\ BERLIN Freitag 13. März 1931 10 Pf. JIr.122 B 61 43 Jahrgang Ersch elrit täglich aaßer Sonntag«. Dualeich Abendautgab« de«„Vvnvätt«". Bezugspreis beide ÄuSgabeu 8S Pf. proWoche.».«IM. pro Monat. Aedaktion und Expedition: Berlin SW 68, kindensir.Z Fernsprecher: Dönhoff 29a— 297 „l/ortvasfa Anzeigenprei«: Die einspaltigeNonpareillezeile 8o Pf.. Reklamezeile 5 M. Crmäßigun en nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Berlag G.m.b.H.. Berlin Nr. 37 SZ6.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Zensur verbietet Republik Oer sozialdemokratische Tricksilm freigegeben- aber völlig verstümmelt Moskau drückt deutsche Löhne! Vor der Iilmoberprüistelle fand am Freitag vormittag eine abermalige Beratung über den vom Sozialdemotrotischen Film- und Lichtbilddienst angefertigten Trickfilm„3 ns Dritte R c i ch" stau. Der Film war erneut eingereicht worden unter Fortlafsimg einiger Stellen, die bei seiner ersten Beanstandung hauptsächlich zum V e r- bot geführt hatten. Die untere Instanz hatte den Film freigegeben, hiergegen- hatte der Vorsitzende Widerspruch erhoben, so dah die Obersilmprüsstellc entscheiden mußte. Der Vorsitzende. Oberrcgicrungsrot Seeg er, eröffnete die Verhandlung mit der Erklärung, durch die er die Begründung des am 29. Januar unter Vorsitz seines«tellnertreters, des Ober- regicrungsrats Becker, ergangenen Verbots in den cntschei- de n den Stellen preisgab. Diese Begründung, so erklärte der Vorsitzende, verstoße gegen die zehnjährige prari« der Obcrfilmprnfstelle. Diese Kalte an ihrer steten Rcckztsprechung fest, wonach die Ge- sohrdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung von dem Film- st reisen selber ausgehen müsse, wonach aber nicht das be- fürchtet« Vorgehen r a da u l u st i g e r El« m e n Ve als Änlaß zum Verbot eines Films genommen werden dürfe, wie dies die Eni- scheidung vom 29. Januar getan hat. In der weiteren Erörterung Gipfelleistung der Zensur! Diese symbolische Verherrlichung der Republik hat die Obertilmprütstelle aus dem sozialdemokratischen Trickfilm„ins dritte Reich" gestrichen mit der Begründung, dass die Figur— eine Jakobinermütze'trägt: rückte der Vorsitzende auch von dem Standpunkt der Vorentscheidung ab, daß Personen wie der Fabrikant, der Nazi usw., nicht in der Form von Karikaturen gezeigt werden dürfen. Di« bisherig« ständige Praxis der Obersilmprüsstelle verbiete nur die Verächtlichmachung streng geschlossener und abgegrenzter Berusskreise, wie z. B. Aerztc, Apotheker usw. � Aussälligerweise war der bisherige Sachverständige des Reichs- innenministerwms, dessen seltsames Gutachten hier schon kritisiert wurde, Rcgierungsrat Erbe, diesmal nicht zur Verhandlung er- schienen, sondern Halle sich mit einer dringenden Sitzung entschuldigen lassen. Als Vertreter der Herstellersirma wies Genosse K u t t n c r noch einmal kurz darauf hin, daß der bereits sruher gezeigte Wahl- trickfilm der gleichen Hersteller ohne jede Störung in Hun- d e r t e n oon Versammlungen gezeigt worden sei, und daß jetzt auch die niclfachen Zwischenfälle bei der Vorführung des Ufa-Films„Das Flötenkonzert von Sanssouci* keiner Stelle Veranlassung gc° geben haben, ein Verbot auch nur zu b e o n t r o g e n I Konnte noch dem Gong der Verhandlung eine bedingungslos« Freigabe des Filmes erwartet werden, so mußte die noch langer Beratung verkündete Entscheidung außerordentlich bc- fremden. Vielleicht ist das Resultat auf die Beisitzer zurück- zuführen, unter denen man mehrere rechtsstehende Personen, wi« einen Vertreter ausgerechnet der Hugenberg-Usa. bemerkte. Der Vorsitzende verkündete zwar zunächst die Freigabe des Films. Ein Trickfilm sei anders zu werten als ein Film, in dem natürliche Personen auftreten. Deshalb seien auch Satire und Kari- katur im Tricksilm zu gestatten. Der Film wird frei- gegeben, auch sür Jugendliche. Jedoch verlangt die Obersilmprüsstelle(außer den bereit, vorgenommenen) noch eine Reih« weiterer Streichungen, die tatsächlich nur noch einen Torso von dem Film übriglassen, wodurch die Spielhandlung fast unverständlich wird. Beseitigt werden muß noch der Forderung der Ob«rsilm- prüfstelle die Illustration des berühmten Wortes vom.Köpfe- Rollen*, bei der ein aus Beilen zusammengesetztes Hakenkreuz durch rotierende Bewegung Köpfe abschlägt. Die Beile— sagte der Vorsitzende— seien Faschistenbeilc— Beleidigung Italiens! Oos andere Gesicht der russischen Aufträge und der KpO. Wie folgt nder Vorfall zeigt, haben die neuerdings in Aussicht gestellten großen rusfisckicn Auftrage nicht nur ein freund- liches, jondenl auch ein sehr ernstes Gesicht für die deutsche Arbeiterschaft. Di« Betriebsleitung des Stahlwerks Hennigsdorf rief am Anfang dieses Monats den kommunistischen Arbeiter- rot des Betriebes, an feiner Spitze den bekannten Ukberreoolutio- när K ü p p e r s, zu sich und eröffnete ihm: wir haben«wen größeren russischen Austrog vorliegen. Die preise sind aber von den Russen derart gedrückt worden, daß w>r den Auftrag nur annehmen können und werden, wenn der Betriebsrat fein« Zustimmung gibt, daß für diese Arbeis die bcstehenden Akkordpreife. je noch der Verfchiedcuheil der ein- zcinen Arbeit, um 13 bt» 50 Prozent abgebaut werden. Der Kommunist Küppers wollte dazu ohne weiteres feine Einwilligung geben, wurde aber von den„reformistischen*- fvei- gewerkschastlich. organisierten Arbeitern darauf hingewiesen, daß das doch nicht stimmen könne, weil hier doch Z o w j e t r u ß l a nd und nicht ein kopitalistischer Staat der Auftraggeber ist: Küppers solle zur r ussi sche n H o n d c l s v« r t r e t u n g gehen und sicher- kundigen. Küppers erklärte nach einigen Tagen, er fei bei der Handels- Vertretung gewesen und diese habe erklärt, die Firma dürfe die Ak- kordpreise nicht drücken, sonst würde ihr der Auftrag sofort enl. zogen werden. Dos war eine faustdick« Lüg«, denn zwei Tage später prangt« am schwarzen Brett der Firma die Bekanntmachung, daß sür die russischen Aufträge dke Akkordpreise um 15 bis 50 Prozeit herabgesetzt seien. Unterschrift der Firmenleitung und des kom- muniltischen Arbeiterrats Küpper s.. Das ist dos andere Gesicht der russischen Aufträge und der KPD. Wi« es ohne diese Moskauer Lohndrücker«!— mit der ausdrück lickzen Zustimmung des kommunistischen Arbeikerrots— im Stahlwerk Hennigsdorf bestellt ist, geht aus folgenden Gegenüber- stellungen hervor: Im Jahre 1925 wurden 60 Blöcke ggwalzt, im Jahre 1930, bei gleicher Arbeiterzahl und ohne technische Aenderungen, 300 Blöcke. In den Feinblechstrahen wurden 1925 300 Bleche hergestellt, im vorigen Johr« dagegen 1000 Bleche, ebenfalls mit derselben Arbeiterzahl und ohne technische Aenderungen. Dos zeigt, daß aus dem Wege der kalten Rationalisierung d i e Arbeitsintensität aufs äußerste gesteigert ist. Nun soll sie unter Mitwirkung des kommunistischen Betriebs- r a i s durch die Herabdrückung der Akkordpreise noch weiter erhöht werden. Die deutsche Arbeiterschaft wird unter diesen Um- Außerdem wirke die Szene auf Jugendliche verrohend.(Daß sie die Verrohung der nationalsozialistischen Propaganda geißelt, hat die Filmoberprüfstelle nicht beachtet.) Beseitigt werden muh die Szene, in der der 9!azz sich nach begangener Raheitstat an einem Seil aus Paragraphen cmporkletterud rettet— Beleidigung der I u st i z I Beseitigt werden muß die Szene, in der der Nazi, der die Fensterscheiben eingeworfen hat, flüchtet und statt seiner auf ein„Der da war es!* der unschuldige Arbeiter verhaftet wird. Nun der Höhepunkt: Beseitigt werden muß die am Schluß des Films auslrelendc Figur der Republik mit dem Bonner„Freier volkssiaat", die den geseffelten Arbeiter aus dem aus Hakenkreuzen geschmiedete-» Käfig befreit,— weil diese Republik eine Jakobinermütze trägt! Nach der hochwohlweisep Begründung der Oberfllmprüfstelle soll da- durch der Eindruck entstehen, daß es erst einer zweiten Republik(!) bedürfe, um die Opfer einer ungerechten Justiz zu befreien. Dabei Handel» es sich gar nicht um ei» Opfer der Justiz, sondern»im einen K ö fsi g, der groß und deutlich die Inschrift trägt:„Drittes Reich*— und der von der Gestalt der Republik zertrümmert wird. Daß die Zensur ein« symbolische Verherrlichung der Republik— wir zeigen die verbotene Figur in der beigefügten Illustra- tion— verbietet, dürfte wohl der Gipfel aller bisherigen Zcnsurleistungen sein. ständen wenig Freude an den russischen Aufträgen haben. Doch trotz der Unterwürfigkeit kommunistischer Betriebsräte wird sie olles daransetzen, um sich nicht oon Moskau auf die Kulistuse des russischen Zwangsarbeiters herabdrücken zu lassen. Aus Moskau ist für die deutsche Arbeiterschaft und ihre gc- werkschaftlichen Organisationen noch nichts Gutes gekommen. Was jetzt kommen soll, Lahndruck in höchster Potenz, das zeigt das Beispiel in Hennigsdorf. Eine«indringliche Mahnung sür die noch folgenden Betriebsrätewohlen, den bolschewistischen Bock nicht zum Gärtner zu machen, keine kommunistischen Betriebs- r g t e, z ix w ä h l e n. Hermann Müllers Erkrankung. Noch keine Operation. Ueber das. Befinden Hermann Müllers haben die be- handelnden Aerzte Professor Borchardt, Professor Sauer» b r u ch und Professor Z o n d e k heute vormittag die solgendc Mit- teilung ausgegeben:„Die Konsultation heute morgen ergab das Resultat, daß in Anbetracht des allgemeinen Befundes von einer Operation zur Zeit Abstand genommen werden soll." Eine neue Besprechung der Aerzte ist für heute abend vorgesehen. Der Zustand des Patienten ist nach einer über Erworien gut überstandenen Nacht zwar nach wie vor sehr ernst, aber nicht hoffnungslos. Benzintanks explodiert. Fabrikgebäude in Gefahr— niemand verletzt. Turch eine heftige Benzinexplosio» wurde heute vor» », ittng bis Reue F r l e d r i ch st r a st e in» Zentrum Berlins in helle Aufregung versetzt. Bein» Verladen von gefüllte» Vcnzintanlö stürzte ein Fast dnrch Unvor» jichtigkeit auf das Pflaster und wurde leck. Das aus- fliestende Benzin entzündete sich auf bisher noch mige- klärte Weife und zwei weitere Benzintanks so- wie drei 4v»Liter- Kannen flogen in die Lust. Glücklicherweise wurde nieniand verletzt. Auf dem Grundstück Neue Friedrichstroße 8/9 befindet sich eine größere Tankstelle. Gestern nachmittag rollte noch ein Last- fohrzeug auf den Hof, das mit zehn gefüllten Benzintanks und ebensoviel Kannen beladen war. Die Tanks sollten heute vormittag abgeladen werden. Bei den Arbeiten stürzte«in Tank vom Wagen. so daß ein eiserner Reifen absprang»nd der Bcnzmbehälter leck wurde. In einem starken Strahl ergoß sich das Benzin auf den Fahrdamm, floß unter das Lastauto und entzündele sich explostvarlig. An Löschung war zunächst nicht zu denke», da dos Lostfahrzeug in weuigeu Sekunden völlig in Flammen gehüllt war. Alle in der Näh« der Unglücksstelle weilenden Personen liefen fluchtartig davon, da jeden Augenblick eine Riesenexplosion befürchtet »»»erden mußte. Wie begründet die Flucht war, bewiesen auch bald mehrere dicht aufeinander folgende sehr heftige Detonationen. Zwei große Tanks und drei kleinere Behälter sauften in die Luft. Durch den Luftdruck wurden fast sämtliche Fensterscheiben, des Fabrik- und Geschäfts- Hauses Neue Friedrichstraße 8/9 zertrümmert. Arbeiter und Angestellte brachten sich schnell in Sicherheit, da das auf der Straße brennende Auto noch weiter eine ungeheure Gefahrenguclle bildete. Die Situation hatte noch bedrohlichere Formen angenommen. als unter Leitung des Branddirektors die Feuerwehr auf rünffm Alarm mit sechs Löfchzügen anrückte. Die gewollige Hitze, die dem brennenden Lastauto entströmte und Flammen oon gewaltiger Länge hatten sämtliche Fensterkreuze des ganzen vierstöckigen Geschäftshauses in Brand gesetzt. Da befürchtet wurde, daß die Flammen ihrcn Weg in das Innere des Hauses nehmen würden, wurde die Fassade vom Dach bi» zum Erdgeschoß au? vier Schlauchleitungen stärksten Kalibers unter Wasser gesetzt. Unter Gefahr hotte sich inzwiichen ein Loscht rupp au den brennenden Loftlvagen herangearbeitet und mit / fiiu-iii ÄHaumtoschgenerotor gelang es, dlc Flammen zu er» ]t t cf e n. Glücklicherweise war die Talckstelle von dem Brandherd so weit«ntsernt, daß sie ernstlich kaum gefährdet war. Trotzdem wurde auch an dieser Stelle von der Feuerwehr eine Schlauchleitung bereitgehalten, um in jedem Falle gerüstet zu sein. Als ein Wunder ist es zu bezeichnen, daß die übrigen Tanks nicht ebenfalls explodierten. Der gefährdete Straßcnabschnitt war in weitem Umfange durch ein starkes Polizeiaufgebot abgeriegelt worden. Der Strahenbahnverkehr mußte fast eine Stunde lang um- gelenkt werden._____ Das Llrteil in Leipzig. Schwere'Zuchthaus- und Gefängnisstrafen wegen des Waffendiebstahls. Leipzig. 