Morgenausgabe Tir. 121 A 61 4S.Iahrgang Wöchenllich 85 movalllch 3,60 VL im voraus zahlbor. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 6.— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen» vorto 6.— M. 4 Der.Vorwärts' erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im fjandel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilage.Volt und Zeit'. Ferner.Frauenstimme'. �Technik"..Blick in die Bücherwelt'. »Iugend-Dorwärts'u..Stadtbeilage' F M. Berliner Volksblatt Freitag 13. März 1931 Groß-Verlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die einspalt. Nonpareillezelle 80 Pf. Rellamezeile 5.— RM.„SUcine An- zeigen" das fettgedruckte Wort 2ö Pf. Zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort lS Pf.. jedes wettere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien» e40r �" -. /, DIJ Der Verlag behält sich das Recht der A blehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvalorgan der Sozialdemosvatischen Oartei DeutsOlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 2 srernsprechcr: Dönbofi LÄZ— 237 Telearamm-Adr.: Cozialdemokral Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postschecklonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeltcllten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u.DiSe.-Ges.,Deposltenk., Jerusalemer Etr. 65/66. Indiendebatte im Llnterhane. Lleberraschung des Tages: Raldwin stimmt zu. Loirdon, 12. März(Eigenbericht). Im Unterhaus begann am Donnerstagnachmittag die mit großer Spannung erwartete Jndiendebatte. Ms erster Redner erhob sich der konseroatioe Fuhrer B a l d w i n, der zugleich alle Erwartungen enttäuschte. Der von seinem rechten Flügel zu Beginn der Woche gegen die Jndienpolitik der Arbcitcrrcgierung aufgeputschte Baldwin fiel in seiner Rede wieder einmal um, diesmal aber aus die Seite der Regierung. Er erklärte, die konservative Politik sei unverändert. Die Konscr- vatioen stünden in der indischen Frage hinter der Regierung, von der sie wünschten, daß ste das begonnene Werk vollenden möge. Dabei würden sie der Regierung mit Rat und Tat znr Seite stehen. Der positive Teil der großen Indiendebatte des Unter- Hauses war die Rede des Ministers und Unterstaotssekretärs für Indien Wedgwood Bonn. Aus ihr geht hervor, daß die Ar- beiten der englischen Konferenz in Indien fortgesetzt werden und daß im.herbst in London die endgültige Schlußsitzung stattfindet, an der auch Gandhi teilnehmen wird. Diese neue Londoner Konferenz soll die Basis der künftigen indischen Ber- f a s s u n g festlegen, um damit das von der Arbeiterregicrung be- gonnenc Werk zu vollenden, das der Zukunft des indischen Volkes den Weg bereitet und gleichzeitig den Grund legt für die Vcrständi- gung zwischen Indien und England. In diesem Plan wird sich hie Arbeiterregicrung von keiner Opposition beirren lassen und zu diesem Werk hat sie die Zustimmung der Liberalen und sogar die Mitarbest der gemäßigten Konservativen. Das ließ mich die Red« des konserixitioen Führers Baldwin klar erkennen, und dies war zugleich die große II c b c r r a s ch Ii n g der gesamten Debatte. Immer wieder fand der konservative Führer den großen Beifall der Arbeiterpartei und der Liberalen, während ein großer Teil seiner eigenen konservativen Freunde unbewegt dasaß und von einem Erstaunen in das andere siel. Baldwins Rede war ein mutiges Belenntnis und eine große Anerkennung für das von der Arbeiterregierung geleistete Werk der Versöhnung mit Indien. Innenpolitisch waren die Ausführungen des konservativen Führers Kampfansage und Herausforderung an seine Gegner in der eigenen Partei.„Solange wie ich die Kon- servative Partei führe", rief Baldwin zu Churchill gewandt. „solange werden wir gemeinsam mst den beiden anderen eng tischen Parteien an der indischen Frage zusammenarbeiten. Wenn es andere Auffassungen in der konseroatwen Partei gibt und diese Ansichten die Mehrheit davontragen sollten, dann soll sich diese konservative Mehrheit einen anderen Führer wählen. Wenn sie aber in der Minderheit bleibt, dann müssen diese Vertreter der Konservativen still sein und nicht das Werk gefährden, dos entscheidend ist für den Wohlstand und für die Zukunft Englands. Stumm und betrossen blieb es in den konservativen Rechen und der stürmische Beifall des gesamten übrigen Hauses begleitete diese Worte Baldwins. Selbst Churchill konnte sich des großen Eindrucks. den die Rede hervorrief, nicht erwehren. Er sprach zwar scharf und bitter gegen das Friede nsobkonunen, aber es war diesmal nur«in« Schamad« gegenüber den bisherigen Fanfaren, die Churchill in den öffentlichen Versammlungen geblasen hat. Der Kampf in den konservativen Reihen wird weitergehen. Der Fechtboden wird vom Unterhause in die konservative Press« und Parteioersammlungen gelegt werden. Es scheint jedoch, daß Bald-' wi n der Entscheidung nicht mehr ausweichen kann und so betrachtet, darf seine Unterhausrede als eine Flucht in die Oeffcntlich- k e i t betrachtet werden. Aehru gegen Gandhi. Vlvtige Kämpfe in Bombay. Bombay. 12. März.(Eigenbericht.) Anläßlich der Elnweihung des der allindischen Bewegung zurück- gegebenen Bombayer Vereinshauses kam es zu heftigen Kämpfen zwischen Anhängern Gandhis und der dem Friedensschluß abholden und von Nehru geführten Opposition. Di« Radikalen hatten das Gebäude besetzt und eine rote Fahne gehißt. Erst nach dreistündigen Verhandlungen waren sie zum Zlbzug zu bewegen. Später kamen sie jedoch wieder. Es entstanden Kämpfe, bei denen 20 Personen verwundet wurden. Polizei mußte die Strestenden trennen. Damit ist der Meinungsstreit im allindischen Lager zum erstenmal auf der Straße ousgesochten worden. Hinter Gandhi steht jedoch die überwältigend« Mehrheit der Bevölkerung, die ihm überall einen triumphalen Empfang bereitet. Hermann Müllers Erkrankung. Eine Zalfchmeldung.— Heuie Overation. Die ungünstigen Nachrichten über die Erkrankung Hermann Müllers machte sich ein gewissenloser Bursche zunutze, um die glück- licherweise falsche Todesnachricht zu verbreiten. Um 5 Uhr nach- mittags durcheilte diese Alarmnachricht den Reichstag und erweckte bei allen Parteien und Pressevertretern aufrichtige Trauer, bei unseren Genossen natürlich tiefen Schmerz. Der verontworwngs- lose Bursche hatte sich am Telephon als„Moabster Kranken- haus" gemeldet, die Todesnachricht gegeben und„im Namen des Aerztckottcginnrs herzliches Beileid" ausgesprochen. Durch Rücksrgge bei der Familie Hermann Müllers und in der Klinik wurde die Unrichtigkeit dieser Nachricht sofort festgestellt. Hermann Müller liegt in der Klinik des Professors Dr. Zondeck, der zugleich Leiter des Moabiter Krankenhauses ist. Das wußte der Anonymus nicht. Die behandelnden Aerzts traten abends 7 Uhr zusammen und kamen zu dem Entschluß, am heutigen Bormittag eine Operation durchzuführen. Es besteht Aussicht auf Lokalisierung des Abzessss, der sich gebildet hat. Am Abend war Hermann Müller zwar etwas matt, ober bei Bewußtsein, und sein allgemeiner Zustand war immerhin so, daß die Acrzte den Entschluß zur Operation faßten. Oer Krach in der Krick-Koalition. Die Schmerzen der Voltspartei. Die thüringischen Koalitionsparteien leben wieder im schönsten Krach Die Presse der Nationalsozialisten hat die Deutsch« Volts- partei aufs massivste angegriffen. Die Deutsche Voltspartei fordert Widerruf, aber die Nationalsozialisten denken nicht daran. Der Präsident des Thüringischen Landtages soll nun vermitteln, aber ehe er noch zu einer Vermilllungsaktion gelangt ist, schassen die Nationalsozialisten neue Tatsachen. Der Fraktionsführer der Nationalsozialisten, Abg. S a u k e l. erklärt in der Weimarer Hakenkreuzzeiwng unter neuen außerordentlich scharten Angriffen gegen die Deutsch« Volkspartei, daß die National- sozialisten nicht daran dächten, irgend etwas zurückzunehmen. Die Taltit der thüringischen Nationalsozialisten besteht darin, der Volts- partei bei jeder Gelegenheit zm» Bewußtjet» zu bringen, daß sie sich unter dem Stiefel befindet, und daß sie zwar den Stiefel küssen, aber nicht daran denken darf, sich ihm zu entziehen. Man spekuliert mit der Angst der Deutschen Volkspart«! vor Neu- wählen— und damit spekuliert man sicherlich nicht falsch. So wird trotz der neuen Zuspitzung des Kraches der thüringischen Koalitionsfreunde auch diese Krise wieder damit enden, daß die Deutsche Volkspartei sich löblich unterwirft. Krick-Gehatt darf nicht gekürzt werden? Im Haushaltsausschuß des Landtags wurde der Antrag der Na- tionalsozialisten. die Gehälter der Minister von 16 000 aus 12 000 Mark herabzusetzen, mit den Stimmen der National- sozialisten bei Enthaltung aller übrigen Parteien angenommen. Der Regicrungsocrlreter stellte aber fest, daß diese Gehalts- kürzuug sich nicht aus die drei derzeitige« Minister auswirken werde, sondern ovr aus künflige Minister. Der Antrag, die Aufwandsentschädigung der Minister, die im Jahr 2000 Mark beträgt, zu streichen, wurde mst den Stint- men sämtlicher Regierungsparteien, als» auch der Hakenkreuzler, abgelehnt. (Streit in Krankreichs Bergbau? Beginn am 30. März Paris, 12. Mär;. Die Delegierlenverfammlung des sranzösischen Gruben- arbeiterverbandes. die, wie gemeldet, heute in Paris zusammengetreten war, hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der angesichts der Tatsache, daß die Verhandlungen der Regierung mit den Grubengesellschasten über die Rückgängigmachung der vor kurzem durchgeführten Lohnherabsehnng zu keinem Ergebnis geführt haben, der am 13. Februar gefaßte Streikbeschluß bestätigt wird. Der Generalstreik soll am 30. März durchgeführt werden, falls bts dahin nicht noch eine Einigung mit den Gruben- gesellschaslen erzielt werden solle. vombcnleger aus Urlaub. Der im Wtonaer Bombenleger- prozeß zu einer siebenjährigen Zuchthausstrafe ver» urteilte Landvolkangehörige C l a u s H c i m ist auf Fürsprache seines Heimatgeistlichen sür kurze Zeit aus der Strafanstalt in Mona beurlaubt, um an der Einsegnung seiner Tochter teil- nehmen zu können. Fortschritte. Drei Versprechungen Etegerwaldö. Der Reichstag hat gestern mit der Beratung des H a u s- Halts des Reichsarbeitsmini st eriums begonnen. Dieser Haushalt ist für die Arbeiterschaft von der größten Bedeutung, seine Gestaltung beeinflußt ihre Lage während der Krise sehr wesentlich. Hier sind die Tatsachen und Zahlen, die deutlich die Rot und die Gefahren zeigen, die die Wirtschaftskrise mit sich bringt. Fünf Millionen Arbeiter sind erwerbslos. Eine sehr große Anzahl von Arbeitern ist aus Kurzarbeit beschränkt. Der volkswirtschaftliche Berlust infolge der Erwerbslosigkeit beträgt insgesamt 9 Milliarden Arbeftsstunden. Der Ausfall an Kauf- kraft wird auf 6 Milliarden Mark geschätzt. Die Lohnsenkungswelle hat die Arbeiterschaft fast bis auf das Lohnniveau der polnischen Arbeiter herabgedrückt. An der Spitze aller europäischen Länder steht Dänemark, es hat die höchsten Löhne. Es folgen Schweden. Großbritannien. Frankteich, die Niederlande. Deutschland aber folgt erst kurz vor Polen! Die Lohnsenkungswelle genügt dem deutschen Unter- nehmertum nicht. Die Metallindustriellen in Bayern sind mit einem sechsprozentigen Lohnabbau nicht zufrieden, sie haben deshalb 40 000 Metallarbefter ausgesperrt. Die Krise bedroht die Arbeiter mit völligem Absinken des Reallohnes, mft wachsender Erwerbslosigkeft. Die Unter- nehmer wollen die Reservearmee der Erwerbslosen benutzen, um vom Schlichtungswesen freizukommen und die Löhne un- gehemmt weiter zu drücken. Welchen Kurs wird der Reichsarbeitsminisier in dieser Situation einschlagen? Herr Stegerwald hat die Beratung des Sozialetats im Reichstag mit einer längeren Rede eingeleitet, die in drei wesentlichen Punkten eine grundsätzliche Stellungnahme ent- hielt. Sie betreffen die Haltung der Reichsregierung zum staatlichen Schlichtungswesen, zur Lohnentwicklung und zur Unterbringung von Arbeftslosen durch Arbeitszeitverkürzung. Das Schlichtungswesen hat gegenwärtig seine schärftten Gegner im Lager der Unternehmer, die von einer Lohngestaltung, die unbeeinflußt von der Staatsgewalt, aber unter dem Druck von fünf Millionen Erwerbslosen steht, eine Förderung ihrer Absichten auf weitest gehenden Lohnabbau erwarten. v Diesen Anschauungen trat Stegerwald entgegen mit dem 5)inweis, es sei unlogisch, völlig freie Lohngestaltung zu ver- langen und gleichzeitig die Aufrechterhaltung von unwirtschaft- lichen Preisbildungen in Kartellen, sowie hohe Zölle gegen- über dem Ausland zu fordern. Bei der L o h n e n t w i ck l u n g der letzten Zeit hat man oft den Eindruck gehabt, als ob die Reichsregierung entgegen ihren früheren Erklärungen nicht nur die Nominallöhne den sinkenden Preisen anpassen wolle, sondern auch das Ziel der Senkung der Reallöhne verfolge. Jetzt hat Stegerwald erklärt, Sinn der Regicrungspolftik sei es nicht, eine Kürzung der Reallöhne herbeizuführen. Ihr Zweck und Bestreben sei vielmehr eine Senkung der Ge- stehungskosten. Auf längere Sicht gesehen, werde er sich, so- weit das auf dem Wege der Schlichtung überhaupt möglich ist, nachdrücklichst einer Senkung der Reallöhne widersetzen. Auch zu der immer noch umstrfttenen Arbeitszeit- Verkürzung, die von der Arbeiterklasse als ein wirksames Mfttel zur Linderung der Erwerbslosennot angesehen wird. nahm der Minister Stellung. Er betonte, daß, falls den ftei- willigen Bemühungen um eine wesentliche Verminderung de? Arbeitslosenheeres ein durchgreifender Erfolg nicht beschieden ist, die Regierung gesetzgeberische Vorschriften über eine Arbeitsstreckung durch Arbeitszeitverkürzung er- lassen muß. Wir wollen durchaus anerkennen, daß diese Hinweise des Reichsarbeftsministers für seine künftige Politik einen ge- wissen Fortschritt darstellen. Es sind zwar bisher nur Worts und Bersprechungen, die bei weitem nicht den Forderungen der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften aller Richtungen zur Ueberwindung der Krise entsprechen. Aber der Unter- schied zwischen den jetzigen Erklärungen der Reichsrsgierung und den früheren ist unverkennbar. Er wird besonders deut- lich durch die Hervorhebung, daß es sich in dem jetzigen Stadium der Krise darum handeln müsse, unter allen Umständen das Heer der Arbeitslosen zu ver- mindern und die Arbeitslosen auch durch das Mittel der StreSung der Arbeitszeit in den Arbeitslosenprozeß wieder einzureihen. Dies sind in der Tat die entscheidenden Fragen. Die Sozialdemokratie verschließt sich der Erkenntnis nicht, daß angesichts der Finanznot das Wichtigste die Erhaltung der Sozialleistungen und ihre Behauptung über die Zeit der Wirtschaftskrise hinaus ist. Um so mehr muß sie auf der Forderung bestehen, daß der Schlichtungsapparat nicht in einer Weise gehandhabt werde, der die Kaufkraft des 'Arbeitslohnes noch weiter vermindert. Und nicht minder wichtig ist es, daß von dem Angebot der Arbeiterschaft, zugunsten ihrer arbeitslosen Klassengenossen in eine Verkürzung der Arbeitszeit einzuwilligen, um- fassender Gebrauch gemacht wird. Von dem Reichsarbeitsminister wird man in erster Linie oerlangen müssen, daß er es nicht bei seinen Erklärun- gen belaßt, sondern durch seine Handlungen zeigt, daß er auf dem angedeuteten Wege wirksam zur Milderung der schlimmsten Folgen der Krise beitragen will. GoziaZdemokratischerparteiausschuß. Äorbereitung des Parteitages.— politische Nistussion. Am Donnerstag vormittag tagte der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei. Er beauftragte den Parteivor- stand, dem schwer erkrankten Vorsitzenden Hermann Müller die besten Wünsche für seine baldige Genesung zu übermitteln. Der Parteiausschuß stimmte sodann den Vorschlägen des Parteivorstandes für die Tagesordnung des Leipziger Parteitages zu. Danach soll Genosse Tornow über „Die kapitalistische Wirtschaftsanarchie und die Arbeiterklasse", Genosse Breitscheid über den„Faschismus und seine Ueberwindung", Genosse Ollenhauer über„Die Partei und die Jugend" sprechen. Diesen Referaten soll der Bericht der Reichstags- f r a k t i o n folgen. Der Berichterstatter wird von der Reichs- tagsfraktion noch bestimmt werden. Den Kassenbericht und den Bericht über die Organisation werden die Ge- nassen Ludwig und W e st p h a l erstatten. Der Parteiausschuß nahm schließlich einen Bericht des Genossen B r ei t s ch e i d über die politische Lage entgegen, an den sich eine längere Diskussion anknüpfte. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Otio Braun und die Handarbeiter. Hakenkreuz-Dummheit. � Es schwebt augenblicklich ein Strafverfahren gegen einen Landarbeiter I u n g b l u t h, der in einer öffentlichen Hakenkreuz- versomnilung folgende Aeußerung getan hat: „Die Minister Braun, Severing und Grzesinski hätten alle nickt die erforderliche Vorbildung und gehörten ins Gefängnis." Alle drei Minister hakxn in der Tat ihre Eignung zum Regieren nicht dadurch erwiesen, daß sie in einem feudalen Corps studiert und die juristischen Staatsexamina abgelegt haben. Biel- mehr haben sie in jahrzehntelanger hingebungsvoller Arbeit" von irühec Jugend an für die Rechte der Arbeiterklasse gekänipft. Hätte der Landarbeiter Iungbluth seine„Vorbildung" zum Politisieren 'sich nicht in den Agitationslokoten der Nazis geholt, sondern durch das Studium der den sozialdemokratischen Arbeitern wohlbekannten Gstchichta der deutschen Arbeiterbewegung, so wüßte«r, daß Otto Braun es war, der sofort nach seinem Amtsantritt als Volks- beauftragter in Preußen den Landarbeitern das Koolitions- recht gegeben hat und sie dadurch van den drückenden Fesseln politischer völliger Rechtlosigkeit und beruflicher Versklavung befreit hat. Vor dieser Tat des Genossen Braun, die Hunderttausenden deutscher Landarbeiter erst die elementarsten politischen und beruf- licken Menschenrechte oerschafft hat, hätte weder �ungbluth noch ein anderer Landarbeiter es wagen dürfen, sich in einer politischen Partei zu betätigen oder nur öffentliche Reden zu hallen, ohne jofort mit Schimpf und Schande aus dem Dienst gejagt und auf die schwarze Liste gesetzt zu werden! Severing zum polizeieiai. Wer Zellen bildet, wird entfernt. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags sprach Innen- ininister Severing zum Poli.zeictat. Der Hunger sei jetzt der größte Feind. Er ist auch Ursache für die Vermehrung der politischen Zusammenstöße. Die Steige- rung der Exzesse infolge der politischen Verwirrung mache eine sorgfältige Ausbildung nicht nur der Schutz- p.olizei, sondern euch der Kriminalpolizei zur Pflicht. Nach seinem Amtsantritt im Oktober vorigen Jahres Habs seine erst« Besprechung den Fragen der Ausrüstung und Transportfähigkeit der Polizei gegolten, da bei der Gefahr bewaffneter Zusammenstöße die Polizei auch für diese Fälle vollkommen gerüstet sein müsse. Cr könne mit gutem Grunde die Versicherung abgeben, daß auch bei größeren bewaffneten Auseinandersetzungen, die hoffcntlick) nie eintreten werden, die Polizei allen Anforde- rungen gewachsen sein werde. Es sei jetzt nicht die Zeit, Experimente oder Versuche in der polizeilichen Organisation zu beginnen, da diese nur eine gewisse Un- sichcrheit mit sich bringen würden. Die Zuverlässigkeit der Polizei stehe außer Frage.&d}er befänden sich unter den Polizeibeamtcn hier einige Kommunisten, dort auch National- sozialisien. Aber das bedguts kein? Zersetzung oder Gefährdung der Schlagkraft der Polizei. Er treibe keine Gcjinnungsjchnüjjeiei. aber jelbslversiändUch müsse und werde er gegen einzelne Personen vorgehen, die durch .Hellenbildung polilischer 2Irk das Instrument der Staalsexekulive zu gefährden suchten. Bei der großen Anzahl von Aufgaben, die die Polizei zu erfülle» habe, kämen natürlich hie und da Mißgriffe vor, dem? auch die Polizeibeamten seien nicht lauter Engel. Wer allerdings wehrkoj« Oesangene, die unter polizeilichem Schuh sogar stü??den, als Polizei- leamter?nißhandelc, der sei nicht wert, in der Polizei zu bleib«??. Arn Schluß seiner Ausführungen stellte der Minister fest, daß allge- mein bc! der Beratt'.na des Polizeietais zum Ausdruck gekommen |[?, daß vieientliche Abstriche am Polizeietat nicht gemacht wurden. Das begrüße er, denn es fei ihm ein Beweis dafür, daß die Polizei- I'ch« Arbeit feines Ministenums sich auf dem richtigen Wege befände. Ein« gute Polizei sei«ine Voraussetzung für ungestört« Arbeit am Aufbau und Aufstieg unseres Vatersondcs. Wirischastsnotui?t»Rationalifierung Sozialpolitische Reichstagsdebatte Der Reichstag hat ain gestrigen Donnerstognochmittag die zwclle Hanshallsberatung beim Reichsorbeitsministerium fortgesetzt. Ucber die Ausschußverhandlungen berichtete Abg. Aufhäuscr(Soz.) besonders über die starke Kürzung der Ausgaben a?ls Ersparinsgründen, namentlich beim Verscrgungs- wesen, wo Personal entlassen, Beweiserhebungen eingsschräntt und dadurch die ganze Amtsführung verlangsamt und verschlechtert wird. Minister Stegerwaid: Das Schlichtungswesen hat zuin ersten Male seine Probe in einer schweren Krise??zeck zu bestehen. Gegen Z Millionen Arbeiter, die vor dem Kriege unter Tarifverträgen stände??, sind es heut« ein Vielfaches davon. Tarifverträge sollen— praktisch gesprochen— Gewerbegesetze sein: viele davon sind nicht organisch gewachsen und haben darum gewiss« Mängel. Der Minister zählt die Vorschieden- Helten im Tarifvertragswesen auf. Mit Starrheit ist das a?ntlichs Schlichtungswesen nicht über die Krise hinwegzubringe??. In einer Zeit von 5 000 000 Arbeitslosen und einigen Millionen Kurzarbeiter«? sind die Stundenlöhne der Arbeitenden nicht maßgebend, sondern nur der Jahresarbecksverdienst. Es ist unlogisch von den Unternehmern. Lohnfreiheit zu verlangen, selbst aber durch Kartelle unb_Trusts die Preise zu binden,(«ehr richtig!) Die verschieden hohe Spanne der Lohntarife zwischen Zeitlohn und Akkordlohn haben zu ver'chieden großen Äkkordlohnkürzungen geführt. Das Znstiluk für konjuoklursorschung berechnet gegenüber einer Einkomrncnskürzung von 10 Proz. eine Preissenkung um 7'/j Proz. Die Regierung hat die Kohlen- und Eisenpreije vor der Lohnsenkung und stärker als diese war, gesenkt: sie will gar keine Verringerung der Reallöhne. Mit den Verbindlichkeiks- erklärungen ist Zurückhaltung zu üben. In laufende Tarifverträge greift die Regierung nicht ein, denn das iväre dann cmch taufenden Privatverträgen billig.(Zuru? links: Ui?d die Arbeitszeitverkürzung?) Die kommt meistens ei>?v«rständlich zustande, wenn die Arbeiter vor der Wahl stehen: Entlassungen oder kürzere Arbeitszeit. Ich sehe für die nächste Zukunft ein?'iel stärkeres Zusammenarbeiten zwischen Unternehmern und Gewerkschaften. Waä die immer mehr umstrittene Arbeitszeit- Verkürzung anlangt, so betone ich nochmals, daß die Regierung, falls ein durchgreifender Erfolg den freiwilligen Bemühungen um eine wesentliche Ver- Minderung des Arbeitslosenheeres nicht beschieden ist, gesetzgeberische Vorschriften über Arbeits- streckung durch Arbeitszeitverkürzung erlassen muß. Wir stehen geistig, gesellschaftlich und ökonomisch zwischen dein bolschewistischen Rußlai?d und den? hochtapitalistislyen Weste??: ein solches Schlichtungswesen wie wir hat kein ai?deres Land. Jetzt ist die Hauptfrage: Wie schassen wir Arbeit, da?nU i?icht S'A Millionen Menschen selbst iin Soinmer untätig sind. Die Fünf- tägewoche kann man nicht stisteinatisch einführen, aber ZO000O bis 500 000 Arb«cker könnten durch sie wieder eingestellt werden. Wie hat man??ilch als Lohnraubministsr verschrien!(Zurufe der Koin- munisten: Ist auch wahr! Viel zu milde!) Zch häkle ciomal sehen wollen, wie die Löhne unter einem kommunistischen Regime wären! veschimyst hol man inich auch weg-n der Erhöhung der Beilrage der Arbelkslosenversichcrung. Aber das rvor der einzige weg zur Sanierung der Arbeikslojcn- Versicherung. Wir können unsere Arbeckslosen nicht ohne UntersüiHung lassen, wie in Amerika. Kein Mensch hätte mich bestimmen können, die Staats- Maschinerie zum Lohndruck zu gebra?tchen(Gelächter der Komm.), wenn irgendein arlderer Weg da wäre. Jeder Ehrliche muß zugeben, daß unsere Wirtschaft mit Steuern, Beiträgen und Abgaben höher belastet ist, als in irgendeinem anderen Lande. Man kann sie nicht höher belasten.(Rufe der Ko?nm.: Millionärsteuer!) Wenn es damit zu machen wäre, hätte der Finonzminister keine schlafloscn Nächte mehr. Bekäme ich langfristige Kredcke von 1 bis 1), Milliarden zu erträglichem Zi??sfuß, so würde ich ein Arbeitsbeschosfungs- Programm aufstellen niit der Reichsbahn im Mittelpunkt, so daß 300 000 bis 400 000 Arbeiter Beschäftigung fänden. Nur durch das in der Geschichte beispiellose Opfer des Volkes u>?d der deutsche,? Arbeckerschaft ist es möglich geworden, 5 Millionc?? Arbeitslose über diesen Winter zu bringen. Wir haben auch noch weiter mit der großen Krise zu rechnen. Die Wohnungspolitik dieses Jahres hängt hauptsächlich davon ob, ob wieder privates Kapital für zwcitstellige Hypotheken gewonnen werden kann. Die öffenllichen Bauken werden 1931 stark zurückgehen, und für gewerbliche Banken fehlt meist der Bedarf. Der Wohu!?gsbau ist in vielen Gemeinden bereits stark vorsinanziert. Die Hauszinssteuern? Ittel für den Wohnungsbau muhten stark oer- ringert werde??. Dafür hätte ich mich nicht eingesetzt, wenn das Reich frei über die Hauszinsfteuermittcl hätte verfügen können. Es geschah, ilrn jene Gcineinden zu entlasten, deren Rcalsteuern über den? Reichsdurchschnitt liegen. Da aber eine Einigung in der Realsteuer- frage mck den Ländern kaum erzielt werden wird, hat man die Realsteuern schematisch gesenkt, was für den Wohnungsbau nicht unbedenklich ist. Das Reich ist gewillt, für zweitstellige Hypotheken Bürgschaften zu übernehmen und sie mit einem Zirwsichcrungssonk-, zu untermauern. Für den Mieter kann es an sülz gleichgültig sein, ob seine Jahres- miete um 250 bis 300 Mark durch Gewährung 3000 bis 4000 Mark wesentlich verbilligter Hauszinsstenerhypothek herabgesetzt wird, oder ob er für die erst- und zweitstclligen Hypotheken der normalen Zinsfuß bezahlt und 250 bis 300 Mark Mietzuschuß erhält. Das letztere hat allerdings den Vorteil, daß dafür weniger öffentliche Mute! be- i?