BERLIN Freitag 20. März 1931 10 Pf. Nr. 134 B 67 48. Lahrgang Erscheinttiglich außerSenntags. Zugleich Abendauigabe de«»Vorwärt«'. Dezugiprei«. beide Au«gaben 8ö Pf. proWoche, 3,60®. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Anteigenpret«: Die einspaltigeNvnpareillejeile SO Pf., Reklamezeile S M. Crmäßigun en nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärtt-Verlaz G.m. b.H� Berlin Nr. S7 636.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Abstimmung über Panzerschiff Erklärung der Michsiagsftakiion: Nieder mit dem Faschismus! Im Rcichstaft erfolgte» heute die Ab st im- mungcn zum Wehretat. Bevor diese Ab- stimmungc» begannen, gab Abg. Wels für die sozialdemokratische Rcichstagsfraktion folgende t�r- klärung ab: In dem vorliegenden Hausholtsplon ist der vierte Teilbetrag für das Panzerschiff A, Ersatz Preußen, und der erste Teilbetrag sur das Panzerschisf ü, Ersatz Lothringen, enthalten. Die sozialdemokratisch« Reichstagssraktion hat sich bereits im vorigen Reichstag gegen den Ersatzbau.X gewandt, weil sie ihn in der gegenwärtigen Situation als entbehrlich betrachtet und weil die gespannte Finanzlage des Reichs es schon damals verbot, Millionen deutscher Steucrgclder für«in ziveiselhastes Experiment zu oerausgabcn- Trotzdem hat eine Mehrheit der bürgerlichen Parteien.m oltsn Reichstag zweimal den Ersatzbau beschlossen und die Regierung auigefordert, einen Plan vor- zulegen, nach dem auch die übrigen Limenschifse gemäß den Vor- ichriften des Verjmller Vertrages durch Neubauten zu ersetzen seien. Im neuen Reichstag ist die Mehrheit für diese Bsschlüss« nach größer, als sie, im alten Reichstag war: Z,V7 bürgerlichen Abgeordneten stehen nur 220 sozialdemokvatijchc und kommunistische Abgeordnete gegenüber. Die Reichsregierung fordert jetzt außer der dritten Rate für den Ersatzbou A auch die erste Rote für den Ersotzbäu S, ob- gleich die Gründe gegen die Bauten durch die katastrophale Finanz- Igge des Reichs noch verstärkt worden sind und die militärische Eignung dieses neuen Schiffstyps am Ersotzbäu A noch nicht erprobt wenden kann. Zn llebereiastimmung mit Millionen deutscher Volksgenossen. denen die Unabhängigkeit und die Sicherheit Dsulich.ond» nicht minder am herzen liegt als der Rcichsregierung und den bedenken- Isjen lnvilligero dieser vlarinesorderungen, muh die Sozialdemo- l ratio deshalb bei ihrem ablehnenden Slaodpuntl beharren. Da alle bürgerlichen Parteien den Forderungen zust'mnwn, müßten den 220 ablehnenden sozialdemokratischen und kommu- nistischcn Stimmen 337 bürgerliche Stimmen für die Ers.itzbruten gegenüberstehen. Durch den 2tusjiig der 151 natlonaks'zialiitilchen und deutschnationalen Zlbgeordneten aus dein Reichstag ist diese bürgerliche Mehrheit künstlich in eine Minder- heil verwandelt, und die Spekulation der msgezogenen iaschistischen Gewaltpolitiler erhosst von der Ablehnung der Schiffs- bauten den Sturz der Regierung Brüning und die Berufung einer faschistischen Regienmg. Dadurch gestaltet sich die Abstimmung über die Schisssbauten zu einer hochpolitischen Aogelegenheil. Sie soll zu einem Käzachzug und vUrnooer der soschislischeu Äcaklion in ihrem Kamps gegen Demokratie und Republik benutzt werden. Das Gelingen dieses Manövers müßte die Volksfeind- lichcn Kräfte zur Macht bringen, die entschlossen sind, mit allen, auch mit verbrecherischen Mitteln die arbeiten- den Massen um alle politischen und sozialen Recht- zu brinzm, die sie in zwei Generationen organisierten Klassenkampfes errungen haben. Die Sozialdcmokralie, die Republik. und Verfassung mit gc- schaffen hol und Deutschland zu einem sozialen Voltsstaal entwickeln will, darf die Slaal-gewall nicht den jaschifllschen.und terroristisch.'» Feinden der Demokratie cmsliesern. Die politische parlamentarische Machtoerteilung in Deutschland ist durch den Aussall der Reichstagswahlen des H. September 1030 gegeben. An diesen Machtfaktoren wird durch den Auszug der faschistischen Parteien nichts geändert Auch wenn die Sazizldemo- kratie gegen die Ersatzkricgsschiffe stimmen würde, könnte dies an deren Bau nichts ändern. Die Ablehung durch die Sezialdemo- lratie würde nur die trmmphicrnd« Rückkehr der Faschisten in den Zustand Müllers hoffnungslos Temperaiur bis 4 1 Grad. Tic Nacht hat dem Genossen Hermann Müller keine Besserung gebracht. Die Temperatur stieg in den Morgen st unden»och weiter und erreichte gegen sieben Uhr 40,7 Grad. Tie Aerzte be- zeichne» das Befinden des Patienten als hoff- nungslos. Das Konsilium der Aerzte gab heute vormittag fol- prndcS Bulletin über das Befinden heraus:„Das Bewußtsein des Patienten ist meist getrübt, die Lungenentzündung ist weiter fortgeschrit- t e«; die Temperaturen sind sehr hoch." Reichstag und deren ungehinderten scheinlegalen Marsch zur Macht und zur faschistischen Diktatur bedeuten. Die ganze politische Arbeit der Sozialdemokralic in den Parlamenten und im Lande ist aus die Verhinderung des Faschismus gcrichkcl. Jetzt erhoffen die Deutschen Faschisten, daß die Sozial- demokrati« ihnen durch ihre Abstimnncng helfe, die Reichstagzarbeit lahmzulegen,«ine neue Krise hervorzurufen und ihnen so den Weg zur Macht zu ebnen. Diese Hoffnungen wird die Sozialdemo- kratie durch Slimmenlhallung durchkreuzen. Es gehl jetzt nicht um Einzelsrogen, sondern darum, das deutsche Proletariat vor dem surchlbaren Schicksal der italienischen Arbeiter- flösse, vor der faschistischen Diktatur zu bewahren. Indem die sozialdemokratische Reichstagssraktion olle ihre Entschlüsse diesem hohen Ziel u n t c r o r d n� t, fordert sie die wachiende Millionenschor ihrer Anhänger auf, den glänzend begonnenen Kamps bis zur vernichtenden Niederlage des Gegners fortzusetzen� Rieder mll dem Faschismus! Es lebe die Republik! Es lebe die Sozialdemokratie! ■V.'• Die K o ni in u n ist c n haken bei zahlreichen Stellen der Er- klärirng, die gar nicht gegen sie gerichtet sind, und ob sie diese Stellen mich mißverstehen, mit Geschrei, Gelächter und Schimpfereien ein. Wels läßt sich dadurch nicht beirren und geht über dos Toben hinweg. Die Sozialdemokraten unterstreichen die wichtigsten Stellen durch Bai fall imd Händeklatschen, das-noch Schluß minutenlang anhält. Di« Kommunisten bringen auf irgend- was oder-wen ein dreifaches„Nieder!" aus. Die Abstimmungen. während der namentlichen Ab st i m m u u g über den kommu- nistischen Mißtraue nsantrag gegen den Wehrminister b e. schimpfen die Kommunisten die Sozialdemo» kratie. Besonders pöbelhast wird der Kommunist Ulbricht. der dafür vom Präsidenten aus dem Saal gewiesen wird. Der Antrag wird mit 295 gegen 62 Stimmen abgelehnt. Räch Ablehnung kommunistischer Antrage und Annahme der Aueschußenlschließungen wird der Kommuniskenantrag aus Streichung des Schissse rsatzplaues mit 290 gegen 62 Stimmen abgelehnt. Die vierte Saurate für das Panzerschiff A wird mit 181 gegen 71 Stimmen bei 108 Ealhallungeo bewilligt. Die sozialdemokratische Fraktion hol sich der Stimme enthalten. von den 143 sozialdemokratischen Abgeordneten ivaren 2? oder 28 bei der Abstimmung nicht anwesend. 8 oder 9 haben entgegen dem Fraktlonsbeschluß ml» den Kommunisten mll Rein gestimmt. Es fosgk die namentliche Abstimmung über die e r st e S a u- rate für das Panzerschisf K. die mit 183 gegen 72 Stimmen bei 107 Enthaltungen bewilligt wird. Rettung aus höchster Not. 424 lleberlebende der„Biking" aerettet Rem Jork. 20. März. Der Robbensänger„Zmogen" aus Port Island erreichte gestern l24 lleberlebende der„v i k i o g". die aus Lebensmittel und Medika- menle warlete». Die Schis, bruchigen wurden auf den Dampfer „Sagoma" gebracht. Von den 29 Vermißten wurde bisher noch keine Spur gesunden. Alle Ijosfnungen, sie noch lebend zu finden, sind aufgegeben worden. Wirbelsturm lötet drei Menschen. London, 20. ZNärz. Au« Rem Park wird gemeldet: Durch einen Wlrbelslnrm in Elialou sOklahomo) wurden drei Personen gelölet und 18 verletzt. Sechs von ihnen haben schwere Verletzungen davongetragen. 127 Schulkinder entkamen mit knapper Rot dem Tode. Der Sturm zerstörte einen Teil der Stadl. Sozialistische Mehrheit in Stockholm. Konservative und Kommunisten verlieren. Stockholm, 20. März.(Eigenbericht.) Die schwedische Sozialdemokratie hat bei den gestrigen Stadtoerordnelenwahlen in Stockholm einen bemerkenswerten Sieg errungen. Mährend die konservativen und die Kommunisten 5 bzw. 3 Sitze im Stadtporlament verloren, eroberte die Sozialdemokratie neun neue Sitze und damit die a b s o l u t e Mehrheil. Die Stockholmer Sozialdemokratie verfügt jetzt im Parlament über 52 von Insgesamt tOO Sitzen. Die neue Skadtoerordneienversammlung wird sich wie folgt zu- sammensehen: Rechtsparteien 34, Liberale 5, Freisinnige 3, Sozial- demokralen 52, Kommunisten 6. Entweder— oder... � Frick-pirmasenS stellt„Vediagungen". Mrimar. 20. März. Die Nationalsozialisten hielten am Donnerstag noch ihrem Aus- z Ii g au? dem H a u s h a l t s a u s s ch u ß in Gegenwart des Staatsministers Dr. F r i ck- P i r m a s c n s eine Frattionsfitzung ab. In einem Schreiben teilte die Frattion dem Vorsitzenden des Staats- Ministeriums, Minister Baum, mit, daß die Nätionaljozialisten nach wie vor gewillt seien, dem Haushalt, so wie er vom Kabinett verabschiedet wurde, vorbehaltlich der noch im Intersraktio- nellen Ausschuß zu treffenden Vereiirbarungen zuzustimmen. Ihr« Zustimmung koimne aber nur in Frage, wenn ihnen die Sicher- hell gegeben werde, daß die Regierullzsparteieu geschlosseu vor und nach den Hanshallsberalungen jeden Mitzlranensantrag gegen das Gesamtkabinelt oder gegen einzelne seiner Mitglieder, solange das Kabinett bestehe, ablehnten und daß einer beabsichtigten Zu- stimmung zu einem Mißtrauensantrag durch eine Regierungspartei der.Rücktritt des Gesamtkabineits vorauszugehen habe. In einer öffentüchen Bersammlung am Donnerstagabend vertrat der Hitler-Staatsrat, Handlungsgehilfe M a r s ch l e r die Auffassung, die V o lk s p o r t« i beabsichtige mit Hilfe eines Mißtrouensantroges der Sozialdemokraten die nationalsozialistischen Kabinetts- Mitglieder zum Rücktritt zu zwingen, um dann das Kabinett nicht wieder zu ergänzen, sondern mit dem Rumpfkabinctt unter stiller Duldung der Sozialdemokratie weiter- zurezsieren. Deshalb hätten die Natioualsozialistcn die in dem Schreiben an Minister Baum niedergelegten Bedingungen gestellt. Entweder sei die Deutsche Volkspartei mit diesen Bedingungen einverstanden oder die Nationalsozialisten gingen in die Oppo- sition! Dos kann ja nett werden! Die Nazis suchen die Ministersessel der Frick und Maschler zu retten. Heute vormittag 9 Uhr hat«ine intcrsraktionclie Sitzung der Regierungsparteien stattgefunden, in der hierzu Stellung genommen wurde. Wie verlautet, beharrt die Aolkspartei jedoch auf ihrem bisherigen Standpunk.t. Saalschlacht in Mga. Kommunisten versuchen einen Vorirag von Dan zu svrengen Riga, 20. März. Im Volkshaus kam es gestern abend zu schweren Ruhestörungen, als der Führer der Auslandsdelegation der russischen Sozialdemo- traten Don eine Rede über den Moskauer MenschewikenproZeß hielt. Die anwesenden Kommunisten oeranstalleten L ä r m s z c n e n, warfen K a n o n e n s ch l ä g e und griffen schließlich sogar zu Messern. In der sich entwickelirden Schlägerei erhielt der Veteran der lettischen sozialdemokratischen Bewegung, R i k w e i l, eine K o p s w u n d e. Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Sozialdemokratische Sportler, die den Saalschutz übernommen hatten, hatten die ganze Versammlung hindurch zu tun, die Ruhestörer aus dem Saal hinauszubefördern. Die Polizei nahm 17 Personen fest, darunter 3 Frauen. Es wird durchgegriffen. Redeverbot für Hatenkreuz-Abgeordnete. Dortmund, 20. März. Der Dortmunder Polizeipräsident hat durch Perfügung vom 19.- März dem nationalsozialistischen Gauleiter und Reichstags- abgeordneten Wagner jedes Auftreten in öffentlichen Versammlungen, sei es als Berlommlungsredner oder-leiter, innerhalb Dort- munds verboten. I» der Aerjiigung des Polizeipräsidenten heißt es, Reichstagsabgeordnetcr Wagner habe in öffentlichen Versammlungen in einer Art gesprochen, die dazu angetan gewesen sei. den ö f s« n t- Fünf Kommunisten stimmen ab Die übrigen 45 enihalien sich der(Stimme über das Oemonstrationsverbot JmPreuh�schenLandtag beantragten heute die Kommunisten zur Geschäftsordnung, einen Antrag auf sofortig« Auf- Hebung des Demonstrationsverbotes in Berlin auf die Tagesordnung zu setzen. Da niemand im Hause widersprach, wurde über den Antrag sofort abgestimmt. Er verfiel der Ablehnung, da nur die Kommunisten dafür stimmten. Sie hielten ihn für so wichtig, datz im ganzen fünf ihrer Fraktionsmitglieder bei der Abstimmung im Saal waren. Hierauf soll die Mitglied«rzahl des von der Volkspartei, der Wirt- fchaftspartei, den Deutschnationalen und Nationalsozialisten bean- tragten Untersuchungsausschusses festgesetzt werden, der die v e r- traglichen Verpflichtungen des Staates gegenüber der Berliner Volksbühne m bezug auf die Krolloper feststellen soll. Ein Untersuchungsausschuß muß eingesetzt werden, wenn ihn mehr als ein Fünftel der Mitglieder des Hauses beantragen. Der. Antrag der Rechtsparteien, ihn mit 29 Mitgliedern zu besetzen, wurde abgelehnt, ebenso ein Antrag, ihn mit 21 Mitgliedern zu besetzen. Der Antrag der Sozialdemokraten, nur IS Mitglieder hineinzuschicken, ergab im Hammelsprung die Beschlußunfähigkeit des Hauses, da Rechtsparteien und Kommunisten sich an der Abstimmung nicht beteiligten. In der sofort einberufenen neuen Sitzung wurde die Debatte über den Knltusetal fortgesetzt. Als erste Rednerin sprach Abg. Frau Dr. Wegscheidrr($03.): Zunächst muß energisch die Behauptung der volksparteilichen Abgeordneten Frau v. Kulesza zurückgewiesen werden, daß da? zuchtlose Gebaren der Jugend den Reformbestrebungen der Schule zuzuschreiben sei. Es sei im Gegenteil festzustellen, daß eine ganze Reih« von Beschwerden über solche Schüler vorliegen, die noch nach den alten Methoden erzogen werden." Das trifft besonders auf die höhere Schule von K ö s l i n zu, wo im Zeichen des Hakenkreuzes und im Beisein eines Lehrers jüdische Mitbürger von Schülern angeflegelt wurden.