Morgenausgabe 7lr. i 31 A 69 4S.Iahrgang WöchenLich LSPf� monat5lch3.60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitun gs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- abonnement 6.— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen» porto 5,— M. * Der„Vorwärts" erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Volk und Zeit". Ferner„Frauenstimme". „Technit".„Blick in die Bücherwelt". .Iugend»Vorwärts"u..S!adtbeilage" AerUner Volksblatt Sonntag 22. März 1931 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die einspalt. Nonpareillezeile 80 Pf. Retlamezeile 5,— RM.„Kleine An- zeigen" das fettgedruckte Won 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte WoNe). jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste WoN 15 Pf, jede» weitere Wort 10 Pf. Motte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme km Hauptgeschäft Lindenstrahe 3, wachen» täglich von 3V2 bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! JentvaSoegan der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhofi 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 K)K.— Bankkonto: Bank derArbetter. Angestellten und Beamten, Lindenstr.3,Dt.B.u.DiSc.-Ges.,Deposit«nk.,Jerusalem«r Str.SS/oe. Dem toten Kührer! Trauer der Sozialisten allerLänder/Trauer des demokratischen Volkes Aufbahrung im„Vorwärts"-Hause Fester Kurs! Soziale Demokratie gegen Faschismus. Am 27. Marz 1930— bis auf wenige Tage genau vor einem Jahre— trat das Kabinett Hermann Müller zurück. In zweijähriger Arbeit hatte es einen großen Abschnitt der deutschen Nachkriegsgeschichte erreicht— die Revision des Dawes-Paktes und die Befreiung des Rheinlandes. Die staatsmännlschen Aufgaben, die Hermann Müller als Reichs- kanzler zu meistern hatte, waren ungeheuer schwer. Die Wirt- schaftskrise wuchs herauf, mit ihr die geistigen Kräfte der Zer- sctzung, des Nihilismus, des politischen Abenteurertums. Eine Berfchiebung des politischen Kräfteverhältnisses trat ein, die erst später offen sichtbar wurde. Als das Kabinett Müller zusammenbrach, war die Aeuderung der wirtschaftlichen Bedingungen sichtbar— die Wandlung der politischen Haltung im Volke seit den letzten Wahlen jedoch noch nicht. Das Ende des Kabinetts der Großen Koalllion eröffnete eine Staatskrise — aber es bedurfte erst der Reichstagswahlen vom 14. Sep- tember 1639, um die Bedeutung der Krise und die Schwere der Gefahr für die Demokratie zu enthüllen. Dies Jahr deutscher Geschichte, das wir vom März 1939 bis zum März 1931 durchlebt haben, hat an den Parteiführer und Staatsmann Hermann Müller größere und schwerere Aufgaben gestellt als die vorhergegangenen 21 Monate seiner Kanzlerschaft. In diesem Jahr galt es, die sozialdemokratische Arbeiterbewegung zu verteidigen gegen den Ansturm des Faschismus, und mit der sozialdemokratischen Arbeiterbewe- gung den demokratischen Staat, die Grundlagen der Deutschen Republik. Es galt, die Tagesfragen dem politischen Gesamt- gedanken unterzuordnen, die Einzelentscheidung so zu be- messen und abzuwägen, daß sie nicht zu einer Gefährdung der größeren Zielsetzung wurde. Im Kampfe um die Notverordnungen und ihren Inhalt, in der Stellungnahme zur Reichsregierung, zur Gestaltung des Etats, seines Gefamtcharakters, wie seiner Einzelheiten, zur Führung der auswärtigen Politik mußte die Generallinie des Kampfes gegen die faschistische Gefahr vor dem Zu- sammenbruch bewahrt werden. Eine harte Führcraufgabe, diese Linie durchzuführen, und zugleich um Verständnis für sie in der Partei und der Arbeiterschaft zu werben, damit der Sinn dieser Politik nicht verlorenging dadurch, daß der Zu- sammenhang zwischen der Partei und ihrer politischen Füh- rung zerriß. Diese Politik ist außerordentlich harten Proben unter- warfen worden! Vom März bis zum September 1939, und vom September bis zum März 1931 ist die demokratische Ge- sinnung und die staatspolitische Erkenntnis der sozialdemo- kratischen Arbeiterschaft der schwersten Prüfung unterworfen worden. Es galt die Entscheidung, ob angesichts des wilden Ansturms des Faschismus und des revolutionären Nihilismus sich die sozialdemokratische Arbeiterschaft und mit ihr die Partei sich zurückwerfen lassen würde um Jahrzehnte in eine Position der Staatsferne, der Unwirksamkeit, des Wartens und Hoffens ohne politisches Handeln. Diese Entscheidung war eine Lebensfrage! Verfiel die Partei in die Haltung der scheinradikalen Inaktivität, so mußte der Faschismus sich der Staatsmacht bemächtigen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft und mit ihr die Partei hat bisher diese Prüfung bestanden! Aus der Berteidi- gung ist Gegenangriff geworden, aus der Erkenntnis der Ge- fahr find neue Kräfte hervorgewachsen, Kräfte der Leiden- scl)aft und des Willens, die von der politischen Erkenntnis mit kühlem Verstände gegen die schlimmsten Feinde der Demo- kratie gelenkt werden. Während draußen im Lande in präch- tigem Schwung die Genossen werben und arbeiten für die Partei, hat die Taktik der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion den Durchbruch des Faschismus verhindert, hat ihn zurückgedrängt und hat trotz der durch die Septemberwahlen Donnerstag Leichenbegängnis Der Sarg mit der sterblichen hülle unseres Führers und Kameraden Hermann Müller wurde am Sonnabend abend gegen%8 Uhr in aller Stille von dem Sterbehaus nach dem Hause der Sozialdemokratie, Linden st raße Z. übergeführt, in dem Hermann Müller jahrelang für die Partei und die Republik ge- arbeitet hat. In einem einfach ausgeschmückten Parterre-Raum wurde der Sarg aufgebahrt. Die erste Totenwache hielten die engeren Freunde Hermann Müllers aus dem parteioorfland, der Reichstags- und Landtagsfraktion. der Dorwärte-Redaklion und soustiger partei- iostitntiowen. Am Sonntag morgen um K Uhr übernimmt das Reichsbanner die Totenwache. * Die Rcisehung Hermann Müllers erfolgt am Donners- tagnachmiltag um 4 Uhr vom Hause der Partei, Linden- strahe Z, aus. Aus dem l. hos des Gebäudes wird der S a r g aus- g e b a h r l werden. 0 t t o w c l s und andere führende Mitglieder der Partei werden ihrem Freuade letzte Abschiedsworte widmen. Dann wird der Sarg mit der sterblichen hülle, von einer Ehrenwache des Reichsbanners eskortiert, über den Bellc-Alliance-Plah durch die wilhelmstraße zum Reichstag und von dort zu dem Krematorium in der Gerichtstraße gebracht werden. Don der Reichskanzlei bis zum Reichstag wird das g e s a m t e R e i ch s- kabinett mit Reichskanzler Dr. Brüning au der Spitze dem Toten dag letzte Geleit geben. Am Reichstagsgebäude macht der Trauerzug noch einmal halt: das Parlament wird durch den präfi- deuten Paul L ö b e von Müller Abschied nehmen. Dann führt der weg zur Gerichtstraße, wo die Einäscherung erfolgt. Im Austrage der sozialdemokratischen Reichstagsstattilm richtet« der Genosse Dr. Breiitscheid folgendes Veileidsschreiben an die Frau des Genossen Hermann Müller: „Ich brauche Ihnen wohl kaum zu sag«n, einen wie herzlichen und lebhaften Anteil unsere Reichstagssrattion an Ihrer Trauer um den Tod Ihres Gatten nimmt. Wir beklagen den schmerzlichen Verlust des Mannes, der der Partei und Fraktion lange Jahr« hindurch Führer. Freund und zugleich leuchtendes Vorbild gewesen ist. Er hat seine Kräfte im Dienst« der Arbeiterbewegung und des Staates, den er hat schaffen helfen, verzehrt, und wir sind stolz darauf, daß es einer der unseren ist, dessen Name als der eines der hervorragendsten und treuesten Aufbauer und Schützer der von der Arbeiterschaft getragenen beut- schen Republik in die Geschichte eingehen wird. Ihnen aber, lieb« Frau Müller, Ihren Töchtern und der armen Mutter des Verstorbenen wünschen wir, daß Ihnen das Bewußt- sein der allgemeinen Anteilnahm« Ihren großen Schmerz um Ihren von so schweren Leiden erlösten Gatten lindern hilft. Mit herzlichen Grüßen im Auftrage der sozialdemokratischen Reichstagssrattion Ihr Rudolf B r e i t s ch e i d. geschaffenen Mehrhcitsoerhältnisse im Reichstag einer Abwehr- front gegen den Faschismus Kraft und Stütze verliehen. Den Faschismus zurückzudrängen und ihn zu schlagen, das Abgleiten des nichtfaschistischen Bürgertums und seiner Regierung in die Abhängigkeit vom Rechtsrad ikalismus und damit in eine Politik gefährlicher Abenteuer zu verhindern, die zu Katastrophen für Volk und Staat führen können— das ist die klare Linie sozialdemokratischer Politik. Das ist Realpolitik im besten Sinne des Wortes! Hier wirken die politischen Erfahrungen der sozialdemokra- tischen Arbeiterbewegung und ihrer Führung, hier zeigt sich die große Bedeutung des festen sozialdemokratischen Blocks für die Deutsche Republik. Die deutsche Sozialdemokratie ringt mit der neuen Partei des Faschismus. Hier kämpft geschicht- liche Erfahrung und wissenschaflliche Erkenntnis gegen poli» tische Zerfahrenheit und Konjunkturpolitik, eine aus dem Be- wegungsgefetz der Gesellschaft hervorgewachsene Partei gegen eine aus einer Augenblickssituation geborene Bewegung! Der parlamentarische Kampf des Faschismus ist beendet worden durch die Flucht aus dem Parlament— sein außerparlamentarischer Kampf mündet immer mehr in Verbrechen und Terror. Seine Anziehungskraft wie sein Einfluß auf das nichtfafchistische Bürgertum zeigt rückläufige Tendenz. Der Kampf geht weiter, nachdem ein erstes Messen der politischen Kräfte vorüber ist. Jetzt ist das Ziel der faschistischen Kräfte, den verlorenen Boden zu gewinnen, triumphierend ins Parla- ment zurückzukehren, die bürgerlichen Parteien an sich zu reißen und den Weg zur Staatsmacht zu eröffnen. Ihre Hoffnungen sind unsere Fehler! Sie hoffen, daß wir eine materielle Einzel- frage höher bewerten könnten als die Gesamtlinie, daß wir um einer Einzelentscheidung des Tages den klaren Kurs zer- brechen könnten. * Die Abstimmung über die Panzerkreuzer- f r a g e hat diese Hoffnungen enttäuscht-» sie hat den Kräften des Faschismus nur eine letzte, ganz geringe Hoffnung ge« lassen, die Hoffnung, daß sie Richtungskämpfe, ja Spaltungen und damit eine Schwächung der Kraft der sozialdemokratischen Partei hervorrufen könnte. Diese Hoffnungen sind müßig—: mag auch die Presse des Faschismus sich so über di» neun so- zialdemokratischen Neinstimmen freuen, daß sie sie als„Erfolg nationaler Zermürbungstaltik" bezeichnet. Jawohl, der klare, geschichtlich notwendige Kurs, den die sozialdemokratische Par- tei verfolgt, muß immer aufs neue gewonnen werden im Ringen zwischen Gefühl und Verstand, aus der taktischen Aus- einandersetzung in Partei und Fraktion. Es ist kein befohlenes Patentrezept, das verordnet wird, es ist das Ergebnis des Pro» zesies, in dem sich die politische Willensbildung der sozialdemo« kratischen Arbeiterschaft vollzieht, und dieser Prozeß schließt geistigen Kampf in sich. Denn die Grundlage dieser Willens- bildung ist das Verständnis der sozialdemokratischen Arbeiter- schaft für die geschichtliche Situation, das durch Tradition und politische Erziehung hervorgerufen worden ist. * Hermann Müller, unser toter Führer, hat um diesen klaren geschichtlichen Kurs gerungen— voller Zuversicht auf die Partei, mit festem Glauben an ihre Kraft und ihren Er- folg. Er wird uns fehlen, wenn es gilt, ihn in neuen schweren Entscheidungen zu erproben! Aber dieser Kurs ist nicht das Ergebnis eines Einzelwillens— er ist der Kollektivwille der sozialdemokratischen Partei. Er ist die politische Ausprägung des Willens zu Freiheit und Aufstieg, zur Wahrung des Er- kämpften und zur Borbereitung künftiger Erfolge. W i r halten den Kurs, und wenn wir heute in Einzelfragen um des Ganzen willen zurückweichen müssen, so wissen wir, daß aus dem opferreichen Kampfe von heute die Voraussetzung für künftige Erfolge geboren wird. Dieser Wille und der Optimismus, der ihn trägt, ist unser fester Besitz. Ein Ver- mächtnis des toten Führers, das wir unaufhörlich neu er- proben und gewinnen werden. Wir halten den Kurs, und wir werden siegreich aus diesen schweren Jahren der deutsi*"''' Geschichte hervorgehen! Totenrede für Hermann Müller. Die Trauersitznng der Reichsiagsfrakiion. Jeileidskundgebungen. Äei» P«rtejvorftan!» und der sozialdemokratischen :>ieichstagsfra?tion ist eine"so gewaltige Zahl.von Bei- IridSkuudgc-dungcn von Organisationen und Einzelper- soncn aus Teutschland wie aus der ganzen Welt einge- troffen, dcst es völlig unmöglich ist, sie alle aufzuzählen. Tas große Ansehen des �oten als Parteiführer und als Staatsmann findet in dieser Anteilnahme aus der ganzen Welt eiucu ergreifenden Ausdruck. Oie Arbeiterorganisationen. Bemi Parteivorstand gingen folgende Beileidstund- gedungen ein: Werte Genossen! Zum Tod« Ihres Vorsitzenden Hermann Müller sprechen wir Ihnen im Namen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes unsere aufrichtige Teil- nähme aus. Ein großer Helfer in schwerer Notzeit ist mit diesem hervorragenden Führer der Arbeiterbewegung dahingegangen. Daß der unerbittliche Tod ihn so früh im besten Mannesalter dahinge- rafft hat, b:raubt auch die deutsch« Gewerkschaftsbewegung um die berechtigten Hossnungen, die wir all« auf sein kluges und überlegtes Wirken setzen dursten. Mit der gesamten Mitgliedschaft der Sozial- demokratischen Partei fühlen auch die Millionen Gewerkschafter den horten Verlust, den die deutsche Ardeiterbewegung heute erlitten hat. Mit der Trauer der Partei um ihren toten Führer vereinigt sich die Trauer der deutschen Gewerkschaften. Unser gemeinsamer Kampf um die Wahrung der Interessen der Arbeiterschaft aber soll und darf keine Unterbrechung erfahren. Mit gewerkschaftlichem Gruß. Der Bundesvorstand: Leipart. f.:■ Werte Genossen! Aus das-innigste verbunden mit den Million«» werktätiger Volksgenossen, die heute das frühzeitige Ableben Ihres Führers und ersten Vertrauensmannes Hermann Müller tief de» klagen, versichern wir Euch für Hunderttausend« von gewerkschaftlich denkenden Angestellten der aufrichtigsten Anteilnahm« und des herz- lichsten Vellens zu dem schweren Verlust, den die-deutsche imd die internationale Arbeiterbewegung erlitten haben. Hermann Müller, der selbst einmal Handlungsgehilfe war, hat auch in seinem späteren großen Wirken für alle Arbeitenden die Erfordernisse der einzelnen Gruppen verstanden. So danken ihm auch die Angestellten die Förderung ihrer sozialpolitischen Ziele; denn er hat an erster Stelle besonders in der Nachkriegszeit die politischen Grundlagen mit schaffen helfen, die Voraussetzung für jede Sozialpolitik waren und bleiben. Hennann Müllers Andenken lebt-bei uns fort in dem Wollen und Sehnen nach höherem Menschentum. Der AfA�Bundesiwrswnd. gez. L. Aus Häuser. *. Di« deutsch« Konsumgenossenschaftsbewegung spricht ihr herz» lichstes Belleid zu dem schweren Verlust durch dos Hinscheiden Ihres Führer? Hermann Müller aus. Sie hat in Hermann Müller stets einen starken Förderer gefunden. Sein Andenken werden wir stets in hohen Ehren halten. Zentraloerband Deutscher Konsumvereine, Baestlein, Kasch, Klepzig. „Im Namen der deutschen sozialistischen Arbeiterjugend übermitteln wir Ihnen unser herzlichstes Belleid. Wir empfinden mit Ihnen den tiefen Schmerz über den schweren Devlust, der Die allzu früh betroffen hat, denn auch die sozialistische Arbeiter» j u g e n d hat in Hermann Müller einen nimmermüden und stet» hilfsbereiten Freund und Förderer verloren,©ein Name ist eng verknupft mit der Entstehungsgeschichte unserer Be» wegung, und wir waren seiner Unterstützung auch stet» gewiß, nach» dem er als Führer der Partei auf den verantwortlichsten Stellen der Partei und der Republik wirkte. Sein Andenken wird in der Jugend weiterleben, sein vorbildliches Pflichtgefuht und seine auf- recht« Gesinnung, vor allem aber sein« unerschütterliche Treue zur sozialistischen Bewegung werden der arbeitenden Jugend in ihrem Streben nach sozialistischer Erkenntnis uno sozialistischer Lebens- fühning stets leuchtendes Vorbild bleiben." Ferner sandten Beileidskundgebungen die Vorstände der großen Verbände des ADGB. und die Sozialistische Sportinternationale. Reichsbanner Gchwarz-Rot-Golb. Die Trauerkunde vom Hinscheiden Hermann Müllers hat auch in den Reihen unseres Bundes, dessen Rcichsausschuß er seit dem Gründungsjahr angehörte, tiefste Bewegung ausgelost. Die Erinnerung an den hochsimiigen Staatsmann, dessen ganzes Streben es war. Deutschland zur wirklichen Heimat aller Volksgenossen zu gestalten, wird in unserem Bund deutscher Republikaner und Kriegs- tcilnehmer unvergessen bleiben. Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz-Rot-Goid. ■ Im Auftrag! Hörstng. Reichskanzler und Reichstag. Der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und ihrer Reich-- lagsfrattion spreche ich zu dem schweren Verlust, den Sie durch dos Hinscheiden Ihres Parteioorsttzenden, des Reichskanzlers a. D. Müller erlitten hat, zugleich im Namen der Reichsregie- rung die aufrichtigste Teilnahme aus. Mit dein Heimgang ist«in Mann aus dem politischen und parlamentarischen Leben geschieden, dessen lliame mit der Geschichte des deutschen Volkes seit seinem jähen Niedergang für alle Zeiten verbunden ist. Der verehrte Per- storbene hat sich um den Wiederaufbau des Vaterlandes groß« V«r- dienst« erworben, die ihm unvergessen bleiben werden. West über Ihre Partei hinaus trauern Millionen deutscher Frauen und Männer um ihn, denn er war ein deutscher Mann und eine gerade und un- tadcligc Persönlichkeit. Ein ehrendes Andenken ist ihm gewiß! Reichskanzler Dr. Brüning. ■■'*■- Velleidslündgebungen gingen ein von Reichskanzler a,-D. Dr. Marx, Reichs postministcr Schätzet, von der Staatspartei, der Zelttrumssraktion, dem Bayerischen Bauernbund, dem Ehnstlich- sozialen Volksdienst, der Vertretung der Zentrumspresse, van. Frau Abg. Tausch, Direktor beim Reichstag Galle, Hermann, Röchling, Gesandten in Sofia Rümelin, Botschaftsrat in Moskau von Twar- dowsti n. a. ,-I-'' Atilahlich des Todes des Reichskanzlers a. D. Hermann Müller richtet« Bürgermeister Seitz im Namen der Stadt Wien an Reichskanzler Dr. Brüning das folgende Telegramm: Die Stadt Wien beklagt wie alle deutschen Städte den Tod Hermann Müllers, eines der Besten unseres Volke«, der in schwerer Zeit auf schwierigstem Posten stand und dessen Wert unvergänglich in der. Geschichte des deutschen Volkes fortleben wird.. Der Reichskanzler hat Bürgermeister Seitz' die folgende Ayl- wort zugehen lassen:„Für die wohltuende Teilnahme q»läßlich des Hinscheidens Hermann Rküllers, das für Deutschland«inen unersetz- lichen Verlust bedeutet, spreche ich Ihnen aufrichtigsten Dank au«." Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion versammelte sich am Sonnahend, eine halbe Stunde vyr Beginn der Plenaroerhandlungen. in ihrem Sitzungssaal, um ihrer Trauer über den Hingang ihres Borsitzenden Ausdruck zu geben. Unzählige Male hatte Hermann Müller in diesem Räume die Verhandlungen der Fraktion geleitet, als kluger und treuer Sachwalter der Interessen der Arbeiter- klaffe, als begeisterter und opferfreudiger Vorkämpfer für die Sache des Sozialismus und der Demokratie. Jetzt war fein Platz verwaist; aber ein Strauß von Frühlingsblumen stand dort als äußeres Zeichen der Liebe, die die Gemein- fchaft der Fraktion mit ihrem Führer verband. Der Partei- Vorsitzende Wels sprach folgende Worte des Gedenkens: „Nun hat das Tor. des Todes sich geöffnet, und der, der unser Führer war, mußte es durchschreiten. Wir sahen den Tag, die Stunde komm«» und bangten vor ihr. Und heut« zittert durch unser Herz Trauer und Wehmut, und Verlassensein erfüllt uns olle in stärkerem Maße, als wir es vorher wohl ahnten. An diesem Platz an meiner Seite sah die Fraktion ihn vor wenigen Wochen zum letzten Make, als er in gedrängtester Kürze den Komplex der politischen Fragen zusammenfaßte und in uir- erhörter Klarheit die Verantwortlichkeit vor unseren Augen ent- rollte, die auf dem Politiker ruht, der. für den Sozialismus und die Demokratie arbeitet. Ein Mensch der Pflicht, cin Mensch der Arbeit, wie es wenige nur gegeben, ist von uns gegangen. Heute fühlen wir's: die Freiheit muß errungen und erkämpft werden mit dem Herzblut der Besten und der Tüchtigsten..Was er der Arbeiterklasse und der Partei gab, vermochte er nur, weil sein ganzes Leben erfüllt war von der Idee der Menschheitsbefreiung, und weil ihm das Wohl der Partei über alles, alles ging. Hart gegen stch selbst, schien er auch hart gegen andere. Wenn das Wohl der Partei auf dem Spiel stand, dann kannte Hermann Müller keine Person, dann kannte er keine Freundschaft, dann war er nur von dem erfüllt, was erforderlich war sür die Partei, für die Zukunft der Arbeiter- klasse.. In keinem kann die Bewunderung für seinen Fleiß, sür sein« Arbeitskraft, für seinen Wissensdrang tiefer, liegen. als in denen, die mit ihm Jahrzehnte zusammen arbeiten, leben und kämpfen konnten. Unerschöpflich geradezu war sein« Fähigkeit, sich in alle Wissensgebiete zu vertiefen, unerschöpflich geradezu.die Fähigkeit, ausgleichend zu wirken, unerschöpflich die Fähigkeit, dem Wege zuzu- streben, den er für richtig erkannt hatte. Er fühlte sich als Führer der Partei, als der Führer der Arbeiterbewegung in schwerster Zeit, und er wußte, daß der Weg über die Gebirge nicht in gerader Linie geht, daß es Aufwärts- und Abwärtswege Habel gibt. Aber unbeirrt blieb. für ihn das Ziel, das er vor Augen hatte. Vor 25 Iahren berief ihn das Vertrauen der Partei an die Spitz- der Partei. Seit SS Iahret, M er mit seinem klugen Rat sich eme Position in der Partei erobert, wie kaum jemals eknsr, zuerst aber dos Vertrauen derer» d>« als die Heroen der Partei, als die Träger der ersten Generation in der Part«: gelten, die das Heroenzeitalter der. Partei führend durchlebt und der Partei die Wege gewiesen hatten. Mit Friedrich E b e r t, der als Reichs- Präsident aus dem engeren Rahmen der Partei scheiden mußte, ist der erste, mit Hermann Müller eigentlich der zweite der bedeutendsten Führer der zweiten Generation in der Partei aus unserer Mitte geschieden. Wer ihn gekannt hat wie ich, als er als junger Redakteur in Görlitz lebte, wie er unter den kümmerlichsten Verhältnissen dort kämpfend und ringend der Partei Sympathien erwarb, der versteht, daß am gestrigen Tage die Görlitzer Freunde uns sagten: jeder, der, obwohl 25 Lahre von ihm getrennt, auf der Straße einen Partei- genossen traf, fragte: Wie geht es Hermann Müller? Kommt er durch, oder werden wir ihn verlieren? Und wenn vor wenigen Minuten ein Mann der äußersten Rechten mir sagte:.�Deutschland hat viel verloren", dann drückte sich darin die Anerkennung sür sein Wirten aus, das der Allgemeinheit, dem deutschen Volke und ins- besondere der Arbeiterklasse galt. Ich brauche hier nicht den Lebensgong Hermann Müllers zu schildern, der in Frankfurt am Main als Handlungsgehilfe jenen Beruf erwählte, wegen dessen er viel geschmäht wurde. Es gibt auch heute nach Zeitungen, die ihn mit Unglimpf behandeln. Der größte Teil des deutschen Volkes aber ist erfüllt von Achtung für die historische Leistung des Mannes, der Schwerstes auf sich nahm in schwerster Zeit, der im Zusammenbruch des alten Regimes die Kraft. fand, die Verantwortung für die Schuld der anderen durch seinen Namenszug zu tragen. Der aber auch die Verantwortung gern übernahm für den Aufbau, den Deutschland so notwendig hatte in jenen Perioden des Untergangs, in der Periode der Besetzung von Frankfurt, dann wiederum in der Periode, in der die Inflation über uns hinwegrollte, der immer und immer da stand, wo Gefahr war. �-•..> Unsere Freunde im Parteivorstand und auch ich haben ihn kennen gelernt als einen Mann mit dem stärksten Herzen, der nie- mals Gefahr kannte, niemals Gefahr fürchtete, der mit dem Schick- sal spielend fertig wurde, wenn es ihn zu überrennen drohte. So war Hermann Müller der Führer, der Mann, der mit der Masse zusammenwuchs. So war er der Mann, den die Partei brauchte und gebraucht hätte, gerade in der jetzigen Zeit notwendiger vielleicht als jemals. Ich denke an die Tage, in denen nach dem Krieg die Sozialistische Internationale zum erstenmal zusammentrat und der Haß der Welk gegen Deutschland noch hoch aufschäumte, als wir im Jahre 1919 vor dem Forum der Internationale standen und um Verständnis baten für Deutschland und für sein Volk. Wir danken ihm, daß er diesen Weg gegangen ist und Sympathien für Deutschland sammelte, daß er moralische Eroberungen für Deutschland errang wie kaum jemals ein anderer. Deutschland und die Partei sind ihm zu tiefstem Dank verpflichtet. Hermann Müller hat es stets abgelehnt, als eitler Demagoge dem Volk zu schmeicheln. Er hat oft genug das Wort geprägt, daß derjenige, der sich zum Knecht der Massenmeinung macht, dem Schicksal des„Hosianna" und des.Kreuziget ihn!" nicht entgehen kann. An dem Tage, an dem er in unserer Fraktion jene Rede hielt, von der ich vorhin sprach, bedauerte er, nur einen Satz nicht noch gesprochen zu haben:„Wenn es die Politik der Partei nicht verhindert, daß die Reaktion triumphierend in dieses Haus zurück- kehrt,— der Tag, an dem die Reaktion in dieses Haus kommt, sieht mich nicht in diesem Hause." Das ist ein Vermächtnis für mich geworden, dem er es sagte, und das soll ein Vermäckstnis sein für die Partei. Hermann Müller war ein Fanatiker der Wahrheitsliebe. Hermann Müller fand in der Arbeit und in der Liebe zur Freiheit die Kraftspenden seines Lebens. Was er für uns getan hat. dazu reichen Worte der Dankbarkeit nicht aus. Das fühlt heute jeder von uns, und das fühlt draußen jeder ehrliche Arbeiter und jeder ehrliche Mensch. Er kam zur Partei, als man nicht daran denken konnte, Karriere zu machen. Daß die Arbeft der Millionen es dahin brachte, daß aus der Sekte der Verfolgten die achtunggebietende Partei wurde, die in Deutschland ihre starke Position und in der internationalen Polftik ihre gegenwärtige Stellung einnimmt, das danken wir ihm, das dankt die deutsch« Arbeiterklasse ihm. Jetzt fehlt uns sein Rat, sein schneller Entschluß, die Reis« seines Wollens und die Reife seines Könnens. Und doch müssen wir vorwärts in seinem Sinne, vorwärts durch Dorn und Strauch, durch Un- gewftter und Kampf bis zum Sieg! Wir müssen den Kampf führen durch die Eroberung der Köpfe, die Eroberung der Hirne. Klugheit und Tapferkeit, Mut und kühle Ueberlegung, wie Hermann Müller sie in sich vereinigt hat, ist das. was die Partei notwendigst braucht in diesen Togen. Sorgen wir dafür, daß die Trauer uns nicht übermannt, daß so viel wie möglich von seinem Können auf uns übergeht, die wir sein Erbe verwalten. Dem Sozialismus, der jetzt um Hermann Müller trauert. gehört die Zukunft. Die Fahnen der Internationale senken sich. Die Telegramm« häufen sich auf unseren Tischen, in denen die Welt der Arbeit dem toten Führer der deutschen Sozialdemokraten die Trauer ausspricht. Sie darf uns nicht überwältigen. Wir müssen in seinem Geiste kämpfen, vorwärts bis zum endlichen Siege!" In tiefster Ergriffenheit hatte die Fraktion die aus dem Gefühl des Schmerzes geborene Rede von Wels angehört. In stummer Trauer leerte sich der Saal. Oie Trauer der Internationale. Oesterreich: Wir haben mit Euch um das Leben Hermann Müllers gebangt und wir beNagen mit Euch das allzu frühe Hinscheiden dieses her- vorragenden Mannes, den wir geehrt und geschätzt haben als»inen der großen Vorkämpfer der deutschen Arbeiterklasse in geschichtlicher Stunde, und der uns teuer war als unser lieber, guter Freund in jahrzehntelanger Kampsgemcinschaft. Müller war uns aufs engste verbunden und sein Andenken wird auch in der österreichischen Sozialdemokratie fortleben.>•. Parteivorstand, Seitz. Skareft England:* Mit dem tiefsten Bedauern vernehmen wir das Hinscheiden Hermann Müllers. Der frühe Tod dieses großen Staatsmannes ist ein Verlust nicht nur für Eure Partei, sondern für den internatio- nalen Sozialismus. Ich sende Ihnen im Namen der britischen Arbeiterpartei unsere herzlichste Teilnahm«. M i d d l e t o n, Sekretär. Frankreich: Wir sprechen der deutschen Sozialdemokratischen Partei, die durch den Tod ihres langjährigen Führers schwer betroffen worden ist, das brüderliche Mitgefühl der französischen- Sozialisten aus. Leon Blum, PaulFaure. *• Der Heimgang Freund Miftlers hat mich tief betroffen. Gedenke bewegt treuer Zusammenarbeit in guter und schwerer Zeft für Ver- ständigung der Völker. Bftte» übermittelt Beileid allen Freunden. Albert Thomas. Herzliches brüderliches Beileid der Familie Müller und den Ka- maraden der Reichstagsfraktion und der Partei. A u r i o l- Parrs. Belgien: Di« belgische Delegation der Sozialistischen Arbeftcrinternotio- nale(Zweile Internationale) hat an die Sozialdenkokratffche Partei Deutschlands solgcndes Telegramm gerichtet: Der Tod Hermann Müllers hat uns schmerzlich berührt. Wir nehmen an dem tiefe!'. Schmerz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die durch den Verlust eines geachteten Führers und einer hohen Persönlichkeit der SAI. grausam' getroffen wurde, aufrichtig teil. ' gez. V ä n d e r v« l d e, d e B r o u ck e r e, V a n r o o s b r o e ck. Bereinigte Staaten: Die Sache.der sozialen demokratischen Gerechtigkeit und des Friedens hat einen ergebenen und fähigen Vorkämpfer' in Hennann Müller verloren. Die Sozialisten Amerikas teilen Euren tiefen Kummer über seinen frühen Tod. Max Morris Hllyuit. Tschechoslowakische Republik: Ties erschüttert durch die Nachricht von dem Ableben des Ge- »ossen Hermann Müller sprechen wir-Euch im Namen der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Re» publik das innigste Beileid aus. Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterklasse der Tschechoslowakei trauert mit Euch um einen der bewährtesten, der- unerschrockensten, der selbstlosesten Aoriämpser. den die Arbeiterklasse hervorgebracht hat. Wir betrauern mft Euch nicht nur einen der idealsten Genossen, sondern auch einen Menschen pon unermeßlicher Güte. Wir wissen, daß der Abgang dieses un» crfetzlichen Führers der deutschen Arbefterklasse gerade in der gegen» wartigen schicksassschwaren' Zeit einen koppelten Verlust bedeutet. Wir, ersuchen Euch, unser Beileid au 6) der Familie des Verstorbenen zum Ausdruck zu bringen. Dr. E z e ch. Tau b. * Die Tschechoslowakische Sozialdemokratische Arbeiterpartei drückt über das Ableben des Genossen Müller ihr tiefstes Beileid aus. ch a m p l, D u n d r. Die Nachricht über dos Ableben des Genossen Müller hat mich tief ergriffen. Sein Abgang wird in der fetzigen schwierigen Zeit doppelt schwer empfunden. Justizminister Dr. Meißner. "k Ick) bitte den Ausdruck tiefer Teilnahme über den Tod des Genossen chcrmann Müller entgegenzunehmen. Dieser Staatsmann hatte das Verdienst darum, daß dank den alten genossenschaftlichen Beziehungen der reichsdeutfchen und tschechoslowakischen Sozialdemokratie sich das Verhältnis zwischen den beiden Republiken ohne Konflikte bis zur freundschaftlichen Nachbarschaft entwickelte, cher- manin Müller hatte in der schwersten Zeit den Mut, seinem Lande das Beispiel eines Taktikers zu geben, der sich der Verantwortung und demokratischen Mitarbeit nicht scheut, wenn dieses die höheren Interessen der Arbeiterklasse und der republikanischen Demokratie erfordern. Zur Politik, der chcrmann Müller den Weg bahnte, ist mehr Gersteskrast, mehr Tapferkeit und festere sozialistische Ucber- zeugung erforderlich als zur Politik des revolutionären Nihilismus. Ich bedauere tief, daß die Gestalt chermann Müllers dem deutschen Volke und dem gesamten sozialistischen Proletariat entschwand. RudolfBechyne, Ernährungsminister in CSR. Luxemburg: Die Arbeiterpartei Luxemburgs drückt ihr herzliches Beileid aus zu dem großen Verlust, den die deutsche Brrrderpartei durch den Tod von chennann Müller erlitten hat. Clement. Holland: Der Vorstand der holländischen Partei bezeugt sein Beileid zum chinscheiden des Genossen chermann Müllers. O u d e g e e st, Vorsitzender, Woudenberg, Sekretär. Dänemark: Die Sozialdemokratische Partei Dänemarks spricht ihr tief emp- sundenes Beileid aus anläßlich des schmerzlichen Verlustes, den der Tod des Mitkämpfers chermann Müller sowohl für die deutsche Ar- beitcrschaft als fiir die ganze Internationale bedeutet. T h. S t a u n i n g. Ministerpräsident. Frcdcrik Andersen, Vorsitzender. Schweden: Zum Hinscheiden des Genossen chermann Müller versichern wir Ihnen unsere Teilnahme. Wir nehmen an Ihrer Trauer teil. Schwedische Sozialdomokratie. ch a n s s o n, M o e I I e r. Lettland: Die Sozialdemokratie Lettlands trauert mit den deutschen Partei- genossen um den Verlust des Führers chermann Müller. Parteivorstand. Finnland: Finntands Sozialdcinokratie bedauert das chinscheiden chermann Müllers., Ehre seinem Andenken! Parteivorstand, Wiek. '* Der Tod chermann Müllers hat uns tief erschüttert. Sein Tod bedeutet einen großen Verlust der Partei und der Bewegung in anderen. Ländern. Empfangen Sie den Ausdruck meines Beileids. :....... Dacsnoe, TannZr. Russische Sozialdemokratie: Wir betrauern mit Euch den frühzeitigen Tod unseres Freundes chermann Müller, eine» der besten Führer der deutschen Arbeiter- klasse, eines Mannas, dessen Geradheit und Lauterkeit ihm die choch- achtung der ganzen sozialistischen Internationale verschafften. Auslandsvertretung SDAP. Rußlands: Dan, Abramowitsch. Italien: Die sozialistische Partei Italiens teilt die Trauer der deutschen Sozialisten und ehrt das Andenken des Genossen chermann Müller. Coccia, Sekretär, Tu rati, Präsident. (Georgien: Im Namen des unterdrückten georgischen Volkes� verneige ich mich vor dem unsterblichen Andenken des großen Staatsmannes chermann Müller. N o e I o r d a n i a, Bulgarien: Erfuhren mit herzlichstem Leid die traurige Nachricht vom vor- zeitigen chinscheiden des großen Führers des deutschen Sozialismus, des deutschen Proletariats und der deutschen Republik chermann Müller. Ilebcrmittelt der deutschen Bruderpartei, dem deutschen Proletariat und der leidtragenden Familie des teueren.Verstorbenen herzliches Beileid der bulgarischen Sozialdemokratischen Partei und Arbeiterschast. Zentralkomitee der Bulgarischen Sozialdemokratischen Partei. Ungarn: Dos Ableben chermann Müllers lrat uns tief erschüttert.-Wir teilen Euren Schmerz über den sehr großen Verlust, den die deutsche Sozialdemokratie zu erleiden hat, Parteileitung der ungarischen Sozialdemokratie. Amtliches Beileid aus dem Ausland. London. 21. März. Der Staatssekretär des Aeußercn. chenderson, hat an den britischen Botschafter m Berlin folgendes'Telegramm gesandt: „Bitte übermitteln Hie der deutschen Regierung im Nomen der bruischen Regierung• und insbesondere im Kamen des Premierministers und in meinem eigenen.Namen ausrichtiges Beileid zum Tode des hervorragenden Staatsmannes chennann Müller/' Dr, Franz S o u k u p, Präsident des Senats der Tschechoslowakischen R e p-u b l i t, sendet das tiefst« Bei- leid über den unsagbar schmerzlichen Verlust chermann Müllers, eines der Mitbegründer der deutschen Republik und des neuen Europa, auf den das- deutsche arbeitende Volk stolz ist, des Wer- nationalen Vorkämpfers der Einigung zwischen Deutschland und Frankreich und große» Apostels des Weltfriedens,.der Befreiung und Verbrüderung der Menschheit. * Der tschechoslowakische Außenminister Dr. B« n e s ch, hat mich beauftragt, dem Parteivorstand anläßlich des chinscheiden«-des Herrn Reichskanzlers a. D. Hermann Müller sein persönliches Bei- leid zum Ausdruck zu bringen. Dr. Chvalkovsty, tschechoslowakischer Gesandter. ch Der österreichische Vizekanzler und Außenminister Dr. S ch o- der hat sowohl der Witwe chermann Müller» wie auch dem Reich«- außenmiiiistcr Dr. Curtius telegraphisch kondoliert. Dem Kämpfer für die �heinlandbefreiung und für die Freiheit der Arbeiterklaffe. Wirtschastseinheit mit Oesterreich. Europas erste Zollunion. Die Reichsregierung gibt bekannt. Amtlich wird mllgelellt:» ..Zwischen der Reichsregierung und der österreichischen Regierung sind In letzter Zelt Besprechungen über die Frage geführt worden. In welcher weise Deutschland und Oesterreich zu der ver- wirkllchung des Gedankens einer europäischen Zusammenarbeit auf wirlschastlichem Gebiete beitragen könnten. Diese Besprechungen sind bei dem Besuche des Reichsmiuister» de» Auswärtigen, Dr. Curtius. in Wien soweit gefördert worden, daß in den anschließenden Beratungen, die beiderseits in den Kabinetten in Berlin und Wien stattgefunden haben, die llebereinstimmung über das weitere gemeinsame Vorgehen auf diesem Gebiete festgestellt werden konnte. Beide Regierungen sind sich darüber klar geworden, daß mit den bisher üblichen Methoden der Handelspolitik das er- strebte Ziel lücht zu erreichen ist, sondern daß dafür andere Wege gefunden werden müssen. Schon während der Septembertagung m Genf hat der österreichische LZizekanzler Dr. Schober der Ueber- zeugung Ausdruck gegeben, daß die bessere Organisierung der-uro- päischen Wirtschaft mit regionalen Verständigungen beginnen müsse. In Verfolg dieses Gedankens haben die beiden Regierungen sich jetzt entschlossen, in dieser Richtung einen praktischen Anfang zu machen und auf Grund bestimmter, vereinbarter Richtlinien in Ver- Handlungen über einen Derirckg zur Angleichung der zoll- und handelspolitischen Verhältnisse ihrer beiden Lander einzutreten. Dabei sind sich die beiden Regierungen darüber einig geworden, daß sie auch mit jedem anderen europäischen Staate aus dessen Wunsch in Verhandlungen über eine gleichartige Regelung eintreten wollen. Die für dem deutsch-öfterreichischeu Vertrag vereinbarten Richtlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen. Deutschland und Oesterreich schließen sich für den Warenverkehr zwischen ihren Ländern und für ihren Warenverkehr mit dritten Staaten zu einer Zollunion zusammen. Diese Zollunion soll nach einem neuen System aufgebaut werden, das von den für Zollunion sonst üblichen Formen erheblich abweicht.- ,, Die Unabhängigkeit beider Staaten bleibt unberührt. Sie werden einen übereinstimmenden Zolltarif und ein übereinstimmendes Z o l lg e s« ß einführen, die künftig mir auf Grund einer Vereinbarung zwischen ihnen abgeändert werden können. Im Warenverkehr zwischen den beiden Ländern sollen keine Einfuhr- und Aussuhrzölle erhoben werden! jedoch werden sich die beiden-Regierungen darüber, verständigen,, für welche einzelnen Waren sich einstweilen noch ZwischenMe als erforderlich erweisen. Die Jollverwaltung jedes der beiden Länder bleibt völlig selbständig,- Die. von ihnen vereinnahmten Zölle werden nach einem noch festzusetzenden Aerteilungeschlüssel verrechnet. Jede der beiden Regierungen soll das Recht habe», für sich mit.drillen Staaten chandelsvertröge abzuschliehon, doch muh hierbei Rücksicht darausgenommen werden, daß diese Verträge nicht in Widerspruch mit dem abzuschließenden deutsch-öfterrcichischcn Vertrage stehen. Auch soll bei solchen Verhandlungen rnit dritten Staaten möglichst gemeinsam vorgegangen werden. Zum Zwecke der» reibungslosen Durchführung des Vertrages soll ein paritätisch zusammengesetzter Echlodsausschuß gebildet werden, der die Aufgabe hat, strittige Auslegungsfrage» zu entscheiden und auch sonstige bei der Durchführung des Vertrage» etwa entstehende Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Teilen zu bereinigen. Der Vertrag soll während der Dauer der ersten drei Jahre unkündbar sein, von da ab aber von jedem Teil unter Zustimmung seiner gesetzgebenden Körperschaften mit einjähriger Frist gekündigt werden können." DicösterreichischeRegierunghat eine ebensolche Kund- gebung crlatsscn. Zur Zollunion mit Oesterreich. Nach diesen Vereinbarungen sollen Deutschland und Oesterreich in einer Zollunion zusammengefaßt werden. Das ist der klare Sinn des Vertrages. Gleich nach Ostern sollen die konkreten Verhandlungen über die Ausgestaltung der Zoll- union im einzelnen aufgenommen werden. Ein wichtiger Schritt zu r\e ng ste n wirtschaftlichen Verein!-- g u n g der beiden Länder ist getan. Seit Jahren war diese Vereinigung auch von der Arbeiterbewegung beider Länder angestrebt worden.- Trotz der vielen wirtschaftlichen Berührungspunkte ist doch geräunie Zeit bis zu dem heutigen Entschluß oergangen. Die deutsch-österreichischen Verhandlungen über ein umfassen- deres Wirtschaftsabkommen begannen bereits an- f a n g s 1 9 2 8. Bei den Handelsvertragsverhandlungen bot sich das üblich« Schauspiel der Juteressentenkämpfe: erst ein energisches Eingreifen der politischen Führung brachte im Frühjahr 1939 Zollherabsetzungen auf beiden Seiten. Der entsprechende Vertrag ist durch die von Oesterreich verzögerte Ratifizierung erst im, Februar dieses Jahres in Kraft getreten. Nach diesen: schleppenden Verlauf der handelspolitischen Verständigung kommt überraschend schnell der radikale Entschluß zur Zollunion. Man hofft, in wenigen Wochen die Einzelheiten des Zollunionvertrages festlegen zu können und dann die Staatsverträge den Parlamenten zur Ratifi- kation zuzuleiten. Ein Jahr nach der Ratifikation soll die Zollunion in Kraft treten und die Binnenzollgren�e zwischen Deutschland und Oesterreich fallen. Lediglich für einige wenige Wirtschaftszweige sollen während eines kurz- befristeten Zeitraumes noch Zölle- im deutsch-österreichischen Warenaustausch in Geltung bleiben. Man will Zollgesetze und Zolltarife vereinheitlichen, wobei wohl iin wesentlichen an die Uebcrnahme des deutschen Zolltanfes gedacht ist. Damit ist künftig für die'beiden Länder auch ein einheitliches Vor gehe liinderZollpolitikundderHandels- Politik festgelegt. Zwar werden auch weiterhin die Handelsvertxäge selbständig von den Regierungen abge- schlössen, denn Zollunion ist nicht Staatseinheit, ober eine ein- hcitliche Handelspolitik ist die natürliche Folge. Das Zoll- unionsgebiet soll möglichst weitgehend auf die deutschen Hau- delsvcrträgc abgestellt werde». Der Wegfall, der Zollbarricren uiid die Bildung der Zoll- union bringt für beide Länder Vorteile. Die wirt- schastlichei, Beziehungen sind heute schon mißerordentlich eng: ein Sechstel de« österreichischen Warenexports geht nach Deutschland. Deutschland liefert von der österreichischen Ein- fuhr ein Fünftel, von den industriellen Fertigwaren sogar zwei Fünftel. Dazu kommen enge kapitalmäßige Verflechtungen. Die deutsche Elektroindustrie hat Konzernfabriken in Oester- reich, die Alpine Montan ist ein Tochterunternehmen des deutschen Stahltrusts, und anderes mehr. Die österreichischen Wasserkräfte werden in steigendem Umfange nach Deutschland liefern. Die Niederlegung der Zollschranken, die für beide Länder den inneren Markt erweitert, macht alte Beziehungen Deutschlands fruchtbarer und wird neue für Oesterreich schaffen. Der Wegfall der Binnenzölle bedeutet für die öfter- reichische landwirtschaftliche Veredelungswirtschaft und die österreichische Holzindustrie bessere �Absatzmöglichkeiten nach Deutschland, während auf deutscher Seite für Roggen, Hafer, Schweine in beschränktem Umfange neue Absatzmöglichkeiten in Oesterreich entstehen. Sicher sind vorübergehend Umstellungsschwierigkeiten zu erwarten; aber auf der Grundlage eines erweiterten Marktes wird sich eine Arbeitsteilung auf höherer Stufe herausbilden können. Dazu kommt, daß durch die Zollunion eine enge Zusammenarbeit der beiden Länder auf anderen Ausfuhrmärkten, insbesondere im Osten und Südosten, Erfolg verspricht. Die sogenannten Präferenzpläne freilich, das heißt die Einführung van Vorzugszöllen- zwischen den südosteuropäischen Getrcideüberschußgebieten und den In- dustrieländern Deutschland und Oesterreich, sind von der Frage dieser Zollunion sorgfältig z u trennen. Für Deutschland sind� sie überhaupt nur möglich, falls die anderen Meist- begünstigungsstaaten hierzu ihre Zustimmung geben. Aber auch in diesem Falle ist für Deutschlands weitverzweigten Ex- vort ein Abweichen von dem Prinzip der Meistbegünstigung bedenklich. Wir erblicken in der deutsch-österreichischen Zollunion i n erster Linie die Verwirklichung eines gemeinsamen wirt- schaftspolitifchen Zieles, die Erfüllung dringender Wirtschaft- licher Bedürfnisse der beiden Länder, aber keineswegs eine einseitige Festlegung der deutschen Handelspolitik überhaupt. Die deutsch-österreichischc Zollunion wird unserer Ausfassung nach vielmehr alle internationalen Bestrebungen aus Abbau der europäischen Handelshemmnisse und Niederlegung der Zollmauern mit verstärktem Nachdruck zu unter st ützen haben. Sie wird in ihrer Zoll- und Handels- Politik auf die Pflege der Handels- und Wirtfchaftsbeziehun- gen zu den außereuropäischen Ländern, insbesondere auch zu Frankreich, die stärkste Rücksicht nehmen und sich aufs intensivste für die europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit einsetzen müssen. In dem vorläufigen Zollunionsprotokoll ist dieser größere europäische Gesichtspunkt auch deutlich zum Ausdruck gebracht; andere Staaten werden zum Beitritt zur Zollunion eingeladen. Die Niederreißung der Zollschranken, die Bildung einer deutsch-österreichischen Zollunion wirft auch noch weitere wirt- schaftliche Probleme auf die Vereinheitlichung auch in der Steuergesetzgebung, besonders bei den Verbrauchssteuern, ferner im Verkehrswesen, im Wirtschaftsrecht wird folgen müssen. Diese Umgestaltung und Anpassung soll bereits nach Abschluß der Zollunionsoerhandlungen in Angriff genommen werden. So wird also die Zollunion allmählich zu dem an- gestrebtcn Ziel einer deutsch-österreichischen Wirtschaftsgemeinschaft führen. OerZniendontenposten der Giadi. Oper. Or. Einger lehnt Wiederwahl ab. Der Aufsichtsrat der Städtischen Oper hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Wahl des Intendanten der Stäbtischen Oper erst Ende April vorzunehmen. Der Intendant Dr. Singer gibt daraus die Erklärung ab, er bitte von seiner Person als späterer Kandidat für den Posten eines Intendanten der Städtischen Oper abzusehen. Dr. Kurt Singer wurde im November 1327 als stellvertretender Intendant in den Vorstand der Städtischen Oper berufen, mit der er als Mitglied des Aufiichtsrates feit ihrem Bestehen verbunden war. Vor wenigen Monaten wurde er nach dem Rücktritt des Intendanten Tietjens vorläufig mit den Funktionen des Inten- danken betraut. Dr. Singer hat sich in letzter Zeit besonders um eine Stabilisierung des künstlerischen Personalverhältnisses und um eine Anpassung der Betriebskosten an die wirtschaftliche Lage der Zeit bemüht. Neben der administrativen Tätigkeit ist er auch als Regisseur mehrfach hervorgetreten. Seine erste Inszenierung der Arbeiteroper„Maschinist Hopkins", ist allgemein als Probe eines starken Talentes anerkannt worden. Daneben hat sich Dr. Singer auch als ausübender Musiker in der Leitung des Aerztechors mit bekanntem Erfolg betätigt. Eine Begründung seines heutigen Entschlusses hat der scheidende Intendant, soweit wir unterrichtet sind, nicht gegeben. Deutsch-tschechischc Gegenseitigkeit in der Sozialversicherung wird durch einen soeben unterzeichneten Vertrag Berlin-Praq für Ver- sicherte aus dem Hultfchiner Land vereinbart. Otto Braun bleibt optimistisch. Naziputsch unmöglich, solange er in Preußen regiert. Paris, 21. März.(Eigenbericht.) Der preußische Ministerpräsident Otto Braun, den Briand einmal als den Pfeiler der deutschen Demokratie bezeichnete, hat sich einem Sonderkorrespondenten des sozialistischen„S o i r" gegen- über sehr o p t i m i st i s ch über die Zukunft der deutschen Republik und die politische Entwicklung in Preußen geäußert. Braun glaubt, daß der Nationalsozialismus nur ein schnell ver- glimmendes Strohfeuer ist und ein faschistischer Putsch nicht zu befürchten sei, da die preußische Regierung die Po- l i z c i fest in der Hand habe und daher für die Aufrechterhallung der öffentlichen Ordnung sorgen werde.„Unsere Politik— so fuhr Braun in bezug auf die Sozialdemokratie fort— ist sehr schwierig. Es ist nicht innner leicht, den Massen die Gründe verständlich zu machen, die uns eine opportunistische Taktik auserlegen und uns zwingen, für unpopuläre Gesetze zu stimmen. Sollen wir z. B. wegen der Kredite für den Panzerkreuzer B das Kabinett stürzen, um damit dem Faschismus Gelegenheit zu geben, wieder in den Reichstag zurückzukehren und eine Rechtskoalition gegen uns zu bilden?" In bezug auf Preußen fügte Braim hinzu, daß die Sozialdenw- kratie bei den Wahlen im Jahre 1932 erfolgreich sein werde. (Der Sonderberichterstatter des„Sorr", den Genosse Lraur» empfangen hat, war der italienische Genosse Pietro Nanni. Red. d„V.") Das neue Sowjet-Zentralexekutivkomilee hat Kalinin Petrowski, Tscherwjakoff, Mussabekoff, Chodschajeff, Aitakoss und Nusratulla zu Vorsitzenden, Jekukidse zum Sekretär gewähll. Das Präsidium be- steht aus 27 Mitgliedern und 23 Ersatzleuten (Gewerkschaftliches fiehc 4. Beilage.) Verantwortlich filr Politik: Dr. Gurt Seqrr; Wirtschaft:®. Zlliaaelböser: Eewerkschaftsbe wogung: Fr. Gglocn; sscnillrton Dr. Sab" Schikowoki: Lokales: uni Sonstiges: Krig ftarftübt; Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Torwärts-Verlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerri und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Smbcnfttagt 3. Kirr»» 5 Beilage»._ Bei erhöhtem Blutdruck und Neigung zur Ademverkalkung ist ein gutes Funktionieren der Aus- scheidungsorgane besonders wichtig. Kwlef« UniTertal-Tee als Tafelgetränk, seit 80 Jahren in fast allen Apotheken ä M. 1 SO käuflich, leistet bei Stoffwechsel ärztlich anerkannte Dienste, so daB StnhlTcnlopfnng. Sdilaflosig- keil, Aicmbefdiverdeii, Frttans.tz schwer aufkommen werden. Aerztiiches Gutachten und Verhaltungsregeln grat is durch Huu Kwlet, ChemUdte Fabrik, Berlin SW«8, V, Alexandrinern trabe 19 a. (kheim SONDERVERANSTALTUNGEN: In der P u tz a b t e i I u n g:> D e r Fr ö h I i n g s h u t< Gardinenausstellung�.Stock:»Blick ins Heim« Möbelhaus, Königstrasse 7:»Wochenend-Ausstellung« Kla'nmöbeüager im 1. Stock:»Gartenmöbelschau« Sportabteilung im I.Stock:»D e r Wa s s e r s p o rt« Fünf Stockwerke Möbel; Eingang Königstr.7. 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Dazwischen liegt eine ganze Kette von Raabüberfällen auf Frauen; erinnert sei an die Markthalienräuber, die nichts erbeuteten, aber verhaftet werden konnten. Ein Vorbestrafter und ein Erwerbsloser, der Vorbestrafte hatte den Erwerbslosen angelerni. Dann die Raubserie in Dahlem und darauf der noch in frischer Erinnerung stehende Rauhiiberfall auf den Kinohesitzer aas der Bornholmer Straße, bei dem 3600 Mark erbeutet wurden, mit beispielloser Frechheit von einer berüchtigten Räuberkolonne ausgeführt. Am gleichen Sonntag noch der Raubüberfall in Mariendorf, wo die Räuber in die Wohnung eines Molkereibesitzers eindrangen. Und schließlich der verwegene Ueberlall auf einen Taxichauffeur in der Weddingstraße. Der Täter: ein fünfzehnjähriger Schlosserlehrling.'— Es lauchi die Frage auf: was führte die Räuber zu ihren folgenschweren Taten, der Hunger nach einem Bissen Brot oder die Sacht nach einer Flasche Schnaps? Und weiter; ist der Arbeitsnachweis eigentlich der Ausgangspunkt dieser Räubereien? Oie Gefahr des Versackens. Zweifellos begünstigen Notzustöndc des gesellschaftlichen Lebens kriminell« Straftaten; die Kurve der Wirtschaftskrise und die Kurve der Verbrechen haben eine auffallende Aehnlichkeit. Nur muh man sich davor hüten, diese Theorie nun mechanisch auf jeden Einzelsall anzuwenden. Denn sonst mühten im Grunde genommen die am härtesten betroffenen Opfer der jetzigen Krise, die erwerbslosen Familienväter in den vierziger Iahren, die schon zu alt sind für das laufende Bond, das HauptÜontingcnt der Verbrecher stellen. Aber das ist keineswegs der Fall und überall wurde es uns bestätigt, unter den gesahlen Räubern wird schwerlich ein erwerbsloser 3�niiHen«rfer zu finden sein. Die Räuber Berlins sind viel- mehr durchweg jugendliche Rurs che in 25 Jahre bilden nach oben die durchschnittliche Grenze ihres Lebensalters. Elemente, die, mögen sie alle eine Stempelkarte in der Tasche haben, weniger aus der Richtung des Arbeitsnachweises als aus der Richtung einer Fürsorge- cinstalt kommen. Man stelle sich doch unter einem Arbeitsnachweis nicht eine Art Wärmehalle vor, wo vollbärtige Bettler Schmalz- stullen gegen Schmöker eintauschen. Arbeitsnachweise, heute wemger Institute zur Arbeitsvermittlung als zur Kontrolle für die Unter- stutzungszahlung, sind minutiös und präzise Apparat«: Montag und Donnerstag van 8 bis 9 Uhr stempeln die EpeditionsangestcUten, Dienstag und Freitag von 9 bis l9 Uhr die Werkzeugmacher, Mitt- woch und Sonnabcich von 19 bis 11 Uhr die Konditoren; wer eine halbe Stunde spate? kommf, muh beweisen, warum.er als Erwerbs- loser von 19 bis 1b Uhr kein« Zeit hatte. Kann er das. nicht, dann gehen wegen dieser halben Stunde drei Tage Unterstützung flöten. 457 999 Erwerbslose sind hier eingespariilt in einen sestcii Orga- msmus, doch jetzt kommt das„Aber": zuin ersten für die 29 Wochen regulärer Arbeitslosenunterstützung, zum zweiten für die 39 Wochen der Krisenuntcrstützung und dann komint der schwankende Boden der städtischen Erwcrbsloseithilfe. Wem diese nicht bewilligt wird, ver- sockt. Weiter stempeln gehen, hat keinen Sinn, Arbeil gibl es nicht. Und jetzt gehl es los, dos tierumlungern aus deu Gassen, um oben nur nicht immer das Gerede über den unnützen Esset zu hören, dieses Bis-in-den-Tag-hincin-schlasen, das alle Willenskraft zerbricht, das Grübeln nach Geld, um mit der Braut einmal in den Kientopp gehen zu können. Wobei die Braut bei manchem wichtiger ist als das Brot. Dann ist der Boden reif, wenn irgendein Glockensranz nach der mittäglichen„Schlesischen" im Humboldthain flüstert:„Also, hör' mal zu, mein Junge, denn sei pünktlich um neune an de Seltcr- bude. Aber hat de Schnauze!" Das ist übrigens die Regel: eine— erfreulicherweise— kleine Anzahl versock ler. hallloser Erwerbsloser sälll in die Hände ousge- kochter Verbrecher und wird Räuber. Die Markthallcnräubcr sind ein Schulbeispiel daillr, wie der Zljährige, vorbestrafte St. den Lljährigen, unbescholtenen Erwerbslosen Sch. verführte. Gabe es Arbeit für alle, wären sie sich wohl nie begegnet. Strandgut der Weltstadt. Der Weg von bestimmten BänkendesLiumboldthains, wir können ebenso gut Friedrichshain oder Tiergarten sagen, zum Strasgesängnis Plötzensec schlägt einen großen Bogen. Ueber die Münzstrahen-Elappe. Diese Strohe ist der Ansang vom Ende. Hier, in diesen Lokalen, setzten sich zwei Verbrecher mit zwei jungen, bisher unbestraften Erwerbslosen zusammen und heckten den Plan für den Neuköllner Bankraub aus. Auch in diesem Falle ver- sagt die Regel nicht: die Erwerbslosen, blutige Anfänger, sitzen hinter Schloß und Riegel, während sich die beiden anderen in ihre Schlupf- winkel verkrochen haben. Obendrein wurden die Erwerbslosen, wie üblich, um die Beute geprellt. Aber warum marschieren eigentlich mit so konstanter Sicher heil jeden Tag diese Zugendliche» aus ihre» rechlschassenen Prolelarierquarlieren zu den Kaschemmen? Woher haben die Destillen um den Aleranderplotz ihre magisch« Kraft, das Aerbrechertum unwiderstehlich anzuziehen? Ist der Schnaps hier hochprozentiger, die Beleuchtung aufreizender, oder ist es die ohren- belaubende Blechmusik? Nichts von alledem. Das Schicksal der Münzftraße ist vielmehr das Schicksal ihres Hinterlandes. Wir wollen die Akten der letzten reichsdeutschen Volkszählung ansschlogen, und zwar das Kapitel über die Siedlnngs-, Wohnungs- und Bc- völkerungsverhältnisje in der Dragoner-, Grenadier-, Linien-, Rücker- und Mulackstrahe. Ein Beispiel, das im Grunde genommen schon alles sagt, ein Beispiel, wie das Polizei- lichc Meldewesen von der Unterwelt umgangen wird: damals, zur Zeit der Bolkszälilung, wohnten nach den Akten der Sittenpolizei ini Unterfuchnngsgebiet 113 eingeschriebene Prostituierte. Bon diesen 113 waren ober nur 58 in den Wohnnngsbogen der Zählung wieder- ziisinden, 53 hatten ihre Existenz dem Staat gegenüber ausgelöscht. Oder etwas anderes: In einer Wohnung in der Dragonerstraße (2 Stuben, Kammer und Küche) wohnen 7 Personen. Davon ist dos eine Zimmer an eine 24jährige Prostituierte abvermietet, die Übrigen sechs Personen wohnen in Stube, Kammer und Küche: einen Abort gibt es in dieser Wohnung nicht. Diese 6 Personen find: die 47jährig« verwitwete Mutter, ihre Tochter von 29 Jahren und deren gleichaltrigem Ehemann und drei ledigen Söhnen nn Alter von 18 bis 23 Jahren. Zn neun hausholkuagen, die Vroskiwierle bchccberglen, wohnte« Riinderjährige unter IS Zähren: 1 Füajzohn- jähriger, 1 Vierzehnjähriger. 1 Elfjähriger, 1 Zehnjähriger uiid 5 Kinper unter 6 Jahren. Wer. hebt nun gegen diese Jugendlichen den ersten Stein auf? Aus je 1999 Berliner Einwohner kominkn im gesamten Stadtgebiet 1,5 Prostituierte, in den sechs Alt-Berliner Bezirken 2,7, aber im Schelmenviertel 13,81 Das ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortlaufend Böses muß gebären, in diesem Milien können wahrlich keine Engel wachsen. Und zu den Absteigequartieren kommen die wilden Pennen. Armselig« Kellcrocrliche, in einem Jugendliche in einem Nachtlokal am„Alex". wohnten 12 Schlafgängcr, davon zwei Ehepaare. Ans einem der Zählbogen stand folgender Vermerk: „Da diele Wohnung infolge- ihrer tiefen Lage sich zum dauernden Ausenthalt von Menschen nicht eignet und dieselbe seit 1915 niemand mieten wollte, hat das Wohnungsamt genehmigt, daß dieselbe vorübergehend an wchlafftellcnsuchcndc abvermietet werden darf." Man bedenke, eine Wohnung, seif 1915 unvermietbar!'Aber gerade rcckft für eine wilde Penne. Zu nächtlicher Stunde stehen dann die unglücklichen Bewohner dieser finsteren Gegend unter den blendenden Bogenlampen der Mün�strahcn-Destillen, wie müde Motten ums Licht. Seminor für Kriminalstudenlen. Aber die Münzstraße ist nur die eine Seite der ganzen Frage. Hier wird wohl besprochen, was und wer überfallen und beraubt werden soll, doch die noch fehlende Technik des Raubübcr- falls liefert prompt und in jeder mir gewünschten Ausführlichkeit der Zuhörer des Moabiter kriminalgcrichls. Diese Zuhörerräum«, die sich bei jedem Eenchtssaal befinden, sind allen beteiligten Amts- stellen, wir können es ruhig sagen, ein Greuel. Wie oft ist der erbitterte Kampf zwischen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung um den Kopf eines Angeklagten dem Zuhörerraun» nur Ersatz für eine Thealervorslcllung. in der man mit Beifalls- und Miß- follen-tundgebungen nicht kargt. Aber fall alles beiseite geloisg» werden! dcknü haben die Richter auch noch recht:„Ja;-sch der Zu« h»rerra«m, wenn der bis auf den- letzten Platz besetzt ist,.dann hat der Saal erst feinen- Ozon", Und die- Justizwachtmeister meinen: „Der Zuhörerraum, das ist ein wahres Kreuz. Da sollen auf'der Anklagebank fünf, oder auch mir drei Mann sitzen, die fangen mit einem Male an zu toben, und che man sich etwas versieht, sitzt der im Zuhörerraum lauernde Anhang der Angeklagten einem schon im Genick. Wer hat denn auch Zeit, nachts um 1 Uhr schon vor der Tür anzutreten, um einen Platz im Zuhörerraum zu ergattern, wie vor kurzem im Reumann-Prozeh. Doch nur die Kriminal- stildmten." Oho, Krimi nalstudentcn! Täglich gebrauchter Fachausdruck im Dienstbereich eines preußischen Justizwachtmeisters. Nur sind da- mit nicht gemeint die Jiirastudenten der Berliner Universität, so»- dem die alten Bekannten aus dem Scheunenviertel, die ohne Mantel und Kragen den eisernen Stamm aller Zuhörerräunie bilden. Wer sich für die Technik des lir- tundenfälschens interessiert, bitte Erdgeschoß: wie in einem kriminalistischen Seminar wird hier der Tatbestand von Koryphäen auf dem Gebiete der Scheckfälschung erörtert, einige bessere, gelungenere Varianten dichten sich die Krimi nalstudenteii schon zu. Rausüber- fälle eine Treppe höher, in milunter mehrtägiger Verhandlung wird hier jedes Detail der Räuberei peinlich genau erörtert. Man braucht nur gut aufzupassen, wie es gemocht wird, in den Verhandlung.'- pausen bietet sich dann genug Gelegenheit, in fachmännischer Diskussion zu klären, ob der Angeklagte ein Stümper»d!r ein Meister ist. Je nachdem tritt dann abends in einem Schlupfwinkel des Schcunenviertels der Kriegsrat zusammen und beschließt:„Da trotz einwandfreier Ausführung der gewagten Tat der Angeklagte aus der heutigen Vormittagsoerhandlung trotz seines Lcngnens und trotz seiner falschen Flebben überführt wurde, weil er nicht wußte. ob er noch eine Großrmitter hat oder nicht, wird allen Mitgliedern der Bande ausgegeben, innerhalb dreier Tage sämtliche zu den neu gelieferten Flebben pasienden Berwandten auswendig zu lernen, um bei einer eventuellen Verhaftung nicht schon vor dem Kriminal- konmiissar wie ein Asse dazustehen." Aber es hat keinen Zweck, Mädel, was willst du werden? Friseuse oder Verkäuferin ivtt Faden mettcrjufpmncn, grundsätzlich sind olle deutschen Sc. richtsverhandlutrgen. öffentlich. Insbesondere jür Ärinimalstudenten. iß Damit auch die Ausnahme zur Geltung kommt: der fünfzehnjährige chelmuth ß., der vor noch nicht acht Tagen im Storden Ber- lins einen Taxichauffeur überfiel und schwer verletzte, hatte sein Elternhaus und feine Schlosserlehre. Eines Tages packte er in Magdeburg seinen Kram und wollte über Verlin nach Hamburg. So«in bißchen auf Abenteuer ausgehen. Auf dem gefährlichen Pflaster Berlins glitt er aus und wurde Räuber. Ein ganz hart- gesottener, der auf der Polizei die Hände in die Hosentasche steckte und die Beamten beinahe anschnauzte:„Was wollen Sie denn eigentlich von mir?" Was ist in diesen Jungen nun gefahren? Rätsel um den Frauenmord. Oer Ehemann der Ermordeten im polizeigewahrfam. Der Mord an der 50jähriqen Frau des Tischlers Das che in der Skubenrauchstr. 