Morgenausgabe flr. 151 A 26 4S.Iewerischakt«n und Arbeitsdienst. »flickst.— Wcddina: gunrndbeim B lidenowbr. 6. n.„Tic freien Knorrk- fchaftrn und ihre Oppoiltion."— viteudr: Jugendbrim Karlsbors«. Trrskvw- aller 4-l tstant-Eckmir). LäSlilchrs Allerlei.— ltopruick: Srllnauer Str. ü. Derbcveranstaltuna. Unsere Ostertabrt. lLichtbildcr.) ©.�uaenstaruvve strsZenfra�erbonveS ver Anoesiellten Heute, Diensta«, sind folarnde Vcranstaiwnaen: SlordweN: lluaend- beim Lebrtcr Str. 18-19. Wir erzäblen von unseren gabrten. � Lickitenbera: Iuacndbrim Sunterstr. 44. Bun'er Abend.— Der Sprech, und Bewrftuua»tar bält ab 20 Ubr tu der Schule iTuruballe) Barulbcr Strafe seinen UebungsabeiU, ab. Verantwortlich'ür Politik: Dr. Kurt keur»; Wirtschaft! S. Kliaaeldöser, Sewerkschaitzoeweiung: gr, stdloru: nenilleloa Dr. gab» Schikowski: Lokales, und Sonftiaes: Ari» siarftödt! Anzeiarn: Tb. Slock«: fämllich in Berlin. Berloa: Bvrwärt».Verlaa® m b. H.. Berlin. Drucke Porwärts.Suchdruckcrel und krrlaesanstalt Paul Sinaer u. Do.. Berlin SW 88. Lind-nstroZ»» Hiarzu 2«eiloge, und.Zagend. Dorwärt,'. Hr. 151» 48. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Dienstag, ZI. März 1931 Die Heimatlosen. Was tut der arbeitslose Landarbeiter In der Großstadt? Der arbeitslose Landarbeiter in der Grohstadl hat von der Tragik der Erwerbslosigkeit vielleicht das grühte Teil abbekommen, weil die Stadl mit ihm und er mit der Stadt so gar nichts anzusaugen weih. Er hat kein Geld, kein heim, keine Angehörigen, keine Ortskenntnis und damit— was besonders für die Grohstadt gilt— auch nicht die notwendige Gewandtheit besitzt: darum liest man soviel und so ost, dah solch armer Teufel, der mit seinen ersparten paar Groschen in der Stadt sein heil suchte, von irgendeinem Gauner bei ein paar Gia» vier und seiner damit erwachenden Vertrauensseligkeit um alle» ge- bracht wurde. Krühjahrssaison ohne Arbeit. Rationalisierung, Maschin« und Derufsüberfrenrdung durch Aus- länder, das sind die drei Todfeinde des Landarbeiters und die Statistik vom Januar 1931 weist 240 091 Erwerbslose, hiervon 85 KKV weibliche Arbeitskräfte, im Deutschen Reich auf gegen 172 242(hiervon 75 394 »x-bliche) im Lorjahr: also wiederum ein bedauerlicher Ausstieg. In In Hauptsaison, der Erntezeit, zählt« man im vergangenen Jahre 55 000 Arbeitslos« und man befürchtet für die diesjährige Saison nichts Gutes. Allerdings reduziert sich die Zulasiungsziffer für aus- ländisch« Arbeitskräfte in diesem Jahre von 100 0V0 aus 50 000, weiter besagen die Bestimmungen, daß nur, wer schon immer ausländlsche» Personal beschäftigte, hierfür in Frag« kommt, weiter, dah der Rübenbau de» Arbeitgebers mindestens 25 Morgen betragen muh: auch darf die Zahl der eingestellten Ausländer höchstens zwei Drittel der im Borjahr genehmigten betragen. Dann schreiben die Bcstim- mungen die Beschäftigung von 80 bis 85 Proz. weiblicher Arbeits- kräfte vor; trotz allem aber wird die Konjunktur am Arbeitsmarkt immer trostloser! hierbei spielen auch die durch Mangel an Mitteln und geschwächter holzmarktlag« stark eingeschränkten Forstarbeiten »ine grohe Rolle, und Holzarbeiter, die sonst ganzjährig Beschäftigung hatten, sind froh, ein paar Wochen Arbeit zu finden. Auf der Vermittlungsstelle, die zugleich Stempelstelle Ist, drücken sich scharenweise sunge, kräftige Männer herum und warten und warten...„In früheren Jahren muhten wir zur Saison Arbeitskräfte von den Nachweisen für ungelernte Arbeiter entnehmen und heute sind wir nicht mal imstande, unsere eigenen Leute unterzubringen", erzählt der Beamte. „So in den ersten Tagen der Woche da geht es noch, da werden doch noch so 10. 15 pro Tag untergebracht, sind es gar 20, dann ist es schon«in Haupttag, aber meist sind e» höchsten« zwei bi» drei!" Am »Eingang für Arbeitgeber" öffnet sich jetzt die Tür«, und einer kommt herein. Wie elektrisiert fährt alles hoch, stellt sich in Positur, drängelt sich ein wenig nach vorn, zeigt sein« kräftige Brust, sein blühende» Gesicht, seine arbeitsgewohnte Hand. Der BermUtler verkündet:„Ein Hausdiener wird gesucht."„Ich, ich, ich. Ich", schreien all« durcheinander, hie Hoffnung belebt ihre trostlosen Züge? Arbeit, Brot! Und von den Dielen kann es doch mur -in»inaig»«».rtKU. J>arxTi loinb»» mi-b-r rubip. fl» s-v-n sich und stieren vor sich hin, ein paar ftchen in Gruppen und plaudern: da» enge Zimmer, die stickigeLuft.dasneroenzermürbende, hoffnungslos« Warten bedrückt sie alle, sie möchten hinaus in» Frei« und kräftig anpacken am Pflug, oder an der Harke, ihre Knochen regen und ihre Muskeln stählen. Stall dessen heiht es untätig herumlungern und sich die Beine in den Bauch stehen: wer noch Glück hat und Inhaber einer Stempelkarte ist, der weih wenig» sten« warum er überhaupt da heraufkommt, aber nicht allen ist dies beschieden. Abgesehen von der vielfach zu kurzfristigen Beschästigunzs- dauer verstehen es gerissene Unternehmer auch noch, sich von den Abgaben zu drücken, indem sie dem Arbeiter einreden, daß auch er auf diese Weis« von der Abgabe der sozialen Lasten befreit ist: andere wieder stellen dem Arbeitnehmer eine mangelhafte Arbeitsbescheini- gung au», in der die Hauptsache, die Derdiensthöh«. nicht angegeben ist, so daß er in keine bestimmte Unterstützungskategori« einzureihen geht. Da bleibt dann eben bloß das bißchen Wohlfahrtsgeld. Und ! man will doch leben und Frau und Kinder auch. Da gibt es ! Familien mit vier, fünf und noch mehr Kindern, � Die keiner in Arbeit nehmen will, was sollen sie be- { ginnen? Solang« noch ein wenig Erspartes da ist, wohnt man zur Miete, aber sehr bald geht's dann ins A s y l. Di« S ch n i t t« r- kasern« in Buch beherbergt wohl Frauen und Kinder, aber die Männer mußten ins Asyl und die Frauen, wenn sie Arbeit suchen wollten, immer erst in die Stadt fahren; auch in Prenzlau Hot man«ine sogenannt«„Schnitterrast" eingerichtet, ader die Leute versprechen sich doch mehr Arbeitsmöglichkeit durch di« hiesigen Der- mittlungsstellen und so zieht«» sie alle nach d«r großen Stadt. Trostlose Quartiere. Wer frisch zugereist kommt und also noch etwas Moneten besitzt, der wohnt„privat". Rund um den Schlesischen Bahnhos und hinter dem Alexanderplatz gibt es eine ganze Menge solcher Quartiere. Preis pro Bett und Nacht 70, 80 Pf. bis 1 M. Für Ehepaare und solche,„die es werden wollen", 1,20, 1,50 und 2 M.„Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich an" muß man mit Faust sagen, wenn man ein solches Quartier zu sehen kriegt. Don der Straße führen ein paar Stufen nach abwärts, dann kommt erst links ein« Art Portierloge, wo der hausgeftrenge fein wachsames Auge durch ein winziges Fensterchen gleiten läßt? dann ein schmaler, stockfinsterer Gang, an dessen beiden Seiten sich verschiedene Türen befinden und der auch mit einer Tür« abschließt. Länas der Gang- mauer sind Schnüre gezogen, woraus armselige Wäschefragmente, I Laken, Kleidungsstücke, zum Trocknen hängen. Dumpf, moderig lst die Luft, die Wände feucht und schwarz, denn längst hat aller verputz das Zeitliche gesegnet. Die Zimmer selbst: trostlos, grauenhaft In ihrer Armseligkeit. In einem öden, kahlen, durch zwei winzige Lämpchen notdürftig erhellten Raum, stehen sich je fünf Bettchen gegenüber. Fast In sedem Bett liegt Mann oder Frau, obwohl es früh am Nachmittag ist. Sie rauchen, spielen Karten oder plaudern. Was sollen sie auch machen, das kostet doch weni-sstens kein Geld. In der einen Ecke steht ein kleiner eiserner Waschtisch, In der anderen Eck« ein Kochherd ohne Einrichtung, kalt Ist's und finster, die Wände stockig, verräuchert, abgebröckelt alles Weih, wie häßliche Narben wirken die vielen schwarzen Flecken. Im Nebenzimmer, von der gleichen Szenerie, nur kleiner, qualmt einer dicke Wolken, die Frau steht gebückt über einer winzigen Waschschüssel und versucht, einen Lappen von undefinierbarer Form und Farbe reinzukriegen. Still ist's, fast wie in einem Gefängnis, keiner spricht ein laute« Wort, sie dösen und flüstern und pusseln in ihrer traurigen Welt- abgefchiedenheit, wohin keine Lust und kein« Sonn«, kein bißchen Leben und Freude dringt. Unzählige Menschen Hausen hier, wie in einem Amelsenhaufen geht es zu, Bett neben Bett, alles besetzt; der Boos muß«in überaus gute» Geschäft machen. Di« kkeinen Kinder der Landarbeiter w«rden so gut wie gar nicht bttrrut-, für SSuglinge besteht in den Dmeindet» vielfach keinerlei Unterbringungsmöglichteit und di« Mutter, di« auf dem Felde ist, muß das Kleine unbeaufsichtigt in der Wohnung einschließen, ebenso di« Kltinkinder. Die Temeinbefürsorgermnen sind mit ihren eigenen Schützlingen so stark überlastet, daß sie sich der Fremden einfach nicht annehmen können. Es müßten Kinderhorte geschaffen werden, wo sich die Kinder unter Aufsicht aufhallen können. In aller sozialen, arbeitsrechtlichen und vor allem menschlichen Beziehung gill der Landarbeiter immer noch als ein Wesen zweiter Ordnung. Berliner Stadtbank am Ostersonnabend aeschlofle«. Oster- .sonnabend, den 4. April, bleiben sämtliche Girokasien der Berliner Stadtbank für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. Nur für Wechseleinzahlungen wird in der Haupttasse, Berlin E. 2. Mühlen- dumm 1, Erdgeschoß rechts, ein Schalter in der Zeit von 10 bis 2 Uhr geöffnet fein. Die Sparkasse der Stadt Berlin hall ihr« Geschäftsstellen an diesem Tage gleichfalls geschloffen. Lleberfall im Laubelißtiänds. Lunger Arbeiter nachts niedergkschossea. Als der Besitzer einer Wohnlaube in der Laubenkolonie Mär- kifche Schweiz in der Greisswalder Straße, wie erst jetzt bekannt geworden ist, am Sonntag früh gegen 4 Uhr vor fein Häuschen trat, sah er zu seinem Erstaunen in einigen Schrillen Entfernung seinen zwanzigjährigen Sohn Erwin aus dem Boden liegen. Er nahm an, daß der junge Mann betrunken war, rief eine,: Bachbarn herbei, und beide schafjten den jungen Mann aus einem kleinen karren nach der Wohnlaube und brachten ihn zu Bett. Da sie kein Licht anmachten, merkte keiner der Männer, daß der junge Mann angeschossen war. Erst am Sonntagmittag erwachte Erwin aus der Betäubung und teilt« seinen Angehörigen mit, wa» sich wirklich zugetragen hatte. Danach war er in der Zeit zwischen 1?� und 2� Uhr nachts nach Haus« gekommen. In dem schmalen Laubengang sei ihm«in Mann nachgeschlichen, den er in der Finsternis nicht er- kennen konnte. Da es ihm ungemütlich gewesen sei, habe er sich umgedreht und wollte den Mann anrufen. Ehe er aber ein Wort sagen konnte, Hab« der Schleicher auf ihn gefeuert. Der e r sl e Schuß traf ihn gleich in die Brust, der zweite Schuß durchschlug die l i n k e h a n d. Dicht vor der Laube der Eltern brach der junge Mann dann zusammen. Von der Inspektion A der Kriminalpolizei wurde der Kriminalbezirkssekretär Smettons mit der Unter- fuchung der mysteriösen Angelegenheit beauftragt. Die Feststellungen ergaben, daß der junge Lückstödt im Wagen eines ihm bekannten Droschlcnchaufseurs nach einem Lote»! an der Ecke der Wilhelm- und Charlottenstrah« in Weißensce gefahren ist. Beide tranken hier zwei Glas Bier und Lückstödt erwähnte, er wolle noch ein Mädchen ab- holen, mit dem er vorher getanzt hatte. Sie war aber nicht in dem Lokal, und Lückstödt und der Chauffeur ginge» allein fort. Zu Fuß ist der junge Mann hierauf die Greisswalder Straße bis zum Grundstück IIS entlanggegangen und dann nach links in das Lauben- geländ« abgebogen. Was den Uebekannten veranlaßt hat, auf den Arbeiter zu schießen, steht noch nicht fest. Es ist möglich, daß es sich um den Racheakt eine» eifersüchtigen Neben- buhlers handelt. Di« Verletzungen des Lückstädi sind sehr schwer, besonder» des- hatb, weil so lange Zeit verstrichen war, ehe der Angeschossene in ärztliche D«l>andlung gelangte. Personen, die über den Schützen etwa» aussagen können, werden gebeten, sich bei der Dienststelle C 5 im Polizeipräsidium zu meiden. Die Verfassungsurkunde im Kosser. Aus dem Verhör des Ookumentendiebes. Zu der Aufklärung des Dokumentendiebstahls im Reichstag, über die wir bereit» ausführlich berichteten, erfahren wir, daß der festgenommen« Stubenmaler Walter W ohlgemuth am Montag eitigehend verhört wurde.