ötigt werden, als für Wohnungen, die mit Hauszinssteucrmitteln errichtet werden. In absehbarer Zeit ist jedoch eine wesentliche Zins- senkung für langfristige Anleihen zu crhosfei?, wodurch sich die Miels- Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln automatisch verringern. Es ist in den letzten Jahren vielfach zu groß und zu teuer gebaut worden. Eine Durchschnittswohnung darf heute nicht mehr als 0500 vis 7000 Mark kosten. In der nächsten Zeit werden vorzugsweise Klein- Wohnungen zu bauen sein. Aber auch auf die Wohimngsbedürfniste der Kinderreichen ist ausreiehend Rücksicht zu nehmen. Dem lönd- lichen Wohnungswesen sowie der Vorstadtsiedlung ist die größte Sorgfalt zuzuwenden.(Beisall.) Abg. Graßmann(Soz.): Wenn die Arbeitslosigkeit auch im Kalibergbau gestiegen ist, weil der Absatz zurückgegangen ist, so muß man daraus den Schluß ziehen, daß die Subventionen, die man der Landwirtschaft zuin Ankauf von Kalidünger gegeben hat, für andere Zwecke verwendet worden sind. (Sehr richtig! links.) Es ivsrden viele falsche Rezepte zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit ausgegeben. Unter anderem auch die Steigerung des Exports und die Herabsetzung der Exportwarenpreise als Heilmittel genannt. Aber entscheidend für den Absah der deulschen Industrie ist und bleibt der Innere Rkarkt. Und dieser kann nie und nimmer durch Lohnsenkung gebessert werden. (Sehr wahr! links.) Worauf es den Unternehmern wirklich an- kommt, hat sich soeben in Bayern gezeigt. Dort waren sie mit einem Schiedsspruch, der eine Oprozcntige Lohnsenkung bestimmte, nicht zufrieden und habe» 40 000?Netallarbecker ausgesperrt.(Hört, hört! links.) Der Lohnabbau wird weit über das sozusagen staatlich fest- gelegte Maß getrieben, schützt aber auch dann nicht vor Stillegung. So haben die Arbeiter eines Werkes in? südlichen Westfalen nicht nur 1027 aus die Lohnerhöhung verzichtet, um die angedrohte Stillegung abzuwenden, sondern seither Lohnherabsetzungen bis 25 Proz. auf sich genommen. Noch vor kurzem haben sie, un? der Stillegung zu entgehen, eine freiwillige Lohnherabsetzung angeboten. Trotzdem ist die Stillegung erfolgt, obwohl die Arbeiter drei Jahre lang zu außerordentlich niedrigem Lohn gearbeitet haben. Wie wenig Lohnsenkungen auf die Preisgestaltung einwirken, ist leicht nachzuweisen. In der Schuhindustrie gibt es Arbeiter, die seit fünf Jahren fortdauernd arbeitslos sind: mir ein Bruchteil der Arbeiterschast ist voll beschäftigt. Trotz des Lohnabbaues ist die Zahl der Arbeitslosen fortgesetzt gestiegen, und zwar gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres von 22,1 auf 32,1 Proz. und bei den Kurz- arbcitern von 47,7 auf 55,2 Proz. Das gilt für den Januar d I. Eine der ersten deutschen Schuhfabriken zahlt für Schuhs des Ver- kaufspreises von 12,60 Mark bis 24 Mark einen Lohn von 2,27 Mark. Im Durchschnitt beträgt der Arbeitslohn für ein Paar Schuhe zwischen 1.76 und 2,50 Rkark. Wer ober glaubt, daß infolge der Lohnsenkung auch die Schichpreise gesenkt werden, und daß eine Preissenkung von 25 oder 30 Pf. dcir Absatz steigert, noch dazu wo die Kaufkraft so zurückgegangen ist? In der Beurteilung der Lage und des als notivcndig Erachteten besteht kein Unterschied uicker den Arbcitern der verschiedensten politischen und konscssionellen Auffassungen. Alle sind einig dari?', daß der Reallohn erhalten bleiben, und daß keine Verschlechterung der Bezüge der Arbeitslosen eintreten darf. Der gewerbliche Mittelstand hol das allergrößle Jnlccesse, die Kaufkraft der Masten zu erhalten, deren Einnahmen nicht aus die hohe Kante gelegt werden, auch nicht ins Ausland gelzsn. sondern sofort, unmittelbar und vollständig der Mirtschasl zustießen, und zwar in der Hauptsache dem kleinen gewerblichen Mittelstand. (Lebhafte Zustimmung links.) Was für Summen dagegen srieren durch falsche Spekulationen der Industriellen und sogcifannten Wirtschaftssührer ein? Kann man da noch von einer Ratio(Ver- nunft) in der Wirtschaft sprechen?(Seh? gut! links.) Da Hot z. B. unsere Eisenindustrie mit einem schwedischen Eisenerztonzeri? einen langfristigen Vertrag abgeschlossen, gemäß dessen Deutschland die gleiche Menge schwedischen Eisenerzes mit einer ganz niedrigen Preisreduktion und etwas hinausgeschobenen Lieferungstermin abnehmen muß, obwohl in absehbarer Zeit keine Absatzmöglichkeit be- steht. Der schwedische Konzern aber kann 12 Proz. Dividende weiter- zahlen.(Hört, hört! links.) Die Enquetekommistion des Reichswirtschastsrotes hat vor einigen Monaten festgestellt, daß auch in der stärksten Konjunktur der deutsche industrielle Apparat nur zu 70 Proz. ausgenutzt worden ifk. In der Textilindustrie wurde vor dem Kriege eck? langwieriger Kamps darum geführt, ob der Arbecker einen oder mehrer« Stühle zu be- dienen hat. Eine Verordnung im Kriege bestimmte, daß an jedem Webstuhl ein Mann oder ein« Frau sitzen muß. heule bedien« bei einer Weberei in Loogenbielau ein Webe? 52 Webstühle,(hört, hör«! links.) Bei derselben Firma leistet eine Enlaiiderme.schine dieselbe Arheik. die früher 24 Arbeller in"> 48 Stunden erledigten, rni« zwei Arbeitern in einer vieckelstuodek Wir haben uns nicht gegen die Rationalisierung gewendet, weil wir ihren Kerngedonken für richtig halten: wir haben die Rationalisierung nur geduldet, weil eine Mehrproduktion zur Mehrbeschäftigung und zur Preissenkung führen sollte. Die gegenwärtige Wirtschaftsform aber macht das gesamte arbeitende Volk zum Opfer der Rationalisierung— das können wir auf die Dauer nicht dulden und nicht ertrogen. (Lebhafte Zustimmung links.) Mit der Forderung der Arbeckszeitverkllrzung van 48 auf 40 Stunden in der Woche haben die Gewerkschaften ein Beispiel gegeben, dem der Minister sein Lob im Superlativ spenden müßte. Die 40-Sttinden-Woche marschiert. Entsprechende Anträge von uns sind im Haushaltsausschuß angenommen worden. Wenn im vorigen Herbst die 40 zicht auf die Zugehörigkeit zur deutschen Sozialversicherung! Der deutsche Rheinreeder verdient an diesem Handel pro Matrose etwa 15 Mark pro Woche(siehe Gutachten der Rheinkommission), für Schiffer entsprechend mehr. Einen Vorschlag an die Rheinreeder: Wäre es nicht einfacher, den ganzen deutschen Rhein nebst Um- gegend anHollandzuverkaufen? Dann wären mit einem Schlage alle chre Wünsche befriedigt.— Das Vaterland spielt ja ohnehin für sie kaum noch eine andere Rolle, als sie etwa in Geld ausgedrückt werden kann. «.Patriotismus" bei der Hapag. Von der großen Arbeitslosigkeit sind auch die deutschen Seeleute nicht verschont geblieben. Allein in Hamburg liegen To»sende von Seeleuten seit Monaten ohne Beschäs- t i g u n g an Land. Trotzdem besetzt die Hanrburg-Amerika-Linie etwa zehn ihrer Dampfer in der O st a s i e n fa h r t mit ch inesi- schem Heizpcrsonal. Diese chinesischen Heizer sind bedeutend billiger als deutsche. Die Reederei spart erhebliche Lohnsummen, obwohl sie für zwei Deutsche drei Chinesen beschäftigt. Angeblich sollen die deutschen Heizer aus Gesundheitsrücksichten vor der schweren Arbeit vor den Feuern in den Tropen bewahrt werden. Daß dies blühender Unsinn ist, beweisen einige tausend deutsche Seeleute, die mitunter mehr als 30 Jahre ständig in dieser Tropenfahrt beschäftigt waren. Den billigeren Chinesen erleichtert man die Arbeit dadurch, daß man die Besatzung um 33 Proz. verstärkt.— Aus Patriotismus! Ist nun für die Chinesen keine Beschäftigung mehr vorhanden, so muß die Hapag auf ihre Kosten die Leute in ihre Heimat befördern. Wird dann ein Schiff aus der Ostasienfahrt aufgelegt— d. h. stillgelegt —, so hilft sich die Hamburg-Amerika-Linie auf andere Weise, u m sich und die Chinesen vor Schaden zu bewahren. In diesem Falle werden die Chinesen auf ein anderes Schiff der Reederei verbracht, das sonst mit deutschem Maschinen- personal besetzt ist. Das deutsche Personal wird dagegen abgemustert und bezieht nun Arbeitslosenunter- st ü tz u n g!— Aus Patriotisnmsl So ist der Dampfer„Lüneburg" der Hambuvg-Amerika- Linie, der in der Javasahrt beschäftigt wird und sonst mit deutschem Personal besetzt war, mit einer solchen steigewordenen Chinestncrew besetzt worden. Das deutsche Personal wurde abge» mustert und liegt für mindestens ein Jahr arbeitslos an Land. Nach Meinung der Reederei ist das deutsche Personal„gesichert", da es im Gegensatz zu den Chinesen ja Arbeitslosenunterstützung erhält. Diesen Mannschaftswechsel hat das.Reichsarbeits- Ministerium ausdrücklich gebilligt...! Generaldirektor der Hapag ist noch immer Herr C u n o, der Reichskanzler der Jnflations Periode von 1923! Der Kall Lkow. Erklärung der Auslandsvertretung der russischen Sozialdemokratie. Die Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands hat am 9. März folgende Erklärung beschlossen: „Jetzt, nachdem der Fälschungsprczeß der 14 zu End« gegangen ist, hält es die Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiter- parte! RuUands für möglich und notwendig, zur allgemeinen Kenetnis zu bringen, daß W. K. Jkow jener einzig« Angeklagte ist, der berechtigt war, als Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands aufzutreten, der in der Rede des Genossen Abramowitsch im Sportpalast und in der Erklärung des Genossen Dan beim Presseempfang der Auslandsvertretung erwähnt wurde und den sowohl die offiziellen Erklärungen der Ausstmdsvertretmcg als auch die Publikationen ihrer einzelnen Mitglieder im Auge hatten, wenn sie davon sprachen, daß nicht alle, sondern„f a st alle" Angeklagten fest neun, zehn und mehr Iahren aus der Partei ausgeschieden und seither nie in die Partei zurückgekehrt waren. W. K. Jkow, der mit der Politik der Partei bereits 1917/18 starke Differenzen empfunden hatte, hat sich auch damals schon von der Partei getrennt und er hat der Partei bis Mitte 1929 fern- g e st a n d« n. Erst zu diesem Zeitpunkt äußerte er d e n Wunsch, an der illegalen Parteiarbeit aus der Grundlage des ollgemein bekannten Aktionsprogramms der Partei und unter Wahrung der Parteidisziplin teilzunehmen: im Einverständnis mit der Auslands- Vertretung und den in der Sowjetunion tätigen Genossin hat er sich in der Tat an der Arbest der Partei beteiligt. Die Auslandsvertretung gibt sich keiner Täuschung hin hin- sichtlich der Beeinflussung smethoden, die gegenüber Jkow angewandt worden sind, um ihn. soweit man den amtlichen Prozcßberichten glauben darf, zu zwingen, in seinen Aussagen zweierlei Dinge zu vermengen:«inerseits die konspirative und infolgedessen. wie sich für jedes Mitglied einer illegalen Partei von selbst versteht, der Publikation in keinem Falle unterliegend« Wahrheit über Zusammenkünfte mit einzelnen Personen, über den Briefwechsel mit der Auslandsvertretung usw., andererseits notorische und offenkundige Lügen über angeblich von der Auslandsvertretung erhaltene„schädlinghcrfte" und.interventionistische" Anweisungen und über Aufträge, mit dem sogenannten„Unionsbüro" der Gromau, Scher u. a. in Verbindung zu treten. Die Auslandsvertretung be- lastet mit der Verantwortung für diese Methoden die Regierung der bolschewistischen Diktatur und konstatiert gleichzeitig, daß, wenn das Verhalten von W. K. Jkow vor Gericht wirklich so gewesen sein sollte, wie es die amtlichen Bericht« darstellen, er durch Beschluß der Parteiinstanzen aus den Reihen der Partei ausgestoßen werden wird. Zu den Schlußfolgerungen, die sich aus dem Moskauer Prozeß vom StandpunÄ eines parteiorzanisasorischen Umbaues ergeben, wird die Auslandsvertretung Stellung nehmen, sobald ihr nähere Mitteilungen von den Parteiorganisationen in der Sowjetunion zu- gegangen sein werden." Die Türkei hat die Einladung zur nächsten Tagung der Europa-Kommission angenommen. In der Rote des türkischen Außenministers an das Völkerbundssikretariat wir» aus- drllcklich betont, daß dsi Aussprache nur auf der Basis der S o u- veränität und der völligen Gleichberechtigung aller Staaten geführt und die Europa-Union keiner Mächtegruppe in an- deren Erdteilen oder in Europa selbst entgegengestellt werden dürfe. Der reichsdeulsche Kommunist Bernhard Kühl Königsberg ist in Stockholm verhastet worden. Angeblich hat e rüber finanzielle Unterstützung der kommunistischen Zeitungen in Schweden und Nor- wegen durch die russischen Bolschkwisten oerhandxlt. 43 Millionen Besitzsteuern. Die sozialdemokratischen Steaeranträge angenommen. Im Skeuerausschuß de« Reichstags wurde am Donnerstag mil den Stimmen der Sozialdemokralen und Kam- munisten gegen die Stimmen der Deutschen Volksparlei, der Staats- partei, der VZirlschaslspartei und des Landvolks bei Stimmenthaltung des Zentrums, der Bayerischen Bolkspariei und der Christlich- Sozialen die sozialdemokratischen Anträge aus Er- höhung der Aussichlsratssteuer von 10 auf 20 Prozent und auf Erhöhung des Einkommen st euerzufchloges von 5 auf 10 Prozent bei Einkommen von mehr als 20 000 Mark jährlich angenommen. Der Erlrag dieser beiden Maßnahmen wird 43 Millionen Mark sein. Er soll den Gemeinden zur Deckung der Lasten der Mohlfahrlserwerbsloseuunlerstützung überwiesen werden. In der Debatte betonte der Abg. Esser(Ztr.), daß innerhalb des Zentrums der sozialdemokratische Antrag auf Erhöhung der Aufsichtsratssteuer den geringsten Widerstand gesunden habe. Da- gegen sei der sozialdemokratische Antrag, der einen Zuschlag zur Einkommensteuer für die Einkommen über 8000 Mark wolle, für das Zentnim unannehmbar. Auch werde das Zentrum keine Erhöhung der Vermögenssteuer zulassen, da vielfach große Vermögen ohne Ertrag sind. Auch der Abg. W i n s ch u h(Staatsp.) und Dr. Hugo (D. Vp.) lehnten die sozialdemokratischen Anträge ab. Die Stellung der Sozialdemokratie zu den kommunistischen Anträgen legte Abg. Dr. Hertz(Soz.) dar. Er stellte fest, daß der kommunistische Millionärsteuerantrag sich nicht nur gegen die Kapita- listen richte, sondern die Wirtschaftsunternehmungen der Arbeiter- klasse und die Unternehmungen, die dem öffentlichen Wohle dienen, erdrosseln werde. Cr sehe vor, dgß Konsümgenossenschaften, Gcwcrk- schaften, Sparkassen, gemeinnützige Unternehmungen, Versorgung»- betriebe der Gemeinden usw., die bisher alle steuerfrei si.id, sowohl von der 20prozentigen Abgabe des Vermögens, als auch von der Erhöhung der Körperschaftssteuer um 20 Prozent und von der Erhöhung der Gewinne bei gewerblichen Unternehmungen um 20 Prozent betroffen würden. Die Folge einer, solchen sinnlosen Besteuerung wäre nicht nur die Erdrosselung dieser Unternehmungen, sondern auch die größte Schädigung der Arbeiterschaft, die diese Unternehmungen in jahrzehntelanger mühseliger Arbest ausgebaut haben. Aus diesem Grunde werde die Sozialdemokratie den kam- munistischcn Antrag ablehnen. Er sei aber auch sonst formell wie sachlich undurchführbar, da er einem Millionär, der ein Einkommen von 200 000 Mark habe, eine jährliche Steuer von 352 000 Mark. also fast dem doppelten Einkommen, auferlege. So sinnlos handele man nicht einmal in R u ß l a n d, wo man den Kapstalisten nur 45 Prozent ihres Einkommens wegsteuere. Di« beiden angenommenen sozialdemokratischen Anträge werden in der näch st ey Woche in der Vollversammlung des Reichstags beraten werden. Infolge des Widerstandes, den sie insbesondere bei der Deutschen Volkspartci und bei der Staatspartci sinden, wird man mit scharfen Auseinandersetzungen rechnen müssen. Die Debatten werden zeigen, daß die Soziatdemo- kratie keinen Wert auf aussichtslose Demonstrationen legt, wie es die Kommunisten tun, sondern bestrebt ist, etwas zu erreichen, durch das die verzweifelte Lage vieler Gemeinden und die Notlage dcr ausgesteuerten Erwerbslosen wirksam gebessert wird. Senator de Iouvenel. ehemaliger französischer Minister und Oberkommissar von Syrien, zu wiederholten Malen Delegierter Frankreichs beim Völkerbund, spricht am Dienstag, dem 17. Man. ruf Einladung des Deutschen Kulturbunds über„Deutschland und F r a n k re i ch". Der Vortrag in französischer Sprache findet abends 8 Uhr im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses statt. Karten im Vorverkauf bei Bote u. Bock, Wertheim und Filialen. Die Mlwe Zean Zaure», des am Vorabend des Krieges er- mordeten Sozialistenführers, ist gestern in ihrer Pariser Privat- wohnung gestorben. Das Begräbnis wird in ihrer fsiimat im Departement Tarn stattfinden. Sie hatte im Krieg auch ihren ein- zigen Sohn verloren. Politisch ist sie nie hervorgetreten. (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Dcrantwortllch für Politik: Dr. Cuti Geyer; Wirtschaft: G. Zkli-qelheicr: Geroerkschaktsdeweaunq: Z Steinet; Feuilleton: Dr. Jahn Schilorooli: Lokales und Sonstiges: isriy Star[(übt; An, eigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. vrrlag: Borwärts-Verlag 8 m. t. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchbruckerel und Berlagsanstalt Paul Sinqer u. Co.. Berlin EW KZ, Lindenstraste 2. Hierzu 2 Beilagen nnd»Stadtbeilage�. WERTHEIM Zusendung von S M an. Obst, Gemüse uu leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt GänSG gefroren, Pfd. 68r76,88p' Wolgahühner Ä?nTS„.n90«. Suppenhühner 96"- Pfd. von an Brathühner Pfund von an 1 ,t 0 HdSen gestreift und ausgeworfen,"W Pfund von an# W P'- Frische Eier 10 Sf» 78p,. » 0.81 Phind � � � Pfund ohne Kn., Frisch» Fleisch SchweinerUcken.BÜudt 0.76 SdiweineschInk..KUamm0.86 Rückenfett b'a",r,Äund 0.64 Gehackfes.... Pfund 0.80 Gulasch 0.90 Liesen 0.60 Hammel-Vorderll. 0.94 Rinderkamm Schmorfleisch Roastbeef 0.96°�°«.Z8 Kalbskamm...Pfund 0.64 Kalbsbrust u 0.74 Kalbskeule ftTp«! 0.84 Obst u. Gemüse Zitronen..... Duij.nd 0.32 Kalltorn. Birnen Pfund 0.38 Amerik. Apfel Pfd. 0.38 0.48 Apfelsinen vstd. 0.48 0.68 Möhren u. Zwiebeln 0.06 Weitzkohl..... Pfund 0.08 Rot' u. Wirsingkohl 0.1 2 Blumenkohl Kept v. an 0.25 Konserven 0*. Schnittbohnen 0.35 0.46 Brechbohnen..... 0.48 Schn.-u. Bredi-Bohnen 1 0.54 Spinat 0.39 Kohlrabi 0.33 Gemüse-Erbsen... 0.46 Junge Erbsen...t»'n0.85 Kalsersdioten 1.15 1.30 Leipziger Allerlei■. 0.66 Gemlsdit.Gemüsemteinl'0.e4 Gemischt. Gemüse«»>» 1.20 Bruchspargel dann.. 1.35 Bruchspargel stark... 2.00 Stangenspargel sl" 1.65 Stangenspargel sta* 2.28 RSiichcrwaren Bücklinge-. 4 Pfund von an VaXQ pid. itUl Sprotten p,ln 0.35 Kisidi. 0.36 Dorsch- DopÄ�an 0.40 Seelachs ta 5Änv'on.»0.46 Sprottbücklinge von an 0.48 Flecfcheringe pm- an 0.48 Soureti lforrafz (Sitlige £ehenstnittei Wurstwaren Hausmach. Sülze p� 0.52 Hannov. Rotwust pm. 0.70 Landleberwurst Pfund 0.88 Dampfwurst».««,.»». 0.88 Bockwurst"""'""»n 1.08 Leberwurst KS 1.10 iagd-, Kümmelwurst 1.25 Holsteiner s/i"mi�pwnd 1.38 K5nlgsfr.v Rosenthaler Str., Morffzplafp Schinkenpolnische 1.10 Berliner Mettwurst 1.10 Bierwurst..... Pfund 1,30 Käse u. Fett Camembert sä" 0.25 Harzerkäse odS»S; 0.48 Emmenthal. Art 0.58 Dän. Schweizer'p/äd 0.80 Limburger 0.46*£» 0.84 Margarine ffund 0.40 0.52 Tafelbutter Pfund 1 ,56 1.66 Dän. Butter>a ouai.. ptd. 1.78 Kolonialwaren Olympia-Mehl, 5-Pfund~6outel 1JS, IM»■ Rauhreif-Mehl SS' 1 55 Auszugmehl �äZf.»!»0.27 Korinthen..... Pfund 0.42 Sultaninen.... Pfund 0.42 Mandeln 1.40 Zitronat...... Pfund 1.10 Backobst 9,mIs Phmd»m 0«40 Kalif. Pflaumen Pfund 0.28 Kalif. Pflaumen Äw. 0.52 Erbsen u. Bohnen«.» 0.16 Wein Preis« für: i Flasdia, ohne Glas 1929 Oberhaardier Tisdiw. 0.73 1928 Senheimer Tischmosel 0.85 San Anionio span. Rotwein C.95 1929 Liebfraumildi(Goldk.) 1.00 1928 Niersieiner...... 1.25 1928 Oboringelheim. Rotw. 1.60 1921 Cht.LaLagune-Counyl.60 Halb& Halb Ukörspeziaiüzt 3,70 Weinbrand � Kronen' lüerfi. 4.60 Johannisbeer-Dessertwein 10 Liter 7.30, Liier 0.75 und weifern 0 Sorten zu bill. Preisen Dorsch Pfund von an 12 pt, Schellfisch 40 Pfund von an■ Pf. Seelachs u. Kabeljau ohn. Kopf, ganze � � Fische, Pfd. v. an X 4t Fischfilet 9 0p, Pfund von an � � Rotbars ohne Kopf, Pfund von an n? V GrüneHeringe 40 pf Pfund von an Bratschoilen Pfund von an 4 5 Nr. itTt« 4». Jahrgang Freitag, 13. März �931 Vampyre der Not sich--„Erb-Presser Erprasser"! Erpresser „Ehr'Presser" «4 Erpresser! Das Wart riecht förmlich nach Gentlemanoerbrechsr- tum, na6) geheimnisvollen Gestalten mit Halbmasken, nach phan- tastisch-n Summen. Das glatte Gegenteil von dein, was der ahnungs- lose Bürger in seiner abendlichen Kriminallektüre liest, ist der Fall. Das Großkapital, die Industrie, die Gesellschaft, der� Adel als Erpressungsobjekte stehen bei diesen„schweren Jungs" außer Ku�s. Sie überlasten es den kleinen Stümpern, den Dilettanten des Ver- brechens, auf Grund zufälliger Belege und Berdachtmomente die Aristokratien und Plutokratien zu erpressen! Sie denken gar nicht daran, ihre Manöver in den Mittelpunkt des öffentlichen Inter- esses zu stellen und befolgen hier die ungeschriebenen Gesetze des „Rings". Tatsächlich bringt die Polizei fast nur diese plumpen sogenannten„Erprester" zur Strecke, die nach dem Vorbild romantisierender Film« und Romane Kapitalisten und Angehörige der cberen Zehntausend„erpressen" und nach den ersten Anbahnungen gestellt werden. Sie sind die ungefährlichen Unorganisierten! Organisation muß sein! Auch die Außensester der Gesellschaft, die weder ins Bürger- tum, noch in das organisierte Proletariat passen, können heute ohne Organisation nicht mehr auskommen. Das ist bereits bekannt. Weniger bekannt aber ist, daß zu den wenigen Unterwelt- organisationen, die außerhalb der im„Großen Ring" zusammengeschlossenen Zwcckverbände existieren können, jener verein gehört, dessen Mitglieder meist Erpresser sind. Er ist unter den Vereinen der gefährlichste. Es gibt auch innerhalb des Rings strenge Trennungslinien, starke Kontraste, Komments und Reglements zwischen den einzelnen Vereinen. So werden beispiels- weise die als Zuhälter bekannten Mitglieder eines bestimmten Ver- kins, von denen jedes vier bis sechs Mädchen„laufen" läßt, die wiederum den Schutz des Rings genießen und seiner Gerichtsbar- teit unterstehen, von den Mitgliedern selbstbewußter„Fachoercine" (Libelle! Immertreu!) nicht für voll genommen. Angesichts dieser scharfen Gegensätze innerhalb des Rings, von denen höchst selten etwas in der Oeffentlichkeit verlautet und angesichts der Tatsache, daß diese so mannigfaltig spezialisierten Unterweltsvereine, deren jeder eine Macht für sich ist, doch immer zusammenhalten, fragt man sich, warum die Erprester es wagen können, ihre eigenen Wege zu gehen und ihr verhängnisvolles Wirten unabhängig von den Bruderschaften des Rings zu betreiben. Beamie als Opfer der Erpresser. Man kann die in dem beschriebeneii Verein organisierten Erprester in drei Kategorien spezifizieren: die erste besteht aus den „Ehr-Prestern", die zweite aus den„Erb-Prcssern", die dritte und gefährlichste aus den„Erprastern". Alle diese Spezialisten, deren Opfer der verarmte Mittelstand, Beamte, schlechtbesoldete Angestellte, alte Arbeiter und junge Menschen sind, kprz, meist solche, die uni ihre Stellung zittern, gehen systematisch vor und bedienen sich nicht nur der auch in anderen Unterweltkreisen bekannten.Maulwürfe" oder„Buddler"(das sind die horchenden Vorposten!), sondern haben Archive, in denen zu„bearbeitende Fälle" nieder- gelegt sind. Aeltere, in Dienst und steter Pflichterfüllung ergraute Beamte, die kurz vor der Pensionierung stehen, chaben z. B. aus irgendeinem Grunde Käufe in einem Abzahlungsgesrhäft abgeschlossen(Aussteuer für die verlobte Tochter u. ä.), haben zwei-, dreimal mit dem„Stottern" ausgesetzt, die Zahlungen stockten. Der 99* Terminvertreter der ausgedehnten luristischen Abteilung der Firma erstattete Anzeige... Prozeß... Der Schuldner wird verurteilt, zu zahlen... Hier tritt der„Ehr-Presier" auf den Plan. Der Beam's wird eines Abends vor dem Amt von einem bürgerlich aussehenden Herrn erwartet, der auf ihn zutritt und ihn in ein Gespräch verwickelt. Dos Ende vom Liede ist jedesmal: Der Beamte hat fortan keine ruhige Minute mehr. Periodisch tritt der Erpresser auf und „kassiert". Und wird nicht angezeigt. Warum? Weil der Beamte fürchtet, der Stellung, des Amts, der Pension und nicht zuletzt seiner Ehre verlustig zu gehen, denn er weiß: ein Beamter muß nicht nur eine absolut weiße Weste haben und darf mit Gerichten nur beruflich zu wn haben. Es haben sich gerade in letzter Zeit in Berlin ganz seltsame Beamtenselbstmorde ereignet. In zwei Fällen— beim ersten handelte es sich um einen Schupowachtmeister, beim zweiten um ein« Telephonbeamtin!