Morgenausgave Oiensiag �4S.�em..'##> V/ 12. mä 1931 �®]fjjl Av�y JbI Groß-Serlin 10 Pf. »-ch.nmch SVP,. m«.a«ch z.««. W DW � mrT/m H W M»2 �. Auswärts 11 5 Pf ifn rorauszabldar, Postbezug 4.22 M. HH I Hl H H f/ H H W» H H BT�- �iwauiu Xw>>|. .-nkchli'bNch S0P,. P°�.?w°g� mi> 1«! hri�B\ HH Hw�tHHH HH H f/ H.......„ ,. 72 PI.P-ftd-sl-llg'bahnn.«llLland». jäBSmi ICjKl H H H � H H Hl H H H Us H Dl!-inlp-l». Nonpor-W.,-»- W P!. ovonnemenl 6.— M. vro Monal; für! f/— W�Q!|�B WM B» j BBQ H9[ A-' NeNamezeile 5,— RM..�Kleine%n. f.-»d?r mil rrmSßfgirm Drucksichrn. HBE I HB I H H H H H H H H H H z-i-eu" d-,» s-ttgrdru-kl. Wort SS P'. vorto S.- M.«THH I B> H H H H. H(zuläffig-m-«> s-»gedrli. 1 Hl H H H HLv JB.LH.V H H w.i!.r- W°ri>Z Pf. R<-b°u It. T-.if. * HB I IH M �V/gB 1 Etrlleng-iuch- das erftr Wort IS Pi.. Drr.LorwSrt»' er!ch«t>l» wochentt� NM» I �W/ MM t Ar MW jede» wsil-rr Wort 10 Pf. Worte über lich zweimal. Sonntags und Montags I BS9�> ▼/'/ S io' HH 1 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. e nmal. die Abendausgabe für Berlin l Arbeitsmarkt Zeile K0 Pf. Fomili-n. und im Handel mit dem Titel.Der anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme .Irchnlt-.«Ii« in dir Büchrrwrlt'. ArMM?»?» MM» M?M« Ml» MW W W»M» MW»MW MM Drr v.riag b-häl, Ii» das Siecht der .?ugend.Aorwiirt-'a..Etadtd!!lozr' Ablehnung nicht genrhmrr Anzeigen»all Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 lrcrnsprecher: DonbosI 292—297 Sflefltamm.Sbt.: Soualdemokrat Berlin. Hamburg, 16. März. lEigeuberüht.) Ter Tcnat hat heute auf Grund des Artikels 48 Absah 4 der Neichsverfassung eine Verordnung erlassen. durch die das Erscheinen und die Verbreitung deS„Ham- burger Tageblatt" tNatsoz.). des„Blatt der Nieder- fachsen" fRatsoz.), der„Hamburger Bolkszeitung" sttomm.), der„Norddeutschen Zeitung"(Komm.) und aller Ersahblätter mit sofortiger Wirkung bis auf lvciteres verboten. Gleichfalls werden bis auf weiteres Versamm- lungen der Nationalsozialistischen Tcutschen Arbeiter» Partei, der K.ommunistischen Partei Deutschlands, sowie der Hilfs- und Unterorganisationen und Gruppe« dieser Parteien unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen verboten. Um- und Aufzüge, sowie Versammlungen jeder Art unter freiem Himmel sind nach der Verordnung nur mit polizeilicher(«cnchmigung zulässig. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung werden mit Gefängnis bestraft. Daneben kann auf Geldstrafe erkannt werden. lasches Verfahrcu gegen den ersten Mörder. 5,amburg. IS. März. Die polizeilichen Ermittlungen gegen den nationalsozialistischen P ol i zc i o b e r iv a ch t m e i st e r Pohl, der das Revolver- a t t e n t i? t auf den Rcgieriinosrot Laslally verübt Hot, sind' jetzt obgcjchlossen und die Sache an die Staatsanwaltschaft wcitergcleitet worden. Regierungsrat Lassolly befindet sich jetzt auf dem Wege der Besserung. Httlers«.unglückliche Opfer"? halle, 16. März(Eigenbericht.) 3n Halle, wo der Razilerror infolge der Lauheit des pollzeipräsi- deuten besonders stark in Erscheinung tritt, ist eine neue viehische B tu! tat verübt worden. Ein Trupp Arbeitersportler der'llrbeilsschuh-Sporlabteilnng wurde von einer io dreisacher Aeberzahl befindlichen Razihorde au» dem Hinlerhall über- sollen. Ein Zugendsportler vom Regatta-Klub Halle wurde durch Müllers Befinden verschlechtert. Im Befinden Hermann Müllers ist gestern gegen 6 Uhr abends eine bedenkliche Verschlechterung eingetreten. Eine Störung des Blutkreislaufs führte eine Krise herbei, die in später Rachkstunde noch anhielt. Die Aerzlc sind bemüht, die bedrohliche Herzschwäche zu bekämpfen. Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben: betrachten jedoch den Zustand des Kranken als außerordentlich ernsk. Das Anleihegeschäst für Berlin. Eine Erklärung des Magistrats. Der Magistrat teilt mit: In einem Teil der Presse loeiöen Meldungen über ein Angebot an die Stadt Berlin auf Uebcrnohme der Aktien der Berliner Städtischen Elektrizitätswerk« AG.(Bewag) verbreitet. Die in diesem Zusammenhange mitgeteilten Zahlen und finanziellen Be- rechmingen sind in wesentlichen Teilen unzutreffend. Im übrigen sind die Metdungen insofern a l s verfrüht zu bezeichnen, als ein diskufsionsreifcs Angebot noch nicht vorliegt. * Zu den auch vom„Vorwärts" wied-rgegebenen New Porker Meldungen ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, dotz wahr- scheinlich über das Projekt Klarheit besteht, daß aber die Angebote noch nicht schriftlich eingereicht sind. So lange ist natürlich auch für die Stadl Berlin eine deflmtfoe Stellungnahme nicht möglich. Es wäre selbstverständlich anzustreben, daß das in seinen Grundzügen von uns richtig wiedergegeben« Angebot zu- gunstei, Berlins verbessert wird. Die Angebotrpartner werden sich der Erkenntnis nicht entziehen können, daß die Aktien der neu zu gründenden Gesellschaft ein höchstNassiges internationales Papier wären und daß ein Risiko kaum vorhanden ist. Daß Berlin die Notwendigtest der Bereinigung feiner Finanzlage bei Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Sein Zustand hat sich im Laufe de» Montag derart verschlimmert, daß mil seinem Ableben zu rechnen ist. Das Gesetz gegen Mordhehe. Oer Reichstag fordert Einschreiten. Der Reichstag hat sich gestern mit der Hamburger Bluttat beschäftigt. Es lagen zwei Anträge vor. Ein Antrag der so- zialdemokratischen Reichstagsfraktion, den der Reichstag an- nahm, lautet: „Der Reichstag spricht seinen Abscheu gegen die politische Mordhetz« aus, die imnier wieder zu politischen Bluttaten sührt. Die Reichsregicrung wird ersucht, im Einvernehmen mit den Regie- rungen der Länder unverzüglich«inen Gesetzentwurf vor- .zulegen, der die Möglichkeit bietet, die Ausforderung zum politischen Mord wirksamer zu bekämpfen und schär- frre Bestimmungen über den Handel mit Waffen und mit Munition dringt." Die kommunistische Reichstagsfraktion hatte folgenden An- trag eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen: Das Verbot des Roten Front- kämpferbundes ist mst sofortiger Wirkung auszuheben. Alle bestehen- den Demonstrotionsverbote sind mst sofortiger Wirkung rückgängig zu machen." Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion will, daß den mazedonischen Zuständen in Deutschland ein Ende gemacht werde. Sie verlangt die Anwendung der Geseke gegen alle, die zum politischen Mord Hetzen, und die Verschärfung der Ge- setze, wenn sie nicht zureichen. Ihr Ziel ist es. den Bürgerkrieg zu verhindern und den Rechtsstaat aufrechtzuerhalten. Anders die Kommunisten! Sie wollen das Faustrecht, sie wollen die Freiheit des 5)älseabschneidens statt der Freiheit der Demokratie. Nicht an das Recht, sondern an die Gewalt appellieren sie. So ist es nur logisch, daß ihr Redner im Reichstag nicht die Mörder seines Parteigenossen, die Nationalsozialisten, an- griff, sondern die Sozialdemokraten, und eine wüste Schimpf- und Lärmszene gegen die Sozialdemokratie aufführte. Warum? Weil sie den politischen Mord eindämmen und Mordhetzer bestrafen will. Diese Lärmszene war die Soli- daritätserklärung der Bürgerkriegsparteien gegen den Rechtsstaat! der Prüfung der Angebote erst in Rechnung setzt, ist ebenfalls selbst- verständlich. Ltfieil im Kasseler Prozeß. 95 Angeklagte/ 82 freigesprochen.— Kommunisten und Rationalsozialisten gleichermaßen schuldig Kassel. 16. März.(Eigenbericht.) Das hiesige Erwesterte Schöffengericht sprach am Montagabend von den 33 Angeklagten des Kasseler Landfriedensbruch- Prozesses 82 frei. Von den übrigen 11 wurden 4 verurteilt wegen schweren Landfriedensbruchs zu der gesetzlichen Mindeststrase von 6 Monaten, 3 wegen einfachen Landfriedensbruchs zu der gesetz- lichen Mindeststrafe von 3 Monaten, 2 wegen einfachen Hausfriedens- bruchs zu je 2 Monaten, einer zu 1 Monat und ein jugendlicher An- geklagter zu 2 Wochen Gefängnis unter Zubilligung einer Bewäh- rungsfrist von 3 Iahren. Die Angeklagten nahmen das Urteil ruhig auf. Unter den Freigesprochenen befindet sich auch der der Rädels- führerschajt beschuldigte politische Leiter des Kampsbundes. Der Staatsanwalt hatte in seinen Strafanträgen für den Rädels- führer sowie zwei Angeklagte je 6 Monate Gefängnis beantragt und für alle übrigen wegen einfachen Landfriedensbruchs 3 Monate Gefängnis. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende des Gerichts aus, daß nicht festgestellt worden sei, daß die Kommunisten mit der Absicht zu Gewalttätigkeiten nach Grebenstein gefahren seien. Da Gericht sei serner zu der Ueberzengung gekommen, daß die Ver- fehlungcn den Angeklagten keineswegs allein zur Last gelegt werden könnten. Auf der Gegenseite, d. h. bei den Nationaisozlalisten, seien ebenfalls schwere Ausschreitungen festgestellt worden. Amerika verleiht 3 MMarden. Räch einer Mitteilung des Qandckdepartemenls erreichten die Anleihen der vereinigten Staaten an fremde Länder im Zohre lgZ0 einen Gesamtbetrag von 862 200 000 Dollar. Sie übertrafen die Anslaadsanleiheo Großbritanniens trotz deren verbreilung in Südamerika dawll um mehr alz Z00 MMonen Dollar. Postscheckkonlo: Berlin 37636.—Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamte». Lindenstr.S.Dt.B.u.Di»c..Gis..DcposilenI..Jerusalemir Str. 66,66. Hitlers Blutschuld. Er solidarisiert sich mit den Hamburger Mördern. Die natronalsozialistische Parteileitung von Hamburg hat im ersten Erschrecken vor der Welle der Empörung über die Bluttat von Hamburg die Tat als„unsinnig, feige und verabscheuungswürdig" bezeichnet. Das Ber- liner Hakenkreuzblatt versucht sie unter schmutziger Berleum- dung des Ermordeten in eine Eifersuchtstat umzulügen. Das böse Gewissen der Mitschuldigen suchte nach Auswegen. Hitler selbst aber nimmt offen Partei für die Mörder! Er veröffentlicht folgende Erklärung: „Ich bedauere und verurteile die Tat der Hamburger Partei- genossen aus das schärfste, ich sehe aber in den Tätern nur die unglücklichen Opfer einer seit Monaten ungestraft betriebenen Blut- und Mordhetze der kommunisti- s ch e n A n t i f a. Zahlreiche Parteigenossen sind dem verbrecherischen Wüten dieser Mordpropaganda zum Opfer gefallen, offensichtlich. ohne daß die st östlichen Behörden zu einer entsprechenden Abwehr geschritten wären. Soeben ist wieder ein sunger National- sozialist von diesen Mordbuben erschossen worden, während ein an- derer, auf dos schwerste verwundet, migenblicklich noch mit dem Tode ringt. So sehr ich daher die Tat verurteile, so groß ist mein Mitleid mit den verirrten unglücklichen Partei- g e n o s s e n, die sich durch ihr handeln selbst aus der Bewegung aus- geschlossen haben. Das menschliche Mitleid aber zwingt mich, fiir ihren Rechtsschutz um so mehr auszukommen, als dadurch viel- leicht die Möglichkeit geboten wird, das gesamte Deutschland auf die Leiden aufmerksam zu machen, denen heute Zehntausende von Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Gesinnung wehrlas preis- gegeben sind. Zch habe daher Rechtsanwalt Dr. Arank II-Müachen beanslragt, die Verteidigung der drei Täter zu übernehmen und werde die kosten hierfür aus eigenem bestreiten." Wir fragen: waren die Becker und K o l l a tz. die die Sozialdemokraten Schneider und Graf erschossen haben, unglückliche Opfer der Mordhetze der Antifa? Diese haben gemordet, ohne provoziert zu sein! Ihre Opfer waren An- gehörige einer Partei, die den Mordwahn der Kommunisten und Nationalsozialisten mit Abscheu ablehnt. Als Angreifer, als kaltblütige Mörder sind sie in eine Familie eingedrungen und hoben den Sohn mitten in der Familie gemordetl Un- glückliche Opfer? Es ist widerliche Heuchelei, diese blutgierigen Bestien als unglückliche Opfer anzusprechen! Es ist weder Notwehr auf der Seite der Kommunisten, noch auf der Seite der Nationalsozialisten, wenn die Revolver krachen— es ist gegenseitige gewollte Provokation! Auf bei- den Seiten herrscht der Wille zum bewaffneten Angriff, auf beiden Seiten strebt man nach der physischen Vernichtung des politischen Gegners! Auf jeder Seite ruft man zur„Verteidigung", um die Kampfinstinkte zu wecken. Keine von beiden Seiten hat das Recht, mangelnden Schutz durch staatliche Organe vorzuschützen— denn beide Seiten wollen das Recht brechen! Am wenigsten kommt dies Recht dem Rechtsbrecher Hitler zu! Er trägt Blutschuld! Auf ihn fällt mit vollem Gewicht die intellektuelle Schuld an den Bluttaten seiner Parteifreunde. Er war es, der im Jahre 1922 einen unerhört blutigen Ueberfall auf die Münchener Arbeiterschaft durch- führen wollte! Er wollte die friedliche Maifeier der Münchener Arbeiterschaft blutig unterdrücken, er wollte mit Ma- schinengewehren und Geschützen in die friedlich Demonstrieren- den schießen! Aus den Kreisen semer Bewegung stammten jene Burschen, die die viehischen bayerischen Fememorde be- gangen haben! Zu ihm gehörte der Mörder des Sozialisten G a r e i s, zu ihm flüchteten die Mörder Erzbergers, weil sie dort Hilfe zur Flucht fanden— zu ihm suchten die R a t h c n a u- M ö r d e r zu enttonmien! Er trägt die Schuld an den Blutopsern des Hitler-Putfches in München, an den Greueltaten, die seine Banditen in diesen wenigen Stunden verbrochen haben! Eine erbärmliche Justiz- komödie hat ihm damals dafür eine„Strafe" auferlegt, die ein Schlag ins Gesicht des Rechtsstaates war! Das ist der Mann, der jetzt den feigen Mördern die Hand drückt, der heuchlerisch von menschlichem Mitleid deklamiert und seine Mordbanden als unglückliche verfolgte Opfer hin- stellt! Er hat das Wort geprägt von den„Köpfen, die in den Sand rollen werden", er hat das Signal gegeben zu jener maßlosen Blut- und Mordhetze seiner Redner, zu jenen Orgien von rednerischen Blutdrohungen, die sich namentlich gegen Sozialdemokraten und Republikaner richten. Dieser Mann hat kein Recht. Klage zu führen über mangelnden Rechtsschutz — wir finden vielmehr, daß das Recht Ihm gegenüber so lang- mutig angewandt wird, daß es in Gefahr gerät, aufzuhören Hamburg greift durch. Verbot jeder Propaganda der extremen Parteien. Necht zu sein! Wir sinden vielmehr, dag noch niemals in einem Rechtsstaat ein Mann in vollster Oeffenllichkeit in steter Wiederholung so ungehemmt zum Mord anreizen tonnte wie Hitler! Noch verbirgt sich die Solidarität mit den Mördern hinter einer Maske der Scheinlegalität, hinter den formellen Redens- arten des Bedauerns und der Verurteilung— aber diese Redensarten werden wertlos gemacht durch die Bekundung der praktischen Solidarität! Als die Mörder der Genossen Schneider und Graf slüch- t�ten, wurden sie von der nationalsozialistischen Partei mit Rat, Hilfe und Geld unterstützt. Das war praktische Solida- rität der nationalsozialistischen Partei mit feigen Meuchel- mördern. Die Rechtshilfe, die Hitler den Mördern von Ham- bürg stellt. Zeigt die gleiche Solidarität. Was besagt dem- gegenüber die Formalität des„Ausschlusses aus der Partei"! Sie ist nichts als die Maske, bestimmt jene gefällig zu täuschen, die gern an eine Legalität des Herrn Hitler glauben wollen! Die Bluttat von Hamburg ist eine der feigsten, unmensch- lichsten Taten, die der Bürgerkrieg zwischen Nationalsozialisten und Äommunisten hervorgebracht hat. Die kaltblütige Vor- bereitung wie die brutale Durchführung entspricht den schlimmsten Mordtaten im mazedonischen Bandenkrieg. Viele Unbeteiligte sind durch die Schüsse der Mordbanditen verletzt worden. Diese Tat ist eine entsetzliche Offenbarung der Un- Menschlichkeit! Gerade diese Tat aber ist es, die die Soli- daritätserklärung von Hitler hervorgerufen hat. Um dieser Erklärung willen wird künftighin die Partei des Herrn Hitler durch diese Tat gekennzeichnet sein! Diese Erklärung aber hat eine weitere Bedeutung: wird auch sie ohne Folgen bleiben, wie jene frechen Aufforderungen zum Mord, die von den Rednern des Herrn Hitler ungestraft wiederholt werden dürfen, so wird die Erschütterung des Rechtsstaats sehr ernsthaft fein! »Eifersuchtstat''- alles schon dagewesen. Die schamlos« Version des Goebbelschen„Angriff", wonach die Ermordung des Hamburger Kommunistenführers Henning keine politische, sondern eine E i f e r s u ch t s t a t sei, ist gestern im Reichs- rag durch den sozialdemokratischen Redner, Genossen Sollmann, ge- bührend gekennzeichnet worden. Sie war nicht nur gemein, sondern auch dumm: Venn zur selben Stunde hatten die Hamburger Nationalsozialisten bereits zugegeben, daß all« drei Mörder ihren Reihen angehörten und natürlich aus politischer Notwehr gehandelt litten. Inzwischen hat die Erklärung Hitlers die dreiste Lüge des Goebbels-Blattcs selbst widerlegt. Es ist ab« nicht das erste Mal, daß Rechtsradikale einen von ihren Leuten verübten politischen Mord zunächst in eine Eiser- suchtstat umzulügen oersuchen. Als in der Nacht zum 10. Juni 1320 der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete G a r e i s in München meuchlings erschossen wurde, verbreitete die reaktionäre Presse genau die gleiche Verston: zum Mord kam also noch die moralische Leichen- schöndun? hinzu. Damals erhielt die Press« solche Informationen von der politischen Polizei der Münchener Polizeidirettion, die unter Leitung von Dr. Frick stand. Der Mörder war, wie später nach- gewiesen werden kormt«, der Polizei bekannt. Er hieß Hans Schweikardt und erhtett«inen falschen Paß, um ins Ausländ zu snikommen— währenddessen die Münchener Polizei die Eifersuchts- version zirkulieren Keß. Pöhner, der damalige Chef des Polizeiprästidiums, ist längst tot, aber sein bössr Geist Frick lebt noch und ist ein Führer der Nazi- bewegung geworden: die Methoden der Mordpresse sind in diesen zehn Jahren die gleichen geblieben! Scham vor der Vergangenheii. Oer Kurswechsel im Stahlhelm. Der Amtliche Preutzssche Pressedienst schreibt: Die Ausführungen des preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun im Hauptausschuß des Landtages: der Stahlhelm habe sich bei seiner Begründung ausdrücklich auf den Boden der republikanischen Staatsform gestellt und habe damals alle Frontsoldaten zusammenfassen wollen, sind onschaineill» einem Teil der Presse außerordentlich unangenehm ge. wesen. Wie stets, pflegt man das, was einem nicht mehr in den Kram paßt, einfach zu l e u g n e n. Die.Deutsche Zeitung" versteift sich denn auch auf die Behauptung, daß sie glaub«, im Namen des gesamten Stahlhelm sprechen zu können, wenn sie feststelle. daß der Stahlhelm im Gegenteil aus der heftigsten Abneigung gegen die jetzige Staatsform und gegen den republikanischen Staat heraus überhaupt begründet worden sei. Die„Deutsche Zeitung" täte gut daran, sich bei der Bundesleitung des Stahlhelm zu informieren, ob sie mit ihren Behauptungen un Recht ist oder der preußische Ministerpräsident! Wenn sie weiter erklärt, daß der Stahlhelm" keineswegs auf dem Loden des jetzigen Staates stehe". so ist ihr darin für die Gegenwart allerdings volliichaltlich beizupflichten. Der Kurswechsel jedoch ist nicht wegzuleugnen! Hakenkreuzführer als Erpresser. Ja einem Monat Gefängnis verurteilt. Hannover, 16. März.