BEELIN Sonnabend 21. März 1931 10 Pf. Nr. 1 36 B 65 48. Jahrgang Erscheint tiglich anßerSonnt««». Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärls". BezugSoreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 8,L0M. pro Monat. Redaktion und Expedition: BerlinSW68,Lind«listr.3 Fernsprecher: Dönhoff 292— 297 „Ibwaffa Autetgen»rei«:Die einspaltigeNonpareillezeile So Pf.. Reklamezeile 5 M. Crmäßigun en nach Tarif. Poßscheckkont»: Vorwärtt-Derlaz G.m. b.H„ Berlin Nr. 37 536.- Der Verla« behält fich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! rauer um Hermann Mütter Eindrucksvolle Gedenkfeiern im Reichstag und im Landtag Beileidskundgebungen von nah und fern Auf dem Platz Hermann Müllers im Plenar» saal des Reirfzstages liegt zum Zeichen des Gedenkens ein Blumengewinde aus Callapflanze«. Das Haus war zehr stark besetzt, die Reichsregierung vollzählig erschienen, auch der Staatssekretär Dr. Meißner vom Büro des Reichspräsidenten nahm an der Trauerkundgebung teil. Sobald Präsident Lobe den Saal betrat, erhob sich alles und der Präsident hiell folgende Ansprache: Nach tagelangem Ringen ist Abg. Hermann Müller seinen» Leiden erlegen. Er hat seine Augen geschlossen. Noch vor zwei Wochen war er arbeitend unter uns, hals er mit seinem verständnisvollen Sinn bei den schwierigen Verhandlungen unter den ver» schieden»» Parteien. Das Bild seiner Persönlichkeit und seines Lebens liegt klar und reir. vor jedem Auge. Er gehörte zu jenem engen Kreise von Menschen, denen nach der politischen Umwälzung in Deutschland ein großes Maß von Verantwortung auf die Schuttern gelegt wurde. So wenig er nach den neuen Aemtcrn gestrebt hat, so wenig war er gewillt, die Verantwortung im Dienste für sein Land und sein Volk nicht auf sich zu nehmen. Er war schon 1911, um den unheildrohenden Krieg mit abwenden zu helfen, nach Paris gefahren. Er hatte 1317 in Stockholm und auf anderen Konferenzen versucht, ein früheres Ende herbeizuführen. Es war vergeblich. Als die allen Gewallen ihren Platz verließen, da wurde er in die ersten zentralen Körperschaften der werdenden Republik berufen, und er hat dort alle seine Kräfte eingesetzt für die Gesetzgebende Deutsche Nationalversammlung, die auf dem gleichen Recht der Bürger und Bürgerinnen gegründet war. So wurde er einer der ZNitschäpfer der neuen Verfassung. Als der übermächtige Gegner uns das Diktat von Ver- sailles aufnötigte, fiel»hm die niederdrückende Pflicht zu, die Gegenzeichnung zu übernehmen. Er wußte, daß diese Gegner ihm leine vornehme Behandlung zuteil werden lassen würden. Er ahnte, daß die Heimat, für die er den Weg unternahm, Vorwürfe gegen ihn auftürinen würde. Er litt unter der Aufgabe, die ihin zugeschrieben war, aber als er zu erkennen glaubte, daß das der einzige Ausweg für Deutschland war, nahm er diese bittere Pflicht des deutschen Außenministers auf sich. Er hat dafür die S ch m ä h u n g e n g e t r a g e n, die nach ihm und neben ihm mancher deutsch« Außenminister hat erdulden müssen. Dainals und später hat er uns versichert: das war der schwerste Tag meines Lebenst lind es blieb ihm nur noch die Genugtuung, an erster Stelle miizu- Helsen bei der Räumung der Rheinlande, bei der Erleichterung der Last der Reparationen, und somit den Weg zur späteren Befreiung freizumachen. Was Hermann Müller als Abgeordneter und Partei- f ü h r e r, als M t n i st e r und als R e i ch s k a n z l e r für uns alle und für unser Volk gewesen ist, wie er eintrat für die Sozia!- bedrückten, für die Mühseligen, wie er sich in schwerer Zeit bemühte, krasse Gegensätze.zu überbrücken— das ist in das Buch der deutschen Geschichte der Nachkriegszeit eingetragen. Es wird, wie alles, was wir hier tun, je nach dem Parteistandpunkt verschieden bewertet werden. Menschlich aber wird niemand, der ihn näher gekannt hat, ihm die Hochachtung und Anerkennung versagen, die sein hilfs- und opferbereiter Sinn, die Ritterlichkeit seines Charakters und die Gradheit, das Verantwor- tungsgefühl und die menschliche Treue verdient haben. Jeder hier im Reichstag weiß es, daß er, von Pflichtgefühl ge- trieben, von der Arbett nicht abließ, auch als ein schweres inneres Leiden ihn schon zerwühlte, das er vor den anderen kaum ver- bergen konnte. Offen liegt dies« Tätigkeit vor uns. Mit ihr ist er geschieden. Als er sich auss Slerbebell legte. Halle er— ich schäme wich fast.« auszusprechen, ober es ist in diesen Zeilen notwendig— nichts gewonnen in der laugen Zeit, als nur da» Gefühl erfüllter Pflicht, wie so viele, dm« üble Nachrede anderes zugeschrieben hat. Sßermann ITlüller auf dem SierbebeU Dieses Haus, das deutsche Volk, hat einen seiner treuestän Diener verloren. Wir, die wir uns innerlich enger an ihn gekettet fühlten, einen guten Kameroden, einen unersetzlichen Freund, dessen An- denken bei uns nie verlöschen wird. Darauf ergreift dos Wort Reichskanzler Or. Brüning: Tief erschüttert hat die Reichsregierung die Kunde von dem Hinscheiden Hermann Müllers vernommen. Ihn hat, wie so viele unserer führenden Staatsmänner, das tragische Geschick getroffen, i n der Blüte der Jahre vom Schauplatz der Arbeit ab- berufen zu werden. Wir gedenken seiner in Wehmut und Dankbarkeit. Es ist hier und heute nicht der Ort, eingehend die Person- lich-keit Hermann Müllers zu würdigen und seine« Arbeit für Reich und Boll zu gedenken. Aber eines können wir als allgemeine Ueberzeuguna und als Widerhall der Trauerkunde trauernd feststellen: das deutsche Volk hat einen seiner Besten verloren. Als Mensch ein makelloser, ehrenhafter Charakter, gewissenhast und zuverlässig, auch von seinn Gegnern geachtet. Als Polittker und Staatsmann in ganz jungen Jahren in den Brenn- punkt des Geschehens gerückt, war er in der Lage, große politische Erfahrung zu sammeln, die ihm bei seiner starken Begabung be- sähigte, in den schwersten Augenblicken deutscher Ge- schichte an führender Stelle zu stehen und den undank- baren Aufgaben gerecht zu weiden, die das Geschick aus seine Schultern gelegt hat. Als Außenminister im Jahre 1913, in den schmerzlichsten Zeiten der Nachkriegsepochc und als Reichskanzler im Frühjahr 1323, bei den tragischen deutschen Zerwürfnissen hat er sein Bestes hingegeben. In aller unserer Erinnerung steht sein« letzt« Periode als deutscher Reichskanzler 1928 bis 1333, und fein« Taten und Leistungen in diesem Amte zu würdigen, hieße die Geschichte der beiden Jahre zu schreiben. Unvergeßlich ist uns ollen die Vertretung unseres Reiches in Gens, wo er ritterlich und entschlossen die Verantwortung über- nahm, für den damals schon schwer erkrankten Außenminister eluzulreten uud wo er in muligen unvergeßliche» Worten das Recht Deutschlands auf Gleichheit und Sicherheit verteidigte. Sein Name geht auch unvergessen tu die Geschichte ein, well er das schwere Opfer«bracht hat. am LS. Juni ISIS da» Dokument zu unterschreiben, das als schwere Last auf unserem Volk und Reich liegt: das Diktat von Versailles. In der Uebernahme dieses Opfers zeigt sich der ganze Mann. Ohne an sein persönliches Geschick zu denken, die Interessen der Allgemeinheit rücksichtslos über dl« eigenen stellend, hat«r sich für das von ihm als richtig Erkannte unbekümmert um alle Nachteil« eingesetzt. Mit Recht ist damals in der Nationalversammlung zu Weimar von all denen, die anderer Mciming waren, übereinstimmend erklärt worden, daß niemand den nationalen Beweggrund seines Handelns bezweifle. Als solch ein nationaler Mann von vaterländischem Han» dein steht er vor unserem Gedächtnis und wird so in unserem Herzen und in den Herzen unseres Volkes in dankbarer Erinnerung fortteben! Präsident Lobe unterbricht darauf die Sitzung. Die Genossen Wels und L re i l s ch e i d treten zum Reichskanzler und sprechen ihm den Dank unserer Fraktion ans. Alle Mitglieder der Reichs- regierung und Staatssekretär Meißner drücken der sozialdemokratischen Fraktion ihre persönliche Teilnahme ans. Langsam leert sich der Saal, den die Kommunisten und die Faschisten nicht erst betreten hatten. Handschreiben des ZUichspräfldenien. Der Herr Reichspräsident hat an die Witwe Hermann Müllers nachstehendes Handschreibe»»e- richtet: „Sehr geehrte gnädige Frau, die Nachricht von dem Tode JhreS Herrn Gemahls hat mich tief betrübt, und ich bitte Sie und Ihre Töchter, zu dem schweren Berlust. der Sie betroffen hat. den Ausdruck meines herzliche« Beileids entgegenzunehmen. Ich werde dem Verstorbeneu. dessen lauteres Wollen und dessen treffliche Charaktereigeu- schaftea ich hoch geschätzt, und dessen Mitarbeit zur Ueberbrückung der politischen Gegensätze ich stets ge- würdigt habe, ein treues Gedenken bewahren. Mit der Berstchernng meiner aufrichtige» Auteil- nähme und meiner ausgezeichnete« Hochachtung verbleibe ich Ihr ergebener gez. von Hiudenbvrg. Das Ärteil der Anerkennung nach dem Die Bedeutung de» Verluste», den die Sozialdemokratie und da» deutsche Volk durch deu Tod Hermann Müller» erlitteu haben, findet in der gesamten Presse ihren Niederschlag, wir lassen einige der Stimmen folgen: .Germania*: „Die Nachricht von dem Tode Hermann Müllers wird in allen politischen Kreisen aufrichtigem Bedauern begegnen. Mit ihm verliert der Reichstag eines seiner geachtet st en und angesehensten Mitglieder, das zwar Gegner, aber bei allen menschlich denkenden Parteien keine Feinde hatte: die Sozial- demokratische Partei verliert einen besonnenen und maß- gebenden Führer, der von untadeligem Charakter gewesen ist.,. Fast zwei Jahre hindurch führte Hermann Müller inmitten größter innerer und äußerer Schwierigkeiten das Amt des Reichskanzlers... Er hat vor allem in den letzten Tagen seiner Regierung, als die inneren Gegensätze der Parteien, durch Unlust und Müdigkeit verhärtet, immer mehr zur gewaltsamen Lösung drängten, mit absoluter Loyalität und wirklicher S e l b st a u s° o p f e r u n g an der Verhütung der Krise gearbeitet. Es war deshalb nicht nur Höflichkeit, wenn ihm in der letzten Kabinetts- sitzung, in der die Demission seines Kabinetts beschlossen wurde, von allen Seiten der Dank für seine verständnisvolle Führung und Zusammenarbeit ausgesprochen wurde." Oeffentlichkeii Tode— Radikale Flegel lungen sich mehrfach bereits Zurückhaltung auferlegen. Vergessen sei ihm aber nicht, daß er in seiner vielleicht bedeutsamsten Rolle, die er in den letzten Iahren einnehmen durste, nämlich als deutscher Hauptoertreter bei den Verhandlungen in Genf im September 1928, sich in überaus mannhafter und auf- rechter Weise der deutschen Interessen ange- n o m m e n hat. Was er damals zu den Problemen der Sicherheit und Abrüstung den Berhandlung-gegnern an Wahrheiten gesagt hat. ist wohl noch hinreichend bekannt. Ebenso muß man es dankbar anerkennen, daß Hermann Müller-Franken auch zu denen zählt. die an der Beschleunigung der Rheinlandräumung wesentlichen Anteil haben. In diesen Hauptfragen der deutschen Außenpolitik sühlte er sich nicht als Funktionär seiner Partei, sondern als Vertreter seines Vaterlandes." Oos Urteil des Auslandes. London. 21. März.(Eigenberichl.) Der„Daily Herald" widmei Hermann Müller einen ausführlichen Rachruf, in dem er ihn den„A r ch i k e k k e n des neuen Deutschland" nennt. Müller habe für sei« Vaterland Großes geleistet und zur Befriedung der well Außerordenl» liches beigetragen. Donnerstag Beisetzung. Aufbahrung im parteihous. Am Donnerstag wird die Leiche Hermann Müllers im Parteihans Lindenstraße 3 aufgebahrt. Bon dort aus wird sie um 4 Uhr nachmittags in feierlichem Leichenzug durch die Wilhelmstraße und am Reichstag vorbei zum Krematorium Gerichtstraße übergeführt. Die Trauerfeier der Fraktion. Gedenkrede des Genossen Otto Weis. Eine halbe Stunde vor dem Beginn der Plenarsitzung ver- lammelten sich die in Berlin anwesenden Mitglieder der fozialdemo- kratischen Reichstagssraktion vollzählig in ihrem Sitzung?