Morgenausgabe Nr. 125 A 63 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 monatlich 3,60 5Jt in voraus zahlbar. Postbezug 4.32 W. einschließlich 60 Pf. PvftzeMiug»» uvd 72 Pf.Postdestellgedühreu. Luslond»- obonnemeNt 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen» vortv S,— M. » Der.Lorwärt»' erscheint wochentZg- »ich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend- Illustrierte Beilage.Dolt und Zeit- Ferner.Frauenstimme'. �Technik'.Blick in die Bücherwelt'. »Jügend-Lorwärts'u..Stadtbeilage� r VerUner Volksblatt Gonuiag 15. Marz 1931 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswä'ris 20 pf. Die«Inf polt. Nonpareillezeile 80 Pf. Reklamezeile 5,— RM.„ftleiue An- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. lzulafsig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Ta:if. Stellengesuche das erste Wort lS Pf� jede« weitere Wort löPf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wachen« täglich oon ÄVj bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvalorgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands W Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: TönbofI 292—227 Tclcgramm-Adr�: So,iald«mokra» Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.—Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr.3,Dt.B.u.Didc..Ges.,Depositenk.,Jcrulalcmcr Str. 65:66. Grandi begrüßt Klottenpatt. Land- und Lustabrüstung nicht berührt. Rom. 14. März.(Tigenbericht.) Der italienische Auhziuninister Grondi sprach am Sonnabend- abend im Parlament über die italienische Außenpolitik und das französisch-italienische Flottenabkommen. Das endlich zustandxgebrachte Abkommen sei— so führte Drandi aus— ein Sieg des gesunden Menschenverstandes: denn soiist märe es zu chncm unerhörrte» Wetttampf in den Scerüstüngeu getämn�en. Es bedeute ein« Verminderung der geplanten Rüstungen um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig sei die n o t ru« n d ige Atmosphäre für die Lösung anderer, ebenso wichtiger Probleme geschossen, die den Frieden Europas und der Welt angehest. Es sei undenkbar, daß Italien und Frankreich nicht auch in andere» Fragen den Boden für eine freund' schastliche Lerständiguug finden sollten. Im übrigen bedelite das Flottenabkommen den glücklichsten Beginn der Ab- r ü st u n g s k o n s e r e n z. An ihr seien auch alle anderen Staaten interessiert, und zwar unter gleichberechtigten Bedingungen. Die Probleme der Abrüstnr.g zu Lande und in der Lust seien von dem Floltenabkommen nicht berührt. Es zeige aber den Weg zu der notwendigen Verringerung aller Rüstungen insgesamt. Darin folge die italienische Regierung ganz dem Genfer Appell chendersons. In großen Zügen rühmte Grandi dann die auswärtige Politik Italiens in den letzten neun Jahren. Die R« pa r a ti ons- Zahlungen Deutschlands seien als dos Problem zu be° trachten, das vielleicht die schwerste 11 r so che für die Wirtschaft- liche und poNtrsche Krise Europas fei. Italien habe den besiegten Nationen zuerst die Hstnd gereicht. Denn das sei die einzige Art, einen dauerhaften � Frieden zu sichern. Man müsse vielmehr ihre Lebcnsbedinglingen erleichtern, diese Völker wieder zum Wohlergehen und Vertrauen zu sich selber bringen. Das sei- für ganz Europa zum Vorteil. Jede ungerechte Trennung zwischen Siegerstaaten und Besiegten müsir aushören. Grandi schloß mit einem Appell für die Solidarität der europäischen Maaten, die in dieser Wirtschaftskrise notwendiger denn je sei. Deshalb unterstützte Italien auch den Europaplan Briands, aber mit der/ Forderung nach allgemeiner Gleichberechtigung und international«!? Gerechtigkeit. Das System der M i l i t ä r b ü n d- nisse sei nür ein negatives Element zur Erhaltung des Friedens. Amerika und der neue Kloitenpakt. Washinglon. 14. März. Staatssekretär S t i m s o n teilte heute mit, daß die britische Regierung /ihm um die Ansicht der amerikanischen Regierung Uber die dem neuen Flotte npakt zu gebende Form gebeten habe. Er habe daher Senator M o r r o w: der sich zurzeit auf einer Urlaubsreise nach Europa befinde, der als Delegierter der vorjährigen Flottenkonferenz die Materie genau kenne, und mit dem er vor An- tritt feintr Reife die Lage eingehend besprochen habe, telegraphisch ersucht, feine Reise in England auf drei Tage zu unterbrechen und der britischen Regierung den amerikanischen Standpunkt m ü n d- l i ch darzulegen. Er, Stimson, sei nach wie vor der Ansicht, daß es besser wäre, dem neuen Pakt die Form eines Dreimächtevertrags zu geben, statt Japan und die Vereinigten Staaten in formelle Bindungen ein- zubeziehen, die vom Bundcssenat als eine Abänderung des Washingtoner und des Londoner Flottenpaktes interpretiert werden könnten, und er hoffe, daß sich«in neuer Fünfmächtevertrag vermeiden lasse. Zurzeit könne er jedoch noch nicht übersehen, ob nicht die Form eines Notenaustausches zwischen den fünf Seemächten gewählt werde, wodurch selbst der Abschluß eines neuen Dreimächteoertrages überflüssig sein werde. Hermann Müller operiert. Die Operation geglückt. Gestern abend wurde, nachdem sich das Befinden Her- mann Müllers stark gebessert hatte, der angekündigte opera- tive Eingriff vorgenommen. Ueber die Operation wird von den behandelnden Aerzten folgende Mitteilung ausgegeben: Nach der heute morgen eingetretenen Bcsstrustg des Allgemein- befindens wurde der operative Eingriff bei Riichskanzler a. D. Müller heute abend planmäßig ausgeführt. CS wurden ein großer Abszeß in der und um die Gallenblase und sthr viele Steine ent° fernt. gez. Borchardt, Sauerbruch. Zondeek, Dr. Heyn. Der Patient befindet sich wohl. Um 11 Uhr abends lautete der Bericht: Im Befinden des heute abend operierten Reichskanzlers a. D, Hermann Müller ist keine Aenderung eingetreten. Der Patient hat einen ruhigen Schlaf und normalen Puls. Frick darf bleiben. Die Volkspartei erklärt, aber handelt nickt. Weimar. 14. März.(Tigenbericht.) Auf die letzte Erklärung der Deutschen Valkspstrtei wurde von den Nationalsozialisten in ihrem Weimarer Parteiorgan heute folgend« Gegenerklärung gegeben: ,T>ie Deutsche Bolkspartel hat nicht gewagt, ihre Vertreter aus der Regierung Frick-Baum-Käftner zurückzuziehen. Wir haben chren wohloertlaufulierten U m f a l l geziemend zur Kenntnis genommen. Die Koalitionsgemeinschaft mit ihr haben wir bekanntlich seit langem aufgegeben. Wir werden auch weiterhin tun, was unsere Pflicht und unser Gewisien gegenüber dem deutschen Volke und dem Lande Thüringen uns gebieten." Unter dem ltmfall der Volkspartei verstehen die! Nationalsozia- listen die am Schluß der gestrigen volksparteilichen Erklärung stehende Ankündigung, mit den anderen Regierungsparteien weiter in Fühlung bleiben zu wollen. Die Koalition ist also von allen Seiten gekündigt, besteht aber lustig fort, weil es der Volkspartci an Mut zu Konse-p>«nzen gebricht. Eine neue Hitlergründung. Organisation der Geldgeber. München, 14. März.(Eigenbericht.) Hitler will seinen Nazistudenten erhebliche Geldmittel oerschaffen. damit sie vom nächsten Semester an ihren T e chr op an den Hochschulen planmäßiger und großzügiger als bisher entfalten können. Zu diesem Zweck hat er einen neuen Verein ge- gründet, in dem in erster Linie die alten Herren der Akademiker- schast sammeln sollen, um durch sogenannte Kampfspenden die Gc- hälter für die Kreisleiter und Hochschulgruppsnführer der Nazis auf- zubringen. Irgendwelche Recht« werden den Vereinsmitgliedern nicht eingeräumt, sie haben nur die Pflicht, zu zahlen. Der neue Verein ist eine Sonderabteilung des in München«ingetragenen national- sozialistischen Deutschen Arbeitervereins, besitzt aber keine eigene Rechtspersönlichkeit. Einziger Vorstand des nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins ist laut Vereinsregister Adolf Hitler. Wo(fCeißt der poeiie Tltann? Wettbewerb Die 100 besten Werber für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands(die drei basten Werber iedes Bezirks, vom Bezirk Berlin die besten vier Werber), die bis zum 15. Mai 1931 die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben, sind durch die Bezirksvorstände bis zum 20. Mai mit genauer Adressenangabe zu melden. Maß- qebend für die Bewertung sind die Porteiverhältnisse und die Größe der Ortsgruppe des zuständigen Parteibezirks oder Distrikts, die sozialdemokratische Stimmenzahl bei der letzten Reichstagswahl, die Zahl der Parteimitglieder des betreffenden Orte» oder Distrikts am 31. Dezember 1930. Der Parteivorstand hat beschlossen: die 34 erfolgreichsten Werber als Ehrengäste zum Parteitag während der Dauer der Tagung einzuladen, den nächstbesten 15 Werbern die Teilnahme an einer 8- bis 14tägigen Reise de* Reichsausschusses für Sozialist. Bildungsarbeit zu ermäg- lichen; die übrigen 51 Werber erhalfen das Werk A.Bebels: »Aus meinem Leben« (in einem Band) als Geschenk. An die Arbeit, Genossinnen und Genossen, befolgt die Parole des Jahres 1931: Wo bleibt der zweite Mann? Panzerkreuzer- Gekreisch. Wer Hai Hitler verraten?— Die Sozialdemokraten! In der Geschichte der Nationalsozialistischen Deutschen Ar- beiterpartei war die vergangene Woche eine schwarze. Seit sich nämlich herausgestellt hat, daß die Sozialdemokratie nicht allenthalben die Wege wandeln will, die Hitlers Vorsehung ihr gewiesen hat, will keinem echten deutschen Mann das Essen mehr schmecken. Mit verfinsterter Miene laufen sie um- her, herbes Weh verkrampft ihre Brust, und über ihre Lippen sprudeln Ausbrüche einer echten Empörung. Die Sozialdemokraten haben im Haushaltsausschuß nicht gegen die erste Baurate des Panzerschiffs L gc- stimmt sondern sich der Stimme enthalten. Sie werden bei der zweiten Lesung im Plenum wahrscheinlich und bei der dritten Lesung vielleicht dasselbe tun. Vielleicht wird der Haushaltsplan für 1931 erledigt werden, ohne daß die Ar- beitsmehrheit des von den Skandalparteien besteiten Reichs- tags auseinanderbricht! Vielleicht wird der„nationaleit Rechten" überhaupt keine Gelegenheit mehr geboten, ohne sich dabei unsterblich lächerlich zu machen, in den Reichstag zurück- zukehren! Vielleicht wird das deutsche Volk die Entdeckung machen, daß eine Volksvertretung ohne Deutschnationale und Nationalsozialisten bedeutend schöner aussieht und bedeutend besser arbeitet als eine m i t ihnen. Je länger die Leute Hitlers und Hugenbergs außerhalb des Reichstags stehen, desto tiefer geraten sie in den Sumpf. Sie glaubten, die Sozialdemokratie würde ihnen heraushelfen. sie finden sich enttäuscht. Ihre Wut kennt keine Grenzen. '* Die Sozialdemokratie hat sich bisher der Stimme ent- halten, sie wird es vielleicht auch weiterhin tun, wenn gewisse Forderungen auf sozialpolitischem und finanzpolitischem Ge- biet, die sie im Interesse von neun Zehntel des deutschen Volkes gestellt hat, Berechtigung finden. Dies der nüchterne Voltes gestellt hat, Berücksichtigung finden. Dies der nüchterne Tatbestand. Und nun höre man den Major F o e r t s ch in der ..Kreuz-Zeitung" darüber kollern: Wenn eine Partei wie die sozialdemokratische mit einer ge- radezu schamtosen Brutalität Grundsrogen der natio- nolen Würde und der nationalen Selbsterhaltung zum schäbigen Tauschgeschäft erniedrigt, dann müßte doch eigentlich auch in den Kreisen der bürgerlichen Mitte endlich ein- mal ein nioralischer Ekel Oberhand gewinnen, der zur grundsätzlichen Trennung oon den Novemberleuten schon aus einem gewissen Reinlichkeitsgefühl herausführen sollte. Visher war der Parteiklüngel wenigstens bemüht, über solche faulen Handelsgeschäfte einen Schleier zu decken. Sie vollzogen sich in den verschlossenen Fraktionszimmern. Mittlerweile ist aber auch der letzte Rest solchen Anstandsgefühls verflogen. Man findet gar nichts mehr dabei, wenn man den Wehr- gedanken in zynischer Weise in die Niederungen unreeller � Parteihandelsgeschäfte herabzieht.� Noch ekelerregender ist es. wenn sich, wie lehlhln im haushallsausschuß de» Reichstags, ein Sozialdemokrat hinstellt und mit gemachter Pose erklärt, er sei nicht nur Sozialdemokrat, sondern auch Deutscher. Der Herr Major Foertsch bleibt da in seinem Gedanken- flug stecken, er muß schon erlauben, daß wir ihn folgerichtig ergänzen: Am„ekelerregendsten" war es offenbar, daß Hunderttausende von Sozialdemokraten sich erlaubten, für Deutschland zu st erben, während der Herr Major die Güte hatte, sich im Interesse des Vaterlandes lebendig zu er- halten und weiter zu schimpfen. Der Herr Major Foertsch kennt wohl auch die Geschichte zu wenig, um zu wissen, daß die konservativen Landbündler unter der berühmten' Parole„Kein Ka n i tz, keine Kähne!" und unter der Drohung, sonst die Flottenvorlage zu Fall zu bringen, neue Zölle erpreßt haben. Siehe„schäm- lose Brutalität",„unreelles Parteigeschäft" etc. pp. Weiter im Text. Diesmal Kommentar überflüssig. Man genieße im„Angriff" Goebbels: Der Panzerkreuzer B ist ein G i f t b r o ck e n. an dem die SPD. verenden wird. Es ist das Eigentümliche beim Gift, daß es immer leicht eingeht, aber auf die Dauer Magenbeschwerden ver- ursacht. Schlucken mögen sie den Panzerkreuzer, aber verdauen werden sie ihn nicht. Seine Annahme wird den sozialdemo- kratisch verführten deutschen Arbeitern die letzte Binde von den Augen reißen, und sie werden dann die SPD. so sehen, wie sie ist: die korrupteste, g r u n ds a tz l o s est e, feigste und großmäuligste Partei, über die Deutschland heute oersügt! Ein hergelaufenes Pack von Landesverrätern, dos aus den Sesieln sitzt und nur daraus sitzen bleiben will! Und in der nächsten Nummer diese Ueberschriften:„Pro- tesffturm der Wähler",„Drohender Zerfoll der Das Sakenkreuz-Allentat von Hamburg Oer Täter war nationalsozialistischer Propagandist. Hamburg, 14. März. Die Staatliche Vrefsestelle beim Senat meldet: Bei der kriminal- polizeilichea Vernehmung des Polizeioberwachlmeiflers Pohl, der das Attentat auf iden Regierungsrat Lassolly verübt hat, sind bisher folgende Feststellungen gemacht worden: Pohl gibt zu, den vorsah gehabt zu haben, Lossally zu er- schießen. Er ist daran nur durch eine Ladehemmung verhindert worden, die nach dem ersten Schuß eintrat. Die Sekretärin des Regierungsrats, die der Vernehmung beiwohnte, hat gehört, daß Pohl die Dienstpistole wiederholt abgedrückt hat. Als Grund für seine Tal gibt Pohl an, daß er sich nicht von einem Juden habe vernehmen lassen wollen. Wenn Pohl auch nicht Mitglied der Ralionalsoziali st Ischen Partei gewesen ist. so besteht doch kein Zweifel darüber, daß er in ihrem Sinne tätig zu sein versucht hat. Er war regelmäßig Gast in nationalsozialistischen Lokalen, brachte nationalsozialistische Zeitungen in die Dienstränme mit und versuchte, bei seinen Kameraden für die in der nationalsozialistischen Presse vertretenen und dem gegenwärtigen Staat feindlichen Anschauungen Propaganda zu machen. Das war der Grund zur Einleitung des Disziplinarverfahrens, in dessen Verlaus Pohl seine Tat begangen hat. Eine zweite Verhastung. Hamburg, 14. März. Wie zu dem Anschlag auf den Regierungsrat Sässaily weiter verlautet, halte dieser den Austrog«rhälten, außer dem Polizei- oberwachtmeister Pohl auch noch den Polizeioberwacht- nie! st erMöller wegen Beteiligung an nationalsozialistischer Propaganda zu vernehmen. Oberwachtmeister Möller saß während der Vernehmung Pohls wartend im Dorzimmer. Nach der Tat wurde auch er festgenommen, da man bei ihm gleichfalls einen geladenen D i e n st r e v o l o e r fand. Ob zwischen Pohl und Möller eine Verabredung bestanden hat, steht nicht Pest. „Jedenfalls scheint festzustehen, daß Pohl das Opfer von Gesinnungsschnüfflern innerhald der Beamterischast geworden ist." Das ist alles, was der ijugenbergsche Nacht-Tag zu dem Hamburger Attentat zu sagen hat. Pohl ist der Meuchcl- Mörder, er ist für das Hugenbergblatt„das Opfer". über den Schwerverletzten kein Wort! Das Organ des Herrn Hugenberg bemüht sich ferner nach Kräften, die klaren Zu- sammenhänge umzulügen und für den Mordbuben möglichst günstig darzustellen. Kurzum: eine Parteinahme für denMörder gegenseinOpfer in aller Form. Die Verantwortung für dies Attentat liegt nicht bei dem Täter allein— sie fällt auf jene nationalfozialistischc Hetzagitation, die den Hakenkreuzburschen auf der Straße gerade- zu den Revolver in die Hand drückt. Dieser Pohl hat ge- schössen, wie die SA.-Gestalten aus der Straße den politischen Gegner niederzuknallen pflegen— nur daß er keine Chance hatte, feige und unerkannt davonzulaufen. .Herr Goebbels macht ein Attentat. Ilm von der Belastung der Nationalsozialistischen Partei durch das Hamburger Attentat abzulenken, hat Herr Goebbels sich schleu- nigst ein Attentat aus sich selbst bestellt. Es wurde ihm. ein Karton mit sechs K in de r k n al l f rö s che n geschickt.- Ein wohl insormiertcr SA.-Mann nahm ihn mit der Morgenpost entgegen und öffnete ihn. Nach mehreren Stunden wurde die„Bombe" der Polizei übergeben./ Herr Goebbels hat derartige Ablenkungsmätzchen nötig— er gehört zu den schlimmsten Hetzern gegen die Polizeibeamten! Goebbels-Versammlungen sind nicht friedlich. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit:„Die von den Natiomll- sozialisten zu Montag, den 16. März 1931, angekündigte Per- s a m m l u n g, in der Dr. Goebbels als Redner auftreten soll, wird als eine unfriedliche angesehen und deshalb polizeilich verhindert werden. SPD.",„SPD.-SelbstveLstümmelung",„Die TAI.(!) macht nicht mehr m i i" Und im Text heißt es: Man wird es den seit Jahrzehnten auf Militä.hstze gedrillten Massen nur schwer klarmachen können, daß nun plötzlich mit den Bürgern zusammen einem W e h r e t a t auf die Beine geholfen werden soll. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sind aus vielen Orten de» Reiches, vor allem aus den radikalen Gegenden Mittel- deutschlands, Sachsens und Schlesiens schon gestern Hoch- fluten von Telegrammen eingelaufen, die die Parteileitung bc- schwören, die Opportunitätspolitik nicht zum äußersten zu treiben, da sonst der Zusammenhalt der Partei ernsthaft gefährdet sei. Der„Angriff" hat offenbar den bewährten Spezialisten der„Roten Fahne" für sozialdemokratische Parteiangelegen- heit durch Angebot eines höheren Gehalts für sich gewonnen. In die Tiefe des Problems stößt aber der„Völkische Beob- achter" vor, indem er schreibt: Hauptsache, weiter bei neuen Sklareks an einem. Abend 70 Flaschen Sekt saufen und Kaviar mit Eßlöffeln fressen. Dafür verrät man gern seine„unabänderlichen pazifistischen Grundsätze". Wie man sieht, ist man um unsere„unveränderlichen pazifistischen Grundsätze" außerordentlich schwer besorgt. 4- Selbstverständlich kann ein Sozialdemokrat der Meinung sein, die Reichstagsstaktion müsse unter allen Umständen und auf jede Konsequenz hin, ja selbst ohne Untersuchung der realen Aussichten des Erfolges den überflüssigen Schiffbau zu ver- hindern suchen. Ab�r alle Sozialdemokraten werden die Sorgen der Hakenkreuzler um die.pazifistischen Grundsätze" unserer Partei und ihre Wutausbrüche über das bisherige taktische Verhalten unserer Fraktion mit einem schallen- den Gelächter beantworten. Die Herrschaften sind Opfer ihrer eigenen Verlogenheit gewordejt. Sic wissen nicht, daß die sozialdemokratische Reichs- ragsfraktion in der Republik stets weit davon entfernt war, den Wehrctat grundsätzlich abzulehnen. Daß sie in früheren Zeiten wiederholt kleinere Crsatzbauten genehmigt hat, ist ihnen unbekannt. Auch daß sich die Sozialdemokratie grundsätzlich zur Landesverteidigung bekennt, misten sie nicht, wollen.sie nicht wissen. Die Sozialdemokratie hat im national- sozialistischen Katechismus„landesverräterisch",„dolchstöß- lerisch" und„vom Feinde bezahlt" zu sein. Weigert sie sich, diese Rolle zu spielen, so ergießt sich über sie eine Flut von Schimpfwortcn. Ja, man macht den tolpatschigen Versuch, die radikalen Pazifisten innerhalb der Sozialdemokratischen Partei, die Arbeiterjugend, die Thüringer, die Sachsen, gegen die Rcichstagsfraktion aufzuputschen. Rur damit die sozial- demokratische Reichstagsfraktion den Nationalsozialisten den Gefallen tut, so zu stimmen, wie sie wollen. Jedoch die Herrschaften werden sich daran gewöhnen müssen, daß die Sozialdemokratie nicht nur für die Landes- Verteidigung eintritt, sondern sie auch ein wenig anders ans- saßt als sie. Wir nehmen die Pflicht zur Landesverteidigung sc» ernst, daß wir das Landgegen jede Gefahr ver- leidigen wollen. Die schlimmste Gefahr für das Land ist aber in dieser Zeit dieHakenkreuzpest. Darum wird auch die sozialdeinokratische Reichstags- scäktion bei allen ihren Einzelentscheidungen sich die Frage vorlegen, wie diese Pest am gründlichsten abzuwehren ist. Die Sozialdemokratie oersperrt dem Faschismus den Weg zur Macht. Darum spekuliert der Faschismus auf eine „Panzerkreuzerkrise" und auf den Zerfall der Sozialdcmo- üratie. Sie ist der Damm. Zerfällt er, ist nichts mehr da. um sI j Kommen des Dritten Reiches aufzuhalten. Gut, daß sie das so deutlich gesagt haben! Gut, daß jetzt ein jeder es weiß! Oer Einspruch des Reichsrais. Wirkungslose Reichstazsmehr Helten. Der Einspruch des Reichsrats gegen die Wiedoreinfüh- rung der zollfreien Gefrierfleischeinfuhr Hot eine doppelte De- deutung. Er zeigt, daß für Maßnahmen, die der Erleichterung der Lebenshaltung der minderbemittelten Bevölkerung dienen, bei den Ländern kein großes Verständnis vorhanden ist. Er zeigt aber auch, daß bei den schwebenden politischen Ent- scheidungen die Haltung des Reichsrats mindestens von der gleichen Bedeutung ist wie die des Reichstags. Lediglich die preußische Regierung setzt sich dafür ein, daß der Beschluß des Reichstags die Zustimmung des Reichsrats sindet. Mit Bayern. Württemberg. Thüringen und anderen isaklionär regierten Ländern stimmte aber auch Sachsen trotz der besonderen Notlage seiner Bevölkerung gegen die zoll- freie Gefrierfleisckzeinsuhr. Da Sachsen über sieben Stim- men im Reichsrat verfugt, so lag bei ihm die E n t s ch e i- dung. Die Zusammensetzung der jetzigen sächsischen Regie- rung trägt also in erster Linie die Verantwortung für den ablehnenden Beschluß des Reichsrais. Er Hot zur Folge, daß der Reichstag sich nun zum zweitenmal mit dar Angelegenheit be- schäftigen muß. Kommt sine Zweidrittelmehrheit zustande, so wird damit der Einspruch des Reichsrats wirkungslos. Da die Zulassung der zollfreien Gefrierfleischeinfuhr im Reichstag aber von einer Mehrheit beschlossen wurde, die fast nur aus Sozial- Demokraten und Kommunisten bestand, so ist bei dem heftigen Widerstand der Agrarier nicht damit zu rechnen, daß diese Zweidrittelmehrheit zustande kommt. So bedauerlich der Beschluß des Reichsrats ist, so klar kennzeichnet er die politische Bedeutung dieser Körperschaft. Obwohl Sozialdemokraten und Kommu- nisten nach dem Auszug von Deutschnationalen und Nazis aus ivm Reichstag eine Mehrheit haben, sind sie dennoch nicht im- stände, ibren Willen durchzusetzen. Da in den meisten Ländern reaktionäre Regierungen am Ruder sind, so muß immer da- mit gerechnet werden, daß der Reichsrat die- Zustimmung zu solchen Beschlüssen des Reichstags verweigert. Die preußische Regierung allein kann daran nichts ändern, da sie nur über ein Fünftel der Stimmen im Reichsrat verfügt. ftommiirnflisches Wasienlager beschlagnahmt. In einem An- lvesen in Fsldkirchen bei München winde eine größere Menge Waffen gefunden, und zwar ein vollständiges Maschinengewehr mit Munition. SsiellMndgraiwrten und Gewehre. Die Waffen stammen angeblich von Kommunisten. Das Lager wurde beschlagnahmt: die Unter- suchüng ist eingeleitet. Hakenkreuzbürger spüren Arbeiierzorn. Erfolgreiche Abwehr nationalistischer Frechheit. Stralsund. 14. März.(Eigenbericht.) In dem kleinen pominerjchcn Städtchen Nichtenberg steht die Arbeiterschaft feil Tagen gegen die nationalsozialistische Geschäftswelt in einem harten, aber erfolgreichen A b w e h r k a m p f. In Richtenberg war es durch unerhörte Provokationen der Nationalsozialisten zu blutigen Exzessen gelommen. Eine großausgczogene Hetze führte schließlich zur Verhaftung mehrerer Landarbeiterführer, die aber bald wieder freigelassen werden wußten. Um all« Schuld von sich ab- , zu walzen, beriefen die Nationalsozialisten gemeinsam mit dem Bürgertum eine Protestoersammlung gegen den„Roten Terror" ein. in deren Verlauf eine Entschließung der Geschäfts- l e u t« zur Annahme gelangte in der schärfster Protest gegen das „unerhörte Treiben der roten Arbeiterschaft" erhoben wuche. Empört über dieses Verhalten des Bürgertums rief die Sozialdemokratie mit anderen Organisationen zu einer Gegenversamw- lung auf. In dieser Kundgebung erklärten verschiedene Geschäfts- leut«, daß sie das Borgehen der Innungen und sonstigen bürger- lichen Organisationen nicht billigten und fest zur Arbeiterschaft ständen. Schließlich wurde eine Entschließung angenommen, in der cufgesordert wird, nur bei Geschäftsleuten zu kaufen. die sich an der Naziversammlung mit ihrer Ent- schließung nicht beteiligt hatten. Einem Ueber- wachungsdienst lag es ob. genau darüber zu wachen, daß die Ent- schließung von der Arbeiterschaft durchgeführt wurde. Gleichzeitig wurden die Namen der Nazi-Geschäftsleute, die es gewagt lzatten, sich als Feinde der Arbeiterschaft zu bezeichnen, öffentlich bekannt- gegeben. Die Schlächter von Richtenberg hatten sich restlos an der Nazioersammlunq beteiligt. Ihnen galt deshalb vor allem die Entschließung der Arbeiterschaft. Aus diesem Grunde wi-rde von den Arbeiterorganisationen ein Schlächtermeister aus dem be- nachbarten Städtchen Franzburg mit der Lieferung von Fleisch- und Wurstmaren nach Richtenberg beauftragt. Alle Fleischroaren. die sonst bei den Richtenberger Metzgern gekauft worden sind. werden nunmehr schon fest Tagen von dem Franzburger Metzger, meister geliefert. Auch alle übrigen Geschäftsleute, die sich an der Naziversammlung beteiligt hatten, werden boykottiert und von der Arbeiterschaft übergangen: man grüßt sie nicht einmal mehr. So lzaben sich in Richteirberg Verhältnisse entwickelt, an die das Bürgertum nie geglaubt hat. Mit Angst und Schrecken sehen die Spießbürger der Zukunft entgegen. Die Arbeiterschaft aber hat wieder einmal Zeugnis davon ab- gelegt, daß in der Geschlossenheit ihre Stärke liegt, und sse sehr wohl in der Lage ist. bei einigem guten Willen ihre Feint« zu überwinden._ Vom inneren Krieg. Kommunisten schießen auf Hakenkreuzler. Esien, 14. März.