4 7 in Friedenau stellt sich nach der vor. läufigen gerichtsärztlich-n Untersuchung als ein mit besonderer Rohheit ausgeführtes verbrechen heraus. Dem Opfer ist durch zahlreiche wuchtige Hiebe der Schädel völlig zertrümmert worden. Das Verbrechen ist am Freitag in der Zeit zwischen!4 und 17 Uhr oerübt worden. Kriminalkommissar Draegcr, der Leiter der Mordkommission, weilte mit seinen Beamten noch bis tn die Nachmittagsstunden hinein am Tatort. Dabei wurde der Eindruck gewonnen, daß die U n- Ordnung in der Wohnung künstlich hervorgerufen worden ist, offenbar, um einen Raubmord vorzutäuschen. Auch andere eigenartige Umstände geben dem Verdacht neue Nahrung. daß der Mann der Getöteten mit der Tat irgendwie in Verbin- düng zu bringen ist. Lastty: ist festgenommen und zunächst nach dem zuständigen Revier gebracht worden. Aus dem Manne war nichts herauszuholen, er schien völlig zusammengebrochen. Auch später auf dem Polizeipräsidium hat Basche an seinen ersten Bekundungen noch nichts geändert. Im Laufe des Sonnabends sind eine Reihe von Zeugen vernommen worden. Dabei kam heraus, daß Basche, der häufig mnk, seine Frau oft mißhandelte. Weiter wurde er- mrtielt, daß vor etwa zwei Jahren in der Wohnung Feuer aus- brach und im Zusammenhang damit ein Einbruch vorgetäuscht worden war. Gegen das beschuldigte Ehepaar Basche wurde da- male in der Gerichtsverhandlung vom Staatsanwalt wegen vor- sätzlicher Brand st istung und versuchtem Versiche- rungsbetruges eine Strafe von drei Iahren Zuchthaus be- antragt. Das Gericht kam jedoch mangels Beweises zum Freispruch Der Zoo in der Wandlung. Freigelände für Großttere. Der Zoo möchte sich für den Frühling und den kommenden Sommer so ganz auf schön stilisieren. Darum sollen nach Möglichkeit noch viele Gitter fallen, damit die Augen der Menschen die Tiere unzerschnitten genießen können. Manche der alten Zooinsassen frei- lich werden sich wundern und es kaum begreifen tönnen, daß die Menschen inzwischen derartig gur geworden sind, daß ein Tier sie chsie Gitter betrachten darf. Vor allen Dingen werden die E l e f ante» weiter freigestellt. May will sogar Esesantenherden hier versammeln. Und wenn der bitterböse Harry sich noch einmal von einer Elesantenschönen um- garnen ließe und abermals für Nachwuchs sorgte, dann wäre der Weg für eine regelrechte Elofantenzucht frei. Die l)at man freilich bislang, feit Bestehen der Tiergärten und der indischen Elefanten- krole, noch nicht aufrichten könne». Ebenso wird das Nashorn, dos als Baby zu uns kam und sich inzwischen auf ein Gewicht von 2S Zentner entwickelt hat, freigestellt. Ferner wird eine große Felsenanlage mit Wasserbecken für Robben und- Pinguine geschaffen. Die Pinguine wirken ungewollt auf die Besucher immer als Clowns, während die Seelöwen ohne Dressur ihre Nummern als Kunstschwimmer absolvieren. Die namentlich in der Schwanzflosse unbeweglicheren Seehunde hingegen werden die Gemütlichkeit präsentieren und ze nach der Witterung und der Rolf läuft weißer Schaum aus dem Maul. Er schreit unaufhörlich. Die Feigheit, die Traurigkeit find zu lauter Wut geworden. Er springt auf Schmiger los, ist jür eine Sekunde zwei Meter von Papendieck entfernt-- Da kracht es von Mafchke her. Als Rolf zurückspringt, stürzt er, rollt neben Papendieck in die Furche, springt wieder auf, fährt mit der Schnauze wild an den rechten Hinterlauf: der ist ein blutiger Fetzen... Rolf jault auf. fluchtet in Sprüngen, die albern aussehen, nicht vorwärts tragen, flüchtet mit drei Beinen und einem blutigen Stumpf ins nahe Gebüsch... Es ist nicht Feigheit, wenn er Papendieck verläßt. Es brennt so wahnsinnig... es ist Schmerz. Anna Mäschke hat nicht erst aufwachen müssen, als Schmitzer ihren Mann holte; er utar wieder erst vor einer Stunde mir dem Motorrad gekommen, nach Benzin und Alkohol und dem Perfüm schlechter Weiber riechend, hatte sich in den Schlaf geworfen, widerwärtige Flüche fluchend— seither hat sie gewacht. Klarer als Paul hat sie die durchs Fenster geschrienen Sätze verstanden: daß Papendieck in seinem Spärgelacker liege, ohmnächtig oder wahrscheinlich tot. vom Wagen gestürzt oder erfroren, und daß der Hund keinen heranlasse, und daß Maschke den Hund erschießen solle. Warum holt man gerade Paul, wenn das Lieh erschossen werden muß? hat sie nach dem ersten Schreck gedacht. Ist kein anderer roh genug dazu? Aber wie sie ihn dann in den hellen Morgen hineingchen sieht, schnell gefaßt und be- wegungö sicher trotz der durchwachten Nacht, breitschultrig und flintenbewehrt, da schämt sie sich solcber Gedanken, maast sich klar, daß es seine derbe, kräftige Männlichkeit ist. die ihn zu solchen Dingen lockt— zum Schiehen, zum wilden Kilo- mcterfressen. und wohl auch zu solchen Weibern... Ihr blasser Kopf sinkt wieder tief in den armen Buckel, der sich in Stolz hatte strecken wollen, und sie geht ihrem Mann nicht nach, wie sie gewollt hat: sie bleibt zu Hause— wie immer. „Wir haben eine richtige Berufsmade" meint die Berufs- beraterln,..in diesem Jahre will alles entweder Friseuse oder Verkäuferin werden: da kvimnen ganze Schulklassen, die ihr Herz für den Verkaufstisch entdeckt haben und schwer für andere Dinge zu erwärmen sind. Es sieht traurig genug auf dem Arbeitswarkt der jugendlichen Berufsanwärterinnen aus: überall ein Riesenangebot an Kräften gegenüber einer minimalen Nachfrage, dabei steht auf jedem Frage- bogen solcher Berufsanwärterin neben der Frage:„Willst du nach Beendigung der Schulzeit erst nach eine Zelt zu Hause bleiben?" ein deutliches Nein. Verdienen, verdienen müssen sie alle, so rasch es nur geht, denn Vater ist arbeitslos und Schmalhans Küchenmeister. Etwas besser sind die Aussichten in den ge- werblichen Berufszweigen wie Schneiderei, Putzmacherei, Pelznäherei und P l ä t t e r e i. Der letzigenannte Beruf er- fordert ein« sehr kräftige Konstitution, es darf auch keine Plattfuß- anlage. die so sehr häusig austretend« Arankheüserfcheinung bei Jugendlichen, vorhanden sein. Sehr beliebt, darum aber nicht minder aussichtslos ist der Beruf der Säuglingspflcgerin: hier spielt der Geburtenrückgang, dann die Besetzung der Familie nstellen durch die billigere Kmderpflegeriu ein« entscheidend« Roll«. Die Krankenpflege ist als Beruf noch am aussichtsreichsten. Hier macht sich jedoch an Lehrstellen für freireligiöse Mädchen in den Krankenhäusern ein starker Atangel bemerkbar, obwcchl ans der anderen Celle in den verschiedenen religiösen Heimen über Nachwuchsmangel geklagt und bei der Berufsberatung Srellenanwärte- rinnen verlangt werden. Auch die Kindergärtnerin und 5iortnerin ist ein Berns, der vielen zusagen würde, doch kommt er nur stir gutsituierte Mädchen in Betracht, da Berlin kein« städtische Kindergürtnerinnenschule besitzt und lediglich an private Lehr- anstallen Zuschüsse zahlt. Die Ausbildung an der staatlichen Schule kostet 40 Mark pro Monat, Freistellen gibt es wenig. Auch hier hoben wieder nur die Bestqvalifizierten Aussicht ans Anstellung->- Möglichkeit in Hennen, Horten, Erholungsheimen usw. Der gosctz- eigenen Laune auf'den kleinen Sandinseln liegen und sich Bauch oder Rücken von der Sanne bcscheincn lassen. Leidet der Zoo in wirtschaftlicher Hinsiäst nicht allzu stark unter den heutigen schweren Zeiten, dann bekommen die Wildziegen(Steinböcke) und die W i l d s ch a f e ein Hochgebirge für sich allein. Das ist gerade nicht allzu leicht zu schaffen, weil diesen verwegenen Kletterern kaum eine Höhe für unüberwindlich gilt. Ferner werden sich bald Zebras und die Elche in Freianlagen tummeln. Desgleichen sollen auf dem Konzertplatz noch mannigfach« Aenderungen vor- genommen werden, von denen eine mooerne Ausschantstelle mit Selbstbedienungsbüfett manchem Zoobesucher ganz besonders zusagen wird. Der Sonderschauplatz des Zoos wird in diesem Jahre zwei verschiedene Schauen bringen, und zwar von April bis Mai Lippen- Negerinnen und später eine Tierschule und einen Tierkindergarten. Abschied von Georg Matthes. Im Krematorium Wilmersdorf hotte sich gestern eine zahlreiche Trauergemellche versammeil. um von Georg Matth es Abschied zu nehmen. Mitglieder des Gesangvereins „Fichte-Georgima" sangen Abschiedslieder. Güte, Treu« und G«- rechtigkeit— das waren die Leitmotwe des zu früh verstorbenen Leiters der Zeitungssetzcrei des„Vorwärts". Der zweite Vorsitzend« des Buchdnicker-Berbandes, Genosse Richard Barth, lange Jahre dem Verstorbenen in treuer Kampfgemeinschaft verbunden, widmete dem unvergeßlichen Freund und Kollegen ehrende Worte des Gedenkens. Genosse Matthe- hat überall dort, wohin ihn das Vertrauen seiner Kollegen und Mitarbeiter berief, in Treue seine Pflicht erfüllt, ganz besonders während der kritischen Zell nach dem Umsturz, während der„Borwärts"-Besegung und in den Tagen des Kapp-Putsches. Schon in jungen Jahren Mitglied des Buch- drucker-Verbandes und der Sozialdemokratischen Partei, hat er der Bald hört sie den Schuß, denkt nun wieder an den groben Papendieck, der jetzt still aus seinem Spargelacker liegt, still und ernst, und wahrscheinlich nie wieder laut und roh sein wird— und als Paul wieder in die Tür tritt, fragt sie vom Herde her und ohne ihn anzusehen:„Tot?" ..Ja." Etwas in seiner Stimme fällt ihr aus. Zittert die? Zittert dieses Mannes Stimme? Sie wendet sich ihm zu und erschrickt:„Was hast du denn?" Er antwortet nicht, stellt die Flinte in eine Ecke, seine Hand zittert dabei so. daß der Lauf an der Wand ein trom- melndes Geräusch vollführt, solange er sie hält; als er sie losläßt, fällt sie um: er zuckt zusammen, läßt sie liegen, sinkt auf den Hocker am Tisch.„Hast du was Heißes?" Mich friert so." Schnell gießt sie Kaffee auf, tief erschrocken: seine Zähne schlagen aufeinander, seine Haut, die blau war von Alkohol und Kälte, wird langsam ganz kreideweiß. .„Bist du krank. Paul?" „Quatsch. Frag nicht so dumm." Aber er findet seinen sonstigen Ton nicht. Er bringt es nicht einmal über sich, ihre Frage abzuwarten: er muß erzählen. „Der Rolf, das Zlas, ließ keinen ran. Nicht zu machen. Nu konnte ich doch nicht einfach so lagschießen: ich hätte sonst Papendiecken getroffen. Schmitzer hat das Vieh schließlich zwei Schritt weggelockt: da konnte ich abdrücken. Habe ihn aber bloß angeschossen." „Hast du ihn denn noch ganz—" „Dummes Zeug! Der rannte ins Gebüsch aus seinen drei Beinen, eh man sichs versah. Und schließlich war doch auch Papendieck wichtiger. Und Papendieck, also wie gesagt: Papendieck is nu tot." Plötzlich zittert er wieder so, daß er den Kaffee aus- schlabbert.„Weiß nicht, was das bloß is!" räsoniert er. „Schließlich ist man doch im Felde gewesen, wo's jeden Tag Leichen gab. Aber ganz weibisch wird man aus diesem ver- fluchten Sand..." „Willst du dich«in bißchen hinlegen?" „Ich kann doch nicht schon am Morgen schlafen gehen!" „Du bist doch sicher erst spät gekommen— ich habe dich ja nicht gehört", lügt sie, um ihn nicht zu reizen.„Und dann die Aufregung!" Er-läßt sich gern überzeugen, denn ihn friert erbärmlich. Im Bogen geht er um das hingefallene Gewehr herum zum Bett, will die Schuhe ausziehen. Die Hände verjagen. Er- liche Ausbau auf dem Gebiete pädagogischer Kinderpflege(Kindern gärtnerin, Hortnerin) wäre im Interesse der großen Allgemeinheit äußerst wünschensweri. Das Modezeichnen hat nach wie vor vielc Anhängerinnen, ist aber nur in Verbindung mit der Schneiderei zu empfehlen: ähnlich verhält es sich mll der Dekorationskunst, die für sich allein kein« Existenzmöglichkeit bietet, dagegen in Ber'oin- dung mit dem Verkaufsberuf als sehr verwendbor angesehen wird. Massage und Heilgymnastik sollen nur im Rahmen der allgemeinen Krankeirpflege erlernt werden. Gänzlich abzuraten ist vom Gärtnerinnenberuf, in wirtschaftlicher und auch ingesundheit- lichor Beziehung. Die'Anlegerin in der B u ch d r u ck c r e i, früher «in aussichtsreicher Verui, ist durch die Maschin« fast verdräuat worden: auch in der Buchbinderei und im Papiergewerbe sind wenig Aussichten vorhanden. Die Photographie als Beruf und an- der« kunstgewerblichc oder gar künstlerische Berufe soll sich jedes Mädchen von vornherein aus dem Kopf schlagen. Bei den Telephonämtern der Rcichspast macht sich durch die ständige Zunahme der Selbstanschiiisse-in starker Abbau be- merkbar, Anstellungsmöglichkeit im Fernamt bestehen nur sür Lyzealschülerinnen mit S p r o ch k e n n t n i ss e n, die außerdem eines ärztlichen Gesimdheitsattestcs und der Ablegung einer schwierigen Eignungsprüfung bedürfen. Die staatlich geprüfie .Haushaltspflegerw ist noch relativ gut unterzubringen, ihr Arbeits- gebiet umfaßt Heime, frauenlose Haushalte, große Haushalte, wo die grau beruflich unabkömmlich ist«Aerztm. Suriftin usw.). Je größer der Stellenmangel, desto geringer die Verdienstaus- ficht für"mittlere und schwache Kräfte ohne ausreichende Vorbildung. Der Friseur verlangt Absolvicrung der 1. Klasse, ebenso hat im kausinännischen Berus wenig Aussicht» wer die 2- oder gär die ,3. Klasse, vielleicht noch dazu mit schlechtem Zeugnis, verläßt. Ar- beitsfrah und hoffmmgsfreudig suchen die jungen Mädchen die Be- ratungsstelle auf; sie erfassen" noch nicht so recht die große Tragck ihres jungen Daseins. I Arbeiterbewegung all« Zeit die Treue gehalten. Für alles erwiesene Gute dankte Genosse Borth dem Dahingeschiedenen im Namen des Persvnals und der Gesehäsisleiluvg der„Vorwäris'-Druckcrei. der Radaktion und des„Vorwärt,"-Verlages, des Buchdrucker-Verbandes und der Infarmationsstelle der sozialdemolratischen Druckcreicu. Ein Jugendfreund entbot dem Proletariersohn Georg Matth es einen warm empfundenen Abschicdsgruß. Dam, senkten sich die Banner übe? dem mit Kränzen geschmückten Sarg. Das Andenken Georg Matthe,' aber wird fortleben in den Herzen aller, die ihm nahestanden._ Stadioper auf Lniendaniensuche. Dr. Ginger bittet von seiner Wahl abzusehen. Der Aufsichtsrot der Städtischen Oper A.-G. hat in seiner letzien Sitzung die Beschiußsassung über die Wahl des Jnteichanten uej*. tggt. Der Aufsichtsrat wird Eiche April zu der Wahl des Iii- tcndanten Stellung nehme». Der Intendant Dr. Singer gab daraufhin die Erklärung ab, er bilts. von feiner Person als spä- teren Kandidaten für den Posten eines Intendanten der Städtischen Oper abzusehen._ Freigeistige Kundgebung. Di« in der Reichsarbeitsgemeinschaft Freigeist!- ger Berbände vereinigten Organisationen: Bmch der Aiheifte». Deutscher Monistenbund, Freireligiös« Gemeinde und Deutscher Frei- denk« r-Verband haben zum Montag, dem 2 3. März, abends Tri tthr. eine Kundgebung nach den Kammersälen, Teltower Straße 1/4, einberufen, in der sie zu der Ehe-Enzyklita des Papste», feiner Ansicht über den Schutz des keimenden Lebens, Ehe res arm und Gattesglauben Stellung nehmen werden. Referenten sind: M. d. R. Clara B o h m- S ch uch und Dr. R i e m a» n- Leipzig. sieht Zinna bittend an. Sie kommt wortlos, kniet nieder imd zieht ihm die Säiuhc aus. Ihm fällt auf, daß ihr blasses Haar matt schimmert im Wiederglonz des Herdkeuers: er findet das schön: zum erstenmal. Aber er sagt ihr? nicht: kann nichts sagen: die Zähne schlagen noch immer aneinander. Nun liegt er, zieht den Körper eng zusammen wie ein Kind, hält die Augen weit offen, als habe er Angst vor dem. was die geschlossenen sehen. So erblickt er das Herdfener zum tausendsten und doch eigentlich zum erstenmal: zwischen den Luftspalten der Ofentür ist das Eisen geplatzt, man wird eine neu: Tür machen müssen, obgleich die breite Bahn aus Feuer, die durch das Loch entstand, eigentlich schön aussieht. Wenn die Hand seiner Frau davon berührt wird, dann wird diese Hand vollkommen durchleuchtet vom Feuer, nur die Knochen sehen dunkel aus wie Blattadern, und die ganze Hand wie ein Blatt aus rotem Licht— so zart ist also Annas Fleisch. Er denkt an die runde, gemeine Patschhand des Weibes von heute und wundert sich, daß ihn davor ekelt. Seine Augen gehen weiter durch die Küche, über die Töpfe, den wackligen Schrank mit den Gläsern und Tellern, die Anrichte, die zerschlissene, jedoch saubere Wachstuchdecke des Tisches: das alles ist eigentlich sehr— sehr gemütlich: traulich: heimatlich: ein Spruch geht ihm durch den Sinn. der zu Haus bei seiner Mutter in Kreuzstickerei ans einem Wandbehang sloich: Trautes Heim, Glück allein: er findet den Spruch schön und beschließt, Anna demnächst solch Stück Stois zu schenken. Sein Blick trifft das Fenster— aber da wendet er ihn jäh ab: Spargelocker ist draußen, den kann er heute nicht sehen: er weiß nicht, ob er ihn je wieder wird sehen tönnen in seinem Leben. Spargelocker, dos sieht aus wie ein longer. hoher Sarg neben dem andern, hundert, zweihundert Särge mit Gräben dazwischen und lauter toteu Papendiecks darin... „Anna?" Sie ist«ban draußen gewesen, um Wasser zu holen, und tritt sofort an sein Bett. ..Anna, setz dich doch hierher— auf den Rand." Sie setzt sich, wortlos erstaunt. Er kann nicht mehr schweigen: es muß heraus, obgleich es doch eigentlich unaussprechbar ist, was ihn da heute angepackt hat. Aber er ver- sucht es: erzählt ganz fachlich:„Der Hund muß die ganze Nacht neben ihm gelegen haben, das dumme Bieh. während sein Herr erfror. Cr hotte sich ein Lager im Sand gescharrt. So tief, daß die ersten Spargelpfcifen zu sehen waren." '.(Fortsetzung folgt.) Dreijähriger Knabe enisührt. Don einer Llnbekannten auf die Straße gelockt. Berlins Altstadt als Hafen? Kritisches zu dem Riesenprojekt der neuen Mühlendammschleuse M>t der Aufklärung einer seltsamen Kindesentführung bs� fäßfüßt sich auch jnc Vermißten�cntrale des Berliner Polizeipräsidiums. Von der Kriminalpolizei in Altona traf die Mitteilung «in. dah dort am S.Februar d. I., nachmittags gegen Z Uhr, der drei Jahre alte Walter M oller von einer unbekannten Frau entführt rnondcn ist. Der klein« Junge, der mit seiZe.n Eltern in der Conradstr. 24 in Altona mohnte, mar an diesem Tage allein zu Haus«. Die Frau lockte ihn zunächst auf die Strahe und verschwand dann mit ihm. Seitdem Hot man deine Spur des Kindes finden können. Die Entfijhrerin if-vrd« ein« halbe Stunde später noch in der Smnmerhuder Strohs gesehen: seitdem weiß man nichts von ihrem Verbleib. Es ist mög- lich,' daß sie den Knaben als ihren Sohn od«r Enkel ausgibt und ihn Schwindeleien mihbroucht.> Wolter Möller hat hellblondes, ziemlvh lange» Haar, blaue Augen und am rechten Unterann«ine i leine Warze. Er trug zuletzt eine rote Strickjacke, schwarzes Somt- höschen, schwarze Strümpfe und Kamellzoorschuhe. Di« E n t- sührerin wird beschrieben als etwa 33 Jahre alt, 1,63 Meter groß und sehr dick. Sie hatte fleischige unsaubere Finger und trug einen braunen, bis zum Halse zugeknöpften Mantel, graue Plüschkoppe, helle Strümpfe und fchivarze Lackschuhe. Für die Cr- mittlung des Kindes und die Ergreifung der unbekannten Frau hat der Regierungspräsident von Holstein«ine Belohnung von soo Marl ausgesetzt, die. nur für Personen ans dem Publikum bestimmt ist. Mitteilungen werden in Berlin an die Vermißten- zentrale> Z im Polizeipräsidium erbeten.. ltttfer Kampf mit der deutschen Not. Der Deutsche Stoatsbürgerinnenverband hatte zu ein«? ö s s e n t- lich«n Frauennersamwlunq üb«r das Therna„Unser Kampf mit der deutschen Not. Wege und Irrwege" in den Plenarsaal des ehemaligen Herrenhaus«» geladen. U. a. sprach die Genossin Neichstagsadgeordnete Marie Juchacz: Di« natronalfozia- listischen Sturmabteilungen, so sagt« sie, setzen sich zu 6 3 Proz. au» Arbeitslosen zusammen. Di« radikale Bewegung ist geboren au» der wirtschaftlichen Not und zieht aus ihr ihre scheinbar« Knast. Aber der We-z des Nationalsozialismus ist«in Irrweg. Eine Politik, die«inen«rfohgreickzen Kampf mit d«r deutschen Not darstellt, ist nur möglich miheitpolit'sch auf der Grundlage der Versöhnung und des Friedens unter den Dolkcrn und iimetipolitisch durch einen gerechten sozialen Ausgleich zwsichen Arbeit- n e b« r»std Arbeitnehmer. Reichstagsabgeardnet« Dr. Ger- siitj» Bäumer betonte, daß die von nalionalsoziaUfnlchem Wahn Verführten nicht zu verurteilen seien, wohl aber di« Fichrer. die wissen müßten, daß ihr Weg ungangbar ist und daß e« die deutsche Not nur noch steigert. Billige Qstersondersabrte«. Dic Neichsbohndirektion Berlin beabsichtigt, z u O st e r n je einen Zanderzug nach Hamburg und«ach dem Jser« und Riesen- acbfrg« m-t?>VA Proz. Fahrpreis« ni'äßigung zu fahren. Der F a h r k a r t e n o e r k a v f für beide Züge beginnt am Wontag. dem 23. März. Nähere AnZabcn über die Fahrten enthalten die Aus- hänge auf den Balmliäfen. Wie auch im Vorjahr wird zu Ostern die Geltungsdauer der Sonptagsrifckfobrkarten perlängerr und ermöglicht kurze Reisen bis zu einer Dauer von 41! Tagen. Die Somüagsriickfohrkarten gelten» zur Hinfahrt vom Gründonnerstag, 2. April, täglich bis zum Ostermontag, 6. April. Auch die Rückfahrt kann an allen diesen Tagen unternommen werden. Amerikafahrer in einer Kiste. Von dem Ueberwachungsdienft der Reichsbahn wurde» auf dem Hsuptgüterbahnhof Hamburg in einer Frachtgut. kist« in der Größe von 140 X 80 X 80 Henlirnefet, die nach Amerika gehen sollte, zwei junge Leute im All« von 1? Zahren entdeckt. Bellte glaubten» untcr Umgehung des Einreiseverbots auf diese Weise nach Amerika gelangen zu können. Soweit festgestellt werden konnte, tändelt«s sich um Leute, gegen die strafrechtlich nichts oorliog:. Sie hotten von in Amerika wohnenden Verwandten die fest« Zu- jage erhalten, bei ihnen Beschäftigung zu bekommen. Frauzöfische Aleischer besuchen Berlin. Am 26. März trifft ein« größere Anzahl französischer Fleischermeistcr unter Führung des Präsidenten des fron- zäsischen Fleischer-Verbandes sowie des Präsidenten des Pariser Fleischerzewerbes als Gast des Deutschen Fleischerverbandes w 3er- Ich ein, um die Sehenswürdigkeiten Berlins und die f a chg e we rb- lichen Einrichtungen des Berlner Fleischergewerbes zu be- sichtigen._ Besonderer Umstünde wegen muß die juristische Sprechstunde vorn Montag 61« einschließlich Bonnetjfaa In den Räumen der„Vor- wärts"-Redaktion, 4, hos. 4 Tr.. stattfinden. „Eigenheim und Wochenende." Für die in den Räumen des Zoo vom 13. bis IS. Mai d. I. stattfindende Ausstellung„Eigenheini und Wochenende" hat Landrat Genosse Schlennninger das Ehren Protektorat übernommen. Da» Riesenprojeki. die Mühlendammsüsteuse für das „Taitsendiannenschiss" zu vergrößern, die Kpreebrücke dort aus 43 Weier Brette zu bringen und deshalb das Ephrmm-Paiois abzureißen, ruhi zur Zeil im Schöße der Akademie des Bauwesens. die ihr Guiachien darüber abgeben soll. Den Umbauten am Mühlendamm liegt die Idee zugrunde, Berlins Alistadt zum Endhasen des Mittellandkanals zu mache», d. h. die Spree und ihre Schleusen für Tausendtonnenschisie bis ins Zentrum passierbar zu machen. Vom Taufendtonnenschiif spricht man als von einer absoluten und jeder Diskussion entrückten Not- wendigkeit. Nehmen wir einstweilen diese Notwendigkeit als ge- geben an. Da erregt nun der Plan in zwiefacher Weise Erstaunen. Zunächst werden immer nur die Kostendes Mühlcndamm- nm bans vorgerechnet und von reicher Arbeitsgelegenheit ge- sprachen: daß die ganze Spree neu reguliert und sämtliche Brücken usw. umgebaut werden müssen, und was das tostet: das wird uns zartfühlend verschwiegen. Man denkt: erst soll mal die Mühlendamm- jchlcusc gebaut werden, dann müssen, wohl oder übel, auch di« ganz unabsehbaren Restkosten geschluckt werden. Aber gerade das wäre vorher zu wissen nötig, und es ist aufs nachdrücklichste«ine genau« Ausstellung der Gejamiumbaukosten zu fordern, bevor ein Pfennig für die Schleuse bewilligt werden könnte. Zweitens: das Ephraim- Palais. Das heißt, die Frage lautet eigentlich komplizierter. Zunächst gibt es keinen ersichtlichen Grund, worum der künftige UntergrundKahichok ausgerechnet unter der Spree(Mühle ndannnbrücke) liegen soll, anstatt, wie ursprünglich geplant, am Molkemnarkl. Dies« Aenderunz nämlich bedingt erst die ungeheuerliche Breite von 43 Meter für die Brück« und. anscheinend, ihre hohen Rampen, und dadurch die Zerstörung de, im Wege steheirden Ephraim-Polais. Ein Rattkönig von Baugreueln verhäng- nisvollster Art! Warum? Warum muh das letzt« schöne Bauwerk im Zentrum Berlins vernichtet werden? Vielleicht soll die kolossale BreitederBrücke, bedingt durch di« selbstkonstruierten Notwendigkeiten des U-Bohrchcfs. nun auch noch für den weiteren Zweck herholten: als Breitenmufter sür euren später fälligen Durchbruch vom Sprttelmarkt zum Alexanderplotz zu dienet», in dessen Mitte sie liegt. Man seh« sich den Stadtplan darauf- hin an! Eine so enorme Breite der MiWendammbrücke zwischen lauter Straßen, die knapp die Hälfte ihres Durchmessers haben, muh wohl oder übel eine entsprechende Verbreiterung von Ger, troudtenstrahe und Durchbruch nach dem Alexonderplatz noch sich ziehen. Man stelle sich nur die Losten solch« Durchbrüche vor und dazu ihre völlige Unzweckmähigkeit: denn für den heutigen Verkehr ist es dort geräumig gcmig, und einen künftig vielleicht größeren muß man gerode durch Umgehungsstraßen vom Zentrum ablenken, statt ihn dorchinzulocken. Symbol des Bertehrsfanatismus? Nun zu dem großen Hauptmotiv, das wie«in Symbol des Ver- kchtsfanatismus unserer Ministerien und Tiefbauämter anmutet: da» Tausendtonnenschis f. Seinetwegen sollen Spree und Schleuse in phantastischem Umfang erweitert, seinetwegen das Eschräim-Palais zcrfkvrt werden. Man fragt sich nun: was sollen diese Riesenkähne eigemlich im Zentrum Berlin»? Für den ganzen Wasserverkehr genügen heute und in absehbarer Zukunft die fünf bis sechs Häfen an der Peripherie: ihr« Ausnutzung ist so gering. daß einige, wi« Nord- und Humboldthasen, nahezu brach liegen, und selbst die größt«n, Ost- und Westhafen, sind noch längst nicht voll ausgenutzt. Dazu kommt die Tendenz, unsere großen— kommunalen wie privaten— Fabrikanlagen immer weiter noch draußen zu verlegen. Genügt sür den Durchgangsverkehr nicht der Teltow- k a n a l? Was mit der Spree im Weichbild Berlins wirklich begonnen werden kann, wie aller Lastvcrkehr an die Peripherie verbau ot, die Ufer besser ausgestaltet und der Flußlauf selbst sür die Per- sonenschifsahrt nutzbar gemacht werden könnte(wie die Seine in Paris), darüber hat hier schon(„Abend" vom 7. Februar) Hugo G. Miller gute und beherzigenswerte Vorschläge gemacht. Am Erch« wäre nun doch die Eignung der Bauakademie zu unkersuchen, ihr Vorteil in volkswirtschaftlichem, stadtbaulichem, verkehrspolitischenr und Ssthetischem Sinn über jenen Umbauplan der Mühlendammschleuse abzugeben. Fragt man nach den Per- sö nlich ke iten, die hier maßgeblich auftreten, so erfährt man mit einigem Befremden, daß die treibende Kraft des Mühlendamm- Projektes im Reichsverkchrsministerium denselben Namen trägt wie der Präsident der Preußischen Bauakademie. Dieser bedenkliche Zufall darf nicht verborgen bleiben, er scheint mir vielmehr von vornherein das Gutachten der Akademie subjektiv zu belasten. Es ist gewiß nicht zulässig, daß der höchst energische Schöpfer einer Bauidee, die in der Oessentlichleit stark kritisiert worden ist, daß derselbe Mgnn Präsident der Behörde ist, die ein Fachurteil über sein Lieblingsprojekl abgeben soll. Hinzu kommt nun noch, daß das Problem der Muhlendamm- schleuse nur wieder einen Bruchteil des ganzen Fragenkomplexes der Berliner Altstadt überhaupt bildet, und daß dies« nur in seiner Gesamtheit anzupacken ist, kein Einzelteil aber vorher kategorischer Lösung durch ein behördliches Diktat aicheimsallcn darf, weil jede Teillösung dem Ganzen chne Möglichkeit des PsrbZssc'rns vorgreift. Mit stärkstem Nachdruck ist daher nochmals auf das große Preis» ausschreiben des Elly-Ausschusses hinzuweisen, der schon heute sachverständigsten Organisotimi für Berliner Stadtbou- und Berkohrspolitik: ein Wetibeiverb, der die ganzen Verkehrs- und Gefundheitsproblemo der südlichen Altstadt aufrollen und da- bei auch den Muhlendamm behandeln soll. Im Frühjahr mied dieses Ausschreiben herauskommen. Bis dahin aber wäre es das Beste, diese gefährliche Angelegenheit ruhen z» lassen. Fragen von so ungeheurer wirtschaftlicher, stadtbaulichor, vcrk.hrspolitischer und ästhetischer Wichtigkeit haben Zeit: sie können und dürfen nicht autoritativ, unter Nichtachtung aller sachlichen Einwände, enlschiedcir werden. m Faul F. Schmiüt. Fahnen auf Halbmast. Die Trauertunde von dem Tode des großen fazlaldemokralischen Führers ließ gefiern viele Fahnen in der Stadt auf Halb- m oft sinken.. Schon in den frühsten Morgenstunden wehte eine große rote Fahne vom, vorwärts"- Haus und auch vom Hause des Sozialdemokratischen Pressedienstes leuchtete die auf Halbmast gehißte rote Fahne weit Über den Belle-Allioncc-Platz. Zllli großen Gewerkschastshäufer in Berlin«brteu das Andenken des per- starben«» Arbeiterführers durch das Zeigen der Floggen auf Halb- maft. Vom Haus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbvndes wehten Trauer verkündend die Farben der Republik. Auch aus vielen Privotwohnungen verkündeten die mit Trauerflor versehenen roten und schwarzrotgoldenen Flaggen die große Trauer der Berliner Arbeiterschaft. Nächste Stadlocrordnctcirsitzung am Dienstag. Die nächste Sitzung des Stadtparlaments findet am Dienstag, dem 24. Marz 1931, statt. Beginn der Beratungen um 16 Uhr. In der gleichen Woche treten die Stadtverordneten zu einer zweiten Sitzung am Donnerstag zusammen. Allgemeine Wetterlage. Im größten Teile Deutschlands dauerte auch am Sonnabend das heitere Wetter fort. Mittags mar es allgemein sehr mild: die Höchsttemperaturen betrugen 10 bis 15 Grad Wärme: eine Aus- nähme machte nur Ostpreußen mit Miltagstemperaturen von 6 bis 10 Grad Wärme. Die nebenstehende Wetterkarte vom Sonnabend- abend.zeigt über Nordweftdeutschland einen Aussäuler eines westlich von Irland befindlichen Tiefs. Auf fein« Südseite sind seuchie ozeanische Luftmassen etwa bis zur Weser hin vorgedrungen; sie brachten dem Westen des Reiches im Laufe dos Tages zunehmende Bewölkung. Abends fiel am Rhein verbreitet meist leichter Regen. Bei ihrem weiteren Vordringen nach Osten dürften die ozeanischen Lustmassen auch uns Bewölkung vereinzelt etwas Regen bringen. -s Weltcraussichlen sür Berlin: Größtenteils bewölkt, strichweise etwas Regen, mild.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches Uebergang zu wolkigem Wetter ohne Nachtfröste: auch im Nordosten mildere Nächte: vereinzelt Regensälle. Die„Volkstüm liclie Woche" vom 23. bis 28. März 1931 bietet Ihnen eine außerordentliche Gelegenheit, die unübertroffen guten Cords- Qualitäten in Wolle, Seide und Waschstoffen beispiellos billig einzukaufen-— Eine zwangloee Besichtigung wird eich lohnen, Sie werden vieles für sich finden. 