-——■—'=■ Wohlgemuch behauptet nach wie vor, mit dem Diebstahl nicht? zu tun zu haben: sondern die Dokument« nur im Auftrage ob- 3 eh ast zu haben. Der Stlberd lebst ah l. der im Juli verübt wurde, ist jetzt einwandfrei als in der Ztacht zum 28. Juli ge« fchehen festgelegt. Wohlgemuch, dem es möglich war. im Reichs- tagsgebäude aus. und einzugehen, hatte Zeit genug, sich nach der Oertllchkeit umzusehen. Die.Bilderlexika, die. wie gesagt, in einem Ringoereinslokal am Oranienburger Tor auf- gefunden und beschlagnahmt wurden, hatte der Maler dort für eine unbezahlte Zechschuld als Pfand gegeben. Ashnlich verhielt es sich mit dem Koffer, in dem die Berfaffungsurkunde verwahrt war. Unter der Dorspiegelung, daß er ein Zimmer mieten wolle, war er bei der Wirtin in der Wilhelmstraße erschienen, hatte eine kleine Anzahlung gelesstet und seinen Koffer zurückgelassen. Als der vermeintliche Mieter sich nicht sehen ließ, brachte di« Wirtin, di« von dem Inhalt des Koffers natürlich keine Ahnung hatte, das Gepäckstück vis auf weiteres auf den Hausboden. Wohlgemuch ist am Montag dem Richter vorgeführt worden. Für Lene ist nun die nächste Zukunft gesichert, und ihre Augen tun sich aus für das Land ringsum. Der Wind ist still geworden und fortgegangen, nur im Wald hinten hat sich der Saum seines Kleides oerfangen und rauscht. Der Mond ist schon hoch genug, um im See sich spiegeln zu können; aber im See sieht das aus, als liefen immerfort Tränen über sein gutes, großes Gesicht, stille Tränen, die langsam rinnen und nicht salzig sind. »Es muß noch ein Stein auf Daters Grab", sagt Lene. „Einen großen, klobigen Findling sollte man nehmen. Das paßt gut zu ihrem Herrn— zu ihrem Vater. Den Namen könnte man selbst hineinmeißeln." „Und auf die andere Seite einen kurzen Spri. „Auf einem ihrer Friedhöfe las ich m�„inen, der mir gefiel. Er hieß: Viel Tod. viel Leben." Der Spruch gefällt ihr ganz und gar nicht. Aber sie will ihm eine Freude machen:„Ja, den werden wir nehmen. Er paßt auch so gut." Es klingt ihm wie eine Liebeserklärung. Sie gehen heim. Als sie kurz vor Papendiecks Haus sind, sagt Lene nach einem Blick in die Spargelfurchen:„Auf Wiedersehen, Herr Schmitzer. Ich glaube, Sie müssen mich setzt allein lasien." Gehorsam geht Herr Schmitzer. Wie er nicht mehr zu erblicken ist. kriecht au« einem Spargelgraben etwas Schwarzes auf Lene zu, langsam, un- heimlich langsam, leise winselnd. Sie erkennt den sterbenden Hund und geht ihm in der Furche entgegen. Rolf will ihr die Pfote geben: als er sie hebt, fällt er um; seine drei Beine bleiben steif in der Luft, seine Zunge sucht ihr« Hand: donn stirbt er. Frieden zieht ein im Stubbenland: di« Toten sind tot. und die Lebenden leben. Ernte. Der Friedhof liegt genau im Osten, da, wo das Stubben- land in steiler Kante zum Bleeketal abfällt: der Zaun, den die Siedler schon in der nächsten Woche aufgestellt haben, und das harte Rechteck des Grabes heben sich schwarz vom Hori- zonte ab. Wenn die Sonne aufgeht, sieht ee aus; als komme sie aus dem Grabe Papendiecks: als sei sie nicht jene Sonne, die überall und über allem scheint, sondern eine besondere Sonne, ausgesandt von Friedrich Papendieck, um zu scheinen über dem Spargel vom Stubbenland. Am Tags nach dem Begräbnis ist sie zum erstenmal so heraufgekommen, mit Strahlen, die so scharf sind wie Nadeln, die oben jede Wolke durchstechen und unten jeden Sand bis in jene Tiefe von zwanzig Zentimetern, in der die Wurzel« krönen braunschaüg warten. Immer bleibt es dann diese selbe Sonne, zwei Wochen long, eine Sonne, die das Grün- malen der Birten und das Blankputzen des Sees als Neben- arbell betrachtet, die nur und nur nach den häßlichen Wurzel- ballen sucht, sie so verwöhnt mit der Wärme ihrer Lieb kosi'ng. daß sich ihr am Abend, wenn sie geht, sehnsüchtige f«..... I.,P,.................id. da« fflefti Aufgehen schon zu grüßen. weiße Arm« nachstrecken: Arme, deren_______ faltete Hände bestimmt sind, das Gestirn in der Frühe eine, spitzfingrig ge- m Ja, ein guter Wettermacher ist der tote Friedrich Papen- dieck: gute und sorgsame Arbeiter aber sind die Lebendigen. Noch ehe Papendiecks Sonne rotgefroren aus seinem Grabe steigt, würzt Schornsteinrauch den milchigen Geruch des Nebels, durch dessen kriechende Schwaden der Landarbeiter Siegfried Schmitzer hüstelnd dem Besitztum Lene Papendiecks zustapst. Stumm bleibt sein Pavillon zurück: aber in den drei Häusern klirren die Küchen, knistern die Herde, schlürfen die Kehlen. Es ist die gleiche halbe und doch gute Wärme, das gleiche halbe und doch gute Licht, der gleiche halbe und doch gute Kaffee überall: wenn die drei Menschenpaare nicht so verschieden wären, die Geräusche und Gerüche würden sie nicht unterscheiden. Alle halten beim Trinken beide Hände um die Emaillebecher gelegt, so daß die Handflächen warm sind, wenn sie nach den Henkeln der Spargeltörbe greifen, so daß die Fingerspitzen empfindsam genug sind, um die Schärfe der Spargelmesser zu fühlen. Alle prüfen die Kall« der Luft mit einem Hauch ihres Atem», wenn sie hinaustreten: allen tastet die Feucht« des Nebels im Nacken. Immer, wenn sie die ersten Schritte getan haben, jeder in seiner Furche, wird die rote Glut, die um Papendiecks schwarzes Grab schwelt, zur Flamme: dann hebt sich der Nebel und fliegt auf schweren Schwingen in Papendiecks Sonne hin- ein und verbrennt. Er verschwindet schnell, denn kein Baum, kein Kraut, nicht einmal eine brockige Scholle halten ihn fest: die Menschen haben am Tage zuvor die Oberfläche mit ihren Brettern ganz glatt geklopft, und die Hügel aus gelbem Sand sehen aus wie endlos lange Kästen aus Zement. Es tut not, diese Arbeit sorgfältig zu verrichten: denn die Spargel- pfeife, die ans Licht will, hebt kurz vor ihrem Aufstoßen den Sand empor zu einem winzigen Hügel, den nur die Glätte sichtbar macht: hier muß gestochen werden. Frühe für Frühe schreiten die drei Menschenpaare die Furchen ihrer Aecker entlang und halten Ausschau nach den winzigen Hügeln im glatten Sand. Viermal haben sie es ver- gebens getan: am fünften Tage aber schwingt die Anna Maschke mit einem hellen Schrei etwas in der Luft, ihre Aermchen zappeln dünn über dem klobigen Buckel: sie hat ihre Hügel immer am sorgfältigsten geglättet, darum entdeckt sie wohl als erste eine Pfeife, die ans Licht will. Aber schon wenige Minuten später ruft es von Korns Acker herüber, und wieder wenige Minuten später von Papendiecks. Die Sonne vom Stubbenland hat in zehn Tagen einen ganzen Monat Kälte aufgeholt: die Ernte beginnt sogar etwas früher als üblich. Wo der winzige Ning aus Sand sich zeigt: da setzen die Menschen die Körbe neben sich in die Furche und bücken sich oder knien nieder. Sie schieben mit ihren Händen den Sand sorgsam beiseite, so daß der Spargelkopf frei liegt, eine weiß- gefaltete Kuppel zartvlätterner Triebe. Weiter graben die Hände, immer um die zerbrechliche Säule herum, ohne Hast: denn viele andere, noch jüngere und also noch zerbrechlichere Säulen umstehen die eine, fertig«, und sind alle auf dem Wege ins Licht, und dürfen nicht verletzt werden. Längst schon ist der Sand nicht mehr hell und trocken, ist dunkel und feucht: da erst halten die grabenden Hände inne. Das Spargelmesier wird an die Pfeife gelegt, es umhüllt sie halb mit der Höhlung seines Stahls: schräg knirscht die Schneide durch das weiße Fleisch, dicht über der Wurzel, und darf nicht hineinfahren, darf nicht die Triebe der Zukunft töten. (Fortsetzung folgt.) Kulturverband der Sechshunderttausend Freidenkerverhand soll nicht gemeinnützig sein! Flughafen im Sommer. Arbeitslosen-Konzerte.— Volksflugtag am Verfassungstag Nachdem die Vorbereitungen für die Sonderveranfkal. tungen, die die Berliner Alughasengesellschasl in den nächsten Monaten in Tempelhos plant, abgeschlossen sind, kann zu- nächst folgende Uebersicht gegeben werden: Wöchentlich zwei- bis dreimal, voraussichtlich Dienstags. Don- nerstags und Sonnabends, sind Konzerte. Die Kapelle wird sich aus arbeitslosen Musikern zusammensetzen. Das erste Konzert ist für Dienstag, den 21. April, in Aussicht genommen. Anläßlich der V e r s a s s u n g s f e i e r am 9. August wird der innner mehr Beachtung findende Volksflugtag durchgeführt, während am folgenden Sonntag, dem 16. August, im Flughafen Teinpelhof der D e u t s ch l a n d f l u g des Deutschen Aeroklubs seinen Abschluß findet. Zum ersten Mal« in Berlin wird am 6. September die Deutsche Kunstfliigmeisterschast für Damen und Herren in Tempelhof zur Austragung kommen. Schon jetzt sind bereits wert- volle Preise für diese Meisterschaften gestiftet worden. Am lö. Sep- tcmber feiert der Berliner Verein für Luftschiffahrt sein üOjähngcz Jubiläum. Anläßlich dieses Jubliäums ist ein Massenstart von Freiballonen vorgesehen. Am 1. Oktober, am Vortage des Geburts- tags des Reichspräsidenten, wird, wie bereits im Vorjahre, ein Reichswehrmonstrekonzert, verbunden mit einem Riesenfeuer- werk, veranstaltet. Ein besonderes Ereignis für die Berliner Bevölkerung werden die in Aussicht genommen Zwischenlandungen des Luftschlffes„Graf Zeppelin" auf dem Flughafen Tempelhof sein. Verhandlungen der Berliner Flughafengesellschast wegen Vorführung eines großen Raketsnwagens stehen vor dem Abschluß. Verleumden, kneifen, verschleppen. Das ist die Tapferkeit der Kommunisten. Zum vierten Male stand gestern vor dem Einzelrichter in Moabit eine Prioatklage wegen Beleidigung zur Verhandlung, die der Vorsitzende der Berliner Verwaltungsstelle des Deutschen Metall- avbeiterverbandes, Genosse Max U r i ch, gegen den kommunistischen Reichslogsabgeordneten Hein angestrengt hatte. In einem unflätigen Flugblatt hatte Hein vor den letzten Berliner Stadtoerordnctenwahlen den Genossen llrich mit den gemeinsten Schimpsworten bedacht. Als Urich klagte, suchte Hein zuerst hinter seiner parlamentarischen Immunität Zuflucht. Nach Auslösung des Reichstages war Hauptverhandlungstermin auf den 12. September 1930, also zwei Tage vor der Neuwahl des Reichs- tages, anberaumt. Wererschien nicht? DertapsereVer- l e u m d e r Hein. Drei Tage später war er wieder immun. Die Aenderung der Geschäftsovdming des Reichstages machte es möglich, daß ein neuer Termin auf den 11. März 1931 einberufen wurde: die Genphnügung zur Durchführung der Strajvcrsolgung war erteilt. Statt des Herrn Hein erschien aber' ein— Entschuldigungsschreiben, wonach er sich als Reichstags- abgeordneter auf einer längeren Agitationsreise außerhalb Berlins befinde. Herr Hein muß von Berlin eine sehr merkwürdige Vor- steltung haben, denn er wurde am gleichenTage in Weißen- see und Reinickendorf gesehen. Der Termin wurde auf den 18. März vertagt, Herr Hein war wieder nicht erschienen. Der Vertreter des Genossen Urich, Genosse Rechtsanwalt Dr. Sieg- fried Weinberg, beantragte die polizeiliche Vorführung. Dem Antrag wurde stattgegeben. Der Polizeibeamte, der Hein vor- führen sollte, teilte aber mit, daß Hein unauffindbar sei und sich angeblich in der rumänischen Hauptstadt Bukarest aufhalte. Diesmal hatte Hein von Berlin eine allzu grandiose Vorstellung. Er wurde nämlich an diesem Tag« m der Ackcrstraße gesehen, und man wußte bisher nicht,'daß die rumänische Hauptstadt in der Ackerstraße ansängt. Gestern, beim vierten Tennin, war Hein endlich erschienen, um Beweisantröge zu stellen, die neben dem Thema herlaufen. Nach vergoblichcn Vergleichsoersuchen glaubte der Richter den Antragen stattgeben zu müssen, setzt« aber für Hein eine Ausschlußfrist von zwei Wochen zur ordnungsmäßigen Lieferung der Anträge fest. Die Verhandlung wurde darauf auf den 29. April vertagt. Verleumden, kneifen, verschleppen: das ist die Kampfmethode der Radikalen, mögen sie sich nun Kommunisten oder Nationalsozialisten nennen. Gleiche Brüder mit verschiedenen Kappen! „Verliner Beschaffungsami." Ab 1. April neue städtische Dienststelle. Die Gefellschafterversämmlung der Berliner Anschas- sungsgesellschast m. b. H. hat in. ihrer gestrigen Sitzung die Beschlüsse des Aufsichtsrats und des Magistrats. über die Auf- 1 ö fu n g der BAG. und Durchführung der Liquidation sanktio- nrext. Vom l. April ab hoben wir nach den bekannten Beschlüssen der Städtoerordnetenversanunlimg demnach ein„B e rl i n e r.B e- s'chaffungsaml" als städtische Dienststelle, die der Deputation für Handel und Gewerbe angegliedert ist. Wie wir weiter erfahren, ist gestern der in der BAG. als Ab- rnlungsleitcr für Chemikalien und Drogen beschäftigte kommunistische Stadtverordnete Dröll fristlos entlassen worden. Ihm wird zum Vorwurf gemacht, seinen Dienst nicht gewissenhast genug. geführt und Maßnahmen der Geschäftsleitung fa b o t i e r t zu haben. Außerdem ist der Leiter der Lebensmittelabteilung, ein vorher bei der Industrie- und Handelskamnier beschäftigt gewesener Dr. F ranzen, plötzlich beurlaubt worden. Franzen wird ebeiss» wie Dröll vorgeworfen, gegen die Anordmmgen der Gefchäits- leitunz gearbeitet zu haben. Märzfeier der proletarischen Lugend. Eine gemeinsame Märzseicr veranstalteten im Theater am Bülowplatz tue Sozialistische Arbeiterjugend, die Freie Gewerkschastsjugend, die AfA- Jugend und die Arbeiter-Sportler-Iugend Berlins. Den musikalischen Auftakt brachte das Bach-Orchestcr unter Leitung van Dr. Herbert. Dann folgte eine Darbietung des Sprechchors der Jugendgruppe des ZdA, Märzgedichte, Bekenntnisse zur Gemeinschaft dar Werktätigen, Dichterworte, aus denen das Gelöbnis aufklang, die Freiheit des Volkes zu bewahren und zu verteidigen. In seiner An- sprach« betonte Hans Müller von der Freien Gewerkschastsjugend, daß die Jugend von heute bereits morgen Träger der Idee, Träger der Verantwortung sei. Was sie heute bekenne, müsse sie morgen durch die Tat beweisen. Der März, Verkünder des Frühlings, erste Verheißung kommender Reife, sei das Symbol dieser Jugend. Die Aus- sührung oon«ld herausstellte, hat Kola ein ihm als vermsgensvcrnx-ll-r anvertrauics Millionen vermögen restlos verbraucht. Sala hatte bis zum-I. Oktober 1925. in Dresden die Rechts- anwaltsproxis ausgeübt und ist namentlich als Vermögens- Verwalter in Anspruch genommen worden. Später ist er nach München übergesiedelt, wo er ein luxuriöses Leben führte. Semen großen Aufwand erklärte er damit, daß er den' Posten eines Syndikus bei' der IG-Farben bekleide, der ihm 60000 Mark jährlich einbringen Sola war sehr viele Jahre Verimigensvenaalter des ehemaligen österreichischen Obersileutnarcs Haniel, dessen an sich schon außerordentlich großes Vermögen durch seine Verheiratung mit der als Wohltäterin bekannten Witwe Sophie Bau ingart noch in erheblicher Weise vermehrt wurde und eine Vermögensverwaltung notwendig machte. Nach dein Tode des Oberstleutnants Haniel beließ Frau' Sophie Baumgart-Haniel den Rechtsanwalt Sola in seiner Stellung als Vermögensvenwaller. Sala hat das ihm entgegen- gebrachte Vertrauen in schändlichster Weife mißbraucht. Auf Grund des Testaments der ün Sommer 1930 verstorbenen Frau Baumgart- Haniel sollte Rechtsanwalt Sola am 25. März die Auszahlung der Erbichaftsbeträgc vornehmen. Die Erben waren teil- weise aus Wien usw. in Dresden eingetroffen. Als die Nachricht von dem Selbstmord Solas«intraf, stellte sich auch heraus, daß das ganze ihm zur Verwallung überlassen« Vermögen restlos o e r- braucht worden ist. Eine Stiftung für arme Kinder, die Frau Baumgart Haniel testamentarisch bestimmt hatte und die chr be- sonders am Herzen lag, ist unmöglich geworden. Auch der Verein für Krüppelhilfe in Dresden, die Kinderheilanstalt und sehr viele andere Wohltätigkeitsoereine, die mit ähnlichen Legaten bedacht waren, gehen leer aus. Einheiiliche Verkehrszeichen. Wichtige Abkommen für den internationalen Autoverkehr. Die europäische vcrkebrskonfereaz in Genf hak am M anlag drei wichtige Adkonntzm unterzeichnet. Das erste Abkommen, das eine Vereinheitlichung der europöi- schen Straßen Verkehrszeichen vorsieht, ist von Deutsch- l a n d, Belgien, Dänemark, Donzig, Frankreich, Luxemburg, Polen, der Schweiz, der Tschechoslowakei und Südslawien unterzeichnet worden. Die deutsche Regierung ljat jedoch nur unter Borbehalt