der durch das Wachsen der Städte immer wieder vertrieben und um den letzten Erfolg seiner Tätigkeit gebracht wurde, endlich ausgesprochen. Di« Stadt Berlin hat etwa 2090 Hektar als Kleingartenland sichergestellt: jeder jier Kleingärten soll etwa 200— 300 Quadratmeter Fläche enthalten. so daß 80 000 bis 90 000 Kleingärtner untergebracht werde» können. Für die Frage des endgülligen Bedarfs an Klein- gartenland mögen die folgenden Zahlen dienen Es bestanden am 31. Dezember 1924 168 000 Kleingärten mit 6239 Hektar Land, am 31. De.zember 1926 130 800 inll 5507 Hektar, am 1. Oktober 1028 126 500 mit 5147 Hektar. Es ist anzunehmen, daß die am 1. Oktober 1928 vorhandenen 126 500 Kleingärten dem tatsächlichen Bedarf in Berlin entsprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich wohl alle diejenigen, welche durch die Notzeit zur Kleingärtnerei gekommen waren, wieder von der Gartenarbeit abgewandt. Gemäß den Beschlüssen der städtischen Körperschaften sind rund 250 Quadratmeter für se einen GorteiN anzunehmen, da es sich aus der Praxis ergeben hat, daß Gärten über dieses Flächenmaß hinaus zu umfangreich und daher umoirtsclzaftlich sind. Demnach würde heute eine Kleingartenfläche von rund 3000 Hektar notwendig sein, von denen, wie oben erwähnt, zwei Drittel sichergestellt worden sind. Es wäre nun die Frage auszuwerfen, wieviel Kleingartenland im Generalbebaimngsplan von Groß-Beriin überhaupt vorzusehen ist, damit es für den in Zrckunft noch möglichen Bcvölkerungs- Zuwachs ausreicht. Räch den von dem Amt für Stadt- Planung Berlin ausgestellten Berechnungen und nach dem Bevölkerungsplan, der die Aufnahmefähigkeit von Bewohnern innerhalb der Gemarkung Berlins festlegt, würde ein Gesamt- real von 5000 Hektar völlig hinreichen, um die eventuellen Interessenten zu befriedigen. Es muß dabei auch berücksichtigt werden, daß sich seit 1925 die baupolizeilichen Verhältnisse in Berlin grundlegend geändert haben. Derartige licht» und tustlose Woh- vungen itt„Mietkasernen', wie mir"sie allzu zahlreich in der Innen 7 stodt und auch m den Vororten antreffen, werden und dürfen in Zukunft nicht mehr gebaut werden. Vielmehr wird man einwand- freie Anlagen in zwei» bis'fünfgeschossiger Bauweise bevorzuge« die entweder als Randbebauung große, gemeinnützige Innengärten oder als Streifenbebauung kleine Zwischen- gärten und Grünflächen aufweisen werden. Las Bedürfnis der Bewohner dieser Reubauten. Kleingärten anzulegen und zu lewirtlchasten, wird längst nicht mehr so groß sein, wie dasjenige der Bewohner von Allwohnungen: außerdem werden nach dem Generalfreiflächenplan in allen Teilen der Stadt groß« Parkanlogen, Grlliiverbindungen, Sportplätze und Freiflächen an- gelegt und leicht erreichbar fein. Die Kleingärten m ihrem heutigen Bestand erfüllen die Aus- gaben, welche man an die in den Stadtplan einzufügenden Dauer- kleingärten stellt, noch nicht in idealer Weile. Sie � sollen die Ergänzung zu den Grünflächen bilden und für das allgemeine Publi- kum zugänglich sein. Ihre Anordnung müßte also derart erfolge», daß sie, von breiten Promenadenwegen eingefaßt und gegliedert. eine Grünverbindung zwischen Parks uttd Frei- flächen aller Art untereinander bilden würden. Auch die Aus- stattung und der Anblick der jetzigen Kolonien ist ästhetisch nicht