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M 1 .30 X» M .00 .90 an .30 an 90 75 .90 Schotten-Karos, töne Wolle, ISO cm bedt, die große Mode, jus in modernsten Farhßtellmigen M 3-» Die Gedenkfeier für Hermann Müller, die der Reichstag in der Miliagstunde veranstaltete, wurde vom Berliner Sender übertragen. Die Deutsche Welle nahm die Trauerkundgebung auf Schallplatten m�s und verbreitete sie am Abend, so dag alle Hörer Gelegenheit hatten, an der ergreifenden Gedenkstunde teilzu- nehmen.— Berlins Abendveranstaltung stand im Zeichen des Frühlingsansangs: was geboten wurde, war nicht mehr neu, höchstens«in bißchen aufgefrischt. Ein paar Borträge von Paul Graetz überragten das übliche Durchschnittsniveau, aber nur, weil Graetz es verstand, mit seiner Nachgestaltung mehr auszusagen, als in den Dichtungen eigentlich drinsteckte.— Ludwig Mantle r, der heut« siebzigjährige Baß-Buffo, wurde von dem Berlncr Mikro- phon interviewt. Cr sang den Hörern auch einige seiner Glan;- nummern vor und bewies damit noch besser als durch seine heiteren Worte, daß er jung geblieben ist. Ics. Die Mrtschaflxschule(Sozialpolitisches Seminar) an der Deutschen Hochschule für Politik wird nach dem Weggang von Direktor Karl Mennicke unter Leitung von Dr. Werner Falk weitergeführt. Ilmerrichisziel ist auch weiterhin in«inem oefchlossenen Lehrgang in das Verständnis der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge und Probleme der Gegenwart einzuführen. Der Lehrgang geht über vier Hochschuksemester. Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften liegen in den Abendstunden. Die Aufnahmen für den im Soinmersemester 19Z1 neu beginnenden Lehrgang er- folgen bis zum 2,1 April lieber Bedingungen, Lehrplan usw. unter- richtet das Vorlesungsverzeichnis der Deutschen Hochschule für Politik(Berlin W 36, Schinkclplal; 9). Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Zerlio Sinsendunoen für diese Ihibrtt aar a» das Iuaeadfekretae�at Scrfta HW 68, Ctodaiffrofi« 3 Heute, Sonntag, 22. März: Neukölln LH; Besuch der Avtestluna Neukölln VII(Märafeier). Treffen 18� klh? Konsumccke.— Arnrmplatz: Treffpunkt der PolksbütiNl?n!>ci'uÄ?er 14 Uk;r TelepkonZelle.— Neukölln YII; Äanncr Strafte. 19 K- Ufte NiätAHöcdcntfcicr.— Reukölln IV und IX: Heimabend niclit Kanner, sondern Bcrgstr. 29.— Schönhauser Vorstadt: Heimabend 19� Ufte Schönflieftrr Strafte. Unkosten Äl Pf. Werbebcjzlrk Sä'önebcrq: 19 Uhr Heim Hauptstr. 15. Tiloweranstal-tung. Unkostenbritraa 30 Bf. Werbcbezirk Lichtenberg f-Aelteren Gruppc). 19 Uhr Heim Karlshorst. ZIlorgcn. Montag. 23. März. 19'A Uhr: Hansa:?nj;unitt£tr. ith.„SUHtilcBfÜTirtt.''— Moabit I: Woldcnnr. ftraftc ul>. äHärjflcraüciKnfcirr.— zallplatz II: Eonnenbur-nr Str. 20...Burorr- sicher. Wert, oder Arbeitersport?"- Nordosten II: gmmanuellirchstr. St...Äijr, 1920."— Prenzlauer Vorstadt: Spcisechalle SIeimstraße.„Bcruksschulfrooen." — Schönhauser Vorstabt: Sanncuburoer&ir. 20. Abend mit den Ktndcfrcnnbrn. — Hallcsche» Tor: Porrkstr. 1s. Too«2volitlk.— Arnswalber Platz II: Rasten» buraer Str. 10,.Die Aufooben der Sozialdemolratte in der iReflimiiin." Berbebczirt Liutenberq: Rwiltionärocrsominlmia Heim Dossestr. 22, Werbebezirt Schoncbcra: �unüionämtfommlun« Seim Sauptstr. 13. Werbebezirk Rcinickcndors: Mitoiiedervcrsommlunq im Jugendheim Wittenau. Haiwlstrahe..Aktionen zur Werbearbeit." Werbebczirk Weddin«: Tambourkorps. 20 Uhr Ucbungsabend Heim See. strahe St, neue Baracke. Lchrblichcr mitbrinoen. Werbebezirk Prenzlauer Vera sErwerbslosenoruppc). Dienstao, 0 Uhr. Lese- hall« Dunckerstrafte. Vortraa:»Musik als Ausduck der gcit". szahrtbesprechunz. Werbebczirk streu, bero: Sauplvcrsammlung Aorckstr. 11 des DJH. Jede Ad- tetlun« muh einen Berlrcke: entsenden. Ovltemnchs Frauenversammlung 120. iU»k.— Frledr.OlSfe de, am Donnerstag, dem 26. März. 20 Uhr, bei Wiehe, W'ilhelmst aße 38. Vorffthrontz de» filme»„Gltttzu". Ansprache der Genossin Paula Kar�ass. Vorträge, Vereine undVerfammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rol-Goldl GelchSktsstelle: Berlin S 14. Srbastianstr S7—3S Hot 2. Sc Sannorstand. Mirbwoch, 25. März, 20 Uhr, slunobannrriiihrersitzunq im Gaudis ro.— Montan. 2Z. März, streis Osten. 20 41Iit Kreisver. soimnlunn des qeiamten Iunodanncrs im Iuoendl>eim ssrontfierter Allee 307. Iuaendiitdree kontrollieren r-rschcincn. Mitte(Iunobanuers. 20 Uhr Iuqend» heim Tronksuricr Allee 207. griedrichahain lZunobanncr). 20 Uhr Juocndheim lvraniiurtcr Allee 307. Mittciluno Uber'Ostersohet.— Diensta», 24. März. Wilmersdorf lOnsvcrcins. lO1» Uhr Saalschutz ssohanu-Keorft-Sälc, Sascnsee. Schöneberp.ssrsedeaau. 191, Uhr Saalschutz Belvaer Etratze. Stcqsit! sOrts. verein). 18 Uhr Antreten im Parkeestaurant Slldcv.de.'20 Uhr dort öfscnlliche ilundaeduna. Referent: Staatsanmait Dr. Socaner.Mllnchen. Tempelhos sOrts, verein). 19.20 Uhr Antreten Bahnhof Mariendort Imit Spielrnannszua) zum Saalschutz. Reukölln-Britz. 1. Kamerodschast. 20 Uhr Romerodschaf'socrsamm- luna stottbusscr lllausc..stoltduiicr Damm 90. Referent: ilamcrad Bathke. Treptow iOrtsveeein). 19 Uhr Saalschutz in Obcischoneweidc. Moerners Blumen. aarten. Bundeskieiduna._ Arbeiter- Samariter-Bund e. B., Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: R. 24, Gr. Kamburqer Str. 29. Tel.: v l Rordea 3S40. Abtciluna ShQrlot�enburq. Mittwoch. N. SJlärx. 20 Uhr, ou�cr. ordentliche Mjtqlicdervcrsammluna im Iuaendheim Rssttkenstr. 4. Alle Äursusdeilnohmcr find hierzu eincielattreuer Ostpreuften. Ter aemischte Chsr übt ioden Donnersta« ab Ä)!? Uhr im NeftQursnt Bctcrsburaer Hof, Be�ersburffer Str. 57. Bund Entschiedener Schulresormcr. Bädoaoqii'chc Arl>eitsflcm?ins6>ast Mon- taq, 19-K Uhr, Kochstr. 13.„Tie dreigeteilke Schule— ein Ausweg aus unseren Schulnöten" tSr. Imm. Leron). Arbeiter.Radio.Bund Teutschlands E. V. Ortsqruppe Eroft-Berlin. Anter. nruppc �riedrichshaiv. Lokal Wertalla. Hohenloheftr. Z. Donnerstag, Ä?. Mörz, Vortragsreihe für Anfänqer. ll. Abend:„Statische Elektrizität.— Ante». «ruppe Eharlattenbura: Lokal Lehmann, Königswea 8. lvreitax», 2t7. Mär�». Vor. traa:„Einführuna in die(brund'dcen der Elektrotechnik'".— Anteraruppe Lichtenberg: Freitag, 27. Mär.;, Lokal Hämmerlcin, Rigaer Str. 51. Technische Plauderei. Reichsbuud indischer Teonttoldaten, Ortsqruppe Berlin, Bezirk Nord. Don. nerstag, 26. Mär�. 20 Uhr, Bortragsabend im Hackeschcn Hof. Ros�nts�alcr Strafte 40—41. Referent: 5tamerad Dr. Ludmig Treund.— Bezirk Msabit. Mittrnoch. 25. Mär�. 2014 Uhr, Vortraosabeird im weiften Saal des Restaurant Paftenho-fer, Tnrmstr. 25. Vortrag des ivräulein Dr. Gertrud Klausner. Thema: „Eltern und Schule im heutigen Staat"". Anschließend Beisammensein. Gesellschaft der Freunde der sozialistischen Monatshefte. 5. kleiner Dis- kusfionsobend am 27. Märji, 20 Uhr, Deutsche Gesellschaft. Schadowstr. 0-7. ..Die Wirtschaftskrise ist zu überwinden." Referent: Julius Äaliski. ssreie kontradiktorische Aussprache. Erziedungs- und Mrsorqeverein für qeiktiq zurückgeblieben�(schwachfinniqe) Kiudcr. Montag, 30. Mär.;. 19l,4 Uhr, pünktlich im Bürgersaal des Rathauses Hauptversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht. Rechnungslegung, Vorstands- mahl. Vortrag des Abteilungdirektors beim Hauvtgefundheitsamt der Stadt Berlin, Privatdo Kenten Herrn Dr. Georg Molff. über:„Die Rachnrirkunq der Kriegsernabrunq auf die Entwicklung des Schulkindes"". Gäste willkommen. Sprachklub„TheEn�üsh Speakers": Meetings takc place on everyTuesday at ninc o'clock p m. in the Nordnest-Kasino; NW*7, Alt-Moabit 55 Incar Gotzkowsky Bridge). Topics and debates of gcncral intcrcst. Gucsus— Ladies and Gcntlemcn— arc cordiaüy welcome, Vrieftasten Ser Redaktion. Besonderer Umstände wegen muh die furistisch« Sprechstunde am Montag bis cinschiiehlich Donnerstag in den Räumen der .,vorwärts".Redaktioo. 4. Hof. 4 Tr.. stattfinden. K. ZZ. 1. Fra-ien Sie heim Gsmeivdevorfieher on. 2. Ja. Der Pfändun« »»terliezcn nur die dem Mieier oehörieren Sockwn. Z. Etrva 2 Monoit.— M. 100. 1. Der Zaun«cbBrt dcmfeniqeu, der ihn hat fetzen lasfen. 2. Die Mötzlichkeit der Bcschloqnohme besteht. Frühiahrskleider bei Joseph& Co. Die alljährliche Frühjahrsmodenschau der Firma I o s e p h u. Co., Neukölln, im O r p h e u m, Hasenhcid«, ist zur Tradition geworden: ein bis aufs letzte Plätzchen gefüllter isaal, neugierige Augen und wunschbeseelte Gemüter harrten wieder der modischen Herrlichkeiten, die da konmicn solllen. Und alles, was gezeigt wurde, erweckte viel Beifall und Sehnsucht nach Besitz. Ob es nun die flotten Tweed- kleidchen in bräunlichen Farbtönen mit einem kleinen dazu passenden Hut waren, die eine praktische und hübsche istrahenkleidung dar- stellen, oder das Iackenkostüm aus Kamgarnm, Tweed-Diogonäl oder Wollrmnaine: auch Mäntel, die viel länger und linienbetonter ge- worden sind, in Sport- oder Phantasiesorm gearbeitet, aus Kamel- haorstofien, Wollgeorgette und Fleuredes lainc, erweckten viel guter- esse: die«portjorm des Mantels bevorzugt den Raglanschnitt mit Gürtel, während der weicher gearbeiretc Mantel uieistich geschweifte Glockensorm mit einem slotten pelzbesetztcn«tuartkragcn und Pelz- Verbrämung zeigt. Die Kleider sind einfach gearbeitet, meist m:t einer kleidsamen weihen Hals- und Aermelgarnitur versehen. Mode- färben sind schwarz, marineblau, braun und ein helles Grün; da- neben viel zarte PafteUtöne. Die Hutmode zeigt viele Variationen und bietet für jedes Geficht etwas: von der winzigen enganliegenden Kappe über den flotten vorne ausgeschlagenen �)ut und die kleine Glocke bis zum überdimensionalen glockenartigen«chattenspender. In Schuhen dominiert ein dunkles Braun neben Schwarz mit Besätzen aus Schlangenleder. Und dann vor allem: die Preise bewegten sich auf angemessener Linie._ Macht Ernst Ernst?„Eine Woche lang hohen wir hcrumoerolrn, wo? es mit diesem Erirst und mit der Traqe. ob er Ernst macht, für eine Bewandtnis bat, wurden von einer Vermutung in die andere gestürzt, nur auf die richtige ist wohl keiner gekommen, daß es sich um einen Wettbewerb der bekannten Beklei- dungs.Firma C.& A Brcnnintmeyer handelt. 4 Kleidungsstücke sollen doppelt so ftod) ausgezeichnet sein, als sie wirklid» kosten; und das soll man bei den ' niedrigen Preisen, für die gerade diese Firma bekannt ist, nicht merken? Kaum denkbar! 12 000 M. sind obendrein als Belohnungen der richtigen Lösungen aus- � gefetzt, und man fühlt förmlich das Geld schon in seiner Tasche knistern.— I Hier scheint wirklich das Geld auf der Strafte zu liegen. Machen wir uns also ! auf die Strümpfe— ein Inserat und eine vierseitige Beilage erklären zur ! Genüge, wie man es machen muß, um zu einem Teil der ausgesetzten Beträge zu kommen, und lassen die Aufgabe noch leichter erscheinen.- Die„Kaufmännische Privatschule rou B. Kossatz", Berlin R ZI, Badstr.«7, die seit über 20 Jahren am Gefundbrunnen besteht, hält am 28. März d. Z. im Restaurant„Zum Fichtenhain" in Hohcu-Neuendorf(früher Issing) ihre Semester- Abschicdsfcicr ab. Alle früheren Schüler sowie Freunde der Anstalt sind wie immer herzlichst dazu eingeladen. Dir wollen nicht verfehlen, noch darauf hin- zuweisen, daß sämtliche Lehrgänge im Tages- und Abendunterricht am 9. April d. I. neu beginnen. Ehrenauszeichnung für Enver Bey. Die bekannte Zigarettenfabrik Enver Ben erhielt auf der Internationalen Messe in Saloniki für hervorragende Leistungen die Goldene Medaille. Da diese seltene Auszeichnung gerade in Saloniki, der Zentrale des Mazedonischen Tabakmarktes, erteilt wurde, beweist, daß die Enver Ben-Zigaretten von erstklassiger Qualität sind. Rur noch 14 Tage trennen uns vom Osterfest und rechtzeitig hierzu ver- anftaltet ab Montag, dem 28. März, die Tinna W e r t h e i m in ihren Berliner Häusern groß angelegte Konfektionsausstellungen, in denen die bei der kürzlichen Modenschau mit ungewöhnlichem Beifall vorgeführten Modelle der modernen Damenbekleidung gezeigt werden. Die neue Mode in ihrer entzückenden Reich- haltigkeit in Bor- und Rachmittagskleideru, Complets, Abendkleidern und Män- teln. wird hier in einer Auswahl präsentiert, die der Indioidualität jeder Dame und— l-i?'. not Ipast— jedem Budget gerecht wivd. In den Konfektions ausstellungen der ftLcmü Wert heim die Wahl zu treffen, wivd zu der besten Bor fre.irde auf das kammende Test und den Frühling, der etchlich von der£iix steht und auch die Natur im neuen Gewände zeigen wird. Die ftzirma Bertheim veranstaltet jeden Montag. Mittwoch und Freitag von 11 bts 14 Uhr in ihrem vornehm eingerichteten Teeraum im Saufe Leipziger Straße, t, Stock, Bridge Kurse und Dridge-Zirkel. Die Leranstaltunqen stehen unter der Leitung einer Dame der Gesellschaft, gereicht wird ein Bridge-Gedeck für 1.50 M. Eine angenehme Gelegenheit, dieses interessante Spiel zu pflegen, welches sich die Gesellschaft der ganzen Welt erobert bat. V«i«abbau, eine Torderung der Zeit! Bernildms Entqeq«n?ammen zeigt die fötnuK 6. Adam. Leipziger Ecke s?ricdrichstraße. die bte zum 31. März auf ihre weit herabeqesetzten Preise noch eine Ermäßigung von 20 Vroz. au? alle fertigen Waren gibt. Eine Gelegenheit zum Einkauf von Qualitäts- kleidung. die besonders im Hinblick auf Ostern weitgehendste Beachtung verdient. Leipziger Str.(Versand-AbU Könlgslr. Rosenthaler Str. Moritzplatz // 17 t Die neuen Modelle in Damen- u. Kinderkleidung Billige Angebote Jugdl. Mantel mit Pelz besetzt, ganz ge* ttttert. verschiedene Farben Seiden-Kleid aus reinseid. Doupion aparte Machart Complct Trfltof- Charmeuse,*4 Q__ in zwei Farben znsammengesteUl JL Cw* 3 Nachmittagskleid aus reinseiden. Marocoin M Twill-Kosium aft marine u. schwarz, bis Grötze 50 M Gabardine-Mantel of| Imprägniert, aosknöpfbares Plaldfnäer. Vf bis Gröbe 50***** 11 Sportbluse Wascbknnstselde ��75 »1 reinseiden. Crepe-Saön, � OiUSC mit Plissee-Garnitur B �ar 30 Rinn waa kunstsefd. Marocain, �£\ OIUSC mit Madalra-Stickerei, B Valenc-Spitze, weltz u. pastelltarbiä JL �7 Mod. Complef aus kunstseid. Marocain. elegante Ausführung 4 feilig. Compose Charmelalne-Kostüm, Warterter Faltenrock u. Marocain.Veste 2. Beilage des Vorwärts Nr. 137- 48. Jahrgang äfKD aJOI U�lfli ftlj Sonntag. 22. März 1931 �sümoivzgoi�i Kalbtedci; Oriq vßood.Wfett 'Si04B0<:: Broun Kdb' k leder mit IvDoppeJs-i '' . U- Jh: Boxcalf ßrOU hagoniforb ma Einsatz Krauenarbeit und Arbeitslosigkeit Ein Oreigespräch im Rundfunk Bei seiner heutigen Einstellung politischen und wirtschaftlichen Fragen gegenüber kann der Rundfunk kaum zu einer Klärung wich- tiger Probleme gelangen, denn diese Klärung verlangt eine ent- schiedene Stellungnahme von irgendeinem Standpunkt aus. Wenn aber ein Thema wie„Doppelverdienertum und Ar- beitslosigkeit� im Rahmen der„G« d a n k e n der Zeit" auf dem Deutschlandsender behandelt wird, so ist wenigstens der Versuch gemacht worden,«in großes Publikum auf einen wichtigen Fragenkomplex aufmerksam zu machen. Ein Dreigespräch dieser Art, wie es sich zwischen Anna Geyer, Dr. Draht vom Allgemeinen Deutschen Bamtenbund und Dr. Than vom Deutschen Gewerkschaftsbund über dieses Thema vollzog, muß auch die Aufmerksamkeit der proletarischen Hörer er- regen. Deshalb hatte der Ausschuß für Rundsunkhör- st u n d e n(Freier Funkausschuß und Arbeiter-Radiobund) im Bor- tragssaal Linden st raße 3 Freitag eine gemeinsame Hör- stunde veranstaltet, die sich am Schluß in eine fruchtbare Diskussion auflöste. Der Leiter Alfred F l a t o w wies von vornherein darauf bin, daß di« Einrichtung den Zweck hat, den Hörer mit anderen Hörern zu einer Gemeinschaft zusammenzuschweißen und ihn auf brennende Fragen der Zeit aufmerksam zu machen. Das Drei- gsspräch selbst drehte sich hauptsächlich um die Frauenarbeit. Daß ein pensionierter und auf Wartegeld gesetzter Beamter durch eine Nebenbeschäftigung noch mehr Geld verdient, bleibt schließlich bei der beschränkten Zahl dieser Fälle an der Peripherie. Anders liegt der Fall bei einem Doppelverdienertum, an dem Mann und Frau beteiligt find. Es handelt sich hier nicht um die freien Berufe, bei denen die individuelle Leistung entscheidet, sondern um Arbeiten, die auch andere ausführen können. Wie liegen nun die Verhältnisse in Deutschland? An Hand einer Statistik wies Anna Geyer nach, daß, abgesehen von Hausangestellten, selbständigen und mit- helfenden Ehefrauen oder von Frauen, die in der Land- und Forst- Wirtschaft beschäftigt sind, nur 57000(1 oerheiratete Frauen im Erwerbs- leben stehen. In dieser halben Million sind auch solche Frauen ent- halten, die spezifische Frauenarbeit leisten, die nicht durch Männer ersetzt werden können, z. B. in der Wohlfahrtspflege, in der Schneiderei oder in der Glühlampenindustrie. Das ganze Problem ist nicht sofort zu lösen. Soll man etwa einer Frau verbieten, Geld zu verdienen, deren Mann krank oder Kurzarbeiter ist? Oder deren Mann jahrelang arbeitslos war und durch dessen Arbeitslosigkeit die ganze Wirtschast heruntergekommen ist? Es gibt viele Familien, in denen die Männer nur teilweise beschäftigt sind. Soll hier die Frau nicht mithelfen? Wie soll man sich ferner zu einer Frau stellen, die im Wirtschaftsleben steht und die nur dort steht, um ihrem Mann ein Studium zu ermöglichen? Ein anderes Moment kommt hinzu: die meisten Familien sind heute bei der Wohnungs- knappheit gezwungen, ihr Leben auf einem engen Raum zu ver- bringen. Es besteht bei' vielen dieser Familien nicht einmal di« Möglichkeit für die Frau, sich häuslich zu betätigen. Sollen diese Kräfte brach liegen bleiben? Man bedenke daß bei der heutigen Wohnungsnot 800 000 Frauen keine eigene Wohnung besitzen. Außerdem bedeutet die Ehe keine Daueroersicherung mehr. Der- mögen und Aussteuer sind Dinge, die in das Reich der Fabel ge- hören. Die Abneigung gegen die Arbeit verheirateter Frauen stammt hauptsächlich aus der Abneigung gegen Frauenarbeit über- Haupt. In moralischer Beziehung ist es besser, wenn eine Frau arbeitet, als wenn sie mit ihrer Kraft unbeschäftigt ihr Dasein fristet. Um diese Ausführungen entspann sich ein« lebhafte Dis- kussion, die in der Hauptsache ergab, daß das wirtschaftliche Eigenleben der Frau bewahrt werden muß, daß sich die Angriffe hauptsächlich gegen die Minderverdienenden richten und daß die hohen Gehälter und Gagen unberücksichtigt bleiben. Voraus ging eine Diskussion über die Frage, ob die Form des Dreigesprächs empfehlenswert sei. Die Ansicht wurde vertreten, daß ein mittel- mäßiges Dreigespräch bester wäre als ein einwaitbfreier Manuskriptvortrag. Die Voraussetzung funkwirksamer Dreigespräche ist die Ver- schiedenheit der Stimmen. Im wesentlichen wurden diese Forderungen erfüllt. Die Frei- heit der Rede muß gewahrt bleiben, aber eine gute Regie hat für innere Spannung des Gesprächs zu sorgen. Dieses Dreigespräch brachte Anregung und Gedanken, und damit ist das Wesentliche erreicht, das von einem Rundfunkgespräch überhaupt gefordert werden kann. Die nächste Rundfunkhör stunde findet am Mitt- woch, dem 1. April, 13 Uhr, anläßlich des Streitgespräches Soll mann— Mumm über„Christentum und Sozialismus" statt._ Dem Gist verfallen. Kokainschnupfer und Kokainhändler vor Gericht. Die Kokainhändler im kleinen sind in der Regel selbst Kokainisten. Mittellos, zu richtiger Arbeit unfähig, handeln diese dem Gift verfallenen Unglücklichen mit dem Narkotikum, das ihnen Lebensinhalt bedeutet. Nicht selten bedarf es vieler Monate eifrigen Ausforschens, bis es der Polizei gelingt, des Händlers habhast zu werden. Sie sind äußerst vorsichtig und wissen in der Regel, wem sie verkaufen können: die Vertrauensleute der Kriminalpolizei haben bei ihnen wenig Glück. Solch ein Händler, den die Kriminalpolizei fast ein Jahr lang gesucht hatte, stand jetzt vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Die Beamten wußten wohl, daß in einer Kotsdiele des Westens ern gewisser„Meno"— das war der Spitzname— mit Kokain handelt. Es war aber unmöglich, ihn zu überführen. Da klagte aber eines Tages eine Mutter der Kriminalpolizei ihr Leid: ihr kokainsüchtiger Sohn erhalte das Gift von Meno. Der junge Mensch erzählte nach langem Drängen, daß sein Lieferant das Kokain in seinen Strümpfen versteckt bei sich führe. Die Beamten über- raschten Meno in der Diele und holten tatsächlich aus seinen Strümpfen zwei Schächtelchen mit etwa 20 Päckchen Kokain. Er habe sie für seinen eigenen Gebrauch, erklärte er. Da? konnte nicht stimmen. Rtenu hatte keinen Pfennig Geld bei sich, er war außer- stände, seine Zeche zu bezahlen: anscheinend hoffte er durch den Verkauf des Kokains erst zu Geld zu kommen. In: Polizeipräsidium suchte Meiw aus einigen hundert Photos von Kokainhändlcrn den 32jährigen Lichtbildvorführer R. heraus: von dielem habe er den Kokain gekauft. R., als Kokainhändler in einem Lokal der Friedrich- straße bekannt, bestritt, Meno das Gift oerkauft zu haben. Es half alles nichts, er mußte vors Gericht, vor die gleiche Abteilung, die ihn Ende vorigen Jahres wegen Kokainhandels zu einem Monat Gefängnis verurteilt hatte. R. leugnete. Meno war als Zeuge «lschienen. Er verweigerte seine Aussage. Der Lichtbildvorführer wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt: Meno gleich hinterher zu drei Monaten Gefängnis. Ein deutschnationaler„Vauskandal�. Der„Vorwärts" hat wiederholt über die Ausbefserungs- arbeiten an dem Häuserblock in Charlottenburg berichtet, der durch die Erschütterung des Hauses Hebbel st raße 18/13 in Gefahr war. Die dcutschnationale Fraktion des Preußischen Land- tags hat diese Angelegenheit zum Gegenstand einer empörten „Kleinen Anfrage" gemacht, aus der aus einer selbstverständlichen Maßnahme ein skandalöses Ereignis gemacht und oerlangt wird, das Verhalten des Bezirksamts Eharlottenburg nachzuprüfen. We aus der Antwort des Preußischen Ministers für Volks- wohlfahrt hervorgeht, hat das Bezirksamt tatsächlich nur seine Pflicht erfüllt, um durch den gefährdeten Zustand des Hauses Höbbelstraße 18/19 nicht noch mehr Wohnraum in Ge- fahr zu bringen oder gar verloren gehen zu lasten. Die Häuser in dem von der Höbbelstraße, Fritschestraße und Wallstraße umgrenzten, aus dem ehemaligen Karpfenteichgelände erbauten Häuserblock, der vor dem Kriege errichtet wurde, haben einen außergewöhnlich schlechten Baugrund, dessen Beschaffenheit starke Senkungserscheinungen zur Folge hat. Wenn Fehler gemacht sind, so sind sie nicht durch Berliner Dienststellen der Republik, sondern durch Behörden des von den Deutschnationalen so gepriesenen Kaiser- reichs gemacht worden. Die Deutschnationalen wenden sich also da» gegen, daß Bauten aus der Zeit ihrer Herrschaft durch die Ver- waltung von heut« nicht der Verrottung und dem Zusammenbruch anheimgegeben werden. Daß eine Erhaltung Geld tostet, ist selbstverständlich. Di« Deutschnationalen lieben Skandale, sie leben von Skandalen. Wenn kein Skandal da ist, muh mit Gewalt ein Skandal kon- st r u i e r t werden. Torfstraße 16: kein„Raziverkehrslokal". In einem der satt- sam bekannten kommunistischen hettographierten Laufzettel steht zu lesen, daß die Gastwirtschast Torsstraße lg ein„N a z i v« r k e h r s- lokal" ist. Der Besitzer, Herr Böttcher, der ein Abonnent unseres Blattes ist, bittet uns mitzuteilen, daß er einen derartigen Miß- brauch seiner Gaststätte niemals geduldet hat und niemals dulden würde. Sprechchor für proletarisch« Felerstundea. Montag, den 23. März 19'h Ubr wichtige UebungSstunde im Gesangssaal der Sophienschule, W-In- meisterstraße 16—17. vjvwjüddm Simim C f nd es ist wirklich noch nicht lange �4 her, da war dies eine sehr ver- breiteteMethode, Wasche zu waschen. Unsere Mütter wissen noch, was.es hieß, stundenlang mühevolle Arbeit amWaschfaß zu vem'chten.Llnd unsere Mütter wünschen diese Zeit gewiß nicht wieder herbei. Es ist das un- vergängliche Verdienst von persil, diesem rückständigen Waschen seine Schrecken genommen zu haben. persil brachte Fröhlichkeit auch ins Waschen und Freude am Schaffen. Nur eine Litte für persil: nehmen Sie dieses wundewolle Waschmit« tel so, wie es die Vorschrift will, nur dann kommen Sie in den Genuß all der vielen großen Vorzüge, die es bietet! persil wird in kaltem Wasser aufgelöst. Aus je 3 Eimer Wasser kommt 1 Paket persil. Die Wäsche wird einmal kurze Zeit gekocht) öfteres Umrühren ist ange» bracht. Nach Abkühlen der Waschlauge wird gespült) zuerst in gut warmem, dann in kaltem Wasser. Wer so wöschf, Hai immer prachtvott weiße, frisch dustende Wäsche von höchster Gepflegtheit; PcpsiI bleibt Persil Zum Einweichen der Wäsche, zum Weicbmachen des Wassers: HENKO, Henkels WascK- und Bleicli-Soda. BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN ESSEN oüsseloorp HANNOVER C&A BREHNINKMEYER M tFahr�anQ 1931 Ciewidmei: allen iPreuxi und cLenexi, Copurighi btf Kurt Lisser Reklame 193 verboten! Haben Sie geahnt, daß mit den Inseraten, die 8 Tage lang die Frage aufwarfen: MACHT ERNST ERNST? EIN WETTBEWERB von uns vorbereitet wurde? Sicherlich nicht! Und doch ist's 80, und noch dazu ein außerordentlich Interessanter und unter Umständen sehr einträglicher Wettbewerb, der jetzt von Stapel läuft. Hören Sie: In einem unterer Schaufenster sind 20 mit den Nummern von 1—20 versehene Kleidungsstücke ausgestellt, und zwar: 6 Hüte- 5 Kleider 6 Kostüme— 6 Anzüge von denen je eins, also 1 Hut— I Kleid 1 Kostüm— 1 Anzug doppelt so hoch ausgezeichnet ist. als es wirklich kostet Können Sie herausfinden, welches diese 4 Kleidungsstücke sind? Oer Klärung dieser Frage dient unser Wettbewerb, den wir für 14 deutsche Geschäfte ausgeschrieben haben und für den wir 1468 Preise im Betrage von 12000 Mark laut nebenstehender Verteilung zur Verfügung gestellt haben. Und nun kann's losgehen! * Von Sonntag, den 22. ds. bis einschl. Donnerstag, 26. ds. ist das Wettbewerbsfenster offen! Gehen Si die dort a vergleichen litäten, und Stimme ab Ihnen vor hause von geben wird. e hin, mustern Sie usgesteilten Sachen, Sie Preise und Qua- dann geben Sie Ihre auf einer Karte, die unserem Geschäfts» einem Diener überAufgabe und Preise sind gleich verlockend! Vielleicht sind gerade Sie derjenige, der den ersten Preis bekommt In jedem Falle machen Sie mit— wir raten Ihnen gut— Wie diese beiden Männer, die wie kaum andere die ganze Welt Haben lachen machen, doch durchaus ernst ge» nommen werden müssen, weil sseAusserordentliches leisten, so ist's ähnlich auch bei uns. Zwar wirkt auch bei uns die Niedrigkeit un» serer Preise manchmal lächerlich, doch aber sind unsere Preise durchaus ernst zu nehmen. Und auch die Leistung?- fähigkeit, die hinter un- seien Angeboten steht, ist keine alltägliche, und also durchaus beachten»- wert Od besonder» gnte« Beispiel hierfür gibt Ihne» dieser antnehwend schick« Mantel in seiner gm« aparte» Sportfor«. St« ist darch Steppnähte and Schrägblenden«irlunga» »all betont. 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Sollten nicht genügend ganz richtige Lösungen eingehen, so treten an deren Stelle die Lösungen mit nur einem Fehler, dann die mit zwei Fehlern usw. Unier mehreren gleichwertigen Lösungen entscheidet das Los unter Aufsicht eines Notars, bei dem auch die richtige Lösung vor Beginn des Wettbewerbs deponiert wurde. Die Teilnehmer am Wettbewerb begeben sich des Rechtsweges. Angestellte unserer Firma und der beteiligten Reklame• Firma sind von der Teilnahme am Wettbewarb ausgeschlossen. Aacli Iw Hm» Orniiemtf. gibt'» letzt unsere gute. prci«wrtt Harrtn-KlaldiiBg I 0ranlemtr.40 Abi OraslSBpleis Chainseettr.11 3 Könlgrtraße 33 »«1« Sistttnar eshnhol Am Bahnhof Alnsndtrplati FESCHES NACHMITTAGS-KOMPLET aus bunt bedruckt. Ma- rocam, kunstsd. Weste aus plissiert. Georgette 39: WOLL- ROMAINEMANTEL ganz auf kunsiseid. Marocain, in schwarz u. marine mit Pelzkragen Nt alim mdinckä MteMmm � MffatkjUmiM. (meb*m0Me reine Seide, ein Sensationspreis, mod. 040 "'.............. 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Wichtige Fusionen in England. /Die amerikanische General Electric als Herrfcher. Schon seit Monaten muri* die Fusion der beiden größten eng- tischen Graniniophonkonzerne Grammophone Co. Ltd. und Columbia Grammophone Co. Ltd. als nahe bevorstehend bezeichnet. Run ist sie ersolgt. Es handelt sich dabei im weitesten Sinne um eine Transaktion von internationaler Bedeutung, denn beide Gesellschaften sind umfassende internationale Konzerne. Der eine von beiden, die Columbia Grammophone Co., kon- trolliert in Deutschland den Lindström-Konzern(Schall- plattennrarke Beko, Parlophon und Obeon) und beherrscht weitere Fabrikations- und Berkaufsunternchmungen in Frankreich, Italien, Spanien, in den südamerikanischen Staaten, Argentinien, Bra- silien und Chile, in der Türkei und in Japan, Australien usw. Die Grammophone Co. Lid. beherrscht in Deutschland die Clectrola-Gesellschaft, wird aber ihrerseits von einer amerikanischen Gruppe kontrolliert. Bis vor etwa zwei Jahren log die Kontrolle beider Victor Talking Machine Co., der größten omenkanijchcn Schallplattcn- und Grammophonfirma, die sich dann mit der Radio Corporation of America, dcm amerikanischen Rundfunk- und Funkgerätekonzern, verschmolz. Seit- dem liegt die Aktienmehrheit bei der Radio Corporation, die sich vor einiger Zeit durch Börsenmifkäuse auch in den Besitz der Hälfte des Aktienkapitals der Colunibia Grämmophoae-Gesellschost setzte. Schon durch diese Aktienauskäufe war das Zustandekommen des großen Weltkonzerns praktisch gesichert. Durch diesen Zusammenschluß werden die wichtigsten Schall- platten- und Sprechmaschinenfabriken Zlmerikas, E n g la nd e. des europäischen Kontinents und anderer Teile der Welt in einer Hand vereinigt sein, was sich wahrscheinlich auch in einer Umorganisierung des Lindström-Konzerns und der Electrola auswirken wird. Das Aktienkapital beider Gesellschaften beträgt zu- sammen rund 100 Millionen Mark. Infolge der monopolähnlichen Stellung auf dem Schallplatteinnarkt, dessen Preise bis heute von der Weltkrise kaum berührt worden sind, waren die Gewinn« der englischen Grammophonkonzern« sehr hoch und erlaubten zeitweise die Ausschüttung von KOprozentigen Dividenden. Im letzten Geschäftsjahr verteilten die Granunophone Co. 20 Prozent und die Columbia Grammophone Co. 40 Prozent Dividende. Abseits von der neuen Trustbildung stehen vorläufig ins- besondere zwei große Gesellschaften: in Deutschland die Polyphon- Werk«(Schallplattenmarke Grammophon) und m den Dereinigten Staaten Brunswük-Dalke-Collender. Den beherrschenden Einfluß innerhalb des neuen Trusts hat also die Radio Corporation of America, deren größte Aktionärin wiederum die amerikanische General Electric ist. Tatsächlich beherrscht also dieser elektrotechnische Konzern heute direkt und indirekt den weftaus größten Teil der Schallplatten- und Sprechmaschinen- Herstellung der Welt. Osram-philips-General Electric. Auf dem Wege zum internationalen Glühlampentrust. Der holländische Glühlampenkonzern Philips hat dieser Tage mit der Osram G. m. b. H. und der amerikanischen General Electric Co. langjährig« Intercssenverträge abgeschlossen, die sich auf Erfahrungsaustausch und andere geschäftliche Abnmchun- gen auf Glühlanipengetnet beziehen. Dies neue Vertragsnetz erneuert und erweitert diejenige» Intevestevgemeinschaftsverträge, die in den Jahren ISIS und 1921 zmfchen den genannten Gesellschaften bereits abgeschlossen worden waren. Bekanntlich läuft der internationale Glühlampenkartell- vertrag von 1S24 bis 1934; die jetzt noch geschützten Glühlampen- patente laufen größtenteils in den Iahren 1933 bis 1935 ab. Seit nicht ganz.zwei Iahren ist die General Electric Co. am Aktienkapital der Osram zu knapp 17 Proz. betelligt, wie sie bereits seit einer Reihe von Iahren auch bei Philips beteiligt ist. Die amerikanische Einflußnahme auf die Osram G. m. b. H. lwtt« bereits«ine andersartige Gebietsaufteilung zur Folge, die sich insbesondere darin ausdrückte, daß die deutsche Glühlampen- ausfuhr nach Nordamerika und auch nach Mexiko ganz aufgehört und die nach einer Reihe lateinamerikanischer Länder eine starke Verminderung erfahren hat. Die jetzt abgeschlossenen langjährigen Interessengemeinschastsverträge und die jetzt durchgeführte K a- pitalerhöhung der Osram G.m.b.H. von 40 aus 45 Millionen Mark kann man als Anzeichen dafür betrachten, daß die großen Glühlampenkonzerne der Erde alle Vorbereitungen zu einem engen Zusammenschluß treffen, um auch bei Ablauf der Patente den Wettbewerb aller etwa neu austauchenden Außenseiter ausschalten zu können. Oer oftdeutsche Waggonkonzern in den Nandstaaten Der Linke-Hofmann-Konzern in Breslau hat jetzt die estnische Waggonfabrik„Dwigatel* in Reval zusammen mit dem wcst- deutschen Waggonkonzern erworben. Die Uebernahme dieser Waggonfabrik ist insofern bemerkenswert, als der Linke-Hofmann- Konzern nach der Verschmelzung mit der Waggonfabrik Busch in Bautzen auch in den Besitz der Rigaer Waggonfabrik „Phönix" gelangte. Dsoses Waggonunternchmen, das nach der Gründung des lettischen Staates jahrelang still lag, wurde 1922 von Kommerzienrat Busch, dem Besitzer der Waggonfabrik Bautzen, neu in Betrieb genommen. Diese beiden Waggonfabriken in Lettland und Estland waren im alten Rußland die beiden größten Werke dieser Art, in denen zusammen annähernd 12 000 Arbeiter beschäftigt wurden. Mit der Heber- nähme dieser beiden Waggonbetriebe hat sich der Linke-Hofmann- Konzern wichtige Stützpunkte für Waggonlicferungen nach Rußland verschafft. Krisenfestes Wettnickelmonopol Der Aickeltrust verteilt höhere Gewinne.