(Eigenbericht.) In der Rack>t zum Sonnabend wurden an einer Bahnüber- sührung auf fünfzehn Nationalsozialisten, die nach Kray marschierten, von unbekannten Tätern zwei Salven ab- gegeben, insgesamt etwa zwanzig Schuß. Ein neunzehns ähriger Nationalsozialist brach, in den Kops getrosten, lebensgefährlich ver- letzt zusammen. Er ist am Sonnabendmittag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Vermutlich liegen der Tat politische Motive zu-yrunde. Für die Ermittlung der Täter hat der Regierungepräsideiü in Düsseldorf eine Belohnung von 10000 M. ausgesetzt. Oos Lübecker Gäuglingssterben. Anklage gegen die verantwortlichen A er sie. In der Angelegenheit des Lübecker Säuglingssterbens ist nun- mehr nach-Abschluß der Voruntersuchung gegen die beteiligten Acrzte Anklage wegen fa hrl ä s s! g e r T ö t u>, g und Körpcrver- letzung erhoben worden. Die Anklage richtet sich gegen Ober- -medizinälrat Dr. Eichstedtz Prof. Dr. Deyckenmd'Pkof.Dr. Älötzi" König Alfons reist nach London. Znm Besuch der kranken Schwiegermutter. P a r i s. 14. Mörz. König Alfons XIII. ist heute abend in Paris ein- gelrosseo. Er war von dem spanischen Botschafter in Paris. Ouinone» de Leon, und dem Herzog von ZUiraoda begleitet und wurde aus dem Pahnhos von einem Vertreter des Präsidenten der Republik und dem Chef des Protokolls im Rameu vciands begrüßt. Der König wird morgen Rlitlag die Reise nach London fort- sctzen. * Diese Reise war sest mehreren Tagen angekündigt. Sie gilt der schwer erkrankten euglisckzeu Prinzessin von Batten- b e r g. die bereits vor Wochen den Besuch ihrer Tochter, der Königin von Spanien, erhielt. Letztere reiste jedoch vorzeitig nach Madrid wegen der damals drohenden revolutionären Ereignisse zurück. Das Verhältnis des Königs von Spanien zu seinen Schwüger- ellern war immer schr gespannt. Er wirst ihnen vor, daß sie ihm vor der Heirat die in der hessischen Familie herrschende Bluter- krankheit verschwiegen haben, die sich auf mann- i■ ch e Abkommen überträgt: ebenso wie der verstorbene russische Za r e witsch sit der eine Sohn des sperdschen Königspaares ein ..Bluter" und sein Leben ist dauernd in schwerster Gefahr.(Die bbjährig« Prinzessin Victoria von Battenberg sit eine Schwester der letzten Zarin.) Zu seinen englischen Verwandten stand daher Alfons immer in einem schlechten Verhältnis, wenn er auch im staatspalitischen Interesse, d h wegen der Beziehungen Spaniens mit England, nach außen den Schein der familiären Herzlichkeit wahrte. Nicht die besondere Liebe zu seiner kranken Schwieger- mutter wird ihn zu dieser Reise nach London im jetzigen Augenblick bewogen haben, sondern das Bedürfnis einer politischen De- m o n st r a t i o n: er will dem Inland ebenso wie dem Ausland beweistn, daß sich die Lage der Monarchie. in Spanien, wieder so gefestigt Hot, daß er eine weite Auslandsreise wogen kann. Wer wird Krankreichs Präsident? OovMtrgue? Rriand? Ooumer? Pari», 14. März.(Eigenbericht.) In den Kreisen der Regierungsparteien triumphiert man über den jüngsten Kammersieg Lovals bei der Abstimnnmg über das Budget und versichert, daß fem Kabinett nun ohne Ge- fahr bis zum IS. Mai, dem Wahltag für den Nachfolger des Präsidenten der Republik Doumergue, am Ruder bleiben kann. Unterdessen hat die Debatte über die aussichtsreichen Kandidaten für den höchsten Posten der Republik bereits leidenschaftlich begonnen. Douinerguc, dem man von verschiedenen Seilen nahegelegt hat. wieder zu kandidieren, scheint keine große Lust dazu zu verspüren, obwohl sowohl Tardieu als auch der kranke Poincarä noch dieser Tage entschieden auf chn einzuwirken stuchten. Auch Außenminister Briand hat es bisher abgelehnt. st ine Kandidatur auszustellen. Ilm so eifriger betätigt sich Prrznt Senotspräsident Ä o u m e r in der Rolle eines Präsidenten der Versöhnung und der Duldsamkeit. Außerdem gill nur. noch dar ehe- nmlige Finanzminister Eher o n als Kandidat. Uebrigens feierte heute Briand das Jubiläum seiner 2öjährigen Tätigkett als Minister: am 14. März 1006 trat er zum erstenmal m eine Regierung als Uitterrichtsminisicr ein und hat seitdem Zö verschiedenen Kabinetten angehört, darunter e l f m a l als Ministerpräsident und sechzehnmal als Außenmimstcr. Reue Partei i» Südafrika. In Südafrika ist eine U n a b- hängige Arbeiterpartei gegründet worden. Sie verlangt in ihrem Programm vor allem gleich« Rechte für alle Rassen. Die lilauischen Staaksbeamleu im Memelgebicl unterstehen nach einer oberstgerichtlichen Entscheidung fortan nur dem litauischen Bezirksgericht in Schaulrn, nicht mehr den Memellandgcrichten. Deutsch�>oluischer Lnstsahrlvertraq ratifiziert. Der Sejm Hai in dritter Lesung den Gefetzemwurs über die Ratifizierung des deutsch-polnischey Lustfahrtvertrages sowie den Vertrag betreffend die Fischerei in den Grenzgewasserli ängenoümien.' Freie Gozialifiische Hochschule. Oer ZunktionSVandel per bolschewistischen Oittawr. Ini Plcncirsacil de? ehemaligen Herrenhauses sprach gestern im Rahmen des Winterkurscs der Freien Sozialistischen Hochschule unser russischer Genosse R. Zlbramowitsch, Mitglied der Exekutive der sozialistischen Arbciterinternationale, über das Thema„Der Funk- rionswandel der bolschewistischen Diktatur". Abramowitsch legte dar: Wer rückschauend historische Begeben- Heitel! und soziale ilmwälzungeu betrachtet, darf nicht in den Fehler oersallcn, Zielsetzungen mit objektiven Leistungen und Ergebnissen zu verwechseln. Das hat' uns der Marxismus gelehrt und von diesem Standpunkt aus die Reformation, die französische Revolution und die Bewegung von 1848 beurteilt. Gleiches ist notwendig gegenüber d'Cr'russischen Revolution. Man spricht heute unter dem Einfluß der osfiziellen bolschewistischen Geschichtsschreibung von gewissen„Strömungen", die man ein- teilt in proletarische und unproletarisch-bürgerlich«. Zu diesen rechnet iran die Märzrevolution von 1917, die unter dem Namen Kerenski iü die Geschichte einging und deren Weiterentwicklung die proletarische Revolution vom Oktober sein soll. Das ist eine Täuschung. Die Er- kenntnis, daß in Rußland eine Revolusion kommen mußte, stand schon am Ende des 19. Jahrhunderts fest. Es muht« eine Bauer n r e v o l u t iö n sein. Die Aufhebung der Leibeigenschast 1881 gab persönliche, aber nicht ökonomische Freiheit. Eine Agrar- resorin war zur Errichtung der Herrschaft einer modersten kapitalisti- schem Bourgeoisie notwendig. Der Standpunkt aller Marxisten, der Menschewiki und Bolschewiki war, daß die Revolution b ü r g e r- k ich- d e m o k ra t i sch sein würde. L«nin selbst hat 1995 gesagt, 'daß''man mit dem Gedanken einer holb-anarchistischen Macht- ergreismig Schluß machen müsse. Er polemisiert« gegen Bakunin und seine Anhänger, die unter Ileberspringung historischer Ent- wickluNgsphasen' zum Sozialismus kommen wollten. Mit Recht ant- 'wartete Engels' Bakunin, daß es unklug sei, sich zu freuen, weil Ruß- land keine Bourgeoisie habe. Die Bourgeoisie sei historisch notwendig, und jeder Versuch, sie in der Entwicklung zu überspringen, ist zum Scheitern verurteilt. So lehrte Axelrod und bis 191? auch Lenin, bis er zirder Ansicht kam, daß der Weltkrieg nur eme W e l t r e v ol u- t i o n erzeugen könne und deshalb diese' Ileberspringung der bour- geoisen Herrschast möglich sei. Die russische Revolution von 1917 war eine Bauernrevolution. 19 Millionen Bauernsöhne, vom Zarismus bewaffnet und durch Niederlagen aufgeklärt, entschieden das Schicksal der Revolution und des Zaren. Physisch machten die Revolution die Bauern, die Par- .teicn waren nur Sauerteig. Was war das Ziel? Die' Bauerninter- essen verlangten die Vernichtung des Großgrund- b e s i\5 e s, ihres Klassengegners, die Aufteilung d e s B o d e n s und als aktuelle Forderung Schluß mildem Kriege. Das war alles.'Die Regierung Kercnski-Lwow konnte diese Forderungen nicht erfüllen. Austeilung des Bodens war nur möglich, wenn die jungen Vauernsöhne von der Front nach Hause kamen. Sie sollten aber die Front halten, um einen demokratischen Frieden ohne Sieger und Besiegte zu erlangen und den Triumph des deutschen Militarismus, der später in Brest-Lstowsk offenbar wurde, zu vereiteln. Sie verloren die Geduld und erzwangen die unmittelbare Erfüllung ihrer vom Klasseninteresse diktierten Wünsche durch die Erhebung der dolsche- wistischen Diktatur. Die passivste Rolle in der proletarischen Revo- lution vom Oktober 1917 spielten die proletarischen Industriearbeiter. Der Boden wurde ausgeteilt, der Friede wurde geschlosion, der Baz�r hatte keine Wünsche mehr. Abßr dch. Diktatur hatte Wünsche: in der zweiten Phase sollt« die Bauernklakse unter der Diktatur utopischer Jntellekrueller weitergehen alj das Klasseninteress« ver» langte. Es kam die Periode des sogenannten Kriegekommu- n i s m u s von 1918 bis 1921, im Grund« ein Krieg der utopischen Intellektuellen gegen die Vauernklasse. Lenin schuf die Nep.(neue ökonomische Politik) im Jahre 1921. In Wahrheit war der Bolschewismus von den Bauern besiegt worden. Er verzichtete und stellte sich kleinbürgerlich ein. Eine Aus. söhnung, eine Wiederherstellung der Privatwirtschaft kam. Ausgehungerte Städte, zerfallene Wirtschaft zwang zur Zulassung sreien Warenverkaufes, denn das Experiment des Kriegskommunismus hatte Rußland die Hungersnot von 1921/22 und S Millionen Tote gebracht Aber mit der Nep. trat die alt« Klasiendisferenzierung wieder ein. die namentlich die alte Garde unter Trotzki mit großer Besorgnis verfolgte, während Bucharin in einem Anfall von Sinnes- störung ausrief: Bauern, bereichert euch.' Die wirtschaitliche Entwicklung schien gut. Die Entwicklung im kommunistischen Sinne war schlecht. Bauernsöhne, Bauerninteresien beherrschten den gesamten Staatsapparat, auch die Rote Armee war geistig auf der Bauemsöwst aufgebaut. Trotzki siegte, obwohl er als Sieger Dcrbanni wurde. Stalin nahm das auf, was Trotzki verlangt hatte: die K o l l e k t i v i sie r u n g. Sie führte zur Vernichtung der gefährlichen reicheren Bauern, des Kulakentums. Aber die Kollektivwirtschaft verlangt ungeheures Geld, mit dem verglichen die Angebote der Siemens und Vorsig Bagatellen find. Die Verwirk- lichunz des Fjimjahrssplanes heischt Opfer über Opfer gerade von der Bauerrschast. der ZZ Proz. des Bruttoeinkommens entzogen wird. Ein Merkantilismus nach dem Muster Eolberts beherrscht Staat und Volk. Sozialistische Wendungen sind nur Verbrämung. Dieser Merkantilismus duldet keine Freiheit, er behauptet, daß über dem Proletariat die höhere Macht der Diktatur stände, die besser wisse, was dem Proletariat nützlich sei als dieses selbst Die russischen Sozialdemokraten haben die Vorstellung eine» Proletariats, das an einem Faden geleitet werden müsse, immer ab- gelehnt. Der Sszialismu? verlangt, wie«s auch Rosa Luxemburg' in ihrer Schrift gegen Lenin ausgesprochen Hot, soziale Ideal« und Reflexe. Sie sind nur möglich in der Demokratie, und gegen Mäng-i der Demokratie gibt es nur ein Heilmittel, nämlich die Demokratie. Di« Diktatur führt zu jener Aerwllderung ysfentllchen Lebens, die iich im letzten Moskauer Prozeß zeigte, in dem 14 einst ehrenhaste Menlcheki in der zutiefft korrumpierten Luft gusammenbvachen. Wir glauben nicht, daß.zur Verwirklichung des Sozialismus an die Stellt der kapitalistischen Inquisition«in« kommunistische Jnquisi- tion gesetzt werden muß. W'r sind vielmehr der Üeberzeugung, daß der Sozialismus nur durch Freiheit, Demokratie und höchste Mensch- lichkeit durchgeführt werven kann! Mmzensur und Republik. Oie OberflimprüfsteUe strich in dem Tricksilm„Ins Aritte Reich" die symbolisch« Gestalt der Republik— wegen ihrer phrygischen Mütze. Der Zensor:„Mit dieser Jakobinermühe wollen Sie ins Volk gehen— das gestatte ich nicht." .Sehen Sie sich lieber statt dessen einen echt germanischen A d l e r h e l m auf." i//////"- SS/S///////' H■ ABEKINQ „Und stakt Ihrer doven Fahne werde ich Ihnen lieber ein scharfes Schwert in die Hände geben." „Run noch eine andere Schärpe und einen passenden Schild— sehen Sie. Fräulein, so als hittersche Walküre lasse ich Sie gehen." Japan und Formosa. Kapitalistische Kolonialpolitik versagt. Der Weg zur Partei. Weitere Llebertritte ehemaliger Kommunisten. Wir brachten in Nr. 9S vom 2S. Februar dieses Jahres eine Erklärung von 39 ehemaligen Äommunssten, die ihren Beitritr zur Sozialdemokratie vollzogen. Dieser Erklärung haben sich noch nach. träglich angeschlossen: Max Hess«. Betriebsrat. Firma.Fraftag": Friede ich.Kamin. Betriebsrat, Städt. Wasserwerk« Karl Schenk. Neukölln: Klara Schenk. Neukölln: Paul Fleck. Pankow. Meßgehilfe: Gustav Zimmermann. Elektriker: Bruno Aß ma nn 7 Arbeiter: Otto Sims ch. Arbeiter. Wir begrüßen auch diese Genossen m unser«, Reihen, -------— Tokio, im März.(Eigenbericht.) Ä us Forwiija, dem japanischen Kalanialbesttz. gört es immer noch. Der Kainpf gegen den Stamm der T ö y a l oder Tagalen, die wegen der Sitte, chren Feinden noch dem Kampf die Köpfe abzuschneiden. Kopsjäger genannt werden und die seit 2S Jahren einen ununter. brochenen und erbitterten Kampf gegen die japanische Herrfchast führen, geht weiter. In den Guerillakriegen haben bisher nicht weniger als 7999 Japaner ihr Leben eingebüßt. Während die übrigen Einwohner der Insel sich allmählich der Fremdherrschaft unterworfen haben, setzen die Tayal ihren Wider» stand entschlossen fort. Es ist keineswegs«ine Auseinandersetzung zwischen Bqkbarei und Ziollisation. Auch in diesem Fall« erweisen sich die Wilden als die besseren Menschen, denn im Laufe der jüngsten Revolte haben die Kopsjäger zwar all« in ihre Macht gefallenen männlichen Japaner erbarmungslos über die Klinge springen lassen, aber Frauen und Kinder ausnahmslos verschont Die japanische Verwaltung bemüht sich, ihren Gegnern«inen Begrisf von ihren Machtmitteln beizubringen. Sie hat 19 990 Mann mit Flugzeugen ln die bisher fast unerforschte llrwaldreg'-an zwischen Mounl Morisson und Mounl Sylvia entsandt, um die Ausständischeu einzukreisen und sie dann durch Flieger mit Bomben bewerfen zu lassen. Dieser plau wird dos japanische Volk in einer seiner schwersten Mirlschaftskrlsen und einer Zeit unerhörter Arbeitslosigkeit einige 199 Millionen Dollar kosten. Dabei ist noch keineswegs gesagt, daß der erhoffte Erfolg eintreten wird, denn bis jetzt haben in den unwegsamen Gebirgsurwäldern dl« modernen Kriegsmittel versagt. Trotz aller Dementis steht feft, daß die jüngsten Unruhen fest Jahren die schlimmsten gewesen sind. Di« am Aufstandsgebiet stationierten Soldaten und Polizisten haben fast ausnahmslos ihr Leben eingebüßt und ihr« Köpfe räuchern als Trophäen in den Walüdörfern. Trotz 2Ljährlger Kolonisationspraxis steht Japan dem Problem der Pazifizierung der Kopfjäger noch immer ratlos gegenüber, obwohl die Methode bereits unzähige Male gewechselt hat. vle„Idee" der MMtörs. der völlige« Ausrottung der Tagalea. ist zwar aufgegeben worden, allerdings weniger au» milltär- technischen Gründen. Ein entscheidender Feldzug würde mindestens ein Jahr lang eine Sonder arme« von mindestens 199 999 Mann mit einem großen kriegstechmschen Apparat erfordsrn. Die Politik von Zuckerbrot und Peitsch« hat ebenso versagt wie diejemg« einer Mustorverwaltung. Di« Rückkehr zur Politik der brutalen Gewalt bezeugt, daß da? Fiasko der japanischen Kolouisationstätigkeit in Formosa dem der europäischen Kolonialmächte um kein Haar nachsteht- Auch in Formosa handelt es sich k e i n e s w c g s darum, daß ein Volk mit höherer Ziollisation einem solchen von niederer die Tür zu ollen Errungenschaften der Neuzeit ausschließt und daß sich die blöden Barbaren gegen diesen Segen gewaltsam sträuben. ver Grund für die anhaltenden Unruhen ist die Abwehr des aufsässigen Elemente gegen den versuch der Reuaukömmliuge. ihm die Grundlagen seiner bisherigen materiellen Existenz zu zerstören. Die Tayal sind im Gegensatz zu vielen anderen primlliuen Völkern eine zähe und widerstandsfähige Rasse, die sich in rauhem Klima und schwierigen Bedingungen von der Gewinnung des K a m p h« r s and dem Fällen von Edelhölzern in den riesigen Waldungen der Insel ernährt. Diese Beschäftigung«rfordert frei« Benutzung der Wälder und gestattet nur wenigen Menschen das Leben m einem großen- Gebiet, das von der japanischen Verwaltung- systematisch «ingeschränkt wird, um Raum für japanisch« Siedler zu schaffen. Die Herrschaft Chinas war in dieser Beziehung viel duldsamer und weitsichtiger. Formosa hak heuke noch eine bedeutende chinesische Solonle. deren Existenz für Japan ein melk schwierigeres Problem bildet als das der 190prozentigcn Formosaoer. Don stammverwandten Chinesen gegenüber ist ein erfolgreicher Wettbewerb beinahe unmöglich, gegen sie kann der Kampf nicht mit Polizei und Milllär geführt werden, ihre Stärk« liegt in der höheren kulturellen und ökonomifchen Leistung. Hierbei erweisen sich die Söhne des Himmlischen Reiches denen des Reiches der Auf- gehenden Sonn« als die bei weitem Ueberlcgenen. Sie sind ge- nügfam, fleißig imd im Laufe der Jahrhundert« zu einem seßhaften Element geworden, während der Japaner sich aus Formosa als Gebieter eines feiner Macht unterworfenen Koloniollandes fühlt und nur darauf bedacht ist, mit wenig Arbeit schnell große Reichtümer zu machen, um so bald als möglich als kleiner Nabob heimzukehren. Die guten Eigenschaften des Japaners, die ihn überall dort zum furchtbaren Konkurrenten des weißen Mannes machen, wo er als friedlicher Einwanderer auftritt, gehen in Formosa völlig ver- loren, weil er rächt mehr auf feine natürlichen Eigenschaften vertraut und als Herr auftritt, anstatt sich zu eigener Arbeit zu bequemen. In dieser Hinsicht ist der Fall Formosa ein klassischer Beweis dafür, daß die Schuld für das versagen Japan» aus da» System der kapiloNsttschen Kolonilpolikik fällt, die die Leistungsfähigkell aller Völker ohne Unterschied der Rasse zu konstruktiver Aufbauarbell zerstört, wenn sie sich beim Kampf ums Dasein außerhalb der Heimat auf nichts anderes verlassen als auf die militärischen Machtmittel des Mutterlandes. Peru in Jtot Sie peruanische vegiernuz hat um eln Moratorium für de« Zinsen dienst der 35 Millionen Dollaranleihen gebeten. Die Lage in Veru Ist unverändert, die Regierung hat den Ausstöndlscheu«in be- fristeies Ultimatum für die Unterwerfung unter die Zentral- reglerung gestellt. Der Hasen M o l l e u d o ist für dl« Schiffahrt gesperrt, auch der Luftverkehr ist eingestellt worden. Geglückter Raketenfiart. Dersuchsrakete mit flüssigem Gauerstoff und ArenngaS. Dessau. 14. März. Am späten Nachmittag fand der erst« Aufstieg einer Flüssig- Treib-Raket« auf dem Exerzierplatz bei Dessau in Gegenwort zahlreicher dautscher und amerikanischer Filmleute und einiger A«r- treter der Wissenschaft statt. Der Versvchsapparat wurde auf clek- lrifchem weg« aus S9 Meter Entfernung ausgelöst und stieg unter dumpfem Zischen mehrere Hunderl Meter in die höhe, um nach kurzer Zeil glatt zu landen. Der Apparat wird betrieben mit flüssigem Sauer st off und einem verflüssigtem Brenngas. Seine Borzüge liegen gegenüber der mit festen Trieb- stosfen betriebenen Raketen in der leichten Lenkbarkett und großen Leistungsfähigkeit. Di? Versuche werden finanziert von dem Größindustriellen Hugo Hückel aus Neu-Tllschein(Mähren). Der Aerfuchsapparat ist etwa 70 Zentimeter hoch und mißt 30 Zentimeter im Durchmesser. Die Bodeuwng der- FMssig-Treib-Rakete.,. wird erblickt in der Er- schließung de» luftverdünnten Raumes für den Flugverkehr. Die Fortführung der Versuche ist für längere Zeit gcfichert. Eine Erklärung Eharlie Chaplins. Gegen kommunistische Iäischungsmethoden. Charlie Chaplin, dem das kommunistische Organ, die ..Junge Garde"', eine Sympathiekundgebung für die kommunistische Jugend Deutschlands zugeschrieben hat. wendet sich mit solgender Protesterklärung an die Oeffentlichkeit: „Ich bin Künstler und kenne ebensowenig die politische Lage in diesem Lande wie in den Vereinigten Staaten, England. Frankreich oder sonstwo. Seitdem ich hier bin, habe ich mich mit dem Ar- beitslosenproblem beschäftigt, ebenso wie in den Vereinigten Staaten und England, und ich werde es wahrscheinlich überoll tun. wo ich hinkomme: das Problem interessiert mich sehr. Von dem Augenblick an. als ich vor einigen Monaten.von Los Angeles abfuhr, interessierte ich mich sehr für das Problem der Hebung der Arbeits- losigkeit. Wenn irgend etwas, was ich tue oder sage, Helsen könnte, so würde ich mit Vergnügen dazu bereit sein. Ich bin für die Fünf- tggewoche und den Sechsstundentog, und ich glaube, wenn dies reali- sicrt werden könnte, dann könnte es die augenblickliche ungeheuerliche Situation der Welt verbessern. Die Arbeitslosigkeit ist ein Problem der ganzen Welt. Ich empfing gestern vier Herren, die Vertreter von vielen Tausenden unbeschäftigten Filmschaffenden, von Bühnenarbeitern und beschäfti- gungslosen Musikern. Ich sympathisiere mit ihnen, aber ich erzählte ihnen, daß in USA. die Verhältnisse fast schlimmer seien als hier. In Los Angeles sind 100 000 Männer und Frauen aus der Filmbranche arbeitslos und SO 000 Schauspieler sind allein in New Nor! beschäftigungslos. Mem Gespräch berührte in keiner Weise die Politik. Ich würde es kaum wagen, in einer An- gelegenhcit, von der ich zu wenig verstehe, zu raten. Ich bedauere unendlich, daß man das, was ich gesogt habe, falsch ausgelegt hat. Ich möchte außerdem noch bemerken, daß ich außer zu diesen vier Vertretern der Arbeitslosen von Film und Bühne zu niemand sonst gesprochen Hobe. Es ist lächerlich, zu behaupten, daß ich seit meiner Ankunft in Berlin ein telephonisches Interview gegeben habe: ich habe das nicht getan. Seit meiner Ankunft hier habe ich nur einmal telephoniert, und das war, um mit einem Freunde zu sprechen. Ich würde niemals ein Interview geben, ganz gleich, ob es kurz oder lang ist, ohne mit dem Menschen selbst zu sprechen, dem ich es gebe. Seit ich hier angekommen bin, habe ich mich dauernd darüber gefreut, wie sehr mir die Deutschen ihre Bewunderung gezeigt haben. Ich Hab« bei ollen Empfängen, die man mir gegeben hat, noch mehr gefühlt als Bewunderung, nämlich etwas, worüber ich mich noch mehr gefreut habe: eine wirtliche stumme Herzlichkeit. Es tut mir leid, daß man mich mißverstanden hat." VoNkommene Ehe auf dem Lndex. Eine Auswirkung der Enzyklika. Das Buch„Die vollkommene Ehe' von dem holländischen Arzt van tt Beldte ist auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher gesetzt worden. Die Enzyklika„Ueber die rein« Ehe' hatte das Buch als Anleitung zum vollkomnrenen Dirnentum bezeichnet. Der.SlarhembergOäger", das wöchentlich erscheinende Organ der Bmütesführung des Heünatblocks in Oberösterreich, hat aus Ersparnisgründen sein Erscheinen eingestellt. Die Gemeinden in höchster Not. Neichstagsrede des Genoffen Gerlach. In der Reichstagssitzung am gestrigen Sonnabend, über deren erste Stunden wir schon berichtet haben, brachten die Kommunisten ihren Mißtrauensantrag gegen den Arbeitsminister Stcgerwald ein. Abg. Schneider-Berlin(StaatspO verlangt, daß mit der Lohn- scnkung Schluß gemacht werde. Die Kaufkraft der Löhn« ist erheblich gesunken, der Preisabbau hat mit dem Lohnabbau nicht Schritt gehalten. Sicher hat das Schwinde» der Kaufkraft die Arbeitslositz- tsit weiter vermehrt. Die vorsorglichen Kündigungen drücken auf die Betroffenen, damit sie sich dem Gchaltsabbau nicht widersetzen. Ver- kürzung der Arbeitszeit ist unerläßlich, Unternehmer leisten aber noch immer Widerstand. ver Geschäftsführer eines Unternehmerverbandes hat sogar be- dauert, daß man Leute, die die Funslagewoche fordern, noch nicht iu Schuhhast sehen könne. (Hört, hört! links.) Der Redner befürwortet, die Regierung zu er- mächtigen, in bestimmten und dazu geeigneten Gewerben die Vierzig» stundenwoche«inzuführen. ZfcichsarbeitSminister Stegerwald: Die Ausmerzung der Unstimmigkeiten in Tarifverträgen über- läßt man am besten den Tarisparteien, ohne gleich die Gesetzgebung in Bewegung zu setzen. Unsere Lohnvolitik wird dadurch erschwert. daß wir nicht nur mit England und Amerika, sondern auch mit Ländern zu konkurrieren haben, deren Wichrung niedrig steht, weshalb auch die Löhne viel geringer sind. So kommt es, daß selbst bei sehr schlechten Löhnen in Oberschlesien noch Lohnkürzungen vor» kommen, well drüben in Polen der Lohn noch schlechter ist. Die Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung Hot doch auch die Unternehmer um hohe Beträge belastet, die man eigent- lich als Steuermehrleistungen betrachten kann. Der Minister weist in ausführlicher Darlegung nach, daß die Sanierung der Knappschaft mit 80 bis 100 Millionen Mark durch Beitragserhöhung nach den Feierschichten und dem Lohn- abbau nicht möglich ist. Heute fördern zwei Bertzleute soviel wie drei im Jahr« 1913— sie sagen, für den dritten arbeitet der eiserne Bergmann, da soll der eiserne Bergmann auch zur Knappschaft beitragen. Der Sozial- politische Ausschuß muh den Weg finden, uin dl« Knappschaft zu erhalten und die Bergleute vor einer Rentenkürzung zu bewahren. In der Arbeitslosenversicherung müssen wir zunächst das Er- gebnis der Gutachterkommission abwarten.— Für privates Baugeld muß mehr als dos Vierfache dessen gezahlt werden als für Haus- zinssteuerhypotheken. Gegenwärtig wohnt ein großer Teil des deut- schen Volkes in Wohnungen, die für ihn zu teuer sind. Einen Weg, das von oben her zu ändern, sehe ich leider noch nicht. Die ausländischen Wanderarbeiter, besonders die 75 Proz. jungen weiblichen Arbeiter, sind für gewisse Gegenden, besonder» für unsere Zuchtviehwirtschast, nicht zu entbehren. Aber bei der jetzigen Arbeitslosigkeit muß alles getan werden, damit wir im nächsten Jahr Überhaupt k«in« oder sehr viel weniger aus- ländische Wanderarbeiter brauchen. Abg. Gerlach(Soz.):» Die furchtbare Finanznot der Gemeinden entspringt Unterstützung der ausgesteuerten Arbeitslosen in der W. pflege. Diese Fürsorge gehört aber gar nicht zu den Pslichtaufgaben aus der Wohlfahrts- der Gemeinden-, das sst ein Konstruktionsfehler, der erst durch die jetzige Krise sichtbar geworden ist. Unsere Fraktion hat seit zwei Iahren stets darauf hingewiesen. Kurzsichtige und Zweckpolitiker haben aber immer davon abgelenkt und die Verschwendungssucht der Gemeinden als Hauptursachc der Finanzschwierigkciten hingestellt. Die Wohlsohrlsausgaben sind aber gewiß nicht aus verschwen- dungssucht entsprungen. Als Beispiel verweise ich auf Düsseldorf, wo die Ausgaben für die Wohlfahrtserwerbslosen von 36 Proz. im Jahre 1S27 auf 70 Proz. aller Wohlfahrtsleistungen im Jahre 1930 gestiegen sind. Die ge- samten Wohlfahrtslasten dieser Stadt von 500 000 Einwohnern durch die Erwerbslosigkeit sind in der gleichen Zeit von 4,5 aus 12 Millionen im Jahr gestiegen. Hört, hört!) Wenn eine wesentliche Eni- lastung nicht eiMritt, muß die Stadt diese Zahlungen einstellen! Die Mittel der neuen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, d. h. für werteschaffende Arbeitslosenfursorge, sollen im wesentlichen aus den Rückzahlungen der Gemeinden für früher echaltene Darlehen kommen. Wenn aber die Gemeinden nichts zurückzahlen können, wird auch diese Gesellschaft werleschassende Arbeitslosenfürsorge nicht treiben können. Immer mehr Gemeinden oersuchen, durch Beschäftigung der Erwerbslosen als Fürsorgearbeiter sie wieder in die Versicherung zurückzuführen. Wir haben durchaus Verständnis dafür, daß die Gemeinden einen Ausweg aus iher Not suchen, aber das darf nicht zu Lasten der Arbeiter und der Hilfsbedürftigen geschehen. Der Gesamtverband der Arbeiter in öffentlichen Betriebe» hat festgestellt, daß immer mehr Gemeinden Fürsorgearbeit ausgeben, statt die Arbeiter in den einzelnen Betrieben unterzubringen. Um einen Aus- weg aus diesen unerträglicheu Zuständen zu beschreiten, fordert Autrag gefaßte Eut- zur Beseitigung dadurch auch der schlimmsten Rot der Gemeinden. Der Einwand, daß davon hohe Kosten entstehen würden, kaim um so weniger durchschlatzen, als die Etatsmittel für die Krisenfürsorge ohnedies nicht ausreichen werden. Schnelle Hilje ist aber notwendig. Es kann mit dieser brennenden Frage nicht gewartet werden, bis die berühmte Gutachterkommission eine Lösung findet. Aus diese Kommission setzen wir keine Hoffnungen: sie sollte diese Frage über- Haupt nicht anfassen, sondern derJJieichstag sollte die von: Ausschuß die Reichsregierung näher zum Zu- Ausweg, den wir ge- zeigt haben!