- Zimmer zu einer internen Trauerkundgebung. Außerdem waren alle Angestellten des Parteivorftandes erschienen, ebenso der deutsche Gesandle in Bern. Dr. Adolf Müller, der Oberbürgermeister von Hermann Müllers Geburls- stadt Mannheim. Dr. Heimrich, PollzeiprSstdent GrzesinTM und andere. Hermann Müllers leerer Platz am Vorstandslisch zwischen Wels und Breitscheid war mit einem prächtigen Blumenarrangement ge- schmückt. kaum hatte Otto Wels feine Bede begonnen, wurden die meisten Mitglieder der Fraktion von kieffter Ergriffenheit übermannt. Auch die härtesten Naturen konnten sich in diesem dramatischen Augenblick nur schwer beherrschen und diese Stimmung des Schmerzes um den verlorenen Führer hielt während der ganzen, packenden An- spräche des Genossen Wels an. Der Redner selber, der ja als Parteivorsitzender seit fast 15 Jahren am engsten an der Seile des Toten gewirkt hatte, ver- mochte zwar seine eigene Ergriffenheit zn meistern, übertrug sie aber aus die Zuhörer. Das Charakterbild des loten Führers trat aus seinen Worten leuchtend hervor: seine LiebezurArbeiler- klaffe, sein umfassendes wissen, seine Zähigkeit im Kampfe, seine unbedingte Ehrlichkeit gegen sich selber und gegenüber den, Massen, seine Abneigung gegen jede Demo- gogie und sein Bestreben, durch unermüdliche Aufklärung die Arbeilerschaft für den siegreichen Kampf um die politische und soziale Demokratie zu rüsten, oft auch um den Preis von Umwegen und Stillstand, wenn der direkte weg nicht zum Erfolg, sondern zur Niederlage zn führen drohte. Stärker denn je empfand ein jeder bei dieser Schilderung der Führerpersönlichkeit von Hermann Müller durch seinen engsten Milkämpfer, was die Sozialdemokralke an ihm verloren hat. »i- Wir werden den Wortlaut der Gedenkrede des Genossen Wels in unserer Sonntagsausgabe oerösfentlichen. An Stelle des verstorbenen Hermann Müller-Franken wird Frau Alma L o h s e- Würzburg in den Reichstag eintreten. Bitte: Keine Beileidsbesuche! Die Familie Hermann Müller» bittet, von Beileidsbesuchen Ab st and zu nehmen. Gedenken im Haushalisausfchuß. Der hau»hall»au»schuß de» Reichstages begann seine Beratungen am Sonnabend mit einem Gedenken an Hermann Müller- Frauken. Die anwesenden Kommunisten beeilten sich, den Saal de» Haushallsausschusses vorher noch zu verlassen, damit sie nicht in den Verdacht kämen, ansländigerweise vor dem loten Arbeiterführer einige Minuten stumm ru stehen. Eine Anzahl Abgeordneter verschiedener Fraktionen. die dem Hau,hall»au»schuß nicht angehören, hallen sich ein- gesunden, um dem Nachruf de, Vorsitzenden auf den Ab- geordneten Hermann Müller beizuwohnen. Der Vorsitzende, Abgeordneter Hugo Heimann. führte in seiner Gedächtnisrede u. a. aus:„Sehr viele von Ihnen werden die erschütternde Nachricht vom Tode des Kollegen Hermann Müller bereits erfahren haben. Das allgemeine Wirken dieses her- uorragenden Mannes, seine Bedeutung für die Geschicke Deutschlands wird heute und noch oft an anderen Stellen eingehend gewürdigt werden. Ich will mich von diesem Platz aus darauf beschränken, hin» zuweisen, daß Hermann Müller neben seiner vielseitigen anderen Tätigkeit auch einer der verdien st voll st en. angesehen st en und dienstältesten Mitglieder dieses Ausschusses gewesen ist. Seit dem Kriege gehörte er lange Jahre dem Haus- Haltsausschuß an, und in vielen Gesprächen hat er mir oft gejagt, daß die Arbeit gerade in diesem Ausschuß ihm besonders lidb und wert gewesen sei. Er besaß eine umfassende, genaue Kenntnis des Haushalts und des gesamten Haushalts- rechts, und wenn er hier das Wort ergriff, fanden sein« Ausfüh- rungen nicht nur im Kreise der eigenen Fraktion, sondern bei zahl- reichen Mitgliedern des Ausschusses und auf der Regierungsseite höchste Beachtimg. Die Schärfe und Schnelligkeit seines Urteils, die Gabe, sein« Darlegungen in klarste Form zu kleiden, befähig- ten ihn, oerwickelt« und- schwierig« Fragen, mit denen wir uns hier des öfteren zu. befassen hatten, zu e n t wirren und z u klären, so daß in außerordentlich zahl- reichen Fällen seine Urteile fast allgemein als das Maßgebende anerkannt wurden. Dazu kam eine persönliche Freundlich- k e i t und ein« Liebenswürdigkeit des Wesens, die ihn zu einem der beliebtesten Mitglieder des Ausschusses und des ganzen Reichstages gemacht haben. Darüber hinaus ist Hermann Müller vermöge seiner ganz ungewöhnlichen Gaben und Fähigkeiten zu einer der markantesten Persönlichkeiten des öjsentlichen Lebens reworden. Wiederlzolt hat er in schweren Zeiten, die Deutschland zu durchleben hatte, traurige Pflichten auf sich genommen, und diese Pflichten unter Hingabe aller körperlichen und seelischen Kräfte, un- beirrt durch Gegnerschaft, so durchgeführt, wie er sie nach seiner Ueberzeugung zum Wohle des deutschen Polles hatte durchführen müssen. Ein grausames Geschick hat ihn. der seinem Volke und seiner Partei noch so viel hätte sein und geben k ä n n e n. und der so gern noch viel leisten wollte, vorzeitig hinweg- gerafft. Sein Hinscheiden ist der schwerste Schlag, der die Sozial- demokratische Partei treffen konnte. Ucber den Kreis der Partei hinaus wird fein Tod von weiten Teilen des deutschen Volkes als nationales Unglück angesehen werden. Der Name Hermann Müller wird in der Geschichte Deutschlands und im Haushalts- ausjchuß des Deutschen Reichstages unvergessen büxben.' .Bossische Zeitung": „Hermann Müller— das sei gesagt und wiegt am schwersten: ein grader Mann! Ungesucht drängt sich dieses Wort in die Feder, das Hermann Müllers Wesen am deutlichsten umschreibt. Er war aufrecht in seiner Haltung und in seiner Gesinnung, klar und unkompliziert in seinem Denken, ehrlich im Reden und im Handeln. Stresemann urteilte näch einer mehr- stündigen Unterhaltung bei seiner ersten persönlichen Begegnung im Herbst 1921:„Dieser Soziali st ist ein guter Deutscher und ein zuverlässiger Mensch, auf dessen Wort man bauen kann." Unbedingtes Vertrauen war die Grundlage der amtlichen Zusammenarbeit und der persönlichen Freundschaft, die beide Männer verband... Einen Kranz auf den Sarg dieses Mannes, der ein guter Mensch war und der seinem Aaterlande gedient hat, selbstlos und mit reinstem Wollen." „Berliner Tageblatt": „Der Tod traf einen Mann, der noch hoffen durfte und auch hoffte, im Dienst am deusschen Volk« seinen bisherigen Leistungen neu« hinzuzufügen... Er hat trotz seiner Krankheit auch in letzter Zeit alle Kraft daran gesetzt, um bei wichtigen Ent- scheidungen zur Stelle zu sein und in Partei und Fraktion für die Ueberzeugung einzutreten, zu der er angesichts einer zugespitzten politischen, parlamentarischen Lage bei der Prüfung einer bedeutenden gesetzgeberischen Frage gelangt war. Wir haben in chm eine Persönlichkeit von starken menschlichen Quali- täten, einen Mann verloren, den die Stunde aus der Region der Parteipolitik ins Staatsmännische wachsen ließ. Eine Persönlichkeit von hohen menschlichen Graden, ein Politikervon Charakter, ein Mann ist von uns gegangen, der in schwerster Zeit in führend« Stellung berufen, mit kluger Einsicht an die ihm gestellten Aufgaben heranging und bei ihrer Lösung stets alle seine Kräfte einsetzte. So wird er, wird sein Name fortleben." „Deutsche Allgemeine Zeitung": „Als Wortführer seiner politischen Freunde trat«r bei allen größeren Debatten in den Vordergrund. Seine gewandte Art zu reden und seine Geistesgegenwart in verwickelter Debatte gaben häufig einer parlamentarischen Auseinaichersetzung Richtung und Gesicht. In den letzten Jahren allerdings mußte er wegen körperlichen Mißbefindens auch in seinen politischen Hand- Trauerkundgebung im Landing. Zu Beginn der heutigen Landlagssihung gedachte Präsideni B a r t e l s des Ablebens des Reichskanzlers a. D. Hermann Müller. Dabei würdigle er die Wirksamkeit de» verstorbeneu als Reichskanzler und als Reichsaußenminister, der in den schwersten Zeiten die Interessen seines Landes mit Geschick und unter Auf- opserung seiner Person vertreten habe. Deswegen werde der Name Hermann Müller in der deutschen Geschichte einen ehrenvollen Platz einnehmen. während sich die Mitglieder de» Hauses bei dieser Trauerkundgebung von ihren Plätzen erhoben hatten, be- kam es der Kommunist Steinfrucht, der als einziger Vertreter seiner Fraktion anwesend war. fertig, demonstrativ sitzen zu bleiben. Da» flegelhasteVelragrnde» Kommunisten wurde nach Schluß der Tranerkundgebimg von Mitgliedern der sozialdemo- kratischen Fraktion durch Zurufe entsprechend gewürdigt. Beileid der Znternaiionale. Das Sekretariat der SozialistischeaArbeiter- internationale sandte folgendes Beileidstelegramm an den Parteivorstand: Mit der deutschen Sozialdemokratie tranern wir u« Hermann Müller, der oll seine Gnergic und Begabung im Dienste des Aufstiegs der Arbeiterklasse hingegeben hat. Mit Opfermut hat er in den schwersten Stunde» die deutsche Republik vor dem nationalistischen Irrsinn und die deutsche Arbeiterklasse vor dem Sieg der militaristi- scheu Konterrevolution bewahren geholfen. In de« ent» scheidenden Kämpfen um die Verteidigung der Demokratie gegen die faschistische Gefahr ist ein so früher Tod ei« doppelt schmerzlicher Verlust für die deutsche Sozialdemokratie und für alle, die die Freiheit in Europa verteidigen. Friedrich Adler. Trauer im Wahlkreis. Im Namen derwahlkrel-orgooisalion Franken. die Hermann Müller seil 1320 immer wieder In dm Relch»iag wählte, sandte der Sezirk-volstand der Reichstogsfrakilon folgendes Beileidstelegramm: Tier erschüttert durch die schmerzlich« Nachricht, daß unser Paris, 21. März.(Eigenbericht.) Sämtliche Pariser Morgenzeitungen veröffentlichten die Nach- richt von dem Tode Hermann Müllers auf der ersten Seit« zu- sammen mit der Photographie des PSrstorbenen und einem kurzen Lebenslauf. Rur wenige Zeitungen bringen bisher ein« Würdigung der politischen Tätigkeit Müllers. Unter ihnen ist der sozialistische„P o p u l a i r e" hervorzuheben, der schreibt:„Der Tod Müllers ist ein unersetzlicher V e r l u st für die deutsche Sozialdemokratie. Die deutsche Arbeiterklasse verliert in Müller ihren beliebtesten und angesehensten Führer, die Deutsche Republik sieht in ihm einen ihrer besten Staatsmänner verschwinden. Die sozialistische Partei Franl- reichs teilt den Schmerz der deutschen Sozialdemokratie." Die Rechtspresse drückt ssch weniger lobend ans, bleibt jedoch iip ollgemeinen objektiv. Das„Journal" erklärt, Müller s.'i zwar in der deutschen Politik und in der deutschen Sozialdemokratie weniger hervorgetreten als Otto Braun und Severing, aber sein Name werde doch in der Geschichte weiterleben, weil er mit zwei entscheidenden Episoden des Krieges verknüpft sei. Müller lzcre bei Kriegsausbruch in Paris mit Albert Thomas über dü Haltung der Sozialdemokratie verhandelt, und er habe im Juni 1919 den Versailler Vertrag unterschrieben. Andererseits weist das „Journal" darauf hin, daß Müller zusammen mit Stresemann im September 1928 in Genf die Revision des Dawes- Plans und die frühere Räumung des Rheinlandes durchgesetzt habe. Vor seinem Tode habe er schließlich die Ge- nugtuung erhalten, daß die Reichsregierung gezwungen sei, mit der Toleranz der Sozialdeniokratie zu rechnen." Amsterdam, 21. März.(Eigenbericht.) Die ganz« niederländische Morgenpresse widmet dem ver-. storbenen früheren Reichskanzler Hermann Müller große Rachruf- artikel. Das sozialistisch«„Het Volt" schreibt, daß mit ihm dcr Leiter des Kernes der Partei dahingegangen sei und daß die ganz« Partei um das Hinscheiden des Manne» frauerc, der auch angesichts der ärgsten Rückschläge stand- hielt, der stets auf die schwierigsten Posten berufen wurde und auch den Dank des niederländischen Proletariats vexdien«. Auch der „Telegraaf" schreibt, man müsse zugeben, daß Müller stets nach bestem Wissen und häufig mit Erfolg seinem Vaterland gedient habe. Die katholische Prosse würdigt ebenfalls in Müller den Staatsmann und politischen Taktiker. Hermann Müller die Augen für immer geflossen hat. spricht der Bezirksvorstand Franken der Reichstagsfraktion das tiefste Beileid aus. Mit uns trauern Hunderttausende im Lande Bayern, denn Hermann Müller brachte den Namen Franken zu besonderem Ansehen dadurch, daß er unser Vertreter im Reichstag war. Mit größtem Stolz nannten die Sozialdemokraten in Franken seinen Namen, fühlten damit die innige Verbundenheit zwischen sich und der Fraktionsleitung. Als Müller-Franken wird Hermann Müller in allen Herzen der treuen fränkischen Arbeiter sortleben. Was aber wir als Bezirksvorstand in Hermann Müller verloren haben, ist nicht in Worte zu kleiden. Uns war er mehr als ein Führer! Mit Parteigruß ver Bezirksvorstand Franken der Sozialdemokratischen Partei. I. A.: Hans Dill. Wettere Aeileidstundgebungen. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun hat an Frau Müller folgendes Telegramm gerichtet: „Zum Tode ihres Gemahl», der in schwerster Zeil mit seinen reicheuFählgkeilen und aufopfernder Hingabe dem deutschen Polte seine überaus wertvollen Dienste geleistet hat. spreche ich Ihnen und Ihrer Familie namens des preußischen Staats- Ministeriums herzliches Beileid aus. Ebenso hat der preußische Kultusminister Grimme an die vlitwe Hermann Müller» folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Mit lieser Anteilnahme höre ich von dem Dahinscheiden Ihres auch von mir hochverehrten GolKn und spreche Ihnen mein onsrichliges Beileid aus. Reichsaußenminister Dr. Curtiu» hat an die Gattin des ver- storbenen Reichskanzlers a. D. Hermann Müller nach- stehendes Beileidstelegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nachricht von dem Hermgang Ihres von mir hochverehrten Herrn Gemahls spreche ich Ihnen, zugleich im Namen des Auswürtigen Amts, mein wärmstes und aufrichtigstes Beileid aus. Diegroßen Dienste.dieder verstorbene als Che! dieser Behörde in schwer st er Zeit seinem Baterlande geleistet hat, wenden unvergessen bleiben und sichern ihm ein dauerndes Gedenken. Trauerkundgebung auf der«.Deutschen Wellet Di« Leitung der„Deutschen Welle" teilt mit, daß die heutige Trauerkundgebung des Reichstags auf Schallplatts aufgenommen werde und heute abend um 6 Uhr von ihr weitergegeben wird. Die erste Zollunion Zwischen Deutschland und Oesterreich als Kern der europäischen Wirtschafisunion Wie heule und Montag den Regierungen der an Deutschland und ventschöslerreich angrenzenden Slaalea mitgeteilt wird, haben die österreichische und die deutsche Regierung eine Vereinbarung ge. trosfen, in Verhandlungen über einen Zollunion, vertrag einzutreten. Die Vinnenzölle zwischen Deutschland und Oesterreich sollen grundsählich fallen und damit ein einheitllche» Wirlschofts. gebiet geschassen werden, an das als Kern sich andere europZisch« Staaten anschließen können. Die zwisthen Deutschland und Deutschösterreich abgeschlossenen Vorverhandlungen sind au» den Genfer vcgegnungen hervor- gegangen. Schon aus der Völkerbundsversammlung im vergangenen herbst haben Dr. C n r t i n, und Dr. Schober von den regio- nalen Verständigungen gesprochen, die in die Wege zu leiten sein würden, wenn die wirtschaftliche Gesamtverständigung in Europa scheitert. Die bestehenden Handelsverträge werden durch den Zollunionsvertraz rechtlich nicht berührt, da Zollunionen aus die Meislbegünsligungsklausel keine Wirkung ausüben, sondern von ihr nach alter handelspolitischer Tradition vertraglich aus- genommen sind. De Verhandlungen über den Zollunionsvertrag werden alsbald nach Ostern beginnen. Der Vertrag wird den Parlamenten zur Ratifizierung vorgelegt werden. Mit seinem Inkrafttreten und der Aushebung der meisten vinuenzölle zwischen Deutschland und Oesterreich läßt sich für die erste Hälfte de, Iahre» 1932 rechnen. Anfang des Paneuropaplanes. Wien, 21. März. Zahlreiche Blätter nehmen heute zu den deutsch-vsterreichischen Wirtschostsverhandlunzen Stellung. Es wird hierbei betont, daß es sich nicht um«ine isolierte Aktion handelt, sondern daß es auch anderen Staaten freistehen wird, dem Uebereinkommen als Partner beizutreten. Die„Neue Freie Presie" betont, daß Deutschland und Oesterreich nichts anderes wollen, als den Anfang mit dem Paneuropaplan machen, den Briand geschossen habe.. Ihr Streben gehe dahin, die Zoll- und Handelspolitik wechselseitig an- zugleichen, nicht aber andere Länder auszuschließen. Die Idee der regionalen Verträge, die vom Vizekanzler Schober in Gens propagiert worden sei, gehöre seither zum eisernen Bestand der mitteleuropäischen Politik. Auch Südstawien und Rumänien hätten bereits eine Zollunion und ein Präferenzsystem in ErroLgung ge- zogen. Die ersten pariser Stimmen. Paris, 21. März. Die Pariser Morgenpress« nimmt, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, noch'keine Stellung zu dem Abschluß des deutschöster- reichischen Zollabkommens. Im„Echo de Paris" erklärt Per» tinax, daß das Abkommen, das mit einer gewisien Vorsicht redigiert worden sei, keiner Zollvereinigung zwischen den beiden Staaten gleichkomme, wenn es sich ihr auch besonders bezüglich der Schiyer- industrie stark nähere. Der europäische Organisationsausschuß, der am 24. März in Paris zusammentrete, habe lano« noch einem Pro- gramm gesucht, das die Wichtigkeit eines Pancuropa Herporheben sollte. Durch das deutschösterreichische Abkommen sei er vor züg- l i ch bedient, wenn auch diese deutschösterreichische Platte ge- eignet sei, den paneuropäischen Gedanken zu vergiften. Briand werde wütend sein, weil Oesterreich den Artikel 88 des Vertrags von Saint Germain verletze, der ihm seine Unabhängigkeit zur Pflicht mache. Auf der anderen Seite müsse man sich aber fragen, was man Oesterreich und Deutschland an der Stelle ihres jetzigen Abkommens hätte geben können. Die„3 o u r n« e industrielle" stellt fest, daß alle Welt sich darüber einig sei, daß die Beziehungen der mitteleuropäischen Staaten einer Besserung bedürften. Die durch den Friedens- vertrag neu geschaffenen Staaten litten jetzt allgemein in wirts�oft- licher Beziehung infolge der Vermehrung der Grenzen und der Irr- tümer, die bei dieser Grenzziehung gemacht worden seien. Eine Einigung sei schon deshalb lange notwendig gewesen. Aber dies« Einigung hätte man gerade in den verschiedenen Besprechungen der Vertreter der einzelnen Mächte gesunden, die sowohl in War- schau wie auch in Bukarest und Wien erfolgten. Indem Deutsch» land mit Oesterreich nicht ein Abkommen, sondern«ine Veroim- gung eingehe, bring« es die Gesamtheit der Staaten aus dem Gleichgewicht, weil es die übrigen mitteleuropäischen Staaten nunmehr vor einen einzigen Vertragspartner stelle, wo es früher zwei gegeben habe. Theaterprobleme im Landtag. Sozialdemokratie für Fortführung der Krolt-Oper. Der Preußische Landtag hat heute den Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung des Vertrages mit der Berliner Volks- Kühne aus 29 Mitglieder festgesetzt. In der fortgesetzten Debatte über den Kultusetat äußert sich Abg. Sönig-Polsdam(Soz.) über Theaterfragen. Die Rechtsparteien bekämpften unter anderem alles, was mit dem Namen Ießner in Beziehung steht. Iehner werde verantwortlich gemacht für das Defizit der Staatstheater und für die Untauglichkeit der Schauspielschule. Aber man dürfe um einiger Fehler willen nicht die großen künstlerischen Ver- dienst« Ießners übersehen.(Sehr wahr!) Die Schauspiel- schule müsse erholten bleiben, denn wem? der Staat öZ Proz. des Bildungswesens in der Hand habe, sei er auch oerpflichtet, auf die Ausbildung der Schauspieler zu achten. Zur Frage des Spiel- Plans des Stoatstheaters erklärte der Redner, daß die Staatstheater mit Klassikeraufführungen allein nicht zu füllen seien. Di« Bevölkerung wolle das Zeittheater. Sie wolle bewußt die Probleme, die von der Zeit aufgeworfen werden, auch auf der Bühne dargestellt sehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei der großen kulturellen Bedeutung der Landes- kühnen sei daraus zu achten, daß aus ihren Mitteln nicht allein nur die Grenztheater, sondern auch die Theater im Lande, z. B. in Osnabrück, unterstützt werSen. Wolle man allen Verpflich- tungen nochkommen, müßten die Mittel entweder auf 1,5 Millionen erhöht oder die großen Zuwendungen für die Theater in Breslau und Königsberg aus außerplanmäßigen Mitteln genommen werden. Bei dem Kampf zwischen der Linden- und Kroll. Oper in Berlin scheine die Linden- Oper ein Blümlein Rühr-mich- nicht-an zu sein. Jedenfalls fetze sich seine Fraktion für die Fort- führung der Kroll-Oper ein. Der Generalintendant müsse mit den Mitteln für die Linden-Oper auskommen und darüber hin- aus noch 400 000 M. Ersparnis für die Kroll-Oper machen. Auf dieser Grundlage müsse das Weiterbestehen der Kroll- Oper gewährleistet werden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Damit war die Generaldebatte über den Kultusetat beendet. Das Haus trat in die Einzelberatung dazu ein. Das Schlüffelgeheimnis. Wer sind die Räuber aus der Fasanenstraße? In der Rächt zum 4. März drangen in die Wohnung des Hauseigentümers Leon Reiner mann in der Fosanenftr. ZS, wie seinerzeit ausführlich berichtet, drei Männer ein. die Masken vor den Gesichtern trüge» und mit Revolvern bewafsnet waren. Sie durchsuchten sämtliche Vehällnisse und raubten Juwelen im Werte von annähernd Z0 000 Mark. Der Wohnungsinhaber, seine Frau und eine zu Besuch weilende Dame waren vorher von den Tätern mit einer Gardinenschnur gefesselt worden. Die Wochen- langen Ermittlungen der Srimmalpolizel haben seht ans die Spur der Täter geführt. Der nächtliche Raubüberfall sah zunächst recht mysteriös aus, da die Dordertür zu der Wohnung stark gepanzert und mit modernsten Sicherheitsschlössern versehen war. Hinzu kam, daß von innen der S i ch e r h e i t s s ch l ü s s« l im S d) l o ß st« ck t e. Die Ber- brecher konnten aber nur die Flucht durch diese Tür geiiommen haben, da an der Tür, die zur Hintertreppe führt, die Sicherheits- kette ordnungsmäßig vorgelegt war. Bei den näheren Ermittlungen lullte sich dann überraschend heraus, daß der im Schloß steckende Sicherheitsschlüssel gar nicht der Originalschlüssel des Wohnungs- inhabers war, sondern ein Duplikat, das die Vezeichnuvg 5 20 59» trug. Da es unmöglich war, daß bei der Kompliziertheit des Sicherheits- schlosses eine in Berlin angefertigte Nachahmung vorlag, konnte der Schlüsiel nur von der Fabrik angefertigt worden sein. Die Rückfrage bei der Solinger Herstellerfirma gab darüber auch schnell Auf- klärung. Die Fabrik erklärte, daß ein Berliner Buchdruckereibesttzer Spengler aus der Dorotheenftroße unter dem 3. Februar eine B e- stellung auf den Sicherheitsschlüsse 5 8 20598 ab- gegeben hatte. Der Besitzer der Buchdruckerei wurde sofort von der Kriminalpolizei vernommen. Dabei stellte sich heraus, daß zu den Kunden Spenglers ein angeblicher Vertreter französischer und Schweizer Stoff-Firmen.