— Monopolisten- Philosophen im Geschästsbericht. Die zum englischen Chemietrust gehörende International Nickel Co., die rund neun Zehntel der Nickelproduktion der Welt beherrscht, verzeichnet für das Krisenjahr 1930 einen recht günstigen Abschluß. Zwar ist der Reingewinn von 22,2 auf 11,8 Millionen Dollar zurückgegangen, doch wird die Dividenden- zahlung von 90 Cents auf 1 Dollar je Aktie erhöht, so daß an Stammaktiendividenden 14,2 Millionen Dollar ausgeschüttet werden, etwa 2 Millionen Dollar mehr als im vergangenen Jahr. Auch die Ausschüttung der Vorzugsaktiendividende hat sich vergrößert. Der Trust kann es sich leisten, unter Inanspruchnahme des Vortrages aus dem Jahre 1929 seine Dividende zu steigern, obwohl sich natürlich auch auf dem Nickolniarkt die Krise bemerkbar gemacht hat. Während des Jahres 1930 betrug der Nickelverkauf nur 75,3 Millionen Pfund(zu 450 Gramm) gegenüber 125,6 Millionen Pfund im Jahre 1929. Mengenmäßig ist also der Verkauf um 40 Proz. zusammengeschrumpft. Dieser Absatzschrumpfung entspricht aber offenbar eine ebenso starke Drosselung der Produktion. Ein Konzern, der den Weltmarkt zu 90 Proz. beherrscht, kann natürlich den verminderten Absatz mit einer systematischen Produktions- einschränkung beantworten, und die Folge davon ist, daß im Gegen- satz zu sämtlichen Metallen Nicket als einziges seit langer Zeit einen unveränderten Preis hat! Trotz der Absatzkrise liegt er auch heut« noch um 7 Proz. über dem Vorkriegspreis. Die International Nickel Co. hat sich übrigens in der letzten Zeit immer stärker auch auf das Kupfergebiet aus- gedehnt und sich u. a. an der Ontario Refining betelligt. In- folgedessen ist auch der Kupfervcrkans des Konzerns mengenmäßig um über 25 Proz. gestiegen. Der Geschäftsbericht des Nickeltrusts ist für die Monopol. macht charakteristisch. Es wird betont, daß die Trustleitung nicht glaubt, daß die gegenwärtige Krise von übermäßiger Bedeutung für ein Unternehmen wie die International Nickel Co. sei. Für das Jahr 1931 werden bessere Geschäftsergebniss« erwartet als für 1930. In den ersten Monaten des neuen Jahres zeigt der Verkauf wieder steigende Tendenz, und auch sonst werden deulliche Zeichen einer Besserung der Lage hervorgehoben. Der Großhandelsindex blieb in der Woche zum 18. Mörz mit > 114.3 Proz- gegen die Vorwoche unverändert. � HaseiniiW/ mit braun Lackledur" auflag* Zu so niedrigen Preisen so hohe Qualität: Das vermag nur Stillerl • Edle Formen/elegantesteFarbtöne u. Linien, individuellste Modelle 1 • Auch in diesen günstigen Preislagen bringt Stiller heute schon die Mode von morgen, was einige Beispiele hier zeigen sollen! Braun, echt Box> sei# mit beige Sintatz v&hwajjrWtßy?' xu- WünschefiirBerlinsKrastwirtschast Von Or.-Zng. W. Majerczit-Berlin. Die Berliner Elektrizitätsversorgui»g in ihrer heutigen Gestalt ist ein ziemlich verwickeltes System. Es sind gegenwärtig s ü» f E l e t- l r i z i t ä t s u n t e r n e h m u n g e n vorhanden, die sich in die Elektrizitätsversorgung von Grotz-Berlin teilen. An erster Stelle steht die Bewag, deren Versorgungsbereich sich über den größten Teil der Stadt erstreckt. An zweiter Stelle solgt das Märkische Elektrizitätswerk(M EW.), das Im Besitze der Provinz Brandenburg ist. Das MCW. beliefert innerhalb Berlins die Ortsteile Grunewald, Dahlem, Lankwitz, Südcnde, Mariendorf, Marie nfeldeund Tempel. Hof. Das Dertragsverhältnis zwischen Stadt und MEW. läuft bis zum 3lX Juni 1938. An dritter Stelle ist die rein private EW. Süd- w e st A.> G. zu nennen. Deren Gebiet sind die Ortsterle Sch ö n e- b erg.W ilm e r sdorf und© ch m a r g e n d o r f. Die EW. Südwest Zl.,G. war ursprünglich ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen gewesen, an dem die Stadt Berlin zu 46 Proz. des Aktienkapitals be- teiligt war. Di« unglückliche Gestaltung der Finanzverhältnisse zwang um liefert an EW. Südwest ungefähr ein Drittel der von diesem Unternehmen benötigten Energiemenge, so daß Südwest nur etwa Zwei Drittel feines Strombsdarfes in eigenen Kraftwerken erzeugt. Die Karte zeigt den Versorgungsbereich der einzelnen Elektrizitäts- Unternehmungen innerhalb der Stadt und die Lag« der verschiedenen Kraftwerke in und um Berlin. Auch die Einmündung der von den Elektrowerken herkommenden drei 100 000-Volt>Leitungen ist aus der Karte ersichtlich. Die Zahl der Kraftwerke ist, wie die Karte zeigt, ziemlich groß. Dies hat zum Teil historische Ursachen, indem alte Anlagen und moderne Großkraftwerke nebeneinander existieren. Zum Teil ist die Bielzahl der Stromerzeugungsanlagen aber eine Folge der Zersplitterung in die verschiedenen, oben beschrie- denen Elektrizitätsunternehmungen. Diese liefern sich zwar in be- schränktem Umfange gegenseitig Strom, helfen sich in Notfällen auch gegenseitig aus, haben ferner gewisse vertragliche Abmachungen über eine einheitliche Strompreisgebarung innerhalb der Stadt, aber Die Elekfrizifäfsversorgung von Berlin Grenze Berlin* MEW CW Südwest €W Potsdam 100000 Volt-Leitung v Eleklro-Wsrke-Akl.-Ces. BEWAG-Kraftwerke 1 Kltngcnberg � 2Wesl Ji 3 CharloUtnburg g V Moabit S- S Oterspr et ß Gummelsburg 7 Spandau 8 Stegl'U � 9 Weitensee Kraftwerke d EW-Südwest-Akt-Ges ~ A Wilmersdorf s Schoneberg(General Popes'r) Kraftwerke d MEW-Aki-Ges. I Steglitz i Schönow I, Hennigsdorf Stadt EW- hi« Stadt vor etwa Jahresfrist, ihre Südwest-Beteiligung an die Ge- sellschaft für elektrische Unternehmungen, die Muttergesellschast von Südwest, zu verkaufen. Gleichzeitig mußte der Konzessionsvertrag iür Südwest bis i960 verlängert werden. Das Ganz« war eine für Berlin keineswegs erfreuliche Transattion. Der Orteteil Wann- I s e ist an das städtische Elektrizitätswerk Potsdam angeschlossen. Das ist dos vierte Elektrizitätsunternehmen, das im Gebiet« von Groß-Berlin tätig ist. Eine besonder« Stellung in Berlin nimmt die fünfte Kruppe, die R ei chselcktrowerke ein. Die Elektrowerke liefern an die Bewag hochgespannten Fernstrom in erheblichem Ausmaße. Außer- dem liefern die Elektrowerke in Gemeinschaft mit der Bewag Elektri- zität für den Betrieb der reichseigenen Berliner Stadt-., Ring- und Vorortbahnen. Das Vertragsverhältists zwischen Bewag und Elektro- werke wurde, ähnlich dem Falle Südwest, vor etwa Jahresfrist, unter Gewährung einer Anleihe an die Stadt, verlängert und er- wcitert. Auch diese Transaktion war ein fiirauziellcs Notgeschäft für die Stadt. Um die Größe und Bedeutung der gcuamiten fünf Elektrizitäts- unternchntungcn zu kennzeichnen, gebe ich im folgenden die Zahlen ihrer Mas6)inenleistung und ihrer Stromerzeugung nach dem Stande von 19 2 9 wieder. Die Werte für 1930 sind von denen des Jahres 1929 nicht fahr verschieden. 1920 «iiaenc MalGinen- leittung in Nilvwalt Bewag(ohne Westkrastwerk). 644 000 Elektrowerke..... 730 000 Märkisches Elektrizitätswert. 191000 EW. Südwen....... 85 400 Städt. EW. Potsdam.... 14 600 Jährliche Strom- erzcügun g einschl. Fremdsiramdezug in Mill KiiowaUftundcn 1547,5 .- 2332,0 . 508,3 109,8 25,9 Die Leistung der Bewag wird nach voller Fertigstellung des Westkraftwerkes(Ende 1931) 872 000 Kilowatt betragen. Die Zahlen der Stromerzeugung in der ab igen Aufstellung können iiicht einfach addiert werden. Sie überdecken sich gegenseitig. In der Strom- erzeugung. der Bewag z, L, von 154.7,5 Millionen Kilowattstunden sind rund 400 Millionen Kilowattstunden enthalten, die von den Elektrowerken bezogen sind. Diese. 400 Millionen Kilowattstunden sind zugleich in der Angabe der letzteren über ihre Stromerzeugung (2332 Millionen Kilowattstunden) eingeschlossen. Die Bewag wieder- �n Zucker sparen, grundverkehrt! Der Körper braucht ihn— Zucker nährt! damit sind ihre Beziehungen untereinander auch erschöpft. In der Hauptsache führt jeder dieser Unternehmungen ihr wirtschostliches Leben selbständig und unbekümmert um die Nach'- b arn. ' Es ist klar,-daß die Zersplitterung die Ursache mancher unwirtschaftlicher Kapitalinvestitionen und Betriebsausgaben sein muß. Alle die Kraftwerke, die aus der Karte verzeichnet sind, liegen ja nicht Hunderte von Kilometern auseinander, sondern sie besindcp sich in einem Räume, der im Sinne der Hochspannungs-Energiellber- tragung als klein zu bezeichnen ist. Manche der Neubauten oder Er- Weiterungen von Kraftwerten in den letzten Jahren— ich denke hierbei im wesentlichen an die Neubefchasfung kleinerer Leistungen— hätten vermieden werden können, wenn das Gebiet B e r l i n- P r o- v i nz Brandenburg elettrizitätswirtschaftlich einheitlich zusammengefaßt gewesen wäre. Die Bewag hat in der letzten Zeit begonnen, nach dem Muster amerikanischer Großkraftunternehinungeu, eine sogenannte Last- verteilungs stelle zu entwickeln. Diese Stelle, die im Groß- krastwerk Klingenberg untergebracht ist, führt das Schaltkom- mando über sämtlich« Kraftwerke und Untcrstationen der Bewag. Eine derartige zentrale Kennmandaanlagc trägt wesentlich dazu bei, die W i r t s ch a fi l i ch k e i t de� Betriebes zu v e r b c ff« rü. Der Nutzen der Laswerteilungsstelle wäre noch größer, wenn ihr Bereich nicht auf die Bewag beschränkt wäre, sonder», wenn ihre Kommando- gewalt sich auch auf die anderen in und um Berlin vorhandenen Kraftwerke und Untcrstaiioncn erstreckte. Allerdings setzt das die Verschmelzung der jetzt getrennten Unternehmungen voraus. Gegenwärtig sausen Verhandlungen, die auch eine B e t e i l i- gu ng des Reiches und Preußens an der Berliner städti- fchen Elektrizitätswirtschaft zum Gegenstand haben. Es wäre zu wünschen, daß diese Transaktion den Auftakt bildet für eine engere Zusammenfassung aller Elektrizitätsunternehmungen, die in Berlin und in der Provinz Brandenburg tätig sind. Freilich ist dies Ziel nur mit Geduld, mit Umsicht und unter Schonung zahlreicher politischer Einpfindlichkeiten zu erreichen. Aber das Ziel selber darf nicht aus dem Auge verloren werden angesichts der immer weiteren Berbesse- rungen.der Energietechnik. Guie Gewinne bei Buckau. Wie wir bereits kurz berichtet haben, ist der große Magdeburger Alaichincnkonzern, die M a sch in e ns abr i k Buckau R. Wolf A.-G. in der Lage, die hohe Vorsah rsdividende von 10 Proz. auch für 1930 auszuzahlen. In dem jetzt veröffentlichten Geschäfts- bericht wird mitgeteilt, daß der I a h r e s u m s a tz um etwa 13 Proz. zurückgegangen ist, und daß der Anteil der Auslands- bestellungen am Gesamtumsatz sich auf fast 50 Proz. erhöhte. Die Abteilungen Steinpressen und Wassergasschweißerei sowie der Automobilbau waren verhältnismäßig gut beschäftigt. Die hohe Dividende des Unternehmens ist in erster Linie auf die Rationali. sierungsgewinne des Unternehmens zurückzuführen, denn infolge der gesteigerten Leistungsfähigkeit der Belegschaften haben sich hie Selbstkosten erheblich verringert. So liegt trotz des von 9,28 auf 8,75 Millionen' zurückgegangenen Rohgewinns der ausgewiesene Reingewinn mit 1,44 Millionen Mark noch über de» Ergebnissen des Vorjahres. Die starke finanzielle Flüssigkeit des Unternehmens, die m 4,7 Millionen Bankguthaben und Fordeningen und über 6 Millionen Wechseln bei insgesamt 6 Millionen Schulden und Kuitdenzahlungen zum Ausdruck kommt, dürfte im wesentlichen auf den starken Abbau der Lagervorräte zurück- zuführen sein._ 7 Milliarden Bauumsah. Stärkere«! Absinken der Baukosten im letzten Jahr. Die Deutsch« Bau- und Bodenbank. die jetzt ihren üblichen Halbjahrsbericht über die Entwicklung der deutschen Bau- Wirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 1930 veröffentlicht, stellt fest, daß sich die allgemeine Krise erst vom Juli ab in der Bau- Wirtschaft fühlbar inachte. Zwar lagen die Verhältnisse im Zu- sammeuhang mit dem zusätzlichen Wohnungsbauprogramm der Regierung im Wohnungsbau selbst noch verhältnismäßig günstig. um so schärfer machte sich jedoch das starke Absinken des gewerb- lichen Baues und besonders die Drosselung der öffentlichen Bau- tätigkeit bemerkbar: Unter diesen Umständen war natürlich die Bauwirtschaft nicht i» der Lage, das ständige Absinken der Konjunktur aufzuhalten. Der Wert der Wohnungsproduttion stellte sich 1930 schätzungsweise auf 2,8 bis 3 Milliarden gegenüber 3,5 Milliarden im Vorjahr, im g e- werblichen Bauwesen auf 2,4 gegen 2,7 Milliarden im Borjahr, während die öffentliche Bautätigkeit mit nur 1,8 bis 2 Milliarden Produktionswert gegenüber 2,7 Milliarden im vorhergehenden Jahr einen Rückschlag von mehr als 35 Proz. erlitt. Insgesamt stellt sich also der Wert der bcmgewerblichen Pro- duktion im letzten Jahr ans 7 bis 7,5 Milliarden Mark gegenüber 8,9 Milliarden im Jahre 1929. Bemerkenswert ist, daß sich sowohl der Baustoffindex wie auch der Vaukostenindex im letzten Jahr zum erstenmal nachhaltig gesenkt haben. Es betrugen: Vauslossindex Baukostenindex(1915-= 100) 1928 1929 1930 1928 1929 1930 Januar.. 157.6 156,8 ISS.0 172,7 171,8 178,0 Juli.... 160,8 158,8 148,6 172,8 177,1 167,0 Dezember. 158,3 160,9 134,7 172,5 181,1 154,5 Es zeigt sich also, daß die Preise für Baustoffe im setzten Jahr wesentlich, um etwa 15 Proz., abgebaut ckmrden und daß sich die Baukosten gleichfalls um knapp 14 Proz gesenkt haben. Diese Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Preis- abbau in diesem Umfang längst noch nicht die Grenze des Möglichen darstellt. Dies gilt ebenso gut für die Zementpreise als mich für die E i s e n p r e i s e, und ganz besonders für die Kalkulation der Bauunternehmer, die infolge der großen Uebersetzung tu diesem Gewerbe und mit Hilfe kartellmäßiger Abreden sich noch über.Gebühr hohe Gewinne einrechnen. Mehr als 44 Milliarden Lebensversicherungssumme Am Ende des Jahres 1930 waren bei den 52 privaten Ge- sellschaften des Verbandes Deutscher Lebensoersiche- run z s.g es e lls cha f't en 8,13 Millionen Persicharimgs scheine Wik einer Versicherungssumme von 14,32 Milliarden Mark in Kraft: gegen Ende 1929 mit 7,16 Millionen Scheine mit einer Summe von 13 Milliarden Mark ist also eine beträchtliche Erhöhung ein- getreten. Außerdem bestanden noch aufgewertete Versiche- rungen für 3,5 Millionen Scheine mit einer Summe von 650 Mil- lionen Mark. Die Gesamtprä mieneinnahmc stieg von 958 Millionen Mark im Jahre 1929 auf 670 Millionen Mark im Jahre 1930. Auch die Auszahlungen an Versicherte erhöhten sich wesentlich, von 137 Millionen auf 225 Millionen Mark: in den Auszahlungen sind die auf Gewinnanteile mit 51,5 Millionen(33,63 Millionen) Mark enthalte». Die Summe der la n g f ri st i g festgelegten Mittel (Hypotheken, Wertpapier«, Darlehen usw.) ist von 1,43 aus 2,44 Mil- liarden Mark angewachsen._ Erhöhung des französischen Zuckerzolls. Die französische Kamnier hat eine Gesetzesvorlage zur Erhöhung des Schutzzolls auf Zucker angenommen, um die französischen Zuckerrübenproduzenten vor der Zuckereinfuhr aus dem Auslaiide zu schützen. 6000 Oldenburger Schweine für Sowjekrußland. Wie verlautet, wird sich, die oldeuburgische Landwirstchaft au den neuen Zuch!- schweinelieserungen nach der Sowjetunion mit etwa 6000 Schweinen beteiligen. Außerdem soll die Möglichkeit bestehen, daß es auch zu Abschlüssen mit den Rüsten über Rindvichlieserungen kommt. Schwere Rückschläge bei der holländischen Fertigwarenaussuhr. Der Export Hollands an elektrotechnischen Erzeugnissen, besonders an Radioapparaten und Glühlampen ist im laufenden Jahr ganz erheblich zusaminengeschnimpst. So wurden im Fe- bruar Radioapparate nur noch im Werte von 4,5. gegen 7,6 Millionen Guiden im Dezember ausgeführt,.während der Aus- fuhrwert au Glühlampe n in der gleichen Zeit von 2,02 auf 1,40 Millionen Gulden sank. Bei beiden Warengruppen ist also der Exportwert in den letzten beiden Monaten nm rund 40 Prozent g e-s u n k e n. Der Erport dieser Fabrikate entsällt fast ausschließlich auf den Philips-Konzem. Reue Goldpsandbriefe. Die Preußische Landespsand- br iesanstalt bietet 10 Millionen ihrer 7prozent>gen reichsmündel- sicheren Goldmarkpfandbriefe zum Borzugskurse von 9614 Proz. zur Zeichnung au. Die Zeichnungsfrist läuft vom 25. März bis zum 15. April 1031- Die Preußische Landespfandbriesanstalt ist staatlich und finanziert den Kleinwohnungsbau. Grippe, Erkältungskrankheiten werden mit den hervorragend bewährten Togol-Tabletten erfolg- reich bekämpft. Im Anfangsstadium genommen, verschwinden die Krankheitserscheinungen sofort. 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Von je 100 Mitgliedern des Baugewerksbundes waren a r- beitslos: Im Jahre. 1S26 1SZ7 19Z8 19ZS»30 " 27,3 18/7 18,7 2070 47FProz. Die Arbestslosigkeit der Bundesmitglieder überstieg die Arbeits- lostgkeit samt Kurzarbeit in der Konjunkturgrupp« des ADGB. in diesen Jahren mn 6,3 Proz., 9,6 Proz., 10/5 Proz., 16,9 Proz., 1930 um 26,2 Proz. Die Zahl der den Bauarbeitern verloren- gegangenen Arbeitstage steigerte(ich 1930 auf 14 9 arbeitslose Tage, die Zahl der Arbeitstage sank damit bis auf 151 jährlich. Bei diesem Ausfall an Arbeits, iwgiichkest sind die Regentag«, der Zeitverlust durch Arbeitswechfel, vorübergehende Ar- beitslofigkeit an einigen Tagen nicht berücksichtigt. Der Bauarbeiter wird mehr und mehr zun. Wander- und Gelegenheits- a r b e i t e r. Eine Umfrage des Bundes im Rooember 1930 ergab, daß im vergangenen Jahre 89 000 Mitglieder länger als 36 Wochen arbeitslos waren. Betrachtet man die Löhne der Bauarbeiter, dann muß ihr Jahresverdienst, nicht ihr Stundenlohn genommen werden. Von dem Einkommen aus fünf- bis sechsmonatiger Arbeitstätigkeit muß der Bauarbeiter 12 Monate leben. Es ist auch falsch, die nie- drigsten Löhne mit den Höchsllöhnen zusannnen zu nehmen und daraus einen Durchschnittslohn za konstruieren. Eine Berechnung des Jahreseinkommens der Bauarbeiter durch KonGinatian der e'fektiven durchschnittlichen Ssttndenentlohnung und der efsektiv ge- leisteten Arbeitszeit ergibt an Jahreseinkommen der Bau- arbeiter für 1926: 1451 Mark, 1927: 1712 Mark. 1928: 1866 Mark. 1929: 1704 Mark und 19 3 0 von 1220Mark. Das Durchschnitts- einkommen der Bauarbeiter überschritt das der gesamten Arbeiter- fchaft beiderlei Geschlechts bis 1928. seit 1929 bleibt es darunter. Der Bmrdes Vorsitzende. Reichstagsabgeordncter Bernhard, brachte auch stichhaltiges Material dafür, daß die Baukosten keineswegs in erster Linie von d«, Bauarbcüertöhnen abhängig sind. Vielmehr sind eS die B a u st o f f p r e i s e, die die Bautosten vornekMich bestimmen. Monopolkartelle treiben die Baukosten in die Höh«. Durch rascheres Bauen infolge Normalisierung und Typi- sierung sinkt der Lohnanteil Jahr für Jahr. Der Einfluß etwaiger Lohnsenkungen auf die Gesamtkvsten ist so minimal, daß je 1 Proz. Lohnkürzung eine Senkung derselben um 0,3 Proz. bewirkt. Für die Miete nbiömng sind die Kürzungen der Bauarbeiterlöhne praktisch gleich null. Eine gründliche Differenzierung der Baukosten konnte bisher noch nicht erreicht werden. Der Vorwurf, ine Bauarbeiter erhielten ans der Arbeitslosen- Versicherung mehr an Unterstützung, als sie dafür zahlen, was dem Versicherungsvrinzip der Solidarität nicht widersprechen würde, wird durch die Berlängerung der Karenzzest entkräftet. Die früher be- slandene MäglickLeit für die Bauarbeiter, nach der Saison andere Arbeil zo finden, gibt es heute nicht mehr. da die betreffenden Industrien ihre ständigen Arbeiter teilweise ent- laffen haben. Wenn die Bauarbeiter 52 Wochen hindurch Arbeit hatten, werden sie bei eintretender Arbeitslosigkeit um zwei Lohn- klaffen zurückgesetzt. Ihrer Unterstützung wird nicht ihr Lohntaris, sondern der G e m« i nd e a r b eit« rta ri s— ohne deffen sozialen Vergünstigungen— berechnet. Dem Einwand, daß die Bauarbeiter auf dem Lande nebenbei landwirtschaftliche Tätigkeit verrichten, begegnete Bernhard mit der Feststellung, daß diese Arbeitslosen von der Unterstützung ausgeschloffcn sind. Otto gab eine Darstellung der basonderen Verhältnisse nn Beton- und Tiesbau, wo die Maschine großen Eingang gesunden hat. Di« Fachpreffe bringe wohl Auffchluß über amerikanische Bauten, nicht aber über deutsche Bauten. Dr, Falk schilderte die Finanzschwierigkeiten, die der Belebung des Vaumarktes entgegenwirken. Von dem Auskommen der Haus- zinssteuer wurde im vergangenen Jahre die Halste zu Steuer- erleichtenmgen verwendet. In diesem Jahre wurde nicht einmal die vorjährige Summe der Bautätigkeit zugejührt, da das Stc-uerauf- kommen zurückgeht. Zum Schluß tellte Genosse Bernhard noch mit, daß die Reichslarifverhandlungen am 10. Verhandlungstage eine grundsätzliche Einigung über den Neuabschluß ergeben habe. Die zentrale Schiedsstelle mit je vier Beisitzern und drei von, Reichsarbeitsminister zu benennenden Unparteiischen tritt am 24. Marz zusammen. Die Organisationen der Bauarbeiter werden voraussichtlich in der Woche vor Ostern zu dem neuen Reichstarif Stellung nehmen. nmß auch der Belegschaft der Berliner Derkchrs-A.-G. richtungweisend sein. Es gilt daher für alle Arbeiter und Angestellten der BVG., sich morgen vollzählig an der Betriebsratsivahl zu beteiligen und ihre Stimmen für die freigewerkschaftliche Liste 1 abzugeben. Tarifverhandlungen aufgeflogen. Für die schlesische Textilindustrie. Die Tarifverhandlungen für die schlesische Textilindustrie am Sonnabend im Reichsarb eits Ministerium sind nach zehnstündiger Beratung aufgeflogen. Der Sonderschlichter— es war wieder einmal Herr Dr. V ö l k« r s— machte den Arbeitnehmern, die auf Klarstellung des wirklichen Sachverhalts in der Lohnfrage drängten, Schwierigkeiten. Er hat allem Anschein nach noch nichts davon vernommen, daß der Reichsarbeitsminrster keinen schematischen Lohnabbau wünscht. Was das Reichsarbeitsministerium jetzt unternehmen wird, nmß abgewartet werden. Recht eigenartig berührt die Tatsache, daß der Sonderschlichter über den Kopf des zuständigen Schlichters und gegen den Willen der Arbeitnehmer und ohne ihre Befragung bestellt worden ist. Liebeswerben bei der BVG. Die Gewerkschafisfeinde wollen den Betrieb erobern. Morgen hat die Belegschaft der Berliner Verkehrsgesellschaft ihre gesetzliche Betriebsvertrctung neu zu wählen. In diesen: Be- triebe ist in den letzten Jahren noch keine Betriebsratswahl ver- gangen, ohne daß alle Gegner der freien Gewerkschaf- t«n sich in trauter Seclengemeinschaft zusammenfanden, um den freien Gcrmerkschasten den Garaus zu machen. Auch in diesem Jahre hat sich der Ring aller Feinde der freien Gewerkschaften wieder recht- zeitig geschlossen. Ob Nazis, Ehristliche, Dcutschnatio- n a l e oder Kommunisten, allen schwebt nur dos eine Ziel vor Augen, den überragenden Einfluß der freien Gewerkschaften bei der BVG. zu brechen. Die Nazis haben sich— gewollt oder ungewollt— durch die Einreichung einer ungültigen Vorschlagsliste selbst ausgeschaltet. So „entrechtet", wie sie jetzt' klagen, sind sie jedoch nicht; sie stimmen für die Liste, die ihnen am nächsten steht, und es wäre kern Wunder, wenn sie fiir die RGO.-Llste stimmten, deren Kandidaten zweifellos revolutionär sind, wenn es die Bekämpfung der freien Gewerkschaften gilt.» Am lautesten gebärdet sich in diesem Papier- und Lungenkrieg gegen die freien Gewerkschasten die R(KL>- Sie bringt sich ganz besonders bei den„klaffenbewußten" Unorganisierten in Erinnerung, die leicht für jede Sache zu haben sind, die weder finanzielle noch perlörtliche Opfer erfordert und ein festes Rückgrat entbehrlich macht. Kübelweise sind in den letzten Wochen die Lügen und Verleumdungen gegen die freigemerkschaftlichrn Betriebsräte der BVG. von der NGO. ausgegossen worden, üm die BPG.-Belegschost wieder unter die Botmäßigkeit„roter" Betriebs- und Arbeiterräte zu bringen. Allein die Aera Deter-Freyer und Genossen ist bei der BVG.-Leleg- schaft mir noch zu gut in Erinnerung, als daß sie wiederum die Torheit begehen könnte, sich von diesen ausgesprochenen Gewerkschaftsfeinden„führen" zu lassen. Das Gros der Belegschaft der BVG. weiß, daß es nicht auf das Maul- ausreißen, besonders kurz vor einer Wahl, ankommt, sondern auf zielklare Arbeit im Interesse der Gesamt beleg- schaft und vor allem auf Sachkenntnis. � Daß es in puncto Sachkenntnis bei den RGO.-Vertretern wie bei den Nazis sehr schlecht bestellt ist, das hat sowohl der komnmnistische Arbeiterrat Freyer bei der Prozeßvertretung vor dem Arbeitsgericht bewiesen, als auch der Vertreter der letzten Massenklage der Nazis gegen die BVG. Bei den Betriebsrätewahlen im Chemnitzer Straßen- bahnbetrieb zu Anfang dieses Monats wurde die RGO. ver- itichtend aufs Haupt geschlagen Während der Gesamtverband im vorigen Jahre nur 497 Stimmen uird die RGO. 880 Stimmen bekam, erhiell in diesem Jahre der Gesamtoerband 777 Stimmen und die RGO. ganze 5 0 Stemmen. Die absolute Mehrhest der RGO. hat sich innerhalb Jahresfrist in«ine s r e i- gewerkschaftliche Mehrheit verwandelt. Dieses Beispiel Betriebsraiswahlen ohne„Opposition". Es geht in der Metallindustrie auch so. In einer weiteren Reshe von Betrieben der Metallindustrie sind nur freigewerkschaftliche Vorschlagslisten einge- reicht und gewählt worden. So in Bautzen bei Iohne-Werk A.-G. mit 293 Arbeitern und 43 Angestellten, bei der Maschinenfabrik Baußendorf mit 130 Arbeitern und 21 Angestellien, in Großen- Hain(Sachsen) in 6 Metällbetriebcn, im Karlsruher Bezirk bei der Daimler-Benz A.-G. Goggenau mit 1642 Arbestern und 351 Angestellten, in der badischen Maschinensabrik Durlach mit<424 Arbeitern und 160 Angestellten, in der Nähmaschinenfabrik Haid u. Neu- Karlsruhe mit 400 Arbeitern und 122 Angestelllen und ebenso in der Schnellwagensabrik Tacho-Karlsruhc mit 106 Arbeitern und 28 An- gestellten. In Lübeck und Oldesloe wurden bei neun Be- trieben mrr sreigewerkschaftliche Vorschlagslisten eingereicht und ohne Stimmabgabe gewählt. Im ganzen Bereich der Verwallungsstelle des DMV. W e i ß e n f e l s kamen keine RGO. oder sonstige gegnerische Betriebsräte in Frage. In Mannheim ist in drei größeren Metallbetrieben die Be- triebsratswahl abgeschlossen. Bei Mohr u. Federhaff(235 Arbester und 126 Angestellte) und bei der Firma Eichtersheimer(39 Arbeiter und 11 Angestellte) wurden auch nur sreigewerkschaftliche Vorschlags- listen eingereicht und gewählt. Beim Strebelwcrt. das 1282 Arbeiter und 199 Angestellte beschäftigt, standen vier Listen zur Wahl. In diesem Betrieb hatte in den letzten Iahren der Jndustrieverband mit den Kommunisten eine Mehrheit. Jetzt ist wieder eine freigewerkschaftlicheMehrheitinder Betnebsvertretnng vorhanden. In der Drpßenhainer Webstuhl- und Maschinenfabrik A.