Kiiuuegqpe Eonnabeno ' 4S.Iahrgang ± ± A. V/' 14, 1931 »«sh jffflr Ittf# 4*# 6~r ilV'' -llg«bühr.n. ilu-l-nds- srnma I ILJMl» BB n W) IB Hl HB§■ B> H#/ MW--- 7/ Die einlpolt. N°npZttill-z-il« so Pf. — M. cr° Monlli: für ßsBeSS I fy~fm3 MW BR W» H H HS MW BS■ w) WM WB| A Rcilamezeile 5,— RM.„Kleine Ä» mäßigtem Drucksachen-«WWI I WM MW M» MW IW �M MM �M WM �W«W> AI-eigen" da- setla-druckt- WoN Sä Ps. na S.— W.. I HB I VW �M!■ JHL �Bv H MM �M«zulässig zwei sellgedeuckle»orte>. * I MW H B ABkWHV WM �M[ rveilere Wort 12 Ps. Rabatt it. Xaiis. erfAtini mnckienf�ei WM I fifl fwl.K BB V ��H�> � BMX B T/ Ha Stellengesuche da- erste Wort IS Ps„ «> i l AVMW��� �H\>7 B jede- weitere Wart lv Ps. Wart- über �ndousaabe lür ikerlln �WW> // H lö Buchstaben zahlen für zwei Worte. If� Tm«nf..£ Jaims&tijr�' Ml!lrb-tt-m°r,i Zeile so Ps. Familie». strierte'�tt � AS9fe>-�~4-nz-ig-n Zeil« 40 Ps. Anzeigenannahme ssss �simwh« anüEi Jentvalovgan der GozialdemokvatiLchen Oartei Deutschlands Nr. 123 A 62 Wöchentlich 8E im voraus zahl einkchließlich 6< 72 Pf.Postbest oi'.onnemenr 6 Länder mit er voi 5er �Vonvärt' lich zweimal. 8 einmal, die Al und im j)and« Lidend" Illu und Zeit". F �Technik".„Dl .Äugend'Loro Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbofs LSZ— 29? Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Sechs Stunden Skandaldebatte. Haltlose Verdächtigungen gegen Sozialisten.- Klandin isoliert. Paris, 13. März.(Eigenbericht.) Die Kammer, die von Donnerstagabend neun Uhr bis Frcitagmittog 12 Uhr ununterbrochen tagte, hat das Budget immer noch nicht unter Dach und Fach bringen können. In letzter Stunde ist wieder der Skandal der Aero Postale und der des darin so schwer kompromittierten Finanzministers Flandin zur Debatte gekommen, und obwohl die Sluseinandersetzungen darüber im Sande verliefen, nahmen sie doch nicht weniger als sechs Stunden in Anspruch. Eröfsnet wurde die Schlacht mit einer Anfrage des sozio- listischen Parteiführers Leon Blum, ob die Kammer der Ansicht sei, daß Flandin, Rechtsberater der Zlero Postale, der geeignete Mann dazu sei, die bantrotte Flugverkehrsgcscllschaft unter Wahrung der Interessen des Staates zu sanieren. Weiter forderte Läon Blum den Finanzminister direkt auf, seine wiederholten Drohungen wahr- zumachen, und alle Zlnklagen, die er etwa gegen kompromittierte Mitglieder der sozialistischen Partei vorzubringen habe, voe der Kammer zu erheben. Flandin antwortete mit einer recht lahmen Recht- fcrtigung seiner Haltung gegenüber der Zlero Postalc, um dann zum Angriff gegen die Sozialisten vorzugehen. Was er aber vorzubringen baue, war nichts anderes als jämmerliches B i c r b a n k g e k l a t s ch. Er warf dem Parteiführer Leon Bluni als Schandtat vor, daß sein Sohn Ingenieur und Angestellter der'Automobilsabrik Peugeot sei. Er beschuldigte Paul Boncour der Ausplünderung der kleinen Sparer, weil er im Skandal der ungarischen Anlcihefälschiingen als Verteidiger eines der Angeklagten ausgetreten sei. Er wollte einem dritten sozialistischen Abgeordneten cmcn Strick daraus drehen, daß er einmal in einer Zivilrechtskloge als Anwalt des bekannten Warenhauses Galleries Lafoyette aufgetreten sei. Er bezeichnete es schließlich auch noch als eine Schande, daß der sozialistische„Populaire" als amtliches Organ einer anti» kapitalistischen Partei Anzeigen von notorischen Kapitalisten aufnehme. Zum Schluß protestierte Flandin gegen die von den Sazialisten eingeführte angebliche„Diktatur der Verdächtigungen" und gegen ihre Heuchelei der Tugendhaftigkeit". Mit Entrüstung wies Leon Blum die niedrigen Verdächtigungen des Finanzministers zurück, der, wie der sozialistische Parteiführer betonte, sich damit reinzuwaschen suche, daß er die Ehre anderer beschmutze. Zu allem Ueberfluß sah sich auch Justizminister B e r a r d genötigt, den angegriffenen sozialistischen Rechtsanwälten ein Ehren- zeugnis auszustellen. Ministerpräsident L a v a l machte der trau- rigen Szene ein Ende, indem er, ohne feinen Minister auch nur mit einem Wort zu verteidigen, die Vertrauensfrage für die Annahme des Sanierungsprojektes für die Aero Postale stellte. Er betonte dabei, daß dieses Projekt von den Sozialisten umgearbeitet worden sei, und daß es lediglich die Sicherstellung des Flugverkehrs nach Südamerika bezwecke, ohne den Aktionären und den Banken der Aero Postale zu helfen. Leo» Blum erklärte, daß er und feine Partei mit diesem Projekt einverstanden seien, daß sie jedoch, um der Abstimmung über die Vertrauensfrage einen politischen Wert zu geben, einen Abstrich von einer Million von dem angeforderten Kredit oerlangten. Die Vertrauensabstimmung ergab eine Mehrheit von 340 gegen 215 Stimmen für die Regierung. So wurde Flandin noch einmal dadurch gerettet, daß man vor seine Person eine nationale Prestigefrage geschoben hat. Die Regierung aber geht aus dieser Debatte sicherlich nicht mit gehobener Autorität hervor, und wenn Finanzmiiiistcr Flandin sich auch noch einmal ausatmend auf seinen Ministersessel setzen kann, so muß er sich doch sagen, daß weder sein Ministerpräsident noch sein Kollege vom Justiz. Ministerium noch auch nur ein einziger seiner politischen Freunde einen Finger für seine Ehrenrettung gerührt haben. Das ist immerhin eine moralische Verurteilung, wie sie schärfer nicht gedacht werden kann. Budgeiberatung beendet! p a r i s. 13. März. Die Kammer hat nach der Ablehnung des Antrage» Leon Blum die Budgekberatung beendet und den gesamten Budgetenlwurs für dos nächste Finanzjahr mit 4K0 gegen 120 Stimmen angenommen. Die endgültigen Zahlen des Budels sind folgende: Einnahmen 50.7 Milliarden, Ausgaben 50,7 Milliarden Franken. Gin nationalsozialistisches Attentat. Ein Hakenkreuz-polizeibeamier schießt bei einer disziplinarischen Vernehmung auf seinen Vorgesetzten. Hamburg, 13. März.(Eigenbericht.) 'Als der Polizeiwachtmeister Friedrich Pohl heute mittag von dem Regierungsrat Lassally in einer Dienststrafsache wegen nationalsozia- listischer Betätigung vernommen wurde, zog er seinen Dieustrevolver und gab auf den RegierungSrat einen Schuß ab, der diesen schwer verletzte. Pohl ist festgenommen. Regierungsrat Lassally wurde im Krankenhaus sofort operiert, er befindet sich außer Lebensgefahr. Bei dem Täter handelt es sich um den 28 Jahre alten Polizei- oberwachtmeister Pohl, Sohn eines Arztes aus der Lüneburger Herde, der nach Bestehen seiner Einjährigenprüfung in Polizeidienste getreten war. Seit kurzem war es seinen Vorgesetzten ausgefallen, daß sich der Oberwachtmeister Pohl nationalsoziali st isch betätigte, woraus sofort ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet wurde, in dessen Verlaus er heute mittag von Regierungs- rat Lassally vernommen wurde. Der Oberwachtmeister, der neben dem Regierungsrat faß, zog plötzlich im Verlause der Unterredung seinen Dienstrevoloer und verletzte Lassally durch einen Bauchschuß, der nur wenig unterhalb des Herzens den Körper durchschlug. Ob Oberwachtmeister Pohl Mitglied der Nationalsozialistischen Partei ist oder nicht, steht bisher nicht fest. Auf jeden Fall wird von bestunterrichteter Seite betont, daß es sich hier um«inen Einzel- fall nationalsozialistischer Betätigung in der Hamburger Polizei handelt, der keineswegs verallgemeinert werden kann. Münchmeyer soll ins Gefängnis. Llil?> Goebbels vors Gericht Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags beschloß am Freitag, dem Plenum die Genehmigung eines Antrages auf Boll- stredung einer Gefängnisstrafe gegen den national» sozialistischen Abgeordneten Münchmeyer zu empfehlen, mit der Begründung, daß Münchmeyer an den Arbeiten des Reichstags doch nicht teilnehme. Die NichtVollstreckung von Freiheitsstrafen soll nur dem Zweck dienen, den Abgeordneten die Ausübung ihrer Mandate zu ermöglichen. Beschlossen wurde auch, einen Borführungsbefehl gegen -den nationalsozialistischen Abgeordneten Goebbels zu ge- nehmigen. Es soll abgewartet werden, ob Goebbels diesem Befehl Folge leistet. Tut er es nicht, dann will der Ausschuß dem Plenum die Genehmigung eines Haftbefehls empfchlen. Berliner Münchmeyer-Versammlung aufgelöst. Eine Versammlung der Nationalsozialisten im Kriegervereins- haus, in der der Schimpfbold Münchmeyer sprach, wurde gegen 11 Uhr polizeilich aufgelöst, da die dienstlich anwesenden Pokizeibeamten gröblich beschimpft wurden. Snowdens Befinden verschlimmert. Das Befinden des Schatz- kqnzlers Snowden hat sich verschlimmert. Die beabsichtigte Operation soll am Montag vorgenommen werden. Hermann Müller nicht operiert. Heute noch einmal Beratung der Aerzte. Die für Freitagabend 10 Uhr angesetzte Operation Her- mann Müllers ist in Anbetracht des augenblicklichen Zu» standes des Kranken abermals verschoben worden. Sonnabend- früh wird sich das Aerztekonzilium nochmals darüber schlüssig werden, ob im Laufe des Vormittags die Operation vorge- nommen werden soll. In den Abendstunden trat im Befinden des Patienten eine weitere leichte Besserung ein. Postscheckkonto: Berlin 3? 530.— Bankkonto: Bank der Arbeiler, Angestellten und Beamten, Lindcnstr. 3, Dt. B.u.Dikc.-Gcs., Depositen!., Jerusalemer Str. 65/66. Die Genfer Konvention. Oer Zollwaffenstillstand und die deutsche Zollpolitik. Im Reichstag steht heute das Genfer Handelsabkommen über die Stabilisierung der Handelsverträge, der sogenannte Zollwaffenstillstand, zur Entscheidung. Dieses Abkommen ist unter Mitwirkung der deutschen Delegation, die unter Füh- rung des damaligen Reichswirtschaftsministers Robert Schmidt stand, zustande gebracht worden. Die Konvention konnte bisher nicht in Kraft gesetzt werden, da nur von einem Teil der Staaten, die sie unterzeichnet haben, die Ratifikation erfolgt ist. Als Endtermin für die Ratifikation war ur- sprünglich der 1. November 1936 festgesetzt worden. Bon den siebzehn beteiligten europäischen Staaten hatten jedoch bis zu diesem Termin nur acht Länder, unter ihnen England, die nordischen Staaten, Belgien, die Schweiz, Finnland und Lett- land die Ratifizierung vorgenommen, später hat dann auch Italien seinen Beitritt vollzogen, und in der Zwischenzeit ist auch das Abkommen von den französischen Parlamenten ge- billigt worden. Bon ausschlaggebender Bedeutung für das Schicksal des Abkommens ist nunmehr vor allem die Rati- fikation durch Deutschland. Weshalb zögert Deutschland so lange? Es erscheint zu- nächst kaum verständlich, daß dieses Abkommen, dessen große wirtschaftliche Bedeutung für die deutsche Wirtschaft auf der Hand liegt, nicht bereits längst von deutscher Seite ratifiziert wurde. Der Kreis der Länder, die dieses Abkommen unter- zeichnet haben, umfaßt etwa zwei Drittel des deutschen Ge- samtexports und 80 Proz. des deutschen Exports nach den europäischen Märkten. Die deutsche Außenhandelsbilanz mit diesen Absatzmärkten war im letzten Jahre mit 3,2 Milliarden aktiv! Durch das Abkommen würde eine Aufkündigung der Handelsverträge unter den Konventionsstaaten unterbunden und damit der weitaus größte Teil der Handelsbeziehungen Deutschlands stabilisiert. Zugleich übernehmen England und Holl and von sich aus die Verpflichtung, keine neuen Schutzzölle einzuführen bzw. die bestehenden nicht weiter zu erhöhen: es würde also durch Inkraftsetzung des Genfer Han- delsabkommens die große akute Gefahr, daß England und Holland auch zum allgemeinen industriellen Schutzzoll über- gehen, gebannt. Berücksichtigt man, daß diese beiden Länder im Durchschnitt der letzten beiden Jahre etwa für 2,5 Mil- liarden Mark deutsche Waren, hauptsächlich hochwertige industrielle Fertigwaren, aufnahmen, so wird die große Be- deutung dieser Bindungen der Freihandelsländer für die deutsche Exportindustrie ohne weiteres klar. Andererseits legt das Abkommen den Volkswirtschaften keineswegs untragbare Fesseln in ihrer Bewegungsfreiheit auf zollpolitischem Gebiet auf. Bezüglich der Finanzzölle und Zollerhöhungen infolge dringender Umstände haben die Länder freie Hand. Im übrigen sollen allen zollpolitischen Maßnahmen Ankündigungen sowie freundschaftliche Verhand- lungen mit den hierdurch betroffenen Ländern vorangehen. Da aber den eventuell geschädigten Ländern das R e ch t z u m Rücktritt von der Konvention gegenüber einem Mitglieds- lande oder der Gesamtheit zusteht, wird ein starker moralischer Druck auf alle Konventiansstaaten ausgeübt, sich in ihrer Zollpolitik stärkere Zurückhaltung aufzuerlegen. Die Stabilisierung der Handelsverträge, der Verzicht Englands und Hollands auf Einführung neuer Schutzzölle bedeuten für die deutsche Volkswirtschaft mit ihrem starken Exportbedürfnis einen so beträchtlichen Fortschritt, daß es eigentlich über den deutschen Beitritt und die deutsche Rati- fikation kaum eine Diskussion geben dürfte. Im a g r a r i- schen Lager hat aber bereits eine heftige Agitation gegen dieses Abkommen eingesetzt, und man kann wohl annehmen, daß die lange Hinauszögerung der Ratifikation auf die Rück- sichtnahme der Regierung gegenüber diesen Strömungen zurückzuführen ist. In den Reihen der Landwirtschaft wird dieses Abkommen deswegen bekämpft, weil es der deutschen Zoll- und Handels- Vertragspolitik gewisse Rücksichtnahmen auferlegt, der Land- bund aber Hemmungen, die seiner uferlosen agrarischen Zoll-- erhöhungspolitik entgegenstehen, aus dem Wege räumen will. Man befürchtet, daß die Lösung der bestehenden Zollbindun- gen für landwirtschaftliche Erzeugnisse durch das Inkrafttreten der Konvention erschwert würde. In der„Deutschen Tageszeitung" wurde sogar ein neuer verzweifelter, aber offenbar vergeblicher Versuch gemacht, Hugenberg und die Seinen sowie die Nazis zur Rückkehr in den Reichstag zu bewegen. Trotz aller dieser Quertreibereien darf man mit der Annahme der Vorlage im Plenum de? Reichstags rechnen. Otto Braun tik Osthilfe ist nur mi Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags sehte sich Mmisterpräsident Dr. Otto L c a u n am Freitag anläßlich der Beratung seines Etats mit seine Gegnern auseinander. Seine Ausführungen gegen die katoflrophenpotiliker aus der Rechten und Linken waren von erfreulicher Schärfe und ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Der preußische Ministerpräsident jährte u. a. aus:..Die Bor- würfe, daß die Staatsregierung versucht hätte, der preußischen Exeku» live Einfluß auf die Ausführung der Osthilfe zu verschaffen, seien gerade im Preußischen Landtag unverständtich. Sie seien nur erklär- lich durch das Bestreben der Opposition, unter allen Umständen und stets der- Regierung Schwierigkeiten zu machen. Die Millionen- Verluste bei dem Berlapf früherer Osthilseaktionen hätten grrade die Notwendigkeit stärkerer preußischer Einslußnahm« bewiesen. Im übrigen wisse ja auch die Reichsregierung, daß da» O st- hilfegeseh nur mit den preußischen Behörden durchzuführen sei, weil Reichsbehörden dort nicht existieren. Es habe niemals Differenzen darüber mit der Reichsregierung ge- geben. Das Gesetz sei nicht durch Preußen, sondern durch das Der- halten des Vertreters der Provinz Ostpreußen im Reiäzsrat gesährdet gewesen. Die preußisch« Staatsregicrung habe lediglich sachlich ge- arbeitet, in dem Bestreben, dem Osten wirklich Hilfe zu bringen. Eine sachliche Arbeit könne aber erklärlicherweise chn« die Zentrale d«r Genossenschasten, nämlich dl« Preußenkass«, nicht geleistet werden. Die Industrieboiik sei vor ganz neue Aufgaben gestellt, müsse daher eine gewisse Umgestaltung erfahren und benötige dazu sachkundige Ztertreter der Landwirtschaft und der großen Krcditorganisationen. Demzufolge habe auch die Reichsregierung durchaus anerkannt, daß die Rentenbankkrcditanstalt und die Preußenkasse mit ihrem fach- kundigen Personal an der Arbeit beteiligt werden müßten. Es sei lächerlich, davpn zu reden, daß die Preußenkasse mit einem unter 33 Aufsichtsratsmitgliedepn einen„entscheid, nden Einfluß" bekommen Hab«. Die Hauptsache für den Osten sei, daß ihre sachliche Mitarbeit gewährleistet worden sei. Bezüglich des Slahlhelmvolksbegehrens verwies der Minister. Präsident aus die Ausführungen des Innenministers Seoering bei der Beratung seines Etats, die er vollkommen teile. Der verdacht, daß die Staatsregiernng dem Volksbegehren Schwierig- leiten machen wolle, sei vollkommen unbegründet. 2lUerdings werde die Regierung nicht etwa, wie die Deulschnatio- nalen es zu wünschen scheinen,«inen Antrag noch besondere fördern, der unsinnigerweise ihr weit, mehr als 1 Million Mark Kosten ver- Ursache, nur dafür, daß bestenfalls der Landtag nur drei Monat? früher als sonst geschehen müsse, aufgelöst werde. Auf alle Fälle aber weroe die Regierung streng korrekt nach den gesetzlichen Vorschriften verfahren. Die von den Urhebern des Volksbegehren« vorgebracht« Forderung:„Preußen wieder preußisch", sei entweder er seine Politik. Preußen möglich. «ine reine Agitationsfloskel oder verrate den Wunsch, das Preußen der engsten konservativen Kasten- und Pollzeih-rrschaft wiederher. zustellen. Di« Regierung werde sich in dem Kamps für dos Volksbegehren. wenn sie auch selbstverständlich ihre gesetzlichen Pflichten aus das peinlichst« und strengste erfüllen werde, doch energisch gegen Un- wahrheilen und Entstellungen in der Oeffentlichkeit zur wehr setzen. Wenn angefragt werde, ob er in seiner Bielefelder Rade dem Herrn Reichspräsidenten geraten habe, aus dem Stahlhelm auszu- treten, so lägen die Dinge so: Er habe aus das würdelose Ver- halten des Stahlhelms in Italien hingewiesen, den Tag durch seine Beteiligung mitzufeiern, an dem einst Italien von den Verbündeten abgefallen war. Im Zusammenhang damit habe er gesagt, daß die übergroße Mehrheit der Bevölkerung es für er- wünscht hielte, wenn der Herr Reichspräsident sein Derhältnis zum Stahlhelm löse, das er unter ganz anderen Voraussetzungen ein- gegangen sei. Bei seiner Entstehung habe der Stahlhelm sich nämlich ausdrücklich auf den Boden der republikanischen Siaalsform gestellt und alle Frontsoldaten zusammensasieu wollen. Damals habe der Herr Reichspräsident die Ehrenmilgliedschasl angenommen. Zu der Anfrage über seine Berliner Rede im Sport- palast, die ja nur angekündigt, aber nie gehalten worden sei, stellte der Ministerpräsident fest, daß er ursprünglich lediglich aufgefordert gewesin sei, vor seinen Parteigenossen gegen de» preußischen Faschismus, der insbesondere auch im Stahlhelm- Volksbegehren zum Ausdruck komme, zu sprechen Als er die Zusage zu dieser Rede gegeben habe, sei Ihm und wahrscheinlich auch noch nicht einmal den Einberufern bekannt gewesen, daß auch ein Italiener sprechen wolle. Er habe, als er das später erfuhr, seine Mitwirkung abgesagt, weil sich dadurch der Charakter der Veran- sialtung geändert habe. Es sei weder«ine Einwirkung des Auswärtigen Amtes, noch sonst der Reichsregierung auf ihn erfolgt; sein Entschluß sei völlig freiwillig gewesen. Er habe sich nur darüber wieder einmal wundern müssen, daß die Rechtspresse diese von ihm nicht einmal gehaltene Rede in Gegenwart eines Italieners als Einmischung in die Verhältnisse eines fremden Staates bezeichnet habe, während sie restlos geschwiegen lzabe, als bei der Koblenzer Stahlhelmkundgebung, die doch scharf gegen die preußische Staats-' regierung gerichtet war, eine Abordnung italienischer Faschisten ofsiziell teilgenommen habe. Das um ja mehr, als ja der deutsch- nationale Redner vorhin seldst zugegeben lzabe, daß Faschismus und Staat«n Italien eins seien. Di« Deutschnationalen hätten sich ange- sichts dieser Sportpalastoersammlung ganz außerordentlich besorgt um die Interessen der deutschen Außenpolitik gezeigt. Es wäre äußerst erwünscht, wenn sie dieses pflegliche Interesse für die deutsche Außenpolitik auch sonst bei anderen Angelegenheiten be- stötigen würden. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, bei der ungeheuren Arbeitslosigkeit sowie dem starken Rückgang des Inlandsabsatzes ist es dringend erforderlich, daß wenigstens die Beschäftigung für den Export durch«ine vernünftige Handelspolitik einigermaßen erhalten bleibt. Hierfür bietet die Stabilisierung der Handelsverträge und der Zollwaffenstillstand, wie er durch das Genfer Abkommen an- gestrebt wird, die beste Gewähr. Die Reichsregierung sollte für rasche Verabschiedung des Gesetzes sowie unverzügliche Ratifikation Sorge tragen und sich ihrerseits auch darum be- mühen, daß das Abkommen international rechtzeitig bis zum l. April in Kraft gesetzt wird. Die Reichsregierung muß aber auch die gesamte Linie ihrer Zoll- und Handelspolitik mit den rechtlichen und moralischen Verpflichtungen, die sie durch den Beitritt zur Konvention übernimmt, in Einklang bringen. Es scheint uns nicht angängig, daß im gleichen Zeit- punkt, an dem die Reichsregierung zur Ratifikation des Genfer Abkommens schreitet, eine beträchtliche Erweiterung des agrarischen Zollschutzes, sowie die Aufhebung von agra- rischen Zollbindungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse in den Handelsverträgen von ihr angestrebt und vorbereitet werden! Schiele will verschleppe«. Der Reichsernährungsminister hat in einem Schreibe» an den Reichskanzler gegen die Annahme des Gesetzes zur Ratifizierung des Genfer Zollfriedens durch den Handelspolitischen Ausschuß des Reichstags seine Bedenken geltend gemacht. Er will die Ratifizierung de« Abkommens davon abhängig gemacht wissen, daß auch jene Staaten dem Abkommen beitreten, mit denen Deutschland zurzeit in Verhandlungen über einen Handelsvertrag steht, nämlich Rumänien und Ungarn. Zieichsrat gegen Gefrierfleisch. Einspruchserhebung gegen Preußen beschlossen. Der Reichsrat hielt am Freitagabend eine Vollsitzung ab, ln der durch Mehrheilsbeschluß Einspruch gegen die vom Reichstag beschlossene Novelle zum Vrolgeseh und gegen da, vom Reichstag angenommene sozialdemokratische Initiatlvgeseh, das wieder ein zollfreies Gefrierfleischkontingent einführen wollte, erhoben wurde. Gegen den Einspruch stimmten die preußischen Regt erungsvertreler, sowie die Vertreter von Hamburg. Mecklenburg-Slrelih und Lübeck. Die Novelle zum Brolgeseh. wie das sozialdemokratische Initioliv- gcseh tonnen nach diesem Beschluß des Relchsrats nur dann Gesetzes- traft erhalten, wenn der Reichstag sie nunmehr mit Zwei- drittelmehr heit annehmen würde. Eine Aussicht dafür besteht schwerlich. Die Volkspartei kündigt. Aber sie zieht keine Konsequenzen. Weimar. 13. März.(Eigenbericht.) Dia Deutsche B o l k s p a r t e i Thüringens hat am Freüog eine Erklärung veröffentlicht, nach der sie sich nicht mehr an die Abmachungen dar gegenwärtigen Regieruügs- koalition gebunden fühlt. In der Erklärung heißt es, die Nationalsozialisten hätten aus das letzte Schreiben der Volkspartei keine Antwort erteilt und keine Vor- schlage zur Beilegung der Differenzen gemacht. Anstatt die schweren . Bekeidigungen, die der Froktionsführer Sanckel gegen die Volkspartei ausgesprochen habe, zurückzunehmen, habe Sanckel weitere niedrige Beschimpfungen gegen die Volkspartei aj/sg«jprochen. Durch dieses Vorgehen hätten sich die Nationalsozia- listen außerhalb der Koalition gestellt. Die Volts- Partei fühle sich nicht mehr an die Koalitionsabmachungen gebunden. Mit den übrigen Regierungsparteien wolle die Deutsche Volkspartei jedoch in Fühlung bleiben, um Schwierigkeiten, die sich bei der lliatberatung ergeben sollten, zu überwinden. In der Erklärung wird nicht gesagt, ob die Volkspartei auch ihre Vertreter aus der Regierung zurückziehen will. Die Erklärung hat deshalb zunächst nur die Bedeutung einer Geste. Aazispionage im Kerosprechamt. Eine Epionin bleibt im Dienst? Bei der Beratung des Haushaltes der Rcichspost stellte Abg. Bender(Soz.) im Ausschuß folgendes fest: In der Nacht von« 19. zum 20. Februar wurde über das Fern- sprechamt Bergniann das Uebersallkommando alarmiert, weil es zu einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten ge- lammen war. In den Fällen, in denen das Ueberfalltommando verlangt wird, hat die F e r n s p r e ch b e a in t i n die Pflicht, sich in das Gespräch einzuschalten, um, wenn der Anrufende nicht mehr .erreichbar ist, die nötigen Zlngaben machen zu können. Hier halle die überwachende Beamtin sofort nach Beendigung des Gespräches den Abg. Goebbels angerufen und ihm wortwörtlich Mit- t eilung von dem Inhalt des Gespräches gemacht. Sie hat sich dabei als„dienstälteste Aufsichtsbeamtin des Fernsprechamtes Bergmann" gemeldet. Gegen dieselbe Beamtin hat bereits einmal«ine Unter- suchung wegen B e g ü n sti g ung von Nationalsozialisten geschwebt. Sie i st heut« noch im Amt! Der Reichspostminister Schätzl antwortete, daß in der Reichspost staatsfeindliche Propaganda verboten sei. Es seien eine Reih« Verfahren im Gange und es würde durchgegriffen. Das gelle auch für den Fall beim Fernsprechamt Bergmann.' Trotzdem erscheint es unglaublich, daß diese Beamtin noch im 'Dienst ist! (£m Freund von Kinderpfennigen. llttierschlagungen eines nationalsozialistischen Obersekretärs. München, 13. März.(Eigenbericht.) Im Amberg in der Oberpsalz ist ein« nationalsozialistisch« Säule geborsten. Der Vorsitzende der Hülerei, ein besonders kläffender Sozialisten- srcsscr, der st öd tische Obersekretär Hörmann, mußte seines Amtes enthoben und bei der Staatsanwallschaft angezeigt werden. Als Kassenverwalter bei der städtischen Sparkasse hatte er die w de'n Schulen ßesammellen Sparpfennige d c r" K i n d e r nach Uebergabe durch die Lehrer unterschlagen und für sich verbraucht. Seine Käfsenführung galt schon seit längerer Zell als undurchsichtig. Oer Eiat der Finanzverwaliung. Pessimismus für das Jahr 1931. Der Haushaltsausschuß des Reichstags begann in einer Abend- sitzung seine Beratungen mit dem Haushalt der allge- meinen Finanz Verwaltung(Einnahmen des Reiches aus Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben, Ueberweisungen an die Länder usw.). In einer einleitenden Rede verteidigte der Finanz- minister Dietrich die Richtigkeit seiner Einnahmeoorschläge, wobei er aber doch schon Bedenken darüber äußerte, ob alle veranschlagten Summen voll einkommen werden. Abg. El? ein«r(D. Bp.) ulid K ä st e r(Wp.) äußerten erheb- liche Bedenken gegenüber den Einnahmevorschlägen, Cremer propa- giert« wieder den volksparteilichen Lieblingsgedanken, der Regierung generelle Kürzungsvollmacht für olle Reichsausgaben zuzubilligen. Dr. Hertz(Soz.) meinte, es sei zweifellog, daß die letzt- vergangenen Monate einen etwas größeren Pessimismus für die össentlichen Finanzen in 1931 berechtigt erscheinen lassen. Im Grunde kcmm« es aber bei dieser Frage auf die Beachtung der Auswirkung etwaiger Steuerrückgänge für die Länder und Gemeinden an. Der Minister möge Auskunft geben, welche einzelnen Länder bisher an ihn herangetreten seien, um die Genehmigung zur Senkung ihrer Realsteuern zu erhalten. Welche Mittel würden noch der Senkung der Reolsteuern überhaupt noch für den Wohnungsbau zur Ver« sügung stehen? Auch sei eine Angabe über die Höhe de» Ausgleichs- fonds für notleidend« Gemeinden notwendig. Auch die Gemeinden, die vorsichtig gewirtschaftet haben, sind durch die wirtschaftliche Eni- Wicklung in Notlage geraten. Wie will hier das Reich helfen? Abg. E r s i n g(Ztr.) meint, alle Fragen, die angeschnitten worden seien, hingen in ihrer Beantwortung davon ab, ob wir am Tiefpunkt der Krise angelangt seien oder nicht. Aber das könne niemand vor- aussogen. Deswegen könnten die Voranschläge der Finanzen aber auch nicht geändert werden. Bei der Einzelberatung des Haushalts der allgemeinen Finanz- Verwaltung wurden von sozialdemokratischer und anderer Seite er- hebliche Mängel bei der E n t s ch ä d i g u n g s z ä h l u n g an Arbeiter und Angestellte der Tabokindustrie fest. gestellt, die infolge des neuen Tabakstenergesetzes arbeitslos geworden sind. Abhilfe wurde verlangt und zugesichert. Bei der Erledigung des Haushaltsgesetzas kam es zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung. Di« Regie- rungsparteien hatten einen Ergänzungsparagraphcn folgenden In- Halts eingebracht: „Sofern im Laufe des Rechnungsjalircs Mehrausgaben oder Mindereinnahmen gegenüber den Ansätzen im Reich»- Haushaltsplan zu erwarten sind, wird die Reichsregierung c r m ä ch- ligt, Ausgaben des ordentlichen Haushalts bis zur Gesamthöh« der Mehrausgaben oder Mindereinnahmen abzusetzen. Di« hiernach ver- bleibenden Au sga dem Ittel treten für die Haushaltsführung und Rech- mmgSlegung im Sinn« der Reichsl)au?haUsordnung an die Stell« der im Reichshaushalteplan vorgesehenen Ansätze: sie sind dem Reichstag, dem Reichsrat und dem Rechnungshof des Deutschen Reichs mitzuteilen." Die Abgg. He in ig(Soz.) und Herz(Soz.) widersprachen diesem Vorschlage, weil er ein« Ermächtigung für die Regierung bedeute, in gesetzliche HaushaltsnerpflichtlMgen des Reiches einzugreifen. Man müsse vorher wissen, wo etwa dn Rsichshaushalt noch gestrichen werden solle. Der Roichsfinanzminister Dietrich erklärte, daß für ihn die Annahme der Paragraphen nicht entscheidend wichtig sei. er werde so oder so auf jeden Fall sparen. Aber besser sei es. die£itu scheidung über den Antrag zu vertagen, bis der Reichskanzler mit den Parteien Fühlung genommen habe. Ooppelvorlage zur Osthilfe. Reichsregierung gegen Reichsratsbeschlüsse. Das Osthilfegesetz, dos Gesetz zur Förderung der landwirtschost- lichsn Siedlung und das Gesetz über die Abwicklung der Anfbringungs- umloge und die Neugestaltung der Bank für deutsche Industrieobli- gationen sind nunmehr auch deni Reichstag vorgelegt worden. In Abweichung von den Reichsratsbeschlüssen ztim Osthilfegesetz wird hervorgehoben, daß stch die Regierung, obwohl sie die Ro: Schleswig-Holsteins und auch die Schwierigkeiten der Landwirtschaft in den östlich der(£lbe gelegenen oldenburgischen Landcsteilen nichi verkenne, mit einer Ausdehnung der Entschuldungsmaßnahmen auf dies« Gebiete nicht einverstanden erklären könne, weil die verfügbaren Mittel dadurch alliizu stark verwässert würden. Hinsichtlich der Beschlüsse des Reichsrats zum Industrie- b o n k ge s e tz hät sich die Reichsregierung in dreifacher Hinsicht zu einer Doppelvorlage veranlaßt gesehen. Einmal wird die Zweckmäßigkeit der vom Rcichsrat eingesügten Vorschrift bezweifelt, nach der die Bank für die Aufnahme ihrer Tätigkeit der G e n e h m i- g u n g der Reichsregierung und des Reichsrats bedarf. Ferner hält es die Regierung für unnötig und unzweckmäßig, di« Ausgab« von Schuldverschreibungen der Bant außer von der Zustimmung der Reichsregierung auch nach von der des R e i ch s r a t s abhängig zu machen. Schließlich wird der Reichsratsbelchluß beanstandet, wonach die Reicheregierung fünf statt drei Mitglieder sür den Aufsicht»«: ernennen und die Zahl der von der aufbringungspflichtigen Wirtschaft zu benennenden Vertreter von 16 aus 18 erhöht werden soll. Die Erhöhung der Mitgliederzahl von 29 aus 33 sei durchaus u n- erwünscht. Oer große Frauenprozeß um H 2-16. Proteste gegen rigorose Polizeiuntersuchung. Stuttgart. 13. Mörz.(Eigenbericht.) Der Hauptausschuß des Württcmbergischen Landtags lehnt« am Donnerstag den Antrag der Sozialdemokratie, bei polizeilichen Der- nehmungen zu§218 des Strafgosetzbuches weibliche Beamte zu oerwenden und, falls solche nicht vorhanden, die not- wendige Borsorge zu trefsen, mit 8 gegen 7 Stiminen ab. Für den Antrag stimmten Sazialdeinokraten, Kommunisten und Schatsparicilcr. Der Antrag war gestellt worden, weil die polizeilichen Verneh- mungen der Frauen und Mädchen, die in das Verfahren gegen die Aerzt« Wolf und Iakubowitsch verwickelt sind, in zahl- 1 reichen Fällen zu Beschwerden darüber geführt haben, daß die Polizeibeamtcn der Schwere dieser Dienstaufgoben und der auf ihnen ruhenden Verantwortung nicht gewachsen seien.— Staatspräsident Bolz machte zu dem Antrag der Sozialdemokratie geltend, daß die Polizei bisher weiblich« Beamte nur in der Fürsorgearbeit, iiichi ober im eigentlichen Polizeidienst verweirdet habe Di« Zlnzelegenhcit würde jedoch weiter geprüft werden. Vorläufig würden bei der Ver- nehmung jugendlicher weiblicher Personen in der Regel Lugendfürsorgerin»«» hinzugezogen. Oer vierie Verlust der Labourregierung. Hartshorn, Macdonalds Freund und Stellvertreter gestorben. London. lZ. Alärz. lCigenberichl.) Die Arbeilerregierung Hai einen neuen schweren Verlust zu bc. klagen. Vernon h a r t s h o r u. der stellvertretende Ministerpräsident, der noch am Donnerstag im Unterhaus weilte, ist am Ardtagmittag in seiner Waliser Heimat einem Herzschlag erlegen. hartshorn ist im Zahre 1872 geboren und halte sich vom Berg- arbeiter zu einem bedeutenden Wirtschaftler, Parlamentarier und Staatsmann emporgearbeitet. Er war einer der Baumeister der englischen Arbeiterbewegung, die in ihm einen grohen Zuhrer verliert. 1918 wählten ihn die Bergarbeiter ins Parlament, 1921 zum Präsidenten des Waliser Bergarbeiterverbandes, den er zum stärksten und schlagkräftigsten Bollwerk der englischen Gewerk- schaftsbewegung gestaltete. Die englischen Bergarbeiter verdanken dem Verstorbenen u. a. die Festsetzung des M i n d e st l o h n« s und die Abwehr vieler reaktionärer Anschläge. Im Parlament galt hartshorn als großer Wirtschaftskenner und hervorragender Statistiker, der auch im Bürgertum große Hochachtung genoß, und ein enger Freund Macdonalds und Lloyd Georges ge- wesen ist. Im ersten Arbeiterkabinett war hartshorn Postminister. Zahlreiche neu« soziale Einrichtungen zeugen von dieser Minister- tätigkeit. 1939, als Minister Thomas ins Kolonialamt hinüber- wechselte, übernahm hartshorn das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten und die Führung in den Fragen des Arbeits- losenproblems. Mandat gehört den Wählern. London, 13. März. Oliver Baldwin, der arbeiterpartciliche Sohn des konser- vativen Parteiführers, ist von seiner Parteiorganisation ersucht war- den, seinen Sitz im Parlament niederzulegen. Er hat sich der Mosley-Gruppe angeschlossen. Parteispaltung in Australien. Sidney, 13. März.(Eigenbericht.) Der Generalsekretär der Arbeiterpartei hat sein Amt nieder- gelegt und Ist zur Opposition übergegangen. Da dem australischen Parlament eine Vertrauensfrage vorliegt, ist es durch den Konflikt in der Arbeiterpartei zweifelhaft geworden, ob die Regierung die Mehrheit diesmal erlangen wird. Ihrer Niederlage würde die Parlamentsauflösung auf dem F-uße folgen. Verkehr nach Berliner Muster. 260.MlIjonen-GeselIfchafi in London. London. 13. März.(Eigenbericht.) Arbeltsminister Morrison unterbreitete dem Unterhaus am Freitag eines der großen Reformwsrke der Arbeiterregierung: die Zentralisation und Verstaatlichung der gesamten Londoner Verkehrsmittel, die sich bis heute in Privathänden befinden Als Vorbild haben der Arbeiterregierung die Städte Wien und Berlin gedient. Auch die Umorgamsation des Verkehrs soll nach dem Muster von Wien und Berlin erfolgen. Das Gesamtkapital der künftigen staatlichen Londoner Verkehrsgesellschaft ist im Gesetz mft 13 Millionen Pfund Sterling veranschlagt. Sein« zweite Lesung so? bot Unterhaus noch vor Ostern vornahmen. Das Geschäft mit der Abrüstung. Acht Städte fireitea um die Konferenz. Genf. 13. März. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Nr Eric Drummond, hat«inen Vertreter der Stadt Barcelona empfangen, der ihm das osfiziell« Einladungsschreiben der Stadtverwaltung zur Ab- hallung der Abrüstungskonferenz überreicht«. In dem Einladungs- schreiben sichert die Stadtverwaltung Barcelona sämtlichen Beamten der Dölkerbundesekretariats kostensreic Unterbringung und Verpflegung in den Hotels zu und stellt ferner den Nationalpalast in Barcelona dem Aölkerbundssekretariat für die Büroräume und die Druckerei zur Verfügung. Ferner werden kostenfrei die notwendigen Konferenzsäle für die Abhaltung der Konferenz angeboten. Des weiteren teill die Statdverwaltung in dem Schreiben mit, daß sie 7099 Hotelzimmer für die Teilnehmer der Konferenz zur Verfügung habe mit einem Höchstpreis von 16 Mark täglich einschließlich Verpflegung. Der Press« wird hierbei eine Ermäßigung von 29 Proz. gewährt. Ferner verpflichtet sich die Stadtoerwallung von Barcelona zur kostenfreien Beförderung der Konferenzteilnehmer auf sämtlichen städtischen Verkehrs- Mitteln. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat dem Vertreter von Barcelona mitgeteilt, daß er das Einladungsschreiben dem gegenwärtigen Präsidenten des Völkerbundsrates, dem englischen Außenmibister henderson in London persönlich vorlegen werd«. Zur Zeit bewerben sich acht europäische Städte um die Abrüstungskonferenz: Genf, Lausanne, Barcelona, Biarritz, Cannes, Nizza, Wien und Vlchy. Kommandanten besuchen sich. Rom. 13. März.