unterzeichnet. Das zweite Abkommen, das die steuerliche Bshand- lang der im Ausland weilenden privaten Touristen- wagen regelt, ist von Enzland, Belgien, Dänemark, Danzig, Luxemburg, Holland, Polen, der Schweiz und der Tschechoslowakei, jedoch nicht von Deutschland und Frankreich unterzeichnet worden. Das dritte Abkommen, das die Regelung der Triptyk (A u t o p ä s s e) bchandell, ist von Deutschland, Belgien, Eng- band, Dänemark, Frankreich, Luxemburg Holland, der Schweiz und Südslawien unterzeichnet worden. Das vierte auf der Konferenz behandelt« Abkommen, das ein« internationale Behandlung der G e- schäftskraftwogen vorsah, ist nicht zustande gekommen und muß als gescheitert angesehen werden. Gesellschaskssahrten zu Osten». Wie von der Reichsbahn mitgetekll wird, können während de? diessährlaen Ofterssstes G«- f ellfchaftssahrten mir Fahrpveisermäßigung uneinge- schränkt durchgeführt werden. Vorübergehende Schließung der Staalsbibtwthek. Wie der Amt- liche Preußische Pressedienst mitteilt, bleibt die DtaatsMMtochek kx- stürmrunzszeinäß' vom � April, 12 Uhr» bis 6. April geschlossen. Berlin als Bäberstabi. Lieber sechs Millionen Bäder im Winter. Während die„Berliner Winlerbadesaifon" des Jahres 1929 im Zeichen der außerordmklich schweren kälte stand. die viele Stammgäste den städtischen lllarmbadeanstalten aus Furcht vor Erkältung von den Bädern fernhielt, brachte das vergangene Zahr den Berliner Hallenbädern Besucherzahlen, die noch über den an sich schon sehr günstigen Ergebnissen des Jahres 1928 standen. Insgesamt wurden an die Berliner Bevölkerung, die teils aus Maogel an Badegelegenheiten im eigenen Hause, teils aus Liebe zum Wasser und Schwimmsport regelmäßig die öffentlichen Scr SiaM(*««%<«, 6 69T 000 Bäi-cc«Uzt Htf verabreicht, gegenüber nur S8lj 000 im Jahre 7929. Von der" Gesamtzahl der verabfolgten Bäder«Msxl der größte Teil mit rund 3 629 000 auf S ch w i m m b S d e r. In nahezu gleicher Zahl wurden Wannenbäder(1 472 000) und Brausebäder(1830 000) verlangt, während sich die Nachfrage nach sonstigen Bädern(russisch- römische Bäder, sowie alle Zlrten von medizinischen Bädern) mit 246 400 in mäßigen Grenzen bewegten. Die Benutzung der einzelnen Bädergattungen noch Geschlechtern gestallet sich grundverschieden. Wenn schon ganz allgemein betrachtet der Anteil des männlichen Geschlechts an der Gesamtbesucherzahl mit 4175 000 Vertretern das weibliche Berlin(2 205 000 Vertreterinnen) um ein wesentliches übertrifft, so äußert sich die Liebe der männlichen Bewohner der Reichshauptstadt zum feuchten Element vor ollen Dingen in der stärkeren Benutzung der Schrvimmbäder(2 337 000 männlichen Benutzungen stehen nur 1 292 000 weiblich« gegenüber), die willkommene Geleoeicheit bieten, den Körper auch während der Wintermanatc im T r a i n i n g zu holten. Dafür ist wiederum der Anteil der weiblichen Badegäste an den verabfolgten Wannenbädern(815 000) wesentlich größer alz beim männlichen Geschlecht(657 000). Brausebäder werden dagegen von den Damen nur sehr wenig geschätzt, denn Mll 274 000 verabfolgten Bädern. dieser Gattung treten die Berlinerinnen dem männlichen Geschlecht gegenüber, über das sich 1 056 000 Brausebäder ergossen, stark in den Hintergrund. Nur in der Benutzung der medi- zinischen und sonstigen Hellbäder hält sich der Anteil der beiden Geschlechter mit 125 200 an Männern und 121 200 an Frauen verabreichten Bädern dieser Art ungefähr die Waage. Was endlich die Benutzung der städtischen Badeeinrichtungen nach einzelnen Monaten betrifft, so brachte der Oktober mit 643500 Badegästen den Maximalbesuch, während die Zahl der verabfolgten Bäder mit ine- gesamt 362800 im Juli auf ein Minimum herabsank. Ekkehard Grimme verstorben. Der zwölfjährige Gymnasiast Ekkehard Grimme, der Sohn des preußischen Kultusministers, Genossen Grimm«, der. wie wir gestern kurz mitteilien, aus dem Heimweg von dem Gymnasium in Zehlet-dors unter die Räder eines Lastautos geraten war, yt gestern abend leider seinen offenbar scknvercn inneren Verletzungen im Hindcnburg-Kraiikenhaus in Zehlendorf erlegen. Dem Minister, der sich mit seiner Frau zu einem kurzen Erholungsurlaud nacb dem Süden begeben hatte, mußte die Nachricht von dem Tod sein«? Sohnes nach Bozen telegraphijch übermittelt werden: er hat sofort die Heimreise angetreten. Der Fall ist um so tragischer, als es anfangs gar nicht den Anschein hotte, als ob die Verletzungen des kleinen Grimme tödlicher Natur waren. Moderne Züge auf den Nordstrccken. Wie dicReichsbahndirektionBerlin mitteilt, sind die sechs ältesten elektrischen Züge(Bsrfuchszüge) der bdord- bahnjtrccken(Stettiner Lorortbohnhos— Bernau,-Oranienburg -Kremmen) vorläusig aus dem Verkehr gezogen und durch Züge neuer Lau ort ersetzt worden. Die Reichsbahndirektion Bertin hofft, damit den mehrfach tn dieser Richtung geäußerten Wünsche* der Reisenden der Nordbahnstrecken entsprochen zu haben. Wk/m Djmn nLrnm�ffgftgffPa Vier jugendliche Räuber. Echnellschvffengericht an«Sielle des ordentlichen Gerichts Bor dem Schnellschässengedchl Berlin-Milke— Vorsihender Sireklor IN a s u r— ffcöeu vier Angeklagle: der I9jZhrige Werkzeug. nillcher w., der IZjährige Schlosser iL, der Zljährige Acbeiler v.. der Zojählige Z'ürsorgezögliug Sclz. Vis aus den lehlcu sind die oscr sengen Leute unvorbesirust. 2llle vier waren in der lehteu Zeit arbellklos, w., iL und 23. erhielten keine llnterstühung. Am fi. Januar d. 3- wurde der Ingenieur I.— er hatte eben erst als chausvzruxilter Mietgclder einkassiert— vor seiner Wohnungetür in der Wallnertheaterstraße von drei Burschen ü b e r s a l l e n. Zwei hielten ihm Pistolen vor, der dritt' entriß ihm seine Aktentasche mit lOZO M. Die Näubcr flüchteten u id ent- kamen. Am 20. Februar überfielen zwei Männer in Weißende« die Buchhalterin Johanna K., sie hatte für die Firma Ide in der Franz- Joseph-Straße von der Bank Lohngelder abgeholt. Bon einem der Männer erhielt sie einen Schlag über den Kopf. Der ander« ver- siichte, die Tasche mit dem Oelde zu entreißen. Das Mädchen rief um Hilfe und die Burschen flüchteten unverrichteter Dinge. Einer der Uebeltäter wurde vxrhaftet: es war d&r lOiähriqe W. Sväter verhaftete man auch seinen Komplicen und Halbbruder. Während beide ihrer Aburreilung entgegensahen, stellte die Polizei W.'s Täterschaft auch beim Ueberfall in der Wallnertheaterstraße fest. Die beiden anderen Räuber waren B. und Sch-, Helfer beim Ueberfall war Zl. W. mußt« für sein Kind Aliment« zahlen. Da er kernen Rat wußte, beschloß er. den Hauptverwaltcr Jacoby zu be- rauben. Er überredete B. und A. mitzutun, besorgte eine Schreck- schuß Pistole und ein« unbrauchbare Selb st lade- Pistole, bat A., der im selben Hauie wie Jacoby wohnte, ihm mitzuteilen, wann dieser wieder Mietgelder kassieren würde, und rührt« am 6. Januar den Raubübersall aus. W., A. und Sch. er- hielten je 300 W-, A. 120 M. lieber die Kindheit und Jugend, über die Oemohnheiten der Angeklagten, über die Beschäftigung ihrer Eltern erfuhr man s o gut wie nichts. Rur ganz zufällig äußerte der Angeklagte W.. daß sein Vater der bekaimte Verbrecher W. sei. der etwa lö Jahre Oefäitanis hinter sich habe und vor etwa anderthalb Jähren'litl Jnweliergeschäst von Friedländer, Uv�er den L'vden, ein J-nveken- stück erbeutete.„Bielleicht ist meine erbliche Stiftung daran schuld" sagte der Angeklagte. Das Gericht verurteilte W.?u einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, Sch. zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis, B. zu einem Jahr und 2l. zu sechs Monaten Oesängnis. Ob dieses Urteil zu hoch oder zu niedrig war, konnte man schwer entscheiden. Da hätte man schon mehr über die jungen Leute wiisen und erfahren müssen. Staatsanwalt und Vorsitzender schienen sich ab«r mit dem wenigen zu begnügen. Man begrss auch nicht, weshalb in diesem Fall' das Schnellschöffengericht in Be- wegung gesetzt werten mußle. Die Angellaoten waren nicht auf frischer Tat ertappt, W. saß bereits einen Monat im Gefänqitis, feine Tat in Wsißenje« wird vor dem Richter des Iugewdgerichts abgeurteilt worden... Weshalb ist da das Schnellgericht nicht am Platze, wohl aber in diesem Falle? Beleidigirngsiheater. „Ein Hund kellt nicht— dazu sind immer zwei nötig. Willst du das Leben kennen lernen, dos nackte Leben in ollen seinen Kleinigkeiten, ohne Schminke und Puder, so begib dich nach Moabit in einen der„Beleidigunos'siäle. Du findest dort Gehässig- keit, Neid, Mißgunst, Bosheit, menschliche Gemeinheit jeder Art und Form in stärkster Konzentration. Du bewunderst den Richter, der ! das all.'s Jahr für Jahr über sich ergehen lasien muß und wunderst dich nicht, wenn ihm manchmal die Galle überläuft, er mit der Faust aus den Tisch schlägt, sich mir den Händen an den Kops saßt, sich die Ohren zuhält und am liebsten die Tür hinter sich zuschlagen würde, um dos alles nicht mehr hören zu müssen. Meist sind es F r a u« n, die einander gegenüben'tehen. Klägerin und Widerklägerin. Di« Ehemänner sekundieren. Der Richter ver- sucht es mit einem Vergleich Es ist, als rede er init Mauern. .chören Sie mal, ich werde Ihnen was jagen, es Hot doch gar keinen Zweck, im Aerger jagt man doch verschiedenes. Di« Frau hat zu Ihnen Hexe gesagt?! Dann hat sie Ihnen«Inen bestimmten Körperteil gezeigt. Also, Sie wollen sich nicht vergleichen? Und«in ausgewachsener Richter, der 27 Jahre Recht sprich:, soll sich allen Ernstes damit beschäftigen.�(Die Beklagte wirft irgendein Wort dazwischen.) i n Hund bellt nicht, das gtbi's nicht, dazu such immer zwei nötigt(Die Klägerin sagt im bösen Tone irgend etwas über die Beklagte. Die Beklagte erwidert. Beide wollen von einem Vergleich nichts hören.)„Reizen Sie nickst so einen Menschen durch Ihre Gehäisigkeit(schlägt mit der Faust auf den Tisch, in höchsten Tönen):„Die Menschen sollen einander lieben, heutzutage gibt es nur Haß. Wohl wieder eine Siedlung(schaut in den Allen noch), natüüüürlich, Kolonie Freiheit— Freiheit, einander zu beschimpfe» — Nachbarn sollen sich vertragen. Also, Sie wollen sich nicht ver- gleichen?— Schön, wollen wir verhandeln. Vis jetzt habe ich mit Ihnen als Mensch gesprochen. Jetzt werde ich mit Ihnen sachlich reden als Richter.— Vielleicht werde ich später mit Ihnen ganz ruhig verhandeln(sehr laut): Sie können mir nicht verdenken, daß mir die Galle überläuft— ich habe auch gedacht, du mietest dich ein» mal in eine Siedlung ein— so an der Peripherie der�Htadt— schöne i Natur— himmlische Ruhe— wuichexvolls Lust— aber seitdem ich ff diese Abteilung habe, diese Kolonistensachen—, da sog« ich mir, Go:t sei Dank, daß du nicht:n einer Siedlung lebst. Das ist der Fluch des Armenrechts— es siele ja den Leuten gar nicht ein, in die zweite Instanz zu gehen— aber«s lostet ja nichts, da kann man eben klagen. Also schön, verhandeln wir.* Dcr Richter verliest das Urteil erster Instant Angeklagte zu 10 M. Geldstraf« verurteilt, Widerklage abgewiesen, Urteil zur Ve:- öffentlichung im örillchen Anzeiger.—„Natürlich, noch in die Zeitung. Das kann ich Ihnen schon jetzt sagen, ich lasse nicht so einen Dreck in der Zeitung veröffentlichen, es steht schon genug Unsinn darin.* (Die Klägerin gibt zu verstehen, daß sie es auch gar nicht wünscht.) „Na, sehen Sie, Sie sind«ine ganz vernünstige Frau, das habe ich gleich gesehen. Sonst sind die Vlunner die Permi lästigeren. Na ja... Also jetzt wollen wir die Zeugen hören.*— Endlich kann in die Der- Handlung eingetreten werden. Die Klägerin und die Beklagte legen den Sachverhalt vor. Es sind zwei Nachbarinn«:, die eine wohnt Nr. 13. die andere Nr. IK. die eine 20 Jahre in der Siedlung. die anders 17 Jahre. Sie waren früher dick besreundet. Die in Nr. 13 kann es der in Nr. 16 insbesondere nicht verzeihen, daß sie für dies« Luft ist. Diesmal war der Anlaß zu den gegenseitigen Bc- schimpfungen der bellende Hund, und ging eben dos gegenseitige menschliche„Gebell" los. Usw. usw. Den Ausgang der Berhand'.ungen wartet dcr Berichterstatter nicht ab. Er suchte einen arideren Saal auf... Kleine Versehen! Sie aber wohl vermieden werden lönnen. Vor einig«» Wochen berichteten wir über ein sehr bedauerliches Verjchen. das tni�m Berliner Städtischen Kronkenhaus fnr Ä e 0 u r r sy trf« in �ynrlorrenburg'vorgekommen war: Einem Ehemann, dessen Frau bei der in dem Krankenhaus vorgenommenen Entbindung 1928 gestorben war, war im November 1930, also 2'A Jahr« nach dem Tod seiner Frau, ein« von dem Krankenhaus an diese Frau gerichtete Aufforderung zugegangen, sich .zur Nachuntersuchung einzufmden. Einer Einladung des Dezernenten des Eharlo ttenburzer Gesundheitswesens folzend, besichrignm wir bald darauf das in Rede stehende Krankenhaus für Geburtshilfe. Wir konnten folgendes feststellen: Di« für den betreffenden Ehe» mann, dar sich inzwischen wieder verheiratet hat. sehr peinlich« Mit- teitodZ an seine verstorben« Frau ist darauf zurückzuführen, daß ein« an sich richtig« Eintragung in die Journale des Krankenhauses vgn dem für hie Ausschreibung von Mitteilunzen Beauitragwn übersehen worden ist. Dieses Versehen wurde zugegeben. Zugegeben wurde ferner, daß das von der Redaktion des„Vorwärts* über den Berliner Stadtmedizinalrat nach Charlottenburg gerichtete Schreiben liegen geblkben und nicht erledig: worden ist— auch (jus Verschon, lieber die Entbindung selbst, die im März 1928 mu dem-Tod der Frau endete, konnte uns erschöpfende Auskunsl erteilt werden, aus der hervorging, daß die ärztliche Versorgung seinerzeit vollkommen einwandfrei vorgenommen wurde. Es traten schwere lumorhergese-hene Komplikationen(unstillbare Blutungen) auf, mit denen jeder Arzt bei einer Entbindung rechnen muß und trotz aller Bemühungen konnte der Tod nicht verhindert werden. Das Kranken» hau» selbst befindet sich, soweit ein eiumaliger Besuch«in Urteil zuläßt, durchaus auf der Hohe. Di« vielen Wöchnerinnen, die wir Iahen, waren mit des Neugeborenen in bester Verfassung und fügten sich oifenbar wohl und geborgen. Wir. möchten aus diesem Anlaß, und zwar keineswegs nur au die Adressen der Krankenhäuser, s rudern an all« öffentlichen An- stalten, Behörden usw. die Bit:» richten, daß, wenn