immer befriedigend. Di« heutigen Kleingartenkolonien zu Dauer« kleingärten— soweit sie m den Schutzgebieten liegen— umzugestalten. ist eine große Zukunsisausgabe, bei deren Lösung man an das Verständnis und die tatkräftige Hilfe der Kleingärtner-Organi- jätwnen appellieren muh. HL Fr. Pohlenz. -ARBEim Emiradit— Lichtenberg I 5:1(3:1) Auf dem städtischen Sportplatz in der Kynoststraße gab es am letzten Sonntag eine Riesenüberraschung. Eintracht-Reinickendorf gelang es, gegen Lichtenberg I mit nicht weniger als S: 1 Toren zu gewinnen. Das Resultat entspricht allerdings nicht ganz dem Spielverlauf. Die Lichtenberger waren durchweg in» Vorteil, den sie aller- dings durch große Nervosität der Stürmer nicht ausnutzen tonnten. Die Erfolg« der Reinickendorfer resultieren hauptsächlich aus schnellen Durchbrüchen, denen die Lichtenberger Verteidigung in keiner Weise gewachsen war. Nachdem die Lichtenberger nach un- gefähr zehn Minuten den ersten Tresfer erzielten, glaubte wohl niemand, daß dies auch der letzte fein sollte. Einig« Minuten später kamen die Reinickendorfer durch einen Fehler der Lichtenberger Verteidigung zum Ausgleichstor. Der Anstoß bracht« die Lichten- berger sofort wieder vor das Tor der Reinickendorfer. Viel Glück stand dem Torwart der Reinickendorfer zur Seit«, so daß der Ball stets knapp vorbei oder gegen die Latte ging. Reinickendorfs Sturm hatte dagegen mehr Glück. Wieder einmal wie so oft in diesem Spiel, verfehlte die Verteidigung den Ball und der nach- setzende Reinickendorfer Stürmer hatte wenig Mühe, zum zweiten und bald darauf auch zum dritten Treffer einzusenden. Noch der Pause blieb die Feldüberlegenheit der Lichtenberger auch weitechin bestehen. Zwei folgende Durchbrllche der Reinickendorfer führten auch zu zwei weiteren Torem Die Reinickendorfer dürften so manchem Spitzenoerein noch große Ueberraschungen bereitem Weitere Resultate: Butab gewann gegen Lucken- walde V sicher mit 3:0; Spandau 25 gelang es, gegen FTGB.- Pankow mit 4- 0 die Punkte an sich zu reißem Weißensee konnte trotz Verletzung des Torwarts, der sich bei dem lhallensportfest im Sportpalast eine Hand-verstauchung zuzog, mit 6:1 gegen Trebbin siegreich bleiben. Britz 88 sicherte sich mit 5:3 gegen Lichtenberg II die Punkte. ASV.-Neukölln mußte sich gegen Oberspree mit 0:3 geschlagen bekennen. Die Bezirksmannschaft Minerva gewann gegen Wacker 30 nur knapp mit 3:2. Cladow gewann gegen Ketzin mit 8: 0. Brandenburg fuhr zu Nowawes. um sich dort mit 6:1 die Punkte zu Halen. Staaken gewann gegen Eharlottenburg mit 7: 4. Friedenau führte gegen Union-Tempclhof bis zur Pause noch mit 3:1, um nach dem Wechseln mit 3: 7 zu verlierem �rdeiter-�asserdal!- Serie ChaHottenburg— Spandau 19:1! Mit einer äußerst schlecht zusommenspielenden Mannschaft und einem völlig unmöglichen Torsteher verlor Spandau am Sonntag nachmittag sein Punktspiel in unerwarteter Höhe. Nicht nur, daß Charlottenburg bedeutend schwimmschneller als der Gegner war, auch in der Balltechnik und der Spieltaktik bestand ein Klassenunterschied, so daß es nur selten einigermaßen ausgeglichene Spielmomente gab. In regelmäßigen Abständen fielen bei äußerst schwacher Abwehrarbei! des Spandauer Torhüters bis zur Pause 8 Tore, sämtlich aus großer Feldüberlegenheit erzielt. In der zweiten