(Eigenbericht.) Die französische Meldung, daß die englische und die französische Flotte sich nächstens im Hafen von Spezia zu einem Besuch der italienischen Flotte einfinden und so da« Flottenabkommen feiern werden, ist hier zum zweitenmal entschieden demen- t i e r t worden. In Aussicht genommen sei lediglich«in Besuch des neuen Kommandanten der englischen Mittelmeerflotte. Dieser Besuch sei schon vor Monaten verabredet gewesen und bedeute nichts andere« als den üblichen Höflichkeitsaustausch eines neuernannten Kommandanten gegenüber dem italienischen Mittelmeerkomman- danten... Sowjetschiff ,Max Hölz�. Moskau, 13. März. Auf der Leningrader Werft sind die ersten zwei russischen Motor- schisse fertiggestellt worden. Die beiden Schiffe, die je 3999 Tonnen groß sind, werden in den Dienst Lenlngrad-Odessa eingesetzt. Die Schisse werden die Namen„Max hölz" und„Bela Kun" erhalten. Hakenkreuz-Kaufmann muß vor Gericht Vergebliche AbleugnungSversvche. Der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnet« und Gauleiter in Hamburg, Kaufmann, versucht die gegen ihn erhobenen ichwaren Beschuldigungen des Ehrenwortbruch«», des Ordeusfchwindels und der schweren Urkundenfäl- schung abzuleugnen. Er hat den Herausgeber der antifaschistischen In Thüringen. Oer VoltSparteiler:„Fein Hab ich den Zungen ausstaffiert! � »Au weh!* Immer weiter vorwärts! Der Aufklärungsfeldzug der Partei. Die Sozialdemokratie sorgt mit ihrem AufklarungS- seldzug dafür, daß die Volksbetrüger vom Hakenkreuz vor aller Qeffentlichkeit in ihrer wahren Gestalt gezeigt werden. Anch in der ersten Märzwoche war in den Partei» bezirken überall eine erfreuliche Aktivität festzustellen. Brand enburg-Grenzmart berichtet von 81 öffent» lichen Beranstaltungen. Ueberall sehr guter Besuch und ousge- zeichnete Stimmung. Der Ortsvcrein Hammer, Kreis Niederbarnim, konnte seine Mitgliederzahl von 11 auf 42 steigern. Am Oberrhein große Kundgebungen in Köln. Koblenz und Gummersbach mit insgesamt 19 999 Teilnehmern. Auch in kleineren Orten gut besuchte Versammlungen. Hannover hat in den letzten zwei Wochen 133 öftentliche Versammlungen durchgeführt. Allein 13 Ortsvereme haben seit Herausgabe der Parole:„Wo bleibt der zweite Mann?" 734 Mitglieder gewonnen. Braunschweig hat 6 neue Ortsgruppen mit 99 Mitgliedern gründen können. 798 Wahlveranstaltungen wurden durchgeführt. Der Ortsverein Braunschweig Hot 213 neu« Mitglieder gewonnen. Oestliches Westfalen meldet 13 öffentliche Versammlungen, Hessen-Nassau 43 öffentlich« Veranstaltungen und 494 Neuaufnahmen seit 1. Februar 1931, Hessen-Offenboch 22 öffelitüche Versammlungen mit 3909 Besuchern, Hessen- Kassel 49 Veranstaltungen mit 8009 Anwesenden, außerdem die Gründung drei neuer Ortsgruppen. Der Bezirk Pfalz hat eine erfolgreich« Versammlungsaktion mit dem italienischen Parteifreund Mario Corsi durchgeführt, 24 Versammlungen mit weit über 29 999 Teilnehmern. An den 16 Bildungsvorträgen des Genossen Döring beteiligten sich 3999 Hörer. Baden berichtet über 33 öffentliche Versammlungen. Der Bezirk Franken hat außer einer großen Kundgebung in Nüxn- berg 48 öffentliche Veranstaltungen mit 8990 Personen abgehalten. Die Parole:„Wo bleibt der zweite Mann?" brachte der Partei in der 1. Märzwoche über 400 neue Mstglieder. In kleineren Orten haben einige Genossen 12 und 14 neue Mitglieder werben können. In Schopsloch, einem Ort von 1900 Einwohnern, ist die Partei- Mitgliedschaft auf 280 angewachsen, so daß jetzt jeder vierte Er- wachsene Mitglied der Partei ist. Bezirk Ob erpfalz-Niederbayern berichtet über elf gut besuchte Veranstallungen und di« Gründung neuer Ortsgruppen. Auch die Waterkant steht nicht zurück. S ch l e s w i g- h o l st« i n meldet 32 öftentliche Versammlungen. Der Besuch war überall gut und die Stimmung glänzend. In Altona und Kiel sprach Pietro Nenni vor Tausenden. Mecklenburg-Lübeck hat 31 öffentliche Versammlungen mit einer Besucherzahl von 3890 zu verzeichnen. In Pommern haben 8 öffentliche Veranstaltungen stattgefunden, die von über 1400 Personen besucht waren. In Ostpreußen werden besonders erfreuliche Erfolge vom Lande gemeldet. Seit dem 1. Januar konnten 21 neue Ortsgruppen gebildet werden. Dieser Erfolg der ostpreußischen Sozialdemokratie ist besonders hoch anzurechnen! Auch in Mitteldeutschland ist die Partei auf dem Posten. Der Bezirk h a l l e hat in zwei Monaten 292 Versammlungen mit 33 633 Besuchern durchgeführt. Magdeburg meldet für die erste März- woch« 42 Veranstaltungen mit 9080 Besuchern. Auch im Reich« Fricks sind unsere Freunde unermüdlich am Werke. Thüringen kann von 37 Versammlungen und 12 Filmveranftollungen berichten, die fast alle überfüllt waren. Auch in Sachsen befindet sich di« Parteiorganisation auf der ganzen Linie im Angriff. O st s a ch s e n berichtet über 26 Dersamm- lungen mit 6830 Besuchern. Auch in kleineren Orten waren die Versammlungen gut besucht. In Obergurgig besuchten etwa 300 Per« fönen di« sozialdemokratische Versammlung, während die Nazis am gleichen Tage nur 30 Besucher aufzuweisen hatten. Zwickau hat 34 Veranstaltungen durchgeführt, die all« sehr stark besucht waren. Leipzig meldet 30 Veranstaltungen mit 7700 Besuchern. Unermüdlich sind auch unsere schlesischen Freunde. Im Bezirk Görlitz wurden 34 öffentliche Versammlungen mit 3728 Anwesen- den abgehallen. O b e r s ch l e s i e n hat im Februar 208 Vcronstal- tungen durchgeführt. In der gleichen Zeit konnten 152 Neuaufnahmen erzielt werden. Der Bezirk N i e d e r s ch l e s i e n hat in der Be- richtswoche 115 Versammlungen mit 21322 Besuchern durchgeführt. Ueberall waren die Kundgebungen vom prächtigen Kampfgeist ge- tragen. Aus allen Bezirken ergibt sich ei» einheitliches Bild: Die Sozialdemokratie marschiert! Noch ist der Gegner nicht geschlagen. Aber er ist längst in die Verteidigung gedrängt. Wir wollen werben, wir wolle» wecken, und immer wieder wollen wir daran erinnern: Wo bleibt der zweite Mann? Pressekorrespondenz, Dr. Klotz, der diese Beschuldigungen verbreitet hat, als Lügner, Verleumder und Ehrabschneider bezeichnet. Dr. Klotz hat darauf den Ehrcn-Käufrnann wegen Beleidigung verklagt. Herr Kaufmann wird sich in der kommenden Verhandlung einem überwältigenden Bewcismaterial gegenüber- sehen. Sein Ableugnugsversuch ist um so dümmer, als die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen in einem parteiamtlichen Bericht des Untersuchungsausschusses der Nationalsozialistischen Partei als voll- ständig bewiesen bezeichnet worden sind. Es wäre im übrigen interessant, zu erfahren, ob gegen Herrn Kaufmann bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung schwebt? „friedliche Bürger" totgeschlagen würden und die Polizei sich außer- stand« erklärt hätte, sie zu schützen. Als der Verteidiger diese An- gaben als Theater bezeichnet, forderte der Nebenkläger di« im Saal befindlichen nationalsozial istis6)en Zeugen auf, mit ihm geschlossen den Rauni zu verlassen und den Kameraden auf der Straße zu Hilfe zu eilen. Jetzt kam es zu einem unbeschreiblichen Tumult im Gerichtssaal und nur der Einwirkung der Verteidigung der Angeklagten war es zu verdanken, daß es im Gerichtssaal nicht ebenfalls zu Zusammenstößen kam. Der Zwischenfall ist von den Nationalsozialisten von langer haild vorbereitet worden. Di« Angaben ihres Anwalts, daß mehrers Nationalsozialisten vor dem Gerichtsgeoöude schwerverletzt, einige sogar in die Fulda geworfen wurden, sind unwahr. Ein stürmischer Prozeß. Ein Hakenkreuzanwalt fordert zum Massenroufhaodel aas. Kassel, 13. März.(Eigenbericht.) In Kassel wird augenblicklich ein Landfriedensbruchprozeß gegen rund 100 Kommunisten verhandelt. Mehrere Nationalsozialisten treten als Nebenkläger auf. heute kam es in diesem Prozeß zu heftigen Tumulten. Der Nebenkläger hatte vor dem Sitzungszimmer davon gesprochen, daß das Gericht Ausnahmen mache, wenn das „organisierte Verbrechertum" angeklagt wäre. Mit diesen Aus- nahmen meinte er. daß das Gericht für die 97 Angeklagten Essens- und Frühstückspausen einlege, in denen die„Rote Hilfe" für die notwendig« Verpflegung sorgt. Das Gericht wies den Ausdruck des Naziverteidiqcrs mit aller Schärfe zurück. Gegen Schluß der Sitzung hatten sich vor dem Gericksisgebäuda etwa 39 Nationalsozialisten eingeftinden, di« mit den dort wartenden Kommunisten zusammenstießen. Der Vertreter der Nebenkläger i orderte deshalb Unterbechung der Verhandlung, da auf der Straß« Obstruktion in Oanzig. Gesetz gegen Mißbrauch der nameniiichen Abstimmung. Dauzig, 13. März. Die Sitzung des Volkstagss dauerte zwölf Stunden bis Frestag früh 3.39 Uhr. Infolge der kommunistischen Obstruktion mußten zum Haushalt über hundert namentliche Ab- stimmungen vorgenommen werden. Gegen Mitlernacht wanm bei einem Abändexungsantrag plötzlich nur 33 Stimmkarten(statt 37 der Regierungsmehrheit abgegeben worden. Der Präsident berief eine neu« Sitzung auf«ine Viertelstunde später ein. Inzwischen wurde festgestellt, daß zwei von Zentrumsabgeordneten abgegebene Stimmkarten verschwunden waren. Es kam»i einer erregten Auseinandersetzung zwischen einem Deuffchnationaken und einem Kommunisten, der seinem Gegner ein Glas Wasser ins Gesicht schüttete. Ein Handgemenge wurde im letzten Augenblick vermieden. Um nicht bei der dritten Lesung wieder hundert« von namentlichen Abstimmungen zu erleben, haben di« Regierungsparteien eine Abänderung der Geschäftsordnung beantragt. Kampf der Arbeitslosigkeit! Oer Staat muß eingreifen. Dr. B e r g e r- Bochum vom Verband der Bergbauindustrie- arbeiter. unterbreitet uns einen Vorschlag zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit. Er verlangt einen„Beimischungszwang von Arbeitslosen". Dr. Berger erinnert zunächst an die De- mvbilmochungsbestimmungen nach dem Krieg« und schlägt eine „Notbeschäftigunaspflicht" vor. Er geht von der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit des Jahres 1923 aus: 1329 waren rund 19 Mill. Arbeitnehmer beschäftigt, davon etwa 14,5 Millionen in Industrie, Handwerk, Handel und Verkehr. Di« Zahl der Arbeitslosen belicf sich 1929 durchschnittlich auf 1,9 Millionen. So groß dürfte vielleicht auch der K e r n der heutigen Arbeitslosigkeit unter Berücksichtigung der ziemlich starken Fluktuation zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen veranschlagt werden— zehn Prozent d er 1929 Beschäftigten. Skizze die Hotbeschästigungspslichl. Die Notbeschäftigungspflicht ist eine ösfentlich-rechtliche Verpflichtung der Arbeitgeber zur Erfüllung eines Notbeschäftigungz- falls in Höh« von zehn Prozent der in Industrie-, Handwerks-, Handels- und Verkehrsbetrieben 1929 durchschnittlich beschäftigt ge- wesenen Arbeitnehmer. Das Notbeschäftigungssoll wird allen Be- trieben der genannten Wirtschaftszweige, die 1929 zehn und mehr Arbeitnehmer beschäftigt hatten, auferlegt. Für seitdem stillgelegte Betriebe, deren Produktions- oder Verkaufsquote auf ander« Be- triebe übertragen worden ist, trifft die Notbeschäftigungspflicht der Quotenerwerber. Dem zuständigen Arbeitsamt muh bis zu einem bestimmten Stichtag(1. April 1931) bis zu dem der Arbeitgeber das freie Auswahlrecht besitzt, die geforderte Neueinstellung gemeldet werden. Von dann ab weisen die Arbeitsämter Arbeitslose zu, deren Einstellung in die Zlrbeitnehmerschast des Betriebes nicht oerweigert werden darf. Noteingestellte dürfen nicht vor Ablauf einer Sperr- frist wieder entlassen werden. Pelezschoslsoermiaderungen (Stamm plus Roteingestellte) dürfen, der Anregung der preußischen Regierung folgend, solange nicht vorgenommen werden, als bei einer, Verminderung der ArMitszeit noch mindestens für 4 9 Wochen- ft u n d e n oder 5 Tagcsschichten Beschäftigung gefunden werden kann. Diese Verpflichtung ist der Unternehmung(Konzern), nicht den Einzelbetrieben aufzuerlegen, um Fälle wie Meiderich aus- zuschliehen. Belegschaftsvermirtderungen gleichzuachten sind Betriebsstillegungen und Bctriebseinschränkungen unter 36 Stunden wöchentlich. Damit zu verbinden ist der Gütermannsche Vorschlag, lleberskunden mit einem hohen Aufschlag zu Gunsten der Arbeitslosenversicherung zu belegen. Dazu hat Gütermann kürzlich vorgeschlagen, die Beiträge zur Ar- t»eftslofenversicherung nach der Zahl der Wochenarbeitsstunden a b- zu staffeln. Beide Gedanken sind verwertbar, etwa so: Erheben eines Beitrages von 199 P r o z. des Lohnes von sämtlichen Betrieben oller Wirtschaftszweig« für jede Arbeitsstunde über 44 Stunden in der Woche; Betriebe, die das Notbefchäftiaungs- soll erfüllt haben, unterliegen diesem Zuschlag erst für all« Arbeits- stunden über 43 Stunden in der Woche. Die allgemeine Senkung der Crwerbslofenbeiträge erfolgt entsprechend der Entlastung der Versicherung. Die Verwirklichung des Notbeschäftigungssolls ist durch Straf- und Zwangsmaßnahmen zu sichern. Für jede schuldhoft nicht be- setzte Arbeitsstelle ist ein« Buße zu bezahlen. Di« verwaltungsmäßige Durchführung liegt bei den Demobil mochungskommissa- ren und den Arbeitsämtern. Nach dem Modell der Ver- ordnung über Preisbindungen für Markenwaren sind Karlellabreden für nichtig zu erklären, wenn das Notbeschäftigungsfoll der Kartellteilnehmer nicht e r f ü l l t ist. Soweit die K r« d i t g e b a r u n g der deutschen Wirtschast öffentlich beeinflußt werden kann, ist der Wiederein- stellungskoeffizient als ein wefentlich mitibestimmendes Merkmal zu bezeichnen. Das gleich« gilt für öffentliche A u s t r ä g e, für Steuer st un düngen und dergleichen. Alle zur Aufstellung und Veröffentlichung einer Geschäftsbilanz verpflichteten Unternehmen haben gleichzeitig ein« B e s ch ä f t i g u n g s b i l a n z zu veröffent- lichen. Bei der Ueberführung unseres Wirtschaftslebens vom Krieg in den Friedenszustand mußten etwa 6 Millionen Menschen in wenigen Wochen demobilisiert, d. h. aus dem militärischen Beruf heraus in einen zivilen übergeführt werden. Die heutige Aufgabe ist eine ähnliche. ihre Lösung erfordert daher ähnliche Maßnahmen. Was die Privatwirtschaft aus eigenem Organisationsvermögen nicht zu- stand« bringt, muß im volkswirtschaftlichen Interesse vom Staat er- zwungen werden. Dazu muß man sich vor dem Chaos entschließen. Ohne uns den Vorschlag Dr. Bergers vollinhaltlich zu eigen zu machen, möchten wir doch heroorbeben, daß in ihm Anregungen ent- halten sind, die bei dem unvermeidlichen Eingreifen des Staates zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit sehr wohl verwertet werden können. Man braucht nicht van einem zeitlich bestimmten Beschäftigungsgrad auszugehen, um Erleichterungen zu schaffen für die Betriebe, die ihre Arbeitszeit dem Be- schäftigu i, gsgrad ihrer I n d u ft r i e anpassen, da- gegen Erschwerungen und Belastungen für die Betriebe, die schemotisch eine Arbeitszeit aufrechterhalten, die angesichts der katastrophalen Arbeitslosigkeit nickst zu rechtfertigen ist. Besondere Vergünstigungen könnten auch bei Einstellung von älteren Arbeitern und A n g e st e l l t e n gewährt werden. Reichsbahn ist ein Musierbeirieb. Aber nur für Sozialreakfionäte. Die L o h n a b b a u z u m u t u n g« n, die die Rcichsbahnhaupt- Verwaltung an das Personal stellt, sind ein starkes Stück. Durch Arbeitszeitverkürzung und Feierschichten ohne Lohnausgleich ist einer großen Anzahl von Arbeitern bisher dos Einkommen bereits bis zu 21 Proz. gekürzt worden. Darüber hinaus verlangt die Reichs- bahnverwaltung noch einen Abbau des Lohnes bis zu 13 Proz. Dabei Handell es sich vielfach um Arbeiter, die bisher nur einen Stundenlohn von 34 bis 69 Pfennigen hatten. Daß unter solchen Umständen der Einheitsverband und ebenso die übrigen Tariforgonisationcn jeglichen Lohnabbau ablehnen mußten, versteht sich von selbst; denn wenn die Forderungen der ReichsbahnvernKiltung verwirklicht würden, dann würden unzählige Eisenbahnarbeller reif fürs Armenhaus. Wir sind gespannt darauf, ob sich ein Schlichter findet, der den Mut hat, den bereits hungernden Eisenbahnarbeitern nach dem Willen der Hauptverwaltung das Brot förmlich vom Munde lvegzureißen. Schon in der kommenden Woche muß sich zeigen, ob hinter den Worten des Reichsarbeitsministcrs, wonach er von einer Kür- zung der Reallöhne nichts ivissen will, auch ein Wille steht. Der Lohnabbaulvller— das wird man wohl auch im Reichsarbeitsministerium begreifen— hat sich sehr bösartig«nt- wickelt. Irgendwann und irgendwo muß jetzt ein Punkt gemacht werden. Zweckloses Schlichiungsverfahren. Zn der Holzindustrie. Die Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß, die vor einigen Tagen zum Abschluß eines neuen Lohn» und Manteltarif- vertrage? für die Berliner H o l z i n d u st r i e geführt wurden, waren infolge des Festhaltens der Unternehmer an ihren ungeheuer- lichen Anforderungen ergebnislos verlaufen. Am Donnerstag trat nunmehr die Kammer des Schlichtungsausschusses zu- sarnmen, um in diesem Lohn- und Tarissireit eine Entscheidung zu fällen. Da aber, wie vorauszusehen war, auch in der Schlichtung»- kammer ein« Ueberbriickung der Gegensätze zwischen den beiden Parteien nicht zu erzielen war, blieben die Beratungen der Schlich- tungskammer ergebnislos. Man will nächste Woche Donnerstag noch- mals einen Versuch machen, der aber bei der Haliung der Unter- nehmer ebenso«pgebnislos bleiben wird. Gegen den Faschismus. Kundgebunq des ADS. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund hatte im Anschluß an seine Bundesausschußsitzung gestern zu einer Kund- gebung gegen den Faschismus eingeladen, lieber„Die Geiahren der faschistischen Durchsetzung der Beamtenschaft" sprach der Bundesvorsitzende Falkcnberg, der die geistige Grundlage des Faschismus in eindringlicher Weise beleuchtet« und den fahrigen Patriotismus der Nationalsozialisten kennzeichnet«. Sowohl aus dem Programm der Nationalsozialistischen Partei, als auch aus dem Organisationsplan der faschistischen Betriebszellen- organifation gehe mit aller Klarheit hervor, daß die Hitlerpartei die größten Anstrengungen mache, um die Beamten auf dem Wege der Zellenbildung zu sich herüberzuziehen. Bei der augenblicklichen Wirtschaftslage Deutschlaiids sind die Gefahren faschistischer Zellenbildung natürlich größer als in normalen Zeiten. Nur so sei es zu erklären, daß bei den W a h l e n breite Schichten der j Beamten den Nationalsozialisten ins Garn gegangen feien. Der von den Nationalsozialisten bestimmte politisch« Kurs sei geeignet, den Beamten die Augen darüber zu öffnen, daß ganz besonders für sie das Dritte Reick» ein« Vernichtung aller seit der' Staatsiimwälzung gewonnenen ireiheitlichcn Einrichtungen bedeute. Das gesinnte Volk habe dos größte Interesse an einer sreiheitlich denkenden Beamtenschaft und an einem auf sortschrittlichem Boden arbeitenden Beamtcnkörper. Die Beamtenorganisationen hätten daher die Pflicht, alle nationalsozialistischen Versuche, die Beamten- schaft vor ihren Parteinxigen zu spannen, im Wege des Gegen- cngrfffs abzuschlagen. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgt««ine lebhaft« Diskussion, in der im wesentlichen an Vorkonrmnisien aus der Beamtenpraxis die Ausführungen des Redners bestätigt wurden. Vormarsch bei den Beiriebsraiewahlen. Die 3st0 Pf. und 1 Mark, wirksam unterstützt durch Leodor-Edel- Seife, Stück 60 Ph, w allen Ehlorodanb VerlaufsMeu zu haben. 3lr. 123• 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 14. März 1931 Riesenküche am Funkturm Heute Eröffnung der Gastwirtsmesse und Kochkunstausstellung 3a den Ausstellaagshallen am Kaiserdamm siadel heui« die Erössaung der?. R e i ch s g a st w i r l s- messe und der Kochkunstausstellung stall. Diese alljährlich wiederkehrende Leistungsschau der gastronomi- scheu Industrie bringt wieder zahlreiche interessante Neuerungen. Sie erhält durch die Zlngliedening der grasten Kochkunstausstcllung eine wertvall« Ergänzung als„Riesenküche". Gestern waren nach Tausende van Arbeitern dabei, den Ständen den letzten Schliss Z» geben. Neben dein rein Fachlichen gibt es auch sür den Laien viele interessante Dinge zu sehen. Sa präsentiert sich dein Beschauer ein Modell der Umgebung des Pariser Platzes mit dem Brandenburger Tor und der Charlattenburger Chaussee bis zum Funkturm hin, zusammengestellt aus— B a ck w a r e. Der Leiter des Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrs- amts der Stadt Beckiri, Dr. Schick, kannte in einer kurzen Bc- grüstungsansprache feststellen, daß durch den erfolgreichen Abschluß der beiden ersten Veranstaltungen des großen Berliner Ausstel- lmigsjahrcs 1931, der„Grünen Woche" und der„Internationalen Autamobilausstellung", der volkswirtschaftliche- Wert des Berliner Fachausstellungswesens auch für Zellen schwerster wirtschaftlicher Depression vor aller Welt erneut bewiesen wurde. Die 9. Reichs- gastwirtsmess« und Kochkunstausstellung Berlin 1931 als dritte große Schau im Berliner Ausstellungsprogramm dieses Jahres stütze sich auf einen mll rund 239 990 Gaststätten volkswirtschaftlich äußerst bedeutsamen Gewcrbezweig, der rund S'A Millionen Menschen direkt und indirekt ernähre. An die Ansprache schloß sich eine Führung durch die Zlusstrllungshallen an, der u. a. auch Stadtrat Czeminsky als verantwortlicher Dezernent für das Messewesen der Stadt Berlin beiwohnte. Die Ausstellung ist ab heute bis einschließlich Donners- tag, den 19. März, täglich von 19 bis 29 Uhr geöffnet. Die ch a l l c 1, die größte des Ausstellungsgeländes, ist de? großen industriellen Leistungsschau des gastronomischen Gewerbes gewidinel. Etwa 59 9 Aussteller geben hier eine geschlossene Uebcrsicht über das gastronomische Gewerbe. Die Metallwaren- und Maichineniiidustrie bringt eine ganze Reihe Neuerungen, die einer Berbilligung und Verbesserung der Wirtschaftsführung dienen sollen. Die Kochkunstausstellung in der ch a l l e 3 zeigt neben Spitzenleistungen internalionaler Kochkunst auch die Qualitätsküche des«infachen Mannes in mannigsachen Variationen. Der Zweck- vcrband der Bäckermeister hat«ine Kollektivschau„Unser tag- l i ch Brot" ausgebaut. Auf dem Stand der Fleischerkunstfach- schule sind plastische Arbeiten aus den Fettigkeiten zu sehen, die man ohne künstliche Formung im allgemeinen noch höher schätzt. In der großen F u n k h a l l e hat man rund 259 Gas» koch- und B a ck h e r d e der Städtischen Gasgesellschafl aufgestellt. Sie stehen in Reih und Glied Herd an Herd, jeder einzelne mit einem eigenen Gasmesser ausgerüstet. Hier soll das große Pr«iS- we t t k o che n als besondere Sensation der Messe stattfinden. Nicht nur die Hausfrauen, sondern auch die Junggesellen sollen um die Wette kochen. An einem besonderen Tag« werden sich Prominente der Bühne und des Films in dieser Riesenküche am Kaiserdamm «in Stelldichein geben, um für das liebe Publikum nicht zu spielen, sondern zu kochen! Gefängnis keine Erziehungsanstalt? Zwei Urteile— zwei Auffassungen Sin mckefirafter Zwanzigjähriger ist wegen schweren Diebstahls von zwei Instanzen verurteilt worden; von der ersten zn eineinhalb Iahren Gefängnis, von der zweiten zn neun Monaten. Wohl selten sind zwei Urteile über einen Menschen wit so verschiedenen Begründungen in die Well hinaus- gegangen. Am 21. Juli vorigen Jahres stellte der Inhaber der Kakadubar bei völlig unbeschädigten Türen und Schiösiern dos V e r s ch w i n° den von 3999 M. aus seinem Safe fest. Der Verdacht fiel auf den zwanzigjährigen Ba r m i x e r 0.: er war nicht mehr zur Arbeit erschienen. Ende Oktober stellte sich O. der Polizei, erzählte von einer Fahrt, w,.Klepperboot von.. Hatnbvrg. nach L? Hagre,.voy...d.l>rl. nach Paris, von abenteuerlichen Irrfahrten durch Deutschland.And der- .gleichen mehr. In!>cr Gerichtsverhandlung vor' dem' Sch'ö's f« n° gericht Charlottenburg am 19. Dezember vorigen Jahres ließ er das Abentenrerlügengcbäude sallen. Was blieb, war doch noch abenteuerlich genug. O., Sohn eines Grundbesitzers und einer Offizicrstochtcr, von Hause aus schwer belastet, besuchte das Gym- nasium, konnte wegen mangelnder Mittel nicht weiierftndieren, lernte Maschinenschlosser und beging, löjährig, aus Liebe zu einem Mädchen einen Selbstmordversuch mit Gas. Nach der mißglückten Flucht aus dem Leben glaubte er nickst zu Hause bleiben zu können, er ging auf ein Schiff als Steward, machte eine Reife nach Australien und wurde nach seiner Rückkehr zuerst Page, dann Barmixer in der Kakadubar. Ein intelligenter Bursche, fühlte er sich vor andere Auf- gaben im Leben gestellt, als in einer Bar zu mixen. Ergebnis solcher Ueberlegungen war, daß er beschloß, den Inhaber der Kakadubar zu bcstehlen. Er machte Abdrucke von den Schlüsseln zur Wein- ausgab« und von den zum Safe gehörigen Schlüsseln, seilte nach diesen Abdrücken alte Schlüssel zurecht und begab sich am 21. Juli gegen 4 llhr morgens in die Bar, entnahm dem Safe 1999 M. und eine Kassette mit 2999 M. und Schmucksachen, wechselte aus dem Rückwege fünf Droschken und legte sich zu Bett, als wäre nichts geschehen. Am nächsten Tag ließ er sich auf die L i c b c s i n s e l im Tegeler See übersetzen und lebte hier als Robinson bis Ende Oktober im Zelt. Auf einem felbstgezimmcrtcn Floß gondelte er zwischen Liebcsinsel und dem Festland hin'und her, besorgt« sich die.. Mwchdige),, Lebensm.istil. käujto füx. 499 M.. Bücher, ilnu zu snitvercn.und. empfing die Besuche fesner Braut. Als die KM M. alle waren, stellte er sich der Polizei. Di« IT r t l's b e g r ü n 6 ü n g der ersten Instanz besagte u. a.: Der Angeklagte befindet sich auf dem besten Wege, ein großer Bcrbreckur zu werdcn. Eine milde Beurteilung feiner Verschlungen sei im höchsten Grade ungeeignet. Er müsie merken, daß Verbrechen sich nicht lohnen. Die Straic müsse wie ein Schuß in sein Leben hineinknallen. Er bedürfe einer festen Hand, Erziehung zur Arbeit in dem individuell gestalteten Straf- vollzug. Deshalb fei weder Bewährungsfrist noch Anrechnung der Untersuchungshaft mn Platze. Ganz anders das Urteil der zweiten Instanz. Es rechnete dem Angeklagten auf die Strafe von neun Monaten fünf Monate llnterjuchungshaft an und hob den Haftbefehl auf. Man kann nicht, hieß es in der Urteilsbegründung, aus Erziehungszwecken eine Strafe höher bestimmen, als dies durch die übliche Sühne er- forderlich ist. Das Gefängnis ist keine Erzlehunge- anstatt. Die Strafe soll abschrecken und sichern. Es ist problematisch, ob lange Strafen besser wirken. Das Gericht konnte sich deshalb nicht cntlchließcn, aus Erzichungsgründen eine außer- gewähnlich hohe Strafe auszusprechen. Welche Instanz hat nun das Richtige getroffen? Kriminal- politisch wird man der ersten Instanz zustimmen. Die Strafe soll erziehen. Recht hatte vielleicht die zweite Instanz mit der Behaup- tung, daß das Gefängnis, wie es heute noch ist, auf Menschen wie den Angeklagten nicht bessernd wirken kann. Die Mutter ist bereit. den jungen Menschen auszunehmen, das Juaeiidamt will Unter» ftiitzung gewähren; vielleicht findet der seltsame Abenteurer auch außerlzalb des Gefängnisses die feste Hand, deren er bedarf, und liefert dafür den Beweis, daß die Behauptung der Urteilsbegründung, er fei auf dem besten Wege, ein großer Verbrecher zu werden, ein Trugschluß war. Beginn der 6 Tage 14 Mannschafien am Start der Jubiläumsfahrt! Bevor gestern abend, pünktlich 19 Uhr, im S p o r t p a l a st die Weltmeistcrin im Eislauf, Sonja H e n i e, das Scchstagefeld mir dem Startschuß auf die Jnbiläumsreise schickte, kamen an der 1 45-Stunden-Fahrt nicht beteiligte Berufsfahrer aus die Bahn. Die V o r w e t t b e w e r b e, die sie erledigten und die aus einem Mal- fahren und aus einem 1 9 9- R u n d«»- P u n k l e f a h r e n be- standen, wurden von Gilgen und Schenk gewonnen. Dann ging es zum offiziellen Teil über, der mit einer Ehrung alter Sechstagekämpen eröffnet wurde. Otto Pawke, Karl Rudel, Fritz Hoffmann, Willi'Techmer, Willi Tadewold, Artur Stellbrink, Willi Arend und Walter Rütt, die im ersten Berliner Sechstage- rennen im Jahre 1999 im Zoo waren, absolvierten ihre Ehren- runde, von der Radsportgemeindc jubelnd begrüßt. Der Zeiger der Uhr ruckt am 19 Uhr.. Das Haus ist gut besucht. Di« Teilnehmer bestreiten die übliche Vorstellungsruude, während die Leute mit den Filmapparature» in Stellung rücken. Daim endlich darf Sonja, nachdem das Feld einige tote Runden zurück- gelegt hat, de» Startschuß abgeben: Die Iubiläumsfahrl hat bc- gönnen! Die tägliche(Schlägerei. Nazis-Kommunisten, drei Schußverletzie. Im Restaurant„V i k t o r l a g a r t e n" an der Wilhelms- auein Wilmersdorf hielten die H a k« n k r e u z l« r gestern eine Versanrmlung ab, zu der sich anscheinend auch zahlreiche Kommunisten Zutritt oerjchafst hatten. Es kam mehrmals zu Tumulten, die später auf der Straße ihre Fortsetzung fnnden. Im Verlause der Schlägereien, die sich sämtlich in nächster Nähe des„Viktoriagartens" abspielten. wütfdSfr.läm dsn Gegnern wieder i» reichem Maße vo» der Schu hw as je Gebrauch gemacht.- Drei Persoiic», deren politische Zugehörigkeit nach nicht feststeht, wurden mit Schuß- verletzungen in? Krankenhaus gebracht. Die Polizei nohin ein« Reihe von Festnahmen vor. Freitod einer Berlinerin auf Capri. Mailand. 1Z. März. Die Berlinerin Klara C i ch- B e u n d. die sich seit einigen Monalcn in C a p r i zur Erholung aushäll, übergoß in einem Anfall von Wahnsinn ihre Kleider mit Benzin und zündete sie an. Sie wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus clngelieferl, wo sie ihren Verletzungen erlegen ist. Sie hält ihm ihre Hcmd hin. Das ist ihm peinlich: er hätte das gern vermieden: seine Hände sind immer so feucht und heiß von Schweiß und Fieber. Manchmal gibt er sich selbst die Hand, um sich zu zeigen, wie ekelhaft das ist. Und es beschämt nur, wenn andere sich das nicht merken lassen. Lene, gottlob, Lene ist nicht so: sie ist gut Papendieckisch geradezu.„Ihre Hände sind so heiß. Haben Sie Fieber?" Er lächelt. Oh. es hat nichts zu sagen. Manchmal, ja: oft: eigentlich immer. Ob der Aufenthalt hier seinen Zustand denn noch nicht gc- bessert habe? Dazu sei er doch hier— habe er ihr doch damals gesagt, als er den Hund brachte? Damals... es freut ihn, daß sie sich jenes kurzen Zwie- gesprächs am See entsinnt: es wieder aufgreift: also fort- setzen will gewissennaßen... es freut ihn: aber zu antworten ist schwer. Daß der Arzt in der Kreisstadt ihm längst auseinandergesetzt hat, gerade diese feuchte Gegend unten am See sei Gift für feine Lunge: daß er dennoch geblieben ist, eben dieser Lene wegen, die da vor ihm sitzt, die so blond ist, die eine so steile Stirne hat, nie, nie wird man diese Stelle hinaufklimmen können mit seinen nassen, abgleitenden Fieber- fingern, nie hineingreifen können in diese Wolke von Blond— also das kann man ihr natürlich nicht sagen. Anderes füllt ihm nicht ein. Er schweigt. „Sie sollten mehr Pflege haben!" Ja. Das sollte er. Und ob sie nicht Platz nehmen möchte. Sie sitzt schon. Aber sie hat vorher den Stuhl mit ihrem Kleidzipfel abgewischt. Das hat sie nicht lassen können.„Jung- gesellenwirtschakt!' entschuldigt sie sich und ihn. Und sie meint: Iudenwirtschaft— denkt er. Sie weist aus zwei große Körbe mit Pfifferlingen..Laben Sie die gesammelt?" „Nein. Maschkes." „Ach so. Sie verkaufen sie bloß?" Jawohl. Er verkauft sie bloß. Die ganze Sinnlosigkeit seines Hierseins jagt ihm dies peitschende Wort„bloß" durchs Hirn. Ein kleiner Handelsjude, dos ist er geworden. Etwas, was seine Rasse längst überwunden hat. Etwas, das ihn scharf von ihr trennt— von ihr, um deretwillen er es wurde. Begreife das, wer kann... „Ich möchte auch Pfifferlinge sammeln. Würden Sie auch meine mit verkaufen?" Das ist Takt von ihr. Takt, der schmerzt. Und man muß ja sagen. Nun aber atmet sie tief. Das ist ein Ausholen. Nun kommts: „Es geht uns nämlich sehr schlecht, Herr Schmitzer. Bitter schlecht. Sie wissen ja, daß wir dies Jahr noch nichts ge- stachen haben. Mein Vater hielt das für richtiger." Herrlich, denkt er. Herrlich, wie sie für ihren Vater ein- tritt. Und sagt:„Dos Pfund Pilze wird mit fünfzig Pfennig verkaust. Manchmal mit sechzig. Maschkes leben jetzt nur vom Pilzverkauf. Korns auch." Warum kann er ihr nichts Besseres, Schöneres sagen? Er wird rot vor Aerger. Er kann nur in Zahlen lieb sein. Zehn Pfennig hat er zugelegt bei den Preisen: damit fällt sein Verdienst weg. Aber das kann sie natürlich nicht wissen. Soll sie auch nicht. „Ja", sagt Lene zum Fenster hinaus,„fürs tägliche Leben wird's ja wohl reichen. Meinem Bater werde ich sagen, daß wir nur für den Winter sammeln wollen, nur für den eigenen Gckbrauch. Mein Vater ist darin so komisch, wissen Sic." Schmitzcr denkt an die leeren Spargelkörbe. Nickt. Hebt auch abwehrend beide Hände. Eine Geste zu viel. Er fühlt es und ärgert sich wieder. Lene blickt noch immer durch die blinden Scheiben. Alle Felder vom Stubbcnland kann man von hier aus sehen. Sehen und vergleichen. Papendiecks grüne Spargelstaudcn sind nicht niedriger, nicht welker als die von Korns und von Maschkes. Sie werdcn also nicht geringer trogen im nächsten Jahr. Aus dieser Uoberlegung holt sie sich Mut. Aus einer unklaren Svmpathie, die sie für ihr verwahrlostes Gegenüber fühlt, gleichfalls. „Herr Schmitzer, Sie sind doch erfahren in— in Ge- schäften. Ich bitte Sie um einen großen Gefallen." „Bitte, Fräulein Papendieck." Und es versinkt eine Welt von Hoffen in diesem„Bitte". Also sie will doch die Stunde vom See nicht fortsetzen. Sie will einen Handelsjuden in Anspruch nehmen. Bitte. Sie spricht indessen. Sehr vernünftig. Daß an«inen Verkauf des Grundstücks natürlich nicht zu denken je!. Weil sich kein Käufer fände, ergänzt er in Gedanken. Und ihm imponiert ihre gemachte Sicherheit. Aber ob man nicht eine Hypothek aufnehmen könnte? Das Grundstück sei noch nicht belastet. Nun ist er dran. Er redet, redet. Hebt die Schultern, legt die Ellbogen in die Hüsten, breitet die Hände. Sagt, daß es nicht möglich sei. Alles in einem Atem. Sie glaubt verstanden zu haben.„Mein Bater würde natürlich die Provision für Sie so hoch wie möglich bemessen." Ein Hieb, der zurücktreibt, weit zurück... er pariert ihn: nimmt sich zusammen. Zu einer Entscheidung. „Ich würde keine Provision berechnen. Fräulein Popen- dieck." Und als sie ihn erstaunt ansieht, und chre Augen so blau sind, so flutend, überflutend blau:„Ihretwegen nicht..." Und das ist das Ende. Er weiß es in dem Augenblick, da er's. gesagt hat. Er möchte den Klang der Worte zurückholen aus dem Raum. Es geht nicht. Es ist zu spät. Er hat sich da- neben benommen. Äie immer. Für immer. Die blauen Augen werden ganz grau. Stählern grau. Wie wenn der See im Winter zufriert. Zufriert... ja. Alles aus. „Ihrer Lage wegen nicht", suchen seine Lippen zu bessern. „Die Situation ist nur vorübergehend so schlecht, Herr Schmitzcr. Ich hatte mich wohl nicht klar ausgedrückt. Ich wäre Ihnen also dankbar, wenn Sie ihre Provision festsetzen würden." Wie hochmütig, wie taktvoll— und aus ist es. Er oer- neigt sich. Sein Herz sagt: Lene, meine Lunge tut weh. Jeden Tag wird sie kleiner. Ihretwegen. Lene, ich bin ein Schmierjudc geworden. Ihret- wegen. Lene, ich besorge die Hypothek: ich lege irgend je-' wanden hinein in Berlin; ich enttäusche irgendein Vertrauen: ihretwegen. Sein Mund spricht: „Also sagen wir: fünf Prozent?" „Ich verstehe nichts davon, was da viel ist oder wenig. Wer ich glaube Ihnen, daß es so richtig ist." Jawohl. So ist es richtig. Alles ist richtig so. Wiedersehn. Wiedersehn. Türkreischen. Kein Händedruck. Aus. Und das— das geschieht im Stubbenland. Wo man ihretwegen bleibt. Statt noch Berlin zu gehen. (Fortsetzung folgt.)'' „Was haben wir verbrochen?" Dic nadjfol3«ni«£lt«c wird uu.s van emtot arbeitslosen Arbeiter sur Verfitgunq gestellt, der In: unter dem erschütternden Eindruck einer erlebten Evisode so formte, wie wir sie, unverändert und ungetür�t. /,mn Abdruck bringen. D. Red. Iis ist morgens H10 Uhr. Langsam, aber unablässig dicht rieselt der Schnee herab. Bor der Friedhofsmauer gegenüber der Bergstraße stehen zehn Arbeitslose, teils derb- wetterfest angezogen. Andererseits ober sieht die Not aus allem, inas sie anhaben. Trotzdem ist alles noch berlinerisch vergnügt. Arbeit ist vom Himmel gefallen, fällt noch immer zu und die Fried- Hofsverwaltung soll für Beseitigung dieser Himmelsfrucht den Beute! vffnen. Aber viele sind berufen und wenige find auserwählt. Langsam sammeln sich mehr Schneeschipper an. Es geht auf 1 Uhr zu. An die 6 0 Man n sind jetzt versammelt. Unruhig mustern die Hintermänner ihre Vorderleute. Wieviel Mann werden gebraucht? Die vorne an der Tür stehen, sind siegesgewiß. Stunde 68 Pf. gibt es. Zirka fünf Stunden Arbeit macht 4,40 Mark. Dafür lohnt es sich schon, vier Stunden vorher mit nassen Kleidern und Füßen zu stehen. Plötzlich erscheint der Friedhossoerwalter, aber nicht durch die Tür, durch die er kommen sollte, sondern von hinten raus aus einem Schuppen. Wie der Blitz ist die ganze Kolonne um ihn her. Ein furchtbares Gedränge entsteht. Verflogen ist alles Kameradschafts- gefühl. Jeder drängt den anderen rücksichtslos, beiseite. 