ihnen die Presse unter einstweiligem Verzicht auf Veröfsemlichmg die Möglichkeit zu einer anderweitigen Erledigung eines Falles bietet, dieses Ent- gogenkommen nicht dadurch zerstört wird, daß man, wie in dein Revision im Kall Saffran. Der Verteidiger des Angeklagten Saffran im Bartensteiner Prozeß hat gegen das Urteil Revision eingelegt, aber nur insoweit, als Saffran wegen Mittäterschaft zum Tode verurteilt worden ist. Die Revisionsschrift rügt, daß Saffran wegen vollende-«« Mordes verurteilt worden ist, und behauptet, er könne nur wegen Bei- Hilfe b e st r a f t werden, da nicht er, sondern Kipnick die tödlichen Schüsse aus den Melker Dahl abgegeben habe und außerdem Saffran überhaupt nicht am Tatort gewelcn sei. vorliegenden Fall, die Angelegenheit liegen läßt oder sie wie in vielen anderen Fällen verzögert. Man sollte weinen, daß in vier- zehn Tagen jeder Fall, der nicht ganz besonders kompliziert liegt, im Interesse des Publikums ausgeklärt werdcn kann. Wildwest macht Schule. Berliner Kaufmann in Köln vbenallen. Köln. 30. März. In der letzten Nacht wurde auf der Militärringstraße ein Ver- l i n e r Kaufmann, dcr mit seinem Auto für einige Augenblicke anhielt, von zwei maskierten Männern überfallen. Diese zwangen ihn mit vorgehaltenem Revolver, sein Geld herauszugeben. Sodann versuchten die Täter den Wagen flott zu machen, nachdem der Kauf- mann aufgefordert worden war, diesen zu verlasscn. Da der Wagen von dsw Tätern nicht in Gang gebracht werden tonnte, wurde der Kaufmann,«Icker unter Vorhaltung einer Pistole, gezwungen, chn anlaufen zu lassen. Dann setzten sich die Täter hinein und fuhren davon. Der geraubte Wagen wurde später von dem Landjägerposten in Köln-Bocklemünd gefunden. Märkische Verkehrs- unS Tourisienwünsche. Der Brandenburgische B e r k eh r s v e r b o n d nahm aus seinem diesjährigen Perba nbstaz in Potsdam unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Fräßdorf Stellung zu verlchie�enen märkischen Verkehrssragen. Der Ausschuß für Groß- Berliner Vorort-Lerkchrs- und Tarifsragen tonnte von einigen von der Reichsbahn zugestandenen geringen Verbesserung«:!, die der Oeffentlichkeit bereits bekannt sind, Kenntnis nehmen. Weit- gehende Verbesserungen sind von dcr Reichsbahn, wie der Bericht betont, nicht zu erwarten. Schwer ins Gewicht fällt die Streickiung der Proomzmlsuboention für den Verband. In einer össentkichcn Versammlung sprach dann Stadtbaurat Erbs-Branden- burz über Siodlunzsproblcme der Gegenwart In längeren ebenso sachlichen wie sachlichen Ausführungen erging sich Handelskammer- synhikus Dr. Bauer-Brandcnburg über die Fernverkehrs- straßen Deutschlands. An Hand außerordentlich inter- cssaiUor Lichtbildkartenfkizzen kann« man sehr gut die Entwicklung verfolgen, die der deutsch« Zlutomobiloerkehr bereits genommen und die er aller Voraussicht noch weiter nehmen wird. Auch für Berlin sind allerlei Profskte, besonders auch solche der U m- gehungs- und Entla st unzs straßen vorgesehen, worüber noch einmal besonders gesprochen werden nüißte. Zum Schluß machte der Redakteur Walter Trojan-Berlin aus lang: ähriger touristischer Erfahrung Vorschläge für eine Berbesserunz des llr- laubs-, besonders aber des Wochenend. und Sonntagsverkehr» in der Mark: er wünschte ein« bequemere und schneller« Beförderung der aus Sonntagsrückfahrkarten Fahrenden, schlug eine Erweiterung der Geltungsdauer der Sonntogsfahrkarten auf zwei Tag« vor und trat für billigere Unterbringung und Verpflegung der Wockzeneno- fahrer in den Gasthäusern der Mark ein. Der Redner sührte als Gegenbeispiel die billigen Erholungsheime dcr großen Verbände (z...P-. des. ZM.) und das großartig ausgebaute System der Wanderheime des Touristenverei us„Die Natur- freunde* sowie derFerienheimgenossenschastNatur- freunde an. Weiter setzte er sich für energische Förderung touristischer Wünsche ein, z. B. Fernhaltung des Autoverkehrs von stillen Waldwegen und Freihaltung der Seeuser und warnte vor einer Verödung der märkischen Landschaft durch radikale Abhvlzuug schöiwr Baumalleen und alter Chausseebaumbestände. Oberbürger- meister Fräßdors versprach, die hier gegebenen touristischen An- rezungen und Wünsche im Verband durchzusprechen. Sozialistische Arbeiterjugend GroS-Serlio fftr Mete Ito W mjr i ***11« W thyhmfrr**»' nbttlntmftt'rHfifim. a&tf-doin* veffeakliche Kundgebung„Gegen Wirkfchaflsnol und Faschismus" lintc. pünUlufi It'/j Uhr. int ccaftcit Saal bex.tXeucn Welt*. SaTcnheibc. Htth-.IT: 35 Ol eenbemifc, 35. h. SB-, onb SnAsia Dicdrrich. Säwilich» Jointtt mii&chißtn. Treffpunkte der Gruppe«: vraili«itB»»nri t»t: IS UBc SCerntotuIir. toUBnffft S»t! ix'z wir RatämlTct Lor.— SübceSteit: 19 Uhr im Seim.— Rettlell, ts 18� Udr Sieuleinlali.— ffetililit IT srb IX: wir BabnKsf S-rmanttitraBe.— �ricir'tfttdhc: Uhr Siöicttbitfi.— SiptBuSet Licrtet: JS84 Udr 9" nt et Stekk. -i» ir.artcB; Srünaecn&e fs£eB bis cuf metltces lotjca SScr-ODUnma bei Leims aus. fflctlit6c»irt zgcbSwj,: 18 mtS ISZ- Ubr U-Babuiiaf Debdln«. Dir B«Sböl»miI6i«n WrUSiber. DU vier brutichrn Wclftim!» fflefi» Bbltnuts,«arlsbab. Marirnbad, STranjcnsraji und»»vliti-schöi'au haben für die Eontmcrie fotfrfcifou i-infaiTtrdc-pora.bcitcn(ts to'ien, imi die Bielen (tJflf au» aller Serren Sijntet In der(icirofint pulen und kreundlichen Weise tuio'onpen.tu IBimer. gnletnafoncle irarilhi» und pekelltäiastlichs Bereu:» ftnltunpen bieten auch dem Nichiturpaii»in euiserleienes Prppramm� Sdi SaStfiur-Jxtte« dienen diese deutschen fluro«» dcr Tt'Mnbtn Mentchbelt, feit pabrbunderten werden fit allillbrNch oufflepiifit und iB'H'onen Menschen haben oiir jStito« und(Scfuuiunp. aber cudi CrJioluttfl und Zcrftieuunp aefunb-u. -üiusfilnftt und Bcaschuren über«arlsbad. Marienbad, graiuensbad und Tevlit.» Lchönau find entweder durch die betre'fenden-iurBerwaltunpen dder durch die amiliche Surartauatunftsfielle im Deisebllr» der ZZapan Iiis MS�. Berlin RW. 7, Unter de» Linden dt— SS. und durch sedeg Reisebüro erditl'Iich. Sine OstcräSerraschnnp, b'e Urrnd« tllr den par»eB Sommer schalitl Glück- 'ich» Liunden im Sonnenschein»um Wachenend, sieben Zbnen bevor, wenn der PTrJtoia.Poffct Sie die catpen de» Wlliaps neriw'fen Ihiiit(Stutht b»'.X di« Wlitschastatris, die böchki« Ansraniurnp aller Srafte crsorderi ig da, Bedükni» nach anrepender UnrerbaN inp um so prdfier. Derwepen soll'n Sie sich die Srsllllnup Kbreo lanppebep'en Wunsel>e» nicht versauen. Da» bequeme Sleetroiq.Snliem ermbailcht b'e Ansch-sfiinp de» unlibckrtrosfen.n Äosie-mod'll», da» auzfirbi mit«in et-nanber ldandEosser und spiel: wie«in panre« Orchester, durch«ine Antablunp von 16.ö0 M. und Monatsraten van 12.40 M. Zu Sapenbcck,»u Sapenbcck: Sausend« und Abertausende laben am pefiripen Montan da» berooreaaend« Broaramm m likrku» Carl Dapenbeck n de» niedripen Preisen. Man beeile sich, da der girku» nur pant lur-e Seil in Berlin weilt. Am beben Karten im Borverkaut besorpen. 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Prwotilitger gegen Iokob Mayer, Echriltleiter de«.Heil- dronner Keooachter" in Ksiidronn. Veisiinger Steige 12, Angeklagter wegen Beleidigung durch die Piess«. Das Amtsgericht in Keilbronn hat In der Sitzung vom 23. Okioder 1030 an der teilgenommen haben: Amtsrichter Witd als Zimtertchter, Ooersetretiir Hücker als Urtundsbeamter der SeichSstsItelle, für Recht erkannt. Der Angeklagte wird wegen eines Ber- gehin» ber Beleidigung in Tateinheit »Iii ü.Ier Nachrede tu der Veidstrat« von fünfzig Reichsmark» im Uneindringlichkeilstalle zu der Se- tdngnisltraie ron zwölf Tage» sowie zu den Losten de« Verfahren« einschließlich der notwendigen Auslagen der Privat- kläger verurteilt. Die Privauiäger haben zulammen da» Recht, de» ertennenden Teil de« Urteils binnen>4 Lagen nach Empfang einer Urteüsausfeztigung hier im.Neckarecho- sowie im„Vorwiirls* in Berlin auf Kosten des Angetfagten etann zumachen. Ausge ertigt Heiibronn. den 24. No- vemder igta. Seschäftsstelle de» Amtsgericht». Obersetretiir. gez. Unterichrist (Stempel. f Wllrtt Amtsgericht Heildrann. Die es Urteil ist rechtskräftig. Heiibronn, den 26 März 1931 Geschäftsstelle des Amtsgericht». Oderletretär. ger Unter- schrill.(Stempel) Württ. Amtsgericht Heiibronn. Die vom Ausschuß am 17. Oktober 1930 beschlossene Kassensatzung Ist am 16 Mär, 15!1 vom Oberversicherungsamt Berlin g», nehm gl worden. Die Satzung hat vom 28. OUobcr 1080 an Vliltigkett. soweit nicht ein.e ne Bestimmungen auf Erund der Rotoc' Ordnung vom 26. Juli 1436 schon fr her in>«> nehmigung der Satzung folgenden Mon- tag an nach dem Tatgelt. Vom gleichen Tage an gei iiren Terrae, vardeiter de, Stufe 8. Terra,, o'chleiser der Stufe 9 und Terraz-oleger und Tisenbiegrr der Stuf«>0 an Der Absatz X des Z 32 tritt ebenfalls mit dem ersten Mvniag nach erioigter Se- nebmtgung in Kraft. Drurfstück» de» Auszug»» au» der Satzung sind vom IL April 1981 an IM Kastenlvial zu haben. Der Vonlan-l der Oriskronkeiikaisc für du Maarer« bewerbe zu Berlin. H. Krüger. n»,«. Freund. «arfitzenoer. Schrrftfühien IkMeiüslSIWM-wZlik Dianolag, de» 31. Atdr,. abend» Ahr. im verdandohan«,| Linienflrast« 83/83, Parterre-Saal Branchen-Versammlung alier(reigewemeclianiich organisierten Former und eerutsgonosson Tagesordnung: 1. Die Lage der Arbeiterschaft in Zwß- land. Referent: Dr. Otto München 2. Aussprache. 3. Die Lohnbewegungen in unserer Branche 4 Aussprache. Ohne Mitgiiedsbuch kein Zutritt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller organisierten Kalle- gen dringend« Pflicht. ftchlung. BetrieharStel Die Betriebsräte- Zeitschrift?tr. 8 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Segitimationskarte de» Betrieb»rat»-Ob- manne» in unserem Büro, ftimmer L. täglich bi« 4 Uhr, Freitag» vi» 7 Uhr. entgegen ienommen werden. «»»-S-SSSKA Unserem Benosten- Paar unb«S. tangsührigen Funktionären w | Albin and Alice Dörl| � zu ihrer silberne» Sochzeit hiermit � JO di« herzlichsten Glürtrvünsch»! P vi« Genossinnen und Genossen der 93. Aoteilung Neukölln. »-»sidis»«» ec f-nee��ee»«e�»-»-»iSs Allen Benossinnen und Be» nostcn, di« un» zur 2»berhach. G zeit und zur Zageadmeihe unserer Grete« erfreut haben» � sagen wir hiermit unferm herz- lichsten Dank. Eduard und lolse ZaAert J SNMZtSS«»«CfifpCgCV Nach langem schweren Leiden ver- starb am 28. Biärz meine Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter Ida Rücker geb. Nicol im SS. Ledrn»iahre Hermann Rdcker Frieda Torgow geh___ Else Torgow ged Höcker als Töchter Gustav RQcfctr als Sohn llsai Torstaw, Otto Toigow als Schwieg drsöhne Lucio Qraeuer Di« Einäscherung flndet am Mittwoch. dem I.AvriL ihr/, Uhr. im Kre- maiortum Bertchtstratze statt. Arn B. Hirz verstarb nach lenger KraokheU da» Mitglied unseres Verstandes Karl Jahn Der Verstorbene gehörte seit dem Jahre 1910 unserem Hauptbüro und seit 1920 dem Verbandsvorstand als besoldetes Mitglied an. Während dieser langen Jahre hat er, gestützt auf ein reichhaltiges Wissen, den Interessen der Mitglieder und des Verbandes mit Energie und vorbildlicher Pflichttreue gedient. Sein Andenken wird in unserer Erinnerung fortleben. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 1. April, IB'/jUhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Deutscher Holzarbeiterverband Der Verbandsvorstand KLEINE ANZEIGEN uuiiimniuiiiuiuuiimiumiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiniiiiiiiiiiiiniiiiiüiiiiiiiiiiuiiuiuiiiniiiiuiiuuiiiiniiiiiiiiiiiiu Preise: UberschriFttwort 25 Pfennig« Textwort 12 Pfennig Wiederholungsrobatt; 10 mal 5 Prox-, 20 mal oder 1000 Wort® Abschluß 10 Proz., 200U Worte 15 Proz-, 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Oberschriftswort 15 Pf-, Textwort 10 Pf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4*/« Uhr nachm. Im Verlag, lindenstr. 3, oder auch in samtl. Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein verHaute n moosi Am Sonnabend, dem 28. März, abends 8 Uhr, verschied nach langem, schwerem, mit großer Qcduld enragenem Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Gewerkschahssekretär Karl Jahn im Alter von 48 Jahren. In tietstar Trauen Frau Berta Jahn und Sohn Bernhard Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 1. April, IM, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101/103, Start—Von Beileidsbesuchen bitten wir höfl. Abstand zu nehmen. Die Einäicherung des Genossen Franz Schmidt flndet nicht, wie angegeben, i« Are- maiortum Gerichlstraße, fondern am Mittwoch, dem 1. April 18 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf statt. kI!U tahl- q.Holz- Betten kä --------- ttahlfnatn« Kind erb., PoUtar, ChaiseL, an jaden. Tellfc Katalog freC Rlaenmöbalfabrik Sohl CThdij Danksagung Allen Freunden und Bekannten. welch,«erner lieben Frau E«DrfI»a arnold die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen herzlichsten Dank Zm Namen der trauernden Hinter. blieben«»........ Wilhelm Arnold Verzogen nach Rosenthalcr Str. 46 (nahe Bahnhof Börse) Dr. Levy-Lens Sexua arzl Telephon: Weidend. nua 1044 Uhren kauft man bei Selnumte Säadlrri verschaffen sich gra. flen Berdienst mit Kurzwaren. Baster, klingen, Senkel, Sockenhalter. So- , senlräger, Wäsche. InSpfe, Micknmänfe \ Seifen. Messer. | Icimm«, Taschen. ItUd)«, Krowasten Preiswerte Posten vorhanden. Laaer- besuch lohnend. La- berfeld. Poch- Ecke Mllnzftrafle. Hie üungsstOcRB. u/äs&ns usw. 1 venia qetragene Kavaliergarderobe vvn Millionären Aerzten. Anwälten. iTadelbaft billig» Preise. EmvI-hI» Taillenmäntel.Pale- tot». Fracks Smo- ki ngs.«ehrvckan- zü.ae. Losen � Svort- Gr.hvelze. legen. he.tskäufe in neuer karderob». Weite- ster Weg lohnend. Lotirrinaerst rii> Vi. l T'tewt Bosen. tdal-er Platz» Kkimermänt, ffrUWaf»Mäntel 4�—» öettenlioff 6,—, n,, Rist«tnäuiel sslei rr.Frise«.... Motrellmiip.-ii Ledeiitulxen 34,-'-. 44.—. Kleide rM fpot.ib!. chel. 6 oe::-! i5. Bahn-I. Br e.' We Backer � Bai' tot». 