— erschienen die Motive nicht tatbeweiscnd. In beiden Fällen hatten die Selbstmörder mit den Zahlungen an Kreditgeschäfte gestockt und wären nach den scharfen disziplinaren Bestimmungen ihres Amtes enthoben worden. Sollten sie nicht von derartigen„Ehr-Prestern" in den Tod getrieben worden fein? Erb-presser. Sehr ähnlich geht der„E r b- P r es s e r" vor. Auch seine Opfer sind kleine Zlngeftellte, die um ihre Stellung zittern und deren Angehörige. Ja, der„Erb-Presser" wendet sich an die Angehöigen, die Iran, die Erben des Opfers, die er an Hand. des ihm vom „Buddler" gelieferten Materials dergestalt einschüchtert, daß sie. „um die Gefahr von dem Sohn, dem Mann, dem Vater abzn- inenden," dem Erpresser aus seiner„augenblicklichen Verlegenheit helfen", aus seiner„Verlegenheit", die immer häufiger und stärker auftritt, bis die verzweifelt« Frau oder Tochter dem Opfer die ,Gc- schäftsverbindung" gestchen. Dann gibt es kein Zurück. Die Vertreter der gefährlichsten hier aufgeführten Kategorien, „E r p r a s s e r", kommen ohne die„Buddler" genannten Acht- groschenjpngen und Spitzel aus. Sie schließen Freundschaft mit jungen, minder bemittelten Leuten mit einein großen Bekanntenkreis, zeigen sich äußerst freigebig, prosten mit ihren„Freunden", die nicht ahnen, daß sie ein Werkzeug von verbrecherbanden sind, machen sie betrunken, entlocken ihnen Klatschgeschichte und suchen sich dann aus der Spreu die Körner, aus der großen Zahl der Schicksale, die sie erprossen, die Menschenleben, die sie erpressen werden! Die Mitglieder dieser in knappen Zügen skizzierten Erpresser- Vereinigung„arbeiten" nicht nur in Berlin. Berlin ist nur die Zentrale! Ihr Feld ist die Well! Sie arbeiten methodisch, grasen mitunter Städte und Provinzen ab, wie eine Landplage. Hier muß die Polizei versagen, solange die breite Masse nicht genügend über das Treiben dieser untersten Unterwelt. Nun wieder Glatteis. 20 Personen mit Knochenbrüchen in den Rettungsstellen. Das in den gestrigen Mittagslunden einsehende Tauwetter verwandelte die aus den Fahrdämmen liegenden Schneemassen in richtige Schlammslulem Zahlreiche Straßenzüge, darunter viele Hauptverkehrsstraßen, waren noch bis in die Abendstunden hinein schwer passierbar. Die Städtische Strahenreinigung hätte bester getan, eine größere Zahl von hilsskräften einzusehen, denn die gestern an der Schneebeseitigung arbeitenden 5800 Angestellten der Strahenreinigung und Erwerbslosen erwiesen sich als unzulänglich. In den Abendstunden sank das Thermometer wieder erheb- lich unter den Gefrierpunkt und Bürgersteige sowie Fahr- dämme Überzogen sich mll einer gefährlichen Eisschicht. Während sich im Fahrverkehr nur einige kleinere Unfälle ereigneten, wurden auf den Städtischen Rettungsstellen etwa 2.0 Personen eingeliefert, die sich durch Stürze Änochenbrüch« zugezogen hatten. Mehrere Verunglückte fanden in Krankenhäusern Ausnahme. « Durch einen D u m menjungen st reich kam gestern die 10jährige Berufsschülerin Gertrud G. aus Schöneberg schwer zu Schaden. Die Schülerin fuhr mit ihrem Rade durch die Babels- berger Straße in Wilmersdorf, als mehrere junge Burschen das Mädchen mit Schnee bewarfen. Die Schülerin stürzte dabei von ihrem Fahrrade und schlug mit dem Kopf so unglücklich auf die Bord- schwell«, daß sie erhebliche Verletzungen erlitt und ins Gertrauden-Krantenhaus übergeführt werden mußte. Schneeverwehungen in der Grenzmark. Meserih, 12. März. Durch das starke Schneetreiben am Mittwoch sind in der mittleren Grenzmark erhebliche Verkehrsbchinderungen eingetreten. Da auf den Landstraßen stellenweise Schneewehen von 1)� Meter Höhe liegen, stockt jeder Fuhrwerks- und Kraft- wagenverkehr. Auf allen Ehausteen sind zahlreiche Kraftwagen im Schnee stecken geblieben und müssen ausgegraben werden. Der Eisen- bahnverkehr konnte nur mit großer Mühe und durch dauerndes Freimachen der Strecken durch Schneepflüge aufrecht erhallen werden. Besonders stark verweht sind die Linien M e s e r i tz — Landsberg a. d. W., Meseritz— Wierzebaum und Meseritz—. Topper. Wie aus Neu-Bentschen gemeldet wird, waren die Fern- strecken nach Polen in der letzten Nacht stark durch Schnee- wehen zugedeckt. Durch sofortigen Einsatz von Schneeräumungs- Mannschaften und Schneepflügen konnten jedoch die Gleise geräumt werden, so daß sich der Fernverkehr nach Ostpreußen und Warschau bis auf einige Verspätungen reibungslos abwickeln konnte. Auch aus den Kreisen Birnbaum und Neutomischl jenseits der Grenz« werden starke Schneeverwehungen gemeldet. Ein geiftösschwacher Baumeister. Ucber den Baumeister D z i e l y n s k i in Frohnau, dessen Kon- kurs wir seinerzeit mitteilten, wurden in einem Zivilprozeß vor dem Landgericht III, Charlottenburg, Eröffnungen gemacht, die für die zahlreichen durch den Konkurs Geschädigten von Bedeutung sind. Die Privatklage selbst ist ohne Belang. Von Interesse ist nur der Schriftsatz des Vertreters Dzielynskis, in dem dieser daraus hinweist, daß sein Klient nach der Untersuchung des behandelnden Arztes als „mit hoher Wahrscheinlichkeit geisteskrank" an- gesehen werden müsse. Der Vertreter des Klägers bezweifelte die Möglichkeit, aus diesem unklar gehaltenen ärztlichen Attest recht- liche Folgerungen zu ziehen, und beantragte die Untersuchung des Alles tut also Papendieck, was ein Spargelplantagen- besitze? zu tun hat, wenn Campagne ist. Sein grozes Gesicht ist sogar ganz weiß von der Anstrengung des Buddelns, als er es jetzt zu Siegfried Schmitzer emporhebt. Schmitzer ist auf dem Wege zur Kreisstadt, er führt sein Rao, auf dessen Vorderteil ein vollgefüllter Sack befestigt ist. Er hat„Guten Tag!" gesagt und will vorüber. Aber Papendieck fragt ihn, wie es geht: ob er Geschäfte macht: der Geschäftsmann habe es gut: hingegen der Landwirt. Nun, die Ernte lasse doch wohl nichts zu wünschen übrig? Papendiecks Gesicht ist plötzlich feuerrot: eine brennende Scheibe. Ja, natürlich, ausgezeichnet, ausgezeichnet! Schmitzer ist gutinütig und hat Freude daran, Freude zu machen. Das glaubt er zu tun, als er fragt, wie man den Spargel eigentlich erntet: es scheint ihm ersichtlich, daß Papen- dieck sich darüber aussprechen möchte. Und Papendieck beginnt auch sofort. Aber er verhaspelt sich immerzu. Wohin ist sein flüssiger Ratgeberstil geraten? Weitläufig und ungeschickt schildert er, wie man den Spargel ausgräbt,' sticht, wäscht, verpackt. Es fei mühsam: es daure lange. Jetzt arbeite er zum Beispiel schon eine Stunde und sei erst bei der vierten Furche. Schmitzer hat gelangweilt die beiden Körbe betrachtet, die hinter Papendieck stehen. Sie waren verdeckt, aber der Wind vom Stubbenland hat die Sackleinwand abgehoben. Und Schmitzer sieht, daß sie leer sind. , �)aben Sie denn in der ganzen Stunde noch nichts stechen können?" fragt er erstaunt, voll Verwundern über so viel vergebliche Arbeit. „Nichts? Aber ich bitte Sie, diese beiden Körbe"— „sind voll", hat Papendieck wohl sagen wollen, hat sich umge- wandt, um auf sie zu zeigen, und hat selbst gesehen, daß die Decken fehlen und ihre Leere enthüllen. Es dauert sehr lange, bis er sich faßt.„Diese beiden beiden Körbe voll habe ich eben zum Waschen gebracht", sagt er dann hastig. Und Schmitzer hört heraus, daß es nicht wahr ist. Und begreift erschüttert, daß Friedrich Papendieck Theater spielt, seit drei Wochen Theater spielt. Im Sande buddelt, eifrig und sinnlos wie ein Hund. Spargelpfeifen sticht, die gar nicht da find. Körbe mit Luft füllt, um der Bewegung des Packens willen, die Korns und Maschkes sehen sollen. Leere Wagen zur Bahn fährt. Spargelkampagne mimt... Indes sein Spargel nicht getrieben hat bisher, indes das falsche Düngen, das oberflächliche Pflügen, die Käferplage sich rächen. Papendieck führt dieses klägliche Schauspiel auf, der stolze Papendieck: und Schmitzer denkt:„Arme Lene..." Zu lange geschwiegen hat Schmitzer, weil er erschüttert war: und Papendieck hat Verdacht geschöpft: seine Hände, die voll Sand sind, hängen, der Sand rieselt ab, die großen, hängenden Hände sehen traurig aus. Nun aber packt ihn der Mut der Verzweiflung. Im Schullesebuch stand eine Geschichte von der heiligen Elisabeth, die ihr geiziger Mann nach dem Inhalt ihres ver- deckten Korbes fragte: es waren Lebensmittel für die Armen darin: Elisabeth aber sagte:„Rosen." Es ist derselbe ver- zweifelte Mut, der Papendieck jetzt zu den Worten veranlaßt: „Ich kann Ihnen die Sache ja mal praktisch demonstrieren", der ihn veranlaßt, sich wieder in den Sand einzubuddeln. Der Mut der Verzweiflung: das ist der Glaube an das Wunder. Als jener Landgraf den Korb öffnete, lagen wirklich Rosen darin. Warum soll nicht in diesem, gerade in diesem Loch Spargel sein? Papendieck buddelt, mit gemachter Vorsicht, um die imaginäre Pflanze nicht zu verletzen. Die innere Spannung treibt ihm Schweiß auf die Stirn: das wirre Grauhaar wird naß. Schmitzern wird fast übel, so ergreift ihn das Bild des alten Mannes, der Theater spielt. „Manchmal", sagt Papendieck jetzt, es ist, als risse jedes Wort eine Wunde in seine Kehle,„manchmal ist auch nichts an einer Pflanze. Sie treibt eben nicht, verstehen Sie? Die Landwirtschaft ist Glückssache, verstehen Sie? Hier zum Bei- spiel-" Papendieck reißt plötzlich beide Hände aus der Grube her- aus, als sei er gestochen worden. Sein Atem jagt. Etwas Rundes, Kühles ist zwischen seinen Fingern gewesen.„Hier zum Beispiel..." Er legt die Finger sorgsam wieder in den Sand, schiebt vorsichtig eine Handvoll beiseite— eine winzige, weiße Kuppel zeigt sich auf winzig weißer Säule... Papendieck steht auf. Langsam. Sein Atem wird tief und schwer. Er preßt die gefausteten Hände vor der Brust aneinander: sie zittern. Er sagt, und braucht einen langen Atemzug für das kurze Wort:„Spargel". Dann packt ihn der Wahnsinn des Wunders: der Freude. Alles vergißt er, das ganze Theater, Schmitzer, dem ers eben vorspielte, die Spargelpfeife selbst vergißt er, läßt sie stehen. Er läuft auf sein Haus zu, fein Lauf taumelt.„Lene", ruft er, schreit er,„Spargel! Lene, Leneken, Spargel, Spargelchen, hör doch, Lene..." Lene tritt heraus. Zeigt so deutlich wie möglich, daß sie sich freut. „Nun wird auch noch mehr kommen, Leneken! Nun wird alles noch kommen! Leneken, alles! Bloß stechen, stechen dürfen wir ihn nicht mehr. Müssen ihn treiben lassen, Kraft sammeln lassen, dürfen im nächsten Jahr erst stechen. Aber er ist da, lieber Gott, er ist da... da... lieber, lieber Gott!" Den Weg hinunter entfernt sich Herr Schmitzer mit seinem Rade: Lene sieht ihn. Was er wohl zur Stadt fährt? Viel- leicht kann sie ihm das auch liefern. Des Geldes wegen... vielleicht kann er überhaupt Geld besorgen...? Denn es kann also nicht gestochen werden. Denn es ist also an dem, daß ihr bißchen Mütterliches hin ist. Denn man wird also verhungern müssen, wenn nicht Schmitzer hilft. Ihr Vater ist in das Spargelhaus gegangen. Seine Schritte taumeln noch immer: dumpf hallen sie von den leeren Wänden wider, dumpf und unrhythmifch: es ist das Echo Friedrich Papendiecks und seines Glücks. * Der Sommer ist alt geworden und die Not groß, ehe Lene Papendieck das fertig bringt: zu jemanden zu gehen und zu gestehen und Hilfe zu erbitten. Nun aber schreitet sie auf Schnitzers Pavillon zu: ihre Tritte sind fest und lassen Spuren im Sand. Je mehr ihr Schmitzers Behausung ent- gegenwächst aus dem trostlosen Kranze der Stubben, um so deutlicher sieht sie, wie verwahrlost alles ist. Die Bretter find grün an den Kanten, verfault, vermorscht: die rote Dachpoppe von einst ist ein lappig über die Simse hängender, schmieriger Hut geworden. Dies ist kein Pavillon mehr; dies ist eine Baracke. Und die Tür schlägt hin und her in der eingesunkenen Schwelle, als sie anklopft. Es vergeht eine Zeit, ehe Schmitzer össnet: und er hat sie doch längst kommen sehen. Natürlich hat er nicht geglaubt, daß sie zu ihm will: Träume gehören nicht in die Sonne des Tages. Träume kommen nur nachts. Aber er hat doch ver- sucht, dies und das richtig zu stellen in dem sechseckigen Raum, Ordnung zu machen sozusagen: es ist kläglich mißglückt. Das Wenige, was er tun kann, tut er falsch: sein Hirn, das seine Hände leiten soll, ist ein aufgestörter Ameisenhaufen: Lene stochert darin hemm und ahnt e» nicht einmal.(Forts, folgt.) Beklagten Dzielynski durch einen beamteten Arzt. Das Gericht wird hierüber beschließen und den Parteien ihren Beschluß zukommen lassen. Der Hinckeldey-Stern. Zn der Iuugfernheide stößt der Spaziergänger un- weil des Forsihauses Königedamm aus ein einfaches Stein- kreuz. Dieses schlichte Mal erinnert an ein säst vergessenes Ereignis, das gerade jetzt 75 Zahre zurückliegt und aus mancherlei Gründen erwähnt zu werden verdient. In den Jahren der Reaktion, nach dem Zusammenbruch der Bewegung von 1848, war allgewalliger Polizeipräsident in Berlin ein Herr von Hinckeldey. Der Generalpolizeidirektor, so lautete der Titel damals, war, wie man sich denken kann, keines-- wegs beliebt. Er unterdrückte alle demokratischen Regungen auf das schärfste: er duldete keinerlei Vereine und Versammlung.m, von denen er eine Bekämpfung des herrschenden Regimes fürchtete, kurz- um, er war der typische Vertreter jenes, für Preußen und Berlin so dunklen sechsten Jahrzehnts des vorigen Jahrhunderts. Dennoch sollte sein tragisches Ende ihm von feiten gerode jener Kroife Sym- pathien einbringen, deren Feind der Lebende war. Hinckcldey war nicht so sehr innerlich reaktionär, er war Im Kern seines Wesens bürokratischer Beamter. Der Polizeibehörde war nun be- kannt geworden, daß im adligen Jockeyklub im HoW„Du Nord* Unter den Linden Nacht für Nacht hoch gespielt würde. Junge Leutnants verloren in einer Stunde Gehalt und väterliche Zulage, und den adligen Gutsbesitzern rollten Vermögen unter den Händen weg. Hinckeldey griff ein, um dem Zustand ein Ende zu machen. Eines Nachts ließ er ein« Sitzung der Hazardeure durch die Polizei aufheben. Es kam zu einem scharfen Zusammen- stoß zwischen dem Generalpolizeidirektor und dem 30jährigen Leut- nnnt a. D. und Mitglied des Herrenhauses von Nochow-Plessow. Man sagte sich Beleidigungen, eine Forderung zum Duell auf Pistolen folgte. Herr von Hinckeldey, der im Pistolenschießen ungeübt und außerdem hochgradig kurzsichtig war. mußte gegen- über dem wafsengewandten Leutnant der Unterlegen« sein. Seine erste Pistole versagte, der Schuh aus der zweiten Pistole ging in die Luft, Rochow aber tötete mit einem gutgezielten Schuß den 5 0 j ä h r i g e n, der Dater von sieben Kindern war. Der Tod des Polizcigewaltlgen erregte in der Berliner Bevölkerung ungeheures Aufsehen. Die Sympathien auch derjenigen, deren Feind Hinckeldey gewesen war, wandten sich dem Toten.zu, der von einem Angehörigen der überheblichen Junkerkaste über den Haufen geknallt war. In oer Tat, es handelte sich um«In Geschehnis, das uns Mm- fchen von. 1931 geradezu unfaßbar ist. Em Polizeipräsident, der sich mit einem Junker auf Pistolen duelliert, das war nur möglich in einer Zeit reaktionärsten Kastenvünkels. Ein Griff und die Tasche. lleberfall an der Wohnungstür.- Oer Täter verhastet. Eine Frau P., die in der Beymestraße IS wohnt, hatte auf der Sparkasse am Mühlendamm S00 M. abgehoben und das Geld In einer Aktentasche oerwahrt. Als sie gerade die Tür ihrer Wohnung ausschließen wollte, kam in großen Sätzen ein junger Bursche die Treppe heraufgesprungen und hielt der erschrockenen Frau«ine Pistole entgegen. Er forderte sie auf. die Hände h-ch zu heben, entriß ihrdie Tasche mit dem Gelde und stürmte die Treppe hinunter. Die Beraubte eilt« ihm unter lauten Hilferufen nach. Auf der Strohe beteiligten sich Passanten an der Berfolzung, bis der Flüchtig« einem Polizeibeamten in die Hände lief und fest genommen wurde. Er wurde nach der Wach« des 86. Reviers gebracht und dort festgestellt als«in 24 Jahre alter Volontär H e l m u t h Urban, der in der Wallner-Theater-Straß« wohm. Di« Tasche hatte er aus der Flucht fortgeworfen, sie wurde aufgehoben und der Beraubten zurückgegeben. Urban bestreitet den Ueberfall, ist aber überführt und wird der Kriminalpolizei eingeliefert werden. Ausstellung klassizistischer Baukunst. Aus Anlaß des ISO. Geburtstages von Karl Friedrich Schinkel wurde eine van dem Architekten, und Ingenieur- Berein zu Berlin veranstaltete Ausstellung Nassiztstifcher Baukunst durch eine schlichte Fbier tm Bibliochetss-aal des ehemalig-en Krön- pringen-Palais eröffnet. Der Vorsitzende des Vereins, Professor Kühne, ergriff zuerst das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er u. a. ausführte, dies« Feier sei der Austakt zu einer Reihe von Bcranstaltungen, mit denen der Verein das Andenken Schinkels ehren werde. Prosessor Kühne dankte der Berwaltung der National- galerie für die Ueberiasiung der sckönen Räume, er dankte auch den Verwaltungen der Musen und Technischen Hochschulen von München, Karlsruhe. Düsseldorf, Wien. Dresden. Dessau, Stuttgart usw. für die Schätze, die sie der Ausstellung zur Verfügung gestellt hätten. Daraus gab Geheimrat Justi, der Direktor der Nationaloalerie. eine kurze Beschreibung der Ausstellung, die sich in den sonstigen Slevogt- und Liebermann--Sälen sowie im Treppenhaus des Krön- prinzen-Palais besickdet. Hervorzuheben sind die Entwürfe von Weinbrenner in Karlsruhe und Klenze in München, sowie von den Berliner Meistern Langhans. Gilly und Gentz. Parallell mit der Ausstellung wird das Schinkel-Museum neu eröffnet. Man gelangt zu ihm durch den Schwibbogen über die Oberwallftraße und findet dort neben Tausenden von Blättern, die über alle Perloden der Tätigkeit des Meisters Rechenschaft geben, zwei tleine Sonderausstellungen. Di« ein« enthält Entwürfe und Zeichnungen von Gentz, dem Erbauer des Prinzesstnnen-Palais. Die andere zeigt die Sammlung, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Freund von Schinkel, der preußische Mimsteriolbeamte Beuth angelegt hatte. Fahrende Leute im Schloß Schönholz. Auf dem herrlichen Parkgeländ« von„Schloß S ch ö n h o l z* soll in den Wochen von Ende April bi» Mitte Juni das„Fest der Berliner* stattfinden, ganz im Volksfestcharakter bei billigem Ein, tritt und erstklassigen Darbietungen. Kühne Phantasien in dieser Notzeit, gowiß: aber wer den unbesiegbaren Lebenswillen der deut- sehen Schausteller, der„fahrenden* Leute kennt, der begreift, daß sie vor keinen Hindernissen zurückschrecken: außerdem finden wieder viele hundert Angestellte und klein« Existenzen ihr Brot. So sind für das„Fest der Berliner* großartige Pläne geschmiedet. Erste Schau- stellerfirmen von Ruf wie Siebold und Rupprecht haben in Ber- bindung mit dem Reichsverbond ambulanter Ge- werbetreibender die Gewähr für die Durchführung über- nommen. Schon jetzt wird in dem wintcroerschneiten alten Park fleißig gearbeitet: Tie„größte Gebirgsbahn der Welt* wird aus, gcöayt, 180 Meter lang, 24 Meter hoch und 40 Meter breit. Nachts wird die Bahn von 18 000 elektrische Birnen erleuchtet werden. Neben dieser Bahn wird eine Kaskadenwassersturzbahn entstehen. Auf einem künstlich angelegten kleinen See sollen Motorboot- regatten stattfinden. Neben den verschiedensten Einzelunter- nehmungen werden bedeutende Schaustellermunmern wie Völker» Pech und Ungeschick Ein Vormittag bei der Taschendiebe-Kammer in Moabit Der Borsitzende der Moabiter Abteilung, die sich mit Taschen- dieben, Zuhältern, Kupplerinnen und Glücks- s p i e l e r n befaßt, ist ein Mann, der für menschliche Schwächen viel Verständnis hat. Den Angeklagten gegenüber ist er, einerlei, was sie auch verbrochen haben mögen, stets gleich freundlich, über heikle Situationen geht er mit einer witzigen Redewendung hinweg, seine Strafen sind milde. Rur das eine scheint bei diesem Vor- sitzenden nicht ganz verständlich. Daß er sich nur ausnahmsweise für die Vergangenheit und die Entwicklung des Menschen interessiert, der vor ihm steht. Bei Taschendieben und Kupplerinnen, auch bei Glücksspielern mag dos nicht immer unbedingt erforderlich scheinen. Bei ganz sungen Menschen aber vermißt man es nicht selten, daß man nichts darüber zu hören bekommt, wie sie auf den Weg des Ber- brechens gerieten. Dieser Tage standen vor der Kammer vier Taschendiebe. Nur in einem Falle erfuhr man etwas Näheres über den An- geklagten. Es war eine alte Taschendiebin. Eine Mor- p h i n i st i n, aus gutem Hause, Töchter und Handelsschülerin, in Moabit eine alte Bekannte. Ihr zur Seite saßen zwei Berteidiger, ihr gegenüber der Sachverständige. Der Vorsitzende behandelte sie wie ein rohes Ei, um sie in guter Stimmung zu erhalten. Anfangs wollte sie überhaupt nicht sprechen, dann sprach sie mehr als nötig, bezichtige die Zeugen der Lüge und sprach selbst die Unwahrheit. Das Feld Ihrer Tätigkeit ist die Untergrundbahn. In der Regel die Haltestelle Wittenbergplatz. Sie drängt sich an Damen heran, öffnet die Handtaschen und entwendet das Portemonnaie. In den beiden Fällen, die ihr diesmal zur Last gelegt wurden, hatte sie kein Glück. Der Arzt meinte, die Angeklagte befinde sich an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit. Das Gericht verurteilte sie zu sechs Monaten Gefängni-s. Der zweite Angeklagte war ein 24 jähriger, zehnmal vorbestraft, darunter auch wegen Zuhälterei. Cr gab ohne weiteres zu, ins Warenhaus Tietz gegangen zu sein, um sich Lebensmittel zu stehlen. Statt dessen versuchte er dies aber an den Handtaschen zweier Damen. Er wurde verhaftet, leugnete die ihm zur Last gelegten versuchten Taschendiebstähle und nahm ohne weiteres die ihm zudiktierten sechs Monate Ge- fö n g n i s an. Der drille Angeklagte, ein Tscheche, hatte Pech: er erlitt bei seinem Diebstahlsoersuch einen Betriebsunfall. Seine letzte Strafe in Deutschland machte ein Jahr Zuchthaus. Am 16. Februar über- schritt er bei Kattowitz die Grenze: wie er behauptet, um In Berlin Arbell zu suchen, und befand sich bereits am 19. Februar ohne einen Pfennig Geld in der Tasche nach Schluß der Vorstellung in der Garderobe der„Tribüne*. Im Augenblick, als er eine Handtasche öffnen wollte, wurde er von einer Kriminalbeomtin be- merkt, sprang während der Flucht über einen eisernen Zaun, stürzte hin und zerschnill sich an mehreren Fingern der rechten Hand die Sehnen. Seitdem sind die verletzten Finger steis. Mit der Taschen- diebeskarriere ist es aus. Der Pechvogel erhielt ein Jahr sechs Monate Zuchthaus. Ms vierter wurde aus dem Lazarett ein schwindsüchtiger Russe vorgeführt. Weshalb er Rußland verlassen hatte, erfuhr man nicht: wohl aber, daß seine Frau in Brüssel lebt und er im Januar mit 1000 belgischen Francs nach Deutschland gekommen ist. Einige Tage später tauchte er mit 4 Pfennig in der Tasche im Warenhaus Tietz auf. Die Detektioin bemerkte, wie er sich an zwei Damen heranmachte, und verhaftete ihn. Er erhielt fünf Mo- nat« Gefängnis. Einmal war er bereits wegen Taschendieb- stahls in Köln verurteilt worden. Alle vier waren Stümper in ihrem Fach. Das Märchen vom Lleberfall. Am 12. Februar wurde der 18 Jahre alte K a s f e n b o t e Herbert S. aus der Wilhelmstraße zu W e i ß e n s e e angeblich von mehreren jungen Burschen überfallen und beraubt. Er kam damals zur Polizei und zeigte an, daß er beim Einkassieren von Geldern für die Installationssirma, bei der er angestellt ist, aus- geplündert worden sei. Ihm seien nicht nur 125 Mark Firmengelder, sondern auch sein Fahrrad und ein R u ck s a> mit Ersatzteilen geraubt worden. Das Rad und der Rucksack wurden später m einem Laubengelände an der Roelckestraße versteckt auf- gefunden. Di« Angaben, die der junge Kassenbote gemacht hatte, liehen Zweifel an der Wahrheit aufkommen. Gestern wurde er noch einmal ins Gebet genommen, und gab nun zu, daß er geschwindelt hatte. Ein Freund hatte es verstanden, ihm zu einem dummen Streich zu bereden. Erst hat man sich an Würstchen und Bier gütlich getan, dann ging man in ein Kino. Der Freund hatte den Rest in „Verwahrung* genommen und gab ihn nicht mehr heraus. So hatte der Bote selber von seiner Leichtsinnigkeit nichts und erfand nun das Märchen von einem Ueberfall. schauen. Tierdressurakte u. a. sich ein Rendezvous geben. Groß« Masienfeste der Berliner Bevölkerung gedenkt man hier zu ver- anstaüen. Glückt dieser Versuch, so hofft der Verband, das Fest alljährlich wiederholen zu können. E>aalsch?acht in Friedrichsfelde. Acht Verlehte.— 51 Beteiligte festgenommen. 3n einer Naziversammlung in der Schloßstraße in Fricdrichsfelde kam es gestern abend zu einer schweren Schlägerei. Acht Personen erlitten im Handgemenge er- hebliche Verletzungen und mußten zur nächsten Rettungs- stelle gebracht werden. Von der Polizei wurde da» versammlulWi- lokal geräumt und sämtliche Anwesende, über 80 p e r s o n Si,. zwangsgestell l. Die Festgenommenen wurden In da» Polizei- Präsidium gebrocht. Bei der Waffendurchsuchung wurde ein Trommelrevoloer, dessen Kammern mit sechs Schuß scharfer Munition geladen waren, beschlagnahmt. Festnahme von-19 KoNidieben. Ungebetene Schlachthofbesucher. Mit dem Unwesen der. Kollidiebe auf dem Schlachthof und auf den Straßen Ist gründlich anfgeräumt worden. 3ns- gesamt wurden 19 Mann festgenommen und dem Richter vorgeführt. Aus dem Schlachthof allein trieben sich drei Kolonnen herum, die erheblichen Schaden angerichtet haben. Di« erste Kolonne, die aus vier Mann bestand, schlich sich in die K ü h l r ä u m e«in und stahl dort große Mengen Fleisch und Fleischwaren. Es sind das nicht etwa Leute, die aus Not zum Diebe geworden sind, fondern alte Bekannte der Polizei, die sich schon vor dem Kriege auf diesem Gebiet betätigt haben. Die zweite Gesellschaft, aus drei Mann zusammengesetzt, suchte ihre Beute aus den Eisenbahn- waggons, deren Plomben abgerissen wurden. Rindervtertel, halbe Schweine und große Posten verarbeitet« Fleischwaren wurden von diesen Dieben fortgeschleppt.