(Hört, hört! bei den Soz.) Nur völliges Mißoerstehen der Jugend könne zur Ablehnung der neuen Schulgedanken führen. Dieses Mißverstehen reiche bis in die Spalten der„Vossischen Zeitung", die trotz Auf- fcrderung für ihre Angaben in einem Artikel über„Arbeiter- a b i t u r e n t en" den Beweis schuldig geblieben ist. Es fehle jedes Verständnis dafür, unter welchen schweren wirtschaftlichen Verhältnissen diese jungen Lein» studieren müßten. Wenn ein einziger von ihnen nicht gleich beim ersten Male sein Staatsexamen bestanden habe, so sei das ein viel besseres Verhältnis als bei den übrigen Studenten. Es fei tief bedauerlich, daß man sich so um diese dreizehn Arbciterabiturienten habe kümmern müssen, während eigentlich der große Strom aller Begabten durch solche Anstalten laufen müßte.(Sehr wahr! bei den Soz.) Jeder, der sich dagegen wehre, zeigt, daß er ein vcrlreler der tiefsten Reaktion ist. Brechung des Bildungsprivilegs könne allerdings nicht allein durch ministerielle Anordnung erfolgen, sondern es sei notwendig, auch die sozialistische Bildungsausfassung in das moderne Leben hineinzubringen. Die Ueberfüllung höherer Schulen fei zum Teil mit eine Folge der furchtbaren Arbeitslosigkeit. Man habe feststellen müssen, daß Eltern ihre Kinder nur deshalb die Schule weiter besuchen ließen und sogar Durchfall durch das Examen wünschten, nur um die Kinder nicht der Erwerbs- losigkeit preiszugeben. Schon diese Tatsache zeige, daß die vom Minister vorgeschlagene Begabte na uslese unbedingt und so schnell wie möglich durchgeführt werden müsse. Das Verechtigungsunwesen kann vom Minister nicht allein bekämpft werden. Es seien besonders die Wirtschaft und das Gewerbe, die von den entlassenen Schülern Abschlußzeugnisse verlangen. Deshalb sei die Abschaffung der Betragenszensur gut, denn ver- schicdene Beispiele beweisen, daß eine solche Schulwertung den jungen Leuten sehr häufig den Weg ins Leben versperrt hat. Die Rednerin setzt sich zuni Schluß noch für die Reformierung der höheren Schulen ein und fordert u. a. eine bewegliche Oberstufe, für die sie seit zehn Iahren kämpfe. Die jetzige Typisierung der Prima sei einem wirklich geistigen Leben hinderlich. Als Anfangssprache möge in den höheren Schulen das Englisch gelehrt werden, während jetzt noch die französische Sprache bevorzugt wird. Leider ergreife die Arbeitslosigkeit jetzt auch den Philologenstand. Es werde die Aufgabe der Sozialdemokratie sein, auch in Zukunft die Verständi- gung von Schule und Elternhaus zum Besten des Staates zu fördern.(Beifall bei den Soz.) Dietrich warnt vor Pessimismus Oer Eiai des Finanzministeriums vor dem Reichstag In der heutigen Reichstagssitzung wurde zunächst ein vom Reichsinnenminister eingegangener Entwurf zur Auslegung des Weingesetzes ohne Aussprache dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Abg. Frau Overlach(Komm.) verlangte dann die sofortige Be- ratung eines Antrages auf Freilassung der Stuttgarter Aerztin Dr. Kienle. Der Beratung wird vom Abg. Leicht(Bayr. Vp.) widersprochen. Abg. Geschke(Komm.): Das ist eure christliche Barmherzigkeit! Darauf wird die zweite Beratung des Reichswehretats mit einer Rede des Abg. Stoecker(Komm) fortgesetzt, der die Forderung der Baurate für den Panzerkreuzer I? bekämpft. Tatsächlich handele es sich bei dem diesjährigen Marineetat noch um viel mehr, nämlich um eine ganze Serie von acht Panzerschiffen. Die Aussprache über den Relchswehretat ist damit beendet. Die Abstammungen werden auf 12 Uhr mittags festgesetzt. Präsident Coebe oertagt die Sitzung um 19 Minuten, um den Reichssinanz- minister Dietrich herbeirufen zu lassen, der die Aussprache über den Haushalt seines Ministeriums eröffnen will. Nach der Pause spricht Reichsfinanzminister Dietrich über die Sparmaßnahmen im Reichsfinanzministerium: Die Aus- gabenkürzung ist allerdings zum Teil zurückzuführen auf die allgemeinen Gehaltsabzüge, aber darüber hinaus sind große Summen dadurch gespart worden, daß sreiwerdende Beamten- stellen nicht wieder besetzt wurden. Wir sind im Begriff, noch weiter abzubauen, so daß am Schluß des kommenden Ctatsjahres die Kopf- zahl unseres Ministeriums um volle 19 Proz. gesenkt sein wird. All: Steuerzahler werden gleich behandelt. In diesem Augenblick ist es besonders notwendig, da das Reich keinen Betriebsfonds und keine Reserven hat, und auf die laufenden Einnahmen angewiesen ist, daß wir nicht zu nachsichtig sind, denn sonst könnten die Nachteile viel größer werden als die Vorteile, dl« den einzelnen Steuerzahlern erwachsen. Die Entwicklung der Steuereingänge und der Zolleinnahmcn war im Laufe des Jahres ungewöhnlich schlecht. wir haben im Dezember einen Verlust von 500 Millionen Mark geschäht, aber die Ausfälle werden wesentlich höher sein. Allzu großer Pessimismus über die Dauer der Krise ist ebenso verkehrt wie es war, zu meinen, eine Hausseperiode würde sich un- beschränkt fortsetzen, eine Meinung, die auch ander« Böller, vor ollen Dingen die Amerikaner, gehabt lzaben. Der Pessimismus, daß es dauernd schlecht bleibt, fügt psychologisch dem deutschen Volke einen großen Schaden zu. Depressions- zustände haben immer gewechselt mit Zeilen guter Konjunktur. Genau so, wie sich die Entwicklung nach oben überschlagen hat, ge- nmi so wird auch die Abwärtsbewegung eines Tages überwunden werden— trotz Kommunisten und National- sozialisten.(Sehr gut!) Deshalb muß imrn dem deutschen Boll sagen, daß man in einer solchen kritischen Periode wie der gegen- wältigen nicht in den umgekehrten Fehler wie damals versallen darf, wo man die Dinge überschäkt hat, jetzt also die Lage zu unter- schätzen. Das deutsche Volt ist noch nicht in einer so schlechten Lage, daß es sich nicht aus den Schwierigkeiten dieser Zeit erheben kann. Wenn aber der Glaube dazu fehlt, dann wird unter Umständen auch der Wille fehlen.(Sehr wahr!) Die Frage ist nur die: wann ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir die Bewegung nach oben antreten? Di« Frage ist aber nicht die, daß wir den Weg überhaupt nicht finden werden. Ich gebe der Hossnung Ausdruck, daß der Reichstag fest entschlossen ist, alles dazu beizutragen, daß wir diesen Weg nach oben wieder finden.(Lebhafter Beifall der Mehrheit.) Abg. Hepp(Landvolk) bespricht eingehend und kritisch die Steuerveranlagung und-cinziehung auf dem Lande und empfiehlt höhere Besteuerung der Einfuhr von Parfllmerien und Südfrüchten. kichen Frieden in schwerster Weise zu stören und den friedlichen Verlauf der Versammlungen bis zum Schluß unmöglich zu mache». Die bisher an Wagner ergangenen polizei- lichen Ermahnungen feien erfolglos geblieben. Der Gauleiipr Wagner biete dem Dortmunder Polizeipräsidenten keine Gewähr dafür, daß er in Zukunft solche Aeußerungen unterlassen werde. Ein gleiches Verbot hat der Polizeipräsident gestern für den ehemaligen Lehrer Schepmann und den Bautechniker Marsch- n e r erlassen. Auch für diese gilt das Verbot für Auftreten in öffentlichen Versammlung en als Versammlungsleiter und-redner. Hilgenberg für Gcheringer. Kleine, aber peinliche Erinnerung. Nach der Verurteilung des jetzt zur KPD. übergetretenen Lsut- nants Schering er durch das Reichsgericht hat der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, Herr Hugenberg, an de» Reichspräsidenten folgendes Telegramm gesandt: „Der Spruch des Leipziger Gerichts, durch den die drei Ulmer Offiziere zu unerwartet hohen Strafen oerurteilt wurden, hat in allen vaterländisch und wehrhaft denkenden Kreisen e r n st« B e- w e g u n g und bittere Enttäuschung ausgelöst. Durch den Prozeß ist bewiesen, daß nur selbstloses Streben und leidenschaftliche Sorge um die Erhalkunq des Wehrgeistes in der durch drückende Systemfesseln beengten Reichswehr das Handeln der Verurteilten bestimmte. Wer sich zu der altpreußi- schen Auffassung bekennt, daß bedingungsloser Gehör- sam ein« der wichtigsten Gruna lagen der Wehr- macht ist, der wird an das Tun der jungen Offiziere angesichts ihrer Gewisienskämpfe auch den Maßstab des Grundsatzes an- legen, daß„Unterlassung oder Versäumnis schwerer belastet als ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel". Namens der Deutschnationalen bitte ich den Faldmarschall. den Reichs- Präsidenten, den Oberbefehlshaber der Wehrmacht: Geben Sie die Verurteilten als Männer und Soldaten wieder frei." Die Hugenberg-Presse macht für den Schritt Scheringers jetzt verantwortlich— den Wehrminister G r 0 e n e r! Aus„Ver- zweiflung" Eber die Erfahrungen seines Prozesses läßt der „Lolal-Anzeiger" den Leutnant Kommunist werden, die„Deutsche Zeitung" tippt auf„H a f t p s y ch 0 s e"(bei täglichem Stadturlaub I) und schreibt von„S chw ä r mg ei st e re i als Folge»des Systems G r 0 e n e r". Wenn ein hungernder Arbeitsloser aus der Not seiner Lag: heraus die Ueberlegung verliert und sich den Kommunisten anschließt, dann ist für die meisten Rechtsblätter damit das„Untermenlfcheickum" des Proletariers schönstens bewiesen, der Mann gilt nicht etwa als Opfer der Wirtschaftskrise, fondern er hat in den Augen der Nechten jeden Anspruch auf menschliche Behand- lung oerwirkt. Abev beim Leutnant Scherinzer ist alles anders! Ihm singt in Hugenbergs„Tag" das Rumpelstilzchen folgenden Nekrolog: Der Staat macht mit allen Strafmitteln, auch mit Entziehung des Brotkorbes, gegen die Nationalisten in Vsamtenschoft und Wehrmacht mobil, während er die grundsätzlich staatsfeindliche nur auf Klassenkampf eingestellte Sozialdemokratie über sich herrschen läßt. Er treibt junge Leute in Verzweiflung und Irrsinn. Dann kommen solche Wahnsinnstaten vor wie die Mordfchüsie der beiden entlassenen P ol iz e iroachtm e ister oder solche Wahnsinns- erklärungen wie der von Kommunisten heute im Reichstag verlesene Brief des Leutnants a. D. Scheringer, der in der Gollnower Festungshaft sich— zu den Ideen Lenins betehrt hat und für ein rotes Büraerkrioasheer wirbt. Damit' will der Umnachtete die deutsche Freiheit erkämpfen. Ihn haben die Furien gepackt: ein reicher Geist ward hier zerstört. Rächer freilich liegt die Erklärung, daß die früheren elletr- langen Heidengesänge der Rumpelstilzchen u. Co. auf Scheringer und Genossen diese Leute größenwahnfinnig gemacht haben. Als Verleumder gebrandmarkt. Die journalistische Lüaenhastiqkeit des Moritz-Zarnow vom �Reichsgericht festgestellt. Vor einiger Zeit war der preußische Ministerpräsident, Genosse Otto Braun, gezwungen, sich gegen einem Verleumdungsfeldzug der Rechten zur Wehr zu setzen. In der Rechtspresse wurden ihm Jagdfrevel, Aasjägerei, Verletzung gesetzlicher Bestimmungen usw. zum Vorwurf gemacht. Der Prozeß endete mit der V e r u r t e i l u n g der deutschnationalen Redakteure, nachdem die Be- weisaufnahme die völlige Unrichtigkeit der gegen Genossen Braun erhobenen Anschuldigungen ergeben hotte. Nichtsdestoweniger erschien über diese Prozeßverhandlung in einem deutschnationalen Blatte Ostpreußens ein ganz verloge- ner Bericht, der alle Vorwürfe gegen Genossen Braun wieder- holte und bei den Lesern den Glauben erwecken mußte, als seien diese Vorwürfe durch die Verhandlung nicht widerlegt, sondern im Gegenteil b e st ä t i g t ivorden! Wegen dieses Berichtes sirengte Genosse Braun erneut Klage an. Als Verfasser des Lügenberichles stellte sich heraus der Proviantamtsinspektor i. R. Ewald Morih, der unter dem Pseudonym Gottfried Zarnow jetzt die berüchligle Schmähschrift gegen die preußische Justiz herausgebracht hat. Moritz hatte dem verleumderischen Prozeßbericht nicht etwa nach dem Hörensagen geschrieben, sondern er war während der Berhandlung als Berichterstatter seiner Presse anwesend gewesen. Das Schöffengericht in Königsberg verurteilte am 11. März 1939 Moritz zu 899 Mark Geldstrafe. Der Mitangeklagte oerant- wortliche Redakteur des Blattes erhielt 499 Mark Geldstrafe. Aus- drücklich hob das Urteil hervor, daß der verantwortliche Redakteur weniger schuldig sei, weil er sich auf die Berichterstattung von Moritz verlassen habe. Der Hauptschuldige, so sagt das Urteil, sei Moritz. Er habe die Verleumdungen gegen Braun wiederholt, obwohl er aus der Berhandlung ihre UnHaltbarkeit kannte. Wörtlich sagt das Urteil über Moritz: „Sein Verhallen streift nahe an Verleumdung." Moritz legte Berusung ein. Die Strafkammer in Königsberg verwarf in der Hauptsache die vom Angeklagten eingelegte Berufung und setzte lediglich die Geldstrafe von 899 auf 699 Mark herab. Die Begründung des Strafkammerurteils bestätigt aber vollkommen die Auffassung des Schöffengerichts über Moritz. In den Gründen der Strafkammer heißt es: „Der Angeklagte Moritz wußte, daß die Leser seines Artikels den Eindruck gewinnen würden, daß trotz des Ur- teils der Berliner Strafkammer die gegen den Mimsterpräsiden- ten Braun erhobenen Vorwürfe nicht ganz unberechtigt seien. Das war der Hauptzweck der Veröffentlichung, und gerade aus diesem Grunde unterließ es der Angeklagte, das den Ministerpräsidenten völlig entlastende vewelsergebnis seinen Lesern mitzuteilen, wie es die Pflicht einer objektiven Verichl- erstattung gewesen wäre." Die von Moritz gegen dieses Urteil eingelegte Revision ist jetzt vom Reichsgericht zurückgewiesen worden. Damit haben die Feststellimgen der Strafkammer Rechtskrast erlangt. Sie ergeben, daß Moritz ein mit verächtlichen Mitteln-zu Werke gehender, literarischer Fälscher ist. Sem Machwerk„Ge- fesselte Justiz" ist nach genau der gleichen Methode fabriziert wie der Prozeßbericht in Sachen Braun. Moritz hat in diesem Pamphlet alle Beweisergebnisse, die seit Jahren bereits feine Darstellung wider- legen, absichtlich verschwiegen. � So sieht der Justizheilig« der Hugenberger und Nazis aus! Eifersuchtsatientat in Auiodroschke. Kaufmann überfällt seine Verlobte mit Rasiermesser. Der Chauffeur einer Auiodroschke wurde während einer Fahrt durch das furchtbare Geschrei einer Frau erschreckt, das aus dem Innern feines Wagens drang. Cr hielt fein Gefähxt an und in dem Augenblick sprang der mäan- liche Znsasse ans dem wagen, versuchte zu slüchlcn. wurde aber von Passanten sestgehalten und der Polizei übergebe». Der Flüchtige