BERLIN Mittwoch 25. Marz 1931 10 Pf. Hr. 142 B 71 43.Lahrg rischen und der bürgerlichen Welt: deshalb kommt er in Ro- nxir beider Gattungen nicht gerade vorteilhaft weg. Der Schreiber galt i Eichendorsf bis Thomas Mann als komische Figur. Er wu> oerachtet, weil er den arrivierten Bürger nack)ahmen wollt«. Erst Gogol, Dickens und Gola sahen ihn in seinen ökonomischen Be- dingtlzeiten. Andererseits wurde der Angestellte in Kitschromanen verwertet. Der Chef heiratet das Schreibmaschinenfräulsin. Man demonstriert daran, wie wohl alles in der bürgerlichen Welt bestellt ist. Erst allmählich spielte sich die Hintergrundfigur an die Rampe. Nathan Asch im„22. August" oder Sinclair Lewis im„Export" stellen sie in den Mittelpunkt. Aber sie führen die Welt der An- gestellten nicht konsequent durch, st« suchen Kompromisse im bapw end. Die Entscheidung liegt im Oekonomischen, in der Entwicklung der nächsten Jahre. Deutschland hatte einen Dichter, der sein Herz den Angestellten schenkte. Es war der zu früh verstorbene Franz Rothenfelder. Ihm galt der zweit« Teil der Deranstaktung! Albert F l o r a t h las kraftvoll und mit innerem Erleben ein paar Gedichte aus der Sammlung„Stein der Straße", Verse, die Bekenntnisi« sind zu den Dienenden und Ererbten. Der Sprech- chor für proletarische Feierstunden sprach das Ehor- werk„W« l t e n w e n d e", die Verheißung einer gerechteren, des- fcren Welt mit vorbildlicher Exaktheit und starkem Ausdruck. Sehr schön das Quartett des Kammer-Sinfonie- Orchesters. Loihar(Schmidt gestorben. Der geistreiche und erfolgreiche Lustspieldichter Lothar Schmidt ist heute Im Krankenhaus am Friedrichshain im 67. Lebensjahrs gestorben. Er'war ein Komödienschreiber, der durch natürlichen Witz und Grazie seit dreißig Jahren die deutschen Bühnen beherrschte. Der Mann, der lange in Ländern lateinischer Sprache gelebt hatte. brachte in da» deutsche Theater einen sehr originellen und seinen Ton. So wirkte sein erstes Lustspiel, die Charakterkomödi«„Der Leibalte" durch die Kraft der inneren Dramatik. Lothar Schmidt kannte die Gesellschaft, die er schilderte, nicht nur vom Hörensagen. und mochte es auch nur die sogenannte gut« Gesellschaft sein. Sein Lustspiel„Nur«In Traum" hech«lt« mit leichter Ueberlegenheit die amüsant« Verlogenheit, in der sich die oerliebten Domen und Herren der höheren Gesellschaft gefallen. Lothar Schmidt adelte auch das heruntergekommene Genre der Kriminalkomödi«. Seine lächelnde Satire überwand den Kitsch, mit dem die aberhundert deutscher und ausländischer Kriminaldramatlker die Bühnen überschwemmten. Vor mehr als fünfundzwanzig Jahren war Lothar Schmidt der erst« Lektor, den der junge Theaterverlag S. Fischer engagierte. Der Lektor widmete sich in dem Verlag der Suche nach jungen Talenten mit Takt und Liebenswürdigkeit. Schmidt besaß«in soziale» Herz önlemationale �rauergäfte Zu den tteflatiungsfeiern für unfern Wermann tUüller wird auch eine Sleihe von Terlrelem der ausländifchen äfruderparleien angemeldet.£inige von ihnen geben wir heute im SSilrte tlu Slauning- Dänemark £mil Tandercelde OSrüffel {Karl Stenner-Wien Marl Seils Wien Xeon Shum-tfians und kümmerte sich auch um die wirtschafttichen Schicksale seiner Berufskollegen. Darum gehörte er jahrelang zum Vorstand de» Verbandes Deutscher Bühnenschriststellcr und Komponisten. Rüstungsausgaben ein Viertel herunter! Weltverbond der Völkerbundsgesellschasten für gleichartige Vüstungsdegreniung. Die Abrllstungskommission des Weltverbandes der Völkerbunds- gesellfchaft hat unter Vorsitz von Lord Eecil in Pari» getagt und unter der Mitwirkung der sranzösischen Völkerbundsdelegierten H e n« s s y. Cot und C a s s i n, des Belgier» R o l> n und des Freiherrn von Rheinbaben eine Entschließung für den kam- inenden Budapester Kongreß gefaßt. Darin wird erklärt, daß die Slbrüstungskonferenz 1332 zu einem Ergebnis kommen muß. das den beträchtlichen Fortschritten e n t s p r i ch t. die seit einigen Jahren hinsichtlich der Sicherheit durch die verschiedenen internotionalen Verpflichtungen als Ergänzung des Völkerbundsstatuts erreicht sind. Dann wird gefordert die Herabsetzung der Heeresbudgtt» um ungefähr 25 Prozent und die Vorbereitung der Be- feitigung der Ungleichheiten, die die Friedensverträg« zwischen den einzelnen Staaten hinsichtlich der Rüstungen hergestellt haben, und zwar durch Herabsetzung der Rüstungen der noch nicht abgerüsteten Staaten. 19 getötet- 50 verletzt— Von den Demonstranten geaen die drei Hinrichtungen in Lndien. Sawnpur, 25. INLrz. 3m Anschluß an die Protestkundgebungen gegen dl« Hinrichtung der drei Verschwörer in Lahore kam e» hier zu blullgen Zusammenstößen, bei denen nach den bisherigen Aeftflellungen lg Personen gelötet und 50 verletzt wurden. Tempel und Moschee wurden angegriffen, Läden geplündert und Kleine gegen die Postämter und Gerichte geschleudert. Der Geschäftsverkehr ruht. Die Lage ist ernst. Gestern abend war das Betreten der Straßen verboten. England protestiert nicht mit. Hendetson witersteht dem Dräng«« Vriands. pari», 25. März.(Eigenbericht.) Briand hatte am Dienstagabend mit dem englischen Außen- minister Henderson eine kurze Unterredung über da» österreichisch- deutsche Zollabkommen. Nach dem„Echo de Paris" soll Brtand Henderson gedrängt haben, die Notwendigkeit eines gemeinsamen Protestes Frankreichs, England«, Italien» und der Tschechoslowakei gegenüber Oesterreich anzuerkennen. Henderson habe fedoch darauf erwidert, daß er noch nicht endgülttg Stellung nehmen wolle, da«r erst das Ergebnis der Prüfung des Abkommens durch die Sachverständigen des Auswärtigen Amts und den Bericht de» englischen Gesandten in Wien über die Erklärungen Schobers ab- warten wolle. Benesch nimmt vvtweg. pari», 25. März.(Eigenbericht.) Der tschechische Außenminister erklärte Vertretern der Regle- rungspresse, daß die österreichisch-deutsche Zollunion von der Tschccho- slowakei unbedingt zurückgewiesen werden müsse. Die Tschechoslowakei habe zwar selbst über Regionalverträge verhandelt. müsse jedoch die Ausfassung vertreten, daß solche Uebereinkommen nur zwischen Staaten gleicher Macht st ellung abgeschlossen werden könnten. Der Zollplan Bcrlin-Wicn werde nicht nur bei den Staaten der Kleinen Entente, sondern überhaupt international auf groß« Schwierigkeiten stoßen. Außer Frankreich und Italien seien vor allem Rumänien und Slldslawien gegen die Union. Auch England dürste mit Frankreich konsorm gehen. Ent- sprechende Unterredungen zwischen Briand und Henderson seien im Gange._ Die-Aufstandsführer frei. Große Kundgebungen in Spanien Madrid, 25. März.(Eigenbericht.) Die amnestierten oder freigesprochenen Führer der Dezember- reoolution wurden am Dienstagnachmittag gegen 5 Uhr au» dem Sefängni» entlassen. Tausende Menschen hatten sich«ingefunden und empfingen die Republikaner unter großen Ovationen, obwohl die Stunde der Freilassung geheimgehalten worden war. Da auch Hochrufe auf die Republik und Kundgebungen gegen den Konig erfolgten, wurden mehrere Personen verhaftet. Sein Frauenwahlrecht ln Japan. Das japanisch« Oberhaus Hat mit großer Mehrheit den von, Abqeordneteichaus angenommenen Gesetzentwurf, der den japanifdjfn Frauen die Uebertragung des Wahlrechts bei Kommunalwahlen gestatten soll, abgelehnt. Der Vater de»„Schwejk" im Tonsilm. Eine Prager Film- gesellschast Hat ein Manuskript erworben, kos das Leben Iaroslav Hascheks, des Derfasiers des„Braven Soldaten Schwejk" zum In- halt hat. Der neue Film wird als Tonfilm herauskommen und den Titel„Der legt« Boheimen" führen. Ne'mlch Lerich liest elpene Dicktunaen streitag. A> Ubr i» den RSuinen de» Trullchcn JPutmibf» der Coziaibeamltnnen. Lettin ZV(L', ftmlßiflet- ftratze 59. Eintritl 0,80 Ml. 51« Jvrv der Vevt'chen vuchkuaflfllstiii'g, die afljäbrliK zum Tsg des Lu-tes vuter der oclemlc» deustllnn Lua pioduliion des oerganiieiien Iebics die 50 beslaus-irllaltenen oii«,u>räbleii hat.»abm in diesem Jadre wieder zwei Werte der Llichcrgiide Kutenberg unter die PreiStiöger auf. Die Urania beschließt ifir Winterprogramm Freitag S'l4 Uhr im OauS der Zechnik mit einem Vortrag:»Die it in a l e u r- K i n« m a t o- g r a p h i c Redner: A. Kraezna Krausz. Aschinger-Wahl. Hehe gegen Sen Betriebsrat. Die„Rotc F Beilage. � fäsfchäß#-Jhtsäger* (Bezirk füden-Wefien BAUAUSFÜHRUNGEN HOCHBAU/ TIEFBAU Berlin- Wilmersdorf Helmstedter StraBe 3 Tel.: Amt Uhland 962/63 A. 