Spielhälfte ließen! die Spandauer angesichts der schwachen Leistungen ihres Tormannes noch mehr nach, das Spiel verlor dadurch fast gänzlich den Cha- rakter eines Wettkampfes. Erst nachdem 19 Tore für Charlottenburg gefallen waren, kam Spandau zum Ehrentreffer. Charlottenburg hat bisher seine sämtlichen Spiele dieser Serie in überragender Form gewonnen. Allerdings stehen dem Bundesmeister die schwersten, Spiele, so gegen Hellas I, Weißense« und Berlin 12 noch bevor, was ober voraussichtlich nichts an der Tatsache ändern wird, daß Charlottenburg gegenwärtig die beste Berliner Wasserbiillmannschäft besitzt.' Die Kieinarbeit bei„Soli" Nach Beendigung der Kämpfe um die Gaumcisterschaften trafen die S p o r t l e i t e r des Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer» Bundes „Solidarität" des Gaues Brandenburg zu einer Konferenz zu- fomm-n. Rückschauend berichtete der Gausportleiter über die Arbeiten des verflossenen Jahres. Aus dem Bericht sei folgendes entnommen: An der Bezirkswanderfahrt beteiligten sich rund 1000 Fahrer und Fahrerinnen. 43 Radzuoerläfsigkeitsfahrten(Radrennen) wurden auf der Straße, auf der Bahn zwölf ausgetragen. Während im vergangenen Jahre 3082'Saalfahrstunden abgehalten wurden, stieg dies« Zahl im Jahre 1930 auf 4734 Stunden, daneben wurden 12 Saalsportkurs« abgehalten. Für den Fernstehenden ergibt sich bei der Durchsicht dieser Zahlen ein Bild von der intensiven Tätig- teit der Arbeiter-Radfahrer. Wenn man weiter überlegt, daß diese Arbeiten nur von einem Gau des 22 Gau« umfassenden Bundes- gebietes geleistet wurden, dann wird man auch verstehen können, daß es dem Arbeiter-Rad- und Krastfahrer-Bund„Solidarität" als einzige Sportorganisation gelungen ist, im Werbemonat des ver- gangenen Jahres 27 00 0� neue Mitglieder zu gewinnen. Oer tagte Namensänderung in Deutscher Reidis-Auio-Club Auf der Generalversamnrlunz des Deutschen Auto-Clubs, die am Ende der Woche in Leipzig stattfand, waren alle 34 Ortsgruppen des Clubs vertreten, auch die Ortsgruppe Danzig hatte Vertreter entsandt. Die vorbereitend« Delegiertenoersammlung befaßte sich eingehend mit den Vorwürfen, die gegen den DAC. und einzelne Prästdialmitglleder erhoben worden waren. Die Delegiertenver- sammlung stellte nach vielstündiger Beratung einstimmig fest, daß tnese Vorwürfe jeder Begründung entbehren� wies sie als ungerechtfertigt zurück und sprach den Mitgliedern des bis- herigen geschäftsführenden Präsidiums, Dr. Brandt. Dr. Mischier, Kirchhofer und Dr. Schreiner ihr volles Vertrauen aus. Es wurde ein umfassendes Aktionsprogramm sowohl auf spart- lichem und touristischem, als auch auf organisatorischem Gebiet be- raten und beschlossen, insbesondere wurden Auslandsfahrten ge- nehmigt, um das Bestreben des Clubs, auch jenseits der Grenzen für das Ansehen und für die Festigung der Republik einzutreten, auch nach außen zu dokumentieren. Als Ziel der diesjährigen Ver- fassungs-Sternfahrt wurde Braunschweig ausersehen. Die ordentliche Hauptversammlung fand in Gegenwart von Vertretern der Stadt Leipzig, von Vertretern der Presse und vielen be-freundeten Organisationen statt. Der vom Präsidenten Dr. Brandt erstattete Jahresbericht erwies, daß der Club trotz der Wirt- schaftskrise auch Im letzten Jahr zahlenmäßig einen Zuwachs von 860 Mitgliedern