„Spezialisten* für Schweine waren die sechs Mitglieder der dritten Kolonne, die auch aus den Eisenbahnen arbeiteten. Erst nach längeren Beobach- tungen konnte die ganze Gesellschaft ermittelt und unschädlich gemacht werden. Die Hehler und Abnehmer des gestohlenen Fleisches waren zum Teck Ladenschlächter, die jetzt auch zur Verantwortung gezogen werden. Ebenso werden die Chauffeure der Zlutos belangt werden, die das Diebesgut von den Bahnhöfen und vom Schlachthof abgefahren haben._ Raubüberfall auf Konfumkoffe. Mit dem Revolver über 3000 Mark erbeutet. Hamburg, 12. März. Ein neuer Raubübersall wurde am Donnerslagnachmittag in der Sparkasse des Konsum- und Sparverein»„pro- d u k l i o n* in der Süderslraße verübt. Gegen 1Z llhr betraten drei Männer da» Gcschäftclokal. Einer blieb an der Tür stehen und zog einen Revolver. Die beiden anderen zwangen die Angestellten zur Herausgabe der Geldschrankschlüssel, fesselten sie und raubten insgesamt 8148 Mark. Der Raub geschah zu einer Zeit, in welcher gewöhnlich Mittagspause gemacht und da, Ge- schäfl lokal für einige Stunden geschlossen wird. Die Täter sind ent- kommen. E» handelt sich um Burschen im Alter von 20 bis 29 3ahreli. Unier dem Titel„Reportage vom Alltag* sollt««ine neue Vortragsreihe des Berliner Senders eröffnet werden. Aber die Eröffnung wird erst beim nächstenmal richtig stattfinden. Diesmal klappte es damit nicht io ganz. Wie Alfred Braun erzählte, ist in den letzten Tagen das Mikrophon beständig aus der Jagd nach Charlie Chaplin gewesen. Wenn er auch selber nicht hineingesprochen hätte— seinem Grundsatz getreu, für das Publikum stumm zu bleiben—, so wollte man doch unmittelbar« Eindrück« von ihm den Funkhörern übermitteln. Zln diesem Abend oermutete man ibn als Zuschauer im Deutschen Theater: und nur aus diesem Grund« war im letzten Augenblick die„Reportage vom Alltag* hierher verlegt worden. Chaplin kam aber nicht Und so gab Alfred Braun aus der Perspective des Schnürbodens, auf dem er sein Mikrophon auf- gepflanzt hatte, seine Reportage, die den wirtlichen Ttzeateralltag allerdings nur flüchtig streift. Mehr zu geben war unter diesen Umständen auch gar nicht möglich. Es gelang der gewandten Plauderei wenigstens, einen kleinen Abschnitt des umfangreichen Begriffes„Theater* aufzudecken.—„B o m germanischen Götterglauben* dozierte sehr gelehrt Prof. Dr. Theodor Siebs. Jeder, der genau zuhörte, mußte imstande sein, hinterher den Unter. schied der germanischen Götter von den nordischen klar zu charakteri- sieren. Sanft schlummernde Schulerinnerunaen erwachten und blinzelten zeitfremd. Tos. Tragische Verwickelungen. Sechs prügein sich und wissen nicht warum. Ein Brautpaar tauscht eines Abends im Haustor die letzten Zärtlichketten au». Die Braut hätt bereits ihren Türschlüssel in der Hand. Der Bräutigam bemerkt plötzlich, wie«in Mann aus dem F e n st e r der benachbarten Parterrewohnung springt. Er glaubt, einen Einbrecher vor sich zu haben, springt auf ihn zu, bekommt ihn zu fassen, der Dieb wehrt sich, es entsteht eine Balgerei. Im nächsten Augenblick springt eine Frau aus dem Fenster und eilt dem Mann zu Hilfe. Die Braut, ihren Liebsten in Bedrängnis sehend, läuft mit erhobenem Hausschlüssel herbei und schlägt auf das feindliche Paar«in. Da öffnet sich die Haustür, ein Mann stürzt auf die sich prügelnde Gruppe und nimmt gleichfalls Partei gegen das Brautpaar. Und wieder öffnet sich die Tür und wieder stürmt ein Mann heraus, jetzt find es vier gegen zwei. Da erscheint ein Schupomann auf einem Fahrrad, steht die sich prügelnde Gruppe, steigt schleunigst von seinem Rade und versuchte die wild auseinander Dreinhaucnden zu trennen. Das Brautpaar in Abwehrstellung gegen die Uobermacht glaubt vielleicht einem fünften Gegner gegenüberzustehen und ver- schont selbst den Schupo nicht. Schließlich werden die Brautleute überwättigt und zur Polizeiwache gebracht. Die Folge ist An- klage wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. In der Gerichtsverhandlung entwirrt sich der Knäuel der tragischen Mißverständnisse. Der Mann, der aus dem Fenster gesprungen, war durchaus kein Dieb, er hatte sein Motorrad vor dem Hause stehen lassen und entdeckte plötzlich, daß es verschwunden war. Da er bei seiner Schwester zu Besuch war. weder sie noch er einen Hausschlüssel hotte, konnte er nicht durch die Tür ins Freie. Sein Schwager, der kurz vorher auf dem Wege zu seiner Wohnung da» Motorrad draußen stehen sah, glaubte, es in Sicherhett bringen zu müssen und führte es in den Hof. Während er es dort unter» stellte, bemerkte der Besitzer des Motorrades, daß es nicht mehr da war: also sprang er durchs Fenster, um dem Dieb nachzueilen. .V'" C- 1' Flascho Mk. 0.70 u. 1.35. In Apotheken und Drogerien erhältlich, sonst durch OTTO REICHEL, Berlin SO, ElsonUahnstraßs 4. Verlanoen Sie kostenlos das reich Illustrierte Buch„Guter Rat in gesunden und kranken Tagen", Heiratsschwindler im Kleinen. Aus dem Leben eines früh Entgleisten. Der Bräutigam glaubte aber, gerade in chm einen Einbrecher vsr- muten zu müssen und faßte ihn in Erfüllung seiner Bürgerpflicht. Der Schwager, der eben erst das Motorrad in Sicherheit gebracht hatte, sah durch das Fenster seiner Wohnung die Prügelei und eilte seiner Frau zu Hilfe. Der andere Schwager, der zwei Treppen höher wohnt, stürmte selbstverständlich gleichfalls herbei. Da erschien der Polizeibeamte auf der Bildfläche und der Knäuel der tragischen Miß- Verständnisse begann sich zu entwirren. Das Urteil lautet« auf 70 Mark für den Bräutigam und 4 0 Mark für die Braut. Soldaien-Verlin. Ausschnitt aus der Zeit preuhifcher Soldatenschinderei. Vor 1ö0 Jahren waren die Soldaten in Berlin nicht bloß Soldaten, sondern Handwerker zugleich. Ein großer Teil der Truppen bestand aus„Ausländern", d. h. aus Nicht- Preußen: es war deshalb ein erhöhter Wachtdienst eingerichtet, um den„Fremden" das Desertieren zu erschweren. So lautet ein Befehl vom 25. April 1780:„Einige Herren Offiziere und die meisten Unterosfizrere vom Regiment müssen sich durchaus abgewöhnen, wenn sie Züge„durch die Stadt" führen, daß sie nicht soviel mit den Händen wehen. Die Herren Offiziere, die heute gewehet haben, möchten sich selbst korrigieren und ms Künftig: sich bessern." Ein anderer Vermerk in den Parolebüchern legt aus folgendes Nachdruck:„Die Schildwachen sollen die Schilderhäuser nicht nach dem Winde drehen, sondern sie gerade stehen lasten. Der Kalfaktor soll allen? an die Zäune und Schilderhäuser abwaschen, was darin gemalen ist. wonach die äu jour sehen sollen." Unter dem 4. April ist den Offizieren verboten,„auf den Wachten zu schießen, wenn Klage einläuft, kommt der Offizier 4 Wochen aus den weißen Soll"(Arrestlokal). Oder:„Wenn Damens von Condition auf und einpassieren, sollen sie dem Grafen Haack gemeldet werden." Ferner wurde verboten, daß die Wachen keine fremden Betteljuden herein- lasten sollen. Im März berichtet das Parolebuch:„Die Unter- osfiziere auf den Wachten nebst den Gefreiten und Schildergästen müssen sehr genau acht haben auf die großen Frauen- z i m m« r, damit sich kein Soldat verkleidet herausschleicht." Es war also damals für Damen von hohem Wuchs nicht leicht, im Schloste oder an den Berliner Toren unbehelligt aus- und emzu- gehen. Angeblich„zur Aufrechterhaltung der Disziplin" bestand das skandalöse Spießruten- oder Gassenlausen. Der Schuldige mußte mit entblößtem Rücken durch eine Gasse springen, gebildet von zwei Reihen Soldaten, deren Rutenhieb« aus ihn nieder- sausten. Besonders amüsant war dieses Treiben, da dabei unter BegleUung von Trommeln und Pfeifen das Lied gesungen wurde: „Warum bist du fortgelaufen, darum mußt du Gassenlaufen, darum bist du hier!" So berichtet ein Parolebefehl vom 31. Januar 1781: „Morgen ist Exekution über den Grenadier Muska von dem Kaptoine 10. Kompagnie, weil er sich hat den Hals abschneiden wollen. Er läuft Ikmal Spießruten in zwei Tagen." Wahrscheinlich hat er aus dies« Weise das Leben ausgetrieben bekommen. Ein Befehl vom 12. März besagt:„Die zwei Schildwachen, so gestern abend von 6 bis 7 vor Prinz Heinrich Palais gestanden, sollen in Arrest und morgen Kmal Gassenlausen, well sie statt vorn, hinten sich auf- gehalten." Es scheint fast, als fei diese Zeit nicht der Bater des Soldaten- liebes gewesen:„Soldatenleben heißt alleweil lustig seinl" Selbstmord im Büro. In seinem Büro bei der Eisenbahnbaugesellschaft Becker u. Co. in der Potsdamer Str. 28 oerübte gestern der Dr. Egon Z i« g l e r aus der Westfälischen Str. 50 Selbstmord durch Erschießen. Angestellte hörten im Zimmer Zieglers einen Schuß fallen, und als sie hinzueilten, fanden sie Z. mit einer Schläfen- Verletzung tot auf. Familienzwiftigkeiten sollen der Grund zu dem Verzweiflungsschritt sein. Allgemeine Wetterlage. Auf der West- und Südseite einer ziemlich tiefen Depression über der mittleren Ostsee sind Lustmassen polaren Ursprungs nach Deutsch- land geflossen. Unter ihrem Einfluß war dos Wetter im größten Teile Norddeutschlands unbeständig und windig. Bielfach kamen Schneeschauer vor, die im mittleren Norddeutschland zum Teil er- heblich waren. Süddeutschlaitti lag im Bereiche eines schwach aus» geprägten Hochdruckrückens und hotte daher im allgemeinen ziemlich iruhig« Wetter. Die Temperaturen lagen im Nordosten den ganzen Tag über etwas unter Null: im übrigen Reiche trat zettweise leichtes Tauwetter ein. Das Tiefdruckgebiet bewegt sich nur sehr langsam unter allmählicher Verslachung nach Osten. Es dürste daher zunächst noch Einiluß auf unser Wetter baden. Später dürste nach kräftigem Druckanstieg Benchigung des Wetters eintreten. Die am Donners- tagnachmittag wesllich von Schottland neu ausgetretene Störung wird unser Wetter voraussichtlich noch nicht beeinflussen. Wellerausfichlen für Verlin: Zunächst noch etwas unbeständig mtt vereinzelten Schauern, später Beruhigung des Wetters: Tem- peraturen m den Mittagstunden über Null, nordwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Ostseegebiet sehr windig mit wiederHollen Schneefällen, im übrigen Reiche allmähliche Besserung. Es gibt große Diebe und kleine Diebe; auch große und kleine Heiratsschwindler. Ob es der eine im Großen oder im Kleinen betreibt, hängt meist nur von dem„Milieu" ab. Es gibt Menschen, die sich zu Großem berufen fühlen: andere, die stets in den Tiefen des Lebens wandeln, und nur im Kleinen sündigen. Strafgesetz und Gerichte sind aber kaum imstande, das Maß der„Sühne" gerecht abzuschätzen. Da stand neulich vor dem Schössengericht Eharlottenburg ein Heiratsschwindler, der es unter 2000 bis 3000 M. überhaupt nicht machte. Er erhielt drei Jahre Gefängnis. Wenige Tage später sah man einen anderen Heirats- schwindler vor demselben Gericht, einen von den kleinen, der es selten über 10 M. brachte... und er bekam 2% Jahre Gefängnis. Allerdings war er ein vielfach vorbestrafter Mensch, ein früh Eni- gleist er, und die Anklage lautete auch auf Notzucht und Ur- kundenfälschung. Das Stehlen hatte er von seiner Mutter: als er aus der Fürsorge kam, ging er nach wie vor in ihren Fußtapfen. Dann folgte Strafe auf Strafe, das letztemal im Jahre 1927 wegen Diebstahls in neun Fällen und Betruges in zehn Fällen. Auch das waren Heiratsschwindeleien. Di« Aerzte nannten ihn einen schweren Psychopathen, hin und wieder erklärten sie ihn auch für geisteskrank, mehrfach war er Gast in Irrenanstalten: saß er im Gefängnis, so war er der folgsamste Gefangene, der b e st e Arbeiter. Diesmal umfaßte die Anklage 20 Fälle. Einige von diesen lagen wett zurück; sie stammten aus dem Jahre 1919. Alle anderen fielen in das Jahr 1930. Da traf z. B. der Angeklagte in einem Lokal in der Martin-Luther-Straße die Hausangestellte S.„Sie sind die Richtige für mich!" Das kostete das allernde Mädchen 30 M. Eßwaren und 40 M. bar. Bier Monate später war es eine Haus- angestellte aus Friedenau, auch nicht mehr ganz jung. Er spiette den Chauffeur des Grafen Pückler: die Kücheneinrichtung für die Ehe sei schon da, nur 76 M. fehlten zur Bezahlung. Er erhiell sie. Fast zu gleicher Zett lernte er eine Witwe kennen: die hatte es besonders eilig. Sie nahm ihn bei sich auf: die Wohnungseinrich- tung läge schon aus dem Speicher, nur das Geld zur Auslösung habe er nicht; eine Bagatelle— 83 M. Ist der Angeklagte ein Psychopath, so wohl aus der Gruppe der Genialen, denn der Trick, den er in einer Reihe anderer Betrügereien anwendete, kann nicht anders als genial bezeichnet werdeft. Er legte seinen Opsern Sparkassenbücher vor, deren Summen eigentümlicherweise auf der letzten Stelle stets die Zahl 1 zeigte. Der Angeklagte hat nämlich bei verschiedenen Berliner Spar- kasien den Betrag von 1 Reichsmark eingezahll und vor der 1 stets andere Zahlen gesetzt. So legte er z B. einer Hausangestellten das Sparkasienbüchstin auf 2011 Reichsmark vor. Sollte sie da ihrem Zukünftigen nicht 50 M. leihen? Einer anderen, diesmal war es zur Abwechstung wieder mal«ine Witwe, übergab er zur Sicherhett fein Sparkassenbuch über 3041 M. Der Angeklagte vergoß in der Gerichtsverhandlung viel Tränen, versprach, sich zu Hestern, glaubte vielleicht sechst an seine Versprechungen, nicht aber glaubte an sie der Zuhörer. Es war eben ein eitdgüllig verfahrener Fall. MIM! Ms, (WW M WsMM Oer neue prektiecbe StreusiebverschluBI RPttfuA OtiiMe tma tmciie in endlosen'Reihen.... Wirklich, es gäbe ein eindrucksvolles Bild, sähe man alle Stühle und Tische nebeneinandergereiht, die täglich mit Ata gereinigt werden. In vielen Millionen Haushaltungen wird Ata zum Reinigen all der vielen Holz-, Glas-, Stein- und Metallgegenstände gebraucht, die immer frisch und appetitlich sein sollen. Ata verkürzt jede Putz- und Scheuerarbeit durch eine flinke, große Reinigungskraft. Ata ist ganz fein gemahlen, schrammt und kratzt nicht. Seine Güte und Ergiebigkeit sichert sparsamste Verwendung! Bei der Arbeit ist Ata sehr bequem durch die handliche Streuflasche. Unübertroffen im niedrigen FVeis! Suchen Sie mal ein Putz- und Scheuermittel wie Ata, es wird bestimmt mehr kosten. Deshalb: Werden Sie Atafreundin— Sie werden es immer bleiben. Nehmen Sie zum Aufwaschen, Spülen und Reinigen Henkels Berlins Telephonbuch-195-1. Von vielen begrüßt, ist in diesen Tagen das vene Der- liner Telephonbuch für 1331 erschienen. Die diesjährige Ausgabe unterscheidet sich rni Umfang, in der Handlichkeit und im Aussehen nicht wesentlich von dem vorjährigen, nur daß es mn W Seiten vermehrt worden ist, was bei dem dünnen Druckpapier nicht ins Gewicht fällt. Die Seitenzahl ist von 1462 der vorjährigen Ausgabe auf 1522 gestiegen. Nur wenige Seiten, wenn man bedenkt, daß die Teilnehmerzahl um 16 666, von 295 666 im Jahre 1936 auf 365 666 für 1931, gestiegen ist. Es ist aus dieser Zunahme des Fernsprechverkehrs sicherlich ein günstiges Omen für die trotz allem noch stabile Geschäftslage Berlins Heute hoben sich auch kleine Milch- und Grünkraingefchäft« schon Telephon zu- gelegt, die früher nicht daran dachten, weil für den Kundenverkchr und für Bestellungen der Fernsprechapparat noch das billigste und schnellste Bcrständigunosmittel ist. Die meistverbreiteten N mm des„TelcphoiiaÄels" sind Müller und Schulze, und zwar hat Müller 5 6 S p a l t e n im Buch, Schutze mit und ohne tz 59 Spal- ten, dann erst folgen 13 Spalten Krause, 17 Spalten Lehmann und 26 Spalten Cohn; die Meiers sind durch die ai und ei, an und ey zu sehr auselnandergefallen. Da fast über die Hälfte der Zleniter bereits als Selbstanschlußämter eingerichtet worden sind, fallen bei diesen die Doppelbenennungen der Anschlußnummern fort; die in eckigen Klammern angegebenen Anschlüsse cltcn erst nach der Inbetriebnahme der bei den Vermittlungsstellen vorgesehenen Nouanschlüssc, z. B. die neuen Aemter Jäger und Flora. Die Sucht der Kunden, als erste Firma im neuen Buch genannt zu sein, führt zu den kuriosesten Benennungen. Der bishir erste Name mit vier„a" in dem schönen Wort„Aaaasi", Sitzmöbelfabrik, ist um drei Nasenlängen von einer Londoner Niederlassung geschlagn worden, die die Bezeichnung„A I.", Bagage Insurance Association, wählte. Ungewöhnlich im Sinne des nüchternen Geschäftscharakters des Buches ist der rote Aufdruck auf der Titelseite„1931 56 Jahre 1881— 1931", was— wie wir schon mitteilten— auf das Jubiläum des Fernsprechverkehrs und des Berliner Telephonbuchs sich bezieht. Die Auflage des Buches ist von 376 666 auf 386 666 Exemplare gc- stiegen. Während die Telephon besitzer auf>e einen Anschlußopparat ein Buch frei erhailtcn, werden jene Geschäftsleute, die noch Bücher hinzukaufen müssen, besonders angenehm überrascht sein, daß der Preis des Exemplars von 6 auf 5 M. gesenkt wurde. Wann aber kommt endlich einmal die Herabsetzung der Grundgebühren für die Wenigsprecher? vlns-ndungen für dies« Rudrlk sind >« r U a SW«8. Linden traßr 3. parieinachnchten für Groß-Berlin stet»»» da» Besirfesetretariai 3. Hot. 2 Trennen recht», zn richten Beginn aller Beranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! U. Kreis. Scute. greitaa. 13. Mär,, 20 Uhr. PIcadilli ffrüher Wilh-lnr-hsf), Eberestrahe, grcisncrtre'eetaa. Vortraa:„Anr iwlitisch«» Paqe", Hans Plett- er.— Di- alten Mandate behallc» Gült-qf-it. Mit«lird-buch und Mandat ist vor, u, elften. Die Mandate wer den durch die ÄdteiluuftsleUer »erteilt. Sonntag. 15. März. 7. greis. Probeanffijhruna de, fresttpicl».S-id acrnrihf au» Slnlah her .hu�eudweihe, pünktlich 10 Ubr, Aula der Sophie-Eharlotte-S�ule, ScharreQ- strafte 23.— Einlaßkarten zur Anaend'�e'he am 2? Marz in der obiaea Aula fi�d in allen„Vorwärts". Speditionen zu dabeu. Eiutrittopreis 73 Pf., für Kinder 50 Pf., einschließlich Programm. - Arbeiter-Bildungsschule.-;C- Dcnsffe Abrämowitsch spricht-isreitaq, So Uhr) Cckmte'Dan,ifter Str. TS,' Knnmir-S?:„Nie lcbenschijpfcrische Wesenheit d-r Zicvslut/oick. «. Kr-'» Arcu,berft. Der Äurfus der Scirossin Torhorst findet heut«. Frei- t«», im Iuftendheu» Dorckstr. 11, statt. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 1. Abt. Unsere Nebe Genosfin Jans. Verftstr.«3, ist nach länaerem Ärankenlaftcr vcsstorben. Ehre ihrem Andeuten! Einäschernna am Sonn- abend, lt. Mär,, um 17 Uhr, Arcmatorium Gerichtstrahe. Wir bitten um rege Beteiliftun«. bsrii-KsoussciiuK für sozialisfisdie Bildungsarbeit Theater in«ler KlesterstraAe ■ ät*. Zeitdrama von Dr. C rede, vUSBlZB%nS�5 Verfasser des Dramas§ 218. Vorzugskarten für alle Vorstellungen einschließlich 15. und 16. März zum Preise von 90 Pf sind in unserem Büro Lindenstraße 3, 2. Hof II Zimmer9, und im Büro des ADGB. im Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 25, zu haben. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Sinsendunaen für diese Ttadrtt rrar a» das 3uatndWret4rUi SUB 6Ä. f inbenftrofir 5 Streichorchester Groß-Berlin: Morgen. 18 llßr, Pflichtprobe. Lorßing- Ecke Graunstraße(U-Bbf. 5oltastraße). Soudervorstelluna der Volksbübue, 22. März, 15 IHrr. Karten zu 80 Pf. futö noch in beschränkter Anzahl zu haben. heule. Donnerslag. 13% Uhr: Arkonavlah: Elisabethtirckstr. 19: Mitaliederversammlunq. Köllnischer Park: Waisenstr. 18:..Taoes Politik".— Oranienburaer Tor: Tieckstr. 18: Kurz- referate.— Rosenthaler Vorstadt: Elifabetttirchstr. 19:.Alkohol und Rllo'in". — Zentrum: Landsberger Str. 50:„Bolschewismus oder Sozialismus?"— Aansa: Bochumer Str. 8b:„Ginsührunq in den Marx'smus".— Moabit I: Waldenferftr. 20:..Das Gemeinschaftsleben".— Moabit II: Lehrter Str. 18— 19: Völkisch-satirischer Abend.— Moabit HI: Lehrter Str. 18—19:„Tagespolitik". — Westen:(bcnllnuct Str. 17(Iünqere):„Was will die SAI.?"— Arnswalder Blaß I: Z'astrnburaer Str. 16:..Saat", 2. Teil.— Baltenplah: Mandelstr. 2: Werbeabend.— s?alkplatz II: Sonnenburaer Str. 20:„Die Entwicklunq des Menschen".— Kel"'holhpla�: Danziger Str. 62:..Berliner Äumor".— Aghen- schönhausen: Dinaelstädter Straße:..�aqespoli'ik".— Weißensee: Parkstr. 30: „s?aschi-mus", 2. Deil.— Wcrthce Blaß: Äastanienallec 82:„Pol'tische Laqe Italiens".— Andreasvlah: Brommnstr. 1:„Taqespolitik"— Baltenplaß: �ilsitcr Str. 4— 5:„Geschichte der A rb eite rb ewe au na". 1. �eil.— frankfurter Viertel: frankfurter Allee 307:..Berliner Humor".— Z?iedrichshaiA: Diestel- nleperstr. 5—45: Ileben.— Prenzlauer Berp:„Wir klagen an"— Einzelsprecher- probe pünktlich 20 Uhr im Iuaeubheim Ehristburoer Str. 14.— Wars-�auer Viertel: Litauer Str. 18:..Die Nans und ihr Proaramm".— Warschauer Viccfcl, R.!?.: Litauer Str. 18: Mital'edervcrsainmluna.— Schöneberq I: vauptstr. 15:„Erinnerunq an den Kapp-�Nutsch".— Ebarlot�enbnra: sNofin"«- strafte 4:„Das neue Rußland", 2. Deil.— Ebarlotteubura-No'd. R. F.: Kaiserin-Auausta-Allee 97k:„Das Arbeits�osenproblem".— Westend' �ofincn- ftrafte 3: ftuttffionäcfjfcura.— Wilgersdorf: W'lhelmsauo 123: Karl Marx zum Gedächtnis.— Lankwiß: Schule:..Wien— Frankfurt".— Lichterfelde: Albrccht- ftrafte IIa:„Die politischen Parteien im Kampf um die Iuqend".— Steal'ß II: Tlemminastraße: Arbeitsacmeinschast.— Mariendorf I: Dorfstr. 7:.SPD. in der Borkrieaszeit".— Marier.dorf Ii: Siedluna Dahrim. Köniaftuhlwea 120: ..Antirepublikaniskt-e Beweauna von 1918—1923".— Briß: Parch'mer Allee: Heimabend.— Reukölln III: Steinmcftstr. 91: Arbeitsaemeinschast.— Neu- kölln IV, R. Tl.: Kanner Strafte. R, 2: Kurzreferate.— Neukölln vui: �ütli- schule:„Wie sehe ich mich mit meinem Geqner auseinander?"— Renkelln X: Heimabend fällt aus.— Neukölln XI: FlvqhafeNstr. 88:?-lle-Abend.— Baum- faulen weq: Ernststr. 16:„Arbe'terd'chtcr".— Johannisthal:-�atbaus:„D e Wirtschaftslaae Enalands und feine Kolonien".— Treptow: Els'ustr. 3:„Die Sächsische Schweiz".— Köpenick I: Grünauer Str. 5:..Die deutsche Iuqend- beweauna".— Friedrich-baaen: �riedr'chstr. 87:„Dodesstrafe?"— Karlsborst: Dcesk)wallee 44:..Dondichtulla".— Neu-Si»tenberq: Kauffstrafte:„Berufsschul» fraqen".— Kaul-dorf: Ado�str. 25:„Alkohol".— Lichtenberq.Rord:<6unter- strafte 44:„Ausbl'ck auf die kommende Arbeit".— Reinickendorf-Ost: Lindauer Strafte:„Daqespolit'k"— Wittenau: Hauptftr. 13:..Bolschewismus— Faschismus".— Buchholz: Berliner Str. 19:..Tünfjahresplan". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold�. GekihSrtsstell'- Berlin£ 14 Eebastianstr 37- 38 So' Z. Sr Sfeeitaq, 13. Mär,. Mitte sSvortabteilimq): ZV Uhr Sportlersihunft bei Arirdt, Schräderstr. 2. Weddinft lOct&ocrein); 19V4 Uhr 3u- famntentunft aller Kameraden mit Anaehöriaen im Laalbau der Sochschul- brauerci, Amrumer Sir. 33. Gäste können einaekUhrt merden. Wilmersdorf sftunflbanneri: 20 Uhr stuaendheim W'lmeredors. Wi>h?Im?a»e 12Z. Zimmer 7. kam. Müller über»Unser Kampf ror Verbmi". Reinickendorf sOrtsvereins: 19 Uhr Antreten zur öffentlichen Gerbenersammlnna der Kameradschaft Nehtickendorf/West in Müllers freftfären, Schornmeberstr. 34. Cpielmaniiszuft mit Instrnnrentcn.— Sonnabend. 14. März. Weihrnfee fOrtsoereinf: Unser Kamerad Wilhelm Bo'ft' ist am 10 Mär, plöhlich acstorben. Die Veerd'ftuna findet um 14 Ubr auf dem Gemeinde friedhok Wcihensce statt. Der O-tsoerein heteilwt Nck restlos hieran. Antreten der aktiven Kamerad-n IZät Uhr vor der Leichenhalls. Wastersport-Abteilunft, Kua Sovel: 20 Uhr Japanisches gest im Bootehans Wendenschlofl. All« Samcrad'n und ssrennde sind einfteladen — Sonntaft, 13. Mär,. Treptow sOctsvcrelnl: g Übt treffen sich alle Kameraden ,ur Uebuna auf dem Schicftplah in ffriedriilisfeld«. Bundcskleidunft. Pflicht- veranstaltung.■_____ Arbeiker-Samariler-Dund e. V.. Kolonne Berlin. k Gclchästsstellc: R. 24, Gr. Kambnrfter Str. 20. Tel.: v I Norden 3340. Lichtbildervortraa der Iuqend an: Montaft, 16. Mär,, um 20 Ubr. in der Geschäftsstelle:..Iille". Referent Herr Lehrer Erich Echwar,. Reirhspereinilmna ehem. KrieftSftesan«ener,«. V., vrtsaruppe Berlin R. 1. Mit«Iiederoersammluna Eonnabend. 14. Mär,, 20 Uhr, Wöhlert-Garten. Pfl�i- strafte 9, Ecke Wdblcrtstrpftc. Dienslaq. 17. Mär,. 20 Uhr, in den Kammer- sälen. Teltower Str. 1— 4, arofter Bortraftsabend mit dem Krieftsftcfanaencn- bildstreifen:»ÄrieftSftcfanftene Deutsch« in aller Welt". Der vrtaoerein kür«akkerba»«S«chtsk-hrt Hehn StaaKüHen W-rVerHan- amt Berlin peranstaüet am 14. Mär,. 20 Ubr, im aroften Saal v?n Saperlands zestsälen sein diesjähriges Winteroergnügen. Ireundc und Waiiersportler st:ld ber,lich eingeladen. Deutsch« Liga für Rcusche»«chte. Sonntag. IS. März. lUi Uhr, im Deutschen Künstlertheater, Aufführung des von gelir Riege verfaß en Reitberichtes „Die Affäre Bullcriab»". Namhafte Juristen werden dieser Aufführung bm. wohnen. Mitwirken werden u-.: Matthias Wiemann. Jürgen von Alten, Friedrich Enaas. Ernst Giusberg. Erich Thorman», Peter Ihle, IofS Almas. Esperanto- G«sell!»ait Eharlottcnb-rq. Montag. 1«. Mär,. 30 Uhr. Nondi. iorei Wolter. Eharlottenburg, Bismarckftr. 134(Knie), Klubzimmer. Uebungs- und Kanperfationsabend. Bolk-.Zzcu-rbcsjatlllngs.Vercin. Werbefilm..Memento moti" wird In der Epielmoche vom 13. bis 19. Mär, tu Ballfchmieders Lichtspielen. Berlin. Bad- strafte, vorgeführt. Deutscher Bereu, für de» Schuft de» gewerblichen Sigeutum». Ler-iitZper- sammlunq Donnerstag. 19. Mär,. 