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Di« Sümpfe sind längst eingetrocknet, klein« Grünflächen verkümmern in den Staubwolken, um das alt« Schlojj däminert eine stinkende Brühe, die sich als Teich ausgibt, und von den rund 38 laufenden Strahenkilometern sind nur 11 Kilometer befestigt. Aus dem alten Smnpfenburg ist schon lange Seniten- berg geworden, und das ist eine Stadt in Deutschland, wie es sanft nur wenige gibt. Dies« Stadt liegt aus der Braunkohle, wird unterirdisch von schwarzer Kohle umschlossen und dos ist ihr Glück und Berderben. Glück für Senstenberg: in den letzten zwanzig Jahren hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt und das verwahrloste Revier hat ein Jentrmn bekommen. Unglück für Senstenberg: die größten Gruben und Brikcttfabriken liegen in de» nahen Dörfern, der Lebcnsraum iftzu klein, die finanziell« Belastung zu schwer, die Ohnmacht dem Bergbau gegenüber zu groß. Diese Stadt erinnert heute noch an jene srühkopitalistische Zeit, in welcher der Raubbau an den Bodenichätzen und an den Arbeitern triumphierte. Ungefähr 80 000 Menschen wohnen in jenem Industrie- gebiet, von dem Senstenberg die schwarze, verrußte und traurig« chauptstadt ist. Dort gibt es verschieden« Krankheiten, die aus den besonderen klimatischen und meteorologischen Berhältnissen zu er- klären sind. Sie sind auf den Jodmangel des Wasiers zurückzu- führen, und das viel zu wenige Jod und dos viel zu viel« Eisen im Wasser haben die Gruben aus dem Gewissen, der Bergbau hat den Wasserspiegel gesenkt, die Lust ist zu trocken, der Sandboden zu ausgedörrt, aber dem Bergbau geht es immer noch gut. Den, Bergbau geht es gut, die neuesten Bilanzen weifen immer noch Millionenüberschüsse auf trotz großer Abschreibungen, Rückstcl- lungen und tvohrscheialich auch trotz vieler Berfchleierimgev. Der .sscrrgott des ganzen Gebiets ist ein T s che ch e und heißt P« t s ch e k. Ihm gehören die führenden Gruben und Brit«ttsabrik«n. Die„Ein- t rocht" zum Beispiel verbuchte und gab zu im letzten Jahre, dem Jahre der Krise, der Not, des Jammers, einen Ueberschuß von über zweieinhalb Millionen Mark! Di«„Nioderlausitzer Kohlenwerke" gaben zu einen Ucberichuß von zweidreiviertel Millionen Mark! Ab- geschrieben von den Millionengewinnen ist die immer noch fort- schreitend« Mechanisierung der Gruben und Betriebe, die Kabelbagger und die Grohraumförderung, der.Eiserne Berg. mann", ersetzen immer mehr die menschlich« Arbeitskraft. Den Gruben, den Brikettiobrilen und der Steininduftrie geht es trotz mancher Stillegung immer noch gut, immer neue Kohlenfelder wer» den erschlossen und rücken schwarz und drohend auK.lÄl nahen Dörfern nach der Stadt vok, verwüsten die Landschaft, verpesten die Lufi/ leickeii den Grnmdwvsserspicgel und drücken das Knstnrmvea», wie sie das Wasser immer tiefer drücken. Den Bergarbeitern geht es nicht gut. Viele Kumpels gehen mit 16 M., nstt 20 M. und, wenn es hoch kommt, mit 30 M. nach Haufe: aber es gibt auch Kameraden, die verkürzt arbeiten, und die bekommen in der letzten Monatswochs, wen» die Miete für die Werkwohnung abgezogen wird, chOO M. oder 1,40 M. und auf 71 Pf. mit der Lohntüte in die Horst» gedrückt. Und davon sollen die Familien leben! Sie sollen leben und sich noch dar- über freuen, daß es überhaupt noch Arbeit gibt. Die Gruben treiben Raubbau mit den Bodenschätzen, und sie können es auch, sie unterstehen fa den Bergämtern, und in diesen Bergämtcrn sitzen gewöhnlich die Söhne, Bettern oder Verwandten der Bergherrcn selbst, sie bilden einen Staat im Sloore und haben ihr« eigenen Gesetze. Auch die Kumpels haben ihre eigen« Sozial- Versicherung, die Knappschaft, aber sie haben es nicht gut. Die Benreter von 68 Städten und Gemeinden des Lausiger Kohlen- gebiets, die jüngst in Senstenberg tagten, stellte» fest, daß ihre Reichsknappschaft ein« Unierbilanz von rund 80 000 000 M. hat und daß in der Lausitz zwei Bergarbeiter einen Arbeitsinvaliden unter- halten müssen. Da liegt min diese kleine Stadt inmitten der großen Gnrben und stinkenden Fabriken jind will leben. Im dürren Lande~ es gibt keine Wälder voll Saft unö Schönheit— klotzen die großen Krgter des Tagebaus. Aus dem schwarzen Grunde, aus dem Sumpfwasser baut sich die Kohke in schmalen und hohen Flözen, in breiten Riegeln, Türmen und Bänken auf. Manchmal liegen flache Würfel im Grunde, als habe ein Gigant mit ihnen um hohen Ge- winn gespielt. Bertorft« Sumpfzypressen wachsen zu hohen rissigen Kuppen, aber sie sind für die Unternehmer wertlos wie der gelb«, gebleichte Sand auf den hohen Halden, den trostlosen Kippen, die überoll mr Lande verstreut liegen. Die Landschaft sieht wie ein gewaltiges Schlachtfeld aus, ein Schlachtfeld des Profits, in dem sich die Gruben eingefresfen und verfchonzt haben. »M dann mit ihren gewaltigen Maschinen und Gerate:,, eiserner Tod, immer weiter zu wandern, immer neu« Gruben zu erschließen, immer neue Dividenden aus dem Sandboden des ehemaligen Meeres an sich Z» reißen. Fünfzig Jahre Bergbau im Riederlausitzer Revier, und das sind.sünizig Jahre Verwüstung der Landschaft, fünfzig Jahr« Rauch und Gestank, fünfzig Jahr« Reichtum, fünfzig Jahre Vcr- proletarisierung. Manche Dörfer, sie standen aus kostbarer Kohle, sind umgesiedelt worden, die Bauern sind keine Bauern mehr, fast alles Land, unter dem Kolst« liegt, gehört Petjchek und seinem Konzern. Die Felder verdorren, trogen koin« Frucht mehr, Die Bauern sind die Unterlegenen in dem großen Kriege des Berg- baus. Jedes Dorf, jeder verlassene Hof ist der Vorwurf zu einem grandiosen Roman, der einmal geschrieben werden muß.«in Roman über das Eindringen des kapitalistischen Hochbetriebs in das ab- seitige und wehrlose Dorf. Wenn die Ichwarze und braune Kohl« aus d«n Gruben und n?ch den Pressen kommt, weiß der Ingenieur genau, ob sie 40 oter SO Prozent Wasser enthalt. Das Wassergehalt steigt oder fällt je nach der Güte des Berges(die tiefe Grub« heißt.Berg"), fällt nach der Güte des Berges und der Jahreszeit. Bis auf 14 Prozent wkrd dann in den stinckenden Brikettkabriksn des Waiier ausgepreßt, und Kobfe mit 14 Prozent Wassergehalt rinnt in die knallende Presse wie feiner, trockener Staub. Wo ist der Psychotechniker,»er«in- mal ausrechnet, bis auf wieviel Prozent der gewöhnliche Prolet in einem einzigen Arbeitsjahr ausgepreßt wird? Senstenberg hat in den letzten 20 Jahren seine Einwohnerzahl verdoppclt, das Kulturniveau ist das alt« wie vor dem Kriegs und erinnert an die dunkelsten Revieve in Deutschland, an Waiden- bürg, an Hiirdenburg-Zaborc«. In den letzten Jahren verwahrlosten und verfielen die dr« Schulen, die hygienischen Berhältniss« erinner- ten an die hygienischen Verhältnisse der Soldaten an der Front, «ine Schule steht zum Beispiel inmitten einer Brikettfabrik, inmitten des Donners der Pressen, inmitten der atemraubenden Rauchwolken der schwarzen Kohle. Es fehlte an der selbstverständlichen Liebe für die Kinder, die Klassen waren überfüllt, die Höfe verdreckt! Auch heut« gibt«s«in« Schicke, die ihre Kinoer, weil es an Raum fehlt, im kohlen Flur unterrichten muß oder im Kom'eren.z- zimmer, in dem keine Bänke oder Tische zur Verfügung stehen. Die Stadt aber will nicht verkommen. Senstenberg hnt nun ein« sozial! st ische Mehrheit und, was noch wichtiger ist, einen aktiven sozialistischen Bürgermeister, der nnt oller Gewalt versucht, das Chaos zu ordnen. Einige Straßen wur- den gepflastert, kanalisiert oder asphaltiert, schön«, billig« Siedlungs- Häuser bauen ihre freundlichen Reihen, die Schulen werden endlich an den Lichtkreis der Zivilisation angeschlossen, die alten Bauten freundlicher gemacht, es gibt nun Turnhallen und Duschräume für die Kinder, die ärmsten unter ihnen werden gespeist. Sluch für d:e Erwerbslosen»,ü> Sozialrentner ist eine große Küche «ingerichtet worden. Bon allen geplanten Schulneubauten ist wohl das.Pädagogische Forum" von Max Taut das interessanteste. Auch um die Eingemeindung der nahen und viel reicheren Dörser— fast alle haben sozialistische Mehrheiten, es gibt wenig Hakenkreuzler und Kommunisten im Revier— wird erfolgreich gekämpft, um Lebensraum zu schaffen, um die notwendigen Mittel stir eine Neu- ordnung hereinzubekommen. Das neue Senstenberg wird dann über 30000 Einwohner haben und in der Lage sein, inmitten der schwarzen verwahrlosten Ländschaft ein wirkliches Zentrum zu werden. Gegen die Eingemeindimg kämpfen die Gruben mit allen Mit- teln, ober die Stadt und die roten Dörfer werden siegen. Die Lebens- dauer des Bergbaus wird auf weitere 80 Jahre geschätzt. Werden bis dahin die nackten Sandhalden wieder aufge forstet sein? Was macht die Stadt dann, wenn der letzte.Eiserne Bergmann" die letzt« Kohlenwand gefressen hat? Das ganze Revier ist reich an wertvollen Erden, der Sand ist für die Glassabrikotion geeignet, in den Lehmgruben und Steinbrüchen liegt unerschöpfliches Material für die B a u w i r t! cha f t. Mit aller Gewalt wird ver- sucht, durch den geplanten Elbe-Spree-Oderkonal Anschluß an das mitteldeutsche Strom- und Wirtschaftsgebiet zu bekommen, um diese proletarische Stadt da unten am Rande des Spreeivaldes näher an die Kulturzentren zu rücken. Es ist bedeutsam, daß unsere Genossen dies« Plön« ausgearbeitet haben und um ihre Berwirklichung kämpfen. Der Kämpf um die Neuordnung Deutschlands wird auch in der Provinz geschlagen. Sozialistisch« Kommune!» Politik heißt Bcsestigung der Deutschen Republik. AuguU �Becker Bern Qedächinis eines Pioniers des deutfchen Sozialismus Vor 60 Iahren— am 26. März 1871— ist A u g u st Becker in Cindimtti als Emigrant gestorben. Sein« Name ist jetzt so gut wie vergessen und selbst in den Geichichtsmerken wird sehr wenig und lückenhaft über ihn berichtet. August Becker hat aber ein An- recht darauf, iwh man seiner gedenken soll: er war einer der ncker- eisar.teiten und eigenartigsten Dorkämpser des deutschen Kowmums- mus der 40cr Jabre, und F r. Engels, der bekonMlich sehr streng über seine Mitmenschen urteilte, bezeichnete nicht umsonst Becker alz einen.Höchst bedeutenden Kaps". August Becker wurde im Jahre 1814 in der Familie eines Doripforrers in Hochweißel fHessen-Dormstodtl gebvnen. Der Vater wall!