gehabt hat. Der Tätigkeitsbericht zeigte. daß der Club eine Reihe von Auslandsfahrten, viele andere spart- liche Veranstaltungen in allen Teilen des Reiches, ein« stark be- suchte Schönheitskonturrenz veranstaltete, und daß weiterhin in seiner Motorboot-Abteilung eine sehr erfolgreiche Tätigkeit ent- wickelt wurde. Die Neuwahl ergab die einstimmige Wiederwahl der bis- herigen Mitglieder des geschäftsführenden Präsidiums: Ms Präsi- MiÄM Letzte Eishockeykämpte Am Sonntag kämpfte FTGB.-Osten gegen D. f. L.-Ostring in Mariendorf 7: 2. 3« entstand das Hallenfest Ungeheure Vorarbeiten waren zum Gelingen nötig Der Besucher und auch die Mehrzahl der aktwen Tellnehmer können sich keine rechte Vorstellung von dem Umfang der Vorarbeiten machen, die ein H a l l e n s p o r t f e st von den Ausmaßen des am Sonnabend gezeigten erfordert. Bis ins Kleinste muß alles vor- bedacht und vorbereitet sein, soll nicht das Gelingen des Festes an irgendeiner Kleinigkeit scheitern. Die Hallensportseste der Arbeitersporller sind von Jahr zu Jahr umfangreicher in bezug auf die Teilnehmer geworden. Die Verdoppelung und Verdreifachung der aktiv an dem Fest teilnehmenden erfordert natürlich erhöhte Arbeit, sei es auch nur im Schriftverkehr, in den Verhandlungen mit Behörden, Halleninhabern und Vereinen So erforderte das Fest am Sonnabend beispielsweise nur in den letzten sechs Wochen die Erledigung von 330 Postein- und-ausgängen. a» die hundert Straßenbahnfahrten und fast ebenso viele Telephon- gcspräche. Damit wurden nur die technischen Vorbedingungen für den Verlauf der Veranstaltung gesichert. Die V e r w a l t u n g s- arbeiten sind hierin nicht mit einbegriffen. Es ist fast selbstverständlich, daß sich viele Vereine und ihre Mitglieder insofern benachteiligt fühllen, als sie nicht alle zu den Konkurrenzen zugelassen werden konnten. Wenn es auch auf der einen Seit« für einen hervorragenden sportlichen Geist in der Ber- liner Arbeitersportlerschaft spricht, wenn soviel Meldungen eingehen, so muß andererseits doch wiederum berücksichtigt werden, daß das Betätigungsfeld in der Halle außerordentlich beschränkt ist. Wenn es trotzdem der technischen Leitung gelang, 2500 Arbeitersportlerinnen und-sportler, unter denen sickz 130 Auswärtige befanden, sportlich in der Halle zu betätigen, so ist damit dem Organisationstalent der führenden Funktionäre das allerbeste Zeugnis ausgestellt. Das erkannte auch der Vertreter des Vorstandes vom Arbeiter- Turn- und-Sportbund aus Leipzig, Bundcssportwart Bühren. rückhaltlos an, und die technischen Funktionäre hatten sogar die Genugtuung, ein uneingeschränktes Lob von anwesenden bürger- lichen Sportfül)rern entgegennehmen zu können. Vis auf d l e Minute genau klappte die Abwicklung des Riesen- Programms: bei bürgerlichen Hallensportfesten sind schon Ver- spätungen bis zu anderthalb Stunden festgestellt worden. Bei den Arbeitersportlern jedoch fühlte sich> e d e r für die Gesamtveranstal- tung verantwortlich, und wenn auch hier und da Funktionäre und Ordner eingreisen mußten, so wurden ihre Anordnungen doch wistig befolgt. Von den auswärtigen T c i l n e h m c r n, ist für die herzlich« Aufnahme wärmster Dank ausgesprochen worden. Allen hat es gefallen, daß das Hallensportfest am Sonnabend ver- anstattet wurde, weil