20 Uhr. Lnxiisb Conrersalinnal C!ub founded ISTa. Meetinps every Friday 8 p m. Cafe König. Leipziger Str. 117/118. Lecturer; Mr. HallfaB on:„New Inventlon" Ouests, Ladies& Gentlenien, are welcome. Gerode im isrühiohr heißt es achtgeben auf die Gesundheit. Der Körper ist durch die klimatischen Einflüsse des naßkalten Winters gefdnvächt. Durch die düsteren Tage. Nebel. Etürmc und Rcaen ist die Stimmung fterchst. Es beißt Borstdlt Üben in den Genuftmit'eln, will man die Reroosttät nicht noch steigern. Am besten bekommt Kaffee Lag. der erftk.afstge Bohnenkaffee! er schont Her, nnd Nerven, ist cosfcinfrci und voMommcn unschädlich. Er schmeckt vorzüglich: jein Aroma ist nicht ,u Übertreffen. Gewmnauszug Z. ZI laste ZS. Preubisch-Sütdcutsche Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 28. Liehungstag 12. März 1931 On der heutigen Vcrmittagsziehung wurden Gewinne über 466 lllt. gezogen 4 Gewinne ,u 10000 M. 240501 Z00ZS4 L Äewiuns«u 5000 M. 55220 1 16S5S 1 17000 ZS471« 20 Sewmn» ,u sooo-Ist. Söos 1LS07 43742 100330 169960 236373 286688 363163 370754 392247 63 Gewinne ,u 2000 M. 18731 26844 23320 35493 41461 71954 74195 32313 87483 93730 126547 164335 131359 191315 193453 198816 206451 220329 225034 232867 254343 255736 257531 262386 273060 230306 232507 316222 320381 323321 333752 366237 376364 377309 126 Gewinne ,» 1000-M. 7763 11392 29539 30011 01351 44511 76549 73452 82455 36635 37021 95353 33539 104253 106303 107096 113900 120571 124333 126939 137564 139321 140453 144942146634 153066 164141 173193 173654 133631 137114 194799 194951 217249 224971 223437 240511 257233 253329 263765 276959 293046 296703 293035 300345 305016 307267 319006 333224 336423 340691 342955 351201 353396 3591 19 360339 365279 374723 373573 335143 335470 390465 39251 1 194 Gewinne ,u 500 M. 355 4393 6023 3652 1341» 18604 23614 25761 46202 49577 59155 62218 64294 64796 68113 68418 72604 72828 73426 81955 87948 90294 95100 109252 112265 115729 118612 119825 121570 124212 125036 135860 133310 140279 142962 148452 150679 152642 153120 158533 159280 161471 163511 170830172975 173793 174296 176880 191677 192911 193947 197476 198476 201526 205892 206109 203859 220615 222140 223352 228152 231263 233335 248616 259073 261195 264121 264920 266799 268992 274674 273133 278428 279540 295431 296231 302416 306432 306917 308671 312976 313053 321380 322694 323798 339517 341968 343013 345521 352710 356126 362476 364366 366417 368348 374173 396873 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinn» ,u 10000 M. 196240 231474 354197 10 Gewinne ,u 5000-31. 24349 216877 238128 329569 343984 12 Gewinne zu 3000 W. 27868 52560 220796 228975 265894 392109 40 Gewinne zu 2000 M. 2327 11350 19020 21206 65523 110515 160563 220335 231111 232928 245835 278114 279455 285031 288807 300824 313074 313533 333474 357227 88 Gewinne zu 1000 93. 1822 5760 11812 1 8627 28838 31424 42899 92135 101726 I 07365 117390 136458 140996 147104 161712 162268 164131 186992 205937 207055 212933 222107 222294 223075 225358 239472 245583 258135 259997 266790 272458 296828 299396 309415 320365 324829 337903-343732 348904 362330 372337 375418 380526 385653..........■- 1 44 Gewinne zu 500 M. 1366 1464 7993 9285 11791 14890 15795 15983 17867 25381 28763 32216 36260 37123 46524 51679 66361- 76802100625 I 1 3198 128208 133501 133522 135611 140118 142530 153850 155731 156625 158627 164474 174980 178872 185504185621 185726 188706 193301 195546 201227 203026 211252 218236 221282 229331 235884 240440 253027 256106 267026 270628 283992 292552. 305430 316260 321214 323369 324042 323961 332315 333921 342088 347353 355163 357527 359541 367850 373285 391085 394405 397670 399562 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu Je 500000. 8 Gewinne zu je 10000, 14 zu je 5000, 36 zu je 3000, 90 zu je 200a 142 zu je 1000. 230 zu je 600, 686 zu je 400 Mark. ES S E N• W E N; I G E R D A FÜR AUSGEBEN DURCH KARSTADT-LEB EN S M i T T E TN /� B E S S E R BUTTER UND KÄSE KONFITURENKONSERVEN WEINE u. SPIRITUOSEN W U R ST WA REN Molkereibutter....... Pfd. 1.50 Tafelbutter...... Pfd. 1.68, 1.56 Bratenschmalz....... Pfd. 0.64 Deutsch. Flomenschmalz Pfd. 0.75 Margarine, C ocosfett Pfd. 0.40 Pa. Bayr. Schweizer Pfd 1.18 Dän.Schweizer 30° Pfd. 0.80 Emmenthal. Q.Rd.,vollf Pfd 1.20 Holland. u.Edam. 40%Pfd. 0.92 Tilsiter, Steinbusch., vollf. Pfd. 0.88 Tilsitero.Rd,200/0 Pfd.-Pak. 0.60 Camembert vollfett Schtl. an 0.15 Harzer Käse.. Pfd.-Pak. 0.35 Frische Eier 10 Stück an 0.75 Deutsche TrinkeierlOStdc. 1.25 GEFLÜGEL u.WILD Suppenhühner---- an Pfd. 0.96 Wolgahühner..... an Pfd. 0.90 Poulets gefr......... an Pfd. 0.92 Mast-Puten....... an Pfd. 0.98 Suppentauben... Stck. an 0.80 Hirschbraten....... an Pfd. 1.05 Hirschkeule........ an Pfd. 1.15 Hirschrücken..... an Pfd. 0.98 Wildschweinkeule an Pfd 1.10 Wildragout.......... Pfd. 0.36 Kaninchen i. Fell.. an Stück 0.98 Hasen gestr.,ausgew. Pfd. an 0.70 Gänse Aft gefroren... an Pfd.\�eWO KA Halbmondkeks m. Sch. Pfd. 1.00 Teegebäck-Mischung Pfd. 1.00 Baumkuchenspitzen Pfd. 1.60 Russisches Brot....... Pfd. 1.80 Brustkaramellen..... Pfd. 0.50 Malzbonbon........ Pfd. 0.50 Nuß-Pralinen-Mischg.Pfd. 1.00 Vollm.,SchmelzReiief Pfd. 1.20 Kokosflocken m. Schok. Pfd. 0.80 Burgm. Kakao.____ Pfd. 1.00 Burgm. Schok.-Pulver Pfd. 1.00 Burgm. Vallmilch-Schok. 100 gr 0.25 Burgm. Creme-Schakal. 3 Tafl. 0.50 Edel-Schok.„Argenta", herb Sahne, Vollm.,Nuß, 100 gr-Tfl. 0.40 KOLONIALWAREN Auszugmehl 4V2 Pfd.Beutl. 1.00 Wien. Auszugmehl 5 Pfd. 1.35 Kartoffelmehl......... Pfd. 0.16 Weizen-Puder....... Pfd. 0.40 Sultaninen......... an Pfd 0.42 Rosinen.............. Pfd. 0.44 Zitronat.............. Pfd. 1.10 Mandeln bitter und süß Pfd. 1.40 Backpflaumen..... an Pfd. 0.25 Kirschen............ Pfd 0.48 Mischobst......... an Pfd. 0.38 Bruchreis.............. Pfd 0.15 Burma-Reis.......... Pfd 0.20 Eierschnittnudeln_____ Pfd 0.44 Kaffee frisch geröstet an Pfd. 1.90 Karotten geschn...... Vi Ds. 0.25z Jg. Schnittbohnen Ds. 0.35 Jg. Brechbohnen Ds. 0.38 Jg. Wachsbohnen..y, Ds. 0.48 Bohnenkerne...... Vi Ds- 8.50 Prinzeßbohnen mittel1;, Ds. 0.80 Prinzeßbohnen extra'/, Ds.1.80 Gemüse-Erbsen..... y, Ds. 0.46 Jg. Erbsen........... V, Ds.0.50 Jg. Erbsen, mittelfein y, Ds. 0.60 Jg. Erbsen fein.......«/, Ds. 0.85 Kaiserschoten....... y, Ds. 1.15 Gem. Gemüse..... y, Ds. 0.66 Gem. Gemüse mittelf.l/,Ds. 0.84 Gem. Gemüse fein>/, Ds. 1.20 Jg Erbsen m. geschn. Kar.1/, Ds. 0.52 Spargelabschnitte,>/, Ds. 0.98 Brechspargel dünn. Vi Ds 1.36 Stangenspargel mitt.1/, Ds. 1.96 Jg. Kohlrabi I i. Schb. y, Ds. 0.68 Spinat I............ V, Ds. 0.78 Weiß- u. Rotkohl...y, Ds. 0.33 Teltower Rübchen..y, Ds. 0.95 Tamafenpuree....... 3 Ds. 0.20 Rote Beete.......... y, Ds.0.50 Sellerie in Scheiben., y, Ds. 0.55 Kirschen mit Stein....V, Ds. 0.92 Birnen'/j Frucht...... V, Ds 1.05 Reineclauden....... y, Ds 0.95 Pflaumen mit Stein. Ds. 0.60 Gem. Früchte prima Vi Ds. 1.25 Pfirsiche zur Bowle. V, Ds 0.98 Pfirsiche,'/, Frucht,...V, Ds. 1.75 Montagne Rotwein mit Fl. 0.85 24er Chat. Emilion mit Fl. 2.00 Morgan Burgund.... mit Fl. 2.20 Tarragona u.Malaga m. Fl. 1.10 28er Burg Landecke m. Fl. 1.25 28er Gimmeldinger m. Fl. 1.30 29er Graacher Abtsbg. m. Fl. 1.45 27 erSchloßBöckelsheim.m Fl.1.50 2öer Kreuzn.Galgenbg m.Fl. 1.90 27erTrabn. Würzgarten m.Fl. 2.40 27 er Graach. Domprobst m Fl. 2.50 27er Bernkastl. Urglück m. Fl. 2.60 Binger Cabinet(Weinbr.) 3.95 BerlinerTafelkümmell Lfr. m Fl 4.95 Weiß-, Rot- u Südweine vom Faß zu bekannt billigen Preisen DELIK., RÄUCHERWAR. OBST UND GEMUSE Konsum- Sülze........ Pfd. 0.48 Speckwurst.......... Pfd. 0.72 Landleberwurst..... Pfd. 0.82 Guts-Leberwurst..... Pfd. 1.18 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.18 Fleischwurst......... Pfd. 0.88 Streichmettwurst.... Pfd. 0.98 Cervelat u. Salami. Pfd. 1.38 Schlackwurst L Fettd. Pfd. 1.48 Teewurst, grob, od. fein Pfd. 1.45 Schinkenspeck....... Pfd. 1.48 Nußschinken........ pfd. 1.75 Bierwurst u. Filetwurst Pfd. 1 48 Gek. Schinken____ y4 Pfd. 0.43 Gem. Aufschnitt1', Pfd.0.55, 0.45 ölsardinen. 5 Dosen an 0.95 Franz. ölsardinen..... Ds. 1.00 Filethappen i. Rem..... Ds. O.SO Fi s ch m a r i n a d e n utrih. 0.7t v, itr. 0.48 Jap. Krebs............ Ds. 2.25 Sardellen........... Pfd. 0.60 Senfgurken...la 2 Pfd.-Ds. 0.78 Würstchen..... 5 Paar-Ds. 0.88 Ochsenfleisch Leig SaftDs. 1.10 Eisbein ohne Knochen Ds. 1.20 Heringssalat m. May. VjPfd. 0 45 la Mayonnaise..... V, Pfd. 0,50 Fettbücklinge........ Pfd. 0.26 Sprotten ca. 1 Pfd.- Kistchen 0.38 Seelachs, geräuchert Pfd. 0.46 Apfelsinen vollsaftig 3 Pfd. 0.72 Blutapfelsinen____ 3 Pfd. 0.85 Jaffa-Apfelsinen... 2 Pfd. 0.75 Amerik.Tafeläpfelpfd.0.48, 0.38 Bananen........... 3 Pfd. 0.98 Zitronen.......... Dtz. an 0.32 Blumenkohl....... Kopf an 0.25 Rosenkohl.......... 2 Pfd. 0.55 Rot- und Wirsingkohl Pfd 0.12 Weißkohl........ Pfd. 0.08 Möhren, gewaschen.-. Pfd. 0.06 Rhabarber.ca 2 Pfd-Bd 0.38 Frische Fische preiswert in unserer Fischhalle „DIE DEUTSCHE TULLGARDINE" Vorführung eines Original- Gardinenwebstuhls im 2. Stock teichlverdarbilcha War© i»l vom Varsand ausgas chlossan Zusandung nur bai Bestallung von Mk. 9.00 on NEUl FLEISCH-VERSANDWAGEN 7tt. 121» 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 13. März 1931 Llm die Verständigung mit Polen. Krisenzahlen vomWeichsetland.-Wirtfchastsfrieden ist bittigeralsWirtschastskrieg polen hat den deutsch-poloischen Handelsvertrag mit großer Sejmmehrheil angenommen. Sicher haben auch die fmsenwirkungen die polnische parlamenlsmehrheit für diesen Schritt so stark iverden lasten. Die Annahme des Vertrages liegt ober auch in Deutschlands Interesse. Die Zahl der Arbeitslosen erreichte Ende 1930 bereits 300 000, und Ende Februar 1931 wurden rund 350 000 Arbeitslose registriert. Der Beschäftigungsgrad sämtlicher Betriebe sank seit Ende 1928 von 89,3 Proz. bis Ende 1930 auf 76,9 Proz. Die Transporte in Waggons zu je 15 Tonnen betrugen 1929 durchschmtt- Die Wirtschaftslage in Pölert WS.« SOO • Le'benslxaltun�smäexJ ; Relistrierte Arbeibslose in 1000 Personen S ONDJ F M A M J 0 AS OND 195.9 1 9 3 0 lich 17 990, 1930; 14 924 und im Januar 1931 nur 12 4-51 pro Tag� Die Kohlenförderung 1929 betrug 46,2, im Jahre 1930 aber nur 37,4 Millionen Tonnen; an Roheisen wurden 1929 noch 704 000, 1930 aber nur etwa 480 000 Toünen gewonnen. Doh Polens Außenhandel 1930 trotzdem alliver war als 1929, ist wie in Deutschland nur auf eine Einschränkung der Ein- fuhr(um rund 800 Millionen Zloty oder 28 Proz.) zurück- zuführen. Im Januar 1931 betrug die Einsuhr mir 153,4 Millionen Zloty gegen 216.7 Millionen Zloty im Jammr 1930, die Ausfuhr ist in derselben Zeit noch stärker zurückgegangen 218,6 auf 152,5 Mil- lionen Zloty). Trotz des Zollkrieges spielt Deutschland im Außenhandel Polens nach wie vor die hervorragendste Rolle. Aller- dings sank der Anteil Deutschlands bei der Ausfuhr Polens TPolens EinfuKr 27. jo 12. n 12.-it. im Jahre 1930 auffällig stark gegenüber 1929. Insgesamt sank bei fünf Artikeln, die etwa zwei Drittel der Gesamt- ausfuhr Polens nach Deutschland darstellen, die Ausfuhr von 213,7 auf 132,9 Millionen Mark, verminderte sich somit um 38 Proz. Polens Au&enhandel 199.9 u. 19 JO % An t eil an DeutseKlan. d Ver. S t.T.ti-Am e r i k a (xr o ftlor i t ann i e n Tscke ekoslo wakex F r a nkr e i tk. 0 es t err e i ck S c k. w, e i x Mi e<ä erla n d e I t a 1 i e n B el�icn % Anteil De utsckland Großbritannien. ...................... mmmimS.»? MMN i-ii »»»!.,-. d»5 J.si. »2.75 11999 >1930 an Polens AtisfuKr iiiililllllllllllllllllllllllillllllllllltlllllllllllllllllilli i3l.a iio. Va.« »TS.di iiiiiiiimiiiiiiiiiiin IIIIIIIII 5.6* «■■■■5.05 iiiiinii'5.xt* ■iüi h.i«. Hi.n 15. oo l.ss ■ 2.,, 10.17 0» n. or 9.oi z Oes t err e i cK Rußland Dänemark ScKvreden Nied crland e Li ttauen Prankreick Auch die Ausfuhr Deutschlands noch Polen hat Einbußen erlitten, insbesondere bei der Ausfuhr von Maschinen und elektro- technischen Erzeugnissen. Die Verbundenheit und das vielfach gleiche Schicksal der beiden Länder ermahnt gebieterisch, daß an Stelle des nutzlosen Kampszustandes der normale Handelsverkehr zwischen Polen und Deutschland endlich wieder in Kraft tritt. Polen hat jetzt den ersten Schritt getan. Der Deutsche Reichstag muß bald den zweiten tun. Wirtschaftsfrieden ist billiger als Wirtschaftskrieg. Das Werk der Konsumvereine. Ein Enqueteband von über TOV Seiten.— Viel Licht und kein Schatten. Deutschland hat seit dem Ende der Inflation manche gute Auf- bauarbeit, aber auch viel wirtschaftliches Unheil erlebt. Das Lob her freien kapitalistischen Wirtschaft wurde in allen Tonarten gesungen, von der durch Selbsthilfe organisierten Wirtschaft der Verbraucher hat man geschwiegen oder aber mit Haß und richterlichen und gesetzlichen Schikanen verfolgt, obwohl sie ollein bestimmt kein' Versager war. Die volkswirtschaftliche Aufbau- arbeit der Konsumvereine wird jetzt durch eine Veröffentlichung des Enqueteausschustes unter öffentliche Beleuchtung gestellt.(„Konsum- vereine", 8. Band der Arbeitsgruppe Handel des Unterausschusses für Gewerbe, Verlag E. S. Müller u. Sohn, Berlin. 1931. 730 S.) Sonsumvereine mißachten das Geschäftsgeheimnis. Der Untersuchung des Enqueteausschustes wurden 21 Konsum- vereine und deren Entwicklung bis zum Jahre 1928 unterstellt, und zwar fünfzehn Verein« des Hamburger Zcntmloerbandes und sechs Vereine des christlichen Kölner Verbandes. Fast überwältigend für jeden, der die Geheimtuerei in der Privatwirtschaft kennt, ist die rücksichtslose Offenheit, mit der die vernommenen Sach- verständigen aus der Konsumoereinsbewegung das sogenannte Ge- schäftsgeheimnis auf ollen Gebieten der Vernehmung preisgegeben haben. Dieser Wille zur unbeschränkten Publizität wird in der Veröffentlichung mit den Worten anerkannt, daß die Makcriallen In einem Umfang zur Verfügung gestellt wurden,„wie man sie von Seilen des privaten Handels mahl kaum jemals wird erwarten können". Der Aufschwung der konsumgenossenschafllichev Bewegung war in der Nachkriegszeit enorm. Gegen 1913 hoben sämtliche untersuchten Vereine ihren Gcschöftskreis stark erweitert: die Zahl der beschäftigten Personen ist zwischen 41 und 320 Proz., die Zahl der Mitglieder(mit zwei Slusnahmen) zwischen 19 und 289 Proz., die Zahl der Verteilungsstellen zwischen 15 und 300 Proz. gestiegen. Dir Konsumvereine zahlen die HSchslen Löhne. Das Personal der Konsumvereine wird heute planmäßiger aus- gewählt, besser geschult(Ausbildungs- und Sonderkurse über Waren- künde, Lagerung, Warenbehandlung, Lackschrift, Dekoration, Betriebslehre, Genossenschaftswesen) und wird auch zumeist nach Sondertarifen bezahlt. Erhebliche Sonderleistungen sozialer Art verbessern die Entlohnung(Verheiratetenzulage, be- zahlte Krankheitstage, Pensionszuschüss«, Ferien, freie Werktage, lim- satzprovisionen, Gratifikationen). Der Zentralverband deutscher Konsumvereine steigert durch eine P e n s i o n s zu s ch u ß k a ss e die Pensionen der Sozialoersicherung auf 70 bis 80 Proz. des Arbeitseinkommens.„Durchweg sollen die Tarissähe der Konsum- vereine 10 bis 15 proz. über denen des privaten Einzelhandels liegen oder durch Sonderleistungen über letztere hinausgehoben werden", so faßt der Bericht auf Seite 22 sein Urteil zusammen. Don den leitenden Angc st eilten wird gesagt, daß deren Bezüge nirgend an die Prokuristen- und. Direktorengehälter im privaten Einzelhandel heranreichen. SO bis 94 proz. der ZMkglieder sind Arbeiterfamilien. Die starke Zunahme des Mitgliederbestandes ist noch wie vor in der wachsenden Erfassung der Arbeiterschaft begründet. 80 bis 94 Proz. waren im Durchschnitt der untersuchten Vereine Arbeiter und Angestellte. Gegen die Vorkriegszeit geben die Mitglieder besonders der großstädtischen Vereine einen um 30 bis 120 Proz. größeren Teil ihres Einkommens in den Konsumvereinen aus.„D i e aktivsten Käufer sind meistens die Arbeiter" (S. 28). Die Gesamtumsätze der untersuchten Vereine waren 1927/28 mit�iner Ausnahme um 27 bis 314 Proz. gestiegen, bei den beiden größten Dereinen um 226 bzw. 177 Proz. Während der Umsatz je Mitglied in der Vorkriegszeit zwischen 181 und 515 M. schwankte, stieg die Relation in der Nach- kriegszcit auf 140 bzw. 763 M. Die Mitglieder verlangen bessere Waren und schönere Läden. Interessant sind einig« Bemerkungen, die über die Käufer und das Verteilungssystem gemacht werden. Die Vermehrung der Der- tcilungsstellen liegt nach dem Bericht in dem Wachstum der Dereine und in der Bequemlichkeit der Mitglieder begründet. Aus die Ausstattung der Läden mußte immer größerer Wert gelegt werden. Ilmsatzverluste sollen bei der Eröffnung neuer Verkaufs- stellen für die benachbarten Verteilimgsstellen nur vorübergehend austreten. Der Mindestum'satz einer Verteilungsstelle muß nach Ansicht eines größeren Konsumvereins mindestens 70 000 M. jährlich, nach Aussage eines mittleren Konsumoereins 72 000 bis 96 000 M. betragen. Das Netz der Verteilungsstellen der unter- suchten Vereine hatte einen Radius von 12 bis 43 Kilometer, bei einem ostdeutschen-Konsumverein sogar von 155 Kilometer. Ein Umsatzoptimum in dem Sinne, daß die Lerteilungsstellen voll ausgenützt find, ist bei den Konsumvereinen noch nicht erreicht; die Ver- kaufsstellen sind größer angelegt, als dem jeweiligen Bedarf entspricht. Lebensmittel immer noch 70 bis 90 proz. des Gesamtumsatzes. Der Kreis der verkauften Waren hat sich gegen die Vorkriegs- zeit jehr stark erweitert. In den größeren Konsumvereinen werden etwa 700 b i s 800 Artikel geführt, in einem Falle sogar über.900. Besonders bedeutungsvoll ist die Erzeugung und der Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren aus eigenen Schlachtungen geworden. Auf Lebensmittel kommen aber überall immer noch mehr als 70 Proz., bei einzelnen der untersuchten Vereine sogar izoch 90 Proz. d-s Gesamtumsatzes. Einheitlich ist das Urteil darüber, doh bessere Ladenausstattungen vielfach zu beträchtlichen llmsatzsteigerungen führten. Einkäufer und Lagerhalter haben es bei der Waren- eindeckung nicht leicht. Auf der einen Seite erzwingen die erhöhten Ansprüche der Mitglieder di« Bereitstellung besserer und bester Waren, andererseits zwingt der Wechsel der Konjunktur auch zur Bereithaltung geringerer Qualitäten. Auch für die Aufmachung und Verpackung der Waren müssen heute erheblich größere Aufwendungen als m der Vorkriegszeit gemacht werden. Bemerkenswert ist, daß 50 bis 90 Proz. der Waren abgepackt zum Verkauf bereitgelegt werden. Die privaten Warkenarlikel fast ganz zurückgedrängt. Bei den Vereinen des Hamburger Zentrawerbandes find die fremden Markenartikel bis auf einige wenig« Spezialerzeugniste durch eigene Marken heute ausgeschaltet. Auf fremde Marten- a r t i k« l kommen beim Zentraloerband höchstens nur noch 1 bis 2 Proz. des Umsatzes, während die eigenen Marken der GEG. bis zu 40 Proz. des Umsatzes der Vereine erreichen. In der Frage der Markenartikel ist der Cnquetebericht merkwürdig zurück. haltend. Daß di« Konsumvereine durch ihren Kampf gegen die fremden Markenartikel ihre Mitglieder auch gegen ungerechtfertigte Ausbeutung schützen wollten, wird verschwiegen. Die Eigenproduktion der Konsumvereine hat immer größere Bedeutung gewonnen. Gegenüber 18 bis 38 Proz. in der Vorkriegszeit kommen heute bei mehreren großen Koistum- vereinen 21 bis 62 Proz. des Umsatzes auf Eigenfabrikate. Der bei der Zentralorganisation— für Hamburg bei der GEG.— durchgeführte Einkauf der Dereine hat eine Steige- rung bis zu 80 Proz. des Vereinsumsatzcs erfahren. Lohntüte und Sonntagsbraten bestimmen die Umsahstärke. In den letzten Tagen der Woche wird bei den Vereinen am stärksten eingekauft. Der größte der untersuchten Verein« hat in den ersten vier Wochentagen nur 50 Proz., in den Schlächterläden sogar nur 33 Proz. des Umsatzes. An den einzelnen Tagen sind die Nochmittags- und Abendstunden, in denen di« Hausfrauen weniger belastet sind, die Zeit des stärksten Andrangs. Gegen 1913 sind di« Kosten für Löhne, Gehälter, Steuern und Transportmittel am stärksten gestiegen. Durch dos Nacht- backverbot wurde die Umstellung vom Pferde- auf den Auto- betrieb geradezu erzwungen. Und wie wird kalknlieri? In der Mehrzahl der Fälle werden die Preis« auf Grund von durchschnittlichen Unkosten festgesetzt. Die durchschnittlichen Bruttoausschläge bewegen sich— bei Unkosten von 15 bis 18 Proz.— zwischen 17,5 und 28,1 Proz. Da sie bei den Konsum- vereinen auf billigere Einkaufspreise gerechnet werden, ergibt sich auch eine günstigere Preisstellung für die Käufer als im privaten Einzelhandel, wo noch dem Bericht 20 bis 25 Proz. aufgeschlagen werden. Bei Konkurrenzarttkeln wie Zucker, Gier, Schmolz, Butter usw. sind nur geringere Aufschläge möglich. Bei Zucker wird mit 1 Vi bis 12 Proz., bei Butter mit 5 bis 15 Proz., bei Schmalz mit 8 bis 15 Proz., bei Eiern mit 12 bis 15 Proz. in den einzelnen Bereinen kalkuliert. An dem Prinzip der Barzahlung wird nach wie vor ebenso festgehalten wie an dem Prinzip, nur an Mitglieder zu ver- kaufen. Das Perional wird in dieser Richtung streng kontrolliert, Verstöße dagegen führen zur Entlassung. Das hindert freilich nicht — vn Bericht steht das nicht—, daß Provokateure immer wieder, um die Konsumvereine zu schädigen, auch den Verkauf an NichtMitglieder uitter Beweis zu stellen versuchen. Der Bericht des Enqueteausschustes über die Konsumvereine ist peinlich und fast zu peinlich bemüht, objektiv sein zu wollen. Er geht an der sachlichen Feststellung darüber, ob Konsumvereine oder Privathandel bei der Preisbildung be- stimmend sind, ebenso aus dem Wege wie einem sachlichen Urteil in der Frage der Markenartikel. Er äußerst sich auch in gor keiner Weise über die volkswirtschaftliche Funktion der Konsumvereine, obwohl das für einen Ausschuß, der den Wandel in den Erzeugung?- und Absatzbedingungen der deutsäzen Wirtschaft zu untersuchen hat, wahrlich geboten gewesen wäre. In Dingen vernünftiger Wirtschaft?- Politik, zu der auch der Enqueteausschuß beizutragen hat, kann es im Ernst keine Neutralität geben. In diesem Sinne ist auch die Veröffentlichung über die Konsumvereine ein neuer Beweis für den mangelnden Bekenner mut des Enqueteausschustes. In den sachlichen Feststellungen aber wird in keinem Punkte gegen die frucht- bare Arbeit der Konsumvereine ein Einwand erhoben. Das reicht, um die organisierte Arbeiterschaft über die Arbeit der Konsum- verein«, die Selbsthilf« imd Waffe im Kamps ums Dasein und für ein« bestere Zukunft zugleich sind, van neuem mit Stolz zu erfüllen. Oividendenstarke Konzerne. Maschinenfabrik Wolf-Buckau zablt wieder 10 Prozent. Der größte mitteldeutsche ZNoschinenkonzern. die Wolf. Puckau-A-G. in Magdeburg wird für 1330 wieder d I e Dividende der vorhergehenden Konjunkturjahre in Höhe von 10 proz. auszahlen. Obwohl d e r U m f a h sich um 13 proz. ver- r i n g e r t hat. sind die Gewinne de» Unternehmen» noch gestiegen. So wird bei einer Heroufsehung der Abschreibungen von 1,11 auf Kaffee Hag morgens, Kaffee Hag spät abends Mokka Hag nach Tisch— Hag bekommt immer Jelst nur noch RH 1.62 das groß« Paket» 81 Pfg. das Haina Paket. RH 1.71 die Vakuumdose 1,13 ZNiUione» ein Reingewinn von 1.44 gegen 143 Jtttfl. Mark aasgewicjen. Einschließlich seiner Abschreibungen hat also der Konzern in dem Sriseaahr 1330 rund 20? r o z. seines Aktienkapitals verdieul. Wie bei den Abschlüssen der großen Berliner Metallkonzerne schält sich bei den Bilanzverössenllichungen der Maschinensabriken im Reich— wir erinnern nur an Schubert und Salzer in Themnitz und die MAR. in Nürnberg— immer deutlicher die Tatsache her- aus. die ll m s o tz v c r h S l t n i s s e in der Krise von de« Rtaschinen- bauunternehmungen weitgehend durch Rationalisierungsgewinne in der Form von Mehrleistungen der Belegschaft und sinkender Gestehungskosten ausgeglichen wurden. Den Metall- orbeilern aber, deren Beschäftigungsgrad einen Rekordtiefstaad seit Kriegsende aufwies, haben die Unternehmer in Berlin wie im Reich als Belohnung für ihre Mehrleistungen die Tariflöhne gekürzt, nach- dem seil Anfang vorigen Jahres bereits die Akkordlöhne in weitest gehendem Maße abgebaut worden waren. Die Maffenkauftrast versagt. Auch billige Schuhpreise helfen nichts. Oer Besckiästigungsgrad der Schuhindustrie ist nach dem letzten Wochenbericht des Äoniunkturinstituts noch außerordent- l: ch niedrig, obwohl sich im Januar eine leichte saisonmäßige Belebung um S Proz. durchsetzte. Im Durchschnitt wird die Leistungs- fahigkeit der Betriebe nur zu rund SV Proz. ausgenutzt. An diesem unerfreulichen Zustand hat auch der kräftige Preisabbau im Groß- und Kleinhandel nichts geändert, obwohl er gegenüber 1930 zu einer Verbilligung für Lederschuhwert von IV Proz. und darüber geführt hat. Die von den beiden Zangcnenden Lohnabbau und neu« Massenbelastungen zusammen- gepreßte Kauskrost der werktätigen Massen hat jedoch derart gelitten, daß von einer Steigerung des Konsums infolge der Preissenkung nicht die Rede sein kann. Im vergangenen Jahr schätzt das Kon- junkturinstitut den Schuhverbrauch um 12Proz. niedri- g e r ein als im Jähr 1927. Damit wäre also der Schuhverbrauch im letzten Jahr aus 75,7 gegen 86 Millionen Paar im Jahre 1927 gesunken, so daß aus den Kopf der Bevölkerung nur noch 1,18 Paar(1927 noch 1,30 Paar je Kopf) entfallen. Diese traurige Bilanz zeigt klar, daß die Absatzkrise in den Konsum- i n d u st r i e n durch die Drosselung der Masscnkaufkraft o e r- e w i g t wird. Die E i n f u h r von Schuhen hat im Zusammenhang mit dem niedrigen Preisstand in Deutschland im Januar weiter nach- gelassen und erreichte mit 30 vvv Paar nur noch ein Sieben- t e l der Einfuhr vom Januar 1928. Die A u s f u h r hat sich trotz leichten saisonmäßigen Rülkganges Ende 193V noch auf ihrem all- gemein hohen Stand gehalten und liegt noch um rund 3,4 Proz. über den Zahlen von Januar 193V. Hochofenproduktion noch gesunken. Die Roheisenerzeugung im Februar. Nach den Mitteilungen der Zeitschrift„Stahl uno Eisen" stellte sich die Roheisenproduktion an 28 Arbeitstagen in? Fe» bruae auf 52V 176 gegen 6V3 1V4 Tonnen im Januar an 31 Tagen. Die durchs chnitllichs o rb e i t s t e ch n i s che Leistung ist damit >n den Hochofenbetrieben weiterhm um 40 Proz. von 19 415 auf 18 578 Tonnen gesunken. Die im Januar gegenüber dem D»« zember festgestellte Stobiütot der Roheisenproduktion hat also'im Berichtsmonat einem weiteren RuSsdjlng Platz gemacht. Die Fe. bruarproduttion entspricht nur noch 54 Proz. der Roh. «tfenerzeugupg im Februar vorigen Jahres. Auch Kohlenproduktion bleibt schlecht. In der eisten Märzwoche ist die'Förderung der Ruhr« kohlenzechen auf 1,7V gegen 1,74 Millionen Tonnen in der Anmoche gejunken. Desgleichen hat sich die arbeitstägliche Förderung von 29V 486 aus 284 218 Tonnen verringert. Auch die Entwicklung der Kokserzeugung war welter rückläufig. Di« auf den Hchlöen vorhandenen Bestände haben gleichfalls nicht nur keinen Abb«? erfahren, sondern sich sogar noch ein wenig von 9,91 auf 9,93 Millionen Tonnen erhöht. Di« Zahl der eingelegten Feierschichten ist in der ersten Märzwoche allerdings von 289 169 auf 250 254 gesunken, was einem arbeitstäglichen Rückgang der eingelegten Feielschichten von 48 195 auf 41 709 entspricht. . v 20 proz. Umsahrückgang der Deutschen Telephon- und Kabel- Industrie A.