13. llliärz. Im Leipziger Waffendiebstahlsprozeß hat die Urteilsverkündung durch den Vorsitzenden des 4. Strafsenats, Reichsgerichtsrat Schmitz, pünktlich um 11 Uhr begonnen. Es wurden verurteilt Reichs- wehrangestellter Albert Pestner wegen schweren Dieb- s: ä h l s in Tateinheit mit einem Vergehen gegen das Schußwaffen- gesetz zu ö Jahren Zuchthaus unter Aberkennung der Ehren- recht« auf 10 Jahre, der Fräser Gustav Mettin wegen Vor- bereitung eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit schwerem Diebstahl und je einem Vergehen gegen das Schußwaffen- und Kricgsgerätegefetz zu zwei Jahren Gefängnis, der Eisen- dreher Max Krumme zu 1 Lahr 6 Monaten Gefängnis, der Dreljer Moritz Menge zu 3 Ä a hre n E« f ä n g n> s, der Tischler Ernst Döring zu 4 Jahren Gefängnis, der Zimmerer Artur ch o f f m a n n zu 5 Iah ren Gefängnis, der Schlosser Walter Wiedcmann 2 Jahre 6 Monate Gefängnis, der Arbeiter Albert Kohl zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Vier Angeklagte wurden freigesprochen. Der zweite Hauptangeklagte, der Schleifer S ch u- mann, dem das Gericht ebenso wie dem Pestner die Urb er- zeugungstäterschaft absprach, wurde wegen Vorberei- mag eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit Vsr- gehen gegen das Spreng st offgefetz sowie gegen das Schuß- ivaffen- und Kriegsgerätegesetz zu einer Zuchthausstrafe von 3 I a h r e n 6 Monaten verurteilt. Van den übrigen Angeklagten erhielten wegen gleicher Vergehen 9 Angeklagte Gefängnisstrafen von 9 Monaten bis zu 3 Jahren und 10 Angeklagte Festungshast von 1 bis 2 Jahren. Von Münzenberg bis Moffe. Das Geschästsgenie Lachmann. Bis vor kurzem war die von A. Bernstein— dem Onkel Eduard Bernsteins— gegründete �Berliner Lolkszeitung" ein demokratisches Organ, das einem treuen Leserkreis aus dem kleinbürgerlichen Mittelstand die politischen Geschehnisse im Sinne bürgert ich-demokratischer Weltanschauung vermittelte. Neuerdings ist das anders geworden. Der Verleger des Blattes, Herr L a ch m a n n- M o s s e, hat den langjährigen Chef- redattcur des Blattes, den Landtagsabgeordneten N u s ch k e, nach mchr als zwanzigjähriger Dienstzeit für die Firma Moste, knall und Fall entlasten. Er hielt es nicht mal für nötig, persönlich mit ihm 'gl sprechen. Das gleiche geschah mit dem ersten politischen Redakteur des Blattes, Müller-Hepp. v• An Stelle dieser beiden Herren hat sich Lachmann- Moste einige junge Leute herangeholt, die durch ihre Arbeit die bisher bestehende Boulevardpresse übertrumpfen sollen. Einer der Macher war bis vor kurzem im Betriebe des Herrn M ü n z e n b e r g und deshalb darauf dressiert, die Sozialdemokratie anzuekeln. Aus diesem kommunistisch- sadistischxn Zwange heraus scheint jetzt auch die„Bolkszeitung* sich in den Ring von der„Roten Fahne" big zum„Angriff" einspannen zu wollen, indem sie dem„Vorwärts" ebenso dumme wie aufdring. üche Lehren zu erteilen sucht. Man wird verstehen, daß wir aus guten Gründen den geschäft- tichen Launen des Herrn Lachmann-Moste nicht noch Vorschub zu leisten gedenken. Aazipest bei der Post. Beschwerde im Haushaltsausschuß. Der Haushaltsausschuß begann mit der Beratung des Ii o jt h a u s h a l t s. Zur Einleitung gab nach den Bemerkungen der beiden Berichterstatter der Reichspostminister Schätzet einen allgemeinen Uebcrblick der Einnahmen, Ausgaben und technische» Entwicklung des Postbetriebes und des Runhfunkbetriebes. Der Sprecher der Sozialdemokratie, Abg. Seppel. macht- darauf aufmerksam, daß bei der Post verschiedentlich noch 54, ja «sogar 56 Stunden wöchentlich gearbeitet wird, hier müsse die not- ivendige Verkürzung baldigst erfolgen. Ferner wünschte er, daß Helfer, die das 35. Lebensjahr überschritten haben, noch ins Bc- aintsnocrl)ältnis übernommen werden. Gegen die unter der Post- beamtenschaft auftretende Na zip« st wünschte er schärferes Vor- gehen, hesonders gegen diejenigen, die als Stadtverordnete an Stelle von preußischen Beamten treten. Die Art. wie einzelne Postbeamte als Abgeordnete gegen die Regierung vorgehen und diese be- 'chimpfcn, kann nicht zum Ansehen der Regierung und der Republik beitragen Auch das Briefgeheimnis ist stark gesährdet. Redner trägt Fälle vor. in denen Nationalsozialisten Mitteilungen aus Telegrammen in Verfaimiilungen gemacht haben. Von dem Minister erwartet er. daß hier Abhilfe geschaffen wird. Sogar die Bauern im Stich gelassen. In der heutigen Sitzung des Rechtsausschusses des Reichstags stand unter anderem ein nationalsozialistischer Antrag auf der Tagesordnung, der di« Freilaffuna aller Landwirte forderte, die sich Steuercintreibungenwidersetzt haben, dadurch mit den bestehenden Gesegesvorschriften in Konflikt geraten feien und dafür angeblich in den Gefängnissen schmachten müßten. Di« nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten fehlten im Rechtsausschuh, wie sie auch im Plenum schwänzen. Genosse Dr. R o s e n f e l d beantragte daher den nationalsozialistischen Antrag van der Tagesordnung abzusetzen. Wenn es den Antragstellern so wenig wichtig sei, ihr« Wünsche durchzusetzen, daß sie nicht einmal erschienen, brauche der Ausschuß den Antrag auch nicht zu beraten. Einstimmig beschloß der Ausschuß, den national- sozialistischen Antrag von der Tagesordnung abzusetzen. Renner spricht In Berlin. Am 27. März veranstaltet der Oester- reichilch-Deuische Voltsbund im Hause der Deutschen Presse eine Festsitzung zu Ehren L ö b e s, der vor zehn Jahren den Vorsitz des Vmksbundes übernommen hat. Als Fkstrednor i'st m a. Karl Renner- Wien vorgesehen. Naturkalastrophen in ganz Europa Dänemark und Schweden vom Schnee blockiert In den lehtea 24 Stunde» hak Schweden von Lappland bis zum Süden herunter den schwersten Schneesturm se»k 60 Jahren durchgemacht. An vielen Stelleu ist der Bahn- und übrige verkehr völlig lahmgelegt. Mehrere Ortschaften sind von aller Verbindung mit der Umwell abgeschnitten. In der Stadt Huditsvall lag der Schnee heute früh süos Meter hoch. Mehrere Dörfer sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die bis nach Dänemark sich hinziehenden Schneestürme haben zu einem allgemeinen Zusammenbruch des dänischen ver- k e h r s geführt, so daß es in der letzten Rächt unmöglich war. den Rachtschnellzug von Kopenhagen nach Deutschlaad und umgekehrt über Falster zu führen. Die Passagiere des Schnellzuges, der gestern um 2Z ZS Ahr Kopenhagen verließ, muhten aus F a l st e r übernachten. Das gleiche Schicksal erlebte der Schnellzug von Deutschland, der nachts in Geest zurückgehalten werden mußte. Die dänischen Staalsbahnen haben bereits die deutschen Bc- Hörden in Warnemünde von den Zuständen auf der Insel Falsler unterrichtet, so daß die Reisenden nach Dänemark entweder in Warnemünde oder aber ans der Fähre übernachten, wie weit der Verkehr heute durchführbar ist. ist noch unbestimmt, wenn überhaupt. dann nur mit Hilfe von Molorschneepslügen. Der übrige Verkehr aus den Landstraßen liegt ebensalls in den meisten Teilen Dänemarks trcKf». In der Umgebung von Kopenhagen fitzen ungefähr Z 0 0 A u l o m o b i l e fest. Der Sonderzng eines deutschen Zirkus- Unternehmens ist im Schnee stecken geblieben. Die Folgen für die Londwirtschoft in Südschweden werden als katastrophal bezeichnet. Vorpommern eingeschneit. Steckengebliebene Züge.— Vier Lokomotiven arbeiten vergeblich. Stralsund, 13. Marz.(Eigenbericht.) Ter Personenzug Nr. 29«. der heute morgen aus Barth an der Ostsee nach Stralsund abging, liegt zur Stunde nach bei dem Dorfe Ken, völlig im Schnee begraben fest. Alle Versuche, den Zug mit einem Schneepflug und vier Lokomotiven frei zu bekommen, sind gescheitert, da infolge des starken Sturmes die Strecke sofort wieder zugeweht war. Es gelang nur, nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten die Fahrgäste aus dem Zuge herauszuholen. Erst wenn der Sturm nachgelasien hat, wird der Zug befreit werden können. Auch der Zug Nr. 294. der gestern von Ttral- fund nach Barth fuhr, blieb an derselben Stelle im Schnee liegen. Es mußten sowohl auS Barth als auch von Stralsund Sondcrzüge abgelassen werden, um die Fahrgäste abzuholen. Zwischen Bergen und Teschenhagen ans N ü g e n blieb der Güterzug stecke«. Die Reichs- bahnverwaltuug mußte drei Schneepflüge aus den vor- pommerschen Strecken in Bewegung setzen. Da diese nicht ausreichten,«m die Bah« frei zu bekommen, wurden auch schwere Giiterzugloko Motiven herangezogen. Landstraßen und Ehausscen sind für Wagen- und Auto- verkehr infolge Schanzenbildung unpassierbar geworden, da sich teilweise Schnee schanzen bis zwei Meter Höhe gebildet haben, die erst fortgeschanfelt werden müssen, um den Bcrkehr wieder aufnehmen zu tonnen. Erdkatastrophe in Frankreich. 6 Miltionen Kubikmeker Erde in Bewegung. Paris.!Z. Mär;. Ein gewaltiger Erdrutsch bedroht die etwa 30 Kilometer von Aix-les.Bains entfernt gelegene Ortschask Ehatclard, diotS60 Einwohner zählt. Etwa 6 Millionen Kubikmeter Erde sind seit zwei Tagen in Bewegung geraten und nähern sich dem Ort«. Zwei Gehöfte sind bereits zerstört worden. Das Dorf Granges wird voraussichtlich im Lause des heutigen Tages von den unter donnerndem Lärm und mit 150 Meter Stundengeschwindigkeit vorwärts gleitenden Erdmossen verschlungen werden. Die Einwohner sind fieberhaft damit beschäftigt, ihr Hab und Gut, vor allem das Dieh in Sicherheit zu bringen. Der Gen- darmeriepost en, in dem sich 17 Bea.nt« befanden, tz't g e- r ä u m k morden. 125 Personen sind bereits obdachlos. Die Behörden haben Ingenieure enkjapdt, die versuchen, die Erdmassen in eine Schlucht abzulenken. Zu diesem Zweck wurde eine Brücke gesprengt. Bei Belleeom« in der Nähe von Moutiers find 30 000 Kubikmeter Erde abge Kürzt und haben«ine Straße verschüttet. Der Fluß Jsere ist durch di« Erdmassen von seinem bisherigen Lauf abgetrennt worden. Neue Erdstöße in Südserbien. Budapest., 12. März, Im südseroischen Erdbeüengebiet haben sich heute di» Erdstöße erneuert. Die Bevölkerung rvagt noch nicht in die Häuser zurück- zukehren. Der Zustand der nach Uesküb gebrachten Verletzten ist zufriedenstclleud. In Strumitza, wo das dortige Gericht'- gebäude vollkommen eingestürzt ist, hat heute ein« Gerichtsver- Handlung unter freiem Himmel stattgefunden. Justiz und Republik Vortragsabend im Republikanischen Vichierbund In, Großen Saal des Oberverwoltungsgerichts fand gestern «in gut besuchter Vortragsabend des Republikanischen Richterbundes statt. An Stelle des erkrankten Oberverwaltungsgerichtsrats Kroner eröffnete Kammergerichtsrat S e t t e g a st den Abend. Als erster sprach zum Thema„Justiz und Republik" Ministerialdirigent Dr. Siegfried R o s e n f e l d. Er führte aus: Der Abstand des Richters und Staatsanwalts vom Volk war im Obrigteitsstaat in der Regel bewußt und gewollt. Rechtlich ist durch die neue Staatsversassung von 1919 dieser Abstand ganz erheblich oermindert. Immer dringender ertönt die Forderung nach einem volksnahen Richter mit sozialer Einstellung. Tatsachen beweisen, daß eine große Anzahl von Richtern, trotz des von ihnen auf die Verfassung geleisteten Eides, noch lange nicht als republikanische Richter anzusehen sind. So erwächst für die Länder die dringend« Aufgabe, ihre Juristen, insbesondere die Berufsrichter staatsbürgerlich zu erziehen. Wie dringend diese Aufgabe ist, beweist unter anderem«in erst vor kurzem bekanntgewordenes Dokument, das Veranlassung gibt, auch den Vorständen des preußischen und deutschen Richtervereins den Vorwurf mangelnder staatsbürgerlicher Erziehung zu inachen. Diese beiden Vorstünde sind nicht in aller Oeffentlichkeit von jenem Glogauer Richter abgerückt, der bei der Begründung eines Urteils öffentlich erklärt hatte, daß der Ausspruch des Angeklagten, der 9. November 1918 fei au» Hochverrat und Meineid erwachsen, inhaltlich zutreffend sei: im Gegenteil, die Vor- stände haben sich gewissermaßen gegen den Republitanischen Richler- bund gewandt, der durch eine öffentliche Erklärung bestrebt war, diesen Richter von seinen Berufsgenossen zu isolieren.„Auf das Glogauer Urteil selbst", sagte die Erklärung der beiden Vor- stände,„soll hier nicht eingegangen werden; ob eine offen staats- feindliche Gesinnung bei dem an dem Urteil beteiligten Berufsrichter vorliegt, soll dahingestellt bleiben." Gleichzeitig versandte aber der Borstand des Preußischen Richtcroereins an seine Bezirtsoerbönde ein Rundschreiben, in dein das Verhalten des schlesischen Richters mißbilligt wurde. Aus persönlicher Rücksicht aus den Standeskol- legen hatte man also von dem össentlichen Ausspruch eines Tadels abgesehen. Dieses Verhalten der Spitzen der preußischen Richter- schast zeigt für jeden deutlich, daß in diesen Kreisen durchaus der Blick für das fehlt, was in Wahrheit der Rechtspflege dient und ihr allein dazu verhelfen kann, verlorengegangenes Vertrauen wieder- Zugewinnen. Es wird daher erforderlich sein, den Gedanken in Er- wägung zu ziehen, wie der Einfluß in der Justizverwaltung aus die Verteilung der Geschäfte zu verstärken sei, um die Verwendung von Richtern an weniger geeigneten Stellen, wo sich Anstöße aus ihrer Verwendung für die Oeffentlichkeit ergeben, auszuschalten. Die Re- publik fordert nicht den politischen Richter, wohl aber den staats- politisch erzogenen Richter. lieber „Justiz und Polizei" hat, Strafantrag nur in den Fällen zu stellen, wenn dies im Staats- interesse erforderlich erscheint. Die Polizeibeamten haben nicht das Bewußtsein, daß sie vom Gericht ge- nügend gestützt werden; im Gegenteil, sie fühlen sich von den Gerichten verlassen. Wir leben eben in einer Zeit, di« außer- ordentliche Maßnahmen erfordert und die Gerichte sind vcrpslichicl, die Verwaltung bei Durchführung dieser Maßnahmen durch Urteile, die den Verhältnissen angepatzt sind, zu unterstützen. Das gilt auch bei der Anwendung der Notverordnung über unbefugten Waisen- besitz als auch in Fällen der Verächtlichmachung der Hoheitszeichen der Republik. Die Richter sind aber immer noch befangen in alten Anschauungen, sie lassen sich beeinflussen von Schlag- worten politischer Parteien. Wir wollen keine gefesselte Justiz, auch keine entfesselte Justiz, aber Einklang der Rechtspflege mit der re- pnblitanischen Staatsordnung. Der Erste Staatsanwalt in München und Reichstagsabgeordneie Dr. H o eg n e r erinnerte an die politische Justiz in Bayern in bezng auf die Kapp-Pusschisten und die Hiller-Putschisten. Dies« Recht- sprechung, die selbst von der voltsparteilichen Presse al? Justiztgta- strophe bezeichnet worden ist, gibt gewissermaßen einen Vorgeschmack. wie es um die deutsche Justiz bestellt sein würde, wenn Deutschland nur eine halb- oder viertelfaschistisch« Regierung bekommen würden. Oberpräsidialrat a. D. Rechtsanwalt Dr. G r z i m« t. Mitglied des Landtages, charakterisierte in trefflichen Worten den schneidigen Richtertyp von früher, der auf den kleinen Mann verächtlich herab- sah und verlangte«ine gemz andere Auswahl der Richterpersönlich- leiten, durch die eine geschickte Perstmalpolitik gewährleistet sein Müßte. Senatspräsident i.R. Freymuth geißelte die Perhät- schelung, die den Nationalsozialisten durch die Justiz zuteil wird und wies auf die Praxis der deutschen Länder hin, in denen die Ratio- nalsozialisten zur Macht gekommen sind. sprach Ministerialdirigent Steinbrecher vom preußischen Mi- nisterium de« Innern. Die Verrohung des politischen Kampfee, sagte er, führt zu immer engeren Beziehungen zwischen Politik und Rechtsprechung. Die Erfahrungen, die man aber mit der politischen Rechtsprechung macht, sind wenig erfreulich. Es genügt, an die Ur- teile wegen Minister- und Beamtenbeleidigungen zu erinnern. Das Maffenschlägerei in Spandau. LI Verletzte— 14 Nazis festgenommen. Bor dem Spandauer Arbeitsamt am Lindenufer eist- spann sich heute mittag zwischen nationalsozialistischen und tommunistischen Erwerbslosen eine Massen- schlägerei. Etwa 100 Personen schlugen aufeinander ein. Nur ipit großer Mühe gelang es der Polizei, den Kampsplatz zu räumen. Elf an der Schlägerei Beteiligte haben erhebliche Ber- letzungen erlitten. Vierzehn Hakenkreuzler wur- den festgenommen._ Fälschung im Großen. Hamburg. 13. Mar.