BERLIN Sonnabend 14. Alörz 1931 10 Pf. Nr. 124 B 62 4». Jahrgang erfchei«tti«lich außer Sonst-««. Augleich Abendant-ab« de«.Vorwörtt'. Bezugirrei« beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche,-<.60M. pro Monat. Stedaktioo und expeditiou: Berlin SWK«.Lmd«nstr.Z Fernsprecher: Dönhoff 292—237 SftaJautyaße xle& j}JofWwf4b Anzetgenprei«: Die einspaltigeNonpareilleieile 80 Pf., gleklameieile s M. Crmüßigun en nach Tarif. Pvüschecktontv: Dorwärrs-Derlag G.m. b.H.« Berlin Nr. 37 SSS.- Der Verla« behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anteigen vori Krach um die Aazi-polizei Küchenthal in Konflikt mit Kränzen Ein Appell des Handwerks Heute Auftakt zur Reichshandwerkswoche in Berlin Vrannschwelg, 14. März.(Eigenbericht.) Am 25. F«t>ruar hat der Retchsnünister Dr. Wirth an die braunschweigische Regierung ein Schreiben gerichtet, worin mn Zluskunft über die standalöjen Lorfäll« auf dem HitL«r-Tag in Braunschweig gebeten ward«. Insbesondere wurde ein« Erklärung über die Behinderung eines Po» lizeideamten bei pflichtgemäßer Dienstausübung durch SA.-Leute verlangt. Obwohl Franz«, in öffentlichen Ber- lammlungen erklärt hat. daß Wirch eine..gebührende Antwort' erhalten werde, ist bi» heut« eine solch« nicht abgegangen. Das hat seinen Grund in Zerwürfnissen zwischen dem deutsch» nationalen Minister Dr. Süchenthal und den Nazi» minister Dr. Franzen. Der dentschnationale Minister ist mit den, Entwurf der Antwort seines nationalsozialistiischen Kollegen unzu- Kermann Müllers Erkrankung. Im Befinden dos schwer erkrankten Genossen ch ermann Müller ist seit gestern abend eine wesentliche Veränderung nicht «ingetreten Doch beurteilt man den Zustand des Kranken gegen- wärtig etwa» hoffnungsvoller, wenngleich er immer noch als sehr ernst anzusprechen ist. �' Beachtenswerte Besserung. Da« offizielle ärztliche Bulletin von heute morgen 10 Uhr lautet: „Der Zustand des Reichskanzlers a. v. Müller läßt heule eine beachkenewrrte Besserung erkennen. Borchardt, Sauer« bruch, f). Z ond« k, Dr. Heyn.' Das nächst« Konsilium wird um 7% Uhr abgehalten. frieden. Da es zu keiner Verständigung kam, ist bisher nach Berlin teinerlei Antwort abgegangen. Auch wegen der von Franzen vor- genommenen Berufung eines neuen Kommandeur» der braunlschweigischen Polizei ist es in der Regierungstoalition zu einem Krach gekommen. Für den pensionierten Oberstleutnant Siering, der sich zur Sozialdemokratischen Partei bekennt, hat der Naziminister einen Parteifreund namens Selle aus Holstein geholt. Ueber Selle erfuhr der„Volksfreund', daß es sich um einen 1922 aus dem Lübecker Polizeidtenst ausgeschiedenen Polizeihauptmann handle, der zuletzt eine nationalsozialistisch«„Sportschule' in Lockstedt bei Hamburg leitete. Außerdem soll Selle für Hitler tätig gewesen sein, um die Der- bindung mit der dortigen radikalen Bauernbewegung aufzunehmen. Diesen in keiner Weise geeigneten Polizeihauptmann a. D. hat Franzen nunmehr zum obersten Leiter der Braunschweiger Polizei gemacht. Aus diesen Anlässen ist es zu großen Differenzen innerhalb der braunschweigischen Regierungstoalition gekommen. Die Aoileidenden verlassen. Die porlamentSschwänzer und die Petitionen. Di«„Arbeiter'-Partei der Nationalsozialisten kümmert sich den Teufel um die Interessen notleidender Arbeiter. Im Sozialpolitischen Ausschuh des Reichstages lagen am Freitag über IM Eingaben vor, in denen vor allem Invaliden» und Blindenrenten, Rechtsschutz- und Arbeitsstreitigteiten und nackte Not von Arbeitslosen die Hauptrolle spielten. Es handelte sich also bei diesen Eingaben um sehr wichtige Ding«, um die Sorgen armer Arbeiter. Bon den Herren Nationalsozialisten war sedoch niemand zur Stelle, um die Fäll«, deren Erledigung ihre Aufgab« war. zu vertreten. Dabei sind die Herrschasten, die so ihr« Pflicht versäumten, ausdrücklich über Termin und Inhalt der Sitzung informiert worden, da auch die ausgezogenen Fraktionen sämtliche Drucksachen zugestellt erhalten. Wären nicht die sozialdemokratischen Mitglieder des Sozialpolitischen Ausschusses in die Bresche gesprungen, dann hätten die armen Teufel, deren Sache geschäftsordnungsrnäßig die Nationalsozialisten zu vertreten hatten, das Nachsehen. Die Spitzenv er bände des deutschen Handwerts eröffneten heut« vormittag die Reichshandwerkswoche mit einer Kundgebung im Reichswirtschaftsrat, zu der außer den, Reichsmimfter Stegerwald und Vertretern der preußischen Staatsregierung auch Reichskonzler Dr. Brüning erschienen wo?. Wie der Vorsitzende des Reichsverbandes des deutschen Hand- werks, Friedrich Derlien, ausführte, ernähre das Handwerk der Gegenwart ungeachtet der stürmischen industriellen Entwicklung In Deutschland immer noch a cht Millionen Menschen. Ein Beweis dafür, daß sich dos Handwerk auch m der Zeit des Hoch- kapitalischus mit Erfolg durchgekämpft habe, sei, daß das deutsch« Handwerk heut« mehr Menschen ernähr« al« vor Hunden Iahren. Die stürmisch« Entwicklung der Industrie wäre nicht denkbar gewesen, wenn nick# die erstklassig ausgebildeten Kräfte vom deutschen Hand- werk zur Verfügung gestellt worden wären. Wirtschast und Pro- duktion dürften niemals Selbstzweck sein, die letzter« müsse vielmehr mst dem Dedarf organisch wachsen und sich ihm an- passen, um WiNschoftskrisen von so ungeheuerlichem Ausmaß wie die gegenwärtig« zu verhindern. Eine bessere Marktkennt- n i s sei weitaus notwendiger als die rein technisch gedachte Aus- speicherung von Mafchinenkräften und unwirtschaftliche Güter» erzeugung ohne Grenzen. Reichskanzler Brüning anerkannt« die wirtschaftliche und sozialpolitisch« Bedeutung des Handwerls, besonders in einer Ze4 der Ueberindustrialifierung Das Handwerk stelle einen Berufszweig dar, in dem noch ein Berufsethos, eine Verbundenheit des Menschen mit seinem Werk, lebendig sei. Die gegenwärtige Notlage des Hand- werks müsse anerkannt und auch im Hinblick auf fein« Bedeutung für die Gesamtwirtschaft entsprechend berücksichtigt werden. Die Tatfache, daß heute noch eindreiviertel Millionen Hand- werklicher Betriebe in Deutschland existierten, sei der beste Beweis für die Lebensfähigkeit dieses Bsrufeftandes. Zum Schluß sprach der Präsident des Deutschen Handwerks- und Gewcrbekammertages, Ernst P f l u g m a ch e r, der als die Heil Hitlerike! Sin Iünaer Adolf« des prächiigen nannte seine Tochter Hitlerike. Oer Wodanspriester:„ltnd nun lasset uns dem Mägdelein an Stelle der Taufe das Magd- und Stlavinzeichen au brennen, auf daß man sie erteuue»m Oritten Neiche!* wesentlichste Aufgabe der Gegenwart die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei den Handwerkern bezeichnete. In nor- malen Zeiten könne das Handwerk anderthalb Millionen Gesellen beschästigen, während heute kaum noch der beste Stamm der Handwerksgesellen Arbeit fände. Er würde es als den größten Erfolg der Reichshandwerkswoche bezeichnen, wenn es dem Handwerk durch diese Veranstaltung gelingen würde, die Konsu» menten und besonder« die Millionen Haushaltungsvor» stände in Deutschland zu stärkerer Auftragserteilung zu bringen. Ltniformverbot ungültig? Entscheidung des KammeegerichtS. X Eine Anzahl Nationalsozialisten und Konnnunssten, die wegen Tragen des Braunhemdes bzw. Tragen der Rotfrontkämpferuniform auf Grund der Verordnung des Berliner Polizeipräsidenten von verschiedenen Strafkammern verurtellt worden waren, hatte beim Kammergericht Berufung eingelegt. Da» Kammergericht hat sich nunmehr auf den Standpunkt gestellt, daß die B e r o r d n u n g de« Polizeipräsidenten, wonach das Tragen des Braunhemdes und der Rotfrontkämpferuniform verboten ist, ungültig ist, da sie nicht im Einklang mit dem Z 118 der Reichsoerfassung und dem Z 10 Absatz 2 und 17 des allgemeinen Landesrechts zu bringen ist. Die bisherige Polizeiverordnung bleibt allerdings in Kraft, bis dos Urtell des Kammergerichts dem Polizeipräsidenten amtlich mit- geteilt ist und der Polizeipräsident dazu Stellung genommen hat. Kohlengase im Heizkeller. Heizer und Jahrstuhlführer bewußtlos aufgefunden. In den Heizungsonlagen des Vergnügnngs» elabllssemenls„Faun" in der Friedrich st raße 1 S 0 ereignete sich heute früh ein Unglück durch entweichende Sohlenoxydgose, das um ein haar zwei Menschenleben gefordert hätte. Als gegen%8 Uhr ein Angestellter den Keller betreten wollte. sah er zu stinem Schrecken den köfahrigen Heizer Paul Lins« aus der Hussitenstroße 65 und den S7jährigen Fahrstuhlführer Paul Schmidt aus der Greifenhagener Straße 7 in der Nähe der Kessel regungslos liegen. Die alarmierte Feuerwehr drang mit Schutzmasten in den Keller ein und holte die Bewußtlosen ins Frei«. Nach längeren Bemühungen konnten die beiden Männer ins Leben zurückgerufen werden. Bei Linse war der Zustand jedoch so bedenklich, daß er sofort ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Wie die Feststellungen der Feuerwehr ergeben haben, war ein Heizkessel undicht geworden. Der Feuerung entwichen die sehr gefährlichen Kohlenoxydgase und führten das Unglück herbei. Von der Lokomotive geköpft. Furchtbarer Tod eines Heizers. Auf entsetzliche Weise ist heule früh der ZSjährige Coko» molivheizer.E r n st B u h l e aus der Emser Straße 23 in Neu. kölln ums Leben gekommen. Buhte begleitete den Personenzug Dresden— Berlin als Lotomotivheizer. Kurz vor der Durchfahrt des Zuges durch die Station Dabendorf bei Zossen verließ B. den Führerstand der Loko- motive und begab sich auf den seitlichen Laufsteg, um einen Maschinen» teil zu kontrollieren. Dabei verlor Buhle das Gleichgewicht und stürzte fa unglücklich auf die Schienen, daß ihm der Kopfabgefahren wurde. Die Leiche des Unglücklichen wurde beschlagnahmt. Durch den Unglücksfall traf der Zug mit w Miniitm Lerfpotung in Berlin ein. Versicherungsmörder Eine blutige Bilanz aus alter und neuer Zeit Der Zufall will es, daß sasl zu gleicher Zeil zwei fenfalioaelle verflcherungcmordprozesse stollfinden: am 17. März in Regen»- bürg gegen den Leipziger Kaufmann Tehner, am 24. Mörz in Varlenslein gegen den Rafienburger Kaufmann Schafs- ran. Dieses Zusammenfallen der beiden Prozesse ist in Wirklichkeit mehr al» bloßer Zufall Schasfran hat bei feiner Verhaftung er- klärt zu seinem verbrechen durch Tehners Tat mfpiriert worden zu fein. Der Leipziger Kaufmann Tetzner hat am27 November 1929 einen Wanderburschen in sein Auto gelockt, den Wagen mit Benzin begossen und sein Opfer durch die Explosion ins Jenseits befördert. Der Zweck der Tat war, den eigenen Tod vorzutäuschen und mit .izi'fe der Frau die Versicherungssumme in chöhe von 142 999 Mark abzuheben Tetzner wurde in Straßburg während eines Ferngesprääzss mit seiner Frau verhaftet und von den fronzöstschen Behörden ausgeliefert Der Rastenburger Kaufmann S ch a s f r a n, Besitzer einer Möbelfirma, befand sich in Schwierigkeiten. Er weiht« seinen Buch- Halter und seine Sekretärin in seinen Plan ein, fahndete mit ihm tagelang auf Autofahrten nach irgendeinem Opfer und fand es schließ- lich in einem Melker. Der Mann wurde getötet, nach Rasten- bürg geschafft und im Büro vor Schafsrans Schreibtisch gesetzt Dann wurde mit Hilf« von Benzol eine schwere Explosion ver» ursocht. Schaffran hatte sein Leben bei acht verschiedenen Aersicherungsgesellschaften in Höh« von etwa 299 999 Mark versichert. Er wurde verhaftet, als«r sich auf dem Wege von Berlin nach Hamburg befand, unz sich hfer auf einem Dampfer nach Amerika einzuschiffen. Seitdem das Leben versichert werden kann, belauert den Ver- sicherten gewaltsamer Tod. Ziel de» Dersicherungsmordes ist der Versicherungsbetrug. Kein Wunder, daß neben anderen Dersich«. rungsoerbrechen— wie Brandstiftungen, fingiert« Einbrüche, künst- lich herbeigeführte Unfälle— auch Versicherungsmorde zu- genommen haben. Ihre wirklich« Zahl ist kaum feststellbar.