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Der Jahresbericht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Deutschen Girozentrale gewährt in die kritische Wirtschaftsentwicklung des ver- gangenen Jahres werwolle Einblicke. Wirkung der Sepkemberwahlen. Der Bericht des Deutschen Sparkassen- und Giro- Verbandes stellt fest, dah die Sparkassen und ihre Bankanstalten das Krisenjahr 1930 verhältnismätzig gut überstanden haben. Der Ausgong der Septemberwahlen hat sich allerdings nur deshalb nicht katastrophal ausgewirkt, weil Sparkassen und Kommunalbanken von ausländischen Geldern nicht abhängig sind. Immerhin betrug der Zuwachs an Spareinlagen bei den Sparkassen im Jahre 1930 nur 1383,7 Millionen Mark: er blieb also um 64l,S Millionen hinter dem des Vorjahres zurück. Die zweite Hälfte 1930 war natür- lich erheblich schlechter als die erste. Der Zuwachs ging im zweiten chalbjahr 1930 im Monatsdurchschnitt auf fast ein Drittel zurück, was natürlich auch mit der rückgängigen Sparfähigkeit, in der Haupt- fache aber mit der durch die Septemberwahlen so katastrophal er- höhten Unsicherheit und auch mit der besonders in den westlichen Reichsgebieten festgestellten Flucht von Sparkapitalien ins Ausland zusammenhängt. Dafür zeugt, daß der Oktober 1930 den geringsten Einlagenzuwachs und den höchsten Stand der Auszahlungen aufwies. Jnteresiant ist. daß bei den seit zwei Jahren bestehenden sechzehn öffentlichen Bausparkassen rund 23 000 Bausparverträge über rund 137 Millionen Vertragssummen abgeschlossen wurden, woraus bis Ende 1930— 10,5 Millionen Baudarlehen zugeteilt waren. Durch Zuführung von freiem Kapital hoffen die össentlichen Bausparkassen die außerordentlich langen Wartezeiten verkürzen zu können. Mitte 1930(Datum der letzten umfassenden Statistik) waren von sämtlichen Spareinlagen 46 Proz. in Hypotheken, 16,6 Proz. in Wertpapieren und 15,9 Proz. in Kommunaldarlehen angelegt. 1930 wurden 650 Millionen Hypotheken neu begeben, die in erster Linie dem Wohnungsbau zugute kamen. Der k u r z f r i st i g e Wirtschaftskredit betrug Mitte 1930 nur noch?0,4 Proz. der Einlagen gegen 64 Proz. Ende 1924. Die Sparkassen dürften hier des Guten vielleicht schon zuviel getan zu haben. Die Entwicklung der Girozentralen(Kommunalbanken) war natürlich erheblich durch die schwierige Finanzlage der Kom- munalverbnnde beeinflußt. Eine erfreuliche' Erleichterung der Kommunalfinanzcn, besonders hinsichtlich ihrer Abhängigkeit von den Banken, spricht aus der Tatsache, daß bis Ende 1930 rund eine nkzfftfltyu fmimanätcr schulden tn langfristige umgeschuldet werden tonnten. Dabei haben die in fast allen deutschen Ländern eingesetzten K r c d i t a u s s ch ü s s c sich als sehr wertvoll erwiesen. Im Jahre 1930 haben die Girozentralen insgesamt 517 Millionen neue langfristige Kommunalkredite gewährt: seit 1924 bcläuft sich diese Summe auf 2,07 Milliarden Mark. Zur Politik der Sparkassen und Girozentralen macht Präsident Dr. Kleiner wichtige ergänzende Bemerkungen: Obwohl die Preußische Staatebank(Seehandlung) weiterhin im Besitz von 25 Proz. des Kapitals der Deutschen Girozrntrale Berlin bleiben wird, hat man den mit der Staatsbank vorgesehenen zentralen Geld- ausglcich, nachdem praktische Ergebnisse für beide Teile nicht zu erzielen waren, bei der Preußischen Zentralgenossen- schafts lasse verfestigt. Die enge Verbindung zwischen Preußenkasic und Girozentrale Berlin kommt darin zum Ausdruck, daß in den letzten Tagen Dr. Klepper, Präsident der Preußen- tafle, in den Aussichtsrat der Girozentrale und Dr. Kleiner sin den weiteren und engeren Ausschuß der Preußenkafle eingetreten ist. Mit der Deutschen Landesbantzentrale, dem Finanzzentrum der Provinzial- und Kreisbanken im Lande, wird eine erheblich engere Verbindung dadurch hergestellt, daß die Girozentrale durch Ucbernahme des 20prozentigen Kapitalanteiles der Preußen- lasse ihren eigenen Anteil auf 40 Proz. erhöht, was praktisch für die Girozentrale die Herrschast über die Landesbanken- zentrale bedeutet, da ein erheblicher Teil des Kapitals sich bei den übrigen Organisationen des Giroverbandcs befindet. Die engste Zu- sammenarbeit mit den Landcsbanken, die bekanntlich im Reiche viel- fach mit Kommunalbanken fusioniert worden sind, ist damit gewähr- leistet. Eine förmliche Fusion wird allerdings, wie erklärt wurde, nicht angestrebt. Die Landesbankenzentrale ist nicht selbst Realkreditanstall, son- dern auf den: Kapitalmarkt nur ausführendes Organ der emittieren- den Landesbanken. Es ist aber angesichts der starten Stellung der Sparkassen und Girozentralen im Realkredtt und auf dem Kapital- markt sowie angesichts der drohenden Monopolisierung im privaten Hypothekenbankwesen ernsthaft zu prüfen, ob nicht, auch durch das Zusammenwirken mit der Landesbantzentrale der privatkapilalistischen Blockbildung eine Sssenllich-wirlschaslliche ' entgegengesetzt werden muß. Sehr energisch haben sich die Girozentralen dagegen gewehrt, dah sie ihrerseits allein für die Finanzierung der K r i s e n s ü r I o r g e- losten der Gemeinden geradestehe» sollen. Sie sind der Meinung, der auch die Sozialdemokratische Partei und der Städtetag Ausdruck gegeben haben, daß die Lasten der Krisensürsorge und besonders der kommunalen Wohlfahrt vom Reich und den Ländern mit über- Nammen und aus laufenden Einnahmen(nicht aber aus Krediten) bestritten werden müssen. Die Bilanz der Deutschen Girozentrale(Kommunpl- bank Berlin) zeigt wieder eine erhebliche Ausdehnung der Geschäfte. Sie Umsätze sind von 33,3 auf 34,6 Milliarden gestiegen. Die Bilanz- sunme hat(nach einer Steigerung um 110 Millionen Mark) die Milliardengrenze um 38 Millionen überschritten. Die zentral gesammelten Gelder sind zwar gegen das Vorjahr um 25 auf 321 Mil- lionen zurückgegangen. Dafür haben die langfristigen Anleihen bzw. Darlehen um 104 aus 658 Millionen zugenommen; davon sind 586 Millionen Anleihen(wovon wieder 155 Millionen auf Auslands- anleihen entfallen). Der Wiederkehr der Ende 1929 so fühlbar gc- wordenen Liquiditätsstörungen ist cnergisch vorgebaut worden. Ob- wohl die Einlagen um 25 Millionen kleiner sind, sind die flüssig gehaltenen Mittel um 18 Millionen erhöht worden: die Laufzeiten der am Geldmarkt verliehenen Gelder wurde verkürzt. Die Bestände Die deutsche Girozentrale 1324— 1930(in Millionen Mark) 1925 1927 1928 1929 1930 Kapital...... 5,0 38,8 39,7 39,7 39.7 Bilanzsumme.... 197,7 641,3 889,3 958,0 1038,3 Anleihen..... 0,9 312,0 475,5 506,5 586,1 Prioatkreditgeschäft.. 53,2 34,0 24,8 20,9 11,6 Umsatz Milliarden RM. 11,8 24,2 29.2 33,3 34,6 an eigenen Wertpapieren stich durch die günstigen Verkaufsverhält- niffe des ersten Halbjahres 1930 um 45 aus 33 Millionen Mark ver- ringcrt worden. Die kurzfristigen Ausleihungen wurden um 8 auf 180, die Darlehen mit festen Laufzeiten um 103 auf 687 Millionen erhöht. Die G e w i n n r e ch» u n g ist günstig. Die Gesamteinnahmen stiegen von 6,93 auf 8,11 Millionen. Bei den Geschäfts- und Ver- waltungsunkosten zeigte sich ein Rückgang von 3,88 auf 3,58 Millionen. Die Abschreibungen wurden von 0,12 auf 0,34 erhöht, die Pensionskasse um neue 0,30 Millionen gestärkt. Es ergibt sich ein Betriebsüberschuß von 2,47 gegen 1,61 Millionen, was einer Steige- rung um etwa 50 Proz. entspricht. In die Gcwinnrechnung sind diesmal auch 897 000 Mark aus Effenktcngeschäften eingesetzt, die ziemlich genau der Steigerung des Betriebsüberschusses entsprechen, Die Sparkassen und Girozentralen dürften im ganzen bester abgeschlossen haben als die Privatbanken. Das Vertrauen zu ihnen blieb unerschüttert. Nicht nur das. Im neuen Jahre sieht es so aus, als ob Sparkapital den Sparkassen aus neuen Quellen zuwandert, wahrscheinlich auch von den Privatbanken. Die Sparkassen haben recht daran getan, den Sirenenwünschen der Privatbanken nach gemeinsamer Zinspolitik nicht zu folgen. Sie taten recht daran, an dem Streben nach Verringerung der Zinsspanne, wozu auch die Un- abhängigkeit bei den Debetzinsen gehört, zugunsten der Gesamtwirt- schaft sestzuhatten. Das wird sich für die Volkswirtschaft, das muß sich auch für die Sparkassen bezahlt machen. Konkurrenz in den Zinsbedingungen ist nötiger als je. 200 Jahre Buderus. Iubiläumsdividende von 4 Prozent. Die Eisenwerke Buoerus A.-G. in Wetzlar, die in diesem Jahr auf ihr 200jShriges Betriebsbestehen zurücksieht, schüttet für das Jahr 1930 trotz der großen Schwierigketten im Erzbergbau ein« Dividende von 4 gegen 6 Proz. aus. Der Umsatz des Unternehmens verminderte sich im Berichtsjahr von 49,4 auf 33 Will. Mark, mithin um rund33 Proz. Ueberrafchend gering ist demgegenüber der Betriebsüberschuß zurückgegangen, der um noch nicht 7 Proz. von 5,13 auf 4,8 Mill. Mark gesunken ist. Förderung und Absatz der Eisen st eingruben muhten im Berichtsjahr um etwa 50 Proz. gedrosselt werden, während die Förderung der Gruben im Durchschnitt um 12 Proz. uns der Kalk- steinbrüche um 17 Proz. zurückging. Sehr hart ist die Beleg- s ch a j t von der Krise betroffen worden. Zum Jahresende 1930 hatte sich die Gesamtzahl der Werksangehörigen gegenüber Dezem» der 1929 von 6351 auf 4029 Mann, also um 36,7 Proz., verringert. Da die jährlichen Subventionen an den Siegerländer Erzbergbau im letzten Jahr an die Bedingung geknüpft waren, daß die An- fang August 1930 vorhandene Belegschaft um nicht mehr als 10 Pro- zent abgebaut werden dürfe, hat der Buoerus-Konzern diese Bc- stimmungen nicht eingehalten. Wenn die Verwaltung im Ge> jchäjtsberjcht die Hojjnung qgsjpxtcht, daß die Subventionen trotz- dem im laufenden Haushaltsjahr wetterfließen werden, muß von Preußen und dem Reich gefordert werden, daß sie bei weiteren Beihilfen aus den Geldern der Steuerzahler unnachsichtlich a u s Einhaltung dieser Bedingungen vmn Sommer 1930 festhalten. 665 006 Wohlfahrtserwerbslofe in Preußen. Neue statistische Erhebungen für Ende Februar. Eine Statistik der Wohlfahrtserwerbslosen in Preußen wird jetzt erstmalig in der.Statistischen Korrespondenz" bekanntgegeben. Hiernach ist die Zahl der Wohlfohrtserwerbslosen seit Sep- tember 1930 in ständiger Steigerung um rund 218000 oder 48,7 Proz. auf rund 665 000 Ende Februar 1931 angewachsen, so daß am letzten Stichtage auf 1000 Einwohner 17,42 Wohlfahrtserwcrbslose entfielen. Die Steige- rung von Monat zu Monat Hot aber, nach Erreichung des größten Ausmaßes im Dezember(57 333) und Januar(55 330), im Februar(25 470), bereits erheblich nachgelassen. Etwas über zwei Drittel aller Wohlfohrtserwerbslosen(456 162) stellen die aus der Arbeitslosenversicherung und Krisensürsorge Ausgesteuerten. Rund ein Fünftel(140 481) der Unter- stützten sind Personen, die in ihrer bisherigen Arbeitnehmertätigkeit noch keine Anwartschaft auf Leistung der Arbeitslosenversicherung oder der Krisensürsorge erreicht haben, während die sonstigen Wohl- fahrtserwerbslosen(erwerbslos gewordene Selbständige, nicht ver- sicherungspflichtige Angestellte) rund ein Zehntel(68 465) aus- machen. Bemerkenswert ist, daß der Zustrom von?l»sgest«uerten im Februar stark nachgelassen hat. Schwieriger Spielwarenexport. Wachsende amerikanische Konkurrenz. Wie der Reichsvcrband deutscher Spielwarenindustrieller mitteilt, ist im Jahre 1930 die Aussuhr deutscher Spielwaren wertmäßig von 120,9 aus 105,9 Mill. M. gesunken. Diesem wertmäßigen Exportrückgang von 12,9 Proz. steht jedoch nur ein mengenmäßiger Rückgang von 463 000 auf 431 400 Doppelzentner, also«inAusfallvon6,4 Proz. gegenüber. Es zeigt sich also, daß reichlich die Hälfte des wertmäßigen Export- rückganges&if den durch die Krise bedingten Preisabbau entfällt. Bemerkenswert gut hat sich auch im Berichtsjahr der euro- päische Markt für Deutschlands Spielwarenexport gehalten. Europas Anteil konnte fojsiir von 59,9 auf 64,5 Proz. des gesamten Exports an Spielwaren erhöht werden. Ins- gesamt nahm der europäische Markt Spielwaren im Werte von 68,4 Mill. M. aus, wovon der Löwenanteil auf England entfiel. Großbritannien allein taufte 1930 163 400 Doppelzentner im Werte von 36,6 Mill. M., also annähenkd 55 Proz. der m Europa ab- gesetzten Spielwaren. Es folgen Holland mit 5,88 Mill. M. an zweiter und Frankreich mit rund 5 Mill. M. an dritter Stelle. Demgegenüber ist auf dem amerikanischen Kontinent die Ausfuhr der deutschen Spielwarenindustrie wertmäßig um 23 Proz. und mengenmäßig um 18 Proz. gesunken. Bei einigen mittel- und südamerikanischen Staaten wurde infolge polttischer Un- ruhen die Ausfuhr bis zu 50 Proz. und darüber ge- drosselt. Die zunehmenden Absatzverluste in Nord- und Süd- amerika sind hauptsächlich auf die nach dem Kriege stark ausgebaute Eigenproduttion in den Vereinigten Staaten mit gleichzeitig ein- setzender Hochschutzzollpolitik zurückzuführen und aus die verschärste Konturrenz der Vereinigten Staaten in Südamerika. Welche Be- deutung der Spiclwarenproduktion in den USA.-Staaten beizumessen ist, wird aus der vom Enquetcausschuh festgestellten Tatsache er- sichtlich, dah die Spielwarenproduktion der Vereinigten Staaten mit jährlich 340Mill. M. weitaus an der Spitze marschiert, während Deutschland, das vor dem Kriege über die Hälfte der Welt- Produktion besaß, mit einem jährlichen Fnbrikationswert von 220 Mill. M. weit zurückgedrängt ist. Zahlungsausschub für den Fürsten pleß. Bis zum 1. Oktober 1931. Ende verganyenen Jahres ist der schlesische Magnat und Konzern- bescher Fürst Pleß in ZahlungssäMierigtciten geraten, die bei dem ausgedehnten Bergwerks- und Fabrikenbesitz von Pleß eine große Anzahl von Lieseranten und anderen Gläubigern in Mit- leidenschast zogen.* r-ft Da ein Konkurs nur unter schwersten Verlusten für di? Mass« der Gläubiger durchgusühren gewesen wäre, war zunächst bis zum 3t. März dem Konzern Zahlungsaufschub bewilligt worden. Auf der gestrigen Gläubigcrsitzung ist nun ein weiterer Zahlungsaufschub biszum 1. Oktober d. I. zugestanden worden. Wie der Gläubigerausschuß aus dieser Schung mitteilte, ist die Situation bei den Pleßschen Stick st off werken Wal- denburg sowett geklärt, daß die Betriebe zur Zeit wenigstens ohne Zuschüsse weiterarbeiten. Ueber die Höhe der Quote konnte noch nichts mitgeteilt werden, da ein allgemeiner lieberblick über den Status des gesamten Konzerns, also der Waldenburger Bergwerks- A.-G., und der übrigen deutschen und polnischen Besitzungen des Fürsten Pleß, noch nicht vorliegt. Ferner wunde mitgeteilt, daß in die Waldenburger S t i ckst o f f w e r k e A.