« auch August Piarrer werden lassen und schickte ihn >M diesem Zweck nach Gießen�-danrit«-dort an der Universität Theologie ststdier«. Zlugust Lecker hat aber, wie auch viele ander« seiner Altersgenossen, einen anderen Lebensweg für sich gewäblt. Schon als Student hat er sich der revolutionären Lewe- g u n g ongesastossen, beteiligte sich an den Unruhen in Gießen im Jahre 18.31/32(S. G- Vogelsberger Aufstand), war in dt« bekannt« Frantfurter Verschwörung 18.33 verwickelt und stand später auch Georg Büchner, dem berühmten Dichter und Revolutionär, nahe. Er wurde einer seiner aktivsten Mitarbeiter in der revolutionär-sozialistischen Propagandatätigkeit unter der rheinischen Bauernschaft. Ansang 183Z kam die Polizei aus die Spur der Tätigkeit des Zirkels. Es ist Georg Büchner gelirngen nach der Schweiz zu entkommen, wo er kurze Zeit darauf starb. August Becker wurde ober zusammen nnt seinem Freunde und Ver- wandten, dem Pfarrer Dr. Fr. L. W e i d i g, und einer Reihe anderer Personen v« r h o s t e t. Die Voruntersuchung m pokitischen Prozessen dauerte zu jener Zeit unendlich lange. Die Bedingungen der Boninteriuchungshast waren dabei äußerst streng. Wcidig erlag der schweren Hast und starb im Gefängnis. August Becker, der be- deutend jünger und kräftiger war(in den Erinnerungen seiner Zeit- genossen wird er als Athlet bezeichnet— in den Studentenzirkeln wurde er„die deutsche Eiche" genannt), ist zwar am Leben geblieben, hat aber während de» vierjährigen Gesängnisausrnlholt» seine Gesundhelt vollkommen ruiniert, und selbst in den späteren Jahren tonnte er nicht ohne Grauen an diese Zeit.zurückdenken. In, Jahre 1839 wurde A. Decker, als letzter— da er„mit dem Geständnis zurückhielt"— der Gefangenen aus freien Fuß gesetzt und konnte sein Baterland, das ihn so stiefmütterlich behandelt«, verlassen und in die freie Schweiz reisen, wo er sich sofort in das Leben der Emigrontenzirkel und der Arbeiterbikdungsvereine stürzt«. In der Entwicklung dieser Bereine trat zu jener Zeit ein Wendepunkt ein. Diese Organisationen— gegründet von den radikalen Emigranten, Anhängern des„Jungen Deutschlands", deren Ideologie einerseits vom revolutionären Kampfe gegen die Despaten und andererseits von den national-patriotischen Stirmnun- gen der Zeit der Napoleonischen Kriege durchdrungen war— begonnen, insbesondere unier dem Einfluß der sranzösischen K o m m u n i st e n sich von der gemeinsamen revolutionären Front zu trennen und selbständige Klassenorgoniiationen zu bilden. Im Derlous der Auseinaiedersetzimgen innerhalb der Arbeiterbildungs- vereine, insbesondere im Genfer Berein, entfaltete sich allmählich der Kommunismus von W. Weitling und feiner Anhänger, der von Marx als die„riesenhaften Kinderschuhe des deutschen Proletariats" bezeichnet wurde. A. Becker stand in diesem Kampf« fast vom Ansang an an Weitlings Seite. In diesem Sinne sprach er stch auch in seinen Briefen an die„Rheinis-ix Zeitung" und den Züricher„Boten aus der Schweiz" über die Genfer Aus- einondersetzungen aus. Nach der Verhaftung und der Verbannung Wcitlings galt A. Becker als d'e beste literarisch« Krost dieser Bewegung in der Schweiz. Er hielt Vorträge in den Arbeiterorganisationen, gab Brosck-üren und Zeitschriften heraus, nahm Anteil an einer Reihe von Perösfentkichungen usw. Sein« Artikel von jener Zeit kann man, sowohl im Schaffhausener„Vorläufer", als auch in der Ham- burger.. Werkstatt", im„Ilster Boten" und in einer Reihe anderer Zeitschriften sinken. Die Jahr« 1842 bis 1546 waren die Blütezeit seiner Tätigkeit. Er führt nicht nur erfolgreich die Polemik als Verteidiger der Weit- lingschen Ideen, sondern er vertieft und erweitert sie zum Teil und näherte sich immer mehr den Anschauungen des w i s s c n s ch o s t- I i ch e n Sozialismus. Von diesem Standpuntt« ist seine Broschüre:„Was wollen die Kommunisten?"(Lausanne 1844) be- sonders interessant. Von Elche 1844 verfällt er allmählich dem Ein- stutz von Dr. Georg K u h l m a n n, der den Kommunismus mit dem Christentum zu vereinigen bestrebt war. Dieser Kuhinionn— ein in mancher Hinsicht ver- dachtiger Mensch, jedenfalls ober ein sehr konfuser Kopf— schloß sich später dem extremen linken Flügel der kirchlich- r e s o r in i st i sch-e n. B e w« gu ng an, die Mttte der 40er Jahre soft ganz Deutschland urnsaßle. Becker, wie auch viele andere Revolutionäre jener Zeit, hielten es anfangs für zweckmäßig, diese Bewegung als Faktor der Revolutionisierung der Masjen guszii- nutzen. Sie alle betrachteten die Gegenwart im Lichte der Geschichte der Bauernkriege und des Bauernkominunismus de» 16. Jahrhunderts, dem doch auch der Kampf für die kirchliche Reform den Weg ebnete. Es war Becker um so leichter sich diesem Standpunkte anzuschließen, als er in seinen früheren Artikeln diese Ansicht über die Bauernkrieg« zum Teil bereits vertreten hat. Dies mar lediglich die logische Eirtwicklung der Ideen von Georg Büchner. Tatsache ist, daß Becker im Winter 1844/43 als Wasfenträger Kuhl- manns auftrat und in der Sprache der biblischen Propheten de» Kommunismus als«ine neue Religion unserer Zeit zu predigen begann. Diese Anschauung kam in der Zeilschrift„Die fröhliche Botschost von der religiösen und sozialen Bewegung", die unter seiner Redaktion in Lausaime im Jahre 1843 erschien, ganz besonders zum Ausdruck. Die aus dem Polizeiarchiv stammenden Berichte besagen, daß diese Bewegung durch die Bermitttung Kühl- monns bestrebt war, sich in unmittelbarer Verbindung mit der tirch- lich-reformatorischen Bewegung Deutschlands zu setzen. Laut de» Berichten glaubwürdiger Quellen fand im Jahre 1845 in Stuttgart eine geheime Zusammenkunst Kühl manns mit dem Pastor Range statt, dem onerkonnlen Führer der kirchlich- resormislischeu Bewegung, der seinen Ueberzeugungen nach jedoch Demokrat war. Die religiös-christlichen Tendenzen iir der kommunistischen Propaganda trugen noch mehr zur Verschärfung der Gegensätze in den Schweizer Arbeiterorganisationen bei. Die Anhänger des„Jungen Deutschlands" nahmen ihre Tätigkeit wieder aus und führten einen entschlossenen Kampf gegen die religiös-christlichen Tendenzen der Kuhlmann-Beckerschen Ideen. Es gelang ihnen auch wieder die Kreise um sich zu vereinigen, die ihrem Wesen nach eigenttich mehr zun, Kommunismus neigten. Im Herbst 1843 zertrümmert« die radikale Lausanner Regierung alle Arbeiterorganisationen und yues sämtliche Führer der beiden Flügel der Arbeiterbewegung aus. August Becker befand sich gleichfalls unter den Verbannten, und von min an wanderte er rastlos von Ort zd Ork. Er wurde auch aus den anderen Schweizer Kantons ausgewiesen und mußt« schließlich die Schweiz endgültig verlassen. Er wollte sich anfangs in Frankreich niederlassen, aber auch hier bekundet« die Polizei auffälliges Interesse für ihn. Nach langer Wanderung und unter großen Schwierigkeiten gelang es ihm endlich, im Elsaß Aufenthalt zu finden. Es ging ihm zeitweilig sehr schlecht, er litt mitunter große Not, verlor aber dabei nie seinen Mut.„Unkraut vergeht nicht"— schrieb er mit der bitteren Ironie im Sommer 1847 an seinen Freund Georg Schorges, dem Nach- folger Gutzkows als Redakteur des Hamburger„Telegraph für Deutschland". Di« Revolution 1848 gab August Becker die Möglichkeit, in d-e Heimat zurückzukehren. Er ließ sich in Gießen nieder, wo er«ine Zeitung unter dem Namen„Der jüngst« Tag" herausgab. Dies« Zeitung wurde sehr bald das Organ der Gießener„«nt- schieden«» Demokratien". Auch in. seinen öffentlichen Vorträgen trat August Decker als„entschiedener Demokrat" auf. In den Erinnern»- gen seiner Zeitgenossen wird«r als interessante und eigenartige Er- scheinung, als revolutionärer Demagoge bezeichnet. Nach den Erzählungen Al. Büchners, des Bruders von Georg Büchner, hatte Becker zu jener Zeil" einen großen, stattlichen, fuchsroten Bari, 'Rad.io aus czllez? Weif Dialionalitäletikamjpf um den"Rundfunk Während man in Westeuropa nur den Kampf der politischen Parteien um den Rundfunk kämpft, todt in O st e u r o p a ein heißer Kampf der Nationalitäten um die Radiowellen. Ueberall beinahe ist der Rundfunk zu einem wichtigen Jnstru- ment des Staates geworden. In Osteuropa haben die Regierungen sehr bald die Wichtigkeit des Rundfunks als politische Waffe erkannt. Auf dem Balkan baut man gerade in Ländern mit einer kulturell zurückgebliebenen Bevölkerung den Rundfunk auch als kulturelles Bildungsmittel immer weiter aus. Was aber vorauszusehen war ist jetzt eingetroffen: der Kamps der nationalen Minderheiten Osteuropas um ihr Recht am Rundfunkprogramm. In Polen bildet die deutsche, jüdische und ukrainische nationale Minderheit«inen beträchtlichen Teil der Rundfunkhörer aus. Als zahlende Rundfunkhörer find die chörer der Minderheiten willkommen. Aber jeder Einfluß auf das Rundfunkprogramm ihres Senders ist ihnen oerwehrt. Schon lange kämpfen die nationalen Minderheiten um eigene Rnndfuntstunden im Radioprogramm. Z>e polnische Rundfunkverwaltung wollte davon nichts hören und gebrauchte den Rundfunk nur als«in Instrument der Polonisierung. In der letzten Zeit hat man aber anscheinend kleine Kompromisse gestattet. Bon einigen polnischen Sendern hörte man kleinere Darbietungen in den Sprachen der nationalen Minder- Helten. So einige deutsche Vorträg«, die rein literarischen Charakter hatten. Man hörte ukrainische Borträge, di« von der Regierung zur Beeinflussung der Ukrainer inspiriert waren. Ein hebräischer Vortrag wunde sogar über das Arbeiterwerk in Palästina gestattet. Das alles find klein« Ansänge. Es muß in Polen so wie in der Tschechoslowakei kommen, wo jede natio- nale Minderheit ihre eigenen Rundfunkstunden senden darf. In Rußland baut zwar die Sowjetregierung jeder Nationali- tat einen eigenen Sender, aber diese sind keine Kulturfaktoren, sondern politische Propagandainstrumente im Dienste der Komintern und di« Minderheiten selbst haben d«n kleinsten Einfluß aus das Programm. In Litauen und den anderen Randstaaten läßt man Fremdsprachen überhaupt nicht am Mikrophon erklingen. Genau so in Rumänien, wo der Rundfunk«in Machimitiel des Staates im vollen Sinne des Wortes ist. Ungarn kämpft mit der Tschechoslowakei einen heißen Kampf im Aether um die Beeinflussung der chörer In den Grenzgebieten. Die Verstärkung vieler Sender in Europa ist eben aus diesen Kamps der Staatswellen untereinander zurückzusühren. Man kann die Zerrissenheit Osteuropas sehr gut auch am Radio- apparat erkennen. Es ist zu hoffen, daß die Regierungen(im Rundfunk) ein Instrument der Verständigung zwischen ihnen und ihren nationalen Minderheiten bald erkennen werden.