> Nach polizeilicher Mitteilung areignele sich am Donnersiagaband in einer nationalsozialistischen Versammlung«in ungewöhnlicher Zwischensall. Bei Versammlungsbeginn wurde festgestellt, daß sich einige hundert Kommunisten mit gefälschten Karten Eintritt verschafft hatten. Die Kommunisten wurden von einem herbeigerufenen Polizeiausgebot aus den Sälen entfernt u n d f c st g e n o m m e n, zum größte» Teil aber nach Feststellung Ergebnis dieser lirteile ist, daß Severmg die Anweisung gegeben' ihrer Personalien wieder entlassen. Weiterer Vormarsch der Partei Werbeerfolg der Frauen: 2542 neue Mitglieder Bis in die lehie Abendstunde tagteu gestern in angeregter Aus- spräche die politischen Aunktionärinnen der Ber- l i u e r Sozialdemokratie im überfüllten großen Saal der Mujiker.�estsälc. Die Versammlung legte beredtes Zeugnis dafür ob. dofj unsere Genossinnen, fb wie sie im letzten Zahre erfolgreich für die Partei arbeiteten, auch in der Zukunft keine Blühe im Dienste der Partei und der Arbeiterklaffe scheuen werden. Genossin Kern wies in ihrer Begrüßungsansprache daraus hin, daß im Berichtsjahr 193» 2Z42neue w«iblicheMiiglieoe'r neu gewonneir wurden, so daß heut« Berlin niitl9 062 weiblichen Parleimilgliedrn die Höchstziffer unter den Bezirken im Reiche haben dürste. Im Prozentsatz der Eesamtmitgliedschaft Berlins sind die Frauen von 24,3 auf 243 gestiegen. Di« Zunahme um rund 2500 weibliche Mitglieder ist der systematischen Arbeit unserer Frauengruppen zu danken, bei denen neben den Funktionärinnen auch der großen Ar» beit der Helferinnen gedacht werden muß. Di« BesuchsZssern bei unseren 935 Frauenabenden haben sich erhöht, und fast bei jedem Abend waren Neuaufnahmen für die Partei zu verzeichnen. Di« Themen behandelten neben der allgemeinen Schulung in politi- schen, sozialen und Mrtschaftsfrogen vor allem nach dem Wahl aus- gang vom 14. September Angelegenheiten o«r aktuellen Politik, wobei der Kampf gegen den Faschismus und gegen die Phrrrsenpolüit der Kommunisten im Bordergrund stand. 72 Werbcvaran» staltungen mit Film« und Lichtbilderaufführungen und 12 große Mählerinnenkundgebungen wurden veranstaltet. Der Erfolg des vergangenen Jahres soll für uns ein Ansporn sein, daß wir den Ruf unseres Genossen Wels:.Wo bleibt der zweite Mann?� dahin abwandeln, daß wir die Parole ausgeben:.W o bleibt die zweite Genossin?" Das soll Ziel unserer Arbeit rm neu«n Geschästsjahr fein! In der Diskussion forderte Genossin Iankowfki vorn De- zirksvorstand, daß er bei seiner Werbearbeit die Frauen niemals unerwähnt laste. Weiter möge man Kundgebungen nach Möglich- kcit nicht gerade auf die zwölfte Mittagsstunde legen, in der viele Frauen durch ihre häusliche Arbeit von der Teilnahme abgehalten iuerd«n. Genossin Tengler forderte, daß, in der Propaganda vor allen Dingen die Mütter in den Vordergrund gestellt werden.' Genossin Bohm-Schuch behandelte die Eingliederung der weiblichen Jugend in die Partei. Das f«! mehr als ein« organisatorische Frage, das ss ein« Frage der Entwicklung der G«- samtpartei Überhaupt. Weiter sei in der Verteilung der Mandate und Funktionen in der Gesamtpartei eine stärksre Berücksichtigung der Frauen zu verlangen, wie es der Zahl der weiblichen sozial- demokratischen Wählerinnen entspräche. Die Wahlzisfern hätten er- geben, daß man Unrecht täl«, wenn man die Frauen noch heut« als Hemmschuh ansehen wolle.(Lebhafter Beifall.) Genosse Künstler bezeichnete die- Internationale Frauen- wochc als eine eminent wichtig« Sache für die Gesamtpartei. Der Macht der Hypnose Genossin Bohm-Schuch müsse er sagen, daß man nicht njjch Zahlen die Vertrauensleute der Partei auswählen könne. Noch Chorakier, Können und Wissen müssen all«, jung und alt, Mann und Frau, gleichberechtigt sein. Genossin Scheibcnhuber betont« die Notwendigkeit einer Beibehaltung der Frauenabcnde. Denken wir an die politische Beeinflussung, die oft unter einem Deckmantel von bürgerlichen Der- einen ausgeht. Genossin Tvdenhagen hob hervor, daß es keine besonderen Frauenanfgoben gäbe und daß auch die Arbeiterwohlsahrt kein Sondergebiet der Frau sei. Nach einer weiteren Aussprache über die Arbeitenoohlfahrt sagte Genossin Kern in ihrem Schlußwort, daß die Frauen immer an den Gesamlnklionen der Partei teilnehmen und sich als tätiges Glied der Gesamtpartei fühlen. Genossin Wurm gab sodann noch einen Bericht aus dem Parteiausschuß und nahm zur Frage des§ 218 RStGB. Stellung. Eine Lockerung der Strasbestimmungen sei durch das Wirken der Sozialdemokratie bereits erreicht, weitere Aktionen zur vollständigen Reform werden folgen. Ferner wandet sie sich gegen die Hetze, die von nationalistischer Seite gegen die verheiratete Frau als»Doppel» verdienerin" getrieben wird. Der Parteitag in Leipzig werde dazu Stellung zu nehmen haben. Zum Schluß teilte Genossin Kern mit, daß der I n t e r» l national« Fraaentag Dtm ff. bis SS. April stottsindek. Auch er stände unter den, Motto:„Wo bleibt die zweite Genossin?" Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Zu Mitgliedern des Frauen» a u s i ch u f f e s wurden die Genossinnen Bohm»Gchuch(mit 413 Stimmen), Borman(405), Scheiben huber(L7S), zu stellvertretenden Mitgliedern die Genossinnen Gladosch (340). Kresse(297), Weng«! s(264) gewählt. Als Delegierte zum Reichsporteitag wurde Genossin Käthe Kern mit 391 und Genossin Iankowsky mit 296 Stimmen vorgeschlagen. Auch in Hamburg starker Auffchwung. h a m b u r g. 13. März.(Eigenbericht.) Die Hamburger Sozialdemokratie hielt gestern ihre General- Versammlung ah. in der Parteivorsitzcnder Karl Meitmann den Jahresbericht erstalletc. Er konnte feststellen, daß die Hamburger Sozialdemokratie ihren Mitgliederbestand im Jahre 1930 von 51 045 aus 53 204 erhöht hat. Er gab weiter bekannt, daß sich über 40 proz. der Mitglieder im Alter von unter 40 Jahren befinden. Der An- teil der Jugendlichen ist gegenüber dem Vorjahre noch gc- stiege,». Ueber 90 Proz. der Mitglieder der ham- borger Sozialdemokratie sind A r b« i 1 e r. Trotz ver- nuchrler Betriebsstillegungen und verdoppelter Arbeilslosenzisser ist die Zahl der durch die Betriebsorganisotwn erfaßten Betriebe von 462 aus 524 und die Zahl der Belriebsvertranenslente fest 1927 von 1921 aus 2525 gestiegen. In der anschließenden Aussprache wurde vor allem da» Berhältnis der Jugend zur Partei komeradschaslsich erörlerl. Funktionäre der Arbeiterjugend sprachen aus. daß sich die sozialistische Arbeiterjugend der Partei ni« so eng verbunden gefühlt habe, wie in der Gegen- wart. Das neue Gchinkel-Museum Das Prinzessinnenpalais und die Beuthsche Sammlung Zur Feier des 150. Geburtstages von Schmkek am 13. März ist rs gelung«». sein Gesamtwerk in N-r ursprünglichen Form und Verbindung mit den Sammlungen Veuths in dem schönen Prinzessinnen- polais vereinigt der Oeffentlichkeit zu übergeben Der Besucher des Kronprinzen palais kann fortan vom Obergeschoß aus durch den Ueberbrückungsraum über der Oberwollstroße umnittelbar dos Schinkel-Museum betreten. Der künstlerisch« Nachlajj Schinkels wurde gleich noch seinem Tode(9. Oktober 1841) für den preußichen Staat erworben und später mft dem Nochloh Peter Beuths vereinigt und als Beuth- Cchinkel.Museum in der Technischen Hochschule zu Ehariottenburg untergebracht. Das beschauliche Dasein dieser Sammlungen erfuhr auch durch Ucbersiedlung in die Hardeirbergstraße(das sogenannte Rauch-Schinkel-Museuw) keine Aenderung: im Gegenteil, das kurz vor dem Kriege errichtete Bauwerk mußte wegen'dauernder Ein- stnrzgefahr abgebrochen werden. Iustis Spürsinn und Energie fand dann für das Rauch-Museum die schönen Räume der Orangerie im Charlottenburger Schloß: für die Schinkel, und Leuth» Sammlungen wurde 1929 das P r l n zefs i NN e n pa la i s überwiesen. v. Auch dieser Sau. hol«in« interessant« Gaschichie. Der Äopfbau gegen den Zeughonsplatz zu wurde 1810 von Joh. Heinr. Gentz • als Erweiterung des Kronprinzenpalais errichtet. Später erhielt«s ' die Friedrich Wilhelm IN. zur linken Händ angetraute Fürstin Lieg» nitz, von der Franz Krüger das entzückende Reiierbildchen genialt hat. Nach 1840 wurde das Gentzsche Palais von Stüler und Strack um- gebaut. Nach dchn Kriege iinbszreislichcrweise einem Bankhause vermietet, konnte es erst vor zwei Jahren sreigeniacht werden. Die Schloßbauverwaltung hat die bankmäßigen Greuel entfernt und das Ganz« behutsam und mit großem Geschmack im allen Zustand wieder» hergestellt. Die zartsarbigeu Wandanstriche gehen aus den Ursprung- lichen Zustand zurück und tragen wesentlich bei zu dem heiter be- schwingten Eindruck dieser bezaubernden RZume, die wie nichts anderes geeignet sind, das kostbare Vermächtnis des letzten großen Baumeisters von Berlin zu verwahren. Im gleichen Geiste sind an «'•iiiigen Stellen die erhaltenen Reste Schinkelscher Wandmalereien eingelösten. Sie geben eine anschauliche Vorstellung von der liebens» würdigen Art, wie Schinkel seine Räume bis ins letzte hinein be» lebt hat. Die Einordnung des Schinlelschen Nachlasses in diese schönen Säle ist von Insti und seinem Astistenien Dr. Rawe(der den vorzüg- Der hypnotisierte Vertreter Ostpreußens im Zfochsrot: „Ostpreußen braucht Hilfe... Ostpreußen braucht... Ost Hilfe brauchen wir nicht!" „Täter gesucht/' Ll.'T. Kurfürstendamm. „Das Leben ist romanhafter als die Romane." Eingedenk dieser allen Weisheit, kann man mit dem Drehbuch dieses Films zufrieden sein, das den Komps gegen ein« Berurteilnng aus Indizien aufnimmt. Ein ungetreuer Diener endet in den Kleidern seines Herrn, eines Konsul», durch Selbstmord. Die Kriminalpolizei hält den Selbst- Mörder, dessen Gesicht zerschmettert ist, für den Konsul, und der Verlobt« der Tochter des Hauses wird Äs Täter verhastet. Er wiro sogar zum Tod« verurteilt, bi« der Konsul, der absichtlich unter falschem Namen lebte, sich dem Gericht stellt. Mancher gewiegte und gewistenhaste Kriminalkommissar wird zu Recht aus viele Ilnwohrscheinlichkeiten hinweisen. Doch soll man stets anerkennen, wenn«in Film Zeitfragen behandelt. Der Regisseur Karl Heinz Wolfs ließ mft(beschick diesen Inhalt-Film als guten Schauspieler-Film spielen. Er wurde von uorzü glichen Darstellern unterstütz!, so von dem glänzend charakteri- sielenden Paul Henckels(Konsul), dem üb:d>e Wichen Harry Hardt(Krmnnalkommissar). dem in einer Tvunkenheitsszcn« ganz großm Fritz Od« mar(Diener), der schönen Gerda Maurus (Tochter) und dem irrte r«stant«n Karl Ludwig D i s h k(der unschuldig Berdachtigt«), der nachgerade große Mode im Tonfilm wird.«. d. Friedet hinhe hält heute, 20 Uhr. im Meistersaal ihren einzigen Bortragsabend ab. Sie spricht j« ein» Novelle von I. P. Iatobsen und Pilnjak. „BerUnff Bilderbogen." Die Matinee der VolkSbübne. in der Hanl Graetz auch einmal'einen berliner Büdcrbogen ouirallcu wird, ilndet Zonntag. »annittag» t l'/, llbr. im Tbeater»in �iiluwvlatz statt. Einlaßkarten für .baUUühnMBntjjüeber 1,90 Ä liehen Katalog verfaßt Hot) in einem Seist« vollzogen worden, den man ebenso modern und sachlich wie pietätvoll gegenüber dem großen Menschen und Künstler nennen kann. Dem Studium der unermeß- lichen Schätze an Bauentwürfen, Zeichnungen und Schriften ist ein Raum im Erdgeschoß eingeräumt, der die Schränk« mit dem gesamten Nachlaß enthüllt. Das Beste und das Wichtigsie daraus ist aus- gewähll und in nobler Aufmachung an die Wände des Obergeschosses verteill, so daß die Bielseiligkeit des Künstlers Schinkel glanzvoll in Erscheinung irstt. Kerne Rode ist da von langweiligem Archllekturmuseuw', ein ganz lurzer lleberblick über den Rundgang wird davon überzeugen. In dem architektonisch prächtigen Hauptsaal sind Entwürfe zu Theater- dekorationen(Zauberflöte!) und den Fresken des Alten Museums, köstliche Landschaftsstudien aus Italien und Gipsabgüsse nach seinen Bauplastiken, Rauchs Schmkelstatu« u. a. verteilt: im grünen Sarl seine schönsten Gemälde, im Geist der hohen Romantik: das rosa Zimmer enihäll Entwürfe von Berliner Bauten, das folgend« die großen Landschaftsdekorationen(Tageszeiten) aus dem Hninbertschen Haus m der Brüderstraßc; das rosa Badezimmer mit der schön deto» rierten Tonnendecke: Innenräume königltcher Schlöfler. in dar Bade- nisch« einen Abguß der Prinzessinnen von Schadaio: die hellgelben Kojen des tiefer gelegenen Raums hauptsächlich seine herrlichen Bau- gedanken zu Riesenschlössern und Grabmälern, der letzte, hellviolette. einige für dos Handwerk seine? Zeit bestimmte Anregungen, köstlich in ihrer zarten Struktur. Das Treppenhaus, das eine sehr sorgfältige Auswahl von schönen Photos nach Schinkels aufgeführten Bauten schmückt, führt in das Erdgeschoß hinab. Hier ist nun, in weniger günstig belichtet«' Räumen, vor allem die Kunstsammlung Leuths ausgestelli, als eines der wenigen vollkommen erhaltenen Beispiele einer Privoi- sammlunz aus der Sphäre der Romanrik. Man wird in dieser er- staunlichcn Sammlung Ueberraschungen erleben und nicht bloß das komplette graphische Werk von Dürer und den Rassael-Stechern, nicht bloß Handzeichnungen ersten Ranges aus dem 16. und 17 Jahr- hundert finden, sondern auch kostbare Schmelzarbeiten romanischcr Zeit, Gläser, Bronzen, Gemälde romantischer Maler von hohem Rang— das Ganz« ein Abbild der vielseitigsten Interessen jener politisch drückenden, geistig so höchsliegenden und kullivierten Epoche, die das Beisammen einer solchen Privatiammlung uns als neid- erregendes Beispiel hohen Lebensstils vor Augen stellt. Doul F. Schrnid'. „Himaischal, der Göiterthron." Marmorhaus. Der Kamps um die Bezwingung des Himalaya wird mit Ausdauer und Mut fortgesetzt. Die höchste Spitze, der Moont Everest, 8840 Meter hoch, ist von zwei großen englischen Erpedilionen bis auf 400 bis 500 Meier bezwungen worden. Aber der Dalai Lama läßt jetzt keinen mehr ran. Im Jahre 1930 hat eine deutsche Expedition, an der auch Oesterreicher, Schweizer und Engländer teilnahmen. darunter erstklassige Bergsteiger, unter Leitung von Profestor Dyrenfurth, einen Angriff aus den wahrscheinlich zweithöchsten Berg der Gruppe unternommen, und als dieser mißlang, den 7459 Meter hohen Jongsong Pik erstiegen. Eine dreifache Aufgabe hotte sich die Expedition gestellt:«ine wistenschaftllche, sportliche und filmische. Der Film gibt nach einem Borbericht über die Reise von Genua bis Bombay und durch einige große indische Städte den spannendev Verlaus der Expeditton mit ihren Höhepunkten, dem Sturz einer ungeheuren Eislawine und den Eisklettereien, vorzüglich wieder. Der sportliche Teil kommt zu seinem vollen