sie dann nach dem Fest nicht unmittelbar zum I Bahnhof laufen brauchten, sondern den Sonntag noch für einen Spaziergang in Berlin frei hatten. Sehr angenehm hat es die Aus- wärtigen berührt, daß durch das kameradschaflliche Entgegenkommen von Kraftfahrern aus der Mitgliedschaft der schnellste Transport vom Bahnhof zum Sportpalast möglich war. Die Bereitstellung von Verpflegung— einige Arbeitersportlerinnen hatten liebenswürdigerweise die Bereitung von Kaffee und Brot im Sport- palast übernommen— hat ganz besonders dazu beigetragen, das kameradschaftliche Gefühl von Ansang an richtig einzustellen. D i e Gäste hatten jedenfalls die Empfindung, daß man Und nun Arbeitcrsportler— Wo bleibt der zweite Mann? Längst hat die Sozialdemokratische Partei ihre Der- bundenheit mit den bundestreuen Arbeilerfps'.tlern bekundet, nun heißt es für die Sportler, die Schlußfolgerung zu ziehen. Der Kampf gegen Reaktionäre oller Art. gegen Faschisten und ihre Helfer muß gemeinsam geführt werden. lieht gilt's: wo bleibt der zweite Mann? Zeder Dereinsvoisttzende. jeder Funktionär, jedes Parteimitglied sorgt dafür, daß alle im Verein in die Partei eiulreten. Zehntausend« der Arbeitersportler sind bereits Parteimitglieder, aber Zehntausende stehen noch beiseile. Das HSrt nun auft Zeht heißt es: Du trittst ein! Zeder bringt den zweiten Plannt An den Start für die Partei! sich i n Berlin um sie sorgt. Bielleicht hat dies« innere Zufriedenheit auch dazu beigetrogen, daß sie nachher auf der Kampf- bahn zur ungehemmten Entfaltung ihres ganzen sportlichen Könnens kamen: die Berliner haben das jedenfalls an den vielen Siegen der Auswärtigen zu spüren bekommen. Welche Bedeutung dem Berliner Hallensportfest im Reiche bei- gemessen wurde, ergibt sich auch aus der Tatsache, daß die Parteiblätter in Hamburg und Stettin mit der Sportdelegation aus diesen Orten eigene Bericht- er st a Her mitgeschickt hatten. Freudig und mit herzlichstem Dank für die Gastfreundschaft der Berliner Arbeitersporller fuhren die Auswärtigen in ihre Heimat zurück. Die Berliner aber sind wieder einmal stolz darauf, ein Hallensportfest arrangiert zu haben, von dem nicht nur Berlin, sondern das ganze Reich spricht. I dent Rechtsanwall Dr. Artur Brandt, als Vizepräsident Dr. Richard Mifchler, Referent für Sport und Touristik Fritz Kirchhofer, als Schatzmeister Fritz Goetz, als Ortsgruppenreferent Dr. Schreiner, alle aus Verlin. Di« Versammlung nahm dann noch zu der durch das Urteil des Reichsgerichts in der Namenssache des ADAC, gegen den DAC. geschaffenen Situation Stellung und beschloß einstimmig, den Namen in„Deutscher Reichs-Auto-Club"(DRAC.) abzu- ändern. Die Versammlung gab ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß das befremdliche Urteil des Reichszerichts sich vom politischen Gesichtspunkt nicht freigehalten hat und faßte die Entschließung, dieses Urteil mit erhöhter Tätigkeit für die Republik und ihre Symbole zu beantworten.