-G. Berlin. Das am 3V. September abgeschlossene Be- triebsjahr 1929 /ZV brachte dem Unternehmen nach günstigem Beginn in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres einen st a r k e n Umsatz- rückgnng von 20 Proz. Das Telephonwert war allerdings infolge höherer Ablieferungen von Apparaten an die Reichspost gut beschäftigt, dagegen sank der Absatz an Fernsprechämtern er- heblich. In? Privatgeschäft verstärkte sich infolge zunehmender Absatzschwierigkeiten die Konkurrenz erheblich. Daß die Preis- abbaubestrebungsn der Reichspost von Erfolg be- gleitet waren, beweist der Hinweis im Geschäftsbericht, daß die ob Juli vorigen Jahres von der Post vergebenen Notstandsaufträge, u niedrigeren P�r eisen geliefert werden mußten.— Im Kabelwerk war bei Starkstrom- wie ouck bei Schwachstromkabeln der Umsatz stark gedrosselt, auch eiUstanden durch den Preissturz auf den Metallwärkten erhebliche Perluste. Eine Dividend« wird, wie schon in den vorhergehenden Jahren, nicht verteilt. Der Reingewinn ist mft rund 43 Ovv gegen 25 300 Mark im Vorjahr ausgewiesen. Im Lauf« des neuen Geschäftsjahres hoben sich Auftragseingang und Umsatz weiter verschlechtert. Gesrierslelsch l« Reichsroi. Die Vereinigten Ausschüsse des Reichsrats haben am Mittwoch die Zollvorlag« der Regierung und in Verbindung damit die Reichstagsbcschlüsse zum Brotgesetz und über die Gefrier fleischeinsuhr in erster Lesung beraten. Die e-ndgültige Entscheidung der Ausschüsse sällt in einer zweiten Lesung am Freitagnachmittog. Die Plenarsitzung des Reichstags, die am Donnerstag die Zollvorlage verabschieden sollte, ist auz Frei- tagabend verlegt worden. Die Lohndruckkampagne. Wie weit die Nauuuternehmer sie treiben wollen. Di« deutschen Bauunternehmer wollen im Lohnabbau einen Riesenrekord aufstellen. Belegen wir das kurz im einzelnen. Im Berliner Baugewerbe mächt« man den Stunden- lohn um 21 Proz. herabsetzen und außerdem durch Ein- fügen einer dritten Lohngruppe die Lohne noch mehr herabdrücken. Geradezu grotesk sind die Lohnabbauanträge der Unternehmer im Rheinland. Sie wollen in den Großstadtgebieten Düsseldorf und Köln eine Herabsetzung der Facharbeiterlöhne um 38 Pf. je Stunde, ein« Lohnsenkung um 28,15 Proz. Den Hilfsarbeitern will man sogar 31.15 Proz. Lohnabbau aufdrücken. Im Wuppertalgebiet und im linksrheinischen Gebiet Kreseld-Gladbach"sollen die Stundenlöhne sogar um 41 Pf. gesenkt werden, eine Lohnkürzung um ein Drittel. In den Lohngebieten Koblenz und Trier würde sich der Facharbeiterlohn nach den Anträgen der Unternehmer um 49 Pf. verringern, das ist um 37,7 Proz. Im Bezirk Freistaat Sachsen will man alle Löhne auf den Stand, vom 1. Juni 1925 zurückschrauben: Lohnabbau um 35 bis 37 Pf. je Stunde. Im Unterwefer-Ems-Gebiet oerlangt man die Kürzung der Spitzenlöhne?m? 22 bis 25 Pf., im GSiiet Provinz Sachsen-Anhalt eine erheblich verschlechterte Lohnklosseneinteilung und außerdem eine starke Lohnkürzung. In der Lohngruppe Magdeburg sollen die Facharbeiterlöhne von 131 auf 90 Pf. herabgedrückt werden. Der niedrigste Facharbeiter- lohn in der Provinz würde dann noch 62 Pf. betragen. Die Löhne der Tiefbauarbeiter sollen sich zwischen 51 und 7V Ps. je Stunde bewegen. t Ein wenig„bescheidener" treten die Unternehmer in Nord- Westdeutschland auf. Der Spitzenlohn soll auf den Stand vom 1. Januar 1927 zurück, wonach der Lohnabbau„nur" 16,7 Proz. betragen würde. Im Lohngebiet Grenzmark verlangt man 22 bis 25 Proz. Lohnkürzung. Außerdem will man durch eine oer- schlechterte Lohngruppeneinteilung die Löhne noch besonders herab- drücken, so daß sie in den davon betroffenen Orten um 32 bis 33'Proz. verringert würden. Im Reiche der Schwerindustrie, in Westfalen, soll der Maurerspitzenlohn von 13V auf 95 Pf. herabgesetzt werden, nach Lohnabzügen zwischen 35 und 49 Pf. je Stunde. In Pommern: 25 Proz. Lohnabbau. Der Spitzenlohn der Maurer soll nur noch 9V Pf. betragen. In der niedrigsten Klasse erhielten dann die Maurer und Zimmerer nur noch 67 Pf. Stundenlohn. Und so geht das weiter in allen übrigen Lohnbezirken. Diese Lohnabbauanträge der Unternehmer kann man, aus eine kurze Formel gebracht, nur als Unternehmerbolschewismus be- zeichnen. Selbstverständlich sind die Verhandlungen überall gescheitert. Nirgends konnten sich auch die Parteien über die Personen der unparteiischen Vorsitzenden in den Bezirkstarifämter» einigen, die nunmehr in Tätigkeit treten müssen und«inen Spruch fällen sollen. Allem Anschein nach ist von der Unternehmer- zentrale die Parole ausgegeben worden, alle Vorsitzenden. die früher in Bezirkstarifämtern amtiert haben, abzulehnen und sich auch auf eine andere Person nicht zu einigen. Die Unter. nehmer bauen stark auf das Reichsarbeilsmlnisterinn». das soll ihnen willige Schlichter stellen. Der Plan ist durchsichtig. Was wiffsn solche neugebackenen Tarisamtsvorsitzenden über d?« besonder« wirtschaftliche und sozial« Lage der Lauarbeiter! Der Bauarberter- lohn ist im Jahresergebnis äußerst niedrig. Die deutschen Lauarbeiter waren im vorigen Jahr« auch bei„bester" Bautätigkeit „nur" zu rund 40 Proz. arbeitslos, und auch dies nur für eine ganz kurze Zeitspanne. Zurzeit sind 75 proz. aller deutschen Bauarbeiter arbeitslos. Sie stehen also zu drei Vierteln im unfreiwilligen General- streik. Die Witterung und die jämmerliche Lage auf dem Bau- markt lassen auch nicht zu, daß sich dieses Prozentverhältnis in nächster Zeit ändern könnte. Es ist ferner damit zu rechnen, daß sich im Baujahr 1931 die Arbeitslosigkeit der Bauarbeiter nie unter 50 Proz. bewegen wird. Das muß diesen unparteiischen Schlichtern erst alles gesagt werden: denn sie sind nur mangelhaft über das Elend der Bauarbeiter unterrichtet, und wir wissen leider, daß dann manch« Schlichter gern bereit sind, gegenüber solchen, wenn auch dokumentarisch belegten Angaben ungläubig die Achseln zu- zucken und schließlich zu einem ungerechten Schiedsspruch zu kommen. Und wenn man ihnen sagen wird, daß der Bauarbeiter einen viel höheren persönlichen Aufwand für Nah- rung, Kleidung und Anmarschkosten zur Arbeitsstelle als andere Arbefter hat, daß die Arbeitsstelle immer wieder wechselt, da die Bauarbeiter nie auf Arbeit an der g l e i ch e n Stelle rechnen können, was wiederum mit Unkosten verknüpft ist und wobei vor allen Dingen vielfach ein doppelter Haushalt gcfülzrt werden muß, wenn man ihnen sagt, daß sie wegen ungünstiger Witterung oft aussetzen müssen, dann werden sie auch hierüber vielfach mit den Kopsen schütteln. Und solche Schlichter möchten die Bauunternehmer haben! Sie möchten sie mit den Tiraden ihrer Syndizi überWmpeln und einen möglichst starken Lohnabbau zugunsten der Unternehmer herbeizuführen trachten. Trotz des ungeheuren Arbeitslosenelends der Bouarbeiterschaft, das schon monatelang, bei melen Bauarbeitern jahrelang andauert, treten die Bauunternehmer mft solchen verrückten Lohnabbauforde- rungen auf. Die Bauarbeiter sollen nicht nur hungern während der Arbeitslosigkeit, sondern auch noch dann, wenn sie das„Glück" haben, für eine kurze Zeilspanne Arbeft zu finden. Es kommt hinzu, daß der durch die Schaffung niedrigerer Löhne erzielte Profit restlos in die Taschen der Unternehmer oerschwinden würde. Dl« Frühjahrsbauten sind abgeschlossen. die Preis« sind festgelegt. Kein Mensch wird so einfältig sein, an- zunehmen, falls es nach den Forderungen der Bauunternehmer ginge, daß diese dann nachträglich die Baukosten senken würden. Die Bauunternehmer wollen bei schlechter Bautangkeft genau so viel verdienen wie in guten Geschäftssahren. Machtkoller und Habgier diktieren ihnen die Handlungen. Ginge es nach dem Willen der Unternehmer und würden die Löhne im Baugewerbe derart herab- gesetzt, so glaube keiner, daß dann auch nur ein Stein mehr �ver- mauert würde, oder auch nur ein Bauarbeiter mehr beschäftigt würde. Was hier auf dem Gebiete der Bauwirtfchaft jetzt vor sich geht, ist nichts als brutales Machtstreben der Bau- Unternehmer, nichts als ungehemmte Profitgier! Es ist vorauszusehen, daß auch die Tarisämter mit de» vom Reichsarbeitsminister eingesetzten unparteiischen Vorsitzenden keine Sprüche fällen werden, mft denen beide Parteien einverstanden sein könnten. Werden die Sprüche der Tarifämter nicht von beiden' Parteien angenommen, so soll ein« zentrale Schiedsstelle über die Löhne der Hauptarbeftergruppen der obersten Lohnklasse entscheiden. Ueber die dam, noch strittigen Lohnfragen sollen die bezirklichen Tarifämter entscheiden. Demerkt sei. daß sich der von den Unter- nehmern verlangte nackte Lohnabbau in fast allen Bezirken ziftern- mäßig noch weit ungünstiger auswirken muh, weil die Unternehmer überall auch eine für die Arbeiter ungünstigere Lohnklasseneinteilung fordern, so daß in den davon betroffenen Gebieten der Lohnabbau noch viel verheerender wirken würde. Schließlich sei auch vermerkt, daß Bauarbeiter nirgends Sozialzulagen oder nennenswerten Urlaub erhalten. Die vom Reichsarbeitsminister«inzusetzende Zentral- s ch i« d s st e l l e soll aus je vier Beisitzern von jeder Partei und drei Unparteiischen bestehen, die der Reichsarbeitsminister ernennen soll. Der Spruch der zentralen Schiedsstelle, die mit«insacher Mehr- heit entscheidet, kann dann innerhalb acht Tagen angenommen oder abgelehnt werden. Es wird nunmehr so kommen, daß in der zentralen Schiedsstelle über alle Lohngebiete entschieden wird. Und auch hierbei rechnen die Bauunternehmer stark aus die Hilse des Reichsarbeitsministers. Es mag sich nunmehr erweisen, ob der Reichsarbeftsminister ein Arbeitsminister für die Arbeiter oder gegen die Arbeiter ist. Bei ihm liegt in der Hauptsache die Entscheidung. Es ist klar, daß sich das letzte Wort in allen diesen Dingen die Verbände der Bauarbeiter vorbehalten. Die RGO.»er- sucht allerdings mit großem Tamtam, ei??«.revolutionäre" Bau- arbeiterorganisation aufzuziehen, aber bei ihr und den sonstigen „revolutionären" Splittcrorganisatiönchen liegt die Entscheidung nicht. Auf den jämmerlichen Leim dieser Revolutionarren hüpfen die deutschen Bauarbeiter nicht. Die Entscheidung liegt bei den dem ADGB. angeschlossenen Arbeiterverbpnden! Die Aöte einer Branche. Bei de» Bauanschlägern hat Die KPO. ausgespielt. Den Berliner Bauanschlögern geht« nicht gut: 85 Proz. von ihnen sitzen auf dem Nachweis. Dabei brauchte die Arbefts. lofigkeft in diesem einst gutbezahlten Berusszweig nicht so hoch zu sein, wenn wie früher Schlossereien mit der Beschlag- arbeit beauftragt würden?ord nicht, wie heute so oft. Tischlereien. Wie arg die Berhältniss« Legen, bewies eine von der Lrancheiakommiffim? der nn Deutschen Metall-anbefter-Der« band organisierten Bauanschläger durchgeführte Lauten- kontrolle, über deren Ergebnisse in der letzten Bmnchen. versanunlung am Dienstag berichtet nmrde. Di« Tischlereien beziehen von außerhalb billiges Material. das sie teifaveise sogar von Lehrlingen anbringen lassen. Don fachmännischer Ausführung kann dabei keine Rede sein. Ecken wer- den nicht abgebeizt, selten befeilt, und die Bänder sind krumm und schief angeschlagen. Unter den oersammelten Bau- onschlägern wurden am Dienstag Materialstücke herum- gereicht, die wohl wie Schrauben aussahen, in Wrvichkeit aber nur angekraust« Nägel waren und auch wie Nägel einfach eingeschlagen werden. Als Schulbeispiel für unsachgemäße Arbeft stellten die Kontrolleure den Neubau des Berwaltungs- gebäudes des Vereins Deutscher Elektrotechniker in Charlottenburg fest, Ivo di« ausführend« Firn« Bos- wau u. Knauer di« Beschlagarbeiten an tAe Tischlerei Kühne, Engelufer S. vergeben hat. Es kommt hinzu, daß viele Arbeitslose bei den Bamnschlägern unterzuschlüpfen versuchen. Hierbei hilft wacker der neue RGO.-Laden einiger Bauanschläger mft, die, um Mitgli�e? zu ergattern, Hinz und Kunz zu„Bauanschlögern" macht. Dieser neue RGO.-Laden ist ein besonderes Verbrechen an dem darniederliegcnben Bauanschlägerberuf, existieren doch jetzt drei Gruppen in dieser Branche: der Metallarbeiter« Verband, der gelbe Verein der Bauanschläger und der RGO.-Laden. Es ist allerdings be,zeichneiid für die davon« gelaufenen„Revolutionäre", daß sie sich mitdengelben Der« cinsbrüdern zusammenschließen wollen, iwchdem sie beide ge??ieinsam schon eine Bauonschlägerversainnckung abgeholten haben. Der Deutsche Metallarbefter-Berband hat durch dieses Manöver ganze sechs Mann verloren, sechs Mann, denen er kein« Trän« nachweint, und alle übrigen organisierten Bauavschlager bewi eie» ihren gesunden Sinn, indem sie am Dienstag gegen eine einzige «änm?« eine Resolution an??ahmen, die dem neuen RGO.« Laden ihre tiefst« Verachtung ausspricht. Für diese Entschließung sti??tmten selbst die anwesenden K o m m u n i st e n, die von ihrer Partei die Amoeisung erhallen hatten, in den RGO.-Klul, ein zu- treten. Somit hat die KPD. mich bei den Bau onschlägern ausgespielt und der Weg ist frei für eine völlig« Gesundung dieses Berufszweiges. Löhne in Sowjetrußland. Trotz nomineller Erhöhung völlig unzureichend. Zur Durchführung des Fünfjahresplans sieht sich die Sowjet- regierung öfter gezwungen, zu auherardentlichen Maßnahmen zu greifen, wobei tatsächliche sowie vermeintliche Hindernisse rücksichtslos bekämpft werden. Dem drohenden Anwachsen der Arbeitslosen wurde durch ein Dekret ein Ende bereitet. Und kurze Zeit darauf wurde offiziell erklärt,«s gebe in Sowjctrußland überhaupt keine Arbeitslosen. Die Zahl der Beschäftigten stellte sich im Jahre 1923 aus 12,4 und 1330 auf 14,3 Millionen Personen, wobei aus die Industrie 1923 etwa 3,8 und jetzt ö,Z MiSionen Arbeitnehmer entfallen, ungerechnet die Bauarbeiter, deren Anzahl jetzt ungefähr 2 Millionen Personen beträgt. in So-wjet-Rußland D urcKscKnitts-Voclienlöhire in Butel NaeK amtliclien Anraten Ii 9 3 0 Vasservefe"Transpoft Eisenbalur„ Industi-ie tesdmjer.iiKlit laaav.Sektop B il 3 un| s we sen Gesamt prole tariat Sl 9 31 45'xt IVW.ii W> ai.ti liso..i .iiiiiiiiininiiiiiiiiniiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiimi ift.ti ■ 19.» 17.1. i ■ 18.«t 1 16. 99 n 18.1, I 11.16 Mit der Zunahme der Arbeitnehmer ist noch den amtliä)«!, Angaben Sowjetrußlands auch der Arbeitsverdienst erhöht worden. Diese bereits für 1931 angegebene Erhöhung ist, wie aus der Graphik ersichtlich ist, sehr verschieden. Sie beträgt bei der Industrie 3,5 Proz., für das Gesamtproletariat 7,3 Proz., für die Transportorbeiter 10,1 bzw. 10,4 Proz. und im landwirtschaftlichen Sektor sogar 24.0 Proz. Während also in Deutschland, ebenso wie in vielen anderen Län- dern in mehr oder weniger radikaler Weise Lohnabbau erfolgt, verkünden amtliche Stellen Sowjetrußlands eine bemerkenswerte Lohnerhöhung. Diese auf den ersten Blick erstaunliche Tat- fache erhält indessen eine ganz andere Wertung, wenn man sich die Preise für die notwendigen Lebensmittel genau ansieht. Da reicht selbst der erhöhte Wochenlohn kaum zur Anschaffung eines Klei- dungsstückes aus. Wie sehr die Preise seit dem vorigen Jahre gestiegen sind, darvber findet man im Zentralorgan des Volkskommissariats für Handel u. a. folgende Angaben: Pflanzenöl plus 29 Proz., Salz 17,8 Proz., Tabak 13,9 Proz., Papier 9,6 Proz., Fische 8,5 Proz., Chemikalien 7.8 Proz., MonufaktuNoaren 7,5 Proz., Schuhzeug 7,3 Proz. Inzwischen sind die Preise fast für alle Artikel des täglichen Bedarfs noch weiter gestiegen, so daß die angegebenen Vcrdienstcrhöhungcn mehr als illusorisch erscheinen. Lleberstunden sind zu bezahlen. Auch wenn sie bei Kurzarbeit geleistet werden. Die Unternehmer in der Papier-, Zell st off-, Pappen- und H o l z st o f f i nd u st r i e führen schon seit Monaten einen Streck um die Auslegung des§ 4 des Gesamtarbeitsvertrages für die deutsche Papierindustrie, in dem es heißt: „Für jede Mehrarbeitsstunde wird neben dem Lohn ein Zuschlag gezahlt, und zwar für die 49. bis 54. Wochenarbeitsstunde von 20 Proz., für jede weitere von 25 Proz." Die Kläger sind bei der Firma Vereinigte Holzstoff- und Papierfabriken A.° G. in Nieder schlema beschäftigt. Die Beklagte ließ in den letzten Monaten bis zu 16 Stun- den in der Woche verkürzt arbeiten. Die Kläger wurden in dieser Zeit, insbesondere zwischen dem 11. September 1929 und 18. Ianuqr 1930, an einzelnen Tagen. zu lleberstunden herangezogen, die die tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden überschritten. Die Kläger verlangen für die von ihnen geleistete Mehrarbeit die nach ß 4 des Gesamtarbeitsvertrages festgelegten Mehr- a rb c i t s zu sch l äg e. Sie legen die Bestimmung des vorge- nannten§ 4 dahin ans, daß für jede über die achistündige tägliche Arbeitszeit geleistete ZNehrarbeitsstunde der Zuschlag zu zahlen ist. Die Beklagte erklärt, daß die Klausel des 8 4 nur einen Mehr- arbeitszuschlag von der 4 9. Wochen st unde an vorsehe, nicht aber für jede über die achtstündige tägliche Arbeitszeit hinaus- gehende Mehrarbeit. Hier handele es sich überdies um Kurz- arbeit, bei der die versäumte Arbeitszeit(!) ohne Zahlung eines Mehrarbeitszuschlages nachgeholt werden könne. Das Landesarbeitsgericht in Chemnitz entschied zugunsten der Kläger. Die Kläger hätten ein Recht, die Mehrarbeitszuschiage zu verlangen. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Tarifvertrag der Beklagten das einseitige Recht gibt, bei Kurzarbeit die Arbeits- zeit über acht Stunden zu verlängern. Nach seinem Wortlaute läßt § 2 des GAV. nur eine Verlängerung der regelmäßigen Arbeits- zeit bis auf 54 Wochenstundcn zu. Für Mehrarbeit des über die Grenze des§ 1 des Tarifvertrages hinausgehende Arbeitszeit könne der Arbeiter einen Lohnzuschlag verlangen. Gegen dieses Urteil kämpften die Industriellen mit der Revision an. Diese Entscheidung sei unhaltbar und mühte vom Reichsarbeits- gericht aufgehoben werden. Daran habe die gesamte Papier- uud Holzstoffindustrie das größte Interesse. Das Reichsarbeitsgericht wies die R e o i s i o n als völlig unbegründet zurück. Das Gericht schloß sich den Entscheidungsgründen der Vorinstanz an und legte dem Verband der Papierinduftriellen die Kosten des Rcchtsftveckes auf.(RAG. 469/30.) Voutzumme Ttato m Btlowplati. 8 Uhr Das Ullnterniwn So. u. Stg, 8 Uhr Hans Albers in Liiiom Vorstadüegcnde von FramMolnar Ob ld SMrj,«orftatiöoe»? M)i, Mcftort«ach Seid?» wem» Lütte äe&cnsettäVtfn und treue JtanvfgeRolfte Emilie Jank tat fast valleudetwl SS. L-benejadr«. GotrXleb Jank. N. t, Bergstroß« 89. Einoscheruvg aw Goruiadend, dem It. Mir», nochmlltap« 5 Uhr, im strematartilm Sertchtftraße � Theater, Lichtspiele usw. V/inl-z, Garrcn• 8 15 Diu. Zmtr. 2819. Iindmi ftxmg ciiiil»- unssWktzmsslar Duncan coiiibs* Dopmonda Hadl) Alls 24 urastensöho« USW. Satmakmi und Sonntag je 2 Vontelloniio « und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Pr, »v» Uhr CASBUO-THEATEfi»�' Lofhrtnfr Straße ST. «MUitawNSHiuuuitiuNWwiiMtniiivftftfUifuaMSiittMii Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 diese Schwiegervater Dazu das neue März■ Programm! Goteebeta 1-4 Penenea Faateuil IJ4 Sessel 1,78 M. Sonstige Pr.: Parkett 78 Pt.. Ran, 60 Pt, Berliner Ulk-TriO N«« k a 1 1■. WLohn.*r. 74/7&J Freitag." 8. Stsats-Oper Unter d. Linden 193. A.-V 19tfc Uhr Spiel adtrSnwl Polowier Tin«« DU varlohuna kci du laiu»« Ende 21«4 Uhr t» Plih dtr V.-B. liWr Uhr Sevilla Oistittl. brtutertnf Knde 22 Uhr Freitag, 11 3. Stadl Oper Bistnarckstr. Turnus 1 20 Uhr Haimine Bullertiy Ende n. 2&li U. 166 A--V. 20 Uhr Edde Z2lk Uhr I Staati.WilIlii'Itißatef.Oiarlffii. 20 Uhr Die Bakehnuig des Ferdys Pistoia Ende gegen 221- Uhr Ugl. 9 u.»» 80*11. 2. 4«. B» _ E 4. Alex. 8066 Nahm. 50 Pf.— 1 Ist. abd*. 1-2» Nur nocln 8 Taga! Bf« n.. Der Wunder- U- 15 U Sdiünp.mc Peter Plet, Das Original Rarmoade Rioo, Uvfneurtin«». ROSE THEATER Große Frenkfurier Straße Iis U-Bahn Strausberger Plate Telephon; Alexander 3422 und 3494 SaBatan:I*3 i I»««! Suflalieid: l7-«l tlu"l Yib BBütan bis Fieitan: Je MmM Operette von Kdlman . Regie: Paul Rose kraule Stose i. d. VMeb'olle Tinzt: Georges Blanvalet Abendpretee VOÖ SO PL bu S M. 6tägigerVorverkauf:ll— 1 u 4— 9U. Ausnahme-Gutschein für die Leser des «Vorwirte*' Gültig nur am Dienstag. Mittwoch, Donnerstag. Freitag SJO (Die unwideiruflich vier letrten Autfflhrungen von;«Das Parfüm meiner Frau." Für 1—4 Personen. - L Rang-Balkon SO PI - 1 Parkett-Sessel 78 Pf- __ OrCh.-Sess. o. Log. MOM Name: Wohnung: Der Guischein ist von heute an tigllch von 11— i und 4— 9 Uhr an der Tageskasse einzulösen Neues Theater » am Reo mmm laUatLlu. StpL6554 Täglich m Uhr sramTStann 8.6. Kallfornlsdie Frttdite Musik. Komödie v MniiKBii.ffnijPrjgii Reichshailen- Theator Units D irntn feto. SEI w D« lustige MlrZ-Programm der ,StettinerM Populi't Pnisa. Tel Meikw 1247. Nachm. ermäßigte Preise, volles Programml Timte• Dönhoff- Brettl Koäzerf— TjmI KapdleBusShtiü. [miDg-Itieater Täglich 89» Uhr Die scbSne Alexandra Usteff, Sdullvir. FuB. ftspimun. Klä Sonntags 4 Uhr Kleine Preise Vittoria und Dir Basal Kleines Theat Täglich m Uhr Olga Tsehseliova in: Uebs unmodern Will Kaufmann, Beins Mutxrtaiu Sonntags 5 Uhr LlebesstfUummer kl Preise I— 4 M. Täglich ö.1� DAS BLAUE MEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEN BACH THEATER IM APMIRALSPAIAST GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägi. s Uhr. im weissen nessi. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbescteung billige Preise Regie: F.rik Charell. metropoi-ineaier Täglich 8"» Uhr Das Veikhen v. Montmartre Öperette v. Kaiman Situ Ajpar. äonl ihlin, Keil Itken. Ria. Waldemar a. 6.. Ergnn Basig als Säst. Sonnlag 4 Uhr Kloine Pr eise. Pas Teildien v. Hontmatre Osterwein Rose- Theater Gr.FraBklaitcfStr.t32 Tel. Alex 3422 u. 3494 5-30 Uhr Das Partum meiner Frau 8 13 Uhr Die Fascbingsfee Uefl. Ii kptUkm, 9ra| i. FratWt-nwtfff. nite-Slnder Ketlbuts. Str. 8 TSgLSVchVbr Der InntlicBte Abemd! SonufAgt« Hdw.SVjöbr ernlA Ptdee. » 1 I Staatl.SiJiill8r-Th. 8 Uhr Qi« Behehruno des Terdys Pisiora TneatBr am SdiünaDerdamm 8 Uhr Der Domplenr Staatsoper Am PI. d. Republik 7% Uhr Der Barbier von Sevilla Deslsdies Tbeai» 8 Uhr Der HaaptmanD von ROgeoldl v. Carl Zuckmayei Bagit; fliin BUjtrt Kammerspleie 8V» Uhr: Siuti inn 50. Kaie: Pariser Platz 13 von Vicki Baum Ute«: Cmh! Crtetewi Die Komödie 8'/. Uhr Die Fee ton Franz Molnar Srjls: Stetao HoA. RartOrslendamin- Theater Bismarck 449 | 8 Uhr"] Dassenwache oeschiecnt v. Edouard Bourdet IGa Un»riilnrit ßamowikj-imtinen Tteataria an strasemiiosti. ■«H Uhr Anphitiyon 36 Komfidie von Jean Cüraudoux Inszenierung: Victor Barnotrsky Kombdlanhaua «'/, Uhr Eine Königliche Familie Plscator-Bahne (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Täglich 8V« Cyankali von Fr. Wolf. FOrle«! unssm Zeil ans: Br.-Susei ftgst 6 mir 3 U Parketl-F.. 4.2,. .. J. UO um. 2. f. Ihealem. Westens Täglich S'/t Uhr: schön ist die Welt Franz Lehärs Operetten-Erfolg Sonntag.nachm.td3 billige Preise SAdnisidlc Veit Warum gerade Sieinnie�zbroi? Es ist ein aus gewaschenem und enthülstem Getreide hergestellteaVoIIkoinhrot Besondere t• Gute Verdaulichkeit durch d entfcrntcHoIzfaserschidit TZ- 2. Mlneraletoörelcfa, da d. Aleuronzallen vorband- sind ? T � c' 3. Sehr vitaminreich» da die Geearotkelmlinf- Substanz enthalten ist 4. Appetitanrefend u. von h«Tvorratend.WohI- fesdunack dur«h«inen Spazial-Backprozek Alleini»« Herataller; Wittler Brot-Fabriken/ Berlin N 65 Oeotsebes RQnstltr.Theil. Barbarossa 3937. S'/J Uhr Ritlsr Blaubarts aate Frau Renaissance- Theater Steinplate 6780. 