(Beifall der Soz.) Nach weiteren Reden der Abgeordneten Seroais(Z.) und Freidel(Wirtschp.) vertagt das Haus die Weiterberatung um 15 Uhr auf Montag, 14 Uhr; außerdem dritte Lesung des Genfer Handels- abkommen?. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. BorantwortUch Mr Politil: Dr. Cnrt Sei)«*; Wirtschaft:®. ktlillftelhöt»! Gcwerlschastsbrweauna: 3 Etcinrr: ftcutQeton: Dr. Jobn Gchilowzki: Lokales uni Sonstiges: Krit, SatftäM; Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag S m b. K.. Verlin. Druck: Vorwärts-Buchäruck-rei und Vcrlagsanstalt Paul Einger u. Co.. Berlin EW. SS, Lindenstraße S. Hier,» 5 Beilagen. ü*»SckufaSbrüHifif« Bedruckt. Veloutine reine Wolle■).> mnr reinerSeide.gianund|o5 ■»oiriort. modern© Muster■ Kunst seidener M a r o c a i n schwere Qualität, schöneDruckmuster, Kunstseide, ca. 100 cm Reinwoll. Kamm garnstoffe tMäntel u. Kostüme, Herrenstoffmuster, 140 cm br. Crepe Marocain reine Seide, M jc, b Khwarz und moderne �jLQ � färben, ca. 100 cm breit Crepe de Chine bedrudt. reine Seide, jm »» o»»>» Mutter. MJLifyj co. 100 cm droit Grosser kleidsamer Strohhut nodem« Gloctenform, Mk nit»walfarbigcm©VV Band earniart Flotte Kappe jrQn out zweifarbig. 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Draußen fällt der Schnee oder draußen scheint die Sonne, es ist alles egal, bis unter das Dach gestopft sitzen siebentausend Mensdien und starren unverwandt auf ein helles Oval, auf dem achtundzwanzig Fahrer c inhunde r tv ie r z i g Stunden lang ihre Kreise ziehen, einmal langsamer und einmal schneller. Da haben mir eine Krise auf dem Hals, wo einer gegen den anderen verzweifelt kämpft, daß er nicht der Letzte ist, den die Hunde, beißen, doch das scheint alles nicht wahr zu sein, wenn der Kapellmeister den Taktstock hebt und siebentausend Männer und Frauen singen mohlgenuii und herzer freut dm Sport palastwaher mit:„flenn du denkst, der Mond fällt runter, der fällt nicht runter, das scheint nur so; Znenn du denkst, die Welt geht unter, die geht nicht unter, das sdw.inf nur so." Diese r�echs Tage" sind das große Fergessen der zermürbten Massen. Vie Kurve bei der Arbeit. Eine Kompagnie Saloaten kann nicht uniforiner auesehen als da» Publikum der Kurven uud der Galerie,«in Ausdruck, den aller» d ngs nur arme Laien gebrauchen, dah sachverständige Morl für Galerie heißt: Heuboden. Also diese Cliquen an den Kurven haben alle keinen Mantel an, sie haben ihn auch nicht in der Garderobe abgegeben, fondern sie besitzen erst gar keinen. Dosür haben sie alle blaue Jacketts an, darunter einen grauen Dempjey-Sweater, das sind die Sweater mit dein dicken Rollkragen, an den Beinen schwarz- weihkarierte Breeches und auf dem haarscharfgezogenen Scheitel Iledt leicht nach links geschoben die rehfarben gesprenkelte Jockey- mutze. Diese Kurvenjclldaten, die mau. wenn die sechs Tage wieder zu(tude sind, zwischen der Putlitzstrahe und der Frankfurter Allee trifst, haben einen Häuptling. Er hört auf den Namen Schiittel- tranz. ober Schüttelfronz scheint zu lang zu sein, deshalb sagen die »inen entweder mir Schütte oder die anderen Franz. Im übrigen -st das«ine der härtesten Strafen, die man sich nur ausdenken kann,«ine Stunde auf der Kurve zu sitzen, denn die Kurve hal keine Stühle und hat keine Bänke, die Kurve hat rnn; ein paar. Teppich- .siangeu, auf denen man schwankend wie ein krank«? Huhn zu sitzen, ober dos ist zuviel gesagt, nein, zw klncken verinog. die Kurvensoldalen klycken sechs Tage und sechs Rächte so. 4„Do, Antenne, is dem Piilver mehr wert als meins?" Das ist Kurvendeutsch, rauh, aber herzlich. Wer�voi» Wedding ist, versteht es, für seiner« Leute sei der Satz in? Hochdeutsche übersetzt, da bedeutet er etwa:„Mein Herr, wolle» Sie sich bitte setzen, b.i Ihrer Gröhe können wir hier hinten wahrhastig iiichts sehen/ Jetzt antwortet nun die Antenne:„Denn muht du morsen früher Stempeln sehn, denn kannst« früher kommen und kriegst ooch'u Platz in de erste Reihe/ Diese feierliche Konoersation schließt der Hintennonn mit folgender Replik:„Do, Antenne, kannst ja meine Karte gleich mitnehmen zum Stempeln, denn reservierste mir cen I lag bei dir da odrne/ Soviel zur Soziologie der Kurvensprache. Ansonsten hat die Kurve ihre Technik. Dazu gehört zuerst«ine l leine Rotte slisiker Späher. Die melden im Nu jede cingetruvelte Prominenz. Diese armen Leute werden nun ini Sprcchchor bom- bordiert, ein« Stunde, zwei Stunden, drei Stunden long. Nach ge- nüg ender Porbereitung durch das Trommelfeuer dieser Nervtöter- tolonnen begibt sich Schüllelsranz zu den Logen und fragt mal an. wie c» denn nun wäre. Meistens kehrt er dann mit zehn Gläsern Bier zurück, um die eine Schlackst entbrennt, die nran gesehen hoben muh. Die Hälfte des Bieres schwappt dabei natürlich aus. Im übrigen scheint es auch«ine Strafe, prominent zu sei». Damit wir es nicht vergessen, inzwischen sausen die Fahrer ununterbrochen um die Bahn. Alte Bekannte. Oben auf dem„Heuboden" sitzt«in anderer Typ von Zeit- genosien. Man erkennt sie schon von weitem: das sind aufs Haar genau die Weltbrüdcr vom I ZNark Plah in Grunewald und vom lchO-Alark-Plah in fiarlihorst. Schneidermeister wäre zuviel gesagt, Latschenslicker zu wenig,«imgen wir uns in Richtung Reparatur- schuster. Die haben ihr Programm und notieren: erste Wertung, zweite Wertung, dritte Wertung, vierte Wertung, fünfte Wertimg, und da zu jeder Wertung sechs Spurts gehören: ersten Spurt. zweiten Spurt, dritten Spurt, vierten Spurt, fünften Spurt, sechsten Spurt, olles vierzehnmol, well es vierzehn Monnschoften gibt unt> das auch noch verdoppelt, weil der«ine Fahrer einer Mannschaft eine weiße und der andere ein« rot« Nummer auf dem Rücken hat. Würde man nun diese Leute fragen, worum sie das alles notieren oder ob sie denn dabei nicht triesekig werden, sie würden einen wohl nur von oben bis unten ansehen und meinen:„Das ist Sport." In Grunewald oder in Karlshorst, da hat die ganze Notiererei ja noch einen gewissen Sinn, da kann man wetten, aber hier, wo olle Stunde der Stand des Rennens an den beiden riesigen Leuchttafeln neu angeschrieben wird, wo Lautsprecher jeden Rundengewinn oder Rundenoerlust verkünden, kaum daß die Runden gewonnen oder verloren sind, nun, da ist diese Notiererei eben ganz richtig gesehen: Sport. Um drei Uhr nachts pflegen diese betagten achtundfünfzig- jährigen Männer die Brill« für ein paar Augenblicke abzunehmen, ihre Stullen vorzuholen, das Taschenmesser aufzuklappen, und nun wild Happen für Happen abgeschnitten und erst einmal gefrühstückt, denn genachtstückt kann man ja nickst sagen. Und ob das nun jemand glaubt oder nicht, wir saßen jedensalls dabei: nicht etwa cincrf nein, mehrere zogen eine Bi e/f las ch e aus der Tasche« klacks/ sprang das Patent auß und kluck-kluck-kluck-kluck verschwand da» Bier in den ausgedörrten Hälfest/ Dann wurden die Fleischen Zweiic Nacht der„6Tage". Vor großen Positionskämpfen? Noch der ersten Nacht, in der das Feld sich in einer nur bedingt anerkennenswerten Rundeirjagerei übte und schwer crschöpste, folgte ein öder Nachmittag. Die Fahrer zeigten nicht die geringste Lust, irgendetwas zu unternehmen. Die Spurts der beiden Nach- mittagswertungen wurden von Bmicheron, Pijnenburg, Goebel, van Kempen, Lehmann, Wolke, Bmicheron, Dinale, Goebel, Maczinski und wieder von Goebel gewonnen. Das war schließlich die einzige Unterbrechung. Aber es gab noch eine zweite. Das war um 9 M Uhr, als das Haus gegen die Rundenbmninelei ein Pfeif- konzert mit diversen Unterbrechungen inszenierte, was die Akteure icdoch nicht ivctter störte.... Als die lo Uhr-Werfung angeläutet wurde, hatte das Feld insgesamt 611,300 Kilometer zurückgelegt. Die ersten Plätze der sechs Spurts teilten sich Tietz, Krüger, Wolle. MrnttHey, Kroll und von Buggeichout. Räch dieser Wertung ergab sich folgender Stand des Rennens: Spitze: D i n a l e- G o« b c l 67 Punkte: eine Runde zurück: 2. Schön-Pijnenburg 40, 3. Ricger-Maezinski 26, 4. Preuß-Resigcr 10; Z we i Runden zurück: 3, Dieg Thollembeek 36, 6. Manthey- rückt 7. Kroll-Miethe 29; vier cillac 30, 9. Krüger-Funda 17, e n zurück: 11. van Kempen- ü ck: 12. Boucheron-Wolke 35, 14, 14. Rausch-Hürtgen 9 Punkte. dwertung bekam das Haus einige Redaktionsschluß noch fortdauern. Nickel 23; drei Runden R u nd e n zurück: 8. 10. Dorn-Lehmann 14: Ehmer 31: acht 13. van Hevel Räch E Jagd« wieder zugemacht, die Messer zugeklappt, das Stullenpapier fei» säuberlich geglättet, die Brille wieder aufgesetzt und nun wurde wie ein Kümmeltürke geschuftet, um die versäumten Zahlen alle nach- zunotieren. Es gibt eben noch Sportsleute. Damit wir es nicht vergessen, inzwischen sausen die Fahrer ununterbrochen Um die Bah». 1000 Sachverständige. Die Kurvensoldaten brauchen kein Programm. Die kennen alle und jede». Die rufen nicht etwa Tietz oder Schön oder Dorn, sondern Oskar und Adolf und Erich. Was andere sechs Tage und sechs Nächte lang nicht begreijen, die Mannschaft mit. dem lachs- farbenen, die mit dem fliederfarbenen und die mit dem weinroten Trikot auseinander, zuhallen, was auch noch nicht allzuviel nützt, da dann ja immer nach zwischen der weißen und der roten Nummer unterschieden werden muß, das wissen die Kurvensoldaten alles, ehe sie überhaupt den Sportpalast betreten haben. Dann ist eine taktisch durchdachte und wild umkämpste Jagd, die nichts mit der Runden- Ipielcrei von heutzutage zu tun hat, eine Delikatesse, bei der auch der größte Trauerkloß ausgehb wie«in Bärmbrot. Bei diesen Jagden ist die Sachverständigteit der tausend Kurvensoldaten etwas Souveränes, wo sich.gerade noch die Fahrer, von den Zuschauern gar nicht zu reden, zurechtfinden, urteilen sie mit der sichersten Ruhe und in ihren Zurufen an die Fahrer klingt es ein wenig nach mütterlicher Sorg« um den verhütschelten Liebling. Gegen Morgengrauen saß ein junger Mann weinend an der Theke, weil sein Favorit Pret van Kempen fünf Runden hinter der Spitzengruppe lag! Aber die Kurve kann auch grausam fein, für Sentimentalitäten ist sie nicht zu haben. Als in der Freitagnacht Arend, Riilt, Stabe, Stellbrmk, Tadcwald und Technier, die Heroen des ersten Berliner Scchstage- rennen?, eine Ehrenrunde juhoen, war das keine Angelegenheit der Kurve und der Beifall war sehr, sehr dünn. So vergeht der Ruhm der Welt Heute der Liebling des Publikums, morgen vergessen und ausgepfiffen. Ein kleiner Schwächeanfall des Favoriten, sofort entzieht ihm die Kurve die Gunst. Ruhig, Hinterrad an Hinterrad rollt die bunte Schlange um das Oval, da sagt ei»er:„Kiek mal, Dinale ist müde/ Vielleicht hat das nicht einmal Zzer Manager Dinales bemerkt, ober die Kurve entscheidet; für den Rest der Rockst ist Dinale müde. Damit wir es nicht vergessen, inzwischen sause» die Fahrer ununterbrochen um die Bahn. Jagd um Mitternacht. „He, he. he, he, he!" Pijnenburg haut ab. Thollembeek saust hinterher. Schön löst ab, Tietz löst ab, olle Fahrer sind auf der Bahn, aber das sind keine Radfahrer mehr, das sind jetzt Akrobaten, das ist keine Sportarena mehr, das ist ein Zirkus, ein rasender Zirkus, wo siebentausend Männer und Frauen nicht mehr sehen, sondern stieren, nicht mehr sprechen, sondern schreien: im ersten Rang schlägt eine Frau auf den Tisch, daß ein WeingKs unter die Kurven- soldaten purzett, aber das kümmert keinen, es ist Jagd, es ist Jagd, durch den Taumel dringt die schrille Stimme eines Franzosen, der seine Landsleuke anfeuert, die Bräute der Fahrer, diese lebenden Talismane, die in ruhigen Stunden wie Oelsardinen auf den Kojen- dächern liegen, sind aufgesprungen und schreien mit de» Sekundanten der Fahrer um die Wette, bums, bums, bums, bullert es inzwischen OsteM" tfängebete Billiger und besser! Frühjahrs-Paletot Solche Preise machen jeden Kauf leicht! marenso Cheviot 24."! 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Immer auf. das sind di« Metallhülsen, die die Fahrer»nr die Kojen werfen, in diesen Hülsen war Hühnerbrühe, die haben die Fahrer ausgesoffen, plötzlich ein Kanonenschlag, aber da hat niemand ge- schössen, sondern Krüger ist der Schlauch geplatzt und Krüger selbst kopfüber gestürzt, zwei Mann heben diese Tretmaschinc, in der«in rotes Herz zuckt, auf und schleppen sie in«ine Koje, wo dem Ge- stürzten Arme und Beine abgewaschen und balsamiert, massiert und bepflastert werden, dann wird er wieder aufs Rad gesetzt und muß weiter, es ist Jagd, es ist Jagd, an der Rangbrüstung hängt ein Plakat: Ostern in Zoppot, großer Gott, was heißt jetzt Zoppot, das Plakat fliegt hoch, so rasend ist der Wirbel, den die wilde Jagd ver- Ursache, ein großer Kontrolleur rennt einen kleinen Ober um, der Mann unter dem Dach, der die Lichtreklame- schreibt, verbrennt sich die Finger an dem Kalkstcinbrenner, aber das ist nicht wichtig, die Kapelle spielt:„Die bessern altem Herrn sind richtig", dann bricht der Iubelsturin los, erst bittend, beschwörend, als noch drei Meter fehlten, dann hat Pijncnburg den Schwanz der bunten Schlange erreicht, die Runde ist gewonnen. Tusch, und ehe die Ovation ver- rauscht, kräht es schon wieder von der Kurve:„he, he, he, he!" Zwei andere Fahrer haben die allgemeine Aufregung bemitzt und sind dem Felde um eine halbe Bahnlöngc entwischt. Wenn wir von dem verqualmten Heubodenolymp hinabsteigen und draußen in der frischen Morgenluft aufatmen, gehen die ersten Scheuerfrauen zur Arbeit. Mit dem Umschlagetuch um die Schultern und der Einholetasche in der Hand. Man schämt sich. Damit wir es nicht vergessen, inzwischen sausen di« Fahrer ununterbrochen um die Bahn. Oer kleine Michael Kohlhaas. „Die Beamten sind alle irrsinnig!" Wegen schwerer Beamtettbeleidigung stand der arbeitslose Lljährige Willy Seidel vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Er ist ein Michael Kohlhaas in Miniaturausgabe, streitet sich ständig m:t Behörden Heruni, verficht sein vermeintliches Recht mit einer unge« wohnlichen Hartnäckigkeit, wobei es ihm auch aus schwere Beleidi- gungen nicht ankommt. Diesmal hatte er es auf das Wohlfahrtsamt und dessen Bor st eher abgesehen. Von diesem Amt erhielt er nämlich Geld- Unterstützungen, die ihm eines Tages zu gering vorkamen. Er er- klärte, daß er Anspruch auf einen größeren Betrog besitz« und ließ sich von seiner Ansicht um keinen Preis abbringen. Schon auf dem Amt kam es zwischen ihm und dem Vorstand zu schweren Ausein- andersetzungen, die bald in ein wütendes Geschimpfe ausarteten Seidels beleidigtes Rechtsgefühl machte sich bald in groben Be- schimpfuiigen geltend. Er eilte nach Hause, setzte sich hin und schrieb an den Vorstand einen Brief, in dem folgende schöne Sätze vorkamen: „Die Beamten treffen geradezu irrsinnig« Verfügungen. Derartige Elemente gehören lebenslänglich ins Irrenhaus oder ins Zuchthaus. Ich wundere mich nur, daß Sie nach Ihren Namen richtig schreiben. Der Satan soll Sie fressen. Mehr sind Sie nicht wert. Ihre Brut muß vernichtet und vom Teufel geholt werden." Der Vorsitzende gab sich alle Mühe, dem Angellagten diese ver- werfliche Handlungsweise vorzuhalten. Man könne doch nicht, meinte er, wenn man sich auch im Recht glaub«, oder selbst befind«, solche Beleidigungen aussprechen. Dies nützte aber gar nichts. Der Ange- klagte betonte hartnäckig, daß er von seinen Beleidigungen nichts ,z u-rsi ckn e h m en könne. Was er geschrieben habe, sei alles wahr. Das Gerickst verurteilte den hartnäckigen Beleidiger zu der sehr lustden Strafe von einem Monat Gefängnis. Auf den Angeklagten macht« diese Strafe ober nicht den ge- ringsten Eindruck.„Jedes Wort ist wahr. Ich nehme nichts zurück und bedauere auch nichts. Ich gehe weiter. Solange ich lebe, werde ich den Kampf führen. Und meine Beleidigungen dehne ich auch auf Sie, Herr Vorsitzender, aus!" Stadloerorduetensitzuug am Dicaolag. Da in der vorigen Woche die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag wegen der Be- erdigung des deutschnationalen Stadtverordneten Dr. Lüdicke aus- fallen mußte, findet am kommenden Dienstag eine außer- ordentliche Sitzung statt. Beginn der Beratungen um 18 Uhr. Galerie der„Köpfe"? Zur Berliner Oberbürgermeistersrage. Von einem sozialdemokratischen Kommunalpolitiker wird un« zur Besetzung des Berliner Oberbürgermeisters ge- schrieben: Kunstvoll konstruierte Werte einiger alter Turmuhren lassen mit dem„12-Uhr-Glock«nfchlag" eigenartig gestaltete Figuren(Apostel und dergleichen) in langsamem„Vorbeimarsch" erscheinen. In ähnlicher Weise führen Berliner Boulevardblätter mittags und abends ihrer mehr oder minder interessierten Leserschaft in bestimmten kurzen Zeitabständen Kandidaten für den Berliner Oberbürger- m e i st e r p o st e n in Bildern und Begleittext vor, obwohl es ln dieser Frag«„noch nicht 12 geschlagen hat". Die bemerkbare Unsicherheit der.Tips" für dieses Rennen zeigt zum Teil öic Schwierigkeit der Lösung dieser knmmunalpoli- tischen Aufgabe, zugleich aber auch die Zurückhaltung, die in dieser Angelegenheit für ein« Entscheidung maßgeblich in Betracht kommende Körperschaften und Fraktionen aus guten Gründen bisher beobachtet haben. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, daß hier einmal zu den vielen ansgetanchten Kandidaturen kurz einiges gesagt wird. Dies« Betrach- tung ist keineswegs das Resultat irgendwelcher Entscheidungen maß- gebender Bevliner Körperschaften der Sozialdemokratischen Partei. Aber es kann schon jetzt festgestellt werden, daß kaum einer der in den letzten Wochen in der Berliner Press« aufgetauchten Kandi- daten als Sieger aus dem Wsttstreit hervorgehen dürste. Sehr eigenartig ist die Haltung der Fraktion des Berliner Rat- Hauses, der politisch die meisten der genannten Kandidaten ,zuzu- zählen sind oder„nahestehen". Dos ist die Volksportei! Sie scheint es als Sechzehnmännerfraktion als ihr selbstverständliches Anrecht zu betrachten, daß der kommende Leiter der Berliner Berwaltung Bolksparteiler ist. Sie denkt sich das Bersahren wohl ungefähr so, daß die übrigen Fraktionen, vielleicht auch solche Fraktionen, die an Stärke ihr um das Vierfache ülierlcgen sind, vor dem volkspartcilichcn Fraktionszimnwr solange„antichambrieren", bis es der Leitung der Bolkspartei gefällt, den Wartenden den Nomen des oolksparteilichcn Kandidaten zu nennen, der dann „selbstverständlich" gewählt werden muß! Die Sozialdemokratische Partei und ihre Stadtverard- netenfraktion werden die Frage der Besetzung des Berliner Ober- bürgcrrneisterpostens und der übrigen freien Magistratsposteu ohne unfachliche Verzögerung— ohne geschäftige Last— mit allein Ermt und in aller Objektivität behandeln Sie werden sich keinen Kandi- daten aufoktroyieren lassen! Sie werden vielmehr das Recht maßgeblichster Mitbestimmung in den Vordergrund rücken. Bürgerliche Fraktionen, die eilfertig die Besetzung des Berliner Oberbürgermeisterpostens betreiben, dürften daher gut tun, sich rechtzeitig nochmals die zahlenmäßigen Zusammenhänge der Berliner Stadtverordnetenversammlung var�lugen zu führen, damit sie nicht ein unerwartetes Mißgeschick bei der Wahl erleben. Die 66 Mitglieder unserer Stadtoerordnetenfraktwn werden im engsten Einoernehmen mit den leitenden Berliner Partei körperjchaften die für den Berliner Magistrat vorzunehmenden Wahlen so vor- bereiten und erledigen, wie es dem Interesse der Stadt und besonders dem Wohl der von der Sozialdemokratie vertretenen werttätigen Lc- völkeru ng entspricht. V-Bahn-�aubübersatt ausgeklärt. Orr Täter ein Geisteskranker. Nach wochenlangen Bemühungen ist es der Kriminalpolizei ge- lungen, den Raubüberfall auf dem U-Bahnhof Ä l oft er st r a ß e aufzuklären. Am 5. Februar wurde der 2-tjährige Schaffner Artur Ernst, wie im„Borwärts" bsrichtet, von einem Unbekannten, der es auf die Kasse abgesehen hatte, niedergeschlagen und schwer ver- letzt. Der Uebersallene konnte nur«ine ungenaue Beschreibung des Täters geben, ihm war aber ausgefallen, daß der Mann eine ungewöhnliche Schädelform und eine merkwürdig aufgestülpt« lttase gehabt hatte. Die Spur führte die KriminalpoUzei in das Neuköllner Kraukenhaus, wo ein ZS Jahre alter Alfred Müller als Patient gelegen hatte. Er litt an eplleptischcn Krämpfen. Da außerdem eine beginnend« Geisteskrankheit bei Müller festge- stellt wurde, überführt« man ihn nach Hcrzberge. Als Kriminal- bcamte gestern mit dem Überfallenen Schassner noch der Anklalt hinausfuhren, erkannte der Bahnbeamte den Täter sofort wieder. Von einer Festnahm« des Geisteskranken mußte mit Rücksicht auf seinen Zustand natürlich abgesehen werden. Todesopfer des Ttazifchützen. Im Schöneberger Auguste-Vittoria-Krankenhans ist-an: Sonn- abendnachmtttog der 17jährig« Lehrling Ernst Rathan feiner schweren Tchußoerletzung- e rlege n.- Die Kugel swar im Rückenmark stecken gebliehen und konnte auf operativen Wege nicht entfernt werden. Der Täter, ein 28jährizer Nationalsazialist Georg K u n z«, hat sich am Tag« nach der feigen Bluttat bekanntlich selbst gestellt und befindet sich im Gewahrsam. Wasserrohrbruch in Brift. In B r i tz, vor dem Grundstück G r a d e sl r. 4, riß gestern abend der Fahrdamm in weitem Umfan-Z« ans und ein starker Wasserstrohl schoß an die Oberfläche. In kurzer Zell war ein großer Teck der Straße überflutet. Die alarmierte Feuerwehr stellt« fest, daß ein Hauptwasserrohr geplatzt war. Durch Einschalten der Sicherheitsschieber konnte ein weiteres Airsdringen der Wasser- Massen verhindert werden. Arbeiter der Wasser- und Clsrtrizstäts- werke hatten längere Zest an der Unsallstelle zu tun, da das aus- strömende Wasser di« Kanalisaiiansrchre und elektrischen Kabel unter- spült und freigelegt hatte. Die Polizei sperrte den gefährdeten Straßenabschnitt._ Gin„Arbeiter"vsrireier. Kommunistischer Schimpfbold verurleitt. Dar dem Einzelrichter in Moabit hatte sich der kommu- nissische Vezirksverordvete Martens wegen Beleidigung des sozialdemokratischen Stadtverordneten G u l e k u n si zu verantworten. . In einer Bezirksversammlung des Bezirks Friedrichshain, die. wie leider sehr häufig, durch kommunistischen Spektakel und Be- schimpsungen der sozialdemokratischen Mitglieder arbestsunsähig ge- macht wurde, hatte der Angeklagte Martens den Genossen Gute- k u n st mit Ausdrücken wie„Strolch" und„Lmnp" belegt. Der Beleidigte erklärte dem Schimpsbold, daß er ihm Gelegenheit geben werde, den Versuch einer Beweisführung zu macheu. Diesen Versuch machten ober weder der Angeklagte noch die von ihm genannten Zeuge«. Sie leugnet en,. daß.eine persönliche Beschimpfung erjalgi sei.. Mit einem Appell an den Richter,, daß di« Kommunisten mit den Deutsch, lononalen in der Bezirtsocrsammlung d-e Mehrheit hätten, sie aber trotzdem von den Sozialdemokraten nicht genü�nd berücksichtigt werden, sei chre Erregung verständlich. M. habe auch „nur" gesagt:„Ihr Sbzialdemokraten seid alle Lumpen." Der Magde- burger Prozeß hätte das beu�iesen! Das könne doch keine Beleidi- gung sein, denn man könne doch auch die Juden als Betrüger be- zeichnen. Diese nationalistijche Anbiederung an den dafür erfreu- licherweise kein Verständnis zeigenden Richter hatte jedoch keinen Erfolg. Weitere Zeugen erklärten, daß eine direkte Beschimpfung erfolgt sei. Der kommnnistische Bezirksverordnete Martens wurde wn Grund der Zeugenaussagen und seines eigenen Geständnisses z» S0 M. Geldstrafe oder' 10 Tagen Gefängnis verurtcllt. In der Na, und in Berlin? Ln Berlin wäre man der Geschäfts- mann, der Geld hat. Wenn auch nur für einen Abend. Und sie das arme Büromädel. In Berlin würde man sie einladen. Sekt mit ihr trinken. Und nachher könnte man alles von ihr haben. Iawoll, alles I Das schreit er laut heraus. Wut ist der beste Tröster. Aber hier im Stubbenland ist sie eine Konigin. Besten- falls kann man ihr Hofjude werden. O ihr herrlichen Straßen von Berlin! O du verfluchter Boden vom Stubbenland! O du arme Lunge... Obgleich Andreas Korn damals, als die Geschichte mit den Hühnern passierte, deutlich genug gesagt hat, daß er für sich zu bleiben wünsche,— er hat sich doch gefreut, als Paul Maschke wegen der durchgefaulten Schwellen in seinem Hause ,zu ihm gekommen ist, nicht irgendeinen Handwerker aus der «tadt geholt hat. Denn auf diese Weise hat Andreas ohne Barausgabe, nur durch Verrechnung, den Radioapparat bekommen, den er Luisen zu Weihnachten zugedacht hat. Der Apparat sieht nicht komfortabel aus, denn Maschke hat ihn selbst gebastelt: aber der Empfang ist.glänzend: geschickt ist ja dieser leichtsinnige Hund, der Maschke! Vielleicht ist der Empfänger ein Luxus, den sich Leute in ihre Lage nicht leiste» sollten— gewiß" Aber es ist Winter geworden, lang sind die Mende: und die täglichen Nachrichten für den Landwirt sind wichtig: und dann tut es so wohl, ein- mal, nur einmal sich etwas zu leisten, was nicht zum Not- wendigsten gehört. Es stärkt geradezu: es gibt Kraft von innen für eine lange Zeit äußerer Not. Gelegentlicher Luxus ist angenehm, wenn man reich ist: wenn man arm ist, wird er notwendig Und eine größere Freude hätte er Luisen nicht machen können. Sie sitzt den ganzen Tag an ihrem Fensterplatz und wiegt den Kopf: daß sie durch die Scheiben die Antenne sehen kann, die von der Kiefer getragen und gestrafft wird, erhöht ihr den Genuß: mit weitofsenem Ohr lauscht sie dem Strom von Klang, der durch den Draht in ihre Stube rauscht. Es ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, da wird viel Feierliches gesendet; das liebt sie: sonderlich wenn es dämmert, und man steckt die Lampe nicht an, sondern läßt nur die Röhren glimmen, die wie zwei weißsilbcrne Augen sind, Augen im Antlitz des Unfaßbaren, das Radio heißt. Luise ist sehr glücklich unter dem ruhigen Blick dieser Augen: vielleicht zum ersten Male wieder glücklich seit Jahren. Die Viertelstunde für den Landwirt, die Andreas als Hauptgrund für die große Anschaffung vorgeschoben hat, hört sie nur zerstreut an; aber am Tage vor Silvester schrillt plötz- lich chre Stimme durchs Haus:„Andreas, komm schnell, er redet vom Spargel!" Ja, der Mann da inZZersin redet vom Spargel. Drei Sätze nur: „Die Einfuhr von t nächsten Lahr derartige Ai fahr einer Absatzkrise für mit den billigen Preisen der kann. Im Landwirtschastsministe: statt, die auf die Schaffung eines' sich das ermöglichen läßt, erscheint zur fraglich."