wurde sestgestellt als ein 36 Jahre alter Kauf- mann und Reisender Beruhard G e r s 0 n, d»r in dem Auto auf seine Braut, die 29 Johre alte Witwe Paula C„ einen Ueberfall mit einem Rasiermesser versuchte. Frau E. wurde nach dem Elisabech- Krankenhaus gebracht. Obwohl sie zahlreiche Verletzungen davon- getragen hat, besteht kein« Lebensgefahr. Gerscm, der der Kriminalpolizei zugeführt und dort vernvmmen wurde, gibt an, daß chn sein: Braut zu dem Attentat gereizt habe. Er kenne sie schon mehrere Jahre und habe ihr, während er auf Reisen unterwegs gewesen sei. sogar seine Wohnungsschlüssel anvertraut. Das habe sie mißbraucht, aus seinen Räumen wertvolle Sachen weggenommen und für sich verwendet. Außerdem glaubte er auch Beranlassung zu haben, an ihrer Treue zu zweifeln. G. behauptet, daß Frau als er Rechenschaft verlangt«, ihn beschimpft und auf chn ein- geschlagen habe. In der Wut habe er jetzt sein Rasiermesser gezogen. Er kann nicht bestreiten, daß er ihr die Schnitte im Gesicht, cmr Leib und auf den Beinen beigebracht hat. Kernflug eines(Segelflugzeugs. Strecke Darmstadt— Frankfurt glänzend überwunden. Frankfurt 0. M.. 29. März. Am Donnerstag kurz nach 18 Uhr landet« auf dem Frank- furter Flugplatz dos bekannte Retord-Segelflugzeug „D a rmsta dt", das unter Führung des Piloten Stark« um 16 Uhr in Darmstadt aufgestiegen war. Der Ausstieg ersssizte mit Hilfe eines„Udet-Flamingo". Bereits über Darmstadt erreichte das Segel- flugzeug eine Höhe von 2S99 Meter, kreiste längere Zeit über dem Taunus und flog dann nach Umkreisung des Altkönigs nach Frankfurt, wo die Landung glatt erfolgte. Es war dies die erste' Landung eines Segelflugzeuges auf dem Frankfurter Flugplatz nach einem Usberlandflug, der eine glänzende Leistung in der Entwitffunz des Segelflugsports darstellt. Das dänische Folkelhing ratisizierle den wossenruhe-Vertrag zwischen Norwegen, Dänemark, Schweden, Holland und Belgien. Oer Tod im Speisewagen. Fünf Tote beim Zugzusammenstoh in E'ampes. Paris, 20. März. Das Eisenbahnunglück, das sich gestern im Bahnhof von Etampes ereignete, hat nach Mitteilungen der Eiscnbahngesellschaft fünf Todesopfer gefordert. Der Speisewagen und ein Wagen 1. Klasse des Schnellzuges Paris— Bordeaux, die den Tchlus, des ZugeS bildeten, sprangen aus den Schienen und liefen mit voller Wucht gegen einen auf dem Nebengleis stehenden Personenzug. Tie Lokomotive des Schnellzuges fuhr mit den übrigen Wagen noch etwa 100 Meter weiter, ehe sie zum Halten gebracht werden konnte. In den beiden entgleiste» Wagen befanden sich etwa 10 Reisende. Drei Reisende und zwei Eisen- bahnangestellte wurden auf der Stelle getötet, während etwa 20 Personen schwer verletzt wur- den. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus von Etampes gebracht. Die Leichtverletzten setzte» heute nacht, nachdem sie verbunden worden waren, die Reise nach Paris in dem verunglückten Zug fort, dessen übrige Wagen völlig intakt geblieben sind. Unter den Toten befindet sich ein Engländer, die anderen vier sind Franzosen, darunter der Zugführer. Sechs Schwer- verletzte schweben in Lebensgefahr. Tie Katastrophe wird auf einen Fehler in der Weichen st ellung zurück- geführt. Man vermutet, daß der Weichensteller die Weiche umlegte, als die beiden letzten Wagen die Weiche noch nicht passiert hatten. Nach einer weiteren Meldung sind die Umstände des Unglücks von Etampes noch nicht klar festgestellt. Der Schnellzug lief mit normaler Geschwindigkeit in den Bahnhof Etampes ein. Der vordere Teil des Zuges war bereits aus der Bahnhofshalle aus- gefahren, als die letzten beiden Wagen, darunter der Speisewagen, e n t g l e i st e n. Der Speisewogen schlug gegen einen hallenden Personenzug. Der Zusammenstoß war sehr heftig. Ein Dritter- klossewagen des Personenzuges, der jedoch glücklicherweise nicht besetzt war, wurde ebenfalls stark beschädigt. Der Speisewagen wurde aus zehn bis fünfzehn Meter vollkommen eingedrückt. Die Folgen warum um so furchtbarer, als gerade das Abendessen serviert wurde und sich zahlreiche Reisende im Speisewagen befanden. So wurden fünf Personen gelötet und zehn durch Glassplitter ziemlich schwer verletzt. Bei der allgemeinen Panik dachte auch niemand daran, die Notbremse zu ziehen, so daß der Zug weiterfuhr. Fünfzig Meter weiter entgleiste dann ein zweiter Wagen, ohne daß die Reisenden zu Schaden kamen, und nach weiteren 2g Meter der dritte. Er legte sich zur Seite, und die Fenster gingen in Trümmer. Die Reisenden blieben im Wagen eingeschlossen, konnten jedoch von Bahnbeamten befreit werden. Einige von ihnen wurden verletzt, jedoch ist niemand ums Leben gekommen. Die Züge nach Südwest- frankreich verkehren mit großen Verspätungen, da der elektrische Strom ausgeschaltet werden mußte, um die Reisenden des ver- unglückten Zuges zu retten und die Trümmer zu beseitigen. Tragödie einer Liebe Wegen Totschlags an der Geliebten vor Gericht Kleinkrieg in Echöneberg. Kommunisten gegen Ttazis- Fünf Pistolen beschlaanabmt Eine nächtliche politische Schießerei in der Siegsriedstraße gab der Polizei zu einer größeren Razzia Veranlassung. Fünf geladene Pistolen. Dolche. Schlagringe und Gummiknüppel wurden beschlagnahmt. Sieben Personen, drei Hakenkreuz- l e r und vier Kommuni st en. wurden der Abteilung I A des Polizeipräsidiums zugeführt. Mehrere der Festgenommenen werden vor dem Schnellgericht abgeurteZlt. Im Haus« S i e g f r i e d st r. 3 in Schöneberg befindet sich«in Verk«hrslokal der hakenkreuzler. Gegen Hl Uhr wurden von der Straß« etwa l« p i st o l e, di« er entsichert in der Tasch« trug, zu entledigen. Di« Burschen, die sämtlich haken- k r e u z l« r sind, wurden ebenfalls der Politischen Polizei«inge- liefert.__ poliiische Atuirache. Kommunisten schießen aus Hakenkreuzler. » Magdeburg.?0. März. Als gestern nachl ekwa 25 SA.-Leule der NSDAP, von heyroths- berge auf der kömgsboraer Chaussee nach Magdeburg zurückkehrlen, wurden sie von etwa b0 Kommunisten, die sich rechts und links des Weges aufgestellt hatten, überfallen und beschossen. Die Polizei, die von dem vorhaben der Kommunisten Kenntnis erhallen Halle, war bald an der Stelle des lleberfalls. Die Kommunisten entflohen daraufhin über die Felder, von den Ralioaalsozialisten sind sechs so schwer verletzt worden. daß sie in das Altstädlische Krankenhaus eiagclieferl werden mußten. Zwei der verletzten haben Schußwunden, die übrigen hieb- und St ich Verletzungen. Die Polizei sperrt« dann die Zu- gäoge zum Sstlicheu Magdeburg ab. um die geflüchteten Kommunisten abzufassen. 27 Kommunisten wurden se st genommen und werden sich wegen schweren Landfriedensbruchs zu verantworten haben. Lei den Festgenommenen wurden ein Dolch und drei große Messer festgestellt. Auf der Anklagebank vor dem Landgericht III sitzt ein 35jähriger schwächlicher Mensch in der Krankenkleidung des Ge- fängnislazaretts: sein viel zu großer Kops zeigt in der Nähe der rechten Schläfe unmittelbar über dem Auge eine Einbuchtung. Am 2. November vorigen Jahres tötete«? im Hausflur sein« G e- lebte und jagtesich selb st zwei Kugeln inden Kopf. Kurz vorher hatte in der Wohnung des jungen Mädchens in Gegenwart der Wirtin folgendes Gespräch stattgefunden:.Du bist schon alt und willst jeden Tag heiraten," sagte sie..Aber ich bin erst achtzehn, habe nichts, bin jung, will noch das Leben genießen." Dkrauf er:.Bon mir Geld zu nehmen, warft du nicht zu alt." Sie: „Ich werd« dir das Geld wiedergeben." Dann forderte er sie aus, mit ihm einen kleinen Spaziergang zu machen: sie sagte:„Ich gehe allein und du gehst auch allein." Sie gingen zusammen hinunter, man hörte auf der Trepp« lautes Sprechen, im nächsten Augenblick ertönten die Schüsse. Aus dein Kmnkenhaus schrieb er an die Wirtin seiner Braut eine Postkarte:„Ich bin untröstlich, ganz zer- brachen, daß es mir nicht vergönnt war, zu sterben. Ich bitte Gott jeden Tag, mich abzuberufen. Eine Hoffnung hatte ich noch— sie würde noch leben. W«nn ich doch besser hingegangen wäre. Ich finde keine Ruhe. Meine Nerven waren hin, sonst wäre es nicht geschehen." Es war die Folge fein«? allgemeinen Nervenschwäche und der Kriegsverletzungen. Er hatte das E. K. I, E. K. II und das Berwundetenabzeichen. Wie es zur Tat gekommen, kann er nicht sagen. 14 Tage vorher entstand eine kleine Abkühlung zwischen den Liebenden. Ein« Bekannt« hetzte uns gegeneinander auf, sagt der Unglückliche heute. Mir erzählte sie, Lotte sei geschlechtskrank, ihr flüsterte sie zu, ich hätte mich nach Lottens Krankheit erkundigt. Daß seine Geliebte ihn tatsächlich infiziert hatte, erfuhr er erst im Krankenhaus. Das Schuldbewußtsein des jungen Mädchens war vielleicht mit der Grund zur Abkühlung. Er ahnt« damals aber nicht, daß sie ihm untreu war. Der Sachverständige Dr. Dyrenfurth bezeichnete den An- geklagten als belesenen und intelligenten Menschen, der alle Ding« im Leben sehr ernst nimmt. Er war an ein junges Mädchen ge- raten, das es mit der Liebe nicht so ernst meinte, vielleicht plagte ihn auch ab und zu die Eifersucht. Bei den Akten liegt ein Zettel, der von gemeinschaftlichem Scheiden aus dem Leben spricht. Der Angeklagt«, der in der Kindheit eine englische Krankheit durchgc- macht hat, konnte unter gewissen Umständen leicht in Gereiztheit geraten, die ein« Explosion zur Folge haben mußte. So mag es auch zur Tat gekommen fein. Ws ein Zeuge u. a. bekundet, die Getötete habe gesagt, der Angeklagte sei für sie nicht der Richtige, springt er erregt auf und ruft: Das ist eine Lüg«. Das Zerwürfnis muß aber«in tiefergehendes gewesen sein, als er sich das selbst eingestehen will. So heißt es in einem Briefe an sie:„Ich will Dir gleich sagen, daß Du mir nichts vormachen kannst Ich frage Dich, ob Du mir am Sonntag die Wahrheit sagen willst? Ob Du die Kindereien lassen willst? Ob Du inich noch weiter bis aufs äußerste ärgern willst oder zu mir«ine andere Stellung einnehmen wirst? Ick) lasse mich nicht so behandeln. Ich erinner« Dich an die Vernunft." Der Staatsanwalt ließ die Anklage auf Totschlag fallen: der Angeklagte habe seine Geliebte wohl nur verletzen wollen. Er könne deshalb nur wegen Körperverletzung und unbefugten Waffen- besitzes bestraft werden. Der Antrag lautete auf 10 Monate Gefängnis. Junger Goethe und alter Lessing. Etäatstheaier. Vom Leipziger Studiensemester ziemlich mitgenommen und mehr durch Venus als durch Wein beschädigt, kehrt der ISjährige Goethe ins Frankfurter Elternhaus zurück. Mondstrahlen bilden seinen Um- gang, da die Herzensdame von ihm zu einem zuverlässigeren Ehe- galten fortläuft. Dann rafft der Dichter sich auf, um wieder den Honoratioren der Stadt in die Häuser und Herzen zu blicken. Er sieht da ein buntes Durcheinander von kleinen Lügen und großer Aufgeblasenheit, Bankrott in den Kassen und Gemütern, einen moralischen Morast, d«n zu verspotten sein Plan wird. Lustiges Stück des Achtzehnjährigen läßt selbst den Dieb und Ein- breche? nicht verkommen. Ihm wird verzieh««, und überhaupt ziehen sich die Menschen mit ihren Spitzbübereien ganz nett aus der Affäre. Die Posse hieß„Die Mitschuldigen". Sie wurde in allen möglichen Verbalhormingen jahrzehntelang an Deutschlands Schmieren, auch unter dem Titel„Alles strafbar", aufgeführt. Goeche reimte feine Posse in Alexandrinern. Er stellte sie durch Wort und Ereignis auf die Spitze des Genres, er verzuckerte rokoto- mäßig, er vergröberte holländifch-bierbantmäßig. Das Stück blieb bis heute ein Ding des Anstoßes für die Philologen, denn sie konnten sich nicht damit abfinden, daß einige Sünden gegen das Strafgesetz- buch mit ausgelassener Komik abgehandelt werden. Deutschlands Goethe-Philologen find nämlich die sensitivsten Mitbürger, wenn sie auch in Weimar mit dem Kultusminister Frick die hanebüchenste Reaktionspolitik betreiben. Nun erweist sich die Sorge der Philologen als antiquiertes Spintisieren. Wir normalen Theaterbesucher verargen es weder dem jungen noch dem alten Goethe, daß er sich auch in großen und kleinen Banditen auskennt. Wir sehen die Posse des Jünglings heute. Da sie von dem noch immer nicht bestätigten neuen Inten- danten Legal inszeniert wird, gibt es sogar eine sehr fröhliche Wiedererweckung. Hausbackenheit untz Grazie werden gemischt. Der Regisseur profitiert von einigen guten Clownseinsällen, bei ver- dunkelter Szene macht der Gastwirt„Zum Bären" Toilette. Da er eine verrostete Trinker- und Raucherkehle sein eigen nennt, spuckt, räuspert und gurgelt er in den amüsantesten Tonarten. Legal führt am Staatstheater vorläufig Regie und Schatullen- Verwaltung mit finanzieller und künstlerisch«! Bewährungsfrist. Doch die Mühe, die er sich gibt, wird unzweifelhaft getragen von einem Manne, der sein handwert versteht. Hans L e i b e l t, Maria B a r d, Aribert Wäscher und Harlan geben unter seiner Befeuerung lautes, lockeres, be- lustigendes Chaos. Man ist erstaunt über die theatralische Wirkung, di« mit der Goetheschen Reliquie erzielt wird. Der Beifall, der die Künstler und ihrep Herrn Lberfchütkt, quillt aus uneingeschränktem Entzücken. hinterher noch die„Witwe von E p h e s u s", Lefsings Fragment, schon an einem Gedächtnisvormittag aufgeführt. Der allen Sprechkünstlern noch unvergessene Palleske stoppelte das Bruch- stück mis Spuren, Splsttern und Spreu Lefsings zusammen und rundete es mit der ihm eigentümlichen Poutine. Erfolg und Wirkung dieser Lessingschen Genieprobe wurden schon vor einigen Wochen im„Vorwärts" bestätigt. Auch die Bühnenbilder P i r ch a n s wurden gelobt. Max Hochdorf. Tingel-Tangel. Das zweite Programm. Friedrich Holländers neue Gründung neben dem Theater des Westens fing mit seinem ersten Programm sehr verheißungsvoll an: das zweite, das die Feuerprobe am Donnerstag bestand, gibt uns die Gewißheit, daß dies sehr lebendige und aktuelle Kabarett seinen Weg weitermachen wird. Es ist bewundernswert, aber vielleicht auch«in wenig«inseitig. wie dieser Friedrich Holländer den allergrößten Teil der musikalischen Kompositionen(daneben Franz Wachsmonn) und außerdem auch noch den großen Teil der Textgestaltung schafft. Er hat für beides durchaus Sinn und Begabung, Pointen liegen ihm so gut