30 Arme mit der Ausweiskarte strecken sich dem Arbeitsbringer entgegen. Fünfzigmal kommt die Bitte um Arbeit und damit um Brot, um dos klägliche Dasein für ein paar Extramark aufzü- heitern. Hin- und herdröngend umflutet die Menge den Verwalter. J}etzt plötzlich ist einer gestürzt. Zwei weitere kommen dadurch zu Fall. Der Verwalter hat sich an eine Wand gerettet und nimmt dort jetzt ganze acht Karten entgegen. Diese acht Mann genüg«,, um die Bürgersteige rund um dos Gebäude vom Schnee zu reinigen. Tiefste Enttäuschung, tiefste Niedergeschlagenheit bei den Ikbri- gen. Wieder einmal umsonst. Das Herz zittert ihnen vor der Hoff- nungslosigkeit daheim., Der zuerst Gestürzte hat sich langsam erhoben: es ist ein älterer Mann mit abgenutzten Kleidern und steifen Gliedern.„W a s haben wir bloß verbrochen", sagt er mehr zu sich selbst als zu den anderem ,choß es uns jetzt so geht? Für nur ein bißchen Warme und Brot erwürgen wir uns hier bald gegenseitig." Dann macht er einen letzten Versuch bei dem Verwalter und bittet mit ganz leiser Stimme um die Arbeit. „Rein, es sind genug!" sagt dieser und fordert alle auf den Friedhof zu verlassen. Alles geht, auch der Aeltere. Mit unendlich traurigen Bewegungen, müde und hoffnungslos schiebt er sich dem Ausgang zu. Neben ihm aber schreitet triinnphierend das graue Gespenst de? Arbeitslosigkeit. Gefälschte Krankenscheine. Betrügereien in einem Bestrahlungsinflitut. Im Ausgang des vergangenen Herbstes wurde bei der M- gemeinen Ortskrankenkasse in Berlin entdeckt, daß mit Krankenscheinen ein Betrug verübt worden war. In einem B e- strahlungs Institut in der Nähe des Moritzplatzes fällten Patienten behandelt worden sein, die Kosten. waren der Kasse in Rechnung� gestellt und auch bezahlt worden.'Berber lltachprüsüng erggb sich nun, daß g a r k e rn e B e ha ndl u n g st att gef un den hätte. Die Krankenscheine'waren gefälscht. Dt« I nhabe-r fst des Instituts wurde fest genommen, behauptete aber, daß die Fälschungen von ihrem Geschäftsführer, dem 38 Jahre alten Wilhelm Wahl oerübt worden seien. Wahl, der daraufhin wegen Betruges und schwerer Urkundenfälschung gesucht wurde, hielt sich verborgen. Gestern ermittelten ihn Kriminalbeamte der Dienst- stelle v. 2 bei einem Freunde im Westen der Stadt und nahmen ihn fest. Wahl bestreitet, sich der Fälschung schuldig gemacht zu haben. Cr ist dem Untersuchungsrichter eingeliefert worden. Betrugsanklage gegen Professor. Eine(Sekunde entscheidet MillionenerbschostSprozeß. Roch in diesem Monak wird sich vor dem Schöfsengerichl in H i r s ch b e r g der Jenaer llniversitätsprofessor vr. 3 ose p h y zu. fammen rail dem Gulsvcrwalter Snauer wegen Betruges zu ver- antworten hoben. Die Tat, die Dr. Josephy vorgeworfen wird, soll sich im Zusammenhang mit einem Streit um eine Million enerbschasl ereignet haben. Bei einem Eisenbahnunglück in Chamonix war im Februar 1927 der schlcsische Rittergutsbesitzer Iosephy samt Gattin und Tochter ums Leben gekommen. Natürlich wurde die große Erbschaft, die er hinterließ, nün sowohl von den Ver- wandten der Frau wie denen des Mannes beansprucht. Nun handelte es sich bei der Entscheidung des Erbschaftsgerichts aber darum, wer der letzte Ueberlebende der drei Getöteten gewesen ist. War die Frau zuerst verschieden, dayn hatten die Verwandten des Mannes Erbanspruch, war der Mann zuerst gestorben, dann erbten die Verwandten der Frau, hat jedoch die Tochter ihre Eltern auch nur um«Ine Sekunde überlebt, so erbten «lle Verwandten gleichmäßig. Der Crbschaftsstreit wurde erbittert geführt. Zweimal wurden die drei Leichen exhumiert und fezlert, um eventuell den Eintritt des Todes feststellen zu können. Es schien unmöglich, die entscheidende Frage zu klären, und die Verwandten einigten sich schließlich auf gütlichem Wege. Zur Erbmasse gehörten mich Wertpapiere im Betrage u o n 60 000 M., die von einem Gutsinspektor verwaltet wurden. Dieser verschwieg nun diese Werte gegenüber dem Nachlaßpfleger und der Steuerbehörde, wie er später angab, auf Anstiftung des Universitätsprofessors Iosephy. Wegen dieses Vorfalles, den Iosephy auf das energischste b e st r e i t e t, wurden Iosephy und Knauer des gemeinschaftlichen Betruges angeklagt. Arbeitslosigkeit uud Berufsschule. Bei der heutigen wirtschaftlichen Krise, wo viele Arbeilskräfte zwangsweise lahmgelegt sind, sollte mehr denn je auch der einzelne sich die Frage vorlegen, ob fem Berufskönneu den Forde- rungen-der Gegenwart genügt. Die Lohre war häufig nur Ausbildung für eine Spezialarbeit und deshalb fehlt oft die nölize Wendigkeit bei der Suche nach Arbeit. Die graphische B e- rufsschule in Berlin SO 36, Wrangelstraße 85, gibt den fungen Berussangehörigen Gelegenheit, m den Werkstätten nicht nur die er- wordenen Kenntnisse zu erhalten, sondern auch zu vertiefen. Das Schulgeld ist gering bemessen, halbjährlich 8 M., und kann in be- sonderen Fällen ermäßigt werden. Außerdem finden Sonderkurse statt in Kalkulation und Buchführung, Photographie usw., Stilkunde, sowie Sprachkurse in Englisch, Französisch, Spanisch(für Anfänger). Rufsisch(für Anfänger rmd Fortgeschrittene) und Latein(für Setzer). Geht man in Gedanken durch den Schloßpark von Charlotten- bürg, so tritt einem der Gegensatz >1111111� Ii!!II 11 7 str- zwischen dem alten und dem l! II' ÜK neuen Preußen vielfach entgegen s! WaB*~ war es doch hier, wo Friedrich Wilhelm II. mit seinen Dunkelmännern sich phantastischen Spielereien hingab. Heute wandell der Fremde und der Einheimische in dem schönen baumrcichen Park umher, der einen stimmungsvollen Rahmen zu dem monumentalen Schloß bietet. An diesem Schlosse haben sich unsere besten Baumeister betätigt: 1699 von Schlüter auf- geführt, wurde es 1706 von Eosander von Goethe vergrößert und mit der Kuppel versehen, schließlich 1742 durch G. von K n o b e l s- d o r f f erweitert. War dieses Schloß das Zeichen der M o n o r ch i e, so habest sich die Bürger in, dem gleichfalls höchst stattlichen Rat- haus ein Denkmal ihrer Arbeü gesetzt. Während diese beiden hochstrebenden Bauten aus das Zentrum der Stadl weisen, begrüßt den von Berlin kommenden noch am Rande des Tiergartens dos weitläufige Gebäude der Technischen Hochschule. Der mit der U-Bahn kommende Besucher befindet sich in der Mitte des gc- schäftigen Lebens, das die Berliner Straße aufweist. In der Bismarckstraße, die in ihrer ganzen Länge untertunnelt ist, befindet sich die„Städtische Oper". Die Bismarckstraße, bekanntlich die direkte Forisetzung der Charlottenburger Chaussee, setzt sich im Kaiserdamm fort, an den» das neue Charlottenburg sich in besonders charakteristischer Weise entfallet hat. Zunächst am idyllischckl L i e tz e n s e e schöne Wohnhäuser, darunter das.Heim der Post- und Telegraphcnbeamtinnen, dann nach Ueberqueren des tiefen Einschnittes der Ringbahn, zur Linken das Messegelände mit dem Funkturm, zu dessen Spitze ein Fahrstuhl hinausführt. Endlich als Abschluß der welle Reichskanzlerplatz. Aber die U-Bahn jetzt sich noch fort, sie erschließt die Reichs strafte mit ihren prächtigen Wohnsitzen und endet in Ruhleben. Diesem neuen Charlottenburg, mit seinen Bauten und Anlagen, das aller- dings zum Bewohnen einen vollen Geldbeutel voraussetzt, hat das alte Charloltenburg kaum etwas Gleichwertiges gegenüberzustellen: an feiner Peripherie entstehen allerdings noch immer neue Sied- lungen, wie Siedlung Heerstraße, Siedlung Richleben, Siedlung Iungsernheide und Siedlung Plötzensee. Auch eine der äliesten Berliner„Villenkolomen" entstand bald nach dem Kriege 1870/71 in W e st e n d..Heinrich Quistorf, wie Strusberg eine Eintogsgröße der Berliner Finanzwclt, legte auf dem den Spandauer Berg hinauf- steigenden Terrain diese Villenkolonie an, die eine Reihe von Katastrophen durchgemacht, aber schließlich doch ihrer Lage und giüen Luft wegen sich durchgesetzt hat. Raum gibt es noch genügend, trotz der erfreulich starken Betätigung der Charlottenburger auf dem Gebiete der Laubengärtnsrei. Die Spree ist für Eharlottenburg vielfach eine Grenze, so namentlich im Norden gegen Siemens- stadt, das zu Spandau gehört. Das ihm zugewiesene Forstgcbiet im Norden, die Iungsernheide links und rechts von dem Schiffahrts- tanal, weist den Bolkspark Iungsernheide auf. Sporr- anlagen sind auch an der Wilmersdorfer Grenze bei E i ch t a m p. Gegen Willnersdorf geht die Grenze zum Kürfllrstcndamm und etwas südlich darunter. ■ Lang ist es her, daß die vornehmen Berliner Eharwttenburg als Sommerfrische wählten und der Durchschnirtsberliner im„Türkischen Cafe" seinen Nachmittagskaffee mit Schlagsahne und die ehrsamen Berlinerinnen in der„Flora", einst eine kleine„tierlose" Kon- kurrenz zum Zoologischen Garten, ihr Kasseekränzchen hielten— an Ersatz für diese geschwundenen„Herrlichkeiten" fehlt es heute nicht. freie Sozialistische Hochschule Heule, den 14. Mirz. 10,30 Uhr, im ehemaliges Herreshau*. Leipziger Sir. 3 Raphael Abramowilsch Mitglied der Exekutive der Sozialisiisdieii Arbciter-Iniernetloaelc Der Funktionswandel der bolschewistischen Diktatur Karten zum Preise von SO Pf.(einschl. Garderobe» sind an folgenden Stellen zu haben: Buchhandlung J. H. W. Olett Nachf. Lindenstr 2. Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65, Deutseher Holzarbeiter-Verband, Am Köllnischen Park 2 u Euchhdlg Rungestr 30. Verband der graph. Hilfsarbeiter, Rmerstr. Ecke Luisenufert Ztgarren- f-'.'geschäffHoKctt.-Bflieittiei 24-2X Verlag des'-t"BiliiüiigSve:rbiande4..d£r, -Oemschen BucbdrucKer, Drejbundstt.s. Zentralverbandder Angestellten, •*""Hedemannstraffe rJ; VsnagSieS'ells'chBH des' ADOB'; Abteilung' Sörth- c wem, insejstr. 63. QeschSfrsstelle des ToueUtenvereins Mamifreuhdc, Johannisstr. 15, und an der Abendkasse. Die allgemeinen Kurse können auch von Jugendlichen anderer Berus« besucht werden. Auskunft jeKerzeit berettwilligft in dm Abend- stunden von 514 bis 9 Uhr in der Berufsschule für das graphische Gewerbe, Berlin SO 36, Wrangelstraßc 85, Zimmer 6a. Das Werk der Brandstister. 300 Drandstistungen in Berlin. Unter den fast zahllosen Bränden, die alljährlich in einer Stadt von der Größe Berlins auftreten und deren Bekämpfung den Feuerwehren hinreichend Arbeit verursacht, befinden sich stets mehrere Schadenfeuer, die auf vorsätzlich« Brandstiftung zurückzu- führen sind. Es übertrifft jedoch die kühnsten Schätzungen, wenn man vernimmt, daß im vergangenen Jahr nach den jetzt vorliegenden endgülligen Feststellungen nicht weniger als 300 Brände vor- sätzlich verursacht wurden. In(mehr als einem Drittel oller Fälle war der Brandstifter von Anbeginn der Untersuchung an bekannt: in weiteren 25 Fällen bestand ein Tatverdacht gegen ge- wisse Personen, die dann auch im Laufe der kriminalpolizeilichen Ermittlung der Täterschaft überführt werden konnten. Bedauerlicherweise ist gerade in Berlin eine äußerst regsam« Tätigkeit der Brandstister festzustellen,' denn von 1437 im ver- yangenen Jahre in den größeren Städten Preußens verursachten Brandstiftungen entfallen etwa 21 Proz. auf die Reichshauptstadt: Essen solgt mit 207 vorjätzlich angelegten Bränden an zweiter Stelle. Außerordentlich hoch ist. serner die Zahl der Brandstiftungen in Bveslau und Halle an der Saale, wo im Lauf« des Jahres 1930 je 96 Schadenfeuer durch Verbrecherhände angelegt wurden. Die Motive zur Tat waren in den weitaus meisten Fällen persönliche Racheakte. „Die gelbe Jacke", ein Märchenspiel, wurde als«in dick- leibiges Bilderbuch vor den Hörern aufgeblättert. Man sab ein naives Bild nach dem anderen und immer noch eins. Es waren viel zu viele. Solche Fülle einfältiger Beschaulichkeit mußte langweilen. Die musikalischen Schnörkel, mst denen man das Spiel etwas sehr reichlich, aber nicht ungeschickt garniert hotte, änderten an dieser Tatsache auch nichts. Die sprachlich au-qezeichnet abgestimmte Ausführung wäre eines gehaltvolleren Stoffss und cipes funkgere-kteren Werkes würdig gewesen.— In der Stunde„Das neue B u ch" sprach Dr. Erich F. Podach über die Neuauflage von Professor Dessoir„Bom Jenseits der Seele". In diesen 10 Minuten wurde über di« Eutwickluna des modernen Okkultismus und die Stellung der heutigen Wissanschast zu ihm soviel Wesentliches ausgesagt, baß die Buchbesprechung auch den Hörern etwas zu geben hatte, denen das Buch selber nie zugänglich sein wird. Hong Friedrich Blunck las zwei eigene Märchen in der Jugenkstunde.'„Die Geschichte vom Klabautermann",«ine Variation des Themas vom„bischer uno siner Fru", umrankt den Märchenftoff geschickt mit ironischer Welt- betrachtung. während'„Der betrogene Zauberer" ganz märchenhaft zusammenfabuliert sst.- Des. CkZeffe der Notwehr. Freispräche im perleberger Soalschlachi-Prozeß. Berleberg. 13. März. Nach viertägiger Prozeßdouer fand heute nachmittag die Ver- Handlung des Erweiterten Schöffengerichts gegen die Teilnehmer an der Saalschlacht im Hotel Stadt Berlin, die sich am 11. September vorigen Jahres bei einer sozialdemokrati- schcn Wahlversammlung ereignete, mit einem Urteil ihr Ende, durch das alle Angeklagten freigesprochen wurden, mit Zlusnohme des Angeklagten Mcbcs, der 3 Monate Gesang- n i s erhielt. Unter Anklage hatten der Lehrer Köll und seine Che- frau, der Oberlehrer McMr'und der Mbischer' Halweg, die Mitglieder der Sozichchemokratischen Partei waren/e ferner der National- sozialist Wtldhagen und der parteilos« Glaser IMebes gestanden. Da di« Vorfälle bei der Saalschlacht zu weiteren politischen Zusammen- stoßen in Perleberg den Anlaß gaben, verfolgte die Bevölkerung diesen Prozeß mit großem Interesse. Der Oberstaatsanwalt kani zu der Feststellung, daß es sich bei diesen Ausschreitungen um E r- zess« der Notwehr handelte, bei denen beide Parteien die Grenzen überschritten hatten. Am schwersten belastet erschien dem Oberstaatsanwalt der Angeklagte Webes. Er beantragte gegen ihn ein Jahr Gefängnis. Das Gericht kam zu einer weit milderen Aufstellung und fällte das obengenannte Urteil. Berufsphotographen stellen aus! Das photographische Gewerbe leidet ebenso wie alle anderen Berufe unter der Mißgunst der Zeit. Die Stille im Geschäft ist aber ein Ansporn, das Beste zu leisten, um durch Qualitätsarbeit voran- zukommen. Die soeben eröffnete Ausstellung Berliner Photographen im Schön«berger Rathaus am.Rudolf- Wilde-Platz unterrichtet sehr gut über den hohen Stand der photo- graphischen Technil und wird ihren Zweck, werbend zu wirken, sicher nicht verfehlen.— Das große Publikum wird bei der Fülle des Gebotenen außerordentlich viel Neues und Interessantes zu sehen be- kämmen. Man sieht dic verschiedensten Arten und Techniken der Photographie und ihre vielen Verwendungsformen, z. V. für Retlame. Neu und originell sind hier die lebensgroßen Figuren von Carl Grieser, die auf Sperrholz photographiert und ausgeschnit- ten wurden. Durch entsprechende farbige Bemalung wirken sie plastisch. Man sieht gute Reklamephotos, Bon Bildnissen fällt der visionär wirkende Kopf Ein st eins auf. Es werden vorzügliche Porträfftudien im Braundruck gezeigt. Eine Reihe wirkungsvoller Aufnahmen aus Technik und Wirtschaft illustrieren die hohen Anforderungen, die an das Können des Berussphotographen gestellt werden. Ein Karlshorster Photograph überrascht mit dein neuen Verfahren des farbigen Bromölumdrucks und mit vorzüglichen Architekturaufnahmen. Mehrere Bromöldrucks führen den Nachweis, daß dos photographische Bild sehr wohl Wandschmuck sein kann, wenn es künstlerisch gesehen und technisch gut behandelt worden ist. Zu erwähnen ist di« Gedächtnisausstellung N. P e r s ch e i d, dieses Meisters der Porträtphotographie. Verschiedener Meinung kann nian dagegen bei der Betrachtung der Photo- Miniaturen sein, die von der ursprünglichen Kunst der Minia- turenmalerei doch zu weit abweichen. Als Havptsehenswürdigkeit dieser Ausstellung ist die von Herrn Dost veranstaltete II e b e r s i ch t der Entwicklung der Berliner Photographie zu nennen: sie bietet eine Fülle belehrenden und osl amüsanten Materials, das von Dagusrrc bis zu den Familienbildern der Vorkriegszeit reicht. Die Ausstellung ist vom 13. bis 23. März von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends bei k o st e n l n s e m E i n t r i t t geöffnet. Wassereinbruch auf �stuhrzeche. Lochum. 13 März. Im den frühem Morgenstunden des Freitags erfolgte auf dt* Zeche„Engels bürg" der Bergbaugrüppe Bochum der Ver- einigte u Stahlwerke ein W a s s er d u r ch b r u ch, der vermutlich van der früheren, jetzt stillgelegten Zeche„Genera l" oder„Marianne" feinen Ausgang genommen hat. Die sechste und siebente Sohl« stehen unter Wasser. Die Nachtschicht konnte noch rechtzeitig ausfahren. Einige Grubenpferd«, die nicht rechtzeitig herausgeschafft werdez» konnten, sind ertrunken. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Theater in«fler KlesterstraOe Zeltdrama von Dr. C rede, Verfasser des Dramas§ 218. Vorzugskarten für Sonnabend und Sonntag, zum Preise von 90 Pfennig sind in unserem Büro Lindenstraße 3, 2. Hof II, Zimmer 9, zu haben. Ltngetreve Gemeindebeamte. Unterschlagungen in der Gemeinde Königswusterhausen. Die im März vorigen Jahres aufgedeckten Unlerfchlagun- g e n. die der Zgjährige Gemeinderendant Richard h o f f m a n n und der frühere 40jährige Gemeindekassierer Konrad Breil bei der Gemeindeverwaltung in Königswusterhause« begangen haben, fanden heute vormittag vor dem Erweiterten Schöffengericht Reukölln ihr gerichtliches Rachfpicl. Die beiden Gemeindebeamten haben sich nach der Anklage wegen Amtsunterschlagung und schwerer Urkundenfälschung im Amt ,zu oerantworten. Die Aeruntreuungen wurden bekannt, als im Mörz vorigen Jahres ein« aufjerordcntliche Kassen- r e v i s i o n durch die Girozentrale der Provinz Brandenburg auf Veranlassung des Gemeindevorstehers Wentzel erfolgte, bei der für choffmann die Gefahr der Entdeckung seiner Unterschlagungen bestand. Einige Tage vor dem angesetzten Termin der Revision machte Host- mavu die überraschend« Mitteilung, daß er Gelder aus der Kaste genommen habe. Um einer eingehenden Untersuchung zu entgehen, zahlte Host mann zunächst 7000 M. zurück. Eine genaue Unter- suchung ergab aber, daß fest November 1923 im ganzen 50000 Mark veruntreut worden waren. 