(Eigenbericht.) Der Kreisführer der Natlonalsozialiste-n ooni Kreise Einbeck in SüLhannover wurde vom Göttinger Schöffen- oericht wegen Erpressung zu einem Monat Gefängnis oerurteilt. Die Nazigröße hatte in einem Brief an eine Beamtenvereini- gung, die sein überschuldetes Grundstück oersteigern lassen wollte, um ihre Hypotheken zu retten. Drohungen ausgestoßen, voh er sein« Parteifreunde aufbieten werde, falls man es wagen sollt«, sein Heim zu versteigern, über dem das Hakenkreuz flattere. Er hatte auch da- von gefaselt, daß die NSDAP, in fünf Monaten an der Macht sei, und daß es dann überhaupt keine Zwangsversteigerungen mehr gäbe. Inzwischen sind die fünf Monat« verstrichen, ohne daß das „Dritte Reich" Wirklichkeit geworden wäre. Statt dessen ist die Versteigerung erfolgt und die Sparkasse der Stadt Einbeck Eigen- tümerin des Grundstücks des Nazi-Führers geworden. Die Genfer Konvention. Wird die Lnkrastfehung verschoben? Die zum I. April beabsichtigte llnkraflsetzung des internakionalen Abkommens für die Ausrcchterhallung der bestehenden Handels- Verträge, das vom Reichstag in dritter Lesung mit großer Mehrheit angenommen wurde, ist zweiselhast. -* Auf der Genfer Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes hat sich schon in der Erösfnungssitzung ergeben, daß die Inkraftsetzung der Genfer Handelskonvention vom 24. März 1930 nach wie vor großen Schwierigkeiten begegnet. Der Präsident C o l i j n, der in seiner Eröfsnungsansprachc das etwaige Scheitern der Handelskonvention als«ine schwere Gefahr für die Gestaltung der Wirtschafts- beziehungen zwischen den Staaten bezeichnete, stellte durch direkte Anfragen bei den elf Staaten, die bereits ratifiziert haben, fest, daß keiner dieser Staaten die Inkraftsetzung der Konvention für möglich hält, solange die Ratifikation anderer Staaten noch ausstehe. Der deutsche Vertreter, Ministerialdirektor Posse, teilte mit, daß die Reichsregierung wahrscheinlich noch im Laufe der Woche die Ratifikationsurkunde hinterlegen werde. Uebcr die Bedingungen der Inkraftsetzung habe die Reichs- regierung noch keinen endgültigen Beschluß gesaßt, jedoch tonne er schon heute erklären, daß Deutschland die Inkraftsetzung der Kon- vention von dem Beitritt Englands und Frankreichs ab- hängig macht. Der österreichische Vertreter Pflügl erklärte, daß die östcr- reichische Regierung die Ratifikation beim Parlament erst bean- tragen könne, wenn die Handelsbeziehungen Oesterreichs mit den Nachbarstaaten, vor allem mit der Tschechoslowakei und Jugoslawien, neu geregelt seien. Der Vertreter Frankreichs, Elbel, konnte noch keine bestimmten Angaben über das Datum der Ratifizierung durch Frankreich machen; er teilte imt, daß der Senat das Abkommen an- genommen habe und daß die Kammer voraussichtlich in kurzer Zeit ebenfalls ihr« Zustimmung geben würde. Die Konferenz wird jetzt zu entscheiden haben, was geschehen soll. Möglich ist die Verlängerung der Frist zur Inkrail- setzung des Abkommens zunächst bis zum 1. Juli, wofür sich Frankreich eingesetzt hat. Severins schafft Ordnung. Scharfe Anweisungen gegen Hakenkreuzbandiien. Minister Severing hat auf eine sozialdemokratische Kleine Anfrage die folgende Antwort erteilt: Die bedauerlichen Ausschreitungen in der nationalsozialistischen Versammlung vom 7. Februar d. Z. in Steine, Kreis Vres- lau, die nach den bisherigen Fesssiellungen ans einen plan- mähig vorbereileten und in hinterhältiger Weise durchgeführten Uebersall nationalsozialistischer Sturmtrupp» aus friedliche Versammlungsteilnehmer hinauslaufen. haben dem Minister veranlassung gegeben, die zuständigen Polizeibehörden erneut mit scharfen Anweisungen zur Unterdrückung dieses Treibens der Ralionalsozialisten zu«rsehen. E» wird geprüft werden, ob hiernach naiionalsozialistische ver- anskaltungen in Breslau und Umgebung nicht überhaupt von vorn- herein als nnsriedliche Veranstaltungen angesehen und dementsprechend behandelt werden müssen. Ebenso wird die Frage «wogen werden, ob unter den gegebenen Umständen L a st t r a s t- wageutransporte radikaler Organisationen polizeilich zu beschränken sind. In der Antwort auf die gleiche Kleine Anfrage teilt der preußische Minister des Innern mit, daß das Verfahren wegen der Vorgänge Anfang Dezember 1330 in Jäschkowitz beschleunigt durchgeführt wird. EtaatsfeindeFverden überwacht. In einer Kleinen Anfrage eines nationalsozialistischen Landtags- abgeordneten war Beschwerde darüber geführt worden, daß die Regierung in Franksurt a. d. O. die Land säg er«! angewiessn hat, die Personalangaben der örtlichen Führer der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im dortigen Wahltreis festzu» stellen und zu melden. Der Minister des Innern Hot folgende Antwort auf die Kleine Anfrage erteilt: „Die Erhebungen des Regierungspräsidenten in Frankfurt a.O. entsprechen seiner Aufgabe, sich über die staatsfeindlichen Organisationen in seinem Amtsbereich unterrichtet zu halten. Sie werden von mir ge b i l l i g t." Oer Landjägermajor als Ttaziageni. Verfahren gegen einen eidbrüchigen Beamten. � Der preußische Minister des Innern hat am 13. März gegen den Landjäger major Kummer von der Regierung in Köz- lin das förmliche Disziplinarversahren mit dem Ziel der D i e n st- e n t l a s s u n g eingeleitet, weil der dringende Verdacht bestand, daß er sich im Sinne der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei und deren Ziele werbend betätigt hat. Landjägermajor Kummer wurde s n- fort vom Amte suspendiert. Die angeordnete Unter- suchung ergab stark belastendes Material. Der Landjägermajar Kummer hat sich zur nationalsozialistischen Bewegung bekannt und hat selbst zugegeben, Propaganda für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei getrieben zu haben. Sie verleumden noch ToieZ Anklage wegen Stresemannbeleidiguag gegen einen Nationalsozialisten. :. Krefeld. 16. März.(Eigenbericht.)' Wegen Pergehens das Republikschutzgesetz hat die Kre- felder Staatsanwaltschaft gegen den Führ« der Krefelder National- sozialisten, Dr. Diehl, und gegen den Redakteur Thomassen öffentliche Anklage erhoben, gegen Dr. Diehl außerdem wegen Beschimpfung des Andenkens Verstorbener. Die Anklage wurde auch auf Antrag d« Witwe Dr. Stresemanns erhoben. Es handelt sich um die bereits vor längerer Zeit aufgestellte Behaup- tung, Dr. Stresemann habe für seine Bemühungen im Haag ein- Million Reichsmark erhalten. Schweizer Miliz in China. Die chinesische Regierung beabsichtigt, in China das Milizsystem nach schweizerischem Muster einzuführen. Gegenwärtig wellen fünf chinesische Offiziere in der Schweiz, um das schweizerische Milllärwejen und besonders die militärisch« Aus- bildung zn studieren. Ihre Abkommandierung dauert vorläufig ein Iohr. Kapitänleuinant Landesverräter? Kapitalistenhche gegen Reichsbanner und Sozialdemokratie. Die„Börsenzeitung" und die„Deutsche Tageszeitung" ergehen sich in einer wüsten Landesverrat shetze, well ein„Reichsbanner- mann", andere sagen„Hauptführer dieser Pazifiststibe» wegung", namens Krafchutz ki sich in„schmachvollen, landcsver- verräterischen Exzessen gegen das deutsche Volk" ergehe. Dieser Kraschutzki, so wird behauptet, soll geschrieben haben,„dag sowohl in einem Angriffs- als auch Verteidigungskrieg der deut- schen Reichswehr das Genick gebrochen werde vom deutschen Reichsbanner", und soll in einer Versammlung der„Deutschen Friedensgesellschast" in Greifswald aufgefordert haben,„im Fall« eines Angriffs- und Verteidigungskrieges sämtliche Flugzeuge der Deutschen Luft-Hansa zu zerstären. damit diese von der Reichs- wehr nicht zu Kampfflugzeugen umgebaut werden können". An diese Behauptungen knüpft. das Berliner Agrarier- blatt die Frage,„wie lange ein preußischer Mimsterpräsident noch einer Organisation angehören will, die des Landesverrats verdäch- tig« Leute in ihren Reihen duldet!". Auf diese dreisten Angriffe stellen wir fest: Kraschutzki war zwar einmal, vor Jahren, kurze Zeit Mitglied der Reichsbanner- orts-zruppe Itzehoe, ist aber längst aus dem Reichsbann« aus- geschieden. Mitglied der Sozialdemokratie fft er ebenfalls nicht. Tatsache aber ist. daß Kraschutzki Kapitänleutnant außer Diensten fft. also ein früherer kaiserlicher Marineoffizier. Er ist nicht durch die Schule der deuffchen Arbeiterbewegung gegangen, sondern in dem Militarismus der alten, unterge- gangenen kaiserlichen Marine aufgewachsen. Wenn also die Behauptungen der Rechtspresse über seine Aeußerungen zutreffen sollten, so träfe dafür nicht das Reichsbanner und die Sozialdemokratie irgendeine Verantwortung, denn seine politffche Schulung bezog er ja aus ganz anderen Quellen. pflegte Personen, auf die er Wert legte, zu sich ins Adlon zu bitten. mit ihnen zu speisen und zu„politisieren". Eines Abends(1816) hatte der linterzeichnete wieder eüunat die Ehre— allein, nicht das erste, aber das letzte Mal. lind das kam so: nach Tisch halle Hugenberg«inen Atlas heran, schlug die Karte auf. die das Schwarz« Meer zeigte, legte den Finger auf das Kaukasusgebiet und rechnete vor, was dort alles an Erzen und Kohlen usw. vorhanden sei... Auf mein« Antwort, daß nur dies aus eigener Anschauung bekannt, und auf mein« Frage, wozu gerade jetzt dieses von besonderem Interesse, kam folgende Antwort(aus d-r erwarteten Richtung zwar, aber mit einer nicht erwarteten Bestimmt- hell): der Krieg dürfe nicht zu Ende gehen, ohne daß diese Natur- schätze des Kaukasus für die deutsche Industrie gesichert werden— dadurch, daß der Kaukasus eine preußischeProvinz werde! Mein Hinweis auf die(von allein anderen abgesehen) un- mögliche geographische Situation einer„preußischen Provinz" am. Schwarzen Meer, getrennt von Deuffchland durch mehrere Balkan- staoten und durch das Russische Reich, fand weder Gehör noch Ver- ständnis. Sic volo, sie jubeo: so muß dies geschehen und werden... Meme Ablehnung hatte zur Folge, daß dies die letzt« derartige Kriegszielunterhaltung zwischen uns blieb. Spätere Auseinander- setzungen auf anderen Gebieten bestätigten den immer wieder be- wiesenen Mangel an jeglichem Augenmaß gegenüber der Wirklichkett, eine Beschränktheit des Blicks, die durch ihre Berbindung mit eigenwilligem Eigensinn noch gefährlicher wurde. Solche wieder- holten Erfahrungen mußten zu dem Urteil führen, das am Tag seiner Wahl zum Parteichef ausgesprochen wurde: daß Hugenberg der Mann sei, die Deuffchnational« Partei zu zerschlagen... Es ist noch rascher und noch gründlich« gegangen, als ich damals rechnete. Und das ist bedauerlich für jeden, der ein« konservative Parteibildung für nützlich und notwendig hält. Kaukasus als preußische Provinz. Hugenberg wollte ihn für die deutsche Schwerindustrie annektieren. Alfred Hugenberg kann ein« Ueberraschung nur für den ge- worden sein, der früher keine persönlichen Erfahrungen mit ihm hat machen können.... so schreibt in der neuen Wochenschrift„D e r Staat seid Ihr" ein bekannter Politiker und Gelehrter: Es war im Weltkrieg: Gcheiinraj Hugenberg(noch Mitglied der Kruppdirektion in Eisen, aber bereits umstritten, vorher beiannllich finanzieller Ansiedlungsorganisator in der Ostmark) kam häufig nach Berlin, um politische Informationen zu sammeln und politffche Ein- flüsse zu versuchen— in der Richtung annexioniftischer Wünsche. Er pflichiarbeit der Erwerbslosen. Von der Oanziger Nechtsmehrheit eingeführt. Danzig, 16. März. Der Senat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, von der Ermächtigung zur Einführung von P f l i ch t a r b« i t für Erwerbs- lose Gebrauch zu machen und hat angeordnet, in sämtlichen Gemein- den die Zahlung der Unterstützung und sonstiger Bezüge aus der Erwerbslosenfürsorge von einer Arbeitsleistung abhängig zu machen, soweit geeignete Arbeitsgelegenheit vorhanden ist. Die Arbeitsleistung soll bei den einzelnen Erwerbslosen nicht über vier Stunden täglich betragen. D« deukschnotionalc Land lag«abgeordaele Dr. Sem ml« ist einem «chlaganfall erlegen. Als Nachfolger kommt Frau von Rechenberg in Frage. Die Schuldigen. Erklärung des Innenministers über die Hakenkreuzkrawalle Das Preußische Staatsmimsienum wurde in einem von der Fraktion der Deutschen Staatspartei im Landtag eingebrachten An- trag ersucht, Mitteilung zu machen über die polizeilichen Ermitt- lungen wegen der Straßenkrawoll« anläßlich der Reichstagserösfnung. In Beantwortung dieses Antrages teilt der preußische Innenminister lurnmehr folgendes mit: „Als Teilnehmer an den aus Anlaß der Reichstagseröff- nung am 13, Oktober 1930 erfolgten Ausschreitungen in der Berliner Innenstadt, die auf ein planmäßiges Vorgehen nationalsozialistischer Elemente zurückzuführen sind, wurden insgesamt 103 Per- ionen zwangsgestallt, unter denen sich 39 Mitglieder der NSDAP., 58 Personen, die nach ihren eigenen Angaben mit der NSDAP, sympathisieren, zwei Mitglieder des Stahlhelms, ein Mitglied der Roten Hilf« uno drei Mitglieder der linken Par- tcien befanden. Von den Tätern ist bisher e i n Stcinwerfer ermittelt und abgeurteilt worden. Er war Mitglied der NSDAP. Der Polizei. vräfident in Berlin hat Anweisung gegeben, die Ermittlungen mit allem Nachdruck fortzusetzen. Dem Zwecke der restlosen Aufklärung dient auch die auf meine Veranlassung erfolgte Auslobung von 5000 Mk. für wichtig« Mitteilungen aus der Bevölkerung. Das Staatsministerium hat alle Borkehrungen getroffen, um eine Wieder- holung solcher Ausschreitungen, die sich als Folgeerscheinung der hemmungslosen Hetze der rechtsradikalen Parteien und Organisationen darstellen, zu oerhindern. Es rechnet dabei aus die Unterstützung aller Bevölkerungsschichten, die nicht gewillt sind, die mühsame, ruhige und stetige Aufwärtsentwick- lung Deutschlands durch unverantwortliche, eines Kulturvolkes un- würdige Ausschreitungen stören zu lassen.' Schwinde! mit Reuanteihen. Niesenhaster Vetrug nach dem Vorbild von Stinnes. Köln. IS. März.(Eigenbericht.) Die Stadt Köln scheint mit anderen Städten des Westens zu- summen das Opfer eines riesenhaften Finanz- s ch w i n d e l s geworden zu sein, besten Ausmaße bis heute und auch in der nächsten Zukunft kaum zu übersehen sein dürften. Bei der Stadt Köln war bisher ein Oberstadtfekreiär namens Froehling tätig, der aus der Militäranwärterlaufbahn hervorging und beim Finanzamt der Stadt in wichtige Geschäfte finanzpolitischer Art eingeweiht war. Nach dem Kriege hatte die Stadt Köln, wie die meisten anderen Großstädte, auch noch eine Reihe alter An- leihen der Vorkriegszeit abzulösen. Es dürfte sich insgesamt um eme Summe von weit über 100 Millionen Mark gehandelt haben. Nach der Inflation kam das Aufwertungsgesetz, das die Altanleihe- besitzer in der Aufwertung bevorzugt behandelt. Aehnlich wie es beim fcinerzeitigen Stinnes-Prozeß aufgedeckt wurde, ist der Schwindel auch in Köln betrieben worden. Es muß sich ein Konsortium geblldet haben, von dem Spuren teils nach Holland, teils nach Dresden führen, um die Städte zu prellen, indem man Anleihe-Reubefitz für Anleihe-Altbefitz vorwies. Das Konsortium scheint geradezu nach einem geographisch genau festgelegten Plan gearbeitet zu haben, nachdem das Reich bereits einmal ausgeplündert war und für die Alileihe-Großfchieber der Weizen nicht mehr so recht blühte. Oberstadtsekretör Froehling ist von der Kriminalpolizei bereits vernommen worden. Als er nach feiner Vernehmung in das Gefängnis gebracht werden sollte, gelang es ihm. zu entfliehen� Man ist seiner bisher nicht wieder habhaft geworden. Au6) feine Frau, die eins Ausländerin ist, ist nicht aufzufinden. Ein fünfzehnjähriger Bandit. Raubüberfall auf einen Ebauffeur. Zn der lveddingstraße im Norden Berlin» wurde gestern abend aus den Z4jährigen Taxichausfeur Ewald klloh aus der ZNsbuhr. srahc gegen 22 Uhr ein verwegener Raubübcrsall oersucht, filoh war am Havelplaß in Spandau von einem jungen Alevsch-m zu einer Fahrt nach Berlin gemietet worden. Zn der weddingstrahe. einer dunklen Gegend, fchzb der Fahrgast die Scheibe zum Führersitz leise beiseite und versetzte dem ahnungslosen Ehausfeur mit einem Hammer 6 bis 3 wuchtige Schläge über den Hinterkops. Trotz erheblicher Verletzungen gelang es dem Ucberjallenen. den jungen Burschen zu überwältigen und einer Polizeistreise;n übergebeo. Der Täter wurde als ein 1 5 j ä h r i g e r Schlosser. lehrling hclmulh Laukerbach aus Magdsburg festgestellt, der seiner Mutter enilausen war und in Berlin, wie er bei seiner ver- nehmung zugab, durch Diebstähle und Bnubübersälle fein Leben fristen«ollle. Zu der Abeuteurezsahrt hatte er noch versucht, eineu Freund zu überreden, der es ober im letzten Augenblick vorzog, in Magdeburg zu blelbLu. Zn der Tasche des jugendlichen Räubers wurde noch eine schwarze Halbmaske gefunden. Der schwerverletzte Ehausfeur erhielt auf der nöchsteu Rettungsstelle erste Hilfe. Remarques Mm in Polen erlcmhL. Der Film„Im Westen nichts Neues" ist in Warschau am Sonnabend und Sonntag in drei Kinos gelaufen. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Die Vorführung ist ruhig verlaufen.— Gleich- zeitig lies der Film im deutschen Reichenberg in Böhmen. Zu Störungen ist cs auch dort nicht gekommen. ?ean Zaures Witwe, die in Paris gestorben ist, wurde nach ibrer H-imt Aldi übergeführt. Sozialistische Abgeordnete erwiesen auf dem' Bahnhof der Leiche die letzte Ehre. Eine Schwei, er Volksabstimmung hat die Borlaa« icher eine Er- höhung der Wahkziiser für die�Wahlcn des Nationalratz von 20 009 auf 22 000 mir 293 839 gegen 252 322 Srimmen angenommen nich die Vorlage auf Verlängerung der Amtsdauer des Nationalrats, des Bundesrats und des Bundeskanzlers mit 294 886 geaen 255 904. In Bafel wurde die Einführung der kantonalen Altersversicherung, die die Kommunisten bekämpft hatten, mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Schahkanzler Philip Snowden wurde am Montag an de? Blase operiert und soll den Eingriff gut überstanden haben. Das Unterhaus beschloß mit 178 gegen 168 Stimmen die Auf- Hebung der Mandat« der Universitäten. 67? Millioneu amerikanische Telephontrust-Gewinne. Der Reingewinn des amerikanischen Telephon- und Teilegrophentrusts (American Telephone and Telegraph Ca.) ist trotz der Krise im Jahre 1930 nur um einen ganz geringfÜMgen Betrag hinter dem Rskordgewinn Des Jahres 1929 �zuruckgsbllcben. Die Gewini« der letzten Jahre veranschaulichen den ununterbrochenen Geicbäftsausschwüna des Konzerns: von 128.6 Millionen Dollar 1927 stieg er ans 166,2 Millionen Dollar 1929. Da- Jahr 1930 bracht« einen Rückgang aus 165,5 Millionen Dollar. Dieser G«- winn entspricht etwa 677 Millionen Mar?, Ablenkungs-Methode Goebbels:«-Mordtat gegen den Regierungsrat Laffally in Hamburg, Mordtat gegen den Abgeordneten Henning,-- es wird Zeit, daß ich mir wieder eine Schachtel Knallfrösche zusenden lasset Die Mordpest vor dem Reichstag. Siürmischer Sihungsschluß nach sachlicher Sozialpolitik. Der Reichstag beschloß am Beginn seiner gestrigen Man- lagssitzung, am End« der Tagesordnung den sozialdemokratischen Antrag zu beraten, der die Reichsregierung au ff ordert, einen Gc- setzen-twurf zur wirksameren Bekämpfung der Ausforderung zum politischen Mord und zur strengeren Durchführung des Waffen- Verbotes vorzulegen. Damit werden kommunistische Anträge ver- Kunden, das Verbot des Roten Frontkämpfer-Bundes und olle De- mlmstrotionsverbote aufzuheben. Diese letzteren Anträge hatte der Kommunist Agatz mit politi. schen Au-fuhruugen zu empfehlen versucht, in denen er die Ham- burger Mordtat auf das Rotfrontverbot zurückführte. Er verlangt« sofortige Beratung der Anträge, sein Frattionsführer Torgler lenkte aber ciir und«klärt« sich dorm, einverstanden, daß s« an den Schluß der Tagesordnung gestellt werden. In der darauf sortgesetzten zweiteu Beratung des Haushaltes des Reichsarbeitsministerium, vergleicht Abg. Lambach(Bolkskons.) die deutsche Arbertslosigkeit mit der britischen, um daraus zu schließen, daß unser« Arbeitslosigkeit weder aus d'« deutsche Sozml- und TarispolitS, noch auf mangelnden Arbeitswillen zurückzuführen fei. Die Ursach? Ist vielmehr die gxoß« Verarmung des deutschen Volkes, die ihm nicht erlaubt, genug zu kaufen. Di« hohen Tributlosten sind zu einem dringlichen Problem der deutschen Sozialpolitik geworden. Abg. Vitt sGoz.) spricht über die bayerisch« Metallarbeiteraussperrung und verliest unter den Cntrüstunqsrufen der Linken die Forderungen der Unter- nehmer. Alle sozialpolitischen Errungenschaften des gewerkschalt- lichen Kampfes wollen diese Unternehmer beseitigen. Manche der Unternehmervertreter haben bewiesen, daß sie mehr von politischen als von wirtschaftlichen Gründen bestimmt werden; sie haben die Verhandlungen vor dem Einigunasamt in Nürnberg auf das Ni- veau einer hakenkreuzler iichen Radau Versammlung herabgebrückt. Der Unternehmervertreter Winterli von der Maschinenfabrik Auas- burg-Nürnberg lagt« da, zum Gewerkschastsfetretär gehöre weiter nichts, als ein Parteimitglisdsbuch, und man werde uns noch beten lehren.(Hört, hört! links.) Dabei weiß die Allgemeinheit, wie in dieser schweren Zeit so manche Wirtschaftsführer versagt haben, hätten sich Gewerk- schafigsekretärc ebenso uniäh'g erwiesen, so wären sie längst von den ÄUtglieden» davongejagt Diese Unternehmervertreter handeln nach dem Rezept Hitlers, näm- lich zuerst bis Vertrauensmänner der Arbeiterschaft um Ansehen und Einfluß zu bringen und dann die Arbeiterschaft unter die „Herrschast einer besseren Raste" zu drücken. In ihren Blättern aber lassen dies« Leute die Berelenbunq des Lölkes auf den Marxis- mus zurückführen!(Sehr wahr! links.) Unwahr ist die Behauptung, daß die bayerischen Metallarbeiter- löbn« höher wären, als in anderen Ländern. Hochqualifiziert« Ar- becker mit gewaltigen Anforderungen an ihr« Intelliaenz und Der- antwortlichkeit bekamen vor der 6-prozentiaen Lohnkürzung in der Stunde 86!� Pfennig; selbst die höchstqualisizierten Arbeiter kamen nicht über 921b Pfennig hinaus. Aber nicht die Behebung der Mrilchaftsnot. sondern— wie der Direktor Schul, eingestanden Hot— Samps bis anfs Wester, ist die Parole der Unternehmer. So manche von ihnen haben in der schwersten Inflation 1923 Herrn Hitler Golddollars gegeben zu seinen Unternehmungen. Den Glauben an die Wirtschaftssührer haben die Arbeiter längst �verloren. Herr Arbeitsminister, sorgen Sie rasch und energisch dafür, daß die Ar- bester nicht auch den Glauben cm ein« objektive Staatsgewall vollends verlieren müssen!(Beifall der Soz.). Abz. Fahrenbroch(Z.) wendet sich gegen die Angriffe au, die Sozialpolitik, gibt aber auch den Arbeitern den Rat, nicht bloß materiell zu denken, fanden, das Wohl der Gesamtwirtschast im Aug« zu behalten. Abq. Ianfche?