«in gewisser Henry N ö v i e r gehörte. Römer,' es handelt sich zweifellos um einen fingierten Namen, hatte bei Spengler wiederholt Drucksachen und Briefbogen bestellt. Auch zu Ende Januar erhielt Spengler von Revier wieder einen neuen Austrag. Dabei bemerkte Römer beiläufig, daß er bei einer Solinger Firma einen Schlüssel zu einem Sicherheitsschloß bestellt uird gebeten habe, ihn an Spengler zu senden, da er wieder einige Zeit auf Reisen gehen müsse. Der Schlüssel traf auch bei Spengler ein und Növier nahm ihn am 13. Februar mit den bestellten Drucksachen in Empfang. Aus allem geht Aar hervor, daß der Raubübersall auf die Woh- ) nung Remermanns wochenlang bis in all« Einzelheiten vorbereitet worden ist. Mit dem Nachschlüsiel war es natürlich ein Leichtes, unbomerkt in die Wohnung einzudringen. Man neigt jetzt auch zu « der Annahme, daß die Täter bereits in der Wohnung waren, als das Ehepaar Reinermann mit der verwandten Dam«, die sie vom Bahn- Hof abgeholt hotten, heimkehrte. Die Täter müssen nach dem ge- lungenen Ueberfall völlig den Kopf verloren haben, da sie vergaßen, den Sicherheitsschlüsses, den sie von innen in das Schloß gesteckt hatten, wieder abzuziehen. Von dem angeblichen Nöoier konnte der Kriminalpolizei ein« sehr genau« Beschreibung gegeben werden, so daß es sehr wahrscheinlich ist, daß es der Kriminalpolizei riyter Führung des Kriminalkommissar, Rassow gelingen wird, die Täter festzunehmen. Absturz eines Autofernlastzuges. Sin Toter und drei Verlebte Frankfurt a. R!.. 21. März. Auf der Landstraße bei Schlüchtern ereignet« sich«in schwerer Verkehrsunfall. Ein Audomobil-Fern- transportzug befand sich mit einer LadungOelvonHam- bprg nach Nürnberg unterwegs. Auf der steil abschüssigen Straß« versagte die Bremse, so daß Motorwagen und Anhänger in rasende Führt gerieten und den Abhang hinunterstürzten Hierbei wurde der Motorwagen völlig demoliert. Die beiden Chauffeure kennten sich durch Abspringen retten. Ein junges Mädchen. das mitfuhr, wurde getötet, Auf dsm Anhänger befanden sich «in Beifahrer und zwei W a n d er b u r< ch e n, die bei dem Sturz schwer verletzt wurden und ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Die ewige Salonkomödie. Kammerspiele:«Diese alte Kanaille!" Wer sich einmal so recht behaglich langweilen will, der geh« in die Kommerspiele, wo es«ine Komödie aus dem Französischen des Fernand N o z i e r e„Diese alte Kanaille" gibt. Sie ist schon vor zehn Uhr zu Ende, und man ist am Schluß restlos erstaunt, wie lang einem zwei Stunden werden können. Wieder einmal spielt die Handlung in der Märchenwelt des un- versieglichen Scheckbuches, wieder werden mit beharrlicher Gründlich- keit Probleme durchdiskutiert, die uns völlig schnuppe sind. Wieder einmal zeigt sich, daß das bürgerliche Theater die Gegenwart nicht kennt und Konversationsstücke für wichtig genug hält, uns einen Abend zu rauben. Das sind die handelnden Personen: ein Millionär, drei Nutten, ein Barnrusiker. der auch schmelzend« Schlagertexte dichtet, und dos dazugehörig« Dienstpersonal. Der Millionär weiß, daß er alt wird, aber edel, wie er ist, überläßt er seine Liebsten freigebig dem jungen Gemjlse— auf Zeit. Denn Erfahrung und Lebens, und Lebemanns- kunst haben ihn gelehrt, daß sie zu ihm und seinem Scheckbuch zurück- kehren werden. Er heißt alte Kanaille, weil er mit lächelnden? Gesicht und vollendeter Liebenswürdigkeit jedes beginnende Schä-ec- stündchen stört und immer gerade darin dazwischen kommt, wenn sein Erscheinen am wenigsten erwünscht ist. Nozier« wälzt überdies diese belanglosen Fragen so breit aus, daß alsbald hervorragende Langeweile ins Parkett kriecht, und der Regisseur Eugen Roberts, dem seit langem das Tempo unserer Zeit abhanden gekommen ist, zerspielt das Stück bis zur Un- ertrüzlichkeit, mit einem Ensemble, das völlig auseinanderfällt. Die weiblichen Hauptrollen(Friedl H e r l i n und Karin Evans) läßt er hölzern und ohne weibliche Anmut agieren: von dm Frauen fällt nur ein fainos schnippisches Dienstmädchen(Charlotte Z i e g l e r) auf, von den Männern. wird Willi Forst schon nach dm ersten Szenen kitschig sentimental, und es bleibt nur eine einzige Freud« übrig: Aiüon Edt h o f e r als Lebemann und Millionär. Sein« Wandluirgsfähigkeit regt imnrer wieder zu restloser Bewunderung an, wir sehen in ihm einen verjüngten Bassermam?. Der Befall war der Komödie entsprechend matt, nur Edthoser rettet den Abend von dem Versinken ins verdimte Nichts. äxr. Horvath:„Italienische Nacht". Theater am Schiffbauerdamm. Talent ist vorhanden. Doch Geduld und Horizont sind noch schlecht entlvickelt. Horvaths Schauspiel„Bergbahn", aufgeführt an der Volksbühne, mischte Romantik mit Naturalismus. Der Naturalismus war am stärksten, und man durste viel hoffen. Der Roman„Der ewige Spießer" mischte Ludwig Thoma mit Presber. Man fing an zu zweifeln. Das Voltsstück„Italienische Nacht" zeigt, daß der Dramatiker ein lustiger Herr ist,??>enn er sich an Herzensding« macht. Macht er sich an politische Dinge, dann haut er ins Leere. Irgendwo im Bayerischen, vielleicht auch im Steierischen, balgen sich die faschistischen Braunhemden mit den„Marxisten". Horvath ist im Innersten überzeugt, daß beide Parteien seinen Fußtritt ver- dienen. Sein Beweis? Die Roten werden von einem schleimigen Großmaul geführt. Der Kerl kaut die republikanische Phrase solange d??rch, rvi« ihm keiner übers Maul iährt. Gxfjt es ihm an den Kragen, dann kippt er In Feigheit zusammen. Lockert sich der Griff, dann schcvadroniert er wieder. Horvath pulvert die Blamage zu ein«r Parade auf. Mehr aus Dummheit als aus Gemeinheit. Denn sein Humor ist gebort beim Käsewitzblatt. Trotzdem gibt es in den? Stück um verliebte Leute Situationen, die von echterer Komik sind. Das Stück wurde breitspurig aufgeführt. Die Pointen wurden herausgequetscht u??d aufgepumpt. Ein« rettend« Regie fehlte ganz. Rur Oscar Sima ui?d die prachtvolle Frau Elsa Wagner brachten Leben in ihre Marionettenrollen. Js. 51. Zlenw oub den Le.llner Atvseev Der Saal 8 ber Aegypiiichsn Äb- Uilung mit den Gräbern, Reliefs und slaluen der Pyramidenzeit ist nach baulicher Herrichtung jetzt wieder zur Beftchtigung freigegeben. „Er und seine Schwester." Atrium. In der üblichen gehirnverkleisternden Manier wird der Ausstieg eines kleinen Dienstmädels zum Revucstar erzählt. Dazu benutzt man eine Posse von Bernhard Buchbinder, die Roda Roda für den Film bearbeitet, dessen Drehbuch R. Arvey und W. Wassermann schrieben. Den krampfhaften Bemühungen dieser vier Autoren gelang es, ein bescheidenes Publikum zu amüsieren. Carl L a m a c, einst ein« berechtigte Hossnung unter den Lust- spielregisseuren, geht langsam die Puste aus. Seine Einfallskraft läßt nach. Anny O n d r a, einst nicht minder stürmisch begrüßt wie ihr Regisseur, wird uin ihre Ei?twicklung gebracht. Man scheint nämlich Annys Tonfilmeignung alle!?? von ihren schönen Beinen abzuleiten. So sind die Täi?ze die Hauptsache, während sie im Spiel sich nicht mehr die Mühe gibt, sich selber auszuweichen. Mai? kennt bereits jedes Schclmenlächeln, jede drollige Bewegung und jeden Augenaufschlag unter den übertrieben langen Wimpern. Blasta B u r i a n ist ein Komiker ganz großen Formals. So un- endlich komisch er auch wirkt, beinerkt man doch ausgerechnet in seinem Spiel z?? viele tote Punkte. Andre Pilot hat ein sympathisches Gesicht und ein angenehmes Austreten. Roda Roda gibt einen seiner itnposanten alien Herrn. Seine schauspielerische Tätigkeit steht diesmal vor sein«?' schriftstellerischen: denn in der Posse wird sich zu oft auf billige Art über kleine Leute lusiig gemacht, was eines Roda Roda gerade nicht würdig ist. e. d. Deutsche Kunstausstellungen in Zugostowien. Die Deutsche Kunst- gesellschast, Berlin, deren Tätigkeit sich bisher nur auf die Gebiete der Musik und der redenden Ki?nst« erstreckte, veranstaltet ab 1. April in Belgrad«ine Ausstellung zeitgenössischer deutscher, bildender Kunst. Die Ausstellung wird einen Uelurblick über die hauptsächlichsten Strömungen der deutschen Kunst seit 1914 geben. Man ist dabei bestrebt, einen Eindruck von der Lebendigkeit und Vielfältigkeit des deutschen Kunstlebens zu geben. Werke von 47 Molern und Graphikern. 21 Bildhauern und 20 Architekten werden gezeigt. Die hervorragendsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Jugo- flawien sind in dem Ehrenausichuß der Ausstellung. Eine FreitirpertuItur.INallnee veranstaltet am Sonnlag. dem 29.. vor- miitags lt Üb?, die Körpcrtuliiirschule Adoli Koch im Groben Schau» s P i- l h a u S. Karten in beichröntler Zahl werden gegen Vorlegung von Partei- oder GewerkichaftZauZweisen abgegeben in der Dietz»BuchhandI??ng, lltndenstr. 2 l1,2S bzw. 2 Mt. einschl. Programm und Garderobe). An öffentlicher Kartenverkaus findet nicht statt. vi« piscator-Lüho« spielt nach Abichlus? ihrer Spielzeit im Wallner- Theater»Des Kaiser? Kuli' und veranstaltet am Sonnabend, 2t.. und Sonntag, 22. März, zwei Sondervorstellungen zum EinheUßprcl« von 1, 2 und 3 M. INnseuwsstihrungen Sonnlag. tv tthr, sprechen Direktor Binder über do< schöne Geschütz im ZeugbauS: Pros. Scholimüller über sranzöfiiche und englische Kunst de? 17. und IS. Iabrbunde?» im Kaiser. sZriedilch.Muieum: Dr. Snelhlage über MaSken und MaSteniänze südamerikanischer Indianer im Museum für Völkerkunde l. Oer Lleberfatl auf die eigene Mutter. 6 Jahre Zuchchaus für einen entarteten Sohn. Stendal, 21. März. Unter großem Andrang de» Publikums fand vor dem Schöffengericht der Prozeß gegen die Arbeiter Erich ?> ö n i ck c und Kurt R a r g a n z statt, die am 24. Januar in Stendal einen Raubübersoll aus die Mutter des Angeklagten hönicke verübt halten. Beide Angeklagte?? kamen, nachdem si« aus einer Erziehungs- anstalt entlassen waren, auf ihrer Wanderschaft mittellos nach Stendal. Hier verabredeten sie einen Ueberfall auf die Mutter des Hönicke. Als die ahnungslose Frau ihrem Sohn einen Knopf an den Mantel näht«, nahm dieser einen Schraubenschlüssel und schlug seine Mutter damit nieder. Der alten Frau fesselte er die Hände und band ihr ein Tuch um den Kopf. Nachdem er 7 5 M. geraubt hatte, fuhren die beiden Täter nach Berlin. Hönicke, der sich wegen eines kranken Fußes zur Charihe begab, wurde bald darauf festgenommen. Später gelang es auch, Larganz zu ermitteln. Das Schöffengericht verurteilte Hönicke wegen gemeinschost- liehen schweren Raubes zu S Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluft, Barganz erhielt 4 Jahre Gefängtris und 3 Jahre Ehrverluft. Krauennwrd in Friedenau Täter bisher nnbekannt Ei« Sapttalverbreche« ist i« de» Morgenstunden des So»«abe«d i« Friede««« entdeckt worden. Im Hanse St«benra«chstraße 4 7. a« der Ecke der Eschestraße. ««weit des Südwesttorsos, wurde die Elsefran Margarete B a s ch e. geb. Bcjar. in ihrer Wohnung ermordet aufgefnnde«. Zur Zeit weile« die Kriminal tommissare Träger und Kollath mit ihren Beamte« und dem Gerichtsarzt Dr. Wiedhold am Tato.rt. um den Be- fnnd aufzunehmen. Zu dem Verbrechen erfahren wir folgende Einzelheiten: In dem chause Stubenrauchstraße 47 hat im Erdgeschoß der 50 Jahre alte Tischler Paul Bgfche mit seiner gleichaltrigen Ehefrau Margarete eine Wohnung inn«, an die sich eine Werkstatt an- schließt. Basche war früher beim Magistrat beschäftigt, eröffnete aber seine Wertstatt vor etwa vier Iahren, als er auch mit seiner Frau diese Wohnung bezog. Die Ehe war kinderlos und nicht glücklich: es kam oft zu Streit und sogar.zu Schlägereien. Auf zwei verschiedenen Wegen kann man in die Wohnung gelangen, durch die Vordertür und durch«ine Hintertür die durch die Werkstatt führt. Am Freitagmittag um 12 Uhr war der Tischler ausgegangen, um Besorgungen zu machen. Nachmittags um 3 Uhr ungefähr erschien er auf der Wache des 177. Reviers und erkundigte sich, ob vielleicht von einem Unfall etwas bekannt geworden sei. Er mache sich Sorgen um seine Frau, daß ihr etwas zugestoßen sein könne, denn in der Wohnung öffne man ihm nicht. Da von einem Unfall nichts bekannt war, vertröstete man den Tisckfler und versprach, ihn sofort in Kenntnis zu setzen, falls eine Meldung einlaufe. Basche kam im Laufendes Spätnachmittags und Abends noch einige Male, es war aber nirgends eine Frau ver- unglückt, die seine Ehefrau hätte sein können. Das letztemal erschien er nachts um 3 Uhr auf dein Revier. Cr trug ein sehr auf- geregtes Wesen zur Schau und berichtete, daß er die ärgsten Befürchtungen habe. Zusammen mit einein Wächter habe er den Zaun des Vorgartens überstiegen und der Wächter habe auf seine Bitte mit seiner Lampe in die nach vorn gelegene Wohnstube ge- leuchtet. Er habe sehen können, daß alles durcheinandergeworfen sei. Die Beamten des Reviers begaben sich mit ihm nach dem Hause zurück und verschafften sich Jutritt. vor dem Sofa in der Wohnstube fand man Frau Basche erschlagen auf. Sic lag mit dem Gesicht zur Erde in einer Blutlache tot da. Eine zweite Blutlache zeigte sich auf dem Sofa. Es scheint, daß die Ermordete dort die tödlichen Schläge erhallen hat und im Todes- kämpfe von: Sofa hcrabgeglitten