34 000 M. nahm Hoffmann auf sein Konto, während fast die gesamte restliche Summe im Laufe der Er- mittlungen dem Mitangeklagten früheren Gemeindekassierer Breil zur Last gelegt wurden. Breil schied Anfang 1929 auf eigenem Wunsch aus dem Amt. nachdem er wegen Amtsunterschlagung zu sechs Monaten Gesängnis verurteilt worden war, und zwar für Unterschlagungen, di« er in den Jahren 1926 bis 1928 verübt hatte. Bei den damaligen Ermittlungen gegen Breil fungierte der jetzige Hauptangellagte Hostmann als Kontrolleur, so daß durch diesen Um- stand vereitelt wurde, daß schon damals die ungeheuren Unregel- Mäßigkeiten völlig ans Tageslicht kamen. Da Breil auch in den Jahren 1923 bis 1926 mit Hoffmann fortgesetzte Unterschlagungen und Fälschungen der Kastenbücher vorgenommen hatte, ist er jetzt erneut mit Hoffmann zusammen unter Anklage gestellt worden. Die Angeklagten waren in der Verhandlung geständig und ver- suchten einen Teil der Schuld auf die Gemeindever- w a l t u n g zu schieben, die es angeblich an der nötigen Aufsicht habe fehlen lasten. Das Gericht verurteilte Hoffmann zu 1 Jahr 3 Mo- uateu Gefängnis und Breil zu 9 Monaten Gefäng- uis, wieder unter Einschluß seiner früheren Strafe. Während Hoffmann das Recht zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt wurde, erhiell Brest Bewährungs- frstt, da er aus Leichtsinn gehandelt habe und ihm nur nachgewiesen werden konnte, im ganzen 3600 Mark erbeutet zu haben, während Hoffmann etwa 40 000 Mark unterschlagen hätte. Als mildernde Umstände wurden die primitive Buchf-ührung und die völlig unzureichende Koutrolle der Gemeindekasse berücksichtigt._ J Oer lockende(Sprii. Zwei Geheimbrennereien ausgehoben. Au zwei verschiedenen Stellen hat die Zollfohndungsstclle Berlin. Luisenslraßc. geheime Sprilbrennereien ausgehoben. In der Ortschaft B a n t i k o w zwischen Königswustcrhauscn und Pyritz hatte ein Mann ein einsam gelegenes Gehöft be- zogen. Er wurde mehrmals dabei beobachtet, wie er auf einem Handkarren Kanister zum Bahnhof brachte und sie als Gepäck mit nach Berlin nahm. Nachforschungen ergaben, daß er die S armen bei Gastwirten in den kleinen Lokalen am Stettiner Bahnhof absetzte. Bei einer überraschenden Durchsuchung des Gehöfts in Bantikow fanden die Beamten eine klein« Brennerei, in der Sprit hergestellt worden war. Bei der Rückkehr von einer„Gc. schäftsfahrt� wurde der Brenner festgenommen. Er ist dem Richter vorgeführt worden. Ein verdächtiger Berkehr war auch von den Beamten in einem Hause in der Elsäsjer Straße im Morden Berlins beobachtet worden. Dort hatte«in Mann für zunächst unbekannte Zwecke Kelle xräume gemietet. Er mußte aber bemerkt haben, daß er Verdacht erregt hatte, denn einige Tag« ließ er sich nickst sehen. Gestern, Freitag, wagte er sich wieder heran und wurde von den Beamten, die auf ihn warteten, am Kragen genommen. Auch er hat in dem Keller mit primitiven Hilfsniitteln Sprit gebrannt. An beiden Stellen wurden die vorgefundenen Geräte beschlagnahm� und abtransportiert._ Feierstunde der Sozialen Radiohtlfe. Die Soziale Radiohilfe veranstaltet am Sonntag, dem 15. März 1931, 11 Uhr vormittags, im Festsaal des Zentralinstitut'-. für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 120, ein« Feierstunde, deren Festrede die Vorsitzend» der Arbeitcrwohlfahrt, Genossin I u ch a c z, halten wird und an der Gertrud E y s o l d t, Toni van E y k, Paul G r a e tz, Alfred B e i e r l e, die Akwelle Kleinkunstbühne und das Lachorchester unter Leitung von Dr. Woljgang Herbert mltwirken. Die Soziale Radiohstfe stellt Erwerbs- beschränkten und Erwerbslosen, sowie öfteittlichep An- stalten Rundfunt-Cmpfangsapparate kostenlos oder gegen Rückerstatwng der Selbstkosten zur Berfügiing. Der Rein- ertrag dieser Veranstaltung wird ausschließlich für diesen Zweck verwendet. Otto-Reutter-Gedächkaisseier im winlergarlco. In einer Ge- dächtnisfeier für Otto Reutter. die von der Internationalen A r t i st e n l o g« am Sonntag, dem 15. Mörz, mittags 12 Uhr, im Wintergarten veranstaltet wird, hall der Präsident der AAL., Alfred Fossil, die Gedächtnisred«. Im Zeichen der Rückerinnorungen bringen bekannte Berliner Künstler Teile aus Rentters Vorträgen. Es wirken u. a. mit: Willi Schocffers, Erich Tarow, Viktor Schwan. necke, Schorfch Ruselli, Hans Albers. Karten sind ün Büro der Internationalen Artistenloge, Berlin, Friedrichstraße 94», und beim „Programm'. Berlin. Zimmerstr. 7—8. zu haben. Sprechchor Ickrtzl U»bnn-,»umrde fällt IS. März, im GefaiigSfaal Snob Entschieden« Schub eferin«. Oeffeniliche'ÄtinafJDcr'ammliiitg atn Dienstag, dem 17. lAärj, 19 SO Uhr. in der Aula der Hobenzollern' Oberrealschule. Berlin-Echoneberg. BdOflci Straße 43. Thema: 1 Not und Gelbsthilfe der Jugend. Redoer: RrchlSanwall Dr. Kurt Beck. Leiter der.BeratungSnelle der Lugend--. 2. Ca« der Amtliche« Fürsorgearbeii. R-dnerm: Fra« Itari« Zieichheim. 3. AttS« sprachen Lugendlicher. Sozialpolitik im Reichstag. Zweiter Tag der Debatte. Im Reichstag verlangte am gestrigen Frcitagnachmittag vor Eintritt in die Tagesordnung Abg. Frau Himmler(Komm.) bis sofortige Beratung eines Antrags auf Aushebung des ß 218.— Widerspruch verhindert das. In der fortgesetzten zweiten Beratung des Haushalts des Reichs- arbeitsministerium spricht Abg. Schröter-Merseburg(Komm.) gegen die Methoden des staatlichen Schlichtungswesens und den Lohnabbau. Er stellt die Drosselung des Sozialetats"der, wie er ausführt, uvgeminderten Fülle des Wehretats und feiner unkontrollierbaren Posten gegenüber und zitiert als Zeugen dafür das„Sächsische Volksblatt' in Zwickau. Kapitalisten angewiesen hätte. Der„Vorwärts' hat in seiner Besprechung des neuen Rußlandsgeschäfts, das 100 000 bis 150 000 deutschen Arbeitern Arbeit schafft, zugegeben, daß bisher keine Aus- fälle- im Rußlandgeschäft eingetreten stnd, aber zugleich gefordert, daß der Bertrog nicht geschlossen werde, wenn die Gefahr einer Reichszubuhe bestände. Nicht in Rußland, sondern im Kapitalismus besteht Zwangsarbeit. 'Abg. Hermann(Wirtfchp.): Die Theorie vom„politischen Lohn' ist leider kein bloßes Schlagwort, sondern eine von sozialoemokrati- scher«weite oft aufgestellte Forderung. Handwerk und Gewerbe wehren sich mit Recht gegen die starre Bindung des Lohnes durch Zwangsmaßnahmen. Ebenso schädlich wirkt aber beim Einkauf der Rohstoffe und Halbfabrikate die starre Preisbildung durch die Kar- tclle. Der gewerbliche Mittelstand wird dadurch zum Objekt der Wirtschoit, statt ihr Subjekt zu sein. Ohne die Beseitigung dieser starren Bindungen auf der Lohn- und Preissette kann die gegen- wärtige Wirtschaftskrise nicht überwunden pierden. Ivir wenden uns dagegen, daß die Tarifverträge sich mehr und mehr mit dem Lehrlingswesen beschäftigen. Die Bierzigstundenwoch« wird in manchen Industrien und Gewerben auf dem Wege freiwilliger Verständigung eine gesunde Reform bedeuten, aber ihre allgemeine Einführung durch gesetzlichen Zwang wäre für Handwerk und Kleingewerbe ganz unmöglich, weil hier die Möglichkeit fehlt, die Arbeitsplätze und die Arbeitnehmerzahl zu vermehre». Hier steht doch auch der arbeitslose Meister, der irgend- wie leben muh. Dauernde Gesundung der Wirtschaft kann erst eintreten, wenn wir uns abwenden von jener nersehllen Wirtschaftspolitik der letzten Zeit, in der der unglückliche Versuch gemacht wurde, mit staaissozialistiichen Experimenten in die Privatwirtschaft hinein- zuwirtschaften. Mit dieser Tätigkeil hat man dem demokratischen Gedanken und dem Gedanken der Republik den schlechleslen Dienst erwiesen. Darin liegt auch die liefe Tragik einer bedeutenden Parle!, die dafür zu büßen hol. Wir haben lange gelitten an einer Ueberschätzung der Macht der Gewerkschaften und der kapitalistischen Konzerne. Wir brauchen wieder Achtung vor dem Mittelstand, vor dem kleinen, tüchtigen Unternehmer. In einer Zeit, in der 5 Millionen'arbeitslos sind, brauchen wir ein Zusammenwirken der Arbeitnehmer und Arbeit- geber. Wir lehnen das kollektivfftische Denken ab, aber wir wollen, daß der Mensch, der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber, wieder Freude an seiner Arbeit haben kann.(Beifall.) Abg. Thiel(D. Vp.) behauptet, die Revolutionsrcgierung habe groß« Versprechungen gemacht, die man durch Wegsteucrung des Besitzes erfüllen wollte, und setzt sich entschieden für das kapitali- stische Wirtschaftssystem ei». Die Unterneliiner sind viel zu schwer belastet, dadurch wird die Strebsamkeit cnötet. Die Uebermacht der Bürokratie ist auch eine Folge danon. Aus allen diesen Behoup ttmgen zieht der Redner den' Schluß, daß die Deutsche Bolkspartei Recht behalten habe. Nichts ist der Abwanderung des Kapitals vom Wohnungsbau so förderlich„als wie' die Befürchtung staatlichen Eingreifens in die Mietzinsbildung. Der„neue Mittelstand' will kein Anhängsel der Arbeiterschaft, sondern selbständig sein. Die Angestelltenoersicherung, die sich ohne öffentlichen Zuschuß erhält, protestiert scharf gegen die Nichtbeachtung ibres Vorschlages für den Präsidenten: durch die solcherart erfolgte Ernennung hat man die Selbstverwaltung verletzt. Abg. Schmidk-Kassel(Chrsoz.): Die Krise stellt die Regierung vor die Emicheiöung, ob vertieft christlich oder freidenkerisch und göttlos. Dos ist das Zentralproblem. Die Inflation der Maschinen hat in dem fett 1919 unruhigen Europa Folgen hervorgerufen, deren man nicht mehr Herr werden kann: auch die Kommunisten können das nicht. Wir müssen uns entscheiden, ob wir die Menschen ohne Hilfe ihrer Verzweiflung überlassen und sie dadurch zum Puloersaft werden lassen wollen. Der Redner spricht dann über die niedrigen russischen Exportpreise.(Zurufe der Komm.: In Rußland gibts keine Dividende!) Soviel macht die Dividende nicht aus. Ingenieure der kapilaNstischen Länder bauen die russische Wirl- schaft ans. Wohin kommen wir, wenn wir hier die Ding« treiben lassen'? Der östliche Menscheneinschlag ist lasgelöst von jeder göttlichen Autorität. (Zuruf der Komm.: Pom Osten kommt dos Licht!) Um 19 Uhr vertagt das Haus die Westerberatung auf heute, Sonnabend 10 Uhr; außerdem Genfer Handelsabkommen. Allgemeine Wetterlage. lieber dos südliche Mitteleuropa zog sich am Freitagabend ein Hochdruckrückcn, der im größten Teil« Deutschlands.zu einer raschen Wetterbesserung geführt hat. Nur im Nordosten und an der Ostsee- tüste war dos Wetter noch etwas unbeständig: dort kam es auch noch zu vereinzelten Schauern. Im Binnenicmde war der Himmel nieist heiter. Die Temperaturen erreichton nur im Alpenvorland nicht den Gefrierpunkt, stiegen aber dagegen am Rhein stellenweise auf 8 Grad Wärme. Der Hochdnickrücken dehnt sich noch noch Nordosten aus, daher dürste Deutschland am Sonnabend in seinem Bereich bleiben, zumal die nordöstliche Depression sich jetzt rascher zu verslachen scheint. Die atlantische Depression, die bei den britischen Inseln ausgetreten ist, dürfte erst später unser Wetter beeinflussen. * wetteraussichlen für Verlin. Größtenteils heiter, Tagestempera- iure» mehrere Grade über Null.— Für Deutschland. Auch an der Ostseeküste und im Nordosten Windobnohme und weitere Aufhelle- ruitg, im übrigen Reiche größtenteils beständiges Wetter, am Tage ziemlich mild. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin ainfen&onaeii Wr Mete JtnbrU n«i» ►«< TVrfln«STB M. tHiNnSrair 3 örmiicrjtitllf Huna Sct zi»lt»biil>»« Somtto«, ST. War», 13 Uhr. Sacteji für IuacndliÄe*a 80 Vf. fi«3 rmife in defdiränlt«■äln.vjlll erhältlich. Ächtnna.«anixrleit«! Die für nwraen anaefchte Wänderleiterfabrt füJtti aus. Termin wird nach heüanntaeaeben. St«ich«rch«s ammlun a fällt aus.— Xun- fetofaMDet Gttn PreaUaustr B««. Xaaitnurfoadle: 14 Mr SJeifritf«. Airwn- t>l«h. Warsten, S>4 Mr..«lSninator. Morgen. Sonntag. aefttak: öahrl. 7 Uhr Ms. Sülaajftiate.— Jiraial» IX; �al.rt. 7 Uhr SM. Sstrmannftrahr.— ZUm-TenwelhnI: iwrfcr nach brm.$ecft(ee. S Mr S6f. TsmpaLhtck. SBerbö«»i«I Schö-rebei«: s>4 Ittrc B..S.»B»ritandslifvr«» i« Atmen«, Bar- bnrvffaftraßc S». tl»lendu»geo für dirse Rubrik find >» r l i»(SB M, LindevUraße 8. 0 parieinachrichten für Groß-Berlin stet» an da» 9cjirl«fetretarlat 2. Hof, 2 tttvvtn recht», zn richte». Beginn aller Veranstaltungen 1S1- Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Hcukc. Sonnabend. 14. Marz. 2.«Mi». Wachen« nd-ssunttianörkursus Bei Rastel, Putlihftr. 10. Referent chenaffe ffednlel. 24. Ahl. Htiisttet Werbeabend:»Aas bleibt der uvrü« Raa»" int SaalBau ?riedrtch»kai». Am Friedrichahai» 15— Lz. Friedet Hall: R-stitaliaaeii. Kerliner Ull-Tria. stintrittspMi» 80 Pf,«i»ichllcstlich Si«»er. chialah 1» Übe. B««in» 20 Mr. Billetts find bei de» Beeirlafnhrera crbältlich. 88. Ad«. Berirksfuhrcr rrchnen Billetts filr die iZilnweranstaltuna soiart w't dem«asfierer ab. spiitefirns Manta«, 1«. Marc. ISZ» Uhr. in den Andreas- Sr(Halen. 35. Abt. öBS.-iftcibcnf-crmitflHobft treffen sich 17 Uhr Lata! SchllU, i5a»n riicrstr. 88, znr �luablatlnerhrcituna. 118. Abi. Mitoliedernersammlnna für Sckmächwist,«aralinenhaf und Ranch- fananmerbcr 20 Uhr Safe Landhaus. Schmtichniitt. an der B-ückc. Morgen, Sonntag, IS. Mörz. 7.«stei». 18 Uhr Sifcnna, Waifeicrlammissistn, Zuarndheim Rafincnstr. 4. Frauenveranstaltung. >01. Abt. TM»ta«. Treffpunkt»ur Reichstaasdrsichtiaun« Eanntaq. 18. Mijr», 10 Uhr, Epeditüm Eraefistr. SO, oder 1t Uhr Portal 2 des Rcichsta«»- aebiiudes Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. IS. Sreis. Sonntag. 10 Uhr. Besichtigung der Lanbesfrauentlinik Neuköllll/ Mariendovfer Weg. Treffpunkt 9 Ubr U-Balui Binctastrafte, Pankow. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Verlin. fbeneralverfammlnna: Die Seneralversammluna findet Sanntaa. Ist. Zültrst, 10 Uhr. Madchcnmittelfchul« Reukalln, Danoustrastc fU-Bahn Raildtusi. stau. Wir bitten um Teilnahme aller Seifer. auch dericniae». die nichi deloaiert find. 10. Za hrc.. A usilelli- uq: Der Basteliurfus arbeitet auch Sonnabend und Sann- taa in Reutiilln. Schule Weisststrahe. Di« Teilnehmer stnd von der Sencral- versammlima beurlaubt. «Mi» Ritte: Manw«, IL. Mar,. LV Uhr, Kelferfistuna in der Elisabeth- tirchslrafic 23. Alle Helfer und Sruppenfaffiercr milffeu erscheinen. «reist Zriedrichsthain: Manbaa. 10. Mär,,«reiswrnadend für Zieitfalken, -Turnhalle Schule«oppenstrahe. tlstittmoch, 18. Märt, treffen sich alle Gruppe» tum Besuch des Mär�iefallcnenfriedhafs 10 Uhr aar ihren Keimen u:H> find 15�, Uhr Diestelmener. triff IZriedenstrasie. anichliefiend 18 Uhr Prob« für die Maifeier Keim Ebertnftr. 12. «Mi» llharlattrnburg, Iun«faAen I u. II: Am Sannabend, 14. Mär4, findet im Iuaendheini Rofinenftr. 4. um 10 Uhr, ein« Bollperfammlun« statt. Zun«- falkenaruppo II:!ZUr die Mitmirlenden für Iuaendmeihe findet am cornttofi, 15. Mär,. 10 Uhr. in der Schulaula Scharrenstraste die Uebnna statt. Sri-ppe Wilmersdorf: Am Dienstaa. 17. März, um 20 Uhr, wt Iuhendheim Wilhelmsaue 133, wichti«« SUernverlammlun«. Thema:„Was wollen die «indfesreunde?" Referent Will! Heinrich. «rei» Rentälln, Helferkreis:-Am Sonn taa findet als nächste Helferueran- staltuna ein Schallplatteuabend im Heim Steinmchftr. 114 um 1SZ» Uhr statt. Alle Genossen bitten wir,.tu erscheinen. (Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 32. Abt. Unser Genosse Rudolf Buchhai», Ostender Str. 30, ifi ver- ftarben. Ehre seinem Andenken! Einäscheruna am Montaa, 10. Mär», 1215 Uhr, «remawrinm Gcrichtftraße. Wir bitten um rege BeteMaunq.' 8». Abt. Am Dien»toa ist unser Genosse Rudolf Schulde. Ma»»i!u.s- 'Iraste 8, perstarken. Ehre f-inenl Andenken! Emäschnruna Mantaa. 18. Mär», 14 Mr.«rematorium Gerichtstrah». Wir bitten um reac Bcteiliauna. Am Satmadend, 7 Mär», ist durch llnalisüsfall unser Genosse« a r l Schul» verstarben. Ehe« seinem Andenken! Einäscheruna Dienstaa, 17, Mär». 17 Mr, im«rematorium Baumlchulenwea. Wir bitten um reae Beteilisuna. Vorträge, Vereine undVersammlungen. » Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold'. Mtgb Sefchfiftsfielle: Berlin 6 14 Eebafiianfir 87-38 bat z. Cr. Ssnnabenb, 14. fflät».? riedeich« Hain ITambaurlarpsl: 20 tlbr *** Maskenball in der Alten Tavern-.-Alt. Stralau 2.8— 27. z Ha pellen. 1 M.(Stntiritfc Weihenfee(Octsoeialnl! Unser«am. Wilhelm Boiat ist qm 10. Mär» plöstlich q«fta»he». Die. Beerdiauna findet beut« um 14 Mr oyf deui cheme.indefriedbaf-Aeihense» statt. Der Oetsverein brtciliat(ich reitlas hieran. Antreten der aktiven«ameraden IZZh Uhr vor der Le-chznhalle. Wasserfvort. abtstUnna,«u« Havel: 20 Uhr stavanisches isest im Kaa'sda�s Wendenschlast. All« tantstraden und ifreund« find«inaeladen. RudeiMica«: 20—22 Uhr«alten. rudern at Stralau. Tunuelstr. 8—4. Reuaufnahmstu werden dort«ntacaen. aenononen. Auschliestenh Besuch de,«uaes Kapstl im Bootshaus Obezsprsir— 1a. Iii, SKiXi. Zindenrieae: Ab 10 Mr Arbeilstdienst Baatechau« Wenden. fchkpfi.— Mantaa. 18. Witt», �ristdrichskrtn IDunabanmstr): 20 Uhr Wämfeier im lZuaenhbeim itranklurtstr Allst« 807 ssbert-stivunerl.«amert. Ansprache. Erscheinen Pllickst. Wilmersdorf kOrtsvereinl: Schuf» und Zunab, Turnhalle. Erscheinen Btlich:. Rnlkölln-Brih, 2.«amerodschaft, 2. Zu«: 20 Uhr Berfamm. luna be! Sönia. Böhmische Str. 48. 4.«ameeadfchast: 30 Uhr in Bechers Test- sälen. Brist. Ehausseefir. 07,«ameradschaftsaerfommluna. Wichtia« Taaco- ordnuna. Bprtraa.__ QuixaUtltfe«onstinbst. Sanntaa. 13 Mr. Bappstlallee 13. Bartraa de, Herrn Dr. ft. Schiff:„Die«unst in ihrer Bedeutuna Kr die W-ltonschauunn". Sarnwnimn: Au»»Der Traubada ur'(Terdil.(Säfte willkammen. Tägl 2 Vorsti S u.»>» Uhr Barbarossa 92S6 Hadim. SO PI. bis 3 M., abends( bis 8 M. Dollie n. Billie Dance Fables Co. mit Eslelie Maltern und weitere Attraktionen. PLAZA I Täqi. 5 u.»15 $00111.2,$0. 8" E 4. Alex. 80W) Nehm. 50 Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. Morgen letzter Tagt Bit_ Fl|| Oer Wunder' U- O U Sdtimpanse Peler PSeJ, Das Original Raymonde Rloo, Harfminiartitl u». Traute Mose In der großen Operette V. Kdlmdn i—1-" ill Regie: Paul Rosa semtugf�flfsfiro�l Soanabend| 7""| 1 1O!| Von Montag bis Freitag Abendpreise: Von 50 Pf. bis M3.- Die beliebt. Familien'Nachmittace nur noch Im Mär» Jeden Dlentitag:, Mittwoch, Donnerstaar» Freitag 530 Dleastaer, 17. Mkrz, 5» Premiere „Madame Bonivard" Der lustige französische Schwank Preise: Von 30 Pf. bis M 1.50 20 Minnten Kaffee pan»e Kaffee und Kuchen 30 Pf. Prtigreynm u. Garderobe je 10 Pf. ROSE THEATER öt&giger Vorverkauf: 1 1— 1 Uhr und 4— 9 Uhr. Alexander 3422 und 3494 Gr. Frankfurter Str. 132 U-Bahn Strausberger Platz Hermann Lorenz NW?