wie Refrains, und er beherrscht das Klavier wie nur einer. Das Kabarett will unterhalten und natürlich fein Publikum unterhalten. Das Tingeltangel ist auf ein aktuell gestimmtes, mit den geistigen Strömungen Groß-Berlins vertrautes Publikum zugeschnitten. Es fehlt nicht die«atire und nicht die Anklage und der Schrei. Der hier entdeckte elzemalige Hofsänger Max Baltruschat singt die Klage der Arbeitslosen nach dem Text„Du träpmst wohl, Junge". Max Fromm stimmt mit stärkster Wirkung die neue deutsche Hymne an, die in dem Refrain gipfelt„Nie wieder Krieg". Da- zwischen gibt es eine Verulkung des Stars durch Victor P a l f i. Eine etwas saftige Satire aus das Masseusentum, in der Hein S ch o o p Raffe zeigt. Ein ausgezeichneter Einfall sind die mecha- nischen Girls, die Grit und Ina van Eiben produzieren. Eine Schla�nummer ist der Buddha 1931: Theo Lingen mit sechs Armen, der die Geschäftigkeit eines modernen Generaldirektors de- monstriert. Eine Neuentdeckung ist Nju S ch i f r a, ein ausge- sprochenes Tingeltangeltalent, die in einem Chanson und einer Szene gleich starken Eindruck macht. Etwas schwächere Nummern sind ein Buchstabendrama(Gumppenbergs Drama in einem Satz war witziger) und der Sketch von einem gewisse« Herrn Bimstein. Der musikalische Eröffnungsscherz: die Worte Tingel-Tangel zu bekannten Musikstücken gesungen war allerbester Holländer. Und nicht zu vergessen: Toni v a n E y ck als Ehansonistin. Paul Nikolaus konferiert jetzt mit Witz und Humor und ist ein ausgezeichneter Filmdivektor in der Filmsatire„Die Musterkollektion". r. „Weib im Dschungel." Llniversum. Seit zehn Iahren kennt eine junge Frau weiter nichts als Kautschuk, Chinesen und einen Ehemann, der kein« Zeit für sie hat. Do sucht sie sich einen Geliebten, und als er sie um einer Chinesin wjllen verläßt, erschießt sie ihn. Bor Gericht gibt sie an. in'be- rechtigter Notwehr gehandelt zu haben. Si« wird freigesprochen. Doch hat die Chinesin einen belastenden Brief in Händen, von dem der Ehemann Kenntnis erhält. Er übergibt die Mörderin nicht dem Gericht,«r wirft die ungetreue Frau auch nicht aus dem Haufe, er zwingt sie. in der Einsamkeit weiter zu leben. Bei der Verfilmung dieses nicht alltäglichen Manuskripts stand das Gelingen leider nicht Pate. Unter dem Massenangebot von stummen Filmen fielen bislang di« Arbeiten des Regisseurs Dimitri B u ch v w e tz k i immer angenehm auf. Cr besaß gutes Hand- werkliches und starkes künstlerisches Können. Er bescherte uns manche entzückende Augenfreud«. Beim Tonfilm aber läßt er seine eigene große Begabung vollends unbeachlet. Er kennt keinen anderen Ehr- geiz, als das Theater zu ersetz'en. Das ist bestimmt ein falscher Weg. Der Tonfilm kann wohl zum Konkurrenten des Theaters werden, aber niemals sein Ersatz sein. Interessant sind die chinesischen Darsteller, während Charlotte Ander ihre Rolle nicht befriedigend erfaßt. Die Dialoge sind erfreulicherweis« nicht gekünstelt, jedoch zu vulgär. Di« Uebertraguna ist so, daß man jedes Wort versteht, doch klingen alle Stimmen blechern. Bei diesem konservierten Theater fehlen auf das fühlbarste Plastik und Farbe, und ebenso fehlt der Reiz des Einmaligen. Das mit dem Film unzufriedene Publikum wurde durch eine erstklassige Bühnenschau reichlich entschädigt. c. b. „Seitensprünge." llT Kursürffendamm. Der Versuch zu einem Kammerlustspiel, allerdings mit völlig unzureichenden Mitteln. Di« Katastrophe wird durch das Manu- skript verursacht, um das sich sogar vier Herren bemühen. Aus dein Stoff ginge vielleicht etwas zu machen, wenn er nicht in das alte Schema eingezwängt würde. Nach zehnjähriger Eh« entdecken die beiden Partner die erotischen Reize anderer Leute, trennen sich und kehren einige Zeit später relunütig zueinander zurück. Die„Moral" ist gerettet. Nichts Originelles, besonders da die wichtigsten Stationen dieses Weges unterschlagen werden. Es geschieht alles plötzlich und abgerissen. Man zeigt ein paar Situationen, in der üblichen Lustspielmanier gehalten, unterschlägt aber das Interessante, nämlich die Entwicklung dorthin. Dem Manu- skript fehlt jed« künstlerische Prägung, es bringt nur di« verstaubten Requisiten der Wirkung: Bars, Eintänzer, Lebegreise und viel Ele- ganz. Die dekorative Aufmachung entspricht dem Wunschtraum des kleinen Moritz Wiederholungen häufen sich außerdem, Wieder- holungen, die einen komischen Vorgang nicht steigern, sondern ab- schwächen. Ein Rechenfehler der Regie Stefan Szekelys, der auch aus den Schauspielen nichts zu machen versteht. Selbstoer- stündlich daß ein solcher Film Angestellte und ähnliche dienende Geister als lächerliche Figuren hinstellt., Die Schauspieler bleiben blaß. W a l l b u r g findet keinen neuen Ausbruch mehr, S i m a spielt diesmal zu vorsichtig verhalten. Gerda Maurus wirkt unpersönlich. Nur Paul V i n c e n t i qls Gigolo und Paul K e m p, der kleine, übersehen« und ewig hungrige Archi- tekturzeichner, das verprügelte Iungchen, kommen zu einer indioi« duellen Gcstaltuna 17. Scb. Reue Entdeckungen am Südpol. Der Führer hes aus den antark- tischen Gewässern nach hobart(Tasmanien) zurückgekehrten englischen Forschungsschiffes„Discovery", Douglas Mawson, erklärte, daß di« Expedition zahlreiche Entdeckungen von Neuland gemacht habe. Auch habe sie seit ihrer letzten Reise eine Verschiebung des magnetischen Südpols um 100 Meilen nach Nordwesten festgestellt. Lleberstunden bis in die Nacht! Bei fünf Millionen Arbeitslosen. Wie uns mitgetcilt wird, müssen die Frauen in der bekannten Schokoladenfabrik Trumpf, Weißensee, die Nächte hin- durch arbeiten. Bis zu 2l) lleberstunden in der Woche werden von den dort Beschäftigte!? oerlangt. Sonntags- arbeit ist keine Seltenheit Die Firma scheint nicht zu wissen, daß es in Deutschland Z Mil- lionen Arbeitslose gibt. Die Gewerbe-Jnspeition muß sich diesen Betrieb einmal etwas genauer ansehen. Aber auch die Oefsentlichkeit, on die sich ja ei?« Schokoladenfabrik mit Borliebe wendet, hat ein Recht darauf, daß ihre Empfindungen nicht so offensichtlich verletzt werden, wie es m diesem Fall« geschieht. Wieder eine pleiie der NGO. Bremen, 20. Marz.(Eigenbericht.) Die Betriebsratswahlen bei der A.-G. Wsser-Bremen haben folgsirdes Ergebnis: Ehriftliche Gewerkschaften 56 Stimmen (0 Sitze), freie Gewerkschaften 1122 Stimmen(13 Sitze), NGO. 132 Stimmen(1 Sitz). Das Ergebnis im Borjechr war: Fr«ie Gewerkschaften 1383 Stimmen(10 Sitze), KPD.-List« 829 Stimmen (5 Sitze). Die Angcstelltenwahlcn hatten folgendes Ergebnis: AfA.-Liste 270 Stimmen(5 Sitze), bürgerliche Gewcrkschastsliste 166 Stimme?,(3 Sitze). Das Wahlergebnis ist ein Erfolg der freien Gewerkschaften und eine schwere Niederlage besonders für die kommunistische NGO. Ais 7 proz. Lohnabbau bei der Neichsbahn. Stärkster Lohnabbau bei den am schlechtesten Entlohnten. Zu dem Schiedsspruch für den Neichsbahnbekrieb, den wir IN rrnscrer Morgenausgabe bereits veröffentlichten, werden uns vom Eiichcitsverband der Eisenbahner noch folgende Einzeiheilen mitgeteilt: Praktisch wird durch den Schiedsspruch der Lohn für einen Teil der Eisenbahner um 4 Pf., für einen anderen Teil um 5 Pf.\jnb für die übrigen mn 6 Pf. pro Stunde gekürzt. Für viele und gerade für die an, schlechtesten bezahlten Arbeiter tritt durch den Schieds- fpruch ein« Lohnkürzung bis z u 7 Proz. ein. Eigenartig in dieser Angelegenheit ist das Verhallen des Reichs- arbeitsininssters. Obwohl die am Tarifvertrag beteiligten Eisen- bahncrorgonisationen. d. h. außer dem sreigewerkschaftlichen Ein- heitsverband auch die christliche Gewerkschaft deutscher Eisen- bahner und der H i rfch-D u nck« rsche Allgemein« Eisenbahneroerband bei dem Rcichsarbeitsminister«inen wohlbegründeten Protest gegen die Ernennung Dr. Völkers zum Schlichter er- hoben hatten, hat es der Reichsarbeitsminister nicht für notwendig gehalten, den Organisationen auch nur eine Avtrvort zuteil werden zu lassen! Es ist die Frage erlaubt, ob auch die R e ich sb ahnv« r» w a l t u n g(ober eine Unternehinerovganisation) ohne Antwort geblieben wäre, wenn sie gegen die Ernennung eines Schlichters Einspruch erhoben hätte. Diese Frage wird freilich niemals praktische Bedeutung erlangen, da das Reichsarbeitsminifterium vor der Cr- nennung eines Schlichters auf die Wünsche der Houpiverwaltunz gebührende Rücksicht nimmt. Wieder kein Schiedsspruch in der Holzindustrie Nochmaliger Versuch nächste Woche. Di« Berhandlirngen vor der Schlichtung stammer zur Beilegung des Lohn- intb Manteltarifftreites in der Berliner H o l z i n d u- i stri«, die in der vorigen Woche vertagt wurden, sind gestern fori- gesetzt morden. Nach mehr als dreistündigen Beratungen war cs auch gestern wieder nicht möglich, zu einer Ucberbrückung der Wogen- fotze zwischen den Beisitzern der Kammer oder zu irgend ci-ter Mehrheit für den Schiedsspruch zu kommen. Die Schlichtunqs- kammcr will in der nächsten Woche nochmals zusammentreten, um dann eine endgültige Entscheidung zu treffen. Generalstreik fast unvermeidlich. Im französischen Sergbau. Paris. 20. März.(Eigenbericht.) Die Lohiwer>handl?mZen zwischen den Vertretern der nord- französischen Grubenarbeiter und den Bergwerksgesellschasten sind ergebnislos abgebrochen worden. Trotz der Proteste der Arbeiter erklärt« die llnternehmerdelegation. daß die beabsichtigte Lohnkürzung in zwei Etappen durchgeführt werden würde. Die erste Herabsetzung solle am 23. März vorgeiwinmen wenden, die zweite an einem späteren Datum. Infolge dieses Beschlusses ist mit ziem» kicher Sicherheit mit dem General st reik am 3 0. März zu rechnen. Eine außerordentliche Borstandssitzung der nordfronzöstschen Grubenarbeitevgewerkschasten wird am Sonntag stattfinden, um einen endgültigen Beschluß zu fassen. NGO. nicht tarisfähig. Auch ihre.Einheitsverbände" nicht. Eine Lohnklagc vor dem Kölner Arbeitsgericht Hai das von neuem bestätigt. Es handelt sich um die Klage eines Notstands- arbciters gegen die Stadtverwaltung auf Zahlung eines Lohnrestes. Als Rechtsbeistond des Klägers trat ein früheres Mitglied des Ar- beiterrats der Notstandsarbeiter auf. Cr erklärte auf Befragen des Borsitzenden, daß er Mitglied der NGO. sei. Daraufhin wurde er als R e ch t s b c i st a n d durch Gerichtsbeschluß abgelehnt. Iii der Begründung des Beschlusses wixd auf eine Entscheidung des Reichsarbsitsgerichts hingewiesen, worin es heißt, daß die sogenannte revolutionäre Gewerkschaftsopposttion nicht tarisfähig sei und ihre Vertreter bei den Arbeitsgerichten nicht zu, gelassen werden köimten. Es sei mit dem Wesen des Tarifvertrages nicht zu vereinbaren, daß Gruppen als Partner auftreten, die ihre Ziele mit allen Mitteln der direkten Aktion zu erreichen versuchen. Die Gewähr der Toriftreue sei in diesem Falle nicht g c- geben, und daraus folge für die andere Seite der Verlust der Rechte des Vertrags. 22. Abt. Berichtigung: Einäscherung des verstorbenen Genossen Dehnen nicht Sonnabend, sondern heute, Freitag. 17>- Uhr, Krcma- torium Gerichtstroßc. Wetter für Berlin: Trocken und l>eiter, in den Mittagsstunde!, mäßig warm.— Für Deutschland: Ucberall weiterhin beständig, im Nordosten noch ziemlich strenge Nachtfröste, sonst nur leichte Booen- s röste. kreitan, 20. März. Berlin. 15.M Dr. lluxa Lsclimanskl: Frau und Buch. 15.40 Karl Werner tierlan: Fatlschintiabsprüase. 16.05 Dr. Ernst Cohn-Wiener: Palästina und Syrien. 16.50 Musikalisches Masarin. UJS Jusendstundo Sevilla und die nächtliche Prozession. 17.45 Lieder zur Laute. 15.00 Wird eiKcntlich zuviel ecdruckt? 18.70 Unterhaltungsmusik. 10 45 Macdeburc. Ouerschnill durch eine Stadt. 71.10 Budapester Streichquartett. Königs Wusterhausen. 9.00 Schulfunk. Stunde für das Deutschtum im Ausland. 9.30 Von Breslau; OroBe Jugendkundgebung, 10. Gedenktag der ober- schlesischen Abstimmung. 11.30 Landwirtschaft. 15.00 Jungmädchenstunde. Ruth Rogalh Wie sorge ich für meine Aussteuer? 15.45 Jugendstunde. Frithiof Wagner: Pferdediebe in Texas. 16.00 Dr. Klatt; Arbeitszeit und Freizeit 17.30 Prof. Mersmann: Einführung in die neue Musik. 18.00 Karl Hausser: Das Handwerk und die anderen Bcrufsständc. 18.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.00 Dr. Draht. Dr. Jahn. Anna Geyer: Doppeiverdiencrtura und Arbeitslosigkeit(Drcigespräch). 71.00 Von Köln:..Reibe 13— Platz 13". SeroittBotfL für die Redaktion: Serbert Lcprre, Berlin:.'Anzeigen: Tb. Slode. Berlin. Serie«: Vorwärts Verla«©. tn. b. Sä.. Berlin. Druck: Varwärls Sudi. druckerei und Bzrlagsanstalt Paul Singer 6- Co.. Berlin EM 58. Lmteulfra&e 3. Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. März ©o ca Potsdamer Strafe 36 W. 5, 7, 9 Uhr S. 3, 5, 7. 9 Uhr 3 Tage Liebe mit K«fldar»"E Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wo 6-45. U., Sonnt ab 3 U. Nur vier Tage? Tonfilm: Crock, der Küiüg der Cloo Liane fiold Belprogr*— Faiemat. Bühnen sebaa Jugendliche haben Zutritt. mit FrlRcaenau Kronen-Lichtspiele Rhcinstr. 65 W. 7,9, Sbd., So. 5, 7. 9 Tonfilm- Brand in der Oper mit Gustav Fröhlich, Gründgens Micky Maos W Stegllt» 1 Titania-Palast Steglitz. Schioßstr.S. Ecke Gutsmuthsstr IVO proz. Tonlnstspiel Der wahre Jakob mit Anny Ablers, Ralph A. Roberts. Fcltz Brcssart, Fant HenkeU Gn:es Beiprogramm W Znhiendorf-Mitte"k 7«.Ii Wochentags 7, 9.10 Uhi Sonntags 5. 7, 9.1 v Uhr Potsdamer Str. 50 Stg. 230 Jugcndv Tonopereue: Liebesparade mit Maurice Chevalier Beiprogramm Th. am Moritzplatz 3eg.: Wöchig ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Großtonfilm: Afrika spricht! Pamler(Das Dach der Welt) CZZZ�E�Iül�D Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraßt Werktags ir r Uhr, Sonntags 3 Uhr Liebe auf Befehl mit Olga Tachcdbowa Beiprogramm Bfihneaschaa Wochent. 6.45, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Kukuk KottbusserDamm 92 Großtonfilm: Drei Tage Liebe mit Hans Albcrs. Käthe Dorsch, Trude Berliner Beiprogramm Cva.mla{nVi Wochent. 6.45, 9 U. LrAA-ClSlUr Sonntags 3, 5, 7. 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm; Schuberts Frthlingstri mit JAken- Variete mit Chaplin Jugendliche haben Zutritt Stern« Hermanmirahe 49 Wo. 6,45, 9. Sbd. 5. 7, 9. Stg. 3, 5, 7. 