-G. erhielt der freigewerkschaftliche Vorschlag 158 Stimmen, Die nationalsozialistische Liste erhielt ganze IbSti nNm e n. Mitgliederzuwachs trotz der Krise. Jahresbilanz der Berliner Ortsgruppe des ZdA. Die Berliner Ortsgruppe des Z e n t ra l v e r bände s der Angestellten hielt am Freitag im Reichswirtschaftsrat ihre Jahresgenerolversamnrlung ab. Der Bevollmächtigte, Genosse Gottsurcht, gedachte zunächst in ehrenden Worten des ver- storbenc n Genossen Wolfs, des ersten Vorsitzenden des Betriebsrats der Zentralverwaltung der AEG. und zweiten Bor- sitzenden des Gesamtbetriebsrats dieses Konzerns. Der Verstorbene hat stets seine ganze Kraft für die Gewerkschaft und Parteibewegung eingesetzt, ganz gleich, ob das in seiner langjährigen Tätigtest au der Spitze der Bertiner Ortsgruppe des ZdA., als führendes Mit- glied der Fachgruppenlcitung der Metallangestellteii oder als Funk-- tionär der Gewerkschaft im Betriebe, in der Partei cder st« Reichsbanner geschah. Seitdem er im Dienste der Partei« bcwegung von gegnerischen politischen Rohlingen niedergeworfen morden war, hat er sich nie wieder seiner vollen Gesuirdhest er- freuen können. Dieser wackere Funktionär und stets hilfsberest« ICCC—CCCC Fuß hoch am sonnigen Hang durch Schattenbäume gedeckt, wächst in Costarica das Edelste, was an Kaffee auf der Welt produziert wird Nur mit köstlichem Wein läßt sich dieser Kaffee vergleichen. Mao denkt unwillkürlich an„Schloß johannisberger" der aber leider unerschwinglich im Preise ist Eine Tasse herrlich duftenden Costarica-Kaffee kann sich jedermann leisten! Er muß aber bei Hinz& Küster geröstet sein: Deute« Sie ms das bisher«uervetthte Stezevi des sei. Sermann Mütter. Es ist nun einmal eine Tatsache, daß wir den besten Kaffee haben. Wir«nd QualUSt- find eins NerSauiSNelle« überall «nfitetilliitt&fiti ftumfift! Sinz&-Küster äääs Meirsch mttS) allen, die ihn gekannt und-mit ihm zusammen gewirkt haben, unvergeßlich bleiben. Die Generalversammlung nahm die Gc- denkworte stehend entgegen. Genosse Gottsurcht umriß hierauf in knappen Worten die Tätigkeit der Ortsgruppenleitung im vorigen Jahr, über die den Delegiertem ein gedruckter Bericht vorlag. Genau wie bei den Arbeitcrgowcrkschaften, war auch im IdA. die Tätigkeit der Organisationsleitung durch die furchtbare Krise im vorigen Jahre stark gehemmt. Besonders zum Jahresschluß mußten olle Kräfte aufgewendet werden, um den Ansturm der Unternehmer auf die Gehälter' der Angestellten einigermaßen zu parieren und vor allem zu verhüten, daß die»üchsam aufgebouten Tarif- vertrage wieder zertriinunert werden. Obwohl im Durchschnitt die neuen Tarifverträge mit einem fech s p r oz enti g e n Gehaltsabbau abgeschlossen werden mußten, ist das imnier noch das kleinere Uebcl gewesen gegenüber dem völligen Preis- geben der tariflichen Gehaltsregelungen, auf die die Unternehmer in dieser Zeit sehr gern eingehen würden. Schlimmer ober noch als dieser Gchfiltsabbau hat sich die Einiühruiig von Kurz- arbeit auf die Cinkommensverhällnisse der Angestellten ausgewirkt. In einer kurzen Betrachtung der Arbeiten und Vorgänge in den einzelnen Fachgruppen wandte sich Gottfurcht besonders gegen die P e r so n a l p o l i t i k d er R e i ch s a n st a l t und Hr geringes soziales Verständnis für ihre Angestellten. In einer Behörde oder be- hördenähnlichen Einrichtung, die aus Quellen des sozialen Rechts geschaffen wurde, müßte man wirklich ein größeres Maß von sozialem Verständnis auch in der Behandlung des eigenen Personals erwarten kömrrn. Trotz der ungeheuren Wirtschafts- krife ist iin Laufe des Berichtsjahres die Zahl der ZdÜll-AIilglieder in Berlin um 2161 auf 37947 gestiegen. Von den ungeheuren finanziellen Leistungen der Organisation ent- warf Genosse Weylaod in seinem Kassenbericht ein Bild. Allein in Berlin wurden im vorigen Jahr rurä) 230 000 Mark für Unterstützungen an stellungslos« Verbandsmitglieder aus- gezahlt. Das Einverständnis der Generalversammlung mit der Ortsgruppenleitung kam am besten dadurch zum Ausdruck, daß sie die Mitglieder der Ortsgruppenkestung und der anderen Verbands- tärperfchasten einstimmig wiederwählte, Ende der„berufsüblichen" Arbeitslosigkeit. Das Ende der berufsüblichen Arbeitslosigkeit ist vom Reichs- arbeitsmmister auf den Ab la uf des 28. März seftgefetzt worden. Von da ab kommen die arbeitslosen Saisonarbester wieder in volle Unterstützung, falls sie nicht in Arbeit kommen. Die berufsübliche Arbeitslosigkeit war in diesem Jahr nicht ganz so groß wie im Vorjahr. Der Gesamkumfang beirug-diesmal rund 900 000, im Vorjahr ISO 000 mehr. Das ist ein Zeichen dafür, daß viele Saisonarbeiter bereits ausgesteuert worden find und daß diese Ausgesteuerten bestimmt aus konjunkturellen Gründen arbeitslos sind. Der Anteil der arbestsloseu Saisonarbester an der Gesamtzahl der chauptunterstütjungsempfänger der Versicherung betrug dies Jcchr%» im Vorjahr%. Ein neuer Beweis für den konjunkturellen Eharäkter der Wirtschafts- krise. Die übliche scharfe Abgrenzung des Saisonarbeiterbegrisfs hat vielleicht in normalen Zeiten einen Sinn, unmöglich aber in unserer heutigen Situation. ... Ulster den 900 000 arbeitslosen.Saisonarbestern bejindcn sich fcSÖOÖD; Vararb eiter: der übrige Test rekrutiert sich aus Arbeitern der Lanüwirtschail. der Industrien Steine und Erden, aus ungelernten Arbeitern und Arbeitskräften des Berkehrsgewcrbcs. -15-20 proz. Lohnabbau. Lm Gastwirtsgewerbe gefordert! Die Gastwirte, Hoteliers und Cafetiers kündigten am 13. Januar den Lohntarif, verrieten jedoch nicht ihre Abbaupläne. Auch neun Wochen später, am 16. März, dem Tage der erstmaligen Berhand- lung, wollten sie noch nicht mit der Sprache heraus; die Lohn- tömmifsion der Gehilfenorganisation veranlasste sie jedoch, ain 19. März ihre Absichten schristlich bekanistzugeben. Wie die Referenten in den Versamrniungen am. Ftestagnach- insttag und nachts im„Rosenthalcr Hof", Schneider und Bürde vom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Tafeangestellten unter stürmischer Zustimmung der Versammelten ausführten, würden auch die Gehilfen bereit sein, der Rot der Aest Rechnung zu tragen und Opfer zu bringen, aber nur unter der Voraussetzung, wenn es dadurch gelingt, die Arbeitszeit derart zu verkürzen, daß«in nennenswerter Teil von Arbeitslosen neu in den Betrieben untergebracht werden kann. Auf die von den Unternehmern angebotenen ungeheuerlichen Verschlechterungen des Manteltariss hier einzugehen, lohnt noch nicht, da die Anträge„freibleibend" gestellt waren. Zum Lohntarlf möge die Andeutung genügen, daß die Arbeitgsl'er be- scheidencrweise einen Lohnabbau von„etwa 15 Proz." für angemessen halten, der sich in einzelnen Positionen unter Berücksichtigung der Verschlechterungen des Manteltariss in einen Abbau bis zu 50 Proz. verwandeln würde. Daß unter diesen Umständen an den Abschluß eines Tarifs in freier Vereinbarung nicht zu denken ist, ist ohne weiteres klar. Die Versammelten- unterstrichen denn auch einmütig die Haltung ihrer Vertreter in der Lohnkommission dadurch, daß sie in der einen Ver- sammlung. aus jede Diskussion verzichteten, in der anderen das ent- worfene Bild noch um einige Striche ergänzten. Eine Resolution beauftragte den Zentralverband, die ihm geeignet erscheinenden Maßnahmen- durchzuführen, um das Ziel der Erhaltung des Tarifvertrags durchzuführen.■- Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank- heiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Frauz-Josef"- Bitterwasser cm äußerst wohltuendes Abführmittel. In Apoch. erh. Die siegreiche RGO. Möge sie stets so siegen wie in Duisburg. „Siegreicher RGO.-Streik auf Hütts Ruhrort-Meiderich. Aus der DMB.-Liste wird eine rote Einheitsliste" laistete die fette Ucber- schrift eines„Eigenen Berichts", den die„Rote Fahne" am 14. März aus Duisburg brachte. Unter Führung der REO. fei es gelungen, einen Angriff dcp Unternehmer auf den Tariflohn durch einen sieg- reichen Streik zurückzuschlagen. Die Schlockenbrecher seien geschlossen in den Streik getreten, trotzdem die DMV.-Bonzen sich tweigerten, den Kamps zu sanktionieren". Nach zwei Stunden Streik hätten die Unternehmer eine Lohnerhöhung von 3 Ps. pro Wagen zu- gestanden und einen 1 Zprozentigen Äkkordzuschlag garantiert. Wie steht es mit diesem Sieg? Lassen wir die Tatsachen sprechen. Die Schlockenbrecher der Firma Stephan(die Firma verarbeitet die Schlacken auf der Hütte Ruhrort-Meiderich) arbeiten in Akkord. Früher wurden die Schlacken in flüssigem Zustand geliefert und verarbeitet und die Akkorde waren darauf aufgebaut. Der Verdienst bewegte sich zwischen 80 bis 95 Pf. pro Stunde. Seit- dem die Hütte stillgelegt ist, wird die alte erkaltete Schlacke aufgearbeitet. Da dieses bedeutend umständlicher ist, verdienen die Arbeller auch bedeutend weniger, 40 bis 50 Pf. pro Stunde. Der Betriebsfüyrer hatte keine Vollmacht, den Akkord zu ändern und stellte den Arbeitern anheim, sich an den Unternehmer zu wenden. Bon der Bewegung hat der DMV. erst nach Schluß erfahren. Zu den Verhandlungen wurde er nicht zugezogen. Das Ergebnis des grandiosen Sieges sieht so aus: Die 35 Mann arbesten vor- läufig nn Stundenlohn.(Rordwesttarif und keinen Deut mehr.) Die Firma wollte innerhalb acht Tagen einen neuen Akkordoorschlag machen. Die Darstellung in der.Flöten Fahne" istvonAbisZge- logen. Auch mit der„roten Einheitsliste" ist nichts, da nur eine Liste der freien Gewertschaslen besteht, die damit gewählt ist. Kmtsdi«»elleiSu-M-rdeiter�erba-d, Filiale»erst». Merqcn. Montaq, 19% Udr. Mitastederversavimluna Kr ine Zmckneidrr. Aufckmeiderinncn, Schneiv«. Biifller und Näherinneu ire■Srirrnlorfetlien in Seit SWitKiM-gcft- fältn. Landsberarr Sit.•11. lasMottinnrnj; 1. Stellnnanahin« sa dem Lckied-i- fotirf). 2. Mitteidinaen und Verschieden«-. Rur MifrUieder der«enanntrn Branche, die mit tliren Dcsträacn nicht Uder i Wochen im BüNslande sind, haben Zutritt! Di« Branchenkommisfio». Af3l.-Funktü»närc der Metallindustrie! Danneri-taa, A. März, 20 Uhr, AfA-Kunttioilärneisammstlna in den Ainsiler. ffeftfältn, jlnifer-Wlhel» Str. 31. Bericht Sber die Tnrifnerhandlnnqcn. Die Beden tnnn dieser Lemrstaltnna ist in der letzten Znnltionärnersammlnna de- reit, erwähnt worden, so dotz da« Erscheinen aller Funltionärc bestimmt er- wartet wird. Lttl-MatalUartel. gentralnerdand der«naeitevtrn. Srtaqrnnne Srah Berlin, Sottsnrcht, Lange. Deutscher ZSerlmeister-Lerband, Zneaer. Bund der technischen Anaesteilten nnd Beamten, chünther. Achtung. Kounuunakbcatnte! Di- Seicheqcwerkschast Deutscher NommnnaldraWten. der lchesamtnerbaild der Arbeitnebmer der öffentlichen Betriebe nnd de» Personen, und Barennertebr». der Zentraloeeband der AnaesteNten. der Deutsche Berlmeisternerband. der Bund der technischen SnaeftelUen nnd Beamten und der Allaemeine Verband der Deutschen Bankanacstelten veranstalten morgen. Montag, 1!> Uhr, in sämtlichen Bäumen der Germaniosäle, Ehausseestr. 1 16. eine gemeinsame Zltitqsteder- versamn-lnng, die zu dem Sutachtcn de» Gutachteran-schnssc» zur Bachprüsnm, der Berliner Besoldungsottmnng Stellung nehmen wird. Berliner Gewerkschaftsschule. Achtung. Betriebsräte! Der nächste arbciisrcSstliche Informationoobend fiir Vetriebsrätc findet statt am Dienstag, dem 24. März, 1!> Uhr, im Laal 5 des Scwcrbschaktsbauses, Engeluser 24— 25• feiler des I»format!ons»'bcnds ist der che nosse Dr. Ernst ssraenlel. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Der Zutritt ist jedem frcigen-erksckiaftlich organisierten Betriebsrat möglich. Eine besondere chebsthr für die Teilnahme ort item Abend wind nickt-thobcii. Reue sturs« der Berliner chewerkschastoschulc! Kursus Gew. 13.»Das Wahl- verfahren und die chefchiiftsstthrung des Vetriehsrates" Lehrer: Dritt Ariele. Unterrichtsstätte: Saal II chetvcnksckastshaus. Engrlufer 24—20, öaalgedäude, Eingang Tür rechts vom vaupteingong. Begimi Mittwoch, s. April, Ig Uhr. — sturfus C. 14.»Das Wahlverfahrcu und die cheickäflsfsthrung des Betriebs- rats" Lehrer: Otto Bach, llnlcrrichtsstättc: Soohien-Lnzcum, Weinmeister. ftraße 16—17. Beginn: Montag, 13. April,!S Uhr. Beide Slurse hehondcln das Wahlverfahreu, die cheschästssührung, die Obliegenheiten des Betriebsrat« und den Entlassungsschutz. Alle Kollege», die auf frcigcwcrlschaftliäl-i!-Listet! kandidieren, auch wenn ste schon als Betriebsrat tätig waren, werden anr» gefordert, sich an den Kursen zu beteiligen. Sörgebühr für jede» Kursus 2 M. Dauer 5 Abende. Arbeitslose find vom Beitrag befreit. W iZVD. Zraltion der im chesamtverbaad organisterttn und im 13. Ber. s" waltnng-bezirl beschäftigten Arbeiter. Montag, 23. März. ISUi Uhr, hri s-l W Zaltetihagen tNett-Divolil. Treptow, Neue Krugallee, Kraktionssitzunq. W Mtlitifchc Situation. Ltellungahme zu den Bcttiäbsratswohlen. Jeder- E-j mutz erscheinen. Mi W TBD.-Betriebsfraktion AEG. Drontheimer Strafte nnb Kvbra-Werl. st-i fa Dienstag. 16 Uhr. bei Wende. Koloniestr. 147, sZroltionssitzung. Keiner D-i darf fehlen. tz W s-adtentwässcrung. SVD.-Bettiedssrastion. Montag. 23. März,! l WZ 13 Iftr.„Neue Schleus-'. Berlin. Am Mühlendamm 3 iNäh: Molken, ßsl � markt», �raktiansversammlung der Arbeiter. Angestellten und Be- W W amten. Bortrag Emil Barth. Erscheinen uubedingt Pflicht. WZ W Bezirksamt Mitte. SPD.-Betriebssraktion. Donnerstag. 26. Marz, KZ W 1614 Uhr. bei Brandis. Btvalauer Str. ll>. wichtige Verlamntlung der F W SPD.-Dinlstonäre. E iniatz nur gegen ssunktwnärausweis. W Achtung. AEG. Äenningsdors. Mittwoch, 2S. März, 16 Uhr. im t, WZ Lodal chombrinius, Baldstratze politischer Ausspracheabend. Referent: WZ W Genosse Reese. Sumvathifierend« sind herzlich eingeladen.' ii Der Araltiansnorstonb der SPD. stS Iuaendarvppe VeS?eniraiverbandes ver Angestellten Seut«,-Sonntag, finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntagsvevani staltungen im Jugendheim Lehrter Str. 16—19, von 16 bis 22 Uhr. Jugendheim Lichtenberg. Guntcrstr. 44. von 18 bis 22 Uhr. Zugendheim Lortzingstratze lg. von 18 bis 22 llhe. Jugendheim Charlotten bürg. Wollstr. 76, von 18 bis 22 Uhr. Iugen dhein! ilomamtj. Priesterstrotz«, von 1« bis 22 Uhr. — Karten zur Jugendvorstcllung der Bottsbühn« am 2g. März stnd zum Preise von 89 Pf. im Zugettdfekvetoriot zu haben.— Morgen. Montag, finden sotgend« Beranstaltungen statt: Wedding: Zugentdheim Turiner Ecke tSeestvatze. Kurzreferate.— Britz: Städtische« Jugendheim lRathaus). Vortrag: JRni;c Zeit— neue Mevsklten". Referent: Artur Rachow.— Urban: ZtiaendheZm sodrecht. Ecke Sanderstratze. Wir lochen Tränen.—«eitzensee: Zugendhetm Pistoriizsstr. 24, Schachturnier.— Karten ztlr Jugendvorstellung der BoAsiithtte am 29. März stnd zum Preis« von 8« Pf. im Zugendsekretariat zu haben. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 22. März: Ti Funk�ymnastik. AnschlicBend Frühkonzcrt. 8: Für den Landwirt. 8.?0: Morcenfelcr. AnscbfleBend Glockciurelaut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 10.45: Frühliiuisfeier. 11.30; Elterustundc. 12'. Unterhai- tunssskonzert. Wolf Durian spricht über:„Abenteuer in Wild-West". 14.30; Konzert 15; Graphologie und Psychoanalyse. 15.30; Kindcrchörc. 16; Ab- stiramungs-Qcdenkstunde der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlcsicr in der Hindenburg-Kampfbahn im Stadion Leu theo. IT; Vutcrhaltungsmusik. I8J0; Tag: des Bncbcs, 10; Im Schällplattenarcbiv der Funkstnnde. 19�5: Sportnachrichten. 30.10:..Zum Thema Wien." Skizzen von Alfred Polgar. 20.30: Aus Wien: Wiener Klassiker, Konzert. 22; Wetter-, Tages- nnd Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 23. März: 7; Funkffymnaslik. Auschließcnd Prühkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.15; Ausschnitt von der Auktion Goldschmidt-Rothschild. 15.45; Theaterkunst und Theaterwirtschaft in Amerika. 16.05; Aus der Praxis der Eheberatung. 16.30; Cellomusik. 16.50; Magdeburger Madrigal-Chor. 17.10: Klaviervorträge. 17.30; Jugendstunde, 17.50: Geist und Leben. 18.15; Tanz-Tec-Musik. 19.30; Dichtung als Ausdruck der Nation. 20:„Pariser Leben", Operette von Ofienbach. 23; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 24. März: 7: Funkgytnnastik. AnscblieiJcnd Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Uebcr Mode iäBt sich streiten. 15,40; Zum Zahnärztetag. 16.05: Politische Gegnerschaften. 16.30: Alt- und neuspanisqlie Musik. 17.10; Jugendstunde. 17.30; Tanz-Tee-Musik. 18: Bücherstundc. 18.30; Rechtsfragen des Tages. 19; Ans Wien: Aus der Staatsopcr:„Der Rosenkavalier" von Strauß. 20.15:(Während der Pause) Wovon man spricht. 22.45: Wetter-. Tagps- und Sportnachrichten. Mittwoch, 25. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend FrCiükonzcrt. 9: Von der Deutschen Weile: Schulfunk. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Die Stellung der berufstätigen Tochter in der Familie. 15.4«: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 16.05; Eine Viertelstunde Technik. 16.30:- Englische Klaviermusik. 17: Violinvorträge. 17.30; Von der bildenden Kunst. 17.40: Jugendstunde. 18.05; Der Tonfilm-Reporter. 18.30: Moderne Unterhaltung. 10: Sechs Jahrzehnte Reichstagsdebatten. 20.10; Für die Winterhilfe. Konzert 21.40: Politische Zeitungsschau. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Donnerstag, 26. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert 15.20: Berlin im Leben berühmter Komponisten des 19. Tahrhundcrts. 15.40; Programm der Aktuellen Abteilung. 16.05: Seltsame und nützliche Weisheit des Orients. 16.30: Moderne Klaviermusik- 16.45: Lettische jflnsik. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Chorgesänge. 18.10; Das Rätsel: der Schauspielkunst 18.35: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.40: Unterhaltungsmusik. 20.30;».Der letzte Akt." II. Teil:„Ankommt eine Depesche", Hörspiel dichtung von Hans Kyser, 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Freitag, 27. März: 7: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Irrfahrten durch Amerika. 15.40; Konzert 16.05: Deutschlands Marathonläufer und die olympischen Spiele 1932. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Agnes Miegcl liest eigene Dichtungen. 17.55: Das neue. Buch. 18.05: Europäische und asiatische Wirtschaftsanschatmng. 18.30; Heinrich Mann zum tQ. Geburtstag. 19; Eine musikalische Plauderei- 20: Aus Breslau:„Im Osten die Schiesing." Musik von Sczuka. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Opernlyrik. 22,15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Stunde für die Winterhilfe. Sonnabend, 28. MSrz: 7: ruuk«ynuiastll£. Auschlletiend FrtUikoorCTt KM: WcftenneldutLrii- für den Landwirt. 14: SchalhtUUenkonrert. 16.30: Jntrcndslnnde. 16.46: Hill amerikaniscb« Handarbeitsriida, eine naebabmanswerte WohliahnaanranUatioa, 16.06: Zum 60. Todaatacc de* nissiseben Komponieteo Monsaernkt 16.40; ..Wenn man hei is', maebts ein* Spaß." 17: Konrcrt. 10.05: Zahn Mlnntert Hilm. IS. 16; Wie kann man sich geeca räuberische Ucbcrfälla schützen? 10.46-. Konrert. 19.35; Di« ErzShlunr dar Woche. 30: Au» Wien:„Bemreh in Wien." ZI: Ans Wien: Unterbaltnnsskonzert Danach Tanzmnaik, Königswusterhausen Sonntag, 22. März: Ab 7: UcbertraguuÄ aus Lettin. 18: Menschen im Bernf. ISJi: Deotsctre Charaktere. 18.60; Goethes Tasso als Ansdrack einer Dichterseele. 10.10: Stunde mit den Sternen. 19.30: Zum Tas des Bncbes. 30: DesUehlaadModer. Aus der Universität Berlin: Ausschnitt ans der Goetbe-rclec, AoacbUeSend UebertraguDE aus Berlin, Montag, 23. März; Ii: Ländliche rortbildmisssclmle nuiä Jnsendjrfleee. WJ>r Aas Berfnc KachmittaEskonzerL 17.30: Modernes Liedschaffen. 10: Deutsch fflr Deutsche. 18.30: Anfange des Christentums. 19: Englisch für Aalinger. 19JO; Stunde des Landwirts. Anscblieflend Uebertragnng aus Berlin, Dienstag, 24. März: 16: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Leiprig; Nachmittagskongenu 17.30: Naturdenkmäler und ihre Erhaltung. 18: Deatsche Schicksale In Rußland. 18.30: Was bietet der Postscheckvcrkehr den Postscheckkundcn. 19: Praniö- sisch für Anfänger. 19.30: Der Rundfunk tu USA-, 30: Unterhaltungsmusik. 30.36: Aus Wien, aus der Staatsoper: IL Akt aus..Der Rosenkavalier" von Richard Strauß. 31.35: Aus Breslau:„Schlesien hat das Wort". 32.16: Wetter-, Tages- und SportnachricUtcu. 33.36: Politische Zeitungsschau. Anschließend aus Hamburg;''„Was Häntburg tanzt", Mittwoch, 25. März: 16: Pädagogischer Punk. 16.30: Aus Hantbarg: Nauhmittagskaazert. 17-46; Chormotette und Sololied. 18: Lehrgang für Einheitskurzschrill. 18.30: Bücbcr- stnnde. 19: Die Reichsbahn und ihre Konkurrenz. 19.30: Gedanken zur ZeU. 19.35: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20.40; Unbekanntes aus Wilhelm Busch. 30: Dentschlandscnder: Unterhaltungsmusik. 31: Unterhaltungsmusik. 21: Aus London: Fünftes Europäisches Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. AnschlUGend Uebertragnng aus Berlin. Donnerstag, 26. März: 16: Schulmiisik und Hausmusik. 16.35: Aus Berlin: Nachmittasskonzcrt. 17.30; Hausmusik. 18; Europas Interesse am Minderheiten-Problem. 18.30: Arbeitsphysiologie und Lebenserfolg. 19; Englisch für Fortgeschrittene. 19.30; Stunde des Landwirt*. 20: Großsenderprojekt der Reichspost und Rundfunk- empfang. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 27. März: 16; Die Schulbesichtigungen in der Arbeitsschule. 16,3«: Ans Leipzig: Nachmittagskonzert, 17.30; Bücherstuude. 18: Die steuerliche Belastung in den großen Industriestaaten. 18.30; Stil der Zeit. 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte, 19.30; Die\VeIt des Arbeiters. 19.55: Wetterbericht für dio Landwirtschaft. 20; Dentschlandscnder: Aus Köln: Abendmusik, Anschließend aus Köln: Lustiger Abend. Danach Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 28. März: tth WtrtscbafLsmathematik im Unterricht. 16.30; Aus Hamburg: Na�li- mittagskonzert. 17.30; Gerichtsverhandlung gegen die Grippe. 18: Französisch für Anfänger. 18.30: Grundfragen der modernen Psychologie. 19; Albert Daudistel erzählt. 19.30; Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft AnschlicBend Uebertragung aus Berlin. SP' Die Stufen zu den schOnen Stoffe* Bücher warten auf dich Zum �ag des Sluches am 22. TUärz Der deutsche Buchtag ist eine junge Tründung. Erst seit der Inflation iniiß jeder und jede Einrichtung sich laut bemerkbar rnachen und Propaganda entwickeln, wenn sie nicht vergessen, über- rannt werden und zugrunde gehen will-. Das Buch hatte Furcht vor Rundfunk und Film: seine Ääuscr wurden immer weniger, seine Leser schrumpften zusammen. Also gründet- man den Tag des Buches, um für die echten Werte guter Lektüre zu werben. Rundfunk und Film aber haben sich nicht als Feinde des Buches erwiesen; man merkte erst allmälzlich, sie bieten nicht Luch- erjag, sondern seine Ergänzung. Durch den Rundfunk ist das Buch nicht Überholt, sondern er hat sich mit seiner weiten Verbreitung als fein bestes Werbemittel erwiesen. Nachdem das Radio aus einer technischen Sensation zu einer gewohnten Einrichtung geworden ist, hat auch das Buch wieder seine alte Geltung bekommen, ch e u t e wird mehr gelesen als jemals früher. Noch im letzten Jahr ist sowohl die deutsch« Buchproduktion wie die Zahl der ver- kauften Bücher gestiegen, von den geliehenen gar nicht zu reden. Und das trog aller Wirtschaftskrise. Das ist schwer erklärlich, wenn man sich klar macht, daß ein mittlerer Roman Z bis S Mark Ladenpreis kostet und also einen vollen Tageslohn eines Arbeiters oder Angestellten verschlingt. Ein« Statistik, die es darüber leider nicht gibt, würde allerdings beweisen, wie der Absatz gerade dieser Bücher rapide zurückgegangen ist. Wie kommt dann aber die hohe Zahl im ganzen heraus? Man muß, um das zu verstehen, einen Blick auf den Buchnwrkt werfen, auf dem etwa nicht ein Preisabbau eingesttzt hat, sondern ein voll- kommener Umsturz der Grundlagen. Jeder Bcrleger konnte noch vor zwei Iahren beweisen, daß die tatsächlichen Herstellungskosten, die Bersandfpefen und der Ben- trieb durch den Sortimenter, der allein 33 bis 40 Proz. bekommt, eine Preissenkung nicht zulassen. Dos mag vom Produzenten aus richtig gewesen sein. Aber der Konsument ließ sich deshalb nicht abhalten, nach preiswerteren Büchern sich umzuschauen: er nahm sie. wo er sie fand. Gelegenheiten ergaben sich in diesen wirtschaftlich flauen Zeiten mehr als genug. Sogenannte Restanflagen über- schwemmten den Markt: tadellose Exemplare, die aus irgendwelchen äußeren Gründe�— nicht etuxr weil sie minderwertig waren— liegen geblieben, zurückgekommen oder leicht angestaubt marav Z. B. die Romane Heinrich Manns oder Hamsuns waren in einen anderen Bcrlag übergegangen: der alte verschleuderte die nach vor- bandcnen Bücher zu einem Viertel des Preises. Alle Berlage rahmten ihre Vorräte auf, die schon oft mehrere Jahre unproduktiv dalagen: ein Teil des Wertes in bar war mehr als die ganze Summe auf dem Loger, im wahrsten Sinn: in Papier Der„feste Loden- pre� gilt zwar als unerschütterliches Heiligtum und wird auch heute noch so angesehen: aber die Zahl der Ausnahmen, der„ge- schleuderten' Bücher, wird immer, größer, von Monat zu Monat. Selbst die eingeführtesten Buchhandlungen tun es heute schon ganz ohne Scham, nicht bloß die Bücherkarren und Winkelgeschäfte. Einen anderen Weg haben die Buchgemeinschoften eingeschlagen, auch sie ein Kind der Nachkriegszeit. Sie können mit einem festen Abnehmerkreis rechnen und dazu die Ol Proz. für den Zwischen- Händler einsparen. Rationalisierung der Produktion und zugleich der Konsumtion— also Verwirklichung des Sozialismus im kleinen— ist. ihr Prinzip. Das Ergebnis ist die Verbilligung des Buches um mehr als die Hälft«: es stellt sich bei ihnen heute im Durchschnitt auf 3 Mark. Ist auch die Auswahl dadurch nicht mehr beliebig groß, so reicht sie doch aus und wächst ständig, so daß trotz der Krise hier noch Zunahmen von Jahr zu Jahr gebucht werden. Nun hat sich auch der reguläre Buchhandel auf die Konsumenten- intcrcssen umgestellt, und sich« da— es geht. Selbst so bewährt« und traditionsstarkc Berlage wie Fischer, Insel, Rowohlt. Zsolnay bringen heute ihre„S t a n da r d biich e r" zu Einheitspreisen (2,50, 236, 3,75 Mark) heraus. Es sind nun nicht etwa die bekannten „Reihen", die Auswahlstiicke oder kürzere Romane in einlacher Aus- niochung zur besseren Werbung darbieten(wie die Inselbücherei, Müllers 2-Mark-Bände, Fischer- oder Ullstein-Romane), sondern hochwertige und zeitgemäße Literatur, 300. 400,<500 Seiten auf tadellosem Papier, in Ganzleinen gebunden. Ich möchte nur die Autoren Upton Sinclair, Gorki, Zola, Heinrich Mann, Thomas Mann, Hamstm, Wassermann, Leonhard Frank, Dostojewski, Stefan Zweig. Sinclair Lewis und von den jüngsten Ernst Gläser nennen. mindestens 200 einwandfreie Werke jeder Richtung, aus denen man sich auch ohne großen Geldjack eine Eigenbücher«i zusammentragen kann. Selbst ein« Literaturgeschichte der Gegenwart hat es bei diesem Einheitspreis in drei Monaten auf«ine Auslage von 40 000 Exem- plarcn gebracht.— Wie man hört, sind die Buchhändler mit der neuen Preislösung zwar nicht zufrieden— etwas muß man schon stöhnen—, aber immerhin nicht s o unzufrieden, wie sie es früher gewesen wären. Soviel ist sicher: dos Einhettspreisbuch hat sich durchgesetzt und wird immer inehr die hohen Ladenpreis« von früher erschüttern. Freilich hat es nicht nur seine Grenzen, sondern auch seine Gefahren. Die Werte der Jungen, die erst kämpfen und sich durchsetzen wollen, die noch kein festes Publikum und sicheren Absatz haben, geraten ins Hintertreffen. Die werden nie in den 2,8S°Mark- Rahmen hineingehen. Und doch haben sie gerade materielle und ideelle Stützung am nötigsten. Je mehr sie vom freien Buchmarkt abgeschnitten werden, muß man andere Wege einschlagen, um sie zu fördern. Die so geringen literarischen Preise und Stiftungen reichen nicht aus, und die staatliche Dichterakadenne öffnet nur den ganz Prominenten ihre Tore. Trotz aller Wirtschaftskrise, trotz materieller Not und noch weit- hin unerschwinglichen Bücherpreijen ist das Buch nicht umzubringen. Im Gegenteil, es gedeiht und steigt und breitet sich aus— gerade wegen der Wirtschaftskrise und wegen der materiellen Not. In den öffentlichen Büchereien lesen 50 Proz. und mehr Erwerbslos«! Es würden vermutlich schon 80 und 90 Proz. sein, wenn sie Aufnahme fänden. Aber gerade die Volksbüchereien sind im Augenblick vom nagenden Abbauwurm und dem Ersparungsgebot am schwersten b«> droht. Schon ist die Mehrzahl für die Annahme neuer Leser gesperrt, schon lassen einig« Bezirke ganze Zweigstellen eingehen, um die Kosten für das Personal an anderer Stelle zu veriverten. Materielle Erwerbslosenhilse ist wichtig, aber geistige und seelisch« Erwerbs« lofenhilfe ist ebenso dringend! Bücher haben sich als geistiges Brot erwiesen und behauptet. Nie ist soviel gelesen worden wie heute. Das einzige Gute an unserer Krise, daß sie den Menschen Zeit gibt—. um sich auch außermateriellen Dingen mehr zu widmen. Zeigt ihnen Wege, um ihre unfreiwillig« Freizeit nutzvoller aus- zuMen. Erhaltet dieBüchcreienundbaut sie aus! Das ist die beste Parole für den diesjährigen Buchtag! Das Buch, hat.jtch seiner echten, uvd eiitgebildeten Feind« selbst erwehrt, jetzt tut etwas für feine Freunde! miashrenburg:3)eraUe&elmhändler Was ist Shcttel? Ein Paar entzündete Augen über einen Haufen stinkender Felle. Shektel? Ist es«in alter Pelzhändler over eine biblische Verwünschung? Es genügt, einen kurzen Blick aiff ihn z» werfen... Aus seinen Augen fließen unaufhörlich Tränen. Aber er weint nicht aus Kummer oder aus Schrecken, er weint ganz einfach, iveik er furchtbare Triefaugen hat. Shektel fft ebenfo arm wie häßlich. Und außerdem ist er«infam. Der Tod ist bekanntlich ein ziemlich gedankenloser Herr. Er hat Shektel vollkommen vergessen. Und so sitzt Shektel noch da, sortiert seine Felle und denkt... Die Tage gehen am Fenster vorüber wie flüchtige Passanten. Di« Umformen, Fahnen, Geldscheine wechseln»»aushörlich. Aber nicht daran denkt Shektel... Er denkt auch nicht an Gott, obwohl er ein frommer Jude ist, der alle Fasttage hält und jeden Freitag- abend auf seinem ärmlichen Tisch die Sabbalkerzen anzündet. Er denkt an viel einfachere Dinge: Im Winter überlegt er, daß die Tage eigentlich zu kurz, und im Sommer, daß sie zu lang sind. Der alte Pel.chändler ist etwas kindisch geworden. Von Zeit zu Zeit besucht ihn sein Neffe Motika. Motika hat Augen wie glühende Kohlen und ein Parteibuch in der Tasche. Motika macht sich gern über seinen Onkel lifftig.„Sag mal, Onkelchen, warum ist es erlaubt, am Sonnabend eine Laus zu töten, und verboten, einen Floh zu töten? Warum?" Shektel schweigt und betrachtet mit trauriger Miene einen dunklen Pelz. Er ist kein schriftkundiger Rabbiner, sondern nur ein alter Pelzhändler, und noch dazu einer der elendsten. Aber Motika läßt ihn nicht zufrieden.