/ Kaffee. Tee, Kakao Eig. Rösterei seit 1879 Wintef 'Garten* 1 15 Ubr. Zcntr. 2819. tadiM erlaubt. Yonng China. Doncan Collies, Latin werhraelster. 4 Phllilpps. Karolevna's. Dormondc usw. Sonnabend und Soonteg je 2 Vnntellungen 4 und cl& Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Lustspiemaus Täglich sr/a Uhr Oer Lugner u. die nenne /on K ir"iäte meaterd. Westens Täglich 8V1 Uhr- Schön ist die Welt Franz Lehärs Operetten-Erfolg Sonn tag, nachm. Vj3 billige Preise Sdiön ist die Well VoiKsDtlhne Theater am Bülowulati. 8 bhr Hans Albers in Lillom Vorstadtlegcndc von Franz Molnar Sfaatl.SdiillBr-Tli. 8 Uhr Bürger Schippe! GROSSES SCHAUePiELHAUo Tägi. 8 Uhr. im weissen rossi. Regie: Erik Charell. Sonntag, den 15. März. 12 Uhr vorm. populäres DajosB lalazzmafinee Preise von M 0.75— 3 50 Komische Oper 8'z Uhr Kleine Preise, Peppina anter penOnlicbsr Leitung dn RBSipoDhtta Robert Stolz in der PremlerenbeMtzung Piscator-Böhne (Wallner• Theater) Alex. 4592-93. Täglich 8-1« Cyankali von Fr Wolf. Für Laser unserer 2eilung' Or.-Sessel statt 6 dut3 K Parkeft-F.. 4.2.. .. 3. 1,59 ig. 2„ t H. aeuisdies Theaiei 8 Uhr Der Hauptmann von Röpenidt v. Carl Zuckmayei ■ Begier Heinz Hilpert Kammerspieie 8'/« Uhr Pariser Pdatz 13 von Vlcki Baum Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie 8-/« Uhr Die Fee nn Franz Molnar Regie: Stefan Bodf. DenüilieiKelallsiiieitei-Veiliaol monlas. Pen tk ntdrj. »«Ihm, 5 Uhr, im Catal voll Srnaia». SlaUfjei Strafe 126. Versammlung ailar in der Meiallschielter- u. Qa.uaniseur Zurangstnnung EU eeschafLigten. Saacuoronung: L Bericht von nnjtren Beihandluugen mit Den Arbeitgebern. 2. Drvhiiswn. Die Rnrfiirstendamm- Theater Bismarck 449 �jUJhr�J Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regie: Mai Reinhardt Oeutscbes ttaJisiTer-Theat. HarßartfBSä.$S3T 8-,- ßh- Ritter BlauBarls adite Frau Renaissance' Iheater Steinplau 6780 8-.- Uhr Dordiaus unerlaubt , Pr.u.SObi» 13.51. Rose-Thealer fir.FranMiitlRiSu.i32 Tel. Alex 3422 u 3494 7 Uhr and 10.13 Uhr Die Faschingsfee metropoi-ltieater Täglich 8>i. Uhr Das Velldten v Montmartre Operette v. Kaiman fiiita Alpar. Arn» Ahlm. Kail(Okan. RIA. Wnidemur a. Ii.. Eroan Bosio als Gast. Sonnlag 4 Uhr Kleine Preise. Das Veildien v. Nonlmatre i'uuhr CÄS1N0-THEATEH Lothringer Strakc 57. •iiiitiitniitniiiiitiiiiiiiiiiiiiitiiiiniiiinttiiiiMfitniiMifimnaiiniri Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 fliese sshwlegeruätep 1 Dazu das neue März- Programm!: GoUcfaein 1— 4 Personen Fauteuil 1,25 M.t Sessel 1.75 M. i Sonstige Pr.: Parkett 75 Pf., Rang 60 PI Sarnowsky-dOtinen Thaaier In Her SUssemaimsir. «/4 Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnowsk} DAS 9 LAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OPFENBACH THEATER IM ÄDHIRALSPAIAST Reichshallen- Theater Abunds(T| Snnntjg Hsdun. fTiTI oiu Das lusilee März-Programm der „Stettiner" Popnläre Pnis«. Tel Mtrkor 1247. Nachm. ermäßigte Preise, volles Programm! Oönhoft- Brettl; Yariete— Konzert— Tanz! Kapelle Hans Siitns. HAUSyraANfi Jrgnugingf Kestai�nt Berlins BETRIEB 41% kempimskiMJ? Osterwein ■hfl. Ii 6. 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März 1931 3n der heutigen Ziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen 2»ewinw- zu 1 0000 M. 1 36357 8«ewinn- ,u 5000 M. 135955 182587 182864 286462 22 Sewim,, w 3000 M. 25369 74667 117640 138382 164046 18354S 225006 244205 347549 386643 388663 62®«Binnc j» 2000 M. 8961 19802 20877 47585 59709 63232 63652 79995 127958 128327 135674 150907 182876 187839 203933 238635 246397 248906 260964 286365'288834 295259 298220 303721 307719 309255 333735 334391 358445 362337 396630 72»«Winne üu 1000 9«. 1223 6440 29335 29808 55894 78169 81081 88605 98782 112963 135590 138049 139778 140827 149291 160786 183137 187491 218107 224103 228239 233460 239444 247412 243031 243967 273425 278413 296823 301169 311043 318572 340970 3521 10 377707 399103 150 S-wine,>u 500 9H. 3228 8569 10368 11819 17180 17521 19691 22001 31269 34074 42038 62513 65099 70385 70957 73368 78327 89962 91025 98512 98996 99825 100349 103058 113557 116477 117505 117998 132357 141343 146235 160027 162795 170323 176484 178669 180341 196572 203736 207782 210234 211194 218200 220967 226067 234141 250315 2S0351 263250 280045 2.82133 284450 290S63 293543 311691 315042 315559 324207 329028 329756 337164 342631 347070 347511 354087 354779 35604 S 358322 361445 362576 371425 386086 388648 391976 395374 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 6 Gewinne tu je 10000, S zu j- 5000, 14 zu je 3000, 28 zu je 200CL 70 zu je 1000, 80 zu je 500, 220 zu je 400 Mark. Düutscfißr WsIIMkiM-MM Verwaltungsstelle Berlin Nachruf. Den Mifqlirbern zur ZZachricht. daß unser Kollege, her Schlosser Satmtzktis Aug. am 12. Marz verstorben ist. Echre seinem Andenfem Beisetzung Hat bereits stattgefunden. Die Ortsverwaltung. HleltfungssiUcHs. wasche usw. Wenig getragen« Winicioalelofs. Wintcrufstor Bur. schenulster.!7rack, aiiiillge. Cmokinaan- zllge.ScHrockanzllge. Iackettamstge für aiofiaämt'i. 18'äk. icb« Mur vassend„„fausfich. Plener, Pafentmatraken Metallbefien. Äuk- Icgemaf rohen, Chaiselongues. Wal. fcr.Slargarderstraste achliiehn. KeinLadell Vornehme gediegene Wohn. Möbel. Kaulcrling, Kastanicnallee öS. Nuhbaumblliett DD,—: Tfandnhr-n 7.1,-: Wüsche. schranf- 20.— Äie. senausnmhl. 3ah. funaserfcichferung. Kleiberschranl. MllSÜI- lustrumemi hinkpiono«, Mictpianos' über» aus preiswert. Piaiwsabril Link. Drunnenstrake Pianos— irffigel Riescnlager. Bcch. stein. Blstfhner Efeinwan. Tchwech. Ifen. Ealonoianos L7ö�-. ISv.-. 42ö,— gebrauchte Abend» roth. 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Die folgenden Ausführungen eines praktischen Landwirts aus Oftctbicn neigen in ihrer scharfen Formulierung gewiß Verallgemeinerungen und lesen sich wie eine Kapu�merpredigt. Aber wie jede Kapuginerpredigt, wenn sie gut ist, zugleich übertreibt und dennoch ins Schwarze trifft, so auch hier. Hoffentlich mißt die Predigt von der Not„mit der" Landwirtschast noch etwas. Es wäre dringend nötig.— Die Redaktion. Vor dem Kriege gabs auch eine Not mit der Landwirt- 'chaft, die Not mit dem Großgrundbesitz: dieser wollte nämlich keine Steuern zahlen. Seine Söhne dienten in den feudalen und feudalsten Äaoallerie-Reginientern, das kostete eine Stange Gold. In den maßgebenden Stellen der Regierung und der B«- Hörden saßen feudale Großgrundbesitzer oder Herren, die mit dem Großgrundbesitz verschwägert oder vervettert waren. Da brauchte man sich keine Gedanken zu machen, diese würden schon dafür sorgen, daß alles„in Ordnung" bliebe. Ja, man war zu- frieden. Die„verfluchten Sozialdemokraten" waren allerdings mit diesen. Zustand nicht zufrieden, ständig mußten sie „Hetzen". Aber was konnten diese viel machen, seine Leute hatte man fest üi der Hand, bei den Wahlen war gute Kontrolle, auf dem Lande bekamen die„Sozis" keine Stimmen, der Bauer zahlte willig die Steuern für den Großgrundbesitz mit.» Der Bauer hatte viel zu große Ehrfurcht und viel zu großen Respekt vor dem Rittergutsbesitzer und-Pächter, vor dem ,F>errn Amtmann"(wohl noch einige Tropfen Blut aus der Zeit der Leib- csgensdiost vererbt). Sie olle, groß und klein, waren ja„Beruss- genossen", gingen„Schulter an Schulter" durch„dick und dünn" in-- Versammlungen(!).— Sonst aber!—„ja Bauer,'das war ganz was anderes". Dem Großbauern war es übrigens so recht, zum wenigsten iieß er es sich gefallen. Er idbte ja auch sehr gut, saß viel im Dorf- trug und ließ seine Arbeiter arbeiten und— sparte Geld. Der Kleinbauer hakte das Maul zu halten. Aber der Reingewinn mochte sich am Jahresschluß als noch so groß herausstellen, seinen Arbeitern entsprechend der Höhe des Reingewinnes eine besondere Zuwendung machen, ihre Lebens- Haltung verbessern, tat keiner. Ja, solcher Gedanke kam überhaupt niemand, die Arbeiter als Mitarbeiter anzusehen, und daß«in Ar- bciter mehr als arbeiten, sich sattessen und auch anständige Unter- kunft beanspruchen könne. Je höher der Reingewinn, desto nobler die Passionen, desto luxuriöser die Anschaffungen. Der Arbeiter konnte zusehe». Das erzeugte Verbitterung......... Und Talsache ist. dach die Agrarier de» Radikalismus aus dem Laude selbst gezüchtet haben und noch züchten. Die Inflation hat wohl die angehäuften Remgewinne vernichtet, aber auch die Schulden. Wer nicht zu sehr im Geld- und Alkoholtaumel in der Inflation war, hatte seine Hypotheken recht- zeitig abgelöst, gebaut und Inventar gekauft. Alle kamen, wem, nicht vollkommen schuldenfrei, so doch mit wenig Aufwertungshypo- t Hefen zu V/i bzw. 3 Proz. Zinsen in die Festmark. Das war eine feine Sache. Aber die Landwirte kamen auch als antere in die Festmark, als sie vor der Inflation waren. Der mühelose große Verdienst und das bequeme Leben hatte sie verdorben. Gutsbesitzer und Bauern hatten dies Leben zu lieb gewonnen, sie wollten nicht mehr davon lassen. Doch dazu gehörte Geld. Scheinbar wenig und doch oick Geld, denn nun gehörte wirkliches Geld dazu! Man war noch an große Summen gewöhnt: tausend Mark spalten gar keine Rolle. Die„Herren" Landwirte waren vielfach mehr in der Stadt, in Versammlungen, in Weinlokalen, als auf ihren Wirtschaften. Ihre Damen bevölkerten die besseren Kauf- Häuser und Cafes. Zu Hause rauschte man in Seide und die Schmaufereien wechselten ob. Ja, es ging hoch her und Geld spielte lein? Rolle. Aber es muhte— gepumpt werden. Jeder Wechsel wurde unterschrieben, ob zu IS Proz. oder 30 Proz., nur Geld haben, um jeden Preis Geld haben, um—„weiter wirtschaften" zu können. Well keine Deckung vorhanden war(außer der Sub- ffanz), dachte man lieber gar nicht daran— Wechsel zu 2000 2)1., 20000 M., 40 000 M.— lächerliche Summen—-- Heule?! Sehr viele rettungslos pleile— meist purch eigene Schuld!/ Gemach, meine Herren Beruf sgenoffen, schnaubt nicht so wütend, ich trete den Beweis an: Alls die ordentlichen, fleißigen, sparsamen und vorsichtigen unserer Beruisgenvssen, die sich von der Inflation nicht verwirren ließen, zum wenigsten nach der Inflation wieder zur Besinnung kamen, haben keine oder wenig Schulden und auch heute noch vielfach Ilcbevschüsse. Ihrer sino gar nicht so wenig. Die Vorsichtigen haben in der Inflation am schlechtesten abgeschnitten. Wogegen diejenigen, die vom In- flalionstaumel ersaht waren, bauten und und kauften siir Zehn- tausende(nach wirklichem Geldeswert) auf Wechsel, die sie später mit dem Erlös für ein paar Ausschußkühe einlösten. Diese Helden sind aber heute trotzdem am meisten pleite. Genügt auch das nicht als Beweis, daß ihr die Schuldigen seid, dann de» zweiten Beweis: Es ist bekannt, daß die meisten Rittergüter, die unter ritterschaftilcher Verwaltung stehen, Ueberschüfse haben. Sowas bleibt nicht geheim. Ader das ist auch ja allen bekannt. Jammern tun natürlich alle, ob pleite oder plus! Allen stand Berussberatung in jedem Ausmaß zur Verfügung durch die Landwirtschasiskammern. laudwirtschajtiicheu Schulen. Tierzuchtiuspektioaeu usw. warum habt ihr euch nicht um die Zustilule gekümmert, sie sind doch eigen» für euch geschossen?! Such war der Zuslationsluxus und der Znslaliousjchlendrian lieber.' Ss ist alchk wahr, daß die Veschassenheit de? einzelnen «Puter und vauernwirtschasten, die Rentabilität, bei der Ver- schuldung ausschlaggebend war. Objekte der verschiedenste» Reu- iabilität sind pleite oder in Ordnung. Zmwer war e» die per- soualsrage der Betriebsleitung! r Hitfo« SandbundfShrer und die Vorsitzenden der fand» Zpirtschaftliche» Vereine haben schön« Reden gehalten. Immer da» selbe: die Not der Landwirtschaft, die hohen Löhne, die hohen Stenern, Lobhudelei auf sich selbst, wie man bei Wind und ZVettcr (fürchterlich!) sich abmüht für die Bevölkerung, für das Vaterland, 'Nahrungsmittel zu erzeugen aus reinem Pflichtgefühl(!) und reiner Vaterlandsliebe(!), womöglich noch Voterlandslieder hinterher. Man war mit sich zufrieden nach solch einer Versammlung, machte noch in Gruppe» eine saftige Nachfeier und fuhr dann nach Hause. Donnerwetter, was war man doch für Kerls!— hallen unsere Führer Führerfähigkeit gehabt. dann hätten sie ihre Berufsaenossen aus dem Inflaiionstaumel rausgeriffen, hätten diesen die Wirklichkeit gezeigt, sie.zur Sparsam- keit, Ordnungsliebe, Fleiß und Tüchtigkeit zurückgeführt. Hätten gewarnt, besonders vor denk leichtsinnige i: Schulden- machen zu enonnen Zinssätzen usw. Heute schreien unsere Führer noch mehr, drohend, bom- bostischer(sie hallen das sür ihre Pflicht). Ihr schreit mit. Es ist das bequemste, und wenig Gehirnschmalz gehört dazu.— Was hat man der Landwirtschaft nicht schon alles geschenkt: Not- standshllfen, Wasserschodcnhllfen, Roggenstützungen usw usw. Jetzt die Osthilfe: und das Geschrei nach der öffentlichen Hand, dem Staat also, wird immer gellender. wer ist denn der Staat? Das ist die Wirtschaft, das Volk, das sind wirk Auf kosten anderer, denen es noch viel schlechter geht. als der Landwirtschast, und die keine Schuld hohen, wie ihr, soll euch geholfen werden! Warum geht es diesen schlechter? Weil die Kaufkraft der Landwirtschost vernichtet ist und dies sich naturgemäß auf Handel und Wandel auswirken muß. Wer hat die Kaufkraft der Land- wirtschast veiMichtet? Die Landwirte selbst durch ein Leben wie vorstehend geschildert. Die Krise hat das nur verschärjt. Selbstverständlich geht e s der Landwirt- fchaft nicht glänzend. Aber daß bei 12—13 M. für Weizen, 10—11 M. für Gerste, SO— 60 M. für Schweine, ebensoviel bei Rindern, 15— 20 Pf. für Milch. 12—20 Pf. für 1 Ei usw. usw.. welche Preise wir wohl meist gehabt haben, Ueberschüfse erziell werden können, wird in vielen vielen landwirtschaftlichen Be- trieben erwiesen. Daß wir sür diese Preise vielfach unsere Produkte verkauft haben— nur vielleicht nicht, wo die Frachten übermäßig hoch werde»—, wird wohl niemand bestreiten wollen. Gewiß hat der lltoggen schon mal 6,50 M. gekostet, aber auch schon 11 M., wir haben den Zentner Kartoffeln in diesem Jahre schon für 75 Pf. verkauft— aber wir haben auch schon 6 M. bekommen, und der Weizen hat schon 18 M. und die Schweine haben schon SO M. gekostet, kostet der Roggen 7 JH. und die Sarlosfeln 1 JH.. dann sehe ich eben diese produtle in Fleisch, Zelt. JHilch, Eier usw. um. Aber die Fälligkeil der leichtsinnig unterschriebenen Wechsel zur Fortführung eures Zuslationslebens zwangen euch, um jeden preis Bargeld zu schaffen! Heute ist es für die meisten zu spät. Der Jnflationstaumel, der erst 1S23 sichtbar ganz verebbte, wurde von einer zunehmenden Stumpfheit und Energielosigkeit abgelöst, die kaum noch überboten werden lonn. Viele könnten sich noch retten, aber so forsche Kerle sie in der Inflationszeit waren, so große Schwächlinge sind sie«etzt geworden. Anstatt eisernes Wollen zu haben, hören sie trübselig das Gequatsche ihrer Führer mit an und brüten dann zu Hause ihrem End« entgegen. Allenfalls soll noch der droh» nende Stahlhelm Marschkolonne»schritt helsenl Vor dem Weltkriege, in den Jahrzehnten noch einem g e- wonnenen Kriege, der außerdem nur ein gutes Jahr dauerte, kannte sich Deutschland den Luxus der Nlchtbestcucrung, also eines Privilegs des Großgrundbesitzes auf Kosten der übrigen Volkswirt- schast leisten. Deutschland war ja wohlhabend. Jetzt aber, nach einem verlorenen Kriege, der 51 Monate dauerte, in dem fast die ganzen Völker der Welt gegen uns standen und der eine furchtbare Menschen- und Matericllvernichtung war, geht das nicht. Den Auswirkungen des von uns verlorenen Krieges zu begegnen. erfordert die Kraft der ganzen Nation! Heute muh die Landwirtschaft nicht nur dem Namen nach, son- dern wirklich das Fundament und der Nähr st and des Staates sein und nicht der Zehr st and, der vom Staat erhalten sein will. Der Skaak und alle Stände können verlangen, daß die Land- wirischaft als großer Faktor im Staat seine Schuldigkeit tut und nicht durch seine Mißwirtschast andere Stände mtt ins Verderben zieht. Die Blns-Wirtschasten beweisen, daß die Landwirlschasl nicht nur lebenksähig ist, sondern auch Ueberschüfse erzielen kann. Sie könnte also Kaustrast haben, Handel und Wandel beleben, und nicht, wie jetzt, ihn lähmen! Gegen die Arbeiter, Angestellten, Rentner und Enteignete aller Art war der Landwirt hart und brutal, sogar schadensroh(es gibt natürlich auch Ausnahmen), heute heischt er Mitleid und Hiise— als eine Selbstverständlichkeil. Zone gerieten unschuldig ins Unglück, diese(die Landwirte) sind in Uebermut und Hochmut hinein- getaumelt. Selbsljchuldig!! Dem übrigen Volk darf von der Regierung nicht zugemutet werden, daß es außer der eigenen Bot und Sorge, die nun einmal ein verlorener Krieg im«Sejolgc hat. auch noch die selbskvcrschuldckcn Sorgen der verschuldeten Landwirte tragen und beseitigen soll. chweigens, als wäre der als Unterstand dienende Stollen, den«ine Mine unter Tonnen ncm Erde und Stein begroben hatte, mit einem Schlage menschenleer geworden. Dann horte man ein heiseres Aufschluchzen, wie von einem Kinde. Als der kleine Lichtstrahl die Dunkelheit durchbrach, hefteten sich alle Augen darauf, entrückt und durstig, wie auf ein Wunder. Der Unterleutnant, ein Bursche von neunzehn Jahren, richtete den Strahl der Taschenlampe zuerst auf seine Soldaten. Sie waren alle da. Dann leuchtete er den Stollen ob. Do, wo früher der Aufstieg war, war jetzt ein großer grauer Block, der schwer her- niederhing, als könnte er von einem Augenblick zum anderen hin- unterfallen und alles unter sich zermalmen. Grauen faßte die Verschütteten. Es waren ihrer zehn, aber in dem ganzen Stollen, der Schützengraben und Unterstand war, mußten über zweihundert Mann sein, alle verschüttet unter der ungeheuren Lawine von Stein und Erde. „Verfluchte Luder!" sagte einer der Soldaten und ballte feine Faust gegen die Wand. In der Richtung des Feindes? Wer konnte das wissen, wo olles ein anderes Gesicht hatte, wie nach einem Erdrutsch. Dann wurde es auf kurze Zeit still. „Was für Lebensmittel sind da?" fragte endlich der Leutnant. „Brot, Konserven— alles wird mir abgeliefert." Der«ine zog ein Stück Brot aus der Tasche, der andere ein Stück Wurst, noch einer rückte zögernd eine große Flasche Schnaps heraus. Alles brachte man dem Offizier. „Weiter nichts?" fragte dieser. „Wenn das Esten zur rechten Zeit gekommen wäre, so hätten mir wenigstens das", knurrte einer. „Es ist schon gut", sagte der Leutnant, mit kalter, fester Stimme. Er war unter Mittelgröße, mit kleinen zarten Händen und blonden lockigen Haaren um ein rasiges kindliches Gesicht.