(Soz.): Wenn cs auch richtig ist, daß bei der Kohle ein Preisabbau der Lohnsenkung vorausgegangen ist, so war das Risiko der Unter- nehmer nicht groß, denn der Lohnabbau war ihnen bereits zuge- sichert Der Löhnanteil am Preis des Produktes war aber vorher schon bis zu dem Betrag von mehr als 1 Mark pro Tonne ver- ringert worden, so daß gar kein« Berechtigung zu einem weiteren Lohnabbau bestand. Die Verringerung des Lohnantells ist die Folg« der gewaltig erhöhten Leistung s» der Arbeiter. Heute bringen zwei Mann dasselbe Quantum Kohle heraus, wie 1913 drei Mann. Im Braunkohlenbergbau ist die Steigerung noch größer. Ein« Ber- kürzung der Arbeitszell ist daher vollauf gerechtfertigt Aber die Unternehmer wollen davon nicht» wissen. Doch sind gesunde Au- stände sonst nicht zu schaffen. Die Arbeitszeit im Bergbau ist«el zu lang. Die technischen Fortschritte werden ohne Verkürzung der Ar- beitszeit zu einem Fluch für die Arbeiterschaft. Die Zahl der im Bergbau Beschäftigten ist dauernd bis auf 600 000 gesunken, der Stillstand aber noch nicht eingetreten. Dadurch gehen ebenso viel Beitragszahler der Knappschaft verloren, die nun mit starten Beitragserhöhungen und Rentenkürzungen den Ausgleich ge> sucht hat Di« Bergarbeiter zahlen schon um 6 Prozent mehr Pen- sionsbellräge als die anderen Arbeiter. Durch Rentenvertürzmm ! hat die Knappschaft 15 Millionen erspart. Jede wellere Pensions- kürzung, die übrigens eine Verletzung wohlerworbener Rechte der Versicherten ist, muß die Wohlfahrtslasten der Gemeinden steigern. Verschiedene Bürgermeister haben bereits die Einstellung der Wohl- .fahrtszahlungen.angekündigt,, da die Gemeinden dazu nicht, mehr imstande seien Wir haben beantragt, die 60 Millionen der Industriebelastung zugunsten der Landwirtschast der Knappschaft' zu- zuwenden; die Not der Bergleute ist wahrlich nicht geringer, als die der Landwirtschaft Die iulernallonale verständiavng über die ArbeUszeik im Vera- bau muß rascher und entschiedener bckriebeu werde«. E» ist erfreulich, daß auch Dr. Brauns diese Exlsbmmokwonbigkcft für den Bergbau anerkannt hat. Die Reichsregierung ersuchen wir. dafür zu sorgen, daß feder Gebanke an eine weitere Kürzung der Bergarbeiterversicherung ver- schwindet; sie hat nicht mehr viel Vertrauen bei den Bergarbeitern zu verlieren.(Lebh. Beifall der Soz.) Abg. Frau Körner(Komm.) tadell die viel zu niedrigen Sätze der Woblsahrtsuillerstützung, besonders auch in Thüringen. Per Naziminister Frick, nach dessen Meinung jede Arbellersrau 8 Kinder haben soll, bewilligt den Erwerbslosen pro Kind täglich nur 5 Pfennige. Abs. Karsten(Ssz.) lehnt es ab, auf Angriffe der Vorrednerin gegen die Sozialdemo- kratie einzugehen und antwortet den dauernd dazwifchenrufsitden Kommunisten, daß die Sozialdemokratische Partei alles aufbiete, um die Sozialversicherung auch in der Krise aufrechtzuerhalten. Den .Kommunisten geht es nicht um die Sozialversicherung, sondern nur darum, die Sojsialdeiuokralie als Partei der Arbellerfchaft zu de- kämpfen. In einer Zeit besserer Konjunktur werden wir alles tun, um die Sozialversicherung wieder mehr auszubauen. Auch die Unternehmer haben erhebliche vorteile vou der Sozidv«- sicheruag, lasten aber jetzt auf die Lohntüten Ausfälle gegen die Sozialversicherung drucken, um die Arbeiterschaft zu ver- wirren. Würden die Wünsche der Unternehmer erfüllt, so müßt« die jetzig« durchschnittliche Invalidenrente von 34 Mark im Monat moch reduziert werden, was wiederum die Wohlfahrtslasten der Gemeinden steigern würde. Bei der zweiten Notoerordnung haben wir erheb- lich« Derbesterungen erreicht, so daß«n Teil der versicherten Kriegs- beschädigten, Sozialrentner und Erwerbslosen von der Gebühr für Krankenschein und Arznei befreit worden ist Wir verlangen, daß diese Gebührenfreiheit auch aus die Familienangehörigen erstreckt wird, wie das der Haushaltsausschuß auf unseren Antrag beschlossen bot. Eine Ungorechtigkeit ist es auch, daß ohne Entgelt beschäftigte Lehrling« diese Gebuhr bezahlen müssen, während die anderen Lehrlinge davon befrest sind. In der Invalidenversicherung kann noch immer derjenige, der Jahre oder Jahrzehnte seinen Beitrag bezahlt hat. durch ein einziges Versäumnis mn den Ertrag seiner Beitragsleistung gebracht werden. Es ist ein unwürdiger Zustand, daß in solchen Fällen Abhilfe nur dadurch geschaffen werden konnte, daß auf unsere« Autrag der Reichstag die Regierung ersuchte, die Landesoerfichxrungsan- statt zum Entgegeukouuneu zu bestimmen. In der Unfallversicherung sind noch ein« ganze Reihe Berufskrank- heiten in der betreffenden Verordnung nicht enthalten, so die Staub- lungenkranken der keramischen Industrie, der Granitbergbau, die Sanggebläsearbeit und.Hautkrankheiten, die durch die Arbeit mit Oel, Terpentin, dem Spritzverfahren usw. entstehen. Diese Leute lam, man doch nicht unversick-ert lassen. Die Berwaltungsreform ist bisher immer mir angekündigt worden. Roch immer haben die Landesregierungen das Recht. Direktoren und sonstige höhere Beamte der Landesverlicherungsanstalten aus kosten der Versicherten zu pensionieren. (Hört! hört! links.) Wir werden trotz aller Schimpfereien der Kom- munisten uns bemühen, jeden weiteren Abbau der Sozialversicherung zu verhindern und sobald die Möglichkeit zum Ausbau ge- geben ist, ch» zu bewerkstelligen. Abg. Bernhard(Soz.) polemtstert gegen Ausführungen de« Wirtschaftsparteilers He» mann: Wenn die Lehrling« zum Objekt des Arbeitskampfes ge- nuufjt worden sind, so ist das die Schuld solcher chand-wertsmeister, die den Lehrling ausnutzen und ihn sofort nach Beendigung der Lehrzeit auf die Straß« werfen. Die Gewerkschaften lehnen ein Zusammenwirken mit den Innungen und Handwerkskammern nicht ab. verlangen aber, daß der Lehrling nicht zum Ausbeutungsobjett gemacht wird. Die Gewerkschaften haben selbst ein Interesse an der Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses. Das Baugewerbe leidet ganz besonders unter der Krise. Die Arbeitslosigkeik im Deutschen Daugewerksbund ist von 2g Prozent im Durchschnitt van lSZg aus 47,6 Prozent in 1930 gestiegen. (Hört! hört!) Mit dem Nebengewerbe, wie Transportgewerbe usw.. leben 10 Millionen Menschen von der Bauindustrie. Der Ausfall an Aufträgen 1930 gegenüber 1929 beträgt rund 1 Mil- liarde Mark, die Arbeitslosigkeit umsaßt 60 Prozent. Dabei ist der Wohnungsbau dringend, die Wohnungsnot ist noch immer sehr groß. Etwa 700 000 Familien sind ohne eigene Wohnung. Nur gesunde Wohnungen köunen die Arbeitskrast erhalten: wir müssen die Arbeiter aus den kellerhöhlen herausbringen. Das ist eine volkswirtschaftlich werlvolle Tat. An Laustoffen fehlt es nicht, aber an Kapital. Die Banken haben gute Geschäfte gemacht. Wenn jetzt viele Wohnungen leer stehen, so ist daran nicht der Mangel an Mietern, sondern der hohe Mietzins Schuld. Rechnung man die Herstellung einer Neubauwohnung mit 7000 Mark, so beträgt bei der Finanzierung mit Hauszins- steuermitteln der Zins 393 Mark, ohne diese Mittel 661 Mark. Allein mit privaten Mitteln kann also nicht gebaut werden. Die Kapitalisten verschieben ihr Geld. Wohin wären wir ge- kommen, wenn der Staat nicht in die Wohnungswirtschaft ein- grissen hatte? Gine freie Wohnungswirtschaft, wie sie war, darf niemals wieder- kehren. Das A und O des Wohnungsbaues ist die Finanzfrage: die Wohmmgsausstattung ist heute viel besser, man kann den Miet- zins nicht ohne weiteres mit dem van 1914 vergleichen. Wir setzen unsere Hoffnung auf den Reichsarbeitsminister. Die Bauarbeiter- löhne dürfen allerdings nicht noch weiter herabgesetzt werden, wenn di« Arbeiter überhaupt noch weiterleben sollen. Di« Erfahrung hat gezeigt, daß der Abbau der pauarbeilerlöhne nicht zur verbesierung der Loukonjunktur und zur Ankurbelung der Wirlschast geführt hat. Man darf nicht bloß die Stundenlöhne ansehen, sondern muß den Iahresdurchschnittslohn berechnen, und dann ist die Statistik des Herrn Freybe falsch. Der Arbeitsminister muß dafür sorgen, daß die Baukosten und namentlich die Preisgestaltung der Bau« stosfe richtig bemessen werden. Denn darin liegt vor ollem die Verteuerung des Wohimngsbaues.(Lebhafter Beifall der Soz.) Abg. Thesen(Komm.) bekämpft die freien und die christlichen Bergorbeiterverbände wegen ihrer Haltung zum Lohnabbau und behauptet, daß 40 Mann Schlackenträger durch 48 Stunden Streik unter Führung der RGO. Lohnerhöhung ertrotzt hätten. Di« so- zialdemokratischen und Zentrumsbiätter beschuldigt er. einen neuen Generalangriff der Nodwestgruppe totzuschweigen. Abg. Troßmanv kBayer. Vp.) hosst auf Friedensschluß im banerischen Metallkonslikt und verbreitet sich über Wohnungsbau und Siedlungswesen. Bei der Zuweisung von Haus.zinssteuer- hypotlzelcn darf man die Wohnungsgröße nicht zu fchcmatisch beurteilen. Den Knrdcrreichen müssen ausreichende Wohnungen be- schafft werden. Unter den jetzigen Wohnungsaesctzcn wird sich das Privatkapital kaum am Wohnungsbau beteiligen. Abg. Biester(Soz): Den Wall von Leibern im Osten kann man bei der Größe des Gebietes und der Beschränktheit der Mittel nicht durch Bauern- ficdlung allein herstellen: im Osten sind aber Milllonen van Land- arbestern. die gern dortbleiben und nicht nbwanderii würden, wenn sie ausreichende und gut bezahlte Arbeit bei zufriedenstellenden Wohnungsverhältnissen hätten. Die Regierung hat in den leßten Jahren viel getan, aber noch immer arbeiten Siedlungs- und Wohnungssürsorgegesellschasten gegeneinander. Ein Einheitsplan muß aiisgestellt werden. So geht es auch nicht, daß man Land- arbeiter ansiedelt, nachher aber das Gut parzelliert und die Land- arbeiter dann in ihren guten Mahnungen doch ohne Erwerb da- sitzen. Die hier beschlosienen Richtlinien werden von den Siedlungs- gcsellschasten noch immer nicht beachtet. Die wichtlaste Vorausietzuna ist vermehrte Arbeitsgelegenheit, denn sonst führt die Siedlung nur zu vermehrten Soziallasten. Durch verzögert« Auslieferung der hohen Zwifchcnkredite wird ver- ursacht, daß der Siedler das Maß seiner Lasten und seiner Ber- antwortung nicht kennt. Die Siedlung darf auch nicht zur Ber- sorgung für verkrachte Gutsbesitzer werden. Nicht daraus kommt es an, daß— wie Herr von Gayl sogt— angemessene Preise für das Land bezahlt werden, sondern daß der Siedler schnell und ordentlich mit gutem Land versehen wird. Beim Osthrlfegesetz werden wir uns die Siedlungsbestimmungen sehr genau ansehen. Nöligcnsalls darf man auch vor einer Sperre nlchl zurückschrecken. wenn die Siedlungsgesellschasten der Regierung ossen Schwierigkeiten bereiten. Die Gnippensiedlunqen müssen einfach und zweckmäßig ohne Luxus sein, nicht di« Siedlungsgesellschaft, sondern der Siedler ist in den Mittelpunkt zu stellen. Versuch« mit Gcnossenschafts- und Fachsied» lungen sollten gemacht werden. Verwerflich ist es auch, wenn man vom Siedler verlangt, daß er das nötige Geld mitbringen solle. Maßgebend muß in erster Reihe di« siedlcrische Qualität sein. Die Siedlung soll dem s elbstwirtfchaftenden Bauernftond und einer selbstbewußten. gut bezalstten und auf hoher Stufe stehenden Land- arbeitcrschaft Heimstatt sein. Dann wird sie zum Nutzen des ganzen Reiches ausschlagen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Winnefeld(D. Vp.) bespricht die Sanierung der Knapp- schast. Ein Zuschlag zu den Kohlenpreisen kann dafür nicht in Frage kommen.— Der Haken kreuzler V ö r g e r hat hier den Berg- wcrksdirektor Kesten zu unrecht angegriffen. Der Onkel und frü- here Vormund des Abg. Börger hat zwei Tage vor dieser Reichs- tagsrcdc die Behauptungen seines Neffen brieflich als„schmutzigen Angriffs gekennzeichnet.(Hört! hört!) Abg. temmer(Staatsp.) verlangt, daß endlich auch die deutsche Sprache offiziell beim Genfer Arbeitsamt zugelassen werde. Die gesunde Idee der Arbeitsgemeinschaft wird durch den Generalan- oriff der Unternehmer gegen die Sozialpolitik und die Löhne gc- fährdet. Um 18 Uhr wird die Debatte abgebrochen, und das Genfer Handelsabkommen in dritter Lesung erledigt. Zrnn Wort ist allein Abg. Graf Westarp(Kons. Vp.) gemeldet, aber nicht anwesend.— Zur Abstimmung appelliert Abg. Hemeler(Landvolk) an die imht landwirtschaftsgegne- rischcn Parteien, das Abkommen zu verwerfen. Abg. Krau Sender(Soz.) weist es auf das allcventschiedenste.zurück, wenn der Vorredner etwa die Sozialdemokratisch« Partei als Landwirtschaftsgegner babe bezeichnen wollen. Keiner von uns. fährt die Rcdnerin fort. ist gewählt worden, i»n die Interessen einer einzelnen Volksschicht oder eines einzelnen� Berufsstandes zu vertreten, sondern wir alle sind da, um die Interessen des ganzen Volkes wahrzunehmen. Abg. Graf Westarp(Kons. Dp.) gibt eine ablehnend? Erklärung ob, geht jedoch auf die Sache ein und versucht, die versäumte Rede nachzuholen. Abg. Schneider-Drcsden(Vp.) erklärt, die Zustimmung seiner Freund« zum Abkommen bedeute nicht die Billigung der deutschen Regierungserklärung in Gens. Das Abkommen wird in namentlicher Abstlmninna mit 231 gegen 106 Stimmen, be! 3 Stnnmsnthaltun g« n. angenommen. Dafür haben gestimmt die Sozialdemokraten, Kommunisten, die Staats- partei, ein Teil des Zentrums und ein Teil der Deutschen Volks- Partei. Es folgt dann die Beratung des nachträglich auf die Tages- ordnung gesetzten Antrags Dr. B r e i t s ch« i d(Soz.). Er lautet: „Der Reichstag spricht feinen Abscheu gegen die politisch« Mordhetze aus, die immer wieder zu politischen Bluttaten führt. Die Reichsregicrung wird ersucht, im Einvernehmen mit den Regierungen der Länder unverzüglich einen Gesetzentwurf vor- zulegen, der die Möglichkeit bietet, die Aufforderung zum polt- tischen Mord wirksamer zu bekämpfen und schärfere Bestimrnun- gen über den Handel mit Waffen und mit Munition bringt." Verbunden mit der Beratung ist der kommunistische Antrag auf Aufhctnmg des Verbots des Rotfrontkämpferbundes. Abg. Sollmann(Soz.): In keinem Land der Welt sind politische Mordtaten so häufig wie in Deutschland. Was sich abspielt, ist«ine Schmach für die deutsche Kultur.(Erregte Zuruf« bei den Kommunisten� Wir be- klagen alle Opfer, wie verurteilen alle Täter, gleich, welcher Partei sie angehören. In den letzten Tagen haben die politischen Morde einen Gipfelpunkt erreicht In Hamburg wurde ein sozialdemo- krotischer PoNzeibeamter im D'cnst von Nationaksozialisten nieder- geschossen. In Homburg wurde ein kommunistischer Abgeordneter von Nationalsozialisten ernordet. i Dauernde Stürmische Unterbrechungen durch die Kommunisten.) Ihre Nervenansälle werden auf die deutschen Arbeiter, die erwarten, daß die Front gegen die pol!- tischen Mörder gerichtet wird, einen schlechten Eindruck machen!(Zustimmung.) Das alles hat mit Politik nichts zu tun. Das ist die Destiasiläl von Verbrechern oder Verrückten. (Beifall bei der Soz.)— Dem« nid« Unterbrechungen durch die Kom- inunisten, die immer wieder„Bluthunde",„Noske",„Severing", „Zörgiebel" usw. rufen. Diese Unterbrechuncp'n und Beschimpfungen setzen sich während der ganzen Rede fast hinter jedem Satz fort.) Das Blatt des Herrn Rsichstaqsabgeordneten z. D.(Heiterkeit) Dr. Goebbels bringt einen„Bericht" über die Hamburger Bluttat unter der Ueberschrtz't„Eine Eifersuchtstat". Dieser Ber- such, die Berantworttrnq der Nationalsozialisten zu leugnen, wird durch eine parteiamtliche Erklärung des Gaues Hamburg der NSDAP, widerlegt. Diese erklärt, daß die Täter Mit- gl i«der der Partei sind und erst nach dem Morde ausgeschlossen wurden. Dieselbe Erklärung spricht von einer Tat politischer Lock- spitzet, gibt also selbst durch diese Lüge den politischen Charakter des Verbrechens zu. Di« Widersprüche zeigen die Verlegenheit der Nationalsozialisten. Tatsache ist, daß durch die Hamburger vlordlalea für jedermann sichtbar die blusige Mördersratze des Internationalen Faschismus enthüllt worden ist.(Händeklatschen bei den Soz.) Diese Mordtaten sind nicht der Not entsprungen. Die wirklich notleidenden Schichten in Deutschland halten eine bewundernswerte Disziplin, die(zu den Kommunisten) manchen Führern«in Borbild sein könnte. Schuldig sind alle, die polltische Ziele nur mit Gewalt, nur durch den Bürger- krieg zu erreichen suchen. Schuldig sind all«, die dem polstischen Gegner als böswilligen und ehrlosen Menschen beschimpfen. Schuldig find alle, die die Freiheit der Demokralic durch ihre Anreife und Roheit gefährden. (Toben der Komnuinisten.) Schuldig sind alle, die den Terror als politisches Kampfmittel organisieren. Kein Mord und keine Mord- drohung wird uns Sozialdemokraten hindern, frei unserer lieber- zeugung zu leben und Politik nur noch unserer Einsicht zu betreiben. Wir verabscheuen den Terror, aber wir haben vor den Terroristen keine Furcht.(Lebhafte Zustimmung der Soz) Wir werden Panditen und Totschläger aus dem politischen Leben zu entfernen wissen. Mir ist bekannt, daß an der deutsch-belgischen Grenze«in lebhafter Schmuggel mit Schußwaffen nach Deutschland betrieben wird.(Hört, hört!) Auch in Mitteldeutschland gibt es starken Schleichhandel mit Revolvern.)(Hört, hört!) Die Staatsgewalt muß ihre Wachsamkeit und ihre Energie verdoppeln. Den kommunistischen Antrag lehnen wir ab. In einer so gespannten Sstuation ist die Aufhebung von Verboten gegen erklärt staatsfeindliche Orgamsationen nicht zu verantworten.'Wr wolle» keine Gesetzgebung aä irato, sondern gewissenhaft« und besonnene Prüfung. Den politischen Mördern und intellektuellen Urhebern muß das Handwerk gelegt werden. Der Reichstag muß zeigen, daß«r die Freiheil jeder polilischen llebcrzeugung gegen den Terror zu schützen entschlossen ist.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen der Sozialdemokraten.) Sin kommunistischer Schimpfrekord. Abg. Lohagen(Komm.) behauptet, daß die Mordfaschisten von — sozialdemokratischen Polizeipräsidenten gefördert rnrd bewaffnet werden. Die Arbeiter werden sich nicht mehr niederschlagen lassen, sie werden antworten. Die erschossenen Kommunisten sind die schärsste Anklage gegen die Regierung Brüning und den Minister Dr. Wirth, dessen Kampf gegen den„Kullurbolschewismus" legal- fierter Ardeitermord ist(Händeklatschen bei den Kommunisten.— Ordnungsruf) und brutalste Klassenjustiz.(Ein Kommunist wird wegen des Rufes„Mörderregierung" zur Ordnung gerufen.)� Der Redner nennt Noske, Scheidemann. Severing, Zörgiebel, Hörjmg u. a. m. Väter des Faschismus.(Der Kommunist Hecksrt be- zeichnet ergänzend diese Persönlichkeiten als Mörder und wird zur Ordnung gerufen, ebenso mehrere seiner Genossen.) Dem Innen- minister Dr. Wirth sagt Lohagen nach,„feige Worte" gesprochen zu haben, die auf dem Grund„seiner bürgerlichen Unkultur" er- wachsen seien. In ebensolcher Art beschimpft er weiter die- Sozial demokraten. Severing habe den Rotsranttämpferbund verboten, weil dieser gegen Versailles und Reparation gekämpft habe: die„sozial- demokratischen Henker" arbeiteten mit den Hitlers zusammen usw. Als der Redner schließlich den Hamburger Polizeipräsidenten Schön- felder sowie Grzesinski und Seoering als Innungsmeister des faschistischen Bluthandwerks bezeichnet, enkziehl Vizepräsident Esser darauf dem Redner das Work. Dieser spricht auf Zuruf seiner Fraktion weiter, trotz mehrfacher Aufforderungen des Präsidenten, abzutreten.— Vizepräsident Esser vertäßt schließlich seinen Platz, womit die Sitzung unterbrochen ist— Lohagen redet weiter, am Schluß lingen die Kommunisten die Interationale und nrsen dreimal„Rotfront" mit entsprechenden Handbewegungen. Nach mehr als viertelstündiger Unterbrechung eröffnet Vizepräsident Esser die Sitzung wieder und oerkündet, daß Abg. Lohagen wegen fortgesetzter Widersetzlichkeil gegen An- o ebnungen des Präsidenten aus 30 Tage der laufenden Sihungs- reihe ausgeschlossen ist. (Pfuirufe und Lärm der Kommunisten.) Allen wetteren Störungen von Ihrer Seit«(zu den Kommunisten) werde ich mit allen geschöst-- ordnungsmäßigen Mitteln entgegentreten. Abg. hennes(Chrsoz.) erinnert daran, daß im vorigen Jahr 300 Menschen in Deutschland durch derartige Bluttaten ihr Leben verloren haben: er appelliert an dos Volk, sich gegen diese Mord- seuche zusammenzuschließen. �... Abg. Geschke(Komm.): Nach dem Nathenau-Mord rief Dr. Wirtb:„Der Feind steht rechts!" Das Republikschutzgefetz wurde erlassen Durch die Art seiner Anwendung wurde di« Bahn frei gemacht für die Mordbanden Hitlers.— Das Vorhandensein von Nazis in der Polizei nennt Geichke einen Beweis der Faschistenhilie lozialdemokrattscher Polizeipräsidenten: er erwähnt nicht, daß diese Polizeipräsidenten gegen die Polizeinazis vorgehen und Regierung-. rat Lasfally-Hamburg dabei niedergeschossen worden ist. Den sozial- demokratischen Antrag nennt er ein« Heuchelei zur Ablenkung vom Panzerkreuzer, zur— Förderung des Faschismus und zur— Knebelung des Befreiungskampfes! z Abg. Döbrich(Landvolk): Die bestehenden Gesetze genügen, wenn sie rücksichtslos gegen jeden Zuwiderhandelnden angewendet werden. Sondergesetze brauchen wir nicht. Der sozialdemokratische Antrag wird angenommen, der tommu- nisttsch« abgelehnt. Gegen 19>4 Uhr vertagt sich das Hcmsauf heute, Dienstag. 12 Uhr: Haushalte des Arbeitsministeriums med des Auswärtigen Amtes, klein« Vorlagen._ (Gcwcrrfchaftliches stehe 2. Beilage.) Verantwortlich Mr Volitit: Dr.«ort«»,«; Wirtschaft:«.»lwaelhöfer; Gewerkschaft Sbeweauna: 3 Steiner: iZeuilletrm: Dr. Zol,» Tchikowaki: Lokales iinb SonstigDs: Karstadt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b. H.. Berlin. Druck: Vormärts-Buckdruckeroi und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Linden ftrasze 3. Hicnu 2 Beilagen. WERTHEIM Zusendung von 5 M en. Obst, Cernüsa u, leicht verdetbtichc Artikel werden Bichl zugesendl Ganse gefroren, Pfd. 75 Pf. 88 p'- Wolgahühner PÄn an 9 0 P'- Suppenhühner 98 pf Pfd. von an Frische Eier 10 78 Pf. Dorsch jß Pfund von an■ Pf. Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Sdiweinerückcn.B.ud>0.78 Schweinesehink..Kanmin0.86 Pökelkamm— Pfund 0.98 Pökelrippchen.Pfund 0.80 Rückenfett 0.64 Gehackfes.... Pfund 0.75 Gulasch 0.90 Uesen 0.64 Hammel•Vorderfl. 0.94 Querrippe....Pfund 0.70 Rinderkamm""'�„O.Sl Kalbskamm..- Pfund 0.68 kr. Bratwurst Sp"S 1.10 NierenfalgauI9*Äd1.75 Rinderleber gefror-. Pfd. 1.1 8 Amerik. Äpfel Ptd. 0.38 0.48 Kaiifom. Birnen Pfund 0.48 Zitronen..... Durand 0.32 Apfelsinen ovf. 0.55 0.75 Bananen.... iPfund 0.78 Möhren g»«»»d>«n, Pfd. 0.06 Weihkohl..... Pfund 0.08 Schwarzwurzein pm.0.24 Blumenkohl Kopf».«n 0.26 RSucherwaren Bücklinge p zur Tauentzienstraße hinüber zu gelangen. Aus dieser Gruppe stürmte ein junger Mensch voraus und lief mit erhobener Faust mit den Worten:„Schlagt doch den Hund tot!" aus den Polizei- beamten B. zu, der damit beschäftigt war, einen anderen Dernau« stranten vom Boden emporzuheben. Der Pollzeiwacht-ncister E. schlug mit dem Knüppel auf den erhobenen Arm des Schimpfenden, ein anderer Polizeiwachtmeister eilt« herbei und der junge Mensch wurde verhaftet. Der Verhaftete war der Student T., er halle sich jetzt wegen tätlichen Angriffs und wegen Aufreizung zu Gewalt- taten zu verantworten und behaupteten natürlich im- schuldig zu sein. Gegen Uhr habe er mit einer jungen Dame am Bahnhof Willenbergplatz eine Verabredung gehabt, habe wegen der Absperrung nicht zu feinem Ziel gelange» können, sei dann init einigen anderen von der Tauentzienstraße zum Wittenberg- platz hinübergegangen und habe gssehen, wie etwa vier bis fünf Beamte über einen Menschen„hergefallen" seien, dem er mll dem Ruf:„Ihr schlagt ihn doch tot!" zu Hits« geeilt sei. Die Aussagen der anderen drei Polizeibeamten straften den Angeklagten Lügen: sie hatten genau sein« Worte gehört und auch gesehen, von welcher Richtung er gekommen war Das Gericht verurteilte den jungen Menschen wegen Widerstandes gegen die Staats- gemalt und wegen Aufreizung zu gewaltsamen Handlungen zu 30 Mark Geldstrafe, für die im Nickt- cintreibungsfalle drei Tage Haft treten. Der Herr Student der Medizin ist also mll einer ungewöhnlich milden Strafe davon- gekommen, die ihm aber hoffentlich Zeit seines Lebens eine Lebro lein wird. Drohbriefe an Reichsbahn. Erpresser drohen mit Brück- nsprengungen. Der Generaldireklor der Deutschen Reichsbahn. D o r p m v l l er. hat in letzter Zeit wiederholt Drohbriefe erhalten, m denen von bisher noch unbekannten Erpressern schwerste 2i n- schlage au f dt« Reichsbahn angekündigk werden, falls ihnen nicht in«wer bestimmten Zell ein Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung gestellt würde. Die Erpresserbriefe sind in Baden und Bayern aufgegeben worden. Bon der Kriminalpolizei ist inzwischen festgestellt worden, daß das Briefpapier äus Frsiburg stammt, wo es in Auto- maten vertrieben wird. Di« Täter haben in chren Briefen genau geschildert, welche Eisenbahnüberführungen st« in die Luft sprengen wollen. Ihre Dreistigkeit ging sogar soweit, genau detaillierte Vorschriften über die Aushändigung des Geldes zu machen. In einem der letzten an Generaldirektor Dorp- müllor gerichteten Schreiben wird unverblümt gejagt, daß, falls er auf die gestellten Bedingungen nicht eingehe, er einen Denkzettel er- halten werde. Bor einigen Wochen schien es, daß die Polizei der Band« Hab- Haft werden würde. An einer bezeichneten Stelle war nämlich ein Paket mll ungültigen Geldscheinen niedergeiegt worden. Das hätte sie nie gesagt, wenn ein gesunder, forscher Junge vor ihr gesessen hätte, das soll dem kranken Huhn da eine Freude sein: aber sonderbar: es wird keine. Herr Schmitzsr schweigt: er tappt selbst verdutzt in seinem Innen» herum und sucht den Grund, der ihm verbietet, sich zu freuen: sucht den Grund, der ihn zwingt, sich zu ärgern. Er muß lange suchen. Gerade als er ihn hat, ist Lene gekränkt aufgestanden und will gehen. Da faßt er Mut und hält ihre Hand fest. Denn er will ihr etwas sagen. Dies will er ihl sagen: Ich sollte mich eigentlich freuen, Fräulein Lene, daß Sie nach Berlin gehen. Denn sehen Sic, jetzt sind wir vier Jahre im Stubbenlond; und zum ersten Male halte ich ihre Hand länger als zum flüchtigen Druck: und es ist eine große und sehr schöne Sache für- mich, daß ich das darf. Wenn wir aber in Berlin sein werden, Fräulein Lene, dann wird so ein Händedruck gar keine große Sache sein: ich werde dort besser aussehen als hier, ich werde so viel Geld haben, um Sie ein- zuladcn, wir werden trinken zusammen, und Sie werden mir bald mehr gewähren als emen Händedruck... und nicht mal das wird eine große Sache sein. Wie gesagt, ich sollte mich freuen: denn manchmal, wenn ich wütend auf Sie war oder auf mick), habe ich mich danach gesehnt; und nun ist es soweit. Aber ich denke an Sie, Fräulein Lene, nicht an mich: und ob Sie ebenfalls besser aussehen werden in Berlm. das weiß ich noch nicht. Hier haben Sie«inen Hof um sich gehabt: ich meine nicht nur den Bauernhof, der da hinten liegt; sondern einen Hof um sich herum, immer, wo sie auch gingen und standen. Ich fürchte, in Berlin ist kein Platz für solche Höfe. und Sie werden ihn dort nicht behalten. Und nun werden Sie mich unmodern schelten: aber es würde mir bitter, bitter wehtun, wenn Sie ihn oerlören. so bitter wäre das, daß es mcht mehr fuß wäre, Sie zu besitzen... Das will... das wollte er ihr sagen; nicht ganz so schwungvoll vielleicht: aber doch dem Sinn« nach. Jedoch er sagt nur: „Ich halte es nicht für richtig, noch Berlin zu gehen. Fräulein Papendieck." Und Lene antwortet nur:„So": und blickt über den See. auf dem jetzt endlich im März, das Eis bricht, und dem des- halb weder die Glätte noch die Wogen Schimmer und Glanz geben: und findet beide grau und langweilig. Schmitzer und den See; und nimmt ihre Hand aus der seinen und sagt lachend: „Morgen fahre ich und suche mir eine Stellung. Auf Wisdersehn, Herr Schmitzer!" Friedrich Papendieck hat seine Tochter zur Bahn gc- bracht. Eine Freundin will sie besuchen, hat sie gesagt; ist dem Mädel ja zu gönnen. Es ist über Nacht schon wieder kalt ge- worden, bitter kalt; als schriebe man nicht März, sondern Januar. Es tut also gut, einen Schnaps zu trinken im Dorf- krug: einen einzigen imr, das wird man sich doch noch leisten können, wie? Im rauchigen Krugzimmer zeigt sich, daß viele dieser Meinung sind. Um die Theke steht eine lärmende Schar junger Männer: ein paar ältere reiben am Ofen Hände und Rücken. Papendieck wird nicht gleich bemerkt; seine dröhnende Stimme rügt das sofort: „Gibt's denn hier keinen Schnaps für den Plantagen- besitzer Papendieck?" Eine Lache wiehert auf. Papendieck hält sie für Aner- kennung. „Wer bitte schön, Herr Plantagenbesitzer I" sagt die halb- wüchsige Krugwirtstochter und stellt den Schnaps hin. Neue Lache. Eine Weile gehts Herr Plantagenbesitzer hin, Herr Plantagenbesitzer her. Papendieck läßt sich's gern gefallen. Dann sagt einer: „Ja, ja— ne schöne Sache, sone Spargelplantage. Wir armen Bauern dagegen..." Lache. „Na ja, wir habv» ja auch mcht den guten Sandboden wie die Herren da auf dem Stubbenland." Papendieck nickt zufrieden. Lache.' „Bloß Flöhe soll es da viel geben, wie? Sogenannte Stubbenlandsr Sandflöhe?" Papendieck verneint. Er weiß nicht, daß man so im Dorfe die Siedler nennt. Er begreift es auch nicht. Lache. Jetzt ist einer kühn und phantasievoll genug, um eine ganze Geschichte zu erfinden.„Wissen Sie, da ist hier bei Rheinsberg doch der Paul Meier. Kennen Sie den? Nicb? Na. tut nichts zur Sache. Also jedenfalls, der ist doch Sana- griibenbesitzer. Und nu wollte er n« Hypothek haben auf seine Sandgrube. Von der Stützungsaktion für die Landwirtschaft, die doch im endlich im Gang fft. Also er fährt nach der Kreis- stadt und geht auf die Bant, wos die dicken Gelder gibt." „Zahlen!" schreit Papendieck aufgeregt dazwischen. Also es ist eine Stützungsaktion im Gange! Das Wunder— dos Wuickter ist da! Was da weiter erzählt wird, Hort er mcht mehr. Bloß nach Haus, es Lenen sagen ach nein, die ist ja weg— also wenigstens dem Rolf! Und alles vorbereiten, und morgen nach Ruppin! Wo es die dicken Gelder gibt! Der Erzähler spinnt seinen Faden mutig weiter: „Wen trifft der Meier in der Bank? Na, was meinen Sie? Den Herrn Rittergutsbesitzer von Uslar, den größten Landbesitzer im Kreise Ruppin. Beide kommen zusammen dran, und jeder bringt seine Sache vor. Tja, sagt der Direktor, Herr»» Meier kann ich eine Hypothek geben, aber dem Herni Baron nicht.— Wieso nicht? fragt Beleidigt der Baron. Ich habe achttausend Morgen Acker, und der Herr Meier zehn Morgen Sand!— Tja, sagt der Direktor, sehen Sie, Herr Baron, ein Rittergut, das ist heute man auch bloß ein Ritter- gut. Aber ne Sandgrube, sehen Sie, das ist heutzutage gleich ne Spargelplantagel Papendieck stürzt zur Tür hinaus. Sie denken, er flieht: flieht vor ihrem Gelächter. Aber er hat gar nichts Mehr ver- standen. In seinen Ohren summen Zahlen, vor seinen Augen kreisen Zahlen, seine Finger fühlen Beutel, auf denen Zahlen stehen. Er weiß nicht, wie er nach Hause kam, aber er schwitzt, als er da ist, und draußen frierts. „Rolf", schreit Papendieck schon von weitem,„Rolf, Geld gibts! Geld!" „Ich darf woll meinen Mantel hier bei Ihnen hängen lassen?" fragt Papendieck den Wirt, bei dem er in Ruppin ausgespannt hat.„Es ist bloß, weil die Bank gerade gegen- über ist", entschuldigt er sich überflüssigerweise. „Natürlich", brummt der Wirt uninteressiert und hantiert an seiner Theke. „Und es dauert ja auch bloß zehn Minuten."' Papendieck weiß selber nicht, warum ihm so viel daran liegt, dem Wirt die Selbstverständlichkeit seiner Handlungs- weife klarzumachen. Eigentlich will«r die wohl auch mehr sich selbst klarmachen: der.listig fistelnden Stimme in seinem Schädel klarmachen, d.ie da immer wiederholt: Du tust es nur, weil dein Mantel schäbig ist, Papendieck; weil du drüben in der Bank, den großen Bauern spielen willst, Papendieck: weil du glaubst, daß man deinem Sonntagsanzug eher Kredit gibt als deinem Mantel, Papendieck: womit du recht hast. Papendieck. (Fortsetzung folgt.) um die Erpresser in eine Falle zu locken. Das Paket verschwand auf geheimnisvolle Weis«, von den Tätern dagegen fehlte jede Spur. Ms sich die Erpresser in ihren Erwartungen enttäuscht sahen, hagelte es wieder Drohbriefe. .- Notruf der Radiohilfe. Eine Feierstunde als Appell an die Oeffentlichkeit. Zugunsten seiner Sozialen Radiohilfe veranstaltete die Ortsgruppe Berlin des Arbeiter-Radio-Bundes am Sonn- tagvormiiag im Festsaal des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht eine F e i e r st u n d e, die auch durch den Rundfunk übertragen wurde. Reichstagsabgeordnete Genossin I u ch a c z, die Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, hielt die Ansprach«:„Es war", so sagte sie,„eine besonders dankens- und anerkennenswerte Tat des Arbeiter-Radio- Bundes, seinerzeit für die Blinden, Schwerkriegsbeschädigten, Siechen und anderen Insassen öffentlicher Anstalten sowie den vielen, vielen Arbeitslosen die Soziale Radiohilfe zu schassen, die den Genannten kostenlos oder gegen Erstattung der Selbstkosten Empfangsopparate zur Verfügung gestellt hat. Aber auch diese gemeinnützige Arbeit, Sie von der Arbeitcrwohlfahrt aus? stärkste unterstützt wird, leidet jetzt schwer unter der Ungunst der Zeit und die Berliner Ortsgruppe des ARB. muß sich deshalb an die Oeffentlichkeit wenden, . und Zwar nicht nur an die kommunalen und staatlichen Instanzen, sondern vor allen Dingen auch an die Radio- i n d u st r i e, um auf diese Weise dieMittelfürihreWeiter- arbeit zufammenzubekommen. Sie hat ein Recht auf ideelle und materielle Unterstützung. Die Ortsgruppen des Arbeiter-Radio- Bundes wünschen und Haffen, daß nach dieser Feier Anerbieten eingehen, die die Tätigkeit der Radiohilfe erweitern und erleichtern. Wir wenden uns deshalb mit dieser Feier nicht nur an die Arbeiter- fchaft, sondern an alle Hörer, die über die Soziologie der arbeiten- den Klasse nachgedacht haben. Aus den Veröffentlichungen des Bundes ist zu ersehen, wievielen Menschen die Arbeiter-Radiohilfe tatsächlich schon geholfen hat; sie will weiter helfen und kann des- halb verlangen, daß man ihr die Mittel gibt, um helfen zu können." Ein auscrwählles, künstlerisches Programm umrahmte diese, mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Das Bach-Streich- orchester unter Leitung von Otto Wolfgang Herbert streute mit seinem tieffühligen Musizieren feierlichen Glanz über das stark be- megte Haus. Während Paul G r a e tz mit Tucholskys rührendem Gedicht„Mutters Hände" und dem„Horch auf!" des' Düsseloorfer Arbeiters Paulus meisterhaft die Ueberleitung vom Draußen zum Drinnen schuf, führte Tony van E y ck s stiller, sanft mahnender Ernst die Zuhörer mit einem Stück aus Walter Bauers„Dieb" in die Zeit des Krieges zurück. Alfred Beierle las mit gebändigter Kraft und verteilter, das Verständnis vermittelnder Nüanzie- rung den Hymnus des Karl Kraus an Immanuel Kant:„Zum ewigen Frieden" und Herweghs Strophen aus der Fremde. Immer, wenn Beierle dem Friedensgedanken dienen kann, ist er groß und einzig, und weiß die Zuhörer zu packen. So auch hier. Gertrud E y s o l d aber riß mit ihrem unbändigen, dem freudigen Leben und dem hellen Tag gehörenden Temperament die Hörer aus dem tragischen Moll in das lebensnahe Dur, während die Aktuelle Kleinkunstbühne mit den scharfen Sprachrhythmen von Dehmels„Mahle Mühle, mahle!" wieder den Anschluß an Gegen- wart und Zukunft, Arbeit und Kampf, fand. Dankbares, unein- � geschränktes Lob gebührt allen diesen Künstlern, die sich aus reinem Idealismus dem Werk gewidmet haben. j. - Tetmismeister prent» verurieilt. Seine Behauptung unwahr, seine Berufung verworfen. In dem Prozeß gegen den Tennismeister Daniel P r« n n verkündete die Strafkammer nach der Vernehmung mehrerer Zeugen und nach längeren Ausführungen der Rechtsanwälte Alsberg und Sack das Urteil. Tie Berufung des Angeklagten Prenn wurde a u f seine Kosten verworfen. Ter Vorsitzende erklärte, daß es dem Gericht im strafprozessualen Verfahren völlig gleichgültig sei, ob der Tennismeistcr Prenn die internationalen Amateurbedingungen eingehalten habe oder nicht. Erwiesen sei durch Beweisaufnahme, baß er tatsächlich mit der Firma Hammer in Verhandlungen über die Zahlung von 3000 Mark gestanden habe, so daß eine Be- hauptung, daß die Firma gelogen habe, unwahr sei. Das erste Urteil, durch das Prenn wegen verleumderischer Beleidi- gung,, zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, müht« daher in vollem Umfange aufrechterhalten werden. Prenn hatte, um es kurz zu wiederholen, gegen die Tennis- fchlägerfabrik Hammerwerke in Mergentheim eine Privatbcleidigungsklage angestrengt, weil diese Firma die Behauptung aufgestellt hatte, baß Prenn für das Spielen mit Raketts dieser Firma eine Honorierung gefordert habe. Prenn habe erklärt, gegen eine Zahlung von 3000 Mark und Lieferung von 35 Schlägern ausschließlich die Fabrikat« der Tennisschlägerfabrik Hammerwerke zu benutzen. Prenn bestritt die in einem Artikel in der„Deutschen Sportartikelzeiwng" erhobenen Vorwürfe der Hanunerwerke und be- zichtigte die Tenm-schlägerfabrik der Lüg«. Er erhob Privat- belsidigungsklage. Die Firma strengte Widerklage wegen vevleum- dcrischer Beleidigung an. Tennismeister Prenn legte gegen das Urteil, das auf 300 Mark Gelbstrafe lautete, Berufung ein, die nunmehr verworfen wurde. Der Brandenburgische Verkehrs-Verband lLorsitzenber: Ober- bürgermeister Dr. Fresdorf-- Brandenbürg) tagt am 2l. und 22 März 1031 in Potsdam. Am Sonntag, dem 22. März, um II Uhr, veranstaltet der Verband eine öffentlich- Versammlung im „Konzerthaus", Kaifer-Wilhelm-Stt. 25, mit folgenden drei Vor- trägen:„Siedlungsproblcme der Gegenwart"(Stadtbaurat Diplom- Ingenieur Erbs, Brandenburg a. d. H.),„Die Provinz Brandenburg im Netz der Fernverkehrsstraßen Deutschlands"(Handelskammer- iyndikus Dr. Bauer, Brandenburg a. d. H.),„Was ich in der Mark suchte und was ich fand"(Redakteur Walter Trojan, Berlin). Am Sonntag vormittag um 0 Uhr findet eine Besichtigung der vorge- schichtlichen Abteilung des Potsdamer Heimatmuseums und des Gar- nisomnuseums statt. Chaplin in Wien. Charlie Chaplin traf am Montagnachmittag auf dem Franz-Iosess-Bahnhos in Wien ein. Er wurde von Ver- tretern der Presse und einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt. Nur mit den Augen... Die Schau der Lecderhissen.- Eine Siebenjährige als RleisierhOchin. Die Kochkunstausstellung am Kaiserdamm zeigt der gastronomischen Herrlichkeiten viel, aber sie scheint fremd der Well unserer Tage. Fasan und Damwild, Languste und Gänseleberpaltete thronen wohlgeformt und fein gefüllt auf großen Silberplatten, und andächtig schiebt sich die zahlreiche Besucherschar weitgeöffnetcn Blickes und Magens an diesen traumhaften Gebilden vorbei. Di« Menschen studieren die vornehm- fremdländische Namensbezeichnung einer Languste k la Monte Carlo, einer Sauce bordelmze, eines Filet ä la Torneoo, und einer meint dazu:„dazu:„Mensch, was ham wa von die scheenen Wörta, davon wird keena nich satt!"„Na, langen Sie doch zu. meine Herren, lange jenug stehn wa ja ichon drum rum", meint ein anderer. Und was die beiden cnisfprachen, dachten all die vielen anderen. Ein bißchen seltsam mutet ja vielleicht diese gastronomische Fatamorgana heute an, und die große Masse wird den künstlerischen Spitzenleistungen mit sehr gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Da haben beispielsweise geschickte Konditorenhände aus Tee- gebäck einen Funkturm gebaut, daneben erstand aus Zwiebäcken das Brandenburger Tor, dann gibt es Backware aus oller Herren Länder zu sehen, Mohnsemmoln aus Schlesien, Buchteln (Dampfnudeln) aus Wien in Schweizer Zopf, die Dresdener Zellen- semmel, Brote aus allen Gauen und allen Schattierungen. Während die Hotelköchs kulinarische Kunstwerke zeigen, bieten die Bierlokale I die echte Berliner Küche mit Boulette, Riesenbockwurst. Spitzbein und Brötchen-Vitrine. Eine„lebende Speisekarte" enthält alle Gerichte, die im Ausstellungsrestauront zu haben sind, portionsweise. Instruk- tio ist vor allem die D i ä t k ü ch e, die jede Art der Diät in richtiger und vor allem abwechslungsreicher Zubereitung zeigt: die mehl- und zuckerfreie Kost für den Diabetiker, die gewürz- und säurearme Nahrung für den Nierenkranken und die durch Schaben, Passieren oder Quetschen leichtestverdaulich gemachte Küche des Magenkronken. Man zeigt an einem Grundoericht die verschiedenartige Zubereitung, dazu die Ergänzung durch Obst in rohem oder gekochtem Zustand, Gemüse, Käse und Backware. Leider stelli die abwechslungsreiche Speisenko�te des Diätlebenden wieder allerhand Forderungen an den Geldbeutel, sonst leidet sie unweigerlich on größter Monotonie. Ein Riesenblumenstrauß, aus Marzipan geformt, wirkt äußerst lebendig, und die Dekorationskünste der Fleischersachschule formen Speck- siückchen und Aspik, Gurkenspalten und Zungenscheibchen zu blumen- hasten Gebilden. Es sollen aber nicht nur Fachleute ihr Können zeigen, sondern im Wettkochen um den goldenen Quirl treten an 250 Gasherden täglich ebenso viele Amateureder häuslichen Kochkunst zum edlen Wettbewerb an. Preisgekrönt wird, wer die vorgeschriebene Mahlzeit in der kürzesten Zeit, bei sparsamstem Gasverbrauch schmackhaft zubereitet. Das Kampfgebiet ist aber nicht nur der Hausfrau vorbehalten, sondern man will auch die Talente von Mann und Kindern auf diesem Gebiet kennen lernen. Der Sonntag war dem Wettbewerb der kochenden N!änn«r,Iu n gensund Mädels gewidmet, und es gab einen Mordsspaß, als diese Außenseiter des Kochherdes starteten. 150 Männer zwischen 20 und 50 erhielten folgendes Diktat: Blumen- kohlsuppe, Kalbsroulade mit Mokkaroni und Sahnenscwce und rote Grütze mit Vanillensauce, 80 jugendliche Vertreter der neuen Gene- ratton hatten Schokoladensuppe, Eierkuchen und Aprikosenkompott Vor ungefähr zwei Jahren wurde Verdis„Don Carlos" aus dem Deutschen Opernhaus auf den Berliner Sender übertragen. Am Sonntag erlebte das Werk seine Aufsührung als Sendeoper. Man hatte die fünfaktig«, etwa 3!4 Stunden dauernde Oper stark reduziert. Nach Schillers Drama gearbeitet, betont sie weniger die dramatischen als die lyrischen Partien. Der erste Akl ist Hinzuge- fügt, er bringt ein großes Duett zwischen Carlos und Elisabeth in Paris. So wurden durch die Streichungen die Handlungsmomente wenig berührt, es sielen lyrische Stellen, um die es allerdings schade ist.