- Un- möglich zu sagen, in wie vielen Fällen das Ableben von Angehörigen um der Versicherungssummen willen beschleunigt wurde. Äerficherungsbetrüger, die Fremde morden. Am nächsten liegt der Gedanke, einen Angehörigen zu versichern und zu beseitigen. Minder gefährlich scheint es aber, irgendeinen Dritten, Unbekannten, mit dem nicht so enge Beziehungen oerknüpfen, zum Opfer des Verbrechens zu wühlen. Das tat der erst vor wenigen Tagen Hingerichtete Londoner BertreterHouse. Er befand sich in Geldschwierigkeiten, woAe sich den Verpflichtungen seinen drei Frauen gegenüber«ntzieh-n lockte, ähnlich wie Tetzner, einen Mann in sein Auto und zündete den Wagen an. Im Auto fand auch der Großindustrielle F l y b o r g in Stockholm den Tech. Sem« Kompagnons Kreuzer und Arbin sprengten ihn in die Luft. Wer hätte es gewagt, sie als Mörder anzusprechen? Man glaubt« anfangs an Selbstmord. An den Fall Tetzner erinnert der neueste New-Porker Fall. Dr. Bah, allgemein geachteter Arzt und früherer Kandidat für den Kongreß in Washington, setzte sich mit einem gewissen Pearl- man in Verbindung, überredet« chn. unter dem Namen eines seit 17 Jahren verstorbenen Folla sich mit 200 090 Dollar zu versichern und die Versicherungsansprüch« ihm abzutreten. Dann sollt« er für einig» Zeit verschwinden Als Gegenleistung winkten ihm 59099 Dollar. Dr. Baß dang aber Verbrecher, die Pearlman für 19 009 Dollar für immer verschwinden machten und identisiziert« den Toten als Folta. Die Mutter des angeblichen Folta erkannt« jedoch nicht in der Leiche ihren Sohn; die Detektiv« der Versicherungsgesellschaften enthüllten Dr. Baß' Doppelleben. Er dürft« dem elektrischen Stuhl kaum entgehen. Zwei weitere Fälle aus der letzten Zeit gehören zur gleichen Gruppe. Ein Kleinbauer in Blankenese bei Neustrelitz versichert« seinen schwachsinnigen Knecht für 59 999 M.. ertränkte ihn und hob die Versicherungssumme ab. Die Tat wurde erst nach längerer Zeit entdeckt, der Kleinbauer zum Tode ver- urteilt. Mit vielen Jahren Zuchthaus kam dagegen in Oesterreich der Zahntechniker Payrleitkner davon. Er hatte seinen Gehilfen Andreas Verger versichert: eines Tages machte er nnt ihm eine Tour auf den Kienberg und stieß ihn in eine Schlucht. Außerordentlich interessant ist ein Atcrsr französischer Fall aus den K9er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Poriser Homöopath P o m r a i l l« hatte im Jahre 1861 geheiratet. Seine Hoffnung, auf diese Weise zu Geld zu kommen, zerschlug sich. Er nahm die Beziehungen zu seiner früheren Geliebten auf, verstand es, sie zu überreden, sich bei acht verschiedenen Dersicherungsgesell- schaften zu versichern, die Ansprüche aber ihm zu überlasten, und vergiftete die unglückliche Frau nach und nach mit D i g i t o l i n. Unmittelbar nach ihrem Tode forderte er die Versicherungssumme in Gesomthöhe von 559 Goldfranken an. Eheleute als Dersicherungsmörder. Viel öfter geschieht es jedoch, daß, wie im Falle des Zahnarztes Guttman«. die nächsten Angehörigen zu Derstchervngs- und Mord- objekten auserkoren werden. So erschoß der Horburger kaufmannStraßer sein« Frau und ließ sich die Versicherung'- summ« in Höh« von 29 999 M. auszahlen. Di« Bedauernswerte. klagt« der trauernde Witwer, sei Opfer eines Unfalls geworde- Ein Jahr später aber starb sein Sohn an einem gleichen..Unfall' Auch er war für 29 999 M versichert Der jünger« Sohn wurde zun gefährlichsten Zeugen gegen den Dater. Das Justizministerium änderte das Todesurteil in lebenslängliches Zuchthaus um. Um«inen Versicherungsmord Handelle es sich bei dem Mar feiller Arzt Läget Er oergiftet« sein« zwei? Frau, um sich der Versicherungesumme in Höhe von«ner hol' Million Franken bemächtigen zu können. Auch an seiner Schwe' unternahm er einen Vergiftungsversuch. Das Urteil gegen chn noch nicht gesprochen. 74 Jahre zurück liegt die Hinrichtung d englischen ArztesPalmer. Er versicherte Frau und Bruder ur vergiftete beide. Seine Verbrechen wurden offenbar, als er«' Jahr später auch seinen Freund aus die gleiche Weise zu Tode b? fördert«. Zwei weitere Versicherungsgattemnoide au» neuester Zeit haben viel Aufsehen erregt Der«ine in Ungarn, der andere in Oesterreich. In beiden Fällen spiclle eine Bergtcur ein« Rolle. Im ungarischen Fall« gelang es der Frau E r de l y noch im letzten Augenblick, sich an einem Ast festzuklammern. Sie kam mit einer schweren Verletzung davon. Da sie durchaus nicht sterben wollt«, er- würgte sie ihr Mann. Statt der Versicheringsfumme von 29 999 Dollar erhisll er lebenslängliches Zuchthaus. Das gleiche Schicksal ereilte den Wiener Kaufmann H, Im Gegensatz zu dem Dresdener Treiber war er aber geständig, se-ne Frau in den Abgrund gestürzt zu haben. Harmloser stellte sich tm anderer österreichtscherFall dar. Die Ehefrau meldet« der Polizei, daß ihr Mann in den Bergen verunglückt sei. Sie stellt« Antrag aus Auszahlung der Versicherungssumme. Der Mann befand sich aber vergnügt im Auslände. Ungeheuerlich erscheint die Tat de» jungen Engländers Fox. Um der Versicherungssumme willen tötet« er seine Mutter, übergoß die Leiche mit Petroleum und steckte ihr Zimmer in Brand. Er wurde hingerichtet Schema F. Die Kurmna beim Sozialetat trifft die Aermstea. Im Haushaltsausschuß de» Reichetags wurde die Ergänzung zum Entwurf des Reichshaushall: planes 1931 beraten. Bei der Erörterung der durch den R e i ch s ra t vorgenommenen Streichung von 5 Millionen Mark bei den Ausgaben für Versorgungswesen erklärte Abg. Roßmann(Soz.), daß diese Kürzung die Hälfte einer Gesamtkürzling von 19 Millionen Mark sei, deren andere Hälfte im Houshalr des Reichsfinanzministeriums ge- kürzt sei. Mit dieser schematischen Verteilung könne sich seine Fraktion nicht einverstanden erklären. Das Finanz- niinisterium habe einen neunfach größeren Personal- ap parat als die Dersorgungsbehörden, die von den Kürzungen in erster Linie betroffen würden. Die geordnete Durchführung wich- tigster Arbeiten Zugunsten der Versorgungsbehörden werde damit unmöglich. Unerträglich sei vor allem die Kürzung bei den Kosten für die Beweiserhebung und Kosten- erstattung in Bersorgungsangelegenheiren. Seine Fraktion b«° halte sich Vorschläge für eine gerechtere Derteilung für die dritte Lesung vor. Der Ergänzungshaushalt wurde genehmigt. Keilerei und Gerichtsverhandlung. Tumultszenen beim Kasseler Kommun'ss-nprozeß Kassel. 14. März. Die gestrigen Berhandlungen im Kommumstenprozeß endeten mit einem ungeheuren Tumult tm CSTerichtssaal. Das Gericht befaßte sich gerade mit der Frage der Vereidigung der national- sozialistischen Zeugen, als der nationalsozialistische Rechtsanwalt Dr. Freislsr plötzlich aufsprang, seine Robe auszog und aus dem Saale st ü r m te. Noch«inigen Minuten kam er zurück und rief:„Draußen vor dem Gericht werden 59 meiner Parteigenossen von der wartenden Menge nisdergeknüppelt, ein Mann hat bereits einen Schädelbruch erlitten, ein anderer ist ver- ' letzt, ein anderer über die Mauer in die Fulda geworfen worden.' Hierouf entstand ein ungeheurer Tumult. Alle Anwesenden sprangen auf und schrien durcheinander. Die Situation war äußerst bedrohlich, da 49 national» sozialistische Zeugen unmittelbar Hinte r den 94 ange- klagten Kommunisten saßen. Die Erregung steigerte sich. noch, als Rechtsanwalt Dr. Lewinski in den Saal rief, das wäre ein von Rechtsanwalt Dr. Freister auf punN 7 Uhr bestellte» Theater? Hierauf stürmte Dr. Freister mit seinen nationalsozialistischen Parteigenossen aus dem Saal. Di« Angeklagten wollten nach- drängen, die Verteidiger stellten sich aber auf die Stühle und hielten die Angeklagten davon ab, aus dem Saal zu drängen. Sie riefen: „Ruhe! Ruhe! Laßt euch nicht provozieren!" Der Vorsitzende erklärt«, daß das Gericht sich durch die Vor- fälle auf der Straß« in keiner Weise beeinflussen laste und daß die Verhandlungen weitergeführt werden. Da aber die Verteidiger erklärten, nach diesen Aufregungen den Verhartd- langen nicht mehr folgen zu können, verkündete der Vorsttzende nach einigen Minuten den Gerichtsbeschluß, daß die Verhandlungen aus Montag vertagt werden. Im gleichen Augenblick kam Dr. F r« i s l« r mit den national- sozialistischen Zeugen in den Saal zurück, worauf noch einmal ein ungetseurer Lärm entstand. Damit Kommunisten und Nationalsozia- listen nicht aneinander gerieten, muhten die Angeklagten zuerst den Syal oerlassen. Vor dem Gerichtsgebäude formierten die Kommu- nisten nnt der wartenden Menge einen Zug. Wie von der Polizei festgestellt wurde, hatten sich gegen 7 Uhr abends 59 Nationalsoziali st«n in geschlossenen, Zuge zum Gerichtsgebäude begeben. Da der Zug nicht angemeldet war, waren sie ohne polizeilich« Begleitung. Die vor dem Gerichts- gebäude wartende Menge, wahrscheinlich meist Kommunisten, sing einen Streit an, wobei nach den bisherigen Feststellungen ein Mann oerletzt wurde, so daß sich die Behauptungen des Rechts- anwalts Dr. Freister im Gerichtssaal als übertrieben erwiesen. Die nationalsozialistischen Zeugen wurden später aus dem Saal ent- lasten und unter starker polizeilicher Bedeckung in ge- schlossenem Zuge zu ihrem Vereinslotal.geleitet. Kommunisten überfallen Arbeiter. Schüsse in Notwehr Daazig. 14. März. Am Freitagnachmittag wurde in der Opitzstraße der 49 Jahre alte Zimmermann Pelz, der sich in Umform des Sozialdemo- kratifchen Arbeiterschutzbundes befand, beim Verkästen seines Hauses von drei Kommunisten und zwei Frauen gehänselt. Die Kommu- nisten entrissen ihm seinen Stock und brachten ihm damit mehrere stark blutende Kopfverletzungen bei, so daß er zu Boden sank. Daraus zog er sein« Pistole und gab aus seine An- greiser mehrere Schüsse ab. Der 39 Jahre alte Kommunist Krüger erhielt einen schweren Bauchschuß, an dessen Folgen er bald daraus verstarb. Ein anderer kommunistischer Arbeiter erhielt einen Schuß in den linken Oberschenkel, der dritte flüchtet«. Pelz wurde in schwer- verletzten� Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Die Kommunisten und die beiden Frauen sind verhaftet worden. Oer wandernde Berg. Kein Stissstand der Srdlawinen im Savoyer Tal. Paris, 14. März. Der Erdrutsch in den Savoyer Alpen hat auch am Freitag nicht» von seiner Gefährlichkeit verloren. Immer noch ziehen die un- geheuren schwarzen Erbmassen dem Tale zu und b e g r a b e n a l l e». was sich tu den weg stellt, unier sich. In den späten Freilagnachmitlagsslunden teilte sich die Lawine, die stellenweise eine Dicke von 15 Meter erreichte, in vier Arme und sehte nun ihren Abstieg fort Am gefährlichsten ist der Arm. der sich gegen die Gendarmerie von Ehatelard zu bewegt. Die Gendarmeriegebäude wurden bereit, geräumt Bisher ist eine Strecke von etwa zwei Kilometer von dem wandernden Berg zuriickgeleol worden. Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, die sei» 48 Stunden ununterbrochen gemacht werden, ist es nicht gelungen, die am meisten bedrohten Gebiete zu schützen. Auch die Hoffnung, daß die gesprengte Brücke die Erdmassen in unbewohnte» Gebiet ableiten würde, hat sich nicht erfüllt Die vier großen Lawinen haben je ein Ausmaß von über 390 Meter Länge und fast 100 Meter Breite. Furchtbare Szenen spielen sich bei der Rettung der Bewohner ab, die sich zum Teil weigern, ihren in harter Arbeit errungeneu Besitz zu verlassen. Siädiifche Oper wird nicht geschloffen. Das„Berliner Tageblatt" bringt heute früh die allerdings noch mit einem Fragezeichen versehene Nachricht von einer bevorstehen- den Schließung der Städtischen Oper. Es heißt in der Notiz, daß bei einigen Fraktionen der Berliner Stadtverordnetenversamm- lung durchaus keine Neigung mehr bestehe, für das kommende Jahr die Subvention für die Städtische Oper zu bewilligen. Wie wir hierzu aus dem Rathaus« erfahren, Ist an die Schließung der Skädkischen Oper selbstverständlich nicht zu denken, zumal auch die größte Fraktion des Rathauses, die sozialdemokratische F r a k t i o n, sich gegenüber solchen Plänen energisch zur Wehr setzen würde. Verbrechen an Dreizehnjährigen. Echwertneqsbeschädiater als Täter. Unter der schweren Beschuldigung, sich an zwei Mädchen im Alter von 13 Jahren vergangen zu haben, wurde von der Krimi- nalpottzei ein 36 Jahr« oller Robert S. aus Friedrlchsfelde feftgcnommm. S. ist zu 50 Proz. fchwerkriegsbeschädigt. Er wohnte als Untermieter bei einer Familie. Als er seine Be- schäftigung verlor, blieb er mit cem Kind«' allein in der Wohnung, während das Ehepaar auf Arbeit ging. So lockt« er das Mädchen an sich und später auch deren Freundin. Die strafbaren Beziehungen dauerten auch an, nachdem S. in eine andere Wohnung gezogen war. Er verstand es, die Kinder zu überreden, ihn zu besuchen. Hausbewohner, die das Treiben beobachteten, benachrichtigten die Eltern, die jetzt Strafanzeige erstatteten. S. gibt sein Verbrechen zu, will sich aber damit entschuldigen, daß die Mädchen ihn dazu verleitet hätten. Er fft dem Unersuchungsrichter vorgeführt. Gelbstmord nach der Bierreise. Grausige N'chtssätte au- Eisenbahnfchieneu. Auf der Eiseubahastrccke Duisburg— Mülheim— Sterkrade, in der Röhe des Stadions Mülheim, wurde heule morgen der 24 Zahre aste Bergmann Karl A. aus Oberhauseu al» Leiche und neben ihm sein Arbeitskollege, der Bergmann Wilhelm F. aus Oberhausen- Sterkrade in schwerverletztem Zustande aufgesunden. A. war der Kopf vom Rumpf getrennt, F. Halle außer einer Gehirnerschütterung einen Armbruch und schwere inner« ÜZerlstzun- gen davongetragen. Nach Auesagen des F. hatte» beide den Ent- schluß gefaßt, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden und sich gegen 35� Uhr morgens auf die Eisenbahnschienen vor einen Zug gelegt. Nachdem beide am Tage vorher ein« Schicht versäumt und ihren Lohn empfangen hatten, haben sie von 16 Uhr ab ein« Bierreise m einem Auto unternommen. Unter der Einwirkung de» Alkohol« haben sie dann den bereits gefaßten Entschluß zur Ausführung gebracht Abschiedstarten und Notizen, die bei dem Toten vorgefunden wurden, lasten erkennen, daß beide den Freitod gesucht haben._ Mädchenmord eines Zrren. Nie zehnjährige Tochter des An�altsarztes ermordet. Schleswig, 14. März. Zu der Irrenanstalt zu Schleswig hat sich gestern abend eine schreckliche Bluttat ereignet. Die zehnjährige lochler des Anstaltsarzke», Sanikälsrats Dr. Repke wltz, wurde von einem Z2johrigen, au» Flensburg stammenden Aastalksiasossen aus bestialische weise ermordet Der Mörder, der mit häuslichen Arbeiten bei SanilZtsral Repkewih beschäftigt war. hat das Kind in den Garten gelockt und dort das verbrechen begangen. Bach der Tat flüchtete der Mörder. Er konnte bisher noch nicht ergrissen werden._ Schier 50 Zahre... Gn vom.Verräter Riasonow' verhorgener Morx-Vrief über KautSly. Aus der.Roten Fahne" erfährt man endlich, warum der .Deoräter Rjafanow" aus dem Marx-Engels-Jnstitut davon- gejagt worden ist. Er hat das Derbrechen begangen, einen Brief von Marx an seine Tochter Jenny vom 11. April 1881 nicht zu veröffentlichen, der folgendes Urteil Marx' über den damals 26jährigen Karl Kautsty enthallen soll: .... Auch Engels urteilt viel milder über diesen Kauz— seitdem letzterer große» Talent im Trinken beweist. Als derselbe zuerst bei mir erschien— das Käuzchen, mein ich—, war die erste Frag«, die mir entfuhr: Gleichen Sie Ihrer Fron Mutter?