„Dein Gott ist eine schlechte Maschine, die zu nichts taugt, und es ist Zeit, ihn zum Fenster hinauszuwerfen wie eine alte Petroleumlampe!" Shektel sieht Motika an, er versucht sogar, ein Lächeln anzu- deuten. Und Tränen, die Tränen, die nichts zu bedeuten haben, laufen aus seinen kranken Augen. Dann sägt er ganz leise: „Sag, Motika, warum kränkst du mich2<£s ist sehr gut mög- lich, daß dein neuer Gott eine viel bessere Erfindung ist. Aber ich bin zu alt und zu dumm, um deine Zeitungen zu lesen. Immerhin, du bist ein guter Jung«, also wird auch dein Gott gut sein. Also laß mich zufrieden, ich bitte dich! Es ist zu spät für mich, euch nach- zulaufen. Außerdem könnt« ich nicht leben ohne Gott. Sog mir dach, mit wem sollte ich mich unterhalten? Mit deinen Zeitungen? Oder- mit meinem blutigen Kürschnermesser? Oder vielleicht mit meiner verfluchten Einsamkeit?" Motika kann Shektcls Gesinnung nicht ändern. Er bemüht sich auch nicht besonders darum. Hat«r nicht«ichtigere Aufgaben? Er erneuert doch das Weltall. Shekt« seinerseits fährt fort, sew« Felle zu ordnen und Gebete zu murmeln. Die Tage gehen am Fenster vorbei wie flüchtige Passanten. Und eines Tages kommt ein Tag des Zornes, an dem selbst der Wuch heftiger weht als sonst. Am frühen Morgen schon hört man «in herzzerreißendes Roderknirschen van Leiterwagen. Ein paar Beherzte schleichen sich an den Barrikaden entlang. Sie verlesen die großmütigen Proklamationen der weißen Sieger. Shektel hört sie nicht an. Er irrt untätig umher. Niemand kommt jetzt zu ihm, um Bestellungen zu machen. In diesem Moment ßtzt er da und denkt: das fft der Herbst, die Tage werden kürzer... Shektel ist krank und ganz stumpfsinnig. Er ftagt sich gar nicht erst. warum die Leute sich so ausregen, warum die Leiterwagen schon zu so früher Stunde solchen Lärm machen, und warum die Mutter Motikas so hcrzzerbrechend weint. Er denkt nur an den Tod, an diesen verrückten Alten. Er hat Kreuzschinerzen und seine Augen sind ganz verklebt. lieber den engen Hof fällt die Nacht. In diesem Moment unterbricht ein Geräusch wie das Stampfen vieler Füße die Stille. Die weißen Sieger dringen in das erste beste Haus ein, sie durchstöbern Schränke und Koffer, ohne auf die verängstigten Hausbewohner besonders zu achten. Wenn sie wieder auf die Straße hinaustreten, lächeln sie verwirrt und ein wenig mißtrauisch, ungefähr wie nach einer Märchenvorstellung. Und aus den Paketen, die sie mitnehmen, sehen Stoff« in allen Farben, Basen aus un- echtem Silber. Stieselschäfte hervor. Sie dringen in das zweit« Haus ein, in das dritte... Schließlich werden die tapferen Sieger von Langweile über- wältigt. Mit grämlichen Gesichtern wenden sie sich ab von den Stoffen und unechten Silberoasen. Nichts kann sie mehr zerstreuen und erfreuen. Ihre Herzen entbrennen wie die großen Feuer m der nächtlichen Steppe. Sie rächen sich an den verschüchterten Leuten, die wimmernd davonlaufen und sich verstecken, der eine m der Rumpeltammer, der andere im Keller. Sie rächen sich für ihr eigenes Unglück und für ihr« Isolierung. Sie rächen sich für irgend« ein geplündertes Gut, für irgendeinen hingemordeten Freund... Und die Leute? Die Leute schreien. Sie können nicht anders. Wenn ein Un- glücklicher schreit, so schreien alle mit. Der Schrei verbrettet sich wie durch Ansteckung über die ganze Wohnung, über di« Etage. Nicht mehr der einzelne, das ganze Haus schrett, das hohe dunkle Gebäude, das von der Finsternis und von dem Lärm der Sieger erfüllt fft. Zuerst bringt dieser Schrei sogar, die Sieger aus der Fassung. Bon wem erwarten diese Dummtöpfe von Juden noch Hilfe? Aber sie gewöhnen sich schnell daran. Bald sind ihnen die Schreie schon so vertraut wie der Kanonendonner, wie die Rauch- salinen, wie die Flüche, di« Läuse, die Traurigkeit... Als sie, sich vor Berachtung schüttelnd, wieder auf die Straß« treten, wird das Haus still. Das ganze Haus schweigt, das Haus mit all feinen Juivelieren, Bettlern, mit den uinßbärtigen Rabbinern und den hitzigen jungen Leuten, die gestern noch mtt oller Kraft in den BÄksoersammlungen schrien. Shektel bewohnt die oberste Etage«nes Arbeiterhauses. Es liegt wett ab, am anderen Ende des Misses. Und die Sieger komme» erst zu ihm, als schon der Morgen anbricht. In den unteren Etagen beginnen sie schon zu schreien. Nebenan heult Foucker, der Uhrmacher. Er beweint das Unglück feiner vierzig Jahre und die Uhren seiner Kunden. Shektel steht neben seiner Lampe und betet. Plötzlich stürzt einer der Sieger zu ihm herein. Ein großer Dummkopf mtt zwei Kreuzen auf der Brust. Als Shektel das blinkende Bajonett sieht, fährt er zurück. Der andere lacht:„2m hast Angst, Erbärmlicher!" Er kennt Shektel nicht, und darum glaubt er, daß Shektel ihn «irklich fürchtet, daß Shektel wie all die anderen um sein Leben heulen wird, wimmernd von seinen Kindern oder Enkelkindern er- zählen und die noch Teer stinkenden Stiefel küssen wird. Er soll sich quälen, der Hund! Vielleicht war es sein Sohn, der damals das kleine Gut, fern von hier im Land der Sonne und des goldenen Weizens, verbrannt hat! In den Augen des Sirgcrs leuchtet eine unbestimmte Freude auf. Shektel weicht immer weiter zurück. „Du willst weglaufen, du Hund, was?" Shektel hat nur einen Gedanken. Zum Fenster zu kommen. Er denkt kaum daran, zu entfliehen. Vor wem sollte er den» fliehen? Bor dem Tod? Ist denn der Tod bitterer als dieses ein- same Mtcr zwischen alten Fellen und Mäusen? Nein, der Tod ist leicht und gut. Aber kann ein alter Jude sterben, ahne sich vorher die Hände gewaschen zu haben? Kann er seinem Gott diese vom Leben beschmutzte Hand bieten? Seit seiner Krankheit beugt sich Shektel den strengen Regeln seiner Religion und jetzt eben fällt ihm dieses letzte Gebot ein. Die schwachen Lichler der Morgendämmeruüg schimmern durch die Scheiben. Einige schmutziggraue Wolken haben den Himmel bedeckt. An den Fensterscheiben sieht man einige Tropfen, die ver- dächtig grau aussehen wie alles iuTtieser Stunde. Shektel nähert sich den feuchten Fensterscheiben: er will seine letzte Pflicht erfüllen. Der Bandit bricht in schallendes Gelächter aus. Ohne Zweifel will dieser alte Dummkopf seinen Kopf zum Fenster hinausstrecken und um Hilfe rufen. Als ob ihm jemand helft« könnte! Auch da unten gibt es nichts als Banditen, Leichen, Schutthaufen, Daunen aus ausgerissene» Betten und zertrümmerte Scheiben: die Ergebnisse der ersten Nacht. Am Fenster angelangt, preßt Shektel seine Handflächen an die nasse Scheibe. Er reibt di« Hände aneinander. Er lächelt. Er hat erfüllt, was seine strenge Religion ihm vorschreibt. Er wird mit sauberen Händen vor seinem Gott erscheinen. Und mit sanfter Stimme sagt er leise: .Letzt, nachdem ich mir die Hände gewaschen habe, könnt ihr mich töten!" Da verzerrt sich das Gesicht des Siegers in einem plötzliche» Wutausbruch.„Kanaillen! Nicht einmal zu sterben verstehen sie!" Und mit voller Wucht schlägt er den Greis mit dem Gewehr- kalben über den SckMcl. Shektel fällt, ohne ein Wort zu sagen, krachend um wie ein schwerer Stuhl. Aber die Wut des Mörders ist noch nicht verraucht. Sein Gewehr beiseite werfend, stürzt er sich auf den Alten, der unbeweglich aus der Erde liegt. Sein Kamerad, der in der Eckc'sitzt, gähnt und dreht sich gemittsruhig und faul eine Zigarette. Der Mörder hockt noch immer neben dem Toten am Bode». „Dieser verfluchte alte Teufel... er rieb sich die Hände und lachte... warum, warum bloß?... das will ich wissen... das ist ekelhaft... das macht mich verrückt.. Sein Kamerad schweigt. Er gähnt nur heftig und selbstvergessen wie ein Hund. Der Sieger wirft einen, irren Blick aus de» gähnenden Käme- roden und den toten Allen und läuft, einen dumpfen Ton aus- stoßend, aus dem Zimmer, die Treppe hinunter, die endlos lang«, Menschenleere Strnße hinab.... «ibeliir.tte.»«bcrtraqiin» v»n Leni.Rban.) Srakodilstränen. Infolge der sprichwörtlich gewordenen Redensart von den Krokodilswincn taucht immer wieder die Frage auf, ob diese Tiere wirklich weinen können. Der englische Zoologe Bonlenger beantwortet dies« Frage dahin, daß die Krokodile,«tr all« Echsenarien, sehr entwickelte Tränendrüsen haben, die aber natürlich nicht dazu so stark entwickelt sind, um ihren Gefühlen Ausdruck zu geben, sondern um den Augapfel zu reinigen, der in dem schlammigen Wasser vielfach mit Schmutz in Berührung kommt. der ohne Enffernung den Augen schaden würde. Di« Augen des Krokodils tränen daher häufig, und wenn man ein solches Tier betrachtet, wie es mit seinen hochgeklappten Augendeckeln die verstümmelten Teile irgendeines unglücklichen Opfers verschlingt, dann kann man sich wirklich kein« bessere Verkörperung einer wehmütigen Heuchelei vorstellen. Die Maschine singt. wenn wir abenös von den Hämmern der Fabriken heimwärts zehn und im ersten Dämmern, Sternbild neben Sternbild sehn—" fühlen wir ein Rütteln, Herzens dumpfern Schlag, und der Täuste heimlich Schütteln: wann kommt der Tag? wann? ver Tag, der uns befreit von der Sehnsucht, von dem Brennen: daß wir nach der Arbeitszeit Ted' und Himmel atmen können. Selbst Maschinen, an Maschinen.' � müssen fremdes Glück wir schweißen, an den Rädern, an den Riemen. an den Feuern, an den Eisen. Liegen nachts wir auf dem Lager. öffnet stch die Türe sacht,, ausgezehrt und grau und hager schleicht die Angst sich durch die Rächt. In den Halbschlaf flüstern Sorgen. Ahnung von der Zukunft Leid. Drohend wächst die Furcht vor morgen, vor der Arbeitslosigkeit... Bleibt für uns kein Ausweg offen? Bleibt uns nichts als unser Schrei? Nichts als Lieder? Nichts als Hoffen? wann? wann wird die Menschheit frei? Sn den Rädern, an den Riemen. wo der Funke sprüht. hört ihn, hört den ungestümen Rhythmus im Mafchinenlied: „Arbeiter! wir Maschinen find euer! Die uns bedienen in wind und Feuer, wollen wir lehren. wollen wir nähren— Unser Segen fall euch gehören." Iwan H eilbnt. 'Dr. Willy Silumenlhal:„JifbdislOS" Schüler auf fätee über die Hol der SEeil Seit langeni schon spricht man von einer Krise des deutschen Aufsatzes, den mancher Schutresormer am liebsten ganz abschaffen mochte. Sicherlich brauchte man diesem Schrckgespenst unzähliger ochiilergeneratianen keine Träne nachzuweinen, wenn er vom Lehr- plan des deutschen Unterrichts verschwinden würde. Wohlgemerkt? hier ist nur an den sogenannten..literarischen" Schulaufsatz gedacht, der in seiner Pseudowisseirschaftlichkeit, mit der hier die ewigen Pro- bleme der Dichtung angefaßt wurden, nichts war als eine Parodie, eine lächerliche Nachahnmng literarhistorischer Arbeit mit den bc- rüchtigten, so lange unausrottbaren Eingangssragen:, Inwiefern be- reitet sich im dritten Akt der Schillerschcn Tragödie...?", oder: „Wieweit erregt der Tod des Helden im fünften Akt des Dramas Mitleid und wieweit Furcht?" Eine neue Lehrergencration, heran- gebildet zugleich mit den umwälzenden psychologischen und pädagogi- schen Erkenntnissen unserer Zeit, lehnt einen derartigen Aufsatz- betrieb ab. Aber sie setzt etwas Neues an seine Stelle: den Erlebnis- aufsatz, die ungezwungene Mitteilung von zeit- und gesühlsnahen Eindrücken, zu deren Niederschrift der junge Mensch wie zu jeder anderen künstlerischen Gestaltung einen natürlichen, Erfüllung heischenden Trieb mitbringt. So beginnt die schöpferische Wieder- gäbe von Erlebnissen im Gegensatz zu früher jetzt schon in den untersten Klaffen, also aus den höheren Schulen bereits in Sexta. Die Erfolge dieses freien Gestaltens sind auf jeder Klaffenstufe außerordentlich. Das Geschriebene zeugt oft von ursprünglicher, unmittelbar künstlerischer Kraft. Einige Originalproben mögen folgen: Quartanern einer höheren Berliner Schule war alz Klaffen- arbeit das völlig unvorbereitete Thema„Arbeitslos" gestellt worden. Weitere Erklärungen wurden wie stets bei solchen freien Nieder- schriften nicht gegeben. Werner K. beginnt seine Arbeit folgendermaßen: Der Chef trat mit einer Liste in der Hand ins Kontor.„Ich lese jetzt diejenigen vor, die ab 1. April entlasten sind. Also: Friedrich Müller, Hans Richter und Karl Reiner." Reiner sprang auf, errötete und schlug die Augen nieder. Er war mager und bloß, in eurem schäbigen Anzug. Man sah es ihm an, er war lange krank gewesen. „Bei Ihnen tut es mir besonders leid, aber Lungenkranke kann ich nicht beschäftigen." Damit ging der Chef aus dem Zimmer.— Nun wird das Bemühen des Arbeitslosen geschildert, eine Tätigkeit zu finden.„Unterwegs sah er in eins der vielen Cafes hinein. Die rmen tanzten, andere tranken Kaffee und Wein. Eine Musikkapelle spielte auf. Der Portier kam angerannt.„Was suchen Sie hier? Marsch, gehen Sie fort."— Endlich oerdient er als Kofferträger einige Groschen.—„Er kaufte sich etwas Brot, aß einige Scheiben. Das andere wollte er morgen effen. Dann suchte er eine Bank im Park auf, um zu schlafen, denn seine Wohimng hatte er aufgeben müffen." So schließt die Betrachtung des knapp dreizehnjährigen Schülers. Mit starkem künstlerischen Ernst hat sich ein anderer Schüler Hans M. mit dem Thema abgefunden. Seine Niederschrift ist zu- gleich ein Beweis für den Willen der Jugend, sich mit Zeitproblemen zu beschäftigen, auch wenn sie persönlich nicht von ihnen berührt werden. Der Junge schreibt:„Er ging jeden Morgen um �8 ins Büro. Er war Sekretär. Die Zeiten waren schlecht, aber die Firma schien gesichert. Am Donnerstag kam er ins Geschäft wie immer. Als er um 4 das Gebäude verlassen wollte, trat der Chef in den «aal. Er ließ sein Auge über die arbeitenden Angestellten schweifen, dann sing er plötzlich an zu sprechen. Er war ganz ruhig, während er sprach. Der Sekretär horchte hin. Aber plötzlich war es, als hörte er nichts mehr. Er schloß die Augen. Es klangen nur ab- gebrochene Worte:„Fristlos entlassen... Konkurs..." Er blieb eine Zeitlang sitzen, als er nichts mehr hörte, stand er auf, sah, daß die anderen Angestellten mit sonderbar starren Gesichtern ihre Sachen zusainmenpackten. Dann ging auch er. Als er wieder die Menschen sah, die Straße, die Sonne, dachte er, er würde wieder eine neue Stellung finden. Bestimmt. Er machte sich auf den Weg zu einer befreundeten Finna. Drei Wochen lang war es immer dasselbe. Er ging am Morgen fort, kam unoerrichteter Dinge wieder. Er sah jeden Tag seine Frau, seine Kinder mit gequältem Ausdruck in der Wohnung. Als er eines Tages zu einer Firma ging, sagte man ihm, er könnte eine Stellung bekommen. Morgen sollte er wiederkommen. Er erzählte semer Frau, er hätte min eine Stellung bekommen. Am nächsten Morgen ging er wieder hin. Der Mann, der hinter dem Pull saß, sagte kühl:„Die Stellung ist schon besetzt." Er wußte nicht, wie er die Treppe hinunter kam. Als er die Sonne sah, die Menschen, preßte er plätzlich die Fäuste zusammen. Er ging ein paar Schritte vorwärts— eine graue Brücke vorn, ein dunkles schweres Wasser— er machte ein paar Schritte— sah das Wasser ganz dicht vor sich--- Eine Zeitungsnotiz.— Ein Menschenleben ist nichts wert...." Leider können aus Raummangel die anderen gleichfalls sehr aufschlußreichen Arbeiten hier nicht wiedergegeben werden. Die an- geführten Beispiele lassen jedoch das Neue, das hier als Frucht des Arbeitsunterrichts im Werden ist, erkennen. Dr. Willy Elurncnthal. dtückkehr vo m Zra n hfu vier Lariam en I VlUgeleill von 3*rof. 3)r.£. Sbergflräfler-Srankfurl a. UL Der berühmte Acsthetikcr und Dichter Friedrich Theodor Bischer war eines der eifrigsten Mitglieder der Nattonalvcrsomm- lung; auch eines der treuesten. Trotzdem er selbst am 30. Mai 1849 gegen die Verlegung der zusammengeschmolzenen Dersammlung von Frankfurt noch Stuttgart gestimmt hatte, hielt er sich doch ver- pflichtet, auch dort an den Sitzungen teilzunehmen. Er harrte aus bis zuletzt, obwohl er die Beschlüsse des Rumpfparlanrents, wie die Nachschrift zu dein folgenden Briefe erweist, nicht billigt«. Die Rückreise führte die Bergstraße entlang: dabei gerieten die Abgeordneten mitten in den Kampf zwischen den badischen Auf- ständischen und den hessischen Truppen, die sich gerade am A). Mai bei Heppenheim ein Gefecht geliefert hatten. Was Bischer dabei widerfuhr, erzählt er selbst. Der Brief ist an den hessischen Ab- geordneten Theodor Reh gerichtet, den letzten Präsidenten des Parlaments in Frankfurt. Er stammt aus Rehs Nachlaß, den mir fein Sohn, Iustizrat Reh in Darmstadt, für meine Arbeiten über das Frankfurter Parlament zur Verfügung gestellt hat. Da der Brief das Parlament selbst nicht betrifft, sei er hier besonders ver- vffentlicht: nicht ohne herzlichen Dank an Herrn Reh und nicht ohne die Bitte an gütige Leser, die etwa Material über das Parlament ftn Besitz haben, seinem Beispiel zu folgen. Lieber Reh! Ich muß sehr um Ihre Nachsicht bitten, wenn ich Sie mit einer Bitte behellige, oder vielmehr mit zwei Bitten, deren zweite sich auf Ersahrungen, sehr unangenehiner Art bezieht, die ich im hes- fischen Quartter zu Heppenheim auf meiner Durchreise gemacht habe. Ich beginne mit der ersten, rein äußerlichen. Bei der Abreise von Frankfurt nahm ich«ine Büchse, die ich vor einem Jahre mitgebracht, weil ich manchmal durch Scheiben- schießen mich zu unterhalten hoffte, mit mir. Hätte nian von dem Kampfe am 39. damals gewußt, so hätte ich sie natürlich in Frank- furt zurückgelassen: dennoch ließ ich mir wegen der militärischen Be- setzung der Grenze ein« Sicherheitskarte vom Reichsnnnisterium geben. Als wir unterwegs von dem badischen Einfall und dem eben noch fortdauernden Kampf in der Nähe hörten, so ergab ich mich sogleich in den Gedanken, ineine Wasse trotz dieser Sicherheitskarle abgeben zu müssen. Der Oberleutnant von Weitershausen vom L.Regiment war in Abwesenheit des Generals augenblicklich Platz- kommandant in Heppenheim, nahm sie in Empfang, verweigerte gegen die gewöhnliche Form einen Empfangsschein abzugeben, nannte mir übrigens selbst seinen Namen. Da nun solche Waffen in schlechtem Gewahrsam oft rosten, falsch behandelt werden usw., so möchte ich Sie uin die Gefälligkeit bitten, wenn Sie ein freies Stündchen haben, sie gegen die hier beigelegte Vollmacht zu sich zu nehmen und aufzubewahren. Auch meinem Landsmann Nagel wurde«ine Waffe, ein Säbel mit dem Pottepee eines Bürgerwehrleutnants, abgenommen, und er bittet Sie eben- falls um die Gefälligkeft, denselben gegen beiliegende Vollmacht zur Hand zu nehmen. Was nun die Beförderung dieser Waffen an uns betrifft, so wird es wohl das Geratenste sein, es so zu halten: vielleicht bietet sich Ihnen bald zufällig, ohne daß Sie sich zu diesem Zwecke be- mühen, eine Gelegenheit, dieselben durch irgendeinen bewährten Bc- kannten, der eben nach Stuttgart reist, hierher zu schicken. Wo nicht, so bitten> wir Sie um die Güte, die Waffen bei sich aufzu- bewahren, bis wir Ihnen schreiben und Ihnen die Weise anzugeben uns erlauben, wie sie hierher zu befördern sind.— Zum liebe rfluß lege ich Ihnen noch eine Karte bei, die mir der Oberkanonier ge- geben hat, der die Büchse abnahm, mit der Bemerkung, ich solle mich an ihn halten, falls es fehle. Nun zur zweiten Sache, zu der unangenehmen Erfahrung. Sic begreifen, daß wir nicht so kindisch sind, uns nicht darein finden zu können, weim fünf Mitglieder der Linken(Nauwerk, Tafel, Hagen, Slagel, Vifchcr) mitten im Lager gerecht entrüsteter Soldaten mit offenbarem Argwohn behandelt werden. Wir legen es zum Bei- fplel zum klebrigen, wenn uns folgendes Unrecht geschah. General! v. Schäfer hatte die Güte, uns am anderen Morgen einen Ausweis zu geben, um durch die hessischen Vorposten zu kommen: er fügte den Rat bei, uns sogleich zu entfernen. Wir brauchten aber beinahe eine Stunde, bis«ine Fuhre da war, die unser Gepäck fortbrachte, während wir selbst zu Fuß abzumarschieren bereit waren. Wir waren harmlos genug zu meinen, der Rat des Generals habe sich auf unsere persönliche Sicherheit wegen Beunruhigung der Land- straße durch bevorstehende neu« Gefechte bezogen, und fragten nun auf dem Hof« bei einer Gruppe von Soldaten an, ob wohl die Straße noch frei sei, usw. Augenblicklich stürzt« im Uebersluß seines Diensteifers ein Gendarm zu einem Offizier, der uns als Kund- f ch a f t e r anfuhr und in Formen, die ihm uns gegenüber nicht gebührten, befahl, uns sogleich zu eMfernen, dies und ähnliches wissen wir, wie gesagt, aus der Situation zurechtzulegen: dos Mi- litär war aufgeregt, Abgeordnete der Linken waren bei dem ba- dischen Einfall kompromittiert und von uns wußle man nicht, daß wir zu den Männern gehören, die solchen Wahnsinn aufs bitterste beklagen.— Es ist aber eine Gemeinheit vorgefallen, wegen der ich Genugtuung zu erlangen wenigstens das Möglich« versuchen muß. Daß wir von der Linken seien, wußte man: daher der Arg- wohn, das Belauern usw. Ich stand abends im Hof« neben dem Oberleutnant von Weitershausen, während soeben diesem eine Or- donnanz die Einbringung eines Gefangenen berichtet«. Wütende Soldaten standen herum, von denen einer den Wunsch ausstteß, die Gefangenen mit dem Bajonett niederstoßen zu dürfen. Darauf sagte genannter Oberleutnant:„Die gehören alle zur Linke n". Fragen Sie sich, lieber Reh, welchen Namen Sie einem Manne geben würden, der in der Mitte einer empörten Volksmenge einen Abgeordneten der Rechten, der wehrlos nntten im Haufen stände, dem Volk« als solchen denunziert: dieselben Namen gehören offenbar dein, der einer aufgeregten Soldatenmasse Abgeordnete der Linken als solche denunziert. Ich kann nicht glauben, daß der General«ine solche Handlung seines Subaltern ohne Rüge hin- gehen lassen kann. Sollten Sie Herrn General von Schäfer kennen, so würde ich Sie geradezu um die Güte bitten thm diesen Brief mitzuteilen mit meiner Bitte, mir als Kömwandant gegen einen Subalternen, wegen einer Rede, die zu dem Mord reizen konnte, die Genugtuung zu verschaffen, die ich mir privatim in der Form nicht nehmen kann, die man sonst in Ehrenfälleir, nicht aber in Fällen der Denunziation eines Wehrlosen einzuschlagen pflegt. Das Gesetz belegt die Verletzung eines Abgeordneten der Nationalver- sammlung mit Zuchlhausstrafc, wie Ihnen bekanitt ist. Welche Zeiten, wo alte Kollegen einander mit solchen Aufträgen zu behelligen veranlaßt sind! Und hier, in Stuttgart, wird's nicht besser werden. In Kummer ums Vaterland Ihr Freund Bischer. Stuttgart den 6. Juni 1849. Empfehlen Sie mich Ihrer Frau Gemahlin bestens. Möchten Sie mir ein paar Zeilen schreiben, so bitte ich, sie noch Stuttgart, postc reswnte, zu adressieren. Daß unser« Verlegung nach Stuttgart zu spät ist, war ich von Ansang an überzeugt. Ich fürchte, die gestrigen Beschlüsse führen zu nichts, als zu einem württenrbergischen Putsch. * Der Brief bedarf kaum der Erklärung. General von Schäffer-BernstFin führte das Kommando übev die hessische Division. Man hat ihm dieses Amt wohl übertragen, weil er gut mit Gogern bekannt, also der liberalen Partei genehm war, besonders weil er am preußischen Hose beliebt wak: er hatte jahrelang in Berlin als hessischer Gesandter gewirkt. Noch im Juni 1849 wurde er hefsifcher Kriegsministcr. Bischcrs Reifegenossen sind zwei württembcrgische Laitdslcute, der Rechtsanwalt Nagel, der erst im Januar in das Parlament«in- geireten war, und der Stuttgarter Rechtsanwalt Tafel, der Besitzer und Leiter der berühmten Zeilung der schwäbischen Demokraten, des„Beobachter", an dem er bis zu seinem Tode im Jahre 1874 als Mitglied der süddeutschen Volkspartei eifrig mitgewirkt hat. Kar! Hagen, war Professor in Heidelberg, kehrte aber nicht dorthin zurück, fondern floh in die Schweiz: er wurde bald Pro- fessor der Geschichte an der Universität Bern. Nanwcrk hatte in den vierziger Iahren zum stmghegelschen Kreis in Berlin gehört, wegen politischer Betätigung sein Amt an der Universität verloren: auch er floh in die Schweiz, kehrte jedoch später nach Berlin zurück. Alle gehörten im Frankfutter Parlament zur Linken. Der Beschluß des Parlaments, den die offenbar erst am 7. Juni zugefügte Nachjchrift erwähnt, ist die Einsetzung der Reichsregent- schchi-__ Verwendung der Schildlaus bei den Indianern. Dieses Tier wird von den eingeborenen Stämmen auf besondere» Plantagen gezüchtet und dann mtt heißem Wasser übergössen. Der durch das 'Abbrühen der Schildlaus gewonnene Saft ist duntelgelb und butttr- ähnlich: man bezeichnet ihn als Age oder Arin. In der Luft ver- wandelt sich die Fettmasse in ein« Harle elastische Substanz, die> auf die Haut aufgetragen. Häutchen bildet, ähnlich wie Kollodium. Um dieser Eigenschaft willen wind das Axin in Mexiko in der Heilkunde vielfach verwendet. Damit Ihr Sohn im Leben vorwärts kommt— ist eine grundliche Berufsausbildung nötig. Die Kosten dafür sind allerdings beträchtlich und vom laufenden Einkommen nur schwer aufzubringen. Aber wenn Sie schon jetzt gegen mäßige Beiträge eine Ausbildungs-Versicherung abschließen, dann steht das erforderliche Kapital zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung, selbst wenn Sie denT ag nicht mehr erleben. So ermöglichen Sie Ihrem Sohn eine ungestörte Berufs- Entwicklung und erfolgversprechendes Schaffen im späteren Berufe. TDie Beiträge sind um so niedriger, je früher Sie abschließen! Nr. 132» 48. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 22. MSrz 1931 Sozialdemokratische Steuerpolitik. Reichstagsrede des Genoffen Or. Hertz. Nach der Unterbrechung, die der Trauerfeier des Reichstags für Hermann Müller gefolgt mar, eröffnete Vizepräsident Esser die Weiterberawng des Haushalts des Reichsfinonzministeriums. Abg. Or. Hertz(Soz.): Wenn der Minister gesagt hat, mir einzelne Beamte liehen sich hakenkreuzlerische Ausschreitungen zuschulden kommen, so muh er unter Hinweis auf schwerwiegende Veröffentlichungen im„Berliner Tageblatt" vor solcher Duldsamkeit gewarnt werden. Da berichtete ein höherer Finanzbeamtcr sogar von Hakenkreuzlern in leitenden Stellungen, die nach ihren eigenen Aeußerungen die Steuereintrei- bung verschleppen, um die Republik, die sie besoldet, möglichst schnell zum Erliegen zu bringen und ein Chaos zu schaffen, aus dem das Dritte Reich erstehen soll.(Hört, hört!) Ich kenne zahlreiche Fälle, in denen gegen linksstehende Beamte viel schärfer vorgegangen worden ist, so zum Beispiel ist ein Zollbeamter wegen seiner Tätig. keit als Führer einer sozialdemokratischen oder republikanischen Schutzsormation vom Finanzamt verwarnt worden: an leitender Stelle dieses Finanzamts steht ein Hakenkreuzler.(Hört, hört!) Die Reichsfinanzpolitik hat in den Jahren 1924 bis 1928, als wir keinen unmittelbaren Einfluh aus die Reichspolitik hatten, die schweren Fehler begangen, in diesen wirtschaftlich günstigen Jahre» incht Reserven für Zeiten der Not aufzusammeln. Man hat Schulden gemacht, die ordentlichen Ausgaben konnten nicht mehr durch die ordentlichen Einnahmen gedeckt werden, die Ueberschüsse früherer Jahre wurden vollständig aufgezehrt, einmalige Einnahmen zur Deckung laufender Ausgaben verwendet, Anleiheermächtigungen als bare Einnahmen gebucht usw. Das sind die Ursachen dafür, dah wir in der schweren Krisennot keine Reserven aus den besseren Jahren haben. Der künftigen Entwicklung sehen wir mit schwerer Sorge entgegen. Das Reich wird vielleicht seine Finanzen sanieren können, aber aus Kosten der Gemeinden, der schwächsten Träger in unserem Finanzleben. Die Gemeinden sind derartig gehemmt, daß sie sich durch den Gebrauch ihrer Selbstverwaltung nicht sanieren können. Die Gemeinden haben keine volle Bewegungsfreiheit bezüglich ihrer Einnahmen, in ihren Ausgaben sind sie durch die Wirtschaftskrise und durch die ungeheure Zahl der Wohlsahrtserwerbslosen in eine Zwangssituation gebracht, die sie kaum bewältigen können. (Sehr wahr!) Die Zahl der Wohlsahrtserwerbslosen ist vom 39. Au- gust 1939 bis 31. Januar 1931 von 693 999 auf 9S3 999 gestiegen. (Hört, hört!), die Zahl der Ausgesteuerten von 369 999 auf 669 999. Das bedeutet«inen Mehraufwand von 399 Millionen, wofür aber Einnahmen nicht beschafft werden können. Das Reich muß den Gc- m« inden helfen.(Lebhafte Zustimmung.) Die Städte sind bereits zu weitgehender Drosselung ihrer Etats gezwungen. Dabei sind ihre Ausgaben zu 89 Proz. zwangsläufig. In einem unserer Anträge zeigen wir den allein erfolgversprechenden Weg einer organisatori- schen Zusammenfassung der Krisensürsorge und der städtischen Wohl- fahrtscrwerbslosenunterstützung. Nur so wird eine Entlastung der Gemeinden möglich sein, während die Drosselung ihrer Etats die Einstellung aller produktiven Arbeiten die Arbeitslosigkeit noch weiter steigert.(Zustimmung.) Von den Abstrichen am Reichshaushalt fällt der größte Teil auf die sozialen Ausgaben, und unter diesen Streichungen hoben manche ihren gefährlichen Charakter bereits gezeigt. So hat man 119 Mil- l'onen an den Soiiderleistungen für die Arbeitslosen- und die Knapp- schaftsversicherung gestrichen und dadurch die Knappschaft in solche Not gebracht, daß das Reich sie nun doch sanieren muß. Für das nächste Jahr droht der Zusammenbruch der Invalidenversicherung. Das alles ist keine Sanierung der Reichsfinanzen, das ist vielleicht eine durch die Rot des Augenblicks bedingte Entlastung. aber aus die Dauer gesehen muß sie unsere ganze finanzpolitische Entwicklung gefährden.(Lebh. Zustimmung links.) Der Redner bespricht dann die Steuerbelastung in Deutschland. Er weist nach, daß alle Staaten, auch die den Krieg nicht mitgeniacht haben, erheblich mehr und höher« Steuern haben als vor dem Krieg. In der französischen Kammer ist behauptet worden, daß ein volles Drittel des Volksvermögens weggesteuert werde— in einem Sieger- lande, dos von uns Reparationen bekommt! Den Kommunisten gebe ich zu, daß ich im Ausschuß gesagt habe, wir stimmten ihrem so- genannten Millionärsteuerantrag nicht zu. Als wir im Dezember vorigen Jahres für diesen Antrag gestimmt haben, geschah das nicht aus Rücksicht auf die Nsoz., sondern weil von den vier Teilen des Kundgebungen am Dienstag, dem 24. März: C. Kreis Spandau. 20 Uhr, im alten Sdiützenhaus, Neuendorfer 5 trabe- Profestkundgebung gegen Terror und Mord.— Redner; Genosse Diedermann, Hamburg, M. d. R.. Genossin Anna Geyer. 9. Kreis Wilmersdorf. 20 Uhr, im Florasaal, Halensee, so' ann- Georgstr 19.- Deutschlands Zukunft am Scheidewege, von Wilhelm II. bis Adolf I.— Redner: Karl Mierendorff. M. d. R 11. Kreis Schöneberg. 191/<> Uhr. Schulaula. 5elziger Strabe. Ecke Eisenacher S trabe in Sdiöneberg.— Thema: Nationalsozialismus-Volksbetrug.-Redner; Karl Litke.M.d.R. 1 2. Kreis Stegllls und Reichsbann er Schwerzrolgold. 20 Uhr, im Parkrestaurant SQdende, gegenüber dem Bahnhof.— Thema: Der Volksbetrug der Nationalsozialisten.— Redner: Staatsanwalt Dr. Hoegner, M. d R.— Außerdem: Die Frau im Dritten Reich.— Rednerin; Oberschulräfin Dr. Hild-gard Wegscheider, 99. und 99a. Abt. Britz. 19V, Uhr, Lokal Raddatz, Britz, Chausseestr 39.— Thema: D i e SPD I m K amp f.— Redner; Dr. Schumacher-Stuttgart, M d R., Sofie Christmann-Barmen.M.d.L. 103. Abt. Oberzchöneweide. Lokal Blumengarien. Ostend- strafee,— Thema: Der Volksbetrug der Nationalsozialisten.— Redner: Otto Meier, M. d. L. Volksgenossen, erscheint in Massen! Helft den Faschismus bekämpfen! KPD.-Antrages zwei Teile mit unseren eigenen AMrägen wLrtbch oder dem Sinne nach vollkomnien übereinstimmten; da aber über den ganzen Antrag gemeinsam abgestimmt wurde, haben wir ihn angenommen.'« Die Kommunisten haben ihren Antrag fünfmal geändert, bis er die heutige Formulierung bekam. Zuerst wollten sie alle physischen und juristischen Persönlichkeiten heranziehen. Nach unserer Kritik haben sie die juristischen Persönlich- keiten gestrichen. Als wir ihnen nachwiesen, daß demgemäß der Einzelunternehmer schlechter gestellt würde als die großen Konzerne. und daß die Gefahr bestehe, daß Einzelunternehmen sich in juristischc Persönlichkeiten umwandeln, haben die Koimnunisten wieder die Be- steuerung der juristischen und physischen Personen vorgeschlagen. (Zuruf von den Soz.: Raus aus die Kartofseln, du die Kartoffeln! — Heiterkeit.) Ferner beantragten die Kommunisten, alle steuerlichen Bevorzugungen aufzuheben. Danach wären die Versorgungsinstitute, Sparkassen, gemeinnützigen Wohlfahrtseinrichtungcn, Gewerkschaften, politischen Parteien, Konsumgenossenschaften usw. mft einer Steuer belegt worden, die ihren sofortigen unmittelbaren Ruin zur Folge gehabt hätten. Daraus kam die siinfte Aenderung. Jetzt verzichten die Kommunisten auf die Dividendensteuer, die das ganze Volk für berechtigt hält, und für die nicht nur wir, sondern auch«in Teil der Mittelparteien stimmen werden.(Die Kommunisten widersprechen und behaupten, dieser Verzicht sei nur in ihrem Eventualantrag ent- halten, der im Falle der Ablehmtng ihres Hauptantrages zur Ab- stimmung gelange.) Wie wollen die Kommunisten von einem Besitz an Landgebieten oder Grundstücken 20 Proz. Steuer erheben? 