„Don Carlos", drei Jahre vor„Aida" enistanden, zeigt bereits die Loslösung Verdis vom alten Opernstil, den Verzicht auf die fest- gefügte Nummernform, den Uebergang zur fließenden Melodik. Das Neue offenbart sich vor allem in der Partie des Königs. So bleibt der„Don Carlos" in einem Verdi-Zytlus ein wichtiges Element schon in� stilistischer Beziehung, ganz abgesehen von seinen musika- lischen Schönheiten. Die Aufführung leiteic Rudolf H i n d e m i t h etwas herb, das Rhythmisch« stärker betonend als das Melodiöse. Ausgezeichnet der König Ludwig Hofmanns und D o m g r a f- Faßbaenders Posa, der allerdings sehr postos singt. Joseph S ch m i d t als Carlos ist schon in ihm besser liegende Partien her- ausgetreten. Die Stimme klang kalt. Sonst bringt der Sonntag fast ausschließlich Musik, unter anderem die beiden schönen Kapellen Dajos B e l a und Ilja L i o s ch a k o f f mit gut zusammengestellten Unterhaltungsprogrammen. Vielleicht bedeutet die Einstellung auf Musik die beste Lösung der Programmfrage am Sonntag. Am Montag liest Sigismund v. Radetzky aus seinem Buch „Der eiserne Schraubendampfer Hurricana" zwei Ski.zzen, die ins Groteske stilisiert werden.„Die Wahrheit zeigt sich erst im Para- dox!", nach dieser Weisheit des Dichters Oskar Wilde scheint sich der Verfasser zu richten, aber weder Formulierung noch Jnhatt können überzeugen. Das Resultat sind nett geschriebene und unter- hallende Feuilletons, Einfälle des Augenblicks, die aber über diesen Aigenblick hinaus kaum Bedeutung gewinnen.— In der Aktuellen Zlbteilung wird der berühmte Polarforschcr Veter F r e u äi e n über Grönland ausgefragt. Ein Kenner des Landes, der Bewohner, ihrer Sitten und Gebräuche spricht. Es handelt sich um keine Ana- lyse mit großem Apparat, sondern eher um persönliche Jmpres- sionen. die wegen ihrer Unmittelbarkeit um io stärker wirken. Peter Freuchcn will niemals durch irgendeine Geste Eindruck machen. Das Erlebnis, das wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert, steht im Mittelpunkt. Je größer die Persönlichkeit, desto schlichter die Allüren. Jedenfalls trifft dies bei Freuchen zu.— Als Ersatz für den ausgefallenen Vortrag„Stätten des'Alltags" spricht 8er Film- regisseur Heinz Karl Heiland über„Filmaufnahmen auf dem Meeresgrund". Nach einer eingehenden Beschreibung der Unterwasser- Photographie kommt Heiland zu seinen persön- lichen Erlebnissen, und hier gewinnt der Vortrag immer mehr an Interesse.— Der Abend bringt eine Wiederholung des Strauß- Lanner-Konzerts. Damit erkennt die Funkftunde die Notwendigkeit, gute Veranstaltungen zu wiederholen. L. Leb. zu liefern. Alles stand seinen„Mann", die Jungens wendeten mtt Hochschwung rostelligleich ihre Eierkuchen, und eine Sielen- jährige holte sich den 1. Preis, ein Sparkassenbuch über 250 Mark und eine Reiseschreibmaschine, der 2. Preis von 200 Mark fiel auf einen Jungen, der dritte wieder auf ein Mädchen, dann gab es noch 15 Trostpreise. Den 1. Preis am Herd der Männer holte sich ein Zwanzigjähriger, 250 Mark und 5 Liter Kognak. Bei Musik, Tonfilmaufnahme und Blitzlichtphotographie ging das inter- «ssante Wettkochen unter einem Massenandrang von Zuschauern vor sich. 4. Nacht der Sechstage. Rieger— Maczynski rücken stark auf. Am Abend des vierten Tages war die Hall« gut besucht. Die beiden Nachmittagswertungen verliefen vollkommen ruhig. Schön. Pstnenburg Goebel, Tietz, Dinale, Pijnenburg, van Buggenhout, Krüger. Dinale, Miethe, Faudet und Goebel hießen die Spurtsteger. Lebhafter ging es in der Abendwertung zu. Nachdem Schön den ersten Spurt geholt hatte,, stieß im zweiten oan Kempen vor. Doch waren seine Ausreißversuche nicht mit Erfolg gekrönt. Mehr Glück hatten die weit zurückliegenden oan Heoel-van Buggenhout, Wolke-Hürtgen, Faudet-Marcillac und Manthey-Rickel, die je eine Verlustrunde gut machten. Auch Rieger-Maczynski und Krüger-Funda holten sich eine Runde zurück. Damit war die Rundenholerei jedoch noch nicht beendet. Nachdem auch van Kempen-Ehmer eine Runde erobert hatten, war der Stand der folgende: Die Spitze: Pijnenburg-Schön 154 Punkte, 1 Runde zurück Rieger-Maczynski 61 Punkte, 2 Runden zurück Dinalc-Goebel 170 Punkte, 3 Runden zurück Krüger-Funda 78 Punkte, Tietz-Thollembeek 67 Pmckte, 4 Runden zurück Manthey- Nickel 68 Punkte, 7 Runden zurück Kroll-Miethe 55 Punkte, 9 Run- den zurück Faudet-Marcillac 63 Punkte, 10 Runden zurück von Kempen-Ehmer 107 Punkte, 12 Runden zurück van Hevel- van Buggenhout 69 Punkte, 13 Runden zurück Wolke-Hürto-v 42 Punkte.__ Volksschule wird renovieri. Troh schwerer Finanzlage die Mittel bereits bewilligt. Der schlechte bauliche Zustand der 20. weltlichen Volksschule in der Waldemarstraße 77, Bezirk Kreuzberg, hat den ?N a g i st r a t veranlaßt, trotz der ungünstigen Finanzlage der Stadt einen Kostenanschlag über die notwendigen Renovierungs- arbeiten ausarbeiten zu lassen. Der Kostenanschlag sieht einmal die Teilelektrifizierung der Schulräume, bei denen sie am notwendigsten erscheint, zweitens die Instandsetzung der besonders schlechten Klassen- räume vor. Der Kostenanschlag schließt mtt etwa 16 000 Mark ab. Die not- wendigen Mittel werden dem Bezirkshochbauamt Kreuzberg in diesen Tagen überwiesen. Mit den Arbetten wird deshalb auch schon in den näch sten. Tag e n begonnen werden können. Zwei Bergarbeiter umgekommen. Wien. 16. März. Zu der Sohlengrube der Diosgyörer Eisenwerke bei Mis- kolz stürzte ein Schacht ein und begrub mehrere Arbeiter. Zwei Arbeiter konnten nur mehr als Leichen geborgen werden. Die übrigen wurden gerettet._ Die ltrfache der Todesnebel. Die rätselhaften belgischen Todesnebel, durch die im Dezember vorigen Jahres zahlreiche Bewohner des Maas-Toles Las Leben einbüßten, sind nunmehr in ihrer Ursache aufgeklärt. Giftige Abgase mehrerer chemischer Werke im Maas-Tale hatten sich mit dem üblichen Naturnebel oermischt. Vermutlich werden die Hinterbliebenen der etwa 60 Todesopfer, die die Katastrophe forderte, Schaoenersatzklage gegen die Leitung der betreffenden Fabriken anstrengen: es war von diesen, entgegen den gesetzlichen Besttmnmngen, nicht für die vorzeitige Unschädlichmachung der gifti- gen'Abgase Sorge getragen worden. Entgegen vieler bürgerlichen Zeitungen, die sich in phantastischen Ausdeutungen der Katastrophe gefielen, hat der„Vorwärts" won allem Anfang an den Standpunkt eingenommen, daß es sich wir um giftige Abgase Her chemischen Fabriken handeln könne. Der „Vorwärts hat also mit seiner Auffassung recht behalten. Erfolgreiche Razzia auf Diebe. Am Montagabend gegen 8 Uhr wurde in verschiedenen Lokalen in der Nähe der Pfandkammer in der Neuen Schönhauser Straße eine Razzia durchgeführt. Kriminalbeamte hallen fest- gestellt, daß dort ein lebhafter Handel mit gestohlenem Gut stattfand. Ms die Beamten in die Lotale eindrangen, versuchten einige Leute zu flüchten. Im ganzen wurden 25 Personen angeholten und auf das Polizeipräsidium gebracht.'Bei dem Durchsuchen der Lokale fand man Schreibmaschinen, Grammophonapparate. Ferngläser und anderes Diebesgut, das hier verkauft werden sollte. Unter den Angehallencn sind eine ganze Anzahl Diebe und Hehler mit festgenommen worden. Tclbstmord eines Reichswehrosfiziers. parchim(Mecklenburg), 16. März. In seiner Privatwohnung wurde heute morgen der 35jährigc Schwadrovchef und standortälteste Offizier der Garnison Parchim, Rittmeister von Woyna, erschossen aufgesunden. Es liegt offen- bar Selbstmord vor. Was den als tüchtig und pflichtgetreu bekannten Offizier zu dieser Tat getrieben hat, ist noch nicht aus- geklärt. .... auch an Konservengemüse MAGGI$Wüfze Schon ujerticre Tro-pferx srenilsrerL f infen'oungcn für diese Rubrik sind 3 e r l i» SÄ 68. Lindemtratze 3. parieinachrichien/W�fürGroß-Verlin stets an da» Sejltfelertctottoi I. Hai. 2 Trevven redjts. ju richte» SCtfitung! Die 30. Abteilung war in der Notiz we�en der Eintrittskarten am 1Z. März zu Unrecht genannt. Tatsächlich sind diese Karten am Sonnabend, dein 14. März, mittags, noch abge- rechnet worden. I. A.: Alex Pagets. Achtun q, Abteiwnasleiter' Die neuen Funkkionärkarten für 1931 sind im Vezirkssekrekariat, tindenfir. 3, 2. hos, 2 Treppen, Zimmer 5. zu haben.— Die Genossen, die die Aunklionärkarlen abholen, müssen durch den Ab- leilungsleitcr legitimiert sein. Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabc! 2. S?si». Stute, 20 Uhr, citwnsi des Äreisvsrstandez, Beisiher, 1. Ahte>?un«z- lciter bei Sandow, sslensburger Str 3. 12S. Abi. Heute bei Tempel, Nr'in�enallee 4?. Lickitbildervortraa über die Kruft- verforaunu der?iernlill:onenftudt. Eintritt frei. Partei- ober Gewert- fchaftsbuch legitimiert. ZNorgen, Mittwoch, IS. März: 1Z. Zlesi». lZreiktionsslhuna!n Temvelhos. Tsrfstr. 42, Zimmer 1. T. 4>dt. äRitalieberoctiaatmli-nq im Lokal ffacltnftr. 6. Genosse Ottinahaus, M, h. R.?oetroa,?orteianae!etienheiten. 17. Abt. Arbeitsaemeinsckaft junaex Parleimitalieder im Lokal stlinae, Seiler- fleahe 14 s nicht Lotfi>t. Teaeler Etrahel.?eferent! I. P, Maner, 24. Abt. Versammlima iUnqerer Parte'rnileilieder rm 20 Uhr bei � Milster, Carmen-Snloa-S't bö. Genosse Muhle:.2er Nationalsozialismus Und der Ver'all der bitraerlichen Demokratie", 48. Abt. 2i°kulsu>nsabend der iitnaeren Genoffen im Lokal Wlsitemski. Prinzen- strafte HO. 49. Abt. S�merljSi'oe. Mitoliederoeelommluno nm 20 llbr im Inaeodheim Liirderstr. 4. 1 Trcpo«. Ma» Seqdemanu:.Warum le'ert d'e Arbeiterl�aft de» 18. März?" Alle Eenolfinnen nrd kenoffen, sowie Snmpathisierende und.Porwärts"-Le�er Lnd dazu eiraeladen. Z8. Abt. 20 Ubr bei Iuskowiack, So'ftendorststr. 20. srnnktionärstftunq. 74d. Abt. 2» Uhr bei Stltbmer, Tellomer Cbiruffee, Mitaliederversammlunff. Dr, Croner:„Eteoerma'd.AlN:» und Gemerkschaft.'N. «. Abt. Ardeitsaemeinschaft junaer Genossen in der Lesehall« Ilse- Ecke Dodeftrafte. 99«. Abt. 20 Uhr politischer Arbeitskreis in der Salle. Diskussion übe: Wirt- schafrsdemokratie. 109. Abt. Stadttheater Marktplaft, Mitoliederoersammluna. Dr. Richar! Mischler:, Die Partei nnd der Schuft der Republik", Bericht. 123. Abt. 20 Uhr Schllftenilause, LSnower Str. ö, Mitgliederversammlung. ile'edr ch O'k: ffordmiihrung und szrerm'rtfchaftslehre. 143. Abt. isunktionärsiftuna bei Lehmann, Oraniendamm 18. * 9. Sltet». Zu der am Donnerstag stattfindenden Sffentlichen Berkammlung rrolle» die Parteigenossen stkon um 19 llhe anwesend sein. 13. Srei». Boranzesge! Sonntag, 29. März, 17 Uhr, 40>.Zahr-Gr>1ndungsfeie: im Parkrestaurant Süd"'de. Festansprache: Pe-chsm'mfter a. D. Pobert Tchmbt.?l?tuelle Kleinkunstbühne. Kapelle Ot'o Äermbach. Bolkschor Tempelhos-Mariendorf. Arbeiterjugend. Eintritt mit Tanz 60 Pf. Arbeiter-Bildungsschule. 14. grei». Dar Kursus des Genossen Bernstein:„England und das britische Weltreich" r�eht diesen Mit'woch wieder weiter. EchdUokal Dergstr. 29. Gäste sind noch willkommen. Am Donnerstag ist der Abschluftabend Uder:»Geschichte der deutschen Pepubli?," Zentral-Knrw» Bernfeild findet heute in der Arbeiterbildungsschule, Linden- strafte 3, 2. Löf, 2 Treppen, statt, Arbciksgcmeinschaft der Kinderfreunde Groh-Berlin. Kreis Prenzla'ier Berg. Pott lsolken und Iungfallen treffen sich Mittwoch, !8. März, l«', Uhr, Danziger Ecke Greifswalder Strafte, zum Besuch der Kräder der Miirnusallenen. Danach 18 Uhr Ebertnsir. 12, Zugendheim, Chorprobe zum 1, Mai, Klei» Kreuz beeg. Die Bote. Talken-Vollversammlung findet am Donnerstag, dem 19, März, 18 Uhr, im Jugendheim Belle-Alliauee-Plaft 1 statt. S prell,, bunten der Kreisleitung Dienstags ron 18 bis 19' s Uhr im Zugendheim Porck- strafte ll, Ausgabe der Karten zur lO-Zahres-Zeier. Kreis Köpenick. Mittwoch, 18, März. 16% Uhr, Jugendheim Dahlwifter Strafte für Zungfa'ken und? ote Talle» Teier fllr die März-Gasallenen, Eltern und Treunde sind herzlich eingeladen. Kreis Neukölln. Berichtigung. Die Vollversaurmluna, der ZuNgfölken und Polen Talken findet nicht, wie irrtümlich bekanntgegeben wurde, in der Schule Donoustrafte. sondern heute, 17 Zb Uhr.'llV' her Karl-Marr-Schule. Kailor-Tried- rich-Strafte, statt. Kreis Triebrickihoin. Mittwoch, 18. März, 16 Uhr. Alle Gruppen an ihre» Treffpläften. Kreistre.ffpunlt ISR Uhr Diestelmener. Ecke Triedenstrofte. Wimpel mitbringen. Tonnerstag, 19, Marz, Kreistunrabend für Note Talken Und Zungsalten in der Turnhalle Schule Koppenstrafte. Treitaq, 20. Mäez. Wer Zettlagerszene, mitspielt, erscheint 18 Uhr Seim Littauer Str. 18. Vorirage, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gald". Gefchäktsstellel Berlin s 14 Sebastianstr 37—88 Sok 2. Tr Triedrichobain. Unser Kamerad Seinz Boer Ist verstarbcn. Die Bei- üftuna findet Donnerstag. 19. März. IS Uhr. auf dem Triedhof Triedrichsfelde statt, Treffpunk' der Lameraden in Bundeskleidung 14 Uhr Sttausbsrger Plaft. Um rege Beteiligung wird gebeten. « Tavrifteuveeeia �Die Naturfreunde", Wcddlua-Gcsuudbruunen. Dienstaa. Z7. MLrzz. Vortrag des Genossen �cUeldcrg. Thema:„Einstein". 20 Uhr Aillder.oroitrake 5. Bund der freien Schulgesellschaften Deutschland« C. B.. Re�irlsverband Geoft-Berlin. Alle Mitgliedcr, die nicht oder sllssecht kassiert werden. w?wden sich schriftlich an die Auskunft und Aufnahmeftelle �lu�t Megelin, NO. 18, Schönlanler Str. 17. Nächste BorstandssiMulg am Freitag, dem 17. April, im bekannten Lokal, Limmer 25» Freie Schulgemeiode Fri«dr»ch«hain» Gaftkarten mm Bezirkstag llO. Mai) sind bei Schulfr. Mardus, Löweftr. 7. au haben. Zeutralverband der Arbeiksruvaliden und Witwen Deutschland«, Gau Grost-Berlin. Geschäftsstelle: Berlin W. 57. Bülomstr. 49. rechter Seitenflilqel, 1 Treppe. Diensuig, 17. Mär�, 13 Uhr, Tiergarten, Arminiusfestsäle, Bremer Strafte 73. Der Berlin« Zither.Club übt jeden Dienstag um 20� Uhr im Clubhans, Ohmstrafte 2.> �nx'lsd conversstionnl clud..Veetinz Weänesäs�. 19 3 I�ecture: l�kke anä doings oa ihe bord of an Ocean-Slearner by Headssreward Mr. AhrendL ICaiiBd�ebiBiigeiB Rahnsdorf. Donnerstag, den 19. Märt, 20 Uhr, Lo al Sfurm, Wilhelmshagen. Wilheimsir.— Thema: Sozialismus und Nationalsozialismus.— Redner; Max Heydemann. Lichtenrade. Donnerstag, den 19. März, 19'/,, Uhr, Lokal Rohrmann.— Thema: Friede, Freihell, Brot— nicht durch nallonaisozialislische Diktatur,— nur durch Demokratie. Redner: Jockel Meier. 9, Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, den 19. März, 20 Uhr, im V k'or agarfen, Wilhelmsaue 114,'115.- Thema: Der Voiks- bgfrug der Nationalsozialisten Redner; Staatsanwall Dr. Hoegner, M d. R. und Otto Meter, M. d. L. 3. Kreis Weddirg. Freitag, den 20. März, 19'/» Uhr, in den Atianflc-Festsälen, Lichtburg, am Bht Gesundbrunnen, Behmsfr. Thema: Nationalsozialismus— Volksbetrug.— Redner Erich Kutfner, M. d L, Johannes Stelling, M. d. R. Biesdorf. Sonnabend, den 21. März, 19'/, Uhr, Schillersfile, Königstrafee 120.— Thema: Nationalsozialismus— Volksbetrug.— Redner: Jockel Meier. Bohnsdorf. Sonnabend, den 21. März. 20 Uhr, lokal Helmann, Wallersdorfer Sire6e 100.— Thema: Gegen den Faschismus.— Rrdner; Max Heydemann. Soziallst. Arbeiterjugend, Werbebezirk Neukölln. D.enstag. 17. Merz, 19'/» Uhr, Stadisaal Neukölln. Bergstr. 147. Thema: Was hat die Jugend vom Nationalsozialismus zu erwarten?— Redner; Emst Nölling. Volksgenossen, erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! Allgemeine Wetterlage. 16.Mämz�9Q>Ubds.H� ' TTCR 3 wolkenlos,® heiter.O halb bedeckt 4 wolkig,® bedeckb'RegeiWkGraupeln ■«Sctinsasftebel.T. Gewirt ec©Windstille Der größte Teil des Deutschen Reiches Hatte am Montag unter dem Einfluß eines Hochs, desjen Kern über Skandinavien lag, � heiteres Wetter. Westlich der Oder wurden in den Mittagsstunden wieder allgemein S Grad Wärme, im äußersten Westen sogar 8 bis 11 Grad Wärme erreicht, Oestlich der Oder macht« sich ein Ties über Rußland in wechselnder Bewölkung und vereinzelten Schauern bemerkbar. Bei nördlichen Winden blieben hier die Tem» peraturen vielfach den ganzen Tag lang unter dem Gefrierpunkt. Da das Hoch nach Süden und Osten an Raum gewinnt und der Druck auch in seinem Kerngebiet ansteigt, ist zu erwarten, daß am Dienstag unser Wetter weiterhin unter Hochdruckeinfluß steht. «- Welkeraussichlen für Verlin: Ziemlich heiter, nachts kalt, in den Mittagsstunden mild.—.?ür Deutschland: Im größten Teile des Reiches beständiges, im ganzen heiteres Wetter mtt verbretteten Nachtfrösten; nur im Nordosten noch veränderlich. WOilUIMM-WM vonnerslag. d«> IS. ZNckrz. ■>»&>, t Ahr, im Geioerkfchallshalls. Sageluser 24 28(Grofzer Saal) BS'aRChen-Versammlung der werxzeusmaGher, werk- zeughärter u. Schartschleifer Tagesordnung: 1. B erbaudsangelegenhetlen. Steteren»; Kollege Paul Eckert, Bevollmachligler des DMB, 2 Branchenangelegenhetten. 3 Distufston Df« Verlraueusmäaner-Soaserenz für AlSrz fall» au». kemung. selrisvLi'Sls! Die Betriebsräte- Zecllchrist Nr, 8 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Lcgitcmaliouskarce de» Betrcebsracs-Od- maunes m unierem Büro, Zimmer 8, «agicch di» 4 Uhr. Feestags di» 7 Uhr, entgegenzenommen werden. Die OrliTerwaltimg. Zwangsoersteigeiung. Am 19. Marz 1931. ootm. 10 Ahr, worden In der Slre>ema»nflrafte 108. m den Räumen tut Vereiniglen Bocnk-ssei» weilt G m. d H, 3 Sd)telbmol®ln«n. 1»»auklarmafchtu». 3«uBfleUung«- Idicllnl« und oeruhleden« Büto- naöbel und um 13 Ahr In de Eiouflece strafte 6 1 Aar chmatziuafchtu« und 1«v-idfchrouk öffentlich) m«|Uitetint gegen Barzahlung veriieigert Bollftr»>»uug»ft«a« Aluauza«! Scharnharjk. Sozialistische Arbeiterjugend Sroß-Lerlm Sinfenduncien kür diese Iludrt? nur an bo< �uaendserretaifae �erlw SW M. tindenffrafi»* heuke. Dienstag, 17. Marz. 19% Ahr: Arkonaplaft: Elifabchkirckistr, 19„Arbeittrorganifatlonen,-— Gewerl- schaftehaus: Kopen'ckcr Str. 92..Ist in Deutschland eine Diktatur mSgl ck>?"— Kcflnifchct Pari: A/aiscnstr, 18.„1848"— Roseuthaler Socstad: Elllobeth. kirchftr, 19,.„S'AZ, und KI.�— Zentrum: Landsberger Str Wl Tagespolitik— Brunnenplaft: Paiilstr, 20.„Mari-mi-s."— Eefundbrunuen I: Est' burgee Strafte 2,„Freundschaft. Kamcradlchaft, Liebe/"— Sochplaft: Gericht str. 12. »Mir und das Rcichsbaniicr,"— Lespoldnlon: Utrcchler Strafte /Schule). „Treckörycrkultiir."- Schillcri-ark: Schijnlnastraft«, Tages,-olltifche Trogrn,— Wedding fR.-T.l: Wwder.owsir. ö,„Soziales Wandern"— Wedding-Aorft: See. Ecke Turiner Strafte.„Bub und Mädel." Araimplaft: Sonnsnburger Slrafte 20,„Peichslaassiftuna/"' Sun.anuplaft: Elelmstraftc,„Wiss'nschas lichcr und ntopischcr Sozialismus."— Wärther Plaft: Äastanttnallce 82. Polltische Tagrsfrugrn.—.Saseiibelde: Wassertorstr. 9.„Tr.c.korpcrkultur,"— Köpen cker Diertel: Wrangelstr. 128.„Scinellc Tragen"— B-schenbeger Viertel: Pclchen. beiger Ein. 60„Nepotutionstage 1848."— Schönebera I: Sauv' str. 13..Per- fammliingslechnik."— Schoneberg III: Kauptstr. 13.»Der Arbeiter in USA."—- Schönebcrg IV: Lauplstr. 13.„Duftlands Entwicklung bis zum Welliriege."— Schönebera V: Saurtftr. 15.„Wir und die Partei."— eharlotttnburg.Aord: Olberzftrafte.„Elnfsihruna'N den Sozialismus."— Steglift 1: Albrechistr, 47. .„Kulturelle Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich."— STöneweide: Berliner Str, 31. Märzfeier.— Köpenick l: Ersinauer Str, Z, Tagesvolitische Frag:».— Riederschöi! Hausen: L'ndenstr. 4V.„Märzevolutiou,"— Pankow Ii Göschstr, 14,„Tlegeliahre,"— Arnsn-aldcr Plaft I: Pastenburg-r Stt, 18. »Kunst und Politik."— Bcinick-ndors.Oft: L'.ndauerstr. 1.»18, Mar, 1848," Werbebezirl Slenkölln: Oeffcntliche Zugcndversammluna im Saalbau Berg» strafte 147. Ernst Nöltina spricht über:„Was bat d!e Jugend vom National- fo.r'allsmus zu erwarten?" Neukölln VIA: Treffpunkt 185t Uhr Kaifer-Tried- rich. Ecke Weichfelfiraftc. Neukölln VIl: 185« Uhr Karl-Marr-Schule All« Mitglieder müssen spätestens um 19 Uhr im Saalbau fein Werbebezirl Trlttwlaral: Lichtbllderrortrag:»Eeruell« Fragen" im Zu» aendbcim Sttglift. Albrechistr, 47, 29 Uhr. Lanckwift: Treffpunkt 1951 Uhr Bahn» Hof Lankw'ft._ ... med ins Notizbuch den einen Namen! Warum das Gedächtnis belasten?... im Notizbuch lassen sich doch alle Besorgungen schwarz, auf weift niel besser öebatten! Zu den Nänd'gan Nolizen gehört von jeftt ab auch Sanella! Sanella ist d:« neue Margarine von herrlichstem Aroma, aröftter Ergiebigkeit und zu niedrigstem Preise. Da, balbe Pfund kostet nur 85 Pf. Jeder Lausfrau ist mit einer so aut bräunenden und sparsamen Waraarina gedient. Also: gleich Eanella ins Notizbuch!__ Millionen «kti Wravcdvi» seit Jahren W »H-'s Terhraneh allein W im letzten Jahr von S2 Prozent Umsatzsteigernng in venigen Tagen erreiehte Ks 10 mg no« H Ein nener Beweis, daß - � auch die billigste L& V Zigarre L& V-Qnalität ist gl Eine Leistung der gröBten Zigarrenfabrik Dentsehlands ILOESER & WOLFF OriginalgröBe der Es 10= 10,7 jtmn menbuh brüderliche Jßiebe „Wo r«m ftrtilet ihr euch immer! Ihr beiden..!" sagt« dl« aJlotter. Die waren eben grundverschieden. Der ältere mit dem rot«! Struppkvps,«in trotziger Kerl! und dir kleine, der Zehnjährige, zwäi Jahr« jünger als sein Vrud«r: ein Schwärmer, einer, der in der Nacht schlecht schlafen konnte, wenn er einer Flieg« den Flügel aus- gerissen hatte. Mit dem Dichstreiten war es ober nicht zu Ende. Sie schlugen sich die Nasen krumm. Der Kleine konnte, ungeachtet seines Mnpsindsamen cherzens, zuweilen noch gewalttätiger fein als der Große. Sie k»ilten aufeinander los wie auf Kerbholz. Eines Morgens mußte der Große im Bett lieg«» bleiben. Der Kleine nahm einen Brief mit in die Schule und gab ihn in der ond«r»N Klaffe ab. Als er heimkam, war fein Bruder schon ins Krankenhaus transportiert. Diphtherie. Der Arzt hatte kurzen Vrvzeß gemocht. Am Fenster über dem Lexikon. Buchstabe„D*. stand der Klein«: die Mutter flickte ein Hemd. Zweimal am Tage ging der Kleine den Weg zum Krankenhaus. E» war Herbst, die Sonne stand blank am Himmel. Wie die Welt ihn ansah? Wie schön war die Erde! Dos Leben... Er lief. Natürlich bekam er seinen Bruder nicht zu Gesicht. Der lag im abgegrenzten Viertel in einem Pavillon, den man nur aus der Fern« f«h,n tonnte. „Darf«r nicht ans Fenster kommen, Schwester?