Recht. Die ungeheure Well dieser höchsten Berge rnll den Gletschern ohnegleichen wirkt in ihrer Einöde erhaben, und der Kamps der Menschen, der dank der vorzüglichen Organisation mit 400 Trägern immer gewiste Erfolge verspricht, ist immer wieder de- wundernswert. Aber von den wistenschaftlichen Ergebnissen erfährt der Zuschauer nur die eine nicht unbekannte Tatsache, daß dieser steile Wall zu den jüngsten Gebirgen der Erde gehört und, wie Ber» stein« rungen auf seine» höchsten Höhen erweisen, noch in geologisch junger Zeft vom Meere bedeckt war. Die Methode modernster Bergbesteigung, die Art der Ausrüstung und die Technik de« Eis- klettern.', wird dafür außerordentlich anschaulich gemacht. Auch einig« interessante ethnologisch« Bilder fallen ab, aber im großen ganze» überwiegt doch das Sportlich-Touristische vollkommen. Und hier muß die bescheidene Anmerkung gewagt werden, daß die Bilder aus der hohen Eiswell einander sehr ähnlich sind. Es darf auch an«in« Bemerkung Alexander von Homboldt» erinnert werden, daß die Reisen senieiis der Schneegrenze wenig ergiebig sind. Aber freilich, damals' ltond das sportliche Interesse noch nicht im Vordergrund und es war auch noch nicht all««rffchloil«» wie hetne r, �Dämon des Meeres." Mozartsaal. „Mobdy Dick", das ist der Roman von der Jagd aus dea weißen Walfisch in der Anarktis. Der Amerikaner Hermann Molville schrieb ihn vor ungefähr hundert Iahren. Ein grandioses Buch von einer grandiosen Natur und von Menschen, die unheilbar non dem G«- danken besessen sind, den dämonischen, weißen Waisisch zu fangen. der dem Kapitän ans einer früheren Jagd das rechte Bein abriß. Dieser Kapitän ist«in wilder Phantast und ein Wirtlichkcitsmensch zugleich—, das Vorbild für Jack Londons.Seewols'. Und endlich, nach jahrelangen Mühen, trifft er Mobby Dick, den weihen Teufel. E» beginnt eine phantastische Jagd, bei der der Walfisch Sieger bleibt. Das Schiff wird zertrümmert. Was irocht rem der mnerikanstche Film aus diesen Vorgängen? Vor allem entkleidet er sie ihrer Herbheit und biegt sie in eine L-iebcogeschichte mit glücklichein Ende um. Kapitän Christoph erlegt den Feind und findet seine Jugendliebe wiede-r. Wilhelm Die- t e r l«, der den Kapitän in der deutschen Fassung spielt, fehlt her sanatische Haß. die eisige, starre Wut. Er bleibt im Grunde der lieb« Mensch, der Sehnsuchtskranke. Eonrad Veidt hätte die Noll« spielen müssen. Und so wird vieles versüßlicht. Die Vorgeschichte nimmt den größten Raum ein. Einen einzigartigen Fall des Höstes, einen geradezu klinischen Fall verwandelt man in eine Trivialität. Der Ahasperus des südlichen Polarmeeres trägt einen Schlafrock. Trotzhem ein Film, der interessiert, schon weil«r die auegesahre» neu Geleise mondänen Kitsches»erläßt. Der Regisseur Michael Kertesz gibt schöne Bilder von der kleinen Küstenstodt Stcuitucket aus Großvaters Zellen, er gibt den Schauspielern individuelles Gesicht, verniedlicht allerding» Lstst Orna. Er steigert auch die. Handlung, aber er muß im Entscheidenden versagen, nämlich in Pom Kamps zwischen Tier und Mensch. Die Walsischatrappe ist nicht furchterregend. Komik tritt an Stelle des Grauens vor einer un- bekannten Macht, vor einer unbesiegbaren Gewall. und die Szene des Wiedersehens ist für europäische Begriffe umnöglich. DI« Ton- wiedergäbe befriedigt Nicht.__ F. Seh. da» Theater am tchlssbo>ie»t>omn> tat Ei>c lkelr.• SckükerS nrucZ LchauipccI ,Slrll>U!: ttrenimttä u n d seine Bätet" zur Ur« ejulfäbnttta eannrbw- Lohndruck in Oberschlesien. Oie Schwerindustrie will 8 proz. Lohnkürzung. Veulhcn, 13. März. Für Ende Marz sind sowohl vom Arbeitgcbr.roerband als auch nan den Gewerkschaften die Lohnregelungen und das Arbeitszeit- abkommen sür die oberschlefischen Eisenhütten gekündiat worden. Bei den Verhandlun-tcn am Donnerstai, forderte der Arbeitgeberverbond die Beibehaltung der geltenden Arbeitszeit und eine allgemeine Lohnsenkung um acht Prozent, entsprechend der weiteren erheblichen Preissenkung für Eisen ab l. Januar d. I. und der Senkung der Lebenshaltungskosten(!). Die Gewerkschaften verlangten demgegenüber eine Kürzung der Arbeitszeit und außerdem für bestiinnite Arbeitsgruppen eine Erhöhung der Löhne um 16 bis 26 Pfennig j« Schicht. Bon einer Einigung konnte nicht die Rede sein, so daß das amtliche Schlichtungsverfahren eingeleitet wird. Klamauk gut, Kenntnisse ungenügend. Notionale Eselei bei der BVG. Dom Wahloorstond der Berliner Verkchrs-A.-G. wird uns mitgeteilt: Die Nationalsozialisten haben zur Bctriebsratswahl beim Wahl vorstand eine ungültige Vorschlagsliste eingereicht. Seit Wochen blasen diese Herrschaften in die große Trompete, um ihren Sieg bei der kommenden Betriebsrotswahl bei der Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft schon im voraus zu verkünden. Das Mitglied des Aussichtsrates, der Stadtverordnete Engel, erklärt« in den Ausfchußbcratungcn bei den Entlassungen:„Elir werden bei der nächsten Lctriebsralswahl die INchrhcit erhallen!" Jetzt haben die Nazis wieder einmal bewiesen, daß sie nicht die g e r i n g st e n Kenntnisse von dem Betriebzrätegesetz und aus dem Gebicic des Arbeitsrechtes haben. Sie sind daher nicht ein- mal imstande, die kleinen formellen Bestimmungen der Wahlordnung zum BRG. zu beachten. Welcher vernünftige BVG.-Arbeiter könnte diesen nationalen Nichiswissern seine Stimme geben? Französischer Bergarbeiierstreik. Am 30. Mörz soll die Arbeit eingestellt werden. Der Landesausschuß der Grub«narbeitcrsyndilate Frankreichs hat am Donnerstagabend beschlossen, am 36. März in den Generalstreik zu treten. Der Streik wird sich auf sämtliche Gr üben bezirke Frankreichs ausdehnen. Dos Datum für den Beginn des Streiks ist absichtlich so spak gelegt worden, weil man einmal die Hnsfnnngen noch nicht aus gegeben hat, doch noch zu einer Einigung mit den Unternehmern zu gelangen, zum anderen aber auch, um die Pläne der kominunisti- schen Sonderorganisationen zu durchkreuzen, di« am 16. MZrz in den Streik treten wollten, falls bis dahin keine Einigung erzielt worden fei. Die Opel A.-G. will, wie in den Besprechungen ihrer Dertreier mit dem hessischen Arbcitsininisteriuni Zwecks Abstellung ihrer Ueber st und«» wirts chast mitgeteilt wurde, in Kürze zur dreimaligen 7'--Stunden-Schicht übergehen. Die Mängel in der Organisation d«s Bandbctriebes hätten für Sie nächste 3eit Uebcrsnurden und Sonntagsarbeil notwendig gemacht. Die Finna lege jedoch größten Wert darauf, die Arbcitsschutzbestim- MÜngen einzuhalten. Infolge der großen Aufträge würben setzt im Durchschnitt 136 Mann pro Tag neu« i n g e st e l l t. Wetter für Berlin: Beständiges und zettweise helleres Wetter. nachts leichter Frost. Tagestemoeraturen über Null.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches heiteres Wetter mit leichten, nur in Siiddeutschlcmd stärkeren Nachtfrösten. Im Nordosten Besierung. Hine Sc»s»t>>>« für NctitoII« wird dirur Nruerosfnuna Ktelder von N?>'. an und Lcidcnlleidcr von l.nj ÜP. an Iirrauobrinaen. JVi diesen Preisen ist and, der minderb cm irteltcn tlmrbMbast, die besonders unter der mirtsrbaf�lichen «otlaqc SU leiden luit. Geleqcnbcit qebotcn. ibren Pcdars an lsrilbiahrslleiduna billia und dock> au: ru decken. Die Laner weilen au» eine aroxc Auswabl an»icken Twrcdtlcidern. Nachmit'aas. und Abenbklsidern auf, so daß icdcm tbescknvack Rechuuna a�traaen werden kann._ Verantwortl. für die Redaktion: Scrbert pcpere, Berlin: An, eigen: Tb. Slocke. B-riin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Bu»> druckerei und Bcrlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin£38 68, Lintenkraße 3. Hierzu 1 Beilage. CÄS1N0-THEATER Lothringer Strafe S7. HMNmHiiianuuifuiiiiiiiiitiiMiMtifiiiMtiiiriiiiiiMuinMHHiMtir«! Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 fllesa schwiegerwätep Dazu das neue März• Programm! Cotodieln 1— 4 Fenoncn ..... Fauteuil 1Ä AU Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 Pf., Rang 60 Pt. Total Aosverkani wegen gänzlicher Geschäftsauflösung Gardinen, Stores, Ripse, Mull, Voile, Bettdecken, Portierenstangen zu Räumungspreisen 5pezial-GarilinEk-Werkst!tteD S. Krfionr. Nßuhölin, Bergstr. 67 Stock, direkt am Ring-u U-Bahn hof SQdring 8-b Uhr BnapoDistm Roberl Stol z ii der Prenlemleihgog zur Niete WSO.Antbecherstr.l Schwerhörige httreo tolsn wieder mit dem.ä r z tli ch empfohlenen OBIfilNU- AKDSTUI- APPARAT mit■enetiem KieliUiArerl — Noch Besseres gibt es nicht!—> Deolsche Akustik Gesellsdiaft n. b, H. Aelteste u. führende Spezialfabrik Verkauf u. 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Greta Garbo ■ HP.U.t 1 Arfllgfinf n,m- a- w a 515 Uhr /rnusnoi Bohne S abSUhr Pertebergcr Straße 29 Rfthnrnf�hfir Der Knt m. Greta Garbo— Pflicht od Liebe mit R. Novarro, Anna May-Wong W7_Ii Wochent 6.«5. 9.05 " CXI— aVällO Sonntags ab 4.45 Ut-Moabit 99. 100 proz. Tonfilm: Anhcrmlttwoch mit Evelync Hol), Hanc Stflve, Cläre Rommcr Beiprogramm Kant-Lichtspiele Kamstr. 54(an derWilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Drei Tage Liebe mit He» Alben. Käthe Do neb Guter Beiprogramm G wilm«r«dorf"E Atrium Bcba-Palad �«,h9astgu. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend u. Sonntags 4 30,6 45, 9. 15 Uhr Uraufführung, 100 proz. Tonfilm! Dia Drcigroecbcnoper mit Rudolf Forcier, Carola Neher, Reinhold Scfa&nzel, Frits Rasp. Frei nach Brecht. Musik. Weil! TOnendes Beiprogramm m»c»iön«b«ra"E Titania Schönebg. Hauptstraße 149 Oroßtonfilm: Afrika spridii(Das Paradies der Hölle)— Beiprogramm— Tonwodie G Frlwienau M Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 7, 9. Sbd.. Sa 5, 7. 9 Ufa-Tonfilm: Die singende Stadt mit Jan Kiepora. Br. Hehn TOnendes Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt! E»fgllt«"k Titania-Palast Steglitz, Schloßstf.5, Ecke Gutsmuthsstr. 100 proz. Tonfilm; Drei Tage Liebe mit Hans Albers, Käthe Dorsch Tönendes Beiprogramm Ab Montag; Der wahre Jakob > Zehlnnuorf-Mtttiai p 7e>M Wochentags 7, 9.10 Uhr A/Cää Sonntags 5. 7, 9.10 Lhr Potsdamer Str. 50 Stg 2 30 Jugendv Ihre Majestät die Liebe mit K.T. N«gy, F. Lederer, Szakall g Marlendorf g Nim I s Marfendorier Wochentg. 1 IQ~ Lrl i.>n!hsple»e ab 7 Lhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm! Airanne mit Brigitte Helm, Albert Basscrmann, Agnes Uranb— Betpr, T«wp«ihof TlVOll Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9, Sonntags 3 Uhr: Jug.-Vorst 100 proz. Tonfilm: Asehermiltvoeh mit Evelyn Half, Cläre Rommcr, Ha» UOwe— Beiprogramm Südwastan Lichtspiele Südwest Biücherslz. 12 W. 5. So. ah 3 Uhr 100 proz. Tonoperetie: Du Land des Lädtelns mit Richard Tauber Tonbclprogramm— Jugdl. Zutritt FOm.Paiast Kammersäle Teltowcr Str. 1 W. 5.30, Stg. 3 30 U. 100 proz Tonfilm: Zapfenatrcldk i Rhein m. S. Arno, Vcrebes, Janker* mann— Tonbeiprogramm " SOAen■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir. 72/76 Wo 6.45, U, Sonnt ah 3 U Wegen Riesenerfolg verlängert! Tonfilm-Operette: Die FärsferchrlsPI mit Irene Eisinger, Oskar Kartweis, Adele Sandrodc, Paul Richter Beiprogramm Auf der Bühne: Kintopp vor ZS Jahren(Specky als Erklärer) Th. am Moritzplatz Beg.: Wöchig, ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonfilm; Ihre Majcsläi die Liebe mit K.*. Nagy, F. Lederer Beiprogramm Mon ag: Er oder ich? mit H. Ptel Mercedes-Palast Hermannstraße 312, Ecke Jägerstraße Werktags 6»c Uhr, Sonntags 3 Uhr lOOproz.Tonfilm: Crock in seinem Tonfilm mit Liane Haid Beiprogramm Bühnensrhan Kukuk Wochent 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Oroßtonfilm: Afrika spridii(Das Paradies der Hölle)— Beiprogn Excclsior Wochent. 6.45, 9 U. SonnlagsZ. 5, 7, 9 U Kaiser-rriedrich-SltaCc 191 Tonfilm; Drei Tage Liebe m Hans Albers. Käthe Dorsch— Beiprogr. Sonntag vorm. Müs Sondervorstellung Italien— jugendliche haben Zutritt Stern, Hermanns irafje 49 Wochentags 6,45, 9, Sonntags 3, 5. 7, 9 U. 100 proz. Tonfilm: S Tage Liebe mit Hans Albert. KAlhe Dorsch, Trade Berliner— Beiprogramm ■»Mo«»««. a Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhol Beginn Wochentags: 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3. 5, 7, 9 Uhr Tonfilm; Die PriTaisekrclärin mit Renate Müller, Brestart BAbncnschaa_ Luisen-Theater Reichenbergcr Str. 34 Anf. W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5. 7. 9 U. 100 proz. Tonfilm; Eine Freundin, so goldig wie du mit Anny Ondra, Bressart— Bühncwchan Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 ü. Sonntags ab 3 Uhr lOOproz.Tonfilm: Stflrme über dem Montblanc mit Leni Ricienslahl, Ernst Udct, Sepp Rist, Friedrich Kayftler Beiprogramm- Bflhacuchau Sternwarte— Treptow Sonnabend 8. Sonntag 4 Uhr: Wunder des Schneeschuhs(Film), Sonntag 6 und 8 Uhr; Wunder des Filmt(Film) g Norelostnn � � »ElySlIim Prenzlauer Allee 56 W. 5-15, 7. 9.15. S. 3.15,5. 7.15,9.15 Uhr Eine Freaadln, so goldig wie da mit Felix Bressart, Anny Ondra, Arno— Tönende Wochen scheu Bühne: Max Ehrlich Luna-Palast st�abtuhf' Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm.: Die naTolikommene Ehe mit Keaton» Achtung. Australien! Achtung, Asien 1— B.: 9 ar ab. Spring. Frankenburg, S" BAb»« Große Frankfurter Straße 74 W. 6, 9, Stg. ab 5 Uhr. Stg 3 Uhr Jugendv lOOproz. Tonfilm: T&nzcrinnen für Südamerika gesacht m. DUa Parlo Beiprogramm— B.: Operettcm erne Schwarzer Adler Aiiee« Woch. 5. 7, 8.45, Sonnig. 3, 5, 7,8.45 Großtonfilm: Das Ued Ist am mit Liane Haid, Willy Forst Tönendes Beiprogramm Nor.r. Stg. 4Ve. 6-/2. s-i. u. Stg. 2 U. Jgd.-V. Hyänen der See m. R. Taimadge Jugend m. Fr. Schutz. G. Reinwald a Hannlasriorr Filmpalast Sui. Berliner StraSe 59 Stg. 2 U. lug.-Vorsu Tonfilm: Eine Freundin, so goldig via da m Aaay Ondra, ä. Am# (Öeiiage Freitag, 13. März 1931 DprAfottD �tn/rrttlfjr�r �*x Vo*iPaf6 Geschichte aus der Chaplin-Woche Von Gerhard Hermann Hostar Abzug... her Arn, wirst sich einpor� die Angst wirft ihn empor, der Finger driickl zu, di- Angst in ihm schießt, einmal, Zweimal, dreimal... nicht er hat geschossen, nur seine irrsinnige Angst— nun aber laufen seine Fiiße den Damm hinaus, nnd den Pompadour hat er noch! Auf den Gleisen aber packts ihn. Wenn er nun— wenn er nun einen getrofsen— einen verwundet— einen getötet hat-- sein Herz zittert, seine%i>e zittern, seine Fiiße lausen aber weiter, io stürzt er hin, muß er stürzen, muten über die Geleise: ein Knall— wer schießt? Er springt jäh aus, rast den Damm auf der andaren Seite hinunter, seine Hand blutet, im Fall ist der Revolver losgegangen, er hat sich selbst in die Hand geschosicn! Run aber ist er gerettet, nun muß er nur noch auf die Tram springen, di? da gerode Istilt, und einen Fahrschein verlangen und »ach Hanse fahren, endlich, herrlich...! Der Schaffner sieht ihn an, streckt dann seine Hand aus, die legt sich-ihm fest um den Hals, nun liegen auch.Hände, die von rückwärts kamen, auf feinen beiden Schultern. Mit beiden, zitternden Händen reicht er dem Schaffner Revolver und Pompadour hin.