— us. Ras Cbr der Well Ein einfacher Eiienstönder. an einigen Schnüren hängt im Kreis ein kleiner weißer Marmorblock... Das Mikrophon! Das Ohr der Welt! Worte, Töne, alles das vor diesem unscheinbaren Gerät erklingt, tönt hinaus über die Welt, über Länder und Mee-e, durchdringt die Wände von Palästen, chäusern und ch litten. Manchesmal wird das Mikrophon zu einer Gefahr. Manches- mal schnappt das elektrische Ohr«twas auf, was nicht für es be- stimmt war. Wo ein Mikrophon steht und eingeschaltet die Senderäume ver- war in seinem Aeußcren vernachlässigt wie Diogenes, stellte also d«n wahren Typus des Demagogen dar". August Becker spielte auch im lokalen Leb«n jener Zeit eine führende Rolle:«r trieb Propaganda unter der Bauernschaft— hier kamen seine alten Sympathien zum Vorschein:«r wurde als Delegierter zu den demokratischen Kongressen sowie Anfang 1843 in den Landtag gewählt. A. Becker war in jener Zeit sehr oft als Redakteur und Redner Derfolgungen ausgesetzt. Seine Zeitung wurde mehrmals beschlag- nahmt und in der Folge gänzlich verboten. Es wurden zahlreiche Berfahren gegen ihn eingeleitet, die schließlich zu seiner Ver- Haftung führten. Obgleich diese Gerichtsverfahren für ihn ver- häUnisinäßig günstig endeten, sah er sich trotzdem gezwungen, Deutschland zu oerlassen und siedelte im Jahre 1852 nach Amerika über. Jetzt beginnt eine noch schwerere Zeit für ihn. In den Nachrufen. die nach seinem Tode in der deutsch-amerikanischen Preff« erschienen, findet sich auch der Hinweis darauf, daß Becker während dieser Jahre gezwungen war. um sein Brot zu verdienen, auch als Zirkusakrobat aufzutreten. Während des Krieges zwischen den nord- und südamerikanstchen Staaten war er sogar Feld- geistlicher im 7. New-Porker Regiment, wo viele deutsche Emigranten dienten, die ihn im Scherz„das berittene Wort Gottes" nannton. Das war wohl das einzige Mal in seinem Leben, wo er von seinem theologischen Studium Gebrauch machte. In diesen Jahren widmete sich August Becker hauptsächlich der literarischen Tätigkeit. Er war Mitarbeiter und Redakteur einer Reihe von Zeitungen und Zeitschriften in New?)ork, Baltimore, Clncinatti u. a. Städten Amerikas, und sein Name darf deshalb in der Geschichte der deutsch-amerikanischen Journalisten nicht ver- gessen werden Dem Sozialismus und der Arbeiterbewegung stand >r freilich während dieser Jahr« fern. In einer seiner polemischen Noti-cn äußert« sich K. Hcinzen sehr abfällig über August Becker: „früher Kommunist, dann Spiritualist. dann— Bierfaß"(„Pionier". Boston vom 13. Juli 1864). Es ist durchaus möglich, daß diese Aeußerung zum Teil der„Grobheit" Heinzens zuzuschreiben ist, der als Publizist kein Blatt vor den Mund nahm. Aber im Grunde steckt doch etwas Wahres darin. Die Brief« August Beckers an Fr. Münch, die von diesem veröffentlicht wurden, legen davon«in Zeirgnis ab. Sein Kampf gegen die atheistiscbe Propaganda der „Freidenker" tritt in diesen Briefen besonders �um Vorschein. Er bekennt sich zwar nicht zum Christentum, da diese» sich seiner Meinung nach überlebt hat, aber der naturwissenschastlich-historische Materialismus von ,�K. Vogt u. Co." befriedigt ihn nicht, da diese glauben,.die Well mittels der Retorte und des Sealpels erklären zu können". August Becker schwärmt von einer„mein Herz und meinen Geist vollstänidig befriedigenden Religion". Das, was August Becker der Arbeiterbewegung in der Glanz- Periode seines politischen Schasfene war, dürste genügen, um ihm ein ehrendes Andenken, als einen der ersten Pioniere des Sozialis« mus zu dewahrem B. Nikolajewsky. läßt, da steht meistens eine schützende Msnschenmauer.... Kein nicht dafür bestimmter Laut soll ins Mikrophon dringen. Oft aber hat schon das Mikrophon einen Spion gespielt, und Menschen, hunderttausende Menschen hörten dann etwas, was sie nicht hören sollten. Vor einiger Zeit ereignete sich an einem skandinavischen Sender folgender Fall: Der Sender von I. besitzt ein großes Gebäude mit vielen Senderäumen. In jedem Senderaum steht ein Mikrophon. Ein Techniker sitzt im Schalteraum und schaltet nach vorgesetztem Plan zu bestimmten Tageszeiten die Mikrophone ein, vor welchen Menschen stehen, um zu sprechen, singen oder zu spielen. Die Programm- leitung des Senders I. liebt Konferenzen. Aber welche Rund- funkleitung Nebt nicht Konferenzen? So setzten sich denn eines Tages die Rundfunkherrscher in T. wieder mal zu einer Konferenz zu- sammen. Man saß in einem Raum, der sonst als Senderaum benutzt wird. Das Mikrophon stand zwar da, aber keiner beachtete es, denn es hatte ja jetzt ausgeschaltet zu sein. Konferenzen sind immer geheim. Herr Iohanssen, der neue Techniker, kannte sich mit den Schaltern noch nicht so recht aus. Er blickte auf den Plan... 4 Uhr 30... Herr Christensen spricht am Mikrophon 3 über Kinderpflege... Johansson griff anstatt zu Mikrophon 3 zum Schalter des Mikro- phons 3) Im Raum 9 tagte noch immer die Geheimkonferenz der Sendeleitung! Das Mikrophon erwachte unter dem Strom, den ihm der Techniker versehentlich zuführte, und die Worte der Konferenz drangen durch die Antennen in den Aether! Die Hörer hörten anstatt.Kinderpflege" folgende erregt« Worte des Rundfunkleiters von T.: „D! e H ö r e r s i n d O ch s e n! Sie haben keine Ahnung..." Hier merkte der Abhörbeamte den Irrtum und riß den Hebel herum. T. hörte aber schon die Worte. Acht Tag« lang bekam der Sendeleiter Briefe, die sämtlich unter- schrieben waren:„Ihr hörender Ochse." In der Stadt T. nennt man jetzt den Funkleiter„Ochsensührer". dlatlian Gurdus. Cerlliche Störungen und Fernempfang Wenn man sich einen Radioapparat anschaffen will und dabei genügende Mittel hat, um sich sogar einen Fernempfänger, d. h. einen Apparat von mindestens drei Röhren zu kaufen, dann muß man sich zunächst über die Empfangsverhältnisse an seinem Wohnort informieren. In der Großstadt gibt es immer Empfangsorte, an denen der Fernempfang sehr gestört ist und sich nur auf bestimmt« günstige Zeiten beschränkt. An solchen Orten, die gegen das Einfallen serner eBuch SKÜnstterifche üugeuder siehung Christoph Natter versucht in seinem Werk Kunst- lsrisch« Erziehung aus e i gen ge s etzli ch e r Kraft" (2. Auflage, Gotha, Leopold Klotz Verlag 13Z1) aus eigenen Erfahrungen ein System der künstlerischen Jugenderziehung zu geben. Seine Anweisungen sind, wo er sich auf Lim«, Farbe, Helligkeits- Verhältnis usw. konzentriert, treffend und instruktiv und die abgebil- deten Beispiele aus feiner Unterrichtspraxis überzeugen, vor allem auch deshalb, weil hier das schwierige Unternehmen gelungen scheint, die künstlerische Intuition der Kinder über die Pubertät bis in die Iünglingsjahre hinüberzuretten, durch einleuchtende theore- tische Untermauerung des Unterrichts. Man weiß ja, daß die Ueber- treffliches hervorbringende Naivität der kindlichen Aquarellisten mit dem 14. Lebensjahr zu versiegen pflegt. Diesen toten Punkt zu überwinden, ist Natters Lehre vielleicht geeignet. Manchem wird sein« Neigung zu philosophischer Vertiefung und mystischem Rede- dunkel nicht behagen, aber darüber ist schon hinwegzukommen. Der Kern seiner Lehren ist jedenfalls gut und brauchbar. Laul F. Schmidt. Wellen stark abgeschirmt sind und noch dazu von starken örtlichen Störungen vollkommen verseucht werden, ist der Fernempfang selbst mit stärksten Geräten kein Genuß. Wenn man in der M ä h e des Lrtssenders wohnt, so ist für den Fernempfang meistens ein kostspieliger Empfänger nötig, weil nur selektive Geräte dann den Ortssender ausschalten können. In der letzten Zeit hat sich aber selbst in den ungünstigen Empfangsorten der Fernempfang sehr gebessert. Die neuenGroh- f e n d e r dringen oft durch die größten Störungen durch. Es ist immer empfehlenswert, vor dem Kauf eines Empfängers diesen zunächst einmal an seinem Wohnort auszuprobieren! So kann man Enttäuschungen und unnötige Eeldausgaben für Fernempfänger, die dann später nicht zu gebrauchen sind, vermeiden. Ganz anders liegt der Fall in den Außenbezirken und auf dem Lande. Hier kann man mit einem nicht zu teueren drei- Röhren-Empjänger einen ganz ausgezeichneten Fernempfang erzielen. Der Empfang an einem Drei-Röhrev-Empfänger