* fragte der Kleine. „Wo denkst du hin! Er fiebert hoch! Wir wissen ja nicht einmal, ob wir ihn durchbringen.* „Nein?* fragte der Kleine, ihm fiel nicht Klügeres«in. Die Schwester ging.— Bon ihr hängt alles ab, dachte er: sie kann ihn durchbringen, wenn sie will.— Er rief sie zurück und bat sie. Ihn durchzubrmgen. Am vierten Tage lauerte er dem Arzt auf. Der Arzt zuckt die Achseln. „Solange ein Mensch noch lebt, habe ich Hoffnung*, gibt er zur Antwort. „Aber es hat schon Keanke gegeben, um dt« es noch schlimmer stäni», und die doch gesund geworden sind—?' „Der Patient nimmt nichts an, sinne Kurve steigt.* Der Dicktopf! sagte der Junge für sich: natürlich will er wieder nicht tun, wa« er soll. Der Dickkopf! Wie sollt' er mit solchen Nachrichten vor seine Mutter kommen? Lügen? Gefährlich. „Sag die Wahrheit* verlangte di« Mutter,„du kannst fl« mir ruhig sagen.* Er log aber trotzdem, es ginge gut: und er hatte für einen Augenblick die merkwürdige Ueberzeugung, daß der lieb« Gott oder sonst irgendwer, der über das Leben seines Bruder« zu bestimmen hatte, auf diese falsche Auskunft Rücksicht nehmen und die Ereignisse danach lenken werde. - In der folgenden Nacht schrie der Große noch lauter al» sonst. Er brachte Wort« hervor, welche die Insassen des Paoillan« ihr Lebtag nicht gehört hatten. Aber endlich begriffe« die Schwestern, bäh es Kosenamen waren, die er ausrief. Er rief nach dem Bruder. «Dein Bruder kann jetzt nicht kommen*, sogt« man ihm. „Holt ihn. holt ihn!* rief er. Und dann begann er mit oll den komischen Namen t>on neuem und hört« nicht auf. Der Wörter am Bett war an �iebererscheinungen bei fernen Ävrnken gewöhnt: et schlummerte dab« ekn. Mit«Ihmt MA« hörte es yin Geräusch wt« Brechen und Klirren. Er traut« sein«» Angen nicht- Der krank» Jung« war durchs geschlmsene Fenster gesprungen. Dlg Stube lag un oberen Stockwerk „tfc hat sich da» Genick gebrochen! Lümmel!* rief der Wärt« und sprang ans Fenster. Aber dort unten sah er den Jungen in seinem ratmeih gestreiften Kittel wie«in wild gewordene« Gespenst Hurra hm« den langen Weg hinunterlaufen. Er warf di« Keine und bewegt« die Arme wie«in richtiger Schnelläufer. Ei war beinah« zum Lachen. Dar Wärter alarmiert« den stillen Pavilldn. Alles wo« hinaus darf, hinterdrein! Voran der Wärter und die Schmesteni. Die Rekonvaleszenten zogen Hosen und Schuh« an. „Einer ist durchs Fenster gesprungen!" „Nicht möglich!* „Wer denn?* ..Der Neu«!* „Dia» will er detm draußen?* „Ja, und er hat sich nicht einmal den Hol» gebrochen!" „Ach... „Wo ist er nun?" „Sie suchen ihn ja...* Cr quält sich vergeblich, das Gitter zu übcrklimmen. Die Pforte fand er nicht in der Nacht. So erwischten sie ihn, wie einen Käfer, der die Wand nicht lassen will. An den Füßen zerrten sie ihn herab, sie klammerten seine Finger loe. Aber trotz all ihren Versicherungen, daß niemand ihn schlachten wollt«, stieß er unaufhörlich ein Gebrüll aus, und es waren wieder die Kosenamen. Sie trugen ihn, zu vier Mann, in den Pavillon zurück. Dort untersuchten sie seinen Körper. Keine Wunde am ganzen Laib! Kein Knöchelchen war zerbrochen! Als er nach vielen Wochen— es war tiefer Winter darüber geworden— bazillenfrei durch die Pforte ging, sahen ihn die Ve< amten neugierig an. Aber niemand erwähnte jenes Ereignis, weder hier noch zu Hause. Luch er schwieg davon. Mag sein, daß es niemals bis in sein Bewußtsein gestiegen war. SfausiierhaUung der Jlmeifen Schon Jahrtaujende, ja wahrscheinlich Jahrmillionen, bevor der Mensch dazu überging, Tier« zu zähmen und sich aus diese Weise nutzbar zu machen, haben die Ameisen dies« große wirtschaftlich« Ein- deckung gemacht. Finden sich doch Exemplar« der Ameisenrassen, die Haustier« hatten, zusammen mit ihren Blattläusen bereits im fossilen Bernstein eingeschlossen. Echt dichterisch schildert Maurice Maeterlinck in feinem neuen, bei der Deutschen Vcrlagsanstatt in Stuttgart er- schienen«» Wert„Da» Leben der Ameisen", wie er sich diese Großtat des Ameisengeschlechts vorstellt. „Aufs Geratewohl umherztreisend, aus der Suche nach der tag- lichen Honignahrung, kam«ine Ameise bei einem Vlattlausvölkchen vorbei, das sich an der Spitze eines zarten grünen Zweiges ange» sammelt hatte. Ein lieblicher, süßer Duft kitzelte ihre Fühler, während ihre kleinen Bern che» ,« ein« Art kdsttichen Taus versanken. Der Fund war herrlich und schien unerschöpflich. Sogleich fiillt« sie ihren Sainmcllkropf, den der Allgemeinheit dienenden Magen, den Vorratsschlauch der Stadt, zum Bersten voll, kehrte«ilertds ins Nest zurück, wo sie unter der Begeisterung und Verzückung des rituellen ?luswürg«ns dos Gerücht von dem wunderbaren Funde verbreitete. Eine Aera unversieglichen Wohlstandes und Glücks kündete sich an. Räch einem freudebebenden Fühlergespräch begaben sich alle in langen Reihen.zu dem Märchenquell. Ein neues Zeitalter hob an: sie fühlten sich nicht mehr verlassen in einer Welt, wo ihnen bisher keinerlei Hilf« zutell geworden war.* Dies« zufWg« Entdeckung haben die Ameisen dann allmählich vervollkpmmnet Und weitergeblldet. Zunächst lernten sie ihre Vlati- lause sammeln, einpferchen, regelmäßig melken oder vielmehr durch Streicheln dazu zu bringen, ihr« zuckerhaltigen Ausscheidungen zu steigern. So erreichten sie, daß ein und dasselbe Tierchen 40 bis öl) Zuckertropfen in der Stunde gab. Genau wie unsere Viehzüchter zu ihren Weiden, kommen und gehen die Ameisen von ihrem Nest zu den Blatt, und Schildläusen, sargen für ihr« Hausliere: ja einige praktisch« Stamm« haben sogar ihren Vlattläusen die Flügel abge- schnitten, um dos Melken zu erleichtern und jeden Fluchtversuch zu verhindern. Di« Ameisen umgeben ihre Herden mit Gehegen, bauen für sie verdeckte Weg« und errichten Unterstände zum Schutz gegen den Regen. Einige Arten fertigen PapMfig« für ihr« Hauetiere an oder richten im Nest selbst Ställe ein und ziehen die Blattläuse dort auf. Eine Art, die das Tageslicht scheut, bat Blattläuse oue- findig, gemocht, die ihren Geschniock teilen und nur auf den Würze!» bestimmter Pflanzen oder Bäum« leben: diese Tier« werden auf unterirdischen Wegen von weiiher geHoll und in die Slälle gebracht, in denen sie in der Tiese der Erde mit ihren Hirten ein zufriedenes Leben führen. Die Art Lasius Flaoius sammelt die Eier ihrer Blattläuse, zieht die Jungen groß und ist im Falle der Gefahr eifrig bemüht, die jungen Blattläuse zusammen mit den eigenen Kindern zu retten. Außer den Blatt- und Echildläufen halten die Ameisen auch noch kleine Insektenspringer, auf denen sie reiten und die sie dabei mtt Ihren Fühlern bestreich?», damit sie den ersehnten süßen Tau von sich geben. OL A. von OfloUsBahn: Frankreichs Otomanpreislräger Bei der Verteilung der vorjährigen französischen Literaturpreise sind wieder mehrfach Autoren bevorzugt worden, deren Werke großenteils in fernen Ländern spielen. So überraschte die„Aca- dtmi« Goncourt* durch die Auszeichnung von Henri Fau- connlers mcckayischsm Pflanzentagebuch..Malaisie*(Verlag Stock). und Marc Ehadourne. dessen Liebe zur Süisse« vor wenigen Jahren m dem schönen Roman„Daeco*(Verlag Plön) ihren Niederschlag gefunden hat, ist für dieses Buch und seinen kürzlich erschienene» Band„Cectle de la Falle" zum Träger des„Prix Theo- phraste-Renaudot"«rwahtt worden. Während Ehadourne ohne Zweifel zu den bemerkenswertesten und serivlefteu Erscheinun- gen unter den jüngeren Pwsoautoren gehört, kann man beim besten Willen nicht behaupten, daß die„Goncourts* im Laus« der letzten Jahr«-n der Entdeckung neuer Begabungen besonders glückliche Hand bewiese« hätten. Bezeichnend ist dafür di« Tatsache, daß die We-ck« einzelner neu«« GoneourtSpretsträ»» heute für«in Fünftel ihre« Ladenpreise« omanzschs werden und iMst so noch?«m« Lielb» hcher finden. Anderepseck« liegt«in großer Irrtum in der Annahm«, daß Frankreich«, literarische« Zukunftshosftumgen arm fei. Man muß sich nur streng davor hüten, die geistigen Vertreter der jungen fron- zö fischen Generation au« Jean Coekeaus überzüchteten Händen empfange» zu wollen. Cocteau« Begabung wie seinen Einfluß zu leugnen, wärv der Beweis für«in« völlig oberflächliche Keurtalluiig der künstlerischen Tetbestände he» Pariser Lebens. So alliern einzelne feiner Gedicht» wie seiner übrigen Aeuherungen anmuten mögen: Talent läßt sich dem Verfasser des Romans.Fies Enfants terribles* und des Einakters„La Boix humaine"(Die menschliche Stimme", der auch in Berlin über kurz oder lang zur Ausführung kommen soll, bestimmt ohne weitere» nicht absprechen, und sein Ein» sluß beschränkt sich keineswegs auf die Literntur: auch in Malerei und Musik ist er vielfach zu spüren, ging beispielsweise doch von ihm di« Bewegung au«, die sich nach dem Kriege di«„Erneuerung" der französisch»» Musik zum Ziel gesetzt und sich in der..Gruppe der Sech«" zusammengeschlossen hotte. Zu den„Jungen", an deren Lancierung Cocteau besonders beteiligt war, gehören, nebe» minder meinr.atemmer/Maximen eines QlobetroUers Ich reise niemals, ich verändere nur immer meine» Aufenthalts- ort. Da« heimatlos« Gefühl des..Reisenden" überkvnunt mich hauptsächlich auf kleinen europäischen Umsteigestellen, wo man nach einem Coupäprovisorimn etwa eine» Deckprovisoriums gewärtig!: während auf tränskantinentalen Bahnen und interkontineittalen Dampfern sich ein jeder nach der ersten Stunde einrichtet und in der zweiten ««ftjißt. daß er sich in Bewegung befindet. Di« größeren Distanzen sink» mit den geringeren. Unbequemllchkeiten verknüpft. Der Globetrotter ist überall zu Hause: der Tramp nirgend-... Die Kirnst sich überall häilsllch einzurichten, besteht darin, daß man nachdenkt: nicht was man zum häuslichen Glück olles braucht, sondern zu eben diesem Zweck besser entbehrt. Dos einzig«, unmngängllch Notwendige für«in« Weltreise ist da? Einsteigen. Wie können Sie„ohne Geld" sartteisen? fragt man mich: und ich antworte: wie können Sie„ohne Gekd" hier bleiben. Mit dem. was man hier»mumgänglich zum Leben nötig hat, damit kann, wer frei darüber disponiert, nötigenfalls auch reisen. Die großen Raiseplön« kleiner Leute scheitern meist daran, daß die kleinen Leute sich leichter für klein« Ausflüge entscheiden: Summa Summarum geben sie mehr Geld daraus aus, als eine Weltreise kästet. Do« schönste Lqnd? Das ist das unbekoimte, in dem die Natur neu und die Menschen menschlich erscheinen. Die bekömmlichsten und billigsten Speisen sind— überall— die Nationalspeksen. Am schrecklichsten seekrank mar ich bei«wem Sturm auf dem — Wannsoe. Der Anti- Globetrotter spricht: zu Haus« kann man sich«in- schränken, aber aus Reisen ist das Beste vom Besten gerade gut genug. Die längste Seeroute ist(bei meist gleichqm Preise) die billigste: man kriegt soundso viel Tage„Gratispsnsion".(Ich habe tot- sächlich Eß-Ehampione gesehen, die ihr Passag?geld aus den Schilfs- Mahlzeiten herausgefüttert hoben.) Was. man auf Wellreisen am besten mitnimmt? Eine volle. Brieftasche, sonst nichts. Man kaust die Koffer am preiswerteste» in Aegypten. Die beste Tropenansstattung in den Tropen. Was das Leben außerhalb Europas so teuer macht, sind die Europäer, man gehe ihnen aus dem Weg«. Die verbreitetste Tropenkrankheit ist nicht die Malaria, sondern die Langtweil«. Aber e» ist«ln Irrtum, zu glauben, daß sie durch Whi<-ky-Soda.zu kurieren ist. Man muß sich dennoch dazu ent- schließen, etwas den Geist und die Beine zu exerzieren, obwohl Tropenmenschen das unvornehm finden. Wenn«in Europäer iy Indien stirbt, ist in neun unter zehn Fällen„das Klima schuld". Wenn hier einen die Grippe erledigt, wird niemals behauptet, daß Europa eine unbewohnbare Kegend sei. Mein bester Reisebegleiter ist der Kochtopf.„CookinK i» ebmpany", sagt der Engländer:„Kochen ist so gut wie Gesellschaft"— meistens sogar besser. Di« Kunst, sich überall hauslich einzurichten, besteht darm, daß man nachdenkt, was alles zum häuslichen Glück entbehrlich ist. Ich ftag« nach den billigsten Dampfern nicht im Ressebüro, sondern in Matrosenschenken. Eine Sprache muß der Globetrotter beherrschen: die englische. (Die Welt ist englisch) Gute Manieren sind hinter jeder Grenze anders: das Bolapük, mit dem man durch die Welt kommt, ist das natürliche Taktgefühl. Die iernsühiigsten Menschen sind die Kannibalen. Als ich ein Kannibalendorf verließ, trugen die Männer mein Gepäck, die Frauen mich, und die Kinder meine Arme— damit sie mir nicht zu schwer würden. Man erlebt auf Reisen immer etwas weniger als zu Haust, namentlich, wenn man oerheiratet ist. Der inner« Gewinn in der Schule des Wellenbummlers: der Globetrotter sieht fremde Länder von innen und die Heimat von außen. Jedes Völkchen glaubt sich im Zentrum des irdischen Geschehens ynd überall regiert der Alltag. Daß man über fremde Sitten lacht, hindert nicht, daß man sich in fremden Ländern lächerlich macht. Die Distanz ist ein« Illusion, Australien liegt nicht mehr am Ende der Welt, als(für die Australier) Deutschland. bekannten. Radiguet, Desbordes und I g o r M a r k e v i t ch. ein achtzehnjähriges musitalisches Genie, dessen Kompositionen — von Cocteau» Einfluß heute völlig befreit— das größte Aufsehen zu erregen beginnen. Der junge Dichter Radiguet ist hingestorben, nachdem er einige erstaunliche Proben seiner Begabung gegeben hatte, während Desbordes, um dessen Pubertatsaufzeichnungen „I'adore"(Verlag Grasset) durch Cocteau und di« Seinen indidner- artiges Begeisterungsgeheul exekutiert worden ist. sich heute in der Rolle eines aufgeblasenen Favoriten dieses„Dichterfürsten" gut zu gefallen scheint. Di« überströmenden Sätze, mit denen ihn, Eaeteair sein neuestes Luch—„Opium", das„Tagebuch einer Entgiftung" (Verlag Stock)— gewidmet hat, erscheinen zumindest als?lu»druck einer ungewöhnlich subjektioen Wertschätzung, und uKiui eine solche .rnch ohne ZweifÄ zu den unbestreitbarsten Rechten jedes Menschen gehört, so überrascht im poxliegenden Falle die außsrorde.ntlsch ge« ring« Uebeazeugunz« kraft, die dies« Kundgebung mnezjiwohnen scheint. Sein»„Heilung* von der Opjumbestssenhett, beachtet Coctta-'. 'm seinem neuen. Buch mit einer Prätention,.. hiq soft Respakt sin, flößen konnte, und«».berichtet sie. genau genommen nur. um den. Opiurngenuß begeistert zu verherrlichen.: gerade dr-vll. gelangt man jedoch zu der gefährlichsten Seit» des Einflusses, der durch Cocteau auf feine Umgehung— und ttisbesandere auf d?« Jugend— ausgeübt wird. Die Rauschmittelvergiftungen und die Selbstmord«, di» sich in seinem Kreis« ereignet hal'än. sind allzu zahlreich, um Ihn. das Zentrum oisse» Kreises, von aller tßennf- Wartung dafür freisprechen»u können. In eine Detoildiekussioil dieser traurigen Vorgänge einzutreten, verbietet sich im Rahmen eines literatuttniijchan Berichts: als bezeichnende« Beispiel sei daher nur der einen Zotsache. Erwähnung getan, daß das jung« Mijdch.m, das allgemein als da« Modell für die weibliche Hauptgestolt der „Enfants terribles" bezeichnet wird, nur wenige Monate nach dein Erscheinen dieses Buches ein freiwilliges Ende— foosell hier vo» „freiwillig" die Rede sein kann— gefunden hat. das dem. da« die „Heldin" diele» Roman» findet, fast entspricht. Was den Kreis um Eoeteau betrifft, ja läßt sich sein« Begabung schwerlich in Zlbredc stellen, er kann und wird jedoch das geistig-künstlsrisch« Franlrei6> lemn entscheidend bestimmen, da«r aus einer Jugend gebildet wird, deren intellektuelle und moralische Gesundheit nicht über ollen Zweifel erhaben ist. Man wird gelegentlich die Ansicht vertreten finden, daß Jean Cocteau und Andre Gide in ihrer Wirkung auf die junge Gene- ratio» des geistigen Frankreichs fast gieichzustellen seien. Bei ollen Einwäiiden, die gegen Andrö Gide erhoben werden könne»— das Ocdipusdran«. das er soeben hat erscheinen lassen sBerlag„Rouvclle Revue Frangatse"), berechtigt zu der Frag«, od seine künstleri'cke Schaffenskraft steh nicht im Rückqange befinde—, bleibt Andrä Gide ein Faktor von entscheidender Bedeutung, der aus dem geistigen Leben der Generationen von haute und morgen in Frankreich nicht wcgdicputiert werden kann. Daran wird durch Zdundsragenergeb- nisse, wie sie die reaktionäre Zeitschrift..Lattntte." vor kurzem publi- ziert hat, sehr wenig geändert, mag durch sie noch so sehr der An- schein erweckt werden, als übertreffe Gide» Aualandswirkung bei weitem seine Wirkung in Frankreich selbst: v>«ll«lcht hat dies« ihren Höhepunkt heute überschritten: daß das Werk Andre Gides jedoch zu den befreienden geistigen EAebnisssn gehört hat. denen Kriegs- »nd Nachkriegsgeneration in Frankreich ausgesetzt worden sind, bleibt unbestreitbar. Ohne Eide als Voraussetzung wären viel« der wichtigsten Cr- schemungen des süngeren französischen Schrifttums nur schwer zu verstehen, selbst wenn ihre geistige und tünfilerifchc Selbständigkeit so sroglos feststeht wie die Gui Bernard de la Pierre!., von dessen mehrbändigem E»stling?roman„Le Relais dissialc' (wörtlich: Der schwierige Stasetlenlauf) soeben in der Zeitschrift„Les Eahier» libr«»' di« ersten Proben publiziert werden sind.>Lc Reloi» disflcss«* fit der'Römern ein« Generation, der Roman der Generation des drsiundzwan-igjährigen Autors, und diese« Werk. da» ich im Manuskript gelesen habe, frappiert und ergreist durch sein ausgeglichenes Gemisch von Teniperament und Klarheit, persön- lichstem Erleben und Urteilskraft: hinzu kommt eine überlegene— gelegentlich fast zum Spielen verleitende— Beherrschung von Sprache und Form, kurz: hier ist«in Roman' geschrieben worden. der als Generationsdokument wie als Kunstwerk das größte Auf- sehen erregen muß. der zweifellos ledhastest« Debatten provozieren wird, der aber die Richter der zahlreichen französischen Romanpreis- kollegisN der Frage nach mehr oder minder gzeignewn Aus zeich- nunosafpiranten mtt einem Schlage entheben dürfte, und— ,L« Relais difftcSe* Hot ganz bestimmt nicht Iaan Cocteau zum Paten, 7tr.-127* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag. 17. März 1931 Bäcker wollen Brot verteuern. Warum keine Zotlsenkung?— Achiet die Regierung noch das Gesetz? Die Geircidepreise steigen und steigen, besonders der Wei;en- preis. Durch das Zollermöchiigungsgeseh vom 15. April 19Za ist die Regierung verpflichtet, den Zollsah für Weizen zu ändern, wenn es die Entwicklung des Weizenpreises erfordert, hierbei hat ein Preis von 260 wk. je Tonne als Zahresdurchschnillspreis zu gellen. Aus dem Gesetz geht leider nicht klar hervor, auf welchen Grundlagen dieser Iahresdurchschnittspreis beruht: ist das Wirt- schaftsjahr gemeint oder die zwölf Monate, die nach dem Jnkrajt- treten des Gesetzes verflossen sind? Nimmt man letzteres, also die zwölf Monate von April 1930 bis März 1931 als Grundlage, so ergibt sich, daß der Iahresdurchschnittspreis von 260 M. bereits um 5,30 Mark überschritten(I) worden ist, und zwar selbst unter der Voraussetzung, daß die Preise bis Ende März nicht weiter steigen werden. Wählt man aber das Wirtschasts- oder Erntejahr, das von August bis Juli läuft, als Grundlage der Berechnung, so wird, auch wenn der Weizenpreis bis zur neuen Ernte um keinen Pfennig mehr steigt, der tatsächliche Jahresdurchschnittspreis um 8,10 M. überhöht! Ein« weitere Preis- fteigerung ist aber unausbleiblich angesichts der Verknappung der inländischen Weizenvorräte und des jetzt geltenden Weizenzolles, der mehr als doppelt so hoch ist wie der Weltmarktpreis. Sie muß katastrophal sein, wenn der Zollsatz nicht ermäßigt wird. Die Regierung muß daher den weizenzoll senken, wenn sie sich nichl dem Vorwurf aussetzen will, daß sie selbst die von ihr dem Reichstag vorgelegten Gesetze sabotiert. Die Regierung ist weiter verpflichtet, sechs Monate nach der letzten Zollerhöhung die Notwendigkeit einer herauf- oder Herabsetzung des Zollsatzes zu prüfen. Die letzte Zollerhöhung von 18,30 auf 23 M. erfolgte am 23. Oktober. Bis zum 23. April muß sich die Regierung also schlüssig werden, daß und wie weit sie den Zollsatz herabsetzt, um das weitere Steigen der Weizcnpreise zu verhindern. Sie sollte aber dies schon jetzt tun, damit sie nicht Ende April in die Lage oersetzt wird, den Weizenzoll viel stärker zu senken, um die erforderliche Preisermäßigung herbeizuführen, als es jetzt notwendig war, denn in einem Monat werden die Weizcnpreise schon weit über 300 Mark geklettert sein. Für die Landwirtschaft wäre es jedenfalls günstiger, das Preisnweau bis zur neuen Ernte auf der heutigen höhe und dar- unter zu belasten, als noch einen weiteren Monat lang die Preise in die höhe zu treiben und dann plötzlich durch«ine schroffe Zoll- senkung einen viel schärferen Preisrückgang erzwingen zu mästen, um dem Jahresdurchschnittspreis von 260 Mark zu genügen. Für die Verbraucher ist eine weitere Steigerung der Preise für Weizen und damit für Mehl und Gebäck unerträglich. Schon hat die Erhöhung der Getreidepreise der letzten Zeit zu Verhand- lungen in der Bäckerinnung geführt, nach denen der Brotpreis um 4 Pfennig erhöht werden soll. Wie lange glaubt die Re- gierung noch zögern zu dürfen? Schwacher Außenhandel. Im Februar um 30 pro;, geringerer Umsah als im Vorjahr. Im Monat Februar stt die Einfuhr gegenüber dem Vor- Monat von 645 auf 605 Millionen Mark zurückgegangen, allerdings hat sich arbeitstäglich die durchschnittliche Einsuhr im Be- richtsmonat von 24,8 auf 25,2 Millionen Mark erhöht, da der Februar nur 24 gegenüber 26 Werktagen im Januar umfaßt. Die Ausfuhr hat sich im Februar von 725 auf 733 Millionen Mark leicht erhöht, wozu noch 45 Millionen Mark Reparations- ausfuhr(im Januar 50 Millionen Mark) treten. Der stark« Aus- fuhrrückgang in den beiden vorhergehenden Monaten hat sich also im Februar nicht fortgesetzt. Der arbeitstägliche Durch- schnitt des Exports ist sogar von 27,9 auf 30,5 Millionen Mark im Februar gestiegen, was einer Zunahme von 9 Proz. entspricht. Dementsprechend ist auch der Ausfuhrüberschuß, der im Ja- nuar 150 Millionen Mark betrug, im Berichtsmonat auf 170 Mil- lionen Mark gestiegen. Avssuhr Stefabe Birne Sifpo-rnlion». Daresgrappe» Eachlieierungen San. 1931 Febr. 1931 Jan. 193! ffebc 1931 Jan. 19.31 Febr.lSZl _ in Millionen M in Millianen M. In Millionen M. 1. Lebende Tiere... 