- G. bis zur Inbetriebnahme etwa 23 Millionen Mark gesteckt worden sind. Hierfür wurden bereits 10,9 Millionen Mark Hypotheken eingetragen. An Passiven sind insgesamt 24,2 Millionen Mark vorhanden, dar- unter 11H Millionen Mark unbezahlte Baurechnungen. An der Abwicklung der Pleß-Sanicruug nehmen außer Ber- tretern des Reiches und Preußens führende Industrielle unter dem Vorsitz des Generaldirektors von der Porten(Reichsaluminium- werke) teil. Es ist gelungen, die zur Abwicklung notwendigen Kapi- talien teils durch Bankkredite, teils durch Berkäufe aus dem Pleß- besitz— wie die Abstoßung des Bades Salzbrunn an den Preußischen Staat— auszubringen. So sei es bisher gelungen, die Gläubiger vor unüberlegten Schritten zurückzuhalten und einen Konkurs z-u oermeiden, der von schwerwiegendsten Folgen für die mit dem Pleß- Konzern verbundenen Wirtschaftszweige begleitet fein mußte. Kein Siaatsbankeroti surAeusudwales. Oer Bund wird zahlen, aber Neusüdwales auch verklagen. Der von Erdbeben so schwer heimgesuchte australische Bundes» staat Neusüdwales hatte zum 1. April die Emstellimg der Zins» Zahlungen für englische Anleihen angekündigt. Das wäre der Staats- bankrott gewesen. Für den australischen Bund hat der Bundes» Ministerpräsident jetzt erklärt, daß er für die Zinszahlungen gerade» steht. Er wird aber auch die Regierung von Neusüdwales verklagen lassen, weil sie gegen die australischen Gajetze gehandelt hat. Aach der Herrschast die Beiriebssührung AEG.„pnchW Apparatefabrik Or. Paul Meyer. Das elektrisch� Apparategeschäft bei der bekannten Berliner Spegialsnbrik D r. Paul Meyer A.-G. muß auch im letzten Jahre recht gut gegangen sein, denn die Gesellschaft ist in der Lage, für 1930 eine Dividende von 6 Proz. gegen 8 Proz. im vorher- gehenden Jahr« auszuschütten. Seit zwei Jahren steht das Unter- nehmen unter dem beherrschenden Einfluß des AEG.-Kon- z e r n s, der jetzt durch einen neuen Vertrag auch die Betriebs- sührung des Werkes übernimmt. Wie der Geschäftsbericht mitteilt, hat die AEG. die Anlagen unter Uebernahme sämtlicher Vorräte vom 1. Januar d. I. ab gepachtet und ihrem eigenen Fabrikations- Programm eingegliedert. Auch der Vertrieb der Werksfabrikate wird künftig von der AEG.-Organtfation durchgeführt. Für die Aktionäre der Dr. Paul Meyer A.-T. ist j>er Vertrag mit der AEG. in den gegenwärtigen unsicheren Zeilen zweifellos e i n gutes Geschäft, denn die vertragliche Pachtsumme sichert ihnen auch in Zukunft eine jährliche Dividende von 6 Prozent. Versicherungssparbriefe. Die neue(Sterbefallversicherung veS Allianz-Konzerns Der Allianz-Verficherungskonzern hat eine neue Form der Lebensversicherung geschaffen: den Versicherungssparbrief. Es handelt sich dabei um eine einmaliae Anlage von 100 Mark, für die von der Versicherungsgesellschaft nach zehn Jahren oder nach dem Tode des Versicherten, falls dieser früher eintritt, ein Betrag von 160 Mark zurückgezahlt wird. Die Verzinsung stellt sich— unter Einrechnung von Zinseszinsen— im Erlebensfall auf etwas weniger als 5 Prozent. Der Erwerb eines Versicherungsfparbricfes erfolgt ohne ärztliche Untersuchung, der Versicherte darf aber beim Erwerb nicht älter als S0i4 Jahre sein, und wenn er im ersten Jahr des Versicherungslaufes stirbt, wird den Erben nur der eingezahlte Betrag zurückgezahlt. Die neue Versicherungsform stellt für die Versicherungsgesellschaft zweifellos ein gutes Geschäft dar. Denn sie verzinst eine Daueranlage mit weniger als S Prozent, während sie selbst al? Gegenwert fest verzinslich« Anlagen mit mehr als 8 Prozent Effekten- Verzinsung erwerben kann. Der Spielraum von mehr als 3 Prozent jährlich ist als Risikoprämie für den Ablebensfall sicherlich sehr reichlich. Wichtiger als die geschäftliche Seite der Sache Ist aber Ihre allgemein-wirtschaftliche Bedeutung. Die Allianz ist bei der Schaffung der neuen Versicherungsform von der Beobachtung ausgegangen, dah der unaufhörliche Wechsel der Konjunktur» schwankungen und die häufige Wiederkehr von Perloden der Massen» arbeitslosigkeit vielen Spar» und Versicheningslustigen den Abschluß einer regulären Versicherung mit ihren regelmäßigen Prämien» zahlungen unmöglich machen oder zumindest erschweren. Di««in- malige Anlage eines bestimmten Betrages kann hingegen eher eimnal in Frage kommen. Gegen die Verknüpfung des Spargedankens mit dem Der- sicherungsgedanten in dieser eigenartigen Form ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wir find aber der Auffassung, daß für die breiten Massen der Bevölkerung diese schwerfällige Anlageform mit ihrem verhältnismäßig großen Minimalbetrag von 100 Mark viel iveniger in Betracht kommt und weniger erstrebenswert ist als die Kombination regulärer Spareinlagen mit dem Versicherungsschutz. Man könnte sich z. B. vorstellen, daß die Sparkassen ihren Einlegern die Möglichkeit geben, eigene Versicherungssparkonten an- zulegen, auf die in beliebigen Zeiträumen und in beliebiger chöh« Einlagen gemacht werden können, die für eine bestimmte Zahs von Jahren gebunden sind und für die im Todesfall ein Versicherungs- aufschlag nach bestimmten Normen gewährt wirb. .hier scheint uns eine wichtige Aufgabe der Sparkassen zu liegen. die um so dringlicher ist, als die Sparkassen die Konkurrenz der neuen Versicherungsform vielleicht bald zu spüren bekommen werden. Neue Großmühle der GEG. in Mannheim. Mit der vor 314 Jahren in Magdeburg in Betrieb genommenen Großmühle der GEG. wurde der erste Versuch in der Eigenpro- duttion auf dem Gebiete der Müllerei gemacht. Im vorigen Jahr war es der GEG. möglich, auch die beiden Mühlen in Duisburg und Bochum, die den Vereinen„Eintracht�, Essen, und„Wohlfahrt�. Bochum, gehörten, zu übernehmen. Nun kann über die Jnbetrieb- nahine einer Großmühl« in Mannheim berichtet werden. Dieser neueste Produttivbetrieb der GEG. stellt einen weiteren beachtlichen genosfenschastlichen Erfolg dar. Die Gesamtleistung der Mühle beträgt 200 Tonnen Ge- treibe in 24 Stunden, und zwar hat die Weizenmühle eine Leistung von 1S0 Tonnen, die Hartgrießmühle und Roggenmühle eine solch« von je 25 Tonnen. 46 Walzenstühle der Weizenmühle, 10 Walzen» stuhle der Hartgrießmühle und 8 Walzenstühle der Roggenmühle oerrichten den Mahlprozeß. Die Anlage kann zur Zeit als der schönste und modernste Mühlenbetrieb Deutschlands gelten. 30. anlassüng des Reichsmimsters sür Ernähi Eosin-Röggen in Verbindung mit Kariosselflocken nur noch im Ver- hältnis von 1:2 ab, d. h., bei einem Bezüge von einem Teil Roggen müssen zwei Teil« Kartosselflocken mit» gekauft werden. Die bisherigen Preise und das bisherige Verhältnis zu den Gerstebezugsscheinen bleiben bestehen. Bremer Deschimag-werfl will weiter entlassen. Die Arbeits» Verhältnisse bei den Bremer Wersten haben jetzt einen kaum noch zu überbietenden Tiesstand erreicht. Di« Deschimag(Deutsche Schiffbau- und Maschinenfabrik A.-G.), in der neben der Weser- werft auch die Teklenborg-Betriebe aufgegangen sino und die in guten Jahren über 16 000 Mann beschäftigte, hat heut« noch2000 Mann Belegschaft in ihren Betrieben. Im April sollen 200 Beamte entlassen und den übrigen das Gehalt um 10 Proz. gekürzt werden. Wenn sich der Auftragseingang nicht bessert, stehen weiter« A r b e i t« r e n tl a s s u n g e n bevor. Einsendungen für dies« Rudri« sind ■«Clin«« W. Lindenllraß» 3, parieinachrichien für Groß-Berlin stet»»n da» Beztrtesekretaeiai S. Hoi, i Zrenoen recht», zn richte» Beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr, sofern keine besondere Zeilangabe!—(SB.— Sreisvorstaad.) Heule. Dienstag. 31. ZNärz: 1. Ätei«. Erweitert«»V.-SISnna im Lokal Dodrahlaw. SwinenrSnder Str. 11. >. Kreis. 20 Uhr Areisnertreterocrsanrmluna im Viltariagarten. Wilbriw»- aue 114—113. Stellungahm« ,um Parteitag. Mitgliedsbuch und Mandats. karte legitimiert. S8. Abt. Tic SBcsirlafüfim werden an die Mitteilung des Odmanncs Mr die Bildungsarbeit und an die sa»ialistischen Elternbeiräte der Abteilung heule, Dienstag, erinnert. Die Lassierergeschäfi« Übernimmt ab l. Avril unser Genosse Walter Danschke, Lcbuser Str. 5.Sir. 26—81, ssunttionärsstzimg. 91. Abt. Abrechnung beim Genossen Jung, Lermannstr. 10. 102. Abt. Wichtig« ssunitlonärfihung bei Sass. 103. Abt. 20 Uhr bei Blochwiss, Park. Ecke berrenhausstrasse. ssunktionärssssung. 124». Abt. 20 Uhr bei Draber, UHIandstr. 18, ssunktionärssssung. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groh-verNn. Die Kreis« werden gebeten, die Anzahl der»aMarlen zur Reichskonseran» der Geschäftsstelle ,u melden. Rcstfallen-Prob« zur 10»Iahrrs»ssei«r am Zireitag, dem 10. April, von 17 bis 18 Uhr, in der NtUIt-Schutl. Letzter Ablieferungstermin fitr die Aus. stellungsarbeiien Mittwoch. 8. Avril, ab 16 Uhr. Kreis Mitte. Helfersissuug heute abend Elifabeihkirchfir. IS. Di« Karten stir die lO-Iahres-lleicr mlissen abgerechnet werden.— Gruppe Friss Wille. Leute abend? ote-lsallen-Ausfprache im Jugendheim Köpenicker Str. 02. Don- nerstag fällt der Gruppenabend wegen der Osterfahrt ans. Der ganze Kreis trifft ssch zur Ofterfahrt Donnerstag, 12 Uhr. Stettiner Borortbahnhof. Krei, Rculölln. Gruppe Kalke. Leute wichtige Kahrtbelprechung um 17 Uhr rm Leim Treptower Strosse lnicht Schulet.— Gruppe Lichtkampfer. Leute um 17!<ä Uhr im Keim Ganghofcrftrasse IungfaKen und R»t« Kalken. Gruppe rempelhof. Mittwoch. 1. April. 18 Uhr, Lelferssssun«. 19 Uhr Elternoerfammluna der Reltfalkengruppe im Seim Ecrmaniaftrass« von 18 bis 10 Uhr. Eingang Göhstrasse. Krei« Eharlotteuburg. Rote Kalken. Mittwoch letzte Besprechung der Osscr» fahrt. Abfahrt Donnerstag. 16 Uhr, Bahnhof Iungfernheide. Sterbetafel der Groß» Berliner Partei- Organisation J Zranenveraaslalwngea. 14. Krek». Mittwoch, 1. April, 18 Uhr. im Darteibllro, Kuldaskr. 33— SO, Sitzung der Abteilungsleitcrlmien. a. Abt. Mittwoch, 1. April, 19M, Uhr, bei«roll. Utrecht«, Str. 21: UZebens. weg von KoN Marx". Referent: Genosse Bormann. Das Svnntagsprvgramm brinzt einen auspezeichneten Vortrag Hans Pohlmanns„I m Lande Fritz R e u t« r s". Es ist eine Glosse über die Zeit der Fürstenherrlichkeit zur Zeit Reuters, eine Schilderung der mecklenburgischen Verhältnisse und nicht nur ver m«ckl«nburgischen, die fast wie«ine Groteske anmutet. Pöhlmann gibt die Wahrheit über die Fürsten und über die gesellschaftlichen Stützen der Thrönchen, er sieht diese Institutionen mit oen Augen de» objektiven Historikers. Felix S t ö s s i n g e r setzt seine Reihe über Verdi fort.„Duett b« I V« r d l" ist das Thema. Stöfsinger spricht nicht wie ein Fachmann, sondern wie ein Mensch, der den ihaltlichei «in und entwirft ein Bild von dem künstlerischen Aufbau der Duette. Prachtvolle Platten illustrieren die Ausführungen. Im Abend- konzert singt der bekannte französische Tenor Louis Graveure Puccini und Wagner. Diese große, baritonal gesäibt« und vor» bildlich kultiviert« Stimme kennt keine Erregunoen. Sie flutet immer ruhig dahin, sie steigert sich nicht dramatisch. Der Klang bezaubert, aber u fehlt zur letzten starken Wirkung die Ausdrucks. kraft. Dann zwei literarisch« Leranstalturozen. De? Dramatiker Dietzenschmidt wird mteroiewt und Dr. Christian, liest Dietzenschmidts Novelle„1812". Diese Dichtung, die das Sterben eines französischen Soldaten, seine letzten Visionen in den Etswüsten Rußlands ein großt Gibt Dietzenschmidt...- spitzung. so schildert Llfon» Paquet gelockert, in epischer Breite. Der Vortrag„Romantik der Maske' am Montag bleibt bei historischen Tatsachen, bei ihrer Aufzählung stehen. Er zeigt den Wandel der Vühnenmaske, aber er geht nicht tiefer und untersucht auch nicht, warum dieser Wandel eintrat, lieber die Wanllungs- sählgkeit de« Schauspielers werden nur Andeutungen gemacht. Man bleibt cm d«r Oberfläche. Dagegen sucht Dr. W a g« n b a ch in seinen Ausführung«» zu„Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten durch Siedlung' das Wesentlichste herauszuarbeiten. Neben d«r Arbeits- zeit ist die Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten das Wichtigste, um die Wirtschoststris« zu beheben. Arbeit und Arbeitsplätze entstehen durch Neusiedlungen. Die Latifundien des Großgrundbesitzes müssen zerschlagen und besiedelt werden. Neue Städte wären aus diesem Boden zu gründen. Dadurch könnte endlich der Lodenreform- artikcl der Reichsverfassung Erfüllung finden. Aus dem Training des Willens beruht das Wunder d«s Glücks. Die» ist das Leit- motio des Vortrages Dr. Ernst Rothes„Giück haben... Uebungssache'. Bewußte Entwicklung des Willens und der Eha- ratteranlagen, Hebung d«s Glücksgefühl» durch suggestiv« Methoden sind Stationen auf dem Wege. Groth« vermeidet den ernst«n Ton des Wissenschaftlers, er ist eher ein Plauderer, der die Ding« dem Hörer in leichter Form und auch mit Humor unterbreitet. Die Abendveianstallung ,/Ein Mensch mit Büchern und Schollplatten', an Stelle des erkrankten Fred Hildenbrand von Edleff K ö p p e n geleftet, dient«her der Bildung, der Belehrung, als der Unterhol- tung. Sie sucht ein Kompromiß zwischen diesen beiden Sphären. Eine Schallplatt» mit einem Gm, d«s Brandenburgischen Konzerts eiwa regt an, in Büchern über Bachs Persönlichkeit und Kunst noch- zulesen und damit da« Bild Bach« zu vervollständigen. Diese n«ue Beranstallung ist interessant. Es wird darauf ankommen wie sie sich weiter entwickelt. r. Lad. 12. Kreis. Unser treuer Genosse, der Kreisleiler Karl Bofme, Treitschie- ssrasse 15 ist nach länaerem Leiden verftveben. Ehre seinem Andenken. Tag und Zeit der Einäscheruno werden noch bekanniaeoeben. 27. Abt. Unser Genosse Kritz Strauch, Tstader Str. 13. ft verstorben. Elire seinem Andenken, Einäscheruno Mittwoch, 1. April, 17'/4 Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse. Wir bitten um reoe Beteiliouna, 34. Abt. Unser lieber Genosse Kranz Schm dt. Am Bolkshaus 1, ist oer- starben. Ehre seinem Andenken. Einäscheruno Mittwoch. 1. April, 18 Ubr, im Krematorium Wilmersdorf. Wir bitten um rege Beteiligunfl.(Also nicht Serichtstrasse.) 