— Aber auch absolut nicht, versicherte er: ich gratulierte im stillen seiner Muller. Er fft«ine Mittelmäßigkeit, von kleinen Gesicht sg un-kten, überweis(«fft sechsundzwo nz ig alt). Besserwisser, in einer gewissen Art flüssig, macht sich viel mit Statistik zu schassen, liest aber wenig Geschertes heraus, gehört von Natur zum Stand der Philister.. Daß Karl Marx über sein« Mitmenschen oft außerordentlich scharf urteilte, fft nichts Neue». Wir erinnern an feine brieflichen Leußerungen über Ferdinand Lassalle, deren Leröffent- lichunz seinerzeit viel weniger dem Andenken Lassalles als dem von Marx selber geschadet hat. B züglich des„Verräters Rjasanow" können wir der«Roten Fahne" aber einen Typ geben: Man hätte ihm noch einen einzigen Monat Zeit geben sollen: am 11. Apffl dieses Jahres 1931 würde Rjasanow sicher nicht gezögert haben, mit dem sodann auf den Punkt 59 Jahre alten Briese dem nunmehr 76jährigen„Sozialfaschisten" Kaff Kautsky politisch, moralisch, wirtschaftlich und physisch den Garaus zu machen! Das Abkommen von Genf. Seratung m zweiter Lesung. Der Reichstag trat heute schon um 10 Uhr zusammen Das Gesetz über die Entschädigung der gewerbsmäßigen Stellen vermittler ist in der zweiten Beratung dahin ge- ändert worden, daß olle diese Verniiltler ihren Betrieb gegen Ent- schädigung einzustelleu haben. Um die Deckung dieser Kosten zu bestimmen, wird das Gesetz nochmals dem Ausschuß überwiesen. Ueber die Ausschußberatung des Genfer Handelsabkommens berichtet Abg. Frau Sender lSvz.). Abg. hörnle(Komm.): Dieser Aollwaffenstillstand ist halbschläch- tig und topelzüngtg. Jeder Verpflichtung folgt die AusnahmeNausel. Das Genfer Abkommen soll nur dazu dienen, den Völkern einzu- reden, daß russischer Hungerexport die Märkte ruiniert. Vir stimmen aber für die Vorlage, damit die Sozialdemokraten nicht iaaen können, wir gingen mit den G-oßagrariern. Abg. Gerauer(Bayer. Vp.) steht schlimme Folgen von einer Volitik voraus, die zugleich Zollöfungen und Zollbindungen«ingeht. Unsere Erwartungen als Gleichberechtigte behandelt zu werden, hat der Völkerbund schwer enttäuscht. Wir werden das Abkommen halten, die anderen aber kümmern sich gar nicht darum und er» höben ihre Zölle ko'ollal. Wenn Rußland nächstes Jahr mit 1*0 000 bis 200 000 Mähdreschern arbeitet, müssen wir doch gegen die Ueberschwemmung mit diesen G e tre ide m a sse n vorgehen können. Abg. Hemeler(Landvolk) bekämpft das Abkommen als Löh. irmna der deutschen Zollpolitik. Geaenüber den Deutschnationolen und Nationalsozialisten stellen wir fest, daß Sch iele zur Zeit des ?l''ichlustes dieses schädlichen Abkommens noch nicht Minister gewesen ist. Abg. Dr. Schneider-Dresden(D. Vv): Unsere Getreidezölle sind viel höher al« der Inlands» und erst recht der Weltmarktpreis. Wenn wir diesen Schutz der heimischen Arbeit treiben, so wenden wir uns desto mehr dagegen, daß wegen dieser Geste— weiter ist das Genfer Abkommen nichts— olle möglichem Handelsverträge gekündigt werden sollen. Diesen Schlag gegen unser« sibon so verringer» t e n Ausfuhrmöglichkeit frodert die Landvolkpartei. Abg. Graf Westarp lKons. Vp.) bekämpft die Vorlage au« Grün» den der konservativen Agrarpolitik, die er— obgleich selbst nicht Aorarier— seit Jahrzehnten aus nationalen und bevölkerungspoli» tischen Gründen betreib«. Auch der Wirtschaftsparteller Jrenbe svricht aegen die Vorloqe, wöbrend der Staatsparteiler Dr. Meyer-BerOn doch eine gewisse Sickerstellung des Wirtschaftslebens in dem Abkommen steht. Di« Vorlage wird in zweiter Lesung angenommen und darauf der haushall des Arbeitsministeriums weiter bereiten. Aba. Freiherr von Slauffenberg(Landvolk) deutet an. die So» zialversicherung müßte noch weiter abgebaut werden, um sich über. b�uot zu erhalten. Deutschland ist ein Fürsorgestaat geworden. Reick. Länder und Gemeinden brechen unter diesen Lasten zu» sammen. Iwangsbuldiauna für Vilsudfki. Lehrer prügeln Kinder, um'hnen Glückwunschkarten zu verkaufen Warschau. 11. März. Sämtliche Fraktionen der polnischen Opposition haben«inen Dringlichkeitsantrag wegen des zwangsweisen Verkaufes von Namenstagskarten mit Glückwünschen für Marschall Pils"dski in den Schulen eingebracht. In dem Antrag werden Fälle anaefühtt, in denen Lehrer auch vermittels körperlicher Züchtigung die Schüler zum Kauf solcher Karten gezwungen haben. Franzofen für Weinaariner. Die„Frankfurter Zeitung" veröffentlicht heute einen Brief des französischen Abgeordneten Merril an Weingartner anläßlich des bekannten Zwischenfalls. Der Brief lautet: „Ich danke Ihnen für das Vertrauen, welches mir Ihr Brief bezeugt. Ich habe nicht versäumt, den Herrn Präsidenten der Kammer von diesem bedauerlichen und ungerechten Vorfall in Kenntnis zu setzen. Herr Lavol scheint mir auch dieser Meinung zu sein. Er hat mir versprochen, zu oersuchen, die Folgen dieses M i ß ve rft ä ndn i sse s aus der Welt zu schaffen. Seien Sie überzeugt, daß ich dafür Sorge tragen werde, daß dies geschieht, schon wegen der großen Verehrung, die ich für Ihre Person und Ihr Talent hege." Weiter schreibt die„Frankfurter Zeitung", daß sich unter den zahlreichen Sympathiekundgebungen, die Felix Weingartner aus Frankreich erhielt, auch folgender Brief von Romain Rolland befindet: „Mein lieber Meisterl Di« Würdelosigteit. mit der man gegen Sie gehandelt hat, berührt über Sie hinaus die gesamte Kunst. Ich bin nicht der einzige Franzose, glauben Sie mir, der darüber empört ist. Ich würde mich meines Landes schämen, wenn ich nicht wüßte, daß das rvohr« Frankreich mit diesem politischen Fausthieb nichts zu tun hat." Eröffnung der Ausstellung Slasst, istischer Baukunst. Im Rahmen der Veranstaltungen des Berliner Architekten- und Ingenieurver- ein» zu Ehren des ISO. Geburtstages Schinkel» wurde im ehemaligen Krön prinzenpalais eine Ausstellung Klassizistischer Baukunst der Schinkel-Zeit eröffnet. Die Ausstellung, die ein Bild des geistig- kulturellen Ledens s«v!« der architektonischen Strömungen zu Leb- zeiten Schinkels(1781/1841) geben soll, besteht zum größten Teil au» Originalentwürfen von Künstlern wie Bentz, Gonlard, Gilly, Langhaus u. o., die Gelegenheit zu Dergleichen mit Schinkels über» ragender Kunst geben. Di« Tan,, und Gymnastikschule Serophiae Kinn«, die seit einem Jahr besteht, gab öffentlich Proben ihrer Erziehungsarbeit. Gute Resultate, technisch und in der Kindergruppe auch choreographisch. Bei Lalengruppentänzen Erwacksen« ist die Komposition beinah« das Wichtigst«. Sie darf den Ausübenden keine schwierigen Pro- bleme stellen und muß Gelegenheit geben, mit primitiven Mitteln Eindrucksvolles zu gestalten. Laban und die Skoronel sind darin Meister. Bei Kindergruvpen ist die Aufgabe weniger heikel. Die primtti''« Drollerei der Kleinen ermöglicht namentlich humoristische Effekte, die bei erwachsenen Laien fast immer versagen. Durch na- türliche tänzerisch« Begabung siel ein« Schülerin der Jungmäbchen- klass«(Leiterin: I. Oske) auf. dre ein Solo nach Mozartscher Musik tanzte. Di« Lehrerinnen Lotte Auerbach und Seraphine Kinne gaben Einzeltänze. Die Kinne zeichnet« sich besonders durch die federnde Leichtigkeit ihrer Schritt« und Sprünge aus. chüten sollte sie sich vor wohlfeilen Bifer�en, die nur auf«in sehr anspruchs- loses Publikum wirken. 5.2. Die Musik Konzertumschau/» Arbeitslosenkonzert. Zum zweitenmal konzertiert das Orchester der arbeitslosen Mu- siter tn der Städtischen Oper nun in der imposanten Be- setzung von 200 Instrumentalistcn— eine erschreckende Zahl frei- lich, wenn mau bedenkt, daß sich's nur um eine Auslese aus dem Heer der Unbzsä)äftigten, eine Auslese der Höchstqualifizierten han- dein kann. In die musikalische Leitung teilt Paul B r e> s a ch. Kapellmeister des Hauses, sich mit dem Intendanten Dr. Kurt Singer, dem Dirigenten des mitwirkenden Berliner A e r z t e- ch o r s. Parkett und Ränge sind stark besetzt, wenn auch, trotz niedrigen Eintrittspreisen, diesmal leider nicht ausverkauft. Di« Höhe des ersten Konzerts, die alarmierende Wirkung jener gran- diosen Beethoven- Demonstration, wird in einem stilistisch etwas bunten Programm nicht wieder erreicht: Mendelssohns Italienische Sinfonie, die vom Orchester elegante Virtuosität oerlangt, eignete sich wohl wenig für solch einen improvisierten Riesenapparat. Aber der große Ernst, mit dem musiziert wird, ist von neuem anzuer- kennen: es gab viel Beifall und zum Schluß gar«in Dacapo: der Strauß-Walzer„An der schönen blauen Donau", frisch gesungen und gespielt, tonnte wiederholt werden. s. Neue Schulmusik. Zu praktischen Vorführuirgen auf dem Gebiete der Schulmusik hat das Zentralin st itut für Erziehung und Unter- richt eingeladen. Neue Schulmusit— es gibt, meint man viel- leicht, in unabsehbarer Auswahl Musik aller Schwierigkeitsgrade, geeignet auch für den Gebrauch im Uirterricht. Aber es gilt, Ler- nende im Stil und zum Stil der heutigen Musik heranzubilden: es handelt sich sozusagen um Arbeitsmuster heutiger Komponisten, kurze Stücke, im Hinblick auf den Lehrzweck geschrieben, schmucklos knappe Beispiel« moderner Mehrstimmigkeit. Der grundsätzliche Wert solcher Versuche leuchtet ein, und manche Lösung scheint geglückt. Auf vo» kalem Gebiet ist Paul Hindemith, dessen Name im Programm vorherrscht, wegweisend und tonangebend: freilich könnte der Ton, oür allem auch, um die Musizierfreudigkeit von Kindern anzuregen, um eine Nuance heiterer sein— so, wie es zum Teil die unterlegten Text« sind. Unter den Instrumentolwerken fällt eine Suite von Kurt F: e b i g auf. dem es gelingt, in kleinen Formen und mit sparsamsten Mitteln zugleich persönliche und schulinäßige Musik zu geben. Der Iugendchor der Akademie für Kirchen- und Schulmusik und das Collegiuw rnosicurn, besten Leiter Hermann Di ener auch als mitwirkender Geiger hervortritt, werben mit Erfolg für die dankenswerte Sache. Aber man hätte als Ausführende wohl lieber Schüler gehört, die nicht alle qualifizierte Musterschüler sind. Die Funksionde im Konzerlsaal. Ein Orchesberab«nd in der Philharmonie erfüllt nicht alle Erwartungen, zu denen die Funk stunde ihr Konzertpublikum er- zogen hat. Bela B a r t o k s„Zwei Rhopfodien"— eine interessante Neuheit gewiß, wenn auch zwischen den Volkstänzen, die als Ma- terial zugrunde liegen, und dem künstlichen Stil ihrer Verarbeitung ein unoelöster Gegensatz zu spüren bleibt— finden in Maurits van den Berg einen Interpreten, der die unmäßigen Schwierigkeiten des Nioliuparts mit Ueberlegenheit meistert. Aber die Verschwel- zung von SoloinstrumeM und Orchester will dem Dirigenten nickst durchaus gelingen Dann: Mahlers Neunte Sinfonie. Wohl sein tiefstes, gewiß sein schwierigstes Werk, noch unfertig in Einzel- O''e SKin?e?