_________ Sie sind blaß geworden, alle beide. T�IWMeTlich, gewiß, aber es geht einem so, wenn man so viel Unglück ge- habt hat: man denkt immer, es kommt ein nmiflfejBBewiß werden Schutzzölle gemacht, so schlau wird die MFÄSung schon sein. Denn daß es Ernst werden kann, dabist diZWichl möglich. All die Not, die mißglückte Landwirtschafr, dn Rflscr, die Verluste durch den Verkauf an die Könscrvensobstik, und nun auch das noch— nein, es kann wohl nicht sein.' „Wo liegt denn das, Kalifornien?"'. „Ln Nordamerika."'> Ac i „Ln Nordamerika, so."_ Das ist ihr ganzes Gespräch. Aber in den Rächten,»anw sie nicht einschlafen können, denken sie an KalisorniÄz sind malen es sich angstvoll aus als ein riesiges Land voll Sptn�rf», voll lauter Spargel, der über den Ozean gesch kommt, der sich wie eine Mauer baut um die M Hamburg und Berlin, wie eine Mauer aus lauter une barer Billigkeit..-m Es vergißt sich, gewiß. Der Mann, der in der Diel stunde für den Landwirt spricht, redet nie wieder da! Aber es bleibt doch ein kleiner Schotten, eine kleine Trübu über dem Blick der weißsilbernen Augen. Es gibt schon der übrigen Welt keine Freude, die nicht getrübt wäre; ge- schweige denn im Stubbenland. Spargel droht im Nehmen, daß die Ge- Spargcl besteht, der konkurrieren Beratungen (jn. Daß mehr als VMM „Nein, Fräulein Papendieck. Ich finde es selzr tapfer von Ihnen, daß Sie selbst noch einmal zu dem Makler gehen wollen. Aber es hat wirklich keinen Zweck. Ihr Herr Vater hat sein Grundstück so über den grünen Klee gelobt, daß der Mann stutzig geworden ist und Erkundigungen eingezogen hat. Ich selbst bin infolgedessen in Mißhelligkeiten mit ihm geraten. Ich bitte Sie also, nicht hinzugehen." Lene sieht Schmitzer an unter gesenkten Braue». Das sieht zornig und drohend aus, weil ihre Brauen über der Nase zusammengewachsen sind, aber es ist nur eine Geste der Nachdenklichkell. Also belogen hat Schmitzer den Mann, um die Hypothek zu besorgen. Lügt man so. opfert man geschäft- liche Verbindungen so um fünf fraglicher Prozente willen? Und warum sind überhaupt die Pilzpreise, die der Rundfunk angab, immer niedriger gewesen als die, die ihr Schmitzer zahlte? Es ist ein schlechter Geschäftsmann, also für ihr Emp- finden ein mißratener Jude: ihr gesunder Verstand findet das bedauerlich, aber es läßt sich nicht leugnen, daß es ihrem Gefühl sympathisch ist. Deshalb ist sie offener zu ihm, als es sonst ihre Art ist. „Gerade heraus, Herr Schmitzer: es freut mich, daß es so ist: daß kein Geld mehr aufzutreiben ist; das Steckenpferd meines Vaters hat genug getystet. Ich freue mich darum. weil nun Klarhell herrscht; Klarheit darüber, daß Väter hier Schluß machen muß. Es geht also nach Berlin zurück; ich nehme da eil« Stellung an und bringe ihn schon mit durch." Daß Schmitzer nun den hohlwangigen Kops auf die enge Brust sinken läßt, versteht sie nicht ganz: halt es aber zunächst für Mißbilligung. Darum verteidigt sie sich im voraus:„Sie wissen ja, ich habe mich immer gesehnt nach Berlin. Für mich wird nur ein Traum zur Wirklichkeit, wenn es so kommt. Aber Sie können mir glauben, daß ich gerade darum mich immer bemüht habe, das Beste zu sehen in allem, was Vater hier tot. Wenn ich jetzt Schluß mache, so ist es nicht um meinetwillen." Schmitzer schüttelt den Kopf, der noch immer gesenkt ist. mag Zustimmung sein: Trauer ist in jedem Fall dabei. rührt sie, und sie sieht ihn sich genau an: sucht zum erstell e den Mann in ihm apf. Sieht, daß die Arme zu lang die Beine zu kurz, daß der Leib ohne Kraft ist, das eisch ohne Muskeln: daß fein Mund die unregelmässige. fore Lippenlinie hat. die von schlechten Zähnen herrührt; die schwarzen Haare fettig gelockt sind, was sie nicht leiden � g— und überhaupt besteht er diese Prüfung schlecht, der rm».Schmitzer: gerade darum aber rührt er um so mehr. 'Sie sollten lieber auch nach Berlin gehen, Herr Schmitzer. n wir un« ab und zu-sehew"(Forts, folgt.) Ifsisßlk Wztt»''-ci8e"- s■, Je 60000 Besucher �gajnXCöch. ißt c�txs Bl1?> \,' 1/ SI?epückeRrrumern.,; \h öoiit wur�c(tv btsÄert �>ta2>fßn, ruxr out verscKw uvc>en2> kietn�r(cfi Pfa% öon.. wctul verein /geit�wTxröen,, �bte begeistdrtorj. Raaxiw?r � � einer- � Taaesp ro�trktrorL 1!/"( ¥ 71 ClOARETTSM CIGARETTEN MMMW WW*"■ "i, WS ' Alle sammeln jetzt die./ A.. «.,.-,'. r 7.■. m'''■->■ r#"Sigfym Kurma rk- Sportwappen„Fussball"�— Urteilsbegründung wies her Nicht« darauf hin. doh die beschiinpfen- den Auadrücke tatsächlich gebrauch: seien: aber auch, wenn dos nicht der Fall wäre, so hcche G. als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei das Recht, sich durch die Worte„Ihr Sozialdemokraten seid alle Lumpen" beleidigt zu fühlen. Fein herausgeschwindelt! Die Na-pS mit den Holzlatten.— ilnschuldig, wie die Engel Naturlich ist er es nicht gewesen? Sie sind es ja niemals gewesen, die Nazileute, wenn sie sich vor Gericht wegen ihrer feigen lleberiälle aus Andersdenkende zu verantworten haben. So w a r es selbstverständlich auch nicht der zwanzigjährige Schlosser Groß- mann, der sich vor dem Schöffengericht Schöneberg wegen Land- friedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung, begangen an fünf Reichsbannerleuten, zu verantworten hatte. Am 19. November v. I. fand im Sportpalast eine große sozial- demokratische Kundgebung statt. Auch dos Jungbanner Blankenburg aus Friedenau war zur Stelle. Noch Schluß der Versammlung mar- schierten die Kameraden geschlossen noch Hause. Am Lauterbachplatz lastp man sich auf. Aus diesen Augenblick lauerten die Nazileute. In der Nähe des Schillerplatzes erfolgten dann die Ueberfälle auf«in- zslne Reichsbannerleut«. Auch an der Ecke des Lautcrbachpkvtzes sielen etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Nationalsozialisten über sieben Reichsbannerleute mit meterlangen Holzlatten her. Es gab erhebliche Verletzungen, die Rowdys flüchteten und blieben unerkannt. Einige Tage später erkannte aber einer der Ueberfallenen in dem 2<)jährigen Schlosser Großmann einen der Helden jener Nacht. Der Nazijüngling hott« einige der Reichsbannerleute mit einem Gegenstand in der Hand— e» sah wie eine Pistole aus— gehindert, ihren Kameraden zu Hilfe zu eilen, und hatte einen der Reichsbanner- leute verletzt. In der Gerichtsverhandlung bestritt Großmann, dabei gewesen zu sein: er habe in jener Nacht in einem Restaurant Skat gespielt. Und wie immer fand sich ein Zeuge.d«r das Alibi bestätigte. Die Reichsbannerleute waren zwar überzeugt, daß sie sich in der Person des Angeklagten nicht geirrt hätten: nur über die Kleidung gingen ihre Aussagen auseinander. Das Gericht glaubte aber die letzten Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten nicht überwinden zu rönnen und sprach ihn frei. Also wieder einmal fein heraus- geschwindelt!_ Bad Salzbrunn verlaust. Dieser Tag« Ist in Berlin der notarielle Kaufvertrag de- trejfend Bad Salzbruin zwischen den Bevollmächtigten des FürstenvonPleßals Verkäufer und der BadSalzbruvn- Kur-- und Heilbad G. m. b. H. in Berlin unterzeichnet worden. Der Kaufvertrag bezieht sich auf das Bad Salzbruim als solche» einschließlich sämtlicher dem Verkäufer gehörigen Logier- Häuser und Hotels, auch der Parkanlagen, des Golfplatzes und des Idahosee sowie auch sämtlichen Inventars. Es ist vorgesehen, daß dio Uebergabe des Kaufobjektes am 1. April dieses Jahres statt- findet. An der neuen Gesellschaft, die Bad Salzbrunn erworben hat, ist die Deutsche Land- und Baugesellschaft Berlin maßgeblich beteiligt. Der Kaufpreis soll 4, Millionen Mark betragen. �iesenlawiae im Aostatal. Mailand, 14. März. Im Aostatal ging zwischen Coürmajeur und Pr« St. Didier ein« ist» gewaltige Lawine»ieder.daß-der G4 nga n g zum Moni- P'ia n c- T.a l auf eine Breite von 400 Metern v erf pe rr t wurde. Die Lawine staute die Wassermassen der Dorn, so daß ein k ü n st- sicher See entstanden ist. Alle Verbindungen mit Courmajeur sind unterbrochen. Durch den gewaltigen Luftdruck wurden.zahllos« Bäume entwurzelt, Fensterscheiben eingedrückt und Hä»ser schwer beschädsgt. Lleberschwemmungen in Südrußland. » Moskau. 14. März. In Südrußland m der Nähe von Rostow 0. Don find in- folg« des Tauwetters große Ueberschwenimungen ein- getreten. Nach einer amtlichen Mitteilung stehen in der Nähe des Dorfes Lyfchewska neun Dörfer volftändig unter Wasser. In einem Dorf sind 400 Häuser durch die Wasser- maflen vollständig zerstört worden. Devo stellt Zahlungen ein. Die Deutschen B 0 l k s e rh 0 l u n g s h e im«(DEVO) haben infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse ihre Zah- lungcn einstellen müssen. Sie haben während ihres zehn- jährigen Bestehens besonders dem Mittelstand und den städtischen Beamten die Möglichkeit gegeben, zu mäßigen Pensionspreisen in ihren Häusern an der See und im Gebirge Erholung zu finden. Die Stadt Berlin, die mit einem größeren D Jriehn beteiligt war, ist durch hypothekarische Eintragung sichergestellt. Für alle übrigen Schulden werden Haftsummen der Gelzossenschaftsmitglieder vor- aussichtlich zur Deckung ausreichen. wo ist das Aulogrammbnch? Die G e s e i l s ch a j l natur- forschender Freund«, die seit dem Jahre 1774 besteht, sührt ein Autogrammbuch. in das sich alle orden.lichen Mitglieder ein- tragen. Das Buch, das die Name,, vieler berühmter Forscher und Gelehrten enthält und sür die Gesellschast großen Wert besitzt, wird seit dem Jahre I92S vermißt. Es ist möglich, daß sich dos Buch bei einem Berliner Buch- b i n d e r befindet. Ein Mitglied der Gesellschaft war nämlich beauftragt worden, das Buch einbinden zu lassen. Durch den erfolg- tcn Tod des betreffenden Mitgliedes ist der Buchbinder, der das Buch erHelten hat. unbekannt geblieben und war nicbt zu ermitteln Für die Wisderbefcksaffung des Buches wird eins Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Nachrichten über den Verblieb des Buckss find zu rickten an die Gesellickakt naturiorschender Freunde. Berlin, Invalidenstr. 43, Museum für Naturkunde. Die Käthe-Sollwih-Ausslellung, die bis vor kurzem im Bezirks- atnt Wedding gezeigt wurde und dort einen Besuch von Z0000 Personen aufzuweisen hatte, wird am Sonntag, dem I z. März 1 9 Z 1, ab 13 Uhr m der Aula der 1. Mädchen-Mistel- schul«. Neukölln, Dnuoustr. 120/126, auch dem Neuköllner Publicum zugänglich gemacht. Die Ausstellung gewährt die zur Zeit um- sassendstc Schau über das Gesamtwerk der großen Künstlerin. Der E i p t r i t t ist f r« i. Besuchszeiten sind: Wochentags und Sonntag« nan 14 bis 18 Uhr für jedermann. Für Schulklasjen wochentags von 10 bis 13 Uhr. Für Organisationen nach vürherrger Anmeldung beim Voltsbildungsamt Neukölln(F. 2 0011, Hausleitung 24) wochentags von 18 bis 20 Uhr und Sonntags v»n 12 bis 14 Uhr. Zm Institut für Sexualwissenschaft findet der nächste sexual- w i ff enschaftlichcFraaeabendam Montag, dem 16. März. abends 8 Uhr, im Ernst-Haeckel-Saal(In den Zellen 9»— Emgang Gartenportal) statt. Unkostenbeitrag 0,20 M.. Erwerbslose die Hälfte. Der Osr-rfeiertage wegen werden im Zlpril die Fragccrbsnde am 13. und 27. abgehalten. .££€€€€««<*«»»AKSü Zm» US jährige» V-rlci-ZubilSiun herzliche Gratulation aii! dem Wunsche weiterer eriolgrcicher Ar- Veit un eren Mitlämpfern Biedermann, Hugo EtUr, Moritz Kieoazt, Minna Konrad, Augoti NUztchke, Paul Rex, Friedrich ebenso viel Glitri unscrewSenoffcn Glamana, Wilhelm anläßlich sein r 00 jährigen Zu- gehärigicit zur Partei. Vanionaderisi.ut. SPD. <3i « P «1/ iv V) vi/ VJ/ v» w m w vi/ * «/ "J Hiermit die iraurige Nachrichl, dag mein» lleb« Frau, untere gute Müller, Schwieger- und Großmutter Ofilsnc Stetke get. scimiz am Vi März sanit entschlafen ist. Um stilles itzeiletb bitten Ott« Stetke Familie Paul ScfaaU Familie Frau Noack. Die Einäscherung findet am Montag dem IS. März, lg Uhr, im Nrema- torium Baumschnlenweg statt. Am l2. März, abends 7 Uhr, enr- schlief sanst mein lieber Mann, unser guter Vater Otto Villvoek vier Tage nach seinem 18. Geburtstag. Im Namen der trauernden Sinter- bliedenen Anna Vfllwock, geh. Geister nebsl Kindein, Ptn-Neukälln, den It. März Illlll. Di» Emäscheruuz findet am Mens- lag, dem 17. März, nachm. l'-e Uhr. im Ärematorium Baumjchuienweg stau. Am 7 März starb plSHIich und un- erwartet mein lieber Mann, unser treujorgender Bater, der Mater Karl Schulz Neu&Uln. Friedelitr. KL Fraa Hedwig Scholz and Kinder, Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 17 März, abends ö Uhr. im Krematorium Bonmjchulenweg statt. veiiülliek Mligsbeiler-Wsiil! Vervaltungsstelle verlin r»dI«»DN,«IS«D Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Aollege, der Lchlofler widert Krohn geb. 20. Oktober 18«, gestorben ist. Die Beerdtgunc! findet am Moutaa, dem Uli. Mörz. löU, Uhr. von. der. Leichenhalle de». Eäsadeth-Airchhoss, Wollankstr. KZ, ans statt. Am Ii. März starb unser Aollege, der Schlaffer A.ux. Sabaczkus Di« Einäscherung findet am Mitt- wach, dem 18. Marz. 18 Uhr. im Krcmalrnnum Serichistraße statt. Ehre ihrem Bndente»! Rege Beteiligung erwartet vi« Ortsverwaltang. Dr. med. Finkcnralh Hanl-, Harn- und Geach�cdilsleiden Oppelner Straße 38— Wrangel-StraBe 47 3m Zlamcn des volle»! Strafsache gegen 1..............„ � 2. drn B-rwattungssekreiär R, Iaur- naliiien Ewald Moria in«erlin EW. *did Bettdecke Ganzfilet, mir reicher dd TK Stopieräl, f r 2 Bet.en � Be.tdecke GittertOll.m. Hancdurchzug 5? CO kunsfsd. Fransen, t. 2 Bellen Halbsfore-Sfoff Nefzelamln, m. kunslseid. Einsah 25 u. Fransen, 220 cm hoch, Meier «W Dekorafion 3 teil., kunslseid. Damasf, m. Po- samenten, Querbeh. m. Fransen IM!lillI!!:II!>i!!iI!IMW«!IWiIIIIiMiIIWWi!I Möbelstoffe Vorhangstoff bunt gestreift, Indanthren, d ca. 130 cm breit...Meter*•*** Bezugstoff.tÄ Phanlesiagewebe, 130 cm J 7A breit........ Meier••MIß Dekorafionssioff. on Kunsts� schwarz u. färb., Mfr,■ Dekorationssloff Kunstssld», sehr effektvoll, � ca. 130 cm breit.. Meter&*dr+ Damaststoff Ä, 90 f. Bezug u. Dekoration, Mir. Dekorafions'u. Bezugsloff handwebartig, ca. 1-0 cm Js 7 K breit........ Meter � � � Decken Diwandecke» rc Gobelin, mod. gute Oualitif O«/ � Tischdecke p.Ä 5.65 Diwandecke qq Gobelin, Kelimmuster Tischdecke 1 0.25v Diwandecke Gobelin, Blumenmuster 19.75 Tischdedce pad.Und 1 2.50 Diwandecke m. Kunstseide, han< webart. Diwandecke �onn Mokettplüsch, Persermuffor A 21.50 Tischdecke KX£ iö 7S mit Fransen, 130x160 cm eW»## Tischdecke Ä 40 00 mit Fransen, 150x163 cm■W*WV Tischdecke mit Fransen, 130 cm 5 rumj 12.00 Steppdecke 45 Satin, Ziers. ich, rein« Füllunj Steppdecke a 75 S.:in-Rad(s«fl. 1w./ J Daunendecke.0 nn Kun»l».,Salinrüdu„ln<)»nl. eö.wl/ Teppiche ii jo li.ciö 25.6h Tapes,ry:!f 26.00 wlob 59.00 RAnH�T�nairfiA 140x230 195x290 250x390 Boucl e-lepp' die � � � 29.50 43.00 65.00 160 X 730 190X190 Pers.rmujfer 45.00 69.00 Haargarn, modern gemustert Wollplüsch-Teppiche •mpfthlenswerfe Qua, i Iii, Pers.rmujfer Läuferstoffe Kokos bonf gemustert. 1.95 cs.9;cinbr. Mtr.l.7J,i7cfnbp.---- Bouclä farbig gesfraifl, � ac ta. SO cm br.. Hlr.l,«.«7cm br. Z.ZS BOUCle J sequardmusfar, vm ea.»;cmbr„M.r�.J?,47cmbr.«.ZU FrieSSNauh.,ol0sdislreH.. r ca. M cm br. Mtr.«.3?,«7cm br.*»•/ O ca. 50 cm br.. Mir. 2, 95,«7cm br.• Mit kleinen Fehlern«7 cm 90 cm 113 em Druck-Lino.eum-Läufer Meier 1.95 2.7Ö 3.25 Druck-Teppiche 10.85 � 16.S0 � 22.00 Ar. 125• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 15. März 1931 Hiilsm in den Michshandwerksverbanden Ein Handwerksmeister an seine Kollegen über Handwert, Kapitalismus und Nazis. Zur Reichshandwerkswoche. Ein sehr bedauerlicher Brief. Vom IS. bis 22. Mar� veranstaltet der Reichsverband des deutschen Handwerks im ganzen Reich«ine Reichs-Handwerks-Woche. Diese„Kundgebung des' geeinten deutschen Handwerks'...„soll die Oesfentlichkeit hinweisen auf die Notwendigkeit des Handwerks iür Volkswirtschaft und Kultur". Hmdenburgs Ruf„Seid einig" i't die Parole. Hindenburg, der Präsident der Republik, hat die Schirmherrschaft der Reichs-Handwerks-Woche übernommen. Reichs- 'enzler Dr. Brüning hat die Reichs-Handwerks-Woche durch ein« Rede geöffnet. Wir hotten sür die organisierte Arbeiterschaft, von ! ren Schicksal auch das Schicksal des Handwerks abhängt, den Wunsch, der Kundgebung des Reichsverbondes guten Erfolg zu wünschen. Wir müsien heute den Verdacht haben, daß die Kund- gcbung, deren Veranstalter neben dem Reichsoerband des deutschen Handwerks der deirtsche Handwerks- und Gewerbe- k a in m e r t a g ist, die Schirmherrschaft des Präsidenten der Re- publik nicht hätte in Anspruch nehmen dürfen. Man lese folgenden Brief des Organisationsbüros der Relchs-handwerks-Woche an die Presse der NatlonalsoziaNstischen Partei: Berlin-SchSneberg.den?. März 19Zl. Grunewaldstr. 6/7. An Wie Presse der Nationalsozialistischen Parteil Ein gewisser Dr. Udcrstädt, Berlin, hat mit Hilf« des„Groß. deutschen Pressedienstes" über die Reichs-Handwerks-Woche" aus bisher undurchsichtigen Gründen unwahre und böswilliz« Behau p- tungen zu verbreiten gesucht bgw. verbreitet. Leider wurden diese bereits von einigen Zeltungen abgedruckt. Als ausführende Organisationsstelle der Reichs-Handwerks- Woche für den Rcichsoerband des Deutschen Handwerks und den Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag, die sich alle Schritte gegen die Verleumder vorbehalten, bitten wir hierdurch dringend, die fraglichen Mitteilungen nicht abzudrucken. Einer unserer verantwortlichen Mitarbeiter, der eingeschriebenes Mitglied der NSDAP, ist, Herr D i p l.> I n g. Kurz, hat mit der Zweigniederlassung Berlin des„Völkischen Beobachters" vereinbart, dast diese Angelegenheit der Münchener Hauptstelle zur sorglichen Prüfung unterbreitet wird. Der Haupttell des in Frag« kommenden Artikels des Dr. Uder- städt richtet sich u. a. auch gegen die den Belangen des gesamten Handwerks dienende, vom Reichsverüand des deutschen Handwerks und oam Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag herausgegebene eifiziell« Aufklärungs- und Werbeschrift„Handwerk tut not! Fördert da» Siandwcrk!" Es wird Sie vielleicht interessieren, baß unter jlt. V IV 188'31 der braunschwcigifchc Minister für Volksbildung. Herr Dr. Franz en. am 3. März d. Z. eine Verfügung des Inhalt, an die Herren Leiter der Derufsschulen erließ,.daß die werbe- und AnskiSruagsschrist zur Reichs- Ha adwerks-Woche»Handwerk tut noti Förderl das Handwerk!" sich besonder» al, grundlegender Siosf „für eine 5)ondwerk»ftnnde" eignet". Ein weiterer Kommentar dürfte daher sür den Augenblick wenigstens überflüssig erscheinen.(!!) Eine eingehende Aussprache mit dem Berliner Korrespondenten des..Völkischen Beobachters", Herrn Schickedanz, ergab, daß die durch die Veranstaltung einer Reichs-Handwerks-Woche oertreienen Delangc des Handwerks durchaus mit den kulturellen Veslrebunge» der NSDAP, im Einklang stehen. Aus der lleberzeugung heraus, daß es ticfbedauerlich wäre, wenn gerade von feiten der völkische» Presse einer derartigen Aufklärungsarbeit entgegengehandelt würde, wird ganz besonders die völkische Presse(!) um kurze Berichtigung jener Falschmeldungen und um Abdruck des vom Or- ganifanonsbüro der Reichs-Handwerks-Woche herausgehenden Presse- Materials gebeten. Hochachtungsvoll Organisationsbüro der Reichs-Handwerks-Woche. gez. Dr.-Jng. Lindner. In diesem Brief steht eindeutig, daß die in der Reichs-Hand- meris-Woche vertretenen Belang« des Handwerks durchaus mit den kulturellen Bestrebungen der Nationalsozialistischen Partei in Ein- Hang stehen. Ost die Meinung des Organisationsbüros auch die Meinung der Veranstalter der Reichs-Handwerks-Woche, des Reichs- Verbandes des deutschen Handwerks und des Deutschen Handwerks- und Gewerbckammertags? Hier ist Klarheit notwendig. Wir fürchten, daß dieser Brief geeignet ist. den(auch von uns) der Reichs-Handwcrks-Wockie gewünschten Erfolg zu gefährden. Ein neues Heft der Saarwirtschaftsstalistit lzu beziehen von der Handelskammer Saarbrücken. öS Din-Seiten, Preis 2,50 M) liegt vor. das bereits die abgeschlossenen Wirtschastszahlen iür 1930(und Berglelchszahlen bis 1913) bringt. Die Statistik ist um die saar- ländisahe Elektro- und Landwirtschaft erweitert. Ein bürgerlicher Handwerksmeister äußert in folgendem einig« Gedanken zum Nationalsozialismus, über Kasten und Klassen im Kapitalismus und zur Reichs-Handwerks-Woche. Man ertappt sich manchmal bei dem Gedanken:„Ist dieser Adolf Hitler nicht doch ein großes Genie?" Auf der Parole„Ihr seid zu dämlich, um euch selbst regieren zu können. ihr braucht«inen Führer, und Zwar Mich," eine große Partei auf- lauen zu können, ist eine Leistung, die ihm erst einer nach- machen soll. Drei Gleichnisse. Aber die Frage stellen, heißt sie mich sofort verneinen. Es ist zum Beispiel keine Kunst, einen großen Kürbis zu ziehen. Man pflanze einen solchen auf dem Mist und begieße ihn fleißig mit Jauche(möglichst Miesbacher), dann erhält man einen Kürbis von Riefenausinaß. Das ist aber nur Bluff, denn dieser Kürbis ist selbst fürs Rindvieh ungenießbar, er schmeckt nach Mist. Die nationalsozialistische Bewegung gleicht der Bewegung der nordischen Wanderratte. In diesem Rattengeschlecht kommt es periodisch zu Ueberoölkerungskrisen. Millionen folgen dann instinktiv einer Führerratte, welch« sie an die steilen Fjordwände führt, wo sie alle ins Meer stürzen. Handelte es sich nicht gerade um Ratten, dann würden wir Mitleid mit den Tieren haben. Die Natur kennt aber kein Mitleid, sie liebt ihren Stoff, gleichgültig, m welcher Bindung er sich befindet, ob er als Ratte ein Eigenleben führt, ob er den Fischen als Nahrung dient, oder ob er verwesend gen Himmel strebt. Auch mit uns Menschen hat die Natur kein Mitleid. Wenn wir uns durch die nationalistische Bewegung in einen neuen Krieg führen lassen, wenn sich die ganze Menschheit gegenseitig ausrottet, was macht's, die Sonne lächelt darsb, als ob nichts geschehen wäre, kein Gott künnnert sich um diesen Kleinkram, nur eine Instanz gibt es, welche sich diesem Wahnwitz entgegenstellen muß, das ist die menschliche Vernunft! In einem großen Gebäude mit vielen Treppen und Dängen findet man sich schwer zurecht, wenn man den Grundriß des Ge- bäudes nicht kennt. Will man sich in dem Labyrinth der politischen und wirtschaftlichen Auisammenhänge zurechtfinden, dann muß man auch hier von einem Grundriß ausgehen. wie der Krimiaalist sagt„cdvrcdev la fernrnc", so muß der Politiker immer fragen«wer siad die Jaleresteukcn." Die Menschen werde» seit Jahrtausenden von Interessenten- grnppen beherrscht. Die Geschichte der Geistlichkeit, des Adels, der Dynastien, des Militärs ist zugleich die Leidensgeschichte der Menschen. Die fortschreitende Industrialisisrung brachte uns eine neue Interessentengruppe, die Aktianärskaste, deren Hohepriester die sog«, Ginnten Wirtschastssülzrer srnd. Diese Kasten kämpfen heute erbittert gegen den Geist der neuen Zeit um ihre Existenz.