und auf die Erde gefallen ist. Alles im Zimmer war durchwühlt, die Schubkästen herausgerissen und der Inhalt verstreut. Zwischen dem noch unbekannten Mörder und seinem Opfer Hot sich offenbar ein heftiger Kampf abgespielt. Außer Verletzungen an den Händen und im Gesicht entdeckte man aus dem Scheitel der Toten eine schwere Wunde, die wahrschein- lich von einem Hammer oder einem Beil herrührt und möglicherweise den Tod zur Folge gehabt hat. Beim genauen Absuchen der Wohnung in der Stubenrauchstraße tonnte die Tat- waffe, die ein Hammer oder ein Beil gewesen zu sein schein� noch nicht gefunden werden. Der Tod muß fast otif der Stelle ein- getreten sein.' Der Tischler machte einen sehr verwirrten Eindruck: es schien deshalb geboten, ihn vorläufig in Gewahrsam zu nehmen. Zeugen haben bekundet, daß sie ihn tatsächlich, wie er angab, am Freitagmittag das Haus haben verlasien sehen. Er wird über sein Alibi am Freitag bis in die Sonnabendnacht von der Mord- komnpssion sobald als möglich genau befragt werden. Von der Mordkommission sind bereits eine Reihe von Zeugen ermittelt und befragt worden. Sie bekunden, daß Frau Basche, die noch ein« Auf- wartestelle hatte, gegen 11� Uhr nach Hause zurückkam. Den Tischler Rasche haben verschiedene Leute im Laufe des Rachmittags ebenfalls gesehen. So begegnete er gegen 15 Uhr auf dem Laubengelände an der Born- straße einem Bekannten, dem sein verstörtes Wesen auffiel. Er hielt den Tischler an und fragte, was mit ihm los sei. Basche erwiderte, er fühle sich krank. Es gewinnt den Anschein, daß der Mann mehr weiß, als er bisher gesagt hat. Beim Eintreffen der Kriminalbeamten stellte es sich übrigens heraus, daß die Tür des Vordereingangs von innen vor- schlössen war, der Schlüssel steckte auf der Innenseite noch im Schloß. Die Hintertür, von der aus man durch die Werkstatt ebenfalls in die Wohnung kommen kann, war ebenfalls verschlossen, doch steckte hier der Schlüssel außen. Die Ermitt- lungen der Mordkommission sind noch in vollem Gang. Oer Konflikt in der Herrenkonfektion. Bekleidungsarbeiter für Annahme des Schiedsspruchs. Der BeiratdesDeutschenBekleidungsarbeiter- Verbandes hat am Freitag den Schiedsspruch für die Herren- und Knabenkonfektion, der eine Neuregelung des Manteltarifs imd des Lohnabkommens vorsieht, eingehend geprüft und sich nach Würdigung aller für den Tarifstrett bedeutsamen Fragen für An- nahm« des Spruchs entschieden. In die Wagschale siel dabei vor allem der Umstand, daß sich gerade in der Konfektion infolge des systematischen Lohndrucks der Unternehmer vielfach unhaltbare Zustände herausgebildet haben und deshalb die A u f r e cht e r ha l- tung der Tarifordnung der Tariflosigkeit vorzuziehen ist: denn damtt ist unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und gewerk- schastlichen Lage für die Bekleidungsarbetterschaft immerhin die Ge- währ gegeben, daß sie trotz der Lohnsenkung mit der Neuregelung besser fährt, als wenn keinerlei tarifliche Bindung existierte. Gcheu vor Tariflohn. NeichSarbeitSgericht kuriert Berliner Metallindustrielle. Neben dem allgemeinen Lohnabbau, wie er gegenwärtig mit Hilfe der Regierung betrieben wird, da die Unternehmer dem Reichs- arbeitsminister oersichert haben, sie gebrauchten noch einitze Jahre zur Bildung von Reukapttal, geht unausgesetzt das Bestreben der Unternehmer, die Arbeiter aus die eine oder awdere Weise um einen Teil ihres Lohnes zu prellen. Die Firma Gebrüder Pierburg A.- G. unterhält aus ihrem in Berlin-Tempelhof gelegenen Gelände ein Stahllager, das dem Großhandel mit Stahl dient, uiii> eine O f« n f a b r i k. Die Firma ist Mitglied des Verbandes Berliner Metallindustrieller. Gegen sie klagte ein Mitglied des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der ösfeptlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs, der mit Arbeiten im Stahllager der Firma beschäs- tigt wurde. Beide Verbände sind Partner des Tarifvertrages für die in der Berliner Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Ar- beiterinnen vom 16. Juli 1323. Der Kläger hat einen Lahn erhalten, der den Sätzen dieses Tarifvertrages mindestens gleichkam. Er beanspruchte auf' Grund des allgemeiiwerbindlicheu Tarifvertrages für die im Stahl-, Metall- und reinen Blechgroßhandel beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer mit Lohntarif vom 4. Juni 1329, und zwar vom 1. März 1930 ab einen höheren Hohn.. 7 Die Allgemeinverbindlichkeit ist ausgesprochen für gewerbliche Arbeitnehmer im Stahl-, Metall- und reinen Blechgroßhaudcl. Ausgenommen sind selbständige H a nd e l s a b t e i lu n ge n von Fabrikationsbetrieben, die dem Verband Berliner Metall- industrieller angeschlossen sind. Die beklagte Firma nahm diese Ausnahmestellung für ihren Betrieb in Anspruch, um den Tarif- lohn nicht zahlen zu müssen. Dieser Anspruch wurde von dem Kläger seiner Organisation bestritten. Das Landesarbeitsgericht in Verlin hat zugunsten des Klägers entschisden. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der beklagten Firma P i« r b u r g und des Verbandes Berliner Metallindustrieller. Das Reichsarbeiksgcrichl wies die Revision als völlig unbegründet zurück und bestätigte das vorinstanzliche Urteil. Der Kläger habe den höheren Lohn auf Grund des allgemeinverbindlichen Tarifver- träges für die im Stahl-, Metall- und reinen Blechgroßhandel be- schästigten Arbeitnehmer zu beanspruchen. Die Grubenherren diktieren. Gespannte Lage im französischen Bergbau. Paris. 21. März.(TU.) Nachdem sämtliche Verhandlungen zwischen den französische« Grubenarbestern und den Grubenoerwaltungen gescheitert sind, habe« letztere den Arbeitern angekündigt, daß die beabsichtigt« Lohn- kürzung nunmehr in Kraft treten werde. An allen Gruben sind Anschläge angebracht, worin den Arbeitern mitgeteilt: wird, daß die Prämien, die bisher 25 Proz. ihrer Löhne be- tragen haben, ab 23. März auf 20 Proz. und ab 1. Mai auf 15 Proz. herabgesetzt worden seien. Die Grundlöhne sind von der Lohn- kürzung vorläufig noch nicht betrosjen. Die Haltung der Grubenarbeiter ist noch unbestimmt. Sie haben bekanntlich für Ende März den Generalstreikbeschluß gefaßt, werden aber am Sonntag noch einmal zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmen. 6 050 000 Arbeitslose in Amerika. Rem Jork. 21. März. Wie der amerikanische Staatssekretär für Handel, Robert L a m o n t. mittellt«, betrug die Zahl der Arbeitslosen in den Ver- einigten Staaten in der zweiten Hälfte des Januar 6 050 000 Per- fönen.__ Zwei Filmoerbote aus den letzten Tagen. Im Programm der Aktuellen Abteilung(Vortragsreihe.Zehn Minuten FUm") spricht heut«. Sonnabend. 21. März. 18.50 Uhr. der Leiter der Filmober- prüfstelle. Ministerialrat Dr. Seeger über„Zwei Filmverbote aus den letzten Tagen". welter für verlin: Mild mit zunehmender Bewölkung, noch keine erheblichen Niederschläge.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reichs Uebergang zu wolkigem Wetter, ohne Nachtfröste. Auch im Nordosten Milderung. Theater der Woche. Vom 22. bis 30. März. Volksbühne. Theater am Bälowplah: Di« Heidin Adler. 22., 29. Lilivm. 22., 11% Ulli: VII. Toiwnalrncc: Orpheus Dionufos. Slaatskhealer.* Staatsoper Unter den Linden: 22. Meisteriinaer. B. Paleftrina. 34. Mar- garete. 23. Nosenka valier. 26., 28. Eine Nacht in Bcncdig. 29. Dottor Kauft 30. Der fliegendc SoDänitr.„„ Staotsopct orn Pl-n der Repnbtil: 22. Därmen. 28., 28. Madam- Butter, In 21. Kledcrmaus. 25.«erlaustc Braut. l6. Barbier von Sevilla. 27. Pcricholc. 29. iioch�eit des Kinaro. 30. Nigoletto. Städtische 07«: 22. Carmen. 23. Zauberklote. 24. NhctNOvld. 23. fiotf. Manns Crsählunaen. 36. Madame Buttcrflv. 27. d schreit des K'< Uhr Das Velidien v. Montmartre Operette v. Kaiman filtta llpar, Hanl Ahlen, Kail lOksn, BMl Waldemar a. 6.. Eraon Boaig ms Saat. Sonntag 4 Uhr Kleine Preise. Das Veiidien v. Monimartre �Tägsichö.1� DAS 9 LAUE HEMD VON ITHAKA MUSIK: J. OFFEN BACH THEATER IM APMIRALSPAIAST fuuhr CASINO-TBEÄTER Lothringer Strafe 97. inieiMi— mitumetiiiiiUiniunHUiaieiinaaiiiiineiimeieei— aieie Nur noch bis 2. April 0 fliese Schwiegervater und das erstkl. bunte Programm! Soimaiieiiil, den 4. Ipril 1931 mm eisten Meie „ep träumt von Jise" Gaiichcin 1-4 Personen Fauteuil 1,25 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PI. Rang 60 PI Wintej, . Garten- 8 15 litt. Zentr. 2819. Kandieii erlaubt. Tv mm China. Dmcai Collies. Latth Werfemelsihr,« Phtliipps, Karuiewna's, DonBondc asw. Sonnabend und Sonntag je 2 Vonlellnngeo « und 8" Lflir._ 4 Uhr kleine Pr. Reichshallen- Theater Abends|T| Sonntag Hadmi. HTT] litt 3 Stunden Lachen bei de „Stetftiner" Nachm. ermäßigte Preise Tel. Merkur 1247 Variete Dönhoff- Brettl: - 10 Nommern— Tanz Traute Rose in dar großen Operette v. Kilmhn „Biß MmM' Regie; Paul Rose s,-t„[5g[5g|9g Sonnabend| 7"t"| um Von Montag bis FreiUc Abendpreise: Von SO Pf. bis M 3.- Dle beliebt. Familien-Nach mittäte nur noch im Mftrx Jeden Dienstag:, Mittwoch, Donnerstag, Freltaar 530 „Madame Boaivard<( Der lustloe französische Schwank Preise: Von 30 Pf. bis M 1.50 20 Minuten Kaffeepanae Kaffee und Kuchen 30 Pf. Programm u. Garderobe Je 10 Pf. ROSE THEATER Othgiger Vorverkauf: 11— I Uhr und 4— 9 Uhr. Alexander 3423 und 8404 Gr. Frankfurter Str. 132 U*Bahn Strausberger Plate Tägl 2 Vorstp. 5 u. 8'h Uhr Barbarossa 9256 Badim. 58 PL bis 3 M. sbends 1 bis 6 M. Dollle u. Bllile Dance Fables Co. mit Estelle Matter« und weitere Attraktionen. I Tägl. 5 u. SIS SOUI. 2, 5». 8" E 4, Alex. 8066 Nehm. 50 Pf.— 1 M., abds. 1-2 M. Hermann Leopoldi der berühmte Wiener Humorist Orlando-Trappt. Esmanolf 1 Gerda usw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tägl. 8 Uhr. Im weisssn ROstl. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesetzung billige Preise Regie: Erik Charell. Deutsches KQostler-Theat. Barbarossa 3937. ghi, Uhr Riller BlauDarls adite Frau Renaissance Theater Steinplatz 6780. 8»n Uhr Dnrdiaus unerlaRbt Pr. O.SO big 13.50m NORiiscne oper 8>/» Uhr Kleine P re i s e. Peppina ookr iunialidwr leiluflg ia ümperutr» Roben Stolz Piscator-Büline (Wallner- Theater) Alex. 4592-93. Täglich S'k Des Kaisers Kuli Fdi Leser imurar Zeitung Oi.-Sessel statt 6 nur 3 M Parbett-f.. 4.2,. .. Z. 1.88 Hang. 2. 1 H. üeeüiH« lüesier 8 Uhr Der Hauptmann von ROpenlitt ». Carl Zuckmayet Regln: Heinz Hilpert Kammerspiele SV» Uhr Diese alte Canaillel von Fernand Nozibra Regie: Eugen Robert. Die Komödie Vit Uhr Uraulftlhrung Kommt einVogel von Walter Hasendever Hegte: Gustav Härtung Bühnenbilder: Michael Rachlis KurHlrstGüdamm- Tbeatcr Bismarck 449 | 8 Uhr"] Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourdet igte: Hai ReiiMt Bamawslty-Siiiinen Theaier in der streatnannsir. 8'/. Uhr Amptiitryon 38 Komödie von Jean Giraudoux Inszenierung; Victor Bantowsky Komödienhau» S-h Uhr Eine üomg'iche Familie BährSlielei nellslleM Uraan, schwarz 29.50 moforradstielei 22.50 25.50 uianderstielei. wettert. 