102. Abt. Am 25. März verstarb noch lanocm Leiden unser Genosse Erich Karl. Ebre seinem Andenken. Di- Trauerfetee hat bereits am Montaa statt- oesunden.— Am 28. Mär, verstarb unser Genosse Kurt Golz«. Ehre seinem Andenken» Einäscheruno heute, Dienstaa, 81. März, 18V6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweo. Wir bitten um reo« Beteiliouno. 125. Abt. Am 28. März verstarb nach lanoem Leiden unsere GenaMn Ida Ritcker. Rennbahnstr 23. Ehre ihrem Andenken. Einäscheruno Mittwoch, 1. April. 12H Uhr, im Krematorium Gerichtstrass«. Wir bitten um reo« Beteiliouno. 181. Abt. Unser lanaiährio-s Mitolied. Genosse Wilhelm Stessen, Waldow. strasse, ist nach lanorr Krankheit verstorben. Ehre feinem Andenken. Ein- Lscherunq am Dienstaa. dem 81. März. IS Uhr, im Krematorium Gericht- strasse. Reo« Beteiliouno mird erwartet. Vor193�abds. fei Skwol kenlos, 9 heiter.G halb bedeckt �wolkig,•bedeckt* RegenAGn�eln «SckBeftgNeM,TtGewilttc@Wn(fatlle Ein umfangreiches kräftiges Hochdruckgebiet liegt jetzt mit seinem Kern über Südskandinavien. Es beherrscht das Wetter in einem großen Teil« von Europa. Kalt« orktische Luftmassen beherrschen immer noch das Wetter in Deutschland. In Ostpreußen und in einem Teil« Schlesiens herrschte selbst mittags leichter Frost. Di« südrussische Depression dehnt sich nach Westen aus, so daß«» in Mitteleuropa im Bereich kalter nördlicher Winde sehr kühl bleiben dürste. Auch sür Mittwoch ist noch keine Erwärmung in Aussicht, da vom Eismeer immer noch Störungen nach Ruhland hineinziehen und auf ihrer Rückseite kalte nördliche Luftmassen nach Süden ver- srachten. 4° wetteraussichlen für Berlin. Größtenteils heiter, nur in d«n Mittagsstundsn zettweise stärker bewöltt, weiterhin sehr kühl.— Für Deullchland. In Ostpreußen unbeständiges Froltwetter, noch etwas Sqnee, im übrigen Reiche noch größtenteils nocken, aber Uhr fiihf KARLSBAD MARIENBAD FRANZENSBAD TERLITZ-SCHÖNAU AUSKÜNFTE DURCH AUE REISEBÜROS ODER DURCH DIE KURVERWALTUNGEN DER 08CENANNTEN BÄDER Waller Wieckauer: 3 Der Mime von heute, den Gastspielverpflichtungen noch den verschiedenen Teilen des Reiches führen, läßt durch seinen Agenten einen Schlastvagenplatz bestellen, besteigt um Abend den Zug und ist am nächsten Morgen an Ort und Stelle. Er begibt sich in« Theater, wohnt einer Durchsprechprobe bei, macht am Nachmittag einen Rundgang durch die fremde Stadt und steht abends auf der Bühne, als wäre er immer dort gewesen. Gang anders war es noch vor einigen Generationen. Es ist die Dämonie der Technik, die den Menschen von heute ohne Beziehung zur Strecke des Weges, die cr zuriiicklegt. an den Ort seiner Bestimmung führt, die das Cnt- fernte verbindet und das zwischen zwei Zielpunkten Liegende aus- schaltet und nicht einmal in unser Bewußtsein gelangen läßt. Eine Begebenheit, wie die hier geschilderte, die der Chronist aus dem Leben des berühmten Schauspielers Ludwig Devrient erzählt, könnte sich darum im zwanzigsten Jahrhundert kaum noch ereignen, selbst wenn die gleichen äußeren Umstände gegeben wären... » An einem Märzmorgen— es mochte zwischen neun und zehn Uhr s«in— fuhr vor nahezu hundert Iahren in Landsberg an der Warthe eine Postkutsche ein. Di« Räder waren vom Schlamm der Landstraße bespritzt, die Pfeude müde und abgetrieben. Als der Wagen hielt, kletterte der Postillon von seinem hohen Sitze herab, der Wirt trat vor die Schenke, und seine herbeieilenden Knechte spannten das Geschirr aus, um die Pferde zu wechseln. Der Vorhang des Postkutschenfensters wurde aufgezogen; das scharfe Profil eines Fremden zeigte sich hinter den Scheiben; spähende kluge Augen blickten auf den Kreis der Neugierigen, die sich um den Wagen geschart hatten. Es war Ludwig Devrient, der— auf dem Gipfel seines Ruhmes stehend— sich auf einer Reise nach Königsberg befand, um dort ein Gastspiel zu geben. Während der Kutscher mit den Pferdeknechten verhandelte, stieg Devrient langsam und würde- voll au« dem Postwagen und betrat über die drei Ste>ntreppen die von der Morgen'onne beleuchtete Gaststube. Er setzte sich an einen der langen cholztisch« und forderte eine Flasche Wein. AI» er den Blick durch den Raum wandern ließ, an dessen Wänden oergilbte Kupferstiche hingen, blieben seine Augen plötzlich auf einem ge- druckten Zettel haften, der in der Mitte de- Tisches lag. Es war ein Komödienzcttel, der die letzte Vorstellung der„Königlich prioi« legierten Wagnerschen Gesellschaft" für den gleichen Abend an» kündigte. „che hei" ruft Devrient, zu dem Wirt gewendet,„wird hier auch Komödie gespielt?" Und als der Wirt bejaht:„chaben die Leute auch gute Geschäfte gemacht?" „Leider nicht", gesteht der Wirt kleinlaut,„es steht sehr schlecht „m sie. Der Direktor steckt tief in Schulden, da er keine Gage bezahlen kann, und die Schauspieler, die bereits auf das Gehalt Anleihen gemacht haben, verlieren ihre letzte chab«. Die Gesellschaft befindet sich in der AuflSsung; der arme alte Mann ist in großer Bedrängnis." Bei diesen Worten zeigt der Wirt in ein Neben- zimmer, in dem ein Greis in abgeschabtem Anzüge mit stumpfen Blicken vor seinem Glase sitzt. Devrient erhebt sich und geht zu ihm. „iherr Kollege", sagt er.„ich höre. Ihre Geschäft« stehen schlecht.«>ie sollten sich einen Künstler von Ruf aus Berlin kommen lasten, etwa Wolf, den alten Unzelmann. Besch«». Lemm oder"— setzt- er bescheiden hinzu—„Devrient. Die könnten Ihnen vielleicht helfen?" Der Direktor sieht ihn mit seinen grauen, von Leid getrübten Augen bestürzt an.„Du tlet-rr ruft er,.Diese erlauchten Herren auf meinem schlechten Nudelbrett!" „Ach was, Nudelbrett!" erwidert Devrient.„Die Bretter geben dem Künstler keinen Wert; er muß ihn mitbringen." „Aber wie soll ich sie honorieren?" ..Dielleicht tut es einer umsonst." Der 2llte schüttelt leise den Kopf. „Gehen Sie noch Hause!" ruft Devrient und schlägt ihm freund- lich auf die Schulter.„Treffen Sie sofort Anstalten und lasten Sie es in der ganzen Stadt bekannt machen, daß Ludwig Devrient heut« abend als Romeo in Ihrem Theater austreten wird!" Der alte Wagner lächelt verlegen.„Da würde ich schön an- kommen", meint er,„das Publikum anführen— s« würde mich umbringen; wir wüsten hier schnellstens verduften." „Anführen? Was denken Sie? Lasten Sie aus der Stelle alles vorbereiten; inserieren Sie, plakatieren Sie, schicken Sie Ihren Kassierer in die Bürgerhäuser, lassen Si« es öffentlich austrommeln: Devrient wird bei Ihnen gastieren!- Ludwig Devrient läßt keinen Kollegen im Stich! Denn— Ludwig Devrient steht vor Ihnen!" Der Direktor fuhr wie vom Donner gerührt von seinem Stuhle hoch und starrte den Sprecher entgeistert an. Der Wirt eilte herzu, und, da er sogleich mit sicherem Instinkt«in Geschäft wittert«, rief er seine Frau, seine Tochter und sein ganzes Gesinde zusammen und teilte sie iN Gruppen, um die Neuigkeit in der Stadt zu verbreiten. Er selbst begab sich zum Bürgermeister, zum Pfarrer, zum Lehrer, zum Arzt und zum Apotheker und berichtete brühheiß, welche Ehre seinem Etablistement widerfahren sei, und welche noch größere Ehre heute abend der Bretterbühne, die im Garten seines Grundstücks lag, zuteil werden würde. Die Folge davon war, daß die Sensation wie ein Lauffeuer durch den ganzen Ort ging, und noch lang« vor Beginn der Vorstellung waren alle Plätze ausverkauft. Die Tochter des alten Schmierendirektors, die erst achtzehn Jahre zählte, spielt« hingerstsen eine aufrichtig liebende Julia. E« gab einen rauschenden Erfolg. Aber was der Königlich privilegierten Wagnerschen Gesell- schaft das Wertvollste war: es gab bares Geld! Die Summe, die das ein« Gastspiel abgeworfen hatte, überstieg die Einnahmen ein«» ganzen Monats. Noch beträchtlicher freilich waren die Schulden der Truppe, so daß selbst diese außergewöhnliche Einnahme nur zur Hälfte ausreicht«, um sie zu decken. Allein das bekümmert« Devrient wenig. Als man nach der Vorstellung bei einem kleinen Wein- gelage, dessen Gastgeber der Berliner Schauspieler war, im hinteren Zimmer des Wirtshauses zufammensaß, meinte er:„Spielen wir noch einmal; dann wird alles in Ordnung sein!" Der zweiten Vorstellung, die dem Gaste groß« Ehren brachte, folgte noch eine dritte. Dann hatte sich in der Kaste so viel Geld angesammelt, daß die in Verlegenheit geratene Theatergesellschaft genügend Kostgeld für ihre Weiterreise hatte. Devrient selbst hatte allerdinge nach dieser dritten Vorstellung beinah« sein ganze» Reise- geld in Frühstücken und nächtlichen Grogs sür die Herren Kollegen ausgegeben. Doch er setzte seine Reis« nach Königsberg in dem ! stolzen Bewußtsein fort, durch seine Kunst auch einmal ein Werk der ' Menschlichkeit, die er sonst nur aus der Bühne darstellte, getan zu haben... -« Aber auch«in« gut« Tat kann Schmerz hinterlassen;... Vi» an ihr Lebensende bewahrt» die zurückgebliebene Julia ihrem entschwundenen Sftcmto«In sehnfüchrdzes(BcOenfcn— ohne Hoffnung, den Geliebten dreier Abend« jemals wiederzusehen... Gerdland: „Schmalmlollen Sde" wird kuriert... In den Armen der Isolde Treuwlegold geschah«s zum ersten Mal«, daß Erich Krutke von einer heißen, ungestümen Sehnsucht überfallen wurde, von einer Sehnsucht nach den Hallen des Grand- Hotels, nach den Aromen, den erlesene, schön«, gepflegte Frauen oerströmen. Isolde graulle seine Schmalztoll«, während ihr« runden, im Lause der Jahrzehnte etwas auseinandergegangenen Körper- formen sich wollüsttg straftten.„Friedrich-Karl-Augustchen," rief sie aus. als sie Erich Krulkes stille Veränderung bemerkte.„Friedrich- Karl-Augustchen, soll ich dir noch eine Hausmacherblutwurst ein- packen?" Aber Erich Krulkc, der in Gounovenkreisen als„Schmalz. tollenede" bekannte Hochstapler und Auebrecherfürst, der sich als Agent- Friedrich-Karl-August Blumblau bei der Fleischermeister»- witwe Isolde Treuwiegold eingeführt hatte, hotte einen anderen Kummer. Einige Monate fahndet« di« Kripo schon wieder nach ihm, einig« Monate waren seit seinem letzten Ausbruch aus der Strafanstalt vergangen, er hatte sich«in Bäuchlein angeschafft,«in« dicke, golden« Uhrtell« baumelt« über der wohlgefüllten Weste, er hatte schon, dank solner vorsichtigen Methode, erhebliche Erfolge bei alleinstehenden Damen erzielt, allein,«dwaz fehlte ihm. beunruhigte ihn, ließ ihn des Nachts aus dem Schlaf auffahren, macht« ihn unfähig, bei der Isolde Treuwiegold, bei Aennchen Glücklichmach ober Margaret« Huhnleit zum entscheidenden Schlag« auszuholen. Er konnte sich nicht erklären, was es war, was ihn mitunter an den schwellenden Konturen seiner Liebsten vorbei ins Dämmerlicht der blauen Stunde blicken ließ, er wußte nicht, was es war, das ihm mitunter angesichts einer der Limousine entsteigenden Hermelindame das Blut zum Stocken brachte. Jetzt, ganz unvermittelt, in der guten Stube Ifol- dens, erkannte er: er ertrug dies Leben nicht länger. Dies behäbig« Spießertum, dies gemütliche Zuckeln zum Kegelschicben mit den zu- künftigen Schwägern, dies zärtlich« Betätscheln der Brautens. Er, der unter angenommenen Namen als Lulluh-Bey-Pafcha, als Rittmeister Graf Krateß, Baron von der Wanverbörs, Prinz Carlotto von Syrakus die internationale Lebewelt unsicher gewacht hatte, er, der in der Halle des Maiestic-Palace in Helouan, des Ritz, des Waldorf-Astoria, des Adlon zu Haufe war,»er zwei lüsternen Dollarmillionärinnen versprochen halle, sie in eine hypnottfche Trance zu versetzen und, während st« mit geschlossenen Augen auf den Moment warteten, da sie alles tun würden, was er oerlangt«, mit ihrem gesamten Gepäck verschwunden war, er, oer in Amsterdam das Gerücht ausstreuen ließ, er sei im Besitz einer ungeheuer wert- vollen Sammlung von Kunstschätzen, die aber unveräußerlich sei. und dann den ganzen billigen Ramsch einem Kunstenthusiasten für ewige Zehntausende oerpachtete, er hielt dies Leben nicht mehr aus. Wie alle Hochstapler von Format, hatte auch er sich nach seinem letzten Ausbruch aus dem Zuchthaus auf eine solidere Basis um- gestellt. Di« Entromantisierung der Zeit hatte es mit sich gebracht. daß jeder Hotelportier bei der Eintragung eines hochtltngenden Samens mißtrauisch aufblickte, daß man jedem tadellos geschnittenen Srait, jedem rassigen Sakko mit Vorsicht begegnete, daß jeder Zimmerkellner ein« lang« Reihe schwerer Koster auf ihre Füllung mit Fetvsteinen hin untersuchte. Ja, sogar die Luxiissrouen, die er geschröpft hotte, sogar die steinalten, vergnödderten Ariftokrotinnen bevorzugte,, den argentinischen Eintänzer oder den Chauffeur mit der nachweislich«chten Charge eines kaiserlich russischen Gardeober- sten und dem Fürstentttel oder den ungarischen Refroinsönger, der in Schwermut machte, vor einem Gleichgestellten. E» war eine schlechte Zell für Hochstapler. Man kaufte Ro» mantit und Ideole gestapelt und gebündelt. Montparnoste m Paris, Scheunenviertel in Berlin, Haarlem in New Park, Whitechapel in London waren industrialisiert« Zweige des Fremdenverkehrs ge- worden. Sogar zünftige Derbrecher prostituierten sich und ver. anstatteten Gruselführungen über quietschende Hintertreppen, durch tviesig«, petrolemnhkfunzelt«, süß durchftunken«, bonbonrosa geftrühene Absteigequartier«, in denen die MilliardSrinnen und ihre Dandie«, die Cornedbeeffabrikanten au» Chikago und ihre Reizgeschöpf« kleine Ahe und Ohs von sich gaben, wenn nebenan ein« brutale Säuser- stimme, das knallend« Schlagen einer Peitsche und das wimmernde Jaulen einer Frauenstimme erklangen, während der Führer die Inszene textlich untermalt«. Ja. es war schon so: die alten Hochstapler von Format, die von den Frauen noch aus der Anklagebant verteidigt wurden, waren ausgestorben oder hatten sich umgestellt. Man trug nicht mehr Blasiertheit, sondern wieder Herz, man kam nicht mehr als„smarter Ausländer", sondern als„Prooinzonkel" und man erzählte nicht mehr von Empfängen am Hofe des Radja von Kaschnapur, nicht mehr von seinen Luxusjachten im Mtttelmeer. man erwähnte keine Löwenjagden mehr, bei denen man versehentlich— hihi, haha— einen Etephanten erlegt Hab«, nein, man sprach von seiner einsamen Sechszimmervilla im Borort. man erzählte von der Taubenzucht und dem Gemüsebau, von atmosphärischen Störungen im Radio und erwähnte belläufig die Sorgen mit säumig zahlenden