- Ihnen allen ist die Mentalität gemeinsam, sich nicht mit dem Volke verbunden zu fühlen, einen Staat im Staate zu bilden und auf dnn Buckel des Volkes angenehm zu leben. Immer wenn sie ins Gedränge kamen, haben es dies« Kasten verstanden, Volk gegen Volk auszuspielen. Es geht ein« Art Frühlingserwachen durch die Sakristeien, Konzeleien und Prwattvntore und man spürt den Hauch der Gegenrevolution durchs Land ziehen, besonders die Militärkaste hat durch den Abrüstungsparagraplien einen schweren Schlag erlitten und man kann verstehen, warum gerade so viele Vertreter dieser Gruppe führende Posten in der nationa- listischen Bewegung einnehmen. Wie stark sich diese Gruppe heute wieder zeigt, beweist- das Verbot des Remarque-Films: dieser Film wurde auf ihr Betreiben verboten, weil or ihre Kreise stört. Es ist verständlich, daß die politische Unruhe sich lähmend auf die Mrtschaft auswirkt. Sie bildet die eigentliche Ursach« der Kapitalslucht und des Schwindens des deutschen Kredits im Auslände. Wenn sich die M i l i t ä r k a st e keine Sorge um den deutschen Kredit macht, so ist das zü verstehen, denn gerade das Mißtrauen zwischen den Völkern ist ja ihr Lebenselement. Nicht zu verstehen ist es aber, wenn die W i rt fch a ft sf ll h r« r durch Förderung der nationalistischen Bewegung sich an der Zerschlagung des deutschen.Kredits im Auslande hervorragend beteiligen. Dies« Kreise müssen wissen, daß die deutsche Wirtschaftskrise in erster Linie eine Vertrauenskrise ist, daß die Naziwahlen der- deutschen Wirt- schaft an Kursverlusten, Kapitalzurückziehung usw. Milliarden gekostet habe». Wenn diese Kreise politisch denken könnten, dann würden sie die Gefahr erkennen, welche in der Radikalisierung dieser sonst indifferierten Massen liegt. Gerade die köpfe derer sollen rollen. die ernstlich bestrebt sind, dos Volk aus den, politischen und wtrt- schaftlichen Jammer herauszuführen. Ihre Worte werden über- tönt von dem Geschrei der Jnteressentenhaufen nach„mehr Religion, höheren Zöllen, Wehrhaftmachung des Volkes, nach Herrscher- Häusern, Abbau der Löhne, Gehäller und der Sozialpolitik". So wie«in Fluß immer den Weg zum Meere suchet, wenn auch auf Umwegen, so findet schließlich mich ein Volk den Weg zu einer vernünftigen Ordnung. Jedoch ein Fluß hat Zeit, ein not- leidendes Volk aber nicht, deshalb tut eine Regulierung der politische!, und wirtschastlichn Erkenntnisse und Geschehnisse not und diese muh bestehen in der Bildung einer Einheitsfront des Volkes gegen die K asten. Diese Einheitsfront ist aber mir möglich, wenn sich das heule dem Aber- und Drewitz verfallene Kleinbürgertum aufrafft und endlich erkennt, wo es hingehört. Dom 15. bis 22. März findet eine Reichs-Handwerks- Woche statt. Die Führer des Handwerks werden dann mit den— Hausfrauenvereinen Fühlung nehmen. Es ist schade, daß unsere große und wichtige Berufsgruppe keine Führer mit Ideen finden kann. Was nützt dem Handwerk der lückenlose Zusammenschluß in Zwangsinmingen. wenn die Führung immer nur fremde Inter- essen vertritt. Was soll eine Arbeitsgemeinschaft des Handwerks mit dem Landbund anders, als die für Deutschland so notwendige Siedlungs- und Bevölkerungspolitik lahmzulegen und damit große Erfolgsmöglichkeiten für das Handwert preiszugeben. Was i» aller Welt geht das Handwerk die„Berel" an. Ist es dem Hand- werk vielleicht dienlich, wenn sich die„Berel" in den Händen von Aktionären befindet? Würde das Handwerk die organisierten Arbeiter und Angestellten in den großen Zeitfragen, wie der Zurück- drängung des großkapitalistischen Einflusses und der Abrüftungs- frage, unterstützen, dann würde es gewiß auf dem für das Handwerk! fo wichtigen kommunolpolitischem Gebiete wertvolle Kompen- sationen erreichen. Da» Handwerk geht zugrunde an der zügellosen Freiheii der privatkapitalistischen Wirtschaft. Fordern seine Führer noch größere Freiheit, dann geht es gewissermaßen au seinen Führern zugrunde. Das Handwerk kann nur bestehen, wenn es hilft,«ine Ordnung zu fchaffenl welche nicht das Wohl der Inter- essentenhaufon, sondern das Wohl der Allgemeinheit im Zluge hat. Möge das Kleinbürgertum bald einsehen, daß zur Beseitigung der gegenwärtigen Unordnung tiefgreifendere Maßnahmen nötig sinii, als die von der jetzigen Regierung beabsichtigten. Es geht ja auch fürs Handwerk heute um eine bessere und vernünftigere Wirtschaftsordnung. Man soll üicht mit Kanonen mif Spatzen schießen, ebenso verkehrt ist es aber, mit dem Puste- rohr einen Elefanten erlegen zu wollen. Es ist heut« große Mode geworden, jeden vernünftigen Gr« danken als marxistisch zu kennzeichnen. Ich fürchte es nicht mehr. marxistisch genannt zu lverden. Ich finde, daß diese Gesellschaft besser ist als die nationalsozialistische, auch wenn ich noch kein Sozialdemokrat bin. Preissenkung am Ende. Llnd die Löhne? Wie das Preußische Statistische Landesamt auf Grund der De- richte von 51 preußischen Gemeinden feststellt, ist die Preissenkung im Februar zum Stillstand gekommen. Di« Preise fast sämtlicher Lebensmittel und Hansbedarfsartikel haben sich gegenüber Januar so gut wie nicht geändert.' Infolge der örtlichen Unterschiede in der Preisbewegung weichen auch die örtlichen Richtzahlen der Lebenshaltung, aus denen die Reichsrichtzahl berechnet wird, in ihrer Bewegung voneinander ab. Die Senkung der Kosten sür Ernährung, Heizung med Be- leuchtung(Vierwochenbedarf einer Arbeiterfamilie) seit Oktober 1930 betrug z. B. in Königsberg 3,1 Proz., in Breslau 4.4, in Berlin 4P, in Köln 5, in Neustettin nur 2,8, in Rastenburg 2,9, in Magde- bürg 6,7. in Erfurt 7,9, in Koblenz 10,7, in Krefeld- llerdingeii 11,9, in Hagen i. W. 14 Proz.! Schlechter Auftakt aus dem Baumarkt. Starker Rückgang der lvaoanträge im Januar. Der Wohnungsbau im Januar ist gegenüber dem gleichen Monat des Borjahres erheblich an Umfang zurückgegangen. Obwohl aus dem Jahr« 1930 eine groß« Anzahl unvollendeter Lauten in das neue Jahr übernommen wurden und das Bau- metter im Januar in den meisten Reichsteilen nicht ungünstig war. ist nach den Feststellungen von»Wirtschaft und Statistik" die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in 96 erfaßten Groß- und Mittelstädten mit 10 700 um 17 Proz. g e r i n g e r liegen. Dagegen hat sich die Zahl der e r t e i l t« n Bauerlaubnisse gegenüber dem Januar vorigen Jahres um 4 Proz. gesteigert und beträgt 5933 gegen 5729. Die in Angriff genommenen Bauten entsprachen im Berichtsmonat dem Stand vom Januar 1939. Bei den nicht zu Wohnzwecken dienenden Gebäuden war die Bautätigkeit uneinheitlich. In sämtlichen Gemeinden von 19999 Einwohnern« auswärts wurden im Januar 1931 rund 12 499 gegen 18 199 Woh- n u n g e n in dem entsprechenden Monat des Vorjahres neu er- stellt. Der überwiegende Anteil, nämlich 86 Proz., entfiel auf Gemeinden über 59 999 Einwohner. Insgesamt zeigt die Entwick- lung des Baumarktes im Januar ein durchaus unerfreuliches Bild, das nicht dazu angetan ist, auf die Baukonjnnkjpr des laufenden Jahres große Hoffnungen zu fetzen. Anschlag gegen die Raucher. Kleinere Tabakpakete auf Kosten der Konsumenten. Das Reichsfinanzministerium hat mit Erlaß vom 31. Januar 1931 auf Wunsch einiger Firmen(noch nicht die Hülste der Pro- duktion) genehmigt, daß zum Ausgleich der Zoll- und Steuerlasten bei Packungen für Pfeifentabak von 59 bzw. 199 Gramm auf 49 bzw. 89 Gramm herabgegangen werden kann. Selbst die Mehrzahl der Erzeuger lehnt diese Methode ab. Die Herabsetzung der Gewichts- menge ist aber auch eine Schädigung der Pfeifenraucher. Di? Verminderung des Packungsgewichts von 59 auf 49 bzw. von 199 auf 89 Gramm erhöht die Verpackungsunkoften(Löhne Papier, Kartonnagen, Versondkarwns, tägliche Minderleistung der Moschinen nach Gewicht usw.) um rund 25 Proz. Außerdem erhöht sich auch für die anzubringenden Steuerzeichen die Abgabe an den Fiskus. Alle diese Unkosten u n d die erhöhten Steuern muß natür- lich der Verbraucher bei diesen verkleinerten Packungen tragen. Die Maßnahme ist aber auch gar nicht nötig, weil entsprechende Bande- rolen vorhanden sind. Der Essekt der Di/ißnahme ist, daß man den Verbraucher über die tatsächliche neue Staatsbelastnng irreführt und ihm schließlich auch zu viel Geld abnimmt. Selbst wenn das Unrecht geschieht, daß die neue Belastung voll auf den Raucher abgewälzt wird, wäre nur eine Verteuerung um etwa 13 Proz. gerechtfertigt. Die Gewichtsminderung ist aber eine Belastung um 20 Proz.l Nun will das Finanzministerium sich die Ermächtigung geben lassen, den Erlaß allgemein durchsühren zu können. Das ist uns unverständlich. Es ist zu fordern, daß auch der erste Erlaß auf- gehoben wird. Oeffentliche Austrage an die Wirischast. / Die Vergebung im zweiten Haldjahr �930. In den Monaten Juli bis Dezember 1939 stellte sich die Summe der vergebenen Reichs- und Ländcraufträge monatlich im Durchschnitt auf 75 gegen rund 95 Millionen Mark in der ent- sprechenden Zeit des Borjahrcs. Innerhalb der sechs Monate stiegen nach„Wirtschast und Statistik" die öffentlichen Aufträge vom Juli bis Oktober ziemlich erheblich, um im November sodann wieder stark zu sinken. In diesem Monat wurden. imr für 52 Millionen Mark öffentliche Auftrgge vergeben, was den tiefsten Stand feit etwa zwei Jahren darstellte. Die vom Juli bis Ottobe-r festzustellende Vermehrung der öffentlichen Aufträge entfällt überwiegend au-f Bestellungen der Deutschen Reichsbahn. Diese vergab im September rund d a p pe l t s o v i e l und im Oktober sogar dreimal soviel Auf- träge an die Wirtschaft als im Juli vorigen Jahre. Es handelt sich bei diesen.zusätzlichen Aufträgen in der Hauptsache um Schienen- schwellen und Personenwagen, so daß also die Maschinen- und Fahrzeugindustri« sowie die« i s e n e r z e u g e n d e n B e- l rie be den Löwenanteil an diesen Aufträgen erhielten. So ent siejl u. a. auf Den Aiaschinen- und Fahrzeugbau im Oktober mit 63,4 Millionen Mark mehr als die Hälfte des Gesamtwertes der erfaßten öffentlickien Aufträge überhaupt. Im einzelnen erhielt der Bergbau in der Berichtszeit mit 28,8 Proz. den größten Anteil an den öffentlichen Austrägen über- Haupt, ihm folgt der Maschinen-, Apparate- und Fahr- z« u g b a u, der seinen Anteil gegenüber 1929 in der Zeit vom Juli bis Dezember 1939 von 18,1 auf 23,1 Proz. steigern konnte, während die dritte Stelle die Eisen-, und Metallproduktion mst 14,5 gegen 11,1 Pro.z. im vorhergehenden Jahre einnimmt. Die elektrotechnische und optische Indu st rie, deren Anteil von 14,1 auf 12,7 Proz. zurückgegangen ist, wurde auf den vierten Platz gedrängt. falsche Behaupiungen. Kostet die Reichssorschllngsstelle für landwirkschastliches Marktwesen drei Millionen Mark? Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die von ewigen Blättern verbreitete Mitteilung, wonach die Reichsforschungsstelle für landwirtschaftliches Marktwesen über einen Etat van insgesamt 3'Millionen Mark verfügen soll, nicht zutreffend. Der Etat der Reichsforschungsstelle ist für das Haushaltsjahr 1939 m i t 250 009 M. angesetzt: für 1931 sind 232999 M. vorgesehen. Großhandelsindex ekwos höher. Die auf den Stichtag des 11. Mär; berechnete Großhandelsinderziffer des statistischen Reichs- «m.ts hat sich mit 114,3 gegenüber der Vorwoche(113,9) etwas erböht._ Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoiie aus l97,5 um 1,3 Pro;, gestiegen, während die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 196,2(um 9,2 Proz.) und diefenige für industrielle Fertigwaren auf 138,8(um 9,1 Proz.) zurückgegangen ist. Merkwürdige Prioalklagen gegen das Reich. Mehrere oft- preußische Handelsmühlen beabsichtigen wegen der Verluste, die sie durch die Roggenstützungsaktion erlitten haben, eine Klage gegen den Reichst iskns onböngig zu! Nochen. Es handelt sich um Schäden, die dadurch verursacht wurden, daß die Maßnahmen bei der Roggen- stützungsaktion die Absatzmöglichkeiten an Mehl zum großen Teil vernichtet hätten. 50 Millionen neue komnmnalschohanweisungen. Im Anzeigenteil dieser Ausgabe veröffentlicht die � Preußische Staats- dank(Seehandlung), Berlw, und die Deutsche Girozentrale Deutsche Kommunalbant—, Berlin, eine Bekanntmachung über dif zum freihändigen Verkauf aufgelegten 59 Millionen Mark 7 Proz. Deutsche KommunolttSoidschatzanweifungen, fällig am 1. April 1985. Der Verkaufspreis beträgt Wi Proz. Der Erlös der Schatz- »nwetfungeii soll zur U m schul du ug der am 1. April 1931 lälligen Darlehen aus den an diesem Tag« solligen Deutschen Äoenmunolgoldschatzanweisungen von 1928 verwendet werden. Den Besitzern der alten Schatzaniveifungen wird ein Umtausch in die ileuen Schatzanweisungen zu 06 Proz. angeboten. Die Differenz von 4. Proz. wird in bar herausgezahlt. Mmblmai* korpsf-Ausstellunq Die neuesten Modelle ruäossefofd�nllich b»ii»oer» Dreisen Auch bis zu 18 Monatsraten Vaddafcr Bemn we.telptlger Str. 122-123 DeDtsMMtMtU Montag, den 16. Btär), abends b, Ahr, in parlrrrelaal de» verdandshanleo, einienstrah« 63i85 Branchen- Versammlung der Bau- und Geidschrann- Schlosser Tagesordnung: I. BranchenangeleaenheUcn I Bericht oes Geiclleiiausichuiles. 3, Neuwahl des chejellenau-schusses. «. Aino-Beranftaliung S1,'. Uhr. Das Erscheine» aller KoUegen>sl und«. ding» notrueudig. Die Orlsrerwaltang. GeseiienausschuBwahl bei der Schlotzerjwoagsinnnng (Brotz'Setlin. Montag, den 18 Mdrz 1931, findet abends 7 Uhr im Saufe des Deutsche» Metall- arbeiter-Veibandes, Parterresaal. Der- lin Ndl. SinienfUagt 83/85 die Gesellen- auslchugwahl der Echlosserzwangsinnung Grog- Berlin statt. Es ist Pflicht aller w den Innung»- deirieben dcschijftigten Sollegen, zu dieier Wahl n i er chcmen und sich vorher' von ihrem Meister eine Bestätiaung geben ,u lagen, daß fle IN einem Innuugsdetried beschiistigt find, Spielplan unserer ftalturobtrilung. In der Woche vom I«. bis 22. März: 1. IuaendtragSdie. 2. Bilder ans den Nordlcemar'chen. 3. Hygunc film In der Woche vom 23. bis 2». März- 1. Mit Even Hedm durch Asiens Wüsten 2 Hyg-ene-Aiiin. 3 Humoicsie. In der Woche vom 30. März bis 8. April 1 Die Slonigm der Meere 2 Ausbildung der Schiffsmannschaften 3 Humoresie. Aniragrn wegen Beiuch und Ukber- lagung der Adtrilung find lelephonisch oder ichrtillich an die null uradleilung (Büro LmicnstrchZ, 85, Zimmer 20) zurichten. vir OrisTerwallama. ir Anzöge und Käntei »»s citcebrAcbtta Stoffes nach jenaüett Maß für M. 39.- _ �einschließlich unserer Zutaten— Tadelloser RnBhaffrver>rhp BERLIN H AM BÜRO ALTONA KÖLN ESSEN OÜSSELOORP HANNOVER DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT Vh WUPPERTAL BREMEN 19S1 dewicLoie� alle� freunden unseres Hauses und denen, die es'werden-wollen. Copuright du Kurt Lisser Reklame 1931 Nachdruck von Wort und Bild verboten! H«umxxieaf 61 Wann ist Frühling? Wir Erwachsenen bei unserer Arbeit dünken uns oft sehr klug und weise und wir sind gewohnt, alle Fragen, die im Leben an uns herantreten, mit großer Tiefgründigkeit zu erörtern.. Und dann kommt plötzlich so ein 10 jähriges, blondschöpfiges Mädel daher gebraust, und gibt uns mit ihrem kindlichen Instinkt eine Erklärung, auf die wir selbst nie gekommen wären. Dem Schreiber dieser Zeilen wurde neulich Gelegenheit, einen Blick in die Aufsatzhefte von 10— 11 jährigen Schulmädeln zu tun. Das Thema hieß:..Wann ist Frühling?" Suse hatte geschrieben: „Frühling ist, toenn man weiß, daß es keinen Schnee mehr gibt, und über' all kleine grüne Blättchen kommen," Jlsebiii drückte die Sache so aus: „Wenn der Wind warm ins Gesicht weht, und die Menschen alle viel netter werden." In Renate's Heft stand: „Der Frühling ist eine Zeit im Kalender, die alle Jahre wiederkommt und die das Neuerwachen der Natur ankündigt.4' Aber Lotte, genannt Lo, die hatte in einer schon sehr bestimmten Handschrift über das Papier gefegt, und da stand zu lesen: „Das merkt man sofort: Frühling /st, wenn Mutter und ich neue Kleider brauchen." Ja, zum Kuckuck, hat die kleine Range nicht eigentlich recht?? Gibt es überhaupt eine Antwort auf die Frage, die zielsicherer wäre? Und wenn das so ist— dann allerdings ist der herrlich schöne Frühling schon mitten unter uns. Nicht nur in Gedanken all" der vielen großen und kleinen Los rumort er. sondern auch in unseren Schaufenstern ist er mit all' seinem Zauber eingekehrt. Und wenn Sie wissen wollen, was er bringt— wie Schönes und wie preiswert dann-- Es äst eine alte Geschichte. Und sie beginnt Ende März; Man prüft seine Sommergerderobe— Und da fehlt es aiierwärts--- Man brauchte ein leichtes Kleidchen In zartem, pasteilnem Ton, Dazu einen Sommermanlei. Nach allerletzter Fasson- Dann eine der neuen Blusen. Die sind so unglaublich apart-- Und venn's geht, Auch noch eines der feschen Kostüme sportlicher Art Auch ein Hütchen mühte dabei sein, So eines aus Stroh Geflecht, (Aber der Preis, Oer mühte ganz klein sein. Die Zeiten sind doch sooo schlecht t) Doch viele tausend Wünsche Blieben wohl unerfüllt, Gäb's nicht ein Zaubersprüchlein, Das immer wieder gilt- Ganz unten auf der Seite, Sehen Sie, da steht es ja- Das kleine Zaubersprüchlein: Gehen Sie zn«C 21 A" SUganUs Complct, tum ganz besonderem Schiit: da» Tweedkleid mit Heller Kunstseide ge- putzt, der Ripamautel — zum Kleid passend, mit Tweedbesatz nnd ganz aus Futter. Mit Pelzschmuck Afioo tostet es nur-f W Der neuif sehr elegante Iabolwautel in Georgette ist mit Som» merpelz prächtig au»- gestattet, dir Seiten- und Aermelvolant», die Bogen am Jabot geben ihm aparten Lhorme. Ganz aus gu.»»00 tew Futter nurD«? -o t V/ T\ Äolche�riefe machen Äpaft! ..... was war' ich froh lieber ein Hütchen aus Stroh Mit geschwungenem Rand— Und schickem Band, Und- liebster Herr Hutler— Vielleicht mit Futter/ Hoch, der würde mich kleiden! I! Und— ist's sehr unbescheiden?— (das Geld ist doch karg!) Wenns geht t unter 5 Mark." Herr Hutter schmunzelt, und— hier ist der Hut: Rämlich eine fesche Glocke _ wie oben— aus dem modernen groben Geflecht, mit zweifarbiger Bandgarnierung und Ripsbandfutter(das geht doch, nicht wahr?)— und dann die Ueberroschnug. er lostet unr.. db Anscheinend leben wir im Zeitalter des Automaten. Wissen Sie. dafz es eine automatische Schreibmaschine gibt, die tausend Anschläge für 10 Pf. macht? Oder kennen Sie den Automaten, der für SO Pf. Höhen- sonne svendet? Ja. auf der Frühjahrsmesse gab es sogar einen Automaten, ans dem man sich für SO Pf. einen Regenschirm ziehen konnte. „Kleid er-Automaten � gibt es ja nun noch nicht, und die sind wohl auch so bald nicht zn erwarten. Dm meisten Damen würden sich wohl dagegen sträuben. Die wollen nämlich k»m JUeib, das ihnen so ein Au- toniat aussucht, die wollen selber sehen, aussuchen, anprobie- rem. Das ist ja doch mit das schönste am neuen Kleid I Das können Sie bei uns in reichsiem Ma- ße, wie kaum wo! Und — das ist wohl auch allerhand wert— dazu diese fabelhaft niedrigen Preise, die Ihnen de« Knuf so leicht wachen. Versuchen ©te's einmal. Vielleich> �ziehen" Sie mitIhrem neuen Kleid das große Los! Denn so ei» fesches Kleidchen— etwas Frühling— rosige Stimmung-- nujn kann nie wissen! l B. diese» hachmodern«. flott« Zäckcheakleid am Trikot Eharmeuse mit apartem Tweedmuster ist ein wundervoller Frühjahrs Anzug. Da» ärmel- los« tUeid ziert ein« weiß«, duftig« Weste, der »ock hat voll« Falten, dazu die ele- M gante lose Zacke— alle» für nur I«» Alle in dieser Eeite enthalteneu Angebot« stehen Ihnen ab Man- tag früh bei uns zur Verfügung. Schriftliche Bestellungen kännen nicht berücksichtigt«erden! Lafjt Koffer sprechen! Douglas Fawbanks. der charmaute Gatte Mary Pickfords. hat eine kleine Er- hoiungsreise angetreten. Dazu brauchte er natürlich nicht viel Gepäck,„mit* 70 Anzüge. 10 Mäntel, 34 Paar Schuhe usw. Bitte, lachen Sie nicht, was der Mensch braucht, muß er haben. Auch Sie! Z. B.. jetzt zum Frühjahr den neuen An- zug. Den müssen Sie haben, nnd den köll- neu Sie auch haben. Sie müssen ihn haben, weil der alte wohl nun doch nicht länger geht, und weil Ihnen ein neuer erhöhtes Seibstvei trauen gibt und dadurch zum Weiterkommen hilft. Sie können ihn ha- den, weil er durch» aus erschwinglich ist. Auch für Sie. Das müssen Sie selbst zu- geben, wenn Sie hören, daß ein so ttptoper eleganter Au- zng, wie der neben- stehende, au» ganz bt- souder» guter, reiu- wollener ttauungaru- War«— altbewährte» Fabrikat—. dessen Zu- ueuverarbeitung hoch- Pen Ansprüchen genügt. bei im» nur 1 kostet. Eine» sehr hübsch-gemusterten und trag fähig e» farbigen«aouugaru- Anzug bekomm«»«feA, � Sie bei nn» aber schau für nur..... Vergessen vie nicht: OTi�mock Kennen Sie Jen? Hacke und Peter sind im Zirkus. Indianer zeigen ihre Kunst. Ein Mädchen steht vor eine« Holzbrett, an das der große Häuptling»Die blutige Hand* aus einiger Entfernung scharf geschliffene Messer wirft. Immer haarscharf am Kopf de» Mädchen» vorbei sausen sie in da». Holzbrett, schon an die 10 Stück. „JUmnt*. sagt Hacke zu Peter,„wir geh«», der Kerl trifft ja doch nicht!* Oraniemtr.40 Am Oranltnplttx Chaufteettr.113 KönisrtraQe 33 vom, Kt»», ins» Bahnho, AmdtitnhofAJcxanitarplatt Bencn- bzw. Koabes-KleUfang tat den beiden OruhSflmi Köclgtfr., OSTER-VERKAUF Crepe Marocain reine Kunsfsaide hervorr. Qual., mod-Farb.,«;a.100«. 3X4 88/-, 47,-. Teppich-Lürner. '■got»iwnec8i. 26 b. ZwpiAIiass earil BefSntf. Dtrli», feit 49 Aal?» tcit itar Ocamen» ftraSt 15b. Aal,- luaaseeleickiloruna ofiitc Zlafschlaa.Evi. �ialiaialaa lofttK» frei.__ 7______* Jlucjioarcu; !&Sdmtc nerfdxtifen sich«token Le». dienst mit Tente!, VäsK-inSvfen, Tnaenchalter.Hasen, leiiaer. Tammi- diinder.-Reiser, Ra- sierViaaen. Teifta, üravatten. Balle, Muknmauli. S-r. lanaen Tie untere nl-uest« Preisliste! 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Fast in allen Bezirken haben die G c- werkschaften gegen die von dem Schiedsrichter vorgeschlagenen Lohnherabs« tzunaen Stellung genommen und verlangen ÄW '»•oTr '«efr, In a"en 9er$ t'M p, reise, BRUNNHNSTRASSE 197 FRANKFURTER ALLEE 350 KOTTBUSER DAMM 103 WILMERSOORFER STR. I6S tut. Jnser Lager ech PE&SERTEPPICHE! enthajf Stücke von seltener Schönheit Der di rekte Import onne Zwischenhandel ermöglicht unsere billigen Preise n-r mUDJiSTAN-BRÖCKSNco# üt-\ JWOLLPLDSCH- LÄUFERSTOFFE 1 TCDDIPUP Jacquard-Boucle rein. Haorocn Ä&MS* Ä6.« i I ie MarkeShlmuster_______ 1 •■zW-'&h9ri "36259.- DAUNENDECKEN kunstseid.Damast.Duckseit« t veslerDaunensatm m I. Q Namd ich i u nq rcTbO. lOj'TQ.- BOUCLE TEPPICHE. mod, Jocouardmusterl 28-"®«,! sav ca �29 je w In unserer sehenswerten SALINEN ABTEIUJN6 Dekorctionsn u. SardmeavolTendet inj 1 Form u FarbeauSergewohnücn preiswert! 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Zum Bezirksbetriebsrat beim LFA Brandenburg: Liste 2 Kochan(Luckau), Graebig(Guben). Zum Bezirks- belriebsrat beim LFA Berlin� Liste 4 Okowiak-Spisß. Am 18. und Ist. März wählen die Angestellten der Dienststellen im Bereich des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Zum Haupt- belriebsrat: Liste 1 Kotzke(Berlin), Marz. Wenk(Kultusministerium). Am Ist. uiif» 20. März wählen die Angestellten der Dienststellen im Bereich des R e i ch s w e h r in i n i st e r i u m s. Zum Haupt- betriebsrot: Lifte 1, Meinte, Benters, Feige. Am 20. März ivählcn die Angestellten der Dienststellen des preußischen I u st i z m i n i st e r i u m s. Zum Hauptbetriebsrat: ' Liste) Westphal(Kammergericht Berlin), Deumich('Amtsgericht Breslau). Zum Bezirksbetriebsrat: Liste 1 Schräder(Amtsgericht Berlin-Mitte), Schmidt(Landgericht I Berlin). Am 22. und 23. März wählen die Angestellten der Dienststellen im Bereich des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe. Zum Hauptbetriebsrat: Liste 1 Wcndland(GAA. Berlin-Mitte), Wachlin(Eichungsdirektion Berlin). AfA-�unktionüre der Metallindustrie! Wie bereits belannt sein dürfte, und die am Mittwach, 11. Süitw. mir dem Berbond Berliner Metallindnftriellcr«eftibric» Bcrchandlunaen über den nclicil Grlioltstarifvertrva eraebivislos verlaufen, so dag ein Cchlichtunasver- iabreir anbiinaia acmocht werden muß'e, wofür Termin auf Diensian, 17. März, fpätnachiniitaas, anaesettt ifi. Zur Deschlubfasfuna babcn wir iiir Mittwach, 18. März. IO'a! lilfr, im Vvwcrkf llxftsliaus, Snaetufcr 24— N, Grogcr Saal, eine AfA-lrunliionärversammluna anacsebt. Tancsordnuna: Beschlirnsaslnna iiber , de» Vebaltsschicdssprncki. Bei der Wichtigkeit der Taqesordnuna und der Bc- deutuna der rorzunedmenden Befchluftfassuna erwarten mir bestimmt das Er. scheinen oller AfA-fZunliianäre.?H« Mitqlieber bcs AkA-Metallkartells treffen /sich bereits um 18>,4 Uhr, im alcichen Lokal. Äonferrnzzimmer. AsA.Met<>Z..qarieII. gentralaerband der An»«stellten, Ort»ar«»»e Srah-Berlin. Gottfurcht. Lanae. Deutscher Wcrkineistcrverband. I a r a e r. Bund der technischen Anacftclltcn und Beamten. ll n t h e r. Achtung, Betriebsrätcwahlen! Aa» muh der Betrieberat willen? Um die liolleaen darüber ZU informieren, neranstaltet die Berliner Dewerktchaftsschule folaendc Surf«: Sulu» Sew. 1,1-»W-hlncrsahren und EeschöftsfLtruna de« Betriebsrat»''. Lebrer: flrih ilricke. Unk-rrichtstiätre: Saal u Gewe�schastzbau», Ense!- '»ler 24.— 3.1. Eaalaebäud«. Einaan« Tilr rechts vom Lauvteinaang. B-ainn: Mit'woch, 8. Ärril, um 19 Uhr. Snrsu, O. 14:»Wablo«-fahren und Seschöftsfjihr»»» de« Betriebsrat»". Lehrer: Otto Bach. Unterrichtsftätte: Lovbien-Lnzsum. Weimneifteritr. IS— 17. Besinn: Montaa. 18. Avril, um 19 Uhr. Dauer der Surfe Z Abende. Zeilneb-neraebShr 2 M. für den gesamten Lehrsana. Arbeitslose sind vom Beitraa befreit. Anmeldunaen in den Lehrberatunas�vreckliunden der Gawerkschaftsschul« Monis« und Ätsiia« von 16 bis 13 Uhr, Zimmer 25 de« Demeickschaftskaufsz, in den Orisverzvaltunaeu der Derbände und am eriten Lurfusabend. » S 1 m m m I 9 1 ■& LP«..B«triebs--vi»» beim Drsrgischen Stattkischen L-nbesamt. Montan. 20 Uhr. Dre-d-ner Sorten. Dresdener Htn 45. s. Aufhitufer: „Sie rolitifche San". SPD.Betriebst- aktio» der Allaemeincn LrtsZrauhevkasi«. Montan, 15� Uhr, Gewertschaftshaus, Snaelufer 25. Saal 1. Mar BriniZier: ..Sie voliLsch« Lage". 9lrbeit»«em»inschast sozialbcmoknatischer Znstizanarhochaee. Monta«. 16Zi Uhr. Schneider, Slosterstr. 79, Ecke Süniatirafi«. Mitzliederoersamm- luna. SPD..B«tr>cb»fraktio» bei« Arbeitsamt Ztaid. Diersto«. 1*1? Uhr, Stor'kafino, Reinickendovf�Zft. Bendenzftr. 76 Dolfnann Schwarz: „Unter Samnf aen«n den 3?ationalso?iab!smu»". »PD..B«trieb«f!-itwn beim Arbeitsamt Südost. Witwoch. 19 llbr. kidealkastna, Weichselstr. 8. Dr. Löwenitcin:„Die La«e der Arbeiter. Ilass» in der Krise". SPD.>Betrieb»sralt!o» beim Bczielsamt Tempelbos. Donner-ta«. So Uhr, Bin« er. Trmrelbos. Dorfsir. 51. Konz Bauer:„Sie volitifch« Situation". Ad» �reie Gewefkscbaits-Iuaend Berlin O-tsausiSuh de» ADS'Z.. Berlin, Uutovaustchuft Lichtenbor«. Dienst»«, 19 Uhr. Bartraa de? Kerrn Oberinaenteuro Thlktne:„Die Grogkraktweicke Klinnenber« und Weit und die Elektrizitätsoersornuna der Reichshauptstodt". mit Lichtbildern, in griedrichsfelde. Tevrpels isestsale, Prinzenallee. Eck« Di hotulir-a--. tffss beute. Sannta«. folaende Beransialtunaen: KWkrei»: IZIZ Uhr Zuaend. heim Tenroelhos. Germaniaftr. 4—6:„Streiszitae durch die Wort".— Südring: Beflchtinun« der Bundesfchule de, ADSB. in Bernau. Treffen Vk Uhr vor dem Schulnebände. am Bahnhof Neukölln um 7 Uhr.— Vftkvcis: 19 Uhr Iuaendheim Lichtenberg, Laufs- an der Lesstnaltrah«.„Peter Panther." — Rerbkrtis: 19 Uhr ZuaendhilM Lorhlna. Ecke Sraunftrahe. �Durch die Mark Brandenburo." Straße 18—19. Benbarde»!_______ W>... W»>. M>. m. WM>N W> Alerendcrvlqh.— lluqendnnevve des Bcrbanbe, der Rahrnnftsmlttel. nnb Se- träntearbeiter: Kahrt nach Strausberg— Tisfensee. Treffen 8 Uhr Schlesischer Bahnhof— Morgen. Montag. 16. März, 1988 Uhr. Zusammenkunft aller Eruvvenleitm-aen im Sunendheim des Deutschen Me'allarbsiterverbandes, Linie nfi. 88—85.— Achtung! Karten für Sondervorfiellunaen de» Bolksbitbn« am 22. und'B. Mä-Z sind zum Breis« von kd Pk. nach in der. Ouflendeent-al« ZU Inioer, @.�usendarupve des Zentralverbandes der Anaestellten Leute. Sonntag, folgende Beranüalt'iirgvn: Di« Badler treffen sich um 8 Uhr vor unserem Berdandshaus. Sonntagsveranftaltung-n im fru«endherm Svandau. Lindrnufer 1, von 20 bi» 22 Uhr.— Zugirdheim Natten- ouvaer Str. lb. von 18 bis 22 Uhr.— Iunendbei» Drohe frankfurter Str. 16. van 18 bis 22 Uhr.— Jugendheim Neukölln, Böhmisch« Str. 1—4, von 18 bis 23 Uhr.— Zuaendheim Nouxrve». Pviefterftrafi«, van 18 bi» 22 Uhr.— Karten zur Iugendvorftelluna der Valksdübn« am 22. und 26. Mär, find»um Preis« von 89 Pf. im Zunendsekretariat ,u haben.— Morqen, Montag, finden folgend« Beran staltungen statt: Weddina: Zuqewdbeim Turiner Ecke Seestraße. Vortrag mit Lichtbildern:.Uvfer N.eichsfuaend'a» in Lübeck und unsere ferienfahrten im Anschluß hieran". Aeferent Georg Keilbrunn.— Brkb: Städtische» Zu»:ndhaim fBatdaus). Sl!är,se,er.— Urban: fuaendheim Kabrecht- Ecke Sanderstraße. ..Märzfrurme." Vortragende lfri-del Lall.— weißenfee: Jugendheim Pitorius- frvaße 24. Mü-zfeier. Di« Anlvrach« hält Dr. Mar Schütte.— Karten Mt Zunendvorftelluno der Bofksbühne am 22. und 29. Mär, sind zum Prerfe von 89 Pf. im Zuaendlekre'ariat zu haben. An die Ortsvereine im Bezirksverbanö Vrandenburg-Grenzmark. Genossinnen und Genossen! Aus Grund des 8 27 Abf. 2 des Bezirksstatuts beruft der Bezirksausschuß hiermit den ordentlichen Äezirksparteitag zu Sonntag, den 12. April, g.zo Uhr, nach Berlin, Landtag, Prinz- Atbrecht-Straße 6. Tagesordnung: 1. Die Ausgaben der Partei nach dem 14. September lSZS. Res. Dr. Breitscheid. 2. Bericht des Bezirksvokflandes. Berichterstalter W. Krüger. 3. Wahlen: a) der Delegierten zum Reichsparteitag. l>) der Revisoren, c) von zwei weiblichen Mitgliedern zum Bezirksvorstand. 4. Anträge, soweit sie durch vorstehende Tagesordnung nicht erledigt sind. Der Bezirksparleitag seht sich zusammen: a) aus den gewählten Delegierten der llnterbezirke und deren Sekretäre, Ii) aus den Mitgliedern des Bezirksvorstandes und den Revisoren. c) aus den Vertretern der in der Provinz erscheinenden Partei- Zeitungen, 4 llhr. 7. Kreis. Donnerstag- 19. März, im Jugendheim, Rosinenstr. 