3,0 i,8 2,6 3,5—— 2. SebensmiUel u-®e- IrSnf»...... 217,3 171,8 26,3 2« OS Od 3. Rohslaffe und halb- tert-ge Waren... 378,4 331,4 156,5 144,2 13,9 15,5 4. Fertige Waren.■ 115,6 1125 539,5 561,5 33,6 29,6 Reparailons- Sachlteferungen Zulammen 1—4. 717,3 620,3 724,9 733,2 50,1 45,1 Im einzelnen geht der tatsächliche Einfuhrrückgang von 40 Mllionen Mark mitrund60Proz. zuLast«nderRoh- stoffe und Halbfabrikate. Bei den Rohstoffen steht der Rückgang der Vaumwolleinfuhr(minus 15 Millionen Mark) an erster Stelle, ferner ist auch die Einfuhr von Holz, Tabak, Kupfer und Eisenerz erheblich gesunken. Im Zusammenhang mit der kräftigen Steigerung der W o l l p r e i s e sind im Auslande auch größere Abschlüsse der deutschen Textilindustrie erfolgt, die in einer Mehreinfuhr von Wolle in Höhe von 17 Millionen Mark zum Ausdruck kommen. Ob dies« Mehveinsuhr auf eine stärkere Belebung in der deutschen Woll- Industrie hindeutet, muß noch abgewartet werden. Bei der Ausfuhr hat der Export an Fertigwaren, der im Januar einen schweren Rückschlag erlitten hatte, im Berichtsmonat erfreulicherweise wieder zugenommen. Mit einer Mehrausfuhr von 16 Millionen Mark stellt sich der Fertigwarenexport im Februar auf 391 gegen rund 573 Millionen Mark im Januar. Der starke Ausfuhrüberschuß von fast 170 Millionen Marl kann aber nicht über die Totsache hinwegtäuschen, daß der Außenhandel auch im Februar ausgesprochen schlecht war. Der G e- samtumsatz der Ein» und Ausfuhr erreichte in diesem Monat nur 1,39 gegen rund 2 Milliarden Mark im Februar vorigen Jahres. Der Umfang des deutschen Außenhandels ist also um rund 30 Proz. zusammengeschrumpft. Auch der Export deutscher Fertig- fabrikate, der bisher in dem allgemeinen Dunkel der Wirtschaftskrise der einzige Lichtblick war, ist mit 383 Millionen Mark(Durchschnitt Januar/Februar 1931) gegenüber 733 Millionen Mark im Monats- durchschnitt des Jahres 1930 um rund 22 Proz. gesunken. Diese nüchternen Zahlen beweisen, daß sich auch die Lage des deutschen Außenhandels immer mehr zuspitzt. Die Preispolitik der deutschen Monopole ist auch nur zu sehr geeignet, den Export- industrien in Deutschland das Leben schwer zu machen. Die Verschlechterung des deutschen Außenhandels seit dem Okiober vorigen Jahres macht zur Erschließung des deutschen Inlandsmarktes eine prinzipielle Umkehr von der seit Monaten anhaltenden Lohn- abbmipoliiik zu einem dringenden Gebot der Stunde. Krisenverluste für UGA.-Siahl Verringerung des Reingewinnes bei drei Konzernen um zusammen 425 Millionen Mark. Das Jahr 1930 hat den großen amerikanischen Stahlkonzernen eine empfindliche Gewinnverringerung gebracht. Sie beruht zum Teil auf einer Senkung der Umsätze, zum Teil auf einer starken Ermäßigung der Preise. Die United Skates Steel Eorporalioa(Stahltrust), in der fast die Hälfte der amerikanischen Stahlerzeugung zusammengefaßt ist, weist einen Reingewinn von 104 Millionen Dollar aus, d. h. knapp 440 Millionen Mark, gegenüber 195 Millionen Dollar im Jahre 1929. Es ist dabei interessant, zu sehen, wie die Roheinnahmen des Konzerns bis zum Dezember van Monat zu Monat iimner stärker zusammengeschrumpft sind. Sie betrugen tm Oktober 1929 noch über 22 Millionen Dollar, im Oktober 1930 nur noch 10,9 und im Dezember 1930 weniger als 4,2 Millionen Dollar. Erst in den allerletzten Iamiar- und Februarwochen ist in dieser Entwicklung infolge Austragsvermehrung ein Wandel emyctreten. Nach Aus- schüttung von insgesamt 83,6 Millionen Dollar auf Stamm- und Vorzugsaktien bleibt ein„Surplies" von 18,8 gegen 108,5 Millionen Dollar im Vorjahre. Der zweitgrößte amerikanisch« Stahlkonzern, die Bethlehem Sleel Eorporalion, hatte im Jahre 1930 einen Reingewinn von 23,8 Millionen Dollar(rund 100 Millionen Mark), d. h. über 80 Millionen Mark weniger als im Jahre 1929. Hier war im letzten Vierteljahr der Einnahmenrückgang so stark, daß zur Au,- zahlung der Dividende auf den Reservefonds zurückgegriffen werden mußte. Bei einem dritten großen Stahlkonzern, der Aoungslown Sheet and Tube Co., ging der Reingewinn von 21,6 auf 7,0 Mi!- lionen Dollar zurück. Auch bei diesen beiden Konzernen hat sich der Beschäftigungsgrad in den letzten Wochen wieder geliessert. Die starke Einnahmenverminderung Hot die Tendenz zu Zusammenfassungen natürlich verstärrt. Zwar ist es der Bethlehem Steel Corporation nicht gelungen, die beabsichtigt« Fusion mit der Noungstown Sheet and Tukie Co. durchpiführen, doch werden wettere Pläne erwogen, wodurch nicht nur die beiden ge> nannten Konzerne, sondern darüber hinaus noch einige weitere Trupzicn zu einer großen Einhett zusammengeschlossen werden sollen. Die Verhandlungen hierüber sind bisher daran gescheitert, daß die un vergangenen Jahr aus der Verschmelzung verschiedener Gefellschaften entstandene Republic Sled Eorporalion führend an den nsuen Fusion-plänen beteiligt sein will. Die Re- public Steel Corp. schließt übrigens ihr erstes Geschäftsjahr mit einem Verlust von 3.32 Millionen Dollar(13 Millionen Mark) ab. petschecks HSndierprofiie. Reue Angriffe auf der Generalversammlung. Aus der Generalversammlung der zum Petscheck- Konzern gehörenden Ei ntracht-B raunkohle»werke und B r i k c t t f a b r i k e n A.-G. kam es, wie schon in den letzten Jahren, wieder zu heftigen A ktionärsangrissen gegen tie Geschästspolitik des Braunkohlenmognaten Jgnaz Petscheck. Die Angrifse der Kleinaktionäre richteten sich auch diesmal wieder gegen die überhöhten H a n d e l s p r o s i te, die der Konzernbesitzer Petscheck in seiner zweiten Eigenschaft als Kohlen- großhändler aus den Werken zieht. Aus dieser Schröpfung der Betriebe entsteht Herrn Petscheck selbst natürlich kein Verlust, da er a l s H ä n d l e r das wieder hereinholt, was er als Gruben- b e f i tz e r mit den hohen Handelsrabatten an die Kohlenhandels- gesellschaften abgibt. Ein Aktionär rechnete vor, daß die Werke je Tonne Bri- k etts 30 Pf. bei dem jetzigen Händlerrabatt von 1,20 M. je Tonne verlieren. Er forderte, daß die Verwaltung der Ein- tracht-Grube hierfür an Herrn Petscheck Regreß nehmen solle. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Debatte über die Petfcheckschen Handelsprosite glattweg abgedrosselt. Es war aber immerhin interessant, daß Herr Petscheck selbst diesmal d i e dicke Luft auf der Generalversammlung gemie- den hatte, weil ihm offenbar bei diesen Debatten noch nicht sehr wohl zumute ist.— Wir halten es für dringend erforderlich, daß der Reichskohlenrat diese ununterbrochene Debatte über die Petfcheckschen Handelsgewinne von sich aus nochmals aufnimmt und in dieser die Ocfsentlichkett schon seit langem erregenden Angelegen- heit rückhaltlos Klarheit sthasst. Für die Vombengewinne, die Herr Jgnaz Petscheck auch in einem Kriscnjahr, das Tausende von Lausitz er Braun- kohlenarbeitcrn auf die Straße warf, erzielen konnte, ist die Tatsache äußerst bezeichnend, daß es ihm ein Leichtes war, die unbequeme Opposition mit dem stets probaten Mittel des Aktienaufkaufs auf einen Bruchteil ihrer früheren Größe zu drücken. So ist gegenüber dem letzten Jahr die Opposition bei der Eintracht von 700 000 M. auf 100 000 M. Aktienbesitz zusammen- geschrumpft. Wie ganz offen zugegeben wird, hat Herr Petscheck sich bei dem Aktienkaus nicht lumpen lassen und gegenüber den offiziell an der Börse notierten Kursen enorme U eberpreise gezahlt. Er weiß, daß dieses Geld sich für ihn doppelt und dreifach bezahlt macht. Vrauchi Mimosa-IS proz. Dividende? Warum die Photographen so teure preise zahlen müssen. Die M i m o s a A.-G. in D r e s de n, die in der Hauptsache Erzeugnisse der Photochemie herstellt, zahlt für 1930 wieder ihre Rekord dividend« von 18 Proz. Der Beiriebsgewinn blieb mit 4,87 Millionen Mark nur unwesentlich hinter dem Vorjahr zurück, während der Reingewinn in dem schweren Krisenjahr sogar noch eine klein« Steigerung auf rund 709 000 M. aufweist. Die Reserven und flüssigen Mittel dieses linternehmens sind ganz außerordentlich hoch. Allein die offenen Reserven, die bei Akttengesellschasten im Durchschnitt 10 Proz. des Kapitals um- fasten, erreichen bei dieser Gesellschaft mit fast 1,2 Millionen Mark r u n d 3 3 P r oz. des Aktienkapitals. Die laufenden Schulden sind im Berichtsjahr bis auf 281 000 M. zurückgezahlt, während Bank- guthaben und dt« übrigen flüssigen Mittel mit rund 3,3 Millionen Mark das gesamte'Aktien kapital übersteigen. Da die Gesellschaft schon in den vorhergehenden Jahren ihre sämtlichen Betriebsanlagen bis auf 1 M. Buchwert ab- geschrieben hatte, sind diesmal hochwertige Beteiligungen, die bisher mit 100 000 M. zu Buche standen, gleichfalls bis auf 1 M. Erinnerungswert heruntergeschrieben. Neben den enormen osfenen Reserven sind also in den Betriebsanlagen und Beteiligungen weitere ganz beträchtliche Reserven enthalten, deren Wert hoch in die Hunderttausende gehen dürfte. Dieser Abschluß der Photofilm- und Plattenfabrik M i m o s a liefert den Beweis, wie berechtigt die immer wiederkehrenden Klagen der Berufsphotographen und der breiten Schichten der Photoaniateure wegen der überhöhten Preis« für dos phototechnifch« Zubehör sind. Im übrigen ist bekannt, daß Photo- filme, Platten usw. Markenartikel sind, die unter die Preis- abbauoerordnung der Regierung für Markenartikel fallen. Obwohl die von der Regierung bewilligte Uebergangsfrist für den Wir führen nur Schuhe unserer eigenen Fabrik. Sie ist deshalb die grösste deutsche Schuhfabrik, weil sie beste Ware am billigsten verkauft SALAMAN Gegen Llnfallverficherung. Die Ltniernehmer verlangen ihren Abbau. Die Leoeiiiigung der deutschen Arbeitgeberverbände hat in aller Stille dem Reichsarbeitsminister eine Denkschrift überreicht zum Abbau der Unfallversicherung. Die Unternehmer ver- langen die Beseitigung eines Drittels des gesamten R e n t e n b e st a n d e s. So soll der 8 der RBO. folgenden Absatz erhallen:„Eine Rente wird nicht gewährt, solange durch den Unfall die Erwerbsfähigkeit um weniger als ein Viertel gewindert ist.' Die Renten unter 2 0 Prozent der Vollrente stellten aber mehr als den dritten Teil aller Verletztenrenten dar. Einschränkung der Versorgung der Leichtbeschädigten sei sachlich und sozial„gerechtfertigt', weil die Leichtbeschädigten auf dem Arbeits- markt„keine nennenswerten Beschränkungen erleiden'. Die so zu gewinnenden Ersparnisse könnten für eine bessere Versorgung der Schwerbeschädigten verwandt werden. Auch die französische Sozial- verficherungsgesetzgebung wolle ja in ähnlicher Weise eine Staffelung der Verletztenrenten einführen. Die Unternehmer treten also wieder einmal in der Rolle des Menschenfreundes auf. Versprechungen kosten nichts. Sie verlangen weiter B e s e i- tigung der B e ru f s f ü r s o r g« für Verletzt« mit Erwerbs- fähigkeit unter 50 Prozent, da diese Leute erfahrungs- gemäh sich„aus eigener Kraft' helfen könnten. Sie verlangen, daß die Witwe nur zwei Fünftel des Iahresarbellsverdienstes ihres verstorbenen Ehemannes erhält, wenn sie dauernd invalide ist, während ihr bisher zwei Fünftel gewährt wurden, wenn sie die Hälfte ihrer Erwerbsfähigkeit verloren hatte. Sie verlangen, daß die Hinterbliebenenrenten, die nach dem jetzigen Gesetz zusammen höchstens vier Fünftel des Lahresarbeitsoerdienftes be- tragen, auf drei Fünftel herabgesetzt werden, da die Hinterbliebenen, wenn sie 30 Prozent des Jahresarbeitsoerdienstes erhielten, wirtschaftlich besier dastünden als beim Leben des Er- nährers! Sie verlangen, daß die W i t w« n b e i h i l f e in Höhe von zwei Fünftel des Jahresarbeitsverdienstes, die die Witwe eines Schwerverletzten erhielt, wenn der Tod des Verletzten nichl Folge eines Unfalls war, beseitigt wird: denn es sei nicht anzuer- kennen, daß der Ehegatte ohne die durch den Unfall hervorgerufene Einschränkung seiner Crwerbsfähigkeit feine Witwe in entsprechend besseren Vermögensverhältnissen zurückgelassen hätte. Sie verlangen verschlechlerung der Abfindung ohne Zustimmung des Verletzten. da gegen eine Benachteiligung bei Bemessung der Abfindungssumme der Verletzte dadurch gesichert sei, daß das Oberversicherungsamt den Absindungsbescheid wegen zu geringer Bemessung der Abfindungssumme aufheben könne. Sie verlangen, daß der Versicherte bei Einlegung der Berufung eine Gebühr«»« 5 Mark zu entrichten hat. Gehe die Gebühr innerhalb einer vom Ober- oersicherungsamt bestimmten Frist von zwei Wochen nicht ein, so gelle die Berufung als nicht eingelegt. Habe die Berufung Erfolg, so werde die Gebühr dem Versicherten erstattet: andernfalls verfall« sie. Sie verlangen Beseitigung der Entschädigung für llnsälle aus dem Wege von und zur Arbeit, da die Unternehmer rechtlich keinen Einfluß auf die Acrkehrsregelung und Verkehrsüberwachung und praktisch keinen wirksamen Einfluß auf das Verhalten der bei den Berufsgenossenschaften versicherten Personen im Verkehr habe. Menschenfreundlich, wie die Verfasier der Denkschrift nun einmal sind, fordern sie diese Einschränkung ge- rade jetzt, weil sie wissen, daß die Verkehrsunfälle zunehmen, weil ungezählte Arbeiter heutzutage weit mehr als früher nicht mehr in der Nähe ihrer Arbeitsstätte wohnen, sondern weite Anmarsch- wege zurückzulegen haben und auch dadurch viel mehr als früher Unfällen ausgesetzt sind. Diese Beispiele zeigen zur Genüge, was den Arbeitern blüht, wenn nach Abschluß der Lohnabbaukampagne auf dem anderen sozialpolitischen Hauptkriegsschauplatz, d. h. auf dem Gebiet der Sozialversicherung, ein neuer Angriff einsetzt. Zu diesem Angriff wird, wie die Denkschrift der Ver- einigung zeigt, in aller Still« gerüstet. Die Unternehmer möchten am liebsten schon vor der Schlacht den Sieg an ihre Fahne heften. Daher die Geräuschlosigkeit und Eil« bei der Uebermitt- lung ihrer Abbauvorschläge an das Reichsarbeitsministerium, das für das kommende Jahr die vom Reichskanzler angekündigte„Reform' der Sozialversicherung zur Zeit vorbereitet. Gefahr ist im Verzug! Das Reichsarbeitsministeriuin will.�Znflationserscheinungen' auf sozialpolittschem Gebiet„weg- räumen". Die Unternehmer wollen die Sozialversicherring in eine Art Armenschutz umwandeln, d. h. nur noch dort Leistungen wirksam werden lassen, wo eine Hilfe nicht mehr abgeschlagen wer- den kann, weil schließlich sonst die öffentliche Wohltätigkeit in An- spruch genommen werden müßte. Wenn die deutsche Arbeiterschaft nicht von allen guten Geistern verlassen ist, dann schart sie sich Mann für Mann um ihre Gewerkschaften, dann holt sie wicht nur den zweiten Mann/ sondern äuch den letzten Mann unter den Arbeitskameradcn heran und herein in die Gewerkschaften und in die Sozialdemo- kratische Partei. Gewerkschaften und Partei können nur so viel durchsetzen, als Macht hinter ihnen steht. Preisabbau längst oerstrichen ist, werden diese Erzeugnisse noch zu den alten Preisen verkaust, und in Berliner Photohändlerkreisen ist auch von einer bevorstehenden Senkung der Preise nichts be- kannt. Da offenbar also auch die Fabrikanten für Photozubehör von sich aus nicht bereit sind, die schon so stark geschwächte Kauf» kraft der Konsumenten zu schonen, wird mich auf diesem, breite Käuferschichten interessierenden Gebiete ein Eingreifen der Regierung erforderlich sein. Metalltnse und Metallwerte. Verluste der Vereinigten Deutschen Metallwerke. D!« Vereinigte Deutsche Metallwerke A.- G. (früher Berg, Heckmann-Selve), Altena, legt die Bilanz für 1329/30 aar, deren Ziffern infolge der Sanierung vom 13. August 1930 gegenüber dem Vorjahr wesentlich verändert sind. Die Sanierung vor unvermeidlich, da die Gesellschaft unter dem Fall der Roh- st o f f p r e i s e(insbesondere Kupfer) stark zu leiden hatte in einer Zeit, in der die Beschäftigung ihrer Werke sehr schlecht war. Das Kapital unirde daher von 20 auf 10 Millionen Mark herabgesetzt und die Reserve von 2,76 Millionen Mark aufgelöst. Die Gewinn- und Verlustrcchnung vom 30. September weist ordent- liche und außerordentliche Abschreibungen m Höhe von 11 Millionen Mark aus. Diese Abschreibuirgen wurden lkörgenammen auf Anlagen, von denen ein Teil stillgelegt wurde, Warenbestände und Forderungen. Die Warenbestände er- scheinen nur noch mit 10,3(17,95) Millionen Mark, die Forde« rüngen nur noch mit 11,5(17,31) Millionen Mark. Auf der Passivseite sind dafür die Verpflichtungen von 27,88 auf 21,87 Millionen Mark zurückgegangen: allerdingg erhöhten sich die eigenen Zl t z e p t e(von 0,88 auf 1,59 Millionen Mark) auf fast das Doppelte. Der Umsatz hat im Jahre 1928/29 85 Millionen Mark betragen: im abgelaufenen Geschäftsjahr sei er etwa 20 Proz. niedriger gewesen, muß also etwa 65 bis 70 Millionen Mark er- reicht haben. Im Zusammenhang mit der Sanierung wurden Verträge mit der Metallgesellschast A.-G., Frankfurt a. M., ge- schlössen: diese hat mit Wirkung vom 1. Oktober 1930 das Hed- dernheimer Kupferwerk und die Süddeutschen Kabelwerk« auf die Vereinigten Metallwerke übertragen, die inzwischen eine ganze Reihe von Anlagen st i l l g e l e g t Hachen, zum Zwecke der Konzentration. Mit Wirkung vom 1. Oktober ist auch das Kapital der Vereinigten Metallwerk« von 10 auf 30 Mil- lionen Mark erhöht worden. Von den neuen Aktien hat die Metallgesellschast 10 Millionen Mark als Gegenwert für die über- tragenen Werke erhalten: sie dürfte damit die Aktienmehr- h e i t der Vereinigten Metallwerke besitzen und stellt deshalb auch den Aufsichtzratsvositzenden. Die restlichen 10 Millionen Aktien sind vorläufig von einem Konsortium übernommen und mit 25 Proz. einbezahlt worden. Für diese Aktien müssen der Gesellschaft noch leträchtlich« neue Mittel zufließen, so daß sie jetzt finanziell sehr gilt gerüstet erscheint. Von Gir Alfred Mond zu McGowan. Verringerter Reingewinn im britischen Ebemietrust. Der britische Chemietrust Imperial Chemical Jndu- stries Ltd., eins der Großmachtzentren der internationalen chemischen Industrie, zeigt für 19�0«inen Reingewinn von knapp Millionen Pfund Sterling(90 Millionen Marl) gegenüber 5L Mlllianew�Pfund Sterling im Jcchrs 1929 Das Lktienkapitol des Trusts beträgt 95 Millionen Pfuich Sterling(1,9� Milliarden Mark). Die JahreMyidend» Mrd von 8 attf'ss Proz. herab. gesetzt. Angesichts der schweren englischen WirtfchaftSknse und de, bohen Erportanteils am Gesamtumsatz der englischen Chemieindustrie ist der Gewinnabschluß des britischen Chemietrusts noch Verhältnis- mäßig günstig. Der leitende Kopf des Trusts. Lord Melchett(ehemals Sir Alfred Mond), starb bekannt/ich vor wenigen Monaten; gegenwärtiger Führer des Konzerns ist Harry McGowahn. Wie die I. G- Farbenindustrie, beherrscht auch die Imperial Chemical Industries in ihrem Land« fast die gesamte Erzeugung von Farben und Farbstoffen, den Hauptteil der Stick- stoff. und sonstigen Düngemittelproduttion. die Herstellung von Säuren und Sprengstoffen und verfügt außerdem über ausgedehnte Muallinteressen. In Deutschland ist sie unter anderem zu einem Viertel am Aktienkapital der Hirsch- Kupfer- und Messing- werke beteiligt. Maschinenbaugruppe des StahlirustS tilgt Verluste. In der Bilanzsitzung der zum Stahllrust gehörenden M a- schinenbau-Unternehmungen A.-G.(Muag) in Duisburg wurde mitgeteilt, daß nach Absetzung von rund 356 000 M. Abschreibungen aus dem verbleibenden Gewinn der Verlustoortrag de» letzten Jahres in Höhe von rund 850 000 M. getilgt und der Rest von rund 2000 M. in einen neuzubildenden Reservefonds gestellt wird. Dieses Unternehmen, das die Verwaltungsgesellschaft sämtlicher MN Stahllrust gehörenden Maschinenfabriken darstellt, hat damit die noch im Jahre 1927 ausgewiesenen Verluste von über 3,3 Millionen Mark endgültig getilgt. Der Abschluß zeigt, daß die Maschinen. iahriten de» Stahllrust? ungeachtet der schweren Wirtschaftskrise im letzten Jahre mit hohen Gewinnen gearbeitet haben. Steigender Export au Büromaschluea. Bei der Mercedes Büromaschinenwerke A.