ist dann meistens wesentlich besser als mit einem Mehr-Röhren-Fernempfangs- apparat. Zwar ist die Lautstärke bei dem kleineren Gerät nicht so groß, dafür aber treten die Störungen in den Hintergrund und der Empfang ist viel reiner. Voraussetzung ist natürlich für jeden Fernempfang heute, daß der Apparat die genügende Abstimmschärfe besitzt. Vorläufig ist die Zahl der zuhörenden Sender bei einem Groß- apparat immer noch größer als bei den schwächeren Empfängern. wenn aber weiterhin in ganz Europa so viele Riesensender erstehen. dann wird auch das billige kleiner« Gerät ein guter Fernempfänger sein. Wir horten... Beinahe täglich sendet der Sender Prag„Arbeiter- stunden". In hervorragenden Borträgen werden tultursozU- listische Fragen beleuchtet. Für jede Gewerkschaftsgruppe weroen interessante benrsliche Vorträge gehalten. Berlin zur Nachahmung empfohlen! Zeichen einer neuen Zeit? Der große neue Rundfunksender der PolstieRadio Warszawa sendet jetzt sein« Ansagen auch in deutscher Sprach«. Der polnische Sprecher wandte sich vor einigen Tagen mit höflichen deutschen Worten an die Hörer in Deutschland und bat sie, ihre Wünsche Radio Warschau mitzuteilen! Moskau sandte wieder(wie schon einige Male) einen über Rundfunk aufklärenden Dortrag an die Bauern eines sibirischen Bezirkes, die sich noch immer vor dem„Radioteusel" im Lautsprecher fürchten. Ein Rundfunterlebnis. Man sitzt im Zimmer m Berlin, der -kalte Wind des Nordens peitscht den Regen gegen das Fenster und da auf einmal tönt au» dem Lautsprecher eine singende ara- bische Stimme. Radio Allgier! So laut, als wäre es 10 Kilo- meter entfernt. Afrika spricht im Zimmer. Wunder der Radio- wellen. Aus Rom hörte man eine faschistische Iugendversammlung. - Kinder von 8 bis 12 Iahren standen aus dem Platz. Durch das ' Mikrophon hörte man militärische Kommandos an die Schulkinder brüllen. Eine Mutter bat durch den Sprecher des Londoner Senders all« Menschen der Welt, die etwa» von ihrem im Krieg« verschollenen Sohn wissen, um Nachricht.' Wenn alle Mütter ihre im Kriege verlorenen Söhne so riefen, dann wäre das europäische Rundfunkprogramm für Monate gefüllt.... 5)offent> lich haben recht viele Militaristen, diesen Ruf einer Mutter im Aether gehört! Ein Schweizer Radiosender sandte«in Programm: „M usik der Arbeiter." Arbeiterlieder der ganzen Welt in ollen Zungen der Erde konnte man hören. Es war«ine schön« nach- ahmenswerte Beranstaltung. Viele europäischen Sender unternehmen abends nach Schluß des Programms Radio reisen, d. h. si« übertragen in bunter Folge viele Sender Europas, um so Hörern mit billige» Empfängern und Detektorapparaten auch einmal Fernempfang zu geben. Funkstunde Berlin! Wir empfehlen diese Radioreisen. Rätsel=Ecke des„Abend ii "«UHiiiiiiiiniiiiisimiiimnmiirKiiliiifinmitinnfnMiniininiiinflinimniHiiniiuiiumiQtmisiiuaniuin Spiralenräisel Waagerecht: 2.Männ- licher Vorname: 3. Wasserfahrzeug:S. Alter Mann: v- Künstliche Höhle: 8. Staat in den Vereinigten Staaten: 3. Stadt an der Oder: l>. Ort im Erzgebirge: 12 Stadt in Ostpreußen: 14. Europäischer Staat: 15 Dolksiustiz in Nordamerika Sen trecht: 1. Fluß in Sibirien: 2 Aner- kennung: 4. Vorbedingung der Ernte: ö. Männlicher Vorname: 7 Weiblicher Vorname: 8. Einziehung von Bargeld: 10. Stadt in Anhalt: 11. Stadt in Ost- preußen: 13. Tageszeit: 14 Vorort von Berlin. kr. Silbenrätsel Aus den Silben an ba che che chri da dan de de do e ei«i elt ert gen gen gelb genz her i in in to le le le lend li Ii men mus nar nar nat ne ner or ras re rei rer rie je sen sie sti ten lel tur vil wo treu sind 21 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuch- staben und die dritten Buchstaben, beide von oben nach unten ge- lesen,«ine berechtigte Forlerung und ein Ziel der Sozialdemokratie ergeben(ch 1 Buchstabe). Die Wörter bedeuten: 1. Zeitabschnitt: 2. Klugheit: 3. Polarforscher: 4. bedeutender Ethnograph: 5. Amts- kleidung: 6. Bildhauer: 7. Seebad an der italienischen Küste: 8. Kur- ort im Harz: 3. Fluß in Vorderindien: 10. Teil des Eis: 11. weiblicher Vorname: 12. Betäubung: 13. Befestigungsmittel: 14. Baum: 15. Verwaltung: 16. männlicher Vorname: 17. Waffe: 18. Vorort von Berlin; 13. Stadt in Westfalen: 20. Vogel: 21. Stadt am Rhein. F. K. Ein Gelehrter. Schreib' zweimal aus dasselbe Wort, Verbind' es durch„st" sofort. Vor deinen Augen steht alsdann Der Name von'nem großen Mann. nun. nniiffliiimiiiimimimiiMimmuminiiiiniini Oiamanträtsel. Die Buchstaben: a a a a a aeeeeuggghhiiki llmmnnnnnnrrrr r r s s s t z sind so zu ordnen, daß die waagerechten folgendes ergeben: 1. Konsonant: 2 Be- wohner Europas: 3 Weiblicher Aorname: 4 Name eines frühe- ren Reichsministers: 5. Name eines Gewerkschaftsführers: 6. Männlicher Vorname: 7. Stadt am Harz: 8. Neben- fluß der Donau: v Konsonani Die mittelst« senkrechte Reihe ist gleichbedeutend der mittelsten waagerechten Reihe.— ek.-� Auslösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel: Waagerecht: 2. Kamel: 5. Bizet: 3. Nil: 11. Regal: 13. Obo: 15. Glinst: 17. Lanncr: 20. Osman: 21. Ulm: 22. Henri: 23. Reader: 24. Zement: 25. Saale: 26. Nase: 27. Isar: 23. Dom: 31. Uni; 34. Armin: 36. Hel: 38. Ob; 33. Do: 41. Bei: 42. Osimo: 43. Ate: 44. Email: 45. Besitz: 47. Bluhme: 48. Eng; 43. Odrau; 51. Tumor; 52. Agger.— Senkrecht: 1. Angara; 2. Klima; 3. Erk: 4. Le: 6. Ill: 7. Tanne; 8. Moritz: 10. Ilse; 12. Galvanometer; 14. Bern; 16. Nadasdy: 18. Ah:: 13. Nemesis: 27. in; 28. Schober: 30. Nab: 31. und: 32. Geliert: 33. Besen: 35. Keime: 37. Liszt: 40. Oel: 41. Bahar; 46. Zoo: 47. Bug: 50. Ar. Silbenrätsel: 1. Damaskus: 2. Erotomanie: 3. Sinai: 4. Vision: 5. Ostsee: 6. Leber: 7. Sassandra; 8. Erkner: 3. Sahib: 10. weide: 11. Okull: 12. Hamlet: 13. Leberpil,: 14. Wallt: 15. Agonie: 16. Radebeul.— Des Volkes Wohl war feiner Arbeit Ziel. Unentbehrlich: Ge(du)ld. Der Beruf: 1. Seiler: vosamentier; 3. Organist; 4. Ran- gierer; 5. laucher: 6. Landarbeiter; 7. Eisendreher; 8. Herrenreiter; 9. Redakteur; 10. Eintänzer; 11. Radfahrer; 12. Intendant; 13. Naturforscher.— Sportlehrerin. Mittwoch 25. März 1931 Nr. 142 48. Jahrgang Was die Technik Neues bringt Gasrohre aus Aluminium mit einer Wandstärke von IL bis 2 Millimetern haben neben ihrem sauberen Aeuheren ihre Haupt- bedeutung in ihrer einfachen Verlegung, tue sich von der elektrischer Leitungen kaum noch unterscheidet. Da Aluminium weich ist, v«r> wendet man zum Biegen ein einfaches hierfür konstruiertes Werk- zeug. Da nun, wie gesagt, die Aluminiumrohre in einfachster Weise gebogen werden, so fallen die Berbindungs- und Kniestücke zum großen Teil weg: hier liegt ein weiterer Vorteil dieser Rohre. Die Befestigung an der Wand erfolgt wie bei elektrischen Leitungen durch Rohrschellen mit Stahldübeln Dort, wo viele kurze winklige Leitungen hcrgesrelll werden müssen, ist die Anwendung der Alu- miniumrohrlcitungcn besonders oorteühaft. Ein Werkzeug zum Rachschleifen abgenuhler Molorenzylinder ist besonders für 2lutomobilr«paraturwerkstätten bestimmt. Als An- tricbsmafchine kann jede elektrische Hcindbohnrwschin« von etwa 15 Millimeter Bolzrleistung benutzt werden. Die Mittelachse braucht nicht ausgerichtet zu werden: denn ein am Werkzeug angeordnetes ilnioerfalgelenk gestattet geringes Zlbweichen von der Achse der Zylinderbohrung. Die Zylinderschleifvorrichtung besteht aus zwei auswechselbaren und einander gegenüberliegenden Schleissteinen und zwei ouswechfelbaren Führungsstücken zum Zentrieren in der Bohrung. Die Schleifsteine und die Führungsstücke sind nicht diagonal zur Mittelachse des Werkzeugs angeordnet, sondern seitlich versetzt, um einen ziehenden Schnitt zu erzielen und das Rattern zu vermeiden. Beim Schruppen werden Schleifsteine mit grober Körnung und Gummiführungen benutzt, zum Schlichten dagegen Schleif- steine mit seiner Körnung und Holzsührungen. Das Schleifwerkzeug läßt sich außerhalb der Zylindcrbohrung schnell auf den zu schleifen- den Zylinderdurchnresser einstellen. Eine sehr einfach konstruierte Biegemaschine ermöglicht es, ohne Hinzuziehung anderer Werkzeuge Rohrbiegungen und Abwinkelungen schwieriger Art vorzunehmen. Die beiden Preßbacken in Rollen- form, deren hohe Kante eine Rille hat, können je nach Materialstärle eingestellt werden und ermöglichen durch ihr« Kurve das scharfe Abwinkein. Der Verbindung von holz und Mauerwerk dient das zum Patent angemeldete„Otla blech'. Es ist ein starkes Stahlblech, dos an den Längsseiten ausgestanzte Zähne hat. die rechtwinklig umgebogen sind. Auch auf der Fläche zwischen den Zahnreihen sind in regelmäßigen Abständen Zäl)ne ausgeschnitten und umgebogen. Dadurch wird eine sofortige feste Verbindung des Holzes mit dem Mauerwerk erzielt: ebensogut verwendbar ist diese Befestigungsweis« für Eipsdielen. Sclzlackcnwände usw. Die Anbringung erfolgt durch Enrfchlagen ins Holz mit gewöhnlichen Baunägcln, das Anmauern kann dann schnell erfolgen. Ein weiterer Vorteil ist, daß das Holz vom Mauerwerk isoliert ist und die Hölzer daher nicht mit Fäulnis- schutzmitteln gestrichen zu werden brauchen. Reue Schlauchsicherungen. Ihr« Anwendung geht aus der Ab- bildnng hervor. Der Schlauch wird auf die Tülle gestreift und der konische Ring aus seiner Ruhestellung auf den Schlauch geschoben. Tülle und Ring sind konisch, ein Abstreifen von der Tülle ist un- möglich. Die Tülle mit