-Feier. Karl Friedrich Schinkel zu Ehren wurde Freitag an seinem ISO. Geburtstage das Museum geweiht, das dauerndes Zeugnis geben soll vom Genie und Fleiß dieses größten der preußischen Bau- meister, im ehemaligen Prinzessinnen-Palais Unter den Linden, im lebendigen Umkreis der schönsten Bauten des Toten: der gegenüber- siegenden Neuen Wache, der Kirche auf dem Werderschen Markt und dem Schauspielhaus am Gendormenmarkt. Bei der Feler der Eröffnung begrüßte der Direktor der National- galene, Iusti, die Erschienenen. Er erzählte von der Geschichte der Schlnkel-Beuthschen Sammlungen, die nach einer abenteuerlichen Wanderung an günstiger Stelle ein würdiges Helm gesunden haben. Freitagnachmittag fand im Festsaal des Staatlichen Schauspiel- Hauses, das als eines der großartiasten Denkmäler von Schinkels Meisterschaft den schönsten Rahmen für«inen Festakt bot, ein« Ge- dächtnisfeier statt, die zugleich die 101. Festsitzung des Architekten- und Ingenieur-Bereins zu Berlin war. Die Preisverteilung an die diesjährigen Schinkel-Sieger wurde dabei bekanntgegeben. Zu ihrer Begrüßung sprach der Finanzminister Dr. H ö p k« r> A s ch o s f. Den Festvortrag hielt Ministerialrat Martin Kießling. Er nahm sich den Schinkel um 1831 zum Thema, den Fünfzigsährigen, der auf der Höhe seiner Schosfenskrast stand, der zu dieser Zeit die Bauakademie vollendet«, reifste Frucht seiner Sehnsucht nach einem neuen Baustil. Das„Brandenburgische Konzert" von Bach biidete den harmonischen Abschluß der Feier. �Vas eiserne Aetz." Schauburq.' Es soll der letzte stumnie Film sein, in dem der verstorbene Lon Chaney gespielt hat. Fest steht, daß„Das ekferne Netz" zu der Reihe der guten amerikanischen Arbeiten gehört, die das Ber- schwinden des stummen Films bedauern lasten. Vermißt man das Wort oder die Geräusche? Nicht«inen Augenblick, denn das ganze Goschehen und der Charakter der Menschen enthüllen sich im Bild. Dieser Film bleibt vollkommen aus das Aug« eingestellt. „Das eiserne Netz" ist in erster Linie ein Milieufilm und«ine Charakterstudie. Der Mann auf der Lokomotive, der Dienst der amerikanischen Eisenbahner stellen im Mittelpunkt der Darstellung. man sieht prachtvoll« Zugaufnahmen, und aus dieser Sphäre heraus entwickelt sich die Handlung, die typische Züge trägt. Das Familien- leben des ältesten Sohnes, der beim Rangieren tödlich verunglückt, die Liebe seines Bruders zu einer Tänzerin und die Fahrt eines Htlfszuges in die Ueberfchwemmungsgebiete des Mississippi sind Epi- soden der Handlung und in das Milieu zwanglos eingesponnen. Alles vollzieht sich ohne Pathos, von einem leisen Humor untermalt Auf Echtheit kommt es den Regisieur Wilkiam Nigh an, an Echrhelt der Handlung und der Menschen. Der amerikanische Schau- spieler ersaßt viel intensiver als der deutsche die Gesten und das Sein des berufetätizen Manschen. Lon Chaney. der geniale Masken- mocher, der dämonische Verwandlungskünster, tritt nicht einen Augenblick als der berühmte Schauspieler in die Erscheinung. Er spielt nicht, er ist dieser alternd« Lokomotiosührer, d«r mit jeder Faser seines Lebens am Beruf hängt, der seine Maschine liebt wie der Woche �on Klaus prtngsheim heiten. Der Vollendung hat seine berichtigende Hand gefehlt. Er lelbst hat es nie, die Welt hat es nie vo» ihm gehört. Mit der Partitur ist Oskar Fried von je wie wenige innig vertraut. Trotz- dem. die Aufführung enttäuscht. Ein großes Programm: kein sehr glücklicher Abend. Und Joseph Schmidt, der beliebte Rundfunktenor, erscheint zum erstenmal aus dem Podium des B e e t h o o e n l a a l s. Er hat eine Gemeinde in Berlin, an Besuch, Applaus, Zugaben, die diese erzwingt, fehlt es nicht. Doch dem Sänger fehlt es an Versön- lichkeit. seinem Singen an Kultur. Diese Stimme, deren Mängel das Mikrophon wundersam verschleiert, leistet dem Rundfunk wert- volle Dienste: es wäre klüger, nicht mehr von ihr zu verlanoen Ereignisse der Instrumentalmusik. Drei Künstler von internationalem Ruf und höchstem Rang. Alfred Eortot, Jacques Thibaud, Pablo Casals, als Meistertrio von der Schallplatte her bekannt, haben sich jüngst in Berlin hören lasten. Der Pianist Eortot einen Abend lang— ein unvergeß- sicher Abend— als Chopin- Interpret, schlechthin ideal in solcher Derbindung von Braoour und Phantasie, von spielerischer Rosfi- niertheit und hinträumender Empfindsamkeit. Und mit dem Geiger Thibaud im Sonatenspicl vereint— welch«in Vorbild von fron- zösischem Kammermusizieren etwa bei Debusiy und Cäsar Franck. Und der Cellist Casals— die Welt schätzt ihn als den Besten seines Fachs, und er zeigt von neuem, daß sie recht hat. Frederic L a m o n d, Beethovenspieler kraft inneren Berufs, beendet im Bechsteinsaal seine Fuhrung durch das Klavier- werk. Gipfel im Programm dieses vierten Abends: die.,33 Ber- änderungen über einen Walzer von Diabelli" Wir erleben, daß das Größte der Kunst auch das Unergründlichst« ist: erleben es in diesem rätselhaften Spiel des schöpferischen Genies, dem der aus- gesucht belanglose Einfall einer Walzermelodie Anlaß zu solchem Riesenwerk wurde. Das Klavierwerk Arnold Schönbergs, sämtliche Klavierstücke aus zwanzig Iahren, spielt an einem Abend(des Ber- liner Tonkünstlervereins) Else C. Kraus. Eine impo- sante Leistung der ausgezeichneten Pianistin, die all diese unsagbar komplizierten Gebilde auswendig beherrscht.„Respekt vor der Kunst- lerin, im übrigen aber: armes Deutschland!"— rief ein Anti- Schönberg-Enthusiast zum Schluß in den Saal. Aber das braucht für uns kein Grund zu sein, den Fall Schönbevg von neuem auf- zurollen. Iazz-Varielck. .Lack Hylton anck bis bc>>-s"— die Spezialitäten, die von der berühmten Musiktrupps vorgeführt werben, verdienen den Riesenbei- fall, den sie in der überfüllten Philharmonie auslösen. Es ist unter- haltsamstes Variete, eine Uusumm« von Arbeit und Können ist darin angelegt: doch für den Hörer, der auch als Zuschauer auf seine Rechnung kommt, scheint es nur ausgelassenstes Spiel. Diese wunderbar disziplinierten Musikanten sind den ganzen Abend, man sieht es, in vergnügter Laune, aber die unfehlbare Kühnheit ihres Ensembsefpiels, diese rhythmische Präzision und Elastizität, dazu oer- bluffende Einzelleistungen wie die des Tylgphonisten Harry Rod- b i n s— dos alles ist in der Tat immer wieder außerordentlich. Leider sind die Musikstücke, die sie spielen, nicht viel wert, doch daß der Tanzboden der Jazzkapellen für uns keine neuen Musikwerte hervorbringt, ist für Kenner keine überraschende Entdeckung. einen Menschen und ihr geradezu eine Seele gibt „D>'.s eiserne Netz" weist mit absoluter Deutlichkeit darauf hin, was wir am stummen Film verloren haben. Warum betritt der Tonfilm nicht dieselben Wege? Auch er muß sich von dem mondain parfümierten vder romantischen Libretto lösen. Die Gestaltung des wirklichen Lebens ergreift stärker als Liebeeangelegenhdten rm Dreivierteltakt. F Sch, Die Palucca tanzte mit ihrer Gruppe im Bochsoal. Ueber die Kunst der Meisterin ist kaum noch etwas zu sagen. Ein Tanz- gerne, das in der Welt nicht seinesgleichen hat. Tänzerin in jeder Regung ihrer Seele, in jeder Faser ihres Leibes. In hinreißender, auftrumpfender Krastentialtung, in zartester, überirdischer Schön- heit, in dramatischer Ekstase, in stillem, lyrischem Duften und Glänzen. Dem, der sie zum erstenmal sieht, eine Offenbarung, ein Wunder. Den anderen ein unerschöpflicher Ouell der Lebensireude, Erhebung und Läuterung. Ständige, zielsichere Höher- und Weiter- entwicklung in naturgemäß, man könnte sagen organisch vor- gezeichneten Bahnen Aufwärts zum Gipfel menschlicher und künst- lerischer Reinheit. Dabei nichts von den Allüren einer Primadonna. Größte Bescheidenheit die die Meisterin in den Gruppentänzen als einfache Mitwirkende in Reih und Glied erscheinen läßt, weniaer als Fühererin, denn als Borbild dienend.— Und nun diese sechs Tänzerinnen der Palucca-Schule! Tadellose Technik sauber« Arbeit, harmonisches Zusammenklingen sind Dinae. die in Deutschland heute schon fast selbstverständlich erscheinen. Wenn auch dieser Grad der Vollendung kaum von einer anderen Gruppe erreicht wird. Else Barvs, Hertha K o r i n e k. nach Ausscheiben der Goslar die beaabtesten Mitglieder. In dieser Schule wächst, wenn ihre Ent- Wicklung so weiter geht,«in Ersatz für die unvergeßliche Meistee- grupp« der Wigman hera�. J. S. INosrow» übrongen. S-ornitaq. 9.30 Uly. Direktor Sindrae:„Schmelz- farbentmist des alten Orients- im Vorberasiatilchen Mu'eum. 10 Ilbr Dr. Rolenbera„Meister zeichmingen deS 15. bis 18. Iabrbunberts- im Neuen Mtiieumst>»tab«nety:— Dr. Kunze:«Rembrandt und Holland- im Kacker-Fiiediich.Mnsenm:— Dr. Valdichmidt:„Die Kunst Ostiuikistans" im Völkeitundemuseum I. ab»th L eroner ist von ihrer Erkrantirna wieder beraestellt und'pielt ob beute wieder täglich die A I l m e n e im Theater in der S treiemannstrahe. In meworiam Wurrav. Anläßlich des plöhlichen Tode« des Regisseurs si W. Murno» bringt die Kamern eincS ieiner bedeutendsten Weile„NoS- feraiu"(Die Sinfonie des Grauens) ab DienSlag zur Au'führnng. ver Khaplio-Allm„Lichter der Slot f wird als ltestvorstellung zugunsten des WohllabriS onds de« Verein«„Veriiner Presse- im Uia-Palast am Koo am 26. Porz seine erbe deutsche Avifübruna erleben. Der V-rkaul der starten wird Dienstag an der Kasse deS Usa-PaiafteS am Zoo beginnen. t»« peutich« tvei-ll'choii iör Ion und Bild lDegrwt fiifhl Montan, den 16. März, um 3, 5. 7 und 9 llbr, in der Kamera, Unter den 5'rbfn 14, folgende« Programm auf: Wilfried Baste„Oplit-, 1,4; Oskar Fstchinger „Studien', 5, 6, 7 und Jean RenoirS„Mädchen mit den Schwefelbölzern". vo» BauHav» Kessao, das jehl unter Leitung ves Slrchstekten Mies van der Robe steht, beginnt iem Sommerlemcster am 9.?lpr!I 1931. Es best eben Lehrgänge für: Slrchüetiur Sertstaifjtudium.-bau und-a»«ban>. Druckerei und Reklame. Pbotagravb'c, Weberei, sreie Malerei. Zugelassen sind vom 18. Lebensjahr an Studierende jeder Vorbildung««!, auch ausgebildete dandwerker. Techniker und Architekten. „Der gaupimaun von Sipeu ck-,«in deuiiches Märchen von Carl Zuckmaver, das eriolgreiche Bühnenstück de« Deutschen Theater», ist in der Buchausgabe im Propytaenverlag Berlin erschienen. Oer Lohndruck der Reichsbahn Protest der Berliner Eisenbahner Die Betriebs- und Werkstättenarbeiter des Neichsbahndirek- tionsbezirks Berlin, im Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands organisiert, nahmen Freitag abend in zwei stark besuchten Versamm. lungen zu den Lohnabbauforderungen der Reichsbahndirektion Stellung. In beiden Versammlungen herrschte eine ungeheure Em- p ö r u n g darüber, daß die Reichsbahndirektion ihren Arbeitern die größtenteils schon seit längerer Zeit infolge von Feierschichten ein kümmerliches Dasein fristen müssen, durch einen weiteren S- bis tZprozentigen Lohnabbau ihre Existenzgrundlage vollends ruinieren will. Der Bruttolohn der Handwerker ist in Berlin von Anfang 1930 bis jetzt durch die Verkürzung der Arbeitszeit von 54 auf 49 Stunden von 57,b0 Mark aus 42 Mark gesunken, und der der Arbeiter von 45 Mark aus 34 Mark. Der Nettolohn beträgt demzufolge bei den Handwerkern jetzt nur noch 35 bis 3 6 Mark und bei den A r b e j t e r n r u n d 2 5 M a r k. Nicht genug mit dieser Kürzung des Einkommens der Hand- werker um rund 20 Proz. und des der Arbeüer um 25 Proz., soll jetzt für die Handwerker eine weitere Kürzung von 8 Proz. und bei den Arbeitern von 13 Proz. dazu kommenl Die Verwirklichung dieser Forderung bedeutet, daß die Löhne der Berliner Relchsbahnarbeiler im Lause von ein- einviertel Jahr um 35 bis 3S proz. verschlechtert würden. Die neuen Abbausorderungen sind um so ungeheuerlicher, als der Reichsbahndirektion bekannt ist, daß die jetzigen Verdienst« der Reichsbahnarbeiter nur noch zur Bestreitung des allernot- wendigsten Lebensbedarfes ausreichen. Den Arbeitern, die in Neu- bauten wohnen, muß sie daher bereits Mietszuschüsse gewähren, well sie sonst exmitiert würden. In beiden Versammlungen gaben die Organisations- Vertreter W i n k l e r und B e i l s ch m i d t die Zusicherung, daß der Hauptvorstand des Einheitsverbandes alles daransetzen wird, um diesen Anschlag auf die Existenz der Reichsbahnarbeiter abzuwehren. Die Entschließung, die in den zwei Versammlungen e i n st i m m i g angenommen wurde, bringt die tiefste Empörung der Betriebs- und Werkstättenarbeiter zum Ausdruck. .Lein sozial denkender Arbeitgeber, Schlichter oder Arbeits- minister wird den Eisenbahnern in Anbetracht ihres verantwortungs- vollen Dienstes zumuten, daß sie neben dem ISprozentigen Lohn- ausfall infolge der Feierschichten noch eine Lohnkürzung von 8 Proz. bzw. 13 Proz. annehmen, was gleichbedeutend wäre mst einem reinen wocheueinkommeu vou 17 bis 33 Mark. Wenn in Zeichen der Not ein bis zum äußersten angespanntes Personal lebensfähig erhalten werden soll, damit der Reichsbahn» betrieb intakt bleibt, dann hat die Reichsbahn die Pflicht, neben dem Eingriff in ihren Reservefonds von 350 Millionen Mark auch die für den B a h n f ch u tz und L e i st u n g s z u l a g e n laufend ausgeworfenen Mitel von annähernd 30 Millionen Mark für die in das Jahr 1L31 übernommenen Fehlbeträge ein- zusetzen. Von den Tarifgewerkschaften wird gefordert, s e d e Lohn- kürzung in allen Instanzen abzulehnen." Krisen- und Wohlsahrtsunterstühung. Besprechungen über die Zusammenfassung. Im Reichsarbeitsministerium werden heute die Besprechungen, die in der Reichskanzlei über die Notlage der Gemeinden geführt worden sind, fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Erörterungen dürft« auch im Arbeitsministerium der Vorschlag de» Deutschen Städte- tage» aus Vereinigung von Krisen- und wohlsahrtserwerbsloseu- sürsorge stehen. An den Besprechungen im Arbeitsministerium sollen neben den Ressörtoertretern der Reichsregierung und der preußischen Re- gierung auch Vertreter anderer deutscher Länder teilnehmen. Das Reichskabinett hat sich mst dem Vorschlage des Deutschen Städletages noch nicht befaßt. Im Reichsfinanzmini st erium aber begegnet der Plan deshalb größten Bedenken, weil dann die Mistel, die das Reich bisher in Höhe von 420 Millionen Mark für die Krisenfürsorge in seinen Haushall eingestellt hat, um 280 Millionen Mark erhöht werden müßten, für die der Reichssinanzminister keine Deckung hat. Der Vorschlag sei auch nur dann durchzuführen, wenn die Länder sich an den Lasten der Krisen, und Wohlfahrtserwerbslosen- fürsorge in entsprechendem Umfang« beteiligen, woraus beispiels- weise allein für Preußen eine Mehrbelastung des Haushalls um etwa 150 Millionen Mark erwachsen würde. �Lüge, nichts als Lüge.." SS war doch nur so ein ganz kleines Kind. Unsere gestrige Feststellung, daß durch Moskauer Aufträge deutsche Löhne gedrückt werden mst Zustimmung der kom- m u n i st i s ch e n R G O.