„Ich werde jetzt die Vorräte in diesen Sock tun, den niemand anrühren darf. Dann lasche ich die Lampe aus, denn die Batterie ist vielleicht bald ver- braucht, da ist es bester, nicht zu verschwenden. Jeder suche sich eine bequeme Stellung und sehe zu, daß er schlafen kann. Es ist fetzt halb elf Uhr morgens. Heute abend gibt es etwas zu essen, morgen auch und dann..."— er sah auf den Sack mit den Vorräten— „dann werden wir weiter sehen", und damit löschte er die Taschen- iampe. Kaum war er tm finstern, so kam das Entsetzen über ihn, maßlos, überwältigend.„Wir kommen nie mehr heraus... Wir werden hier unten oerrecken, wie Ratten tn der Falle", sagte«r zu sich selbst, lautlos, und fühlt« sich grenzenlos einsam, zum Heulen. Aber'im Dunkel hörte man, wie vorhin, das heisere Aufschluchzen, wie von einem Kinde, und so sprach er weiter-. „Die Min« hat außer uns zweihundert Mann verschüttet. Ganz sicher wird man die Feindseligkeiten auf«inen Tag einstellen, um uns auszugraben... Das habe ich schon öfter gehört... Wir müssen also aushalten, mit dem Esten sparen und vor allem keinen Unsinn machen... Das ist ja ganz unmöglich, daß man uns hier einfach umkommen, laßt... lebendig begraben.. ».„Herr Leutnant, und die Luft?" „Di« Luft? Was soll dos heiße»? Ach so..."— und jetzt verstand er und preßte die Rägel krampshmt in die Handflächen.— „Vielleicht ist irgendeine Spall« da, die Uns mit der freien Luft oerbindet... Und dann? Ihr habt doch all« von Bergleuton ge- lefan, die zthn Tage verlchüttet waren und dann gerettet wurden... Ich habe so etwas als Kind gelesen. ich weiß nicht, wo es war... Ach ja, das war ein Roman.. Seine Stimme war kindlich ge- worden und zitterte etwas.„Das war ein Roman", wiederholte er sich selbst, einmal über das andere. Dann riß er sich zusammen, steckte die Taschenlampe ein, über- zeugte sich, daß sein Revolver da war und ftreckte sich aus, den Köpf auf dem Sack mit den Lebensmitteln. Das Schweigen um ihn war lebendig, verzweifelt, und es kam den» sungen Manne aus einmal so vor, als wäre er allein unter lauernden Feinden. Er riß die Auge» entsetzt aus und starrte ins Dunkel. Allmählich verfiel er in einen qualvollen Halbschlaf. Er sah schöne Frauen in seidenen Kleidern, sah Verwundete und Sterbende und weite Wiesen im Sonnenschein und Reihen von Soldaten, die stürmten, und dos traurige Gesicht einer Schulkameradin aus den, Gymnasium, die ihn auf die Bahn begleitet und ihm Glück gewünscht hatte... Wie hieß sie doch? Annella? Nein... Carla? Auch nicht... Es war «in einfacher Name, leicht zu behalten... Mario? Nein. Wie hieß sie nur? Einmal waren sie zusammen auf den Petersplatz gegangen... lind es war soviel Sonne... Aber wie hieß sie? Franko nicht, Luise? Nein, auch nicht... Wie nur. wie? „Herr Leutnant", schrie eine Stimme im Dunkel,„die Lust fehlt!" Er richtete sich auf. Er war ganz in Schweiß gebadet, und es summte merkwürdig vor seinen Ohren. Die anderen waren durch den Schrei aufgestört, und die Finsternis war voll von Entsetzen. Der Leutnant schaltete das Licht seiner Taschenlampe ein. Alle Gesichter waren blaß und in Schweiß gebadet. Mechanisch griff er nach der llhr und fuhr zusammen. Es war schon fünf Uhr. Bei- nah« sieben Stunden waren vergangen. Merkwürdige Sache, die Zeit... es schien nur ein Augenblick und waren sieben Stunden!.. Aber darum hatte man ihn ja nicht gerufen. Worum doch? Richtig... die Luft fehlte... Wie war es doch in dem Roman? Was mußte man tun, um zu sehen?... Ja, so. Er suchte nach den Streichhölzern, entzündete eins und hielt es nahe dem Erdboden. Die kleine Flamin« flackerte einen Augenblick, blaß und zart, und oerlosch. Er oersuchte es mehrmals, indem er das Streichholz immer höher hielt. Erst in Hüsthöhe blieb es brennen. Einer der Männer brach in rauhes Lachen aus und sagte: „Da liat es Zweck, mit dem Esten zu sparen!" und lachte weiter. Dann sprang er auf und schlug mit den Fäusten gegen die Fels- wand, erst hier, dann da. Ueberall harter, fichlloser, tauber Stein. Er ließ sich zu Boden fallen und verbarg den Kops zwischen den Händen. Er war ein Mann von dreißig Iahren, groß»nd stark mit breiter, reiner Stirn. Der jung« Offizier— mehr Knabe als Man»— sah das alles wie durch einen immer dichter werdenden Nebel, wirr, ohne Angst zu empfinden, ohne zu denken. Einer der Männer trat auf ihn zu: ein Mann vom Lande. Mitte der Dreißig, mit roten Haaren und breitem, eckigem Gesicht: .Herr Leutnant, ich möchte meinen Leute» zu Haist« etn paar Worte schicken. Ich kann nicht schreiben." Der Leutnant zog Bleistift und Notizbuch heraus, und der Mann diktierte: „Liebe Frau, ich teil« Dir hierdurch mit, daß ich bis zuletzt an Euch alle gedacht habe, und daß Du dem Herrn Leutnant dankbar sein mußt, der für mich diesen Brie! schreibt. Sonst hattest du es nie gewußt. Wenn ßuigina erwachsen ist, laß sie Schneiderin werden, wie sie gern möchte. Earluccio muß aber nach den Feldern sehen. Denke daran, daß im Frühjahr die Obstbäume gedüngt werden müssen, und wenn sich eine gut« Gelegenheit findet, sollst Du die Kuh verkaufen, denn sie wird alt. Weil der Herr Leutnant auch wird schreiben wollen, schließe ich und verbleibe Dein Dich liebender Mann. Michele Esposito." Der stürze Mann schrieb langsam mit seiner langen, gezierten Schrift ä la d'Annunzia. Als er fertig war, gab er dem Mann das Blatt, und dieser steckte es sorgfältig in die innere Tasche der Jacke und lehnte den Kopf an die Steiirwand. Viele schrieben, und er dachte einen Augenblick daran, seiner Mutter ein paar Zeilen zu lasten. Er sah sie vor sich, das leere und gequälte Gesicht der Frau, die um jeden Preis jung und hübsch bleiben will... Ihr schreiben? Was und wozu? Er schloß die Augen. Wieder sah er den Petersplatz, in Sonne gebadet, und das schüchterne, traurige Lächeln der Schulgefährtin... Wie hieß sie doch? Wie nur? Einer der Männer zog die Schnapsflasche aus dem Sack mit den Vorräten und brach ihr den Hals an einer Kante im Gestern. Er trank und ließ die Flasche reihum gehen. Bold daraus fingen einige an zu singen, heiser und uniicher. Bielleicht hall« die Explosion der Mine im Innern des alten Bergwerts beim Verschieben von Gesteinmassen giftige Gase frei- gesetzt, die sich jetzt heimtückisch der Luft beimengten. Eine unbesieg- bare' Schläfrigkeit lastete aus allen, weich und atemraubend. Die Taschenlampe ging aus. Die meisten merkten es gar nicht. Hie und da sang einer im dunkeln mit halber Stimme. Dann oer- stunirnte er. Wieder vernahm man das heisere Ausschluchzen, wie van einem Kinde. Der Leutnant fragte sich— ohne Neugier—, wer von den Männern wohl so schluchzen konnte. Dann wurde alles still. Plötzlich hörte man in dem Schweigen ein tiefes Aufseufzen, wie aus Erleichterung. Es war der Leutnant. Endlich war ihm der Name der Schul- geföhrtin eingefallen v. Sie hieß Giovanna. Und über dem Stollen, oben, in der Sonne, ging die Schlacht weiter, ahne Unterbrechung, tagelang... Tölkethnnd und Neben den Museen sind es die Bibliotheken, denen das Böller- blind-Institut für die geistige Zusammenarbeit sein Hauptinteresse zmvendet, um zu einer Vereinfachung im Avbeüsgange zu kommen. Da greift die Unwrgamlation ein, in der zur Zeit die Kommistion selbst begriffen ist. Sie hat die vier Unterkonmnssionen aufgelöst, in denen bisher sich ihre Arbeit abspielte: die«ine für UMoersitäts- angelegeicheiten, die zweite für allgemeine wissenschaftliche An- gelegeich eiten und Bibliogvaphi«, die dritte für Literatur und Kunst, die viert« für Fragen des geistigen Eigentums. An die Stelle dieser etwas schwerfällig arbeitende Dauerausschüsie sollen Sachoerstän- digenauSschüssa treten, die das InfÖlut von Fall zu Fall einberuft, die«in« bestinönt« Emzelfraze oder einen baststuoit' aSFegniMen Komplex von Aufgaben zugewiesen erhalten und die— das erscheint am wichtigsten— nicht nur wie bisher beratend« Eigenschaften de. sitze», sondern die auch die Ausführung bestimmter Aufgaben zu- gewissen erhalten. Entsprechend den vier Konmissionen war das Pariser Institut für die geistige Zusamnieuarbeit in vier Sektionen eingeteilt. Auch diese Sektionen verschwinden nun, das Personal des Institutes verringert sich um eh&a die Hälfte, und der hierdurch freiwerdende Teil des Haushaltes ist dazu bestimmt, einzelne Arbeiten zu fördern. Dies« Neuorganisation hat«in Studienausschuß durchberaten, an dem von Deutschen Dr. Krüh, der Generaldirektor der Preußische» Staatsbibliothek, neben seinem Kollegen Roland-Marcel vön der Pariser Rationalb ibtiochek mitgearbeitet hat. Für Bibliotheksauf- gaben ist«ine besondere Konserenz eingesetzl, die alle Jahre zu- samnieiureten wird und in der gleichfalls Dr. Krüß die deutschen 3)er erfle Schleuderbrett Akrobai Sma fßüfiny: Als der(inzwischen schon verstorbene) Kraftjongleur Eonchaf im Berliner Wintergarten von einer Wippe aus Granaten in die Luft warf, um sie mit dein Nacken aufzusaugen, raste das Publikum Beifall. Alles klatschte in die Hönde, viele Handschuhnähte zer- platzten, in dem allgemeinen Beifallsorkan blieb nur einer ruhig, dos war der Akrobat Adolf Wotpert. Er war direkt benommen von der Leistung, fiel in tiefes Nachhenken und fortan stand fein Leben , uMer der fixen Idee,— mit einem einfachen Brett kann man sehr viel machen, lind Adolf Wotpert hatte kein Brett vorm Kaps, im Gegenteil, er war ein sogenannter pfiffiger Köpf. Er sagte sich, was der Kraftjongleur mit toten Dingen macht, muß der Akrobat mit Menschen machen töuncn. Man muß das mal mit guten Akrobaten probieren: denn die wissen sich in jeder Situation zu helfen. Er fabrizierte eine primitiv« Wippe, nahm sein« beiden'Töchter an die Longe und begann mit den Hebungen. Doch das Glück war ihm nicht hold, seine älteste Tochter drehte sich dos Knie aus und die Tricks wurden nicht weiter probiert. Trotzdem beschäftigte sich Wotpert unausgesetzt mit dem Gedanken, die Wippe als Schleuder- t rett zu verwenden, das es bestimmt dein Akrobaten ermöglichte, noch nie gezeigte Leistungen zu vollbringen. Als dann im Eafä Bauer, der gerade vom Militär frei gekommen« Henfel ihn um Arbeit ansprach, sagte Wotpert:„Arbeit habe ich nicht, aber wenn du«»e ganz neue Sache mit mir ausprobieren willst, dann komm." Honsel sagt» sofort.Ho". Ganz begeistert war er von der Neuheit. Er wurde direkt von Tollkühnheit gepackt und die Fertigstellung der reuen Nummer konnte ihm nicht schnell genug gehen. Er weigerte sich, an der Longe zu probieren, er sagte zu Wotpert:„Ich kenne dich ja, du bist vorsichtig", und man Übte Trick aus Trick. Wotpert ßand als Untermann fest auf der Erde und auf feine Schultern sprang Hensel, der hochgeschleuderie Obermann. Bald suchte man den dritten Mann für die Nummer. Er fand sich in Fritz Wagner, der auch gerade vom Militär kam. Innerhalb eines Monat» stellten diese drei unternehmungslustigen Akrobaten die Nummer zu- sammen. Sie probten vor Fachleuten auf der Bühne des Winter- gartcns und wurden sofort nach auswärts engagiert. Sa startete die Nuimner als das erste Schlcudcrbrettokrobatentrio am I. November in Prag. Bon da aus ging es ins Hamburger Hansa- t!>eatcr, ausgerechnet im Mosiat Dezember, zur Zeit des Doms, de» großen Hamburger Jahrmarkts, der zugleich von vielen inter- nationalen Agenten als Artistenbörse ausgenutzt wird. Di« Schleuderbrcttatrobatcn erhielten Engagement über Engagement, und sie machten überall Aufsehen. Doch rasteten sie nicht, sondern probierten weiterhin neue Tricks. Am 16. August 1905 waren sie soweit, daß im Kristallpalast in Leipzig der Obermann es zum ersten Male wagen durste, vom Schleuderbrett aus mit seinem Kops aus den Kopf des Untermannes zu springen. Die Ausführung dieses Tricks bestand darin, daß auf dem einen Ende des Schleuder- bretts der Partner(Obermann) stand und der Untermann dann aus das andere End« der Wippe sprang, wodurch der Obermann bei Ausführung eines halben Saltomortales in die Luft geschleudert wurde, und mit seinem Kopf auf dem Kops des Untermannes zu stehen kam. Dieser Trick war die Sensation für Nordamerika. Man spannt« den Akrobaten nicht die Pferde aus, man bedrängte sie auch mcht derartig, daß polizeiliche Absperrungsmoßnohmen nötig waren. jedoch lauerte man ihnen auf und wo sie sich in einem Eos« oder in einem Speisehous an einen Tisch setzten, fand sich im gleichen Augenblick ein Unbekoimter ein, der mit ihnen über diesen Trick debattierte. Selbst auf der Straß« wurden sie von Wißbegierigen angesprochen. Die ersten Schleuderbrettakrabaten sind selbstredend nicht mcbr beisammen. Hermann Hensel fiel 1914 aus dem Schlachtfeld. Wotpert, der ßZjährige, kann als Artist nicht mehr aktiv tatig sein, dennoch ist er rührig tätig für seine Kollegen, wirkt er doch schon seit über zehn Jahren als Sekretär der Internationalen Artisten- löge. Nachwuchs an Schleuderbrettakrobotcn ist genug da und vielerorts wird bei einm tüchtigen Stellmacher ein Schleuderbrett bestellt. Es ist dauerhasl und hält lang« aus, wenn auch van ihm aus irgendein flinker Obermann den Salto zu drei oder sogar zu vier Mann hoch dreht. Obwohl das Schleuderbrett gewissermaßen den Akrobaten entlostet und er nicht mehr alles allein aus sich herausholen muß, ist diese Arbeit keineswegs leicht. In Berlin ereignete sich vor Iahren ein Todessturz unter seltsamen Unistanden. Als nämlich Knappe, ein Mitglied der Asgard-Truppc, iin Luitn- park sprang, erlosch plötzlich die Bogenlampe. Der Akrobat konnte sich nicht orientieren, war in einem surchtbarcn Schwung, sauste von der B.ühne und fiel mit der Schläse aus ein spitz eingefaßtes Blumenbeet. Di« dadurch erlittenen Berietzungen führten zum Tod. Interessen oertritt. Ein Hauptgegenstand der Beratungen muß der international« Leihverkehr sein. Wie Dr. Krüß im„Zentralblatt für Bibliotliekswesen" berichtet, gibt das Institut jetzt einen Führer her- aus, der alle Vorschriften über den Leihverkehr aus 56 Ländern und außerdem Angaben über den internationalen Schrift« nau«anich enthält. Auf der Blbliochekskonferenz ist betont worden, daß das Fehlen der Gegenseitigkeit das wichtigste Hindrnls für die Weiterentwicklung des internationalen Leihoerkahrs ist. Manche Viblwthsls- ordnungen tragen in liberalster Weiss dem auswärtigen Leihverkehr Rechnung, kommen aber nicht zur Auswirkung, da an wichtigen Stellen des Auslandes die Gegenseitigkeit mckit gewahrt werden kann. Die Konferenz Hot empfohlen, wlt allen Mitteln auf d'e An- erkenn» ng des Prinzips der Gsgenseinzieit hinzumirten und als ersten Schritt auf diesem Wege zu erreichen, daß wenigstens ipe Dubieitenbestände in vollem Umfange dem Leihverkehr zugänglich gemacht würden. Die Veschaffung der auslandischen Literatur ist eiue zweite Hauptsorge der Bibliotheken. Eine Entschließung, die von der Kon- ferenz angenommen wurde, spricht«s aus, daß das Anwachsen der literarischen Weltproduktion und die beschränkten Mittel der Bibliotheken«ine besondere Sorgsalt bei der Auswahl der anzuschafienden Auslandsliteratur crsotdcrtc». Das Institut oeröfsentlichi eine Jahresliste von besonders' bemerkenswerten Neuerscheinungen: sie enthält Werke, die«in« hervorragende Kunstleiftung darstellen oder eine» originalen Gedankeninhalt besitzen, Werke, die besonders ge- eignet sind, einen Eindnick von nationaler Eigenart und nanonaint Tendenzen zu vermitteln, und Werte, die eine spezielle Material- sammlung enthaiten. So hofit man den Gedanken einer besseren linterrichtung über das Wertvolle in der literarischen Weliproducktion auf dein Wege über die Bibliotheken verwirklichen zu können. Für Verwendung der Mikrophotographie hat sich die Konferenz ausgesprochen, um die Verbreitung und den Schutz no» einzig- artigen oder seltenen Gegenständen in Bibliotheken und Archiven zu aewährleisten. Sie befürwortete auch den Plan, unter der Initiative des Völkerbundes eine internationale Sammlung mikraphotographi- scher Wiedergaben von geschichtlich bedeutsamen Urkunden, wie z. 58. der Dekrete Napoleons, herauszugeben. Auch andere Verfahren der Faksimilierung von Drucken und Handichrijten sollen gefördert wer- dn, um die Benutzung von nicht verlcihbaren Stücken zu erleichtern und der drohenden Abnutzung der Original« durch den unmittelbaren Gebrauch entgegenzuwirken. Eine Zusammenarbeit der Archive der Staaten wurde von deutscher Seite angeregt. Daraufhin ist empfohlen worden, zunächst «ine beschränkte Konferenz von Archivdirektoren mit«nem Vertreter des internationalen Aiisfchusies nir historifche Wissenschaften einzu- berufen, die dann die Zweckmäßigkeit einer größeren Konferenz prüfen soll. Ein Mittel gegen Erinüdnnq? Der sranzösisch« Arzt Dr. Droui- n«m gibt allen, die sich körperlich besonders anstrengen müssen. ganz gleich, ob si« an einem Laut- oder Fahrwettlireit teilnehmen oder einen langen Marsch vor sich haben, den Zlat, ungefähr acht Tage vorher täglich 100 bis 200 Gramm Zucker zu esstn. In welcher Form man den Zucker nimmt, ist ganz gleich. Er kann so aenommen werden oder in Kaffee, Milch. �Te« oder Wasser. Dies ist gewiß für oll« Sportler höchst interessant. Natürlich wird man mit einem kleinen Quantum anfangen müssen und dann immer etwas mehr nehmen, bis man die oben angegeben« Menge erreicht hat. Der günstige Einfluß de? Zuckers ist besonders gut wal�rzu- nehmen, wenn man in Zwischenpausen jedesmal eine kleine Menge nimmt. Eine Dilonze, die nur zwei Vlätler bat. Die Pflanze, die im Lause ihres Lebens tatiachlich nur zwei Blätter ouc-bildct, ist die in den Wüsten Südwestafrikas vorkommende Welwstschie(VVelwit- schia mirabilis), ein eigenartiges Gemachs, dessen breiter Stamm wie ein großer Hoizbechcr fast flach auf den' Bosen liegt, während die kötzchen. und tannenzapsrnformigen Muten den wiitstigen Wn- dern des Bechers entspringen. Die Netwitfchi« besitzt nun mißer Stammbecher und Muten ihr ganzes Leben lang nur zwei Blätter. die sich ober der Länge nach in schmal« Streifen teilen und in seit- same» Verschlingungen um die Pflanze herumrollen. so daß der Stamm dennoch ganz von Blattwerk bedeckt scheint. Obgleich sie nur zwei Blätter hat, macht daher die Welwitschi« doch keinen blatt- armen Eindruck, um so ntehr, als die Matter bis zu zwei Meter lang«erden.