11.50 13.50 15.50 Alle Sorten Spart-, Jagd-, Reit-, Berutwtiatel H. IS ei Kar Berlin SW 19 Spitt* Iroorkt 7 («r 4er Oridn) herkor 6154 ElKe-SAnBer Kotttast. Str. 6 Tltl. 81/4 Uhr Der Infttlprste Abend! Sonntags Mcba.SVjBbr ermiB. PrelM. Lustspielhaus Täglich 8»/2 ühr Der Lügner u. die nenne von Kurt Götz fl Sonntag, den 22. März niebmittags 3 Uhr . fcrWwtd Sonnabend� 21. Marz 1931 r.. iii.qsilla sftx HOfÜHLfü Hermann Müller: Sie schwerste Stünde Unterzeichnung des Versailler Vertrages Die nachsolgendcu Auszeichnungen Hermann Müllers sind dem Buche von Victor Schiff„So war es in Versailles(Verlag 3. h. IB. Dieh Vachs.) entnommen. Gegen 245 Uhr erschieneii, wie vereinbart, vier Oberst« der alliierten Armeen im Hotel des Reservoirs: ein Amerikaner, ein Engländer,«in Franzose und ein Italiener. Sie sollten unsere militärische Ehreneskorte bis zum Spiegelsaal bilden. Zwei Autos warteten vor der Tür. Da dos Hotel ohnedies fast unmittelbar an den rechten Flügel des Schlaffes anfchlieht, betrug der Weg bis zum Schloffeinqang höchstens 3 Meter. Die umliegenden Ströhen waren hermetisch abgesperrt. Nach wenigen Sekunden Fahrt waren wir kurz noch 3 Uhr im Schlosse. Man führte uns zunächst in den Saal Nattier des Schwßmuscmns, geschmückt mit den Bildern dieses französischen Malers aus dem 17. Jahrhundert. Dort legten n ir hüte und Mäntel ab. Dann ging es hinauf zum Spiegel- f a a l. Bevor wir ihn betraten, immer von den vier Obersten be- gieilet, mußten wir einen Vorraum passieren, in dem das geladene Publikum versammelt war. Es waren hauptsächlich Frauen, und zwar die Gattinnen von Marschällen. Generälen, Staatsmännern und Parlamentariern. In dem Augenblick, wo wir diesen Borraum betraten, entstand unter diesen Zuschauerinnen«in« lebhaste Bewe- gung. Sie standen auf, die von den hinteren Reihen stiegen sogar auf ihre Stühle und wir sahen, wie uns diese zum Teil ebenso reifen wie geschminkten„Damen der Gesellschaft" durch ihre Lorgnetten n'usterien. Diese kurze und unwürdige Szene rief l e b h o s t e n !I n willen bei einem großen Teil der Anwesenden hervor. Das Anstondsgesühl der Mehrheit bäumt« sich instinktiv gegen diese Taki- losigkeit auf. Es entstand sosort«ine starke Unruhe im ganzen Saale. Energisehe, ja wütende Protestrufe wurden laut:„Assis! Assis!" „Setzen! Setzen!" Zögernd folgten die Frauen diesen Risten. Inzwischen waren wir in den eigentlichen Saal gelangt, der Chef des Protokolls, William Martin, der uns im Ratticr-Saal empfangen hotte, geleitete uns zu unseren Plätzen. Im Epiegelsaal Alle alliierten Vertreter waren bereits anwesend. Wir saßen an einer Eck« des Saales, zu unserer Rechten die Delegierten Japans, zu unserer Linken die Delegierten Uruguays. Kaum batten wir uns niedergesetzt, da erhob sich in der Mitct der Quer- tvfel Clemeneeou und erklärte in einer ganz kurzen Ansprache fast nur formeller Art die Sitzung für eröffnet. Rur der Schlußsatz betonte, daß die bevorstehenden Unterschristen„die unwiderrufliche Verpflichtung darstellen, all« festgesetzten Bedingungen in ihrer Gesamtheit zu erfüllen"— osfenbar eine nochmalige Unter- streichung der Ablehming unserer ursprünglichen Vorbehalte.„Unter diesen Umständen habe ich die Ehr«, die deutschen Bevollmächtigten einzuladen, ihre Unterschriften auf dem mir vorliegenden Vertrage geben zu wollen." Er begleitete diesen letzten Satz mit einer Hand- l'cwegung, die ans den kleinen Tisch hinwies, wo die Dokumente zur Unlerschrist bereit lagen. Die Handbewegung demonstrierte deutlich kie Befriedigung des Regierungschefs Frankreichs über die deutsche Niederlage. Ich verzichtete auf die Uebersetzung dieser Ansprache. Dr. Bell und ich standen auf und schritten durch den Saal. In diesem Augen- llick herrschte«in« feierlich« Stille und wir fühlten, daß tausend Blicke auf uns gerichtet waren. Am Tisch angelangt, zog ich meinen Füllsederhalter und unterschrieb, neben meinem bereits ganz am Ende des Blattes angebrachten Siegelabdruck. Es. waren drei Unterschriften zu leisten: zum eigentlichen Friedensvertrag. Nim Rhernlandabkommen und zu einem Zusatzprotokoll. Nach mir Dr. Bell. Zurück zu unseren Plätzen. Es war vorüber. Wie die Zeitungen berichteten, war die Unterzeichnung durch die Vertreter des besiegten Deutschlands genau mn 3 Uhr 12 Minuten vollzogen worden. Mit dem Füllfederhalter verhält sich die Sache so: Schon in Weimar war mir bekanntgeworden, daß nach Berichten franzö- sischer Blätter beabsichtigt war. di« Unterschristen mit einem be- sonderen Federhalter vollziehen zu lassen, den die elsaß-lothringischen Verbände Frankreichs und der französischen Kolonien gestiftet hätten. Schon damals war ich entschloffen, dieser uns bewußt zugedachten Demütigung vorzubeugen, indem ich mit meiner Füllfeder unter- schreiben würde. Dr. Bell besaß keine. Aber um sich zu sichern, nahm er aus dem Hotel einen gewöhnlichen S- P f e n n i g- Federhalter mit, den er in Zeitungspapier rollt« und in seine Gehrocktasche steckt«. Er zog ihn erst heraus, als wir aufgerufen wurden und damit unterzeichnete er. Ob die Ankündigung der französischen Blätter den Tatsachen entsprach, weiß ich nicht. Jeden- falls lagen vor jedem Delegierten ein Federhalter und ein Tintenfaß, so daß wir auch ohne die elsässisch-lothringischen Verbände oersorgt gewesen wären. Meine Füllfedergeschichte wurde in den Berichten der Presse der ganzen Welt sorgsam registriert und vielfach kommen- tiert. Ein Pariser Blatt brachte eine an sich recht mäßige karikatu- ristische Zeichnung, di« aber mit einer zwar boshaften, aber wirklich witzigen Erklärung versehen war:„Das letzte Manöver der Boches: Hermann Müller unterzeichnet mit Geheimtinte"(„encre invisiblc")... Auf den Gedanken war ich allerdings nicht ge- kommen... Indessen hotte der llnterzeichnungsakt seinen Fortgang ge- nommen. In rascher Reihenfolge wurden die26Stoatenauf- gerufen, die mit uns im Kriege gestanden hotten.(Nur China hatte am Vormittag erklärt, daß es di« Unterzeichnung wegen der Entscheidung über das Schantung-Gebiet ablehnen würde.) Zunächst Amerika mit WUson, Lansing, house, White und Blyß, dann die Vertreter Englands— Lloyd George, Bonar Law, Baifour usw.— sowie der britischen Dominien, dann die Franzosen— Clemenceau, Pichon, Tardieu, Klotz, Jules Chambon—, die Italiener, die Belgier usw. Nach der Unterzeichnung Sehr bald hatte die feierliche Stille einer allgemeinen Unruhe Platz gemackst. Diese Unruhe steigerte sich bis zum Wirrwarr, als einige der Delegierten auf den Gedanken kamen, Unterschriften als persönliche Andenken» zu sanuneln. Auf jedem Delegiertenplatz lag eine wirklich künstlerisch gestaltete Druckzeichnung und auf diesen Blättern wnrden die Unterschristen gesammelt, allerdings nur unter den Alliierten. Anscheinend trauten sich die meisten nicht, sich an uns zu wenden. Wir beobachteten diese Szene. Schließlich kam ein Delegierter auf mich zu. Es war der Vertreter Bolwiens, Ismail Montes, und er bat mich und Dr. Bell um unsere Unterschriften. Wir entsprachen natürlich anstandslos seinem Wunsch. Durch diesen Erfolg offenbar ermuntert, wandten sich jetzt auch die zwei Vertreter Kanadas, D o h e r t y und S i f t o n,. an uns mit der gleichen Bitte. Weiter kam allerdings keiner mehr Der Unterzeichnungsakt war unterdessen sowieso zu Ende. Er hatte kaum 5V Minuten gedauert. Clemenceau stellte fest, daß alle Unterschriften vollzogen seien und bat die Delegierten der alliierten Staaten, noch im«Saale zu bleiben, bis sich die Deutschen, die von der Militärkommission in ihr Hotel zurllckgeleitet würden, entfernt hätten. Wir standen aus, die vier Obersten nahmen uns an de? Schwelle des«Saales wieder in Empfang. Als wir den Schloßeingang erreichten, durchbrochen plötzlich die Prefsephotographen die Sperr« und knipsten uns in einer Tour, während wir unser Auto bestiegen. Unter den mit der Absperrung beauftragten Offizieren entstand große Aufregung, teils weil man einen neuen Zwischenfall befürchtete, teils weil auch di« Zuschauermenge durch die durchbrochene Sperre zu laufen begann und ein allgemeines Durcheinander droht«. Inzwischen fuhren wir bereits nach dem Hotel des Reservoirs ab. Dort verabschiedeten sich mit militärischem Gruß die vier Obersten und wir begaben uns in unsere Zimmer. Jetzt löste sich die Spannung in ganz, eigenartiger Weise. Ich hatte mich seit IM Stunden außerordentlich in dör Gewalt. Don dem Augenblick an, wo mich die Obersten in Empfang genommen hattsp, bis zu dem, wo sie sich verabschiedeten, vor allem aber in der Stunde, in der ich den tausend Blicken im Spiegelsaal ausgesetzt war, hatte ich eine Mask« der rein geschäftsmäßigen Korrektheit an- genommen. Nichts in meiner Haltung, in meinem Gang, in meinem Blick, in meinen Bewegungen sollte zu irgendwelchen Deutungen Anlaß geben. Ich wollte den tiefen Schmerz des deutschen Volkes, das ich in diesem tragischen Augenblick vertreten mußte, nicht den Iturt Friedberg: Francisco do Sul Von Rio de Janeiro aus wandte ich mich zunächst nach Sao Francisco do Sul, dem Einwanderungshafen für den Staat St. Catharina. In dem kleinen hafenstädtchen gab es zwei Hotels, ein brasilianisches und ein deutsches. Da ich der portugiesischen Sprache nicht mächtig war, nahm ich bis zur Abfahrt des brasilia- nischen kleinen Dampfers, der mich nach Ioinville, einer von vielen Deutschen bewohnten Stadt mit deutschem Konsulat, bringen sollt«, im deutschen Gasthof Wohnung. Es war ein roh gezimmertes holz- Haus, das nur drei Fremdenzimmer, ein Gastzimmer und zwei Äohnkammern für den Wirt und seine kinderreiche Familie enthielt. Gleichzeitig mit mir stieg ein deutscher Kaffeehändler aus Sao Paulo ab, und da in Brastli«n die Tage kurz und die Nächte lang sind, ist man froh, wenn man bis zum Zubettgehen, das man der Hitze wegen meist bis Mitternacht verschiebt, etwas Unterhaltung und Zeitvertreib hat. Natürlich mußte ich meinem Landsmann«, der bereits zehn Jahre im Lande wqr, viel von der Heimat erzählen. Um uns von der Seereise zu erholen, machten wir am Spät- nachmittag ein« längere Kahnfahrt. In froher, ausgelassener Stimmung traten wir bei«intretender Abenddämmerung den Rück- weg an. Mir fielen besonders dje vielen riesigen schwarzen Aas- g e i« r auf, die sich auf den Dächern der Neinen Häuser zum Nacht- schlaf rüsteten oder an den offenen Küchenfenstern herumlungerten, um einen Bissen zu erhaschen. Die Geier besorgen in den kleinen Orten die Straßenreinigung. Die Tierkadaver, die dort mit allem Unrat einfach auf di« Straß« geworfen werden, verschlingen sie in kurzer Zeit bis auf das Knochengerüst. Unsere Abendmahlzeit bestand in der hauptfache aus den in Brasilien täglich auf den Tisch kommenden schwarzen Bohnen mit Farinha, einem aus einer Urwaldpflanze gewonnenem Ge- würz. Wir tranken dazu das für die Tropen besonders pasteuri- sierte Münchener Löwenbräu, das allerdings mangels Eis lauwarm war. Auch ein aus Ingwer gebrautes einheimisches Vier, das ganz erfrischend ist, wird in Brasilien viel getrunken. Aus Deutschland hatte ich unter anderem einige Büchsen Fleisch mitgenommen, deren ich eine als besonderen Leckerbissen zum besten gab. Der Wirt sah zu seinem Entsetzen, wie ich seinem großen, sehr abgemagerten Hunde, einer Bulldogge, einige Fleischstück« hin- warf. Fast überall wird nämlich in Brasilien, außer in den mo- dornen Städten, nur getrocknetes Fleisch(earnc secca) gegessen, da frisch geschlachtetes in wenigen Stunden infolge des heißen Kl'-mas«inen Stich erhält. Im Gegensatz zu Argentinien besitz Bra- gierigen Blicken unserer bisherigen Feinde preisgeben. Das war mir nicht nur äußerlich gelungen— im„Temps" und in an- deren Blättern wrrd« ausdrücklich betont, daß es unmöglich ge- wesen wäre, irgend etwas aus unseren Blicken und Bewegungen herauszulesen—, sondern ich hatte es bei der Durchführung dieses Vorsatzes sogar so weit gebracht, alle inneren Regungen zu unterdrücken. Welche ungeheure Neroenanspannung diese hallung kostete, das sollte ich erst nierken, als ich wieder allein war. In derselben Stunde, in der ich in meinem Zimmer Hut und' Gehrock ablegt«, um mich umzukleiden, strömte der Schweiß aus allen Poren in einer Weife, wie ich es nie zuvor erlebt hatte. Das war eben die physische Reakttcn, die dieser unerhörten psychischen Belastungsprobe unmittelbar folgte. Und nun erst fühlte ich, daß ich die s ch w e r st e Stunde meines Lebens hinter mir hatte. Bald darauf erschien der französische Oberst Henry und über- brachte mir die Note Clemeneeaus, in der di« Aufhebung der Blockade siir den Tag angekündigt wurde, an dem Deutschland den Vertrag ratifiziert haben würde. Die Heimfahrt Von französischer Seite wurde uns dann nahegelegt, noch die folgende Nacht in Versailles zu verbringen und erst am nächsten Morgen heimzufahren. Begründet wurde dies« Anregung mit dem starken Zustrom von Fremden in Versailles, deren Heimbeförderung große Schwierigkeiten