8«b Uhr Dardians anerlaimi _Pr.0J0blsl3.SflJ nomiscne oper 8>.'i Uhr Kleine Preise. Peppina tew teniilldtr teilte, tei bnpaihtta Robert Stolz Ii ckr tiiaiiitetuiUiii Lustsmaihaus Kurt 69tZ Täglich 8% Uhr oarugiwri. die Renne l® "'/////// ss'/Z, '// ys>* //'" würzt. kräftigt. verbilli Jedes Furcht vor dem ± April. Bei den Portiers, Heizern und Hausreinigern. Am 10. März wurde im„Palais des Zentrums" die Jahres- generalversammlung der in der Sektion Haus- und Wach- angestellten des Gesamtverbandes abgehalten. Der Sektionsleiter L e u b e berichtete, daß im Jahre 1930 auch die Haus- und Wach- angestellten durch die Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschast gezogen wurden. Anfang 1939 hatte der Facharbeitsnachweis für das Portier- und Wachgewerbe 817 Berufskolleginnen und-kollegen als erwerbslos zu verzeichnen, am Jahresschluß waren 1549 erwerbslos. Dazu kommen die Tausende von erwerbslosen Hausgehilsen und Reinemachefrauen. Trotz der Krise war die agitatorische Tätig- keit äußerst rege. Sie hatte den Erfolg, daß 2439 Mitglieder neu gewonnen wurden und von anderen Organisationen über- getreten sind. Anfang 1931 bestanden 29 Tarifverträge sowie Lohn- regelungen mit neun Arbeitgeberorganisationen und 16 Firmen. Durch diese Verträge werden 43269 Arbeitnehmer ersaßt. Von diesen Verträgen sind vier mit sieben Arbeitgeberorganisationen abgeschlossene für allgemeinverbindlich erklärt. Zehn Verträge für die Branche der Reinemachefrauen umfassen 1439 Arbeitnehmer, drei Verträge für die Branchen der Wohnhausportiers und Hausreinigerinnen 35 933 Arbeitnehmer. Der mit dem Bund der Berliner Haus- und Grund- b e s i tz e r abgeschlossene Vertrag ist allgemeinverbindlich. Ein Vertrag mit 1983 Arbeitnehmern ist für die Branche der Sied- lungsportiers abgeschlossen, der auch vom Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt ist. Drei Verträge mit 3189 Arbeit- nehmern gelten für die Branchen der Industrie- und Geschäftshaus- angestellten und Privatwöchter. Der Vertrag mit dem Verband der Geschäfts- und Jndustriehnusbesitzer und dem Verband Groß-Berliner Industrie- und Geschäftshaus-Besitzer ist allgemeinverbindlich erklärt. Für die Branche der Wach-ujrd Schliehange stellten bestehen drei Verträge mit 1925 Arbeitnehmern. Der Vertrag mit dem Verband der Wach- und Schließgesellschaften ist ebenfalls für oll- gemeinverbindlich erklärt. Weitere Verträge sollen für die Hausgehilfinnen sowie für die in der privaten Hauswirtschost und in Verstcherungsgesell- fchasten beschäftigten Reinemachefrauen abgeschlossen werden. Eine außerordentliche Belastung erfuhr die Sektion durch die Älageoertretung. Es wurden nicht weniger als SSV klagen mit 1263 Termine» geführt. Besonders erschwert wurde die Klagevertretung durch die Wahrnehmung der Termine vor den verschiedensten Gerichtsstellen. 89 männliche und weibliche Mitglieder der Sektion find in vier Haus- gehilfinnenkammern bzw. zwei Portierkammern als Arbeitsrichter tätig. Von tief einschneidender Bedeutung für unsere Berufskollegen- fchast ist die vom preußischen Minister für Volkswohlfahrt erlassene „Verordnung über die Lockerung der Wohnungszwangswirlschofl bei Psörtner usw.-Ivohnungen vom 19. September 1930" sowie die Notoerordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 1. Dezember 1939. Vom 1. April ab werden durch diese Verordnungen Hunderllausende von Portiers, Heizern und Hausreinigern in Preußen und im Reich der Willkür der Hausbesitzer ausgeliefert, da bei der herrschenden Wohnungsnot es unmöglich ist, für diese minderbemittelten Arbeitnehmer eine andere Wohnung zu erlangen. Die Reichsfachgruppenleitung ließ nichts un- versucht, um eine Aufhebung dieser Lockerungsver- o r d n u n g sowie der Notverordnung zu erwirken. Eine der brennendsten Fragen für die Hausgehilfinnen ist die Schaffung von housgehilsenheimen. Durch einen Rundfunkvortrag wurde die breite Oeffentlichkeit auf die Heimfrage hingewiesen. Mit einem Appell, auch im neuen Geschäftsjahr alle Kräfte zur eifrigen Propaganda für unsere Organisation einzusetzen, schloß Genosse Leube seine Ausführungen. Als Sektionsleiter wurde Leube wiedergewählt und alle übrigen Posten von Genosien der Amsterdamer Richtung besetzt. Schiedsspruch in �heinland-Westfalen. Im Holzgewerbe 6 Prozent Lohnkürzung. In dem Lohnstreit im rheinisch-westfälischen Holzgewerbe wurde folgender Schiedsspruch gefällt: Mit Wirkung vom 1. März 1931 wird der tarifliche Spitzenlohn Ortsklosse I auf 1,11 M. herabgesetzt. Alle anderen Sätze ändern sich entsprechend. Die Stundenlöhne oer- ringern sich um den Betrag, der sich mis der Differenz zwischen den alten und den neuen Tariflöhnen ergibt. Auch die Akkordsätze ver- mindern sich um den gleichen Betrag. ErNärungsfrist bis 18. März 12 Uhr. Lohnvereinbarung in Miiieldeuifchland. lleber die Löhne der Staats- und Gemeindearbeiter. Magdeburg. 12. März. In Verhandlungen zwischen dem Mitteldeutschen Arbeitgeber- verband öffentlicher Verwaltungen und Betriebe und den beteiligten Arbeitnehmervertretcrn ist über den Neuabschluß der zum 31. März gekündigten Löhne der Staats- und Gemeindearbeiter Mitteldeutsch- lands eine Vereinbarung auf der Basis einer Lohnkürzung um 4 P r o z. ab 1. April getrofsen worden. Gleichzeitig wurde die Bezirksvereinbarung über eine Ver- kürzung der Arbeitszeit, die bis zum 31. März 1931 befristet war, wieder in Kraft gesetzt. Bor dem Streit. Tagung der französischen Bergarbeiter verbände. Paris, 12. März. tEig«nbericht.f Di« französischen Bergarbeitergewevtschasten sind am Donners» tognachinittag zu chrem zweiten außerordentlichen Dele- giertentag in diesem Jahre zusammengetreten Sie werden endgültig darüber Beschluß fassen, ob angesichts der durch die Ver- mitllung der Regierung in dem Lohnstreit nnt den Bergwerksgesell- fchaften erzielten Ergebnisse der Generalstreik proklamiert werden soll oder nicht. Die Ergebnisse der Vermitllung des Arbeitsministers sind ent- gegen den Hoffnungen der Arbeiter recht unoefriedigend ausgefallen. Sie haben unter den Arbeiter große Erregung hervorgerufen. Im Hinblick auf diese Stimmung ist zu erwarten, daß es nunmehr zum Generalstreik kommen wird. Immer noch Lohnabbau. Für 43 rheinische Städte und Gemeinden, darunter Aachen, Krefeld, Bonn, Trier, Koblenz, Gladbach, Rheydt, Düren, Kleve usw. wurde vor der Bezirksschiedsstelle für Arbeitertarifsachen in Köln ein Schiedsspruch gefällt, wonach ob 1. Aprll dieses Jahres die jetzigen Grundlöhne um 6 Proz. gesenkt werden. Der Schiedsspruch läuft bis zum 31. Juli 1931. Brotfabrikanten und Bäckerlöhne. Die Vereinigung der Brotfabrikanten Groß-Berlins teilt uns mit, daß sie keineswegs versucht habe, die mit den Tarif-Gewerk- fchasten abgeschlossenen Verträge auf dem Wege der einstweil-gen Verfügung zu durchbrechen. Da die Vereinigung der Brotfabritanten Wert auf die Verösfent- lichung dieser Tatsache legt, folgen wir diesem Wunsch um so lieber, weil wir daraus schließen, daß sie nicht beabsichtigt, einen Abbau der Löhne zu verlangen._ Freie Gewerkschafts-Jugend Berlin deute, gteitan. 1914 Mir, iamn tit aruvven: R-wrina: ÄuncnMieint Schule coitnenburflct Str. 30. Jttiefl— lTwiieit— Menschheit."— Kermannplati! Erurwenheim Sanderstr. 11, Ecke Kodrechtstrake. JJotif. wrsen."— Süden: Grnpvenbeim Walseetorstr. 9, vorn vart.„Der Äops-Putsch und die Dewerckschoften."— Eharlvttenbnm: Iuaenddeun Spiee Ihr. 30.„Die fronjäfifd« STtentbenlcqion."— ZeppelinplaN: Inaendheim Turiner Ecke See- stroße(Einflonn Turin« Strafte).„Berliner Vollswift."— Adleesbvs: Gruppen- heim Adlershof, Bismorckstr. 1.„Die Stellunei der IZvou in der©efcETdwfi."— Zieinickendors-Ost: Jugendheim Lindau« Strafte lBaracken).„Gewerlschasts- richtungen neben den freien Gewerkschaften."— Eintrittskarten fstr Sonder- Vorstellungen der Volksbühne am Sonntag, 32. und 29. Miirz, aun Preise von 80 Pf. stich noch in der Zugendzentrale, Zimmer 26, iu baden. @Iuaendaruppe Oes ZenkraiverbandeS ver Angestellten Leute, greitag, finden folgende Beranstaltungen statt: Südwesten: Jugendheim Poechstr. 11(2. Löf. Quecgedäube 1 Trevpe. Simmer 5). Vortrag:„Sagen ynfetet Mark Brandenburg". Referent Dr. Mar Schütte.— Norden: Jugendheim Lorkingstr. 19. Ausspracheabend über tagespvlitische gragen.— Heute kommt die Pbotv-Arbeitsgemeinschaft UM 20 Uhr im Jugend- worteraum unseres Berbandsbanses zusammen.— Karten»ur Iugeichvorstellung der Bolksbübne am 22. und 29. März sind zum Preise von 80 Pf. im Jugend seiretariat zu haben. AliK 0.1)8 gefroren..... Pfd. von W WF a Suppenhühner a q£ frisch............... Pfd. von Wj�Ua Preise nur Freitag und Sonnaband. Ftanganabgaba vorbehalten« Verkauf soweit Vorrat. Fleisch und Iclchtvcrderb Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Ola Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Basteilung von 5,00 Mark an HcISGII gestreift nnd sÄgeworfen... Pfd. von 0,70. nohnerQ 90 gefroren........ Pfd. ton � Of VF« Hirschrücken Pfd. von Hirschkeule Pfd. von 0.98. 1,15. 62 1 0 deutsche frische Eier gUm 1,25 Wursfwaren Sülze....... Spe.9Zan Schinkenspeck.. Pfd. 1,48 Nussschinken..... pm. 1,75 Käse und Fette Camembert Bciuohui0,20 Flarzer.... i-Pfd.-Paket 0,35 Emmenthaler e/eFott 0,60 Stangenkäse»»u pm. 0.46 Briekäse ▼oUkett...Pkd. 0,86 Stelnbu$cher»out,PM. 0.88 Tilsller vomett. ara. r. 0,88 an EdamerTouiau....PM. 0,92 Holländer Tonr#tt,Pkd. 0,92 Münster Toiuew....pm. 0,98 Blockkäse EmmenthaL Art, SO*/» Pfd. 0,98 Schweizer iciiw, ph.». 1. 1 8 an Molkereibutler..Pfd. 1,50 Tafelbutter....... pm. 1,56 Dänische Buller..pm. 1,78 Margarine........ pm. 0,40 Kokosfett.......... pm. 0,40 Rohsdimalz ditu, pm. 0,58 Brafensdimalz... Pfd. 0,64 Obst und Gemüse Tafelbirnen kainom.. 0,48 Apfelsinen..... 3pm.0,72 Blutapfelsinen 3 pm. 0,85 ]affa-Orangen a pm. 0.75 Amerik.Äpfel pm.«,«, 0,38 Bananen....... spm. 0,98 Ananai friach, pm.t. 0,72&b Zitronen Dutzd. toh 0,32av Tomaten........... Pfd. 0,48 Älmeria-Weln... Pfd. 0,68 BlunfenkohlKepk ▼. 0,25 an Möhren gawa«h«ii,PM. 0,06 Kohlrüben....... ptd. 0,05 Sellerie.......... a pm. 0,25 Schwarzwurzeln pm. 0,24 Rotkohl........... Pfd. 0,12 Wirsingkohl..... pm. 0,12 Weisskohl....... pm. 0,08 FRISCHES FLEISCH Schweinebauch« Beiiaga, pm. 0,74 Schweineblatt olmeBeUag«, Pfd. 0,78 Schweineschinken ia.B«!B,p(i 0,86 Schweinekamm«.Baiiage.PM.OjSS Sdiweinesdiuft-> Beiiaga, pm. 0,88 Sdiweinekoteiett..pfd. Ton 0,94 a» Kassler mud........... pm. tob 0,88 an Rückenfett bratferUg......... PM. 0,64 Eisbein alt»»>trt-»w. gopOkelt, pm.0,58 Pökelrippen................ Pid. 0,78 Kalbskamm o.B«iia�,pfd.TonO,64an Kalbsbrust.......... pm.«n 0,74»« Kalbskeule» sm e-d.kr-�nd. 0,84.» Kalbskotelett....... pm. ron 1,20 au Kalbsroulade f«n)iit,Pfd.T«n 1,34 au Hammelfleisch..... pm. tob 0,90 an Suppenfleisch....... Pfd. von 0,70an Schmorfleisch Kaule,». Kn., Pfd. 1,16 Rouladen.................... pm 1,28 Gulasch obn* Knochsn........ Pfd. 0,96 Rinderbacke-stin« Knochen, PM 0,48 Rinderherz................. pm 0,58 Rinderlunge................ pm 0,38 Euter........................... PM 0,28 SdiweinekopfmitBaefta...PM 0,40 Hammelfleisch getr�PMTon 0,58.° Hammelrücken gefr, pm r. 0,70an Hammelkeule gefrar«B....PM 0,78 Schmorfleisch g«froT,o.KB„ pm. 1,04 KONSERVEN Stangenspargel uhr•««*.... 2,35 Sfangenspargel co/eo......... 1,65 Stangenspargel dasB......... 1,45 Junge Karotten.............. 0,58 Karotten geschnittaB....... 0,25 Junge Erbsen mit Kantua... 0,52 Pfefferlinge.................... 1,30 Konsummischung> aus getrockneten Erbsen............... 0A44 Vi Dose ca. 2 Pftmd Birnen«/, Pracht.................. 0,95 Birnen>?, Fmobt.................. 1,05 Sauerkirschen mit stein...... 0,92 KONFITÜRE ca. 2-Pfd.-Eimer Aprikosen....................... 1,10 Johannisbeeren.............. 1,10 Himbeer.......................... 1,30 Erdbeer.......................... 1,30 Fisdie,Räu(herwaren 'QrüneHeringe spm 0,40 'Kflbeljaujr.aft.i.i. wo. 0,22 *SeeIa(hsgi„o.K,Lg. pm 0,22 *Rolbar$«. k., i g. pid. 0,30 •Isl. Schellfisch t g.PM 0,25 'Kabeljaufilet ,...pm0,34 'Zander geh, i. g, Pfd. 0,36 Bücklinge........ Pfd. 0,26 Norw. Bücklinge pm 0,28 Schellfisch g»r.... pm 0,38 Seelachs gerlaehert,PM. 0,46 Slückenflundern �m0,58 Rodienfleisdi gar, pm 0,50 Rogen gerftachert.. PM 0,50 Sardinen_ Harka„Hartla", Dom tob 0.45«) Kalif. Pilchards in rw sohiedenea Saucen... Doee 0,50 'In allan Hiuaera uator ludruaatr. Roter siiiter Jobannhbcerweln Ltr.-FL 0,00 lO-Ltr.-FI. B.öü Deutscher Wermul-Rllano..... Ltr.-FL 1,«8 lO-Ltr.-FL 14,00 Plolaga, dunkel, od. roter Tarra. gono, hervnrrajrerde QnalitSt.... Ltr.-FL t,4B 10-Ltr.-FL 14,00| Ferner Frankfurtar Apfelwein. Rheinpftlrer Wal UNSERE SPBZIALITiTEN: Deutscher* lamelka- Rum-Verschnitt, CO*/,........ A.Ü8N AHME- ANGEBOT: Backartikel usw. Auszugmehl pm*. 0,27an Kartoffelmehl.... pm 0,16 Mandeln aiit...... ph. 1,40 Sultaninen pm«n 0,42an Korinthen..pm tob 0,42 an Zitronat.......... pm. 1,10 Orangeat......... pm 0,95 Maispuder........ pm 0,32 Kokosraspel..... pm 0,48 Vanillezucker spak.0,24 Stangenvanfile im aua 0,18 0.35 0,50 Badeobst...Pfd. TOB 0,40 an Aprikosen........ pm 0,70 Birnen.............. Pfd. 0,55 Viktoria-Erbsen PM 0.16 Italienischer Reis pm 0,20 Linsen............. pm 0,16 Weisse Bohnen.. pm 0,18 Tee Ion..... PM tob 3,80 an Kaffee...... pm ▼<« 1,90»e Zur Konfirmation: Sonder- Abfüllungen Weine vom Fass extra billig 1 Ltr. 5 Ltr. 1 l Llr. 5Ltr. 0,58 2,75(«Ml Semoa, IL Qo&L.1,20 5,75 aiuwelB 0,85 4,00| 6old-Mal«g«.......... 1,60 7,50 Sannengtrtner. vorzüglicher Frühstückawein............. 1,60 7,50 lal Inte'" Original Intel Samos, L Qualität.......................... 1,60 7,50 "Weinbrand,\ j ........... Liter/ �jOU 1929 er Obcrhaardter Malkammerer...... FL 0,85 JO FL 8,00 1928er Ingelhelmer Rotiveln.............. FL 0,85 10 FL 8,00 1929er Braunebergcr Riesling............ FL 1,45 10 Fl. 14,00 mit FL |||� D Cura�aoj CarthÄuser, Blut- Oronge,\ Qff LI rv Halb und Halb, Cherry Brandy, 1/l Fl./ , Preise ohne Flasche, Weisse Wachskernselfe, Erischgewieht SOO-g-Dopp.-Bieg. 0,15 330-g-Block 0,25 ICOO-g-Eieg. 0,75 Hellgelbe Kernseife garantiert rein. Frischgewlcbt 200-g.Dopp.-Eieg. 0,10 380.g.Blo«k 0,16 ICOO-g Eleg, 0,48 Dalli-Biatenflocken Chypre, FUeder, Kölnischwasser, LavendeL corzftglioh aar HaatvAsche nnd Mr Seide a. Wolle,'IrPxL- Beutel 0�5'lrPthr scharfer Sand von fast fünf Meter Mächtigkeit ein« Schicht von grobem Sand mit Kies und Stein«» überlagert. An beiden Spreeufern ober sind Auffüllungen von drei bis fünf Meter Mächtigkeit, die über scharfem Sarxd lagern, der wK der Tief«. zu immer grober wird, mit Kies -Grnnd find-z.-H�die Häuser� der Paxcsthialstraße erbaut worden. Zuweilen findet man auch schmale Streifen feinen Sandes eingestreut. An anderen Stellen, z. B. in der Gegend vom Gertraudtensteg, ist in den scharfen Sand eine schmale 13 Meter tief reichende Torf- und Schlammschicht zu finden. So sieht man das ganze Gelände, die ganze Unterwelt des alten Berlin offen vor sich ausgebreitet, es ist, als ob man mit einem für diese Unterwelt geeigneten Fernglas, das hier zum„Tiefenglas" wurde, durch den Boden blickt. Man erkennt, daß di« Altstadt im allgemeinen auf sehr gutem, sicherem Baugrund steht. Wenn Berlin an die Neugestaltung der Altstadt heran- gehen wird, und dieser Tag wird kommen, so weiß man jetzt ganz genau, welchem Boden man sich anvertrau«n kann. Es wird Leute geben, die die winkligen Gassen der Altstadt mit ihren schiefen Häusern romantisch finden, die es bedauern, daß wieder ein Stück der Vergangenheit oerschwindet. Ob aber diese Romantiker auch noch weiter schwärmen würden, wenn man sie zwänge, dies« Wohnungen zu beziehen? Romantik ist immer sehr hübsch, wenn man sie von draußen sieht. Innigere Berührung mit ihr pflegt messt die romantischen Gefühle zu verscheuchen. Bielleicht kann man einzelne Gebäude bewußt als Museum herrichten, etwa so, wie man es in Weimar mit dem Krackowschen Haus gemacht hat. Man möge auch das Palais Ephraim erhalten, aber auf die Dauer wird man das Ganze weder als Wohnstadt noch als Museum retten können. Man wird ein neues Viertel bauen, und vielleicht zeigen dann ein- mal noch erhalten gebliebene Häuser, wie schlecht, wie eng, wie licht- und luftlos das Volk der Vergangenheit wohnte, damit die Nachwelt erkennt, daß trotz aller Nöte doch eine neue, eine bessere Zeit angebrochen ist. Die Erforschung des- Untergrundes der Altstadt sst eine Arbeit, die von der städtischen Derkehrsgesellschaft zusammen mit dem City- aueschuß geleistet wurde, und wenn diese Arbeit auch nicht von heute auf morgen ihre Früchte tragen wird, so handelt es sich doch um eine wichtige Borbereitung für die Umgestaltung des Kernes der alten Stadt an der Spr«e. vi« PsrSsi Zwanzlgtiusend neue Mitkämpfer kann allein die Berliner Sozialdemokratie zählen Der Vormarsch geht welterl Hilf auch Du mit! Es geht um Deine Sache! ....— Die beste Werbearbeit.ist- Agitation fUr den „troawaRTS"■ � Wer für den„Vorwärts" wirbt, dient der Partei! Nedlitz-Insel verschwindet. Oie Havel wird verbreitert— Sportverkehr vom Berufs- verkehr getrennt. Die Wassersiraßenverwaliung hat beschlossen, die den drei Stammlokalen in Nedlitz gegenüberliegende Insel aus der Nedliher Seite abbaggern zu lassen, um diesen haoelflußarm zu ver- b r e l l e r n. Auch das hindernde F i s ch w e h r soll verschwinden. Es ist beabsichtigt, den Sportverkehr vom Berussverkehr zu trennen und den Sportverkehr mit der Zell nur durch die alle Nordbrücke zu leiten. Die S ü d b r ü ck e soll dem Schlepp- verkehr vorbehalten bleiben. Landpachter auf falschem Wege. In»Haoerlands Aestsälen" waren etwa 150 von 15(MW städtischen Landpächtern der Einladung eines neugegründelen Verbandes städtischer Landpächter gefolgt. Die Bersammwng diente hauptsächlich dem Zwecke einer Glori- fizierung des kommuniftifchen Stadtverordneten Salzsied«r, der Be- richt üb«r die— allerdings von allen Fraktionen des Stadtparla- ments beschlossene— Ermäßigung des Standgeld«? in und vor den Markthallen um 50 Proz. erstattete. Im übrigen zog er gegen die Stadt Berlin und gegen die Güter-GnrbH. vom Leder, die an der schlechten Lag« der städtischen Landpächter schuld seien. Was die einzelnen Pächter dann selbst zu sagen hatten, war wesentlich milder als Herrn Salzfieders Tiraden gegen Berlin, die reichlich mit Lob- Hudeleien auf feine eigene Person geschmückt waren. Unter anderem wurde von einem der Pächter auch vorgeschlagen, die Stadt Berlin solle ihre jetzt von der Güter-GmbH. verwalteten Ländereien an die Arbeitslosen verteilen, die sollten dort ihre Kartoffeln bauen, dann brauche die Stadt Berlin keine Arbeitslosenunterstützung mehr zu zahlen. Nun, mit solchen Borschlägen und unsachlichen Schimpfe- reien wird der neue Verband, der bedenklich im kommunistischen Fahrwasser schwimmt, kaum Erfolge bei den maßgebenden Insti- tutionen erringen. Außerdem aber sollen die städtischen Land- Pächter bedenken, daß sie nicht allein von den Auswirkungen der jetzigen Wirtschaftskrise betroffen sind, unzählige Volksgenossen haben ungleich schwerer darunter zu leiden. Abramowitsch spricht über den„Zunklionswandel der bolschewistischen Diktatur" in der Freien Sozialistischen Hochschule. Der nächste Vortrag findet am kommenden Sonnabend, dem 14. März, 19� Uhr, im ehemaligen Herrenhaus. Leipziger Straße 3, statt. Genosse Raphael Abramowitsch, Mitglied der Exekutive der Sozialistischen Arbeiter-Internotionale, spricht über das Thema„Der Funktionswandet der bolschewistischen Dikta- tur". Karten zum Preis« von SO Pf.(einschl. Garderobe) sind bei den bekannten Stellen und an der Abendkasse zu haben. Cin bunter Mittagstisch. Das Mütterchen und der Lunge mit den großen Augen. Im Hause Groß«.Frankfurter Straße 123 sitzt ein« bunt zu- sammengewürsellc Mittagsgeseslschaft um einen langen. weißgedeckten Tisch. Da sitzt ein altes Mütterchen, dem das Kauen schon aller- Hand Schwierigkeiten bereitet, aber gierig-hostig führt die zittrige Hand den vollgefüllten Löffel immer wieder zum Munde. Daneben ein langer, blasser, schmalbrüstiger Gymnasiast. Er ißt langsam, bedächtig und dankbar suchen seine großen Jungenaugen immer wieder den Blick der Nährmutter, die ihn ganz besonders in ihr H:rz geschlossen zu haben scheint, denn er hat eine wahre Riesenpoition vor sich aufgetürmt. Ein Stückchen weiter schwatzen und schmatzen ein paar kleine S ch u l m ä d e l s, plötzlich tuscheln sie verlegen, die eine nimmt ihren leeren Teller hoch und geht zaghast an di« Essen» ausgäbe:„Darf ich noch ein wenig nachbekommen?"„Aber gelpiß doch," und dabei klatscht ein großer Schöpser voll Essen aus ihren Teller. Da kriegen denn auch die kleinen Karneradinnen Mut und treten an.... Dann kommen Frauen. Männer, kleine Iungens und Mädels eimerbepackt und holen das Essen für die ganze Familie: fünf, sechs, acht Portionen, so viele Häupter zählen ja die Familien der Allerärmsten sehr oft, und weil morgen Sonntag ist und es kein Essen gibt, wird soviel aufgetan, bis auch' der größte Eimer bis oben voll ist. Kaum schleppen können die Stepkes die schwere Last, man sieht sie über den Hof gehen und nach wenigen Sckritten immer wieder absetzen und dabei haben sie oft einen langen, langen Weg vor sich. Sie kommen vom Norden, vom Süden, aus allen Himmelsrichtungen der Stadt. Eine 78jährige macht täglich den Weg aus einer ganz weitliegenden Gegend. Hunger tut weh! Dieses Liebeswerk wurde von privater Stelle— sie nennt sich Privat« Fürsorge des Ostens— vor einigen Wochen ins Leben ge- rufen: man fordert durch Vermittlung der Rektoven bedürft!''« S�ul- kinder von Hoch-, Mittel, und Valksschulen, durch Vermittlung des Wohlfahrtsamts bedürftige Familien zur Speisung. Täg- lich werden gegen 150 Portionen Essen ausgeteilt, das teils m einem großen Kaufhaus, zum Teil in einer städtischen Küche gekocht wird: der Lpirkus rector dieser hochherzigen Idee, der selbst sirm- ziell an der Sache stark beteiligt ist, steht jeden Mittag von 12 bis 13 Uhr an der Essenausgabe und kontrolliert die Essenkarten, macht hier aus einer Vierportionenzahl eine fünf, dort aus zwei eine vier: seine Frau teilt aus, deckt die Tische, hat für jeden ein freundliches Wort. Und der Mann, der auch die einzelnen Fäll? sglblt recher- chiert, erzählt so Trauriges, daß man seine Entrüstung begreifen kann, wenn er von den Vielen spricht, die helfen könnten und nicht helfen wollen.... Kommunisten gegen Zugendpstege. � Ein Schlaq gegen die Luieressen der Kleingäriner. Uns wird geschrieben: Ein« kürzlich tagende Generalversammlung des Bezirksverbandes der Kleingärtner Neukölln-Treptow nahm bei der Beratung des Etats folgenden von kommunistischer Seite gestellten Antrag mit Mehrheit an:„Die Etatmittel des Ressorts Jugendpflege werden von 159 M. auf 39 M. herabgesetzt!" In der Begründung führte der KPD.-Manu Schlecht aus, daß die kommunistischen Kleingärtner für Spiel und Sport der Jugend im Kleingarten nichts übrig haben, die Jugend gehöre in den Turn- verein Fichte. Er behielt sich für eine weitere Sitzung den Antrag auf vollständige Streichung der Mittel vor. Dieser Antrag fand die vollständige Unterstützung des 1. Vorsitzenden des KPD.-. Mannes Korch. Wir betrachten diesen Beschluß als einen Akt gegen die Inter- essen der Kleingärtner. Stehen wir doch auf dem Standpunkt, daß hier eine wichtig« Programmforderung der Kleingärtner außer Kraft gesetzt worden ist. Denn gerade durch die Pflege der Jugend- bewegung im Kleingartenwesen hat sich diese Bewegung die Achtung und Sympathie weitester Beoölkerungskreise erworben. Wir er- inner» uns noch mit Anerkennung des Werbefilms„Land in Sonn e", wo überall die Jugend in Spiel und Sport in schöner Nacktheit im Vordergrund steht. Soll also nicht gerade jetzt, wo sich der Kampf um weiteres Kleingartengelände, um vertragliche Festi- gung der Heimstättensartengebiete dreht, dieser Antrag zum Schaden der Kleingärtner auswirken, so ist ein« schnelle Revision not- wendig. Die Hanseatischen Handelskammern Bremen und Hamburg haben in einer Denkschrift an die Reichsregierung gegen die Einsührung eines Südfr uch tmo nop ols grundsätzlich Stellung genommen. Wenn 8is daran denken, sich neue Schuhe zu kaufen, so sind fadelloser Sitz, erstklassige Ausführung und grosse Preiswürdigkeit ent- � scheidend. Alle diese Voraus- Setzungen erfüllt voll und ganz\\no� i.