9 Uhr lOOpror. Tonfilm; Siflrmc Ober dem Monlblanc mit Lenl Riefensiabl, Beiprogramm-- Jugendl. bab. Zutritt ■«OfQ'fn 1 Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhol Beginn Wochentags; 6-30 und 9 Uhr Sonntags; 3, 5, 7. 9 Uhr 100 proz. Tonfilm: i Tage Liebe mit Haas Albers. Halbe Dorsch BObnensdhan Luisen-Theater Reichenbergcr Str. 34 Anf.W. 630 u-9 U. Stg. 3, 3. 7, 9 U. 100 proz. Tonfilm: Zweierlei Moral mit£«da Brink« W. RiUa Beiprogramm— Bfihncnscbao Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 v. Sonntags ab 3 Uhr IVO proz Tonlustspiel: Moritz maiht »ein GlOck mit Siegfried Arn« Beiprogtamm— Auf der Bühne: Lustige» Intermezzo Im Senderaum Jugendliche haben Zutritt Luna-Palast Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: 3 Tage Liebe mit Küthe Dorsch, Han» Albers Bühne: Wllh.Beiidow, Willy Rosen Frankenburg, sahne Große Frankfurter Straße 74 W. 6, 9, Stg. ab 5 Uhr. Stg 3 Uhr Jugendv lOOpror. Tonfilm: Zwei Menschen mit Chart. Snaa, Gustav Fröhlich Bühne: Groge Revue Schwarzer Adler LA« Woch. 5, 7. 8. 45. Sonntg. 3. 5, 7, 8.45 Afrika spricht! (Das Paradies der Hölle) T onbcipr ogr amm Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6 U.. Stg. ab 3 U. 100 proz. Tonfilm: Tlndel-Tang�l mit Eds. Pinafoff, Kampers Erde(Russcnfilm).— Bühne Sternwarte— Treptow Sonnabend 4, S, Sonntag 4. 6, 8 Uhr Eine Fuchsjagd auf Schneeschuhen durchs Engadln(Film;. «Liysiom Prenzlauer Allee 56 W. 5.15. 7. 9.15. S 3.15. 5. 7.15, 9.15 Uhr Sonntag 3.15 Jugendvorstellung Grock Groge Bühncxisthan— Jugdl. Zulritt FIora-Lichtsp. L�lb4�V Wo. 6J0, 9, Sbd. ab 5, Sonnt ab 3 Uhr. Afrika spricht(Das Paradies d. Hölle! Das Urigeheucrlichste, das je gezeict wurde! ■■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochenigs. 6 30 U, Sbds. 5. Stgs. 3 U. 100 proz. Tonfilm; Drei Tage Liebe mit Hans Alben Käthe Dorsch, Trude Berliner, Faul Samson-Köm er Dazu da» gute Beiprogramm Bfihne; Z gr. V ari ctö- Altrak tioneu Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, 7, ca 8.45. Stg. 3, 5. 7, 8.45 U. Tonf.-Oper.: Das Land des LIchelns mit Klcnard Tauber. Margit Snchy Touheiprogramm— Jugendl. Zutr. W Zentrum Babylon, am Bülowplaiz Wochentags 5 U., Sonntags 3, letzte 9.10 U. 100 proz. Tonfilm: Liebe auf Befehl mit O. Tschechowa, Riemann Bühne: Varleli g Neu-llehtnnberg Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 Woch 5, 7, 9 U. Stg 3, 5, 7, 9 U 100 piOZ.Tonf.: Die Prlvatsekretarln mit Renate Müller, Felix Brcssart Tontilmbciprogramm Kino Busch sÄttUl' Alt-Friedrichsfelde.< Jennys Bummel durch d. Männner m.H. Halm, T. V. Aallcu.— Die flieg. Flotte m. Ramon Novarra.— Beipr. W WelOen'zee~k Schloßpark Film-Bühne Berliner Allee 206-210 Tonfilm: Der Hampelmann m. Max Hansen— Phani. d. Glürks. Bühne Tonbciprogrcmm PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. MSrz _ Alka—.kv.» MßllerstraBe 136, Alnamora Ecke Seestraße Wochent. A 7, 9 U., Sonnt. 3, 5, 7, 9 F. f onsslm: Da» alte Lied mit L. Dagover Der Dracheniöter m. Harald Lloyd Pharus-Lichtspiele Müllerstr.142 W.5,7,9U� Stg. 3,5.7. 9 U. Grock in seinem großen Tonfilm mit Liane Haid— Jugendliche Zutritt! Grones Beiprogramm Pratcr-Lichtspiel-Palast Kastanicnallec 7-8 W. ab 6. Stgs. 4 U. Das hellige Schweigen. Hy&nen der See. Vergnügte Standen m Chaplin Bühne: Aaridis bante Bilderbogen Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. 21/2 U. Tonfilm: Ihre Majcatftt die Liebe m. RobcrlSp K. v. Nagy. Lederer Lohntag m. Chaplin. Bühne: Variete Pank« iZ3 Palast-Thcatcr Breite Straße 21 a W. 7 u. 9. Stg. 5,7,9 100 proz-Tonfilm: Die Privaljckreldr. mit Renate MflUer, Felix Bressart B&baenschan � Nlecaerichönhauien b Film-Palast.NÄ;u«n Blankenburger Str.■» Sonnt. Z1* Jgd.-V. Wochent, 6«J0 8 45. Sonnt 4.30, 6 45, 9 U. Tonfilm: Stürme über d. Monlblanc Tonbeiprogramm— Jugendl Zutritt! g Tegel Filmpalast Tegel sua"e°f' Stg». 2 U. Jgd.-VorsL w.6, Stg. 4'.« U. Tonfilm: 1000 Worte Deutsch mit Pat und Patacfaon— Der Unglücksrabe mit Chaplin.(./Tob is"- Apparat) Ünion-Thcater Hauptstr.i W o, gva, Stg. 4'.«. öVa. Ws U. Stg. 2 U. Jgd.-V. Kampf nm die Todcssirahlcn mil lack Hoxie Schneepiraten � Henn�gsgorr Filmpalast stg. sifv! Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vorst. Tonfilm: Die Priiratrekretärin mit Renate Müller, Felix Brczsart Beiprogramm OTAL Wegen ftuJgEbo viem?* HERREN. UND KNABEN- BEKLEIDUNGSHAUS Eckhaus Koltbusser Tor (Beilage Freitag, 20, März 1931 SprAbmO SuZIcuHSafa iuyu>äsü Do you speah english? Erfahrungen und Betrachtungen � Von Heinrieh Hemmer Was f o I f man dazu sagen? Man hat auf Französisch z«- dacht und gefühlt, auf Italienisch geträumt, und aus Englisch ein i eines Vermögen oerdient und wieder verloren. Eines Tages sitzt man dann im teuren Vaterland in einer kleinen F i s ch ba ck st u b e und beobachtet, wie das«erviersräulein zwischen 6Z- und dz-Psennig-Platten, die sie austrägt, verstohlene Blicke in ein Buch- lein wirst, betitelt:„Englisch: z u n�, S e l b st u n t e r ri ch t." Was man durch jahrzehntelanges Ohrenspitzen, durch die kompli- ziertesten Erfahrungen seiner Hände, seines Kopses und seines Herzens sich mühselig angeeignet, versucht ein couragiertes Fischback- stubensräulein— und ntit ihr wie viele eingeengte Deutsch«, die sich mit der Weltsprache die Welt erschließen wollen— einem Handbuch tu entnehmen. Ist es denn möglich, moderne Sprachen gebrauchs- fertig aus Büchern zu erlernen... und aus welche andere Weise eignet man sich im eigenen Lande eine fremde Sprache an: rasch, billig, praktisch, schmerzlos? ?llle Methoden führen natürlich in einer bestimmten Zeit oder bei bestimmten Menschen einmal zum Ziel. Ein Detmolder hat im Gefangenenlager das spanische Wörterbuch auswendig gelernt: aus Seite 37ch kurz vor dem Worte pruua(der Bauch) wurde er mahn- sinnig... aber das beweist nichts gegen diese spanische Methode, man muß sie nur durchführen können. Ich habe Englisch ursprünglich (unter Kontrolle eines Schullehrers, der selber nicht sprechen konnte) ebensalls aus Büchern gelernt oder vielmehr nicht ge- lernt. Die vorgezeichnete Missprach« löste sich in ein« Art monotones Gegurgel auf, init dem ich in England Aufsehen erregt«, als ich auf dw Frage: was dos für eine Sprache sei, entrüstet erNärt«„Eng- lisch"... und mich zu beweisen anschickte, daß ich als gewissenhafter Deutscher die Sache im Urgrund ersaßt hätte. Was ist Englisch? Alles Möglich«: eine ganze Enzyklopädie menschlicher Lebenserfahrungen. Was die Bibel unter den Büchern ist, ist Englisch unter den Sprachen. Man schöpft Un- endliches daraus, denn unendlich viel wurde hineingegossen. Ein Autor schreibt romanisierendes Englisch, daß die Franzosen die Augen ausreißen, ein anderer, nicht geringerer, g« r m a n i-- s> e r e n d e s, daß die Deutschen die Augen ausreißen. Schottisch- Englisch ist guttural(„ä breit brecht nmiilecht necht", sagt der Schotte für eine schöne Mondnacht). Die Iren rollen das„SR", das die Engländer butterweich wie ein„W" aussprechen... die Cockneys nehmen die„H" überall weg, wo sie hingehören, um sie dort hin- zustecken, wo sie nicht hingehären, außerdem sagen sie laidv statt lädy, was«in« Lady aufschreien läßt: die„A c m- z» ö r i k a n s"(USA.) sprechen mit starren Lippen durch die Aas«... und was sie und die breitspurig speakenden Australier sich für ein spezifisches Jargon leisten, darüber kann man Bände schreiben. Das SR o w d y e n g l i s ch ist wohl die unflätigste menschliche Ausdrucks- mtf«, j ejrem Substantiv geht ein Fluch oder ein« Zote bis Assirum voran... und«ine zjmperliche Miß spricht eine fast äthe- rifche, hauchzart« Sprache. Wie will sich in dieftr Gesellschaft ein Fischbacksttibensräulein zurechtfinden?— Ein neutrales Bücher- rnglifch existiert(außerhalb der Bücher) überhaupt nicht. Es gibt als Norm nur ein in den Schulen, auch den entlegensten, mit mehr oder weniger Klangfarbe geleqrtcs„seines" Englisch, die G e s e l l s ch a s t s s p r o ch e, von vielen, leider auch kolonialen Kreisen snobistisch kopiert und als Kriterium, sozusagen als Paßport der Dollgülttgkeit angesehen. Si« inachen den Mund aus und sind erkannt, taxiert. Dos ist ja der Mühlstein um den Hals der eng- tischen Demokratie, daß die Konversationssprach«, das, was wir die Sprad>e der. Gebildeten nennen, drüben eine Salonsprach«, eine ?lristokraiensprache ist, ähnlich wie im alten Oesterreich. Man hört sie(so verhaßt sie dort auch ist) im australischen Busch wie i» einer burmesischen Bar, und auch der Tramp kehrt in Frauen- eescllschast nickst selten den«entlemon heraus Jedenfalls ist die Sprechweise im Englisihen efira konventionelle, sehr eigenartige, insulare, splecnische, rassimert moduliert« und zu- gleich im. Grundton spießerische, man kommt ihr nicht mit der Gram- inatik, auch nicht der Korwersatiansarammatik bei(mit der man, wer lie Aussprache ersaßt hat, in Frankreich und Italien den Bogel ab- schießen kann)... aber, so weit meine Erfahrung reicht, ganz gut aus andere Weise. Man lernt, wenn Sie mir glauben wollen, English speaken, durch Vorkauen, durch Demonstrieren, wie die dazugehörigen Tisch- monieren und Umgangsformen. Kein Wort darf über Ihre Lippen kommen, Mamsell, das Sie nickst als reifes Klanggebilde vom leben- digen Baum« d«r Sprache gepflückt haben. Irgendein perfekter English speaker wird Ihnen heut« gerne für ein Fischessen die nötigen zwei Viertelstunden die Woche etwas zum Nachplappern vorplappern: klar, scharf akzentuiert, selbstverständlich und komfortabel klingend. Kein Wort auch, Mamsell, ohne illustrativen Satz, und keinen Satz, der den barocken englischen Idiomen aus dem Wege geht, der wie Ihre übersetzt klingenden Lehrbuchphrasen auskneist, sich hinter eine grammatikalische Regel versteckt. Erfahrenvar. eh« es in Massen auftauchte,«in rauch schnaubendes weißes Wohn-Walroß, aber Zeder Wilde weih natürlich, daß«in Anto ein motor-car ist und jeder informiertere Weiße, daß für ihn zu seinesgleichen Pigeon English einer Rassensünde gleichkäme Was ich dem armen Backftschfräulein zumuten würde gleich zu Ansang als unsezierten Brocken zu schlucken, wie unverdaulich das ist, dürfte sie gar nicht gewahr werden. In den ersten vier, fünf Stunden tobt eine Schlacht, in der«in« Operotionsbasis im fremden Gebiete gewaltsam angeeignet werden muß, von der aus kreisförmig das Terrain zu erweitern ist. Ich erweitere den Wifsenskreis, nad) Analogien fortschreitend, durch niedergeschrieben« Gespräche, die dem Interejsenkreis des Sprachaspiranten folgen, also vorerst nichts dem Herzen eines Fisch- backstubcnfräitlems Abträgliches enthielten und erst allmählich auf Fernes, Vergangenes, Abstraktes überglestcn. Ich würde es als meine Pflicht erachten, die Fischmamsell gleichzeitig in die nicht sehr tiefen Geheimnisse des englischen Konversation« st ils einzuweihen. Sic darüber aufzuklären, daß Hoev-do you-do, im Eintreten oder vorübergehend gesagt(tein noch so gut spcakcnder Schweizer Hoteldirektor weiß es) ein mit denselben Worten zu beantwortender Gruß ist und das langweilige Gequake über das Wetter nur eine Einleitung zu einem persönlichen Gespräch. Nach einem halben Jahr könnte das Fischfräulein mit jeden: ein- tretenden Engländer fertig werden: zunial englische Tischgäste eine sehr zahme Sorte sind und das T r i n kg e ld verschämt unter den Teller legen. Es wäre alsdann Zeit— nicht, nein, um Gotteswillen nicht einen der von miserablem Deutsch-Engkisch widerhallenden Sprechzirkel aufzusuchen... sondern sich an eng- lisch« Kreise. oder alleinkreisende Engländer heranzupürschen, die ihr Englisch noch nicht durch Unterrickstgeben verdorben haben. Eh« Sie sich dann kopfüber in die englische Literatur stürzen und Grammatiken mit Nutzen und Interesse zur Hand nehmen, Fräulein, müssen Sie noch diese höhere Weche erleben: Sonn- abend oder Sonntag von 4 bis 6 englisch zu fühlen, zu sehen, mit- zneinpsindcn, aus Englisch gerührt zu werden und zu lachen... die Komödien dieses Ksmödienvolkes müssen Sie sehen: und Sie kommen ihm gleich im: viele hundert Meilen näher. Sollte man- für möglich halten: hier in Berlin..., wie voll das Theaterchen ist, alles Stammkunden, solid« Weiterlcrner, unentwegte English speaker: ja, man ist bei der Sache. Das Pardzen zu unserer Rechten übersetzt sogar seine Liehe auf Englisch, und links der Graukopf liest im Textbuch mit und hat das ircroencrlösend« kleine Oxford dictionnary ju seiner Assistenz, das ihm alles Eng- tische aus Englisch erklärt. Und nun beobachten Sie aus der Bühne, diese raffinierte Schlichtheit, diese genau ausbalancierte Art. gewisse Dinge zu sagen. durchblicken zu lasten, zu verschweigen: wie«in nationaler Rhyih- inus wirkt der englische Konvcrsationsstil. Die Form wird im Affekt durchbrochen, aber nicht zerstört. Leicht findet man zurück zu ihr. wenn die Hausfrau im Augenblick, wo olles drunter und drüber geht, sagt: setzen wir uns erst alle einmal ruhig zum Lunch: „Das kann nie schade n." Sollte man«s für möglich halten, daß diese fid) so typisch englisch gehabenden nondstilanten Sd>auspieler— Deutsche sind?... sogar die urenglische blond« Schönheit mit dein englischen Namen, die gar keine Rolle, sondern nur sich selbst zu spielen scheint! Vielleicht stellen die echten Gebärden mit der edsten Sprache von selbst sich ein... in den übersetzten englischen Stücken sucht, man sie auf den Berliner Bühnen vergebens... Und der begeistert« Applaus. Ein junger Enthusiast ließ es sich nicht nehmen, mich, den er für einen in Berlin nerlmcnen Engländer hielt, zur U-Bahn zu bringen und goß während der Fahrt sein ganzes schepperiges Schulenglisch über mich aus... ich hotte nicht den Mut, ihn zu«nttäusdicn und gab mich als verbohrten Briten... So lernen Sie Englisch beherrschen: immer von einer Hand in die andere schlüpfend, in die englische, in die deutsch«, in die eng- lisch«: id) habe es 20 Jahre lang gemocht.... Was sagen Sie, Fräulein... verdiencn? Es gibt so viele(aus allen Teilen der Welt) riicktransportierte deutsche English speaker, die dos englische Lied in ollen Tonarten und mit allen Finessen vorsingen, ---- was soll man da verdiencn? Id) bekomme olle drei Monate xin vier Seiten langes verklausuliertes Fachmanuskript, reiße wie ein Löwe die Satzmonstren auseinander, übersetze sie in vernünftiges Deutsd)... dieses in amerikanischen Zcitungsjargon und erhalte dann, erschöpft auf dem Boden liegend, 1» Mark „Honorar". Aber jetzt muß ich Sie ernstlich bitten, Fräulein:„Sind Sie nicht gehend mir zu kriegen einigen Fisch? Ich habe keine mehr Zeit!" Die Schicksalsstunde der Republikoper Wird die Oper am Platz der Republik diese Spielzeit überleben Die Frage steht unmittelbar vor der Entscheidung. Der Landtag hat sie jetzt zu treffen. Ein Antrag des Zentrums liegt. vor, der die Auflösung des staatlichen Opcrnbctri« bc s.fordert. Die parlamen- tarffchc SstyKttan wird durch die' Angelegenheit-.des-nriien Volks- bühnenverteoges kompttziert, nachdem� dfc. Ajspiunnuyg im Plenum durch die Obstruktion der oppositionellen Parteien von neuem vcr- hindert worden ist. Aber durch die Genehmigung dieses Vertrages würde das Schicksal der Republikopcr nicht besiegelt. Es ist daran zu«rinnern, daß der Borstand der Volksbühne vor kurzem, um jeder Art von böswilligem Mißverständnis vorzubeugen, ausdrücklich erklärt hat:„Die Dolks-bühnc kämpft nicht gegen die Fortführung der.Krolloper." lind mit erfreulicher Deutlichkeit hat Genosse König jüngst im Landtag ausgesprochen: daß die sozialdemokratische Fraktion sich selbstverständlich für die Annahme des Vertrages ein- setzen werde: daß aber, unabhängig davon. Mittel und Wege gesucht werden müssen, um den Betrieb der Republikoper zu erholten. Das ist genau der Standpunkt, den wir eingenommen haben, seit die Ein- l)eit von Volksbühne und Republikoper in Frage gestellt war.