— Um ihn viele gespannte Gesichter, erschreckte Aiigen: oh, er hat etnv.s getan, ivas schrecklich ist... Einer erzählt: wie er sei»« kurzen Sätze spricht, muß er oft dazwischen prusten, manchmal schlägt er sich auch aus die Knie, es muß lustig sein, was er erzählt: richtig, die gespannten Gesichter lösen sich. Schreck wird Spott... .�Zlattemang hatte er r�echloosen können, keener hätte ihn se- lricht!" erzählt jener eine lärmend.„Aber er hat een harmlosct Auto woll sarn Polizeiauto jehaltcn un wie mild jeschossen, un da bin ick erst ussmerkfam jcworn. II» vor Angst is er hinjcfalln, un j hat sich in de Hand jeschossen! Angst hat er bekommen vor die ! eejene Courage! Männccken, wat müssen Sie denn ooch sone I Sachen machen, wo Sc noch vill zu jrien sar sind!" Der Räuber blickt fassungslos in die Gesichter ringsum. Warum ! lachen die denn? Worüber lachen die denn? Hat er mtt all dem, j mit all der Angst und der Qual um die Tat, nur— Lachen gc- I erntet...? i Jetzt ist auch di? alte Dame da, und ihre dünne, zarte Stimm? i r.?r sichert, daß ihr Pompadour nur zehn Mark enthielt... und ein Schupo greift zu... und oben donnert ein Aug über die Gleise ! m die Stadt hinein... und die Menschen zerstreuen stch... und I bloß einer sagt und sieht dem Auge nach: „Das mutz dach der D-Aug sein, mit dem Charlie Chaplin an- 1 konrmt...?" Der zweruudNvonzigsährige Arbeitslo'e lungert seit Stunden ou der Ecke Sybcl- und Droysenstraße in Charlottenburg herum. Als er kam, war noch die weiche, unsichere Helle des März- mittags dagewesen: hatte eine noch scheue Sonn? in die oberen Fcnltcrreihen grauer Fronten ein bißchen ahnungsvollen Glan,; ge- iragen. Nun ist es schon dunkel, Nebel ist da und seiner Schnee und ein häßlicher Wind, den man in Helle und Sonne gor nicht bemerkt hatte. Es ist aber gut so, olles ist gut, Nebel und Wind und Trübe bcr Stnihenlornpcn: denn die Passanten denken alle nur an Schutz vor dem Wetter— nickst auch an Schutz vor ihm, dem zweiund- zwanzigjährigen Arbeitslosen, der gefährlicher ist; denn er hat i Hunger. Und friert. Und braucht Geld. Und deshalb muß er sie! »in, wird er sie tun— die Tat, seine Tot. Immer noch einmal geht er dem Bahnhos Chorlottenburg zu: vergewissert er sich, daß die Berechnungen für die Flucht stimmen.! Sic beruhen aus der Tatsache, daß der Eisenbohndawm neben dem! Dahnhof eisteigbur und überschreitbar ist; dos heißt an einer be- stimmten Stelle und von einem, der sich alles vorher überlegt hat. i Und es vrerden also die Autos, die ihn verfolgen werden, zurück- bleiben müssen— denn hat man schon mal gehört, daß ein Auto über einen Eisenbahndomin fahren kann? Heber Geländer und Gleise? Und was die Passanten anbetrifft, die ihn zu Fuß verfolgen werden— oh, er ist Sportsmann, er kann laufen, ihn kriegen sie nicht! lieber diesen zweiten Teil seiner Tat kann er also beruhigt sein. Wichtig bleibt mir, den richtigen Passanten zu finden. Das fordert Scharfblick. Keinen Annen, bei deins nicht lohnt; keinen Starken, bei dcm's gefährlich ist: keinen Vorsichtigen, bei dem's scheitern n!rd. Sonderbar, baß ein rechtes Opfer so schwer zu finden ist. Der Hunger wird nicht geringer beim Warten. Manchmal steigt eine Hitze und ein Schmerz aus dem Magen heraus. In die Kehle, in die Stirn sogar. Nattirlich kann man solch einen Hebmoll nickst während eines derartigen Anfalls begehen. Kühl muß man sein. das vor allem. Man tut bester, sich die Plakate des nahen Kinos anzusehen, bis das vorbei ist. Früher, alö er noch arbeitete an dem großen Van da drükxn, der nun fertig ist und von Wohlhabenden bewohnt wird und die ?lrbeitcr nicht mehr hnancht— früher ist er öfters ins Kino ge- gangen. Gewiß, er Hot auch solch« Filme gesehen, wie gerade hier einer läuft: Filme mit arnwn Teufeln und guten Kerken, die„mner Pech haben. Filme mit Nüster Keatnn und Charlie Chaplin. Aber an dies« Art von Filmen denkt er beute nicht. Er denkt an jene anderen, in denen mutige Räuber Steppen und Straßen unsicher machten, Männer, die eine langsingrige Hand und dennoch ein edles Her; hatten. Denn sie trieb niemals Gewinnsucht, sie trieb die Not ' zu ihren Taten. Wi« jetzt ihn, genau wie ihn. -- Gr ist nicht niedrig. Er-ilt-bereit, die Berantwortung zu traft? in Wenn es nicht gelingt, wenn er ertappt wird: gut, er wird vorm Gericht steh» als Mann, er wird es ihnen sagen, daß er niemandem ein Leid tun, daß er nur sich helfen wollte, sich und andern, welche Hunger hotten. Auch wenns schief geht, wird er also ein Held sein. ein Held, von dem die Aeitungon schreiben werden: wie er sich das erträumt hat von Schulzeit an: obwohl er innner bleichsüchtig und schwächlich war und so ängstlich, so sehr ängstlich... aber dos ist vorbei. Not bricht Eisen, jawohl: ober Not macht auch Weiches .hart, Not schmiedet auch. Der Schnee fällt dichter, der Wind weht härter; die Aeit ist günstig. An einem Zettungskiosk bleibt er noch einmal stehen, um alle» durchzudenken. Er liest. mechanisch die Ueberschriften der Abendblätter; sie handeln meist davon, daß Charlie Chaplin heut« abend in Berlin eintreffen wird, gerade um diese Stunde. Charli? Chaplin— ist das nicht der Mann, der die schwächlichen, armseligen Pechvögel spielt, die sich zu viel vornehmen und zu wenig durch- führen können, die zu klein sind für ihre Toten, zu gut für Ims Böse, die scheitern müssen...??lh was, was geht ihn Chaplin an! Er schielt nach rechts, nach links, die Dronsenstraße hinauf und hinab. Er sieht einen eiligen, pfiffig aussehenden Laufburschen, sieht einen breiten Arbeiter, der Feierabend hat, und ein Mädchen mit Schnürstiefeln in zu kurzem Pelz— alles nicht dos richtige. Außerdem kommt, langsamen, mü Issel igen Schrfttes, ein altes Dämchen, dos einen Pompadour trägt. Ein paar klein« Einkäufe sind wahrscheinlich darin, und außerdem sicker Geld... Hundert Mark viclleickst... Und wenns bloß fünfzig sind... Die...? Aber sie ist doch so alt, so'n bißchen rührend, so'n Mütterchen— Rührung? Quatsch, keene Aeit für Rührung, Hunger, Frost— Di«! Hände aus den Taschen. Tief schlucken, die verilucht« Angst da in der Kehle rnnterschlucken. dann wird wohl auch das Aittern aus den Fingern gehen Nicht scheu um sich kucken, das fällt auf, und dann bildet man sich auch ein, daß jeder einen beobachtet. Zehn Schritt noch, dann ist sie ran, die arme--- die reiche Dame. Zlkso nochmal: sofort nachher Straß« runter Richtung Bahnhof, Gleis«... wird schon gehn... wenn nicht, na grtt, immer noch besier. jedenfalls nc Tat, glühende Rebe vor Gericht, gefeiert als tapfer, als Held... Fünf Schritt, fünf altfrauliche Trippelschrittchen. der Pompadour schwingt hin und her, eine bunte Glocke, einen Schritt auf sie zu— Sie stutzt— Einen Sprung, einen Stoß— So ein dünner Schrei, nicht hinhöre», da liegt sie, liegen lasten, om Pompadour reißen, och, da hat man ihn, weg, weg, weg... Er jagt die Straße hinab, fest an sich gepreßt de» Pompadour, dem Bahnhof zu, vorüber am Zeitungskiosk, am Kino, an Passanten, die erstaunt sind. Die freie Hand fühtt in die Hosentasche, da hat er den Revolver, tja, den Gedanken daran hat er vorhin immer zurück- geschoben, nein, er will doch nicht schießen, nur in der höchsten Not, nein, das nicht, das— Was knattert da.. was rauscht denn da... ein Auto... schon? Und der Damm ist nach nicht erreicht... laufen, lausen. nicht überholen lasten, nicht— überholen-- da ist es schon. zwei Männer drin, sicher zwei Männer, raus den Revolver, aber nicht schießen! Ack», fahren die nicht langsamer, natürlich, noch zwanzig Meter bis zum Damm... oer Fmger zittert am Schneesturm In Viktoria, der schönen Stadt in der Provinz Britisch-Kvlimrbio, J liegt an der bezaubernden Küste des Pazifischen Ozeans inmitten I ausgedehnter Garten«in großes Sleinlzaus. Es könnt« nach dem i Aussehen eine Schule oder«ine Bibliothek sein, stt aber in Wirklich- keit«ine Anstatt für Geisteskranke. Ich sollte dort an den Bekannten ein«? Farmers, bei dem ich in der Weizenernte gearbeitet hott«, einen Brief abgebest und wurde bei dem Rundgange mit dem Wärter immer stärker für das Schicksal der Insassen interessiert. Di« Kanadier sind sonst ein kräftige?, gesundes, ausdauerndes Volk. Hier aber leben die bedauernswerten Opfer dieses stürmenden Pioiriergeistes, der ncue Landstriche, Rahstoffgirellen und Wirtschastsbezirke erschließt. Die Mehrzahl der Kranken hier sind in der Einsamkeit des Urwaldes und in dem langen, strengen Winter an sich selbst irre gewordene Kolonisten. Menschen, die mit Freude und Kraft ans Werk gingen, sich eine neue Heimstätte.zu schassen und die von der unerbittlick�en Natur zurückgeschlagen wurden. Wenn Schneegestöber nnd Sturm- wind über die unenÄlichen Ftqche» der Prärie brausen, dann ist der Siedler an seine notdurstig ein�erickstete Blockhütte gebunden. Der nächste Nachbar Sst oft stundenweiPFnfte'ritt und hei" schiimmem Wetter kann man sich kaum über den eigenen Hos zu den Stallungen wagen, ohne Gefahr zu lauien, sich während der paar Schritte zu verirren. Dann spannt der Farmer oit von seinem Wohnhaus zur Scheune ein Seil, an dem er sich enttaiupastet. Nirgends stt das Radio stürmstcher begrüßt worden als hier, und es hat in der Tat viele Hilfe gebracht. Aber oft wird auch das noch zerstört: und wenn damt nur noch der Schneesturm um die Holzwöirde pserst und die Wolfe ganz dicht am Hause ausheulen, dann Übersallt den einsamen Mann leicht di« Schwermut und die Nachbarn, die ihn im Frühjahr auffinden, wenn er oft schon allerlei Unheil angerichtet Hat, müssen ihn dann hier in diese Anstalt bringen. Di« Insassen sind mestt sehr ruhig und zufrieden, nur daß man sie nicht mehr mit anderen Menschen.zusammenkommen lassen darf. „Wenn Sie sich dafür interessieren, laste ich Ihnen, von einem, der schon fast ganz gesi'vdet ist, der ober nicht wieder hinaus in die Oesfenttichkeit mag, seine Geschichte erzählen," zagte mir der Warter, als ich ihn nach den einzelnen ausfragte. Er führte mich in eine sauber und schon eingerichtet« Zelle, in der ein Mann von unbeftinm'- barem Alter, aber mit einem Grestengesicht Schuhe reparierte. Don ihm erfuhr ich eine der vielen, großen Tragödien im weiten, wilden Westen Kanadas: Im Jahre lckZö war er aus Polen mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Nack, dem er einige Jahr« bei einem anderen Farmer gearbeitet hatte, ließ er sich von der Regierung weit oben im Norden, in dem nenerschlostenen Peace-Rioer-Distrikt eine Heimstätte geben. In zwei Jahren hatte er sich schon einen großen Teil urbar gemacht, ein kleines Haus gebaut und hoffte nun mittels neucr, schneller reifender Weszensorten bald eine gewinnbringende Ernte zu erzielen. Um ihn herum war noch Oedland, niedriger Buschwald und nur weit entfernt waren einige andere Farmhauser. Aber«r war froh, hier als sein eigener Herr leben zu können und gedachte nur mit Schrecken an die Zeiten, da er zu Hanse für seinen Groß- grundbesitzer hott« schuften müssen. So kam der Winter lttZg. Plötzlich über Nacht schneite es einen halben Meter, und dann kam die lange Zeit, wo es außer dem Haufe nicht viel zu tun gab und man sich von den Strapazen des Sommers wem gehören die roierionder? Der DIachthunger der Volker, die gebieterische Notwendigkeit, neue Quellen für de» ins Ungeheure angewachsenen Energieverbrauch der Erde zu erschließen, haben auch die öden, unter Schne? und Tis vergrabenen Polarregionen zu heißumstrittenen Objekt«:: der Weltpoiitik gemacht. Spitzbergen wurde schon gleich nach dem Kriege zum norwezisehen Besitz erklart, einige Jahre später auch die nördlich davon gelegen« Insel Jan Mayen Di« Bareninsel, zwischen Spitzbergen und Norwegen gelegen, ist ebenfalls als norwegisches Gebiet zu betrachten, obwohl es dort einen„Russenhasen" gibt. Fast am gleichen Tage wurde die Wrangel-Insel. zwischen Kanada und Sibirien, von Kanada und Rußland in Besitz genommen. Später ließen sich etwa sechzig Russen, Männer und Frauen, auf der Insel nieder, ohne daß Kanada dagegen einschritt. Dafür legte Kanada nach Amundsens Polars ah rt im Mai 1925 seine Hand aus all« Gebiete nördlich von Amerika, auch auf die noch nicht erforschten. Dasselbe tot Rußland mtt den Inseln nördlich von Asien. Am Südpol eroberte Byrd 50(WO Onadrattilometer für die Vereinigten Staat-». England raachie Rechte geltend auf zwei Streifen, die von Iii der Prärie erholen konnte. Im Januar kam ein schrecklicher Schneesturm, so daß niemand aus dem Haufe konnte, und schon singen die Kohlen an. knapp zu werden, als endlich ein strahlender Sonnentag anbrach. Der Farmer spannte die Pferde vor den Kastenschlitten und jagte in die Stadt, um neuen Heizvorrat.zu holen. Er l>ztte kaum die Ort- schoft erreicht, da brach ein neues Unwetter herein. Während die Pferde gefüttert wurden, lud er die Kohlen auf. Doch ehe er ganz fertig war, brauste schon«in fürchterlicher Orkan über die Stadt. Dicke Wolken verdunkelten den vorher itrahlend hellen Tag zur finsteren Nacht, in der man nur für ein paar Meter die Schneeslocken wrge- recht Herumwirbeln sah. Der Farmer spannte trotzdem an und ver- suchte, die Pferde aus dem Stall zu bringen. Aber die Tiere ließen sich nicht zwingen. Sie mußten, daß es unmöglich war, bei solchem Wetter 30 Wetten mit schwerer Lost.zu traben. Fünf Tage hielt der Schneesturm ununterbrochen an, dann erst konnte der Farmer sein mertnolles Gespann nach.Hause sogen lasten.. Sein Kopf war voll dunkler Ahstung, umh-er peistckpe wich aus die Pserde los, die kaum durch den hohen Schnee vorwärtskommen konnten. Als er endlich in. seinem Hause anlangte, bot sich ihm ein Anblick, der sein« schlimmsten Erwariiingeii übertraf. Niemand kam ihm entgegen und ohne weiter ans die Pferde.zu achten, die ihm sonst vor alles andere gingen, stürzte er in die große Wohirfmbe: alle- leer, durch ein aufgerissenes Fenster war der Schne« hereingewirbett.