bereite. Ich bat jedoch dringend, noch am gleichen Abend heimzufahren. Ich war zwar sehr müde, aber ich wollte so schnell wi« möglich fort von Versailles. Diesem Wunsche wurde sofort entsprochen. Wenige Stunden später erfolgte die Abfahrt vom Bahnhof Noisy-tte-Rai. Ich hotte allen deutschen Pressevertretern anheimgestellt, im gleichen Sonderzuge heimzureisen und alle warer» dieser Einladung gefolgt. Auch der Gesandte von h o n i e l, dem ich am Nachmittag den durch den Rücktritt Langwerths von Simmern freigewordenen Staats- sekretärposten angeboten hatte, und der schließlich das Angebot an- nahm, reiste mit uns zurück. In der Dämmerung setzte sich der Zug in Bewegung. Als es dunkel wurde, sahen wir in den Dörfern di« ersten Raketen und Feuerwerkskörper, mit denen dieser Tag— für Deutschland«in Tag tiefster Trauer, für die siegreichen Länder ein Teig der Freud«— gefeiert wurde. Plötzlich prasselten gegen die Fenster meines Wagens Steinschläge. Die französischen und englischen Offiziere stürzten aufgeregt in den Salonwagen herein, sie wollten die Notbremse ziehen und den Zug anHallen lassen, um die Täter festzustellen. Ich beruhigte sie und bat sie, davon obzuiassen. Wegen des Streiches irgendwelcher dummer Jungen sollte nicht gleich wieder ein diplomatrscher Zwischenfall entstehen. Am nächsten Tag, in den Mittagsstunden, waren wir wieder aus deutschem Boden. Der Friedensvertrag war unterschrieben. Der Kampf um den wahren Frieden sollte erst beginnen. silien wenig Bich auf dem Lande, well kein« Weiden vorhanden sind: aber an Geflügel und billigen Eiern ist Ueberfluß. Während des Essens bevölkerten zahlreiche groß« und kleine Ameisen den Eßttfch und namentlich die Zuckerdose. Am Erdboden huschen Schwaben von mindestens 10 Zentimeter Läng« hin und her. Da sämtlich« Türen und Fenster des nur aus einem Stockwerk zu ebener Erde bestehenden Hotels zur Kühlung offengehalten wurden, stand jeglichem Getier der Eingang offen. Zahlreiche groß« Flede r- mäufe umschwirrten unsere Köpfe, auch gewahrte ich zu meinein Entsetzen eine riesige Ratte, die sich von Zeit zu Zeit an dem Eß- napf des Hundes zu schaffen machte. Mein Landsmann meinte, daß man sich an derartige Kleinigkeiten in Brasilien gewöhnen müßte. Gefährlich könnten den Menschen nur die Schlangen werden, die sich mit Vorliebe des Nachts ihre Schlafstelle in den Betten suchten. Als wir unsere Zeche bezahlen wollten, verfärbte sich das Ge- ficht des Kaffeehändlers. Er hatte feine Brieftasche, die annähernd 10 000 Milreis barg, verloren. Dies« Summ« hatte er nach vier- zehntägiger beschwerlicher Reise durch den Urwald, bei der als Beförderungsmittel lediglich Maulesel verwendet werden, bei seinen Kunden für gelieferten Kaffee kassiert. Obwohl inzwischen oollstän- dige Dunkelheit eingetreten war, leuchteten wir den am Nachmittag gegangenen Weg mit einfachen Schwefelhölzern mühsam nach der Tasche ob. Als wir uns dem Kahn näherten, apportierte der 5)uilZ, der mitgelaufen war. plötzlich die Brieftasche im Maul. Das Geld war noch vollzählig. Vor Freude umannt« mich mein Landsmann und wir feierten das Ereignis mit einigen Flaschen Bier, das uns der noch im Hafen liegende deutsche Dampfer preiswert abließ. Mit schweren Köpfen trennten wir uns erst um 2 Uhr morgens In sehr animierter Stimmung suchte auch ich mein Lager auf und beim Anblick des Bettes mußte ich unwillkürlich an die Schlangengefahr denken. Nachdem ich die beiden Fenster meines Zimmers geschloffen und die Tür fest verriegelt hatte, untersuchte ich, etwas schwankend, sämtliche Einrichtungsgegenftäirde des Zimmers und zuletzt das mir meinem neuen Moskitonetz umsäumte Bett, entdeckte aber nichts. Bald verfiel ich in einen unruhigen Schlaf, aus dem mich ein Druck auf die Oberschenkel weckte. Ich war sicher, von einer Schlange heimgesucht zu sein, bemühte mich, mich möglichst wenig bewegend, den Stock oder die Streichhölzer zu erwischen und sprang schließlich aus, da ich beides nicht fand. Wie groß war mein Erstaunen, als sich die vermeintliche Schlange bei näherer Untersuchung als mein S p a z! e r st o ck entpuppte, den ich wohl im Halbschlaf unbewußt neben mich ins Bett gelegt hatte. Durch den hostigen Sprung aus dem Bett hatte ich nichtsahnend das Moskitonetz zeb rissen, so daß an«Inen Weiterschlaf infolge der Stechmütfen nicht zu denken war. Da bereits der neue Tag anbrach, zog ich es vor, mich schnell anzukleiden, um den Morgen bei herrlichem Sonn.maufzong im Freien zu verl, ringen. Beleuchtet die Boote richtig! Eine gutgemeinte Warnung an Kieinbootbesitzer E!n Mitglied des Freien Segleroerbandes, der Vertrauens- mann der von den Verbänden der Sport- und gewerblichen Schiff- fahrt gegründeten„Wasserwacht" ist, bittet uns um Veroife.1t- lichunz folgender Mahnung: Jetzt, wo der Wassersport wieder ausgenommen wird, glaube ich als Vertrauensmann der Wassermacht, die in diesen: Jahre 0 f f i» z i c l l in Erscheinung tritt, an alle Waflerbenutzer, besonders die Inhaber von Kleinfahrzeugen, Ruder, und Paddelbooten, die Bitte richten zu dürfen, sich mit den wasserpolizeilichen Vor» schriftcn oertraut zu machen, die allgemein gültig und zum Wohl aller Wasseobenutzer erlassen worden sind. Die„Wasser- wacht" will nur, daß jeder sich selbst und andere vor Gefahr be- wahrt, die jederzeit, besonders nach Eintritt der Dunkelheit eintosten kann, wenn die Beleuchtungsoorfchriften der Behörden nicht eingehalten werden. Deshalb wende ich mich an oll« interessierten Körperschaften, Vereine, Lootsunteistandsge währende odr Bootseigner, die die Notwendigkeit des Anschlusses an eine Orga- nisation noch nicht eingesehen haben, mit der Bitte, sich mü den ein- schlägigen Bestimmungen vertraut zu machen und danach zu handeln, da sie sonst selbst die Leidtragenden sind. In den Sitzungen der Wasserwocht, die alle Kategorien von Wasserbenutzern und vor allem die gewerbliche Schiffahrt zusammenfaßt, wurde besonders darüber Klage geführt, daß gerade die Kleinstfahrzeng« und ihre Besitzer es find, dietdie Schiffahrt am meisten behindern, indem sie den Tag bis zum Rest genießen, um dann gänzlich ohne oder mit mangelnder Beleuchtung Schfffahrtshindernisse darzustellen. Sie handeln dabei oft ohne Ueberlcg'unz, oft allerdings aus bösem Willen. Der Führer eines hohen Fahrzeuges kennt sich beim besten Willen nicht aus, ob er ein von Menschen besetztes Fahrzeug, ein treibendes Krautufer oder Treibholz vor sich hat. Durch die vorbeugende Tätigkeit der Wassersportverbände ist die sportschiffahrttreibende Bevölkerung von dem Nummerzwang, ähnlich der Autonumerierung, verschont geblieben: nicht zuletzt deshalb bittet die Wasserwacht im ureigensten Interesse jedes einzelnen, nun auch den gegebenen Umständen Rechnung zu tragen und sich mit den de- stehenden Vorschriften vertraut zu machen und siezu befolgen. In der letzten Sitzung des„Wasfevwacht", die doch bezweckt, jeden behördlichen Eingriff durch Selbstschulung überflüssig zu machen, e r- klärten die gewerbsmäßigen.Fahrzeugführer, sich nicht mehr anders helfen zu können, als rück- sichtslos drauf los zu fahren, um zu zeigen, daß jeder Wasserbenutzer die entsprechenden Verordnungen kennen und danach handeln muß. Deshalb empfehle ich als Vertrauensmann der Wasserwacht"„Was du nicht willst, daß man dir tu', das füg' auch keinem andern zu." Wenn die Sportbootbesitzer nicht wisien, wie sie handeln sollen, so mögen sie sich vertrauensvoll an diedurchdiese Flagge gekennzeichneten Vertrauensteute der Wafserwacht um Belehrung wenden. Dos Licht einer Dreifarbenlamp« am Bug des Bootes, das auch noch nach hinten leuchten soll, genügt nicht, da es in den meisten Fällen durch die Insassen verdeckt wird. Gesetzlich vorge. schrieben sind weihe und farbige Positionslichter und— vor allem— weißes checklicht, damit von hinten kommende Fahrzeuge gewarnt sind. Man muß es als merkwürdig, fast als leichtsinnig bezeichnen, daß die Sportbootbesitzer die richtige Lichterführung nicht von sich aus anbringen, denn schließlich ist es doch für sie kein Vergnügen, von einem Motorboot oder gar einem Dampfer gerammt zu werden. Deshalb nochmals: Sportbootfahrer, bewahrt euch selbst und andere vor Gefahren, macht euch nicht strafbar, übt Selbstdisziplin und habt V e rt r a u e n zur„Masse r wacht"! D. K. Frühjahrs- W aldläuf c im Bcrliii'Brandcnburgcr Kreis Im ganzen Gebiet des 1. Kreises im Arbeiter-Turn» und Sport- bund finden am kommenden Sonntag zu gleicher Zeit und mit ein- Heitlicher Ausschreibung die F r ü h j a h r s w 0 l d l ä u s e statt. Mehrere Bezirke haben aus diesem Anlaß Spieloerbot erlassen. Die Ausschreibung sieht folgende Laufstrecken vor: für Sportler 3000 und 3000 Meter; für Tprner, Schwimmer, Ruderer und Anfänger sowie für die Jugendklassen 2000 Meter: für Frauen und ältere Sportler 1000 Meter. Alle Läufe werden als Einzellauf mit Mannschafts- Wertung ausgetragen. Spiermannjchaften starten zu einem ge- schlossenen 2000-Mcter-Mannschaftslauf mit je 10 Läufern. Die Kinderabteilungen veranstalten Schnitzeljagden. Di« Wertung, geschieht in den einzelnen Klassen gesondert. Alle nicht an den Wett- käckchfen Beteiligten führen gemeinsame Propagandaläufe vor. Der 1. Bezirk trifft sich in Bohnsdorf. Für den 2. Bezirk sind Dermsdorf und Finow vorgesehen. Der weitverzweigte, große 3. Bezirk sammelt seine Anhänger in Rathenow, Branden- bürg, Wittenberg«, Nauen und Nowawes, während der 4. Bezirk seine Austragungsorte im Grunewald(Krumme Lanke) und in Luckenwalde hat. Der kommende Sonntag wird also alle Leichtathleten des 1. Kreises auf den Beinen sehen und somit ein würdiger Frühlingsanfang für die Sportsaison sein. Oer Städtesdiwimmkampf der Arbcitersporticr Zu der großen Veranstaltung der Arbeiterschwimmer, dem Städtekampf Berlin— Leipzig— Magdeburg im Stadtbad Mitte in der Gartenstraße, ist noch nachzutragen, daß auch ein Frauenkunstreigen von 64 Schwimmerinnen geschwommen wird, der in dieser Größe als einzig dastehend bezeichnet werden muß- Kunstreigen in diesen Ausmaßen sind sehr schwer einzuüben und bis- her nur von den Arbeiterschwimmerinnen vollendet gezeigt worden. Nachstehend geben wir dann noch die Ausstellung der Wasser- ballmannschaften bekannt, die für Berlin spielen werden: I. Mannschaft(Gegner Leipzig!: Menzel(S-lla,! Jalsb(Tharl.) Auguitin(Berlin Xll> Grill)»(ffifjatl.) enget(Ltchtdg.) Frohn(3!cu(i)Cn) Ptrwitz(Charl) S. Mannschaft(Gegner Magdeburg): �Schllße(Weißenfte) Wenzel(Weibensee) Friedrich(ML««) LissokowsN(Miiwe) Hennann(Möwe) Richter(Freiheit) Kllhne(W-igensee) Ueber die Zweckmäßigkeit dieser Aufstellung kann man vom tech- Nischen Standpunkt aus geteilter Meinung sein, entscheiden wird das Verständnis der Spieler untereinander. An die Vorschau knüpfen wir'die Hoffnung, daß Berlins sportfreudige Arbeiterschaft diesem großen Fest das Iateresse entgegenbringt, das es verdient. Beginn der Veranstaltung 13 sthr. Eintrittspreise 60 Pf. und 1 M. Arbeiter- wasserballserie. Die Wasserballserie bringt am Sonn- abend, 21.30 Uhr, im Lunabad Halensee die Begegnung Berlin 12— Neukölln. Berlin 12 hat gute Aussichten, dieses Treffen für sich überlegen zu gestalten. Arbeilcrschoch. Am Sonntag, 10 Uhr vorm.. wird in der �-Gruppe der Freien Arbeiter-Schach-Lereinigung die letzte Runoe gespielt. Es spielen folgende Abteilungen: Westend gegen Friedrichshain bei Iamin, Sophie-Charlotte-Str. 88: Prenzlauer Berg gegen Wedding bei Pohst, Storgarder Str. 19: Weißens« gegen Treptow bei Gallas, Bcvliner Straße, Ecke Lehderstraße: Neukölln gegen Mitte bei Grimm, Boddinstr. 