__ Boxausscheidungen für Wien Im„Strandschloß" Tegel kommen Freitag, 13. März, 20 Uhr, die Box-Ausscheidungskämpfe des 4. Kreises im Arbeiter-Ath'.eten- bund zum Austrag. Im Fliegengewicht dürfte es zwischen Preller- Lichtenberg-Friedrichsselde, Löffler-Luckenwalde und Hoffmann- Tegel zu recht spannenden Kämpfen kommen; wir glauben in Lösfler den Sieger zu sehen. Im Bantamgewicht wird Henneberg-Lichten- ber-Friedrichsfelde nicht zu schlagen sein. Der schärfste Gegner ist Lorenz-Luckenwald«. Die Federgewichtler Lorke-Luckenwalde und Eellrich- Lichtenberg-Friedrichsfelke werden die Entscheidung unter sich ausmachen. Leichtgewicht: Hier sind noch drei starke Favoriten beisammen, der Ausgang des Wettbewerbs ist noch offen: Gottschalk, Luckenwalde, Preller-Lichtenberg-Friedrichsfelde und Zitlow-Saxou« heißen hier die Kämpfer. Im Weltergewicht wird es zu eimen harten Kampf zwischen Schröter-Tegel, Kloß-Luckenwalde und Kröning-Lichtenberg-Friedrichsfelde kommen. Mittelgewicht: Lossak- Tegel dürfte Peter-Lichtenberg-Friedrichsfelde und Ehmert-Lucken- walde aus dem Felde schlagen. Halbschwergewicht: Reimers-Saxonia muß Schulz- Alt-Wedding schlagen, wenn er als Bester gelten will. Schwergewicht: Nitz-Saxonia steht hier schon als Sieger fest. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig. Zu einem Freundfchaftskampf im Ringen hat der neue Kreis- meister, die Sportliche Vereinigung„Lichtenberg-Friedrichsfelde 04", die besten Ringer aus den bundestreuen Vereinen Sparta, Tegel und Alt-Wedding verpflichtet. Alle Klassen sind ausgezeichnet besetzt, so daß mit recht interessanten Kämpfen zu rechnen ist. Die Kämpfe beginnen heute, 20 Uhr, in der Turnhalle Pfarrstrahe. Nähe Bahn- Hof Frankfurter Allee._ „3 Stunden" im Sportpalast Auf der neuen Bahn in der Potsdamer Straße werden sich die Mannschaftsfahrer am Mittwochabend, 20 Uhr, zum letzten Mal« vor dem Freitag beginnenden 25. Berliner Sechstagerennen ein Stelldichein geben. Folgend« 13 Mannschaften bestretten den tra- ditionellen Sechstage-Austakt, das„Drei-Stunden-"R«nnen: De- bruycker— Billiet(Belgien), Tonani— Bresciani(Italien), Bras- penning v. d. Heyden(Holland, Gilgen(Schweiz)— Manthcy(Ber- im), Ehmer(Berlin)— Gabel(Dortmund), Tietz(Berlin)— Rieger (Breslau). Preuß— Resiger(Breslau), Thierbach(Dresden)— Siegel (Breslau), Dorn— Nickel(Berlin), Schorn— Damm(Köln), Petri— Mandelkow(Berlin), Wissel— R. Wolke(Berlin), Schenk(Hemer)— Maidorn(Dresden). Werfäirur� Wie bereits mitgeteilt, veranstaltet der Touristenverein„Die Naturfreunde"— Reisebüro— an den Ostertagen verschieden« Gesellschastsfahrten. So führt eine in das Lausitzer Ge- birge vom 3. bis 6. April. Dann wird eine Städtefahrt nach Brandenburg— Plaue— Stendal— Tangermünde— Rathenow veranstaltet. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird ersucht, die An- Meldung bald zu vollziehen. Alles Nähere durch das Reisebüro „Die Naturfreunde". Berlin N. 24, Iohannisstr. 15. vle freien Fallbookfahrer Berlin werden am Donnerstag, 12. März, die Gründung folgender Bezirksgruppen vornehmen: Gruppe Norden: Restaurant Sachse, Lindower Straß« 26. Gruppe Nordosten: Schädels Bierhallen, Prenzlauer Alle« 32. Gruppe Südosten,„Sporthaus", Dircksenstr. 1. am Bahnhos Iannowitzbrücke. Wer aber noch nicht im Besitz eines Faltbootes ist, kann viel Geld und Verdruß ersparen, wenn er sich mit der Geschäftsstelle Ewald Trommer, N.65, Hochstädter Straße 23, in Verbindung setzt. Ausfall der Donnerstag-Trabrennen zu Ruhleben. Infolge des anhaltenden winterlichen Wetters wurde die Trabrenn-Gefellschaft Ruhleben gezwungen, die für Donnerstag, 12. März, angesetzten Rennen aufzuheben. Die Winterkampagne in Ruhleben ist nunmehr beendet. Der nächste Renntag findet Sonntag, 15. März, 15 Uhr, in Mariendorf statt._ ifwict Aön>«rkllltv-tt«I, jtrexzier«. Mi'twoch. 