- Schrank. Tisch und Stühle waren verschwunden, der Ofen kalt. Nim bleibt nur noch die klein« Schlafkammer, wo seine Angehörigen sein können. Langsam, naller Angst össnet er die Tür und muß das Schlimmste sehen: die ganze Familie mar erfroren. Die Kinder logen im Bett, über ihnen sämtliche Decken, Kissen und Kleider, und trotzdem waren sie erstarrt, tot. Davor kniete die Mutter, schützend die Anne über die Kleinen gebreitet, doch der eisige Winter ist unerbittlich, kennt keine Schoming. Sie hatten all« Möbel verbrannt, doch dann hatte nicht» mehr die grausame Kälte abwehre» können. Wenn sie eine Axt gehabt hätten, würden sie die Dielen ausgehackt hoben. Aber die lag drüben in der Scheune, und in einem rasenden Schneesturm dorthin zu gelangen, war unmöglich. So mußte langsam die Käst« sie übermannt haben, während sie immer noch aus das Kommen des Vaters hofften, der die rettende Hilfe bringen sollte... Und nun war er zu spat gekommen. Der arme Vater mußte lange dort gesessen haben und während dieser Zeit bat er wohl auch sein Grestenanttitz bekommen, in das ich nun schreckerfüllt schaue, während er mir dieses fürchterliche Schicksal erzahlt. Ein zufällig norbeikomm ender Nachbarssarmer, dem es auffällig vorkam, daß die Pserde mit dem Gespann weit draußen ohne Führer herumliefen. hatte ihn dann aufgefunden. Er hatte sich willig mitnehmen lasten, doch redete er wilde Sachen durchunander und war für keine Arbeit mehr zu gebrauchen. An der Beerdigung hatte er immerwährend gelacht und so brachte man ihn nach Viktoria in die Heilanstalt. Unter sorgfältiger Pflege wurde er bald gehellt, doch er will nie wieder heraus, und jeder neue Anblick der eintönigen Prärie und seiner gleichbleibenden Häuser würde wahrscheinlich die Sache wieder verschlimmern. So bleibt er hier und arbeitet in einem neu gelernten Berus. Di« Schuhe gehen flink durch seine Hand, doch kalt und wesenlos sind di« Augen, die mich anblicke», während ich ihm zum Abschied die Hand drücke. Kar! Mocllcr. der Südspitze Amerikas und von Neusseland bis zum Pol reichen. Dagegen protestiert« Norwegen, da Amundsen der erste Entdecker des Südpols gewesen sei. Außerdem legte es aus Gründen des Walsischfanges Beschlag aus die Bouvet-Insel und die Peter-I.-Insel im Paziiischen Ozean. Zwischen England und Argentinien kam es zum Streit wegen der Süd-Orkneys und der Süd-Gcorgias, zweier Inseln im südlichen Atlantik. Gleichzeitig erneuerte Argenttnien sein« Ansprüche aus die galklandsinseln gegenüber Jeuerland, das die Englander einst gegen Argentiniens Protest annektiert hatten. Soviel Streit um öde Eiswüsten und einsame Inseln? Aber auf Spitzbergen, auf der Bäreninsel, auf Gröirland hat man Kohlen gesunden, und es ist' nicht ausgeschlossen, daß der Boden mcht nur dieses, sondern auch der übrigen Polargebiet« noch andere, wertvolle Schatze birgt. Daneben spielen die Fischsanginteresten knie gewiss« Rolle. Schließlich darf man incht vergessen: die Verwirklichung der großen Pläne einer Luswerbindung zwischen Europa und Amerika über den Rordpvl liegt in nicht gar so weiter Ferne. Das ist nicht der letzte Grund zu dem allgemeinen Wettrennen aus die Polar» gebiete. flcxclze aus ccllez? Weif Volk und. flundfunk Man braucht es ctgmlich nicht mehr zu jagen, dub der Hunb- junt eins der wichtigsten Kulturfattoren des 2V. Inhrhurrderts ist. Die Schar der europäischen Rundfunkteilnehmer zäl)lt heule viele, viele Millionen. Der wahr« Rundfunkteilnehmer gehört in allen Ländern den breiten Voltsschichten an. In Deutschland sind 58 Proz. der Rundsunkteilnehmer Zlrbeiter, Angestellte und Beamte. Das schönste am Rundfunk ist seine InterNationalität. Seine geistigoerbindendc Äraft geht über alle Grenzen. Der Rundfunk in der Hand friedensbewußter Elemente kann zum wichtigsten Instm- ment der Volksverständigung werden. Das schönste der Kultur und Kunst der Völker tönt im Aetlzer. Millionen über ganz Europa sitzen an kleinen Ruirdfunkappa- raten, abends nach schwerer Tagesarbeit, vergessen sie ihr« Umgebung, in ihr Zimmer dringt Musik, gespielt von den besten der Nationen. Sie sühjcn die Verbundenheit der Well, weim London, Poris, Berlin, Kopenhagen in ihr Zimmer dringen. Das sind die Menschen, für die der Rundfunk alles ist! Vom Munde sparen stc, um sich«in Gerät zu kaufen. Ihr Traum ist Zernempsang. Wenigstens mit dem Ohr in die Ferne schweifen. Und groß ist dann der Jubel, wenn aus dem billigen Radioapparat die Zigeunergeigen aus Budapest aufjauörzen. Deshalb freut man sich, wenn man nach einer privaten Statistik hört daß der Prozentsatz dar Röhrenempfönger jetzt unter der werk- tätigen Beoätkerung immer mehr steigt. Wenn die europäischen Sander weiter so verstärkt werden, dann ist zu hoffen, daß die Ar- beiterschaft am Femsmpfang immer mehr wird teilnehmen können. Das ist schon heute der Fall. Möge man erkennen, daß auch der Rmrdsilnkempfänger kein Luxus ist und gerade im. Besitze Werktätiger fein soll. Die Radioindustrie muß auch m Deutschland mit chren wohn- smnig hohen Preisen herunter. Wenn man die amerikanischen Preise mit den deutschen vergleicht, dann erkemrt man erst die große Teue- ning in Deutschland. Es ist Zeit, daß man erkennt, wo der wahre Rundfunkhörer auch für den Fernempfang, ist, er gehört den Werk- tötigen an!. dl.(l. Omateur als Hettcv Nachstehend sei das wahre Erlebnis eines dänischen Genossen, der Äürzmellenamateur ist, erzähll. Ingcmeur P. in Kopenhagen hatte sich für wenig Geld einen 5Ü-Watt-Kurzwelle»lend«r gebaut. Mit diesem kleinen Sender hatte er schon fabelhafte Rssultate erziell. Er stand im Wechseloertehr mit der ganzen Welt. Allabendlich unterhiell er sich mit Amateuren bis nach Neufeelaird. Sein Sender war auch für Telephonie gebaut. Eines Abends liorte Ingenieur P. ichwache Rufzeichen sin Kopfhörer.„CQ... CQ tan alle) hier Sender IXY CQ... CQ... d.Of)... CQ... CQ... CQ..." Ingenieur P. fuhr auf? Da rief ein italienischer Amateur um Hilfe. 808 von einem Land- jcnder! Es mußte fchlunm fein, wenn«in Amateur dieses heiligste Funkzeichen der See in den Aetizer hmausfunkte! Ingenieur P. schallet« feinen Sender auf die Welle des italienischen Kollegen ein. . Hallo, Hallo, hier Zllnateursonder OZ... und dann begann Ingenieur P. in englisch wellerzuftlnke-n...„Sender IXY was ist los.... kenn ich helfen Schwach kam die Antwort.-- .Hier IXY Amateur in einem Dorf drei Stunden östlich von Rom. Unser Dorf M>o ist in Flammen... Telephon abgebrochen. Ich versuche Rom zu erreichen, Rom antwortet nicht, helfen Sie uns. Ilelp ns!� Ingenieur P. sprang auf. Konnte er helfen? Wenn ja, dann nur per Radio! Er wollte versuchen, einen Amateurseirder zu be- kommen, der in Rom war! Er riß an den Spulen des Senders. Klagend summte es noch einmal.„CQ... CQ... Helfen Sie uns." Jetzt begann Ingenieur P. seinen Ruf in den Acthcr zu senden. Hallo, Amateur XI Rom höre mich!" So rief P. Keine Antwort. Kalter Schweiß perlte aus seiner Stirn. Gestern sprach er noch stundenlang mit Rom und gerade heute keine Antwort! Immer wieder funkte er.„Xl Rom höre mich.. Als Antwort tönt« das Prasseln der atmosphärischen Störungen. P. klang es wie das Knocken von Häuserballen ün Feuer... 5 Minuten, 10 Minuten... immer noch rief er. Zitternd schlugen die Finger aus die Taste, und da geschah auf einmal das technische Wunder. Was den? Amateur bei Rom nicht gelang, glückte P- in Kopenhagen: er faßt« Ron,! Erst klang es leise, wurde dann immer lauter: „Hier Amateursender XI Rom, riefen Sie mich?" „Ja hier OZ Kopenhagen... eben Nachricht ausgefangen. Dorf M— o bei Rom in Flammen, helfen Sie... Eile"— Der römische Amateur wiederholte. Das Dörfchen M— o lag ganz abseits, die Hilfe kam aber recht- Zeitig. Das Halbs Dorf wurde gerettet. Die Beiern erfuhren, daß ein Radiobastler von Skandinavien aus auf eine 15-Kilometer- Entfernung sie vor den Flammen redete. 'Ruf" und f*ausezeiclien Dcr� Hörer, der im Aether Europas noch ein Neuling ist, hört oft Musik oder Sprachen im Lautsprecher oder Kopfhörer, ohne zu wissen, welcher Sender in Frage kommt. Man kann natürlich sofort erkennen, ob italienisch oder polnisch gesprochen wird, aber Polnisch und Tschechisch oder Iialienisch und Spanisch ist schon schwerer zu unterscheiden. Im Aether hört man alle Sptachctt des Böllerbundes, und die Wellen liegen oft so nahe beieinander, daß das Erkennen eines Senders noch feinem Land« manchmal recht schwer sein kann. Doshalb haben viele europäische Sender so charakteristische Pausezeichen gewähll, daß man sie schon nach diesen erkennen kann. Nicht überall schlägt ein einfacher Wecker wie in Berlin als Pausezeichen. Sogar die deutschen Sender haben zum Teil recht melodische Pausszeichen. Wer kennt nicht die„Glocken vom Rhein", das Pausezeichen Langenbergs? Oder das melodische Tuten Mühl. ockers? Hamburg dagegen sendet in der Pause Morsezeichen— vier Punkts Punlljtrich, Ha,—. Sa auch Warschau: Morsezeiche,,\V Punkt Strich Strich—. Vom Pariser Eifellurm tönt eine Trompete. Bon Oslo hört man als Pausezeichen«in norwegisches Lied. Kalunddorg sendet nar und noch dem Abendprogiarmn das Glockenspiel der Rothausuhr Kops:*. Hagens. Brüssel und Genf pfsisen vor dem P-'Pgramm einig« Mmu. ten. E« scheint, als riefen sie ihre Hörer zusammen. Budapest hat eine herrliche Spieluhr. Kuckuck, Kuckuck! hört man aus einer Welle rufen, da» sst das Pausezeichen des sngoslowischcn Senders Laibach. Eine Nachtigall schmettert ihr Lied! Das ist das Pausezeickie» Mailands und Turins In Neapel töul ein« Flörenmelodie. Posen hat ti» militärisches AromxetenstHkVÜ. Grenoble jadell während der Pause! Das wären so die inier- essantesten Pausezeichen Europas. Der geübte Hörer erkennt dann später schon an der Einstellung des Kondensators, verglichen mit einer Vellentabelle, den Sender. Auch kann man am Ton der Sprecher ihr Land erkennen, ohne selbst die Sprache zu verstehen. Die Temperamente des ganzen Kontingents kann man bei den Rufzeichen der europäischen Sender beobachten. So findet jeder Hörer an jedem Sender etwas Besonderes und erkennt daran das Land. Mit der Zell erkennt man dann schon die Sprecher an der Stimme und begrüßt sie wie gute Freunde.—«s. VPte hörten... Zwischen dem polnischen und dem litauischen Rundfunk tobt ein heißer' Kamps inn die Beeinflussung der GrenzbeoöUerung. Es geht so weit, daß die Sprech« von Wilna und Kowno sich gegen- soitig Schimpfwort« durch den Aether zuschreien! Vorige Woche hörte man ganze Schimpfkanonaden aus den Wellen Wilnas und Kownos. In der Sowjetunion wird die Musik immer mehr pal irisiert. Es ist kein Witz, man hört tatsächlich vom Moskauer Rundfunksender folgende Ansage:.Sie hören jetzt Mojart, typischer Vertreter der Klembourgeoisie in der Kunst!" So wird jeder große Komponist charakterisiert. Man hörte aus Malland und Kopenhagen an einem Abend zur selben Stunde die Oper„AidtX.«s mar ehr Wetibewerb d« Kunst. Der Hörer konnte hören, wie verschieden dasselbe Werk klingen kairn. Während einer Konzertübertragung aus London hörte man aus oimnal«neu mächtigen Beifallssturm. Trotz des englischen Tem peraments schrie dos Publikum Zehn Minuten lang Hurra. Vom Sprecher am Mikrophon bekam der Hörer die Erklärung: Mae- donald hatte den Saal betreten! Der Eissel turmsend« in Paris sandte.Dreyfus". Höchste knnst- lerischo Vollendung und ohne Krach der nationalen Horden! In.Holland besteist ein großer Arbeiterradioverein(VARA). Das Programm des Senders Hlloerfmn(Welle 1875) wird meistens von dielem sozialistischen Radiooerband organisiert. Eine schöne internationale Rundfunksitte besteht darin, an einem Abend durch alle europäischen Sender die Literatur und Musik eines Volkes zu ehren. So lernt der Hörer das Land durch den Rund- funk kennen. Am Mittwoch sandte beinah« ganz Europa däwsche Kunstwerke. Wie groß die Not in aller Well ist. kann man auch im Aether lstiren. In beinahe allen Sprachen Europas hört man durch die Wellen Rufe zur Hilfe für die hungernden Arbeitslosen. Ein ehemall gcr hoher englischer Offizier sprach im Londoner Schulfunk zur Jugend über den Krieg. Seine Rede war ein Muster pazisistischer Gesinnung! In USA. besteht eine große Arbellerradiosenderorganffation. Dieser Verband hat jetzt«mm eigenen großen Rundfunksender er- warben. Große Auiregung entstand dadurch bei den Reklmnesendcrir Amerikas. Die kapitalistischen Gesellschaften fordern jetzt ein Verbot dieses sozialistischen Senders. Während jede Sekt« ihren eigenen Rundfunk besitzt, soll es den Arbeitern nicht gestattet sein, einer eigenen Welle zu lauschen! Jakob VPassevmann: Wie wird ein Siebzehnjähriger, der um Gerechtigkeit, um die Idee der Gerechtigkell aus innerem Trieb kämpft, die Einsicht er- tragen, daß die Ibscnsche Forderung„'Alles oder Nichts" in der Wirklichkeit unmöglich zu stellen ist? Etzel Andergast, der Sohn des Staatsanwalts, trat im„Fall Maurizius" für die Unschuld eines zu lebenslänglichem Zuchthaus Verurteilten ein, häufte Beweise auf Beweise, scheute keine Mühe, bis es gelang, was er sich vorgenommen hall«. Steht er nun leer und ausgebrannt nach dieser Tat da? Was soll ihm jetzt die Welt? Mit diesen Fragen schloß der Roman„Der Fall Maurizius". Die nächsten drei Jahre dieses Lebens umreißt Wassermann in dem neuen Buch„E tz e l A n d e r g a st"(S. Fischer-Lcrlag). Die Tat Etzels war ein Symptom für die Stärk« seiner Energie, für die Fähigkeit, seine Kraft aufs Aeußerste zu konzentrieren, und eine solche Kraft geht nicht verloren, sie kann höchstens zersplittern. Das ererbte Vermögen schützt Etzel davor, einen Beruf zu ergreifen, der seiner Veranlagung nicht liegt, er stürzt sich mit derselben Vehemenz, die ihn beim Fall Maurizius auszeichnete, auf die geistige Eroberung der Well. Ihn beseelt der Wunsch, zum Kern der Erscheinungen zu gelangen, die verschiedenen Spielarten der Gattung Mensch zu er- gründen, sich ein Wellbild zu schaffen, in dem die einzelnen Elemente eine Einheit bilden, und sich sozial der Gesellschaft einzugliedern. Aber die Erscheinungen sind zu viel, zu mannigfaltig. Etzel steht vor dem Nichts, und in diesem Augenblick trifft er Dr. Josef Kerkhoven. Er überschrellet den Wendekreis. Immer wieder variiert Wag ermann von seinen. frühesten Romanen wie„Die Juden von Zirndorf" an das Mono des Wende- kreises im msnschlichen Leben. Es ist das Grundthema seines Werkes. Erwcckung, Erschütterung kann man dafür setzen. Kerkhoven, be- rühmter Berliner Arzt und Professor, war vorher ein kleiner Doktor in einer süddeutschen Universitätsstadt, bei einigen geschätzt wegen seiner Diagnosen und der merkwürdig suggestiven Art der Kranken- behandlung, ein verschüchterter und unsicherer Mensch der Welt gegen- über, in sich wie ein Igel zusammengerollt, die Stacheln nach außen gekehrt. Aber als noch die Möglichkell einer Lösung aus dem inneren Krampf besteht, begegnet er Irlcn, dem Wissenden, dem die Menschen Erkennenden, dem welterfahrenen Mami, der todkrank aus den Tropen zurückkehrt und der ihn zur Erkenntnis seiner Kräfte führt. Und jetzt ist Kerkhoven seinerseits in der Lage, klärend auf Etzel zu wirken. Der Mensch ist kein festgefügtes Gebilde. Vieles muß er in sich unterdrücken, an vieles in ihm Ruhende wagt er nicht zu glauben, bis ihn ein Ereignis, ein Mensch durch und durch erschüttert, ihn umwirft und verändert, und diese Veränderung befreit Kräfte, deren Existenz unbekannt war. Das ist der Wendekreis.