Doppelkonus wird in das«ine Schlauchend« aesteckt und dann der eine konische Ring über den Schlauch ge- ichoben. Dann wird der zweite konische Ring auf den zylindrischen Teil der Tülle gesteckt und auf den zu kuppelnden Schlauch gestreist. Ein neues Werkzeug ist der Lohrer für konische LSchcr, der für Tischler, Stellmacher von Interesse sein wird. Das Zusammendübeln des Holzes ist. wie bekannt, das älteste, beste und dauerlzaftest« Ver- fahren zum Zusammenfügen von Holzteilen Mit dem neuen Werk- zcug kann der Dübel im Holz verkeilt werden, wodurch natürlich eine bedeutende Erhöhung der Haltbarkeit eintritt. Der Bohrer kommt in 11 verschiedenen Größen in den Handel. Man nimmt zunächst einen Schlangenbohrer, bohrt das Loch, so tief es gebraucht wird: dann wird mittels des„Bohrconic', der für Hand und Ma- fchine eingerichtet ist, das Loch konisch erweitert, also wie bei Metall aufgerieben. In dieses Loch steckt man den mit Keilen versehenen Dübel, preßt die Teile zusammen, so daß sich das Ganze von selbst verkeilt. Schließlich sei noch aus«ine neue Handkluppe hingewiesen, die dazu berufen ist, in bestimmten Fällen die Drehbank und die Rund- schleismaschine zu ersetzen: sie dient dem Nacharbeiten unrund ge- laufener Kurbelwellen. Mit ihr können Kurbelzapfen an Ort und Stelle ausgebessert werden, ohne daß man sie zu demonstrieren braucht. Die Messer sind unnachgiebig gelagert und behalten daher auch stets die richtige Entfernung von der Wcllenmitte bei: dadurch nehmen sie stets nur die erhöhten Teile fort. Es kann sich daher auch nie«in dickerer Span bilden, als ihn die Einstellung der Messer gestattet, so daß also unbedingt«ine genoar runde und zylindrisch.: Bearbeitung erfolgen muh. Der Apparat hat zwei Mesierhakter: die Hartholzeinlagen sind auswechselbar und genauestens auf Maß ge- arbeitet. Infolge der Derftellborkeit der Meffsrhalter wird es möglich gemacht, selbst bei schiefgoschlifsenen Messern, diese. wieder genau auf Mitte Und parallel zur Wellenochse einzustellen.' Schiene und Landstraße Ein neuer Omnibus kann auf beiden fahren Eine beachtenswerte Lösung de» Problems, einen Wagen zu tonstruicvcn. der gleichzeitig auf Landstraßen und auf Gleisen fahren kann, stellt der neue Wagen„Ro Railer" der London Midland and Scottifh Railway Co. dar. Für eine Strecke der englischen Eisen- bahngesellschaft ergab sich die Notwendigkeit, Personen wie auch Güter ohne Umladung aus Schienen und auf Straßen zu befördern und so kam man zur Konstruktion eines in seinem Aeußeren einem UebeAandomnibus ähnelnden Wagens, der lediglich«ine besondere Radkonstruttion besitzt. Wie wir der Zeitschrift„Verkehrstechnik" entnehmen, besitzen die mit Pneumatiks für den Straßenverkehr versehenen Wagenräder «inen Exzenter, her sich auf der Verlängerung der Radachse befindet. Beim Verkehr auf der Straße sind beide Räder konzentrisch: sie stören sich aber nicht, da die Eisenräder, die für den Schienenweg bestimmt sind, kleiner im Durchmesser gehalten werden. Zum Wechseln fährt der Wagen an eine Stelle, wo Straße und Schienen- oberkante in einer Eben« liegen. Dann wird der Wagen langsam aus die Schienen gefahren, bis an eine Stelle, wo man den außer- halb des Schienenpaares befindlichen Erdboden ausgehoben hat. Dadurch werden die Pneumatikräder frei und durch die einfache Handhabung eines Hebels werden sie durch den Exzenter so nach oben gestellt, daß sie den Schienenweg nicht behindern. Für den Wechsel werden etwa 5 Minuten benötigt. Der Versuchswagen hat 26 Sitzplätze, der Motor 120 PS; er besitzt ein zusätzlich«» Getriebe zur Erreichung höherer Geschwindigkeiten(bis 80 Stundenkilometer) bei der Fahrt auf dem Gleis. Der Wagen kann auch an Eisenbahn- züge angehangen werden. Der elektrische Maschinenwärter Automatenmaschinen werden jetzt überall da angewandt, wo früher die Handarbeit herrschte oder doch durch Maschinen nur Teil- arbeit verrichtet wurde. Die Maschine hat den Vorteil. Gcnauig- kelt und Geschwindigkeit des Arbeitens viel besser zu leisten als 5er Handarbeiter. Diesem ist lediglich die Ueberwackzung der Maschine geblieben. Aber auch dab«i sucht man ihn auszuschalten. Man hat Selenzellen besonders an Verpackmaschinen so angeordnet, daß ein auf das in der Maschine fortlaufende Packpapier fallender Lichtstrahl in einer bestimmten Helligkeit die Zelle trifft. Solange das Papier unboschädigt fortläuft, bleibt die Zelle erregt und der Strom für den Antrieb der Maschine eingeschaltet. Sobald aber etwa das Papier reißt und dadurch der Lichtstrahl die dunkel gehs�ten« Lauf- fläche des Papiers in der Maschine trifft, schaltet die Selenzelle selbsttätig den Antriebsstrom ab und die Maschine bleibt stehen. Lin 18V m langer Treibriemen Das Bestreben, den Riemenantrieb von der kraiterzeugenden bis zur Arbeitsmaschine auszuschalten und dafür der Arbeits- maschin««inen eigenen Antricbsmotor zu geben, hat in neuerer Zeit weiter groß? Fortschritt« gemacht. Jetzt untersucht man allerdings wieder die Frage, ob nicht der Riemenantrieb auch dort seine Da- seinsberechtigung hat, wo es auf Raumersparnis nicht so sehr an- komint. Wie die Zeitschrift„Der Maschinenschaden" mittellt, läuft in Polen ein Riemenantrieb, der die 200 PS betragende Kraft einer Antriebsmaschine mit Hilse eines 35 Zentimeter breiten und 7 Willi- meter dicken Riemens auf nicht weniger als 55 Meter überträgt. Der längste Riemenantrieb der Welt befindet sich in einem ameri- konischen Walzwerk, wo ein 180 Meter lauger Riemen vorhanden ist. Was die Redner sagten Aus den Vorlragssälen Mit einem Dort rag von Direktor Dr. Rosenberg(AEG.° Fabriken-Oberleitung) über„Die Auswirkung der Arbeits- Vorbereitung auf die Herstellungskosten" fand die Vortragsreihe des Reichskuratorimns für Wirtschaftlichkeit ihren Ab- schluß. Rosenberg ging davon aus, daß die Arbeitsvorbereitung vielfach noch als eine unnötig« Belastung der Fabrikation, als eine die Herstellungskosten steigernde Einrichtung angesehen werde. Diese Auffassung sei falsch. Ohne Vorbereitung könne überhaupt kein Ve- trieb in Funktion erhalten werden. Es genüg« aber nicht irgendein« Vorbereitung schlechthin, sondern die Arbeitsvorbereitung müsse planmäßig erfolgen. Die Arbeitsvorbereitung im technischen Büro beginnt nach Rosenberg mit der genauen Bestimmung des herzustellenden Gegenstandes als solchen, mit seiner Festlegung durch Zeichnung, mit der Materialbestimmung usw. Die Arbeitsvorbereitung müsse auch die Art der Materialaosnutziibg festlegen sowie die Entscheidungen über Eigenanfertigung oder Fertigbezug von Spezialteilen treffen. Auch die Anfertigung der Werkzeuge nicht nach allgemeinen Angaben aus dem Betriebe, sondern nach einwandfreier Durchkonstruktion sei an- zustreben. Bor allem seien die Frage der wirtschaftlichen Ausnutzung des Arbeitsplatzes sowie des zweckmäßigen Einsatzes von Menschen- und Maschinenkraft nur durch Arbeitsvorbereitung befriedigend zu lösen. An einer großen Reihe von Beispielen und Bildern er- läutert« der Vortragende die wirtichaftlichen und technischen Vorteile einer planmäßigen Sonderbehandlung der Arbeitsvorbcrcitung im technischen Büro gegenüber den Maßnahmen, die von Fall zu Fall in der Wertstatt getroffen würden. » Die argentinische Gcsandschaft hatte zu eineim Film über die Wasserversorgung und die Entwässerung der Haupt- stadt Argentiniens, Buenos Aires, ins Haus der deutschen Ingenieure geladen. Projesior Ihlgötz von der Berliner Technischen Hochschule zeigt« in einem kurzen Vortrag, wie Buenos Aires bereit« in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts daran ging. als eine Stadt von noch nicht 100 00Ö Einwohnern, eine Wasserleitung und eine Kanalisation zu bauen. Cholera und Typhus, ver- ursacht durch das Schmutzwasser des La Plata, hatten fürchterlich gehaust, und es gelang' tatsächlich, �dizrch die hygienisch einwandfrei? Wasserversorgung die Epjden'icn.zum Erlöschen zu bringen. Der Wasserverbrauch in der Stadt beträgt jetzt pro Kopf 500 Liter, er stand einmal vor 70 Jahren aus 40 Liter. So steigerte man Wasser- verbrauch, Hygiene, Gesundheit. Man kennr keine Wasiermesier In den Häusern, die Wirte werden nach dem Mietserträgnis ihrer 5)äuscr belastet, das ist natürlich ein Anreiz zum Wasserverbrauch. Die Wasienverke entnehmen dem La Plata Oberslächenwasser, in sorgfältigster mehrfachcr Filtration wird es vorgereinigt und schließlich von allen schädlichen Stoffen befreit und bakterienfrei gemacht. Die Kosten stellen sich aus 1,2 Pf. für den Kubikmeter Wasier, wobei allerdings die Verzinsung und Amoriisatio» der Ablagen nicht be- rücksichligt sind. Die Entwässerung hat man 1864 begonnen, sie erfaßt jetzt alle Teile, bebaut« und unbebaute, der Stadt. In Buenos Aires hat man es mit den Abwässern leichter als bei uns in Berlin: Wir haben ungeheure Rieselfelder, dort gehl alles in den riesiigen La Plata. Vuenos Aires mit seinen 2H Millionen Einwohnern ist der Kulturmittelpunkt Südamerikas, die Stadt und das Lano stehen auch deutscher Technik und Industrie offen. hl. J. * Die Ortsgruppe Berlin des Bastlerbundes„Sendung" veranstaltete am vergangenen Dienstag in der Aula des Bild- und Filmamtes einen instruktiven Vortragsabend, der sich mit dem stillen Leid aller Hörer, den Rundfunk st örungen, beschäftigte. Hierzu lief ein im Austrage der Reichs-Rundfunk-Gesellschost her- gestellter