Kunden. Immer stärker wuchs die Sehnsucht in Erich Krulk«, di« sich heraussehnte aus dem plüschigen Muff der guten Stuben seiner Bräute, di« die duftgeschwängerten Festwiesen in den sinnedurch- fluteten Salons seiner früheren Geliebten sucht«. Als Friedrich-Karl-Augustchen hatte er sein« Isolde nun so weit, daß«in Wort von seinen geliebten Lippen sie bewogen hätte, ihm ihr Bankkonto zu überschreiben. Er wollte fort, nach Aegyp» ten, nach Monte Tarlo, nach Paris. Ihn hielt hier nichts. Unruhe peitscht« ihn durch die Straßen. Gier durchpulste ihn, Gier nach seinem ausgelebten Leben. Unbewuft war er in das Viertel der Luxushotel getaumelt, ungewollt war er eingetreten in die Halle eines gespenstisch großen, bunt durchwimmelten Hotels, war untergetaucht in dem Gewühl der Menschen. Ein junges Mädchen ging dicht an dem Fauteuil vorbei, in dem er faß, ein junges Mädchen mit einem sanft ge- strichenen Mund, mit blondem Haar, das unter dem etwas zu koketten Hütchen hervorlugte in«iner für den Luxus der Halle zu billigen Pelzimitation. Em« heiße Flut durchströmte Schmalztvllen-Gde,«ine klein«, törichte Hoffnung, solch«in Mädchen ganz für sich zu besitzen, ihm alles zu fein und— zu bleiben, es nicht zu betrügen und zu be- stehlen, einmal«ine große Generalbeichte abzulegen... l Seine Behäbigkeit, die Maske des Rittergutsbesitzers, die Horn- � drille, das Bäuchlein, die spiegelblank« Schmalztolle kleideten ihn, er wußte es; die Brillantnadel vom seligen Treuwieaold,'die Uhr, die von Aennchen Giücklickinckchs Vater- stammt«, verliehen seiner Erscheinung den äußeren Glanz. Wie ein scheues Vögeichen flatterte das Mädchen vor ihm auf und ad. War sie eine Angestellte eines Schreidmaschineirbüros und wartete aus ein Diktat, war sie eine Manicure und wartete, bis e» der Gnädigen gefiel, den Portier zu oerständigen? Oder ging sie in diesem Arsenal der Schicksale, in dieser Vorhalle zum Luxus, aus allen Wintkeln der Erde zusammengetragen, auf Abenteuer aus, wie er? Als Lulluh-Bey-Pascha, als Gras Krateß und als Clement d'Artagnol hatte er Frauen betört, gebrandschatzt und geprellt, jetzt. plötzlich, nach Zuchthaus, abenteuerlicher Flucht, nach m.hrmonatigem Verborgensein in den gutbürgerlichen Wohnungen seiner neuesten Errungenschaften, nach seiner Rückkehr in die Gefilde seines einstigen Wirkens beschleicht ihn eine aberwitzige Sucht, einen Menschen vor dem Moloch zu retten, zu einem anständigen, guten Menschen zu machen und sein ganzes bisheriges Hochstaplerdasein ungeschehen zu machen. Tatsächlich, mit Erich Krulk« alias Schmalztollen-Cds alias Fried- rich-Karl-Auguft Blinnblau alias Baron von der Wanderbörs geht jene menschlich« Eigenschaft durch, die er bisher geringschätzig mit befiehl" bezeichnete. Es ist ihm schon ganz klar: dies Mädchen. da» da durch die Menge schwirrt, ist heimatlos. Nicht lange mehr. und sie wird aus der Hotelhalle gehen, in die sie eine kleine, töricht« Hoffnung getrieben, sie wird die Straßen entlang gehen und aus diesem llchtüberblendeten Viertel in«in dunkleres gelangen, in dem die Nacht mit ihren dunklen Fittichen auch ihr Elend, ihr« Schande und Unglück zudecken wird. Tatsächlich, der alte Hochstapler macht als Herr Grasebach auf Klein-Scharteiken die Bekanntschaft des Fräuleins. Tatsächlich,, sie reagiert auf den gemütlich-jovial-humorigen Tonsall, den er an- schlägt. Und sie speisen zusammen. Und die Nacht ist sehr lang. Und das Fräulein drängt gar nicht mit dem Nachhausegehen. In weinseliger Stimmung, gewohnt, jeden Taumel bis zur letzten Neige auszukosten, selig durch die Illusion de» Retters aus dem Sumps, des Wohltäters, beginnt Krulke seine Beichte vor diesem Mädchen auszubreiten.„Sie wissen ja gar nicht, wer hier neben Ihnen sitzt!" beginnt er, und als sie ganz dicht neben ihm sitzt», so dicht, daß er den Dust ihres mädchenhaften Körper» spürt, daß die weiße, glatte Haut ihn berührt, fährt er sott. Aber al» er sie hell auflachen hört, als er hört, daß sie Ihn wohl für betrunken hält. da er so närttsches Hochstaplerzeug«rzählt, gibt er seine Bemühun- gen auf. Die Nacht ist lang. Als Schmalztoll«n-Ed« am nächsten Morgen erwachte, ist das Hotelbett neben ihm leer, die Kissen sind zerwühlt. Das Mädchen, mit dem er die Nacht verbrachte ist verschwunden. Und mit ihr Brieftasche, Geld, Bttllantnadel und Uhr. An diesem Abend beantwortet er die Zärtlichkeiten Isolde Treu- wiegolds mit ganz besonderer Zärtlichkeit. Nie wieder wird er sich in zweifelhafte Abenteuer einlassen. Er beginnt vom Geschäft zu erzählen. Isolde lauscht. Und nun beginnt er vorsichtig zu fragen, wieviel sie ihm zur Verfügung stellen könnt». Denn morgen geht sein Schiff nach Südamerika.. Jiunn man chineSifch telegraphieren? Haben Sie eigentlich schon darüber nachgedacht, wie di« Chinesen da» mit dem Telegraphieren machen? Wenn man bei uns tele- graphiert, bei uns Europäern und westlichen Völkern, die wir«in Alphadtt mit LS Buchstaben besitzen, so ist das ja keine Kunst mehr. Man zerlegt eben jedes Wort in die einzelnen Buchstaben und braucht also zur Bezeichnung dieser LS Buchstaben entweder ebenso viel Morsezeichen, die aus Punkten und Strichen zusammengesetzt sind. oder aber bei modernen Telegrapheneinrichtung« übermittelt man durch Tastendruck die Type selber. Aber die arm« Chinesen haben ja selbst in ihrem einfachsten Alphabet einig« tastand Zeichen und ln d«r Sprach« d«r Gebildeten gar«inige Zehntausend. Was macht nun«in Telegraphist, wenn etn Chinese ihm»in Telegramm über- rescht? Für viel« Tausend« d«r chinesischer Sprachzeichen lassen sich einfach keine Morsezeichen finden. Die Japaner haben versucht, eine besonders für die Telagraphie geschaffene Silbenschrift«inzusühren, die aus 45 Zeichen besteht und somit mit Hilfe der Morsetelegrophie noch übettragen werden kann. Aber das hat sich al« ein sehr unvollkommener Ersatz bewiesen, denn dies« Schrift ergibt gar viel« Mißverständnis?« und man muh sehr vorsichtig telegraphieren, wenn nicht der größte Unfug dabei heraus- kommen soll.. In China ging nicht einmal das. In China muß man in einer der europäischen Sprachen telegraphieren. Da das aber nur einem winzigen Bruchteil der Bevölkerung und den Fremden möglich ist, so hat man einen anderen Ausweg ersonnen. Man übersetzt die chinesischen Worte und Silben zunächst In Zahlenkombinationen. Die Zahlen kann man dann natürlich auf dem Morseapparat übettragen. Aber an der Empfangsstation muß sich wieder jemand hinsetzen und die Telegramme dechiffrieren, die Zahlen in chinesisch übersetzen; denn das Ganz« ist natürlich eigentlich ein Chiffrierverfahren, dos außerordentlich viel Mühe macht, kostspielig ist und sehr viel Zeit raubt. Und was für die Chinesen gilt, gitt auch für die Inder, für die Japaner und die Siamesen, galt bis vor kurzer Zeit sogar noch für die Türken, wenn auch nicht in demselben Umfange an Schwierigkeit. Nun kommt au« dem Westen dem fernen Osten neue Hoffnung. Die Bildtelegraphie wird die Lösung der Telegraphieprobleme de, fernen Ostens bringen. Es ist das Ei des Kolumbus. Mit Hilfe dieser Bildtelegraph!« kann man ja da» ganze Telegramm al««in einheitliches Stück im Original übertragen. Man braucht es nicht in sein« einzelnen Buchstabenbestandteil« zu zerlegen und später Vieder zusammenzusetzen. Der Empfänger erhält ja einfach eine auf telegraphischem Wege übermittelt« Telegraphi« mit dem Original» text de» Absenders. Seit die Bildtelegraphie so außerordentliche Fortschritt« gemacht hat, hat man bei der deutschen Radioindustrie dieser Seite der Bildtelegraphie größte Aufmerksamkeit zugewendet. Unter Förderung durch di« zuständigen deutschen und chinesischen Regierungsstellen sind sehr erfolgreiche Versuche mit der Bildtele- graph!« zwischen Berlin und China durchgeführt worden. Man be- nutzte die Telesunken-Strohttverferstationen in Nauen und Nanking zur Uebertrogilng solcher chinesischen Bildtelegramme. Der chinesische Gesandte in Berlin, Chang Tso Ping, sowie viele andere in Berlin weilend« Chinesen konnten von dieser Einrichtung Gebrauch machen. So sandte«in chirwsischer Ingenieur«inen Brief an seinen Bater nach Peking, desien bildtelegrophische Uebermittlung vier Minuten in An- spruch nahm. Der Hauptwert solcher Bildtelegraphie liegt aber in China selber und hier ist man natürlich auch außerordentlich an diesen Versuchen interessiert. All« Zeitungen China» und Japans brachten lang« Attlkel über diese Versuche und Abbildungen der auf drahtlosem Wege übernllttelten Bildtelegramme. G. A. K. 15 000 Störche Im Kampfe gegen ein Heuschr«ckenh«er. Die Um. gebung von Agadir in Nördasrita wurde in den letzten Tagen von ungeheuren Schwärmen von Heuschrecken heimgesucht, die großen Schaden- anrichteten.'Im Kampfe gegen dies« sreßgierige» Tiere fand sich eine unerwartete Hilfe ein: eine überaus große Schar Störche, nach Schätzung milidestcns IS 000, di« auf ihrem Fluge die Gegend passietten. Die!« machten sich über die Heuschrecken her und besretten die Bevölkerung von der schrecklichen Plage. Staati. Stbiller-Tlieater.Cliarltbg. 20 Uhr Bürger Schippel Ende zeizen 221'> Uhr Tägl 2 Vorstg- S u. B'k Uhr Baibarossa92j6 Hadm. 50 Pf. bis 3 M., abends I bis( M. Dollie u. Billle Dance Fablet Co. mit Estelle Mattern und weitere Attraktionen. WM » Garten* 8IS0hr. Zentr. 2819. fiaacben erlaubt. 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Die Komödie S'/t Uhr Kommt einVogel aoo Walter Rasmclevar Regie: Costa» Härtung RuriOrslcndamm- Theater Bismarck 449 Das schwache Geschlecht v. Edouard Bourder Regie; Mai Reiobardl Lustspiemaus Täglich 8'/i Uhr Oer LQUher u. die nenne von Kurt Götz Neues Theater mmmm am ZOO■ JinBabnh.Zoo. StpLE554 Täglich 8>/« Uhr VotDDtersodiong von Max Alsberg u QUO Ernst Hesse Preise 1—8 Mark. Sonntag nadun. 4 llbr Vornntersuihung in der vollen Abend- besetzungzu halben Preisen Elite- sanier Kottbfltt. Str. 6 Ticl. 81/4 Uhr Der InatifCMte Abend! Sonata ers MChm.31/,ülr ermiß. Preise. GROSSES SCHAUbPIELHAUö Tägl. 8 Uhr. Im vueifMQ 863,1. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesehtung billige Preise Regie: Erik Charell. ROSE THEATER 1 Große Frankfurter Straße 132 J U-Bahn Strausberger Platz «tMgiger Vorverkauf täglich 1 : von 11— x Uhr und 4— 9 Uhr I Tel. 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Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanwelsungcn: a) Schecks und Wechsel.. 8 925 219,10 b) unverzinsliche Schatzanweisungen und Schatzwrechsel des Reiches und der Länder.. 17 131 914,69 5. Nostroguthaben bei Banken und Bank- firmen mit Fähigkeiten bis zu 3 Monaten davon innerhalb 7 Tagen fällig..... R.M 25 404 118,38 6. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere.......... davon entfallen auf Reports allein...... RM f 405 767,25 7. Vorschüsse auf vertrachtete oder eingelagerte Waren............ 8. Eigene Wertpapiere: a) Anleihen u verzinsliche Schatz- anweisungen des Reiches und der Länder........ 7 769 732,45 b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbankcn beleihbare Wertpapiere... 5 1 76 934,35 c) sonstige börsengängige Wertpapiere......... 20016 071,43 d) sonstige Wertpapiere..... 28.35 9. Konsortialbeteiligungen........ 10. uauemdcBeteiligun en bei anderen Banken und Bankfirmen.......... 11. Außenstände in laufender Rechnung.. davon entfallen auf Kredite an Banken, Bankfirmen. Sparkassen und sonstige Kreditinstitute...64889 622,51 12. Langfristige Ausleihungen gegen hypothekarische Sicherung oder gegen Kommunaldeckung; a) langfristige feste Darlehen(auf ein oder mehrere Jahre). 92 063 000,— b) langfristige Tilgungsdarlehen u. Anleihen........ 594 685 892.96 davon mit fünffachem Auslosungsrecht.. RM 53 570 885,12 und ohne Ausiosungsreehie RM 5 920 587,50 12. I Am 31. Dezember 1930 anteilig fällige Dariehnszlnsen und Verwaltungskostenbeiträge................ 1! Bankgebäude............. 14. yonsuge Gebäude und Grundstücke. IS. Inventur............... RM 4886 194,87 4 602 72942 26 057 133.79 82665 009,02 7 16t 21245 32 962 76648 479 689,21 868 004,- 180 211 961,35 686 748 892,98 7887 805,79 3 957 104,92 419 361,29 I,- I 038 317 866.15 PASSIVA t. Betriebskapital; a) Beteiligung der Mitgiiedsver- bände.......... 29 750 000,- b) Beteiligung des PreuBischen Staates........■ 10 000 000,— 2. 3 Rücklagen.,,............ Gläubiger: a) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite.— b) deutsche Banken, Bankflrtnen, Sparkassen u, sonstige deutsche Kreditinstitute..... 276508 556.35 c) sonstige Gläubiger..■ 45 022114,1-8 Von der Gesamisumme der Gläubiger(mit AusschluB von a) sind I innerhalb 7 Tagen fällig■ 94 618 827.29 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig........ 180 699 399,79 3 nach mehr als 3 Monaten fallig.......... 46 302 444,15 Avale und Bürgschaften RM 166 866,82 Anleihen bzw. Dar- 4 Akzepte.. 5 Langfristige leben: a) langfristige Tilgnngsdariehen 30186 979,11 b) langfristige feste Darlehen 42 030 000,— c) im Umlauf befindliche Obligatjonen........ 5�6 100 486,10 davon mit fünffachem Ausl- losungsrecht.. RM 53571 59a, 26 und ohne Auslosungsrechte RM 5 920 58740 5. I. Noch nicht eingelöste Zinsscheine und ausgeloste Obligationen.... 5. II Am 31 Dezember 1930 anteilig fällige Zinsen und Provisionen....... 6 Betriebsüberschuß c.tectecea. RM 39 750 008,— 4184 6934» 321530 87141 6583174854» 45588898« 75» 803,92 2 470 143,07 I 038 317 885,11 Gewinn- und Vcrlustredmung per 31. Dezember 1930 SOIAz 1. Geschäfts- u Verwaltungskosten einseht der Geschäftsunkosten des Verbandes. 2. Steuern und Abgaben......... 3. Abschreibungen auf Gebäude u. Inventar 4. Zuweisung zur Pensionskasse...... 5. Betriebsüberschuß........... RM 3 583 378,45 1 416 7 0 20 338 055,56 300 000.— 2 470 143,07 8108 27748 HABE* Gewinne; an Zinsen.............. an Provisionen............ an Wertpapieren und Gemelnschafts- geschäften............ Gewinnvortrag aus 1929 RM 4 863 189,71 2 320 155,07 896 846.1» 28 087j!? 8 108 27»» B e r Ii n. im März 1931 Deutsche Girozentrale-Deutsche Kommunalbank- Oeffentlich-rechtliche Bankanstalt Das Direktorium Dr. Kleiner Jurseh von Bitter Müller Schoele Sentz Weltzien