4, Funktio- närliinensitzung. 17. Kreis. Mittwoch, 18. März, 29 Uhr, bei Henseler. Lokal zum„Treffpunkt", Lichtenberg, Botzhogencr Str. 62,„Die Frau als Staatsbürgerin". Refc. rcniin Käthe Kern. Montag, 1ö. März. 2.!3. Abt. Im Saal 5 des Eeworkichnfishaufcs, Engeiufcr, Diskufsionsabend über das Problem der„Doppelverdiener". 19. Abt. Bei Leufchner, Lickerftr. llll,»Die Frau im»Dritten Reich". Refc. rentin Käihe Kern. 23. Abt. Bei Leintzc, Barfns. Ecke Glasgowcr Stroße.„Ehe und Familie". Rnndfckireidcn des Papites. Referent I. P. Mauer. 24 Abt. 3. Gruppe, bei Schulz, Carmcn.Sylva.Str. öl-„Berufsberatung". Referent Genosse Kaim. 23. Abt. Bei Rösler, Goldapcr Str. 9.»Internationalismus". Referent Genosse Abramowitfch- 29. Abt. 29 Uhr bei Klug, Danzigcr Str. 71,„Dil Enzyklika des Papstes". Referent Ernst Neumann. 49. Abt. Bei Förster, Dreibunbstr. 11, Werbeabend heiteren Charakters. Rezitationen Genossin Waikotte, Ansprach« Hertha Goithelf. 83. Abi. 29 llhr bc! Rode, Hindenburgdamm Ecke Roonstraße.„Bürgerliche »od proletarische Frauenbewegung." Referentin Henny Iaduczvnfki. 38. Abt. 2V Uhr bei Delani, Bahnhofstr. 61,„Die Enzyklika des Papstes." Re» fercntin Dorn Bergas. 124. Abt. Im„Nordstern", Hönower Straße, �Obrigkeit und Militär im alten Obrigkeitsflaal". Vortragender Franz Hofemann. Dienstag. 17. Mörz. 29. Abt. Bei Pose, Kolonicstr. 13,„Die Enzyklika de» Papstes". Referent Hanns H. Kamm. 28. Abt. 29 Uhr bei Bartelt, Wörthcr Ecke Rykestraße,»Die Enzyklika bcs Papstes". Referentin Margarete Hartig. 22. Abt. Den Genossinnen zur Kenntnis, daß unser Frauenabend am 17. März wegen der Kreisdelegiertenpirsamrulung ausfallen und auf den 24. März verschoben werden inusi. 93. Abt. 20 Uhr im Jugendheim, Böhmische Straße,„Politik und Einkaufs. korb". Referent Dr. Hans Cohn- 99a. Abt. 29 Uhr in der Schule Parchimer Allee PolUlsliv satirischer Abend. Vortragender Hans Fuhrmann. 197. Abt. Im Gcmcinschaftshauz Falkcnberg„Der Weg zurück" von Rrmakaue. 122«. Abt. 29 Uhr bei Lindner, Biesdors.Sitd, Kapcnicker Str. 163/167. Sali. rischer Abend. Referent Franz Hofemann, 123. Abt. Die Vesichtigunq der- Sänglingstrankenhauses. Giersstr. 4, findet Dienstag, 17. März. 17 Uhr, statt. Trefspnnkt daselbst. 12812». Abt. Bei Meter,„Türkisches Zelt". Breite Str. 14,„Die Schwri.z, Land und Leute". Rcscrenitn Gertrud Düby. Mittwoch, 18. März. 1. Abt. Im Hackescken Hof, Rosenthaler Str. 40/41,„Völ�erbimd und Vokker-, verstckudiflung". Referentin Erna Ticl)auer. 34. Abt. Im Jugendheim, Rosinenstr. 4,«Die En�yNika des Papstes�. Refe- rcntin Dr. Käthe ffrankenthal. 3«. Abt. Uhr ausnahmsweise bei s?van�en. Kalckreutbstr. 3 tEingang Auqsburqer Straße,..Die Internationale der Frauen im Kampf um So.�io- - ää Ref«--—- Iis« nu s und Frieden' Äbt. Bei angestellten' J1 bürgen . Res erentiu Gertrud Dübn. ens. Barbarossastr. ö»,„Unsere Forderungen für die Hans. ereniin Luise Kähler, M. d. L. 79. Abt. Bei Reimann, Sedante. 17. Bortrag de» Genosse» Dr. Kurt Fleischer. 89. Abt. 29 Uhr im Helmholtz-Gymnasium Arbeitsgemeinschaft Wer Agitation». fragen. Leiter Genosse August Riemann. 81. Abt. 29 Ub- bei Klah«. Sn ubierute. 60/61,„Die Friedensbestrebung«» der Sozialdemokratie". Referent A. Donid-y. 193. Abt. 20 Uhr bei Schmidtbauer. Bismarckstr. 74,„Welche Ausgaben bat der BSlkerbuitd zu erfüllen?" Referent San» Bauer. 111. Abt. Bohnsdorf. 20 Uhr bei Leimann, Waltersdorfer Str. 100..Die Enzyklika des Papstes". Referent War Brinitzer. Donnerstag, IS. März. Z4 Abt. Bei Breberster», Dauzizer Str. 46.„Grundsätze sosiaütefcher ffr« »iehuna". Referent Hann« H. Kunstmann 9». Abt. Suckow. 29 Uhr bei Dietrich, Dorste. 1. Bunter Abend. Referenter IIS. Abst 29� Uhr hei Werner, Köpenicker Str. 126, Heiterer Abend. Trr» r, H. Kamm. _____.. a der Lindauer Straß« Dorfiihr oder Madonna". Referent Genosse Altmann. tragender Hann, H. Kamm. 136. Abt. LI Uhr in der Lindauer Straße Vorführung de» Bildbände».Stuttor Frcttag. 20, März. 138. Abt. 20 Uhr im Turnhallengebäud«, Roonstraße.„Die FriobeN�befirebun. aen der Sozialdemokratie". Referentin Hertha Gotthels.— Montag, 16. März. 18 llhr. im gleichen Raum Helserinnensttzung. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt 3. Krei» Montag, 1«. Mär,, im Uhr, Mttglllebervers-mmlung, Ledigen. heim, Schönstodtstr. l. l. Ausg.. v. Stock. TaAesordnun-: Geschäftsbericht. Äassenbertcht, Wahl des Kreisausschusses. Jerschiedene». A�ittpowohlfahrts. ausweiz und Parteibuch leqitimiert. 19. Kreis. Montag. 16. Marz. 29 Uhr. Kreisausschuß.. Helfer- und Helfe. rinnensttzung im Schwarzen Adler, Zehlendors, Potsdamer Str. N. 1«. Kreis. Dienstag. 17. Mar,. 1934 Uhr, Rathaus Köpenick. Kursus im ......"eng. der ______,___________.... ohlfahrt.— Dienstag, 17. März, Best, gung des Kinderheims Reinickendorf-Ost, Echillerring. Treffpunkt 15 Uhr vor dem Heim. Freie Schulgeniemde Milte, Arbeilsgemeiuschafi Mord. Montag, 29 Uhr. Mitgliederpersanunlung bei Seide, Beraauer Str. 14 Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer polizeibeamten. Montag, 16. März, 13 Uhr. Kammersäle, Teltower Str. 1, Lersammlunq. Genosse Grzestnski, M. d. L.,„Unser Kampf um dt« Republik". Freie Aus- sprach«. Arbfkitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. Achtuaa, Genera lnetzamotlnng: Wir bitten, Partei, oder SAZ-.Ausweii tut Kontrolle vorsiulegcu. Äiets Reu�LLv. HetfsrZr.k.is. öcut«. Souirtoa, ist H«?fsrveranstoltung um .. Zksse» i w» Cseve*»» �» i■ V». 91 4 1_'C. 2 u'___. � J3. T*"'. t'. 1�.___ i»._._, strasse. Ausgabe der Karten für die lst.. Krei» Arenzhorg. Donnerstag, 18 Uhr. Britzer Straß«. n, Montag, Zungfallen.Bollversammlung Sterbetafel der Groß« Verliner Partei« Orgamsanon � 13.*«i». Am 19. d. M. verstarb unser Genosse Will, Boiat, Rölckete. 17-5. » fernem Andenken. Die Bestattung hat bereits ftattgeiunden. 69. Abt. Berichtigung: Die Einäscherung unsere, Genossen Rudolf Schulze Ehr« ss 89. findet Montag. nicht Serichtteaße. im engsten Familienkreis. 93. Abt. Am Donnerstag, dem 12. Matz, verstarb int Alter von 48 Jahren unser treuer Freund und Genosse Otto Villwock, Einhorn sty. 5. Ehre feinem Andenken. Die Einäscherung findet am Dienstaa, dem 17. März, um 16.30 Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet dar Borstand- x. VJ. BROT wirdhergsstallf in den Groß-Bockareion dar Konsum-fisnossensciialt Berlin und umgnoend Die Inbetriebnahme der vierten, auf da« modernste eingerichteten Groß- Bäckerei in Spandau- Haselhorst vollrleht sich Mitte März 1931 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. OeffenMlftclie K«i n d s|e 1» u n Rahnsdorf. Donnerstag, den 19. März, 20 Uhr. Lokal Sturm, VUhelmshagen, Wilhelmsir.- Thema: Sozialismus und Naiionalsozialismus.— Redner: Max Heydemann 3. Kreis Wedding. Freilag, den 20. März. 19'/, Uhr, in den Allan tic-Festsälen, Lichtburg, am Bhf Gesundbrunnen, Behmstr Thema: Nationalsozialismus— Volksbetrug.— Redner Eridj Kultner, M. d. L. Johannes Stelling. M. d. R. Biesdorf. Sonnabend, den 21. März, 19Vz Uhr. Schillersäle, Kfinigstrabe 120.— Thema: Nationalsozialismus— Volksbetrug.— Redner: Jockel Meier. Soslalisl. Arbeiterjugend, Werbebezirk Neukölln. Dienstag, 17. März. tO'/a Uhr, Stadisaal Neukölln, Bergsir. 147. Thema; Was hat die Jugend vom Nationalsozialismus zu erwarten?— Redner: Emst Nölting. Volksgenossen, erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! Sonntag, 15. März: 7: Funkgyxnnastik. Abschließend: Frühkonzert 8; Für den Landwirt S.5fli Morgenfeier. Anschließend! Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 10.50: Aus dem Deutschen Theater:»»Das Theater als Kultur- faktor4*. II: Feiersfunde der Sozialen RadiohiJfe des Arbeiterbundes. 12: Mittagskonzert 14: Elternstunde. 14.30: Mandollnenorchester-Konzert. 15.15: Jugendstunde. 15.48: Konzeit 16.45: Programm der Aktuellen Abteilung. 17.45: Tee-Musik. 19.20:„Die Alten von Deula". Erzählung von Gustav Stolze. 19.45: Sportnachrichten. 2v:„Don Carlos4', Oper von Verdi. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachricnten. Danach: Tanzmusik. Montag, 16. März: 7: Funkgymnastik- AnschliuScnd: Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Mediziulsch-hyglenlscbo Plauderei. 15.40: Der Sinn der Erholung. 16.05: Reportage von der Versuchs- wirtschalt für Schweinehaltung. 16.30: Konzert 17.30: Jugendstunde. 17.50; Ein Streifzug durch weuig bekannte Gebiete der Berliner Stadtverwaltung. 18.15: Schulung des Denkens. 18.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes 18.45: Interview der Woche. 19.10: Unterhaltungskonzert 20: Geschichten von Sigismund von Radeck!. 20.30: Wiederholung des Funk-Potpourris„Lanner-Strauß". 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 17. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplaitenkonzeit 15.20: Die Frau In den angelsächsischen Ländern. 15.40; Die sozialpolitische Bedeutung der Arbeitsämter. 16.05: Eine Viertelstunde Technik- 16�0: Unterbaltangsmosik. 17 J0: Jugendstunde. 17,50: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.18: Bflcherstunde. 18.45: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.50: Wirtschafts-Rundschao. 19.13: Oaveftüreo. 20.30:„Der Idiot*4, Hirspiel wach dem Roman von F. M. Dostojewski!. 22: Wetter-, Tages und Sportnachrichten. Anschließend: Vom Sechstagerennen Im Berliner Sportpalast. Mittwoch, 18. März: 7: Funkgyranastik. AnschlieScnd: Frühkonzert. 9. Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20; Die eigenartige Stellung der Frau In der Schweiz. 15.40: Von Tripolis in die Sahara. 16.05: Das Handwerk wirbt für sich. 16.30? künstlernachwuchs— Konzert 17.30: Deutsche Technik In Afrika. 17.55: Musikalische Jugendstunde. 18.15; Für und gegen Abschaffung der Wohnungs-Zwangswlrt- schaft 19: Unterhaltungsmusik. 19.45: Der Kampf um das neue englische Oe- wcrkschaitsgcsetz. 20.30: Alt-Berliner Tanzabend. 23.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Unterhaltungsmusik. Donnerstag, 19. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 13.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Spaziergang durch Riga. 15.40: Klassikertod. 16.05: Bücherstunde. l&3d: Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Stunde der Unbekannten. 18.40: Cborgesänge. 19: Aus Stockholm: Sven Hedin spricht über die Ergebnisse seiner loteten OsUsier- Cxpedltlon. 19.30; Politische Zeltungsschau. 19.45: Unterhaltungsmusik. 20.20: Wovon man spricht 30.45: Orcbestcrkonzcrt. 22: Letzte Stunde vom Sechstagerennen im Sportpalast. 23: Welter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Zur Einführung meiner ausgezeichneten Pflanzen-Margarine Glockenrein die in»rustfpel und fein, I-Pfd.-Würfeln zu 70 Pfennig 1/2-Pfd.- Würfeln zu 3S Pfennig verkauft wird, erhält leder Kunde in der Zeit vom 16. bis IV. Mäiz 1931 beim Einkauf von einem Pfund-Olodtenteln" einen OuZadaetn. gegen den bei RQckgaoc ein weiteres halbes Piund dieser Ware kostenlos verabreicht wird ErbSItlicb in sämtlichen 00 Filfalrn der Firm a Gebrüder Grob Machen Sie bitte einen Versuch und Sie werden dieser neuen Margarine wegen Ihres vorzürlichen Geschmackes und ihrer Prciswürdigkeit vor jeder anderen Sorte den Vorzug geben Leipxiger Margarine• Fabrik Richard kcm. 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Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendbühne. 16.20: Unterhaltungsmusik. 17.30; Das Handwerk. 17.55; Die Erzählung der Woche. 18.20: Zwei junge Pianistinnen. 18.50: Zehn Minuten Film. 19: Krise und Währung. 19.30: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35: Mandolinenorchester-Konzcrt. 20.30: Frühlingsanfang am Wochenende. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 13. März: Ab 7: Uebcrtragung aus Berlin. 18: Stunde des Landes. 18.30: Klassische und romantische Frömmigkeit 19; Die Schutzbedürftigkeit des Mannes. 19.30: Die heißeste Stadt der Welt. Anschließend; Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 16. März: 16: Heimatkunde am Ackerboden. 16.30: Aus Berlin: Nachraittagskonzert 17.30: Wilhelm Berger zum Gedächtnis. 18: Deutsch für Deutsche. 18.30: Das Mittelmeer und die großen Mächte. 19: Englisch für Anfänger. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: 20: Aus Nürnberg: Patrizier-Hochzeit. 21.05: Aus Nürnberg: Unterhaltungskonzert. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. Dienstag, 17. März: 16: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Leipzig: Nachraittagskonzert. 1 17.30: Der kulturpolitische Kampf des Saanrolkes. 18: Deutsche Schicksale ta Rußland. 18.30: Erwerbslosenhilfe und Gemeindenot 19: Französisch fflr Anfänger. 19,20' Kapitalismus oder Sozialismus? 20: Uebcrtragung aus Berlin. Deufschlandseuder: 22.20; Politische Zeitungsschau. Anschließend: Aus Hamburg; Aus Singspiel und Operette. Mittwoch, 18. März: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Konradln Kreutzer zum 150. Geburtstage. 18: Lehrgang für Einheitskurzschrift 18.30; Uteratur und Zensur. 19; Der moderne Postbeamte. 19.30; Technischer Fortschritt und Arbeiterschaft. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Weltpolitische Stunde. Donnerstag, 19. März: N 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachraittagskonzert 17.30: Hausmusik. 18: Deutsches Land und Volk in Südtirol. 18.30: Arbeitsphysiologie und Lebenserfolg. 19; Uebcrtragung aus Berlin. 19.30; Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: 20: Aus Leipzig:„Karten, Klatsch und Kaffeesatz". Ein Singspiel für Rundfunk. 21: Aus Köln; Sinfoniekonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten.. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. Freitag, 20. März: 16: Arbeitszeit und Freizeit. 16.30: Aus Leipzig: Nachraittagskonzert. 17.30: Einführung In die neue Musik- 18: Das Handwerk und die anderen Berufsstände. 18.30; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19: Doppelver- dicnertiun und Arbeitslosigkeit 19.40: Wetterbericht für die Landwirtschaft Deutschlandsender: 19.45; Uebcrtragung aus Berlin. 21: Aus Köln:„Platz 13 — Reihe 13*. Hörspiel von Philipp Weltz. 22.25; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. Sonnabend, 21. März: 16: Evolution oder Revolution in der Landschularbeit. 16.30: Aus Hamburg: Nachraittagskonzert 17.30: Viertelstunde fflr die Gesundheit. 18: Französisch fflr Fortgeschrittene. 18.30: Grundfragen der modernen Psychologie. 19; Ein Jahrhundert Deutsch-Oberscfalcsien. 19.25; Wetterbericht für die Ls»d Wirtschaft. 20.30; Stille Stande. DeetsckJandsender; 19.30: Auf Letorfvl Konzert 21: Aus Breslau:„Revue vom Frühling". Heitere Hörfolge mit Musik von Martin Seit Anschließend: Da Capo: Die Schlager des Abends. Danach: Uebcrtragung aus Berlin. Gewinnauszug s. Klasie ZS. Preubllch-Süddeulsche Staats- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus seb« gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilung«« l und ll 30. Ziehungstag 14. März 1321 In der heutigen Schluh-Ziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 D-Ww». zu 1000 M. sab 2 Präin l.« ja 500000 9ZL«af Ar. 229192 Ferner fielen: 6»-Winne m 10000 OT. 33360 77369 165129 6 Gewinn« ja 5000 M. 70250 237160 304157 14»«Winne m 3000 W. 102104 153616 130504 207530 262952 296159 357076 26«.Winne j» 2000 W. 26313 46335 72052 73051 105975 144595 157102 161135 204463 236066 250709 264828 266657 306453 66»ewinn« JU 1 000 M. 44379 52596 55831 75076 85310 113546 123932 140073 145130 149635 165036 162566 167052 223544227611 229911 231620 255333 280650 232073 263636 286166 3I90I8 323774 324293 328637 348721 359490 360251 373446 377064 380063 369379 391051 60»-Winne j» 500 M. 7013 17269 18765 33129 33424 36425 43551 46606 55711 63031 63144 66767 75440 90773 94053 106303 108277 119303 141666 170491 160265 203631 206057 210776 226266 269577 270150 273375 262969 263224 293326 293971 299363 301007 312642 329393 345162 356232 366736 390079 ?lr. 12S» 4S. Jahrgang 4# 230t Cd 5� �00'�3OI>tö(lt>�0 Sonntag, 15. März 1931 seupsolisn m schiummermuner Sri dem attitl unausblriZNckien_Skir,frttq" iw'ÜStn„ntöSIicrtri» I Stttn" imb Vcrmiekrn kann bei ersiere fast stets die«Ennrpatljk der Ceffcntlidlcit für sich in Anspruch nehmen.?as ist ied»ch n'cht immer aerechtferrigt. Rur ju oft sind arme Permieterinnen das Opfer fftupel- loser Mieteprelle r. Ein ganz gefährlicher Miclepreller treibt in letzter Zeit im Berliner Westen sein Unwesen. Der Mann, der einen überaus ver- j trauenerweckenden Eindruck macht, mietet sich aunschlietzlich bei allein-! stehenden Frauen für kürzere Zeit«in mit der Motivierung, daß er � sich auf der„Durchreise" befinde. Am Tage seines Einzuges leistet er ein« ganz geringe Anzahlung und verspricht den vollen, ver- bleibenden Rest für denselben Abend, cheilfroh, nach langem ver- geblichen Warten und kostspieligem Inserieren endlich einen Mieter gesunden zu haben, geht die cutgläubige Wohnungsinhaberin auf olles ein: wohlweislich ist der tferr Untermieter in der Wahl seiner Schlummermütter äußerst vorsichtig und hütet sich schwer, bei einer bellhörigen, resoluten Dame zu mieten. Dieser würde es näm- lich erstmals auffallen, daß der„neue Herr" über keinerlei noch so geringfügiges Gepäck versügt, folglich nur das sogenannte„Un- pfändbare", was er am Leibe besitzt, fem Engen nennt: mit Kenner- äugen würde sie weiter feststellen, daß der„Möblierte" auch nicht «twa von der Reise kommt und seinen diesbezüglichen Ausreden so- mit keinersei Glauben schenken. Es gibt aber außer diesen mißtrauischen Professionals, auch noch viele gutgläubige Amateure: die warten ebenso geduldig wie ver- gebens den versprochenen Abend und die Bezahluna ab, und weim sie am nächsten Morgen schüchtern an des Herrn Türe klopfen, da ist das Bögtein längst ausgeflogen. Der zweite Abend mit dem darauffolgenden Morgen bringt ihnen dieselbe Enttäuschung, am dritten Abend raffen sie sich dann mit leiser Verzweiflung zu einem höflichen Schreibebrief auf, den sie auf den Tisch des„Herrn" placieren: dasselbe negative Resultat. Was nun? Nach etlichen erfolglosen Tagen wartet man ergeben des Mieters Rückkehr ab. ÜTm nächsten Morgen schiebt die Frau leise und vorsichtig den nachts geschriebenen Brief Nr. 2 durch den Türspalt. Nicbts ereignet sich. Em schwacher Hoffnungsschimmer: nachdem er so spät nach Hanse kam. wird er wohl lange schlafen. Ohren gespitzt und scharf aufge» paßt: um 3 Uhr nachmittags schreitet man zur Tat: Energisches Klopfen an der Ziinmertüre: keine Antwort, man tritt ein, das Bett wap diese Nacht unbenutzt. Tobleau! Nachdem etwa vierzebn Tage damit vergangen sind, wird der saubere Hausgenosse eines Morgens sichbar und mit der unschuldigsten Miene der Welt versichert er hoch und heilig, im Laufe des Tages ganz bestimmt seine Scknild zu be- gleichen. Inzwischen ist ober auch die rücksichtsvolle Gutmütige ganz- sich ans ihrer seelischen Fasson geraten und sie macht ihm in «nergischen Worten ihren Standpunkt klar.„Jetzt wird er doch in die Tasche greifen und endlich bezahlen", kombiniert sie: aber weit gefehlt. In die Tasche greift er wohl, doch nur um der Frau zu zeigen, daß sie leer ist. Nun ist's aber nüt ihrer Geduld zu Ende, sie fordert ihm die Schlüssel ob und löst das Mieteverhältnis. Ohne weiteres kommt der Herr Untermieter dieser Aujsorderung nach und verschwindet dann unter der Zusicherung, in wenigen Tagen seine Verpflichiung zu erledigen. Nach mehreren Wochen vergeblichen Wartens ergibt eine Nachfrage bei der Vorgängerin, die den sauberen Herrn zu beherbergen die Ehre hatte, das Resultat, daß es ihr ebenso ergangen sei: nur hatte er dort angegeben, daß er von, Wohlfahrtsamt Unterstützung bezöge, worauf sich die Frau an dieser Stell« schadlos halten konnte. Jetzt war dies aber nicht mehr möglich, da die Unterstlltzungsfrist abgelaufen ist. Inzwischen wird sich wohl schon wieder eine ander« Dumme gefunden haben... Berliner Feriensonderzüge. Eine erste llcbersicht. Me die Reichsbähndirekkion Berlin mikteilt, werden in diesem Zahre vorbehaltlich einiger kleiner Aenderungen folgende Ferienjonderzüge vorgesehen: Von Berlin nach Süddeutschland. Nach Oberbayern: am 30. Juni, am 1., 2.. Z., 4., 11., 18. und 25. Juli, am 15. und 16l August: nach Stuttgart— Friedrichs Hafen: am 1., 5. und 11. Juli: nach Basel— Konstanz: am 1., 4., 11. und 25. Juli, am 15. August. Nach dem Riesengebirg«. Nach Oberschreiberhau— Krumm- hübel: am 1., 2-, o., 4. und 11. Juli, am 15. August: nach Glatz: am 3. Juli. Nach Ostpreußen. Nach Insterkmvg: am 30. Juni, am 1.. 2., 3.. 4-, 5.. 6-, 7., 8., 11., 12., 18, und 25. Juli, am 15. und 16. August. Nach dem Harz. Nach Goslar und Thale: am 2. und 4. Juli: nach Seesen— Ouedsittburg: am 2- Juli. Dcach Westdeutschland. Nach dem Sauerlande und Köln: am 1. und 2. Juli, am 15. August. Nach derSächsischenSchweiz. Nach Schandau: am 2. Juli. Nach Thüringen. Nach Schwarzburg— Sitzendorf: am 2. Juli: nach Eisenach: am 3. und 4. Juli. Nach der O st s e e. Nach Köslin— Misdroy: am 2., 3., 4., 5. und 11. Juli: nach Swinemünde— Trassenheide: am 2., 3-, 4. und 11. Juli: nach Saßnitz— Putbus: am 2. und 3. Juli: nach Warnemünde: am 1. und 2. Juli: nach Lauenburg:«in 2. und 3. Juli. Nach der Nordsee. Nach Hamburg— Westerland: am 1., 2. und 4. Juli-, nach Bremen— Norddeich: am 1-, 2. und 4. Juli. Die Fahrpläne, Fahrpreise und die ollgemeinen Bestimmungen sind aus den.etwa Mitte Mai d. I. auf den Berliner Bahnhöfen zum Aushang kommenden Bekanntmachungen zu ersehen. AZte Karten- a'.te Landstraßen. Eine Ausstellung seltener kulturhistorischer Art wird, leider nur für wenige Tage, im Antiquariat des Warenhauses W e r t h e i m in der Leipziger Straße gezeigt. Eine in ihrer Zusammenstellung einzigartige Sammlung alter Landkarten bekommt man zu sehen imd man ist erstaunt, feststellen zu können, daß z. B. die Kllstenumrisse unserer sämtlichen Erdteile und ihrer Länder bereits vor 300 Jahren im wesentlichen richtig gezeichnet vorlagen. Eine Weltkarte des alten Verlages Blaeu aus dem Jahre 1648 in des Deutschen Merkators Projektisn zeigt bereit« das uns beute vertraute Bild Europas. Leider erhält bei der Besichtigung dieser 300 Jahre alten Karte unser Berliner Selbstbewußtsein einen be- trächtlichen Stoß. Die berühmtesten Städte jener Zeit werden auf dieser Landkarte einer besonderen Abbildung gewürdigt. Man sieht London, Rom, Paris, selbst Prag und Toledo, aber Berlin nicht. Auf der Karte Deutschlands findet man Städte wie Branden- bürg a. d. H., Frankfurt a. d. O., H a v c l b e r g. Zerbst und selbst B a r u t h, aber Bcrsin nicht. Die größte Kostbarkeit der Sammlung, die in ein paar Wochen in alle Winde zerstreut sein wird, ist die c r st e vervielfältigte K a r t e n s a m m l u n g des Ptolemäus aus den: Jahre 1477, die einen Wert von 10 000 M. hat. Auch die Weltkarte des Fernando Bertelli aus dem Jahre 1562 kostet einige Tausende. Deutschland und seine einzelnen Teile sind zahlreich vertreten. Eine hübsche und gar nicht teure Karte des Kurfür st entums Brandenburg aus dem 18. Jahrhundert von Gundling zeigt uns sehr deutsich die berühnilen alten Poftstraßen jener Zeit, die aus dem Westen und Süden des Reiches kamen, und über Berlin-Cölln nach Preußen, Litauen und Polen hineingingen. Niemand, der an diesen Dingen Freude hat, besonders auch unsere jungen und allen Touristen, sollte eine Be» sichtigung der Ausstellung, die kostenlos ist, versäumen. Billige �e'seti. Zweckmäßige Ausnutzung der Ferienzeit zu verhältnismäßig niedrigen Preisen hat sich der Reichsausschuß für sozia- listische Bildungsarbeit zur Aufgabe gemacht. Er ver- anstaltet Reisen ins In- und Ausland für Arbeiter, Angestellte und Beamte. Berells zu Ostern findet die erste Reise an die blaue Adria Die Preissenkung auf dem Wirtschaftsmarkt ist nicht mir daiamit die Zeitungen über sie diskutieren. Die Käufer sollen Gebrauch von ihr machen und Dützen haben. Täglich kann sich jetzt der Raucher eine Sonntags-Zigaue leisten, seit dem wir mit unseren raffinierten[Qaschinen ganz neue HersteUungs-IDethoden in Deutschland eingeführt haben. Vor wenigen IDonaten begannen wir zu fabrizieren und beschäftigen bereits über 1500 Rrbeiter. Das nutzt der Volkswirtschaft. Das schafft Produktion und Orbeit. Uberzeugen Sie sich von der Güte unserer einzig dastehenden Zigarren. IRftKREniER SlOUX-inDIHnER IJ�-Zigarre• RuserwähLte Udersee-Tabake Dies das Rezept 2596 Havanna 23 96 Brasil 25 96 Java 2596Suniatn Sumalra-QinbiBlt Sumalre-OeikblaK KREIITER mmmm* Rein Ubersee-Zigarre und doch nur 104 statt. Ihr fslgcn dann weitere Reisen an die Riviera, in hie Schweiz. an den Rhein, nach Paris, Bornholm, Tunis, Dalmatien, Korsika, Spanien, in den Odenwald-Schwarzwald, in das«alzkammergut, nach Tirol usw Ebenfalls können auch Reisen mst Ferien- ausenthalten in der Schwei, z, Tirol, Venedig-Üussin und Abbazia- Rod gewählt werden. Außerdem werden Studienreifen veranstaltet, und zwar: Franken— Bodcnsee, Rhein— Ruhr, Mitteldeutschland, Estland— Finnland und Belgien— England. Die Aufbringung her Kosten wird durch ein bequemes Ratensparsqstem erleichtert,«chon für löst Mark kann man sich an einer Reise beteiligen. Näher« Au- gaben«nthält der reichillustrierte, gut ausgestattete Reiseprospekt, der gegen Einsendung von 35 Pf. in Briefmarken durch den Reichs- auchchuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW&S, Lindenstraße 3, zu beziehen ist. „Orthographie der Küche." Ein neues System der Kochkunst brachte Frau Marie M a r c u s e im Eharlotlcnburger Hausfrauen- uerciu in einem vorkrage zu Gehör. Im Sinne der Dortragenden ist die Kochkunst eine Hebung, die weniger mit Kunst als mit praktischem Wissen zu tun hat. In sechsjähriger planmäßiger Arbeit hat Frau Marcus« in eigener. Lehr- tätigkeit das Kochen gewissermaßen mechanisiert, die Grundelemente des Wissens klargestellt. Nach ihr genügen vier bis fünf Wochen praktischer Unterricht, um selbständig die verzwicktesten Kochrezepte ausfuhren zu können. Sie teilt die Materie in fünf Lehrpunkte ein, die in sich zu einem festen Programm vereinigen, mit dem dann alles, einfache wie feine Küche, gekocht werden kann. Ucberzeugend einfach ist diese Klarlogung: 1. Es werden die küchensprachlichen Aus- drücke erklärt, damit sich ein Kochbuch nicht wie ein mittelalterliches Geheimbuch liest. 