-G. hat sich, wie auf der General- Versammlung mitgeteill wurde, das Geschäft Ende vorigen Jahres kräftig belebt, was in der Hauptsache aus eine erhebliche Ausdehnung des Exports zurückzuführen ist.— Die Gesellschaft, an der sich oie amerikanische Underwood-Elliot-Fisher-Ey. in New Pork beteiligt hat. weist für 1929/30 einen Rein gewinn von nur 180 000 gegen 670 000 M. im vorhergehenden Jahr« aus. Allerdings wurden die Abschreibungen von 490 000 auf 630 000 M. erheblich heraufgesetzt, die offenbar nicht nur auf Anlage werte, son- bern auch auf stärker« Zahlui»gsausfälle erfolgten. Zuspitzung bei der Reichsbahn Kampsbeschluß in Sochsen-Halle. Leipzig. IS. Blärz.(Eigenbericht.) Am Souukag tagte in Leipzig eine vom Eiuheitsvcrbaud der Eifevbahner einberufene Lezirkskouferenz der Relchsbahndirektioos. bezirke Sachse» und Halle, die«an. über 600 Zunklionär-m besucht war. Der Verbaudsvorfitzsude, JteichstagsaKgeordneler Scheffel, berichtete über den bisherigen Verlauf der Lohnver- Handlungen. Der Bezirk Sleller Mäkler betanke in der Ausspracht daß die Eisenbahner de» Bezirks Halle darauf vorbereitet seien. k-eu erforderlichen Weisungen der vrgeuüsakion stolae zu leiste«. Besonder» hervorzuheben sind die Berichte der in den Be- trieben stehende» Ztoaktionäre, die in der Aussprach« erbittert, aber sachlich auf die große Rotlage weiter Srelse der Elsenbahner hinwiesen. Die Konferenz billigte einmütig nachstehende Enl. fchließnng: „Die Konserenz fordert vom Reichsarbeiksuinisterium und von der Schstchlungekawmer unbedingte Berückstchtignag der schlecht- bezahlten Eisenbahner. Die örtlichen Organisationen im Bereiche der Reichsbahadirekklonsbezirke Sachsen und Halle haben vorsorglich sofortalleerforderlichenMaßnahmeu sür die Schtog. kraft der Organisation zu treffen." ver fächfische Bezirkslciter Oelkers führte am Schluß der Soufsreaz aus. daß die Eisenbahner jetzt eine äußerst schwierige Lohnbewegung zu führen hätten. Die Organisation fei aber, wie erst vor wenigen Wochen in der Feiers chichlensrage sich gezeigt habe, i n jeder veziehnngfchlagkräftig. Die Verantwortlichen des Relchsbahnbekriebes sind verpflichtet, den jiir die gesamte Wirtschaft und Bevölkerung so wichtigen Verkehrsbetrieb vor Erfchülte- rangen zu bewahren. Das rücksichtslose Braukapiial. Hohe Gewinne und Lohnabbau. Die End« voriger Woche zwischen dem Derein Berliner Braue- reie» und den Tarifgewerkschaften geführten Verhandlungen über den Neuabschluß des Lohntarif» für die Brauereiarbeller sind, wie njcht anders zu erwarten war, ergebnislos verlaufen. Die Berliner Brauereien haben das Lohnabkommen zum ZI. März gekündigt und einen Abbau der Löhne um 8 Proz. gefordert. Mit den allgemeinen Redensarten von der schlechten Lage des Gewerbes und ähnlichen„Begründungen" warteten die Brauunter- nehmer bei den Tarifverhondlungen wohlweislich nicht«ruf. Di« für das Vorjahr gezahlten Dividenden von 12 bis 24 Proz. hätten sich mit einer derartigen Beweisführung auch sehr schlecht m Uebereinstimmung bringen lassen. Statt dessen mußte„die u n- durchsichtige Lage besonders in steuerlicher Hin- ficht' herhallen, die nach der Auffassung der Brauereiunternehmer eine Lohnpolitik auf lange Sicht erforderlich mache. Da wahrscheinlich ab 1. April ein- neue Erhöhung d e r G e m e i n d e b i- r st e u e r von 5 auf 10 Mark vorgenommen werde, müßten die Arbeiter so einsichtig sein, im Inter- esse des Gewerbes auf«inen Teil ihres jetzigen Einkommens zu o«v- zichten, zumal ihr Reallohn nach den Berechmmgen der Brauereien gegenüber der Dorkrisgszeft angeblich um S5 bis 45 Proz. gestregen sei......... Die Gewertschastsvertreter hielten den Unternehmern entgegen- daß ihr Bewcixmaterial sich hauptsächlich aus rechnerischen Kmrst- stücken zusammensetze, die mit den tatsächlichen BerhältnUe» nur theoretisch überernst immeit So werde u. a. von den Brauunternehmern die Steigerung der Arbeitsintensität überhaupt nicht in Rechnung gestellt, die z. B- bei den Flaschenkellerarbeitern von 1924 bis 1920 etwa 90 bis 112 Proz. betrag« und sich w der großen Arbeitslosigkeit unter den Brauerei» arbeitern wiederspiegele. Jedenfalls seien die Brauereiunter- nehmer. deren horrende Verdienste in den Bilanzen nur zu einem Teil zum Ausdruck kommen, die letzten, die Veranlassung haben, in die Front der Scharfmacher einzuschwenken. Di« Herren, die von den Arbeitern Einsicht auf Arsten ihrer Lebenshaltung fordern, müßten selber mehr Einsicht zeigen. Alle diese Einwöge der Gewerkschaftsvertreter vermochten die Vrauunternehmer von ihren Forderungen nicht abzubringen, so daß die Verhandlungen schließlich abgebrochen werden mußten, um in den nächsten Tagen wahrschcinlich vor dem Schlichtungsausschuß fortgesetzt zu werden. Di« am Sonntag im Heckeschen Hof versammzllen Funktionäre der Lrausreiorbciter, in denen Genosse Hodapp vom Perband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter über den Verlauf der Verhandlungen berichtete, lehnten es angesichts„der undurchsichtigen Lage' ab, über das Verhandlungsergebnis zu diskutieren oder irgeng welche Beschlüsse zu fassen. Nach dem Abschluß der Schlich- tungsverhandlungen wird eine neu« Funktionärkonferenz im Ein- vernehmen mit den Organisationsleitungen dann die notwendigen Entscheidungen treffen. Auch dieGehäliersotlen abgebauiwerden In den Verhandlungen mir den Brauereiindustriellen ül>«r die Neuregelung der An g e st ellt« n g e h a lt e r vertraten die Unternehmer die Zlusfafsimg, daß die Gehallserhöhung vom April 1930 um 5 Proz. eine„Vergewalligimg durch die Schlich- tungsinftanzen' gewesen sei. Jetzt soll nicht nur diese Erhöhung wieder gestrichen, sondern Gehalle- und Manteltarifoertrags- bestimmungen bis zu 40 Proz. verschlechtert werden. Im allgenieinen sollte der Lohn- und GeHall sab bau einen Preisabbau zur Folge haben; davon wollen die Brauerei- industriellen jedoch nichts wissen. Sie stöhnen lediglich über den geringeren Bierousstoß und behaupten, daß die B i« r st e u e r die voliviokt sich in hygienisch einwandfreier Weise in den Groß-Bädcereien der Konsum»Genotfemchaft Berlin und Umgegend: Lichtanberg, Rittergutstraße 1 6-30 Tempelhof, Germaniastraße 46 Spandau-Haselhorst «Schuld habe, veoschweigen aber absichtlich, was an Dividenden selbst im letzten Geschäftsjahr zur Ausschüttung gelangt ist. So zahlt« der Schultheiß-Patzenhoser-Konzern im letzten Occhr 13 Proz. Dividende. Dabei ist zu den hohen Rücklagen aus den Vorjahren ein weiterer Reingewinn von 10, U Millionen gutgeschrieben worden. Diese Tatsache berechtigt die Angestellten, gegen den geplanten Abbau energisch Front zu machen. Das Braukopital hat alle Veranlassung, die wirtschaftliche Lage ihrer Angestellten nicht noch weiter zu verschlechtern. Die bisher erfolgten Eni- lassungen von Angestellten haben bereits dos Maß des Not- wendigen überschritten. Die Belastung durch Biersteuer ist stets auf die Konsumenten abgewälzt worden. Um sich bei weiterein Rückgang zu schützen, wird oerlangt, im Manteltarifvertrag eine Be- shmmung zu akzeptieren, die eine Verkürzung der Arbeitszeit init mindestens 16% Proz. Gehaltskürzung vorsieht. Die Angestellten nerden mit Unterstützung der freien Gewerkschaften alle Vorberei- tungen treffen, um zum Abwehrkampf gerüstet zu sein. Oos alte Lied. Verhandlungen für Nordwest wieder ergebnislos. Düsseldorf, 15. März.(Eigenbericht.) Die am Montag in Düsseldorf neu aufgenommenen Tarif- Verhandlungen für Rord-West verliefen wieder e r- gebnislos. Die Verhandlungen bezogen sich weniger auf den 5nl)alt des Rahmentarifs, sondern aus die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Eisenindustrie. Di« Unternahm«: fordern nach wie vor Lohnabbau, die Gewerkschaften drängen auf Arbeitszeitverkürzung, Einschränkung der Berwaltungstosten und Belebung des Vaumarktes. Die Verhandlungen werden am 24. März fortgesetzt. Dom Russengeschäft erwartet Nord-West allem Anschein nach keine entscheidende Belebung des Arbeitsmarktes. Nach wie vor, vielmehr jetzt erst recht lautet ihr« Parole: Rur der Lohnabbau kann uns retten. Was in Deutschland nicht passieren kann. Nicht Löhne, Oirektorengehälter abgebaut! London, 15. März. Nach dem Beispiel der Cunard-Lini« haben nunmehr auch die Direktoren der Commonwealth and Dominion- Linie infolge der andauernden Wirtschaftskrise beschlossen, vom 1. Mai ab einen zehnprozentigen Abbau der Direktoren-- und Angestelltengehälter durchzuführen. Di« seemännisch« Besatzung der Schisse wird von dieser Gehaltskürzung nicht betroffen. e Wir sind weit entfernt, zu behaupten, die englischen Unter- nehmer und Generaldirektoren handelten anders als nach kapita- listischen Grundsätzen. Ader immerhin, man hat außerhalb Deutsch- l-mds auch in Kapitalistenkreisen ein Gefühl für Imponde- rabili« n. In Deutschland ist dagegen folgendes passiert: Ws die Lzar- biuger OelmüUsn zum Zweck der Einstellung von Ar- beitsloseu die«sechsstundsnfchicht einführten, äußerte sich der Syndikus einer prominenten Unternehmervereinigung, es fei be- dauerlich, daß man die Direktoren der cha-rburgsr Oeliabrik nicht i><-Schutzhast--vehmen kSnrre.::"■' Miropa-Belegschast gegen Lohnabbau. Im.�ockefchen ksof* tagt« am Donnerstag und Freitag die Belegschaft der Mitropa, um gegen den Lohnabbau Stellung zu nehmen, der von de? Direktion geplant ist. Räch den Referaten der Vertreter des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant» und Eafe-Angestellten Salle und des Gesamtverbandes Römer, sprachen zahlreich« Angestellte in der Diskussion, um in leiden- fchastlicher Weise ihre Empörung zum Ausdruck zu bringen. Alle Redner waren der Auffassung, daß die Forderungen der Direktion, 12 Proz. Lohnabbau, in keiner Weise berechtigt ist. Die Mitropa möge oben airfangen abzubauen, bei den Riesengehältern und Prämien der Direktoren und Auffichtsräte und die Zahl des Aufsichtspersonals verringern. Sie soll endlich entsorechend dem ReichsgerichtsurtetI die ungesetzlichen Pausen abschaffen, mit denen sie das Fahrpersonal monatlich zu je 20 un» bezahlten Ueberstunden zwingt. Von der Razi-Zelle war ni.chts zu hären und zu sehen. Beide Versammlungen nahmen einstimmig eine Entschließung an, die sich scharf gegen den Lohnabbau wendet und der Lohn- komm-ission und den Gewerkschaften das Vertrauen ausspricht. KLEINE ANZEIGEN uiuuiiiiiiimniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiniiiiiuiiuiiiiuuiiiiiiii Uebartchriftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf. WloderhoiungarabattMOmalö Proz» 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Fror. 2000 Worte 16 Proz. 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Ueberschrlftswort 15 Pf-, Textwort 10 Pf ✓ Anzeigen, welche itir die nächste Nummer oestlmmt sind, müssen bis 41/3 Uhr nachmittags im Verlag, ündenstr. 3, oder auch In sfimtllchen Vorwärts• Filialen und -Ausgabeatei en abgegeben sein ueritöüte 1 Emil Stffvtt, Berlin, seit 49 Zähren nur Otonicn- strahe 15«. Soft- Iun«serleichterunq ohne Aufschlag. Epe- »iallatolog loftrn- im._* 1009 Tem-iche. 5000 Meter Läufer in Tocos. Boucle. Belour. Bcttvor- leger. Brücken. Di» wan-. Tisch-, Schlaf- decken, erstaunlich billige Breis«. Karst iini tots. Fracks. Smo kings. Gehrockan- rüge. Losen. Svort-. Bebvelze. Gelegen heitskäufe in neuer Garderobe. Weite- fter Weg lohnend. Lotbringerstraste 56, 1 Trevve. Rosen> tbaler Plad_' Achtung! Arbeiter, kaust Ver- ren- und Burschen gardcroben nur be! Misch, Linienstrahe 83». Grmäbigli Preise. 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Was dos Ministerium plant, hat es bis jetzt den Organisationen noch nicht mitgeteilt. Aber die Einge- ladenen dürften kaum von Lohnerhöhungen träumen. LanAarbeiierundmiiieldeuifcherEchiehsspruch Der Deutsche Landarbeiter-Verbantd hält den Schiedsspruch in der mitteldeutschen Landwirtschaft für ungerecht und wird ch» deshalb ablehnen. Endgültig zu entscheiden hat der Reiche- arbeitsminffter. hoffentlich tut er es nicht, ohne sich über die wirk- lich« Situation in der mitteldeutschen Landwirtschaft unterrichtet zu haben. Die mitteldeutschen Landarbeiter würden einen Wbau der Heutigen völlig unzureichenden Löhne einfach mcht verstehen. Es müßte mit Ereignissen gerechnet werden, die, vom Standpunkt der Produktton aus gesehen, bedauerlich sind. Zu beachten ist auch das immer stärker werdende Bemühen der Kommunisten, es in der mitteldeutschen Landwirffchast zu einer Explosion kommen zu lassen. AochmalsVerhandlungen in Südwales London. 15. März.(Eigenbericht.) Die Bevgarbeiderkvnferenz von Südwales beschloß am Montag, die Frag««ine« Streikes einstweilen zurückzustellen. Vorerst soll oersucht werden,«inen Lohnabbau ans dem Weg« von Verhandlungen zu oerhindern. vi««ewerkftbasteo der Reichsarbeitsminister die fahren» beantragt. en am Montag beim Schlichtangsver« SaHngedils«. «saurffisaÄ; «mfie 36 NsckGahn»«m,_ EhrlstwNoS, iea«rüh«r Maröt. stieße. � sszsia Bornehm« gediegene Wohn. Möbel. Samerling.j Zleti». AastanieTnillee 56. gebrevcht. sucht Schlaf» i!NmerZ75�-: lig Lisfel. Bärwald RuhebeUen 25�-. � streß« 7. G Riesenauiwohl.zah. wnaserleichterung.� Rieleugnswehl! vichtig Mr jeder- Täglich Wieden per- kauft: guterhaltene I liniepricm| Jeder Gbel »lebt Bewerber mit Eprackkenntnillen vor! Drum lern» Sprachen in der Berliß Schoo!, Leiv- »wer Straße 110 stursllrstew stleiderspinden. Vertikos 24�. Bett. stellen 22,—. Flur- schränke Waschtoi. leiten 24,—, Chaise- longues 24,—, Rom. moden 19,—, Bücher- spindcn. Schreib- tisch«»2,—. Büfette 75.—. 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I Stück 0,35 3 stück 1,00 Grassamen Tiergartenmischnng t PW 0,80, S Pfd 3,80 GraSSamenTiergartenmiichang II, Pfd 0,70, 6 IM. 3,30 PflanzendQnger Harnatoff-Eall-Phoephor..... 0,50 'Ii KUo 1,20, 5 Kilo 7,00 Erdsalz konrentrlerter organischer Blomen-n.Pflinzer- dftnger......................... 0,15, 0,25, 0,50, 0,75 Hornspäne.................. i pm 0,25, 5 Ptd. 1,20 Wintef Garten r Mi.SüiilleMlioatEi.Qarltiig. 20 Uhr DieBshehnino des Feräys Pkftira Ende gegen 22'v Uhr_ Tagt 2 Vorstf. 5 u. S'/t Uhr Barbarossa 9256 »iltm. 50 Pf. bis 3 M, ibends 1 bis B IL Dollle n. Biille Dance Fables Co. mit Esteile Mattern und swaltara Attraktionen. Tägl. S u. 813 Sohm. 1. so. 8 15 E 4, Alex. 8066 Nehm. 50 Pf.— t M., abds. 1-2 M. Hermann Leopoldi der berühmte Wiener Humorist Orlaniio-Tni|i|ii. Esmaioif t Getda isw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägi. 8 Uhr. im weissen rüssi. 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Garderobe je 10 Pf. ROSE THEATER Otägiger Vorverkauf: 1 1—1 Uhr und 4— 9 Uhr. Alexander 3422 und 3494 Gr« Frankfurter Str. 132 U-Bahn Strausberger Platz Reichshailen-Theater Ibends LU Soutig lidun. übt Das luitlec Marz-Programm der Stettinerift Populäre Preise. Tel KerkurlZtl. Nachm. ermäßigte Preise, volles Programm! Dönhoff- Brettl: farietä— üiiniert— Im!»apefliflanjJiite. VoiKsbUiuie Theater an Bblovplatz. 8 Uhr Hans Albers in Liliom Staad. Sdiiller-Th. 8 Uhr Die Bekehrung des Ferdvs Pistora Staats oper Am Pl.d Republik 8 Uhr nadame BntfeiHf Rose- Theater 6r.rninUDnerSir.t32 Tel. Alex 3422u.3494 5J0 Uhn Prämier« 8»/» Uhr Die Taschingsfes Lustsptemaus Täglich 8«h Uhr Der LQgner u. die nenne von Kurf Götz THEATER AM ROLLENDORFPIATZ DR. FRIEDRICH WOLF: (YANKAÜ =(§218)5 GASTSPIEL OER GRUPPE JUNGER SCHAUSPIELER AB DIENSTAG 8'S LESER DES VORWÄRTS 50% Kanu- Sport- Ausstellung veranstaltet vom M I r k I s c h o n Kreis Im Deutschen Kanu-Verband vom 14. bis 19. MHrz 1931 neue»im. Hassntieide 108-114 Täglich Film- und Lichtbildvorträge QeCffnot 10-22 Eintritt 0.60 Dentsdies Tbeater 8 Uhr Der Hauptmann von Kdpeniöt v. Carl Zuckmayer Pagla: Beinz Hilpert Kammerspiele 8'/. Uhr: letzta AuflOhrangan Pariser Platz 13 von V l c k i Baum Rwit: Gcstif QriBdgtm Die Komödie SV. Uhr Die Fee na Franz Uolnar Regit: Stefan Hoi. Rnrlürstendamm- Theater Bismarck 449 | 8 U»ir~| Hecte zin SL Haie: Oes schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet Regie: Mn Helnbanlt Homiscne oper B'k Uhr Kleine Preise. Peppina untvr penöalkhrr Uihiag ks Roirpaarttta Robert Stolz io der PmoierrobisttziDg Hannoversche Bodenkredit- Bank. Dritte Teilausschüttung aus dar Pfandbrief-Teilungsmasse. GcmäS Artikel 84 der DurchfDhrungsverordrtung vom 29 November 1926 zum Auiwertungsgesetz wird die Hannoversche Bodenkredit-Bank mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde zum 23 Mäiz 1931 eine dritte TeilautschOtiung von 10°/, des Goldmarkbetrages der Pfandbriefe alter Währung vornehmen Die Ausseht) tturgen he tragen damit bislang insgesamt 40»'» Die TeflODsichöttuiig von 10°, wird in unserem«h eine Nr. 2 der --------■.««.>—------ i-n-—-------—>----- Anteilscheine derart, uckten Gold- ______„„_. e 15(Erweiterungsausgabe) ausgehändigt werden Die auf den Inhaber laurenden t'/i'/.igen Goldpfandbriefe werden vom 1. Januar 1931 an verzinst, sind mit halb|ährllchen, am I. Januar und 1 Juli jeden Jahres, erstmals am 1 Juli 1931, fälligen Zinsscheinen versehen und in S Ucke zu Gm. 1000—, Gm 400—, Gm 200—, Gm 100,—, und Gm. SO— eingeteilt. Daneben gelangen Stücke im Nennbetrage von Gm. 20— und Gm. 10.— (Goldpfandbrief-Ceitifikate) zur Aussähe, die gleichfalls vom I Januar 1931 an verzinst werden, bei denen aber die Zinsen erst bei Fälligkeit des Kapitals unter Hinzurechnung von 6°.', Zinscrzinsen gezahlt werden GoldpfandbHcf- Certifikate, welche zusammen in Ooidpfandbriefen mit Zinzscheinen darstellbar sind, können in solche umgetauscht werden Spitzenbeträge, die sich weder in Goldpfandbriefen mit Zinsscheinen noch in Goldpfandbrief-Cenitikaten darstellen lassen, werden in bar ausgezahlt Die Ratenscheine Nr. 2 sind zur Empfangnahme des Aussen Dttungsbetrages bei der Kasse der Bank in Hildesheim, Qartensir. 20, einzureichen Mit der Einreichung kann sofort begonnen werden. Den Einsendungen ist ein Einreichungsvordruck, geordnet nach Buchstaben und Nummern, nach den Formularen der Bank beizufügen. Die Formalere werden auf Verlangen kostenlo. von der Bank geliefert. berechtigt, verpflichtet Diese Bekanntmachung gilt als erste Aufforderung im Sinne des Artikel 87 a a O Wenn bis rum Ahlaul von drei Monaten nach der dritten Veiöffent- lichung dieser Bekanntmachung im Deutschen Reichsanzeiger Ratenscheine Nr 2 nicht eingereicht sind, so kann die Bank den auf diese Ratenscheme entfallenden Anteil hinterlegen, sofern nicht innerhalb der Frist der Antrag auf Einleitung eines Aufgebotsverfahrens oder auf Zahlungssperre nachgewiesen ist. Hildesh ei m. den 14. März 1931. Hannoversche Bodenkredif-Bank. Dr. Meyer Aster Kühneefc • 2 Vorst__ I«l. Weloandamin 3840. aiebm. 4 V, Uhr: 30 Pfa.-1.50 Mk. abends 8y,Uhr;30 Pf g.—S�- Mk 14 neue Attraktionen I Die besten internationalen Cirtos- n. Variete- Kräfte) TOlägnchölS DAS 9 LAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK*. J. OFFEN BACH THEATER 1H APHIRÄISPAIAST PIscator-BQhne (Wallner- Theater) Ale*. 4692-93. Täglich 8'/. Des Kaisers Kuli FSfLisir unserer Zeitong. Or.-Sessel statt 6 mirJB Parttett-F.. 4.2.. .. Z. 1.!l> Raa,. 2.11. [essing-Ttieater Täglich S'A Uhr Die schone Alexandra losseff, Sdiolheer, Füll. lespenaana. Sikla Theater d.Wssteos Heute SV. Uhr Schön ist die weit Mittwoch Premiere Gisela Wetbebezirk Bei der Wirtin Bosenrot Sonntag>03 Uhr Kleine Preise Viktoria md ihr Bnsar Philharmonie 8 Uhr Beethoven- Zyklns d.Phuharmon.Orcli. Dir. Prof. J. Prower 1. Und; Sei: UBetlemüsd 1.1. 2. Siek««. DitGntUpie der Proaetbt» Neoes Thealer in Batiiili.Zoa. StpL 6554 Täglich 8>t, Uhr Erarav Slorm a. G. Katlfornlsdie FrOdile Musik. Komödie v B3i!i3ns!aii.WiIljPngii mstropoi-Theater Täglich 8>/« Uhr Das Veildien y. Montmartre Operette v. Kaiman ema Alpar, tml Ahlen, Kail löken, »IG. Waldemar a.»., Eraon Bosig als Gast. Sonntag 4 Uhr Kleine Preise. Das Veilchen v. Monlraarlre Banowsky Thealer u der Strescmanasir. SV. 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März, nachmittags>44 Uhr. im Atematorium Baumfchulrnweg statt. Um rege Detetitgung ersucht Die OrtsvervraUnng. Deotsöier Melallarlieiter-Yerbanii Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht. dah unser Kollege, der Einrichter Otto VUIhvocK am 12 März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Diene» lag. dem 17. März. IS'/, Uhr. im Krematorium Baumschuleuwrg stall Rege Beteiligung erwartet Die Ortsvervraltunj:. OeDisehes KSostler-Theai. Barbarossa 3937. 8'/» Uhr Hitler BlBoUarts amte Frau Renaissance Theater Steinplatz 678U 8W Uhr Dorcbaiis onerlanbt >» Pr u.Sflbis I3.SfJ Zimmer. IBett Hk.7,-bls U- 26ctten H-bisZZr 6Q<):Hk.3i- 5olon;ICtr lertln HOTEL&AihSh' XCELSlOr Wegen Geldnot: la, Anzugstoff blau Wolltammg ab ffabn! m SM> Gez«, PoatUrfc 167 OchbinSO Jahre all und fühle mich rech Gebrauch von 2 FUt sehen Heller' s ech* tem Knohltnehsafi sehr frisch ur.dwoh. 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