technischer Film. Es ist im Rahmen eines kurzen Berichts unmöglich, die Unzahl von Störungsurjachen zu behandeln, in unserem Zeitalter der Elektrizität sitzt an jeder Ecke und Kante«in Störenfried. Man bedenke nur, wieviele elektrische Motoren be- trieben werden in Staubsaugern, Ventilatoren, Haarschneide- Maschinen, Trockenapparaten, in den Betrieben als Zlntrieby. Maschinen oder auf der Straße bei jedem Triebwagen der Straßen- bahn. Hier genügen schlecht angepaßte Schleiskohlen oder ein ver- schmutzter bzw. unrund gelaufener Kollektor, daß an den Be- rührungsstcllen sortgesetzt Funken entstehen, die dann den Rund- funtempfang stören. Zu den Motoren kommen unzählige andere Störenfriede: Schalter aller Art, fehlerhaste Leitungen des Licht- netzes, Klingeln. Fernsprecher, Lichtreklamen und die verwünschten Hochfrequenzapparate. Ein Glück im Unglück gewisiermaßen ist es, daß jede Störungs- art ihr typisches Geräusch hat, so daß man hierdurch bei der Suche nach dem Störungsherd einen Fingerzeig findet. Ist die Störungs- quelle gefunden, dann muß versucht werden, die Beseitigung der störenden Einflüße durchzusetzen. Bemerkenswcrterweise haben schon einige Polizeiverwaltungen Verordnungen erlassen, die den Rund- funk vor störenden Geräten schützen. Die Vorbedingung für eine störungsfrei arbeitende Rundfunk- anlag« ist allerdings, daß die Antenne und die Erdleitung so verlegt werden, daß ein« direkt« Zuführung von Störwellen auegeschlosien ist. So muß man bei der Anlage der Erdleitung immer bemüht sein. vom Apparat möglichst senkrecht zum Grundwasser zu kommen. Darüber hinaus leisten eingebaute Kondensatsren oder Drosieln guie Dienste im Kampf gegen die Störungen. Durch die Einschaltung eines Kondensators ziehen es die Störwellen vor, den Weg des ge- ringsten Widerstandes zu gehen und die Störung kann nicht mehr durch das Leitungsnetz ausgeschaltet werden. Doch wer sich nicht zu Helsen weiß, auch dem gab der Film einen Fingerzeig: er nehme eine Postkarte und schreibe cm die Reichs-Rundfunk-Vesellschast, dann kommt der Funkhelfer, der als Radiofachmann den Störenfried schon finden und ihn beseitigen wird. P. K. FSC. ladet ein zum Abendsdiwimmfesi in Charloitcnburg! Korgcn, Donnerstag, 20% Uhr, hallen die Freien Schwimmer Charlottenburg ihr diesjähriges erstes A b e n d s ch w i in m f e st im Stadtbad Charlottenburg, Krunmie Straße 10, ab. Die Freien Schwimmer wollen morgen dtr Cl)ar- lottenburger Bevölkerung einen Ausschnitt aus ihrem Uebunzs- betrieb zeigen. Schwimmfest ist eigentlich zuviel gesagt für diese Veranstaltung, denn in der Hauptsache gilt es, die Zlbschlußprüfunq für die Schüler des Winterhalbjahrs vorzunehmen. Alle Riegen werden in internen Wettkämpfen das Gelernte zur Schau bringen. Die Nichtschwimmer, die am Beginn der Wintersaifon sich den Schwimm warten anvertrauten und in dieser Zeit das Schwimmen erlernten, sowie die guten und die Wettkampsmannschaften werden in Einzelkämpfen um den Sieg ringen. Besondere Bedeutting gilt dem Wasserballmehrkampf: hier gilt es festzustellen, wie weit die Einzelleistungen der Wasserballspieler im Nerhaltnis zum Vorjahr gestiegen find. In dieser Konkurrenz ist das Melde- ergebnis fast am stärksten, denn im Wasserballfpicl findet heute die sportbegeisterte Jugend der Charlottenburger ein schönes Be- tätigungsfeld. Die Frauenreigenschwiminerinnen, die Springer, selbst die Kanufahrer werden ihre Kunst zeigen. Zum Schluß spielt im 'Wasserball die kampserprobte erste Mannschaft, die bekanntlich für Charlottenburg den Titel eines Bundesnieisters im Arbeiter- Turn- und-Sportbund erkämpfte, gegen die sehr gute zweite Mann- schaft. Schnelligkeit und Technik werden dieses Spiel auszeichnen. Eintrittspreise: Erwachsene 30 Pf., Jugendliche 25 Pf. und Kinder 20 Pf. Sportler im Wasscrsfratienbeirai Der Reichsverkehrsminister hat soeben den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Wassersport-Verbände Deustchlands, Re- gierungspräfident z. D. Pauli, in den Reichswasser- straßen-Beirat als Vertreter des Wassersportes berufen. Stellvertreter ist der Geschäftsfichrer der Zentralkommission für Arbeiterspart und Körperpflege, Fritz Wildung. Bereits im vorigen Jahre wurden Wassersport-Vertrcter nach Voschlag der AWD. in alle sieben Bezirkswasserstraßen-Beiräte- mit Einschluß des See- wosserstraßen-Beirats entsandt. Die jetzt erfolgte Berufung eines Wasserjport-Vertrcters in den überstellten Rcichswasserstraßen-Bei- rat ist eine neue Anerkennung der Bedeutung der Sportschiffahrt durch das Reichsverkehrsministerium. Die Arbeitsgemeinschaft der Wassersport-Verbände Deutschlands umfaßt die neun führenden Verbände aus allen Wassersport-- Zweigen, darunter auch die Arbeiterverbändc. An der Spitze Die Frau im deutschen Arbeitersport Der Frau-onsport. wird mit Ausnahme des Arbeiter-Schachbundes in allen Verbänden der Zentralkommission für Arbeitcrsporr und Körperpflege gepflegt. Zahlenmäßig sieht die Teilnahme von weiblichen Mitgliedern im Arbeitersport so aus(Zahlen in Klain- mern find die Gejaintmitgliederzahlen— außer den Kindern): Arbciter-Turn- und Sportbund... 05 000(559 690) Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbund.., 45 000(320 000) Touriftenvercin«Die Naturfreunde". 28 000< 82 000) Verband Volksgesundheit.,.«, 4 239( 16 000) Arbeiter-Athleten 800( 52 000) 'Arbeiter-Samariter 739( 43 OQO) 'Arbeiter-Kegler........, 500< 9 000) Arbeiter-Schützen 450( 6000) Arbeiter-Angler......... 65( 6 500) Freier Segler-Verband...... 42( 3 000) Das sind zusammen 174 835 weibliche Mitglieder. Ein Verbands- sranenausfchuß besteht nur im'Arbeiter-Turn- und-Sportbund. Er setzt sich aus 7 weiblichen Mitgliedern zusaininen, die auf dem Bundestag gewählt wurden. Ardeitersdhach ' Die Abteilung Lichtenberg der Freien Arbeiter-Schach- Vereinigung Groß-Berlin veranstaltet am Freitag. 27. März, 20 Uhr, im Saal von Sauter, Gärtnerftr. 32, einen Werbcabend. Neben Gästeturniersn und Simultanspielen findet auch ein Vortrag über «Die Führung einer Schachpartie" statt.— Die Abteilung W e i ß e n s e e veranstaltet am Sonntag, 29. März, 14 Uhr, in den Gesamträumen von Gallas, Lehder- Ecke Greifswalder Straße, ein großes Schochtreffen. Neben Mannschaftswettkäinpfen finden Blitz- i urniere, Simultanspiele und Vorträge am Demonstrationsbrett statt. 'An dem beginnenden Kursus über„Das Labyrinth der Erössnungen" können neu eintretende Mitglieder noch teilnehmen. Gäste und An- fäuger sind herzlich willkommen. Hallenspoi-tfezt des ASV.«Wcdding" Am Sonntag, 29. März, veranstaltet der ASB.„Wedding" in der lunchalle des Lossing-Gyinnasiums, Pankftr. 18, ein Hallen- f p o r t f e ft. Beginn der Veranstaltung 15 Uhr. Aus dem Pro- gramm sind zu erwähnen: Staffeln der Männer, der Frauen und der Jugend: Hoch- und Weitsprünge sowie Würfe mit dem Medizin- ball. Gerälewellkamps der Allersriegen.'Am Freitag, 27. März, werden sich im Rahmen der Serienwcttkämpfe im Geräteturnen die Altersriegen der Männer der Bezirke Osten und Nordring der Freien Turncrfchast Groß-Berlin gegenüberstehen. Der Bezirk Osten, der gegen Mohlsdorf mit 15 Punkten unterlegen war, wird fein Bestes hergeben müssen, um gegen Nordring zu bestehen. Beginn 20 Uhr in der Turnhalle Eckertstraße. Kommt nach L-udcenwalde Am 11. Juni findet das erste bundesofsene Sportfest in Lücke»- walde statt. Der dort beheimatete Verein ist einer der ältesten und größten des Bundes und verfügt über einen eigenen Platz mit einer einwandfreien Kampfbahn und drei Spielfeldern, große Wirtfchafts- gebäude, Turnhalle und Berieselungsanlage für die Spielfelder sind in den letzten Jahren geschaffen worden. Luckenwalde selbst mit seiner sozialdemokratischen Mehrheit hat für die Zlrbetterschast gute und schöne Einrichtungen geschaffen. Der ADGB. mit seinem Jugendheim und seiner großartigen Siedlung rundet das Bild der rorwärtsstrebenden freiorganisiertcn Arbeiterschaft. Diese Erfolg« zu zeigen, würde den Erfolg des Sportfestes erhöhen. M e l- düngen zur Teilnahme an dem Sportfest sind bis zum 30. Zlpril an Erich Grohe, Luckenwalde, Neeu Laruthsr Straße 25, erbeten. Meldelssten werden ans Wunsch zugesandt. Alles kommt nach Wien Zur Olympiade Wien ist im Juli dieses Jahres das Ziel Tausender Arbeiter- spvrtler der Welt. In Sonder, zügen, auf Fahrrädern und mittels Motorrädern werden sie nach dem roten Wien eilen, um am 2. A r- beiterolympia teilnehmen zu können. Besonders stark wird der Zustrom vom Deutschen Arbetter-Rad- und Kraftsahrerbund „Solidarität" sein. Zlbcr auch der Deutsche Arbeiterradsahrer- bund in der Tschechoslowakei hat eine Sternfahrt nach Wien organi- siert und der Tschechische Arbeiterradfahrerbund hat in den rein tschechischen Teilen des Landes die Errichtung von Ersrischungs- stativnen für sie übernommen. Die deutsch-tschcchischcn Arbeitrrrodler werden aus ihrer Fahrt Wimpel führen, die auf das Reiseziel hin- weisen. Deutschland und die Tschechoflowakci sind nicht die einzigen Länder, aus denen Arbeitersportler auf Kraft- oder Fahrrädern nach Wien fahren. Selbst von Palästina werden Zlrbeitersportlcr auf dies« Art nach Wien kommen. Olympiamusik aus SchaUplatten. Die Musik zu den Massen- sreiübungen der Männer, Frauen und Kinder zum 2.'Arbetter- olympia in Wien ist auf S ch a l l p la t t e n vertont worden, wodurch den technischen Funktionären aller