2. Es werden die Handfertigkeiten und Kniff« dein, Zubereiten der Speisen so lange gezeigt, bis man sie gründlich beherrscht. Es stnd 1 7 0 s o l ch e r h a n d g r i f f e. die eine tüchtige Schülerin beherrschen muß, vam Kuchenrühren bis zum Schnee- schlagen. Z. Man muß auch das Handwerkszeug kennen: die Bor- tragende nennt 80 Handwerkezeuge sür den Küchcngebrauch. i. Es ist notwendig, die Materialien und Lebensmittel im Rohzustande zu kennen und unterscheiden lernen, ob sie gut oder schlecht sind. 5. Es gilt noch allgemeine Regeln, die Frau Marcuse aus 23 0 beziffert. mit denen man aber, wenn man sie beherrscht, alles koche» kann. Etwa l4g Kochvorschriften genügen, um den ganzen Küchen- appaiet zu bestreiten. Di« Rednerin mußte freilich zugeben, daß eines nicht gelehrt werden kann, der Geschmack! Dann erst reift die Köchin zum wirtlichen Talent, wenn sie auf Grund solcher Kenntiiisie dazu übergeht, selbständig Zusammenstellungen und Erfindungen schmathafter Speisen vorzunehmen. Glück im Unglück. Man schreibt uns: Auf dem Wege zu einer Versammlung nach Kapurh kam etwa 300 Meter vor der Glienicker Brücke auf der Chaussee Wann- see— Potsdam in einer Kurv« ein Auto, das oon dem Partei- fetretär Otto L ü ck gesteuert wurde, in» Schleubern, flog gegen einen Zaun und raste etwa 15 Meter den steilen Abhang rückwärts hinab. Der Wagen flog gegen einen Baum, der das Ueberfchlagen des Autos verhinderte. Das 2luto wurde zertrümmert,«ine Tür flog etwa 10 Meter tiefer in den Abgrund. Wie durch ein Wunder kamen der Autoführer und der Begleiter Dr. C m a n u e l mit dem bloßen Schrecken davon.___ Robert Tauh 60 Zahre alt. Am 16. März vollendet Robert Tautz, feit mehr als zehn Iahren Schrift- und Verlagslctter der vom'Verband sozialer Baubetriebe herausgegebenen„Sozialen Bau Wirtschaft�, als ein geistig. Junger das<5. Jahrzehnt eines arbeitsreichen Lebens. Cr darf es für sich in Anspruch i nehmen, zu denen zu gehören, die still, zäh und unermüdlich an dem Ausbau der Gemeinwirtschaft arbeiten. Seinem Arbeitseifer und seiner schöpferischen Tatkraft verdankt die„Soziale Bauwirtschaft" dl« her- vorragend« Stellung, die sie als Organ der Bauhüttcnbcwegung in l�r Fachpresse einnimmt. Ms Organisator der einzigartigen Falkenberger Volksfeste hat Tautz wertvoll« Dienste für die Schaffung einer neuen proletarischen Festkultur geleistet. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-G-ild". (BefASttifttlle: Stettin 6 14 Ledaltlanllt 87—53 So' 2. Tt Moxl-g, 18. Mnl*. Prenzlauer Brrq<3utiq6am:et): Tie?e- fDtedmn« betr. Brieselang findet nicht im Iuqendheim statt. Ein» ladmwen der Zuaendoblrute deochten. Erscheinen Pflicht. Silmeeebotf(Orts. uetein): Pflichtturnen und giu-IUs» an detannter Stelle. Tem»ett>»s(Orta- n.reill): 20 Uhr gortseÄuna unseres UebungÄursus in der Turnhalle der 1.©e» mcinitfefiule, Mantrufselstr. Wi. Erscheine» Pflicht, gm Anschtnst erweiterte Vorstand ssitruna an bekannter Stell«. Reulölln-Bei», 1. stomerodschaft. 4. Zun:' SN Mir guaveranstaltuna bei Schauer. Treptower Str. W. Weddina(Ortooer- ein): 20 Uhr. SSniso-Abteiluna 2. und S.lomeradfchaft, Turnhalle(Solen. buraee Str. 2. Erscheinen Pflicht(Svorttleidunal.— Dien, wo, 17. Püirz. Wcddino(Radfahrer, und Nachrichtenabteilunol: 2V Uhr austerordentliche AstuNg hei Bondtke. Sckiulstr. 74. Prenzlauer Beeq(Ortevereinlt 2ll Uhr stamevadschafls» persammlunoen in den detaunten Lowleu.— Friedriibshain(ltameradschait Stralau): 20 Uhr«ameradschaftsver'ammluno bei Wertalla. bohenloliefte. 5. Nefeeat. Pünktlich erslheinen. Nm kSUn Beist. 1. stamerablchakl. 3. 3ua: 20 Uhr Zuoverfammluna bei Jahn, Weserstr. 41.— Mittwoch, 16. Mär,. Prenzlauee Bei«(Sporiqrupoel: 20 Uhr in beiannter Turnhalle. Sieuilllln Brist, 1. Kameradschaft, 1. uich 2. n.tia: 20 Uhr 3uar>ersalmnlunq bei Sölmlie. Xeuter. strast« 47. Arbeitee.Radio Buud Deutschland,, c. SB., Ort«iruppe Er, st. Perlin. Besucht die Veronstaltuna dee Sozialen Babiohilse am 13. März, 11 Uhr, im Znstüpt für Erziehuna und Unterricht. Potiöamer Str. 120. Eintritt 30 Pf.— Unter. nrnppe 3rtedrlchshain: Tonnerstaq, 10. März, 20 Uhr, Lokal Wertalla. Hoheit. lohestr. z, Vortrags- und Efperimiutierrelhe für Anfänaer:..Was ist Elektri» zität?", 1. Abend.- linternruppe Ch-ewttenburo: greila«, 20. März, 20 Uhr. Lokal»äniaoweo 3, Vortrao:..Eiuführuno in die Grundlinien der Elektro- technik— Galvanisch« Elektrizität-'.— llnteroeupoe Sichtende rq: gsreiwo, 20. März, 20 Uhr, gortsestuna de» Baue» de» straft Verstärkers. Republilauifche Redneevercinigung. Monwo, 2SfiA Uhr, Vortraasabend mit DiÄufston im„AUru Astanier�. Anchaltftr. 11, Es spricht Herr Gtsther Uber „.Buddhismus--. ,Sturmu»qel--. Mulwerbsnd der Wetcktätiqen. e. B. Bezirwemnppe Vit: Eistuna Dienswa. 20 Uhr, im Revaler Berewshous, Renaler Elte Slmon-Dach- El raste. »rbeitoqemeinschoft sozialdemokeatischee Lehrer und Lehrer, nneu, vrtsaruppe geiedetchwain. Dienstaq, 10,« Uhr, Petersburoer Str. 4, Diskuslivi, zwischen Geiwssen Abramowitsch und Z. P. Mover über das Buch.„Hauptprobleme der Sozioiooie--, Gäste willkommen. Elpeeanto, Verband Berlin. Diensta«. 20 Uhr,„Alter Asianier". Anhalt- straste II, Borträoe über Ei pe eonio.Literatur. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Montag, den 16. März, abends 8 Uhr, im Städtischen Saal, Neukölln, Bergstraße 147 Am laufenden Band der Zeit Schauspiel, Tänze, Songs Die aktuelle Kleinkunstbühne Darsteller: Eike Häedrich. Charlotte Scheler, Julius Klee, Otto lutz, Gunther Kuschln Regie: Otto lutz Bühnenbilds Julius Klee Eintrittspreis 30 Pfennig Karten an der Abendkasse Allgemeine Wetterlage. 0woikMlos.O h ei ter.a halb bedeckt »vmtkig.Obedeckt'RegenAGraupelri ,gHebBl'stGwittet©Wfadttille Der Hochdruckrücken. der sich schon am Freitag von Osten her durch das südliche Mitteleuropa erstreckte, hat sich noch wesentlich verstärkt. In Deutsichland war das �Letter meist heller und am Tag« ziemlich mild. Im mittleren Rorddeutschland stieg das Theimomster auf 9 bis 10 Grad Wärm«. Ein« flache Randstörung der nord- östlichen Depression brachte dem Norden des Reichs vorübergehend leichte Bewölkung und dem unteren Elbegebiet auch etwas Regen. Bei dein fortgesetzten Luftdruckanstieg dürste das beständige Wetter anhakten. Die kälteren maritim- polaren Liistmosien. die am Sann- absndabend bi? Iütland vorgedrungen warell, dürften nur noch wenig BewegunAettergie b-stßen und unseren Bezirk- kaum erreichen. welleraussichien sür Berlin: Ziemlich heiter, nachts leichter Frost, am Tag« mild.—.für veutschlond: Fortbestand der herrschen» den Witterung, im Binnenland« am Tage mild. In der Reihe„BewegungundSchlagwort" diskutieren Robert I h e r i n g und Dr. Friedrich ch i« 1 1 ch e r das Thema des Antisemllismus. Es ist eine Diskussion, bei der sich chielscher im Gestrüpp der Begriff« verfängt und zu keiner sestumrissenen Desinitlon kommt. Jhering erklärt, der Antisemllismus ist«in Be- guemlichkcitsglaube und«me theatralisch« Effektposttion. Der Be- griff deutsch wird von den Erbpächtern des Antisemitismus zu eng gefaßt, denn st« betonen nur das romantisch Gesllhlshaste. Antiseinitis- mus bedeutet dieselbe Barbarei wie der Deutschenhaß und eine Zeit, die die ernstesten Auseinandersetzungen zwischen den Klaffen und die schwersten Wirtschaftskrisen durchmacht, dürfte sich einen solchen un- fruchtbaren und lächerlichen Luxus nicht erlauben.„Bilder k ä in p f e» für Ideen": damit weist Eberhard von Wiese aus die suggestive Kraft hin, die das Bild, die Illustration in der voll- tischen Meinungsbildung der Gegenwart ausübt. Das Bild ist in den Brennpunkt des Kampfes hineingezogen worden, es wirkt stärker, unmittelbarer als das Wort. Tin Vortrag, der mit Vorbild- (icher Sachlichkeit jenseits jeder Parteilichkeit Allgemeingültiges zeigen will. Leo L a n i a liest eine Erzählung„Chaplin gegen Chaplin", eine etwas melancholische Betrachtung über die Grenzen künstlerischen Ausdrucks, über die Beschwerden der Berühmtheit, die den Lebenden bereits zum Mychos erhöht, und ihn dadurch auf eine bestimmte Rote festlegt. Gegenüber diesem Götzenbild erhält der Lebende Unrecht. Es ist weniger«ine Dichtung als eine psnchologische Unter- suchung. Am Abend die heiter« Beranstallung„Sie werden von mir hören" mit Texten von Marcellus Schiffer, der diesmal keine glückliche Hand hat. Es fehlt die Originalität, das Tempo. Immer wieder tauchen dieselben Themen aus. Longewell« breitet �ich aus. u? Sozialistische Arbeiterjugead Groß-Seriw «nf-ndmig-n(ür diese Rnbr» aar»»«« 3»a»6te»rttol«l �crfta SW üS. ilnbenffro« 3 SondervorsteÄunqev der �olksbÄbae, 2!. vnd A. Miirz, 25 Iffir. zu SO Pf. sind erhältlich im Sefretin«nsä>er Abens.— Salleickes Tar, Südweft: Dieft'enbachstr. 3S: zu Maden«.— SSpepicker Viertel: 10 Uhr bei Siedentopf Ucben zum Elternabend. I8?i Uhr„Rater Treff--.— Safenheide: 0 Uhr Set Um(f er Tar. 1»U Uhrrriod h-ses der MärBtefallenen. ffriedrichsharn. 9>- Uhr Sänigstar.— Prenzlauer Berg: 29 Uhr Danzigcr Str, 62, Altersheim:„Was wollen die Kommunisten?": 12 Uhr ebendort Borstandsüfiung. Werbe bezirk Beste«: Bosinenstr. 4: Igss Uhr Sarl-MarrASedenhscier. Morgen. Montag. 19� Uhr. Saasa: Bochumer Str. 8b:„Moberner Strasnollzug".- Moabit II: Lehrter öitafle 18—19; Politische Zeitunqslitau.— Westen: ÖontTilncr Str. 17;„Sie SAA. als Sulturbewegung".— Zalkplat, I, ll und Prenzlauer Parstadt: Soniiendurger Str. 20: Märzgefgllenen�Sebinkfeier.»». Rorbatte» ll: Dgnzigcr Etrahe 62: Politisch-satirifcher Abend.— Schönhauser Porstadt: Sann-nburger Slrghe 20: Mitgliederversammlung.— ikrledeichshain: Biestelmegerstr..3—6; Srbciisgemeinlchast. 3. Teil.— Str, lauer Bicrtel: Eaülerstr. 61:„Wilhelm Vu'ch".— Kallesches Tor: Porckstr. 11:„Die gesellschaftlichen Grundlagen der Tronzöstschen Revolution von!?89--.- stahanuiethal: Bg-Haus:»Der 18. März 1848".— Treptow: Wilbenbruchiir. 53: Ardeitsgemiinschait. Aerbebezirl Westen: Ldostnenstr. 4: 29 Uhr W.-B.-M.tqliedervetsammlung. Werbebezirk Prenzlauer Berg! Rastendurger Sir. 16: 20 Uhr Gemerkschgfts- ausschuhsihung._„ Vriefkasten der Redaktion. W. S. 88. 1. Ja, sofern durch die Anlog« der Gebrauchswert erhöht wird. Am Streitfall entscheidet dos Mi«tslntgunq-omt. 2. Zweifelhaft. Nach unserer Ansicht taun der Permi«-er nur ein« Eeböbung dar Miete(Zusalimistel fordern. — R. W. 1. Za, wenn Sie mit einem Betrage im Verzug find, welcher den für Me Dauer von einem Monat zu entrichtenden Mietzins übersteigt: bei einem den Betrag für zwei Monat» nicht erreichenden Bückstand ist die Erhebung der Klage jedoch erst zwei Wochen nach der Fälligteit zulässig. 2. Die Aufhebung des Mie-serhältnisses ist nicht mehr zulässig, wenn bis zum Ablauf von»wer Wochen seit Klagezustcllun« der Mieter den Vermieter befriedigt.— It. L. 8. 3a. sofern Ihr Mann Invalidenmarlen gctledt Hai.— O. Ä. 95. Rein, da Sie nach unserer Airficht eine Ihren Mietbedürtnissen cntfprechrnde 3abl von lbauokchlüfsel fordern können. Wohnung und Mode. Die im P s ch o r r h a u s, Potsdamer Platz, vor einigen Togen«röffnete„Wum(Ausstellung Wohnung und Modo».zeigt In einer reichhaltigen Schau den Entwicklungsgang auf kulturellem. baulichem und technischem Gebiet: sie zeigt, daß mit osrhäunis- mähig geringen Mitteln viel Praktisches und Schönes geschaffen werden kann. Das Problem, das uns heute am meisten interessier!— eine ökonomische und dabei doch persönlich gestaltete Wohnweise—, ist in verschiedenen Äleiiuvohnungsmodcllen fahr gut veranschaulicht: Geschickt« Raumausnutzung neben praktisch und formschön gobautea Möbeln in Verbindung mit zeit« und traftsparsiiden ch a u s- altapparat«»: dies« Dinge sind van der Firma Raddatz u. Co., «ipziger Straß«, in reichhaltigster Auswahl zur Schau geftellll Da ist der neuzeitliche Waschapparat neben den verschiedenen Schäl- Maschinen für den Küchentisch, der praktisch« Teppichreimger, dos „selbstdenkende" Plätteisen und noch vieles andere, da» der chaus- frau von heute die häusliche Plackerei vermeiden hilft: daneben zeigt die Firma, uoch PvWllan, Glas und Lederwaren. Küchenmödel und hübsche keramische Gegenständes Die Äussicllüng, vom Lerband der Berliner Frau-envercris« vetonstältet,' Ist tils. 4: April geöffnet. Man schreibt Ulis:....."".....•" � Da ist guter Bat billig— er lostet nitmliÄ gar nichts! Meister Siotogut der dersthm-e Kloiderkünltler. erteilt!hn allen Leineweber. Kunden gratie. Lmen Sie leine lieutige Ankündigunat Od lung oder in den beste» Jahtttuob schlank ober oollschianl, er liat stets den schicke» und gediegen«» Anzug und Nwnlel für Sie fertig. Wenn Sie teure Kleidung für billiges Geld kauft» wollen, dau» komme» zSie zu Leineweber, in.das Saus, da» lede» anziebt", am Sällnifchen Zlfchmgrit 4- 6. neuerding« auch Brunnenftr. 172, an der Inva- lldeiistrohe. Sensation ans dein Lebenemittetmarkt. Di« Preise Nnken..., da kmmt gerade Sanella auf den Markt! Die neue, nahrhaft« Margar!»« von höchster � Qualität und zu niedrigstem Preise. Sanella lostet nur V, Pfennig das halbe Pfund und ist l« bekömmlich und wohlsänNeckend wie das teuerste Pxodukt. Die neu« Sanella-Margarine erspart jeden Monat eine belrächtUcho Summe, von der sich schon andere notwendige oder lanaeesehni» AnschafsungrN bestreiten lassen. In der Bache vom>6. bis 21. Mikez findet bei Wertheim ein grosser Per- kauf von Teppichen, Gardinen und Möbolstoflkn statt. Am Ende des Winters werden diese Ausdrucksforme» des Komforts uüd der Berfchönerung des Heims oo» der Kausfrau einer besonderen Prüfung unterzogen, und kür Ergänzung und Z!eub«fck>affung bie'et sich in dieser Woche in den oier Berliner Käufern der sZirma Wcrtlieim eine ausserordentlich günstige Gelegenheit. Die Sicma Belm- nie n. Eo.. Leipziger Dir.»7 un»«önigstr. 39, bringt eine Tülle sehe schöner, moderner Einsegnungsgeschenl» I» Uhren. Gold, und Silber- schmuck, so dass sich auch für Wenigbemitlelte Gelegenheit bietet, einen Gegen- stand von bleibendem Wert zu erstehen. Praktische Geschenke stnd besoreders Uhren. Eine gutgehende Armband- oder Taschenuhr ist nickst nur unentbehrlich. sondern gehört auch zur Ausstattung fedes«onfirmandeii. iston sollte sich »»bedingt di« entzückenden Auslagen der ftlcmo Befmonte u. Co. ansehen. Auch die Bestchtigung der bedeutenden Läger ist ohne Kaufzwang gern(Hflu'tet. Da das Osterfest schon am 3. April NN» in diele« Jahr sehr früh fällt, so müssen wir uns mit dieser Tatsache befassen und daran denken, bis zum Oster. fest unser Helm In Ordnung zu bringen. Delorationen. Sardinen, Tcvv.ck.e. Läuierstaffe und Brücken stnd das giohvendigste, um dem Raum die freundliche Stimmung zu geben, die jeder in einer wjrtsehaftlich schweren Zeit notwendig hat, danut er wenigstens in seinem Sestn Stunde» angenehmen Wahlbefiichens oerbringt. Das grosse Soez'alhaus Teppich-Bunch. Berlin C. 2, Spandauer Strosse 32. macht auf diesen Umstand ganz besonders aufmerksam und erinnert an das Osterfest und an die Anschaffung der oben aufgeführten Artikel. Eine sehenswert« Ausstellung von modern»» Dekorationen und Gardinen,«in de- sonders norteilhaftes Angebot in Teppichen sollt« die Veranlassung sein, dies« Zinna ousznsuckstn. Mucker nährt— und ist billig! KAISER's FEST-KAFFEE GESCHENKBEUTEL KAISER's SCHOKOLADEN. KAKAO. PRALINEN. GEBÄCK. OüTSi��RT'üiSCIaLaiN grosser Auswahl Ausgabe deiOubnaums-Osfargeschenke bei BnlSsung»Ines mit biauan Marken gefüllten Jubiläums- Sparbuches oder bei Abgabe eines gelben Gutscheines von Montag.16. März bis Sonnabend A April f 9* Reichs-Gastwirts«Messe u. KOCHKUNST AUSSTELLUNG BERLIN 1931 14.-19. März Auxtsllwnothall«« am Kalsärdamm Geöffnet 10—20 Uhr, Eintrittspreis RM.1,50. Taglich ab 15 Uhr PREISWETTKOCHEN an 250 Herden Führende Bertiner Hotels, Restaurants, Stadtkuchen, Küchenmeister und Köche stellen durch fast täglich wechselnde Schau» geriehte die Leistungsfähigkeit und internationale Geltung der Berliner Küche öffentlich unter Beweis Die 6 Tage für die Hausfrau Jeder Tag ein Ereignis Heut. 2. Tag: PREISWETT KOCHEN FÜR HERREN UND KINDER Sonmsg, 16 j. Staats-Oper Unter i. Linden I«. A.-V. 19 Uhr TaimnausBr (Puiar Ftuaig) Ende g.22?V» Uhr Staats-ßper to niti d> Hqiblit. IV.; Uhr Carmen OtifolL Ivlanrtauf Ende ZWt, Uhr �Sonntag, 1». i, Stadl Oper Blsitiarckstr. Turnus I 20 Uhr Der Troubadour Ende n. 22«/jUhr| siääT (in Galtnu.ukn. 168 A.-V. 20 Uhr Zum 26. Haie Die lungtrau von Orleans Ende 22>„ Uhi| - Garten• B 15 Bln. leih. 2111 budien«riaubt. Voann Chlm. Donno(olliss. Lotte Vorkmgisier. 4 FhUHpps, twoinru's. OornonO« osw. . Heut* 2 wrotellungsn 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Pr fOgl. 2 Vorst— Tcl.Heldendsmm JS40. nachm. 4J4 Uhr: 30 Plj.-l 90 MK. abtr.ds S>.5 Uhr: 30 Mg— 3.— Mk. | Sonntags 3 Vorst.: 21|j, 5 o.S'ltü. Ab 16 Mirz neues Progrinm! MJrliilltr-Ilieater.fiiarltbQ 20 Uhr Di« Journalesten ; Täqi. 5 u. eis, Sonnt. 2. a u.»>| I E 4. Alex. 8066 Nehm. SO Pf.— I M., abds. 1-2 M. Heute letzter Tag BU-BU 1Milmpuuei| P e t e r P 1 e t# Das Original Raymonde Rioo, Haffioqnrfctt osw. Worgm tPri'iHlerrf mit nt-iicn Attraktion" n. J GROSSES SGHAUdPlELHAUo ragt, s Uhr. Im«.•eitaen uwi. Stg. nachm 3Uhr Orlginalhesctcunp nilligc Preise Ree e: Erik Cbarril Kaan-Sport- Ausstellung veranstalte: vom Mlrktaehan Krala [ins Oautach.n Kanu-Verband| vom 14.. bis 19. Märr 1931 jiteue u/eit, iiasoniieide tos ml Täglich 1 Film- und Liohtbildvortr&g«| QeSHnet 10-22 Eintritt 0.«0| unser REISEPROGR/�tM 1931 rechnct ERHOt-UNGSHElSIN NACH OEM SODEN«EISEN INNERHALB EUROPAS NORDKAP. U POtAREAHRTEN MADEIRA U CANARISCHt INJIU4 » BIIUGE EINZEL. UND STUDIENREISEN NACH AMERIKA» Aukwk ood PnmtlM M> mttn Vtiemw In HarUn, Nerddautschar Lloyd Agentur, Barila Q.nub.H., yny den Undan 1(Hotal Adlon), tarnspr.t Zentrum A- 4, 13 230 u. 12 23t, A. 2, Flora««01; Flllala Kur. fiirstandamm, Fariupr.: T. I, Bismarck 2234. Nerddautschar Lloyd, Zontralvartratung« Kurl Mantanus G.m.b.H., Invalld.nstraBa 93, Fernspr.i D. 2, Waidan- domm 2241 u. 796«. WaltralsabOre Union G.m.b.H., Unter den Linden 22. In Poltdom, EL Rößler, Brandenburger Straße 32. \\\ N 7 Keine paßt wie sie in diese Zeil-- Sanella die Feine! Die Hausfrau von heute muß sparen. Aber sie will auch etwas Gutes haben für ihr Geld. Sänella Margarine wird alle Frauen begeistern, die sparsam und doch anspruchsvoll sind ane 0 • a e-tw DTE FEINE PREISWERT WIE KEINE DAS HALBE PFUND Theater, Lichtspiele usw. siebe auch nächstfoigende Seitet' Ende Marz spätestens Anfang April verlegen wir unser Geschäft und unsere Fabrik vonderLeipziqerStr.97nach Charloftensfr.2? �kro�lnst�ssej Die bedeutende Ersparnis an Spesen ermöglicht einen erheblichen Preisabbau. Alle Waren sind mit den bisherigen deutlich sichtbaren Preisen versehenMgewährenaufdlese" Rabatt Gnsegnungsgßsdmke Osl&igescimke in grössfer Auswahl Juwelen-Uhren« Gold-aSilberwaren Le)DZioerStr.9?ranigsk3ö Volksbühne E.V.- 7. Tanzmatinee Sonntag, den 22. M&rz 1951, vorm. ItV: Uhr, Thealer am BOlovplala Berliner Erstaufführung Margarete Wallmann (Choreographie und Inszenierung; Orpheus Dionysos Bcwegungsdrama In 4 Akten von Felix Emme!— Musik von Chr. W. Gluck Dirigent Eliem Kortz— Dargestellt von der TEnzergrnppe 1930 Titelrolle: Stiawn Platzkarten: 4, 3 und 2 Mk. bti Werthelm, Tletz, Bote 4 Bock, sowie an der Kasse des Thearers am Bülowplatz W» Traute Hose in der groOen Operette v. Kilinln [ioslei!" »» Regia: Paul Ron Sonnabrnd| 7""| 1 1 0 in'| Von Montag bis Freitag Abendpreise: Von 50 Pf. bis M 3.- Die beliebt. Familien-Nachmittage nur noch Im Mars jeden Dienstag:. Mittwoch, Donneretasr, Freitaar 530 Dlenstagr, 17. M&rs, 5» Premiere „Madame Bonivard" Der luttlo« französische Schwank Preise: Von 30 Pf. bis M 1.50 20 Minuten Kaffeepanse Kaffee und Kuchen 30 Pf. Programm u. Garderobe je 10 Pf. ROSE THEATER Gtäglger Vorverkauf: 1 1— 1 Uhr und 4— 9 Uhr. Alexander 3422 und 3494 Gr. Fpankfurter Str. 131 sv. uhr CASINO-THEATEB Lothriatfer Strafte 37 gs»»tntmnitniiirtuminiiiMiiiiiHMuniiiinniiHiiiiiiiM«nwiwiiu Sie werden lachen noch und noch über den neuen Schlager 0 fliese Scnwlegervöter Dazu das neue März- Frogramm! 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Stückelung: RM. 10 000, 5000, 2000, 1000, 500, verbunden mit einem Angebot zum Umtausch der am i. April 1931 fälligen 7o/o Deutschen Kommunal-Cold-Schatianwelsungen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband- hat die ministerielle Genehmigung erhalten, in Gemeinschaft mit seiner Bankanstalt, der Deutschen Girozentrale— Deutschen Kommunal- bank—, Berlin, eine Inhabcranlcihe in Form von Komraunal-Sdiatzanweisungen auf den Inhaber im Inlande bis zum JBetrage von 50 Millionen Reichsmark aufzulegen, wobei für jede Reichsmark der Preis von lls79o kg Feingold zu rechnen ist. Der Erlös der Schatzanweisungen ist zur ümschuldunj? der am I. April 1931 fälligen Darlehen aus den an diesem Tage fälligen 7% Deutschen Komraunal-Gold-Scfaatzanweisungen zu verwenden Die bisher ausgegebenen Deutschen Kommunal-GoldänlcLhen sind vom Reichsrat für reichsmöndelsicfaer erklärt worden. Für die vorliegenden Schatzanweisungen ist ein entsprechender Antrag beim Reichsrat gestellt worden. Für die Sicherheil der Schatzanweisnngen haften der Deutsche Sparkassen- und Giro- verband sowie seine Bankanstalt, die Deutsche Girozentrale— Deuts die Koramunalbank— in Berlin, und die ihm angeschlossenen deutschen kommunalen Giroverbände, sowie deren Bankanstalten Girozentralen, mit ihrem gesamten Vermögen gemäß i 5 der Verbandssatznngen. Für die Sicherheit der Verbindlichkeiten der kommunalen Giroverbände haften wiederum die in ihnen vereinigten Kommunal verbände(Städte, Kreise und größere Landgemeinden) mit ihrem Vermögen und ihrer Steuerkraft. In den Provinzen, in denen kommunale Giroverbäudc nicht bestehen, haften die angeschlossenen Landesbanken, hinter denen die Provinzen mit ihrem Vermögen und ihrer Steuerkraft stehen. Die Schatzan Weisungen unterliegen den Vorschriften des Gesetzes über die Pfandbriefe und verwandte Schnidverächreibnngen öffenllich-rechtlichcr Kreditanstalten vom 21. Dezember 1927- Dic Zinsen werden halbjährlich am 1- April und i Oktober jedes Jahres, erstmalig am 1. Oktober 1931, gegen den jeweils fälligen Zinsschein gezahlt. Die Rückzahlung erfolgt am 1. April 1935 zum Nennwert. Die Zulassung der Schatzanweisungen znm Handel und zur Notiz an der Börse zu Berlin wird beantragt werden. Die unterzeichneten Banken stellen hiermit die vorstehend bezeichneten RM 50 000 Ol 0.— 70/0 Deutsche Kommunal-Gold-Schatzanweisungen von 1981 rückzahlbar zum Nennwert am I. April 1935(1 Reichsmark= ,fj7»t kg Feingold) mm freihändigen Verkauf. Der Verkaufspreis beträgt '"1/2 0/0 unter Abzug der Stückzinsen bis zum 31. März 1931. Den Inhabern der am 1. April 1931 fälligen 7%igeii Deutschen Kommunal-Gold-Sdiatz- aaweisungen wird ein Umtausch in die zum Verkauf aufgelegten neuen Schatzanweisungen mit der Mafigabe angeboten, daß sich der Verkaufspreis auf Deutsches XOnstler-Theii. Barbarossa 3937 «i/s IIb' Ritler Blaubarts adite Frau Renaissance Iheater Steinpiatz 6780 8% Uhr Darchaus unerlaaht -Pr.50 bis 13.51 J 96 960/o ohne Verrechnung von Stnckzinseo ermäßigt, wenn die Bezahlung des Gegenwertes durch Fin- licferung eines entsprechenden Nennbetrages der fälligen Schatzan Weisungen erfolgt. Diese Schatzanweisungen werden zum Nennwert in Zahlung genommen; die Differenz von 4% wird in bar herausgezahlt- Der am 1. April 1931 fallige Xinssdiein der mm Umtausch eingereichten Schatzanweisungen wird sogleich nach Zuteilung der neuen Schatzanweisungen eingelöst. Bis zum 20. März 1931 eingehende Umtauschanträge werden bei der Zuteilung vorzugsweise berücksichtigt Die Bezahlung der neuen Schatzanweisnngen hat in der Zeit vom 25. bis 31. März 1931 zu erfolgen. Börsen Umsatzsteuer ist von dem ersten Erwerber gemäß 5 36 des Kapitalverkehrsteuergesetzes nicht zu entrichten. Die Käufer erhaben zunächst von der Verkaufsstelle ausgestellte Kaysenquittungen. gegen deren Rückgabe die endgültigen Stücke alsbald nach Fertigstellung ausgehändigt werden. Die Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können nur soweit berücksichtigt werden, wie dies den Verkaufsstellen angängig erscheint. Ausführliche Prospekte sind bei den Verkaufsstellen erhältlich. Berlin, im März 1931. I Mi»?-flieater Täglich 8-/4 Uhi Die schöne Alexandra Ussetf. Schollwer. FuB, VespermanD. Mkla Sonntags 4 Uhr Kleine Preise Lustspisihaus Täglich Shj Uhr Der Lugner u. die nenne von Kurt Götz Plscaior-Bflhne (Wallner• Theater) Alex. 4502-93. Täglich 8«/. Cyankali von Fr Wolf. Für Lner unserer leitoog, Or.-SesselstuttE mrlli Parkett-F.. 4.2.. .. 3. LS« Rain. 2. 1 iL Komtscne oper 8-1 Uhr Kleine Preise. Peppina unter nersönfidier Leitung des Konpontsteo R o b � r t--S i o! z _ i» der Fremierenbetetmq Sarnowskn-uDDDeii TUeuter in dei stresennmnsti. "•Vi Uhr Amphitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung: Victor Barnowsky Komödienhau» -«Vi Uhr Eine königliche Familie Piiiinarmonle Vb Uhr Wagner-lbend d.Philharmon.Orch. 04r. Prof. J. Prflwer Kleines ftieat. raglich 8V4 Uhr Olga Tsche;howa in: Liebe unniodern Will Kaufmann. Heina Kluberianz. Sonntags 5 Uhr LiebessdHumraer kl.Preise I I M. Neues Theater — am Zoo UmBatinlloi Stpl.6554 Täglich 8'u Uhr Emmy Sturm a. fi. Halifornisdie Fruchte Musik. Komödie t. Max Hansen n.WillyPraqtr EUfe-Sfinder IttttauStr.a TUL8', Uhr Der InstlpTite Abend! Sonntags ucbni.)1/; Dr enniß. Preise. Osterwein i � eo«MW ttirkuC Orfl. latMtmM.ini ■ FaMMtamCi Hoch einige sonnige Prcuaisch« Staatsbank (ieehandlung) Deutsche Glrozen'rale — Deutsche Kommunal. ank— zugleich namens der angeschlossenen Giro- zentralen und Ländesbanken. Verkaufsstellen in Berlin sind: Berliner Stadlbank— Girozentrale der Stadt Berlin—/ Brandenbnrgische Provinzialbank nnd Girozentrale/ Girokasse des Kreises Teltow/ Kreissparkasse des Kreises Niederbamim. günstigste Verkehrslago, IV2. 2, 2'/2 Zimmer Warmwasscr. Zentralheizung, mechanische Waschkü he, per sofort und später zu vermieten. Vennietungsbüro: Reo-Licbtenberg, OslbabnstraBe 12, 1. Besichtigung ab Montag, den 16. März, wcrkräglich 11—6 Uhr, Sonntags 10— i Uhr. Nr. 125» 45. Jahrgang A. Beilage des Vorwärts Sonntag, 15. März ISZl Muri föudolf Weubert: dDlC �YHl llHTtS Ich iudj« isrec Dom« un Persianer, die vor einiger Zeit an der C�tfe Potsdamer und Bülowftraß» dem Arbeitslosen Paul Zkwthe eine Theaterkarte in die Hand drückte. Die Dame mar aus einer Te'ephonzclls gckninnKii sichtlich halte sie dort ein bedeutsames, Entschlüsse änderndes Gospräch geführt—, dann hatte sie im Vorbei- r.ehen dein Arbeitslosen Paul Knothe, dcr gerade dort stand, die Theaterkarie in die Hand gedrückt, mit einer Bemerkung wie: „Vielleicht haben Sie dafür Verwendung', hatte ein Tari heran- gewinkt und war davongefahren. Ich suche diese Dam«. Mein« Adresse ist in der Redaktion zu erfahren. Es handelt sich nämlich dämm, dast... Aber vielleicht lmmi't jener Dame dieser Artikel vor Augen. Dann genügt es. Wenn ich nämlich die Dame finden würde, begänne ich folgend« Unterhallung: Gnädige Frau, ich bin in der unangenehmen Lage, ihre Ausmerksamteit für einen Mann erbitten zu müssen, der nicht die geringste Rolle in ihrem Lehen spielt, für einen Mann, den Sic nur einmal ganz flüchtig gesehen haben, für den Mann, dem Sie ihre Theaterkarte schenkten, weil Sie abends etwas anderes vorhatten. Der Plann stand da gerade nnijjig auf der Straß«, Sie wissen gar nicht, wie er eigentlich aussah, nur daß er abgetragene .