> Individualllät wirll auf Individualität, Einmaliges aus Einmaliges. Kerkhoven sucht im Kranken nicht den Typ, der unter einer typischen Kronkheu leidet, sondern die eigenwillige, individuelle Per- svnlichkeit, deren Organismus auf einzigartige Weise angegrifsen worden ist.„Etzel Andergast" ist ein Bildungsroman der bürgerlichen Individualllät, mögen sich auch die Darstcllungsiormen geändert haben. Der fast dramatisch zugespitzte Kampf wird zwischen Per- sönlichkellen geführt, die um ihre Einzigartigkeit wissen. Erst dann kommt die Frag«, wie fügt man sich in einen Rahmen, oder welcher Rahmen soll gewähll werden. Die Idee tritt zurück, und sie tritt auch bei der bürgerlichen Jugend zurück. Diese steht nicht im Dienst einer Idee, sie sucht vielmehr«ine Idee, die sich der zersönlichen Eigenart am meisten nähert und kommt schließlich wie Etzel zu einem Verzicht. Der Roman wirkt wie ein Dokument von der Krise des Individualismus. Wassernrann gestattet nicht'Mensch und Umwelt, oder den Menschen als Exponenten seiner Zell, sondern er zeigt die Welt durch die Persönlichkeiten, gewissermaßen■ in ihrer Interpretation, aus ihrer Perspektive heraus. Probleme der Zeit kristallisieren sich in den Individuallläten, werden diskutiert, bekämpft oder leiden-' schaftlch durchlebt. So wird„Etzel Andergast" zu einem Zellroman, der die Fragen der Gegenwart von dem Standpunkt eines kulli- vierten, fortschrittlichen Individualismus behandelt, geformt von einem starken Gestatter von einem schöpferischen Willen, der die Totalität des Menschen erfassen möchte. Etzel, der Kämpfer im „Maurizius". dann der Erkennen Lernende, der Mensch suggestiven Willens steht jetzt vor der Entscheidung über sein Verhältnis zur sozialen Welt. Damll endet das Buch.?ellx Scherret. FÜR DEN KLEINGÄRTNER Anzucht von Frühkohlrabi Das Erscheinen d«p jungen Kohlrabi aus dem Speisezettel kündigt di« Wiederkehr der nährenden Gemüse an. Troibsolat und Radieschen sind lehr wertvoll für den Orgamsnws, aber nicht sehr sättigend. Der Preis für di« im Wornibeet gezogenen Kohlrabi ist natürlich ein entsprechend hoher. Wir begnügen uns aber mll der Anzucht im kalten oder lauwarmen Kasten, wobei aller- dings.zu bedenken ist, daß der Kasten vollkommen dicht schließt und reichlich mll Sttohdecken bedeckt werden kann, falls solche kalten Märznächte wie die letzten mir rniirns 10 Grad sich einstellen. Man wählt die jungen Pflänzlinge am besten beim Gärtner aus, wobei rngn darauf achten soll, daß dieser die Sämlinge mcht zu dicht ge- setzt hat, da ein zu dichtes Säen das„Schieß«'." hervorruft. Die jungen Pflanzen pftanzt man im Kaste» 20 bis 25 Zentinreter weit. Für die Anzucht im Freien beachte man, daß 10 Gramm Samen 2000 Stück ergeben. Man kann also berechnen, wieviel Samen man gebraucht und eventuell übrigbleibenden Samen für di« Folgesaaten ausheben. Die jungen Pflanzen sind sehr empfindlich gegen Frost, der ein Insamenschießen bewirkt. Das Platzen der Kohlrabi erfolgt, wenn den Pflanzen nach langer Trockenheit zu viel Wasser gegeben wird. Für den Hausgebrauch sind diese„Schießer" und„Platzer" noch zu gebrauchen, die Hanssrauen auf dem Markt lehnen diese jedoch ab. Als Frühj orten kommen in Frage weiße und blaue Er- furtep Dreienbruimen und Dvorfkys weißer Prager. Mittelfrühe Sorten sind weißer und blauer Delikateß und englische weiße und blaue. haus- und Gartenausstellung In erfreulicher Weis« mehren sich in den Vororten Berlins di« Ausstellungen, welch« für Eigenheim und Wochenende werdend wir- ten wollen. Rangsdors ging im Herbst 1080 mll der Ausstellung „Drei TageSicdler" voran, ihm folgt setzt Königswust er- h auf c n• 31 e u e'Mühle, wo vom 14. bis 22. März di« Ausstellung Haus und Garten" zu sehen sein wnld. Da der Gin- tritt frei ist. so dürft« die Ausstellung reichen Zuspruch haben und ihren Zweck, für das Wohnen in der freien Natur Propaganda zu machen, sicher erfüllen. Eine neue Bodenbelagkultur Verfchiedentllch an uns gelangte Anfragen über Natronagdeckung des Bodens haben gezeigt, daß in den Kreisen der Laubenkolonistea und Kleingärtner Interesse für dies« neue Kullnrart besteht. Ist es doch auch cin idealer Zuflond, sich nicht mit dem Unkraut herum- plagen zu müssen und dabei noch vollkommenere Früchte zu ernten, j Istzt jffll de? Na�onogdsckung eine Konstnerenz betoenme» durch de«! Dra win-Bodenbelag, der von der Drawin-G. nr. b. H. in München ver trieben wird. Ihrer Ankündigung ist zu entnehmen. daß der Drawin-Bodenbclaz scll Iahren ausprobiert worden ist. Es war« zu wünschen, daß die„glänzende Begutachtung" erstcer Fach- le.uii näher bekannt wird. An und für sich erscheint der Belag als geeignet,„ideale Lebensbedingungen für die Pflanzen" zu schaffen. Der Belag besteht aus einem F a f« r g e w i r r, ist zum Schutz« gegen Fäulnis und zur Förderung der Booentemperatur pflanzsnunschöd- lich imprägniert und hat ein« Lebensdauer von 5 bis 6 Jahren. Die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit Ist stark behindert und Regen- sälle kommen dem Boden und damll den Pflanzen zugute: anderer feit? kann der Boden durch starke Regengüsse nicht verschlammen und später verkrusten. Dar Belag läßt dem Sauerstoff der Lust Zn- tritt. Selbst das Licht wird nickst abgeschlossen. Der Belag ist be- gehbar, ohne Schaden zu nehmen. Mll Drawin-Br.denbclag ab- geoeckte Kulturböden bleiben von Durchschnittsspatfrösten verschont. Sollten sich diese Vorteile alle bewahrheiten, so dürste der Drowin- Bodenbelag zweckentspnechend sein. Wie sollen Beerenobststräucher geliefert werden So wie für die Obstbäume hoben die deutschen Baumschulen auch für das Beerenobst Normalmaße und Oualitätsbezeichnungcn veröffentlicht. Sie kennenzulernen liegt im Interesse Des Kleingärtners. Für Johannisbeerbüsche(rote Holländer, rote Kirsch- und schwarze Sorten) gill sagendes: es sollen verpslaoste zwei, obre mehrjährige Büsch« mit starken, entsprechend langen einjährigen Trieben fein. Sortiert wirb nach Triebzahl, 3 bis 3, 5 bis 8, 8 bis 12 Triebe. Weniger stark wachsende Sorten Z bis 5. 5 bis 8 Triebe. Stachelbeerbüsche müssen mindestens zwerjäftige verpflanz!« kräftige Sträucher in der Sortierung von 3 bis 5, 5 bis 3 Trieben fein. Die Sträucher müssen mehltansrei fein. Beerenobsthoch- st ä m m«(sowohl Johannisbeeren wie auch Stachelbeeren) sollen 110 bis 130 Zentimeter hoch fein, Milteistämme 60 bis 80 Zentimeter. Die Stämme müssen korrekt gezogen, gemigend stark, frei von Fehlern und stark bewurzelt sein. Die einjährigen Kronen müssen mmdestens droi träitig entwickelte Triebe haben, zweijährige Kronen mindestens fünf Triebe. Die Veredelungsstelle muß gut verwachsen fem.— Himbeeren müssen gut bewurzell sein und sind in trös- ttgen einjährigen Ruten etwa 1 Meter lang zu liefern. Di« Pslan- zen müssen frei von der Rillenkronkheit sein. Erdbeeren sind in kräftigen pikierten Pflanzen zu liefern. Andernfalls Ist anzugeben, daß es unpitiert«, sogenannt« Ausläufer sind. Bei Beerenobst läuft die Gewähr für Sortenecht- heit nur bis zum Ablauf des zweiten Jahres vom Tage der Lieferung ab, und für die Sortenechthkit der Nachzucht wird keine Gewähr übernommen. Heute abend gehts los Um 10 Uhr Start des Sechstagerennens Üomge genug hat es gedauert, che die Manager des Sport- Palastes darangingen,, brockenweise die Naiueit der im I u b l- läunissechstazercniten startenden Fahrer bekanntzugeben. '.'tamen tauchten auf und verschwanden� mögliche und unmögliche Verbindungen wurden laut, und soweit die geplanten unmöglichen Rennfahrerehen in Frage, kamen, gab es große Proteste. Dann wieder Ersuchen der Sportpalastleitung,„auf keinen Fall Mißstimmung zwischen den Fahrern aufkommen zu lassen", d. h. bewährte Verbindungen nicht zu trennen. Also bleiben Schön und Pijnenbrlrg, Goebcl und Dinole zusaminen und auch Tietz wird an der Seite seines Partners von den Breslauer„s!x days" her, Thollembeek, fahren dürfen. Auch ein Erfolg des Protestes, dem nachgegeben zu haben, nicht zum Schaden der Veranstalter gereichen wirb, chier die Liste der Fahrer, die am 2 5. Berliner Sechs- lagerennen teilnehmen: C h m c r(Berlin)— van Kempen(Hallaich), Tietz(Berlin)— Thollembeek(Belgien), Schön(Fronksurt)— Pijnenburg(Holland), <Ä o e b e l(Dortmund)— Dinale(Italien), van Hevel— van Buggenhout(Belgien), Fandet— Morcillac(Frankreich), Boucheron(Frankreich)— B. Wolke(Berlin). R i e g« r(Breslau)— M aczynfki(Berlin). Bausch— Hürtgen(Köln), Preuh— R e j ig« r(Bpeslau), Krokl— Mieth'e(Berlin), Krüger— Funda(Berlin). Dorn— Lehmann(Berlin), M a n t h e y— Nickel(Berlin). Die Mehrzahl der Akteur« ist bekaimi, neu für Berlin sind lediglich der Belgier van Buggenhout, der Weggenosse van Hevels, und der Franzose Boucheron, der Bruno Wolke zum Partner erhält. Beide sind im Auslande bekannt. Besonders Buggcnhouts Können soll nicht zu unterschätzen sein. Wer in dieser Fahrt„mint oder ganz vorn" enden wird? Di: neue Bahn, die schnelle»nd dock) schwere, wie sie allgemein be- zeichnet wird, dürfte mit dazu beitragen, daß nKmcher gut gemeinte Tip einfach über den Haufen geworfen wird. Die Favoriten, die wir mit Schön-Pijnenbiirg. Ehmcr-von Kempen, Rieger-Maeziinski, Tietz-Thollembeek und mich vielleicht mit Kroll-Micthe nennen, dürften untereinander ein wochsauies Auge in der Beobachtung einzelner Rcnnphascn haben und darüber hinaus aufmerken auf das Tun Goebel-Dinaies, Krüger-Fundas und nicht zu vergessen auf das, was von Naufch-Hürtgen kommen kann. RauschrHürtgen, schön und rund ausgeruht, beliebten zwar am Eröftnunzstag nichts zu zeigen, sollten aber stark getippt bleiben. Die arideren: Fandet- Marcillac, von 5)«vel-van Buggenhout, Preutz-Resißer, Dorn-Leh- mann und Nickel-Manthey. bleiben wohl unter sick», um dann und wann noch vorn zu gehen, wenn Favoriten-Teains zu erlahmen drohen. Da iwerde» schließlich Faiidct-Marcillac uud P�euß-Resigcr stets mit von der Partie fein und alles das erobern, wqs zu erobern ist. Wie denn auch Manthep lein Kind von Traurigst ist. Sein Partner Nickel wird sich zusammennehmen müssen, die plötzlichen Vorstöße„Krümelkarls" tatkräftig zu unterstützen. Wissel darf in dieser Jubiläumsfahrt a u f der Koje feines Freundes Lehmann fitzen: er tut diesmal nicht mit. An feiner Stelle fährt Dorn, der stn „22. Berliner" dank der glänzenden Fahrweise Maczynskis Mitneger wurde. Neue W ertun gs einlcil uug Im Gegensatz zu früheren Sechstagerennen find für das „25. Berliner" jetzt fünf Wertungsgruppen zu je sechs Spurts vorgesehen. Man tfi der Ansicht, daß zehn hintereinander aus- zufahrende Spurts die Fahrer zu sehr ermüden, und hat gleichzeitig I durch die Kürzung der Spurts die Möglichkeit gefunden, eine . fünfte Wertung einzulegen. Diele wird nun um i Uhr früh ! zum Austrag gebracht, so daß„später" eintreffende Belucher Aus- ; ficht haben, die sich bei diesen Wqrtungsspurts eventuell entwickelnden ■ Jagden zu sehen. Die Wertungen finden statt: Ist Uhr abends, ; 2 und 4 Uhr nachts. 2K und i'A Uhr nachmittags. Auch.zur Frage der kamp'losen Rundengewinne ist Stellung genommen. Man will olles tun, um dem Unfug des kampflosen Rundengewinns Einhalt zu gebieten. Dahingehende Be- ststmnungen sollen ausgearbeitet fein. Hoffen wir, daß sie die rich- tig« Anwendung finden. Eine besondere Ehrung für die Kämpen aus der längst «ntfchnnnrdenen Glanzzeit des deulchen Berufsradsports will die Sportpalastleitung vor Beginn der langen Fahrt nornehmen. Dabei werden die Teilnehmer des ersten bzw. des zweiten Berliner Sechs- tagercnnens, u. a. die Weltmeister Willi A r e n d und Wolter R ü t t, Europameister Arthur S t e l l b r i n k, Eugen Stabe, Otto P a w t e, Fritz H o f s in a n n. Will! T e ch in e r, Kart Rudel und Willl T a d c w a l d eine Ehrenrunde auf dem „Teppich" fahren. Endlich fei auch noch mitgeteilt, daß die Eislauf- Welstneifterin Sonja Herne um 10 Uhr den Startschuß zu den„six ckays* abgibt. Und dann geht's las!— tr. Sport am Sonntag Der Arbeiter-Schwimmverein Hellas veranstaltet am Sonntag ein kreisoffenes Schwimmfest im Siadtbad Weddmg, Gerichtstraße 65/69. Das Programm zeigt überwiegend Mannschostskämpfc, 450 Schw immevnmen und Schwimmer sind daran beteiligt. Einig« der Stafetten gelangen erstmalig zur Aus- irogung. Die FrSchwGr.-Berlin starten nur mit Vereins mann, schaften, was den Weitkämpfen ein« besondere Schärfe gibt. Ist der Krovlstafctte 10 X 100 Meter und der Lagenstafette 8 X 100 Meier werden sich Hellas und Gr.-Bcrlin einen spannenden Kampf liefern, nur der letzte Schwimmer dürfte erst die Entscheidung bringen. Auch die kombinierte Mannschaft Freiheit-Wannsee wird sich nicht leicht schlagen lassen. Völlig offen sind die Stafetten der Jugend und weiblichen Miiglieder, die sehr gut besetzt sind. Das Hauptspringen sieht wieder die beste Berliner Klasse aus dem Brett. Der Springernachwuchs des Vereins zeigt sich in einem Äürspringen. Ausgestillt wird das Programm von Vorführungen der Kinder und Jugendlichem. Auf volkstümlichem Gebiete wird ein Paddelreigen und ein Figurenliegen dos Fest verschönen. Im Wasserballspiel trifft bei der Jugend Hellas auf Freiheit und bei den Männern Hellas I auf den Bunde smeister Charlottenburg. Zwei sehr interessante Be- gegmmgen. Alle Sportler, Part«!- und Gewerkschaftsmitglieder sind herzlichst eingeladen. Begnm 15 Uhr. Eintritt 60 Pf. einschl. Programm, Kinder und Erwerbslose die Hälfte. Zu dem Endkampf um die Ringer-Kreismeister- schaft der L-Klasse starten in der Uebuirgshalle des Sport- kiub Att-Wedding. Utr echter Straße 30/31, am Somuagvormistag. 10 Uhr, die beiden Tabellenersten Luckenwalde und All-Wedding. Es sind besonders die ersten Kämpf« zu erwarten. Alt-Wedding hieß der vorjährige Meister. 