„Für uns werden Republckopcr und Bolksbühne nie ein Entweder-Oder darstellen, sondern die Forderung eines Sowohl-Als-auch"— schrieb der„Vorwärts" am l. November des vorigen Jahres. D i e F o r d c- rung besteht heute wie damals. Man weiß, welche ideellen und kulturellen SWerte auf dem Spiel stehen. Aber mit ideellen und kulturellen Argumenten sind die Gegner nicht zu überzeugen.„Reden wir aiso nicht mehr von den künstle- risehen Leisttingen der SRepublikoper: nicht mehr von dem Vorbild von Ensemble kirnst und künstlerischem Gemrinsehoftsgeist, das K l« m p e r« r und seine Mitarbeiter geschaffen haben: von d«n Beispiel der strengen Kiinstmornl und des konzessionslosen Ernst-«, dos hier der ganzen Opernwelt gegeben wird: nicht davon, daß diese Oper die beste von Berlin ist, das sortschrittlichst« Operntheater Deutschlands, das erste, dos mit der Tradition des alten Hoscheaters, mit dem System der Repertoirefchlamperei gebrochen hat, das erste und bahnbrechende Beispiel einer staatlichen Theaterorganisation auf zeitgemäßer Basis... Di« Republikoper soll geopfert werden— welchen Erwägungen, welchen Notwendigkeiten?" So haben wir vor fünf Monaten gefragt. Zwingende finanzielle Erwägungen? Es ist nicht wahr, daß die Schließung der Republikoper einer finan- zielleu Notwendigkeit entspricht. Auch das ist hier festgestellt und ziffernmäßig belegt worden. Die jährlichen Ausgaben, die zur Zeit der Opernbetrieb er- fordert, sind im Haushaltsplan mit 2 l<)8 286 M. beziffert. Diesem Betrag, der von den dauernden Ausgaben abgesetzt worden ist, steht für den gedachten Fall der Schließung ein„Abwicklungs- fonbs" in Höhe von 1 l17 100 M. gegenüber. Dazu kommt als weitere Belastung die Summe, die sich nach der Schließung durch den Ausfall der bisherigen Einnahmen ergeben würde. Für diesen Einnahmeaussall sind 990 565 M. vorgesehen. Der Betrag war- erheblich höher, wenn nicht für die ersten drei Monat« des Rech- nungsjahres, 1. April bis 1. Juli, noch mit den normalen Ein- nahmen gerechnet wäre. Aber auch so ergibt sich: Abwicklung.............. 1 117 100 33!. Eimiahmeaussall............ 990 565 M._ Summe............... 2 107 665 M. Ausgaben bei Fortsetzung des Betriebes... 2 108 286 M._ Keine Deckung vorhanden für....... 621- M. Es darf erlaubt sein, in diesem Augenblick den Disserenzbetrag von 621 M. nicht für entscheidend zu halten. So zeigt sich also, daß es nur nötig wäre, auf Grund der Zahlen des neuen Haushalts den allen Opernetat wiederherzustellen, und alle etotrechnerifchen Widerstände gegen die Fortführung der Oper wären überwunden. Aber mit dieser Rechnung sind die im Haushalt eingeschlossenen Möglichkeiten für die Erhaltung der Republikoper noch nicht er- schöpft. Tatsächlich soll injolge ihrer Schließung der Betrieb der Lindenaper durch zusätzliche Ausgäben von mein als einer halben Million Mark beichtet werden— durch Ausgaben, die hier schlecht- hin iiber'lüsiig wären und zu der herrschenden und gebotenen Spartendenz in alormiemidenv Mißverhäll-nis stünden. Es ist nicht M-iel gesagt, daß bei der biKh-r beiden Häusern gemeinsamen Staats- kopelle 45 bis 50 beamtete, also'unkündbare Kammermusiker--- Durchschnittsgehalt 5200 M.— durch die Schließung der Republik- oper entbehrlich würden. Und welche Ziotwendigkcit besteht, den Chor der Lindenoper, wie beabsichtigt ist, um 18 Mitglieder— Durchschnittsgcholt 4125 M.— zu vermehren? Dazu kommt der langjährige Vertrag des Generalmusikdirektors Klemperer. Selbst wenn dessen gegen ben Staat angestrengte Klage vom Arbeitsgeridst abgewiesen, also der Generalintcndanz dos Recht zugesprochen würde, ihn künstig in der Lindenaper zu beschäftigen: ganz sidicr ist, daß hier neben Kleiber und Blech noch ein Generalmusikdirektor niäst benötigt wirb. Die Summe von etwa 350 000 M., die sich nur aus den Positionen Orchester, Chor, Generalmusikdirektor herausholen läßt, wäre ohne Zweifel zweckmäßiger im Betrieb der Republikoper zu verwenden. Aber da ist nad) der neue Solistenetat, der, nur für die Lindein oper, mit 1 188 000 Mark dotiert, das heißt nur etwa um 25 Proz. niedriger ist als gegenwärtig für zwei Häuser. Von 70 Mitgliedern wird das Solopersonal aus 51 reduziert, das durchschnittlich« Jahres- «inkmmnen aber um 800 M. erhöht. Das ersel>eiiit unverständlich, wenn man sich erinnert, daß eben erst durch die Gagenkonventicm des Bühnenoereins die obere Gehaltsgrenze sehr erheblid) heruntergesetzt und damit in der Tat der Maßstab für olle Solisten- gehälter, ausgenommen allenfalls die Klasse der kleinsten Gagen, gesenkt morden ist. Mindestens 200 000 Mark könnten aus diesem Solistenetat für die'Republikoper freigemacht werden. Wie dies im einzelnen durchzusührrn wäre, braucht freilich unsere Volksvertreter nicht zu kümmern: man müßte nur den Generalimendauten Tietjett ermächtigen, über die für Oper bewilligten Mittel entsprechend zu verfügen. Während sich also zeigt, daß für die Ausgaben der Republik- oper ausreichende Deckung vorhanden ist, wirb es auf ber anderen Seite möglich fein, durch weitere Organisienmz des Besuchs ble Einnahmen erheblid) zu steigern, also für bie Zukunft den tatsächlichen Znschußbedarf wesentlich zu mindern. Es ist klar, daß es für bie Schließung der Republikoper zwingende finanziell« Gründe nicht gibt.- Ist man sich aber darüber klar, welche Folgen sid) durch die Schließung in sozialer Hinsicht ergebe» würben? Ist nian sid) klar darüber, baß Hunderte von Familien in das hofsniingslose Elend der Erwerbslosigkeit gestoßen werden sollen? Seit Monaten harrt das gesamte künstl«rjsd)c und technische Personal mit heroischer Ausdauer der Lösung der Frage entgegen, die für jeden einzelnen die oberste Daseinsfrage bedeutet. 70 Mitglieder des Chors, mehr als 50 nichtbeaintete Orchestermiisiker, 17 Solisten, fast alle künstle- rischen Vorstände, dazu etwa 100 Männer und Frauen des tech- Neschen» des Garberobe- und Hausperjonals— sie alle sind mit der Vernichtung ihrer Existenz bedroht. Denn selbstverständlich kam, nicht davon die Rede sein, daß für sie begründete Aussicht bestünde, anderweitig Beschäftigung zu finden. Zu dieser unmittelbaren kommt aber noch eine mittelbar« Wirkung, die in der heutigen Zeit durch die Schließung einer Berliner Staatcoper. durch dos vom preußischen Staat gegebene Beispiel, ausgelöst würde. Die Wirkung ! dieses Beispiels in der gesamten deutschen Theaterwelt ist in der Tat nicht abzusehen. Die Schließung der Republikoper brächte dem Staat auch für die Zukunft keine nennenswertc Ersparnis. Die Auflösung des Bc- triebe« läßt sich abwenden, ohne daß die finanziellen Dispositionen des Haushalts davon wesentlich berührt würben. Wirb sie dennoch vom Landtag bsschlossen, so wirb dos moralisch« und soziale Unheil, das daraus resultiert, sich nicht abwehre» lassen. Klaas Pringsbeim, fp&schi&hfe der Woche Von Gerhart Hermann Mostar Die Zeitungen haiien ihn alle gebracht: seinen Mord. Sie haben alle harte Worte sür seine Tat gefunden. Worte des Ab- scheus, Worte der Wut; mit Recht. Denn er ist ein Säufer, und sein Opfer war ein Reh. Nicht, daß er gewildert hätte. Das wäre so schlimm nicht ge- wesen. Das wäre über eine kleine Notiz im Lokalblatt nicht hinaus- gekommen. Wenn es überhaupt entdeckt worden wäre. Mein Gott, es gibt so viel Rehe in den Wäldern um Herzfelde und Rüdersdorf... Das ist es aber eben, daß dies Reh, dies von ihm gemordete Reh nicht in seinen Wäldern geblieben war. Eine Krankheit und ein mitleidloser Frost hatten es gelöst von dem Rudel seiner Ge- fährten: es war lahm geworden, lahm im bitterkalten Winter von neunzehnhundertachtunidzwanzig.(Das war doch übrigens der gleiche Winter, in dem er endgültig arbeitslos wurde? und in dem er end- gültig ins Sausen kam?, seltsam...) Die zarten Füße des Rehs waren schwer geworden und unbeweglich, endlich ließen sie sich nicht mehr herausziehen aus dein hohen, steifen Schnee: da war das Rudel weitergezogen und hatte sein mühsames Futter gesucht. Und das Blut begann schon langsam zu erstarren in dem einsamen, zarten Körper des verlassenen Tieres, das klagende Fiepen war schon verstummt, das weiche Auge kreiste nicht mehr suchend über die weiße Fläche— da fand es einer: ein Mensch. Es war ein reicher Mensch, er hatte ein Gut mit vielen warmen Ställen. In solch einen Stall brachte er das Reh, brachte es in die Wärme, in die tierische und verwandte Wärme der Kühe und Kälber. Und dort genas es.(Wenn aber damals nicht zufällig der Reiche das Reh gefunden hätte, sondern ein Armer, der keinen Stall— der aber Hunger hatte? Der würde es sicher seinem Hunger zu fresien gegeben haben, schon damals, und ganz gewiß hätte außer dem Förster und dem Gendarmen keiner was bei gefunden. Warum denn also jetzt, zwei Jahre später? Warum haben die Herz- felder ihn verprügeln, warum haben ihn viele sogar lynchen wollen...?) Er weiß es ganz genau, warum. Weil sie sich inzwischen an das Reh gewöhnt hatten. Und dos Reh an die Herzfelder. Wie sie es im nächsten Sommer in den Wald gebracht und freigelassen hatten, nachdem die Beine wieder gelenkig geworden waren— war es da nicht wiedergekommen? Und seither bei den Menschen geblieben? Das hatte ihnen natürlich geschmeichelt, den Weibern, und den Männern erst recht; das hatte sie gerührt. O je, wenn ihn da- mols, als er arbeitslos wurde, nur auch so ein Reicher auf- gefunden und in sein Haus geschleppt hätte, und da hätte er zu essen bekommen... wäre er etwa weggelaufen? Wäre er über- Haupt ins Saufen geraten, wenn er zu essen gehabt hätte? Aber niemand las ihn auf. Niemand gab ihm Wärme als der Schnaps, niemand Mitleid als der Wirt. Er wurde nicht schöner bei diesem Leben, ganz gewiß nicht, innerlich nicht und äußerlich nicht. Das fiel ihm immer besonders auf, wenn er in den Straßen von Herzfelde das Reh traf. Wie zart, zierlich, wie... schön war das doch... wie derb, roh, häß- lich war doch er... Wie menschlich war das Reh, und es war doch das Tier— wie tierisch war er, und war doch der Mensch von ihnen beiden... Die Sonntagsausfliügler aus Berlin streichrlten das Reh, wo sie es sahen, und fütterten es. Wenn sie dann gerührt waren durch des Tieres Zartheit und Lieblichkeit, warfen sie dem Menschen wohl einen Fünfer mehr in die bettelnde Hand. Er vertrank auch den. Er hielt sich immer in der Näh« des Rehs auf. Er mußte ihm dankbar fein, denn es sorgte ja gewisser- maßen für ihn. Er wußte selbst nie, warum er es nicht war. Warum immer so etwas wie— jawohl, wie ein richtiger Haß da war. Gegen alle guten Gedanken, gegen alle Vernunft. Zwei Jahre lang hat er diesen Haß auszehalten, ohne ihn zu befriedigen. Er würde ihn auch heute noch mit sich herumtragen, wenn er immer genug zu essen gehabt hätte. Oder, was wichtiger ist: genug zu trinken. Wenn er betrunken war, dann war er der gutmüligste Mensch von der Welt. Jawohl. War er. Dann hatte er immer Lust, das Reh zu streicheln, gut zu ihm zu sein, obwohl es feine armselige Güte nicht brauchte; es hatte ja so viel davon... Aber wenn er betrunken war, war das Reh nie bei ihm. Immerhin: wie das gestern so schnell gekommen war... Das konnte nur geschehen, weil er zu lange, viel zu lange nichts ge- trunken hatte. Weil sie ihn ausgesteuert hatten» endgültig und voll- stündig, und weil sich auch die Wohltätigen seiner nicht mehr an- nahmen, da er ja doch ein unverbesserlicher Tunichtgut und Trunken- bcld war. Das war wohl richtig; wie lange mochte das her sein, die Zeit, da man ihn noch hätte bessern können...? Wie er durch die Straßen geschlappt war, den Frost des Winter- tags in den klammen Gliedern, den Frost dieser Gedanken im tauben, lahmen Hirn, voll Sucht und Sehnsucht nach Wärme-- da war ihm das Reh begegnet. Es sah chn an aus seinen weichen, gar nicht mehr scheuen, fast schon menschlich gewordenen Augen; es kannte ihn ja auch, weil er im Sommer so oft um es war. Er lockte es mit Worten und Gebärden, und es folgte ihm. Er erschrack, wie er das sah. Wenn es ihm doch nicht folgen wollte. Sie waren am Rande des Ortes, nach wenigen Schritten waren sie im Wald, niemand konnte beobachten, was er dort tat. Wenn sie doch lieber inmitten des Dorfes wären. Wenn ihm doch einer jetzt zwanzig Pfennig gäbe, nur zwanzig oder fünfzehn Pfennig, nur für ein Glas Schnaps. Es war ja bloß, well er keinen Schnaps hatte... Aber freilich: das war nur ein Glas, ein win- ziges; was half das? Aber einmal viel Schnaps haben, so viel Schnaps, wie man wollt«... ach! Sie