Landesverbände der Sozia- listischen'Arbeitersportinternationale die Möglichkeit einer einhett- lichen Uebimgsweise gegeben ist. Masscndorbictungcn waren aus den großen Arbeiters;>ortveranstaltu ngen stets die Kernstücke des Pro- gramms. So wird es auch in Wien fein. Gerade darin unter- scheiden sich auch die großen internationalen Arbeitersportoeranstal- tungen von denen der bürgerlichen Verbände grundsätzlich. Schach beim Olympia. Anläßlich des 2. Arbsiterolyinpios werden in Wien internationale Schachwettkänipfe stattsinden, an denen sich Ungarn, Letttand, Schweiz, Böhmen, Deutschland und Oesterreich bctciligen werden. Die Teilnahme Dänemarks ist noch zu erwarten. Neben internationalen Turnieren sollen auch nationale Wettstreite zum Austrag kommen. �Arbeit, Sport, Gesundheit" lieber dieses Thema sprach Prof. Dr. W e i s b a ch in der Urania. Die außerordentliche Entwicklung der Technik im 19. Jahrhundert machte auch auf das größte technische Wunderwerk, den menschlichen Körper, aufmerksam. In erster Linie erfuhr die .Irankheitsbehandlungstechnik" einen gewaltigen Aufschwung, ivährcnd durch die fortschreitende Industrialisierung das eigentliche Gefundheitsfürforgegebiet vernachlässigt wurde. Raubbau an der Gesundheit, an der Arbeitstrast waren die Folge, der bei der Erkenntnis der naturbedingten Abnutzung unseres Körpers endlich die Gewerbehygiene, die Berufshygiene entgegengestellt wurde. Hand in Hand mit jeder Berufstätigkeit geht die Ermüdung: sie ist sin körperlicher Vorgang, während die Müdigkeit eins seelische Erscheinung ist, die ohne körperliche Ermüdung austreten kann, bedingt durch Monotonie und ähnlich« Ursachen. Als Ausgleich zu den mit der Berufsarbeit und dem aufreibenden Leben in der Stadt zusaminenhängenden Schädigungen ist der Sport ein hochwichtiger Faktor. Für den Jugendlichen ist er ein unübertrefslichcr Wache- tumreiz. Aber Sport soll als Auegleich für körperliche Arbeit nie einen solchen Umfang annehmen, daß er«ine ebenso starke Er- miidung herbeiführt wie die Arbeit. Auch dos H-rvmiungem vieler Jugendlichen auf den Sportplätzen, nur um dem Spiel zweier aus- erlesener Mannschaften zuzusehen, ist eine gefährliche Klippe. Durch- ichnittsleistungen sind ebenso wie körperlich« Selbstbetätigung der bloßen Sportbegeisterung für die Leistungen anderer vorzuziehen. Niemals kann man den durchschnitttichen Gesundheitszustand eines Volkes nach der Zahl der Olympia-Sieger beurteilen. Die„Faxen" mit dem Sport Man ist von den Hakenkreuzlern Uebcrraschungen gewöhnt und das Wort von der Sturheit der Nazis, daß Joseph Goebbels eist- schlüpfte, ist noch nicht vergessen. Aber diesmal haben sie sich selbst übertroffen. In der Nr. 6 des offiziellen Nazi-Frauen-Blattes „O p f e r d i e n ft" wird gar gegcnden-- Sport vom Leder gezogen: „Es war nie die deutsche Art, sich den Pflichten, die Volk und Vaterland an jeden stellen, zu entziehen, wie es die f p o r t b e- geisterte Jugend heute tut, ganz gleich, o-b sie im Lager der Berg-, Wasser- oder S p i e l f a r e n steht! Je größer die Armee- der Sportler im Dawes-Deutschland, um so schwächer die Armee der künftigen Freiheitskämpfer." Das ist nicht nur schlechtes Deutsch, es ist auch reaktionär und bodenlos dumm dazu. S o also betrachten die Hakenkreuzler den Sport. Sporttreiben ist Fax, ist Vaterlandsverrat! W i r sind allerdings für die Jugend, für den Sport und f ü r die sportbegeisterte Jugend,„ganz gleich, ob sie im Lager der Berg-, Wasser- oder Spielfaxcn steht". Wir werden ja sehen, wer den längeren Atem hat: die Hitlcrtantcn oder die Arbeitersporffugend. Groppenkämpse im Freien kegler-vund. Im Bezirk Süden des Gaues Berlin sind die Gruppenkämpfe mit folgeirden Reßtt- taten abgeschlossen: Gruppe A: UUKK. 7063 Holz, Aha 7055, Solide 6997, Sorgenfrei 6982, Husch-Husch 6974. Gruppe B: Atlanta 6956, Rot-Weiß 6950, Union 23 6936, Schöneberg-SW. 6934, Hohe Kante 6917. Gruppe C: Freundschaft 6900, Hellas 6833, Linke u. Co. 6769, Schieb leise 6735, Steglitz 29 6724. Di« Er- gebnisse setzen sich zusammen aus zwei Kämpfen je 100 Kugeln bei Fiinferwerttmg. sdllo Stete StabetetgeTeintAiina 191.1. Sitcun« Sreit««. 2*. Mär», 20 Uftt, Gttand- lofi. SberschSnewew«. Eenntaa. 9 Uhr. fflrheitehicr.ft im Tontehau». «SC., ÄoffctiablcUBnfl. vEiRuna 25. Mär.», 20%.Uhr, bei Iuschkat, Gehler- Scke SrihealoiKftrofie. Steie SttUbootfobtet Berlin 6. V. 8iifammentilirfte Tonuerziva. 3fi. Mär». 20 Uhr: Gruppe Slotben. Scitmuanr Sür, Ufer. Ecke konnten in keinem städtischen Betrieb Dresden? ein Mandat er- ringen. Im Außendienst der Gaswerke hatten die Kommunisten 64, wir 175 Stimmen. In den Elt werten ist die seit Jahren bestehende komm»- nistische Betriebsrätemehrheit gebrochen worden, 4 2 5 Stirn m e n wurden für dt« freigewcrkschaftliche, 368 für die kam- munistischc Liste abgegeben, während noch im Vorjahre das Stimmen- Verhältnis umgekehrt war. Die Liste der Nazis erhielt 3 5 Stimmen. Auch in der Easmesserreparatnrwerkstatt hat die Mehrheit nur frrigewerkschaftlich gewählt. Im Arbeitsbereich des Gesamtvcrbandcs, Orisoerwal- tung Dresden, Abteilung Groß- und Kleinhandel, Hot von über hundert Betrieben nur ein einziger ein« Spat- tungsliste«ingereicht: in ollen übrigen gibt es nur frei- gewerkschaftliche Betriebsräte. Auch im Eisenwerk G. Meurer A.- G. in Dresden- blosse bau de ist die kommunistische Mehrheit be- seitigt worden: 267 Stimmen für die freien Gewerkschaften, 2l4 für die Kommunisten. Im vorigen Jahre war es umgekehri. Bei der Firma Loefch-Dresden erhielten die freien Gewerk- fchaften fünf, die RGO. einen Sitz im Arbeiterrat. In C h e in- nitz ist bei E. G. Haubold jun. und bei den Elite-Werken die frei- gewerkschaftliche Liste ohne Gegenliste gewählt. Die A n g e st e l l t« n r a t s w a h l e n bei der Hauptverwaltung der Dresdener Gas-, Wasser- und Eltwerke A.-G. brachten 5 Sitze für die freigeiverkschastliche Liste und 3 für den GdA. Der DHB. ging leer aus. Die'Angestelltenwahl im Stadt- krantenhaus Friedrich st adt ergab 5 Sitze für den Er- famtverband und einen Sitz für die christtichen Gewerkschaften. Auch im Gaswerk Reick erzielte der Gesamtoerband gegenüber chnsl- lichen Gewerkschaften und Kommunisten eine große Mehrheit. In sämtlichen Dresdener Theatern haben die Belegschast-it nur jreigewerkschaftliche Listen eingereicht. -3 3n Leipzig standen den rund 270 sreigewerkschastlichcn Listen in den INetollbetrieben lS Listen der Nazis und der RGO. gegenüber. In den Betrieben des Holzgewerbes wurde oichl eine einzige ..rote" Liste aufgestelll. 3n der Texlillndustric wurden 77 sreigewerkfchasttiche Betriebsrats- und$6 Arbeiterratsmifgli-der gewählt. 19 bzw. 21 RGO.-Leutc und zwei bzw. drei Nazis. 3n den 140 Druckcreibetrieben im Gaubezirk Leipzig wurden nur in iiier Fällen R G O.- L l st c n aufgestellt. 3:l diesen vier Betrieben wurden 20 sreigcwerkschastliche Betriebsräte gewählt, vier RGO.- Leute und ein Nazi- mann. 3n zwei Betrieben steht die Wahl noch aus. 3n den 120 graphischen Betrieben brachten die Kommunisten drei Wann als eigene Kandidaten auf, darunter nicht ein einzigerderZvoo organisierten Lithographen und Steiodrucker. Da» ist der..Vormarsch" der RGO.! tMittivndi, 23. März. Berlin. 16.05 Oberinj.?. Ilarlmann: Eine Viertelstunde Tecbnlle. 16.30 Englische Klaviermusik. I. William Byrde; The Earl vi Salishory. Pavane. 2. Thomes Arne: Sonate E-Dur..3. Eujriiie Qoossens; Fror: Calcidoscope. 4. Lyell Scott; The Garden oi Soul-Symlrathy. 5. Cytil Scott: Dause Ncsre. 6. Gustav lloisl; Christmas Dav in the Morninc. 7. Percy Grainger: Country Gatdcns.(Anita Harrison. Flugel.I 17.00 Violinvorträge. 1. Bloch: Improvisation. 2. W'agner-W'ilhelmy; Romanrc. 3. de Mpnasierio; Sierra Morena. 4. Ries: La Caprlcciosa. 5. Wieniawski: Scherrck Taranteile(Hugo Kolbcrg. Flügel: Jul. Bürger.) 17.30 Dr. Max Osborn: Von der bildenden Kunst. 17.10 Aus der Hans-Ricbert-Schyle(Staat). Bildungsanstalt. Lichledelde); Jugendstunde...Wir bauen eine neue Stadt", von Paul Hindcmith.(Gesungen und gespielt von der Ouarta und einem Teil des Collegium musi- cum. Ltg.: Dr. Eugen Bieder.) 16.05 Dr. Curt L. Heymann: Der Toniiim-Rcnorter. 18.30 Moderne Unterhaltung.(Edith Karin, Sopran; Willi W'ciB, Tenor. Flügel: Hans Sommer.) 19.00 Sechs Jahrrehnle Reichstag. Oucrschnitt durch berühmte Reden. Zusammengestellt von Dr. Fr. C. Westphai. 20.10 Berliner Sportpalast: Für die Winterhilfe. Anschließend: Wetter-. Tcges- und Sportnachrichten. AnschlieDtnd bis 0.30: Tanzmusik. Königs sc nsterhausen. 16.00 Dr. Otto Bobertag; Zur Schülerauslese. 16.30 Hamburg; Konzert. 17.30 Dr. Fred öamel: Chormotette und Sololied(Mltsv.: KSte Wegner-Peiser, Flügel: Hanna Engel). 18.00 Prof Dr. Amsel; Lehrgang für Einbeitskurzschrlft. 18.30 Dr- Karl Würzburger: Vom Reich der Seele. 19.00 Reichsbahnobcringcnleur W, Rusch: Die Reichsbahn und Ihre Konkurrenz. 19.20 Dr. Otto Fischer, Dir. der Reichskreditgesellschaft, und Dr. Joachim Tiburtius; Warum ist der Bankkredit so teuer) 20.00 Unterhaltungsmusik. 20.40 Rcnee Stobrasva: Unbekanntes von Wilhelm Busch. 21.00 London: Fünftes Europäisches Konzert. /fli; mau/ Pen ourlv otwr/MTrv/ Grünftrafte 23 2*1 ZKöpetlich am Schloßplafa Ioe, gute Kapitän-■ Kautabak I C- Köcker. Berlin| uaienCeruef StiaBe 27. Koalas'. 3861 jS in Bonnerstai!, den 26. Mar; naciimittags 3 Liiir