®? frtj Armer„möblierter Herr << Die Wohnungsnot der Ledigen Her mit der Junggesellenwohnung! Die Wohnungsnot in Berlin ist lroh der relativ starten Vau- tätigkeit der Stadt nach wie vor groh und in ihren Auswirkungen für die vetrossenen empfindlich spürbar, viele Jungverheiratete wohnen bei den Ellern oder sosern sie schon etwas bester daran sind, haben sie eine Stube mit Süchenbenuhung mit allen daraus sich ergebenden Konflikten als Untermieter inne. Der wohuungsmangel wird als eine Ztol des Voltes empfunden, die mit allen Kräften zu überwinden gilt. Reich, Staat, Kommunen bauen selbst oder fördern und unterstühen genossenschaftliche und private Bau- gesellschaften, die eifrig an der Bekämpfung der Wohnungsnot arbeiten. Bei dieser Arbeit jedoch wird meist vergessen, dah es nicht nur eine Wohnungsnot der Verheirateten, sondern auch eine Wohnungsnot der Ledigen gibt. Der junge lltfann. der früher in Untermiete wohnte, ver- heiratete sich in der Regel nach einigen Jahren und nahm«in eigene Wohnung. Di« heutige Wohnungsnot und die sonstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sind nicht gerade«in Anreiz zum Heiraten, und die sich trotzdem dazu entschliehen, kommen meist aus dem Regen in die Traufe. Statt als Ledige wohnen sie als verheiratete Untermieter und in den meisten Fällen ist das nunmehr gemeinsam zu ertragene Ungemach nicht halbes, sondern doppeltes Leid. Der Ausweg in die Ehe, der heute auch für den Mann in vielen Fällen nicht die Rettung vom Untermieterdasein bringt, ist noch weniger möglich für die Frau. Reben den sprichwörtlich gewordene»„möblierten Herrn" ist heute die berufstätige allein- stehende Frau getreten. Was es heißt,„möbliert' zu wohnen. Ein Leben lang um jedes Glas Wasser bitten müssen, jeden Morgen schlechten Kaffee aus angebrochener Tasse zu trinken, ein Leben long unter Nippesfiguren, überlebensgroßen Spiegeln, groß- lichen Bildern an schlechten Tapetenwänden, in einem Zimmer mit unpraktischen Möbeln aus kitschigster Gründerzeit zu wohnen. Das ist das Los der„Möblierten". Der Ausspruch:„Zwar Plüsch, aber bequem", ist ein Seufzer der Erleichterung eines anspruchslos gewordenen und sich in sein Schicksal ergebenden Junggesellen. Unter dem Druck des Ueberangebots von möblierten Zimmern haben sich die Verhältnisse füp die Untermieter etwas gebessert. Man zeigt ihnen heute nicht mehr so deutlich,, daß sie eigentlich Ein- dringlinge sind, denen man nur widerwillig und aus Barmherzig- keit(zwar nur gegen gute und voraus zu entrichtende B e- zahlung) Unterkunst gewährt. Hier Abhilfe zu schaffen, ist ein« dringende Notwendigkeit. Der Kamps gegen die Wohnungsnot der Ledigen muß in das alloemeine Wohnungsbauprogramm mit aufgenommen werden. Die Zahl der Untermieter geht in Berlin in die Hunderttausende. Allein 47 000 „Schlafgänger" wurden bei der Grundstücke- und Wohnungsauf- nähme im Mai 1925 gezählt. Das Schlafgängerwesen ist ein« der größten sittlichen und gesundheitlichen Gefahren der Großstadt. Der Schlafbursche, der zu den Aermsten der Annen gehört, und nicht das Geld für ein möbliertes Zimmer aufbringen kann, schläft In den meisten Fällen mit der fremden Familie und deren Kindern in«ineni Räume zusammen. Ledigenheim und„Zunggesellenwohnung'. Die sich aus dieser„Gemeinschaft" ergebenden Gefahren hat die Stadt Berlin durch den Bau von Ledigenheimen zu steuern versucht, aber diese Ledigenheime, deren Mietpreis kaum höher ist als der normale Preis für eine Schlafstelle, reichen bei weitem nicht aus. Auf joden Fall ist der Aufenthalt in einem Ledigenheim, in einem zwar kleinen, aber doch eigenem Zimmer, das außer den notwendigsten Möbeln mit Zentralheizung und«lek- irischem Licht versehen ist und außerdem noch zentrale Badeein- richtung besitzt, bei weitem einer Schlafstelle vorzuziehen. Dazu führt die Zusammensassung von einigen hundert alleinstehenden Menschen desselben Geschlechts vielleicht notwendigerweis« zu einer K a s e r n i e r u n g, die als Dauerzustand ebenfalls keine Lösung des Problems bedeutet. Gewiß werden neuerdings auch sogenannte „Iunggesellenwohnungen" gebaut, so befindet sich am Fehrbelliner Platz«in Hausblock mit Iunggesellenwohnungen. die mit Bad, abteilborom Schlasraum, ZeMral Heizung und Kochnische ausgestattet sind, aber«ine Miete von über 110 M. monatlich und einer Vorauszahlung im Betrag« einer Jahresmiete als Baukosten- zuschuß dürsten nur wenig« Glückliche aufbringen können. Der Masse der Untermieterschost ist nur mit der billigen Ein- zimmerwohnung gedient, die ohne überflüssigen Komfort den notwendigen Ansprüchen des Mieters Rechnung trägt. Ein Vorschlag. Em Weg zu billigen Iunggesellenwohnung,, dessen praktische Durchführung die Baufachleute einnial prüfen sollten, wäre viel- leicht: Bei Neubauten wird in jeder Etage ein Zimmer zwischen zwei Wohnungen eingebaut, das vom Flur aus zugänglich ist und direkt vom Hauswirt resp. von der Baugesellschaft vermietet wird. Diese Einzelzimmer würden, vom Standpunkt der Rentabilität be- trachtet, wahrscheinlich sogar einen höheren Mietzins bringen als sonst der gleich« Raum innerhalb einer Wohnung. Auch in der Richtung der Polizeioerordnung vom 14. August 19Z0. die eine weiter« Erleichterung in der Zulassung von Arbeits- und Wohn- räumen für Künstler im Dachgeschoß brachte, ist ein Weg der Ab- Hilfe möglich. In manchen Neubauten befinden sich im Dach- geschah kleine Kammern, die mit wenig Kosten für Wohnzwecke hergerichtet werden können. So lassen sich beute schon Wege fanden, die dem meist unerfreulichen und bedrückenden Untermieterdasein ein Ende machen, und den Junggesellen und besonders den heute in den meisten Fällen zwangsmäßic-en Iunggesellinnen ein heute nicht vorhandenes Eigenleben ermöglicht. Särge ohne Profit Die städtischen Bestattungsinstitute** Anreißer wittern Gefahr Die Sozialdemokratie fordert nach den kommunalpoli- tischen Richtlinien die Uebernahme des Bestattung». wesens in städtische Regie. Diese Forderung haben sich schon eine Reihe Städte, in denen Sozialdemokraten maß. gebenden Einfluß ausüben, zueigen gemacht. Zu diesen Kommunen gehören Berlin, Leipzig, Kiel, Hamburg und andere Großstädte. Allerdings sind in vielen Ge- meinden erst bescheidene Ansätze vorhanden. In Berlin besitzen leider nur vier Bezirke, Neukölln, Lichtenberg, Reinicken- darf und Treptow eigene Bestattungsinstitute. Nun wird in letzter Zeit gerade gegen diese städtischen Einrichtungen Sturm ge- laufen. Die„Interessenten", die sonst immer behaupten, diese Be- triebe kosten der Stadt Berlin nur Geld und bringen nichts ein, sind jetzt dabei. Angebote zu machen, um diese„bankerotten" Betriebe für ein Butterbrot zu kaufen. Sie glauben die Zeit für gekommen, um endlich in Berlin konkurrenzlos der Bevölkerung auch hier die Preise diktieren zu können. Dabei weiß jeder Eingeweihte, daß gerade im Bestattungswesen noch recht schlimme Geschäftspraktiken herrschen. Kaum daß die Hinterbliebenen, noch tief erschüttert vom Tode eines lieben Angehörigen, das Krankenhaus verlassen haben, da heften sich schon„stille Helfer" an ihre Fersen. Es ist kein Wunder, wenn sie sich in diesem seelischen Zustand bereit erklären, alles durch diese sogenannten Anreißer besorgen zu lassen. Daß ein Anreißersystem besteht. Ist kein Geheimnis. „Das Bestattungswesen" bringt des öfteren einstweilige Der- fügungen oder Gerichtsurteile, wonach dem oder jenem Inhaber von Sargmagazinen das Anreißen von Gerichts wegen untersagt wird. Daß die Anreißer nicht umsonst arbeiten, kann wohl nicht bestritten werden. Zu spät merken dann die Hinterbliebenen, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird, daß sie anständig über das Ohr gehauen worden find. Kommt es gar einmal vor, daß Angehörige eines Ver- Vorhandensein der Geschäfte ist sicher auch ein Grund, daß nicht noch mehr Verstöße gegen die guten Sitten vorkommen. Publikum aus allen Kreisen der Berliner Bevölkerung. Korporationen und Be- stattungsvereine, die zu den Kunden der städtiichen Sargmagazine zählen, bestätigen immer wieder, daß sie erstklassig bedient werden und billig kaufen. Alle städtischen Sargmagazine übernehmen Erd- und Feuerbestattungen auf sämtlichen Friedhöfen, Krematorien so- wie Uebersührungen von und nach außerhalb mit modernen Be- stattungsautomobilen. Bereitwillig wird auch kostenlos Auskunft in allen Bestattungsangelegenheiten erteilt. Die Bestattungsinststute be- finden sich: Neukölln, Anzengruberstr. 25: Lichtenberg, Möllendorfstr. 14: Reinickendorf. Graf-Roedern-Alle« 189, und Treptow-Niederschöneweide, Grünauer Str. 2. storbenen rebellieren und sich eine Kalkulation im städtischen Sarg- magazin machen lassen, dann sind die Herren sogar so„spendabel". etwas zurückzuzahlen. Ist es da nicht geradezu lebensnotwendig, städtisch« Sarg. Magazine zu haben. wo deratige Geschäftsmethoden nicht geduldet werden? Deshalb ist der Kamps gegen die städtischen Einrichtungen nicht nur ein Kon- kurrenzkampf, sondern ein Kampf um mehr. Gerade in den p r o l e- t a r i s ch e n Bezirken haben sich diese städtischen Einrichtungen zum Wohle der Bevölkerung bewährt und werden in steigendem Maße in Anspruch genommen. Nun wird behauptet, daß diese Einrich- tungen nur existieren können, weil sie mit der Lieserung von Wohlsahrtssärgen beaustragt sind. O nein, ganz so sieht es nicht aus. Der weitaus größte Teil der Bestattungen ist privat, die Wohlfahrtsbestattungen werden mit ausgeführt, um einen unnötigen Leerlauf zu vermeiden. Verdient wird an den Wohlfahrts- bestattungen nichts. Das Sargmagazin in Neukölln hat in den letzten Iahren seine Einnahmen zu zwei Drittel aus privaten Aufträgen hereingeholt. Obwohl es, entgegen der Behauptung der prviaten Sarghändler, genau so seine Hauszinssteuer, Gewerbesteuer, Lohnsummensteuer, Umsatzsteuer, sogar 13� pro Tausend zahlen muß. hat der Betrieb seit 1924 immer noch 3000 bis 40V0 M. pro Jahr an die Stadt abführen können. Das Geschäft muß sogar noch die städtischen Reoisionskosten selbst tragen. Das gesamte Betriebs- kapital ist bis auf den letzten Pfennig aus dem Geschäft herausgeholt worden. So steht dieser Betrieb gefestigt da und es wäre unver- antwortlich, wollte man heute, nur dem Privatkapital zuliebe, diese segensreiche Einrichtung auflösen. Aber selbst wenn diese Einrichtungen keinen Ueberschuß ab- werfen, sind sie notwendig, schon um auf dem Gebiete des Be- stattungswefen» preisregulierend zu wirken. Das bloße Schuht öffentliches Eigentum. Aus dem Bezirk Friedrichshain erhalten wir folgende Zuschrift: Ein Erfolg sozialdemokratischer Arbest im neuen Berlin ist die großzügige Schaffung vieler neuer Sportplätze, Grün- flächen und Parkanlagen, die der arbestenden Bevölkerung in den Freistunden zu willkommenen Erholungsstätten geworden sind. Im Alt-Berliner Bezirk Friedrichshain war es leider injolge der restlosen und dichten Bebauung nur im geringen Umfange möglich, Neuanlagen M schaffen. In der Hauptsache galt es, die vorhandenen Parkanlagen und Plätze zu erhalten und zu verschönern, auf bresten Promenaden Grünstreisen anzulegen und, besonders für alte Leute, die weit« Wege zu den Parkanlagen nicht mehr nxichen können, durch Aufstellung von Ruhebänken in den Straßen eine Erholungsmöglichkeit zu bieten. So hat im Lauf« eines Jahrzehnts sozialdemokratischer Bezirksaintsarbeit der einst schmucklos« graue Osten ein wesentlich freundlicheres Aussehen bekommen. Wie Oasen in der scheinbar freudelosen Stein wüst« finden wir heute kleine Anlagen, die wahre Schnmckplätze geworden sind. Eltein finden hier eine Ruhestätte und Tausend« von Kiitdern aus den zahllosen Hinterhäiefern Spielmöglichkeiten im hellen Sonnenschein. Diese mit erheblichen Mitteln geschaffenen und mit ausopfernder Liebe gepflegten Anlagen sind leider häusig der Zerstörungswut gedankeu- lefer junger Burschen ausgesetzt. Es mehren sich jetzt wieder die Fälle, m denen die Anlagen beschädigt und sogar Gegen- stände vollständig zerstört werden. So sind vor wenigen Tagen in der immerhin sehr belebten Frieden st raß« sogar von einer eisernen Lehnbank beide Füße mit brutaler Gewalt abgebrochen worden. Gegen dies« rohen Streiche muh die Bürgerschaft sich entschieden zur Wehr setzen: und auch da, wo nicht Zerstörung?- lust maßgebend ist, sondern werwolle Gewächse gestohlen werden, wie kürzlich auf der Weberwiese wiederum zwei wertvolle Rhododendron Dieben in die Hände fielen, sollt« jeder Bürger solche Schädlinge am Gut der Allgemeinheit unnachsichtig der Polizei über- geben. Nur wenn die Berliner Bürger selbst auf ihre Anlagen achtgeben, ist die Erhaltung im bisherigen Umfange möglich. Pholographische Ausstellung Verlin. Im neuen Schöneberger Rathaus. Rudolf-Wilde-Platz, veranstalten die Berliner Photographen im Rahmen der Reichs-Handwerts-Wache vom 13. bis 22. März, bei freiem Eintritt, ein« Ausstellung ihrer Berufsarb esten. Ueder Rot und Selbsthllie der Jugend ipricht Rechtsanwalt Dr. Kurt Beck m einer össentlichen Versammtuna deS Bundes entschiedener Schul- resormer am Dienstag, dem 17. März 1331, 13'/, llbr. in der Aula der Hodcnzallernichnle, Lberiealabtrilung, Belziger Sir. 43(Ecke Essenacher Str.). ferner spricht ilrau Rcichbeim über: Amtliche Fürsargearbeit. ES schlieft sich an eine Ansprache Jugendlicher. AHEFTER SEHT 75 5 ÄHREN Hefters Qualitätsfleischwaren nach Wunsch küchenferiig hergerichtet: la Oehsenflei'-rh feinster Mast la l-amiufleisch feinster Mast la Mastkalbflelaeb Hefters Sonderangebote per Pfund la Blnd�roaladcn............. Mk 1.35 ........... von Mk an O.OO Kasaler Scliufl............... Mk. O.90 K lab ein mit Spitzbein, gepökelt..„ 0.60 Gepökelte(Sehwelnskttpfe........ O.SO Fetter Speek.............„ O.KH Schinkenecken............„ 0.H8 Erleben schmalz.............. O.SO it raten nehm alz............... 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Die Versammlung bewilligte 9500 M. für Erneuerung der Fenster im Stadtbad T u r m st r a ß e. Die Sozialdemokraten ver- langten Prüfung des Kostenanschlages i» einem Ausschuß. Die Kom- »ministen wandten sich dagegen mit der Begründung, daß dies vor- oussichtlich die letzte öffentliche Versammlung sei und die Oesfentlichkcit über die Frage informiert sein wolle. Daher erfylgte die Bewilligung ohne Prüfung der Frage, ob die Steuerzahler dabei überteuert werden. Eine längere Debatte rief ein sozialdemokratischer Antrag hervor, die Zahl der Mitglieder in den ständigen Ausschüssen von 10 auf 11 zu erhöhen. Dem Antrag lag folgender eigentümliche Sach- verhalt zugrunde. Durch Zuteilung eines Nazi-Stadtverordneten hatte sich die Schlüsselzahl so verändert, daß ein Sitz zwischen Nazis und uns ausgelost werden mußte. Die Versammlung hatte im Januar die Ausschüsse in der bisherigen Zusammensetzung bestätigt. Eines Tages erfolgte von dem damaligen deutschnationalen Vorsteher Eranaß— seines Zeichens Jurist— die Aufforderung an uns. aus jedem Ausschuß ein Mitglied abzuberufen. Er teilte mit, daß er im stillen Kämmerlein das Los zu unseren Ungunsten gezogen habe und wir darum in allen fünf Ausschüssen einen Sitz für die Nazis frei- zumachen hätten. Da wir das natürlich� ablehnten, stellte sich sein Nachfolger Hagemann(Dnat.) aus den Standpunkt, er könne einen wichtigen Ausschuß jetzt nicht einberufen, da er in richtiger Zusammen- setzung nicht existiere. Es mutzte ihm klar gemacht werden, daß ein Ausschuß solange i» der von der Versammlung beschlossenen Zu- sammensetzung existiert, bis die Versammlung eine Aenderung be- schließt. Wir hatten unseren Antrag gestellt, um die Sache zu ver- einfachen, nach einer provozierenden Rede der Deutschnationalen zogen wir ihn aber zurück. Dadurch brachten wir die Deutschnatio- nalen in so peinliche Verlegenheit, daß sie unseren Antrag wieder ausnehmen mußten. Er wurde einem Ausschuß überwiesen. Anträge am laufenden Band. 13. Bezirk— Tempelhof. Die Antragsmaschine der Komnmnisten sunktiortierte wieder einmal ganz besonders gut. Zu 30 Tagesordnungspunkten hatte sie allein 20 Anträge gestellt. Ein Dringlichkeitsairtrag dieser Fraktion über die Kündigung von 1500 städtischen Angestellten fand keine Unterstützung, da ja die Angelegenheit bereits als erledigt angesehen werden kann. Nachdem eine ganze Reihe Anträge miteinander ver- bunden waren, konnte i» die VerHanl lung eingetreten werden. Ei»« Anfrage der Deutschnationalen um Auskunft, warum noch immer keine Durchfahrt in Richtung Tempelhof geschaffen worden sei, wurde vom Baurat dahingehend beantwortet, daß die Mittel noch nicht freigegeben sind. Ein Antrag derselben Fraktion verlangte Ein- führung eines Teilstrecken- und Zonentarises. Trotzdem unsererseits Ueberweisung an den Verkehrsausschuß vorgeschlagen wurde, gelangte der Antrag zur Annahme. Ein An- trag der Deutschnationalen, der eine Omnibuslinie vom Attilaplatz nach dem Zoo verlangte, wurde angenommen. Ebenfalls ein Antrag unserer Fraktion auf Errichtung einer Erwerbslosenmelde- stelle in Marie nfelde. Eine Reihe von Anträgen und An- fragen der Kommunisten über'Ablehnung von Winterberhilfen an Allersrentner und andere wurden von dem zuständigen Stadtrat Jrrgang dahingehend beantwortet, daß keine Mittel vorhanden sind. Abgelehnt wurde ein Arrtrag der Kommunisten über den Abbau der Volksküchen. Desgleichen die Forderung der sofortigen Einführung der 40stündigen Arbeitswoche bei allen städtischen Dienststellen mit Lohnausgleich. Besonders demagogisch war dieser Antrag, worin gefordert wurde: Allen Beamten und Angestellten des Bezirks Tempelhos sind die 6 Proz. Lohnabzug bis zu einem Einkommen von 600 M. aus Mitteln des Bezirksamts zu ersetzen. Ganz selbst- verständlich wurhe dieser Antrag abgelchnt. der, wie manche andere. die Kompetenzen der Vezirksverordneten überschreitet, also sinn- und zwecklos ist. Angenommen wurde ein Antrag der Kommunisten, der die Zurücknahme der Magistratsverfügung verlangte, kranke, mit Jnfektionsbazillen Bchastete vorzeitig aus den städtischen Kranken- Häusern zu entlassen. Desgleichen wurde ein Antrag, die lOOpro- zentige Erhöhung der Biersteuer betresfend, gegen die Stimmen unserer Fraktion angenommen. Einstimmig wurde die Anbringung eines Fahrradständers im Arbeitsnachweis angenommen. Des- gleichen die Erstaltunq des Fahrgeldes an Wohlfahrtsarbeiter des Bezirks, die in Marienfelbe und Lichtenrade wohnen. Ein Antrag der Deutschnationalen über die Zählermieten wurde durch«inen Zusatzantrag unserer Fraktion dahingehend ergänzt, die Grund- gebühr nach dem tatsächlichen Stromverbrauch zu berechnen. Die Kommunisten verlangten Abschaffung der Grundgebühr. Antrag wie Zusatzanträge wurden angenommen. Gegen die Stimmen unserer Fraktion wurde ein Antrag der Kommunisten gegen den Cngrosausverkauf der städtischen Werke angenommen. Die Demagogie beider Richtungen, links wie rechts, kam dabei mit aller Deutlichkeit zum Durchbrnch. Sonst stemmt man sich mst aller Gewalt gegen alles was städtische Werke heißt und nun glaubt man der Oeffentlichkeit gegenüber eine andere Stellung einnehmen zu müssen. Die noch folgenden Punkte mußten vertagt werden, da die Zeit zu weit vorgeschritten war. Die schlechten Straßen in Nahnsdorf. �6 Bezirk- Köpenick. Bon den Sozialdemokraten war ei» Antrag betreffs Beseitigung der schlechten Straßenverhältnisse im Ortsteil Rahnsdorf ein- gebracht worden, der unter Angleichung der Berhältnisse in anderen Ortsteilen, wie Bohnsdorf und' der Buschdarser Straße in Köpenick, der Baudeputation überwiesen wurde. Eine weitere sozialdemokratische Anfrage wegen des Besuchs des Films„Das Flötenkonzert von Sanssouci" durch Schülerinnen des Richard-Wagner-Lyzeums in Friedrichshagen, die durch Genossen K l a t t ihre Begründung fand, loste naturgemäß auf der bürgerlichen Seite einen„Sturm im Wasser- glase" aus, wobei bezeichnenderweise der deulschnationale Studienrat Schulze warme Worte der Verteidigung der Prügelstrafe in der sriderizianischen Armee fand. Einige Borlagen des Bezirksamts, die Neubesetzung von Wahlfahrtspslegern des Bezirks betrasen, sowie Bereitstellung von Mitteln zur Verbesserung der Sicherheitsverhält- niste i» den Steuerkassen, Bewilligung von Vorbehaltsmitteln für die Verbesserung der Röntgenanlage des Gesundheitsamts und Bewill!- gung von 475 M. für Aufwendungen für das unentgeltlich erworbene Gelände zur Erweiterung des Schulgrundstücks der 15. Volksschule im Ortsteil Bohnsdorf fanden einstimmige Annahme. Beffere Verbindungswege geforderi. 20. Bezirk—?ieinicken!>orf. Auf eine Anfrage der Sozialdemokraten in der Bezirksversamm- lung teilte das Bezirksamt mit, daß die evangelische Kirchen- gemeindest» Tegel beabsichtigt, zwischen den Siedlungen Freie Scholle und St. Joseph einen Kirchhof anzulegen. Das Bezirks- amt wird aber dahin wirken, daß der städtische Friedhof in Tegel erweitert wird. Die Sozialdemokraten forderten, nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß das Reinickendorfer Krankenhaus erweitert wird, damit Kranke, die im Bezirk wohnen, nicht abgewiesen werden brauchen. Ein sozialdemokratischer Antrag, der die Entfernung von Stacheldraht in den angrenzenden Hecken der Rodelbahn am Stein- berg und eine Erweiterung des Auslauss verlangt, wurde an- genommen. Angenommen wurde auch ein Antrag der Soztaldemo- traten, der die Regulierung und Neubesestigung der Waldstraße verlangt. Ms Notbehelf soll vorläufig ein Radfahrweg angelegt werden. der für die arbeitende Bevölkerung eine bessere Berbinoung zwischen Reinickendorf-Ost und Tegel herstellen würde. Zu einer Ansrage betreffs der Gefahrenkuroe in Hermsdorf erklärte der Vertreter des Bezirksamts, daß die Mittel hierzu bereits angefordert seien. Ltm die Polizeikantinen. Im„Vorwärts" vom 20. Februar 1931 hatten wir unter der Ueberschrift„Goldgruben bei der Polizei" die Zuschrift eines Polizei- beamten veröffentlicht, in der Klage über angebliche Mißstände bei den Kantinen der Polizei geführt wurde. Insbesondere wurde behauptet, die Kantinen seien„nur Bereicherungsquellen für die Kantinenwirte". Aus Kreisen der Kantinenwirte wird diesen Behauptungen widersprochen. Einer längeren Zuschrist, aus der wir als besonders erfreulich die Tatsache feststellen, daß der„V o r w ä r t s" in a l l e n Berliner Polizeikantinen ausliegt, entnehmen wir folgendes: „Laut ministerieller Verfügung mutz jede freiwerdende Kantine ausgeschrieben werden. Als Bewerber kommen in erster Linie ehemalige Schutzpolizeibeamte und Kriegsbeschädigte in Frage. Die vorgesetzte Behörde, in Berlin das Polizeipräsidium, entscheidet. Die Pachtverträge laufen auf ein Jahr. Sie sollen jetzt durch neue ersetzt werden, die erstmalig auf zwei und dann wieder von Jahr zu Jahr sestzusetzen sind. Die P a ch t s u m m e wurde früher nach dem Gesamtumsatz errechnet. Im Jahre 1926 setzte das Polizeipräsidium nach eingehender Prüfung den Pachtsatz nach dem Faßbierpreis, und zwar 20 Proz., fest. Außer diesem Pachtsatz zahlt der Pächter extra: Miete für seine meist aus zwei Zimmern bestehende Wohnung, Miete für Personalräume, Miete für die Kantinenküche und den Küchenherd, Wassergeld, Heiznngs- und Beleuchtungsrosten für seine Kantinenräume. Im rechtlichen Sinn« ist der Pächter Gewerbe- treibender, unterliegt also allen steuerlichen Verpslichtungen und ist konzessionspflichtig. Für die Rentabilität seines Betriebes trägt er die alleinige Verantwortung. In allen Polizeiunterkllnsten bestehen Kantinenkommissionen, die von den Beamten gewählt werden u»d die Betriebe auch hinsichtlich der Preisfestsetzung überwachen. In allen Kantinen der Schutzpolizei werden die Beamten und alle anderen Gäste bedient, ohne daß ein Aufschlag berechnet wird. Die Gemeindegetränkesteuer wird nicht'aufgeschlagen, sondern restlos vom Pächter getragen. Die sonstigen Verkaufspreise in den Kantinen sind so gehalten, daß sie als durchaus niedrig bezeichnet werden müssen." Wir veröffentlichen sehr gern diese Darstellung der Kantinen- wirte. Andererseits sind uns aus Kreisen der unteren Posizcibeamten- schast auch zustimmende Aeußerungen zu unserem Artikel zugegangen, ii> denen das Eintreten des„V o r w ä r t s" für die minderbesoldeten Polizeibeamten besonders anerkannt wird. Mehr Milch für Schulkinder! In einer Vorlage teilt der Magistrat mit, die Berliner Stadtgüter G. m. b. H. habe den Preis der Milch für die Schul- linder mit Wirkung vom 22. November 1930 in ähnlicher Weife herabgesetzt, wie. den allgemeinen Milchpreis in Berlin, nämlich um 1 Pf. Diese Herabsetzung komme nicht im Berkaufspreis zum Ausdruck, sondern in der v e r m e h r t e n Anzahl der Flaschen, die den einzelnen Schulen unentgeltlich zur Verabreichung an bedürftige Kinder geliefert werden. Der Schwarzmelerfche Sinderchor gibt am Sonntag, dem 22. d. M.. 1614 Uhr, im großen Saale der Musikhochschule sein dies- jähriges Frühlingstonzert. Zum Vortrog werden ältere und neuere Volkslieder gelangen. Mitwirkender: Herr Professor Julius Dahlte, Klavier. Der letzte Teil des Konzerts 0417 bis 17 Uhr) wird durch Radio übertragen werden. Karten bei Wert- heim,.Bote und Lock und an der Kasse. Küdne Anzeigen wirkungswU und billig Ub«rwlirrm«»rt 95 Pt.. T#*1werf 11 Pf./ Wtm4»rfkölum§»rmbmtts lO mal SV 10 mal od«» lOOO Wort« AbtchloB lO*. lOOO Wort# 15b. 4000 Wort» 10 b StoNoMtOMMba: übor*chrlfnwort 15 U- Toatwort 10 Pf. ArmaKmo dwrch don Vorlag, Undomtr. 3(b» bl* 5 Uhr), und sbmMicb« Vorwärt» fillalcn u. Au»go»»»»»ello»» uemsiiie Hieidungssluche. wasche usw gcttaflen, teil» auf Seide«■ arbeitete, erstfwssigc Zack« tan»llge. 3rack» anjUje, emolinaan- »Uge.tSebrackanMe, »auckionjlti-e. Ulster und Valetot» koÄ- eleeianti neue s>ar- derob�»u stau- nend billiaen Vrei- sen. Seleaendeit-- fäufe in Serien- und Damenvelzcn. Leiddau» Lowick!, Prinaenstraste 105, eine Trerwe steine _ Lombardwore._ «erleid bocheleoanter Eelcst- schalts-Än�Uge. Leih hau« Lowicki. Prin- «nstraste llld_ 'Wenl««et'-n-ne Serrenaarderod». teils auf Leide, nerfaufe spottbilll« Zackettaeustae. C9«I)- rockanillae. Smo. Ilnflanalia«, Krack» aniiUae. Paletots, Uifter. PeinIIc der sowie erstklalstae neue Kardrro.isn, Ersah für Mast. EpeLalitiO: Bauch- ansstae. Verleid von