sind... sie sind im Wald. Er und das Reh. Er streichelt noch immer über das Fell, gedankenlos— es ist glatt und gepflegt; da muß wohl einer oder eine im Ort fein, einer oder eine mit einem Kamm, und da wird es dann gekämmt, und da wird wohl große Trauer sein, wenn es tot ist. In B e r l i n, am Schlefischen Bahn- hos, da kann man alle mögliche Ware loswerden, und überdies ist der Schnaps da billig. Verflucht kalt ist es, man könnte auch was Warmes außenrum brauchen, das würde vielleicht auch abfallen... Aber es ist doch nicht fo katt wie vor zwei Jahren, wo es gefunden wurde... Wem gehört es denn eigentlich? Keinem! Na also! Es frißt bloß und tut nichts. Ob es wohl, ob es wohl vielleicht die alte Großmutter in der Gasse dahinten ist, die das Reh kämmt? Oder vielleicht auch ein kleines Kind...? Das kann man sich nach- her überlegen, beim Schnaps, bei viel Schnaps. Kann ja der Alten oder dem Kind auch was Gutes tun, ne Kleinigkeit, von dem Gelde. Aber Quatsch! Wer tut unsereinem Gutes...? Kuck mich man nich so an, Kleenes. Es wird ja Gott sei Dank schummerig hier unter den Bäumen, da steht man das Kucken nich so. Na nu komm man, nu hob man keene Angst, ich werde dir woll doch nischt tun, jlocb ick... Warum willste denn mit einemmal weg? Warum schiebste denn nachs Dorf hin? Nee. du Biest, warte— bleibste steh«, Kanallje, bleibste— jleich— stehn— so— so— so...!! Wenn's bloß nlch hätte ausrücken wollen, das Biest, es lebte jetzt noch, ganz bestimmt— aber nu is vorbei, is ja auch egal. Nu nach Hause und dos... das Fleisch in den Rucksack un denn auf die Bahn. Un nach Verlin. Ne halbe Stunde, da is es schon»er- kauft. Nich auf einmal, nee, in kleinen Portionen, an d i e Kneipe wat un an die Kneipe wat, überall hier rum jibt's Rehbraten heute, hccha! Das ist erst drei Stunden her: da hockt er in einer dieser Kneipen und hat schon Schnaps getrunken— viel Schnaps. Er hat sich sogar eine Portion Reh bestellt— eine Portion von seinem Reh. Wie es vor ihm steht, ekelt er sich. Messer und Gabeln tänzeln unsicher durch sein« Finger. Plötzlich fühlt er sich gedrungen, seinem Gegenüber am Stchtisch von dem Reh zu erzählen.„Et war ja man so een zutraulichst Tierchen, jawoll... aber wenn man Hunger hat, nich wahr, un Durst, haha, willsten Schnaps..." Er erzählt, erzählt die ganze Geschichte. Der Zuhörer sieht eben nicht vertrauenerweckend aus, sieht aus, als könne er ganz andere Wesen um die Ecke bringen als so'n lächerliches Reh— aber er steht nach einer Weile doch auf und geht mit verächtlichem Gruß an einen anderen Tisch. Er erzählt sich alleine weiter. Trinkt wütend. Würgt das ge- gessene Fleisch wieder aus.„Komisch is der Mensch... wegen so'n Reh... wo so viele Menschen druffjeh'n..." Der alle Mann, der da unten umsonst auf Groschen wartet, steht ihn merkwürdig an. Cr gibt einen Fünfziger, den letzten, dann läßt er sich von dem Schupo, der ihn oben erwartet, ohne Wider. stand abführen... Di« Zeitungen haben ihn alle gebracht: seinen Mord. Sie haben alle hart« Worte für seine Tat gesunden, Worte des Wfcheus, Worte der Wut; mit Recht. Denn er ist ein Säufer, und sein Opfer war ein Reh. Hechlsf vagen des Tages Cedigensletier Vevslcrbenev Eine bedeutsame Entscheidung hat der Reichsfinanzhof am 17. Dezember 1930 gefällt. Bekanntlich bestimmt die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 26. Juli 1930, daß Zuschläge zur Ein- kommensteuer der Ledigen erhoben werden. Bemessen wurde dieser Zuschlag nach der Einkommensteuer, die für den im Kalender- jähr 1929 endigenden Steuerabschnitt veranlagt war. Der Schluß des Kalenderjahres 1929 war daher auch für den Familienstand des Steuerpflichtigen maßgebend. War der Ledige am Schluß des Jahres 1929 bereits verheiratet, so entfiel für ihn dieser Zuschlag. Bisher war die Meinung vorwiegend, daß nur der Ledige den Zuschlag zu zahlen hatte, der das Inkrafttreten der Verordnung vom 26. Juli 1930 erlebt hatte. Dies ist nach der oben ange- führten Entscheidung des Reichsfinanzhofs nicht der Fall. Die Steuer stellt eine nachträglicheErhöhungder Einkommensteuer für das Jahr 1929 dar, und die Erben sind oerpflichtet, diesen Zuschlag nachzuzahlen, auch wenn der Ledige das Inkrafttreten der Notver- ordnung vom 26. Juli 1930 nicht mehr erlebt hat. Für schuldhafte Verletzung dieser Verpflichtung können die Erben eventuell persönlich haftbar gemacht werden. MargaretKe Falkenfeld. £ Buch Sranst fölci:„S)le Xufl der ZKrealur". „Die Lust der Kreatur", von der Franz Blei in einem bei Ernst Rowohlt erschienen Buch zu erzählen unternimmt, ist die Wollust der Kreatur. In einer Reihe von Erzählungen, Novellen, Parabeln, die in der Stadt und auf dem Land, hierzulande und in exotischen Gegenden spielen, tritt Blei in der Rolle eines Senkbleis auf, das der Liebe, dem Liebesgerede, der Liebesbegeisterung, der Liebes- ernüchterung auf den Grund zu kommen bemüht ist. das die Weite und Höhe, die Tiefe und geographisch« Lagerung jenes merkwürdigen menschlichen Ilrgefühls zu erforschen bestrebt ist. Blei redet in diesen kleinen Arbeiten, deren Handlung sich durchweg in jenen gehobenen Gesellschastssphären abrollt, in denen die rauhe Luft sozialer Einflüsse sich an das Liebesspiel nicht heran- wagt, elegant und geschliffen, mit viel Kultur und reservierter Delikatesse: aber es kommt bei seiner Rede nicht allzuviel Prin- zipielles heraus. In der letzten Arbeit,„Das Gastmahl", befaßt sich Blei in These und Antithese mit den katholischen Eheforderungen und entpuppt sich dabei als ein offenbar sehr gründlicher Kenner der Kirchengesetze. Wenn er auch hier nicht gerade neue Erkenntnisse vermittelt, so bleiben doch reizvoll die Mannigfaltigkeit der Betrachtimgsweise, die er an sein Thema heranträgt, und ferner eine Speziälkxttik, die auf- zeigt, daß die katholischen Ehegesege nicht nur vom Standpunkt des wirtlichen Lebens aus anfechtbar sind, sondern auch in sich voller Widersprüche stecken. Hans Dauer. SOer Sünfiahresplün Unter diesem Titel erscheint bei S. Fischer eine knappe, ober höchst eindringliche Darlegung des bisherigen und mutmaßlich zu- künftigen Verlaufes, den„die neue Offensive des Bolschewismus" nehmen wird. Der Verfasser, Michael Farbman, ist Kor- respondent großer ausländischer Zeitungen und, wie es scheint, von jeder Voreingenommenheit frei. Er kennt Sowjetrußland aus eigener Anschauung und versteht ei, die großen Zusammenhänge der Sowsetwirtschaft lebendig zu gestalten. Das Bündchen, es um- faßt etwa 130 Seiten und kostet 3 Mk., ist vorzüglich dazu geeignet, alle tatsachenmäßigen Gnindlagen zu liefern, welche die kritische Beurteilung des großen sozialistischen„Experiments" vor- aussetzt. Die Gebundenheit der russischen Wirtschaftsmethoden an die materiellen Grundlagen Sowjetrußlands wird überaus deutlich. Als den wichtigsten Faktor, der über Gelingen oder Nicht- gelingen des Planes entscheiden wird, betrachtet Farbman ,/di« völlig veränderte Lebenseinstellung" der jüngeren Generation. Die Arbeit Farbmans, die zuerst in einer englischen Wirtschasts- Zeitschrift erschien und von Rose Hilferding ins Deutsche übertragen wurde, muß allen politisch Interessierten angelegentlich empfohlen werden.). F. Mayer. hjalmar Schachts Buch„DasEndederReparatione n", Nitl dem wir uns in Nr. 103 des„Vorwärts" vom 3. März in dem Artikel„Herr Schacht als Ankläger" ausfi'chrlich auseinandersetzten, ist im Verlag von Gerhard Stalling A.-G.(Oldenburg) erschienen. «« «« PU/? DEN KLEINGÄRTNER Miuuniiiniuiiiuiiiuiiiiiiiiiuiitiiiiiiiiiiiiiiniiiiiuuiiiiiiiuiuuiiiiiiiiiiiiiiuiiiimiiiiuuuiiiuuuuuuuiuiuuuuiiiiiiiiniinaiiuuauimiiiuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuiiiniiiiimuiiiiiiiiimiuniuniiiinnii Rosen und Ziersträucher Für die Besitzer von Lauben und Kleingärten werden auch die Richtlinien der Deutschen Baumschulen für den Einkaus von Rosen und Zierst räuchern von Interesse sein. R o s e n h o ch- st ä m m e: 1. Wahl: der Stamm muß kräftig und gerade gewachsen sein und gute Faserwurzeln haben. Er darf keine größeren un- überwallten oder sonstigen Wunden haben und keine Brandflecken. Die Art der Unterlage, ob Wald- und Sämlingsstamm, ist anzu- geben, Rugosa-Stämm« sollen nicht angeboten werden, sonst nur! unter ausdrücklicher Angabe, daß auf Rugosa-Stamm veredelt ist. Die Krone muß mindestens drei normal entwickelte Trkdbe haben. Mittel- und Nieder stamme: Es gelten die gleichen Be- stimmungen wie bei Hochstämmen: Die Höhenmaße sind für Rosen- stämme wie folgt festgelegt: Hochstämme 100 bis 140 Zentimeter, Mittelstämme 73 bis 100 Zentimeter, Halbstämme 50 bis 75 Zenti- meter. Ziersträucher: Bei Flieder, Schneeball, Hydrangea, Gold- regen, Frumiz triloba und ähnlichen Arten sind keine bestimmten Höhenvorschriften. Die Stammhöhen sind bei Angeboten anzugeben und einzuhalten. Für Trauerbäume gelten die gleichen Besttm- münzen. Verschiedene Sorten, wie z. B. Salix alba vital, pend., Corylus avell. pend., Fagus sylv. pend. und atri purpurea pend. Betula in Sorten werden von unten gezogen bzw. auf niederen Stämmen veredelt. Diese Pflanzen werden nach den üblichen Höhen gehandelt und müssen von unten auf gut garniert und beästct sein. Die Ziersträucher müssen oerpflanzt und aus weitem Stand, d. h. aus weiter Verschulung geliefert werden. Sie sollen kräftig gewachsen und gut entwickelt sein. Das Alter ist anzugeben. Eine Höhe läßt sich nicht festlegen. Dieselbe richtet sich nach der Art des Strauches und seiner Verwendung als Vor-, Zier- oder Deckstrauch. Bei Lieferungen von Veredelungen genügen je nach Art 1- bis 2jährige Veredelungen. Hauptartikel, wie z. B. veredelte Lyringen, Prunus triloba u. ä. werden nach Trieben gehandelt. Handelsüblich wie bei Lyringen, z. B. Z bis 5, 5 bis 10 Triebe und mehr. Nachzucht von Gemusesaaten Daß der xste Anbauer von Schlierstadter Weißkohl seine Ernte als Schlierstadter Weißkohlfaat anzeigen darf, während sie in Wahr- heit doch nur eine Nachzucht ist, die über X Böden gegangen und unter X Klimaten gebaut wurde, ist ein« vielbeklagte Tatsache, gegen die aber der Original-Anbauer nichts zu tun vermag. Natürlich hat die xste Nachzucht.schon fo viele Qualitäten des Original-Samens verloren, daß sie vielfach enttäuschen wird. Der Preisunterschied zeigt schon die Minderwertigkeit an, während der Original-Züchter das Zehnfache herausrechnet, ist der Preis beim xsten Anbauer tief gesunken. Es wäre schon ein Fortschtltt, wenn man darauf hielte, daß der erste und zweite Nachbau einer Originalzüchtung als solche bezeichnet würde, so daß man bei Angebot der Saat ohne diesen Zusatz auf einen undesinierbaren Nachbau schließen würde. Die Saatenanerkennungen sind deshalb ein vorzügliches Mittel für die Hochhaltung unserer Saatkulturen. Kartoffeln, die nicht schwarz kochen Ein Schmerzenskind der Landwirtschaft ist der Absatz der Kartoffeln. Bor allem in Jahren mit großen Kartoffelernten ist der Handel in der Lage, besonders hohe Anforderungen an die Bc- fchaffenheit der Ware zu stellen. Die großstädttschen Kartosselhändler kaufen kaum noch Kartoffeln ein, ohne eine Kochprobe vorzunehmen: denn in den Speisewirtschaften der Großstadt, in denen die Kartoffeln stundenlang aufgewärmt stehen bleiben müssen, wird auf die Koch- eigenschaften der Kartoffeln großer Wert gelegt. Besondere Be- deutung hat daher in den letzten Jahren die Anforderung bekommen, daß die Kartoffeln nicht schwarz kochen dürfen. Holländische Forscher haben festgestellt, daß als Vorbeugungsmittel gegen dos Schwarzkochen der Kartoffeln eine reichliche Kalidündung zu empfehlen ist. Die städtische Verbraucherschaft berücksichtigt ober keineswegs nur das Aussehen der Kartoffeln, sondern sie stellt auch an den Geschmack immer strengere Anforderungen. Der Ge- schmack kann wesentlich durch eine zweckmäßige Ernährung verbessert werden. Ein von der Deutschen Kartossclbaugesellschaft verbreitetes Flugblatt berichtet über eine Geschmacksprüfung von verschieden gedüngten Kartoffeln, bei welcher die mit Volldüngung ver- sehenen Kartoffeln über 1 Pfund höher bewertet wurden als die ungedüngten oder nur mit Stallmist gedüngten Kartoffeln. Dieses günstige Ergebnis wurde allerdings nur dann erziett, wenn die Kartoffeln eine Volldüngung mit reichlich bemessener Kaligabe erhalten hatten. Der Rückgang der Gemüseeinfuhr Auf der diesjährigen Tagung des Obstgroßhandels in Köln wunden Zahlen über Import und Export von Obst und Gemüse bekanntgegeben, die großes Interesse verdienen. Die Einfuhr in frischen Südfrüchten ist von 193 Millionen im Jahre 1929 auf 176 Millionen im Jahre 1930 gesunken— unzweifelhaft ein Beweis für die gesunkene Kauftraft der Bevölkerung und joden- falls nicht für die Notwendigkeit der von agrarischer Seite er- hobenen, bekanntlich allseitig abgelehnten Forderungen eines Süd- fruchtmonopols sprechend. Andererseits ist die Einfuhr in Aepseln im Jahre 1930 aus 2 437 000 Doppelzentner gegen 1633000 Doppel- zcntner im Jahre 1929 gestiegen, worin sich die sehr schlechte deutsch« Apfelernte unseres letzten Jahres ausspricht. Der Wert der Aepfeleinfuhr beträgt 1930 74 Millionen Mark. Gewiß ein« starte Einbuße für unseren Garten- und Obstbau. Demgegen- über konnte der Obsthandel auf die erfreuliche Tatsache hinweisen, daß der Rückgang in Gemüse gegenüber dem Vorjahr etwa 80 Proz betragen dürfte. Bei Weißkohl sei ein Rückgang von 2 361 000 M. auf 693 000 M. zu verzeichnen gewesen. Dazu komme eine deutsche Ausfuhr in Weißkohl, die der Meng« nach größer als die Einfuhr war. Für den unparteiischen Beobachter der Derhältniffe exgibt sich der Schluß, daß die vorhandenen, leider noch nicht zahlreichen Ansätze zur Selbsthilfe namentlich hinsichtlich Besserung der Absatz- Verhältnisse mit allem Nackdruck oermehrt werden müssen. Nach den Sechs Tagen Kritisches zum MFünfundzwanzigsten" Das Iubiläums-Sechstagerennen ist Ende. Von tüchtigen Reklam�fachleuten mit großem Tamtam angekündigt, stellte es sich im Verlauf der 143 Stunden als ein f o r m l o s« s R e n n« n heraus, bar jeglicher Rcgi«. Man mag zur Regie stehen lvie man will— st« hat ihr« guten und schlechten Seiten—, hier mußte sie angewandt