�leider trug und ein unrasiertes Kinn hatte, glaubten Sie bemerkt zu haben. Ja, Sie glaubten glich noch, diesem Manne ein« bc- sondere Wohilot erwiesen zu haben. So lange glaubten Sie es, ols Tie ihren Fuß in das Auto setzten, das Sie nach dem Westen führte'. Dann hatten Sie den Mann vergesien. Aber dieser Mann, gnädige Frau, verzeihen Si«, ich komme Ihnen im ungelegensten Moment damit, ich s«he, daß Sie im Abend- kleid sind, dos Auto wartet unten, fahren Sie ins Theater, gnädige Frau?— also, Verzeihung, dieser Mann stand mit der Karte in der.vjaild wie«in Klotz da. wußte nichl, wie ihm geschehen war, sah Ihnen nack», stand noch immer aus demselben Fleck, als dos Auto bereit» um die Eck« gebogen war. Dann besah er sich die Karte, es war— wenn ich nicht irre,«ine Karte für den Parkettplatz Nr. 34, Reihe 3. Eine Karte jlir die Oper. Die Oper begann um ZV Uhr. Die Oper hieß... Ja, Sie nicken. Es fällt Ihnen ein. Sie wollten doch damals unbedingt den Sänger T hören. In der Vombenrolle. Sie haben ein Faible für ihn. Leider aber— leider?— mußten Sie für diesen Abend anders disponieren. Doch das gehört nicht hierher. Ich habe nicht di« Absicht, Indiskretionen zu begehen. Oder vielleicht doch? Notgedrungen? Sie sind ein« große Dame und haben den Arbeitslosen Knoche mit einer Theaterkarte beglückt. O, Sie lächeln, leise abwehrend. Beglückt, sage ich. Beglückt. Finden Sie die Betonung nicht seltsam? Be— glückt! Ja. gnädige Frau, Sie haben ahnungslos, gedankenlos, dem Paul Knoche«inen schlimmen Tag bereitet. Jedenfalls war er lange nicht so zerrisse», zerquäll, am Rande der Verzweiflung über«in sinnloses Leben wie an dem Tage, als Si« ihm die Kort« schenkten. Schelte« Sie ihn nicht undankbar. Er Hot sich gefreut. Riesig gefreut. Auerst. Cr dach«: So«in Schwein! So ein Schwein! Alfa da» erste, ma»«r tat. war. an die nächste Litfaßsäule zu gehe» und den Theaterzettel zu studieren. Da entdeckt« er auch, daß die Kart« zgjjn Mark wert war. Zehn Mark. Das können Sie sich einfach nicht voytellen, was mit dem Paul Knoche da los war. Nein, das können Sie nicht. Sie haben zu große Schein« in der Tasche. Sie haben einen Pelz. Em Auto. Einen reichen Mann. Aber der Arbeitslose Knoth« hatte in dem Augenblick«ine Ge- dankenassoziation: er sah einen großen Teller Königsberger Fleck und eine Moll« Bier. Das war die erste Gedankenassoziation mit ihrer Theaterkarte, gnädige Frau. Doch da» langweilt Sie? Köiligsb»rg«r Fleck vermag Sie nicht zu interessieren? Bitte um Geduld. Die Geschichte geht schon weiter. Schließlich, gnädige Frau, war es dock) ihr« Theaterkarts. Ihre Thealerlarte, die einen Wert von zehn Mark in der Hand des Erwerbslosen Knoche repräsentierte. Und nun begannen die großen, kleinen Konflikte, von denen Sic sich natürlich keinen Begriff machen können. Sind das keine Kon- slikte, wenn einem der Zufall zehn Mark zum Geschenk macht, für die man Schuhsohlen, Hosen, Rasiorseife, Zigaretten oder einen Parkettplatz ln der Oper haben könnte? Sie haben Paul Knoche nicht mehr gesehen, gnädige Frau, wie er vor dem Schaufenster einer Fleischerei Halt machte und überlegt«, Sie haben ihn längst vergossen gehabt, während er noch vor dem Schuhmachcrloden verweilte, die großen, unruhigen Augen auf die Tür des Ladens gerichtet, an der «in Schild hing:„Auf Reparaturen kann gewartet werden!" Aber er ging weiter. Er mußte ja bis zur Kasse des Theaters, um die Kaitz einzulösen. Können Sie sich vorstellen, wie er da hin- ging, mit federnden Schritten, anders als sonst? Jeder Schritt brach!« ihn einem lockeichen. Ziel näher, einem Ziel, das chn mit Zigarkttsn, Würstchen und anderen lebensnotwendigen Dingen er- wartete. Leider schlug er dann doch«inen anderen Weg oi». Im letzten Momenl, Iqnn man sagen. Taiinlich kurz vor dem großen Theater- aebäudc. Er ging viennal, rünfmal um das Hau? herum, aber nicht hinein. Er stand da. di« Hände in den Hosentaschen und starr!«. hungrig wie vorhin vor dem Fleischerladen und dem Schuhgeschäft, aus das Kuppeldach des Theaters. Es war, als öffnete sich lhm zum ersten Male das Tor zu einer sonst verschlossenen Welt. Er war mitten darin, von Licht und Glanz umgeben. Hätten Tie ihm einen Vorwurf daraus gemacht, wenn er nicht in die Oper gegangen wäre, soiidern für den Erlös der Karte Zigaretten und andere Dinge gelaust hätte? Wollen Sie ihm einen Vorwurf daraus machen, daß«r es nicht tot, was andere getan ballen, und daß er sich abends um acht llhr tatsächlich auf den Parkettplag Ztr. 3-1, Reihe 3, setzte? Wie er da saß! Klein, geduckt, blaß, zitternd, wie«in ge- priigdtcr Hund. Vom Portier geprügelt, mit Blicken geprügelt, vo» den(Sarderodensrauen. den Boys, den Damen und Herron, van ollen geprügelt. Mit Blicken geprügelt. Wa» haben Sie für ein Unheil angerichtet, gnädige Fraul Sie haben der Frau Bantdirektor W. zugemutet, neben einem schlecht rasierten, schäbig gekleideten, oisensichttich unfeinen Menschen zu sitzen. In. und mochte er sich auch noch so tlew machen, sich noch so verkriechen, sich noch so hingeben, quflösen in der fremden, de- raiischsnoen, verwirrenden Atmosphäre des Theaters, er stört« dos sozial« Gleichgewicht zumindest. Aber dann war auch der Erwerbslose Knoche für Frau Bank. direkter W. nrnchwundwi. die Omxrtnr» d«g«m, der Vorhand teilt« sich, die Oper fing an... Eigentlich, wenn auch ohne Verdienst— haben Sie, gnädige Frau, dem Erwerbslosen Knothe«in« groß« Erfüllung gegeben. Denn auch vor der Seele dieses Mann«», der da auf ihrem Parkettplatz sah, teilte sich ein Vorhang... Und wenn es auch kein« Oper war, die sich in seiner Seele abspielte, sondern mehr«ine Tragödie ohne Musik, so stand er in diesen Stunden doch auf den Gipfeln des Lebens, jo arm, so klein er auch war. Wo waren Si« an diesem Abend, gnädige Frau? Tat es Ihnen leid, die Oper zu versäumen? Aber abgesehen davon, daß Sie an jedem anderen Ab«nd die Oper wieder besuchen können, der Erwerbs- lose Knothe hat für ihre zehn Mark zehnmal soviel gehört, g«sel)«n, erlebt wie Sie. Denn er war weder als Kritiker, noch als Frau Bankdirektor W. gekommen, sondern nichts ols ein Mensch, herein- geweht von der Straße in den Tempel der Kunst. Wie dann noch alles kam, das wissen Sie nicht. Sie haben sich nur gewundert, daß ihr Mann von ihrem Rendezvous wußte. Und schließlich alles erfuhr, trotz aller Vorsicht, die Sie gebrauchten. Sehen Si«, ihr Mann hatte In dieser Nacht einen kleinen Auto- Unfall. Ach, Unfall, nein, ein Mensch geriet vor seinen Wagen, aber es lief noch gut ob, der Mann, der da beinahe unter die Räder ge- kommen war, hatte imr«in paar Hautabschürfungen und eine Oha- machs davongetragen. Als ihr Atonn in den Taschen des Gestürzten suchte, nach einem Taschentuch vielleicht, mit dem er das Gesicht des Mannes reinigen konnte, kam ihm ein abgerissenes Theaterbillett in die Hände. Dieses Billett hatte er selbst gekaust, wie er an der Plqtznuimner ersah, für Sie gekauft. Tie lxitten darum gebeten. Gerade an diesem Mend wollten Si« in die Oper... Der Mann erwqcht« dann aus seiner Ohnmacht. Es war der Erwerbslose Paul Knothe. Jetzt erschrecken SI«. Seltsamer Zufall. Nicht war.«» sieht doch au», als jolsts sich an diesem Tag« der Ring der Geschehnisse schließen? Eine verschenkt« Theaterkarte,«in Zufall bracht« soviel Verwirrung In verschiedene Schicksale. Wir brauchen Knothe gor nickst zu fragen, ob er zufällig oder weniger zufällig unter den Wagen kam, ich nehme an, daß es weniger zufällig geschah, er war in dieser Nacht wohl wieder sehr tief van den Gipfeln des Lebens auf die nackte, kalte Straße gestürzt, mitten unter die Fleischerläden und Schuhbesohlanstalten... Ms Knothe schon wieder stehen und gehen konnte, schenkte Ihr Mann ihm für den kleinen Unfall zehn Mark. Vielleicht fühlt« er sich irgendwie tchuldig. Vielleicht war es nur eine Ironie des Zu- falls. Was Sie ober mehr interessieren dürfte: ihr Mann erfuhr, auf welche Weise Paul Knothe in den Besitz der Karte gekommen war. Er schilderte Sie sehr genau. Er hatte Ihnen doch so intensiv nachgesehen, wie einem Wunder. Und jetzt entsinnen Sie sich mit einem peinlichen Gefühl, daß Sie am nächsten Morgen ihrem Manne sehr von der Oper schwärmten. I. hätte göttlich gesungen. Ihr Man» lächelte. Aber er hatte das erste Glied zur Keit« der Beweise, die dann zur vor- läufigen Trennung führten. Ich will nicht weiter indiskret fem. Sie werden auch erwartet. Dos Auto hupt schon wieder. Aber, was ich noch sagen wollte, genieren Sic sich nicht, gelegentlich wieder eine Theaterkarte zu verschenken, wenn Si« für den Abend anders disponieren müssen. Nicht olle arbeitslosen Männer werden in solchen Konflikten so wenig reale Entscheidungen treffen wie jener Paul Knoth«, der nun längst verschollen ist... Maus Itedell: O alle Sburfchenherrlic i Als der mürrische Ianuarabend durch das kahl« Fenster kroch, erhob sich Peter Leidig von seinem Strohsack. Er fröstelte verschlafe,, und tastete nach dem Lichtschalter neben der Tür. Dann riß er die Hand zurück, ohne zu schatten. Nein, dachte er, nicht die Häßlichkeit bescheinen! Ein Grauen packte Ihn plötzlich vor dem kalten, unbarmherzigen Licht, das die Birne unter dem verrosteten Blechschirm ausstrahlen würde. Schmutzige Tapeten würde es beleuchten, die ekelhaste Flecke von Schimmel und Wanzentinktur hatten und von denen große Fetzen herunterhingen. Einen unordentlichen Tisch würde es erhellen mit ein paar Stapel» all gekaufter wissenschaftlicher Bücher in schäbigen Einbänden, auf und zwischen denen ein paar Brotkanten, eine Zahn- bürste,«in staubiges Tintenfaß, ein« alte Weckuhr,«ine Tasse ohne Henkel und ein paar gebraucht« Kragen sich präsentieren würden. Ein Spirituskocher daneben, dessen Gestell mit Draht zusammengeflickt war. Der Teller mit den angebackenen Resten einer Würfel. suppe würde die Erinnerung an ein ungenügendes Mittagessen und ein neues Begehren des Magens wachrufen. Peter Leidig schüttelte sich. Und er wunderte sich über sich selbst wie schon oft w der fetzten Zeit. Er war doch längst gegen seine Umgehung abgestumpft. In weit schlimmeren Höhlen hatte er ge- haust. Asyl«, zbundeicherbergen, Wartesöle und Parkbänke waren ihm kein« fremd« Wohngelegenheit. Und es hott« ein« Zeit gegeben. damals zu Beginn des letzten Sommersemesters, als er die Stelle als Platzanweiser in dem kleinen Vorstadtkino bekam und die Bude hier mietet«, wo er sie beinahe gemütlich sanft, wo sie geradezu«in Gefühl bürgerlichen Geborgenseins in ihm auslöst«. Ader in der letzten Zeit war eine Veränderung in ihm vorgeganaen. Irgend etwas in ihm war aufgewacht, was die Gewohnheit, im Kehricht des Daseins zu leben, seit Jahren eingeschläfert hatte. Jetzt äußerte sich die Reaktion darauf in einer schmerzhaften Empfindlichkeit seiner Sinne gegen die Welt von Häßlichkeit, in der er untergegangen war. Eine fieberhaste Gereiztheit trieb ihn um. Physischer Ekel saß ihm wie ein schleimiger Klumpen in der Speiseröhr«. Ekel vor diesen Wänden, vor der schmierigen Treppenstiege mit ihrem muffigen Geruch nach Sauerkohl und Latrine, Ekel vor seiner eigenen schäbigen Gestalt. Damals begann es, als die Unioersitöt sein Gesuch um Honorarerlaß für dos Wintersemester abgelehnt hatte. Die Host- nungen, die er sich auf ein Stipendium und aus«inen Freitisch gemacht hatte, zerschlugen sich gleichzeitig. Seitdem halte er die Universität nicht mehr betreten. Exmatrikulieren ließ er sich nicht. Das kasteie Geld. Wenn er keine Vorlesungen annahm, würden sie ihn schließlich von selber streichen. Nun lebte er nur noch im Schatten dieser Elendshäuser, toie begrenzten jetzt sein ganzes Dasein. Und er wußte: diese stinkenden Hinterhöfe waren gefährlich«, kreisende Wirbel, die den, welck)er hineingeriet, nicht mehr losließen. Er tastete auf dem Tisch herum und fand den Stummel einer Zigarette. Er zündete ihn an. In dem aufglimmenden Schein stand das Zifferblatt des Weckers wie ein verschwommenes Gesicht. Zell, ins Kino zu gehen. Peter Leidig nahm den Hut und den ver- schlissenen Lodenmantel und verließ sein« Behausung, ohne Licht zu machen. Er ging durch den üblen Brodem der beiden Höfe, aus denen das Geschrei, das Gelächter und Gejammer einer zertretenen Menjch- hell wie eine ungeheure Anklage emporquoll. Peter würgte es. Aus der Straße flog ihm ein wässeriger Schnee ins Gesicht, verllebte die Augenlider. Sofort drang die Nässe durch die mürben Schuhf. Die Menschen trieben an ihm vorbei wie grau« Ströme, hoffnungslose Ströme, die irgendwoher kamen und irgendwo verrannen, in ihrer Dumpfheit nicht wissend, wahin und wozu. Ein uiiilares Verbunden- heit-gesühl wärmte ihn plötzlich. Er fühlte sich ausgegossen in diesen grauen Strom, war«in Teil davon, trieb in ihm. Ein« halbe Stunde später leierte er mechanisch:„Bitte, die Herr- schaften, hier sind noch zwei Sitzplätze! Programm gefällig mit Fiimbeschrcibmig? Zehn Pfennige!"— Dann wurde es dunkel. Peter pstegte sonst kaum»och dem Film zu chigen. Sein eigenes Leben bot Kitsch genug. Heute aber wurde sein Interesse wach. Ein Studentensilw ging über die Leinwand. Heidelberg— natürtich! Lachlüste Marianetten mit Mütze und Band bewegten sich eckig durch Kneipen, Frühling und Mondschein, näselten, bramarbasierten, soffen und schmachteten. Blonde Mädchen, auf süß frisiert, verdrehten tellergroß gemalle Augensterne.„Ekelhatter Schwindel!' knurrt« Peter Leidig. Seine Finger zuckten, er wurde immer erregter. So etwas setzte man dem Publikum vor! Für diese geschniegellen Schemen auf der Leinwand gab es ja nichts als Saufen. Singen. Raufen und Verliebtsein! Ein einziger Festtag in Walhall war ihr Leben. Aber frellich— das war der deutsche Student, wie er noch heute unverrückbar im Bewußtsein der b teilen Masse stand. Und die Wirklichkeit? Er dacht- an die Tausende von Werkstudenten im Lärm and Oualu, der Fabriken, an die Tausende, die keine Arbeit fanden, an andere, die als Salzstangeuverkäuser und Zeitungshändler elend verkamen. Er dachte an seinen eigenen Weg, an tausend Qualen und Demütigungen. Bitterkeit überwand ihn.„Sa ein DreckfilmI" Laut hatte er es gerufen. „Ruhe! UnerhörtI" Empörtes Echo silmbegeisterter Spießer. Es war gerade so stimmungsvoll, Neckarwellen glitzerten im Mond- licht. Peter Leidig sah es mit Fieberaugen. Seine Kehle war trocken, irgendein heißer Ball stieg aus der Leere des Magens in ihm auf. Da vorn ober kreisten jetzt die Römer, Wein floß in Ströinen, und dann sangen sie selig grölend:„0 alle Burschenherrlichkeit!" Peter Leidigs mürbe Nervensäden rissen. Zusammengeballte Billcrtsts vieler Jahre drängte zu vulkanischem Ausbruch.„Auf- hören!' brüllt« er mit aller Lungenkrast..Lüge! Verfluchter Schwindel! Lüge!' Seine Stimme überschlug sich, immer wieder kreischte er:„Lüge! Aufhörenl" Er wurde schnell überwältigt. Nach dem Ausbruch fiel er zu- sammen wie ei» leerer Sack. Ms er draußen auf der nassen Straße stand, wußte er von dem Tunustt nur noch das eine, daß ihn der Geschäftsführer sofort hinausgewqrfen hatte. Er ging mechanisch in derselben Richtung weiter, in der er sich lmedergefuvden hatte. Mantel und Hut hatte er vergessen. Er fühlt« die Nässe imd Kälte nicht. Mit ausgelöschte» Gedanken ging er wie«in Nachtwandler. Chauffeure und Trambalmführer stoppten fluchend ihre Wag««- Peter hörte die kreischenden Bremsen nicht. Einmal kam es ihm zum Bewußtsein, daß er sich immer weller von seiner Wohnung ent- fernie. Sollte ex umkehren? Nein! rebellierte alles in ihm. Er war zu müde, de» Kampf noch einmal zu beginnen. Nql�äune krochen vorbei, die gäternen wurden spärlicher. Dll Stadt versank. Aus der Kneipe des letzten Hauses drang noch Lärm und Singen. Sonst herrschte«ine streichelnde Rul>e. Der hohe, dürre Arm eines Kranz wuchs aus dem Dunkel. Hier lag der aste Fluß- Hafen. Unter dem steinernen Kai gurgelte in eisiger Schwärze de? Fluß. Darüber stand die Nacht und breitete sich Peter Leidig«nt- gegen wie eine gütige Mutter. Noch einmal zögerte er. Dann reckte er sich auf und ging wie ein Vefreller in das Dunkel hinein. Niemond hörte das leise Aufplätschern des Wassers. Alles blieb still. Nur aus der Kneipe drüben scholl gedämpft der Lärm her- über. Ein Stammtisch ekstatischer Kanzlisten, trunken vom Bier und dem süßen Kitsch des vorher genossenen Studentenfilms, gebürdete sich„akademisch'—» deutschen Mannes höchstes Lebensgefühl!—. kornmersierte und sang:„0 alte Burschenherrlichkeit!", Ä»« SZeHyedäcUlnis der tßietien Ein sicheres Zeitgedächtnis bei Bienen hat Beling in Versuchen am Zoologischen Institut der Münchcner Universität festgestellt. Die Versuche wyrden mit der sogenannten Dressurmechode im Freien ausgeführt und die einzellien Bienen durch bunte Tupfen mit Schellockfarb« kenntlich geinacht. Zu bestimmten Tagesstunden wurden 5 bis 14 Tag« hindurch den Bienen Futterschalch«,, gereicht. und auf diese Art gelang es rasch, die Lienen aus jede beliebige Tageszeit zu„dressieren", dos heißt auch wenn zu den gewohnten Zeiten kein Futter gereicht wurde, stellten sich fast alle dressierte» Bienen zum richtigen Zeitpunkt an den Futterplatzen ein. Wechsel der Witterung, der Temperatur und des Feuchtigkeitsgehaltes der Lust übten aus dieses Zeitgedächtnis keinen Einfluß aus. Eine befriedigende Erklärung des Zeitgedächtnisses der Bienen läßt sich bis heute noch nicht geben, da die Annahme, daß es sich zum Beispiel um ein in regelmäßige� Zwischenräumen wieder- kehrendes Hungergefühl handelt, nicht zutrifft: denn die Flugbienen geben ja das gesamte Futter im Stocke ob. Wahrscheinlich hängt das Zeitgedäckstnis der Bienen mit der Tatsache zusammen, daß manche Futterpflanzen in ihrer Hanig- und Pollenerzeugung zelllich eng begrenzt sind, indem sich zum Beispiel manche Blüten, wie Wuchweizen usw.. nur zu bestimmten Tageszeiten öffnen. Di« Bienen mußten also lernen, sich dem biologischen Rhythmus der Pflanzen anzupassen, und diesem Umstand ist mahl die Ausbildung ihres erstaunlichen Zeitgedächinijses zuzuschreiben, Der llnlerjchied zwischen Kautschuk uud Guttapercha bestellt darin, daß Kautschuk, der«in elastischer Körper ist, mit dem Schwefel eine Verbindung eingeht, während sich Guttapercha mll Schwefel nicht verbindet. Guttapercha ist auch nicht elastisch, sondern fest {plastisch�. Ein Eisberg, der in lOu Meter Höhe Aber dem Meeresspiegel emporragt, taucht um das Siebenfache seiner oberen Länge i» dos Meer hinab. Die Flügelmuskela der vöget haben eine zwanzigfach größer« Hebekraft ats di« Armmusketn d«s Menschen. 3)r. Anneliefe £andau: IModeft HMutforgsky £u feinem 50. todeslage am 16. lllärss .Solange das ZZÄk nicht selbst nachprüseii kann, was man aus ihm zusammenbraut, solange es nicht selbst den Willen hat, daß dieses oder jenes aus ihm zusanimengcbram werde, bleibt es immer auf dem gleichen Fleck," schreibt Mussorgsty 1672 seinem Freunde Stassow, nachdem die Zensur den letzten Revolutionsakt des.Baris Kodunoff" endgültig gestrichen hatte,— weil er die Jugend gegen das zaristische Regime verhetze I„Allerhand Wohltäter und Bolts- begtücker verstehen es vortrefflich, Ruhm einzuheimsen und ihre Be- rühmtheit noch dokumentarisch zu besiegeln, das Volk aber stöhnt, und um nicht zu stöhnen, besaust es sich und stöhnt noch mehr: am gleichen Fleck!" Stassow widersprach nicht, denn Mussorgsky hatte das Recht, anzuklagen.. Der aus dem russischen Altadcl stammende, etwas geckenhafte, von Frauen umschwärmte Offizier mit dem„leicht schnarrenden Ton"— wie Borodin sagt— hatte nach drei Jahren seinen Ab- schied aus dem Garde-Jnfanterieregiement und damit aus der tra- ditionellen militärischen Karriere überhaupt genommen. Er wußte damals ganz genau, daß er mit diesem Schritt aus den ersten Kreisen der russischen Adelsgesellschaft ausschied. Und als 1863 die Leib- ei genschaft der russischen Bauern gesetzlich aufgehoben wird, kämpft Mussorgsky gegen den Adel auf Seite der Bauern für die Durch- sührung des Gesetzes, obgleich er mit der Befreiung der Bauern seine eigene pekuniäre Unabhängigkeit— seine Güter— verliert und gezwungen ist, m subalternem Beamtendienst sich ein Minimum für sein« Lebensbedürfnisse selbst zu erarbeiten. Ost genug reicht das Verdiente dann nicht einmal für«in möbliertes Zimmer, und er muß Jahre hindurch Raum, Klavier und Schreibtisch mit seinem Freund« Rimsky-Korssakoff, später mit dem Dichter Äutusoss teilen. Biel Ruh« bleibt ihm da freilich nicht zmn künstlerischen Ar- kielten, bssonderg, da er nicht zu jenen gehört, die ihre PhaMasie kommandieren können. Für Mussorgsky sind die„schöpferischen Stimmunzen"— wie er Frau Kormalina 1874 gesteht—„nicht leicht einzusangen und launenhafter als die kapriziöseste Kokette: man muß sie zu erhaschen suchen, indem man sich ganz und gor ihren unberechenbaren Weisungen fügt." Hat er sie aber cingesangen, dann schafft er in einer Art exaltierter Besessenheit:„Ich arbeite mit Volldampf; Tön« und Gedanken schwirren nur so in der Lust; ich schlucke sie mit Heißhunger und finde kaum Zeit, alles aufs Papier zu kritzeln." In solch ekstatischen Stunden entstehen 5 Opern, 2 Orchester- und 13 Klcwierwerke, 7 Chöre und 62 Lieder. Und sie alle kämpfen für den unterdrückten, ausgestoßenen, g«- hetzten Menschen. Ohne jede Schönfärberei läßt sie Mussorgsky vor uns hintreten: das bestraste Kind, dos in der Ecke steht und auf die ungerechte Amme böse ist,— die junge Frau, die ihrem alten Mann durchbrenirt,— den Bauern, der im Schnee erfriert,— einen Blöden, der ein schönes Mädchen um ein bißchen Liebe anfleht, — oder das unterdrückte, gehetzte Volk in seiner Gesamtheit, wie im „Boris Godunoff" oder in d«m revolutionären musikalischen Volks drama„Chowanschtschina", das als„radikal" von der Hofoper ob- gelehnt und van der Zensur verboten wurde. 56 Jahre weit haben die russischen Zensuroerbote ihre Schatten geworfen, denn erst seit ungefähr zehn Jahren beginnt man Mussorgsky, den revolutionären Menschen und den revolutionären Musiker zu entdecken. Erst seit zehn Jahren scheinen wir die disionanten Akkordsarben zu begreifen. die Mussorgsky, der Autodidakt, völlig aus sich heraus zum Ausdruck seiner Ideen fand. Man lehnte Mussorgftys Kompositionen als ein „Verbrechen an der russischen Musik" ab, und noch 1368 entschuldigt sich Rimsky-Korsiakoss, daß er bei der Herausgabe eines Klavier- auszuges der„Heirat" von Mussorgsky neben seiner Bearbeitung, die die Ecken und Kamen dieser eigenwilligen Musik— ganz unbercch- tigterweise— zu glätten sucht, auch die originale Fassung„für die Bewunderer Mussorgskys, deren Gehörsinn keine allzuhohen An spräche stellt", noch stehen läßt. Doch Mussorgsky kämpft, getreu seinem Wahlspruch:„Vorwärts zu neuen Ufern!" unermüdlich gegen die ganze ihn mißverstehend« Welt. Ein Jahr vor seinein Tode packt ihn die Angst, die Zeit, die«r zum Verwirklichen seiner künstlerischen Pläne noch braucht, köime ihm nicht mehr gegönnt sein. Und in dieser Angst tritt er plötzlich aus dem Beamte ndicnst aus, denn„die Forderungen der Kunst an die heute Schaffenden sind so ungeheuer, daß sie den ganzen Menschen beanspruchen". Di« Folge: Er sieht sich eines Tageö vor der Notwendigkeit, auf die Straße betteln zu gehen. Eine be- freundete Familie nimmt ihn auf. Doch schon am nächsten Tag oeranlassen mehrere Schlaganfälle sein« Einl-ieferung ins Krankem haus, er erholt sich, plant neue Arbeiten, doch in einem unbewachten Augenblick betrinkt er sich similos und stirbt. Sein Werk gehört trotz seines russischen Gepräges der gesamten Menschheit, denn es erfüllt die Forderung, die Mussorgsky sich selbst gestellt hatte:„Ein Kreuz hob« ich mir aufgebürdet und werde erhobenen Hauptes, wohlgemut und heiter mich gegen alle wenden. zu einem leichten, starken wahrhasten Ziel, zu der wahren Kunst, die den Menschen Liebe entgegenbringt und in seinen Freuden, Schmerzen und Leiden lobt und webt." Stldiard Stiielfenbevh: Stiergefechl In lllexiko Ich bin oft in meinem Leben in Stiergefechtcn gewesen und habe auch oft die Meinungen für und wider diese Schaustellungen gehört. Vor dem Kriege, entsinne ich mich, gab es in Madrid eine deulsch« Aristotratin, die einen Tierschutzverein gegründet hotte und ihre Arbeft hauptsächlich gegen die Stiergefechte richtete. Sic ist ge- scheitert. Die Stiergefechte sind in den spanisch sprechenden Ländern «in Volksvergnügen: selbst die Königin von Spanien, ein« geborene Engländerin, mußte nachgeben und den feierlichen Stiergesechten beiwohnen. Sie soll dabei wiederhost in Ohnmacht gefallen sein. Hier in Mexiko spielt sich alles das, was wir grausam finden, noch ein wenig wilder und ungezügelter ab. Es gibt allerdings Stiergefechte, bei denen die Volksmenge ganz ruhig bleibt. Diese Leute sind Kenner, und es hängt alles von der Güte der Matadors und der Stiere ab.' Wenn aber ein großer Tag ist, kann man das Volk. Männer, Frauen und Kinder in einer Art ursprünglicher Wildheit sehen wie sonst nirgendwo aus der Welt., Jede Bewegung beliebter Stierkämpfer wird mit ungeheurem Beisallsgebrüll begleitet. Die Stierkämpfer und die Menge spielen zusammen: aus der Menge werden Hute in die Arena geworfen: das ist ein Zeichen besonderer Aufmerksamkeit für den Matador. Der erfolgreiche Matador ist ein Sklave der Menge: immer und immer wieder muß er die Arena umkreisen und sich bedanken. Die Menge erhebt sich, zieht die Taschentücher und die Arena dröhnt von ungeheurem Jubel. Die leidenden Helden sind die Stiere: aber sie. werden genau so behandelt wie die Männer, die sie umzubringen haben. Läßt ein Stier es sich einfallen, der Tapferkeit besseres Teil zu wählen und vorzeitig dem Stall« zuzutraben, wird er mit Hohngebrull über- jchütlet. Zu gleicher Zeit beschimpft man die Unternehmer mit allen Schimpfworten, die der spanischen Sprache zur Verfügung stehen. ch denn er bedeutet eigenlUch Dorfbewohner, hat ober mit dem südafrikanischen Bolksstamm nichts zu tun. Wenn wir ihnen vorwerfen, sie redet n Kohl, so ist doch dieftr nicht auf deutschen Baven gewachsen, son- den, stammt vom hebräischen„Köl", Stimme, Red« her. R. B. Deister I Morgen schon können Sie die ersten Ergebnisse seiner Tätigkeit sehen: Wundervolle Frühjahrs-Mäntel und -Anzüge vom letzten modischen Stil in einer fabelhaften Ausmusterung. Preise—— nicht zu unterbieten! Rategut ist eine Kanone, er ist der bedeutendste Kleiderfachmann Europas. Er hat einen glänzenden Schnitt, den erlesensten Geschmack, kurz eine Fachkenntnis, dieSpitzenleistungenschafft. RATEGUT BRINGT BERLIN DIE IDEALE HERRENKLEIDUNG. Aber er kann nicht nur ungeheuer viel, er hat auch den anständigsten Charakter(daher sein Name!). Sein guter Rat wird Ihnen und uns dienen. 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