11. MSrz. Nacktbaden!n der Baeewaldstrast«. Tadezelt jcrt 20% Uhr. Rtcitaa, 13. Mar,. ÄrcU- immnaitck um 19 Uhr in der Sdmle iZricdrichstr. 218. Lonntaa. 15. Mal», «reirtahrt nai) Grünau. Steffpunlt SBtnher Vorortbahnhos. Abfahrt 854 Uhr. ssahraeid ca. 75 Pf. GB. Moabit, Hockey. Eihuna aller Epteler am 11. Mär, bei Niistcl, Putlihstr. 19, 20 Uhr. Gäste willtomm'N. Bollosport Ncnkclln-Dr n. M tlwoch, 11. Mär,, Dnmnastilitrnvven der Männer inn 19 Uhr. der fiunamhdchen UNI 20 Uhr: die Tcckniier aller Gr. wachscnenabteiwnaen 20 Uhr in der Pickardhalle. Arballer.Photo.Tild« Aerlln. Gonncretaa, 12 Mär,. 29 Uhr. Dunkel- lammer Wallertorstr. 9, Plattinentro cklun«. sircitaa, 13. März. 20 Uhr. Jugendheim Lindcnstr. 4, Bortraa:»Die Aleinfilmphoioiranhie". Gonnahcnd. 11. Mär?, 1911, Uhr. Mlmsaal Lindcnstr. 3. Dorfllhruna neuer Kilme iwahrsÄainÜÄ »SZcucr'auff" und..Marl; cm Wittentcrap.'ah"'). Freie Photo-Terciniftuna Berlin. Donnersiaa. 12. Man. 20 Uhr. Physik- Zimmer der weltlichen Schule. Pank. Gcke Wiesenstrakc, Photorortraa. ASG. Neptun Berlin- Weiher Ire. Moraen, Dienstaa, nach der Ucbnnoa. stunde Spar mannnlchaftslihuna im Vereinslokal. Der Massaacturlus findet Dienstaa, 17. Marl, statt. ilreie Schwimmer Eharlottenbnra. Dienstaa. 10. Mär*. Monatsoerfamm- lnnq bei Sricfche. staiscr-fsriedrich. Ecke Grllnstrahe, 20 Uhr. Ausnahm« neucr Mitälicher. Kartell sSr Arbeitersport und»ärperpslepe, Bezirk Mitte. Mittwoch. 11. Mär», 20 Uhr. llartellsihuna bei Borlik, Sebostianstr. 38. Dusaabc der Delealertenauswoise»u de- Uart-llaencraloersainmluna. Freie Sport- und Schilhenperciniaun«. Lauptverein-oeisamniluna Dieno- taa. 10. Mär,. 20 Uhr. bei Reche. Mchcr Str. 20. 19 Uhr daselbst Vor- st,ndsfitillN(i. Touristen»ercin»Die Jlaterfrou: de", Zentrale Wien. Dienetast, 10. Mär». 20 Uhr. Abt. ssriedrichohain: ssranisurter Allee 317. Proletarische Kultur.— Abt. gricdenau: Osfcnbacher Str. da. Lustiaer Abend.— Abt. Mite: Johannis- straöc 15 Sine Aincrikalahrt.— Abt. Norden: Sonnenhuracr Str. Z.i. Karl Murr und die Arbeitcrbcroeauna.— Abt. Wcddina-Gelundb'nnncn: W'lldenow» strafte Z. Deschäftliches.— Abt. Sumtoidthain: Willdcnowstr. 5. iZweckmilftigc Ernährung.— Raturlundliche Abteilung: ssohanniestr. lä Arbeitsobcnd- Vhotogetneinschaft, 916'. Mitte: Kobannisstr. 13.— Mittneof-, lt. März, 20 Uhr. Osten sIugendaruppe): ssrankfurter Allee 307.— Donnerstag, 12. Mär», 20 llhr. Abt. Lichtenberg:(Suntirstr. 44. Geschäftliches.— Streichorchester: 19—21 llhr bei Weiftenberger. ffrcil-aralhstr. 9. o. I.— Mandolinenarchcster: 19—21 llhr. flohanni-sir. lä.— Abt. Brenelaner Berg: Danaiac.r Str. 63 sZiarack« III. Dr. Schiitter Der Sozialismus als Kulturbewcanng.—-Abt. Sildroest: Aorckstr. 11. Intcrcssantes ans der Ecoloajc.— Abt. Ncickälln: Bähmische Str. 1— 4. Gesefte der bildenden Kunst und Malerei sLichtbiiderl— 9lbt. Ticrgar'en: Lehrter Str. 18—19. Revolutionäre Dichtung.— Abt. Spandau: Lindenuser 1.— Abt Äeiftensee: Visioriuostr. 24.—?n lein am K-nnabevd. dem 14. Mär», im Alperdorf. Inoal denstr. 63, stattfinde»»« Alpensest find noch starten in der Geschäftsstelle erhältlich.