- L e u t e, ist der KPD.-Presi« begreif- lichcrweise sehr unangenehm. Sie sucht sich herauszureden, indem sie von einer„sensationellen SPD.-Erfindung* erzählt, von„zusammengelogen* schreibt und dann zur Sache konunt: „Es ist unwahr,— sagt die„Rote Fahne*— daß Küppers sich von vornherein bereit erklärt haste, einer Kürzung der Akkord- löhne zuzustimmen Wahr ist. daß er in vier Versammlungen der Belegschaft dagegen gesprochen hat. Wahr ist. daß er jede Verhandlung über die Herabsetzung der Akkordlöhne abgelehnt hat. Erst nachdem di« Belegschaft gegen seinen Willen anders beschloß, da unterschrieb er die neuen Akkordbedingungen.* „Ob das richtig war— meint die„Rote Fahne*—, darüber werden sich noch seine Parteigenossen mit ihm unterhatten. Wer Lüge, nichts als Lüge ist, was der„Vorwärts* über diese ganze Angelegenhest zusammenphantastert.*„Im übrigen, di« Angelegen- hest liegt fünf Wochen zurück.* Wir wollen nicht bestresten, daß die Angelegenhell fünf Wochen zurückliegen soll, uns ist sie jedenfalls erst fest ihrer Veröfsenstichung bckanist. Doch den.�evolutionären* RGO.-Leuten im Stahlwerk Hennigsdorf mutz sie ober schon bekannt gewesen sein m dem Augen- blick, als sie der Verschlechterung der Akkordlöhne um 15 bis 50 proz. zustimmleu. Wo blieb denn da der Kampf der„Revolutionäre* in ihrer Hochburg in Hennigsdorf gegen diesen Lohndruck? S t e g e r w a l d? Er ist mll dem achtprozentigen Lohnabbau doch nur«in Waisenknabe gegen den„Revolustonär* K ü p p e r s mit 15 bis 50 proz. Lohnkürzung. In die angekündigte Unterhallung der Kommunisten mit Küppers— die nach fünf Wochen etwas spät konunt— wollen wir uns nicht«inmischen. Sie ändert jedenfalls nichts an der Taksache, daß der kommunistische Arbeiterratsvorsihende Küppers im Stahlwerk Hennigsdorf der Ar- beiterfchaft zu einer Verschlechterung der Akkordlöhne von 15 bis 50 proz. mitverholfen und feine Unterschrift dazu hergegeben hat. Das Unternehmertum hat an solchen Revolutionären seine wahre Freude. Die Arbeiterschaft aber hat olle Ur- fache, sich vor derarttgen Arbellerräten zu hüten. Kommunisien machen eiaenen Gireik. Nachdem die Vertreter der freigewerkschastllch organisierten Bergarbeiter Frankreichs beschlossen hatten, am 30. März die Ar- bell einzustellen, bekamen die Kommunisten es mit der Angst, daß es unter dem Druck dieser Ankündigung bis dahin zu einer Der- ständigung kommen könnte. Die Vertreter der kommunistischen Bergarbeiter beschlossen daher am Freitag, bereits am Montag in den Generalstreik «inzutreten und damit die Einheitlichkell des Bergarbeiter. kämpfe« zu verhindern und den Erfolg von vornherein w Frag« zu stellen._ Theater der Woche. Vom 13. bis 23. März. Volksbühne. Zfeuict«« 9üUmvl�k: IS.. 17.. TL. unfc TL Sitiorn. 16. Di« Matrobn »»n Gattacs. 18. bi, 20. uni 23. Di« bettelt Adler. TL 11H Übt. TO. Tan» watin»«: Lrvbrus Dwittisa». Staatstheater. vper Unter de» Lintern 15. DannMufet. 18. Ein« Nacht in Venedig. 17. Di« Macht tes Schicksals. 18. 3ntsnnc*ia. 19. Ante« Cbenin. 20. Trott» babour. 21. OTtfl Igor. 22. Di« SReiftetfinget von Nürnbcr». 23. Talelltina. Otter am Platt der Srnnbltl: 15. unb 22. Carmen. 16., 18. uni 20. Die Sotbecit des ffigaro. 17., 19.. A. und 23. Madam« Buttrrfln. Städtisch« Oper- 15. Troubadour. 16. WaHilre. 17. unb 30.(Batc'bca. 8a rb Spleen. 13. Carmen. 13. Die Afrikanerin. 21. Sofftttarnia Crzilblungen. 22. Rignlrtt». 23. Die Pauberflöte.. Staatlich«» SchonspIelbattS! 15. Di« Zttngfran von Orleans. 16. nnb 18. Wilbelm Teil. 17. unb 21. Agamemnon. 19., 20., 22. unb 23 Sic Un- fchuldiaen. Di« Matrone non Cobelus. Schiller. Thea ter: ib.. 20. unb 22. Di« Zournokilbn. 16., 17., 21. Die B«. kebruna des Kerbv Ptstora. 18. Bürger Schippel. 19. unb 23. Natbaat ter Weise. Theater mit festem Spielplan: Tteater am Schissbonerbomm: Der Dompteur. Ab 20. Italienisch« Rochk.— Nnrfürstendautlm: Da» sch-voch««eschl«cht.— D«ntsche» Zbnter: Der Haupt- mann von«iwenick.— ltommerspirl«: B!» 19. Pariser Plast 13. Ab 20. Diese alt« Canaille I— DI« Lomodi«: Bis 20. Di« gee. Ab 21. Sommt«in Vogel geflogen.— Tte«t«r i» ter Streseuiounftrabe: Ampbiirnon 38.— ttomildien- baust Ein« kSniglich« ftamile.— Stab« Schauspielbau»! Im meisten Röss'l.— Theater de» Westen«: Schön ist die Welt.— iiamisch, Oper: Pappma.— Teutftte» ltttnftlert beater: Ritter Blaubarts acht« ssrau. 15. 1H4 Uhr. Malme«: Di« Afkör« Bulleriabn..— Ztenaissancs-Zheater: Durchaus unerlaubt.— Lelllng. Thea ter: Di« schön« Aleiaitbra.— Metro pal-Tbca>«r: Da» Veilchen von Montmartre.— Rene« Theater an Boa: Kaliioruisch« ss rächte.— Die .«.gearer: u...a» ajeumen von tbame Bonioard.— Tteater in tt. 17 Uhr. Der ftShlitb« Wein- öottäppchen.— Wintergarten: CtOlan Stete,«bwfc nb«foSoL- BrifrSIttfcc: Di« 21. Nachtvorstellung. DI« sZaschiugzsee.— Castno-Zteater: O. dies« Schwiegerväter.— Theater im AbmirolspalaS: Das blau« H«mb von Itfwfa.- Wintergarten, Pinta, glatn: Internationales Satlebe.— Sie ichsballeo. Theater: Etettmer Sänger.— Tteater am ftottbnffa Tat; Slite-Eänger. Theater mit wechselndem Spielplan: vallnsr-Zteoier lPisentor-BIlhn«): 15 Tpnnkali. 16. fftnu in ssroni. 17. bi« 22. De, lioisers Kuli.— Tteater in ter«nsterttrnstr: 15. und 17. bis 19. Iulluckriie. 16 Maria Staat f. Ab 20. klein« Sklavin. Zlachmlllagsveranstaltnngev: B»lk»bilbn«. Tteater am BSlnwplnst: 15. Das Wintertnärchrn.— Drostes Schanipielban«: 15., 22. Im meisten Röipl.— Tteater te» Westen,: 15.. 22. Schön ist bi« Well.— 9a misch« Oper: 15., 22. Pepvina.— Lesstng- Theater: 13., 22. Viktoria nnb ihr Husar.— Metropol-Theatrr: 15. Das Veilchen von Montmartre.— Rose. Theater: 17. bis 20. Mabam« ter«losterftraste: 15., 22. 15 Übt. Rotkäpvchen. 17' berg. 16. bi« 18.®ä* van Berlichingen. 2L Rotkäppchen. 15., 21. nnb 22, Internationale« Sattel«.— Plan, skatet Interna t onales Bariet«.-«eichsbnll-n.rteater: u.. 22. Stebtinrr Sänger.— Thea-er an StnttbnSer Tot: 15., 22. Elite.Sänaer. Erstaufführungen der Woche: Mittwoch. Volkobübn«: Die beiden Abler.— Theater b e» Westens: Bei einer Wirtin rosenrot.— Donnerstoa. Schauspiel. b a u s; Die Mitschuldigen, Di« Matrone von Cvbesu».— Rreitag. Theater am Schiffbauerdamm: Italienisch« Rächt.— Theater in der Klosterstraste: Klein« Ekktnin.— Sonaatenb. Komödie: Kommt ein Vogel geflogen._ Wetter für verlin. Beständig und noch ziemlich heiter, am Tage mild.— Für Deutschland. U eberall Fortdauer der herrschenden Wllterung, verbreitete Nachtfröste. »Va neuro pa nte geistig«, wirtschaftlich« nnb politisch« Ibe«.* Im Nabtn-n des ssrllbiabrslebrganges ter Deutschen Vereinigung für Staatswisseuschattltch« Fortbildung spricht am Mibtwoch, de« 18. Mär,. 20Zi übe. Dr. Graf Richard Coubenbove-Kalergi, Prästbent ter Paneurppa.Union über»Pan- europa als geistige, mirtschaftlich« unb politische Idee" tat Universitätssonder. gebäude. Berlin NW. 7. Dorotbeenstr. 6. Eintrittskarten»um Preis« von 1 Jt ftnb an ter Abendkasse erhältlich. Sonnabend, 14. März. • B• rl i n. 16.05 E. v. Wiese: Bilder kämpfen Kr Ideen. 16.30 Leipzig: UnterhaltungskonrerL I7J0 Zehn Minuten Film. 17.40 Dieser und Jener(Sprecher: Cgan Jacobsohn. Charlie K. Roellineboff). 18.10 C. Otto: Znra 60iäbrUen Besteben der Geo ossetisch ait Deutscher Babnenanxehöriner. 18.30 Dr. Friedrich Hielscber und Herbert Iherinr: Antisemit) smns. 19.10 Hnzo Kann: Lieder.(Maria Kann. Alt. Am Fltteel: Der Komponist-) 19.40 Die Crrählnnc der Woche(Leo Lanla). 20.00 linterbaitanismaslk. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10„Sie werden von mir hören." Ein heiterer Abend. Toxte; Marceilns Schilf er. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Tanzmusik. Als Einläse: Vom 25. Berliner Sechstaserettnea In S portpal ast. KSnlsswnsterhansen. 16.00 Min.-Rat Prot. Hylla: Die Neoreselnns des Uebertans* von der Grundschule zn den weiterführenden Sehnten. 16.30 Hambars: Nachmittasskonzert. 17.30 Med.-R3t Dr Q. Klemperer: Frühiahrsknren. 18.00 Französisch Kr Forts eschriftene. 18,30 Prof. Dr. WoKsans Köhler: Grandfrasen der modernen Psycholosi«. 19.00 Qlnscbel: Die kulturelle Lese der deutseben Minderheit in Polen. 19.30 Stille Stunde„Werkfrende". 20.00 MOhlacker: Urseodnns: Geitaus". Sonntag, 13. März. Berlin. 7.00 Funksymnastik.— Frühkonzert. 8.00 Für den Landwirt 8.50 Evansellscbe Morsenleier. 10.05 Wettervorhersase. 10-30 Ans dem Deutschen Theater: Knndgebnns: Das Theater als Knltnrfaktor, 11.00 Feierstunde der Sozialen Radiehllfe des Arbeiterradiobundes. 12.00 Konzert Dajos Bült. 14.00 Elternstunde 14.30 Mandollnenorchester-Konzert 15.15 Jnsendstunde. Flämische Märchen. 15.45 Krettly-Ouartett. 16.45 Aktueller Sport. 17.45 Teemusik. 19.20„Die Alten von Denis." Erzlhlnns von Gustav Stolze. 19.45 Sport. 20.00 Verdl-Zyklns VII:„Don Carlos", Oper in vier Teilen. 22.15 Nachrichten und Tanzmusik. Könlsswnsterhansen. 7.00 Von Hambnrs: Hafenkonzert. 8.00— 10.05 Uebertraguns von Berlin. 11.00 Gedenkfeier zum ISläbrlgen Bestehen des Bandes erblindeter Krieger. 11.50„700 Jahre deutsche Stadt Tborn— 700 Jahre Ordeaslaad Preußen". 14.00 Eltemstunde. 15.00 Von Leipzig:„Das Land Im Kücken". KsmraerspteL 18.00 Alfred Hein;„Obersdtlesien". 18.30 Werner Deubel; Klassische und romantische FrSnunlgkett. 19.00 Oskar A. H. Schmitz: Die Scbntzbedflrfttgkeit des Mannes. 19.30 Dr. Holzapfel: Die heiSeste Stadt der Welt. Sernnttoort:. für die Rebak'inn: Herbert Lrpere, Berlin: Anzeigen: Th. Stock«. Berlin. Ver ag: Vorwärts Verleg®. m. b.&, Berlin. Druck:. Vorwärts Buch- druckere! und Verlagsanstalt Paul Singrr k Ca Berlin SW 66. Lindeallraste ll. Hiergn l Beilege. lZK088� 8ettAllapj�.tt»Ua Täg], S Uhr. Im walSMD RBMl. Regie: Erik Charell. Sonntag, den 15. März. 12 Uhr vorm. popuiaresOsiosB lalazzmatlnee Preise von M 0.75—3.50 VoiKsbttline Tlmtirin BSlawjlatz. 8 Uhr BaMS JUbers in Liliom Vorstadtlegende von Franz Molnar Sfaatl.$diiller-Tti. 8 Uhr Bürger Schippel Die Faschtngsfee Täglich 8'/« Uhr schön Ist die Welt Franz Lehdrs Operetten-Erlolg Sonntag, nachm.>»3 billige Preise SdiOn ist dl« Veit Beotidies llieater 8 Uhr Der Hauptmann von ROpenidt v. Carl Zuckmajret ftegii: liiu Hilpert Kammersplele «>/. Uhr Pariser Platz 13 von VN'cki Baum Regie; Gutif Gröndgcaj Die KomSdie SV* Uhr Die Fee m Franz Uoinar tigii; Stefan Hüt I ening-Tiieater Täglich SV* Uhr Die schöne Alexandra losuff. Sdulhrer, ML fespemui. SDda Sonntags 4 Uhr Kleine Preise »./.uhr CASMIO-THEATEH ul" Lothringer Strafte 37. juiiuuiiiiuuiiiuiiiiMiuniiiiiiiujuuiauui Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager o fliese Schwiegervater Dazu das oene März• Programm 1 GvtscfaeiD 1— 4 Personen Fauteuil 1,25 Sessel 1.75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PL, Rang 60 PI. PLAZA I Tlgi. S u.«15 soaai. 2. 5«. 8" E 4. Alex. 