10. Die Abteilung Moabit veranstaltet Dienstag, 24. und 31. März, zwei Werbetage. Jeden Dienstag ab 20 Uhr finden Vorträge am Demonstrations- bretr über Eröffnungen, Mittel» und Endspiele statt. An dem am 24. März beginnenden Abteilungsturniv können auch neu ein- tretend« Mitgliedeer teilnehmen. Der Spielabend der Abteilung findet jeden Dienstag im Tafä Streng, Alt-Moabit 13, statt. Gäste herzlich willkommen. Zur Kartellgeneraloersammlung morgen, Sonnabend, im Rat- Haus ist der Eisgong»0» der Kösigstraße aus. Von den Arbeiterathletcn Kampfabend in Tegel Die Serienkämpfe im Ringen bei den bundcstreuen Arbeiter- athleten sind nun beendet, um ober in den Monaten bis zur 2. Olympiade nicht müßig zu sein, veranstalten die Berliner Vereine Herausfarderungstämpfe, die bei den Sportlern außerordentlich starken Anklang finden. Gestern standen in der Turnhalle der Humboldt-Schule in Tegel den Ringern des Sportvereins„Tegel 1899" die geforderten Gegner aus den Vereinen„Alt Wcdding" und„Lichtenberg-Friedtichsfelde 04" gegenüber. In allen Gewichtsklassen starteten die kampfstärtsten Ver- treter der drei Vereine, die zahlreichen Zuschauer kamen in den Ge- nuß von durchweg spannenden und interessanten Kämpfen. Im ein- leitenden Jugendtreffen siegte Jefko(Tegel) über H. Binder(LF. 04) in der siebenten Minute. Das Treffen der Fliegengewichte endet« mit einem eindpucksoollen Sieg des Lichtenbergers Borchert über Krask« (Tegel). Das Ringen der Bantamgewichte Millredt(Tegel) gegen Bus«(LF. 04) endete ohne ein Resultat, mit dem gleichen Ergebnis trennten sich Müller(Alt-Wetding) und Hartmann(Tegel). W. Binder(LF. 04) siegte über Reichel(Tegel) in sieben Minuten. Die beiden Mittelgewichtstreffen Babbel(Tegel) gegen Gast(Alt Wedding) und Höhne(Tegel) gegen Eckert(Alt-W«dding) endeten nach hartem Kampf unentschieden. Zu einem achtbaren Erfolg kam der Lichtenberger Wittkamm über den starken halbschweren Tegler Rosenträter in der achten Minute. Die Schwersten Hildebrandt (Tegel) und Bröcker(Alt-Wedding) trennten die Schiedsrichter eben- falls ohne ein Ergebnis. * Um dem außerordentlich starken und gut veranlagten Ringer- nachwuchs der bundestreuen Arbeiter-Athletenvcreine wieder einer Prüfung zu unterziehen, veranstaltete der Sportklub„Alt» W e d di n tzlf für sein« 1. Schülermannschast einen Kampfabend. Für diesen dritten Kampfabend in der Saison wurde die gute Mannschaft des Tegler Vereins verpflichtet. Auch diesmal gab wieder die größere Routine der Tegler den Ausschlag, sie siegten über die erheb- lich verbesserten Weddinger mit 25: 7 Punkten. Allein schon die große Begeisterung dieser Jüngsten der Ringkunst zwingt die Ver- «ine, recht bald wieder einen so gut gelungenen Kampfabend zu ver- anstalten. Für„Alt-Wedding" starten: Bergmann, Borowki, Schulze, Müllek, Schiebeck, Viebig, Nitschke und Peis«: Tegel schickt« auch dies- mal die erprobte Mannschaft: H. Iachhan. Spimziak l, ftorft Iachhan. Szimziack, Henning, Fritz, Zoschke und Schill ins Treffen. Wo wandern sie hin? Die sogenannte.Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit" hat am Sonntag ihren Laicheespartentag der Wandersporte ab- gehalten. Von früheren bombastischen Erklärungen— Verbindungen in 600 Naturfreundegruppen usw.— war da nicht viel zu spüren. Im Gegenteil, man verzeichnet 2313 ganze Mitglieder und will damit die 90 000 der bundestreuen internationalen Arbeiter- wanderer schachmatt setzen. Man hofft noch aus die Mitgliedschaft von anderthalb Dutzend ausgelöster württembergischer Naturfreunde- gruppen. Da diese sich selbst schon heruntergewirtschaftet haben, dürften die 3000 nicht voll werden. Dasür will man den„reoolu- tionären Kulturkampf aufs Land hinaustragen". Und die Einheit? — Ja so, die fällige Entschließung:„...die Brandleristen haben das Recht verwirkt, noch länger Mitglied der JG. zu sein..." Und da soll der revolutionäre Einfluß nicht wachsen?! dsärzgedenlcen der Naturfreunde Zu einer eindrucksvollen M ä r z f e i c r hatte der Touristen- verein„Die Naturfreunde" eingeladen. Entsprechend der Aufgaben der Arbeiterwanderer ging man von der Naturentwicklung in dieser Jahreszeit aus. Gruß an den Frühling in Musik und Gesang; Frühlingsstürme und Menschheitssehnen erklangen aus Rezitation und Sprechchor. So gestaltet« sich der erste Teil. Die weiteren Darbietungen in Musik. Gesang, Rezitation und Sprechchor galten den Kämpfern des 18. März und der Pariser Kommune von 1871. Freiligraths Aufruf der„Toten an die Lebenden" eröffnete diese» Teil, ihm folgte in Gesang und Musik die Totcnklazc„Un- sterbliche Opfer..." Nach einem Uebergang schuf Schönlanks Sprechchovwerk„GroUtadt" die Kavipfverbundenheit zwischen Mit» I wirkenden und Hörerschaft. An dem Abend vereinigten sich Natur» ' freunde-Streichorchester, Gesangsgruppe Humboldthain, Jugend Humboldt und Osten. Zm Programm der Aktuellen Abteilung wird heute, Sonnabend, gegen 23 Uhr, als Einlage in der Tanzmusik«ine auf Schallplatten aufgenommene Reportage ausschnittsweise gesendet, die anläßlich der Ruderregatta der Universitätsniannschaften Oxford und Cambridge ausgeführt wurde. Trabrennen zu INariendorf. Seit den. Eintreten des warmen Wetters befindet sich das Geläuf auf der Trabrcimbahn Martendorf wieder in gutem Zustand und so ist morgen, Sonntag, mit viel besserem Sport als am Eröffnungstage zu rechnen. Die Rennen be- ginnen um 15 Uhr. Amateur-Vox-Meisterschasten im Sportpalast. Nachdem in 139 Vorkämpfen die 16 besten Amateurboxer festgestellt sind, werden nun am Montag. 23. März, im Sportpalast diese 16 um den höchsten Titel, den der Brandenburgische Box-Derband zu vergeben hat, kämpfen. Sees van Mastwijk f. An den Folgen einer Kopfgrippe ist der populäre Pfleger und Masseur Kees van Mastwijk plötzlich in Berlin gestorben. Von Rütt-Stol bis zu Piet van Kempen hat der Hol- länder die besten Sechstagefahrer der Welt betreut. Aber auch Boxer, fo Hans Breitensträter und Kürt Prenzel befanden sich unter seinen Händen. Vor dem Kriege übte er seine Kunst im Berliner Sportclub, zuletzt war er für die Eishockeymannschaft des Berliner Schlittschuhclub tätig. ZLassersp»rtsp»rte, 1. fttei«, Retgcnschwimmerinscn. Somilag, 22. März, soll zum GtSttekamhf Leipzig— Maadcburä— Berlin der Sler Kunstreigen ge- sänuomm-.'n merdcn. Alle Re-igensä-ov.nunerinnen milssen piinktlich 12Vi Ubr im Stodtbad Mitte, Gartenstrage, erscheinen, da der Reigen erst vorder gelaufen und gesänoommen werden muß. Roter Anzug, rotes Ztopituch mitbringen. AGB. Rentoll». Alle Mitglieder treffen sich Sonntag 12)4 Ulir am Bali». bös Grünau zum Abmarsch zum Wolblouf nach Bohnsdorf. Flir Richtwet-. tämvfer ist ein Propagandalauf vorgesehen. Beteiligung ist Pflicht. Bolt»s»»rt NeutiUlu-Briz. Äinderleiter. Bor turn er, Vorturnerinnen, die a» der Eonnabendtaguna der Nreietinderlehrftunde teilnehmen tBortrggr. Film). sammeln sich iäonngbend. 2l. März, bis 1694 Uhr, i!lsässer Str. S6— Äreib- flefifiäftsftclle. Raturtieonde-Bilhoogslouseeenz Montag, 28. März, 20 Uhr, Gesangssaol Sophien-Ldzeum, Weinmeisierstr. 16—17. Reben wichtigen Sonberfragen steht eine Msiusfion über.Lebensgemeinschaften in der Festgestoltun-r" auf der Tagesordnung, die das Material zur Drogrammgestaltung für die Sonnen- wendfcier erbringen soll. Jede Abteilung sendet Vertreter. Interessterte Naturfreunde milltomme». Freie Photo-Bereinigung Berlin. Sonntag, 22. März, Motivwanderunq nach Oranienburg, stlchtengvund, Reuendorf. Trofwunkt 7 Uhr Gesundbrunnen. Radsghrer„Solidarität�. Touren für Sonntag. 22. März. Zungradler: Ortsqruvven-Iugrndonkahrt nach dem Iugendgelände Brieselang. Start S'b Uhr Bobnhof Iungfernheide.— 1. Abt.: Kirschgarten, stellers Waldburg. Star! 13 Uhr stroll. Bülomstr. SS.— 2. Abt.: Beteiligung an der Zugendan'tgbrt. Start 9 Uhr Rodde. Mefkcnbachftr. 38.— 3. Abt.: Brieselang. Iugendgelände. Start Uhr Mariannenvlaä.— Adt.(sriedrichshoin: Ingendanfahrt Briese- lang. Start 8 Uhr Petersburger Plad.— Abt. Roukälln: Lehnihsee— Wen- sickendort. Start» Uhr Sohenzollernplad.— Abt. Moabit: Brieselang. Jugend- aelände. Start 9 Uhr.— Abt. Thorlottenburg: Steinerne Brücke, Lokal Linden» Hof. Austragen der Geschicklichkeit, Lanoiamsahren sowie Ouerfeldeinfahren. Start 19 Uhr Wilmeisdarter Str. 31.— Adt. Reinickendorf: Brieselang. Start Uhr Provinzftr. 108.— Abt. Bilmersdorf: Iugendanfahrt Brieselang. Start 8>.h Uhr.— Abt. öt«gIit>.LichterfeIbe: Sckiniheljaad Grunewald. Start 8 Uhr Schul,. Stealih. Birkbuschstr. 90, 14 Uhr Iehlendorf bei Micklei.— Abt. Weihensee: Brieselang. Start 9 Uhr Weihensee. Antonolah.— Abt. Ober- schönewcide: Besuch der Werbeveramtaltung des Bez.rkskartells im stgffhäuser. Riederschäneweide.— Adt. Mghlsdors: Iaologischer Garten. Start 12 Uhr Dollnhof Mohlsdorf.— Abt. Treptow-Baumschulen weg: ftiel am Start 13 Uhr Bahnhof Banmschulenweq.— Rennfahrer Berlin-Mitte: Abfahren der Blum- beiger Rennstrecke, zugleich Anfahrt der Rennfahrer(Pflichtiourl. Start 8 Uhr stönigstor.— Auskunft in der Geschäftsstelle: R. Rothbarth. Berlin, Schöne- berger Slr. I7e. VfL. vstrin, e. B. Beim Waldlauf iu Bohnsdorf am Sonntag beteiligen sich alle Mitglieder an den ausgeschriebenen stonlurrenzen und am Propaganda- lauf. Treffpunkt 1« Udr Bahnhof Grünau. Mittwoch. 2ö. März, 20 Uhr. Per- einsverfgmmlung bei Wegner, Frankfurter Alle« 2S6. Sonuudeud. 21. Marz. Berlin. 13.20 Jugendhühne.„Tom und Hudes Abenteuer." 16.20 Unterhaltungsmusik. 17.55 Crzihlung der Woche. 18.20 Zwei Pianistinnen. 19.00 Dr. stolper. M. d. R.: Krise and Wahrung. 19.30 Mitteilungen des Arkcitsamis. 19.35 Mandolitienorchester-Konzert.. 20.30„Frilhllngsanfang am Wochenende". Heiterer Abend. Königswnsterhausen. 12.00 Schulfunk. Vorfrühlingsfeier. 15.00 Klnderbastelslunde. Ursula Scherz; Entdeckungsreise In den Urwald. 15.45 Frauenstunde. Meta Büx; Frau und Buch. 16.00 Schulrae Eckhardt; Evolution oder Revolution in der LandsclmUrbeit. 16.30 Konzert. 17.30 Dr. Tugendreich; Erholungsiursorgc. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.30 Prof. Dr. Kohler; Grundfragen der modernen Psychologie. 19.00 Dr. Dr. Richard Kaysenbrecht; Ein Jahrhundett Deatsch-Oberschlcsien. 20.30 Stille Stunde.„OruB an den Frühling." 21.00 Von Breslau:„Revue vom Frühling". Sonntag, 22. März. Berlin. y 7.00 Funkgymnastik. AnschlicBend: Frflhkonzert. 8.00 Für den Landwirt 8.50 Mftrgeafeier. 10.05 Wettervorhersate. 10.45 Frühlingsfeier. veranstaltet vom Arbeitcr-Kultur-Kartell GroS- Berlin. 1. Mözart: Aus dem Divertimento Nr. 16(Sextelt des Kammcr-Sinf.-Orah.) 2. Der Maiz.(Aus der Rede Wilhelm Liebknechts zur Mirzteier des Hamburger Arbeiter-Sängerbundes am 17. Mirz Ml.)(Gesprochen von Albert Florath.) 3. Mozart: Aus dem Divertimento Nr. 16. 4. Ministerialrat ' Dr. Heinrich Becker..Nun mu8 sich wieder alles wenden". 5. a) Simon: . stum, mein Geselle(Liebknecht); b) H. v. KoB; Komm aus der engen Stadt(Qlasbrennvr): c) limlault: Frühlingserwachen(S. K.).(Richard Klewltz. Gesang. Flügel: Dr. Herbert.) 6. a) F. M.: Luft und Licht; b» Haiek: Frühling; c) Holz. Nun muB sich wieder alles wenden: d) Claudius: Das Licht spricht.(Gesprochen von Charlotte Scheies und Albert Florath.) 7. Mozart; Aus dem Divertimento Nr. 16. 12.00 Unterhaltungskonzert. 14.00 Wolf Durian; Abenteuer in Wild-West. 14.30 Konzert. 15.00 Dr Robert Saudek; Graphologie und Psychoanalyse. 15.30 Au der Staatl. Akad Hochschule Cha rlotlcnburg: Kinderchöre.(Schwarz- meierscher Kinderchor, Berlin. Chormetster: Bernh. Klauk.) 16.00 Breslau: Abstimmungs-Gedenkstunde. 17.00 Unterhaltungsmusik 18.30 Tage des Buches.(Mstw.: Jakob Schaftoer, Ina Seidel: Else Lasker- SChüIer.) 10.00 Im Schallplaltcnarchiv der Funkslunde. 19.55 Sportnach richten. 20.10 Wien: Skizzen von Altred Polgar. 20.30 Wien: Konzert. 22.00 Wetter-, Tages-, Sporluachrichlen. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. • Königswusterhausen. 7.00; Hamburg: Halenkonzert. 11.30 Alfred Tschantscher; Ausbau der Volksschule. 12.00 Hamburg:€ilenrie4e-Rcnnen. 18.00 Der Straßenhändler. 18.25 Hins Kyser; Yorck. 18.50 Dr. Hellmuth Falkenfeld: Gocihes Tasso als Ausdruck einer Dichterseolc. 19.10 Roher! H nsellrz; Stunde mit den Sternen. 19,30 Prosa der Ungedrucktcn. Zwiegespräch zwischen Dr. Max Tau und Dr. W. Einsiedel. 20.00 Universität Berlin: AosschmU aus der Goethe-Feier.