1927 waren sie noch so bescherden, daß sie die Vermögenssteuer b« mehr als 699 999 Mark nur von 2)� auf 2% Proz. und bei über 2 Millionen auf 3% Proz. erhöhen wollten. 314 Proz. sollten das Höchstmaß in der wirtschaftlich güirstigcren Situation von 1927 sein. � Heute beantragen sie eine Versechsfachung der Vermögenssteuer.* (Zurufe der Komm.: Warum haben Sie am 6. Dezember dafür ge» stimmt?) Ich brauche das nicht zu wiederholen, Herr Torgler ist so intelligent, daß er das schon vorhin begdffen haben wird. Bei einem Einkommen von 59 190 Mark würden nach dem KPD.-Antrag insgesamt 43 Proz. Steuer zu zahlen sein, also 28 545 Mark übrig bleiben. Wer aber 299 Mark Einkommen weniger hat, nämlich 49 999 Mark, brauchte nur 22 Proz. Steuer zu zahlen, behielte also 38 999 Mark!(Heiterkeit.) Wenn jemand 1 Million Vermögen und daraus 299 999 Mark Einkommen hat. so müßte er nach dem kommunistischen Gesamtantrag 352090 Mark Steuer zahlen.(Heiterkeit.— Zuruf der Komm.: Konfiskation des Eigentums!) Ack) nein, bloß Unsinn. Richl einmal auf das Vorbild Rußlands kau« sich der kommu- nistische Antrag berufen. In Rußland gibt es keine Vermögenssteuer, aber die Steuer auf Privateinkommen geht doch nur bis 45 Proz. Selbst dieses kollekti- vistifche Wirtschaftssystem läßt dem Betreffenden also noch 55 Proz. seines Einkommens, während nach dem kommunistischen Antrag noch 75 Proz. mehr als das ganze Einkommen zu zahlen wären! Di« Umsatzsteuer, deren Abschaffung die Kommunisten beantragen, ist in Rußland von 1955 Millionen im Jahre 1928 auf 1824 Millionen im Jahre 1929, die Verbrauchssteuern von 1899 auf 2999 Millionen Rubel, die Zollerträge vmi 228 auf 372 Millionen gestiegen.(Zurufe der Komm: Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwunges!) Der wird allein nicht maßgebend sein, aber bitte erkennen Sie diese steuer- lichen Notwendigkeiten auch anderswo an. Der Redner bespricht nun die bekannten sozialdemokratischen pesttstix- Battel'isn sind durch längste Lebensdauer im/ Gebrauch am billigsten/ Erfinder- Vorwärtsstrebende 10000 Htt. BelohnonO Näheres kostenlos durch F. Erdmann£ Co., Benin iW 11. MßnMh SU i P fertlten eleciat AnzQge und Mäntet fms nit gebrachten Stoffen nach genancm flaB für H.39.- _p� einschließlich unserer sämtlichen Zutaten— Tadellonar Sitz.— RnBhwarTer»r>»Hfnpr' Aus unseren C*f er Mark Stoffen... von an lerrenKieider• Anfertigung Gegr. 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Wir beharren aus diesen Anträgen und erwarten, daß ihnen der Reichsrat keinen Widerstand leistet, denn sie sind im Interesse der Sanierung unbedingt ersorder- lich. Den sozialen Charakter unserer Anträge hat auch der christlich- soziale Redner anerkannt. Gewiß drückt unser Steuersystem, aber in erster Linie aus die minderbemillelleu und notleidenden Volksschichten. Sie tragen freilich die Last geduldig, während die Reichen unausgesehl darüber jammern. Mit der Zustimmung zu unseren Anträgen verletzt die Regierung ihre Richtlinien nicht; das hat sie allerdings mit der Notverordnung über die Verdoppelung der Biersteuer, den Zuschlag zur Bürger- steuer und die Erhöhung der Tabaksteuer getan. Ein objektiver Vergleich zeigt, daß die Massenbelastung gegen das gute Jahr 1928 um rund eine Milliarde höher ist, während die Besitzsteuern starl zurückgegangen sind. Unsere Vorschläge bedeuten nicht die Gefahr einer Förderung der Kapitalabwanderung Praktisch fordern wir eine Mehrbelastung der Einkommen über 20 000 Mark mit 13S Mark im Jahr, bei 30 000 Mark von 26S und bei 100 000 Mark von 1S00 Mark im Jahr. Wer kann das als unerträglich bezeichnen in einer Zeit,. wo Millionen Menschen von der kargen Unterstützung leben müsien. Die arbeilenden Volksschichten zahlen absolut genommen mindestens ebensoviel Steuern, als diese Mehrbelastung der Reichen ausmacht. Bei Arbeitern mit 200 Mark Monatseinkommen ist die Bürgersteuer um volle 7S Proz. erhöht worden. Dazu kommt die Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer, der Arbeitslosenverstcherungsbeiträge usw. Durch die Annahme unserer Anträge schaffen Sie nur einen geringen Ausgleich für die gewaltigen Ungerechtigkeiten der Bürgersteuer. Unsere Anträge erschüttern nicht das Vertrauen in den Staat, son- dern sind geeignet, es zu befestigen. Denn eine gerechte Verteilung der Steuerlasten kann den Staat nur stärken. Dieselben Gründe gegen die Erhöhung der Aussichtsratssteuer wie jetzt sind schon vorgebracht worden, als sie von V-h auf 10 Proz. erhöht wurde. Wir fordern diese Maßnahmen nicht au» Anlipathte gegen bestimmte Berufe oder Personen. sondern nur zur Beseitigung der Ungerechtigkeiten im deutschen Steuersystem. Deshalb fordern wir Sie auf, sich uns anzu- schließen. Wir haben diese Anträge nicht in Verbindung mit dem Panzerkreuzer gestellt, sondern schon am S. Dezember v. I. Es handelt sich nicht um eine politische Konzession, sondern um soziale Notwendigkeiten, die erfüllt werden müssen, wenn das Vertrauen des Volkes zum Parlament nicht leiden soll, des Volkes, das in dieser Notzeit alle seine Kräfte anspannt. Das Parlament muh das Seine tun, um die notleidenden Schichten über die Schwierigkellen der Gegenwart hinwegzubringen.(Lebh. Beifall der Soz.) Abg. Dr. Reubauer(Komm.) wiederHoll die Polemik gegen die Sozialdemokratie wegen des Millionärsteuerantrages. Abg. Hörisseu(Wirtschp.) spricht gegen die Hauszinssteuer. Abg. Schumann-Thüringen(Komm.) begründet eine Jnter- pellation gegen die Steuerbegünstigung, die in der Notverordnung den Wohnungsbaugesellschasten gewährt wird. Die Steigerung der Mieten durch manche gemeinnützige Wohnungsbaugesellschasten ver» diene die schärfste Verurteilung. Damll schließt die Aussprache und die gesamte Haushaltsbe- ratung. Es folgen Abstimmungen. Dabei wird u. a. diese Ausschuß-Cntschließung angenommen: „Beim Abschluß der Verträge über die Fortzahlung derPolizeikostenzuschüss« ist dafür zu lorgen, daß kein Anspruch auf Zahlung an solche Länder gewährt wird, die An- gehörige von Parteien, die mit oder ohne ausdrückliche Billigung ihrer obersten Führung den gewallsamen Umsturz propagieren, in die Schutzpolizei aufnehmen oder zu Vorgesetzten der Schutz- polizei machen." Bei der Abstimmung über das Haushaltsgesetz enthüll sich die Deutsche Volkepartci der Abstimmung, weil, wie Abg. Keinath (D. Vp.) erklärte, die Entscheidung über den Spar-Ermächtigungs- antrag der Partei noch nicht gefallen sei Nach IS Uhr vertagt das Haus die weiteren Abftim, nungen auf morgen, Montag, 16 Uhr; außerdem dritte Beratung des Haushalts sowie des sozialdemokratischen Lichtsptelgesetzentwurfs und Erledigung des Einspruchs, den der kommunistische Abgeordnete Lohagen wegen seiner letzthin infolge schwerer Schimpfereien er- folgten Ausschließung erhoben hat. ZugsitckweiKen dci Sozialisier Ffei- iSeitkev und Gewerkschaften Seriins Sonntag, den XX. März: Neokfilln, vorm. 11 Uhr, Mercedes• Palast, Hermannstrabe; Köpenick, vorm. 10 Uhr, Aula der Dorolheensdiule, Berliner Slrabe; Hohen-Neuendorf, vorm. 10 Uhr, Rest..Zur Klause* a.Bh/.; Mariendorf, vorm. 10 Uhr, Mali-Lichtspiele, Chausseesir. 305 Musik» Gesang* Rezitationen» Sprechchor• Weiherede Einiriti: Erwachsene 73 Pf, Kinder 50 Pf, für Neukölln Erwachsene 1 M. parteinachnchten fürGroß-Berlin »insendungen für dies« Rubrik sind Berit» SS*8, Linden, lraße 3, stet« an das Bezirkssekreiariai i. Hos. t Treppe» rechts, j» richte» Achtung, Kreisleiier? Montag, 23. März, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Bezirks- verbände», Lindenstr. 3, wichtige Sitzung der Kreisleiter mit dem engeren Bezirksvorstand. Der Bezirksvorstand. --- Bestattung Hermann Müllers. wegen der Beflattungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Genossen Hermann Müller ersuchen wir alle Kreis- und Abteilungsleiter, die für Donnerstag. 26. März, angesetzten Veranstaltungen abzusagen. Der Bezirksvorstand. Kunftionörtarten. Die neuen Aunktionärkarten für da» Jahr 1931 sind erschienen und können vom Vezirkssekrelarlat, Lindenstr. 3. FL Hof. 2 Treppen. Zimmer 5, abgeholl werden.— Abgabe nur an Genossen, die durch den Abteilungsleiter legitimiert sind. Beginn aller Veranstaltungen 1 9 14 Uhr. sofern keine besondere Zeilangabel—(KV.— Kreisoorstand.) heute, Sonnkag, 22. März: 87. Sit. Parteimitglieder besuchen ab 1K Uhr die Iabresfeier und Pusftellnnq der Kinderfreundegruppe„Maria Demmnina*, Jugendheim Sberinflr. 12. 117. Abt. Karten für die Suirdgebung am 14. April im Epartpalaft sind bei den Genossen Klose, Rupprechtftrage, und Selchow, Karlshorsier Straße, heben. 140a. Abt. Die Betricbsobleute und-funktionäre lönnen ihren Bedarf an Mai- marken beim Kassierer P. Nagel, Iathoweg 8, decken. Morgen, Montag, 23. März: 4. Kreis. Sitzung der Zeitnugskommission im Lokal Mahnkops, Earmeu-Splpa- 0. Jtreüä. Die Genossen werden ersucht, an der von der Reichsarbeitsgemcin- schalt isreiaeistiaer«erbäude nach den„Kammersälen* einberufenen«und- gcbuug teilzunehmen. Thema:„Der Papst und die Ehe." 7. kreis Charlottenburg. Bezirlsvcrordnctenfrattion mit sämtlichen Burger. deputierten um lOs!. Uhr pänttlich im Rathaus Charlottenbna, Sitzungs. , immer 1. 15. Kreis. 20 Uhr KB.-Sitzung Rathaus Treptow, Zimmer 77. 17. Sieis Lichtenbcra. Fraltionsfitzunq der Bezirksuerordncten und Bürger- deputierten, 18 Uhr, Zimmer 30, Rathaus. Möll udorfstr. 6. 20.«reis. 19 Uhr KV., und Abteilungslcitersstzung im Rathaus Wittenau. 28. Abt. Kunk ionärtonferenz 20 Uhr bei Rechenberg, Choriner Str. 49. 29. Abt. 20 Uhr fsunktionärsitzung bei Kitschmann, Prenzlauer Alle« 189. Abteilunasvorstand le Stunde vorher cbendort. 45. Abt. lg Uhr Mnktionärsstzuna bei sslorlowski. Grünauer Str. 21. 47. Abt. Funktwnärsstzung 20 Uhr bei Rorarius, Adalbertstr. 19. 53. Abt. Vorstandssitzuna fällt Montag aus. Mittwoch, 25. März. Abterlungs. Versammlung bei Last.„. 71. Abt. Mitgliederversammlung bei Lau. Lildegardstr. 14. Den. Seydewltz, M. d. R.:„Die Aufgaben der iungen Generation in der Partei. 84. Abt. Genossen, die gewillt sind, am Reichsbanner mitzuarbeiten, nehmen teil an der Versammlung bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 29— 31, 20 Uhr. 85. Abt. 20 Uhr bei Pinger, Dorsstr. 50, Mitgliederversammlung. Dr. Kurt Löwenstein. M. d. R.:.Wohin steuert die SPD.?" ISV3 Uhr Sitzung des erweiterten Vorstandes ebendort.„,„ 80. Abt. Marieudors. 20 Uhr ssunltionärsttzung bei Görlitz. Chausseestr. 19. 92. Abt. Abteilungsversanimlung in den.Bllrgersälen, Bergftr. 147:„Unsere kommunale Arbeit." Ref.: Dr. R. Lohmann. 97. Abt. 19 Uhr Funktionärsitzung bei Rohr.-,. 108. Abt. Köpenick. Mitgliederversammlung im kleinen Saale des„Stadt- theaters". Referat:..Die Politische Lage." Ref.: Gen. Reese. Stellungnahme zum Bezirks- und Reichsparteitag. Dienstag, 24. März: Z«reis Tiergarten. Achtung. 19 Vi Uhr»r-ismitgliederversammlung in den Arminiushallen, Bremer Str. 73. Tagesordnung:„Politische Lag« und Panzerkreuzer�. Referen': Siegfried Aufhäuser. 5. Kreis. KB.-Sitzung im Lokal(labiner Str. 10. 13.«reis. Im Jugendheim Temp-lh-f, Gotzstratze, Zusammeukunst d« lüngere» Parteigenossen:„Tagespolitik."_._ 13.«reis. Fraktionssstzung 20(nicht 1914) Uhr Tempelhof. Dorsstr. 42.— — Im Jugendheim T-mvelh-I, Sötzstraßc, Zusammenknust der lünger-n Parteigenossen:„Tagespolitik.". 1«. Abt. Mitgliederversammlung bei Krüger. Lussitenstr. 34. Ecke Echering. straße. Dr. Th. Saubach:„Zur politischen Lage.".....„.. 17. Stets. Kreisver-reterversommlung in der Aula der Mittelschule, Markt- strahe. Franz Künstler, M. d. R.:„Stellungnahme zum« zirksparteitaa. Mandat und Mitgliedsbuch legitimieren. 117. Abt. Türloutrolle.— 19 Uhr KB-Sitzung ebendort. 20. Kreis. Elternbeiräte! Elternbeiratssttzung im kleinen Sitzungssaale des Rathauses Wittenau. 48. Abt. 18 Uhr bei Präfle, Prinzenstr. 23. Klugblattverbreitung. 130. Abt. Elternbeiratsmitglieder der 130. Abteilung beteiligen sich an der Kreis- Elternbeiratssitzung. Miktwoch, 2S. März: 19. Kreis. Im„Lindenpark", Berliner Strotze Ecke Gartenstrntze,«reis- Mitgliederversammlung. Paula Knrgatz:„Zur politischen Lage." 25. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im G-rtensaal des„Saalbgu ifriedrichs- Hain". Au-w-is: Mitgliedsbuch.„Vorwärts". Leser(letzte Quittung) haben Zntrit». Sympathisierende dürfen eingeführt werden. Gen. Pros. Dr. S. RSltina töricht über:„Ursachen und Ueberwindungsmöglichteiten der Wirtschaftskrise." 104. Abt. 20 Uhr bei Thomalla, Berliner Str. 38, sZunItionärsitzung. 117. Abt. an bekannter Stelle. Donnerskag, 26. März: 7. Kreis. Kreis» ertreterversammluuq im„Türkischen Zelt", Berliner Str. 83. Stellungnahme zum Bezirks- und Reichsparteitag. Erweiterte» Vorstand Sitzung ebenda 18(4 Uhr. Mandate und Mitgliedsbücher sind am Eingang vorzulegen. 17. Kreis. Abteilnugs-Mietervertreter und Znteresseuten wichtige Sitzung bei Ware, Reue Bahnhofstr. 28. Freikag, 27. März: 3. Kreis,«reisvertreterversammlnag im Saal« der„Kochschnlbrauerei", See- Ecke Amrumer Strotze. Paus Bogel, M. d R.:„Die Aufgaben des Reichs- Parteitages in Leipzig." �iinglings-/�nrllgs rnsdeins Muster.. M. 36.00, lAOC .......... 29.00, 24.00, 19• Herren-Sakko- Anzüge qqoo farbig, 2-reihig M. 49.00, 46.00,09# Herren-Sakko-Anzüge 2-reihig,guteVerarbeitung EAOO ........ M. 75.00, 69.00, U9 e Herren-Sakko-Anzüge M. 85.00, 79 Herren-Sommer-Ulster Oberhemden aus gutem Perkai. Oberhemden«gs farbig, Popeline, moderneMuster Oe Oberhemden weiß, durchgehend, gute Qua- 025 lität............ M. 7.90, O O Oberhemden Popeline, farbig, mit Ersatzstreifen für Manschetten 10.90, 9.50, Frühjahrsneuheiten 71: in Krawatten.. M. 1.75, Pf. 95,«Ö Stehumlegekragen£>c moderne Formen,. Pf. 90, 80, 90 prima Gummi, sehr preiswert 0g Herren-Socken moderne Muster..... 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U. kreis, ArcisdUegicrteuocrsommluup im.Stad.tdeater�. Köpenick, Am Marltplat,. Erich Auttner, M, d. S.:„Zur politischen Lage.* 20. Arcis. Arcisoertreteroersammlung im.Echiigenhauo*. Reinickendors-Ost, Resideuzltr. t. Otto Meier, M. d. L.:.Zur politischen Lage.* ll7. Bbt. Ig Uhr Quartalsabrechnung bei Eundlach, Kant- Ecke LesNngstraße. * 137. Abt. Reinickendors-Desl, Eonnabcnd. 28. Mär,. Strandschiost Tegel, 2b. Jahr- , sseier der 137. Abt. bieinicktnbvrf.Wcst unter freundlicher Mitwirkung des Treten Sportvereins, der Aladrigal-Vereinigung, des Jungen Ebor. Test- rede des Genossen Carl Severing:„Den Alten zur Ehr, den Jungen zur Lehr". Sorialiftisches Laienspiel, Tilm, Konzert, anschließend Tanz. Be- ginn Pünktlich 19'A Uhr. Eintritt 50 Pf, 5rauenveranstaiiunaen. Für den Vortrag des Genossen Dr. Kurt Löwenstein, M. d. 3L, cm Sonn. ctcni), 18. April, im Rahmen der Freien sozialistischen Hochschule sind Karten zum Preise von ö0 Pf. das Stück inkl. Gcrderobe im Frauensekretariat, SW 68, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 4, zu haben. 15. Kreis. Donnerstag, 26. März, 19% Uhr, in Johannisthal, Park», Ecke Herrenhausstraße, bei Blockwitz, Funktionärinnensitzung« ZNonlag, 23. Marz: Sofern keine andere Zeit angegeben ist, ist der Beginn der Beranstaliungen 1914 Uhr. 4. Abt. 20 Uhr Lichtbildervortrag des Genossen Stadtrat Walter ffriedlZnder: „Zugendichutz für die errverbsiose Jugend* bei Brandis, Stralauer Str. 10, großes Zimmer. Die EAJ.-Eruppeil Kölln. Park und Zentrum sind ein- geladen. 7. Abt. 20 Uhr bei P-tran, Schlegelstr. 9, Bortrag:.Die Enztzklika de» Papstes". Referent August Riemann. 13. Abt. Be;" fftel, Ri-tlidstr. 10. Bortrag:»Di« Triedensbesirebungen der Sozialdemokratie". Referent Otto Most.„...„. 30. Abt. 20 Uhr bei Eeiffert, Pappelallee«5, Bortrag:„Die Frieden-bestrebun- gen der Sozialdernokratie". Referent Riax Hevdemann. 3l. Abt. 20 Uhr bei Eoldschmidt, Stolpische Str."" des Papstes". Rrfcrent Wilhelm Miethkc. Bortrag:.Die Enzyklika 32. Abt. Bei Schmidt, Truchtstr. ZSo, Vortrag:.Dt« Zd-e des Soziallsmus*. Rcferentin Henni, fiaducznnsii.____ 33. Abt. 20 Uhr bei Wertall a, Hohenlohestr. 3, Bortrag:.Die Enzyklika des Papstes". Refercutin Dora Bergas.„„..____ 34. Abt. Bei Ncumaoin, Gubener Str. 45, Bortrag:.Völkerbund und Völker- Verständigung". Referent Max Brinitzer. �„ 33. Abt. Bei Mltt. Boigtftr. 38, Dortrag:.Das Rundschreiben des Papstes". Referent Dr. Sans Cohn.„„„ 36. Abt. Bei Busch, Silsiter Str. 27. Bortrag:.Unser« Vorkämpferinnen". Rcferentin Helene Michaelis.,„.. 37.138. Abt. Im oberen Saal der Paßenhofer Brauerei, Landsb-rg-r Allee 24/26, gemeinsamer Frauenabend. Vortrag:.Die Enzyklika des Papstes". Rese- rcntin Käthe Kern.._,.- 39. Abt. In der Juristischen Sprechstunde, Lmdenstr. S, Bortrag:»Dli Enzyklika des Papstes" Referent Stadtrat Schneider, 42. Abt. 20 Uhr bei Söhlke, Bcrgniannftr, 69, Vortrag:„Körperliche und seelische Frauenkrankheit". Referent Dr. med. Cohil-Ezempln. 43. Abt. 20 Uhr hei Krepp, Planufer 75/76, Bortrag:.Bölkerdund und Bölkerverständigung*. Refcrentin Klara-Maria Echuch, 46. Abt. Bei Winzler, Rcichenbergcr Str. 104, Vortrag:.Dl« EnzyNlka des Papstes". Rcisrcnt Hanns H. Kamm.. 46. Abt. Bei Adam, Lübbcn-r, Ecke Görlitzer Straße, Vortrag der GenoMn 4«. Abt.'�20 Uhr bei T-tzlalf, Ritterftr. 38, Vortrag:„Völkerbund und Bökker. Verständigung". Referent Hans Bauer. 51. Abt. Bei Schellboch, Königin-Elifabeth-Straße 6, Portrag:„Die Enzyklika des Papstes". Refcrentin Dr. Käthe Trankenthal 53. Abt. Bei Samuel. Ufnau- Ecke Sickingenstraße, Bortvag:»Di« Emzrikliia des Papstes". Referent Hans Marx. 35 Ait. Bei Reimer. Wilmersdorfer Straße, Eck- Kcmalftraß«, Bortrag:.D>« Fried-nsdestr-bungen der Sozialdemokratie". R-fer-ntin Hertha Eotthelf. 67. Ait. 20 Uhr im Bahnhof-Restaurant Wurzbacher»Bunter Abend. Bor- 95. Brf gräcrsfotf, Zäg-rstr.«, Lichtbildervortrag de, G-n-ssen Sann, Amtmann!.Heinrich Kille". � �-... 9«. Abt. 20 Uhr bei Teich,«nefebeckstr, 135, Bortrag:.Dt« Frau im Dritten Reich*. Refcrentin Een-ssin Thorhorst. Ordentlicher Vezirksparteitag Auf Beschluß de» Vorstandes findet der ordentliche Bezirksparieilag am Sonnabend, dem SS. April, abends 7 Uhr und am Sonntaq, dem S«. April, vorm. 9 Uhr im Plenarsaal des preußischen Staatsrats, Leipziger Straße Z. statt. Tagesordnung: I. Geschäftsbericht: J. Künstler. 2. Kassenbericht: 2L Pagets. 3. Bericht der Revisoren: h. Wolfs. 4. Arauenberichl: Käthe Kern. 5. Aussprache. 6. Wahl des Bezirksvorstandes und der Kommisflonea. 7..Der Reichsparteitag in Leipzig." Referent wil- heim Dittmann, Iii. d. R. 8. Aussprache. 9. Wahl der parteitagsdelegierten. Anträge zum Bezirkstag müssen bis znm Sonnabend, dem 28. März, an den Bezirksvorstand ciagereicht werden. 192. Abt. Bei Haß, Baumfchulenstr. 72, Bortrag:»Hat die verheiratete Frau das Recht auf Arbeit?* Refcrentin Anna Geyer. 103. Abt. Zn de:.Schillerglockc", Schillerpromenade, Bortrag:„Die Enzyklika des Papstes". Referent Paul Bernstein. 194. Abt. Bei Pamp, Haffelwerder, Ecke Fennstraße, Vortrag:.Sozialverstche- rung*. Referent Genosse Karsten. 198». Abt. Bei Schulz, Hohenzollernplatz 6, Bortrag:»Die Enzyklika des Papstes*. Reierentin Margareie Echenkalowski. 114. Abt. 20 Uhr bei SStzel, Wsthlilchstr. 30, Vortrag:»Der Papst und dt« Ehe". Referentin Elle Michaelis, 119. Abt. 20 Uhr bei Bartz, Möllendorffstr. 43, Bortrag:„Bölkerbund und Bölkerverständigung". Referent Hans Waldmann. 125. Ait. 20 Uhr bei Gallas, Lehderitraße, Ecke Berliner Allee, Bortrag:„Kirche und Sozialismus". Referent Willi Wolff. 127. Abt. 20 Uhr Im Lokal„Beiße Taube*. Landsberger Ehausse«, Bortrag: „Geburtenregelung als Kulturproblem*. Referentin Genossin Marauardt. 127. Abt. Der Frauenobend im Mär» fällt aus. Dafür findet am 3. Osterfeiertag ein gemütlicher Abend im Bolkshaus, Scharnwrberstr. 114, statt. Räheres wird noch mitgeteilt, Dienskag. 24. Marz: 52. Abt. 20 Uhr bei Bade, Saiferin-Augusta-Allee 52, Bortrag:.Da» Rrtnd- fck-reiben des Bapstes". Refcrentin Dr. Käthe Fronkenthal. IIS. Abt. 20 Uhr bei Senfeler, Boxbagener Etr. 62, Ecke Neue Bahnhafftraß«, „Bunter Abend". Vortragende Elfriede Möllmann. 123. Abt. Kaulsdorf. 20 Uhr bei Sllbner, Wilhelm-, Ecke Bahnhofstraß«, Bor- trag:.Die Enzyklika des Papstes*. Rcferentin Margarete Hartig. Mittwoch, 25. März: 8. Abt. Derbe, und Märzaekallenen�Sedenkfeier im großen Saal des Rational- Hofs, Bülvwstr. 37. Mitwirkende: Freie Turnerschaft und Sozialistisch« Arbeikerit-aend, Ernnve Westen. Giiste herzlich willkommen. Eintritt frei. 62. Abt. 20 Ubr im„Heidekrug*, Inh. Marsand, Bortrag:»Die Enzyklika des Papstes*. Referent Dr. Hans Cohn, 90. Abt. 20 Uhr bei Schadeiko, Weichsel-, Ecke Donaustraße,.Bititter Abend* unter Mitwirkung der„Naturfreunde*. 94. Abt. Bei Sell. Schillerpromenade 11..Leiterer Abend.* Vortragender Ha« 108. Abt. Bei Förster, Flcmmingstr. 11, Bortrag:.Die politische Situation*. Referent Otto Most, 117. Abt. Der für den 25. März vorgesehene Frauenabend fällt au», da der Genosse Dr. Georg Löwcnstcin uns an diesem Tage nicht zur Verfügung stehen kann. 113.«dt.« Uhr bei Tempel, Gudrun ssr. 7, Bmstragk„EoziaN-nnls in der Familie". Reierentin: Hennn Iaducznnski. 122. Abt. 20 Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31, Vortrag:»Die Enzyklika de« Papstes". Referent Gustav Buchhirl. 131. Abt. In der Gemeinschaftsschule Bismarckstr. 11, Bortrag:„Unsere Bov» schlüge zur Bctämvfuna der Wirtschaftskrise". Referentin Käthe Kern. Eichwalde. 20 Uhr bei Lindner Vortrag:„Die Frau in den Parlamenten". Refo» rentin Elfriede Ryneck, M, d. L. Donnerstag, 26. März: 85. Ait. Bei Pinger, Dorfstr. 50, Weiterer Abend*. Vortragende Margaret»! Walkotte. 139». Abt. 20 Uhr Im Jugendheim, Lcrmsdorfer Straße, Vortrag:„Die Enzy» Papstes", Referentin Nora Henke. „Wege und Ziel« der klika des 141. Abt. 20 Uhr bei Hoffmann, Edelweißstr. ö. Vortvaq: weltlichen Schule*. Referent Rektor Wolf. Freitag, 27. März: 68. Abt. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str, 42, Portrag:„Die Stellung der Partei zur gegenwärtigen Regierung". Referent Hans Woywod. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrk 20. Krei». 136. Abt. Sitzung der Arbeiterwohlfahrt mit der Kommunalc«! Wohlfahrt Donnerstag, 2b. März, 20 Uhr, bei Rochaus, Schönholzer Weg. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen. Koufercn,»m Montag. 23. März, 29 Uhr, im Großen Saal de, Deutschen Metallardeiterverbanbshaufe», Alte Iakobflr, 148, Ecke Sischiner Straße. Tage»- »eduung: Bortrag de, Genossen Dr. Kirchhcimer über:.Entoignungsrecht uud Rechtoftaat". Sozialistische Studentenschast. Ortsgruppe Berlin. Donnerstag, 26, Mär», Ausspracheabend, Sonnabend, 28, März, geseMgek Abend, 20 Uhr im Bund. Arbeiter-Dildungsschule. 11. Krei« Zehlendorf, Der durch Krankheit des Referenten unterbrochene Kursus lDr. Mönchen) wird am Montag, 23. März, 20 Uhr, im Lokal Wald- Haus, Epandouer Straße, fortgesetzt. Einheilsverband der Handel- und Gewerbekreibeadea und freien Berufe, Ortsgruppe Berlin. Montag, 23. Mär,, 29 Uhr, Restaurant Eude, Luisenuser 21, Bersammluiw der selbständigen Parteigenossen. Thema-„Die Lebensfragen der Selbständige». Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamlen und Anwärter: Dienstag, 24. Rärz, 29 Ahr, Lokal Heiles, Prenzlauer Alle« 239, Ecke Metzer Straße, wichtioe Berbcoeriammlnnq. Genosse T raubt, Kassel, M. d. L»,.Wie werbe ich am beste» für die Partei?*«äste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Verlia. Krei» Reutöll». Morgen lMontag) ist Arbeitsstunde um 18 Uhr(Baracke). Karten zur Zehnjahresfeier können noch abgeholt werden.— Gruppe.Falke*« Mittwoch, 25. März. 20 Uhr, Elteruversammlung in der Schule Lcrtzbergplatz. Kreis Prenzlauer Berg. Gruppe Freiheit. Treffpunkte der Roten u. Jung- fallen»u den einzelnen Proben für die Zehnlahresfcier und den Maitag wie folgt: Heute 81? Uhr, Donnerstag 16Vt Uhr am Bhf, Echönhauscr Alle« und Mittwoch, 17 Uhr, im Jugendheim. Am Donnerstag fällt dafür die Iungfalkcn- Veranstaltung aus.— Montag für die Gesamtgruppe Bastelnachmittag. Freitag 17 Uhr im Heim Falkenratssttzung. 20 Uhr im Phnsskzimmer<2. Stockwerl» wichtige Eltern Versammlung. Krei» Wedding. Die Musskgrnpp« kommt am Mittwoch, ITi) Uhr, in der Schule Putbusser St». 3(nicht Utrechter Etr.) zusammen.— Die Kreishelfer- verfammtuna ist am Sonnabend. 20 Uhr, in der Schule Pulbusser Str. 3 (Musttzimmer).— Gruppe.Schillerpark*. Donnerstag, 26. März, im Jugend- heim Seestraße, Eingang Turincr Straße, 20 Uhr Elternversammluug. Sterbetafel der Groß»Berliner Partei- Organisation| 23. Abt. Am 19. Mär» verstarb unser Genosse Emil Lippert. Bcrl. Transvaalstraße. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 24, März. 13 Uhr, Krematorium Grrichtftraße. Um rege Beteiligung ersucht die Abteilung». leitung. WM MllMklMM Achtung, modeiischiosseri vi«»»tag, de« 24. März. odeud» 7 Ahr. im verband»«, au». cwieastrabe 53/65, Saal 4 Versammlung »Nee ModelloffcloMCT, Reparatur- «fcloMer 5er Qtetzerel-Betriebe, Kokillen irnd Forrnenbaaer Die Tagesordnung wird In der Brr- sammlung bekannt gegeben. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Achtung, nrnhtui'heltspi Donnerstag, den 26. Alckrz. abta. 2 Übe. Im Cotal wollschtäger Mbalbettfteobe 21 Branchen-Versammlung Tagesordnung: t Bortrag de» Kollegen G, Lüdke über �Kranteaoerstcheruag*. 2. Aussprache.. � � 3. Verbands- und Branchenangelegen- Heilen. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Ohne Mitgliedsbuch tetn gutritt. vlen»lao, den 24. Rtaej, nachm. 4'/a Ahr. Im Cotal non Michel, »«penicker straste»4 vsrssmmiung aller Benninarhelter uno -al' heiter innen. Stander. rresear. Zusehneiaar Tag tsoifinung: 1, Stellungnahme zur Kündigung des Taritverlrage» in der Metaukurz. waeen-Zndustrie durch die Unter. nehmer. 2. Dtotuiston. Ohne Mitgliedsbuch lein guiritt. Es ist Psti-b« aller Kolleginnen und Kollegen, an dieser Versammlung teil zunehmen. Dienstag, den 24. Marz, nachm. 5 Abr, in Ewalds Vereins- bans, Skalitzer Straste 126 Branchen-Versammlung der metaiidracker u. rollerer Tagesordnung: I. Bericht, 2. BerbandsaugelegenheUen und Per- tchiedenes, Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesord- nung erwarten wir. daß alle Kollegen er-, scheinen. Die Vertrauensleute sind»er pflichtet, für einen guten Besuch Sorge zu tragen,___ Mittwoch, den 26. Marz. nachm. 3 Ahr, Im verbaudsban», Clnienstc, 63/63, Zimmer 2 Eruierhsiosen- Versammlung der Rohrleger und Helfer Tagesordnung: I. Branchenangeiegenheiten. 2. Berichiedene». Ohne Mitgliedsbuch und Stempelkarte lein Zutritt! Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. 5pi«IpUm unserer Rnltnrabteilnn» In der Woche oom 23. dis 29, Mär»- l. Mit Sven Hedtn durch Astens Wüsten 2 Hyg ene-Film. 3 Humoiesle, Ja der Woche vom 30, Rärz dt» 6. April l Di« König/n der Meere 2 Ausbildung der Schiffsmannschaften 3 Humoreste. Zn der Woche vom 7.»i, 12. April: L Menschen am Sonntag. 2. Etwa» vom Hamster. 3, Humoreske. Anfragen wegen Besuch und Ueber- lastung der Abteilung stnd telephonisch oder lchrifllich an die Kulturadteiwng lBllro LmienstrBS/SS. Zimmer 20) zurichten, Der Osterfeiertag» wegen bleibt die Sulturabteilnug Rariroitag. den 3. April, Sonnabend, den 4. April, Oflerlonutag.din d. April, und Oster- monkag, den 6. April, geschtoffrn, vi« vet»vsr«sIt»«iH>. kieiidsu-Volimuigen >0r Mie— auch Ledige nur noch Z-Zimnierivohnongen mit Zentralheizimgj Warm weseer Vertorfung o. Zentr&lwastihkQdie. In Friedemgrftge 00-62 qm RM. 80.- bis RM.86.- MQUentra�e 94/98, Afrikanbdie Str., Swakopmunder Strafe, Togostrabe Besichtigung: Täglich 10— S Uhr, Sonntags 9—1 Uhr Auskunft: Verwalter Modi, Swakopmunder Str. 22 Telephon: Wedding 1727. OSOSSOOGOSSOSO«OO««O»SSSSSO«SO WaldparzelBen n ,, Auch ohne Anzahlung. 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Ehr« ihre« Andenke» I Die Einä cherung findet Montag. den 23, März, nachmittag» ln7 Uhr. im Kiematortum Baumschulenweg stall Um rege Beteiligung ersucht vle VrtorerwoUuMg. Nach langem, tn großer Geduld getragenem Leiden entlchlief am 19, März mein lieber,»npergeßlicher, auter Mann. Bruder, Schwiegersohn. Schwager und Onkel «losdf Kramer zwei Tage nach seinem»ollendeten 59, Lebensjahr. Im tiefsten Schmerz krön Vlibelml»« Krämer geb. Borovikl und Pflegesohn Mwx Die Einäscherung findet am Montag, dem 23, März, 171, Uhr, im Krema- tonurn. Gerichtstr 37 88, statt. Sp, 1. 31/8 A d, ch eist DavstssArlog Für die herzliche Teilnahme beim Seimganae unsere» gellebten Sohnes und Bruders Heinz Boer allen Freunden Bekannten undBartet, genossen der 38 Abteilung, dem Recch». danner Ortoversin Friedrtchshatn, den Schupo deamien, Be trkFrledrtchohain den Kollegen vom Arbeitsamt Ost, dem wrr hiermit unseren tietge ühtten Dank kainil 9 aäolt v«er tuUMsvorner Ssriin-Sviinsdork lenirsibeizung Simlläre Anlagen «anklempuerel /h»i Qritnon»*6S [RJ40 Zn der Auswertungssach«, betr Penstonseinrtchiungen der BUtoria Berlin, Allgemeine Perstcherungs-Aktien� gefellschaft in Berlin SW 88. Sindni Nraße 20/25, wird im Anschluß an die Bekanntmachungen der Spruchstelle vom 12 Januar l93l und vom t2, Februar 1931 folgend« Entscheid»»« det-nnlg-macht: Die Sveuchstell« beim Kammergeeicht hat in der Sitzung vom 28. Februar 1931 für Recht erkannt: 1. Die Berdwdung der Entscheidung über die in den Atten Sp. 1/90, Sp 2/30 und Sv. 8/90 gestellten Anträge mit der Entscheidung über die in der Sache Sp. 1/31 gestellten Anträge bleibt ans- rechterhalten'. 2. Der gemäß Borschlag der Sprnchstelle vom 5, Januar 1991 auf Grund dc» Rundschreiden« her Viktoria zu Berlin. Allgemeine Versicherung»- Akiienqelell- lchaft. vom 12. Januar 1931 zwischen der Aulwerlungsschuldnerin und mehreren Gläubigern g-lchlossene Berglcich wird im Umianae der gemäß Ziffer 1 ver- bundenen Verfahren ftir allgemein»er- dinMich erklärt; & Die Kosten de» gesamte» Verfahren» trägt die Auiwertungoschuldnerin. Außergerichtliche Kosten werde» nicht erstattet. Gegen dies« Entscheidung findet da» Rechlsmiltet der sofortigen Beschwerde statt Sie ist binnen einem Monat bei der Spruchstelle oder bei dem Retchswirt- lchaftsgericht IchrUtltch einzulegen»der mstndltch zur Rtederschrtst der dortigen Geichältsbeamten anzudringen. Dt« ichweroefchrtst beginnt für die Gläubige,. die sich nicht an dem Berfahren beteiligt haben, mit de« rage dieser Berdsfeut- llchüug. Berlin, de» 1«, Mär, 1931. »prndutellc beim Konunergcridil. Inserate im Vorwärts bringen Erfolg! Waldparzellen Klosterfelde bei Wandlitz qm nur 45 bis 70 Pi, bei 9000 M. Aarahlnng, für jeden erschwinglich Verbindung; Sleltiner Bahohof- Sfal. Klosterfelde. Die Inllation ha) bewiesen.daß die beste Kapitalsanlage der Ankauf von OrundstQcken ist, TrederaCO., Ansbacher Str. 50 bavaria 2189 LUSTIGE BUCH — Eine Sammlung von Humoresken und Gro- S teskeo+ Ausgewählt von Arthur Goldstein £36 Seiten• Ganzleinen In dieser Zeit ein lustiges Buch? Ja— denn wirklicher Humor kann durchaus ein getreues Abbild des Lebens bieten. 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