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abdt. 1-2 M. bdoroen letzter Tagl Bu. R 41 Der WnndeT- U D U Schimpanse Peter Plet, Das Original Raymonde Rlon, Bsrfsaqurtefl in. Berliner mk Trio N• n k 0 1 1 B. w Lahnau 74/76J fl Sonntag, den 15. MArz nachmittags i Uhr düh ß&Uihmk Täm-Jiajfce. u. Tüdmeti JTEINMEIER FRIEDRICHSTRASSE 96 AM BAHNHOF* föeilage Sonnabend, 14. März 1931 DprAbmO C turfutdrü (JmluUrMle der Jiniarktis Watfifchfang einft und heute/ Die Wasserflächen und Inseln der Antarktis gelten als ein tob. kiriirgendes, unbewohntes und uttbervohnbares Gebiet, nur zu dem Zweck geschaffen, um unerschrockenen Forschern zu immer neuem Entdeckcrruhm zu verhelfen. In Wahrheit ist der»Fern« Süden* für die Industrie mehrerer Staaten gvon rößter Bedeutung und Schauplatz einer von Jahr zu Jahr wachsenden siebechaften Er- werbstätigkeit, die in ihren Ausmaßen nur mit den Folgeerscheinun- gen der Goldfund« in Kalifornien oder Alaska zu vergleichen ist. Ungefähr 150 Schisse mit mehr als 6000 Menschen befinden sich zur Zeit in den Gewässern um den südlichen Polarkreis. Un» gefähr zwei Millionen Tonnen Walfischtran im Wert« von mehr als fünfzig Millionen Dollar werden in etwa drei Monaten aus dies«n Gegenden heimgebracht werden. Der Profit. Viele Jahr« lang haben die Norweger den Waififchsang in den Meeren der Antarktis gewissermaßen als ihr Monopol betrieben, ohne über ihre Tätigkeit viele Worte zu verlieren. Sie hatten durchaus kein Interesse daran, daß diese ihre Tätigkeit allzusehr be- kannt werde. Denn obwohl sie ungeheuerliche Prosit« erzielten, schien ihnen ein« Konkurrenz ganz und gar nicht erwünscht. Vcr- g«blich wies man in Amerika, Australien und England darauf hin, welche Verdienstmöglichkeiten der Walsifchfang in sich berge. Jemand, der seinen Landsleuten vorschlug, eine so entlegene Gegend wie die Antarktis zum Schauplatz ihrer Erwerbstätigkeit zu machen, wurde in der Heimat als ein Narr angesehen Erst langsam verbreitet« sich die Erkenntnis, daß mit der Wolfischsagd viel, sehr viel Geld zu verdienen sei und die Welt begann aufzuhorchen. R. N. Rudmose-Brown, der in der Antarktis wertvoll« wissen- fchaftliche Arbeit geleistet hat und den der Reichtum dieses Gebietes an Walen verblüffte, bemühte sich vergeblich, in Schottland«inen R«ed«r für den Walfischfang zu interessieren. In seinem Buche „Em Naturforscher an den Polen* erzählt er: Kapitän Larsen, den wir für imser« Pläne zu gewinnen hofften, verlor sein Schiff bei Nordenskjold Expedition in der Nähe von Graham Land. Die Argentinier fischten ihn aus und feierten und bewüteten ihn in Buenos Aires. Dort hi«lt er während eines Banketts in seinem primitiven Englisch folgende Red«:„Ich dank' euch recht sehr, das ist alles sehr hübsch, und Ihr seid sehr nett zu mir. Aber, da ich schon hier bin, mochte ich euch gerne fragen, warum fangt ihr nicht die Wal«, die euch gerade vor der Tür herumschwimmen. Ich Hab« riesige Wale und hundert« und tausende davon gesehen." Die Argen- tinier gründeten noch am selben Abend«ine Walfischfäng«r- tompanie mit einem Grundkapital von 20 000 Pfund und die Ge» sellschast, in die bald darauf auch ich und zwei meiner Freunde, von denen einer selbstverständlich ein Norweger war, eintraten, zahlte bereits nach einigen Iahren ISO Proz. Dividende.* Solche.Ziffern führten«in« beredte Sprache. Di« Engländer, die Australiers dÜ Dänen und''schliWich Äuch die Amerikan�: Pe- gannen sich mit dem Walsifchfang zu beschäftig««. Im Jahre 1920 wurden sieben neue Gesellschaften gegründet, sehr zum Entsetzen der Biologen, die die Ausrottung dieses gewaltigsten Säugetieres be- furchten und im verflossenen Sommer ein« internationale Konferenz in Berlin einberiefen, um Schutzmaßnahmen zu beraten. Der rationalisierte Walfischfaug. Die Geschichte des Walfischfangs in der Antarktis ist zugleich «in« Geschichte der Entwicklung der Technik. Die Walfsschindustri« starb schon viele Tode, in dem Maße wie sich die Nachfrage nach ihren Produkten verringerte. Fischbein, fälschlich oft Walfisch- knochen genannt, stand einst hoch im Kurse, da man es noch für Mieder und Regenschirme verwendete. An sein« Stell« traten zum größten Teil« Stahlfchienen und heut« wird Fischbein lediglich zur Herstellung gewisser Arten von Bürsten verwendet. Der Walfischtran, einst überall für Kerzen und Lampen verwendet, wurde fast voll- kommen durch Stearin und Petroleum ersetzt. Aber auch heut« noch dient der Walfischtran zur Erzeugung zahl- reicher Seifenarten. Während des Krieges wurde aus ihm Glyzerin hergestellt, und in den letzten Iahren haben mehrere Margarine- sabrikanten dieses ausgezeichnete tierische Fett als Basis für ein neues Produkt verwendet. Immerhin wäre es unmöglich, die Nachsrage nach Wolfischtrrn zu beftiedigen, wenn die moderne Technik nicht das Massenabschlachten der Walflsche und damit die Massenproduktion des Trans ermöglicht hätte. Die alten Methoden der offenen Boote und der Hand- Harpunen wären nutzlos gegenüber dem zahlreich auftretenden und hoch im Preis« stehenden Blauwal der Antarktis, schon aus dem Grunde, weil dieser Wal, wenn er getroffen wird, untersinkt. Die Svend-Foyn-Harpune. die aus einer Kanone abgeschossen wird und an einer starken Leine besesttigt ist, hat erst die Nutzbar- machung der antarktischen Gewässer ermöglicht. Wenn diese Harpune einen Walfisch getötet hat, pumpen Kompressoren Luft in seinen Körper, fo daß er solange über Wasser bleibt, bis er an Bord ge- zogen und in die Raffinerie geschleift werden kann! Auch das Radio hat wesentlich zur Entwicklung des modernen Walfischfarizs beigetragen. Genau so wie die Mitglieder der B y r d- Expedition durch das Radio in ständiger Verbindung mit der Heimat waren, genau so stehen die modernen Walfischfänger mit ihren Heimatshäfen in stetem Kontakt. Genau so wie Byrd aus„Klein- Amerika* feine geschäftlichen Angelegenheiten in New Jork durch das Radio erledigen konnte, genau so wüd der Kapitän eines Wal- fifchbootes über die Preisoeränderungen des Marktes, die täglichen Fonzrefultate der anderen Schiff« oder über das genaue Datum unterrichtet, wann er neuen Proviant und Kohlen geliefert erhält. Im verflossenen Winter wurden auch einige Versuche unter- nommen, Luftschiffahrt dem Walfischfang dienstbar zu machen. Man überlegte, ob die Tätigkeft der Patrouillenboot«, die nur darin besteht, nach Walfischen Ausschau zu halten, nicht billiger und wirksamer durch mit Radio versehenen Aeroplanen ausgeübt werden könne. Der Pilot, so meinte man. wäre in der Lage, die Bewegungen des Wales auch unter der Wasserfläche zu beobachten, was den Boots- leuten unmöglich ist. Ueber die Erfolge dieser Versuche liegen noch keine Berichte vor. Sicherlich ist es möglich, durch Verwendung von Hydroplansn rationeller zu arbeiten, wenn auch die damit ver- bundenen Nachteile nicht außer acht gelassen werden dürfen. Ein Nachteil ist das Gefahrenmoment. Im Winter 1929 stiegen zwei norwegische Flieger auf und wurden nie wieder gesel)en. Uaberhaupt spielt die Witterung beim Wolfischfang«in« ganz weseulliche Roll«. Und, sehr im Gegensatz zu dem, was man all» gemein amiimmt, ist ein warmer antarktischer Sommer den Wal- sischfängern durchaus nicht erwünscht. Denn sie brauchen dos Eis und suchen es. Eis bedeutet Stabilität für ihre Schiffe. Kälte und Packeis vermehren zwar die Mühen und Gefahren der Walfisch- fänger— aber sie vermehren auch die Profitmöglichkeiten und sind daher willkommen. AUeö für den Trai�k Im Gegensatz zu den Küstenstationen der Walfischfänger, welche gesetzlich verpflichtet sind, auch die Nebenprodukte des Wals zu ver- werten, behalten die„schwimmenden Tranfabriken* nur den Tran und werfen alles andere über Bord. Obwohl auch bei den söge- nannten Nebenprodukten viel zu verdienen ist, stehen diese bei den Bootsleuten und Harpuriercn nicht hoch im Kurse. Dies ist vor allem auf das unsinnig« System zurückzuführen, welches die Be- Zahlung der Präinien lediglich nach der Tonnenzahl des gewonnenen Trans ausmißt— und so eine Prämie auf die Vergeudung aussetzt! Erst in letzter Zeit ist der Walfischfang ein wenig ökonomischer geworden. Di« neuen Walfischfängerbootc sind volllonunen aus- gerüstet, um di« Knochen der Walfische zu mahlen und so das wert- volle Knvchewnehl zu gewinnen, das ein ausgezeichnetes Dünge- mittel darstellt. Manch« sind sogar darauf eingerichtet, um dos Wal- fifchfleisch in Konservenbüchsen zu füllen. Walfischfleisch alö Nahrungsmittel? Das Wcckfischfleisch. gleicht im Geschmack« sehr dem Rindfleisch uitd hat nicht den geringsten tranigen Beigeschmack. Es ist traurig, daß es zumeist als Düngemittel verwendet wird, wo es doch mensch- licher Ernährung dienen könnte. Die Japaner und auch die fran- zösisch« Fremdenlegion kaufen große Mengen konservierte» Walfisch- sleisches, und auch in Amerika versucht nian, Wolfis chflcifch siir Ernährungszweck« einzuführen. Ambra und Adrenalin. Ambro, das in den Körpern kranker Walfisch« gefunden wird, ist ein begehrtes Nebenprodukt, weil die Parfümerie-Jndustrie märchenhafte Preis« dafür bezahlt. In jüngster Zeit ist es auch gelungen, aus den Drüsen der Walfische das in der Zahnheit künde so unentbehrliche Adrenalin zu gewinne», das bis nun lediglich mittels komplizierter Methoden aus den Nebennieren von Schafen erzeugt werden konnte. �D« geschäftliche Seite. Ungeachtet der Tatsache, das viele Millionen ausländischen Kapitals in der„Walfischindustrie" investiert sind, haben die Nor- weger noch immer«ine Monopolstellung, an der sie eiservoll fest- halten. Fast alle Walfischboot« sind mit Norwegern bemannt. Di« Angehörigen anderer Nationen haben sich im Walfischfang oersucht — Japaner, Schotten, Argentinier, Zvnxrstaner r- ober- keine.pon ihnen hat sich den übermenschlichen Anstrengungen, de» unerträg- lichen Anforderungen an die Geruchsnerven und den überaus schwierigen Arbeitsbedingungen gewachsen gezeigt. So erscheint es zweifelhaft, ob die norwegischen Erzeuger die unentbehrlichen Soend- Foyn-Harpunen an Angehörige anderer Nationen überhaupt ver- kaufen und ob diese die norwegischen Harpuniere heuern könnten. Denn von diesen Harpunieren hängt der Erfolg ab. Ihr« un» heimliche Fähigkeit im Aufspüren der Walfische, ihre genau« Kennt- nis, wann diese Tiere, nachdem sie untergetaucht sind, wieder an di« Oberfläche kommen, und ihre Geschicklichkeit im Harpunieren machen in« Norweger unersetzbar. Diese Männer verstehen ihr Handwerk Ton 3. 31.'Uelhereoaie und Carl 3tanJon und hüten sich, andere darin zu unterrichten. Andere müssen viele Stunden erfolglos arbeiten und viele Tonnen der kostbaren Kohle verschwenden. So ist es kein Wunder, daß die norwegischen Harpuniere die Könige des Walfischfangs sind. Sie erhalten für jeden gefangenen Walfisch eine Prämie, und ihr Verdienst in einer Saison erreicht mitunter die Summe von 50 000 Dollar. Viel belocht wurde die Geschichte eines norwegischen Harpuniers, der nach erfolgreicher Kampagne in seine Vaterstadt Tönsberg zurückkchrtc und, nicht zufrieden damit, von einem Auto erwartet zu werden, sämtlich« Autos und Droschken der ganzen Stadt mietete, damit sie dem heimkehren- den Sieger das Geleite gäben. Die Walfifchfänger als Entdecker. Wir haben in den letzten Iahren viel von neucrsarschten Gebieten in der Antarktis gehört; von der Forschertätigkeft der Walfifchfänger war kaum einmal die Rede. Die Wholes-Bay, wo Aimmdfen und Vyrd ihre Standlager hatten, der M c. M u r d o- S u n d, de- rühmt durch Shackleton und Scott, Kap Adare und andere historisch gewordene Punkte sind längst wieder und wieder von Wal- fischfängern ausgesucht worden. Aber dies« Männer haben lediglich kommerzielle Interessen, und auf Entdeckerruhm legen sie keinerlei Wert! Zwei Gründe sind es, aus denen die Walfifchfänger Forschung?- arbeit verrichten: der eine sst der Bedarf an neuen Jag dg rü irden, der andere der Bedarf an Neuland in guten Walfischgebieten— neuen Inseln, die dann von Norwegen in Anspruch genommen werden. Denn die meisten Landstationen der Norweger liegen in Gebiete», di« von Großbritannien in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel di« Falklandsinseln. Das bedeutet, daß Großbritannien eine gewiss« lleberwachungstätigkeit entfallet und von jeder Tonne Wal- fifchtran eine Steuer einhebt. Die Norweger haben sich mit gemifch- ten Gefühlen dieser Bevormundung gefügt— der Walsifchfang bietet Verdienstmöglichkeiten für alle!— sind aber daran, im„Fernen Süden* Land zu entdecken, wo sie unter eigener Flagge die industrielle Ausbeutung des Walfischfangs betreiben können. Aussterbe» der Walfische? Wie lange das Massenfchlochten unier den Walfischen wird fort- gesetzt werden können, darüber gibt es nur Vermutungen. Die Biologen zeigen sich jedenfalls aufs äußerste bestürzt. Aber gesetzliche Beschränkungen lassen sich auf hoher See kaum durchfetzen. Einige Landstationen arbeiten nun schon seit mehr als zwanzig Iahren, ohne baß sie irgendeine Verminderung der Walfische m ihrer Nochbarschaft feststellen konnten. Admiral Evans, der Held der Scott-Expeditionen, sagt« jüngst:„Die Roß-See wimmell von Walfischen und die an- schließenden Wasserflächen sind unberührt.