werden, um eben das Formlos« in eine vernünftige Form zu bringen. Doch nichts geschah, und das troß zweier sportlicher Lester! Man ließ das Feld in der ersten Nacht jag«n, jagen und nochmals jag«n, so daß es für die folgenden Nächte genug hatte. Wenigstens soweit die Mehrzahl der Akteur« in Frage kam. Einige der Teilnehmer wußten es ja bald s«hr deutlich, wie es nach einer Rundenjager«i mit der Stärke des Gegners bestellt war. Viel war da nicht zu befürchten. Und so konnte schon ruhig ein Tanz der Runden einsetzen. Fühlten sich die Hinteren bei dies«r Rundenholerei«in wenig zu wohl, nun, dann gab es bei den Stärkeren einige Vorstöße und schon waren die Kleinen wieder hinten und die Großen wieder ganz vorn. Besser konnte der Unsinn der Rundenspielerei nicht ge- zeichnet werden. Die großspurig angekündigten Strafbestimmungen in„Sachen kampfloser Rundengcwinne" sollen tatsächlich sein säul'erlich auf dem Papier aufgezeichnet gewesen sein, doch dürste diese Akte während der JubiläuMs-Lix-äaz-s nur einmal den Tisch- kästen des Wettfahrausschusies verlassen haben: nämlich bei der In- sormierung einzelner Pressevertreter. Also, man ließ alles durcheinander jagen, fahren und trödeln. Das Publikum war an- spruchslos genug, nur in ganz krassen Stunden zu opponieren, d. h. Pseiskonzerte zu inszenieren, die manchmal sogar von Erfolg ge- krönt waren. Dann ging irgendein Fahrer aus sich heraus und die Besucher waren wieder zufrieden. Manchmal aber nutzt« auch die schönste Pfeiferei nichts. So auch an einem Abend, an dem stch nichts tun wollte, das Feld ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Es fragt stch jedoch, ob der Sport- palaft, der ja schließlich d i e traditionell« Stätte der Berliner Sechs- tagerennen ist, immer ein so folgsames Publikum haben wird, wie eben bei dieser Iubiläumsfahrt. Es kann auch einmal anders kommen, und dann stellen sich alle möglichen Sportbehörden ge- wichtig hin, um die Ursachen des Niedergongs des Radsports fest- zustellen. Also, her mit der Regie, her mit den, Regisseur, der ge- w i l l t ist, die ganze Struktur eines Sechstagerennens kritisch durch- zugehen und— vorausgesetzt, daß er die dazu nötigen Vollmachten erhall— das auszumerzen, was beseitigt werden muß. Schon vor Jahren schrieben wir über den Unsinn der Vormittagsneutralisation, die für die Fahrer weiter nichts als eine quälende Angelegenheit ist, und sprachen uns für eine völlige Vormittagsruhe aus. Bis heute ist jedoch alles beim alten geblieben, aber die Stimmen, die eine radikal« Aenderung in dieser Sache fordern, werden lauter! Oer DWV. schreibi uns zum Artikel;„Eine überflüssige Gründung" Im ,,A b e n i>" vom 4. d. M. hat unser Mitarbeiter Adolf Bück, Vertreter der Wassersporiler, im Vorstand des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, sich gegen die Gründung des republikanischen Deut- sehen Wasser sport-Verbandes gewandt. Buck weiß sich mit seiner Ansicht, daß der DWV.«ine„überflüssige, die deutsche Sportbewegung noch mehr zersplitternde Einrichtung" ist, einig mit der gewaltigen Zahl der deutschen Arbeiterspottler. Der Deutsche Wastersport-Verband sendet uns nunmehr«ine Entgegnung, der wir folgendes entnehmen: „Wir sollen unser Bekenntnis zur republikanischen Staatsforin aus unserer Satzung entfernt haben! Wir erklären hiermit, daß an dieser dem ATSB. gewordenen In- formation auch nicht ein wahres Wort ist. In unserer Satzung ist nach wie vor dos Bekenntnis.zur republikanischen Verfassung fest verankert, und unser Stander weht nach wie vor in den Reichsfarben Schwarz, Rot und Gold. Unsere Satzung wird demnächst öffentlich im Druck erscheinen. „Unmöglich" könne der DWV. die Anerkennung der B e- Hörden erlangen, schreibt Buck im„Abend". Seit dem Tage unserer Gründung ist das„Unmögliche" möglich geworden. Es gibt keine dienstlich« oder öffentliche Stelle, die uns die Anerkennung versagt hätte, die wir gefordert haben. Rechtsfähigkeit, Beihilfe aus öffentlichen Mitteln, Förderung durch maßgebliche Führer der republikanischen Politik haben uns von jeher zur Verfügung ge- standen. Die Frage der Befreiung vom Nummernzwang, die zur Zeit unserer Gründung»och gar nicht bestand und daher auch nicht der Anlaß unserer Gründung sein konnte, ist bis zum heutigen Tag« im Fluh. Man zeige uns einen zweiten Sportvcrband in Deutschland, der wie wir in knapp drei Jahren seines Bestehens in Deutschlands schwerster Zeit von einem kleinen Berliner Gebilde zu einer über dos Reich verbreiteten'großen Organisation emporgeschossen ist. Wie war das. möglich? Weil wir einen Gedanken zur, Tot gemacht haben, der«ine innere Notwendigkeit war: alle Sportler unter dem Zeichen der Republik zu sammeln, ohne Rücksicht auf ihren Stand, ihr Vermögen und ihre parteipolitische Zugehörigkeit, derselbe Ge- danke, der die Wintersportler im Deutschen Wintersvort-Berband, die Kraftfahrer im D?iAC. gesammelt hat, derselbe Gedanke, aus dem der Rcichsverband republikanischer Motorradfahrer, der Freie Kegler-Bund, der„Sturmvogel" und wie sie alle heißen mögen, geboren wurden, sie alle, die jetzt sogar zu einer republikanischen Dachorganisation, dem„Deutschen Sportkartell", zusammengetreten sind." Auf mehreren Seiten zitiert die Zuschrift dann«inen Sympathie- ortitek des preußischen Innenministers Severing in der Zeitschrift des DWV.< Nachschrift der Redaktion: Zu den Erklärungen des Verbands- Vorstandes hält unser Gewährsmann seine Behauptung aufrecht, daß auf der Gründungskonferenz des DWV. in Leipzig auf Antrag Pfeiffer(Frankfurt a. M.) aus dem vorliegenden Satzungsent- wurf der Satz„Der Bcrboiid steht auf dem Boden der republi- konischen Stoatsform" gestrichen und dahin abgeändert werden sollte, daß der Verband sich zu der„jeweils geltenden Staatsverfassung" bekennt. Um die Gründung des DWV. in Leipzig nicht auffliegen zu lassen, hat man dort Ausflüchte ge- funden. Wenn dieser, die Grundlage des DWV. bestimmende An- trag nachträglich hinfällig geworden ist, so ist das im Interesse des DWV. nur zu begrüßen. Die von Buck bezweijelte A n« r» k e n n u n g des DWV. bezog sich nur auf das Reichsoerkehrs- Ministerium. Ob die Anerkennung durch andere Behörden statt- finden wind, wird die Zukunft lehren. Im übrigen hat sich Buck in feinem Artikel wie stets dafür eingesetzt, daß die Sportverbände, die zur Arbeiterbewegung gehören wollen, nur Mitglied im Arbeiter-Turn- und Sport-Bund sein können oder sich korpo- ratio der Zentralkommission für Arbeiter-Sport- und Körperpflege anschließen müssen. Damit ist die Diskussion beenöc!. Die Wasserfahrer des Reichsbanners Die Wassersportabteilung des Reichsbanners, gez. Willens, bittet uns im Zusammenhang mit dem obigen Auf- satz um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Die Wassersportabteiluna des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold ist einige Male im„Abend" erwähnt worden wegen ihres Ausscheidens aus dem Deutschen Wassersport- verband. Der Vorband ist seinerzeit gegründet worden, weil damals die Einstellung des Avbeiter-Turn- und Sportbundcs noch ungeklärt war. Die Verhältnisse haben sich inzwischen so grundlegend ge- ändert, daß die vom Reich anerkannten Spitzenverbände voll- kommen ausreichen, um al'en Vereinen passenden Anschluß zu gewähren. Der Anschluß an den Arbeiter-Turn- und Sportbund gibt der Wassersportabteilung die Möglichkeit, der Entwicklung des republita- nifchen Gedankens«inen breiten Raum zu geben und ein starkes Menschengeschlecht heranzubilden, das der Reaktion und den Kräften, die die Republik bekämpfen und den sozialen Fortschritt Hindern wollen, einen Wall entgegensetzt. Die Reichswassersportabieilung hat sich in den wenigen Jahren ihres Bestehens bestens entwickelt, sportlich stand sie im DWA. an erster Stelle, ein Zeichen der guten technischen Arbeit. In der kurzen Zeit ihres Bestehens war es mög- lich, Kulturstätten zu schaffen, die für die Sportentwicklung erheb- liche Bedeutung besitzen. Die Bootshäuser in Tegel, Köpenick, Tiefwerder bei Spandau haben 380 Boote aller Art aufgenommen, sie bieten noch weiteren Republikanern die Möglichkeit zur Auf- nahm«. In den Ruderriegen, die im Bootshaud Köpenick und im Bootshaus Tegel untergebracht sind, wird in oereinseigenen Achtern, Vierern exakter Mannschaftsjport getrieben. Anfang April werden bei den einzelnen Zügen besondere Abteilungen, auch Jugend- abteilungen für den Paddelsport eingerichtet, vereinseigen« Paddel- boote stehen zur Verfügung. Anfragen sind an die Geschäftsstelle, Berlin-Köpenick, Landjägerstraße 11, zu richten. Arbeiter-Rasenspiele am Sonntag Fußballspiele am 22. März Am kommenden Sonntag finden folgende Serienspiele statt: Lichtenberg I gegen FTGB. Pankow in Lichtenberg, Sport- platz Kynaststr.; Butab gegen Eintracht Reinickendorf in Spandau, Seeburger. Straße; Minerva 28 gegen Weißensee im Neuköllner Stadion, Platz(5; Eiche-Köpenick gegen Luckenwalde II in Grünau, am Stichkanal: Luckenwalde V gegen Spandau 23: Hertha 11 gegen Karow, beide Spiele in Luckenwalde. Oberspree gegen Storckow in Obcrschöneiveide, Wuhcheide; Herzfclde gegen Osten: Hoppegarten gegen Britz 88: AFB. Neukölln gegen Lichtenberg II: Eintracht- Spandau gegen Wansdorf im Stadion Hakenfelde: Vorwärts- Wedding gegen Frei« Scholle: Karow 2 gegen Saxonia: Lychen gegen Templin. 2. Mannschaften: Oberspree gegen Storckow: Herzfeld- gegen Osten: Hoppegarten gegen Britz 88: ASB.-Neukölln gegen Lichtenberg ,1; Kagel gegen Strausberg: Eiche-Bszirksmannfchaft gegen Wacker 30; Mmerva-Bezirksrirannschoft gegen Eiche 2: Storckow 3 gegen Deutsch-Wusterhausen: Selchow gegen Frieders- dorf: Saxonia gegen Pankow 3: Freie Scholle gegen Pankow 2: Altranst gegen Oderberg: Nvwawes gegen Potsdam: Cladow gegen Eintracht; Teltow gegen Schöneberg, Friedenau gegen Wilmersdorf. — Jugendmannschaften. ASV.-Neukölln gegen Lichten- berg 2: Lichtenberg I gegen Britz 88: Minerva gegen Nowawes 2: Vorwärts-Wedding gegen Saxonia: Nowawes 1 gegen Minerva 2: Wilmersdorf gegen Werder. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 15.30 Uhr, 2. Männermannschaften 13.43 Uhr, Iugendmannschajten 10.30 Uhr. �UUYiöJOßJiV Da am kommenden Sonntag in allen Bezirken die Frühjahrs- waldläufe stattfinden, ist die spielerische Betätigung der Arbeiter- Handballer nicht groß. In dex 1. Klasse spielen nur FTGB.-Süden gegen Volkssport-Neukölln um 10.40 Uhr in Zehlendorf. Spandauer Straße. Der sichere Sieger ist Süden. Im 1. Bezirk findet der Waldlauf in Bohnsdorf statt: es spielen dort auf dem Platz in der Schulzendorfer Straße aus der.2. Klasse Wildau 1 gegen Osten 2 um 101-4 Uhr und Adlershof 1 gegen Köpenick 2 um 16'/- Uhr, aus der 3. Klasse Osten 3 gegen Halbe 1 um 13 Uhr und von den Frauen ASE. gegen Südost rnn 14'Uhr. 3. Klasse: Kalkberg« gegen Rehfelds: Lichtenberg gegen Mllncheberg: Frauen: Nowawes gegen Mahlsdorj: Jugend: Köpenick 2 gegen Lichtenberg. Im 2. Bezirk spielen in der 2. Klasse Altruppin gegen Reinickendorf-West: in der 3. Klasse Schwante gegen Reinickendorf-West 2 und Neuruppin gegen Nord- oft 2. Im 3. Bezirk sind die Spiele der 2. Klasse: Potsdam gegen Wedding 3; Spandau gegen Bornstedt. 3. Klasse: Siemensstadt 1 gegen Nowawes 2; Rathenow 2 gegen Ketzin 1 Auch im 4. Bezirk findet ein Teil der Spiele im Rahmen des Waldlaufes in Zehlendorf, Spandauer Straße, statt. Es spielen aus der 2. Klasse Teltow gegen Zossen um 13.40 Uhr: aus der 3. Klasse Zehlendorf gegen Schenken- dorf um 15 Uhr und Wilmersdorf 2 gegen'Wannjee 1 um 121-4 Uhr: von den Frauen: Neukölln gegen Süden um 14.30 Uhr und von der Jugend Zehlendorf gegen Süden 2 um 15.40 Uhr. Die übrigen Spiele auf den Vereinsplützen sind in der 2. Klasse: Friedenau gegen Neukölln: Süden 2 gegen Schöneberg: Jugend: Süden gegen Neu- kölln: Sperenberg gegen Zossen. Die Hockexspiele l. Di« Hockeyspieler werden am Sonntag endlich wieder schneefreie Felder vorfinden. Der Serienbetrieb nimmt seinen Fortgang. In der Gruppe A kommen zwei> interessante Paarungen zustande. Im Mariendorfer Volkspark treffen sich der dortige Bezirk der Freien Turnerschaft Groß-Berlin und der Sportverein Moabit. Zwei gleich- starke Gegner gehen gut ausgeruht an den Start. Den Sieger wird erst der sehr interessante Kampf bringen. Spielbeginn 13.30 Uhp (Schiedsrichter ASE.). Im Neuköllner Stadion spielen am Vor- mittag 10.30 Uhr der Athletik-Sport-Elub und der Verein für Leibes- Übungen Ostring(Schiedsrichter Tennis-Rot). Der ASE. wird neu verstärkt seinem alten Ortsrioalen einen heißen Kampf liefern. In der Gruppe 3 spielen Athletik-Sport-Elub 2 gegen FTGB.» Pankow um 9 Uhr in Neukölln(Schiedsrichter Ostring 2). Ferner spielen FTGB.-Nordring 3 gegen Sportverein Moabit 2 um 12.30 Uhr Schönhauser Allee. In der Frauengruppe spielen: Tennis-Rot 1 gegen FTGB.-Pankow um 17 Uhr Laskerstraße(Schiedsrichter Nord- ring-Frauen). und Tennis-Rot 2 gegen FTGB.-Nordring um 16 Uhr ebenda(Schiedsrichter Pankow). Zu Gesellschaftsspielen treffen sich: FTGB.-Nordring 2 und Tennis-Rot 1 um 14 Uhr Schön- hauser Alle«: Tennis-Rot 2 und Aolksfport-Neukölln-Britz 1 Lasker- straße um 14.30 Uhr: Freier Hockey-Club Spandau und ASV. Wedding um 14.43 Uhr in Spandau-West, Exerzierplatz: FTGB.- Mariendorf 2 gegen FTGB.-Friedenau 1 um 13 Uhr Mariendorfer Volkspark: Freie Turnerschaft Groß-Berlin Nordrii� 1 fährt nach Kottbus, um dort«in Freundschaftstreffen gegen die Freie Turner- schaft Kottbus-Ost zu absolvieren. Die Kottbusser sind eine flinke und stark« Mannschaft, gegen die Nordring mit gutem Spiel auf- warten muß, wenn sie den 3: 0-Sieg vor längerer Zeit in Verlin wiederholen will. Alle Resultate von 18 Uhr ab Kreisgeschäftsstelle: Telephon Weidendamm 4726. Mokier Ralegnl � xiOT-ULSTER* als f01'VlPON inFrage, weu-— chEsTERFIELD moderne SLU d der stilvoll Hierunter in grau und mt0SCH(lU» BERUNC54 ROSdlTHALER-STRflSSI O Firutr: D 1 Borden 7542 Sonntag geöffnet Optiker Ziem MMiim Tor 1-2 IR.161 Deckt euren Bedarf in Eisenwaren, Werkzeugen, . Haus- u. Küchengeräten bc SS 533 nin 4b Berlin O 34, HerfilH WllSSStS Frankfurter AI» Vereinigte Tifdilcrmeifter G. m. b. H. 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