3tn Rohmen der Märzfeier der Freien Turnrrschast Groß. Berlin im Lehrervereinshaus am 15. März wird die von dem Ge- schäftsführsr de? Zentralkommiffion für Arbeitersport und Körper- pflege Friß Wildung gedichtete und von Roseben, dÄrguio vertonte �lrbeiter-Sport-Internationale" zum ersten Male in Orchesterbesetzung der Oeffentlichkest zu Äe!)ör gckrackst. Das FTBG.-Musikkorps übernimmt auch die musikalische Umrahmung des Programms, das einen proleMrffch-streiheitlichen Charakter tragen wird. Es enthält u. a. die Mstwirkung von Martha John, Rezita- iionen. mid neue Darbietungen des Ebert-Manz-Ouartetts. Karten ä 1 M. sind bei den Funktionären, in der Geschäftsstelle des Vereins, Berlin NO 18, Lichtenberger Straße 3, Tel. Kgstd. 8656 und an der Abendkasse zu haben. Die allwöchentlichen Serienspiele zur Ermittlung des Wasferballtretsmeisters bringen am Sonnabend. 21 X Uhr, im Lumchad in Halensee, Union und Möwe zufammest. Union müßte aus Grund der größeren Spielerfahrung knapp sieg- reich blaibett, doch ist«s nicht ausgeschlossen,- daß sich Möwes Uaber- legenheit tm Schwimmen entscheidend für das Spielende auswirkt. Anläßllch der Wiederkehr seines Gründungstages veranstallet der Sportverein Moabit am Sonntag im Lokal Tiergarten- Hof, Berliner Str. 1. am Bahnhof Tiergarten, eine Gründungs- fei er. Der Junge Chor, die Kreisriegc haben ihre Mitwirkung zugesagt. Gegenwartsbilder aus dem sportlichen, turnerischen und gymnastischen Leben der Arbeitersportler füllen das Programm. Der Sportverein Moabit ladet alle Parte!- und Gewerkschaftsmitglieder zu dieser Feier«in. Festbeitrag einschließlich Tanz 1 M. Arbeits? lose gegen Ausweis an der Kasse 50 Pf. Solidarität Hütt sein Qu« rse lde in s ah re n am Sonn- tag bei Schönertind« ab. Sammelstart früh 7 Uhr, Äönigstor in Berlin, um 9 Uhr Restaurant Schützenhaus In Schönerlinde. Der Gau Berlin des Arbeiter-Keglerbundes beginnt sein Bezirksriegenkegeln morgen, Sonntag, 14 Uhr, im Keglerheim Sawade, Spandau, Schönwalder Straße 98/99. Am Sonntag, 10 Uhr vormittags, wird in der Freien Ar- beiier Schach-Dereinigung die 7. Runde der CssSmppe gespielt. Es spielen folgende Abteilungen: Friedrichshain 2 gegen Osten: bei Albrecht, Straßmannstraße 42: Treptow 2 gegen Garten- platz: bei Döhliug, Elsenstraße 100. Das Mannschaftsturnier der U-Gruppe ist mit folgenden Resultaten beendet: Sieger wurde die Abteilung Lichtenberg mit 59stz Punkten; 2. Humboldthain, 45 P. Diese beiden Abteilungen sieigen zur R-Gruppe auf. 3. Moabit, 43� Punkte: 4. Friedrichsfeld«. 32 Punkte; 5. Grünau-Falkenberg, &VÄ Punkte; 6. Mitte 2, 25 Punkte; 7. Pankow. 22% Punkt«; 8. Prenzlauer Berg, 18 Punkte. Die beiden letztgenannten Ab- teilungen steig« zur E-Gruppe ab. Mittwoch, 18. März, 20% Uhr, findet bei Ewald, Skalitzer Straße 126, eine Spielleitersitzung statt. Di« diesjährig« Gründungsfeier für die nn Ortsteil Britz gelegenen Abrellungen des Arbestersportverems„Volkssport Neukölln" findet Sonnabend. 14. März, in Beckers Geselljchoftshaus. Britz, Chausseeftr. 97. statt. Bei einem bunten Festobend, bei guter Musik werden die Neukölln-Britzer Volkssportler mit Partei- und Gewerkschastsfrcunden Stunden des Frohsinns und der Geselligkeit verleben.— Beginn 20.30 Ulir. Das erste Schauturnen des Berliner Blinden- sportvereins von 1928 findet morgen. Sonntag 10% Uhr, in der Turnhalle des Kötrigstädtischen Gymnasiums, CFlisabeth- straß« 57, statt. Die Bereinigung Deutscher Motor-Rennfahrer(ADAC.) bringt am Somnog ihre alljährliche Gefchicklichkeitsfohrt in den Havel- bergen be! Schildhorn zum Austrag. Unter den 34 Startern befinden sich so gute Fahrer wie Elsner, Ryll, Gcsfers, B!nder-Saam, Herssch, Klett usw., so daß man mich diesmal ein interessantes Rennen er? warten kann. Bessclmann besiegt Lauer Vor völlig ausoerkauftem Hause bot der Berliner Spich ernring mit seiner 104. Veranstaltung ein Programm, das die vielen Zuschauer vollauf befriedigte. Der famose Kölner Mittelgewichller Joses B e s s e l m a n n demoustrierte seine groß« lschlagtraft und sein gutes baxcrisches Können an dem Saarbrücksr Otto Lauer. Schon in der ersten Runde schwer angeschlagen. mußte Lauer in der zweiten mehrmals zu Boden, ober inst be- wundernswürdiger Tapferkeit hielt er bis über die acht Runden aus. »m schließlich seinem Gegner m,r einen, wenn auch haushohen. Punktsieg zu überlassen. Der Brcslauer Hattsschwcrgcwichtler Josef Eichas wurde im Qualifikationskampf schon in der zweiten Runde mit Hans Gamm- Wismar fertig. Bei dem neuen Berliner Schwergewichtler Arno K ö l b l i n sah man recht gute Anlagen, aber sein Gegner Hans Bischofs- Dortmund rettete sich vermöge seiner größeren Ringpraxis über die Runden und unterlag nur nach Punkten. Die gleiche Entscheidung crhiell Willi Allmeroth- Kassel über Kurt A u st- Berlin, während die beiden Berliner Mistel- gewichtler A n k l a m und Vogel sich noch langweiligem Kampfe unentschieden trenntest. Der nach st e Kampfabend des Spichernnnges am 2 7. März bringt als Hauptnummer die deutsche Weitere gewichtsmeisterschast zwischen dem Tstelhalicr Gustav E d e r- Dortmund»nd Konrod Stein- München. „Selifcotilät", R-dsai,«». Touren für Sonntaz. 15. Mar,. 1. Abt.: Luaenb- taut nackt Stalte an der Rordbahu. Statt 12 Illvr bei krall. Bülawstr. 55. Batanlschet«Sarton. Statt Iii Übt bei krall, SHilowftt. 55.— 2. Abt.! Stoß. Macktnsw-Mittanmalde. Besuch der Seaelflieqrr bts Stunttncoel. Sinti 10 Übt bei Rbodc,.Ditstanbachstr..16.— S. Abt. Wie 2. Abt. Start w Mir Mariannen- vlab.— Abt. Triebrichsbain: Anfabrt der Abteilung. Start t» Mir. kiel an- Start Petersburaer Platt.— Abt. Lichte nbera: Fuchsiaad nach dam Bce»sce. Statt 12 Uht bei Daniela.— Abt. Rraiiilln: gabrt durch den Srunawald. Start 13 Ubr Haban�ollariwloti.— Abt. Maabit: tzirl am Start. Start l.l Uhr. — Abt. Reinickendort: Mttblanbecket See. Statt 10 Übt PraviNliNtabe 108.— Abt. Wilmersdorf: Dernau. Start S'/i Ubr. Eincholcn der Reuntabrer.-- Aanistahrar Barliu-Mttte: Oucrfeldeinlobran. Start 7 Ubr SSniastor. Soimnel- üart Schonerlinde um 9 Ubr.— Wicht iac Verostaltunaen in der Woche noiü IS. bis 21. Märe. Achtung, AbteNunasleitcr! IS. Mär, Verwaltunaskivml« bei Lobann. Brllderftr. IS. Drain» IS Ubr. All« Abteilungen mllnen aertrewn sein.— Pressemarte! Da tch noch immer die Seucenacttel der Abteilunaeir ;u spat und mit talscher Adresse bekomme, aebe nochmals bekannt: Annabn:?- schlug Dirnstaaabcnd. Anschrift: Kurt Rlendinaer. Berlin NO. 18. Palisaden- strafte 53.— 3. Abt.: 13. Mär, Abteilunassitiuna bei Lock. Schönlernstr. ti. 30 Ubr.— Abt.?ricdrichzk>ain: 17. Mär� Suflcndlyeim Ebertristr. 12, 30 Ul:r sTischtenni-l. 20, Mär., Abtsilunassibunir bei Korn, Zorndorser Str. 20 Ubr. —• Abt. Lickltenbera: 18. Mä» AbteilunaÄibuna bei Konlels, 20 Ubr.' Abt. Ncukälln: 18. Mär» guaendbeim Muabafenstr. 08, IStü Ubr Dartraa. IS. Mär« Abteilunassibunq Katser-ssricdrich-Str. 172, 20 Uhr.— Abt. Moabit: 19. Mari Abtei lunqsiitmna bei Schmidt. Wiclefstr. 17, 20 Ubr.— Abt. Neinickcndorf: 18. Mär, Abteilunosslftuna bei Naumann, Proviusttr. 108. 20 Uhr.— Stern- sab rar Derlin-Ntttte: 20. Mär, Abteilunqssitiunq in der Bräu-Quetle. Seidel- strafte 21, l»sz Ubr.- Abt. Weiftenfee: 20. Mär« Abteilunassiftuna bei A. Naael, Pistoriusstr. 27, 20 Uhr. »Solidarität-, fttastsabter. Beranftaltunqrn am Sonntatl. dem 15. Mär,:. Abt. Oberschönmoe ide: Zossen, Mittenmalde. 18 Ubr Wilbelnrinenbofstr. Ot.— Abt. Kreusbera: Dubrom sNcstaurant, slnh. Neuacbouer). 18 Uhr Neichenberiitr Strafte 91.— Abt. ssriedrichahain: Prirosdritck. 8 Ubr Landsberger Plaft.— Zum Kultur, und Sportfest in Rmnomcs treffen sich die Krakstabrer um 12 Uhr bei Klinke. Ndwawes, Walbsraaftr. KTSV. Teilnehmer am Demeaunaschar Irrfsen sich Sonnabend. lv Uhr, am Dtibnenainaana, Städtisch« Oper Sbarlottenburq.— KeeskSepeelnIturbePel. Treitaa. lZ. März, 20 Uhr, in der alfoholfreien Kastslätte, Skalifter Str. ö, Bortraa Dr. Ilrciij:..Scruell« Tra««n". Gäste willkommen. ASB. Neukölln, Zuftbalabteilunfl. Siftuuq ieden Treiiaa. Iuarnd IS>?: Mir, Männer 2051 Uhr bei Mifting, Neukölln, Weiscstr. 8. Telephon: 1' 2 0720. Zur Auffitlluna der Iuaenb- und 8. Männermannschaft sind nach Mitaliader er- ruilnscht. Auskunft erteilt Rudolf Opftein, Neufölln, Böbniilche Str. 27. Sinxelmitoliedee de« Ruderet»nd Kanusahtee im ATuSpD., l.»eei». Saunabend. 14. Mär». 20 Uhr, bei Sachs«. Lindswer Sit. 38. Lianna mit Dortraa Itbet Olpmpiade lS8l. Zeltscheinbestclliurarn sind an de» Obmann zu richten. Aufnahme neuer Mitpliedet. Zohlabend föt Beittäs«. Äiei« Spott,»nd SchLhenpeteixiguna, Abt. Preuzlanei Deeq. Sonntae. 15. März. 8 Uhr, Treffpunkt Elps, um»mn Ausmarsch. Unkoswultitra« 1 M- Icden Montan und Donnerotaa ab 19 Ubr llabuna-al-end bei Reche. Mefter Strafte 28.— Abt. Ritte. Diensta« Uebuussabend bei Deasser, Michaelklrch. strafte 29». Benin n 20 Uhr. Teupie-Rot S«oft»crlta 9. Abt. Köpenick. Ab Sonnabend, 14. Msjr». Sallentenni, wieder jede» Sonnabend in der Turnball« Berliner Strafte um 18 Uhr. Zu»« und alt in der Dew««u»a. Dr. Droa» spricht beute. 20 Uhr, im Iuaeudbeim Spreeftr. 80. beim Toutittenvetein„Di- Nalutfreuud«-, Abt. Chor. lottenbura. Gäste williaminen. Rudetpeeein Dotwätl« Berlin. Sounabeud. 14. Mät», 20 Ubr,:m Baal» Haus, llutethaltunasabend mit Bprtraq der Anfänaevabteilunaen. erschein'» älteter Mitaliebet«vvnlnscht. Inpoaeaptiich«» Orchester. Diriaent Erich Gurteit. U-bnnasswnde» Ied>o Zreitaa von 204z bi, ZSV» Uhr im„Ideastaslno, Neukölln. Weichselstr. 8. Bläser und Streicher willkommen. Es gelangen zum Verkauf Kleider..... ab 0*95 Kleider..... ab 1,95 Seidenkleider. ab 4*95 Tweedkleider, Nachmittags- sowie Abendkleider zu staunend billigen Preisen Sensation für Neukölln .Eröffnung Sonnabend, 14. März 1931, vorm. 11 Uhr Gvun's Danttititiüdeii Berlin-Neukölln, BergstraBe 10 Bitte meine Schaufenster zu beachten! Wünsche der Erwerbslosen. Mehr Rücksicht auf den Menschen! Ich bin seit einem Jahr erwerbslos und mit Ausnahme einer 'Aushilfe, die vier Wochen nicht übersteigen durfte(der Unterstützung wegen), ist es mir bis heute noch nicht gelungen, eine Position, wo die Aussicht bestanden hätte, länger als ein halbes Jahr angestellt werden zu können, als Buchhalterin oder irgendeine andere Büro- lätigkcit zu erlangen. Verschiedentlich hätte ich auf einige Stunden, wenigstens für nachmittags Beschäftigung gefunden; da sich aber die Erwerbslosen. Unterstützung nach dem letzten Verdienst richtet und dieser in keinem Verhältnis zu einer regulären Beschäftigung steht, so werden viele notgednmgen dazu veranlaßt, die Beschäftigung nicht an- zunehmen, weil sie mit der geringen Unterstützung, die sie dann er- halten würden, verhungern müßten. Waruin läßt man nun Erwerbslose zwischendurch nicht i n kurzen A b st ä n d e n arbeilen, wenn ihnen Gelegenheit geboten wird, und warum kann man ihnen nicht nach Beendigung dieser Zeit die Unterstützung ihres letzten Gehalts weiterzahlen, bis sie die Aus- ficht haben, eine s e st e Position erlangt zu haben? Für den A r b c i t n e h m e r würde dieses zur Förderung seiner Arbeitskraft beitragen und für die Rcichsanstalt wäre es immer eine Ersparnis an Unterstützung. Ferner sollte �vian den Erwerbslosen eine Fahrpreis- er Mäßigung gestatten. Wieviele müssen, um zum Arbeitsnach- weis oder zur Zahlstelle zu gelangen, weite Strecken fahren. Es ist unfaßbar, daß hier nach keine Aendcrung getroffen worden ist. Für 10 oder 15 Pf. würde auch mancher Erwerbslose fahren, ober bei 25 Pf. zwingt schon die Not zum Laufen. Dieses Laufen ermüdet, und mancher ist froh, wenn er seinen Pslichtstcmpeltag hinter sich hat. Für den Erwerbslosen wäre es auch sicherlich von Vorteil, öfter in seinem Verband oder Nachweis nachfragen zu können, ob für ihn Beschäftigung in Aussicht ist. Infolge der hohen Fahrpreise ist auch dieses nicht möglich. Noch ein schwieriger Punkt für die Erwerbslosen, für ältere Aikgestellte. Die verböserie Krisenunterftühung. Ein erwerbsloser Buchdrucker schreibt uns: Im vorigen Jahre hatte ich 5 Wochen ä 6 Mark— 30 Mark Krisenunlerstützung bezogen. Nachdem ich nun wieder 3� Wochen gearbeitet hatte, wur- den mir bei meiner Arbeitslosmelduvig gleich vorweg 5 Wochen ä 21 Mark— 105 Mark Arbeitslosenunterstützung gestrichen. Nicht gellug, daß man durch die Notverordnuna um zwei Klassen herabgesetzt wird, anstatt 25,20 Mark nur 21 Mark erhält, werden gleich 30 Tage— 105 Mark abgezogen. Z. B. bekommt ein Arbeitsloser in der Krisenunlerstützung je Woche 3 Mark, in 20 Wochen— 60 Mark, dann werden 20 Wochen a 21 Mark— 420 Mark in der Arbeitslosenunterstützung gekürzt und er erhält nur noch 6 Wochen Arbeitslosenunterstützung. Soll das eine Er- werbslosenverficherunz sein? Es wäre dringend Abhilfe nötig, sonst kommt ja niemand mehr aus der Kriseiiuntcrstützung heraus. �y�vi Freitag, 13. März. Berlin. 16.05 Otto lltller: Rund um die SechMageführt. 16.30� Budapester Trio. I. Brahms: Trio» C-Dur, op. 87. 2. Dvorak: Dumky» T rio. op. 90. 17.30 H. P Bltinck liest eigene Märclicn. 17.50 Dessoir: Vom Jenseits der Seele(Verlag Ferdinand Enke, Stuttgart). (Am Mikrophon: Dr Erich F. Podach.) 18.00 Eine Novelle von Erich Frey. 18.30 Prof. A. Griscbach: Schinkel. 19.00 Unterhaltungsmusik. 70.30 Wovon man spricht. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.00..Die gelbe Jacke." Ein chinesisches Spiel für die westlichen Länder gewonnen von George Hazclton und Bcurimo. Regie: Alfred Braun. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Stunde für die Winterhilfe. Königs wüster hausen. 16.00 Prof. Emil Fader: Ein Beitrag zur Sozial-Kulturpädagogik. 16.30 Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Berndt: Das 700jährige Tbom, 18.00 Franz Spliedt: Arbeiterzahl und Arbcitsmöglichkcit. 18.30 Kurt Kramarski: Ps> cbotechuischc Eignungsprüfungen 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc. 10.30 Helmut Motop: Die Arbeiterfamilie als Lehens- und Wohngemeinschaft. 20.00 Dr. Hans Murawski: Der Wcichsclkorrldor. 20.30 Breslau; Volkstumliches Konzert. �-Jlnseiger � föezhfc Jlorden-Cften Fleisch Wurst billig Willy Kanka Brunnenttrahe 121-122 gut leske«Sc Slupecki Schönhauser Allee 70c, Ecke Stargarder Straße Herren- und Knaben-Bekleidung fertig hkU nach Naß Berufsbekleidung für jedes Gewerk. Nordsee *« 99 Ifeutsche Hochseefischerei Brennen-CumaaavM« A.O. BronncnMr.«« und RrlnlpUendorfer Sr..Zahlunz«rIeichter. 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