* Wohl wird der Walfisch- fang heute in gewastigen Ausmaßen betrieben, aber noch weit gewaltiger ist der Ozean! Was wollen ein paar hundert Schiffs auf der zehn Millionen Quadratmeilen umfassenden Wasserfläche um tue Antarktis besagen? Und' die vor«inigen MoNaten ausgetauchte Meldung, daß es in allen Ozeanen des Erdballs überhaupt nur mehr 12 000 Walfische gebe, dürfte wohl kaum irgend ernst zu nehmen sein. Eine der Entdeckungen, di« M a w s o n auf seiner letzten Forschungs- expedition machte, war ein neuer riesiger Jagdgrund für den Walfisch- fang. Er berichtet, daß ihm mehrere norwegische Walsischfängcr- flottillen dicht aus dem Fuße folgten, und er selbst sandte Radio- depeschen nach Südafrika, um seine Landsleut« auf seine Entdeckung auftnerksam zu machen. rEInei« lleberletmna von£to Sutten.) Ursprung der kosmilchen Strahlung Sine neue VerSuchsflation in den Jltpen In den letzten Jahren hat sich eine geradezu fieberhafte Tätig- kell der Forscher verschiedenster Länder auf dem Gebiete der kosmischen illtrastrahlung entwickelt. So weit eindeutige wissen- schaftliche Ergebnisse bisher vorliegen, ist es noch durchaus ungewiß. ob die Strahlung aus bestimmten Gebieten des Fixsternhimmels (etwa aus der Milchstraße, aus Sternnebeln, aus veränderlichen Siemen oder aber aus allen Fixsternen) kommt oder aus dem Interstellarraum. Die seit 1923 von Kolhörster, v. Salis, Büttner, Steinte, Eorlin u. a. beobachteten kleinen täglichen Schwankungen der Intensität der Ullraftrahlung nach Sternzell sprechen für die Existenz ausgezeichneter Strahlungszentren im Kosmos. Beob- achwngen dieser Art werden am besten an hochgelegenen Orten aus- geführt, wo die absolute Intensität der Ultrastrahlung größer ist und serner auch die weicheren, d. h. weniger durchdringenden Kom- ponenten der Ultrastrahlung noch wirksam sind. In Oesterreich bot sich der Hohe Sonnblick(3100 Meter) mll seinem meteorologischen Observatorium als vorzüglich geeigneter Beobachtungsort. Die von R. Steinmaurer im Sommer 1929 mit drei Apparaten parallel aus- geführten Registrierungen ergeben für die weicheren Strahlungs- komponenten(bei nach oben unabgeschirmten Apparaten) deutliche Anzeichen für die Existenz einer täglichen Periode nach Sternzell, mit einer Amplllude von ± 2 Proz. der Gesamtintensität. Zum sicheren Nachweis reichten die erhaltenen etwa 2000 Einzelstunden- werte noch nicht aus. Daher wurde die Fortführung der Re- gistrierungen durch ein volles Jahr(bis Dezember 1930) beschlossen und, wieder mit der Unterstützung des Sonnblickvereins in Wien und der Kaifer-Wilhelm-Gefellschaft in Berlin, auch durchgeführt. Dieses Beobachtungsmaterial ist in Ausarbellung begriffen. Eine andere von Dr. A. Reitz durchgeführte Untersuchung betraf die Nachprüfung der Kurve der SIrahlungszunahme mit der Höhe im Flugzeug. Es hatte sich herausgestellt, daß bei den Be- stimmungen der sehr kleinen Kapazttäten der transportablen Strohlungsapparote mll den bisher üblichen Methoden Fehler bis zu t 30 Proz. möglich sind. Nach Ausarbeitung einer neuen, für kleinste Kapazlläten geeigneten Methode der Kapazitätseichung wurde mit zwei noch dieser Methode geeichten Strahlungsapparaten eine Anzahl von Flügen in 2, 3, 4 und 5 Kilometer Höhe vom Flughasen Thalerhof bei Graz und Aspern bei Wien unternommen, was durch Unterstützung der Akademie der Wissenschaften und der Oester- reichisch«» Luftverkehrs A.-G. ermöglicht wurde» Di« Intensität der Ultrastrahlung in den genannten Höhenstufen bis 5 Kilometer Höhe konnte so im absoluten Maße nachgemessen werden. Es ergab sich eine vorzügliche Uebereinstimmung der Kurve des Anstiegs der Strahlung mll der Höhe und der nach den ersten Beobachtungen von Prof. Dr. V. Heß(Graz) im Jahre 1912 und Kolhörsters (1913/14) erhaltenen Mittelwertskurve. Ein« weitere Feststellung von Wichtigkeit betrisft.die Auf- findung einer solaren Komponente der Ullraftrahlung. Wie Pros. Dr. Victor Heß von der Universität Graz in einem Ueberblick über die neuen Ergebnisse der Erforschung der tosmischen Ullro- strahlung in dem Mitteilungsblatt„Forschungen und Fortschritte* ausführt, läßt die erheblich erhöhte Meßgcnauigkeit bei der großen Hochdruckapparatur G. Hoffmanns es in letzter Zeit als aussichts- reich erscheinen, nochmals zu untersuchen, ob die Sonne nicht doch einen kleinen Beitrag zur Ultrastrahlung liefert. Durch Analyse der von Hoffmann und Lindholm auf Muottas Muraigl(2450 Meter) im Engadin ausgeführten Registrierungen gelang es tatsächlich zu zeigen, daß etwa 0,5 Proz. der Gesamtintensität der Ullraftrahlung von der Sonne herkommt und daß dies« solaren Ultrastrahlen mindestens dasselbe Durchdringungsvermögen haben wie die gesamte Ultrastrahlung.- Wenn die Sonne, der Fixstern, der unserem Pla- neten am nächsten liegt, Strahlen von den gleiäien Eigenschaften aussendet, wie sie die gesamte Ultrastrahlung ausweist, so wird man nun schließen müssen, daß auch alle anderen Fixsterne ähnliche Strahlen aussenden. Man muß wohl annehmen, daß die Sonne, die ja ein relativ alter Stern von der Klasse der sogenannten gelben Zwergsterne ist, enorm viel weniger an Ultrastrahlung liefert als z. B. die jungen Riesensterne. Das Ergebnis, daß ein Teil der Ullrastrohlung von den Fixsternen herstammt, schließt natürlich nicht die Möglichkell aus, daß ein anderer Teil dieser Strahlung im Jillersiellarraum seinen Ursprung hat. Immerhin ist diese letzt- genannte Annahme nun doch weniger wahrscheinlich geworden. Man wird auf Grund des erwähnten experimentellen Befundes über die Solarkomponent« der Ultrastrahlung wieder der besonders von W. Nernst schon 1921 vertretenen Anschauung des stellaren Ursprungs dieser Strahlung zuneigen. Di« nähere Erforschung der solaren Kom- ponente der Ultrastrahlung wird die Ausgabe der nächsten Zukunft lein. Diesem Zweck wird eine besonders für Beobachtungen über lang« Zeiträume einzurichtend« Station in den Alpen gewidmet sein, deren Exrtchtung setzt von Prof. Dr. Heß(Graz) geplant ist. 25. Sechs-T age- Rennen Das Feld durcheinander gewirbelt Vierundzwanzigmal hat Berlin Sechs-Tage- Rennen gc- sehen: 1ö09 stieg in den Ausstellungshallen am Zoo das erste, gestern startete man im Sportpalast, der nun traditionell gcwor- denen Kampsstätte, das 25., das Iubiläumsrennen. Zum Jul'iläum gehören Iubilare. Und so waren sie gestern alle da, die alten Känipen von damals. Die Kurve kannte sie alle wieder, die Pawke, Rudel. Stellbrink. Rütt, Tech- mer, Tadewald, Arend. Wer von den Sachverständigen oberhalb der Latten noch zu jung an Jahren ist, um diese alten Renn- sahrerkanonen selbst sahrengesehen zu haben, der hatte aber min- bestens in allerlei Fachzeitschriften soviel zusammengelesen, daß er nach dem Signalement seine Freunde auf dem Rade unten wieder- erkennen mußt«. Es waren alles dick und honorig gewordene Her- ren, die da ihr« Ehrenrunde fuhren. Herren mit sauberen Straßen- anzügen und ebensolchen Glatzen. Sie haben ihr Teil hinter sich gebracht während ihrer Rennfahrerzeit, der eine mehr, der andere 'weniger. Wer kein Fahrradgeschäft hat, hat«ine Kneipe aufgemacht, oder er betreibt Ackerbau, Viehzucht und Fischfang wie etwa der alte Eugen Stab« in Fricsack. Aber das Rad trug sie alle noch gestern bei der Ehrenrunde. Von den 24 Berliner Six Days hat Rütt allein vier als Sieger hinter sich gebracht: er heimste gestern noch einnial Nachschußlorbeeren ein, die ihm bereitwilligst gespendet wurden. Fast kriegt man Bedenken mit der„Kurv e", dieser Institution, die zum Sechs-Tage-Rcnnen so sicher gehört wie die Rennbahn selbst. Sie war früher innner voll besetzt, die Kurve; hier saßen die einzigen Leute, die überhaupt etwas vom Rennen verstanden und die ihre Wissenschaft freigiebig dem Parkett und den Tribünen mit- teilten. Jetzt ist die Kurve beschränkt, das heißt, sie ist verkleinert worden: die neue größer« Bahn mit ihren höheren Kurven forderte ihren Tribut von der anderen.Kurve". Um MIO Uhr beginnt die Vorstellung der Fahrer. Objektiv, wie man ist, beginnt man mit dem letzten Paar, mit Nummer 11 Van Kempen, der alte, aber immer frisch« Freund der Kurve, scheint wieder Favorit zu sein, bis— man wieder etwas bei ihm entdeckt! Dann Photographen, Jupiterlampen, Tonfilmer, Startglocke--! Sonja Hennie schießt in die Lust: Das 25. Berliner ist gestartet. Die erste �tadht Mit einer müden ersten Stunde begann sie. Das Feld legte gleichmäßig Runde um Runde zurück, und wer hoffte, schon anfangs der 14S-Stunden-Fahrt etwas Aufregendes zu sehen, hatte sich geirrt. Die alte Sechstagestimmung mit allem Drum und Dran stellte sich « nicht so schnell ein, waren doch die Besucher des zweiten Ranges, des„Heubodens" zahlenmäßig nicht sonderlich stark vertreten. Drei Mark kostete in der ersten Nacht auf dem Boden ein Platz, ein Preis, den die in dieser schweren Zeit viele sonst begeisterte Anhänger der „six days" nicht aufzubringen vermögen. Also, die erste Stunde blieb ruhig und auch die erste Wertung, die am Eröffnungstag um 11 Uhr stattfand, brachte nichts, rein gar nichts. Die ersten Plätze der sechs Spurts besetzten Ehmer, Pijnenburg, Rausch, Thollembeek, Miethe und wieder Thollembeek Bis um Mitternacht das Publikum ein nettes Pfeifkonzert. in- szeuierte mit dem Erfolg, daß Schön losging. Dinale fetzte ernsthaft nach, Preuß— Resiger waren die erste» in diesem Iubiläumsrennen, die eine Runde verloren. Weitere Paare mußten ebenfalls daran glauben. Van Kempen— Ehmer. Thollembeek— Tietz, Pijnenburg— Schön, Rausch— Hürtgen und Manthey— Nickel bildeten für kurze Zeil die Spitzengruppe. Bis neue Vorstöße ansetzten, die immer wieder den Wiesbadener Schön nach vorn gehen sahen, jedoch gelang das Vorhaben der deutsch-holländischen Verbindung, die anderen abzu- schütteln, vorerst nicht. Nur zu gut paßten Tietz-Thollembeek auf und auch Manthey-Nickel, während sich später zu diesen die Franzosen Faudet-Marcillac gesellten. Doch Schön lieh nicht nach, übernahm die Spitzenposition, ohne allerdings dort lange allein zu bleiben. Gab es bis hierher npH ernstgemeinte Kämpfe, so setzte jetzt eine üble Rundenspielerei ein, die zu schildern eine höchst überflüssige An- gelcgenheit wäre. Man hat allerdings neue Bestimmungen ange- kündigt, die eine Handhabe zur Verhinderung kampfloser Runden- gewinne bieten solle. Warum werden sie nicht in Anwendung gebracht? Die Spurts der Z-Uhr-Nachtwertung sielen an Faudet, Preuß, Goebel, Maczynski, Nickel, Schön. Goebel-Dinale, die in einer neuer- lichen Jagd von der 2-Uhr-Wertung sich am besten behaupteten und allein die Führung des Feldes übernahmen, blieben auch nach der 4-Uhr-Wertung in dieser Position. Spurtsiegcr wurden Faudet, van Kempen, Bouchcron, Pijnenburg, Faudet und Kroll. Nach 8 Stunden(307,300 Kilometer) war der Stand des Rennens: 1. Dinale-Goebel 21 Punkte; eine Runde zurück: 2. Schön-Pijnenburg 23: 3. Rieger-Maczynski 11, Preuß-Resigcr 11: zwei Runden zurück: 3. Tietz-Thollembeek 14, 6. Manchey- Nickel 14: drei Runden zurück: 7. Kroll-Mieche 19: vier Runden zurück: 8. Faudet-Marcillac 23; 9. Krüger-Funda 8: 10. Dorn-Lehmann 3: fünf Runden zurück: 11. van Kempen- Ehmer 20; acht Runden zurück: 12. Boucheron-Br. Wolke 13; 13. Rausch-Hürtgen 9; 14. v. Heoel-v Buggeckhaut 3 Punkte. Das war die erste Nacht: dank der etwas planlosen Regie eine wenig befriedigende. Nur gut, daß einige Mannschaften, so Schön- Pijnenburg, Tietz-Thollembeek und Goebel-Dinale, immer wieder aus sich herausgingen, die Rundenspielerei nicht allzu sehr in Erscheinung treten konnte. Wenig gefallen konnten van Kempen-Ehmer, die fünf Runden zurückliegen. Von Rausch-Hürtgen, die es sogar auf acht gebracht haben, ganz zu schweigen. Sie bei den mäßigen Paaren zu finden, wurde kaum erwartet. » Während unten auf dem Holzoval die Fahrer um Positionen streiten und das Haus interessiert die Kämpfe verfolgt, erfährt man oben auf der Pressetribüne den Tod des Betreuers der Pressetribüne, Marquardt. Er war im besten Sinne des Wortes Verbindung»- mann zwischen Wettfahrausschuß und Presse, der mit viel Geschick seines wirtlich nicht leichten Amtes wallete. No�beim Dreistunden- rennen am Mittwoch war er tätig. Erst Fünfunddreißigjährig, erlag der muntere, immer hilfsbereit« Mann einem Schlaganfall. -ARBEiTEH Spiele am 15. Marz Der morgige Sonntag bringt wieder einmal Hochbetrieb in allen Abteilungen. In der Kreisklafse finden nicht weniger als sechs Spiele statt. Eintracht erhält auf dem städtischen Sportplatz in der Scharnweberstraß«, Reinickendorf, den Besuch von Luckenwalde III, während Lichtenberg I in Spandau, Seeburger Straße, gegen Butab antritt. Den Reinickendorfern gelang es am letzten Sonntag, die Lichtenberger vernichtend mit 3:1 zu schlagen: wird es ihnen ge- lingen, den Luckenwaldern ebenfalls eine Niederlage zu bereiten? Bei den Lichtenbergern erhebt sich die Frage, ob sie den letzchin aus- gestandenen Schreck schon überwunden haben. Weißensee fährt nach Luckenwalde zur II. Abteilung der dortigen Turnerschaft. Nach dem letzten großen Sieg, den die Weißenseer über Trebbin errangen, sollte es ihnen gelingen, auch den Luckenwaldern die Punkte abzunehmen. Karow wird sich trotz des Vorteils des eigenen Platzes gegen Eich«-Köpemck nicht be- haupten können. Wer aus dem Treffen Trebbin gegen Minerva 28 als Sieger hervorgehen wird, ist noch sehr ungewiß. Luckenwalde I dürft« wenig Mühe hab«n, gegen Luckenwalde V zu gewinnen. Spiele in den Bezirken: Lichtenberg II gegen FTGB- Osten in Lichtenberg, Normannstraße. Hoppegarten gegen Oberspree in Alt-Landsberg. Storkow gegen Herzfeld«. Britz 88 g«gen ASV Neukölln in Britz, Treseburger Ufer. Wansdorf gegen Karow 2. Freie Scholl« gegen Zehdenick. Weißensee 2 gegen Eintracht 2 Ketzin gegen Nowawes. Brandenburg gegen Brieselang. Rathenow- Süd gegen Kladow. Eintracht-Spandau gegen Sparta-Nauen. Sokol gegen Werder. Spandau 2 gegen Charlottenburg. Drewitz gegen Butab 2. Kaputh gegen Potsdam 2. Jeserig gegen Schollene Trechwitz gegen Fohrde. Grebs gegen Fohrde 2. Premnitz gegen Altbensdorf. Wilmersdorf gegen Volkssport-Neukölln. Schöneberg gegen Friedenau. Brück gegen Tempelhof. Jüterbog gegen Kloster Zinna. Ruhlsdorf gegen Woltersdorf. Niemegk gegen Treuenbrietzen. Zweite Mannschaften: Lichtenberg 1 1 gegen Osten. Hoppcgarten gegen Oberspre«. Storkow gegen Herzfelde. Britz 88 gegen ASV. Neukölln. Strausberg 1 gegen Minerva. Wacker 30 gegen Lichtenberg I. Eiche gegen Schweifsterne 1. Wildau 1 gegen Eiche 3. Wandorf gegen Pankow 3. Freie Scholle gegen Zehdenick. Lychen 1 gegen Saxonia. Knoblauch gegen Nowawes. Brandenburg gegen Brieselang. Rathenow-Süd gegen Kladow. Eintracht-Spandau gegen Sparta- Nauen. Wilmersdorf gegen Volkssport- Neukölln Schöneberg gegen Friedenau Ruhlsdorf gegen Woltersdorf. Niemegk gegen Belzig 1. Löwendorf 1 gegen Klausdorf 1. Trebbin gegen Luckenwalde II. Luckenwalde III gegen Luckenwalde I. Iugendmannfchaften: ASV. Neukölln gegen Minerva. Lichtenberg II gegen Britz 88. Saxonia gegen Wilmersdorf. Branden- bürg gegen Vorwärts-Wedding. Werder gegen Nowawes. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 13.30 Uhr (mtt Ausnahme der Spiele Eintracht-Reinickendorf gegen Lucken- walde III in Reinickendorf, die bereits um 12.30 Uhr. und Hoppe- garten gegen Oberspree um 13.30 Uhr beginnen). Zweite Männer- Mannschaften 13.43 Uhr. Iugendmannfchaften 10.30 Uhr. Eine Völkersdiau wird die Olympiade in Wien werden Die Arbeitersport-Olympiade in Wien vom 23. siis 26. Juli dieses Jahres wird«in« Weltschau der Arbettersportler werden. Die europäischen Länder, deren Sportorganisationen zur Sozialistischen Arbeitersportinternationale gehören, haben fast voll- zählig ihre Meldungen abgegeben. Von den Ländern jenseits der Wasser hoben Palästina und sogar Amerika chre Teilnahme zugesagt. Wir bringen hier eine Auswahl der am stärksten ver- treten«» kontinentalen Arbestersportorganisationen: * Nach den vorläufigen Berichten wird für die Hauptfesttag« des Olympia in Wien mit einer Beteiligung von mindestens 3000 Teil- nehmern des t s ch e ch o s l o u�a tischen Arbeiter-Turirerbundes gerechnet. Der Verband wirt sich in Wien an allen Wettbewerben und Spielen außer Fußball beteiligen. Schon jetzt bereiten sich die Riegen für das Geräteturnen vor. ebenso für die Leichtathletik, Schwimmen und Radfahren.. Aus dem Olympia werden auch zwei Mannschaften das Hazenaspiel vorführen, das in den tschechoslowa- tischen Arbeiterttirnvereinen und in der Tschechoslowakei überhaupt ,sehr stark gepflegt wird. Außerdem treten die Männer und Frauen mit eigenen Freiübungen auf. Die Presiewerbung für das 2. Ar- beiterolympia ist in der Tschechoslowakei sehr rege und gut organisiert (wie in Deutschland auch! Red). Die Landes-Arbeitersportorganifation in England wählte bereits im Sommer 1930 einen Viererausschuß, der die Vorbereitun- gen zur Entsendung einer Sportdelegation nach Wien durchführt. Geplant ist die Entsendung von Fußballspielern, Tennisspielern, Schwimmern, Läufern und Läuferinnen und Radfahrern. Die Vor- bereitungen sind soweit vollendet, daß am 20. Juni im Rahmen eines Bundessportfestes im Londoner Kristallpalast die Ausscherdungs- wettkämpfe für Wien zur Durchführung kommen. Die Organisierung der Fahrt nach Wien übernimmt die englische Arbeiterreisegesellschaft. Die gesamte Partei- und Gewcrkschaftspresse in Lettland steht im Dienste des 2. Arbeiterolympias. In den Städten gelangen Arbsiterfportfilme sowie ein Wiener Film zur Aufführung. Be- sondere große Plakate mst lettischem Text sind herausgegeben worden, ebenso auch eigene Olnmpiaabzeichen. Die besten Sportler sind von den technischen Ausschüssen in allen Sparten als Olympiakandidaien festgestellt worden. Ähre Zahl beträgt 240. Aus ihnen wird man die Olympiafahrer herauslesen. Die Olympiakandidaten haben seit November 1930 ein energisches Wintertraining hinter sich. Nach Wien werden kommen: Leichtathleten, Fußball-, Handball- und Tennisspieler, Wehrsportler, Schützen. Boxer. Ringer. Radfahrer und Schachspieler. Die Zahl der vorgesehenen Sportler liegt zwischen 30 und 60. Außer den Sportlern haben sich bereits über 200 Wien- fahrer aus der Arbeiterschaft gemeldet. Der e st l ä n d i s ch e Arbeitersportverband beschloß auf seinem Verbandstag die Teilnahme am 2. Arbeiterolympia in Wien mit einer starten Delegation. Der Arbeitersportverband in Palästina hat dem Ochmpio- sekretariat in Wien mitgeteilt, daß über 100 Berbandsmitglieder am Olympia teilnehmen werden. Dorgesehen ist eine Beteiligung an den Freiübungen der Männer und Frauen, Leichtathletik, Fußball, Schwimmen und Radsport. Die Fußballspieler haben ein überaus reichhaltiges Programm zusammengestellt. Nach den vorliegenden Meldungen ist mst 14 Ländermannschaften zu rechnen, die um den Titel des Olympiasiegers in den Wettstrest treten. TUelverteidiger ist D e u t s ch l a n d, das 1923 beim 1. Olympia in Frankfurt mit Finn- land ein glänzendes Schlußspiel zeigte und 2: 0 gewann. Die Spiel« in Wien beginnen am Festdonnerstag, das Schlußspiel ist am Fest- sonntag. Die Verlierer tragen unter sich eine weitere Runde aus. Jeder Olympiafesttag bringt Fußball-Länderspiele und somit eine große Bereicherung des gesamten Olympiaprogrammes. Die Franhturter rufen zu einem Scfaimmfest ' Der bundestreu« Verein„Freie Schwimmer" e. V. in Frankfurt a. d. Oder wurde durch Berliner Arbeitersporiier am 22. Mai 1921 gegründet, er zählt jetzt fast 200 Mitglieder. Er hat sich eine große VereinsbeaNstalt auf einer Halbinsel in der Oder errichtet. Recht bald wurde mit Unterstützung des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund das erste Schwimmfest abgeholten: darum ergeht auch jetzt der Ruf dieses Provinzvereins an die bundes- treuen Vereine in Berlin und der Umgegend, ihn wieder in diesem Jahre zu unterstützen. Sicher werden viele Sportler unter Benutzung der Sonntagskorte diese Gelegenhest benutzen wollen, um Frankfurt und sein neues großes Ostmarkstadion mst Schwimmbahn und Sprungtunn kennen zu lernen. Aus einem verträumten, durch die I Nähe Berlins gehemmten Beamten- und Garnisonort sah sich Frank- stirt plötzlich in eine führend« Grenzstadt verwandest. Wie sich die Stadt daraus umstellte, möge jeder Festbesucher selbst sehen. Bei rechtzeitiger Anmeldung werden am Festtage vormsttags Stadt- führungen unternommen. Die Festfolge für Sonntag, 21. Juni 1931, lassen wir schon jetzt folgen, damit sich die Berliner Vereine ent- sprechend einstellen können. Die Wettkämpfe sind offen für alle Wassersporwereine, sie werden nach der AWO. durchgeführt werden. Meldeschluß ist am 1. Juni. Meldungen an Paul Fiedler, Frank- surt a. d. Oder, Badergasie 2- 10 Uhc: SUcnaifo der flannfofittr(auf der allen Odert. 13 Ißt: Antrrtcn jum{reftwa am Ecklachtdol(in fflundeitleiiims). 15 Ißt: Besinn der Wen- ilunnfe im Ostmarrgadion(Schmimmdabnl.»> Festansprache, dl ZIeiaen der Lchüler und Schülerinnen, c) MZnner'aaenstaffel 4X100 Meter.<0 Krauen, drustschwimmen: 1. bis 13 Kabre SO Meter: über 18 Kabre 100 Meter. rt EchUIerbrustschmimmen: 1. Mädchen 50 Meter: 2. Knaben SO Meter, f) Seite, schwimmen: 1. Iuaend 50 Meter: 2. Männer 100 Meter, g) Springen: 1. Schüler und Schulerinnen Z Kürsprinae: z. grauen Nr. 5 und 15 vom Z-Meter.Brett und 1 Aürspruna: z. Iuaend Nr. 36 und 50 vom 3-Meter.Brelt und 1 Nitrsprun«: 4. Männer Nr. 41 und 51 vom 3.Me!er»Brett und 1 Kür. sprung. d) NetiunflevorTUirunaen. i) Bereinsmedrlampf: 1. Wasserball,!e!- murf(3 Würfel: 2. Balldribbeln 50 Meter: 3. Streckentauchen, k) Bücken- schwimmen: 1. Iuqend 50 Meter: 2. Männer 100 Meter. 1) Brustschwimmen: 1. Kuaend 100 Meter: 2. Männer 100 Meter, in) Beliebigschwimmen der Männer über 35 Kabre 50 Meter, u) Iuaendfreistilsta-ette 4X50 Me'er. o) Pushbollspiel der Krauen, p) Wasserdalispiel«: 1. Zugend! 2. Männer. WerffiUrurt Die in diesem Jahr« außerordentlich günstigen Schneevsrhältnil'e veranlasien das Reisebüro des Touristenvereins„Die Naturfreunde", zu den Osterfeiertagen noch eine viertägige Skitour ins Riesen- gebirge mit dem Standquartier in Petzer zu veranstallen. Anfänger kommen als Teilnehmer nicht in Frage. Der Preis für Fahrt, Quartier(Betten), Frühstück und Mittagessen beträgt für Mitglieder 37 M., für Richtinstglieder 40 M. Anmeldungen müssen schnellstens an das Reisebüro, Berlin N. 24, Iohannisstr. 15, gerichtet werden. Handball und Hockey abgesagt. Wie die Kreisleituilg der Arbeiter-Handball- und Hockeyspieler msttestt, sieht sie sich zu Ihrem Bedauern wieder in der Lage, die Spiele für den morgigen Sonntag absagen zu müssen. Di« Plätze sind nicht bespielbar. Naturfreund«. Kursus! Die Führung durch Alt-Berlin morgen, Sonntag, findet bestimmt statt. Treffpunkt ist jedoch nicht um 14 Uhr — wie ursprünglich vorgesehen, sondern bereits um 13 Uhr an der> Nikolaikirche(hinter Molkenmarkt). ..All-wedding" Kreismeister in der B-filaffe. Der letzte Serienringkampf in der S-Klasie, der am Sonntag in der Turnhalle Utrechter Styphe steigen sollte, muß wegen Erkrankungen in der Luckenwalder Mannschaft ausfallen. Da die Arbeiter-Athletsn des 4. Kreises in den Vorbereitungen für die II. Arbeiter-Olympiade stecken, fällt dieses letzte Mannschaststrefsen völlig fort. Damst ist die zweite Mannschaft, die ihren Tstel nur noch gegen den Lücken- walder Sportklub zu verteidigen hatte, wieder Kreismeister für ein weiteres Jahr geworden. Auf dem vikkorioplah in Martendorf spielt morgen um 13.30 Uhr der Deutsche Fußballclub Prag gegen den Berliner FC. Viktoria. Premiere in Mariendorf. Am morgigen Sonntag wird in Mariendors die Frühjahrssaison«rössnet. Die Hauptnummer, der Preis von Mariendorf, verspricht durch seine ausgezeichnete Besetzung mit einer Reihe schneller internattonaler Traber zu einer inter- cssanten Prüfung zu werden. Di« Rennen beginnen um 15 Uhr. ver morgen stattfindende Fuhball-Länderkampf Deutschland gegen Frankreich, der von den bürgerlichen Verbänden in Paris ausgetragen wird, findet lebhaftes Interesse. Allein aus Deutschland sind 13 000 Zuschauer in vielen Extrazügen angemeldet. 31®a.-«btedmana aller Kassierer am Mantaa. dem 16. Rar». 10 Ubr, ss-eschäftsstelle.— Bezirk Roldeing. Montog, 16. März, Vprstandssskuna im Bereinelakal. Svcie K�wimmer ckdarlottenbura 04«. B., Äannobteilun«. Sonnten«t. beilsbienft im Bootsbaus. Danach Beisammensein. Bootsstände stirb noch frei. Bermiltluna von Bootskäufen zu billiaeu Preisen. Austunst durch die Geschät!-. stelle. Cbarlotteuburg, Kirchstr. 6, oder bei 39. Neumann. Cborlsttenbuia, öäfelerftr. 17d. Babrabenbe: Montaus ab 19 Ubr, Donnerstaas ab JO'j Uhr im Bolksbab Krumme Str. 10. Nichtschwimmer erhalten auten Schwimmuntee. eicht, Kortgeschrlttene Weiterbilduna im Crawl-, Nettungs. uub Sieiacu- schwimmen sowie im Wasscrdallspiel. Eraänzunassvort: Handballspiel. »ampseichteestbuna der Leich taibleten am Dienstaa. dem 17. März. 20 Ubr, in der Geschäftsstelle. Clsässer Str. 86—38. Aussprache über das Haüenspartsest, kommende Beranstaltunae». Verschiedenes..Zptereisterte Vereine find ein- »e laden Gleichzeitia ioat der Kreisspovtausschust. ASV. Neukölln. Sountcn. 10 Uhr, Walblausteainina im©wttpart Neukölln. Umtle'belokal Oppermann. Emser Ecke OdersUaüe. Mossaaekurluo. Donnerstoa. 19., und Donnerstaa, 26. März, 20 Ubr. i» der Sieschäftsstelle. Elf äff er Str. 86—88. Massaaekursus. Decke oder eine ent» sprechende Unterlaae mitbrinaen. SDicldunflen bis 16. März au Ktis» ueutioff. £0. 36. Mauteuffclftc. 46. ®et Bezirk Südosten. Treptow der KT»B. eröffnet Bienstaa. 17. März, 20 llbr, eine Ableiluna für die männliche Juxend in der Turnballe Neicben. beruer Ecke©toaauer Strafte. Die anderen Abteilunaen. wie Krauen über 25 Zabre. Zunamäddjen, Männer und Schüler üben jeden Dienstag und Freitag in der Bouchestr. 75, od 18 llbr. --------------------- D i e einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist ä i e---------------- Kranlcen- und Stferbekasse für das DeuiscSie Reidi tf««rUndc««l,a